186. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Ur. 287 Srste§ Blatt M. Jahrgang Dienstag. 8. Dezember OZ6 W • M ® annahm, oon Anzeigen Wn« Kmm-nL A ▲ ▲ <▲. ▲A AA A A A A ▲▲ ^8v.u^N°-mLag- Heimat IM Bild Die Scholl- ■ W B Bb Bila BlMlv ■■ M Iw bI^v Grundpreise mm höhe Monarr-Vezugrprets: ■ ■ W ■ 8/ IÄ IT ■ ■ MV ■ MW W W 1711 W 17 W für Anzeigen oon 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 MW WW Bf MM W< W W W / ■ I | Br II I Bf W Breite 7 Rps.. für Text- Ohne Illustrierte . 1.80 M W M W BL W H WL W JC W M BB W M W M W anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr .. . -.25 M Bk ■ ■ WT W | M W W Mk 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen B W ^^F M W ^7 vorh.Bereinbg.25°/„ mehr. ?nfolgelnTöZ«r^U(BeroCatt fVdF Ermäßigte Grundpreise: Seneral-Anzcher für Gbechessen WW granifurt am Main 11686 vruckl und Verlag: vrühl'sche UniversttStsvuch- und Steindruckerei v. Lange in Sieben. Schriftieitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 Mengenabschlüsse Staffel B Vierjahresplan vom Arbeitseinsatz gesehen. Don Or. Erich Schmidt, Berlin. Das Bild und die Lage unseres Arbeitseinsatzes haben seit 1933 eine so gründliche Wandlung erfahren, daß wir heute vor völlig neue und andere Aufgaben gestellt sind. Zweifelten 1933 vielleicht manche im stillen daran, ob es möglich würde, die Zusage der Ueberwindung der Arbeitslosigkeit in den ersten vier Jahren einzulösen, so stehen wir heute vor der Notwendigkeit der Sicherung der Arbeitskräfte für die Größe der zu bewältigenden Aufgaben. Damit aber ist die planvolle Leitung des Arbeitseinsatzes in den Vordergrund getreten. Es kommt darauf an, jede einzelne Arbeitskraft zur höchstmöglichen Auswirkung kommen zu lassen und den Facharbeiternachwuchs für die Zukunft zu sichern. Schon 1934 haben sich die ersten Anzeichen der jetzt gestellten Aufgaben bemerkbar gemacht. Damals handelte es sich um die Landwirtschaft. Die Erzeugungsschlacht war eingeleitet worden, um möglichst völlige Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes zu erringen. Das aber fiel in eine Zeit, da die ersten großen Erfolge im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in der gewerblichen Wirtschaft sich fühlbar machten. Ehemals städtische Arbeiter, die ursprünglich vom Lande stammten und in den Jahren der Wirtschaftskrise in ihre ländliche Heimat zurückgewandert waren, strebten danach, in die Stadt zurückkehren zu können. So trat in der Landwirtschaft zuerst das Problem auf, vor das wir heute auch für wichtigste Zweige in der gewerblichen Wirtschaft gestellt sind: nämlich die Aufgabe der Sicherung der Arbeitskräfte. Für die Landwirtschaft suchte man sie zu lösen durch das Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes vom 15. Mai 1934. Es ermächtigte den Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, anzuordnen, daß die am Tage des Inkrafttretens der Anordnung oder in vorhergehenden Jahren in der Landwirtschaft tätigen Arbeiter und Angestellten nur mit besonderer Zustimmung mit nichtlandwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt werden dürfen. Weiterhin wurden durch das Gesetz die von einer solchen Anordnung erfaßten Betriebe verpflichtet, auf eine besondere Weisung hin die Arbeiter oder Angestellten zu entlassen, die in den letzten drei Jahren in der Landwirtschaft tätig waren. Präsident Dr. Syrup hat von der damaligen Ermächtigung rasch Gebrauch gemacht. Bereits am 17. Mai 1934 erließ er seine Anordnung über die Beschränkung des Einsatzes landwirtschaftlicher Arbeitskräfte und die Ermächtigungsanordnung über die Rückführung Angehöriger landwirtschaftlicher Berufe in die Landwirtschaft. Das so schon 1934 für die Landwirtschaft gegebene Problem der Sicherung der Arbeitskräfte für Gegenwart und Zukunft ist jetzt eine Aufgabe auch der gewerblichen Wirtschaft durch den Vierjahresplan geworden. Es ist notwendig, die vorhandenen Produktivkräfte, qualifizierte Facharbeiter, Fabrikanlagen und Rohstoffe so einzusetzen, daß die mit dem Vierjahresplan gestellten Aufgaben ihre Lösung finden können. Die mit Recht in der gesamten Oeffentlichkeit besonders stark beachteten sechs Anordnungen des Beauftragten für den Vierjahresplan, Ministerpräsidenten Generaloberst Göring, die am 7. November erlassen wurden, und die fünf, die in den letzten Novembertagen erlassen sind, wollen die Sicherung des sinnvollen Einsatzes unserer Produktivkräfte vom Arbeitseinsatz her lösen. Die Anordnungen selbst haben ja ausgesprochen, in welcher Reihenfolge die gestellten Aufgaben staats- und wirtschaftspolitische Bedeutung'haben. Zuerst kommt die Wehrhaftmachung. Dann folgen die Sicherung der Ernährung, der Ausbau der heimischen Rohstoffwirtschaft, die Forderung der Ausfuhr, sowie die Schaffung gesunden Wohnraumes für die arbeitende Bevölkerung. Diese Reihenfolge soll in erster Linie dadurch eingehalten werden, daß die Arbeitskräfte ihr entsprechend zum Einsatz gelangen. War bei der Landwirtschaft die Aufgabe gegeben, die Zahl der benötigten Arbeitskräfte an sich zu sichern, so kommt es letzt daran, an die in der Eisen- und Metallwirtschaft und im Baugewerbe vorhandenen Facharbeiter im Sinne der genannten Reihenfolge der Vordringlichkeit der Aufgaben einzusetzen und für die Zukunft den Facharbeiternachwuchs sicherzustellen. Wie das erreicht werden soll, haben wir aus dem Wortlaut der Anordnungen gelesen. Es genügt deshalb hier eine kurze Zusammenfassung Zunächst sind von 1. Dezember 1936 an die Be riebe ver- p lichtet, Mehreinstellungen von Metallarb eitern nur mit Zustimmung des Arbeitsamtes vorzunehmen, wenn durch sie die Gefolgschaft d s Betriebes an Metallarbeitern in einem Kalendervierteljahr um 10 oder mehr erhöht wird. Zu den Metallarbeitern in diesem Sinne zahlen auch Ve- triebsbeamte, Werkmeister und Techniker, soweit sie eine ordnungsmäßige Ausbildung als Fachkräfte des Eisen- und Metallgewerbes abgeschlossen haben, sowie die Personen, die nach den Eintragungen im Arbeitsbuch als gelernte oder angelernte Berufs- TS aS?»-«-.»• <*ws von Bauvorhaben an das Arbeitsamt vom 1. De zember an geschaffen, soweit bei privaten Bauvorhaben mehr als 5000 Mark und bei öffentlichen mehr als 25 000 Mark Arbeitslöhne an der Baustelle erforderlich werden. Weiterhin wurdeni Chlfsr- anzeia^n für die Anwerbung oder Vermittlung von Metallarbeitern und Baufacharbeitern ohne ausdrückliche Genehmigung des Präsidenten der Reichs- Oie innerpolitische Kriegserklärung in Frankreich. Verwirrung um Blum.—Paris als Handlanger der Moskowiter. politisch das System Blum unterstützen, das in der Fortsetzung der Barthouschen Einkreisung spolitik mit Sowjetrußlands Hilfe beruht, retteten ihn vor einem glatten Zusammenbruch. Weil man das fürchtet, was feit 60 Jahren nicht geschehen ist, daß nämlich der Präsident von Frankreich die Kammer auflösen würde, nimmt man mit Blum vorlieb, obgleich gerade an seinem Sowjetpakt, an seinen Mitarbeitern, wie dem Luftfahrtminister C o t, an der seltsam geteilten Neutralitätspolitik gegenüber Spanien sich aus Rechtskreisen sehr begründete Anklagen wider ihn erheben. Die Außenpolitik Frankreichs, die Wiederholung des Vorkriegsabkommens mit England und Belgien, rettete Blum, denn auch die französischen Nationalisten erblicken in dem Bündnis mit Sowjetrußland ein Gegengewicht gegen das erstarkende Deutschland, wobei sie die b o l s ch e wist i s ch e W e l t g e f a h r, die ihnen bereits kräftig auf den Nägeln brennt, so sehr verkennen, daß sie, wie übrigens auch Mister Churchill, der Altengländer, von Stalin verlangen, er solle die Komintern auflösen und gar zertreten, um ein idealer Bundesgenosse nach westlich-demokratischen Vorstellungen für die Franzosen und Briten werden zu können. Diese Illusion wird ergänzt durch das System der Pakte mit und neben Genf, obgleich man sich nicht verhehlt, daß Genf bis jetzt überall versagte. Es ist gewiß, daß die breiten französischen Massen durchaus den Frieden wollen, zumal Deutschland keine territorialen Differenzen mit Frankreich hat. Diesem Bedürfnis haben die unterschiedlichen Redner in der Kammererörterung auch Rechnung getragen, indem sie versicherten, Frankreich mische sich doch auch nicht in die Händel der Welt, sondern wolle nur nicht bedroht werden und seine Grenzen intakt halten. Das Ziel ist klar und unterscheidet sich gar nicht vom deutschen. Aber die Mittel dazu sind, gerade weil sie unklar und widerspruchsvoll sind und aus der schiefen Ebene der Vorkriegsbündnispolitik und des geheimen Techtelmechtels mit dem englischen, bolschewistischen und anderen Generalstäben bestehen, doch durchaus für den Frieden gefährlich, für Deutschland und Italien herabsetzend und diskriminierend. Man mag darüber lächeln, daß rechtsstehende Abgeordnete, wie de Keryllis, Taittinger und Pber- negary die Wiederanknüpfung der Beziehungen zu Italien für notwendig erachteten, um Deutschland vollständig zu isolieren. Sie vergessen, daß Frankreich grundsätzlich eine Politik treibt, die das Interesse Italiens als Bagatelle behandelte und behandelt.. Aber dieser Wunsch nach Isolierung Deutschlands ist doch bezeichnend für die französische Politik schlechthin. Demgegenüber hat sich noch am Sonntagabend die äußerste Linke für die Fortsetzung der kommunistischen Politik ausgesprochen, und es ist bemerkenswert, daß unter anarchistischem Vorsitz Jouhaux und andere Marxisten an einer Kundgebung zugunsten des roten Spaniens teilnahmen, deren Schlagworte wie „Nieder mit dem Krieg", „Es lebe die Weltrevolution", „Es gibt keine Neutralität für Spanien" in dem Ruf des anarchistischen Sprechers endeten, Regierungen wie die von Leon Blum müßten hinweggefegt werden. Das ist die Antwort der Linken und Blums Eiertanz. Es ist die i n n e r p o l i t i f ch e Kriegserklärung. Meisten sprengen sranzösischekolonialkundgebung Die Polizei ist dem roten Paris, 8. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Präsident des französischen Arbeitgeberverbandes, der ehemalige Unterstaatssekretär G i g n o u x sollte in Niort in einer Versammlung über das „französische Kolonialreich und der Kampf gegen die Krise" sprechen. Dazu kam es aber nicht, denn die Versammlung wurde von Kommunisten und Sozialdemokraten gesprengt. Rund 500 Marxisten hatten die beiden obersten Ränge des Saales schon vor Beginn des Vortrages besetzt und eröffneten ein wüstes Pfeifkonzert, als der Versammlungsleiter dem Redner das Wort erteilte. Während einer halben Stunde tobte der Mob, sang die Internationale und stieß Beleidigungen und sogar Drohungen aus. Inzwischen versuchte man, dadurch einigermaßen die Ruhe und Ordnung wiederherzustellen, daß ein Filmstreifen über Nordafrika gezeigt wurde. Als dieses Mittel versagte, wurde die Polizei benachrichtigt. Die Ermahnungen des Polizeikommissars und Mob gegenüber machtlos. seine Aufforderung, die Ränge zu räumen, fruchteten nicht. Deshalb wurde Gendarmerie zu Hilfe geholt, die auch den ersten Rang räumen konnte. Die Räumung des zweiten Ranges konnte sie jedoch nicht erreichen. Da die Erregung im Saale wuchs, wurde eine ganze Abteilung INobilgarde von der Polizeipräfektur entsandt, doch wollte der Hauptmann der Abteilung jede Gewaltanwendung vermeiden. Seiner Aufforderung, den Rang freiwillig zu räumen, kam die Kommune ebenfalls nicht nach. Die roten Störenfriede lärmten bis 23 Uhr weiter, bis sie, dessen überdrüssig, unter dem Gesang der Internationale endlich abzogen. Die Mitglieder des Kolonialbundes, der den Abend veranstaltet hatte, stimmten daraufhin die Marseillaise an und verließen, durch ein Spalier von Gendarmen und Polizei vor Belästigungen der Roten geschützt, ebenfalls den Saal. Sie Kriegshetzer in Paris. Marxisten, Kommunisten und Anarchisten toben gegen Blum. Paris, 7. Dez. (DNB.) Der sogenannte Ausschuß für ein freies Spanien veranstaltete am Sonntagabend in der Pariser Winterradrennbahn eine öffentliche Kundgebung für die Aufhebung der Nichteinmischuna Frankreichs in die spanischen Angelegenheiten. An dieser Kundgebung sollte ursprünglich auch der Präsident der katalanischen Generalidad Companys teilnehmen, dem aber die französische Regierung die Einreise nicht gestattet hatte. Die Winterradrennbahn war diesmal nicht so gefüllt, wie bei früheren ähnlichen Kundgebungen. Man bemerkte vor allem zahlreiche Anarchisten. Unter den Anwesenden sah man den kommunistischen Senator Cachin, die Parteifreunde des Ministerpräsidenten, die Abgeordneten Zy r omf ki und P inert, sowie den bekannten radikalsozialistischen Abgeordneten Archimbaud und den Generalsekretär der marxistischen Gewerkschaften Jouhaux. Die Hetzkundgebung wurde von dem Vorsitzenden der anarchistischen Vereinigung Frankreichs geleitet, der zu Beginn scharf dagegen protestierte, daß man Companys gehindert habe, nach Paris zu kommen. Er entwickelte sodann die Ziele der Vereinigung und schloß seine Brandrede mit dem Ausruf: „Nieder mit dem Krieg, es lebe die spanische Revolution, es lebe die Weltrevolution!" Als der berüchttgte Vorsitzende der Während in Frankreich infolge der letzten Kammerdebatten die Gegensätze scharf aufeinander» platzen, hat Deutschlan d am Tage der nationalen Solidarität ein Drittel mehr als im Vorjahre in die Opferbüchsen gesteckt, deren Inhalt den Opfern der Wirtschaftspolitik der vergangenen Systemregierungen zugutekommen. Nicht weniger als 5363267,50 Mk. sind an jenem Tage eingekommen. Das deutsche Volk hat die Stärkung gerade seiner wirtschaftlich schwächsten Glieder als Ziel genommen. Es dient dem Frieden, indem es die Notstände im eigenen Lande beseitigt, und es wird fortfahren in diesem edelsten Menschendienst. In Frankreich denkt kein Mensch daran, etwas ähnliches zu tun. Dort ist der Parteiwirrwarr gerade in diesen Tagen aufs höchste gestiegen, die Meinungen sind unter bolschewistischer An- feueruno auf das schroffste zersplittert, und fein Mensch weiß drüben, um was es eigentlich geht, wofür man sich erhitzt, weshalb man sich als innerpolitische Gegner auf das kräftigste befehdet. Nur, daß drüben alles in Zerrüttung ist, ist eine Tatsache, die sich auch dem Mann auf der Straße aufdrängt und die allgemein beklagt wird, ohne daß man die Kraft hätte, das Notwendige zu tun. Man ist von Frankreich derartige innerpolitische Krisen, die mit dem ganzen Elan der Rasse aus- getragen werden, gewohnt. .Aber die jetzige K r i se i st mehr. Es ist der Versuch der mos» kowitischen Sendlinge, die Verwirrung zu steigern, um daran ihre Giftsuppe zu kochen, und die Helfershelfer der französischen Kommunisten sehen jetzt entsetzt, was sie eigentlich taten. Als am 14. Juli 1935 feierlich und unter dem Gesang der Internationale die Volksfront gebildet wurde, die Marxisten unter L6on Blum und die Radikalsozialisten unter Herriot sich dieser Linksidee verschrieben, war es dem unbefangenen Beurteiler klar, daß der eigentliche Eckstein dieser sogenannten Volksfront Moskau war. Mittlerweile hat die Volksfront bei den Kammerwahlen gesiegt. Leon Blum wurde Ministerpräsident. Er führte inner- politisch jene Finanzpolitik durch, die eine Klasse zu ungunften aller anderen bevorzugte. Er versicherte, trotzdem würde der Frank gehalten. Aber Blum war der erste, der dem Drängen der inflationistischen Kreise nachgab und den Frank entwertete. Er regte den Nichteinmischungsausschuß an, aber als er endlich gebildet wurde, sprach er sich mit englischer Unterstützung gegen die strikte Neutralität aus, wonach also Freiwillige nicht in das spanische Kriegsgebiet gehen dürften. Bis dahin beschränkten sich die Kommunisten lediglich auf gesinnungstreue Opposition, sie drangen in die Gewerkschaften ein, deren Leiter Jouhaux offiziell die Blum-Politik mitmachte, inoffiziell dagegen mit den Kommunisten eine Regierung der eigentlichen Macht gegen die Kammer aufzog und die bolschewistische Politik des Kreuzzuges gegen alle friedliebenden Nationen auf das kräftigste unterstützte. Blum befand sich seit Wochen im Strahlungskreis dieser sich kreuzenden Lichtquellen. Unmittelbar vor der Kammeraussprache versicherte er, wenn die Kommunisten in der bevorstehenden Kammererörterung sich der Stimme enthalten würden, betrachte er die Volksfront als aufgelöst und würde demissionieren. Prompt wurde am Samstag bei der Kam- merabftimmung Blum van ihnen im Stich gelassen. Die Kommunisten enthielten sich der Stimme, aber kurz nachher versicherte Blum, obgleich praktisch die Volksfront zerbrochen war, er werde trotzdem am Ruder bleiben. Wie lange noch, das bestimmen die Kommunisten, die nach ihren Erfahrungen mit der Beständigkeit und der Festtgkeit Blumscher Worte natürlich jetzt noch weiter wühlen werden. Der Eindruck der Kammeraussprache und die Erschütterung der Volksfront ist in der französischen Oeffentlichkeit gewaltig. Die Ereignisse galoppieren fast in der französischen Innenpolitik. Ausgerechnet die Kommunisten brachen aus dem Blumschen Gemäuer der Politik aus. Nur die Stimmen der Rechten, die wenigstens außenanftalt verboten. Endlich soll auch eine möglichste Rückführung der Metallarbeiter und Baufacharbeiter in ihrem Beruf erfolgen, die jetzt mit anderen Arbeiten beschäftigt werden. Auch dafür wurde eine Anzeigepflicht vom 1. Dezember an geschaffen. Auf Grund der Anzeige haben die Arbeitsämter mit den fraglichen Unternehmern und Arbeitern zu verhandeln. Ein Zwang zur Rückführung in den erlernten Beruf wird aber nicht ausgeübt Es ist nur die Möglichkeit vorgesehen, daß solche Facharbeiter, die für die Rückführung in Frage kommen, ihr Arbeitsverhältnis fristlos lösen können, wenn sie vom Arbeitsamt eine ihrer Berufsausbildung entsprechende Arbeitsstelle nachgewiesen erhalten. Sehr wesentlich ist die Erste Anordnung vom 7 November, die durch entsprechende Lehrlingsausbildung den zukünftigen Facharbeiterbedarf für die Eisen- und Metallwirt- schaft, sowie für das Baugewerbe sicherstellen will. Hier sind zum ersten Mal Vorschriften zur Einführung gelangt, die Präsident Dr. Syrup bereits am 5. September in einem Aufsatz im „jungen Deutschland" als möglich bezeichnet hat. Schon damals wies Dr Syrup auf die Notwendigkeit hm, zu einer v e r st ä r k t e n L e h r l i n g s a usbr ldu n g im Baugewerbe und in der Metall- und Maschinenindustrie zu kommen, weil gerade m diesen beiden großen Schlüsselgewerben empfindliche Lücken in der Facharbeiterausbildung durch die Wirtschaftskrise entstanden sind. In der Berufsgruppe der Eisen- und Metallerzeugung und -Verarbeitung einschließlich des Maschinenbaues, der Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik war die Zahl der den Arbeitsämtern zur Besetzung aufgegebenen offenen Lehr- und Anlernstellen auf 25 159 in dem Berichtsjahr vom 1. Juli 1931 bis 30. Juni 1932 abgesunken. In dem letzten Berichtsjahr, für das die abgeschlossenen Zahlen vorliegen, nämlich für die Zeit vom 1. Juli 1934 bis zum 30. Juni 1935 war sie zwar bereits wieder auf 71 996 angeftiegen. Beide Zahlen betreffen die Lehr- und Anlernstel- len für männliche Lehrlinge. Aber auch die vorhandenen Lehr- und Anlernstellen des letzten Berichtsjahres standen gegenüber den Berufswünschen der Jugend um mehr als die Hälfte zurück. Denn vom 1. Juli 1934 bis zum 30. Juni 1935 hatten sich 151 785 Ratsuchende, fast überwiegend Jugendliche, an die Berufsberatungsstellen der Arbeitsämter gewandt, um in eine Berufsausbildung in der genannten Berufsgruppe hineinzukommen. Beim Baugewerbe lagen die Verhältnisse so, daß dieZahl der gemeldeten offenen Lehr- und Anlernstellen im Berichtsjahr 1931/32 auf 5674 gesunken war. Im letzten Berichtsjahr betrug sie 20 957, blieb aber hinter den Berufswünschen der 31 527 Ratsuchenden ebenfalls erheblich zurück. Diese wenigen Zahlen zeigen, welche empfindlichen Lücken die Krisenjahre in der Ausbildung des Facharbeiternachwuchses gerade für diese beiden wichtigen Schlüsselgewerbe, deren Einsatz jetzt besonders notwendig ist, gerissen haben. Sie zu schließen, bezweckt die Erste Anordnung. Durch sie ändert sich nichts für die Betriebe, die schon bisher ihre Pflicht in der Lehrlingsausbildung erfüllt haben. Daß die anderen entweder jetzt zur Ausbildung selbst oder, soweit sie hierfür ungeeignet sind, zu einer geldlichen Forderung herangezogen werden, das wird jeder gerecht Denkende nur begrüßen. Das gleiche ist auch von der Anordnung zu sagen, die endlich das so schwerwiegende Problem der älteren stellenlosen Angestellten lösen wird. Auch hier haben viele Betriebe ihre Pflicht getan, was daraus hervorgeht, daß die Zahl der stellenlosen älteren Angestellten zum Beispiel zwi« scheu 40 und 60 Jahren von 153 664 am 16. Juni 1933 auf 89 848 am 31. Oktober 1935, dem Stich- tag der letzten Altersaufgliederung der Stellenlosen, zurückgegangen war. Aber zur völligen Lösung ist es eben notwendig, nun auch die heranzuziehen, bis bisher auch in dieser Frage immer nur andere vorangehen ließen. Liga für Menschenrechte Victor Basch seiner Anhänglichkeit an die Regierung L6on Blum Ausdruck gab, antwortete die Versammlung mit wilden Protestrufen. Der Generalsekretär der marxistischen Gewerk- ichasten I o u h a u x, der behauptete, im Namen von fünf Millionen Mitgliedern zu sprechen, wandte sich in seiner Rede scharf gegen die Nichteinmischungspolitik der Regierung. Für die Gewerkschaft gebe es keine Neutralität in Spanien. Sie würde jederzeit die Unterstützung der spanischen Marxisten mit allen notwendigen Mitteln durchführen. Was sich heute in Spanien zutrage, könne sich in kurzer Zeit auch in Frankreich ereignen. Der Redner kündigte schließlich an, daß die marxistische Internationale beschlossen habe, eine wirksame Blockade gegen die Unterstützung der spanischen Rationalregierung durchzuführen. Der radikalsozialistische Abgeordnete Archirn- baud trat mit erhobener Faust vor das Mikrophon, was die Versammlung mit dem Gebrüll der Internationale quittierte. Er wandte sich ebenfalls gegen den Beschluß der Regierung, dem katalanischen Präsidenten Companys die Einreise zu verweigern. Der kommunistische Senator Cachln behauptete, die Regierung habe keinerlei ernsthaften Grund für die von ihr vertretene These der Nichteinmischung während der außenpolitischen Aussprache in der Kammer vorzubringen gewußt. Wenn Lson Blum erkläre, daß die große Mehrheit des französischen Volkes hinter ihm stehe, so sei das eine Unwahrheit. Das Gegenteil sei richtig. Er sei ferner der Ansicht, daß die Erklärungen Äouhaux' die Argumente des französischen Ministerpräsidenten zunichte machten. Als aus der Versammlung die Kommunisten aufgefordert wurden, die Regierung zu übernehmen, erwiderte Cachin, daß die Kommunisten nicht davor zurückschrecken würden, falls diese Notwendigkeit eintreten sollte. Dann würden sie aber ganz andere Maßnahmen ergreifen, als wie von der augenblicklichen Regierung geschehe. Nach dieser vielsagenden Andeutung hielt es der Kommunistenhäuptling aber doch für gut, sich durch eine taktische Wendung auch andere Möglichkeiten offen zu halten und erklärte, daß er damit jedoch nicht sagen wolle, die Kommunisten ständen heute der Volksfront ablehnend gegenüber. Sie hätten wohl das Recht, die Blockade gegen ihre spanischen Freunde zu bedauern. Das werde sie aber nicht hindern, auch morgen ap dem Werk der Regierung mitzuarbeiten, um die Durchführung des Volksfront- Programms sicherzustellen. Zum Schluß sprach noch ein Redner der anarchistischen Vereinigung, der kurz und bündig erklärte, Regierungen, ganz gleich, ob sie von Leon oder anderen geführt würden, müßten hin - w e g g e f e g t werden. peinlicher „Betriebsunfall". Das Blatt Blums wegen Verleumdung verurteilt. Paris, 8.Dez. (DNB. Funkspruch.) Dem amt- lichen Blatt der Sozialistischen Partei, also der Regierungspartei, ist das peinliche Mißgeschick zugestoßen, vom Gericht in Montbiliar d wegen Beleidigung und Verleumdung zweier Industrieller zu 3000 Franken Geldstrafe verurteilt zu werden. Der „Populaire", das Blatt des Ministerpräsidenten Blum, das gerade in jüngster Zeit im Zusammenhang mit der neuen Pressegesetzvorlage nicht genug gegen angebliche Verleumdungen durch die böse „faschistische Presse" donnern konnte, hatte am 5. Oktober d. I. einen Artikel veröffentlicht, in dem die beiden Industriellen als „notorische Feuerkreuzler" bezeichnet wurden. Ferner behauptete das Blatt, daß sie sich dreiläufige Jagdgewehre, also „ganz gefährliche Waffen", beschafft hätten, und zwar „zur Bewaffnung der Faschisten". Tatsächlich hatten sich die beiden Industriellen auf regulärem Weg vor über zwei Jahren in einem Waffengeschäft ein Jagdgewehr gekauft. Das Gericht von MontbÄiard hat nunmehr die Verleumdung f e st g e st e l l t. Im Urteil wird erklärt, daß den beiden Klägern eine unbestreitbare Entschädigung zustehe, denn keine Anklage sei schlimmer als die, „einen Bürgerkrieg zu nähren". Es fei Pflicht der Richter, einem solchen Vorgehen ein Ende zu bereiten! Am unangenehmsten dürfte für den „Populaire" wohl sein, daß die Strafe auch auf „Veröffentlichung des Urteils" lautet. Drohender Bergarbetterstreik in England. London, 8. Dez. (DNB. Funkspruch.) Im Bergbaugebiet von Süd wales droht ein Streik größeren Ausmaßes auszubrechen. In Broadsworth im Gebiet von Doncaster war ein Streik ausgebrochen, an dem sich 3500 Bergarbeiter beteiligten. Jetzt haben sich erneut 8000 Bergarbeiter in den umliegenden Gruben des Bezirks Süd-Porkshire in einer Abstimmung bereit- erklärt, in einen Sympathie st reik zu treten. Die Zustimmung des Exekutivausschusses der Bergarbeitergewerkschaft von Porkshire ist angefordert worden. Kleine politische Nachrichten. Am gestrigen Montag traf in Berlin Seine Kgl. Hoheit Der Herzog von 21 o ft a zu einem längeren Besuch ein. Der Herzog, der als Divisionsgeneral der kgl. italienischen Luftwaffe angehört, folgt damit einer Einladung des Herrn Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generaloberst Göring. Dem Gast wird Gelegenheit gegeben werden, verschiedene Truppenteile der Luftwaffe zu besichtigen. * Der finnische Staatspräsident Svinhufvud wurde von einer überparteilich zusammengesetzten Abordnung unter Führung von Senator Caarlo Castren besucht und gebeten, sich für die Wieder- wähl zum Präsidenten zur Verfügung zu stellen. Svinhufvud hat diesem Angebot zugestimmt. Auch die finnische Sammlungspartei beabsichtigt, Svinhufvud zu bitten, sich als Präsidentschaftskandidat für ihre Partei aufstellen zu lassen. * Einer Haoas-Melduna aus Mexiko zufolge hat das mexikanische Außenministerium Trotzki- B r o n st e i n die Einreise nach Mexiko bewilligt. Wie verlautet, hat Diego Rivera, ein führender Trotzki-Anhänger in Mexiko, die Verhandlungen geführt. Die Zulassung Trotzkis hat in mexikanischen Gewerkschaftskreisen starken Protest ausgelöst. Oie Komödie des Gowjeikongreffes. Stalins „Verfaffung".—Sowjetrußland an der Spitze der kriegsgerüsteten Staate«. Von unserem Tr.-Äenchierstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Moskau, 6. Dezember 1936. Während diese Zeilen geschrieben werden, rollt auf dem Roten Platz der roten Hauptstadt der letzte Akt der Stalinschen Verfassungkomödie ab. In diesem Akt sind die Hauptakteure in den Hintergrund getreten, und es spielt das Volk, es spielen „die Werktätigen, die Kolchosbauern und Bäuerinnen, die Rotarmisten und die Arbeiter der Sowjetintelligenz". Schon zu frühester Morgenstunde hat man alle Gattungen der Werktätigen zu dieser „spontanen" Kundgebung antreten lassen. In langen Kolonnen marschieren sie nach dem Stadt- innern, jeglicher Verkehr ist lahmgelegt, kein Hinweis auf den „Ausgangstag", als den jedem Arbeiter auch nach der neuen Verfassung zustehenden Ruhetag, — kurz: Es ist die Freude befohlen! Auf dem Roten Platz, unweit der „Schädelstätte", d. h. der Stelle, wo Peter der Große die aufständischen Strelzen hinrichten ließ, ist mit dem Rücken zur Kremlwand eine Rednertribüne errichtet, auf der zweitrangige Partei- und Gewerkschaftsgrößen, sowie Vertreter der Moskauer Partei und des Moskauer Sowjets stehen und durch „flammende Ansprachen" das Volk zu begeistern suchen. Es ist, hört man näher hin, der alte Phrasenschwulst, den man in den verflossenen Tagen so und so viel mal gehört hat. Sie gehen allesamt von „der geschichtlichen Wende" aus, die die Annahme der Stalinschen Verfassung durch den Sowjetkongreß bedeutet, sie zählen in mehr ober weniger langer Rede die Errungenschaften der proletarischen Revolution auf und sie schließen mit den gewohnten und für westeuropäische Begriffe in ihren kriecherischen Lobhudeleien geradezu geschmacklos wirkenden Ergebenheitsbeteuerungen gegenüber dem „einzigen Führer der Menschen und dem erleuchtetsten Geist aller Zeiten", Stalin. Denn seit geraumer Zeit ist in der Sowjetunion für jeden, der auf der Rangleiter der Partei ober der Be- hörben nicht an allerletzter Stelle rangieren und her sich einigermaßen Aussichten auf ein Vorwärts- kommen eröffnen will, ein bestimmtes feststehenbes Schema für eine öffentliche Rebe gegeben. Sie muß mit einem Hinweis auf Stalin beginnen, sie kann bann auch — je nach bem geistigen Entwicklungsgrab des Redners — einige fachliche Momente bringen, sie muß aber ebenso wieder mit der Nennung des Namens des „Großen", des „Genialen", „unseres geliebten Vaters", des „größten Mannes der Weltgeschichte" schließen. Und diese „Werktätigen"? Das Volk, das vom Schicksal .Begnadet" wurde, einen solchen Mann 3um Lenker seiner Geschicke zu erhalten, der ihm „ein freies, ein wohlhabendes unb ein glückliches Leben" verbürgt? Dieses Volk wirb vom Parteiapparat regiert, es wirb von ihm „organisiert" unb geleistet, hingefchupft und hin- unb hergezerrt, es erhält von ihm Anweisungen, was es zu tun unb was es zu lasten hat — unb bann kann es, wenn es feinen Zweck erfüllt hat, wieder nach Hause gehen. Es kehrt in den grauen Alltag zurück und wird morgen schon feine Betrachtungen über den Hintergrund ber „Sowjetfreiheiten" unb über den verlorengegangenen Ruhetag anstellen. Denn dieses Volk ist nurMittelzurnZweck, über den ein Urteil nur den Regierenden zusteht, es ist ein Werkzeug ihrer Pläne — eine Tatsache, die vielleicht nie so schlagenb wie durch diesen Sowjetkongreß bewiesen wurde. Die Regie klappte, wie bei ähnlichen Veranstaltungen immer, vorn ersten bis zu diesem letzten Tage auf dem Roten Platz vortrefflich. Die Delegierten kamen zur festgesetzten Zeit an, meldeten ich im Büro ber Mandatskommission unb erhielten dort ihre Anweisungen für ihr Verhalten auf dem Kongreß. Dann erläuterte Stalin selbst die Einzelheiten seiner Verfassung, wobei die Versammelten ihm vorschriftsmäßig zujubelten. Darauf wurde in die „Aussprache" eingetreten. Hier wurde freilich ;on allem Möglichen gesprochen, nur nicht von dem achlichen Inhalt ber einzelnen Verfassungsartikel. Machte einmal ein Redner den Versuch, sich des Gegenstandes der Aussprache zu entsinnen, so mußte er sich mit allgemeinen Phrasen begnügen. Eine Begutachtung oder gar eine Kritik dieser ^demokratischsten aller Verfassungen der Welt" war nicht zu- gelassen, sie war tabu! — Allerdings fanden die Redner in anderen, ab- eitigen Themen vollen Ersatz! Da ließ man sie auf dem alten Steckenpferd der „faschistischen Gefahr" für den Weltfrieden herumreiten; man gestattete ihnen — sofern sie nicht zu den offiziellen Regierungsvertretern gehörten und ihre Auffassungen dann also ohne weiteres als „private Meinung" hinaestellt werden konnte — einige handrste Drohungen gegen Nachbarn auszu- toßen, besonders gegen die kleinen und schwachen; man suchte schließlich dieser agitatorischen Veran- tattung noch eine besondere Würze zu verleihen, indem man Vertreter der roten Wehrmacht in voller kriegsmäßiger Ausstattung in den Saal beförderte und einigen Heeresführern die Anweisung gab, sehr vernehmlich mit dem Säbel zu rasseln. Die Juden frage wurde in der entsprechenden taats-bolschewistischen Beleuchtung aufs Tapst gebracht und die bösen Friedensfeinde angeprangert, die man der Einfachheit halber ohne weiteres identifizierte und sie nur mehr „die Angreifer" nannte — und bann konnte bie aus lauter zuverlässigen unb nur aus ben höchsten Vertretern ber Staats- unb Parteimacht zusammengesetzte Kommission mit ber enbgüüigen Redigierung bes Verfassungstextes unb bem Einbau ber inzwischen als notwenbig erkannten Aenberungen beginnen. An ber enbgülti- gen unb einstimmigen Annahme bieses um ben Artikel von ber Schaffung eines neuen Volkskommissariats für bie Kriegsinbu- t r i e erweiterten Entwurfs konnte nicht gezwei- elt werben, unb nachbem dies am gestrigen Samstag geschehen ist, wird die ganze Episode mit der heutigen Veranstaltung des „Verfassungs- v o l k s f e st e s" abgeschlossen. Eine Komödie? Gewiß kann man es nicht anders nennen! Eine Komödie war schon die Vorbereitung des ganzen Feldzuges im Frühjahr dieses Wahres und seine Einleitung im Sommer. Damals wurde mit Rücksicht auf bie überall in ber Welt im Gange befindlichen Volksfrontbestre- düngen die Anlehnung dieser „Stalin-Konstitution" an gewisse Vorbilder als ihr besonderer Vorzug den westeuropäischen Freunden vor Augen geährt. Man rühmte das nunmehr im Zeichen dieser Verfassung zu erwartende bessere gegenseitige Verstehen, man sah schon im Geiste die Volksfronten aller Welt unter ben neuen Losungen siegreich marschieren. Aber bann kamen bie kritischen ausländischen Stimmen, die Urteile, die dieser neuen Schöpfung der proletarischen Diktatur die Maske der Demokratie von dem Gesicht riß, — und in Moskau fand eine Umstellung der Agttation statt. Was vordem als „verwandt" galt, wurde nunmehr „himmelhoch höher stehend". Die ausländischen Hinweise, daß zwar das Wahlrecht nach dem westlichen Beispiel vorgesehen sei, daß aber das Recht zur Aufstellung der Kandidaten nur bie kommunistischen Organisationen haben, unb weiterhin, daß zwar bie Religionsfreiheit garantiert werde, aber das Recht der Propaganda nur den GottlofenverbäNden gestattet ist, ferner, daß bie Freiheit ber Meinung unb ber Presse nichts bebeutet, da jebe Meinung und jede Presse nur rot sein dürfen, daß das Recht auf Arbeit in einem Staat, in bem bie ganze Arbeit verstaatlicht unb jebes Prioateinkornrnen beseitigt ist, nur bie Pflicht zur Arbeit im Interesse bes staatlichen Bolschewismus bebeutet, und so weiter unb so weiter — alle diese Hinweise machten Moskau außerordentlich nervös unb bedingten eine Umstellung bes ganzen Aufbaus ber Propaganda. Den primitiven eigenen Staatsbürgern und ben zahlreichen urteilslosen Nachläufern im Ausland wurde nunmehr vorgebetet, es fei überhaupt etwas Außerordentliches und Einmaliges, was hier geboten wird, und S chd anow, der Leningrader Parteisekretär, erklärte, wenn schon Archimedes nach dem Angelpunkt ber Welt gesucht habe, so fei er heute endlich gefunden: es sei die Sowjetmacht, die neue Verfassung Stalins, mit deren Hilfe die Welt aus den Angeln gehoben werden würde. Die ganze Komödie, die sich hier vor den Augen ber Welt abrollte, hat aber zwei ernste Seiten. Die erste ist innenpolitischer Natur. Wer sich einmal bie Mühe machen will, bie Reben sämtlicher auf bem Kongreß aufgetretenen Rebner burchzu- fehen, wirb finb en, baß sie auf ein erschreckenb nichtiges Niveau ber Zuhörer zugeschnitten waren unb baß sie selbst von einem ebenso nichtigen Niveau ber Rebner selbst zeugten. Stereotyp waren die Lobeshymnen auf ben technischen unb kulturellen Fortschritt ber Volker her Sowjetunion unb ebenso stereotyp bie byzantinischen Kriechereien vor Stalin. Es hatte — zumal für ben auslänbischen Beobachter — gerabezu eine tragische Note, baß auch solche Vertreter der Kunst unb ber Wissenschaft, wie etwa bie alte Schauspielerin bes Künstlerischen Theaters Alexanbrowskaja, ber bekannte Chirurg Burbenko, heften Gelehrtenkopf von feiner Umgebung so sehr abstach, ober ber alte Petrowski biefen Byzantinismus mitmachten unb sich gerabezu im Staube wälzten vor Stalin. Die Zuhörer aber? Unter ihnen gab es einen erheblichen Hunbertsatz Halbanalphabeten, b. h. solcher, von benen bie „Prawba" unlängst schrieb, daß sie zwar nicht mehr mit einem Kreuzchen an Stelle ihres Namens unterzeichnen, daß sie aber noch immer irgend ein Zeichen hinmalen — sei es in ber Form eines Eies, ober eines Hufeisens. Diese Zuhörer, bie Delegierten, sie waren für Stalin nur das Stimmvieh. Daß sie der Verfassung ihr „Ja" geben, war überhaupt bie Voraussetzung ihrer Reise nach Moskau. Hier würben sie nicht nur keinen Augenblick aus ben Augen gelassen — nein, man überprüfte beim Eintritt in ben Kreml ihre Aktentaschen, nahm ihnen Ferngläser usw. ab, man besah sich genau unb immer wieher ihre Papiere unb — man untersuchte ihre Hosentaschen auf Waffen! So schützt sich Stalin im Zeichen ber neuen „freiheitlichen" Verfassung vor ber Liebe seines Volkes. Unb nun werben triefe Delegierten nach Haufe geschickt, wobei ihnen bie feierliche Verpflichtung auf ben Weg gegeben wirb, in Zukunft „noch besser unb mehr" zu arbeiten als bisher, unb noch mehr zu tun für ben Sieg bes kommunistischen Gebankens in ber Welt. Die andere Seite dieser Verfassungskomöbie ist außenpolitischer Natur. Wenn auch Fin- kelstein-Litwinow im Krenllpalast seinen weißen Kragen abgelegt unb sich einen hochgeschlossenen Kittel angezogen hatte, um zu bekunden, daß er „als Werktätiger zu ben Werktätigen" spreche — wenn auch Schdanow nicht Leiter bes Rand- ftaatenreferats im Außenkommissatiat, sondern „nur" unmittelbarer Mitarbeiter Stalins in der Partei ist, wenn als Heeresoertreter keiner ber Marschälle, sondern nur Armeekommandanten und Admirale sprachen, so werben bie kriegerischen Reden, bie alle diese Vertreter ber staatsbolsche- wistischen Macht gehalten haben, doch auch im Ausland nicht überhört werden können. Die Ausführungen, die Orlow und Chripin über ben Umfang ber Sowjetrüstungen zur See und in ber Luft machten, kann man als aufsehenerregend ansehen, unb sie stellen unzweifelhaft bem Volker» bunbsmitglieb Sowjetrußlanb ein besonderes Zeugnis aus. Daß bie rote Flotte „für ben Ernstfall" gerüstet ist, daß sie bei den verschiedenen Schiffs gattungen auf das doppelte bis dreifache und bei den Unterseebooten sogar um mehr als das Sechsfache gegenüber 1931/32 vermehrt wurde, baß weiterhin auch die Luftflotte eine qualitative Vervollkommnung, eine Mobernisierung unb eine zahlenmäßige Zunahme von mehr als 400 v. H. erfahren hat, biefe Angaben verleihen, bas muß man gestehen, bem Friedenswillen der Sowjetunion eine besonders drastische Note. Daß Sowjetrußland schon lange an ber Spitze ber kriegsgerüsteten Staaten marschiert, wer wollte es bezweifeln? Dem Aus- lanb — insbesondere bem in ber Sowjetunion so wenig beliebten „faschistischen" Ausland — werden aus diesen Offenherzigkeiten ber Sowjetgroßen aber gewisse Verpflichtungen erwachsen, über deren Charakter, zumal die weltrevolutionäre Bedeutung der Sowjetoerfasfung immer von neuem hervorgehoben wird, kein Zweifel bestehen darf. Sowjettußlands Aufrüstung zur See. Der Oberkommandierende der sowjetrussischen Seestreitkräfte, Orlow, hat auf dem Rätekongreß einige Angaben über die sowjetrufsis chen Aufrüstungserfolge zur See gemacht. Er hat sich allerdings gehütet, Einzelheiten ber gegenwärtigen unb künftigen Aufrüstung mitzuteilen. Dafür hat er mit Prozentziffern operiert, genau so wie fein Kamerad Chripin von der Luftwaffe unb wie ber Marschall Tuchatschewski vor längerer Zeit. Orlow hat hinzugesetzt, baß die Sowjetregierung ein weiteres gewaltiges Flotten- baü Programm verwirklichen werbe. Dieses Programm umfasse Schiffe aller Klassen von höchster technischer Konstruktion. Mit dieser Bemerkung hat er eigentlich eine Absage an die Engländer erteilt, die sich bemühten, dem deutsch-englischen Flottenabkommen ein Parallelstück an die Seite zu stellen. Die Sowjetunion sollte sich verpflichten, bei der Aufrüstung zur See gewisse Grenzen nicht zu überschreiten. Der kürzlich von britischer Seite nach Moskau übermittelte Abkommensentwurf sah aber doch eine sehr erhebliche Bewegungsfreiheit für die Sowjetunion vor, die soweit ging, daß man eigentlich von einer festen Begrenzung bes englisch-sowjet- russischen Flottenverhältnisses nicht mehr sprechen konnte. Die Englänber waren mit ihrem Entwurf, namentlich im Bau großer Kriegsschiffe und in der Kaliberstärke, den Moskauern weit entgegengekommen. Wesentliche Punkte bes deutsch-englischen Abkommens wurden durch diesen Vertragsentwurf gefährdet. Die Bolschewisten haben aber offenbar keine Nei- gung, sich auch nur lose zu binden. Sie wollen in der Aufrüstung zur See ungef ef feit bleiben, sie wollen die Schiffe bauen, bie nach ihrer Ansicht zur Erreichung ihrer Zwecke nötig finb. Das Schwergewicht ihrer Neubauten haben sie zunächst auf die UBoot-Waffe gelegt. Orlow hat in seinem Referat zum Ausbruck gebracht, baß seit bem Jahre 1933 bie U-Boot-Waffe um 715 v. H. verstärkt mürbe. Zu Beginn bes Jahres 1933 be= aßen bie Sowjetrussen nach ben bamaligen Ausweisen 17 Unterseeboote, bie zum größten Teile veraltet waren. Wahrscheinlich waren aber biefe Angaben schon falsch. Denn der erste Fünfjahresplan biente bazu, auch bie Kriegsschiffwerften neu aufzubauen. Deshalb bürsten schon 1933 auf ben Ostfeewerften zahlreiche U-Boote fertiggeftellt worben fein. Jedenfalls sickerte zu Beginn dieses Jahres durch, daß um bie Wenbe 1935/36 weit mehr als 90 U-Boote teils auf ber Ostsee schwammen, teils im Bau waren. Das Auslanb, vornehmlich Eng- lanb, will bahin informiert fein, baß heute ungefähr 130 Unterseeboote in ber Roten Flotte vor- hanben finb. Es sollen noch mehr als zehn Boote auf Stapel liegen, so baß mit Enbe des Jahres wahrscheinlich 150 Boote sahrtb ereit sein dürften. Damit haben sich bie Sowjetrussen, was bie Zahl ihrer U-Boote angeht, an bie Spitze aller Nationen gestellt. Sie haben die Franzosen, die bisher die stärkste Unterseebootsflotte besaßen, weit hinter sich gelassen. Wie man hort, sollen von dieser Flotte etwa 50 Boote an ber sibirischen Küste, also in Wlabiwostok, liegen. Vom Rest stehen bie meisten Boote in ber Ostsee, ein Ten ist tm nördlichen Eismeer unb ein anberr Teil im Schwarzen Meer stationiert. Das Schwergewicht her U-Boot-Waffe ist jebenfalls in das Meer verlegt, auf dem auch die deutsche Flagge ständig gezeigt wirb. Als die Sowjetruften daran gingen, ihre Flotte neu aufzubauen, besaßen sie drei alte Linienschiffe, sechs alte Kreuzer, 13 alte Zerstörer und einige kleinere Einheiten. Orlow hat nun mitgeteielt, daß sich bie Zahl ber Schlachtschiffe um 300 v. H. vermehrt hat. Das muß also bedeuten, daß bie Sowjetunion heute nicht mehr drei, fonbern neun Linienschiffe besitzt. Dabei bleibt es offen, welche Tonnaaegehalte bie neuen sowjetrussischen Schlachtschiffe haben und wie es mit der Artilleriebestückung bestellt ist. Im englischen Vorschlag war das Zugeständnis gemacht, daß die Sowjetruften zwei Schlachtschiffe mit 40,6-cm-Geschützen bauen dürften. Für die übrigen Großkampfschiffe war zahlenmäßig keine Grenze gezogen. Angesichts bes bolschewistischen Aufrüstungsfiebers muß man annehmen, daß die Sowjetrussen bei ber Vermehrung ihrer Schlacht- schifsiFlotte die größten Einheiten gebaut haben, gehört es doch zu ihren Eigentümlichkeiten, alles, was sie in Angriff nehmen, maßlos in die Breite unb in bie Hohe gehen zu lassen. Auch ihre U-Boote weisen einen Tonnagegchalt auf, der über ben Durchschnitt hinausgeht. Der Aktionsrabius dieser U-Boote beträgt zumeist 7000 Seemeilen. Die Unterseeboots- flotille kann also erhebliche Strecken zurücklegen, woraus schon hervorgeht, daß sie nicht dazu bestimmt ist, die Ostseeküstc Sowjetrußlanbs zu verteidigen. Sie ist vielmehr eine ausgesprochene Angriffs- waffe. Es ist dann von Orlow weiter mitgeteilt worben, daß die Marinefliegerei um 510 o. H., die Marineluft ab wehr-Artillerie um 100 v. H. und die Küstenartillerie um 75 v. H. verstärkt wurde. Für diese Prozentzahlen liegen sichere Ausgangsziffern nicht vor. Sic sind auch im Augenblick von geringerer Bedeutung. Das wichtigste ist eben der Ausbau ber Flotte, ber mit Macht betrieben wird. Wie stark sich bie Sowjetunion zur See bereits fühlt, geht aus bem bedenkenlosen Operieren bolschewistischer Unterseeboote in den Gewässern skandinavischer Staaten hervor. Man fürchtet in Moskau keinerlei Einsprüche dieser Staaten, eben weil man weiß, daß man all diesen Einsprüchen nur einen Hinweis auf bie immer stärker merbenbe Flotte entgegenzusetzen braucht, um sie zum Verstummen zu bringen. Die rote Flotte wirb allmählich zu einem Instrument wie die Luftflotte mit ihren ungezählten Flugzeugen unb bie Landarmee mit ihren mehr als 2 Millionen Rotarmisten und 10,8 Millionen ausgebildeter Reservemannschaften. Siaatsschuhge^eh der Schweiz. B e r n, 7. Dez. (DNB.) In einer Sitzung am Montag genehmigte ber schweizerische Bunde s r a t bie Vorlage zum neuen Staatsschutz- 9 e s c tz. In ber Gesetzesvorlage wird auch auf bie Notwendigkeit eines vermehrten Schutzes der ver- fassungsmäßigen Einrichtungen bes Lanbes hingewiesen, unb, wie bie „Basler Nachrichten" schreiben, der Umstand hervorgehoben, baß bie schweizerl - f cf) e n Kommunisten, ohne an sich bebrohUch Zu sein, doch über bie DritteJnternationale gefährliche Serbinbungen mit einer auslänbt• scheu Großmacht unterhalten. Besonderes Es- wicht wird auf den Schutz der Armee gelegt. Die Kommunistische Partei scheint nicht verboten zu werden, doch soll der Bundesrat b- Befugnis erhalten, in Notzeiten gegen staatsg^ .lhiÄche Organisationen einzufchreiten. gut zu einer anderen Beobachtung, die in der Nähe des finnischen Dorfes S o d a n k y l ä gemacht wurde, wo ein Flugzeug unbekannter Nationalität nachts im Gleitflua bis auf 300 Meter herunter- ging und starke Scheinwerfer spielen ließ. Dies sind nur einige wenige Beispiele für die planmäßige Erkundungstätigkeit, die die s o w j e t r u s s i s ch e n Militärflieger seit Fahr und Tag in Finnland, Schweden und Norwegen ausüben. Diese Uebergrifffe sind deshalb Jo schwer abzuwehren und nachzuweisen, weil einmal die Nordländer nur über eine geringe Luftflotte verfügen und weil anderseits diese Gebiete außerordentlich menschenarm sind. Da- gegen befinden sich jenseits der finnischen Grenze Zwischen Leningrad und Alexandrowsk an der Eismeerküste nicht weniger als 43 rote " 6 z e U g st ü tz p U n k t e. Die bolschewistischen Flieger können also ungestört chre Rundflüge über das finnische Territorium hinweg bis nach Schweden und Norwegen ausdehnen, sie können nach t?rryn5rt ""behelligt durch die Händel der Welt 9 Ukfkldt.ei\ Sufamb einer unproblematischen unö wohlhabenden Lebensführung zu bewahren, dessen man sich Nordosteuropa seit langen Jahr- zehnten erfreut. Man kann, wie gesagt, über diese hermetisch von den großen Ausein- andersetzungen der Gegenwart abzuschliehen, sehr verschleden denken. Denn was nach außenhin oft als Unparteih£f)teit und Neutralität ausgegeben wurde mar in Wirklichkeit eine einseitige und falsche Orientierung gegenüber dem n e.u fn ® eutfchland. Den Nationalsozialisten unterstellte man imperialistische Absichten, aber gegenüber den Machenschaften der Sowjets druckte man gerne ein Auge zu. Um diese Politik mit doppeltem Boden zu erklären, muß man sich daran erinnern, daß in allen nordischen Ländern seit vielen Jahren Linksregierungen am Ruder sind und daß in den baltischen Staaten die nationalen Regierungen angeblich auf das Wohlwollen Moskaus angewiesen sind. In der letzten Zeit sind jedoch Ereignisse eingetreten, die das politische Bild Nordosteuropas plötzlich in anderer Beleuchtung zeigen. Die Einmarsch- d r o h u n g e n, die auf dem Rätekongreß gegen Finnland, Estland und Lettland ausge- stoßen wurden, waren nur der letzte und schärfste Ausdruck der Entwicklung im Ostseeraum. Schon feit Monaten haben die Bewohner der weiten, teeren Länderstrecken im Norden Europas selts a m e Himmelserscheinungen beobachten können. Und was zunächst nur Phantasie ober optische Täuschung zu sein schien, das verdichtete sich allmählich zu einer festgegründeten Erkenntnis: lieber der skandinavischen Welt erscheint das rote Polarlicht! Rovaniemi ist eine kleine finnische Stadt in der Nähe des nördlichen Polarkreises. Hier begab es sich am 3. und 4. November, daß durchaus zuverlässige Personen in dieser Gegend unabhängig voneinander ein geheimnisvol- t e s Licht erblickten, das volle 4 Minuten sichtbar mar. Der finnische Kommandant des zuständigen Militärbezirks hat diese glaubwürdigen Wahrnehmungen bestätigt und an feine vorgesetzte Behörde berichtet. Auch fremde Flugzeuge wurden in dieser Gegend wiederholt beobachtet, wie ja überhaupt die roten Spukflieger eine bekannte Erscheinung in dem ganzen Länoerraum von der polnischen Grenze bis zur Cismeerküste geworden sind. Im übrigen paßt die erwähnte Lichterscheinung sehr Räumung Madrids durch die Bevölkerung? Aufrufe der bolschewistischen Sender. Salamanca, 8. Dez. (DNB.) Am Montagnachmittag verbreitete der Madrider Sender „Union Radio" einen Aufruf der bolschewistischen Jugendorganisationszentrale, in dem die Mütter Madrids aufgefordert werden, ihre Kinder durch die Zentrale unverzüglich nach Valencia zu schicken. Der Zustand, daß ganze Familien in den Tunnels der Untergrundbahn übernachten müßten, muffe endlich aufhören. Durch den bolschewistischen Sender „Radio Tele- grafos" wurde am Montagnachmittag gleichfalls ekannt gegeben, daß alle zuständigen Stellen nunmehr zusammenarbeiten würden, um die Räumung Madrids durch die Zivilbevölkerung in kürzester Frist durchzusühren. Für die Zivilbevölkerung sei der Aufenthalt in Madrid unmöglich geworden, weil Lebensmittel nur noch in geringen Mengen vorhanden feien. Die künftige Versorgung der Zivilbevölkerung könne infolgedessen nicht mehr gewährleistet werden. Durch die Räumung Madrids werde auch die Gefahr nationaler Späher vermindert, die immer wieder über die bolschewistischen Batteriestellungen unterrichtet feien. In Madrid dürfte nurmehr die Rote Miliz Zurückbleiben, die „entschlossen ist, Widerstand bis zum äußersten zu leisten". Die Sowjelbonzen am Ruder. Paris, 8. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Madrid gemeldet wird, ist Antonio M i j e, ehemaliger „Kriegsrat" in dem Derteidigungsausfchuß von Madrid und Mitglied des Hauptausschusses der Kommunistischen Partei Spaniens, von den Bolsche- misten in Valencia zum „Generalkr i e g s- k o m m i f f a r" ernannt morden. Mije soll bet der Organisierung der Verteidigung von Madrid eine führende Rolle gespielt haben Wie aus Meldungen von der spanisch-franzosi- schen Grenze bei Hendaye hervorgeht, ist der rote Verteidigungschef von Madrid, General M l a j a, feines Postens enthoben worden. MßgMter Sliegeranflriff der Boten. Der Blutrausch der roten Mörder. S e v i l l a, 8. Dez. (DNB. Funkspruch.) Dom Sonderberichterstatter des DNB.) S)rei r o e Flieger ketten ver achten am Montag einen An riff au Talaoera b= la Sein« durchzu- führen. Sie gerieten aber m die ihnen von natw- nalen Jagdslugzeug-N 0eJ,ea‘e 8°Uc 3 Apparate französischen Ursprungs. Sine Maschine der Raten stürzte bei Tarriias. eine zweit- auf dem linken Taja-User bet lalaaera be la Reina unb bie britte bei Santo Domingo ab. Die belben Insassen bieser letzten Maschine, ein S o m . jetruss- und ein TI ch e ch ° 11 a w a k e. retteten sich durch Fallschirmabsprung. Der So miet r u s s e wurde bei dem IBerfud), sich seiner Gesängen, nähme zu widersetzen, erschösse n. In T a l a v e r a d e l a R e i n a trafen aus zahl- reichen Ortschaften auf dem linken Taio-Ufer in der Nähe von Talavera de la Reina m e h r e r ehu n bert Sauernfamilien ein die »hr gesamtes Hab und Gut auf Mauleseln mit s»ch führten. Die Bauern verdanken ihre Flucht einem kühnen Handstreich von fünf Falangisten, die 18 Kilometer weit in rotes Gebiet hineingeritten waren und den Eindruck erweckt hatten, als ständen hinter ihnen mehrere tausend Legionäre und Arabertruppen. Die Schreckensstimmung, die bei den Roten bei dem Gedanken eines Angriffes der nationalen Truppen Platz griff, benutzte die Bevölkerung zur Flucht in der Richtung auf Talavera de la Reina. Die Bauern berichten einheitlich von furchtbaren Greueltaten der roten Mordbanditen. In Navalucillos wurde eine vierköpfige Familie ermordet. Ein junges Mädchen wurde an den Füßen an eine Kirckhofsmauer gehängt. Darauf wurde ihr der Hals aufaeschnitten und das Blut in einem Gefäß gesammelt. In San Bartolome wurden rechtsstehende Einwohner in nicht wiederzugebender Weise verstümmelt. In Espinose wurde ein Geistlicher lebendig begraben. Aus allen Berichten der Flüchtlinge geht eindeutig die überall in gleicher Weise angewandte Mordtaktik des nach Moskauer Lehr en erzogenen Untermenschen- t u m s hervor, wie sie in den bereits von der roten Herrschaft befreiten Ortschaften immer wieder bekannt geworden ist. Oer national Heeresbericht vom Montag. Salamanca, 8. Dez. tDNB. Funkspruch vom Sonberberichterstatter des DNB.) Der Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca vom Montag meldet, daß die nationalen Truppe n im Frontabschnitt Belchite (Provinz Aragon । einen Angriff der Roten abgewiesen haben. Dem Gegner wurden acht Maschinengewehre abgenommen. An den Fronten von Legrono, Pa- lencia und Villarcayo herrscht Ruhe, bei Mondragon und Orduna leichtes Artillerie- und Gewehr- feuer. Don der Madrider Front ist nichts Neues zu melden. In Asturien war die Gefechtstätigkeit gering. Nationale Flieger bombardierten eine feindliche Batterie bei Dillareal (Provinz Alava). lieber Torrios wurden zwei rote Zweidecker abgeschofsen. Einer der Piloten wurde gefangengenommen. Bei Granada wurden durch Luftbombardement zwei feindliche Geschütze zerstört. In der Nähe von Sevilla konnte ein rotes Flug- zeug abgeschofsen werden. Kommunistische Werber in Marn. Verhaftung ausländischer Agenten. Budapest, 7. Dez. (DNB.) Das Regierungsblatt „Esti Ujsag" berichtet, daß in der letzten Zeit in verschiedenen Teilen des Landes eine äußerst geschickt getarnte Werbetätigkeit kommunistischer Agenten für die spanische Bolschewistenarmee festgestellt worden sei. Der Polizei fei es gelungen, eine Reihe von Agenten zu v e r h a f t e n, die in einzelnen Dörfern junge Manner zwischen 18 und 20 Jahren unter dem Versprechen von 5000 Franks als Freiwillige für die Madrider Bolschewisten anzuwerben versuchten. Diese Agenten waren nach außen als Vertreter der französischen Fremdenlegion aufgetreten; tatsächlich handle es sich jedoch nach einwandfreien Feststellungen um eine unmittelbare Anwerbung für die spanische Bolschewisten- a r m e e. In einem Dorf sei ein Agent verhaftet worden, der ausschließlich spanisch gesprochen habe. Bei ihm fei eine genaue Liste der für die Anwerbung vorgesehenen jungen Leute gefunden worden. Im Verhör habe der Agent jegliche Aussage verweigert. In anderen Landesteilen, so in Szegedin, eien gleichfalls Agenten auf getreten; sie hätten den ungen Leuten die Auszahlung eines Betrages von >00 Schilling und Einkleidung in Wien versprochen, alls sie sich für eine ausländische Armee anroerben ließen. Weiter wird berichtet, daß in der letzten Zeit in verschiedenen Ortschaften Agenten Der Moskauer Internationale feftgejteöt wurden, die in getarnter Form eine lebhafte kommunistische Propaganda betrieben. Sowjets verhaften wieder Reichsdeutsche. B e r l i n, 7. Dez. (DNB.) Gestern sind der Reichsangehörige Straßenbauingenieur Dr. Hans Metzger, geb. am 18.3.1898 in Heidelberg, sowie feine Ehefrau in Leningrad verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden Die Maßnahme, die von amtlicher somjetrussischer Stelle bestätigt ist, wird mit angeblicher Spionage und gegenrevolutionärer Betätigung begründet. Sreitmlligenobteilunßen in polen. Warschau, 7. Dez. (DNB.) Das polnische Kriegsministerium wird während der Winter- monate, um die Arbeitslosigkeit durch Unterbringung eines Teiles der arbeitslosen Jugend zu bekämpfen, besondere Freiwilligenadtei- l u n g e n unter der Bezeichnung „Abteilungen der nationalen Verteidigung" aufstellen. Diese Abteilungen, die vom 4. Januar bis 20. März 1937 bestehen sollen, werden in den am meisten von der Arbeitslosigkeit betroffenen Gebieten bei einer Reche von Jnfanterieregimentern ins Leben gerufen. Als Freiwillige werden Reservisten und ungediente Leute der Jahrgänge 1916 bis 1919 zugelassen. Don den ungedienten Leuten sollen in erster Linie solche eingestellt werden, die bereits Organisationen der militärischen Borbereitung angehörem OieBedeutung des neuenLugendgesetzes Baldur von Schirach spricht vor der presse. Berlin, 7. Dez. (DNB.) Aus Anlaß der am 1. Dezember erfolgten Verkündung des Gesetzes über die Verstaatlichung der Hitlerjugend sprach der Jugendsührer des Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von Schirach, am Montag im Hotel Kaiserhof vor der in- und ausländischen Presse über die Grundsätze der neuen Jugendführung. Dem Vortrag wohnte eine überaus große Zahl von namhaften Vertretern der in» und ausländischen Presse bei. Reichsjugendführer Valdur von Schirach bezeichnete in feinen einleitenden Worten das Gesetz über die Hitlerjugend als eine Schöpfung des Führers Adolf Hitler, der durch Inhalt, Form und Unterschrift des Gesetzes seinem Willen Ausdruck gegeben habe, die Heranwachsenden Generationen mit seiner Person und seinem Werk für alle Zukunft zu verknüpfen. Daher werde die Nachwelt gerade dieses Gesetz zu den größten Taten Adolf Hitlers zählen. Wie alles, was für die Jugend getan werde, fei auch dieses Derk auf die Zukunft ausgerüstet Die Bedeutung dieses Gesetzes liege vor allem darin, daß nunmehr die jüngere und ältere Generation unseres Volkes in einem großen Derk und in einem großen Gedanken verbunden feien. In diesem Zusammenhang zeichnete Baldur von Schirach ein eindrucksvolles Bild jener längst über- rounbenen Zeit, da zwischen der jüngeren und der älteren Generation heftigste Auseinandersetzungen tobten, da die Jugend führerlos allen schlimmen Einflüssen und Strömungen preisgegeben mar und die Phantasie jugendlicher Buchleser durch verantwortungslose Geschäftemacher verderbt wurde. Er sprach über die Zeit der Zersplitterung der deutschen Jugendbewegung, in der jeder eigene Wege ging. Herzliche Worte der Anerkennung widmete Schirach hierbei dem Admiral von Troth.a, dem heutigen Ehrenführer der Marine-Hitler-Jugend, der unter den Jugendführern der Nachkriegszeit als die bei weitem bedeutendste erzieherische Persönlichkeit hervorragte. Der Gegensatz der Generationen, den jene Zeit offenbarte, sei heute endgültig überwunden. Der Reichsjugendführer ging nun auf das Werden der Hitler-Jugend selbst ein. Sie habe sich von jeher dadurch von den anderen Jugendorganisationen im In- und Ausland unterschieden, daß sie schon als kleine Gemeinschaft mit dem Anspruch der Totalität auftrat. Dieser Anspruch bezog sich nicht nur auf die Masse der in Deutschland lebenden Jugendlichen, sondern auf alle Tätigkeitgebiete der Jugend im volklichen und staatlichen Leben. Der Reichsjugendführer nannte hierbei insbesondere die Forderung nach beruflicher Leistung und die berufserzieherische Arbeit, wie sie in den Reichsberufsmettkämpfen zum Ausdruck kam, ferner die Tätigkeit der HI. in der Jugendpflege, im Jugendrecht, in der Gesundheitsführung, im Land- bienft Unb vor allem in der weltanschaulichen und körperlichen Ertüchtigung der Jugend. Hier fei bereits vor dem 1. September 1936 von der Reichsjugendführung der NSDAP, eine Arbeit geleistet worden, die unter den neuen Voraussetzungen nur sinngemäß fortzusetzen fei. Zu der Frage, ob nicht durch bie Schaffung einer Obersten Reichsbehorde bie Gefahr einer Verdüro- kratisieruna der Jugendführung gegeben sei, erklärte Baldur von Schirach mit Nachdruck: „Dir bleiben, was wir sind. Die aus der na- kionalsozialistischen Kampfzeit und aus der nationalsozialistischen Weltanschauung heraus geprägten und mit einer stolzen Tradition erfüllten Begriffe werden auch in Zukunft bei behalten werden. Glauben Sie nicht, daß ich den Ehrgeiz habe, einen riesigen Beamteuapparat aufzubaueu, sondern im Gegenteil, es wird gerade mein Ehrgeiz fein, die kleinste deutsche Reühsbehörde zu führen. In der Jugend kommt es vor allem auf die Beweglichkeit der Führung und auf die direkte Verbindung mit der Jugend selbst an. Ich werde daher die Mit- arbeitet meiner Behörde immer wieder mit vorübergehenden aktiven Führungsaufgaben in der Jugend selbst betrauen. Außerdem werde ich in den nächsten lagen für das gesamte Fübrer- korps die Durchführung bestimmter sportlicher Ausgaben verfügen, die in einem modernen Zehukampf-Programm bereits festgelegt sind. Jeder von uns wird Jahr für Jahr diese sportlichen Hebungen wiederholen müssen." Das Prinzip der Freiwilligkeit soll, wie der Reichssugendführer ausführte, dadurch aufrechterhalten werben, daß die vor dem 1. Dezember 1936 in der HI. und im BDM. organisierten Jugendlichen zu einer Leistungsgemeinschaft zusammengefaßt werden, in die sich aber auch feder auf Grund des Gesetzes eingegliederte Jugendliche durch Treue und Pflichterfüllung, also durch freiwillige Leistung, hineindienen kann. Ich habe also unter keinen Umständen die Absicht, die Neuem» tretenden als weniger wertvoll zu difffamieren und als etwas Zweitrangiges zu behandeln. Zur Frage der Führerausbildung teitte Baldur von Schirach mit, daß der Bau der Akademien für Jugendführung in München unb Braunschweig im Winter 1937 fertiggestellt sein werde. Dort werden diejenigen Jugendsührer, die sich als llnterbannfiihrer in der praktischen Führung der Jugend ausgezeichnet haben, nach abgeschlossenem Arbeits- und Militärdienst für ein Jahr zusammengefaßt und nach einem weiteren halben Jahr Auslanddienst zur Bannführerprüfung zugelassen. 2Rit diesem Verfahren werde für das Führerkorps eine wirkliche Auslese gewonnen werden können. In feinen Schlußworten dankte Baldur von S ck i r a ch den deutschen Eltern, die seine bisherige Arbeit ermöglicht hatten und mit deren tätiger Mitarbett er auch in Zukunft Erfolg Haden werde. Als ihr Treuhänder teile er mit allen Eltern ihre Freuden und Sorgen, unb er sei überzeugt, baß er in ihrem Auftrag hanbele, wenn er bie Jugend der deutschen Nation nach dem großen Vorbild Adolf Hitlers erziehe. Ein neuer HKHeuweltrekord eines italienischen Militärflugzeugs. Das Flugzeug „Cant Z 506“ der italienischen Marine erreichte unter der Führung seines Kapitäns Mario S t o p p a n i (links oben) mit einer Nutzlast von 2 Tonnen eine Höhe von 7831 Meter. Diese Lüftung wurde als internationaler Rekord anerkannt. (Lsiociated-Preß-M.) Aus aller Welt. Reichsminister Dr. Goebbels an Gustaf Gründgens. Reichsminister Dr. Goebbels sandte an den Intendanten des Staatlichen Schauspielhauses Berlin, Herrn Gustaf Gründgens, nachstehendes Telegramm: „Seyr verehrter Herr Intendant! Nehmen Sie zur 150-Jahr-Feier des Staatlichen Schauspielhauses meine herzlichsten Glückwünsche entgegen. Möge das Staatstheater unter Ihrer umsichtigen künstlerischen Leitung auch in Zukunft eine Pflegestätte echtester deutscher Bühnenkunst bleiben und damit allen deutschen Theatern ein Vorbild sein. Mit Heil Hitler Reichsminister Dr. G o e b b e l s." Ehrung einer hundertjährigen. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Luise Pries in Kiel aus Anlaß der Vollendung ihres 100. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Zum Tage der nationalen Solidarität. Das Gesamtergebnis des.„Tages der nationalen Solidarität 1936" im Gau Westfalen-Nord erhöht sich nach den letzten Feststellungen von 116151,39 Reichsmark auf 127 008,32 Reichsmark. Das Ehepaar Rofemeyer-Beinhorn in Kairo. Das Ehepaar Rofemeyer - Beinhorn traf auf dem Flug nach Südafrika in Kairo ein. Die 1200 Kilometer lange Strecke Athen—Kairo wurde in 41/2 Stunden zurückgelegt. Luftschiff „Hindenburg" hat Winterquartier bezogen. Das Luftschiff „Hindenburg" ist von seiner letzten diesjährigen Fahrt, die nach Südamerika führte, zurückgekehrt und auf dem Flug- und Lustschiffhafen Rhein-Main glatt gelandet. Dort wird es nun den Winter über in der Luftschiffhalle verbleiben. Verworfene Revision im Prozeß wegen des Großheringer Eisenbahnunglücks. Das Reichsgericht hat die von den Angeklagten Kurt D e ch a n d aus Weißenfels und vvn Willy Bande aus Berlin gegen das Urteil der Naumburger Strafkammer vom 26. Juni eingelegten Revisionen als unbegründet verworfen. Damit sind die Beschwerdeführer wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung sowie wegen fahrlässiger Transportgefährdung und Gefährdung von Telegraphenanlagen zu 1 Jahr 3 Monaten bzw. zu 7 Monaten Gefängnis rechtskräftig verurteilt. — Die Angeklagten hatten am Weihnachtsheilig- abend vorigen Jahres die Vorspann- und die Zug- lokomotioe des D-Zuges 44 Berlin—Frankfurt am Main geführt, der dem Personenzug 825 Erfurt— Leipzig beim Bahnhof Großheringen in die Flanke gefahren war. Bei dem Zusammenprall wurden 12 Fahrgäste in die Saale geschleudert, wo sie ertranken. Insgesamt forderte das Unglück 33 Todesopfer und 22 Verletzte. Die Angeklagten hatten als Lokomotivführer ein in Warnstellung befindliches Vorsignal überfahren und nach dem Bemerken des auf Halt stehenden Hauptsignals zu spät gebremst- Den Jagdfreund erstochen. In der Nähe des Schulhauses in Zell bei Regen (Bayr. Ostmark) wurde der Bauer Pius Pfeffer aus Ginselsried t o t aufgefunden. Der Mann hatte einen Stich ins Herz erhalten, der alsbald seinen Tod herbeigeführt haben muß. Der Täter konnte bereits festgenommen werden. Es handelt sich um Pius E n g e l b a ch , ebenfalls aus Ginselsried. Er hat die Tat eingestanden. Das Motiv der Tat ist noch unbekannt. Die beiden waren miteinander befreundet und am letzten Sonntag noch gemeinsam auf die Jagd gegangen. Einsturzunglück in Prag. Bei dem Bau der neuen Prager Effektenbörse, der neben dem Neuen Deutschen Theater aufgeführt wird und bis zum dritten Stockwerk gediehen ist, stürzte die noch in der Verschalung befindliche Betondecke des großen Börsensaales, der den Mittelpunkt des Gebäudes bildet, samt dem gesamten Stützwerk von der Höhe des zweiten Stockwerks in die Tiefe. Von den Arbeitern, die sich im Saal befanden, konnte sich nur ein Teil retten; die übrigen wurden verschüttet. 20 Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht; neun von ihnen, die leichtere Verletzungen davongetragen haben, konnten entlassen werden. Opfer des Schneesiurms. Zwei Knechte aus St. Johann im Ahrntal in Südtirol, die von Mayerhofen (Zillertal) aus über die Zillertaler Berge in ihre Heimat wollten, wurden am Stillupp-Kaes von einem Schnee sturm überrascht. Einer der beiden Männer stürzte ab und kam ums Leben. Sein Begleiter irrte drei Tage lang im Schneesturm umher und kam endlich völlig erschöpft und mit schweren Erfrierungen wieder nach Mayerhofen zurück. Schneestürme über den französischen Alpen. lieber den französischen Alpengebieten ist ehi neuer schwerer Schnee st urm niedergegangen. Auf den Höhen hat die Schneedecke eine Stärke von einem Meter erreicht. An verschiedenen Stellen wurde der Verkehr auf den großen Straßen durch die Schneemassen unterbrochen. Bei Notre - Dame de Brian^on hat eine Lawine die Halle einer chemischen Fabrik zerstört. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Französisches Posiflugzeug überfällig. Das französische Postflugzeug „Croix du Sud“, das unter der Führung des Ozeanfliegers M e r - m o z mit vier Mann Besatzung den regelmäßigen Südatlantikflugverkehr versieht, ist überfällig. Mermoz funkte, daß einer der Motoren aussetzte, als sich das Flugzeug rund 800 Kilometer südwestlich von Dakar befand. Da die atmosphärischen Bedingungen günstig waren, hat Mermoz anscheinend den Flug nach Südamerika fortgesetzt. Bisher ist man ohne jede Nachricht von den Fliegern. Flugzeuge, die auf afrikanischer wie südamerikanischer Seite zu Nachforschungen aufgestiegen waren, sind ohne Ergebnis zurückgekehrt. Sowjetrussischer Petroleumzug in Flammen. Einer Meldung aus Stalingrad zufolge ist auf der Strecke der Stalingrader Eisenbahn ein P e - troleumzug in Brand geraten, der vollkommen vernichtet wurde. 16 Zisternen mit Erdöl und Benzin, sowie fünf Wagen fielen den Flammen zum Opfer. Die Verbindung auf der Eisenbahnstrecke ist unterbrochen. Es besteht der Verdacht, daß die Katastrophe auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Flutkatastrophe auf der Insel Luzon. Erst jetzt traf ein Bericht aus der Jfabela-Pro- vinz im Rordwesten der Insel Luzon (Philippinen) ein, wonach am 4. Dezember eine furchtbare Flut über diefe Gegend hereinbrach, die 54 Städte und Dörfer zerstörte, Menschen und Tiere ins Meer schwemmte. Sämtliche Verbindungen mit der Provinz sind unterbrochen. Die Zufahrtsstraßen find unterspült. Der Gouverneur schätzt die Zahl der Toten auf mehrere tausend. Die Flut wird als die größte bezeichnet, die jemals die Insel heimgesucht hat. Die Wassermassen brachen völlig überraschend in das dicht besiedelte Gebiet am Ufer des Eagayan-Flusses ein. Bis jetzt konnten nach dem letzten DNB.-Funkfpruch überlOOLeichen geborgen werden. Da die Ueberschwemmungen anhalten, gehen die Rettungsarbeiten nur sehr langsam vor sich. 5 Lahre Zuchthaus für einen gewerbsmäßigenWanderdieb. ]( Marburg, 7. Dez. In den letzten Jahren sind öfters Studierende der hiesigen Universität dadurch erheblich geschädigt worden, daß sich während der Vorlesungen Diebe in die Wandelgänge des Universitätsgebäudes sowie der Institute einschlichen, dort die Kleiderständer einer „Nachprüfung" unterzogen und dann mit Mänteln, Aktentaschen usw. das Weite suchten. Den Bemühungen der Polizei ist es gelungen, einen dieser Mantelmarder, der geradezu monatelang von dem Ertrag feiner Diebereien gelebt zu haben scheint, in der Person des 27jährigen Richard D r e e s e aus Steele bei Essen festzunehmen. Aus dem Strafverzeichnis des jungen Mannes war ersichtlich, daß man es mit einem gefährlichen Gewohnheitsdieb zu tun hatte, der feit seinem 16. Lebensjahre bereits etwa zehnmal — zum Teil sehr erheblich — vorbestraft ist. Gegenwärtig verbüßt er wegen Rückfalldiebstahls und Sittlichkeitsverbrechens (§ 175) eine dreieinhalbjährige Zuchthausstrafe. In der Zeit vom 5. bis 15. November 1935 war er mehrmals in Marburg, wobei er sich insgesamt neun Diebstähle zuschulden kommet: ließ. In den Kleiderablagen der Universitätsinstitute erbeutete er dabei zahlreiche Mäntel, Aktentaschen mit Inhalt, Handschuhe usw., im Museum der Universität zwei kleine Oelgemälde, Münzen, eine Uhr usw. Die Sachen hat er angeblich in Kassel und Gießen versetzt. Bei seiner V e r h a ft u n g, welche Ende November 1935 in Gießen erfolgen konte, fand man zwei wissenschaftliche Werke in seinem Besitz, die er — wie er vor dem Schöffengericht angibt, aus einem Unioersitätsinstitut in Göttingen gestohlen haben will. Die aus dem Museum der Philipps- Universität gestohlenen Gegenstände konnten zum Teil in Gießen wieder herbeigeschafftf werden. Es hat sich mittlerweile herausgestellt, daß Dreese in insgesamt 23 Fällen aus Kleiderablagen von Hochschulen in Göttingen, Heidelberg, Gießen, Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen, Erlangen, Würzburg usw. Mäntel, Aktentaschen usw. gestohlen hat. Wegen dieser Diebstähle muß er sich demnächst noch vor den zuständigen Gerichten verantworten. Dreese gab im wesentlichen die ihm in Marburg zur Last gelegten Diebstähle zu. Er will aus wirtschaftlicher Notlage gehandelt haben. Das Gericht erkannte unter Einbeziehung der bereits gegen Dreese erkannten Strafe auf insgesamt 5 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und Anordnung der Sicherungsverwahrung, da es sich bei Dreese um einen unverbesserlichen Gewohnheitsverbrecher handelt, der durch seine Begabung besonders gefährlich erscheint. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausqabeort Frankfurt. Infolge der anhaltenden Kaltluftzufuhr der letzten Tage hat sich über Mitteleuropa ein Hochdruckrücken aufgebaut. In feinem Bereich hat sich besonders in Südwestdeutschland schon Aufheiterung durchgesetzt, wobei die nächtlichen Fröste angezogen haben. Eine von Westen herankommende neue Störung wird Norddeutschland wieder Verschlechterung und Niederschläge bringen, auf unsere Wetterlage voraussichtlich aber keinen starken Einfluß nehmen. Auch fernerhin wird diese überwiegend durch Höhenluftdruck bestimmt werden. Aussichten für Mittwoch: In den Niederungen vielfach dunstig oder neblig, sonst heiter bis wolkig, im allgemeinen trocken, nachts Frost, in Richtung veränderliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Vielfach dunstig oder neblig, sonst trocken und teilweise heiter, Frost. _________________________________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: i. V. Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. im Alter von 51 Jahren. Wieseck, den 7. Dezember 1936. Gießen, Kiel, Weimar, den 7. Dezember 1936. 7807 D 05630 Gießen (Crednerstr. 27), Dieburg und Hamburg, den 7. Dezember 1936. 05629 | Mietgesuche | ( Kaufgesuche | 05621 bei Manne^ameraiMah Gießen 1892 e.V. Gieß. Änz. erb. Stadttheater1 WWWne gebraucht, aber Mhlierl. Zimmer evtl, leer (fev.), preiswert zu vermiet. Zu erfrag, in d. Gefchäftsst. d.Gieß.Anz - 05618 19.30-21.30 12. Mittwoch- Miete! Ingeborg Komödie vonCurtGoetz Preise von 0.60-3.00 RM. 20.00-22.00 Hänsel und Gretel Preise von 1.20-4.00 RM. 781OD Unser guter Kamerad Arnold Bender, Dutenhofen ist nach heldenhaft ertragenem Leiden in die Ewigkeit gegangen. Er lebt mit seinem frohen heiteren Wesen in unserer Erinnerung. Wir treffen uns am Mittwoch, 9. Dezember. 14Uhr, am Bahnhof, um ihn zu seiner letzten Ruhestätte zu bringen. Bundesuniform. Der Kameradschaftsftthrer ___________________________________________7801 D kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 05620 an d. KleineAnzetgen im Gießener Anzeiger werden von Tmilcnden beachtet und geleleo. tut erhalten, zu gesucht. Schöne Bettvorlagen [Verschiedenes] Verloren Ausweis auf den Namen FerdinandWag- ner. Fuhrunter- nehm. ausKrof- dorf lautend. Gegen Belohnung daselbst abzugeben, oseie Peke billig! 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Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Heute morgen entschlief nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Vater. Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel Herr Arnold Bender, Justizsekretär Dutenhofen, Krofdorf, Staudernheim, Bad Oeynhausen, den 7. Dezember 1936. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 9. Dezember, nach« mittags 2% Uhr, vom Trauerhause aus statt Lyceallehrer a. D. und Schriftsteller Hermann Kiehne Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter und Schwiegermutter Frau Katharine Becker, geb, Stephan am Sonntagabend, 10 Uhr, zu sich zu nehmen. In tiefem Leid: Marie Kiehne, geb. Grobe Dr. Ing Siegfried Kiehne und Frau Maria, Irmentraut Rumpf, geb Kiehne [geb Thomas Wilhelm Kiehne und Familie Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 9. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Turnstraße 13, aus statt In tiefem Schmerz für die trauernden Hinterbliebenen: Aenne Bender, geb. Peil, nebst Kindern. In tiefer Trauer: Heinrich Lotz X. Paula Volk, geb. Lotz Heinrich Volk In tiefer Trauer: Christoph Becker Ludwig Wolf und Frau Mariechen, geb. Becker Wilhelm Becker und Frau Erni, geb. Hink Hans Steinhaus und Frau Käthe, geb. Becker Heute mittag entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte i rau, Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und lante Frau Marie Lotz, geb. Kreiling M. 287 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Dienstag, 8. Dezember 1936 U WWWS» ' L 7 ^on unserem ständigen K.C.-Serichterstasten Machdruck verboten, auch mit Quellenangabe.) Der Führer foenbef für das Winterhilfswerk bungen, Aufmärschen und Feiern der Bewegung vielfach Krampf und üble Schaustellerei. Nur wenige sehen wir schon in den ersten Tagen das Bemühen der „Veranstalter" trugen in sich die Voraussetzung einer gültigen Neuschöpfung, lieber ihrer häßlichen Betriebsamkeit vergaßen sie meist, daß Feier nur weitere Arbeit in der Feiergestaltung. Alles Nachahmen in unseren Tagen blieb leider NSG. Mit dem Heraufkommen eines neuen Gemeinschaftsbewußtseins erfuhren die bisher üblichen Formen unserer Feste und Feiern auch eine Veränderung. In den Zusammenkünften, Kundge- disziplinierten Formationen schufen schon früh gütige Formen der Feiern und gaben Beispiel für alle ganz schmucklos erklärt, dieses Abkommen liefe britischen Interessen zuwider, denn es entlaste Japan an seiner Westgrenze Rußland gegenüber und gebe ihm freieren Spielraum im Osten. Das aber würde England in Singapore und Hongkong spüren müssen. Damit ist die Katze aus dem Sack. Das sind die Besorgnisse um den europäischen Frieden. England fürchtet, daß jedes Nachlassen des russischen Druckes auf die japanischen Grenzen dessen Expansionsdrang zugute komme, nicht zuletzt in China. Das ist auch der Hauptgrund für die englische Politik Rußland gegenüber, und ähnliche Erwägungen veranlassen die englische Presse auch heute noch, von der „rechtmäßigen Madrider Regierung" gegenüber den „Rebellen" zu sprechen. Während man nämlich auf der einen Seite Franco ohne weiteres zutraut, spanisches Gebiet an Italien abtreten zu wollen, fürchtet man auf der anderen Seite doch, daß ein nationalistisches Spanien Gibraltar als Dorn im Fleisch empfinden könnte. Das Wort und die Sprache sind mit die wertvollsten Gaben des Menschen, denn mit ihrer Hilfe lassen sich Gedanken gut verbergen. Aber meist auch nicht für immer... um eine Neugestaltung, eine Erweiterung und Erneuerung. Die innerlich starken und äußerlich Die Gründe für Englands Nein Fernöstliche Gorgen. Aber darum geht es für London gar nicht. Wenn man an der Themse von dem Bestreben spricht, sich aus einer Blockbildung herauszuhalten, sie ver- Yindern zu wollen im hohen Dienst des Weltfriedens, dann meint man damit etwas ganz a n = oeres Dann heißt es, in verständliche Sprache übersetzt, daß man zwar eine Blockbildung verhindern will, aber doch nur eine solche, die sich irgend- wle gegen englische oder Empire-Inter- essen wenden könnte. Dient sie ihnen, dann unter- stutzt man sie aber mit allen Kräften, auch auf die Gefahr hin, daß Europa dadurch in seiner Friedenspolitik beeinträchtigt werden könnte. Und so ist es auch bei dem deutsch-japanischen Abkommen. ~te einzige englische Zeitung, die den Mut gehabt hat, das anzudeuten — wahrscheinlich war es gar kein Mut, sondern peinliches Versehen der Redaktion —, war die „Time s". Sie hat nämlich London, Anfang Dezember, he^b e J roi°nbI„ daß die Veröffentlichung des deutsch -1apanischen A b k o m m e n s in London einen Sturm im Wasserglas hervorgerufen hat Die Zeitungen überboten sich geradezu in Beteuerungen, daß England sich nie an dem Abkommen beteiligen wurde. Die einheitliche Stelluna- nahme aller Blätter, gleichgültig, ob unter der Re- nifhto^ber'nidi? r °b an fid> «ntikommu- hnF, n d)u'r?e& dabei wohl den Rückschluß zu, daß diese einhellige Beurteilung nicht ganz ohne Einfluß von oben gewesen ist. Und der Hauptgrund dieser elnstiminlgen Ablehnung eines Vorschlages zweier Staaten die Welt solle sich gegen eTn ® i H g e m ein s a IN immunisieren das allgemein als höchst schädlich anerkannt wird und das g^.^de letzt in Spanien seine Wirkungen jedem zeigt. Die eingeflüsterte Ansicht der englischen Presse ging und geh auch noch dahin, daß das Abkomm n dazu, dienen soll, die Welt in Zwei feindliche L^aer Zu teilen. Es soll nicht bestritten werden/'daß die ohne $rfn?n 6hnr° lh-f Manchen Fällen nicht ohne Erfolg dafür eingesetzt hat, ein Aufeinondpn- platzen weltanschaulicher Gegensätze in der aroßen Politik zu ?^dlndern. Man braucht dabei nur an ousgleichende Rolle im Nichteinmischungsaus- schuß zu erinnern. Dieses Argument aber in diesem ILin fnrMi*bFn moUtn' ift doch reichlich verfehlt, kann man dem einfach entgegenhalten, daß trotz aller Veranlassung der Vertrau Zwischen Deut chland und Japan" de^n Kreml ^ L nfp/Sr hn?xri\.nsUr £en Kommunismus; und Bartef n i Kreml mit der Kommunistischen in 3rJUIL ^ber ba5 alles weiß man in ßonöon natürlich, genau so gut wie überall. Wenn wir einmal nur etwas zurückdenken, so finden wir sehr viele Beispiele, wo demokra- IrnL? Li.u-L0 Q M \ V^trage untereinander mit einer deutlichen Spitze gegen andere geschlossen haben ohne daß London in tiefsten Pessimismus über die Erhaltung des Weltfriedens versunken ^ure. Wo war etwa die vorausschauende englische Politik, als der f r a n z ö s, s ch - r u s s i s ch e V e r- r ra g geschlossen wurde; wo blieb in der ganzen Nachkriegszeit die englische Sorge um den Welt- frieben, als es die Bildung des Blocks der B e- sltzenden gegen die „have-nots“ nicht nur zu- hefe, sondern sogar forderte. Aber es ist ja in dem Europa von heute natürlich ein Unterschied, ob Deutschland etwas tut ober eine „demokratische" Macht, deren Außenpolitik bekanntlich niemals „imperialistischen" Zielen dienen kann, während alles, was Deutschland tut, eo ipso mit einem derartigen Vorzeichen versehen wird. Was hätte man in London wohl gesagt, wenn Deutschland etwa bei dem Währungsabkommen zwischen den „demokratischen Mächten", wie sie bei der Veröffentlichung sich bezeichneten, von einem finanziellen Schachzug gegen die faschistischen Staaten gesprochen hätte? Eine derartige Behauptung wäre ebenso absurd gewesen wie die heutige von einer beabsichtigten Blockbildung durch Deutschland. Das Abkommen steht jedem offen, der seine Bedeutung anerkennt, also auch England. Sobald es sich beteiligt, kann es ja seinen demokratischen Daumen zwischen die streitenden Mächte halten und dafür sorgen, daß sie nicht aufeinanderplatzen und der Vertrag so gehalten wird, wie sein Wortlaut besagt. Aber einmal ganz im Ernst gesprochen: Heißt es nicht geradezu eine Blockbildung erzwingen, wenn man bei allem, was Deutschland oder ein anderer autorität geführter Staat vorschlägt, Blockbildung oder Imperialismus wittert und seine Mitarbeit ablehnt? Im Anschluß an die Strahensammlung des „Tages der nationalen Solidarität" fand sich eine Anzahl von Künstlern und Künstlerinnen von Bühne und Film beim Führer in der Reichskanzlei ein. Der Führer gab jedem Sammler einen größeren Betrag in die Sammelbüchse. Unser Bild zeigt den Führer mit Karin Hardt, Frau von Platen und Eugen Klöpfer. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) Der Volksgemeinschastsabend. Fest und $eicr in der HZ. — Um neue Form und neuen Sinngehalt. Glückwunsch für Mackensen. Generalfeldmarschall von Mackensen, der am Sonntag 87 Jahre alt wurde, wird in Falkenwalde bei Stettin von Dorfkindern beglückwünscht. (Scherl-Bilderdienst-M.) M da fein kann, wo eine Gemeinschaft ist, die durch gleiches Erleben, durch gleiches Wollen und Hoffen verbunden ist. Die neue Feier setzt ein allgemein verbindliches Lebensgefühl voraus, und alles Mühen ist sinnlos, wenn Feste und Feiern nicht von einer Gemeinschaft gleichen Glaubens getragen und gestaltet werden. — Auch der Stil unserer Feiern — wächst nur aus einem neuen religiösen Lebensgefühl, das Geltung hat für alle zur Gemeinschaftsfeier Gerufenen. Mit der Zurückweisung des lauten und allzu öffentlichen Getues wird aber nicht verzichtet auf die modernen Mittel der Gemeinschaftsformung. Die Hitlerjugend versucht nun in richtiger Erkenntnis der Notlage und angesichts der ihr aufgetragenen ernsten Verpflichtung auf ihre Weise erneut zur Gemeinschaftsbildung beizutragen. Mit dem Begriff des Volksgemeinschaftsabends ändern sich die bisherigen Auffassungen von den Gestal- tungs- und Erziehungsmitteln der Gemeinschaft. Sie sind so angelegt, daß jeder Volksgenosse sich gern in ihre Führung stellt. Das Lied, das Wort und das Spiel erhalten eine neue Funktion. Durch sie werden die Besucher, das „Publikum" auf besondere Weise zur Gemeinschaft geführt. * Das Lied als bedeutendster Faktor innerhalb einer neuen Gemeinschaftsbildung und Erziehung wird in erster Linie wieder die Volksweise in den Vordergrund rücken; auf „Darbietungen" wird verzichtet, um allen Volksgenossen Gelegenheit zu geben, m i t z u w i r k e n.' Denn nur dann erwächst hieraus eine lebendige Gemeinschaft. Neben den alten Volksweisen werden lustige und fröhliche aus alter und neuer Zeit sowie der Wechselgesang gesungen. Dabei wird auch das Instrument: die Klampfe, das Schifferklavier und selbst die Mundharmonika wieder zu Ehren kommen. Auf den Sprechchor wird verzichtet, hingegen wird das Wort des einzelnen im Gedicht, der Vor- Andersens Märchenstadt. Von Olaf Gölniund. An keiner Stelle ist das Idyll der dänischen Landschaft vollkommener als auf der Insel Fünen, die inmitten des meergeteilten Reiches liegt und einem einzigen, fruchtbaren, wohlgepflegten und duftenden Garten gleicht, die die Dichter mit Recht den Garten Dänemarks genannt haben. Eine üppige, kraftvolle Insel mit großen Buchenwäldern und alten Herrensitzen, mit unzähligen Hainen und meilenlangen Hecken, die im Sommer von Flieder, Weißdorn und Hollunder duften. Ein friedevoller, idyllischer Fleck, wo die Bevölkerung Blumen und Farben liebt. Hier ist auch der Boden, aus dem das dänische Märchen heroorsproß. Mitten durch die Insel läuft von Norden nach Süden eine Au und eine halbe Meile, bevor diese Au ins Meer hinausgleitet, liegt eine alte Stadt. Niemand vermag zu sagen, wie alt sie ist. Vielleicht ist es die älteste Stadt Dänemarks. Ihre Entstehung reicht zurück bis in jene Zeiten, da die Geschichte dieses Landes sich in Sagen und Mythen verliert. Auf einem Höhenzug zwischen der Au und den schon längst trockengelegten Buchten, die von Norden ins Land hineinschnitten, hat sich die Bevölkerung ihre Heimstatt erbaut und ein Heiligtum für den obersten der Götter errichtet. Odin war der erste unter den Asagöttern, und nach ihm erhielt die Stätte ihren Namen Odense: „Heiligtum Odins". Ms dann das Christentum nach Fünen kam, wurde Oden e Sammelpunkt der Stämme und ward bann bald auch Mittelpunkt des kirchlichen Lebens. Es wurde Sitz eines Bischofs und mit verschiedenen Vorrechten ausgestattet. Kirchen und Kloster entstanden und zogen eine zahlreiche Priesterschaft heran. Diese gewährten auch dem König Knud im Jahre 1086 Zuflucht, als sich die Bauern gegen ihn empört hatten wegen der drückenden Steuern und Kirchenzehnten, die ihnen auferlegt wurden. Und die Bauern waren stark: Es war am 1. Juli 1086, da sie die St.-Albans-Kirche erstürmten, darinnen der König Zuflucht gesucht hatte, und ihn vor dem Hochaltar erschlugen. Diese Tat wurde zu einem bedeutsamen Abschnitt in der Geschichte von Odense. Die Kirche erhob den getöteten König zum Rang eines Heiligen, und so ging er unter hem Namen „Knud der Heuige m oie Geschichte Dänemarks ein. Zu seiner Ehre erbaute man ein Kloster, das seine Gebeine aufnahm, und man verstand es, diesen Ort zu einem Wallfahrtsorte zu erheben, wohin Pilger dann von weit und breit herbeiströmten. Und als spater die Klosterkirche abbrannte, vermochten die Priester, aus ihrem Reichtum schöpfend, eine neue, herrliche Domkirche, die St.-Knuds-Kirche, zu erbauen, die nun, seit mehr als sechshundert Jahren, der Stolz der Stadt ist. In ihrer Krypta befinden sich die Gebeine Knuds des Heiligen. Eine ansehnliche Stadt war Odense, da Roms Priesterschaft noch machtvoll herrschte. Sechs Kirchen und sieben Klöster beherbergten seine Mauern, und selbst als die Reformation die Macht der römischen Geistlichkeit gebrochen hatte, blieb Odense eine der bedeutendsten Städte des Landes. Inmitten der fruchtbaren Insel waren die Bedingungen zu einer Handelsstadt gegeben, und die rührigen Bürger wußten dies wohl zu nutzen. Unter ihnen war Oluf Bager im 16. Jahrhundert der berühmteste. Herr über große Ländereien, besaß er auch in der Stadt siebzehn große Besitzungen und vermochte, wenn der König zu Besuch weilte, ein freigebiger Wirt zu fein. Heute noch sieht man diese Höfe in der Stadt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zählte die Stadt nur noch gegen 6000 bis 7000 Einwohner, und es mochte scheinen, als lebte die Stadt nur noch in Träumen von ihrer einstigen Gröhe. In der alten Mühle der St.-Knuds-Mönche an der Au klapperten wie ehedem die Räder, und der Turm der Kirche reckte seine Spitze nach wie vor gen Himmel, doch von neuem Leben war wenig zu spüren. In dieser Zeit wurde in einer unansehnlichen Gasse ein Knabe geboren, dessen Namen der alten Stadt wieder zu Ehren und Ansehen verhelfen sollte: Hans Christian Andersen. „Von seinem Vater", so erzählt Nordahl P e - ter en, „erbte er den träumerischen Sinn, und die stillstehende Provinatmosphäre, die das Leben der Stadt in seiner Kindheit kennzeichnete, gab seinen Träumen Nahrung. Die Genzen der Stadt waren eng, und zu dem, was da draußen lag, mußte man sich träumen. Am Ende der Straße, in der er den größten Teil seiner Kindheit verlebte, lag die alte Mönchsmühle an der Odenser Au. Am Ufer der Au wusch seine Mutter die Wäsche für bessergestellte Familien, und hier saß der Knabe tagaus, tagein und lauschte dem Brausen des Wassers über die Mühlräder und dem Rattern der Mahlgänge in der Mühle. Und wenn die eintönigen Laute gleichsam einen Schleier über sein Bewußtsein gebreitet hatten, dann glitt er hinein ins Reich der Träume. Dann sah er Däumlinchen die Au hinabgesegelt kommen, dann hörte er Klänge aus dem Glockentief. Da wurde in seiner Kinderfeste die Sehnsucht geboren, die feiner Poesie Tiefe und feinen Träumen Schwingen verleihen ^Und wenn er am jenseitigen Ufer, der Mühle gegenüber an der Au entlangging, dann begegnete feinem Blicke der große Ampferwald drüben in dem großen Maare. Was verbarg sich nicht alles hier hinter den gewaltigen Blättern? Märchen über Märchen. Und ob es denn selbst zu Hause in dem kleinen Hose war, wo ein einziger Stachelbeerstrauch stand, so begegnete ihm auch hier das Märchen, wenn die Knospen sich öffneten und zu grünen Blättern wurden, und wenn die Raupen sich verpuppten und später zu hübschen Schmetterlingen wurden." So bildeten sich die Träume Andersens und so erhielten sie Nahrung. Und wenn seine Kameraden ihn neckten, weil er „sonderlich und wunderlich" war, oder wenn boshafte Menschen von seiner Mutter sagten, daß sie „nichts tauge", dann zog er sich in seine Träumereien zurück. Und als er groß wurde und Macht über seine Gedanken bekam, da sprangen diese Träume in die schönsten Märchen, die die Welt je gehört hat. Seiner Kindheit Stadt ähnelte wohl einem Entenhof, und ihn selber nannten die Leute einen „Grimrian". Aber was tat's, daß man in einem Entenhof geboren ist, wenn man in einem Schwanenei gelegen hat, wie er selbst in seinem Märchen vom garstigen Entlein erzählt. Und ob auch Andersen sein ganzes Leben lang fast immer auf Reisen war und ganz Europa durchzog, so waren doch Stadt und Insel seiner Kindheit der Erdboden, aus dem seine Dichtung emporsproß. Es war Odense, von wo die Märchen kamen. Nun hat Odense die Grenzen des Märchenhofes gesprengt. Das Mönchsmaar ist zu einer stillen, vornehmen Anlage geworden inmitten einer Stadt, deren Einwohnerzahl mehr als zehnmal so groß ift wie während des Dichters Kindheit, und an Stelle der alten Mönchsmühle steht nun ein großes Kraftwerk. Odense ift eine andere, größere Stadt geworden. Aber noch hat sie in sich viel von der Poesie, aus der die Knabenseele des Schustersohnes ihre Nahrung zog. Atter Meister für ein paar Pfund Vor kurzem erwarb ein Londoner Möbelhändler ein altes Bild für ein paar Pfund, das einen Heiligen im Gebet darstellte. Mit einem geringen Nutzen verkaufte er es dann an einen anderen Händler, der eine bessere Witterung hatte und damit zu der berühmten Auktionsfirma Christie ging. Hier erkannte man, daß das Werk deutlich den Stil des Paduaner Meisters Andrea M a n t e g n a zeigte und das es augenscheinlich den hl. Hieronymus in der Wüste darstellte. Das 48:35 Zentimeter messende Bild wurde also als Mantegna in den Katalog ausgenommen und kommt dieser Tage zur Versteigerung. i Lichtspielhaus: „Onkel Bräsig". Von der vielfältigen Problematik des verfilmten Romans ist oft genug die Rede gewesen. Hier scheint uns ein Sonderfall vorzuliegen. Natürlich wird billigerweife niemand erwarten können, ein Epos vom äußeren Umfang und inneren Gewicht des Reuterschen Hauptwerkes „11t mine Stromtid" in einen abendfüllenden Spielfilm verwandelt zu sehen. Es ift übrigens auch nur davon die Rede, daß das Drehbuch von N e a n d e r und Rolf Meyer „nach Motiven" des Buches gearbeitet sei. Da sich aber das Buch, das als Roman und als Kulturbild feinen bleibenden Wert in sich trägt, weniger seiner epischen Breite als der Mundart wegen nur einem verhältnismäßig begrenzten Leserkreis erschließt, ift es zu begrüßen, daß der Film, so wenig er den Roman „ersetzen" kann und will, nicht nur den Landsleuten Fritz Reuters, sondern jeder- mann einen Einblick in die Welt und in die Probleme der „Stromtid" vermittelt und vielleicht sogar dem einen oder andern Lust macht, Reuter zu lesen. (Es ist nicht einmal so schwierig, wie es auf den ersten Seiten scheint.) Die Drehbuchverfasser und der geschickte und erfahrene Spielleiter Erich Wasch- n e cf haben mit Bedacht die heiteren Elemente, an denen das Werk ja nicht arm ist, gebührend hervor- gekehrt, aber auch an der ernsten Hauptsache nicht vorbeigesehen. Bräsig ist ohne Zweifel die populärste Gestalt des Buches, und Otto Wernicke hat nicht bloß die lustige Person in ihm gesehen, sondern mit Gemüt und Humor eine Charakter- figur herausgestellt, mit der Reuter selbst vermutlich nicht unzufrieden gewesen wäre, wenn er's hätte erleben können. Es wird hier allenthalben hochdeutsch gesprochen, aber bei Wernicke weist doch immer ein leichter Anklang an die Mundart auf die mecklenburgische Herkunft und Umwelt hin. Auch sonst — Bräsig ist ja bei Reuter nicht gerade d i e Hauptperson — heben sich aus dem zahlreichen Ensemble eine ganze Reihe charakteristisch erfaßter Gestalten heraus: Schroths prächtig ehrenwerter, alter Hawermann; Hoopts als Jochen Nüßler: keine überragende Rolle, aber als Typ unübertrefflich; Harry Hardt gibt mit scharfem, kantigem Umriß den Axel von Rambow; Tiedtke und R a s p als Pomuchelskopp und Slusohr: zwei dunkle Ehrenmänner ganz verschiedenen Temperaments, wie sie im Buche stehn; Hans Richter, Carsta Löck, Brausewetter, Erich Fiedler, Elga Brink und Suse Graf seien noch genannt. — Gute Aufnahmen von G. Bruck- bauer. (Tobis-Rota.) — Im Beiprogramm sieht man einen lehrreichen Kulturfilm und einen Vorspann „Dahinten in der Heide". Dr. Hans Thyriot. ßlls§ Wirtschaft fj - ,-n #./ 7^- ^ronrtun a, M. Berlin Devisenmarkl Berlin — Frankfurt a. 2IL Dalum | 5-12- 168,13 I 167,75 132 1 132,5 1 165 164 132,5 I 132,65 Banknoten. 34,9 62,61 56,98 Schluß» kur- 22 7,13 101,2 98 102,5 Mein. Wests. Gleite. Schuckert L Co SiemensKHoiske... >?ahmel)er LCo..... 123,75 123,25 118 I 117,13 173 134 155,5 137 143 130,5 138,75 158,25 195 120,25 140,5 149,5 116,5 144,5 152 220,5 150 121,4 23 135 132,5 187 263,5 127 137 153 108,5 160 139,5 119,5 161,5 60,25 238 164 262,5 126,5 138 151,5 168,4 127 137,4 152,75 168 126,5 138 151 2,47 42,12 54,43 12,19 11,575 135,40 61,28 174 133,25 157,75 137 143,5 138,65 158,5 196,75 121 141,5 150,25 117 145,25 173,25 134 156,5 137 143 139,25 158,75 197 134,25 173,4 134 155,5 136,5 143,25 130,75 138,75 158,5 195,75 135,75 120,25 140,25 149,5 116,13 190 144,5 123,75 117 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. o 6 6 0 7 (i 8 0 0 S 12 11 221 149 120,25 22,2 132 132,5 185 108,5 159 139-13 119,5 161 60,4 235 162,75 62,87 57,20 5,4 5,9 . 6 . 6 . 6 . 8 • 7 121,75 141 150 117,25 190 145,25 124 118 7 6| 152 138 220 149,75 121,4 23 135 133 187,9 151,75 138 220 149,5 120,25 22,4 133 131,75 186 während (über geh Die Schic nen. Dan bie Perle dicker wiri Ach der W Tyta' zM V NllM auf M allem, i Was sie nicht ur den es aber roi: ihre echt Tieren Uckelei! 99,25 108,25 159,75 139,75 109,5 119,5 161,13 89,75 60 238 198 162,5 99 108 159 139,65 109,25 119,25 161 89 60,4 235,5 196,25 162,5 Stadttl -Gloria 99,75 98,75 97 100,75 93 130,5 122,75 97.25 100,5 100,75 97,5 95 109,8 22 1,95 7,13 6 6,5 8,75 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roqgenkleie R12 9,95, R15 10.15, R 18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, Treber 16,75, Heu 5,80 bis 6,00, do. drahtgepreßt 6,20 bis 6,40, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2,60 bis 2,80, do 6% Deuliche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reich-anl. von 1934 5y,% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Ant.-Ablos.-Schuld mfi AuSlo».-Rechten ............ 4 Yt% Deutsche Retchrpostlchatzcm Weisungen von 1934, I ..... iV»°/o ehem. 8% Hessischer Volks, itaat 1929 (tüdjnblb. 102%) .. 4%% ehem. 6°/«, Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12... 6/,% ehem 4-/,% Hess. Londes Hnpothekenbank TarmstadtLiou. 4’/i% ehem. 8% Darmsl. Komm Lanoesb.Goldichutdverlchr $R.t Oberhesien Provinz-Anleihe ml1 Auslvi.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Ausloj.-Rechten 4’/2% ehe m.8% Franks. Hyp.-Aan Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 W-, ehem. 4-/-% Franks. HhP. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 5Vi% ehem. 4'/,% Rheinischs Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe. .. 4'/r°l> ehem. 8% Pr. Landespfan» briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y.% ebcm. 7% Pr. Landespsano vriesanst., Gold Komm. Lbl. 20 St^uergutlch.Berrechnungsk. 34-38 4% Yesterretchische Golbrenie... 4,20% eesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4* 2% desgl. von 1913 ......... 5% obgest. Goldmexitaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe ^erie I................... 20,5 1,95 6,75 5,35 6,1 8,9 I. G. Farben-InvusMe Scheidcanstalt........ Goldschmidt Rülgerswerke Metallgeiellichafk gebündelt 2,50 bis 2,70. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 2,70 Mark, weißschaläge hiesiger Gegend 2,40 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz ruhig. $ranffurtfte " lrü6e * «rini ,f«»t w . ift I ys ft' einstmals eczielt mor Wie und bie häufig sind, nun Y ä-hlich?or ßr selbst i aber seine flettunfl 01 w* (ehung ein Schuppe», auch öiß 2. Io wirb ii) derer Borz Schuppen Silberglan, - einer hieraus ge Nun gel in ähnlich' ißetanntlid eines Frei (chel der 2 beit legt den Frem oder.Tauc Auch die ist zwar l wirb aus ren Stan tzesellsM.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität iv. jvuiu«, u/uuuh» ™ Schafe mittelmäßig. Fleischgroßmarkt. Angebot waren: 382 Viertel Rindfleisch, 284 halbe Schweine, 37 ganze Kälber, 16 ganze Hämmel, 5 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 76. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsensleisch a) 80. Kalbfleisch a) 90 bis 105 (am 3. Dezember 70 bis 105), b) 65 bis 85 (58 bis 80), c) 60 bis 70 (50 bis 65). Hammelfleisch b) 95 bis 100 (90 bis 100). Schweinefleisch b) 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80. Marktverlauf: ruhig. lagen unverändert. Im einzelnen verloren Deutsche Linoleum 0,75 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,13 v. H., Gement Heidelberg uno. 165. Auf den übrigen Marktgebieten lagen Erstkurse zunächst nicht vor. Arn R e n t e n rn a r k t lag die Altbesitzanleihe mit 117 (117,40) unter Berücksichtigung der Ziehung sehr fest. Jrn übrigen lagen Renten sehr still und unverändert. Jrn Verlaufe blieb das Geschäft denkbar klein. Die Kurse am Aktienmarkt erfuhren gegen den Anfang kaum Veränderungen. Etwas Nachfrage fanden Westdeutsche Kaufhof zu 60,40 nach 60,13, andererseits bröckelten JG.-Farben auf 167,40 nach 167,65 und Rheinmetall auf 151,50 nach 151,75 ab. Don erst später notierten Werten verloren Metallgesellschaft 2, Reichsbank 2,75, Eßlinger Maschinen 1,25, Deutscher Eisenhandel 0,75 v. H. Am Kassamarkt ging die Taxe für Zellstoff Memel auf 45 (50, l. Kurs 60) zurück. Renten lagen auch im Verlaufe still und unverändert. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig, Liquidationspfandbriefe etwas uneinheitlich. Stadtanleihen wiesen meist die letzten Kurse auf. Industrie-Obli- gationtzn notierten überwiegend unverändert. Für Auslandrenten war die Haltung uneinheitlich. Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke Kleyer mit 102 bis 104, Wayß & Freytag mit 124,50 bis 126,50. • Tagesgeld leicht und auf 2,50 (2,75) v. H. ermäßigt. F r a n k f u -1 a. M., 7. Auftrieb : Rinder 929 (gegen 1023 am letzten Montagsmarkt), darunter 113 (151) Ochsen, 153 (112) Bullen, 519 (619) Kühe, 144 (141) Färsen. Kälber 399 (412), Hämmel und Schafe 172 (78), Schweine 4680 (3974). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 45 (am 30. November 45), b) 41 (41), c) 36 (36). Bullen a) 43 (43), b) 39 (39), c) 34 (34). Kühe a) 41 bis 43 (43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 30 bis 33 (28 bis 33), d) 20 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 41 bis 44 (41 bis 44), b) 40 (38 bis 40), c) 35 (35), d) 28 (—). Kälber a) 56 bis 65 (58 bis 65), b) 42 bis 55 (42 bis 55), c) 37 bis 40 (35 bis 40), d) 25 bis 36 (25 bis 34). Hämmel b2) 43 bis 45 (42 bis 45), c) 40 bis 42 (35 bis 40), d) 34 bis 38 (32). Schafe Das Sternbild des Perseus steht um 22 Uhr nahe dem Zenit in der Milchstraße, deren silbernes Band man an klaren, mondlosen Abenden (etwa vom 3. bis 18. Dezember) vom Prokyon, dem Hauptstern des Kleinen Hundes im Südosten über Zwillinge, Stier, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Kepheus bis zum Schwan im Nordwesten verfolgen kann. Südlich der Milchstraße finden wir die große, aus einem Sechseck und einem Viereck bestehende Sternfigur des Peaasus, an die sich nach links die Sternreihe der Andromeda anschließt, welche auf Algol weist. Den Südhimmel nehmen die ausgedehnten, aber nur mit schwächeren Sternen besetzten Bilder Eri- danus, Walfisch und Fische ein; in letzterem leuchtet der Saturn. Am glänzendsten ist jetzt der Himmel im Südosten, wo außer dem großen, prächtigen Sternbild des Orion nun auch der Hundstern Sirius, der hellste aller Fixsterne, in bläulich weißem Licht funkelt. Unter den drei Gürtelsternen des Orion bemerken wir, wenn kein Mondlicht stört, neben zahlreichen schwachen Sternchen einen matten Lickt- fleck, den berühmten Orionnebel, eine leuchtende Gaswolke von ungeheurer Ausdehnung, die nur nach Lichtjahren zu schätzen ist. Es lohnt sich, diese interessante Himmelsgegend wie auch die Hyaden und Plejaden im Stier mit einem Fernglas zu. betrachten. Die Hyaden bilden einen lockeren Sternhaufen in 130 Lichtjahren Abstand und gruppieren sich scheinbar um den nur 57 Lichtjahre entfernten rötlichen Aldebaran. Im Nordwesten nähert sich die strahlende Wega, die bei Beginn der Dunkelheit noch hoch am Himmel steht, mehr und mehr dem Horizont. An die Stelle, die Wega im Sommer und Herbst eingenommen hat, tritt nun die gelbliche Kapella, der Hauptstern im Fuhrmann, der gegen Mitternacht den Zenit erreicht. Wenden wir uns nach Norden, so sehen wir b:n Himmelswagen im Großen Bären mit nach unten gerichteter Deichsel rückwärts emporfteigen. lieber dem mittleren Deichselstern Mizar bemerken scharfe Augen ein Sternchen, Alkor oder das Reiterlein genannt. Der Kleine Wagen hängt vom Polarstern nach unten herab. Ihn umgibt die gewundene Sternreihe des Drachen, dessen Kopf auf die Wega in der Leier gerichtet ist. Von den Planeten leuchtet Venus im Südwesten als weitaus hellster Stern. Anfang Dezember geht sie zwei Stunden, Ende des Monats nahezu vier Stunden nach der Sonne unter. Jupiter ist in der Abenddämmerung verschwunden. Saturn im Sternbild der Fische im Südwesten geht bereits vor Mitternacht unter. Mars ist jetzt Morgenstern, er geht um 2 Uhr auf. Wir finden ihn im Sternbild der Jungfrau. Die schmale Mondsichel steht am Abend des 17. Dezember dicht über der Venus, am Morgen des 8. und 9. Dezember nahe bei Mars und Spika. Die Lichtgestalten des Mondes fallen auf folgende Tage: 5. Dezember letztes Viertel; 14. Neumond; 21. erstes Viertel; 28. Vollmond. Am 22. Dezember um 1.27 Uhr erreicht die Sonne den südlichsten Punkt ihrer scheinbaren Bahn und zugleich den tiefsten Stand, womit astronomisch der Winter beginnt. Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o.H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Das Spiel der HI. setzt schon mehr Reife voraus., 177, R 18 181, R 19 183, In Lied, Gedicht oder Spiel bringt die Hitlerjugend Mühlen der genannten Preisgebiete deutlich die nationalsozialistische W e 1tt»j1V/ 40 anschauung zur Geltung. Damit verschreibt sie, sich aber nicht allein dem ernsten aber etwa einem komplizierten Spiel. Auch lustige und scherzhafte Darbietungen, die als Verfasser u. a. Heinz Ste- guroeit, Martin Luserke und Hans Sachs haben, werden aufgeführt. Träger der Veranstaltungen werden die Fähnlein des deutschen Jungvolks und die Gefolgschaften der Hitlerjugend fein. An ihren im Laufe des Winterhalbjahres veranstalteten Abenden soll sich der von Mühen und Sorgen geplagte Volksgenosse aufrichten und sich erheben an dem Schönen, Reinen und Edlen, das die junge Generation ihm zu sagen hat. Buderus Deutsche Erdöl 4 Haroener 2’/; Hoesch Eilen—Köln-Neuesten • • 5 Ilse Bergbau ............... t NI>e Bergbau Genüsse 6 Klöcknerw.-rke 8 Mannesmann-Röhren 8 Schuitbets Payenhoser Atu l Allgemeine Kunstseide) . Bemberg.................. Zellstoff Waldbof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas Daimler Motoren Deutsche Linoleum Lrenstein S Kovpel Westdeutsche naushof Cbade..................... Accumularoren-IabrU Conti-Gummi .. . ....... Erhöhung des Reichsanleihebeirages um 100 Millionen Mark infolge Ueberzeichnung. Fwd. Auf die in der Zeit vom 20. November bis 5. Dezember 1936 zur öffentlichen Zeichnung aufgelegten 400 Millionen Mark 4,50prozenttge auslosbare Schatzanweisungen des Deutschen Reiches, 3. Folge, sind nach den bisher vorliegenden Meldungen über 500 Millionen Mark gezeichnet worden. Um die zahlreichen, insbesondere auch die kleinen Zeichner befriedigen zu können und der weiteren Konsolidierung der Reichsfinanzen zu dienen, hat das Reich mit dem Konsortium vereinbart, noch einen weiteren Schatzanweisungsbettag der gleichen Art in Höhe von 100 Millionen Mark über den ursprünglich in Aussicht genommenen Betrag zur Verfügung zu stellen, um so die Zeichnungen möglichst voll berücksichttgen zu können. Da bereits von vornherein 100 Millionen dieser Anleihe fest übernommen waren, erhöht sich deren Gesamt- oetrag auf 600 Millionen Mark. Festsetzung der Kartoffelflockenpreise. ZdR. In Nr. 112 des Verkündungsblattes des Reichsnährstandes vom 4 Dezember 1936 ist eine Ergänzungsanordnung des Reichsnährstandes durch die Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft vom 3. 12. 1936 für den Verkehr mit Kar- toffelflocken veröffentlicht worden. Die Entwicklung der Kartoffelflockenpreise hat es notwendig gemacht, mit Zustimmung des Reichs- und Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichskommissars für Preisbildung die Kartoffelflockenpreise nack oben zu begrenzen. Es sind sowohl der Herstellungspreis, wie auch der Verbraucherpreis begrenzt worden, so daß jeder Verbraucher von Kartofselflocken in der Lage ist, den für seinen Bezirk in Frage kommenden Flockenvreis zu errechnen. Die Verwendung von Kartoffelflocken ist nunmehr von der vorherigen Genehmigung der Hauptvereinigung abhängig. Die Kartoffelflocke muß an erster Stelle als Futtermittel zur Verfügung stehen. Bisher wurden Kartoffelflocken in nicht unerheblichem Umfange auch für Brennerei- und industrielle Zwecke verwendet. Jeder Verwendungs- zw^ck für die Kartoffslflock-n mußte daher vvn der besonderen Genehmigung der Hauptoereinigung abhängig gemacht werden. Ferner bringt die Anordnung genaue Vorschriften über die Lohnherstellung von Kartoffelflocken. Soweit Kartoffelflockenliefe- rungs- und Lohntrocknungsverträge, die vor dem Inkrafttreten der Anordnung abgeschlossen morden sind, bei Inkrafttreten dieser Anordnung noch nicht oder nur teilweise erfüllt sind, müssen die Verträge nach zwei Wochen den Bestimmungen der Anordnung angepaßt sein, wenn sie nicht im gegenseitigen Einverständnis innerhalb einer Frist gelöst worden sind. Die Bestimmungen dieser Anordnung sind am 4. Dezember 1936 in Kraft getreten. Rhein-Maimsche Börse. Mittagsbörse still. Frankfurt a. M., 7. Dez. Nach dem überwiegend festeren und teilweise etwas lebhafteren Verlauf der Samstagbörse brachte der Wochenanfang insofern eine Enttäuschung, als Kaufaufträge aus dem Publikum so gut wie fehlten. Vielmehr lagen einige kleine Abgaben vor, so daß die Aktienkurse zumeist um 0,50 bis 1 v. H. abbröckelten. Die starke Ueberzeichnung der Reichsanleihe fand starke Beachtung und gab der Haltung gegenüber der Geschäftsstille Widerstand. Von chemischen Werten eröffneten JG.-Farben und Scheideanstalt je 0 50 v. H. niedriger. Am Montanmarkt setzten Rheinstahl 1 v. H., Verein. Stahl 0,75 v. H., Hoesch und Mannesmann je 0,50 o. H. schwächer ein, Buderus unn. 121, Rheinische Braunkohle 0,50 v. H. höher mit 221. Don Elektrowerten gingen Siemens auf 194,25 (196.75) zurück, AEG., Gesfürel und Schuckert konnten sich behaupten. Maschinenwerte lagen uneinheitlich, Muaq 131 50 (132.75), dagegen Rheinmetall- Borsig 151,75 (151). Daimler Motoren und BMW. In jedem Jahre ereignen sich auf der Erde mindestens zwei Sonnenfinsternisse. Die erste dieses Jahres war am 19. Juni und in Deutschland gut sichtbar. Die zweite wird am 13. Dezember ftall- finden, jedoch nur in Australien und der Südsee zu sehen fein. Da der Mond sich zu dieser Zeit nahezu in Erdnähe befindet, erscheint er etwas kleiner als die Sonne. Die Finsternis vom 13. Dezember ist daher ringförmig. Wie nun die Sonne gelegentlich durch den Mond vorübergehend verdeckt wird, so kann in ähnlicher Weise auch das Licht gewisser Sterne durch das Dazwischentreten eines dunkleren Weltkörpers geschwächt oder ausgelöscht werden. Solche Sternfinsternisse treten bei allen Doppelsternen auf. deren Bahnebene zufällig in der Blickrichtung liegt, so daß bald der Hauptstern den Begleiter teilweise oder ganz verdeckt, bald der Begleiter den Hauptstern. Diese Klasse von veränderlichen Sternen nennt man daher „Bedeckungsveränderliche". Ihr bekanntester Vertreter ist der helle Stern Algol oder Beta im Perseus, den wir jetzt im Dezember abends hoch oben nahe dem Zenit finden. Algol ist gewöhnlich ein Stern zweiter Größe, aber in regelmäßigen Zeitabständen von rund 69 Stunden sinkt feine Helligkeit auf den dritten Teil der normalen. Die Lichtabnahme bis zum Minimum dauert 4 Stunden 53 Minuten, dann steigt der Stern wieder in der gleichen Zeit zur ursprünglichen Helligkeit an. Die Dauer der Algolverfinsterung beträgt also ungefähr 9.45 Stunden, der Stern verharrt jedoch im kleinsten Licht nur für Sekunden. Wenn das Wetter günstig ist, können im Dezember acht Algolverfinsterungen beobachtet werden, und zwar befindet sich Algol im kleinsten Licht am 1. Dezember um 1.45 Uhr, am 3. um 22.30 Uhr, am 6. um 19.30 Uhr, am 18. um 6.30 Uhr, am 23. um Mitternacht, am 26. um 21.00 und am 29. um 18.00 Uhr. Seit 1667 ist der regelmäßige Lichtwechsel des Algol bekannt, aber erst im Jahre 1889 lieferte die spektroskopische Untersuchung durch Scheiner und Vogel in Potsdam den Beweis für die Doppelstern- natur und die Bewegung der beiden Weltkörper um den gemeinsamen Schwerpunkt, die mit der Periode des Lichtwechsels genau übereinstimmt. Beim Vorübergang vor dem Hauptstern blendet der Begleiter zwei Drittel der sehr hellen Scheibe von Algol ab. Aber auch wenn der Begleiter hinter dem Hauptstern verschwindet, tritt eine, allerdings nur mit den feinsten Apparaten meßbare Helligkeitsabnahme ein. Es ließ sich ferner berechnen, daß Algol dreifachen Sonnendurchmesser und bei 14 000 Grad Oberflächentemperatur die 300fache Sonnenhelligkeit besitzt, also ein Lichtriese ist, während der Begleiter sehr lichtschwach ist. Kein Fernrohr vermag die beiden Sterne zu trennen, denn ihre Bahn ist viel zu eng. Ihr gegenseitiger Abstand beträgt rund 10 Millionen Kilometer oder eine halbe Minute Lichtzeit, aber die Entfernung Algols von uns etwa 160 Lichtjahre. Außer der engen Bahnbewegung in 69 Stunden beschreibt Algol mit seinem Begleiter noch eine große kreisförmige Bahn in 1,9 Jahren. Es muß also noch ein dritter Körper zum Algolsystem gehören. hu v; Veite 2* ins sfs ‘Uta? Datum Mansselver Bergbau 6Vt KokSwerke.................. 6 Rheinische Braunkohlen 12 Rbeinstabl .................. 4 Vereinigte Stahlwerk» 8’/2 Ctaui Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln 5 Kaliwerke Salzdetfurth 7yt A.E.G .. o Bekula g tflcftt. Lieferungsgelelllchaft... 6 Vicht uno Kraft ............. ,Fellen L Guilleaume 4 Abendbörse fest. Bei sehr geringen Umsätzen veränderten sich die Kurse an der Abendbörse kaum, die Hattung war recht widerstandsfähig. Den meisten zur Notiz gekommenen Papieren lag kein Umsatz zugrunde. Montanwerte lagen auf dem teilweife ermäßigten Berliner Stand voll behauptet. Recht fest tendierten Muag mit 133,50 (132). JG.-Farben bröckelten 0,50 v. H. ab auf 167,75. Auch die Rentenmärkte lagen sehr ruhig und wiesen kaum Abweichungen auf. Von Industrie-Obligationen lagen Farben-Bonds mit 134 (134,25) nur knapp gehalten; 5proz. Eisenbahn-Bank und 5proz. Eisenbahn- Rentenbank blieben mit 80,50 bzw. 97,25 unverändert. U. a. notierten: 6proz. Stahl 102,25, 6proz. JG.- Farben 134, 5proz. Eisenbahn-Bank 80,50, 5pro$. Eisenbahn-Rentenbank 97,25, 5proz. innere Mexikaner 6, Commerzbank 108,25, DD-Dank 108,50, Dresdner Bank 105, Buderus 120,25, Harpener 149,25, Ilse Genuß 144,50, Mannesmann 117,13, Rheinstahl 149, Verein. Stahl 120,25, BMW. 138,50, Bemberg 108,50, Deutsche Erdöl 140,50, Scheideanstalt 262,50, Deutsche Linoleum 161, Licht und Kraft E 155,50, JG.-Farben 167,75, Gesfürel 143, Goldschmidt 126,50, Holzmann 132,50, Junghans 111,75, Muag 133,50, Moenus 94, Schuckert 158,25, Westdeutsche Kaufhof 60,40, Südd. Zucker 203, Brauerei Henninger 130,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7. Dez. Die Weizenanliese- rungen haben sich noch nicht in dem erwarteten Umfange erhöht. Es bleibt daher die Auswirkung der Vorverlegung der Monatszuschläge noch abzuwarten. Die Roggenversorgung ist auch für die ungünstig gelegenen Mühlen ausreichend. Das Braugerstengeschäft ist zur Zeit dadurch behindert, daß bis zur inzwischen eingetretenen besseren Versorgung mit Jndustriegerste der Getreidewirtschaftsverband die Bezugsscheine nicht in Bezugsmarken umtauscht. In Futtergerste und Hafer, der weiterhin von den Heeresverpflegungsämtern aufgenommen wird, ist für die übrigen Verbraucher die Versorgungslage knapp. Das Mehlgeschäft bleibt freundlich. Der Bedarf an Futtermitteln jeglicher Art ist jahreszeitlich bedingt gestiegen. Heu und Stroh werden bei festen Preisen nur wenig geliefert, doch kann der laufende geringe Bedarf befriedigt werden; als Käufer tritt vor allem die Wehrmacht auf. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 Gritzner....................o| Mainkrastwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker........ lOj tamentamidie Avien.............. Belgische Roten Dänische Noten Englische Noten »Franzöiische Noten............... Holländische Noten ....... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Cefteneid), i 100 Schilling Rumänische Noten.............. Schwedische Noten Schweizer Noten...... .......... Spanische Noten ...... Ungarische Noten...... ......... Ä & l «*?* I * hen; I”" • P Lr inlt 35 | 35 I 34,9 I 95 95 - 204 I 2031 203 1 I, Großhandelspreise der k) 25 bis 30 (—). Schweine al) 57 (57), a2) 57 jjtuijixn UKI yciiuiuucii Preisgebiete; Weizenmehl (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 W 13 28,20, W 16 28,30, W 19 28,30, W 20 28,65, (51). Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder Roggenmehl R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, und Schweine wurden zugeteilt; bei Kühen lieber- R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich; Denen- stand. Kalber, Hammel und Schale mittelmäßig.^^ futtermehl 13,60; Weizenkleie W13 10,75, W16 F l Franktu 1 a.M. Berlin Schlußkurs Schluv.. rllbenb- bön- Schiuß- kurs Schluss. Miilag- böre Datum 5.12 7.12 5.12. 7.12. 4% oesgc. Serie n........... — _ _ _ 5% Rumän. vereint». Rente v. 1903 — 6,65 6,45 4yr%Rumnn.vereinh.Rentev.i91ö 10,1 10 9,7 4% Rumänische vereinh. Rente . 2y4% Anatolier............ 5,45 5,5 5,35 28 27,25 27,75 27,25 Hamburg-Amertka-Paket .....0 14,25 14,25 14 14 vamburg-Süvam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Llond .........0 — 38 _ 14,25 14,25 14,25 A.G. für Berkebrswesen Akt. .. 0 123 122 123,5 121,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 123 123,5 123,5 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bant und Disconto- 108,25 108,25 108,25 108,25 Gesellschaft................ 4 109 108,5 109 108,5 Dresdner Bank.............. 4 105,5 105 105,5 105 Reichsbank ................ 1. 189,5 186,75 188,5 186 Frankluri a. M. Serlm Schlußkurs Schlurn. Abend« Mrf Schluß- lurs Schlußk. Mittaw dSrse 5 12 7.12. 5 12 7.12. Schluß!. Abend, börle Schluß- kurö Schluß!. Mittag, börfe 7.12 5-12. 7.12- 101,2 101,2 101,2 98,13 98 98,1 102,5 102,13 102 116,5 — 116,4 99,75 99,8 99,9 98,75 98,5 — 97 — — 100,5 — — 93 — — — — — — 122,65 122,5 97,25 97,25 97,25 100,5 — — 100,5 100,65 100,75 97,5 97,5 97,5 95 95 95 109,8 109,9 — 5.Dezem er 7-Dezember Am ltche Rotiemng Amtliche Notierung Geld | Brief Geld Brie aueiiu» -2Ui 0,714 0,718 0,716 0,720 Brüssel ... 42,08 42,16 42,09 42,17 Rio de Ian 0,148 0,150 0,148 0,150 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,41 54,51 54,37 54,47 Danzig.... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,185 12,215 12,175 12,205 helslngforS. 5,38 5,39 5,375 5,385 Paris .... 11,59 11,61 11,585 11,605 Holland ... 135,26 135,54 135,19 135,47 Italien .... 13,09 13,11 13,09 13,11 ^avan ..... 0,709 0,711 0,707 0,709 .iugoilawien 5,654 5,666 5,654 5,666 L3lD..... 61,25 61,37 61,20 61,32 Wien...... 48,95 49,05 48.95 49,05 t'iiiabon ... 11,065 11,085 11,06 11,08 Stockholm.. 62,83 62,95 62,78 62,90 Schweiz ... 57,14 57,26 57,13 57,25 Spanien... 20,98 21,02 20,98 21,02 Prag...... 8.766 8,784 8-761 8,779 Budapest .. RpUQod 2,488 2,492 2,488 2,492 BelUu,7.Dezenwcr , G>ld Brief MM 't Wega, im hm- An bie \\ einqe« -der Mrnacht n wir d:n rach unten ;en. lieber fen schach Reiterlm Polarstern gewundene : die Wege ezembtt___ -—öS I 42,n 54,4 47,1 12,$ 5,345 11,6g 135, 13,11 0,70 5,6g 61,$ 49< 11,g 62,$ 57,25 21,02 8,779 2,492 Südwesten ember geil nahezu viel ■ ist in der im Stern« »ereits vor jenftern, er i Sternbild [ steht m Venus, am bei Mars ndes fM es Mertel: Dollinond- die Sonne Dahn und nomisch ber Uhr nahe ms Land 3 vom 3. Mtent O®itlmge, pheus bis inn. Süd. !.us einem rternfigur 2ternreihe gol weist, ten, aber ilder Eri. m leuchtet im Süd- Sternbild irius, der 6em Licht ’es Orion irt, neben tien Lickt, leichtem die nut sich, dich e chyaden las in bien Stern- [ruppieren inifemten v> J'n alt, ?'» alt, b.8W '«folg,. Ngea ““runter lern Sj„, 'tuet. ffs re x, Br. 287 Drittes Blatt Dienstag, 8. Dezember 1936 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) ihrem Gebundene Kohlsuppe mit Speck- und Kartoffel- Heute werden sie — wie dieses Bild zeigt — nur arbeitet werden, da der Bauer in der damaligen noch zum Ausdreschen von Raps und Kleesamen Zeit nichts zu verschenken hatte. Unterbrechungen benutzt. In den meisten bäuerlichen Betrieben kennt gab es nur bei den Mahlzeiten. Abends wurden I man sie überhaupt nicht mehr. dieser Eintopfgerichte gilt nur Uckelei! auf Die Festlegung für Gaststätten. 2. 3. 4. Hammelfleisch dämpft. für 1. Mitglied ernannt. Der Gaststätten-Speisezettel für den Eintopfsonntag. Wenn man umzieht, soll man sich die neue Adresse merken. Das ist die Moral der wahren Geschichte von Frau de Angeles und ihren vier Kindern. on- den der Dort fühlt sich der Mensch der Ecdenschwere ledig, den Göttern gleich. Prickelnder Schaumwein befördert Sie dorthin im Fluge! SCHAUMWEIN der Tag graute hatte man schon ein gutes Stück Arbeit geschafft. Nun gab es ein kräftiges Frühstück; denn — das wußten auch schon unsere Altvorderen zu schätzen — „ gut gefrühstückt spürt man den ganzen Tag". Dann ging es weiter bis zum Einbruch der Dämmerung. Es mußte tüchtig ge- vorausgefetzt allerdings, daß der launische Wind nicht plötzlich kehrtmacht. Der hat es jetzt besonders gern mit dem Fabrikschlot und seinen Rauchsignalen zu tun. Nachdem kein Blatt mehr im Geäst der Allee zu seinen tollen Spielereien hängen blieb und dem schon verwesenden Laub auf den Gartenwegen kein Leben mehr einzublasen, geschweige denn Flugkraft zu wilden Lusttänzen beizubringen ist, begnügt er sich, mit dem Rauch seine Possen treiben zu können. Bald klumpt er ihn zu Wolken zusammen und bläst sie vor sich her, bald zerfranst er chn wie eine flatternde Mähne, bald wickelt er ihn wie Haarsträhnen zu Kringeln um seine unsichtbare Faust. Manchmal läßt er ihn wie eine lange ge- chmeidige Katze über die kahlen Wipfel der Allee chleichen oder knetet andere seltsame Tierleiber zurecht, oft gespensterhafte Fabelwesen mit langen Greifarmen, die wie Nebelgeister zerfließen, ehe man noch ihre Formen völlig erfaßt. Aber vielleicht hilft da dem Winde schon immer etwas die Phantasie mit. fange ging alles glatt. Der Mann begleitete Möbelwagen, Frau und Kinder fuhren mit Untergrundbahn. In der neuen Wohnung wartete Angeles feine fünfköpfige Familie. Aber sie kam nicht. gab, mußte die gesamte Ernte mit dem Flegel ausgedroschen werden. Diese Arbeit nahm Wochen, in größeren Betrieben sogar Monate in Anspruch. Hatte der Kleinbauer seine eigene Frucht gedroschen, dann ging er auf Tagelohn in die größeren Dörfer. Um vier, spätestens um fünf Uhr wurde mit der Arbeit begonnen. Zum Kaffee gab es trockenes Schwarzbrot. Da es um diese Tageszeit noch dunkel in der Scheune war, mußte Licht gebrannt werden. Damit die Strohbündel kein Feuer fingen, wurde die „Leuchte" in einen hölzernen „Leuchtkasten" gestellt, der an dem Scheunentor befestigt und nur an der Vorderseite geöffnet war. Wenn Als einige Stunden vergangen waren, wurde er unruhig. Vielleicht hatte die Frau aus Anhänglichkeit die alte Wohnung wieder aufgesucht? Er begab sich nach der Volta Street, Niemand war anwesend. Louis de Angeles, ein Meister des Wartens, lauerte in der Volta Street abermals ein paar Stunden auf das Erscheinen seiner Familie. Keine Seele zeigte sich. Da wurde er noch unruhiger. Die Frau mit den vier Kindern war, wie ausgemacht, bis zur Fletbush Avenue Station gefahren, und eigentlich hätte sie von dort zu Fuß zur neuen Wohnung gehen sollen. Aber sie konnte es nicht. Ihr war die Adresse entfallen. Und so wartete sie denn in der Untergrundbahn auf Louis, den Retter. Louis, der Retter, kam nicht. Was Wunder, daß die arme Frau unruhig wurde. Sie ging zur Polizei und bat, ihren Mann zu suchen. Die Polizei bemühte sich stundenlang, konnte jedoch den Mann nicht ausfindig machen. Da wurde Frau de Angeles noch unruhiger. Louis war mittlerweile zur Untergrundbahn an der Fletbush Avenue gerast. Ergebnislos. Ist es merkwürdig, daß er später mit Nachdruck betonte: nun sei er wirklich unruhig geworden? Die Polizei übergab die Frau mit den Kindern der Heilsarmee und als Louis de Angeles endlich auf den Gedanken kam, sich an die Ordnunasbe- hörde zu wenden, wurde ihm eine erfreuliche Auskunft. Schlag Mitternacht, genau dreizehn Stunden nach dem gemeinsamen Aufbruch am Vormittag, landete die wiedervereinte Familie in der neuen Wohnung, Pacific Street Nr. 584. „Merk dir die Adresss, für vorkommende Fälle", sagte Louis de Angeles zu seiner Frau. Sie nahm es krumm und behauptete, ein gutes Gedächtnis zu haben. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stabttheater: 20 bis 22 Uhr ,Hänsel unb (Bretel". . Gloria-Palast, Seltersweg: „Die un-erhorte Frau . Aus der provinzialhaupistadt. Deutsche perlen. Schon legen die Schaufenster in unseren Geschäftsstraßen ihr weihnachtliches Festkleid an. Es kommen ine Tage der Vorfreude und Spannung, die Wochen, in denen uns große und kleine geschriebene, gesprochene oder zart angedeutete Wünsche erreichen. Mlllionen Menschen sind auf den Beinen um diese gegenseitigen Wünsche zu erfüllen, um Freude zu spenden. Perlen! — Irgendwo locken in den Auslagen auch die kleinen oder größeren zu Ketten aufgereihten, zu Gehangen verarbeiteten Kügelchen: die „künstlichen Perlen". Wir wollen hier nicht von jenen sprechen, die aus der Tiefe des Meeres, aus der Schale der Auster, ihren weiten Weg zu uns finden; sondern wir wollen unserer schlichten „deutschen" Perle ein paar Worte widmen, ihr, die sich zwar mit ihrer erhabenen Schwester wertmäßig nicht vergleichen kann und will, die aber wie diese das gleiche erstrebt, jedem, der sie liebt, ein schmeichelnder Schmuck zu sein. Wir haben in Deutschland eine Perlenindustrie. „Industrie", weil die künstlichen Perlen durch Menschenhand hergestellt werden. Früher wurden sie überwiegend eingeführt. Heute aber decken unsere Perlenbetriebe nicht nur den Inlandsbedarf vollständig, sondern führen ihre Erzeugnisse auch noch aus. Die Qualität hat einen Grad erreicht, wie er einstmals nur in Frankreich in gleicher Vollendung erzielt worden ist. Wie und woraus werden die künstlichen Berken, die häufig nicht viel größer als ein Stecknaoelkopf sind, nun hergestellt? Im Stettiner Haff (und hauptsächlich dort) kommt der Uckelei, ein Raubfisch, vor. Er selbst wird meist zu Futterzwecken verwendet, aber seine Schuppen liefern den Rohstoff zur Herstellung der künstlichen Perlen, das sogenannte „Fischsüber", das in seiner chemischen Zusammensetzung ein Gu'anin-Stoff ist. Da gerade in den Schuppen des Uckelei die Stoffe enthalten sind, die auch die Auster zur Bildung ihrer Perle benötigt, so wird ihm unter den übrigen Fischen ein besonderer Vorzug gegeben. Die dem Uckelei abgeschabten Schuppen werden — um den auf ihnen befindlichen Silberglanz in möglichster Reinheit zu gewinnen — einer chemischen Behandlung unterzogen. Die Louis de Angeles, Angestellter einer Benzin- pumpstation, zog von der Volta Street, Neuyork, in das Haus Nr. 584 der Pacific Street, und DNB. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe teilt seinen Mitgliedern mit, daß für den dritten Eintopfsonntag am 13. Dezember folgende vier Eintopfgerichte die Gaststätten vorgeschrieben sind: Konzertgemeinschaft Deutscher blinder Künstler (Hessen). Die Konzertgemeinschaft Deutscher blinder Künstler veranstaltet am morgigen Mittwoch, 9. Dezember^ in der Neuen Aula ein Blindenkonzert. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. Landschastsbund Volkstum und Heimat Ortsring Gießen. Der für Mittwoch, 9. Dezember, vorgesehene Vortrag von Lic. von der A u über „Heimisches Brauchtum im Lebenslauf des Menschen" ist auf Mittwoch, 16. Dezember, verlegt. Hitler-Zugend Dann 116 Gießen. Belr.: Die Rede des Reichsjugendführers am Mittwoch. Zu der Rede Baldur von Schirachs am Mittwoch, 9. Dezember, fetzen die Gefolgschaften des Bannes 116 standortweite Gemeinschaftsempfang fest, zu dem auch die Eltern eingeladen werden. Für die Gießener Gefolgschaften gilt diese Anord- Freiwild gr der Flieger- und Lustnachrichtentruppe. Das Luftkreiskommando IV Münster gibt bekannt: In Ergänzung der durch das Reichsluftfahrtministerium wiederholt in Presse und Rundfunk gegebenen Aufrufe wird veröffentlicht, daß infolge regen Zustromes an Freiwilligen die Einstellung einlage, Wirsingkohl mit Rindfleisch, Fischgericht nach eigener Wahl, mit Gemüse und Weißkohl ge- Die Handdreschmaschine Eine Erinnerung. gewöhnlich die Arbeiten für den nächsten Tag vorgerichtet. Das Nachtessen bestand vorwiegend aus „Quellkartoffeln und Schmierkäs". Auswärtige Drescher hatten ihr Nachtlager im Viehstall auf einem Bund Stroh. Betten stellte man ihnen in : den seltensten Fällen zur Verfügung. Und dabei waren diese Leute noch froh, wenn sie als Tagelohn 20 oder 22 Kreuzer erhielten. In Ausnahmefällen wurden auch einmal 24 Kreuzer bezahlt, aber dieser Betrag galt schon als Rekordlohn. Nach Neujahr anken die Löhne, da um diese Zeit die meisten Bauern ihre Frucht gedroschen hatten und die Nachfrage nach Arbeit größer war als seither. Ganz chlaue Landwirte hoben sich deshalb den Ausdrusch bis zum Januar auf, da sie dann billiger durchkamen. Jedenfalls war das Dreschen mit dem Flegel eine mühsame und langwierige Arbeit. Mancher Drescher zog sich auf seinen Wanderfahrten — sei es bei der Arbeit in zugigen Scheunen, oder beim Uebernachten in dumpfen Viehställen — ein Leiden zu und sank früh ins Grab. Allmählich kamen die Handdreschmaschinen auf, die einen ungeheuren Fortschritt bedeuteten, denn das Dreschen ging nun viel schneller vonstatten. Allerdings konnte sich nicht jeder Bauer eine solche Maschine leisten, da diese viel zu teuer war. In erster Linie kam die Anschaffung für die wohlhabenden Bauern in Betracht. Die Kleinbauern mußten sich nach wie vor mit dem Flegel behelfen. Die Maschine hatte auf jeder Seite eine Leier. Sie wurde gewöhnlich von drei oder vier starken Männern bedient. Für zwei war die Arbeit zu schwer und auf die Dauer nicht durchzuführen. Außer diesen Arbeitskräften waren vier weitere nötig: eine legte ein, die andere nahm das Stroh mit dem Rechen ober der hölzernen Gabel („Zifsel- goawel") ab, die dritte kämmte das Stroh, damit es besser eingebunden werden konnte, und die vierte band ein. Je mehr Leute mithalfen, desto besser klappte der Drusch. Allerdings spielte auch die Länge der Frucht eine Rolle. Waren die Halme kurz, dann rutschten sie viel leichter durch den Mechanismus. Weiterhin kam es auf den Einleger an. Legte er viel und unregelmäßig ein, dann mußten sich natürlich die Männer an der Leier kräftig ins Zeuge legen. Zum Ausdreschen des Korns eignete sich die Maschine weniger. Es wurde deshalb, wie früher, mit dem Flegel gedroschen. Als die Dreschmaschine mit Dampfantrieb aufkam, verloren die Handdreschmaschinen ihre Bedeutung. Sie wurden zwar weiter benptzt, aber zu Neuanschaffungen kam es nun nicht mehr. hieraus gewonnene Masse ist das Fischsilber". Nun geht die Herstellung der künstlichen Perle in ähnlicher Weise wie der echten Perle vor sich. Bekanntlich wird die echte Perle durch Eindringen eines Fremdkörpers in die „Wohnung", in die Muschel der Auster, hervorgerufen. In jahrelanger Arbeit legt die Auster Perlschicht um Perlschicht um den Fremdkörper, bis sie eines Tages von Fischern ober Tauchern ihrem nassen Element entrissen wirb. Auch die künstlichen Perlen besitzen einen Kern. Er ist zwar kein eingedrungener Fremdkörper, sondern wird aus Alabaster-Glas hergestellt, das in längeren Stangen auf einem routierenben Draht aufgeflammt wirb. Die Alabaster-Kerne werben nun währenb ihrer routierenben Bewegung in bas Fischsilber getaucht unb von einer Perlschicht umgeben. Die Schicht benötigt etwa einen Tag zum Trocknen. Dann wirb ber Vorgang wieberholt. Je öfter bie Perle in ben Silberglanz getaucht wirb, je bitter wirb bie Perlschicht unb je schöner ber Glanz. Nach ber letzten Trocknung werben bie Perlen von bem Draht, ber gleichzeitig bie Durchlochung erwirkt hat, abgezogen unb zum Sortieren gebracht. Nunmehr kann bie Verarbeitung, bas Aufreihen auf Ketten, bie Herstellung von Gehängen unb von allem, was bie Mobe gerabe verlangt, beginnen Was sie im Augenblick begehrt, bas zu schilbern fall nicht unsere Aufgabe sein. Dem Schenkenden werben es bie Weihnachtswünsche halb verraten. Wir aber wissen jetzt, baß bie künstliche Perle genau wie ihre echte Schwester ihren schimmernben Glanz den Tieren bes Meeres verbankt. Hie Auster, hie H. 13. Kleine Geschichten ans Amerika. Von Waldemar Keller Herr X. tn Montreal — bie Zeitungen brüben verschweigen taktvoll seinen Namen — war Eigentümer eines Achtfamilienhauses, aber bas ganze Haus stanb leer. Warum es leer stanb, erfahrt man nickt Die Ereignisse rechtfertigen ledoch die Annahme, baß zwischen der persönlichen Eigenart des Herrn X. unb ber Abneigung ber Montrealer, bei ihm zu wohnen, ein gewisser Kausalzusammenhang D°$errbin fuh^mit seiner Frau aufs Laub. Bevor er reiste, beauftragte er bie Polizei, bas leer- stehenbe Achtfamilienhaus zu bewachen. Sorglosigkeit sieht anbers aus. Unb ist einer nicht sorglos, bann hat bas immer Gründe. Die Polizei rückte mit einem Doppelposten an, her sich Tag und Nacht ablöste. Zum Erstaunen der Wachehabenden erschien platz, llch eine Schar °°n dreihundert Mannern nut allen Anreichen bes Arbeitseifers. Sie trugen Schaukeln und Spitzhacken und begannen das Haus lystema- es merkwürdig, datz Herr X. davon kein Wart gesagt hatte. Immerhin - er mit feinem Hause machen, was er wollte, und die Arbettswut von dreihundert Menschen soll man nicht stör-n. Brav bewachten die Polizisten die Abbruchsarbeiten. Die Feldarbeiten sind soweit beendet. Für unsere Landwirte kommt nun eine ruhigere Zeit, bie ihnen in biesem Jahre besonbers zu gönnen ist. Zwar gibt es in Haus, Hof unb Stallungen ben ganzen Winter über zu tun, aber biefe Arbeiten sinb boch nicht mehr so anftrengenb unb brängenb, wie im Sommer unb Herbst. Ganz anbers war es in bieser Jahreszeit vor etwa 60 Jahren. Da galt es, noch eine Hauptarbeit zu erlebigen, bie man sich absichtlich für biefe Wochen aufgehoben hatte, nämlich bas Dreschen ber Frucht. Da es noch keine Dreschmaschinen Als Herr 3E. von ber Erholungsreise zurückkehrte, war an Stelle seines Hauses eine öbe Kuhle im Erbboben. Alles Material — Dachziegel, Backsteine, Holz, Metallteile usw. — hatten die Männer fort- geschafst. Herr T. erlitt einen leichten Schlaganfall. Denn er hatte keinerlei Anweisung gegeben, das Haus abzubrechen. Die dreihundert Männer waren ehemalige Mieter des — nunmehr — ehemaligen Hausbesitzers. Herr I. hat drei Verdächtige festnehmen lassen und eine Klage gegen die Polizei angestrengt. Ganz Montreal freut sich auf den Prozeß. * Am 1. Oktober 1881 hat es in Albany geregnet. Das steht ein für allemal fest, nachdem die Geschichte von der Eisenbahnfahrkarte des Friedensrichters Frank Titchener, bortfelbft, ans Licht gekommen ist. Am Vorabend jenes Tages loste sich Herr Titchener eine Karte, um zu dem Line-County-Jahrmarkt zu fahren. Aber es regnete, wie gesagt, und der Friedensrichter verzichtete auf bie Reife. Eine Woche dauert ber Jahrmarkt. Während dieser Woche hatte Herr Titchener keine Zeit So kam er also im Jahre 1881 überhaupt nicht dazu, sich das Vergnügen eines Bummels zu machen. Ob es im nächsten Jahr wieder geregnet hat, bleibe dahingestellt. Jedenfalls fuhr Herr Titchener nicht, und er ist auch später nicht gefahren, wenngleich ihn dauernd der Wille beseelte, dem Line- County-Jahrmarkt einen Besuch abzustatten Fünfundfünfzig Jahre hat der Friedensrichter Frank Titchener auf die Gelegenheit gewartet, seine Eisenbahnfahrkarte zu benutzen. Nun hat er es auf- gegeben. Er sandte dieser Tage das Billett an die Bahnverwaltung und bat um Rückerstattung bes Fahrgelbes. Daß Herr Titchener bas Gelb wieberbekommt, ist unwahrscheinlich. Aber sein Bild prangt tn allen amerikanischen Zeitungen. Auch mit Hilfe einer unbenutzten Bahnkarte kann man sich das verschaffen, was der Amerikaner „Publicity“ nennt. Nachdem der Friedensrichter Titchener auf dieses Bekanntwerden in weitesten Kreisen ebensolange gewartet hatte wie auf die Erfüllung seiner Jahrmarktswünsche, kam ihm der gute Gedanke. Wenigstens für vierunzwcmzig Stunden wurde er in der Öffentlichkeit genannt, und zwar deshalb, weil es am 1. Oktober 1881 in Albany geregnet hat. Der FabnWol. 23 on Peter Bauer. Vor Jahren noch glich er einer einsamen Säule, ; bem letzten Ueberbleibsel eines stolzen verschütteten Baus. Ich empfanb ihn oft störenb m bem Lanb- schaftsaus chnitt, ber sich bem Rahmen meines Fensters wie ein Bilb einfügt. Er überragte bie vor.ym lieqenben Gärten unb Gewächshäuser mit ihren schimmernben Glasbächern sowie ein ö urf Allee wie ein wuchtiger Riese. Ein starres Ungetüm, bas mit fteinerner Teilnahmslosigkeit Fruhlmge unb Sommer um sich aufgrunen unb blühen sah unb nur in nebeligen He?bst- unb Wintertagen zuweilen seine erbgebunbene Schwere verloren zu haben unb ast am grauen Horizont zu entschweben fd^n. ' Eines Tages aber entquollen ihm dicke Rauchschwaben wie bem Krater eines seither stillen Vulkans Sie stiegen steil unb kerzengrab empor in den blauen Himmel, wie wenn ein mächtiger Baum mit einem Mal um einen neuen kraftvollen Trieb Men schlanken Wuchs ein ansehnliches Stuck ver- ängert Der schlafende Riefe war erwacht und wetteifer e nun auf seine auch im Lebendig- und Tatig- fe n auffallende Weise mit den verhalten und ge- LniÄott wirkenden Krusten der Natur. Es wurde eine ftreube seinen Eifer zu beobachten. An schönen Tagen, wenn der sonnige l der Erde entrückter als sonst, ,eden »ick, i-d LWMWUM aber trübes Gewölk an und engt den Horizont ein, dann erinnert der Schlot an einen ‘ iW nenmast, an dem weit entrollt d'e I-hwarze oder graue Fahne der Arbeit wogt und weht ne^n®SÄ bereitet. Ich weiß: flattert die^schwarze Fahne^n°q SÄ A-S'L aÄ'frÄ' lieber, auch auf bie Gefahr hm, naß zu werd , das leidige Ding zu Hause. t)er Staber bie Rauchfahne in gleicher Wes m gegengefetzten Seite, bann heißt das. e — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Onkel Bräsig". — Weihnachts-Ausstellung ber oberhessischen Künstler: ab 17 Uhr im Turmhaus am Branb. Sladtthealer Gießen. Heute abenb finbet bie Aufführung ber Märchenoper „Hänsel unb Gretel" von E. Humperbinck statt. Die musikalische Leitung hat Hans H. Hampel. Die Spielleitung führt Paul W r e b e. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr, Enbe 22 Uhr. Dienstag-Miete. 12. Vorstellung. Das Stabttheater bereitet für bie Weihnachtsfeiertage bie Erstaufführung ber Ausstattungs-Operette „Prinzessin Nofretete" vom Nico Dostal vor. „Prinzessin Nofretete" ist vor kurzer Zeit mit großem Erfolg in Köln uraufgesührt worben. Auch in. Freiburg im Breisgau konnte biefe Operette ben gleichen großen Erfolg erzielen. Das Stabttheater Gießen schließt sich als drittes Theater ber Aufführung ber „Prinzessin Nofretete" an. Die Spiel- I leitung ber Operette hat Paul W r e b e. nung nicht, für biefe kommen noch nähere Anwei- jungen heraus. Bett.: Dienst vom 7. bis 12. Dezember 1936. Der Dienstbetrieb in ben Fähnlein 1, 2, 3, 4, 5, 21 wirb sofort roieber in vollem Umfange ausgenommen. Bett.: Schneeschuhlauf. Der Stamm Chatten (Gießen) veranstaltet in ben Weihnachtsferien ein Schneeschuhlager im Schwarz- walb. Sämtliche Junggenossen, bie teilnehmen wollen, melben sich bis 12. Dezember 1936 beim Stammführer. Bett. Sportabenb. Die Führerschaft bes Fähnlein 2 unb 4 treten heute um 20 Uhr in ber Turnhalle bes Gymnasiums zum Sportabenb an. Eilbefehl des Untergaues 116 Gießen. Mittwoch, 9. Dezember, von 20.15 bis 20.45 Uhr, spricht unser Reichsjugendführer Balbur v. Schirach über alle beutschen Senber zu ben beutschen Eltern zum Gesetz über bie Hitler-Jugend. Alle Mädel und die IM.-Führerinnen hören die Rede, möglichst als Gemeinschaftsempfang. Die Führerin des Untergaues 116: gez. Käthe Pfeffer. Von der Universität. Von ber Pressestelle ber Universität Gießen wirb uns mitgeteilt: Der Führer unb Reichskanzler hat am 12. November 1936 ben Regierungsrat im Reichsgesund- heitsamt Dr. Karl Beller in Berlin zum orbent= lichen Professor in ber Veterinärmedizinischen Fakultät und zum Direktor des Veterinärhygienischen unb Tierseuchen-Jnstituts ber Universität Gießen ernannt. Die Kaiserlich - Leopolb. - Carolin. Deutsche Akademie ber Naturforscher in Halle hat Professor Dr. med. vet. h. c. Dr. sc. nat. Wilhelm Zwick in Anerkennung feiner hervorragenben Forschungen zu bei der Flieger- und Luftnachrichtentruppe im Lu ft kreis IV für das Frühjahr 1937 abgeschlossen ist. Es ist zu erwarten, daß bei dem zahlreichen Eingang von Gesuchen, die bereits für die H e r b st - einstellung 1937 oorliegen, in kurzer Zeit Die Annahme von Freiwilligen auch für den Herbst 1937 beendet sein wird. Als Abschlußmeldetermin ist endgültig der 15. Januar 1937 festgesetzt, weil die Freiwilligen der Geburtsjahrgänge 1915 bis 1919 vor der Einstellung, d. h. ab 1. April 1937, ihrer Arbeitsdienstpflicht noch genügen müssen. Zur Vermeidung verspäteter Anmeldunaen und dadurch bedingter Ablehnung und Zurückstellung ergeht daher die Aufforderung zur baldigen Vorlage von Gesuchen an folgende Annahmestellen: a) Fliegertruppe: Flieger-Ersatzabteilung 14 Detmold, Flieaer-Ersatzabteilung 24 Quakenbrück, Flieger-Ersatzabteilung 34 Handorf; b) Luftnachrichtentruppe: Luftnachrichten-Ersatzkompanie 5/14 Gütersloh. Die Verpflichtung geht über 4V» Jahre und kann bei besonderer Eignung auf 12 Jahre ausgedehnt werden. Die Einstellung erfolgt zunächst bei den Flieger- Ersatzabteilungen bzw. Luftnachrichten-Kompanien Gütersloh oder Münster. Die Dienstzeit bei den Flieger-Ersatzabteilungen beträgt sechs Monate. Anschließend erfolgt Versetzung zu den Fliegertruppenteilen. Bevorzugt eingestellt werden die Angehörigen des Deutschen Luftsportverbandes und die sonstigen im zivilen Luftwesen tätigen Personen. Ferner sind bevorzugt alle technisch vorgebildeten Freiwilligem (Motorenschlosser, Feinmechaniker, Elektriker, Mechaniker, Schmiede, Schlosser, Installateure, Kraftfahrer, Zeichen- und Dermessungspersonal). Schreibgewandte Bewerber aller Berufsgruppen sind ebenfalls besonders für die Luftnachrichtentruppe geeignet. Den Gesuchen ist beizufügen: a) Freiwilligenschein (erhältlich bei der polizeilichen Meldebehörde) oder beglaubigter Auszug über Seite 1 und 3 bis 5 des Wehrpasses oder der Wehrstammkarte; b) Lebenslauf; c) zwei Paßbilder. Weitere Auskünfte erteilen das für den Wohnsitz zuständige Wehrbezirkskommando oder Wehrmeldeamt, alle Truppenteile der Luftwaffe und die Ortsgruppen des Deutschen Luftsportverbandes. polizeiliche Untersuchungsakten aus der Kampfzeit. DNB. Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei macht in einem Runderlaß die Polizeibehörden darauf aufmerksam, daß bet den Dienststellen sich vielfach wertvolles und interessantes Material aus der Kampfzeit der nationalsozialistischen Bewegung befände, das für eine kommende Geschichtsschreibung von großer Bedeutung sei. Dies gelte besonders für polizeiliche Untersuchungsakten, in denen führende Persönlichkeiten der Bewegung genannt sind, polizeiliche Berichte von Zusammenstößen politischer Art u. a. m. Um sicherzustellen, daß alle für die Geschichte der Bewegung wichtigen Akten an einer zentralen Stelle ausgewertet werden, ersucht der Chef der deutschen Polizei die Polizeibehörden, nach Maßgabe der zur Verfügung sichenden Beamten das in Frage kommende Material zu sichten und dem Hauptarchiv der NSDAP, über das Geheime Staatspolizeiamt eine Aufstellung mit kurzer Inhaltsangabe der in Frage kommenden Akten zu übersenden. Weihnachtsurlaub für das 71GKK. DNB. Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps ist neben seinem regelmäßigen Dienst durch seinen Einsatz bei den großen Kraftsahrsportveranstaltungen und bei der Durchführung seines Reichswett- kampfes in diesem Jahr besonders stark in Anspruch genommen worden. Korpsführer Hühnlein hat daher in Anerkennung der bei allen Gelegenheiten bewiesenen guten Haltung und Bewährung des Korps für die Zeit vorn 16. Dezember 1936 bis 9. Januar 1937 Urlaub für das gesamte NSKK. angeordnet. Während dieser Zeit ruht der allgemeine Dienst des Korps. Die fristgemäße Bearbeitung und Erledigung der laufenden Arbeiten darf während dieser Zeit selbstverständlich keine Unterbrechung erfahren und ist durch die Dienststellen des NSKK. sicherzustellen. KameradschastSabend des GoldateubuudeS. Der Standort Gießen des Soldatenbundes hatte zu einem Kameradschaftsabend im „Burghof" eingeladen, zu dem die Kameraden zahlreich erschienen waren. Außer dem Führer der Bundesgruppe IX des Soldatenbundes, General der Infanterie a. D. Schniewindt (Marburg), waren Vertreter der hiesigen Wehrmacht, der Kreisleitung, der SA. und der Arbeitsgemeinschaft der Militärvereine erschienen. Kameradschastsführer Röhr eröffnete den Kameradschaftsabend in Vertretung des erkrankten Standortleiters Schwender und begrüßte die Gäste. Kamerad Röhr gedachte sodann der acht toten Kameraden vom U-Boot 18, die in treuer Pflichterfüllung ihr Leben für Führer und Vaterland Hingaben. Nach dem Sieg-Heil auf den Führer und den gemeinsam gelungenen ersten Versen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes sprach Oberst a. D. Kleinhans in einem außerordentlich interessanten Vortrag über die moderne Luftwaffe. Nach einem weiteren Vortrag eines Kameraden führte General der Infanterie a. D. Schniewindt in einer kurzen Ansprache noch aus, wie die Aufgaben des Soldatenbundes in Zusammenarbeit mit der aktiven Wehrmacht und der SA. sich für die Folge gestalten werden sollen. Hierbei kam in der Hauptsache zum Ausdruck, daß bei allen diesen Bestrebungen als oberster Grundsatz immer nur das Wohl für Volk und Vaterland im Sinne unseres Führers zu gelten habe. Der weitere Verlauf des Abends zeigte, daß der engen Verbundenheit mit unseren neuen Truppenteilen in Gießen sichtbaren Ausdruck verliehen worden war. In angeregter Unterhaltung verlief der Abend. Gießener Wochen Marktpreise * Gießen, 8. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter^ Vi kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 60 Pf., Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Zwiebeln 8 bis 10, Kartoffeln, Vi kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,15 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 30, Birnen 15 bis 20, Nüsse 45 bis 60, Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 50 bis 70, Endivien 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. ** Juftizperfonalie. Gerichtsaffeffor Bechtold, seither bei der Staatsanwaltschaft Gießen beschäftigt, wurde mit Wirkung vom 28. November 1936 ab zum Amtsgerichtsrat am Amtsgericht Mainz ernannt. ** Stadttheater-Miete. Die Einlösung des vierten Abschnittes der Stadttheater-Miete betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. Gondergencht in Gießen. Wegen Vergehens gegen das Heimtückegesetz wurde der 42 Jahre alte Max Bohn aus W o h n • bad) zu einer Geldstrafe von 150 RM. verurteilt. Der 32jährige Wilhelm Goll aus Glau berg bei Stockheim wurde wegen Beleidigung von Partei und Staat, in Anbetracht seiner Vorstrafen, zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt und sofort verhaftet. Der aus der Untersuchungshaft vorgeführte 56 Jahre alte Hermann Röhl aus Wieseck erhielt wegen Vergehen gegen § 2 des Heimtückegesetzes eine ©efängni s(träfe von vier Mona- ten unter Anrechnung von drei Wochen erlittener Untersuchungshaft. Der gleichfalls aus der Untersuchungshaft vorgeführte 55 Jahre alte Alfons Volkheimer aus Nidda wurde wegen Vergehen gegen § 1 desselben Gesetzes zu einer Gefängnis st rafe von vier Monaten verurteilt, wobei ihm zwei Monate Untersuchungshaft angerechnet wurden. Schwere Zuchthausstrafe für einen Zugendverderber. LPD. Hanau, 7. Dez. Die Große Strafkammer Hanau verurteilte den 35jährigen verheirateten Heinz Stamm aus Eichen (Kreis Hanau) wegen unzüchtiger Handlungen an Schülerinnen unter 14 Jahren in sechs Fällen zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Die Untersuchungshaft wurde nicht an- gerechnet. Mildernde Umstände waren ihm versagt worden. Oberhessen. Vereidigung des neuenr.Beigeordneten von Laubach. □ Laubach, 6. Dez. Die Ratsherren waren zu einer Sitzung zusammengerufen worden, die gestern mittag im Rathaus ftattfand. Als einziger Punkt stand auf der Tagesordnung die öeretbi- gung des neuen 2. Beigeordneten. Bürgermeister Hogy gab zunächst bekannt, daß der von dem Beauftragten der NSDAP, des Kreises Schotten eingereichte Vorschlag, den Untererheber Hans Haack zum 2. Beigeordneten der Stadt Laubach zu ernennen, von dem Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — bestätigt worden sei. Sodann wies er in feiner Ansprache den neuernannten Bei» geordneten auf den Aufgabenkreis hin, der ihm in seinem verantwortungsvollen Amt obliegt, und hieß ihn als Mitarbeiter in der Stadtverwaltung herzlich willkommen. Zum Schlüsse forderte er jeder- zeitiges Eintreten für das Wohl der Stadt Laubach und feiner Bewohner nach den von unserem Führer ausgestellten Grundsätzen Nach diesen Ausführungen wurde die Vereidigung des 2. Beigeordneten oorgenommen und ihm die Anstellungsurkunde überreicht. Die Fettversorgung der Minderbemittelten. Ourchführungserlasse der zuständigen Minister. DNB. Zur Fettversorguna der minderbemittelten Bevölkerung haben die zuständigen Minister jetzt die Durchfuhrungserlasse herausgegeben. Um den minderbemittelten Volksgenossen die Deckung des notwendigen Speisefettbedarfes zu angemessenen Preisen zu sichern, werden die bisherigen Maßnahmen der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung in den Monaten Januar, Februar und März 1937 fortgeführt und ergänzt. Es werden wiederum Stammabschnitte mit sechs Verbilligungsscheinen ausgegeben. Sie gewährten bisher durch die Reichs- verbilugungsfcheine B einen Anspruch auf bevor- zugte Zuteilung von IV2 kg Konsummargarine im Vierteljahr. Dieser Anspruch wird vom 1. Januar 1937 an auf 2V2 kg erhöht. Der Stammabschnitt enthält demgemäß einen Reichsverbilligungsschein (für Butter, Käse usw.) und fünf Reichsverbilli- gungsscheine B zu je V2 kg Konsummargarine. Zum Kreise der zum Bezüge der Stammabschnitte Berechtigten gehören auch die Empfänger der Familienunterstützung. Weiterhin können landwirtschaftliche Deputatarbeiter mit geringem Einkommen einbezogen werden. Für Volksgenossen, die Aach ihrer wirtschaftlichen Lage auf den Bezug von Konsummargarine angewiesen sind, ohne daß bei ihnen die Voraussetzungen für die Gewährung der Verbilligungs- scheine erfüllt sind, werden vom 1. Januar 1937 an Stammabschnitte mit Bezugsscheinen für Konsum- Vor einer zahlreichen Zuhörerschaft sprach auf Einladung der Gießener Hochschulgesellschaft im Studentenheim der österreichische Gelehrte und Ehrendoktor unserer Universität, Hofrat Professor Dr. Dr. h. c. Erich von Tschermak-Seyse- n e g g aus Wien, dem ein überaus freundlicher Empfang bereitet wurde. Der Vorsitzende der Gießener Hochschulgesellschaft, Syndikus Dr. Mees- mann, entbot dem Gaste den Willkommensgruß zugleich im Auftrage des anwesenden Rektors Prof. Dr. Pfähler für die Universität. Er sagte, daß das Thema des Vorttages von besonderer Bedeutung sei in einer Zeit, in der uns gewisse Rohstoffe fehlen und unser Boden für die Erzeugung der Nahrungsmittel verwendet werden muß. Ein wichtiges Teilgebiet ist dis Züchtung wertvoller landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen. Von starkem Beifall begrüßt schickte Hofrat profeffor Or. Or. h c. Erich von Tschermak-Eeysenegg seinem angekündigten Vortrag ein kurzes Vorwort voraus, in dem er in liebenswürdiger Weise die vielen Bande der Freundschaft schilderte, die ihn mit Deutschland verbinden. Ganz besonders erzählte er aber von dem kürzlich erfolgten Besuch des Gießener Wissenschaftlers Professor Dr. K ü - ft e r in Wien, der dort einen außerordentlich fesselnden Vortrag hielt. Die Oesterreicher benutzen gern jede Gelegenheit, um ins Reich zu kommen. Aus seinen Vortrag über die „Züchtung neuerer wertvoller landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanze n" eingehend, erklärte der Vortragende zunächst einmal die Arten der künstlich herbeigeführten Pflanzenzucht zum Zwecke neuer Artenverbindun- gen. An Hand von Skizzen und Aufzeichnungen schilderte er (die in mehr als 38 Jahren unermüdlich geleistete Forscherarbeit bescheiden in den Hintergrund stellend) die ihm hauptsächlich gelungenen Erfolge von Spitzensorten des Weizens, des Roggens und der Gerste. Der Gelehrte ging dabei von dem Standpunkte aus, daß sich der Züchter ängstlich vor einer sogenannten Universalsorte, die in allen Ländern mit gleichem Erfolge und Ertrage angebaut werden kann, ängstlich hüten muß, da vorwiegend die klimatischen Verhältnisse, abgesehen von vielen anderen Einflüssen, sehr unterschiedlich sind. Der Gelehrte machte auch darauf aufmerksam, daß die heuttge Züchtung durch die Dreifältigen Vermischungen der Sorten nicht mehr den Ausgangspunkt der Sorten haben. Die außerordentlichen Erfolge zur Erreichung landfester Sorten, die hinsichtlich ihres Aussehens, des Ertrages, des Anspruches und der schnellen Reife allen Erwartungen entsprechen und die reichen Erfahrungen des Forschers berechtigen, wie er es einige Male während seines Vortrages feststellte, zu der Hoffnung, daß es durch die Kreuzungen unserer Kulturpflanzen mit den aus den sogenannten Geozentren hereingebrachten Typen der Naturpflanzen, wie es z. B. die von Dr. Scheibe durchgeführte Hindukusch-Expedition beabsichtigt, möglich ist, neue wertvolle Pflanzen zu züchten. Aus seinem außerordentlich umfangreichen und vielfältigen Aufgabengebiet besprach der Gelehrte bann u. a. seine Erfolge der Paarungen von Salat und Zuckerrübe, die Kreuzungen bei den Hülsenfrüchten und schließlich die der Blumen, wobei er insbesondere durch eine Bastardierung von Primeln und Aurikeln eine Fülle wunderschöner Formen und Farben erzielte, die er in vielen farbigen Aufnahmen zum Ent- margarine ohne Verbilligungsschein ein geführt und auf Antrag gewährt. Diese Margarinebezugsscheine erhalten hiernach Personen, deren Lohn und sonstiges Einkommen sich in der Nähe des doppelten Richtsatzes der öffentlichen Fürsorge hält, ihre Ehefrauen und unterhaltungsberechtigten Kinder. Mit Rücksicht auf ihre Bedeutung für die Erhaltung des Volkstumes sind dabei Familien mit zwei und drei Kindern bevorzugt zu berücksichtigen. Die Margarinebezugsscheine werden von den Fürsorgeoerbänden oder den von ihnen beauftragten Dienststellen ausgegeben. Die Entscheidung über die Zuteilung trifft die Ausgabestelle nach pflichtmäßigem Ermessen. Bei Prüfung der Anträge ist die wirtschaftliche Gesamtlage des Antragstellers zu berücksichtigen. Die Ausgabestelle kann über den angedeuteten Perfonenkreis hinausgehen, soweit es die hier zur Verfügung gestellte Gesamtzahl der Margarinebezugsscheine gestattet. Die hier verteilten Stammabschnitte enthalten vier Bezugsscheine über je Vt kg Konsummargarine zum normalen Verkaufspreis. Die Gültigkeitsdauer von drei Bezugsscheinen ist auf je einen Monat begrenzt, für Januar, Februar und März 1937, während der 4. Bezugsschein nach Belieben in der Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1937 verwendet werden kann. Diese bestimmungsgemäße Durchführung durch die Verkaufsstellen wird durch Sttchproben überwacht. zücken der Anwesenden vor Augen führte. Wie er bei den verschiedensten Kreuzungsmethoden immer wieder die von ihm wiederentdeckten Mendelschen Gesetze der Vererbung nachwies, so klang aus seinen Ausführungen auch stets die Zuversicht über das Gelingen von Zuchtergebnissen von neuen landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturpflanzen für die Allgemeinheit heraus. Der Vorsitzende Dr. Meesmann dankte dem Vortragenden nicht nur für seine von starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen, sondern auch für seine im Dienste der Allgemeinheit so außerordentlich erfolgreiche Forschung, die ein unermeßliches Opfer an Mühen und wissenschaftlicher Betätigung darstellt und nicht zuletzt für seinen Großmut und seine Selbstlosigkeit, durch die er seine mühsam errungenen Forschungsergebnisse der Allgemeinheit zum Geschenke macht. Er gab ihm gute Wünsche mit auf den Heimweg und sprach die Hoffnung aus, daß durch so hervorragende Bestrebungen, wie sie dieser ausgezeichnete Vortrag darstellt, sich die Beziehungen der Brudervölker zueinander recht schnell wieder festigen mögen. Kirche und Schule. Pfarrer-Einführung in Treis a. d Lda. X Treis a. d. Lumda, 6. Dez. Heute fand in der schön geschmückten und dichtbesetzten Kirche die feierliche Einführung unseres neuen Pfarrers Gustav Schmidt, seither in Beuern, durch Dekan S a 11 l e r (Wieseck) statt. Die beiden Geistlichen zogen, gefolgt von dem Kirchenvorstand, der einmütig den neuen Pfarrer als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen langjährigen Pfarrers Böch - n e r gewünscht hatte, in die Kirche ein. Im Gottesdienst wirkten der Posaunen- und Kirchenchor unter Leitung seines Dirigenten Becker und ein Schülerchor, geführt von Lehrer Walter, mit. Seiner Einsührungsrede legte der Dekan das Pauluswort (Röm. 15,7) zugrunde und zeigte, die Schwierigkeit und Schönheit des Pfarramts kennzeichnend, daß sich Pfarrer und Gemeinde am besten aufnehmen, wenn sie es tun, wie Christus uns aufgenommen hat zu Gottes Lobe. Nach Handschlag und Segenswunsch überreichte er dem neuen Pfarrer die vom Vorsitzenden des Landeskirchenausschusses Zentgraf unterzeichnete Ernennungsurkunde. Seine Antrittspredigt stellte Pfarrer Schmidt unter das Wort 2. Kor. 4, 6: „Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi." Er zeigte, wie fein Programm kein anderes fein könne, als zu verkündigen „Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit", dankte für das schon vor seinem Kommen ihm durch den Kirchenvorstand erwiesene Vertrauen und bat, es ihm weiter entgegenzubringen. Unter den mancherlei Willkommensgrüßen sei auch ein herzliches Schreiben des Bürgermeisters erwähnt, das die Hoffnung aussprach, daß das hier herkömmliche ver- ständnisvolle Zusammenarbeiten der örtlichen, kirchlichen und weltlichen Führung weiter so bleibe. Bei der Besichtigung des im Inneren neu hergestellten Pfarrhauses sprach sich Dekan Sattler sehr anerkennend über das Geleistete aus. Die Gemeinde, die ihren letzten Pfarrer über 31 Jahre gehabt hat, ist sich einig in dem Wunsch, daß auch der neue Seelsorger recht lange in ihr mit gleichem Segen wirken möge. Kreiöhandtverkertag in Schotten. c. Schotten, 6. Dez. Eine größere Versammlung, die die Kreishandwerkerschaft Schotten einberufen hatte, fand im Saal der „Krone" statt, zu der alle Bezirksobleute, die Obermeister der Innungen, sowie die Gesellen für die Meisterprüfung sich eingefunden hatten. Kreishandwerksmeister W. Neumann. (Schotten) begrüßte die Erschienenen und sprach über die Leistungen und Aufgaben des Handwerks in jetziger Zeit. Ein eingehendes Referat hielt alsdann Dr. Reif von der Landeshandwerkerschaft, der besonders über die Auswirkungen des Vierjahresplanes sprach. Er berührte besonders die Tagesfragen, das Preisproblem, Verbot der Preiserhöhungen, Beschaffung der Rohstoffe, Arbeitsbeschaffung und Verteilung von ßieferungs- aufträgen unter das Handwerk. Bei der Bekämpfung Der Arbeitslosigkeit werde besonderer Wert darauf gelegt, daß in allen Betrieben, in denen dies irgend möglich ist, auch entsprechend Lehrlings eingestellt würden, andernfalls würden solche Betriebe zu besonderen Beiträgen herangezogen. Reicher Beifall belohnte die interessanten Ausführungen. Dr. Lindemann von der Handwerkskammer Darmstadt sprach über das gute Revisions- ergebnis bei der hiesigen Kreishandwerkerschaft und verbreitete sich alsdann über Steuerfragen, auch über solche, die die neueste Steuerreform mit sich bringt. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß der Kreishandwerksmeister die Tagung. CanOftPie Wetzen * Klein-Linden, 7. Dez. Am gestrigen Sonntagabend wurde aus dem Hofe einer hiesigen Gastwirtschaft, während die Besucher sich bei Der Tanzmusik belustigten, ein untergestelltes Motorrad entwendet. Der Eigentümer bemerkte den Verlust erst, als er nach Hause fahren wollte. Montag früh wurde das Motorrad in der Gemarkung Gießen aufgefunden und bei der Polizei sichergestellt. 00 Klein-Linden, 7. Dez. Der S A. • Sturm 8/116 hielt am Samstagabend im Saale des Gaschauses „Zur deutschen Eiche" einen Karne» radschaftsabend ab. Der Führer des Sturms, Ober- truppführer Schulte, hieß die Kameraden mit ihren Familien und die zahlreich erschienenen Gäste herzlich willkommen. Ein „Nikolaus" erfreute mit kleinen Geschenken und sorgte für heitere Stimmung. Um auch den Freunden des Schießsportes entgegenzukommen, war ein Schießstand errichtet worden, auf dem die Schützen ihre Kunst bei einem Preisschießen unter Beweis stellen konnten. Frohe Ereignisse und manche humorvolle Stunde der Vergangenheit waren in einer trefflich ausgestatteten „Nikolaus-Zeitung" festgehalten worden. Bei Tanz und Frohsinn verlebten die Besucher des Abends einige frohe Stunden. < Staufenberg, 8. Dez. Dieser Tage fand auf der hiesigen Burg eine gut besuchte Dorstandssitzung der Heimatvereinigung Staufenberg statt. Der Vorsitzende der Vereinigung, Dekan Gußmann (Gießen), teilte u. a. mit, daß mit Geneh- migung des Forstamts Gießen die verwilderten Anlagen der oberen Burg durchforstet worden seien. Die Arbeiten würden anfangs des nächsten Jahres fortgesetzt werden. Den Hauptteil der Verhandlungen bildete die Besprechung des Arbeitsprogrammes für den Winter 1936/37. Nach längerer Aussprache wurde der Vorschlag des Vorstandsmitgliedes Schwarz (Gießen) angenommen, wonach in diesem Winter zwei Veranstaltungen statt- finden sollen, und zwar am Sonntag, 24. Januar 1937, ein allgemeiner Heimatabend, an dem die verschiedenen Gliederungen der Gemeinde Staufenberg, z. B. BDM., 1. Klasse der Volksschule, Männergesangverein, Turnverein usw. eingeladen und zur Mitwirkung gebeten werden sollen. Zur vorbereitenden Arbeit wurde eine Kommission gewählt, die außer dem Vorsitzenden noch vier Herren umfaßt, nämlich Bürgermeister Reuter, Gemeindediener Geißler, Gemeinderechner Stephan und Rentner Fuchs. Ein kurzes Referat soll über den Sinn der Dolkstumsarbeit bei dieser Gelegenheit gehalten werden. Anfangs März wird dann Gartenbauarchitekt Schwarz (Gießen) einen Lichtbilderoortrag mit selbstaufgenommenen Bildern über die „schone hessische Heimat" halten. Nachdem noch ein von Vorstandsmitglied Schwarz entworfenes Vereinsabzeichen vorgelegt und genehmigt worden war und die neuen Mitgliedskarten verteilt worden waren, schloß der Vorsitzende die Sitzung. D Allend 0 rf a. d. Lda., 8. Dez. Bei der am vorigen Samstag im hiesigen 1. Jagdbezirk abgehaltenen Treibjagd wurden 16 Hasen, ein Fuchs und ein Reh zur Strecke gebracht. § Allend 0 rf a. d. Ld a., 7. Dez. Die hiesige Ortsgruppe der NS. -Frauenschaft veranstaltete in der reich geschmeckten Stadthalle eine Ad- ven t s f e i c r, zu der alle Volksgenossen eingeladen waren. Die geräumige Halle war fast bis auf den letzten Platz besetzt. In Vertretung der Frauenschaftsleiterin eröffnete Frau Harth die Veranstaltung. Hierauf wurden durch Schulkinder Advents- und Weihnachtssprüche vorgetragen und anschließend ein Weihnachtsspiel aufgeführt, das große Anforderungen an die kleinen Mitwirkenden stellte. Auch von den Climbacher Schulkindern wurden einige Sprüche und Gedichte vorgetragen. Pfarrer Schmidt von Trais legte die Bedeutung der Adventszeit bar und wies darauf hin, daß die Adventszeit die Vorbereitung für Weihnachten sei. Zum Schluß ermahnte der Redner noch, Gott dafür dankbar zu sein, daß er uns in der Person des Führers und Reichskanzlers einen Mann sandte, der es verhindert hat, daß die Feinde des Christen« Vortragsabend der Gießener Hochschulgesellschaft. Wege im Nebel. Vornan von Käthe Melmer. (Copyright by Aufwärts-Derlag, Berlin SW 68.) 27 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Daß ihm im Innern seines Herzens nicht ganz so zuversichtlich zumute war, verriet Gerhard Janna freilich nicht. Der Gedanke, daß Olga Will- noff bei Rammelt ihre Intrigen gesponnen hatte, in mehr als einer Beziehung sogar, hatte chn sei der Eröffnung, die ihm Walter gemacht hatte, nicht mehr verlassen. Es ftaftb jetzt als sicher für ihn fest, daß sie zuerst Rammelt von seiner Rückkunft und erneuten Beziehungen zu Janna in Kenntnis gesetzt hatte, dann womöglich das Gutachten selber gegen ihn und seinen Bruder ausspielen wollte. Er kannte sie ja wahrhaftig gut genug, um zu wissen, daß nicht, wie sein Bruder es gememt hatte, selbstlose Uneigennützigkeit hinter ihrem Tun stand. Jannas Stimme weckte ihn aus seinem Grübeln. „Woran denkst du, Gerhard? Fürchtest du dich nun auch vor ihm?" _ o „Ich mich fürchten? Wo denkst du hin? Ich bin schon mit andern Dingen fertig geworden in meinem Leben. Ich werde auch schon mit diesem Ram- melt fertig werden! Und nun leg dich erst noch einmal eine 'Weile hin und versuche mir 'einmal ganz deutlich zu erklären, was es eigentlich mit diesen Schulden, ich meine also deinen und Frau von Bergmanns Verpflichtungen Rammelt gegenüber, auf sich hat!" Wie ein Kind ließ sich Janna ZUM Ruhebett führen und sich die Tränen von den blassen Wangen trocknen. e, .... .„ „Wenn ich das alles nur selbst ganz klar wußte sagte sie Zweifelnd. „Aber Tante Amalie hat mir die Akten selber nie gezeigt. Seit Vaters Tod durfte man mit ihr überhaupt nicht über derartige Ding reden. Sie bekam dann gleich Wemkrampfe, und es dauerte lange, bis man sie wieder beruhigen konnte. So kam es von selbst, daß leder 'M Hause das Thema vermied. Man kann es ja auch> ver- stehen, wenn man bedenkt, wie verwohnt Tante Amalie einmal gewesen ist und wie sehr der fast völlige Ruin meines Vaters sie mittreffen mußte, bei dem auch sie ihr ganzes Vermögen verloren hat!" „Frau von Bergmann hatte also deinem Vater ihr Vermögen zur Verfügung gestellt?" „Ja, zwischen ihr und ihrem Bruder bestand stets eine sehr große Anhänglichkeit. ,Was mir gehört, gehört auch dir!" pflegte sie zu sagen. Du mußt nämlich wissen, daß Tante Amalie vor zwei Jahren, als Vater noch lebte, ein umgänglicher, verständnisvoller Mensch war, mit dem man alles besprechen konnte. Ihre Verschlossenheit, ihr ganzer nervöser Zustand stammt erst aus diesen schrecklichen Tagen nach Vaters Tod. Damals zog sie ja auch erst zu uns. Aber es war manchmal recht schwer, mit ihr auszukommen ..." „Wie ist aber nun Ralf Rammelt helfend eingesprungen?" warf Gerhard ein. „Eigentlich schon in der letzten Zeit vor Vaters Tod. Vater war damals schon sehr krank, die Aerzte selbst gaben wenig Hoffnung mehr. Ralf verbrachte Damals manche Stunde an Vaters Bett, obwohl ich selbst es nie gern gesehen habe, da Vater nach seinen Besuchen immer sehr erregt war." „Verstanden sich die beiden eigentlich gut, dein Vater und Rammelt?" „Ralf nannte sich Vaters Freund! Und auch Vater bat wohl immer ein großes Vertrauen In ihn gesetzt, sonst hätte er ihm in Geldsachen nicht so unbedenklich nachgegeben. Und Ralf selber muß ja schließlich für Vater eine Menge ubriggehabt haben, wenn er mit seinem Vermögen für ihn und seine Tochter, ja selbst für seine alte Schwester eintreten konnte! Er hatte Vater wohl auch noch Geld geliehen, große Summen, die weder er noch wir Ralf je zurückgeben könnten. Das eben ist es ja, was mich mehr als alles andere bedruckt.." „Sag einmal, Janna, hast du eigentlich deiner Tante erzählt, daß du dich mit mir in Oberhof ^arma wurde unwillkürlich rot. Zu überraschend, zu plötzlich kam die Frage. Nein Gerhard! Tante Amalie hat dich ja nie kennenaelernt.Natürlich weiß sie von dir Damals hm sie an deinem Geschick sogar großen Anteil ge- nommen. Aber jetzt--sie fragt mich eben nicht mehr, und warum sollte ich von selbst anfangen mit Dingen, die ihr doch nur das Herz schwer machen würden, wenn sie sie wüßte?" „So hat sie dich also doch auf ihre Art gern?" „Gewiß hat sie das, sehr sogar, — schon als Tochter ihres Bruders! Ich glaube auch, daß sie sich oft großen Kummer um mich gemacht hat. Wie oft hat sie mich im Anfang zweifelnd gefragt: »Bist du denn glücklich, Sanna?* Nur nach und nach, als es für uns ja doch keinen Ausweg mehr gab, ist eben auch diese Frage bei ihr verstummt, und nur manchmal sieht sie mich noch mit traurigen Blicken an, so daß ich am liebsten in ihre Arme stürzen und mich aussprechen möchte. Aber dann schon im nächsten Augenblick ist sie wieder so verschlossen, daß man kein Wort herausbringen kann. Kannst du das verstehen, Gerhard?" Sinnend nahm Gerhard Brand ihre Hande, wie in tiefem Nachdenken starrte er eine Zeitlang vor sich hin, blickte dann tief in «ihre Augen: „Gewiß kann ich das verstehen, Janna! Arme Tante Amalie! Die alte Dame muß viel durchgemacht haben, daß sie so werden konnte! Aber nun hör einmal zu! Ich muß jetzt unbedingt fort! Ich habe noch etwas Dringendes zu erledigen, das keinen Aufschub duldet. Sag, kann meine Janna noch einmal tapfer fein? Nein, nicht meinen! Nicht den Mut sinken lassen! Es wird schon noch alles gut endigen, glaub mir! Nur den Mut nicht verlieren!" Noch einmal drückte er sie an sich, bann, ehe Jie noch ein Wort der Antwort, eine Frage an iyn gerichtet hatte, war sie auch schon wieder allein. Lange noch grübelte sie über seine Worte nach. Fast kam es ihr vor, als hätten feine letzten Worte Über die alte Dame, feine Teilnahme für sie, einen besonderen Sinn gehabt." Sie lächelte plötzlich, fröhlich, fast befreit. „Nur Mut!" hatte er gesagt. Sicher hatte er einen neuen Weg, auf dem es Hilfe und Rat für sie beide gab! „Nur Mut!" Nun, so wollte auch sie wieder Mut haben! • In dem behaglichen Wohnzimmer Frau von Bergmanns, dessen Einrichtung gediegenen Geschmack verriet, deckte das Mädchen den Äaffeettsch. „Sagen Sie, Minna, weshalb war eigentlich das tum» bei uns nicht zur Macht gelangten, und der es ermöglichte, daß wir heute in der Lage lind derartige Feiern veranstalten zu tonnen. Zwilchen- tiurd) trug der hiesige Kirchengesangoerein zur Der- fdjonerung ber dreier zwei Chore vor. Inzwischen war der von der Kampfzeit her in unserer Stadt bekannte Pg. Wenbnagel eingetroffen und aufs herzlichst« begrüßt worden. Pg. ffienimagel hielt eine Ansprache und zog einen Vergleich zwischen der Kampfzeit und heute, wobei er betonte daß erst bei einer solchen riickschauenden Erinnerung die g-nze Troße der Wandlung deutlich werde, die seit der Machtübernahme durch den Führer lick in Deutschland vollzogen ha? Er bezeichnete dtest Wandlung ab ein Wunder, das sich nur durch d e Einigkeit'des deutschen Volke- vollzogen habe. Als Eegenstuck führte er dann frühere Zeitepochen an, wie z.B. den 30|at)rigen Krieg, wo von 15 Mil. ^iitschen nach Beendigung des Krieges nur noch 5 Millionen ubrtggeblieben waren. Der Red- ner forderte auf, dem Führer, der fein ganzes Le- den nur Jur die Erhaltung des deutschen Volkes einfetzte, den Dank dadurch zu beweisen, daß auch wir uns ganz in seinen Dienst stellen und ihm dadurch zur Forderung und Vollendung seines Lebens- wertes behilflich feien. Die Rede, die mit ftürmi- schem Beifall ausgenommen wurde, klang in ein dreifaches Siea-Heil auf den Führer aus. Mit dem Gesang des Horst-Wesfel-Liedes wurde die Feier geschlossen. + Beue r n, 8. Dez. In unserem Orte ereignete sich em 21 uto Unfall. Ein Personenwagen der aus dem Bersröder Weg in die Hauptstraße einbiegen wollte, fuhr einem anderen Personenkraft- wagen in die Flanke. Glücklicherweise entstand nur Sachschaden. — Bei der K a r t o f f e l s p e n d e für das Winterhilfswerk wurden in unserem Orte 120 Zentner gespendet und zur Bahn gebracht . + Grünberg, 6. Dez. Am Samstagabend fand in der Turnhalle eine gut besuchte Kundgebung der NSDAP, statt. Redner war der aus der Kampfzeit hier noch in gutem Andenken stehende Pg. Oskar W e n d n a g e l. In fünfviertel- ftündiaen Ausführungen zeigte er die große Wand- lung, die im deutschen Volke sich vollzogen hat, die er als das Werk des Führers pries. Gegenüber den Verfallzeiten, wie sie in der Geschichte unseres Volkes infolge der religiösen, weltanschaulichen und politischen Spaltungen immer wieder kamen, hob er die durch den Führer wieder geschaffene Volks- gemeinsckaft hervor, die sich auf die deutschen Tugenden Der Ehre, Treue und Tapferkeit gründet. Der Redner erntete lebhaften Beifall für seine packenden Ausführungen. Einleitend wies der Redner auf zwei Vorkommnisse aus feiner Betätigung zur Kampfzeit in Grünberg hin, sein Auftreten als Diskussionsredner gegen den Sozialdemokraten Dittmann und an die Sonnwendfeier 1932, bei der ein Überfallkommando aus Butzbach zur Verhin- berung dieser Feier nach hier beordert wurde. > Harbach, 7. Dez. Der Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk veranstaltete in der Zeit vom 23. November bis 5. Dezember einen Müt - terschulungslehrgang für Säuglingspflege. Der Kursus war recht gut besucht und fand am Samstagabend mit einem Gemeinschaftsabend seinen Abschluß. Schwester Jula Kliff - m ü l l e r hat es verstanden, sich in ber kurzen Zeit die Sympathie ber hiesigen Einwohnerschaft zu erwerben. Die Kursusteilnehmerinnen holten sich manche Anregung für ihre Betätigung in ber Säuglingspflege. Nicht zuletzt fei Schwester Jula Kliff- müller für die Ausgestaltung ber schönen Abschiedsfeier, an ber sich auch der BDM. beteiligte, Dank gesagt. Lied- und Gedichtsvorträge, Kanons, Spiele und Reigen wechselten in bunter Reihenfolge miteinander ab. Die Frauenschastsleiterin und Bürgermeister Münch dankten der Kursusleiterin für die große Mühe, die sie sich bereitet hatte. — Allertshausen, 8. Dez. Wegen ber sehr stark auftretenden Grippe mußte die hiesige Volksschule geschlossen werden. Don der Krankheit sind auch viele Erwachsene betroffen. "V Watzenborn-Steinberg, 7. Dez. Der hiesige Männergesangverein „Eintracht" hielt im Vereinslvkal „Zum grünen Baum" seine Jahresschluß-Hauptversammlung ab. In Vertretung des Dereinsführers leitete der 2. Vorsitzende Karl Häuser IX. die Versammlung. Nach Begrüßungsworten gedachte die Versammlung in ehrwürdiger Weise ihres im abgelaufenen Jahre gestorbenen Ehrenmitgliedes Heinrich Wallbott. Es folgte der Geschäftsbericht, aus dem zu ersehen war, daß ber Verein unter der Stabführung seines Charme isters Georg H a r n i fch wiederum ein gutes Der Bauerntag in Schotten. Bedeutungsvolle Kundgebung der Kreisbauernschast Oberheffen Ost. NSG. Schotten, 7. Dez. Für bas Landvolk im Voaelsberg war der Bauerntag ber Kreisbau. ernsthaft Oberhessen-Ost ein Tag ber Stärkung im gemeinsamen Gedanken des Nationalsozialismus. Die umfangreiche Ausstellung, die bereits am Mitt- hoch, dem 2. Dezember, durch den Landesbauern- uhrer Dr. Wagner eröffnet worden war, bildete )en Anfang des Bauerntages und fand an fämt- Liepen Tagen ein fo überraschend allgemeines Interesse, daß die Räume bis 23 Uhr geöffnet bleiben mußten. Am Samstag nahm der Bauerntag mit einer Versammlung ber Ortsbauernführer einen Anfang. Landesobmann Seipel rief den versammelten Bauernführern in Erinnerung, daß die Erhaltung der Blutskraft unseres Volkes und die Sicherung unserer Ernährung die beiden großen Aufgaben des deutschen Landvolks sind. Weiter behandelte der Landesobmann die agrarpolitische Gesetzgebung und die Wirtschaftspolitik des Reichsnährstandes. Der Grundgedanke unserer Marktordnung ist die Schaf- ung einer Sicherheit und Beständigkeit für alle am Wirtschaftsleben beteiligten Kräfte, — für Erzeuger, Verteiler und Verbraucher. Die wirtschaftliche Einigung konnte nur durch die Gründung einer Drgani- ation erreicht werden, die in der Ernährungsfrage ür die Gesamtheit die Grundlage ist. Unserer heutigen Ernährungswirtschaft ist ber volle Erfolg belieben, wenn bie Leistungssteigerung ber Landwirtschaft durch die Disziplin der Veroraucherschaft unterstützt wird. Nach eingehender Behandlung von Einzelfragen ergriffen die Geschäftsführer des Ge- treidewirtfchaftsverbandes ebenfalls das Wort. Am gleichen Nachmittag fand die Arbeitstagung der Hauptabteilung II, deren Aufgaben und Ziele durch den neuernannten Landeshauptabteilungsleiter Scharck in der Öffentlichkeit vertreten wurden, statt. Von ber Feststellung aus, daß unsere Landesbauernschaft nach Klima und Bodenbeschaffenheit bie größten inneren Unterschiede aufweist, ging der Redner zu einer Darstellung wichtiger Maßnahmen über. Aus den Erfahrungen der Praxis und der Forschung wird eine immer intensivere Landwirtschaft aufgebaut, und es ist vor allem notwendig, daß die ländliche Jugend durch eine gründliche Schulung zur vorbild- liehen Bewirtschaftung des deutschen Ackers befähigt wird. Weitere Referate galten den Tagesfragen auf den Gebieten des Pflanzenbaues und der Tierzucht. Vogelsberger Heimatabend. Am Samstagabend vereinte ein Vogelsberger Heimatabend die Schottener Bevölkerung und ihre Gäste in der Turnhalle, die sehr stark besucht war, Nach einleitenden Musikstücken rief Bürgermeister Mengel den Gästen einen Willkommensgruß der Stadt zu. Der Schottener Männerchor trug einige Chore vor und erntete reichen Beifall. Besondere Anerkennung fand ein ernstes Stück, von Kräften des Eichelfachfener Arbeitslagers gespielt. Die Schottener Frauenschaft ließ oas Spiel „Als ich Abschied nahm, als ich wiederkam" auffuhren, bas begeistert aufgenommen wurde. Musikstücke, Heimatlieder, Mundartgedichte u. bgl. wechselten miteinander ab. Der Sonntag brachte bann zunächst die Arbeitstagung der Hauptabteilung I, in deren Verlauf zunächst Kreisleiter K r o m m • Schotten, bas Wort ergriff. Dann sprach Landeshauptabteilungsleiter Finger über die Aufgaben der Hauptabteilung I, deren Pflicht die Betreuung und Erziehung des bäuerlichen Menschen ist. Der Redner wies auf die Neuordnung Des Begriffes Landarbeiter hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese in der weiteren Zukunft einen festen Landarbeiter st and sichern werde. Die Beschaffung von Arbeitskräften für das Jahr 1937 wurde ebenfalls besprochen, gleichzeitig wurde auf die Notwendigkeit der bäuerlichen Siedlung im Osten als Grenzwall hingewiesen. Oie Großkundgebung am Sonntagnachmittag gestaltete sich zu einer ber eindrucksvollsten Bauernversammlungen, die jemals im Vogelsberg stattgefunden haben. Ungefähr 2000 Männer und Frauen kamen um bie Mittagszeit in Schotten zusammen unb füllten schon vor Beginn der Kundgebung den Saal und die Empore der Turnhalle bis auf den letzten Platz. Alle Gliederungen der Partei sowie des Reichsarbeitsdienstes waren durch Fahnenabordnunaen oertreten. Bezirks- bauernführer Straub eröffnete bie Dersamm- lung und begrüßte den Landesbauernführer herzlich. Dr. Wagner ergriff sofort das Wort zu feiner großangeleoten Rede, die bie Stellung unb Aufgabe des Bauern im nationalsozialistischen Reich zum Gegenstand hatte. Der Landesbauernführer zeigte den Versammelten, welche Aufgaben der erste Dierjahresplan des Führers vom Februar 1933 enthielt unb in welch umfassender Weise sie gelöst mürben. Der neue Vierjahresplan hat das ganze Volk zu einer noch festeren Leistungsgemeinschaft vereint, und die erste Pflicht der Landwirtschaft ist es, das Brot für Arbeiter und Soldaten zu schaffen. Die unversiegbare Kraftquelle zu allen notwendigen Anstrengungen ist nur bie anständige Gesinnung jedes Deutschen, der Nationalsozialismus. Wie sehr der Landesbauernführer die Schwierigkeiten unb Sorgen der Landwirtschaft kennt, bewies jede Einzelheit dieser Rede, bie immer wieder von spontanen Beifallsäußerungen unterbrochen wurde und dem oberhefsischen Landvolk neuen Kampfgeist und Leistungswillen gegeben hat. Stück zum kulturellen Aufbau beigetragen hat unb schöne Erfolge buchen konnte. So wurde außer ber Teilnahme am Wertungsfingen in Garbenteich eine Sängerfahrt nach Frankfurt a. M. angetreten, wo der Chor am 24. Mai d. I. in der Stunde des Chor- gefanges fein Können unter Beweis stellen konnte. Der Rechner Georg K o l m e r gab den Kassenbericht bekannt, ber erstmalig keine Beitragsrückstände aufweist und mit einem Guthaben von 404,62 Mark abschließt. Nach Ueberprüfung ber Rechnung durch die Sänger Heinrich Schm and t und Karl Brücke! wurden dem Rechner und Vorstand Entlastung erteilt. Der Verein zählt zur Zeit 156 Mitglieder. Für das kommende Jahr roeroen beide Rechnungsprüfer beibehalten. Sechs Mitglieder wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt und erhielten das Diplom: Karl Ruckelshausen, Georg Kolm er, Karl Reitschmitt, Karl S ch m a n d t IV., Georg Balth. Häuser und Karl Haas. Außerdem wurden den vier Erstgenannten die silberne Ehrennadel für 25jährige aktive Sängertätigkeit überreicht. Karl Reitschmitt sprach dem Verein den Dank aus und schloß mit dem Appell an die jungen Sänger, ihrem Vorbild nachzueifern. Eine besondere Ehrung wurde dem Chormeister Georg Harnisch zuteil, durch dessen zehnjährige zielbewußte Leitung des Chores der Verein feinen beachtlichen Stand zu verdanken hat. Zum Zeichen des Dankes überreichte der Versammlungsleiter ein Geschenk. Der Dereinsführer Karl Ruckelshausen wurde wiedergewählt, somit bleibt der Vorstand in seiner seicherigen Zusammensetzung bestehen (außer dem zweiten Führer, ber sein Amt nieberlegte). Das Wintervergnügen findet voraussichtlich am 9. Januar 1937 statt. Zum Fahnenträger wurden die Sänger Otto Zammet und dessen Stellvertreter Walter M u ch e bestimmt: Ortsgruppenleiter Wilhelm Philipp richtete bie Mahnung an bie Sänger, auch fernerhin treu zum beut- chen Liede, zu dem hohen deutschen Kulturgut, zu tehen. Hierauf schloß der Versammlungsleiter den zeschäftlichen Teil. In fröhlicher Sängerkamerab- chaft unb bei manchem Liede blieben bie Sänger noch lange beisammen. Lang-Göns, 8. Dez. Am morgigen Mittwoch kann unser Mitbürger Konrab Rudolph, Obergasse, in voller körperlicher unb geistiger Rüstigkeit feinen 7 9. Geburtstag feiern. Dor einigen Monaten begingen er und feine Ehefrau bas Fest der goldenen Hochzeit. s. Lang-Göns, 7. Dez. Seit einigen Tagen hat auch bei uns bie Holzhauerarbeit in den Gemeindewaldungen begonnen. Da im letzten Winter sehr viel Holz geschlagen morden war und noch Reste davon zu verarbeiten sind, ist die Menge, bie gefällt wird, in diesem Jahre nicht sehr groß. Etwa 800 Raummeter kommen in Betracht. ch Li ch, 4. Dez. Auf der zweiten Landessach- gruppen - Geflügelausstellung des Gaues Nassau- Hessen konnten die nachstehenden hiesigen G e» flügelzüchter schöne Erfolge erzielen. Es errangen: Karl Alles auf Zwergwyandotten, dunkel: viermal gut. — Karl Fey auf dieselbe Rasse: sehr jut und gut. — Georg Schmidt II. auf Rhein- I änber, schwarz: zweimal sehr gut unb zweimal jut. — Albert ©ieoemann auf Zwerg-Langschan, chwarz: sehr gut mit Ehrenpreis, sehr gut 2 unb ehr gut 3. — Rodheim (Horloff), 7. Dez. Die Gemeinde läßt gegenwärtig längs des Bachufers Zwet - chenbäume anpflanzen. Diese 21npffan- ung wirb sich nicht nur als nützlich erweisen, andern sie wirb auch xur Verschönerung bes Tales beitragen. — Die Ho lzhauerarb eiten sollen in der nächsten Woche beginnen. Dank des Rückganges ber Arbeitslosigkeit können in diesem Jahre wieder Landwirte dabei beschäftigt werben. Kreis Friedberg. * Münzenberg, 8. Dez. Am Sonntag feierte bie Evangelische Mäochenschar chr 2 0. Jahres- e st, wozu alle früheren Mitglieder, sowie aus- wärtige Mädchenscharen eingeladen waren. Mor« gens fand in Der reichgeschmückten Kirche ein gut- besuchter Festgottesdienst statt. Der durch seine rühere Tätigkeit in der Gemeinde bekannte Pfarrer Studienrat B e y r i ch (Offenbach) hielt bie Festpredigt. Mittags hielt Fräulein L i n d e h o l z einen Vortrag, unb am Abend versammelte man sich zu einem gemütlichen Beisammensein im Gasthaus „Zur Burg". kreis Schotten □ Laubach, 7. Dez. Die kürzlich zur Hebung des hiesigen Viehstandes angeregte Errichtung einer Jungviehweibe hat einen guten Erfolg gezeigt. lieber 20 Bauern unb Landwirte haben sich zur Gründung einer Weidegenossenschaft bereit erklärt. Das für die Weide benötigte Wiesen» gelänbe liegt im Laubacher Stadtwalb an der Straßenkreuzung nach Schotten (sog. Neue Wiese) und hat eine Große von 38 Morgen. Hiervon gehören 26 Morgen der Stabt unb 12 Morgen dem Grafen zu Solms-Laubach. ♦ Ulfa, 8. Dez. Gestern verstarb in ber Chirurgischen Klinik zu Gießen ber etwa 38 Jahre alte Steinbrucharbeiter Richard Graf von hier. Der bedauernswerte Mann hatte im Frühiahr dieses Jahres bei seiner Arbeit einen Schädelbruch erlitten, dessen Folgen er nunmehr erlag. ♦ Eichelsdorf, 8. Dez. Gestern übernahm ber kommissarische Bürgermeister unserer Gemeinbe, Bg. Dahmer, Schotten, die Geschäfte. — Die rippe tritt hier fo stark auf, baß bie Schule geschlossen werben mußte. Die Krankheit verläuft im allgemeinen leicht. — Dieser Tage verstarb im Alter von fast 99 Jahren bie älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Katharine Elisabeth Schenk. # Groß-Eichen, 7. Dez. Am Donnerstagabend zeigte die Gaufilmstelle hier in der Turnhalle den Tonfilm „Friefennot". Im Beiprogramm sah man den Film „Nordlandfahrt". Kreis Alsfeld. l Als selb, 7. Dez. Am vergangenen Sonntag fanb in ber festlich geschmückten Turnhalle in Anwesenheit ber Lehrmeister unb einer Anzahl von Gasten bie feierliche Lossprechung ber Jung-Gesellen bes Kreises Alsfeld unter Überreichung ber Gesellenbriefe statt. Kreishanbwerksmeister Koch (Alsfeld) In feiner Eigenschaft als Kreisbetriebsgemeinschaftswal« ter bes Handwerks wies in feiner einleitenden An» »auf die Bedeutung ber Gesellenprüfung e spätere Erlangung ber Berechtigung als Handwerksmeister hin, Die heute Voraussetzung für Die Selbständigkeit eines jeden Gewerbes fei. Er betonte insbesondere die Wichtigkeit und Bedeutung einer guten Schulung des handwerklichen Nachwuchses. Hierauf nahm Kreishandwerksmeister Koch die feierliche Lossprechung ber jungen Gesellen bes Kreises Alsfeld, deren Zahl etwa 60 betrug, in Form eines Gelöbnisses ber Prüflinge zum Hanowerk und zum Staat vor. Hieran schloß sich die Überreichung der Gesellenbriefe an bie jungen Gesellen an. In seiner Schlußansprache überwies Kreishandwerksmeister Koch die Jung-Gesellen in den Schutz der Altgesellen, für bie Alt-Geselle Heinrich Loth - Alsfeld eine entsprechende Erklärung abgab. Der Kreishanbwerksmeister legte ben Prüflingen bringenb ans Herz, in die Welt hinaus zu gehen unb ihre Kenntnisse draußen in den verschiedenen Berufszweigen zu erweitern. Die würdige Feier wurde von Musikstücken der Kapelle Schmidt sowie von stimmungsvollen Gedichtvorträgen durch Junggesellen umrahmt. # Ober-Ohmen, 7. Dez. Die Holzhaue« rei in ben Waldungen der Freiherrn von Riedesel und denen ber Gemeinde hat dieser Tage begonnen. Mädchen von Herrn Dr. Rammelt heute mittag bei Ihnen? Hatte sie etwas zu bestellen?" „Ach, die Pauline? Nein, zu bestellen hatte sie nichts. Sie fragte nur, ob Herr Dr. Rammelt hier märe. Ich habe ihr gleich gejagt, bei uns wäre er nicht, aber sie schien es nicht einmal glauben zu wollen. Sie war auch ganz aufgeregt darüber, aber einen Grund hat sie weiter nicht angegeben!" „Hat sie auch nach Fraulein Janna gefragt?" „Ja, nach Fräulein Janna auch. Und als ick ihr sagte, die wäre auch nicht hier, wollte sie sogar chre 2ldreffe haben. Aber bie wußte ich ja selber nicht." „Ist auch ganz gut so. Die Adresse von Fräulein Janna geht das Mädchen von Dr. Rammett 'n schließlich nichts an! Uebrigens,--wenn die Pauline noch einmal zurückkommen sollte, schicken Sie sie doch bitte zu mir heraus." Noch lange, nachdem bas Mädchen gegangen war, blieb Amalie von Bergmann am Fenster stehen, nahm bann endlich am Tisch Platz, um etwas zu genießen. Doch schon nach wenigen Minuten schob sie bie kostbare Tasse aus Meißener Porzellan mit einer müden Bewegung zurück. Es lag wie ein Druck auf ihr, feit Janna ohne Abschied wieder fortgegangen war. „Irgend etwas muß vorgefallen fein", sagte sie leise vor sich hin. Nur einen kleinen Zettel hatte Janna hinterlassen. „Nicht böse fein, Tantchen! Ich bin nur auf ein paar Tage eingeladen. Später erkläre ich Dir alles!" hatte darauf gestanden. Mehr hatte sie nicht angegeben. Nicht, wer sie eingeladen hatte, keine Adresse, nichts! Arme, kleine Janna! dachte die alte Dame. Nein, sie war nicht glücklich! Statt besser, war es im Lauf ber Zeit in dem Verhältnis zwischen ihr und Ralf Rammelt nur schlimmer geworden. Die Zeit, die für andere Mädchen die Zett bes schönsten und ungetrübtesten Glückes bedeutete, war für sie eine Zett ber Qual unb des Kummers geworden. Wie aber sollte es bann erst werben, wenn beibt verheiratet waren? Amalie von Bergmann seufzte tief auf, preßt» bie Finger wie im Krampf an bie Schläfen. Wenn sie nur helfen könnte! Aber chr waren ja die Hände gebunden. Nichts, nichts konnte sie tun. (Fortsetzung folgt 1) SJi.-snoit Reichssportlehrer Koch in Gießen Vom Fachamt Leichtathletik ist für die Uebunasletter und Spitzenkönner (als solche sind die in Der Fünf-Bestenliste Aufaeführten zu werten) des Sportkreises Gießen ein Lehrgang unter Leitung von Reichssportlehrer Koch am kommenden Sonntag in Gießen angesetzt. Herr Koch, der den Gau Hessen vor kurzem als neues Arbeitsgebiet erhalten hat, ist ein Mann von ausgezeichnetem Lehrtalent, und vor allem von viel Erfahrung. Seine Einbeziehung in den Kreis der Trainer der deutschen Olympiamannschaft stellt dies unter Beweis. Der Reichssportlehrer wird sich in erster Linie auf praktische Arbeit beschränken, die Sonntag nachmittag (ab 15 Uhr) in der Turnhalle des VfB.-Reichsbahn beginnt. Die Anwesenheit der Vereinsleiter und Vereinssportwarte ist hierzu besonders erwünscht. Für Sonntag abend ist ein Vortrag sowie eine Aussprache über schwebende Fragen vorgesehen. Da Herr Koch auch noch am Montag in Gießen weilt, ist den Gießener Vereinen Gelegenheit gegeben, ihre jugendlichen Talente (nachmittags in der Reichsbahn-Halle) und ihre Aktiven (abends in der Reichsbahn-Halle) dem Reichssportlehrer vorzustellen. Fünf-Bestenliste 1936 der Leichtathleten des Sportkreises Gießen. 100-Meter-Lauf: Dr. Müller (1900 Gießen) 11,3 Sek.; Rudolph (1900 Gießen) 11,4 Sek.; Ulm (Tv. Heuchelheim) 11,4 Sek.; Moos (Tv. Lollar) 11,5 Sek.; Klinkel (Tv. Lollar) 11,8 Sek. 200-Meter-Lauf: Rudolph (1900 Gießen) 23,8 Sek.; Ulm (Tv. Heuchelheim) 23,9 Sek.; Adam (1900 Gießen) 24,2 Sek.; Mieritz (1900 Gießen) 24,1 Sek.; Luh (VfB.-R. Gießen) 25 Sek. 400-Meter-Lauf: Bepperlin (1900 Gießen) 55,2 Sek.; Jmmel (1900 Gießen) 56,9 Sek.; E. Reidel (Tv. Heuchelheim) 57,6 Sek.); G. Koch (1900 Gießen) 58 Sek.; Seipp (Tv. Lollar) 59 Sek. 800-Meter-Lauf: Bepperling (1900 Gießen) 2:03,5 Min.; Peters (1900 Gießen) 2:04,2; E. Reidel (To. Heuchelheim) 2:06,9; Pfaff (VfB.-R. Gießen) 2:13; H. Reidel (To. Heuchelheim) 2:13,2. 1500-Meter-Lauf: Peters (1900 Gießen) 4:14,1 Min.; E. Reidel (Tv. Heuchelheim) 4:16; H. Reidel (Tv. Heuchelheim) 4:18,9; Fr. Reidel 4:19,6; Kleemann (1900 Gießen) 4:21. 3000-Meter-Lauf: Kleemann (1900 Gießen) 9:12,4 Min.; H. Reidel (Tv. Heuchelheim) 9:12,4 Min.; Fr. Reidel (To. Heuchelheim) 9:16); Pfaff (VfB.-R. Gießen) 9:43; Immel (1900 Gießen) 9:44,4 Min. 5000-Meter-Lauf: H. Reidel (Tv. Heuchelheim) 15:53,8 Min.; Fr. Reidel (Tv. Heuchelheim) 16:04; G. Koch (1900 Gießen) 17:20,6; Pfaff (VfB.-R. Gießen) 17:47 Min. 4 mal 100-Meter-Staffel: VfB.-R. Gießen 45,3 Sek.; SpVgg. 1900 Gießen 45,7; Tv. Lollar 46,7; Tv. Heuchelheim 48,5 Sek. Hochsprung: Rudolph (1900 Gießen) 1,77 Meter; Braun (1900 Gießen) 1,64; Dr. Hopfenmüller (1900 Gießen) 1,63; Jung (1900 Gießen) 1,63; Herrmann (1900 Gießen) 1,60; Hermann (VfB.-R. Gießen) 1,60 Meter. Weitfprung: Hermann (VfB.-R. Gießen) 6,71 Meter; Rudolph (1900 Gießen) 6,45; Diehl (Tv. Lollar) 6,44; Klinkel (Tv. Lollar) 6,20; Jung (1900 Gießen) 6,15 Meter. Dreisprung: Jung (1900 Gießen) 12,34 Meter; Hermann (VfB.-R. Gießen) 11,95; Himmelmann (1900 Gießen) 11,42; Felsing (1900 Gießen) 11,31; Lehrmund (1900 Gießen) 11,25 Meter. Kugelstoßen: Luh (VfB.-R. Gießen) 15,07 Meter; Kilo (1900 Gießen) 13,31; Hermann (VfB.-R. Gießen) 13,27; Herrmann (1900 Gießen) 10,79; Dietz (Tv. Lollar) 19,77 Meter. Speerwerfen: Hermann (VfB.-R. Gießen) 54,84 Meter; Dietz (Tv. Lollar) 46,43; Lippert (1900 Gießen) 44,15; Himmelmann (1900 Gießen) 44,04; Luh (VfB.-R. Gießen) 42,70 Meter. Diskuswerfen: Kilo (1900 Gießen) 43,04 Meter; Luh (VfB.-R. Gießen) 42,33; Franz (VfB.-R. Gießen) 33,77; Felsing (1900 Gießen) 31,28; Bepperling (1900 Gießen) 30,44 Meter. Wilhelm -Wodaege-Schanze" serliggestelli. //* Der Umbau der Schanze auf dem Hoherodskopf. Wie wir bereits vor einiger Zeit mitteilten, war die in den Jahren 1926/27 vom Skiklub Gießen mit Unterstützung der Universität und anderen maßgeblichen Behörden erbaute Hoherodskopfschanze hurch die im Oberwald herrschenden Witterungsoeichält- nisse (Rebel, Frost, Schnee, Regen usw.) in einen Zustand des Verfalls geraten, der die weitere Benutzung der Schanze für unsere Skijugend für diesen Winter nur unter Lebensgefahr ermöglichte. Durch eine fachgemäße Wiederherstellung in den letzten Wochen ist es gelungen, die Schanze wieder in einen tadellosen sportgerechten Zustand zu versetzen. So hat man den Anlauf der Schanze mit Well-Eternit belegt, das außer der großen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen nur noch zwei deutsche Schanzen aufweisen können. Am Anlaufgerüst und am Schanzentisch wurden verschiedene Mängel behoben, so daß die Umbenennung der Hoherodskopfschanze auf den Namen „Wilhelm- Wodaege-Schanze" beim ersten Sprungwettkampf am 18. Januar 1937 vor sich gehen kann. Durch diese durchgreifenden Maßnahmen ist eine wertvolle Sportanlage, die zur Winterszeit außerdem einen starken Anziehungspunkt auch für nicht Sporttreibende darstellt, vor dauerndem Verfall bewahrt worden und der gesamten hessischen Skijugend wieder die Möglichkeit gegeben, auch in diesem Winter dem Sprunglauf einen hervorragenden erzieherischen Weg zu Mut und Gewandtheit zu huldigen. Gkifilm-Vortrag: „Deutscher Skiwinter -1936". Der gestrige Abend brachte im S k i k l u b Gießen wieder einmal einen Skifilmvortrag, der sicherlich allen, die daran teilnahmen, große Freude bereitete. Vereinsführer A l t h a u s hieß die Mitglieder und Gäste willkommen, erinnerte daran, daß es nun bald soweit sei, daß der Skiklub sein 500. Mitglied aufnehmen könne. Er kennzeichnete den Zweck des Vereins, der nicht etwa darin bestehe, möglichst viele Mitglieder in feinen Reihen zu fehen, sondern seine Hauptaufgabe immer darin erblicke, dem herrlichen Skisport immer mehr Freunde zuzuführen und ihnen die Schönheit unserer winterlichen Landschaften zu erschließen. Zwar sei es, so fuhr er fort, dem Skiläufer nicht möglich, den Skisport unmittelbar einem breiteren Kreis von Volksgenossen zu zeigen, dafür aber habe der Skisport den Vorzug, vielen Volksgenossen die schönsten Filme bieten zu können. Mit einem kurzen Gedicht, das den Skisport in eindrucksvoller Weise verherrlichte, beschloß Kamerad Althaus seinen kurzen einleitenden Voürag. Sodan gelangte ein Film zur Aufführung, der die vielen Zuschauer im Verlauf von eineinhalb Stunden eine Fülle der wichtigsten Ereignisse im deutschen und internationalen Skilauf nacherleben ließ. So sah man die hartnäckigen Kämpfe, die während der FI8-Rennen von den besten Skiläufern der Welt ausgetragen wurden. Vor allem veranschaulichte der Film die großen Schwierigkeiten der Ab- fahrts- und Torlaufstrecken und brachte außerdem viele Einzelheiten aus dem Leben und Treiben am Rande der Wettkämpfe. Manches harte Sportlergesicht von bekanntem Namen tauchte dabei auf, manche phantastische Leistung gab es im Filmbild zu bewundern. Nicht weniger spannend waren die Ausschnitte, die man aus den Wettkämpfen um die Deutsche Skimeistevschaft zu sehen bekam. Den Höhepunkt erreichte der Film in den großartigen Bildern von den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen. Hier vermittelte der Filmstreifen einen sehr anschaulichen Bericht von den Ereignissen in den Skiwettbewerben, insbesondere konnte man die heroischen Läufe von Christ! Cranz und Franz Pfnür gut verfolgen. Darüber hinaus gab der Film eine Fülle lebhafter Beispiele und an vielen Bildern ließ sich das ausgefeilte Können der Skiläufer-Elite verfolgen. Durch Zeitlupenaufnahmen und durch Wiederholungen von Filmteilen wurden die Eindrücke von den großen Möglichkeiten der Skilauftechnik vertieft. Da der Film auch in vielen künstlerischen Bildern die Schönheit der winterlichen Landschaft offenbarte, war der Gesamtemdruck vollkommen. Angeregt begab man sich nach Hause. Kleiner Handball-Svielbeirieb im Sporikreis VID. Grippe und schlechte Witterungs- bzw. Platzverhältnisse taten ihr übriges, um das vorgesehene Programm zu beschneiden. Während dadurch also die Spiele in den unteren Klassen nur unwesentlich gefördert werden konnten, ist man auch in der Bezirksklasse nicht viel weiter vorwärtsgekommen. Auch die Gauklasse konnte die vorgesehene Folge nicht restlos erledigen, so daß man mithin auch hier mit einer Sichtung einstweilen noch nicht rechnen kann. Zwei Spiele fielen aus, darunter auch tue Begegnung in Wetzlar. Trotzdem gab es eine Ueber- rafchung. Der Gaumeister und derzeitige Tabellenführer leistete sich den Scherz, gegen Kirchbauna knapp aber verdient zu verlieren. Die B e z i r k s k l a f s e konnte ebenfalls nur zwei Spiele durchführen, weil der Rest infolge inzwischen verhängter Sperren ausfallen mußte, fo die Begegnung Münchholzhausen — Heuchelheim und Marburg — Hochelheim. Heuchelheim und Marburg sind dadurch zu zwei billigen Erfolgen gekommen. Spvg. 1900 Gießen — Tv. Lützellinden 9:5 (7:1). Tuspo Niedergirmes — 2Ntv. Gießen 11:6 (5:3). Der Sieg der 1900er war auch in dieser Höhe verdient. — Der Ausgang des Spieles in Niedergirmes war eigentlich ziemlich sicher. Man wußte, daß die Platzverhältnisse denkbar ungünstig waren, man wußte auch, daß sich die Spieler des Mtv. damit nur schwer abfinden würden. Daß aber gerade Girmes darin feine Stärke hat, hat dieses Spiel erneut bewiesen. Seine leichten Stürmer sanden immer wieder das Tor und hatten es nicht schwer, die Gießener Hintermannschaft, die oft recht unbeholfen spielte, zu umgehen. Auch die 1. Kreisklasse sah nur zwei Begegnungen, weil alle übrigen abgesagt werden mußten. Es standen sich gegenüber: Tv. Holzheim — Tv. GrohRechtenbach 6:1 (1:1). Tv. Herborn — Tv. kahenfurt 0:6 (0:4). Holzheim hatte den Gegner unterschätzt, weshalb auch nur ein sehr mageres Halbzeitergebnis zustande kam. Nach der Pause wurde es wesentlich anders. Holzheim stellte sich um und an den zügigen Angriffen konnte auch die verhältnismäßig gute Hintermannschaft der Gäste nichts mehr ändern. — Der Ausgang des Spieles in Herborn muß als Ueberraschung gewertet werden. Man hatte die Platzmannschaft als sicheren Sieger erwartet. Jugendklasse: Tv. Dutenhofen — Mtv. Gießen 1. 7:10 (3:4). Tv. Hochelheim — Tv. Lützellinden 6:2 (3:2). Vereinfachte Verwaltung im M. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen gibt die auf der letzten Führertagung angekündigten Maßnahmen, die im Zuge der Neuordnung des technischen Sportbetriebes notwendig geworden sind, bekannt. Die bisher vielfachen Träger der Verantwortlichkeit werden durch eine straffe Zentralisierung abgelöst. In Zukunft wird für die Durchführung der gestellten Aufgaben immer nur einer die Verantwortung tragen. Deshalb verschwinden in den Gauen und Kreisen die Gau- und Kreisfachamtsleiter uund Fachamtssportwarte. An ihre Stelle treten lediglich F a ch w a r t e , die unter der Aufsicht der Gau- und Kreisführer ihre Arbeiten durchführen. Sollte es erforderlich fein, so werden den Gauoder Kreisfachwarten Mitarbeiter beigegeben, die dann die Dienstbezeichnung Obmann für Männerturnen oder für Schiedsrichterwesen usw. führen. Mit dem 1. April 1937 treten ferner die Reichsfachämter zur Reichsführung des DRL. Die Reichsfachämter geben ihre auf rein fachliche Angelegenheiten beschränkten Anweisungen unter der Bezeichnung Reichsführung, Fachamt I, nicht mehr an die Fachwarte der betreffenden Gaue oder Kreise, sondern an die Gau- und Kreisführer. Wenn also in Zukunft Anordnungen vom Reichssportführer über den Gauführer oder Kreisführer an den Vereinsführer gehen, dann hat der deutsche Sport damit ein wichtiges nationalsozialistisches Gesetz erfüllt. Sportliche Lehrarbelt wird zusammengefaht. Mit dem inneren organisatorischen Neubau des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen gehen die sportlichen Schulungsmaßnahmen für das Jahr 1937 Hand in Hand. Die Führung des gesamten sportlichen Schulungswesens geht auf den Reichsbund selbst über und wird hier von einem Schulungsreferat bearbeitet. Aus verwaltungstechnischen Gründen und im Interesse einer einheitlichen Ausrichtung des Lehrstabes werden alle Sportlehrer auch Fachamtslehrer vom Reichsbund selbst übernommen. Für die rein fachlichen Aufgaben bleiben in dieser Ordnung die Neichsfachärnter maßgeblich beteiligt. Das Lehrgangswesen im DRL. wird in Zukunft eine zusammenhängende Kette bilden, von den Fortbildungslehrgängen in den Vereinen über die Kreissport- Lehrgänge bis zu den Gau- und Reichssport-Lehrgängen. Sämtliche Lehrgänge stehen dabei im Reichender DRL. - Grün dfchulung. Allen Lehrwarten und Übungsleitern soll die Notwendigkeit einer einfachen und gründlichen Allgemeinausbildung als einer selbstverständlichen, menschlichen und sportlichen Pflicht und als Voraussetzung für jeden Leistungssport deutlich vor Augen geführt werden. Rnndsunkprogramm. TNittwoch, 9. Dezember. 6.00 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert (in der Pause: Nachrichten). 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10.00: Schulfunk. 11.00: Hausfrau, hör zu! 11.30: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. Bäuerin am Werk! Die Bäuerin in eigenständiger Kleidung. 11.45: Sozialdienst. 12.00: Mittagskonzert. 13.00: Nachrichten (anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk, Wetterbericht). 13.15: Mittagskonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Die schöne Stimme (XXIX) Tito Schipa. 15.00: Volk und Wirtschaft. 15,15: Was brachten die Zeitschriften des Monats? Text: Dr. Heinz Wolfgang Müller. 15.25: Marie Hamsun erzählt aus ihrem Leben. 15.40: Die Domkirche zu Reval als Schicksalszeuge deutscher Siedlung im Osten. Don Edzard H. Schaper. 16.00: Unterhaltungskonzert. 17.00: Worpswede. Von Paul Scheinpflug. Nach einer Dichtung von Franz Diedrich. 17.30: Kampf dem Verderb! 17.45: Jedem soll der Weihnachtsbaum brennen ... Ein Funkbericht. 18.00: Unser singendes klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.00: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation: „Ruf der Erde". 20.45: Ein Komiker und eine Kapelle. Ein heiterer Abend. 22.00: Nachrichten, anschl. auch aus dem Sendebezirk. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24.00 bis 2.00: Nachtkonzert. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnadj- mittag geschlossen. zusätzlicher Flscbtag Jetzt Fische essen, sie sind billig! Filet von Seelachs 500 Gramm 32 Pfennig Preis ab Laden! Weitere Sorten billigst t Die Fischhändler: C.B.Kleinhenn. Bahnhofstraße 61 Richard Grunewald,Bahnhofslr.27 0. Avemann. Walltorstraße 2 W Haas. Schüberistraße 2 B.Gaub. Friedensstraße 2 K. Rodenhausen, Bisnarckstr. 30 I. Maternus, Klinikstraße 22 1 Koch Nachfolger, Mäushurg 15 Fischhaus Cuiharen. Marktstr. 23 August Wallenfels, Marktplatz 17 7805 D macht den Waschtag leichter. Schenken Sie eine, prelsw. von J. B. Häuser Gießen 7626 a am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 FAHRRAD machen Sie Ihrem Kinde g^eWeihnachtsfreude Unterhalte ein reichhaltiges Lager in Marken- u. Spezial- Fahrrädern zu günstigen Preisen u. 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Die zu zahlende vierte Rate beträgt: für Freitag: für Dienstag u. Mittwoch: Familienlogen mit 5 Plätzen 40 RM. 40 RM. Familienlogen mit 4 Plätzen Sperrsitz Reihe 1—7, 1. Rang 30 „ 30 „ Reihe 1 und 2 und Logenvorderplätze 10 „ 12 „ Sperrsitz Reihe 8—11, 1. Rang Reihe 3—6 und Logenrückplätze 8 ,, 10 H Sperrsitz Reihe 12—15, 2. Rang Reihe 1 Mitte Sperrsitz Reihe 16—18,2.Rang 6 „ 8 Reihe 2 und 3 4 „ 4 „ 2. Rang Reihe 4 und 5 und vordere Seitenreihe 4 „ 4 „ Die Einlösung muß vor der 13. Vorstellung erfolgt sein. Gießen, den 5. Dezember 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Für venig Ge/dl schöne praktische Geschenke in: Schlafdecken • Tisch- und Chaiselonguedecken • Reisedecken • Bettvorlagen • Bettwäsche • Küchenwäsche • Handtücher • Kissen • Gardinen usw. bei Lud wig Haas Plockstraße 7 7813 a Werbe-Drucksachen liefert BrUhl'sche Druckerei Blinden-Koniert am 9. Dezember 1936 in der Neuen Aula Ausgeführt v. Ph. Daus, Klavier und H. Daus. Violincello 05378 DieKonzertgemeinschalt deutscher blinder Künstler (Hessen). Einem Teil der heutigen Ausgabe liegt ein Werbeblatt der Firma J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, bei. ?8os0