M. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rr. 257 Erster Blatt M. Jahrgang Zreitag, 9. Oktober 1956 Erichem, lügltch, autze, ä a. V l 'ö 3 Sonntags und Feiertags Jl^BF W A Annahme von Anzeigen ^ieBenw' ^mthen Mattel W Al! MW MM ft MlV Grundpretje für I mm höhe ä? tII117H|Plit^l zl IIaf lillr 8 Ohne Illustrierte Ww. „ B B B WA, B >IN B B BB B B «A B von 70mm Breite Zustellgebühr . - 25 M W | W B Bp | M ■ BWB W< bORpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ■ M ▼ ^F ^F Ä B ^F ^F vorh Dereinbg.25",„ mehr, von einzelnen Nummern Hl M M M infolge höherer Gewalt V J^^F Ermätztgte Grundpreise: ijernsprechanschlüste >WM < V * 9* <■ < ** Stellen-, Vereins-, gemein- »S» General-Anzelger für Oberhesfen sses Postscheckkonto: V V 1 1 1 1 behö?Mttbe A^"^n^6R 's lironfjurt am Main 11686 Druck und Derlag: vrühl'sche UniversttStr Buch- und Steinörudcrei R. Lauge in Gietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: 5chulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Triumphsahrt des altenMhrerkorps durch denGauHeffen-Äaffau (Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) daß Flandern unter die Herrschaft des Kommunismus gerate. „Warum sollen wir dann", fährt „De Schelde" fort, „nicht mit Rex Zusammengehen, u m den Marxismus zu bekämpfen? Rex ist die Truppe geworden, deren Auffassungen über die Lösung des Nationalitätenproblems in Belgien der Herzlicher Empfang inDarmffadt Nach dem ernsten denkwürdigen Auftakt, den die Begrüßungsfeier für das alte Führerkorps der NSDAP, auf dem Römerberg in Frankfurt a. M. darstellte, brachte der zweite Tag des Treffens den Gästen des Gaues eine Fülle von Eindrücken, die lange in ihnen nachklingen werden. Zu früher Morgenstunde wurde von der gastlichen Gauhauptstadt Abschied genommen. In 27 Omnibussen verließ die Alte Garde des Führers Frankfurt a. Main. Ueberall an den Straßen standen zahlreiche Volksgenossen und grüßten die ältesten Kämpfer der Partei. Schulkinder bildeten Spalier und jubelten den Gästen aus allen Gauen unseres Vaterlandes zu. Ueberaus herzlich und nachhaltig aber war (nach rascher Fahrt über die Reichsautobahn) der Empfang in Darm st ad t. Schon in den Außenbezirken der Stadt bildeten die Volksgenossen Menschenmauern an den Straßen, jubelten immer wieder den Kämpfern zu, stürmische Heilrufe der Jugend begleiteten die Wagen und jedermann in Werkstätten, in Büros und Läden ließ die Arbeit liegen, um dem Führerkorps huldigen zu können. In der Orangerie hieß der Kreisleiter und Oberbürgermeister W a m b 0 l d t die Gäste herzlich willkommen. Nach kurzem Aufenthalt in den Gärten der Orangerie wurde die Reise fortgesetzt. SA.-, SS.- und HJ.-Formationen, die an den Stufenkatarakten der Orangerie dekorativ Aufstellung genommen hatten. entboten zum Abschied Ehrerbietung und Huldigung. Wt über b»e Bergstraße. Zu einem weiteren schönen Erlebnis mußte jedem der Teilnehmer die Fahrt über die Bergstraße werden. Die Einwohnerschaft in allen den Orten, die die große Omnibuskolonne berührte, gab sich auf rührende Weise alle Mühe, ihrer Sympathie rür die ältesten Kämpfer der Partei Ausdruck zu geben. Ueberall an den Dorfeingängen und an den Stadttoren waren Bogen errichtet mit Wappen und Symbolen des Ortes, ergänzt durch Schriftbänder, die Worte der Begrüßung trugen: Blumengewinde gaben den Bogen Glanz und Fnrbe In dichten Scharen stand überall die Dorfjugend an den Straßen, unermüdlich in Heilrufen. Die ländliche Bevölkerung ließ allenthalben die Arbeit liegen und lief an die Straße, um die Gäste des Gaues zu grüßen Im Arbeitskleid standen die Belegschaften vieler Werke da und hoben die Hand zum deutschen Gruß. Niemand in Dorf und Stadt ließ sich das Ereignis entgehen. In einigen Orten stürmten in ihrer Begeisterung Mädchen des BDM einige Omnibusse und fuhren ein Stück des Weges mit. um dann wieder zurückzumarschieren zu ihren Heimatorten. fcöHnntt in Worms Die weitere Fahrt führt über Lorsch, vorbei an dem hessischen Erbhöfedorf R i e d r 0 d e. Hier konnte man so recht die Dankbarkeit der Männer und Frauen sehen, die hier durch den Nationalsozialismus eine Heimat gefunden haben, lieber die mächtige Rheinbrücke hält das Alte Führerkorps seinen Einzug in die Nibelungenstadt Worms. Hier im fast mythisch-sagenhaften Worms, der ältesten Stadt Deutschlands, erlebten die Kampfer des Dritten Reiches einen Höhepunkt der Fahrt. Kaum vermochten die engen Gassen der Altstadt die Massen der begeisterten Volksgenossen zu fassen. Das Licht der goldenen Herbstsonne lag verklarend über der Stadt und über den zart-gvünen Fluten des Rheins, als die Kraftwagen die Stadt em- fuhren. um auf einer langen Rundfahrt den Glanz und die Herrlichkeiten Worms kennenzulernen. Nach einigen besinnlichen Minuten im einzigartig und großartigen Raum des Wormser Do ms wurde den Gäsien ein ungemein reizvolles Schauspiel geboten. Junge Männer zeigten in historischen Kostun^n den Wormser Gesellentanz, der nach den Klängen altertümlicher Musik getanzt, in bte Zeit des Mittelalters zuruckfuhrte. Im Schatten der Westapsis d-s Doms wurde das Schauspiel für alle, die es sehen konnten, zum unvergeßlichen Gindruck. Es weht die alte rote. Fahne der'treten Reichsstadt mit dem weißen Schlussel und dem flo - denen Stern; das Wappen, der weiße Drachen auf rnkm Felde leuchtet. Die alten Weisen er 'n gen. (^"tragen und ruhig schreiten die Gesellen mit ihren Zunlt^eichen Dann geht es ^"^^/?/ll'chen Halle der Stadt, wo beim Molt der Krelsleiter derPartei und d°r Oberbürgermeister ihre Galte begrußen w-'bei sie auf die stolze Geschichte der Nibelungen- s7cht und den Gesinnungswandel des ehemals roten Worms' Hinweisen können. Am Win enflana. hoch gingen die Wogen der Begch'-rung in allen Orten am Rhein, die über eine' lange -Be- iuch'der ältesten Mitkämpfer d°- B-freE putsch. Bäumen^ geschmückt^llberall" standen ^die^^B^uent^in ihren Weinbergen °5^"FchußpistoIen We Frauen densalut aus ihren Schreck>a-uvp 1 0-nDffü(hern Be- winkten lebhaft mit ihren bunten Kopftüchern. 25e- sonders festliches Gepräge trug P p , «freube die Fahrt unterbrochen rvuroe. Mit großer tfreuüe sahen die Gäste den graziösen Tanzderjungen Winzerinnen und gewannen dabei einen starken Eindruck von rheinischer Gastfreundschaft und Fröhlichkeit. Im „goldenen Mainz" wurde die Fahrt nochmals unterbrochen. Auch hier war der Jubel Über alles Erwarten groß. Die Dunkelheit war inzwischen hereingebrochen. Auf der Fahrt bis Rüdesheim glänzten überall in den vielen Dörfern und Weinorten lange Lichterketten in den Fensterbänken, überall waren hervorragende Gebäude bengalisch beleuchtet, Überall knallten Böllerschüsse und spielten Musikkapellen, kurz, die Bevölkerung wußte sich vor Freude kaum zu lassen. Herzlich der Empfang in Rüdesheim! Gastlich die Aufnahme! Unterhaltsam der Winzerabend, der die Kämpfer der Partei und der Bevölkerung vereinte. Die ganze Fahrt dieses zweiten Tages des Alten Führerkorps der Partei war ein einziger Triumphzug, den die dankbare Bevölkerung Hessen-Nassaus den Mitstreitern um Deutschlands innere und äußere Freiheit bereitete. $ur ein nai'onalsoüalifftsches Strafrecht. München, 8. Okt. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Reichsleiters des Reichsrechtsamtes der NSDAP., Reichsminister Dr. Frank, begann in Fischbachau eine weitere Tagungsperiode der Strafrechtskommission der NSDAP. Dr. Frank legte dar, daß sich das Rechtspolitische Wollen der NSDAP, insbesondere auf dem Gebiet des Strafrechts völlig kompromißlos durchsetzen müsse, andernfalls könnte die Gefahr entstehen, daß alte, siberalistisch-reaktionäre Anschauungen immer wieder in pseudonationalsozialistischen Formulierungen zu neuem Leben erwachten. Es spukten noch in vielen Arbeiten zur Strafrechtsreform diese verstaubten, veralteten Methoden und Ideen. Es gelte aber, ein neues deutsches Strafrecht für unser nationalsozialistisches Reich ausschließlich auf nationalsozialistischen Grundsätzen aufzubauen, und diese Rechtsarbeit könne nur von nationalsozialistischen Rechtswahr e r n geleistet werden. Die bisherigen Arbeiten für Strafrechtserneuerung müßten alle in die von der NSDAP, hierfür aufgestellten Leitsätze einmünden. Alles theoredische Herumkritisieren werde die Entschlossenheit der NSDAP, nicht erschüttern, ein nationalsozialistisches und kein bürgerlich-reaktionäres Strafrecht zu schaffen. Das Arbeiten am neuen deutschen Strafrecht müsse nun von dem Debattieren müder Kompromisnaturen ebenso befreit werden wie das schon in der allgemeinen Politik geschehen sei. Nicht aus amtlichen Aufträgen erstehe neues Recht, s 0 n - d e rn aus geschichtlicher Berufung. Und so sei auch Strafrechtspolitik ausschließlich Sache der Gesinnung und des Wollens und der nationalsozialistischen fachlichen Berufung. Antimarxistische Front in Belgien. Einigung zwischen 7tex-8eweguna und flämischem 1lationa>verband erzielt. Brüssel, 8. Okt. (DNB.) Die Verhandlungen zwischen der Rex-Bewegung und dem flämischen Nationaloerband (VNV.) über eine Zusammenarbeit der beiden Gruppen sind abgeschlossen wotden. Es wurde folgendes Kommunique ausgegeben: „Im Laufe von kürzlichen Besprechungen haben Rex und VNV. eine Prüfung ihres gegenseitigen Standpunktes oorgenommen. Die Besprechungen haben zu der Feststellung geführt, daß eine hinreichend weitgehende Gemeinsamkeit der Programme besteht, um eine Zusammenarbeit in Aussicht zu nehmen für ein gemeinsames Vorgehen, insbesondere gegen den Kommunismus. Es ist keine Rede von einer Fusion der beiden Gruppen, sondern es handelt sich um eine Annäherung, die von wesentlicher Bedeutung sein kann." ♦ Die radikalflämische Tageszeitung „De Schelde" veröffentlicht einen Aufsatz, der offenbar den Zweck hat, die Öffentlichkeit auf die Zusammenarbeit zwischen der Rex-Bewegung und dem flämisch- nationalen Verband, der unter der Leitung des Abgeordneten Staf de Clerqu steht, vorzubereiten. Der flämisch-nationale Verband (VNV.) ist bis jetzt entschieden für die Loslösung Flanderns vom belgischen Staat eingetreten, während die Rex-Bewegung, deren Führer Degrelle Wallone ist, sich die innere und äußere Stärkung des belgischen Staates zum Ziele gesetzt hat. Eine Einigung scheint nun auf der Grundlage möglich geworden zu sein, daß Rex in sein Programm die föderative Gestaltung Belgiens aufnimmt, während VNV. die politische Vereinigung Flanderns mit Holland zu einem großniederländischen Staat vorläufig z u - r ü ck st e l l t. Das gemeinsame Ziel beider Gruppen ist der Kampf gegen den Kommunismus und die Ueberwindung des Parteiensystems. „De Schelde" schreibt, Degrelle, der ein Realpolitiker sei, blicke über Belgien hinaus. Für ihn stehe an erster Stelle d i e kommuni st ische Gefahr, die zuerst beseitigt werden müsse. Auch der flämisch-nationale Verband vertrete diese Ansicht. Man müsse damit rechnen, daß der Marxismus in Frankreich und Belgien seine Zuflucht zur Gewalt nehmen werde, wenn er in Spanien eine Niederlage erleide. Es fei deshalb notwendig, sich auf alle Eventualitäten vorzuberei- t e n. Staf de Clerqu habe erklärt, der VNV. fei bereit, jedem die Hand zu reichen, der nicht wolle. Auffassung des VNV. am meisten nahekommen." Das Blatt stellt weiter fest, bei Neuwahlen werde man sehen, daß sich die Anhänger Degrel- les in der Wallonei verdoppelt hätten Wenn es gelinge, mit Degrelle eine Uebereinkunft über Flandern zu treffen, die vollkommen der Ehre des flämischen Volkes und den Auffassungen des NVN. entspreche, dann würde es diesem Block möglich sein, bei Neuwahlen 40 Flamen in das Parlament zu entsenden. Dann werde man in Brüssel mit der bisherigen Französierungspolitik Schluß machen. Die Herrschaft der Parteipolitik, die Flandern an den Abgrund gebracht habe, sei bann zu Ende, und es würden sich gewaltige politische Möglichkeiten ergeben. Die Währunqsabweriung in Prag. Prag, 8. Okt. (DNB.) Die Beratungen der Regierung und der Mehrheitsparteien über die Höhe der Abwertung führten zu einer Einigung, der Goldgehalt der Tschechenkrone wird mit mindestens 30.21 und höchstens 32.21 Milligramm Gold festgesetzt. Dies entspricht einer Herabsetzung des bisherigen Goldgehaltes um 10.3 b i s 18.8 Prozent. Ministerpräsident H 0 d z a erklärte im Senat, daß die Abwertung des Jahres 1934 im Mittel 162/3 und die jetzige Abwertung 15,98 betrage, sodaß sich insgesamt eine Devaloierung der Tschechenkrone um rund 30 v. H. entsprechend der Abwertung des Franken ergebe. Die allgemeine Währungsanpassung sei möglich geworden, da die Welt nicht mehr in zwei Währungsblocks, den Sterling- und den Goldblock gespalten sei. Die Maßnahme sei lediglich ergriffen worden, um die Tschechoslowakei der allgemeinen Währungsregelung anzugliedern. Die Tschechoslowakei hoffe, daß die von Frankreich angekündigte Politik des Abbaues der Zölle und Kontingente den Beginn einer neuen wirtschaftspolitischen Aera der Welt bedeuten werde. Die Regierung werde Maßnahmen zur Verhinderung der Preissteigerungen treffen, die inländische Rohstoffe verarbeitende Industrie und die Landwirtschaft werden die Preise nicht verteuern. Dadurch gelange man zu einer sicheren Grundlage für eine gleichbleibende Höhe der Inlandspreise. Streikabbruch in Jerusalem? Jerusalem, 9. Okt. (DNB.) In der Sitzung des arabischen Hauptkomitees, der Vertreter Ibn Sauds und Emir Abdullahs beiwohnten, wurden die Königsvorschläge zum Streikabbruch trotz gewisser Bedenken angenommen. Das Hauptkomitee wird noch die Meinungen einiger örtlicher Ausschüsse einholen, jedoch erscheint die Veröffentlichung der Königsoorschläge und die Proklamation des Hauptkomitees an die Palästina-Araber über den Streikabbruch für die allernächsten Tage bevorzustehen Damit scheint auch eine Beendigung des Streiks nicht mehr als zweifelhaft. Im ganzen arabischen Palästina ist jedenfalls, nach fast sechsmonatiger opferreicher Kampfzeit ein plötzlicher Optimismus durchgebrochen. e *22* fe- 11 M M ...... (Aufnahmen 13]; „NSG.", ]1]; Neuners Das Kabinett Slum Bl dem Druck der Kommunisten nach. Trotz lebhaften Protestes -er Bevölkerung werden zehn kommunistische Versammlungen in Elsaß-Lothringen genehmigt. Parts. 9. Okt. (DJIB. Funkspruch.) Die Verhandlungen des Innenministers und des Vlinifter- präsidenten mit der kommunistischen Partei über für Samstag und Sonntag geplante D e m o n - strationen der Kommunisten in Elsaß- Lothringen haben nicht das von der Regierung gewünschte Ergebnis gehabt. Man hatte gehofft. die Kommunisten angesichts der in Elsah- Lothringen herrschenden Erregung zur Vertagung ihrer Kundgebungen bewegen zu können. Sie haben jedoch darauf bestanden, von den ursprünglich vorgesehenen 127 Versammlungen doch 10 abzuhalten. Die Regierung hat sich schliehlich damit einverstanden erklärt, unter der Bedingung. bah keine öffentlichen Umzüge im Anschluh an die Versammlungen stattfinden. * Die kommunistischen Parteistellen versuchen, ihren Beschluß mit der scheinheiligen Behauptung .zu rechtfertigen, daß in den Grenzlanden die Feuerkreuzler gegen die republikanische Ordnung agitieren. Die „$)umanite", die aus dem kommunistischen Druck auf die Regierung gar keinen Hehl macht, glaubt ankündigen zu können, daß die Verhaftung de la Rocques bevorstehe, da man bei Haussuchungen belastendes Material gefunden habe. Gegen Oberst de la Rocque und einige seiner engsten Mitarbeiter ist in der Tat ein gerichtliches Verfahren eingeleitet worden. Er hat daraufhin an seine Anhänger einen Aufruf erlassen, in dem es heißt, daß die an der Macht befindliche Regierung unter dem Moskauer Terror allen Erpressungen nach gebe. Die angewandten Methoden seien von den Methoden der Tscheka und der GPU beeinflußt. „Im Namen Frankreichs und im Namen der Anständigkeit verlangen wir die Auflösung der kommunistischen Partei, die der erklärte Feind unserer Verfassung ist. Wir fordern auch die Verhaftung ihrer Führer, die die französische Regierung mit Beschlag belegt haben." Daß mit dem Feilschen um die Zahl der kommunistischen Veranstaltungen in Elsaß-Lothrin- gen die Angelegenheit noch längst nicht abgetan ist, geht aus Pressestimmen hervor. So schreibt das „Echo de Paris": „10 oder 127 Versammlungen, die kommunistischen Veranstaltungen in Elsaß- Lothringen bleiben eine Provokation. Es ist unglaublich, daß die Regierung sich zu Helfershelfern der Moskowiter macht. Wiederum haben Blum und Salengro ihre Machtbefugnisse mißbraucht." Lebhafte Empörung in Maß-Lothringen. Entschiedene Verwahrung gegen die bolschewistische Provokation. Wie recht die Oppositionspresse hat, ergibt sich aus einem Aufruf des Blattes „Der Elsässer" unter der Ueberschrift „Hinaus mit der Moskau - B r u t". än dem Aufruf heißt es u. a.: „Kommen diese roten Agenten, um uns die berühmte Bruderhand zu reichen? Dort, wo sie das Zepter schwingen, herrscht Sklaventum, Mord und Vernichtung. Wir alle sehen im Geiste den blutig-roten Himmel des unglücklichen Spaniens, mit allen bestialischen Methoden, die aus Sowjetrußland eingeführt find. Wir verwahren uns mit aller Entschiedenheit gegen die dreisten Provokationen bolschewistischer Agenten im Elsaß wie in Lothringen. Und daß wir nicht allein stehen, beweist ein Aufruf, der an unseren Plakatsäulen im ganzen Land zu lesen sein wird unter dem Titel „W i r dulden das nicht!" Es heißt darin: Die kommunistische Partei greift das Elsaß an. Die Agitationskampagne, die von Moskau befohlen wurde, soll am nächsten Sonntag beginnen. Das altehrwürdige Elsaß erhebt sich in Massen ohne Meinungs- oder Parteiunterschiede gegen diese Provokation! Dir wollen hier bei uns den Frieden. Wenn die öffentliche Behörde ihre Pflicht nicht erfüllt, und diese Verseuchung nicht verbietet, so werden wir das Beispiel der pariser nachahmen, die am letzten Sonntag die rote Fahne zurück- gedrängt haben. Die Regierung sei somit gewarnt, schließt das Blatt. Moskau werde weder in Elsaß noch in Lothringen jemals Meister werden. Wenn die Regierung die Elsaß-Lothringer vor dieser Pest nicht schützen könne oder wolle, dann werde sich das Volk s e l b st zu helfen wissen. Bedrohliches Anwachsen der anarchistischen Bewegung in Frankreich. Paris, 9. Okt. (DNB) Die Sicherheitspolizei hat in letzter Zeit, wie der Temps meldet, ein gefährliches Anwachsen der anarchistischen Bewegung, vor allem in Paris, festgestellt. Früher fanden sich zu den anarchistischen Versammlungen 100 oder 200 Personen ein. Jetzt werden diese Versammlungen von einigen tausend Personen besucht. Diese Bewegung wird von der Regierung mit einiger Sorge beobachtet. Die E x t r e m i st e n , die auf den Erfolg der Kommunisten und den Sieg der Revolution und des Antimilitarismus in Frankreich gehofft hatten, verlassen angeblich die kommunistische Partei, um in die Reihen der Anarchisten einzutreten. Wieder eine Fabrikbesehung in Paris Paris, 9. Okt. (DNB. Funkspruch.) Eine Pariser Papierfabrik wurde am Donnerstag von der Belegschaft kurzerhand besetzt, weil man plötzlich entdeckt hatte, daß der von der Werksleitung täglich verabreichte Tee un gezuckert sei! Die in der Fabrik beschäftigten Frauen st e l l t e n ein Ultimatum und als sie keine Antwort erhielten, belegten sie die Werksräume mit Beschlag. Moskau -ecki die Karten auf. Oer Vorstoß -er Sowjetunion zugunsten -er spanischen Marxisten im Lon-over Wchteinmischungsausschuß. Moskaus Hofe. Moskau, 8. Okt. (DNB.) Der Vertreter der Sowjetunion K a g a n hat, wie bereits gemeldet, am Mittwoch dem Londoner Nichteinmischungsausschuß eine Erklärung abgegeben, die einen eindeutigen Vorstoß zugunsten der roten Machthaber darstellt. In dieser Erklärung, die offenkundig den Zweck verfolgt, von der ständigen Einmischung Moskaus in die spanischen Ereignisse abzulenken, wird u. a. auf Noten der Madrider Regierung Bezug genommen, in denen diese bei den Regierungen Deutschlands, Italiens und Portugals gegen die „ununterbrochene Unterstützung mit Kriegsmaterial" p rote stiert habe, die diese Länder den spanischen Nationalisten angeblich angedeihen lassen. Die Madrider Regierung habe von dem Inhalt dieser Noten auch allen anderen Teilnehmern an dem Nichteinmischungsabkommen mit der Bitte Kenntnis gegeben, Maßnahmen zur Beseitigung des Zustandes zu ergreifen, da die Madrider Regierung dadurch in die Lage einer tatsächlichen Blockade geraten sei, während die „Meuterer" ungehindert von verschiedenen Seiten Kriegsmaterial erhalten hätten. Es folgt dann eine Aufzählung von angeblichen Verstößen gegen das Nichteinmischungsabkommen durch die Lieferung von Kriegsmaterial, worauf die Erklärung Kagans zu folgendem Schluß kommt: „Die Sowjetregierung kann sich keinesfalls damit einverstanden erklären, daß das Abkommen über die Nichteinmischung in einen Schutz verwandelt wird, der die militärische Unterstützung der Meuterer durch einige Teilnehmer an diesem Abkommen gegen die rechtmäßige spanische Regierung tarnt. Die Sowjetregierung sieht sich daher genötigt zu erklären, daß sie sich, wenn die Verletzungen des Nichteinmischungsabkommens nicht unverzüglich aufhören, frei von den Verpflichtungen erachten werde, die sich aus dem Abkommen ergeben." „Eine beispiellose Frechheit." Einhellige Ablehnung in der englischen Presse. London, 9. Okt. (DNB. Funkspruch.) Zu der Sowjetdrohung, die rote spanische Regierung aktiv unterstützen zu wollen, meint die „Ximes , daß propagandistische Erwägungen im Hinblick auf die gegenwärtigen Diskussionen der Arbeiterpartei in Edinburg die Sowjetpolitik wesentlich beeinflußt hätten. Der russische Verdruß erkläre sich aus der Tatsache, daß die Nationalisten immer näher auf Madrid rückten, und daß die Lage der Linksregierungverzweifelt werde. Moskau befürchte nun, die Niederlage der Roten in Spanien werde sich auf die gesamte kommuni- stische Aktion in Europa auswirken. In Moskau hoffe man wohl, durch eine Versorgung der Madrider Regierung mit Kriegsmaterial das Glück noch einmal zugunsten der Roten wenden zu können. Der Geist der Zerstörung und Anarchie sei ein so wesentlicher Teil des kommunistischen Programms, daß der Verdacht aufkommen müsse, ob die sowjetrussische Regierung nicht etwas unternehme, um den Konflikt allgemein zu machen. Der „Daily Telegraph" meint, die Moskauer Drohung habe die Absicht, der Regierung Blum und in einem geringeren Umfange auch der Regierung Englands Schwierigkeiten zu machen. Die Möglichkeit des Abschlusses eines West Paktes ohne gleichzeitige Regelung für den Osten habe Moskau besonders erregt. Das zeige auch der sowjetrussische Versuch, die vorgesehene Fünfmächte-Konferenz zu blockieren. Was England anlange, so suche Moskau wahrscheinlich, der Regierung neue Schwierigkeiten mit der Arbeiterpartei zu bereiten in einer Zeit, wo die vollste Zusammenarbeit zur Durchführung des Aufrüstungsprogramms notwendig sei. „Daily Mail" sagt, die Sowjetdrohung sei eine beispiellose Frechheit. Die Sowjets hätten niemals ihr Versprechen der Nichteinmischung gehalten. Die spanische kommunistische Regierung sei ein Kind des bolschewistischen Komplotts und bolschewistischen Geldes, das immer noch von Moskau nach Madrid zusammen mit Lebensmitteln hereinströme. Der wahre Grund sei der Versuch, auf die französische Regierung einen Druck auszuüben, Caballero zu unterstützen. Die britische Nation sei entschlossen, sich nicht in einen europäischen Krieg zwischen „rechts" und „links" zerren zu lassen. Sie halte es für richtig, s i ch aus allem herauszu- halten und aufzurüsten. Die Labour-Parlh im Schlepptau Madrids. London, 8. Okt. (DNB.) Die Führer der oppositionellen Arbeiterpartei, Attlee und Green- wood, die im Zusammenhang mit der Lage in Spanien von Schatzkanzler Chamberlain empfangen worden waren, legten in Edinburgh in einer Sondersitzung der Vollzugsausschüsse der Arbeiterpartei, des Gewerkschaftsrates und der Unterhausfraktion einen Bericht über ihre Unterredung vor. Wie Reuter erfährt, ist keine endgültige Entscheidung in der spanischen Frage gefallen. Es heißt, daß die drei Körperschaften heute wieder zusammentreten werden. „Preß Association" glaubt, daß unter den Abgeordneten der Arbeiterpartei eine starke Strömung dahin wirken wolle, daß mit Rücksicht auf den Ernst der Lage das Parlament früher einberufen werde. Eine Abstimmung werde wahrscheinlich darüber entscheiden, ob die bisher eingehaltene Politik der Nichteinmischung von der Arbeiterpartei beibehalten werde. Man vermutet, daß auf den Rat der Parteiführer die zukünftige Behandlung den Mitgliedern des Vollzugsausschusses übertragen werde. Unter Führung von Sir Stafford G r i p p s werde ein Teil der Versammlung wahrscheinlich die Forderung erheben, daß mit Rücksicht auf die veränderten Umstände das Waffenverbot gegenüber der roten Regierung in Madrid aufgehoben werden müßte. Zu diesem Zweck gehe unter den Delegierten der Konferenz bereits eine Petition um. Das Spiel durchschaut. »Journal de @cnät>ez Genf, 8. Okt. (DNB.) Journal de Geneve führt über den sowjetrussischen Vorstoß im Londoner Nichteimnischungsausschuß u. a. aus: Es ist tatsächlich festzustellen, daß die spanischen Nationalisten Unterstützung erhalten haben; aber das gleiche gilt von den Madrider Roten. Die Sowjetregierung versteht es meisterhaft, Zweigstellen, mit denen sie angeblich nichts zu tun hat, zu lenken und zu finanzieren. Wenn man ihr glauben will, so wüßte sie nichts von der Tätigkeit der III. Internationale. Diese geheuchelte Entrüstung kann nur d i e täuschen, die sich täuschen lassen wolle n. In Wirklichkeit geben sich die Sowjets nicht einmal mehr die Mühe, ihre Kriegsmateriallieferungen an Spanien zu tarnen. Das' ist aber nur das Vorspiel. Die Hauptsache ist ein politisches Manöver, zu dem Moskau die Zuflucht nehmen muß, weil die Roten drauf und dran find, das Spiel um Madrid zu verlieren. Die Sowjetnote wird an eben dem Tag überreicht, wo die Nachricht eintrifft, daß die Nationalisten die Verteidigungslinie von Santa Cruz durchbrochen haben und einen neuen Vormarsch auf die Hauptstadt unternehmen. Moskau hofft vielleicht, die Energien seiner Parteigänger in Madrid aufzupeitschen. Nachdem es nicht gelungen ist, die spanische Anlegenheit in Genf auf - zur ollen, schickt sich Moskau zur Intervention an, indem es behauptet, die anderen hätten bereits interveniert. Die Note ist dazu bestimmt, einen starken Druck auf die Regierung Blum auszuüben. In dem Augenblick, wo die Rechte das Haupt erhebt, spielen die Sowjets eine Karte aus, die alle diejenigen an die Seite der ein- mischungslustiqen Kommunisten bringen soll, die in der französischen Volksfront das spanische Frente Populär retten wollen, alle Internationalisten und Liberalen, die auf die Lügenpropaganda von einem demokratischen Spanien hereinfallen. Blum soll i n ein Abenteuer verstrickt werden, und wenn er sich sträubt, gestürzt werden. Man hat den Eindruck, daß die Sowjets ein verzweifeltes Spiel spielen. Sie haben in der letzten Zeit zu viel Mißerfolge erlitten. Spanien entgleitet ihnen, Frankreich ist nicht mehr so sicher, ihr Versuch, das Volk in einen allgemeinen Währungssturz hineinzuziehen, ist mißlungen. An Europa ist es, seine Kaltblütigkeit zu bewahren und warnt die Franzosen. Spanien selbst sein Schicksal ordnen zu lassen, was nicht mehr lange auf sich warten lassen kann. An Frankreich ist es, eine strikte und kluge Neutralität zu bewahren, bann wird das Gewitter machtlos vorüberziehen. Der Druck auf Dlum. Ernste Besorgnis der Pariser nationalen Presse. Paris, 8. Okt. (DNB.) Die Pariser Abendpresse übt scharfe Kritik an dem Moskauer Manöver. Journal des Döbats schreibt: Für Moskau stellt der Bürgerkrieg eine gute Gelegenheit dar, um bie Karten burcheinanber zu bringen. Nachbem bie Sowjetregierung sich ben Anschein gegeben habe, als ob sie bie Neutralitätspolitik annehme, bie bie französische Regierung unter bem Druck ber eigenen öffentlichen Meinung anregte, becfe s l e jetzt ihre Karten auf und versuche die Neutralitätspolitik zum Scheitern zu bringen. Die Leute in Moskau hofften habet auf mächtige Unterstützung in England und in Frankreich. Es fei wenig wahrscheinlich, daß die Art des kommunistischen Vorgehens in England großen Erfolg habe, denn die dortige Regierung scheine nicht geneigt zu sein, sich auf ein spanisches Abenteuer einzulassen. Also werde sich die kommunistische Betätigung vor allem auf Frankreich auswirken, wo die Moskauer Regierung sogar in ber Regierungsmehrheit sichere Agenten habe unb wo bie Dolksfrontpresie unter systematischer Entstellung ber Tatsachen sogar in einem Teil ber Massen bie salschesten Vor- st e l l u n g e n über Spanien unb über bie internationale Lage verbreitet habe. Die Regierung kenne bie außergewöhnlichen Verwicklungen, bie ein Gehorsam gegenüber ben Befehlen ber Sowjets verursachen würbe. Aber in ihrer Mitte säßen Männer, bie bereit seien, bie Sowjetaktion zu begünstigen. Ihre Schwäche gegenüber ben Extremisten lasse jede Befürchtung zu. Deshalb müsse man mit unermüdlicher Energie ber fommenben Intrige wiberstehen. Das französische Volk, bas ben Frieden wünsche, wolle keinesfalls bas Spielzeug unb bas Opfer dunkler Manöver sein. Mehr denn je sei d i e Neutralität nötig. Wenn es den Sowjets passe, eine andere Einstellung eknzunshmen, so sei das ihre Sache. Frankreich bürfe sich unter feinem Vorwand ins Sowjetschlepptau begeben. „Le Jour" schreibt, der sowjetrussische Schritt sei eine Warnung an Europa. Jetzt müsse sich erweisen, ob die Großmächte etwa die Absicht hätten, ber Moskauer Erpressung nachzugeben. Das „Echo be Paris" hält es für wenig wahrscheinlich, baß Sowjetrußlanbs Schritt bie Rettung ber spanischen Republik bebeute. Hierzu sei es viel z u spät. Kein Vvlksfrvntlanb könne heute noch, selbst mit ben größten Hilfsmitteln, ben Zusammenbruch des Madrider Regimes verhindern. Es handele sich also eher um ein bestimmtes Manöver. Das Blatt glaubt an eine aus der innenpolitischen Lage Sowjetrußlanbs zu erflärenbe Initiative: Durch bie im Lonboner Kontrollausschuß eingenommene Haltung wolle ber Sowjetdiktator die öffentliche Meinung beruhigen, deren Wortführer er beiseite gebracht habe, und gleichzeitig versuche er, bie Anhänger ber Komintern zu besänftigen, bie Moskau burch ben Beitritt zum Nichteinmischungspakt sehr stark verstimmt habe. „La Republique" erklärt, baß es sich für Moskau unter bem Vorwanb, Spanien zu retten, lebiglich barum hanbele, Frankreich z u mißbrauchen. Moskau habe geschworen, Frankreich zu zwingen, Farbe zu bekennen. 72 französische Abgeordnete als Söldlinge Moskaus arbeiteten für bas Moskauer Spiel. , Die Ausplünderung der Dank von Spanien. Paris, 9. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der „Figaro" teilt mit, baß in Mabrid täglich K i st e n mit Golbdarren unb Golbmünzen an Borb spanischer bzw. französischer Flugzeuge oerlaben würben. Auf biefe Weise habe man zwischen bem 28. Juli unb bem 28. August 2 312 000 Pfunb Sterling nach Paris geschafft. Seit Anfang September seien bie Transporte verstärkt worben, so baß heute mehrere Milliarben Golb aus Spanien in ber Bank von Frankreich unb in verschie- benen Toulouser Banken untergebracht seien. Ueberbies sei in einer amerikanischen Bank in Paris auf ben Namen bes neuen spanischen Botschafters ein Konto von 150 Millionen Franken eröffnet worben, zur Regelung von Ankäufen auf bie man wohl nicht näher einzugehen brauche. Der „Figaro" legt befonberen Nachbruck auf bie Tatsache, baß bas Verhalten Frankreichs in biefer Angelegenheit eine einbeutige Stellungnahme zugunsten einer ber fämpfenben Parteien fei und keineswegs mit dem Geist unb Buchstaben eines Neutralitätsabkommens in Einklang gebracht werben könne. Roke Vestien. Augenzeugenberichte aus Südspanien. Sevilla, 9. Okt. (DNB.) Das Pressebüro ber 2. D oision teilt weitere Augenzeugenberichte über bie entsetzlichen Verbrechen ber kommunistischen Furie in ben kürzlich von ben Nationalisten befreiten Ortschaften Sübspaniens mit. In Ante- quer a ermorbeten bie Roten in bestialischster Weise 68 Einwohner. Sie steckten bie Kapuzinerkirche in Branb unb zogen bie kunstgeschichtlich wertvolle Christusfigur burch bie Straßen ber Stabt, um sie zum Schluß zu verbrennen. Sie zün- beten vereinzelte Gehöfte unb zahlreiche Prioat- häufer an. Sofort nach Verteilung von Waffen unb Munition an die marxistische Miliz durch die DolkSfrontbehörben begann das allgemeine Morden. Zunächst wurden die Geistlichen das Opfer des Terrors. Ein durch Mesferstiche schon schwer verletzter Priester wurde dem zu Hilfe eilenden Arzt entrissen und auf einer Tragbahre solange durch bie Straßen geschleppt, bis er verschieb. Ein Kapuzinerpater, ber sich auf ber Flucht ein Bein gebrochen hatte unb in ein Krankenhaus übergeführt werben sollte, würbe ben Pflegern bes Roten Kreuzes von roten Morbbuben entrissen unb niebergeschossen. Ein angesehener Einwohner würbe aus ber Wohnung gezerrt unb trotz ber flehenblichen Bitten seiner Frau, bie ein kleines Kinb auf ben Armen trug, nach schlimmsten Mißhandlungen erschossen. Der Bruder bes Opfers, ber vom Balkon aus gezwungen würbe, ber blutigen Tra- göbie beizuwöhnen, sowie sein Sohn, ber sich im Innern bes Hauses aufhielt, wurden ebenfalls ermordet. Es wurden Leichen gefunden, die A x t h i e b e unb Schußverletzungen aufwiesen. In ben meisten Fällen menben bie roten Bestien bie be» fonbers grausame Methobe an, ihre bebauernsroer» ten Opfer vor ben Augen ber Angehörigen hinzurichten. Dabei werben auch Frauen unb Kinber nicht verschont. Einen Einwohner ließ man sechs Tage ohne Essen unb Trinken, bevor man ihn erschoß. Anbere Einwohner würben unglaublichen Mißhanblungen vor aller Oeffentlich- keit ausgesetzt, wonach meistens bie Erschießung folgte. Die Leichen würben auf bem Friebhof mit Aexten verstümmelt. In O r o p e s a in ber Provinz Tolebo war bas Volksfrontkomitee beim Herannahmen ber Nationalisten unter bem Vorwand einer Dienstreise nach Madrid verschwunden. Nach der Beschlagnahme sämtlicher Lebensrnittel wurden 135 Personen, darunter ein zweijähriges und ein vierjähriges Kind, in die Gefängnisse geworfen. Dem Kaplan der Franziskaner-Nonnen schnitt man zunächst d i e Öhren ab. Nachdem man ihn dann in ber gräßlichsten Weise verstümmelt hatte, würbe auf ben Dorfplatz geführt, mit ihm ein Stierkampf veranstaltet, wobei man ihm mehrere B a n b e r i l- I a s in ben Körper stieß. Schliehlich machte man seinen Leiben mit Gewehrkugeln ein Enbe. Ein anberer Geistlicher, ber gerabe eine schwere Operation überftanben hatte, würbe aus bem Krankenbett auf bie Straße gezerrt, mit Füßen getreten unb bann erschossen. Ein Mann, ber schwer verletzt am Boben lag, mußte mit ansehen, wie seine Frau unb seine Tochter grausam hingerichtet würben. Alle drei würben schließlich zusammen auf ein mit Leichen überfülltes Lastauto geworfen. Ein glücklicher Umstanb ließ ben Mann feinen vertierten Peinigern entkommen. Waffenfunde bei sozialdemokratischen Funktionären in Danzig. Danzig, 8. Okt. (DNB.) Vor dem Danziger Schnellgericht kam es zu auffehenerregenben Feststellungen über bie illegale Tätigkeit der Danziger Sozialbemokratie, bie nach bem Verbot der Kommunistischen Partei hier bie! Rolle ber „V o l k s f r o n t" spielt. Gegenstand ber Verhandlung war die Auffindung großer Mengen von W a f f e n in ben Geschäftsräumen ra ^nnLbc^beV,,tcnben Funktionären der Damiaer n I$ün?a1mi”Sr!i6enm' V°lk-t°g-°bqc°rd"er * tb i n «*9 emC? ®e5ilfen >>°tten sich durch beitVcht/ Ausland rechtzeitig in Sicher- Der Umfang der illegalen Tätigkeit der Danchaer Sozialdemokratischen Partei wird eindeutig durch die Menge und 2Irt der Vorgefundenen Wafftn usw erwiefen, die im Gench sfaai als Beweisstücke vor- geführt wurden Dabe, ,st diese Sammlung zweifel. los nur unvollständig, da sie lediglich das Ergebnis »"fä“ Haussuchungen an einigen meniqen ?,r&^rf,teUt- wurden auf deL PatteibZrö 6er S Mrchenvlatz23p Der neue 3To Opel-Blitz Lastwagen 4o.5-3lmmer- MllW zu vermieten. 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Lebensvoll weiß er diese große Zeit des deutschen Geistes zu schildern. Die ungeheure Vielfalt des Lebens spiegelt sich in Kochs Werk, das in den neu vorliegenden Kapiteln die geistigen Grundlagen, Volk und Staat, Gesellschaft und Recht, Mensch und Natur, Mann und Frau, Kunst und Wirtschaft behandelt. Wieder besticht auch das schöne Anschauungsmaterial, die Farbtafeln und Textbilder. — Die neu erschienenen Lieferungen (101—109) des „Handbuchs Der geographischen Wissenschaft" (herausgegeben von Prof. Dr. K l u t e bei der Akademischen Verlagsgesellschaft Athenaion m. b. H. in Potsdam) geben einen vortrefflichen Einblick in die Reichhaltigkeit und die anschauliche Darstellung dieses Werkes. Prof. Dr. Friederi ch f e n schildert die Randstaaten: Estland, Lettland, Litauen und weist auf die jahrhundertealten, kulturellen Beziehungen hin, die das Baltikum mit Deutschland verbinden. Prof. Dr. Scheu gibt ein einprägsames Bild des malerischen Felseneilands Korsika und seiner stolzen, freiheitlichen Bevölkerung. Außerordentlich aufschlußreich ist seine Schilderung von Frankreichs Wirtschaft. Dr. Leyden, der Bearbeiter Belgiens und der Niederlande, arbeitet den Gegensatz zwischen wallonischer und flämischer Bevölkerung fesselnd heraus. Die innere völkische Zwiespältigkeit des belgischen Staates ist noch weit entfernt von einem Ausgleich, wie ihn beispielsweise die Schweiz zeigt. So uneinheitlich der Charakter Belgiens ist, so einheitlich und geschlossen ist der Hollands, des Gebiets der Nheinmündung. Prof. Dr. Dörries beginnt mit den Britischen Inseln. Prof. Dr. L a u t e n s a ch schließt seine Jtaliendarstellung mit einer Würdigung des aufstrebenden sardinischen Landschaftsblocks ab und beginnt mit einer einheitlichen Behandlung von Spanien und Portugal. China, das Land, das schon seit langem im Brennpunkt des Weltgeschehens steht, wird durch Prof. Dr. Wegeners Bethm Schmuckstück Amethyst v.viel. klein. Steinchen umgeben, auf d. Wege Wetzsteingasse - Marktstr. Geg. Belohnung abzugeben. 04020 Anita Grebe K irchenvlatz 23. Vereine Große Auswahl in Kautschen in allen Stoffarten, in guter Ausführg., 20 Stück am Lager von 68 Mk■ an Möbelhaus 6g. Koos Gießen, Schulstraße 6 6389A Perfektes 046i7 ruhiges, älteres Mädchen für 4- Zimmer - haushalt, älteres Ehepaar 2Pers.) sofort gesucht. Bürgers. Kochen erf. Vorzust. bei Hildebrand Gießen -cb’ageterst .101 Solides, einfach. ÖWfiWil sof. ob. l.Novbr. gesucht. 6296V str.53I.r. MeineAnz eigen im Gießener Anzeiger werden von Taufenden beacklek und geleien Verkäufe Hramo-1 Dreirad- Lieferwagen (Vorführungswagenlabzugeb. Willi Avvel Kaiferallee 49. 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AG-, Mannheim 27 000; Reichsverband der deutschen Zeitungsverleger 25;000; Metallgesellschaft AG., Frankfurt 25 000; Rütgerswerke AG., Berlin 25 000; Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke 25 000; Berliner Maschinenbau AG. vorm. L. Schwarzkopfs, Berlin 25 000; Heinrich Lanz AG., Mannheim 25 000; Aktienbrauerei zum Löwenbräu, München 20 000, Agrippina-Gruppe, Generaldirektion, Köln 20 000; Emil Busch AG., Rathenow 20 000; Aschaffenburger Zellstofswerke AG., Haupt- „vvvv, Verwaltung Berlin 20 000; Hannoversche Lebensver- 50 000; sicherung a. G. zu Hannover, vorm. Preußischer ----- Beamten-Verein, Hannover 20 000; Leonhard Mon- Umstände halber eine [ 04613 fiiein- sairkivWsMe fast neu, preiswert zu verkauf. Wo sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers. Gllölks. Snnö eör Bdtfiieine 11 ö SWl hat abzugeben. Baustelle l0462i Pestalozzisckmle Mc Kumpf beginnt Aeitag, 9.®ftobcrJ936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 2^1 Zweites Blatt n Gloria-Palast wahrhaft abstoßen- ,= über Die Preoigren = seine Bibliographie h?r°nzumach°n, um ihr; im ZU erpr-ssen^ Dennoch Obrm 9,^ Dossi eine ihr,lNch'^llm°hlich de. unwtu Am Montag, 12. Oktober, beginnen wir in den Kamilienblättem mit einer neuen großen Erzählung: Wilhelm Schäfer, Meister des Wortes zumal der Anekdote und Novelle, gibt hier den dichterischen Bericht jener Halsbandgeschichte, welche als ein erregendes und höchst abenteuerliches Doi-spie' der französischen Revolution gelten kann. Schäfer wollte nich< einen historischen Roman schreiben,sondern ein Stück Weltgeschichte auf seine Weise erzählen, und wir folgen seiner Schilderung aufs äußerste gespannt und gefeffelt w e einem funkelnden Theaterspiel in großer historischer Szenerie. Wie oft habe ich nun schon aus Deutschland hören müssen, wie sehr man mich um diese Reise beneidet. Ein besonders Ausdauernder schrieb mir einen ganzen Roman, wie er sich das Zauberland der Tropen vorstellt. Nichts hatte er vergessen, we- die die strahlende Sonne, noch die geheimnisvollen Wälder voller Tiger und Affen, die wogenden Palmen und die braunen Menschen. Bei der Beschreibung der Malaien konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß jener Schlagertext Pate gestanden hatte, in dem es heißt „Zn Java sind die Mädchen braun". Nach einer Reise durch den Busch, während der es in Eimern goß, so daß das Auto in kurzer Zeit bis über die Achse im Wasser stand und wir keinen trockenen Faden am Leibe hatten, erzähle ich ihm, daß er am Tage, ohne ins Wasser zu fallen, ebenso naß sein könne, weil das Thermometer die unangenehme Eigenschaft hätte, auch des Nachts nicht unter die in Europa schulfrei machende Temperatur zu sinken, daß die Tiger durchaus nicht durch die Straßen liefen, sondern feige flüchten, eine Fahrt im Sommer schmutziger macht als in Süditalien, und daß es unter den wippenden Palmen soviel Moskitos und Kakerlaken gäbe, daß man auch noch im Bett reichlich Beschäftigung habe. Auf jener Fahrt schrieb ich ihm aber, daß er in seinem Leben etwas versäume, wenn er diese Reise nicht machen könne. Za, so leicht läßt die Südsee vergessen. Am Morgen des nächsten Tages lagen mir still. An der Küste konnte man auch mit dem Glase nichts als einen dichtbewachsenen Strand entdecken. Und doch kämpften sich Boote durch die Dünung zu uns hindurch: Schwere Brander und voll beladen. Sie brachten Fracht, fünfzig Kilo schwere Teekisten und Säcke mit Kaffee. Wie überall an der Westküste von Ankunft in Batavia fuhren wir morgens in einen wildzerrissenen Archipel ein. Er brachte uns wieder in Erinnerung, daß hier einmal eine gewaltige Dulkaneruption die Landbrücke zwischen Sumatra und Zava zerstört hat. In einer nicht allzu großen Entfernung passieren wir em niedriges Inselchen. So harmlos es auch aussieht, das Eiland hat einmal buchstäblich die Welt erschüttert. Es ist der Krakatau. Seit dem 17. Jahrhundert hatte er ein ruhiges Dasein geführt. Sogar einige Menschen siedelten sich auf ihm an. Plötzlich, im Jahre 1883, explodierte die Insel mit einer in der modernen Zeit bisher nicht erlebten Gewalt. Die Explosion hörte man bis nach Mittelaustralien und ' Madagaskar, fast 5000 Seemeilen weit. Der Aschenregen verdunkelte mittags um 12 Uhr selbst das einige 100 Kilometer entfernt liegende Buitenzorg so, daß die Hühner in die Ställe gingen und die Hähne krähien als es wieder hell Uraufführung unbekannter Lieder aus Hugo Wo'ts Nachlaß Augen, doch wer von ihnen hätte verhehlen können, daß ihm der etwas schwerfällige, aber dem behäbigen pommerschen Sinn der Stralsunder wohl anstehende Fährbetrieb über den Strela- sund ans Herz gewachsen war! Seit mehr als vierzig Jahren hatten die gewichtigen breitbauchigen Fährschiffe der Reichsbahn und die schlankeren, flinkeren Kutter des Personenfähroer- kehrs den Verkehr über den Strelasund vermittelt, hatten ein Bild regen Schiffs- und Küstenoerkehrs auf dem Wasserband abgegeben, der die Insel Rügen erschienen. r . Obwohl die Uraufführung dieser neuen Lieder ursprünglich in Wien stattfinden sollte, ist es der NS.- Kulturgemeinde gelungen, elf Stücke für die Erstaufführung in Berlin bereitzustellen. In einer Sonderveranstaltung der Berliner Konzertgememde sang Gerhard H ü s ch, am Flügel von Hans Udo Muller begleitet, mit seinem beseelten, pfleglich behandelten Bariton die Gesänge für Männerstimme nach Gedichten von Lenau, Körner, Paul Günther, Mat- thison, Robert Neinick, Platen und Eichendorff. Der Ordinarius für Musikwissenschaft an der Berliner Universität, Professor Arnold Schering, würdigte den gesamten Fund in einem weitausholenden Vortrag nach der entwicklungsgeschichtlichen, musikalischen, psychologischen und dichterischen Seite. Die Bedeutung der neu gewonnenen Lieder besteht vor allem darin, daß sie uns einen Einblick in das Schaffen Wolfs während der Jahre 1876—1883 ermöglichen, aus denen bisher nur unverhältnismäßig wenige Lieder bekannt sind. Sie zeigen den jungen Wolf im Ringen um den eigenen Ausdruck. Die Verbindung zu Schumann, Schubert und Wagner wird deutlich. Noch schwankt seine Haltung zwischen den verschiedenen Möglichkeiten, die Erlebnisbedeutung der Dichtung musikalisch darzustellen. Auch die Klavierbegleitung weist viele Ungereimtheiten auf die auf Wolfs Kampf mit dem Tonsatz hmdeuten. Aber auch in diesen frühen Liedern zeigt sich schon seine besondere Fähigkeit, den Worten des Dichters nach- zuqehen. So hattet ihnen ein hoher entwicklungs- 'geschichtlicher Reiz an. Jac- Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Alfred Schulze, Honorarprofessor für romanische Philologie, insbesondere für altfranzösische Sprache und Literatur an der Universität Marburg, vollendete fein 75. Lebensjahr. Prof. Schulze stand von 188o bis 1926 im Bibliotheksdienst: 1922 wurde er zum .Honorarprofessor an der Marburger Unmerfi.af ernannt. Von seinen Arbeiten sind zu nennen die Untersuchungen über den altfranzosischen Fragesatz, über die Predigten des heiligen Bernhard, sowie *..... "> der romanischen Philologie. mit Dossi befreundeten Managers und Korrepetitors. — (Jtala-Film: Syndikat.) wurde. Selbst über Südeuropa ging der Aschenregen nieder. Durch den Ausbruch wurde das Meer in Bewegung gesetzt. Gewaltige Flutwellen, die man zweimal um den Erdball verfolgen konnte, ergossen sich nach Java und Sumatra hinein, warfen Ozeanschiffe weit ins Land und rissen an die 36 000 Menschen ins Grab. Gegen jede Ueberlegung waren wir daher zufrieden als wir in die Javasee einbogen, zahllose malaiische Hochsegler an uns vorbeifahren sahen, die lieblichen und doch tückischen Tausend-Eilande passierten und schließlich über dem Horizont die Quaianlagen von Tand jong Priok, dem Hafen von Batavia auftauchen sahen. Zu spät kam uns zum Bewußtsein, daß wir auch Sumatra verlassen haben, jene gewaltige Natur, die noch immer, aber vielleicht glücklicherweise unbekannt im Vergleich zum lieblichen Java geblieben ist. Im Sonderzug Stralsund—Berlin, Oktober. Diele Gäste von der deutschen und skandinavischen Presse, die die Einladung der Deutschen Reichsbahn- gesellschaft zur feierlichen Inbetriebnahme der Rügendamm-Bahn im Sonderzug nach Stralsund vereinigte, hätten sich einen dieser goldenen Oktobertage gewünscht, die noch einmal vor dem Blätterfall alle Glut und Farbe des spaten Sommers in sich verkörpern. Hatte doch für die Landratten unter uns diese Fahrt neben ihrem eigentlichen Anlaß noch den besonderen Reiz, den das Meer und die Küste auf jeden ausübt, der ihre Schönheiten nur selten genießen darf. Aber der Himmel wollte es anders. Nach den ersten Morgensonnenstrahlen trübte es sich ein, und wir verließen in Stralsund den Zug mit dem Gefühl stiller Dankbarkeit für die gute Eingebung, die uns einen Wintermantel verfrüht aus dem Schrank nehmen ^Vielleicht paßte auch der trübe Himmel besser zu der mit einer leisen Wehmut gemischten Freude, in der die alte Hansestadt Stralsund wieder einmal den Uebergang zu einer neuen Epoche und den Abschied von vertrautem Altem beging. Zwar leuchtet'e allen Stralsundern der Stolz auf die neue große G e m e i n s ch a f t s l e i st u n g aus den Im Beiprogramm sieht man neben der Ufa- Wochenschau einen Kulturfilm mit schönen Bildern aus dem Berchtesgadener Land. hth. Erinnerung an die Schlacht von Waterloo. Der Historiker Lucien L a u d y richtete kürzlich eine Eingabe an die belgische Regierung, die berühmte Farm von Hougomont auf dem Schlachtfeld von Waterloo vor dem Verfall zu bewahren. Laudy hat festgestellt, daß das Dach des Farmhauses sich in schlechtem Zustand befindet: ein Giebel droht einzustürzen. Erneuerungsarbeiten sind daher dringend notwendig. Die Farm von Hougomont war der Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen den Engländern, die sich dort verschanzt hatten und den Franzosen, die vergeblich versuchten, die Stellung zu stürmen. Auf beiden Seiten gab es 6000 Tote. Jahrelang wurde den Besuchern im Hof des Farmhauses ein Brunnen gezeigt, in dem 300 Leichen versenkt sein sollten. Das war jedoch eine Legende, da alle Toten innerhalb des Grundstücks oder nahe dabei beerdigt worden waren. Ein Schloß, das ganz in der Nähe lag, wurde von den französischen Kanonen völlig zerstört. Nur die Kapelle blieb verschont. Vor sechs Jahren wurde sie' auf Antrag der Offiziere der britischen Regimenter, die damals hier kämpften, wieder hergestellt. Nach dem Gesetz vom März 1914 ist das ganze Schlachtfeld von Waterloo als Nationaleigentum erklärt worden. Es dürfen keine Neuerungen, die den Anblick verändern, vorgenommen werden, keine Gebäude dürfen errichtet werden, und auch das Pflanzen hoher Bäume ist verboten. Die Regierung ist verpflichtet, die notwendigen Reparaturen ausführen zu lassen. ^OCbfd>U,t1d*rifbfi>n Professor Dr. Klenk, Ertraordinarius für physiologische Chemie an der Universität Tübingen, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Köln ernannt worden. Sumatra, Padang und Sibolga ausgenommen, kann der Dampfer nur weit draußen liegen, und es ist eine mühsame Arbeit, Hunderte, ja Tausende von Tonnen aus den Brandungsbooten zu laden. Nicht selten kommt es vor, daß die Schiffe einen Tag lang warten müssen, ehe die stets schwere Grundsee sich einigermaßen beruhigt. Aber diese Malaien hier sind tüchtige Seeleute. Nicht umsonst haben sie die Küsten der zweitausend Kilometer langen Insel von der Größe Deutschlands umschwärmt, sind selbst im britischen Malakka herrschende Fürsten geworden. Anders auch als die etwas schwerfälligen Javaner sind sie rasche Arbeiter. Die schweren Säcke fliegen nur so auf das Kranseil des Schiffes und schnell sind die Boote leer. Dazwischen haben sie immer noch Zeit, sich lachend um ein Stück zugeworfener Schokolade zu balgen oder ihren in Bambusstöcke gepreßten Reis zu essen. Und das alles für vielleicht zwei Quartje, 50 Cent, am Tag. Der Ort dieses ersten Morgens heißt Jndra- p o e r a. Heber den wenigen Hütten, die man schließlich noch entdeckt, steht der höchste Berg des malaiischen Archipels, der Peak von Korintii. Wie fast alle Berge hier, ist auch er mit seinen beinahe 3900 Meter ein erloschener Vulkan. In den Wäldern an seinen Flanken gibt es neben zahlreichen Tigern noch viele Elefantenherden, sehr zum Schrecken einiger Pflanzer, die immer wieder hunderte von herausgerissenen Bäumen oorfinden. Tags darauf sind wir in B e n k o e l e n. Hier trudeln wir vierzehn Stunden in der Grundsee. Erst spät abends können wir die hundert Passagiere an Bord nehmen, darunter einen siebzigjährigen deutschen Gelehrten, der mit der Elastizität eines Jünglings an Bord springt. Er vervollständigt die Jnternationalität unseres Decks noch, wo unter zwanzig Weißen nicht weniger als vier Nationen vertreten sind: Holländer, Deutsche, Engländer und Australier. Benkoelen ist lange englisch gewesen ; und wurde erst spät mit dem damals noch holländl- - schen Singapore ausgetauscht. Noch heute steht i dort das alte englische Fort Je näher wir der Sundastraße tarnen, desto niedriger wurde das Gebirge. Am Tage unserer Besinnliche Weltreise Von unserem E. M -Sonderberichterstatter Kleine Wehmut und große Hoffnung Festlicher Tag und stille Erlebniffe im »nordischen Venedig". Don unserem nach Stralsund entsandten Sonderberichterstatter Dr. Vuresch. x. Von Sumatra nach Zava (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Batavia, im September 1936. Aus der Straße zwischen Padang und seinem Hasen Emmahaoen herrscht lebhafter Verkehr, erstaunlich stark für Sumatras Westküste. Je näher wir dem Ort kommen, desto dichter wird das Gedränge. Hunderte von Sados, den ponybespannten, überdachten, zweirädrigen Pferdedroschken sind links und rechts der Straße aufgefahren. Am Quai selber steht eine unübersehbare Menschenmasse: Buntgekleidete kokette Frauen, wunderschön anzuschauen in ihren zarten und anmutigen Bewegungen, dazwischen Männer in schneeweißen Anzügen und mit dandyhaft schräggesetzten Fezmützen. Nur mühsam kommen wir zu unserem Dreitaufendtonner, auf dem in allen Decks gleichfalls dichtes Gedränge herrscht Das Schiff liegt schief, so traubendicht hängen die Menschen an der Landseite. Was ist hier los? Sonst sind es doch nur einige Dutzend Fahrgäste, die hier auf dem Dampfer warten. Bald erfahren wir, daß viele Kulis, deren Vertrag abgelaufen ist, nach Java zu- rückkehren. Aber auch zahlreiche junge Malaien fahren zum Ende der Ferienzeit auf die Schule nach Batavia. Wohl an die sechshundert Zwischendecker mögen wir haben. 15 Gulden kostet die viertägige Reise und die, die auf Veranlassung der Regierung fahren, zahlen nur die Hälfte. Im Preise inbegriffen ist Reis und Sambal, jene scharfe Würze, gegen die spanischer Pfeffer wie sanfter Frühlingswind wirkt. Aus dem Deck haben die Passagiere schnell ihre leichten Feldbetten, Matrazen und Liegestühle aus- geschlagen. Kaum ein Quadratmeter ist unbelegt, und man hat Mühe, sich einen Weg zum Heck zu bahnen. Ich bin in den Tagen der Reise oft durch die Decks gewandert. Nie sah ich einen Blick forschender Zurückhaltung. Stets begegnete ich lächelnden Mienen oder jungshastem Uebermut, der nur bei bewegter See in ein schmerzliches und hilfesuchendes Kindergesicht umschlug. K^in Wunder, daß wir unter den Malaien die angenehmsten Passagiere besahen. Es ist kurz nach fünf Uhr, als wir die weite Bucht von Emmahaven verlassen, die so riesengroß ist, daß eine ganze Handelsflotte darin Platz hat und wo trotzdem nur selten ein Dampfer anlegt. Die Küste ist steil und zerrissen. Von fernher leuchten im Abendhimmel tiefblau die Bergriesen des Padangschen Bovenlandes mit dem Singalang und dem Merapi, das Massiv von Loeboek Selassi und später der Ophir herüber. Aus den Kokospalmen am Strande steigen Rauchsäulen empor und zeigen die zahlreichen dort liegenden Fischerdörfer an. Das Meer ist spiegelglatt. Langsam fahren w:r an den Fischerprauhen vorüber, die gegen Abend immer zahlreicher werden. Heber das ölglatte Wasser hu'chen nur fliegende Fische dahin, die hier eine, uns bisher unbekannte Größe erreichen. Als wir die Bucht dann verlassen,-liegt plötzlich das immer wieder bezaubernde Schauspiel eines Tropensan- nenunteraangs vor uns, der Himmel und Meer in eine Sinfonie von bizarrsten Farbenzusammen- stellungen taucht, die bisher noch kein Maler festgebalten hat, weil sie sich von Sekunde zu Sekunde ändert. _ (fine Stunde später ging der nur für die L>ud- fee eigentümliche Mond auf: Riesenhaft und wie die vhotographische Platte hart in schwarz und weih mnfpnb Die Brise, aus der Fahrt des Schisses entstehend, ist kühl, und schweigend liegt m unserem Europäerdeck alles in den Stühlen. Don unten tönt Musik herauf, seltsam schwermütig trotz ihres stellenweise lebhaften Tempos. Man hort die Instrumente deutlich hindurch und die Stimmen gegen unsere Gewohnheit sie gewissermaßen nur begleitend. __________ __ >rflnüBun9?lof“ls. gr^ Schöps zu einer von echtem Gesühl ergriffenen bem traurig skrupellosen Maria zu entwickeln. Ausgezeichnet, wie immer, ______ 1 unL erhalten sich an Dossi Harald Paulsen als der zynische 9ef$™£l9s .Freunde" Michel den Austr 9 e h Augenblick brutale Erpresser Michel — em wahrhaft abstoßen- Jrnnnimachen, um chn lm 9k. 9^ des Subjekt, dem em Charakter wie Dossi ohne wel i eine Hefe teres aufgeliefert sein muhte. Gut "nd oerstand- unwürdigen nisvoll auch Paul Henckels m der Rolle des Durch Sichtung des Nachlasses von Hugo Wolf ist es gelungen, 37 bisher unbekannte Lieder Wolfs ans Tageslicht zu ziehen. Die Sorglosigkeit, mit der der Komponist seine Manuskripte behandelte, aber auch die Heberzeugung von der mangelnden Reife mancher Frühwerke, verschlug viele Zeugnisse Nach bem „Kaiser con Kalifornien" und dem । lernten wir jetzt den dritten der auf < 5"XftM«u in Venedig , börfn't ehrenvoll preisgekrönten deutschen Mime । fnbntaD“"ihr S'"auiid. MWMLSZ Deutschland^Aelt- d Leistung der entschei- von ferner Persönlichkeit u , fonnte j0 benbe Eindruck des plychalagifch. dar- wie er die Figur dieses 9 musikalisch ersul- stellerisch und vor alle berühmten, len und ausschopfen. Er ipieit ein überall umjubelten Sa"9erjario Einern einzigen reift mit feinem 3mpr 1 i aUcn Son, Freunde, durch d« Welt r . erntet Ruhm und zerten unbeschreibliche Triumph einmal im (Selb. Aber er ist auf bem Moni- Jahre fährt er no . » begraben liegt, martre-Friebhof bie eilW i? verloren bat: die er geliebt und alsJe ne o in ber kleinen Maria. Ihr zum Gebachtn o IW Besucher darf Kapelle das Ave Mana kern (t* diese Feier stören. Wer emes, die sich obenauf dem Friedhof - ne 0 r , gaIb eine fehr trau= falls Mana nennt » * " hier aus bem rige unb rührselige Gesch chw den fie je geliebt Friedhof ruhe der einzige Menj. Geschichte habe, ihr Bräutigam Es fern j|)r fofort (mit vertauschten Rollen) er {ft; er kann ja gutmütig und weltfremd ^gene Geschichte nicht ahnen, daß es erne scham^ dieses Mädchen ist die ihm da ausgetlsch w (jubelte, genannt Ä »" 'S SÄ.S8ÄÄW- wwsjHte Sönoors erfahren und "on Der Jtiiqenbamm wurde für den Eisenbahnverkehr eröffnet. Hier sieht man den ersten Zug mit Fahrgasten aus Schweden und Norwegen bei Altefähr während der Fahrt Uber den Rugenbamm in Richtung ö 1 Stralsund. — (Scherl-Bilderdienst-M.) I Spiels schämt und am Ende heimlich auf und da- Ave Maria" ............K!- von will. Als der Impresario die Verlobungsanzeige des Freundes erhält und ihn bestürzt von seinen Heiratsabsichten abbringen will, ist es schon zu spät: Michel erscheint gleichzeitig bei Dossi und erschwert mit schonungsloser Brutalität das geliebte Marienbild. Claudette flieht verzweifelt und erwacht als Opfer eines „Verkehrsunfalles" im Krankenhause. Michel war anständig genug, nachdem er feine „Abfindungssumme" erhalten hat, den Sanger wissen zu lassen, daß Claudette ihre Rolle oereut und ihn, von seiner Stimme und von seiner Gute bezwungen zuletzt wirklich aeli"bt habe. Dossi eilt zu ihr, und während er sein Marienlied singt und die blasse Gestalt im weißen Gewände auf sich zu- fommen sieht, weiß er, daß er nun endlich die zum zweiten Mal verloren geglaubte Maria wiederge- lllullu.Kl m-d funben hat. — Dieses „Ave Mana wirb wunder- seiner Muse in Privatbesitz oder in das Dunkel voll gesungen, mit allem Schmelz und aller -Welch- ■ irqen^)n)e[cf)er Archive. Aus solchen stillen Winkeln heit, deren wohl nur ein italienischer Tenor fähig . eifi gunt) unbekannter Lieder in vier Heften ist; wenn einer, dann ist Gigli heute berufen und &cg Neuen Musikwissenschaftlichen Verlags (Wien) befähigt, die Tradition seines toten Landsmannes Caruso fortzuführen. Seine Glanzstücke sind dann die großen Verdischen Opernpartien, die übrigens nicht ungeschickt in die Handlung verwoben sind, aus „Traviata" und „Rigoletto", in denen er sein ganzes musikalisches und auch theatralisches Temperament einsetzen und ausspielen kann. Reizend wirkt eine in ihrer Heiterkeit bezwingende Kinderszene mit dem „Männlein im Walde", aber italienisch gesungen, ganz leicht und sehr fern von der Sentimentalität, die einer ähnlichen Szene in „Vergißmeinnicht" anhaftete. Dabei erscheint G i g l i auch mensch- lich sympathisch und darstellerisch, in seiner Gute, Gutmütiakeit unb Weltfrembheit, ganz auf den Charakter abgestimmt, der hier gegeben werden sollte. (Das Durcheinander von Italienisch und gebrochenem Deutsch unterstreicht noch den Eindruck ber Hilflosigkeit.) — Riemanns Regie wirkt sich rem filmisch in Glaubettes fiebrigen Traumvisionen im Krankenhause am ergiebigsten aus unb weiß un i übrigen Licht unb Schatten, Spiel unb Gegenspiel ; geschickt unb wirkungsvoll zu verteilen. Als Clau- t bette hatte Käthe vonNagy bie schwierige, viel Takt t unb Wanblungsfähigkeit verlangenbe Aufgabe, sich > von einem orbinären unb raffinierten Tingeltangel- '' z vom Festland trennte. Von dieser Gewohnheit hieß es nun Abschied nehmen, ehe man sich der neuen Zeit verschrieb, die der ulten Stadt durch den freien großen Schwung des neuen Dammes gewissermaßen einen neuen stolzen Horizont verlieh. Nur selten einmal wird uns verwöhnten und durch nichts eigentlich mehr aus der Fassung zu Dringenden Menschen des technischen Zeitalters ein solcher Einschnitt im Fluß der Entwicklung deutlich fühlbar. Hier war das nun einmal ?anz anders. Hier standen wir einmal alle eine urze Weile still und schauten zurück, grüßten wortlos das, was war, und wandten uns erst dann mit dem vollen Bewußtsein einer Wende dem Werk zu, auf das im gleichen Augenblick der ganze Norden Europas blickte. Frisch wehte eine Brise von der Insel Hiddensee herüber, die als blauer Strich gegen Nordwesten sich vom Himmel hob, als wir zum endgültig letzten Mal auf einem der Fährschiffe der Reichsbahn zu kurzer Kreuzfahrt auf den Strela- sund ausfuhren. Nicht nach Lee waren unsere Blicke gekehrt, wo wir den harmonischen weiten Bogen des neuen Dammes über den Sund hätten schwingen sehen, sondern nach Luv, wo die alten F ä h r - schiffe in Kiellinie an uns vorbeidefilierten. Ihre Mannschaft stand still an Backbord und grüßte schweigend mit deutschem Gruß. Da zogen sie hin, die hier durch Jahrzehnte wacker in Wind und Wetter ihren Dienst versehen, Schiff und Mannschaft im „S o n n t a g s p ä ck ch e n", wie der Seemann das nennt, von den über die Toppen geflaggten Wimpeln mit den Farben der deutschen und der vier nordischen Staaten überknattert. Jedes Fährschiff — im ganzen ihrer fünf war von einer weißen, wogenden Wolke von Möwen begleitet. Als die Fährschiffe vorüberdefiliert waren, wendete auch unser Schiff die Nase wieder in den Wind und trug uns zurück zu der Stadt, deren großartige Silhouette uns für Augenblicke ganz gefangen nahm. Da lag die alte Feste, von der ein mittelalterlicher Spruch erzählt: „Stralsund ein gutte Hänse Statt Hertzog von Friedland blägert hat In Stürmen ein sehr harten Strauß Die Bürger bisher stehen aus O Gott, den Frieden uns Bescher Und alles Unglück von uns wehr." Wuchtig ragten seither ihre mächtigen Türme, Schöpfungen der reichen Hanse, die hier ihren politischen Höhepunkt erlebte. Hier war die Stätte, wo 1370 der Friede zwischen 77 deutschen Hansestädten und dem dänischen König geschlossen wurde, um damit die wirtschaftliche Machtstellung zu begründen, die Stralsund durch Jahrhunderte zu einem der arößten Umschlaghäfen im nordischen Raum gemacht hat. Mit der Schaffung der neuen Verkehrsoerbindung, über den Rügendamm geht diese Entwicklung wirtschaftlich wie verkehrstechnisch einer neuen Blüte entgegen. Das wird nicht so sehr deutlich aus der nüchternen Feststellung, daß der Verkehr über den neuen Damm eine Abkürzung der Reisezeit um etwa 45 Minuten bringen wird. Viele, unendlich viele wirtschaftliche, technische und selbst psychologische Einzelfaktoren kommen zusammen, um diese neuzeitliche Ueberbrückung des Meeres zwischen Rügen und dem Festland geradezu zu einer Teilfrage der Wirtschafts- und Verkehrsentwicklung zwischen Deutschland und den nordischen Staaten überhaupt zu machen. Umsonst ist ja auch das Projekt, das nun in so imponierender Weise durchgeführt wird, nicht schon zu Beginn des weltwirtschaftlichen Zeitalters, etwa um die sechziger Jahre, und seitdem immer wieder erwogen 'worden. Daß es jetzt Wirklichkeit werden konnte, im kurzen Zeitraum von drei Jahren, ist wiederum ein Beweis für die Kraft und Zuversicht, für den Weitblick und den kühnen Willen, mit dem das junge Reich sich unter Adolf Hitler feinen Weg in die Zukunft bahnt. Wie handgreiflich wurde uns alles dies, als wir in feierlich langsamem Tempo die erste Fahrt auf der neuen Eisenbahnlinie miterlebten, als wir dann drüben angelangt den ersten Zug aus Skandinavien mit jubelndem Lied begrüßten und von den Gesichtern der Reisenden die Achtung und den herzlichen Anteil ablasen an einem Werk, das zwar von deutschen Händen allein geschaffen, dennoch als eine Leistung von internationaler Bedeutung und zwischenstaatlichem Wert geschätzt und anerkannt wird. Auch Festakte gehen einmal zu Ende. Man mag dann gleich den Alltag wieder einlassen in Kopf und Herz? Wir waren anderer Meinung. Wir hatten Geschmack gefunden an der Atmosphäre dieses nordischen Venedig, bestiegen die Personenfähre, die auch schon bald dem Omnibusverkehr auf dem neuen Rügendamm weichen wird, und schaukelten auf den kurzen Sundwellen hinüber zur Altstadt, um uns erst einmal einen echten Stralsunder Grog verpassen zu lassen. Er mundet so gut, daß ich das Rezept mitgebracht habe, für alle zukünftigen' Fälle und zu Nutz und Frommen der Allgemeinheit: „Rum m ö t fin, Zucker kann fin, Water i ft t a u n waschen!"; das nenne ich eine reinliche Scheidung. Wirtschaft. Oie Deutsche Reichsbahn im August. Starke Belebung des Personenverkehrs durch die Olympischen Spiele. Fv»d. Infolge der Olympischen Spiele 1936 stieg der Personenverkehr der Deutschen Reichs- Dahn erheblich. So war bei der Berliner 8-Bahn gegenüber dem im August üblichen Verkehr ein Mehrverkehr von etwa 30 v. H. zu bewältigen. Aber auch der Fernreife- und Schlafwagenverkehr wurde stark beeinflußt. Die stetige Aufwärtsentwicklung der deutschen Wirtschaft in fast allen Zweigen der Industrie und Landwirtschaft zeigte sich im August auch im Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn. Dieser mußte freilich einen großen Teil seines Zuwachses an den privaten Kraftwagenfernoerkehr ad- geben, der sowohl im Werk- als auch im Unternehmerverkehr fortgesetzt steigt und neuerdings auch Sendungen zwischen Privatanschlußgleisde- sitzern an sich zieht. Dazu kommt, daß auch die Wasserstraßen große Anstrengungen machen, ihren Verkehr zu steigern. Die Betriebsleistungen im Personenzugdienst stiegen gegen den Vormonat im arbeitstäglichen Durchschnitt um 3 v. H. und waren um 7 v. H. stärker als im August des Vorjahres. Die Betriebsleistungen im Güterzugdienst gingen gegen den Vormonat um 2,47 zurück, sie lagen jedoch um 5,96 v. H. über denen des August 1935. Den Betriebseinnahmen von 354,49 Mil- liones Mark stehen Betriebsausgaben von 311,50 Millionen Mark gegenüber. Die Einnahmen aus dem Personen- und Gepäckverkehr von 117,58 Millionen Mark waren um 12 Millionen Mark höher als im August 1935. Eine gleichhohe Mehreinnahme brachte auch der Güterverkehr mit 217,06 Millionen Mark. Daß im Berichtsmonat das in den Vormonaten erzielte durchschnittliche Mehraufkommen im Güterverkehr nicht erreicht wurde, liegt an der geringeren Anzahl von Arbeitstagen im August 1936 gegenüber 1935. Die sonstigen Einnahmen (19,86 Millionen Mark) weisen im Vergleich zum August 1935 keine bemerkenswerten Veränderungen auf. Zu den Ausgaben für die Betriebsrechnung sind noch die monatlichen sonstigen festen Lasten getreten. Die Ausgabeverpflichtungen konnten aus der Betriebseinnahme gedeckt werden. Darüber hinaus ist ein Ueberschuß nicht verblieben. Die Gesellschaft „Reichsautobahnen" Ende August. Fwd. Im August 1936 sind bei der Gesellschaft „Reichsautobahnen" 112 Kilometer neu in Bau genommen worden, so daß nunmehr insgesamt 1893 Kilometer in Bau find. Rhein-Mainiscke Börse. AUllagsbörse fest. Frankfurt a. M., 8. Okt. Die Börse lag sowohl am Aktien-, wie am deutschen Rentenmarkt recht fest, da allgemein Nachfrage vorhanden war. Das Geschäft hatte keinen allzu großen Umfang, nur einige Spezialpapiere erfreuten sich größeren Umsatzes. Am Aktienmarkt ergaben sich durchschnittliche Steigerungen von 1 bis 1,50 o. H. Besonders Mo-ntanaktien waren wieder gesucht und fest, lebhaft Verein. Stahl mit 118,25 (117), Mannesmann mit 114,40 bis 133,50 (113,40) und Hoefch mit 118 (116,50); Klöckner gewannen 1 o. H., Rheinstahl 1.13 v. H., Buderus blieben mit 118,25 unverändert, Harpener plus 2 v. H. mit 147,50. Großen Umsatz hatten Otavi Minen mit 41 bis 41,75 (40,25). Von chemischen Werten stiegen IG.-Farben und Scheideanstalt bis 0,65, Deutsche Erdöl um 1,50 v. H. Elektrowerte verzeichneten meist Besserungen bis 1 v. H., Rheag und Siemens gewannen je 2,25, RWE. 1,13 und Deutsch-Atlanten-Telegraph 1,25 v. H. Von Zellstoffwerten erhöhten sich Waldhof auf 161,50 (159,50) und Aschaffenburg auf 138 (137). Maschinen- und Motorenaktien notierten 0,25 bis 0,75 v. H. fester, ferner lagen Cement Heidelberg 1, Reichsbank 0,75 und Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. freundlicher. Etwas schwächer waren Kunstseideaktien, AKU. 93 (93,13), Bemberg 97 (97,75), auch Schiffahrtsaktien gingen wieder zurück, Hapag 16,13 (16,75), Nordd. Lloyd 16,50 (17). Nach den ersten Notierungen lagen Montanaktien zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. schwächer, auch andere Papiere bröckelten verschiedentlich geringprozentig ab. Fest blieben jedoch Otavi. Am deutschen Rentenmarkt stiegen Reichsbahn-VA. um 0,90 v. H. auf 125,50, Altbesitz um 0,25 auf 117,75, Wiederaufbauzuschläge um 0,75 auf 72,75. Zinsvergütungsscheine und Reichs- fchuldbuchforderungen lagen voll behauptet, Kom- munal-Umschuldung etwa 88,65. Von zertif. Dollar-Bonds 6proz. Preußen 74,50 (74). Der Aus- lanbrentenmartt lag nahezu geschäftslos und überwiegend weiter etwas schwächer, 4proz. Ungarn Gold 14,20 (14,30), 4proz. Mexikaner 11,50 (11,80), 5proz. Rumänen 8,85 (9,05), 4proz. do. 7,70 (7,75). Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt unter einigen Schwankungen überwiegend weiter fest. Großes Geschäft blieb in Otavi-Minen mit 42,50 bis 42,75 nach 41,75. Montanwerte holten ihre zwischendurch eingetretenen leichten Rückgänge meist wieder auf, waren aber später wieder schwankend. IG.-Farben 174,13 nach 173,65, bann etwa 173,75 bis 174, Kunstseide AKU. 93,25 bis 92,50 bis 93 nach 93, Zellstoff Waldhof 162,50 nach 161,50, Cement Heidelberg 157 nach 156, Reichsbank 193 nach 192,50. Die später notierten Werte kamen durchweg höher zur Notiz, Chade A—C 430 (27), Südd. Zucker 210,75 (208,50). Am Kassamarkt waren Bankaktien weiter fest, DD-Bank auf den Bericht über die Geschäftsentwicklung 104 (102), Frankfurter Bank 107 (106), Commerzbank 101 (100,75), ferner waren Frankf. Hyp.-Bank-Aktien höher gesucht. Von Jndustriewerten blieben Zellstoff Memel weiter stark gefragt. Am variablen Rentenmarkt ergaben sich keine besonderen Veränderungen. Poung-Gulden- Anleihe gefragt mit 86,50 (85,75). Ungarn Gold 14 nach 14,20, später etwa 14,13. Goldpfandbriefe bei Nachfrage unverändert, Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen vielfach 0,25 bis 0,50 v. H. fester. Ferner Dekosama I 123 (122,65). Im Freiverkehr nannte man: Adlerwerke 102 50, Pokorny 112.50 Geld. Ufa 62. Wayß & Freytag 125. Growag 84,50, VDM. 140, Bürbach Kali 81 (79,50). — Tagesgeld war etwas gefragt und wurde auf 2.75 (2,50) v H. erhöht. Abendbörfe uneinheitlich. Die Abendbörse war nach gut behauptetem, zum Teil weiter befestigten Beginn im Verlauf etwas unsicher und teilweise schwächer. Anfangs überwog einige Nachfrage, während später Zurückhaltung aufkam und kleine Abgaben vargenommen wurden. Gegen die Berliner Schlußnotierungen war die Gesamttendenz uneinheitlich. Fest waren Aschaffenburger Zellstof mit 139,50 (137,90). Von Montanwerten notierten u. a. Verein. Stahl mit 118,90 bis 118,65 (118,90), Mannesmann mit 115,13 bis 114,50 (114,65), Otavi mit 42,65 bis 42,25 bis 42,40 (42,65). Von chemischen Papieren IG.-Farben 174,75 bis 174,50 (174,50), Rütgerswerke 138,50 bis 138 (138), Scheideanstalt mit 274 (273,50) und Goldschmidt mit 118 (117). Kunstseide Aku gaben von 93,75 auf 93,25 (93,90) nach, Bemberg 1 v. H. höher mit 96,50. Im übrigen wichen die Kurse um etwa 0,25 bis 0,75 v. H. nach beiden Seiten ab. Am Einheitsmarkt zogen Großbankaktien noch etwas an, Comerzbank 101,50 (101), DD-Bank 104.25 (104), Dresdner Bank 104,50 (104,25); Frankfurter Hyp.-Bank blieben gesucht. Taxe 100 (l. K, am 6.10. 95,75). Von Industrie- papieren Verein. Glanzstoff 210 (207), Linde's Eis 164 (163). Der Rentenmarkt lag ruhig bet für deutsche Werte behaupteten Kursen. 6proz. IG.-Farben 1 v. H. höher mit 132,25. Von Auslandsrenten blieben Ungarn Gold mit 13,50 behauptet. Im Freiverkehr wurden Poung-Guldenanleihe mit 87,50, dann i 87,13 und 6proz. Dollar-Preußen mit 73,75 umge- fetzt. Von Aktien Leder Rothe Stamm 96,50 bis 97 50 (95). I U. a. notierten: Altbesitz 117,65, Reichsbahn-VA. i 125,75, 6proz. IG.-Farben 132,25, 1913er Ungarn 111.25, 4proz. UngarnGold 13,50, 4proz. Rumänen , 7.70. 5pro,3. ©olbmerifaner 15,25, Commerzbank 101,50, DD-Bank 104.25, Dresdner Bank 104.50, j Mannesmann 115,13 bis 114.50, Otavi 42,65 bis 42.25 bis 42 40, Rheinftahl 152,75, Stahlverein 118 90 bis 118 65. Aku 93.75 bis 93,25, AEG. 38,25, MAN , 116.50, Bekula 162.50. Bemberg 96 50, Daimler 121, | Scheideanftalt 274, IG.-Farben 174.75 bis 174,50, , Ntnshschrnidt 118, Holzmann 132, Muag 119.25, RWE. 140 50, Rütgerswerke 138 50 bis 138. Schuk- kert 160. Glanzstoff 210, Aschaffenburger Zellstoff 139,50, AG. für Verkehr 119,50. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Okt. Auftrieb: Rinder 186 (gegen 54 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 73 (—) Ochsen, 10 (3) Bullen, 40 (38) Kühe, 63 (13) Färsen. Kälber 558 (623), Hämmel und Schafe 187 (260), Schweine 221 (311). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 1. Oktober —). Bullen a) 41 bis 43 (43). Kühe a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 33 (30 bis 33), d) 25 (25). Färsen a) 41 bis 44 (44), b) 37 bis 40 (40). Kälber a) 69 bis 75 (68 bis 75), b) 61 bis 68 (59 bis 67), c) 54 bis 60 (50 bis 58), d) 42 bis 53 (40 bis 49). Hämmel b2) 56 bis 60 (53 bis 60), c) 45 bis 55 (45 bis 52), d) 40 (38 bis 44). Schafe e) 45 bis 54 (40 bis 50), f) 35 bis 44 (30 bis 39), g) 25 bis 32 (— . Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber langsam, ausverkauft. Hämmel und Schafe belebt, ausoer» kauft. Schweinemarkt in Buhbach. * Butzbach, 8. Oktober. Aus dem heutigen Schweinemarkt standen 730 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel bis 12 Mk., 6 bis 8 Wochen alte Tiere 12 bis 18 Mk., über 8 Wochen alte Ferkel bis zu 25 Mark. Das Handelsgeschäft verlief flott, es verblieb geringer Ueberftanb. Rhein-mainische Schlachtviehmärkte. An den Rhein-mainischen Schlachtoiehmärkten haben die Zufuhren an Schweinen in der abgelaufenen Woche einen leichten Rückgang auf 4515 (5859) Stück erfahren. In den letzten Wochen haben den Viehmärkten hauptsächlich Schweine aus den Mastlieferungsverträgen zur Verfügung gestanden, die seit Beginn des Monats wegfallen. Das Schwergewicht des Auftriebs verlagert sich mehr und mehr auf die freie Erzeugung. Mit reichlicherer Beschickung von Schweinen kann in den Monaten November-Dezember gerechnet werden. Es muh aber gesagt werden, daß die Auftriebskurve gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres schon jetzt erheblich steiler angestiegen ist. In Frankfurt standen 2558 (3807), in Mainz 699 (966), in Wiesbaden 870 (682) und in Darmstadt 388 (404) Stück zum Verkauf. Die Qualitäten waren in Frankfurt, Mainz und Darmstadt mittel, in Wiesbaden gut. Die Schweine wurden den Metzgern zugeteilt. Nach Frankfurt und Darmstadt wurden zum Ausgleich noch zusätzlich geschlachtete Schweine geliefert. Dagegen hat der G r o ß v i e h m a r k t eine ganz ansehnliche Vermehrung des Auftriebs erfahren. Mit dem Fortschreiten der Jahreszeit und im Hinblick auf die plötzlich kalte Witterung hat sich der Abtrieb von den Weiden stark beschleunigt, so daß an den Schlachtoiehmärkten die Versorgung mit Rindern völlig ausreichend ist. Daher hat sich der Reichsnährstand veranlaßt gesehen, durch die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft die im Februar angeordnete Einschränkung der Rinderschlachtungen und Rindfleischumsätze auf 60 v. H. in der Weise abzuändern, daß mit Wirkung vom 1. Oktober der Prozentsatz auf 80 o. H. heraufgefetzt wird. Insgesamt standen 1371 (789) Rinder zum Verkauf. Auf Frankfurt entfielen 1011 (613), auf Mainz 213 (127), auf Wiesbaden 147 (49) Stück. Die Qualitäten waren mittel bis gut. Das Großvieh wurde den einzelnen Metzgern zugeteilt. 2Iuf den Kälbermärkten machte sich die ab 1. Oktober eingeführte Kontingentieruna der Kälberschlachtungen in einem weiteren Nachlassen der Auftriebe bemerkbar. Da auch die Nachfrage eine Verminderung erfahren hat, blieb die Marktlage ziemlich unverändert. Die Preise gaben bei mittleren bis guten Qualitäten weiter etwas nach. Der Marktverkauf war mittel, in Frankfurt langsam, die Märkte wurden aber geräumt. Der Gesamtauftrieb betrug 1557 (1808) Tiere. Frankfurt- 960 (1171), Mainz 201 (203), Wiesbaden 280 (290), Darmstadt 116 (144). Die Auftriebe zu den Schafmärkten blieben stark unter denen der Vorwoche. Insgesamt standen 389 (728) Tiere auf dem Markt, davon entfielen auf Frankfurt 317 (600), auf Mainz 1 (3), auf Wiesbaden 31 (48) und auf Darmstadt 23 (28) Tiere. Im Hinblick auf den Eintopf-Sonntag hat sich die Nachfrage wieder etwas belebt, in Frankfurt konnten die Preise wieder leicht anziehen. Die Qualität war gut. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 816: Italienische Richtlinien für dis Zulassung privater Austauschgeschäfte. — 817: Anwendung der französischen Einfuhrkontingentierung auf Mustersendungen von Reisenden. — 818: Das Landesfinanzamt Darmstadt (Devisenstelle) hat in einer Rundverfügung mitgetilt, daß der zum 6. jeden Monats auf Formblatt VI zu erstattenden Meldung über die im abgelaufenen Monat auf Grund einer allgemeinen Genehmigung geleisteten Zahlungen zukünftig — erstmalig bereits für die zum 6. Oktober einzureichende Meldung — eine besondere Aufstellung beizufügen ist, in welcher die insgesamt für die verschiedenen Zwecke geleisteten Zahlungen — in Reichsmark umgerechnet — jeweils in einer Gesamtsumme auf einem besonderen Vordruck ausgewiesen werden. Der Vordruck ist rechts- verbindlichlich zu unterschreiben. — 819: Auskunft über zweckmäßiges Verfahren bei der Nachweisung über den beförderungssteuerpflichtigen Werkfernverkehr. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. Ul. | Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- bärse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Datum 7.10- 8-10. 7.10 8.10. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5%% Doung-Anleihe von 1930 . 98,4 98,4 98,25 98,13 103,5 103,4 103,25 103,25 Deutsche Ant.-Ablös.» Schuld mii Auslos.-Rechten ............ 117,5 117,65 117,5 117,75 *Vi% Deutsche Reichspostschatz an Weisungen von 1934, 1....... — —— 100 100 4*4% ehem. 8% Hessischer Bolls ftaat 1929 trückzahlb. 102%) .. 98,5 98,5 98,75 — *yx% ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12... 97 97 97 51/2% ehem. 4%% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 100,5 100,5 — — 4*/2% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverichr. R.k 93,25 93,25 — Oberhesjen Provinz-Anleihe mti Auslos.-Rechten ............ — — —— — Deutsche Komm. Sammelabl. An leche Serie 1 mit Auslos.-Rechten 122,65 123 122,75 123 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 97 97 _ — 6%% ehem. 4'/2% Frankf. Hyp. Bcmk-Liqu.-Pfandbriese...... 100,5 100,65 _ 6*4% ehem. 4*/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 100,75 100,75 100,65 100,75 4*4% ehem. 8% Pr. Landespfank briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4Yi% ehem. 7% Pr.Landespfank 97,5 97,5 97,5 97,5 briefanst., Gold Komm. £)bl. 20 98 95 98 95 Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 109,75 109,75 109,8 109,8 4% Oösterreichische Goldrente... 36 — 38,4 38 4,20% Oesterreichische Sicherrente — 3,5 3,6 3,4 4% Ungarische Goldrente....... 14,3 13,5 14,3 13,5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 12 11,75 11,75 10,65 4*4% desgl. von 1913.......... 12,5 11,25 12,1 11,75 6% abgest. Goldmexikaner von 99 — 15,25 15,4 15,2 4% Türkische Bagdadbahn-Anleche Serie l..................... — -— — — Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börie Datum 7.10. 8 10 7.10 8.10- 4% oeegi. Sene u ........... — — — .— 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 9,05 8,8 9,15 8,9 4^%Rumän.vereinh.Rentev.löl3 13,3 13 13,25 13 4% Rumänische vereinh. Rente 2 y4% Anatolier ............ 7,75 7,7 7,7 7,5 43,25 42,75 42,25 Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 16,75 16,13 16,25 16,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 39,5 39,5 Norddeutscher Lloyd ......... 0 17 16,5 16,4 16,25 A.G. für Berkehrswesen Akt. .. 0 119 119,5 119 119 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 123,25 123,25 124 Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto. 4 100,75 101,5 100,75 101 Gesellschaft................ 4 102,75 104,25 102 104 Dresdner Bank.............. 4 102,75 104,5 102 104,25 Reichsbank ................ 12 191,75 192,5 191 193,75 A.E.G...................... 0 37,65 38,25 37,75 38,4 Bekula..................... 8 160 162,5 160,13 162,75 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 132 132,25 131,5 131,5 Licht und Kraft ............. 7 159,75 160 160 161,5 Felten & Guilleaume......... 4 138 138 137 138,75 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 144,5 144,5 144 145 Rheinische Elektrizität ........ 6 130,25 132,5 130,5 133 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 139,4 140,5 139,65 140,75 Schuckert LCo............... 6 159 160 158,5 160,5 Siemens & Halske............ 8 196,9 199 198,75 202,5 Lahmeyer&l£o......... .... 7 151,5 151,75 151 151,5 Buderus ................... 118,25 118,5 118 118 Deutsche Erdöl .............. 4 142,5 143 142,5 142,65 Haroener................. Hoesch Eisen—Köln-Reuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwrrke ............... € 6 3 145,5 1 116,5 142 125,5 147 118 142,5 125,25 145,5 116,4 179,5 142 125 147 118 181 142,75 125,25 ManneSmann-Röhren........ 3 113,4 114,5 112,5 114,65 Frantturi a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 7.10. 8 10. 7.10 8.10. Mansselver Bergbau....... eyt — 159,75 158 159,75 Kokswerke ................ .. 6 — — 138 138,25 Rheinische Braunkohlen .... 12 230,75 232 231,25 231 Rheinstahl ................ .. 4 150,25 152,75 150,75 152,5 Vereinigte Stahlwerke...... 8*4 117 118,65 116,75 118,9 Otavi Minen ............. .. 0 40,25 42,4 40 42,65 Kaliwerke Aschersleben...... .. b 131 132 130 132,25 Kaliwerke Westeregeln...... .. 6 129 132,5 129,75 132,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, 184 184 184 184 I. G. Färben-Industrie..... .. 7 173 174,5 173 174,5 Scheideanstalt............. .. 9 273 274 — — Goldschmidt .............. .. 5 118 118 118 117 Rütgerswerke ............. .. 6 137,75 138 137,25 138 Melallgelellschaft........... .. 5 143 145 143,25 Philipp Holz mann......... .. 4 131,9 132 131,5 132,4 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 155 156 - - Zementwerk Karlstadt....... .. 6 156,5 156,5 - - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 106,4 106,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 93,13 93,25 94,5 93,9 Bemberg................. .. 6 97,75 96,5 98 95,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 159,5 163,5 159,25 162,4 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 137 139,5 136,5 137,9 Dessauer Gas ............. .. 7 —— —— 115,4 115,25 Daimler Motoren.......... .. 0 120,75 121 120,25 121,75 Deutsche Linoleum......... .. 8 169 169 169,5 OrensteinL Koppel ........ .. 0 — — 88,25 89 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 56 56,75 55,65 56,75 Chade.................... .. 9 427 430 427 432 Accumulatoren-Fabrü...... . 12 —— — 200 200 Conti-Gummi............. . 11 174 173,5 173,75 174 Grttzner.................. .. 0 32,9 32,75 33,13 33 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 96 97 - - Süddeutscher Zucker ....... . 10 208,5 210,75 212 212 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL 7 .Oktober 8 .Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld | Brle' Jueno» tilui 0,692 0,696 0,691 0,695 Brüssel ... 41,86 41,94 41,90 41,98 Rio de Ian. 0,145 0,147 0,145 0,147 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,41 54,51 54,33 54,43 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,185 12,215 12,165 12,195 Helsingfors. 5,375 5,385 5,37 5,38 Paris ..... 11,63 11,65 11,62 11,64 Holland ... 132,22 132,48 132,65 132,95 •Italien .... 13,09 13,11 13,09 13,11 zavan ..... 0,712 0,714 0,711 0,713 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... 61,24 61,36 61,14 61,26 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,07 11,09 11,06 11,08 Stockholm.. 62,83 62,95 62,72 62,84 Schweiz ... 57,34 57,46 57,25 57,37 Spanien... 26,97 27,03 26,97 27,03 Prag...... — —— Budapest .. —— — _ Reuyork ... 2,489 2,493 2,489 2,493 Bantnoten. Berlin,8.Oktober ®eI5 Ärles Amerikanische Noten.............. 2,451 2,471 Belgische Noten.................. 41,76 41,92 Dänische Noten ................. 54,17 54,39 Englische Noten ................. 12,14 12,18 Französische Noten............... 11,57 11,61 Holländische Noten............... 132,30 132,84 Italienische Noten................ — — Norwegische Noten .............. 60,98 61,22 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 62,55 62,81 Schweizer Noten................. 57,10 57,32 Spanische Noten................. 25,95 26,05 Ungarische Noten................ Hreitag, 9. Oktober 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 237 Dritter Blatt Aus der Provinzialhauptstadt Geruhsames Wandern. wird merklich kühl. Wir erheben uns und grüßen noch einmal die /ist Leder hust dem WHW ! Der Eintopf Symbol der Volksgemeinschaft uns Überleben.' der Bäume wie m Gold getaucht, aber in dem tief 1 > ballen sich schon Ne- Gute Möbel bei Koos fliessen Schulstnß Frau Wirtin!" „v, u„ 4 . , Die hat von dem Mädchen gehört, daß em lustiger Herr im Garten säße, und das Schönste vom Schönen zu essen und zu trinken wünsche, und den muß man sich doch einmal naher ansehew Eilfertig kommt sie an den Tisch, es sind bis letzt die einzigen Gäste, man muß sie schon em wenig ^^Das Essen wird sofort angerichtet sein, der beste Fisch den wir haben, und eine gute Flasche Burgunder. Dann Kalbsschnitzel mit Sahnensoße und gemischten. Salat, ich habe auch — Ich bin im Voraus von der Gute überzeugt, Frau Wirtin, wir möchten aber auch übernachten bei Ihnen. Haben Sie drüben im Haus an der Brücke noch zwei Zimmer frei?" Auch die schönsten, mein Herr! , strahlt die Wirtin zurück. „Ich wünsche guten Appetit, die Rosel kommt schon mit der Suppe Sie überwach noch daß auch nichts auf dem Tisch fehlt und zieht sich dann mit freundlichem Kopfnicken zuruck. Die Sonne malt Kringel auf das weiße Tuch, sie blitzt auf die Bestecke und durchleuchtet den Wein blutrot. Hanna spricht nicht viel, fte foort 3obn Herbina, der immer etwas weiß, au unö tut Reglos, Wir erheben uns und grüßen noch einmal oie müden alten Weiden am Bach. Wir haben wohl keinen Blüten großen Spaziergang gemacht, dafür aber mit allen bunten | Sinnen hineingehorcht in die Geheimniste von Wald zu Gießen einen Missionskursus Hervorragende Missionskenner, insbesondere Missionsdirektor Dr. Hartenstein (Basel), haben ihre Mitwirkung bei diesem Kurse zugesagt. Vortrag in der Iohanneskirche. Am morgigen Samstag um 18 Uhr spricht Gebot in der Johanneskirche zur evangelischen Jugend. Die Eintopfgerichte in den Gaststätten am 11. Oktober DNB. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe teilt seinen Mitgliedern mit, daß für den ersten Eintopffonntag am 11. Oktober folgende vier Eintopfgerichte für die Gaststätten vorgeschrieben sind: Es gibt Tage im Herbst, an denen es so als ob in der Natur alles den Atem anhält, stehen die Bäume, kein Lüftchen bewegt die Blätter. Der Wald schweigt. An den letzten der Herbstblumen hängen schläfrig die VUIUCU .......... . _ , Schmetterlinge. Die Sonne ist wohl Siegerin über und Feld. Und dafür sind mir dankbar, den Frühnebel geworden, aber doch ist ihr Schein -TUrtinfiion nicht so hell. Zarte Schleierwolken verdecken das ^ortWtUCn. strahlende Blau des Himmels. Tageskalender für Freitag. Don der Universität. Bon der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Oberassistent Dr. G e o r g König in Königsberg i. Pr. ist vertretungsweise mit der Leitung des Instituts für Leibesübungen an unserer Universität beauftragt worden. Wir machen auf die Vorlesungen für Hörer aller Fakultäten aufmerksam, die im Wintersemester 1936/37 gehalten werden, u. a. auf die Vorlesung von Professor Dr. Frhr. von Gall „Erklärung altmexikanischer Bilderhandschristen." Diese eine Mark jährlich kann jeder zahlen! Von der Ortsgruppe Gießen des Reichsluftfchutz- bundes wird uns geschrieben: Nach den bisher vorliegenden Berichten unserer Blockwarte stellen sich der Werbung für den Reichs- lustschutzbund erhebliche unnötige Schwierigkeiten entgegen , Es ist ebenso bedauerlich wie bezeichnend, immer noch feststellen zu müssen, daß Volksgenossen, die in guten Verhältnissen leben, ihren Beitritt zum RLB. „aus wirtschaftlichen Gründen" verweigern, wahrend minderbemittelte Volksgenossen mit kleinstem Einkommen willig die Mitgliedschaft erwerben. Es scheint vielen noch nicht klar zu fein, daß der zivile Luftschutz ein wichtiges Glied in der Kette gleich, aus welchen gesellschaftlichen Schichten sie kommen. Lang hat er sich bei keiner von ihnen aufgehalten, nur einmal. Das war der größte Fehler'seines Lebens gewesen. Die Frau hatte er ge- | liebt und an dieser Liebe, bei der er der Betro- i qene gewesen war, war etwas zerbrochen, waren seine Illusionen zerbrochen. Seitdem fühlte er sich zwar dem Leben gegenüber wohler, aber manche Stunde wurde schwerer dadurch. Es liegt Kostbarkeit in Illusionen, und man empfindet es, wenn sie verloren gegangen ist... Er hatte sich immer gewünscht, daß es' ein Kraut gegen Erinnerung gäbe und gegen unerfüllte Wünsche; jetzt mochte er glauben, es gefunden zu haben. In dem Gefühl tarker Sympathie für Hanna Brandes. Er wünscht ie sich und hofft auf Ruhe und Abschluß seines unruhigen Lebens Sie ist die erste, die jenes Frauengesicht von einst verwischen könnte er will, daß sie es verdrängt, er will irgendwo einmal zu Haus sein, ganz egal, wo ... Bei einer Frau zu Hause sein — es muß einmal gelingen „Sie machen mich glücklich, Hanna, daß Sie ge- kommen sind," sagt er überzeugt und erwartet auch keine Antwort, als sie keine gibt. Sie setzt sich neben ihn, nimmt die Mütze ab und faltet die Hände darum. Es ist wie ein kleiner Halt m der zitternden Unsicherheit des Körpers und des Herzens. Nur langsam gibt sich das. Die Landschaft, durch die sie fahren, ist neu für Hanna und hat etwas Beruhigendes an sich. Einmal machen sie Station vor einem primitiven Gasthaus an Der Straße, sie trinken eine Fleischbrühe und unterhalten sich mit dem Wirt. Seine Kinder stehen mit runden Augen und offenen kleinen Mäulern dabei, , es ist sehr selten, daß die vorbeirasenden Wagen halten, und man sich die Leute aus der großen i Stadt näher besehen kann. Für Hanna selbst ist das [ neu, sie ist wohl manchmal mit Paul Laverenz eine t Strecke weit gefahren, aber eingekehrt wurde dann nur in den großen Hotels oder Cafes bekannter Orte in der weiteren Umgebung Berlins. hätte auch mein Leinenkleid anziehen können, ich bin ja viel zu elegant, vielleicht übernachten wir auch in so einem kleinen Gasthaus — , benft n?- Sie hat nicht ganz unrecht, denn John Herbmg stellt den Wagen' in einer alten Mühle m Lübben unter und hat auf das fragende Gesicht Hannas nur ein kleines, jungenhaftes Lachelw .Wir laufen jetzt ein Stuck zu Fuß, und bann Und Hanna Brandes läßt sich gern überraschen. Sie gehen zu den Anlegestellen, ein junger Bursche stakt sie durch schmale Wassergassen, es geht an schindelgedeckten Gehöften vorbei, unter einer großen Holzbogenbrücke hinweg, und unweit davon halten sie an. „Das ist der „Fröhliche Hecht", Hanna, und cher wollen wir es uns wohl sein lassen, steigen Sie aus." Er reicht ihr beide Hände und führt fte em paar Schritte wie eine kleine Hoheit in den Garten des von hohen Bäumen umstandenen Gasthauses. Eine junge Spreewälderin kommt auf sie zu und fragt nach ihren Wünschen „Bringen Sie uns an Ihren schönsten Tisch Ihr schönstes' Gericht und einen guten Wein dazu. Die junge Frau lächelt und verschwindet 'M Haus Auch Hanna lächelt, und alle Befangenheit fallt von ihr ab. Sie wacht auf wie aus einem Traum, der sie zu rasch überfallen hat. „Ist es nicht wunderschön hier? Wie lange habe ich mir gewünscht einmal wieder da zu sein. Jetzt werden wir erst mal gründlich futtern, und dann führe ich Sie einen der wenigen Wege, die es hier gibt. Viel Auswahl haben wir nicht, es ist ein Spreewald- Venedig mehr Wasser- als Landstraßen. Hallo, I der Bäume wie m Gold getai eingeschnittenen Wiesengrunde scheint,! bei zusammen, und die Luft „Morgen wollen wir uns in die tiefe Stille bringen lassen, Hanna. Ich habe nirgends in der Welt so viel Lautlosigkeit erlebt, als in den Wäldern hier. Mir ist damals keine Menschenseele begegnet, und der Mann, der den Kahn stakte, sagte auch nichts. Der Schlag seines Stockes ms Wasser war alles, aber auch das tut er diskret. Hochwald, kaum ein paar Wolken zu sehen, kaum ein Vogel zu hören, nur in der Ferne ein kleines, wehmütiges Geigenlied, und meistens ist es ein alter Mann, der'so am Ufer steht und sein Geld verdient. Dann verschwindet er im Wald, als gehöre er zu ihm und wohne in ihm. Es find besinnliche Stunden, die man da hat. Man ist mit sich und seinen Gedanken ganz allem, man steht ihnen von Angesicht zu Angesicht gegenüber und kann sich nicht entgehen — denn rem Mensch entgeht sich, Hanna Er nimmt behutsam ihren Arm, spürt den leisen Gegendruck, die Sonne ist rot hinter dem schweigenden Hochwaio versunken; auf dem Weg, den die Veiden gehen, treffen sie hin und wieder ein engumschlungenes Paar, das langsam den Wiesen zustrebt; gedampft sind die Stimmen von Mensch und Tier, bie aus den Gehöften zu ihnen dringem Herbing schwe gt plötzlich, das Gesicht der Landschaft erfüllt fern Herz und macht ihn selber unfrei. Es ist nicht gut, mviel von sich zu sprechen, es kann weich und nachgiebig machen, man bleibt in der Cmsamkeit seines eigenen Jchs immer am stärksten, er hat es an sich erfahren ... (Fortsetzung folflt) 1. Hammelfleisch mit grünen Bohnen; 2. Supentops von Linsen mit Wurstemlagen; 3. Pichelsteiner Fleisch; 4. Fisch-Eintopfgericht nach freier Wahl. Die Festlegung dieser Eintopfgerichte gilt nur für Gaststätten. Den Hausfrauen bleibt die Wahl der Eintopfgerichte selbst überlassen. W.nterhilsswerk des deutschen Volkes 1936/37 Ortsgruppenführung Gießen-Süd. Am Montag, 12., Dienstag, 13. und Mittwoch, 14. Oktober findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die WHW.-Pfundsamm- lung statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspenden' (Pfundpakete) zur Abholung bereithalten zu wollen. Dank derpanzer-Abwehr-Abieilung 16 Die Pressestelle der Stadtverwaltung teilt uns folgendes mit: Der Kommandeur der Panzer-Abwehr-Abteilung 16 hat in einem Schreiben an den Herrn Oberbürgermeister den Dank feiner Abteilung für die freundliche Aufnahme während der Einquartierung vom 25. bis 26. September der Stadt und der Einwohnerschaft zum Ausdruck gebracht. nichts dagegen, als er einmal leise über ihre Hand streicht. „Ihr Wohl, Hanna!" Sie trinkt ihr Glas aus, und Herbing sieht, daß ihre Hand leise zittert. Er weiß, was in dem Mädchen vor sich geht, sie ist eine schlechte Schauspielerin und versteht in dieser Stunde schwer, ihr Herz zu verbergen. Es ist nicht Glück, was den Mann durchströmt, es ist die Freude an diesem sonnig-grünen Tag und an dem jungen Menschen, der sich ihm als dem ersten erschließt. Fast schweigend beenden sie das Mahl und wandern dann am Wasser entlang, manchmal gehen sie wie unter einem dunkelgrünen Baldachin, dann ist wieder der graublaue Himmel über ihnen, an dem die Sonne langsam im Westen tiefer sinkt. Wir Horen wohl noch hier und da ein dünnes Stadttheater, 20 bis 23 Uhr „Der Bettelstudent . Dogelstimmchen, aber nur ganz scheu und zurück- — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ave Maria' — haltend. Es will scheinen, als ob sich die Vöglein Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das Frauen - ihres leisen Gesanges schämten. Stark duften die Paradies" Herbstblumen. Sie senden uns die letzten Grüße Stabttheater Gießen. des Sommers. Bäume und Blumen, Singvögel und Aus dem Stadttheaterdürv wird uns geschrieben: Waldtiere fühlen, daß die Tage der Ruhe kommen. Heute abend findet die Erstaufführung der Operette Die Blätter sind schon leicht gefärbt, nur lose hängen „Der Bettelstudent" von Carl Millöcker statt. Paul W r e d e hat eine szenische und textliche Neubeardei- I tunq geschaffen. Er führt auch die Spielleitung die- I fer Erstaufführung feiner Bearbeitung. Kapellmeister Hans H. Hampel schuf die neue musikalische Bearbeitung. Einstudierung der Tänze und choreo- Opserspendcn t-om £of>n oberfinb an d-ÜUW- BaSeifterin" Srmgar^S e n n "e Winterhilfswerk bes Deutschen Boi-M e-qener Werkstatt hergestellten Kostüme sind an- kes. Kreisführung Wetterau in Gie- gefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner; ßen. Postscheckkonto Br. 23 033, ober auf dessen ausgesührt von Willi End r ich. Bühnenbildner: Bankkonto 6100 bei der Bezirkssparkasse Gießen zu Karl Löffler. Mitwirkende: Damen: Fomallaz, überweisen. Jachnow, Laskus, Prinz; Herren: Forftner, Hub, Kuen Volck, Waltz. Mit dieser Operetten-Erstaufsuh- «»■■■■■■■■■■■■■■■ rung, die gleichzeitig die erste Operetten-Aufsuhrung der neuen Spielzeit ist, stellen sich dem Gießener sie noch an den Zweigen. Wenn starke Stürme kom- Publikum unsere neuverpflichteten Operettenkräfte, men, werden sie durch die Lüfte flattern. Sie haben sowie der neuverpflichtete Chor und die Tanzgruppe, ihre Arbeit getan. Die Zugvogel sammelten sich schon vor. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. Die Vorstellung und ziehen nach warmen Ländern. findet als 4. Vorstellung der Freitag-Miete statt. An solchen Tagen können wir nicht im Eilschritt Wissionskursus in Gießen, durch Wald und Flur wandern. Da müssen wir $er Oberhessische Verein für Basler Mission verschon einmal stille stehen und lauschen. Und roenn anfta[tet vom 13. bis 15. Oktober im Johannessaal wir den Wald betreten, umfängt uns ein so weh-> Am Sonntag steht in jeder deutschen Familie der Eintopf auf dem TM als Zeichen der Volksgemeinschaft zim öonniag I ) bc5 Winterhilfswerks. - (Scherl-Bilderdienst-M.) Es ging auch alles verquer mit Hases Feinkosthandlung! Der Reinfall mit dem Fabrikanten Mchlhose lag ihm noch wie ein Stein im Magen, da bemerkte er durch die Schaufensterscheibe einen Polizisten, der die Auslage sorgfältig musterte. Hase ahnte nichts Gutes, und richtig! Der Mann trat näher: „Warum haben Sie keine Preisschilder?" wollte er wissen. „Es war doch mehrfach veröffentlicht, welche Waren auszuzeichnen sind!" Wer hat natürlich keinen blassen Schimmer? - Hast! Er weiß von nichts. Doch Unkenntnis schützt nicht vor Strafe, und bares Geld zu blechen ist kein Pappenstiel ... Tja - hätte er Zeitung gelesen! Die schützt vor Schaden und Verdruß, weshalb sie feder haben muß! wütiger Zauber, daß wir unwillkürlich um uns blicken. Wohl sind die Spitzen der hohen Fichten vorn Sonnenlicht umflossen, wohl blühen noch Thymian und Quendel, auch das liebliche Heidekraut, aber doch fühlen wir, daß auch der Wald sich zur großen Winterruhe vorbereitet. Er nimmt Abschied vom Sommer. Am Abhang, wo dichtes Moos das Gestein überwuchert hat, fetzen wir uns nieder. Uns zu Füßen rauscht der klare Waldbach, aber auch nicht so laut und hell wie im Sommer. Trüge fließt er dahin, das geschwätzige Murmeln ist verstummt. Die Blätter der Schwertlilien an seinen Ufern werden schon braun. Dafür aber blühen noch Pfefferminz und Svierstaude und locken uns mit ihrem süßen Duft. Wie schnell haben wir ein Sträußchen Pfefferminz gepflückt! Wir wollen es trocknen, und dann soll es uns im Winter — wenn die inneren Teile des Manschen nicht so wollen, wie gewünscht — einen hestonden Tee geben. Wir schauen nach den alten, grauen ©eiben, Die links und rechts am Bachufer stehen. Wie alt sind I sie eigentlich? Ihre Stämme sind gespalten, innen hohl, daß sich ein Mann darin verbergen kann Wie oft haben ihnen die Kinder alle Zweige abgeschnit- ten! Aber unverdrossen treiben sie in jedem Frühjahr neue Schößlinge Sie sind ein Bild des unverwüstlichen Lebens. Standen sie nicht ^on vor! Jahrzehnten wie alte, gebückte Männer am Bach, ohne Aeste und ohne Zweige? Und jetzt bilden wieder gerade, armdicke Aeste und viele, viele schlanke Gerten eine wundervolle Krone. Zwischen den Weiden und den hohen Fichten zieht sich ein mit Gras bewachsener Weg, der am Bache umbiegt, hin. Er führt hinaus ms Feld. Was konnten die alten Weidenbaume alles erzählen! Bei ihrem Anblick kommen auch nur ins Trau-! men Wir vergessen die Umwelt. Kem Laut stört uns.' Voll Andacht steht der Wald ... Unsere Gedanken wandern. Können uns tue alten Weidenbäume nicht gar vieles ^uraunen an diesem verzauberten Herbstnachmittag? Gewiß. Aber nur die glücklichen Menschen, die lauschen wollen, Horen die Stimmen der alten Bäume .. . _. , f Die Sonne will imteraehom_Nvch-^ NWknsWM Roman von 3He Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag S.m.b.f), Berlin Sw 68 1». 8MW. | z'ÜrückkommL, aber 1^° dich nicht, wenn ich eben nicht bis elf Uhr im Haufe bi marHe?", fragt Ihr kommt du- GE recht A freffen unä „S°. Und wenn ke.nerLust V w „Dann komme ich wl, r . aufgehalten zu Hanna gereizt. Es ist 'hr grahUck)^ erfte Ber- werden und herumlugen zu mll ut)(? stimmung legt sich "der i^e " und merk „Nimm den Kuchen noch m-t, ch°nn^ dir mal das e.ne: die M nner , qus Keine Ausnahme. Sie sind ^cy „Dann erzähl das doch mal ^aier, wird sich freuen." - eine Ausnahme," „Dem Vater — d^r '/mit Taffen und Tellern, gibt Ida zu und hanttert lt 1 schlecht von „Aber trotzdem .st das f°es ^echt geben, Natur aus. Du wirft mir eines wenn du nicht auf mich W l - . auf das, was Hanna hört wirklich nicht meyr^ Derlaffen Iba unkt. Sie hat C'le, r Straße nicht und muß sich zwmgen, die^ 9qef)en Bon der hinunter zu rennen, so Schläge, eine Mi- katholischen Kirche hallen z y Breitenbachnute später biegt Hanna Branbes^z platz em. Da steht uuch fte^ er bane- häuptig im hellgrauen po.^ Gesicht, ob- ben. Nichts von klar barüber war, ob gleich er sich doch nicht g ^ilich bas erste Hanna kommen würbe. u |einen Wünschen Mal gewesen baß sich elf"*nY viele Frauen: stolze, „Wir lo «übersetzt hatte, unb er fcirnenbafte. amu I lallen mir unb aleicbflültiae. vornebm unserer Landesverteidigung darstellt, und daß es im ureigenen Interesse jedes einzelnen liegt, ihn so vollkommen wie immer nur möglich auszubauen. Wer seine Mithilfe — bewußt oder unbewußt — verweigert, treibt Sabotage. Wir bitten nochmals dringend, die schwere ehrenamtliche Arbeit unserer Blockwarte durch die Tat zu unterstützen. Tat in diesem Sinne heißt: die Mitgliedschaft zu erwerben. Diese eine Reichsmark Mindestbeitrag jährlich wird sich im Ernstfall lOOprozentig belohnt machen. Nie Zeitung als Hochzeitsgeschenk. Jedes neue Ehepaar bekommt künftig bei seiner Hochzeit einen Gutschein zum unentgeltlichen Bezug einer Zeitung auf die Dauer eines Monats ausgehändigt. Die jungen Eheleute können sich vom ersten Frühstück ihres gemeinsamen Hausstandes an auf die beliebte eheliche Zeitungsgemeinschaft einstellen, in der jeder Ehegatte die Zeitung zuerst haben will. Die neue Bestimmung will drastisch zeigen, wie gut es ist, täglich seine Zeitung zu l e s e n. „Unkenntnis des Gesetzes schützt nicht vor Strafe", und einer jungen Ehe kann manche Mißlichkeit erspart bleiben, wenn Mann und Frau über die täglichen Wandlungen ihrer Umwelt wenigstens einigermaßen im Bilde sind. Aber dieser Gesichtspunkt ist bei aller Wichtigkeit für die ständige Lektüre einer Zeitung nicht allein wichtig. Gerade wenn Mann und Frau — jeder und jede in ihrem Bezirk — ihre tägliche Arbeit voll und ganz erfüllen, haben sie ein wohlgerütteltes Maß von Anspruch auf Entspannung. Mag es sich nun um das Anhören des Rundfunks oder um eine behagliche Zeitungslektüre handeln. Dabei wird wohl zu beachten fein, daß soweit Nachrichten auch vom Rundfunk vermittelt werden, sie in ihrer kurzen Fassung und schnellen Aufeinanderfolge eine Art „Eildienst" darstellen, der in der Regel insbesondere für Sonderinteressenten als erste Ankündigung von Wert ist, der aber niemals die bedachtsamere Lektüre einer Zeitung ersetzen kann, besonders dann nicht, wenn auch die Einzelheiteü einer Meldung volle Beachtung verlangen. Damit haben wir uns aber schon wieder auf das Gebiet des Nützlichen begeben, und wir wollten eigentlich von dem Angenehmen sprechen. Das tägliche Leben wird nicht leichter erträglich, wenn der Mensch nur gerade auf sein eigenes Schicksal, seine eigenen Sorgen und Kümmernisse und seine nächste Umwelt starrt. Sieht er sich in große Zusammenhänge und Beziehungen hineingestellt, so hebt ihn ein solcher Blick, der weiter schaut, über die Enge des Eigenlebens hinaus. Auch an dieser Betrachtungsweise hängt noch ein Rest von „Nützlichkeit". Es gibt aber auch unnütze Dinge, die notwendig sind. Theoretisch ist jedes Lachen unnütz: praktisch ist es eine menschliche Notwendigkeit. Es ist ein unbedingtes Menschenrecht, sich die Fahrt mit der Eisenbahn oder der Elektrischen etwas unterhaltsamer zu gestalten, indem Rätsel geknackt werden. Die Pfiffigkeit eines Detektivs ist oft ebenso bewunderungswürdig wie die Rettung eines braven Mädchens aus den Gefahren des indischen Dschungels. Der Mensch lebt eben nicht vom Brot allein. Und er braucht neben der schweren Kost des täglichen Lebens auch die leichtere Speise der Unterhaltung, wie sie die Zeitung bietet. Wiederherstellung der Kapelle auf dem Asten Friedbof. Wie vor kurzem bereits gemeldet, hatte die Stadt Gießen, sowie die evangelische Luthergemeinde in Gießen die Renovierung und Ausmalung der Kapelle auf dem Alten Friedhof beschlossen. Die Kapelle des Alten Friedhofs wurde 1623 zum Zweck der Abhaltung von Leichenfeiern erbaut. Nach mancherlei Schicksalen wurde sie 1840 gründlich renoviert, und im Jahre 1927 kam sie hoch zu Ehren, als die Luthergemeinde, selbstständig geworden, nun die Kapelle zum dauernden Gotteshaus erhielt. Seit der Zeit hat die Kapelle treue Freunde, und allsonntäglich versammelt sich die lebendige Gemeinde unter Seinem Wort. Nun war die Gemeinde 10 Wochen lang in anderen Gießener Kirchen zu Gast, wofür sie dankbar ist. Besonders herzlich dankt die Luthergemsinde der Stadt Gießen, dem Herrn Stadtbaurat Gravert, sowie dem Bauherrn Simon und all den vielen Handwerkern, die geholfen haben, die Kapelle umzugestalten. Der Altar ist umorientiert, so daß die wachsende Gemeinde jetzt mehr Platz haben wird. Kirchenmaler Kienzle aus Darmstadt hat das Deckengewölbe ausgemalt. Am 11. Oktober soll das Gotteshaus wieder in Gebrauch genommen werden. Die dankbare Gemeinde erbittet Gottes Segen, daß die frohe Botschaft von Jesus Christus noch recht lange und fruchtbar erschallen möge in unserer lieben „Kapelle auf dem alten Friedhof". F. Dth. Eine raffinierte Diebin festaenommen. Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt uns folgendes mit: Ein hier bedienstetes 20jähriges Mädchen, welches das Vertrauen ihrer Dienstherren in schändlicher Weise mißbrauchte, wurde wegen Diebstahls f e st - genommen und dem Gericht zugeführt. Die 23er- haftete hatte bei ihrem ersten Arbeitgeber mehrfach Diebstähle von Geld und Schmuck ausgeführt, verstand es aber in den einzelnen Fällen, die Schuld von sich abzuwälzen, wurde schließlich doch überführt und entlassen. In ihrer neuen Stelle setzte sie ihr verbrecherisches Treiben monatelang in gleicher Weise fort, bis ihr auch hier der Nachweis der Diebstähle erbracht werden konnte. Während der Zeit ihrer letzten Stellung wurden bei dem ersten Arbeitgeber wiederum verschiedene Gelddiebstähle in erheblichem Betrage aus der verschlossenen Kasse festgestellt, die vorerst unerklärlich blieben. Durch eine geschickt angelegte Falle konnte die Diebin in der Nacht vom 6. zum 7. Oktober auf frischer Tat gefaßt werden, die nun notgedrungen zugeben mußte, diese Diebstähle zur Nachtzeit, oder in Abwesenheit der Wohnungsinhaber in äußerst raffinierter Weise ausgeführt zu haben. Hang zu Luxus und leichtem Leben führten die Täterin auf die abschüssige Bahn. * Ein eiserner Dachstuhl mit einem sieben Meter langen Seil wurde in der Zeit vom 12. bis 26. September von einem Dachboden gestohlen. In der Nacht vom 6. zum 7. Oktober wurden aus einem Hühnerhaus am Schiffenberger Weg fünf weiße Leghornhühner gestohlen und sofort sachgemäß abgeschlachtet. Sollten Personen in diesen Sachen irgendwelche Wahrnehmungen gemacht haben, werden sie gebeten, der Kriminalpolizeistelle Mitteilung zu geben. Bei der Kriminalpolizeistelle wurde am 19. September 1936 ein goldenes Armkettchen sichergestellt, das gefunden, aber nicht abgeliefert wurde. Der Verlierer möge sich melden. Die Betreuung der ausscheidenden Soldaten und Arbeitsdienstmänner. DNB. Im Reichsgesetzblatt I Seite 865 vom 7. Oktober 1936 ist eine Verordnung folgenden Inhaltes veröffentlicht worden: Der Uebergang in das Zivilleben soll den Volksgenossen erleichtert werden, wenn sie die aktive Dienstpflicht in der Wehrmacht und die Arbeitsdienstpflicht erfüllt haben und in Ehren ausgeschieden sind. Die Arbeitsämter sorgen dafür, daß die Entlassenen bald in einem Zivilberuf unterkommen. Diese Betreuung soll auch der finden, der noch nicht beruflich tätig war. Aus der durch aktiven Wehrdienst oder Arbeitsdienst bedingten Abwesenheit darf ein Nachteil nicht erwachsen. Kehrt der Soldat oder Arbeitsmann — wie es die Regel sein soll — an seinen früheren Arbeitsplatz zurück, dann muß er so behandelt werden, als ob er den Arbeitsplatz nicht verlassen hätte. Dementsprechend sind auch Ansprüche zu regeln, wenn sie von einer bestimmten Zeit der Betriebsoder Berufszugehörigkeit abhängen. Dem Gefolgsmann werden also die Zeiten erfüllter aktiver Dienstpflicht und erfüllter Arbeitsdienstpflicht angerechnet. Das werden im allgemeinen künftig zwei Jahre Wehrdienst (bisher ein Jahr) und ein halbes Jahr Arbeitsdienst sein. Das gleiche gilt, wenn die ehemaligen Soldaten und Arbeitsmänner nicht auf den früheren Arbeitsplatz zurückkehren können, sondern in Arbeitsplätze anderer Betriebe vermittelt werden müssen. Wer noch nicht in einem Beschäf- tiAungsoerhältnis gestanden hat, soll dieser Vergünstigung erst nach sechsmonatiger Zugehörigkeit zum Betrieb teilhaftig werden. Durch diese allgemeine Regelung wird vermieden, daß der Volksgenosse, der Wehr- und Arbeitsdienst geleistet hat, schlechter gestellt wird als der gleichaltrige Volksgenosse, der diese Pflichten nicht erfüllen konnte. Auch im öffentlichen Dienst wird dieser Grundsatz gewahrt. Das gilt für Arbeiter und Angestellte, wie für Beamte. Die jungen deutschen Männer, die dem Ruf des Vaterlandes folgen, um als Soldat oder Arbeitsmann zu dienen, scheiden aus dem bisherigen Beschäftigungsverhältnis aus. Eine Kündigung des Unternehmers oder des Gefolgsmannes ist nicht erforderlich. Vereinbarungen zwischen Unternehmer und Gefolgsmann zugunsten des Letzteren sollen selbstverständlich durch diese Verordnung weder ausgeschlossen, noch eingeschränkt werden. Bei Hebungen oder Einberufung zu kurzfristiger Ausbildung gelten jedoch andere Vorschriften. In diesen Fällen muß der Unternehmer den einberufenen Gefolgsmann beurlauben. Er darf ihm aus Anlaß der Einberufung nicht kündigen. Kündigung oder Beurlaubung? Zur Frage des Arbeitsverhältniffes während des Arbeits- oder Wehrdienstes NSG. Auf den Bestand eines Arbeitsverhältnisses und auf die Rechte und Pflichten aus diesem bezieht sich eine gesetzliche Regelung nur für die zu Hebungen .einberufenen Arbeiter und Angestellten. Füx die aktive Dienstzeit ist lediglich der Sinn hieraus anzuwenden. Das Wehrgesetz sagt in seinem § 1: „Wehrdienst ist Ehrenpflicht am Deutschen Volke" und nach § 32 soll „einem nach Erfüllung der Dienstpflicht in Ehren ausscheidenden Soldaten durch die zweijährige Abwesenheit kein Nachteil erwachsen". Hieraus folgt, daß der Wehrpflicht die Bedeutung beizumessen ist, die dem gesunden Volksempfinden entspricht. Bei den zu Hebungen Einberufenen ist di; gesetzliche Regelung dahin getroffen worden, daß durch das Verbot ihrer Kündigung die Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses garantiert ist. Demgegenüber ist es dem Betriebsführer nicht allgemein verwehrt, dem Gefolgschaftsmitglied aus Anlaß der Einziehung zur Ableistung der zweijährigen Dienstzeit zu kündigen: gleiches gilt für die halbjährige Arbeitsdienstpflicht. Man wird dem Betrieb nicht ohne weiteres zumuten können, den Arbeitsplatz in allen Fällen so lange offen zu halten. Aber es ist dringend geboten, daß die Betriebsführer die Frage der Fortdauer oder Kündigung des Arbeitsverhältniffes einwandfrei klären. Beide Parteien können erklären, daß das Arbeitsverhältnis gelöst fein soll oder nicht. Schriftliche Klärung wird im allgemeinen zweckmäßig fein. Das Schreiben, in dem die Lösung des Arbeitsverhältnisses ausgesprochen wird, kann folgendermaßen lauten: „Sie scheiden am... (Datum) anläßlich Ihrer Einziehung zum Wehrdienst (Arbeitsdienst) aus unseren Diensten. Wir übersenden Ihnen daher das beiliegende Zeugnis und wünschen Ihnen für Ihren ferneren Lebensweg alles Gute. Es würde uns freuen, wenn Sie nach Ihrer Entlassung aus dem Heeresdienst (Arbeitsdienst) bei uns wegen Ihres erneuten Eintritts in unseren Dienst vorsprechen." Soll das Arbeitsverhältnis fortgesetzt werden, dann etwa wie folgt: „Sie treten am... (Datum) in den Heeresdienst (Arbeitsdienst). Trotzdem besteht unser Arbeitsverhältnis fort ohne Lohn oder Gehaltzahlung. Wir würden uns freuen, wenn Sie nach Ihrer Ent- lassung wieder zu uns kommen." In letzterem Falle laufen die Anwartschaften weiter, die sich der Beschäftigte bei seinem letzten Betrieb erworben hat, wenn das Arbeitsverhältnis nach dem Zurückkehren fortgesetzt wird. Dies gilt für die Bemessung von Lohn und Gehalt, für die Hrlaubsanwartschaft, für die Erreichung der Arbeitszeit bei der Kündigunaswiderrufungsklage, beim Kündigungsschutz der Angestellten und bei Pensionskassenansprüchen. Beamte, die zu H e b u n g e n bis zu einer Dauer von 4 Monaten (bei der Luftwaffe 6 Monate) einberufen sind, erhalten ihre Dienstbezüge weiter, ebenso öffentliche Arbeiter und Angestellte, wenn sie entweder einen eigenen Hausstand führen, oder die Hebung länger als vier Wochen dauert. Für Angehörige aus der Privatwirtschaft werden auf gesetzlicher Grundlage Sonderunterstützungen gezahlt. Zur Beurlaubung hat der Arbeiter oder Angestellte den erhaltenen Einberufungsbefehl mit dem Antrag auf Urlaub dem Betriebsführer vorzulegen. Eine Kündigung ist hier, wie schon erwähnt, ausgeschlossen; es besteht aber andererseits für die Dauer dieses Urlaubs kein Anspruch auf Zahlung von Arbeitsentgelt, oder sonstigen Bezügen. Der Urlaub zur Teilnahme an einer Hebung der Wehrmacht ist dem Gefolgschaftsmann außerhalb des ihm etwa zustehenden tariflichen Urlaubs zu gewähren. Der Unternehmer kann jedoch den sonst zustehenden Erholungsurlaub entweder im gleichen oder im nachfolgenden Urlaubsjahr um Vs, jedoch um nicht mehr als 10 Tage kürzen, wenn er dem Gefolgschaftsmann für die Dauer des Hebungsurlaubs' Lohn oder Gehalt wie bisher nach Abzug der Sozialbeiträge weiterzahlt. Dauert die Hebung ! weniger als 10 Tage, fo find diese Tage bis zu Vs 1 des zustehenden Jahresurlaubs auf den Erholungs- I urlaub in Anrechnung zu bringen. Autobrand auf der Landstraße. Der Personenkraftwagen eines hiesigen Kaufmanns geriet am Mittwochnachmittag auf der Landstraße Ruttershausen—Wißmar infolge 23er- gaferbranbes in Brand. Der Besitzer des Wagens, der selbst am Steuer saß, bemerkte plötzlich eine gewaltige Stichflamme, die aus dem Motor empor- schlug, und schon breiteten sich die Flammen über den ganzen Wagen aus. Es gelang dem Autolenker, schnell aus dem Wagen zu springen und auch seinen mitfahrenden alten Vater, der vor Schreck ohnmächtig geworden war, unversehrt aus dem lichterloh brennenden Fahrzeug herauszuschaffen. Es war jedoch nicht möglich, irgend etwas zur Rettung des vollkommen in Flammen stehenden Wagens zu unternehmen, da nach Lage der Dinge jeden Augenblick mit der Explosion des Benzinbehälters gerechnet werden mußte. Der Kraftwagen verbrannte vollständig bis auf die Eifenteile, ferner fielen die in dem Wagen mitgeführten Warenvorräte in ansehnlichem Werte den Flammen zum Opfer. Gammelt Bucheckern zur Oelgewinnung! Fwd. Um die Ernte an Bucheckern für die Oelgewinnung nutzbar zu machen, sind Bucheckern auch in diesem Jahre in die Förderungsmaßnahmen des Reichs- und Preußischen Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Oelgewinnung aus deutschen Gelsaaten einbezogen worden. Die Oel- mühlen werden durch Bewilligung einer Ausgleichsvergütung in die Lage versetzt werden, dem Sammler von Bucheckern einen Kaufpreis von 18 Mark (gegenüber 16 Mark im vergangenen Jahre) für den Doppelzentner zu zahlen, der bei der diesjährigen reichen Ernte ein besonders lohnender Ertrag für das Sammeln ist. Darüber hinaus ist dem Sammler noch ein Rückkaufsrecht für die bei der Verarbeitung der Bucheckern angefallenen Bucheckernkuchen in einer Menge von 65 v. H. des Gewichts der angelieferten Bucheckern eingeräumt worden Den Oelmühlen wird die Ausgleichsvergütung auch bann gezahlt, wenn sie das Bucheckernöl, bas sie für ben eigenen Verbrauch ber Sammler im Lohnschlag geschlagen haben, abgesehen vom reinen Schlaglohn, frei von allen übrigen Zuschlägen zurückliefern. Die Reichsforstverwaltung hat ihrerseits veranlaßt, baß bie Walb- besitzer bie Sammeltätigkeit im Zusammenwirken mit ben örtlichen Stellen des Reichsnährstandes und anderen beteiligten Stellen in die Wege leiten, soweit die Bucheckern nicht für eigene Bedürfnisse der Waldbesitzer, insbesondere für Saatzwecke, benötigt werden. Das Nähere ist bei den örtlichen Stellen des Reichsnährstandes und der Reichsforst- Verwaltung zu erfahren. ** Straßensperrung Wegen Ausführung von Brückenbauarbeiten an ber Brücke an ber Rinbsmühle wirb bie Lanbstraße Gießen—Leihgestern vom 12. Oktober ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Großen- ßinben. ** Die Bezahlung ber Strom- und Gasgelder betrifft eine Bekanntmachung der Direktion der städtischen Betriebe in unserem heutigen Blatte. Säumige Zahler seien auf diese Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Probealarm der Feuersirenen. Am morgigen Samstagnachmittag werden die Feuersirenen bei einer Betriebsprobe ertönen. Grund zur Beunruhigung der Bevölkerung ist also nicht vorhanden, wenn man morgen Nachmittag die Sirenen hört. ** Zusammenstoß zweier LastfUhrwerke. Am gestrigen Donnerstagnachmittag ereignete sich in ber unteren Licher Straße, in ber Nähe der Persil-Uhr, ein Zusammenstoß zweier Lastfahrzeuge. Ein großes Lieferauto eines auswärtigen Unternehmens fuhr dort auf der Fahrt in Richtung Steinbach einen bie Licher Straße herabkommenben Lastzug von ber Seite her an. Der Zusammenprall war ziemlich heftig, er hatte jeboch zum Glück für bie Insassen ber Fahrzeuge keine Nachteile, sonbern brachte nur einigen Sachschaben mit sich. ** Noch gut ab gegangen. Heute früh kurz nach 7.30 Uhr stießen in ber Moltkestraße zwei Personenkraftwagen zusammen. Der von Richtung Hit- lerwall fommenbe Personenwagen geriet auf der durch Regen glatten Straße ins Schleudern. Der Lenker des von Richtung Kaiserallee kommenden Kraftwagens bemerkte dies und fuhr, obwohl er in die Roonstraße einbiegen wollte, im letzten Moment noch gerade aus. Durch diese plötzliche Aen- berung ber Fahrtrichtung streiften sich beide Wagen. Abgesehen von kleinerem Materialschaden beider Fahrzeuge konnte ein größeres Unglück verhütet werben. Strafkammer Gießen. Der H. K. aus Schlitz war durch Urteil des Amtsgerichts Schlitz vom 13. August 1936 wegen Dieb- stahls zu 25 RM. Geldstrafe, Hilfsweife fünf Tage Gefängnis, verurteilt worden. Der Angeklagte legte gegen dieses Urteil Berufung ein. Die Anklage legte ihm zur Last, bei einem Friseur, bei dem er beschäftigt war, eine Schere entwendet zu haben. Der Angeklagte wurde, da seine Schuld nicht einwandfrei feststand, freigesprochen. Wegen Körperverletzung hatte sich der W. W. aus Büdingen zu verantworten. Der Angeklagte hatte einen 14jährigen Buben einer Nachbarsfamilie, mit der er offenbar in Streit gelebt hat, derart geschlagen, daß der Junge einige Tage Krankenhaus- SON' behcmdlung in Anspruch nehmen mußte. Das Amtsgericht Büdingen verurteilte den Angeklagten am 27. Juli wegen Körperverletzung zu zwei Mona- ten Gefängnis. Die von dem Angeklagten hiergegen eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig verworfen. Außerdem wurden dem Angeklagten die weiteren Kosten des Verfahrens auferlegt. Die Angeklagten Constantin Drafchinfki, 39 Jahre alt, August Wilhelm Laib, 37 Jahre alt, Herrn. H e y f e, 36 Jahre alt, und der Joh. Friedrich K e m p f, 41 Jahre alt, haben in Lauterbach im Laufe dieses Jahres eine Reihe von Diebstählen und Kellereinbrüchen ausgeführt, wobei sie außer Lebensrnitteln und Wein auch sonstige Gebrauchsgegenstände mitnahmen. Wegen fortgesetzten gemeinschaftlichen Diebstahls wurden die Angeklagten durch Urteil des Amtsgerichts Lauterbach vom 13. August zu je IV- Jahren Gefängnis und wegen Landstreicherei zu je 6 WochenHaft verurteilt. Außerdem wurde für alle Angeklagten bie Unterbringung in ein Arbeitshaus angeorbnet. Die seitens aller Angeklagten eingelegte Berufung wurde mit Ausnahme bes Angeklagten Kempf, ber wegen bes gemeinschaftlichen Diebstahls freigesprochen wurde, kostenpflichtig verworfen. O e £abn im neuen Flntzbeti. LPD. Marburg, 8. Okt. Seit Mitte Juli d. I. sind bie Arbeiten an ber Regulierung ber Lahn im Teilabschnitt Gisselberg — Nehe- drücke (sübwestlich von Marburg) in vollem Gange. Etwa 200 Arbeiter haben seit dieser Zeit in zwei Schichten kurz unterhalb ber Steinmühle ein geradliniges, etwa 400 Meter langes neues Flußbett geschaffen. Runb 400 000 Kubikmeter Erbe würben babei in Hanbarbeit aus- gehoben, um teils. zur Aufschüttung eines Hochwasserdammes, teils zur Zuschüttung des alten Flußbettes ber Lahn verwenbet zu werben. (Der Gießener Anzeiger hat in seiner Ausgabe 22. August b. J„ Nr. 196. einen ausführlichen B-'d- bericht über diese Arbeiten gebracht. Die Schrift- feitung.) Die Aushubarbeiten, waren jetzt soweit fortgeschritten baß nur noch schmale Erdstreifen has neue Flußbett an beiden Enden vom alten Sahn« bett trennten. Mittwoch vormittag konnte der D u r ch st i ch dieser Erdstreifen erfolgen. Raufchmb ergossen sich die Wassermassen in die DurckEHch- stellm und füllten in furier Zeit das auf der S»ble 25 Meter breite und 3 50 Meter tiefe, in der Hff,r- linie etwa 40 Meter breite neue Flußbett. Mit der Einflutung des neum Flußbettes ist wodl die Hauptarbeit an diesem Teilabschnitt der £ohnrpnus üerung geschafft. Noch aber sind umfangreiche Erdarbeiten zu erledigen, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen Es müssen noch links und rechts des neuen Flußbettes in etwa 40 bis 50 Meter Breite sog. 23orflutmul ben bis zum Hoch - roaHerbamm ausgehoben, ber Hochwasierdamm in Richtung Nebebrücke fortgefübrt. ein Teil bes alten Flußbettes und seither ertraglose Sumpf st ellen zuaeschüttet werben, um möglichst viel bes Geländes zu ersehen, bas der Anlage des neuen Flußbettes geopfert werden mußte. Das neue Flußbett, das einen großen, ben Abfluß von Hochwasser sehr hinderlich gewesenen Lahnbogen abschneidet, wi'-d in Zukunft eine 11 »ber- Hutung he3 2"° » e . e E ~ ft* 3 62 e3)5 5 t; , 3.31 <3 c 2: 7- 3 V-2 : fit E*J 8§*qS e aS E c K 5 8^- ° E4>W £-3* 3 Ec £ 3 3 *. 3 n s* 5 5 3O E E E p E Q * C 5 Geschäftsübernahme. Meiner werten Kundschaft und der Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend zur Kenntnis, daß ich das Geschäft der Firma Weingut E Flemming, Men, ?MM 12 übernommen habe. — Empfehle meine prima Weißweine.......per Ltr. von 65 Pf. an Hotweine ........per Ltr. von 80 Pf. an 8 wie Flaschenweine, roter und weißer Traubensaft, Südweine und Sekt. Lieferung frei Haus! eaeaA Fritz Hahnemann (seitheriger Geschäftsführer der Firma Flemming). Herrliche 639J Schlafzimmer Eiche und alle Edelhölzer, in allen Preislagen von Mk. O f O ■ ■ an mit Kapokmatr. sofort lief erb. Möbelhaus Koos Gießen, Schulstraße 6 Die Anlieferung von Mahlgetreide im Rhein- aiemuuLiuui rm wnWi>u« «wuuvu»«,-. Main-Gebiet ist unverändert klein reicht aber aus, beitskräften oorgenommen. Diese Maßnah- um den laufenden Bedarf der htestgen Mühlen zu men, die von der Sowjetpresse mit der notwendig decken, um so mehr, als auch aus Kurhessen VZet- qewordenen „Einschränkung des aufgeblähten Ver- z e n hinzugezogen werden kann Aus längere Sicht waltunasapparates" begründet werden, haben be- gesehen besteht jedoch ein werteres Erndeckungs- reits zur Entlassung von vielen tausenden Sowjet-bedürfnis, für das bisher besonders noch das nord- arbeitern und Angestellten geführt. Die Moskauer . deutsche Angebot fehlt. Infolgedessen jft die Vor- „Prawda" vom 16. September 1936, Nr. 256, | ratshaltung bei den Mühlen klein, ganz besonders schreibt hierüber: „Die Verwaltungsapparate zahl-: im oberrheinischen Bezirk bei den größeren Muhten, reicher Behörden, Wirtschaftsorganisationen und die in sonstigen Jahren auch in starkem Umfange Unternehmen sind maßlos aufgebläht. Eine auf Bezüge aus Bayern zuruckgreifen konnten Nach- vom Finanzkommissariat durchgeführte Revision er- dem jetzt das Angebot nach dem Monatswechsel wie- aab daß 14,2 v. H. des Personalbestandes aus den , der besser eingesetzt hat, dürfte auch eine Zunahme, Verwaltungen der Maschinen- und Traktoren-Sta-, der nord- und mitteldeutschen Offerten baldigst zu j tionen überflüssig sind. Ueber 17 500 Buch- > erwarten sein. Dr.Fraozfieuer.lnt ist verreist von Samstag, den 10. d. M. bis Sonntag, d. 18. d. M. Vertreter sind die Herren: Dr. Wilhelm Klein Dr. Neumann-Spengel San.-Rat Dr. Schliephake Dr. Mehl (bis 15. d. M.) 6380V Wichtig für Naturfreunde! Wichtige Neuerscheinung! SAtzMMWnu.rieren nach der Naturschutzverordnung vom 18. Marz 1936 (RGBl.I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o.ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenlchen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Hugo Bermööiet verlos, Seriln-Mlerf. einschl.Tanzgeld Fröhlichkeit ein scbl. Bedienung Ein Posten Kinderkleiderstoffe .98 .68 Tanz Musik EINTRITT: 40 Pfennig PA lENWEIN: Glas 25 Pfennig NSG. KRAFT DURCH FREUDE ______________________ 6399D Das rheinische Winzerfest ruft auch dich zu frohen x tunden! Samstag 20 Uhr / Sonntag 16 Uhr / Montan 20 Uhr Die festlich geschmückte Volkshalle ist gut gehe zt jetzt Marktstraße 27 Jedes Kind erhält in Begleitung eines Erwachsenen heute einen Luftballon umsonst. Der Luftballon wird ohne Kaufzwang abgegeben. ___________________640QA ♦ft SS W r-» c* 0© E E s r-r s ro ä o r- <5 «S» r— S- « r*> e ct c e-» •o <1* «-* <*5 e in 2 E iE es 3 ' 3Xt> /D E ■ U« E ,E E Ö 3 A^ S 3 E E = 3-e- Hö 19 c 8 <» SM ° 8 o 8 .8 2« S^ E »8> *• B 8 . o 2 Bee B e E E E-2 S c E*-vO :E c E ° E t) o> er/; E^Sg 93-c Es. t) ~ gJ-: ox2 -5 S *8 ® S ^5 8 -E IS o 3 E2 2 E E ES 'S E E ÄQ?S - 8 E KZZ ’ C E 3*t? e-s»’E & c s - s E E = E E . :E JLs» ® Lr; o E 3 Nd2 1%^ 2 E £ XD - (JXä) B S3 g^A E The ' - §EESe E öSF> c o ■-.c 32 s-» vC-HE-ä 2 ««>«=■- |E| e . = ° E=; kr.-g-L g .~ o ] C C E 1_J r; a^e . .2 E toL5 E 8 8 -so gäa ÄW c 8 8 8 8 8 E *• E in c E E E10 M iät 2to gA'E « § (/) z ÜJ £ X LÜ m 3) Ess 8 2 .g- SZ N SÄ -e-E,0 E-O SSSlO* w?f8 2.« E EÖ o q -e e; e.2i 8^ M !?£8 *E -Q E £• 8 8 L E-- - •E 8 E ° E «? s in 8 o 19 B« 8-S S E >otoB A -S c E E N N z w Q 8 5» S 8192. ^2-Ä-L^ ® Q- =3 N 8 S E E-SZ-I 8 5 w-ce'c 2 KjqS’ •— e> 8 8 E E 8 E E Q s Z E c* -c — *ti ÄZ LL-; (9.E E-C E E ° lC2 sS B» 2E. 5 19^ 82^^^- e E E 8 3 E« E 3 «8 g E N 8 S £3 T S e 2 2 E 8 ö E s 99 XD 8193 H D E S 5 8 (9 8 c -As- -S§e^.§S§8§ 8 E(9 o E •- 3 o 8 ° C .2* C >Q ° 3 CQ Ls 338 E E E S« E .5’8'6'° E E E 2 8c 8 S-.GQ ge; 5? 53 E Es MZ ES ° 3"® O- 8 c; 3 e O E 3 SE E 3A Sl9 3 «2 E-SM92LoN E 8 2 ° 0 S^Eo E Z 9 4E— E E E sl3 E E N to(9 5 E «5äö .— o .o । 8 'S- c •■ CQ 3 19 3 E § e ■ 3S^N E 19 0 E s ö SxZWg 3 A u 2 E «“2 E ^ML8N 8^:19 KE §522.(9=9^ ©2 19 E 19 E E o o 8 E N 3 ES EgxS § S E -g E E E -SC EA SZ 'S c 8 3 9 § ■ 5 2;1 e ES Q® 2’S 8 5«“ E 8 .EN ^E -SS h 8 ..£ °So; 8*0 3) E E" 2-S V o dn E , , in C E 3 ^3992 b ES g^A .Z- C ex E Q £ o fc =’S ö^33 8^SZ-8^ ESc^ .5 o rS e GOA 5-3 3 E in E 'S e 5 M _ tCGQS! 8 -o „’S e a’5' ö® s-ff« s 3 ö ?a D.E E m £ g'F C o : E -. 19 31 2- C o> A-? o A A’6'»- W 3 2 E ä S E-^ 3>X) E r» "ti " s7s” » C E | E E 5SH r^sgE 8 ro® E 3)S ■EtoSe.5; e b _ .5 E in c zE o E ö=5 £ 0 S E 3 8 S E V ‘^8 s S--S . 2 192-8 c £ 3 3.E 8 ESo E-! 8” 8 8 8 8 8 E- E E E E 8 8 E 8 _c N E 8 E cv E 3 (9 o 5 Z 8 >n 8 8 2: o **— «’S 8 02 iS? 3 m cy E «-ff o o S^-3 g §«.2-^-8 5 Z-AL^-Z g 'S Z o» <3 E ct « o M •ö 3 XD E <9 w Tfl E 3 Q S 3 E 3 I 8 5 8 3 * er • D « o 5 D 3 CD re 02 O ' 8* 3 ‘cd i 2, 3: 3: 'S D 3 8 o D 3 !-Y o T3 3 DA SS A» u> e o 35 D gr •-O 3-CD a2 £TS S ui «r» vT 8 ä~ o re V ° "3! 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