Nr. 7 Erster Blatt Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranlfurl am Main 11686 186. Jahrgang Donnerstag, y. Januar 1956 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: §chulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf „Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Starke Kloiienkonzeniraiion um Gibraltar. „Ltebungsfahrten" britischer und französischer Geschwader im Augenblick des Zusammentritts der Genfer Sanktionskonferenz zur Beratung der Oelfperre gegen Italien. fen hätten. „Morning Post" meldet, daß die Mitteilung von den französischen Flottenbewegungen in London als außerordentlich bedeutungsvoll angesehen werde. Man sei der Ansicht, daß sie als ein Zeichen der neuen englisch-französischen Zusammenarbeit aufgefaßt werden könnten. Frankreich beurteile jetzt die Sühnepolitik günstiger. Es sei tatsächlich sehr wohl möglich, daß Laval einer Oelfperre nicht widersprechen würde, wenn sie vom Achtzehner-Ausschuß empfohlen würden. Andererseits würde es auch für die britische Negierung sehr schwierig sein, nicht für die Sperre zu stimmen, nachdem der Mangel an Unter st ützung im Mittelmeer beseitigt sei. Es könne keine Zweifel bestehen, daß die französischen Generälstäbe in den Für und wider die Oelfperre. Furcht vor den Folgen energischen Vorgehens. Paris, 9. Ian. (DNB. Funkspruch.) „Oeuvre" spricht den französischen Flottenübungen jede politische Bedeutung im Zusammenhang mit dem ita- linenisch-abessinischen Kriege ab. Auch die englischen Flottenoerschiebungen im Mittelmeer hätten lediglich den Zweck einer Auswechslung der Einheiten, wobei sogar zu berücksichtigen sei, daß die neuen Einheiten, weniger stark seien, als die alten. Die Erklärung der englischen Presse, daß es sich bei den französischen Manövern um die erste Auswirkung der französisch-englischen Zusammenarbeit handele, seien aus der Luft gegriffen; denn leider beschränke sich diese Zusammenarbeit in Wirklichkeit auf r e ch t w e n i g. Es scheine sogar, als ob man jetzt auch auf englischer Seite von der Ausdehnung.d e r--»S ü 6 ne maßnah - men a u f Erdöl Ab st and genommen habe, und es sei äußerst wahrscheinlich, daß man in Genf am 20.Januar diese Frage noch einmal vertagen werde unter dem Vorwand, daß der amerikanische. Kongreß noch nicht den endgültigen Wortlaut des Neutralitätsgesetzes verabschiedet habe. Man sehe aber auch die schwerwiegenden Folgen, die ein Erdölausfuhroerbot nach sich zie- britische Lage der Flottenkonferenz. Oie Japaner beharren auf der Flottengleichheit. Abkommen mit England einen wertvollen Schulfall für eine gegenseitige U n - t e r st ü tz u n g „bei einer zukünftigen ernsteren Gelegenheit" sehen. Diese Erwägung spiele eine immer wichtigere Rolle. Italiener aus Malta ausgewiesen. London, 9. Jan. (DNB. Funkspruch.) In Malta hat die Polizei in den Häusern von 14 Personen, von denen die meisten Italiener sind, Haussuchungen vorgenommen. Alle 14 Personen wurden fe st genommen und sechs von ihnen, sämtlich Italiener, werden heute ausgewiesen werden. Es handelt sich um einen italienischen Professor, einen faschistischen Leutnant, einen Konsulatsbeamten und drei Kaufleute. hen könnte, und zwar aus folgenden Gründen: Man sei auf der einen Seite davon überzeugt, daß sich Italien inzwischen für mehrere Monate mit Erdöl eingedeckt habe, außerdem befürchte man, daß die Ausdehnung der Sühnemaßnahmen den Abbruch der diplomatischen Beziehungen nach sich ziehen könne. Man befürchte aber ganz besonders, daß ein Abbruch der diplomatischen Beziehungen notgedrungen eine A n - naherung Italiens an Japan, Deutschland und Ungarn herbeiführen werde. In Paris und London sei man sich heute auch darüber klar, daß Mussolini es lebhaft bedauere, die Pariser Vorschläge a b g e l e h n t zu haben. Man glaube zu wissen, daß Italien diese Haltung deshalb eingenommen hat, weil es angenommen hat, einflußreiche abessinische Fürst e n mit Geld von etwa 125 Millionen Franken für sich zu gewinnen und Abessinien in einigen Monaten ohne die Einmischung des Völkerbundes erobern zu können. Diese Rechnung war jedoch falsch gewesen. Auf alle Fälle werde man jetzt damit rechnen müssen, daß sowohl Paris als auch London den Dreizehner-Ausschuß veranlassen würden, neue Vorschläge auszuarbeiten. Verstärkung der britischen See- streitkräste um Gibraltar. Weitere Teile der Heimatflotte Mitte Januar auf Kreuzfahrt. London, 8. Januar (DNB.) Wie die englische Admiralität mitteilt, werden von der Heimat flotte die Schlachtschiffe „Nelson" (das Flaggschiff des Admirals Backhouse, Kommandanten der Heimatflotte) und „Rodney", der Flugzeugträger „Furious", der Kreuzer „Cairo" und die 21. Zerstörerflottille in Uebereinftimmung mit dem alljährlichen Brauch etwa Mitte Januar eine Frühjahrskreuzfahrt antreten. Gleichzeitig werden die jetzt in Gibraltar befindlichen Einheiten der Heimatflotte, nämlich die Schlachtschiffe „Hood" und „Ramillies" und die Kreuzer „Orion" und „Neptune" nach England zurückkehren. Die Flottenbewegung bedeutet eine beträchtliche Verstärkung der britischen Flotten- streitkräfte in der Nähe von Gibraltar. Die Einheiten der Heimatflotte, die sich an den Frühjahrsübungen beteiligen, werden ihre Manöver voraussichtlich wie in den beiden vorhergehenden Jahren südwestlich von Gibraltar durchführen. Wie „Daily Telegraph" meldet, werden auch die zur Zeit in Gibraltar liegenden Kriegsschiffe der Heimatflotte, die nur vorübergehend nach England zurückkehren, ebenfalls an den Frühjahrsübungen in derNähe von Gibraltar teilnehmen. Ihre Rückfahrt nach England habe lediglich den Zweck, den Schiffsbesatzungen ihren überfälligen Weihnachtsurlaub zukommen zu lassen. Das französische Mantik- geschwaderlanstnachMarokkoaus Admiralstabsbesprechung in Brest. Paris, 9. Jan. (DNB. Funkspruch.) Das Marineministerium hat am Mittwochabend bekanntgegeben, daß das 2. Geschwader eine für mehrere Wochen vorgesehene Uebungsfahrt an die Westküste Afrikas unternehmen werde. Unter dem Kommando des Admirals Dar- lan wollen die Schiffe des Geschwaders die Heimatstation Brest am 14. Januar in Richtung Casablanca verlassen, wo sie am 18. Januar eintreffen werden. Von Casablanca aus sollen die Schiffseinheiten weiter Kurs auf Dakkar nehmen und vom 26. Januar bis 6. Februar in Dakkar liegen, wo die Flottille „Emile Berlin", die sich auf der Heimreise befindet, zu ihnen stoßen soll. Am 26. Februar wird das 2. Geschwader wieder in Brest einlaufen, nachdem es vom 1. bis 14. Februar erneut Aufenthalt in Casablanca genommen hat. Zu einem großen zweitägigen „Flottenmanöver" am Kartentisch hat der Generalinspektor der nördlichen Flotte, Vizeadmiral Dubois, sämtliche Admirale und Kriegsschiff- kommandanten des zweiten Geschwaders und die Leiter der Marinedienststellen des II. Wehrbezirks in Brest zusammenberufen. Thema des Manövers ist das plötzliche Auftauchen eines feindlichen Geschwaders. Es soll die Entschlußkraft der leitenden Seeoffiziere geprüft und festgestellt werden, wie schnell deren Befehl im Falle der Verteidigung ober bei einer Seeschlacht den Kriegsschiffeinheiten übermittelt werden können. Reuter weist darauf hin, daß über 90 französische Kriegsschiffe aller Klaffen am 20. Januar im Mittelmeer ober in dessen Nähe kreuzen werben. An biesem Tage trete der Genfer Achtzehner-Ausschuß zusammen, von dem man annehme, daß er über bas Oelaus- fuhrverbot gegen Italien beraten werbe. Das Auftreten zweier weiterer französischer Geschwader werde in Paris als ein Zeichen dafür ausgelegt, daß die kürzlichen Besprechungen zwischen den britischen und den französischen Flottensachoerständigen Früchte getragen hätten. In London wird allerdings erklärt, daß die französischen Flottenbewegungen nicht die Folge der technischen Besprechungen zwischen den britischen und den französischen Stäben über die Frage einer gegenseitigen Hilfeleistung seien. Die Bewegung der französischen Flotte sei auf französische Initiative zurückzuführen. Alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Die größte Flottenzusammenziehung im Mittelmeer seit dem Weltkrieg. London, 9. Jan. (DNB. Funkspruch.>. „Daily Herald" weist in einer groß aufgemachten Meldung daraufhin, daß die Folge dieser britischen Maßnahmen und der französischen Flottenbewegungen die größte Flottenzusammenziehung feit öem Weltkriege im Mittelmeer und auf der Höhe von Gibraltar vorhanden fein werde, wenn der Völkerbundsrat am 20. Januar zufammentrete. Tatsache sei, daß die Völkerbundsstaaten nunmehr alle wichtigen Vorsichtsmaßnahmen für ein gemeinsamesNor gehen im Falle eines italienischen Angriffes im Mittelmeer ergrif- London, 9. Jan. (DNB. Funkspr.) Die Aussichten der Flottenkonferenz werden von den heutigen Morgenblättern außerordentlich pessi- m i ft i f <±) beurteilt, nachdem d i e japanische Abordnung am Mittwoch die Erörterung der britischen, französischen und italienischen Vorschläge für einen Austausch von Mitteilungen über die Flottenbauprogramme abgelehnt hat. „Daily Telegraph" meldet, die japanische Abordnung habe auf der gestrigen Sitzung ein Ultimatum gestellt, daß sie kein neues Begrenzungsabkommen weder mengen- noch wertmäßiger Art erwägen wolle, bevor Japan eine vollständige Flottengleichheit mit dem Britischen Reich und den Vereinigten Staaten erreicht habe. Man befürchtet, daß die Konferenz möglicherweise schon in dieser Woche vertagt werde. Immerhin werde vielleicht zwischen England, Amerika, Frankreich und Italien ein Abkommen über die Begrenzung der Kriegsschiff- Tonnage, das sehr wichtig für die Steuerzahler fei, erzielt werden. In Kreisen der amerikanischen Abordnung sei man am Mittwochabend über die japanische Unnachgiebigkeit besonders betrübt gewesen, um so mehr als eine weitgehende Einigkeit über alle Nebenpunkte zwischen den britischen, amerikanischen und italienischen Delegierten bereits erreicht worden sei. Die Konferenz ist vorläufig bis Freitag vertagt worden und zwar in der Absicht, die Konferenz vor einem Zusammenbruch zu retten. Am heutigen Donnerstag finden private Zusammenkünfte zwischen den Abordnungen statt, um noch in letzter Stunde auf eine Aenderung der japanischen Haltung hinzuwirken. Tokio rechnet mit dem Zusammenbruch der Konferenz. T o k i o , 9. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die gesamte japanische Presse rechnet mit dem bevorstehenden Zusammenbruch der Londoner Flottenkonserenz. Die Blätter weisen jedoch scharf den Versuch zurück, Japan für das Scheitern verantwortlich zu machen. Diplomatische Kreise bezeichnen die Absicht, Japan etwa aus dem Fünfmächte-Kreis auszuschließen, für unbillig und undenkbar. Japanische Marinekreise halten ein Viermächte - A b k o m m e n ohne Japan für wertlos, da Japan eine .Flottengroßmacht fei, die bei jedem internationalen Flottenabkommen notwendigerweise hinzugezogen werden müsse. Im übrigen sieht man keinen Anlaß zu irgendeiner Beunruhigung, da die japanische Flottenpolitik für einen etwaigen vertragslosen Zustand bereits f e ft g e l e g t ift Das Blatt „Tokio Asahi Schirnbun" meldet aus Neuyork, daß die englisch-amerikanische Flottenpolitik schon vor der Konferenz von Washington im geheimen fe st gelegt gewesen sei mit dem Ziel einer Zusammenarbeit gegen Japan und der Aufrechterhaltung des Verhältnisses der Flottenstärke. Das erste Ergebnis einer Zusammenarbeit sei damals schon die Kündigung des englisch-japanischen Bündnisses gewesen. Ende des Generalstreiks in Buenos Aires. Kommunistische Umtriebe in der Provinz Santa Fe. Buenos Aires, 9. Jan. (DNB. Funkspr.) Der Generalstreik in Buenos Aires dauerte bis Mittwoch 18 Uhr, doch wird die Beendigung des Streifs sich erst am heutigen Donnerstag früh tatsächlich auswirken. Neue Gewalttaten wurden hauptsächlich im Stadtteil Villa Devot o verübt, wo Fuhrwerke verbrannt und stellenweise Bahnschienen zerstört wurden. Hervorzuheben ist, daß der Streik den gestrigen Tag hindurch andauerte, ohne daß sich die Streikenden auf irgendeinen Befehl der Streikleitung beriefen. Die Stadtverwaltung in Buenos Aires befahl den Angestellten der Kleinomnibusfe, den Verkehr um Mitternacht wieder aufzunehmen, widrigenfalls die Verträge als verfallen gelten sollten und die Wagen beschlagnahmt und von neu eingestellten Lenkern gefahren werden sollten. Im übrigen herrschte gegen Mitternacht Ruhe und die Lage ist offenbar wieder normal. Aus der Provinz Santa Fe wird von Umtrieben unter den Landarbeitern berichtet. Dort wurden kommunistische Agitatoren unter der Führung eines gewissen Isaac Libenson festgestellt. Aufstände in Ostsibirien? Tokio, 8. Jan. (DNB.) Großes Aufsehen erregen hier Nachrichten aus H s i n k i n g, der Hauptstadt von Mandschukuo, über zahlreiche sowjet- russische Verschwörungen in Ostfibi- r i e n. In etwa 200 Fällen sollen Bombenanschläge auf Eisenbahnen und m i l i t ä = rische Anlagen verübt worden sein. Auch wird berichtet, daß es im Baikal-Gebiet zu E r - Hebungen der Bauern gekommen sei. In Nerchinsk, Chabarowsk und Wladiwostok sollen ebenfalls Aufstände und schwere Zusammenstöße erfolgt sein, bei denen insgesamt im letzten Jahr über 3 0 0 Tote zu verzeichnen gewesen seien. Mehrere hundert Personen seinen verhaftet und durch Giftgas hingLaichtet worbe& Aegyptens verwundbare Flanke. Von Or. Paul Rohrbach. Es ist merkwürdig, wie sich jetzt zwifchenEng- land und Italien, mit umgekehrten Vorzeichen, eine Lage wiederholt, wie sie 1914 bei Sius« bruch des Weltkrieges zwischen Eng- land und der Türkei als Bundesgenossin Deutschlands bestand. Jahrelang hatten die Wenigen, die über die geographisch-strategischen Verhältnisse im Orient aus eigener Anschauung unterrichtet waren, (ich spreche hier aus eigner bitterer Erfahrung) darauf gedrungen, den Bau der Bagdadbahn so weit zu beschleunigen, daß zwischen den fertigen Bahnsystemen in Kleinasien und Syrien die Verbindung durch die Gebirgsstrecken im Taurus und Ama- nus hergestellt würde. Wäre das rechtzeitig geschehen, so hätte gleich zu Beginn des Krieges ein schwerer Druck zu Lande auf Englands Stellung in Aegypten und damit auf den Suezkanal ausgeübt werden können. Die Normalspurverbindung wurde aber erst fertig, als der Krieg schon zu Ende war, und sie konnte gerade noch für den Rücktransport der Trümmer der deutsch- türkischen Armeen nach dem Zusammenbruch der Palästinafront benutzt werden. Eine Druckstsllung gegenüber Aegypten, so wie sie uns im Weltkriege fehlte, besitzen jetzt einigermaßen die Italiener, nur nicht von der östlichen, asiatischen, sondern von der westlichen, „l i» byschen" Seite her. Libyen nennen die Italiener ihren nordafrikanischen Besitz als Ganzes; der westliche, an Tunis grenzende Teil ist Tripoli- tanien, der östliche, Aegypten benachbarte, ist die Kyrenaika, deren antiker Name jetzt wieder an die Stelle der früheren türkischen Benennung Barka getreten ist. Die letzten Berichte besagen, daß Italien seine Truppenmacht in der Kyrenaika auf 80 000 Mann verstärkt habe, d. h. etwa auf das Dreifache der in Aegypten vorhandenen englischen und ägyptischen Streitkräfte. Im ersten Augenblick könnte deren Schwäche verwunderlich erscheinen, aber die ägyptische Armee ist klein, sie zählt nur wenig über 10 000 Mann und ist überdies arm an Spezialwaffen. England hat in früheren Jahren absichtlich dafür gesorgt, daß Aegypten militärisch nicht stärker würde. Die englische Besatzung ist ungefähr ebenso stark, aber durch Flugzeuge und motorisierte Kräfte besonders leistungsfähig gemacht. Die Kyrenaika ist d a s beste Stück von Jtalie- nisch-Nordafrika, viel wertvoller als Tripolitanien. Sie war im Altertum ein blühendes griechisches Kolonialgebiet; von den fünf Städten, die es zählte, war Kyrene die größte und reichste; nach dem Umfang ihrer Ruinen, die jetzt allmählich ausgegraben werden, mag sie 100 000 Einwohner gezählt haben. Kyrenes Reichtum beruhte zum großen Teil auf dem Export einer dort wachsenden, im Altertum hochgeschätzten Gemüsepflanze, das S i l p h k u m. Man weiß nicht, was für ein Kraut es war, gegenwärtig wächst nichts Aehnliches mehr in der Kyrenaika. Die sogenannte Arkesilas-Schale, eins der berühmtesten im Altertum gearbeiteten Gefäße, aus dem 6. Jahrhundert v. Ehr., zeigt in schwarzfiguriger Malerei auf weißem Grunde den König Arkesilas II. von Kyrene, wie er das Abwiegen und Verfrachten von Silphium im Hafen beaufsichtigt. Die klimatischen und Bodenverhältnisse in der Kyrenaika würden auch ohne das Silphium eine recht ausgiebige italienische Kolonisation in der Kyrenaika erlauben; man begreift es daher nicht recht, warum Italien nicht mehr Mühe auf die Entwicklung dieses besten Stücks feiner afrikanischen Mittelmeerbesitzungen verwendet. Der Regenfall ist in großen Teilen der Kyrenaika nicht schlechter als in Sizilien; auf dem Dfchebel el-Achdar, dem Grünen Gebirge", gibt es sogar ganz ansehnliche Wälder, und das Hochplateau erhält in den Monaten November bis März über 400 Millimeter Regen. Das reicht sogar für den Getreidebau; für die Kultur des Delbaums find die Verhältnisse glänzend, besser als im französischen Tunis, wo die Olivenkultur große Fortschritte gemacht hat. Die Kyrenaika hat gute Häfen. Der beste ist Tobruk, keine 150 Kilometer von der ägyptischen Grenze bei S o 11 u m entfernt. Tobruk ist der Haupt- ausfchiffungsplatz für die italienischen, in der Kyrenaika massierten Truppen. Von Sollum bis Alexandrien beträgt die Entfernung auf der outen, von Aegypten gebauten Küstenstraße rund 500 Kilometer — Keine unbedeutende Strecke, aber für motorisierte Truppen rasch zurückzulegen. Gefährlich ist die Nähe des Meeres, denn die Straße kann von dort kreuzenden Schiffen beschossen werden. Die Marschroute weiter landeinwärts zu verlegen, ist darum schwierig, weil eine Menge aus dem Innern herabkommender Trockentäler gekreuzt werden müssen. Um motorisierte Kräfte in Sicherheit vor der Beschießung von See aus vorwärts zu bringen, müßte nach dem Ueberschreiten der lybisch-ägyp- tischen Grenze erst ein behelfsmäßiger Transportweg angelegt werden. Natürlich würden auf der Linie zwischen Sollum und Alexandria im Angriff wie in der Abwehr auch Flugzeuge eine große Rolle spielen, von denen die Italiener dort eine stärkere Macht versammeln können als die Engländer. Für einen Vormarsch auf der Küstenstraße könnte auch, wie es jetzt die Abessinier bei ihren Angriffen tun, bis zu einem acmiffen Grade die natürliche Deckung der Nacht benutzt werden. Auch gegen die Beschießung motorisiert vorrückender Truppen von der See aus können Bombenflugzeuge eingesetzt werden. Im einzelnen lassen sich die Chancen für und wider einen Landangriff auf Aegnpten von der Kyrenaika her schwer im voraus detaillieren, aber im ganzen sind sie weniger ungünstig als Jur Zeit des Weltkrieges vos ... ' '£c ■ s. M / K®< , <, ,-/,wk wm« V -I'-LM^UWW MWWOM ' W >. ,x ' ~~ "X , 'M: *-.}' 4/. -LM Die Abessinier setzen den Vormarsch fort Aufträge für die Die deutschen Gildenhäuser in Riga Die französische Gowjetanleihe ein verschleierter Rüstungskredit? Das lettische Ministerkabinett hat zur Jahreswende eine Reihe von Gesetzen erlassen, die der Neugestaltung der lettländischen Wirt- schaft dienen sollen und diese im Sinne der autoritären Staatsform immer mehr und mehr verstaatlichen. Neben einem staatlichen lettländischen Wirtschaftsrat werden eine Handels- und Jn- dustriekammer und eine Handwerkskammer begründet. Alle privaten und gemeinnützigen Handelsund Jndustrievereine müssen ihre Tätigkeit bis zum 31. März 1936 einstellen, ihr gesamtes Eigentum geht entschädigungslos an die staatlichen Kammern oder die Selbstverwaltungen der Gemeinden über. Mit dieser Maßnahme hat das Deutschtum Lettlands einen sehr schweren Schlag erlitten. Denn die beiden noch aus dem späten Mittelalter stammenden Häuser der St. Marien- oder Großen Gilde und der St. Johannis- oder Kleinen Gilde, in der die Kaufleute und die Handwerker Zusammengeschlossen waren, verfallen damit dem lettischen Staat. Schon im Frühherbst des verflossenen Jahres konnte man diese Wendung der Dinge vorausahnen, denn die lettische politische Polizei hatte die Archive beider Gilden mit sehr wertvollem altem Urkundenmaterial beschlagnahmt und mit der Begründung, daß sie in „Unordnung" seien, ins lettische Staatsarchiv übergeführt, obwohl sie in mustergültiger Ordnung waren. Die entschädigungslose Enteignung der beiden Gilden ist auch wirtschaftlich für die Deutschen in Riga ein fast vernichtender Schlag. Die Große Gilde als die jahrhundertealte Vereinigung der deutschen Kaufleute Rigas unterhält ein Witwen - und Altersheim, den sogenannten „Konvent zum Heiligen Geist", in früheren Klosterräumen untergebracht. Durch das neue Gesetz verfällt dieses Altersheim dem Staat, und da- mit werden Hunderte von Alten und Kranken dem Elend der Obdachlosigkeit ausgeliefert. Bei der ohnehin schon schwierigen materiellen Lage der „Lavoro Fascista" behauptet, daß von abessinischer Seite das Zeichen des Roten Kreuzes zum Schutz von Truppen- und Munitionslagern mißbraucht werde. Italien habe daher das wie sich in einem solchen Augenblick die A e g y p - t e r verhalten. Ihre nationale Sympathie ist auf der aHessinischen Seite, aber die Erbitterung gegen England könnte dem unter Umständen das Gegengewicht h^ten. Nachrichten aus England wissen zu melden, daß bei einem Besuch des Königs von Belgien in London — er ist ja der Bruder der Kronprinzessin von Italien — die Kyrenaika als italienische Angriffsbasis eine Hauptrolle gespielt habe und daß Baldwins Aeußerung, wenn seine Lippen nicht versiegelt wären, würde man seine Haltung begreifen, auf Unterhaltungen hierüber mit dem belgischen Gast zurückgingen. Paris, 9.Ian. (DNB. - Funkfpruch.) Wie der „Jour" zu der beabsichtigten 800-Willionen-Frank- Anleihe an Sowjetruhland und zur Erklärung des französischen Finanzministeriums, dah es lediglich die Möglichkeiten eines solchen Finanzgeschäftes geprüft habe, wissen will, soll von der Konsignationskasse eine Zustimmung zu einer derartigen Anleihe nicht erfolgt sein. In unterrichteten Kreisen behauptet man nun, dah die ganze Angelegenheit verschoben oder ganz begraben worden sei. Das Blatt will jedoch wissen, dah man zu Anfang beabsichtigt habe, die Anleihe durch eine öffentliche Zeichnung zu decken. Das Auhenministerium hat darauf bei verschiedenen grohen Kreditinstituten eine Umfrage gehalten, ob sie gewillt seien, die Deckung zu übernehmen. Diese hätten sich jedoch geweigert. Darauf habe man eine andere Lösung gesucht. Die sowjetrussische Regierung habe sich verpflichtet, im Laufe des Jahres 1936 für die Summe von 800 Millionen Franks Aufträge an die französische Industrie, in erster Linie an die Schwerindustrie, zu vergeben. Diese Aufträge hätten fich auf Schienen, Kanonen und Kriegsmaterial erstreckt. Zwei französische Grohbanken sollten die Kredite für diese Warenlieferungen übernehmen und die sowjetrufsische Regierung sollte sich ihrerseits verpflichten, innerhalb von fünf Jahren diese Kredite zurückzuzahlen. Aber auch dieser Plan sei von den Banken a b gelehnt worden. Daraufhin sei die Regierung s e l b st eingesprungen und habe die Garantie übernommen, und es sei nun anzunehmen, dah auf diesem Umwege die geplante Anleihe doch noch Zustandekommen werde. Rach auhen hin werde sie also einen Privatanskrich erhalten, in Wirklichkeit handele es sich aber doch um einen Kredit der Regierung an Sowjekruhland. Nach Weigerung der Banken springt die Regierung ein, französische Schwerindustrie Recht, den Schutz des Roten Kreuzes auf abessinischem Boden nicht mehr anzuerkennen. Wird Schweden Schadenersatz fordern? Stockholm, 8. Jan. (DNB.) Die schwedische Regierung hat bisher wegen des Bombardements italienischer Bombenflieger auf die Rote-Kreuz- Station in Abessinien noch keine Schritte unternommen. Eine Entscheidung darüber soll erst nach Eingang der hierfür notwendigen Unterlagen erfolgen. Hierzu gehört u. a. auch der Bericht des italienischen Oberbefehlshabers, in dessen Bereich die Bombenslieger ihre Kampfhandlungen ausführten. Ein solcher Bericht liegt in Stockholm noch nicht vor. Die Leitung des schwedischen Roten Kreuzes erwartet ebenfalls eine ausführliche Zusammenstellung der angerichteten Schäden, um danach den Nachschub von Ersatzmaterial oder eine Schadenersatzforderung bemessen zu können. Nach Meinung von „Aftonbladet" dürfte ein Protest in Genf im Bereich der Möglichkeit liegen. Die schwedische Missionsleitung will durch das Außenministerium bei den italienischen Behörden eine Entschädigung für die aus Jtalienisch-Ostafrika ausgewiesenen Missionare erwirken. Es soll sich um etwa 40 000 Lire handeln, die die ausgewiesenen Schweden infolge italienischer Währungsmaßnahmen und anderer Schwierigkeiten eingebüßt haben. Italienische Flugblatt-Propaganda an der Nordfront. Addis Abeba, 8. Jan. (DNB., Am 5. und 6. Januar haben italienische Flugzeuge auf der ganzen Nordfront Flugblätter in amharischer S p rache abgeworfen. In diesen Flugblättern wird die Bevölkerung der nördlichen Provinzen aufgefordert, gegen die Regierung in Addis Abeba zu revoltieren, weil diese die wirtschaftliche Lage der Provinzen ruiniere und Abgaben erhebe, die nur dem Negus zugute kämen. Ferner wird erklärt, die Regierung in Addis Abeba habe nicht das Recht, sich als Regierung Gesamtabessiniens zu bezeichnen. Aus diesem Grunde seien die Abessinier auch nicht verpflichtet, ihr But für den Kaiser zu opfern. Palästina her, wo die deutsch-türkische Front nicht gegen Aegypten vorrücken konnte, weil sie mit Nachschub und Ersatz an der behelfsmäßigen leistungsschwachen Feldbahn über die kleinasiatisch-syrischen Gebirgszüge hing. Auf alle Fälle ist das Risiko eines italienischen Angriffs von der Basis in Tobruk her für die Engländer in Aegypten nicht zu unterschätzen. Wenn sich Italien zu Kampfhandlungen gegen England entschließt, so spielt es überhaupt ein verzweifeltes Spiel, und dann wird es sich die Möglichkeit, Aegypten von der Landseite her zu fassen, nicht entgehen lassen. Es ist auch keineswegs schon gesagt, Deutschen in Lettland bedeutet dieses eine Mehrbelastung für die Volksgruppe, die sie kaum tragen kann. Das wertvolle alte Gildenhaus mit seiner schönen, zum Teil noch aus dem späten Mittelalter stammenden Einrichtung — eine besondere Sehenswürdigkeit ist die sogenannte „Brautkammer", in der jedes jungvermählte Kausmannspaar die Hochzeitsnacht verbrachte — stellt einen Wert von rund 2 Millionen Goldfranken dar. Dazu kommt noch das gesamte Barvermögen der Großen Gilde, die — wie im übrigen auch die Kleine Gilde — seit Begründung des lettländischen Staates als „eingetragener Verein" galt. Rechnet man zu diesem schweren Vermögensoerlust der Volksgruppe nun noch die Enteignung der Kleinen Gilde, die bevorstehende Schließung des Deutschen Gewerbevereins und damit des von ihm begründeten Handwerkerlehrlingsheims sowie die zu erwartende Enteignung des berühmten Schwarzhäupterhauses, das ja auch Besitz des eingetragenen Vereins „Genossenschaft der Schwarzen Häupter", der unverheirateten Kaufleute, ist und aus dem frühen Mittelalter stammt, die Wegnahme des deutschen Gewerbeoereinshauses in Riga und in Libnu hinzu, so kann man sich vielleicht den Schaden klar machen, der die deutsche Volksgruppe in Lettland trifft. Es scheint in der Tat, als richteten sich die neuen Gesetze fast in der Hauptsache gegen die Deutschen des Landes, wenn daneben natürlich auch die lettischen und jüdischen privaten Vereine und Organisationen schwer getroffen sind. Nachdem im Herbst 1931 der deutsche Dom in Riga enteignet wurde, ist die Enteignung der Gildenhäuser ein weiterer Schritt auf dem Wege der lettischen Regierung, die durch deutschen Fleiß und deutsche Arbeit errichteten unvergänglichen Bauwerke Rigas in lettischen Besitz überzüführen. Darüber hinaus zeigt dieses Vorgehen der lettischen Reglerung den trotz aller gegenteiligen Versicherungen klaren Willen, die Deutschen in Lettland Addis Abeba, 8. Jan. (DNB.) Sowohl an der Nordfront als auch an der Südfront sollen sich große Gefechte entwickeln. Im Norden sollen d i e Truppen RasKassas und Ras Seyoums die plötzlich auftretende Regenzeit dazu benutzt haben, um mit starken Kräften ihren bereits früher begonnenen Vormarsch auf Aksum fort- z u s e tz e n. Die Italiener sollen sich erbittert aus Blockhäusern, MG.-Nestern und ihren Feldstellungen verteidigen. Weitere Gerüchte wollen wissen, daß auch die Heeresgruppe des Ras Desto im Süden zum Angriff übergegangen ist. Die Abessinier gehen hier strahlenförmig in drei verschiedenen Kolonnen vor, und zwar die erste Kolonne auf Jet, die zweite auf Lugh Fer- randi und die dritte hart an der Grenze von Kenya. Ras Desto soll die strahlenförmige Angriffstaktik gewählt haben, um sich vor Ueberraschungen auf seinen Flügeln zu schützen. Er soll 60 000 Mann zur Verfügung haben. AeuerabessinischerprotestmGens Gegen die Verwendung von Giftgasen. Genf, 8. Jan. (DNB.) Der abessinische Gesandte in Paris hat eine neue Note an das Völkerbundssekretariat gesandt, in der erklärt wird, daß die italienischen Militärbehörden ihre „Politik der Terrorisierung" fortsetzten, indem sie auf dem nördlichen Abschnitt des Kriegsschauplatzes Giftgase gegen die abessinischen Truppen verwendeten. Es handele sich nicht mehr um einzelne und zufällige Handlungen, sondern offenbar um die unerbittliche Durchführung der „planmäßigen Ausrottung des abessinischen Volke s", die die italienische Regierung in ihrer Presse verkündet habe. Aus diesem Grunde wiederhole die abessinische Regierung ihre Bitte, daß der Völkerbund eine Untersuchung über die neuen und wiederholten Verletzungen des Kriegsrechtes und der internationalen Abkommen vornehme. vfla5 n« «it Perna"' flunfl Sas n^ De Ja"' erstes für die1 w und emi geMse LPD- in Anw Gaules prüften ten do des Lai prüfte' von h haup Hesse der P Ser ■ ffiirtum. deshaup tig zu> Nassau heute u volle n wird 31 richtn schüstsg Pjlichtt unterste ausg und 4 gängel Papf Gelege amten rung < auszch um bie worben Mit dl des Lan! Bezirks: Ausgl die unte Provinz in Sf LuO' der.. sellnasc W ine" 1 Die Tscheche Morde Politik st'detendt Ein.Voi werbe derten m SM Leihen g gerate waren tz hi ch-h schule, 1 §°chsl Die $ "ewohnl arbeit u. 0 daß t w die i ^schäft Sudetend Phe wen te" 3ntei ’° riihrjq "'Aten S ließe, fffe ke- '"d und t "n in seicht, k g,° lley Maates si'M fe?'1 Ä! 3m neuen Opelwerk. Reichsverkehrsminister. Freiherr Elz von Rübenach (in der Mitte), Korpsführer Hühnlein (rechts) auf einem Besichtigungsgang durch das neue Opel-Werk in Brandenburg. (Scherl-Bilderdienst.) wirtschaftlich zu erdrosseln und damit ihrer Existenz in zielbewußter Politik ein Ende zu bereiten. M. Hellmann. Morgans Kriegsgeschäste. Washington, 9. Jan. (DNB.) Die gestrigen Verhandlungen des Untersuchungsausschusses des Senates ergaben, daß die Gesellschaften, an denen I. P. Morgan & C o. beteiligt war, den Alliierten vor Amerikas Kriegseintritt Kriegsmaterial, Nahrungsmittel und sonstige Waren im Werte von 363 Millionen Dollar verkauft hatten. Das Bankhaus Morgan war Einkaufsagent für insgesamt etwa 3 Milliarden Dollar. Morgan hatte in einem Kabel an das Morgan-Haus in London am 14. Januar 1916 England aufgefordert, die Kontrollrechte über die Waffenfirma „Winchester Repeating Arms Co." zu erwerben, die in finanziellen Schwierigkeiten fei. Diese Rechte könnten f ü r 16,5 Millionen Dollar erworben werden. Morgans Teilhaber Lamont wiederholte die von I. P. Morgan aufgestellte Behauptung, daß „deutsche Handlunge n", nicht d i e internationale Fina«nz, Amerika in den Krieg gezogen hätten. Der Vorsitzende des Ausschusses, N y e, erklärte daraufhin: Ehe wir versuchen zu sagen, ob Unterseeboote oder Industrie und Geschäft uns in den Krieg hineinbrachten, werden wir den Tatbestand ausnehmen, und dann werden wir entscheiden, was uns in den Krieg hineinzog. Aus den Verhandlungen ging weiter hervor, daß der Morgan-Teilhaber Lamont England vor einer Zurückziehung eines Gerne hrauftrage^ über 55 Millionen Dollar gewarnt habe, da ungünstige Rückwirkungen auf die 900 amerikanischen Gesellschaften befürchtet werden müßten, die England Vorräte lieferten. Ehrenflugkapitäne der Deutschen Lufthansa. Berlin, 8. Jan. (DNB.) Einer Anregung des fliegenden Personals der Lufthansa folgend hat die Deutsche Lufthansa am 6. Januar aus Anlaß der Zehnjahresfeier Reichsluftfahrtminister Göring, Staatssekretär Milch und den Direktor der Lufthansa, Freiherrn von Gab lenz, in Dankbarkeit für die geleistete Aufbauarbeit in der Handelsluftfahrt gebeten, den Titel eines Ehrenflugkapitäns der Deutschen Lufthansa anzunehmen. Dieser Bitte haben die Herren, die heute noch persönlich ihre Flugzeuge führen, entsprochen. Sie werden Vertreter des fliegenden Personals zur Ueberreichung der Diplome und der Ehrennadeln empfangen. Vertretung gegenüber den Arbeitsämtern. Berlin, 8. Jan, (DNB) Durch Verordnung vom 9. September 1935 hatte der Reichsarbeitsminister die Vertretung gegenüber Ver - sicherungsträgern und Versicherungsbehörden neu geregelt. Die Regelung ist am 1. Januar 1936 in Kraft getreten. Zur Vertretung der Versicherten sind jetzt in erster Linie die Rechtsberatungsstellen der Deutschen Arbeitsfront berufen. Neben diesen können Rechtsanwälte, nahe Angehörige und Betriebsführer für ihre Ge- folgschaftsmitglieder als Bevollmächtigte auftreten. Nur dann, wenn eine Prozeßpartei sich nicht durch eiinen nach diesen Vorschriften zur Vertretung Berechtigten vertreten lassen kann und ein dringendes Bedürfnis für eine anderweitige Vertretung besteht, kann der Versicherungsträger oder die Versicherungsbehörde eine solche andere Vertretung auf Antrag im Einzelfall zulassen. Der Reichsarbeiitsminister hat nun angeordnet, daß diese Vorschriften auch für die Vertretung gegenüber den Dienststellen der R e i ch s a n st a l t für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, den Spruchausschüssen der Arbeitsämter, den Spruchkammern für Arbeitslosenversicherung und dem Spruchsenat der Arbeitslosenversicherung gelten. Auf Verfahren, die am 1. Januar 1936 bereits anhängig waren, findet sie jedoch keine Anwendung, solange sie bei derselben Stelle schweben. 10 Iahre NSDStB. München, 8. Jan. (DNB.) Der Hauptstellenleiter des NSDStB. Pg. Hildebrandt sprach auf einer Pressekonferenz der Reichspressestelle der NSDAP, über das Programm der bevorstehenden Zehnjahresfeier des NSDStB. Die Feier werde einen Akt von großer politischer Bedeutung dar- stellen. Was mit dem Wartburg-Fest der deutschen Burschenschaft im Oktober 1935 vollendet wurde, erstehe am 26. Januar neu. Bei dieser Gelegenheit werde das akademische Deutschland ein flammendes Bekenntnis für den Führer ablegen. Als Traditionsfeier der Gesamtbewegung finde die Feier selbstverständlich in der Hauptstadt der Bewegung statt. Die Feier, die den Abschluß eines vergangenen Zeitalters und den Auftakt zu neuer Arbeit im Sinne des Führers bedeute, werde in der Geschichte der Deutschen Studentenschaft für alle Zeiten einen Markstein bilden. polnische Studenten wegen kommunistischer Betätigung auf der Anklagebank. Warschau, 9.Januar (DNB. Funkfpruch.) In Wilna begann ein Prozeß gegen zwölf Studeyten und Assistenten der Wilnaer Universität wegen kommunistischer Betätigung und wegen Zugehörigkeit zur kommunistischen Partei des westlichen Weißrußlands, die gewaltsam eine A b - trennung des w e i ß r u s s i s ch e n Gebiets vom polnischen Staat erstreben. Der Prozeß erregt besonderes Aussehen, weil sich unter den Angeklagten neben drei Weißrussen und einem Juden a ch t polnische Stu deuten befinden, die früher teils der Pilsufkischen Jugendorganisation „Legion der Jungen", teils einer k a ■ tholisch - kirchlichen Organisation an- gehörten. Einige von ihnen gehörten einer Jugend- üteratengruppe an, die anfangs in der monarchistisch- konservativen Zeitung „Slowo", später im demokratischen „Kurjer Wilenski" ihre Arbeiten veröffentlichten. Das Hochwasser in Frankreich. Einwohner der Stadt R e n n e s in der Bretagne müssen auf Holzstegen einen notdürftigen Verkehr in den überfluteten Straßen aufrechterhalten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die ersten Ozeanfahrten des „53.129" Zn 80 Stunden von Frankfurt nach Rio de Janeiro. Das neue Luftschiff „LZ 12 9", dit dessen Fertigstellung im Laufe des Frühjahres gerechnet wird und das von der im Bau befindlichen Halle in Frankfurt a. M. aus den transkontinentalen Luftschiffdienst versehen wird, ist schneller als der „Graf Zeppeli n". Er verfügt über Die- felmaschinen von zusammen 4800 PS und wird eine Geschwindigkeit von etwa 130 Stundenkilometern erzielen gegen 115 Kilometer des „Graf Zeppelin". Das neue Luftschiff hat eine viel größere Tragkraft und kann genügend Brennstoff mitnehmen, um auch bei dauerndem starken Gegenwind stets mit voller Kraft laufen zu können. Das neue Luftschiff wird für die Fahrt von Frankfurt nach Rio de Janeiro nur rund 80 Stunden brauchen, während „Graf Zeppelin" mit Einschluß eines mehrstündigen Aufenthalts in Pernambuco etwa 4V2 Tage braucht. Nach Erledigung der Abnahme- und Werkstättenfahrten wird das neue Luftschiff die erste Ozeanfahrt nach Rio de Janeiro unternehmen. In der Tatsache, daß die erste Fahrt nach Südamerika geht, ist eine Ehrung für die brasilianische Regierung zu erblicken, die dem Luftschiffverkehr großes Interesse entgegenbringt und einen Luftschiffhafen in Santa Cruz bei Rio geschaffen hat. Diese Luftschiffhalle wird nach der Ankunft des „LZ 129" mit einem feierlichen Akt ihrer Bestimmung übergeben werden. Die erste Fahrt nach Südamerika wird gleichzeitig der Schiffsbesatzung Gelegenheit geben, festzustellen, wie sich das neue Schiff auf einem Ueberseeflug verhält. Im Anschluß an den Besuch in Brasilien werden vielleicht schon im Mai von Frankfurt a. M. aus die Fahrten nach den Vereinigten Staaten beginnen. Auf den ersten Fahrten nach Nordamerika sollen die meteorologischen Verhältnisse eingehender studiert werden, um damit zu einer klaren Vorstellung davon zu gelangen, ob und in welchem Umfang der Nordatlantik etwa einem regelmäßigen fahrplanmäßigen Luftverkehr Schwierigkeiten bereiten würde. Das Problem ist ein rein zeitliches oder fahrplantechnisches: Ist die Ungleichartigkeit der Wetterlagen und Windverhältnisse über dem nördlichen Atlantik so groß, daß sie einen zuverlässigen Fahrplan nicht zuläßt, oder werden sich ausgesprochen ungünstige und schwierige Lagen, die erhebliche Überschreitung einer normalen Fahrtzeit bedingen, verhältnismäßig so selten ergeben, daß man sie mit in Kauf nehmen kann? Die ersten Fahrten nach den Vereinigten Staaten, die eine neue Epoche des transkontinentalen Luftschiffdienstes einleiten sollen, werden in der Hauptsache dazu dienen, diese Frage zu lösen. Amtseinführung des Landeshauptmanns Traupel in Kassel. LPD. Kassel, 8. Jan. Im Ständehause fand in Anwesenheit von Reichsstatthalter Sprenger, Gauleiter Staatsrat W e i n r i ch , des Regierungspräsidenten von M 0 n b a r t, des Polizeipräsidenten von Pfeffer u. a. die feierliche Einführung des Landeshauptmanns Traupel durch den Oberpräsidenten von Hessen-Nassau Prinz Philipp vonHessenin seine neuen Aemter als L a n d e s- hauptmann des B e z i rksverbandes Hessen und des Provinzialverbandes der Provinz Hessen-Nassau statt. Der Oberpräsident führte dabei u. a. aus: Mit Wirkung ab 1. Januar 1936 habe ich Herrn Landeshauptmann Traupel in Wiesbaden g l e i ch z e i- t i g zum Landeshauptmann der Provinz Hessen- Nassau und des Provinzverbandes Hessen m i t d e m Dien st sitz in Kassel ernannt. Sie übernehmen heute umfangreiche schwierige und verantwortungsvolle neue Aufgaben. Dieser große Aufgabenkreis wird Ihnen in bester Ordnung aller Einrichtungen und bei planvollem Lauf des Geschäftsganges übertragen. Es ist dies zu danken der Pflichttreue und bewährten Arbeit der Ihnen jetzt unterstellten Gefolgschaft, vor allem aber auch der ausgezeichneten Leitung der Bezirksund Provinzialverwaltung durch Ihren Amtsvorgänger Herrn Landeshauptmann von P a p p e n h e i m. Es ist mir eine willkommene Gelegenheit, diesem treuen und hervorragenden Beamten zugleich namens der preußischen Staatsregierung erneut Dank und Anerkennung auszusprechen für die großen Verdienste, die er sich um die Provinz und seine Heimat Kurhessen erworben hat. Mit der Vereinigung der drei Aemter des Landeshauptmannes der Provinz und der beiden Bezirksoerbände in einer Person wird ein gewisser Ausgleich gescha fen gegenüber der Sonderheit, die unter allen preußischen Provinzen allein für die Provinz Hessen-Nas au durch das Vorhandensein von zwei B e z i r k s v e r b ä n d e n besteht. Durch diese Aenderung soll vor allem auch die Einheitlichkeit der Verwaltung in verstärktem Maße gesichert werden. Unbeschadet des dargelegten maßgebenden Gesichtspunktes wird von der jetzigen Personalunion die bisherige Organisation der Provinz und die Selbständigkeit der beiden Bezirksoerbände nicht berührt. Auch wird die gesamte Verwaltung des Bezirksverbandes Nassau i n Wiesbaden bleiben. Ihrer Verwaltungskunst ist es daher anvertraut, im Rahmen der Interessen und der Anweisungen von Reich und Staat der Eigenart der Provinz und der beiden Bezirksverbände Rechnung zu tragen und unter diesen Verbänden bei Auftreten etwaiger widerstreitender Interessen einen gerechten und billigen Ausgleich z u suchen. Neben der Erfüllung der den Provinzen im allgemeinen obliegenden Aufgaben stößt die Aufbringung der erforderlichen Mittel für die Lösung der Sonderausgaben in Hessen deshalb auf besondere Schwierigkeiten, weil der kurhessische Staatsschatz, dessen Erträgnisse hierfür dienen sollen, infolge der Inflation dahingeschwunben ist, wodurch die finanzielle Bewegungsfreiheit des Bezirksverbandes wesentlich beeinflußt wird. Herr von Pappenheim hat erneut in den letzten Monaten die Frage eines Ausgleichs für diesen Verlust mit großem Eifer bei der preußischen Staatsregierung aufgegriffen. Ich darf sicher sein, daß Sie, Herr Landeshauptmann, die schwebenden Verhandlungen mit Ihrer bewährten Tatkraft weiterführen werden. Gauleiter Staatsrat W e i n r i ch versicherte den neuen Landeshauptmann seines besonderen Vertrauens. Er kenne ihn als aufrechten Nationalsozialisten, der es mit seiner Arbeit und Pflicht sehr genau nehme. Er habe das Vertrauen, daß der neue Landeshauptmann innerhalb feines Verwaltungsbereiches alles ausmerzen werde, was aus einem überlebten Zeitalter herrühre. Sudetendeutsche Not in amerikanischer Beleuchtung. Das bedeutende amerikanische Tageblatt „N e u y 0 r k e r S t a a 15 3 e i t u n g" beschäftigt sich in einem langen Aufsatz mit der Not der Deutschen in der Tschechoslowakei, die in der letzten Zeit mehrfach Gegenstand der Erörterungen in der Presse der Schweiz, Frankreichs und Schwedens war. Wir geben einen Auszug aus den interessanten und sachlichen Ausführungen wieder. Die wirtschaftliche Lage der Deutschen in der Tschechoslowakei ist zu einem Problem schwerster Art geworden. Die Welt ist mit den Fragen der großen Politik so sehr beschäftigt, daß die Tragödie der sudetendeutschen Not viel zu wenig Beachtung findet. Ein Volk, das führend in Handel, Gewerbe und Wissenschaft ist, seit Jahrhunderten meist auf ärmsten Boden lebend, infolge feines emsigen Schaffenswillen sich stets in den ersten Reihen gehalten hat, ist i n furchtbarste Not geraten. Viele Träger weltbekannter Namen waren Sudetendeutsche. Die im Jahre 1348 gegründete Universität in Prag ist d i e älteste beut- s ch e Universität, die deutsche technische Hochschule, 1806 gegründet, die ä l t e st e technische Hochschule der Welt. Die Armut der von den Deutschen überwiegend bewohnten Gebiete führte zur Entwicklung der Heimarbeit und zur Einführung der Mafchinenindustrie, so daß die Deutschen trotz des schlechtesten Bodens für die Privatwirtschaft und auch für die Staatswirtschaft von größter Bedeutung wurden. Die im Sudetendeutschtum enthaltenen Kräfte sind nicht so ohne weiteres zu vernichten und es wäre im eigensten Interesse des Staates, wenn er die Kräfte eines so rührigen Volkes sich innerhalb seiner Grenzen entfalten und zum Wohle des Staatsganzen beitragen ließe. Ein beengtes, bedrängtes Volk wird dem Staate keinen Nutzen bringen können. Die Deutschen sind und wollen keine Jrredenta fein, sie wollen ein in Zahl und Größe und innerer Bedeutung gleichberechtigtes Staatsv 0 lk fein und wollen mitarbeiten am Wohle des ganzen Staates. Furchtbar aber ist die Not, in die dieses Volk geraten ist. Von 3,5 Millionen Deutschen sind f a ft eine t) alb e Million arbeitslos. Es ist vorbildlich, was der Bund der Deutschen mit der Sudetendeutschen Volkshilfe im vorigen Winter geschaffen hat: 7,7 Mill. Kc. find eine ungeheure Leistung. Der Staat aber müßte endlich eingreifen und durch wirtschaftliche Förderung der deutschen Jndustriegegenden helfen! Die Deutschen mit 3,5 Millionen sind schon nach ihrer rein ziffernmäßigen Wertung keine Minderheit, sondern ein Staats» volkdes tschechoslowakischen Staates. In noch viel höherem Maße sind sie dies nach der geschichtlichen und inneren Wertung ihres Volkstums. Die Deutschen haben den höchstkultivierten Teil des tschechoslowakischen Staatsraumes inne, sie bewohnen zum größten Teil ein geschlossenes deutsches Siedlungsgebiet, das wiederum einen Bestandteil des gesamtdeutschen Siedlungsraumes darstellt. Das gesamte deutsche Gebiet innerhalb der Tschechoslowakei ist fast so groß wie Belgien, doppelt so groß wie Sachsen. Das sudetendeutsche Gebiet ist ein Land von hoher und alter Kultur. Alle älteren Städte Böhmens sind deutsche Gründungen. Religion, Kunst und Wissenschaft hat in weitestem Umfange der Deutsche in Böhmen erarbeitet; dem Bildungswesen der Tschechen hat er vielfach das Vorbild geliefert. Industrie und Bergbau in Böhmen sind deutschen Ursprungs. Die Sudetendeutschen selbst haben eine Reihe erlesenster Geister hervorgebracht: Im Mittelalter Ullrich von Eschenbach, Heinrich von Freiberg, Johannes von Saaz („Ackermann aus Böhmen"); in der Neuzeit Johannes Mathesius, den Komponisten Gluck, Adalbert Stifter, Marie von Ebener-Eschenbach, Josef von Führich, den berühmten Vererbungsforscher Mendel, den großen Bildhauer Metzner und andere. Im alten deutschen Böhmen steht mit der Kanzleisprache der Luxemburger die Wiege der neuhochdeutschen Schriftsprache. Die slawische Welle, die nach der Völkerwanderung in die menschenarm, aber nicht menschenleer gewordenen Gebiete eindrang, war nur ein nach und nach sich vollziehender Vorgang und hatte wohl eine Dolksmischung zur Folge, nicht aber eine endgültige Slawisierung. So ist es z. B. im Jglauer Gebiete Böhmens gelungen, durch lückenlose germanische Altertumsfunde seit dem 8. Jahrhundert bis zur schriftlichen Ueberlieferung den Beweis zu führen, daß hier alter deutscher Volks- und Kulturboden ist. Die Slawen sind in alte deutsche Gebiete vorgedrungen, nicht umgekehrt. Die Deutschen sind also nicht, wie zuweilen behauptet wird, eine „minonte allogene“. Was die Sudetendeutschen besitzen, ist also nicht nur geschichtliches Erbe, sondern auch von Generation zu Generation durch Fleiß und Kultur redlich stets von neuem erworbener B e - sitz. Die Deutschen in der Tschechoslowakei haben demnach auf ihrem Boden und Besitzstand nicht nur das einfache zwingende Menschenrecht des lebendigen Volkes, sondern auch ein großes historisch erworbenes Recht, das sich der sudetendeutsche Bauer, der die Randgebiete Böhmens urbar ge- macht hat, ebenso erwarb, wie der sudetendeutsche Bergarbeiter, der die Schätze des böhmischen Bodens zutage förderte, wie der sudetenbeutsche Unternehmer, der im Nordosten und Nordwesten Böhmens einen Wald von Schloten aufgerichtet hat. Die Politik des jungen tschechoslowakischen Staates ist nicht auf Stärkung des deutschen Staatsvolkes gerichtet gewesen. Die Staatsklugheit müßte eigentlich den Anlaß zu gegenteiliger Politik geben. Auch ein tschechischer Chauvinist reinsten Wassers wird es doch für unmöglich halten, den deutschen Dolksteil des Staates durch Tscheckisierung voll zu beseitigen. Die im Sudetendeutscytum lebendigen oolkstumsmäßigen Energien sind denn doch zu stark, als daß man sie auf die Dauer vernichten könnte. Oie Meberwachung des Fürstbischofs von Brixen aufgehoben. Br ixen, 8. Jan. (DNB.) Kurz vor Neujahr wurde die Bewachung der fürstbischöflichen Burg in Brixen aufgehoben. Die Brixener Hofburg war vierzehn Tage lang von italienischen Karabinieri- posten bewacht worden. Fürstbischof Geisler hat während der Bewachungszeit seine Residenz außer zu Gottesdiensten im Dom nicht verlassen. Der Chef der Polizei hatte verlangt, daß ihm jedesmal a n g e 3 e i g t werde, wenn der Bischof die Hofburg verlasse. Die Bewachung war von den italienischen Behörden angeordnet worden, weil der Fürstbischof angeblich erklärt haben soll, die Metallsammlungen seien eine Angelegenheit der faschistischen Parteiorganisationen, mit denen sich die Geistlichen nicht 3U befassen hätten. Mrfeil im Kemptener Oevisenschieber- prozeß. Kempten, 8. Jan. (DNB.) Vom Kemptener Schöffengericht erhielt der 31 Jahre alte Pfarrer Johann Schrank aus Röthenbach bei Lindau 3wei Jahre sechs Monate Gefängnis, 20 000 Mark Geldstrafe; außerdem wurde er zu einem Schadenersatz in Höhe von 28 750 RM. verurteilt. Der mitangeklagte Laienbruder Anselm Mehrle aus Feldkirch in Vorarlberg erhielt acht Monate Gefängnis uns 5000 Mark Geldstrafe. Der 56jährige Jak. Z u e r n aus Lindenberg sechs Wochen und 2000 Mk. Geld» strafe. Die Anklage legt dem Pfarrer Schrank xur Last, als Hauskaplan des Jofefiheims, das der „Priesterkongregation vom kostbaren Blut" gehört, eine Devisenschiebung in Höhe von 17 000 RM. begangen zu haben. Die Wertpapierschiebungen waren auf Veranlassung des Paters Provinzial Jusfel aus Feldkirch vor sich gegangen. Die Wertpapiere waren bei einer Bank in Kempten verkauft worden. Der Erlös war dann durch den Laienbruder Mehrle, der die Wertpapiere mit feinem Kraftrad auch über die Grenze nach Deutschland gebracht hatte, dem österreichischen Pater in Bargeld ausgehändigt worden. Der Angeklagte Zuern hatte sich Guthaben aus Arbeiten für die Kongregation mit verschobenen Wertpapieren bezahlen lassen. Oeufsch-polnische Zugendlager. Das Auslandamt der Reichsjugendführung hat nach dem Berliner Besuch polnischer Jugend mit den Delegierten der „Bewegung des jungen Dorfes", der Jugendlegion, der Pfandfinder und anderen Organisationen über die „Liga" die ersten Verhandlungen über die in diesem Jahre durchzuführenden deutsch-polnischen Jugendlager und Fahrten abgeschlossen. Es ist damit zu rechnen, daß mehrere Einheiten der Hitler-Jugend größere Fahrten nach Polen unternehmen, wo sie sich in Gemeinschaftslagern mit Angehörigen der polnischen l Jugendorganisationen treffen. Parteienzwist in Spanien. Nach Auflösung der Cortes.—Für oder gegen Moskau. Die spanischen Cortes sind a u f g e l ö ft worden. Die Neuwahlen finden am 16. Februar, die Stichwahlen am 1. März statt. Gleichzeitig wurde der Belagerungszustand und die Pressezensur aufgehoben. Aber die Auflösung erfolgte nur unter dem Druck der Rechtsparteien. Das gegenwärtige Kabinett unter Portela Va ! Idaras ist parteilos. Sein Führer wurde zweimal vom Staatspräsidenten Zamora betraut, obgleich er im spanischen Parlament keine Mehrheit hatte. Erst als die rechtsgerichteten Parteien, die dem Staatspräsidenten Bruch der Verfassung vorwarfen, damit drohten, einen Parlamentsausschuß einzuberufen, gab der Präsident nach. Seit am 14. April 1931 hie Radikalen in Spanien ans Ruder gelangten und die Monarchie gestürzt wurde, ist der Kampf für und wider den Umsturz mit allen Mitteln des Parlamentarismus und der außerparlamentarischen Aktionen in Spanien geführt worden. Die Syndikalisten und Anarchisten, die Kommunisten und Marxisten ergriffen zunächst die Gewalt. Sie stürmten die Klöster, vertrieben die Geilichen, enteigneten die Granden und lagen sich sehr bald in den Haaren. Spanien drohte in Anarchie unterzugehen. Der letzte Aufstand dieser Höllensöhne des Chaos im Oktober 1934 wurde nur mit Mühe und unter großen Opfern bewältigt. Aber das Kabinett Lerroux stürzte über eine Korruptionsaffäre. Auch das neue K a - binett Chapaprieta, das am 29. Oktober fein Amt antrat, verschwand sehr bald, da mittler» weile der Gegensatz zwischen der Rechten und der Linken sich außerordentlich vertieft hatte. Am 14. Dezember wurde das Kabinett Portela Valladares gebildet, aber die Katholische Volksaktion unter G i l Nobles, die stärkste Partei der Kammer entzog sich der Mitarbeit. Der Staatspräsident Zamora hatte wohl gewünscht, einen Bl 0 ckder Mitte vorzubereiten. Er begann damit, die Gemeinderäte und Zivilgouoerneure, die in den letzten zwei Jahren eingesetzt waren, durch Männer seines Kurses zu ersetzen. Das war ein Schlag gegen Gil Nobles, aber Gil Nobles parierte ihn. Er machte sich zum Führer der Angriffe gegen die Politik des Staatspräsidenten und hat schließlich auch die Auflösung des Parlaments erzwungen. Mittlerweile haben sich aber die Parteiverhältnisse verlagert. Die Linksparteien haben einen Block gebildet, in dem nur noch die Syndikalisten fehlen, deren antiparlamentarifche Haltung zum Teil auch auf die Kommunisten Übergriff und die zahlreichen Putschversuche veranlaßten. Nach der Niederlage der Marxisten bei den Cortes- wahlen im November 1933 waren die Umsturzparteien in die Opposition gedrängt worden, ebenso die Linksrepublikaner. Ein anderer Teil der Mittelparteien versuchte unter Lerroux einen mittleren Kurs mit Hilfe der Katholischen Volksaktion, der aber zusammengebrochen ist. Die Kommunisten und Marxisten, die wieder in verschiedene Richtungen gespalten sind, haben mit der nichtmarxistischen Linken, so mit den Nattonal-Repubilkanem, der Republikanischen Aktion, der Republikanischen Linken, deren Führer der frühere Ministerpräsident A z a n a ist, einen Block gebildet. Das Ziel ist, Madrid als Filiale Moskaus aufzutun, denn die Führer dieser Linksgruppen haben keinen Zweifel daran gelassen, daß sie mit den Roten Zusammenarbeiten wollen. Die Radikalen unter Lerroux, also die bisherige Mittelpartei, ist durch die Korruptionsaffäre gespalten und steht jetzt in schwerem Kampf mit der einst verbündeten Katholischen Volksaktion des Gil Nobles. Die Rechtsparteien versuchten, demgegenüber eine Front gegen Moskau zu bilden. Der Versuch von Gil Nobles, die Koalition der Mitte nach rechts, nach den spanischen Monarchisten hin, zu erweitern, ist gescheitert. Es ergaben sich Grenzunterschiede ideologischer Natur zwischen seiner Partei und den Monarchisten, die viel stärker waren als bei den letzten Corteswahlen, als seine Partei und die Monarchisten gewissermaßen einen Wahlblock bildeten, durch den allerdings nur die Katholische Volksaktion Erfolge erzielte. Den radikalen und bürgerlichen Moskowitern steht also vorläufig eine zerspaltene Rechte gegenüber, obgleich man sich nicht verhehlen darf, daß Gil Nobles bei seiner anerkannten Tüchtigkeit in der Propaganda wohl nach einiger Zeit Gelegenheit haben wird, diese Rechtsgruppen unter einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Gil Nobles wendet sich mit aller Kraft gegen die Korruptionserscheinungen, die seit dem Sturz der Monarchie der Marxismus und die freimaurerische Richtung innerhalb des Bürgertums für Spanien heraufbefchwor. Die radikalen Linksgruppen dagegen putschen immer wieder die zum Teil aus Analphabeten bestehende Landarbeiterschaft gegen die Regierung auf und zerstören so die kümmerlichen Reste, die von der alten spanischen Ordnung überhaupt übriggeblieben waren. Es geht darum, ob Spanien wirklich unter bolschewistischem und freimaurerischem Einfluß bleibt. Hinzu kommt, daß der Staatspräsident während seiner Amtstätigkeit nur zweimal die Cortes auflösen kann. Da er schon einmal die Cortes auflöste, muß also jetzt ein Landtag gebildet werden, der eine klare Entscheidung für oder gegen Moskau dar» stellt. Weiter kommt in Betracht, daß die Ver - fassungssrage durch die neuen Cortes gelöst werden muß, denn statt der bisherigen Zwei- brittel-Mehrheit genügt jetzt, nach vier Jahren, für Verfassungsänderungen schon die einfache Mehrheit. Aus aller Well. Die siebente Hörer-Million überschritten. Der Deutsche Rundfunk hat die siebente Hörer- Million überschritten. Reichssendeleiter Hada- m 0 0 s k y erklärte dazu u. a.: Während eifrige Gerüchtemacher im letzten halben Jahr von Monat zu Monat gänzliche Absatzstockung und Marktverstopfung prophezeiten, machte der Hörerzugang von 109 756' im Monat September mehr als das Zehnfache des Septemberzugangs von l*p 3 2 aus, im gleichen Monat der Jahre 1926 bis 1931 mußten Abgänge bis zu 30 000 verzeichnet werden. Der neueste Zugang im Monat Dezember von 202211 stellt ein Drittel der Ge- samt-Dezember-Zugänge von 1924 bis 1932 dar. Die Gesamtteilnehmerzugänge 1935 betragen 1050 031 (1934 = 1 090 314), eine Zahl, die fast ausnahmslos das Zwei - bis Dreifache der Jahreszugänge von 1924 bis 19 3 2 ausmacht. Die Gründe für die bei der Generalbereinigung der deutschen Rundfunkwirtschaft in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres vereinzelt auftretenden Insolvenzen in der Rundfunkwirtschaft liegen also außerhalb des Rundfunks. 4000 Kilometer Strahenlange in Berlin. Die rund 8 0 00 Straßen, die die Reichs- Hauptstadt mit einem dichten Netz von Verkehrswegen nach allen Richtungen hin Überziehen, erreichen nach einer genauen Bestandsaufnahme insgesamt die gewaltige Länge von 4338,3 Kilometer. Um sich von dieser Länge eine Vorstellung zu machen, sei erwähnt, daß diese Größe etwa der Entfernung Madeir a—M osfau in der Luftlinie gleichkommt und die Entfernung B e r- l i n—L 0 nd 0 n um mehr als bas Vierfache übertrifft. Sie entspricht etwa dem neunten Teil des Erdumfanges am Aequcttor. Ein Fußgänger müßte bei einer täglichen Marschleistung von über 40 Kilometer hundert Tage lang marschieren, um diese Entfernung zurückzulegen. Mehr als Dreiviertel dieser Straßenlänge, nämlich 3332 Kilometer oder 76,7 v. H., sind befestigt, d. h. asphaltiert und gepflastert ober mit einer Schlackendecke und bergt, versehen, ber Rest von 1006 Kilometer ober 23,3 v. H. ist unbefestigt. Entsprechenb ber sehr ungleichen räumlichen Aus- behnung ber 20 Berliner Verwaltungsbezirke ist auch die Länge ber in ihnen gelegenen Straßenzüge sehr verschieben. Diese bewegt sich zwischen 488,2 Kilometer ober 11,2 v. H. in Lichtenberg, ber bamit der straßenreichste Bezirk Berlins ist unb 78 Kilometer ober 1,8 v. H. im Verwaltungsbezirk Horst Wessel. Etwa ein Zehntel ber gesamten Straßen, nämlich 425 Kilometer, sind Doppelstraßen, b. h. Straßen mit zwei Fahrbahnen. Hierin kommt der verhältnismäßige Reichtum Berlins an breiten, mit Mittelpromenaden ausgestatteten Straßen zum Ausdruck. 100 OOOReichsmark-Gewinn gezogen. In ber Ziehung ber Staatslotterie am Donnerstagmorgen würbe auch ber 100 000» Reichsmark-Gewinn gezogen. Er fiel auf bas Los Nummer 328 894, bas in ber 1. Abteilung in Achteln in Mecklenburg, in ber 2. in Achteln in Schlesien gespielt wirb. Die Hochwasserfchäben in Frankreich. Das Wetter hat sich in Frankreich innerhalb ber letzten 24 Stunden etwas gebessert, ber Regen nachgelassen. Trotzbem kommen aus den vom Hochwasser heimgesuchten Gegenden immer wieder Meldungen über weitere Schäden. Es dürfte noch längere Zeit bauern, bevor man enbgültig in ber Lage fein wird, bie Verheerungen festzustellen, die das Wasser an Häusern, Straßen unb Eisenbahnbauten verursacht hat. Ein weiteres Ansteigen ber Fluten ist für den Augenblick nicht zu erwarten. Im Ueberfchwemmungsgebiet von Cahors stürzte ein Wohnhaus ein; Personen kamen nicht zu Schaden. Auch in Angouleme stürzte in der Nacht ein Wohnhaus zusammen. Ein Ehepaar, das darin wohnte, konnte mit großer Mühe aus den Trümmern geborgen werden. Bei Gap ereignete sich ein weiterer Erdrutsch. In der Bretagne befürchtet man, daß die Halbinsel Quiberon, die durch einen schmalen Landstreifcn mit dem Festland verbunden ist, der im wesentlichen durch einen Eisenbahn- und Fahrdamm ausgefüllt ist, wieder zur Insel wird. Das Meer soll bereits auf beiden Seiten um etwa 10 Meter vorgedrungen sein. Drei Knaben im Eis eingebrochen und ertrunken. In V i l l i n g e n (Schwarzwald) ereignete sich in der Stadtrandsiedlung Walkenbuck ein schreckliches Unglück. Drei Knaben im Alter von sechs und sieben Jahren, darunter zwei Brüder, hatten sich auf den mit einer dünnen Eisschicht bedeckten Brandweiher begeben, wo sie plötzlich einbrachen und sofort untergingen. Obwohl die Bergung sofort vorgenommen wurde, waren Wiederbelebungsversuche bei allen drei Knaben erfolglos. Fünf Kinder von einer einstürzenden Mauer begraben. In Vedo bei Leon (Spanien) ist eine Mauer, die infolge der Regenfälle der letzten Zeit unterspült worden war, eingestürzt. Sie hat fünf Kinder unter ihren Trümmern begraben. Drei Kinder waren sofort t o t. Die übrigen zwei wurden schwer verletzt. Tödlicher Absturz in den Dolomiten. Bei einer Skitour im Gebiete des Monte Cri- stallo in den Dolomiten stürzte der Produktionsleiter des Neuen Deutschen Lichtspielsyndikats in Berlin, Franz Sagerer, tödlich ab. Sein Begleiter, der Produktionsdirektor des Neuen Deutschen Lichtspielsyndikats Dr. Alexander Meier wurde verletzt. Die Leiche Sagerers, der infolge eines Schädelbruchs auf der Stelle tot war, wurde nach Cortina d'Ampezzo gebracht. Sagerer, der österreichischer Staatsbürger war, war in Bergsteigerkreisen als ein ausgezeichneter Felskletterer bekannt. Gattenmord bei Drüstet. Ein Einwohner von Hal, einer in der Nähe von Brüssel gelegenen Ortschaft, tötete durch Revolverschüsse seine Frau. In dem Augenblick, in dem der Mörder von Polizeibeamten festgenommen werden sollte, flüchtete er auf das Dach, bedrohte von dort aus die vor dem Hause stehende Menge mit der Waffe und bombardierte die Gendarmen mit Ziegelsteinen. Nachdem er einen Selbstmordversuch gemacht hatte, ergab er sich seinen Verfolgern, die sich zu seiner Ueberwältigung des Einsatzes von Tränengas bedient hatten. Die vier Kinder des Täters wurden lebend in dem Zimmer aufgefunden, in das der Mörder sie eingeschlossen hatte. Poststempel für einen Abend. 13ag Am 7. Januar, dem Geburtstag des Generalpost meisters Stephan, wurde zum erstenmal der Tag der Briefmarke gefeiert, der künftig alljährlich begangen werden soll. An diesem ersten Tage wurde in Berlin der Reichs- verband der Philatelisten gegründet. Hier sieht man den Sonderstempel, der am Abend der Gründung verwendet wurde. (Scherl-Bilderdienst.) Ein Todesopfer des Düsseldorfer Explosionsunglücks. Einer der schwer Verletzten des Explosionsunglücks bei der Firma Henkel in Düsseldorf ist in der vergangenen Nach seinen schweren Verletzungen erlegen. Die übrigen noch in den Krankenhäusern liegenden sieben Verletzten befinden sich sämtlich außer Lebensgefahr. Englisches Marineflugzeug abgestürzt. Ein englisches Marineflugzeug, das mit anderen Maschinen vorn Flugzeugmutterschiff „Furious" zu Uebungen aufgestiegen war, ist von seinem Fluge nicht wieder zurückgekehrt. Tags darauf wurde nun bei Bognor die Leiche des Flugzeugführers angeschwemmt. Das Flugzeugmutterschiff, eine Anzahl Der Zerstörern und Flugzeugen hatten in der Nacht den Kanal bei Spithead vergeblich abgesucht. Schweres Autobusunglück in Marokko. Bei Marakesch (Marokko) ist ein Krafwagen in einen Abgrund gestürzt. Acht Eingeborene wurden getötet und weitere 17 mehr oder weniger schwer verletzt. Starker Erdstoß in Graz, Marburg und Laibach. Ein starker E r d st o ß wurde am Mittwoch in Graz und in einigen an der jugoslawischen Grenze gelegenen Orten wahrgenommen. Nachrichten aus Jugoslawien besagen, daß dort die Erschütterung besonders in Marburg und Laibach stark spürbar war. 60 Grad Kälte in Ostsibirien. Die Moskauer Blätter berichten aus Ostsibirien, daß dort strenger Frost herrscht. In den letzten Tagen wurden bis zu 6 0 Grad Kälte gemessen. Das ist der tiefste Stand, den das Quecksilber in diesem Winter in dieser Gegend erreicht hat. Büchertisch. — Franz Joseph Spang: Der Teppich des Dorfes. Gedichte. 65 Seiten. Mainz 1935. Kirchheim & Co., GmbH. Seinen 1,50 Mark, kart. 1,20 Mark. — (516) — Stimmungsbilder aus der engbegrenzten und doch vielgestaltigen Umwelt des Dorflebens, geschaut mit den liebenden Augen eines Menschen, der mit der Heimaterde verwachsen blieb. Wie ein buntgewirkter Teppich, so erscheinen ihm die „Wunder" des Dorfes, Gasten und Giebel, Tore und Brunnen, die Blumen in den Hausgärtchen und die fruchtschweren Felder draußen, durch die „tausend goldene Steige führen". In ihren Anblick versunken erlebt der Dichter Volk und Heimat und fühlt in seinen Adern das warme Herzblut der Ahnen, das ihn mit längst versunkenen Zeiten und Geschlechtern verbindet. — Hanna Sauberger: Theatergift. Lebensbild einer unschönen Frau. 272 Seiten. Amalthea-Verlag, Zürich, Leipzig, Wien. — (555) — Diese in der Jch-Form erzählten, im Stil sehr wienerisch gefärbten Aufzeichnungen waren ursprünglich nur für die Verfasserin und deren Familie bestimmt, reichen auch nur selten über den Umkreis privater Erlebnisse und Erinnerungen hinaus. Die Absichten der Veröffentlichung erläutert das Vorwort: die Verfasserin will unschöne Frauen mit ihrem Schicksal versöhnen, die „durch Charme, Geist und Humor viel ersetzen und viel gewinnen" können; außerdem will sie die Jugend warnen, „vor dem ebenso süßen wie tückischen Theatergift". — Grete Arzt-Bernoth, Gesetze des Blutes. Roman einer Sehnsucht. 188 Seiten. Brosch. 2 Mark, Ganzlbd. 3,50 Mark. Franz Borg- meyer, Verlag, Hildesheim. — (566) — Die Fabel dieses Romans geht auf eine alte Familienchronik zurück. Ein Adelsherr hat zur Erhaltung und Reinhaltung seines Geschlechtes ein Hausgesetz aufgerichtet, das aber in feinen Grundzügen gegen göttliche und menschliche Satzung verstößt, insbesondere gegen die Heiligkeit von Ehe und Leben. Die Auflehnung des letzten wirklichen und such eines vermeintlchen Nachfahren gegen dieses „Gesetz des Blutes" führt zu Konflikten, zur Katastrophe und zum Ausgang des Geschlechtes. — Walter Bernsmann: Sie Sprache der Erde. Roman. 331 Seiten. Geb. 4,40. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. — (538) — Ser Bauer, Herr des Ackers, sei der Knecht des Herrn der Welt! Wer je aufstand gegen dieses Gesetz der Urzeiten — dem verkehren sich die segnenden Mächte zu Un- segen und Unheil. Also vermessen tat der Schulte Winkelmann auf dem Hofe im Emscherbruch. Aber es wachte das ewige Gesetz, als er frevelte an Acker und Weib, Blut und Kindern. Mit Unfruchtbarkeit, Blitz, Wassersnot und Tod schlug Gott den Schulten, traf ihn mit Einsamkeit und Unfrieden. Da ward Schulte Winkelmann wieder der Knecht des Herrn der Welt. In 28 Kapiteln rollt das Geschehen dahin. Dazu eine eigenwillig-urwüchsige Sprache, wie sie diesem Epos gemäß ist. — Ern st Kreische: Das neueGeschlecht. Ser Roman einer Sippe. 250 Selten. Broschiert 2,50 Mark, Ganzleinenband 4 Mark. Franz Borg- meyer, Verlag, Hildesheim — (564) — Ein Roman der Liebe zur Heimat und Scholle. Ernst Kreische malt farbenfrohe Bilder von Bergen, Bauern und Frauen. Saneben gibt es Szenen und Naturschilderungen, die echte Heimatliebe spüren lassen; die Intrigen um die Liebe der Heldin und deren Lösung sind fesselnd geschildert. Wetterbericht des Retchswetterdiensies. Ausgabeort Frankfurt. Sie vom Atlantik ausgehende lebhafte Wirbeltätigkeit fetzt sich zwar fort, zieht jedoch von England in mehr südöstlicher Richtung, da gleichzeitig über Südeuropa der Luftdruck in fortgesetztem Ansteigen begriffen ist und hier zum Aufbau eines Hochdruckgebietes geführt hat. -Bei uns wird sich zwar vorerst noch kein beständiges Wetter durchsetzen können, doch wird sich die Niederschlagstätigkeit voraussichtlich auf vereinzelte und im allgemeinen leichte Regenfälle beschränken. Aussichten für Freitag: Veränderlich, doch überwiegend bewölkt, aber noch vereinzelte leichte Regenfälle, Temperaturen wenig verändert, lebhafte südliche und westliche Winde. Aussichten für Samstag: Voraussichtlich langsam durchgreifende Besserung und nachts etwas kälter als seither. Lufttemperaturen am 8. Januar: mittags 6,8 Grad Celsius, abends 4,2 Grad; am 9. Januar: morgens 4,7 Grad. Maximum 8,9 Grad, Minimum 3,2 Grad. Wiuterfporl-Wetternachrichten. In den umliegenden Gebirgen sind keine Sportmöglichkeiten vorhanden. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, — 1 Grad, 90 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel S.A. XII. 35: 11300. Sruck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Stein- druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Deutsches Rotes Kreuz Älliersrauenvevein Landesverwaltung. Hausangestellte, die 20 Fahre und mehr in einer Familie tätig, wollen sich zwecks Ehrung dis zum 15. Fanuar 1936 schriftlich melden bei Frau Ella Giese, Ludwigstraße 5. polizeiliche Bestätigung erforderlich. 133D Lichtspielhaus "Gießen Ab heute Donnerstag der neue Bomben-Lustspielschlager! In den Hauptrollen: Lien Deyers, Hilde Hildebrand Wolfgang Liebeneiner, Ed. v. Winterstein Walter Steinbeck, Wilhelm Bendow »Dieses reizende Filmlustspiel || wurde von derFilm-Prüfstelle II mit dem Prädikat „künstle- I risch wertvoll4* ausgezeichnet II Stimmung und Heiterkeit 132A so daß vor Lachen kein Auge trocken bleibt! Vorher gutes Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6, 8.30, Sonntags 3, 5.30. 8.30 Uhr Bekanntmachung. Nach den Lieferungsbedingungen sind die Strömung Gasgelder im Stadt- und Aeberlandgebiet grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, so können die Stromgelder noch innerhalb 8 Tagen und die Gasgelder noch innerhalb 10 Tagen ohne Kosten bei der Kasse der Städtischen Betriebe, Gartenstraße 3, gezahlt werden. 128D Nach diesem Zeitpunkt erfolgt Beitreibung auf Kosten des Abnehmers. Die Strom- und Gasgelder für Monat November 1935 können noch bis zum 15. Januar 1936 mit kosten an die Kaste gezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Zeitpunkt wird die Strom- bzw. Gaslieferung auf Kosten des Abnehmers gesperrt werden. Postscheckkonto für Strom-, Gas- und Wassergelder jetzt: Kasse der Städtischen Betriebe Nr. 27707 Frankfurt am Main. Gießen, den 8. Januar 1936. Direktion der Städtischen Betriebe. 2 große, belle Ml.-MM für Büro oder Praxis geeignet, zu vermiet. Näh. in d. Geschästsst. d. Gieß.Anz. ons | Mietgesuche*] 3Ml 4-M- WoDnungen mögl. mit Bad, zum 1. Avril od. spater v. Dauerangestellten ge- sucht.Schriftliche Angeb. m.Preis- angabeunt.0113 an den Gießener Anzeiger erbet. 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Jan., 20-22.30 Uhr 13.N-reit.-Abonn Preise von 0,40 b. 2,50 RM. Erstaufführung Eine Frau ohne Bedeutung. Ein Schauspiel a. d. Gesellschaft von OskarWilde. Neubearbeitung von Karl Lerbs. Spielleitung: Der Intendant NächsteWoche Weh- • Unterricht für Webrahmen C.Röhr&Co. Bahnhofstr. 44. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 Dunkelblauer Herren-Mantel zw. Neustadt bis Rodheim.Straße verloren, om Abzugeben a. d. Fundbüro. Am Samstag, d. 11. Januar 1936 20.15 Uhr Kameradschatobend Zim „Aquarium“ Tagesordnung: Bildung desSol- datenbundes. Aufklärung weg. d. Sterbebeihilfe u.Berschiedenes. Erscheinen jedes dienstfreien Kameraden unbedingt erford. i23d Der Orts- grnvvensührer. Bekanntmachung. Vetr.: Die Vürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger ufro. Es wird wiederholt darauf hingewiefen, daß der Arbeitgeber für die Einhaltung und Abführung der Bürgerfteuer für feine Arbeitnehmer haftet. Kommt er feiner Verpflichtung nicht nach, fo wird die Steuer von ihm durch Haftungsbefcheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben. 124C Gießen, den 4. Januar 1936. Bürgermeisterei Gießen: Ritter. Gewinnauszug 4. Klaste 46. Preußisch-Süddeutsche (272. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 8. Januar 1936 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 5000 M. 217076 2 Gewinne zu 3000 M. 395407 2 Gewinne zu 2000 M. 29323 12 Gewinne zu 1000 M. 9735 74191 74350 188188 279729 327917 18 Gewinne zu 800 M. 60556 86221 117118 169276 183691 200611 203358 293508 374221 50 Gewinne zu 500 M. 2515 5341 21644 23686 31404 34294 34577 40831 48191 66690 124379 133377 137014 148367 164122 164459 188150 215248 218364 222531 230217 242534 325752 333665 389253 170 Gewinne zu 400 M. 2548 4832 5754 6339 8610 10620 22058 23702 28690 28758 38239 48466 48863 55579 55714 57999 69193 70408 73549 74476 78191 80624 82195 82686 87226 90376 117346 118250 119104 11n177 119665 119871 125960 135285 139952 145004 148398 148784 153516 155396 161976 163407 166568 167049 175371 175601 181720 189221 200745 204704 220521 223397 226698 228542 230817 233785 234341 236182 238756 243209 246952 248274 264574 276882 291611 293860 310905 314286 318567 321247 325533 328461 342559 349719 357502 366900 369590 374148 374523 379182 381982 382786 383271 395193 398055 <3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 25000 M. 24210 2 Gewinne zu 10000 M. 74278 4 Gewinne zu 5000 M. 87558 122796 2 Gewinne zu 3000 M. 260895 4 Gewinne zu 2000 M. 252724 300648 12 Gewinne zu 1000 M. 95282 114948 143560 289428 295005 396554 28 Gewinne zu 800 M. 3123 14464 56421 67698 85003 88585 107177 141390 145017 160601 253301 264573 279890 369102 44 Gewinne zu 500 M 33733 78956 90233 111925 137976 153835 171058 174744 192292 208836 210737 224770 248623 259400 269499 272364 274614 282320 286147 312321 369026 394775 172 Gewinne zu 400 M. 990 3088 5891 7753 12293 20236 33997 40795 41794 44729 49575 '4168 54681 58872 69756 72562 72783 77070 4258 84805 85148 93123 97107 101842 108351 110098 114403 120333 122821 125288 125780 127661 137565 144002 145086 145491 146356 147175 158540 160124 162395 172536 179501 180674 182101 183498 195885 201257 206784 218982 220682 223766 225470 228256 231423 235503 237201 237212 237951 242629 244443 254485 258249 262319 262687 283437 289954 304226 304619 311722 312620 322888 332883 336500 343047 366502 369257 374380 374393 374461 374962 383659 384098 391219 393367 394976 Geschäftskarten beiBrühl,Gießen +Oamenbarl (Geslcbishaare) u.ai.täst.Haarew uurd.dievonmn angew.,emz.stch Meth. unt. Gar imm.mitd.Wurr. lchmerzl.entferni Frau B. Gulden. Spreckstd. ieden Freitag,Gießen. Alicenitraße40v 9-7 Uhr durchg. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift ,,Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Konfirmandenanzüge extra angefertigt RM. 23.» 36.- 42. 48.- Jetzt bestellen bei KÖHLER. Gießen Es hat seinen Grund! mA Betr.: Schließung des Flughafen-Restaurants. Bekanntmachung. Wir geben hiermit bekannt, daß die Wirtfchafts- räume des Flughafenrestaurants mit sofortiger Wirkung geschloffen find. 130C Gießen, den 7. Januar 1936. Bürgermeisterei Gießen. 3.21.: gez. Dr. Hamm, Bürgermeister. ür. I Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 9. Zanuar 1956 yranFfurt/TJl @Darm[taofr Wurzb ßtnsh^m Itl'annhnm efj^brrg Es ging aber in Mainz ein Knabe den grübelnden i Weg seiner Jugend, der dem geistlichen Varrecht der | Mrms dem dem Oie schwarze Kunst Von Wilhelm Schäfer. Schlüsselgewalt. Bevor die Kirche dem Ketzer den Holzstoß ansteckte, verbrannte sie zuerst seine Schriften; denn blieben die Blatter vom Teufel mit Tinte beschrieben, sö war der Ketzer nicht tot: das Unkraut blühte neu aus der schwarzen Saat, und der Samen wucherte weiter im kirchenfeindlichen Wind. Johann Gensfleisch hieß er, vom Gutenberg, aus Mainzer Bürgergeschlecht, der als Jüngling nach Straßburg kam und dort seine heimliche Werkstatt aufmachte. Er kannte den Holzschnitt, wie er dem Bild und der Schrift einen Prägestock machte, auf hundert Blättern zu drucken, was der Holzschneider einmal aus seiner Platte herausschnitt. w Er sägte das Holz mit dem Wort auseinander und hieß die einzelnen Buchstaben Lettern; er setzte die Lettern in Wörter zusammen, wie er sie brauchte, und druckte die Schrift. Aber die vielen Lettern zu schneiden, war mühsam, auch zerbrach i-hm das winzige Holz in der Presse; so nahm er Metall, und weil der Metallschnitt' mühsamer war, dachte er seine Lettern in Formen zu gießen. Das aber war eine fremde Kunst, die er nicht kannte, so mußte Jürgen Dritzehn ihm helfen, und während das Basler Konzil die Kirchenreform an Haupt und Gliedern verlangte, raubte das heimliche Handwerk der Männer in Straßburg der Kirche die den jetzt vernommenen Zeugen befand. Er schilderte die Bemühungen, die Fabrik in Gang zu halten. zieht. Sie verbindet somit die älteste Stadt Deutschlands, Worms, die im Jahre 1936 ihr 1500- jähriges Nibelungenfest feiert, mit der Stadt des deutschen Barock. An landschaftlicher Abwechslung bietet diese Straße unendlich viel Schönes, erschließt sie doch gerade einen Teil des-hinteren Odenwalds, der dem Wanderer und Automobilisten noch so verhältnismäßig wenig bekannt ist. Dichtung die rechte Gabe zur Zeit der Wintersonnenwende. Heinz Hilpert hat sie einstudiert und feiert einen vollen Erfolg mit der Auswahl des des Werkes im Streit: von Mißgeschicken bedrängt, von Schimpf und Schulden beschattet, als Flüchtling schlechter Prozesse und Mietling schäbiger Pfründen trug sein fieberndes Leben die Pläne goldener Ernten ins leer geplünderte Alter. Was in Straßburg mit Jürgen Dritzehn begann und in Mainz mit Fuft und Schäffer dem mißlichen Mann fein Bürgerdasein verwirkte, das hörte mit Albrecht Pfister nicht auf: sie halfen dem seltsamen Meister die Werkstatt zu rüsten und klagten die Werkzeuge ein, wenn sie das Handwerk verstanden. So starb er selber in Armut zu Eltville am Rhein, der dem Goldschmied Fust und seinem Schwiegersohn Schöffer die Goldquellen der schwarzen Kunst hinterließ; doch wie seinen Händen das Gold, zerrann das Geheimnis den Erben in hundert Schlupfwinkel der abendländischen Welt. später zum Vorwurf gemacht woroen, daß er das Geld von dem Studienrat unter falschen Angaben erhalten habe, daß er in noch weiteren Fällen sich des Betrugs schuldig gemacht und daß er sich gegen das Konkürsgesetz vergangen habe, weil er zum Nachteil der Gläubiger einen übermäßigen Aufwand getrieben habe. Als der Konsul am 22. September 1933 von einer Berliner Reise nach Frankfurt zurückkam, wurde er verhaftet. Er hat dann unmittelbar danach Konkursantrag gestellt. Es kam zu einer Anklage gegen den Konsul wegen einfachen Bankerotts und Betrug in mehreren Fällen, aber eine gegen den Angeklagten anberaumte Verhandlung mußte abgebrochen werden, weil der leidende Angeklagte verhandlungsunfähig war. Der Beschuldigte befindet sich noch heute in Pflege. Mitangeklagt war sein Sohn Walter, gegen den nunmehr wegen zweier Betrugsfälle allein verhandelt wurde. Der Angeklagte hatte in dem Unternehmen seines Vaters einen Betriebsleiterposten inne. Obwohl er Alleinprokura hatte, habe er, so bekundete der Angeklagte, nichts ohne seinen Vater unternehmen können. Er habe ein Monatsgehalt von nur 300 Mark bekommen. Die Höhe der Schulden will der Angeklagte nicht gekannt haben. Sie betrugen rund 3 Millionen Mark und es war eine Konkursdividende von nur 4,5 v. H. zu erwarten. Der Angeklagte, der im Hause des Studienrats verkehrte, will auch nichts davon gewußt haben, daß der Vater dem Studienrat 1,75 Millionen Mark schuldete. Als die Mimopa in Schwierigkeiten geriet, befaßte sich der Treuhänder der Arbeit mit dem Fall. Es wurde ein Vertrauensmann eingesetzt, der sich unter LPD. Zu Beginn der kommenden Reisesaison wird die „Nibelungen-Straße" durch den Odenwald dem Automobilverkehr übergeben. Es handelt sich um eine Straße, die von Worms über Lorsch und Bensheim durch den Odenwald (Lindenfels, Reichelsheim, Michelstadt, Erbach, Amorbach) nach dem Maintal führt und über Miltenberg, Wertheim nach Würzburg pernden Verse parodiert oder aus der primitiven Technik des Beiseitesprechens und der unbeholfenen Monologie verblüffende Wirkungen hervorholt. Dieser einzigartige Künstler stellt seinen Perin in die Nachbarschaft seines Jago und seines Professors Higgins („Pygmalion"), eine Figur, die nicht weniger von unfehlbarem Theaterinstinkt beseelt ist als seine Könige Lear und Kandaules. G. B. __________________________ | In Rom, Paris und Venedig schlugen deutsche Schrift die Schranken zerbrechen und dem ängstlich Gesellen die schwarzen Werkstuben auf; bald hielten behüteten Wort den Käfig aufmachen sollte. i die Messen Europas gleich Ballen vlämischen Tuchs und lombardischen Seidenbandrollen gedruckte Bibeln Die Krämerwaage dem Bürger, der Karst geplagten Bauern, das Schwert dem Ritter, Priester das Wort und den Mönchen die Schrift: so war die Ordnung der Welt, und das Wort im Schrein der heiligen Schriften gab der Kirche die zelnen Mitwirkenden zur Geltung kommen. Wir hörten zum Beispiel Bazzanellas eigene Bearbeitung eines Motivs aus der „Lustigen Witwe", die beliebte „Dorfmusik am Sonntagabend", die lautmalerische „Imitation eines stürmischen Wetters" und eine Bearbeitung ungarischer Volksweisen, in der der Gesamtklangcharakter der Kapelle wie auch die routinierte Sonderbegabung ihrer Mitglieder, hier besonders der technisch virtuos behandelte Klavierpart, ansprechend herausgearbeitet wurde. Die Darbietungen fanden am ersten Tage lebhaften Beifall und dürften auch weiterhin eine besondere Anziehungskraft ausüben. * Im Filmteil sahen wir die deutsche Bearbeitung des französischen Films „Helene", den Tour- jansky nach der Novelle „L’Ordonnance" von Maupassant geschaffen hat. Rene S y l v i a n o schrieb die Musik dazu. Diesen Film kennenzulernen, war schon um deswillen interessant, weil er es dem deutschen Besucher ermöglicht, unsere eigene, wesentliche und maßgebende Produktion einmal mit dem filmischen Können anderer Nationen zu vergleichen, wozu gemeinhin nicht häufig Gelegenheit geboten wird. Die Handlung ist einfach und übersichtlich aufgebaut. Die junge Frau eines Obersten verliebt sich' in einen Leutnant, hat heimliche Zusammenkünfte mit ihm, wird vom Burschen des Obersten überrascht und erpreßt und scheidet, da sie keinen Ausweg mehr sieht, aus dem Leben. Der Film beginnt am Endpunkt der Fabel, mit dem Abschiedsbriefe Helenes an den Obersten, und rollt nun — in analytischer Technik — die ganze Vorgeschichte der Tat Bild um Bild, Szene um Szene auf. Wir werden an der Fabel im Ganzen wie in Einzelheiten manches als ungewöhnlich und fremdartig empfinden; doch scheint uns die behutsame, kultivierte Inszenierung bemerkens- und lobenswert, die ein Detail geschickt und stimmunggebend auszumalen versteht, dabei aber doch die große Linie nicht aus dem Auge verliert und auch Tempo, Spannung, Theaterwirkung (sogar in komischen Episoden)' zu geben weiß. Besonders zu rühmen ist die schöne und klare Photgraphie, die eine Anzahl prachtvoller Landschaftsausschnitte ins Bild einbezieht. Darstellerisch steht Marcelle Chantal beherrschend im Zentrum des Spiels, sehr hübsche, typisch französische Erscheinung, die gefühlsmäßig und intellektuell den Anforderungen der Titelrolle ausgezeichnet entspricht. Angenehm verhalten und gepflegt neben ihr Jean Worms als Oberst; recht gut auch Georges Rigaud (Leutnant Saint-Albert); ferner Ri'gnault, Fernande! und Paulette D u b o ft in kleineren Aufgaben. — r — Volksstück und Lustspiel in Berlin Winterlicher Theaterbrief aus der Reichshauptstadt. Als sie in Unfrieden fielen, ging Gutenberg wieder nach Mainz, wo er den Fust, einen reichen Burger, bereitfand, den Druck einer Bibel zu wagen. So trat der hitzige Traum seiner Jugend schön in den Tag: mit Gold und Farben bunt wie eine kostbare Schrift stand der Druck seiner Lettern sauber und klar auf den Blättern, und waren hundert Bücher, wo sonst nur ein einziges war Aber der Lohn wollte dem unsteten Mann nicht kommen, auch diesmal verschwand ihm der Segen und Heilsbücher feil. „ . . Da waren sie nicht mehr alle;n m den Zellen, die neuen Gedanken hinter fiebrigen Stirnen, die schwarze Kunst half ihnen fort in die Köpfe und Herzen. Krähenvögeln gleich flogen die Druckschriften aus in die Städte und Häuser der Bürger; und schon pfiff in der Andacht der heiligen Bücher die Spottdrossel kommender Zweifel und lachte der fr Ylichen Schlüsselgewalt. Gloria-Palast. Im neuen Programm des Gloria-Palastes nimmt die Bühnenschau den Charakter einer Attraktion ein- Antonio Bazzanella gibt mit seiner aus zehn Solisten mit vierzig Instrumenten zusammengesetzten Kapelle ein Gastspiel in Form einer „musikalischen Bühnenrevue", wie es m der Ankündigung heißt. Das Programm ist vielseitig sowohl in der Instrumentation als auch in der Vortrags- folqe, nicht zuletzt in der äußeren Aufmachung. Die Kapelle nimmt malerisch gruppiert den ganzen Buhnenraum ein und wird bei ihren Darbietungen durch Scheinwerfer mit wechselnden farbigen Lichtern übergossen. Uebrigens musizieren sie nicht nur, sondern servieren dazwischen allerhand Einlagen — Steptanz, Flüstertenor, pantomimische Scherze und Intermezzi, die zur Belustigung des Publikums beitragen. Die Kapelle ist fließend aufeinander eingespielt, die Vortragsfolge so gestaltet, daß jeweils auch die solistischen Spezialitäten der em- 3eitfd)riften. — „Deutsche Rundschau", herausgegeben von Rudolf Pechel, Paul Fechter, Eugen Diesel. Verlag: Bibliographisches Institut AG., Leipzig. Einzelpreis 1,50 RM., bei Jahresbezug 1,25 RM. — Wer kennt nicht die Darstellungen Koch-Gothas aus dem Kleinbürgerleben, deren gemütvoller Humor ebenso weit entfernt ist von bissiger Karikatur wie von einem allzu großen Ernst. Um so mehr setzt es uns in Erstaunen, im Januarheft der „Deutschen Rundschau" einen ernsthaften Beitrag Koch-Gothas über die „Thusnelda-Tragödie" und über die Geschichte unserer frühesten Ahnen zu finden. An Hand der Berichte des Tacitus und aus seiner Kenntnis der deutschen Vorgeschichte entwirft Koch-Gotha hier das Bild der Tragödie der Gattin des Armin, die als Zeichen eines vermeintlichen Sieges vor dem Wagen des Germanicus ick Ketten durch die Straßen Roms geführt wurde — Schaustück eines erlogenen Triumphes. Zahlreiche vorzügliche Abbildungen unterstützen den Text. Von den weiteren Beiträgen nennen wir den Aufsatz von Eugen Diesel „Erfahrungen mit dem Namen Diesel", in dem er davon erzählt, welche Erlebnisse er mit dem Namen seines Vaters gehabt hat. Eine fein erfühlte Erzähluna ist „Gottfried Kölwel: Pan schwimmt auf dem Wasser", zu der Herbert Jeschke die Zeichnungen schuf. Karl Foerfter-Bornim berichtet über neue Wege zur Gartengestaltung, wie sie von den Bornimer Versuchsgärten gezeigt werden. Der Roman von Hans Grimm „Kaffernland" erfährt seine Fortsetzung. — Die Januarfolge von Westermanns Monatsheften enthält viele farbenfrohe Bilder; dank Dorothea Hauers Kunst meint man mitten im chinesischen Neujahrsfest, dem schönsten Tage im Lande der Blüten zu stecken. Ebenso begeistert ist man von dem Aufsatz „Der Raum als Ausdruck des Stils" von Wilhelm Müseler. Aufnahmen romanischer, gotischer- Renaissance- und Barockkirchen sprechen von dem Raumgefühl, dem Stil und dem Denken des deutschen Volkes im Laufe der Jahrhunderte. Interesse wird auch der Beitrag von Dr. Oskar Aust „Kalenderreform" finden. Von dem Bildhauer Fritz Behn sind einige seiner schönste« Werke wiedergegeben. Von deutschen Siedlern in Brasilien berichtet Maria Kahle. Farbige Abbildungen von mustergültig aufgebauten und verwalteten deutschen Siedlungen zeigen die in llebersee von Deutschen geleistete Kulturarbeit. Eine ausführlich, „Literarische Rundschau" und die Rätsel- und Photo- ecke runden das Heft ab. Aus dem Schatz süddeutscher Legenden stammt auch das Weihnachtsspiel der Volksbühne: „Der Brandner-Kaspar schaut ins Paradies" von Joseph Maria Lutz. Was geschieht? Der Tod, der hier der „Boanlkramer" heißt, kommt nach Tegernsee, um den Brandner-Kaspar zu holen; aber der, noch längst nicht lebensmüde, schlägt dem Gevatter ein Schnippchen, bis der Kaspar später doch einmal in den Himmel hineinschaut: dort findet er sein Tegernsee wiedr, das nun in himmlischer Verklärung daliegt, er begegnet seinen Söhnen, Eltern und Freunden — kurz, das Paradies ist so herrlich, daß der Kaspar nicht mehr zur Erde zurück- will. Kritische Geister mögen tadeln, daß die Handlung schwer und langsam in Gang komme und einige Weitschweifigkeiten enthalte, aber das gehört zum Stil des Verfassers, der kein regelrechtes Drama schreiben, sondern eine Legende erzählen will. Und wenn der Kaspar den Tod bei Schnaps und Kartenspiel übers Ohr haut, wenn Petrus an der Himmelstür den säumigen Tod herunterputzt, so sind das unvergeßliche Bilder von tiefem und hintergründigem Humor. Hier wird Legende sichtbar gemacht, hier liegen die Ansätze zu einem Volksstück, das sich vielleicht bald einmal über das Lustspielhafte erheben und sich der großen und ewigen Gegenstände bemächtigen darf. In den märchenhaften Bühnenbildern von Caspar N e h e r spielt Paul Hörbiger den Boanlkramer, aus dem er eine Gestalt zwischen Komik und Grauen schafft; der Kaspar ist die gegebene Rolle für Josef S i e b e r. Braucht noch etwas Über den Erfolg mitgeteilt zu werden? Das Deutsche Theater beschert zu Weihnachten Sbakespeares „Wintermärchenü Woher der Name? Es ist vieldeutig wie mancher andere Dramentitel Shakespeares, und daß ein traurig Märchen gut in den Winter passe, heißt es nur gelegentlich einmal im Stück. Diese leiten gespielte Dichtung erstreckt sich über einen großen Zeitraum; ein Geschlecht altert, ein neues wächst heran, wird die Zwietracht der Alten versöhnen und von den Torheiten der Eltern frei werden: Frühlinqshoff- nung im Wintertraum, Erwartung und Erfüllung. So betrachtet, ist diese tiefsinnige und vieldeutige Die Nibelungen-Straße im Odenwald Demnächst wird sie dem Automobilverkehr übergeben. DerFinanzkrachbeiOppenheimer Den Freund um 1% Millionen gebracht. Frankfurt a. M., 8. Jan. (LPD.) Vor der Zweiten Strafkammer begann am Montag der Prozeß gegen den 31jährigen Juden Dr. jur. Walter Oppenheimer, dem Betrug in zwei Fällen vorgeworfen wird. Der Angeklagte ist der Sohn des jüdischen früheren Konsuls und Rennstallbesitzers Moritz I. Oppenheimer, der die Papierfabrik „Mimopa" in Frankfurt betrieb. Die Fabrik beschäftigte bis zu 200 Arbeiter. Zu dem Unternehmen gehörte auch eine Fabrik in Berlin, in der 70 Personen beschäftigt wurden. Der Konsul hatte kostspielige Liebhabereien auf sportlichem Gebiet. Er gründete in verschiedenen Städten Turnierkartelle und ries das bekannte Gestüt Erlenhof bei Bad Homburg ins Leben, das einige ganz hervorragende Rennpferde hervorbrachte. Der Konsul war mit einem Studienrat befreundet, der mittlerweile gestorben ist, dem ein großes Vermögen in Amerika beschlagnahmt war, das 1931 freigegeben wurde. Im Verlaufe von etwa 21 Monaten stellte der Studienrat dem Konsul 1 746 000 Mark Kapital Märchens und seiner Darstellung durch Theodor Loos, Paul Otto und Lil D a g o v e r ; unter ( den Vertretern der jungen Generation: Ilse Menge l und Hermann Wedekind als Perdita und Florizel, und Franz Pfand ler und Wilfried S e y f e r t h als Spieler der Narren. In der Komödie erscheint eine neue Autorin, sie heißt Grete Wilhelm und stellt sich mit einer Komödie „Frau Po lens ka" vor. Da fegt Ida Wüst als forsche und derbe Frau Polenska in einer Grenzkneipe zwischen Rußland und Polen umher, fegt unliebsame Gäste zur Tür hinaus und erzieht ihre lockere Tochter in Zucht und Strenge — man hofft, es werde sich nach solchem Anfang eine Art Charakterkomödie entwickeln und am Ende werde eine so saftige und vollblütige Gestalt da- stehen wie etwa die Waschfrau Wolffen im „Biberpelz". Es geschieht leider nicht; was als Charakterkomödie begann, versandet im leichten Gesellschaftsschwank an der französischen Riviera. Schade. Aber auch hier ist Hoffnung, hier sind Ansätze. Die Verfasserin mag sie erkennen und pflegen. Da die Ereignisse viele geworden sind, kann einiges nur kurz vermerkt werden. Im Theater in der Saarland st raße gibt Detlef S i e r ck Hjalmar Bergmans bekannte Komödie „D e r Nobelpreis" — sie wurde unter dem Titel „Swedenjhelms" auch verfilmt —, in deren Hauptrolle Heinrich George viel Beifall findet. Zu Weihnachten tat sich auch das Schillertheater unter der Leitung des jungen Regisseurs von Alten wieder auf, beginnt mangels längerer Vorbereitungszeit mit dem altbewährten Schwank „Robert und Bertra m", verspricht aber für die Zukunft ein ernsthaftes und zeitnahes Theater und bittet, erst nach späteren Leistungen beurteilt zu werden. Zum Silvester kündigte das Kleine Haus des Staatstheaters „Donna Diana" von Moreto, einem Zeitgenossen Calderons, an, wahrscheinlich zu allgemeinem Erstaunen, denn was kann aus einer Aufführung eines vergilbten Ritterund Schelmenspiels Gutes entstehen? Dennoch wird dieser Abend die Ueberraschung der Spielzeit. Jürgen Fehling überbaut das Stück mit einer Fülle von selbständigen theatralischen Einfällen, die, immer noch mit der Handlung zusammenhängend, sich streckenweise ganz von ihr zu lösen scheinen und als glitzerndes Feuerwerk emporschnellen. Schon das Bühnenbild ist sicherlich ungewöhnlich: eine weiß ausgelegte, bis über das Orchester vorgezogene Fläche, die mit einem Vorhang aus weißen Kugelschnüren umgeben ist (Traugott Müller); wird dieser Raum von farbigen Scheinwerfern durchschossen, so ergeben sich die phantastisch beleuchteten, schwebenden Hintergründe, die dieser Fastnachtsmummenschanz braucht. Alle theatralischen Künste werden aufgerufen, um sich zu einem blendenden Theaterkunstwerk zu vereinen, Musik und TanZ, Auszüge und Maskenschwärme, Gewänder und Farben; manche Szenen werden ganz in Gesang und Bewegung aufgelöst, andere erinnern an eine Opernparodie, die Figuren des Barock- und Rokokotheaters tauchen auf, in dieser Aufführung, der man keine Spur der Arbeit anmerkt, die sie gekostet hat, gibt es keinen leeren Augenblick, immer sprüht die Bühne von Farben, das ganze Spiel hindurch hält dieser rauschende Zug der Erscheinungen an. Zwischen dem Liebespaar (Paul Hartmann und Maria Bard) tänzelt und trippelt der Perin Werner K r a u ß', ein listiger ; Bursche mit wüster Lockenperücke und pfiffigem , Bärtchen; er macht aus den Unzulänglichkeiten des ; Textes komische Köstlichkeiten, wenn er die klap- Wenn es in Berlin einmal eine Uraufführung gibt — die hiesigen Bühnen haben das Vorrecht des Wagemuts längst an die Theater des Reichs abgegeben — muß man es besonders vermerken. Die Prinzipalin des Agnes-Straub- Theaters hat das Verdienst, uns zu Weihnachten eine weihnachtliche Uraufführung beschert zu haben: „Das Dorf und die Menschheit", ein Schauspiel der Oesterreicherin Juliane Kay, die sich als Schauspielerin Erna Baumann nennt. Die Graßner-Resl, eine kleine, eifernde Dorfheilige, wird von einigen Burschen verführt, empfängt ein Kind und bringt es in einem Stalle zur Welt — das ist wenig an Handlung, aber dieser karge Vorgang ist innerlich, menschlich und dichterisch gestaltet, bis etwa auf den letzten Akt, der die Szene zu absichtlich an das Weihnachtsmotiv — Maria mit dem Kinde in der Krippe — heranrückt und auch am inneren Geschehen nach den beiden ersten abfällt. Aber Frau Straub bleibt das Verdienst, eine ernste Dichtung gewagt zu haben, die nicht unbedingt Aussicht auf breite Wirkung hat, und sie so gewagt zu haben, daß die Aufführung über alle Kritik erhaben wird: der Wiener Regisseur Friedrich Neubauer, lange in Berlin beheimatet, führt eine Truppe von süddeutschen Schauspielern (unter ihnen die Autorin, die eine der kernigen Frauengestalten darstellt), die schönen, großflächigen Bühnenbilder stammen von dem Wiener Maler Wilhelm Prachensky, und als Refl schafft Hilde Körber eine reine, ergreifende Mädchengestalt — durch solche Kräfte wird das Tiroler Dorfstück auch in der Mundart ausgezeichnet wiedergegeben. für die Fabrik zur Verfügung. Ein Teil davon die Bemühungen die Fabrik m Gang zu halten sollte mit 12 v. H. verzinst werden. Dem Konsul ist > nachdem eine Ueberschuldung von 2,8 Millionen Mk. liWlftuar Erbadi § werkiiel'm. milimbeeg Lorsch ^morbad) festgestellt worden mar. Man setzte große Hoffnungen darauf, das Gestüt gut abstoßen zu können. Der ^»tudienrat drängte immer mehr auf Sicherheiten. Er bekam schB.'ßlich den Schmuck der Ehefrau des Konsuls im Werte von 80 000 bis 90 000 Mark. Aus den weiteren Ausführungen des Zeugen ergab sich, daß die Wechseloerbindlichkeiten, die bis über 700 000 Mark betrugen, von der Mimopa erfüllt wurden. Der Zeuge bezeichnete es als selbstverständlich, daß der Angeklagte wußte, daß die Firma Verpflichtungen von über 1 Million Mark hatte. Nach zweitägiger Verhandlung wurde heute der Prozeß zu Ende geführt. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten, ben er in beiden Betrugsfällen für überführt erachtete, neun Monate Gefängnis. Das Gericht sprach den Angeklagten in dem einen Falle mangels Beweises f r e L im zweiten Falle hielt es den Sachverhalt für nicht völlig geklärt; es hätte noch einer Vernehmung des Vaters des Angeklagten bedurft, der aber krank ist. Es komme hier nur Betrugsversuch in Betracht. Der unter dem Einfluß seines Vaters gestandene Angeklagte hätte eine höhere Strafe als sechs Monate Gefängnis nicht zu erwarten gehabt. Deshalb wurde das Verfahren auf Grund der Amnestie-Verordnung eingestellt. ein wichtiger Schritt auf dem Wege zur Qualitätssteigerung kündigte der Redner dann die vom Reichsnährstand beabsichtigte Einführung der Reichssortenliste an, die für Bohnen, Gurken und Spinat bereits in nächster Zeit zu erwarten sei. Durch diese Reichssortenliste soll der Aufzucht einer Unzahl von Sorten ein und desselben Gemüses gesteuert werden, um auf diesem Wege zu einem tadellosen Saatgut zu gelangen, das ein für alle Mal eine gleichbleibende Güte verbürge. Auf der Reichssortenliste sollen nur diejenigen Arten Aufnahme finden, die im deutschen Anbaugebiet eine große Streubreite besitzen, wobei natürlich auf die regionalen wirtschaftlichen Verhältnisse Rücksicht genommen werden solle. Unter keinen Umständen könne es aber angehen, daß von einem Gemüse bis zu 150 Sorten auf den Markt kämen, die ein allgemeines Durcheinander verursachten. Der Gartenbau in der Erzeugungsschlacht. Landesbauernführer Dr. Wagner spricht auf einer Tagung der Gartenbauer. LPD. F r a n k f u r t a. M., 8. Jan. Im großen Saal des Palmengartens fand heute nachmittag eine außerordentlich stark besuchte Tagung der Gartenbauer aus Hessen-Nassau statt. Nachdem in Vertretung des Landesfachwartes „Garten" Herr Hund- Wiesbaden den _ Landesbauernführer und die zahlreichen Berufskollegen aus der näheren und weiteren Umgebung begrüßt hatte, begann Landesbauernführer Dr. Wagner seine Ausführungen mit der Feststellung, daß der heutige Gartenbautag einberufen worden sei, um die Gärtner auch in die Erzeugungsschlacht einzu- sügen und den grundsätzlichen Weg aufzuzeichnen, den sie gehen müßten, denn Obst und Gemüse seien ebenso lebensnotwendig wie Brot und Fleisch. Seit der Machtübernahme sei auch für die Gärtner so viel Gutes erzielt worden, er erinnere nur an die Marktordnung und an die Preisordnung, daß es jetzt auch an der Zeit sei, daß die Gärtner sich ihrer Pflicht bewußt würden und ebenfalls mrt- arbeiteten an dem großen Werk der Unabhanglg- machung der Ernährung des deutschen Volkes vom Auslande. Die politische und vor allem die geographische Lage Deutschlands machten die Abschnürung der Einfuhr von Obst und Gemüse geradezu zu einer unbedingten Notwendigkeit. „Wie gut wäre es im großen Krieg gewesen, wenn man auch den Bauern so mobil gemacht hätte wie die Armee." Man müsse durch geschickte Organisation so weit kommen, daß Obst und Gemüse als Dauerware ebenfalls auf Lager gelegt werden könnten, um in der schlechten Zeit auf den Markt geworfen zu werden. Er könne sich sehr wohl vor- stellen, daß selbst der Erbhofbauer in Zukunft seines Hofes verlustig gehen könne, wenn er diesem Gedanken der Volksgemeinschaft nicht Rechnung trage, indem er vielleicht andere Pflanzen und Früchte züchte als die, die zur Ernährung des Volkes in allererster Linie notwendig sind. Dann ging der Landesbauernführer eingehend auf die Lage auf dem Obstmarkt ein und zeigte die Wege, um auch hier zu einer ausgedehnten Leistungssteigerung zu gelangen. Im Jahre 1934 gab es in ganz Deutschland 174 Millionen Obstbäume, davon in Hessen-Nassau 10 Millionen. Der Durchschnittsertrag eines Obstbaumes belief sich auf 33 Pfund Obst, in Hessen-Nassau aber nur auf 19 Pfund. In manchen besonders bevorzugten Gegenden war der Durchschnitt 40, 60 und sogar 80 Pfund. Für den Zentner Obst, alle Sorten ineinandergerechnet, wurden 8 Mark erzielt. Das ergab einen Betrag von 460 Millionen Mark, für Hessen- Nassau machte das 26 Millionen Mark aus. Es handelte sich allerdings nur um eine mittlere Ernte. Es könnten bis zu 50 Millionen Mark aus Hessen - Nassau am Obst gewonnen werden. Dieser Betrag müsse durch zweckentsprechende Behandlung der Bäume und gute Aussorlie- rung in den Baumschulen auf 60 bis 70 Millionen Mark gesteigert werden. Nicht nur die Ernährung des Volkes, sondern auch die Arbeitsbeschaffung könne verbessert werden, denn jährlich würden auch viele Millionen Mark als Arbeitslohn in den Konservenfabriken gezahlt. Devisen für die Einfuhr von Obst zu verlangen, sei bei dieser Sachlage jedenfalls als ein Mangel der Obstbaumpflege zu bezeichnen. Die heutige Sicherheit der Preise sichere dem Erzeuger zudem einen auskömmlichen Lohn für seine Arbeit, und dazu komme noch die Garantie, daß das, was er erzeuge, auch voll abgenommen werde. Die Obstbaumschulen hätten die Äufgabe, gute Ob ft bäume zu erzeugen, und sie müßten besonders die entsprechenden Anordnungen genau befolgen. Das gleiche, was er für Obst gesagt habe, gelte auch für Gemüse und Blumen. Die Verwendung hochwertigen Saatgutes, sachgemäße Pflege und die Vereinheitlichung der zu vielen Sorten müßten zu einer Qualitätssteigerung führen. Zu dem Thema „Wege zur Leistungsstei- gerung im Ob st - und Gemüsebau" sprach dann der Sachbearbeiter im Reichsnährstand ör Kampe, Berlin Unter Erzeugungsschlacht verstehe er weniger eine Steigerung der Menge nach, als eine Q u a l i t ä t s- steigerung; denn diese bringe zwangsläufig auch eine Steigerung der Menge mit sich, denn je besser die Qualität, desto geringer der Schwund. Eine der wichtigsten Fragen scheint dem Referenten die richtige und reichliche Ersatzbeschaffung für den mangelnden Stallmist zu fein, damit die Kräfte, die der Erde durch die Ernte entzogen werden, wieder in genügendem Maße ersetzt werden. Als Für die auf die Reichssorlenlifle zu sehenden Gemüsearlen kämen neben der großen Streubreite vor allen Dingen Widerstandsfähigkeit, Gesundheit und die Eignung zur Dauerware und zur Konservierung neben Ausgiebigkeit in Frage. Schließlich hielt dann noch Dr. Krümmel vom Institut für Pflanzenbau an der Universität in Halle einen Lichtbildervortrag über die Befruch- tungsoerhältnisse im allgemeinen. Mit Sieg-Heil auf den Führer schloß die Tagung, die allen Teilnehmern viele Anregungen vermittelt haben dürfte. Wirtschaft. Die Industrie- uni» Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 18: Behandlung der Lohnsteuerbelege für das Kalenderjahr 1935. 19: Neue Leipziger Messeordnung. 20: Niederländische Wirtschaftsprognosen. 21: Bekanntmachung K? 87 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. 22: Aenderung des Umrechnungskurses bei der Berechnung der Wertzölle in Belgien. — Verteuerung für deutsche Waren 23: Zolländerungen von feiten Finnlands. * * Harpener Bergbau AG., Dortmund. Wie der Fwd. erfährt, beabsichtigt die Harpener Bergbau AG., Dortmund, die bisher noch still- liegende Kokerei Hugo wieder in Betrieb zu nehmen. Die Inbetriebnahme der Anlage, die eine Jahresproduktion von 150 000 Tonnen Koks erreichen soll, wird voraussichtlich am 1. 4. d. I. erfolgen. Bei der geplanten Maßnahme handelt es sich um eine Auswirkung der durch den Üebergang der Gewerkschaft Mont-Cenis auf Harpen und die für die Maximilianshütte vorgesehenen Kokslieferungen von Harpen geschaffenen neuen Lage. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse uneinheitlich. ~ o n f f u r t a. M., 8. Jan Die Börse brachte bei wieder nur sehr kleinen Umsätzen keine stärkeren Kursveränderungen. Am Aktienmarkt war die Entwicklung uneinheitlich, das Geschäft beschränkte sich zumeist nur auf einige Spezialwerte, in denen auch größere Abweichungen zu verzeichnen waren. An sich war die Grundstimmung freundlich und nach den erstell Notierungen ergaben sich überwiegend leichte Erholungen. Schwach lagen AEG. mit 37 (39), da im Hinblick auf Presseäußerungen über die Abschlußaussichten größeres Angebot vorlag. Fest waren andererseits Westdeutsche Kaufhof mit 26 (25) auf die Verlautbarung der Verwaltung, daß kaum mit einem Verlustabschluß zu rechnen sein dürfte. Höher eröffneten außerdem Deutscher Eisenhandel mit 107—106,75 (105,25), AG. für Verkehrswesen mit 89 (88), ferner bestand auf Abschlußhoffnungen für Muag zu 72,75 (71,75) Nachfrage. IG. Farben konnten sich mit 147,25 (147,25) nur knapp behaupten, auch Montanwerte gaben anfangs zumeist 0,25—0,50 v. H. nach, höher lagen jedoch Ilse Genuß mit 126 (125). Elektrowerte blieben größtenteils voll behauptet. Schiffahrtswerte lagen unverändert, Reichsbankanteile bröckelten auf 177,75 (178) ab. Auf den übrigen Marktgebieten herrschte Geschäftsstille. Der Rentenmarkt war weiter freundlich, das Geschäft aber auch nur klein. Altbesitz 110,25 (109,75), Zinsvergütungsscheine 92,40 (92,25), Kom- munal-Umschuldung etwa 87,75 (87,65), späte Schuldbuchforderungen unv. 96,50. Von fremden Werten lagen Mexikaner etwas fester, 5proz. äußere Gold 12,90 (12,65), 4proz. Gold 7,70 (7,40), ferner 4proz. Ungarn Gold 9,20 (9,175). Im Verlaufe verstärkte sich die freundliche Haltung und die Aktienkurse wiesen in den meisten Fällen nach oben. Größeres Geschäft hatten AG. für Verkehr mit 90,25 nach 89, Westdeutsche Kaufhof mit 26,50 nach 26,13, Muag mit 73,75 nach anfangs 73,50 und gestern 71,75, außerdem zogen Stahlverein auf 74,65 nach 73,65 und Hoesch auf 84 nach 83 an. Sonst lagen noch mäßig höher IG. Farben mit 147,50 (147,50), Chade A—C mit 287,75—288,50 (288), Felten mit 113,40 (112,75), Kunstseideaktien gewannen 0,25—0,50 v. H. Schwächer waren Harpener mit 108 (109,50) und Rheag nach Pause mit 127,75 (132). Der Rentenmarkt blieb still. Auch Pfandbriefe und Stadtanleihen zeigten keine besondere Veränderungen, die Haltung war freundlich. Von Auslandswerten waren Schweiz. Bundesbahn-Obligationen höher gesucht. — Tagesgeld sehr leicht mit 2,25 (2,50) v. H. Abendbörse fest. Die Abendbörse nahm im Anschluß an die Mit- tagsbörse einen verhältnismäßig lebhaften und festen Verlauf. Gegen den schon hohen Berliner Schluß überwogen weitere Befestigungen von etwa 0,50 v. H. Darüber hinaus fliegen Rhein. Braunkohlen auf 213,50 (211,50), Metallgesellschaft auf 114 (112,50), Siemens auf 167,25 (166,50) und Scheideanstalt auf 210 (209). Lebhafter waren IG.-Farben mit 148,50 bis 148,75 (148,25) und einzelne Montanaktien, sowie Gesfürel mit 126 bis 126,50 bis 126 (125,50). AEG. blieben zu 37,65 unverändert, AG. für Verkehr bröckelten etwas ab auf 90,75 (91,25). Der Rentenmarkt lag ebenfalls freundlich, die Kurse blieben aber unverändert. Anregung bot der bisher gute Zeichnungseingang auf die neuen Reichsbahll- Schatzanweifungen. Bankaktien lagen bis 0,40 v. H. höher, Deutsche Ueberfeebanf 82,75 (80,50). U. a. notierten: Allbesitz 110,40, JG.-Farbenbonds 123, 4proz. Ungarn Gold 9,20, 4,5proz. Goldrumänen 8,90, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 185, 5proz. Goldmexikaner 12,75, Commerzbank 84, DD- Bank 82,75, Dresdner Bank 83,25, Reichsbank 178, Harpener 109, Ilse Genuß 126, Klöckner 82,65, Mansfeld 123, Hoesch 85,40, Rhein. Braunkohlen 213,50, Rheinstahl 105, Stahlverein 75,40 bis 75,50, Aku 52,50, AEG. 37,65, Bekula 136,50. Frankfurter Pserdeniarkt. Frankfurt a. M., 8. Jan. Der erste Pferdemarkt im neuen Jahr war reichlich beschickt; auch der Besuch, insbesondere aus Kreisen der Landwirtschaft, war gut. Aufkäufer von Großhandelsfirmen aus Bayern, der Provinz Sachsen und dem Rheinland brachten große Transporte zur Verladung. lieber zwei Drittel der gesamten Zufuhr wechselten den Besitzer. Gute mittelschwere Pferde waren lebhaft gefragt und dementsprechend die Preise anziehend', teilweise hoch. Dagegen waren magere Schlachtpferde überständig und erreichten nur Preise von 24 bis 26 Mk., fette Ware 32 bis 34 Mk. je 50 kg Schlachtgewicht. Frankfurter Schlachtviehinartt. Frankfurt a. M„ S. Jan. (Borberidjt) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Sorauftneb: 114 Rinder (7 Ochsen, S Bullen, 82 Kühe, 20 Färsen», 844 Kälber, 298 Schafe, 600 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 70 Mark, Hämmel 43 bis 48, Schafe 30 bis 43, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktver- lauf: Kälber ruhig, Hämmel und Schafe lebhaft, Schweine wurden zugeteilt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Jan. Der Getreidegroßmarkt lag allgemein still und gegen den Markt vom Montag unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 207, W16 210, W 19 214, W 20 216; Roggen R12 170, R15 173, R18 177, R19 179, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Sommergerste für Brauzwecke 225 bis 230, Hafer —. Weizenmehl W13 28,15, W 16 28,40, W19 28,40, W 20 28,75, Roggenmehl R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Wei- zennachmehl 17,00, Wsizenfuttermehl 13,50. Wenen- kleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30, Treber —, Trockenschnitzel 8,92, Großhandelspreis ab Fabrikstation, Heu 8,70 bis 9,00, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,80 bis 4,00, gebündelt 3,50 bis 3,80. Wieder 1,1 Millionen für Arbeitsbeschaffung durch die DBG. LPD. D a r m st a d t, 8. Jan. Die Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft in Darmstadt (DBS.) hat das neue Jahr zur verstärkten Arbeitsbeschaffung sofort mit einer neuen Baugeldzuteilung in Höhe von 1 144 000 RM. zur Erstellung und Entschuldung von 115 Eigenheimen begonnen. Die Gesamtsumme der Darlehensverleihungen der DBS. steigt damit auf über 67 Millionen RM. zur Erstellung oder Entschuldung von rund 6000 Eigenheimen. Außer der neuen Bau-Darlehensausschüt- tung liegen bei der DBS. zu Beginn der neuen Bausaison noch weitere 4,5 Millionen RM. zum Abruf bereit. Drei Jahre Zuchthaus für einen Wüstling. LPD. Mainz, 8. Jan. Die Große Strafkammer verurteilte den 57 Jahre alten Heinrich Stahlofen aus Mainz wegen Kindesschändung nach § 176 Abs. 3 zudrei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte hatte sich im September 1934 an einem schulpflichtigen Kinde vergangen. Das Gericht sah diesmal zum letzten Male von der Sicherungsverwahrung gegen den bereits mehrfach vorbestraften Angeklagten ab. Rundfunkprogramm Freitag, 10. Januar: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Allerlei zur Unterhaltung. 10.15: Schulfunk. 10.45: Hausfrau hör zu? 11: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13 Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirtschaftsbericht. Die fortschrittliche Eisenbahn. 15.15: Aus dem Buche der Landschaft. 16: Kammermusik. 17.30: Stammbaum oder Ahnentafel? Ein Zwiegespräch von Emil Finkernagel. 17.45: Schlechtes Wetter — schlechte Laune! 18: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. 20.45: Die Treue. Funkballade. 21.30: Kammermusik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Samstag, 11. Januar. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf zum Staatsjugendtag! — BDM.-Sport. 10.15: Schulfunk. 11: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Stuttgart—München—Wien. Eine bunte Melodienfolge. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht. Quer durch die Woche. 15.15: HJ.-Funk. 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18: „Die Schaffenden müssen hart werden." Funkspiel um ein Wort von Hans Thomas. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein! 18.40: Die Wochenschau des Zeitfunks. 19: Militärkonzert. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Der arme Jonathan. Operette von Millöcker. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Ausschnitte aus dem großen Reichswehrkonzert in der Festhalle zugunsten des Winterhilfswerkes. 23: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Sranuuri a. M. Lerna Schlußkurs Schlußk. Abend- Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 7.1 8.1. 7-1. 8 1. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100,25 100,4 100,5 100,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,1 97,1 97,1 97,1 5*/t% Young-Anleihe von 1930 .. 103,5 103,4 103 103 Deutsche Anl.-Mlös.-Schutv mV Ausios.-Rechten ............. 109,75 110,4 109,75 110,4 4l/«% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 99,9 99,9 99,9 99,9 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rüclzahlb. 102%)............ 97 97,25 97,5 97,5 471% ehem.8% Hessische Landes- banl Darmstadt Gold R. 12.... 96,4 96,4 —- 96,25 57t% ehem. 4/,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiaui 100,75 100,8 — _ 47i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landest».Goldschuldvericbr. R.6 93,25 93,25 —- _ Oberhessen Provinz-Anleihe mV Auslos.-Rechten ............. — 117,25 _ Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 112,9 113,13 112,75 112,9 47i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 _ 57i% ehem. 47i% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 101,25 101,25 _ 57i% ehem. 4>/2% Rheinische Hyv.-Bank-Liqu.-Goldpfc..... 101,65 101,5 101,4 101,5 47i% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 47i% ehem. 7% Pr.Landespsand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI 97 97 97 97 Steuergutlch.Verrechnungsk. 34-38 108,13 108,2 108,13 I 108,13 4% Oesterreichische Golbrenle... — — 29,5 30 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,3 1,3 1,35 1,35 4% Ungarische Goldrente ....... 9,175 9,2 9,15 9,25 4% Ungarische Staatsrente v. 191C 9,13 9,05 9,1 9,15 47t% desgl. von 1913......... 9,15 9 9,05 9,13 5% abgest. Goldmexikaner von 92 12,65 12,75 12,75 12,7 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1................... 9,5 9,5 '— 3-ranffur< a.M. | Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußl. Mittagbörse Datum 7-1 8.1. 7-1. 81 4% vesgl. Serie 11 ........... 9,5 9,5 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,65 5,65 5,75 5,8 4'/2%Rumän.vereinh.Rentev.i913 8,75 8,9 8,65 8,6 4% Rumänische vereinh. Rente 2 7*% Anatolier........... 4,9 4,95 4,9 4,95 39,13 39,4 39,5 — Hamburg-Amerika-Paker ..... u 15 15,4 15,13 15,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 — — — — Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,9 17 17 17,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 88 90,75 87,75 91 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 115 114 114,65 113,5 Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- 0 83,5 84 83,5 83,65 Gesellschaft................ 0 82,5 82,75 82,5 82,5 Dresdner Bank.............. 0 83,25 83,25 83,25 83 Reichübank ................ 12 178 178 177,75 177,75 A.E.G...................... U 39 37,65 39,13 37,65 Bekula.................... 10 136 136,5 135,9 136,4 Elektr. Lieferungsgeiellschaft.. 5 111,5 111,75 111,5 114 Licht und Kraft ........... 6% 127,25 127,5 127,5 127,5 Felten & Guilleaume........ 4 112,75 114,25 113,13 114,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 125,5 126 125 125,5 Rheinische Elektrizität ....... 6 — 127,75 128,25 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 127 128,75 127 128,25 Schustert L Co............... 4 121 123 121,5 123 Siemens & Halske............ 7 165.5 167,25 165,5 166,5 Lahmeyer & So.............. 124 123,5 123,5 123,5 Buderus .................. 4 94,5 95 94,25 95 Deutsche Erdöl ............. . 4 108,9 108,75 108,75 108,65 Harpener.................. . ( 109,5 109 109,5 108,75 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . - ! 84 85,4 83,75 85 Ilse Bergbau .............. . 6 155 154 Ilse Bergbau Genüsse....... . fl 125 126 125 126 Klostnerwerke .............. . r 81 82,65 81 82 Mannesmann-Röhren....... . 0 77,65 79 77,65 79 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 7-1 8.1 . 7.1. 8 1 ManSfelder Bergbau .., .. 5 120 123 120 123 Kokswerke.......... .. 6 115,75 116 Rheinische Braunkohlen .... 12 210,5 213,5 210,5 211,5 Rheinstahl ............... .. 4 103,5 105 103,25 105 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 73,9 75,5 73,75 74,9 Olavi Minen ............. .. o Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 _ 122 123 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 _ _ 119 119 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7 7i — — 181 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 147,5 148,75 147,25 148,25 Scheideanstalt............. .. 9 210 910 Goldschmidt .......... .. 5 107,5 107.5 108.75 Rütgerswerke....... .. 6 113,75 113,75 115 Metallgesellschaft........... .. 4 112,25 114 111,75 112,5 Philipp Holzmann......... .. 4 87,5 89,5 87,5 89,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 119 119 - Cementwerk Karlstadt....... .. 6 128 128 - Schultheis Payenhofer ..... .. 4 — — 101,5 102 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 52 52,5 52,25 52,5 Bemberg................. .. 5 100,25 102 101 101,75 Zellstoff Waldhof .......... .. 5 115,75 117,25 115,5 116,9 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 78 79 78 79 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 119,5 120,65 Daimler Motoren.......... .. 0 90,5 91,5 90,4 91,25 Deutsche Linoleum......... .. 8 139,75 139,75 140 139 Orenstetn & Koppel ........ .. 0 — — 73,13 74,75 Westdeutsche Kaufhof.... .. 0 25 27,25 24,65 27,13 Chade.................... 71/, 288 288,5 288,5 288,5 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 169 —— 169 171,5 Conti-Gummi............. 160 161 160 160.75 Grihner................ ?6 75 26,75 26,75 | 26 9 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 88,5 89 Süddeutscher Zucker ....... . 10 197,25 197 l197,25 1 197,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 7-Jcu uar 8.Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld I Brief Buenos Aire 0,668 0,672 0,669 0,673 Brüssel .... 41.86 41,94 41,86 41,94 Rio de Ian. 0,137 0,139 0,138 0,140 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,73 54,83 54,77 54,87 Danzig----- 46,80 46', 90 46,80 46,90 London.... 12,255 12,285 12,265 12,295 Helsingfors.. 5,40 5,41 5,40 5,41 Paris ..... 16,40 16,44 16,39 16,43 Holland ... 168,72 169,06 168,63 168,97 Italien..... 19,98 20,02 19,98 20,02 Japan ...... 0,715 0,717 0,717 0,719 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,54 61,66 61,59 61,71 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,12 11,14 11,125 11,145 Stockholm... 63,19 63,31 63,24 63,36 Schweiz ... 80,80 80,96 80,79 80,95 Spanien... 33,99 34,0b 33,97 34,03 Prag....... 10,29 10,31 10,28 10,30 Budapest .. — —— — Neuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Banknoten Berlin,8 Januar Z»rit Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,72 41,88 Dänische Noten ................. 54,56 54,78 Englische Noten ................. 12,23 12,27 Französische Noten............... 16,34 16,40 Holländische Noten............... 168,21 168,89 Italienische Noten................ — Norwegische Noten .............. 61,43 61,67 Deutsch Oesterreich, 4 1OO SchMng — Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,07 63,33 Schweizer Noten................. 80,61 80,93 Spanische Noten................. 33,61 33'75 Ungarische Noten................ m. 7 Drittes Blatt (Weiter Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 9. Jammr (956 Dritter Reichsberufswettkampf. Hiilerjungen! BOM-Mä-el! „Der Reichsberufswettkampf ist das Symbol der Hitlerjugend", so sagt Baldur von Schirach. Die Teilnahme an ihm ist Beweis eures Leistungswillens und hohe Ehre zugleich. Der diesjährige Wettkampf soll — das ist unser fester Wille — den vorjährigen abermals übertreffen in Ausmaß, Organisation und Leistung. Rur noch wenige Tage könnt ihr euch zum RBWK. 1936 melden. Nutzt die Zeit. Meldet euch sofort! Hessen-Nassau voran! Der Führer des Gebietes 13: gez.: Herbert Potthoff, Oberbannführer. Die Führerin des Obergaues 13: gez.: Else Riese, Gauführerin. Oie Wettkampftage Die Wettkampftage für die verschiedenen Wettkampfgruppen beim Reichsberufswettkampf sind nunmehr endgültig festgelegt. Wir geben nachstehend die Verteilung der Wettkampftage bekannt: Sonntag, 2. Februar: Appell aller Wettkampfteilnehmer. Montag, 3. Februar: Wettkampfqruppen: Eisen und Metall (Industrie), Handel. Mittwoch, 5. Februar: Wettkampfgruppen: Friseure, Eisen und Metall (Feinmetall), Verkehr und öffentliche Betriebe, Bau, Hausgehilfen. Freitag, 7. Februar: Wettkampfgruppen.- Eisen und Metall (Handwerk), Leder, alle Mädel von Eisen und Metallgruppen. Sonntag, 9. Februar: Wettkampfgruppen: Gesundheit, Bergbau. Dienstag, 11. Februar: Wettkampfgruppen: Nährstand, Bekleidung, Holz, Chemie, Stein und Erde, Gaststätten. Donnerstag, 13. Februar: Wettkampfgruppen: Nahrung und Genuß, Druck, Papier, 3. Reichsberufswettkampf 1936. Betriebssichrer! Handwerksmeister! habt Ihr schon veranlaßt, daß sich Eure Lehrlinge zum 3. Reichsberufswettkampf vom 2. bis 15. Februar angemeldet haben? Meldeschluß am 15. Januar! Anmeldeformulare durch die Berufsschulen und die Jugendwatter der DAF. ■—1 ■■■■■■■■■■■■■ Freie Berufe (einschließlich Kindergärtnerinnen). Samstag, 15 Februar: Wettkampfgruppe: Textil. Mit Ausnahme der Wettkampfgruppen „Eisen und Metall" kämpfen die Mädels aller Wettkampfgruppen an den allgemein festgesetzten Wettkampftagen. Die Fachgruppe „Tabak" wird in den einzelnen Tabak-Betrieben geprüft. Gruppe Kaufleute. Gießen: Pg. Wertes, Schanzenstraße 18; Grünberg: Pg. Pfeffer, Londorser Straße; Hungen: Pg. Weber, Bahnhofstraße; Lich: Pg. Schwab, Oberstadt 5. Gruppe Jungdentisten. Gießen: Pg. Scheiter, Großer Steinweg 21. Gruppe Gaststätten. Gießen: O. Schneider, Kirchstraße 16 Gruppe Metall. Gießen: Gewerbelehrer Uih- lein, Kirchstraße 16; Grünberg: wie oben; Hungen: wie oben; Lich: wie oben; Lollar: Gewerbelehrer Weisel. Gruppe Holz. Gießen: Fachlehrer Lehrmund, Kirchstraße 16; Grünberg: wie oben; Hungen: wie oben; Lich: wie oben. Gruppe Lebensmittel und Tabak. Gießen: Bäcker Neurath, Asterweg 26; Metzger Nau, Neustadt 11; Grünberg: wie oben; Hungen: wie oben; Lich: wie oben. — Verschiedene Tabakfabriken: Werkmeister lt. besonderer Aufstellung. Verantwortlich: Otto Pipper, Gießen, Schanzenstraße 18. Gruppe Nährstand. Gießen: Gärtner Eberh. Schwarz, Kugelberg 2; Jungbauern Franz Hennecken, Marburger Straße 65; Londorf: Jungbauern Hch. Sch u d t, Hofgut, Tel. 21; Rodheim über Hungen: Jungbauern Erich Hofmann, Hof Graß, Telephon 89. Gruppe Stein und Erde. Gießen: Willy Woelke, Kirchstraße 16; Abendstern: Aug. R e h- berg, Tonwerk Abendstern; Mainzlar: Jng. Kirdorf, Didierwerke. NSG. Wieder rufen wir Euch wie im vergangenen Jahr. Macht mit bei dem großen Leistungskampf der deutschen Jugend 1936! Die Kameradinnen in der Stadt, gleich ob sie in der Fabrik, hinter der Maschine, in der Schreibstube oder im Kaufhaus ihr Brot verdienen, alle treten sie zum Berufswettkampf an. Da dürft auch Ihr nicht fehlen! Auch Ihr steht in der großen Front der Jugend! Und nicht der kleinste Teil der deutschen Jugend erfüllt seine tägliche Pflicht an der deutschen Scholle. Keine Berufsgruppe ist allein zahlenmäßig so stark wie die der L a n d m ä d e l. Hierzu kommt noch, daß jedes Mädel auf dem Bauernhof von klein auf die Arbeiten bei der Mutter gelernt hat, daß es mit der Arbeit groß geworden ist. Was die Kameradinnen in der Stabt sich in dreijähriger Lehre an Können im Beruf aneignen müssen, ist Euch täglicher Pflichtenkreis. Zeigt, daß Ihr als rechte Bauerntöchter zu wirken und zu schaffen versieht. Zeigt, daß Ihr stolz auf Euer Tagewerk seid, ebenso stolz wie die Kameradinnen der Stadt. Glaubt nicht, daß Ihr vor Aufgaben gestellt werdet, die Ihr nicht meistern könnt. Alle Aufgaben sind Eurem täglichen Pflichtenkreis entnommen. Daß Ihr Holzbütten reinigen könnt, ist doch klar; und spülen und Fenster putzen könnt Ihr doch auch. Fragt Eure Kameradinnen, die im vorigen Jahr mitgemacht haben; solche und ähnliche Aufgaben wurden gestellt. Oer Plattfuß als Volksübel. Von Or. Heinz Jansen. Die Zunahme des Plattfußleidens ist ein ernstes Problem, das bisher viel zu wenig Beachtung gefunden hat. Es spielt nicht in allen Ländern eine gleich wichtige Rolle. Italien zum Beispiel kennt keine Plattfußfrage. Auch in Griechenland ist der Plattfuß von äußerster Seltenheit. Dagegen haben die nördlicher gelegenen Länder alle ihre Plattfußsorgen. Es wird ärztlicherseits angenommen, daß die Rachitis, die trotz ihres starken Rückganges in den sonnenarmen Ländern noch immer große volksgesundheitliche Bedeutung hat, bei der Entstehung des Plattfußes eine entscheidende Rolle spielt. Auch eine angeborene Schwäche des Bindegewebes muß für das Entstehen des Nebels verantwortlich gemacht werden. In Deutschland ist der Plattfuß zweifellos ein Volksübel. Jährlich werden Tausende von sozialen Existenzen durch dieses scheinbar so harmlose Leiden vernichtet. Die Gefahren der chronisch verlaufenen Plattfußleiden bestehen in der Minderung der Arbeitskraft und auch der militärischen Schlagkraft. Gute Marschleistungen werden auch in Zukunft trotz weitgehender Motorisierung der Heere von ausschlaggebender Bedeutung bleiben. Wie wichtig dieser Faktor im Kriegsfälle sein kann, zeigt Dr. P i tz e n in einer Statistik, in der er nachweist, daß während des Weltkrieges in einem Regiment Gruppe Bergleute. Großen-Linden: Obersteiger Schäfer, Grube Fernie. Gruppe Druck und Papier. Gießen: Rektor Adam, Kirchstraße 16. Gruppe Leder (auch Polsterer, Tapezierer und Dekorateure). Gießen: Johann Neumann, Kirchstraße 16. Gruppe Bau. Gießen: Herr Schuch ardt, Kirchstraße 16. Gruppe Textil. Grünberg: wie oben. Gruppe Bekleidung. Gießen: Heinr. E u l e r, Kirchstraße 16; Grünberg: wie oben. Gruppe Friseure. Gießen: Herr T r ä n t n e r, Kirchstraße 16. Xanbmäbel tretet an znm Reichsbernfswettkamps! Aus der provinzialhaupisiadi. Ich weiß, nun denkt Ihr, die Mädel, die eine bäuerliche Werkschule besuchen konnten, sind um ein großes Stück im Können voraus. Nein, in diesem Jahr' gibt es für Mädel, die eine Fachschule besuchen, besondere Ausgaben. Also meldet Euch an als Bauernmädel m i t oder ohne Fachschule. Es ist dafür gesorgt, daß Ihr nur Aufgaben bekommt, die Eurem Alter entsprechen. Teilnehmen können überhaupt nur Mädels im Alter von 15 bis 21 Jahren. Die Teilnehmerinnen werden nach Altersklassen in Leistungsklassen eingeteilt. Auch auf die Verschiedenheit der ländlichen Arbeitsgebiete wird Rücksicht genommen. Die Mädel aus den Weinbaugebieten melden sich als Winzerinnen und erhalten entsprechende Aufgaben. Mädel, die in einer landwirtschaftlichen Lehre find, nehmen am Reichsberufswettkampf als „Landmädel mit Fachschule" teil, da sie eine gründlichere Ausbildung haben als die Bauernmädel schlechthin. Landarbeiterin, an dich noch ein besonderes Wort! Melde auch du dich zum Berufswettkampf und reihe dich ein in die Front der anderen Kameradinnen vom Land. Die Aufgaben sind so, daß auch du sie lösen kannst. Während die Welt um uns in harter Fehde liegt, tritt die deutsche Jugend an zum friedlichen Leistungskampf. Bauernmädel, wollt Ihr da fehlen? Heute noch müßt Ihr den Anmeldeschein bei dem Ortsbauernführer ausfüllen. Letzter Meldetag ist der 15. Januar 1936. mit 16 Kompanien nach kurzer Zeit, in der anstrengendere Marschleistungen erforderlich waren, zwei Kompanien, d. h. 12 v. H. der Mannschaften, infolge eines Fußleidens ausfielen. Dr. Blänke hat vor zehn Jahren bei zwei Drittel aller Schulanfänger einen Plattfuß feftftellen müssen. Die Ortskrankenkasse München hat 1931 1OOOOO Mark allein für Fußeinlagen ausgeben müssen. Diese Zahlen sprechen eindringlicher als alle Neberlegungen. Der Plattfuß ist zweifellos eine Folge der Zivilisation. Der Menschenfuß ist nun einmal nicht dazu geschaffen, jahraus, jahrein viele Stunden am Tage auf hartem Stein- ober Betonboden zu gehen oder zu stehen. Man hört im allgemeinen, daß die gefährdetsten Berufe, die am ehesten eine Plattfußneigung fördern, die Industriearbeiter, Bäcker und Kellner seien. Man vergißt aber allzusehr, daß auch alle Hausfrauen, Aerzte, Rechtsanwälte, Kaufleute, kurz alle Menschen, die ihr Beruf oder ihre Tätigkeit zu mehrstündigem Stehen zwingt, in gleicher Weise bedroht sind. Der Schuh, der anfänglich eine schützende Hülle, ein Wohltäter der Menschheit fein sollte, ist vielfach umgekehrt ein Quälgeist. Der Fuß ist der Sklave des Schuhes, dessen Form und Aufbau von der Mode bestimmt werden. Durch unzweckmäßige Schuhe verkümmern die Fußmuskeln und das Ergebnis ist jene angeborene Fußschwäche, die Äs ererbte Plattfußanlage heute so häufig in Erscheinung tritt. Man unterscheidet zwischen einem angeborenen Vom Schlaf der Elefanten und ihrer Schläue. Von Paul Eipper. Jumbo steht Kopf. Ein alter Zirkusmann hat mir diese Geschichte erzählt: im Stall eines festen, steinernen Zirkusgebäudes standen über Winter vier Elefanten, drei weibliche und ein junger Bulle. Jener durchaus gutmütige Elefant war nicht nur besonders klug, sondern auch von erstaunlicher Lernbegier. Er wurde in diesen Winterwochen „dressiert", das heißt, sein Lehrer zeigte ihm Kunststücke, die innerhalb der körperlichen Fähigkeiten des Elefanten lagen und die nun jeden Morgen in der Manege „exerziert" wurden. Als der Elefantenjüngling schon mancherlei einfache Dinge konnte, versuchte sein Lehrer, ihm das „Kopfstehen" beizubringen. Bei den ersten Proben wollte die Sache nicht gelingen, und weil man junge Tiere keineswegs überanstrengen und nervös machen darf, ließ der Dompteur die Kopfftandübungen in den nächsten Tagen nicht mehr ausführen. Bis die Stallwache meldete, daß Jumbo ganz für sich allein im Keller das „Auf-dem- Kopf-Stehen" übe. „Keller" ist als Bezeichnung für jenen Stall ein wenig übertrieben; immerhin, er liegt etwas unterhalb der Straßenhöhe; fünf Stufen führen hinab, bzw. eine schräge Knüppelrampe. Den Kellerstall hat nun Jumbo eines Tages in eine riesengroße Badewanne verwandelt. Mitten in der Nacht stürzte der Wärter aufgeregt in den Schlafraum des Dompteurs und schrie: „Ihre Elefanten stehen bis zur Brust im Wasser, und die afrikanischen Ziegen retten sich nur durch Schwimmen vor dem Ersaufen." Was war geschehen? An der einen Wand des Elefantenstalles befand sich seit vielen Jahren ein Wasserleitungshahn. Jumbo in feiner Neugier (oder in feinem Eifer, wieder ein Kunststück mehr zu lernen) hat solange mit dem Rüsselfinger an jenem Hahn herumgedreht, bis er aus der Wand herausgeschraubt war und ein dicker Wasserstrahl hemmungslos hervorschoß. Auf der nächsten seiner nachl'stchen Runden sah nun der Wächter die vier Elefanten vergnügt im unvorschriftsmäßigen Bade planschen, durch das ihre Stallgenossen, die Ziegen, in ernsthafte Gefahr gebracht wurden. Der Elefantendompteur hat natürlich sehr geschimpft, als er, notdürftig bekleidet und recht schlaftrunken, erst den großen Haupthahn suchen und dann den Rest der Nacht hindurch den Elefantenkeller trocken pumpen mußte. Doch hinterher erzählte er lachend, wie luftig das Bild der vier Elefanten gewesen sei, die sich gegenseitig von der Stirn über den Rücken bis zum Wedel naß spritzten und sich mit den festen Bestandteilen der keineswegs wafferklaren Badebrühe bewarfen. Am anderen Morgen wurde die Leitung unter Zement gelegt und kein Hahn mehr angebracht. Aber wer beschreibt das Entsetzen des Dompteurs, als er in der kommenden Nacht mit dem gleichen Schreckruf aus feinem Schlaf gerissen wurde! Jumbo, dieser überdurchschnittlich kluge Elefant, hatte es fertigbekommen, die Wasserleitung — wahrscheinlich mit Hilfe seiner Stoßzähne — aus ihrem Zementbett herauszupolken und das Badespiel von neuem in Gang zu bringen. Sobald er aber nun aus der Ferne die grimmig tobende Stimme feines noch unsichtbaren Lehrmeisters hörte, duckte er sich — nach dem Bericht des Wächters — schlau und geschickt hinter die drei Elefantenkühe, die ihrerseits mit dem Recht vollkommener Unschuld freundlichmild dem oben an der Rampe erscheinenden Dompteur entgegenblinzelten. Und rauschend floß der dicke Wasserstrahl weiter! Ein Nachterlebnis. Nicht alle Nächte von Elefanten verlaufen so aufgeregt. Ich erlebte während dieses Sommers die Freude, um Mitternacht das Dickhäuter-Warmhaus des Münchner Tierparks betreten zu dürfen. Heinz Heck hat dort die wohl umfangreichste Elefantenherde Deutschlands untergebracht, einen fast ausgewachsenen Bullen mit herrlich starken, langen Stoßzähnen, sechs oder sieben Elefantenkühe und mehrere Jungtiere. Damals in der Nacht trat ich auf Zehenspitzen ins Haus, das, von einer kleinen Deckenlampe nur schwach erhellt, mir seine Geheimnisse offenbaren sollte. Ich wußte, daß die Elefanten im Jnnenftall auf vier oder fünf Plattformen verteilt werden; der große Bulle bleibt in der Mitte für sich allein, rechts und links hausen die Mütter und die Jungen. Aber meine Augen/sahen zunächst keine Tiere; ich hörte nur, hörte die Stille des hohen Raumes, hörte die Lautlosigkeit hurch den schwingenden Atem der Tiere. ' Dann, nach einer ganzen Weile, wurde meine Wahrnehmung erfüllt von würzigem Heuduft, von der Wärme lebendiger Geschöpfe. Welcher Geschöpfe? — Elefanten! Dort, jenseits des Absperrgrabens müssen sie stehen, kauern, liegen. Aber Elefanten sind bekanntlich von wuchtiger Gestalt, groß, rauh und schwer. Meine Augen sehen nur weißlich-silbergraue Schemen, Körper zwar, doch von einer ganz zarten, silbrig schimmernden Haut überspannt. Es ist natürlich die vom Tageslicht her wohlbekannte Elefantenherde gewesen, und nach der ersten Viertelstunde des Staunens habe ich mich auch ganz zur Wirklichkeit zurückgefunden. Nur sprechen konnte ich nicht, obwohl ich gern „Cora" oder eine der anderen Elefantinnen angerufen hätte. Denn in dieser Nachtstunde war jedes tatsächliche Ereignis wie ein gar nicht faßbarer Traum. Dort liegen auf der gelben Strohschütte zwei große Elefantentiere, und über ihre hochgewölbten Körper klettert spielerisch ein rüsselschwenkendes, molliges Kind, macht ganz für sich allein Turnübungen um Mitternacht. Als es schließlich müde wurde, sich hinlegte, stand das eine große Tier auf und deckte das Junge mit lockeren Strohgarben zu. Nebenan schlief das noch wesentlich kleinere, vor kurzem erst geborene Elefantenkind lange Zeit reglos neben seiner stehenden Mutter. Plötzlich richtete es sich hoch, ging an den Milchquell, trank ein paar Schlucke, bummelte zwei Runden durch den Raum und legte sich wieder. Das gleiche geschah eine Viertelstunde später, vollzog sich auch zum dritten Male. Zum stärksten Erlebnis wurde mir jedoch jene Elefantin, die (keineswegs die Mutter) auch im Schlaf sorgende Fühlung mit dem dritten Elefantenkind behielt. Dieses Jungtier lag auf der Seite, halb verborgen im Stroh, und schnarchte laut. Hinter ihm stand die Große, nicht pendelnd, wie das für gewöhnlich Elefanten tun, sondern ganz reglos, ließ ihren Rüssel lang hinunterhängen, so daß seine Spitze eben den Körper des Jungen berührte. Aufmerksam sah die (Elefantin aus ihren kleinen Augen zu uns Menschen herüber; aber nach einer Weile fielen die langbewimperten Lider über das Sehkristall; vor Müdigkeit war das alte Tier im Stehen eingeschlafen. Der Rüffelfinger blieb nach wie vor in der behutsam angedeuteten, kaum noch körperlich zu nennenden Fühlung mit dem Kind. Plattfuß, einem Plattfuß, der durch Unfälle ober Verletzungen entstanden ist, und einem Plattfuß, der durch falsches Gehen und Stehen hervorgerufen wird. Beim Säugling dürfen wir nicht allzusehr erschrecken, wenn die übliche Fußwölbung fehlt. Denn durch das Fettpolster im Fußgewölbe wird ein Plattfuß oft vorgetäuscht, der sich im Laufe der Entwicklung des Kleinkindes als völlig harmlos herausftellt. Die Folgen eines Plattfußes machen sich nicht nur in den Schmerzen bemerkbar, die außer am Fuß ausstrahlen können zum Knie, zur Hüfte, ja bis ins Kreuz hinauf, sondern was viel schwerwiegender ist, der gesamte Aufbau des Beines leidet durch einen Plattfuß. Die Muskulatur wird dauernd überanstrengt. Es treten Mus- kelhärten auf, die Gelenke werden vorzeitig verbraucht, so daß Gehftörungen auftreten. Wird aber die Gehfähigkeit schlecht, so nimmt das Körpergewicht zu. Dies führt wieder zu Stoffwechselstörun- gen, so daß ein unablässiger und verhängnisvoller Kreislauf das Gesamtbefinden des plattfußkranken Menschen schwer beeinträchtigen kann. Es liegt also im Interesse nicht nur des einzelnen, der unter seinem Plattfuß oft schwer seelisch zu leiden beginnt, sondern auch im Interesse des Volksganzen, daß eine Plattfußanlage frühzeitig erkannt und fachärztlich behandelt wird. Denn nur so ist wirkliche Gewähr dafür gegeben, daß aus einer harmlosen Fußsenkung nicht ein Leiden entsteht, das das Leben eines Menschen verbittert, ihn beruflich schwer hemmt und die Allgemeinheit mit vermeidbaren Kosten belastet. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr, für Frauen, fröhliche Gymnastik, Lyzeum; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Helene", auf der Bühne Antonio Bazzanella. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die selige Exzellenz". — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 20.15 Uhr, Lichtbilder-Vortrag in der Neuen Aula von Prof. Dr. Maull, Graz. — Ober- hessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz), 11 bis 18 Uhr, Ausstellung des Künstlerbundes „Isar". Aus parteiamttichenDekanntmachungen Die Bezirks- und Schulgruppenobleute sowie die Kassenwarte des NSLB. Kreis Gießen treffen sich am kommenden Samstag, 11. Januar, 15.30 Uhr, in der Goethe-Schule zu Gießen zu einer Besprechung. Oie Mondfinsternis. Am gestrigen Mittwochabend konnte der interessante Vorgang der Mondfinsternis von Gießen aus sehr genau verfolgt werden. Zwischen 17 und 18 Uhr war der Himmel noch ziemlich bewölkt, es handelte sich jedoch um eine stark gebrochene Wolkendecke, so daß man den Mond immer wieder, wenn auch etwas verschleiert, aus den Wolken her- oortreten sah. Man hatte unter diesen Umständen die Möglichkeit, das allmähliche Fortschreiten der Verfinsterung wahrnehmen zu können. Der Himmel klärte sich dann immer mehr auf und war schließlich gänzlich frei von Wolken. Es war ein außerordentlich fesselndes Schauspiel, das sich nun dem Beschauer darbot. Das verfinsterte Bild der Mondscheibe zeigte eine rötlich-graue Färbung, die sich allmählich so weit ausdehnte, daß schließlich nur am rechten unteren Rand der Mondscheibe ein ganz schmaler Streifen hell verblieb. In diesem Zustand der Verfinsterung sah man den Mond etwa bis 19.25 Uhr, von da ab konnte man feststellen, daß das Licht zusehends wieder wuchs und die beschattete Fläche immer kleiner wurde. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß während der ganzen Dauer der Verfinsterung der Himmel sternklar war, jedoch mit der Verringerung der beschatteten Fläche und dem Freiwerden der Mondscheibe auch wieder Wolkenbildungen auftraten, schließlich der Mond etwa gegen 20 Uhr einen ,Hos" bekam, dem dann im weiteren Verlaufe des Abends ein leicht bedeckter Himmel folgte. Ob und inwieweit diese Erscheinungen Zusammenhänge mit der Mondfinsternis darstellen, kann natürlich nur von fachmännischer Seite gesagt werden. Interessant ist noch, daß man in unmittelbarer Nähe des Mondes eine Anzahl Kunst und Wissenschaft. Feuerbachs „Gastmahl des Plato" für die Reichskanzlei. Das in der Badischen Kunsthalle befindliche Gemälde „Das G a st m a h l des Plato" von Anselm Feuerbckch ist dazu auserwählt worden, an besonders bevorzugter Stelle, nämlich in dem neuerbauten Festsaal der Reichskanzlei in Berlin, der zur Abhaltung repräsentativer Veranstaltungen des Führers und Reichskanzlers bestimmt ist, von der Leistung der deutschen Monumentalmalerei im 19. Jahrhundert Zeugnis abzulegen. Das Bild verbleibt im Eigentum des Landes Baden, seine lieber» lassung erfolgt in Form der Leihgabe. Der Badischen Kunsthalle ist für die Dauer der Abwesenheit des Bildes die Zuweisung hochwertigen Ersatzes zugefichert worden. Wertvolle japanische Schenkung an die Universität Bonn. Das japanische Unterrichtsministerium hat auf Veranlassung von Professor Matsumoto unter den Freunden Deutschlands in Japan eine Sammlung japanischer Werke veranstaltet und diese Bücher als Stiftung dem Orientalischen Seminar der Universität Bonn überwiesen, als Ausdruck der Verbundenheit der Wissenschaft Japans und Deutschlands. Schon im Vorjahre war in ähnlicher Weise eine große Sammlung wertvoller Werke — etwa 200 Bände — dem Orientalischen Seminar überwiesen worden. Die soeben eingetroffene Stiftung enthält 61 Werke in 336 Bänden. Sie ist nach einem einheitlichen Gesichtspunkt ausgewählt und gibt Aufschluß über die Ideenwelt des Buddhismus und die Philosophie des Fernen Ostens. Greta Garbo ernstlich erkrankt. Die berühmte schwedische Filmschauspielerin Greta Garbo, die sich seit dem vergangenen Juni in ihrer Villa bei Nyköping aufhält, ist, wie erst jetzt bekannt wird, seit sechs Wochen an einer schweren Halsentzündung erkrankt. Einige Tage lang war ihr Zustand so ernst, daß die Aerzte beinahe die Hoffnung aufgegeben hatten, sie am Leben zu. erhalten. Seitdem ist jedoch eine Wendung zum Bessern efngetreten. Bis auf weiteres kann die Schauspielerin jedoch nicht nach Hollywood zurück- kehren Dtnt schwächeren Sternen sehen konnte, die sonst bei gewöhnlichem Vollmond nicht wahrzunehmen sind. Die Gießener Polizei im Dezembers 936. Verkehrsinseln und Verkehrsregelung am Hettler-6ck. Gegenwärtig ist man am Selterstor damit beschäftigt, die ersten Vorbereitungsarbeiten für eine neue verkehrstechnische Regelung zu treffen. Der stets von einem außerordentlich starken Fahrzeug- und Fußgänger-Verkehr belebte Platz soll so gestaltet werden, daß für die Zukunft äußerste Verkehrssicherheit gegeben sein wird. Es gelangen u. a. zwei Verkehrsinseln zur Errichtung, die die Fahrbahn für die Fahrzeuge bestimmen werden. Die neue Verkehrsregelung soll dabei aber nicht lediglich die Fahrzeuge erfassen, sondern vor allem auch die Fußgänger, Die ja, sei es durch die eigene Unachtsamkeit ober durch den Fährverkehr, teils mehr oder weniger gefährdet sind. Aus diesem Grunde sollen an den vier Straßenecken, am Rande der Gehsteige, kurze, rot und weiß gestrichene Geländer angebracht werden, die den Fußgänger im rechten Winkel die Straße zu überqueren veranlassen. Ferner gelangen Tafeln zur Aufstellung, die für die Kraftfahrer deutlich sichtbar über den Geländern angebracht werden und die Fahrtrichtungen nach Frankfurt, Marburg usw. anzeigen. Ein Verkehrsschutzmann wird außerdem zu den belebtesten Stunden des Tages wie bisher verkehrsregelnd und -fördernd postiert werden. Die gesamte Neuanlage wird in etwa 14 Tagen fertiggestellt sein. Die neue verkehrstechnische Anlage wird sicherlich von jedermann sehr begrüßt werden, da sie gerade an jenem belebten Platz als Notwendigkeit allgemein anerkannt werden dürfte. Deutsche Arbeitsfront. Arbeitsschule. Stundenplan: Montags und Donnerstags: 19.30 bis 20.15 Maschinenschrift für Anfänger: Redeschrift für Anfänger. 20.15 bis 21 Kurzschrift-Diktat 120 bis 150 Silben; Kurzschrift-Verkehrsschrift für Anfänger. 21 bis 21.45 Maschinenschreiben für Anfänger: Redeschrift für Praktiker. Dienstags und Freitags: 19.30 bis 20.15 Kurzschrift für Fortgeschrittene; Kurzschrift-Diktat 60 bis 120 Silben; Maschinenschreiben für Anfänger. 20.15 bis 21 Kurzschrift für Anfänger; Maschinenschreiben für Fortgeschrittene. 21 bis 21.45 Kurzschrift für Fortgeschrittene; Maschinenschreiben für Anfänger. 21.45 bis 22.30 Maschinenschreiben für Fortgeschrittene. Ueber die Tätigkeit der Polizeidirektion Gießen im Dezember 1935 wird uns von der Polizeidirektion folgendes berichtet: Im Monat Dezember 1935 gelangten 2 4 7 A n - zeigen zur Bearbeitung, die sich auf folgende Straftaten erstreckten: Abtreibung 5, Bedrohung 1, Beleidigung 2, Betrug 40, Blutschande 4, Brand 5, Brandstiftung 1, Diebstahl 69, Diebstahl (Einbruch) 7, Eisenbahntransportgefährdung 1, Erpressung 1, Erregung öffentlichen Aergernisses 1, fahrlässige Tötung 1, Falscheid 1, Feldfrevel 3, Hausfriedensbruch 1, Jagdvergehen 1, Kindestötung 1, Körperverletzung 11, mißbräuchliche Benutzung von Kraftwagen und Fahrrädern 3, Mordversuch 1, Notzucht 1, Pfandbruch 1, Raub 1, Sachbeschädigung 10, sichergestellte Fahrräder 5, Sittlichkeitsverbrechen 2, Tierquälerei 2, tragisches Ableben 4, unerlaubter Waffenbesitz 2, Unterschlagung 23, Urkundenfälschung 4, Verausgabung von Falschgeld 7, verbotenes Schießen 1, Vergehen im Amt 1, Vergehen gegen die Reichsversicherungsordnung 1, Verkehrsunfälle 11, Verletzung des Briefgeheimnisses 1, Vermißte 2, Widerstand 1, Widernatürliche Unzucht 6, Wildern 1. Gnadengesuche, die in 18 Fällen eingingen, wurden bearbeitet. Tatortaufnahmen wurden 28 gemacht; Erkennungsdienstlich wurden 5 Personen behandelt. Wegen Uebertretungen, insbesondere der Reichsstraßenverkehrsordnung, wurden 456 (Vormonat 539 Personen) zur Anzeige gebracht, wovon 211 Personen verwarnt wurden. Im Berichtsmonat ereigneten sich 2 2 Verkehrsunfälle gegen 39 im Vormonat. Es waren daran beteiligt: Personenkraftwagen 15, Lastkraftwagen 3, Krafträder 2, Fuhrwerk 1, Fahrräder 1. Es kamen dabei 10 Personen zu Schaden. (Vormonat 20). Hiervon wurden 9 Personen leicht verletzt, während eine Person an den erlittenen, schweren Verletzungen alsbald verstarb. Obwohl die Kontrollen hinsichtlich der verkehrspolizeilichen Bestimmungen im Monat Dezember ebenso scharf wie in den Vormonaten gehandhabt worden sind, ist wiederum eine erfreuliche A b - nähme der Verkehrssünder zu verzeichnen. Hierdurch ergibt sich die Tatsache, daß wenigstens ein großer Teil der Volksgenossen einzusehen beginnt, daß die genaue Einhaltung der im Interesse der Verkehrssicherheit geschaffenen Reichs- ftraßenoerkehrsordnung in er ter Linie ihnen selbst zugute kommt. Weitere Belehrung der Volksgenossen und, wo nötig, scharfes Zufassen der infolge leichtfertigen Fahrens Verkehrsunfälle hervorrufenden Personen wird, so wollen wir hoffen, dazu führen, daß der zunehmende Verkehr sich noch reibungsloser als bisher abwickelt. Für den Stadtbezirk Gießen wurden 2 9 neue Führerscheine für Kraftfahrzeuge ausgegeben; Waffenscheine wurden 5 beantragt. Die hier befindlichen Gewerbebetriebe wurden kontrolliert, und zwar Kontrolle der Röntgenfilmlager 22. Milchkontrolle mittels Lactodenfi- meter in der Milchzentrale vor der Abgabe 198 Kannen, Brotgewichtskontrolle hiesiger und auswärtiger Bäcker 18, laufende Kontrollen in offenen Verkaufsstellen in bezug auf äußere Kennzeichnung von Waren; 16 Kontrollen der Christbaumverkaufsstände in bezug auf Gewerbe und Herkunft der Bäume, Erhebung von Wurftproben zwecks chemischer Untersuchung 10, Erhebung von Nahrungsmit- telproben 8, Kontrollen der Preisfestsetzung für Speisezwiebeln nach der neuen Anordnung, laufende Kontrollen der Preisfestsetzung für Speisekartoffeln, laufende Ueberwachung der Höchstpreise für Speiseöle und Speisefette, 14 Kontrollen der Milchproduktengeschäfte auf Grund des Milchgesetzes, 48 Kontrollen in einschlägigen Geschäften in bezug auf richtige Etikettierung der Trinkbranntweine, Erhebung von 10 Milchproben in der Milchzentrale, Revision der Trödler hinsichtlich der Buchführung, 8 Revisionen der Althändler in bezug der Buchführung, 22 Kontrollen der Bäcker und Konditoreien, laufende Ueberwachung der Preisbildung und Beschilderung auf dem Wochenmarkt. Auf Grund des Brotgesetzes mußten drei Anzeigen erhoben werden. Anzeigen in gewerbepolizeilicher Hinsicht wurden zwei erhoben. 122 Unfallanzeigen wurden gemeldet; Unfalluntersuchungen wurden 27 vorgenommen. Wandergewerbescheine wurden 175, Legitimationskarten 172, und Hausierererlaubnisscheine elf bearbeitet. Die Bewegung der Einwohnerschaft unserer Stadt für den Monat Dezember 1935 drückt sich in folgenden Zahlen aus: Neu zugezogen sind 26 Familien mit 76 Personen, zusammen 326 Personen. Von Gießen fortgezogen sind 21 Familien mit 56 Personen, sowie 266 alleinstehende Personen. Gegen den Kälbermord. Von Oberlandwirischastsrai Dr. Andre Die öcutfdic flrbcitdfront jr $ n.9.=6emcinf(haft „firaft durch kreude" Winter im Schwarzwald. NSG. Diese drei Worte sind zu einem Begriff geworden, die dem Erholungsuchenden genau so geläufig sind, wie dem Wintersportler. Die dunklen Schwarzwaldtannen in ihrem schneeigen Kleid und die wenigen Häuser im Tal sehen aus wie märchenhafte Gebilde aus einer anderen Welt. Wenn sich dann am Abend das schützende Dach eines Schwarzwald-Gasthofes über uns aus- breitet, fühlt man sich wohl unter gastfreundlichen Menschen, die in harter Arbeit während des Sommers auf dem Acker, im Winter als Holzfäller den Tag verbrachten. Erst recht genußreich ist es, daß diese Fahrt mit „Kraft durch Freud e" durchgeführt wird. Die Fahrt erfolgt in Omnibussen und zeigt uns herrliche landschaftliche Bilder. Es besteht die Möglichkeit der Teilnahme an der Wochenendfahrt vom 17. bis 19. Januar ober an der Urlaubsfahrt vom 17. Januar bis 2. Februar 1936. Der Preis für die Wochenendfahrt beträgt 16,50 RM. und der für die Urlaubsfahrt 59,50 RM. Jeder melde sich bis spätestens 12. d. M. bei der zuständigen Ortswaltung an. Sportamt „Kraft durch Freude". heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen). Eintritt jederzeit möglich. Von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammftr. 26. Morgen beginnen folgende Kurse: Allgemeine Körperschule (Frauen und Männer). Eintritt jederzeit. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Von 19.45 bis 21 Uhr in Großen-Buseck, Schule. Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen). Von 20.30 bis 21.45 Uhr in Lollar, Kantine der Fa. Buderus. Schwimmen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr (Frauen und Männer), Volksbad. Von 21.30 bis 22.15 Uhr (nur für Frauen). Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs. Ski-Trocken. Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Für die Kurse: Reiten, Ski-Trocken und Hallentennis werden noch baldige Anmeldungen auf der Kreisdienststelle, Schanzenstr. 18, entgegengenommen. Treibt Leibesübungen mit „Kraft durch Freude"! Die Genehmigung für den Güterfernverkehr Fwd. Der Reichs- und preußische Verkehrsminister hat bestimmt, daß Anträgen auf Übertragung von Genehmigungen für den Güterfernverkehr nur dann ftattgegeben werden darf, a) wenn her Erwerber der Genehmigung nicht bereits die Genehmigung zur Ausführung von Güterfernverkehr hat, b) wenn jedes in der zu übertragenden Genehmigungsurkunde aufgeführte Fahrzeug minde- Jtene sechs Monate vor Eingang des Uebertragungs- antrags auf den bisherigen Inhaber der Genehmigung polizeilich zugelassen war, c) wenn der bisherige Inhaber der Genehmigung den Güterfernverkehr im Kalenderjahr 1935 als Hauptgewerbe ständig und laufend betrieben hat. Feststellungen hierüber sind durch Einsichtnahme in die Beförderungspapiere (§ 24 der Reichsdurchführungsbestimmungen zur Ueberlandverkehrsoerordnung) und in die Geschäftsbücher des Veräußerers zu treffen. Anträge auf Uebertragung bei Erbfällen werden durch diese Anordnung nicht berührt. Einsendung der Lohnsteuerbelege für das Kalenderjahr 1935. Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist darauf hin, daß die Lohnsteuerbelege für das Kalenderjahr 1935 auf Grund des § 47 der Lohnfteuer- durchführungsverordnung und der Verordnung des Reichsministers der Finanzen vom 13. Dezember 1935 umgehend an das Finanzamt einzusenden sind. Da die Termine für die Einreichung alsbald ab- NSG. Unter dem Druck des Futtermangels in den Jahren 1934/35, außerdem aber auch infolge der Preisverhältnisse sind in den letzten Monaten in Deutschland soviel Kälber geschlachtet worben, daß die Erhaltung der Rinderbestände gefährdet erscheint. Während sich Lücken in den Schweinebeständen in verhältnismäßig kurzer Zeit wieder auffüllen lassen, benötigt der Wiederaufbau der Rlnderbestände von der Geburt des Kalbes an gerechnet etwa drei Jahre, da erst dann die Hochzucht in den Kuhbestand hineingewachsen ist. Während im Jahre 1933 (es ist hier nicht das Kalenderjahr, sondern das züchterische Viehjahr vom 1. Dezember bis 30. November zu verstehen), das in dieser Beziehung als normal gelten kann, von knapp 8,39 Millionen Kälbern nur 4,38 Millionen (gleich 52 v. H.) geschlachtet worden sind, wurden im Jahre 1934 von 8,27 Millionen Kälbern 4,99 Millionen (gleich 60 v. H.) und im Jahre 1935 von 8,20 Millionen geborenen Kälbern 4,91 Millionen (gleich ebenfalls 60 v. H.) geschlachtet. Auch die Jungviehschlachtung war 1934 und 1935 mit 1,20 bzw. 1,19 Millionen Stück um rund 12 v. H. höher als 1933 mit 1,07 Millionen Stück. Ebenso haben die Kuhschlachtungen mit 1,79 Millionen 1934 bzw. 2,02 Millionen 1935 gegenüber 1,50 Millionen 1933 um 19 v. H. bezw. 35 v. H. zugenommen. Die Rinderschlachtungen ohne Kälber waren, bei geringer Abnahme der Ochsen- und Bullenschlachtungen 1935, im Jahr 1934 mit 3,86 Millionen bzw. 1935 mit 3,98 Millionen Stück, um 14 bzw. 17 v. H. höher als 1933 mit 3,41 Millionen Stück. Infolgedessen ist der Rinderbestand ohne Kälber Dezember 1934 mit 17,81 Millionen bzw. Dezember 1935 mit 16,87 Millionen um 1,4 bzw. 6,7 v. H. niedriger geworden, als Anfang Dezember 1933. Infolge der übermäßigen kälberfchlachtung drohen also für unsere Rinderbestände nicht unerhebliche Gefahren. Zu ihrer Beseitigung müssen alle Rindviehhaltungen sich entschließen, soviele weibliche Kälber wieder aufzuziehen, wie nur irgend möglich. Nur zur Zucht ungeeignete weibliche Kälber dürfen in den nächsten Jahren geschlachtet werden; im übrigen darf sich die Schlachtung von Kälbern und Jungvieh nur auf die nicht zur Zucht benötigten männlichen Tiere erstrecken. Dies ist nicht nur volkswirtschaftlich unbedingt erforderlich, sondern auch privatwirtschaftlich wichtig, denn der Bauer, der seinen Kälbernachwuchs schlachtet, weil ihm dies bei den hohen Kälberpreisen günstig erscheint, hat die Folgen selbst zu tragen, wenn er bei Mangel an selbst nachgezogenen Kühen bann auf den Kauf von Kühen ober Rinbern angewiesen ist, für bie er viel höhere Preise anlegen muß als bei normaler Entwicklung ber Rinbviehbestänbe. So sinb in ben letzten Monaten bie Preise auf Nutzviehmärkten für Milchkühe unb hochtragenbe Rinber schon sehr erheblich gestiegen, und zwar Mitte November 1935 um 100 bis 200 Mark gegenüber dem Herbst 1934 bzw. um 50 bis 100 Mark gegenüber August 1935. Was also durch bie hohen Kälberpreise scheinbar verbient wirb, muß mit einem Vielfachen ber Kosten beim Ankauf von Kühen, bie in ber eigenen Nachzucht fehlen, wieder ausgegeben werden. Deshalb kann nicht dringend genug geraten werden, die Lücken im Rindviehbestand durch eigene Rachzucht sobald wie möglich wieder auszufüllen. Die Futterknappheit des letzten Jahres gibt uns bie Lehre, in günstigen Jahren eine Futtervorratswirtschaft zu treiben unb alle Maßnahmen zu treffen, bie zu einer Steigerung ber Erzeugung von wirtschafts-igenem, nahrhaftem Futter erforberüd) sind. laufen (15. Februar 1936 bzw. 31. Januar 1936), wird allen beteiligten Wirtschaftskreisen dringend empfohlen, sich über die vorgeschriebene Behandlung Klarheit zu schaffen. Nähere Auskünfte erteilen bie Finanzämter unb bie Kammer. Die „Aufforberun- gen zur Einsenbung ber Lohnsteuerbelege für bas Kalenberjahr 1935", bie alle zu beadjtenben Vorschriften enthalten, können sowohl vom Finanzamt wie von ber Kammer angeforbert werben. Die Ziirgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger. Die Bürgermeisterei Gießen weist barauf hin, baß ber Arbeitgeber für bie Einhaltung unb Abführung ber Bürgersteuer feiner Arbeitnehmer haftet unb, falls er feiner Verpflichtung nicht nachkommt, bie Steuer von ihm burch Haftungsbescheib angeforbert unb nötigenfalls im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben wirb. Hundfunkanlage auf probe. Reue Bestimmungen. Der Reichspostminister hat bie Bestimmungen über bie Sonbergenehmigung für Einrichtung von Runbfunk-Empfangsanlagen auf achttägige Probe in folgenber Weise geänbert: Währenb bisher Unternehmer, bie sich gewerbsmäßig mit ber Herstellung ober bem Betrieb von Empfangsapparaten befassen, verpflichtet waren, schon bie Absicht der Einrichtung einer Runbsunkanlage auf Probe ber Zustellpostanstalt mitzuteilen, ist künftig ber Beginn ber Einrichtung anzeigepflichtig. Zwangsläufig ergibt sich baraus, baß bei ber Anzeige, ob bie Anlage enbgültig übernommen wirb, in Zukunft bei ber achttägigen Frist ber Tag mitzurech- nen ist, an bem mit ber Einrichtung begonnen worben ist, währenb früher ber Tag ber Fertigstellung ber Anlage in bie achttägige Frist miteinzubeziehen war. Zu beachten ist auch, baß von jetzt ab für die erstmalige Erhebung ber Rundfunkgebühr ber Tag des Beginns ber Einrichtung, nicht mehr ber Fertigstellung ber Anlage, maßgebenb ist. Gießener Dochenrnarktpreife. * Gießen, 9. Jan. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, bas Pfunb 1,55 Mk., Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Wirsing, bas Pfunb 10 bis 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15 bis 16, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Aepfel 10 bis 30, Birnen 25, Nüsse 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Enten 90 Pf. bis 1,10 Mk., Blumenkohl, bas Stück 30 bis 50 Pf., Enbivien 5 bis 25, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 45 Pf., Kartoffeln, ber Zentner 3,20 bis 3,50 Mk. * * * Ernennung an ber Universität. Von ber Pressestelle ber Universität Gießen wirb uns mitgeteilt: Der planmäßige außerorbentliche Professor für Mathematik an ber Universität Gießen, Dr. Haralb Geppert, würbe zum orbent- lichen Professor ernannt. * * Straßensperre. Die Provinzialbirektion teilt mit, baß wegen ber Ausführung von Kanalisationsarbeiten bie Ortsburchsahrt Sobel für jeglichen Straßenverkehr gesperrt ist. Die Umleitung erfolgt über Echzell. * * Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre der Prooinzialstraßenstrecke Friedrichsdorf—Holzhausen ist aufgehoben worden. **' Die Bezahlung der Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlanbgebiet betrifft eine Bekanntmachung ber Direktion ber stäbti- schen Betriebe in unserem heutigen Anzeigenteil. Da in ber Bekanntmachung grunbsätzliche Mitteilungen gemacht werben, seien unsere Leser deson- bers barauf hingewiesen. ** Schließung des Flughafen-Restaurants. Die Bürgermeisterei gibt in unserem heutigen Anzeigenteil bekännt, daß das Flughafen- Restaurant von jetzt ab geschlossen ist. ** Hausange st ellten-Ehrung. Deö Alice-Frauenverein' fordert in unserem heutigen Anzeigenteil zur Anmeldung ber Hausangestellten, die 20 Jahre unb länger in einer Familie tätig sind, zwecks Ehrung auf. Näheres in ber Anzeige. ** Keine Nachnahme auf Paketen unb Wertbriefen nach Danzi g. Die Post» Verwaltung ber Freien Stabt Danzig läßt bis auf weiteres Nachnahme auf Paketen unb Wertbriefen aus Deutschlanb nicht mehr zu. Dagegen ist Nachnahme auf Postsenbungen ber übrigen Gattungen auch weiterhin zugelassen, sofern bie Senbungen nicht Waren enthalten, bereu Bezahlung über bie Verrechnungsstellen erfolgen muß. Bei ben inzwischen noch im Gebiet ber Freien Stabt Danzig ein- gehenben Nachnahmesenbungen mit Waren aus Deutschlanb, bie über bas Verrechnungskonto zu bezahlen sind, muß ber Empfänger gegebenenfalls bie Streichung ber Nachnahme burch ben Absenber veranlassen. Gchöffengencht Gießen. Dem O. F. aus Bab-Nauheim würbe zur Last gelegt, sich ber Unterschlagung unb ber Untreue schulbig gemacht zu haben. Er mürbe jedoch in ber gestrigen Hauptverhanblung mangels Bewei - Jes freigesprochen. Wegen Vergehens nach § 223b RStGB. wurde ber A. L. aus Muschenheim zu einer Gefäng- nisftrafe von fünf Monaten verurteilt. Der Angeklagte hatte bie Hofreite seiner Schwiegereltern übernommen und feinen Schwiegervater als Auszügler zu sich aufgenommen. Der etwa 75- jährige Mann wurde von dem Angeklagten mißhandelt unb vernachlässigt. Eines Tages schlug ihm ber Angeklagte mit einem Wasserleitungsrohr betört gegen ein Bein, baß ber alte Mann mit einem Bruch des Beines in die Klinik zu Gießen eingeliefert werden mußte. In feinem Plädoyer betonte ber Vertreter ber Anklage, baß Gott fei Dank nur selten berartige Fälle zur Aburteilung ftünben. Wegen eines groben Scherzes hatte sich ber H. W. aus Dauernheim zu verantworten. Der Angeklagte schrieb in zwei Fällen Gestellungsbefehle in einer Form, bie sie als amtliche Urfunben erscheinen ließen. Diese Scheine schickte er ben „sich zu Stellenden" zu, bie auch in einem Fall auf ben Scherz hineinfielen. In einem weiteren Falle stellte ber Angeklagte ein Schreiben bes Jugendamts aus, bas er einem jungen Manne überfanbte unb worin er biefem irgenbwelche Maßnahmen anbrohte, wenn er ben Verkehr mit einem jungen Mäbchen nicht unterlasse. Das Gericht verurteilte ben Angeklagten, ber aufrichtige Reue über feine „amtliche Tätigkeit" empfanb, zu insgesamt 45 Mark Gelbstrafe. Der K. K. aus Saasen erhielt 3 Wochen Gefängnis. Der Angeklagte versah ein Antragsformular für Fahrpreisermäßigung mit bem Firmenstempel feines Arbeitsgebers. In einem anberen Fall würbe ber Angeklagte beauftragt, sich bei einem Ofensetzer einen Kessel anzusehen. Da ihm erklärt würbe, baß ber Kessel bei Barzahlung billiger fei, würbe ihm ber Kaufpreis ausgehänbigt. Der Angeklagte zahlte jeboch nur einen kleinen Teil an, ben Rest behielt er für sich. Dem Verkäufer gegenüber erklärte er, ber Ofen fei für seine Schwester, unb er könne lebiglich eine kleine Anzahlung leisten, für ben Rest sei er jeboch gut. Dem Angeklagten würben wegen seiner Jugenblichkeit unb seiner Unbe* straftheit milbernbe Umftänbe zugebilligt. Oberhessen. Schwerer Verkehrsunfall in Hungen. A Hungen, 9. Jan. Auf ber Kaiserstraße in unserer Stabt ereignete sich am gestrigen Mittwoch gegen 20.30 Uhr ein Derkehrsunfall, bei bem leiber zwei Arbeiter zu Schaden kamen. Ein Autofahrer namens Bocher von hier rannte beim Ueberholen ber auf ihren Fahrräbern nach Hause ftrebenben Männer gegen bie Nobler, bie baburch zu Fall kamen. Währenb ber Arbeiter Wolf aus Versterbt zum Glück nur geringfügige Verletzungen bavontrug unb sich nach Hause begeben konnte, würbe ber Maurer Wilhelm Fink aus Jnheiben von bem Kraftwagen ein Stück mitgeschleift unb baburch so erheblich verletzt, baß bie Ueberführung bes bebauernsroerten Mannes nach erster ärztticher Hilfeleistung in bas hiesige Krankenhaus notroenbig war. Hier liegt er mit Kopfverletzungen unb vermutlich auch inneren Verletzungen barnieber, benn er ist nicht imstanbe, bie Beine zu bewegen. Die behörbliche Untersuchung über die Ursache des Unglücksfalles ist im Gange. Landkreis Gießen. Z Annerod, 8.Jan. Die Ortsftatiftif für 1 9 3 5 verzeichnet folgende Zahlen: 12 Geburten (außerdem 2 in ben Kliniken zu Gießen), 3 Sterbe» fälle (oußerbem 2 in ben Kliniken zu Gießen), 8 Ehe- schließungen unb 2 Ehescheibungen. —. — Beuern, 8. Jan. Dieser Tage fand hier im Schulsaal eine gut besuchte Bauernversammlung statt. Ortsbauernführer Hermann sprach zunächst über ben Flachs- unb Leinanbau in unserer Gemarkung unb wies barauf hin, baß auch bie Gemeinbe Beuern in biefer Hinsicht nicht zurückstehen bürfe. Alle Anwesenben erklärten sich bereit, eine gewisse Menge Lein anzubauen. Demnächst soll ein Vortrag über bie Düngung unb Pflege ber Leinsaat gehalten werben. Im weiteren Verlaufe ber Versammlung würbe bie Frage erörtert, ob hinsichtlich ber Schafhaltung eine Wanberherbe zur Weibe zugelasfen ober eine eigene Schafherbe ge- grünbet werben soll. Der Beschluß ber Versammlung ging bahin, eine eigene Schafherbe anzuschaffen. Demnächst soll versuchsweise eine Hof- und Stallschau ftattfinben und eine Milchkontrolle durchgeführt werden. Es soll auch hier erreicht werden, die schlechten Milchkühe auszumerzen. Schließlich wies der Ortsbauernführer noch auf die große landwirtschaftliche Ausstellung in Frankfurt hin, zu deren Besuch sich bereits zahlreiche Bauern meldeten. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. — Auch der Obstbauverein hielt im alten Schulsaal eine Versammlung ab. Obstbauinspektor Rentsch von Friedberg sprach über das Thema „Entrümpelung im Obstbau" und gab dabei wertvolle Anregungen praktischer Art für richtige Baumbehandlung unb -büngung. Er wies befonbers auch auf bie Wichtigkeit ber Schäblingsbekämpfung burch Spritzungen hin. Seine Ausführungen würben mit großem Beifall aufgenommen. Bürgermeister Fuhr bankte bem Redner. Im Verlaufe des Abends wurde beschlossen, die Hälfte aller Bäume in der Gemarkung vorschriftsmäßig zu spritzen unb zu be- hanbeln. Eine Kommission würbe bestimmt, bie auf einem Runbgang alle Dbftbauminoaliben anzeichnen soll. Den Besitzern wirb zur Pflicht gemacht, alle angezeichneten Bäume zu entfernen, anbernfalls fit auf Kosten bes Besitzers burch bie Gemeinbe entfernt werben würben. Nachbem noch einige geschäftliche Fragen erlebigt waren, fand die Versammlung in ber üblichen Weise ihren Abschluß. — Bei ber am Sonntag für bas Winterhilfswerk durch dis Mitglieder der NSKOD. vorgenommenen Sammlung wurden hier 30,60 Mark aufgebracht. # Daubringen, 8. Jan. Das Standesamt s r e g i ft e r für das Jahr 1935 verzeichnete in unserem Orte 18 Eheschließungen, 7 Sterbefälle und 12 Geburten. * Leihaestern, 8. Jan. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt im Lokal des Kameraden Heß eine Generalversammlung ab, in der man sich besonders mit dem für den 1. Februar bevorstehenden 10. Stiftungsfest beschäftigte. Brandmeister Wagner gab die Richtlinien für die Veranstaltung bekannt und erläuterte das vorgesehene Programm. Im weiteren Verlaufe des Abends berichtete Brandmeister Wagner über feine Teilnahme an einem Lehrgang in der Feuerwehrfach- schule in Mainz und vermittelte dabei feinen Kameraden viel Wissenswertes. In der üblichen Weise wurde die Versammlung geschloffen. s. Lana-Göns, 8. Jan. Dieser Tage wurde von der Gaufilmstelle der Film „Krach um Jolanthe" im Saalbau Hebbel vorgeführt. Der Besuch war äußerst gut, der lustige Film löste viel Heiterkeit aus. — Nach dem Standesamts- Deutscher! Du sollst deinen Eintopfsonnlag halten! Am 12. Januar ist Eintopssonntag. reg ist er wurden im Jahre 1935 in unserer Gemeinde 24 Kinder geboren, 13 Ehen geschlossen und 15 Einwohner beerdigt. Die Geburtenzahl ist eine der niedrigsten der letzten Jahrzehnte. Unser Dorf zählt zur Zeit 1977 Einwohner. Im Jahre 1934 wurden 32 Kinder geboren, 20 Ehen geschlossen und 18 Sterbefälle verzeichnet. — Bei der am Sonntag vorgenommenen Sammlung der Mitglieder der NSKOV. wurden in der hiesigen Ortsgruppe (Lang-Göns, Holzheim und Ober-Hörgern) über 184 Mark erzielt. — Bei einer Versammlung der hiesigen Bauernschaft gab der Ortsberater Albert Weil wichtige Bekanntmachungen des Reichsnährstandes sowie Ratschläge für die neue Erzeugungsschlacht bekannt. Außerdem dankte er den Bauern für ihre treue Arbeit im letzten Jahre. Anschließend fand eine Zusammenkunft der Milch- oenoffenschaft statt, bei der der Vorsitzende Albert Brücke! über einige Bestimmungen über Milchlieserung, Reinigung usw. sprach. L i ch, 8. Jan. Der Sturm 5/M147 der Motorbrigade Kurhessen beabsichtigt, am Samstag, 18. Januar, in der Turnhalle ein Konzert z u - gunsten des Winterhilfswerks zu veranstalten. Es wird ausgeführt von dem Musik- zug der Motor st andarte 14 7 unter Leitung von Musikzugführer Walter H o r ft. 3 Lich, 9. Jan. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich in unserer Stadt gestern die Nachricht, das im Krankenhaus zu Mainz unsere Stadtschwester Gretchen Menges an den Folgen eines Darmleidens verstorben ist. Am 24. Oktober vorigen Jahres war es ihr noch vergönnt, unter Anteilnahme aller Bevölkerungskreise ihren 60. Geburtstag zu feiern. Aber schon damals weilte sie in unserem städtischen Spital, um sich einer Operation zu unterziehen. Einigermaßen genesen, verließ sie das Krankenhaus. Gegen Jahresfchluß nahm sie, die sich fast nie Erholung gegönnt hatte, einen längeren Urlaub und begab sich nach Mainz zu ihrer Schwester, um sich in deren Familie zu erholen. Doch wurde sie wieder schlimmer krank und mußte das Krankenhaus aufsuchen. Am Mittwochvormittag verschied sie, nachdem auch eine dort vorgenommene Operation ihr schweres Leiden, einen todbringenden Darmschluß, nicht mehr beheben konnte. Krankenschwester Gretchen Menaes wurde am 24. Oft. 1875 als erste Tochter des Fuhrmanns Ludwig Menges zu Lich geboren. Sie ließ sich als Krankenschwester ausbilden und widmete ihr ganzes Leben den Kranken unserer Stadt. Jahrzehntelang hat sie ihren schweren Beruf bei Tag und Nacht in Treue ausgeübt und viel Leid und viele Not lindern helfen. In allen Kreisen unserer Stadt wird man der treuen Dienerin ein gutes Andenken bewahren. ^Obbornhofen, 8. Jan. Im Gemeindehaufe fand dieser Tage eine Versammlung der Ortsbaue rnschaft statt, die sich mit dem zweiten Kampfabschnitt der Erzeugungsschlacht befaßte. Die für die Ablieferung benötigten Kontingentsmarken für Weizen wurden verausgabt Dann verlas der Ortsbauernführer Hch. R u l l m a n n verschiedene Rundschreiben der Landesbauernschaft Hessen- Nassau, die sich u. a. mit der Vermehrung des scholleeigenen Eiweißes, den Urlauberaustausch von Bauern, Landwirten und landwirtschaftlichen Arbeitern und dem Flachsbau befaßten. Sofort erklärten sich einige Betriebsführer bereit, eine entsprechende Fläche mit dieser Gespinstfaserpflanze zu bebauen. Da die Fahrtkosten zur Reichsnährstandsschau vom 19. bis 26. Mai sehr verbilligt sind, wird hier mit einer geschlossenen Teilnahme gerechnet. Kreis Friedberg. = Butzbach, 8. Jan. Die am Sonntag durchgeführte Sammlung der Kriegsopfer für das Winterhilfswerk brachte ein sehr gutes Ergebnis. Nicht nur alle 1500 Abzeichen konnten abgefetzt werden, darüber hinaus wurden noch durch weitere freiwillige Spenden 67 Mark vereinnahmt, fo daß das Gesamtergebnis 367,07 Mark beträgt. Ein derart guter Sammelabschluß war bis jetzt hier noch nicht bei Straßensammlungen zu verzeichnen. Kreis Büdingen. LPD. Büdingen, 8. Jan. Die etwa 40 Jahre alte Frau des Weißbinders Wilhelm Nazare- n u s aus den) Kreisort Düdelsheim hatte ihrem Mann, der während des Winters in einer Holzhauerkolonne arbeitete, Essen in den Wald gebracht. Als sie wieder nach Hause ging, stürzte ein in der Schwebe hängender Baum, den die Frau nicht bemerkt hatte, gerade in dem Augenblick herunter, als sie darunter durchgehen wollte. Sie wurde durch einen Ast so schwer am Kopf getroffen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Kreis Alsfeld. < Nieder-Ohrnen, 8. Jan. Arn 1. Januar 1936 ist unser seitheriger Bürgermeister Carle infolge Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand getreten. Zu feinem Nachfolger wurde Willi Doll ernannt und von dem Kreisamt sowie der Kreisleitung Alsfeld verpflichtet. Der neue Bürgermeister hat die Amtsgefchäfte am 1. Januar übernommen. Kreis Wetzlar. ED Wißmar, 8.Jan. Bei der Kriegsopfer- Sammlung für das WHW. am vorigen Sonntag wurden in unserem Orte 67,68 Mark eingenommen. — Hier ist man zur Zeit mit der Anlegung einer Dorf- und Kriegschronik beschäftigt, wobei die Arbeiten von einigen Volksgenossen freiwillig übernommen wurden. Die Vereinsführer unseres Ortes haben die Förderung dieser gemeinnützigen Arbeit zugesagt. Zur Ausgestaltung der Kriegschronik werden die alten Soldaten Vordrucke zur Ausfüllung und Beifügung eines Bildes erhalten, Kosten entstehen ihnen dadurch jedoch nicht. Man hofft, mit dieser Dorf- und Kriegschronik ein Werk zu schaffen, das auch für künftige Generationen von hohem Wert fein wird. Generalversammlung der Spielvereinlgungisvv Im Vereinslokal „Zur Stadt Wetzlar" hielt gestern abend die Spieloereinigung 1900 ihre Generalversammlung ab. Vereinsleiter Hohmann begrüßte die Mitglieder und gedachte sodann der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder des Vereins, zu deren Ehren man sich von den Plätzen erhob. Anschließend erstattete der Vereinsleiter die Jahresberichte für 1934 und 1935. Aus dem Bericht des Jahres 1935 ging hervor, daß der Verein dank der aufopfernden Arbeit verschiedener Mitglieder des Vorstandes, insbesondere des stellvertretenden Vereinsleiters Karl Keiner, auch in diesem vergangenen Jahre wieder manchen Erfolg verzeichnen konnte. Erfreulich ist es, daß ein Mitgliederzuwachs zu verzeichnen war. 97 Neuaufnahmen stehen nur 47 Abmeldungen gegenüber. Nach dem Vortrag der Jahresberichte erftatteten die einzelnen Fachwarte Bericht über die Tätigkeit in ihren Abteilungen. Zunächst berichtete der Leicht- athletik-Fachwart Gg. R i ch t b e r g über die erfolgreiche Arbeit der Leichlalhlelikableilung. Der Bericht ließ erkennen, daß unter der Trainingsleitung von W. Schmidt auch in diesem Jahre manche hervorragende Leistung erzielt werden konnte. Auf die Leistungen im einzelnen einzugehen erübrigt sich an dieser Stelle, denn kurz vor Schluß des vergangenen Jahres veröffentlichten wir bereits eine Ueberfchau über die Tätigkeit der Leichtathletikabteilung. Richtberg erstattete dann auch den Bericht der Handballabteilung, in dem zunächst betont wurde, daß die Gau-Liga- mannschaft in der Spielserie 1934/35 nicht sehr glücklich kämpfte, im Hallenhandball-Turnier allerdings wieder glänzend abschnitt und dann in der Spielserie 1935/36 wieder sehr gut in Form kam, so daß sie gegenwärtig an dritter Stelle in der Tabelle steht und das beste Torverhältnis auzuwei- sen hat. Nach der Spielsperre im Sommer des vergangenen Jahres konnte 1900 mit drei Handballmannschaften in die Spiele eingreifen. Die zweite Mannschaft konnte bisher einen mittleren Tabellenplatz erringen, während sich die Jugend nicht immer behaupten konnte. Erfreulich für die Abteilung war, daß ihr bester Mann, Krüger, des öfteren für Repräsentativspiele des Gaues in Anspruch genommen wurde und gegenwärtig als der beste hessische Handballstürmer bezeichnet' wird. Nachstehende Uebersicht gibt Aufschluß über die im vergangenen Jahre ausgetragenen Spiele: Liga II. Elf Jugend Spiele Gew. Unentsch. Verl. Tore 18 10 1 7 180:155 11 5 1 5 75:71 9 2 0 7 44:71 Im weiteren Verlauf der Versammlung berichtete bann der Jugend-Obmann Rohrbach über die Entwicklung und den Stand der Jugendabteilung. Er betonte, daß der zahlenmäßige Bestand der Jugend gegenüber dem Vorjahre der gleiche geblieben jei, daß jedoch von Seiten der erwachsenen Vereinsmitglieder der Jugend mehr Aufmerksamkeit zugewandt werden müßte. Drei Mannschaften konnten zu den Verbandsfpielen gemeldet werden. Die bisherige erste Jugend-Mannschaft wurde im vergangenen Jahre geschloffen aktiv. Die nachrückende erste Jugend konnte an die Leistungen der vorhergegangenen Jugendelf noch nicht anknüpfen. Hoffnungsvolle Kräfte stehen in der Schülermannschaft. Mit der Bitte, der Jugendarbeit im Verein erhöhte Aufmerksamkeit angedeihen zu lassen, schloß der Jugendobmann seinen Bericht. Anschließend sprachen die Fußballfachwarte R e i» ning und W. Muhl über Arbeit in den aktiven Fußballmannschaften, wobei besonders betont werden mußte, daß bisher der Ligamannschaft leider der taktische Führer fehlte. Im übrigen wurde herausgestellt, daß sich die Mannschaften meist intensiv einsetzten, wenngleich es an kritischen Zeitabschnitten nicht gefehlt habe. In der Spielserie 1934/35 konnte die Liga den zweiten Tabellenplatz erringen, in der gegenwärtigen Spielserie beunruhigen bedenkliche Formschwankungen. Anschließend eine Uebersicht über die im Laufe des Jahres 1935 ausgetragenen Spiele: Liga: Spiele Gew. Unentsch. Verl. Gesellschaftsspiele 21 10 3 9 Verbandsspiele 16 6 7 3 Pokalspiele 3 2 0 1 II. Mannschaft: Spiele Gew. Unentsch. Verl. Gesellschaftsspiele 12 9 2 1 Verbandsspiele 16 4 3 9 III. Mannschaft: Tore 44:44 39:32 8:3 Tore 39:11 28:46 Spiele Gew. Unentsch. Verl. Tore Gesellschaftsspiele 2 0 1 1 0:1 Verbandsfpiele 12 ' 4 1 7 27:33 Nachdem noch über Veränderungen, bzw. Verbesserungen der Platzanlage berichtet worden war, erstattete der Kassenwart den Kassenbericht, der in Anbetracht notwendig gewordener großer Ausgaben und des in Fortfall gekommenen Beitrags der Jugendlichen nicht sehr gunftig lauten konnte. Die Kaffe wurde von den Prüfern in Ordnung befunden. Dem Rechner, wie auch dem gesamten Vorstand und den Fachwarten wurde Entlastung erteilt. Im weiteren Verlauf des Abends hatte sich ditz Versammlung unter der Leitung des Alterspräsidenten Karl M ü ll e r mit der Wahl des Vorstaus des zu beschäftigen. Zum vorläufig amtierende» Vereinsleiter wurde Willy Sch m i d t bestimmt, zuns stellvertretenden Vereinsleiter W. Kraushaar. Der neugewählte Vereinsleiter bestimmte foband die übrigen Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter« Fußballfachwart bleibt weiterhin Willy Muhl, Leichtathletik und Handball übernimmt wieder Gg» Richtberg. Für den Jugend-Ausschuß rourbeit Helmut Weiß, Gerharb B ö tz unb Karl Rohn bestimmt. Das Amt bes ersten Schriftführers mußte freigehalten werben. Als zweiter Schriftführer waltet Karl Neuweiler. 1. Kassenwart wurde mieberum R. Gümbel, 2. Kassenwart E. B o tz. Platzkassierer bleiben E. B o tz unb W. Krämer^ Werdewart würbe mieberum W. Kuhnert. Ztt Beisitzern würben K. Keiner unb W. Hoh« mann gewählt. Das Ehrenmitglied Karl Müller bankte in kurzer Ansprache allen, bie sich für die Mitarbeit für das Jahr 1936 zur Verfügung stellen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es in der Spielvereinigung 1900 auch weiterhin vorwärtsgehen möge. Der derzeitige Vereinsleiter W. Schmidt rief noch einmal zur eifrigen Mitarbeit im Verein auf und betonte, daß es notwendig fei, der Tradition der Spielvereinigung auch für die Zukunft gerecht zu werden. Mit einem dreifachen Sieg-Hell auf den Führer Adolf Hitler, auf bas Vaterland und auf den Verein, der feine ganze Arbeit in den Dienst des Vaterlandes stellt, schloß der Vereinsleiter die Versammlung. „Skiläufers Freuden/' Filmvorlrag des Skiklubs Gießen. Nachdem der Winter bereits Anfang Dezenwer sich sehr verheißungsvoll einführte und auch die Gießener Skiläufer mehrmals gute Gelegenheiten hatten, dem Skisport zu huldigen, ist eine unfreiwillige Ruhepause im Lager der Skiläufer eingetreten. Vor einigen Tagen kehrten zehn, Gießener Jungens und Mädchen von der Gau-Jugendfki- fahrt des Fachamts Skilauf (Skiklub Gießen) ins kleine Wcllsertcll, nach 14tägigem Aufenthalt in Schnee und Sonne, zurück. Um diese schneelose Zeit auszunutzen, veranstaltet der Skiklub Gießen am kommenden Montag, 13. Januar, eine Skifilmvorführung: „Skiläufers Freud." Dieser Film führt den Zuschauer in das Gebiet der diesjährigen Winterolympiade, der Alpspitze und der Zugspitze. Sausende Abfahrten im Rahmen eines Rennens zeigen die hohe Kunst des Skisports, während einsame Wanderfahrten durch die herrliche Winterlandschaft bes Hochgebirges führen. Zeitlupenaufnahmen werben lehrreich bie Entwicklung ber verfchiebensten Bogen unb Schwünge bis zum neuesten Temposchwung zeigen. Ausnahmen aus bem Schwarzwald, dem Riesengebirge u. a. werden nicht nur den Wintersportler, sondern auch jeden Natur- und Lichtbildfreund begeistern. Sprungäusnahmen bes besten Skispringers ber Welt, bes Norwegers Birger Ruud, ßanglaufbilber bekannter Finnen unb Norweger mit kraftfparen- ben, rgumgreifenben Schritten, Torlauf in be- stechender Technik beschließen biesen ausgezeichneten Skifilm. Das IBinterfporfproramm für Gau und kreis. Bei guter Schneelage werben noch im Januar bie Kreismeifterschaften im Vogelsberg und die Gaumei st erschaften im Taunus ober ber Rhön ausgetragen. Die Kreisjugenbskiläufe finb für ben 18. unb 19. Januar im Vogelsberg unb bie Gaujugenb- skiläufe für ben 22. unb 23. in ber Rhön vorgesehen. Die Melbungen für all diese Wettkämpfe zeigen schon heute, baß mit sehr interessanten und scharfen Rennen zu rechnen ist. So konnte man bereits an ben Weihnachtstagen eine Reihe „Skikanonen" beim eifrigen Training für ben Torlauf beobachten. Am 4. und 5. Februar treffen sich in Frankfurt a. M. bie Teilnehmer an ber Gau-Olympia- fahrt. gegen spröde Kauf Nichk müde werden, 'Annelies? Vornan von Bernhard Langer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. 29. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Wenn ich nun noch mal mit der Frau rede unb ihr alles richtig oorftellc ...?" begann Frau Euge- nie nach einer Weile zaghaft roieber. „Ober — würdest bu nicht mal ein ernstes Wort mit ihr sprechen? Vielleicht nimmt sie boch Vernunft an. Und wenn sie Günter wieber aus den Augen ist ..." Der Senator lachte kurz und grollend auf. „Die läßt bestimmt nicht locker^ das kann ich dir versichern. Ich habe sie längst durchschaut. Sie ist imstande, mir zu antworten: Mein bester Herr, er= aluben Sie, bas ist nämlich unsere eigene Angelegenheit, von der Sie gefälligst Ihre Finger lassen wollen! Und wenn Ihnen die Geschichte nicht paßt und Sie etwa beabsichtigen, Ihre Hand von Günter abzuziehen — bitte, ich bin selber reich genug und kann es mir leisten, einen armen Mann zu heiraten!' Nein, das ist vollkommen zwecklos. Wenn der Junge nicht von selber dahinterkommt, was an dieser Frau ist, bann wird ihm nicht zu helfen fein, wenigstens sehe ich im Augenblick keinen Weg dazu." Sie sprachen noch lange hin unb her. Aber als ber Senator sich erhob, um wieber ins Geschäft zu gehen, waren sie noch ebenso ratlos wie zuvor. 11. Kapitel. Mias Stimmung war am anderen Morgen nicht gerade rosig. Sie hatte eine unruhige Nacht hinter sich. Den Nachmittag und den Abend hatte sie in Gesellschaft verbracht, so daß sie nicht viel zum Nachkommen gekommen war; aber als sie zu später Stunde ihr Hotelzimmer aufgesucht hatte, waren die widerstreitenden Gedanken unb Befürchtungen plötzlich wieder aufgetaucht. Sie hatte versucht, sich die Situation vom Mittag klar und nüchtern noch einmal zu vergegenwärtigen. Es bestand kein Zweifel darüber, daß sie Günter durch ihre Aeuße- rung, die er als grobe Taktlosigkeit empfunden, tief verletzt hatte. Es war ja auch nicht abzuleugnen, daß sie ihn dadurch in eine außerordentlich peinliche Lage versetzt hatte. Man war feiner durchaus noch nicht fo sicher, daß man sich das ungestraft leisten konnte, und es würde aller Geduld und Geschicklichkeit bedürfen, den nicht abzustreitenden Fehler wieder gutzumachen. Und diese Annelies Fahrenkamp — welche überlegene Ruhe bas Mädchen einem entgegenzusetzen verstand! Sie wußte offenbar, was sie wollte und die richtigen Waffen dagegen konnte man nicht anfetzen, eben weil man zu viel Rücksichten auf Günters empfindsame Natur unb angeborene Ritterlichkeit zu nehmen hatte. Es stanb [ebenfalls fest: man hatte einen schweren Fehler begangen! Unb es hieß jetzt, eine anbere Taktik einzuschlagen. Ein Glück, daß es gelungen war, die Frau Senator zu beeinflussen! Günter würde schon beizeiten zu spüren bekommen, daß er von dieser Seite keine Schwierigkeiten zu befürchten hatte, unb bas würbe ihm ben Entschluß, sich von seiner Verlobten zu trennen, erheblich erleichtern. Man würde die gute Fra?« Senator übrigens schon noch dahin zu bringen wissen, daß 'sie bie Entwicklung der Dinge nicht nur stillschweigend duldete, sondern tatkräftig unterstützte. Wenn man es verstand, sie richtig anzufassen, hatte man leichtes Spiel mit ihr. Damit schob Mia die Angelegenheit für heute von sich. Als sie die eingegangene Post in Empfang nahm, war sie äußerlich wieder ganz bie große Dame, bie ben Dingen bes Lebens überlegen gegen- überftanb. Unter ben eingegangenen Postsachen befanb sich ein Brief von ihrer Freunbin unb Gesellschafterin, ben sie mit lebhaftem Interesse öffnete. Lore Birk- ners Briefe zu lesen, waren immer ein richtiger Genuß. Die Freundin besaß eine scharfe Beobachtungsgabe, unb blendende Darftellungsroeife, zündender Witz und beißender Sarkasmus machten .hre Ergüsse jedesmal zu einem sprühenden, knisternden Feuerwerk, das man mit Behagen über sich ergehen ließ Auch ihr heutiger Brief war in dieser Beziehung ein Meisterwerk. Mia lachte ein paarmal laut vor sich hin. Mit einem Male aber nahm ihr Gesicht ben Aus- brucf heftigen Erschreckens an. Lore Birkner hatte sicb di- Hauvtlacb- für den Scbluß bes Briefes aufgespart. Sie war nach jenem Abend noch ein paarmal mit Costa zusammengetroffen, unb er hatte Mia mit keinem Wort wieber erwähnt. Anschei- nenb war bie Sache wirklich für ihn abgetan. Aber man konnte nie wissen, wie es einmal kommen würbe, unb wenn es ein bloßer Zufall war, der es an das Tageslicht brachte, daß Costa Mias Aufenthaltsort kannte. Mia würde natürlich sofort auf den Gedanken kommen, daß diese Kenntnis von ihr, Lore Birkner, stammte. Man mußte also Vorbeugen. Daß Costa nicht verraten würde, woher er diese Kenntnis hatte und daß er auch im übrigen reinen Mund halten würde, stand zwar fest; aber Mia war sehr mißtrauisch, und man tat daher gut, ihren sehr begründeten Vermutungen beizeiten einen Riegel vorzuschieben. Lore Birkner schrieb also: Unb nun, liebe Mia, kommt bas Wichtigste meiner heutigen Epistel! Leiber ist es nichts Angenehmes: Costa scheint Dir nämlich auf die Spur gekommen zu fein! Ich traf ihn neulich zufällig und hätte am liebsten einen Bogen gemacht, um seinen ewigen Fragen nach Dir aus dem Wege zu gehen. Aber ich'konnte ihm nicht ausweichen, und das war gut, wie sich bann herausstellte. Ich sah ihm sofort an, baß etwas nicht in Orb- nung war. Er war ein bißchen oerbattert, ein bißchen elegisch, ein bißchen empört und ein bißchen vorwurfsvoll. Eine ganz amüsante Mischung im allgemeinen! Aber ich wußte in diesem Falle sofort, daß kein Grund zur Belustigung vorhanden war. Unter uns gesagt, Mia, ich finde die Behandlung, bie Du bem armen Kerl zuteil werden läßt, schauderhaft. Und ich konnte mir sehr gut vorstellen, daß ich mich geneigt fühlen würde, als milde Trösterin aufzutreten, sofern er solchem Trost zugänglich sein würde und sofern man die Gewißheit haben würde, daß Du Dich eines schönen Tages nicht doch noch wieder anders besinnst. Aber das nur nebenbei. Von Dir war mit keinem Wort die Rede. Nicht mal auf Umwegen deutete Costa an, daß er eine Mia Rechberg überhaupt kennt, obgleich ich jeden Augenblick darauf gefaßt war. Erst als er sich wieder verabschiedete, erzählte er wie beiläfig, daß er wisse, wo Du Dich aufhältst. Bekannte von ihm hätten Dich dort gesehen. Ich habe natürlich versucht, es ihm auszureden, aber er war feiner Sache ganz sicher. Offenbar hat er es aus ganz zuverlässiger Quelle. Dann trottete er wieder ad: ein bißchen verdattert, ein bißchen elegisch, ein bißchen empört und ein bißchen vorwurfsvoll ... Mein erster Gedanke war natürlich, Dir sofort Mitteilung davon zu machen. Aber ich wollte Dich nicht beunruhigen oder Dir wenigstens die Stimmung nicht verderben; ich zog es also vor, damit bis zu Deiner Rückkehr zu warten. Und nun habe ich mich noch mal anders besonnen. Du hast anscheinend die Absicht, noch länger dort zu bleiben, und in dieser Zeit kann allerhand geschehen. Ich halte es also für zweckmäßig, Dir Kenntnis davon zu geben, damit Du in jedem Falle vorbereitet bist. Mia ließ das Blatt sinken. Einen Augenblick saß sie in schreckhafter Bestürzung regungslos da. Dann sprang sie mit einem unterdrückten Ausruf plötzlich auf. Das war ja eine nette Bescherung! Es war Costa zuzutrauen, daß er eines Tages hier auftauchte und seine Rechte geltend zu machen suchte. Wenn er Wind davon bekam, was sich hier abspielte, gab es zum mindesten eine heftige Auseinandersetzung. Vielleicht würde damit sogar alles verloren sein, wenn Günter etwa erfuhr, daß sie vor kurzem noch einem anderen Hoffnung gemacht hatte, war es bestimmt aus .. Vielleicht war Costa schon unterrichtet. Vielleicht ließ er sie gar beobachten, jeden ihrer Schritte überwachen. Wenn man ihm nun schreiben würde? Wenn man ihm sagen würde, daß man sich in sich selbst getäuscht habe, daß es doch nicht die rechte Liebe sei und daß an eine Ehe infolgedessen nicht zu denken sei? Man mußte natürlich schonend Vorgehen und an seine Ritterlichkeit appellieren. Aber nein, damit würde er sich nicht zufrieden geben, das würde ihn im Gegenteil erst recht veranlassen, herzukommen und eine Aussprache herbeizuführen. Es gab nur eins: zu versuchen, so schnell wie möglich mit Günter ins Reine zu kommen. Dec vollendeten Tatsache gegenüber würde Costa sich wohl ober übel bescheiden müssen, unb er würbe bann wohl auch Kavalier genug sein, Diskretion zu wahren. Ja, das war die einzige Möglichkeit — und nun hieß es, mit vollen Segeln loszugehen. (Fortsetzung folgt!) Die Olympischen Winler-Welibewerbe. Unser Bild zeigt eine Strecke bei einem Abfahrtslauf für Frauen, wo die Stelle, an der die Teilnehmerinnen abfchwingen müssen, mit Fähnchen abgesteckt ist. (Schirner-M.) * * L:v: * ! j fr V V ♦ 4 ® n ■ 10 Jahre Turnhalle Heuchelheim. Am heutigen 9. Januar sind es zehn Jahre her, daß die Einweihung der Turnhalle in Heuchelheim stattfand. Mit der Weihe und Uebergabe der Halle an den Turnverein fand eine arbeitsreiche und opferbereite Zeit ihren Abschluß. Bedeutete es doch für den Verein eine außergewöhnliche Lei- stung eine Turnhalle in diesen Ausmaßen hinzustellen. Durch die unzulänglichen Saalverhältnisse in Heuchelheim hatte der Turnverein immer mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, um einen geregelten Turnbetrieb, hauptsächlich im Winter, durchzuführen. Die Sehnsucht nach einer eigenen Turnhalle fand deshalb schon vor dem Kriege innerhalb des Vereins viele Anhänger. Durch den Weltkrieg wurde die Angelegenheit verschoben, lebte aber schon bald nach dem Kriege wieder auf. Der erste Grundstückskauf wurde im Mai 1922 vollzogen und damit war der Anfang zum Turnhallenbau gegeben. Am 30. September 1922 wurde eine Generalversammlung einberufen und diese beschloß einstimmig. den Bau einer Turnhalle. Jetzt ging es mit großem Eifer ans Werk, die Mitglieder zeichneten ansehnliche Beträge und auch andere Wege wurden zur Beschaffung von Mitteln beschritten Durch die immer weiter fortschreitende Inflation mußten sofort für die zur Verfügung stehenden Mittel Materialien usw. beschafft werden, um das Geld nicht entwerten zu lassen. Dann wurde mit dem Backsteinmachen begonnen, wobei sehr viele Mitglieder uneigennützig ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellten. Im Oktober 1923, zur Zeit der höchsten Inflation, wurde mit dem Bau des Vorderhauses begonnen, das dann im Dezember 1923 im Rohbau fertig daftand Durch die jetzt erfolgte Stabilisierung der Währung trat in der Fortführung des Baues eine Pause ein, denn es mußten erst wieder neue Mittel beschafft werden. Dank eines beispiellosen Opferwillens der Mitglieder war es möglich, schon im INai 1924 mit dem Bau des großen Saales zu beginnen, so daß der gesamte Rohbau Ende 1924 fertig war. Der Winter 1924/25 wurde dazu benutzt, die Mittel für den Innenausbau zu beschaffen. Es waren noch erhebliche Summen nötig, die natürlich von den Vereinsmitgliedern nicht mehr aufgebracht werden konnten nach den vielen Opfern, die sie schon gebracht hatten. Eine Beihilfe aus öffentlichen Mitteln wurde nicht gewährt und man war gezwungen, eine Anleihe aufzunehmen. Als diese Mittel zur Verfügung standen, ging es an den Innenausbau. Aber es zeigte sich bald, daß auch diese große Anleihe für den ganzen Ausbau, Zentralheizung, Mobiliar usw. nicht reichte und man brachte noch neue Mittel durch eine Verlosung auf. Ende 1925 war die Halle vollendet und konnte am 9. Januar ihre Weihe erhalten. Der Bau ist unter der Leitung des inzwischen verstorbenen Architekten und Beigeordneten Friedrich Wilhelm Kreiling entstanden und dürfte wohl eine der größten und schönsten Turnhallen in der weiteren Umgebung sein. Außer dem großen Turn- und Festsaal von 450 Quadratmeter Bodenfläche enthält der Bau einen kleinen Saal von 150 Quadratmeter, der bei Veranstaltungen mit dem großen Saal verbunden wird. In dem Vorderbau befindet sich ein geräumiges Wirtszimmer, nebst zwei Küchen, einer Garderobe, Vereinszimmer und außerdem drei komplette Wohnungen. Die Herstellungskosten des ganzen Baues betragen weit über 100 000 Goldmark, wovon allein die Mitglieder 38 560 Mark aufgebracht haben. Für die Gemeinde bedeutet die Turnhalle einen großen Vorteil, denn es konnten jetzt alle möglichen Veranstaltungen hier abgehalten werden, was vorher nicht möglich war. Schon im Jahre 1927 konnte der Turnverein das Gaufest übernehmen und im Jahre 1933 das Gaufrauenturnen, welches ohne die Turnhalle nicht möglich gewesen wäre. Außer großen Konzerten, die öfters hier stattfinden, gibt das Stadttheater Gießen hier Gastspiele, die immer großen Anklang finden. Besonders in der Zeit der nationalsozialistischen Machtergreifung fanden große Kundgebungen statt, die ohne die Halle nie einen so wuchtigen Eindruck gemacht hätten. Die an Mitgliedern starken Vereine Heuchelheims haben sonst nirgends einen Raum, wo sie eine würdige Feier abhalten können. Durch seine gute Akustik ist der Saal besonders für gesangliche Veranstaltungen sehr geeignet, was sich voriges Jahr bet dem Wertungssingen gezeigt hat. Auch zu Gottesdiensten ist die Halle schon oft benutzt worden, besonders an nationalen Feiertagen, wo sich die Kirche als zu klein erwies. ~ , Wenn man den ganzen Bau der Turnhalle in Heuchelheim überblickt, zeigt es sich, daß Großes geschaffen werden kann, wenn alle von einem Willen und einem Idealismus beseelt sind und wenn INänner an der Führung sind, die uneigennützig nur das Beste für die Allgemeinheit im Auge haben. Der Turnverein Heuchelheim wird die 10jährige Wiederkehr der Turnhallen-Weihe am Samstag, 11. Januar, in einer würdigen Weise festlich begehen. Bruder und Schwester — Olympiahoffnungen. Unser Bild zeigt die Europameisterin Christi Cranz, die als größte und aussichtsreichste Skiläuferin an den Olympia-Wettbewerben teilnimmt. Daneben steht ihr jüngerer Bruder Rudolf Cranz, der beim letzten Riesentorlaufen auf der Hochalm in Garmisch zum erstenmal in starkem Maße hervortrat und hinter dem Sieger Franz Pfnür einen vorzüglichen zweiten Platz belegte und eine große Zahl erfahrener Abfahrtsläufer schlug. — VerbvauOerseuoffeußchaßt Gietzen e. G. m. v. Eigenkapital und Verbindlichkeiten Bilanz vom 30. Juni 1935 Bermögensbcstnndtcile RM. RM. RM. RM. 237171,62 541900,— 549996,— 62822,50 75586,25 184503,02 50000,— 1365,90 606761,22 34333,06 45000,— 4593,70 7700,— Aufwendungen Gewinn- und Verlustrechnung zur Bilanz vom 30. Juni 1935 Mitgliederbewegung Gießen, den 30. Juni 1935 113 A Der Vorstand: P. Schneider, I. Günderoth. 128000,- 7 700, 1054962,61 147278/ 14157,! Zugang 2412,50 2412,50 Vorstehende Bilanz einschließlich Gewinn- und Verlustrechnung wurden mit den buchmäßigen Unterlagen und erforderlichen Nachweisen geprüft und volle Uebereinstimmung der Abschlußergebnissß festgestellt. 1. Grundstücksschulden: Auf Grundstücken d. Genossenschaft lastende Hypotheken, soweit sie nicht Sicherungshypotheken sind, Grundschulden oder Rentenschulden .... 2. a) Spareinlagen mit Zinsen.. b) Sparmarken............ 3. Anzahlung von Mitgliedern auf noch zu liefernde Waren. 4. Verbindlichkeiten auf Grund von Warenlieferungen und Leistungen: a) bei dem Reichsbund...... 1. Waren-Rohertrag........ 2. Bäckerei-Rohertrag....... 3. Fleischerei-Rohertrag..... 4. Zinsen und sonstige Kapitalerträge ................ 5. Barabzug................ 6. Leergut ................. 7. Gebäudeertrag........... 8. Außerordentliche Erträge .. 9. Außerordentl. Zuwendung 10. Verlust aus 1934/35 ...... I. Geschäftsguthaben 1. der verbleibenden Mitglieder. 2. der ausscheidend. Mitglieder . II. Rücklagen (Reservefonds): 1. Gesetzliche Rücklage ........ 2. Andere Rücklagen.......... III.Rückstellungen............... IV. Verbindlichkeiten: 3500,— 4450,— 51300,— 3572,50 1. Lohn und Gehalt......... 2. Soziale Abgaben......... 3. Sachversicherungen....... 4. Zinsen .................. 5. Miete................... 6. Gebäudeunkosten......... 7. Sonstige Sachurrtosten..... 8. Steuern: a) Umsatzsteuer........... b) Besitz-, Grundstücks- und Ertragsteuern aller Art .. c) Sonstige Steuern....... 9. Abschreibungen a. Anlagen : a) Bebaute Grundstücke.... b) Maschinen und maschinelle Anlagen............... c) Backöfen.............. d) Sonstige Einrichtungen .. e) Kraftwagen............ 10. Sonstige Abschreibungen .. 11. Sonstige und außerordentl. Aufwendungen ........... Die Richtigkeit der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung bestätigt 3133,— 181370,02 Stand am 1. Juli 1934 .... Zugang 1934/35 .......... Abgang 1934/35 .......... Stand am 30. Juni 1935 ... Hiervon scheiden auf Grund dieser Bilanz zu Beginn des neuen Geschäftsjahrs aus.. 74286,25 1300,— b) bei sonstigen Banken: in laufend. Rechnung .... 9. Guthaben bei Notenbanken u. Postscheckkonto............. 10. Kassenbestand ............. 8-10 Flüssige Werte zusammen . IV. Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen .......... V. Forderungen aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschasten sowie aus Garantieverträgen .. VI. Verlust: Verlust aus 1934/35 6. Geschäftsguthaben aus geschiedener Mitglieder........... 7. Sonstige Verbindlichkeiten... 1-7 Verbindlichkeiten zusammen V. Rückvergütung: Rückstellung für das Geschäftsjahr 1934/35................. Vl. Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen .......... VII. Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheck- bürgschaften sowie aus Garantieverträgen................. Die Bücherprüsungskommissio« des Aufsichtsrates: A. Braun, W. Bolz, W. Arnold, O. Brückmann, K. Zimmer. I. Anlagevermögen: 1. Unbebaute Grundstücke...... 2. Bebaute Grundstücke: Dem Geschäftsbetrieb der Genossenschaft dienend........- 1-2 Grundstückswerte zus......i 3. Maschinen u. maschin.Anlagen 4. Backöfen ................. 5. Betriebs- u. Geschäftseinricht. 6. Kraftwagen.............. 3-6 Einrichtungen zusammen... II. Beteiligungen (einichl. der zu Beteiligungen bestimmten Wertpapiere): 1. Beteiligung b. d. Reichsbund 2. Sonstige Beteiligungen..... 1-2 Beteiligungen zusammen .. III. Umlaufsvermögen: 1. Roh-, Hilfs- u. Betriebsstoffe. 2. Fertige Erzeugnisse, Waren . 1-2 Bestände zusammen...... 3. Der Genossenschaft zustehende Hypotheken, Grundschulden oder Rentenschulden........ 4. Außenstände bei d. Mitglied. . 5. Schulden der Verteilungs- stellenleitungen............ 6. Forderungen an abhäng. Unternehmungen und Konzern- nnternehmungen ....... 7. Sonstige Forderungen...... 3-7 Angelegte Werte zusamm. . 8. Bankguthaben a) bei dem Reichsbund: aa) in laufend. Rechnung . bb) Kündigungs- u. Termingelder ........... 550800 — 558896,— 552,03 552,03 74286,25 3712,50 77 998,75 119,09 119,09 1 860,— 51,15 869,50 2780,65 W gang RM. Abschreibungen RM. Endbestand RM. «096,— Anfangsbestand RM. 8096,— 3266,30 7 708,— 10974,30 9332,94 9332,94 2320,— 350,— 17484,15 4000,— 24154,15 5820,— 6660,— 65569,— 734 — 78783,— RM. RM. 205726,12 31445,50 147154,48 123,76 225501,27 148,80 92000,— 225650,07 13163,78 130642,11 2495,98 133138,09 128000,— 1447,30 13361,98 1 3225,— 16095,07 davon Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener u. der Ausstellung eigener Wechsel................ b) bei Sonstigen........... 364,28 5. Bankverbindlichkeiten: beim Reichsbund .......... 45000,— 44724,50 davon Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener und der Ausstellung eigen. Wechsel 35698,96 3930,85 1486,94 9787,81 50904,56 764,89 20976,54 1054962,6 Erträge RM. RM. 275032,38 57 248,42 4230,82 336511,62 5392,52 1164,63 4362,85 37295,04 48215,04 1917,85 45000,— 20976,54 452621,05 Jnsges. s.alleBetr. RM. RM. 171642,07 23241,98 2007,60 25990 44221,59 4169,46 72443,92 343716,62 37 399,73 18901,88 3203,41 59505,02 9332,94 2320,— 350,— 17484,15 4000,— 33487,09 345,— 15567,32 15912,32 '""621.05 Zahl der Anzahl d. Gewmt- Gesamt- MitGeschäftsGeschäfts- Haftglieder anteile guthaben summe RM. RM. 10179 10179 231151 305370 227 227 6020 6810 1423 1423 31445 42690 8983 8983 205726 269490 1423 1423 31445 42690 SM-Klub Gießen Montag, den 13. Januar 1936, 20.15Uhr, i. Saale des Kunstwissenschaftlicheninstituts, c'i-g Ecke Ludwigstr.-Goethestr. 3K1- 135D Eintritt auch für Nichtmitgl. frei. Tanzuntemcht Am Dienstag\ 14.Januar, abends 8 Uhr, beginnt ein neuer Tanzkursus Anmeldungen u.Auskunft erbeten. Einzelstunden zu jeder Tageszeit, j 26 d Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 Telephon 3835 Ein Posten Sportwolle schöne Farben ganz besonders billig im Total-Ausverkauf Strumpfhaus GREB Seltersweg 47 _____________________________125D Aber jetzt Bravo! 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