M M z ; •• ? w ft«. ' -, ' > V‘ w M - E'? MB -IM -M # M ü 5 { I MM k» W M ?H EM $. < Z 1 W ■ > ♦- o i. 5M W 186. Jahrgang Giehener Anzeiger Deutschland ehrt seine gefallenen Söhne Der Führer begrüßt die Kriegsverletzten Der Vorbeimarsch am Ehrenmal Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal uhrer gedachte in einer kurzen Ansprache des Kameraden und kündigte an, daß Richthofen einer der ersten sein solle, der in die neue Ruhmeshalle für die #d= den des Vaterlandes übergeführt werde. Die Feier der Wehrmacht. Im Mittelpunkt der Feiern stand der Staatsakt in der Staatsoper Unter den Linden. Der herrliche Jnnenraum der Oper strahlte im Lichterglanz. Auf der mit Blumen und Lorbeerbäumen ausgeschmückten Bühne stand wie aus Erz gegossen eine Ehrenkompanie des Heeres und in ihrer Mitte Angehörige der Kriegsmarine mit den Traditionsfahnen des alten Heeres und der alten Marine. Im Hintergrund auf goldfarbenem Vorhang war ein riesiges Eisernes Kreuz angebracht. Das Haus selbst war bis auf den letzten Platz angefüllt. In der Loge des Führers nahmen das gesamte Reichskabinett und die obersten Führer der deutschen Wehrmacht Platz. Im Ersten Rang sah man die Angehörigen des Diplomatischen Korps, fast sämtliche Militärattaches, die Staatssekretäre, Vertreter der staatlichen Behörden, die Führer der SA., SS. und des Arbeitsdienstes, sowie zahlreiche hohe Offiziere der alten Armee und Marine. — Der F ü h r e r, der bei seinem Erscheinen mit dem deutschen Gruß empfangen wurde, sprach kurze Zeit mit dem greisen Heerführer des Weltkrieges, Generalfeldmarschall von Mackensen und wies ihm den Platz zu seiner Rechten an. Neben ihm saßen der Stellvertreter des Führer, Reichsminister Rudolf Heß, Reichskriegsminister Generaloberst v. Blomberg, der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr v. Fritsch, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. Raeder, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General der Flieger Ministerpräsident Göring und Reichsminister Dr. Goebbels. In der zweiten Reihe sah man neben dem Generalstabschef General der Artillerie Beck u. a. den Generalobersten a. D. v. S e e ck t. Die weihevollen Klänge des Trauermarsches der „Eroica", gespielt von der Staatskapelle Berlin unter Leitung von Generalmusikdirektor Professor Peter Raabe leiteten die Feierstunde ein. Dann nahm der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst von Blomberg, das Wort zu einer Gedenkrede. Reichskriegsminister Generaloberst v. Blomberg erinnerte an den Heldengedenktag des vergangenen Jahres, der für immer im Bewußtsein deutscher Menschen verbunden bleiben werde mit dem vorhergehenden Tag, dem Gründungstag der neuen deutschen Wehrmacht. Wie jener Tag der Beginn eines neuen Abschnittes deutscher Geschichte gewesen sei, eines Abschnittes, der nur einem Ziele diene, dem Frieden Deutschland und dem Frieden der Welt, so diene auch das Geschehnis des gestrigen Tages diesem Zweck. Der Führer habe im Rheinland die volle Staatsoberhoheit wiederhergestellt und darüber hinaus politische Angebote gemacht, deren Annahme den Frieden in Europa sichern könne. Möge die Vernunft und nicht die Leidenschaft die Entschließungen der Staatsmänner Europas leiten. Der Minister gedachte dann der Millionen Gefallenen, deren wir immer in unauslösch- M 14 seines "enerol. be aber us dem , mej. en ZV er. 36 ledert^. 1 Volkes W nun. allen rnil. lnlUng >en 3oh. schlossen, 'chsiih. i lot. Glossen. Reichs, che Volk eine un- n Gewissen dürfen. meinem ‘urch di, lterhin bi, seine lrhr, ten und für Zu tönneiL lemRintz eben. I 15 „V18 v* -nt Göring Volke dir m heutige» e Politik r natio. lität des. aufrichtigen rversöhiwng Magen glel. rolle 3u*r ■ löse ich !5 28. März chstag findey rz, ffaffr ings. 1 Reichstags« rbneten! Sie [tiger Leben« nb burchlebt i! Dor Iah« iheit und wieder« feinen 6nb es gelungen, sudski. In seiner weiteren Ansprache warnte der Reichskriegsminister vor der falschen Romantik des frisch-fröhlichen Krieges und ebenso vor dem falschen Bild eines unentwegten Heroismus. Der große Durchschnitt seien nur Menschen mit allen ihren Schwächen und Gebrechen gewesen, die die Schlachten schlugen, sie konnten nicht alle Helden sein, aber sie taten in der übergroßen Mehrzahl treu ihre Pflicht. Dann wies der Minister aufdasWerkAdolfHitlers hin, dem die neue Wehrmacht ihr Bestehen verdanke. Heute und für alle Zeiten fühle sie sich untrennbar verbunden mit der lebendigen Gestal- terin der nationalsozialistischen Idee, der Nationalsozialistischen Partei und allen ihren Gliederungen und Verbänden. Je mehr man draußen in der Welt über das Verhältnis von Partei und Wehrmacht munkele und argwöhne, um so fester würden beide zusammen st ehen, die als die beiden Säulen den neuen Staat tragen und die auf getrennten Arbeitsgebieten und doch in inniger Gemeinschaft den neuen deutschen Menschen formen. „Der Treueid, der uns im Leben und im Sterben an den Führer, seine Weltanschauung und sein Werk bindet, ist uns tiefste Pflicht und freudigstes Bekenntnis." Zum Schluß seiner Rede unterstrich der Minister die Tatsache, daß dieses erste Jahr der Wehrfreiheit zugleich ein Jahr des Friedens gewesen sei. Die Schuld am allgemeinen Wettrüsten liege wahrhaftig nicht bei Deutschland, das nur das eine Ziel habe, in Sicherheit und Ruhe an seinem friedlichen Ausbau arbeiten zu können. „Wir wollen keinen Angriffskrieg, aber den Verteidigungskrieg wollen wir nicht fürchten müssen. Auch das neue Deutschland hofft und wünscht, daß der Krieg als Wittel der Politik und als Gestalter der Völkerschicksale verschwindet. Aber er wird nur verschwinden, wenn man die Ursachen der Kriege beseitigt. Das Deutschland Adolf Hitlers ist heute schon stark, stärker als es je ein Deutschland der Vergangenheit war — vielleicht nicht stärker durch die Zahl der Bataillone, aber unendlich stärker in der Einheit und Kraft seines Glaubens und Wollens. Darin sehen wir Soldaten die reichste Ernte des neuen Deutschlands. 3n diesem Lichte erblicken wir auch das Ergebnis des ersten Jahres der wiedergewonnenen Freiheit. Diesem Ziel dient unsere Arbeit jetzt und in der Zukunft." Im Gedenken an die gefallenen Helden senkten sich, während die Musik leise das Lied vom guten Kameraden spielte, die Fahnen der alten Regimenter. Dos Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied beendeten die Feier in der Staatsoper. Am Ehrenmal. Schon während des Staatsaktes hatte sich eine i gewaltige Menschenmenge Unter den Linden ; und i m Lu st garten angesammelt. Zu beiden (Ffirenloae In der Mitte der Führer, neben ihm Generalfeldmarschall von Mackensen, General Gör i n g, Reichsminister Rudolf Heß unb Ke®» Jinffter 9$r ® o e b b c l s ; in gleidjer toiDe General non Fritsch und Admiral Ra-her - Rechts: Tue Fahnen senken s.ch nach der $ Ansprache des Reichskriegsministers zu Ehren der Gefallenen. — (Scherl-M.) ihm auf» genheit bet bera Hermann ien Sie, bah nn neuen Rationen bet iseres Führers fuchtigen Lef >n wirb, wil ’ Allmächtigen, n Glaubne an inruhige« hen und ge» jrer gegebenen inter lhZ upses und des -bas gesamte Bereitlch^7^ litDeutsch' ' SihunS b'Zj •er und Date^ in LegcherU i-d-s UNd d« iilrerier I 6in unter wwg Saal. Die “u| njieifw*. I licher Dankbarkeit gedenken werden. Dieser Dank gelte auch den Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung und den Opfern der Freikorps und der Frontkämpferbünde. Auch der Angehörigen der jungen Wehrmacht, insbesondere ihres jüngsten Teiles, der neuerstandenen Luftwaffe, die den Soldatentod gestorben seien, gedächten wir in stolzer Trauer. Aber wir wollen an diesem ernsten Tage, so sagte der Minister, nicht Halt machen an den Grenzen der Völker und der Staaten. Wir zollen unseren Dankestribut den tapferen Soldaten unserer früheren Verbündeten und unseren Achtungstribut den nicht minder tapferen Gegnern im Weltkrieg. Wir gedenken auch S. M. des verstorbenen Königs Georg V. von Großbritannien und erinnern uns mit gleicher Anteilnahme der Todesstunde eines anderen großen Soldaten, des Marschalls P i l - Der Vorbeimarsch der ruhmbedeckten Fahnen und je einer Ehrenabteilung^van Heer Marin-: und Lustwasse. Reben dem Führer aus dem Ehrenpodmm G°n°ralfeldm^!ch°U^^'«1» und Reichskriegsminifter Generaloberst von Blomberg. — (Scherl-BlwerüienstM.) Berlin, 8. März. (DRV.) Der Heldengedenk- hg 1936 stand auch in Berlin noch ganz unter dem Eindruck der historischen Tat des Führers. Schon in den frühen Morgenstunden fanden auf den f riedhöfen, auf denen die Gefallenen des Krieges mb der Bewegung ruhen, Kranzniederlegungen mtt. Ehrenwachen standen an den Gräbern derer, ; ine Horst Wessel im Tode vorangingen oder ihm .»loten. Besonders eindrucksvoll war die „H e l - iifche Feier" der Berliner SA. im The- der am Horst-Wefsel-Platz. Rach chorischen und musikalischen Darbietungen des SA.-Sprechchores mb des großen Funkorchesters unter Sturmfuhrer f ranz Adam, dem Leiter des NS.-Reichsfmfome- ccrchesters, hielt Stabschef Lutze die Gedenkrede ir die toten Soldaten und die Toten der Bewe- ciung. Wir gedenken ihrer, so sagte er, nicht m wehmütiger Klage, sondern in stolzer männlicher trauer, weil wir wissen, daß ihr Opfertod der na- iionalfozialiftifchen Idee das Tor zum Sieg ossnete unb weil wir daran glauben, daß ihr Sterben ein teiliges Fanal des deutschen Volkes geworden ist. Jnn Zeughaus war die broncene Hinden- t u r g b ü ft e prächtig geschmückt. Zu Füßen des Marmorsockels war ein vergoldeter Eichenkranz des ^eichsverbandes Deutscher Offiziere und ein oer- llberter mit Widmungen der Offizierkorps der ,chindenburg"-Regimenter, 3. Garde-Regiment zu s-uß, Oldenburgifches Infanterie-Regiment 91 und rmfanterie-Regiment 147, sowie des Panzerkreuzers .Hindenburg" der alten Kriegsmarine medergelegt morden. Auf dem I n v a l i d e n f r i e d h o f fand cm Nachmittag an der Grabstätte Man- fired von Richthofens eine Gedenkfeier statt, hei der General Göring einen neuen Grabstein für den toten Kameraden weihte. General Göring «d wi-bev . n feinen °°d 8. ®’ti JiivereN J|e d «h-i° * ßil^S *£& für -LÄ Ht. 58 Erster Blatt 186. Jahrgang Montag, 9. ntaq 1956 __ Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer Ab für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags A ▲ I ▲ ▲▲ bis 8"/,Uhr des Vormittags ZW MbnbMt zunciucr Zs Auch bei Nichterscheinen N M MM Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins-, gemein- MW General-Anzeiger für Oberhessen ZWZ richten: Anzeiger Gießen v w 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. SranfflÄln 11686 Druck unb Verlag: Vrühl'sche Univerfitäls-Such- unb Steinbruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleltung unb S-schSftsftelle: Schulftrahe 7 M-ngenabschMffe Staffel 8 Seiten des Eingangs zum Ehrenmal standen Offiziersabordnungen mit gezogenem Degen. Der Führer schritt, begleitet von Generalfeldmarschall von Mackensen, Reichskriegsminister von Blomberg, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, Admiral R a e d e r und General der Flieger Göring zunächst die Front der vor dem Zeughaus aufgestellten Truppe ab und begab sich dann mit seiner Begleitung in das Ehrenmal, wo er einen von zwei Offizieren getragenen großen Kranz niederlegte und mehrere Minuten lang in tiefem Gedenken verweilte. Den Abschluß der Feier bildete der Parademarsch von zwei Kompanien des Heeres, einer Kompanie Kriegsmarine und einer Kompanie Flieger vor dem Führer. Nach Beendigung des Vorbeimarsches suchten der Führer und Generalfeldmarschall von Mackensen noch die auf einem bevorzugten Platz neben dem Ehrenmal untergebrachten Schwerkriegsbeschädigten auf, mit denen sie sich längere Zeit unterhielten. Zn entscheidender Stunde. Von Or.Wilh.Zrick,Micksminister des Innern Das deutsche Volk wird sich nach dem Willen des Führers am 29. März 1936 hinter sein Wort stellen, nachdem es hart und unerbittlich für Gleichberechtigung und Freiheit, aber auch zäh und unbeugsam für Friede und Verständigung eintreten soll. Wer die große Rede des Führers am 7. März miterlebt hat, hörte den ehernen Schritt eines geschichtlichen Ereignisses in den Hallen des Reichstages erdröhnen. Inmitten einer Welt des Mißverstehens, der Erregung und der Zersetzung hat der kühne Entschluß des Führers nach der Vernichtung des Locarno- Vertrages durch das französisch-sowjetrussische Bündnis des Reiches volle Souveränität auf das letzte Stück des R e i ch s g e b i e t e s ausgedehnt, das bisher völlig wehrlos fremden Zugriffen preisgegeben war. Zur gleichen Stunde, in der der Führer und Reichskanzler unter nicht endenwollendem Jubel der Männer des Deutschen Reichstages das Ende des Locarno-Vertrages verkündete, marschierten die Truppen der deutschen Wehrmacht in das bisher entwaffnete Land ein und nahmen es in den Schutz des deutschen Volkes. Und zur gleichen Stunde vollzog sich über alle Hindernisse hinweg eine Tat von unvergleichlicher geschichtlicher Größe: das Reich hat durch des Führers Tat seine volle Gleichberechtigung wiedererlangt. Fast auf den Tag, nachdem er dem deutschen Volk die Wehrfreiheit vor einem Jahre wiedergegeben hatte, erringt er ihm die volle Souveränität auch in der Rheinlandzone. Stolz klingt das Geschichte zeugende Wort: „Das Reich ist frei!" Neben der Freiheit soll aber auch der Friede gesichert und nicht einseitiger Willkür überantwortet bleiben. Neuerdings hat der Führer der ganzen Welt einen Friedensplan unterbreitet und darüber hinaus erklärt, daß das Deutsche Reich bereit sei, nunmehr, nachdem es seine volle Souveränität wiedererlangt hat, mit allen Völkern gemeinsam einen Friedender Ehreund der Gleichberechtigung zu sichern. Düster drohend hängt über der Kultur und Zivilisation Europas der französisch-tschechisch-sowjetrussische Waffenhilfevertrag. Wird der alte Erdteil die mahnenden Friedensworte des Führers in dieser geschichtlichen Stunde hören? In wenigen Tagen wird das deutsche Volk seine Stimme erheben und mit einer Volksabstimmung in einer weltpolitischen Lage, die ihresgleichen sucht, das entschlossene Bekenntnis des Führers zu Freiheit und Frieden millionenfach unterstreichen. „Ich will nicht der Diktator, ich will der Führer des deutschen Volkes sein!" So hat Adolf Hitler in geschichtlicher Stunde der Nation, die er seit drei Jahren kraftvoll durch schwere und entscheidende Entschlüsse geführt hat, zugerufen. In geschichtlicher Stunde wird ihm das ganze deutsche Volk antworten. Die Stimme der deutschen Nation wird das Geschick eines Erbteiles mit entscheiden und wie in einem Fanal für Freiheit und Frieden der Völker aufleuchten. Das ist der geschichtliche Sinn der D o l k s w a h l, zu der sich für den 29. März 1936 das deutsche Volk rüstet. Sie Auflösungsordre. Berlin, 8. März. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird die Verordnung des Führers und Reichskanzlers über die Auflösung und Neuwahl des Reichstags veröffentlicht: „In der Absicht, dem deutschen Volke die Gelegenheit zu geben, der mit dem heutigen Tage abgeschlossenen dreijährigen Politik der Wiederherstellung der nationalen Ehre und Souveränität des Reiches, verbunden mit dem aufrichtigen Bestreben nach einer wahren Völkerversöhnung und Verständigung auf der Grundlage gleicher Rechte und gleicher Pflichten, seine feierliche Zustimmung erteilen zu können, löse ich den Reichstag mit Ablauf des 28. März 1936 auf. Die Neuwahlen zum Reichstag finden am Sonntag, dem 29. März 1936 statt. Berlin, den 7. März 1936. Der Führer und Reichskanzler: Adolf Hitler. Der Reichsminister des Innern: F r i ck." Dr. Goebbels wird den Wahlkampf eröffnen. Berlin, 7. März. (DNB.) Der Wahlkampf der NSDAP, für die Reichstagswahlen wird am Dienstag, dem 10. März, mit einer Kund- gebung des Gaues Groß-Berlin beginnen. Reichsminister Dr. Goebbels wird um 20.15 Uhr in der Deutschland Halle sprechen. Die Kundgebung wird auf den Berliner und den Deutschlandsender und 200 Säle in Berlin übertragen, so daß der größte Teil der Berliner Bevölkerung Gelegenheit haben wird, den Reichspropagandaleiter der NSDAP, zu hören. Deutschland tritt hinter den Führer. Oer Führer spricht zum Führerkorps der Partei: Oas deutsche Volk wird am 29. März das Gewicht seines einmütigen Wollens in die politische Waagschale werfen. Berlin, 8. März. (DNB.) Der Sonntag stand wie im Westen des Reiches, so auch in Berlin ganz im Zeichen der wiederhergestellten deutschen Oberhoheit über das Rheinland. Schon in den frühen Morgenstunden sammelten sich Zehntausende von Menschen in der Wilhelmsstraße. Als der Führer zur Heldengedenkfeier die Reichskanzlei verließ, war die Wilhelmstraße ein einziges Jubelbrausen. Geradezu beängstigend wurde das Gedränge, als die Dämmerung sich herabsenkte und die Stunden herannahte, in der die Anfahrt des Führers zu der Führerkundgebung der Partei zu erwarten war. Kurz vor 19 Uhr verließ der Führer die Reichskanzlei und fuhr stehend durch das dichte Menschenspalier zum Herrenhaus. Im großen Saal des Herrenhauses hatten sich inzwischen die Reichsleiter, Gauleiter, Gaupropagandaleiter, Reichsredner und die Mitglieder der Reichspropagandaleitung der NSDAP., alles alte Kämpen der nationalsozialistischen Bewegung eingefunden. Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels eröffnete die Kundgebung. Dann sprach der Führer weit über eine Stunde zu seinen alten Mitkämpfern und nahm von großen politischen Gesichtspunkten aus zu dem bevorstehenden Wahlkampf Stellung. Er gab in packenden Bildern eine Rückschau über den Weg, den Deutschland in den drei Jahren nationalsozialistischer Regierung zurückgelegt hat, und stellte das,Deutschland von heute gegenüber jenem zerrütteten und verkommenen Deutschland vom Januar 1933. Unter begeisterter Zustimmung sprach er die Hoffnung aus, daß das deutsche Volk durch sein einmütiges Bekenntnis gerade seht hinter ihn trete: denn es habe nicht mehr Gewicht im Kampf der politischen Kräfte als die e in m ü l i g e Willenskundgebung eines 60-RNllionen- volkes. Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels gab dem Danke Ausdruck, mit dem alle Nationalsozialisten des Führers und feiner großen Befreiunas- tat gedenken. „Sie, mein Führer", so erklärte Dr. Goebbels unter jubelnder Zustimmung, „haben gestern der Partei und mit ihr dem aanzen deutschen Volk aus dem Herzen gesprochen." In diesem Augenblick drängten die Anwesenden spontan zum Platz des Führers und bereiteten ihm unter dem Eindruck der Ereignisse des 7. März und der Rede des Führers eine minutenlange Jubelkundgebung. Dann gab der vom Führer bestimmte Leiter des Wahlkampfes Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels im Sinne der Ausführungen des Führers die einzelnen Richtlinien für den dreiwöchigen Wahlkampf bekannt. Das Wahlrecht zum Reichstag. Berlin, 8. März. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt vom 7. März wird folgendes Gesetz über das Reichstagswahlrecht veröffentlicht: Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird: § 1- Reichstagswähler find außer den deutschen Staatsangehörigen, die nach der ersten Verordnung vom 14. November 1935 (RGBl. I, Seite 1333) zum Reichsbürgergesetz vorläufig als Reichsbürger gelten, auch die deutschen Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes, die am Wahltage 20 Jahre alt sind, sofern sie nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind oder sofern nicht die Ausübung eines Wahlrechts ruht (§ 2 des Reichswahlgesetzes). Die Bestimmungen der Paragraphen 2 und 5 Absatz 2 der genannten Verordnung finden Anwendung. § 2. Wer, ohne wahlberechtigt zu sein, eine Stimme abgibt, wird mit Gefängnis und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen b e ft r a f t § 3. Der Reichsminister des Innern ist ermächtigt, die zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Vor- fchristen zu erlassen. Er kann die Bestimmungen des Reichswahlgesetzes überdieWählbarkeit und über die 23 e r t e i l u n a der Sitze auf die Bewerber in den Wahlvorfchlägen ändern und die im Reichswahlgesetz vorgesehenen Fristen verkürzen. Berlin, den 7. März 1936. Der Führer und Reichskanzler: Adolf Hitler. Der Reichsminister des Innern: Frick. Auflegung der Stimmlisten am 21. und 22. März. Berlin, 7. März. (DNB.) Nachdem der Termin für die Reichstagswahl auf Sonntag, den 29. März 1936, festgesetzt ist, hat der Reichs- und preußische Minister des Innern angeordnet, daß die Stimmlisten und Stimmkarteien am 21. und 2 2. März 1936 auszulegen sind. Die beteiligten Dienststellen sind durch Funk- jpruch beauftragt worden, sofort alle Vorbereitungen zu treffen. Am Freitag Sitzung des Völkerbundsrats. Genf, 8. März. (DNB.) Beim Völkerbundssekretariat ist am Sonntagabend das Telegramm der französischen Regierung eingetroffen, in dem wegen der deutschen Maßnahmen in der entmilitarisierten Zone die sofortige Einberufung des Völkerbundsrates beantragt wird. Der Antrag stützt sich auf die Behauptung, daß die deutsche Regierung dem Artikel 43 des Versailler Vertrages und dem Artikel 1 des Vertrages von Locarno entgehen gehandelt habe. Er ersucht um Maßnahmen, damit der Rat in der möglichst kürzesten Frist zusammentreten könne. Das Telegramm der französischen Regierung ist sofort den übrigen Mitgliedern des Völkerbundsrates sowie der belgischen und der deutschen Regierung mitgeteilt worden. Wie verlautet, wurde dabei an die deutsche Regierung die Anfrage gerichtet, ob sie sich bei der Prüfung der Angelegenheit vertreten lassen wolle. Der amtierende Ratspräsident Bruce (Australien) hat den Rat auf Freitag, den 13. März, 11 Uhr, einberufen. Der Sitzung des Völkerbundsrates werden die meisten Außenmini st er persönlich beiwohnen wollen. Litwinow, R u s ch t ü und T i t u l e s c u haben in Paris bereits wissen lassen, daß sie an den Genfer Verhandlungen teilnehmen werden. Man nimmt an, daß auch Flandin am Freitag den Verhandlungen des Völkerbundsrates beiwohnen wird. Der Beschluß des französischen Miisterrais. Paris, 8. März. (DNB.) Am Sonntagvormittag fand in Paris ein Ministerrat statt, über dessen Verlauf folgende amtliche Verlautbarung veröffentlicht wurde: „Die Minister haben sich am Sonntagvormittag im Elysee unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik, Lebrun, versammelt. Außenminister F l a n d i n hat den Ministerrat die letzten Mitteilungen zur Kenntnis gebracht, die er über die Lage erhalten hat. Der Ministerrat hat die deutsche Denkschrift geprüft. Er hat sie als unannehmbar befunden. Der Ministerrat hat den Beschluß gebilligt, unverzüglich und gemäß dem Locarnopakt den 23 öl-- kerbundsrat zu befassen und eine Beratung mit den Signatarmä ch t en des Locarnovertrages zu eröffnen. Diese Beratung wird am Dienstag in Paris erfolgen. Der Kriegsminister General Maurin erstattete Bericht über die Sicherheitsmaßnahmen, die vom ersten Augenblick an durchgeführt worden find, sowie über die von der Regierung angeordneten Truppenbewegungen. Er wurde ermächtigt, ebenso wie der Kriegsmarineminister und der Lüftfahrtminister die ergänzenden Maßnahmen vorzubereiten, die die Umstände erfordern würden. Eine Mitteilung wird den Kammern durch die Regierung zu Beginn der Dienstagnachmittagssitzung gemacht werden. Im übrigen wird der Ministerpräsident am Sonntagabend um 20.30 Uhr eine Rundfunkerklärung abgeben." Die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen während der letzten 16 Jahre ist durch das kleine Wörtchen „unannehmbar" hinreichend gekennzeichnet. Niemals haben die Franzosen auf alle deutschen Angebote, die den Versuch machen wollten, das Verhältnis der beiden Nachbarvölker in normale Bahnen zu lenken, etwas anderes zu antworten gewußt als dies „unannehmba r". So wurde jede Abrüstung überhaupt von den Franzosen strikt abgelehnt. Der Vorschlag eines 200 000- Mann-Heeres war für sie undiskutabel, der weitere Vorschlag einer Begrenzung auf 300 000 Mann be- hagte ihnen ebensowenig. Das Flottenabkommen mit England, das einzige Abkommen, das überhaupt eine Rüstungsbegrenzung festgefetzt hat, erfüllte sie mit größtem Mißtrauen. Die deutschen Vorschläge über einen Luftpakt wurden zurückgewiesen. Wird Frankreich dieser Kette unausgesetzter Möglichkeiten mit der Ablehnung der neuen Vorschläge des Führers ein neues „unannehmbar^ hinzufügen und damit die Verantwortung auf sich nehmen wollen, den europäischen Unfrieden zu verewigen? Belgien Meßt sich an. Brüssel, 9. März. (DNB.) Der Ministerrat, der am Sonntag unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten van Zeeland zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengetreten war, hat beschlossen, in Anwendung des Artikels 4 Abs. 1 des Locarnovertrages die Frage der Kündigung des Vertrages durch Deutschland vor dem Völkerbund zu bringen. Der Wortlaut einer entsprechenden Mitteilung an den Generalsekretär des Völkerbundes wurde festgesetzt. Ministerpräsident van Zeeland wird am Dienstag an einer Konferenz der Signatar st aaten des Locarnovertrages in Paris teilnehmen und sich von dort nach Genf begeben, um dort an der Fortsetzung der Beratungen teilzunehmen. Nach seiner Rückkehr wird van Zeeland i m Parlament einen Bericht über die Lage erstatten. Der Ministerpräsident hat den übrigen Ministern Mitteilungen über den bisherigen Verlauf des diplomatischen Notenaustausches mit Frankreich, England und Italien gemacht. Unbegründete Gerüchte in Paris. Paris, 9. März. (DNB. Funkspr.) Am Sonntagabend war in politischen Kreisen das Gerücht verbreitet, die Regierung beabsichtige, die Kammerwahlen zu vertagen, um die Wähler nicht unter dem Eindruck der gegenwärtigen Ereignisse in den Wahlkampf zu schicken. Gleichzeitig hieß es, daß eine Umbildung der Regierung nicht ausgeschlossen sei. An zuständiger Stelle erklärt man jedoch beide Gerüchte für haltlos. Die Regierung werde keine derartigen Beschlüsse fassen, sondern am Dienstag in der Kammer und im Senat eine E r- k l ä r u n g zur „Initiative" der Reichsregierung abgeben. Der Ministerpräsident werde sich aber weigern, die verschiedenen in diesem Zusammenhang bereits eingebrachten Anfragen zur öffentlichen Beratung zu stellen, weil er der Auffassung fei, daß eine solche Aussprache in dem Augenblick, wo die notwendigen diplomatischen Schritte bereits eingeleitet seien, nachteilig sein könnte. Ueberflüssige Sicherheitsmaßnahmen. Paris, 8. März. (DNB.) In der Nacht mm Sonntag und am Sonntagvormittag haben d i e für d i e Grenzbesetzung vorgesehenen Regimenter ihre Garnisonen Metz und Dieben» Hofen (Thionville) verlassen, um die Besatzung der Grenzbefestigungen und der Zeltlager an der Grenze zu vervollständigen. Im Kriegsministerium wurde erklärt, daß diese Maßnahmen bereits seit einigen Tagen geplant gewesen seien. Die Besetzung sei aber nicht so, wie sie für den Kriegsfall vorgesehen sei. Es wird weiter bemerkt, daß nur die in der Umgebung der Befestigungswerke stationierten Truppen Befehl erhalten hätten, diese Befestigungen zu beziehen, deren Bewachung ihnen normal obliege. Es sei zur Zeit keine Rede von irgendwelchen Truppenbewegungen im übrigen Lande. Oie diplomatische Vorgeschichte des Memorandums Flandin muß sich in allen punkten eine Richtigstellung gefallen lassen. Paris, 8. März. (DNB.) Nach den Beratungen der Minister und General- und Admiralsstabchefs hat Außenminister Flandin am Samstagabend der Presse folgende Erklärung abgegeben: „Am 28. Februar hat eine Pariser Zeitung eine Unterredung des deutschen Oberhauptes veröffentlicht, die einen feierlichen Aufruf für die deutsch-französische Aussöhnung enthielt. Diese Kundgebung hat sofort die volle Aufmerksamkeit der französischen Regierung gefunden. Sie hat übrigens nicht gewartet, bis diese Kundgebung erfolgte, um ihren Annäherungswunsch zwischen beiden Ländern zu bekunden. Der Außenminister hatte diesem Wunjch in seiner Kammerrede öffentlich Ausdruck verliehen, obwohl seit mehr als einem Jahre die deutsche Regierung es unterlassen hat, auf die Eröffnungen (ouvertures) zu antworten, die ihr gemacht wurden, und obwohl die Reichsregierung, als sie im vergangenen November vom französischen Botschafter nachdrücklich aufgefordert wurde, ihr Einverständnis zum Abschluß eines Luftpaktes zu geben, auf die internationale Lage verwiesen hat, um jede Verhandlung zu vertagen. 2hn 29. Februar ist dem französischen Botschafter in Berlin die Weisung erteilt worden, in dringlicher Ußeife einen Empfang beim Reichskanzler nachzu- ludjen und ihn zu bitten, genau z u b e ft i m = m clever Grundlage er die Möglichkeit für eine Annäherung sehe, welche Frankreich ebenso sehr wünsche wie Deutschland. Botschafter Francois-Poncet hat dieser Anweisung sofort Folge geleistet. Im Verlauf eines Empfanges beim Reichskanzler Hitler in Anwesenheit des Außenministers von Neurath am 2. März wurde ihm geantwortet, daß man d i e Angele- genheit prüfen werde, um der französischen Regierung in kürzester Frist genaue Vorschläge zu unterbreiten. Um die angebahnten Verhandlungen zu erleichtern, hat die Reichsregierung ersucht, d o r I ä u f i 9 Stillschweigen über den Besuch des französischen Botschafters zu beobachten. Diesem Wunsche wurde entsprochen. Nachdem Francois-Poncet gestern unterrichtet wurde, daß Reichsaußenminister von Neurath ihn heute morgen zu sehen wünjche, hat der französische Botschafter eine Denkschrift erhalten, durch die die Reichsregierung in einseitiger Weise den Vertrag von Locarno verleugnet (re- pudie) und ihre Absicht ankündigt, ihren Beschluß unverzüglich durchzuführen. Indessen ist im Locarnovertrag ausdrücklich vorgesehen, daß er in Kraft bleiben soll bis zu einem gegenteiligen Beschluß des Völkerbundsrates. Die Reichsregierung zieht den französisch-sowjetrussischen Pakt heran, dem sie eine vollständig unrichtige Auslegung gibt und den sie als im Wider- sprach zum Locarnovertrag hinstellt. Die Reichsregierung übersieht dabei die Rechtfertigungen, die die französische Regierung in dieser Hinsicht seit fast einem Jahr gegeben hat und die die Unterstützung der übereinstimmenden Ansicht der anderen Unterzeichner des Locarnovertrages erhalten habe. Welchen Wert die Reichsregierung auch diesem Vertrag beimißt, so hätte sie, wenn ihr der diplomatische Weg nicht genügt hätte das Schlichtungsverfahren einschlagen müssen, das für einen solchen Fall im Locarnovertrag vorgesehen ist. Auf die Frage, ob die heute morgen übergebene Denkschrift die am Montag dem französischen Botschafter versprochene Antwort darstelle, ist geantwortet worden, daß dieses Schriftstück d i e Grundlage darstelle, auf denen spätere Meinungsaustausche fruchtbar fein könnten und daß die Antwort auf die Anfrage Frankreichs in der Denkschrift enthalten sei. Das Wert der Verständigung und Aussöhnung müßte in diesem Falle die einseitige Kündigungeines freiwillig abgeschlossenen Vertrages zur Grundlage haben, dessen Urheber sich ausdrücklich zur Aufgabe gestellt hatten, diese Verständigung vorzubereiten. Gleichzeitig würde die vollendete Tatsache gegeben fein, denn entgegen den von Deutschland übernommenen Verpflichtungen habe dieses bereits heute militärische Abteilungen in die Rheinlandzone entsandt. Die Regierung hatte die Pflicht, diese Tatsache der öffentlichen Meinung zur Kenntnis zu geben. Die Regie- runa hat mit Sorgfalt die deutsche Denkschrift geprüft und, ohne anderen Maßnahmen vorzugreifen, hat sie sich mit den anderen Unterzeich* nein des Locarno-Vertrages in Verbindung gefetzt, um eine gemeinsam^ '•Mi Ruhige Beurteilung in London hum« 4 i Nicht einfach „eine Tube Zahnpaste ‘-ausdrücklich Chlorodont verlangen ! ^Hitler. Frick. is teilnehmeh leben, um dort teilzunehmen, and im Par- Lage erstatte^, igen Ministern Verlauf des di- Frankreich, Eng« nächtigt, die )erI1d)en Por. "Zungen des ,Qr.feitun6 °us die Pe. n und die im en verkürzen. bot enthalte feine Bedingung, die als unzulässig abgelehnt werden könne. Eine doppelte entmilitarisierte Zone im Westen sei vielleicht nicht mehr durchführbar. Aber d i e Forderung nach Gleichberechtigung sei darum an sich nicht weniger vernünftig, als die Forderung nach voller Autonomie im Memelgebiet, oder die Bedingung, dah die Völkerbundssahungen vom Versailler Vertrag getrennt werden mühten. Die „Daily Mail" (Rothennere-Konzern) wendet sich energisch gegen das Gerede von Sanktionen. Deutschlands neuester Schlag habe in der Tat die Luft gereinigt, wie eine frische Brise von den Bergen habe er den Nebel hinweggefegt. Es sei völlig unmöglich, daß man der deutschen Nation auf unbestimmte Zeit ihre volle Oberhoheit über eine ihrer ersten Provinzen bestreiten könnte. Der militärische Wert der entmilitarisierten Zone für Frankreich sei im übrigen durch die neueste Entwicklung auf dem Gebiet der Luftfahrt erheblich vermin de r t. Infolgedessen sei die Sicherheit Frankreichs wie die britischen Interessen nicht ernstlich berührt. In diesem Augenblick sei es besser, auf die bolsche- w i st i s ch e n U n r u h e st i f t e r zu achten. Ihr Ziel sei, die großen Mächte Europas in einen selbstmörderischen Krieg zu verwickeln. Sie würden gern die Gelegenheit benutzen, ihre umstürzlerischen Lehren weiter zu verbreiten und auf einen allgemeinen Zusammenbruch hinzuarbeiten. Die englische Regierung dürfe sich nicht fangen lassen. Englands Politik müsse darin bestehen, Ruhe zu bewahren und die Aufrüstung mit einem Mindestmaß an Reden fortzusetzen. Der arbeiterparteiliche „Daily 5) e r a l d" stellt fest, daß eine einseitige Entmilitarisierung unfair und unerträglich sei und im krassen Widerspruch zu dem feierlichen Gleichberechtigungsversprechen des Jahres 1932 stehe. In einer Welt der Weißbücher könne nicht erwartet werden, daß Deutschland sich mit einem System zufriedengebe, daß seine r e i ch st e und w i ch - tigste Jndustrieprovinz völlig unverteidigt lasse. !inW. pr.) Arn Sonn« n das Geruch! ge, die Kam« um die Wähler der gegen« Wahlkampf zu eine 11 m b i I • sgeschlossen sei. jebod) beide gierung werde sondern am deine 6r« eichsregie« m iratzen zur ieil er der Aus ussprache in n diplomatischen achteilig sei" mühten. Das Blatt wendet sich hierauf den Friedensvorschlägen des Führers zu, die mit kühlem Kopf erwogen werden mühten. Dagegen könne der französische Vorschlag, Sanktionen gegen Deutschland anzuwenden, kaum als praktisch bezeichnet werden. Diese unnühliche Sanktionspolitik habe bereits bankrott gemacht und auf ihr Herumreiten zu wollen, würde nur eine „an sich schon gefähr- llche Lage" verschlimmern, ohne eine vernünftige Hoffnung auf Lösung zu bieten. Die englischen Staatsmänner würden gut daran tun, die deutschen Vorschläge kühl "und ruhig zu erwägen, unter der Voraussetzung, daß sie aufrichtig seien, was sich jetzt Herausstellen werde. Deutschlands Friedensplan stelle ein umfassendes Programm dar, das viele Fragen aufwerfe. Auch die „Times" nennt die Wiederbesetzung der Rheinlands die „Herausforderung eines freiwilligen Abkommens", das die Ostgrenzen Frankreichs und Belgiens elf Jahre lang unverletzlich gehalten haben. Immerhin müsse aber em Unterschied zwischen dem Einzug deutscher Truppen in ein unbestreitbar unter deutscher Oberhoheit stehendes Gebiet und einem Akt. der Feuer und Schwert in das Gebiet eines Nachbarn trage, gemacht werden. Das Blatt warnt deshalb vor einer Panik st immung und über- stürzten Schlußfolgerungen. Für Deutschland sei die entmilitarisierte Zone mehr als das Kennzeichen eines unterlegenen Staates minderen Grades. Sie sei eine Quelle militärischer Zwecke für eine Macht, die eines Tages wieder in einen Krieg mit zwei Fronten verwickelt werden könnte. Hiller habe sich bemüht, seinem „Vertragsbruch" eine konstruktive politische Möglichkeit zu geben. Diejenigen, die jetzt angerufen würden, ihr Urteil abzugeben, würden ihren Völkern qeaenüber nicht aanz ihre Pflicht tun, wenn sie sich darauf beschränkten, den Wortlaut des Vertrages zu prüfen, vielmehr Mühlen sieauchdieFolgerungen untersuchen und feststellen, welche Vorteile hier herausgezogen werden können. Das Ange- Die Auffassung in Zapan. Tokio, 9. März. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Die gesamte japanische Presse berichtet trotz der immer noch ungeklärten innerpolitischen Lage über die denkwürdige deutsche Reichstagssitzung vom 7. März. Die ersten Stellungnahmen sind auf einen zurückhaltenden Ton abgestimmt. „Tokyo Asahi Schimbun" hält es für durchaus zweifelhaft, ob Frankreich mit seinem Vorstoß im Völkerbund Erfolg haben werde, denn man dürfe nicht nur die staatsrechtliche Seite beurteilen, sondern müsse vielmehr die politische Frage in den Vordergrund stellen. Eine Zusammenarbeit der maßgebenden Völkerbundsstaaten gegen Deutschland hält das Blatt für ausgeschlossen. Besonders zweifelhaft sei die h a l tu n g Englands, das in letzter Zeit Frankreichs Politik gegen Deutschland niemals unterstützt habe. Frankreich habe daher vom Völkerbund nicht viel zu erwarten. Es würde deshalb besser tun, jede weitere Verwicklung zu vermeiden und sich der neuen Lage mit Klugheit anzupassen. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte, daß der Locarno-Vertrag eine rein europäische Angelegenheit sei. Der französisch- sowjetrussische Pakt sei ausdrücklich auf Europa beschränkt. Japan sei jedoch der Auffassung, daß mittelbare Rückwirkungen des Paktes auf den Fernen Osten unausbleiblich sein würden. Japan habe deshalb vor Ratifizierung des Vertrages in Paris entsprechende Vorstel- l u n g e n erhob em rz. dm der Ter- Sonntag, den ' Reichs- und geordnet, dah mkarteien ^szulegen durch Funk« Borbereitun« ' !ei". ein, n'5 u,"d mit Wßliahnm. dir Nicht p ttaq haben du "rgesehene" s»,h und Di-d-» ie Watjung 5** nie fie f» * , roeiter W« er SSefeftigu* h erhalten * en, beten ® ®? ti. eichen .enLanb'. Befürchtungen der Pariser Presse. Lieber die Haltung Englands und Italiens zum deutschen Memorandum im Ungewissen. ner Reichstagsrede vom 21. Mai 193 5. Richt Deutschland hat Verhandlungen über einen Luftpakt abgelehnt, vielmehr hat Frankreich diesen vereitelt, da es sie vom Abschluß eines Ostpak- tes, eines Donaupaktes, einer Ab- rüstungskonvention und anderen unerfüllbaren Voraussetzungen abhängig machte. Das Interview des Führers lag der französischen Botschaft am gleichen Tage und somit sicherlich auch der französischen Regierung am nächsten Tagen vor. Leider hat die französische Regierung nicht nur einen, sondern mehrereTage gewartet, bis sie, nachdem inzwischen die Kammer die Ratifizierung des Russenvertrages vollzogen hatte, die Veröffentlichung freigab, um dann erst, am nächsten Tag, d. h. rund eine Woche nachher, den Botschafter mit einer Rückfrage zu beauftragen. Diese Rückfrage des französischen Botschafters lautete dahin, ob der Führer und Reichskanzler das in dem Interview ausgesprochene Anerbieten deutsch-französischer Verhandlungen „präzisieren" wolle. Der französische Botschafter ist darauf "cht Z "? »ch bi, > R.jch,' ?ata9taPben bnu»8s; Aber es ist auch noch etwas anderes, was die Tat vom 7. März in einen wahrhaft geschichtlichen Rang erhoben hat. Denn die Verwirklichung unseres Anspruchs auf volle Souveränität im eigenen Land ist zugleich auch die Vorbedingung für d i e Schaffung eines wahren Friedenszustandes unter den Völkern Europas. Nur eine in jeder Hinsicht lückenlose Gleichberechtigung ermöglicht es verantwortungvollen Staatsmännern, die von ihnen vertretenen Nationen um den runden Familientisch einer übervölkischen Einrichtung zu versammeln, ohne daß dauernd Zank und Streit unter den Teilnehmern dieser Tafelrunde ausbricht. An dem Tisch, den Gott den Völkern dieser Erde gedeckt hat, wollen wir alle sitzen. Wir alle wollen satt werden und von dem täglichen Brot essen, das die Natur den Menschen darbietet. Die Schätze und nutzbaren Kräfte, die in den bewohnten Räumen der Erde schlummern, sind aber nicht unerschöpflich und sie sind am beschränktesten, am meisten ausgebeutet gerade in den übervölkertsten Gebieten der Welt — in Eurova. Daß sich unter diesen Umständen in einem politisch so zerrissenen Erdteil wie dem europäischen erhebliche Spannungen zwischen den Völkern ergeben müssen, ist leicht verständlich. Aber unverständlich ist es, wenn sich Staatsführer finden, die diese Spannungen, statt sie zu mildern und auszugleichen, bis zur Unerträglichkeit verschärfen. So wie ein reicher Haushalt schließlich auch verkommen und verarmen muß, wenn das verdiente Geld, statt allen Familienmitgliedern zugute zu kommen, von einem Teil leichtsinnig verjubelt wird, so kann auch der Haushalt der europäischen Völkerfamilie nicht gedeihen, wenn seine Mitglieder nicht m i t den gleichen Rechten und Pflichten an die Hausgemeinschaft gebunden sind. Das deutsche Volk hegt die große Hoffnung, daß verantwortliche Männer im Auslande diese von der Natur gesetzten Zusammenhänge erkennen und beherzigen mögen, daß sie das großzügige Angebot der Zusammenarbeit, das ihnen der Führer gemacht hat, unvoreingenommen prüfen und annehmen werden. Mag auch im Ausland behauptet werden, daß Deutschland einmal unterschriebene Verträge verletzt habe, indem es durch einen einseitigen Willensakt den Locarnopakt außer Kraft setzte, so wissen wir doch, daß diese Auslegung unseres Schrittes auf falschen Äoraussetzungen beruht und daß sie eines Tages der geschichtlichen Wahrheit weichen muß. Der Einmarsch der deutschen Truppen ins Rheinland stellte weder eine flagrante Verletzung des Locarnovertrages dar, noch eine effektive Bedrohung der belgischen und französischen Grenze. Die rheinische Bevölkerung selbst hat diesen deutschen Hoheitsakt ja nicht als eine militärische Handlung, sondern als den natürlichen Protest gegen die Ungerechtigkeiten des Versailler Systems und die Wiederherstellung der vollen Souveränität des Reichs in feinen westlichen Provinzen empfunden. Sie ist sich mit dem ganzen deutschen Volk in dem Willen einig, diese friedliche Aktion auszubauen zu einem großen umfassenden Werk der Völkerverständigung, wie sie der Führer in seinem Appell an die Mächte der Welt gekennzeichnet hat. Die Wahl des 29. März wird der i starke Ausdruck der unlöslichen Verbundenheit zwi- I schen Führer und Volk, aber auch des unerschütter- = lichen Willens sein, immerdar für Friede, Recht und Freiheit in der Welt einzutreten. Hitler für fein Volk fordere. Man müsse prüfen, ! was möglich und durchführbar sei. Auch der „Jour" warnt davor, die großen Worte auszusprechen, mit denen d i e Taten später nicht in Einklang gebracht werden können. Das „Petit . Journal" wünscht weder eine französische Kapitulation vor der vollendeten Tatsache, noch eine an- । griffslustige Haltung bei dem französischen Protest- ; vorgehen. Mit, in und durch den Völkerbund . müsse Frankreich seine Stimme erheben und sich Gerechtigkeit verschaffen. Niemand denke daran, schreibt der Temps zwar, die Tür zu einer etwaigen Verhandlung zu schließen, aber, so setzt er hinzu, es würde „außerordentlich gefährlich" sein, eine Verhandlung ins Auge zu fassen, die von der vollzogenen Tatsache der brutalen Verletzung" (!) eines Vertrages ihren Anfang nehme. Es sei unzulässig, daß der Völkerbundsrat, der sich so streng gegenüber Italien in der Anwendung von Sühnemaßnahmen gezeigt habe, Schonung oder Gleichgültigkeit an den Tag legen könne angesichts einer Vertragsverletzung, die viel schwerer sei als die von Italien begangene. Journal des Debats ist besonders darüber erbost, daß die englische Presse die Vorschläge mit sachlichem Wohlwollen ausgenommen habe. Die Bezeichnung „Einfältigkeit" sei für diesen Geisteszustand der englischen Presse nicht zu hart. Um Deutschlands „Angriff" zum Scheitern zu verurteilen, gebe es keine andere Politik, als Frankreich so stark wie möglich zu machen und die europäischen Wider st andkräfte zu- s a m m e n z u f a s s e n. Die Wiederaufrüstung des Rheinlandes, so erkennt das Blatt jedoch, müsse als eine vollzogene Tatsache betrachtet werden. Man könne dem Völkerbundsrat die Aktion anzeigen und dabei müsse es sein Bewenden haben. Sühnemaßnahmen zu fordern, in allen Teilen andere Truppen zu mobilisieren als die augenblickliche Sicherheit erfordere, würde zu nichts anderem dienen als vielleicht Trugbilder zu schaffen. Es sei klar, daß die deutschen Soldaten im Rheinland nur durch Kanonen wieder aus dem Rheinland vertrieben werden könnten. Warum eine Inszenierung veranstalten, die nur lächerlichen Redereien Platz lasse? Prager Stimmen. Prag, 8. März. (DNB.) Das Hauptblatt der tschechischen nationalistischen Partei schreibt u. a.: Frankreich wird voraussichtlich den Haager Schiedsgerichtshof anrufen. Deutschland setzt sich der Gefahr aus, daß es verurteilt wird. Auf der anderen Seite ist gewiß die ganze Welt bereit, die Anträge zu erwägen, die wirklich zu einer Friedensbefestigung führen könnten. — „Venkoo", das Organ der tschechischen Agrarpartei, der auch Ministerpräsident Hodza angehört, schreibt u. a.: Man kann sagen, daß nach der Rede Hitlers die Nervosität abgeflaut ist, die aus der Unsicherheit entsprang, und die Welt geht jetzt wieder zur ruhigen Beurteilung und zum Gleichgewicht über. Deutschland hat die Tür zu einer Aussprache geöffnet. Wir sind überzeugt, daß die fia$e zu einer endgültigen Losung ',’Ä» )ätle sie, |jfl! nützt A H# °°" ■ echristUtel- denen L M A.i«'1 zÄW ffL(itidfä HO t ” erklären. Nur wer selber Grenzland-Deutscher oder Rheinländer ist, kann ganz die Empfindungen der Freude und Begeisterung verstehen, mit denen in den beiden letzten Tagen die in ihre Friedensgarnisonen einrückenden deutschen Truppenteile von den Volksgenossen am Rhein empfangen wurden. Ihnen mögen die feldgrauen Kolonnen, als sie am Morgen des denkwürdigen 7. März 1936 unter klingen- dem Spiel durch die Städte und Ortschaften der rheinischen Lande die Reichskriegsflagge trugen, als ein Wunder erschienen sein, an das zu glauben sie in langen bitteren Nachkriegsjahren verlernt hatten. Wohl sahen die Männer und Frauen des Rheinlandes in dem Führer des neuen Deutsch- land schon immer auch ihren Befreier und Retter, und sie haben sich in vielen Kundgebungen und Abstimmungen zur nationalsozialistischen Weltanschauung ntit überwältigender Mehrheit bekannt. Aber daß ihnen der Lohn für solche Treue sobald geschenkt würde, das haben sie sicher nicht erwartet. Drei Jahre sind wahrlich eine kurze Zeit, um ein zerrissenes Volk wieder zu einigen, eine zerfallene Wirtschaft wieder aufzubauen, das Recht der nationalen Selbstverteidigung wieder herzustellen und endlich auch die letzten Fesseln eines ungerechten Friedensdiktates abzustreifen. Ein unaussprech- liches Gefühl tiefer Dankbarkeit durchzieht heute alle deutschen Herzen, es wird sich am 29. März Luft machen und Ausdruck gewinnen in einem einmütigen Bekenntnis z u Adolf Hitler als dem Manne, dessen Tatkraft und Führung allem dem deutschen Volke seine nationale Ehre und Freiheit wiedergegeben haben. führen kann. v ir, „ , . m. Das Organ der Sudetendeutschen Partei „Die Zeit" veröffentlicht eine ihm zugegangene Mitteilung des Prager Außenministeriums, m der es heihf: „Wenn wir auch heute noch keinen endgültigen Standpunkt einnehmen, so muß doch fest- gestellt werden, daß die Vorschläge Hitlers sympathisch wirken und vielen Wünschen entsprechen. Das Vorgehen Deutschlands widerspricht natürlich auch unseren Grundsätzen, aber wir werden Der Kernpunkt der Erklärungen des französischen Außenministers Flandin an die französische Presse ist die Behauptung einer falschen Au slegung des franzosisch'sowjetrussischen Pak- t e s durch Deutschland und der Nichtberücksichtigung der französischen Rechtfertigungen, die vor einem Jahre erfolgten. Diese Rechtfertigungsversuche wurden aber seinerzeit von der Reichsregierung als ungenügend zurückgewiesen und die vier Beschwerdepunkte des deutschen Memorandums vom 4. März sind unbe ft ritten geblieben. Diese fußen, wie jedermann erkennen muß, auf den Erklärungen, die der Minister Flandin selbst vor der französischen Kammer abgegeben hat. Darüber hinaus enthält die Presseinformation des Ministers Flandin zahlreiche Unrichtigkeiten. Richt die französisch-englischen Vorschläge vom 3. Februar 1935 blieben ohne Antwort, sondern die Vorschläge des Führers aus sei- Gesprengte Fesseln. Der Versailler Vertrag gehört der Vergangenheit an, er ist Geschichte geworden. Das deutsche Volk, das übermütige Sieger mit diesem Diktat für ewige Zeiten fesseln und knebeln wollten, wohnt wieder auf freier Erde, lieber 17 Jahre mußte es die rheinische Bevölkerung dulden, daß den geheiligten Boden beiderseits des deutschen Schicksalsstromes keines Soldaten Fuß betreten durfte. Ja, es gab eine lange Zeit, in der die Wacht am Rhein sogar von farbigen Söldnern einer fremden Macht gehalten wurde. Auch nach dem Abzug der fremden Besatzungstruppen lastete auf der rheinischen Bevölkerung immer das drückende Gefühl, der willenlose Gegenstand einer ungerechten, auf die Dauer untragbaren politischen Ordnung gewesen zu sein. Als der Nationalsozialismus die Regierung des Reiches übernahm, hat er diesem Volksteil die schwere Bürde eines solchen einseitigen Opfers nur deshalb nicht sofort abgenommen, weil er glaubte, damit dem allgemeinen Frieden wie dem Sicherheitsbedürfnis gerade des deutschen Westens dienen zu können. Als es sich jedoch im Laufe der letzten Jahre zeigte, daß diese Opfer von unserem französischen Nachbarn nicht nur nicht gewürdigt, sondern auch durch neue internationale Abmachungen entwertet wurde, entschloß sich notgedrungen die Reichsregierung, das Gleichgewicht wieder herzustellen und die volle und uneingeschränkte Souveränität Deutschlands über alle seine Gebiete zu hingewiesen worden, daß wiederholte und präzise deutsche Anerbieten französischerseits stets ohne Antwort geblieben seien. Dem Botschafter ist niemals nahege- l e g t worden, sein Besuch möge von der französischen Regierung geheim gehalten werden. Vielmehr wurde lediglich abgelehnt, ein gemeinsames Kommunique herauszu- geben. Es stand natürlich nichts im Wege, daß die französische Regierung ihrerseits die Tatsache des Besuches öffentlich bekannt gab. Man wird verstehen können, daß man deutscherseits keinen Anlaß sah, durch ein gemeinsames Kommunique d i e merkwürdige Verspätung, mit der das Interview erschienen ist, mit all ihren Zusammenhängen nachträglich zu sanktionieren. Wenn Herr Flandin behauptet, Deutschland hätte vor seinem Schritt ntm mindesten ein internationales Schiedsverfahren anrufen müssen, um die Unvereinbarkeit des französisch-sowjetischen Bündnisses mit Locarno festzustellen, so genügt es, ihm die Frage entgegenzuhalten, warum denn Frankreich sich seinerseits als berechtigt angesehen hat, trotz des ihm sofort notifizierten deutschen Rechtsstandpunktes durch den Abschluß seines Bündnisses ein f a i t accompli zu schaffen. Paris, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse fordert eine energische und entschlossene Haltung der Regierung bei den kommenden Besprechungen, aber hier und da machen sich gewisse Befürchtungen und Beunruhigung für die Haltung der einen ober anderen Macht geltend, die vielleicht den französischen Forderungen nicht voll und ganz gerecht werden könne. Diese Befürchtungen richten sich in erster Linie gegen die englische Haltung, dann aber auch gegen Italien, dem man die Absicht zuschreibt, s i ch nicht an irgendwelchen Sanktionen zu beteiligen, die Frankreich gegebenenfalls gegen Deutschland fordern könnte. Pertinax schreibt u. a. im „Echo de Paris", die große Frage sei nach wie vor die Haltung Englands. Man spreche zwar von einem günstigen Meinungsumschwung seit gestern, aber Genaueres lasse sich noch nicht feststellen. Im „Journal" warnt St. Brice vor übereilten Handlung en. Deutschland, so schreibt er, habe nicht n urnicht di eAbsicht, Frankreich anzugreifen, sondern es biete sogar für ein Vierteljahrhundert Ruhe an, vorausgesetzt, daß Frankreich mit der Theorie des Papierfetzens sich abfinde, die Augen vor vollendeten Tatsachen schließe, und vor allem Deutschland freie Hand lasse, wo anders den Raum zu nehmen, den London, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Die Einstellung der englischen Montagspresse bei der Beurteilung der Führerrede und der Wiederbesetzung des Rheinlandes ist keineswegs einheitlich. Fast völlig ablehnend ist der „Daily Telegraph", der häufig die Ansichten der Regierung wiedergibt. Unter der Überschrift „Herausforderndes Zerreißen (!!) eines frei abgeschlossenen Vertrages" schreibt dieses Blatt, daß Hitler durch die Ent- enbung von Truppen nach dem entmilitarisierten Rheinland den Westmächten in „brüsker" Form den Handschuh hingeschleudert habe. (?) Etwas ruhiger in Ton und Inhalt ist der Leitartikel der rechtskonservativen „M o r n i n g P o st", die die Tatsache, daß ein breiter Streifen deutschen Landes entlang der französischen Grenze entmilitarisiert fein sollte, ein seltsames System nennt. Leute, die außerhalb Frankreichs lebten und die nicht die praktischen Erfahrungen eines Einmarches gemacht hätten, konnten geneigt fein, zu erklären, daß die einseitige Entmilitarisierung des Rheins eine Angelegenheit fei, die nicht bis in alle Ewig.keit dauern könne. Die Be- eitigung eines solchen Zustandes sei an sich nicht unvernünftig. Es sei die unangemeldete militärische Wiederbesetzung der Zone, gegen die die Unterzeichner der beiden Verträge protestieren Dppofitton angesichts einer einseitigen Ver- leugnung der Verträge herbehuführen. Dem Locarno-Vertrag getreu hat sie beschlossen, den Volk erb undsrat mit der Angelegenheit zu befassen. gehens, rät aber der belgischen Regierung, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen und die von Deutschland angebotenen neuen Garantien in ernste Erwägung zu ziehen. Das Blatt gibt zu, daß der Russenpakt eine wirkliche G e - fahr für Deutschland ist. „Es ist eine vergebliche Hoffnung, zu irgendeiner Abmachung zu kommen, die Deutschland nicht in juristischer und tatsächlicher Beziehung die volle Gleichberechtigung verleiht. Es ist notwendig, daß die belgische Regierung, ohne die Fühlung mit unseren natürlichen Verbündeten aufzugeben, die Lage mit dem Willen betrachtet, Belgien neue, gleichwertige Garantien zu verschaffen. nicht die Initiative ergreifen, sondern diese den Staaten überlassen, Oie es unmittelbar an geht. Das Scho in Belgien. Brüssel, 8. März. (DNB.) Die wallonischen Blätter stehen dem deutschen Schritt vom 7. März verständnislos gegenüber und stellen die Herstellung der militärischen Souveränität Deutschland im Rheingebiet als Bedrohung der Sicherheit Belgiens und'Frankreichs hin. In der flämischen Presse kommt jedoch eine wesentlich verständnisvollere Betrachtungsweise zum Ausdruck. Das XX. Siec 1 e verurteilt zwar auch die Form des deutschen Vor- Der erste Ng am freien Rhein. Kleine Stimmungsbilder unserer Sonderberichterstatter. F r a n k f u r t a. M., 8. März. (DNB.) Als wir in aller Frühe losfahren, liegen die Straßen noch menschenleer. Und nun erkennt man erst, daß in der Tat kein Syaus und kaum ein Fenster in der Halbmillionen - Stadt ohne den Schmuck der Hitlerfahnen geblieben ist. Auf zahlreichen Platzen versammeln sich zur Heldengedenkfeier auf dem Friedhof die Gliederungen der Bewegung. Schon um 6 Uhr sind in Sachsenhausen die er st en Truppen eingetroffen und vom Reichsstatthalter und vom Oberbürgermeister begrüßt worden. Vor der Gutleut-Kaserne erleben mir noch den Einzug der blumengeschmückten Träger unserer Wehr. Wieder sind die Straßenseiten dicht umlagert. Durch Niederrad geht unsere Fahrt nach der gigantischen neuen Z e p p e l i n h a l l e , die kurz vor ihrer Vollendung steht, vorbei über die Reichsautobahn nach Griesheim. In D a r m st a d t ist am Samstag die Landespolizeitruppe emmar- schiert. Auch hier marschierten die Gliederungen der Bewegung zu den Sammelpunkten. Hitlerfahnen über dem Zauber der Bergstraße. Dann empfängt uns der Zauber der Bergstraße. Kein Städtchen, kein Dorf, kein Flecken, ja fein einzelnes Gehöft, das nicht an diesem Tage das Fahnentuch aufgezogen hätte. Und überall in Stadt und Land rüstet die Bevölkerung zum Gedenken unserer Helden, deren Opfer nun durch die befreiende Tat des Führers erfüllt ist. In Bensheim wird eine Tankabwehrkompanie ausgeladen. Ganz Bensheim ist zur Stelle. Mit schmetternden Klängen wird die Kompanie empfangen. Der Bürgermeister heißt sie willkommen ... aber Bensheim ist nur Durchgangsstation, nicht Garnison Dann nimmt uns hinter Lorsch die dunkle Schlucht der Tannenwälder wieder auf, bis aus der Ferne die Türme des Wormser Domes herübergrüßen. Die uralten Straßen und Gassen sind von Freiheitsfahnen förmlich verhängt. Begeistert erzählt uns jung und alt vom glückhaften Vortage, der nach 17 Jahren erstmals wieder deutsche junge Soldaten nach Worms brachte, und wir glauben gern, daß der Fackelzug, vorüber an den erhaben- den Bauten deutscher Geschichte, ein unbeschreiblich schöner Höhepunkt war. Heimkehr über die alte Heerstraße. lieber die alte Heerstraße Napoleons führt unser Weg linsrheinisch durchs Ried. Von der anderen Rheinseite wehen Glockenklänge herüber. Alle Schiffe haben Flaggengala angelegt. Dor dem schlichten Ehrenmal in Oppenheim steht die Hitlerjugend Ehrenwache. In Mainz erleben wir das Bild des Vortages von neuem. In Biebrich, am Neroberg, in Wiesbaden und Höchst: Ueberall begegnen wir den Gliederungen der Bewegung, sehen wir das ganze Volk auf den Friedhöfen. Schon senken sich die Schleier der Dämmerung über die Rheinebene, als wir heimkehren. Und doch wären wir gern noch Stunden, Stunden gefahren, um an dem Heldengedenken des befreiten Volkes teilzunehmen. Rheinische Kirchenfürsten zur Bedeutung des Tages. Köln, 8. März. (DNB.) Kardinalerzbischof Schulte hat an den Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst von Blomberg, ein Telegramm gesandt, in dem er in der denkwürdigen Stunde, da die Wehrmacht des Reiches wiederum als Hüterin des Friedens und der Ordnung in das deutsche Rhein- land ihren Einzug hält, die berufenen Waffenträger unseres Volkes mit ergriffener Seele und eingedenk des erhebenden Beispiels opferbereiter Vaterlandsliebe, ernster Manneszucht und aufrechter Gottesfurcht, das unser Heer von jeher der Welt gegeben hat, begrüßt. Der Bischof von Mainz, Dr. A. Stohr, erklärte an diesem rheinischen Freiheitstag einem Mitarbeiter des „Berliner Lokalanzeigers": Ich habe die Rede des Führers gehört und sehe nunmehr das Volk dieser Stadt in freudiger Erregung über die juriirf gewonnene Freiheit, ein Volk, das friedlich ist und in Ruhe seinem Beruf nachgehen will, ein Volk, das aus seinem christlichen Glauben heraus nichts sehnsüchtiger verlangt als den Frieden und die Harmonie, den schönen Zusammenklang der Herzen unter den Volksgenossen und über die Reichsgrenzen hinaus. Das letzte Worte betonte der Bischof ganz besonders. Er fuhr dann fort: Man wünscht hier den Zusammenklang aus ungestörtem Glauben christlicher Liebe und jener edlen Zucht, die von jeher als kostbares Angebinde deutschen Wesens gegolten hat. Der Bischof schloß seine Ausführungen: Diese Bevölkerung ist f r i e d l i e b e n d , so wie das ganze Volk östlich vom Rhein. Der Fackelzug vor dem Führer. Berlin, 7. März. (DNB.) Wie jenen unvergeßlichen 30. Januar 1933, so beschloß auch der Tag, da Adolf Hitler dem deutschen Volke die völlige Wiederherstellung seiner Wehrhoheit gab, als Dank und Huldigung an den Führer ein Fackelzug. Unbeschreiblich wird der Jubel der Menge, als der Führer mit seinen Mitarbeitern den Balkon betritt. Mit dem Führer erschienen u. a. Stabschef Lutze, Reichsleiter Dr. Goebbels, Gauleiter Staatsminister Dr. Wagner, Gauleiter Streicher, General Göring. Der Begeisterungssturm riß nicht ab, bis die Spitze des Zuges die Reichskanzlei erreichte. Das Musikkorps der Leibstandarte schwenkte dem Balkon gegenüber ein und spielte den Badenweiler Marsch. Kolonne um Kolonne zog am Führer vorbei. Entblößten Hauptes singen die Tausende das Lied der Deutschen und das Horst- Wessel-Lied. Paris, 9. März. (DNB.) Außenminister Flan- din hat am Sonntagnachmittag den italienischen Botschafter empfangen. Es verlautet, daß Cerruti dem französischen Außenminister die italienische Antwort auf den Aufruf des Dreizehner-Ausschusses für die Wiederherstellung des Friedens in Abessinien zur Kenntnis gegeben hat. Man scheint es sehr zu begrüßen, daß Mussolini seine grundsätzliche Zustimmung gegegeben hat, ohne Bedingungen zu stellen. Somit dürfte der Dreizehner-Ausschuß, dem nun die Zustimmung beider kriegführenden Staaten vorliegt, sofort in die Prüfung des Verfahrens eintreten, das man verfolgen wird, um zur Einstellung der Feindseligkeiten und zu einer Regelung des Streitfalles zu gelangen. In Paris glaubt man, daß die Befriedungsgeste Mussolinis die Stellung Italiens in Genf sehr verbessern werde, vor allem nachdem die „Initiative des Reichskanzlers den italienischabessinischen Streitfall in die zweite Reihe gerückt" habe. Außenminister F l a n d i n und Außenminister Eden haben sich darüber verständigt, dem Vorsitzenden des Dreizehner-Ausschusses vorzuschlagen, die nächste Sitzung von Dienstag auf Mittwoch, den 11. März, zu verschieben. Einschränkung der militärischen Tätigkeit an der Front. Asmara, 9. März. (DNB. Bericht des Kriegsberichterstatters.) Sonntag kamen hier zahlreiche Gerüchte auf, die im Zusammenhang mit der zustimmenden italienischen Antwort an den Dreizehner-Ausschuß von einer vorläufigen (Ein« fteUung der Feindseligkeiten wissen wollten. Diese Gerüchte fanden eine gewisse Bestätigung, als gegen Abend eine Anordnung des italienischen Oberkommandos bekannt wurde, wonach angesichts der bestehenden Friedensmöglichkeiten vorläufig auf italienischer Seite von Kampfhandlungen, wie vor allem Luftangriffe, abgesehen werden soll. Don der Anordnung ausgeschlossen werden sollen lediglich die Anbahnung normaler Beziehungen zu Litauen. Berlin, 8. März. (D31B.) Me wrlautet, haben zwischen der deutschen und der litauischen Regierung Unterhaltungen darüber stattgefunden, ob auf die Organe der öffentlichen Meinungsbildung in dem Sinne einzuwirken fei, daß die Berichterstattung in der presse und im Rundfunk des einen Landes über Staatsmänner, Regierungsmahnahmen und Vorgänge des anderen Landes in fachlichem Ton geschieht und die Leitartikel der presse sich der gleichen Einstellung befleißigen, wie wir hören, sind beide Regierungen der Ansicht, daß eine derartige Einwirkung alsbald vorgenommen werden soll, damit sich die Beziehungen beider Länder normalisieren und die Behandlung der zwischen ihnen schweben- den Fragen sowie die auf der einen oder anderen Seile zu treffenden Maßnahmen in einer Atmosphäre der Ruhe und Sachlichkeit vor sich gehen können. Kommunisten in Cadiz reißen die Hakenlreuzfahne vom deutschen Konsulat herab. Madrid, 9. März. In Cadiz haben am Sonntagmittag Kommunisten die Hakenkreuzfahne vom dortigen deutschen Konsulatsgebäude heruntergerissen und zerfetzt. Bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden des Zwischenfalles erhob der Geschäftsführer der deutschen Botschaft in Madrid Einspruch beim spanischen Staatsministe- rium gegen den Ueberfall, forderte Genugtuung und ersuchte um stärkeren Schutz der amtlichen deutschen Vertretungen in Spanien. Auch in Madrid kam es vor der deutschen Botschaft zu Ansammlungen kommunistischer Demonstranten. laufenden, rein taktisch zu wertenden D e w e - gungsmanöver der italienischen Truppen. Marschall Badoglio traf am Sonntag in Asmara ein, wo ihm begeisterte Kundgebungen bereitet wurden. Eine große Menschenmenge brachte immer wieder Hochrufe auf den Duce aus. Ras Mlugeiha gestorben. Addis Abeba, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Der abessinische Kriegsminister und Heerführer Ras Mulugetha ist gestorben. Dem Vernehmen nach soll Mulugetha am Samstag einer Lungenentzündung erlegen sein, während er nach einer anderen Lesart den Verwundungen erlegen sein soll, die er in der Schlacht am Amba Aladschi erhalten habe. Ras Mulugetha war einer der mächtigsten Fürsten Abessiniens. Er genoß das größte Vertrauen des Kaisers, dessen Stellvertretung er regelmäßig übernahm, wenn der Negus von der Hauptstadt abwesend war. Der Auszug der Zivilbevölkerung aus Addis Abeba setzt sich fort. Schätzungsweise haben 30 000 Menschen die Stadt verlassen. Die armenische Bevölkerung flüchtet auf die französische Gesandtschaft und brachte dort auch die Nacht zu. Addis Abeba erscheint wie eine tote Stadt. Die Schaufenster und Läden sind geschlossen, eiserne Rolladen und Balken versperren die Türen. Die Ungewißheit über einen neuen Luftangriff wurde noch dadurch verstärkt, daß eine telephonische Meldung aus der Provinz Sidamo eintraf, wonach ein Bombengeschwader von sechs Flugzeugen in nördlicher Richtung fliegend gesichtet wurde. Der große Wochenmarkt, der mindestens 20 000 Menschen nach Addis Abeba bringt, ist u n b e s ch i ck t geblieben, da die meisten Bauern bereits bei Bekanntwerden des Fliegerbesuchs ihre Heimatdörfer aufsuchten. Fieberhaft werden noch neue Unter st ände gebaut und Gräben als Fliegerschutz ausgehoben. Aus aller Wett. Die feekranken Fische. Es handelt sich hier nicht um Süßwasserbewoh» ner, die allerdings das stürmische Gewoge desOze, ans nicht gewohnt sind und daher bei einer See« reise allerhand Schwierigkeiten zu überstehen hüt' ten. Es handelt sich um ausgewachsene Kabeljaue, die ihr Lebtag nichts anderes als Meerwasser geschluckt und sich nur in dem großen Teich bewegt haben. Ein amerikanischer Meeresbiologe hat sich den Scherz erlaubt, ein paar handfeste Vertreter dieser Sorte einzufangen, in einen großen Wassertank zu füllen und an Bord eines Dampfers zu bringen. Dann beobachtete er sie eifrig und konnte bald seine Vermutungen bestätigt finden. Sobald das Schiff nämlich auf das offene Meer hinauskam, wo es zu schlingern begann, wurden die Fische sichtlich aufgeregt. Man sah ihnen ihr Unwohlsein geradezu an, und schließlich beobachtete man bei ihnen ganz die gleichen Symptome, wie sie andere Lebewesen auch an den Tag legen, wenn sie seekrank sind. So schaukelten die Kabeljaue hilflos und schier verzweifelt über ihr Lebenselement dahin und wurden ihres Daseins erst wieder froh, als man sie wieder aus dem Tank herausnahm und ins Meer zurückbeförderte. „hartes" Fußballspiel. Der Robot marschiert. Er tritt jetzt nicht nur zum Dienst des Menschen an, sondern auch gegen seinesgleichen zum — Fußballspiel. In Detroit fand das erste Fußballspiel zwischen Robots statt. Es waren richtig zwei Mannschaften aufgestellt worden, die ihre Aufgabe als Stürmer, Läufer, Verteidige» oder Tormann vernünftig und ordnungsgemäß erfüllten. Allerdings kombinierten fie nicht selbständig, denn sie liefen auf zahlreichen Eisenschienen, die im Boden vergraben und mit den eigentlichen Spielern verbunden waren. Diese saßen auf einer Tribüne, brauchten sich nicht zu strapazieren, sondern nur eine Reihe von Hebeln zu betätigen, worauf diese Bewegungen auf elektrischem Wege über die Schienen zu den Stahlmenschen getragen wurden. Zu diesem interessanten Spiel waren natürlich viele Zuschauer gekommen, die den Gang der Handlung aber viel zu langsam fanden. Außerdem erwiesen sich die Robots als „harte" Spieler, denn schon nach wenigen Minuten mußte ein Robot-Stürmer mit zerbrochenen Gliedern und heraushängenden Stahlfedern vom Kampffelde getragen werden... Der alte Friß als Musikkritiker. Friedrich der Große besuchte einmal das Gymnasium des Grauen Klosters zu Berlin und hörte die Schüler das Lied fingen: „Wie groß ist des All- mächt'gen Güte". Da sagte der König seufzend: „Sie muß allerdings groß und grenzenlos fein, ba sie es duldet, daß die Jungens so elend fingen." Wetterbericht der Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereiche feuchter Mischluft hat sich bisher bei uns vielfach dunstiges und nur in den Nachmittagsstunden aufheiterndes Wetter gehalten. An der Ostseite einer sich zur Zeit von Spanien über England nordostwärts erstreckenden Tiefdruckrinne werden jetzt milde subtropische Luftmassen nach Deutschland verfrachtet, die sich auch bei uns stärker durchsetzen werden. Aussichten für Dienstag: Kein regen- sicheres, aber doch im ganzen freundliches und auch mildes Wetter, überwiegend südliche Winde. Lufttemperaturen am 8. März: mittags 2,6 Grad Celsius, abends 2,6 Grad; am 9. März: morgens 4,2 Grad. Maximum 3,7 Grad, Minimum heute nacht 2,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. März: abends 3,1 Grad; am 9. März: morgens 3,1 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bildert Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Die VölkerbundsvermMung im Abessinienstreit. Rach Zustimmung Italiens am Mittwoch Sitzung des I3er-Ausfchuffes. Statt besonderer Anzeige! Unsere liebe Schwester. Schwägerin und Tante Fräulein Anna Albrecht, Lehrerin ist am 5. März nach kurzem schweren Leiden sanft entschlafen. Giefon, München, Arhellgen. Darmstadt. Die Feuerbestattung hat in aller Stille stattgefunden. 149QD [Stellenangebote Fritz Kinder. Gießen, den 8. März 1936. 01097 Mietgesnche a.d.G.A. n r ür die mir und den Angehörigen meiner verstorbenen Frau übermittelten herzlichen Beileidsbekundungen danke ich herzlich. Ein in all. Hausarbeit. u. Kochen erfahrenes Mädchen inGeschäftshaus» halt gesucht. Schriftl. Angeb. unter 1495D an denGieß.Anzeig. Zweilamilienliaus Neubau, steuerfrei, in schöner Lage, billig zu verkaufen. Sckr. Ang. unt. 01102 an d. Gieß. Anz. AelteresReamt.- Ehepaar sucht für den 1. Juli oder 1. Oktober d. I. 4-Zimm.-Wohn. in schöner Lage m. Bad,Heizung, Veranda und 2 Mansarden.Aus- führl.Angab.mit Preis unt. 01105 an d. Gieß. Anz. 2 möbl. Zimmer m.v.Pens.,mögt. Bad, für kinderl. Ehev.sof.gesucht. Ang. an Bechert, Ludwigftr. 42II. 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M -~Ä*~ W MWU! ich U Hhi i MH -« ** X z "3\< -'MW ■ FZW »kT'^-L fei * m l : Flugabwehrtruppen ziehen in Köln ein. — (Scherl-Br den historischen Die ersten deutschen Gruppen ziehen bei Mamz Kühne die Front abgeschritten unter klingendem Spiel und unter Heilrufen der Menge der Einzug. hatte, begann den begeisterten Die vom Führer in der denkwürdigen Sitzung am Samstag verkündete Wiederbesetzung der entmilitarisierten Rheinland- zone durch deutsche Truppen hat überall am Die ßifsische Landeshauptstadt Darmstadt stand bereits Samstagnachmittag in vollem Fahnenschmuck und Tausende von Einwohnern hatten sich in den Hauptstraßen der Stadt eingefunden, um dem erwarteten Einmarsch der Truppen beizuwohnen. Die Ankunft der Truppen verzögerte sich jedoch bis gegen Mitternacht, wo die erste Abteilung auf dem Hauptbahnhof eintraf. Dort hatten sich trotz der späten Stunde noch Tausende eingefunden, die der mit klingendem Spiel einziehenden Abteilung einen begeisterten E m p fang bereiteten. Die noch während der Nacht eingetroffenen weiteren Abteilungen marschierten ebenfalls mit klinaendem Spiel nach der Kaserne. Spiel seinen Einzug in der Landeshauptstadt Karlsruhe hielt, war die ganze Bevölkerung auf den Beinen und umsäumte den Marschwea. Vielleicht mit am eindrucksvollsten war der Einzug der Truppen in Saarbrücken, der Stadt, die am längsten fremde Besatzung gesehen hatte. Die große Rede des Führers wurde im ganzen Saarland mit ungeheurer Begeisterung ausgenommen. Die Formationen der Bewegung bildeten auf dem Wege vom Bahnhof bis zur Mitte Saar- brückens Spalier für die einrückenden Abteilungen. Der Marsch in die Stadt gestaltete sich zu einem unvergleichlichen Triumphzuge. Die begeisterte Bevölkerung der neuen Garnison- städte sammelte sich an den Brennpunkten, um den Empfang der deutschen Soldaten miterleben zu können. In Köln sah die Bevölkerung wenige Minuten vor 12 Uhr die erste Flugzeugstaffel der Luftwaffe über die Stadt brausen. Die zuerst eintreffende Flak-Batterie wurde bei ihrer Fahrt über die Hohenzollernbrücke von einem unbeschreiblichen Jubel empfangen. Am Dom nahm der Wehrkreiskommandeur Generalleutnant von Kluge den Vorbeimarsch ab. Nicht minder groß war die Begeisterung in Koblenz, der alten Garnisonstadt am Ehrenbreitstein. Vor dem Hause der Gauleitung standen dicht gedrängt die Massen, um die Rede des Führers zu hören. Als dann die Erklärung des Führers erfolgte, brauste Jubel auf, wie ihn die Stadt wohl seit Jahren nicht erlebt hat. Inzwischen war auf dem Bahnhof Koblenz-Lützel der e r st e Zug mit den Mannschaften der neuen Garnison eingelaufen. Als die Truppen mit klingendem Spiel die' Mosel überschritten, brandeten nicht enden- wollende Heilrufe den Soldaten entgegen. Auf dem Kasernenhof der Landespolizei begrüßte der Regimentskommandeur die Mannschaften der neuen Garnison. Oberbürgermeister und Gaupropagandaleiter richteten herzliche Begrüßungsworte an die Soldaten. Auch in der Grenzstadt Trier herrschte allenthalben Begeisterung über die Befreiungstat des Führers. Die Bevölkerung war, als die ersten Soldaten eintrafen, sofort in großer Zahl zur Stelle. In Aachen trafen zwei Kompanien auf dem Westbahnhof ein. Die Begeisterung, die ihnen schon am Bahnhof von der Bevölkerung entgegengebracht wurde, steigerte sich bei dem Einzug in die Stadt immer mehr. Dann erfolgte ein Vorbeimarsch und die feierliche Begrüßung durch die Vertreter der Behörden. In Bonn war Infanterie auf dem Westbahnhof eingetroffen, die Artillerie wurde in Oberkassel ausgeladen und marschierte von dort über die Rheinbrücke in die Stadt. Als die beiden Abteilungen durch die Stadt marschierten, wurden sie überall von dem Jubel der Bevölkerung empfangen. Auf dem Kaiserplatz nahm der Standortälteste den Vorbeimarsch ab. In Düsseldorf, wo bereits eine Fliegerabteilung eingetroffen war, trafen am Sonntagmorgen Artillerie-Abteilungen ein, denen auch hier langanhaltende Willkommenskundgebungen bereitet wurden Nachdem Generalmajor Das Grenzland Baden feierte Tag mit gleichem Jubel. Als unter dem Geläut der Glocken ein Schützenbataillon mit klingendem fönen in heller Begeisterung empfangen. Wie ein Lauffeuer ging die Kunde von ihrer Ankunft von Haus zu Haus, und jeder wollte der erste sein, die deutschen Soldaten, die Garanten des F r i e d e n s und die Schirmer unserer Arbeit, willkommen zu heißen. Im Nu waren Städte und Dörfer in ein Fahnenmeer getaucht. Ich darf Ihnen namens der gesamten Bevölkerung des Rhein-Maingebiets den innigsten Dank für diese befreiende Tat aussprechen. Sprenger. * lieber die Aufnahme befragt, die der historische 7. März im Gau Hessen-Nassau gefunden hat, äußerte sich Gauleiter Sprenger zu einem Vertreter des DNB. u. a. etwa rote folgt: Während das übrige Deutschland im letzten Jahre die Niederer st arkung des Reiches unter der Führung Adolf Hitlers täglich miterleben konnte, war die entmilitarisierte Zone gewissermaßen als N o t st a n d s g e b i e t zu betrachten, in dem der Druck der entehrenden Bestimmungen des Versailler Vertrags besonders tief empfunden wurde. Denn in den westlichen Gauen fehlte das V o l k s h e e r, das das wiedererstarkte Reich besonders eindrucksvoll verkörpern. Auch der Gau Hessen-Nassau hatte in den ersten Jahren nach dem Schmachfrieden von Versailles den Druck einer fremden Besatzung bitter empfinden müssen. Um o größer war daher der Jubel in der B e - v ö l k e r u n g , daß nunmehr dieser Alpdruck durch den kühnen Entschluß des Führers hinweggenommen wurde. In allen alten Garnisonstädten, die In Speyer wurde der erste Truppensonderzug von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. Auf dem Bahnsteig empfingen Vertreter der Partei und Behörden den Kommandeur der ankommenden Truppen und seinen Stab. Es folgte dann, voran die SA.-Kapelle, derEinmarschindieStadt. Die Soldaten wurden mit Blumensträußen überschüttet. Festlicher Sonntag in Frankfurt. Während bei der größeren Zahl der neuen rheinischen Garnisonen der Einzug der deutschen Wehrmacht bereits am Samstag erfolgt war, trafen in Frankfurt die Kolonnen am Sonntagfrüh ein. Der Empfang, den ihnen die Bevölkerung bereitete, war begeistert. Schon von den frühen Morgenstunden an bewegten sich frohe Menschenmassen 'durch die Straßen, um ihre Soldaten zu erwarten. In Frankfurt herrschte noch völlige Dunkelheit, als auf dem Südbahnhof kurz nach 6 Uhr der erste Zug mit einer Artillerie-Abteilung eintraf. Trotz der frühen Morgenstunde hatten sich zahlreiche Volksgenossen emgefunden, um das militärische Schauspiel mitzuerleben. Nachdem die Mannschaften die Wagen verlassen hatten und die Pferde, Geschütze und Bagagewagen ausgeladen waren, richtete Gauleiter Spreng eer und Oberbürgermeister Dr. Krebs herzliche Begrüßungsworte an die neue Garnison, in deren Namen der Regimentskommandeur dankte. Kurz vor 7 Uhr traf auf dem Ostbahnhof eine zweite Artillerie-Abteilung ein. Auch sie wurde vom Gauleiter und dem Oberbürgermeister herzlich begrüßt. Die Bevölkerung eilte herbei und versorgte die Mannschaften mit" Kaffee und Frühstück. Um 8 Uhr morgens erfolgte dann der feierliche Einzug in die Stadt. Den Truppen voran "fuhren der Gauleiter und der Oberbürgermeister, ihnen' fölgte das berittene Musikkorps,'daran anschließend der Stab und die lange Reihe der Geschütze, der Munitions- und Bagagewagen. Die Bürgersteige waren dicht nut Menschen besetzt, die mit jubelnden Zurufen die Kolonnen begrüßten. . v v . Der 7. März, der auch Frankfurt wieder d t e alte Friedensgarnison brachte, fand mit einem großen Fackel zugder SA., SS.. HI., der Landespolizei und der Feldjägerkorps-Abteilun- gen feinen würdigen Abschluß. Dichte Menschenmassen füllten die Straßen der Innenstadt, als von den verschiedenen Sammelpunkten aus die braunen Kol ixen unter den Klängen flotter Marschmusik nach dem Opernplatz zogen. SA.-Brigadeführer Dörnemann hatte sich in Begleitung des Oberbürgermeisters Staatsrat Dr. Krebs auf dem Balkon des Opernhauses eingefunden. In markigen Worten umriß der Brigadeführer die Bedeutung des Tages. Er brachte zum Ausdruck, daß die Aufhebung der entmilitarisierten Zone nicht als eine gegen den Frieden gerichtete Handlung betrachtet werden dürfe. Der Führer habe klar und deutlich seine Bereitschaft zur V e r s ö h n u n g m 11 Frankreich zum Ausdruck gebracht und die Notwendigkeit unterstrichen, alte Gegensätze zu be- ■ graben und zur Rettung der europäischen Kultur gegen die rote Flut des Kommunismus einig zu- ’ jammenzustehen. Durch das geschlossene Zusammenstehen aller deutschen Volksgenossen, durch das gemeinsame Opfer Aller sei es möglich gewesen, das Ziel der Wiederherstellung der deutschen Ehre zu erreichen. Mit einem Gelöbnis der unerschütterlichen Treue und einem dreifachen Siegheil auf den Führer schloß der Brigadeführer seine Ansprache. Der Dank an den Führer. Gauleiter Sprenger über die Bedeutung des 7. März. Arn Sonntagnachmittag trat bann die neue Darmstädter Garnison einen Marsch durch d i e Landeshauptstadt an. Die Bevölkerung bereitete den jungen Soldaten einen begeisterten Empfang. — Der Oberbürgermeister Dr. Wam- b o l d t hat an den Führer ein Danktelegramm gesandt. In Worms waren die ersten Formationen am Samstag eingetroffen, der Haupttrupp wurde um 13.20 Uhr mittags erwartet. Auf der weiten Rampe des Güterbahnhofes hatten sich unzählige Volksgenossen eingefunden. Der weibliche A r - b e i 15 b i e n ft aus dem benachbarten Bürstadt war anmarschiert. Endlich dampfte der Zug an die Rampe, ein Offizier erstattete dem stellvertretenden Gauleiter, Staatsrat Reiner, Meldung, die Infanteriekolonnen stellten sich auf, um das Eintreffen des kommandierenden Generals zu erwarten. Der Kommandeur schreitet dann die Glieder ab, holt sich jeden Dritten ober Vierten, auch aus bem letzten Glieb, hervor, fragt ihn und geht mit Handschlag weiter. Den Gesichtsausdruck dieser 21jähn- gen muß man gesehen haben, stolzer und freudiger vermögen Menschenaugen kaum zu leuchten. jetzt wieder zu Standorten deutscher Truppen geworben sind, kam baher bie Freude in sponta- nen Begeisterungskundgebungen zum Ausdruck. In der herzlichen Begrüßung, so führte der Gauleiter weiter aus, die die einmarschierenden Truppen überall fanden, zeigte sich die idealistische Veranlagung dieses deutschen Grenzvolkes, das gewohnt ist, aus innerem Antrieb alles für Scholle, Volk und Führer einzusetzen. Gauleiter Sprenger schloß mit dem Hmweis, daß die Friedensbereitschaft, die der Führer dem westlichen Nachbarn bekundete, in der Bevölkerung einen besonders starken Widerhall gefunden habe. Das Volk von Hessen-Nassau sei sich bewußt, daß die Beschlüsse des heutigen Tages den Ausgangspunkt für eine friedliche Entwicklung barfteüen sollen. Begeisterung in den übrigen Garnisonen des Rheinlands. Wieder deutsche Soldaten am deutschen Mein Begeisterte Begrüßung der neuen Garnisonen im Rhein-Main-Gebiet. „Mr hawwe Widder Soldale!" in Minz. Die alte Festungsstadt Mainz, die vor dem Kriege mehr als 10 000 Soldaten in ihren Mauern beherbergte, hat zwölf Jahre lang Besatzung — Franzosen und ihre farbigen Hilfsvolker — erdulden müssen. Sie hat die Pest der Separatisten über sich ergehen lassen müssen, bis sie sie in heiligem Zorn mit Stumps und Stiel ausrottete. Das muß man wissen, um zu verstehen, mit welcher Anteilnahme ganz Mainz an den Lautsprechern hing, um aus dem Munde des Führers die Wendung der Geschicke zu vernehmen. Noch während der Rede des Führers werden die ersten Fahnen an den Häusern aufgezogen. Auf dem Bahnhof Kastel traf als erste Abteilung ein Infanterie-Bataillon ein. Sein Kommandeur ist vor 22 Jahren von Mainz aus als 117er ins Feld gezogen, er ist 1918 auf dem Rückzug wieder durch feine alte Garnisonftadt gekommen, und nun wird ihm die unbeschreibliche Freude, wieder mit der jungen Wehrmacht in die alte Festungsstadt einzuziehen. Die Jugend aber strömt in hellen Scharen über die Straßenbrücke nach Kastel. Wie ein Lauffeuer hat es sich herumgesprochen, daß hier die ersten Soldaten eingetroffen sind. Sie kommen! Sie kommen! schallt es aus tausenden Kehlen. Das Gedränge auf der Brücke und auf den Wegen in die Stadt wird lebensgefährlich. Die Heilrufe verdichten sich zu einem brausenden Akkord. Und endlich sind sie da, ziehen die Soldaten wieder in die alte Festungsstadt ein. Willkommen in der neuen Garnison? klingt es von allen Seiten. Der Oberstleutnant muß immer wieder danken. Jede Kompanie wird mit neuem Jubel empfangen. Stramm und straff, schnurgerade ausgerichtet, lachend ziehen die schmucken Burschen in Dreierrreihen von der Brücke über die Große Bleiche, die ein einziges Fahnenmeer geworden ist. Stehleitern, Stühle, Tische werden auf die Straße geschleppt. Offiziere und Soldaten sind blumenübersät. „Mer hawwe widder Soldate." Die Freude, die die Bürger der alten Soldatenstadt erfaßt hat, kann nur der ganz verstehen, der die Besatzungszeit und die Schmach der Separatisten erlebte. Der Einzug ist ein wahrer Triumph. Als die Truppe in die Kaserne einschwenkt, die früher das Quartier der 87er war, zieht die ganze Menschenmenge mit in den Kasern en Hof. Die Musik schwenkt ein. Der Bataillonskommandeur nimmt den Vorbeimarsch ab, und wieder werden die Massen, die mit den Truppen einfach in die Kaserne eingerückt sind, nicht müde, ihnen zu- zujubeln. Nach dem Vorbeimarsch ist der Kommandeur sofort von einer dichten Menschenmenge umringt, alle strecken ihm die Hände entgegen. Einer der ersten, der das Willkommen ausspricht, ist der Provinztaldirektor Dr. Wehner. Den Abschluß des denkwürdigen 7. März bildete ein Fackelzug der SA., SS.,, der Politischen Leiter usw. durch die Straßen der Stadt zum Adolf- Hitler-Platz, wo eine gewaltige Kundgebung stattfand. Auch am Sonntag waren die Straßen der Stadt stark belebt. Die Bewohner der alten Garnisonstadt wollten es sich nicht nehmen lassen, die eintreffenden Truppenteile herzlich willkommen zu heißen. Gauleiter Sprenger stattete Sonntag vormittag der wieder in ihre alten Rechte eingesetzten Garnisonstadt einen Besuch ab und besichtigte die einzelnen Unterkünfte. Mel in Darmstadt, Worms und Speyer. (Sauleiter Sprenger richtete am Samstagabend folgendes Telegramm an den Führer: Mein Führer! Von der Kundgebung im Reichstag in den Gau Hessen-Nassau zurückgekehrt, fand ich eine von dem gewaltigen Geschehen tief er-1 rourbVn bei i^rem Einmarsch m"die frriebensgarnü ' deutschen Rhein b e g e i ste r t e n I u b e l ausgelost. Bevor Kolumbus Dom Aufstieg des < So hoffnungslose Schüler wir in der Geschichtsstunde auch gewesen sein mögen, das Jahr 1492 fleht unauslöschlich in unser aller Erinnerung. Nicht zu Unrecht scheint uns die Entdeckung der Neuen Welt als ein Wendepunkt, als der Beginn eines neuen Zeitalters, in dem der europäische Mensch den Erdball erst wirklich zu umspannen begann. Kaum ein Ereignis ist vom Scheinwerfer der Geschichte greller beleuchtet worden als diese Tat des kühnen genuesischen Seefahrers, dennoch verschwimmen die Umrisse seiner Gestalt selber in unserem Wissen zumeist in einem Halbdunkel, das sich besonders über die ersten Jahrzehnte dieses bewegten und abenteuerreichen Lebens breitet. Das ist kein Zufall, denn Kolumbus hat sich über feine Jugend sehr spärlich geäußert, und das gleiche gilt für die Schilderung, die der Sohn Fernando vom Leben seines berühmten Vaters überliefert hat. Darin gibt es Anspielungen auf adlige Vorfahren, auf gründliche Hochschulstudien, auf den Dienst unter einem französischen Admiral, auf große Seefahrten und blutige Kämpfe mit Seeräubern, aber Anspruch auf historische Treue können diese Abdeutungen, in denen Wahrheit und Dichtung wunderlich gemischt sind, keinesfalls erheben. Wenn Kolumbus in feinen eigenen Schriften von vierzig auf See verbrachten Jahren, von wissenschaftlichen Forschungen und einem ausgedehnten Verkehr mit Gelehrten spricht, so wird das, wie F. A. Kirk- p a tr i ck in seinem im Wilhelm Goldmann-Derlag, Leipzig, erschienenen Buch „Die spanischen Konquistadoren" ausführt, aus der Rückschau des Mannes verständlich, der seine Jugend in rosiger Verklärung sieht. Christoph Kolumbus, der sich später einmal „Admiral des Ozeans und Vizekönig aller durch ihn entdeckten Inseln und Länder" nennen sollte, wurde im Jahre 1451 geboren. Sein Vater war ein einfacher genuesischer Weber, der vorübergehend auch einen Weinausschank besaß. Der junge Christofore, wie er italienisch hieß, war zuerst im väterlichen Geschäft tätig, machte aber schon bald von Genua aus einige Mittelmeerfahrten. Mit 25 Jahren bestand er sein erstes großes Abenteuer. Auf einer waghalsigen Expedition wurde die kleine Flotte, bei der sich Kolumbus befand, von französischen Korsaren überfallen. Unter den von den brennenden Schiffen ins Wasser gesprungenen Mannschaften, die von portugiesischen Küstenbooten aufgefischt wurden, befand sich wahrscheinlich auch Kolumbus. Später ließ er sich in Lissabon nieder. Dort war sein jüngerer Bruder Bartoloms ansässig, dem er beim Zeichnen von Seekarten half. In diese Zeit fallen wieder verschiedene Reisen, nach Genua und nach Portugisisch-Guinea. Die Heirat mit Isabel d e Moniz, deren Vater der erste Gouverneur auf der Insel Porto Santo gewesen Betreuung der Land im Kreis, Es ist der Wille der Staatsregierung, daß die Landsahrpflichtigen auch nach der Entlassung aus dem Landjahrheim besonders gefördert werden. Zu dieser Förderung gehört nicht zuletzt die berufliche Förderung. Es ist demgemäß auf eine gute Berufsausbildung der Landjahrpflichtigen, d. h. bei den Knaben regelmäßig auf eine gute Ausbildung in einem ordentlichen Lehrverhältnis Wert zu legen. Die Arbeitsämter vermitteln daher auch alle, die die Erziehung des Landjahres erhalten haben, in Lehrstellen, soweit die für diese Stellen erforderliche Eignung vorhanden ist. Ueblicherweise werden aber Lehrlinge nur zum 1. April eines jeden Jahres eingestellt. Dies gilt insbesondere bei den größeren Werken, welche mehrere Lehrlinge jährlich einstellen. Auf diese Weise liegt zwischen der Entlassung aus dem Landjahrheim, die regelmäßig einige Tage vor Weihnachten erfolgt, und dem Beginn einer beruflichen Tätigkeit ein Abschnitt von mehreren Monaten, in dem die betreffenden Jugendlichen keine Beschäftigung haben. Während in den Landjahrheimen die Jugendlichen zu straffer Disziplin und bester Nutzung der Zeit erzogen werden, besteht die Gefahr, daß in dem genannten Abschnitt der Beschäftigungslosigkeit von den Erziehungswerten wieder manches verloren geht. Um dies zu verhüten, hat der Kreis Wetzlar eine besondere Betreuung der Knaben, die im letzten Jahr in ein Landjahrheim entsandt worden waren, eingeführt. Die Betreuung erfaßt natürlich nur diejenigen, die nicht bereits in eine berufliche Beschäftigung vermittelt worden sind. Sie ist ferner auf die Knaben beschränkt, da für die schul- Amerika entdeckte. war, brachte ihn schon stärker in den Bannkreis des Entdeckungsfiebers, das damals von ganz Portugal ausging. Im Atlantischen Ozean drangen die Portugiesen immer weiter an der Westküste Afrikas südwärts und machten nach der Besetzung der fernen Azoren nun Anstrengungen, noch mehr in westlicher Richtung vorzustoßen. „Kolumbus folgerte", schreibt sein Sohn, „daß viele Länder im Westen liegen müßten, und hoffte, auf dem Wege nach Indien irgendeine vorteilhafte Insel zu entdecken, von wo aus er seinen Hauptplan verfolgen könnte. Zwischen der spanischen Küste und der bekannten Grenze von In- dien mußte es nach seiner Ueberzeugung viele Inseln und Länder geben." Inzwischen hatte der von leidenschaftlichem Ehrgeiz getriebene Genuese Beziehungen zu dem berühmten Florentiner Physiker und Geographen T o s c a n e 11 i ausgenommen, der ihm die Abschrift eines lateinisch abgefaßten Briefes überließ, in dem ebenfalls von einem „kurzen (westlichen) Weg nach Indien" die Rede ist. Dann soll es noch ein anderes Ereignis geben, das in der Vorgeschichte der Entdeckung der Neuen Welt eine wichtige Rolle spielt. Während der Anwesenheit des Kolumbus in Madeira starb in seinem Haus — so wird erzählt — ein Seemann, der feinem Gastgeber kurz vor seinem Tode die Lage einiger zufällig entdeckter Inseln (Antillen) enthüllte. Im Jahre 1483 nahmen seine seit langem gehegten Pläne festere Gestalt an, und als erstes richtete er an König Johann II. von Portugal das Gesuch, ihm drei Karavellen mit Proviant und Tauschgegenständen für ein Jahr zur Verfügung zu stellen. Der Monarch lehnte ab. Dies und der Tod seiner Frau verleideten Kolumbus den Aufenthalt in Portugal, heimlich verließ er Lissabon und ließ sich an Der spanischen Südwestküste im Kloster La Rabida nieder, wo er gastfreundlich ausgenommen wurde, und von wo aus er die Verbindung zum spanischen Königshaus anknüpfte. Die Schritte, die fein Bruder Bartoloms bei Heinrich VII. in England und am französischen Hofe eingeleitet hatte, waren erfolglos gewesen. Auch mit Königin Isabella gingen die Verhandlungen lange hin und her, und erst nach dramatischen Zwischenfällen kam es zu einem Vertrag, „der bei Erfolg Cristobal Colon und seinen Erben für ewige Zeiten adligen Rana und den Titel Admiral mit sämtlichen Vorrechten, die der Admiral von Kastilien genoß, auf allen Inseln und Festländern gewährte, die durch ihn entdeckt ober durch seine Hand und Betriebsamkeit gewonnen würden. Damit war die Entscheidung gefallen. Die Krone erteilte der Stadt Palos den Auftrag, Kolumbus drei vollständig ausgerüstete Schiffe zu stellen, die am 2. August 1492 ausfegelten — um eine neue Welt zu entdecken. AV entlassenen Mädchen im elterlichen Haushalt regelmäßig schon ausreichend Beschäftigung vorhanden ist. Diese Jugendlichen sind zu einer besonderen Klasse in der gewerblichen Berufsschule in Wetzlar zusammengefaßt und erhalten einmal wöchentlich (Mittwochs) einen vierstündigen Unterricht. Außerdem werden sie zweimal in der Woche (Dienstags und Donnerstags) zur Arbeitsleistung für die Dauer eines Vormittags — von 8 Uhr bis 12 Uhr — zusammengezogen. Unter der Leitung des Stadtbauamtes schaffen sie an der Stoppelberger Hohl eine gärtnerische Anlage, so daß in Zukunft das Stadtbild von Wetzlar eine Erinnerung an die Landjahrpflichtigen des Jahres 1935 aufweisen wird. Da die aus dem Landjahr entlassenen Jugendlichen regelmäßig als Führer des Jungvolkes zu dem S t a a t s j u g e n d t a g herangezogen werden, ist hierdurch für einen weiteren Tag für eine nutzbringende Beschäftigung dieser Jugendlichen gesorgt. So ergibt sich eine Betreuung an vier Tagen in der Woche, zu der noch der Dienst der HI. hinzukommt. Die Betreuung wird Mitte dieses Monats abgeschlossen, und zwar mit einer viertägigen Wanderfahrt zu Rad unter der Leitung des Kreisjugendpflegers, des Unterbannführers Schmidt. Sicherlich wird diese Wanderfahrt eine Fahrt von gleichem Wert an jugendlichem Gemeinschaftserleben und an Bereicherung des Wissens, wie diejenigen Fahrten, die von den Landjahrheimen aus durchgeführt worden sind, darstellen und einen würdigen Abschluß des Abschnitts in dem Leben ves JugendUchen bilden, der mit dem (FtnMTt ht das Berufsleben fein Ende erreicht. Durch die im Kreise Wetzlar durchgefuhrte treuung der aus dem Landjahrheim entlassenen jugendlichen ist sichergestellt worden, daß die Werte des Landjahres unvermindert in das Berufsleben übermittelt werden. Oberhessen. Landkreis Gießen. b. Großen-Linden, 9. März. Die hiesige Gruppe des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland veranstaltete im Saale der Wirtschaft „Zum Rebstock" einen volksdeutschen Abend. Mitglieder der VDA.- Kundgebung der O« in Fra LPD. Frankfurt a. M., 8. März. Die Deutsche Arbeitsfront, Gauwaltung Hessen-Nassau, hatte die Beitriebsführer und Betriebswakter zu einer großen Kundgebung anläßlich der bevorstehenden Vertrauensratswahlen am heutigen Vormittag ins Hippodrom gerufen. Vor Beginn der Versammlung war der große Saal bereits überfüllt, fo daß ein Teil der Kundgeber unter Vorantritt einer Werkskapelle zu einer Parallelversammlung nach dem Bach-Saal auf dem Festhallengelände marschieren mußte. Der Einmarsch der Fahnen und ein Gesang- und Sprechchor eröffnete die Kundgebung. Der vorgesehene Redner, Hauptamtsleiter Claus S e 1 z n e r, war durch die Ereignisse in Berlin festgehalten. Für ihn sprach Landesobmann Becker. Er wies einleitend auf das welthistorische Geschehen hin, dessen Zeugen wir alle am gestrigen Tage gewesen seien. Der Führer habe sein Wort gehalten. „Das deutsche Volk ist frei!" Unter dem Eindruck dieses Ereignisses sei es schwer, zu einem an sich sehr bedeutenden, aber angesichts der gegenwärtigen Ereignisse stark in den Hintergrund tretenden Gegenstand zu sprechen, nämlich die Vertrauensratswahlen. Durch diese Wahlen solle gezeigt werden, daß das Volk nicht nur politisch, sondern auch sozialpolitisch dem Führer seine Stimme gebe. Sie seien gleichzeitig der Prüfftein, NheinMainische Börse. Abwartend, im Verlaufe fest. Frankfurt a. M., 7. März. Im Hinblick auf die Einberufung des Reichstages zwecks Entgegennahme einer Regierungserklärung lag die Börse zum Wochenschluß äußerst abwartend. Eine ausgesprochene Tendenz mar vorläufig nicht zu erkennen. Die wenigen zunächst zur Erstnotiz gekommenen Papiere wiesen keine einheitliche Haltung auf. Am Aktienmarkt hatten IG. Farben-Jndu- ftrie verhältnismäßig lebhaftes Geschäft mit 152,40 bis 152 (151,75), ferner gewannen Metallgesellschaft auf den guten Abschluß der Verein. Deutschen Me- tallwerke 1 v. H. auf 115,13, Deutsche Erdöl setzten 0,25 v. H. fester ein. Von Elektroaktien kamen zunächst nur Siemens mit 168,75 (169,50) zur Notiz, AEG. lagen etwas schwächer mit ca. 35 bis 35,25 (35,65). Am Montagmarkt notierten Hoesch mit unv. 89, Verein. Stahlwerke mit unv. 83 und Mannesmann mit 82,25 (82.50). Sonst kamen zunächst nur noch Reichsbank mit 186,50 unverändert zur Notiz. Am Rentenmarkt vermochte sich vorläufig kein Geschäft zu entwickeln. Soweit man Kurse hörte, blieben sie auf gestriger Basis unverändert. 6 v. H. Verein. Stahlwerke wurden mit 103,65 (103,75) notiert. Arn Auslandsrentenmarkt lagen Mexikaner etwas fester. Der Verlauf der Börse stand vollkommen unter dem Eindruck der Regierungserklärung und löste eine feste Haltung aus. Bei teilweise lebhaften Umsätzen auf Käufe der Kulisse zogen die Kurse allgemein an. Besonders lebhaft waren IG.-Farben mit 152,50 bis 152,75 nach 152, Verein. Stahlwerke mit 83,50 bis 83,75 nach 83 und Mannesmann mit 83,50 nach 82,25. Ferner konnten sich AEG., die zuerst mit 34,75 (35,65) notiert wurden, auf 35,25 erhöhen. Scheindeanstalt gewannen 1,50 v. H. auf 212,50. Etwas schwächer lagen Conti Gummi mit 183 (183,75). Am Rentenmarkt wurde Altbesitz mit 110,70 (110,65) notiert. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen Schulgemeinschaft trugen mahnende Dichtungen, ausrüttelnde Sprechchöre und mehrstimmige Gesänge )r Da in den letzten Wochen auch im Unterricht der Schule die Bedeutung des Auslandsdeutschtums behandelt worden waren, konnten ältere Schüler in kurzen Vorträgen über verschiedene Fragen, besonders des Grenzlanddeutschtums berichten. Der Leiter der Gruppe, Lehrer Arnold, legte seiner Ansprache den Gedanken zugrunde: „Volkstum kennt keinen Verzicht auf Volkstum". Im zweiten Teil des Abends wurde ein prächtiger Film „Die Siebenbürger Sachfen in Rumänien" durch Lehrer Reinheimer vorgeführt. Nachdem Rektor Siegfried noch einmal kurz und kernig zum Eintritt in die Reihen des VDA. ermahnt hatte, schloß der Gruppenleiter den Abend in der üblichen Weise. ob der Betriebsführer und die Vertrauensmänner es verstanden hätten, ihre Aufgaben richtig zu erfüllen und das Vertrauen der Gefolgschaft zu gewinnen. Die Arbeiter und Angestellten gingen mit ihrem Betriebsführer durch Dick und Dünn, wenn er in der Lage fei, ihnen diese Gewißheit zu geben, daß er ein wirklicher Führer sei, der für das Wohl seiner Gefolgschaft sorgen wolle. Dieses Ziel müsse von jedem Betriebsführer im Interesse des großen Ganzen erreicht werden. Der Redner schloß mit einem Treuegelöbnis zum Führer, in das die Versammelten begeistert einstimmten. Nach ihm trat der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen SS.-Standartenführer Schwarz an das Rednerpult. Er zeigte sehr instruktiv an Hand von Beispielen die Bedeutung einer Stabilerhaltung der Löhne und Preise und ermahnte dis Betriebsführer und Bettiebswalter zu vertrauens« vollem Zusammenarbeiten, denn sonst werde der Vertrauensrat zu einem Mißtrauensrat. Aber nur durch das Vertrauen der deutschen Menschen zueinander sei es dem Führer möglich gewesen, fünf Millionen Volksgenossen wieder in Brot und Arbeit zu bringen. Und nur durch Vertrauen sei es auch in Zukunft möglich, Großes zu vollbringen.' Mit dem Horst-Wesfel-Lied und dem Fahnen- ausmarfch fand die eindrucksvolle Kundgebung ihr Ende. wiesen kaum Veränderungen auf, Liquidations- Pfandbriefe notierten etwas ungleichmäßig. Tw- gesgeld unv. 3 o. H. Frankfurter Schtachtviehmartt. Frankfurt a. M., 9. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 389 Rinder (64 Ochsen, 29 Bullen, 258 Kühe, 38 Färsen), 491 Kälber, 39 Schafe, 3219 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 29 bis 45 Mark, Bullen 27 bis 43, Kühe 25 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 28 bis 43, Kälber 43 bis 70, Hämmel 40 bis 49, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft. Rundfunkprogramm Dienstag, 10. März: 6: Choral — Morgenfpruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Alemannische Unterhaltungsstunde. 10.15: Schulfunk. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozial- dienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht: 15.15: Die deutsche Frau. 16: Musik für Flöte und Klavier. 16.30: Wer kennt die Meister deutscher Erzählkunst? III. Ein literarisches Preisrätsel. 16.45: In froher Laune. 17.30: Rat und Hilfe für das schaffende Volk. Hörbild von der Rechtsberatung der DAF. 18: Musik zum Feierabend. 19.45: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: „Zar und Zimmermann". Komische Oper in drei Akten von Albert Lortzing. 22.10: Nachrichten (auch aus dem Sende- bezirk). 22.30: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Sprechstunden der Redaktion. 1130 dis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstaguach- mittag geschloffen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Jrantturt a. M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schluß- turs Schlußk. Abend, börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag» börse Schluß, kurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« hörie Datum 6-3. | 7-3. 6 3. 7.3. Datum 6-3. 7-3. 6.3. 7-3- 6% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 4% Deutsche RetchSanl. von 1934 6Xi% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.»Ablös.»Schuld mit AuSlos. »Rechten ............. 100,5 97,25 102,75 110,65 100,05 98,25 96,4 101,05 92,25 96,5 101,2 101,4 97 97 109 29,75 1,25 8,7 8,6 8,6 13,25 9,13 100,5 97,2 102,75 110,7 100,2 98,25 96,4 101 92,25 114,65 96,5 101,7 101,4 97 97 I 109 1,2 8,7 8,6 8,6 13,75 I 9,25 100,5 97,2 103 110,6 100,3 98,25 114,65 101,9 97 97 109 30,13 8,7 8,65 8,65 13,2 9,5 100,5 97,2 110,65 100,3 96,4 97 97 109 1,2 8,65 8,4 8,4 13,7 9,25 6,1 9 5,3 37,5 16,4 17,5 107,25 116,75 93 93,5 93,5 186,5 35,65 140,75 119,75 135,25 113 127,5 125,25 127,75 132,5 169,5 127 95,13 109,5 111,75 89 — 127,5 84,25 82,5 9,13 6,2 9,2 5,3 37,5 16,25 18 107 117 93 93,25 92,75 186,5 35,25 140,25 120 135 113 127,5 125,5 127,75 132,5 168,75 127,5 95 110 113,5 89 128 84 83,5 6,3 9,3 5,25 37,5 16,25 17,5 107 117,25 92,75 93,25 93,25 186,5 35,65 141 120,5 135,75 112,65 127,5 126,75 127,9 132,5 168,75 127,5 95,5 109,25 111,75 88,5 156,5 126,9 84,25 82,5 6,3 9,2 5,25 37,75 16,13 25,5 17,75 106 117 93 93,25 92,75 186,5 35,4 141 120 134,75 112,65 127 128,25 132,25 169 127 96 109,75 113,65 88,75 156 127,5 84,5 82,5 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4Xi%Numän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... 41/1% Deutsche Reichspostschatzan- weisungen von 1934. I....... Hamburg-Amertta-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz» und Privat»Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................]» A.E.G....................... Bekula.................... io Elektr. LteferungSgesellfchast... 6 Licht und Kraft ........... ßXi Felten & Guilleaume......... 4 Äcsclljch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ « Rhein. Wests. Elektr..........g Schuckert L Co............... 4 Siemens L Halske............. Lahmeyer L Co............... Buderus ................ 6% efoem.8% Hess. VoÜSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4Y>% eben,. 8% Hessische Landes» banl Darmstadt Gold R. 12.... 6%% ehem. 4X,% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiqui 4X1% ehem. 8% Darmst. Komm. LandcSb.Goldschuldverschr. 9t.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.»Rechten 4Vi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6Xi% ehem. 4Xi% Franks. Hyp.- 6yt% ehem. 4Xi% Rheinische Hyp.»Bank»Ltau.»Goldpse..... 4Xi% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4Xi% ehem. 7% Pr. Landespfand- brtesanst., Gold Komm. Obl.V Steuergutsch.BerrechnungSk. 34-38 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente...... Deutsche Erdöl .............. Harpener................... 4% Ungarische Staatsrente v. 191C 4V2% beägl von 1913......... Hoesch Eisen—Köln-Neue'ssen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhren........ 6% abgest. Goldmexikaner von 9£ 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1................... Frankfurt a. M. Berlin Schluß» kurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 6.3. 7.3. 6.3. 7.3. Mansselder Bergbau....... .» 5 132 132 132 132 Kokswerke............... .. 6 — 119 119 Rheinische Braunkohlen .... 12 — — 218,75 220 Rheinstahl ................ .. 4 114 114,75 114 113,65 Bereinigte Stahlwerke...... .. O 83 83,4 82,9 83 Olavi Dänen ............. .. O 18,5 18,5 18,4 18,25 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 124,5 124 Kaliwerke Westekeaeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... .. 6 120,5 120 121,5 7X1 — 3 . G. Farben-Jndustrie..... .. 7 151,75 152,75 151,5 151,9 c vcheideanstalt............. .. 9 211 212,5 — — Goldschmidt .............. .. 5 105 105 104,9 104 Rütgerswerke ............. .. 6 121 120,5 121,25 120,75 Melallgesellschaft........... .. 4 114,25 115,13 115 115,5 shiltpp Holz mann......... lemenlwerk Heidelberg .... ementwerk Karlstadt....... .. 4 96 96,25 95,9 96,25 i .. 7 »» 6 131,25 130 131,5 130 = Schultheis Patzenhofer..... .. 4 — — 99 98,5 atu (Allgemeine Kunstseide) .. O 50,25 50,25 50,25 50,5 ! Zemberg................. .. 5 93,75 93,25 93,25 92,75 Zellstoff Waldhof .......... .. 5 120 120 120,75 119,75 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 84 — 83,5 83,75 dessauer GaS............. .. 7 — 126,75 127 Daimler Motoren.......... .. O 97,25 98 97,25 97,5 Deutsche Linoleum......... .. k 160,5 160,75 161,13 161,13 Orenstein & Koppel ........ .. C — —— 77 76,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 31 31 31,13 31 Chade.................... 7 */. 302,5 306 303 307 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 176 — 176 Contt-Gummi............. .. 8 183,75 183 183,25 182,5 Grtüner.................. Matnkraftwerke Höchst a.M.» .. O .. 4 I 28,65 89 1 89,25 128-” I 198 Süddeutscher Zucker....... . 10 I 198 i 198 1 - Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 6-Mör, 7-Mörz Amtliche Notierung Geld 1 Brief Amtliche Jloflerung Geld | Brief Buenos 8ltre- 0,678 0,682 0,678 0,682 Brüssel..... 41,96 42,04 41,93 42,01 Rio de Jan. 0,141 0,143 0,141 0,143 Sosta ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,77 54,87 54,77 54,87 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,265 12,295 12,265 12,295 HelstngforS.. 5,40 5,41 5,40 5,41 Parts ...... 16,385 16,425 16,37 16,41 Holland .... 168,96 169,30 168,86 169,20 Italien..... 19,76 19,80 19,76 19,80 Japan ...... 0,714 0,716 0,714 0,716 5,666 Jugoslawien. 5,654 5,666 5,654 Oslo..... : 61,64 61,76 61,64 61,76 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,13 11,15 11,13 11,15 Stockholm... 63,24 63,36 63,24 63,36 Schweiz .... 81,12 81,28 81,06 81,22 Spanien.... 33,97 34,03 33,97 34,03 Prag....... 10,275 10,295 10,265 10,285 Budapest ... — — Neuyork ... 2,459 2,463 Banknoten 2,459 2,463 Berlln,7.M2rz | Geld Briei Amerikanische Noten.............. 2,411 2,431 Belgische Noten.................. 41,78 41,94 Dänische Noten ................. 54,51 54,73 Englische Noten ................. 12,23 12,27 Französische Noten............... 16,32 16,38 Holländische Noten............... 168,44 169,12 Italienische Noten................ — Norwegische Noten .............. 61,43 61,67 DeuttcL Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... —— —— Schwedische Noten............... 63,02 63,28 Schweizer Noten................. 80,88 81,20 Spanische Noten................. 33 77 Ungarische Noten................ — >,z ■?\iJ: VI 4 v ’ .nMi r? Ri .1 iSRI Wv iWA ' >- -.z; .1 : * ? * f « M 4 JF, * *V- ' z,~»' >' .’• , » ' Montag, Y.Marz Mö Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 58 Drittes Blatt Gießen gedenkt der gefallenen Opfer für Deutschland k MW •Vf- Oie Volksgemeinschaft beim GA.-Eintopf -UM« LL--—M82 LiquLationSt chmähig. Tv ufferU^. -—Jjün der Gesinnung zu begegnen. Wie Thukydides, der größte Geschichtsschreiber des griechischen Altertums, berichtet, hat Perikles am Heldengedenktage der Athener den lapidaren Satz gesprochen: „Großer Männer Grab ist die ganze Erde." Nach den Jahrtausenden, die seitdem verronnen, hat der Satz einen neuen Sinn gewonnen. Und zwar wuchs des Wortes Wucht mit der Weite des Weltkrieges. Im Osten wie im Westen, im Süden wie im Norden, auf dem Rücken der Scholle, im Gebirge, in den Höhen der Luft, wie in der Tiefe der Meere erbrausen die Heldenlieder zur gewaltigen Symphonie über das Motiv: „Großer Männer Grab ist die ganze Erde." Wir Nachfahren lauschen dem Gesang und Bewunderung erfüllt unsere Seele. War es doch ein Schwung der Begeisterung, der die Heere über die Grenzen trieb, daß sie der Herzkammer des Feindes nahten! Waren es doch Bravourstücke von unerhörter Kühnheit und schimmerndem Schneid, die mit zahlreichen Namen, wie Lüttich, Tannenberg, „Emden" usw. der Welt vor Augen geführt wurden! War es doch eine eidestreue Zähigkeit, eine leidvermählte Ausdauer, die den Feldgrauen in der Schlammulde, im Granattrichter dem Prasseln der Geschosse preisgab! Nicht schreckte die Höhe der eisigen Luft, nicht die stille Tiefe des Meeres, nicht die Schmerzensgruft der Lazarette, in denen der Kampf sich fortsetzte gegen Krankheit, Siechtum und Tod. Alle Worte aus dem großen Schatze der Am gestrigen Sonntagmittag konnte man in zahlreichen Gaststätten unserer Stadt ein erhebendes Bild der Volksgemeinschaft feststellen. Unsere Gießener SA. hatte sich in Sturm-Einheiten zum gemeinsamen Eintopf-Mittagsmahl begeben, um damit den letzten Eintopf-Sonntag dieses Winterhalbjahres in kameradschaftlicher Gemeinschaft zu begehen. Der Aufforderung an die Bevölkerung, gemeinsam mit der SA. die Eintopf-Mahlzeit zu verzehren, war erfreulicherweise zahlreich Folge lattl ^bericht.) Um irauftrieb: 389 he, 38 Färsen), e. Es kosteten: len 27 bis 43, i) 28 bis 43, Gdpoeint 51 unb Sdjwine ) Schafe leb« geleistet worden. Ueberall konnte man neben den Männern im Braunhemd viele Volksgenossen und Volksgenossinnen sehen, denen es an den schön geschmückten Tischen ganz vortrefflich aus dem Eintopf schmeckte. Um auch in dem Speisezettel die einheitliche, schlichte Linie einzuhalten, wurde überall Erbsensuppe mit Fleischeinlage gegeben, die allenthalben ganz vortrefflich schmeckte und geradezu herausforderte, dem ersten Schlag noch einen zweiten und häufig auch noch einen drittten folgen zu lassen. hwarz astruktio an iner Stabil, 'mahnte dis vertrauens» : werde der rt. Aber nur Menschen zu> Mesen, fünf irot und Artrauen sei es vollbringen.' 'em Fahnen- idgebung ihr Die innige Verbundenheit unserer SA. mit allen Volksgenossen, insbesondere auch mit den ärmsten, kam darin zum Ausdruck, daß Männer und Frauen aus allen Schichten der Bevölkerung an dem gemeinsamen Mahle teilnahmen und einige Hundert hilfsbedürftiger Männer, Frauen und Kinder von der SA. als liebe Gäste beim Essen eingeladen waren. Das Beisammensein nahm in allen Gaststätten einen schönen und denkürdigen Verlauf. laktloa. $«»»** betonte in seiner Gedenkrede, daß wir bei diesem Gedenkappell an die Gefallenen des Krieges und der nationalsozialistischen Bewegung wiederum in tiefster Ehrfurcht unsere Fahnen senken vor ihrem gewaltigen Opfer, aber auch in Dankbarkeit der Männer gedächten, die im Kampfe um Deutschlands Freiheit und Zukunft verwundet wurden und denen in der Person der anwesenden Kriegsopfer die dankbare Hochachtung bekundet werde. Dann sagte der Redner u. a. weiter: Wir alle stehen noch unter dem Eindruck des gewaltigen Ereignisses des gestrigen Tages. In einem unerhört kühnen Entschluß hat der Führer des deutschen Volkes gehandelt und in dem deutschen Gebiet, das bisher den unmittelbaren Schutz des feldgrauen Soldaten entbehren mußte, wieder deutsche Garnisonen errichtet. Damit ist die Ehre der deutschen Nation und die Souveränität des deutschen Reiches restlos wiederhergestellt,. Wenn wir heute in dieser Stunde an den Gräbern unserer gefallenen Kameraden stehen und mit ihnen stille Zwiesprache halten, werden sie uns fragen: „Wie steht es nun um Deutschland?" Da können wir ihnen im Stolz melden: „Es gibt kei- Tapferkeit, Kameradschaft, Manneszucht und über alles die Gottesfurcht, dieser stärkste Halt, Sporn und Trost der Soldatenseele. Nun erhebt sich die stille Frage in eueren Herzen, wo sind sie nun, unsere Helden? Sind sie gefallen? Nein, sie stehen, sie schreiten sieggekrönt. Sind sie tot? Nein, sie leben. Zwar sehen wir nicht ihr glühendes Auge, hören nicht den Ruf ihrer Sprache, spüren nicht den Druck ihrer Hand. Und doch wissen wir aus unserem Glauben, sie leben ein wunderbares, geheimnisvolles Leben. „Ich bin die Auferstehung und das Leben", hat die ewige Wahrheit erklärt. „Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er gestorben ist, er wird leben in Ewigkeit." „Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren, und wer es um meinetwillen verliert, der wird es finden." „Eine größere Liebe hat niemand, als wer fein Leben giebt für feine Freunde". Und so verkünden wir, gestützt auf das Wort der Wahrheit: Alle die Helden, die in lebendigem Glauben an Christus und in der Liebe ihr Leben hingegeben haben, stehen in unbeschreiblicher Glorie in jenem anderen ewigen Leben, das auch unsere unerschütterliche Hoffnung ist. Dort schauen sie in verklärtem Licht das himmlische Licht mit einer ganz neuen Erkenntniskraft, dort schwingt der starke überlegene Wille im Reiche unendlicher Liebe, dort umringt sie ein Meer des Glückes. Und nun, meine lieben Kameraden, die ihr vor mir steht, schlaget nicht aus der Art, folgt dem erhabenen Beispiel. Heute schreiben wir den 8. März 1936. Dor 100-Jahren schrieb man ebenfalls den 8. März 1836. Da stand Gießen auch, aber unser hatte noch niemand gedacht. Nach 100 Jahren wird man auch schreiben, den 8. März 2036. Alsdann wandelt von uns niemand mehr hienieden. Lebet so, daß ihr ausgenommen werdet in die Schar der Helden, die uns voraufgegangen sind, daß wir mit ihnen vereint den ewigen Triumph feiern in der geheimnisvollen göttlichen Welt jenseits des Grabes und mit Freuden des Tages gedenken, an dem der Führer und Reichskanzler das große Werk der Befreiung des deutschen Volkes vollbrachte! Das walte Gott! Der stellv. Gtandortälteste Am gestrigen Sonntagvormittag fand auf Os- rvaldsgarten die H e l d e n g e d e n k f e i e r für die Gefallenen des großen Krieges und für die Gefallenen des nationalsozialistischen Freiheitskampfes um Deutschland statt. Auf dem mit der Reichs- ckriegsflagge, den Fahnen der Bewegung und der Flagge des Reichsbundes Deutsche Kriegsgräberfür- jorge geschmückten Platze waren die Wehrmacht un- . serer Stadt, die Politischen Leiter, Ehrenstürme der -SA. und SS., Formationen der HI., die Mitglieder der NS.-Kriegsopferversorgung, die in den Ka- mreradschasten der alten Soldatenoereinigungen zulammengeschlossenen einstigen Kämpfer des Welt- ckrieges, die Abteilung „Wehrmacht" der Deutschen Arbeitsfront und viele Männer und Frauen oer- «einigt, um gemeinsam in dankbarer und unlös- Ilicher Verbundenheit der Gefallenen in der feld- igrauen und in der braunen Uniform zu gedenken. Nach beendetem Aufmarsch wurden dem stellv. 'Standortältesten die Truppen und Formationen !gemeldet. Darauf schritt der stellv. Standortälteste die Front ab und begrüßte in militärischer Art die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, die Kriegsopfer und die alten Soldaten. Sodann sprach als erster Redner in Vertretung des erkrankten »evangelischen Standortpfarres der Studienrat Dr. Unverzagt. KEr sagte in seiner Gedenkrede u. a.: Ein großes Leid ist wie das Meer: es hat auch seine Ebbe und seine Flut. Es geht einmal für eine Weile weg runb dann ist es mit voller Wucht und Kraft wieder La und fordert sein natürliches Recht. Mit der Trauer um die 2 Millionen Kriegsgesallener ist's micht anders. Allemal am Sonntag Reminiscere ist ider Schmerz um sie von neuem da und nicht nur Lei denen, denen dieser Blutzoll abgefordert wnurbe, sonbern auch bei uns anberen Volksgenossen. Unser Reden von der Volksgemeinschaft wäre ja leere Phrase, wenn uns nur schmerzte, was uns neu Fußbreit deutschen Bodens mehr, der nicht von deutschen Soldaten unmittelbar beschützt ist. An Deutschlands Grenzen deckt wieder der deutsche Soldat mit seinem Leibe die Sicherheit unseres Lan- des." Unsere Toten werden uns dann antworten: „Das ist gut so, nun erst können wir in Ruhe schla- en." Sie werden uns aber auch ermahnen: „Seid auf der Hut, vergeßt nie, daß es kein höheres Gut gibt und keine größere Pflicht als die Wahrung der deutschen Ehre. Dankt eurem Schöpfer, daß er euch in dieser schweren Zeit einen Führer geschenkt hat, der euch zielklar einer besseren Zukunft entgegenführt. Glaubt an diesen Führer, opfert für ihn unb damit für Deutschland alles unb folgt seiner Fahne burd) bick unb bünn, was immer auch kommen mag! So werben unsere Toten bes Weltkrieges unb ber Bewegung zu uns sprechen, unb aus ihrer stummen Mahnung in biefer Stunbe werben wir neue Kraft unb neue Hoffnung mitnehmen. Wir hanbeln im Sinne unserer Gefallenen, wenn wir in biefer Gebenkstunbe in erster Linie auch bes Führers gebenden, der die Urkraft zu seinem Handeln aus dem Sterben unserer Gefallenen geschöpft hat und immer wieder von Neuem schöpft. Wir gedenken im Geiste unserer Gefallenen unseres Führers und Obersten Befehlshabers ber Wehrmacht Aböl f Hitler, inbem wir ihn grüßen mit dem Rufe: Sieg-Heil. Braufenb erklangen barauf die breimalij gen Rufe als Gelöbnis ber Treue unb als Ausbruck ber herzlichen Dankbarkeit gegenüber bem Führer über den weiten Platz. Kranzniederlegungen am Ehrenmal. Die Ehrenkompanie unb bie Formationen mar- fchierten fobann zum Gefallenen-Denkmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz. Vor dem Ehrenmal harte die Wehrmacht Doppel-Ehrenposten gestellt, ferner stand eine Ehrenwache von zwei alten Soldaten an dem Denkmal. Nach dem Aufmarsch wurden von bem stellv. Stanbortältesten, bem Vertreter ber Gießener Kamerabschaften ber alten Solbaten und bem Vertreter des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Kränze am Ehrenmal niedergelegt. Der Vorbeimarsch der Ehenkompanie vor bem stellv. Stanbortältesten bilbete den Abschluß ber Feier. So- bann rückten auch bie übrigen aufmarschierten For- mationen ab. Feierstunde der Arbeit. Eine Feierstunde ber Arbeit veranstaltete am Helbengebenktag bie DAF., NSG. „Kraft burd) Freube" im Cafe Leib. Das Krengel-Trio spielte einleitenb Beethovens „Trauermarsch". Der Kreis- walter ber NSG. „Kraft burd) Freube", Bienengräber, sprach unter bem Einbruck ber letzten großen Ereignisse von ber Freube, bie jebeiv Deutschen erfüllt, unb brachte ben Dank an ben Führer burd) ein freubig aufgenommenes Sieg-Heil zum Ausbruck Nach ben weihevollen Klängen bes „Largo" von Hänbel brachten dis Buberusfchen Werkscharen aus Lollar Hellmut Jahns wuchtigen Werkspruch „Ehre ber Arbeit" zum Vortrag. Der bekannte Arbeiterbichter Max Barthels gab bann einen Aufriß ber Entwicklung ber Arbeiter- bichtung von ber Vorkriegszeit bis zu Grille, Hch. Lerfch, Alfons Pätzolb, Karl Bröger unb Engelke. Er unterstrich bas Heranreiffn ber Frontsolbaten Bröger, Lersch, Engelke, wie auch bas seinige burd) bie Erlebnisse bes Weltkrieges unb zeigte an Hans Baumanns Lieb: „Wir werben marschieren denn heute gehört uns Deutschlanb unb morgen bie ganze Welt", ben Einmarsch bes Arbeiters in bas beutsche Volk. Durch ben Vortrag seiner eigenen Dichtungen, ber Erzählung „Die Mutter mit bem Kinb" unb ber bem unbekannten Helben ber Arbeit gewidmeten Prosa unb Lyrik offenbarte er bas Denken unb Fühlen bes schaffenben Menschen. Reicher Beifall bankte seinem Vortrag. Mit getragenen Weisen fanb bie Feierstunbe ihren Abschluß. GedenkfeierderMarkusgemeinde In einer überaus roürbigen unb ernsten Feier gebuchte gestern abenb bie Markusgemeinbe in ber Stabtkirche ber gefallenen Helben bes Weltkrieges. Die Kirche war überfüllt. Orgelvorspiel (Organist N e b e I i n g) unb Chorgesang (Choralvereinigung . ber Stabtkirche) leiteten bie Feier ein. Sodann sprach Pfarrer Becker an Hand von einzigartig schönen, zum großen Teil symbolischen, Lichtbildern über das große Opfer der gefallenen Helden. Er : erinnerte an den frohen Auszug der Truppen in jenen Augusttagen des Jahres 1914, er sprach von dem beispiellosen Opfer der zwei Millionen Toten, t die unser Volk geben mußte, von ben leibtragenden Müttern unb Vätern, von ben Frauen berer, die i fielen, aber auch von jenen Frauen, die in der - Heimat in den schweren Dienst für bie Volksge- Link-;- SA mit Anaekwriaen unb vielen Volksgenossen am Eintopf-Mittagessen. — Rechts: Ueberall würben bie Teller mehr als einmal mit ber L t n t s . «Ml. mit angegorige kräftigen Erbsensuppe gefüllt. - «Aufnahmen ,2s: Phata.Psaff.» Links: Während der Helden-Gedenkfeier der Wehrmacht aus Oswaldsgarten. Fahnengruppen der Bewegung und der Vereine zu beiden Seiten des Redner-Puttes. Der stellv.Standortalteste bei seiner Ansprache. — Rechts: Ausschnitt des Ausmarsches aus Oswaldsgarten. (Ausn. (2J. Photo Pfass.) Inktriii s&s »«ulet in >. be. «tat. je V* "WsiUln S. »»eiten „rd> Lehrer " Rektor tyrt hatte er üblichen "nsmünner zu er. W zu ge, .st'ngen mit Junn, wenn Ü Zu geben, r das 1 Ziel wüste des großen ichloß mit >as die Der. Arbeit für persönlich trifft. Wir begingen einen Raub an ber Ehre ber tm Kriege Gefallenen, wenn mir bas Bilb ber barnali- »gen Zeit verzeichnen wollten unb sie hinstellen als »eine Schar von Menschen, bie einfach, von ihrer , «Begeisterung hingerissen, ohne viel Bebenken ihr Leben hingeworfen hätten. Jrn Anfang mag es so «gewesen sein unb hernach noch manchmal, doch die «Regel war es nicht. Schwer abgerungene Entschlüße sstehen.hinter ben Taten biefer braven Kämpfer. ■Drum sind sie in unseren Augen nicht weniger -Helden wie bie mutig in ben Tob ftürmenbe Jugenb won Langemarck. , Das Schwerste haben unsere Kampfer draußen »gemußt und gekonnt. Es kam bie Zeit, wo es nidjt imehr unaufhaltsam voranging, nicht mehr jeher sich »entwickelnde Kampf mit einem Sieg endete, wo ein 'Ende des fürchterlichen Ringens nicht mehr adzu- I sehen war und es galt, durchzuhalten um jeden ■Preis, und immer wieder sich voll und ganz em- Isetzen trotz der feindlichen Uebermacht, trotz Man- .gel oft am Allernötigsten, trotz der Gedanken an idaheim, an Weid und Kind, an die alten Eltern, ibie einsame Mutter, ober wen man sonst Teures .zurückgelassen hatte, zum Trotz auch den Gedanken «an das eigene Leben unb was es einem noch zu Ibieten hatte an Lust, Freube unb befriebigenber «Arbeit. Das waren die schwersten Stunben, Stun- iben ber Versuchung, bie wir Christen aus bem Leiben unseres Meisters kennen, bem auch aus feinem Hetzten schwersten Weg ber Versucher nahte unb zu -ihm sprach: „Herr, schone bich!" Das aber ist das wahrhaft Große in solchen Augenblicken: nicht Horen .auf bie Wünsche bes eigenen Herzens, nicht achten .auf seine Aengste unb seine Sorgen, sonbern unbeirrt sich halten an eines nur: bie gebotene und Ibeschworene Pflicht. Wir Heiteren haben viele von denen gekannt, die so gesinnt gewesen sind. Wir itrauern um ihrer viele, bie nicht mehr zurückgekommen sind, deren Namen aber blumenumkränzt auf den Gedenktafeln in unseren Kirchen oder ben Matten unserer Heldenbenkmäler stehen zu steter Erinnerung an sie. Wenn wir über ihr Leben und Sterben aber eine Überschrift setzen sollen, genügen vier Worte: Gehorsam bis zum Tode. Das klingt nicht sehr und ist doch unermeßlich viel gesagt. Es gab eine Zeit - sie ist nach nicht sehr ang oorbei — da galt als höchstes Lebensziel bie freie Entfaltung ber eigenen Peinlichkeit mit allen ihren Gaden unb ihren Kräften. Wir haben aber angelernt unb roieberum erkannt wie große Anrechte auf uns unb was wir finb unb haben unser Volk unb Vaterlanb besitzt, unb manchmal bas erste und allergrößte. Drum Schande über den, der zum Gehorsam nicht willig und fähig ist, wenn er gestrdert wird zur Arbeit nicht nur, sondern auch zu Kamps unb Tob. Daß biefer Sinn nicht ganz erstorben war bei uns, auch nicht in ber Nachkriegszeit unseligen Angebenkens, hat vor einem Jahr ber 3ubel in ganz Deutschlanb gezeigt, als unser Führer unser Volk roieber wehrhaft machte unb ihm fein schmählich geraubtes unb anbauernb vorenthaltenes Recht roiebergab. Wir haben auch gestern etwas bavon verspürt, an bem Tage, dessen Bedeutung erst bie Zukunft offenbaren mirb. (^u5’Pre7eI‘ möchte ich aber in vieler Namen ben Wunsch, daß ibie neugeschaffene Wehrmacht, wie auch ber Führer i öfters betont hat, ein Instrument bes Friedens sei, den unser Volk unb bie Völker Europas so bitter : nötig haben. Jnbes auch in Friebenszeiten tut uns beutschen Sprache, alle Ausbrucksmittel ber machtvollsten Klangwelt ber Musik reichen nicht hin, um gerecht zu werben ber in allen aufrechten Herzen geweckten grenzenlosen Bewunberung. Hier, beutscher Solbat, sieh beine Vorbilber! Die leuchtenben Sterne beines Berufes würben hell auf- gezünbet in ber Nacht bes Weltkrieges: Gehorsam, schlichten. 8.10. rhaltungsftunbe. t 11.45: Sozial- tachrichten (auch «st Ein literarisches 17.30: Rat und irbild v°n der ?JSSt* not, was unsere Helben uns vorgelebt. Auch wenn unter ben Völkern bie Waffen ruhen, ist bas Leben Kampf. Und wenn es nur das Ringen ist mit ben Nöten unb Schwierigkeiten biefer Erbe, ober bie Kämpfe, bie man mit sich selbst unb in sich selber auszufechten hat. Immer gilt, baß nichts ben Vortritt haben barf vor unserer Pflicht, unb baß bie erste, wenn auch nicht einzige Tugenb ber Gehorsam ist. Nicht ein Gehorchen nach Sklavenart, sondern ein Gehorsam, den die Liebe beseelt zu den Menschen, unter die uns Gott gestellt, zumal zu unserem Volke, in das er uns gliedhaft eingefügt hat. Ein Gehorsam auch, von bem wir als Christen sagen, baß er vom Glauben gestählt ist unb gestärkt, indem er uns vor eine allerhöchste Perantwortung stellt und zugleich uns auf den hinweist, ber uns einzigartig ben Weg bes Gehorsams bis zum Letzten unb Aeußersten vorangegangen ist: Jesus Christus. Helfe er auch uns, bann werben wir recht roürbig derer, die für uns gekämpft unb gestorben, benn sie waren treu unb gehorsam bis zum Tobe. Das walte Gott! öer katholische Standortpfarrer Dr. Hemmes sagte bann u. a.: Durch das gewaltige Ereignis von gestern ist der Heldengedenktag in ein verklärtes Licht gerückt. Nunmehr ist es erst recht geboten, die ungeheuren Kriegsopfer vor Augen zu haben, diesen einzigen Schrei nach Erlösung Deutschlands zu hören, um der Größe ber Stunbe mit Größe memfchast traten. In Wort und Bild führte der Vortragende die Zuhörer auf die Schlachtfelder im Westen. Man sah die endlosen Gräberfelder unserer Gefallenen und hörte von den Bemühungen des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge um die würdige Ausgestaltung dieser Ruhestätten. Eine Reihe von Denkmälern, im Lichtbild wiedergegeben, in denen das Erlebnis des Weltkrieges in künstlerr- scher Form seinen geläuterten Niederschlag gefunden hatte, wurde in sinnvoller Zusammenstellung gezeigt, so daß allen Teilnehmern dieses Abends ein starker Eindruck verblieb. Eine seine Belebung, Vertiefung und Bereicherung fand der Vortrag durch die Rezitation von Gedichten, durch dichterische Worte, im Sprechchor wiedergegeben (Jugend der Markusgemeinde), durch chorale Darbietungen, Sologesang (Fräulein Gustl Kühn) und Orgelspiel. Bewegt verließ jedermann das Gotteshaus. Der Ertrag der Kollekte des Abends ist dem Volksbund für Kriegsgräberfürsorge zugedacht. Aus der Provinzialhauptstadt. Oer 7. März 4936 in Gießen. Unvergeßlich wird der 7. März 1936, der Tag der endgültigen Befreiung Deutschlands von allen Fesseln durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, auch in der Erinnerung unserer Gießener Bevölkerung lebendig bleiben. Mit großer Span- nuna hatte man der überraschenden Sitzung des Reichstages entgegengesehen, und mit stärkstem Interesse folgte man um die Mittagsstunde der Rund- funk-Uebertragung der historischen Reichstagssitzung mit der Rede des Führers und der Ankündigung seiner Entschlüsse zum Wohle des deutschen Volkes. Sowohl daheim am Rundfunkgerät, wie auch auf den Straßen und Plätzen, wohin die Rede des Führers durch Lautsprecher übertragen wurde, fanden seine Worte und Entschlüsse die begeisterte Zustimmung der Volksgenossen. Unmittelbar nach dem Schluß der Reichstagssitzung wurden Überall die Fahnen gehißt und damit der freudigen Zustimmung des Volkes zu den Maßnahmen des Führers sichtbar Ausdruck gegeben. In kurzer Zeit schmückte ein Flaggenmeer die Straßen unserer Stadt. Vor den Kasernen unserer Garnison sammelten sich große Menschenmengen an, die unseren Soldaten vor ihren Unterkünften, wie auch in den Straßen der Stadt herzliche Sympathiekundgebungen darbrachten. Der „Gießener Anzeiger" brachte noch am Samstagabend eine Sonderausgabe mit dem Wortlaut der Rede des Führers heraus, um allen Volksgenossen noch am gleichen Tage dieses gewaltigen geschichtlichen Ereignisses die Rede des Führers gedruckt in die Hand zu geben. Vornotizen. Tageskalender für Montag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 22 Uhr, Rei- ten, Reitschule Schörnbs. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Familie Schimek". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Eine Nacht an der Donau". — Handelsund Gewerbebank: 20.30 Uhr im Hotel Hindenburg: 77. ordentliche Generalversammlung. Vergünstigungen an Studierende. Die Landesregierung — Abteilung II — bringt den nachstehenden Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 7. Februar 1936 zur Kenntnis: Es kommt immer wieder vor, daß Studenten gleichzeitig bei mehreren Stellen Anträge auf Gewährung von Studienbeihilfen, Gebührenerlaß und sonstige Vergünstigungen stellen und teilweise auch Beihilfen in außerordentlicher Höhe erhalten. Um eine gerechte Verteilung aller zur Unterstützung von Studenten zur Verfügung stehenden Mittel zu ermöglichen, bestimme ich folgendes: Jeder Student hat in seinem Gesuch um Gewährung von Vergünstigungen (Stipendium, Gebührenerlaß, Freitisch uno dergleichen) eine Erklärung darüber abzugeben, a) ob und in welcher Höhe er von anderen, genau anzugebenden Stellen für das laufende Semester unterstützt wird oder gleichzeitig eine Unterstützung beantragt hat, b) von wem und welche Vergünstigungen er im vorhergehenden Semester erhalten hat. Zahrestagung -er Die Jahreshauptversammlung der Kameradschaft ehern. 116er am Samstagabend im „Postkeller" wurde durch den Kameradschaftsführer, Verwaltungsinspektor I. Bill, mit stolzen und freudigen Soldatenworten über die Befreiungstat des Führers und Reichskanzlers eröffnet. Der Kameradschaftsführer erinnerte daran, daß schon die Jahreshauptversammlung vor einem Jahre unter demselben glücklichen Stern stand, als der Führer die Wiederherstellung der Wehrfreiheit verkündete. An diesem Märztage des Jahres 1936 fühlen sich die Gießener 116er in Stolz und Freude verbunden mit ihren Regimentskameraden am Rhein, die den jungen Kameraden der Wehrmacht zujubeln und sie in ihren neuen Garnisonen willkommen heißen. Kein anderer kann die außerordentliche Bedeutung dieses historischen Märztages in ihren Auswirkungen besser übersehen und verstehen, als der feldgraue Soldat des Weltkrieges, der dankbar und stolz zu dem Manne aufblickt, der einer ihrer Kameraden ist und dem sie jetzt als Führer des ganzen Volkes zujubeln. In dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und das deutsche Volk fanden diese Gefühle ihren Ausdruck. Hierauf erstattete Kameradschaftsführer Bill den Jahresbericht, der Aufschluß über ein reges Kameradschaftsleben gab. Bei zahlreichen Gelegenheiten haben die 116er ihre Verbundenheit mit den anderen Soldatenkameradschaften unter Beweis gestellt. In starker Erinnerung ist ihnen u. a. die Feier mit der Traditionstruppe im „Schützenhaus", bei der Oberkriegsgerichtsrat Koch einen interessanten Vortrag über die Geschichte des stolzen Gießener Regiments aus ihren Anfängen bis in die Gegenwart hielt, wie sie wenig bekannt war. Die Sterbeversicherung hat sich wiederum segensreich ausgewirkt. Auch nach ihrer Umstellung ist sie für die Zukunft sichergestellt. Den Kameraden, die sich zahlreich und rege an der SA.-R. II beteiligt hatten, wurde besonderer Dank ausgesprochen. Wie alljährlich, konnten bedürftige Kameraden eine Unterstützung erhalten. Durch eine Sammlung konnte Der alljährliche Betrag für das WHW. auf 35 RM. erhöht werden. Die Verpflichtung gegenüber den Patenschaften für die Kameradengräber in Südbelgien bei Anloy und Maissin wurden treu erfüllt. Schriften über diese Hessenfriedhöfe, deren Erlös ihrer Unterhaltung zufließt, können noch abgegeben werden. Das Andenken der Kameraden Th. Kliffmüller, Ferd. Nennstiel, Fr. Kurz, Altenburg - Alsfeld und Karl (^u l e r, in das die Helden des Weltkrieges und die Gefal- ehemaligen 116er. lenen des Dritten Reiches eingefchloffen wurden, fand die übliche Ehrung. Zum Schluß wurde der Dank für die rege Betätigung der Kameradschaft zum Ausdruck gebracht. Kamerad Hans Volz, der seit 25 Jahren ununterbrochen Geldverwalter ist, erstattete den Kassenbericht, aus dem ersichtlich war, daß die Zeit manche Lücke in die Reihen der alten Kameraden gerissen fyat. Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens findet am 9. und 10. Mai eine Jubiläumsfeier statt. Die Feier wird mit einem Kameradschaftsabend am 9. Mai beginnen, bei der die Verbundenheit der alten und der jungen Soldaten durch gemeinsame Ausgestaltung zum Ausdruck kommen wird. Der Sonntagoormittag dient der Besichtigung der Kasernen, am Nachmittag finden die Vorführungen und Darbietungen des Kameradschaftsabends eine Wiederholung für die Frauen und die anderen Gießener Kameraden. Neben der Tradittonstruppe werden auch die anderen Gießener Regimentskameradschaften an der Festveranstaltung teilnehmen. Für den Sommer ist ein Ausflug zum Kamerad Debus auf der „Ludwigsburg" in Wieseck vorgesehen. Kamerad Reitz, ein alter und verdienter 116er, erstattete Bericht über den Artilleristentag, an dem sich die 116er mit ihren Angehörigen gleichfalls beteiligen werden. Dabei berichtete er auch über die dem mustergültigen kameradschaftlichen Leben in dem früheren „Gießener Soldatenbund", als dem Zusammenschluß aller Regimentskameradschaften, von höherer Stelle ausgesprochene Anerkennung. Im weiteren Verlauf kamen der Dank und die Anerkennung für die umsichtige Führung der Kameradschaft durch Kamerad Bill zum Ausdruck. In seinem Schlußwort dankte der Kameradschaftsführer seinen alten Soldaten und Kameraden für die in so reger Weise aufrechterhaltene Kameradschaft und die Mühen, die der einzelne gern getragen hat, um die Verbundenheit mit den anderen Regiments- und Waffenkameradschaften stets würdig zu beweisen. Insbesondere dankte er dem alten Kameraden Beil für dessen vorbildliche Betätigung, dem Schriftführer Kamerad L. Schmalz für seine tatkräftige Mitarbeit, und allen anderen Kameraden, die sich um die alte Vereinigung verdient gemacht haben. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß den alten Soldaten noch weitere Tage stolzer vaterländischer Verbundenheit beschieden sein mögen und daß die Kameradschaft des stolzen Gießener Regiments sich segensreich auswirken möge bis zum letzten Mann. c) daß er sich im Fall der Gewährung seines Gesuches verpflichtet, sofort Mitteilung zu machen, wenn er von anderer Seite weitere Unterstützungen beantragen oder erhalten sollte. Anzugeben sind sämtliche Vergünstigungen, gleichgültig, ob sie von dem Rektor, dem Studentenwerk, einer Stadtgemeinde, Stiftung oder einer anderen Stelle bewilligt worden sind. Unrichtige oder unvollständige Angaben haben Bestrafung nach der Strafordnung für Studenten, Hörer und studentische Vereinigungen an den deutschen Hochschulen vom 1. April 1935 3ur Folge. Zu Beginn jenes Semesters sind die Stundenten durch Anschlag am Schwarzen Brett auf diese Bestimmung hinzuweisen. Von allen Bewilligungen für Stundenten ist dem zuständigen örtlichen Studentenwerk stets Nachricht zu geben. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Nord. Abkellung Hilfskasse. Am Donnerstag, 12. März, und Freitag, 13. März, in der Zeit von 20.15 bis 22 Uhr, zahlen alle Angehörigen der SA., Marine-SA., Motor-SA., NSKK., Reiter-SA. usw., die nicht Pg. sind und im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord wohnen, den Hilfskassenbeitrag für das 2. Vierteljahr 1936. Die Kassenstunden finden bei Gastwirt Nohl, Eder st raße (nicht Berufsschule) statt. Wer an diesen beiden Abenden nicht bezahlt, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet. Jeder hat sich die dabei entstehenden Folgen selbst zuzuschreiben. HanS-Gchemm-Gedächtnisfeier in der Goetheschule. Von der Leitung der Goetheschule wird uns berichtet: Am Todestage Hans Schemms versammelten sich die vier Oberklassen der Schule in der Turnhalle. Nach einem einleitenden Lied des Chores wies Herr Otto Müller kurz auf die Bedeutung Hans Schemms und die heutige Feier hin. Die anschließende Rundfunkübertragung aus Bayreuth stellte bedeutungsvolle Worte des verstorbenen Kämpfers in den Mittelpunkt, die er aus dem tiefen Born der nationalsozialistischen Weltanschauung geschöpft hatte und deren lebendiger Ausdruck er war. Nach dem Singen der deutschen Nationalhymnen und einem dreifachen Sieg-Heil auf den Mann, dem auch Hans Schemm jein ganzes Leben geweiht hatte, schloß die bedeutungsvolle Feierstunde. Der Artilleristen-Tag in Gießen. Die Vorbereitungen zu dem großen Artilleristen- Treffen am nächsten Sonntag, 15. März, in Gießen sind von dem Artillerie-Verein Gießen in den letzten Tagen weiterhin gut vorangebracht worden. Es ist mit einer sehr großen Beteiligung der alten Artilleristen aus allen Teilen Oberhessens und aus den angrenzenden Bezirken zu rechnen. Der Artillerie-Verein Gießen hat in umfassender Weise dafür aeforgt, daß die Teilnehmer an diesem Waffentag der Artillerie ein reiches Erlebnis von ihrem Besuch In Meßen mtt nach Hause nehmen fömten. Anmeldungen von Teilnehmern sind noch bis ein- schließlich Dienstag, 10. März, an Kam. Stephan, Gießen, Bahnhofstraße 24, Telephon 3729, zu ri*. ten. Dabei ist die Gebühr von 1,50 Mark, einschließ» lich Kosten für das Mittagessen, mit einzuschicken oder auf Postscheckkonto 242 72 Frankfurt a. M. zu überweisen. Generalversammlung des Männerbadevereins. Der Männerbadeverein e. D. 1836 hielt am Samstagabend im „Bayrischen Hof" seine Generalversammlung ab, die von musikalischen Darbietungen der Kapelle Krengel umrahmt war. Nach Begrüßungsworten des Dereinsleiters Thomas verlas Schriftführer Friedrich Hof das Protokoll. Der Rechner Karl Zimmer erstattete den Geschäftsbericht, aus dem u. a. zu entnehmen war, daß der Verein etwa 500 Mitglieder umfaßt. Durch die starke Beschädigung der Badeanstalt im vergangenen Jahr, die durch ein Bild im „Gießener Anzeiger" festgehalten ist, war dem Verein großer Schaden entstanden. Es waren darum größere Erneuerungsarbeiten notwendig. Für diese und einige weitere Ausbesserungen wurden rund 1000 Mart aufgewendet, die anderseits wiederum dem Arbeitsbeschaffungsprogramm zugute kamen. Der Bericht schloß mit dem Hinweis auf das 100jährige Jubiläum des Vereins in diesem Jahre. Der Kassenbericht ergab Aufschluß über eine günstige Kafsen- lage. Die Einnahmen und Ausgaben betrugen annähernd 3100 Mark. Das Dereinsvermögen beträgt rund 3785 Mark. Auch im neuen Jahre soll ein Betrag von 1000 Mark für Ausbesserungsarbeiten verwendet werden. U. a. ist die Erneuerung der anderen Seite des Steges in Aussicht genommen. Namens der Kassenprüfer bestätigte Kaufmann Leonhard P f a n n , daß die Kasse in Ordnung befunden wurde. Der Vereinsleiter sagte dem Schriftführer und dem Rechner, sowie allen Mitarbeitern Dank und Anerkennung. Bademeister Seitz wurde auch weiterhin bestätigt und ihm Dank für die mühevolle Arbeit für die auch im Vorjahr stark in Anspruch genommene Badeanstalt ausgesprochen. An Stelle des als Schriftführer ausscheidenden Verwaltungsinspektors Jaegggele, der wegen anderweitige- starker Inanspruchnahme sein Amt niederlegte, wurde Friedrich H o f zum Schriftführer bestimmt. I a e g g e l e bleibt an Stelle des aus dem Vorstand ausgeschiedenen Beiratsmitgliedes Fritz Weber, welcher durch die Ernennung zum Jnnungs- Obermeister sein Amt zur Verfügung stellen mußte, im Beirat des Vereins. Für die Feier des 100jährigen Bestehens des Vereins ist ein umfangreiches Festprogramm vorgesehen. Im Mittelpunkt der Feier steht am 5. Juli ein großes Strandfest, dem am Tage vorher ein Festabend vorausgeht. Bei diesem ist die Ehrung von 35 Mitgliedern vorgesehen, die mehr als 25 Jahre dem Verein angehören. Das Sttandfest wird Wasserspiele im Zusammwirken mit dem Schwimmverein bringen, ferner ein Preisschießen, für das wertvolle Preise in Aussicht stehen, und eine in den Festbeitrag einbezogene Verlosung praktischer Gegenstände für den Schwimmer. Kinderspiele und Kinderbelustigungen sollen auch den Kleinen der Vereinsmitglieder eine Anregung zu fleißiger Uebung des Schwimmsportes bringen. An der Ausgestaltung des Festes wird auch der den alten Gießenern bekannte Hermann Elle Mitwirken. Zum Schluß sprach Wilhelm Erle, der mehr als 50 Jahre Mitglied des Vereins ist, dem Vereinsleiter und Beirat Anerkennung für die Aufbauarbeit und Dank für die Mühewaltung aus. In feinem Schlußwort brachte Vereinsleiter Thomas die Freude über den 7. März 1936 zum Ausdruck, an dem die Rede des Führer jeden Deutschen mit Stolz und Zuversicht erfüllt hat. Er erinnerte daran, daß deutsche Truppen wieder in das Rheinland eingerückt sind und ihre alten Garnisonen bezogen haben zum Zeichen, daß Deutschland wieder vollständig frei und Adolf Hitler Führer über ein geeintes und gleichberechtigtes Deutschland ist. Der Dank an den Führer klang aus in einem dreifachen Sieg-Heil. Den anschließenden kameradschaftlichen Teil füllte die Kapelle Krengel mit schönen Weisen aus. Oer Regenbogen. Von Edmund Hoehne. Als ich ein Knabe war, fiel mir ein Lehrbuch der Physik für Abituranstalten in die Hand. Da mein Bruder malte und ich hinter das Geheimnis der Farben kommen wollte, irrten Augen und Denken durch die Kapitel von der Optik. Ich las, nein, ich wurde zerstochen von Begriffen wie Interferenz, Dispersion, Achromasie, Undulation, Polarisation, bis mein Hirn völlig wund war. Traurig hielt ich mich an einen einfachen Versuch, den schon Newton angegeben hatte: „Man versetze eine Scheibe mit farbigen Sektoren gemäß den Spektral- farben Rot, Drange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett in rasche Umdrehung bei heller Beleuchtung. Man beobachtet dann dasselbe Ergebnis, als wenn man das weiße Sonnenlicht erst durch ein Prisma in farbige Teilftrahlen zerlegt, diese dann wieder durch eine Sammellinse vereinigt: beide Arten der Verschmelzung ergeben Weiß." Ich verschaffte mir eine Scheibe und ein altes Zahnräderwerk, bemalte Kreissektoren mit allen Farben und ließ einen Spielkameraden die Kurbel wie besessen drehen. Die Farben verschmolzen. Leider schimmerte vor meinen Augen kein reines Weiß, sondern ein trüber Mischmasch von schmutzigem Grau. „Ja", lachte mein Bruder überlegen, „du hast eben keine Spektralfarben auf deiner Platte, sondern Körperfarben, Chemikalien, deren Lichtreste mit den Jdealsarben nur eine ferne Aehnlichkeit haben, armselige Spuren vom Glanz der Sonne." Du lieber Himmel, dachte ich mir. Wer kann immer mit dem Prisma herumfuchteln, wenn er reine Farben sehen will? Wir leben nun einmal auf dieser Erde und haben gebrannten Stein oder Tinten- fischsekret oder Pflanzensaft als Tünche, statt der himmlischen Visionen des Regenbogens, des sichtbaren ©ottejtraumes. Was nützt da das ganze Lehrbuch? Ich klappte es zu und warf meinen plumpen Apparat, der eine Idee in den Staub zoa, in den Rumpelkeller. Aber fünf Jahre später hörte ich von Goethes Farbenlehre, auch von der sinnlich-fittlichen Be- Deutung all der bunten Töne auf der Palette der Welt. Es war ein feines, schwärmendes Mädchen, das davon erzählte: seitdem haben das magische Blau, das heitere Grün, das laut klingende Rot, das heftige Gelb den Schmelz der ersten Liebe, den Eigenwert absoluter Mittler zum Jenseits behalten. Und eine Rose war nicht nur das stumme Wort der Liebe im Volksmund, Der eine schlichte Blumensprache reDet, Die jeDes Kind versteht, sondern zugleich Träger eines mystischen Rot der freudigen Tat der Erregung, Der weitschallenden Jugend. Blau war uns geistige Natur, Grün: Ruhe, Violett: Sehnsucht und andächtige Versenkung, Gelb: Gewalttätigkeit Des Diesseits. Farben waren Schicksal, Zauber, UnabwenDbarkeit, WunDer, Lockruf, Furcht, Kraft, Süße, Bann, Musik. Farben waren Das All, Das WerDen unD Wachsen, Das Rätsel, die Fülle, ein tausendblättriges Buch ohne Menschengeschwätz. Aller Glaube hat viele Farben. Wir banden sie zusammen zum lachenden Nebeneinander eines Feldstraußes; wir machten keine rohen Bubenexperimente, um sie aufzuheben in einem grauen Eins. Wir gaben uns blaue, rote, gelbe, weiße, schwarze Küsse. Und ich hatte völlig Das Phänomen eines matten Ersatzweiß, Das nur so lange gefügt blieb, al£ RäDer schnarrten unter Dem Druck einer Kurbel, vergessen. Was hatte jener unholDe Schatten mit Gottes Synthese zu tun? Auch Die verfeinerte Me- thoDe mit achromatischen Gläsern im Universitätslaboratorium befriedigte mich nicht mehr. Zwar war Das Spektralband ein zart beseelter Organismus unD keine billige Suppe aus Küchenresten im rostigen Topf, aber es blieb Vergewaltigung. UnD wir zogen selbanDer fingenD Durch Den einsamen WalD unD warteten auf Die freie GnaDe eines Regenbogens, aus Licht geboren unD roieDer zu Licht verwoben. Feierstunde für die Gefallenen im Gießener Gtadttheater. Die gestrige zweite Sonntag-Morgen-Veranstaltung im Theater war als eine Erinnerungs- und Weihestunde für Die Gefallenen Des Weltkrieges gedacht. Der Bühnenraum war Dem Ernst unD Der Würde Des Heldengedenktages entsprechend feier« lid) ausgeschmückt. Ein kurzer Vorspruch, der mit den Worten des Führers den Gefallenen em „Mahnmal der Unsterblichkeit" errichtet, leitete, von Anton Neuhaus gesprochen, Die Morgenfeier ein. Dann horten wir Die Sonate für Violine unD Kla- oier in c-moll, op. 30 Nr. 2, von Beethoven, ge= Ipielt von August Rein (Geige) unD Ernst u e r (am Flügel); kaum ein anDeres Werk batte Den Empfindungen, welche Die Besucher in D,eJcr StunDe beseelten, musikalisch schöner unD vollendeter AusDruck verleihen können als Diese tionate; zumal Der wunDervolle zweite Satz erklang mit einer ergreifenden und erwärmenden Innerlichkeit. Heinz Rosenthal sprach Darauf schlicht und formschön vier Gedichte, Der BeDeutung Des Tages gemäß: „Am 30. Oktober" aus Den „Briefen Der Gefallenen" von EberharD Wolfgang Möller; Heinrich Lerschs aufwühlende „Grabschrift": „Die Berggräber" von Ernst Bertram; und zuletzt des gefallenen Walter Flex innige und einfache Strophen „Blüh, Deutschland, uns als Totenkranz". Aus den „Kriegsbriefen gefallener Studenten" las Anton Neuhaus; hier spricht die Stimme der jungen Generation, die im großen Kriege ihr Leben für Deutschland gab: Bekenntnis und unveräußerliches Vermächtnis den Ueberlebenben in dieser Zeit. Den Abschluß der Feierstunde bildeten die „Vier ernsten Gesänge", op. 121, von Brahms, von Gustav Bley prachtvoll gesungen; am Flügel begleitete Ernst Bräuer. — Wir hätten gewünscht, daß die gehaltvolle und würdige Feierstunde ein wenig zahlreicher besucht gewesen wäre, hth. Zeitschriften. — „Das innere R e i ch". Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben. Herausgeber: Paul Alverdes und K. B. v. Mechow. Preis 1,80 RM., vierteljährlich 4,80 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — Mit diesem März-Heft beschließt die Zeitschrift ihren zweiten Jahrgang. Hans Grimm gibt Den Auftakt mit seinen Ausführungen „Vom politischen Dichter", zu Denen ihm Der Tod des großen englischen Imperialisten und Dichters Rudyard Kipling Anlaß gibt. Von gleicher kulturpolitischer Bedeutung ist die Rede des Präsidenten Der Reichsmusikkammer, Peter Raabe: „Volk. Musik. Volksmusik". Dem Helden« geDenftag finD eine Reihe von Gedichten von G. von Der Dring, Max Mell und Martin Simon geweiht. Weiter sind zu nennen Ernst Wiecherts von der Schwermut der heimatlichen Wälder getragene Jugenderinnerungen „Die Wälder rauschen", Gedichte von R. Kreuzer unD H. Ehr. Sarrazin und vor allem das in seiner männlich-heroischen Verhaltenheit ergreifende Gedicht „Späte Krone" von Josef Weinheber, der außerdem wichtige Gedanken zum lyrischen Schaffen beisteuert. Die Landschafts- darstellungen deutscher Dichter werden aufs glücklichste fortgeführt durch Franz Turniers „Landschaft Oberösterreich". In Den Schatz Der großen lieber» lieferung Deutscher Kunst führt Paul F. SchmiDt mit einem bebilDerten Aufsatz über Den großen gotischen Maler KonraD Witz. Josef Hosmillers Briefe an Max Rychner fünDen von einem Leben, bas im Bewußtsein Der lebenspenDenDen Werte Deutscher Dichtung unD Kunst sich vollenDete. Vom lyrischen Schaffen Der Lebenden spricht ein kritischer Aufsatz von Hermann Pongs, vom „Kaiserbuch" Paul Ernsts berichtet ein kluges und lebendiges Gespräch von K. A. Kutzbach. Angesichts Dieser Fülle von Beiträgen Dichterischer, Darstellender und kulturpolitischer Art kann man Dem „Inneren Reich" unD seinen Herausgebern wohl bezeugen. Daß hier eine Arbeit geleistet wird, die sich Dem selbstgesetzten Ziele, Der sich erneuernDen Deutschen Dichtung eine Heimstatt zu geben, immer mehr nähert. — „Der Naturforscher", vereint mit „Natur unD Technik". Vierteljährlich 2,50 RM., Einzelheft 1 RM. Hugo Bermühler-Verlag, Berlin-Lichter- felDe. Mit Dem März-Heft beschließt Die auf Dem gesamten Gebiet der Naturwissenschaft führende Zeitschrift ihren 12. Jahrgang. Bei einem Rückblick läßt sich feststellen, daß sie nicht nur ihre beachtliche Höhe beibehalten, sondern ihre ausgezeichneten Leistungen der früheren Jahrgänge noch übertroffen hat. Jedes einzelne Heft bot in reicher Abwechslung wertvolle Aufsätze aus der Rassen-, Lebens-, Menschen-, Erd-, Tier- und Pflanzenkunde, vermittelte Die Ergebnisse naturkunDlicher Forschung unD Die Fortschritte in Wirtschaft und Technik. Obwohl Die namhaftesten Vertreter Der Wissenschaft zu Wort kamen, blieb Die Darstellungsweise auch für Den Laien verstänDlich. Ungewöhnlich reiche BebilDerung unD mustergültiger Kunstdruck erfüllen geschmacklich höchste Ansprüche. Der verdienstvolle Erforscher der Pflanzenzelle, Professor Dr. Ernst Küster (Gießen), zeigt im Märzheft auf Grund feiner dreißigjährigen Forschertätigkeit in einem anregend geschriebenen Aussatz neue Wege der Pflanzenzellenforschung. Prof. Dr. Erich Reisinger führt in das Leden Der Süßwasserqualle ein. Aug. Ochmann veröffentlicht ausgezeichnete Naturaufnahmen und läßt die Entwicklung des Totenkopfes miterleben, dessen Aufzucht ihm gelungen ist. Prof. Dr. W. Goetsch hat in Der zoologischen Station Neapel einen Ameisenalarm gefilmt und zeigt uns an Hand einzigartiger Filmaufnahmen Die einzelnen Vorgänge beim Einbringen einer Fliege als Beute. Ministerialrat L. Schuster weist auf einen gefährlichen Zucker- rübenschädling hin. Walther Flaig bietet ausgezeichnete Naturaufnahmen von Lawinen. Rudolf Hundt berichtet von einem neuen bemerkenswerten erdgeschichtlichen Naturdenkmal in Thüringen. Bergwerksdirektor Fr. W. Landgraeber führt uns Die erstaunliche Entwicklung Der elektrischen Bahnen in fünf Jahrzehnten vor Augen, Zahlreiche kleine Beiträge unD Forschungsergebnisse aus allen naturwissenschaftlichen Gebieten, Anregungen zur Natur- beobachtung, Die Bücherschau unD Die beliebte Preisfrage runDen Das anregenDe Märzheft ab. S.l-fpori Rekord-Schwimmtag in Düsseldorf. Der Elternabend der Frauenfchule. GerAe-Rundenkämpse im Fachamt Turnen gestrigen Sonntag fand hier der Geräteikampf (Unterstufe) zwischen den Turnoer- Am Nachdruck verboten! 7. Fortsetzung. im ihr sie Begatt Eine weitere Bereicherung des Abends stellte die Ausstellung der vielen Koch- und Kostproben dar, die von den Schülerinnen in zweitägiger Arbeit hergestellt waren und sich in appetitlicher Form darboten. Interessant waren dabei vor allem die klaren Darstellungen von Krankenkost nach ..Verboten" und „Erlaubt", schließlich aber auch noch die Darstellung der vielseitigen Verwendbarkeit des Seefisches. Sie antwortete nicht. Sie ging, als hätte sie Mariellas Aufschrei nicht gehört, an ihr vorüber in die erste Etage des Dauses zu ihrem Schlafzimmer. Die Tür war hinter Annina ins Schloß gefallen. Dieser Laut schien Mariella zum Bewußtsein zu bringen. Rasend vor Zorn sprang sie auf. Zum ersten Male erwachte das Temperament ihres Vaters in der Principessa, die bisher stets sanft All kJ Heim zufuhr. Frau Wodny war aufs höchste empört, daß ihr Mieter zu mitternächtlicher Stunde angerufen wurde. Gleich nach diesem Anruf verließ er bestürzt das Haus, ohne nochmals in die Küche zurückzukehren, wo sie ihm die Karten gelegt hatte. Dabei stand in ihnen so viel Glück für Graf und Gräfin Hagen, geborene Schöller, verwitwete Wodny geschrieben, wie man sich nur wünschen konnte. „Ja, ja, ein unzuverlässiges Volk sind die Männer", schalt sie vor sich hin, als sie sich die dünnen Haare um die ledernen Lockenwickler wand. „Na warte, wenn ich dich erst fest habe!" Erhard von Hagen saß inzwischen in einer kleinen Konditorei Mariella gegenüber. Sie sprach auf ihn Oie Arbeit ver Gießener Mädchen- und Frauenbildungs-Anstalten. 8. Kapitel. Schwerwiegende Pläne. Das Ergebnis: 1. Tv. Heuchelheim 520% Punkte; 2. Zv: Launsbach 484 P.; 3. Tv. Kinzenbach 466^ P.; 4. Tv. Hochelheim 451 Punkte. Beste Einzelturner waren Willi Engelhardt, Tv. Heuchelheim, mit 139^ Punkten und Franz R e u s ch l i n g, Tv. Heuchelheim, mit 133 Punkten. In Lang-Göns. Oie Tippgräfin. Vornan von Klothilde v Stegmann. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Derlag, Berlin, SW 68. Sie lauschte, bis auch das letzte Geräusch Hause erstorben war. Dann schlich sie leise in Schlafzimmer. Als sie es wieder verließ, trug . ein schlichtes, dunkles Kostüm; eine dunkelblaue Lederkappe verbarg ihr auffallendes schwarzes Ge- lock. Zu allem Ueberfluß hatte sie noch einen dichten, schwarzen Schleier vorgebunden. Niemand achtete auf sie, als sie mit einem Omnibus Erhards ,urt Q. wie ihre Mutter gewesen war. All ihre Weichheit war geschwunden. Es war zuviel, was Annina ihr jetzt angetan! War es möglich, daß ein Mensch einen andern umkommen ließ, nur weil er sich von einem Stück toten Schmuckes nicht trennen konnte? Ach, Annina richtete ja nicht nur einen Menschen zugrunde, nicht nur Erhard, sondern auch sie selbst. Sie konnte diese Frau nicht mehr bitten — sie konnte nicht Es mußte einen anderen Ausweg geben. Und rote dieser Ausweg war, das kam ihr jetzt zum wußtsein. Mochte es ein Unrecht sein — es ja Erhards Leben! gleiche Prunkstücke da, Tantchen ... Es ..." Vor Erregung konnte die junge Prinzessin nicht weiter prechen. „Unb — was willst du damit sagen? fragte Frau von Gellern herb zurück. „Wenn du deine Absicht seit neulich, wo wir zuletzt beim Mittagessen davon sprachen, nicht ge- änderst hast, dann soll ich einmal deine Universal- erbin werden. Tante Annina, sei großherzig! Gib mir jetzt schon eines der Halsbänder der Geronimo, und Erhard ist geholfen! Auf meinen Knien will ich dir danken, will arbeiten, bis ich dir die aus dem Schmuck gelöste Summe auf Heller und Pfennig zurückerstattet habe." .. Ihre Stimme war von Tranen erstickt. Sie war vollkommen verzweifelt. Sie wußte nur das eine: Erhard mußte gerettet werden. Niemand konnte ihn retten als Tante Annina. Sie mußte Anninas Herz rühren. Da fiel sie vor Annina auf die Knie, hob die Hände zu ihr auf. Heiße Bitte stand in ihren veilchenblauen Augen. Aber Annina schien kein Gefühl zu haben für die schrecklichste Verzweiflung eines armen Menschenherzens. Kühl sagte sie: „Mariella, wir wollen doch keine Theaterszenen aufführen. Mit Bitten und Drängen erreichst du bei mir nichts. Ich bin nichts herzlos. Aber eins laß dir gesagt sein: Es müßte ein sehr großer und guter Zweck fein, Mariella, wenn ich mitt) zu Lebzeiten auch nur von einem einzigen Stück meines Familienschmucks trennen würde. Erhard von Hagen ist dieses Opfer nicht wert. Ich habe es dir von Anfang an gesagt, Hagen wird sich niemals in eine ordentliche Lebensbahn hinemsinben. Die Sache jetzt beweist es wieder. Aber du hast ja nicht hören wollen. Geh schlafen, Kind! Du bist übermüdet. Morgen werden dir die Dinge nicht mehr so schrecklich erscheinen. Es wird sich ein anderer Ausweg finden. Nach meinem Tode wirst du den Schmuck haben — nicht einen Tag früher. Gute Nacht, Mariella!" „Tante Annina ...!" Es war ein Aufschrei aus tiefster Seelennot. . Einen Augenblick beinah hätte er an Anninas Herz gerührt. Aber bann kam bie Erinnerung, wie- viel sie selbst burch Mariellas Mutter gelitten, unb daß auch Mariella auf dem Wege zwischen ihr und Giovanni gestanden. Rundenkampf (Unterstufe) zwischen den Turnvereinen von Allendorf (Lahn), Großen-Linden, Lang- Göns unb Lich statt. Die Turnhalle war gut besetzt. Nach dem Einmarsch der Turner eröffnete Oberturnwart Lang die Veranstaltung. Jede Mannschaft stellte mer Mann für bie Hebungen an ben Geräten unb zwei Mann für die Freiübungen. Die Kämpfe begannen mit dem Turnen am Barren. Hier war Lana-Göns überlegen und sicherte sich die Führung mit 12,5 Punkten Vorsprung vor Großen-Linben, Lich unb Allendorf. Am Pferd holte Großen-Linben mächtig auf unb lag nur noch 4 Punkte zurück. Nach ben Freiübungen hatte Lang-Göns mit 7,5 Punkten Vorsprung bie Führung. Am Reck fiel bie Entscheibung. Nach ber vorletzten Uebung führte Großen-Linben In Heuchelheim. Am Sonntag führten bie Turnvereine von Heuchelheim, Launsbach, Kinzenbach unb Hochelheim in ber Turnhalle in Heuchelheim ihre Mcmnschafts- runbentämpfe in ber Mittelstufe burch. Unter Leitung bes Obmannes Weiß (Großen-Linben) würben bie vorgeschriebenen Uebungen flott burchge- turnt. Man sah gute unb ziemlich gleichmäßige Leistungen. Als 1. Sieger konnte bie Mannschaft bes Turnvereins Heuchelheim aus bem Kampfe hervorgehen. Der gesamte Abenb gab ber Elternschaft einen vollkommenen Einbruck von ber lebensverbunbenen, wirklichkeitsnahen Arbeit ber Schule, in ber bie jungen Mäbchen mit großer Sorafolt auf ihren zu» künftigen Beruf in ber Familie (als Hausfrau und Mutter), barüber hinaus aber auch für biejenigen Frauenberufe, bie in breiterem Kreise für bie Volksgemeinschaft zu wirken haben, vorbereitet werben. ßer Freube folgten. Im Anschluß baran würbe bie Ausstellung, bie mit biefem Elternabenb oerbunben war, eingehenb besichtigt. Man sah bie Arbeiten bes Lyzeums und der Frauenschule getrennt zur Schau gestellt. Insbesondere waren es weibliche Handarbeiten, in denen die Mädchen ihre Geschicklichkeit zu beweisen hatten unb auch bewiesen. In der Abteilung ber Frauenschule würben babei sehr schöne Kleiber ge- ' zeigt, bie besondere Aufmerksamkeit verdienten. Beim internationalen Schwimmfest in Düsseldorf gab es am Sonntag vor zahlreichen Zuschauern ganz erstklasstge Leistungen. Ein Weltrekord, sechs dänische Bestleistungen und em deutscher Rekord wurden auf der einwandfreien Bahn des Stabtbades Kettwiger Sttahe erzielt. Besonders die dänischen Schwimmerinnen waren ganz groß in Fahrt. Dalborg Christensen verbesserte im Alleingang über 100 Meter Brust bie bisherige Weltbestleistung von Hanni Hölzner (Deutsch- lanb) von 1:23,4 auf 1:22,8 Minuten. Ihre Zeit ist zugleich dänischer Lanbesrekorb. Ragnhild H v e g e r (Kopenhagen) besiegte über 10 0 Meter Frei- sti l die Chariottenburgerin Gisela Arendt in 1:08,3 Minuten. Auch dies war dänische Rekordzeit. Giesela Arendt kam mit 1:08,4 nur auf ben zweiten Platz, lieber 400 Meter Freistil kam die junge Hveger mit 5:18,6 ebenfalls auf neue Lanbes- rekordzeit unb zubem Willie ben Dübens Welt- retorb von 5:16 Minuten bedenklich nahe, zumal sie in Halbsguth (Charlottenburg) keine gleichwertige Gegnerin hatte. Zwei weitere dänische Lan- besreforbe gab es im 10 0- unb 200-Meter- Rücken schwimmen ber Frauen durch Tove Br un ström. Heber 100 Meter schlug die Dänin in 1:18,3 Minuten weit vor Anni Stolte (Düsseldorf (1:221) an, unb über 200 Meter verbesserte sie bie alte Rekorbzeit erheblich auf 2:52,3 Minuten. Anni Stolte benötigte hier 3:02,5. Den sechsten Dänenrekorb erzielte ber Brustschwimmer Finn Jensen im Kampf mit dem Dortmunber Balke, der als Sieger über 100 Meter Brust mit 1:11,2 seine bisherige deutsche Bestleistuna um nicht weniger als 1,2 Sekunden drückte. Jensen wurde Zweiter in 1:17,5 Min. Die 200 Meter Brust ge- wann Balke in 2:43,1 Min. vor Jensen, dessen 2:45,4 Min. neuen dänischen Rekord bedeuteten. Leo Esser und Kurt Lorenz, beide Wünsdorf, begeiferten im Rahmenprogramm burch saubere Sprünge. Neuer Weltrekord von Opschruf-Trier. Im Rahmen einer Schwerathletik-Veranstaltung in Düsseldorf gelang es dem Trierer Mittelgewichtler Opschruf, im Gewichtheben einen neuen Weltrekord zu schaffen. Im beidarmigen Stoßen schraubte der Trierer den Weltrekord von Touny- Aegypten von 299 Pfund auf 301 Pfund. Im beib- armigen Reißen verbesserte Opschruf Jsmayrs deutschen Rekord von 225 auf 226 Pfund. Da bie Leistungen unter ofizieller Kontrolle (Reichssportwart Wolff-Essen) erzielt würben, bürste ihrer Anerkennung nichts im Wege stehen. (Sonja Henie will zum Film. In Begleitung ihrer Eltern hat sich die vielfache Weltmeisterin unb Olympiasiegerin im Eiskunst- laufen, Sonja Henie (Norwegen), nach Amerika eingeschifft. Sie will in Neuyork bie Derhanb- lungen abschließen, bie währenb ber letzten Pariser Weltmeisterschaften mit einer amerikanischen Filmgesellschaft eingeleitet würben. Wenn ber Vertragsabschluß zustanbekommt, wirb Sonja Henie sofort nach Hollywoob Weiterreisen, um bort ihre Filmtätigkeit zu beginnen. Im anderen Falle führt die Norwegerin eine Schaulauf-Reise durch bie Vereinigten Staaten burch. Sie ist also auf j e b e n Fall bem Amateur-Sport verloren. Mit großer Liebe unb Sorgfalt hatten bie Schülerinnen bes Lyzeums unb ber Frauenschule einen Elternabenb vorbereitet unb burchgeführt. Der Saal war fast bis zum letzten Platz besetzt. Ein schönes Zeichen ber herzlichen Verbunbenheit von Eltern- chaft unb Schule! Der Abenb nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Musik unb Chorbarbietungen (Schülerinnen bes Lyzeums unb ber Frauenschule) waren ein schöner Auftakt. Man hörte zunächst einfache Tanzsätze ür Geigen, Flöten unb Celli aus bem Jahre 1675 (I. Pezel) unb bann ein Jubilate" für Chor, Geigen, Flöten unb Celli (W. Peters). Ein luftiger gereimter Vorspruch, sehr lebenbig vorgetragen, schuf bann engste Verbinbung zwischen den Zuschauern und ber Bühne. Auf ber Bühne Hub nun nämlich ein reges Leben unb Treiben an. Unter bem Titel „Was wir in der Turnstunde treiben" zeigten bie Sexten ein kleines Tanz- unb Singspiel nach einer reizenben Melobie. Dann folgte bas rasche Bobenturnen (Quinten), bei bem einige originelle, zum Teil recht luftige Bewegungsfiguren gezeigt würben. Sehr gut gefielen bann bie Körperschule mit Bällen unb jene neuartigen Wettspiele, bie Geschwinbigkeit unb Geschicklichkeit gleichermaßen verlangen. Schließlich folgte noch bas Kastenspringen, bas befonbers im Lyzeum mit gutem Erfolg geübt wirb. Die Schülerinnen ber Untertertia unb ber Unterfetunba bewiesen babei viel Grazie aber auch viel Mut. Lebhafter Beifall bankte für die unterhaltsamen Vorführungen. Der weitere Ablauf bes Programms, bas sich wie am Schnürchen abwickelte, brachte dann zwei Volkstänze. Den Abschluß der Einzelbarbietungen bilde» ten einige Lieber bes Chores, ber mit zwei schlichten Weisen aus bem 16. Jahrhunbert unb mit einem böhmischen Volkslieb viel Freube bereitete. Sobann hielt Dberftubienbireftor Schelhorn eine Ansprache, in ber er einen klaren Ueberblick über bie Aufgaben, insbesondre ber neuen breijäh- rigen Frauenschule gab. lieber den Vortrag werden wir morgen noch besonders berichten. Den glücklichen Abschluß der Vortragsfolge bildete ein Märchenspiel mit einer liebenswürdigen Handlung, mit vielen humorvollen Szenen, mit ansprechenden dramatischen Höhepunkten und einem allseits befriedigenden glücklichen Ende. Die Schülerinnen, die das Märchen aufführten, waren mit viel Geschicklichkeit und Liebe bet der Sache, so daß die Zuschauer dem Geschehen auf der Bühne mit gro- „Ja, du, Tante Annina! Ich muß die alles gestehen. Erhard befindet sich in bitterster Bedrängnis. Er hat eine Bürgschaft für Hubert Verdingen übernommen, den du ja auch gut kanntest, Tante Annina. Vor Brest-Litowsk hat er Erhards Leben gerettet. Erhard sah burch bie Uebernahme ber Bürgschaft enblich bie Möglichkeit, sich bem Freunbe erkenntlich zu zeigen. Doch jetzt — Verbingen ist vor ein paar Tagen gestorben, Tante — will Kammacher, ber seinerseits natürlich korrekt han- belt, Erharb für bie Summe, für bie er gutsagte, in Anspruch nehmen." Annina hatte bie langen Wimpern über bie Augen gesenkt. Mariella sollte nicht sehen, welche Gebankenreihen sich bei ihr blitzschnell zusammenfügten, wie sie innerlich bei Mariellas Bitten triumphierte unb kombinierte. Heßling hatte sie burch Mariella verloren. War hier vielleicht ein Weg, Erharb von Hagen unb ba- mit ben Titel einer Gräfin Hagen für sich zu ge- winnen? Ihr Entschluß war gefaßt. Sie ftanb auf. Gähnenb hob sie bie Hanb an bie Lippen. „Lieber Gott, was bin ich heute abenb abgespannt, Kinb! Was sagtest bu eben zu nur? Ach ja, ob ich was für Erharb tun könne. Dlun ja — ich werbe gelegentlich einmal mit Kammacher telephonieren." e , e-, Mariella tonnte vor Angst kaum sprechen. Ihre Stimme zitterte: , . . , . „Da- ist zwecklos, Tante. Glaube mir doch das ist alles viel, viel zu spät! Kammacher laßt sich auf nichts ein; spätestens in acht Tagen will er fünftaufenb Mark von Erharb haben. Tante Annina, ich will für dich arbeiten mein Leden lang. Ich weiß ja, daß du keine reiche Frau bist und kenne den großen Edelmut, mit bemser* ziehen ließest wie dein eigenes Kind. Aber das Halsband der Geronimo, wie du es zu nennen pflegst, in deiner Kassette — es sind Zwei ganz lung festzusetzenden Unterstützung wirb mit ber Zunahme ber Mitglieberzahl ansteigen. Nachbem bem jetzigen Vorsitzenben unb bem Beirat für ihr Eintreten für bie Erhaltung bes Vereins Dank unb Anerkennung gezollt worben war, mürbe Arthur Z r ä n t n e r als Dereinsleiter einstimmig wieber- gewählt. Schriftführer würbe Joebt, Rechner Kaspar Becker , bem Beirat gehören an Schlosser- meister Schmibt, Kaufmann B e n b e r unb E i s e (Heuchelheim). Die notroenbig geworbene Satzungs- änberung unb bie Umstellung bes Vereins, ber in Zukunft „Verein für Begräbnisbeihilfe Gießen" heißt, würbe einstimmig angenommen. Auf Antrag ber Versammlung würben brei Mitglieber aus bem Verein ausgeschlossen. Schriftführer Joebt betonte, baß, trotzbem bas mühsam ersparte Vermögen bes Vereins aufgebraucht würbe, burch bie Umstellung bes Vereins mit Hilfe eines Justizrats bie Anrechte bes letzten Mitglieds gesichert feien unb baß nun roieber zu ben seitherigen geringen Beiträgen auch bie älteren unb wirtschaftlich schwächeren Mitglieder im Verein bleiben unb ihre Anwartschaften aufrechterhatten können. Die Umstellung hat sich burch ben Zugang neuer Mitglieber bereits erfolgreich ausgewirkt. ♦♦ Der Verein für Sterbeunterstützung Gießen hielt am Samstagabenb im Katholischen Dereinshaus seine orbentliche Generalversammlung ab, bie sehr gut besucht war. Der neue Dorsitzenbe Arthur Tränkner eröffnete bie Ver- fammlung mit bem Gruß an ben Führer. Hierauf erstattete Schriftführer Joebt einen ausführlichen Bericht über Vorgänge im Verein, bie Entrüstung hervorriefen. Nachbem ber frühere Vereinsleiter K. Zimmer sein Amt niebergelegt hat, würbe ein bestehenber Vertrag mit einer Dersicherungsgesell- schäft gefünbigt und bie frühere Selbstverwaltung wiederhergestellt. Der Rechnungsbericht weist erheb- liche Prämienbeträge für bilfe Versicherung im ab« gelaufenen Jahr aus. An Sterbebeihilfen konnten in 26 Sterbefällen mit je 300 RM. = 7800 RM. unb in 7 Sterbefällen mit je 370 RM. = 2950 RM., insgesamt 10 390 RM. ausbezahlt werben. Dem WHW. würben 300 RM. überwiesen. Das Gesamtvermögen ist nun roieber auf etwa 2000 RM. an- gewachsen. Das gemeinnützige Bestreben bes Vereins findet burch bie unter ber neuen Führung wieder anfteigenbe Mitglieberzahl Ausbruck. Es werben roieber nur 25-Rpf.-Beiträge für ben Sterbefall erhoben unb 300 RM. an Unterstützungen gezahlt. Die Höhe ber jeweils burch bie Generalverfamm- Zum Ende der vergangenen Woche traten die Gießener Anstalten für Mäbchen- unb Frauenbildung nach ihrer auch im vergangenen Schuljahr in aller Stille geleisteten Arbeit einmal an die Deffent- ' lichkeit, um vor breitem Kreis barzutun, daß, wie 1 bisher, verantwortungsbewußte Arbeit an ber zukünftigen beutfchen Frau unb Mutter geleistet worden ist. Die A l i c e f ch u l e trat mit ihrer Schau bes Technischen Seminars hervor (wir berichteten bereits barüber), bas Fröbelseminar hielt seine Ausstellung ab, bas Lyzeum unb bie Frauenschule veranstalteten am Samstag« abenb einen Elternabenb, mit dem ebenfalls eine Ausstellung verbunden war. Die Ausstellung des Iröbelseminars. Das Fröbelseminar hat bie besondere Aufgabe übernommen, junge Mäbchen einerseits zu Kindergärtnerinnen und Kinderhortne- rinnen, andererseits zu Hausgehilfinnen und Kinderpflegerinnen auszubilden. Dieser Aufgabe wird das Seminar feit Jahren und mit gutem Erfolge gerecht. Immer wieder kehren die Schülerinnen einmal zu kurzem Besuch in das Haus an der Gartenstraße ein, erzählen von ihrer Arbeit in der Praxis, für die ihnen das Seminar die Grundlage schuf. Die Ausstellung in ben Räumen des Fröbel- feminars läßt wiederum klar erkennen, was sich die Schule an Zielen gesteckt hat. Die spielerische Beschäftigung mit bem Kinbe steht im Vorbergrunb. Für bas Kinb lernen die Mäbchen vielerlei Dinge anfertigen, bie bem Kinde Anregung zum Spiele sein sollen. Dieses Spielzeug, aus billigstem, ja aus wertlosem Material, überrascht immer wieder in seinen originellen Formen unb Ideen, in ben Harmonien von Form unb Farbe, in ber sauberen hanbwerklichen Verarbeitung unb in ber zum Teil wirklichen Unverwüstlichkeit. Die Schülerinnen haben babei bie Möglichkeit, viel Phantasie zu beweisen; bie Lehrerinnen unb Lehrer fördern das Können nach besten Kräften. Erfreulich ist, daß allem Spielzeug ein persönlicher Zug anhaftet. Sv sah man auch diesmal wieder schöne Legespiele, Puppen, Tiere auf Rvllbrettchen, Spielzeuge aus Zeitungspapier, aus Fadenrollen, aus Schachteln, Kistchen usw. Ganze Puppenstuben, Autos, Flugzeuge, Lastwagen unb vieles anbere mehr ftanb in dieser Ausstellung gefällig vereint. Selbstverständlich wurde auch der speziellen weiblichen Handarbeit alle Aufmerksamkeit gewidmet. Zahlreiche Kinderkleidchen, Kinberwäsche, Mantel- chen usw., ebenfalls in sehr guter geschmacklicher Ausführung lagen ausgebreitet und oerrieten fleißige Arbeit. Die Ausstellung, die in zwei Teile gegliedert war — Jahresarbeit ber Kinderpflege- rinnen unb Hausgehilfinnen, sowie ber Kinbergärt- nerinnen unb Hortnerinnen — ließ erkennen, bah in biefem Institut wertvolle erzieherische Arbeit geleistet wirb. _____________________ mit 0,5 Punkten. Aber mit einer glänzenb durch- geführten Uebung sicherte Willi Dem ben Lang- Gönsern ben Sieg. Er erhielt für bie letzte Uebung 40 Punkte unb war bamit auch bester Einzelturner. Dann nahm Oberturnwart Lang die Siegerehrung vor. Er ermahnte bie Turner, fleißig weiter zu üben unb wies auf bie Bebeutung unb Nützlichkeit bes Geräteturnens hin. Mit einem breifachen „Gut Heil!" auf bie Turner schloß er bie Ehrung. Das Ergebnis des Kampfes: 1. Lang-Göns (W. Dem, W. Römer, R. Römer, K. Wagner) 996 Punkte; 2. Großen - Linden 990 P.; 3. Lich 897,5 P.; 4. Allen- d o r f 863 P. In Sinn. Bei bem Mannschaftskampf in Sinn am Sams- tag unb Sonntag ftanben sich bie Mannschaften ber Turnvereine von Gießen (1846), Großen-Linben, Wieseck unb Sinn gegenüber. Die Leitung bes Kampfes hatte ber Kreismännerturnwart Reuter (Gießen). Als Kampfrichter ftanben ihm Kreisturn- wart Paul Schüler (Wetzlar) unb Ernst Doli tz f ch (Dillenburg) zur Seite. Den Sieger aus diesem Kampfe stellte bie Mannschaft von Sinn, bie mit 675 Punkten bie höchste Punktzahl er« reichte. Die Mannschaft bes Turnvereins 1846 Gießen (Harbt, Vogt, L. unb H. Herbert) konnte sich mit 668 Punkten an zweiter Stelle behaupten. Großen-Linben (Weitershaus, Jung, Weiß, Seipp) würbe mit 613 Punkten Dritter, währenb sich bie Wiesecker Turner (Kreiling, Römer, Werner, Bettin) mit 482 Punkten mit bem vierten Platz zufrieben- geben mußten. Die Wiesecker kamen dadurch in bas Hintertreffen, ba einer ihrer Teilnehmer burch einen unglücklichen Sturz verhinbert war, ben Pflichtkampf mitzuturnen. ein. Ihre Stimme war brüchig vor Erregung. Die Farbe kam unb ging auf ihrem zarten Antlitz — sie schien wie im Fieber. Was sie ihrem Verlobten sagte, war nichts mehr unb nichts weniger als ber Plan, heimlich zu entroenben, was Annina ihnen vorenthiett. „Wibersprich mir nicht, Erharb! Ich weiß, es ist Diebstahl. Aber bein Leben ist mir mehr wert. Was steht höher? Die eitle Habgier einer Frau, bie sich von keinem Stück bieser toten Juwelen trennen will, ober bein Leben? Unb nicht nur bein Leben, fonbern auch bas meine? Denn bu weißt, in bem Augenblick, in bem bu stirbst, sterbe auch ich. Ich fühle ein heiliges Recht in mir, bich zu retten unb über bas hinwegzugehen, was man Diebstahl nennt." Erharb von Hagen versuchte schwache Einwänbe. Aber er meinte es nicht ernst bamit. Mariella hatte ja nur bas ausgesprochen, was er seit Wochen geplant. Nun kam sie ihm zuvor — unb bas paßte in seine Berechnungen. fiauernb meinte er: „Kein schlechter Plan, Liebling. Aber wir müssen Zeit genug gewinnen, an Stelle bes echten Halsbanbes eine Imitation in bie Kassette einzuschmuggeln. Unb bu willst bie Tat wirklich ganz allein ausführen unb auf dich nehmen, Mariella?" Sie sah ihn erstaunt an. Sie begriff nicht, wo er hinaus wollte mit bieser Frage. „Ja, bas ist boch selbstverstänblich. Liebster. Um Himmels willen, bu willst boch nicht etwa selbst?" Erharb unterdrückte ein ironisches Lächeln. Mit ber meisterhaften Derstellungskunft, bie ihm eigen war, gab er seinem Gesicht sofort ben Ausbruck sorgenvoller Teilnahme: „Aber, Liebling, bich allein solcher Gefahr aus- setzen, währenb ich, als Mann, aus ber Ferne zusehe? Außerdem bachte ich ..." „Was buchtest bu, Erharb?" „Sag einmal, mein Liebling, was mag wohl bie Agraffe beiner Tante wert fein — bie mit ben grauen, rosa unb schwarzen Perlen? „D i e ?" Mariella begriff abermals nicht, worauf Hagen hinzielte. (Fortsetzung folgt!) 's. ?eneralver. Erbietungen feiten 'Mofbas !‘!e d-n @e. *en war iE im een SMener großer .größere Er- ünb einige ' 10°0!4 dm Arbeitz, Bericht Mnge Qubi, „Der Kassen« W Kassen, ^trugen an« *Wn beträgt khre soll ein nmgsarbeiten Neuerung ber 'l genommen, e Kaufmann Ordnung be« iftfübrer und m Dank und rbe auch weine mühevolle in Anspruch n. An Stelle Berwaltungg» anderweitige» t niederlegte, hrer bestimmt, lus dem Dores Fritz W e - ;um Fnnungg« stellen muhte, Bestehens des irogramm vor- :eht am 5. Juli iqe vorher ein ist die Ehrung : mehr als 25 vtrandjest wirt dem Schwimm- ließen, für dos and eine in den ng praktischer iinberfpiele und n Kleinen der zu Higer gen. An der ber ben alten mitwirten. le, ber mehr ift, bem Her- : die Ausbau- Aing aus. 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Kr. Wetzlar. Zusammenkunft Samstag, den 14. d. 2H., vorm. 10 Uhr, am Waldausgang Straße nach Reiskirchen. 1484V Distrikt Ahwald. Eiche: 22 Stämme Kl. 1 mit 3,16 km, Wagnerholz „ 17 „ „2 „ 4,74 „ „ 16 „ „ 3 „ 7,32 „ Schreinerholz „ 14 „ „ 4 „ 9,22 „ ,, 7 „ 5 ,, 6,83 „ „ 14 Stangen I „ 4 rm Küferholz „ 9 „ Nutzknüppel, 2,20 m lang Distrikt Gerstling. „ 35 Stämme Kl. 1 mit 6,34 fm, Bauholz „ 14 „ „ 2 „ 4,74 „ „ 1 Stamm „ 3 „ 0,94 „ „ Der Bürgermeister. Familiendrucksachen Verlobungsanzelgen VermÄhlungsanzelQen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Für beit Naturfreund ! iBfliöweöen Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier« und Pflanzenleben des hei« mailichen Walder auf 128 Kupfertiefdruck- tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von ^.Gerhard u.E.Wolft. Preis RM. 4,80. .(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgeword. Natur- fchönheiten in sick auf« zunebmen, dem fingen u. klingen die Tafeln taufend (Erinnerungen wach an einstmals leibhaft (Erfreutes.' Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten öerbebiatter Iu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Vermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Schneiden ohne Aerger Wenn Sie das auch wollen, dann benutzen Sie nur Qualitäts-Stahlwaren. Ob Küchen-, Tischmesser oder Schere: Wer reiche Auswahl, gute Qualität zu vorteilhaften Preisen sucht, geht zu J. B. Häuser Gießen 872 a Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Es stehen zum Verkauf: 16 wetten m. breiteil. Seegrasmatraden mit Kopskeil und Schoner IKSWNMerWM Eilangebote unter 1489V an den Gießener Anzeiger erb. K:0 f a r 4 tfi:n 4, u_ Ä i* 8.2 t*' ■®e .t/D E O nL. "Eo & . 3 t>L ■ <3 B e E E- t EJ :C > tat 'es; tto; E ' eo' '5- q