Nr. M Erstes Blatt 186. Jahrgang Samstag, 9. Mai 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilatt-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: §chulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das Zazit. Die vergangene Woche brachte als größte lieber« raschung das Ende des Krieges in Abessinien. Wenn es auch nach den letzten Ereignissen auf dem ostafrikanischen Kriegsschauplatz nicht mehr zweifelhaft sein konnte, wem schließlich der Sieg zufallen würde, so konnte man doch nicht damit rechnen, daß der Negus so plötzlich die Flinte ins Korn werfen würde, ohne noch einmal einen letzten Versuch gemacht zu haben, den Rest feiner Truppen zur Verteidigung der Hauptstadt zusammenzuraffen. Die grade in den letzten Monaten sich immer schwieriger gestaltende Berichterstattung aus dem Innern Abessiniens hat kein klares Bild darüber geben können, wie sehr schon unter den furchtbaren Schlägen der italienischen Waffen und dem zunehmenden Mangel an Munition, Proviant und ärztlicher Verpflegung die innere Auflösung des abessinischen Reiches fortgeschritten war. Gegenüber der Ueberzahl kolonialpolitischer und militärischer Sachverständiger, die dem italienischen Unternehmen angesichts der ungeheuren Schwierigkeiten, die Klima, Gelände und kampfgewohnte Bevölkerung dem eindringenden Europäer-Heer bieten würden, einen schlimmen Ausgang prophezeiten, haben die wenigen wirklichen Kenner des Landes — wir erinnern an die Teilnehmer der letzten Frobenius- Expedition — Recht behalten, die von Anbeginn an vor einer Ueberfchätzung der Widerstandskraft des abessinischen Volkes warnten und auf die vielfältige stammesmäßige und konfessionelle Zersplitterung Abessiniens hinwiesen, die dann zu Tage treten würde, sobald erst einmal schwere Niederlagen des abessinischen Heeres im Felde den von den Amharas unterworfenen Stämmen die Möglichkeit eröffneten, durch ihren Abfall die nur widerwillig ertragene Herrschaft des Negus abzuschütteln. Zudem scheint auch unter den amharischen Stammesfürsten der Negus Halle Selassie keineswegs lauter Freunde gehabt zu haben. Die Anhänger der Dynastie des großen Menelik hatten ihm weder feine gewaltsame Thronbesteigung, mit der er den sehr beliebten, wenn auch kraftlosen Enkel Meneliks beiseite schob, noch die auf Unterdrückung der Teilfürstentümer und scharfe Zentralisierung der Macht in der Hand des Kaisers abzielenden Reformen vergessen. Grade von dieser Seite ging anscheinend der letzte und entscheidende Anstoß zur Flucht des Negus nach dem französischen Dschibuti aus. Nachdem die letzten Stammesfürsten ihm die weitere Heeresfolge verweigert hatten, sah sich der Negus vor die Entscheidung gestellt, ob er feine Sache aufgeben oder in einer drohenden Palastrevolution fein Leben aufs Spiel setzen wollte. Er hat es vorgezogen, im Schutze Englands, dessen Freundschaft ihm Thron und Land nicht hat erhalten können, die Reife nach Jerusalem ins Exil anzutreten. Mag er heute noch Pläne haben, in London oder gar in Genf seine Sache diplomatisch zu vertreten, die weitere Entwicklung wird ihm nur allzu schnell deutlich machen, daß er seine geschichtliche Rolle zu Ende gespielt hat. Der Krieg ist beendet. Italiens Sieg ist vollständig, mögen auch hier und da noch in dem doch kaum erst zur Hälfte von italienischen Truppen besetzten Lande Örtliche Aufstände aufflackern und raublustige Stämme zur Raifon gebracht werden müssen. An irgendwelchen organisierten Widerstand planmäßig geführter abessinischer Truppen ist nicht mehr zu denken. In genau sieben Monaten hat der italienische Oberbefehlshaber Marschall B a d o - g l i o eine Aufgabe bewältigt, die nach der Meinung der meisten Sachverständigen mehrere Jahre beansprucht hätte, wenn sie sich nicht überhaupt als unlösbar Herausstellen sollte. Wenn man auch die gewaltige Ueberlegenheit der modernen technischen Kriegsmittel, über die Italien in beliebiger Menge verfügte, über die gänzlich unzulängliche und zum größten Teil noch durchaus primitive Bewaffnung der Abessinier in Rechnung stellt, so bleibt der abessinische Feldzug doch angesichts der ungeheuren Entfernung des Kriegsschauplatzes von der Heimat, angesichts der oft geschilderten großen Schwierigkeiten des Nachschubs von Truppen, Proviant und Munition und schließlich angesichts der für europäische Soldaten wohl beispiellosen Schwierigkeiten, das Klima und Gelände der von Wüste und Urwald umgebenen afrikanischen Bergfestung dem eindringenden Feinde boten, eine Leistung, die höchste Bewunderung verdient. Der Feldzug begann überraschend mit dem fast ungehinderten Vordringen des Marschalls d e Bono in der nördlichen Grenzprovinz Tiare und Generals G r a z i a n i in der O q a d e n - Wüste im Süden. Die Schmach von Ad u a wird getilgt, die heilige Stadt A k s u m genommen, im Nordosten Makalle, im Nord- roeften der Takazzefluß erreicht. Es folgt eine längere Gefechtspause, die der Sicherung der italienischen Etappe durch umfangreiche Straßenbauten, Depotanlagen usw. dient. Während dessen rückt Graziani von Süden her das Tal des Schebeli aufwärts und besetzt Anfang November Gorahai. Nun haben die abessinischen Hauptarmeen ihren Aufmarsch beendet. Während im Raum von Ma- kalle kleinere abessinische Trupps die Etappe der Italiener beunruhigen, überschreitet Ras ^mr u Mitte Dezember den Takazzefluß und drangt das italienische Korps Maravigna bis m bie Oegenb von Adua und Aksum zurück. Weiter östlich greift Ras S e y u m an, erobert Abbl Addi und das ganze südliche Tembien zurück und wird erst vor Makalle zum Stehen gebracht. Immer neue Frontalangriffe des abessinischen Hauptheeres brechen im Feuer der Truppen des Marschalls Babog11o, der de Bono im Oberbefehl abgelöst hat, unter schweren Verlusten der Abessinier zusammen. Ba- doglio geht nun feinerrfeits zum Angriff über, nachdem schon Graziani im Süden in öer öreitagigen Schlacht bei Dolo das Heer des Ras D e st a 1.2. „Hindenburg" landet heute Mittag in Lakehurst. „Eine der größten Sensationen dieses Jahres." Lakehurst, 9. Mal. (DNB. Funkspruch.) Das Luftschiff „Hindenburg" teilte der Marinefunk- station mit, daß es um 12.2 0 Uhr MEZ. lande- bereit fein werde. Die Fahrt des Luftschiffes ist unmittelbar vor der amerikanischen Küste durch Gegenwinde verzögert worden. Um 8 Uhr MEZ. funkte LZ „Hindenburg", daß es sich auf den Dampferkurs längs der Insel Long Island entlang bewege und voraussichtlich etwa 1 0.3 0 Uhr MEZ. Neuyork überfliegen werde. Vier Flugzeuge der amerikanischen Küstenwache liegen auf dem Neuyorker Flugplatz bereit, um dem LZ. „Hindenburg" entgegenzufliegen und das Luftschiff bis Lakehurst zu begleiten. Lakehurst gleicht einem Ameisenhaufen. Die Marineverwaltung hat strengste Kontrollmahnahmen getroffen. Der Flugplatz ist für jeglichen Flugverkehr und für Neugierige gesperrt. Man nimmt hier an, dah die Schiffsführung des „Hindenburg" keinen Abstecher nach Washington, Philadelphia usw. machen werde, sondern die Kühle am Morgen zur Landung aus- nuhen werde. Außerordentliche Beachtung findet die schnelle Heberfahrt des „Hindenburg". Das Luftschiff wurde nach 10 Uhr (MEZ.) über dem Neuyorker Hafen gesichtet. ♦ Um 22 Uhr richtete die American Air Lines einen Flugzeug ° Pendelverkehr zwischen Neuyork und Lakehurst ein. Der Fahrkartenoerkauf mußte bald wegen lleberfüllung eingestellt werden, da 300 Fluggäste bereits Plätze belegt hatten. Nach Ansicht amerikanischer Journalisten ist der Besuch des Luftschiffes „Hindenburg" eine der größten Sensationen in diesem Jahre in Amerika. In den frühen Nachtstunden begannen sich die Warteräume der Hapag und des Nord-Lloyd mit Freunden und Angehörigen der „Hindenburg"- Fahrgäste zu füllen, die sich mehr oder weniger bequem für das Uebernachten einrichten, da die Gasträume in der Stadt Lakehurst völlig ausverkauft find. Die WA.-Preffe im Zeichen des Atlantik-Fluges. Neuyork, 9. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die amerikanische Presse steht völlig im Zeichen der Ozeanüberquerung des LZ „Hi n b e n b ur g". Die Morgenblätter vom Samstag widmen der bevorstehenden Ankunft des Luftschiffes zahlreiche mit Abbildungen versehene Artikel mit drei- bis se chs - spaltigen' Überschriften und berichten ausführgeschlagen und bis Negelli zurückgetrieben hat. Nun folgen Schlag auf Schlag die großen Vernichtungs- schlachten an der Nordfront. Mit Hilfe eines inzwischen in aller Ruhe bereitgestellten ungeheuren modernen Kriegsapparats wird der Ras M u l u - g e t a in der viertägigen Schlacht bei Enderta besiegt. Der A m b a Ar ad am und wenige Tage später der Amba Aladschi werden nach heftigem Trommelfeuer der italienischen Artillerie trotz erbitterter Gegenwehr der abessinischen Truppen von den Italienern erstürmt. Ras Kassa wird in Tembien, Ras Jmru in Schire vernichtend geschlagen. Mitte März ist die abessinische Nord- front zusammengebrochen. Die Garde des Negus sucht noch einmal nördlich des A s ch a n g t f e e s im Angriff ihr Glück, aber sie wird zurückgeworfen und auf der Flucht von aufständischen Gallastämmen niedergemacht. Den Italienern steht der Weg nach Dessie, dem Hauptquartier des Kaisers, und Addis Abeba, der Hauptstadt Abessiniens, offen. Im Felde stand nur noch eine einzige intakte abessinische Armee unter Führung des Ras Nasibu und des ehemaligen türkischen Generals W e h i b Pascha. Gegen sie wandte sich Mitte April General Graziani. Trotz heftiger Gegenwehr gelang es ihm, am 30 Amil Sassabeneh zu nehmen. Nach der Flucht des Kaisers gaben auch Nasibu und Wehib die Verteidigung des Weges nach Harrar auf und wandten sich nach Djibuti. Der Krieg war beendet. „Abessinien ist italienisch" verkündete Musso- l i n i nach der Besetzung der abessinischen Hauptstadt vom Balkon des Palazzo Venezia dem jubelnden Italien und darüber hinaus der ganzen Welt. Seine Worte, daß Italien bereit fei, den Sieg mit der gleichen Unentwegtheit und unerbittlichen Bestimmtheit zu verteidigen, mit der er errungen fei, richten sich an die Leute, die trotz des großen Erfolgs, den Italien neben der überlegenen Führung im Felde und der Tapferkeit feiner Truppen nicht zuletzt der Kühnheit und Entschlußkraft des Duce und der Opferfreudigkeit feines Volkes verdankt, immer noch glauben, das faschistische Italien werde sich nach einem mit so großen Opfern erkämpften Siege bet der Wiederherstellung des Friedens von irgend jemandem hineinreden lassen. Die parlamentarische Opposition in England und die sich zur Uebernahme der Regierung rüstende Volksfront in Frankreich scheinen zwar immer noch nicht den Geschmack an den Sanktionen verloren zu haben, mit denen der Völkerbund den „Angreifer" Italien zur Einstellung der Feindseligkeiten gegen das Völkerbundsmitglied Abessinien zwingen wollte. Aber Außenminister E d e n hat vor dem Unterhaus resigniert festgestellt, daß der Völkerbund gescheitert ist, und Austen lich alle Einzelheiten der Ueberfahrt. Der bekannte amerikanische Journalist Arthur Brisbane schreibt in seiner täglichen Spalte in den Hearst- Blättern, das große Ereignis des heutigen Tages sei die Ankunft des LZ „Hindenburg", der den wirklichen Luftverkehr über den A t- lantif einleite. Die erste Ueberfahrt des Luftschiffes werde noch eine große Nachricht sein, wenn der diesjährige Präsidentschaftswahlkampf und der Krieg in Abessinien in den Hintergrund der Geschichte gedrängt worden sind, denn der erste wirkliche Passagierluftverkehr über den Atlantik sei ein großer Schritt auf dem Wege des menschlichen Fortschrittes, etwas, was unvergeßlich fei. In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag durchquerte das Luftschiff den von den Wetterwarten angekündigten Sturm, der von schweren Regenböen begleitet war, derartig glatt und ruhig, daß nicht einmal eine Blumenoase ober eine Wasserflasche umfiel. Auch von den Passagieren wurde der Sturm kaum bemerkt. Hingegen war die Schiffsleitung über dieses elementare Ereignis sehr erfreut, da es einen Regenballast von etwa 5 Tonnen einbrachte, mit dem der Gewichtsverlust durch den Treibstoffverbrauch wettgemacht werden konnte. Zum erstenmal sand am Donnerstagabend ein „Transatlantisches Luftschiff-Klavierkonzert" statt, bei dem Professor Franz W a g n e r die Mitreisenden durch seine Kunst erfreute. Am Freitagmorgen hielt Pater Schulte zum erstenmal eine Bordmesse ab. Das technische Bild ist überwältigend. Es wäre falsch, sich das Innere des Luftschiffes vollgepfropft vorzustellen mit unheilschwangeren Gaszellen. Man kann einen großen Teil des Gerippes überblicken, das mit einem blau funkelnden Schutzlack überzogen ist. Das umfängt einen mit feinen Rippen und Streben wie eine Kathedrale. Es geht eine ruhige Sicherheit aus von den Männern, denen der schmale, blau lackierte Laufsteg zwischen den Kielträgern zweite Heimat geworden ist. Für sie hat es nie in Frage gestanden, ob der Nordatlantik zu bezwingen ist ober nicht. Diese Männer verstehen sich ohne viele Worte unb bie Handgriffe, bie ihr Dienst erforbert, ergänzen sich ohne Zurufe unb ohne Nervosität. Die Passagiere schneiben nicht so gut ab in biefer Bilanz. Sie haben zwischen Höhenrausch unb Nervosität geschwankt, lieber bie hellen Schlaf- Chamberlain, offenbar heute roieber ber Sprecher ber großen Mehrheit ber konservativen Partei, hat bie Fortsetzung ber Sanktionen eine gefährliche unb zwecklose Politik genannt. Wenn also auch auf ber am Montag beginnenben Ratstagung bes Döl- ferbunbes in Genf Englanb selbst vielleicht nicht bie Initiative auf Aufhebung ber Sanktionen gegen Italien ergreifen wirb und auch bie Franzosen vor bem Regierungswechsel keine Neigung zu weit- tragenben Entschlüssen zeigen werben, so wirb boch ber Völkerbunb nichts anberes tun können, als recht schnell bas Fazit zu ziehen aus einer Politik ber Halbheiten, bie gar nicht anbers auslaufen konnte, als mit einer neuen schweren Einbuße seines Ansehens, bie nur burch eine grundsätzliche Reform im Sinne eines Bunbes gleichberechtigter unb gleichverpflichteter Nationen ausgeglichen werben kann. England ist, wie Eden im Unterhaus erklärt hat, trotz dieses neuen Fiaskos entschlossen, am Völkerbund festzuhalten, aber es fordert eine lieber« Prüfung seiner Satzungen, die einen ähnlichen Zusammenbruch der „kollektiven Friedenssicherung", die England im Abessinienkonflikt hatte auf die Probe stellen wollen, unmöglich machen soll. Man wird sich hoffentlich in England darüber klar geworden sein, daß diese „Probe" nicht zum wenigsten deshalb einen so kläglichen Verlauf nehmen mußte, weil Frankreich nicht dazu zu bewegen war, der britischen Sanktionspolitik sich anzuschließen. Es wollte nicht zwischen der Freundschaft Englands und Italiens wählen müssen. Daran scheiterte der Versuch einer „kollektiven Friedenssicherung". Die alte Bündnispolitik, die Frankreich im Dreikönigs- oertrag von 1935 mit Italien zusammengeführt hatte, ließ sich durch das von England verfolgte System gegenseitiger Verpflichtungen für Aechtung des „Angreifers" nicht an die Wand drücken. England vermochte zwar die Völkerbundsmaschine gegen das zum „Angreifer" erklärte Italien in Gang zu bringen. Es versammelte starke Seestreitkräfte im östlichen Mittelmeer, für Augenblicke stand die Lage auf des Messers Schneide. Aber Mussolini ließ sich nicht einschüchtem, er antwortete mit Truppentransporten nach Libyen, worin England eine Bedrohung Aegyptens sehen mußte. Das Risiko eines Krieges wollte England nur auf sich nehmen, wenn es ein „Dölkerbundskrieg" würde, d. h. wenn es ber Hilfe Frankreichs sicher wäre. Frankreichs Zusagen haben bem britischen Kabinett nicht genügt. Eine weitere Verschärfung ber Sanktionen, wie die Oelsperre oder die Schließung bes Suezkanals — Eden hat jetzt wieder daran erinnert —, hätten den Krieg bedeutet, Frankreich hat deshalb sich dagegen gesperrt. Sir Samuel H o a.r e sah damals während 1 Kommandant Rosendahl von der Marineluftstation Lakehurst befürwortete in einer im ganzen Lande verbreiteten Rundfunkrede dringend die weitere Entwicklung des Luftschiffbaues in den Vereinigten Staaten und erklärte, Deutschland sei die einzige Nation, die sich bisher ernsthaft mit dem Luftschiffbau befaßt habe, und auf diesem Gebiete große Leistungen aufweisen könne. Die National Broadcasting Company verbreitete einen halbstündigen Funkbericht vom Luftschiff „Hindenburg", der von Ansprachen und musikalischen Vorträgen umrahmt war, und der von allen Sendern in den Vereinigten Staaten unb in Kanaba übernommen würbe. fqbinen, über bie geschmackvollen Gemeinschaftsräume waren sie entzückt. Aber sie haben nachts um 2 Uhr Schreibmaschine geschrieben trotz ber Hellhörigkeit ber Luftschifftrennwänbe. Sie haben enge Passagen verstellt, haben im Gemeinschaftsraum intime Plaubereien mit Nebelhornstärke geführt, kurz, sie haben Stoff zum Nachbenken für bie Ingenieure geliefert. Sie werben sich ben Kopf zerbrechen müssen, wie sie bas störrische unb kostspielige Frachtgut, bas man Passagiere nennt, transportieren können, ohne baß es sich gegenseitig auf bie Nerven fällt. Dabei bietet man, was bisher kein transatlantisches Verkehrsmittel zu bieten hatte, eine Ueberfahrt, bei ber keine Seekrankheit zu fürchten ist. Kein Löffel Suppe ist währenb biefer Fahrt burch Schlingern unb Stampfen verschüttet, niemanb zu plötzlichem Rückzug vom Tische gezwungen worben. Alle haben bie Schönheit bes Meeres genießen bürfen, ohne feine Tücken mit in Kauf nehmen zu müssen. „<5raf Zeppelin" startet Montagabend in Frankfurt. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist, wie bereits gemelbet, am Freitag von seiner zweiten bies» jährigen Südamerikareise glatt in Friedrichshafen gelandet. Bei der Landung in Rio am 2. Mai war eine leichte Beschädigung am Gerippe bes Schiffes eingetreten, bie behelfsmäßig an Ort unb Stelle ausgebeffert würbe. Die DoUftänbige Ausbesserung bes Schabens wirb am Spnntag beenbet sein, so daß „Graf Zeppelin" am Montagvormittag nach Frankfurt übergeführt werben kann, von wo aus am Montagabend bie dritte diesjährige Reife nach Südamerika angetreten wird. einer Krisis ber italienischen Kriegführung in Ostafrika ben günstigen Augenblick für einen Ausweg aus bem britischen Dilemma. Der Pariser Plan hätte vielleicht die Zustimmung Mussolinis gefunben. Aber in falscher Einschätzung ber politischen Lage Englanbs schickte die über die vermeintliche Schwäche empörte englische öffentliche Meinung ihren Außenminister in bie Wüste und die Sanktionspolitik wurde fortgesetzt, obwohl sie ohne den Willen, sie bis xum letzten Mittel, bem Appell an bie Waffen, durchzuhalten, von vornherein zum Scheitern verurteilt war, sofern nicht Italien in Ostafrika Schiffbruch erleiben würde. Mit bem italienischen Sieg ist bie Sanktionspolitik gescheitert. England, bas burch bas Sichversagen Frankreichs seine Hoffnung auf eine „kollektive Friedenssicherung" getäuscht sah, hat baraus schon die erste Lehre gezogen: bie gewaltige Aufrüstung ber britischen See- unb Luftmacht, bie sogar nicht vor einer beträchtlichen Erhöhung der Steuerlast zurückschreckt, ist die erste Antwort auf bas offensichtliche Versagen bes Völkerbundes, den Frieden durch gegenteilige Bindungen und Aechtung des Angreifers zu bewahren ober gegebenenfalls wiederherzustellen. Werfall auf den Eisenbahnzug Addis Abeba-Dschibuti. Paris, 9. Mai. (DNB. Funkspruch.) Auf ben Personenzug, ber am Freitagabenb in Dschibuti eintraf, ist kurz nach Verlassen ber abessinischen Haupt» stabt von Räubern ein Ueberfall ver- ü b t worben, ber aber burch bie mit diesem Zuge nach Diredaua zurückkehrenden französischen Senegaltruppen rasch abgewehrt wurde. In Diredaua herrschte, als der Zug einfuhr, einige Aufregung, weil Eingeborene versuchten, bas bärtige Zollager zu plünbern. Die französischen Truppen konnten jedoch burch Maschinengewehrfeuer bie Drbnung rasch roieber Herstellen. Italienische Truppen sind in einem zweiten Zuge bis Direbaua gefahren unb haben an allen wichtigen Punkten ber Eisenbahnstrecke starke Besatzungen zurückgelasien. Die Einreise nach Abessinien mit ber Eisenbahn ist zur Zeit untersagt. Nur bas Eisenbahnpersonal bars bie Züge, mit einem Sichtvermerk bes italienischen Konsuls in Dschibuti versehen, benutzen. Kleine Zwischenbilanz an Vvrd. Oie englischen Rückfragen zum deutschen Kn'e-ensplan Der Wortlaut der Denkschriff Gesandtschaftswachen verfügten die Italien und die ausländischen Gesandtschaften in Addis Abeba. Der Zweck der Rückfragen. 4. Im Laufe meiner Besprechung mit Herrn von Ribbentrop am 2. April habe ich Seiner Exzellenz mitgeteilt, daß Seiner Majestät Regierung die in der deutschen Denkschrift vom 31. März (die mir am 1. April übermittelt worden war), im Einblick auf die Zukunft gemachten Vorschläge für sehr wichtig und einer ernsthaften Prüfung würdig erachtet. Diese Prüfung ist nun bereits weit vorgeschritten, aber Seiner Majestät Regierung stößt bei ihrer Fortsetzung auf Schwierigkeiten, solange sie nicht mit der deutschen Regierung (wie bereits in dem Genfer Communiquö vom 6. April angedeutet worden ist) eine Reihe von Punkten der drei Denkschriften eingehender erörtern kann, vor allem der Denkschriften vom 24. und 31. März. Seiner Majestät Regierung ist davon überzeugt, daß die deutsche Regierung ihre Ansicht teilt, daß d i e größtmögliche Klarheit erwünscht ist, ehe allgemeine Verhandlungen beginnen können, damit nicht später etwa Mißverständnisse das vertrauensvolle Zusammenarbeiten der europäischen Mächte beeinträchtigen. Denn es ist die aufrichtigste Hoffnung Seiner Majestät Regierung, daß das ver- oertrauensvolle Zusammenwirken durch die oorge- Rom, 8. Mai. (DJIB.) Wie von zuständiger italienischer Seite verlautet, hat Marschall Bado g l i o den ausländischen Gesandten und Geschäftsträgern in Addis Abeba mitgeteilt, daß ihre diplomatifcheTäligkeit zwecklos geworden sei, da die Regierung, bei der sie akkreditiert waren, nicht mehr bestehe. Aus Höflichkeit stelle es jedoch das italienische Oberkommando den ausländischen Gesandten frei, den Schuh ihrer Staatsbürger weiter wahrzunehmen. * Das italienische Oberkommando ist damit beschäftigt, den Umfang des in der abessinischen Hauptstadt angerichteten Schadens und die Täter festzustellen. Marschall Badoglio hat ein Kriegs- ge richt eingesetzt. Der Umfang des angerichteten. Schadens ist außerordentlich groß. Fast sämtliche Geschäfte der Stadt sind ausgeraubt oder in Brand gesteckt worden. Die Gesandtschaften Frankreichs und der Vereinigten Staaten wurden unter den Schutz von italienischen Askari-Abteilun- gen, denen Panzerwagen beigegeben wurden, gestellt. Gramm marschiert aus Harrar. Auch in Harrar Plünderungen und Brandschatzungen. Addis Abeba, 8. Mai. (DRV. Funkspruch des Kriegsberichterstatters desDRB.) General G r a- z i a n i ist in D s ch i d s ch i g a eingetroffen und hat denMarschaufHarrar fortgesetzt. Die Eisenbahnlinie wird von Addis Abeba bis zur Grenze von Französisch-Somali von italienischen Truppen bewacht. In Harrar herrschen zur Zeit die gleichen Zustände wie wenige Tage vor der Besetzung durch die Italiener in Addis Abeba. In allen Teilen der Stadt wird wahllos geschossen, geplündert und gebrandschatzt. Das britische Konsulat wird von einer 40 Mann starken Polizeitruppe aus Somaliland bewacht. Hier haben zahlreiche Ausländer Zuflucht gefun- den. Angriffen waren bisher weder das Konsulat noch das benachbarte Krankenhaus ausgesetzt, wo Schweden und Finnen sich um die Pflege der Verwundeten kümmern, die unausgesetzt hereingetra- gen werden. Ras Seyoum unterwirft sich. London, 8. Mai. (DRB.) Ras S e y o u m hat sich dem Befehlshaber des 3. italienischen Armeekorps m Socota unterworfen. Er war nach der vernichtenden Niederlage seiner Armee in dem zerklüfteten Gebiet von Semien umhergeirrt, bis er sich nach der Niederlage der kaiserlichen Garden den Italienern unterwarf. Franzosen ließen im letzten Augenblick sogar noch Verstärkungen nachkommen! — während die deutsche Gesandtschaft nur einige verschließbare Türen besaß, kann man den Erfolg des Geschäftsträgers und seiner Mitarbeiter richtig ermessen. Auch die deutsche Gesandtschaft war in den stürmischen Tagen das Ziel raub- und mordlustigen Gesindels, doch gelang es dem entschlossenen Auftreten Strohms, nicht nur jede Gefahr von der Gesandtschaft abzuwenden, sondern auch zahlreichen Fremden, vornehmlich Oesterreichern, Schweizern, Ungarn und Bulgaren, eine sichere Unterkunft zu bieten. Ja, er scheute auch nicht davor zurück, mit dem Auto viel» in den Hotels eingeschlossene Reichsdeutsche herauszuholen und in den Schutz der Gesandtschaft zu bringen. Und das alles mit einigen Gehilfen und einigen Pistolen in der Tasche. Ein jedes Mitglied der Gesandtschaft hat unter dem Einsatz des eigenen Lebens P flichterfüllung bis zum Letzten geübt. „Von vorn ansangen." Ein 808-NufHerriots für denBölkerbnnd' Paris, 9. Mai. (DNB. Funkspr.) In der „Ers Nouvelle" veröffentlicht Herriot einen 808-Ruf für den Völkerbund. Er schreibt: „Der Völkerbund wird am Montag in irgendeiner Form vor eine vollendete Tatsache gestellt werden, nämlich die Einverleibung Abessiniens in Italien, d. h. die Aufsaugung eines Völkerbundsstaates durch einen anderen Völkerbundsstaat. Wir müssen ohne Umschweife anerkennen, daß Mussolini einen vollständigen Sieg über alle Kanzleien und über den Völkerbund davongetragen hat. Ich wünsche, daß man in Genf diesen sehr ernsten Mißerfolg loyal anerkennt. Man muß wieder von vorn anfangen. Haben wir doch den Mut, ohne weiteres unsere Niederlage anzuerkennen, und hier überlassen wir es den Rechtsparteien, sich au freuen, weil an einem Punkte der Welt wieder einmal die Gewalt triumphiert hat." Der Reichsaußenmimfter dankt dem deutschen Gefchasts- ttager in Addis Abeba. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath hat dem deutschen Geschäftsträger in Addis Abeba, Gesandtschaftsrat Str o hm, wie seinen Mitarbeitern seinen Dank und seine Anerkennung für die tatkräftige und erfolgreiche Wahrnehmung des Schutzes der deutschen Interessen telegraphisch ausgesprochen. Erst wenn man sich vor Augen hält, daß z. B. die Engländer und Franzosen über starke militärische schlagenen Verhandlungen gefördert werden möge, und sie ist davon überzeugt, daß die deutsche Regierung diese Hoffnung teilt. 5. In den deutschen Denkschriften vom 24. und 31. März kommt eine Reihe von Stellen vor, die Seiner Majestät Regierung in einem gewissen Zweifel darüber lassen, wie sich die deutsche Regierung die Grundlage denkt, auf der die zukünftige Regelung fußen soll. Künftige Verträge. 6. Der erste Punkt, dessen Klarstellung wünschenswert ist, ist die Frage, ob sich das Deutsche Reich nunmehr in der Lage sieht, „wirkliche Verträge" abzuschließen. In Abschnitt 1, 2 der Denkschrift der deutschen Regierung vom 24. März 1936 sind Stellen enthalten, die offenbar andeuten, daß die deutsche Regierung der Ansicht ist, durch ihr Vorgehen im Rheinland diese Lage geschaffen zu haben. Andererseits sind in Abschnitt 2 der Denkschrift vom 24. März Stellen enthalten, die anders ausgelegt werden könnten, was die Regierung Seiner Majestät von sich aus aber nicht tun möchte. Es ist selbstverständlich klar, daß Verhandlungen über einen Vertrag zwecklos wären, wenn eine der Parteien später die Freiheit für sich in Anspruch nähme, die von ihr eingegangene Verpflichtung mit der Begründung zu verleugnen, sie sei damals nicht in der Lage gewesen, einen bindenden Vertrag abzuschließen. Die Regierung Seiner Majestät wird eine klare Stellunanabme der deutschen Regierung begrüßen, die jede Ungewißheit über diesen Punkt ausräumt. Das Schicksal von Versailles. 7. Wenn die in Abschnitt 6 der Denkschrift der deutschen Regierung vom 31. März angeführte Folgerung allgemein gelten soll, so könnte dies zu Zweifeln darüber Anlaß geben, wie die deutsche Regierung über das weitere Jnkraftblei- ben der übrigen noch gültigen Bestim- ; mungen des Vertrages von Versailles ; und schließlich auch aller Vereinbarungen denkt, von denen gesagt werden könnte, daß sie auf bie B e - . stimmungen des Vertrages von Ver- ; sailles zurückgehen. Die Regierung Seiner ! Majestät möchte über die in dem erwähnten Ab- ' schnitt enthaltene historische Auslegung der Ereig- [ nisse nicht streiten und will deshalb ihre eigenen e Ansichten hier nicht aussprechen. Sie muß aber natürlich klar zum Ausdruck bringen, daß es ihr entwarfen sie ihrerseits den Vorschlag einer Neuregelung, die aber dieselben entwürdigenden Zumutungen an Deutschland stellte, von denen wir uns soeben losgesagt hatten. Dieses Dokument, das ganz und gar auf der Einteilung der Völker in vor- verechtigte und minderberechtigte, in diffamierte und ehrenvolle Nationen beruhte, wurde von den Locarnomächten der deutschen Regierung mit der Bitte um eine Rückäußerung zugestellt. Botschafter von Ribbentrop überbrachte dann am 24. März d i e deutsche Antwort, die den Londoner Vertragsentwurf zurückwies, weil er mit der Ehre und der Gleichberechtigung der deutschen Nation nicht vereinbar war, die aber auch einen neuen eingehenden Vorschlag zur Ueberwindung der europäischen Krise ankündigte, den die deutsche Regierung sofort nach Abschluß des Wahlkampfes der britischen Regierung zur Verfügung stellen werde. Diesen umfassenden positiven .Beitrag lieferte Deutschland dann mit den 19 Punkten, die Botschafter von Ribbentrop zusammen mit einigen grundsätzlichen Erklärungen am 1. April in London überreichte. Bei diesem hatte es sich gezeigt, daß England im Gegensatz zu Frankreich grundsätzlich bereit war, den deutschen Vorschlägen Gehör zu schenken und sie positiv zu bewerten. Es versuchte daher auch als Vermittler zwischen Paris und Berlin aufzutreten. Da aber die Starrheit der französischen Politik augenscheinlich ein drei- oder mehrseitiges Verhandeln nicht zuließ, begann die englische Regierung, einen neuen Weg einzuschlagen. Das Ergebnis liegt nun in dem Fragebogen Edens vor. Dieser Fragebogen entspringt der eigenen Initiative der Londoner Regierung, um zunächst die Möglichkeit einer gewissen Uebereinftimmung der Ansichten von wenigstens zwei Mächten zu erforschen. Nach dem überstürzten Hin und Her der ersten Locarnoberatungen in London ist somit nun eine Voraussetzung geschaffen, um in einer ruhigeren und leidenschaftsloseren Atmosphäre die weiteren Verhandlungen um den deutschen Friedensplan vorzubereiten. Daß die englischen Rückfragen trotz ihrer Kompliziertheit der Oeffentlichkeit mitgeteilt wurden, hängt vermutlich mit dem Wunsche der englischen Regierung zusammen, die öffentliche Meinung in ihrem Land von Abessinien und dem Völkerbund abzulenken. Und in der Tat: Der große I deutsche Friedensplan bietet ja auch wirklich für die Völker erfreulichere Aussichten auf eine bessere Zukunft, als es die Genfer Politik jemals tun konnte. nicht möglich ist, den von der deutschen Negierung in dem erwähnten Abschnitt ausgesprochenen Ansichten zuzustimmen. 8. Abschnitt 4 der Denkschrift vom 31. März bietet einen weiteren Anlaß zu Zweifeln. Es heißt in diesem Abschnitt, „die deutsche Regierung habe vom deutschen Volk ein feierliches Generalmandat erhalten zur Vertretung des Reiches und der deutschen Nation" zur Durchführung einer Politik, die unter allen Umständen „seine Freiheit, seine Selbständigkeit und damit seine Gleichberechtigung" wahrt. Anscheinend wird zwischen Reich und deutschem Volk ein Unterschied gemacht. Die Frage ist in Wirklichkeit die, ob Deutschland der Ansicht ist, daß nunmehr ein Abschnitt erreicht ist, an dem es erklären kann, daß es d i e bestehende gebietsmäßige und politische Ordnung Europas anerkennt und zu achten beabsichtigt, soweit diese nicht später im Wege freier Verhandlung und Uebereinkunst abgeändert werden sollte. Begrenzung der Luststrettlrafte. 9. Ich gehe nunmehr zu anderen Dingen über. Die Denkschrift vom 31. März erwähnt im Abschn. 22,13 -Den Abschluß eines L u f t p a k t e s als Ergänzung und Verstärkung dieser (westeuropäischen) Sicherheitsabmachungen". Im Frühjahr 1935 glaubte man, die deutsche Regierung vertrete die Ansicht, daß die Verhandlungen über einen Luftpakt nicht durch den Versuch erschwert werden sollten, gleichzeitig ein Ab- Für einen Frieden unter Gleichberechtigten. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Die Instruktion der britischen Regierung an ihren Botschafter Sir Eric Phipps.die die Rückfragen zu den deutschen Friedensvorschlägen enthält und die er bei seinem Gespräch mit dem Reichsminister des Auswärtigen übergab, hat folgenden Wortlaut: Herr Botschafter! Eure Exzellenz dürfte bekannt sein, daß die Regierung Seiner Majestät im Vereinigten Königreiche seit einiger Zeit die Denkschriften über die Wiederbesetzung der entmilitarisierten Zone und' die Friedensvorschläge der deutschen Regierung sorgfältigst erwogen hat, die mir von dem verstorbenen Herrn v. Hoesch am 7. März 1936 und von Herrn v. Ribbentrop am 24. März und 1. April 1936 übermittelt worden sind. 2. Eine solche Erwägung war natürlich unerläßlich angesichts der Bedeutung, die Seiner Majestät Regierung, wie Eurer Exzellenz bekannt ist, der Aufrichtung einfes wahren und dauernden Friedens in Europa beimißt, der sich auf die Anerkennung der Gleichberechtigung und Unabhängigkeit eines jeden Staates, wie auch darauf gründet, daß jeder Staat die von ihm eingegangenen Verpflichtungen beachtet. Es ist der Wunsch der Regierung Seiner Majestät, jegliche in ihrer Macht liegende Anstrengung zu machen, um an der Förderung des Zieles mitzuarbeiten, das die deutsche Regierung in der Denkschrift vom 31. März als „Das große Werk der Sicherung des europäischen Friedens" bezeichnet. In Verfolgung dieses Zieles und um den Weg zu ergebnisreichen Verhandlungen frei zu machen, richte ich diese Weisung an Sie mit der Bitte, eine Rücksprache mit dem Herrn Reichskanzler herbeizuführen. Ihren Ausführungen wollen Sie eine Erklärung in diesem Sinne vorausschicken. 3. Eine Reihe der Vorschläge der deutschen Regierung behandeln, wie Eure Exzellenz wissen, vorläufige Maßnahmen in der entmilitarisierten Zone, die bis zur Beendigung des ersten Abschnittes der allgemeinen Verhandlung für den europäischen Frieden in Kraft bleiben sollen, wie die deutsche Regierung oorge- schlagen hat. In dieser Weisung beabsichtige ich nicht, auf diese vorläufige Maßnahmen einzugehen, wenn Eure Exzellenz ja auch darüber im Bilde sind, daß Seiner Majestät Regierung be- dauert, daß die deutsche Regierung nicht im Stande' gewesen ist, einen greifbaren Beitrag zur Wiederher st ellung des Vertrauens zu leisten, was eine so wesentliche Vorbedingung für die umfassenden Verhandlungen ist, die sie beide ins Auge gefaßt haben. „Staaten anDeutschlands Südost.und Nordo st grenz e". Die Regierung Seiner Majestät kann sich dem Eindruck nicht verschließen, daß die allgemeine Regelung sehr erheblich erleichtert werden würde, wenn es der deutschen Regierung möglich wäre, diese Worte so auszulegen, daß sie neben den unmittelbar an Deutschland angrenzenden Staaten mindestens auch die Sowjetunion, Lettland und E st land ein» schließen. Seiner Majestät Regierung gestattet sich, in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, daß die deutsche Regierung sich in ihrer Denkschrift vom 28. März 1935 bereit erklärt hat, mit bem „an den osteuropäischen Fragen interessierten Mächten" Nichtangriffspakte zu schließen. Der zweite Punkt betrifft Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten im Gegensatz zum Nichtangriff. Seiner Majestät Regierung erinnert sich mit Befriedigung der Erklärung des Herrn Reichskanzlers im Reichstag am 21. Mai 1935, daß die deutsche Regierung „jederzeit bereit sei, einer internationalen Vereinbarung zuzustimmen, die in einer wirksamen Weise alle Versuche einer Einmischung von außen in andere Staaten unterbindet und unmöglich macht". Das inlernattonaleSchiedsgerichl 11. In Absatz 22, 19 „schlägt Deutschland vor, ein internationales Schiedsgericht zu bilden, das für die Einhaltung dieses Vertrags- Werkes zuständig fein soll". Vermutlich sind hier- mit die in Abschnitt 22, 9, 10, 11, 12, 13, 14 und 17 erwähnten Vereinbarungen gemeint. Es wäre wünschenswert zu erfahren, welche ganz allgemein die Aufgaben und die Zusammensetzung des oorgeschlagenen Schiedsgerichtes sein sollen und in welcher Beziehung seine Aufgaben zu denen des Dölkerbundsrates und des Ständigen Internationalen Gerichtshofes stehen sollen. Angesichts der Ankündigung von Deutschlands Bereitschaft zur Rückkehr in den Völkerbund wird die deutsche Regierung gewiß bereit sein, anzuge- ben, wie ihre künftige Einstellung gegenüber dem Ständigen Internationalen Gerichts» h o f sein wird (besonders in Bezug auf die Fakul» tativklausel) und gegenüber den verschiedenen Bestimmungen über Schiedsgerichtsbarkeit, Schlichtungsverfahren ober gerichtliche Regelung, bie in Verträgen enthalten finb, an benen Deutfchlcmb beteiligt ist. Wettere Rückfragen in Aussicht gestellt. 12. Ich bitte Eure Exzellenz, wenn Sie mit bem Herrn Reichskanzler sprechen, bie in bieser Weisung aufgeworfenen Fragen mit ihm zu erörtern unb ihm einen Abbruck bavon zu übergeben. Euer Exzellenz wollen babei bemerken, baß biese Ausführungen nicht erschöpfend sind, es liegen no ch andere fragen vor, die z u einem späteren Zeitpunkt zur Sprache gebracht werden müssen; so bevor Deutschlands Rückkehr in den Völkerbund zur Erörterung kommt, wird die deutsche Regierung es gewiß auch für wünschenswert halten, die Worte „Trennung des Völkerbundsstatutes von seiner Versailler Grundlage" in Abschnitt 22, 18 näher zu erläutern. Für den Augenblick hält Seiner Majestät Regierung es für besser, nur die Punkte zu behandeln, die unbedingt geklärt werden müssen, bevor die allgemeinen Verhandlungen eröffnet werden, die sie, wie oben dargelegt worden ist, aufrichtig zu fordern wünscht. Mehr als einen Monat hat die britische Regierung gebraucht, um zu dem deutschen Friedensplan und au ben oorhergehenben beutschen Vorschlägen Stellung zu nehmen. Sie tat bies in Form von Rückfragen, bie ber britische Botschafter in Berlin, Sir Eric P h i p p s, dem Führer unb Reichskanzler vorlegte unb bie wohl erst ben Anfang einer weiteren Serie von Verhandlungen bilden. Die in dem englischen Memorandum aufgeworfenen Probleme sind so vielfältig, baß zu einer ausführlichen unb begründeten Stellungnahme von beutscher Seite eine längere Zeit benötigt werben wirb. Aber zwei Feststellungen allgemeinerer Natur brängen sich bei einer Betrachtung bes britischen Fragebogens doch auf: Einmal das Bestreben der Londoner Regierung, auf die Streitpunkte der jüngsten Vergangenheit nicht näher ein» zugehen (wobei allerdings die unsererseits bestrittene formaljuristische Auffassug über den deutschen Schrttt vom 7. März unb seine Folgen boch wieber- holt zum Vorschein kommt), unb zum anbern bie Absicht Großbritanniens, trotz ber vorhanbenen Mei- nungsverschiebenheiten zu baldigen ergebnisreichen Verhandlungen im Sinne der deutschen Denkschrift vom 31. März zu gelangen. Die englische Regierung bezeichnet es wenigstens als ihren Wunsch, „jegliche in ihrer Macht liegende Anstrengung zu machen, um an der Forderung des Zieles mitzuarbeiten, das die deutsche Regierung in der Denkschrif vom 31. März als das große Werk der Sicherung des europäischen Friedens bezeichnet." So weist der englische Fragebogen einerseits in die Zukunft, andererseits in die Vergangenheit. Es ist daher für fein allgemeines Verständnis wohl nützlich, noch einmal kurz die Entwicklung zu schildern, die zu diesem en» lischen Schritt geführt hat. Am 7. März, an demselben Tage also, da die deutschen Truppen wieder in ihre Friedensgarnisonen am Rhein einrückten, ließ die deutsche Regierung den Signatarmächten des Rheinpaktes von Locarno ein Memorandum überreichen, in dem nicht nur die Remilitarisierung der Rheinlandzone ausführlich begründet wurde, sondern in dem auch schon in großen Zügen das gewaltige Friedensprojekt oorgeschlagen wurde, das für ein Menschenalter Frieden und Sicherheit in Europa gewährleisten soll. Bald nach diesem deutschen Schritt traten jedoch in London die vier restlichen Locarnomächte zusammen und beschlossen, das deutsche Vorgehen in der Rheinlandfrage zu verurteilen. Gleichzeitig kommen zur Begrenzung der Luftstreit- E r ä f t e abzuschließen. Seitdem scheint sich eine etwas widerspruchsvolle Lage ergeben zu haben. In der Reichstagssitzung vom 21. Mai 1935 erwähnte Herr Hitler die Möglichkeit eines Abkommens zur Begrenzung der Luftwaffe auf der Grundlage einer Parität der Großmächte im W e st e n, unter der Voraussetzung, wie wir annah- men, daß die Entwicklung der Luftwaffe S o w j et- ruß l a n d s keine Aenderung nötig machen wird. Die Rede des Herrn Reichskanzlers vom 21. Mai 1935 wurde nach der Unterzeichnung des französisch- sowjetischen Vertrages gehalten, und doch teilte er Eurer Exzellenz im Dezember 1935 mit, daß dieser Vertrag eine Begrenzung der Luftwaffe unmöglich gemacht habe. Eine Entscheidung, die dahin ginge, eine regionale Begrenzung der Luftstreitkräfte nicht gleichzeitig mit dem Abschluß eines Luftpaktes im Westen zu versuchen, würde von Seiner Majestät Regierung sehr bedauert werden. Die in Abschnitt 2 der deutschen Denkschrift enthaltene Erklärung, daß die Ergebnisse des unlängst auf dem engeren Gebiet der Seerüstung abgeschlossenen Vertrages die deutsche Regierung beeindruckt haben, ermutigt Seiner Majestät Regierung zu der Hoffnung, daß die deutsche Regierung ihr in diesem Punkte beipflichten wird. Die Richtangriffspakte im Osten und Südosten. 10. Seiner Majestät Regierung begrüßt es, baß bie beutsche Regierung in ber Denkschrift vom 31. März, Abschnitt 22, 10 unb 14 ben Abschluß von Nichtangriffspakten zwischen Deutsch- lanb einerseits unb Frankreich, Belgien unb möglicherweise Hollanb anberseits oorschlägt. Seiner Majestät Regierung nimmt Kenntnis bavon, baß die deutsche Regierung damit einverstanden ist, daß diese Pakte von Garantieverträgen begleitet werden. Die genaue Fassung dieser Verträge muß den Verhandlungen über die Einzelheiten vorbehalten bleiben. Seiner Majestät Regierung nimmt auch Kenntnis von den in Abschnitt 22, 17" gemachten Vorschlägen von Nichtangriffsverträgen zwischen Deutschland und den an der deutschen <5 üb oft - unb Nor b - o ft grenze gelegenen Staaten. Seiner Majestät Regierung erlaubt sich, an bie allgemeine Grunb- linie für solche Verträge zu erinnern, wie sie von Freiherrn v. Neurath am 26. März 1935 in Berlin Sir John Simon bargelegt worben ist. Sie würbe es begrüßen zu erfahren, ob nach Ansicht ber beutschen Regierung bie erwähnten Pakte sich im allgemeinen an biese ©runblinie halten sollen, unb ob sie bamit einoerftanben ist, baß biese Pakte ebenfalls burch Abmachungen über gegenseitige Unterstützung garantiert werben können. Die Erklärung, die die deutsche Regierung hinsichtlich der Bereitschaft Deutschlands zum Wiedereintritt inden Völkerbund abzugeben in der Lage war, ermöglicht der Regierung Seiner Majestät die Annahme, daß die Frage der Heber» einstimmung der vorgeschlagenen Nichtangriffspakte mit den Verpflichtungen als Völkerbundsmitglieder keinen Anlaß zu Schwierigkeiten bieten wird und daß die Durchführung dieser Verträge sich i m Rahmen de r Dölkerbundssatzung voll- ziehen wird. Noch zwei weitere Punkte erfordern Aufmerksamkeit. Der erste betrifft die Bedeutung der Worte Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Reservistenausschreitungen in -erBretagne Unter dem Gesang der Internationale. P a r i s , 9. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der „Ma- tin" berichtet über schwere Zwischenfälle, die französische Reservisten unter dem Gesang der Internationale in einem Bahnhof in der Bretagne hcrvorgerufen haben. Etwa hundert Reservisten aus Paris, die nach einem Truppenübungsplatz befördert wurden, hatten sich schon in Rennes Mut angetrunken, so daß bei der Abfahrt des Zuges eine Meldung an die folgenden Bahnhöfe telephoniert wurde. Auf dem Bahnhof von Messac waren deshalb Gendarmerie-Streitkräfte und eine Abteilung des 11. Kolonial-Artillerie-Regiments aus Lorient zusammengezogen worden. Beim Halten des Zuges stiegen die Pariser Reservisten unter dem Gesang der Internationale aus, und mehrere von ihnen (im „Mcttin" heißt es: „Die nervösesten der Bande") stellten Unteroffiziere des Kolonial-Artillerje-Regi- ments zur Rede und beleidigten sie. Mit erhobener geballter Faust, dem Zeichen der Volksfront, riefen sie: „Hoch lebe die Volksfront!"' „W ir wollen überall Sowjet s!" Das neue deutsche Patentrecht. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Der Reichsminister der Justiz Dr. G ü r t n e r sprach vor Pressevertretern über die neuen Gesetze über den gewerblichen Rechtsschutz, vor allem über das neue Patentgesetz. Verschiedene Gründe hätten zu einer Neufassung des Patentrechts geführt: Einmal habe das Recht des einzelnen gegenüber der Gemeinschaft fest umrissen werden müssen, und außerdem seien inzwischen im internationalen Patentrecht gewisse Bindungen entstanden. Der nationalsozialistische Gesetzgeber sieht es als eine wichtige Aufgabe des Patentrechtes an, die Entfaltung der schöpferischen Persönlichkeit zu fördern und ihr Wert gegen Ausbeutung zu schützen, da er in den im deutschen Volk in reichem Maße vorhandenen schöpferischen Geisteskräften ein hohes und für den Wiederaufbau Deutschlands besonders wertvolles Gut erblickt. Auf diesem Gedanken beruhen die Maßnahmen zur Wahrung der Erfinderehre, die Ausgestziltung der Angestelltenerfindung und die Regelung der Erleichterungen, die mittellosen Erfindern hinsichtlich der zur Erlangung und Geltendmachung des Erfinderschutzes aufzuwendenden Kosten zu gewähren sind. Auf der anderen Seite soll die Förderung des Erfinders nicht dazu führen, daß er in der Ausnutzung seiner Erfindung nur eigen- nützige Ziele verfolgt. Dem Schutze, den ihm der Staat gewährt, entspricht die Pflicht des Erfinders, sein Werk zum Wohle der Volksgemeinschaft dienstbar zu machen. Auf diesem Gedankengang beruhen die Vorschriften, die sich mit der Einschränkung der Erfinderrechte, insbesondere durch Befugnisse des Staates und Zwangslizenzen befassen. Nach § 3 des Patentgesetzes habe das Recht auf das Patent nicht mehr wie bisher der Anmelder, sondern der Erfinder oder sein Rechtsnachfolger. Allerdings gelte im Verfahren vor dem Reichspatentamt der Anmelder als berechtigt, die Erteilung des Patents zu erlangen. Der Name des Erfinders werde aber auf dem Patent und auf allen Veröffentlichungen des Reichspatentamtes genannt. Auch bei Angestelltenerfindungen sei nicht der Betrieb oder der Betriebsinhaber, sondern der Angestellte der Erfinder. Dagegen werde die ver- Ein Unteroffizier des Kolonial-Artillerie-Regiments wollte die Leute zur Ruhe bringen und stieg auf das Trittbrett eines Eisenbahnwagens, worauf es zu einem Zusammen st oß kam. Zwei der gewalttätigsten Unruhestifter wurden darauf fe st- genommen und unter militärischer Bewachung in ein besonderes Abteil gebracht. Als der Zug von Messac weiterfahren sollte, verlangten die Reservisten lärmend, daß ihre beiden festgenommenen Kameraden wieder zu ihnen kommen sollten, und weigerten sich, den Zug zu be st eigen. Der Zug fuhr schließlich trotzdem mit ihnen ab, aber sie zogen sofort die Notbremse und brachten ihn so wieder zum Halten. Die Offiziere verhandelten darauf mit den Leuten und erklärten sich schließlich dazu bereit, daß die beiden Festgenommenen wieder ihren alten Platz unter ihren Kameraden einnahmen. Als der Zug dann wieder abfuhr, zogen die Reservisten 50 Meter weiter nochmals die Notbremse und sangen wieder die Internationale. Schließlich konnte der Zug ohne weiteren Zwischenfall seine Fahrt fortsetzen. mögensrechtliche Auswertung der Angestelltenerfindung in dem bereits in Vorbereitung befindlichen Arbeitsvertragsrecht oder erforderlichenfalls in einem besonderen arbeitsrechtlichen Gesetz geregelt werden. Eine Erfindung gilt auch dann als neu, wenn sie innerhalb von sechs Monaten vor der Anmeldung beschrieben oder benutzt worden ist, diese Beschreibung oder Benutzung aber auf der Erfindung des Anmelders beruht. Für unbemittelte Erfinder sind besondere Bestimmungen getroffen worden. Ist einem bedürftigen Anmelder ein Patent erteilt worden, und hat er seine Lizenzbereitschaft erklärt, so können ihm die Auslagen für die im Erteilungsoerfahren notwendigen Zeichnungen, Modelle und Gutachten aus der Reichskasse erstattet werden. Um dem unbemittelten Patentinhaber die gerichtliche Verfolgung seiner Patentrechte nicht durch zu hohe Kosten zu er- schweren oder unmöglich zu machen, kann das Gericht anordnen, daß die von ihm zu zahlenden Kosten sich nach einem Teil des Streitwertes bemessen. Mit Rücksicht auf die Allgemeinheit schaffe das neue Recht dem Patent gegenüber ein erweitertes Vorbenutzungsrecht zugunstendesReiches und der selbständigen Reichsverkehrsan st alten, also besonders der Reichsbahn. Die Wirkung des Patents tritt in Zukunft insoweit nicht ein, als die Erfindung nach Bestimmung der Reichsregierung zur Förderung des Wohles der Volksgemeinschaft benutzt werden soll. Sie soll sich auch nicht auf eine Benutzung der Erfindung erstrecken, die für Zwecke der Landesverteidigung erfolgt. Der Patentinhaber hat jedoch gegen das Reich Anspruch auf angemessene Vergütung. Auch das neue Recht kenne Zwangslizenzen. Während aber nach früherem Recht über ihre Voraussetzungen nur richterliche Instanzen entschieden, werde nun die Reichsregierung das Bestehen eines öffentlichen Interesses prüfen. Die neuen Gesetze werden am 1. Oktober 1936 in Kraft treten. Reichsminister Dr. Gürtner erklärte, daß deutsche Volk könne stolz darauf sein, mit diesem Gesetz nicht bloß das jüngste, sondern auch das modernste Patentrecht der Welt geschenkt zu haben. So sind denn auch in den Tagen der Auflösung und der Anarchie Reichsdeutsche nicht ums Leben gekommen. Englische Manöver in Malta. London , 9. Mai. (DNB. Funkspruch.) Dom Dienstag bis Donnerstag früh werden an allen Küsten Maltas Verteidigungsmanöver großen Stils beginnen, an denen die dortigen Landtruppen, die britische Flotte und die Luftstreikräfte teilnehmen werden. Großadmiral Sir Roger K e y s e s, der mehrere Jahre lang Oberbefehlshaber der englischen Mittelmeerflotte war, erklärte auf einer Veranstaltung in Malta, daß die britische Flotte immer „noch die Freiheit der Meere aufrechterhalte". Wenn Italien auch das Gegenteil glauben möge, so sei doch die britische Flotte immer noch unbesiegbar. Sie sei bereit, jede Streitmacht anzugreifen, die es wage, sie heraus» zufordern, ganz gleich, welches ihre Rüstungen seien. Malta werde trotz aller Drohungen sicherlich der britische Flottenstützpunkt im Mittelmeer bleiben. Zuspitzung der Lage in Palästina. Jerusalem, 8. Mai. (DNB.) Im Amtsblatt der Mandatsregierung ist eine Verordnung erschienen, nach der in Zukunft die Aufforderung zum Steuerstreik mit sechs Monaten Gefängnis und 50 Pfund Geldstrafe bestraft werden wird. Mit dieser Anordnung will die Mandatsregierung den Steuerstreikdrohungen der Araber begegnen. Die arabische Presse erklärt einmütig, daß die Lösung der Palästinafrage in Palästina und nicht in London erfolgen müsse. Von verschiedenen Seiten werden Sympathie- streiks für die Araber in Palästina gemeldet. Am Sonntag soll in ganz Syrien ein allgemeiner Sympathiestreik abgehalten werden, der den ganzen Tag andauern soll. Syrische Nationalisten haben an den britischen Oberkommissar in Palästina Protesttelegramme gesandt. Auch i r a - kische Abgeordnete haben dem britischen Ge- sandten eine Denkschrift überreicht, in der gegen die Maßnahmen der Mandatsregierung in Palästina protestiert wird. Verstärkung der britischen Truppen. London, 9. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Ansicht der britischen Regierung über den Streit zwischen Arabern und Juden in Palästina wurde vom Kolonialminister Thomas dahin wiedergegeben, daß Großbritannien seine Politik nicht durch Ausschreitungen und Drohungen beeinflussen lassen werde. Es könne keine Rede davon sein, daß die Einwanderung der Juden gesperrt würde. Die Londoner Regierung habe die arabischen Führer eingeladen, ihre Beschwerden 7)em Kolonialministerium persönlich zu unterbreiten. Die Londoner Mittagsblätter verbreiten in größter Aufmachung eine Agentur-Meldung aus Kairo, wonach britische Truppen in unbekannter Stärke aufdem Luftwegevon Aegypten nach Palästina befördert worden sind, da neue Ausschreitungen von feiten der arabischen Bevölkerung in Palästina befürchtet würden. Die Volksfront zurFrankenkrists. Paris, 8. Mai. (DNB.) Ministerpräsident S a r r a u t hatte eine etwa halbstündige Unterredung mit dem Vorsitzenden der Radikalsozialistischen Partei, D a l a d i e r, und mit dem Sozialistenführer L6on Blum. Im „Populaire" berichtet Blum, Ministerpräsident Sarraut habe erklärt, daß er die anhaltenden Börsenschwankungen auf die Ungewißheit zurückführe, die über die Finanzpläne der künftigen Regie- r u n g herrsche. Er, ߣon Blum, sei erstaunt über diese Ansicht, da diese Pläne vor und während der Wahlen klar genug dargelegt worden seien. Die Finanzrichtlinien der künftigen Regierung werde er erneut vor dem Landesrat am Sonntag entwickeln. Daraus werde sich die Unsinnigkeit der umlaufenden Gerüchte ergeben. Eine Volksfrontregierung werde ihre ganze Anstrengung darauf richten, wieder Arbeit und Wohlstand zu schaffen. Dazu sei aber erforderlich, daß das Land selb st Der- trauen zeige. Gewaltanwendung, Unruhen und Tumulte würden dem Ziel der Volksfrontregierung entgegenarbeiten. Die Verhandlungen mit den Kommuni st en hätten, so erklärte Löon Blum weiter, in gegenseitigem Vertrauen und in Freundschaft stattgefunden. Fallschirm-Iögerkompanien in Frankreich. Paris, 8. Mai. (DNB.) Das „Journal" kündigt die Schaffung von zwei sogenannten Fall- schirm-Jägerkompanien nach russischem Muster an, von denen die eine in Chartres und die andere in Algier in Garnison liegen soll. Beide Kompanien, die später durch drei weitere ergänzt werden sollen, würden sich ausschließlich aus Berufssoldaten zusammensetzen, die sicy auf fünf Jahre verpflichten müssen. Ihre Löhnung soll 2000 Franks monatlich betragen. Das Blatt weist darauf hin, daß die Verwendungsmöglichkeiten derartiger Fallschirmtruppen, wie die Erfahrungen in Rußland gelehrt hätten, außerordentlich vielseitig seien. Kleine politische Nachrichten. In Tokio überfiel ein entlassener Ingenieur den Abteilungsleiter im Eisenbahnministerium Furukawa im Büro und verletzte ihn durch Dolchstiche in den Unterleib tödlich. Nach der Tat reinigte der Mörder den Dolch und verlieh unange- fochten das Ministerium. Beamte verhafteten ihn in dem Augenblick, als er gerade in einem Auto zur Polizei fahren wollte. Taguchi erklärte, daß er die Tat bedauere, aber man ()abe ihn unter dem Vorwand einer Nervenkrankheit entlassen, wofür Furukawa verantwortlich gewesen sei. * Der Derbindungsausschuß der spanischen Volks- ront hat den Ministerpräsident Azana zum einzigen Kandidaten der Volksfront für die am kommenden Sonntag stattfindsnden Präsidentenwahlen erklärt. * Die britischen Po st dampfe r, die hauptsächlich den Postoerkehr zwischen Southampton und Neuyork durchführen, werden je nach Größere mehrere 15,24 Millimeter Schnellfeuergeschütze haben, die auf Kosten der Admiralität auf den Dampfern eingebaut werden sollen. ♦ Ein Freundschaftsvertrag zwischen Aegypten und Hedschas wurde durch den Unterstaatssekretär Fuad Hamsa Bey und dem ägyptischen Außenminister Ali Mäher Pascha abgeschlossen. ©er Arbeitsdienst auf der Wartburg. Eisenach, 8. Mai. (DNB.) Wie alljährlich findet auf der Wartburg die Tagung der Amtschefs der Reichsleitung des Arbeitsdienstes und der Arbeitsgauführer unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsführers Hier! statt. Die Tagung wurde eingeleitet durch eine würdige Morgenfeier im historischen Burgsaal der Wartburg. Generalarbeitsführer Schmückte dankte dem Schöpfer und Gründer des Arbeitsdienstes für sein kompromißloses Handeln und zielbewußtes Schaffen und gelobte, daß jeder mit unbeugsamer Treue in der auf den Führer verschworenen Gemeinschaft seine Pflicht erfüllen werde. Zum ersten Mal nahmen auch Führerinnen des Frauenarbeitsdienstes, die am 1. April 1936 unter der unmittelbaren Führung des Reichsarbeitsführers in den staatlichen Reichsarbeitsdienst eingegliedert wurden, an der Tagung der Gauführer teil. Am Freitagabend fand eine Festvor- stellung im Stadttheater statt und am Samstag wird em Vorbeimarsch und Zapfenstreich des Reichsarbeitsdienstes ftattfinben. Die Tagung auf der Wartburg zeugte wieder von dem entschlossenen Willen des Reichsarbeitsdienstes, als nationalsozialistische Organisation unter der festen Leitung des Reichsarbeitsführers feine harte Arbeit als selbst- gewählte Pflicht gegenüber Adolf Hitler und dem gesamten deutschen Volk restlos zu erfüllen. ©er Kall Plein vor dem Reichsgericht. Freispruch des Präsidenten der Ober- postdirettion Frankfurt. Leipzig, 8. Mai. (DNB.) Das Reichsgericht Zog jetzt den prozessualen Schlußstrich unter den Fall des Präsidenten der Oberpostdirektion Frankfurt a. M., Otto Plein. Am 17. August war Präsident Plein mit dem Geschäftsführer der Reichspostreklame auf einer Rundfahrt in das Postscheckamt Frankfurt a. M. gekommen, um das Aus - Hangwesen zu prüfen. An einer Säule der Eingangshalle war ein großes rotes Plakat mit einem Aufruf der Reichsleituna der NSDAP, angebracht, das vor Mißbrauch Der Religion durch den politischen Katholizismus warnte. Präsident Plein fand das Plakat an der vorgefundenen Stelle unpassend angebracht und forderte den Leiter des Postscheckamtes auf, das Plakat zu entfernen. Nachdem sich dieser geweigert hatte, dem Ersuchen nachzukommen, riß Präsident Plein das Plakat eigenhändig ab. Das Landgericht Frankfurt am Main stellte fest, daß der Angeklagte Plein den Anschlag einer Behörde böswillig abgeris- s e n habe. Das Abreißen des Plakats sei in der Absicht geschehen, dem Parteiwillen entgegenzutreten und den eigenen Willen unter Ausnutzung der Dienststellung der Reichs- und Gauleitung der NSDAP, entgegenzustellen. Für die Beseittgung des Plakats seien nicht ästhettsche oder dienstliche Gründe bestimmend gewesen. Das Urteil lautete wegen Vergehens gegen § 134 StGB, und öffentlicher Beleidigung des Gauleiters Sprenger auf 3 0 0 0 Mark Geldstrafe. Dieses Urteil griff der Angeklagte vor dem Reichsgericht an. In der Revisionsinstanz war die Frage zu entscheiden, ob auf die vorliegende Tat die Amnestie anzuwenden war oder Freisprechung erfolgen konnte. Der Vertreter des Oberreichsanwaltes beantragte Aufhebung des Urteils und Einstellung des Perfahrens auf Grund des Amnestiegesetzes. Diesem Antrag ro i- versprach Der Rechtsbeistand des Be- schwerdeführers. Nach dem Revisionsantrag müsse der Angeklagte freigesprochen werden. Präsident Plein habe nicht als Privatmann, sondern als oberster amtlicher Postbeamter in Ausübung des Hausrechts aus rein amtlichem Interesse gehandelt und sei dabei an die Verfügung seines Ministeriums gebunden gewesen, wonach Werbeschriften in Diensträumen nicht ohne ministerielle Genehmigung aus« gehängt werden dürften. In objektiver Hinsicht sei der Begriff der Böswilligkeit nicht erfüllt, in subjektiver Hinsicht sei dem Angeklagten nicht nachgewiesen, daß das Plakat von einer Behörde ange» schlagen worden sei. Der Angeklagte bestritt nachdrücklich die Absicht, daß er die Partei habe diffamieren wollen. Das Reichsgericht hob das Urteil auf und sprach den Angeklagten auf Kosten der Reichskasse frei mit folgender Begründung: Die Tat ist im Rahmen einer dienstlichen Besichtigung der dem Angeklagten unterstellten Postämter geschehen, wobei das Anschlagswesen nachgeprüft werden sollte. Das Urteil verwischt den Unterschied zwischen der Kundgebung der Partei als solcher und dem einzelnen Stück. Damit ist auch der Unterschied zwischen der Anordnung der Reichsleitung der Partei und der Anbringung des Stückes von einer dem Angeklagten untergeordneten Stelle und der Inhalt der Bekanntmachung mit der Form der Veröffentlichung nicht Dorgenommen worden. Der Angeklagte konnte sich als Behördenvertreter verpflichtet halten, die Be- feitiguna des unzweckmäßig angebrachten Plakats nach pflichtgemäßem Ermessen zu veranlassen. Bei dieser Sachlage ist die Böswilligkeit bei Be- rücksichtigung der gesamten Umstände zu verneinen. Aus denselben Gründen kommt auch eine Beleidigung nicht in Frage, weil die von der Beleidigung zu treffende Person äußerlich erkennbar sein muß. Aus aller Wett. Hauplschrifttelker Dr. Friß klein tödlich verunglückt. In Liegnitz ist der Herausgeber und Hauptschriftleiter der Wochenzeitung „Deutsche Zukunft, Dr. Fritz Klein, der zur Zeit als Re- serve-Osfizier eine Uebung bei dem Liegnitzer Artillerie-Regiment ableistete, durch einen Ohnmachtsanfall so unglücklich vom Pferde gestürzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Fritz Klein wurde 1895 in Weißkirch in Siebenbürgen als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Bei Kriegsausbruch diente er in einem k. u. k. Feldartillerie-Regiment und hat bis 1918 zuletzt als Oberleutnant am Krieg teilgenommen. 1919 bis 1921 war er Redakteur der „Deutschen Tagespost" in Hermannstadt. Seit 1922 gehörte er dem Redaktionsstab der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" in Berlin an, zuerst als Chef der Außenpolitik, seit 1925 als Chefredakteur. Klein hat als Vertreter feiner Zeitung an der Konferenz von Locarno teilgenommen und an den Ratssitzungen, sowie an den Vollversammlungen des Völkerbundes in Genf, an den zwei Haager Konferenzen und der Lausanner Konferenz über die Tribute. Nach der politischen Umwandlung der Presse wurde die „DAZ." 1933 auf drei Monate verboten. Nach Aufhebung des Verbotes ging ihre Leitung aus Kleins Händen in andere über. Klein gründete dann zusammen mit Dr. Paul Fechter eine neue Wochenschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur, „Deutsche Zukunft", die im Herbst 1933 zum ersten Male erschien. — Von Kleins Büchern sind zu nennen: „Dreizehn Männer regieren Europa. Umrisse der europäischen Zukunftspolitik" und „Auf die Barrikaden", das als ein sehr kluges Buch auch auf vielen Gebieten des öffentlichen Lebens genannt wurde. Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort .Frankfurt. Auch gestern kam es im Bereich einer feucht- Därmen Luftmasse, die durch kräftige Sonnenein- trahlung weiter erhitzt wurde, zum Auftreten ört- icher Gewitter. Inzwischen ist von Nordwesten her euchte Mischluft auf das Festland vorgedrungen und bedingt heute früh im größten Teil Frankreichs, aber auch im Nordwesten Deutschlands trübes und nebeliges Wetter, zeitweilig auch Regen. Auch unser Gebiet wird vorübergehend in den Bereich dieser Mischluftmassen kommen, die voraussichtlich aber keine nachhaltige Verschlechterung im Gefolge haben werden. Aussichten für Sonntag: Zunächst dun- tig oder neblig mit Neigung zu leichtem Regen, dann wieder zeitweilig aufheiternd, kühler als bisher, meist nördliche und westliche Winde. Lufttemperaturen am 8. Mai: mittags 21,8 Grad Celsius, abends 15,6 Grad; am 9. Mai: morgens 12 Grad. Maximum 22,9 Grad, Minimum heute nacht 9,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Mai: abends 19,4 Grad; am 9. Mai: morgens 15,8 Grad. — Sonnenscheindauer 9,1 Stunden. o der esÜKclke'd ODOL L 83 wirkt vorbeugend gegen Infektionen, also gegen Schnupfen, Halsschmerzen, Grippe und ähnliche Gefahren. ODOL L83 beseitigt peinlichen Mundgeruch, erfrischt, belebt. L 83 ist das Kennzeichen für ein weiter vervollkommnetes Odol mit erhöhter bakterientötender Wirkung. 1856 1956 an Hlönnnba 1956 1856 Vollkommen un- Garten 3037 A Geräumiges & Mimmer-Woleiip 1 kvl.Herrnzim. von Selbstverbrauchern. 41V Frankfurt. Str. 19 Stthlstrafie 18 Keplerstratze Tel. 3804 [3052 Towarisch Komödie von Jaeaues Deval. überzeugen Sie sich bitte durch unverbindl. Besuch Mehr als 40jährige Tätigkeit im Kleiderfach bürgt Ihnen für tadellosen Sitz und gute Bedienung. •ach wie wandert sichs auf Erden-- herrlich ohne W^..i Knaben-Sommerkleidung ebenfalls in jeder Ausführung und Preislage schädlich. 2971a Paket RM.1.10. Nur bei Drogerie Elges Seltersweg 66. Sommer-Janker aus Wolle, Waschlüster, Leinen, in verschiedenen Ausführungen 950 1250 1450 1650 1 950 Grüne Janker mit grünem Kragen / Waschjoppen, •Hosen und -Anzüge grüne Jagdleinen-Hosen, -Joppen und Anzüge in allen Größen und Preislagen, auch für korpulente und schlanke Figuren Sport-Sakkos in verschiedenen Farben und Verarbeitung 19.50 24.50 28.50 32.- Moderne Slipons aus Batist oder Gummi 1050 1450 1650 1950 2250 25. Anzüge solide strapazierfähige Qualitäten 28.- 32.- 36.- 42.- 48. Anzüge aus erprobtKammgamen, moderne Streifen - erste Paßform 52.- 58.- 65.- 68.- 75.- treffen neue Sommersachen ein Gabardinemäntel aus reinem Kammgarn, mod. Farben, auf Kunstseide gefüttert 36.- 3950 45.- 48.- 52.- 58.- 65.- Sommerhosen in modern.grünen, grauen oder gestreiften Dessins 580 650 750 gso 950 1250 und höher TveudtamScben durch die Brille VOn soasA Magnus Seltersweg 33 z. 1. Oft. mögt m. Heiz. u. Balk. z.m;eten gesucht. Schr. Ang. mit Gießerei-Vorarbeiter für Formmaschinenbetrieb für bald gesucht. Mr jüngere strebsame Fachleute, welche auf Dauer« und später auf Meisterstellung An« spruch erheben, wollen stch unter D Y. 2139 an Annoncenbüscher, Siegen i/W., melden. mit Garten zu kaufen gesucht. Schöne Ausfübrl. Angebote erbeten unter . r 7jmm 02137 an den Gietzener Anzerger. 4'u'Zfllllul.'nUUll. Garöinen- spannen jeder Art, auch Plätten u. evtl. Aufhängen bei L. Donau, O2136 Ludwigstratze 8. WerveMensl ein. Hamburg. Kaffee-Vertretung zum Besuche Schuheinlagen zur rechten Zeit - steigern die Leistungsfähigkeit! Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 FranzVoGIACo.. Gießen Seltersweg 44 <», a 6-Zimm. Wohn, mit all. Zubeh., Seltersweg 85II zu nenn. [2ao2Ü Näheres bei A. Becker, Keplerstratze 9. baüöelseeitteiet gesucht für den Verkauf uns. glänzend bewährt.Scblagsahne- Maschinen mit Kompressor an Bäcker, Konditoren, Cafös, Milchgeschäfte usw. Schriftl. Angebote anHobart Maschinen G.m.b.H., Hamburg 1, Chilehaus 1 ™ x mit Bad u.Zen- Mu) fiomaietiSger vertilgt jedes Ungeziefer. [02145 ^chomber, Gie- tzen, jetzt Kirch- stratze 20. Sachverständig. i. Ge- richtsangelegenb. Telephon 3983. 5 Zim.-Wohng. m. Bad u. Heiz., Dammstr. 351, per 1. 6. z.verm. Näh. A. Becker, Keplerstratze 9, Tel. 380413051P t-Zim.-Woiininig nebstZub.,Stadtmitte,preisw.ver 1. Juni zu verm. Schr. Ang. unt. 02102 a.d.G.A. Die Badeanstalt ist eröffnet! 2980 0 Kulturgemeinde Gietzen, Ring Deutsche Bühne. Die 2. Theatervorstellung zu Monat Mai ist wegen Pfingsten verlegt auf: 1 Garage sofort zu vermieten. [02108 Lich.Str. 19£». l. IGIalllimSobD Samstag,6.Juni Fernspricher3144 20 bis 22.30 Uhr Ä iEhepaar sucht in 3-Zimmer- der NA- Stein. Jj , stratze evtl, auch WohNUNg Wieseck mit Badezimm., 2"3'■ZilHIIl.-WOlin. Bodenzimm. u. nnt Gartenant.,Aul- G Zf weg, per 1.7. a.w. Ä. 4|20öanomog er6a“ene £imounne Eismaschine Stummer G'etzen 299oD Sonntag,lO.Mar 11.30-12.30Uhr, 5. (letzte) Morgenfeier Zlbschiedskonzert des Städtischen Orchesters. Werke von Job. Strauh.Leitung: Paul Walter. Preises,20,0,30, 0,50 RM. Für Stammabonn.ift der Eintritt frei! 19—21.30 Uhr: Auh. Abonnem. Preise von 0,50-2,50 RM. LetzteOveretten- Vorstellung der Spielzeit Schwarze Husaren Operette von W. W. Goetze. Musik. Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Der Intendant. Dienst., 12.Matz 20—23 Uhr: Der Apotheker UNd Susannens Geheimnis. Mittw., 13.Mai, 19.30-22.30Uhr: Ter Apotheker und Susannens Geheimnis. . Freitag,! 5.Mai, 20—22.30 Uhr: In Luv und Lee die Liebe. . Tonntag,17.Mar 19—21.30 Uhr: Towarisch. Gießen 46d Friedrlchstr. 7 Kassenlieferant Kuren Sie jetzt mit „Eldro“ Frühstücks- Kräutertee bewährtes, diätetisch. Genußmittel gegen Starkwerden! Verhütet lästige Fettbildung u. erhält den Körper schlank und elast. Steinzeugrohre Stallar ikel liefert prompt u. billigst i33sD Kmtts- angestellter üb.23Jahre,das alle Hausarbeit, selbständ. mach u. kochen kann f. Haushalt m. 2 Pers. v. 8—16 Uhr z. 15. 6. ges. Vorzust. zw. 19 bis 20 Uhr. 102310 Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G.A jstellengesuche Perfekte Stenotypistin die auch alle übr. Büroarb. selbst, verrichten kann, sucht sich zu verändern. Schr. Ang. unt. 02113 a.d. G.A. Suche Stelle als Bflrogeijiifln Gute Zeugnisse vorhanden. Zu erfragen in der Geschäftsst. des Gietz. Anz. 0211b Äeltere, stattliche Dame sucht Stelle als Haushälterin Schr. Ang. unt. > 02076 a.d.G.A. 4-Zimm.-Wohn. Z&’J'Shnnin ÖOÖOÖilQ Führende Matzkorsett-Fabrik gesetzlich geschütztes Fabrikat „Helwaro" sucht noch einige branchekundige Damen zum Besuch von Privatkundschaft zwecks Vorführung und Verkauf ihrer bochwerügen Qualitätserzeugnisse nach Matz. 9, D od.svät. zu verm. von berufstätig. Schr. Ang. unt. Dame gesucht. 27710a.d G A Sckr. Ang. mit 1 älterer, schwer. Fuchswallach zu verkaufen. Autzerdem wird M abgegeben. 0212s H. Brückmann, Neuhof bei Leihgestern. Wall zu vermiet. 02146 Kreuzvlatz 12. Für WerMatt, Lager od. Büro, verscAedene Räume zu verm. [soseD Näheres Büro Kirchner, I Seltersweg 8. Mietgesuclie~| Moderne FOTO Apparate und alles was dazu gehört von Magnus Seltersweg 33 Zum 1. Juni od. früh, in Einsam.- Haush., wo Hilfe Vorhand., tücht. Mädchen d. gut koch, kann, ges. Angeb. an Dr. Roesener, Darmstadt Jahn stratze 129 [2992V Junges, solides Mdchen tagsüber 0. ganz zum 15. Atm gesucht. Näh. [02123 Erednerstr. 1 p. Suche sofort od. spätest. 15. Mai fleitziges, willig. Allein- Mädchen Gefl. Off. erbet. Frau Richard Schwab, Bad-Nauheim, Fürstenstr. 26, Metzgerei. 8022D tralheiz. gesucht. Schr. Ang. unt. 02121 a.d.G.A. 3054 A Warum erst lange I selbst probieren, Lab hier entwickeln und kopieren 1 Leislei Optik-Photo Neuenweg 16. Für den Statur» freund! IBfllöioetien Die Lebensgemein, schäft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier» und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Äupfertieförudt-1 tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K.Gerhard u.G.Wolff. Preis RM. 4,80. »Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgeword. Natur- schönheiten in sich aufzunehmen, dem singen u. klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin. Lichterfelde steuerabgel., lehr mit Konservator gut gepflegt, mit bin. zu verkauf. Kofferbrucke und Wieseck, Gietzen. Kofferkmt.z.verk. Str 92 [3041D Llatasterdirektor Schultze [3002V ^-eg. Aufgabe d. «»lcburg i.W. voll" T- A. 8. iSDiohimmer X Küchenschrank, stand, billig zu 12 Sofas. Anzus. verkaufen. 02143 Lro.19u.20Ubr. Balser, Wo?s.d.Geschst. Dammstratze 8.'d. G. A. [02111 in schöner, freier Lage, mit Bad, Zentralheizung, v. jung. Ehepaar (Dauermieter) v. l.Juli gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 3055 D an I den Gietz. Anz. Zum 1. 7. 1936 wird eine im leistungsfähigen Fachgeschäft 2M7A Wegen Verheiratung d. jetzigen Mädch., wird ein Mädchen | Vermietungen"] Schöne 7-Zimm. Wohn. in bester Lage, sof. zu vermiet. Schriftl. Angeb. unt. 02120 an den Gietz. Anz. 7-Zimm.-Wohn. I. Stock, m. Bad, Balk., Et.-Hei;., zu verm. [02104 An der Jo- hanneskirche 4 p Herrschaft, schön. 6-Zimm.-Wohnung lLiebigstratze 39) Erdaeschotz, mit BalkowVeranda und allem Zu- behörzum l.Juli od. später zu vermieten. Schriftl. Anfr. unt.28791) an d. Gietz. Anz. DurchVersetzung des Herrn Priv.- Doz. Dr. Möckel- mann wird in meinem Hause Seltersweg26H eine schöne sonn. 5- event. 6- Zim.-Wohn. mit Bad u. Heiz, frei. Die Weitervermietung kann jederzeit erfolg. BertholdKulme Halb- Tageömädchen sucht nachmitt, einige Stunden Beschäftigung. Schr. Ang. unt. 3046va.d.G.A. Verkäufe Verkaufe eilte frischmelkende Milch- und Fahrkuh, sowie ein sehr schönes Znchtrind. Steinbach. »025V Hindenburgstr. 1 gaffee-Hönerel3Behten5.Ooniöucfl36 Erstklassige Dauerexistenz — sof. hohe Bareinnahmen bietet erstes Haus der Branche einem tüchtigen Vertreter mit hohen sof. bei Auftragseingang zahlb.Prov.u. Spesen durch Berk, glänz, anerk. Svezialart. an Grotz- verbraucher u. Behörd. Absatz unbegrenzt. Dauerkunden. Sicheres Auftr. u. Verkaufstalent Beding. Branchekenntn. u. Kap. nicht err.- Fahrz. env.,jed. n. Beding. Ang. unt.F.43293(2983V)an den G.A. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BieBener Anzeiger [Verschiedenes] Mennntell oö. WW a.Aufenthaltsort für kl. Familie im Südviertel zu pachten gesucht. Schr. Ang. unt. ! 02106 a.d. G.A. Gleich-and Orehitiom Motoren jeder Grütze und Spannung zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 2853va.d.G.A. Gut erh., gebr. Küchen schrank zu kauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 02107 a.d. G.A. Ständige SZnnafjme von sämtl. Altmaterial u. Flaschen geg. sofort. Kasse in mein. LagerNeuenw.6 Hnä. Schneider Bestellung, wer- densof. abgeholt. Deutsch.Geschäft [ EmpfehlungeiT] Kohlen Koks Briketts Holz 3338D H.CIallhaar&Sohö Telefon 3144 Frank!. Straße 19 MtthletraBe 18. Nebenhaus mit Fahrzeuge, rnittl.Grötze,bill. Sn (4 Z , Lützellinden 126 zu verk. [02105 Hof, ‘ Einfahrt, f|K W Seltersweg 21, Zentr. d. Stadt ** w • Zigarrengesch. (Nebenstr.), gün- 200 cem, gut er- 1 Eisschrank, tig zu verkauf., halten, preisw. 1 Tisch, 1 Wohn, bezieh- zu verkauf. 02140 h f[. Schrank, bar. Schr. Ang. Jng. Meining- 3 Stühle wegen unter 2989V an Haus, Platzmangel bil- den Gietz. Anz. Kaiserallee 27. lig abzug. [3005 V ui 1 L 1 fast neues Anzus. Montag- Wohnhaus wotorraa s&z Suche ein liebes Mädel zwecks späterer , zSeivat Preisliste Bin in guter Po- und Proben kostenlos fition. Ende der ^nhandlung zwanzig. Jahre. H^iojrfabrik Schr. Äng. mit »sa® - ■ — | Vereine Geboten wird: hohe Provision und Svesenzuschutz. Damen, die Wert auf gute Bedienung der Kundschaft legen, und Dauerstellung suchen, wollen Angebote unter 3016V den Gietzener Anzeiger einreichen. i.ein.Dorfei.föc. zu verkauf. 3053V Komplettes Gietz.,4Z.,Stall., Naumann, iVAltzMMpp Gart, mit Obstb. Kirchvers. wpjlllllllVl 1 Wiese, msges. abruaeb.: sehr gut erhalt., 31 a 79 qm, für "chchere f Umstände halber den bitt. Preis v. mittleres Pferd preiswert zu ver- 5500RM.z.verk. KubJPferde- kaufen. [3047V Schr. Ang. unt. krippe(Gutzeis.), Gr.SttiMvegl7 0-:-^ I I üliiöewertaaf (Westerwald) Schleifst^DuÄ } E/ssthrank^" 50 cm, m. Flurgarder., ^CIliiliUliV |Tretgest.), 1 Kü-1 j emai[. Bade- 5Zimm., 600qm Keuschrank ^! wanne, Garten- Garten, verkauft Aufsatz (fast neu) model, Lervicr- evtl, vermietet j^E?LMmit tlf& Gagfah, 1 led. Schaukel- Frankfurt a.M., Matratze. [02051 ftuhl, div.Haus- Eschersbeimer Zrgarrenfabrrk rat. [3042V Landstratze 378, Formhals, | Walltorstr. 53. Tel.92430.2ssvD Grotzen-Linden. Btilett- öWlDk Klavier MMeMl 3w°i°r°ne 'uMW°bn^2Z. eere ohne KüchenÄ Dauermieler nutzung zuverm. . Schr. Ang. unt. N L LK- V2V»1 d. G.A. N^gutjM°bl., Möbl. Zimmer Nähe Frankfurt, zu verm. Preis: Str. — Anlage. Schr. Ang. mit u d. Geschaftsst. Preis unt. 02130 d. G.A. [02095 ^ d. Gietz. Anz. Möbl. ........... Junger Srbneivev- flefeüe sofort ges. [3027 V Fr. Hormann, Wieseck, Schustergasse 7. Echnetder- lehrling Junge mit guter Schulbildung a. anständiger Familie ges. 3049 V Eduard Bieker, Schneiderm'tr., Klein-Linden, Frankf.Str.106. Sauberes, ehrliches Mädchen tagsüb., bei gut. Lohn gesucht. Witzmaun, SteinstrUi8.02138 (möglichst an der Lahn) für jetzt oder auch später zu kaufen oder zu pachten gesucht. Schr. Angebote mit genauer Angabe und Preis bzw. Pachtforderung unter 02070 an den Gietz. Anz. Wellblechgarage 5 x3 rn zu kauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 02099 a.d. G.A. WM» WilljelmOömmerie Taubringen Grotzgasse 10. Giroh und Kartoffeln zu verkauf. 02133 Zu d.Mühlen 6. Familiendrucksachen Verlobuno«anzelo®n Vcrmahlungsanzelflan Geburtsanzeigen bei BrQbl, Schuletr.7 (Neubau) mit Wohnküche und Preis unt.02134 eingerichtetem Bad in ruhiger a. d. Gietz. Anz. Lage zu vermiet. Schriftl. Anfr. Ehev. sucht unter 2893V an den Gietz. Anzeig, z, 1. Juli oder -----~ ” später schöne Laden to-Zim-Wo. d kw. । llSWaillstve Front Roadst.- gut nähend, bitt. Kabrio, 2-Sitz., z. verk. Anzuseh. m. 2 Notsitz., 700 auchSonnt. 02101 ccm, 15000 km! Asterweg 44 I. ael.,i. sehr gutem Gebr., gut erh. lu»’nUDu^ ginöeirooflen 02118 a-KGLg., " Zu erfr. in der Geschaftsst. des Motorrad Gietzener Anzg, 500 ccm, nur Wegen Umzug 2000 km gelauf., abzugeben: m. Werkplombe 1 Büchergestell, u. Fabrikgarant., 2 xl,50 x23 mit Preis 770 RM., verstellb. Brett., 10/50 Mercedes- Benz-Limousine steuerfrei, 5sitzig, stell,oyneBackof., zu verkauf. 02127 4-st., weitz em., Ed. Kratz, lObstschrankwer- Ober-Ohmen. schlietzb.rlStaub- ;------T~ saugerrlPupp.- Motorrad Haus) Kasperl- CYmnPTtrr" theaterm.Figur.; 500 cc^ sehr aut 1 Wanduhr: em pKPn' Gardmenspann.; ÄTnS 1 Bücherständer; Näheres Stühle -Verand.- Wctüar. [02097 ! Mntnrrad Iweitzern.Wasch- L lUlUITdU tifä); t Bügelt, steuerfrei, m.abnb. Platte. 200 ccm Richter, Franks. Tk IX 117 Str. 411. 9-11 u. II W • 1-5 Uhr. 3030 D am Profess.-Eck schön im Ton, ,^uno",emattl., und Günthers- wenig gefmelt, 9Jiob. 1935/36, graben zu verk. kreuzsaitig, Voll- m. Garantlesch., Näh. A. Becker, panzerrahmen, wegzugsh.z.verk. Keplerstratze 9, garant. Stimm- Schr. Ang. unt. Tel. 3804 [3050D Haltung, sehr 3032Va.d.G.A. -^—-—7—7- t) t e i d to e r t zu 2 neue Gas- verkaufen. 3012V Herde, 1 neue, E. Zollinger, 1 gebr. Zinken der Gründ Gietzen, badewanne,dw. &5Ä Blüchner TpOnoT ä'ä 4 |O UUü billig zu verkauf. Gut erh. [2979V * 1 u UPU1 Fern.Sofa, Bu- 2-Sitzer, Kabr., fett. Schränke Masch. neu über- »sw. Bonn, bw zu verkauf. Wo? holt, neu lackiert, ^1^-vnzm. 02112 die Geschst. billig zu verkauf. Stevhanstr. 271. des Gietz. Anz. 2^3Danb.'O. lißlßrWOßBD Vsu?»: z; Swtb UIU1U1 schen g. Faltboot preisw. zu verk. 10/40 PS, Zu erfrag, i. d. Wo? sagt die in gut. Zustand, Geschäftsstelle d. Geschäftsst. des billig zu verkauf. Gietz. Anz. 2900V Gietz Anz. 02139 für Schlapand- Buchhaltung. Schr. Ang. mit Gehaltsanspr. u. 02092a. d. G.A. junget mann per 20.5.ob. 1.6. gesucht. Stenograph, Maschi- nenschreib. (Adler). Höh. Schule (mindest, einige Jahre), Gehalt nach Uebereinf. Keine volle Ta- gesarb. Selbst- geschr. Ang. mit Zeugnisabschrift. u.3026va.G.A. Tüchtiges Mädchen gesucht. [02116 1 Wartweg 74. Alte, besteingef ährte Uästmaschinensabrik sucht für den provisionsweisen Verkauf an Private tüchtige Vertreter Es kommen nur arische, fleißige u. zielbewußte Herren in Frage, die an selbständiges Arbeiten gewöhnt sind. Branchekundige Herren bevorzugt. Angebote mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften, möglichst Lichtbild und Ersolgsnachweisen nebst Refer. sofort erbeten unt 2997V an ______die Exped. des Gießener Anzeigers. Junger, befähigter Kaufmann oder Bankfacymann als Hauptbuchhalier für dieBuchführung und Betriebsabrechnung eines grötzeren Her- stellungs- und Bertriebsunter- nehmens in Gietzen baldmöglichst gesucht. Selbständigkeit und umfassende praktische Kenntnisse auf den Buchhaltungs- und Bl- lanzgebieten sind Voraussetzung für die entsprechend bezahlte Dauerstellung. Bewerbungen mit genauen Angaben über seitherige Tätigkeit, Alter, Gehaltswünsche und Eintritt unter 2959 V an den Gietzener Anzeiger. Schöne, sonnige Preisangnbe u. f ri iii 1 3045 v a.d.G.A. 4-ZJohDß. , _z_, . 1. oder 15. Juni S?t 2-3-Zimm.-toD. ®*r- Ang. Mit water zu verm. Preis unt. 02096 Schr. Ang. unt. a. ö. Gietz. Anz. 02000 a.d. G.A.'------------- awfffflSiS Faltboot- Ö«ftneu«tomb. Geiegenheitskaul: Einsitzer IStoewer-Greif- wenig gebr., zu prsw. abzg. 02135 8-Limousine, verk. Anzusehen Wo? sagt d. Ge- 2,5 Liter, zum Samst.,l-3Uhr, schäftsst.d.G.A. Taxpreis zu ver- Sonnt, vormitt. Ml Gemeinde ™e«:...t'ut>Wi8äöL3_ (St.Wcvl.> OttoGobcl ocl^o. Gebr., sehr gut verkauft [2995V Schiffenb. Weg. \ZaV\ 102103 435 stück Kfantaajeß fichteD-Slaagen ‘tXvXtV** billig abzugeben. I. Kl., geschält, f tmnilfino Dammstr. 42 p. Ana, a. Bürger- m । c । q 1 nn menteramtCSrba. von o2o JiJJc. zu Lautsprecher u. u. Lodenmantel, verkaufen^ °^22 tompl. Röhren- beides gut erb., August o-rech, satz, preisw. zu zu verk. [2994V Wetzlar a. d. L., verkauf. [3015V Friedrichstr.51II KMUerStr. Wo? sagt d. Ge- Verkaufe 39241,Tel.^671. schäftsst. d. G.A. ejne Fuhre [w”d E’niam.-Haiis 5Zimrn.,Badez. u.Zub.,Zentral- heiz.,Karl-Bogt- Stratze,zurnl.6. zu vermiet. Bewerbung. schriftlich erbeten an BougmnenWt 1894 e.G.m.v 0- Gietzen 3018n I Schöne, grotze 5-Zimin.-Wohnun mit Bad, Balkon usw., per 1. Juli zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02100 a.d. G.A. 5 Zim.-Wohng. mit gr. Balkon, Ludwigstratze8I, per 1. 6. z. verm. Näh. 21. Becker, | Kaufgesuche~| Ein leichteres, noch gangbares Kutschpferd zu kauf, gesucht. Ang. m. Preis an O. Müller, Henriettenhof über Grünberg, Hess. Tel. Lau- oach 15. [3020V Mit 18000 ^bar u. 6000 -*in ein. Jahrkaufeicheine Bäckerei, darf a. einEaf^dab.sein. Städtch. od. gr. Stadt einerlei. Ang.a.Postlager- karteNr.78Offen- bach a. M. 3000V Stadt, z. 1.7.36 billig zu vermiet. Sckn. Ang. unt. 2803 V a.d. G.A. Büro 1 Z., vart., mit flieh. Wass., wird I l.Junifrei[2975D Dr. Schäffer, Johannesstr.151 Büro 1 Z., vart., mit flietz. Wass., wird 1. Juni frei.29740 Dr. Schäffer, Johannesstr.151 verm. Anzus. zw. Kelne 1-3 Uhr. 02141 Ke "'npz’’h8" ?” LicbigW,. 85 P. Gut möbl. abiChristen Dem Be- , werbungsichretven bet- >< tttltttnt* lc0en 1 - Lichtbilder iMlllUlCl unoBewerbun^sunter- T’”’” lagen müssen tut Ber- Zentralheiz., an meidung von Verlusten ruhig., berufstät. aus Der Rüstseite Jia- Herrn od. Dame un6 Anschrift oes abzugeben. 02085 , Bewerbers tragenl Keplerstratze 11. | Kaffee-Han- 2 gut möblierte dclh-Haus sucht Zimmer Velttklkl ^n2u»; n Betteiler Küchenben. oder , volle Pens., i. g. Fritz Linse, Lage, zu verm.| Bremen 8.2623p 09i iQ ^h9 tlcr sofort 02119^.d.G.A.!evtl. für halbe ■ _ Tagebilanzsiche- I Q|ip[| ren, jüngeren ^/.^"Biißlihßlißr ItDl )ts5lainüft|iom Nr. 108 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 9. Mai 1936 Muttertag. Von Karl Vurkert. Das ist kein Tag mit Lust und Spiel, er will gewunden keinen Kranz. Fast jedes Wort ist schon zuviel für seinen zarten Silberglanz. Er saust so sacht mit seinem Wind, Gold rinnt in seinem Stundenlauf. Und alle, die uns Mütter sind, ruft er in unferm Herzen auf. Sie nahen uns so gut und mild, sie lächeln noch in Not und Pein. Ist jede ein Madonnenbild, umzirkt von einem Glorienschein. Ein leiser Tag, ein stilles Fest, gekrönt von einem ewigen Licht. Die ihr geboren seid, vergeßt die Opfertat der Mutter nicht! Deutsche Mutter. Gedanken zum Muttertag. Wenn der Wagen des Schicksals über ein Volk rollt, blicken die Männer auf die Mütter, Bismarck hat es einst ausgesprochen. Durch die Geschichte ist es oieltausendfach erhärtet. In unseren Herzen wird es bezeugt. Denn ein Wort ist, das das größte umschließt: Das kleine Wort Mutter. Und ein Ort, der die letzte Not birgt: Das Herz der Mutter. Geh' in die Fremde! Schwimme im Glück! Steh' auf der höchsten Stufe des Triumphes! Einmal kommt doch die Stunde, da dir alles zusammenbricht, was wert schien. Einmal erlebst du jene Minute des Verlassenseins. Einmal weichen alle vor dir zurück, die sich so geschäftig vordem in deinem Glanze gesonnt hatten. Magst du dann ratlos und mutlos sein, zerfallen mit der Welt in Anklage oder Schmerz, eines richtet dich auf: Ein Herz ist bei dir; eine Liebe schlägt für dich, wenn alle dich verleugnen. Und auch du wirst dann die Worte Karl Immer- manns dankbar erkennen: „Wenn alle Welt den Armen verläßt und wenn kein Herz ihm bliebe, am ew'gen Himmel stehst du fest, Stern heil'ger Mutterliebe!" Sie ist keinem geschenkt worden, diese Stunde und wird es auch keinem. Nicht dir und nicht mir. Einst gingen wir an der Mutter Hand als Kinder. Sie schien uns die schönste aller Frauen. Bald riß uns das Leben in seine Arme. Es war verlockender zu schauen. Dann brach es um uns her, kam jene Stunde. Und wir spürten wieder der Mutter Hand und wieder ihr Herz. Sie war vielleicht nicht mehr die schönste der Frauen; aber die treuste doch. Mochte auch das Gesicht längst Runzeln haben und die Hand vernarbt sein vom harten Werktag, ihr Herz gehörte uns zu jeder Zeit. Und es schlug nie lebendiger für uns, denn dort, wo alle uns verließen. Es war eben — unsere Mutter. * Wie klein empfanden wir uns neben dieser heroisch -'n Größe. Wie nichtig das Locken des Lebens gegenüber der Liebe, die hier warm erstrahlte. Dichter haben die Mutterliebe besungen, Künstler sie in Stein und Erz gestaltet, Maler sie im Bild verklärt. Wie blaß bleibt es alles vor der Muttergröße selbst! Und wie nüchtern vor dem Bild, das ihre Liebe in unfern Herzen entzündet hat. Wolltest du den Weg ohne sie gehen; sie hat dich mit ihren Augen doch gesucht. Rissest du dich los aus ihrer Nähe, sie bewahrte dich in ihrem Herzen. Immer stand sie im Schatten, damit du strahlen solltest. Denn das Herz der Mutter kommt zuletzt. Sie lebt — für dich und für mich, die wir mit dem griechischen Dichter überwunden bekennen müssen: „Oh, Mutter, schönstes Wort!" Wir kennen die Mutter des Euripides nicht. Keine Sage überliefert ihr Bild; keine Mär gibt von ihr Kunde. Und doch hat sie sich unsterblich gemacht durch den Sohn, dessen Tor zum Leben sie war. Welch tiefer Sinn liegt doch darin, daß kürzlich eine Frauenschaft des deutschen Westens ihr Heim dem Gedenken der Mutter Adolf Hitlers weihte! Niemand kann ja den Sohn mehr ehren, denn in der Mutter, die ihn unter dem Herzen trug. Und welch gesundes Empfinden spricht aus dem Volk, das sich heute anschickt, den „Tag der deutschen Mutter" zu begehen. Wir können ihr nicht danken im landläufigen Sinn. Denn: Dank? Die wirkliche Mutter lächelt bei dem Gedanken. Was ist auch Dank? — Und doch Muttertag? Mehrfach gefeiert in den letzten Jahren; überkommen aus der amerikanischen Geschäftigkeit des „mother days“, so stand der Tag stets vor uns. Es war eine Stunde sinnigen Gedenkens. Mehr nicht! Denn die Zeit und ihr Geist, sie sprachen im Grunde alle dem Hohn, was sich mit dem Gedanken des Muttertages verbindet. Ein Volk, das hunderttausende Mütter schmerz- gezeichnet weiß durch den Weltkrieg, hat keinen Sinn für die laute Geschäftigkeit und Vereinsmeierei. Mütter, die ihre Kinder darben sehen, finden keine Freude an einer Ehrung. Und Mütter, die ein Volk seelisch in der Irre wissen, können nicht durch Worte und Geschenke geehrt werden, wenn man das einzige vergißt, das einen Muttertag innerlich zu rechtfertigen vermöchte: Die innere Umkehr des ganzen Volkes. Oft haben wir den Tag schon „gefeiert". Es blieb das Bekenntnis des einzelnen. Und es blieb sein ureigenstes Erlebnis. Nun aber begeht eine ganze Nation den Tag der deutschen Mutter. Aus der Irre hat sie geistig und seelisch hingefunden zu ihr. Aus der Sucht nach Komplexen fand das Volk der Mutter Herz. Aus dem Jagen nach Genuß strahlt ihm wieder ihre Liebe. Und dankbar greift es in dieser Stunde im Ringen um den eigenen Lebensraum ihre nie versagende Hand. Sie trug millionenfach Leid durch ihre Tage, die deutsche Mutter. Deine und meine bangte um uns, als der Tod von Flandern blutige Ernte hielt. Jene begrub den Sohn, diese den Mann oder den Bruder. Sie trugen alle ihr Weh um Deutschland. Sie trugen es schweigend und stark. Und sie trugen auch uns mit unserem menschlichen Leid. Denn das Herz der Mutter ist stark, weil es reich ist an selbstloser Liebe. Ihm gilt unser Gruß am Muttertag; unser Glaube, unser Bekenntnis. In Demut beugen wir das Knie vor der Größe der Mutterliebe. Denn das ist der Sinn des Muttertags: Ein ganzes Volk neigt sich in dieser Stunde vor seinem Ursprung! Fritz Kirschner. I* ... i e O ch r (Aufnahme: Elisabeth Hase, Frankfurt a. M.) Du, Mutier! Von Walter v. Molo. Buddleia war die Tochter sehr achtbarer Leut-, wie immer hervorgehoben wurde, wenn wieder jemand über diesen sonderbaren Namen verwundert seinen Kopf schüttelte. Das beruhigte, gewiß — aber Buddleia ...? Das fei der Name eines wunderschönen ausländischen Strauches, der prachtvolle exotische Blüten treibe. Nun ja, exotisch, erwiderte man und verstand nicht, wie ein Mann seine Tochter ausgerechnet Buddleia nennen konnte. Als Kind war sie bereits dadurch aufgefallen, daß sie höher als andere einherschritt. Und dann später wollte sie studieren, und sie erzwang es auch, daß ihre Eltern nachgaben: damit verschwand sie aus ihrer Heimatstadt. Hierauf verbreitete sich das Gerücht, daß sie zum Theater gegangen sei. Und als bei einem ihrer Urlaube, den sie zu Hause verbrachte, einmal im Sonnenschein in dem großen Garten, der hinter dem elterlichen Hause sich dahmstreckte, die Wäsche getrocknet wurde, da griff Tanta Paula, die unverehelichte Schwester ihres Vaters, an ihren Mund und sagte nichts anderes als: „Mein armer Bruder! Der wird noch viel mit ihr mitmachen, sie trägt seidene Wäsche!" Dann heiratete sie. Natürlich nicht wie andere, es mußte bei Buddleia einer sein, der mit der Kunst, diesem unheimlichen Dinge zu tun hatte. Er roar Maler, ohne Professorentitel. Da sah endgültig jeder, daß das Unglück weiter seinen Lauf nahm. Und als ihre Mutter sie besuchte, um ihr Enkelkind zu sehen, da lief Buddleia zu Hause in Hosen, mit langen, schwarzen atlaßnen Hosen herum, was sich für eine Mutter schon gar nicht schickt. Das erwies sich. An einem schönen Frühlingstage ging Buddleia mit ihrem Mann und mit ihrem kleinen Jungen in der großen Stadt spazie- ren, in der sie wohnte. Rechts sahen alte Bäume über eine Mauer, die ein Regierungsgebäude abgrenzte, links fuhren surrend'die Straßenbahnen hin und her. Jeder, der Buddleia begegnete, er- blickte eine schöne, junge Frau, die lebensfreudig und unbekümmert dahinschritt, mit frischen und blanken Augen, in einer sehr modernen Kleidung, die auffiel. Ihr Junge spielte mit einem Ball, dem er nachlief und immer wieder jubelnd aufhob. Es geschah, daß der Ball auf die Fahrbahn hinausrollte, auf die Schienen der Straßenbahn und der Junge rannte ihm mit feinen kleinen halbnackten Beinchen hurtig nach. Da kam in voller Fahrt ein Straßenbahnwagen dahergebraust, der Sahn Budd- leias sah ihn nicht, denn er bückte sich nach seinem Ball, dicht vor dem schweren Straßenbahnwagen, dessen Führer wohl im letzten Augenblicke noch zu bremsen versuchte, aber es gelang nicht. Buddleias Mann schrie entsetzt, die schöne und elegante Buddleia aber sprang mit einem gewaltigen Satze zwischen ihr Kind und den Straßenbahnwagen. Mit aller Kraft stieß sie es von den Schienen weg und dann war das Geschrei ganz stark und die Straßenbahn stand. Das Kind war unverletzt und gerettet, aber Buddleia lag unter dem schweren Gefährt. Jeder sah, das war übel ausgegangen. Dann kam der Rettungswagen. Buddleia verschwand mit todblassem Antlitz, aber freudigen Augen, gehoben von Männern in der Rot-Kreuz- Uniform im Innern des Wagens. Das letzte, was man noch sah, war, daß sie bei Bewußtsein war und glücklich lächelte. — „Das eine Bein ist ganz ab", sagte einer, der es wußte. Diese Nachricht traf in Buddleias Heimatstadt ein, und jeder erzählte sie dem andern. Lange währte das Krankenlager, und als sie endlich wieder in die Freiheit hinausdurfte, hinkte Buddleia. Denn ein Maschinenzeug, und wenn es auch noch so vollendet gebaut ist, kann niemals die gewachsene Kraft eines gesunden Gliedes ersetzen. Wieder ging Buddleia mit ihrem Sohn spazieren. Gießener Gtaditheaier. Haydn: „Der Apotheker." Wenn auch Joseph Haydns Opernschaffen durch die epochale Bedeutung seiner symphonischen und kammerinusikalischen Werke stark überschattet wurde, so daß man nur in wenigen Fällen seinen Bühnenwerken begegnet, so hat man ihm damit nicht völliges Recht zuteil werden lassen. Zumal in den ersten Schaffensperioden nimmt die Oper einen beträchtlichen Raum ein, ja, die Musik zu Joseph Kurz- Bernadas „Krummem Teufel" hat Haydns Namen der Oeffentlichkeit zuerst bekannt gemacht. Haydns Beziehungen zu dem Wiener Hofdichter Pietro Metaftasio, dessen Schützling er Klavierunterricht erteilte, ebenso seine Tätigkeit als Gesangsbegleiter bei dem Komponisten Nicola Torpora hatten fördernd auf feine Kenntnisse in der Behandlung der Gesangsstimmen und die Erlernung und Auswertung der italienischen Sprache gewirkt. Seine Dienste als Kapellmeister des Fürsten Esterhazy gaben ihm auch Gelegenheit, sich nicht nur der reinen Instrumentalmusik zuzuwenden, sondern sich auch als Bühnenkomponist zu betätigen. In seiner ersten Oper „Acide" (1762) folgte er ganz dem Stil der damaligen Opera seria; mit typischen Dacapo- Arien und Kehlvirtuosität der neapolitanischen Schule. Das nächste Werk „La Canterina" steht im schroffsten Gegensatz dazu und gibt sich als Vertreter der damals üblichen „Intermezzi". Die zwar anmutig und graziöse Musik bestätigte Haydns Fähigkeiten für die kornische Oper, aber dieser mehr frivole Ton entsprach nicht seiner gemutstiefen Veranlagung. Darum finden wir schon in der 1768 geschriebenen Oper „L o s p e z i a 1 e“ („D e r A p o- theke r") bei weitem gemütvollere, ja herzlichere Töne. Diese Buffo-Oper Haydns ist eine der wenigen, die sich auf dem Spielplan gehalten hat; sie folgt einem Text von Goldo ni und kann hinsichtlich der Handlung wie der Charakterzeichnung mit als die ausgeglichenste Oper Haydns angesehen werden. „ . . . Den heiteren Ton dieses Werkes, in dem Drei Verehrer um die Gunst der schönen Grilletta ringen, fängt Haydn treffend ein. Sempronio, der alte Apotheker, ist in feiner Schrulligkeit gezeichnet, namentlich in der Vorliebe für ferne Lander, Die durch Zeitungsnotizen genährt wird. Semen Gehilfen Mengone gibt Haydn charakteristische, fast drastische Töne in einer Arie, die die Leiden des Magens und die helfende Wirkung des Rharbarbers schildert. Die Arie der Grilletta weist verehrend auf Mozart. Ebenso ist aber auch der dritte Freier mit dankbarer Musik bedacht. Der musikalische Höhepunkt ift zweifellos die Szene, in der die beiden Liebhaber, als Notare verkleidet, den Ehevertrag Sempronios mit Grilletta, den ihnen dieser diktiert, mit ihren persönlichen Meinungen glossieren und sich selbst als Ehekandidaten in den Vertrag einsetzen. Wie hier Haydn in feiner Charakteristik zeichnet, das stellt ihn fast in Mozartsche Nähe. Haydn hat für seine Opern immer ganz bestimmte Kräfte im Auge gehabt und ebenso stets die örtlichen Bühnenverhältnisse bedacht. Diese enge Gebundenheit an eine festgelegte Umgebung war schon zu Lebzeiten Haydns ein Grund dafür, daß seine Opern nicht die verdiente Verbreitung gefunden hatten. Wir haben u. a. eine Aeußerung von ihm, wo er es 1787 ablehnt, eine frühere Oper von sich für Prag zur Verfügung zu stellen, weil dieses Werk an bestimmte Ausführungsbedingungen gebunden sei. Wenn das weitere Opernschaffen Haydns namentlich in der Zeit der symphonischen Reife immer stärker zurücktritt, so liegt es daran, daß die Verwebung der verschiedenen Stilelemente in der Oper sich mit dem bewußten Streben nach Einheitlichkeit und festgefügter Geschlossenheit im Werk nicht vereinbaren ließ und eine völlige Hinwendung nur zur ernsten Oper im damaligen Stilsinne gerade die heitere und anmutig gemütvolle Seite seiner Persönlichkeit nicht erfaßte. So sind gerade die Bühnenwerke aus der Zeit des werdenden Haydn wertvoll durch die Ursprünglichkeit der Erfindung und die Frische und Unmittelbarkeit des Ausdrucks. Die Aufführung (Spielleitung: Paul Wrede; Kapellmeister: Paul Walter) folgte einer Einrichtung, die sich schon feit Jahrzehnten auf der Bühne bewährt hat und die die dreiaktige Einteilung in eins zusammenzieht. Ebenso war dadurch die ursprüngliche Rollenverteilung, zwei Tenöre und zwei Frauenrollen, geändert, indem der Sempronio durch den Baß besetzt wurde. Ein überaus flottes und in einzelnen Zügen sorgfältig abgestimmtes Spiel traf das Lebenswerk dieser anmutigen Oper, und die Kräfte, die wir im Laufe des Winters so schätzen gelernt haben, boten ihr Bestes auf, den Hörer frohe Stunden durchleben zu lassen. Wilhelm Greif, ein Apotheker, „aller Männer Krone", bewies Haltung im Bewußtsein seines Standes; ein girrender, doch nicht erhörter Liebhaber; ein närrischer Kauz, voll drolliger Liebhaberei, prachtvoll in der Durchgestaltung des Gesanglichen, polternd in seinem Zorn. Emmy Hagemann in Maske und Spiel sehr fein abgestimmt, stellte auch diesmal wieder ihr schönes gesangliches Können unter Beweis. Dasselbe gilt in gleichem Maße von Rudolf Hille, der selbst' die schwierigste Koloratur meistert mit Stilempfinden und Stilsicherheit. Aber allen überlegen in der Herzhaftigkeit des Hgndelns in dem Willen, um zum Ziele zu gelangen, war Friedel Forna11az als Grilletta. Lebhaft, keck, gewinnend mit schöner musikalischer Singweise. Die Duettsätze mit Mengone (Rudolf Hille) waren reizvoll für das Ohr. Selbst der Kreis der Nebenpersonen war in die Handlung hineinbezogen. Die Orchesterleistung zwang berechtigte Anerkennung ab. Wolf-Ferrari: „Susannens Geheimnis." Wenn dem Haydnschen Werk ein Bühnenspiel von Ermanno Wolf-Ferrari zur Seite gestellt wurde, so kam damit ein echtes Buffowerk des nunmehr Vvjährigen Deutschitalieners zur Geltung. Wolf-Ferrari ist der Sohn des namentlich als Kopist italienischer Meister bekannten Malers August Wolf, der einer pfälzischen Psarrersfamilie entstammt, deren Ahnen wiederum nach Thüringen, dem Musiklande Deutschlands, verweisen. Durch die italienische Mutter ist diesem Komponisten eine glückliche Verbindung nordischen und südlichen Musikempfindens zuteil geworden, die ihm in der Entwicklung seines Schaffens eine Sonderstellung zuweist. Die Quellen, aus denen Wolf-Ferrari die entscheidenden Anregungen erfuhr, waren Bach und Mozart. Mit südlicher Phantasie beflügelt, erfaßt er das Streng-Logische im Aufbau Bachs und, blutsmäßig zum Gesanglich-Melodischen im italienischen Sinne geneigt, wird sein Stil durch die Fülle polyphoner Möglichkeiten bereichert. Wenn er sich auch Mozart zu seinem Leitstern erwählte, so wurde er doch nicht Nachahmer, sondern blieb ihm durch die Geisteshaltung, durch sein lebensbejahendes Naturell verbunden. Bach und Mozart sind ihm nicht der Ausdruck zeitgebundenen Stils, sondern Fundament der Weltanschauung. Bezeichnend für seinen künstlerischen Entwicklungsgang ist ein starkes Vorwiegen der Kammermusik: „La vita nuova", eine Chorkomposition nach Dante bezeichnet den ernsten Pol seines Schaffens; zum andern aber ist es der venezianische Lustspiel- poet Carlo Goldoni, der dem in Venedig Ausgewachsenen den Weg zu einem Buffo-Bühnenstil eröffnet: voll Feinheit und Grazie in der Laune des Frohsinns. In Abkehr von dem schweren Orchesterklang seiner Zeitgenossen strebt er einer einzigartigen Auflockerung und Durchsichtigkeit und Abgewogenheit und Vergeistigung der Mittel zu. Unter der Reihe seiner Schöpfungen verdient „Susannens Geheimnis" besonderen Vorzug. Diese Oper voll sprühender Laune ist fast als das moderne Gegenstück zu Pergolesis Jntermezzogeist anzusehen, echteste Buffokunst, ein in seiner Fülle musikalischer Feinarbeit und Kleinmalerei einziges Werk. Die Beschränkung der Mittel; nur drei Personen (davon ist eine stumm), erfüllen die Handlung und Dann trotz dieser Einfachheit eine durchschlaf gende Wirkung. Susanne hat ein Geheimnis. Verräterischer Zigarettenduft weckt Eifersucht und Zorn des Ehegatten, heftigste Ausbrüche und zuletzt Versöhnung. Alles scheint hier auf das kleine Format zugeschnitten, selbst die Miniatur-Ouvertüre, die geradezu ein Meisterstück genialer Stilkunst darstellt, nicht zuletzt mit ihren in höchster kontrapunktischer Kunst verknüpften Themen. Beschwingt, melodiös, pointiert, mit einer verblüffenden Selbstverständlichkeit und Schlagfertigkeit des Ausdrucks, von zarter Liebesszene bis zum elementarsten Zornes- ausbruch in einer durch Eifersucht vergifteten 2lt- mvsphäre; dabei wieder reich an Momenten lyrischen Verweilens, ein Schwelgen in Klangschönheit und Melodie. Nur bei allerengftem Kontakt zwischen Sänger und Orchester, zwischen der darstellenden Gebärde bis zum letzten Mienenausdruck und der kleinmalenden Illustrierung durch den begleitenden Klangkörper kann sich diese Intermezzo-Oper in voller Wirkung erschließen. Selbst wenn man seine Erwartungen gemäß der Erfahrungen der vergangenen Spielzeit aufs höchste gespannt hatte, so war man dennoch überrascht durch die einheitliche Geschlossenheit der Aufführung, die bis zum letzten hin differenziert abgestimmt war. Der von Wolf- Ferrari geprägte moderne Parlandostil war Gräfin Susanne (Helene Wacker) und Graf Gil (Gustav Bley) völlig zu eigen geworden, ebenso wie das gesangliche Moment, das Die dramatischen Ruhepunkte verklärt, von beiden in Schönheit und ein» dringender Musikalität erschlossen wurde. Ganz vortrefflich in seiner Mimik, in der dezenten Be- herrschtheit Des Zurückhaltens war Gert Geiger in der stummen Dienerrolle, die in dieser Erfassung zum wichttgen dramattschen Faktor wurde. Das Orchester unter Paul Walter gab dem mufika- lischen Geschehen plastisch greifbare Gestalt, dem kleinsten Wink folgend, bis zu den heftigsten Temperamentsaufwallungen und Dann wieder ein Schwelgen in satter wohl abgetönter Klanglichkeit. Die Ouvertüre verdient besondere Erwähnung. Die Bühnenbilder (Karl Löffler) trafen bei beiden Werken in sorgfältiger Durcharbeitung das Milieu der Handlung.' Selten konnte man bisher bei einer Opernaufführung einen so spontan ausbrechenden Beifall erleben, Der sich kaum beruhigen wollte, wie diesmal. Und daß man den Spielleiter Paul Wrede vor die Rampe rief, sei ihm ein besonderes Zeichen anerkennenden Dankes; Denn ein groß Teil Ver* antroortung für das Lebensvolle des heiteren Önern- abends ruhte auf feinen Schultern. Dr. Hg. aber er sah setzt sehr ehrfürchtig zu ihr auf, die froh lächelte, daß ihr Kind unbeschädigt war. Von dem Tage des großen Unglücks an — das war wieder höchst eigenartig — sagte ihr Mann nicht mehr „Buddleia" zu ihr, sondern immer nur, wenn er zu seiner jungen Frau sprach: „Du, Mutter!" Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Don Ernst v. Riebeischüh. Man darf von der Wissenschaft wohl noch man- cherlei Berichtigungen unserer „Vorurteile" erwarten. Was sie heute lehrt, widerspricht dem gestern von uns Geglaubten und wird morgen von einer neuen Theorie überholt sein. Fortwährend muß man seine Ansichten revidieren. Solches verlangt nun auch der türkische Archäologe S., der kürzlich in der Fachzeitschrift seines Landes eine aussehenerregende Entdeckung über den alten Homer veröffentlichte — denselben Homer, von dem bekanntlich die Wissenschaft vor noch gar nicht so langer Zeit behauptet hat, daß er — gar nicht gelebt habe. Aber nehmen wir mit dem Professor S. getrost an, er habe gelebt, sei also auch wirklich der Verfasser der beiden großen Epen, die seinen Namen unsterblich gemacht haben, so ist doch — leider! leider! — sogleich hinzuzufügen, daß nach Ausweis der letzten großen Ausgrabungen in Kleinasien besagter griechischer Dichterfürst jenen fragwürdigen Schriftstellern Zuzurechnen ist, die man gemeinhin als Plagiatoren bezeichnet. Es ist also erwiesen: Homer, der berühmte Homer ist des geistigen Diebstahls schuldig befunden worden! Und wen hat er bestohlen? Die Hethiter und die Hurrer. Sie, diese mesopotamischen Volksstämme, die S. mit Hilfe einer bewunderungswürdigen genealogischen Equilibristik zu Vorfahren der heutigen Türken macht, sie waren es, denen der verschmitzte griechische Poet ihre Mythen und Heldensagen einfach gemaust hat. O, wie sind wir doch genasführt worden, wir, die wir des kindlichen Glaubens waren, es käme beim Dichten gar nicht so sehr auf den Stoff an, als auf die stoffgestaltende Kraft, und der sei der beste Dichter, der es fertig bekäme, das schon hundertmal Gesagte noch einmal, aber am besten zu sagen. Unser Türke ist jedoch anderer Ansicht: es kommt auf den Stoff an. Also ist Homer ein Plagiator, Hesiod übrigens auch! Kurz, in dieser merkwürdigen Archäologenphantasie entpuppt sich so ziemlich die gesamte hellenische Dichtung als ein einziges freches Plagiat vorderasiatischer Sagenwelt. Welch Geistes Kind diese moralische Verbrennung Homers ist, zeigt sich aber am deutlichsten aus dieser wahrhaft klassischen Kritik: schon die Kriegsberichterstattung Homers über die Kämpfe der Griechen und Troer vor Ilion müsse als durchaus unglaubwürdig" betrachtet werden. Da steht es: unglaubwürdig! Schade, daß wir das „homerische Gelächter" nicht vernehmen können, das aus eine solche Kritik hin den Olympos bis in seine Grundfesten erbeben läßt. ♦ Der heute sehr beliebten Verschönerungskur, die in der Befreiung ganzer Häuserfassaden von allem überflüssigen Zierat besteht, ist nun auch das von der Provinz Westfalen auf der H o h e n s y b u r g errichtete Kaiser-Wilhelm-Denkmal unterzogen worden. Sehr zum Vorteil des Patienten, der das Glück hatte, in dem Landesbaurat Gons er von der Provinzialverwaltung in Münster einen äußerst geschickten Chirurgen zu finden. Das Ergebnis ist eine radikale Entprotzung, das heißt Entfernung all des parasitischen Dekorationsunfugs, mit dem eine Zeit, die sich im Anpappen unnötiger und störender Ornamente nicht genug tun konnte, die Architektur des westfälischen Denkmals heillos verunstaltet hatte. Jetzt ist der Bau, der mit seinen Kronen, Adlern und sonstigem Statuenbeiwerk wie eine preisgekrönte Schaufenstertorte in einem Konditorladen aussah, in einen ganz einfachen Turm verwandelt worden, und auch das Reiterstandbild selber hat man in seiner Wirkung durch Senken und Vorrücken des Sockels beträchtlich verbessert. Und zwar ohne Beschaffung neuen Steinmaterials, da das aus den abgebrochenen Teilen ausreichte, um die fetzt notwendig gewordenen Freiplätze und Brüstungsmauern in der nächsten Umgebung herzustellen. Mit relativ geringen Kosten und den einfachsten Mitteln, nur, indem man Ueberflüssiges wegnahm, ist hier sozusagen ein ganz neues und entschieden schöneres Denkmal geschaffen worden. Wenn erst einmal die Tränen derer, die an dem alten Kitsch wie an einer teuren Ueberlieferung hingen, getrocknet sein werden, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß das so umgestaltete Hohensyburg-Denk- mal die ungeteilte Freude aller Deutschen finden werde. * Unser wechselreicher Planet hat nachgerade so viele Berühmtheiten auf allen Gebieten des Lebens hervorgebracht, und die dankbaren Nachfahren sind allerorten so eifrig beflissen gewesen, ihnen Denkmäler aus Erz und Stein zu errichten, daß sich unliebsame Wiederholungen kaum mehr vermeiden lassen und die Gefahr besteht, all die ausgehauenen und gegossenen Staatsmänner, Könige, Feldherren und Gelehrten seien infolge der Ueberproduktion, deren Opfer sie geworden sind, nicht mehr geeignet, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Die praktischen Engländer haben das erkannt und scheinen damit beginnen flu wollen, ganz neuartige Kriterien der Denkmalswürdigkeit aufzustellen. Man will jetzt nämlich in London dem kürzlich verstorbenen ,König derKöch e", einem Herrn Escoffier, dem unsterblichen Schöpfer jener köstlichen Süßspeise, die unter dem Namen „Pfirsich Melba" bekannt ist, ein seiner würdiges Monument setzen. Der Gramtsockel wird eine große Marmorschale in der Form der genannten Leckerei tragen und, wie billig, sollen darauf auch die übrigen gastronomischen Meisterschöpfungen des großen Mannes Erwähnung finden. Man darf vermuten, daß namentlich die von der Festtafel des Lebens Ausgeschlossenen, deren Arbeitsverdienst vielleicht gerade ausreicht, um sie vor dem Hungertode zu schützen, der neuen Denkmalsidee begeistert zustimmen und Herrn Escoffier, deren Berühmtheit ihnen bisher unbegreiflicherweise entgangen war, fortan in dankbarer Erinnerung behalten werden. Wenn der amerikanische Anthropologe Dr. O. Caldwell recht haben sollte, scheint die Menschheit, deren größte Vertreter nicht müde wurden, ihr eine glanzvolle Entwicklung in Aussicht zu stellen, einer bejammernswürdigen Zukunft entgegen^ zugehen. Der Gelehrte hat nämlich in einer viel beachteten Vorlesung in Neuyork feine Auffassung über den mutmaßlichen Weg des Menschen in der Erdgeschichte dahin formuliert, daß der Homo sapiens, den Gott in einer schwachen Stunde nach seinem Bilde geschaffen hat, heute im Begriff sei, sich zum Assen zurück zu entwickeln. Dr. Caldwell begründete seine Meinung mit dem Ueberhand- nehmen von Radio, Telephon und parlamentarischem Geschwätz. Der Mensch rede mehr, als ihm nützlich sei, und so bleibe denn weiter nichts übrig, als sich mit der Möglichkeit, daß wir in ferner Zeit wieder auf den Bäumen herumklettern, mutig vertraut zu machen. Das sind ja allerliebste Aussichten, aber ganz so schlimm wird es wohl doch nicht werden. Aus zwei Gründen. Erstens: um wieder Affe zu werden, muß der Mensch logischerweise doch erst einmal Affe gewesen sein, eine Annahme, die trotz aller anthropologischen Begeiste- runa für den Affenmenschen bisher nie ernstlich bewiesen werden konnte und selbst von Darwin (der es doch wissen mußte) in dieser Form bekanntlich nie vorgetragen worden ist. Zweitens: weil es durchaus nicht feststeht, daß die wirklichen Affen bisher ein besonderes Interesse für Radio, Telephon und Parlamentarismus an den Tag gelegt hätten. Wir möchten also glauben, daß der Mensch es nach wie vor ganz in seiner Hand hat, das zu bleiben, was er ist, und es im übrigen dem amerikanischen Gelehrten überlassen sollte, für seine eigene Person die Konsequenzen aus feiner Rückentwicklungstheorie zu ziehen. Mutterdienst ist Volksdienst. Der deutsche Muttertag wäre nichts, stünde hinter ihm nicht der lebendige Wille eines Volkes, der deutschen Mutter auch mit der Tat zu helfen. Denn was nützen Worte, Dankreden und Lobpreisungen, wenn die Tat ausbleibt? Bon diesem Gedanken ist die nationalsozialistische Volkswohlfahrt ausgegangen und hat ohne Besinnen und Zaudern und gleichsam aus einem Nichts das große Hilfs- werk „Mutter und Kind" geschaffen, von dessen Auswirkung und kultureller Bedeutung aber sich die wenigsten eine Vorstellung machen können. Von zwei Grundforderungen ist dieses Hilfswerk jetzt ausgegangen: von der Verpflichtung der Volksgemeinschaft, an der Erhaltung und Gesundheit des Volkes mitzuhelfen: zum andern: durch diese Arbeit auch einen (kulturellen) Beitrag zu leisten an der Erziehung der deutschen Menschen zum Nationalsozialismus und zur Volksgemeinschaft. Aus der Fülle der Ausgaben soll hier, weil unsere Gedanken in diesen Tagen der deutschen Mutter gelten, nur das herausgegriffen werden, was im Rahmen dieses Hilfswerkes der Mutter unmittelbar zugute kommt. Doch zuvor: Wer ist es, der dieses gewaltige Werk in die Tat umsetzt? Welche Hilfskräfte arbeiten mit? Und wer gibt das Geld, damit dieser Mutterdienst gedeihen kann? In jeder Ortsgruppe der NS.-Volkswohlfahrt gibt es eine Hilfsstelle „Mutter und Kind", die von einer Frau geleitet wird. In diesen 24 217 Hilfsstellen arbeiten rund 100 000 Helferinnen, fei es ehrenamtlich, sei es hauptamtlich. Wieviel Opfersinn muß im deutschen Volke leben, da es möglich war, gewissermaßen im Handumdrehen, diesen stolzen Heerbann treuer, einsatzbereiter Helferinnen aufzu- stellen, die nun schon seit zwei Jahren im Stillen wirken und schaffen? Dieser Opferbereitschaft der Volksgenossinnen stand die Opferbereitschaft des Volkes zur Seite. Durch vier öffentliche Sammlungen im Jahre 1934 und eine im Jahre 1935 wurden 14 293 244,25 Mark aufgebracht. Was über diese gewaltige Summe hinaus noch gebraucht wird, fließt dem Hilfswerk aus den Mitgliedsbeiträgen der NS.-Volkswohlfahrt zu. Aber auch die großen Mengen der Sachspenden dürfen nicht vergessen werden, die dem Mutterdienst zugeführt wurden. Die Hilfe wird nicht wahllos und planlos gewahrt. Der Mutterdienst ist bewußt eine samilien- politische Maßnahme, die ihre hohe kulturelle Bedeutung hat. Da heißt es also Auslesearbeit zu treffen d. h. die erbgefunde deutsche Familie zu fördern und ihr allen Beistand zu geben. Grundsatz aber ist auch: daß diese Hilfe stets so bemessen ist, daß nach Erhebung des Notstandes die Familie in der Lage ist, sich aus eigener Kraft weiterzu- helfen. Denn dieses Hilfswerk „Mutter und Kind" will nicht zuletzt auch Erziehungsarbeit am deutschen Volke leisten. So werden z. B. den Müttern nicht immer fertige Kleidungsstücke übergeben, sondern diese werden in Verbindung mit der NS.- Frauenschaft in den Nähstuben durch die Mütter selbst hergestellt. Nebenbei: Da zur Lieferung der notwendigen Möbel, Betten und Haushaltungsgegenstände nur kleinere Handwerker oder die Heimindustrie herangezogen werden, so wirkt sich dieses Hilfswerk — wie überhaupt alle Zweige der NS.-Volkswohlfahrt — auef) bei den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen aus. Gewaltig ist die Zahl der Familien, denen auf diese Weise im Jahre 1935 wirtschaftliche Hilfe gewährt wurde: Sie umfaßte 1 179 142 Familien mit 4 761295 Familienmitgliedern! Welche Entlastung, welcher Beistand, welch neuer Lebensmut wurde durch diese Hilfe den deutschen Müttern zu teil! Ganz besonders und aus erbbiologischen Gründen will das Hilfswerk den werdenden Müttern und den Wöchnerinnen dienen. Beratende und aufklärende Hilfe geht mit praktischer Hilfstätigkeit Hand in Hand. So wurden Schriften wie „Ratgeber für Mütter", die über Säuglingspflege und Kinderpflege unterrichten, kostenlos verteilt und Ernährungsbeihilfen während der Schwangerschaft und nach der Entbindung gewährt, aber auch Säuglingskörbe und Säuglingsausstattungen in reichem Maße zur Verfügung gestellt, und endlich standen auch Haushelferinnen bereit, um in den Wochen vor und nach der Geburt den Haushalt der Mütter zu versorgen. Die Zahl der auf diese Weise betreuten werdenden Mütter und Wöchnerinnen betrug im Jahre 1935 genug 571 455 Mütter. Auch der ledigen Mutter wurde ge» halfen und zwar grundsätzlich in der gleichen Weise wie den ehelichen Müttern, nur daß hier, aus Gründen der Auslese, die Frage der Würdigkeit noch stärker geprüft wurde. Im Jahre 1935 wurden 32 765 ledige Mütter betreut. Welche Schicksals- wende für Tausende und Abertausende durch das große Hilfswerk „Mutter und Kind" herbeigeführt wurde, bedarf wohl keiner Beschreibung! Als Letztes fei von der Betreuung der deutschen Mütter durch die Muttererholungssür- sorge berichtet. Auch hier Zahlen, die in die Tausende und Zehntausende, ja über die Hunderttausende hinausgehen. Im ersten Jahre des Hilfs- .werkes, also vom April bis Ende Dezember 1934, 'wurden 40 340 Mütter zur Erholung verschickt. Diese Zahl stieg im Jahre 1935 an und betraf 65 676 Mütter. Insgesamt genossen also 106 016 deutsche Mütter an 2 968 448 Erholungstagen die Segnungen körperlicher und seelischer Entspannung und Gesundung. Man kann also sagen, daß der deutsche Muttertag das ganze Jahr währt! So wird aus der unablässigen Betreuung der hilfsbedürftigen deutschen Mütter dieser Mutterdienst zu einem Volksdienst, dessen Auswirkung für das Leben und die Kultur des deutschen Volkes unübersehbar ist. Dr. —nd— Kunst und Wissenschaft. Kulturphilosoph Oswald Spengler t Der Kulturphilosoph Oswald Spengler ist im Alter von 56 Jahren in München geworben. Oswald Spengler wurde am 29. Mai 1880 in Blankenburg (Harz) geboren. Nach dem Studium der Mathematik und Naturwissenschaft wandte fick Spengler zunächst dem höheren Schuldienst zu, gab sein Amt aber bald auf, um sich ganz schriftstellerischen Arbeiten widmen zu können. Er ist der Verfasser mehrerer geschichtsphilosophischer Werke, unter denen „D e r Untergang des Abendlan - d e s" am weitesten bekannt wurde. Dieses zweibändige Werk erschien in den ersten Nachkriegs- jahren, die für die Untergangs- und Auslösungsprophezeiungen einer solchen Geschichtsbetrachtung , besonders empfänglich waren und das Spenglersche Werk eine ungewöhnlich große Verbreitung finden ließen. Von den weiteren Schriften Oswald Spenglers sind noch zu nennen: „Preußentum und Sozialismus", „Neubau des Deutschen Reiches" und „Politische Pflichten der deutschen Jugend", die sämtlich in den Jahren nach dem Zusammenbruch des Novembers 1918 entstanden sind. Erwin Wittstock gewinnt den volksdeutschen Schrifttumspreis. Der volksdeutsche Schrifttumspreis, den die Stadt Stuttgart und das Deutsche Auslandsinstitut jährlich am 9. Mai, dem Todestage Schillers, verleihen, ist in diesem Jahre vom Vorsitzenden des Deutschen Auslandsinstituts in Stuttgart, Oberbürgermeister Dr. S t r ö l i n , dem Siebenbürger Dichter Erwin Wittstock für fein Werk „Sie Freundschaft von Kockel - bürg" zuerkannt worden. — Wittstock, ein Sahn der Siebenbürger Erde, ist bereits mit einer Reibe von dichterischen Arbeiten hervorgetreten. Mit seinem großen volksdeutschen Roman „Bruder, nimm die Brüder mit", in dem er von hoher dichterischer Warte aus den schweren Kamps der Siebenbürger Sachsen um die angestammte Scholle schil- dert, hat er sich einen besonderen Namen gemacht. Sein neuestes Werk „Die Freundschaft von Kockel- burg" zeigt in meisterhaften und packenden Szenen das innere Ringen von Menschen unseres Blutes und unseres Stammes um eine reifere und vertiefte Lebensgestaltung. Schleussner m i * Garantieschein rum In Memoriam Max Heger. Ium 20. Todestage des Komponisten am 11. Mai. Sommer 1911. An jedem Donnerstag sitzt im Nachtzug von Leipzig nach Meiningen ein großer starker Mann mit mächtigem Schädel und breiter Nase. Seine Augen blicken müde, aber er holt sein Notenskizzenbuch hervor und arbeitet unentwegt. Es ist der neue Meininger Kapellmeister Hofrat Professor Dr. Max Reger, und in diesen Nächten entsteht sein opus 125, die „Romantische Suite" nach Gedichten von Eichendorff für großes Orchester. Mittags ist er nach Leipzig gesah- ren, hat bis zum Abend im Konservatorium unterrichtet, in der Morgenfrühe wird er wieder daheim sein, dann warten Kapellproben, Korrespondenzen, Hofbesuche, Korrekturen — welch ein gehetztes Leben, welche Energie und Arbeitskraft in diesem begnadeten Künstler! Sein Ausstieg war nicht leicht. Schon der Jung- ling, am 19. März 1873 im Fichtelgebirgsdors Brand als Lehrersohn geboren und 1889 aus der Weidener Präparandenschule als „insbesondere für die Musik sehr gut beanlagt" entlassen, komponiert während seines Sondershäuser und Wiesbadener Konseroatoriumsbesuches die ersten Sonaten. Man muh in der aufschlußreichen Sammlung feiner Briefe, die um diese Zeit einsetzen, blättern, um einen Begriff zu haben, wie Reger ständig um Anerkennung kämpft, wie er selbst zum rührigsten Propagandisten seines Schaffens wird. Da ist kaum ein Schreiben, wo er nicht Neuigkeiten ankündigt, Urteile, Empfehlungen haben, aufgeführt und gedruckt fein will. In Wiesbaden fand er einen getreuen Freundeskreis und in ihm feine Lebensgefährtin, die ihm stets der beste Kamerad blieb und ihm nach feinem Tode in ihren Erinnerungen „Mein Leben mit und für Max Reger" ein schönes Denkmal setzte, nachdem bereits Else von Hase- Koehler aus Regers Briefen ein unvergängliches Lebensbild zusammengestellt hatte, „Max Reger, Briefe eines deutschen Meisters" (beide Bücher bei Koller & Amelang, Leipzig). Mitten im Trubel der Wagner-Epigonen und Drogramm-Musiker gingRegerunbeirrt seinen eignen Weg und wurde demzufolge angegriffen; man versuchte ihn totzuschweigen, hieb mit schlechten Kritiken auf ihn ein und wagte selbst ein Werk des bereits Anerkannten „Katzenmusik" zu nennen. Erst Meiningen wurde, nach Jahren in München und Leipzig, zum Höhepunkt seines Wirkens. Mit freudiger Unterstützung des kunstsinnigen „Theaterherzogs" führte Reger die Hofkapelle au neuer Blüte und reifte mit ihr durch ganz Deutschland — aber es war nur eine kurze Frist, Reger mußte aus Gesundheitsgründen seinen Abschied nehmen. Der Krieg brach aus, und Regers zogen nach Jena. Zwei Jahre später, am Morgen des 11. Mai 1916, ereilte ihn im Leipziger Hotel Hentschel ein Schlaganfall. Im besten Mannesalter aus seinem Schaffen gerissen hat Reger doch ein unvergängliches Lebenswerk hinterlassen. Er hatte den Mut, auf die schlichte (Scherl-Bilderdienst-M.) > M b Größe Bachs zurückzugreifen („Bach bedeutet Anfang und Ende aller Musik!"), und er selbst wurde der bedeutendste Orgelkomponist seit dem einzigartigen Thomaskantor, wobei er die Freude erfuhr seine Werke an jener geweihten Stätte durch den Freund Karl Straube aufgeführt zu hören. Bereits 1895 schreibt Reger an B u s o n i: „Wie soll die heutige, mit Tannhäuser und Tristan geschwängerte Jugend überhaupt zu einem richtigen Verständnis von Bach kommen? Gerade die neu aufwachsende Generation sollte man überall immer und immer wieder an den Urquell musikalischen Schassens und göttlichster Kunst — Johann Sebastian Bach — Hinweisen." Neger war alles andere als ein „Bohemien". Wie er intensiv für fein Schaffen warb, so wußte er es auch geschäftlich auszuwerten. Er war ein guter Familienvater und rechnender Haushalter, der allerdings durch seine Aemter und Konzerte recht ansehnliche Einnahmen hatte. Aeußerliche Künstlerallüren oder Lobhudelei verschmähte er und schrieb einmal an seinen Freund und Lehrer Adalbert Lindner: „Ich bitte dich, den Ausdruck Genius nicht mehr zu gebrauchen. Ich glaube an keinen Genius, sondern an feste stramme Arbeit." Wie sehr Reger um das Wohl seiner Berufskameraden besorgt war, bewies feine außergewöhnliche Anhänglichkeit an die Meininger Hofmusiker, als diese im Krieg, soweit sie nicht Dauervertrag hatten, brotlos wurden: Reger stellte sich trotz Krankheit und Arbeitsüberlastung zur Verfügung und dirigierte die Konzerte zugunsten der Kapellisten. Noch mehr strengten ihn die anderen Reisen an. „Es ist doch toll, was Deutschland trotz des Krieges für einen Musikhunger hat!" schreibt er an den Leipziger Freund Anschütz. Daß er selbst als völlig untauglich zum Frontdienst zurückgewiesen wurde, hatte ihn sehr enttäuscht und verletzt. Auf der letzten Seite des oben erwähnten Briefbandes findet sich ein Schreiben Hans Thomas an die verwitwete Frau Elsa Reger, worin der Maler treffende Worte über den Musiker sagt: „Ich kenne meine Deutschen und weiß, daß ihnen deutsches Wesen, wo es in seiner Tiefe sich äußert, im Anfang seines Erscheinens ganz fremd, ja sogar verhaßt ist. Meine Ahnung hat mich nicht betrogen, Max Reger war eine der sieghaften Seelen, die aus Felsgestein deutschen Wesens edle Kristalle bildete." Klaus E. Boerner. Kunstausstellung im Gladtthealer. Seit gestern befindet sich in den Wandelgangen und im Foner des Gießener Stadttheaters eine neue Ausstellung von Arbeiten einheimischer Künstler: Lotte D r o e s e und Hellmut Mueller- L e u t e r t zeigen Oelgemölde, Aquarelle und Handzeichnungen. Das ergibt eine, wie wir finden, ungewöhnlich harmonische Zusammenstellung. Die hier vereinigten Bilder liegen — unbeschadet einer charaktervollen Individualität der beiden künstlerischen Temperamente — etwa auf der gleichen Ebene und ergänzen sich in Vorwurf und Auffassung, auch im Technischen sehr glücklich. Uebrigens handelt es sich, mit ganz wenigen Ausnahmen, in beiden Fällen um neue, jedenfalls noch nicht öffentlich ausgestellte Arbeiten. Die Theaterbesucher seien nachdrücklich auf die Ausstellung hingewiesen, die Besucher der Sonntagmorgen-Veranstaltung im Besonderen, da sich die Bilder im Tageslicht naturgemäß vorteilhafter präsentieren als abends bei künstlicher Beleuchtung. Ohne ausführlicher auf Einzelheiten einzugehen, wozu uns heute der Raum mangelt, möchten wir von Lotte D r o e f e s Arbeiten den repräsentativen, dunkel leuchtenden Tulpen- strauß hervorheben, die beiden kleinen, farbig kultivierten Stilleben (Aepfel; Kastanien), bas „Fischermädchen" und die sehr durchgearbeiteten Porträt- Handzeichnungen. Von Mueller-Leutert, der sich im Malerischen immer mehr lockert und verfeinert, nennen wir eine reizvoll getönte, stimmungsvolle Vorfrühlingslandschaft (an der Lahn), ein lebhaftes, kleines Aquarell („Häuser"), die „Steilküste bei Niehagen" und das noble Bildnis „Gärtnerin". —y— Oie Narrenkappe. Guter Rat an Paderewski. Der berühmte polnische Pianist Paderewski hatte eine mächtige Mähne auf seinem Haupte. Sie trug ihm einmal in Amerika einen scharfen Tadel ein. In Boston, vor seinem Hotel, sprach ihn eines Morgens ein Straßenbengel an, ob er dem Herrn nicht die Sttefel putzen dürfe. Paderewski lehnte die Dienste dieses geschäftstüchtigen Knaben ab; da er aber sah, daß dieser Bengel von Schmutz starrte, sagte er zu ihm: „Du siehst ja aus wie ein Schwein; wenn du dir da drüben am Brunnen dein Gesicht schön sauber wäschst, schenke ich dir einen halben Dollar." Der Bengel tat, wie ihm geheißen, und war sofort wieder da, um seinen Lohn in Empfang zu nehmen. Paderewski gab ihm den halben Dollar; der Bengel aber, doch wohl ein bißchen in seinem Stolz gekränkt, sah sich seinen Gönner aufmerksam von oben bis unten und wieder von unten bis oben an und sagte dann zu ihm: „Wissen Sie was? Nehmen Sie das Geld wieder und lassen Sie sich dafür mal die Haare schneiden!" Es ist leider nicht überliefert, wie dieser edle Wettstreit ausgelaufen ist. A. P. P. Entweder — ober. Es gab kaum einen weniger musikalischen Menschen als den amerikanischen General Grant, den Oberstkommandierenden des Nordstaaten-Heeres gegen die Südstaaten. Nur wenn seine gesellschaftliche Stellung das unbedingt verlangte, besuchte er ein Konzert. Er hat einmal selber von sich gesagt: „Ich kenne nur zwei Melodien. Die eine ist der Pankee-Doodle (die amerikanische Nationalhymne), die andere ist es nicht." S.J.4pori Aufstiegspiele zur Bezirksklasse. SV. 20 Collar — Sportfreunde Wetzlar VfB. Aßlar — Sport- und Spielclub Burg. Die morgigen Spiele sollten eine endgültige Klärung der Aufstiegfrage mit sich bringen. Collar dürfte, zumal zu Hause, sich von den Wetzlarern trotz der Schwächung ihrer Mannschaft nicht schlgZSn lassen. Da Aßlar und Burg zur Zeit punktgleich sind, letztere Mannschaft aber über Das bessere Torverhältnis verfügt, so müssen die Aßlarer, wenn sie aussteigen wollen, einen Sieg erringen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 60/94 Hanau — 1900 I Die Blau-Weißen stehen am Sonntag wieder vor einer schweren Aufgabe. Der Gegner 60/94 Hanau besitzt zwar nicht den Ruf wie Hanau 93. Trotzdem ist die Tradition dieses Vereins nicht minder als die seines großen Ortsgegners. In früheren Jahren, während der Zugehörigkeit zur mainischen Ciga, besaß die Mannschaft recht beachtliches Können und es war mehr wie einmal der Fall, daß die großen Favoriten Eintracht, Fußballfportoerein Frankfurt a. M. und Kickers Offenbach lieber- raschungen in der Goldstadt erleben mußten. Spieler, wie der heute als Schiedsrichter tätige F i e d - l e r und Heck wurden des öfteren zu repräsentativen Spielen herangezogen. Fiedler z. B. besitzt den Rekord, fünfmal Mitglied der süddeutschen Mannschaft gewesen zu sein, die den Bundespokal gewann. Heute setzen Daßbach und die Gebr. Sachs diese Tradition fort. Es ist also kein leichter Gang, den die Blau-Weißen da vor sich haben und eine Niederlage wird wohl nicht umgänglich sein. Bestrebt sein sollte die Mannschaft allerdings, daß sie nicht wieder so klar wird, wie am vergangenen Sonntag. Die Aufstellung Schmidt; Zeiler, Cippert; Schmitz, Congs- dorf, Rinderknecht-, Ranft, Koch, Enders, Heilmann, Hain läßt wohl darauf schließen, daß man bemüht ist, diesem Umstand entsprechend zu begegnen. Fraglich ist allerdings, ob sich die Verstärkung auf dem Papier auch auf dem Platz auswirken wird. Lugendkämpfe bei der Spiewgg.l 900. 1900 2. Jugend — VfV.R. 2. Jugend. Wer bei dem Spiel der 2. Jugend Sieger bleiben wird, muß man abwarten. Von den bisher ausge- tragenen zwei Spielen wurde eins gewonnen, eins verloren. Wenn die Mannschaft mit Eifer und Siegeswillen an die Sache herangeht, sollte ein knapper Sieg nicht unmöglich sein. 1900 1. Schüler — VfB. Friedberg 1. Schüler. Die 1. Schülermannschaft empfängt zu einem Freundschaftsspiel die gleiche Mannschaft des VfB. Friedberg. Die Gäste verfügen über eine gut eingespielte schnelle Mannschaft, die den 1900ern hart zusetzen wird. Jedoch unsere Mannschaft hat in den letzten Spielen gezeigt, daß sie auch zu kämpfen versteht. Man hofft auf einen knappen Sieg. Leihgestern ist der Gegner der 2. Schüler. Die kleinen Blau-Weißen sollten das Spiel für sich entscheiden. Die Mannschaft Ceihgesterns hat in den vergangenen Schulmelsterschaftsspielen sehr gut abgeschnitten. VfB.-Reichsbahn Gießen. Germania Bieber auf dem Daldsporlplah. Mit diesem Spiele setzen die Gießener ihr Vorhaben, Frankfurter Mannschaften nach Gießen zu verpflichten, fort. Die Germanen aus Bieber mußten bei der Neueinteilung der Gauliga absteigen, obwohl sie sich bis dahin erfolgreich in dieser Spiel« klasse behauptet hatten. Seit dieser Zeit kämpften sie innerhalb der Südmain-Bezirksklasse vergeblich um den Aufstieg. Die Germanen sind für das Gießener Publikum nicht unbekannt. Die Gäste sollen auch dieses Jahr sich in einer sehr guten Form befinden. Der beste Mannschaftsteil ist die Hintermannschaft. In diesem Gegner treffen die Hiesigen somit auf eine Mannschaft, die bestimmt mehr Widerstand leisten dürfte, als ihre seitherigen Gegner. Trotzdem kann man auch diesem Spiele mit Vertrauen entgegensehen. Die hiesige Mannschaft befindet sich zur Zeit in einer guten Form. Mit der Vertretung der Gießener find folgende Spieler betraut: Balser; Cehrmund, Leutheuser II; Hauptfeld, Knaus, Feuster; Antes, Schmidt, Heß, Fehling, Szponik. Die zweite Mannschaft spielt in Wetzlar gegen die gleiche vom SV. 05. Sie dürfte um eine Niederlage nicht herumkommen. Jugendsuhball. Die erste Jugend fährt nach Butzbach. Nach den Ceiftungen des Gastgebers in Gießen dürfte dieses Spiel eines der schwersten werden, das die Gießener bis jetzt ausgetragen haben. Die zweite Jugend kämpft gegen die gleiche des Lokalgegners. Die dritte Jugend hat Heuchelheims Zweite zu Gast. Ein Sieg der Hiesigen liegt im Bereiche der Möglichkeit. Wenn die erste Schüler- mannfchaft in Collar sich erfolgreich behauptet, fo hat sie noch Aussicht auf den Meister dieser Klasse. Die 2. Schülermannschaft spielt ebenfalls in Collar. Zußbattabkeilung des Tv.1846 Gießen. Klubkampf gegen die Spielvereinigung. Am morgigen Sonntag findet auf dem Universitäts-Sportplatz ein kleiner Cokalkampf zwischen 1900 und Tv. 1846 statt. Schon zweimal kämpften 1846 I und 1900 II gegeneinander, ein 2:0=Sieg von 1900 und ein 2:2 waren die letzten Ergebnisse. Durch den Weggang der Soldaten haben die Turner fast ihre gesamte 1. Mannschaft'verloren, jedoch sollten sie in der Cage sein, den Spielvereinigungs- teuten ein gleichwertiges Spiel zu liefern. Vorher treffen 1900 III und die II. der Turner aufeinander. Hier sollten die 1900er einen glatten Sieg landen können, zumal die Turnermannschaft neu gufammcngeftent ist. Erstmalig tritt eine Schülermannschaft des Tv. auf den Plan. Gegner ist eine Schülermannschaft der Spieloereinigung 1900. , ffL.Teuionia" Watzenborn-Steinberg Für den kommenden Sonntag hat der FE. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg auf eigenem Platz ein reichhaltiges und vielversprechendes Programm vorgesehen. Den einheimischen Freunden und Anhängern ist somit Gelegenheit gegeben, sich von den Fortschritten aller Mannschaften in letzter Zeit zu überzeugen. Schon in der Mittagsstunde tritt die 2. Mannschaft der Teutonen der 1. Mannschaft aus Großen- Cinden gegenüber. Reichlich vorhandene Spieler dürften es Der Mannschaftsaufstellung leicht machen, den Gästen aus ©roßen-Linden einen gleichwertigen Gegner gegenüber zu stellen. 3m Anschluß an dieses Treffen tragen zwei Jugendmannschaften ein Serienspiel aus. Gäste sind in diesem Spiele die Jugendlichen aus Steinbach. Als Haupttreffen ist das Spiel der 1. Mannschaft anzusehen. Ist es doch ein Klassengegner früherer Jahre — die 1. Mannschaft aus Butzbach —, die mit der hiesigen Elf ihre Kräfte messen will. Das Vorspiel in Butzbach entschieden die Butzbacher mit einem 1:0-Sieg. Die Teutonen, die ihre Gegner der letzten Wochen mit Klassenunterschied schlugen, werden wohl bestrebt sein, auch über diese Bezirksklassenmannschaft Sieger zu bleiben. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I — Daubringen I. Am morgigen Sonntag wird die 1. Elf des Sportvereins 1928 Garbenteich ihr letztes Aufstiegspiel gegen die gleiche vom Sportklub Daubringen auf eigenem Platze bestreiten. Obwohl dieses Spiel für Garbenteich keinen Einfluß mehr auf die Kreis- meisterfchaft haben kann, so hat man doch das Bestreben, auch diesen Kampf noch siegreich zu gestalten. Das Borspiel konnten die Blau-Weißen in Daubringen mit 3:0 Toren gewinnen. Man darf aber trotzdem die Gäste unter keinen Umständen zu leicht nehmen, denn erst am vergangenen Sonntag bewiesen sie, daß sie eine große Ueberkaschungs- mannschaft sind, denn sie schlugen die starke erste Elf vom VfR. Cich mit 3:0 Toren. Der Sportverein wird bei diesem Treffen in derselben Aufstellung wie in Daubringen und in Krofdorf antreten. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Hungen I — Leihgestern I. Am morgigen Sonntag fährt die 1. Mannschaft nach Hungen und löst dort eine Rückfpielverpflich- tung ein. Wer Sieger bleibt, ist ungewiß. Zu dem schweren Spiel treten die Blau-Weißen in starker Besetzung an und man darf auf ein gutes Ergebnis hoffen. Die 1. Schülermannschaft spielt in Gießen gegen die 2. Schüler der Spielvereinigungsleute. HandballimKreisLahn-OilllGauXII) Aufstiegspiele. Tv. ©rüningen — Tv. Alsfeld. Alsfeld wird in diesem Spiel zu zeigen haben, ob seine beiden bisher erfochtenen Siege Zufall oder aber auf Grund der Spielstärke errungen worden sind. Wenn auch ©rüningen sein letztes Spiel verloren hat, so darf als sicher angenommen werden, daß es dadurch nichts von seiner Spielstärke eingebüßt hat. Es ist vielmehr sicher, daß sich ein äußerst spannender Kampf entwickeln wird, der den Glücklicheren als Sieger sehen wird. Tv. Allendors (Cba.) — Tv. Dutenho fen. Die Platzbesitzer haben ihre derzeitige Spielstärke am letzten Sonntag deutlich unter Beweis gestellt. Da auch Dutenhofen zur Zeit über eine sehr gute Mannschaft verfügt, ist der Ausgang des Kamvfes vollkommen offen. Wenn entgegen der seitherigen Spielweise diesmal alles klappt, kann der Sieger Dutenhofen heißen. Der Kampf um die Jugendmeisterschaft sieht nur eine Begegnung vor, weil das Spiel Ruttershausen gegen Münchholzhausen abgesagt wurde, und zwar Tv. C ü tz e 11 i n d e n — Tv. C a n g - G ö n s. Es ist kaum anzunehmen, daß Cützellinden nach dem schlechten Abschneiden vom vergangenen Sonntag den Gästen ernstlichen Widerstand entgegensetzen dürste. Aller Voraussicht nach wird Cang-Göns seine derzeitige Führung durch einen weiteren Sieg noch mehr befestigen. Freundschaftsspiele. Tv. Holzheim — Tv. Hausen. Das Spiel, das am letzten Sonntag abgesagt werden mußte, bringt zwei alte Rivalen zusammen, die schon mit wechselndem Erfolg sich gegenübergeftanben haben. Wenn auch Hausen zur Zeit wieder im Kommen ist, wird es kaum zu einem Siege langen, weil die Gastgeber zur Zeit wieder eine sehr gute Mannschaft ins Feld stellen. Tv. Cich — Tgde. Friedberg. Cich hat sich etwas üorgenommen. Denn obwohl die Gäste in ihrer Spielstärke zurückgegangen sind, verfügen sie heute noch über eine Mannschaft, die sich erst nach Kampf geschlagen gibt. Es ist unter diesen Umständen kaum anzunehmen, daß Cich die Oberhand behalten wird. Tv. Heuchelheim II — Tv. Wißmar. Eine komplette Heuchelheimer zweite Garnitur wird gegen Wißmar auch auf eigenem Platz nicht ankommen können. Es ist deshalb schon anzunehmen, daß die Gäste den Sieger stellen werden. Handball der Studenten. Universität Gießen — Universität Halle 4:10. Im Kampf um die Hochschulmeisterschaft der Studenten im Handball standen sich gestern auf dem Universitätsfportplatz die Mannschaften der Universitäten Halle und Gießen gegenüber. Der Kampf endete mit einem Sieg von 4:10 Toren der ©äste. (Wir berichten noch!) Was versteht eine Frau von Herrenmode? Nichts, sagen manche. Sie kann nicht einmal eine Krawatte binden...... Aber die Frau versteht eines: Das gewisse Etwas! Das gewisse Etwas, das in gepflegter Kleidung liegt. Das gewisse Etwas, das in dem Satze gipfelt: Dieser Mann sieht gut aus! Das große Spezinlhaus Köhler, Gießen hat „das gewiße Etwas" zu verkaufen. 1000 en von Anzügen und Mänteln ihres Lagers ist es ausgeprägt. Bei Köhler findet die Dame, die „nichts davon versteht", den Anzug oder Mantel, den ' e an „Ihm" zu sehen wünscht. Bei Köhler findet der Herr für sich selbst einen Anzug oder Mantel, den die Frau zu schätzen weiß. Köhler- Anzüge bleiben auch auf die Dauer gut in Form, sie sind auf ein Gespinst aus Pferdehaare gearbeitet, die sich gegen jeden Krumpf sträuben, dabei sind Köhler-Anzüge gar nicht teuer und die Auswahl ist geradezu phantastisch. 298sA Ihre Verlobung geben bekannt Anna Müller Fritz Oebus Hörnsheim Oberhörgern Mai 1936 29^ D Statt Karlen Essen 2984 V Statt Karten Gasthaus Or. Eugen Heck und Frau Paula, geb. Höxtermann geben ihre Vermählung bekannt Gießen, Mühlffraße 3 9. Mai 1936 Ihre Vermählung geben bekannt Or. Ernst Schmitt Hilde Schmitt, geb. Plank 2981 v d031 D Gießen, Horst-Westel-Wall 27 Heuchelheimer Mühlchen Marburg, Oeutschhausstr. 42 9. Mai 1936 Schiihenhaus Sonntag, den 10. Mai Großes Volksfest mif Tanz Eintritt frei. 30ijd WIESECK Sonntag, den 10. Mai, ab 19 Uhr TANZ „Zum kühlen Grund“ Inhaber A. Schepers 2982 v 3nr deiillA» Uk Klein-Linden Sonntag f fltt) Anfang lO.Mai yijlM 4Ubr! Es ladet ein Franz Rathenow. Schokoladen j für Wiederverkäufer I 67ieD ERNST MUTH I Ludwigstraße Nr. 42 I Ihre Verlobung beehren sich anzuzelgen Gretel Münch Ernst Schomber Gießen, den 10. Mal 1936 Riegelpfad 26 Ebelstraße 11 2995 d Hous do» kiolcstonöbrstandos / Cncugungefchlodif Marktordnung /mohrore tausend Zuchttiere / jaht- rciche Lehrschauen (u. a. Weinbau-fchrfchau) 7000 Landmaschinen / Nolt- und fahrturnicr. Sonntags - Rückfahrkarten in 300 hm Umkreis oon Frankfurt am Main in der Zeit vorn 15.—25. Mai Markisenstoffe Uni n. gestreift in verschied. Farben (Imprägniert) sowie Läuferstoffe in aparter Musterung für Gartenstühle Fernspr. 3565 GIESSEN Bahnhofstr. 31 Das führende Spezialgeschäft für Teppiche, Gardinen, Bettwaren Monhlöooo *on3 bis 20v. N. erhalten Sie bei wieder- NdCnläSSu holten Veröffentlichungen einer AnzeigeI 'Billige COLUMBUS •fabrlen mit Dem Lloy ööampfet »General oon Steuden« LLOYD-OSTSEEFAHRT Sechs LänÖer-Fahrt I 27. Juni bis 13. Juli / ob RM 350.— fern« mit DD. «Gen. o.Steubcn« »Stuttgart. »Bremen. »Europa* »Columbus. »Berlin* PFINGSLSONDERFAHRT zuc FLOTTENPARADE in der Kielet Bucht und nach KOPENHAGEN oom 28. Mol bis 2. Juni / ob RM 80.- PFINGST-MITTELMEERFAHRT oom 22. Mai bio 10. Juni ab RM 385.« POLAR-NORDKAPFAHRTEN 26. Juni bis 12. Juli, 13. Juli bis 29. Juli, 18. Juli bis 12. Augu(t, 1. bla 17. Augutt / ob RM 500.- bezro. ab RM 270.» RUND UM ENGLAND«FAHRT oom 19. bis 30. Augu(l / ab RM 220.« Außerdem ob August weitere Mittelmeer« und MaDeiro«Fahrten. IM URLAUB NACH AMERIKA während des ganzen Jahres! MlnDtttlahcpctll* nach Maßgabe oorbanOcntt Platj« Auohunft und Prospekte durch Oie ßezlchoocrtreter unö NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Gießen: Kretzschmar, Selters weg 24 3003 V •COLUMBUS», Deut(thlanöo grämte» SdMtl Im EtttoluogorieU,notthtt)t Dom 7. Juli bio 19. Juli AFRIKA MADEIRA FAHRPREIS Aß RM 250.- 20. bla 27.7. / 28.7. bis 4.8. SCHOTTLAND NORWEGEN FAHRPREIS Aß RM 14$.- Für die Vielen Glückwünsche und Geschenke zu unserer Silberhochzeit danken herzlich Friedrich Wald und Frau Steinbach, den 9. Mai 1936 02148 Nervös-Erschöpfte und rheumatische Leiden 101v Spezialkuranstalt Hof heim 7 (Taunus) Mäßige Preise. Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlags- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift„Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde ADLER Fahrräder Vertreter: Jakob Schupp Bahnhofstraße 27. Fernsprecher 3281. O£. WMV GvU, 44^ / Ein Zeichen, dah Sie wie alle klugen Freuen jefjt die Frühjahnkur md 0, Richten Frühstückikräulorlee beginnen müssen. Sie sollen einmal sehen, wie verjüng! Sie sich daraufhin fühlen. Den Grübchen, Fältchen, dem Doppelkinn rücken wir zu Leibe. Das Blut zirkuliert besser, der Stoffwechsel wird gefördert, es wird Ihnen frühlings, leicht werden. Beginne* Sie jet)l die Frühjahnkur mit dem echten Dr. Ernst Richters FrühstückskrSutertee P»c s u n g 9 M *80 «"d 2 2 S ■« Apolhii,« Drogerien [Richtertee und Quick mit Lezithin aus eine» Quelle 2 < Kein ri chmarkt am 14. Mai in Lang-Söns. Der Leiter der Gemeinde Lang-Göns, Bürgermeister Wenzel, gibt in unserem heutigen Anzeigenteil bekannt, daß der für den 14. Mai vorgesehene Prämiierungsmarkt, verbunden mit einer politischen Großkundgebung, an diesem Tage aus- sällt. Dafür wird der Markt am 4. Juni in Verbindung mit einem Volksfest abgehalten. (Siehe Anzeige.) Bon einem Lastauto überfahren und getötet. O Nidda, 8. Mai. Auf tragische Weise kam gestern ein 37 jähriger Mann auf dem Wege zu seiner Arbeitsstätte ums Leben. Um rascher zur Arbeitsstätte zu gelangen, setzte er sich, trotz Verwarnung, auf den beladenen Anhänger einer Zugmaschine, sprang jedoch während der Fahrt so unglücklich ab, daß dieRäderihmden Kopf zermalmten und der Tod aut der Stelle eintrat. Der Verunglückte, in Wolferborn beheimatet, hinterläßt Frau und zwei unmündige Kinder. Nächtlicher Autounfall bei Sichertshausen. * Sichertshausen. 9. Mai. In der vergangenen Nacht ereignete sich hier unweit des Dorfes, aber an einer abgelegenen Stelle, ein Auto- unfall. Arbeiter, die ihre Nachtschicht im Werke zu Lollar beendet hatten und sich auf dem Heimweg befanden, bemerkten an der Stelle des Unfalls einen Lichtschimmer, dem sie nachgingen. Sie fanden dort ein Auto, das halb die Böschung hinabgestürzt und durch einen Baum vor dem Absturz in größere Tiefe gehalten worden war. Zur Hälfte unter dem Auto liegend fanden sie den Führer des Kraftwagens. Die Arbeiter verständigten sofort den nächsten Arzt, der die Ueberführung des Verunglückten in die Klinik nach Gießen veranlaßte. Bei dem Verunglückten handelt es sich um einen Dr. Schaub, lieber feine Person und über den Hergang des Unfalles konnte bisher nichts Näheres in Erfahrung gebracht werden, da der Verunglückte nicht vernehmungsfähig ist. Mutmaßlich hat er innere Verletzungen erlitten Kreis Schotten Lpd. Schotten, 8. Mai. Der vier Jahre alte Ernst Jung fuhr zusammen mit einigen anderen Kindern auf einem Milchwagen von Laubach nach Freienseen. Als das Fuhrwerk über eine Straßengosse fuhr, fiel der Junge durch die Erschütterung herunter und wurde von den Rädern des Wagens überfahren. Mit schweren Verletzungen wurde das Kind ins Laubacher Krankenhaus gebracht, wo es noch im Laufe der Nacht starb Kreis Bübingen. F Bad Salzhaufen. 8. Mai. Heute vormittag wollte ein Bulldogg mit Anhänger auf der Straße vom hiesigen Waldfriedhof zur Salzhäuser Straße das Bahngleis, das hier ein Wäldchen durchschneidet, überqueren. Der Lenker des Fahrzeugs hatte vermutlich die Warnung s- fignale der Lokomotive überhört. Die Lokomotive schob das Fahrzeug an den Vorderrädern eine Strecke seitwärts, bis es umfiel und zertrümmert wurde. Der Fahrer kam glücklicherweise ohne Schaden davon. SOZahre im Dienst der Feuerwehr Heuchelheim. Unser Bild zeigt die beiden Feuerwehrkameraden Jak. Germer III. (links) und Karl Germer (rechts), die für 50jährige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr Heuchelheim durch den Führer ausgezeichnet wurden. Wir berichteten gestern bereits darüber. (Aufnahme: Neuner, Gieß. Anzeiger.) >4 4 3039 D Klein-Linden, Heuchelheim, den 9. Mai 1936. 3029 L) zu 192.-Mk. Photo - Kino Kreuzplatz 9 2327 V KAMERA Samenhaus SCHÄLKUR Packung Q50 BH «■'bad 1.-RH in aiiIn APOTwtxi* Gartenschläuche Los einer Hühneraugen Hornhauty Bergisches Kroftfuttervver|c6.m.b.H.Düsseldorf-Hafen Los III: Maurerarbeiten, Los IV: Spenglerarbeiten zu zu beseitigt sicher schmerzlos radikal Contax Rolleicord Rolieiflex Heidecke. Die Leica Mod.Stand.z. Leica Mod. II. . zu Leica Mod. III. zu 3025A 155.- Mk, 24').- Mk. 355.-Mk. 275,- Mk. 88.-Mk. Original - Packungen schützen den Verbraucher! Achten Sie beim Muskator-Ein- kauf auf Schutzmarke Namenszug und Bilder-Wertscheine. Es ist bestimmt in Gottes Rat daß man vom Liebsten was man hat, mub scheiden. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied plötzlich und unerwartet unser innigstßeliebtes. unvergeßliches, einziges Kind, unser Enkel, Pate und Neffe 820 v Fahrradständer C. Seibel, Frankfurter Str., 0. Winterhof!, Kreuzplatz 9/10. Grün berg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Lanbach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. „4v Autogaragen, Lager- und Geräteschuppen Wellblechbauten t. jed.Verwendungszweck Eisenwerk Siegen G. m. b. H. Marienborn-Siegen. Postfach 95. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an dem so schweren Verlust unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen Anna Elisabethe Walther, geb. Hilberg für die vielen Kranzspenden, sowie für die Trostworte am Grabe durch Herrn Pfarrassistent Metzler sagen wir allen unseren herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Walther III. Daubringen, den 9. Mai 1936. In tiefem Schmerz: Wilhelm Schneider und Frau nebst allen Angehörigen Lollar, Wieseck, Kehl a Rh , Köln a. Rh., den 8. Mai 1936. Die Beerdigung findet am Montag, dem 11. Mai. nachmittags 3 Uhr, in Wieseck, vom Trauerhaus Rabenauerstraße 16 aus statt. 3028 Ü Zum Veredeln: I a kaltflüssiges Baumwachs Edel-Raffiabast Veredelungsmesser Baumsägen Die teilweise Erneuerung des Dachwerkes am Empfangsgebäude des Bahnhofs Hungen soll öffentlich vergeben werden. Die Angebote Sir immer xfiußbaxile KAMERA sowie jede and. fflarken-Kamera 5 Tage zur Ansicht, Umtausch alterKameras. Rest bequeme Monatsraten Photo-Optiker Geller Am Bahnhof Bloßen 3004D Hans im blühenden Alter von 7 Jahren. Diese Kameras, die alle technischen und praktischen Vor züge in sich vereinigen, sind die Apparate für den anspruchsvollen Amateur. Bei den be- äuemen Zahlungsbedingungen ie ich Ihnen einräume.sollten Sie sich diese Apparate mal unverbindlich zeigen lassen. wwi44iu. für Nervöse J Schwache und alle,diesich matt „ und elend fühlen Flaschen zu RM 1,95, RM 3,70 und RM 4,65, Doppelherz-Dragees RM 1,50. I: Dachdeckerarbeiten, Los II: Zimmerarbeiten, Zur BehümpIunO von Ungeziefer und Pilz an Oösihämnen u. Sträuchern empfiehlt Schwefelkalkbrühe Kupferkalk-Wacker Bleiarsenat Borchers Zabulon; können, solange der Vorrat reicht, zum Preise von 90 Rpf. je Los (nicht Briefmarken) vom Reichsbahn- belriebsaml Gießen 1 bezogen werden 3021D Die Vergebung unterliegt als Vergebung einer öffentlichen Stelle den Bestimmungen der Verord- Schlauchwagen — Schlauchannaturen W e 3034 A Paul LflUICr Gießen Wagengasse (Nähe Marktplatz) Der scheußliche Druck Im Magen, Sodbrennen, Brechreiz, Schmerzen kaum zum Aushalten,Benommenheit Im Kopf, ermattet der ganze Körper —das sind die Zeichen des nervösen Magens. Ein einziger Versuch mit Roba-Salz —die Erleichterung, die Sie schon nach Minuten verspüren, wird Sie überzeugen, daß es bald überhaupt keine Beschwerden mehr für Siegeben wird. Und wenn Ihr Leiden 20Jahre alt Ist — Roba-Salz hat schon ganz Verzweifelte wieder zu lebensfrohen Menschen gemacht. Beweis; Tägliche Danksagungen. Roba-Salz in Pulver- und Tabletten-Form RM. 1.2^ in d. Apotheken, bestimmt: Univ.- Apoth. z. gold. Engel, Marktplatz; Pelikan-Apoth., Kreuzpl. 2. 3ouV .... v v -------- Verordnung über Preisbindungen und gegen Verteueruna der Bedarfsdeckung vom 29. 3.35. Eröffnung der Angebote am 22. Mai 1936, 10 Uhr. Reichsbahnbetriebsamt Gießen 2. Das „höchste der Gefühle“ so nennt der Amateur die leistungsfähigen Apparate von Leitz, Zeiß-Ikon, Franke und Künstliche Augen fertigen wir naturgetreu für unsere Patienten F.Ad.MüllerSöhne ZS WIESBADEN SS In Gießen: Universitäts- Augenklinik, Friedrichstr. 18 vom 18.-20. Mai 1936 Zugelassen bei allen Kassen und Behörden. Heinrich Hahn Bahnhofstraße Telephon 3403 3044A Birkenwalfer llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll ist nicht nur ein hervorragendes Haarpflegemittel, sondern auch eine prächtige Hilfe bei der Frisur. Damen schätzen es ebensosehr wie Herren. Auch onduliertem Haar tut es keinen Schaden, wenn es in die Kopfhaut eingerieben wird. So aber ist Birkenwasser immer zu verwenden: kräftig massieren, um so größer die Wirkung. Achten Sie auf die Originalmarke „Dralle“. l2165V Musfeatot Packungen schon von 1 Kilo an. Ä Waschbütten V unzerfallbar Ptlanzenkübel D Leiterwagen Schiebkarren St Uferet ““d Sommetforn Bleichstraße 12. Tannen- «• AnniMolz abzugeb. Beitel! erb wir v Poftk DamplsägewerkLollar B.NuhnA.6.,Lollar. Frau Erna Volkmann, geb. Gernandt im kaum vollendeten Alter von 34 Jahren. Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. Mai, nachmittags 3 Uhr, in Klein-Linden, von Wetzlarer Straße 24 aus statt In tiefer Trauer: Wilhelm Volkmann und Kinder Philipp Gernandt und rrau Maria Volkmann Wwe. Familie Ernst Schmidt Todes-Anzeige Am Freitag, dem 8. Mai, morgens 9 20 Uhr, entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter. Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante 24UI A (M \ „ Häuser 1 \ Der neue H&oüer. \ \ vereint ßodenlufter l \ ^ad\c6O Lo ->»- \ \ 3.40 ........................ 1 W-Wd trocken, 40-60 mm stark, abzugeben. Näheres 02069 Dammstratze 27. Heil-Massage orlhoD.Toroen Frau A. Lorenz, staatl. geprüft. Schiffenb. Weg 19, Ruf 3797. i5»i.d Aufforderung. Folgende Einlagebücher usw. der Bezirkssparkaffe Gießen find abhanden gekommen: 2977D RM. Sparbuch Nr. 2302, lautend auf Flamen Frau Kath. Roth, Gießen. „ „ „ 11633, lautend auf Namen Frau Elisabeth Nicklas, Gonzenheim. „ „ „ 26098, lautend auf Namen Georg Paetow, Gießen. „ „ „ 29973, lautend auf Namen Christine Wilhelm, Gonzenheim. Aw. „ „ 2480, lautend auf Namen Ottilie Bindewald, Gießen. , „ „ „ 12450, lautend auf Namen Franz Sauer, Gießen. „ „ „ 12941, lautend auf Namen Emil Horst, Gießen. „ „ „ 34741, lautend auf Namen Tont Geilfuß, Gießen. „ „ „ 50771, lautend auf Namen Frau Kath. Weigel, Garbenteich. „ „ „ 55954, lautend auf Namen Katharina Loh, Gr.-Linden. „ „ „ 56221, lautend auf Namen Else Neumann, Gießen. Verwahrungsschein zu Depot Nr. 1582, lautend uuf Namen Louis Rosenbaum. Gro- ßen-Linden. „ Depot Nr. 2576, lautend auf ien Wingolf - Verbindung, en. Die Inhaber nannten Sparbücher bzw. Verwahrungsscheim werden hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche an diese binnen drei Monaten, vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an, bei uns geltend zu machen, andernfalls die Kraftloserklärung erfolgen wird. Gießen, den 7. Mai 1936. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates ______der Lezirkssparkaffe Gießen: Ritter. Bekanntmachung. Dienstag, den 12. 2Uai 1936, findet in Gießen Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt statt. Auftriebszeit von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Nächster Schweinemarkt: Mittwoch, den 27. 2Hai 1936. 3001C Gießen, den 9. Mai 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Sie Willing non Mklen in öer Gemeinde lnng-Göns. Der für den 14. 5. 36 vorgesehene Prämiierungs-, Rindvieh-, Schweine- und Krammarkt, verbunden mit einer pol. Großkundgebung, fällt an diesem Tage aus. Er wird dafür am 4. 6. 36 als Rindvieh-. Schweine- und Krammarkt, verbunden mit Volksfest abgehalten. 3014D Wenzel, Bürgermeister. Frankfurts großes Spezialhaus für Wohnungs-Einrichtungen mit seiner vorbildlichen Schau wohnfertiger Räume und seinen preiswerten Angeboten bittet um Ihren Besuch I Deutsche WK-Möbel Mustergültig in Form und Arbeitl Stil-Möbel wie Barock. Renaissance. Chippendale usw. Wohnstatt-Möbel Deutsch in Stil, Holz und Arbeit Zimmer aller Preislagen und Geschmacksrichtungen in Eiche, Nußbaum, Birke, Mahagoni, Birnbaum und vielen anderen Holzarten 1 Küchen, Einzel- u. Polstermöbel Frankfurt am Main Annahme von Bedarfdeckungsscheinen 26l9V Nr. 108 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, 9. Mai (936 Dankopfer Ser Nation. Alle deutschen Volksgenossen tragen sich in die Spenderlisten für das Dankopfer der Nation ein! Die Einzeichnungsstellen: Sturmbann 11/116 (ließen). Sturm 5/116 Gießen, Senckenbergstraße 1 (Fahnensaal der SA.-Standarte). Sturm 6/116 Großen-Linden, Gasthof (Zur Linde) am Bahnhof. Sturm 7/116 Lang - Göns, Bürgermeisterei, Neugasse 1. Sturm 8/116 (früher Sturm 12/116) Gießen, Damm- straße 29. Sturm 45/116 Gießen, Ludwigstraße 55. Sturm 46/116 Gießen, Ludwigstraße 64. Sturm 47/116 Gießen, Sonnenstraße 29. Nachrichten-Sturm Gießen, Neuenweg 28. Sturmbann III./116. Sturm 9/116: Sturmgeschäftsstelle Großen-Buseck, altes Rathaus. In Trohe: bei Obertruppführer Rühl; in Rödgen: bei Scharführer Hartung; in Alten-Buseck: bei Truppführer Körber; in Oppenrod: bei Rottenführer Pitsch; in Burkhardsfelden: bei Scharführer Brück. Sturm 10/116: Sturmgeschäftsstelle in Steinbach (Schule). In Garbenteich: auf der Bürgermeisterei; in Hausen: bei SA.-Mann Fink; in Dorf-Güll: bei Scharführer Weitz; in Annerod: bei Oberscharführer Engelhardt und Wallbott; in Albach: bei Sturmmann Zimmer. Sturm 11/116: Sturmgefchäftsstelle Steinheim, Oberstrahe 16. In Hungen: bei Sturmmann Schmidt, Kaiserstr. 26; in Rodheim: bei Oberscharführer Koch; in Langd: bei Obertruppführer Schäfer; in Nonnenroth: bei Oberscharführer Jakobi; in Langsdorf: bei Oberscharführer Bausch; in Muschenheim: bei Oberscharführer Alles; in Bettenhausen: bei Oberscharführer Müller; in Bellersheim: bei Rottenführer Kammer; in Obbornhofen: bei Oberscharführer Schneider; in Utphe: bei Obertruppführer Rühl; in Inheiden: bei Oberscharführer Junker; in Trais-Horloff: bei Rottenführer Schreiber. Sturm 12/112: Sturmgeschäftsstelle Lich, Bahnhofstraße 40. in Birklar: bei Scharführer Müller; in Rieder-Bessingen: bei Sturmmann Maul; in Eberstadt (bet Lich): bei Oberscharführer Riede- mann; in Ober-Hörgern: bei Sturmmann Seib. Sturmbann IV./116. Sturm 15/116: in Heuchelheim (Gemeindekasse); in Wieseck, Reutersche Wirtschaft. Sturm 16/116: Sturmlokal in Gießen, Sonnenstr. 29 (Auerhahn); in Gießen, Gartenstr. 2, Stadtkasse; in Gießen, Deutsche Bank; in Gießen, Handels-u. Gewerbebank; Sturmdienstzimmer: Gießen, Schanzenstraße 18. Ganitätssturm 147. Sturmlokal: „Bayrischer Hof" in Gießen, Bahnhofstraße; in Gießen: Frauenklinik, Klinikstraße 32 C. Sturmbann I./116 (Allendorf Lda ). Sturm 1/116: Allendorf a. Lda., im Rathaus. Londorf: Dienststelle des Sturmes, Steinstrahe; Treis a. d. Lda.: bei Rottenführer K. Leineweber; Climbach: im Schulhaus; Allertshausen: bei Rottenführer Wilh. Ranft, Lon- dorfer Straße; Kesselbach: bei Scharführer Fritz Schäfer, Mittelgasse; Odenhausen: bei Sturmmann Hans Schweitzer; Geilshausen: bei Oberscharführer Wilh. Ranft; Rüddingshausen: bei SA.-Mann Muth, Wermertsh. Straße; Weitershain: bei Sturmmann Theis. Sturm 2/116: Dienststelle im Rathaus zu Lollar. Staufenbera: bei Rottenführer Kraft; Ruttershausen: bei Rottenführer Wicke; Daubringen: bei Scharführer Ranft; Mainzlar: bei Rottenführer Töppler. Sturm 3/116: Dienststelle im Rathaus zu Grünberg. Lauter: bei Sturmmann Möbus; Ettingshausen: bei Sturmmann Fuchs; Queckborn: bei Sturmmann Karl Knöß; Ober-Bessingen: bei Rottenführer Karl Römer; Beltershain: bei Truppführer Karl Ganz; Lumda: bei Oberscharführer Karl Starck; Stangenrod: bei Scharführer Erb; Weickartshain: bei Scharführer Theiß; Stockhausen: bei SA.-Mann Jochim; Göbelnrod: bei Sturmmann Karl Noll. Sturm 4/116: Dienststelle in Winnerod (Posthilfsstelle). Beuern: bei Scharf. Schwalb, Gr.^Busecker Straße; Reinhardshain: bei Scharführer Sehrt; Bersrod: bei Oberscharführer Hofmann; Reiskirchen: bei Scharf. K. Hahn, Gießener Straße; Hattenrod: bei Oberscharführer Karl Rink; Saasen: bei Sanitäts-Scharführer Münch. Oie Einzeichnungsstellen sind geöffnet: Werktags von 18 bis 21 Uhr, Sonntags von 8 bis 18 Uhr. Aus der Provinzialhauptstadt. Muttertag. Von Lit Or. Hans Hartmann. Es gibt ein feines, verstecktes Wort von Goethe aus „Hermann und Dorothea": „Die Mutter fürwahr bedarf der Tugenden alle ... Zwanzig Männer verbunden ertrügen nicht diese Beschwerde, und sie sollen es nicht, doch sollen sie dankbar es einsehn." In diesen Worten ist alles ausgesprochen, was man zum Muttertage sagen kann. Es gibt keinen „Datertag", und mancher von uns Vätern mag sich — mehr ärgerlich oder mehr nachdenklich — gefragt haben, warum denn die Väter so sehr hinter den Müttern zurückstehen sollen. Goethe gibt die Antwort: was eine einzige Mutter leistet und erträgt, läßt sich nicht mit dem vergleichen, was viele Männer auf sich zu nehmen bereit wären. In vielen schlaflosen Nächten sorgl sie sich um das Ergehen ihres Kindes, und wie oft geschieht es, daß nicht nur der Säugling, sondern auch die älteren Kinder besonderer Pflege bedürfen. Da wachsen die Kräfte der liebenden Mutter in einer Weise an, die dem Verstände unvorstellbar bleibt. Es kann in dieser wahren und reinen Mutterliebe ein Glanz des Ueberirdischen und einer göttlichen, schrankenlosen Hingabe liegen. Gewiß: auch der Vater kann ein sehr nahes Verhältnis zu seinen Kindern haben. Es ist aber nicht so sehr das Sich-Mühen, das Sich-Sorgen, die Unruhe des Herzens wie bei der Mutter, die von Anfang an ihren eigenen Herzschlag dem Herzschlag des Kindes gab. Das Kind ist für den Vater eher ein Gegenstand des Stolzes, der Hoffnung auf die Zukunft des Geschlechtes, der Mehrer des Ansehens oder des Ruhmes der Familie. Die Mutter hat, von ihrem Gefühl aus gesehen, recht. Und doch darf man ihr raten, sich einmal die Goethesche Weisheit zu überlegen, die in dem Satze liegt: „ ... und sie sollen es nicht, doch sollen sie dankbar es einsehen." Das heißt doch: die Männer haben andere Aufgaben als die Mütter, und was man von ihnen ihrer Veranlagung nach verlangen kann, ist nicht, daß sie alles wie die Frauen empfinden, deren natürliche Lebensgrundlage ganz anders ist. Vielmebr sollen sie mit einfühlendem Verständnis dem Wirken der Mütter zusehen, ihnen alles auf ihrem schweren Wege wegzuräumen versuchen, was sie an der Erfüllung ihrer Aufgabe hemmt, und ihnen für das große und heilige Werk, das sie tun, von Herzen danken. Wenn sie so die Wahrheit des Goetheschen Sinnspruches erfüllen, dann erschließt sich beiden, Müttern und Vätern, eine sehr tiefe Lebensweisheit; das ist die Weisheit, daß jeder Mensch, jeder Stand und jedes Geschlecht — Mütter und Väter — ihre vorgezeichneten Aufgaben haben. Sie zu erkennen und zu erfüllen wird zum eigentlichen Lebensinhalt. Der Mann muß hinaus ins feindliche Leben — so war es je und je. Sehen wir ab von den noch nicht völlig ergründeten uralten Epochen, wo das Mutterrecht und nicht das Vaterrecht herrschte, so hat in geschichtlicher Zeit der Mann den Wagemut verbunden mit der Sorge um seine Familie. Er hat Länder erobert, Staaten geschaffen, hat sich vorgewagt ins Unbekannte, auch ins Reich neuer Gedanken, er hat schöpferisch alle Anlagen entwickelt. Die Mutter aber hat die innerlichen Kräfte des Gemütes gepflegt, sie lebt und webt unmittelbar mit den Kindern und wird so zur betreuenden Gestalt im Hause und in der Gemeinschaft. - Diese Wahrheit gilt auch für die, die am Muttertage verzichtend glauben abseits stehen zu müssen, weil ihnen Mutterglück versagt ist. Es wäre nicht richtig, wollten sie sich lähmenden Gedanken hingeben. In der göttlichen Schöpfungsordnung ist Raum für viele Lebensgestaltungen. Und jeder, der seinem Leben einen großen Glauben gibt, hat Wert und Berechtigung im Ganzen. Sie alle aber, voran die Väter, werden eine besinnliche Stunde des heutigen Tages ausklingen lassen in die Mahnung, die zu einem inneren Versprechen wird: Ehret und schonet die Mütter; sie tun ein hohes Werk, von dem alles Dasein, alles Gute und alles Heilige abhängt! Vornoiizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater (Ring Deutsche Bühne): 20 bis 22.30 Uhr, „Die unvollkommene Ehe". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Arzt aus Leidenschaft". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im Trommelfeuer der Westfront". — Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen: 20 Uhr in der Aula des Gymnasiums Vortrag von Fräulein D i e f f e n b a ch „Hessische Trachten und bäuerliche Nadelarbeitskunst". — Gleibergverein: 16 Uhr auf der Burg Gleiberg Generalversammlung. — Kameradschaft ehemal. 116er Gießen: 25jähr. Gründungsfeier; 18.30 Uhr, Kranzniederlegung am 116er Denkmal; 20 Uhr im Caf6 Leib Kameradschaftsabend mit Familie. — Sparerbund, Ortsgruppe Gießen: 20.15 Uhr im Hotel „Hindenburg", Vortrag von Ministerpräsident a. D. Professor Dr. Werner: „Der Sparerbund im Dritten Reich". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 17 bis 18 Uhr, Ausstellung von Werken von Fritz Heidingsfeld (Danzig) und P. A. Böckstiegel (Dresden). Tageskalender für Sonntag. NSG. „Kraft durch Freude": 8 bis 9 Uhr und 9 bis 10 Uhr, Tennis. — Stadttheater: 11.15 bis 12.15 Uhr, Abschiehskonzert des Städt. Orchesters; 19 bis 21.30 Uhr „Schwarze Husaren". — Gloria- Palalt, Seltersweg: „Arzt aus Leidenschaft". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im Trommelfeuer der Westfront". — Kameradschaft ehemal. 116er Gießen: 25jährige Gründungsfeier; 9 Uhr im Hotel „Hindenburg" Besprechung; 10.30: Uhr, Besichtigung der neuen Kasernen; 15 Uhr, kameradschaftliches Beisammensein mit den Gießener Soldaten- Kameradschaften auf dem Schützenhaus. — Großdeutsche Feuerbestattung, Geschäftsstelle Gießen: 14.30 Uhr, Führung durch das Krematorium in Gießen. — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 13 Uhr, Ausstellung von Wer« Een von Fritz Heidingsfeld (Danzig) und P. A. Böckstiegel (Dresden). Sladtlheater Gießen. Heute von 20 bis 22.30 Uhr zum letzten Mal als Vorstellung der Deutschen Bühne die Operette „Die unvollkommene Ehe", musikalisches Lustspiel von A. Nehring. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Paul W r e d e. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. Stadttheater-Spielplan vorn 10. bis 17.2Hai. Aus dem Stadttheater-Büro wird uns geschrieben: Sonntag, 10. Mai, von 11.30 bis 12,30 Uhr, 5. (letzte) Morgenfeier. Abschiedskonzert des Städtischen Orchesters. Werke von Johann Strauß. Leitung: Paul Walter. Für Stammabonnenten ist der Eintritt frei! Von 19 bis 21.30 Uhr außer Abonnement die letzte Operettenvvrstellung der Spielzeit „Schwarze Husaren" von W. W. Goetze. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Der Intendant. — Dienstag, 12. Mai, von 20 bis 23 Uhr, als 30. Vorstellung im Dienstag-Abonnement ein heiterer Opernabend: „Der Apotheker", komische Oper von Joseph Haydn. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul W r e d e. Hierauf „Susannes Geheimnis", Oper von E. Wolf- Ferrari. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul W r e d e. — Mittwoch, 13. Mai, von 19.30 bis 22.30 Uhr, „Der Apotheker", komische Oper von Joseph Haydn. Hierauf „Susannes Geheimnis", Oper in 1 Akt von E. Wolf-Ferrari. 30. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. — Freitag, 15. Mai, von 20 bis 22.30 Uhr, das Matrosenstück „In Luv und Lee die Liebe", Lustspiel von Friedrich Lindemann. Spielleitung: Kurt Lüpke. 30. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Sonntag, 17. Mai, von 19 bis 21.30 Uhr, das geistreichwitzige Curt-Goetz-Lustspiel „Towarisch", Komödie von I. Deval; bearbeitet von Curt Goetz. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Die Vorstellung ist außer Abonnement. Dorträge im Sparerbund Gießen. Die Ortsgruppe Gießen des Sparerbundes veranstaltet am heutigen Samstagabend im Gasthaus „Hindenburg" eine öffentliche Versammlung, in der Ministerpräsident a. D. Professor Dr. Werner über das Thema „Der Sparerbund im Dritten Reich" sprechen wird. Anschließend hält Missionar Walther (Gießen) einen Lichtbilder-Dortrag über seine Erlebnisse in französischer Kriegsgefangenschaft in Dahome. (Siehe gestrige Anzeige.) Deutsche Arbeitsfront. Verwaltungsstelle 19 Gießen. Bekanntmachung. Die Mitgliedsbuch - Umschreibestelle wird am 1. Juni 1936 aufgelöst. Wir bitten daher diejenigen Volksgenossen, welche ihr Mitgliedsbuch- bzw. Karte noch nicht zur Umschreibung abgegeben haben, dies bis zum 20. Mai 1936 nachzuholen. Bücher, welche nach diesem Termin eingehen, können nicht mehr umgeschrieben werden. Für die Mitglieder der ehemaligen Deutschen Angestelltenschaft ergeht noch nähere Anweisung. NE.-Gemeinschast„Krast durch Sreufre' Omnibusfahrt am 17. 7Nai. Am Sonntag, 17. Mai, findet eine Omnibusfahrt nach Braubach a. Rh. über Bad Ems statt. Die Fahrt geht von Klein-Linden aus, den Gießener Teilnehmern ist die Möglichkeit gegeben, schon in Gießen einzusteigen. Die Fahrtkosten einschließlich Mittagessen betragen 6,60 Mk. Wir bitten alle Interessenten, sich umgehend bei dem Ortswart „KdF." Klein-Linden, Hügelstraße (Neußer), ober auf der Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, anzumelden. Der Sonderzug nach Heidelberg mußte leider auf Sonntag, 7. Juni, verschoben werden. Weitere Anmeldungen werden auf der Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, und bei allen Orts- und Betriebswarten entgegengenom» ■ Bei rauher Witterung EÜ™ Creme 30 Pfg. MMMWAiMk Roman von Marlise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. H. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Benedikte sah Hans-Hermann ernst an. Der schlug die Augen nieder. Er konnte Benedikte nicht anschauen und auch plötzlich Josua nicht. Nun war alles verstaut. Benedikte und Fräulein Giesecke sahen im Wagen, Hans Hermann ihnen Gegenüber. Das Gepäck hatte ein Fischerjunge auf feinen Karren gepackt und versprach, es bald ins „Endlich allein" zu bringen. Auf dem Bock des Wagens aber saß Josua und knallte fröhlich mit der Peitsche. Benedikte saß still und sah mit strahlenden Augen um sich. Wie schön war dies Land! Wie unendlich groß und weit der Himmel. Zeitweise wurde der Wiesenweg so schmal, daß man glaubte, das Wasser müßte zusammenfließen, so eng kamen Außenmeer und Bodden zusammen. Der klapprige Wagen fuhr lautlos auf dem weichen Wiesengrund dahin. Eine Windmühle drüben im Dorf drehte sich langsam und geruhig. Kinder liefen am Wege vorbei, schauten neugierig hinauf zu den Passagieren. Jetzt kam das zweite Dorf mit seinen niedrigen Häusern. „Sie können schon unser Häuschen sehen", sagte Fräulein Giesecke. Sie wies mit der Hand auf ein Heines Anwesen. „HÜ, guter Ebenezer", rief Josua und brachte m elegantem Bogen den Wagen vor „Endlich allem" zum Stehen. Benedikte war es geradezu ehrfürchtig zumute, als sie durch die Gartenpforte auf ihr eigenes Gelände trat. Das sollte nun ihre Heimat werden? War es wirklich der Boden, in dem sie endlich, endlich Wurzeln schlagen sollte? Breit und festgefügt lag das Haus da. Das tief« gezogene graue Dach legte sich beschützend über die Mauern. Die Wände waren aus Klinkern schön gebildet, die Fenster lugten niedrig und breit, die Tür von altem Eichenholz schimmerte tief braun und war mit einer schönen handgeschmiedeten Klinke versehen. Ein Gewinde von Tannengrün, mit rosa Papierrosen verziert, schlang sich um die Eingangspforte. Ein rotes Schild „Herzlich willkommen" wehte im Winde hin und her. „Möge Ihnen der Eintritt in dies Haus viel Glück bringen", sagte Fräulein Giesecke. Sie war etwas umständlich von dem Wagen heruntergeklettert und stand nun neben Benedikte. Hans-Hermann betrachtete das Haus. Es war besser, als er erwartet hatte. Nun kam Josua und öffnete die Tür. Strahlend ließ er Benedikte und ihren Vetter eintreten. Eine angenehme Wärme kam ihnen entgegen. In der Küche bullerte es leise in dem großen Herd. Alle Türen zu den Zimmern waren geöffnet. Benedikte konnte Besitz nehmen von ihrem Eigentum. Wie von einem schönen, glücklichen Traum befangen, ging sie an Fräulein Gieseckes Seite durch Die Zimmer. Josua wagte nicht zu folgen, das hätte der Respekt verboten, aber sein brauner Wollkopf schaute ihnen erwartungsvoll aus der Küchentür nach. Das Haus war innen so schön wie außen. E>ne große Diele gab es, bunt angestrichen, eine schöne helle Holztreppe führte von der Diele aus in den oberen Stock. Unten befanden sich außer der Küche noch zwei Räume. Ein Wohnzimmer mit schönen alten Bauernmöbeln ausgeftattet, dahinter ein Raum, der, wie Fräulein Giesecke erklärte, das „afrikanische Zimmer genannt wurde. Hier hatte Hubert Zedlitz einen großen Teil seiner aus Ueberfee mitgebrachten Schätze aufgeftapelt. Die Wände waren mit bunten Matten bedeckt. Eigentümliche Wappen und Schilder, absonderliche Gerätschaften und Ketten waren wie ein Fries oberhalb der Matten anaeorbnet. Bunte, handgeknüpfte Teppiche deckten den Boden. Bizarr geschnitzte Hocker und ein großer Tisch mit merkwürdigen eingeritzten Tierzeichnungen bildeten das Mobiliar. Eine Ecke um den Kamin herum war ganz von der großen Bibliothek eingenommen. „Hier konnte er im Winter Tag für Tag sitzen, studieren, überlegen und schreiben, hat Josua mir erzählt", berichtete Fräulein Giesecke. „Ich bin ja erst im letzten Winter hierhergekommen, als er so schwerkrank war Aber auch da kostete es Mühe, ihn zum Schlafen zu bringen. Er müßte noch vieles fertig schaffen, sagte er immer, wenn ich mitten in der Nacht noch Licht sah und ihn mahnen kam. Er schrieb an irgendeinem großen Werk. Ich weiß nicht, was daraus geworden ist. Vielleicht finden Sie es noch hier irgendwo in den Schubladen." Sinnend stand Benedikte in diesen Räumen, die einst der Tote geschaffen, in denen er gelebt und die nun ihre Heimat werden sollten. „Sie werden mir viel von Onkel Hubert erzählen, nicht wahr, Fräulein Giesecke?" bat sie. „Es ift ein merkwürdiges Gefühl, plötzlich ein so großes Geschenk von jemanden zu bekommen, von dem man gar nichts weiß." Das alte Fräulein lächelte. „Da müssen Sie sich vor allen Dingen mit Josua anfreunden. Josua kannte Hubert Zedlitz, glaube ich, bis in die letzte Falte seiner Seele. Josua war sein Vertrauter, ja, ich mochte meinen, er war ihm beinahe ein Freund." „Auch ich denke, ich werde gut Freund mit Josua werden, nicht wahr, Josua?" fragte Benedikte freundlich. Denn Jofua war jetzt in die Tür getreten, um zu melden, daß das Abendbrot angerichtet wäre. Jofua strahlte über sein ganzes zerknittertes Gesicht. „Haben Master Zedlitz gesagt zu Josua: Josua, du werden es gut haben bei junge Herrin. Haben oft so gesagt, ehe er sein gestorben. Und ich glauben, er recht haben." Dann riß er mit einem Schwung die Tür zu dem Eßzimmer auf. „Wie hübsch", sagte Benedikte unwillkürlich, als sie den Tisch in dem bunten, behaglichen Bauernzimmer sah. Eine Lampe aus getupftem Holz, ein vielfarbiger Bauernkranz, sandte mildes Licht über den gedeckten Tisch. Ein blauweiß gewebtes schönes Tuch deckte die Platte. Blaukariertes Geschirr stand da in einfachen, schönen Formen. Auf einer schneeweiß gescheuerten runden Holzplatte lag Schinken und derbe Wurst, braunes, lockeres Brot duftete herb. „Alles eigene Erzeugnisse", erklärte Fräulein Giesecke, „das Brot ist aus unserem Getreide gebacken, der Schinken und die Wurst stammen von dem Schwein Isabella." Benedikte lachte: „Vorhin hat sich Hans-Hermann über den Namen des Pferdes gewundert. Was für eine Erklärung haben Sie nun für diese wunderliche Benennung?" „Eine Idee von Josua, Fräulein Benedikte. Er war nämlich im vorigen Sommer einmal in Stralsund und hat dort einen Wanderzirkus mit einer Riesendame gesehen. Die hat ihm mächtig imponiert. Und als er horte, daß die Riesendame lebend zwei Zentner wog, was vielleicht nicht übertrieben war, schwor er, unser Ferkelchen müßte mindestens dasselbe Gewicht bekommen. Auf alle Fälle hat er ihm zu beiderseitiger Aneiferung den Namen der Riesendame gegeben ..." Hans-Hermann lächelte: „Ein sonderbarer Kauz! Josua ist einzig in seiner Art." Da schüttelte Fräulein Giesecke den Kopf: „Sie werden noch mehr sonderbare Käuze hier auf der Insel finden, auch unter den Eingeborenen. Da kann Ihnen wieder einmal Josua mancherlei erzählen." Es war für Benedikte ein eigentümliches Gefühl, als sie zum ersten Male von dem Brot aß, das hier auf ihrem eigenen Grund und Boden gewachsen war. Locker und doch fest, würzig und doch zart schmeckte es. Ganz anders wie das Brot, das man in der Stadt kaufte. Sie schloß einen Augenblick die Augen. Sie sah das Gut ihrer Verwandten, vor sich die Ernte, braungebrannte Menschen, Arme, die die blitzende Sense durch das Feld führten. Sie horte das Singen der Mähmaschine, sah die Schnitter heimkehren, müde, aber doch froh des vollbrachten, gesegneten Tagewerks. Sie sah den Erntekranz hoch auf dem Wagen schwanken, horte die alten Lieder und das fröhliche Getümmel des Erntefestes. Sie atmete in Gedanken den Geruch der Tenne, auf der das (Betreibe gedroschen wurde, diesen heißen, etwas staubigen und doch so würzigen Geruch. Sie roch den Brotteig, wenn er gelb in den bastgeflochtenen Korben in der Brotküche stand. Sie sah sich als Kind mit neugierigen Augen vor dem Ofen stehen, aus dem die gebackenen Brote herauskamen, braun und glänzend, duftend von Frische, in ihrem goldenen Braun an die Erdkrume erinnernd, aus der das Korn gesprossen war. Alles das sah sie in diesem ahnungsvollen Augenblick, Freude und Sorge, Mühe und Arbeit, Ernte und frommen Dank. Und dies alles würde sie nun Jahre hindurch miterleben auf ihrem eigenen Boden! Ihm würden ihre Sorgen gelten, ihre Mühe, ihre Freude und ihre Hoffnung. Es war ihr wie eine heilige Handlung, als sie dies Brot brach. (Fortsetzung folgt!) geben. Ortsgruppe Gießen-Süd. Die Liebe des ganzen Volkes üblicher Weise. in Betr. Abteilung Arbeitsbeschaffung. inner- 25 Jahre Gießener Kameradschaft ehem. 116er und 6 Orisbauernschast Gießen Philipp die weitere Arbeit. Seine mit großer heimischen Bauerntum vorgetragenen gen fanden allseitigen Beifall. Zum Schlüsse hielt Diplomlandwirt 240 Mark zu den gesetzlichen Reserven und mit 39,21 Mark auf neue Rechnung vorgetragen wurde. Der Vorsitzende gab dann als alter landwirtschaft- Am Montag, 11., und Dienstag, 12. Mai, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Opferringsammlung durch die RS.-Frauenschaft statt. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten. Gießener wochenmarktpreife * Gießen, 9. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10K>, ^affe B 10, Klasse C 9%, ungezeichnete 8, Wirsing, neu, % kg 30, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 12, Spargel 35 bis 60, Unter- Im Januar 1912 wurde mit anderen Vereinen zusammen die Jubiläumsvereinigung ehemaliger 116er gegründet, deren Mitgliederzahl auf rund 12 000 angewachsen ist. Auf Wunsch des Regiments übernahm dann der Verein die Herrichtung des Festplatzes und die Durchführung der 100-Iahr- feier des Jnf.-Rgts. „Kaiser Wilhelm" (2. Großh. Hess.) Rr. 116 in Gießen. Dem Verein wurde durch den damaligen Kaiser gestattet, seinen Namenszug mit der kaiserlichen Krone auf der Fahne zu führen, und der damalige Großherzog genehmigte die Führung des hessischen Staatswappens in der Fahne. Die Durchführung der Jubiläumsveranstaltung mit sämtlichen militärischen Feiern und Vorführungen des aktiven Regiments lag ausschließlich bei der Vereinigung der il6er. Die unermüdlichen Vorbereitungen führten dazu, daß wohl mehr als bracht. Von den 41 Gründern sind 13 gefallen oder gestorben. Als einer der ersten fiel der damalige Vorsitzende des Vereins, Rechtsanwalt Leutnant Kurt Kaufmann, der am 9.9.1914 bei Vitty-le- Fran^ois gefallen ist. Die lebenden, der Kameradschaft noch angehörigen Gründer sind Reitz und Burger, die mit die ersten waren, ferner Karl Blank, Adolf M ö h l (Metzger), Karl S t i e b e r, Hch. Spieß, Joh. Hch. P o l z, der 25 Jahre Rechner des Vereins ist, Gq. S ch r ö b e l, Aug. Roll, Christian Weeg, Konr. Oehler, Karl Haupt, Fritz Hirsch, Fritz R e n n st i e l, Konr. Becker, K. Zink, Fritz Adami, Phil. Niko- laus, Karl Beil, L. Kimmel, W. Braun, Konr. Seibel (Bersrod) und Karl Gilbert (Lollars. Nachdem der damalige Vorsitzende Rechtsanwalt Kaufmann gefallen war, übernahm wieder Obertelegraphensekretär Reitz den Vorsitz, den er während des Krieges, als er selbst eingezogen war, mit Kamerad Weeg teilte. Nach dem Kriege wurde Prokurist B o l l e r 1. Vorsitzender. Später übernahm Kurt Mohr die Vereinsführung, die er zehn Jahre lang in hingebender Treue behielt. Während seiner Zeit enltand auch das Denkmal der 116er. Seit 1933 führt Verwaltungsinspektor Hans Bill die Kameradschaft. futter gibt. , An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an. Zum Schlüsse machte Franz H e n n e k e n die Mitteilung, daß sich alle hiesigen Bauern zum Besuch der Reichsnährstandsausstellung gemeldet haben. Er bat dann alle seine Berufskollegen, auch weiterhin am großen Aufbau unseres Vaterlandes mitzuarbeiten, und schloß nach Dankesworten an Diplomlandwirt Philipp den Gießener Bauernabend das Gesamtbild der Ausstellung. Mit einer kleinen Werkseier im Zusammenwirken der SA.-Kapelle mit der Werkschar Buderus, wurde die Ausstellung durch den stellvertretenden Gau- kunstwart Rattert im Beisein des Kreiswalters der DAF., Wagner (Gießen), des stellvertretenden Direktors Becker und des Betriebsobmannes Hofmann zur Besichtigung freiqegeben. Möge die täglich geöffnete Ausstellung viel Zu- svruch finden und mit dazu beitragen helfen, das Lebensgefühl des deutschen Arbeiters anzuregen Mustergültiges wird durch Staat, Partei und Win- terhilfswerk im Deutschen Reich für die Volksgemeinschaft geleistet: es gibt niemanden, der nicht nach Kräften dafür eintritt, die großen Wohlfahrtswerke des Reiches und der Bewegung zu fordern. Wenn wir diese großzügige Hilfsarbeit und ihren Erfolg im Reiche sehen, dürfen wir niemals vergessen, daß die Deutschen fremder Staatsangehörigkeit, die doch unsere Brüder gleichen Blutes sind, nur in bescheidenem Waste ihre bitternötige Wohlfahrtsarbeit leisten können. Die Deutschen draußen sind doppelt schwer belastet, allein schon durch die nationale Selbstbesteuerung, die sie für die Erhaltung ihres Volkstums, ihrer Schulen, ihres Kulturlebens auf sich nehmen. Der Staat, dem sie angehören, hilft meist nicht, im Gegenteil, oft erschwert er den anderssprachigen Volksgruppen noch ihr kärgliches Leben. Diese Volksgenossen müssen in ihrem schweren Lange Jahre gingen die Bauern des Gießener Bezirks nebeneinander her, jeder seine eigenen Wege. Es bleibt ein Verdienst des allzufrüh verstorbenen Kreisbauernführers Adam D ö r r f ch u ck. daß er auch die Gießener Bauern zusammenführte. In Franz Henneken haben diese nicht nur einen eifrigen Fachberater, sondern auch einen vortrefflichen Ortsführer gefunden. Unter der Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Pfaff hielt die hiesige Milchabsatzgenossenschaft im Hotel Hopfeld ihre diesjährige Generalversammlung ab. Bankbuchhalter Schmidt trug den Geschäftsbericht vor. Nach diesem war der Milchanfall von 75 633 Liter im Jahre 1934 auf 269 916 Liter im Jahre 1935 gestiegen. Der Reingewinn wurde auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat auf neue Rechnung vorgetragen. Karl Bopp und Hans H ö ch ft wurden in den Vorstand und Karl U h l in den Aufsichtsrat neu gewählt. Im Anschluß an diese Tagung hielt die im vorigen Jahre gegründete Bäuerliche Bezugs - und Absatzgenossenschaft eGmbH. ihre erste Jahrestagung ab. Nach Begrüßungsworten durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Jakob Welter wurde der Jahresbericht vorgetragen. Die Bilanz weift einen Reingewinn von 279,21 Mark aus, der mit Tageskampfe das Vertrauen und die Liebe der ganzen Nation hinter sich wissen. Es gilt, ihren kulturellen Einrichtungen, vor allem ihren Schulen eine moralische wie reale Hilfe angedeihen zu lassen. Daher sammelt der Votksbund für das Deutschtum im Ausland von 4. bis 15. Wai in den Schulen, um dem hart bedrängten deutschen Volkstum jenseits der Grenzen helfen zu können. Jeder gebe nach feinen Kräften, wenn reichsdeutsche Schüler und Schülerinnen um eine Spende für ihre tapferen «einen Kameraden draußen bitten. Die volksdeutschen Opfer draußen sind unsere Ehre, die wir hier im Schutze des Reiches leben dürfen. Unser eigenes Opfer zur Volksdeutschen Opfersammlung ist Ehrenpflicht und Dank für unsere Volksgenossen, die außerhalb des schützenden Zaunes der Reichsgrenzen als Deutsche sich behaupten müssen. Werkkunsiausstellung bei Buderus in Lollar. Zum ersten Male tritt in unserem Heimatbezirk eine Werkkunstausstellung der N S. - G. „K r a f t d u r ch Freude" in Erscheinung. In anerkennenswerter Weise hat die Main-Weser- Hütte von Buderus in Lollar dieses Be- gesang. 11.15: Südwestdeutsche Erzähler: Carl Oskar Jatho. 11.30: Kantate von Joh. Seb. Bach: „Lobe den Herrn, meine Seele". 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Deutsche Scholle. Bauern rüsten zur 3. Reichsnährstandsschau in Frankfurt. Funkbericht von den Vorbereitungen der Ausstellung. 16: Unterhaltungskonzert. 18: HI.» Funk: Das Beste in mir — ich bab's von ihr! Eine Hörfolge zum Tag der Mutter. 18.30: Ohne Vollbart! . Funk"-nagelneue Schallvlatten. 19: Herz im Frühling. Funkdichtung von Friedr. Schnack (Ursendung). 19.50: Sportbericht. 20: „Carmen", Oper in 4 Akten von Georges Bizet. In Szene gesetzt von Fritz Ganß. IHonfag, 11. 2Hai. 6 Uhr: Drunten im Unterland (Volksweise). Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. Ins blühende Land. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloß- konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Wunschkonzert. 15: Wirtschaftsbericht, Deutschland exportiert neue Rohstoffe. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Leichte Kost. 16.45: Wer kennt die Meister deutscher Erzählkunst? Ein literarisches Preisrätsel. 17: Lieder von Max Reger. 17.30: HJ-Funk. 18: Unterhaltungskonzert. 19: Max Reger. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel, rück und Eifel". 22: Nachrichten. Voraussetzung zur Gewährung von Kinderbeihilfen. Die Gewährung von Kinderbeihilfen gemäß der Durchführungsbestimmung zur Verordnung über die Gewährung von Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien vom 26. September 1935 ist u. a. an die Voraussetzung geknüpft, daß das Vorleben und der Leumund der Eltern einwandfrei sind. Es sind darüber verschiedentlich Zweifel aufgetaucht, ob diese Voraussetzung auf alle Fälle entfällt, wenn ein Elternteil vorbestraft ist. Die Beurteilung der Frage, wann das Vorleben und der Leumund der Eltern einwandfrei ist, ist eine Ermessensfrage, für die zwingende Regeln nicht aufgestellt werden können. Folgende Grundsätze aber werden für die Entscheidung von maßgeblicher Bedeutung sein: Die Verurteilung zu entehrenden Strafen (z. B. Zuchthausstrafen, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte) wird einer Bewilligung von Kinderbeihilfen stets zwingend entgegenstehen. Desgleichen wird eine wiederholte Verurteilung der Antragsteller in der Regel die Voraussetzung für die Bewilligung von Kinderbeihilfen ausschließen. Dabei kommt es wesentlich darauf an, ob aus den Vorstrafen auf eine Neigung zu einem strafbaren Verhalten geschlossen werden kann. Sollte nach der Auffassung des Antragstellers die zuständige Gemeindebehörde sein einwandfreies Vorleben und seinen guten Leumund ohne Berechtigung in Frage stellen, so besteht die Möglichkeit, sich beschwerdeführend an den Präsidenten des Landesfinanzamtes und in letzter Instanz an den Reichsminister der Finanzen zu wenden. men. Der Tellnehmerpreis beträgt mit Schloßbesichtigung 4,20 Mk. Anmeldeschluß ist der 26. Mm. Omnibusfahrt der Ortsgruppe Grohen-Linden am 21. 2Hai. Am Donnerstag (Himmelfahrt), 21. Mai, findet von Großen-Linden aus eine Omnibusfahrt nach Kassel-Wilhelmshöhe statt. Anmeldungen sind hierfür umgehend bei dem Ortswart Pg. Stein e l oder auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, abzugeben. Der Fahrpreis beträgt einschließlich Mittagessen 6,30 Mk. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Giehen-Ost. Die Pfundpäckchen-Sammlung wird am Dienstag, 12. und Mittwoch, 13. Mai, von der NS.-Frauen- fchaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Päckchen bereithalten und den Inhalt außen sichtbar an- Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung e. V. Ortsgruppe Gietzen. Frische beschieden sein. Verunreinigung der Straßen in der Stadt. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: In letzter Zeit wurde wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß die Straßen der Stadt durch Wegwerfen von Gegenständen, wie Papier, Obst- reste, Fahrscheine, Zigarettenschachteln usw. verunreinigt werden. Nach § 7 der Polizeiverordnung bett, die Reinigung der Straßen und das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießen vom 15. April 1929 ist jede Verunreinigung der öffentlichen Straßen und Plätze, insbesondere auch durch Fuhrleute beim Fahren von Bauschutt, Dung, Sand, Lehm, Heu, Stroh, Kohlen, Erde und anderem losen Material verboten. Durch das Wegwerfen der oben genannten Gegenstände ist schon mancher Derkehrsunfall entstanden. Diese Straßenverunreinigungen sind eine Rücksichtslosigkeit gegenüber dem die Straße benutzenden Publikum. Die Polizeidirektion Gießen hat nochmals ihre Schutzpolizeibeamten angewiesen, jeden Zuwiderhandelnden unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. vom Universitäts-Versuchsgut einen lehrreichen Vor- trag über „Neuzeitliche Futterwirt- schäft unter besonderer Berücksichtigung des Eiweißproblems". Er führte u. a. aus: Eine der wichtigsten Forderungen der Erzeugungsschlacht ist die Ernährung des deutschen Viehbestandes auf wirtschaftseigener Grundlage, um uns damit von der Einfuhr teuerer ausländischer Kraftfuttermittel unabhängig zu machen. Bei der neuzeitlichen Futterwirtschaft dreht es sich vor allem darum, wie die eigene Eiweißproduktion in jedem Betrieb erhöht werden kann. Hierzu sind drei Wege möglich: Steigerung der Erzeugung an Futtereiweiß: Verringerung der Eiweißverluste bei der Werbung und Aufbewahrung des Futters; bessere Ausnutzung des eiweißhaltigen Futters durch sinngemäße Futtertechnik. Vermehrter Anbau von Oelfrüchten, wie Raps, Rübsen, Die Sprechstunden für Arbeitsbeschaffung halb der Ortsgruppe sind von jetzt ab nur noch Dienstag und Freitag von 15 bis 16 Uhr. Für den Bezirk Nebenstelle Gießen finden fie nach wie vor nur Mittwoch von 15 bis 17 Uhr zu fördern. Rundfunkproaramm. Sonntag, 10. Mai. Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Ed. Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. 10: „Den Müttern", Text von Hans Baumann. 10.30: Chor- licher Genossenschaftler noch wertvolle Winke für Liebe zum Ausführun- >ggen-Gemenge von grüß- 1C1 Gemengen bis End- Mai das Feld räumen müssen, kann man noch Rach- ftüchte, wie Kartoffeln, Dickwurz, Mais usw brin- gen. Auf dem Grünland schlummern ebenfalls noch große Reserven. Die Eiweißverluste bei der Futterwerbung und Aufbewahrung mit Hilfe oon Iroaen« gerüsten müssen auf ein Mindestmaß beschrankt werden. Die wichttgste Hilfe für die Futterwerbung ist die Einsäuerung. Hier erhalten wir em Futter, das bei sorgfältiger Konservierung im Winter einen wertvollen Ersatz für ausländisches Kraftstreben unterstützt. Bei der Ausstellung handelt es sich nicht um eine Schau von Kunstfertigkeiten der Männer aus den Werksbetrieben, sondern um eine gedrängte Ueber- sicht über das Kunstschaffen der Maler des Gaugebietes. Die Ausstellung, die hier zum ersten Male aufgebaut ist, soll später auch Betrieben in anderen Orten zugänglich gemacht werden, was sehr zu begrüßen wäre. Ihr Zweck ist sehr verständlich und lobenswert, weil sie nicht nur die Arbeiter der Stirn und der Faust miteinander bekannt macht; denn wieviele Arbeiter wissen, daß der Maler nur Bilder malt und von den oftmals kärglichen Umsätzen leben muß. Gerade dieses gemeinsame Ringen um die Existenz führt sie zueinander. Gine_ solche Ausstellung ist aber auch sehr anregend für den Handarbeiter, in dem handwerkliche Fertigkeiten und tiefes natürliches Empfinden eine gute Grundlage für das Verständnis für die schönen werteschaffenden Künste abgeben. Es sind vielerlei Anregungen, die er durch diese in seine Werksbetriebe herangebrachte Kunstschau für sein Eigenleben im Haus und in der Werkstatt empfängt. Es ist erfreulich, daß von dieser in der Werkskantine geschmackvoll untergebrachten Ausstellung reger Gebrauch gemacht wird. Die vom Kunstwort der DAF. Walter Kröll, Gießen, geleitete Schau bietet eine fesselnde Uebersicht über das Kunstschaffen der Maler und Graphiker des Gaugebietes. Im Kernstück hebt sich vom Hintergrund der Hakenkreuzfahne eine Büste des Führers, von unserem Gießener Künstler G ü n g e r i ch, ab. Zu beiden Seiten sind, dem Raum und dem Licht angepaßt, an mehreren Wandständen rund 60 Aquarelle, Litho- araphien und Holzschnitte aufgehängt, die neben Landschaftsbildern zahlreiche Menschen, Natur- und Tierstudien zeigen. Aus unserer engeren Heimat ist F. K l i p st e i n (Laubach) mit zwei Motiven des Fachwerkbaues, dem Haus in der Ellergasse in Laubach und einem Baucrngehöft, vertreten. Natürlich fehlen Nicht Motive der Fabriklandschaft und des arbeitenden Menschen selbst. Zwei in Motive und Schwarz-weiß-Ausführung sehr eindrucksvolle Bilder zeigen den Bergmann vor Ort und beim Bohren. Das Gegenstück hierzu bringt der durch seine letzte Ausstellung in Gießen bekannte P. A. Böckstiegel in zwei einprägsamen Bauernstudien. Ein anderer Künstler stellt sehr realistisch , den licht- und naturhungrigen Menschen im Groß- : stadtwinkel vor Augen. Von Tierskizzen hebt sich eine Rappenstudie wirksam hervor. In starker Kon- > trastwirkung ist ein schöner Mädchenkopf vorhanden. Landschaftsbilder, namentlich vom Rhein, vollenden Was echter Soldatengeist zu leisten vermag, lehrt die Geschichte der Kameradschaft ehemali- ger 116er in Gießen. Wenn in dem einen Vierteljahrhundert die Vereinigung ehem. 116er nur die Kameradschaft über die tiefsten Zerklüftungen, die je ein Volk treffen konnten, in die Gegenwart hinüberretten konnte, so hätte sie allein damit schon ihren Zweck erfüllt. Aber darüber hinaus wurde nicht nur die enge Verbindung der Gießener Bürgerschaft mit dem alten ruhmreichen 2. Großh. Hess. Jnf.-Rgt. Nr. 116 (Kaiser Wilhelm II.) wachgehalten, sondern auch in dem Ehrenmal für die Gefallenen dieses Regiments ein bleibendes Andenken geschaffen. Als im Jahre 1911 von dem Obertelegraphenassistenten Reitz und dem Bankbeamten Burger die Gründung eines Vereins ehem. 116er angeregt wurde, fanden sich 41 Kameraden dazu bereit, die am 17. Mai 1911 den Verein ins Leben riefen. In erster Linie waren es gediente und akttve Angehörige des Regiments, die zum größten Teil aus Gießen selbst stammten. Zweck der Vereinigung sollte die Pflege der Kameradschaft und die Unterstützung des Regiments in den Vorbereitungen zur Hundert-Jahr-Feier sein. Der Verein trat sofort der Landes-Kriegerkameradschaft „Hassia" bei. Besondere Unterstützung fand er durch das Entgegenkommen des damaligen Regimentskommandeurs, Oberst von T r o 11 a gen. Treyden, und die kameradschaftlichen Ratschläge des Artillerie-Vereins Gießen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Rechtsanwalt Kurt Kaufmann gewählt. Bereits im ersten Dereinsjahr schloffen sich 413 Kameraden dem Verein an. Es wurde eine starke Beihilfe- und Unterstützungskasse ins Leben gerufen, Vortragsabende eingerichtet, 18 eigene Militärgewehre angeschafft, Schießübungen und Preisschießen veranstaltet usw. Mohn usw. ist dringend notwendig. Der Anbau von Luzerne muß weiter ausgedehnt werden. Eine Hauptrolle bei der vermehrten Eiweiher^eugung spielt vor allem der Zwischenfruchtbau. Dieser darf edoch den anderen Pflanzen den Raum nicht strel- ttq machen, sondern muß sich zwischen den Ernten sinnvoll einschalten. Wo die sommerliche Trocken- heit einen erfolgreichen Zwischenfruchtbau nicht zuläßt, ist Herbstfuttergemenge, wie Landsberger Gemenge, sowie das Wickrovn-n-Gpnienae von aroß- ter Bedeutung. Da diese ( 12 000 Menschen in die alte Garnisonstadt Gießen kamen. _ , Am 13. Oktober 1913 durfte eine Fahne nab ord- nung der Vereinigung an der Einweihung des Dölkerschlachtdenkmals in Leipzig teilnehmen, die aus den Kameraden Kaufmann, Burger, Gg. H a u b a ch , Fritz Hirsch, H a u p t und dem Fahnenträger Möller (Bade-Möller) bestand. Die Abordnung wurde mit einer Denkmünze ausgezeichnet. Als 1914 der Krieg ausbrach, zogen 229 Kameraden ins Feld, von denen 28 gefallen sind. Die zurückgebliebenen Kameraden versorgten in kameradschaftlicher Weise ihre Feldgrauen mit Lebens- mittelpaketen und Geschenken und nahmen auch deren Angehörige in ihre Obhut. Die Angehörigen gefallener Kameraden wurden mit Geldunterstützungen bedacht. In den Jahren nach dem Kriege hielten die alten Soldaten trotz aller Anfeindungen wieder fest zusammen. Und ihrem Einsatz gelang es, das Gefallenendenkmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz zu schaffen, das der Vereinigung zum Ruhm und der Stadt Gießen zur Zierde gereicht. Im Jahre 1925 wurde es unter großer Anteilnahme der Gießener Bürgerschaft eingeweiht. Die Kosten hierfür hatte in erster Linie die Gießener Kameradschaft aufge- ftatt. Reichsbankdirektor Rehbock tritt in den Ruhestand. Am heutigen Tage scheidet der zweite Vorstandsbeamte der hiesigen Reichsbankstelle, Herr Direktor Reh bock, nach Erreichung der Altersgrenze aus dem Dienst der Reichsbank. Direktor Rehbock bekleidete sein hiesiges Amt feit dem Jahre 1924 und ist seit dieser Zeit aufs engste mit den wirtschaftlichen Verhältnissen in unserer Stadt und ihrer näheren und weiteren Umgebung verbunden gewesen. Er hat gern und freudig seine reichen Erfahrungen und feine vielseitigen Kenntnisse auf dein Gebiete der Bank- und Kreditpolitik, die er in mehr als 40 Jahren bei der Reichsbank gesammelt hat, in den Dienst der Allgemeinheit gestellt und gar oft manchem in der Stille mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Bankdirektor R e h b o ck hat sich dank seiner vornehmen Gesinnung, sowie feiner ruhigen, stets volksverbundenen Art zahlreiche Freude in unserem Bezirk erworben, die sein Ausscheiden aufrichtig bedauern und deren beste Wünsche ihn auch für den neuen Lebensabschnitt begleiten. Mögen ihm in seiner Heimatstadt Wies- baden noch viele Jahre körperlicher und geistiger kohlrabi 8, Erbsen 35, Feldsalat 70 bis 80, Zwiebeln, alte 12 bis 14, neue 20, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 13 bis 20, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf, 50 kg 3,70 bis 3,90 Mk., neue, kg 20 bis 22 Pf., Aepfel, kg 25 bis 50 Pf., Zwetfchenhonig 40 bis 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 85 bis 90 Bf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Salat 15 bis 20 Salatgurken 40 bis 45, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich, alt 15 bis 20, neu, das Bündel 25 bis 30, Radieschen, das Bündel 5 bis 10, Enteneier, das Stück 9 Pf. ♦ ** Maienblasen. Vom Turme der Johan- neskirche wird heute ab 19 Uhr folgendes dar- geboten: 1. Choral „Sei Lob' und Ehr dem höchsten Gut", Wittenberg 1523; 2. „Die Kapelle von Conradin Kreutzer; 3. „Gold'ne Abendsonne , Volksweise von Nägeli. ** Rindermarkt in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt. (Siehe heutige Bekanntmachung.) ** Eine Führung durch das Gießener Krematorium veranstaltet die Gießener Geschäftsstelle der Großdeutschen Feuerbestattung am morgigen Sonntagnachmittag. Den Teilnehmern werden Unkosten nicht entstehen. (Näheres in der Anzeige in unserer geftrigen Ausgabe.) ** Verlorene Einlagebücher. Die Bezirkssparkasse Gießen gibt in unserem heuttgen Anzeigenteil eine Reihe von Einlagebüchern bekannt, die abhanden gekommen sind. Die Inhaber dieser Sparbücher bzw. der Aufwertungsscheine müssen ihre Ansprüche innerhalb von drei Monaten geltend machen. Aus die Bekanntmachung sei besonders hingewiesen. ** Autozusammenstoß. Am gestrigen Freitagnachmittag stießen an der Ecke Roonstraße- Moltkestraße zwei Personenkraftwagen zusammen, deren Lenker einander erst zu spät sahen, daß an der fraglichen Stelle die Straße durch em Lastauto erheblich versperrt war. Die beiden Personenkraftwagen wurden beschädigt und mußten abge- schleppt werden. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. ** Erneuerungsarbeiten am Bahnhofsgebäude in Hu ng e n werden vom Reichsbahnbetriebsamt Gießen II in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil zur Vergebung ausgeschrieben. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. Bei schlechferVerdauun» uHrich - Sofz WZH