186. Jahrgang Erstes Blatt |86. Jahrgang Menstag, 9. Inn! 1956 Sonntags* und * feiertags W M Annahme von Anzeige» ÄSLLL! £7L*aS*a**a** AI uaaIaaü »X Heimat im Bild - Die Scholle ■ W M ■■ M^M ▼ Grundpreise für l mm höhe Monatr-Vezugrpreir: ■ ■ ■ ■ Mz BA ■ ■ ■ Jr B F ■ ■ I X M |fl B WjF W für Anzeigen von 22 mm Ml 4 Beilagen RM.1.95 II W ■ MF MM Bt H B Br B Z B B ■ Br B B B Bf B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte ■ M ^^k. M fM ^^k M M M ^^| M M M ^1 M M von 70 mm Breite Zustellgebühr .. , M ■ M ^MF M Är Äv* AMFW^ M M M M ML M< 50Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ■ M ^F M vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. blO^oIgTTl3^ö^^e”er^^UffiewaIt Ez Ermäßigte Grundpreise: . General-Anzeiger für Oberhessen WZ zranifnrt am Main 1168« Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfilStL-Such- und Steindruckerei R. Lange In Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 M-N^enabschlü^stasftm Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Macht und Recht. Von Dr. Hans von Malottki. Langsam beginnt sich die europäische Lage zu entfalten, und die Grundstellungen werden erkennbar, von denen aus die Mächte den kommenden Dingen begegnen wollen. Es handelt sich bei all den letzt zu beobachtenden vielfältigen Bewegungen und Anknüpfungen freilich noch nicht um Endgültiges, sondern mehr um ein Erkunden und Abtasten der verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten. Das gilt für die beherrschende Frage, den Konflikt Italiens mit dem Genfer Bund ebenso wie für die künftige Gestaltung der allgemeinen europäischen Verhältnisse. ' Der Antrag Argentiniens auf Einberufung d e r V o lkerbundsversammlung hat zu- nachst die eine Wirkung gehabt, diesen ganzen Prozeß der Neuausrichtung zu beschleunigen. Wird der Völkerbund in dem Streit mit Italien aber überhaupt noch in der Lage sein, ein sachliches Ziel zu verfolgen? Der Rat hat sich, wie erinnerlich, darum Überhaupt nicht mehr bemüht. Seine letzte Entschließung vom 12. Mai, durch die er sich für einen Monat vertagte, „um den Mitgliedern die Prüfung der Lage zu ermöglichen", war eine hilflose Geste, die kaum ausreichte, um äußerlich das Gesicht zu wahren. Italien hat inzwischen nichts getan, was der Genfer Liga die Lage erleichtert hätte. Es hat aus eigenem Recht die Einverleibung Abessiniens verkündet. Die vom Duce stark unterstrichene Ausgleichsbereitschaft gilt nur auf der machtpolitischen Ebene und schiebt die Genfer Normen mit stolzer Selbstsicherheit beiseite. Weder Frankreich noch England haben den italienischen Standpunkt, zunächst Anerkennung der vollzogenen Tatsachen und dann Verständigung über die einzelnen Interessen und die Form der europäischen Zusammenarbeit, bisher förmlich anerkannt. Aber der Duce hat mit dem Hinweis auf die „gesättigte" Macht, die das faschistische Imperium nun darstelle, eine Brücke gebaut, deren Anziehungskraft auf der Hand liegt und auch schon zu wirken begonnen hat. Die alarmierenden Gerüchte über seltsame italienische Truppenbewegungen an der sugoslawischen und französischen Grenze sind übertrieben und inzwischen dementiert worden. Immerhin ist die plötzliche Rückkehr Badoglios nach Rom ein Symptom der römischen Entschlossenheit, auf dem einmal eingeschlagenen Weg zu beharren. Die Aufgaben des Generalstabschefs erscheinen dem Duce dringlicher als die Arbeit des Bizekönigs von Italienisch- Afrika. Die Drohung mit der „Revision der poli- tschen Freundschaften" rundet den Kreis. Sie fällt in einem England, dessen Weltreichssorgen im Nahen und Fernen Osten zunehmend steigen, trotz aller Liga - Freudigkeit, auf fruchtbaren Boden. Die Gespräche um einen Mittelmeerpakt zeigen, daß London über der Verfechtung der Genfer Grundsätze die Wahrung.seiner eigenen Interessen nicht ins Hintertreffen geraten lassen will. Sie zeigen aber auch die Schwäche der augenblicklichen britischen Stellung. Wer hätte vor einem halben Jahr annehmen wollen, daß England, das den Vorherrschaftsanspruch im Mittelmeer, wenn nicht formell, so doch praktisch stets erhob, — daß dieses England auch nur die Erörterung eines Paktes zulassen würde, als dessen Ziel die Herstellung des Gleichgewichts im Mittel- meeiMurn bezeichnet wird? Wäre es denkbar ge- wesH, daß das halbamtliche Giornale d'Jtalia, ohne auf Widerspruch zu stoßen, von dem Durchfahrtsmeer sprechen konnte, das für England heute das Mittelmeer darstelle? Läßt England sich tatsächlich auf einen Pakt ein, der ihm die freie Durchfahrt nach Indien, aber auch nur diese, verbürgt, — der Verzicht der englischen Politik wäre mit Händen zu greifen. Wie sich hier die Dinge auch entwickeln mögen — eines wird immer deutlicher: die Beziehungen zwischen den Mächten entwickeln sich lediglich nach Maßgabe der eigenen Interessen und der für ihre Durchsetzung vorhandenen und verfügbaren Machtmittel. Ein höchst nüchternes Spiel also, bei dem reale Kräfte, und nur diese, zum Einsatz gelangen und zur Anpassung zwingen. Auf diesem Boden der Wirklichkeit werden die kommenden Entscheidungen getroffen, werden die europäischen Kräfteverhältnisse abgestimmt — nicht in dem leeren Raum der Genfer Theorien. Ginge es nach dem Genfer „Recht", wäre dieses die bestimmende und gestaltende Kraft des Völkerlebens, dann müßten die Dinge wahrlich anders laufen. Statt der besorgten Erörterung, ob Italien den Genfer Bund verlassen könnte, müßte die Frage aufgeworfen werden, welche Handlungen denn ein Mitgliedsstaat begehen muß, um gemäß Artikel 16 ausgeschlossen zu werden, wenn die Bekriegung und Eroberung eines anderen Mitgliedsstaates dazu nicht ausreicht. In dieser an sich verständlichen vom Standpunkt der reinen Dölkerbundslehre aber grotesken Lage hat der neue französische Regieru n g s- ch e f vor dem Parlament ein Bekenntnis zur „Achtung vor dem internationalen Gesetz abgelegt. Frankreich sehe darin den Inbegriff des Friedens, und wieder hörten wir von der Regierungstribune ein Loblied auf jenes kollektive Sicherheitssystem, dem auch die Regierung der Volksfront die Treue halten will Das ist die berühmte Kontinuität der französischen Außenpolitik. Auch die Doktrinäre der Zweiten Internationale zollen ihr jetzt, in merkwürdigem Gegensatz zu ihrem innerpolitischen ©rneuerungsbrang, wie selbstverständlich ihren Tribut. Herr Blum hat sich damit zu einem System bekannt, das beim ersten ernsthaften Zusammenstoß mit der Wirklichkeit sich in Nebel aufgelöst hat, weil es der Grenze n nicht achtete, die der rechtlichen Behandlung und Rege- Trotz her Einigung nur geringes Abflauen der Gireiklage in Frankreich. Paris, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Trotz des in der Nacht zum Montag erzielten grundsätzlichen UebereinEommens ist keineswegs einheit - lich ein Abflauender Streikbewegung festzustellen. Zwar ist vor allem in Pans eine Entspannung eingetreten, dieRückkehHan d i e Arbeitsplätze erfolgte aber trotzdem nur sehr zögernd. Wenn man am Montag in Regierungskreisen sicher gehofft hatte, daß am Dienstag die Arbeit im allgemeinen wieder ausgenommen werden würde, spricht man jetzt bereits vom Ende der Woche. Der Arbeitgeberverband von Frankreich erklärt, daß sich in den Verhandlungen mit den Arbeitern im allgemeinen über die durch Gesetz noch ZU regelnden arbeitspolitischen, arbeitszeitlichen und sozialen Fragen eine Einigung erzielen lasse, daß aber d i e Frage der Lohnerhöhung Schwierigkeiten mache. Es werde daher notwendig sein, die Regierung als Schlichtungsinstanz anzurufen. Die Z a h l d e r S t r e i k e n d e n hat sich in Pa- •ris um 200 000 Bauarbeiter und in Nordfrankreich um die Bergleute erhöht. Dort wird die Gesamtzahl der Streikenden auf 400 000 geschätzt. Während im Bezirk von Belfort fast eine völlige Einigung zwischen den Streikenden und den Arbeitgebern erzielt werden konnte, brechen in anderen Provinzstädten immer wieder neue Streiks aus. In Paris wurde besonders in zahlreichen kleineren Betrieben rasch eine Einigung erzielt, so daß die Arbeit wieder ausgenommen wurde. Eine Beunruhigung des Finanzlebens ist durch ein Abkommen zwischen den Banken und ihren Angestellten vermieden worden. Hingegen sind 10 000 Versicherungsangestellte am Montag in den Streik getreten und haben die Geschäftshäuser ihrer Firmen besetzt. Auch die Pariser Schneider beabsichtigen, am Dienstag in den Streik zu treten. Bei der großen ZeitungsvertriebsgesellschaftHa- chette konnte noch keine Einigung erzielt werden, so daß die Zustellung der Pariser 3eitungen in die Provinz nach wie vor unterbunden bleibt. Obwohl die Lebensmittelversorgung von Paris während des ganzen Streiks niemals ernstlich gefährdet erschien, haben die Preise so stark angezogen, daß die Polizeibehörden bereits in 200 Fällen mit Strafbefehlen eingreifen mußten. In Dünkirchen ist ein Dockarbeiterstreik ausgebrochen. Die Dockarbeiter haben die Tore der Hafenanlagen geschlossen und verhindern den Ein- und Ausgang. Sämtliche Züge, Last- und Privatwagen, die bei Ausbruch des Streiks in den Hafenanlagen verkehrten, werden zurückbehalten. Aus Le Havre und Umgegend liegen sieben neue Streikmeldungen mit rund 3000 Arbeitern vor, in 9t e i m s und der Champagne stehen sämtliche Betriebe still. Rund 8000 Arbeiter sind am Montag in den Streik getreten. In Saint Omer sind Malzfabriken und Brauereien besetzt worden, und in Port bou haben 850 Werftarbeiter ebenfalls ihre Werkstätten besetzt. In Boulogne-sur- M e r haben am Montagnachmittag eine Anzahl von Transportgesellschaften und Kohlenfirmen mit der Arbeit ausgesetzt. Fühlungnahme mit England. Paris, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Außenminister D e l b o 5 plant, sämtliche diplomatischen Vertreter Frankreichs in Europa in den nächsten Tagen nacheinander nach Paris zu berufen, um sich von ihnen über die gegenwärtige europäische Lage unterrichten zu lassen. Am 26. Juni wird er sich, wahrscheinlich von Ministerpräsident Leon Blum begleitet, zur Ratstagung nach Genf begeben. Vorher wird jedoch eine persönliche Fühlungnahme mit dem britischen Außenminister Eden stattftnden, der um so größere Bedeutung beigemessen wird, als im Außenministerium in Uebereinstimmung mit Leon Blum die Absicht zu bestehen scheint, in der Frage des italienisch-abessinischen Streitfalles in engster Uebereinstimmung mit Großbritannien zu handeln. Das „Oeuvre" glaubt, daß diese Zusammenkunft möglicherweise in Folkestone oder Boulogne stattfinden werde, während andere Blätter Paris als Treffpunkt nennen, weil auch L 6 on Blum sich mit dem britischen Außenminister besprechen möchte, aber vorläufig nicht die Hauptstadt verlassen könne. Der „Petit Parisien" glaubt, daß die Zusammenkunft für den 20. Juni in Paris vorgesehen sei. Gin „ständiger Ausschuß ' für die Landesverteidigung. Paris, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Im Zuge einer gewissen Regierungsreform, die ein engeres Zusammenarbeiten der für die Landesverteidigung tätigen Ministerien vorsieht, ist vom Ministerpräsidenten veranlaßt worden, die Arbeiten des Wehrministeriums, des Marineministeriums und des Luftfahrtministeriums in Uebereinstimmung zu bringen. Mit der Zusammenlegung dieses Ressorts ist der Minister für Landesverteidigung, D a ■ lädier, beauftragt worden. — Es wird ein ständiger Ausschuß für d i e Landesverteidigung geschaffen, der unter feinem Vorsitz den Kriegsminister, den Luftfahrtminister, Marschall Petain und die Chefs der Generalftäbe der Armee und der Luftwaffe sowie den Chef des Ad- miralstabs umfaßt. 2iur noch weniger als A?k Millionen Arbeitslose. Oer Tiefstand des Vorjahres erheblich unterschritten. Berlin, 8. Juni. (DJIB.) wie die Reichsanstatt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mitteilt, hat der Monat Mai — ähnlich wie im Vorjahre — einen weit kräftigeren Rückgang der Arbeitslosigkeit als der April gebracht, und zwar in einem Umfang, wie er feit Jahren nicht beobachtet werden konnte. Die Zahl der Arbeitslosen nahm im 2Uai 1936 um rund 272 000 ab und betrug Ende dieses Monats nur noch 1 491 201. Die im Winter 1935/36 eingetretene Belastung des Arbeitseinsatzes ist damit weit mehr als ausgeglichen und zugleich der Tiefstand der Arbeitslosigkeit im Vorjahre, der mit rd. 1 706 000 Arbeitslosen auf den 31. August fiel, schon erheblich unterschritten. Dieses günstige Ergebnis gewinnt noch dadurch an Bedeutung, daß die Zahl der Rotstandsarbeiter im gleichen Zeitraum um rund 39 000 planmäßig gesenkt werden konnte. 3m übrigen wird auf den in den nächsten Tagen erscheinenden Gesamtbericht der Reichsanstatt verwiesen, der auch die Entwickl i in den wichtigsten Berufsgruppen enthält. Oer Verband für Kriegsgräberfürsorge tagt in London. London, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Am Montagnachmittag fand die erste Sitzuna des deutsch-englisch-französischen Ausschusses über gemeinsame Kriegsgräberfürsorge in London statt. Lord Trenchard eröffnete als Ehrenmitglied des Ausschusses die Tagung und begrüßte den General von Seekt, den französischen General G u i l l a u m a t und andere hervorragende deutsche und französische Ausschußmitglieder. Er gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß die Bildung dieses Ausschusses ein Wendepunkt in den gegenseitigen Beziehungen sein möge und daß die gemeinsame Erinnerung an den Heldenmut der Kriegsopfer den Weg zum Frieden weisen müßte. Nachdem General von Seekt und der französische General die Begrüßungsansprache erwidert hatten, nahm der Ausschuß eine vom Präsidenten Sir Fabian Ware formulierte und von General Guillaumat unterstützte Erklärung an, in der der schwere Verlust zum Ausdruck kommt, den der Ausschuß durch den Tod des deutschen Botschafters in London, Herrn von Hoesch, der eines der ersten Ehrenmitglieder des Ausschusses war, erlitten habe. Nach Ernennung Sir Fabian Wares zum Vorsitzenden der Tagung wurde der Besuch der deutschen Kriegs gröber in England und Schottland besprochen. Ferner wurde beschlossen, Vorbereitungen für die baldige Errichtung von Grab st einen für deutsche Kriegergräber auf britischen Kriegerfriedhöfen in Frankreich zu treffen. Ein weiterer Gegenstand der Beratungen biloete der Wortlaut einer Inschrift, die am Eingang der britischen Friedhöfe in Deutschland angebracht werden soll. Diese Inschrift soll den Dank an das deutsche Volk Ausdruck verleihen, daß diese Friedhöfe nach englischem Brauch angelegt und von englischen Staatsangehörigen betreut werden dürfen. Am Sockel des Cenotaph, des englischen Ehrenmals, wurde am Montagnachmittag ein Lorbeerkranz mit weißen Lilien und einer Hakenkreuzschleife Seite an Seite mit einem von der französischen Trikolore umwundenen Kranz im Auftrage des Generals von Seekt bzw. des Generals Guillaumat niedergelegt. hing internationaler Verhältnisse nun einmal gesetzt sind. Die Friedwilligkeit Frankreichs in allen Ehren. Sie ist beim französischen Volk nicht minder vorhanden als beim deutschen. Aber wie ist diese Friedensbereitschaft für Europa nutzbar $u machen, wenn die französische Staatsführung sie immer noch in Formen und Formeln erstarren lassen will, die ebenso unfruchtbar wie gefährlich sind? Einen neuen Anfang müsse man machen, schrieb die- er Tage die „Times" in einem beachtlichen Aufsatz. Die Erklärungen Blums lassen nur den Schluß zu, daß Frankreich statt dessen weiterhin an einem System festhalten will, durch das nur das Chaosverewigt werden könnte. Dieses System ist nicht nur verhängnisvoll für ein friedliches europäisches Gemeinschaftsleben. Es kann auch die Feststellung nicht unterdrückt werden, daß Frankreich selbst sich der Tyrannei, die seine sture Anwendung zur Folge haben muß, stets zu entziehen verstand, wenn seine eigenen Interessen in anderer Richtung liefen. Die „Heiligkeit" der Verträge hat ja die ehemaligen Siegermächte von Anfang an gehindert, ich von den eigenen Verpflichtungen, beginnend mit der Abrüstungsklnufel, freizusprechen. Frankreich war es auch, das mit dem Abschluß des Ruffen- paktes sich einer weiteren Eigenmächtigkeit schuldig machte und damit das ganze kollektive Sicherheitsystem vollends in Frage stellte. Auch die Minder- heitenschutzbestimmungen stnd ein Teil des internationalen Rechts. Wo aber ist die Heiligkeit geblieben? Wer so mit verschränkten Armen Rechtsverletzungen und Derttagsbrüche ansehen kann, weil und wenn sie ihn nicht interessieren, der darf ich nicht wundern, wenn sein Bekenntnis zur Achtung vor dem Recht wenig überzeugend wirkt. Er wird sich sagen lassen müssen, daß er nicht eine allgemeine Rechtsidee, sondern ein eigennütziges machtpolitisches Ziel, unter Mißbrauch hoher Menschheitsgedanken, verfolgt. Der Fortschritt Europas, die Ueberwindung der schweren Krisis in die dieser Erdteil durch Unverstand und Verblendung 1919 gestürzt worden ist, wird durch solche Programme gewiß nicht ermöglicht. Es ist kein Zeichen von Weitblick, für die Geltung von Verpflichtungen einzutreten, die aus den Irrtümern jener Zeit, aus einer Vermengung von Rachsucht und verstiegenem pazifistischen Wahn geboren worden sind und es ist zugleich eine Zumutung, weil man sich selbst bedenkenlos über diese Verpflichtungen hinwegsetzt, sobald sie als unbequem empfunden werden. Weit davon entfernt eine wahrhafte Friedensbemühung darzustellen, kann man darin nur die Absicht sehen, das europäische Leben weiter unter Ausnahmegesetzen zu halten, denen sich ein Teil der Nationen unterwerfen soll. Es ist ein Lichtblick, daß man in England d i e innere Unmöglichkeit solcher Bestrebungen mehr und mehr erkennt. Es könnte in der Tat nichts schlimmeres geben, als wenn die Mächte, die jetzt hinter den Kulissen nur nach Maßgabe ihrer eigenen Interessen einen Ausweg aus der Genfer Sackgasse suchen, nach außen so tun würden, als ob nichts geschehen und das Genfer Gesetz — als Verpflichtung für die anderen — noch vorhanden fei. Die kritische Selbstbesinnung und mißtrauische Aufmerksamkeit der mittleren und kleinen Mächte, ist ein warnendes Zeichen, daß die heutige gespannte Lage derartige Zumutungen nicht' mehr verträgt. Notwendig ist vielmehr der Entschluß, in weiser Erkenntnis der Gegebenheiten das Völkerleben von den Fesseln zu befreien, in die es im Namen des Friedens und des Rechts einst geschlagen worden istt Kein Wort gegen die Achtung und Beachtung der Verträge. Kein Leben, auch das zwischenstaatliche nicht, kann der Ordnung und Regelung entbehren. Aber dann muß diese Ordnung zunächst einmal selber sinnvoll, vernünftig und gerecht sein. Aus der Organisierung des Widerstandes gegen Vertragsbrüche wird solange kein Heil erwachsen, wie die Vertragsinhalte selbst nicht den Erfordernissen der Gerechtigkeit entsprechen. Die „Times" hat kürzlich daran erinnert, daß zum Frieden mehr gehört als die Organisierung des Krieges gegen den Krieg, daß auf der anderen Seite eine vorbeugende, rechtzeitig ausgleichende Politik notwendig ist. Manches, was zur Zeit in England an Reformideen erörter wird, kann durchaus nützliches Baumaterial abgeben. Ein Blick nach Paris zeigt indessen, wo die Hemmnisse liegen, und das außenpolitische Programm Blums, weit davon entfernt, ermutigend zu wirken, ist eher dazu angetan, das Ausmaß der Schwierigkeiten eines europäischen Ausgleichs deutlich zu machen. Aus der letzten Rede Edens ist das starke Interesse Englands an diesem Ausgleich zu entnehmen, und manches, was der englische Außenminister in diesem Zusammenhang gesagt hat, könnte für das Werk der Stabilisierung der Verhältnisse im Westen durchaus nützlich werden. Um so bedauerlicher ist es und läßt sich sachlich auch nicht rechtfertigen, daß Eden auch diesmal wieder die Neuordnung (Europas als eine Frage des guten deutschen Willens darzustellen versuchte. Wer bisher den Abschluß eines Luftpaktes verhindert hat, dürfte Herrn Eden genau bekannt sein, und statt auf Publikumswirkung berechnete Frage nach der deutschen Vertragsfähigkeit aufzuwerfen, sollte er lieber dahin wirken, daß Frankreich sich zum Abschluß echter Verträge breitfindet. Dies allein ist die für die Zukunft Europas entscheidende Frage. Die Aepfel. Von Heinrich Litterer. Wir waren von Hause arm. Eigentlich nicht ärmer als die andern, aber manchmal spürte man die Armut deutlicher. Im Spätjahr, wenn die Früchte auf den Bäumen reiften, überkam mich mehr als einmal die Sehnsucht nach einem eigenen Baum, zu dem man gehen konnte wie zu einer Quelle, von dem man nehmen konnte, wie man Wasser nimmt. Unter meinen Schulkameraden waren einige, denen war es vergönnt, sich im Spätjahr als Besitzer aufspielen zu können und sie taten das mit der, Knaben eigenen Unbarmherzigkeit den Nichtbesitzern gegenüber. Weil ich darunter vielleicht noch mehr litt, als an dem Fehlen der Früchte, lag ick meinem Vater viel in den Ohren, nachzusehen, ob sich nicht etwas für uns biete. Und mein Vater, der ein sehr guter Mensch war und mir gern einen Gefallen erwies, wenn er nicht zuviel kostete, begab sich tatsächlich bald darauf zu einer Versteigerung von Gemeindeobstbäumen und ersteigerte drei kleinere Bäumchen. Ich ging mit meinem Vater zu den Bäumchen; es enttäuschte mich keineswegs, daß sie auf dem schmalen Grasbord standen, den der von der Straße etwas zurückgesetzte Friedhof übrigließ. Mir machte es bei meiner unbekümmerten Jugend gar nichts aus, daß einige Schritte hinter den Bäumchen eine dunkle Mauer lag, hinter der Kreuz um Kreuz sich aufrichtete. Ich billigte dem Tod gern sein abgegrenztes Gebiet au und war auf den Bäumchen ganz überzeugt, dem Leben anzugehören, dem starken, gesunden Leben. Denn im Klettern war ich gut ausgebildet, und es war für mich die erste Aufgabe, an den Bäumchen meine Fähigkeit auszuproben. Da wir im ersten Jahr mit den Bäumchen gute Erfahrungen machten, pachtete mein Vater auch im folgenden Jahr sie wieder. So kam es, daß sie in meinen Augen immer mehr richtiger Besitz wurden. Mein Vater las in meiner Seele, denn er pachtete sie auch dann, wenn nichts an Erträgen zu erwarten war: nur um meine Freude an den Bäumchen zu festigen und zu halten. Gewiß waren die Bäumchen nicht kostspielig, aber der Preis war hier ganz nebensächlich; mein Vater wollte mir Freude schenken und schenkte fiel Vier, fünf Jahre hintereinander waren die Däumchen bereits in unserem Nutzrecht gestanden. Und wenn ich, der ich son/t nicht gerade freigebig war, mal meinen Kameraden pro Mann und Kops einen Apfel zukommen ließ, so war das im letzten Grunde mehr Prahlsucht als Freigebigkeit, und die Gefühle, die mich dabei beherrschten, bestätigen dies. Eines Tages kam nun in unsere Schule ein von auswärts zugezogener Junge, der sich, wie wir sofort heraushatten, uns überlegen dünkte, dabei aber nicht unsere Gesellschaft mied, sondern innerhalb dieser zum Führerposten aufstrebte. Er konnte verdammt gut und geringschätzig reden — wie ein Alter — und da kamen wir nicht mit und mußten uns innerlich als geschlagen bekennen. Wie ich auch meinen Kopf anstrengte, wenn es zur Debatte kam, ich verlor, und stets hatte er die Lacher auf seiner Seite. Ich hätte wohl mein Ansehen vollständig eingebüßt, wenn wir nicht eines Tages im Kriegspielen uns auf andere Weise versucht hätten. Der Junge — Ernst hieß er — hatte die Führung der einen Klassenhälfte übernommen, und die der anderen übertrug er mir. Ich war wütend, daß er das Ganze von sich aus regierte, wie ich überhaupt ständig gegen ihn aufgebracht war und jede seiner Handlungen beargwöhnte. Damals aber, als ich meine Klassenhälfte befehligte, dünkte mir der Zeitpunkt günstig: wir rannten gegeneinander, zwei wilde Horden, ich, der Führer der meinen, suchte Ernst, den Führer der andern. Ernst hatte bis jetzt nur immer so geredet, als verstände sich körperliche Tüchtigkeit von selbst und weil er nicht schlecht gewachsen war und sonst überall triumphierte, glaubten wir ihm. Ich ging nicht ohne Angst in dieses Duell, aber meine Wut und Erbitterung waren größer, sie trieben mich vorwärts, sie leiteten mich auf Ernst zu. Der wich nicht aus; auch er strebte nach einem Zusammenstoß, vielleicht weil er in mir den größten Widersacher sah. Wir prallten auseinander, wir rangen, stoßweise und keuchend, wir fielen und sprangen wieder auf. Zuletzt fiel er in meinen Untergriff und da platzte ich ihn gewaltig auf die Erde nieder. Er war geschlagen. Sein Gesicht zuckte, als er aufstand und er wischte sich dabei, seinen Kopf abwendend, immer noch an den Kleidern herum, als diese längst sauber waren. In unserem Verhältnis trat keine Aenderung ein. Ernst hatte im Ansehen nichts eingebüßt, denn er redete so geschickt und unbekümmert wie zuvor, ich hatte kaum etwas gewonnen. Obwohl ich mich jetzt mehr um meine Kameradschaft bemühte. Ich teilte Aepfel aus von unseren Friedhofsbäumchen, und diese Aepfel waren schön an Farbe, gut im Geschmack und ansehnlich von Gestalt. Sie waren bis jetzt immer gern genommen worden. Ernst hatte sich angewöhnt, mich etwas über die Schulter zu behandeln, nicht deutlich, aber soviel, daß ich selbst es merken mußte. Er schien mich nicht zu beachten und dabei — ich hatte es im Gefühl — lauert« er jede meiner Bewegungen ab. Unablässig schien er gegen mich zu arbeiten; ich wehrte mich, weil ich den Feinheiten seiner Angriffe nicht gewachsen war, derber: ich schenkte Aepfel und suchte Freundschaften zu kaufen, aber wenn ich bei Gelegenheit Ernst mal rauh anfaßte, ihn körperlich herausforderte, wendete er sich stolz ab. „Nee", sagte er, — „zu sowas gebe ich mich nicht her", und ich fand in den Augen der andern, daß sein Wort nach ihrem Sinn war. Ein gescheites, gelassenes, ein altes Wort. .So sprechen Erwachsene. Sie merkten nicht, daß er Gift einträufelte, daß er sie umformte. Auch ich war nicht der beste Kamerad, aber viel besser als er. Mit jedem Wort träufelte er Gift ein: nur so kam es, daß eines Tages zwei meiner besten Kameraden die Annahme der Aepfel verweigerten, verlegen und unsicher zwar, innerlich gehemmt und unfrei, aber sie schüttelten die Köpfe. Ich war verblüfft. In der Pause ging ich nochmals auf sie zu, in jeder Hand einen Äpfel. „Da, Fritz", sagte ich, „der gehört dir, und der", wandte ich mich dem andern zu, „Karl, der ist dein." Aber sie sträubten sich. Und wie sie so standen und nicht wußten, was sie tun sollten, schritt gerabe Ernst vorbei und er schob sich wie ein Keil mit seinen Schultern zwischen mich und sie und sagte, wobei er ein Gelächter einzog: ,Kerle, ihr werdet doch von den verpesteten Friedhofsäpfeln keine essen! Denkt doch: drei Schritte vom Friedhof! Pfui!" Da rollten Fritz und Karl die Aepfel aus der Hand, sie rollten in den Sand und blieben liegen. Wie Köpfe, die man abgeschlagen hat. Ich aber war der Gerichtete. Bunt und schön lagen die süßen Früchte da, sie lockten im Sand, wie sie vordem an den Zweigen gelockt hatten, aber mir war, als grinsten sie häßlich, und das Wort Pest durchsprang mich im tobenden Kreislauf. Ich war weiß. Ich ging nicht mehr in die Schule zurück, weil es mich fortdrängte von der Stätte meiner Niederlage. Und als ich nach Haufe kam, sagte ich kein Wort, legte mich aufs Bett und weinte. Ich war vollkommen zerschlagen. Wie ausgestoßen und zurückgelassen kam ich mir vor. In der Ferne entschwanden die Freunde, einer nach dem andern. In dieser Trostlosigkeit tauchte das Gesicht meines Vaters auf. „Junge", sagte er, „was ist dir denn passiert?" und er strich mir mein struppiges Bubenhaar zurück und hob meinen Kopf. Ich sah in seine tiefen,, verständnisvollen Augen. Ganz klein und nichtig wurde da mein Gegenspieler Grnft Ein Schelm, ein Nichts. Vor mir baute sich eine Güte, eine Macht aus, die mich schützte vor aller Gefahr. Da beichtete ich die Der internationale Gemeindekongreß in Vertin eröffnet. engste Zusammenwirken mit ihnen und die Heranziehung der breitesten Bevölkerungsschichten zur Mitarbeit ermögliche jene fruchtbare und schöpferische Arbeit, die die Selbstverwaltung seit jeher ausge- Deutschlands Gruß. Don Dr. Wilhelm Krick, Reichsminister des Innern. In diesen Tagen wird die Deutsche Reichsregierung zahlreiche kommunale Vertreter des Auslandes in Berlin und München begrüßen, die mit den Vertretern der Deutschen Selbstverwaltung wichtige, den Gemeinden aller Staaten gemeinsame Fragen besprechen werden. Internationale Kongresse haben die Aufgabe, Erfahrungen auszutauschen und die Beziehungen der Kulturstaaten untereinander zu festigen. Sie dienen damit dem Fortschritt der menschlichen Entwicklung und dem Frieden der Völker. Don diesen Gesichtspunkten wird nicht nur der vom 7. bis 13. Juni d. I. in Berlin und München tagende Internationale Gemeind ekon- g r e ß, sondern auch die zur gleichen Zeit in Berlin eröffnete Ausstellung „Die Gemeinde" beherrscht. Die Ausstellung „Die Deutsche Gemeinde" wird den ausländischen Vertretern in einer zusammenhängenden Schau Aufbau, Arbeitsweise und Leistung der Deutschen Gemeinde zeigen. Das dort Geschaute werden die Kongreßteilnehmer in zahlreichen Besichtigungen kommunaler Betriebe und Anlagen bei Studienreisen und Städtebesuchen bestätigt finden und damit Einblick in die praktische Arbeit der Deutschen Selbstverwaltung gewinnen. Während so das Ausland die Bedeutung und die Entwicklungsstufe der deutschen Selbstverwaltung kennenlernt, sollen die deutschen Gemeinden anderseits durch den Kongreß neue Anregungen zur weiteren Verbesserung ihrer Verwaltung und ihrer Betriebe erhalten. In dieser Wechselwirkung liegt die Bedeutung dieser und aller ähnlicher zwischenstaatlicher Veranstaltungen Die deutschen Gemeinden haben in der Nachkriegszeit eine schwere Krise durchlebt. Neben der wirtschaftlichen Not und der Erwerbslosigkeit trat besonders in den Gemeinden der Zerfall des parlamentarischen Systems offen in Erscheinung und zerstörte die Grundlage jeder geordneten Verwaltung. Als die Regierung Adolf Hitlers im Jahre 1933 die Macht übernahm, standen ungezählte deutsche Städte und Gemeinden in organisatorischer und finanzieller Hinsicht vor dem Zusammenbruch. Der nationalsozialistische Staat hat aus diesen Zuständen nicht etwa die Folgerung gezogen, die kommunale Selbstverwaltung zu beseitigen und an ihre Stelle staatliche Organe zu setzen, sondern lediglich die Art der Führung der Gemeinden geändert. Die Gemeindeverwaltung muß volksnah und vom Willen des Volkes getragen fein, sie muß daher die besten Kräfte des Volkes am Aufbau und an der Verwaltung teilhaben lassen. Die Deutsche Gemeindeordnung hat in den Gemeinden an die Stelle von anonymen Beschlüssen der Gemeindeparlamente, für die niemand die Verantwortung trug, die klare Führerverantwortlichkeit des Bürgermeisters gesetzt und damit eine der Staatsführung entsprechende einheitliche, rasch arbeitende und straffe Verwaltung geschaffen. Damit sind die Gemeindebewohner durchaus nicht von der Arbeit in der Gemeindeverwaltung ausgeschlossen, sondern stehen als Gemeinderäte dem Bürgermeister in enger Zusammenarbeit mit Rat und Tat zur Seite. Der Staat übt lediglich die Aufsicht über die Tätigkeit der Gemeinden aus und wirkt im Einvernehmen mit der das Volk vertretenden Partei mit bei der Bestellung der Bürgermeister. So hat die Deutsche Gemeindeordnung in glücklichster Wiese das Zusammenwirken von Volk und Staat im Umkreis der örtlichen Selbstverwaltung gelöst. Das deutsche Volk hat sich mit dieser Form der Gemeindeverwaltung die ihm gemäße und arteigene Organisation geschaffen, deren Hedeutende Erfolge schon heute überall sichtbar sind. Es ist weit davon entfernt, anderen Völkern feine Art der Selbstverwaltung aufdrängen zu wollen, aber es ist auch überzeugt, daß die Kongreßteilnehmer im Reiche Adolf Hitlers einen Staat der Ordnung, ein Volk des Fleißes, voll Friedensliebe und Tatendrang und in feiner Selbstverwaltung ein hohes Gut feiner nationalen und kulturellen Einrichtungen finden werden. Die Eröffnungssitzung des Kongresses. Berlin, 8. Juni (DNB.) In der festlich geschmückten Krolloper wurde durch den Vorsitzenden des Kongreß-Ehrenausschusses, den Reichs- und Preußischen Minister des Innern, Dr. F r i ck, und den Präsidenten des Internationalen Gemeindeverbandes G. Montagu Harris (Großbritannien), der VI. Internationale Gemeindekongreß feierlich eröffnet. Unter den Ehrengästen und Kongreßteilnehmern sah man Vertreter der Reichsministerien, der NSDAP., der Reichshauptstadt und des deutschen kommunalen Lebens sowie die Vorsitzende des Deutschen Gemeindetages. An den Plätzen aller Tagungsteilnehmer war eine Siemens-Uebersetzungs- einrichtung angebracht, die es ermöglicht, den Verhandlungen in nicht weniger als sieben Sprachen zu folgen. Präsident Harris begrüßte die Delegierten der 36 am Kongreß teilnehmenden Staaten. Er betonte, daß sich der Gemeindeoerband sehr wohl der Tatsache bewußt sei, daß die Idee der Selbstverwaltung in den verschiedenen Ländern einen verschiedenen S i n n habe. Es sei Aufgabe des Verbandes, die tatsächlichen gesetzlichen Einrichtungen und deren praktisches Funktionieren in den verschiedenen Ländern festzustellen und die Ergebnisse zu vergleichen. Das Ziel des Verbandes fei das wissenschaftliche Studium der Methoden der Lokalverwaltung. Der Präsident sand Worte höchster Anerkennung für die Ausstellung „Die deutsche G e - m e i n d e" und gab unter dem lebhaften Beifall der Kongreßteilnehmer der Hoffnung Ausdruck, daß sich aus der Tätigkeit des Verbandes ein gutes internationales Verständnis entwickeln möge, das dazu beitrage, ein glückliches und friedliches Leben für alle Völker zu erreichen. Reichsmimster Dr. Frick führte sodann u. a. aus: Wir haben unseren Gemeinden ein neues Grundgesetz gegeben, nach dem sich seitdem ihr Wirken und ihre Arbeit richtet. Man hat im Ausland namentlich an dieses Gesetz hier und da die Behauptung geknüpft, wir hätten die Selbstverwaltung der deutschen Gemeinden beseitigt. Es ist mir ein besonderes Bedürfnis, hier vor Ihnen mich mit innerer Ueberzeugung zu der deutschen gemeindlichen Selbstverwaltung zu bekennen. Wir haben die Gewißheit, daß wir an die echten Wesensmerkmale der Selbstverwaltung nicht gerührt haben. Wir haben nicht nur die Eigenverantwortlichkeit der deutschen Gemeinden in weitestem Umfange anerkannt, sondern diese Eigenverantwortlichkeit zugleich eingepatzt in ein Gefüge echter, nämlich persönlicher Eigenverantwor- tung. Wir haben der Bürgerschaft zahlreiche Wirkungsmöglichkeiten in der Gemeindeverwaltung eröffnet und die Bedeutung ehrenamtlicher Mitwirkung in ganz besonderer Weise betont. Wir haben ein Ausleseverfahren für die Bürgermeister und Beigeordneten unserer Gemeinden gefunden, in dem d i e örtlichen Kräfte (Partei und Staat) in sinnvoller Weise Zusammenwirken. Wir haben die Grundlagen für eine Staatsaufsicht gelegt, die sich die Förderung der Gemeinden zum Ziel gesetzt hat. Der Vorsitzende des Deutschen Gemeindetages Oberbürgermeister Reichsleiter F i e h l e r entbot dem Kongreß im Namen der mehr als 50 000 deutschen Gemeinden den Gruß der gesamten deutschen Selbstverwaltung. Er wies dann darauf hin, daß in den letzten Jahren eine gute Zusammenarbeit zwischen deutschen und ausländischen Stätten stattgefunden habe. Daß die Erkenntnis der Notwendigkeit der Zusammenarbeit gerade in der gegenwärtigen Zeit, in der fast alle Staaten der Erde noch unter schweren Wirtschaftskrisen zu leiden haben, zugenommen habe, dafür sei dieser Kongreß ein eindrucksvolles Zeichen. Es sei der Wunsch des deutschen Gemeindetages, daß die Teilnehmer die deutsche Selbstverwaltung in ihrer neuartigen Form kennenlernen und verstehen möchten. Das Vertrauen und die Treue, die das deutsche Volk mit seinem erwählten Führer verbinden, wirke bis in die kleinste deutsche Gemeindeverwaltung. Don einer Diktatur sei daher bei uns nichts zu finden. Dor allem sei der Führer der Gemeinde, wie ihn die neue Deutsche Gemeindeordnung eingesetzt habe, kein Diktator, vielmehr vertrauensvoll mit seinen Bürgern verbunden, und nur das zeichnet habe. Staatskommissar Dr. Lippert hieß den Kongreß im Namen der Reichshauptstadt willkommen. Zu einem der beiden Hauptthemen des Kongresses, derBekämpfungderArbeitslosigkeit, gab der Staatskommissar dann anschauliche Zahlen aus der Reichshauptstadt, die zSm ersten Male seit 1929 die Zahl der Arbeitslosen auf unter 200 000 herunterdrücken konnte und seit der Machtübernahme fast 500 000 Arbeitslose wieder in Arbeit und Brot gebracht habe. Das sei nur durch das einmütige Zusammenstehen von Reichs-, Staatsund Gemeindebehörden möglich geworden. Präsident H a r r i e s dankte für den überaus herz- lichen Empfang in Deutschland und dafür, daß man ihnen so bereitwillig auf den fünf großen Studienfahrten und auch hier in Berlin die Einrichtungen des neuen Deutschlands gezeigt habe. Die Vertreter der ausländischen Delegationen überbrachten sodann die Grüße ihrer Länder und wünschten den Arbeiten des Kongresses recht viel Erfolg. Oie Gemeinden als Verkehrsunternehmer Blick auf die Berliner Ausstellung »Oie deutsche Gemeinde^. Berlin, im Juni. Fragt man nach dem größtendeutscheu Verkehrsunternehmen, so wird zweifellos und mit Recht die Reichsbahn genannt werden. Sie hat Fin Schienennetz, das länger als der Aequator ist und befördert im Jahr zahlenmäßig alle Bewohner der Erde: rund anderthalb Milliarden Menschen. Neben diesem großen Verkehrsmittel gibt es bann noch eine Fülle von Schienenbahnen und Straßenfahrzeugen, die sich zum Teil in privater Hand, zum größten Teil aber im Besitz von Stadtverwaltungen, Kreisen und Gemeinden befinden. Daß man weder den Umfang dieser Derkehrseinrichtungen noch ihre Leistungen unterschätzen darf, erfährt der Besucher der großen Berliner Ausstellung „Die deutsche Gemeind e", die bis zum 21. Juni geöffnet bleibt. Gewiß, die Streckenlänge der deutschen Straßenbahnen beträgt nur etwa ein Zehntel von der der Reichsbahn, aber ihre Verkehrsleistung ist doppelt so groß. Fast drei Milliarden Menschen wurden in einem Jahr auf den Straßenbahnen Deutschlands befördert, wofür 25 000 Trieb- und Anhängewagen zur Verfügung standen. Die eine Fülle von statistischem Material bietende Schau der Gemeinden gibt auch Aufschluß darüber, daß von den 183 deutschen Straßenbahnbetrieben nur noch 12 v. H. in privatem Besitz sind, auf alle anderen Betriebe haben die Gemeinden, soweit sie nicht Besitzer der Bahnen sind, maßgebenden Einfluß. Zu den Nahverkehrsmitteln, die den Gemeinden die Möglichkeit geben, den Verkehr innerhalb ihrer Grenzen' zu befriedigen, gehören auch die drei großen Schnellbahnunternehmungen Deutschlands: die Berliner Hoch- und Untergrundbahn, die Hamburger Hochbahn und die in der Welt einzig vorhandene Schwebebahn in Wuppertal. Die Entwicklung des Kraftfahrwe- s e n 5 ist auch auf die gemeindliche Verkehrsgestaltung nicht ohne Einfluß^ geblieben. Wie der öffentliche Schienenverkehr in Händen der Reichsbahn liegt, so betreibt die Reichspost den öffentlichen Kraftverkehr über weite Strecken. Ähre jährliche Verkehrsleistung entspricht ungefähr der Einwohnerzahl Deutschlands. Wer wäre nicht erstaunt zu hören, daß die in den Städten und Gemeinden unterhaltenen Omnibuslinien beinah fünfmal so viele Fahrgäste zu befördern haben als die Postlmien! Ergänzend sei noch vermerkt, daß auch die Verkehrsleistung der Kleinbahnen mit 8 v. H. des Reichsbahnpersonenverkehrs und mit 19 o. H. des Reichsbahngüterverkehrs beachtliche Leistungen zu vollbringen haben! Es gibt kaum einen Arbeitszweig der Gemeinden, der mit den Bewohnern der Bezirke in so unmittelbare Berührung kommt wie das Verkehrswesen. Deshalb sind nicht nur die Verwaltungen bestrebt, das Verkehrsbedürfnis zu befriedigen, sondern auch die Benutzer der Verkehrsmittel arbeiten durch Vorschläge und sachliche Kritiken an der Ausgestaltung des Ortsverkehrs mit. Die Aufgaben, die den Nahverkehrsmitteln zufallen, sind von denen der Reichsbahn grundverschieden. Da die Schienen- ober Strahenfahrzeuge dazu bestimmt sind, die Einwohner von ihren Wohnstätten zur Arbeitsstätte zu bringen und zwischen Wohn- und Geschäftsgebiet ständige Verbindungen zu halten, treten täglich mindestens zweimal s o - genannte Verkehrsspitzen auf, die an Wagenpark und Fahrer hohe Anforderungen stellen. Daneben gewinnt die Üarif frage ein besonderes Gewicht. Denn für tägliche Beförderungen, die nicht der Erholung dienen, können Schaffende unmöglich Ausgaben wie für eine einmalige Serienreife auf sich nehmen. Ein Studium der Tarifgestaltung läßt deutlich erkennen, daß die Schaffung eines Einheitstarifs für alle deutschen Straßenbahnen oder Omnibusse ein zum Scheitern verurteilter Versuch wäre. Größe und Dichte des Verkehrs sowie geographische und technische Bedingungen üben vielmehr ihre mannigfachen Einflüsse aus. Betrachtet man die Wirtschaftlichkeit der Verkehrsmittel, so steht die Straßenbahn in Großstädten als Massentransportmittel an erster Stelle. Der wesentlich teurere Omnibusbetrieb bietet dagegen den Vorzug großen Freizügigkeit. Bei plötzlich auftretendem Verkehrsbedarf wie bei Aufmärschen, Festen, Sportereignissen u. a. können in kurzer Frist lange Autobuskolonnen eingesetzt werden, während die Straßenbahn an das vorhandene Schienennetz gebunden bleibt. Die Vorteile des elektrischen Antriebs mit denen der Unabhängigkeit des schienenlosen Straßenfahrzeugs sind neuerdings in den elektrischen Oberleitungsomnibussen zusam- mengefaßt worden, die im Rheinland, in Westfalen und in Berlin in Betrieb gesetzt wurden. Vermerkt sei, daß der vor Jahren aus dem Ausland „zu uns gekommene Trolley-Bus" eine aus den achtziger Jahren stammende deutsche Erfindung ist. Die „Deutsche Gemeinde" bringt in ihrer Verkehrsabteilung auch aufschlußreiche Darstellungen über die Entwicklung der Omnibusbetriebe mit Leuchtgas und anderen devisenfreien Treibstoffen, unter denen in erster Linie das Holz zu nennen ist. An Gastankstellen gibt es im Reich schon eine größere Anzahl, auch betreibt z. B. die Rostocker Gemeinde eine Holzgaslinie nach Warnemünde. An technischem Fortschritt fehlt es also nicht. Die Gemeinden haben außer auf den Landverkehr auch auf den W a s s e r v e r k e h r einigen Einfluß. Zwar gehören die Wasserstraßen dem Reich, aber die Umschlagplätze, Hafenanlagen, Speicher usw. Geschichte mit den Aepfeln. Und als ich geendet hatte, griff mein Vater in seine zweite Rocktasche, holte zwei schöne Aepfel heraus, gab mir den einen und sagte: „Iß", und den zweiten verspeiste er selbst. Und mit jedem Bissen wurde es mir leichter ums Herz. „Wenn so die Pest schmeckt", lachte ^ein Vater, „ist sie leicht zu ertragen", und dann erzählte er mir, daß da kein Grund bestände, hinter den Aepfeln verderbliche Einflüsse zu vermuten und zum Schluß lachte er über mein Bubenabenteuer, das Lachen brauste über meine Seele hinweg, wusch und reinigte sie. Ab fielen alle Bedenken, und ich fand mich wieder zu mir selbst zurück. Dank meinem Vater. Oie Schiffstaube auf -erHochzeitsreise. Englische Blätter beschäftigen sich seit einiger Zeit ernsthaft und eingehend mit dem Schicksal einer Taube. Als der Dampfer „Empress of Australia" dieser Tage von Southampton nach Kanada abfuhr, flog eine Taube an Bord und nahm auf der Brücke Platz. Große Freude an Bord: „Pedro" war zu seinem Schiff zurückgekehrt. Die ganze Besatzung hatte bereits mit Spannung daraus gewartet. Diese Taube hatte bereits eine Geschichte. Auf einer Fahrt zwischen Neuyork und Westindien hatte die „Empress of Australia" kürzlich Havana verlassen, als die Taube, die um das Schiss flog, sich in dem Aufbau der drahtlosen Station verfing und auf die Brücke herabfiel. Der Schiffsarzt nahm das Tier auf und untersuchte es genau; es war kein Glied gebrochen, sondern es hatte nur einige Quetschun- gen gegeben, die gut geheilt werden konnten. Der Schiffszimmerer wurde gerufen und machte einen Käsig, in dem der Vogel sich ausruhen konnte. Der Küchenchef fütterte ihn mit Vogelfutter, und so wurde „Pedro", wie er genannt wurde, bald gesund. Eines Morgens setzte der Kapitän eine Flagge auf das Kompaßhaus, und nun nahm der Vogel stundenlang an jedem Tag auf dieser Platz. Bald wurde die Taube der Liebling der ganzen Besatzung und sie machte die lange Fahrt, gut 12 000 Kilometer, bis Southhampton mit. Als aber das Schiff vor Anker gegangen war, war „Pedro" verschwunden. Die Mannschaft trauerte ihm nach und stritt sich lebhaft, ob er wohl wiederkehren würde. Aber Pedro war kein Deserteur. Am Tage der neuen Ausfahrt des Schiffes war ein großes Geflatter an Bord — Pedro war zurückgekehrt, aber nicht allein, sondern er hatte sich zwei englische Taube« mitgebracht. Er begab sich also auf die Hochzeitsreise. pflegen größtenteils unter dem Einfluß der Ge- memden sq stehen. Wir haben in Deutschland vier- undfunfzig größere Umschlagplätze und Hafenae- memden, bei denen jährlich etwa neunzig MU. * n 1 n eA® u V r umgeschlagen werden. Hieraus ergeben sich weiter Beziehungen zwischen Gemeinde und Seeverkehr. Das Verkehrswesen der Gemeinden hat also hohe wirtschaftliche, kulturelle und soziale Aufgaben au erfüllen. Auch an technischen und betrieblichen Son- oerleistungen wird es nicht fehlen, zumal, wenn in oen nächsten Wochen Millionen auswärtiger und ausländischer Gäste zur Teilnahme an der Olyrn- p i a d e in die Reichshauptstadt kommen. Das Studium der großen Ausstellung „Die deutsche Ge- meinde" hinterläßt die feste Zuversicht, daß auch die hierbei an den Verkehr gestellten Höchstforderungen glatt erfüllt werden. Joachim Boehmer. Arbeitstagung desHandwerks LPD. Frankfurt a. M., 8. Juni. Im Schu- mann-Theater fand eine Arbeitstagung sämtlicher anwesenden führenden Meister des Reichsstandes des deutschen Handwerks statt. Der Hauptamtsleiter für Hattdel und Handwerk, Dr. v. R e n t e l n , ging auf den staatspolitischen Wert des Handwerks ein Das Handwerk habe ein Erbe übernommen, das es verpflichte, es sauber an die kommenden Generationen weiterzugeben. Voraussetzung für den wirtschaftlichen- Erfolg sei, daß der deutsche Handwerker für die Gemeinschaft eintrete. Es sei für den Handwerker eine Ehrenfrage, Qualitätsarbeit zu liefern. Eine weitere große Aufgabe des Handwerks fei die Erziehung der Jugend zu noch besseren Handwerkern, die beste Erziehung sei aber die Meisterlehre. Reichskommissar Dr. Wienbeck gab einen Ueberblick über die die Regierungsstellen und die Handwerksorganisationen gemeinsam angehenden Fragen handwerklicher Art. Er stellte dabei besonders Kredit und Beiträge, die Führerfrage, den Befähigungsnachweis und seine große Bedeutung für den weiteren Aufbau des deutschen Handwerks, die Abgrenzung des Handwerks gegen andere Wirtschafts- und Berufszweige und die Verteilung öffentlicher Aufträge heraus. Wert und Bedeutung des Handwerks seien von solcher Wichtigkeit für das gesamte Volk, daß es auf die Mitarbeit jedes einzelnen ankäme. Mit den Worten „vorwärts und einig zum Wohl unseres Handwerks und Vaterlandes" schloß Dr. Wienbeck. Das Handwerk ehrt Gutenberg. Mainz, 8. Juni. (LPD.) Das deutsche Handwerk ehrte heute den Erfinder der Buchdruckerkunst. Um das Denkmal vor dem Stadttheater hatten sich Werkscharen gruppiert, sowie die Fahnen der Innungen. Das gesamt graphische Gewerbe von Mainz war ebenfalls angetreten. Der Vertreter der DAF. R a e d e r würdigte die Tat, durch die der Erfinder der Buchdruckerkunst vor 500 Jahren das Handwerk überhaupt geschaffen habe. Der Reichs- handwerksmeister bezeichnete Gutenberg ebenfalls als den Schöpfer deutschen Handwerksgeistes und erinnerte an den Kampf der Mainzer um ihre Freiheit. Ohne Waffen, mit dem echten deutschen Herzen konnte dieser Kampf siegreich durchgeführt werden. Zwei wandernde Buchdruckgesellen aus Hamburg, die der Reichshandwerksmeister auf der Fahrt von Frankfurt nach Mainz auf der Landstraße mitgenommen hatte, legten hierauf einen Lorbeerkranz am Denkmal nieder. Auf dem Gutenbergplatz wurden je zwei beste Gesellen aus allen Bezirken des Gaues nach altem Brauch als Meister gegautscht. Ebenso wurde eine Frau, die ihre vierjährige Lehrzeit hinter sich hat, getauft. Oie Beisetzung des Obergefreiten Kraus. Passau, 8. Juni. (DNB.) Am Montag wurde der Obergefreite Ludwig Kraus, der mit dem Chef des Generalstabes der Luftwaffe Generalleutnant W e v e r in Dresden tödlich abgestürzte Bordmonteur, zu Grabe getragen. Von weither war die Bevölkerung in das Pfarrdorf Ruhftorf gekommen, um an der Beisetzung teilzunehmen. Die Par- teiformationen des Kreises waren mit Fahnen und Kränzen erschienen. Das Reichsluftfahrtministerium hatte eine Abordnung entsandt. Eine Kompanie Flieger gab dem toten Kameraden das militärische Ehrengeleit. Im Auftrag des Reichsluftfahrtministers und Oberbefehlshabers der Luftwaffe legte der höhere Fliegerkommandeur im Luftkreis V, Generalmajor Felmy, einen Lorbeerkranz am Grabe nieder. Er hob dabei hervor, daß man den Wert des Verstorbenen schon daran erkennen könne, daß sicher nicht der schlechteste Soldat dem Chef des Generalstabes der Luftwaffe als Bordmonteur beigegeben werde. Namens des Reichsluftfahrtministeriums, namens der Kameraden vorn Flugplatz Staaken und namens des Gauleiters Wächtler wurden weitere Kränze niedergelegt. Der Kattowitzer Hochverratsprozeß. Kattowitz, 8. Juni. (DNB.) Am fünften Verhandlungstag im Hochoerratsprozeß ging aus den Erklärungen der Angeklagten wiederum hervor, daß sich die meisten von ihnen ihres Tuns nicht bewußt waren, als sie in den Geheimbund des Maniura eintraten. Immer wieder erklären die arbeitslosen Angeklagten, daß das Versprechen Mani- uras, ihnen Arbeit zu verschaffen, sie zu dem ver- hängnisvollen Schritt bewoaen habe. Der Angeklagte Viktor führte aus, daß er bereits im November 1935 erfahren habe, daß Maniura einen Geheimbund gegründet t)abe, dem er eine deutsche Bezeichnung beilegte. Ihm sei sofort die g r o ß e Gefahr bewußt gewesen, mit der Mamura spielte Maniura habe ihm sofort erklärt, der Bund verfolge nur den einen Zweck, Arbeitsmog- l ich leiten zu schaffen. Viktor will dem Mamura Anhaltspunkte gegeben haben, wie die Anmeldung des Bundes bei den Behörden erfolgen muffe Nun erst habe Maniura erklärt, der Gehelmbund solle erst einmal 40 000 bis 50 000 Mitglieder haben, dann würde er einen Aufstand entfachen. Der Angeklagte Viktor will den Reden des Mamura nicht viel Gewicht beigelegt hoben. Auch der Angeklagte Boziek spricht von Mamura als einem großen Betrüger, der alle irregefuhrt und hmter- aangen habe. Erst im Januar 1936 habe der größte Teil der Mitglieder die wahren Ziele erfahren, die Maniura mit seinem Geheimbund verfolgte. Elf Angeklagte erklären, sie feien bem Geheimbund überhaupt nicht beigetreten, sie hatten erst bet ter Verhaftung zum ersten Male den Namen der Organisation gehört. Tatsächlich wird diesen klagten der Prozeß gemacht, weil Mamura sie wahrend der Untersuchung belastet hat. Der Angeklagte Ignatz S ch l a p p a aus Chorzow wurde in seiner Zelle im Kattowitzer Gerichtsgefängnis am Fenftergitter erhängt aufgefunden. Es ist dies der zweite Selbstmord eines Angeklagten in diesem Prozeß. Bekanntlich hat am 2. März 1936 Maniura im Königshütter Gerichtsgefängnis Selbstmord verübt. Der Wahlerfolg der Heimattreuen von Eupen-lllalmedy. A a ch e n, 8. Juni. (DNB.) Die Heimattreue Front von Eupen-Malmedy und St. Dith hat bei den belgischen Provinzialwahlen einen st arten Erfolg errungen. Gegenüber denzweiMandaten, über die sie bisher im Lütticher Provinzialrat verfügte, wird sie nach der gestrigen Wahl drei Abgeordnete stellen. Nachstehend die Ergebnisse: Provinzialrats s Kammerwählen Dewahlen 7. 6. zember 24. 5. 1936 1932 1936 Heimattreue Front 8676 6835 8880 (Christliche (weiße, Dolksp.) ung. St.) Katholische Union 3553 4962 4803 Sozialisten 1088 3355 1174 Liberale 427 841 300 Kommunisten 237 285 180 Rex-Partei 2926 — 2455 Die Heimattreue Front hat also trotz der geringeren Wahlbeteiligung gestern etwa die gleiche Stimmenzahl erhalten, wie bei den Kammerwahlen weihe und ungültige Stimmen abgegeben worden sind. Die altbelgischen Parteien (Katholiken, Liberale, Sozialisten) haben einschließlich Kommunisten gegenüber den Kammerwahlen über 1000 Stimmen, gegenüber den Provinzialratswahlen von 1932 rund 4000 Stimmen verloren. Wenn die R e x i st e n gestern noch 500 Stimmen dazu gewonnen haben, so nicht zuletzt deshalb, weil ihr Führer D e g r e 11 e seitdem in einer Erklärung offen die altbelgische Politik gegenüber Eupen-Malmedy verurteilt und für die Heimattreuen Forderungen Verständnis gegelt hatte. Warum Amerika am Weltkrieg teilnahm. Morgan wollte seine Kredite retten. Washington, 8. April. (DNB.) Der Muni- tionsausschuß des Senats legt einen Bericht über das Ergebnis feiner Untersuchung vor, die sich mit den Gründen für den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Weltkrieg befaßte. Aus diesem Bericht geht hervor, daß die umfangreichen finanziellen und wirtschaftlichen Verbindungen mit den Alliierten der Grund waren, daß die Politik der Vereinigten Staaten von der anfänglich eingenommenen Neutralität zum Kampf auf feiten der Alliierten umschlug. Der I. P. Morgan-Bank, die als hauptsächlicher Einkaufs- und Finanzierungsagent für Großbritannien und Frankreich tätig war, wird sogar „Böswilligkeit" vorgeworfen. Im Verein mit Großbritannien und Frankreich habe Morgan es geschafft, aus den Vereinigten Staaten ein Arsenal für die beiden Länder zu machen. Morgans Behauptungen, daß äußere Umstände, g. B. der Einsatz deutscher U-Boote, Amerika in den Krieg geführt hätten, sind in jedem Punkte widerlegt. Noch während der amerikanischen Neutralität sind von 2,5 Milliarden Dollar der Alliiertensinanzierungen 1,9 Milliarden Dollar durch Morgan in den Vereinigten Staaten untergebracht worden. Solche Anleihen an krieg- führende Staaten hätten mindestens dadurch dem Gedanken der Neutralität widersprochen, weil sie Amerika in ein Hilfsarsenal für d i e Kriegs st aaten umwandelten und es zwangs- läusig in die strategischen Pläne der kriegführenden Mächte hereinbrachten. Um eine Wiederholung einer derartigen Lage zu vermeiden, regt der Munitionsausschuß an, daß erstens zukünftig kriegführenden Staaten weder Anleihen noch Kredite gegeben werden sollen. Auch soll unterbunden werden, daß langfristige Anleihen an am Krieg nicht direkt beteiligte Machte gegeben werden, falls die Möglichkeit besteht, daß im Krieg befindliche Staaten die Nutznießer hiervon sind. Zweitens regt der Munitionsausschuß an, in solchem Falle die Munitions- und Waffenausfuhr zu verbieten und die Warenausfuhr mit Ausnahme von Medikamenten auf Vorkriegshöhe zu halten. Drittens müsse eine endgültige Regelung in der Frage der Handelsberechtigung bewaffneter Handelsschiffe kriegführender Nationen von 1)8^.-Häfen aus erfolgen. Im Zusammenhang damit müsse auch die Frage der Benutzung von Schiffen kriegführender Staaten durch amerikanische Bürger geklärt werden. Wahlkampf in USA. Um den republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Washington, 8. Juni. (DNB.) Amerika steht im Zeichen des Republikanischen Parteitages, der einen Präsidentschaftskandidaten und ein Parteiprogramm aufstellen soll, mit denen man im November Roosevelt schlagen will. Schon seit Wochen finden am Tagungsort Clevelcmd Besprechungen und Kämpfe innerhalb der einzelnen Gruppen statt. Nach wie vor hat Landon, Gouverneur des Staates Kansas, die meisten Aussichten, als Kandidat für den Posten des Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt zu werden. Da andere republikanische Führer wie Borah, Knox, Vandenberg, Dickinson die gleichen Ansprüche stellen, schlagen einige Politiker Senator Steiwer als Kompromißkandidaten vor. Wenn auch die Aussichten irgendeines republikanischen Kandidaten gegen Roosevelt verschwindend gering sind, so besteht doch die Möglichkeit der Wahl als republikanischer Abgeordneter und damit einer Verringerung der großen demokratischen Mehrheit im Bundesamt, von dem jeweils nur ein Drittel alle zwei Jahre neugewählt wird. Das Parteiprogramm bietet unter den oben geschilderten Verhältnissen große Schwierigkeiten. Präsident Roosevelt, der soeben von der 1500 Meilen langen Reise nach Tennesse zurückgekehrt ist, um an der Beerdigung seines Parteifteundes B y r n s, des Vorsitzenden des Repräsentantenhau- es, teilzunehmen, wird bereits Montag wieder ab- reifen, um den Südwesten der Vereinigten Staaten zu besuchen. sa, o/M Di 4*, .W /<- kl t j O//Jf VAN HP1'#" * ^*"4 Internationaler Hebammen-Kongreß. •• H-'M X-.- . < ' ..1 ■ A W LS 1 V*v MW MFZ * - W/.» * * * . ite fef t. -jr K- ■*- &?-.. rl W . 1. r e y g 2 D ;2.: H y jllk ..... tb‘ ■ 1 In Berlin sand der internationale Hebarnrnen-Kongreß statt. Reichsrnnenminister Dr. F r l ck mit einer Abordnung schweizerischer Hebammen, die in ihrer Landestracht erschienen waren. Links neben Dr. Frick die deutsche Hebammenführerin Frau Conti. — (Presfe-Jllustration-Hoffmann-M.) Aus aller Welt. Schreckliche Folgen eines Flugzeugabsturzes in Dubrovnik. In Dubrovnik (Ragufa) kam es infolge des Absturzes eines Militärflugzeuges zu einem furchtbaren Unglück. Aus noch unaufgeklärten Gründen stürzte von zwei Militärflugzeugen, die über der Stadt kreisten, eines plötzlich ab und fiel in der Stadtmitte nieder. Beim Aufprall auf ein haus explodierte der Tank des Flugzeuges, und, das brennende Benzin ergötz sich auf die engen Gassen, die infolge des lebhaften Mittagsverkehrs von zahlreichen Menschen belebt waren. Viele Strahen- passanten wurden von Flammen erfaht und stoben wie lebende Fackeln auseinander. Drei Personen verbrannten auf der Stelle, während 13 mit furchtbaren Brandwunden ins Krankenhaus geschafft wurden. Bei vier von ihnen wird am Aufkommen gezweifelt. Das Haus, auf das das Flugzeug gefallen war. ist vollkommen verbrannt, während drei andere Häuser durch das Feuer schwer beschädigt wurden. Es scheint nur dem sofortigen Eingreifen der Feuerwehr und der völligen Windstille zu verdanken zu sein, daß der Brand nicht einen für die ganze Stadt Dubrovnik katastrophalen Umfang angenommen hat. Die Leichen des Fliegers und des Beobachters des Flugzeuges wurden völlig verkohlt aus den zu einer formlosen Masse zusammengeschmolzenen Flugzeug heraus- gezogen. Folgenschwerer Tribüneneinstur; in Bukarest. Bei der Parade der Jugendverbände, die alljährlich am Gedenktag der Wiedereinsetzung Karols II. stattfindet, stürzte in Bukarest eine Tribüne e i n, auf der etwa 3000 Gäste versammelt waren. Bisher konnten drei Tote geborgen werden. Die Zahl der Verletzten beläuft sich auf über 100. Die Parade fand in Anwesenheit der Gäste des Königs, des Präsidenten Bensch und des Prinzregenten Paul statt Der König, die königliche Familie, die Regierungsmitglieder, staatliche Würdenträger und das diplomatische Korps waren versammelt. Eine große Menschenmenge war gekommen, das prächtige Schauspiel zu sehen. Die Tribünen, die in den letzten Tagen errichtet worden waren, waren alle ü b e r f ü l l t. Wahrscheinlich infolge Ueberlastung stürzte plötzlich eine Zuschauertribüne zusammen. Es entstand eine ungeheure Panik, die jedoch durch die Umsicht der Aufsichtspersonen schnell eingedämmt werden konnte. Der König begab sich sofort zur Unglücksstelle und wohnte den Hilfsmaßnahmen bei. Tausendmarkschein und Diamanten in einem Brötchen über die Grenze geschmuggelt. Vor einigen Wochen konnte auf luxemburgischen Gebiet ein aus Oberstein-Jdar stammender Mann festgehalten werden, bei dem man zwischen einem Brötchen versteckt einen Tausendmarkschein und Diamanten im Werte von mehreren Tausend Mark fand. Auf der Rückreise wurde der Mann auf dem Zollbahnhof Igel festgenommen. Im Verlauf der Ermittlungen ergab sich, daß in ähnlicher Weise an der Grenze bei Aachen Schiebungen unternommen wurden. Man konnte schließlich den Namen eines weiteren Mannes in Ober» stein-Jdar ausfindig machen, der mit einem jüdischen Händler in Verbindung stand. Dieser konnte jetzt an der Grenze bei Wasserbilligerbrück verhaftet werden. Man fand zwar bei ihm nichts Belastendes, doch der Verdacht, daß er sich an Devisenschiebungen und an Einführungen von Edelsteinen aus dem Ausland beteiligt hat, ist so groß, daß ein Haftbefehl erlassen wurde. Ostpreutzische Flachsfabrik niedergebrannt. In Gumbinnen in Ostpreußen brach in der Ostpreußischen Flachsverwertungsgenossenschaft ein schweres Schadenfeuer aus, das über die Hälfte des Betriebes in Asche (egte. Der Brand kam unter dem Dachfirst des Gebäudes mit explo- fivartigem Knall zum Durchbruch und verbreitete sich mit solcher Geschwindigkeit, daß in wenigen Minuten das ganze Gebäude in Flammen stand. Das Flachslager war in einer Stunde restlos niedergebrannt. Es gelang aber, die Ausdehnung des Feuers auf die eigentlichen Maschinenräume zu unterbinden. Schwere Brandstiftungen in Neuyork und San Franzisko. Nahezu 300 Polizisten und Detektive durchsuchen augenblicklich die nördlichen Stadtteile Neuyorks nach einem Brandstifter, der in den letzten Tagen in acht großen Mietshäusern Feuer angelegt hatte. Dabei waren eine Person getötet und 13 verletzt worden. Im Stadtteil Bronx haben sich in der letzten Zeit so häufig Brandsttftun- gen ereignet, daß dort besondere Feuerwachen aufgestellt werden mußten. — Im Logierhaus-Viertel von San Franzisko ist ein vierstöckiges Hotel durch Feuer zerstört worden, wobei sieben Personen umtamen und etwa 30 Insassen schwere Verletzungen erlitten. Auch in diesem Falle wird Brandstiftung vermutet. Vrandunglück im Erzgebirge. Im Schuppen einer Gastwirtschaft in Augustusburg (Erzgebirge) brach Feuer aus, das sich mit löschender Geschwindigkeit auf das Hauptgebäude und zwei Nachbargrundstücke ausbreitete. Insgesamt sind zwei Hauptgebäude und zwei Nebengebäude bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Acht Familien wurden obdachlos. Der Gastwirt Paul Seidel, in dessen Schuppen der Brand ausge- brachen war, wurde ein Opfer der Flammen« Familientag Wiltich-Witlig. Kürzlich fand i n K a s s e l der 8. Familientag des Familienoerbandes des Wittich-Wittig unter Leitung seines Vorsitzenden und Gründers, des Ministerialdirektors i. R. W i l h e l m Wittich (Berlin- Grünewald) statt, lieber 70 Teilnehmer aus 25 Orten der verschiedensten Gegenden Deutschlands hatten sich zusammengefunden. Besonders begrüßt wurde das Erscheinen des Verbandsmitgliedes George Wittich, Oberturnlehrer i. R., aus Milwaukee Wis., der im Jahre 1866 als achtjähriger Junge mit seinen Eltern nach Amerika aus- gewandert ist. Trotz seiner 79 Jahre hat er die Reise aus Amerika nach Deutschland nicht gescheut, um mit seinen Blutsverwandten in Deutschland den Familientag zu feiern. Geschäftliche Beratungen galten den Angelegenheiten des Familienoerbandes und der Familienforschung. Die Nachmittage führten die Teilnehmer in die schöne Umgebung Kassels und die Abende waren fröhlichem Fest gewidmet. Der nächste Familientag findet Pfingsten 1937 in Weimar statt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das kräftige atlantische Hochdruckgebiet hat einen Ausläufer auf den Kontinent entwickelt, unter dessen Einfluß am Montag eine wesentliche Wetterbesserung eintrat. Ein neuer zwischen Schottland und Island entstandener Wirbel macht sich aber schon wieder zu uns hin bemerkbar, so daß sich wieder stärkere Bewölkung und auch Niederschläge eingestellt haben. Schlechtes Wetter wie in den letzten Tagen wird sich jedoch -voraussichtlich nicht wieder einstellen, sondern leichte Niederschläge werden immer wieder von Aufheiterung unterbrochen sein. Aussichten für Mittwoch: Meist bewölkt, zeitweise etwas aufheiternd, vereinzelte leichte Niederschläge, Temperatur wenig geändert, nordwestliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der leicht unbeständigen und nicht ganz niederschlagsfreien Witterung, aber nicht durchweg unfreundlich. Lufttemperaturen am 8. Juni: mittags 15,5 Grad Celsius, abends 11 Grad; am 9. Juni: morgens 10,5 Grad. Maximum 16,6 Grad, Minimum heute nacht 9,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Juni: abends 14,7 Grad; am 9. Juni: morgens 12,3 Grad. — Sonnenscheindauer 8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bildens Dr Friedrich Wilhelm Lqnge; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. V. 36: 9760 Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G^ sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zett ift Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 gültig. Ein sanfter Tod erlöste meine liebe Frau, meine gute Mutter und Großmutter Frau Elise Stumpf, geb. Deines nach kurzem schweren Leiden im Alter von 83 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Stumpf, Rentier Gießen (Nahrungsberg 37), Wiesbaden, den 7. Juni 1936. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt »2637 Nachruf. Am 7. Juni verschied unser Füi al Verwalter Herr Karl Hofmann im hoffnungsvollen Alter von 23 Jahren. Wir verlieren in ihm einen bewährten Mitarbeiter, der sich durch treue Pflichterfüllung und gute Charaktereigenschaf ten bei der Geschäftsleitung sowie bei seinen Arbeitskameraden hoher Achtung und Beliebtheit erfreute. Wir bedauern sein Hinscheiden aufrichtig und werden seiner stets in Ehren gedenken. ;l683i Betriebsführer und Gefolgschaft der Firma Schade & Füllgrabe AG Neuzeitliche 3-Zimmer- Wohnung mm I.Juli 1936 m vermiet. „rsso Wieseck, Eichen- röbcr Weg 11. WM« m. 2 Simmern u. Küche ab I.Juli zu vermieten. Zu erfi. i. d.Geschsf. d.Gieff.Anz .02640 Mietgesuche Zum 1 Oktober Nerven- beruWend und überaus wohltuend für fast alle Funktionen des Körpers ist ein geeigneter Zusatz zum Badewasser. 3686A Drowe-Flchtennadelbad Beutel f. 1 V ollbad ausreich. 15 Pf. 7 Beutel 1.— Mk. Fichtennadel-Badetabletten 6 Stück 75 Pf., 12 Stück 1.50 Mk. 20 Schreibtische mit Zügen. Eiche roh oder in jeder Farbe gebeizt, evtL gegen Gebot abzugeben. Möbelhaus Koos Gießen. Schulstraße 6 Gegründet 1894 Telefon 3904 '693A Frische Seefische! Kabeltau inrlluctfrimittL Qualität 500 Gramm 45 Pfennig Filet Marke,,Fin" 500 Gramm 50 Pfennig lebende Aale, Blaufelchen und alle übrigen Sorten billigst bei .m.ia A. Koch Nachflg. 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Moskau, Ende Mai 1936. Unser Moskauer Berichterstatter hat eine mehrwöchige Reise durch die Sowjet- Ukraine unternommen. Wir beginnen heute mit der Veröffentlichung seiner an- schaulichen und aufschlußreichen Reisebriefe. Nachdenklich bleibt der Reisende nach seiner ersten Wanderung durch die stattlichen Sttaßenzüge Charkows, der bedeutenden Industriestadt schon zu Letten des Zarenreiches, mit ihren repräsenta- ttven Vorkriegsgebäuden, die von einstiger Blüte oer Stadt und dem früheren Reichtum ihrer Bewohner zeuaen, auf dem Tewelew-Platz, der früher den Namen Nikolaus II. trua, stehen. Ein großes im Stil des frühen 19. Jahrhunderts gehaltenes Gebäude beherrscht den Platz. Es ist das ehemalige Haus der Adelsversammlung des Gou- vernements Charkow, zu dem die stattlichen Häuser auf der anderen Seite des Platzes trotzig herüberschauen, in denen früher die reichen Kaufleute und angesehenen Bürger der Stadt wohnten. Heute ist das Haus der Adelsoersammlung „P a l a st der worden' 6 r e" (ber r°ten Jugendorganisation) ge- Am Ende der „Karl-Liebknecht-Straße" liegt das neue Zentrum der Stadt, nach dem Begründer der Tscheka „Dzerschinski-Platz" genannt. Eine Reihe Don oielstöckigen Hochhäusern amerikanischen Stils umsäumen ihn. Die 17stöckigen Riesenbauten des „Dom Projektow" (P r o j e k t e n h a u s e s) sind der Stolz der Sowjetunion. Seit mehr als acht Jahren gilt dieser Bau als fertig. Das „Projektenhaus" wird keine so lange Geschichte haben, wie das „Haus der Adelsoersammlung", so viel läßt sich mit Bestimmtheit sagen. Dazu ist es viel zu schlecht gebaut. Zwei weitere Hochhäuser auf der linken Seite des Platzes find zwar schon seit zwei Jahren mit Büros und allerlei Einrichtungen belegt, aber noch immer unverputzt. In einem dieser Gebäude ist sogar der Eingang noch nicht fertig« gebaut, der einzige Zugang führt durch ein Seitenpförtchen. Ein neugebautes Hotel, das vor kurzem erst „nach dem letzten Wort der Technik" ausgerüstet worden ist, ist bereits heute inwendig in so verwahrlostem Zustande, daß sogar die Sowjetpresse darüber Klage führt. So redet der „Dzerschinski-Platz" eine deutliche Sprache vom unsteten Geist der bolschewistischen Aera, deren Erzeugnisse nur selten über den Zustand der Halb- und Dreiviertels-Vollendung hinauswachsen. Charkow wird oft von den Bolschewisten als Musterstadt des „sozialistischen Aufbaues" gerühmt. In Wirklichkeit ist die Stadt ein altes Zentrum der russischen Industrie, das schon vor dem Kriege eine hohe Blüte erreicht hatte. Mit wenigen Ausnahmen baut sich die heutige Char- kower Industrie auf den Fabriken und Werken der Vorkriegszeit auf, die häufig in Händen deutscher Unternehmer waren. So die Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen „Hammer und Sichel" (früher Helfferich-Sad6), die Fahrradfabrik „Welosawod" (früher der Firma Leuthner gehörend und während des Weltkrieges von Riga nach Charkow verpflanzt), das Elektromotorenwerk „Chems" (die gleichfalls aus Riga im Jahre 1915 verpflanzte ehemalige Zweigniederlassung der AEG.). Einige Kilometer außerhalb der Stadt liegt das große Traktorenwerk, eine Neuschöpfung der Sowjets. Das Werk ist ein Prunkstück des Jntourist- Repertoires, viel bewundert von gutgläubigen „Bourgeois" aus aller Herren Länder, die Reiselust oder Schicksal nach Charkow verschlägt. Unwillkürlich muß der Reisende daran denken, daß um einige solcher „Giganten" willen allein in der Ukraine im Jahre 1932/33 nach den objektivsten Schätzungen sechs Milli onen Menschen Die Adols-Hlüer-Brücke beiKrefeld-Llerdingen. Der dritte großartige Brückenbau über den Rhein, den nationalsozialistische Schaffenskraft entstehen ließ, die Adolf-Hitler-Brücke bei Krefeld-Uerdingen, wurde am Sonntag von dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, feierlich eingeweiht. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) verhungert sind... Die „Giganten", wie das Dnjepr-Kraftwerk „Dnjeproges" oder der „Trak- tornyj Sawod", so sagt sich der Fremde, der auf der schlecht gepflasterten Straße vor dem Werk steht, haben also mehr Menschenopfer gefordert, als der ganze Weltkrieg an Toten und Verwundeten der ganzen beteiligten Menschheit gekostet hat. Und was ist heute die Bestimmung des „Giganten"? Das Traktorenwerk befindet sich zur Zeit, fo wird dem Reifenden erklärt, im „Umbau". Der kleinere Schlepper (20 bis 25 PS), der bisher dort hergestellt wurde, soll einem stärkeren Raupenschlepper (50 bis 60 PS) Platz machen, von dem man sich angeblich für schwerere Böden eine größere Arbeitsleistung verspricht. Der wahre Grund für die kostspielige Umstellung des Werkes, die nahezu die Baukosten erreicht, ist aber die bessere Verwendbarkeit des neuen Schleppers für militärische Zwecke. 1937 soll das Werk 15 000 Stück Raupenschlepper des neuen Typs liefern, von denen sicherlich die wenigsten dazu bestimmt find, die schwarze Erde der Ukraine zu pflügen! Von Charkow aus ist das sogenannte „Donbaß", das Industriegebiet des Donezbeckens, das nächste Ziel des Reisenden. Hunderte von Kilometer fährt er durch das fruchtbare Land, das einst die Kornkammer Europas hieß und doch vor drei Jahren — dank der Kollektivierung — eine der furchtbarsten Hungersnöte gesehen hat, die in der Geschichte der Menschheit bekannt sind. Die riesigen Felder der schwarzen Erde breiten sich vor ihm aus. Nur selten ist Wald oder Wiese zu sehen: das Dunkelbraun der frisch eingesäten Felder und das Grün der Wintersaaten sind die vorherrschenden Farbtöne. Noch heute ist am Bild der ^Dörfer das große Sterben der Jahre 1932/33 zu sehen. Diele Häuschen sind verfallen, zugenagelt, halb abgerissen; die bewohnten freilich viel besser gehalten als im Norden Rußlands. Mit ihren freundlichen Strohdächern und ihrem weißen Verputz sehen die niedrigen Hütten sauberer und mehr nach menschlichen Behausungen aus; häßlich wirken nur die fast überall halb abgerissenen Stallungen, mit deren Dachsparren der jetzige Kolchosbauer seinen Ofen heizt. Wozu braucht er noch feine Stallungen und Schuppen? Er hat fein Vieh mehr dort einzustellen und fein Korn mehr auf der Tenne aufzubewahren. Diese „Sorgen" hat ihm der Staat abgenommen. Ab und zu fährt man an bewachten Getreidesilos und Maschinen-Traftoren- ftationen (MTS.) vorbei. Kirchen sind faum noch zu sehen. Erst in der östlichen Ecke der Ufraine beainnt das Industriegebiet des „Donbaß". Die Landschaft wird bewegter, hügelig, Fabrikschlote wechseln ab mit den Stein- und Schlackpyramiden, die schon von weitem die Kohlengruben ankündigen. Fast zwei Drittel der Kohle der Sowjetunion (rund 200 000 Tonnen täglich von rund 320 000 Tonnen insgesamt) erzeugt das Donbaß. Da das Erz auch hier zur Kohle kommt, hat sich im „Donbaß" (schon vor dem Kriege) das größte metallurgische Industriezentrum der Union entwickelt. Die „Heimat der Stachanowbewegung", der Bergarbeiterort I r m i n o mit der Kohlengrube „Zentralnaja Jrmino" ist das erste Reiseziel des Fremden. Hier in Jrmino mußte der von der Sowjetpropaganda zum Mythus erhobene Hauer Stachanow arbeiten, ihn und seine Arbeits- und Schicksalskameraden aufzusuchen, ist der Plan des Fremden. Auf einem kleinen Bahnhof, der in einer Mulde zwischen zwei Hügeln gelegen ist, verläßt der Fremde den Zug. Er schaut sich um: Ja, es tft geglückt, er ist ohne GPU. -Begleitung geblieben. Es hatte sich also gelohnt, die Fahrkarte ein gutes Stück über Jrmino hinaus zu lösen. Das erste, was ihn auf der Station begrüßt, ist die zum Betteln ausgestreckte Hand eines kleinen, barfüßigen, zerlumpten Besprisornyj. „Gib ein Kopekchen, Onkel- chen, liebes, bitte, bitte!" Kaum hat der Kleine die Münze bekommen, so rennt er schon weg, um gleich darauf mit einem riesigen Stück Schwarzbrot in der Hand, von dem er gierig abbeißt, sich wieder an der Seite des merkwürdigen Fremden einzufinden. Er erbietet sich gleich, ihm den Weg nach Jrmino zu zeigen. Das heißt, einen „Weg" gibt es nicht. Man watet bergauf durch grundlosen Schmutz. Am Hang liegen die winzigen, keine zwei Meter hohen Erdhütten der Bergarbeiter, in denen immer noch der größte Teil der Bevölkerung des „Donbaß" haust. Hinter dem Bergrücken zeigt sich das eigentliche Dorf Jrmino: eine Reihe neugebauter Backsteinhäuschen, daneben, in überwiegender Mehrzahl, die alten Lehmkaten. Ein „Jndustriedorf", wie der Frenckle auf seiner Reise schon viele besucht hat, mit grundlosen, durch den Regen völlig aufgeweichten Straßen. Vorbei am Grubengebäude mit den Förderanlagen, in deren Nähe sich ein paar dürre Ziegen ihr spärliches Futter suchen, fragt sich der Fremde zum Dorfrat durch. Er überquert, fast versinkend im Schmutz, die Gleise der Grubenbahn, die die Kohle, die Stachanow haut, zu Tale bringt. (Fortsetzung folgt.) Neuer Unterwassertunnel für Neuyork. Der Neuyorker Stadtrat beschloß den Bau eines Autotunnels von der äußersten Spitze der Manhattan-Insel unter dem Hafen hindurch nach Brooklyn. Es handelt sich dabei um den vierten und längsten Unterwassertunnel der Stadt. Er soll den ständig wachsenden Verkehrsschwierig- feiten begegnen. Die Kosten des neuen Tunnels werden auf 60 Millionen Dollar veranschlagt. Der drei Kilometer lange Tunnel soll doppelröhrig mit je zwei Fahrbahnen in einer Richtung gebaut werden. Man entschloß sich für den Bau eines Tunnels anstatt einer Brücke, obwohl deren Kosten bedeutend niedriger sind, weil erfahrungsgemäß der Verkehr in einem Tunnel schneller läuft und feine Unfallgefahr bei Regenwetter und Glatteis besteht. „Solch ein großes Brot braucht meine Mutter täglich für uns." Ein luftiges Bild von derTagungdes ReichsdundesderKinderreichenin Köln. (Scherl-Bilderdienst-M.) Blumen, du und ich. Äon Ernst JRirif. Geht es dir auch so, daß dir eine Blume zum Symbol für einen Menschen werden fann? Daß du beim Anblick dieser Blume mit zwingender Notwendigfeit an den Menschen denken mußt, für den du sie als Symbol empfindest, ohne daß sie dir Gleichnis für sein Wesen oder sein Aussehen zu fein braucht? Ginster. Es war in Bad-Nauheim im Frühsommer. Ueber die Schönheiten des Parks und die Unterhaltungen des Weltbades hinaus lockte uns die Einsamkeit der Hänge des Taunus: Hohe Buchenwälder, deren helles Grün weite Wiesen aufnahmen und Weitergaben ins Tal, wo die junge Saat der Felder es dunkler anschwellen ließ. Darüber der weiße und rosa Blust blühender Apfelbäume! Das Ganze war umzogen von den blauen, weithin sanftgeschwungenen Höhen des Taunus. In diese fein ab« geftimmte Symphonie zartester Töne knallt plötzlich ein grellgelbes Gold. „Ginster?", fragt das junge Mädchen neben mir, dem mich feit zwei Wochen gemeinsame Ausflüge in das Land um Friedberg und Nauheim, dasselbe Hotel und die gleiche Empfänglichkeit für die Schönheit der hessischen Landschaft verbinden. „Ja, Ginster!" und schon breche ich ein Paar der schönsten Zweige, die sie in ihren Arm legt. Und mit einem leisen, ein wenig scheuen Lächeln legt sie leicht den freien Arm in den meinen und so gehen mir langsam weiter. Auf einem Bahnhof, sofern das kleine Haus mit den aepflegten Blumenrabatten ringsum und den zwei roten Bänken davor Anspruch darauf erhebt, so genannt zu werden, warten wir eine Viertel- stunde auf den Zug, der uns wieder nach Nauheim bringen fotl. Drei rundliche Bauer,nnen nut Kor- den warten wie wir und machen keinen H-hl aus der Neugierde, mit der sie die Fremden mustern. Ich lehne an dem Holzgitter, das wahrfcheinllch nur selten Gelegenheit hat. den einzigen Bahnsteig vor allzu großem Andrang zu schützen Vor mir steht schlank dos Mädchen, die Augen 'N gleicher H°h- mit mir, zwischen uns das Gelb des Ginsters. ..Wer den wir Freunde werden, Elisabeth r Und noch heute, wenn ich Ginster sehe und die Auaen schließe sehe ich stets mit eindringlicher Deutlichkeit die'dunklen Augen des Mädchens mich anlächeln und höre ihre ein wenig verschleiert klingende Altimme: „Werden? Sind wir es nicht schon?" Enzian. Gilt das Gold des Ginsters der geliebten Frau, so eignet Blau und zwar das ernste Blau Des Gm zian dem Freunde. Aber auch der Umstand daß bie Wurzeln des Enzians- zur Bereitung eines bitteren Schnapses dienen, ist nicht unbeteiligt daran, eiye Gedankenbrücke zwischen Freund und Enzian zu bauen. Als junger Student machte ich mit dem Freunde, der — wie es in dem damaligen Sprachgebrauch hieß — ein paar Semester älter war als ich, eine „Fahrt" durch Süddeutschland. Fahrt war für uns der Inbegriff eines Zustandes, dem sich nur schwer Ausdruck geben läßt, war mehr als eine Reihe von Tagen glückhaften Wanderns und Nächten am Lagerfeuer vor den Zelten im helldunklen Hintergrund, war mehr als nur Verzicht auf jede Art äußeren Komforts und Absage an alle Errungenschaften des modernen Verkehrs. Unser Innerstes wurde irgendwie angerührt, wie wir es hundert Mal in der gemeinsam hinter uns liegenden Zeit der Jugendbewegung erlebt hatten. Den Schwarzwald hatten wir so durchstreift, den Bodensee kreuz und quer überfahren: Das Blütenwunder der Mainau, der Genius deutscher Technik in Friedrichshafen, Erinnerungen an die Droste in Meersburg, die Großartigkeit der Jnfellage von Lindau, die Reichenau, Konstanz, Ueberlingen hatten uns Stunden hellen Entzückens und stiller Freude bereitet. Als Abschied vom Bodensee und zugleich als Vorfreude auf das Neue der noch vor uns liegenden letzten Ferienwoche ward ein Aufstieg auf den Pfänder auserfehen. Der besondere und fast einmalige Reiz dieses Berges ist es, die Lieblichkeit deutscher Mittelgebirgslandschaft und die Erhabenheit des Hochgebirges zu einer neuen Schönheit von durchaus eigenem Gepräge zu verschmelzen. Von Bregenz her stiegen wir auf, in heimlicher Verachtung derer, die es vorzogen, hinaufzuschweben. Unter uns dehnte sich weit die silberne Fläche des Sees, dahinter breitete sich in schier endloser Länge die Kette der Alpen. Im Vordergrund der Säntis, dem schon in den nächsten Tagen die ersten schüchternen Versuche im Bergsteigen gelten sollten. Wir ruhten wohlig ausgestreckt mit im Nacken verschränkten Armen im Gras und um uns blühte bescheiden in tiefer Bläue Enzian. Lange lagen wir so, bis der Freund eine der dicht am Boden wachsenden, ftengellofen Blüten pflückte und sie mit ausgerecktem Arm in die Höhe hielt. Die schmale, für einen Mann fast zu feingliebrige tiefgebräunte Hand und die kleine blaue Blüte hoben sich als Silhouette von edler Einfachheit von der hellen Bläue des Himmels ab. „Blauer als die sprichwörtliche Bläue des Himmels ist Enzian", unterbrach er das lange Schweigen, und unvermittelt fortfahrend sagte er: „Schon im Altertum kannte man die Heilkraft des Enzian. König Gentius von Illyrien empfahl ihn feinen Untertanen als Heilmittel sogar gegen die Best; über den Erfolg ist uns allerdings nichts überliefert. Heute noch spielt er in der Volksheilkunde der Bergbauern eine große Rolle.--Es wird hier oben schon kühl; wenn es dir recht ist, steigen wir wieder taleinroärts! Liebevolle Vertiefung in die Antike und Besorgtheit um den Jüngeren klangen auf aus diesen Worten des Studenten der Medizin. — Einige Tage später wäre ich auch nicht mehr in Verlegenheit gekommen, über Geschmack und Wirkung des Enzianschnapses Rede stehen zu müssen Ebereschen Die Eberesche ist der Baum, der im Herbst dicke Dolden roter Beeren trägt. Wir fuhren durch Kurhessen an einem Herbstnachmittag, der noch einmal durch hochsommerliche Wärme uns den Abschied vom Sommer vergessen zu machen suchte. Der bläulich-graue Dunst aber, der die Konturen der Landschaft leicht verschleierte, und das niüde Lila unzähliger Herbstzeitlosen straften die Sonne Lügen. Es war im ehemaligen Wittgensteiner Ländchen, als meine Begleiterin einen leisen Schrei des Entzückens ausstieß und auf zwei Reihen von Ebereschen wies, die vor uns die Straßen einzurahmen begannen, und denen wir uns in langsamer Fahrt näherten. In schweren Büscheln zogen die leuchtend roten Beeren die Aeste tief herab, so daß wir unter einem roten Baldachin mit der matten Bläue des Himmels als Untergrund dahinfuhren. Ich legte mich wohlig-müde in den tiefen Sitz zurück und überließ mich schweigend der Freude über die seltene Harmonie dieser Stunde: die Nähe des mir von Jugend an vertrauten Mädchens, den Zauber des verspäteten und deshalb um so bewußter und intensiver genossenen Sommertages und den Reiz der mir neuen Landschaft. In langsamem Auslaufen ließen wir den Wagen auf der ebenen Straße zum Stehen kommen. „Bitte, brich mir ein paar Zweige, wenn du so hoch hinauflangen kannst!" Einen steckten wir auf den Kühler, einen anderen, den schönsten, in die Vase des Volants. Auf Umwegen fuhren wir dann weiter wieder nach Marburg, wo ich sie, die jüngere Schwester eines Freundes, besucht hatte und von wo wir heute in den Herbst hinausgefahren waren. Der Zweig in der Vase sollte mir zur besonderen Freude werden: wenn ich mich zurücklehnte, hob sich das nicht zu tiefe Braun des Mädchenprofils und die Helligkeit der blonden Haare in reizvollem Kontrast von dem Rot der Früchte ab. Die berühmteste Gemme des Altertums, die des Asposios, die ich einmal in Rom gesehen habe, gibt den Kops der jungfräulichen Göttin Athena nicht zarter und zugleich eindringlicher wieder, als sich jetzt der Mädchenkopf von dem festlich-roten Hintergrund abzeichnete. Seit diesem Tage sind bei mir die Göttin Athena, die Schwester des Freundes und das Rot der Ebereschen eine Verbindung eingegangen, die micht nicht mehr an eines ohne die beiden anderen denken läßt. Verstehst du nun meine Liebe zu Ginster, Eberesche und Enzian? Ich gebe gerne zu: es gibt ungleich herrlichere Blumen und Bäume als sie, aber gerade wegen ihrer unverbildeten, ursprünglichen Schönheit haben sie den Weg zu meinem Herzen gefunden, konnten sie eher als manche überzüchtete Kostbarkeit unserer Gärten und Treibhäuser mir Symbol und Gleichnis werden für Menschen, die meinem Herzen nahe sind. Gloria-Palast: „Paul und Pauline". Der schlesische Komiker Ludwig Manfred Lamme l, zahlreichen Rundfunkhörern seit langem wohlbekannt, bereitet mit dem Terra-Lustspiel „Paul und Pauline" dem Publikum im Gloria-Palast eine Stunde harmlos-heiterer Unterhaltung. Der Film spielt in der durch ßommel bereits zu einem gewissen Ansehen gelangten Kleinstadt Runxendorf und erhebt sich in feiner Handlung, feinen Gestalten und Konflikten nirgends nennenswert über ein durchschnittliches Filmlustspielniveau; es lohnt faum, näher darauf einzugehen. Die berühmte eigene Note gewinnt das Ganze (Regie: Heinz Paul; Mu- sik dazu von Paul Lincke) durch Lommels groteske, pfiffig-volkstümliche Erscheinung; er macht sozusagen den Raisonneur, er ist die Verkörperung des gesunden Menschenverstandes und des Mutterwitzes, der Förderer des Fortschritts in der finstern Provinz und der Retter der unglücklich Liebenden oder fönst gefährlich Bedrohten. Seine Paradenummer vor dem Mikrophon ist denn auch, gegen Ende, der Höhepunkt des Films. Da haben die Leute was zum Lachen. Von den übrigen Mitwirkenden tun sich hervor: Trude H e ft e r b e r g , Paul Henckels, Walter S t e i n b e cf und Curt Vespermann. — Aus dem Beiprtzgramm ist die Ufa-Wochenschau und ein hübscher Hundefilm zu erwähnen. -r- pochschulnachnchten Ernannt wurden: Professor Dr. Hermann G m e • lin, Extraordinarius für romanische Sprachwissenschaft an der Technischen Hochschule Danzig, zum ordentlichen Professor an der Universität Kiel; Dr. August Hagen, Dozent für Kirchenrecht an der Universität Tübingen, zum ordentlichen Professor an der Universität Würzburg; Professor Dr. Walther Schultz, Extraordinarius für deutsche Vorgeschichte an der Universität Halle, zum ordentlichen Professor daselbst; Professor Dr. Walter P o r z i g, Ordinarius für vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Bern, zum ordentlichen Professor an der Universität Jena. Wirtschaft. FS.-Zarbenindustrie wieder 1 Prozent Dividende. Der Aufsichtsrat der IG. Farbenindustrie AG. schlägt der Hauptversammlung am 25. Juni die Verteilung einer Dividende von wieder 7 v. H. vor. Es wurden für 1935 für Abschreibungen auf Anlagen nur 61,77 gegen 80,10 Millionen Mark im Vorjahr als notwendig erachtet und 2,47 (3,64) sonstige Abschreibungen abgesetzt. Einschl. 4,78 (2,08) Millionen Mark Vortrag ergibt sich ein Ueberschutz von 56,22 (53,06) Millionen Mark. Zum Vortrag gelangen 4,94 (4,78) Millionen Mark. — Die Dividende und Aufsichtsrats-Tantieme beanspruchen 48,28 (48,28), für eine Rückstellung werden 3,0 (0,0) neu verwandt. Mein-Mainische Börse. INitlagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 8. Juni. Die Börse setzte zum Wochenbeginn in uneinheitlicher Haltung ein Am Aktienmarkt lagen die ersten Notierungen zumeist etwas schwächer, da seitens der Kulisse einige Glattstellungen erfolgten, und auch die Kundschaft in der Farben-Aktie kleine Abgaben vornahm, da der Abschluß vielfach als enttäuschend empfunden wurde. Das Geschäft war verhältnismäßig lebhaft und nach den ersten Notierungen er- gaben sich auf Rückkäufe wieder überwiegend Erholungen. JG.-Farben zuerst 172,50 bis 172 (173.90), dann bis 173 erholt; Rütgerswerke fest mit plus 2 v. H., auch Metallgesellschaft plus 1,-5 und Scheideanstalt plus 0,50 o. H. Elektropapiere eröffneten überwiegend fest, besonders fest lagen RWE. mit 137 bis 137,50 (135,75), etwas schwa- chcr lagen jedoch AEG. mit 37 (37,75), Schuckert mit 153,25 (154) und Lahmeyer mit 142,50 (143). Montanaktien erlitten zumeist Rückgänge von 0,50 vorn Hundert, fest waren jedoch Harpener mit 129,40 (127), die somit ihren Dividendenabgang voll eingeholt haben. Maschinen- und Motorenwerte kamen durchweg 0,50 bis 1 v. H. höher an, lebhaft waren Muag mit 107,25 bis 108,25 (107,25). Don Bauwerten gewannen Holzmann und Cement Heidelberg je 0,50 o. H., stärker erhöht waren Berger mit etwa 141 bis 142 (139). Zellstoffwerte lagen uneinheitlich, Aschaffenburger plus 0,50 v. H., dagegen Waldhof minus 0,75 v. H. Auch Bankaktien ungleichmäßig, Braubank 144,50 (144), aber Reichs- bank 195,50 (196). Sonst eröffneten Westdeutsche Kaufhof 0,75 v. H. und AG. für Verkehr 1 v. H. schwächer, Hanfwerke Füssen 0,50 v. H. höher, Bemberg behauptet. D:r Rentenmarkt lag für die variablen deutschen Papiere zumeist etwas schwächer, so Alt- bcsitz ex Ziehung mit 112,65 (zuletzt 115), dh. minus 0,75 v. H., auch Kommunal-Umschuldung zu 89,70 eher angeboten, ferner lagen Reichsbahn-DA. weiter matt mit 123,13 (123,65), obwohl Konversionsgerüchte zurückgewiesen werden. Späte Schuldbuchforderungen etwa 98,40 (98,65). Zert. Dollar-Preußen wurden etwa 1 v. H. über den festen Sams- tagskur.len genannt, waren aber ohne Umsatz. Am Auslandrentenmarkt schien weitere Nachfrage nach den kleinen südöstlichen Werten zu bestehen, doch war die Lage noch unentwickelt. Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt fest. Im Durchschnitt zogen die Kurse gegen den Anfang auf Deckungen und Rückkäufe um 0,50 bis 1 v. H. an. JG.-Farben wieder 173,75. Größeres Geschäft hatten einige Montanwerte, insbesondere Mannesmann, ferner Deutsche Erdöl und Motorenwerte. Von Elektroaktien Gesfürel fest mit 141 bis 142 ex. Dev. (145,75), d. h. plus 1,65 v. H. Berger Tiefbau wurden später mit 141,50 bis 143 (139) notiert. Am Kafsamarkt waren Bad Salzschlirf gesucht, Taxe 14 bis 15 (12), ferner Stempel weiter gefragt, etwa 69 (zuletzt 61). Der Rentenmarkt blieb still, Kommunal- Umschuldung schwankten zwischen 89,60 bis 89,70. Pfandbriefe erfuhren mit Ausnahme einiger Liquidationspapiere keine Veränderungen, auch Stadtanleihen blieben zumeist unverändert. Staatsanleihen waren eher gefragt. Von Auslandrenten kamen die kleinen Werte meist etwas fester zur Notiz, ferner waren Silbermexikaner gefragt und höher. Im Freiverkehr galten: Kleyer 106 bis 107 (105,50), Auto-Union 120 bis 122 (119), NSU. 140 (138), VDM. 142 (140), Wayß & Freytaq 120 (119), Pokorny 111 (112), Kali Wintershall unv. 128,50. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse gut behauplek. Die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt machte im Abendbörsenverkehr einen sehr guten Eindruck und verstärkte die schon mittags herrschende feste Tendenz. Da anderseits der Austragseingana aus dem Publikum sehr klein war und auch die Kulisse etwas Zurückhaltung übte, erreichte die Umsatztätig- teit nur kleinstes Ausmaß. Am Aktienmarkt lagen die Kurse zumeist voll behauptet, verschiedentlich aber auch noch über den Berliner Schluß hinaus 0,25—0,50 v. H. höher. Fest waren Aku auf höheres Amsterdam mit 54,50 bis 54,65 (53,40). Dagegen erfolgten in der Farben- Aktie kleine Glattstellungen, so daß der Kurs auf 174 (174,40) abbröckelte. Am Kassamarkt notierten Rhein. Hyp.-Bank mit 136,75 (der Mittagskurs mußte richtig 136 statt 135 lauten). Am Rentenmarkt lagen Altbesitz 0,13 v. H. höher mit 112,40, dagegen waren Relchsbahn-Dor- zugsaktien weiter ermäßigt auf 122,75 (123); Kommunal-Umschuldung ca. 89,65. Am Auslandsrentenmarkt lagen Ungarn-Goldrente auf festes Paris höher mit 9,90 (9,75), dagegen war der Umsatz m den kleinen südöstlichen Werten bei nahezu unveränderten Kursen gering. . U. a. notierten: Altbesitz 112,40, 6vroz. Kerem. Stahl 103,25, 4proz. Ungarn Gold 9,90, 3^proz. Schweiz. Bundesbahn 222,50, Commerzbank 94.40, Rhein. Hyp.-Bank 136,75, Buderus 108, Harpener 130,50, Hoesch 112,75, Klöckner 107,50, Mannes- mann E 102,40, Rheinstahl 134,25, Verein. Stahlwerke 97,40, Aku 54,50—54,65, BMW. 143,50, Bemberg 89, Cement Heidelberg 141, Chem. Albert 123,50, Daimler 123, Deutsche Erdöl 135,75, Schei- Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Juni. Auftrieb: Rinder 213 (gegen 119 am letzten Montag), darunter 30 Ochsen (10), Bullen 31 (14), Kühe 110 (71), Färsen 42 (24). Kälber 737 (452), Schafe 29 (—), Schweine 3938 (2885). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM: Ochsen a) 45 (45), Bullen a) 43 (43), Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 42), b) 35 bis 39 (35 bis 38), c) 28 bis 33 (28 bis 33), d) 25 (25X Färsen a) 42 bis 44 (44), b) 40 (—), c) 35 (- -)• Andere Kälber a) 76 bis 80 (75 bis 78), b) 70 bis 75 (69 bis 74), c) 60 bis 69 (59 bis 68), d) 45 bis 59 (46 bis 58). Hümmel b) Weidemafthämmel 47 bis 48 (—), Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), Sauen, fette Specksauen 54 bis 56 (54 bis 56), andere Sauen — (50 bis 53), Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausver- kaust. Großmarkt für Fleisch und für Fett- Die Oberhessische Viehversicherungs-Anstalt a. G. Gießen hielt am Sonntagnachmittag im Hotel Hop- feld ihre Mitgliederversammlung ab. Aus dem vom Direktor Dr. van Bentheim Dorgetragenen Jahresbericht war nur Erfreuliches zu berichten. Die Mitgliederzahl hatte sich von 2873 zu Beginn auf 3047 Mitglieder am Schluß des Jahres 1935 vermehrt. In gleich ansteigender Linie befinden sich die Stückzahl der Pferde mit 4259 gegenüber 3938 Stück, die der Rinder mit 956 gegenüber 869 Stück und die Summen des Derficherungskapi- t a l s der Pferde in Höhe von 2 860105,00 Mark (2 395 425 Mark) und das der Rinder in Höhe von 335155 Mark (274 660,00 Mark im Vorjahr). Lediglich die Prämieneinnahme ist mit 139 538,35 Mark gegenüber 145 411,80 Mark im Vorjahr zurückgeblieben. Dafür ist die Anzahl der Schadenfälle und die Gesamtsumme der dafür gezahlten Entschädigungen hinter die Zahlen des Vorjahres zurückgegangen. Die hierfür entsprechenden Zahlen sind: 212 Pferde (239) mit insgesamt 92 797,00 (92701,00 Mark); 41 Rinder (51) mit 10 005,00 Mark (12 185,00 Mark) und 7 Leibesfruchtversicherungen (10) mit 585,00 Mark (910,00 Mark). Insgesamt wurden für zusammen 260 Schadenfälle (300) 103 387,00 Mark (105 796 Mark) ausbezahlt. Die Durchschnittsentschädigung, die bei einer solchen Versicherung sehr wichtig ist, betrug damit 426,40 Mark für entschädigte Pferde und 244,00 Mark für entschädigte Rinder. Die Versicherung hat, wie der Direktor ausführte, stets großen Wert auf sichere und sofortige Hilfe gelegt. Weiterhin ging der Redner auf die Festsetzung der Höhe der Prämie ein und erklärte, daß zum ersten Male in diesem Jahr der Aufsichtsrat eine Vorprämie für das erste Halbjahr festgesetzt hat und dann nach Maßgabe der Erfordernisse die Prämie für die zweite Jahreshälfte bestimmen wird. Es soll dadurch erreicht werden, daß den Mitgliedern nur soviel abgefordert werden soll. waren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 990 Viertel Rindfleisch, 73 ganze Kälber, 4 ganze Hammel, 406 halbe Schweine. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Kuhfleisch a) 75, b) 65, c) 54. Kalbfleisch b) 95 bis 105, c) 85 bis 95, Schweinefleisch b) 74. Fettwaren: roher Speck unter 7 cm 60 bis 65, Flomen 80 höchster Preis. Marktverlauf: lebhaft, Rindfleisch ausverkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 8. Juni. Die Geschäftstätigkeit beschränkt sich bei nur vereinzeltem Angebot von Weizen und noch weniger Roggen auf kleinste Umsätze. Die Mühlen erhielten Zuweisungen von der RfG. oder vermahlen ihre Pflichtlagerbestände. Die Nachfrage ist ruhiger, so daß auch die hohen Handelsspannen nur zögernd bewilligt werden. Brau- und Jndustriegerste sowie Futtergerste haben kein Geschäft mehr, auch in Hafer wird bei mäßiger Nachfrage nur kleines Restgeschäft getätigt. Mehl behält feinen flotten Abzug. Das Interesse für die jetzt freigegebene Kleie ist sehr groß, auch für Oelkuchen. Sonstige Futtermittel, wie auch Raufutter, sind vernachlässigt. _ Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 217, W 16 220, W19 224, W20 226, Roggen R 12 180, R15 183, R18 187, R19 189 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Hafer nicht notiert. Weizenmehl W 13 28,65 W16 28,90, W 19 28,90, W20 29,25, Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weitenfuttermehl W 13 13,50, W16 13,30, W19 13,50, W 20 13,60. Weizenkleie W13 10,65, W 16 10,80, W 19 11, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlen-Feftpreis ab Mühlenstation. Soyaschrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,30, Erdnußkuchen m. M. 17,85 ab südd. Fabrikstation. Treber getrocknet 15,75 bis 16. Trockenschnitzel 9,52 ab' südd. Fabvikstation. Heu 6 bis 6,25, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3, do. gebündelt 2,80. Schweinemarkl in Hungen. < Hungen, 8. Juni. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 384 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu sechs Wochen alte Ferkel bis 16 Mk., sechs bis sieben Wochen alte Tiere 17 bis 20 Mark, sieben bis acht Wochen alte 21 bis 24 Mark, acht bis neun Wochen alte 25 bis 28 Mk., neun bis 13 Wochen alte 28 bis 34 Mark. Der Handel verlief mittelmäßig, es verblieb geringer Ueberftanb. wie der notwendige Bedarf bestimmt. Zuviel erhobene Prämien werden dann zurückvergütet, wie das für das erste Halbjahr mit 5 v. H. bereits erfolgt ist. Diese Einrichtung ermöglicht dem Vorstand einen klaren Ueberblick über die Geldverhältnisse. Der Wunsch nach stärkerer Berücksichtigung der Bauernbanken ist somit erfüllt worden. Das Geschäftsjahr hat auch im Hinblick auf den Gewinn günstig abgeschlossen werden können. Der von Bücherrevisor Jäger, Gießen Dorgetragene Rechnungsbericht schloß mit einem Gewinnvortrag aus 1934 mit rd. 8666 Mark und aus 1935 mit einem solchen mit rd. 19 382 Mark und insgesamt mit 27 648,21 Mark ab, die dem Reservefonds für evtl, spätere Rückvergütungen zugeführt werden sollen. Die Bilanz schließt in den Aktiven und den Passiven mit insgesamt 76 273,21 Mark ab. In den Aktiven sind rd. 47 768,72 Mart Bankkonten, 14 512,50 Mark Wertpapier - Konten und 6790,65 Mark Rückstände enthalten. Die Passiven setzen sich aus überbezahlten Beiträgen und unbezahlten Schäden in Höhe von rd. 7317 Mark rückständigen Schätzergebühren, dubiosen Forderungen u. a. mit 9173 Mark, dem Reservefonds mit 32133 Mark und dem Gewinn in Höhe von rd. 27 649 Mark zusammen. Die Gewinn- und Verlustrechnung 1935 schließt in Einnahmen urtb Ausgaben mit insgesamt 196 846,69 Mark ab. In den Einnahmen sind ein Gewinnvortrag aus 1934 mit rd. 8266 Mark unbezahlte Schäden aus 1934 mit rd. 7975 Mark, Dubiorückstellung aus 1934 mit 11 489 Mark Prämieneinnahmen aus direkt geschlossenen Versicherungen mit 139 538,55 Mark, dem Erlös aus verwertetem Vieh in Höhe von 17 937,55 Mark u. a. enthalten. Die Ausgaben weisen regulierte Schäden aus 1934 und 1935 mit 111 362 Mark, Abschreibungen mit 13 939,61 Mark, Provisionen und Bezüge der Agenten mit 13 293,36 Mark, Verwaltungskosten in Höhe von rd. 24 824,21 Mark und den dem Reservefonds zugeführten Gewinn mit 27 648,91 Mark aus. Nachdem der Direktor seinen Mitarbeitern, dem Vorstand und dem Ausschuß Dank und Anerkennung gezollt hatte, wurden der Jahresbericht und der Rechnungsbericht einstimmig angenommen und dem Vorstand und dem Direktor Entlastung erteilt. Die Beschlußfassung über die Umwandlung der Anstalt in eine große Versicherung und die damit verbundenen Satzungs- und Versicherungsänderungen nahmen geraume Zeit in Anspruch und riefen eine lebhafte Aussprache hervor. Die Erklärung zur großen Versicherung hat den Zweck, über die Versicherung der Pferde und Rinder hinaus auch eine solche von Eseln, Schweinen und Schafen, ferner kurzfristige Versicherungen über den Viehtransport, Schlachtschweine zur Schlachtung, Weideversicherungen für Nichtmitglieder und eine Reihe anderer, die Sicherheit der Bauernwirtschaften betreffenden Sparten vornehmen zu können. Kreisbauerriführer Orth, llsingen, als Beauftragter des Reichsnährstandes, gab in mehrmaligen Ausführungen einen Ueberblick über das Aufsichtsrecht des Reichsnährstandes über einen solche dem Bauern dieyende Viehversicherungsanstalt und betonte die Durchdringung der Verwaltung dieser Anstalt mit Trägern der nationalsozialistischen Weltanschauung, insbesondere mit Amtsträgern des Reichsnährstandes. Er kritisierte die Höhe der Prämien und der Verwaltungsunkosten unter Anerkennung der gesunden Verfassung der Anstalt und sprach den Wunsch nack entsprechendem Verhalten in der Zukunft aus. Auch das Mitglied des Ausschusses der Anstalt, Bezirks- bauernführer Metzger, Röthges, sprach sich auf Grund seiner Erfahrungen im gleichen Sinne aus und bemängelte neben der Höhe der Verwaltungskosten auch die Gehälter. Schließlich gab auch der Leiter der Hauptabteilung III. der Kreisbauernschaft, Werner, der Forderung nach der Verwaltung des Bauerngeldes durch Bauern Ausdruck, weil nur der Bauer die Belange des Bauern am besten vertreten könne. Der Direktor und Ausschußmitglieder verwiesen auf die unter ihrer Führung angewachsenen Der- mögensbestände, die sich von 3 000 auf 76 000 Rm. erhöht haben, und erinnerten an die Vorgänge in früherer Zeit. Hinsichtlich der Unkosten unterstrich der Direktor deren normale Höhe. Nachdem die Umwandlung der Anstalt beschlossen und die Satzungs- und Versicherungsänderungen genehmigt worden waren, wurde die Wahl der Ausschußmitglieder derart vorgenommen, daß auf Vorschlag des Kreisbauernführers Orth der neuzuwählende Ausschuß in erster Linie mit dem von ihm genannten Volksgenossen besetzt (die, sofern sie keine Mitglieder sind, es werden sollen) und durch einige Mitglieder des alten Ausschusses ergänzt wurde. Unter Letzteren befindet sich auch der Vorsitzende des alten Ausschusses, Ludwig Hofmann, Lollar. Dem Ausschuß gehören ferner an: Paul Hoffmann, Hof-Güll; Ä. Schwalb, Alten-Buseck; Müller, Salzböden; Schneider, Utphe; die Ortsbauernführer Philippi, Friedberg; Jhring, Lich, und Kalbfleisch, Klein-Heinen (Krs. Alsfeld); die Bezirksbauernfüh- rer W. Metzger, Röthges, und Georg, Hellhof (Alsfeld); Schlunot, Ober-Walgern; Schaub, Büdesheim, und Paul Schweitzer, Over-Mörlen, die auf drei Jahre gewählt find. Dem Kreisbauernführer ist in Verbindung mit dem Direktor eine Ergänzung vorbehalten. Als Schiedsrichter wurden gewählt: Uhl, Gießen; Fischer, Kaichen; Hax, Groß-Umstadt; Faber, Leihgestern und Balser, Göbelnrod. Hauptversammlung des Dogeischutzvereins für Heften. LPD. Heppenheim, 8. Juni. In Heppenheim 'fand die diesjährige Hauptversammlung des Vogel- schutzvereins für Hessen unter Leitung des Landesforstmeisters Hesse statt, der neben dem Stellvertreter des Landesjägermeisters Gauleiter Sprenger, Oberforstmeister Schlich, auch weitere Vertreter der Hessischen Regierung, des Landschaftsbundes und des Tierschutzvereins in Hessen, der badischen und der pfälzllchen Forstoerwaltung begrüßen konnte. Er fonntrbie erfreuliche Mitteilung machen, daß sich die Zahl der Mitglieder gegenüber dem Vorjahre verdreifacht hat. Geschäftsführer Schäfer erwähnte in seinem Jahresbericht aus der Arbeit des Vereins die Aufhängung von 300 Nistkästen, Schaffung von Vogelschutzgehölzen, Do- gelschutzmatznahmen bei der Feldbereinigung und beim Bau der Reichsautobahn. Oberforstmeister Heidenreich ging in seinem Vortrag über das neue Reichsnaturschutzgesetz auf die bevorstehende Neuorganisation des Vogelschutzes in Hessen ein, während Professor Fehringer- Heidelberg einen mit großem Beifall aufgenommenen Lichtbildervortrag über die hessische Vogelwelt und ihren Schutz hielt. Die nächstjährige Hauptversammlung wird in Bingen abgehalten werden. Hauptversammlung der Obechesffchen ViehversicherungsanW. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankturl a. TR. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend» börte Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Oalnm 6.6. 8.6. 6-6 8.6- 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1921 101,25 101,25 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,75 98,75 98,75 98,75 5‘/2% Doung-Anieihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mii 103,25 103,25 103,4 102,75 Auslos.-Nechten ............ 4 V»% Deutsche ReichSpostschahan — 112,4 — 112,25 Weisungen von 1934, I....... 4'/r% ebem. 8% Hessischer SolkS 100,25 100,25 100,3 100,3 staat 1929 trückzahlb. 102%) ... 4%% ehem.8% Hessische Landes bant Darmstadt Gold R. 12... 98,75 98,75 98,75 — 97 97 6y.% ehem. 4/,% Lande« Hhpothekenbank DarmstadtLiau. 4/i% ehem. 8% Dormst. Kvnim 101,25 101,25 — — LandeSb.Goldschuidverschr. R.t Obcrhessen Provinz-Anieihe mii 93,13 93,25 — — Auslos.-Rechten ............ 123,5 123*5 Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4’/2% ehem.8% Franks. Hyp..Banl 118,4 118,4 118,5 118,5 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 t>Yi% ehem. 4'/r% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 97 97 — — 101,5 101,4 — — 6y»% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.«Goldpfe. ... 101 75 101,9 101,9 101,9 4y»% ehem. 8% Pr. Landespfand briefanstalt, Pfandbriefe 9t 19 4y,% ehcm. 7% Pr. Landespfand 97 97 97 97 driefanst., Gold Komm. Lbl. 20 94,75 94,75 94,75 94,75 Steucrgutich.Berrechnungsk. 34-38 109,5 109,5 109,5 4% Oesterreichlsche Goldrente... 4,20% Oesterreichlsche Silberrente 30,5 3,1 3,1 31 3,15 3,1 9,95 9,55 9,9 9,4 9,9 9,55 9,65 9,4 4% Ungansöse Staatsrente v. 1910 4Yt% dcrgl. von 1913......... 9,6 9,6 9,75 — 6% abgest. Goldmexikaner von 9£ 4% Türkische Bagdadbahn-Anleth« — •— 13,9 14,1 Serie l..................... — ** — Frankfurt a.M. Äerlin Schlußkurs Schlußk. Abend» börsr Schlußkurs Schlußk. Mittag« bärle Datum 6.6. 8.6. 66. 8.6. 4% oesgl. Sene n ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1003 4yr%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Siente . 2%% Anatolier .............. Hamburg.Amerika-D aket O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen 2HL .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz. und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconw« Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 7,5 10,25 6,05 44,9 15,13 16,25 126 117,5 94,25 95 96,25 196 37,75 150,25 135,25 159 140,5 145,75 135,75 154 194,5 143 107,65 133,75 127 112 140 107,5 102 6 44,8 15,4 16 126 118 94,4 95,25 96,25 196 37,13 150 137,75 158,75 140,9 143 138 137,9 155 196,75 143,75 108 135,75 130,5 112,75 140,75 107,5 102,4 7,6 10,25 6 44,75 15,65 30,25 16,9 118 94,25 95 96,25 196,5 37,75 150,5 136 159,25 141 146,75 136,75 136 154 194,25 142,75 108,13 134,5 128,5 112 169 140,5 107,75 102 10,15 6 45 15,25 30 16,25 125,9 118,5 94,4 95,25 96,25 195,9 37 150,65 138,25 159,75 140,9 141,75 138,25 137,9 154 197,5 143,25 108,13 135,25 131 112,4 140,5 107,65 102 Reichsbank ................ r„- A.E.G...................... 0 Bekula................. g tfleffc. LieferungSgeselljchaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... g Siemens L Halske............. Lahmeyer L Co.............. 7 Buderus ................ , Deutsche Erdöl ............... Harpener................. 2y, Hoesch Eisen—Köln-Neuesse« .. 3 Ilse Bergbau ...............e Ilse Bergbau Genüsse........6 Klvcknerwerke .............. j Mannesmann-Rohren........s 1 Frankfurt a. M. Äerltn Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk Mittag« börse Datum 6.6. 8.6. 6.6. 8.6- Mansseiver Bergbau .. .....ey3 141,5 140,5 141,25 141 KokSworke ........... ....... ß — —— 137,25 137,5 Rbeintsckie Braunkohlen .....in 240 242 240 242,5 Rhein stahl ........... .......4 133,75 134,25 133,75 134,5 Bereinigte Stahlwerke. .....sy, 97,25 97,4 97,13 97,4 Otovt Minen ........ .......0 23,13 23 23 23 Kaliwerke Aschersleben. .......b 131,5 132,25 131,75 132,75 Kaliwerke Westeregeln. .......5 130,25 130,75 130 130,75 Kaliwerke Salzdetfurth .....7K 180,5 181 179,5 180,5 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheldeanstalt...............v Goldschmidt ..... 5 Rütgerswcrke ............... 6 Metallgesellschast.............5 173,9 174 173,9 174,4 259 260 — — 115 116 115,5 115,9 128 130 129 130,25 141,5 142,75 142 143 Philipp Holz mann........... 4 Zementwerk Heidelberg ......7 Lementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas...............7 Daimler Motoren ......... 0 Deutsche Linoleum...........8 Orenstetn S Koppel..........O Westdeutsche Kaufhof.........O Chade...................... 9 Accumulatoren-Fabrü.......12 Tonti-Summt..............11 Gritzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4, Süddeutscher Zuck»........10 130 131 129,75 1313 141 141 - 147 150 - _ _ 114 115,5 54 54,65 53,9 53,4 89 89 89 89,25 147 146,75 147,25 147 105,5 106,9 105,75 106,5 —— —— 122,5 121,4 119,5 123 120 122,75 183 185,5 184,5 185,5 — ■— 90,9 91,5 48,5 47,13 48 47,13 447 435 443 433 191 192 192 192,75 188,25 189,5 189 189,5 33,4 33,25 32,25 98,5 98,5 225 228 224 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL 6 .Funi 8-Juni Amtliche Notierung Geld | Vries Amtliche Notierung Geld | Brief duenoe Ain 0,688 0,692 0,686 0,690 Brüssel .... 42,03 42,11 42,08 42,16 Rio de Ian. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,67 55,79 55,43 55,55 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London..... 12,47 12,50 12,415 12,445 HeljingsorS. 5,499 5,511 5,475 5,485 Paris ..... 16,345 16,385 16,395 16,435 Holland ... 167,86 168,20 168,20 168,54 Italien.... 19,48 19,52 19,48 19,52 Japan ..... 0,730 0,732 0,727 0,729 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,67 62,79 62,39 62,51 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,33 11,35 11,28 11,30 Stockholm... . 64,29 64,41 64,01 64,13 Schweiz ... 80,24 80,40 80,50 80,66 Spanien... 33,88 33,94 33,94 34,00 Prag....... 10,25 10,27 10,28 10,30 Budapest .. — Keuyork... 2,485 2,489 Banknoten 2,486 2,490 2)erim,8.3unl | <5e/b Är ef etmeritanuche Roten.............. Belgische Noten.................. 2,438 2,458 41,96 42,12 Dänische Noten ................. 55,18 55,40 Englische Noten ................. 12,38 12,42 16,408 168,46 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16,345 167,78 Italienische Noten................ — Norwegische Noten .............. 62,18 62,42 Deutsch Lesterretch, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,79 64,03 Schweizer Noten................. 80,32 80,64 Spanische Noten................. Ungarische Not«................ 33,60 33,74 3 öj i war K WL- v EMZUZ- s!m gen )er nen, rtf) mit iie, , len) ' >sses auch Hof- )off. iller, hrer -isch. . ifüh- Ms. tim, brei heim iogei- nbe? llver« en« Ber« Ms« , der 3 be» ilung nüber ührer : aus t 300 , So« und leister r das hende ein, lberg htbil' ihren ilung Dienstag, 9. Juni 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 151 Drittes Blatt Eine Mannschaft beim Entfernungsschätzen. Bei der Lösung der Planzeiger-Aufgabe. Ruhepause bei der Bohnensuppe. Keulenweitwurf im strömenden Regen. , was sie auch betrifft, immer ausgerichtet ist f das Dolksganze und die Zukunft dieses Volkes, sehen. Das neue tlrkundensteuergefetz. Am 5. Mai 1936 ist als Reichsgesetz ein Urkun- ensteuergesetz ergangen. Das Gesetz tritt am .Juli 1936 in Kraft. Es ersetzt das bisherige in Betracht. Bei diesen Schätzungen gab es zi Teil sehr unterschiedliche Ergebnisse, im allgemeir trafen die Schätzer aber doch ungefähr das R tige, wobei zu beachten ist, daß für die Schätzung eine gewisse Bewegungsfreiheit von der tatsächücl Entfernung nach oben bzw. unten zugestanden w den mußte. Die letzte Sonderausgabe bei dem Gepackma bestand in dem B a l l o n s ch i e ß e n , bei dem darauf ankam, ebenfalls ein möglichst günstiges gebnis zu erzielen. Innerhalb kürzester Zeit Hai von jeder Mannschaft fünf Mann zu schießen, je Schütze hatte zwei Schuß auf die an Stelle Scheiben frei im Gelände aufgebauten kleinen L ballons abzugeben. Das Schießen wurde dadi erschwert, daß infolge des Windes die Ballons i unter kräftig hin- und herpendelten und dadi dem Schützen die Zielwirkung natürlich sehr schwert wurde. Wenn es hierbei auch Mannscha gab, deren Schützen weniger vom Glück begün^ waren, so konnte doch anderseits die erfreu! Feststellung gemacht werden, daß auch viele Mc schäften durch ihre fünf Schützen in sehr guter ganz hervorragende Schießergebnisse erzielten. Durchschnittsergebnisse können als sehr gut a sehen werden. Von sämtlichen Geländesportaufgaben war jen eine Meldung des Mannschaftsgruppenfuhrers den Berechnungsausschuß zu schreiben, deren gaben in vergleichende Bewertung zu der Ma zeit gebracht wurde, woraus sich dann das Gesc ergebnis der Mannschaftsleistung ergab. Dabei aber, wie wir gestern in unserem Bericht bei betonten, auch die Haltung der Mannschaft l Einmarsch am Zielpunkt ein sehr wesentlicher ■ tor für die Gesamtbewertung. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß Mannschaften durch ihre Leistungen trotz des ungünstigen Wetters dargetan haben, welche au ordentlich erfreulichen Erfolge im SA.-Sport in der Durchbildung der jungen Männer auf Grundlage dieser sportlichen Arbeit erzielt wer (Aufnahmen [4]: Photo-Pfaff, Gießen.) undgebung der NG.-Irauenschaft. m nächsten Sonntagnachmittag findet in der Chatte zu Gießen eine öffentliche Kundgebung RS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauen- ts des Kreises Gießen statt. Die Gaufrauen* tsleiterin Frau Weste mach er und Gau* pagandaleiter Müller-Scheld werden über Thema „Die deutsche Frau im deutschen Volk chen. Eintrittspreis 20 Pf. Geländesportaufgaben A.-Mannschasts-Gepäckmarsch Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Die Ortsgruppe Gießen*Süd macht darauf aufmerksam, daß alle Angehörigen der SA., SS Marine-SA., Reiter-SA. und der RSBO.* Bereitschaft, soweit sie im Bereiche der Ortsgruppe Süd wohnen, ihre Beiträge zur Hilfskasse für die Monate Juli, August und September am Dienstag, 9. Juni, Mittwoch, 10. Juni, oder Donnerstrag, 11 Juni, jeweils in der Zeit von 20—21.30 Uhr, im Lokal „Tannhäuser", Frankfurter Straße 83, zu entrichten haben. Omnibusfahrt am 14. Juni. Am nächsten Sonntag findet eine Omnibusfahrt ich dem Nürburg-Ring zu dem Autorennen itt. Der Fahrpreis beträgt 7 Mark. Anmeldungen äffen umgehend auf der Kreisdienftftelle G i e • e n, Schanzenftraße 18, und in Friedberg ab gerben werden. Da nur ein Omnibus zur Verfügung cht, ist es ratsam, sich umgehend Plätze zu sichern. Oie Kirchensteuer. Der Vorsteher des Finanzamts Gießen teilt uns lit: Die Ausgabe der Kirchensteuerbescheide hat viel- ich eine gewisse Beunruhigung hervorgerufen, weil iefe Bescheide zum Teil beträchtliche Erhöhungen ufweisen, während der Kirchensteuerbescheid selbst ngibt, daß der Ausschlagsatz geringer geworden ist. vielfach wird angenommen, daß es sich um Berech- ungsfehler handele, oder daß gewisse Gruppen be- mders erhöht worden seien. Dies trifft in keiner Weife zu. Die Erhöhungen oben vielmehr ihren Grund in dem geänderten nnkommensteuertarif, der gerade mehr Rücksicht auf en Familienstand, die Kinderzahl insbesondere, immt, der aber auf der anderen Sette, wenn keine tinber in Anrechnung kommen, gewisse Erhöhungen ur Folge hat. Diese Erhöhungen wirken sich auch ntsprechend bei der Kirchensteuer aus. Dies gilt anz besonders bei den Lohn- und Gehaltsempfängern, deren Steuer sich schon nach dem neuen Tarif Bei der Durchführung des 20-km-Mann- Hafts-Gepäckmarsches im Rahmen des porttages der Brigade 147/Ober- r s s e n hatten die an diesem Wettkampf teilneh- enden Mannschaftsgruppen eine Reihe von G e - indesportaufgaben zu erfüllen. Die Lei- ingen bei diesen Einzelausgaben waren in hohem iahe mit entscheidend für die Bewertung der Ge- mtleiftung, wie sie in der gestern von uns bereits röffentlichten Reihenfolge der Siegermannschaften im Ausdruck kommt. Als erste Geländesportaufgabe hatten sämtliche tannschaftsaruppen in dem Talgrund zwischen der larburger Landstraße und dem Bahndamm eine lanzeigeraufgabe zu lösen. Hierbei han- >lte es sich um die Feststellung mit Hilfe des lanzeigers, an welchem Punkt des Geländes die Mannschaft sich bei der Lösung dieser Ausgabe be* mb. Der Stanbort mußte unter Berwenbung des lanzeigers auf ber Karte genau feftgeleat unb is Ergebnis in einer Melbung an bie Leitung ütgeteilt werben. Die Aufgabe würbe von ben lettfämpfenben Mannschaftsgruppen im allge- leinen gut gelöst. Auf bem Weitermarsch hatten bie Mannschaften i dem Gelände von der Wißmarer Brücke bis ur Abzweigung des Weges von der Krofdorfer Strafte nach dem Schießstand der SA.-Reserve im Steinbruch beim Unteren Hardthof scharf zu be* bachten, um einige markante fünfte im ) elände, die durch Flaggen gekennzeichnet -----, aufzufinden. Die durch rote und gelbe flaggen bezeichneten Geländepunkte mußten m iner Meldung mit Skizze der Leitung ebenfalls ur Kenntnis gebracht werden. aen Launsbach und dem Abzweig an der er Landstraße war an einer kleinen Brücke iber einen Wiesengraben eine interessante Ausgabe Entfernungsschätzen zu erfüllen. Hier- ei handelte es sich um die möglichst genaue Schätzung von vier Entfernungspunkten Dabei imen Strecken von 75 Meter, 180 Meter,400 Heter und eine Seitenentfernung von 145 Meter Aus der Provinzialhauptstadt. I Ein Laubfrosch auf der Straße. Plötzlich platscht vor meinen Füßen etwas Gras* grünes in die schwarzglänzende Nässe des Geh. steigs der Strafte. Ein gebauschtes Blatt kann es! nicht fein, es wäre lautlos hingeweht. Da — mit einem Sprung schnellt es im Bogen weiter: ein Laubfrosch! In dieser Situation gewiß des Stau- nens wert. Unmöglich kann er in einem Sprungmarsch aus feinem schattigen Wiesenversteck in die grelle Stadt einwandert sein. Man müßte die Strapazen feiner tadellos weißen Weste und seinem glänzenden Grünrock ansehen. Zweifellos ist er ein Ausreißer, der noch vor kurzem irgendwo in einem Glashaus auf einem Fensterbord als Gefangener schmachtete. Vielleicht stand er gar noch in der Sonne und hatte keine Blattlaube, unter die er sich verschlüpfen konnte. Tagaus, tagein mußte er wohl auf einem schmal- sprossigen Leiterchen kauern, wenn er dem Wasser unter sich entrinnen und nicht seinen Kopf wider das grüne Gefängnisdach stoßen wollte. Die Menschen nennen das: Gut-Wetter-Machen! Wie muß er bei feinem Sprung von der Fensterbank — vielleicht hatte er sich durch das Futterloch in der Decke hindurchgezwöngt — feine Schenkel gespreizt haben im Wonnegefühl der Freiheit hinabschnellend in das grüne Buschwerk des Vorgartens! Wie mag ihn die Flut der Gräser entzückt haben, als sie meid) über ihm zusammenschlug! Ich kann mir vorstel- len, daß selbst sein kaltes Froschherz erbebte vor Freude und Glücksgefühl, da er zum ersten Mal wieder auf einem schwanken Blatt schaukelte und nach der vorbeisummenden Fliege die lange Zunge schnellte. Uebrigens, verrät die noch rundliche Schallblase an seiner Kehle, daß ich richtig schätzte. Er muß erst vor wenigen Augenblicken seinen Jubel über die gelungene Flucht ausgequakt haben. Unmöglich kann der drollige Grünrock der Gefahr der Straße ausgesetzt bleiben, wenn ich ihn auch nicht seiner Freiheit berauben möchte. Aber während ich ihn durch das Gitter eines Vorgartens auf den grünen Rasen hinablassen will, entschlüpft er meiner Hand und fetzt mit einem Sprung wieder auf den Asphalt zurück, zwischen die achtlosen Schritte eiliger Passanten. Wie leicht kann einer, ohne daß er es weiß und will, des kleinen Hüpfer- Herz zertreten. Kann ich den starrköpfigen Tollpatsck nicht einem traurigen Schicksal entreißen? — Während ich mich erneut bücke, fragt ein lachen des Mädchengesicht neben mir, das mit seinem blonden Wuschelkopf an der Stirne streift: „Gehör er Ihnen?" Ich verneine. Da öffnet sie ihr duftendes Hand läschchen, fetzt den Laubfrosch auf ihr weißes Bat tisttüchelchen und entfernt sich, indem sie mir schel misch zunickt. Lieber gefangen als tot, denke ich, besonder' wenn eine so holde Betreuerin die Pflege über nimmt V B. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Paul und Pauline" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Heilige uw ihr Narr" — 15 bis 17 Uhr, Modellbauausstelluw in der Neuen Pestalozzifchule. — Deutscher un Oesterreichischer Alpenverein, Sektion Gießen: 20.3 Uhr Lichtbildervortrag von Dr. Ullrich „Kultur politische Bilder aus deck Alpen" in der Aula de Gymnasiums. Ausstellung des Oberhessischen Kunstvereins. Vom 14. bis 28. Juni im Stadttheater Ausstellun „Frauenbildnisse mit Schmuck". (Siehe heutige Ar zeige.) Zeitweiliges Parkverbot Fußgänger gehören auf den Bürgersteig! Die Polizeidirektion Gießen übermittelt uns dl nachstehende Aufforderung an die Bevölkerung: Am morgigen Willwoch, in der Zeit von 11 bi 13 Ahr, während der Fahrt eines motorisierte 7NG Bataillons in der Stadt ist für alle Fah zeuge das Parken im Zuge der Frankfurtl Strafte, Mlhelmslrafte, eudwigstrafte, Ludwigpla Kaiserallee und kicher Strafte verboten. Die Bevölkerung wird gebeten, sich nur an bem Bürger ff eig ?u bewegen und den Anor nungen der zur Verkehrsregelung aufgesfellten P lizeibeamten unbedingt Folge zu leisten. Ami für Dolkswohlfahrt. Ortsgruppe Gieften-Ost. ßebensmittel’Dpferrtng. Die Sammlung wird Dienstag 9., unb Mittwo 10 Juni, von der NS.-Frauenschaft durchgefuh Die Mitglieder wollen die Pfundpackchen bere halten und die Mitgliedskarte 3ur Eintragung m legen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtb anzugeben. Ortsgruppe Gieften-Nord. Am Montag, 8., und Dienstag, 9. 3uni wird roprejfh der Ortsgruppe Gießen-Nord der Leber $ hJi Onferrina für den Monat Ium emgezog werden «-beten, die Piundpnk bereitzuhalten. Ortsgruppe Gießen Witte. Vetr. Pfundsammlung. Am Mittwoch 1« Ium. °zrd-^i° Spent (Pfundsammlung) durch die^ gebeten, t gesammelt. Die Ha t™u Umi)üt[ung kenntlich sias-«* NSDAP, Ortsgruppe Gießen-Op Die Beiträge aur 1936 werden °mMittwoch. MJunb^ 11 Juni, von 20 bis 22 Uljr. tn «.«W IÄur'CÄ‘ an einem der «°n°nn.°n ^^Bei^Nichtbezahlung erfolgt Abmeldung bei ber Reichsleitung in München, Gerade auf diesem Gebiet der Stempelsteuer befanden — so schreibt uns der Vorsteher des Firanzamts Gießen — ganz erhebliche Verschieden- leiten in den einzelnen Ländern. Teilweise wurde. Stempelsteuer überhaupt nicht erhoben, teilweise mit ganz verschiedenen Sätzen, die in einem Land ist das Vielfache des Stempelbetrages ausmachte, 3er in einem Nachbarland erhoben wurde. Nachdem die am 1. April 1936 in Kraft getretene Reichskostenordnung insbesondere die Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit unter Aufhebung der Lan- deskostengefetze einheitlich geregelt hat, mußten auch die Stempelsteuern vereinheitlicht werden, so daß ab 1. Juli die Versteuerung von Urkunden im ganzen Reich nach einheitlichen Sätzen zu erfolgen hat. Das Reichsgesetz lehnt sich im wesentlichen an das Preußische Gesetz an und bringt damit in Hessen nicht unbeträchtliche Aenderungen und Neuerungen. Die Stempelsteuerpflicht richtet sich im wesentlichen nach dem Inhalt der Urkunde, wobei allerdings ausnahmsweise auch bestimmte Urkunden lediglich auf Grund der äußeren Form besteuert werdem Aus das Gesetz sei hiermit ausdrücklich hingewiesen. Das Schaufenster Hilst werben. Wo bleiben die kleinen und mittleren Geschäfte? Von der Deutschen Arbeitsfront, Amt für Berufserziehung, wird uns geschrieben: Wir haben nachdrücklich auf die Bedeutung hin- gewiesen, die das Schaufenster für die Umsatzbelebung im Einzelandel hat. Gleichzeitig wurde bekanntgegeben, daß die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung, in Verbindung mit der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, am kommenden Mittwoch, 10. Juni, 20 Uhr, im Haus der Deutschen Arbeitsfront, Gießen, Schanzenstraße 18, Saal, beginnend, einen Lehrgang in Dekorationskunst, Plakatmalen (Spritz- und Tupftechnik), Schilderfchreiben (Pinsel) usw. durchführt. Erfreulicherweise ist festzustellen, daß die größeren Geschäftshäuser Gießens von dieser Gelegenheit gesteigerter Pflege der Schaufensterwerbung Gebrauch machen und daß kaum größere Firmen bei der Anmeldung von Gefolgschaftsangehörigen fehlen. Dagegen hält sich unverständlicher Weise der kleinere und mittlere Geschäftsmann noch zurück von dieser doch gerade auch für ihn so wichtigen Möglichkeit, seinem Geschäft einen Werbefaktor bedeutender Art zu erschließen. Selbstverständlich sind auch Betriebsführer, Geschäftsinhaber ufw. zu diesen Dekorationslehrgängen eingeladen. Jeder weiß, welche nachhaltige Wirkung der „äußere Eindruck" hinterläßt. Sauber aufgemachte, sorgfältig gepflegte, klare, übersichtliche, gut beleuchtete und farbenmäßig richtig zusammengestellte Schaufenster, mit wirkungsvoll geschriebenen Plakaten, exakten Preisschildern usw., erwecken beim Beschauer auch im Vorbeigehen beim flüchtigen Hinsehen die Ueberzeugung: Das ist ein Geschäft, in dem man kaufen kann! Wieviel geschäftliche Enttäuschung bliebe aus, würde jeder Geschäftsmann diese Grundelemente kaufmännischer Erfolgslehre anwenden. Der Wettbewerb im Handel und die gesteigerten Ansprüche der Käuferschast zwingen dazu, auch werbemäßig mit der Zeit zu gehen und nicht hinterherzuhinken, um schließlich ganz abzufallen. _ .. Auskunft über die Durchführung der Lehrgangs erteilt die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Ar- beitsführung und Berufserziehung, Gießen, Schanzenstraße 18, Fernruf 3275. Sitzung des provinzialausschuffes. In der öffentlichen Sitzung des Provinzialaus- schusses am vorigen Samstag wurde den Klagen des Ludwig S t er n - Gießen, Otto K l ä s »Alten- Buseck und Friedrich Dori n g - Büdingen auf Erteilung ihrer nachgesuchten Wanderaewerbescheine für 1936 Kj., sowie des Julius Justus-Nieder- , Ohmen auf Erteilung einer Legitimationskarte für Nächsten Sonntag Sporttag des BDM. NSG. Zum Sporttag des Bundes Deutscher Mädel in Frankfurt a. M. am 14. Juni werden alle Eltern, Lehrer und Erzieher, alle Partei- und Volksgenossen, die sich mit der Jugend des Führers und ihrer Arbeit verbunden fühlen, herzlichst eingeladen. Man kann sich nur mit einer Sache einverstanden erklären, sie anerkennen oder ablehnen, wenn man sie kennt und gesehen und geprüft hat. Darum wollen die Mädel allen Volksgenossen einmal die Gelegenheit geben, etwas aus ihrer Arbeit. Die deutsche Arbeitsfront n.9.=bemeinfchaft „Kratt durch freuöc" 1936 Kj. stattgegeben. In den Klagesachen des Albert Kahn- Lollar und des Berthold Bauer- Leihgestern wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj. ergingen Beweisbeschlüsse, so daß Me Entscheidungen vertagt werden mußten. Haus- und Straßensammlung für die Innere Mission. Die vom Reichsminister des Innern genehmigte Haus- und Straßensammlung für die Innere Mission der Evangelischen Kirche steht vor der Tür. Am 13. und 14. Juni werden die Sammler tätig sein. So weitherzig auch evangelische Christen sind, ihr Interesse für die Liebestätigkeit ihrer Kirche steht für sie an diesen Tagen im Vordergrund. Die Innere Mission bildet in den Diakonisjenhäusern und Diakonenanstalten Kräfte aus, die in den Krankenhäusern, Gemeindepflegen, Privatpflegen, Kleinkinderschulen, Zufluchts- und Erziehungsheimen tätig sind. Wieviel Kranke wissen etwas zu erzählen von der lindernden und helfenden Tätigkeit dieser Kräfte, wieviel am Leben Verzweifelte haben in den Zufluchtsheimen Trost, Rat und Hilfe gefunden, wieviel sittlich Gefährdete und Verwahrloste sind in den Erziehungsheimen gebessert und nützliche Glieder der Menschheit geworden, wieviel Körperbehinderte wurden in den Krüppelheimen lebenstüchtig, wieviel körperlich und geistig Zurückgebliebene sind in den Anstalten der Inneren Mission, soweit es möglich war, gefördert und von dem Bewußtsein erfüllt worden, daß auch sie noch nützlich sind. Jeder evangelische Christ muß sich freuen über diese Tätigkeit seiner Kirche und muß gern das Seine zu ihrer Förderung beitragen. Sind die Evangelischen bei den Sammlungen für die NSV. nicht zurückgeblieben, sondern haben das Ihrige getan, so müssen sie auch jetzt gern und freudig eine Sache unterstützen, durch die sie beweisen, daß chre Kirche dem Volkswohl dienen will. Vorbereitungen zum Stenographen-Gautag in Gießen. Am Samstag fand im „Augustiner" zu Gießen eine Sitzung des vorbereitenden Ausschusses für die Gautagung des Gaues Hessen der Deutschen Stenographenschaft, die am 4., 5. und 6. Juli in Gießen abgehalten wird, statt. Das Gaugebiet Hessen umfaßt auch noch die benachbarten preußischen Städte von Hessen-Nassau und zählt insgesamt 126 Ortsgruppen mit 14 408 Mitgliedern. Das endgültige Programm wurde in der Sitzung festgelegt. Am Samstag, 4. Juli, findet im Hotel- Restaurant „Hindenburg" die Vertreterversammlung statt, am Abend im Cafö Leib die Feier des 75- jährigen Bestehens der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft. Von Darmstadt, Mainz und Frankfurt wird ein Sonderzug die vielen Stenographen nach Gießen bringen, denn es werden sich über 1000 Wettschreiber am Sonntag- vormittag im friedlichen Wettkampf messen. Nach einer Führung durch die Stadt Gießen findet am Nachmittag in der Volkshalle „Buntes Programm mit Tanz" statt, dem sich die Bekanntgabe des Ergebnisses des Leistungsschreibens anschließen wird. Wie der in der Sitzung anwesende Gaugebietsführer, Direktor Werner, Darmstadt, mitteilen konnte, hat der Reichsstatthalter — Landesregierung — in Anbetracht der großen Bedeutung, welche die Kurzschrift im heutigen Wirtschaftsleben einnimmt, auch diesmal wieder als Staatspreis einen sehr wertvollen Ehrenpreis für die höchste Leistung am Wettschreiben gestiftet. Auch vo» anderer Seite werden noch Ehrenpreise zur Verfügung gestellt, so daß eine große Anzahl von Wettschreibern noch besonders ausgezeichnet werden kann. MvG rechnet in Gießen mit einem großen Treffen der Stenographen von nah und fern, die zum Teil am Montag noch eine Autofahrt ins Lahntal nach Wetzlar und Braunfels unternehmen werden. Große Hebung heimischer Saniiätskolonnen. Auftakt zum Rot-Kreuz-Tag. Als Einleitung für den Rot-Kreuz-Tag am 13. und 14. Juni veranstaltete die Sanitätskolonne Gießen vom Roten Kreuz am Sonntag in Gemeinschaft mit den SaNitätszügen Leihgestern, Watzenborn-Steinberg und den Samariterinnen des Alicefrauenvereins vom Roten Kreuz eine größere Geländeübung. Hierzu war folgende Lage angenommen: In dem Waldgelände östlich der Bahn Gießen—Großen- Linden hatte ein Gefecht stattgesunden, bei dem einige Verwundete liegengeblieben waren. Diese sollten durch die Sanitätsabteilungen aufgesucht und versorgt werden. Trotz schlechtestem Wetter nahmen an der Hebung 113 Sanitätsleute und 17 Helferinnen teil. Das westlich der Straße Gießen—Leihgestern gelegene Gelände war der Kolonne Gießen, das östlich gelegene den Zügen Leihgestern und Watzenborn-Steinberg zugeteilt. DerHauptverbands- platz lag am Waldausgang nach Leihgestern. Die Krankentransportwaaen standen gut getarnt gegen Fliegersicht an der Kreuzung der Straße Gießen— Leihgestern und der vierten Schneise. Die Schwerverwundeten wurden mit Tragen bis hierher gebracht und mit den Wagen zum Hauptverbandsplatz transportiert. Während des Anmarsches zum Wagehalteplatz ertönte von den Wagen aus Warnungssignal für Fliegergefahr. Die Träger und die auf den Schneisen befindlichen Abteilungen gingen an den Rändern des Waldes mit den Verletzten in Deckung, bis ein weiteres Signal die Beseitigung der Gefahr meldete. Eine Anzahl Leichtverwundeter legte den Weg zum Hauptverbandsplatz zu Fuß zurück. In dem dort aufgeftellten Verbandszelt wurden sie mit den dort im Wagen inzwischen eingelieferten Schwerverwundeten durch die Samariterinnen verbunden. Die allgemein gute Erfüllung aller gestellten Aufgaben durch die Kolonnenmänner sowohl als auch durch die Samariterinnen bewies, daß das Rote Kreuz jederzeit einsatzbereit und gut geschult ist, nicht nur für die Aufgaben in Friedenszeiten, sondern auch für den Ernstfall zum Wohle für Volk und Vaterland. Im Anschluß an die Hebung traten die Abteilungen auf dem Sportplatz bei der Rindsmühle zu sportlichen Hebungen an. Auch hier zeigte sich bestes Können in den verschiedensten Sportarten. Nach einer Mahnung des Kreiskolonnenführers Kratz an die einzelnen Abteilungen, am Rotkreuztag ihre ganze Kraft bei der Sammlung zum guten Gelingen einzusetzen und einem dreifachen Sieg- Heil auf den Führer und Schirmherrn des Roten Kreuzes wurde der Rückmarsch angetreten. Nach dem Eintreffen in der Stadt erfolgte ein Marsch durch verschiedene Straßen mit Vorbeimarsch am Ehrenmal für die Gefallenen an dem vorher durch den Vorsitzenden des Kreismännervereins vom Roten Kreuz, Kreisdirektor Dr. Lotz, den Provinzialkolonnenführer Professor Dr. Eger, Kreiskolonnenarzt Dr. Gros und die Vorsitzende des Alicefrauenvereins vom Roten Kreuz, Frau Giese, ein Kranz niedergelegt worden war. * ** Von der Hniversität. Von der Pressestelle der Hniversität Gießen wird uns mitgeteilt: Dr. med. habil. Ottfried Timpe in Gießen wurde durch Verfügung des Reichswissenschaftsministers die Dozentur für das Fach Chirurgie in der Medizinischen Fakultät der Hniversität Gießen verliehen. *♦ Aufgehobene Straßensperre. Die für die Landstraße Butzbach—Griedel vor einiger Zeit wegen Bauarbeiten angeordnete Straßensperre ist nunmehr wieder aufgehoben worden. ** Straßenverbesserungsarbeiten in Richtung Lollar im Zuge der Reichsstraße Frankfurt—Kassel sind feit einiger Zeit im Gange. Von der Abzweigung nach Daubringen bis zur Wellersburg ist der Hm- und Erweiterungsbau bereits vollendet. Die Fahrbahn wird um 1,10 Meter verbreitert. Mehrere Arbeiterkolonnen sind beschäftigt. Während ein Teil der Arbeiter die Erdarbeiten ausführt, sind andere dabei, 1,30 Meter Straßenbreite aufzubrechen, um das Profil der Fahrbahn der Verbreiterung anzupassen. Nach entsprechender Betonierung wird dann sofort das Auspflastern vorgenommen. Alle Kurven werden entsprechend den neuen Forderungen des Straßenbaues überhöht und der Fußgängerpfad aufgefüllt. Die Arbeiten werden von der Tiefbaufirma Bier von Marburg ausgeführt. Die meisten Arbeiter stammen aus den benachbarten preußischen Dörfern. Auch nördlich und südlich Lollars und in der Tiefenbach bei Sichertshausen ist man mit der Straßenverbreiterung beschäftigt. ** Kinderglück b e i Familie Schwan. Seit einigen Tagen kann das Schwanenpaar im Eichgärtenteich mit berechtigtem Stolz vier junge Schwanenkücken zu Wasser und zu Lande spazierenführen. Vier winzige Tierchen, im Vergleich zu ihren Eltern, umgeben das Schwanenehepaar, das mit aller elterlichen Sorgfalt den Nachwuchs betreut. Wer Geduld und Glück hat, kann reizende Szenen beobachten. Während sich die Schwanenmama unmittelbar um die Jugend bemüht, ist der Vater der jungen Schwäne ständig auf der Wacht und bereit, jeden Angreifer, der sich zu nahe wagt, AUiUMWAlMl Vornan von Marlise Kölling. Hrheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 35 Fortsetzung Nachdruck verboten! Josua schüttelte mit nachsichtigem Lächeln den Kopf. „Gehen du einmal zur Polizei, Schulmeister, und zeigen an, das gibt soviel Aerger und Laufen hin und her. Paul haben erzählt, weil er haben getrunken zu viel Korn bei Kruse, dabei sein es ihm so herausgefahren. Mußte ich aber kommen, es dir sagen, denn ich glauben, Herrin auch traurig sein wegen jungen Herrn. Wenn du können da helfen, daß ihm nix geschehen? Ich glaube, sehr gut fein, auch für euch beide!" Jens Petersen atmete tief auf. Er schämte sich plötzlich vor dem alten, treuen Menschen. Da hatte er selbst mit feinem Gram gesessen und nur an sich gedacht. Inzwischen trug Benedikte doppelten Kummer und doppelte Sorge. Er kannte ihr starkes Familiengefühl, ja, ihren Familienstolz. Sie glaubte sich für Hans-Hermann irgendwie verantwortlich, sie hatte ihm ja oft gesagt, wie sie unter der Trennung von dem Vetter litte. Unb er — er hatte sie ganz allein gelassen. Er hatte nichts versucht, um Klarheit in die Hinge zu bringen. Da mußte dieser alte, treue, einfältige Mensch erst kommen und ihm sagen, was er zu tun hatte! Beschämt streckte er dem braven Alten die Hand hin: „Ich danke dir, Josua, daß du aefommen bist. Ich verspreche dir, ich werde nachforschen, ich werde herausbekommen, was an der Geschichte ist." „Aber vorsichtig", bat Josua, „du müssen sehr vorsichtig sein, kann man nicht wissen, was alles dabei herauskommen." „Unb nun noch eins: Kein Wort zu Fräulein Benedikte, bis ich dir Nachricht gebe. Ich weiß ja, wo die Motorjacht liegt. Ich gehe morgen abend heraus und versuche, irgend etwas zu erfahren." Josua legte mit einer feierlichen Bewegung die Hand auf die Lippen. „Sein ich verschwiegen, Schulmeister, werden ich warten, bis du mir Nachricht geben." Der Abend kam. Die Dämmerung lag schon über dem Wald auf dem Norderende. Die Silhouetten der Häuser drängten sich enger zusammen. Groß und schwer ragten die Backsteinmauern der „Burg" vom Hügel herab. Am Strand, durch die Dünen vor Sicht gedeckt, schritt Jens Petersen. Es war ein beschwerliches Gehen, hier auf den glatten Steinen, doch es war der einzige Weg, um ungesehen das Schiff zu erreichen. Er schritt weiter. Mitunter mußte er mit ein paar großen Sprüngen von Stein zu Stein vorwärts zu kommen suchen. Das Wasser näßte seine Schuhe, aber alles war ihm gleich. Er mußte bas Geheimnis der nächtlichen Fahrten Hans-Hermanns ergrünben. Der Weg am Stranb zog sich lang hin, bas Ufer machte immer roieöer Krrümmungen unb Buchten. Es war schon bunte!, als Jens Petersen an Ort unb Stelle war. Er oerbara sich hinter einem Vorsprung des abschüssigen Steilufers. Ganz bicht, in ein paar Meter Entfernung, schimmerte bie Buglaterne ber Motorsacht „Glückauf". Er hörte bie Stimmen zweier Bootsleute. Sie sprachen miteinanber, boch er konnte den Wortlaut nicht verstehen. So hockte er sich auf einen großen Stein unb wartete, immer scharf um die Steinkante spähenb. Er zergrübelte sich ben Kopf, wie er nur zur Motorjacht gelangen sollte, ohne gesehen zu werben? Aber er hatte Glück. Plötzlich gingen bie beiben an öanb. Der auffommenbe Wind trug ihre Stimmen zu Jens Petersen herüber: „Will nochmal schnell zu Fietje gehen", sagte der eine, ,chab' ihr versprochen, heute abend auf eine halbe Stunde zu kommen." „Und ich muh noch mal schnell rauf zur ,Burg*. 2? glaube, ich habe zu w-nia Setriebftnff im Boot. 115er weih, wie weit wir heute wieder fahren." 3jns Petersen lauschte mit angespannten Sinnen. ®r horte Schritte, bann Poltern von Geröll, bas sich unter ben harten Schritten ber Männer gelöst hatte. Vorsichtig schaute der Lehrer um bie Felsnase: er sah die beiden Bootsleute sich eben am Waldrand nach den Wiesen zu entfernen. Aus allen vieren kroch mutig anzugehen. — Es fei bei dieser Gelegenheit erneut darum gebeten, den Tieren alle Beunruhigung und Störung zu ersparen. *♦ Preußisch-Süddeutsche Staatslotterie. Die Ziehung ber 3. Klasse ber laufenden (47.Z273.) Lotterie findet am 17. und 18. Juni statt. Schluß der Erneuerung 10. Juni. ** Von einem Auto angefahren. Die 14 Jahre alte Toni Rohm in Wieseck wurde gestern, während sie auf dem Fahrdamm an ihrem Fahrrad beschäftigt war, von einem Auto angefahren. Das Mädchen kam zum Glück noch glimpflich davon. Es mußte mit Weichteilverletzungen am Bein in die Klinik eingeliefert werden. ** Sei der Arbeit verunglückt. Gestern verunglückte der 26 Jahre alte Bergmann Gustav Scherer, am Riegelpfad wohnend, bei der Arbeit im Bergwerk. Der bedauernswerte Mann mußte mit Brustquetschungen ber Chirurgischen Klinik zugeführt werden. Gießener Dochenmarktpreise. * G i e ß e n, 9. Juni. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, Yi kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, ßlaffc C 9Y, Wirsing, kg 10 bis 12, gelbe Rüben, das Bündel 15, Spinat, Y» kg 10 bis 20, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün 45 bis 60, Spargel 30 bis 55, Erbsen 30 bis 35, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 14 bis 15, Rhabarber 10, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,90 bis 4 Mark, neue, kg 15 bis 18 Pf., Aepfel 30 bis 70, Kirschen 45 bis 60, Erdbeeren 60 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 5 bis 8, Salatgurken 30 bis 40, Oberkohlrabi 12 bis 16, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 Pf. SJL-tfpont Erfolgreiche Gießener Radfahrer. Am vergangenen Sonntag wurde auf einer fünfmal zu durchfahrenden Rundstrecke das Rennen „Rund um Hanau" ausgefahren. An dieser Veran- staltuna nahmen auch die bekannten Gießener Fahrer Willy Neumann (Radfahrverein 1885 Gießen) und Heini Preiß (Radklub „Germania" Gießen) teil. Beide Fahrer konnten sich in diesem Rennen ausgezeichnet behaupten. Neumann konnte in der Zeit von 3.35 Stunden das über 120 Kilometer führende Rennen als Zweiter hinter dem bekannten G ä n ß l e r - Frankfurt a. M. (zwei Radlängen hinter dem Frankfurter) beenden. Dritter Sieger wurde Langmann - Schweinfurt. Den vierten Platz sicherte sich Heini Preiß- Gießen. Auf dem fünften Platz kam wiederum ein Schweinfurter (Heller) ein. Das Rennen, an dem insgesamt etwa 190 Fahrer beteiligt waren, stellte an die Sportler hohe Anforderungen. Zum Teil waren schlechte Straßen zu passieren, außerdem gab es manche Steigung zu überwinden. Der ständige Regen tat ein übriges, um die Fahrt zu einer harten Prüfung zu machen. Es ist erfreulich, daß sich die Gießener Fahrer auch hier wieder — diesmal gegen gute und beste Frankfurter und Schweinfurter Klasse — so ehrenvoll behaupten konnten. Abnahme für das deutsche Sportabzeichen im Radfahren. Am kommenden Sonntag findet eine Prüfung für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen im Radfahren statt. Start und Ziel liegen am Restaurant „Karlsruhe". — Zur gleichen Zeit wird auch eine Prüfung für das Deutsche Radsport-Jugend-Abzeichen abgenommen. Das Deutsche Radsport-Jugend- Abzeichen kann von jedem deutschen Jugendlichen männlichen und weiblichen Geschlechtes unter 18 Jahren errungen werden. Es handelt sich dabei nur um eine Prüfung; entweder muß eine Strecke von 15 Kilometer in 40 Minuten (für Mädchen 55 Minuten) oder eine Strecke von 50 Kilometer in 4.30 Stunden (für Mädchen 5.30 Stunden) zurück- gelegt werden. Die hierzu erforderlichen Formblätter können bei dem Abnehmer, Aug. Deibel, Gießen, Neuenweg 50, in Empfang genommen werden. 1900er Leichtathleten in Marburg und Worms. Oie Erfolge bei den Gaumeisterschasten. Am Sonntag sanden im Marburger Hniversitäts- stadion die leichtathletischen Gaumeisterschasten der Junioren des Gaues Nordhessen statt. Die windige, kühle Witterung und anhaltende Regenfälle ließen keine über dem Durchschnitt liegende Leistungen zu. Die fünf Vertreter der Spvgg. 1900 hielten sich in den Wettbewerben recht ansprechend und errangen vier Meisterschaften, drei 2. Siege und zwei 3. Siege. An erster Stelle muß der vielseitige Rudolph, 1900, genannt werden, der sich mit zwei klaren Siegen im Hochsprung und Weitsprung bei seinem ersten Start für die Spielvereinigung gut einführte. Er erreichte im Hochsprung 1,65 Meter, die 1,70 Meter knapp verfehlend. An zweiter Stelle landete sein Dereinskamerad Hermann, der mit 1,60 Meter im Stichkampf mit Schleier, 1860 Marburg, die Oberhand behielt. Im Weitsprung erreichte Rudolph die gute Weite von 6,44 Meter und blieb damit vor Felix, 6,20 Meter, und Gilbhardt, 6,08 Meter, beide H. Pr. Kassel. Schließlich wurde Rudolph mit 42,20 Meter Zweiter im Speerwerfen hinter dem mit 45,90 Meter siegenden Kasseler Wiese, und kam im 200- Meter-Lauf auf den dritten Platz. Einen ganz überraschenden Sieg lief der B-Jugendliche Goß über die 100-Meter-Strecke heraus, der ihm für die Zukunft ein schöner Ansporn sein sollte. Er gewann in 12,3 Sekunden mit einem Meter Vorsprung vor Hildebrand, Hesi. - Preußen Kassel, und Mauz, Aelt. Kasseler Tumgemeinde. Hans Hermann, 1900, aeroann überlegen und in sicherer Laufweise den 110-Meter-Hürdenlauf vor Krede, Hess.-Preuß. Kasiel. Seine Zeit war 17,8 Sek. Neben dem erwähnten zweiten Platz im Hochsprung kam er im Kugelstoßen mit 10,79 Meter hinter Michel, 1860 Marburg, 11,03 Meter, unb vor Höhl, Fulda, 10,72 Meter, auf dem zweiten Platz. Mit 4:37,0 Sekunden lief Immel, 1900, über 1500 Meter eine schöne Zeit, die ihm den dritten Platz hinter Erwin N e i d e l, Heuchelheim, 4:23, und Sonn, Aeltest. Kasseler Turngemeinde, 4:27,7, einbrachte. In der Aufstellung Goß, Lehrmund, Hermann, Rudolph bestritten die Junioren 1900s die Senioren» meisterschast in der 4X100-Meter-Staffel, mußten aber im Vorlauf, auf der ungünstigen Außenbahn laufend, den Mannschaften von Hess.-Preußen Kassel und der Unoerfität Marburg den Vortritt lassen und ausscheiden. Die 1900er Rudolp und Hermann dürften sich durch ihre Leistungen die Berechtigung zur Teilnahme an den am 21. Juni in Stuttgart stattfindenden Deutschen Juniorenmeisterschaften erftritten haben. Erfolge auch in Worms. Die Wettkämpfe auf ber idealen Kampfstätte in Worms hatten sehr unter der äußerst schlechten Witterung zu leiden. Der Regen, der fast während der ganzen Veranstaltung nicht nachließ, machte die Bahn schwer, und besonders die Werfer hatten große Mühe auf den nassen Abwursstätten einen brauchbaren Wurf herauszubringen. Trotz starker Konkurrenz setzten sich die drei 1900er in den von ihnen bestrittenen Kämpfen erfolgreich durch. Nachstehend die Ergebnisse: Diskus, Klasse I: 1. Kilo, Spvgg. 1900, 40,74 Meter; 2. Gugel, Militärsportverein Generalfeldmarschall von Hindenburg Worms, 39,19 Meter; 3. Thur, TFC. Ludwigshafen, 39,05 Meter. Kilo konnte hier seinem ehemaligen Klubkameraden Gugel nach scharfem Kampf knapp das Nachsehen geben. Stabhochsprung, Klasse I: 1. Lohmar, ASD. Köln, 3,40 Meter; 2. Jung, Spvgg. 1900, 3,30 Meter; 3. Ehret, TFC. Ludwigshafen 3 Meter. Jung konnte zwar seinen ersten Start im Stabhochsprung nicht zum Siege gestalten, erreichte aber trotzdem 3,30 Meter und wurde hinter dem bekannten Lohmar Zweiter. 800 Meter, Klasse II: 1. Hidingsselder, er vorsichtig hervor, von der einzigen Sorge erfüllt, nicht entdeckt zu werden. Wenn sein Vorhaben jetzt nicht gelang, gelang es überhaupt nicht. 18. Benedikte stand im Garten. Die Arbeit war getan. Sie hatte eben die Gartengeräte in den Schuppen eingeräumt. Eigentlich konnte sie zufrieden sein. Sie hatte aus Hof und Gemüsegarten schon ganz ansehnliche Erträge gezogen. Die Eier, die die Hühner legten, gingen bei niemandem so schnell fort wie bei Benedikte. Um ihren Salat und ihr Gemüse rissen sich die Badegäste geradezu. Das Obst wurde so begehrt, daß man kaum genug behielt, um für den Winter selbst einzukochen. Das Getreide draußen auf ihrem Stück Land stand schön. Es hatte sich nach den Regenstürzen der letzten Wochen überraschend erholt. Blieb es so, dann konnte man auf eine gute Ernte rechnen. Sie hatte Anlaß, dankbar zu sein, von Herzen dankbar, wenn sie ihr Land hier überschaute. Und doch, sie konnte es nicht. Was nützte alle Arbeit, was nützte alles Dor- wärtskommen, wenn das Herz so müde und verzweifelt war? Wieviel Zeit roat vergangen, seit sie das letztemal mit Jens gesprochen? Ihr schien es eine Ewigkeit. * Wie still es war — — Sie lauschte. Ringsum herrschte der alte, tiefe Abendfrieden, der sie sonst so wunderbar beglückte. Im Hause erscholl kein Laut. Fräulein Giesecke war zum Abendbrot bei Pastors im Nachbardorf ein» geladen. Josua hatte einen kleinen Abstecher in den Krug gemacht, um bei Gastwirt Kruse mit ein paar Heimkehrern aus Uedersee zu sprechen und sich von seinem geliebten Afrika erzählen zu lassen. Ein letzter Vogel zirpte noch einmal in Schlafe auf, eine Grille sägte unermüdlich irgendwo an der Hausmauer. Die Frösche drüben auf dem schlammigen Ufer quakten, sonst war alles still. Benedikte legte das Gesicht in die Hände. Wie müde sie war, müde und hoffnungslos! Niemals würde es zwischen ihr und Jens wieder gut werden! Unb Hans-Hermann, was war aus ihm geworden? Wenn sie an den Auftritt auf dem Schiffssteg dachte, schlug ihr brennende Scham in die Stirn. Sie hatte erwartet, irgenbein«: von ber „Burg" würbe kommen ober Hans-Hermann würbe ben Weg zu ihr finben, um ihr zu erklären, ihr Verstänbnis zu erbitten. Aber niemanb ließ sich sehen. Unb wenn sie bie „Burg" bort fern über bem Hügel erblickte, so groß, so hart unb so trotzig, bann war ihr, als sei alles Böse von bort ausgegangen. Sie hatte plötzlich Furcht vor bem Frieben bes Abenbs, vor ihren Gedanken. Sie flüchtete hinein ins Haus, ging in ihr Zimmer, schaltete bie Lampe ein und versuchte noch zu lesen. Wenn man ein gutes Buch vor sich hatte, war man für einige Zeit wenigstens diesem qualvollen Grübeln entrückt. Die Sichel bes zunehmenben Monbes ftanb am Himmel. Heute abenb sollte bie Motorjacht bes Grafen Lonne roieber einmal in See gehen. An ber kleinen Privatanlegestelle stauben ein paar Jungens unb Fischer unb sahen zu, wie alles im Boot verstaut würbe. Als erster kletterte Steffens hinein mit seinem unvermeiblichen Malgerät. „Sieh mal, ber will im Dunkeln malen", lachte einer ber Burschen. Steffens sah sich um unb er- roiberte vergnügt: „Man kann auch im Dunkeln malen, mien Jung'. Paß mal Achtung, in vierzehn Tagen kannst bu bir bas Bilb bei mir besehn, so richtig mit Monb und Sternen und Meer!" Der Diener Martin brachte Proviant an Bord, der Maschinist probierte schon unten im Maschinenraum den Motor aus. Als letzte erschienen Peggy Trilow. in einem weißen, warmen Flanellmantel, einem Mützchen auf dem Kopf, und Hans-Hermann. „Guck eins, möcht' ich auch mal mit einer hübschen Deem ’ne Nachtfahrt machen", flüsterte einer der jungen Leute. Peggy sprach lebhaft unb lächelnb mit Hans-Her» mann, ber mühsam auf ihre Hnterhaltung einging. In ihm zitterte alles. Niemanb bürste ja wissen, was biefe Fahrt in Wirklichkeit bebeutete. Nachtfahrten bei schönem Wetter waren im Sommer nichts Hngewöhnliches. So manche Babegäste mieteten sich ein Segelschiff, um ben Sonnenaufgang in feiner unvergleichlichen Schönheit braufeen auf bem Meer ober auf bem Bobben zu erleben. Hans-Hermann aber war es, als mußte man lym fein Vorhaben von ber Stirn ablesen. (Fortsetzung folgtl) 5®. Heidelberg, 2:04,6 Minuten; 2. Bevverlina, ßuhm?n«h9?° t:%2 Minuten; 3. Thomas? TFC. Q?n' 2:08,9. Bepperling führte vom Start ^ounte aber dem Schlußantntt des Siegers nlmt standhalten und endete knapp hinter ihm .Dreisprung, Klasse III: 1. Jung, Spvaa. 1900, 12,34 Meter; 2. Gottschalk, Tv. Speyer, 12,26 Meter; 3. Schaller, TFC. Heidelberg, 11,97 Meter. Cine große Teilnehmerzahl kämpfte hier um den XU119 ^eI durch sehr gleichmäßiges Springen auf und kam zu einem schönen Erfolg. Kreismeisterschasten der Leichtathletik-Jugend. Vom Fach amt III (RfL. Kreis Gießen) wird mitgeteilt: Die Ausschreibung zu den am 14. Juni 1936 auf dem Waldsportplatz des VfB.-Reichsbahn in Gießen stattfindenden Kreismeisterschaften für Jugend, Männer und Frauen verzeichnet folgende Wettbewerbe: Jugend A, 1918/19: 100, 200, 400, 800 und 1500 m, Hoch-, Weitsprung, Kugelstoßen, Diskus-, Speerwerfen, 4 X 100-m-Staffel. Jugend 8, 1920/21: 100, 200, 800 m, Hoch-, Weitsprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen, 4 X 100-m- Staffel. Jugend C, 1922/23 : 100 m, 500 m, Hoch-, Weitsprung, Kugelstoßen (4 kg), Ballweitwerfen, 4 X 100-m-Staffel. Jugend D, 1924 u. j.: 50 m, 100 m, Weitsprung, Ballweitwurf, 4 X 100-m-Staffel. Mädchen A, 1920/21: 100 m, Hochsprung, Speerwerfen, Ballweitwerfen, 4 X 100-m-Staffel. M ä d ch e n 8, 1 9 2 2 u. j.: 75 m, Weitsprung, Ballweitwerfen. Männer: 100, 200, 400, 800, 1500, 5000 und 10 000 m. Weit-, Drei-, Stabhochsprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speer-, Hammerwerfen, 4 X 100-m- Staffel. Frauen: 100 m, Hochsprung, Speer-, Diskuswerfen. Bedingungen: Beginn der Wettkämpfe für die Jugend 9 Uhr, Männer und Frauen 14.30 Uhr. Meldeschluß 10. Juni 1936. Meldungen sind zu richten an G. Himmelmann, Gießen, Liebigstraße 107. Startbeschränkung für Jugendliche gem. § 6 W. B. 2. Konkurenzen und eine Staffel. Jeder Verein hat zwei Kampfrichter zu stellen. Es werden alle Vereine nochmals auf die Pflicht der Teilnahme hingewiefen. Handball im Sportkreis Gießen. Die sportliche und spielerische Ausbeute des letzten Sonntags war außerordentlich gering. Einmal war dies, wie bereits erwähnt wurde, durch das Sportfest der Brigade 147 und zum anderen aber durch das außerordentlich schlechte Wetter -bedingt. So kam es, daß im ganzen Kreis nur zwei Treffen ausgetragen wurden. Tgd. Dörnigheim — Tv. Wehlar 6:2 (1:0). Nach dem Ausgang des Spieles vom vergangenen Sonntag zu urteilen, war es klar, daß die Aussichten für den Vertreter des heimischen Kreises außerordentlich gering waren. Dazu kam noch, daß Wetzlar zu Beginn nur mit 9 Mann spielte und dann schließlich mit zwei Ersatzspielern seine Mannschaft vervollständigte. Bis zur Halbzeit konnte Wetzlar den in ausgezeichneter Form befindlichen Platzbefitzern noch einigermaßen Widerstand entgegensetzen. Nach der Pause wurde das allerdings wesentlich anders. Dörnigheim kam zu einem, auch in dieser Höhe verdienten Sieg. Damit stehen nunmehr beide Mannschaften wieder punktgleich, so daß ein Entscheidungsspiel stattfinden muß, das schon am kommenden Sonntag in Butzbach steigt. Tv. Dutenhofen — Spvgg. 1900 Gießen 9:15 (4:7). Das einzige Freundschaftsspiel, das bei strömendem Regen durchgeführt wurde, hatte nicht den erwarteten Erfolg. Beide Mannschaften konnten nicht komplett antreten, so daß auch der erhoffte Kräftevergleich nicht zustandekam. Die Gießener waren stets leicht überlegen und verstanden es überdies, jede sich bietende Torgelegenheit in der richtigen Weise auszunutzen, zumal auch der Ersatztorhüter der Platzmannschaft nicht auf der Höhe war. Handbatt der Studenten. München — Marburg 16:9. In München trafen sich in einem Handballspiel die Mannschaften der Universitäten München und Marburg. Die Bayern waren die einwandfrei bes- sere Mannschaft und gewannen verdient und klar mit 16:9 (11:5) Toren. Leinberger-Kursus in Bissenberg. Lelnberger-Llf — Tlaunheim-Vissenberg 0:3 (0:1). Anläßlich eines Leinberger-Kursus in Bissenberg spielten zwei Mannschaften am Sonntag in Bissenberg. Obwohl die Kursistenelf den wesentlich besseren Fußball zeigten — standen doch in ihr bewahrte Ligaspieler, wie Bingel, Habbert, Gabnel^Knaich H 1 O OlyiW'a-Tmnm'men beim Training in M-Aaubeim Sonntag gegen den ht mit 6:1, 1:6, 8:6, das Jugendmannschaft von Älten-Buseck in Daubringen. Alten-Buseck trat mit nur 10 Mann an und mußte sich eine 10:0-Niederlage gefallen lassen. Daubrin- qens Jugend bestimmte das Spielgeschehen vom Anfang bis zum Schlußpfiff. In jeder Halbzeit fielen fünf Tore, von denen der Tormann keines halten konnte. Das Spiel verlief jederzeit fair. ufw. —, so gewannen doch die Kombinierten dieses Spiel auf Grund ihrer größeren Härte. Die Kombinierten gingen in der 40. Minute der ersten Halbzeit durch ein haltbares Tor in Führung, um nach der Pause durch zwei weitere schöne Tore den Sieg sicherzustellen. Bei den Kombinierten waren besonders Keusch und Schäler von Naunheim die Stützen der Elf, während vei den Kursisten sich die beiden Außenläufer Neeb (Naunheim) und Knauß (VfB.) durch prächtiges Aufbauspiel hervortaten. Wie Leinberger erklärte, werden zwei bis drei Spieler an dem Nachwuchsspielerkursus für Nordhessen in Marburg teilnehmen. Fußball auf dem Lande Die Olympiakernmannschaft der Turnerinnen war von dem Reichs-Frauenturnwart L o g e s nach Bad- Nauheim zu einem viertägigen Schulungslehrgang berufen worden. (Wir berichteten darüber bereits ausführlich.) Hier fanden die deutschen Teilnehmerinnen erneut Gelegenheit, sich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. — Rechts: Anita Beerwirth (Kiel) in einer prächtigen Haltung am Barren. — Links: Isolde Frölian (Dresden), die in der Prüfung den fünften Platz belegte, bei einer schönen Hebung am Schwebebalken. — (Schirner-M.) 1. FC. Nürnberg — Fortuna Düsseldorf, Endspiel um die Deutsche Fußball-Meisterschaft, wird am 21. Juni im Berliner Poststadion ausgetragen. Am Tage vorher spielen auf dem Berliner Hertha-BSC.-Platz Schalke 04 und Vorwärls- Rasensport Gleiwitz um den dritten Platz. Deutsche Straßenmeisterschasten im Radsport. Die Deutschen Straßenmeisterschaften im Radsport wurden am Sonntag in Chemnitz entschieden. Bei den Amateuren gewann der Nürnberger Scheller das über 110 Kilometer führende Rennen in 3:07:35 Stunden vor Hupfeld (Chemnitz) und R u h l a n d (Köln). Bei den Berufsfahrern bildete das Chemnitzer Rennen den fünften und letzten Lauf zur Meisterschaft. Sieger des über 265 Kilometer führenden Rennens wurde der Nürnberger Hmbenhauer vor Bautz (Dortmund), der als Erster einkam, aber wegen Behinderung auf den zweiten Platz gefetzt wurde. Auch im Gesamtergebnis der fünf Rennen wurde Umben- Hauer Sieger und so Deutscher Meister. Deutschlands Mannschaft für die „Tour de France". Nach den Ergebnissen der deutschen Straßenmeisterschaft in Chemnitz wurde die offizielle deutsche Mannschaft zusammengestellt, die Deutschland bei der „Tour de France", die vom 17. Juli bis 2. August über 21 Etappen (4414 Kilometer) läuft, vertreten werden. Es starten: Roth-Frankfurt a. M., Weckerling - Magdeburg, R. Wolke- Berlin, H. Weiß- Berlin, Heide- Hannover, Funke- Chemnitz, A r e n t s - Köln, Rifch - Berlin, K i j e w f k i - Dortmund und Händel- Berlin. So gute Fahrer wie Stöpel, Geyer, Thierbach und der neue deutsche Meister Hmbenhauer Wanderpreiskegeln in Wieseck. Der Verein der Kegler Lahn-Buseckertal (Sitz in Wieseck) hatte seine Bundesvereine zur Austragung des Wanderpreises (Bundeskette) am Sonntag in Wieseck versammelt. Erschienen waren elf Vereine, die mit je einer Fünfer-Mannschaft auf drei Bahnen (Schere und zwei Asphaltbahnen) mit je zehn Kugeln um den Siegerpreis kämpften. Dem Verein „Gut Holz" Reiskirchen, der auch im Vorjahre bei der Austragung dieses Preises mit cm der Spitze stand, gelang es diesmal den schönen Wanderpreis, der zum letzten Male zur Austragung gelangte, zu erringen. ,, Reiskirchen siegte mit einer Holzzahl von 754. Die zweite Stelle belegte „Gut Holz" Krofdorf mit 748 Holz. Reiskirchen konnte auch in der Einzelbewertung die Bestleistungen erzielen; ihr Kegler Hermann M ö b u s erreichte auf der Scherenbahn die Holzzahl 70 und Kegler Schäfer auf Asphaltbahn die Holzzahl 56. Die Siegerehrung nahm dec Vereinspressewart vor. »Olympia-Splitter." Im Gegensatz zu 1932 werden wir auch ein Olympia-F ußb allturn ier durchführen, und zwar mit der Rekordbeteiligung von 18 Nationen. Da England nicht vertreten ist, werden in die Ent- scheidung wohl vor allen Dingen Holland, Schweden, Norwegen, evtl. Polen und Deutschland eingreifen. Aber auch Oesterreich und Italien schicken Amateure, von denen wir nicht wisien, wie stark sie sind. Oder kann USA., wie auf vielen anderen Gebieten, auch hier eine Heberraschung bringen, ober irgendeine andere Nation? Der Fachmann sagt: „Hier ist alles drin" — Unb Deutschlanb? Hnzweifelhast hat gerabe unser Futzballsport in ben letzten Jahren einen nie erwarteten Aufschwung genommen. Sieg wurde an Sieg gereiht, der dritte Platz (als beste Amateurelf der Welt) bei der Fuß- ballweltmeisterschaft 1934 wurde errungen, und jetzt sind unsere Jungen von der iberischen Halbinsel mit Siegen über Spanien und Portugal zurückgekehrt. Glücklicher Fußballauftakt im Olympischen Jahr! Wir sind hier besonders zuversichtlich, denn hier haben wir nicht nur Könner, wir haben Kameraden und Kämpfer, die wohl die Ehre zu schätzen wissen, in einer deutschen Nationalmannschaft zu stehen. Kurze Sportnotizen. Oesterreichs Wasserballer, die am Samstag in Darmstadt einer deutschen Auswahl mit 1:8 unterlegen waren, hatten auch am Sonntag kein Glück. Mit 7:1 (4:1) blieb die deutsche Mannschaft Sieger. „Potsdam — Berlin", der traditionelle Berliner Straßen-Staffellauf, wurde am Sonntag zum 29. Male ausgetragen. Zum 15. Male ging der Sportclub Charlottenburg als Sieger durchs Ziel und ließ den DSC. und den PSV. hinter sich. Aber nicht nur in ittf Hauptklasse, sondern mit Ausnahme der Flauen in allen von ihm beschickten Klassen belegte der „SCC." die ersten Plätze. Sportamt »Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Kindergymnastik. Von 17.30 bis 18.30 Hhr, i Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Fröhliche Gymnastik und Spiels : (Frauen). Von 20.30 bis 21.45 Hhr, Lyzeum, Dammstraße 26. , Schwimmen (Anfänger und Fortgeschrittene). 1 Von 20 bis 21 Hhr, Frauen und Männer, Volks« > bad; von 21 bis 22 Hhr nur für Frauen, Volksbad. Reiten. Von 21 bis 22 Hhr, Hniverfitäts-Reit- ■ institut, Brandplatz. Einen völlig unerwarteten Ausgang nahm das Davispokal-Treffen in der französischen Hauptstadt zwischen Frankreich und Jugoslawien. Die Jugoslawen gewannen den Kampf mit 3:2 Punkten, und zwar durch Siege in den beiden Einzelspielen des letzten Tages. Pallada schaffte nach der 2:1- Führung der Franzosen vom Sonntag gegen den jungen Destremeau ziemlich leicht mit 6:1, 1:6, 8:6, 6:4 den Ausgleich und Puncec holte dann im entscheidenden Treffen gegen Frankreichs Spitzenspieler Christian Boussus mit 3:6, 6:1, 4:6, 7:5, 6:1 den siegbringenden Punkt. Jugoslawien trifft nun auf Oesterreich und , im Siegesfalle dann in der Europa-Schlußrunde auf Deutschland, das allerdings vorher in Berlin noch Irland schlagen muß. Jugendpflichtfplele am 14.3unl Großen-Linden I — Leihgestern (Seitz, Heuchelheim); Klein-Linden I — 1900 I (Weinandt, Leihgestern); Steinberg — Großen-Buseck (Decker, Garbenteich); Steinbach — Garbenteich (Eckardt, Gro- ßen-Linden); Rodheim — Wißmar (Schmidt, Krofdorf); Krofdorf — Heuchelheim I (Rinn, Rodheim); VfB.-R. II — Lich (Schmitz, Gießen); Großen-Lin- den II — 1900 II (Bender, Rodheim); VfB.-R. III gegen Klein-Linden II (Schmitz, Gießen); Heuchelheim II — Mendorf (Krämer, Rodyeim); Nieder- Ohmen — Saasen (Erb, Flensungen); Flensungen gegen Grünberg (Beck, Flensungen); Rüddingshau- fen — Londorf (Dietz, Geilshausen). Fußbatt-Meisterschasts-Endspiel in Berlin. Schauplatz des Kampfes: poffffabion. Daubringen 3gb. — Allen-Bufeck 3gb. 0:10. Am Sonntag weilte zum fälligen Pflichtspiel die rgendmannschaft von Alten-Buseck in Saubringen. haben auf Ne Teilnahme verzichtet, da der finanzielle Verdienst in keinem Verhältnis zu dec Schwere der Fahrt steht. Bautz-Dortmund, der erfolgreichste Strahenfahrer dieses Jahres, nimmt mit Rücksicht auf feine Jugend auch in diesem Jahre an der Fahrt noch nicht teil. Tennis-Sensation in Paris! 3ugoflawien gewinnt Daviskampf gegen Frankreich. Fuhballabteilung bes Turnvereins fUein-Cinben. Die erste Elf war spielfrei. Die erste Jugendelf trug (mit nur 8 Mann und davon drei Mann Ersatz) ein Spiel gegen die kampfstarke erste Jugend von Großen-Linden aus. Die Klein-Lindener gaben aber den Kampf nicht von vornherein verloren. Großen-Linden ging zunächst mit einem Tor in Führung. Der Gegenangriff der Klein-Lindener endete an der Latte. Großen-Linden war glücklicher und erhöhte zum Halbzeitstand auf 2:0. Nach der Pause drängten die Gastgeber auf eine weitere Verbesserung des Ergebnisses und erzielten auch noch zwei Tore, während den Gästen Erfolge durch großes Schußpech versagt blieben. Die Mannschaft hielt sich trotzdem musterhaft. Der Torhüter verdiente besonderes Lod Die zweite Jugend konnte nach überzeugender Leistung das erste Spiel der Pflichtrunde gegen Heuchelheims verstärkte zweite Jugend sicher mit 0:8 Toren gewinnen. Spielvereinigung 1900 Sietzen. 1900 1. 3ngenb — Leihgestern 1. 3ugenb 5:1. Die Gießener Jugend spielte mit fünf Mann Ersatz gegen Leihgestern und kam trotzdem zu einem verdienten Siege. Es fiel kaum auf, daß das Spiel mit so viel Ersatz bestritten werden mußte. Auch die veränderte Aufstellung bewährte sich. Der glatte Boden und der Regen beeinträchtigte die Leistungen beider Mannschaften und stellte hohe Anforderungen. Die Blauweißen fanden sich mit dem glatten Boden jedoch weit besser ab, und erzielten vier Tore. Nach der Halbzeit gestaltete sich der Kampf offener. Jede Mannschaft erzielte noch ein Tor. Noch würzigeres und gehaltvolleres Aroma DICICWP Die Jugend des Druckgewerbes zeigt ihre Leistungen im Reichsberufswetlkampf. NSG. In der Berufsschule III in Frankfurt hat die Gaubetriebsgemeinschaft Druck der Deutschen Arbeitsfront die Ergebnisse des Reichsberufswett- tampfes des Druckgewerbes im Gau Hessen-Nassau zu einer übersichtlichen Schau zusammengefaßt. Die Eröffnung dieser Schau fand in Anwesenheit des Reichsbetriebsgemeinschaftswalters Druck E b e n- b ö ck durch den Gaubetriebsgemeinschaftswalter Nielsen statt. Gaubetriebsgemeinschaftswalter Nielsen betonte in seiner Eröffnungsansprache, daß die Ausstellung einmal dem Zwecke dienen soll, der Jugend zu zeigen, welche Leistungen von ihr erwartet werden, zum anderen aber auch, einmal die Bedeutung des Reichsberufswettkampfes gerade für das Druckgewerbe anschaulich darzulegen. Ein Rundgang durch die Ausstellung vermittelte einen ausgezeichneten Ueberblick über die gesamte Arbeit des Reichsberufswettkampfes. Am Beginn veranschaulicht eine ausführliche statistische Darstellung die Leistung des Gaues Hessen-Nassau in den einzelnen Kreisen sowohl, als auch in den einzelnen Berufszweigen des Druckgewerbes, seien es nun Schriftsetzer, Litographen, Buchbinder oder Schriftgießer. An diese statistische Uebersicht schließt sich die Zusammenfassung der Arbeiten eines Teilnehmers am Berufswettkampf. Dann folgen in übersichtlicher Weise geordnet Einzelleistungen aus den verschiedenen Berufsgruppen, teils theoretischer, teils praktischer Art. Ausgezeichnete Bilder vermitteln einen Einblick in die Arbeit der einzelnen Teilnehmer, schließlich beenden die Zusammenstellungen der Aufgabenoordrucke und die Urkunden für die Gau- und Reichssieger die eindrucksvolle Schau. Die Ausstellung bildet, in der Gesamtheit gesehen, einen wirkungsvollen Werbefaktor für den Gedanken des Reichsberufswettkampfes. Die Lebensretter tagen in Wiesbaden. Die im vergangenen Monat aus technischen Gründen verlegte Haupttagung des Landesverbandes Hessen-Nassau der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft findet nunmehr am 14. Juni unter der Leitung des Führers des Landesverbandes, Stadtrat A l t ft a d t, in Wiesbaden statt. Die Tagung soll in diesem Jahr in einem größeren Rahmen abgehalten werden, um den maßgebenden Vertretern der Partei, des Heeres, der Polizei, der Behörden, Schulen und Verbände Gelegenheit zu geben, einen größeren Einblick in das Wesen und Wirken der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft zu gewinnen. Die Tagung sieht u. a. eine Besichtigung der Rettungsstation in Schierstein vor. Oberhessen. Landkreis Gießen. L Reiskirchen, 9. Juni. Dieser Tage wurden im Stalle eines hiesigen Landwirts Zwillings- kälber ( 1 Ochs und 1 Mutterkalb) geboren. Das merkwürdigste ist, daß bei dem Ochs die Vorderbeine länger sind als normale Vorderbeine und die Form der Hinterbeine haben. Das gleiche ist bei dem linken Vorderbein des Mutter-, kalbes der Fall. Sonst sind die beiden Tiere vollständig gesund. * Lang-Göns, 8. Juni. Am gestrigen Sonntag unternahm der hiesige Evang. Frauenverein einen Ausflug nach Bad Homburg. Obgleich die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der schönen Badestadt durch den Regen etwas gestört wurde, verlief der Tag doch angenehm und abwechslungsreich. — Der Kaufmannsgehilfe Karl Hofmann von hier, der eine Filiale von Schade und Füllgrabe in Darmstadt leitete, verunglückte bei einem Motorradausflug am Sonntag tödlich. Der schwer getroffenen Familie wird allgemeine Anteilnahme entgegengebracht. Der Verunglückte stand im 24. Lebensjahr. Preußen. Gut abgegangen. (D Krofdorf-Gleiberg, 8. Juni. Das kom- ter der letzten Tage schlug der Blitz in das Forsthaus Waldhaus im Krofdorfer Forst ein. Er fand wahrscheinlich den Weg durch die Telephonleitung in das Gebäude, wo er der elektrischen Leitung entlang lief, diese zerstörte und dadurch in sämtlichen Räumen Verheerung anrichtete. Insonderheit wurden im Wohnzimmer Decke, Tapeten und Fußboden beschädigt. Glücklicherweise hatte das Förster-Ehepaar gerade das Zimmer verlassen und sich in die Küche begeben, als der Blitzschlag erfolgte. Das in dichten Qualm eingehüllte Haus fing erfreulicherweise kein Feuer. Lediglich ein paar kleine Brandstellen waren entstanden, die der Förster rasch mit feuchten Tüchern ersticken konnte. kreis Wetzlar ?s. K r o f d o r f - G l e i b e r a , 8. Juni. Das kommende Jahr 1937 steht für unfern Ort im Zeichen der V e r e i n s j u b i l ä e n. Nicht weniger als drei stark im Dorfleben verankerte Vereine fönen auf eine lange und stolze Vereinsgeschichte zurückblicken. Während der T u r v e r e i n fünf Jahrzehnte seine segensreiche Tätigkeit ausübt, pflegt der Gesangwerein „G e r m a n i a", dank der in der Einwohnerschaft von altevsher überlieferten Liebe für Gesang und Musik bereits schon hundert Jahre das deutsche Lied. Als dritter im Bunde kommt mit ebenfalls hundert Jahren der mit seiner Mitgliederzahl weit über die Dorfgrenzen hinausreichende Gleiberg- verein hinzu, der nicht nur die schöne Heimatburg betreut, sondern auch gleichzeitig die Traditionen unserer reichen Burg- und Dorfgeschichte pflegt und darüber hinaus mit seinem Schulungslager aktive staatsaufbauende Arbeit leistet. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt bekannt: Das Werbeheft „Schnellste Beförderung von Frachtgutladungen auf der Deutschen Reichsbahn von Ausland zu Ausland, Ausgabe Sommer 1936" liegß bei unserer Kammer vor und steht Interessenten zur Einsichtnahme zur Verfügung. Oer Wehrpaß. Von Major (<5.) Pracht, Wehrbezirks-Ojfizier, Würzburg. Durch das Wehrgesetz vom 21. Mai 1935 hat der Führer und Reichskanzler jedem wehrwürdigen jungen Deutschen wieder das Ehrenrecht verschafft, als Waffenträger der Nation das im Nationalsozialismus geeinte deutsche Volk und seinen Lebensraum zu schützen. Der Musterungstag bedeutet künftighin wieder, wie in früheren Zeiten, für den tauglich und wehrwürdig befundenen Dienstpflichtigen einen wichtigen Abschnitt in seinem Leben. Der Musterungstag hat seine alte Bedeutung als Freuden- und Ehrentag wieder gewonnen. Während bei der Musterung 1935 den Wehrpflichtigen als Urkunde ein „Musterungsausweis" ausgehändigt wurde, gelangt Heuer der Wehrpaß zur Ausgabe. Musterungsausweis und Wehrpaß sind für ihren Inhaber öffentliche, nicht übertragbare Urkunden im Sinne des § 267 RSiGB.; ihre sorgfältige Aufbewahrung ist daher unbedingt notwendig. Wie in der alten Wehrmacht der „Militärpaß", so wird künftighin der „Wehrpaß" den wehrpflichtigen deutschen Mann sein Leben lang begleiten. Dabei ist auch beabsichtigt, die im Jahre 1935 ausgegebenen Musterungsausweise nach und nach durch Wehrpässe zu ersetzen. Es erscheint daher angezeigt, im Hinblick auf die Musterungen den zur Musterung heranstehenden jungen Kameraden einige Aufklärungen bezüglich des Wehrpasses zu gelben. Der Wehrpaß ist ein 52 Seiten starkes Büchlein, läßt sich also leicht in jeder Brusttasche unterbringen. Zur Schonung des Passes, der durch Jahrzehnte hindurch brauchbar und gut leserlich bleiben soll, ist die Beschaffung einer „Schutzhülle", wie sie auch für andere wichtige Urkunden im Gebrauch sind, dringend empfohlen. Es ist dafür Sorge getroffen, daß derartige Schutzhüllen von den Dienstpflichtigen am Musterungstage gegen Bezahlung ohne Schwierigkeit beschafft werden können. Auf Seite 1 des Wehrpasses sind u. a. Räume vorgesehen für die Eintragung der Wehrnummer, des Namens des Paßinhabers und der Nummer des Arbeitsbuches. Hiermit ist auf der ersten Seite einer der hauptsächlichsten Grundsätze des neuen Deutschland sinnfällig zum Ausdruck gebracht: die allgemeine Pflicht, dem deutschen Volke mit der Waffe und der Arbeit zu dienen. Soldat unb Arbeiter sind keine Gegensätze mehr; sie ergänzen sich im Dienst der Volksgemeinschaft. Seite 2 sieht vor den Raum für die Anbringung eines Lichtbildes und der Unterschrift des Paßinhabers. Jeder Dienstpflichtige hat zur Musterung zwei Lichtbilder in der Größe 45X55 Millimeter (Brustbild ohne Kopfbedeckung) mitzubringen, von denen eines sofort am Musterungstage im Wehrpaß befestigt und mit dem Stempel des Wehrbezirks-Kommandos versehen wird. Es ist also unbedingt notwendig', daß sich jeder Musterungspflichtige rechtzeitig die beiden Lichtbilder verschafft, am Musterungstage sie jedoch nicht zu Hause liegen läkt, sondern zur Musterung mitbringt. Die folgenden Seiten 3 und 4 enthalten Spalten für die Eintragungen der Personalangaben. Diese Eintragungen erfolgen auf Grund der Wehrstammkarte, die für jeden Dienstpflichtigen durch die Kreispolizeibehörde früher schon angelegt wurde. Es ist daher notwendig, daß jeder gemusterte Dienstpflichtige nach Aushändigung des Wehrpasses die darin enthaltenen Personalangaben genau überprüft, erkannte Unrichtigkeiten sofort seinem Wehrbezirks-Feldwebel meldet und um deren Berichtigung bittet. Am Musterungstage selbst kann dies am leichtesten erfolgen. Eigenmächtige Abänderungen im Wehrpaß sind verboten und werden streng bestraft. Eintragungen dürfen nur durch die Dienststellen der Wehrmacht und des Reichsarbeitsdzenstes und durch Auslandsvertretungen (Konsulate) des Deutschen Reiches vorgenommen werden. Der Wehrpaß ist während der Dauer des Wehrpflichtverhältnisses durch die vorgenannten Dienststellen ständig auf dem laufenden zu halten. Hierzu hat der Wehrpflichtige alle Aenderungen der Wohnung mündlich oder schriftlich binnen einer Woche, ferner Aenderungen der persönlichen oder beruflichen Verhältnisse gelegentlich von Meldungen, späteren Wehroersammlungen, Hebungen usw. mündlich der vorgesetzten Dienststelle anzuzeigen. Bei persönlichen Meldungen sind der Wehrpaß und amtliche Bescheinigungen vorzulegen, schriftlichen Meldungen sind sie beizufügen. Zur Erleichterung der Meldungserstattung ist vorgesehen, daß die Gemeindebehörden den Wehrpflichtigen z. B. auf Ersuchen beim Absassen der schriftlichen Meldungen behilflich sein sollen. Zu diesem Zweck werden voraussichtlich später bei den Ortspolizeibehörden vor- gedruckte Formblätter zur kostenfreien Benutzung bereitgehalten werden. Zur Prüfung der erfolgten An- und Abmeldungen bei Wohnsitzänderungen enthalten die Seiten 41 bis 45 des Wehrpasses entsprechende Spalten. Es ist ohne weiteres klar, daß eine so große Organisation, wie es die im Wiederaufbau begriffene Deutsche Wehrmacht ist, ohne straffe Manneszucht nicht in Ordnung gehalten werden kann. Trotz der bei der Musterung erteilten Belehrungen und eines vor einiger Zeit in der Presse erschienenen Artikels erfolgen die An- und Abmeldungen bei Wohnsitzänderungen noch immer nicht in allen Fällen mit der unbedingt notwendigen Pünktlichkeit. Die Wehr- bezirks-Offizlere sind jedoch verpflichtet, in ihrem Wehrmeldebezirk auf Ordnung zu halten; sie werden überall da, wo sich noch Mängel zeigen, auch Ordnung schaffen. Es ist wünschenswert, daß dieses Ziel auf dem Wege der Belehrung und Erziehung erreicht wird. Die Bürgermeister und Gemeindeschreiber wurden in letzter Zeit durch das Bezirksamt erneut angewiesen, die Angehörigen der meldepflichtigen Jahrgänge bezüglich der An- und Abmeldung zu belehren und zu unterstützen. Jeder Meldepslichtige hat daher die Möglichkeit, sich in seiner Gemeinde ohne große Schwierigkeiten beraten zu lassen. Bei Zusammenarbeit aller Dienststellen wird es sich unschwer erreichen lassen, der militärischen Meldepflicht wieder die Bedeutung zu verschaffen, die in der alten deutschen Wehrmacht selbstverständlich war. Bei groben Verstößen gegen die Meldepflicht werden Geld- oder Haftstrafen verhängt. Die Eintragungen auf den Seiten 41 bis 45 des Wehrpasses sind der Nachweis dafür, daß der Paßinhaber seiner Meldepflicht pünktlich nachgekommen ist. Der Verlust des Wehrpasses ist dem für den Wohnsitz zuständigen Wehrmeldeamt unverzüglich persönlich oder schriftlich anzuzeigen. Aus der schriftlichen Anzeige müssen Wehrnummer, Vor- und Familienname, Geburtstag und -ort und derzeitige Anschrift ersichtlich sein. Wird der Wehrpaß nicht binnen vier Wochen wieder aufgefunden, so ist eine Zweitschrift beim zuständigen Wehrmeldeamt zu beantragen. Die Gebühr hierfür beträgt 0,50 Mark. Weist der Wehrpflichtige nach, daß der Wehrpaß ohne sein Verschulden verloren gegangen ist, wird die Zweitschrift gebührenfrei ausgestellt. Der Wehrpaß ist bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres vom Inhaber aufzubewahren. Eintragungen werden nach dem Ausscheiden aus dem Wehrpflichtverhältnis nicht mehr vorgenommen. 403* Mmkinderschule in Klein-Linden. * Klein-Linden, 7. Juni. Am 7. Juni waren vierzig Jahre verflossen daß in unferm Dorfe die segenbringende Einrichtung einer Kleinkin- derschule ins Leben gerufen wurde. Schon im Jahre 1893 waren Besprechungen zwischen dem verstorbenen Seelsorger unserer Gemeinde, Pfarrer Hepding, und einigen weitblickenden Männern der Gemeinde im Gange, die sich mit der Gründung eines Kleinkinderschulvereins befaßten. Die Bestrebungen des Pfarrers, den Verein für Kinderpflege ins Leben zu rufen, fanden namentlich die Unterstützung des damaligen Kirchendieners, Landwirt Philipp Weigel IX., und des damaligen Bürgermeisters Philipp Germer I. Es wurde eine Kommission zusammengestellt, deren Aufgabe darin bestand, für die noch nicht schulpflichtigen Kinder eine Stätte zu schaffen, in der sie auf christlicher Grundlage erzogen und gepflegt werden konnten. Der Kommission gehörten neben dem obengenannten Pfarrer, Kirchendiener und Bürgermeister noch folgende Männer der Gemeinde an: Schuhmacher- meister Johannes Luh, Kaspar Jung IV., Küfermeister Philipp Lenz VI., Kaspar Weigel IV., Philipp Lenz I., Johannes Rinn HL, das einzige heute noch lebende Mitglied der Kommission, ein Herr Lenz und Lehrer Karcher. Die Verhandlungen fanden ihren Abschluß in einem Mietvertrag mit Frau Philipp Lenz IV., Witwe, vorn Jahre 1895, in dem sich Frau Lenz verpflichtete, „den seither von der zweiten Klasse der Volksschule Klein- Linden benutzten Schulsaal nebst den dazu-gehörigen zur Wohnung für die Schulschwester bestimmten Zimmern für monatlich 18 Mark zu vermieten". Obwohl nun der Raum für eine Kinderschule zur Verfügung stand und das Mutterhaus Nonnenweier eine Schwester entsenden wollte, wurde der Verein noch nicht ins Leben gerufen und die Kinderschule noch nicht eröffnet. Die Kommission arbeitete weiter ftn ihrem Ziele, bis im Sommer 1896 die Verwirklichung des Planes erreicht wurde. Der damalige Lehrer Albert Boßler, späterer Rektor unserer Volksschule, übernahm das Amt eines Rechners. Der 4. Juni 1896, der Tag der ersten Einträge ins Kassenbuch, kann als Grün- dungstag angesehen werden. Don den Gründern und hochherzigen Spendern sind heute noch einige' am Leben; es sind dies: Wilhelm Langsdorf!., Heinrich Ufer II., Wilhelm Jung III., Wilhelm Jung V., Wilhelm Weigel II., Wilhelm Wel - l e r II., Ludwig Theiß, Ludwig L u h II., Ludwig Feifel, Kaspar Reu schling, Johannes Germer I., Jakob Fink, Ludwig Jung XII., Philipp Rinn III., Wilhelm Holler, Georg Schön, Konrad Lotz, Kaspar Panzer, Philipp Bernhardt, Ludwig Weigel XIII., Wilhelm Germer II., Johannes Germer II., Philipp Volk I., Friedrich Lenz I. und Karl Hof. Der neugegründeten Einrichtung gingen neben den freiwilligen Beiträgen der Gründer auf Bittbriefe des Vorsitzenden und Rechners von vielen Seiten namhafte geldliche Unterstützungen zu, so von Frl. Margarete Theiß, erst als Darlehen, später als Schenkung, von der Mathildenstiftung für Oberhessen, von der Bezirkssparkasse Gießen und von der Fernieschen Bergwerksverwaltung durch Direktor Pascoe. Ferner erscheinen in den Rechnungen der Station in späteren Jahren als namhafte Spender die Gießener Firmen Hey - ligenstädt, Gail und Klings por. Die Bürgermeister unserer Gemeinde Ludwig Schaum und später Philipp Jung 'XVIII. widmeten der Schule besonderes Interesse und unterstützten sie öfters mit Zuwendungen. Auch auf örtlichen Hochzeiten wurden Geldsammlungen für die neue Einrichtung vorgenommen. Regelmäßige Zuschüsse leisteten alljährlich der Missionsverein, der ein Sechstel sämtlicher sachlicher Ausgaben der Schule übernahm. Ferner floß durch ein Vermächtnis der Frau Wilhelmine Kraushaar, Witwe, ein beträchtlicher Betrag in die Kaffe der Kinderschule. Seit 1905 gewährte die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. regelmäßige Zuschüsse, da die meisten Schüler Kinder von 'Eisenbahnangestellten waren. Seit 1919 steuert die bürgerliche Gemeinde alljährlich einen stattlichen Betrag zur Unterhaltung der Kleinkinderschule bei. Auch der hiesige Raiffeisen- verein und die Spar- und Darlehenskasse Klein- Linden, ferner ein größeres industrielles Werk am Orte unterstützten in den letzten Jahren die Schule mit Geldbeträgen. Der erste Vorstand der neugegründeten Anstalt bestand aus folgenden Personen: Vorsitzender Pfarrer Hepding, Rechner Lehrer Boßler, Beisitzer Wilhelm Jung I., Holzhändler, Küfermeister Phil. Lenz VI., Johs. Schaum, der Bruder des damaligen Bürgermeisters, später auch Bürgermeister Schaum selber, Lehrer Christian E ß, Landwirt Johann Georg Schmidt und Ludw. Weigel XII. Als Saal für die Kinderfchule wurden Räume bei Johannes Germer II. gemietet. Im 17. Juni 1896 hielt die erste Schwester Luise Freiburger in unserer Gemeinde ihren Einzug. Luise Freiburger war es vergönnt, 22 Jahre zum Wohl der Schule und unseres Dorfes Dienst zu leisten. Ende 1918 wurde sie nach Rheinhessen versetzt und starb vor einiger Zeit nach einem arbeitsreichen Leben. Ihren einstigen Schülern und Schülerinnen wird sie unvergessen bleiben. Nachdem Schwester Luise Freiburger mit Hilfe der Mädchen und Frauen aus dem Missionsverein Wohnung und Saal hergerichtet hatte, forderte Pfarrer Hepding im Gottesdienst am 30. Juni 1896 auf, daß am Sonntagnachmittag die Kinder zum Besuch der neu gegründeten Schule angemeldet würden. Die Schule wurde am darauffolgenden Montag mit einem Stand von 67 Schülern eröffnet. Die Zahl der Besucher stieg aber weiter auf 90 und sogar darüber. Um größere Räumlichkeiten zur Verfügung zu bekommen, wurde schon im Jahre 1898 in den Sitzungen des Vorstandes über die Erbauung eines neuen Schulhauses beraten. Als im Jahre 1905 mit dem Bau begonnen werden konnte, stellte der Verein der Gemeinde, die das Haus baute, 3000 Mark zur Verfügung. In einem Vertrag vom 2. November 1905 verpflichtete sich die Gemeinde, „für die etwaigen Fehlbeträge aufzukommen und so das Bestehen der Kleinkinderschule für die Zukunft zu sichern. Bei etwaiger Auflösung zahlt die Gemeinde den geleisteten Betrag von 3000 Mark an den Vorstand der Kleinkinderschule zurück." Das Haus, das in der Pfingstweide erstand, kostete etwa 10 000 Mark und wurde im September 1906 fertiggestellt. Zu» der Einweihungsfeierlichkeit war eine stattliche Festgemeinde erschienen. Die Festpredigt hielt Pfarrer Hepding, der inzwischen nach Hausen versetzt worden war. Aus den Aufzeichnungen des Herrn Boßler vom 20. September 1906 ist zu entnehmen, daß die Festkollekte 66,41 Mk. betrug. Als Geschenk bei der Einweihung überreichten die Firmen Heyligenstaedt 100 Mark, die Bezirkssparkasse 500 Mk., das Großherzogliche Haus aus der Prinzeß-Elisabeth-Stiftung 200 Mark. Im Jahre 1911 zog auch die Krankenschwester des neu gegründeten „Vereins für Krankenpflege" in die Kleinkinderschule ein. Während des Weltkrieges bewährte sich die Kleinkinderschule in bester Weise. Die schwer arbeitenden Frauen und Mütter, deren Männer im Kriege waren, konnten ihrer Arbeit nach- gehen und ihre Kinder der Obhut der Schwester anvertrauen. Am 21. August 1921 konnte das 25jährige Bestehen der Station festlich begangen werden. An ' Spenden flössen aus Anlaß des Jubiläums 1220 Mark in die Kasse. Als die Inflation fast das Ende der Schule herbeiführte, war es dem damals hier wirkenden Geistlichen, Pfarrer Ackermann, und der derzeitigen Schwester Marie Weigel, einem Kind unserer Gemeinde, zu verdanken, daß die Station erhalten blieb. Es gingen durch die Ortseinwohner beträchtliche Mengen Geld- und Lebensmittel t ein, mit denen die Kleinkinderschule über Wasser gehalten wurde. Im Jahre 1924 mit Einführung des wertbeständigen Geldes wurde auch die Kleinkinderschule wieder neu aufgebaut. Nach 1930 trat erneut die Not auf. Infolge der Arbeitslosigkeit vieler Männer gingen die Schulgelder nur schlecht ein; der Besuch der Schüler ging zurück, und der Bestand der Station war stark gefährdet. Jetzt war es die evangelische Frauenhilfe, die, wie überhaupt seit ihrer Gründung einige Jahre vorher, ihre Beiträge fast restlos der Kinoerschule zur Verfügung stellte. Unter dem derzeitigen Vorsitzenden, Pfarrer König, wurde der vor Jahren eingegangene „Verein für Förderung der Kleinkinderschule" wieder ins Leben gerufen und eine grohangelegte Hilfsaktion durch- gefügrt. Sie war von Erfolg gekrönt, so daß dis Schule wieder für einige Zeit der größten Sorge enthoben ist. Zum vierzigjährigen Jubiläum, das am kommenden Sonntag gefeiert wird, ist die Kleinkinderfchule der derzeitigen Gemeindeverwaltung zu besonderem Dank verpflichtet. Hat doch die Gemeinde als §u- biläumsgefchenk das Gebäude innen sehr schön Herrichten lassen, so daß das Haus mit seiner Inneneinrichtung einen sehr freundlichen Eindruck macht. Als Vorsitzende der Kleinkinderschule in den vier Jahrzehnten waren tätig: Pfarrer Hepding, Sch ulte, Göttelmann, Bröckelmann, Eitenmüller, Jrle, Ackermann, Göbel, Bremmer und König, als Schwestern wirkten Luise Freiburger, Marie Weigel, Lydia Altdörfer, Anna Hauser, Sannchen Frei- t a g und Lina Mario, sämtlich vom Mutterhaus Nonnenweier. Erwähnt sei noch die Tätigkeit der ersten Schuldienerin Frau Lina Andermann, die ?5 Jahre lang die Reinigung der Kinderschule vornahm. Möge das Werk, das einst unsere Alten geschaffen haben, sich auch im Dritten Reiche zum Segen für Familie, Volk und Vaterland auswirken! Rundfunkprogramm. Dienstag. 9. Juni. 12 Uhr: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Wunschkonzert (Schallplattenkonzert). 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Unterhaltungskonzert. 17: Neue Klaviermusik. 17.30: Arbeiter studieren fremde Betriebe! 18: Unterhaltungskonzert. 18.30: „Olympiahoffnungen — Olympiavorbereitungen in aller Welt". 19: Volksmusik. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert mit Marcel Wittrisch. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Nachrichten der Deutschen Arbeitsfront. 22.20: „Sturmzvetter habe ich immer geliebt." Eine Funkfolge. 23: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 dis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstagnachmittag geschlossen. MAGGI Fleisch brüh-Wü rfe I lirÖvfcA-, -ftLMAAU