Mittwoch, 9. September 1956 Nr. 2N Erstes Blatt 186. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheim täglich, außer JRBBBSF Ä a. Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags W für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte M A A A W T ▲▲ bis 8'/,Uhr des Vormittags ®s? int OitOltOf /! WWt es SÄUs vlvllvllvl vllljvlWvl MSKZ von einzelnen Nummern ® Ermähtgte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein- ZZM General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto' behördliche Anzeigen 6Rpf. gronffurt am Main 1168k Dructt und Verlag: vrühl'sche Universttatr Such- und Stdnönicterct R. Lange in Gießen. Schrifüettung und Gefchastsfteüe: Schulstrahe 7 Mengenabschiusse Staffel 8 Nürnberg heißt den Führer willkommen. Ser Wiche Empfang im Rathaus Der Führer trifft in Nürnberg cu Des Führers Dank an Nürnberg Als Oberbürgermeister Liebel dem Führer die silberne Kassette mit dem ihm zur Erinnerung an den diesjährigen Reichsparteitag zugedachten Geschenk einer Urkunde aus dem Stadtarchiv mit den Vorschlägen des Antonio V a f a n n i zur Verbesserung der Befestigungen de^ Stadt Nürnberg aus dem Jahre 1542,' überreicht hatte, dankte ihm der Führer mit folgenden Worten: $err Oberbürgermeister! Nehmen Sie auch dieses- mal wieder meinen Dank entgegen für den herzlichen Empfang, den Sie und die Stadt Nürnberg mir bereiten. Es ist d a s sechste Mal, daß wir uns zur Feier des Reichsparteitages in Ihrer Stadt treffen, und wieder wird die nationalsozialistische Bewegung, werden ihre Kämpfer und Anhänger, und darüber hinaus das ganze deutsche Volk aufs neue gestärkt und gefestigt die Mauern Nürnbergs verlassen. In den letzten Monaten hatte ich schon öfter als einmal Gelegenheit, den Fortschritt jener grossen Bauten und Anlagen verfolgen zu können, die in dieser Stadt für die Abhaltung des gro- tzen Festes unseres Volkes geplant sind, war es im vergangenen Jahre die L u i t p o l d a r e n a , die ihre Fertigstellung erfuhr, dann ist es dieses Mal die Anlage des Z e p p e l i n . F e l d e s , die uns die gewaltige Vollendung des ganzen Reichsparteitagsfeldes ahnen lätzt. So wird ein Aufmarschplah in seiner Fertigstellung dem anderen folgen. Ein neues Stadion von grötzten Ausmatzen soll entstehen. Die kon- grehhalle wird dann aus dem Boden wachsen, bis in sechs Jahren das gesamte Rie- senwerk als weitaus grötzte Anlage, die zur Zeit in der Welt gebaut, feine Vollendung feiern kann. Wieder empfinden wir den wunderbaren Kontrast zwischen der alten und neuen Schönheit dieser Stadt. Wir wissen aber, daß schon in wenigen Jahrzehnten beides miteinander verschmolzen sein wird zu einer Gesamtbewertung, die eben —Nürnberg heißt. Daß Sie mir, Herr Oberbürgermeister, namens der Stadt Nürnberg die alten Pane und Zeichnungen der uns allen so vertrauten Festungsan la gen, Türme, Wehrgange und Gräben als Geschenk überreichten, freut mich besonders. Das Werk wird mir nicht nur eine Bogen über die Pegnitz streckt. Marschmusik ertönte, dann tauchte die Spitze des Schellenbaumes auf, die Mannschaften wurden sichtbar und nun ergossen sich die alten Feldzeichen über die Brücke. Im Anschluß daran blitzte und blinkte das Feld der aufgepflanzten Seitengewehre. Der Vormittag brachte noch ein Ereignis für das Arbeitsdien ft lager in Langwasser. Wie immer, stattete der Reichsarbeitsführer Hier! auch diesmal nach dem Einrücken der 40 000 Arbeitsdienstmänner seinen Kameraden den ersten Besuch ab. Ueberall wo er erschien, wurde er jubelnd begrüßt. Ueberall sah er nach dem Rechten, erkundigte sich nach dem Wohlergehen der Mannschaften und tauschte mit ihnen herzlichste Grüße aus. In den Rahmen des Auftaktes zum Parteitag gehört auch die traditionelle Begegnung zwischen dem Pressechef der NSDAP. Dr. Dietrich und den in Nürnberg vertretenen Pressemännern. Wie im vorigen Jahr, unterstrich auch diesmal Dr. Dietrich den Willen der Partei, mit der Presse auf das engste zusammenzuarbeiten zum beiderseitigen Nutzen. Er hob die Bedeutung der Pressearbeit hervor, er flocht aber auch in seine Rede das große Erlebnis der Olympischen Spiele hinein, das namentlich für die Ausländer ein ganz großes Ereignis war, eben weil sie sich selbst davon überzeugen konnten, daß die über Deutschland verbreiteten „Tatsachenberichte" nichts weiter als Lüge und Erfindung waren. Der erste Tag des Parteitages fand seinen Abschluß mit einem feierlichen E i n l ä u t e n , mit dem Empfang des Führers durch Nürnberg und mit einer F e st v o r st e l l u n g der „Meistersinger" im Opernhaus. erhöhen. So danke ich Ihnen, Herr Oberbürgermeister nochmals für diesen Empfang, für das mir so wertvolle Geschenk, und bitte Sie nun, diesen Dank auch der ganzen Stadt zu übermitteln, denn was würden unsere Parteitage in Nürnberg sein ohne die Nürnberger selbst. Ich fordere Sie nun wie immer auf, der alten Stadt unserer Reichsparteitage den deutschen Gruß zuzurufen: Nürn- berg Heil!" Begeistert stimmen alle Anwesenden dem Führer zu. Die Lieder der Nation beschlossen eine Stunde, die wieder ein wundervoller Auftakt in einem dieser deutschen Stadt würdigen und prächtigen Rahmen und in einem Geiste war, der das Kennzeichen der Parteitage der Bewegung und des deutschen Volkes ist. FellauMruna im Opernhaus. Es ist zur besten Tradition des Reichsparteitages geworden, den Eröffnungstag mit den Meistersingern von Richard Wagner festlich ausklingen zu lassen. Zwei riesige Schalen mit Orchideen waren der einzige Schmuck im Vorraum des Opernhauses. Man sah als Gäste der Aufführung die Reichsleiter der NSDAP., die Reichsminister, die Gauleiter und Hauptamtsleiter und eine große Zahl von Ehrengästen mit ihren Damen. Ferner waren anwesend Vertreter der Länderregierungen, der HI., des NSKK, der Wehrmacht, der SA. und SS., mehrere Staatssekretäre, Führer des Reichsarbeitsdienstes und Politische Leiter. Auf den Rängen hatten die ausländischen Gäste der NSDAP., insbesondere die Diplomaten, Platz genommen. Als der Führer in der Mittelloge erschien, grüßte ihn das Haus stehend mit dem Deutschen Gruß. Die unter der Stabführung von Paul Böhm stehende Aufführung mit den Bühnenbildern unb Kostümen von Benno von A r e n t, in der Inszenierung von Johannes Maurach, brachte Richarb Wagners Werk in vollendeter Wiedergabe. Als Träger der Hauptrollen in der erlesenen Aufführung liebe Erinnerung sein an unsere Stadt der Reichsparteitage, .sondern auch ein Andenken an das schwerste Jahr meines eigenen ge- schichtlichen Wirkens, indem es mir mit Gottes Hilfe gelang, die Wehrkraft des Reiches zu stärken und seine Sicherheit zu In dem herrlichen Saal des Rathauses, der mit den Fahnen der Bewegung geschmückt war und durch weiß und rot leuchtende Gladiolen einen sinnvollen Schmuck erhalten hatte, waren das Führerkorps der Bewegung und die Vertreter des Staates versammelt. In den ersten Reihen sah man alle Reichsleiter, Gauleiter und Hauptamtsleiter der NSDAP., die Reichsminister und Staatssekretäre, die Gruppen- und Obergruppenführer der SA., der SS. und des NSKK., die Gausührer des Reichsarbeitsdienstes, die Gebietsführer und Obergebietsführer der HI., die Ministerpräsidenten der Länder und die Vertreter der fränkischen Städte, die Ratsherren der Stadt Nürnberg und zahlreiche andere Ehrengäste aus dem kulturellen und wirtschaftlichen Leben der Stadt der Reichsparteitage. Auf den langen Seitenbänken hatten Abordnungen der auf dem Reichsparteitagsgelände beschäftigten Arbeiter ihren Platz erhalten. Unter schmetternden Fanfarenklängen betrat der Führer, gefolgt von Rudolf Heß, Reichsfuhrer SS. Himmler u. a., den Saal, von den Teilnehmern an dieser Feierstunde mit erhobener Rechten begrüßt. Nachdem der Führer zwischen Gauleiter Julius Streicher und Oberbürgermeister Liebel Platz genommen hatte, begann der festliche Empfang mit dem Huldigungsmarsch von Richard Wagner. 130 Kinder der Nürnberger Jungschulen und der Nürnberger Männergesangvereine sangen darauf den herrlichen Chor aus den Meistersingern von Nürnberg: „Wachet auf, es nahet gen Tag . Oberbürgermeister Liebel richtete dann u. a. folgende Begrüßungsworte an den Führer: „Mein Führer! Die alte deutsche Reichsstadt Nürnberg, die Sie in den Jahren deutscher Schmach und Schande dereinst als einen .wundersamen Schrank deutscher Kunst unt) deutscher Kultur' bezeichneten, entbietet Ihnen am Vorabend des 8. Reichsparteitages der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in unwandelbarer Treue und tiefer Dankbarkeit ehrerbietige und herzliche Willkommensgrüße! In diesem Jahr dürfen wir in Ihnen, mein Führer, den Mann grüßen, der durch seine gigantischen Leistungen der Welt die größte Achtung abgezwungen hat und zu dem erst vor wenigen Wochen die Vertreter aller Kationen auf einem in feiner überwältigenden Größe und einzigartigen Formgebung in der Weltgeschichte bisher unerreichten wahrhaften Fest des Friedens in aufrichtiger Dank- barfeit und zäher Verehrung aufgebtickt haben! Durch die Schaffung der neuen deutschen Volksarmee, die Wiedererringung der deutschen Wehrhoheit und die im Frühjahr dieses vierten Jahres der nationalsozialistischen Revolution mit kühnem Entschluß durchgeführte Wiederinschuhnahme der Rheinlande durch deutsche Soldaten haben Sie Kraft und Stärke des Reiches wieder herge- stellt und so dem deutschen Volk nicht nur Ehre und Freiheit wiedergeschenkt, sondern die deutsche Kation zu neuer Macht und Grüße geführt. In dem erhebenden Bewußtsein unserer hehren Verpflichtungen als Stadt der Reichsparteitage waren wir in den letzten Jahren bemüht, die viele Jahrhunderte alten Zeugen der Weh r h a st i g - Feit der alten Reichsstadt Nürnberg, ihre stolzen Mauern und trutzigen Türme, die schützenden Graben und die alten Wehrgänge mit ihren Basteien zu pflegen und zu erhalten und sie teilweise m ihrer einstigen Gestalt wieder neu erstehe n zu lassen. Wir wollen vor dem von den gewaltigen Eindrücken des auf Ihren Befehl und nach Ihren Weisungen gestalteten Reichsparteitaggelandes überwältigten Beschauer auch das alte Nürnberg in seiner einzigartigen Schönheit lebendig werden lassen. Ihnen aber, mein Führer, bittet die von wehrhaftem nationalsozialistischen Geist erfüllte Stadt der Reichsparteitage Nürnberg, gutem alten Brauch getreu, in diesem Jahre a l s äußeres Z e i ch e n i h r e r D a n k b a r k e i t, T r e u e .u n d Ergebenheit eine 400 Jahre alte, mit kolorierten Handzeichnungen versehene bedeutsame Urkunde übergeben zu dürfen, in welcher einst „ein |o weiser und ehrbarer Rat niedergelegt hat, in welcher Weise er aus guter Ursach für Beschützung und Befriedung diese Stadt an mehr als einem Ort mit Mauern, Gräben, Zwingern und Türmen, mit Basteien, Streichwehren und allerlei anderen Besserungen nicht ohne merkliche große Kosten versehen und bewahren zu lassen für nützlich erachtet hat. Ich bitte Sie, mein Führer, diese Gabe in einer von Künstlerhand geschaffenen und mit einer Darstellung der alten Nürnberger Stadtbefestigungen geschmückten Kassette als ein Geschenk der Stadt zur Erinnerung an den Reichs- Parteitag 1 936 in Ihre Hände legen zu dürfen mit der herzlichen Bitte, Ihrer alten treuen Stadt der Reichsparteitage Nürnberg das ihr bisher in solch reichem Maße immer wieder von neuem bewiesene gütige Wohlwollen zu bewahren und ihrer auch fernerhin stets freundlich zu gedenken!" seiner schlichten Architektur harmonisch in das historische Straßenbild einfügt, bildet em neues Schmuckstück der Stadt. Es ist zum Empfang des Führers in besonders wirkungsvoller Weise aus- qeschmückt worden. Ueber dem Balkon vor dem Zimmer des Führers wehen zwei Fahnen des Reiches. Eine Ehrenwache der Leibstandarte Adolf Hitler ist vor dem Eingang des Gästehauses aufgezogen. Mit erhobener Hand dankt der Führer der Menge, die ihm immer wieder von neuem zujubelt. Auch als der Führer bereits das Gästehaus betreten hat, harrt die Menschenmenge aus. Glocken lauten den Parteitag ein. In das (Stimmengebraufe klingt plötzlich in tiefem Baß d i e eherne Stimme der S e b ald u s- glocke. Nach den ersten Schlägen fallen St Lorenz und die Frauenkirche und alle anderen Glocken Nürnbergs ein. Es ist ein feierliches wundersames Klingen, das über die Dächer und Rinnen dieser herrlichen Stadt schwingt, das aber bald übertönt wird von dem Jubel, der schon meitber das Nahen des Führers anfunbigt In das Drohnen der Glocken mischen sich mit schweren Schlagen die Böllerschüsse, die ankundigen, daß der Parteitag 1936 seinen Anfang genommen hat Das Rathaus hat prächtigen Schmuck erhalten. Golülaub umrandet die lange Flucht der Fenster, deren Brüstungen mit hell leuchtenden Aftern wundervoll geschmückt sind. Im leichten Abendwind wehen die'auf dem mittleren Turmaufbau und an der unteren Fensterreihe °ngebrachten Fahnen der Beweaunq. Wenige Minuten nach 18 Uhr nntr den dst von fern heranbrausenden und immer star- fer werdenden Heilrufe zum Signal. Der Fuh r e r kommt ! Unter den Salutschüssen und bei den Klängen des Deutschlandliedes schritt der Führer die Front der Ehrenformationen ab und betrat x hna TCnfhnii5 an dessen Portal Frankens dann das Rathaus, an roermeifter Gauleiter Streicher und der Oberburg rme.per der Stadt der Reichsparteitage Liebel ihm oen Willkommensgruß entboten. Der Auftakt. Von unserem W.S.-Sonderderichierstaiier. Der Führer ist in Nürnberg eingetroffen. Damit hat der Parteitag seinen Anfang genommen. Der Empfang durch die Nürnberger Bevölkerung und die zahllosen auswärtigen Gäste war, wie immer, überaus herzlich. Zwar war die Stunde seines Eintreffens nicht bekanntgegeben, aber die Absperrungsmaßnahmen lockten alsbald Tausende von Zuschauern an, die auf dem Wege vom Bahnhof bis zum Quartier des Führers Aufstellung nahmen. Inzwischen war auch die Leibstandarte des Führers vor dem Bahnhof in Paradestellung aufmarschiert. Bald nach 15 Uhr lief der Zug mit dem Führer ein. Kurz darauf erschien Hitler auch vor dem Bahnhofsgebäude, begrüßt durch die präsentierende Leibstandarte, begrüßt durch die unübersehbare Menschenmenge, die immer wieder in Heilrufe ausbrach. Umgeben von einer Kolonne Autos mit Filmkameras, fuhr der Führer, ständig freundlich nach allen Seiten grüßend, in fein Hotel. Dann gab es noch im Anschluß daran ein kleines militärisches Schauspiel, das Abrücken der Adolf- Hitler-Standarte, die mit klingendem Spiel am Deutschen Hof, dem Wohnsitz des Führers, vor- überzoa. Wenige Minuten später erlebten die Nürnberger den Marsch der altenFahnen der Armee durch tyie Stadt. Begleitet von einer mit aufgepflanztem Seitengewehr marschierenden Ehrenkompagnie, wurden die Fahnen in das Militärlager Gaismannshof gebracht. Es war ein überaus eindrucksvolles Bild, als z. B. die Fahnen über die Fleischbrücke getragen wurden, die sich in hohem Sie Anlmst des Meers. Jubelnder Empfang amBahnbof. 1K QA Uhr traf der Führ er und Reichs- Ihn 15.30_Uf>r t Aich geschmückten Hauptbahn- f a n 51 e r auj oem iq j s । » Nealeitung kamen f)0f in 5lürnberg etn. 3n ferner W« 8 S Obergruppen,uhrer Bruck ° Schaub und Reichsten ^^nhof erschien Empfang des 5^ermeic^LartTitage5, Reichsleiter bürgermeister Standartenf h Q Wiede- Adjutanten des Führers H^ P Kapitänleut- ^SlÄ-ndoo Sonoe-ehom los und Plätzen Nürnbergs als der Quf ben roel, Begleitung durch bas SBaOnw p Mal wieder ten Vorplatz hinaustrat Z ' überftrömentie braust ihm I-ner ^ubel und I sichtbares Begeisterung entgegen b e em I i ^adt der Zeichen für die Seifte mit dem Führer Reichsparteitage ' des deut- der natlonalsozialiftischen Be m Klängen des fchen Volkes darstellt. UMer .^^ rd)ritt der Deutschland- und ßorft-» 1 Ehrensturmes Führer die Front des anget bQrQu[t)in seinen feiner Leibstandarte a>. äls fiof- 15u sah- Wagen bestieg, um ''~L Ver Jubel der bereu, umbrandte ihn wie $$ DOm Bahn- geisterten Nürnberger. Der an^un g^ Hof bis zum --^utsthen ( auf bciben Seiten Seite abgelperrt f)tnter 1b« I ^mQ((en ftauten. viele Glieder tief die SKffl unb dem angrenzen- Dor dem --Deutschen H s e,ne unübersehbare den Gästehaus drang^ 1»°) ' u5/ ba5 sich tn Menschenmenge Das Ga^ - H 9 t. Kamps gegen den Bolschewismus „Popolo d'Jtalia" zum Nürnberger Parteitag. Partei und Staat im Dienst des Volkes r ri 0 u sc a sc b D d 3 fc bl k, n u Aiirnbergs Geschenk an den Führer Gin Dokument der Wehrhastigkeit der alten Reichsstadt. Nürnberg, 8. Aug. (DNB.) Die Stadt Nürnberg ließ dem Führer durch ihr Stadtoberhaupt als Geschenk eine silbergeschmiedeteKas- fette überreichen, die die wertvolle Urkunde eines S t a d t b e f e st i g u n g s p l a n e s Nürnbergs aus dem Jahre 15 4 2 birgt. Der Deckel, der von dem Nürnberger Goldschmied Ludwig Kleeberger nach Angaben des Direktors der städtischen Kunstsammlungen Nürnbergs, Stahl, ausgeführten Silberkassette ist verziert mit einer Elfenbeinschnitzerei, darstellend die Nürnberger Stadtmauer aus der Zeit um 1600. Die Stadt Nürnberg ist innerhalb des Mauerkranzes versinnbildlicht durch die drei alten Stadtwappen. Der Deckel trägt auch das Hoheitszeiten und die Inschrift „Reichsparteitag 1936". Antoni V a f a n n i. Die Pläne des Festungsbaumeisters sind gestaltet nach den Bestrebungen des Rates, Nürnberg als wehrhafteStadt zu erhalten und auszubauen. Diese Notwendigkeit hatte sich bereits angesichts der Husittengefahr in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ergeben und zur Fertigstellung der letzten Stadtumwallung in ihren Hauptzügen geführt. Unter Kaiser Maximilian waren unter dem Einfluß der Artillerie "auch neue Befestigungsgrundsätze aufgekommen. Die Nürnberger Stadtväter mußten darauf bedacht sein, ihre stolze Festung der neuen Zeit entsprechend auszugestalten. Noch im Jahre 1527 wurde an der selbst gegen die modernen Angriffswaffen entsprechend ausgebaut war. Erst 1538 hatte man den geeigneten Mann gefunden, der dem modernen Festungsbau gewachsen war. Es war dies Antonio B a s a n n i auf Malta. Der Meister begann den Bau, der erst im Sommer 1542 vollendet wurde. Nachdem die Burg zu einem nahezu uneinnehmbaren Stützpunkt ausgestaltet war, mußten auch die übrigen schwachen Stellen der Befestigung beseitigt werden, sollte die Stadt einer Belagerung standhalten. Der Rat beauftragte deshalb Jobst-T e tz e l, mit dem Erbauer der Burgbastei, in einem Rundgang um die Stadt die vorhandenen Schäden festzustellen. Die gemeinsamen Verbesserungsoorschläge wurden in einer Schrift niedngelegt und von dem Bildhauer Sebald Beck und dem Maler Georg P e n tz mit handkolorierten Zeichnungen versehen. Die pergamentgebundene Handschrift wurde jetzt dem Führer vom Oberbürgermeister der Stadt als Ehrengeschenk überreicht. Nach Fertigstellung der Vorschläge 1442 trat Vasanni eine Auslandsreise an. Nach seiner Rück-! kehr befaßte er sich in Nürnberg mit verschiedenen Künsten, wobei er das Mißfallen der „zünftigen Meister" hervorrief. Auf einer zweiten Auslandsreise wurde er seiner Habe beraubt und geriet in drückende Armut. Von Augsburg aus wandte er sich 1555 an den Nürnberger Rat „um Hilfe und Handreichung". Er fand entgegenkommende Unterstützung und gab dafür Ratschläge „der Gebäude und andershalber". Die Arbeiten wurden auch nach seinem Tode im Jahre 1559 fortgesetzt und 1564 am Neu-Tor beendet. ihr erteilt ist, heißt: Das Wohl des Volkesk Jeder in der Partei ist für diesen Auftrag verantwortlich, der Ortsgruppen- oder Kreisleiter der Partei trägt persönlich die volle Verantwortung für seinen gesamten Führungsbereich. Das ist der Unterschied! Die Partei hält ihre Hand am Pulsschlag des Volkes. Die Partei befiehlt dem Staate, aber sie ist nicht der Staat! Die Partei hat die politische Führung, der Staat die Funktion der Verwaltung. Beide sind sachlich getrennt, aber personell miteinander verbunden. Der Führer der Partei ist zugleich die oberste Spitze des Staates. Die Partei gibt durch ihre Lebens- und Leistungsschule dem Staate unaufhörlich die Männer, die er zur politischen Führung bedarf. Damit ist durch die nationalsozialistische Partei auch die Führung des Staates für alle Zeit mit dem flutenden Leben der Nation verbunden und durch sie das oberste Gesetz der Demokratie, die Homogenität von Volk und Staat in einzigartiger Weise verwirklicht. Wir haben eine Volksgemeinschaft gestattet, in der es durch zweckmäßige Organisation und einzigartige Entfaltung der Kräfte gelungen ist. der sozialen Sehnsucht von Jahrhunderten Erfüllung zu geben. Wir haben in unserer Volksgemeinschaft nicht den Sozialismus der Vichtkönner, sondern den Sozialismus der Leistung verwirklicht, die natürliche und daher einzige Harmonie der Interessen, die es gibt. Wir haben dem Volke auch die Freiheit gegeben. Wir haben es wieder wahrhaft politisch denken und fühlen gelehrt, damit es die Bedeutung und den Wert der Gemeinschaft auch für seine eigenen Interessen, für sein eigenes Leben erkennt. Die Freiheit ist hier auf einer höheren Ebene verwirklicht und zur schöpferischen Verpflichtung für das Wohl der Gemeinschaft geworden. In seinem Schlußwort wies Dr. Dietrich darauf hin, daß das Reichsparteitagsfeld erst im Aufbau begriffen ist. Hier, angesichts der altehrwürdigen Herrlichkeit des mittelalterlichen Nürnberg, soll das deutsche Olympia erstehen als ein Heiligtum der Partei, als ein ewiges Denkmal der deutschen Wiedergeburt, als der Stein gewordene Ausdruck deutscher Größe, deutschen Lebensgefühls und deutscher Kultur. Wenn eine spätere Zeit einmal von der nationalsozialistischen Revolution als der klassischen Revolution des Germanentums sprechen wird, dann wird sich hier in der Gesamtschau der Flächen und Architekturen den Glanz unserer Zeit verkörpert sehen. Nicht nur die Hände deutscher Arbeiter errichten diese gewaltigen Bauten, sondern auch ihre Herzen haben Anteil an diesem Werke, dem Denkmal der sozialen Befriedung und der nationalen Befreiuna des deutschen Volkes. Vor wenigen Wochen noch feierten hier in unserem Lande die Völker der Erde das F e st der Jugend im friedlichen Wettkampf der Nationen. Es war ein wahrhaft olympisches Fest, ein Fest des Friedens in beglückender Eintracht, voll heiteren Frohsinns und schäumenden Lebens- gefuhls. Die Presse aller Länder und die Besucher aus aller Welt haben dem neuen Deutschland für die glanzende Durchführung der Spiele und für Öen hehren Geist, von dem sie getragen wurden, in ehrlicher Bewunderung ihre Anerkennung gezollt. Viele Vorurteile gingen über Bord angesichts dieser, wie man sich ausdrückte, „Oase der Ruhe und Ordnung" inmitten einer aufgewühlten, brodelnden politischen Welt. Was man bei uns mit eigenen Augen sah, war etwas ganz anderes als das, was ihnen zu Haufe von böswilligen Elementen vorge- käuscht worden war. Statt niedergedrückter, unter der Wucht der Tyrannei seufzender Menschen, fanden sie ein glückliches und selbstbewußtes Volk. Statt einer zusammengebrochenen Ration erlebten sie ein aufblühendes Volk von ungeahnten Organisakionsfähigkei- ten, großartig in der Entfaltung neuer Lebensformen und gewaltig in seiner nationalen Ausdruckskraft. Viele kamen als kritische Beobachter und gingen als Propagandisten der Wahrheit. Ihre Organisation reicht tief bis in den Wurzel- boden des Volkes hinunter und erfaßt die ganze Nation bis in die letzten Verästelungen ihres öffent- ' ”~x 7"—^— Der Generalauftrag, der darüber hinaus aber auch der ganzen Welt, in welcher Eintracht und in welchem Glauben das junge Deutschland vereint ist. Ich habe Euch einst an der Gruft des großen Königs in der Garnisonkirche zu Potsdam diese Fahnen übergeben. Ich freue mich, daß Ihr sie so in Ehren haltet und daß sie über alle Hoffnungen und Erwartungen hinaus wirklich z u m Zeichen einer neuen Jugend und zu einem Symbol geworden sind, das uns heilig und t -st *-7 Y-": uns Nation und Führer hörte man Rudolf Bockelmann (Hans Sachs), Joseph von Manowarda (Veit Pogner), Eugen Fuchs (Beckmesser), Georg Hann (Fritz Koth- ner), Max Lorenz (Walter Stolzing), U. Zimmermann (David) und Maria Müller (Eva). Als sich der Vorhang nach dem ersten Aufzug senkte, dankte der Führer und mit ihm das ganze Haus den Künstlern für ihre prächtige Leistung mit reichem Beifall. Kurz nach 1 Uhr früh endete die Dr. Dietrich spricht vor der Presse Über die Verwirklichung der Demokratie im nationalsozialistischen Führerstaat. Nordostecke der Stadt, am Kappenzipfel, die große Rundbastei erbaut, die noch heute an dieser , . , Stelle das festeste Bollwerk der Stadt bildet. Alle Die Vorschläge zur Verbesserung der Nürnberger Verbesserungen an den Stadtmauern verloren aber Stadtumwallung stammen von dem Baumeisters an Wert, solange nicht d i e B u r g auf dem Felsen „Hr tragt die Fahne des Führers durch das ganze Reich." DerRelchssugendführerbegrüßtimIeltlaqerFürthdieTeitnehmerdesAdolf-Hitler-Marsches F ü r t h , 8. Sept. (DNB.) Nachdem am Montag die Marscheinheiten der HI. aus allen 25 deutschen Gebieten, die von ihrer Heimat aus zu Fuß zum Nürnberger Parteitag gewandert sind, in Fürth eingetroffen waren, bezogen sie ihr großes Zeltlager auf einer Wiese zwischen dem Humb- ser Spielplatz und dem Gelände der ehemaligen König-Ludwig-Quelle. Die Hitler-Jugend hat den langen Marsch ohne Zwischenfälle zurückgelegt. Nachdem am Montagabend im Zeltlager im Beisein einer großen Volksmenge beim Schein eines lodernden Holzstoßes eine kameradschaftliche Feier st unde durchgeführt worden war, traten am Dienstagmorgen sämtliche Marscheinheiten auf dem großen Platz des Zeltlagers mit ihren 370 Fahnen an und formierten ein offenes Viereck zum Lagereingang. Kurz nach 10 Uhr erschien der Reichsjugendsührer Baldur von Schirach. HJ.-Stabschef Lauterbacher meldete dem Reichsjugendführer, daß die angetretenen 1600 Jungen als Erste zum Reichsparteitag angekommen sind und als Erste die Grüße der deutschen Jugend überbringen. Der Marsch der Jugend ist in beispielloser Disziplin durchgeführt worden. Es wurden dabei in 738 Tagen über 12000 Kilometer zurückgelegt. Der Marsch wird durch den Vorbeimarsch an dem Führer seine Krönung erhalten. ReWjugendsührer von Schirach hielt folgende Ansprache an die HI: festliche Ausführung. Herzliche Kundgebungen des Beifalls riefen die Darsteller immer wieder vor die Rampe. Szenenbild, Solostimmen, Chöre und Orchester vereinten sich im dritten Aufzug zu einem Gleichklang von stärkster Eindringlichkeit. Als der Führer das Opernhaus verließ, würde er wiederum von einer zahlreichen Menge herzlich begrüßt. Die stürmischen Kundgebungen fanden erst ihr Ende, als der Führer in seinem Hotel angelangt war. Berlin, 8. Sept. (DNB.) Der Reichsver- band der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland veranstaltete am Samstag, Sonntag Montag mit Genehmigung der zuständigen Aufsichtsbehörde seine diesjährige I a h r e s t a - g u n g in der Aula der Joseph-Lehmann-Schule, die von Vertretern aller im Reichsverband zusammengeschlossenen Kulturorganisationen und sonstigen indischen Vereinigungen zahlreich besucht war. Die Tagung, die besonders der zukünftigen Programm- aestaltung im Reichsoerband gewidmet war, umfaßte in dreitägigen Sitzungen zahlreiche Referate bekannter jüdischer Persönlichkeiten, jüdisch-politi- scher Beauftragter und jüdischer Künstler über die in drei Jahren geleistete Arbeit, ihr Ergebnis und die künftigen Absichten. Im Beisein des Sonder- beauftragten für die Überwachung der kulturell tätigen Juden im deutschen Reichsgebiet, des Reichs- kulturwalters Hinkel, referierten u. a. die Sprecher der Zionistischen Vereinigungen Dr. Jo- achim Prinz, Nr. Eloesser, Dr. Nathan, Dr. Benno Cohn und Mitglieder der Reichsoer» Nürnberg, 8. Sept. (DNB.) Auftakt auch des Reichsparteitages 1936 war der Empfang der Presse durch den Reichspressechef der NSDAP. Dr. Otto Dietrich im Kulturoereinshaus. Fast die gesamte in Nürnberg anwesende 3n= und Auslandspresse hatte der Einladung des Reichspressechess Folge geleistet. Das Kulturoereinshaus hat eine festliche Ausgestaltung erfahren. Die in hellen Farben gehaltene hohe Eingangshalle trug an den Seitenwänden metallene Hoheitszeichen auf rotem Samt. Der Aufgang und der ganze festliche Raum, der in Elfenbeintönen gehalten ist, waren mit den Freiheits- fupnen der Bewegung und Blumen geschmückt. Goldgirlanden zogen die Linien des Raumes nach, das ganze Mittelstück der Bühne nahm ein gewaltiges Hakenkreuzbanner ein. Das Reichs-Symphonieorchester unter Leitung fernes Kapellmeisters Pg. Adam leitete die Veranstaltung mit der Oberon-Ouvertüre von Carl Maria von Weber, dem Militärmarsch von Schubert und dem Nocturna aus der Lyrischen Suite von Edvard G r i e g ein. Reichspreffeches Dr. Dietrich führte dann u. a. aus: Wenn mir Sie, die Vertreter der deutschen und ausländischen Presse hierher nach Nürnberg zur großen Heerschau der Partei gebeten haben, dann bitte ich Sie, darin den Ausdruck unseres Willens zu gegenseitigem Verständnis und sachlicher Zusammenarbeit erblicken zu wollen. Ich glaube, es wäre gut, wenn die Presse über ihre Arbeit für andere nicht zu oft vergessen würde, auch einmal ihrer eiaenen Zusammenarbeit und Stärke Ausdruck zu geben. Und nicht zuletzt aus diesem, die Presse und ihr Ansehen selbst berührenden Gedankenkreis heraus ist es mir eine ganz besondere Freude, ©ie hier so zahlreich begrüßen zu können. „Ich bin stolz darauf, Euch zum Beginn des Reichsparteitages 1936 begrüßen zu können. Ebenso stolz bin ich darauf, daß Ihr der ganzen Nation wiederum ein überzeugendes Beispiel der neuen Zucht und der neuen Ordnung gegeben habt. Ich freue mich, hier erklären zu können, daß dieser Marsch der deutschen Jugend, daß der Adolf-Hitler-Marsch der HI von nun an immer ein Bestandteil der nationalsozialistischen Reichsparteitage bleiben wird, lieber das Sportliche dieser Einrichtung hinaus ist Euer Marsch eine ft)m = barsche Handlung für die ganze Jugend unseres Volkes. Ihr tragt die Fahne des Führers durch das ganze Reich: und im Geiste marschiert mit Euch die Jugend unseres ganzen deutschen Volkes. So soll auch in den kommenden Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten die deutsche Jugend immer hinter Adolf Hitlers Fahnen zum Reichs- einem Symbol gei Parteitag marschieren. Ihr zeigt damit der Nation, I teuer ist, das für Mailand, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Nürnberger Parteitag bildet Gegenstand ausführlicher Schilderungen der italienischen Presse. Po- polo d'Jtalia" hebt den besonders herzlichen E m p - sang hervor, der den unter Führung von Professor M a r p i c a t i nach Nürnberg entsandten faschistischen Vertretern zuteil wurde. Weiter heißt es in dem Bericht, die Stadt trage auch in diesem Jahre ein ganz bestimmtes politisches Gepräge: Kampf gegen den Bolschewis- m u s. Zwischen den Häusern seien große Inschriften aufgestellt, die sich auf den Kampf Das Bildtelegramm zeigt die Begrüßung der HJ.-Abordnung, die am Adolf-Hitler-Marsch teilqenommen gegen öen Bolschewismus beziehen, und die Schauhat, durch den Reichsjugendführer Baldur von Schirach am Ziel des Marsches in Fürth. 'ter der Geschäfte seien angefüllt mit anti- (Scherl-Bilderdienst-M.) bolschewistischen Buchern und Schriften. Die Ereig- nisse des ersten Tages werden dann ausführlich darstellt und verkörpert. Wenn der Führer vor ' Euch steht, denkt daran, daß Euer Anblick ihm Kraft geben soll zu neuen Werken, daß Eure X'U/V» Reihen ihm Freude, Glück und Stolz bedeuten Paris 9 Senk G Wen an Oet Cohn taten vvömttevungs-vfevde-LNavkt Mittwoch, den 23. Sevtember 1936, 8.30 Uhr. Meldeschluß: Freitag, den 18. Sevtember 1936,10 Uhr vorm. — Nichtarier sind vom Besuch des Marktes ausgeschlossen. — Hevbft-Schau- und Vevkaufs-Messe Vom 20. bis einschließlich 27. Februar 1936. Großer Vergnügungspark! 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Jahrhunderts wirkte, hat einmal den seherischen Ausspruch getan: „Unsere Nahrungsmittel müssen Heilmittel, unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein"; und wie so manche Forderungen der alten Medizin heute ihre Erfüllung finden, so hat auch dieses Wort durch die Ergebnisse der neuzeitlichen Lebensforschung ungeahnte Bestätigung erfahren. Die Wissenschaft hat in der Tat Stoffe: die „Vitamine", entdeckt, die in unseren Nahrungsmitteln enthalten und in winzigen Mengen als Regler wichtiger Organtätigkeiten geradezu unentbehrlich für den regelrechten Ablauf der Lebensvorgänge sind, so daß ihr Mangel, wie er bei einseitiger und unzweckmäßiger Ernährung eintritt, zur Ursache schwerster Gesundheitsschädigungen werden kann. Die Vitaminforschung der letzten Jahre ist denn auch eifrig bestrebt gewesen, weiter in das Geheimnis dieser „Lebensstoffe" einzudringen; und im besonderen der deutschen Forschung ist es gelungen, Wege zu weisen, auf denen es möglich wurde, die für den Menschen wichtigsten Vitamine in reiner Form herzustellen und sie so der Heilwissenschaft als genau abteilbare Arzneimittel zuzugänglich zu machen. Als die wichtigsten dieser Vitamine entdeckt wurden, war man sich über ihre Natur noch völlig im Unklaren; sie erhielten daher, da man sonst nichts über sie auszusagen wußte, die alphabetischen Bezeichnungen A, B, C, D usw.; und diese Benennungen haben sie bis heute beibehalten. Eine Reihe von ihnen hat für die Vorbeugung und Behandlung der verschiedensten Krankheiten schon große praktische Bedeutung gewonnen, wie es in meinem Büchlein „Gesund durch Vitamine" (Franckhsche Verlaashandlung, Stuttgart) im einzelnen geschildert ist. Hier mögen einige Beispiele herausgegriffen werden. Besonders wichtig für die Heilkunde sind das Vitamin A, das für das Wachstum des Körpers sowie für die Unversehrheit gewisser bedeckender Zellgruppen (der sog. „Epithelien") unentbehrlich ist; ferner die Vitamine der B-Gruppe, die einesteils das regelrechte Arbeiten des Nervensystems verbürgen, andererseits gewissen Erkrankungen der Haut entgegenwirken; weiter das den früher so gefürchteten Skorbut verhindernde Vitamin C und schließlich das die Rachitis verhütende Vitamin D. Abgesehen von dem zuletzt genannten Leiden ist die Mehrzahl der „Mangelkrankheiten", die beim Fehlen dieser Vitamine auftreten, glücklickerweise mehr oder weniger auf fremde Länder beschränkt; die Englische Krankheit oder Rachitis aber ist auch bei uns eine Dolkskrankheit in des Wortes schlimmstem Sinne. Besonders in den licht- und sonnenarmen Vierteln der Großstädte ist das heimtückische Leiden unter der wirtschaftlich weniger gut gestellten Bevölkerung zu Hause und sucht sich dort hauptsächlich unter den Kindern vom 3. und 4. Lebensmonat bis etwa zum 4. Lebensjahr seine Opfer. Haupterscheinung der Krankheit ist die Störung in der Umwandlung des unfertigen, weichen, in fertiges, festes Knochengewebe. Infolgedessen kommt es zu Verkrümmungen der Knochen, zu Auftreibungen der weich gebliebenen Knochenenden, Blutarmut, Kramptsucht und erhöhter Anfälligkeit für Katarrhe und Ansteckungskrankheiten, zumal für die gefürchtete Tuberkulose. Eltern, deren Kleinkinder bei allgemeiner Unruhe, mangelndem Appetit uttd schlechtem Schlaf gern den Kopf auf den Kissen reiben, schwitzen, bei Berührungen, zumal an der Brust, schreien und von Durchfallen und Katarrhen geplagt werden, sollten daher nicht zögern, den Arzt zu befragen. Dieser vermag dann durch die Verordnung des Aus Natur und Technik. v-Wtanuns in welcher Form auch immer, sowie durch Umstellung des kleinen Patienten auf zweck- dienllche Lebensweise,, der Krankheit gewöhnlich bald ihre Schrecken zu nehmen; und so darf gerade im Hinblick auf die verhängnisvolle Ausbreitung der Englischen Krankheit die Reinherstellung dieses Heilstoffes, der mit vollem Recht „antirachitisches Vitamin genannt wird, als eine der segensreichsten Taten der modernen medizinischen Forschung anae- sehen werden. 9 Aber auch mit den übrigen Vitaminen werden schon sehr beachtliche Heilerfolge erzielt. So sieht man heute manche Formen von Augenkrankheiten der Kindern, „rote Augen", hartnäckige Bindehautkatarrhe usw., als Folge eines Mangels an Vitamin A an; ebenso die Neigung mancher Kinder zu immerwährenden katarrhalischen Erkrankungen der Atemwege, zu Rachen- und Luftröhrenkatarrhen, „rotem Hals" und bergt Auf solche Erscheinungen wirkt denn auch, zumal wenn sie immer wiederkehren, die Behandlung mit dem A-Vitamin günstig ein; ebenso werden der Ernährungszustand, das Körperwachstum und die allgemeine Widerstandskraft gegen Ansteckungskrankheiten gehoben. * Vitamin B, das aus Hefe hergestellt und gegen Furukulose usw. angewandt wird, scheint sich auch gegen gewisse Formen der Nervenentzündung (Neuritis) zu bewähren. Vitamin C wirkt gegen alle Formen des Skorbuts und seine Vorläufer, gegen die sog. „Frühjahrsmüdigkeit", die mit Schlappheit, leichter Ermüdbarkeit, Glieder- und Schienbeinschmerzen und zuweilen auch Zahnfleischblutungen einhergeht, sowie gegen gewisse Nährschäden der Säuglinge, wie sie bei künstlicher Aufzucht mit hochsterilisierter und dadurch vitaminarmer Milch sowie Milchpräparaten usw. auftritt. Das OVitamin hat neuerdings auch noch dadurch von sich reden gemacht, daß es sich als ausgezeichnetes Mittel gegen innere Blutungen (z. B. des Magens, Darmes, der Lunge) erwies und sogar bei der gefürchteten, der ärztlichen Kunst bisher nahezu unzugänglichen Bluter-Krankheit nicht versagte. Auch bei der Abwehr von Ansteckungskrankheiten scheint das Vitamin C eine wichtige Rolle zu spielen; so wurde neuerdings festgestellt, daß der d-Stoff die Lebenskraft und Giftigkeit z. B. von Diphtherie-Bazillen merklich herabsetzt. * Vitamin D, das (zusammen mit dem A-Stoff) den wirksamen Bestandteil des seit uralten Zeiten wegen seiner Heilkraft geschätzten Lebertranes bildet, hat sich nicht nur, wie oben erwähnt, bei allen Formen der Rachitis glänzend bewährt, sondern auch bei mannigfaltigen weiteren Störungen des Knochen- und Kalkstoffwechsels, lieber weitere Vitamine, so z. B. das E, sind die Forschungen noch in vollem Gange; das „Fortpflanzungsvitamin" E scheint sich bei Neigung zu Frühgeburten und in manchen Fällen von Unfruchtbarkeit der Frau zu bewähren. Die Beispiele zeigen, daß den Vitaminen heute als wirksamen Arzneimitteln schon beachtliche Bedeutung zukommt; und ganz besondere Aufmerksamkeit verdienen die Ergebnisse der Vitaminforschung, wie wir gesehen haben, im Hinblick auf die Gesundheit, Lebenskraft und Widerftandsfähig- | keit der werdenden und der kommenden Generation. Hundert Lahre Drahtförderseil. Eine grundlegende deutsche Erfindung. Was gibt esAeues m derTechnik? Wie funkt der Zeppelin- Für die Funker des neuen Luftschiffs LZ 129 muß es ein eigenartiges Erlebnis gewesen sein, als sie bei den ersten Probefl^rten auf drahtlosem Wege mit fernen Stationen in Verbindung treten konnten. Als das Schiff über Bad Tölz kreuzte, konnten amerikanische Küstenstationen erreicht und zur Antwort veranlaßt werden. Auf Kurzwellen wurden am Tage mehr als 7000 km überbrückt, ein Beweis für die Brauchbarkeit der Funkananlagen. Allerdings hängt von ihrer Betriebs- fähigkeit auch das Schicksal des Schiffes und seiner Besatzung ab. Denn es wird ja nicht nur gefunkt, um in alle Welt hinaus Grüße zu senden, sondern die Hauptaufgabe der Funker ist die ständige Ueberwachung des Wetters und die Durchführung der Navigation. Außer dem Kurzwellensender hat LZ 129 auch einen Langwellensender (575 bis 2700 Meter Wellenlänge) an Bord. Als Antenne dient ein frei herabhängender Draht, der von einer Motorwinde ein- und ausgefahren wird. Die Sende- und Empfangsreinrichtung ist für den Gegensprech- betrieb ausgebildet, in der Art, daß sich der eenber beim Besprechen bes Mikrophons selbsttätig einschaltet. Wirb bie Besprechung kurz unterbrochen, schaltet sich ber Senber wieder aus, damit man die Antwort entgegennehmen kann. Der Kurzwellensender arbeitet auf Welle 17 bis 70 m. An Empfängern beherbergt der Zeppelin natur- lich mehrere Ausführungen, um alle Stationen von Kurzwellen bis zu den längsten Wellen empfangen zu können. Für die Versorgung aller Funkgeräte ist an Bord eine besondere elektrische Zentrale errichtet, die auch für die Küchen den Heizstrom liefert. Ferner werden von hier aus bie Navlga- tionseinrichtungen versorgt. Mit ihnen werben Stanbortbestimmungen bes Schiffes unb ber Kurs ber Fahrt festgelegt. Zielflug- unb Peilgeräte gehören also auch zu ben Sicherungseinrichtungen bcs Schiffes. Die Zielfahrtempfänger treten nur bei Eine geniale beutfche Erfinbung kann in biefern Jahre ihr 100jähriges Jubiläum feiern: bas Drahtförderseil wurde damals in die deutsche Bergtechnik eingeführt. Aber nicht nur der Steinkohlen-, Kali- und Erzbergbau haben aus diesem Meisterstück des Erfindergeistes erhebliche Nutzen gezogen, sondern alle Industrien, in denen Personen und Materialien zu transportieren sind. Die Einfin- duna ging von dem Schachtförderwesen aus. Die schwierige Aufgabe, Materialien zu heben, wurde im antiken Bergbau durch Sklaven gelöst, die meist angebunden auf Balken im Schacht saßen und sie von Hand zu Hand beförderten; es werden jedoch von römischen Schriftstellern auch schon Hebebäume zum Emporwinden erwähnt. „Fördermaschinen" im eigentlichen Sinne waren als erste die sogenannten Pferdegöpel; wahrscheinlich ist der erste mit Wasser betriebene Göpel im 16. Jahrhundert eingeführt worden. Mit den Seilen, die hierzu gebraucht wurden, sind verschiedene Versuche gemacht worden, ehe man zu der heutigen Form kam. Schon die alten Aegypter haben Seile aus Hanf geflochten, aber diese Hanfseile hatten einen schnellen Verschleiß, so daß sie später durch Ketten ersetzt wurden. Dann gab es Band- und Flachseile, deren Fasern von Hanf oder Aloe gedreht wurden, und solche finden sich sogar heute noch im belgischen und französischen Bergbau. Versuche mit Lederseilen schlugen überall fehl. Dann nahm man geteerte Hanfseile, die für Harzer Gruben aus Dänemark bezogen wurden, man nahm auch die Versuche mit Kettenseilen wieder auf, die sich aber ihres großen Gewichts wegen als unbrauchbar erwiesen, so daß man immer wieder zu den Hanfseilen zurückkehren mußte. Bei diesen war aber der Verschleiß in Teufen von 500 Meter, in die der Bergbau mit der Zeit Vordringen mußte, so groß, daß die ganze Bergwerksunternehmung in ihrer Wirtschaftlichkeit gefährdet wurde. In diesem Stadium brachte die deutsche Erfindung, die nach jahrelangen Versuchen gelang, vor einem Jahrhundert die Rettung. Dem Bergmeister Albert gelang es, wie in der Leipziger „Jllu- ftrirten Zeitung" erzählt wird, zusammen mit einigen Werkmeistern, ein Drahtseil aus Eisendräyten herzustellen, die in gleicher Weise wie Hanfseile zusammengedreht wurden und ebenso biegsam und biegfest waren. Das erste Drahtseil wurde in dem 484 Meter tiefen tonlägigen Schacht der Grube Karolina bei Clausthal im Harz aufgelegt. Jetzt konnte man mit Hilfe des Drahtseils und der Förderschale bis zu jeder gewünschten Tiefe hinabgleiten. Welche Leistungsfähigkeit durch die Einführung des Drahtseils erzielt worden ist, zeigt die Anlage auf der Steinkohlengrube „Königsborn" in Westfalen. Hier steht der höchste bisher erstellte Förderturm, der 67 Meter hoch ist, und die größte Fördermaschine der Welt vermag 10 000 Kilogramm aus einer Tiefe von 2600 Meter zu heben. Die Drahtseile sind 44 Millimeter stark und 3000 Meter lang. Die größte Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Fördermenge weist Schacht 12 der Zeche Zollverein in Essen auf, der an einem Arbeitstage 12 Millionen Kilogramm aus der Erde heben kann. Solche Leistungen find nur durch die Erfindung des Drahtseils möglich geworden, das auch noch für viele andere technische Einrichtungen von ausschlaggebender Wichtigkeit ist. Besonders sind es die deutschen Seilschwebebahnen, Personen- wie Lastseilbahnen, die überall in der Welt verbreitet sind, in den Kordilleren in Höhen von 5000 Meter, in Südafrika beim Bau der Tafelbergbahn, in Spanien, Norwegen, Japan, China, Neuseeland arbeiten. Ebenso konnten zahllose Hängebrücken über Flüsse in der ganzen Welt erst durch die deutsche Erfindung des Drahtseils gebaut werden. C. K. Schlechtwetterlandungen in Tätigkeit und geben der Führung an, in welchem Augenblick die Landetaue abgeworfen werden können. Die Verständigung zwischen dem Luftschiffhafen und dem Schiff erfolgt völlig automatisch durch Zeigerinstrumente. Wenn auch die im LZ 129 eingebauten Geräte das Vollkommenste darstellen, so sind sie nicht neu und unerprobt. Denn ohne die gleichen Hilfsmittel hätte „Graf Zeppelin" nicht hundertmal mit fahrplanmäßiger Pünktlichkeit den Ozean überqueren können. Aussichtswagen bei der Reichsbahn. Die Schnelltriebwagen der Reichsbahn, die stromlinienförmig verkleideten Lokomotiven und die zweigeschossigen Schnellwagen haben in kurzer Frist unserer Schienenbghn ein neues Gesicht verliehen. Eine weitere neuartige Form stellt der für Reisestrecken durch schöne Landschaften vorgesehene Aussichtswagen dar. Wir haben ihn in diesem Sommer zu sehen bekommen, wenn wir über die elektrischen Strecken des deutschen Südens fuhren. Der neue Triebwagen sieht aus wie ein „Gewächshaus", denn nicht nur die Seitenwände, auch die Dächer bestehen aus Glas. In zwei Abteilen mit je 36 gepolsterten Sitzplätzen, deren Lehnen in die jeweilige Fahrtrichtung umgeklappt werden können, finden die Reisenden schöne Aussichtsplätze vor. Für Heizung und Lüftung ist ebenfalls gesorgt. Aehnliche Fahrzeuge sind uns von den großen Reiseomnibussen bekannt. Mit ihnen lassen sich aber die auf Schienen erzielbaren Geschwindigkeiten noch nicht erreichen, weil die Haltbarkeit der großen Luftreifen bei langanhaltenden hohen Geschwindigkeiten noch zu wünschen übrig läßt. Auch sind die erforderlichen Dieselmotoren noch nicht betriebssicher genug, um einen festen Fahrplan sicher zu bedienen. B. Ailkrokodile. Von Heinrich Schütz. Schon die alten Aegypter haben sich mit dem Bewohner ihres Hauptstromes, dem Nllkro kotz i l abgegeben. Es wurde sogar mancherorts für beilia gehalten, und die Schriftsteller des Alter- tums erzählen uns, wie die Priester riesige Krokodil? in Teühen pflegten, sie zähmten futterten und Dafür von Den Gläubigen Opfergaben emfanv mettemÄitde? un^iger. Jt r o ILo»b H mumien. Die man in Den Höhlengrabern gefunden hat, siyelm es dagegen eine etwas andere Bewandtnis zu haben Cs aab schließlich eine Grenze, wo man Dem WanUmen ber Stabile U-rN"» wenn sie auch als noch so heftig 9 . meisten späteren Schftderer ihre WuL Mittelalter hinaus fas s>-okodil-Schauerliteratur, Daneben aber blühte em . . r. auszeichneten, deren Verfassung ö'rofobil gesehen hatten, daß sie nie. ein lebendiges Krokovil ge^Y .9 Um so weniger wurb lhre Vyamaf ße[5 welche Sachkenntnis in P Menschen immer ber hat Die Sensationsgier Die^^cen,^.^ lieber nach derartigen , Berichten Der Na- als nach den nuchtern-sach> ch ed)t abwägen, turforscher, ^er’bun'bertprofS Wer noch ebensolche Unschuldslämmer S^n^es Raub- Ein schnEnmges, b überlegen, fier, dem Menschen °n Kro,t 9 (£jn ^azu wird immer ein efjem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold 91.12... 5y2% ehem. 4-4% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLigu. 4*2% ehern. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldichuldverlchr. R.k Oberhesten Provinz-Anleihe mi> Ausloi.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Ausloj.-Rechten 4’/2% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6y2% ehem. 4>/r% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 6y2% ehem. 4-/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfc. ... bejirt, n$! 24 finger. Vermutlich haben die beiden Zigeunerinnen noch weitere deutsche Volksgenossen auf ähnliche Art und Weise betrogen. Personen, die über die angebliche Frau Blum weitere Auskunft geben können, werden gebeten, ihre Wahrnehmungen umgehend der Frankfurter Kriminalpolizei, Polizeipräsidium, Zimmer 458, mitzuteilen. Auch dieser Vorfall beweist wieder, wie notwendig die Bekämpfung des Zigeunerunwesens ist. Immer wieder muß die Oefsentlichkeit auf das oolks- schädigende Verhalten dieser rassefremden Elemente hingewiesen und gewarnt werden. Jeder, der sich mit einem Zigeuner einläßt, sei es beim Pferdehandel, Hausieren, Wahrsagen, Gesundbeten, Hellsehen usw., I wird betrogen. Die Zigeuner gehen jeder körperlichen gerechnet werden kann, so steht es doch außer Frage, daß mit einer geistig regsamen und kraftgestählten Landbevölkerung unvergleichlich größere Arbeitsleistungen erzielt werden können, als man Leibesübung und ländliche Menschen. NSG. Die Landbevölkerung wird mit Recht als Lebensquell der nordischen Rasse bezeichnet. Bestimmend für die Formung der Raffe ist in erster Linie die nordische Seele. Unter den seelischen Eigenschaften müssen die Charakterkräfte geweckt und besonders geschult werden. Sind die Charakterkrafte positiv, gut und zielstrebend, so muß als natürliche Folge auch der Wille zur Förderung und Erhaltung der körperlichen Kraft, Durchbildung und Leistungsfähigkeit vorhanden sein und erhalten bleiben. Die rasseverbundene Leibeserziehung muß m erster Linie ein völkerverbundenes Tatstreben jedes einzelnen und der Gemeinschaft als Beweis der im Bauern und Landarbeiter vorhandenen seelischen läßt sich das Rebhuhn nur schwer vertreiben so daß der Jäger, der ein Volk an einer bestimmten Stelle beobachtet hat, aber aus irgendeinem Grunde nicht zum Schuß gekommen ist, fast sicher sein kann, das Volk am nächsten Tage an derselben Stelle oder ganz in der Nähe wiederzus'nden. Wenn die Sonne untergegangen ist und die Dunkelheit sich auf die Felder senkt, sucht das Reb- huhnoolk seine Lagerstätte wieder auf, am liebsten jene, in der es auch die vorhergehenden Nächte zugebracht hat. Hier wühlt die ganze Familie sich flach in den Sand, und eng aneinandergedrückt schlafen alle tief und ruhig ihren Vogelschlaf. C K. (charakterlichen) Eigenschaften sein. Die Bewertung der Einsatzbereitschaft und nicht der körperlichen Leistung ist in der rasseverbundenen Leibeserziehung ausschlaggebend. Durch diese werden die negativen seelischen Eigenschaften (Feigheit, Hochmut, Dünkel, Egoismus, Mißtrauen, Unaufrichtigkeit, Verleumdung, Scheinheiligkeit, Unkameradschaftlichkeit, Faulheit' usw.) unterdrückt und die positiven zur Entwicklung gebracht. Durch diese Leibeserziehung werden nicht allem Mut, Tapferkeit und Einsatzbereitschaft anerzogen, sondern bei Männern und Frauen in der gleichen eindringlichen Art auch Gemeinschaftsgeist, Kameradschaft, Pflichtbewußtsein und Selbstzucht, Treue, Hingabe, Begeisterung, Fleiß, Ordnungssinn, Sauberkeit, Wahrheitsliebe in eindringlichster Weise gefördert. ... Die Uebungen dieser Leibeserziehung müssen für diese Zwecke' besonders zusammengesetzt sein. Es müssen sich Männer und Frauen jeden Alters ohne Scheu an ihm beteiligen können. Es wird notwendig sein, die Uebungen derart auszuwählen, daß sie jeder erlernen kann und sie auch dem zunächst schlecht Veranlagten Freude bereiten. In jedem muß auf diese Weise das Bewußtsein gestärkt werden, daß er etwas leisten kann und daß Hingabe, Ein- satzb"reitschaft und Fleiß für das ganze Streben ausschlaggebend sind. Deutschland muß in heutiger Zeit alle Kräfte anspannen, um sich im Lebenskampf der Völker behaupten zu können. Von allen Berufstätigen wird eine sorgfältige Schulung und die beste Arbeitsleistung verlangt. Anderseits wird dafür gesorgt, daß die geistigen und körperlichen Kräfte des einzelnen nicht nur erhalten, sondern auch gefördert werden. Das Zusammenspiel der seelischen und der korverlich-n Kraft ergibt erst die befriedigende und gute Leistuna. Es kommt b»i der Arbeit in der Tat auf die beste Aus- nuhunn non Minuten an, die svielend geleistet werden muß . 1 Wenn auf dem Lande auch nicht mit Minuten bis 1,65 Meter groß. Sie will in Hofheim tm Taunus gewohnt haben. Sie ist leicht kenntlich; an der linken Hand fehlt ihr der Zeige- oder Mittel- is ba« durch 1 aus« len zu leidet Folgen 5. zwar Ädern begrif« edingte heute 1R. !. 6.30: i. 8.10: Zauern« sik zur ichend: Mittags« un der >lk und -rschniti wände« Ofens stauen- iltungs- kbericht irtüren. iltungs« Ach' lebest ÜL M Htrunfl "öJOG 42-15 0,|49 3,053 56J5 46.0 12-58 ,546 16,fj 169-j 19,61 ,735 5-666 63.1 49.05 11,4 64. 81 -'S rs-8 10,2»’ 2,492 . Tage des Rehhuhns. Für den Feinschmecker sind es erfreuliche Tage, für das arme Rebhuhn aber find es die bösesten Tage seines Lebens, die jetzt angebrochen sind; denn außer den zahlreichen vierfüßigen Feinden und dem Heer der Raubvögel, die dem Rebhuhn das ganze Jahr über nach dem Leben Machten, ist es jetzt auch noch der Mensch, der, sonst sein Heger und natürlicher Beschützer, ihm nachstellt, um das leckere Wildpret zu erbeuten. Die meisten Leute kennen das Rebhuhn nur gebraten, von dem Leben des Tierchens wissen sie wenig. Und doch ist es eines der reizendsten Vogelleben, das unsere heimischen Fluren kennen Die Rebhühner leben meist gesellig, Völker von zwölf bis iunfzehn oft auch noch mehr an der Zahl bildend, wobei die Alten auf die Sicherheit der Jungen aufmerksam bedacht sind Früh am Morgen, etwa um Sonnenaufgang, verläßt das Volk die Furche im Sturzacker, in der es längere Zeit hintereinander zu nächtigen pHcgt. Zunächst geht der Weg in das benachbarte Stoppelfeld wo jetzt nach Beendigung der Ernte noch ein reichliches' Frühstück an Getreidekörnern zu finden ist, auch Ameisenpuppen werden als Zugabe gern mitgenommen. Inzwischen ist auf den Wiesen auch der Nachttau getrocknet, und man kann einen Ausflug dort hinüber unternehmen, vielleicht ist als besonderer Leckerbissen hier und da eine Heuschrecke zu erjagen. Die Mittagsruhe wird auf dem Kartoffel- oder Rübenacker gehalten, weil sich hier die beste Deckung findet. An einer warmen Stelle des Ackers macht sich das Huhn em kleines Loch in den Boden, legt sich darin auf die Seite streckt die Flügel aus und läßt den Staub über hie Federn riefeln. Dann steht es plötzlich auf, schüttelt sich, daß der Staub nach allen Seiten hin fliegt und legt sich wieder in den Septembersonnenschein Dieses Sandbad wird manchmal drei- bis viermal wiederholt. ein kurzes Stück ........ r wieder irgendwo in Feld oder Wiese einzufallen. Es bäumt fast niemals auf, jedenfalls gehört es zu den größten Seltenheiten, wenn sich einmal em Rebhuhn auf einen Baum oder dem Dach eines Gebäudes niederläßt. Auch den Wald liebt das Rebhuhn nicht. ronM aber feine Ränder und Dor- gehölze, auch Bufchdickicht, bewachsene Hügel und dichte Hecken. Aus dem einmal gewählten Gebiet Das Rebhuhn fliegt selten, nur bei drohender Gefahr geht das ganze Volk plötzlich hoch, flattert * voran, um sobald wie möglich Vor seiner Abreise zum Reichsparteitag in Nürnberg legte der ehemalige englische Ministerpräsident Lloyd George am Kriegerdenkmal in München einen Kranz nieder. In der Begleitung Lloyd Georges befand sich auch der deutsche Botschafter in London von Ribbentrop. — (Scherl-M.) Zigeunerinnen mit dem 6. und 7. Buch Moses. Die Dummen werden nicht alle. - 2000 Mk. durch plumpen Schwindel verloren. 1 Don Noch n uni lotier, bis ß, 5 11; inach, Obis abi 3 IS 28; Hs 5; ellerie is 10, >ng 3 oebeln «Pfeln "gend. is am n gut, kaum kleines Aepfel bis 4, dulg.); 5 bis beeren Pfir« s 45; ital Zwei« Syndikat-Filme in der Spielzeit 1936/37. Syndikat-Film (Tobis-Gruppe) kündigt für die Spielzeit 1936/37 folgende Fllrne an: „Bismarck" mit Emil I a n n i n g s ; eine Verfilmung des Romans „Pan" von Knut H a m f u m ; einen Richard- Eichberg-Film „Heiratsinstitut Ida Wüst & To." mit Ida W ü ft, Rotraut Richter und Theo Lingen; „Fridericus" nach dem Roman von Walter von Molo mit Otto Gebühr, Lucie Höflich, Agnes Straub u. a.; „Liebe kann lügen", Regie Erich Engel (Hauptdarsteller Carl Ludwig Diehl und Jutta Freybe); „Das Veilchen Dom' Potsdamer Platz" mit Rotraut Richter; einen Geza von Bolvary - Film „Die Vielgeliebte": einen Film mit Jan Kiepura; einen großen Journalisten- und Zeitungsfilm auf Grund der Ergebnisse des vor einiger Zeit in der deutschen Presse bekanntgegebenen Preisausschreibens der Tobis; „Wirbel um Renate" mit Friedl Czepa und Hans Stüwe; einen Paula -Wessely- Film unter dem Titel „Die Peppi"; „Meiseken" nach dem Theaterstück von Alfred K i h n ; „Schwarzbrot und Kipfel" nach dem Lustspiel von Werner von der Schulenburg; einen zweiten Iannings - Film nach dem Schauspiel „Der Herrscher" von Harald Bratt; „Der Maulkorb" nach einem Roman von Heinrich Spoerl; „Ich kenne dich nicht mehr" mit Fita Benckhoff, Erika von T h e l l - mann und Gülstorff; „Ave Maria" mit Gigli und Käthe von Nagy; „Moral" nach der Komödie von Ludwig Thoma; einen Kriminalfilm ..Mordalarm" mit Olga Tschechowa; „Man spricht über Jacqueline" mit Rudolf Forster und Dera Engels; „Gordian der Tyrann" mit Weiß Ferdl und einen Film mit P a f und P a - t a ch o n. Lpd. Frankfurt a. M., 8. Sept. Trotz verschiedener Warnungen vor dem asozialen Treiben der Zigeuner werden immer wieder Fälle bekannt, die man in das graue Mittelalter verweisen müßte, wenn die Nachprüfungen und Feststellungen nicht die Richtigkeit bestätigen würden. Ein solcher Fall hat sich erst kürzlich wieder in Frankfurt a. M. ereignet. Eine etwa 40 Jahre alte Zigeunerin kommt zu einem braven deutschen Volksgenossen, der sein Glück in der Preußischen Klassenlotterie versucht. Die Zigeunerin, die mit Spitzen aus einem jüdischen Geschäft handelt, hört von der Sehnsucht des braven Volksgenossen und verspricht ihm sofort einen Gewinn von 1 50 000 Mark. Sie erklärt, das Los zu diesem Gewinn müsse sie selbst beschaffen; es komme nur ein Los einer Kirchenbaulot t e r i e in Frage. Um das richtige Los zu finden, bediene sie sich des 6. und 7. Buch Moses. Dieses Buch sei mit Phosphor geschrieben, nachts leuchtend, unoerbrennbar, und könne nur nachts gelesen werde. Um das Gewinnlos von 150 000 Mark mit Hilfe dieses Buches herauszuarbeiten, benötige die Zigeunerin den Betrag von nur 2500 M k. Der leichtgläubige Volksgenosse glaubte tatsächlich an den Schwindel und händigte der Zigeunerin seine ganzen Ersparnisse von 500 Mark aus. Als dieses Geld alle war, brauchte die Zigeunerin weitere „kleine Opfer", die sie zum Bearbeiten des 6 und 7. Buch Moses in das Buch legen müsse. Aus den Einwand, daß er kein Geld mehr habe, beeinflußte ihn die Zigeunerin, das Geld bei Bekannten und Verwandten zu leihen. Sie habe schon die Betreffenden mit Hilfe des Buches bearbeitet. Tatsächlich bekam der Volksgenosse die weiteren er^r- derlichen Beträge bis zu einer Hohe von 1200 Mk. aeliehen. Nachdem das versprochene Los der Kirchenbau- Motterie aber ausblieb, kamen dem Geldgeber -oe- denken (!), er suchte nach der Zigeunerin und fand ZwischeaErdeuni' Ammei. ' 23on Sans Franke die ledige Frieda Schmidt aus der Solms- straße zu Frankfurt a. M. und ihren Geliebten, den Zigeuner Karl Mettbach, f e ft g e n o m- men und dem Richter oorgeführt, der gegen beide Haftbefehl erlassen hat. Die Schmidt war die zweite Zigeunerin, die das Treiben der ersten Zigeunerin, die sich Frau Blum nannte, in der gemeinsten Weise fortsetzte. Als die Sch. sestgenom- men wurde, gab sie an, daß sie das Geld unter einem Erlenbaurn im Biegwald in einem Buch vergraben habe. Dort müßte es einige Nachte liegen, damit der gewünschte Erfolg eintrete. Beim Äufsuchen des Baumes grub die Sch. nach dem Gelde, konnte es aber nicht finden. Das Geld war selbstverständlich auch nie dort vergraben. Mettbach wohnte mit der Schmidt in einem Wohnwagen. Er hat von dem Gelde gelebt und von dem ganzen Schwindel gewußt. Er hielt auch den ^7f jü «H ÄI bem'-«Si-Sb’-fiben non der Leicht- wird gesiicht. Sie ist etwa 40 Jahre alt, hat schwor- glaubigkeit oder Dummheit der Bewohner zes Haar braune Gesichtsfarbe und ist etwa 1,60! Landes, m dem sie Gastrecht gemeßen. Ein junger Mann, nennen wir ihn Ferdinand, träumte ohne daß er jemals die vermeintliche Hölle eines Spielsaales betreten hatte, er faße am Roulette-Tisch^, die Kugel ging hin und her, ob er gewonnen ober verloren hatte, konnte er mcht meyr sagen; lediglich zwei Zahlen: 21 «nb 33 ®o « iVÄaW «srw führte miberftanb er her Versuchung nicht unb berauben bärtigen Spielsaal Du" dn Lehrlingen des Glückes belagerte Borhoueoes Kl ondnke"-Spieles begab er sich in den großen Spiestaa ukd stellte sich ^nächst beobacht^ an einen der Tische. Seinem Ohr neu und morgen DaH klangen bie Kufe ber "Ä- satz entschwinden sah. Ferdinanb w o cy Beobachtungen ganz ü.°", Jelllefüt)rt hatten, abge- weggründen, die ^n hierher ge 7 ^[ang: 21. kommen, als überraschend d k ®0Ute er Bestürzt kam der ,unge Menfch zu 1 qebcn schon etwas auf jenen Anruf entschlossen bann hieß es setzt.banbeln; unb kurz eniey^ setzte Ferdinand auf 33. Abe. . hiHt’s erste des Schicksals. richtig °»st°nd°n.h^^ An'tauchen feiner ,^rau^ ? nun im Laufbrett mahnen; denn wiederum kam £ ,mutiqt oon seiber Kugel die (Stnurib3tDan3in^ fa(fd)en! Satz nem falschen, ober seinem a 8 er sollte es spielte Ferdinand nun nicht mey wenige Sekunden spater bereu . _ bie kam die zweite Zahl feines . ,r^en zarten An- 33' fyitte der 'unge Mensch den^l seinen ruf zu deuten gewußt, dann auö diesem beiden Sätzen eine schone betreten ihn Saale hinweggetragen haben, den zu ein Traum gezwungen hatte. In den Tagen der 1918 hatte ein eben brus! entM ^erworbene erfahren, daß gegen ihn un} ’ ßeben, ein An- Stellung, wohl gar gegen fein ieoe sie in einem Zigeunerlager. Zur Rede gestellt, ver- 1 tröstete ihn die Zigeunerin und erklärte, daß sie - das Los jetzt habe, sie sei aber am letzten Abend <■ nicht über den „Kreuzweg" gekommen, es sei ein s Hindernis dazwischen getreten, sie werde aber das • Los holen. Darauf verschwand die Zigeunerin. Jetzt ‘ erschien eine zweite Zigeunerin, und der 1 Geschädigte, der inzwischen zur Ansicht kam, daß ’ er betrogen sei, wandte sich an die zweite Zigeunerin um Auskunft. Diese erkannte sofort, daß hier ein Geschäft zu machen sei. Sie versprach die W i e - derherbeischoffung des Gelbes. Hierzu bediente sie sich ebenfalls des 6. und 7. Buch M 0 f e s. Auch sie forderte „kleine Opfer", die sie zur Bearbeitung und Rückgängigmachung der Sache in das Buch legen müsse. Inzwischen hatte nach der Angabe der zweiten Zigeunerin ihre Rasse- genossin Briefe geschrieben, in denen sie weitere Zahlungen an die zweite Zigeunerin forderte, da sonst der Gewinn in Frage gestellt und das bisher gegebene Geld verloren sei. Daraufhin händigte der Geschädigte der zweiten Zigeunerin einen weiteren Betrag von 800 Mark aus, so daß er nunmehr i n s g e sa m t 2000 Mark g e - zahlt hatte. Er bekam aber weder von der ersten Zigeunerin das Los, noch von der zweiten den an die andere Zigeunerin gezahlten Geldbetrag. Jetzt kamen dem Ovfer erneut Bedenken, und er drohte der zweiten Zigeunerin mit einer Anzeige. Ihm wurde dringend abgeraten. Vorher hatte er beim Mondenschein im Wald das feierliche Versprechen ablegen müssen, mit niemanden darüber zu sprechen, ba sonst das 6. und 7. Buch Moses schweigen würde. Dem Geschädigten ging nun endlich doch ein Licht auf. (!) Er wandte sich'an die Kriminalpolizei und erstattete Anzeige. Bei Aufnahme dieser Anzeige konnten selbst die erfahrenen Kriminalbeamten sich eines Lächelns nicht erwehren. Die Kriminalpolizei hat sofort zugegrissen und 1 sie heute gewohnt ist. Ebenso wie die Schulung der körperlichen Fähigkeiten haben auch die seelischen Einflüsse für die Arbeitsleistung eine ausschlaggebende Bedeutung. Die beiden großen Willensquellen, die aus Pflichtbewußtsein unb aus Freude fließen, erfordern ständige Beobachtung, Schulung und vor allem gegenseitigen Ausgleich. Es ist erwiesenermaßen möglich, die Arbeit mit Hacke und Spaten — auch in ihrer täglichen, oft eintönigen Wiederholung — zu einem immer wiederkehrenden Körpererlebens und zu einer Körperfreude zu gestalten. Nur diejenigen Männer und Frauen auf dem Lande arbeiten richtig, deren Schwerarbeit zur Freude wird. Alle Sinne müssen das Spiel der Kräfte derart erleben, daß stets von Neuem eine stolze Freude über den siegreichen Kampf um Manneskraft und Mannesschönheit und Mädchenkraft und Frauenschönheit erwacht. Dieser Stolz ist unmittelbar mit der nationalsozialistischen Arbeitsethik verbunden, da der Bauer weiß, daß er in erster Linie für die große deutsche Gemeinschaft arbeitet. So erhält jeder Sen- senschlag und Spatenstich — und sei er auf die Dauer noch so eintönig — seine Weihe. Vornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast (Seltersweg): „Leise kommt das Glück zu dir". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): Drei tolle Tage". — Bekenntnis-Gemeinde: 20.15: Vortrag im Johannessaal „Sündenvergebung, Bekehrung, Rechtfertigung und Gewißheit" von Pfarrverwalter H. W e b e r (Rodenbach). Die WSW. -Hilfe ist nur zusätzlich! ! Das Amt für Volkswohlfahrt, Kreisamtsleitung Wetterau, teilt uns mit: Die Erfahrungen der bisherigen Winterhilfswerke ' haben gezeigt, daß einzelne Kreise der unter- . stützungsbedürftigen und berechtigten Volksgenossen . sich bei der Beschaffung von Brennmaterial und einem Kartoffelvorrat für den Winter für sich und Reinigen, aber nicht schmirgeln. 1 Nicht Reinigung um jeden Preis, sondern Säuberung unter Scho- nung des Zahnschmelzes - das ist richtig! Der außerordentlich feine Putzkörper der Nivea-Zahn- : pasta reinigt gründlich und er- hält den natürlichen Glanz Ihrer 743 Zähne in seiner vollen Schönheit. schlag minderwertiger Gegner geplant sei. Der rechtlich denkende Mann, der eben erst aus der Holle des Rückmarsches, der demoralisierten Heimat unb anberer Erregungen gekommen war, hatte sich durch alle diese Dinae in einen Zustand lähester Entschlüsse hineingesteigert und war gesonnen, den ihm bekannten Anführer dieses Komplotts kurzer Hand über den Haufen zu schießen. Nur den immer wieder erneuten Anstürmen seiner Gattin war es schließlich gelungen, ihn von diesem Vorsätze abzubringen und zu einer kleinen Reise zu bewegen, die er" denn auch aus seiner süddeutschen Heimat in eine kleine norddeutsche Stadt antrat. Aber in seinen Nerven war noch immer keine Ruhe als er sich in dieser Stadt früh am Tage zu Bett begab. Flackernd war sein Schlummer, uni) erft gegen Morgen fiel er in einen bleiernen schlaf, aus Öen ihn ein jähes Pochen gegen seine Z,mm°r- tür weckte. Als alter Frontoffizier sofort auf den Beinen, leote er seine Waffe griffbereit, nichts anderes wähnend, als daß ihn hier schon die Spürhunde seiner Gegner ausgemacht hatten. Dies Hin und Her verzögerte das Oeftnen der Tur, an bie nun zorniger und mit dem Rufe „Aufinachen Kriminalpolizei" gepocht wurde. Unser Hauptmann, ich nenne ihn Schulze, öffnete nun; zwei Beamte und ein riesiger Schäferhund drängten ins Zimmer. Man fragte nach feinen Homeren und die in der Jackentasche verbliebene Hand des einen Mannes bewies zur Genüge, daß man sich über eine ernste, zu allem bereite Gegnerschaft klar blieb Als obe? Schulze leine Papiere und -e,w-n Paß vorwies, erhellten stch die Mienen der Beamten und sie batten Anstand genug, sich betreten zu entschuldigen Aus die Fragen des Hauptmanns erzähltem sie ihm: man suche einen feit kurzem ent- laffenen Leutnant Schulz, der vor einigen Tagen bei einer Auseinandersetzung mit einem.örtlichen Golbatenrat einen Räbelsführer erschossen nabe unb nun in diele Gegend gefluchtet fei. Auf dem Meldezettel vieles fiotels nun habe Nch das „c d^s Namen- Schulze recht undeutlich ES-nommen und man war des Glaubens, den gesuchten Schulz vor s7ch zu haben: Das Seltsame aber war d°ß Schulz wie Schulze am gleichen Tage, am 6. 9 1894, unb im gleichen Orte, nämlich in München, geboren ei - Mit dieser Auskunft ließen die Beamten den Hauvtmann allein. Er hatte rfun Zeit, darüber nach- zusinnen, daß die Schicksale von Menschenu die unter hpn nleichen Sternen geboren sind, sich wie em ci dem ’n bmn ähneln wurden, wenn wir mehr non ■ den Schicksalen solcher Menschen wußten Das Jtaa) . denkkn darüber brachte den Mann über die Er- : regung seines eigenen Herzens hmweg. rung kerur Otter war fcheir anzu wahr (Schl sandi berat kreist nicht um i Er senkt been gerel zu i Fühl turn D. für wer! betei Deli Fag Brir und a D Zeit b a 139 ihre • um cher den fom drei Unt den wa hat Der vor Mc 6c ü b | oer ftrc ! So An uni ' sie gek । 8f; teil nä 6c Al Er t o ih, El N < w D 2 L < Q G ihre Familie fast ausschließlich auf das WHW. ver- lassen und sich um deren Beschaffung aus eigener Kraft keine Gedanken mehr machen. Wenn diese Feststellungen auch nur vereinzelt getroffen werden konnten, so sehen sich die verantwortlichen Stellen des WHW. doch veranlaßt, alle Volksgenossen, die von dem WHW. im kommenden Winter unterstützt werden wollen, aufzufordern, zunächst von sich aus alles zu versuchen, um ihre Vorräte an Brennmaterial und Winterkartoffeln selbst zu erlangen, und zwar dadurch, daß sie und ihre Familienmitglieder, soweit sie dazu in der Lage sind, einmal in den Waldbeständen unserer Gemeinden, natürlich gegen Leseschein, Holz sammeln, und weiterhin jetzt bei Beginn der Kartoffelernte durch Mitarbeit sich ihre Kartoffeln verdienen. Die Kartoffel- und Kohlenvorräte für den kommenden Winter werden von den WHW.-Dienststellen vorzugsweise nur an die Volksgenossen ausgegeben, die alt oder kränklich und somit nicht in der Lage sind, sich selbst zu helfen. Französischer Dank an Gießen. Die Pressestelle der Gießener 6tadtverwaltung teilt uns mit: Der Präsident des Französischen Olympischen Komitees hat in diesen Tagen folgendes Schreiben an den Herrn Oberbürgermeister gerichtet: Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister! Zur Zeit, wo die 6portler der französischen Abordnung bei den Olympischen Spielen von Berlin wieder ihre laufende Beschäftigung aufnehmen, muß ich Ihnen mitteilen, welch schöne Erinnerung diesen der Aufenthalt im Haufe „Gießen", das ihnen im olympischen Dorfe zugeteilt war, hinter- lafjen hat. Ich bin ihr aufrichtiger Sprecher, indem ich mich in ihrem Namen an Sie wende und Ihnen für die schöne und künstlerische Ausschmückung des Hauses, dessen Patenschaft Ihre Stadt übernommen hatte, auch im Namen des Französischen Olympischen Komitees allen Beifall ausspreche. Ich danke Ihnen für diese sehr nette Aufmerksamkeit, die den Aufenthalt unserer Sportler verschönert hat und bitte Sie, Herr Oberbürgermeister, die Versicherung meiner allergrößten Hochachtung entgegen zu nehmen. Der Präsident des Französischen Olympischen Komitees: gez. Armand Massard. Fünf Musikkorps der Luftwaffe im Gau Hessen-Nassau. NSG. In 42 Hauptkonzerten und 40 Ju gend - veranstaltungen werden fünf Musikkorps der deutschen Luftwaffe im Gau Hessen-Nassau spielen. Der Reinertrag wird restlos der NSV. zugeleitet. Die Konzertreise nimmt ihren Anfang mit einer Großveranstaltung im Frankfurter Sportfeld am 19. September, 20 Uhr, und endet voraussichtlich am 2. Oktober. In unserer engeren Heimat finden die Konzerte wie folgt statt: Am 23. und 24. September in Gießen, am 24. September in Herborn, am 28. September in Wetzlar, 29. September in Dillenburg, 1. Oktober in Bud-Nauheim, Alsfeld und W a l l a u (Kreis Biedenkopf). jp&v die deutsche Arbeite front >7 f n.9.=6emeinfchaft „firaft durch frcubc" Vom 19. bis 30. September Urlaubsfahrt Allgäu-Pfronten. Der Teilnehmerpreis, einschl. volle Verpflegung und Unterkunft, 46 RM., Abfahrt erfolgt in Frankfurt a. M. am 19. September 23.55 Uhr, Ankunft in Frankfurt a. M. am 30. September 21.14 Uhr. Vom 19. bis 30. September Ferienwanderung in das Bayrische Allgäu. Der Teilnehmerpreis (Fahrt einjchl. Uebernachtung und Morgenkaffee) 31 RM. Die Fahrzeiten sind dieselben wie bei der Urlaubsfahrt. Dom 1. bis 6. Oktober Urlaubsfahrt nach München zum Oktoberfest. München — Oktoberfest! Wen locken nicht diese beiden Worte? Mancher hat sich schon einmal gewünscht, eine Fahrt zu diesem urwüchsigen Fest unternehmen zu können, das ganz aus dem Charakter der Münchener gestaltet, alljährlich Tausende von Besuchern anlockt. Aber München bietet schließlich noch mehr. Die sechs Tage in der drittgrößten Stadt Deutschlands lassen Zeit genug, um München als Hauptstadt der Be- Berufsberatungstage in Oberhessen. Die Vermittlung in Lehr- und Arbeitsstellen erfolgt allein durch die Berufsberatung. Sämtliche Betriebe sind gehalten, ihren Bedarf an Lehrlingen und jugendlichen Arbeitern der Berufsberatung des Arbeitsamts zu melden. Unmittelbare Nachfrage und Bewerbung bei den einzelnen Betrieben von feiten der Eltern und Jugendlichen sind zwecklos. Die Berufsberatung will Eltern und Belriebs- Wie im vergangenen, so gelangen auch in diesem Jahre wieder in der Zeit vom 1. September bis Ende Dezember die Berufsberatungstage zur Durchführung. Für jede Schule wird ein ^ag festgesetzt, an dem die Entlaßschüler aufge^or- bert werden, mit ihren Eltern zur Beratung zu erscheinen. Allerdings ist es den Fachkräften der Berufsberatung des Arbeitsamts Gießen nicht möglich, alle Schulen aufzusuchen. Es werden daher Schulen größerer Gemeinden als Beratungsorte herausgestellt und sämtliche Entlaßschüler aus den umliegenden Gemeinden zu bestimmten Zeiten dorthin bestellt. Die Einladung ergeht von der Berufsberatung durch die einzelnen Schulen an die Eltern. Es wird niemand vergessen. Ein vorzeitiges Vorsprechen in den Beratungsstellen ist daher unnötig und zwecklos. In den regelmäßigen öffentlichen Sprechstunden der Berufsberatung beim Arbeitsamt Gießen und feinen Nebenstellen Friedberg, Alsfeld, Lauterbach, Büdingen und Schotten werden nur Ratsuchende angenommen, die bereits früher aus der Schule entlassen worden sind, oder die zwar Entlaßschüler von 1937 sind, aber an dem für ihre Schule festgesetzten Berufsberatungstage infolge Erkrankung nicht erscheinen konnten oder ausdrücklich von der Berufsberatung nochmals zu einer Besprechung vorgeladen werden. Die systematische Durchführung des Derufs- beratungstages ermöglicht es. alle Entlaßschüler von 1937 berufsberalerisch zu erfassen. Das Arbeitsamt wird daher in der Lage sein, allen Betriebsführern, die Jugendliche einstellen wollen, ausreichende Vorschläge zu machen und so allen Betrieben zu einem geeigneten Nachwuchs zu verhelfen. wegung kennen zu lernen, die monumentalen Bauten am Königsplatz zu besichtigen und die Stätten zu besuchen, von wo aus der Kampf um das neue Deutschland seinen Anfang genommen hat. Das Deutscye Museum führt weiterhin die Werke deutschen Schaffens den Besuchern vor Augen. Und so werden Urlauber erfüllt von reichen Erlebnissen zurückkehren. Der Fahrpreis einschl. voller Verpflegung und Unterkunft 34 RM. Dom 1. bis 6. Oktober Ferienwanderung in die Bayrischen Alpen. In Verbindung mit dieser Urlaubsfahrt bietet sich in diesem Jahre zum letzten Male die Gelegenheit, eine Ferien- Wanderung in die Bayrischen Alpen durchzuführen. Die Wanderer verbleiben den ersten Tag und zur Uebernachtung in München. Nach einer Stadtbesichtigung geht anderen Tags die Fahrt nach Tegernsee, wo der Aufstieg nach dem Bodenschneidhaus beginnt. Von dort aus führt der Weg über Fürstalm — Spitzingsee — Rotwand — Rotwandhaus — Ruchenkopf — Soinsee — Bayrischzell — Wendelstein — Lacherspitze — Sudelfeld nach Bayrischzell, von wo die Heimfahrt angetreten wird. Es erübrigt sich, über die Schönheit dieser Gegend weiter zu berichten, denn die Namen Tagernsee, Bayrischzell usw. sagen alles. In den Teilnehmerpreis ist einbegriffen: Fahrt, Führung und Uebernachtung. Für Verpflegung müssen die Teilnehmer an Ort und Stelle selbst aufkommen. Der Teilnehmerpreis beträgt 26 RM. Vom 10. bis 18. Oktober Urlaubsfahrt nach Thüringen-Rennsteig. Der Teilnehmerpreis beträgt 35,50 RM. Vom 21. bis 27. Oktober Urlaubsfahrt nach Ber- l i n. Der Teilnehmerpreis beträgt einschl. Verpflegung und Unterkunft 39 RM. Die Gießener Herbstmesse. Im heutigen Anzeigenteil wird auf den am 23. September in Gießen stattfindenden Pferdemarkt und auf die gleichzeitig stattfindende Herb st messe (Schau- und Verkaufsmesse) hingewiesen. Für die Pferde-Prämiierung sind namhafte Beträge vorgesehen. Anmeldungen zur Prämiierung sind bis Freitag, 18. September, vormittags 10 Uhr, an den Oberbürgermeister der Stadt Gießen, Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 18 zu richten; dort sind Prämiierungspläne und Anmeldekarten erhältlich. Vorausschauend ist zu sagen, daß der beliebte Gießener Pferdemarkt und die seit Jahren sehr gut führern bei der Eingliederung der Jugend in das Wirtschaftsleben ratend und helfend zur Seite stehen. Den einzelnen Betrieben will sie den notwendigen und geeigneten Nachwuchs zuführen, den Ettern Möglichkeiten einer Unterbringung ihrer Kinder in Lehr- oder Arbeitsstellen zeigen. Da die Zahl der Schulabgänger Ostern 1937 wieder sehr groß ist, werden voraussichtlich die Lehr- und Arbeitsstellen in Handwerk, Industrie und handel nicht ausreichen. Für die Unterbringung der Mädchen wird daher in erster Linie das Hauswirkschastliche Iahr, oder die Hauswirtschaftliche Lehre in Frage kommen, sofern sie nicht im elterlichen haushalt verbleiben, für die männliche Jugend eine vorläufige Beschäftigung aus 1 Jahr in der Landwirtschaft, um dann nach diesem Jahr landwirtschaftlicher Arbeit entsprechend ihrer Eignung und Neigung in Lehr- oder Anlernstellen in Industrie, Handwerk oder handel vermittelt zu werden. Die Berufsberatung will weder auf die Jugendlichen, noch auf die einzelnen Betriebe einen Zwang ausüben, aber sie wünscht Planmäßigkeit in ihrer Arbeit, denn nur dann kann die Lösung der Aufgabe des Arbeitseinsatzes der Jugendlichen befriedigend gelingen und so erfolgen, wie es das Wirtschaftsganze erfordert. eingeführte Schau- und Verkaufsmesse bei der Bevölkerung Gießens und der näheren und weiteren Umgebung wieder starken Anklang finden werden. Zur Schau- und Verkaufsmesse sind zahlreiche neuartige Fahrgeschäfte, wie Achterbahn, Ueberschlags- schaukel, Auto-Skooter, Raupenbahn, Kinder-Mo- torrad-Karussel, ferner Schaugeschäfte, wie Mechanisches Bergwerk, Rheinische Puppenspiele und andere, außerdem Verkaufsstände aller Art zu erwarten. Für ausroäntige Besucher besteht verbilligte Fahrgelegenheit durch die Ausgabe von Sonntagsrückfahrkarten, für die nähere Umgebung durch Auto-Sonderfahrten. Man beachte die heutige Anzeige. Patenwein auf den Landstraßen. Lpd. Auf den Landstraßen trifft man gegenwärtig zahlreiche Lastzüge, schwer beladen mit Weinfässern, die aus dem Rheingau, aus Rheinhessen und von der Pfalz kommen, um den Patenwein für die Weinwerbewoche in die verschiedenen Städte zu transportieren. Vielfach sind Lastzüge mit Weinlaub, Tannengrün, Girlanden und Bändern geschmückt, fast immer tragen sie Aufschriften, woher der Wein stammt und für welche Stadt er als Patenwein bestimmt ist. Die Lastzüge werden zum Teil von Winzern und Winzerinnen in der alten Tracht begleitet. Der Patenwein ist übrigens in den Weinorten schon größtenteils verladen, denn er soll möglichst frühzeitig an seinen Bestimmungsort eintreffen, da man im vergangenen Jahre die Beobachtung gemacht hat, daß die Qualität gelitten hatte, wenn man dem Wein nach dem Transport nicht einige Tage Ruhe gönnte, ehe er ausgeschenkt wurde. Wer Wein frinff, Hilst dem Winzer! Die Reben sind gut durch den Winter gekommen. Weder Frost noch andere Schäden haben ihre Ertragsfähigkeit beeinträchtigt. So ist auch in diesem Jahre wieder mit einer guten Weinernte zu rechnen. Da bereits die letzten Jahre die Weinkeller füllten, muß für den 1936er Platz geschaffen werden. Wenn die Natur ihren Segen reichlicher aus- schüttet, soll der Mensch sich diesem Reichtum nicht verschließen. Schon immer ist der Wein ein Volksgetränk gewesen, er muß es erst recht werden in diesem Jahre! Ob das edle Erzeugnis des deutschen Weinbaues als Tafeltraube, als Süßmost, als Wein oder als Schaumwein verzehrt wird, ist nicht das Entscheidende. Aber daß jeder deutsche Volksgenosse sich des Wertes der Traube bewußt wird und daß er den Wein zum Gemeingut des Volkes macht, das ist der Sinn der nationalen Gemeinschaft^ Werbung: „Fest der deutschen Traube und des Weines", die auch in diesen) Jahre wieder vom 19. bis 27. September stattfindet. Vor allem gilt es dabei, die Bodenständigkeit des Winzers zu erhalten, die mühselige und schwere Arbeit von Millionen Volksgenossen, die im Weinbau ihren Lebensunterhalt finden, gerecht zu entlohnen. Das Ziel der Werbung ist also, .den Absatz der deutschen Traube und ihrer Erzeugnisse zu heben! Es ist aus völkischen, politischen und wirtschaftlichen Gründen Pflicht eines jeden, sich genau wie im vergangenen Jahre für den Absatz der Erzeugnisse des deutschen Weinbaues einzusetzen! NSDAP. Ortsgruppe Giehen-Süd. Betr.: Zahlung der hilfskassenbeiträge für Oktober, November und Dezember 1936. Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen, zahlen ihren Bei- trpg zur Hilfskasse für die Monate Oktober, November und Dezember am: Montag, 7. September, Dienstag, 8. September, Mittwoch, 9. September, jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr im Lokal „Tannhäuser", Frankfurter Straße 83. Wer seiner Verpflichtung gegenüber der Hilfskasse nicht bis zum 18. September 1936 nachgekommen ist, wird bei der Hilfskasse in München ad- aemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben. NSDAP. — Amt für Dolkswohlfahrt. Ortsgruppe Giehen-Nord. Lebensmitkel-Opferring. Am Mittwoch, 9., und Donnerstag, 10. September, wird die Pfundsammlung durchgeführt. Die Mitglieder werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzuhalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorzulegen. Die Päckchen sind inhaltlich durch eine klare Aufschrift kenntlich zu machen. * ** Die Feuerwehr als Mädchen für alles mußte am gestrigen Dienstag gegen Abend in der oberen Licher Straße, nahe der Straßenbahn- Haltestelle, an einem Hause in Tätigkeit treten. Es war dort zwar kein Feuer zu löschen, sondern gegen ein Nest von Hornissen vorzugehen, die sich für die Hausbewohner als überaus lästige Plage erwiesen hatten. Die Feuerwehrmänner gingen gegen das Hornissennest mit einem modernen Löschgerät vor, aus dem Gase in das Nest gespritzt und dadurch die Quälgeister betäubt wurden. Nach diesem Ergebnis konnte das Nest ausgekehrt werden. Leider wurde es von den Bewohnern unterlassen, die zur Erde gefallene Plagegeister-Gesellschaft zusammenzukehren und restlos zu vernichten, denn heute morgen zeigte eine Anzahl der Hornissen an der Niststätte schon wieder reges Leben. * M i t dem Fahrrad gestürzt. Am gestrigen Mittwochnachmittag stürzte in der Licher Straße der 16 Jahre alte Hans P 0 st aus Wieseck, der auf einem Fahrrad saß und neben sich ein weiteres Fahrrad lenkte. Bei diesem Hantieren mit zwei Fahrrädern verlor der junge Mann das Gleichgewicht und stürzte, wobei er sich Verletzungen zuzog, die seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik notwendig machten. ** Ärbeits - und Lieferungsvergebung. Die Tiefbauverwaltung der Prvvinzial- direktion Oberhessen schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil Arbeiten und Lieferungen für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Grebenhain aus. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Werbeschau derAuto-Union. Gestern hatte man Gelegenheit, in Gießen eine Automobil- Kolonne der Auto-Union zu sehen. Die Schau zeigte Wagen der Firmen, die in der Union zusammengeschlossen sind: „Audi", „Horch", „DKW." und „Wanderer". Die Wagen standen unmittelbar vor dem Stadttheater und hatten damit einen feinen und repräfentablen Hintergrund. Die Schau war während des ganzen Tages von vielen Freunden Gute Möbel bei Koös f *6iessen Schulstr 6 ■ ...H- I IHili llf -|| Unbekannte Fracht. Roman von Zranl z.vrann. 36. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Aber gewiß. Der Schnakenbeck, dies lange Unkraut, und der andere Blonde, schließlich dein famoser Zahlmeister ..., solche Kerle gehen nicht unter. Paß auf, die werden bei dem General Wei Offiziere und haben schon einen Orden auf der Brust." Dann kommt der Hans Lorenzen eines Tages nach Schottland zurück." „Vorläufig nicht. Jetzt sitzen sie so oder so erst einmal in China fest. Bis Lorenzen zurück kann, vergeht viel Zeit, und deine Mary wird sich getröstet haben. Nimm das Mädchen doch einmal mit nach London. Oder fahrt nach Paris. Das lenkt ab, und vielleicht kommt ein anderer Freier Du hast jetzt gut verdient, unternimm eine Reise mit Frau und Tochter. Erhole dich von dem chine- sisHen Schreck." „Das ist eine Idee", räumte Kapitän Durham ein, „das ist wahrhaftig ein ganz famoser Einfall. Sowie wir in Dundee angekommen sind, werde ich es meiner Frau Vorschlägen." Die „Mary D." kam wohlbehalten in Dundee an. Herr Durham hatte telegraphiert und die Ankunftszeit des Dampfers wurde ziemlich genau eingehalten. Mrs. Durham stand am Kai; neben ihr die Tochter. Das Vaterherz schlug höher. Was für ein hübsches Mädchen war doch diese Mary. Durham übergab die Führung des Dampfers, das Anlegen und Festmachen seinem Ersten Offizier. Er selber sprang als erster von Bord und den Seinen in die Arme. Nachdem der erste Rührungsanprall überwunden war, fragte Mary Durham mit leichter Unruhe: „Wo ist Hans Lorenzen, Vater?" Sie bemerkte zu ihrem Erstaunen, daß er gar nicht an der Reling stand. „Mein Gott", sagte Frau Durham ärgerlich, „kanst du nicht warten. Er wird zu tun haben. Die Mannschaft kommt erst in einigen Stunden von Bord." Sie sagte es spitz und betonte den Abstand. Dieser Zahlmeister war zur Mannschaft gehörig. Vater Durham spürte eine Beklemmung. „Ehern, meine liebe Mary", hob er an und fand es besser, gleich reinen Tisch zu machen, „der Herr Lorenzen und die beiden Deutschen, die mit an Bord waren, haben es vorgezogen, in China zu bleiben." Mary Durham prallte förmlich zurück. Sie erbleichte; auf ihrer schönen, geraden Nase wurden ein paar Sommersprossen deutlicher sichtbar. „Das ist doch nicht möglich! Er ist freiwillig drüben geblieben?" Sie traf mit ihrer Frage leider gleich den Kernpunkt. Um dies freiwillig oder unfreiwillig kam Mr. Durham scheinbar doch nicht herum. Er nahm seine beiden Damen beim Arm und zog sie erst einmal in das Haus. Es lag ja nicht weit vom Kai. Mrs. Durham hatte einen kleinen Imbiß bereit- gestellt und schon gekühltes Sodawasser für den Whisky; aber Mary bedrängte ihren Vater sofort, so daß er zunächst nicht dazu kam, den Be- grüßungs- und Heimkehrtrunk zu tun. ..Wo ging Hans Lorenzen von Bord?" wollte sie wissen. „Schicktest du ihn? Musterte er ordnungsgemäß ab?" „Es war vor Macao", gestand Mr, Durham kläglich. „Niemand hat Schuld, daß die drei Deutschen versprengt wurden." „Versprengt? Ihr habt in China doch keine Reiterpatrouillen geritten! Erzähle bitte deutlicher." Sie wurde nervös. Ihre Hände spielten mit den Handschuhen und zerrten daran. Den Hut hatte sie auf dem Kopf behalten; es sah aus, als müsse sie gleich wieder auf die Straße. „Darf ich mich setzen?" fragte Durham ironisch. „Vater, ich bitte dich, rede!" „Zum Donnerwetter, was soll ich denn reden? Wir landeten vor Macao unsere Ladung. Die drei Deutschen waren bei den Chinesen an Land und sollten sich die Abnahme bescheinigen lassen. Da kam ein chinesisches Kanonenboot, und wir mußten uns davonmachen." „Ihr hattet Muniton für die Aufständischen, ich weiß es. Warum kehrtet ihr nachher nicht zurück, um die drei zu holen." Durham kratzte sich die Schläfe. „Das war nicht möglich", sagte er. „Es wäre viel zu gefährlich gewesen. Was glaubst du, Kind, ein Schuß aus den chinesischen Geschützen, eine Breitseite und wir säßen heute alle nicht hier in Dundee." Mary Durham hatte kreisrunde, sprühende Augen. „Daß ihr alle nun glücklich in Dundee angekommen seid, steht ja wohl nun fest! Was aber ist aus den dreien geworden?" Sie schrie die Frage beinahe. Kapitän Durham verlor die Ruhe. „Wie sprichst du denn mit mir? Das weiß ich doch nicht! Ich hatte für mein Schiff und für die Besatzung auf= zukommen. Wegen der drei vorschnellen Deutschen —", er log, aber er merkte es selber schon nicht mehr — „konnte ich nicht Schiff und Menschen aufs Spiel setzen." Mary hielt an sich. „Du weißt also gar nicht, wo sie sind? Ob sie überhaupt noch leben?" „Leben werden sie schon. Als das chinesische Kriegsschiff die Küste beschoß, werden sie mit den Anführern ins sichere Innere geflüchtet sein. Es waren dort überall Berge, wo sie Deckung gegen die Schiffsgranaten finden konnten. " „Damit beruhigst du dich und der Fall ist für dich erledigt." „Ja, sagte Durham mit gewaltsamer Ruhe, „das muß es wohl sein. Es wäre gut, wenn auch du das zwecklose Fragen aufgeben wolltest. Es ist nicht schön, mich so zu begrüßen. Ich war mehrere Monate weg, und du weißt nichts Besseres, als mir in der Stunde der Rückkehr Vorwürfe über Entschlüsse zu machen, die du nicht entfernt beurteilen kannst." Er war ehrlich gekränkt. Mary sah ihn an; eine ganze Weile. Dann verzog sich ihr Gesicht, man wußte nicht, zu welcher Grimasse, und sie ging wortlos hinaus. Sie ist schon seit Wochen vollkommen unverträglich, ich möchte beinahe sagen: unerträglich", erklärte Mrs. Durham betrübt, aber mit Fassung. „Sie hat von diesem Hans Lorenzen einige Maie Post bekommen und — nun, du hast ja den Erfolg erlebt. Aber laß es dich nicht zu sehr ankommen, mein Lieber, Guter. Herzlich willkommen in der Heimat!" Das Ehepaar umarmte sich. Mr. Durham bekam ein paar herzliche, feuchte Küsse auf Mund und Backen und küßte zurück. Dann setzten sie sich an den Tisch. Mary, dies ungeratene Ding, würde schon kommen und ihre Unvernunft einsehen. Aber sie irrten sich. Leider kannten sie beide ihre Tochter doch nicht gut genug, um auch nur ahnen zu können, was in Mary vorging. Miß Mary Magde Durham war eine entschlossene junge Dame. Seit ihrem vollendeten 21. Lebensjahr stand ihr das bereits erwähnte kleine Vermögen der Großmutter zur Verfügung. Sie hatte sich den Betrag zum Erstaunen ihrer Mutter vom Notar in Banknoten besorgen und auszahlen lassen und diese Summe irgendwo in ihrem Zimmer — man konnte nicht sagen versteckt — aber unauffindbar untergebracht. Am Nachmittag dieses Tages, es konnte kaum eine Stunde seit der Ankunft der „Mary D." vergangen sein, verließ eine hübsche, zierliche, junge Dame unauffällig und ohne Abschied das Haus des Reeders Durham. Sie schleppte selber zwei große Handkoffer bis an den nächsten Taxistand und ließ sich zum Bahnhof fahren. Sie löste eine Fahrkarte bis London und hatte Glück oder war über die Abfahrt der Züge informiert gewesen. Sie erreichte gerade noch den Schnellzug nach Süden. In London hielt sie sich nicht auf. Ihre Papiere waren in Ordnung. Das Nachtboot nach Calais war schon weg. Sie wollte in Dover übernachten, aber das Reisebüro verhalf ihr zu einer Passage auf einem kleinen holländischen Dampfer, der Hoek van Holland anlaufen würde. So gelangte sie in verhältnismäßig kurzer Zeit über den Kanal und auf niederländischen Boden. Sie durchfuhr Holland, ohne sich Zeit zu gönnen. Die Schlafwagen waren vorzüglich. Sie verschlief Enschede und wurde erst vor der Zoll- und Paßrevision richtig munter. Sie sprach deutsch, gelerntes Deutsch. Die deutschen Beamten hatten ihre helle Freude und Not, aber man verstand sie und half ihr weiter. „Nach Berlin? Oh, gewiß, in Berlin werden Sie noch vor Abend fein." Sie stieg in einem Hotel der Innenstadt ab. Es lag dem Bahnhof gegenüber. Wurde ihr Deutsch schon besser? Man verstand sie ohne Muhe. (Fortsetzung folgt!) bes Kraftwagens umlagert, und in manchem Volksgenossen wurde wohl der Wunsch nach dem Besitz eines solchen Wagens lebendiger, als es vielleicht sonst der Fall sein mag. Man studierte eifrig die Preisschilder und erhielt von den Handelsvertretern bereitwillig Aufschluß über alle Einzelheiten, Eigenschaften und Vorzüge der einzelnen Wagentypen. Die Autos machten durchweg einen ausgezeichneten Eindruck. ** Bellachini im Caf 6 Leib. Vor vielen Zuschauern zeigte der Hellseher und Illusionist B e l l a ch i n i gestern abend im Cafö Leib seine Kunst. Er unterhielt die Gäste nach besten Kräften. Zunächst wartete er mit einigen Kartenkunststücken auf, denen zwar der Reiz der Neuheit mangelte, die aber doch von einem Teil der Zuschauer mit Aufmerksamkeit verfolgt wurden, da sie geschickt vollführt wurden. Dann produzierte er sich auf dem Gebiete der Gedankenübertragung und bediente sich dabei für seine Demonstrationen vieler Besucher, die ihm willig zur Verfügung standen. Mit verschiedenen, zum Teil langatmig gehaltenen Erläuterungen, beschäftigte er seine Gäste, gab da- Luftschuh — eine Mahnung an Sorglose und Unverständige! bei auch so nebenbei Lebensweisheiten zum Besten und überraschte mit einigen gelungenen Experimenten der Gedankenübertragung. Im weiteren Verlaufe des Abends nahm er die Aufmerksamkeit dadurch in Anspruch, daß er bei einer Anzahl seiner Gäste auf der Bühne Zwangsvorstellungen harmloser Art hervorrief, dabei manche komische Wirkung erreichte und jedesmal lebhaften Beifall erntete. So wurden aus seinen Helfern urplötzlich Musikanten, Barbiere usw., die anscheinend unbewußt mit Händen und Füßen Bewegungen ausführten, die ihnen Bellachini auszuführen aufgab. Den Abschluß der Vorstellung bildeten einige Geschicklichkeitsoorführungen mit Eiern, mit Tüchern und verschiedenen anderen bekannten Mitteln, deren sich die „Zauberkünstler" zu bedienen pflegen. Das Publikum folgte mit einer Aufmerksamkeit, in die sich Zweifel und Glaube zu gleichen Teilen mischte. Schließlich nahm man das Gesehene und Gehörte als Tatsache hin und verließ mit zwiespältigen Gefühlen den Saal. Das wesentliche Aktivum des Abends war, daß viel gelacht werden konnte. Große Strafkammer Gießen. Die Große Strafkammer verhandelte gestern gegen zehn junge Männer und zwei Frauen aus Leihgestern, die sich am Abend des 19. Mai 1936 in Leihgestern des Landfriedensbruchs schuldig gemacht hatten. Die polizeiliche Untersuchung des Vorganges hatte zu folgenden Feststellungen geführt: Zwischen zwei in einem Hause in Leihgestern in Miete zusammenwohnenden Familien bestanden seit längerer Zeit aeaenseitige Feindseligkeiten, die sich nach vorheriger Dieter Freundschaft einstellten. Ganz besonders bestand diese Feindschaft zwischen den beiden Frauen. Die jüngste davon, die erst 22jährige Frau, die sich wegen ihres allgemein gehässigen und zanksüchtigen Charakters fast bei der ganzen Bevölkerung miß- lliebig machte, hatte in der letzten Zeit die andere, rni den 50er Jahren stehende Frau derartig schika- mjert und beleidigt, daß diese am 19. Mai in großer Aufregung frühmorgens mit unbekanntem Ziele ihre Wohnung verließ, nachdem sie vorher geäußert hatte, sie werde sich ein Leid antun. Als sie am Abend noch nicht zurück und kein Anhaltspunkt für ihren Aufenthalt bekannt war, wurde der nahe Wald unter Zuziehung der Feuerwehr abgesucht. Die Frau wurde wohlbehalten aufgefunden und nach Hause gebracht. Infolge der Vorgänge sammelte sich eine größere Menschenmenge, etwa 200 bis 300 Personen, vor dem fraglichen Hause an, die durch ihr gereiztes Verhalten ihre Mißstimmung gegen die jüngere Frau zeigte. Als die Menge merkte, daß die Frau sich mit ihrem Manne in dem gegenüberliegenden Hause ihrer Eltern aufhielt, nahmen die Drohungen zu, bis schließlich ein Steinhagel auf das Haus niederprasselte. Fast alle Fensterscheiben des Hauses wurden dabei zertrümmert, der Verputz des Hauses und die Bedachung stark beschädigt und die in den Wohnräumen sich aufhaltenden Personen gefährdet. Erst als das auf Ersuchen der Ortspolizeibehörde herbeigerufene Ueberfallkommando der Polizeidirektion Gießen erschien und die junge Frau zu ihrer persönlichen Sicherheit in Schutzhaft genommen war, legte sich die Erregung der versammelten Menschenmenge, die dann auf Aufforderung des zuständigen Gendarmerie-Kommissars hin ruhig auseinanderging. Das Gericht verhandelte vom Vormittag bis in den Abend hinein, wobei die Beweisaufnahme in sehr umfangreichem Maße erfolgte. Dann begannen die Plädoyers. Der Staatsanwalt beantragte gegen sämtliche Angeklagten Gefängnisstrafen von 3 bzw. 4, m einem Falle 7 Monate. Er hielt sämlliche Angeklagten des Vergehens nach § 125 StGB. (Lcmd- friedensbruch) überführt. Sein Antrag lautete oe- züglich der Angeklagten, die, wie die Beweisaufnahme ergeben habe, mit Steinen gegen das fragliche Haus geworfen haben, auf 6 bzw. 7 Monate Gefängnis, bezüglich aller übrigen Angeklagten, denen eine aktive Mittäterschaft durch Stelnewersen nicht nachgewiesen werden konnte, auf, eine Gefängnisstrafe von je drei Monaten, weil sie die übrigen von der Tat nicht abgehalten und in unmittelbarer Nähe des Tatores gestanden hätten. Der Verteidiger führte in seinem Plaidoyer aus, daß die Angeklagten, die sich am Steinwerfen beteiligt haben, lediglich wegen groben Unfugs bestraft werden könnten, da sie sich nicht des Vergehens des Landfriedensbruchs schuldig gemacht hätten. Im übrigen beantragte er Freisprechung der übrigen Angeklagten. Das Gericht verkündete, gegen 21 Uhr nach über Inständiger Beratung folgendes Urteil: Fünf Angeklagte, darunter zwei Frauen, wurden freigesprochen. Die Kosten wurden insoweit der Staatskasse auferlegt. Von den übrigen sieben Angeklagten erhielten fünf je 4 Monate Gefängnis, zwei die Mindeststrafe von je 3 Monate Gefängnis. Die Kosten des Verfahrens wurden den Verurteilten auferlegt. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verurteilte das Gericht den 57jährigen H. W. F. aus Gießen wegen Sittlichkeitsverbrechens nach § 176 Absatz 1 StGB., unter Freisprechung im übrigen, zu einer Gefängnis st rafe von acht Monaten, abzüglich zwei Monate und zwei Wochen der Untersuchungshaft. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 737: Verordnung über die vorläufige Anwendung einer deutsch-polnischen Vereinbarung über die Ergänzung des Wirtschaftsvertrags und des Verrechnungsabkommens. — 738: Einreichung der Einfuhrbewilligungsanträge in Frankreich für die neukontingentierten Erzeugnisse für das vierte Vierteljahr 1936. — 739: Erlaß über die Zulassung von Betrieben der Kautschukindustrie zur verstärkten Kurzarbeiterunterstützung. Oberheffen. Kreis Bübingen. tt. Mittleres Niddatal, 8. Sept. Der orkanartige Sturm in der Nacht zum Dienstag richtete an den Obstbäumen allerlei Schaden an. Von den Apfelbäumen wurden viele Früchte abgeschüttelt, und reichbeladene Aeste der Zwetschen- bäume brachen durch die Gewalt des Sturmes. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 8. Sept. In letzter Zett war es zur Gewohnheit geworden, sobald Getreide und Grummet geerntet waren, die Kartoffeln auszumachen, selbst wenn sie noch in bestem Wachstum standen. Daß dadurch ein erheblicher Mengenwert verlorengeht, liegt auf der Hand. Um dem vorzubeugen, ist ortsbehördlich das Ausmachen der Kartoffeln, abgesehen vom täglichen Bedarf, vor dem 20. September verboten. Silberne Hochzeit des Heimatdichters Georg Heß. <£ Leihgestern (Kreis Gießen), 9. Sept. Am morgigen Donnerstag kann der in weiten Kreisen ganz Hessens und darüber hinaus bekannte und beliebte oberhessische Heimatdichter GeorgHeß VIII. mit feiner Frau, geb. B r ü ck e l, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Beide Ehegatten stammen von Leihgestern und sind durch ihre Abstammung sowohl als auch durch ihr ganzes Fühlen und Denken unauflöslich mit dem kernigen Bauerntum des Hüttenbergs verbunden, aus dessen Leben und Schaffen Georg Heß für seine prächtigen heimatlichen Dichtungen immer wieder Kraft und neue Anregungen zu gewinnen versteht. Die vielen Freunde unseres Heimatdichters in Stadt und Land werden an dem silbernen Ehejubiläum der Ehegatten sicher frohen Anteil nehmen. Landkreis Gießen. * Staufenberg, 8. Sept. Vom Reichsluftschutzbund wird uns geschrieben: Am vergangenen Sonntag fand hier in der Zeit zwischen 20.45 und 21.15 Uhr eine Verdunkelungsübung statt, die trotz der durch die Erntearbeiten bedingten geringen Vorbereitung zu allgemeiner Zufriedenheit verlief. Wenn sich auch, wie das bei der ersten derartigen Veranstaltung nicht anders zu erwarten war, hier und da noch kleine Mängel gezeigt haben, die aber leicht zu beheben sind, so bewies die Hebung doch, daß wir in Staufenberg den Anforderungen, die in Zukunft hinsichtlich des Luftschutzes an uns gestellt werden, durchaus werden genügen können. I Haufen, 8. Sept. Am Sonntag fand im Gottesdienst die feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts statt, zu der die Eltern, Paten und die ganze Gemeinde zahlreich erschienen waren. Es find in diesem Jahre in Hausen 13 Konfirmanden, 8 Knaben und 5 Mädchen. Zu dieser Zahl kommen dann noch 16 Konfirmanden aus Garbenteich. CD Garbenteich, 8. Sept. Der Gottesdienst am vergangenen Sonntag galt der feierlichen Eröffnung des diesjährigen Konfirmandenunterrichts. Der Pfarrer predigte über das Wort des Propheten Jefaias: „Das ist der Weg. Den geht, weder zur Rechten noch zur Linken." 16 Konfirmanden werden den Unterricht besuchen, 5 Knaben und 11 Mädchen. Die Kinder gehen nach Hausen in die Konfirmandenstunde, während sie früher, als Garbenteich noch Filialort von Watzenborn war, den weiteren Weg nach Watzenborn zum Besuch des Konfirmandenunterrichts gehen mußten. Bei gemeinsamem Besuch der Konfirmandenstunden in Hausen findet die Konfirmation dann getrennt in den beiden Gemeinden Hausen und Garbenteich statt. * Lang-Göns, 8. Sept. Mit Beginn dieses Monats hat der Konfirmanden-Unter- r i cf) t begonnen. Es find 30 Kinder, 15 Knaben und 15 Mädchen, die den Unterricht besuchen. — Am heutigen Morgen wurde ein zehnjähriger Schüler von hier durch einen Motorradfahrer angefahren und erheblich verletzt. Der Unfall zeigt aufs neue, daß wir unfern Kindern mehr Straßendisziplin beibringen müssen. Es handelt sich heute um eine Kraftwagenkolonne, die unser Dorf durchfuhr. Bei solchen Gelegenheiten haben die Kinder unbedingt die Straßen zu meiden. — In der letzten Nacht wütete ein sehr starker Sturm in unserer Gemarkung. Eine große Menge Obst wurde von den Bäumen gerissen. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 8. Sept. Wie alljährlich, so haben auch in diesen Tagen lebhafte Stürme unsere Obstbäume gehörig gerüttelt und für viel K e l t e r o b st gesorgt. Im allgemeinen sind die Ernteaussichten im O b st b a u nun doch besser, als man zuerst annahm. Das kommt daher, daß die angesetzten Früchte in diesem Jahre, durch die vielen Regenfälle, alle ausgebildet werden konnten. In früheren, trockenen Jahren war es so, daß viele Obstbäume, besonders aber die Steinobstsorten, die Hälfte aller Früchte fallen ließen. In diesem Jahre ist das nicht der Fall. Die Zwetschen bringen eine solche Menge von Früchten, daß man kaum ein Baumstück oder einen Garten sieht, wo nicht alle Bäume gestützt werden mußten, und trotzdem brechen noch viele der voll begangenen Aeste ab. Auch Birnen gibt es ziemlich viel, besonders Moftbirnen. Mit Zwetschen und Birnen ist somit die Frage der „Honigbereitung", die für viele Haushaltungen äußerst wichtig ist, gelöst. A e p f e l gibt es fast nur in geschützten Lagen. Am meisten tragen die sogenannten Lokalsorten. Auch in diesem Jahre kann man die Beobachtung machen, daß die mit arsenikhaltigen Mitteln gespritzten Bäume, einschließlich der Zwetschenbäume, fast gar keine „wurmstichigen" Früchte haben. Ein Beweis dafür, daß sich gute Baumpflege immer lohnt. In den Gärten haben die Sonnentage der vorigen Wochen wahre Wunder gewirkt. Es stand wohl alles im besten Wachstum, aber den Tomaten, Bohnen und Gurken fehlte die Sonne zur Reife. Jetzt haben sich die Tomaten gefärbt, die Bohnen hängen übervoll, und Gurken gibt es eine Menge. Rosen und Dahlien zeigen eine Blütenpracht wie selten. Es wäre zu wünschen, daß bald ein sonniger, trockener Herbst folgt, damit der Gartensegen geborgen werden kann. 2) Lich, 8. Sept. Der Besitzer der „Licher Lichtspiele", Gastwirt August H i s g e n, hat auf dem Grundstück hinter seiner Gaststätte „Zur Stadt Gießen" einen neuen ©aalbau errichten lassen, der seiner Fertigstellung entgegensieht. Der stattliche Bau, der vor allem als Lichtspieltheater Verwendung finden soll, wird etwa 300 Sitzplätze aufweisen. > Lich, 9. Sept. Am gestrigen Dienstag konnte der Brauer Hermann Höhne! (Lich) auf eine 4 0jährige Tätigkeit in der Brauerei Jhring-Melchior in Lich zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar neben zahlreichen Ehrungen aus allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung vom Betriebsführer und von der Gefolgschaft der Brauerei Jhring-Melchior wertvolle Geschenke überreicht. # Aus dem Vogelsberg, 8. Sept. Das stürmische Wetter der letzten Tage hat allenthalben an den Ob st bäumen Schaden angerichtet. Vielfach haben die Sturmböen fast die Hälfte des Obstes heruntergeschlagen. Die Zwetschenbäume wollen in diesem Jahre anscheinend einen Rekord schlagen, so voll hängen sie. Selbst das unscheinbarste Bäumchen hängt zum Brechen voll. Unter solchen Umständen roirb es keine leeren Mustöpfe in diesem Jahre geben. 3m nächstenZahrffortführung derLahn- unö Ohmregulierung. Lpd. Marburg, 8. Sept. Wie in einer Sitzung des Kreisausschusses des Landkreises Marburg mitgeteilt wurde, betragen die Gesamtkosten der gegenwärtig im Gange befindlichen Lahnregulierung bei Gisselberg 290 000Mark. Für das Jahr 1937 sind weitere Beihilfen für d i e Durchführung der Lahnregulierung bei Wehrda und Cölbe, sowie für die Ohmregulierung zwischen Cölbe und Hainmühle beantragt. Nach Bewilligung dieser Beihilfen kann auch dort mit den Regulierungsarbeiten begonnen werden. «iJL-'Sport Die Gauliga-Iußballkänipfe im Gau Hessen. Der zweite Kampftag. Im Gau Hessen stehen auch am zweiten Kampftag wieder fünf Spiele auf dem Programm. Der Meister Hanau 93 wird nach seinem überraschenden Punktverlust in Kassel bei seinem Heimspiel gegen Germania Fulda wohl etwas vorsichtiger sein. Borussia Fulda errang in Friedberg einen kaum erwarteten Sieg und kann daher zuhause den Kampf mit dem Spielverein Kassel ohne Bedenken aufnehmen. Kassel 03 fühlt dem Neuling Kewa Wachenbuchen auf den Zahn und Kurhessen Marburg wird sich auf eigenem Platz von der Spvg. Nie- der-Zwehren kaum einschüchtern lassen. Man rechnet jedenfalls in beiden Kämpfen mit klaren Erfolgen der „alten" Gauligavereine. Das Spiel VfB. Friedberg gegen Hessen Bad Hersfeld ist offen. Beide Mannschaften haben Siegesaussichten. Sportverein 1920 Lollar. Ockershausen Liga — Lollar Liga 3:3 (2:1) (Lollar Reserve — Alten-Duseck I. 3:2 (1:1) Am letzten Sonntag standen nur zwei Mann- schafen des Sportvereins Lollar im Feld. Dem Spiel der Ersten sah man mit Bangen entgegen. Kreiling, Römer und W. Ziegler mußten ersetzt werden. Der Ersatz fügte sich jedoch gut ein, und die Zuschauer sahen ein flottes Spiel. In der ersten Hälfte ging Lollax, durch Elfmeter in Führung; aber Ockershausen glich nicht nur aus, sondern riß sogar die Führung an sich. Nach der Pause rafften sich die Lollarer auf und bald war der Ausgleich geschafft. Auch das Führungstor ließ nicht lange auf sich warten. Eine Viertelstunde vor Schluß glich Ockershausen abermals aus und stellte das Endergebnis her. Beim Schlußpfiff trennten sich zwei gleichwertige Gegner. Sämtliche drei Tore für Lollar erzielte Löhr. Torwart K. Ziegler hat großen Anteil an dem Unentschieden. Die Reserve hatte Alten-Buseck zu Gast. Die Gäste hatten in ihren beiden letzten Spielen überzeugende Siege errungen. Umso größer war die Freude der Lollarer, als sie nach unentschiedener Halbzeit zum Schluß, als verdienter Sieger, den Platz verlassen konnten. Auch bei diesem Spiel erzielte ein Spieler (Hahn) die drei Treffer. Die Alten Herren konnten leider nicht in Gießen antreten, da einige von ihnen erkrankten. Die erste Jugend blieb ohne Spiel, da Alten-Busecks Jugend durch ein Mißverständnis schon morgens antrat. — Die neuaufgestellte 2. Jugend wartete vergebens auf ihren Gegner VfB.-R. Gießen 3. Jugend. FußbaUabteilung des Tv. 1846 Gießen. Tv. v. 1846 Gießen I — FC. Steinbach I 3:2 (1:1). Am Sonntag empfingen die Gießener Turner auf dem Univerfitätsplatz die 1. Mannschaft des FC. Steinbach. Zwar mußte Gießen die gesamte Läuferreihe sowie den Torwart ersetzen, aber es gelang der Mannschaft trotzdem, die Gäste 3:2 zu besiegen. Schon nach wenigen Minuten Spielzeit kam Steinbach zum ersten Erfolg, da bei einem Gedränge vor dem Turnertor der Ball eingedrückt wurde. Nach resultatlosem verteilten Feldspiel kamen die Gießener erst kurz vor der Pause zum verdienten Ausgleich. Der Linksaußen Balser umspielte den herausgelaufenen Gästetormann und sandte mühelos ein. Nach der Pause war es der junge Rechtsaußen Deibel, der seiner Mannschaft nach schönem Flankenlauf mit kräftigem Schuß in die rechte Ecke die Führung brachte. Deibel war der aktivste Stürmer seiner Mannschaft, er brachte wiederholt schöne Flanken in den Strafraum der Gäste, aber die übrigen Stürmer konnten diese nicht verwerten. Leider verhalf der Gießener Ersatztorwart den Steinbachern zum billigen Ausgleich, da er einen schwach geschossenen Ball durch die Bein' rollen ließ. Kurz vor Schluß blieb es dem Hall linken Rauch vorbehalten, den knappen Sieg t* Turner sicherzustellen. Tag des Sports beim Reichsparteitag. Deutsche Olympia-Kämpfer am Start. Noch selten konnte ein glücklicherer Gedanke gefaßt werden als der, im Rahmen des Reichsparteitages, der zur Zeit in Nürnberg im Gange ist, auch die Leibesübungen zu ihrem Rechte kommen zu lassen und den vielen Massen der in Nürnberg weilenden Volksgenossen aus allen Teilen des Landes, von Ost und West, von Nord und Süd, die Bekanntschaft mit Deutschlands besten Turnern und Sportlern zu vermitteln. Diese bevorstehende Nürnberger Riesenveranstaltung der Leibesübungen ist ein erneuter Beweis dafür, wie eng im neuen Deutschland die Bewegung der Leibesübung mit der Staatsführung verbunden ist. So rollt am Samstag in der Stadt der Reichsparteitage ein buntes Sportprogramm ab, wie es bunter, abwechslungsreicher und vor allen Dingen bedeutender nicht gedacht und erwartet werden kann. Fast alle Sportarten kommen zu Wort. Ueberall stehen erstklassige Darbietungen auf dem Programm, zusammengefaßt in einem geschickten Rahmen durch das Sportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Leichtathletik und Fußball in der Hauptkampfbahn. In der H a u p t k a m p f b a h n des Nürnberger Stadions beginnt um 15 Uhr am Samstag die erste der sportlichen Großveranstaltungen. Waffen* Vorführungen des Nürnberg-Fürtl-r KdF.- Sportamtes zeigen einen Ausschnitt äusser unermeßlichen Arbeit im Dienste der vo'stümlichen Körperschulung. Dann folgt die deutschcW erfer- garde, die in Berlin mit Hammer,Speer, Diskus und Kugel eine Bresche in die nternationale Vorherrschaft auf diesen Gebieten schlug. Anschließend kommen unsere Weitspringer mit dem Olympiazweiten und deutschn Rekordmann Lutz Lang an der Spitze zu Wor- Den Abschluß des leichtathletischen Teiles bildu dann die im Rahmen der Deutschen Meisterhaften nicht ausgetragenen Deutschen Staffel-Meisterschaften der Männer über 4 < 100, 4 X 400 und 4 X 1500 Meter und der Frauei über 4 X 100 Bieter, zu denen am Vormittag Sorläufe ausgetragen werden. Der zweite Teil bringt iann ab 18 Uhr das Fußballspiel FC. S ch a l k e 0 4 — 1. FC. N ü r n- b e r g. Wie groß mag in alen deutschen Gauen die Sehnsucht der Fußballanhöager sein, diesem Spiele beizuwohnen. Ist doch dieses Spiel seit den letzten Jahren einer der Glanzpunkte im deutschen Fußballgeschehen und liegt dach diesmal, nachdem beide Manschaften, sowohl der Deutsche Meister Nürnberg als auch der Titelvorgöuger Schalke 04 recht wech- Eg lohnt sofortigen Ölwechsel! Das neue Mobiloel — reiner Schmierstoff — bietet dem Kraftfahrer: Höheren Schmierwert —Geringeren Verbrauch — Längere Vollleistung der Füllung — Reinere Maschine! selnde Ergebnisse in den letzten Wochen erzielten, ein besonderer Zauber über diesem Treffen. Die drei besten deutschen Turner, unsere erfolgreichen Olympiakämpfer und Sieger Alfred Schwarzmann, Konrad Frey und Matthias Volz, werden dann am Hochreck die Massen begeistern. Reiten — Schwerathletik - Handball. Auf der Zeppelinwiese gibt es dann eine weitere Veranstaltung, die um 15.30 Uhr beginnt. Bestreiten im Stadion Fußballer, Leichtathleten und Turner das Programm, so zeichnen Reiter, Handballer, Boxer und Schwerathleten für die Vorführungsfolge auf der Zeppelinwiese verantwortlich. Die deutschen Reiter, die in Berlin in allen sechs Wettbewerben die Goldmedaillen gewannen, sind durch Rittmeister Pollay, den Gewinner der Großen Dressurprüfung, vertreten. In einem Jagdspringen über die gleiche schwere Hürdenstrecke wie bei den Olympischen Spielen zeigen die besten 621.= und SS.-Reiter ihr Können. Unsere Olympiasieger im Boxen, Kaiser (Gladbeck), Miner (Breslau), Murach (Schalke), Vogt (Hamburg) und Runge (Elberfeld), vermitteln in Kämpfen gegen ausgesucht gute Gegner einen Einblick in diesen harten und Mut erfordernden Sport. Unsere Ringer Hornfischer, Brendel, Schweickert, Ehrl und Herbert, denen „Goldene" in Berlin versagt blieben, vertreten dann die Elite des deutschen Ringkampfsportes, und im Gewichtheben gehen unsere Olympioniken Jsmayr, Wagner, Jansen und Manger an den Start. Die Elite der deutschen Handballer ist dann in einem Spiel der siegreichen deutschen Olympiamannschaft gegen eine süddeutsche Auswahl vertreten. Das SchluHöild der Veranstaltung bringt dann auf vier Riesenpodien Volkstänze, gymnastische Gemeinschaftsübungen, Kunstradfahren, Geräte und Bodenturnen, Rollschuhlaufen, Rhönrad- fahren, artistische Darbietungen der Kraftsportler und Radballspiele, während im Vordergrund vor der großen Haupttribüne die Motorstürme des RSKK. ihre waghalsigen Kunststücke zeigen. Am Abend wird dann das große Können unserer deutschen Olympia-Turner und -Turnerinne n im Glanze des Scheinwerferlichtes zu künstlerischer Geltung kommen und zum Abschluß des Ganzen, dem großen Feuerwerk, überleiten. Deutsche Staffelmeisterschasten. 45 Mannschaften gemeldet. Unter Rücksichtnahme auf die Olympiavorberei- tungen gab es in diesem Jahre bei den Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten keine Staffelläufe, und im Hinblick auf das gleiche Ziel wurden 1935 keine Staffelmeisterschaften ausgetragen. Die letzten dieser Meisterschaften kamen 1934 zum Austrag, wo die Deutschen Leichtathletikmeisterschaften im Rahmen der Deutschen Kampfspiele in Nürnberg abgewickelt wurden. An gleicher Stelle finden nun am Samstag im Rahmen des großen Sportfestes anläßlich des Reichsparteitages die diesjährigen Meisterschaften statt. Von den vier Titelverteidigern erscheinen nur die Stuttgarter Kickers in der 4X1500-Meter-Staffel am Start. Die übrigen Titelverteidiger, Preußen Krefeld (4X100 Meter, Männer), Hamburger Sportverein (4X400 Meter, Männer) und Siemens, Berlin (4X100 Meter, Frauen), haben nicht gemeldet. Veränderungen im Material dieser Vereine hat dazu geführt, daß die Form von 1934 nicht mehr erreicht werden kann. Dafür ist aber das Meldergebnis für die diesjährigen Meisterschaften doch recht stattlich ausgefallen. 45 Mannschaften nehmen am Vormittag des Samstag die Vorkämpfe um die vier Meistertitel auf. Am stärksten ist die 4X100-Meter-Staffel der Männer mit 13 Mannschaften besetzt. Elf Mannschaften starten über 4X400 Meter und zwölf Staffeln wollen Meister über 4X1500 Meter werden, während bei den Frauen neun Mannschaften am Start erwartet werden. Es ist nach den allgemeinen Umständen unmöglich, Sieger der vier Wettbewerbe vorauszusagen. Das Kreisfrauenturnen des Kreises 8 in Niedergirmes. Das diesjährige Kreis-Frauenturnen des Turnkreises 8, dessen Vorbereitung und Ausrichtung der Turn- und Sportgemeinde 03 Wetzlar-Niedergirmes übertragen wurde, findet am kommenden Samstag und Sonntag, 12, und 13. September, in Niedergirmes statt. Die Niedergirmeser Turner haben sich alle Mühe gegeben, die Veranstaltung gut vorzubereiten, und so dürfen die rund 400 gemeldeten Wetturnerinnen erwarten, daß sie gute Wettkampf- oorbedingungen antreffen. Die 400 Meldungen verteilen sich auf fast alle Vereine des Kreises, in denen das Frauenturnen gepflegt wird. Bei dem allgemein hohen Leistungsstand, den das Frauenturnen im Kreis 8 erreicht hat, kann man auch auf dem diesjährigen Kreisfrauenturnen in den Wettkämpfen sowohl wie auch in den Sondervorführun- gen Sonderansprüche in seinen Erwartungen stellen. Radiänderkampf gegen Polen gestartet. Der dritte Radländerkampf zwischen Deutschland und Polen, die Straßenfahrt Berlin—Warschau, ist am Dienstag gestartet worden. Die erste der sechs Etappen, die über 147 Kilometer von Berlin nach Stettin führte, gestaltete sich zu einer wahren Unwetterfahrt. Dicht hinter Berlin setzte ein wolkenbruchartiger Regen ein, der mit nur geringen Unterbrechungen die Fahrer bis Stettin begleitete. Trotz dieser widrigen Umstände wurden ausgezeichnete Leistungen geboten. Scheller fuhr nach 3:45,07 mit einem Stundenmittel von 39,1 Kilometer als Erster durchs Ziel, dichtauf gefolgt von Schulze, Hupfeld, Overbeck, Ruland und Schöpf- lin. In weiterem Abstand folgten die beiden Berliner Bartolkiewicz und Dubaschny, während der erste Pole, Ziolinski, mit sieben Minuten Rückstand gegen den Sieger einlief. Schon kurz nach dem Start zeigte es sich, daß unsere Fahrer überlegen waren. Als Erster mußte der Schweinfurter Leppich das Feld räumen. Die Spitzengruppe bestand bald nur noch aus 16 Fahrern, davon allein elf Deutschen. Nach 75 Kilometer bestand die Spitze aus Scheller, Schulze, Hupfeld, Overbeck, Ziolinski, Schöpflin und dem Polen Ka- piak. Das Feld lichtete sich mehr und mehr. Kapiak hatte Reifenschaden und fiel aus, auch der Pole Osznajnikow konnte nicht mehr folgen und fiel zurück. Kurz vor Stettin trat Scheller in die Pedalen und konnte mit sechs Längen Vorsprung einen sicheren Sieg herausfahren. Insgesamt erhielten die deutschen Fahrer am ersten Tage der Radfernfahrt einen großen Vorsprung. Kurze Sportnotizen. Bei Oesterreichs Marathon-Mei st er- schaft in Wien, die Balaban in 2:40,29 gewann, startete der Wilhelmshavener Kreglinger in der Altersklasse, wo er in 3:40,34 Stunden den ersten Platz belegte. Die Studenten-Weltmeisterschaften sind durch Aufnahme neuer Wettbewerbe erheblich erweitert worden. In Paris wird 1937 Handball, NSG. Es befinden sich in Deutschland im Augenblick etwa 3000 Werkpensionskassen mit einer Mitgliederzahl von mehreren Millionen. Diese Kassen werden teilweise ausschließlich aus Mitteln des Unternehmens gespeist, zum Teil auch aus freiwilligen Beiträgen der Gefolgschaft. In den meisten Fällen baben Mitglieder keinen Rechtsanspruch auf die Gewährung einer Pension. Allerdings wird bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen den Gefolgschaftsmitgliedern regelmäßig die satzungsmäßig vorgeschriebene Pension gewährt. Im allgemeinen werden die Mittel dieser Kassen im Betriebe weiter verwandt. Diese Kassen wurden nach dem früheren Recht steuerlich begünstigt. Aus der Struktur dieser Kassen haben sich in letzter Zeit wiederholt unerwünschte sozialpolitische Nachteile für die Mitglieder ergeben. So fielen bei Zusammenbrüchen mehrerer großer Unternehmen die Pensionskassen in die Konkursmasse, und den Arbeitern entfiel dadurch jede Pensionierungsmöglichkeit. Anderseits wurde es öfters erforderlich, die Pension erheblich Hockey und Boxen neu ausgenommen. Das Wintersportprogramm ist durch die Aufnahme einer Vierer-Kombination sowie zweier Langstrecken- Eisschnelläufe vergößert worden. Gordon Richards, der englische Meisterjockey, marschiert auch in diesem Jahre mit 136 Siegesritten an der Spitze der englischen Flach- rennreiter. — In Deutschland teilen sich W. Printen und E. Grabsch mit je 32 Erfolgen den ersten Platz. In Fore st Hills, dem Schauplatz der amerikanischen Tennismeisterschaften, kam Wimbledonsieger Fred I. Perry durch einen 6:3, 6:1, 4:6, 6:0= Sieg über den Amerikaner Jones, eine Runde weiter. Der Franzose Brugnon unterlag dem Amerikaner van Ryn 2:6, 3:6, 2:6, während die französischen Nachwuchsspieler Destremeau, Petra und Pellizza zu weiteren Erfolgen kamen. Von 94 Ge st arteten erreichten 72 Fahrer der Dauerprüfungsfahrt Bodensee—Plattensee das Ziel in Sofiok. Die ganze Fahrt wurde zu einer wahren Rekordjagd, bei sich vor allem Roth (BMW. 2-Liter-Sportwagen) uni) Denzel (Oesterreich) auf 500 ccm-BMW.-Motorrad mit je 112 km/st aus- zeichneten. Weinkötz, der deutsche Meister und Rekordmann im Hochsprung, erreichte bei einem Sportfest in Schwelm, bei dem fein Verein, der ASV. Köln, der weitaus erfolgreichste Verein war, trotz anhaltenden Regens und dadurch aufgeweichter Anlaufbahn die annehmbare Höhe von 1,93 Meter. zu kürzen, um eine Fortzahlung überhaupt zu ermöglichen. Das neue Einkommensteuergesetz verlangt die Rechtsfähigkeit der Werkspensionskassen. Es sieht diese Kassen als steuerlich zu begünstigende Einrichtungen nur dann an, wenn den Gefolgschaftsmitgliedern ein Rechtsanspruch auf die Gewährung von Pension zusteht. Hieraus ergibt sich u. a., daß die Mittel mündelsicher angelegt werden müssen und daß die Kassen der Versicherungsaufsicht unterstellt werden. Eine Umstellung aller bestehenden Pensionskassen ist mit großen finanziellen Schwierigkeiten verbunden. Deshalb hat das Reichsfinanzministerium durch die Ergänzungsrichtlinie zum Einkommen- und Körperschaftssteuergesetz vorgesehen, daß die Bestimmungen des obenaenannten Gesetzes für die vor dem 1. Januar 1936 gegründeten Kassen bis zum Jahre 1938 in Geltung bleiben. Die neugegründe- ten Werkpensionskassen fallen bereits unter die erschwerenden Bestimmungen des neuen Einkommensteuergesetzes. Wann werden Werlspenswnskaffen versteuert? Neu gemustert3 Mercedes Seidenstoffe CARLJStowÄCK 1000 HI1 GIESSEN SELTERSWEG 81 5568A Zentral-Heizungen, Sanitäre Gewinnauszug Tanzschule Herta-Meusel Anlagen, Reparaturen Ohne Gewähr Nachdruck verboten 27. Ziehungstag 8. September 1936 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne BitttProspekt anfordern! über 150 RM gezogen 5435D 25535 297185 Artung! Papagei 04112 211457 271652 Prima Zwetschen entflogen. Wie- Bemard&Sohn 91273 derbringer Be- pro Zentner 6rm. gibt ab lohnung. 04122 — , _ , , , lUWiiuriy. 04122 Ferd. Pfaff, hdenqeschäft Wilhelmstr. 21.