r. 184 Erstes Blatt Samstag, 8. August 1936 186. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint tLgl^h, außer M M Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte ■ JA A A kA A A A. A A A S|R AA A A A A A A A bis 8>/,Uhrd°s Vormittags Sams iHtAÖAItAt JlltlMn^r ssffssa 8BLL VIVIIVIIVl VIII 1VBMV< sm« von einzelnen Nummern f^^F ErmShtgte Grundpreise: infolge höherer Gewalt • a >CNT.) ermordet worden sei. Ferner will man njiffen, daß der Bischof von Barcelona, ter von den Roten verhaftet worden mar e r« schossen werden sollte, im letzten Augenblick durch las Eingreifen des italienischen Konsuls gerettet und mit einem italienischen Schiff fortgebracht werden konnte. .. Besondere Beachtung verdient die Mitteilung, teß die Bischöfe von Pamplona unö Bitoria sich entschlossen haben, einen Hirtenbrief an ihre Gläubigen zu verfassen, indem sie von ihnen fordern, ohne Rücksicht aus ihre politische Anschauung an der Verteidigung der Religion und des Vaterlandes mit- ^arbeiten. Diese Ermahnung richtet sich msbeion« ere an hie baskischen Nationalisten, üe gemeinsame Sache mit den Marxisten gemacht iahen und die Hauptschuld an den Zustande« an der Linie Jrun—San Sebastian tragen. Der Sender von Sebastian verbreitet Anordnungen der kommunistischen Kommissariate, wonach die Bevölkerung aufgefordert wird, ihren Wasserbedarf hauptsächlich aus den öffentlichen Brunnen der Stadt zu decken, um so die Wasserleitung zu entlasten. Diese Tatsache wird in Zusammenhang gebracht mit den Gerüchten, wonach es den Nationalisten gelungen sei, die Wasserzufuhr der Stadt zu beschädigten. Standgerichte arbeiten. Beschlagnahme des Ordens-Bermögens in Katalonien. Paris, 8. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die französische Nachrichtenagentur Radio meldet aus Barcelona, die katalanische Regierung habe am Freitag ein Gesetz erlassen, wonach das gesamte Vermögen der Fürsten und religiösen Orden der Beschlagnahme anheim fällt. Das Gesetz erlaubt ferner die Beschlagnahme des Besitzes solcher Personen, die der Unterstützung der Militärgruppe überführt sind. Der nationalistische General Queipo de Llano bestätigte, daß der frühere Minister Vizeadmiral Azarola von den Nationalisten erschossen worden ist. Zwei Regierungsflugzeuge seien am Freitag abgeschossen worden. Das Militärkommando hoffe, die Stadt Badajoz in den nächsten Tagen von der roten Herrschaft befreien zu können. 120 Nationalisten, die auf der Insel Minorca gefangen gehalten werden, sollen versucht haben, die Regierungstruppen anzugreifen. Sie sollen sämtlich erschossen worden sein. Unter den Opfern soll sich auch ein Admiral befinden. In Huelva wurden mehrere Stangerichtsur- teile durch die Nationalisten vollstreckt. U. a. wurden erschossen der frühere Zivilgouverneur von Huelva Jimenez Castellanos sowie die Oberstleutnante Julio Orts und Alfonso Lopez. Bürgerkrieg auch in Alicante. Madrid, 8. Aug. (DNB. Funkspruch.) Es scheint jetzt auch in der bisher vom Bürgerkrieg nicht berührten Provinz Alicante zu Kämpfen gekommen zu sein. In Alcoy bei Alicante soll die rote Miliz in der Nacht d i e Militärkaserne gestürmt haben, well sich dort angeblich Mitglieder rechtsstehender Parteien, sowie von den marxistischen Behörden gesuchte höhere Offiziere verborgen hätten. 36 nationalistischer Gesinnung verdächtige Offiziere der Garnison seien fest genommen worden. Bei dem Gefecht feien zwei Majore getötet und zahlreiche Personen verletzt worden. Frankreichs AeulralMsvorschlag. Paris, 7. Aug. (DNB.) Die französische Regierung hat eine Note an die interessierten Mächte gerichtet, m der sie Regeln für die praktische Durchführung der Nichteinmischung in die spanischen Angelegenheiten aufstellt. Nach dem Entwurf sollen sich die Regierungen dahin verpflichten, daß Ausfuhr, Einfuhr und Beförderung von Kriegsmaterial von und nach Spanien einschließlich Kriegsschiffe und Flugzeuge jeder Art verboten sein sollen. Auch sollen alle laufenden Lieferungen unterbrochen werden. Schließlich sollen die Regierungen alle Nachrichten über die Durchführung dieses Versprechens austauschen. Jedoch wurde keine Anregung über eine Durchführungskontrolle gemacht. Der „Jntransigeant" hebt hervor, daß es sich um eine Verpflichtung der Regierung handele, daß also der Privatindustrie unter dem Vorbehalt gewisser Ausfuhrgenehmigungen die volle Freiheit gelassen werden würde, der einen oder anderen kriegführenden Partei die Hilfe zukvm- zulassen, die man für notwendig erachte. Natürlich bleibe auch den Regierungen auf Grund der geltenden internationalen Abmachungen das Recht, Lebensrnittel und Arzneimittel zu senden. „Echo de Paris" glaubt zu wissen, daß die Radikalsozialisten mit dem Außenminister an der Spitze sich nachdrücklich für die vollständige Neutralität eingesetzt hätten, während einige sozialistische Minister anderer Meinung gewesen feien, ohne deshalb aber bis zur vollkommenen Aufgabe der Neutralität zu gehen. Schließlich sei aber doch eine Einigung zustande gekommen und die Neutralität Frankreichs mit einer ziemlich starken Mehrheit beschlossen worden. Hinter den Kulissen der Neutralität. Litauen sott französische Flugzeuge au die Madrider Linksregierung liefern. Paris, 8. Aug. (DNB. Funkspruch.) Im Zusammenhang mit den angeblich beabsichtigten französischen Flugzeug-Lieserungen an die Madrider Regierung hat der „Jour" jetzt in Erfahrung gebracht, daß die 14 Dewoitine-372, die ursprüng - lich von Litauen bestellt worden waren und später gegen eine neue Bestellung moderner Apparate eingetauscht wurden, der Form nach in litauischen Besitz übergehen sollen, um dann von Litauen an Spanien g e - liefert zu werden. Die französische Regierung habe dann die Entschuldigung, daß sie Litauen nicht daran hindern könne, mit ihren eigenen Flugzeugen zu machen, was es wolle. Das Blatt will ferner wissen, daß in Villacoublay sechs Amivt- Bomber und ein Breguet 413 für Spanien startbereit stünden, die alle zunächst nach Toulouse übergeführt werden sollen. Iranzösische Freiwillige in Barcelona. Paris, 8. Aug. (DNB. Funkspruch.) Nach Meldungen aus Barcelona ist dort die erste Gruppe französischer Freiwilliger eingetroffen, die gegen die Militärgruppe kämpfen wollen. Es soll sich um etwa 200 Mitglieder der französischen Volksfront handeln. Kriegsschiffe der Madrider Regierung bombardieren Algeciras und Leuia. London, 7. Aug. (DNB.) Wie aus Gibraltar berichtet wird, beschießt das Kriegsschiff der Linksregierung „Jaimes I" seit Freitagfrüh den Hafen vonAlgeciras. Don Gibraltar aus konnte beobachtet werden, daß zahlreiche Geschosse in Algeciras explodierten, insbesondere in der Nähe des Torpedoboots 19 und des Kanonenbootes „Dato", die beide von Parteigängern der Militärgruppe geführt werden. Ein Schuß der „Jaimes I" traf das Kanonenboot „Dato" so schwer, daß es in Brand geriet. Der Regierungssender in Madrid behauptet, daß der Kreuzer das Kanonenboot „Dato", das bei der Ueberführung der Streitkräfte des Generals Franco von Marokko nach Südspanien geholfen hat, versenkt sei. Bei der Beschießung von Algeciras wurde das britische Konsulat schwer beschädigt und die $rau des Konsuls durch her- abfallendes Mauerwerk leicht verletzt. Das Konsulat erhielt einen Volltreffer und mußte geräumt werden. Mehrere Gebäude in Algeciras wurden von 30-Zentimeter-Granaten schwer beschädigt, wobei es Verluste an Toten und Verwundeten gegeben haben soll. Anscheinend sind die Geschütze der Befestigungen von Algeciras dem schweren Kaliber des „Jaime I" nicht gewachsen gewesen. Nach einer Reutermeldung sollen sie keinen Schuß abgegeben haben. Nach anderen Berichten wurde „Jaime I" bei der Beschießung schwer getroffen und soll mit einem großen Leck abgedamyft sein. Die Stadt Algeciras ist als Folge der gestrigen Beschießung fast vollständig von Zivilisten geräumt. Bei der Beschießung sollen mindestens 20 Personen getötet und über 50 verwundet worden fein. * Die Londoner F r ü h z e i t u n g e n veröffentlichen fpaltenlange Berichte über die schwere Beschießung der Stadt Algeciras. Außerdem wurden Ceuta und die spanische Küste zwischen Punte Carnero und Algeciras mit Bomben belegt. Don den Felsen von Gibraltar aus beobachteten viele Engländer und Hunderte von Spaniern die Beschießung der nur schwach befestigten Stadt Algeciras. Nach der „Times" fetzte sich die Flotte der Angreifer aus dem Schlachtschiff „Jaime l", dem Kreuzer „Libertad" und zwei Flotillensührern zusammen, die zunächst etwa von der Mitte der Meerenge aus das Feuer auf Ceuta eröffneten. „Jaime I" nahm hierauf Kurs auf Algeciras und bezog unmittelbar vor dem Hafeneingang Stellung, von wo aus es das K a - nonenboot „D a t o", die Küstenbatterien und die Kasernen beschoß. Die „Dato" flog nach mehreren Explosionen in die Luft und verschwand in einem Flammenmeer. Die Kasernen forme die im Hafen liegenden Schiffe der Militärpartei wurden nicht getroffen, doch explodierten einige Bomben in der Stadt. Die Batterien der Nationalisten gaben eine schwache Antwort, nur eine ober zwei Granaten fielen in der Nähe des Schlachtschiffes ins Meer, ohne Schaden anzurichten. Auch das von der Küste eröffnete Maschinengewehrfeuer war wirkungslos. Nach der Beschießung von Algeciras beschoß die „Jaime I" mit Unterstützung des Kreuzers „Libertad" die gesamte Küste bis Punta Carnero. Oer Führer an die Hinterbliebenen der ermordeten Spanien-Deutschen. Berlin, 7. Aug. (DNB.) Wie die NSK. meldet, hat der Führer den Angehörigen der bei den spanischen Unruhen ums Leben gekommenen vier jungen Deutschen sein Beileid zu dem schmerzlichen Verlust aussprechen lassen. Aus dem gleichen Anlaß hat der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, für alle Dienststellen der Auslandsorganisatiov in Deutschland und im Auslande mit sofortiger Wirkung eine vierzehntägige Trauer bis zum 20. August 1936 einschließlich angeordnet. Oie spanische Lehre. In dieser vom Festglanz der Olympischen Spiele erfüllten Zeit, da Deutschland fast alle Nationen der Welt bei sich zu Gaste sieht, in dem aufrichtigen Wunsch, damit die Brücke bauen zu helfen für ein besseres Verständnis der Volker als sicherste Grundlage eines wahren Friedens, in diesen Wochen des Jubels und der Freude über die großartigen Erfolge eines Wettkampfes, dessen vornehmste Attribute Kameradschaft und Ritterlichkeit sind, in diesen Wochen fällt es uns Deutschen doppelt schwer, unsere Blicke auf Vorgänge im Ausland zu lenken, die in aller Deutlichkeit kundtun, wie sehr dieser eben gekennzeichnete olympische Geist sich noch auf seltene Höhepunkte im Völkerleben beschränkt und welcher schier unmenschlichen Erziehungsarbeit es noch bedarf, ihm auch im politischen Leben der Volker untereinander und miteinander Boden zu gewinnen. Aus Spanien kommt die erschütternde Nachricht, daß dort vier deutsche Landsleute Opfer der Bürgerkriegsgreuel geworden find. Doch weder hat sie eine verirrte Kugel getroffen, noch haben sie sich mutwillig in die spanischen Händel eingemischt. Nein, mit ordnungsmäßigen Pässen versehen, waren sie im Begriff, das von der Furie des Bürgerkriegs geschüttelte Land, das ihnen bislang wie 15 000 ihrer Volksgenossen eine wirtschaftliche Existenz geboten hatte, zu verlassen, als kommunistische Horden sie aufgriffen, vor eines der berüchtigten Revolutionstribunale schleppten und kaltblütig erschossen, nur weil sie Angehörige jenes nationalsozialistischen Deutschlands waren, das Moskau und seine Kreaturen in aller Welt mit tödlichem Haß verfolgen. Angesichts dieser scheußlichen Tat, die zeigt, wie wenig die Linksregierung in der Lage ist, in den von ihren Organen noch besetzten Landesteilen Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten, empfinden wir es besonders dankbar, daß es unseren in die spanischen Gewässer entsandten Kriegsschiffen gelungen ist, tausenden deutschen Flüchtlingen den Rückweg in die Heimat zu bahnen. Die Fortführung der deutschen Hilfsaktion, die ausschließlich unseren um Hab und Gut gebrachten, in ihrem Leben bedrohten Landsleuten gilt und, wie nicht oft genug betont werden muß, mit einer Einmischung in die inneren Verhältnisse Spaniens oder gar mit einer Parteinahme im Bürgerkrieg nicht das geringste zu tun hat, wird um so notwendiger sein, als alle Anzeichen daraus hindeuten, daß die beiden sich gegenüberstehenden Gruppen, die Linksregierung in Madrid und der nationale Block, zum Endkampf rüsten, der vermutlich noch einmal alle Bande der Ordnung und des Gesetzes lösen und auch die noch im Lande befindlichen Fremden in ernste Gefahr bringen wird, mag nun der kommunistische Mob nach einem Erfolg der Linksregierung Oberwasser bekommen oder mag er nach einem Sieg des nationalen Regimes zu Verzweiflungstaten schreiten. Die politische und militärische Lage in Spanien ist angesichts der sich widersprechenden Nachrichten, mit denen beide Gruppen durch die ihnen zur Verfügung stehenden Sender die Welt überschütten und der Unmöglichkeit unzensierte Berichte zuverlässiger Beobachter zu erhalten, höchst undurchsichtig. Es scheint aber, als ob die nordwestlichen Provinzen altspanischer Kultur, in denen Monarchie und Kirche von jeher eine starke Stellung hatten und die auch bei den letzten Wahlen im Februar dieses Jahres den Rechtsparteien ihre Stimme gegeben hatten, sich fest in der Hand der Militär- gruppe befinden. Es sind dies Galicien mit dem kirchen- und klösterreichen Santiago de Com- postella, dem spanischen Rom, Leon mit der lebhaften, aufstrebenden Hauptstadt gleichen Namens, Altkastilien mit Burgos, dem Sitz der nationalen Regierung, Salamanca, Valladolid und Avila, alles ehrwürdige Zeugen spanischer Große ver- aangener Jahrhunderte, Burgos mit seinem herrlichen gotischen Dom, dem Meisterwerk des Deutschen Hans von Köln, Salamanca mit seiner berühmten Universität, Valladolid mit dem Geburtshaus Philipps II., dessen Residenz es auch lange Jahre hindurch war und Avila mit feinen gewaltigen türmereichen Stadtmauern, sie sind das Herz Altspaniens. Im Nordosten ist Navarra fest in der Hand der Militärgruppe, aus der Hauptstadt Pamplona hat General Mola den Vormarsch auf Madrid angetreten, der ihn bisher an die Hohen des Guadarrama-Gebirges heranführte, das wie ein Festungswall die Hauptstadt Madrid im Norden umschließt. Auch in Aragon, der nordöstlichen Kernlandschaft Altspaniens, scheinen die nationalen Gruppen die Oberhand zu haben, wenn auch Sarragossa mit seinen unersetzlichen Kunstschätzen noch häufig von Bombengeschwadern der Linksregierung bedroht wird. Diesem der nationalen Bewegung zugefallenen Gebiet im Norden fehlen zu feiner Geschlossenheit Oviedo, die uralte, heute jedoch kaum mehr als 30 000 Einwohner zählende Hauptstadt Asturiens, die aber in letzter Zeit als Mittelpunkt des kantabrifchen Bergbaus schon häufig der Schauplatz wüster Ausschreitungen kommunistischer Horden gewesen ist, und ihr Hafen Gijon, ferner die drei baskischen Provinzen mit den wichtigen Hafenstädten Santander, Bilbao und dem berühmten Seebad am Fuße der Pyrenäen San S e b a ft i a n. Es spricht ja überhaupt für den Charakter des spanischen Bürgerkrieges, daß fast sämtliche bedeutenden Häfen sowohl an der Biskaya wie am Mittelmeer, da sie zugleich Sitz einer stark kommunistisch verseuchten Jndustriearbeiter- schäft sind, sich zur nationalen Bewegung feindlich stellen, wie }a auch anscheinend der größere Teil der durchweg aus modernen und gut ausgerüsteten Schiffen bestehenden Kriegsflotte zumeist nach Beseitigung der Offiziere sich auf die Seite der Linksregierung geschlagen hat, was der Militärgruppe bei der Heberführung der in Marokko bereitgestellten Truppen über die Meerenge von Gibraltar recht zu schaffen macht. Daß sowohl die industriereichen, gewerbefleißigen baskischen Provinzen, wie die bedeutendste Industrie- und Handelsstadt Spaniens, das katalanische Barcelona auf Seiten der Linksregierung stehen, hat aber noch andere Gründe. Beide Landschaften haben seit Jahrhunderten ihre völkische und kulturelle Eigenart besonders betont und sich gegen den kastilischen Zentralismus gestemmt. Sie haben grade mit der Militärdiktatur Primo de Riveras schlechte Erfahrungen gemacht, während die Regierungen der Linken nach dem Sturz der Monarchie ihren Autonomiewünschen weit entge- geaengekommen sind. Rur daraus ist es zu erklären, daß in den baskischon Provinzen und in Katalonien der Widerstand gegen die nationale Bewegung besonders stark ist. Dem oben umschriebenen Gebiet im Norden entspricht auch im Süden ein breiter Streifen von der Meerenge von Gibraltar bis hinauf fast nach Toledo, der bereits den nationalen Gruppen zugefallen ist. Es ist im wesentlichen der größte Teil Andalusiens und die südliche Hälfte N e u k a st i l i e n s. In Händen der Linken scheinen auch hier noch Malaga, die große Handelsstadt, und Almeria, ebenfalls bedeutender Ausfuhrhafen und Mittelpunkt des südspanischen Erzbergbaues, zu sein. Es ist nur die Frage, ob es den Truppen der nationalen Bewegung gelingen wird, im Norden die Guadarrama zu überschreiten und den Zugang zur Hauptstadt zu erzwingen und gleichzeitig im Süden gegen den Widerstand der Flotte soviel Kräfte aus Marokko heranzuführen, daß der Vormarsch über Toledo hinaus auf Madrid fortgesetzt werden kann. Die Schilderung der Lage in den einzelnen Provinzen wird deutlich gemacht haben, daß die nationale Bewegung auch nach Eroberung der Hauptstadt noch keineswegs Herr der Lage sein dürfte. Der Kommunismus, der der bürgerlichen Linksregierung in Madrid längst zu einem außerordentlich gefährlichen Freund geworden ist, hat überall in den Hafenstädten und Industriezentren starke Widerstandsnester, die er bis zum äußersten verteidigen wird. Es ist also wenig Aussicht, daß das unglückliche Land schnell zur Ruhe kommen wird. „Spanische Wirren" waren während des ganzen 19. Jahrhunderts an der Tagesordnung und es sieht nicht so aus, als ob dies in unserer Zeit sobald anders werden sollte Aber geradezu zu einer Gefahr für den europäischen Frieden müßte der Bürgerkrieg in Spanien werden, wenn es nicht gelingen sollte, den Brand durch strikte Einhaltung der Neutralität der übrigen Mächte zu lokalisieren. Am heikelsten und daher auch am zwiespältigsten ist die Stellung Frankreichs, des großen Nachbarn im Norden. Die Beziehungen beider Nationen haben eine traditionsreiche Geschichte. Sie wechselten zwischen engem Bündnis unter den ersten spanischen Bourbonen und erbitterter Feindschaft im Zeitalter Napoleons und auch während den Wirren des neunzehnten Jahrhunderts nahm man in Frankreich leidenschaftlich Partei für und wider Carlisten und Christinas, die beiden sich befehdenden Gruppen. Zur Zeit der Restauration vor rund hundert Jahren forderten die französischen Nationalisten von Ludwig XVIII. den Einmarsch französischer Truppen zur „Wiederherstellung der Ordnung" in Spanien, wie heute die Parteien der französischen Linken das Kabinett Blum auffordern zur tatkräftigen Unterstützung der „rechtmäßigen Regierung" in Madrid. Auch die spanische Thronkandidatur des Prinzen von Hohenzollern im Jahre 1870 und das Echo, das sie in Frankreich gefunden hat, erinnern daran, welche Aufmerksamkeit man in Paris stets den spanischen Dingen geschenkt hat. Sie ist in den letzten Jahren eher noch stärker geworden, namentlich pIs nach dem Sturz der Monarchie in Spanien der Zusammenschluß von bürgerlichen Linken und Marxisten zur „Volksfront" für die gleichen Strömungen in Frankreich beispielhaft wurde. Von dem Zusammenbruch des Marxismus in Spanien nach einem Siege der nationalen Bewegung fürchtet die französische Linke begreiflicherweise einen schweren Prestigeverlust für sich selber im eigenen Lande sowohl, wie in der internationalen Politik. Daher das erste Gefühl bei Ausbruch des Bürgerkriegs, mit allen Mitteln einen Zusammenbruch des spanischen Marxismus verhindern zu müssen. Die von französischen Rechtsblättern gemeldeten Lieferungen von Kriegsmaterial und Bombenflugzeugen für die Linksregierung in Madrid entsprangen diesem Gefühl der Solidarität, das sich allerdings mit einer Neutralitätspolitik nicht vereinbaren läßt, wie sie das Kabinett Blum offiziell als sein Programm verkündete, als es sehen mußte, daß eine einseitige Parteinahme Frankreichs zugunsten der Linksregierung in Madrid unabsehbare internationale Weiterungen auslösen würde. Aus der Antwort Italiens auf den Neutralitätsvorschlag, mit dem das Kabinett Blum dann an die zunächst interessierten Mächte herangetreten war, geht ja deutlich hervor, daß man in Rom keineswegs gesonnen ist, die nationale Bewegung in Spanien lediglich als Aufruhr gegen eine allein rechtmäßige Regierung der Linken zu betrachten, sondern unter „Nichteinmischung" auch das Sichver- sagen jeder moralischen Solidaritätserklärung sowohl der Regierungen wie auch privater Kreise zu begreifen wünscht. Italien kann von einem Sieg der nationalen Bewegung in Spanien nur gewinnen, es braucht nur an die ausgezeichneten Beziehungen beider Länder während der Diktatur Primo de Riveras zu denken. Es ist also kaum zweifelhaft, daß Italien einen Bruch der französischen Neutralität zugunsten der Madrider Volksfrontregierung mit der offenen Unterstützung des nationalen Blocks in Spanien beantworten würde. Das Kabinett Blum hat diese Gefahr gesehen und versucht deshalb, mit dem eigenen Neutralitätsvorschlag sich selber stark zu machen gegen den eigenen linken Flügel und gegen die Kommunisten, die auf Geheiß Moskaus täglich lauter offene Unterstützung der spanischen Marxisten fordern. Es ist natürlich sehr die Frage, wie stark der Druck Moskaus, sowohl auf diplomatischem Wege wie über die Komintern sich auswirken wird, aber es wäre immerhin möglich, daß die Berichte über die Blutorgien des roten Mobs in Spanien die bürgerliche Linke in Frankreich und die französischen Sozialisten zum Nachdenken darüber anregen könnten, was aus ihnen werden würde, wenn das spanische Beispiel Schule machen und die Lehren Moskaus auch in Frankreich ole gleich aufmerksamen und folgsamen Schüler fänden wie in Madrid und Barcelona. Auch sollte es den Franzosen zu denken geben, daß Moskau selber nicht einen Augenblick gezögert hat, im spanischen Bürgerkrieg tatkräftig Partei zu ergreifen. Während zwar die doppelzüngige Diplomatie der Sowjetunion die Bereitschaft zur Nichteinmischung erklärt hat, werden unter dem Druck der Komintern von den Gewerkschaften große Geldsammlungen veranstaltet und nach Madrid Überwiesen. Auch sowjetrussische Freiwilligen-Korps sollen bereits über Paris auf dem Wege zum spa- Ritterlicher Wettkamps ist höchstes Glück des Goldaten Echte Sportskameradschast der Goldaten aller Armeen der Welt auf den Olympischen Spielen. Festabend der deusschen Wehrmacht Be- ter diesen Reitern find auch die Kameraden aus Frankreich, mit denen wir uns schon in unserer Arena am Kaiserdamm des Erlebnisses der sportlichen Kameradschaft erfreut haben. Unter den Streitern im Modernen Fünfkampf sind deutsche Offiziere und schwedische Offiziere, die Olympiasieger von Los Angeles und Amsterdam. Für den Schwimmsport, für die Wettläufe, für da.s Springen und das Werfen treten Soldaten als sportliche Kämpfer ihres Landes an. Wir grüßen die Soldaten aller Armeen, die an den XL Olympischen Spielen lellnehmen, in besonders ernster Kameradschaft. Soldaten kämpfen mit anderen Soldaten um die Ehre der Nation. Soldaten ehren den Sieger mit der allen gemeinsamen Freude über den Erfolg des einen, Soldaten sind mit- Berlin, 7. Aug. (DNB.) Am Freitagabend gab die Wehrmacht im Zeichen ihrer engen Verbundenheit mit den Olympischen Spielen im Haus der Flieger einen Festabend. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, konnte eine große Zahl vor allem unserer ausländischen Gäste begrüßen. Unter ihnen waren die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees mit ihrem Präsidenten Graf Baillet-Latour, die Mitglieder des Organisationskomitees mit ihrem Präsidenten Staatssekretär a. D. Lewald, der deutsche olympische Ausschuß mit dem stellvertretenden Reichssportführer Breitmeyer sowie die Präsidenten der nationalen olympischen Komitees und der internationalen Sportverbände anwesend. Ferner war eine Reihe ehemaliger und neuer Olympia-Sieger erschienen. Die aktiven militärischen Teilnehmer der XI. Olympischen Spiele und die Militärattaches der diplomatischen Vertretungen waren fast vollzählig der Einladung gefolgt. Von ausländischen Gästen sah man weiter den Kronprinzen Paul von Griechenland und den Erbprinzen Gustav Adolf von Schweden, den britischen Unterstaatssekre- tär Sir Robert Vansittart, den österreichischen Generalmajor von Pongracz, Präsident K a i - chi-tao, den ehemaligen französischen Kriegsmarineminister Pi6 tri und zahlreiche höhere Offiziere. Von der gastgebenden deutschen Wehrmacht waren die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile, Generaloberst Freiherr von Fritsch, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, Generaloberst Göring und ein großer Teil der Generalität und Admiralität anwesend. Staat und Partei waren durch führende Persönlichkeiten vertreten. Die stattliche Zahl der Gäste war auf drei Säle des Hauses der Flieger verteilt. Die Uniformen aus aller Herren Länder überwogen und ergaben ein prachtvolles buntes Bild. Inmitten der hohen Offiziere und der namhaften Ehrengäste faßen vollzählig auch die nicht zum Offizierstande gehörenden militärischen Olympia-Kämpfer aller Sportarten von fast 50 Nationen. Der Gastgeber, der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Vlombera widmete seinen Gästen herzliche Worte der einander nur deshalb glückliche Kameraden, weil sie mit ihrer eigenen Kraft um den Lorbeer des sportlichen Sieges ringen durften. Diese Soldaten reden nicht über die verschiedenen theoretischen Grundsätze des Friedens. Sie beweisen vor den Augen und Ohren der ganzen Welt durch die Tat die Ehrfurcht vor dem höchsten menschlichen Erlebnis, vor dem Witerleben der Gemeinschaft. Das i st Friede. Wöge von diesen Augusttagen 1936 auf die Welt das Bewußtsein übergehen, wie herrlich der Friede und wie leicht er zu gestalten ist, wenn man dem Willen der Völker und unverdorbenen Wenschen den Weg freigibt.“ grüfjung: Im Namen der deutschen Wehrmacht heiße ich Sie als unsere Gäste willkommen. Ich begrüße besonders den hochverdienten Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Herrn Grasen de Baillet-Latour, die Herren Präsidenten der nationalen olympischen Komitees sowie die Herren Präsidenten der internationalen Sportver- bände. Freudigen Herzens begrüße ich ferner d i e Soldaten aller Länder, die sich zum friedlichen Kampfe in Deutschland eingefunden haben. Zwei Dinge zeichneten den Soldaten aller Länder und Völker von jeher aus: Kampfgeist und Kameradschaft. Der sportliche Wettkampf verbindet diese beiden Eigenschaften in der glücklichsten Weise. Er stählt und erhöht den Kampfgeist, und er fördert zugleich die Kameradschaft aller derer, die ihre Kräfte in einem solchen Kampfe messen. Sie wissen, meine Herren, daß der deutsche Soldat zu allen Zeiten verstanden hat, zu kämpfen. Mögen Sie aus dem Olympischen Dorf, das Ihnen die deutsche Wehrmacht baute, und von dem heutigen Abend die Heberzeugung mitnehmen, daß er nicht minder versteht, ein guter und aufrichtiger Kamerad zu fein. Freudig heißen wir Sie im Geiste dieser Kameradschaft willkommen. Dankbar gedenken wir der Arbeit derer, die mit dem olympischen Gedanken zugleich den Frieden und die Freundschaft aller Völker fördern. Der Wunsch nach auter Kameradschaft sei der Sinn des heutigen Äbends. Ich hebe mein Glas und leere es zu Ehren unserer Gäste!" Der Präsident des Internationalen Organisationskomitees, Graf Baillet-Latour, dankte im Namen der Gäste für den herzlichen Empfang und für den außergewöhnlichen Anteil, den die Wehrmacht an der Durchführung der XL Olympischen Spiele habe. Der Geist der soldatischen Erziehung sei der gleiche, der den ritterlichen sportlichen Kamps — den der Olympischen Spiele — beherrsche. Er hob sein Glas 'auf Berlin, 7. Aug. (DNB.) Ministerpräsident Generaloberst Göring gewährte einem Vertreter der „Berliner Illustrierten Nachtausgabe" eine Unterredung, in der er über die Bedeutung der militärischen Erziehung für die körperliche Ertüchtigung und damit vor allem für die sportliche Leistung folgendes ausführte: „Soldaten aller Völker im friedlichen Wettkampf, das ist wohl das höchste Erlebnis dieser großen Tage. Wir saben die Läufer, die Springer, Speerwerfer, wir sahen die Reiter auf dem Rasen, die Wettkämpfer im Polospiel, die Angehörigen fremder Armeen im Fünfkampf mit den unseren um den Siegerpreis kämpfen, die Ruderer in Grünau, Athle-* ten, Ringer, Boxer, Rennfahrer, jeder alsTrä- g e r der Farbenseiner Nation, ein Mann der sportlichen Jugend seines Vaterlandes und sonst nichts! Für diese Sportler gilt nach olympischem Gesetz weder Berus noch Privatleben, denn es ist für uns einer der größten Vorzüge des olympischen Geistes, daß Rang, Klasse, Herkunft und Besitz hier keine Rolle spielen. Heber diese Gemeinschaft, die heute noch vielfach in der Welt unbekannt ist, über solche Einheit des körperlichen und geistigen Willens von Männern und Frauen, die im Wettkampf stehen, empfinden wir Nationalsozialisten eine besondere Freude. Angefangen vom Deutschen Organisationskomitee bis zum letzten Zeitungsleser und Nundfunkhörer ist ganz Deutschland deshalb mit so freudigem Herzen bei diesen Olympischen Spielen, weil der Gei st uns vertraut ist. Wir wechseln nicht das Blickfeld der öffentlichen Meinung, wenn wir von unserem innerstaatlichen Erleben auf dieses Sportfeld hinübergehen. Hier und dort sind die Gemeinschaft, die Kameradschaft der Wettkämpfer nur mit dem Ziel der besseren Leistung oberster Grundsatz. „Die 5000 Sportler“, fuhr Generaloberst Göring fort, „die hier kämpfen, kehren mit dem tiefen Erleben der Gemeinschaft in ihre Heimat zurück. Die hunderttausend, die täglich im Ring sitzen, werden niemals vergessen, daß sie bei diesem Fest der Gemeinschaft dabei fein durften. Am tiefsten jedoch wird dies Erlebnis die IHänner packen, die von hier wieder in die Reihen unserer eigenen Wehrmacht zurückgehen. Der Soldat weiß wahrlich am besten, was der Friede bedeutet. Wenn Wänner, die in der Luft ihr Leben ein- sehen oder mit den modernen Waffen des Krieges täglich für den Kampf um das Leben sich vorbereiten müssen, hier mit aller Anspannung der körperlichen und geistigen Kräfte um den Lorbeer des friedlichen Sieges ringen, ohne jede Waffe, dann ist dieser ritterliche Wettkampf höchstes Glück des Soldaten! Schon bei den Kunstflügen in Rangsdorf, vor der Eröffnung der Olympischen Spiele, haben mir fremde Of iziere als Kameraden des Wettkampfes begrüßen können. Mit unseren deutschen Reiteroffizieren, die auf vielen Turnierplätzen den Siegerkranz eroberten, kämpften Reiter aus Rumänien, den Vereinigten Staaten, Ungarn, Polen, Spanien, Portugal, Schweden, der Schweiz, Bulgarien, Belgien und der Tschechoslowakei. Un- nischen Bürgerkriegsschauplatz sein. Lenin hat einst gesagt, Spanien sei reif für den Bolschewismus, und die heutigen roten Machthaber im Kreml haben diese Lehre nicht vergessen. Spanien ist die große Karte des Bolschewismus. Das Land, das durch die volitischen Wirren des vorigen Jahrhunderts in feiner wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung weit hinter dem übrigen Europa zurückgeblieben war, das klassische Land der Riesenlatifundien, hat weder unter dem auf die Erneuerung der Wirtschaftskraft und eine allmähliche Sozialreform anstrebenden Regime Primo de Riveras noch unter der zügellosen Parteienherrschaft der Republik das einholen können, was Jahrhunderte hindurch versäumt worden war. Die wirtschaftliche Not der Landarbeiter, des Jndustrieproletariats und weiter Kreise des Mittelstands war ein guter Nährboden für die bolschewistische Propaganda. Wie Spanien in der Vorkriegszeit das gegebene Versuchsfeld für Anarchismus und Syndikalismus war, so ging jetzt die kommunistische Saat Moskaus auf. Die Republik der „Volksfront" drängte die Kirche, die in Spanien gestützt auf die Traditionen des jahrhundertelangen Glaubenskrieges gegen den Islam in besonderem Maße mit dem Volke verbunden ist, nicht nur aus dem politischen und wirtschaftlichen Leben zurück, sie förderte auch antireligiöse Ideen ohne aber dem spanischen Volke einen vollwertigen seelischen Ersatz geben zu können. So mußte die aus Kreisen des Heeres heroorgegangene nationale Bewegung mit ihrer Aufforderung zum Kampf gegen die parlamentarische Mißwirtschaft der Linksparteien und gegen die Gottlosenpropaganda des Kommunismus in breiten Schichten des Volkes namentlich auf dem platten Lande und den kleinen Städten der Provinz lebhaften Widerhall finden, während der Kommunismus in den Hafen- und Industriestädten sich unter der schwächlichen Duldung der bürgerlichen und sozialistischen Linken schon zu fest eingenistet hat, um ohne schweren Kampf niebergerunaen zu werden. Hier kämpft Moskau um sein Prestige. Es wird darum vor nichts zurückschrecken, um den spanischen Kommunisten hinter dem Deckmantel einer offiziellen Nichteinmischung mit Waffen, Geld und Freiwilligen unter die Arme zu greifen. Vielleicht lernt auch hieran die französische Linke noch rechtzeitig, was ihr selber blühen muß, wenn sie auch in Zukunft alles treiben läßt und es dem radikalen Bruder erlaubt, aus Paris eine Filiale Moskaus zu machen. Die Einstellung Frankreichs zu den spanischen Wirren wird eine Probe aufs Exempel sein. Dor einem kommunistischen Handstreich auf Andorra. Paris, 8. Aug. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung aus Foix wollen in Andorra die Gerüchte nicht verstummen, daß die spanischen Kommunisten und Anarchisten einen Ueberfall auf b i e kleine Pyrenäen-Republik beabsichtigen. Dieser Heberfall solle von Puigcerda aus, das sich in den Händen der Kommunisten befindet, erfolgen. Als Vorwand für diesen Handstreich solle dienen, daß Andorra zahlreiche spanische Flüchtlinge und vor allem Geistliche ausgenommen habe. Die französische Regierung, die vertragsmäßig das Polizeirecht in Andorra ausübt, habe eine Abteilung Gendarme- ri e und Mobilgarde an bie Grenze geschickt, die im gegebenen Falle eingreifen solle. Die Zwischenfälle bei Gibraltar. England erwägt Erweiterung der neutralen Zone. London, 8. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die wiederholte Verletzung des britischen Hoheitsgebietes bei Gibraltar durch Kriegsschiffe und Flugzeuge der miteinander im Kampfe liegenden spanischen Gruppen hat die britische Regierung erneut zu einem Protestschritt gezwungen, nachdem schon einmal ge- aen die „absichtliche und unverantwortliche Bombardierung Gibraltars" Einspruch erhoben und ein Vergeltungsakt für den Fall einer Wiederholung angedroht worden war. „Morning Post" meldet, daß General Franco damals sich bei den britischen Behörden in Gibraltar entschuldigt habe, daß aber aus Madrid keine befriedigende Antwort eingegangen sei. Durch die fortgesetzten Schießereien in der Meerenge von Gibraltar werde die neutrale Schiffahrt ernstlich gefährdet. Wenn man die spanischen Kriegsschiffe in der Meerenge und sogar in der Bucht von Gibraltar operieren lasse, würden Leben und Eigentum von Ausländern in Mitleidenschaft gezogen. Da in einem solchen Falle eine sehr delikate Lage heraufbeschworen werden könne, werde die Einrichtung einer erweiterten neutralen Zone erwogen. Alle neutralen Kriegsschiffe würden in einem solchen Falle dafür sorgen, daß keine der kriegführenden Kriegsschiffe oder Flugzeuge in dieser Zone militärische Operationen durchführen können. Das deutsche Doll Hilst Spenden für die Spanien-Flüchtlinge. Berlin, 7. Aug. (DNB.) Bei dem von der Auslandsorganisation der NSDAP, eingesetzten „Hilfsausschuß für Spanien-Deutsche in der Leitung der Auslandsorganisation der NSDAP.", sind aus allen Gegenden des Deutschen Reiches wiederum zahlreiche Spenden eingelaufen. Große Beträge und allerkleinste Opfer kamen zusammen. Führende Männer im Reich, eine Reihe von Städten, die deutsche Industrie und die Belegschaften vieler Werke haben gegeben. Die Studenten haben unter sich gesammelt. Die Mädel des Frauenarbeitsdienstes taten ihre Groschen zusammen, um auch mit ihren geringen Kräften dazu beizutragen, daß ihren vertriebenen Volksgenossen geholfen werden kann. An größeren und kleineren Spenden gingen von Industrieunternehmen, Organisationen und einzelnen Volksgenossen vom 3. bis 5. August 49 735,61 Mark ein. Auch das Auslandsdeutschtum beweist wiederum seine Verbundenheit mit Der Heimat. So wurden von der Landesgruppe Kolumbien der Auslandsorganisation der NSDAP. 400 Mark, von der Landesgruppe Argentinien 1000 Mark und vom Kreis Italien-Nord der Auslandsorganisation der NSDAP. 200 Mark für den Hilfsfonds übersandt. Diese Spenden, die oftmals ein großes Opfer waren, offenbaren die Verbundenheit und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Ausländsdeutschen mit dem ganzen deutschen Volk. Möge ihr Beispiel dazu dienen, daß auch weiterhin Die notwendigen Mittel für unsere Volksgenossen, die in Spanien ihre ganze Habe und ihr ganzes Vermögen verloren haben, zusammenkommen. Spenden sind zu richten an den H i l f s a u s • schuß für Spanien-Deutsche in der Leitung der Auslandsorganisation der NSDAP., Berlin W 35, Tiergartenstraße 4a. Konto: Berliner Stadtbank, Girokonto 2400 (Hilfsausschuß für Spanien-Deutsche); außerdem nehmen sämtliche Sparund Girokassen und auch die Geschäftsstelle des GA. Zahlungen entgegen. KdF.-Dampfer als Wohnschiff für Spanien-Flüchtlinge. Berlin, 7. Aug. (DNB.) Der KdF.-Dampfer „Monte Sarmiento" hat Hamburg mit Kurs Lissabon verlassen. Der Dampfer ist als Wohn- schiff eingerichtet und dazu bestimmt, etwa 2000 deutsche Flüchtlingen aus Spanien Schutz und Unterkunft zu bieten. Die NSG. KdF. wird sich der vertriebenen Deutschen aus Spanien mit besonderer Sorge und Treue widmen, um ihnen zu helfen, ihr fruchtbares Schicksal erträglich zu gestalten. Deshalb sind durch die NSG. KdF. weite Gebiete in der bayerischen Ostmark, im Schwarzwald und in Südbayern für die Aufnahme von mehreren Tausend deutschen Flüchtlingen aus Spanien, mit deren Eintreffen gerechnet wird, vorbereitet. Einige Hundert Flüchtlinge sind bereits in der bayerischen Ostmark eingetroffen. Die Indienststellung der „Monte Sarmiento" als Wohnschiff für deutsche Flüchtlinge macht es erforderlich, daß vorerst vier vorgesehene Urlaubsfahrten dieses Dampfers a u s f a 11 e n. Eingreifen der arabischen Könige in den Palästinastreit. Jerusalem, 7. Aug. (DNB.) Das vor zwei Wochen von den Königen Saudias, Iraks und Jemens unterzeichnete und der englischen Regierung überreichte Memorandum Zugunsten der Araber in Palästina steht anscheinend mit Geheimverhandlungen im Zusammenhang, die die Könige mit dem arabischen Kampfaus - schuß in Palästina führen. Die Verhandlungen haben anscheinend einen feierlichen Aufruf der drei Könige an die arabische Bevölkerung Palästinas zum Gegenstand, durch den der Generalstreik und die Unruhen beendet werden sollen. Diesen Schritt sollte dann England mit einem mindestens teilweisen Entgegenkomme n an die Araber beantworten. Das Eingreifen der arabischen Könige entspringt offensichtlich der Erkenntnis, daß kein Parteiführer in Palästina mehr die Autorität besitzt, die Unruhen abzublasen. Selbst die alten Parteiführer überbieten sich jetzt in übertriebenen Forderungen an England, um ihre Volkstümlichkeit zu retten, so daß auf diesem Wege keine Aussicht zu einer Einigung besteht. Die Ge- le der Ar, überlegenen 8:0» (2:0») Sieg über den Schwe- t r a l b ü r o s „Freude und Arbeit statt. Dr. Ley ezwingerI a p an. Deutschland verlor ! gab die Verteilung der Ausgab en gebiete bekannt einen den-Bezwinger Japan. irrten. Nur zu ihrem vorteil VON tU* ds übersM Opfer wohi Noch mehr Vorteile für Sie: e Stahlkarosserie ♦ Hart» holzgerippe (Vier be* queme, reichlich bemes* sene Sitze). • Große, zuverlässige Bremsen mit Servo-Wirkung. (Bremskabel liegen in Metallschläuchen geschützt). G Komplette Boschausrüstung r (Lichtmaschine mit Innenkühlung, Anlasser, Batteriezündung und vollautomatische Zündeinstellung). • Hinten liegender, großer Kraftstofftank. Schnellstart • Fallstrom- Vergaser. • Richtige Bodenfreiheit • Bequeme Karosseriehöhe - Bequemes Ein- und Aussteigen. e Normale, in jahrzehntelangem Autobau bewährte und leicht zu handhabende Gangschaltung. • Glauben Sie nicht auch, daß eine Probefahrt am besten zu Ihnen spricht? Der nächste Opel-Händler erwartet Sie. Mister Towngus Kirby (Neuyork) die feierliche Sitzung des durch einen Beschluß des Hamburger „Weltkongresses für Freizeit und Erholung" ins Leben gerufenen Inte r n a ti o na l e n^Z en - s ^ufammer.' hen mit dm viel dazu hii- ibigen SB* Spanien ihn jgen Vellern en und bii Wunsch naä )es heutig es zu Ehni m Drganile- our, dock jen Empsüüj eil, den bii XL Dlvmpi- lolbati I )er hen rb ■ der - n\ Oias'J ) Kunst und Wistenschast. Willi Offermann f. In der Kölner Krankenanstalt Lindenburg starb der bekannte Kölner Humorist und Verfasser zahlreicher volkstümlicher Schlager Willi Ostermann im 59. Lebensjahre. Zu einem Gallenleiden, das Ostermann durch eine Operation zu beheben hoffte, trat bei dem beliebten Dolkssänger Herzschwäche hinzu, die seinem arbeitsreichen Leben ein Ende machte. Oer sechste Tag der Olympischen Spiele. Drei Goldene Medaillen für Deutschland im Kanufahren und Radfahren. — Deutschland im Fußball gegen Norwegen unterlegen. Hetze ich begrüße be. 1 des Inter, grafen wtfibenten sowie bit 1 Mn Vit ) zum flieb. 'den haben. Wer Ländv SjUt und tttampf Der. ; glücklichst« igeist, und ii ■t derer, di, messen. S» e Soldat z, psen. M 15 Ihnen dir em f)eutiqn daß er nid [richtige: wir Sie ii en. Sanlbu dem olyM. iteti p'eien. "»«'abu, be« Co,. Giften, ! ««IG. ^.bet,s "b 0h!» b,e LH,. Erlebnis. '9=n 1936 H rol, leid)l e, Dillen D-nschen Wetterbericht des Refchswefferdlenstes. Ausgabeort Frankfurt. Etwas kühlere Luftmassen, die am Freitagabend nach Westdeutschland eindrangen, führten nach der vorangegangenen Erwärmung vielfach au Gewittern. Danach ist der Luftdruck über dem Fest- lande aber erneut schnell angestiegen, und unter seinem Einfluß hat sich am Samstag im Sud- westen des Reiches großenteils heiteres Wetter eingestellt. Dieses wird auch zunächst noch anhalten, doch sind bei dem hohen Feuchtigkeitsgehalt der Luft Schwüle und örtliche Gewitterstörungen wahrscheinlich. Aussichten für Sonntag: Heiter bis wolkig, nachmittags örtliche Gewitterstörungen, Temperaturen ansteigend, etwas schwül, schwache Luftbewegung. Aussichten für Montag: Meist aushei- ferrvd und tagsüber angenehm warmes Wetter. Lufttemperaturen am 7. August: mittags 22 Grad Celsius, abends 14,6 Grad: am 8. August: morgens 12,3 Grad. Maximum 22,8 Grad, Minimum heute nacht 9,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 7. August: abends 19,9 Grad: am 8. August: morgens 15,5 Grad. — Sonnenscheindauer 5,1 Stunden. ge> tz-r.Damps'i mit Ku" ist DK j etwa 20N in*. . . ftl Einige U Ss ‘fall«"' gSn'ge eit. i u a l .nh m't bi- ob* jaUä' d<- er al'l r > i n d B kN ,land. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: t. 23. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: L 23. Hans Thein. D A. VII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzeloertaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. in der ganzen Weh rind die Wagen der hohen und höchsten Preisklassen mit 4 Takt-Motor ausgerüstet, — sie haben mindestens 4 Zylinder. Der 4 ZyL 4 Takt-Motor gehört zu den Konstruktionen, die nicht billig, — deren Vorteile aber für den Fahrer offensichtlich sind. Der OPEL P4 kostet nur RM 1650. Trotzdem ist auch er ein Vierzylinder und bietet Ihnen alle damit zusammenhängenden Vorteile, z. B. leisen, vibrationsfreien Lauf, kraftvolle Geschmeidigkeit - daher Schalten selten notwendig - starke Kraftreserve und Langlebigkeit. Auch bei der Schaffig des OPELP4 - eines Vollautomo- bils zu niedrigstem Preis - hat die größte Automobilfabnk de« Kontinents auf die Vorzüge eines 4 Takt 4 Zylinder-Motors nicht verzichtet — Zu Ihrem Vorteil I OPEITPl Erste Sitzung des Internationalen Zentralbüros »Freude und Arbeit". In Berlin fand unter dem Vorsitz des Reichs- leiters Dr. Len und in Anwesenheit des Präsidenten des Internationalen Beratungskomitees Die ersten beiden Goldmedaillen für Deutschland an diesem Freitag gab es im Kanufahren. Zuerst brachten W e v e r s-L a n d e n im Kajak-Zweier die „Goldene" vor Kalisch-Steinhuber (Oesterreich) und F a h l b o r g - L a r f s o n (Schweden) nach Hause und bann war es Ernst Krebs, der sich im Kajak-Einer den Olympia-Sieg sicherte. Eine „Silberne" gewannen die Europameister Horn-Hani sch hinter Johansson-Blad- st r ö m (Schweden) im Faltboot-Zweier. 3m Zweier-Kanadier wurde Deutschland Vierter, der Sieg fiel hier an Mottl-Skrdlan (Tschechoslowakei. Den Faltboot-Einer gewann Hradetzky (Oesterreich) vor Eberhardt (Frankreich) und H ö r m a n n , der hier noch eine Bronzene Medaille für Deutschland herausholte. Die dritte Goldmedaille des Tages gewann unser Weltmeister Toni Merkens im Radfahren. Er kam im 1 - K i l o m e t e r - M a l f a h r e n über den Norweger Sandtorp und den Italiener Po la in den Endlauf, wo er auf seinen alten Widersacher, den Holländer van Vliet, traf. Mit je % Längen gewann der Kölner beide Läufe und wurde so Olympia-Sieger. Pola mußte sich im Kampf um den dritten Platz zweimal dem Franzosen Chaillot beugen. Im Fußball-Turnier feierte Italien — wie eingangs schon erwähnt — gegen Nor - i wegen mit 2:0. Die beiden Sieger des heutigen ' Tages, Italien und Norwegen, treffen nun in der i Vorschlußrunde aufeinander. Im Hockey-Turnier bewies Indien feine Extra-Klasse durch einen klaren 7:0- (2:0-) Sieg über Amerikas Hockey-Mannschaft. Frankreich und Belgien vielten 2:2 Unentschieden und dadurch kamen die Franzosen in der Gruppe C zur Punktgleichheit mit den Holländern. Indien führt seine Gruppe A natürlich mit klarem Vorsprung an. Das Polo-Turnier wurde von Argentinien, das Großbritannien 11:0 schlug, gewonnen. Um den dritten Platz spielen noch Mexiko und Ungarn. Ungarns Handballer, die am Donnerstag von Deutschland mit 23:0 geschlagen worden waren, überraschten am Freitag durch einen Sieg von 7:2 (4:1) über USA. Die Schweizer kamen in ihrem ersten Spiel zu einem 8:6- (5:2-) Sieg über Rumänien. Damit stehen Ungarn und die Schweiz als Teilnehmer der Endrunde fest. Elf Spiele waren im Basketball-Turnier angesetzt. Die deutsche Mannschaft unterlag den Schweizern mit 18:25, nachdem sie bei der Pause noch 10:8 geführt hatte. Im zweiten Wettbewerb der Schützen, dem Scheiben - Pi st ölen • Schießen, errang Deutschland eine Silberne Medaille. Erich Krempel, der am Vortage die Gesamtwertung angeführt hatte, mußte seinen ersten Platz an den Schweden Ullmann abtreten, der mit 559 Treffern vor Krempel (544) und dem Franzosen I a • monniercs (540) gewann. Uümanns Leistung bedeutete einen neuen Weltrekord. Die weiteren Deutschen, Wehner und Martin, kamen mit 525 bzw. 519 Treffern auf den 9. und 14. Platz. Bei den Fechtern erreichte im Degenmannschafts- Wettbewerb die deutsche Vertretung die Zwischenrunde. Die Entscheidung fällt hier am heutigen Samstag. Bei den R i n g e r n wurden die Kämpfe im griechisch-römischen Stil fortgesetzt. Bis auf den Kölner Leichtgewichtsmeister Nettesheim, der ausgeschieden liegen unsere Vertreter durchweg gut im Wettbewerb. Der vierte Tag bei den Seglern brachte Deutschland einen Sieg in der Starboot-Klasse vor Schweden und Holland. In den übrigen Wettfahrten siegten Schweden (8 Meter R-Klasse), Schweiz (6Meter R-Klasse) und Norwegen (Olympia-Jollen). Stabschef Lvtzr beglückwünscht den Olympiasieger Stock Berlin, 7. Aug. (DNB.) Stabschef Lutze hat an den Olympiasieger im Speerwerfen, Gerhard Stöck, folgendes Telegramm gerichtet: „Zu dem her- vorragenden Sieg, mit dem sie für Deutschland die Goldene Medaille im Speerwurf erkämpften, spreche ich Ihnen Glückwunsch und Anerkennung aus. Gleichzeitig befördere ich Sie mit sofortiger Wirkung zum Scharführer. portugiesische Auszeichnung für Lewald Dem Präsident des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele in Berlin 1936 Exzellenz L e - wald und dem Generalsekretär Dr. Diem wurde von der portugiesischen Regierung der Christus- orben verliehen. und betonte, daß die personelle Auswahl nach der Bewährung der einzelnen Dezernenten bei der organisatorischen Durchführung des Hamburger Weltkongresses und ihrer Leistungen in den Aemtem der Deutschen Arbeitsfront und der NSG. KdF. vorgenommen worden sei. Als Vertreter Dr. Leys in der Leitung des Internationalen Zentralbüros wird Amtsleiter Drehler-Andretz tätig sein. Präsident Kirby erklärte sein Einverständnis mit den Darlegungen Dr. Leys und stellte nochmals den außerordentlichen Erfolg des Hamburger „Weltkongresses für Freizeit und Erholung" fest. Er unterstrich den Grundsatz, nicht zuerst eine rein konstruktive Organisation etwa wie die bisherigen Internationalen zu bilden, sondern vielmehr die Freunde des Gedankens in allen Ländern zu sammeln und sie durch ständige persönliche Fühlung- nähme zu Aposteln der Idee „Freude und Arbeit" zu machen. Dr. Ley teilte abschließend mit, daß das Internationale Zentralbüro „Freude und Arbeit" jedes Jahr unmittelbar im Anschluß an die alljährlich stattfindende Tagung des Internationalen Olympischen Komitees eine Kongreßtagung abhal- ten werde. Alle wirklich gutwilligen Kräfte in allen Völkern seien zu engster Mitarbeit aufgerufen, um unter der Parole „Freude und Arbeit" den Aufbau gegenüber den zersetzenden Erscheinungen des Bolschewismus zu fördern. Berlin, 7. Aua. (DNB.) Zu Ehren Seiner Majestät des Königs von Bulgarien gab Ministerpräsident Generaloberst Göring am Freitag in seinem Haus ein Frühstück. König Boris aar begleitet von General Lazaroff, dem Mi- itärattachö Oberstleutnant Sira ko w mit ihren Damen und seinem Privatsekretär Dr. Hand- j e f f. An dem Frühstück nahmen ferner teil Reichs- '■ antpräflbent Schacht und Frau Schacht, Staots- lefretär Körner, Staatssekretär General der Flieger Milch und Frau Milch, Staatssekretär Dr. Landsried. Staatssekretär v. Keudell und Frau von Keudell, Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen und Prinzessin von Hessen, Frau K e r r I, General der Flieger K a u p i s ch , Generalleutnant Kesselring, Generalmajor Stumpff, Botschaftsrat Fürst Bismarck, Staatsrat G r ü n d g e n s mit ihren Damen, Oberst Der sechste Wettkampftag der XI. Olympischen Spiele zu Berlin, brachte uns Deutschen wieder den großen Erfolg von drei „Goldenen", zwei „Silbernen" und einer „Bronzenen" — aber auch eine chwere Schlappe ein — und die gerade im Fuß- b all f port, auf den mir so große Hoffnungen gesetzt hatten. Unsere Mannschaft, erklärter Favorit ür den olympischen Sieg im Fußball-Turnier, zeigte im Fwischenrundenspiel gegen Norwegen vor 35 000 Zuschauern und unter den Augen des Führers eine erschreckend schwache Leistung und ver- lor verdient mit 0:2 (0:1). Damit ist Deutschland aus dem weiteren Kampf um den Olympia-Sieg im Fußball ausgeschaltet. Diese traurige Tatsache oll uns aber die Freude an den anderen großen Erfolgen unserer Sportler nicht rauben. Man muh auch Enttäuschungen ertragen können. Und das wird uns ja durch die prächtigen Leistungen unserer Olympia-Kämpfer in allen anderen Disziplinen ziemlich leicht gemacht. In der L e i ch t a t h 1 e t i'k waren am Freitag — bei wieder vollbesetztem Stadion — zwei Entscheidungen fällig. Im 400-Meter- und 1500-Meter- Lausen. 3m 4 0 0 - M e t e r - L a u f kam USA. zu einer weiteren Goldmedaille, und zwar durch den Neger Williams, der die Strecke in der überragenden Zeit von 46,5 Sekunden Aurütflegte und dabei den Zweiten, Brown- England, um über einen Meter hinter sich ließ. Dritter wurde ebenfalls ein Amerikaner, der Neger Lu Valle. Der Deutsche Blazejezak schied in der Vorentscheidung aus. Der Kampf war hier für ihn zu schwer, er konnte nur den sechsten Platz belegen. Im 5 0 0 0- Meter-Laufen war Finnland wieder nicht zu schlagen. Der jüngste der drei großen Finnen, Gunnar H ö ck e r t, gewann das Rennen in der neuen olympischen Rekordzeit von 14:22,2 Min. vor Lauri Le ty inen, dem Sieger von Los Angeles, und dem Schweben Jo n s so n. Der Japaner Mura- koso lieferte den Finnen auch in diesem Rennen wieder einen großen Kampf, mußte sich aber mit dem vierten Platz begnügen. Er hatte aber immer noch die Genugtuung, den Sieger aus dem 10 000- Meter-Lauf, Öalminen - Finnland, hinter sich zu sehen. Zum erstenmal in der Geschichte der Olympischen Spiele sanden die ersten fünf Uebunaen des Zehnkampfes vor den Augen aller Zuschauer auf dem Hauptkampfplatz statt. Nach dem ersten Tag liegen drei Amerikaner, Clark mit 4194, Morris mit 4192 und Parker mit 3888 Punkten, in Führung. Don den Deutschen konnte der Speerwurfiieger Gerhard Stöck wegen einer Muskelzerrung leibet nicht antreten. Huber und Bonnet halten mit 3593 bzw. 3577 Punkten den 10. und 11. Platz. äeimverhandlungen zwischen den Königen und dem Kampfausschuh in Palästina scheinen sich augenblicklich darum zu drehen, ob die Kömge für den Jrfolg ihrer Einwirkung in London auch eine Garantie übernehmen können. Heist dem Roten Kreuz. Rotkreuzsammlung am Sonntag. Berlin 7 Aug. (DNB.) Der Reichsminister les Innern' hat dem Deutschen Roten Kreuz die Zenehmigung erteilt, am Sonntaa, den 9. August, m ganzen Reich Straßen-unh Haussgmm- langen zur Unterstützung seiner gemeinnützigen Arbeit zu veranstalten. Die schönsten Kunstblumen, mitten in 5 verschiedenen Farben, mit denen am Sonntag die Sanitätsmänner, Schwestern und Hilfskräfte des Roten Kreuzes an die Gebefreudigkeit aller Volksgenossen herantreten, stammen aus i»em schwer notleidenden Gebiet der Kunstblumen- ndustrie, aus Sebnitz in Sachsen. Jeder »eutsche Mann und jede deutsche Frau wird gewiß licht zögern, sich am Sonntag mit einer oder rneh- -eren der schönen Wicken zu schmücken und zugleich >ie segensreichen Ausgaben des Deutschen Roten Kreuzes wirksam zu fördern. Sie Ehrengabe sürzronttämvser. Milderung der Ruhensvorschriften des Neichsversorqungsgesetzes. Berlin, 7. Aug. (DNB.) Das Reichs- und preu- ,ische Arbeitsministerium teilt mit: Die zum 2. August gespendete „Ehrengabe ür oerforgungsberechtigte Front- ! ä m pf e r" ist dem Reichs- und preußischen Ar- >eitsministerium zur weiteren Veranlassung uber- Diesen worden. 2ln der Ehrengabe haben sich u. a. uch die nationalsozialistische Kriegsopseroersoraung NSKOV.), der Deutsche Reichskriegerbund (Kysf- ‘äuferbunb) und das private Santgeroerbe in dan- cnswerter Weise beteiligt. Die Spende wird ! urch die Versorgungsämter im De« । ember o er teilt werden, also im gleichen Mo- rat, in dem die alljährlichen Weihnachtsspen- : e n an besonders bedürftige Kriegshinterbliebene usgezahlt werden. Die Auswahl der Fälle ge- chieht von Amts wegen. Anträge erübrigen sich ^aher. Gleichzeitig gibt der Reichs- und Preußische Llrbeitsminifter bekannt, daß noch im Lause dieses wahres gewisse Milderungen der Ruhensvor- christen des Reichsoersorgungsgesetzes eintreten »erben. Durch diese Aenderungen werden die Be- ।üge eines Teiles der Dersorgungsberechtigten ver- 'bessert werden. Pg. <5fürt (Souleifer der Kurmark. Berlin, 7. Aug. (DNB.) Die Nationalsozia- Istische Parteikorrespondenz meldet: Der Führer hat en bisherigen stellvertretenden Gauleiter des Gaues Westfalen-Süd Pg. S t ü r tz zum Gauleiterdes , 9 a u e 5 Rurmart der NSDAP, ernannt. Zum Irellvertretenden Gauleiter des Gaues Kurmark ernannte der Führer den Reichsamtsleiter Paul Wegener. König Boris bei (Döring. □ bet sowie die in Berlin weilenden Verwandten ' mb die Herren der persönlichen Umgebung des Ministerpräsidenten. Eine Ehrenkompanie des Regi- ments General Göring mit Spielmannszug, Musik- ' forps und der Fahne war in Parabeaufstellung gum Empfang Seiner Majestät des Königs ange- lT.^1^7^^M3torwa6ei.-Verkauis6esellschait m. b. H. - Te,.,h.oN..2M, se$ 4)116 W mW« Verkäufe ffL? u. Flaschen zu Aerztin Tplpfon *2037 Selters wog 6^ von der Reise zurück 03601 ttcichslottßtu? an Anzeiger erbet. Laden evtl, mit Wohn.,Friedrichstr.l zu vermieten Tüchtiger 4966V seitherigen Bezirks. Diskretion zugesichert. 4963b Wollen Sie sich mit T Qualitätewre mft vernieteter oder 'Äf’diromter ArmatuH be- des Kassenschrank, gut erh., grobe [Stellenangebote] Keine Zeugnisse in Urschrift lonöern nur Zeugnis« abichriften Dem Bewerbungsschreiben beilegen i — Lichtbilder unvBewerbungsunter. lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift veS Bewerbers tragen! FRANZ VOGT & CO. Goethestr. 32 SeHenweg 44 Fernsprecher i Gießen 2464 Vornehm! Geschmackvoll! PersönlichI Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen BrUhl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 zeitgemäß und geschmackvoll einrichten, dann fordern Sie bitte meinen Katalog Sie finden eine reichhaltige Auswahl in allen Zimmerarten Borrmann£: Gießen/ Neustadt 5 / Ruf 4165 Schreibmaschinen- Vertreter gegenFestanstellung oderHöchst- vrovinon für allererste Marke gesucht. Bewerbungen mit Unterlagen und Erfolgsnachweis unter A. 2256 an Anzeigen-Hegemann, Büro Frankfurt a. M., Zeil 123. und 4,65 RM, Doppelherz-Dragees 1,50 RM. C. Seibel, Frankfurter Str., 0. WinterhoH, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. 274V Ungesehene, solide Krankenversicherung sucht strebsamen Mitarbeiter für den flustendienst gegen behalt, lestonstel- lung bei üignung, llauerbeschästigung und flusstcht auf Vorwärtskommen Angebote find zu richten unter 4931D an den Gieß. Anzeiger. Bekannte Fabrik für Last-Anhänger sucht Generalvertreter aus dem Fach für den Bezirk Marburg- Gießen. In Frage kommt nur erfahrener, korrekter, bestens eingeführter Ingenieur- Kaufmann mit eigenem Kraftwagen. Ausführliche Angebote mit Referenzen unter 4924V an den Gießener Anzeiger erbeten. MM für guten Artikel bei Anstellung nach Probezeit von alter Firma Ihren Bruch unbedingt sicher und tr<>tzd< m quem zurückzuhalten ist Zweck kl. Waren- I Herd- | Wand« Schonen. Löffel haltet; Handtuchhalter, Herdleisten. Motorrad 250 ccm, billig zu verk. [0359s Wilsonstr. 6 II. Doppelherz ist d. bewährteNerven- kräftigungsmittel. F. Wöchnerinnen, Schwache, Nervöse, Erschöpfte und alle, die sich matt und elend fühlen, als Kräftigungsmittel unentbehrlich. 1,95 RM. 370 RM Dixi 3/15, 4-Sitzer, offen,m.Verdeck, für 280 RM. zu verkaufen. [4933 Lhr.Bergbeinrer Niederkleen. Anzusehen: Sonntag, d. 9.8. 2 dimmet mit besonderem Zugang u. Zentralheizung,auch als Büro geeignet, ab 1. Sept, zu vermiet. 486vv Architekt Nicolaus An der Johanneskirche5 Seb. Herbst, Möbelfabrik Bad Soden und Salmünster Ehestandsdarlehnsscheine werden in Zahlung genommen. Tel. 31 Salmünster 1454 D JungesChevaar sucht 2-3-Ziininer und Küche mit ob. ohne Garage z. 1.10. ob. 1.11.36.Schr.Ag. u.03586a.b.G.A. Lieferungsveraevung. Befr.: Beschaffung von IBinfer-Joppen, Einheilshosen und Mnter-rNänleln für bas Fahrpersonal. 4932A Unterlagen hierfür sind auf der Verwaltung der Städtischen Betriebe Gießen — Abteilung Straßen« bahn —, Hammstraße 35, Zimmer Nr. 2, kostenlos erhältlich, woselbst auch Auskunft erteilt wird. Gießen, den 5. August 1936. Direktion der Städtischen Betriebe Gießen. 500 RM. Darlehen v.Geschäftsmann geg.zehnf.Sichh. u.Rückz.n.Neber« einkunft sof. ges. Schr. Ang. unt. 03572 a.d.G.A. H.Hooss, Kaffee-Import Kassel — Gegründet 1858 | Vermietungen | 7-Zimmer- Wohnung rn.Badu.Warmwasserversorg., i. guter Lage, per 1. Okt. zu verm. Näheres: [4947V Hindenburgw.17 Büro, Tel. 2358 Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde tats Wohnhaus mit Garten in der Nähe von Gießen, 2-stöckig gebaut, zusamm. 6 Zimmer, 2 Küchen u.Bad zu verkauf., evtl, rn 2 Wohnungen zu vermieten. Schr. Ang. imf 03585 a. d. G. Frau [03582 Lisbet Elges, Med.-Drogerie, Seltersweg 66. Bekanntmachung. Am Montag, dem 10. August 1936, 17 Uhr, findet im Stadthaus, Bergstraße 20, eine öffentliche Sitzung der Ratsherren mit folgender Tagesordnung statt: 1. Einführung und Verpflichtung des Beigeordneten Sudheimer. 2. Die Erhebung einer allgemeinen Wertzuwachssteuer in der Stadt Gießen. 3. lieber® nähme der Bürgschaft für ein Darlehen der Bezirkssparkasse Gießen an den Volkshallenverein über 20 000 RM. 4. Rechnung der Stadtkasse für Rj. 1933. 5 Rechnungen der städtischen Nebenkassen für Rj. 1934. 6. Aenderung des Gebührentarifs vom 1.1.1934 für den Städtischen Schlachthof. 7. Aufhebung der . Straßen- und Baufluchtlinien in der Friedhossallee, Erweiterung des dort bestehenden Bebauungsplanes und Erlaß einer Ortsbausatzung hierzu. 8. Bebauungsplan sowie Ortsbausatzung über das Gebiet zwischen der Eisenbahn Gießen—Fulda, dem Alten Steinbacher Weg und dem Alten Friedhof. 4936C Gießen, den 6. August 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Trinken Sie Ihren Kaffee im 4962D Forst-1 garten« Hühnerauge Pflajter hjolt e^Keidu?. Lebewohl gegen Hühneraugen u. Hornhaut Blechd. (8 Pflast.) 68 Pf., in Apoth.u.Drog. Sicher zuhaben: Med.-Drog. Hans Hindenburg H.EIges, Selters weg 68 a; Löwen-Drog. W. Kilbinger Nacht, Seltersw. 69; Ber- mania-Drog. C.Seibel, Frankf. Str. 39 Braves, fleißig. MWll bei gutem Lohn gesucht. [49isD M Meister Seltersweg 43. Große Dersicherungs-Gesellschaft sucht für Gießen Vlatzirrspeiktov mu hervorragenden organisatorischen Fa «gkeiten und starkem Werbetalent. Auskömmliche fene Äezüqe (Gehalt usw.). O.rektionsvertrag. Tüchtig. Herr mit Fü rereigenichaften kann sich Lebensstellung erringen. Äerverbunaen unter Jlr 4926 (4653V) an den Gießener Anzeiger erbeten. Möbl. Zimmer ab 15. August zu vermieten, oseos Ludwigsvl. 11 I MW zu verm. [03577 Kreuzvlast 12. ZVÄAßKßN 16 - 18 Jahre, als Hilfskraft für leichte Büroarbeiten je nach Bedarf ganz- ober halbtägig gesucht. Zuverlässiges Arbeiten, schnelle Auffassungsgabe unb gute Umgangsformen Bebingung. Schriftliche Angebote mit Ge- haltsansvrüchen unter 03564 an ben Gießener Anzeiger. 2möbl.Ziinmer bavon 1 sehr gr. Schlafz.,2Bett., vom 16. August bis 30. Septbr. lab 1. 10. bestimmt frei, ba verseht) zu miet, gesucht. Besicht 14. Aug., nacbr erbet. Schr. An^ m. Preisang. u. 4960va.b.G.A. Von älterem Besitzer. wirb ein energischer unb strebsamer Kaufmann gesucht, ber sich burch Pachtung eines Kalk-, Bau- unb Brennmaterialgeschäftes bei Fleiß eine aussichtsreiche Position schaffen kann. Schriftliche Angebote unter 4967D an bie Geschäftsstelle bes Gieß. Anz. erbeten orbeiten unsere Vervielfältiger, • • einfach in der Bedienung und $0 niedrig im Preist Für RM 198.- bei Voko ein Rate Nach 25Jahren erfolgreichem Fach-Schaffen kennt man die Branche. Kaufen Sie Bürobedarf, Büromaschinen bei: gesucht. Schrift!. Angeb. u. 4908V den Gießener Wegen Verheiratung meines Mäbchens suche ich zum 1. Sevt., auch früher, eine zuverlässige, in allen Hausarbeiten, sowie im Kochen perfekte Techniker Lehrling finbet Stellung im Architektenbüro 4866V Nicolaus An b. Johannes- kirche 5. ~ Mikl« erfahrenm.langjährigen Kenntn. sucht Stelle zur Führung eines frauenl. Haush. Schr. Ang. unt. 03578 a.b.G.A. Verlobungs-Anzeigen bei BrUhl, Schulstr.7 Motorrad steuer- u. führerscheinfrei,günstig zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 03576 a.b. G.A. Mehr, gespielte totere gut erhalt., RM. 135,-, 285,- unb höher, zu verk. I. Urbas, Klaviermacher, Gießen, Bahnhofstr. 65. [03605 Fahrkuh ober [ 4 958 D Fahrrind hochtragend (Kuhgar.20Ltr. Milch) stehen £U verkaufen bet H. Langwasser, Birklar. Gelegenheitskauf S.B.50OKW. steuerfr.,4000km gelauf., preiswt. zu verk. [03004 Gießen, Plock- straßel2p(Lab.) Steuer abgelöst 300 ccm DKW. sehr gut erhalt., preisw. zu verk. Sowie em gebr. Fahrrad Anzus. bei Jug. W.Meininghaus Kaiserall 27 02009 NSU.-Motor- Fahrrad, fahrbereit, billig zu verk. Wo, sagt b. Geschäftsst. bes Gieß.Anz. [03013 Auskunft: Bahnhofstraße 29 4969 D Wertvolle Hl* zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 4929va.b.G.A. Mehr, noch gute lerrei-ltije für große u. für mittlere Figur billig abzugeben. Hinvenburg- 4971V wall 9p. neuesten Modell meines Kugelgelenk- Bruchbandes. Mehrere Patente. Wie ein Muskel sch'ießt die weiche Pelntte — ohne Feder, ohne Schenkelriemen — von unten nach ob< n, trotz Kücken od. Strecken, Husten od. Heben. Ken Sc euet n im Rücken, freit 1 au end. arztl. empfohlen und begut chtet, äußerst presweit, fa-t tägPch freiwillige Anerkennung' n Ueberzeugen Sie sich kostenlos und unverbindlich in Gießen, Mittw 12 Aug., K. huhofshotel, von 9-6 Uhr Wetzlar, Donneret. 13. A- g., Bahnhofshotel, 8-1 Uhr Grttnberg, Donnei st 13. Aug.. Hot z Hirsch. 3-7 Uhi Homberg, Fr<-it. 14. Aug , Gasth. z Bahnhof, 8-1 Uhr P.Fieischc-r, Spezial Bandagen,Freisbach (Pfalz Tüchtiges MW für Haus unb Garten per 1. 9. gesucht. [4911 Frankf. Str. 49. [Stellengesuche] Ich suche für dortigen Bezirk beim Lebensmitteleinzelhandel gut eingeführten, zielbewußten, unbedingt zuverlässigen weisenden über 25 Jahre, mit Führerschein, für Dauerstellung. Äe» Werbungen erb tte handschriftlich mit genauer Angabe des ä-l-Miung freie sonn. Lage, m. Bab u. Balk., ab sofort 0. spät, preisw. z. verm. Farn. m. kleinen Kind. sehr angenehm. [4965V Händelstr. 251. In Gießen, Bergstraße, schöne, sonnige 4-ta.5-Zhuni.- Wohnung Bab u. Zubehör, ab 1. Oktober zu vermieten. Schr. Ang. unt. 03614 an 0. Gieß. Anz. (Amerikaner) Mobell 1935/36, Wahrgebrannt, emailliert, wegzugshalber abzugeben. Schr. Ang. unt. 4954Oa.b.G.A. Kornbin. Herd, fast neu, wegen Umzugs billig zu verkaufen, [03015 Reinh. Manns, Wieseck, Gieß. Str. 139. Nachlässe vonZbis 20 v. S. erhalten Sie bei wiederholten Aufnahmen einer Anzetg- schränke, kleine Ladentheke, Kontrollkasse, elektr. Bürouhr u. a. m. Umstände halber billig zu verkaufen. Näh.-: [4952V Büro Kirchner, Alle Mel preiswert abzugeben. 03568 Wo, sagt bie Geschäftsstelle bes Gießen. Anzeig. Verkauf! Eiserne Wasebseil- pläilB zum Einbetonieren ML 3.50 per Sto Zu erfragen bei Scblossermsl.Braun Tiefenweg. [48soD 24 m gußeiserne Rippen- Beizungsrohre vass.f.Gärtnerei, bitt, abzug. 03591 Frankf. Str. 5 p Komplettes Spengler-und Installations- Werkzeug mit ober ohne Werkstatt, krankheitshalberabzugeben. Schr. Ang. unt. 03593 a.b. G.A. Bremer-fioff?e-WiW bietet hoh.Berdienst b. Verteilung von laRöstkaffee im Bekannten- u. Kunbenkreise. Werbeunterst. 44isV HagensLSchmidt, Bremen529A. „Kappel“-Schreil)nialchinen für Büro—Reise—Privat in monatl. Raten von RM. 9.- an „Kappel-Fips“ . . Rm. 109.50 „Kappel-V. A.“ . . Rm. 178.— „Kappel klein“ . . Rm. 245.— Die große „Kappel-Standard“390.-350.-300.- Geräuschloser Wagenrücklauf Zwangsweise Großbucnstabensperre Kappel - Schreibmaschinen - Vertrieb Friedrich Roth & Co. Frankf.a.M„ Arndtstr.3 (am Betfinapl.) Telefon 72171 somI ^Kostenlose Vorführg. aucn n. auswärts^ Verbandkasten Erste Hufe reichh. ausgestattet 10 RM. Einh. itsverjandkastn, klein 6.80 RM. Einheitsverbandkasten,groß24.50 RM. Autoverbandkasten 12 RM. IL vorschr. Vei sand gegen Nachn. W. Schleenbecker, Frankinrt/Main-West Robert-Mayer-Straße 57. Vertreter gesucht. Junges MW M. Kenntnissen in Kurzschrift und Mschinenschreiben von angesehenem Gießener Unternehmen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 4953V an ben Gießener Anzeiger erbeten. Sanitäre Anlagen Heizungen.Reparaturen nur bei Withoffi Liebigstr. 3. St. , gut ausgest. ger. , 4-Zimm.-Wolinung m. Balkon, evtl. । mit Babezimm., z. 1. Okt. z.verm. Schr. Ang. unt. 4957va.b.G.A. Schöne geräum. 4-Zimmer- Wohnung mit ober ohne Garage sofort zu vermieten. 484iv Kaiserallee 49. Neuzeitl. einger. freigelegene 4-ZirWolnig. ruh. Lage, Nähe Klinik., z.l. Okt. zu vermieten. Schr. Ang. unt. 03597 a.b. G.A. Schöne, sonnige 3-Zimmer- Wohnung mit Küche (Neubau), in ruhiger Lage, z. Preise von Mk. 55,— sofort od. später m.Garienanteil zu vermieten. Schrift!. Angeb. unter 03600 an ben Gieß. Anz. I-, 2-, 3- und 5- 1 NotonQen 1 zu verm. Näher. > Crednerstr. 38. Kaufgesuche | Gebraucht., gut. Weile» — kein Gas — zukaufengesucht. Schr. Ang. unt. 03588 a.b.G.A. | Empfehlungen] Wooge» Gewichte alllArt Reparaturen. Karl Mmlük 4808dLöberstr.l9 AWMWlZ abzugeb. Bestell, erb. wirv. Postk. Dampfsägewerk Lollar B.Nuhn A. 6.,Lollar öeschättsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei BrUhl. Schulstr.7 1500 RM. geg. gute Sicher« beit (Land) unb pünktl.Zinszabl. zu leihen gesucht. Schr. Ang. unt. 03587 a.b. G.A. Korallen-Brosche zw.Heuchelheim« Gieß, verloren. Abzug.: Fund- büro(Polizeiamt) Gießen [4939V mit 2 Erkern, allerb. Lage, f 20000 RM. verkaufen. Schr. Ang. ui 03566 a.b.G.^.. 4/16 er Opelwagen bitt, abzuy.4970V Klein-Lrnden, Frankf. Str. 31, Telephon 3480. Herrschaftliche 7-Zimmerwohnung mit Bab u. Zubehör, Frankfurter Str. 34p, zum 1. 9. 1936 zu vermieten. Näheres: [4840D A. Becker, Kevlcrstr. 9. Schöne [03579 ä-Zimm.-Wohnung mitBab,vart.,z. 1. Oki. zu verm. Näh. b.K. Hahn, Löberstraffel7p In mein. Hause, Johannesstr.15, freie Lage an Grünfläche u. in Verkehrsnähe, ist öer 2. Stoff seit 18 Jahren iv gleicher Hand, 6 Zimmer, Bab, Balkon, 2 Kammern,2Kel- ler unb sonstig. Zubehör, z. 1.10. evtl, früher zu vermieten. Gleichzeitig sinb alsbald Bfliorfiome part., zu verm. (1 Zimmer unb 2 Zimmer, je m. fl. Wasser) 4904V Dr. Schäffer. MansardßDwohD. 5 Zimmer mit Heizung, im Sübviertel, per 1. Okt. zu verm. Schr. Ang. unt. 03602a.b. G.A. 3-Zimmer- Wohnung Parterre, in Heuchellieirn, neben b. Turnh., perl.Septernber zu verm. [03011 W.Rinn 8., Abendstern. 2-2'4 Zimmer m.5küche,i.ruhig. mobern. Neubau in Wieseck zum 1. Sevt. z. verm. Schr. Ang. unt. 03603 a. b.G.A. | Verschiedenes] flammenagei vertilgt jebes Ungeziefer. 03612 Schomber, Gießen, jetzt Kirchstraste 20. Sach- verstänbig.i.Ge- richtsangelegenh. Telefon 3983., Auto für einige Tage zu mieten ges. Schr. Ang. unt. 03599a.b. G.A. IJahrgebraucht, wegzugshalber f. RM. 30,— abzugeben. Schr. Ang. unt. 4955va.b.G.A. nötunofOiwe gut erhalten, preisw. zu verk. Sonnenstraste 31 (Laben). 4940V Dauerbrenner 7-Zimmer- Wohnnng 2. Stock m. Bab, Veranda usw.v. sofort ob. später preiswert zu vermieten. Anfr. b. Kilbinger. Frankf. Str. 6 mögl. vorm.03610 6-Zimmer- Wohnung mit Küche, Bab, Veranda u.Zub. perl.10.i.Hause Neuen Baue 27 zu verm. l 4919V Näheres Büro Diezstraste 14. Neuzeitliche 4-Zimmer-Wolmg. mit Bab u. Heizung Setersweg Nr. 54 II zu vermieten. Näheres A.Becker,Keplerstr.9 Tel. 3804. 14730V nenHon- Wohnungen Aulweg Wartwey. Es sinb n. einige Neubauwohn., 3 Zimmer mit Zubehör, frei ; beziehb. 1. 9. 36. Direkte Anfrag, a. uns n. Frankfurt a. M. Ausk. erteilt auch Herr Baurat Meyer, Gießen, Alicen- straße 27. [4959V Mi bau A.G. Frankfurt a.M., Alte Rothofstr. 6, Fernspr.: 26054. InKlein-Linden schöne [03580 3-Zimmerwohnung mit Küche, Bab, Gartenanteil per sofort zu verm. Näh.Kl.-Lindeu, Frankf. Str. 53. Bad Seilers Ö.-H. An der Haard 5 schöne 3-Molmg. mit all. Zubeh., herrliche Lage, f. 35 RM. zu ver- mieten. [4928O Belle Werkstall und Garage ab 1. September zu verm. [03007 Sicher Str. 19H. | Mietgesuche"] ; Offiziersfamilie 1 sucht sofort (vor ; 1.9.) geräumige, : sonnige 5-6-Zimm- Wohnnng mögl.rn. Garten. Schr. Ang. unt. 03589a. b.G.A. Höher. Beamter sucht s 6-Zimm.- Wobnung Küche,Bab,Mäb- chenzirnrner Schr. Ang. unt. 4944va.b.G.A. VonkleinerFarn. zum 1. Oktober 4 Zimm. WoIip. in ruhiger Lage ges. Schr. Ang. mit Preis unter 03583 a.b. G.A. 3-4-ZiMM.- Wohnung rn.Babperl.Okt. zu miet, gesucht. Schr. Ang. unt. 03590 a.b. G.A. AelteresEhevaar (Beamter) sucht alsbalb ob.später U-IwW. Schr. Ang. unt. 03592 a.b. G.A. Schöne 2-3-Zimm.- Wohnung 1 mit ob. ohne Bab v. jung. Angest.- Ehepaarv.l. 10. 1936 evtl, auch früh. z. miet. ges. ' Schr. Ang unt. 03606 a.b. G.A. •c&A Nr. 184 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samttag, 8. August 1936 XL OLYMPISCHE SPIELE W Wieder errangen die deutschen Olympia-Kämpfer drei Goldene Medaillen. Toni Merkens besiegte im 1-km-Mal- fahren seinen alten Rivalen van Vliet-Holland und wurde damit Olympiasieger. Für zwei weitere Goldene Medaillen sorgten die Kanufahrer. Im 10000-m-Kanurennen gewann im Kajak-Zweier Wevers-Landen und im Kajak-Einer siegte Ernst Krebs. Außerdem wurden gestern zwei Silberne und eine Bronzene Medaille für Deutschland errungen. BERLIN 1936 Gedanken um Olympische Leistungen. Don unserem £)r. ®. St-Sonderbenchterstatter Berlin, den 7. August 1936. Im Trubel des Verkehrs, im Durcheinander aufgeregter Menschen, die eilig nach dem Reichssportfeld hinausfahren wollten, sah ich einen Mann, der sich ruhig in seine Zeitung vertiefte, der mitunter kopfschüttelnd aufblickte und die Blätter umwendete und der geflissentlich alles das nicht las, was mir den Olympischen Spielen irgendwie in Zusammenhang zu bringen war. Diesen Mann mußte ich keNnenlernen. Er wollte n i ch t zu den Wettkämpfen fahren, er wollte von dem ganzen Betrieb einfach nichts wissen, und er wurde ungemütlich, als man ihn über diese Fragen ms Gespräch zog. Er war nicht so albern. richten lesende Europäer von dieser Rechnung überzeugen läßt, aber man sollte viel mehr noch Durchschnittsleistungen zum Vergleich heranziehen, wenn man Spitzenleistungen unserer Olympia-Kämpfer mißt und würdigt. Denken wir noch an Hans W o e l l k e , den Olympiasieger im Kugelstoßen und frischgebackenen Polizeileutnant. Er stieß die 15 Pfund schwere Kugel über 16 Meter weit. Heben Sie einmal beim Spaziergang einen 15 Pfund schweren Stein auf, überwinden Sie stöhnend die Last und werfen dann den Stein so weit, wie Sie nur können. Die Augen werden Ihnen übergehen vor Staunen über Jyre Leistung. Zu den Reichssportabzeichen-Prüfungen, zu denen sich viele junge Deutsche melden, die sportlich ein gewisses Leistungsvermögen haben, werden im Kugelstoßen „nur" 8 Meter verlangt, und da versagen noch viele gute Durchschnittsathleten. Und Hans Woellke stieß dieselbe Kugel von 15 Pfund Gewicht gerade noch einmal so weit. — Der Olympiasieger Sfötf im kreise seiner Schüler. Großer Jubel herrschte in dem Berliner Goethe-Gymnasium, als der Olympiasieg Gerhard Stücks bekannt wurde. Stöck ist als Studienreferendar am Goethe-Gymnasium tätig; er wurde am Freitag von seinen begeisterten Schulern, die anläßlich des Sieges schulfrei hatten, auf dem Reichssportfeld besucht. Hier sieht man den glückstrahlenden Sieger im Kreise seiner Schüler. — (Scherl-Bilderdienst-M.) zu behaupten, daß beim Wettlauf ja immer einer da sein muß, der zuerst durch das Ziel geht, aber er verstand nicht, was man für Aufhebens davon machen könnte, weil der eine Läufer die 100-Me- ter-Strecke in 10.3 Sekunden durchläuft, während der andere 10,4 Sekunden braucht. Diese lächerliche eine Zehntel-Sekunde hat es dem Mann angetan. Man kann ihm darum nicht böse sein, denn was wissen wir schon von der Zehntel-Sekunde? Man muß aber anders rechnen. . Wenn ein Hundertmeter-Läufer die vorgeschrie- bene Strecke in 10.4 Sekunden durchläuft, dann braucht er für 10 Meter 1,4 Sekunden. Angenommen also, daß unser unliebenswürdiger Freund als Herr „in den besten Jahren" eine Strecke von 100 Meter in 17,4 Sekunden läuft, wenn man ihn ganz mächtig dazu aushetzt, dann würde ihn ein Mann wie Jesse Owens noch einholen, wenn sein Gegner 30 Meter vor dem Ziel ist. Owens kann also 7 Sekunden später losrennen und 7 Sekunden sind eine stattliche Zeit. Run standen die schnellsten Läufer der Welt am Start und hier lief der Erste 10,3 und der nächste Mann kam in 10,4 Sekunden durchs Ziel. Dieser Zeitunterschied macht also immerhin 1,5 bis 1,7 Meter aus, eine ganz stattliche Entfernung und doch nur die berühmte kleine Zehntel-Sekunde. 2ch weih nicht, ob sich der dickköpfig keine Olympia-Rach- Der Flieger-Oberleutnant H a n d r i ck hat die Olympische Goldmedaille errungen. Man muß sch'on darüber nachdenken, wenn man ermessen will, was uns dieser Sieg bedeutet. Seit Bestehen des Modernen Fünfkampfes waren die Sieger immer nur Schweden, und sie wollten sich den 6. Sieg zu diesen Olympischen Spielen wieder nicht entgehen lassen. Im Jahre 1928 gelang es zum ersten Male einem Deutschen, dem Polizeihauptmann Kahl, eine Bronzene Medaille zu erringen. 1932 in Amerika waren die Schweden wieder besser. In diesem Jahre endlich hat die mühevolle Arbeit im Reichsheer zur Vorbereitung unserer Fünfkämpfer den schönsten Lohn gefunden. Oberleutnant Handrick ist im Sport kein Unbekannter mehr. Er betreibt den Fünfkampf seit fünf Jahren und er trainiert seit der Europameisterschaft 1934 für die Olympischen Spiele. Damals gelang es Handrick in Budapest, gegen stärkste internationale Konkurrenz siegreich zu bestehen und seitdem hat sich der Deutsche in einigen Hebungen des Fünfkampfes noch vervollkommnet. Im Schwimmen über 300 Meter ist er schneller geworden und im Fechten gehört Handrick nach mehreren Siegen auf großen Turnieren zur deutschen Spitzenklasse unserer Degenfechter. Sein Erfolg im Modernen Fünfkampf ist also das letzte Ergebnis zielbewußten sportlichen (Strebens. Im Gewichtheben war der Freisinger Man- Am Freifaa begannen die Vorkämpfe der Degenfechter auf dem Gelände des Hauses des Deutschen Sports. Um beider enormen Schnelligkeit des Kampfes genaue Ergebnisse feststellen zu können haben sich die Punkttichter mit allen technischen Apparaten versehen. Hier verfolgen sie an Hand des eleftr djen Signalgeräts die Treffer der Gegner. Im Hintergrund die Anzeigentafel, die die Punktzahl dem Publikum bekanntgibt. — (Preste-Bild-Zentrale-M.) ger der stärkste Mann. Er brachte 410 Kilogramm zur Hochstrecke. Wie? 410 Kilogramm werden von einem Mann gehoben? Rein, so ist das nun auch wieder nicht. Das Gewichtheben besteht eigentlich aus drei getrennten Konkurrenzen, die am Schluß insgesamt gewertet werden. Man unterscheidet Drücken, Reißen und Stoßen. Alle Hebungen werden beidarmig ausgeführt. Beim Drücken muß das Gewicht frei zur Brust gehoben werden, dort zwei Sekunden liegen bleiben, bis der Kampfrichter das Zeichen zur weiteren Aufwärtsbewegung gibt. Die Knie müssen durchgedrückt sein, und die Füße haben fest zu stehen. Ich habe versucht, in den Friesenhof zu kommen, ein Unterfangen, das der Mühe wert ist. Vor den Toren dieses schönen Hauses am Sportforum kommt man sich vor wie ein Primaner, der vor dem Lyzeum auf seine Tanzstundenliebe wartet. Es warten eine ganze Reihe solcher „Primaner" dort. Die Mädel im Friesenhof dürfen felbstoer- ständlich ausgehen, wann und wohin sie wollen. Und sie machen von der Erlaubnis natürlich auch Gebrauch. Sie treffen sich mit ihren Landsleuten, und da niemand in den Friesenhof hinein darf, warten sie eben vor dem eisernen Gittertor. Mal schleicht man hinten herum, um vielleicht durch einen Kücheneingang hineinzuwischen und mal erzählt man sich nebensächliche Dinge mit dienstbaren Geistern im kleinen Friesenhof-Restaurant, das man gerade noch betreten darf. Aber zur Hauptsache kommt man nicht, und das ist trostlos. Ein Mordsdusel, daß die Olympia-Siegerin Gisela Mauermeyer kommt, und mit diesem netten Mädel aus München kann man schon einmal ein paar Worte sprechen. Erkundigen wir uns, wie die Olympiasiegerin Gisela Mauermeyer trainiert. Sie läuft, treibt Gymnastik und — macht gerne einen Handstand im Training. Sie sagt lächelnd, daß ein Handstand ein feines Ergänzungstraining wäre. Gisela Mauermeyer treibt selbstverständlich noch anderen Sport mit Eifer und Erfolg. Als Münchnerin weiß sie in den Bergen ausgezeichnet Bescheid, und wenn sie im Winter auf gut gewachsten Schiern im Pulverschnee in Schußfahrt einen Hang hinabfausen kann, dann ist sie in ihrem Element. Im Friesenhof-Restaurant habe ich mich noch nach Helene Stephens erkundigt, der Amerikanerin, die in langen Schritten so unbekümmert die ■' 5 'M;". Bei den Olympischen Schießwettbewerben stellte der Schwede Torsten Ullmann im Scheibenpistolenschießen einen neuen Weltrekord auf. Hier sieht man ihn mit seinem Pistolenkasten. — (Scherl-M.) Hundertmetergerade herunterrannte und überlegen Olympiasiegerin wurde. Um dieses Mädel spinnen sich sagenhafte Dinae. So soll sie eine tiefe Baßstimme haben und Allüren wie ein grobschlächtiger Kerl. Kein Wort ist wahr davon. Sie, ein 17jähriges richtiges Mädel, das sich im Friesenhof größter Beliebtheit erfreut, sie stammt „vom Lande" und hat bis zum Jahre 1934 überhaupt nicht gewußt, was Leichtathletik ist. Sie spielte mit Lausejungen Baseball und ärgerte sie immer aufs neue, weil sie schneller laufen konnte, bis dann eines Tages — ganz wie im Märchen — der „Prinz" kam und sie entdeckte ... Ein fesselnd schönes Bild von dem 80-Meter-Hürdenlauf der Frauen, bei dem erst die Zielphotographie entschied, daß die Weltrekordlerin V a l l a, Italien (Zweite von rechts) vor der hervorragenden Deutschen Anny Steuer (Erste von rechts) eingekommen war. — (Schirner-M.) Ml Ml 1 v> X ' > ’i Der Zehnkamps-Krone der Leichlathlelik. Die Amerikaner führen. Roch nie in der Geschichte der Olympischen Spiele haben die Zehnkämpfer das weite Rund eines Olympiastadions fo beherrscht, wie in Berlin. Roch in Los Angeles mußten sie ihre ersten Wettbewerbe entweder in frühester Morgenstunde austragen, oder sie wickelten ihre Konkurrenz auf einem Rebenfelde vor wenigen Zuschauern ab. In Berlin hat endlich auch der Zehnkampf, die „Krone der Leichtachletik", die ihm gebührende Anerkennung gefunden. Die 40 000 Zuschauer folgten den spannenden Kämpfen auf der Aschenbahn und an den Sprunggruben mit größtem Interesse. Dank dieser Anteilnahme und des guten Wetters befanden sich denn auch die 28 Männer, die in diesem schwersten aller Wettbewerbe um den hohen Sieg kämpfen, in denkbar bester Laune. Mit großem Bedauern wurde die Mitteilung ausgenommen, daß unser Gerhard Stöck, der Gewinner des Speerwerfens und Dritte im Kugelstoßen nicht am Start erscheint. Eine Zerrung am Oberschenkel und das Wiederauftreten seiner alten Rückenoerletzung haben den Athleten gezwungen, auf den Start zu verzichten. 100=Sieter=£auf — Weitsprung 28 prächtig gebaute Athleten stellten sich zur ersten Hebung: dem 100-Meter-Lauf. Robert Clark- LJSA. lief mit 10,9 Sek. die beste Zeit. Glenn E. Morris, Amerikas junger Weltrekordmann, kam im zweiten Lauf auf 11,1 und verwies den vorjährigen deutschen Meister Erwin Huber mit 11,5 Sek. auf den zweiten Platz. Helmut Bon- n e t gehörte zu der siebenköpfigen Gruppe, die für die 100 Meter 11,6 Sek. gebrauchte. Die zw"ite Hebung, der Weitsprunq, wurde in zwei Gruppen ausgetragen. Zwölf Mann sprangen mit durchweg besseren Leistungen vor der Ehrentribüne, während die übrigen 16 Zehnkämpfer in der Nordgeraden ihre Hebung erledigten. Robert Clark baute seine Führung mit einem Sprung von 7,62 Meter weiter aus und führte mit insgesamt 1849 Punkten vor feinem Landsmann Jack Parker, der 7,35 Meter sprang, mit 1634 Punkten und Weltrekordmann Glenn E. Morris- USA. mit 1610 Punkten. Der Weltrekordler erreichte im Weitsprung 6,97 Meter und erhielt dafür 796 Punkte. Sehr gut hielt sich der Deutsche Huber, der mit 6,89 Meter den sechstbesten Sprung hatte und mit insgesamt 1485 Punkten den sechsten Platz erreichte. Der Deutsche Meister Bonnet kam auf 6,60 Meter und erhielt dafür 716 Punkte. Kugelstoßen Dann wurden die Kämpfe mit dem Kugelstoßen fortgesetzt. Die Leistungen blieben im allgemeinen hinter den Erwartungen zurück, die größte Weite erzielte Glenn Morris mit 14,10 Meter im zweiten Durchgang. Mit genau 14 Meter holte sich der Ungar Csany wertvolle Punkte und behauptete sich vor dem Letten Dimsa mit 13,66 Meter. Der Schwede Bexell folgte mit 13,54 Meter vor dem Amerikaner Parker mit 13,52 Meter. Dann kam der Deutsche Bonnet mit 13,50 Meter, ferner der sich überraschend gut haltende Holländer Brasser mit 13,49 Meter. Huber erreichte nur 12,70 Meter. Hochtpt-una. Auch nach dem Hochsprung, der vierten Zehnkampf-Hebung, veränderte sich auf den ersten drei Plätzen die Reihenfolge nicht. Aber Glenn Morris hatte den Rückstand auf seinen Landsmann Clark .. k • Der Italiener G a u d i n i gewann im Einzelflorettfechten die Goldmedaille. — (Scherl-Bilderdienst-M.) erheblich verkürzt, während sich Parker von dem überraschend starken Holländer Brasser schwer bedroht sah. Brasser war mit 1,90 Meter auch der beste Mann im Hochsprung. 1 85 Meter übersprangen nur Natvig (Norwegen), Plawczyk (Polen) und Morris (USA.), während Clark (USA.), Guhl (Schweiz) und Parker (USA.) 1,80 Meter bezwangen. Bonnet (Deutschland) kam über 1,75 Meter, was außer ihm noch sieben Mann gelang, Huber blieb nach 1,70 Meter hängen. 400 -Meter-Lauf. Noch dichter rückte Morris nach dem 400-Meier- Lauf, der die Wettbewerbe des Tages abschloß, zu Clark auf. Um nur zwei Punkte behielt Clark noch die Spitze. Parker liegt knapp vor Brasser auf dem dritten Rang. Huber konnte mit Bonnet den Platz wechseln. Die Teilnehmer bestritten in Gruppen zu fünf und sechs Mann die 400 Meter. Morris erzielte mit 49,4 Sek. die schnellste Zeit. Clark lief 50 Sek., der Finne Järvinen schaffte 50,7 Sek. Huber erzielte 52,3 Sek., Bonnet nur 53,6 Sekunden. Deutsche Ringer-Siege. 8000 Zuschauer in der Deutschland-Halle. Die Kämpfe im griechisch-römischen Ringen fanden am Freitagabend in der Deutschlandhalle eine so glatte Abwicklung, daß in einzelnen Gewichtsklassen schon die dritte Runde erledigt wurde. Die deutschen Ringer kamen sämtlich zu schönen Siegen, die von den über 8000 Zuschauern, die die Halle füllten, viel bejubelt wurden. Mit größter Spannung wurden die Kämpfe verfolgt, weil sich in den Paarungen der 2. Runden teilweise schon aussichtsreiche Kämpfer für die Endkämpfe gegenüberstanden. Besonderes Interesse und besondere Freude löste der Sieg des deutschen Schwergewichtsmeisters Kurt H o r n f i s ch e r aus, der den starken Tschechen Klapuch in einem technisch schönen Kampf glatt 3:0 nach Punkten schlug. Auch Schwei kert zeigte sich in glänzender Form und besiegte seinen Gegner Cocos-Rumänien im Mittelgewicht nach 8:08 entscheidend. Seelenbinder fing einen Ueber- stürzer des Schweizer A r g a s ab und legte seinen Gegner schon nach 3:10 Min. auf die Schultern. Auch in den Kämpfen der 3. Runde im Bantam- und Federgewicht konnten sich unsere Teilnehmer erfolgreich durchsetzen. Besonders erfreulich ist hier der Sieg von Hering über den finnischen Favoriten Reini. Hering griff unentwegt an und hatte zum Schluß die größeren Reserven, so daß die Punktrichter einen glatten 3:0-Sieg zugunsten unseres Kämpfers bekanntgaben. Im Bantamgewicht machte Brendel mit dem Dänen Baigt nicht viel Umstände und legte ihn nach 2:45 auf die Schultern. Deutschlands Degenfechter in der Vorendrunde. Als nach den Vorrundenkämpfen km Mannschafts-Degenfechten die Namen der 14 Mannschaften für die Zwischenrunde bekanntgegeben worden waren, wußte man, daß es am Nachmittag auf den Tennisplätzen des Reichssportfeldes heiße Kämpfe geben würde. Man hatte die 14 Teilnehmer zu je 2 Gruppen mit 3 und je 2 Gruppen mit 4 Mannschaften eingeteilt. Deutschland hatte dabei wenig Glück und geriet in die schwerste Gruppe, in der Schweden, Aegypten und Holland standen. Nach Ablauf der zwei Durchgänge standen alle diese vier Mannschaften punktgleich, so daß ein dritter Durchgang erforderlich wurde. Deutschland trat hier mit veränderter Mannschaft an. Außer dem schon im zweiten Durchgang für Geiwitz kämpfenden Uhlmann focht im dritten Gang noch Esser mit. Letzterer zeigte gute Leistungen und erzielte sogar zwei Siege. Uhlmann brachte es zu drei Siegen und auch Schröder hielt sich mit drei Siegen glänzend. Nur Röthig zog insgesamt mit 1:2 den Kürzeren. Mit diesen insgesamt 9 Siegen und vier Niederlagen hatten sich die Deutschen die Teilnahme an der Vorendrunüe schwer erkämpft. Lei den pistolen-Gcheibenschützen. Eine „Silberne“ für Deutschland. Der zweite Wettbewerb der Schützen in der Deutschen Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen zu Berlin-Wannsee, das Scheiben-Pistolenschießen wurde am Freitagnachmittag zu Ende geführt. Mit dem Eingreifen des Weltrekordmannes U l l m a n n - Schweden in den Kampf stand der Favorit bereits fest. Der Schwede rechtfertigte den guten Ruf, der seinem Können vorausgeht und schoß sechs glänzende Serien, die zusammen 559 Treffer ergaben, eine Leistung, die neuen Weltrekord bedeutet. In einigem Abstand belegte der deutsche Vertreter Krempel mit dem Dortagsergebnis von 544 Treffern den zweiten Platz und holte sich damit die Silbermedaille. Die bronzene Medaille holte sich mit einer überraschend guten Treffserie von 540 am Freitag der Franzose Jammoonieres. Die nächsten Plätze belegten Bonin-Frankreich (538), Ver- tiovaara-Finnland (537) und Jones (USA.) mit 536. Der Japaner Tajima (Mitte) stellte mit 16 Meter einen neuen Weltrekord im Dreisprung auf. Es war der erste Sieg Japans, und auch die Silbermedaille fiel durch Harada (rechts) an Japan. Die Bronzene Medaille erkämpfte sich der Australier Metcalfe (links). — (Schirner-M.) B Die Kämpfe aus der Aschenbahn. Oie Entscheidung im 400-Meter-Lauf. Dorläufe. Den Beginn der sportlichen Kämpfe des Nachmittags machen die beiden Vorentscheidungen im 400- Meter-Laufen. Fünf Läufer, Lanzi, Roberts, Loa- ring, Williams und Skavinsky gehen in die Start- löcher. Williams läuft an der Spitze gleichmäßig schnell und biegt mit über fünf Meter Vorsprung in die Zielkurve; ohne nachzulajsen strebt der Neger dem Ziele zu und gewinnt in 47,2 Sekunden. Roberts und Loaring enden als Zweiter bzw. Dritter. Im zweiten Vorlauf ist der einzige Deutsche Blazejezak auf der Innenbahn vor eine unlösbare Aufgabe gestellt. Er findet keinen Anschluß und kommt als Sechster aus der Zielkurve heraus und damit über den letzten Platz nicht hinaus. Der Neger Lu Dalle, der Engländer Brown und der ausgezeichnete Kanadier Fritz liegen dicht zusammen und gehen in dieser Reihenfolge durchs Ziel. Zwei Amerikaner, zwei Engländer und zwei Kanadier bestreiten daher den Endlauf. ♦ Die prachtvollen Athleten stellen sich den Photographen, lockern und schütteln die Muskeln. Die Plätze werden ausgelost. Es ist Rekordwetter, denn zum erstenmal seit Beginn der Spiele sind die Fahnen kaum bewegt von dem schwachen Wind. Die Bahnen sind mit Fritz, Lu Valle, Roberts, Loaring, Williams und Brown besetzt. Als Starter Miller zum Ablauf pfeift, liegt der Amerikaner Williams noch seelenruhig im Gras und knüpft bte Senkel feiner Dornenschuhe fest. Endlich ist es so weit. Der Schuß fällt, und mit einem Satz sind die sechs Männer aus den Löchern. Der durch seine Vorgabe am weitesten vorn liegende Engländer Browns zieht gewaltig los, aber der neben ihm liegende Williams hält mühelos mit. Nach 150 Meter fällt Loaring klar zurück. In der Zielkurve arbeiten sich Robert und Lu Valle mächtig nach vorn. Williams geht als Erster in die Gerade. Der hellfarbige Neger muß kämpfen. Er kann nicht so spielend wie in den Vorrennen gewinnen, unerhört stark drängt Brown nach vorn. Aber das Ziel ist zu nahe. Mit einem Meter Vorsprung gewinnt Williams in 46,5 Sek. vor Brown, dem dichtauf Lu Valle und Roberts fast in totem Rennen folgen. Der Amerikaner erhält die Bronze-Medaille. Klar abgeschlagen folgen die Kanadier Fritz und Loaring in dieser Reihenfolge. 5000 Meter: Siege der Kinnen. Lauf in olympischer Rekordzeit. Für die 5000-Meter-Entscheidung nahmen die 15 Bewerber eingangs der Zielkurve in einer Reihe Aufstellung. Die ersten tausend Meter legte das Feld unter Führung des Amerikaners Lash in 2:49,5 Minuten zurück. Der gegen die großen Finnen schmächtig wirkende Japaner Murakvso drückte weiter auf das Tempo, so daß für 1500 Meter 4:16, für 2000 Meter 5:45,4 gemessen werden. Höckert und Salminen übernahmen dann die Spitze, aber nach weiteren tausend Metern drängte wieder Lash und wenig später mit kleinen, aber schnellen Schritten der Japaner in Front. LaH war nicht nur durch das mörderische Tempo, sondern mehr noch durch die aufreibenden Stellungskämpfe so zermürbt, daß er allmählich immer mehr zurücksiel. Eine zweite Gruppe führte der Däne Siefert an. Bei 3000 Meter wurden 8:14 gestoppt. Höckert, Murakoso, Salminen, Lehtinen und der große Schwede Jonsson lagen vorn, Noji und Cerati konnten jetzt nicht mehr ganz folgen. Salminen machte plötzlich mit seinem Landsmann Höckert einen Rempler, stürzte und siel auf den fünften Platz zurück. Höckert ging zwei Runden vor Schluß davon, gefolgt in 15 Meter Abstand von Methinen. Weitere 30 Meter zurück spurtete der Schwede Jonsson an dem Japaner vorbei. In geringen Abständen folgten Nofi vor dem gefallenen Salminen, Cerati und der Engländer Ward. Noch hinter dem Norweger Hansen lag Siefert, während Amerikas Meister Lash den Beschluß machte. Höckert ging unangefochten als Sieger durchs Ziel und holte damit die zweite Goldmedaille für Finnland, während Lehtinen seinem Land die Silber-Medaille erkämpfte. Jonsson (Schweden) wurde Dritter. Mit größter Spannung warteten die 100 000 Zuschauer auf die Zeit, die bei dem unheimlich harte« Kampf ausgezeichnet sein mußte. Und sie war es auch. Denn die ersten drei Preisträger blieben unter dem Olympia-Rekord von Los Angeles, der durch Lehtinen auf 14:30 Minuten stand. Höckert siegte in 14:22,2; Lehtinen brauchte 14:25,8, Jonsson kam noch in 14:29-1 Minuten ein. Schaumburg Zehnter im 4500-Meter-Lauf. Im 1500-Meter-Lauf, wohl dem bisher aufregend» sten und phantastischsten Rennen der ganzen Olympischen Spiele in Berlin konnte die Reihenfolge vom siebten bis zum zwölften Platz erst durch die Zie^ kamera einwandfrei festgestellt werden. Die Reihenfolge zeigt unseren deutschen Meister Friedrich Schaumburg in 3:56,2 Minuten auf dem zehnten Platz und den Wittenberger Werner Bütt« ch er in 4:04,2 Minuten auf dem zwölften Platz, Schaumburg konnte einen [o guten Mann wie dett Schweden Erik Ny hinter sich lassen. 1 ■fe. Der Lauf über 5000 Meter brachte wieder außerordentlich spannende Augenblicke. Wieder führt der klein« zähe Japaner Murakoso, gefolgt von dem späteren Sieger Höckert, Finnland (halb verdeckt). Ferner erkennt man Lash, USA., Lethinen, Finnland, der Zweiter wurde, Hansen, Norwegen, Salminen, Finnland, Cerrati, Italien, und ganz am Schluß den späteren Dritten Jonsson, Schweden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Tom Merkens Olympia-Sieger. langten. Im ersten Lauf traf der großartige Deutsche Toni Merkens auf den Italiener Pola, der sich Das Olympische Radstadion bot auch am Freitag, der die Entscheidung des 1000-Meter-Olympia-Mal- fahrens brachte, mit einer viletausendköpfigen Zuschauermenge wieder ein ausgezeichnetes Bild. Begeistert feierte man die deutschen Meister im Achter- Kunstreigen und Einer-Kunstfahren, die auf dem Podium ihr Können unter Beweis stellten. Die sportlichen Wettbewerbe begannen mit dem Achtel-Finale im 1000-Meter-Malfahren. In den acht Läufen gab es durchweg die erwarteten Ergebnisse. Unser deutscher Vertreter Toni Merkens hatte mit dem Norweger Sandtorp wenig Mühe, er brauchte die letzten 200 Meter nicht einmal übermäßig schnell in 13 Sekunden zu spurten. Der Holländer van Vliet, Merkens langjähriger Rivale, konnte seinenLLauf gleichfalls ziemlich mühelos gewinnen, wobei er die letzten 200 Meter in 12 Sek. zurücklegte. Die Viertelfinals gewannen nacheinander (ganz programmäßig) Chaillot - Frankreich, van Vliet—Holland, Pola-Jtalien und Merkens- Deutschland, so daß die zur Zeit wirklich besten Bahnfahrer der Welt in die Vorentscheidungen gern 12 Sekunden klar geschlagen geben mußte. Ebenso sicher fertigte van Vliet im zwecken Lauf den Franzosen Chaillot ab. Van Vliet und Toni Merkens traten dann zur Entscheidung an; es waren die gleichen Fahrer, die schon im Vorjahr bei der Weltmeisterschaft im Endlauf standen. Der Endkampf Merkens— van vliel. Den ersten Lauf des Finales gewann Merkens mit einer Dreiviertel-Länge. Ein Protest van Vlieks wegen Behinderung wurde nicht anerkannt. Ungeheuerer Jubel brauste auf und man ahnte schon, daß gegen diesen Toni Merkens diesmal auch van Vliet nicht aufkommen würde. Im zweiten Lauf fetzte sich der Deutsche dann taktisch richtig an die Spitze und ließ seinen Gegner kaum über sein Hinterrad hinaus. Mit einem Vorsprung von Dreiviertel-Längen durchfuhr Toni Merkens das Zielband als neuer deutscher Olympia-Sieger. Im Kampf um den dritten Platz behielt Chaillot- Frankreich über den Italiener Pola die Oberhand. Große Erfolge der deutschen Kanufahrer. Landen/WeverS gewinnen die „Goldene-'. Im Zweier-Kafak-Rennen (10 000 Meter) der Olympischen Kanu-Regatta waren alle zwölf gemeldeten Boote am Start. Sofort nach dem Startschuß setzten sich die deutschen Vertreter Landen- Wevers an die Spitze des Feldes, dicht gefolgt von den Oesterreichern Kalisch - Steinhuber. Auf den letzten 700 Meter begannen die Deutschen mit einem großartigen Endspurt, der sie weit von den Oesterreichern wegführte. Mit 90 Meter A b -> stand gingen die Deutschen als vielbejubelte Sieger durchs Ziel. An dritter Stelle folgten die Schweden Fahlborg - Larsson vor den Dänen Lov- green - Svendsen. Das Ergebnis: Emst Krebs siegt im Kajak-Einer. Eine zweite Goldmedaille für Deutschland holte im Kajak-Einer der Münchener Ernst Krebs heraus, der das Ziel vor dem österreichischen Meister Fritz Landertinger und Ernest Riedel (USA.) erreichte. ♦ Hönisch - Horn auf dem zweiten Platz. Im Zweier-Faltboot lieferten sich di« Deutschen Hanisch - Horn, unsere Europameister, einen herrlichen, selten gesehenen Kampf mit den beiden Schweden Johansson - Bladström, den die Skandinavier auf den letzten 100 Meter knapp für sich entscheiden konnten. Damit errangen die Schweden die Goldene und die Deutschen die Silberns m? -hniffp w W : 1 ' 'M ’ ä: w ' Am Freitag begann das Ringen um die schwerste leichtathletische Prüfung, den Zehnkampf. Als erster Wettbewerb.wurde der 100-Meter-Lauf durchgeführt. Hier ist das Zielbild eines der neun Läufe, in dem der Weltrekördrnann Glenn Morris mit 11,3 Sekunden nur die zweitbeste Zeit erzielte. Als Zweiter lief der Deutsche Huhsr (Nr. 885) und afe Dritter der Tscheche Klein (Nr. 685) ins Ziel, (Scherl-MH dem bisher so erfolgreichen Verlauf der Silber Bronze Gold Nationen 2 Weitere Kämpfe in den Turnieren. 3 4 4 2 3 6 1 1 1 1 3 großen Können der norwegischen Abwehr- sicheren Sieg mit 11:0 lit die Goldene Medaille. 4 11 an dem spieler. 5 1 2 11 16 1 3 4 4 3 3 1 2 2 Griechenland Aegypten Argentinien Australien Belgien China Dänemark Estland Finnland Frankreich Großbritannien.... Holland Indien Island Italien Japan Kanada Lettland Mexiko . Neuseeland Storivegen Oesterreich Philippinen Polen Rumänien Schweden.* Schweiz Süd.Afrika Tschechoslowakei.. Türkei Ungarn Uruguay Bereinigte Staaten Deutschland 13 16 Wer am Freitagnachmittag das Maifeld im Reichssportfeld betrat, der traute seinen Augen kaum: Fast 100 000 Menschen waren erschienen, um dem Polo-Endspiel zwischen Argentinien und Großbritannien beizuwohnen! Die Argentinier kamen durch ihre größere Schnelligkeit und durch feineres Zusammenspiel zu einer* ---- ~11‘n Hauptsache darauf beschränken, ihren Schußkreis vor den fortwährend angreifenden Indern zu decken. Großes Interesse werden unsere feldgrauen Fahrer mit zumeist 3-Liter-Kübelsitzwagen, aber auch kleineren Wagen, finden, während die NSKK.-Fahrer fast ausschließlich Privatfahrzeuge stellen. Man darf auf den Ausgang dieser interessanten Orientierungsfahrt gespannt sein, vor allem darauf, wie die NSKK.-Männer sich gegenüber den naturgemäß sich im Vorteil befindenden Fahrern der Wehrmacht durchsetzen werden. Um eine gerechte Beurteilung zu erlangen, werden bei dieser Fahrt die Dienftfahrzeuge besonders bewertet, um ihr Heber- gewicht gegenüber den Privatwagen der NSKK.- Männer nicht allzusehr in Erscheinung treten zu 1 4 2 1 2 1 4 2 3 1 3 3n diese Aufstellung sind die Kunstwettbewerbe einbegriffen. schieden. Pünktlich zur festgesetzten Zeit erschienen die beiden Mannschaften auf dem Spielfeld, zuerst die der Norweger und dann die deutsche. Beiden Parteien wurde großer Beifall zuteil. Deutschland: Jakob; Münzenberg, Ditgens; Grämlich, Goldbrunner, Bernard; Lehner, Sifsling, Lenz, Urban, Siemetsreiter. Norwegen: Johannsen; Eriksen, Holrnsen; Ulleberg, Juve, Holmberg; Frantzen, R. Kvammen, Martinsen, Jsaksen, Brustad. 7. rNinule: 1:0 für Norwegen. Die ersten Spielminuten sahen die deutsche Mannschaft zu aufgeregt, als daß sie dem ersten Ansturm der Norweger wirkungsvoll begegnen konnte. Erst sieben Minuten waren vergangen, da lag Norwegen schon mit 1:0 in Führung. Eine unreine Abwehr der deutschen Hintermannschaft ließ Jsaksen zum Schuß kommen. Jakob hatte gegen die unheimlich scharf und placiert abgefeuerte Bombe keine Chance. Dieses Tor der Nordländer schien die deutsche Mannschaft etwas aufzurütteln, das Spiel wurde jetzt etwas besser und daher auch die nächste Zeit ausgeglichen. Beide Mannschaften kämpften mit äußerster Konzentration, brachten aber bis zur Pause keinen zählbaren Erfolg mehr zustande. Mit 1:0 für Norwegen ging es zur großen Heber» raschung der deutschen Fußballgemeinde in die Pause. Deutschland drängt erfolglos. Fußball: Deulschlanb-Aorwegen 0:2 Oie große Enttäuschung.—Deutschland ausgeschieden. Entscheidung fünf Minuten vor Schluß. Während sich die deutschen Stürmer vor dem norwegischen Tore mit unfruchtbarer Kombination abmühten, unternahm Norwegens Angriff einen kraftvollen Vorstoß, der die Entscheidung brinaen sollte. Der Linksaußen Brustad brannte an der Außenlinie durch, gab zu Jsaksen, der zum zwei- ten, den norwegischen Sieg sicherstellenden Treffer einschoß. Jakob konnte auch dieses Tor unmöglich verhindern. Damit waren alle Hoffnungen der deutschen Spieler und Zuschauer vernichtet. Nor- wegen qualifizierte sich für die Zwischenrunde. Italien schlägt Japan 8:0. Zum Zwischenrundenspiel Italien gegen Japan hatten sich im Mommsen-Stadion nur 4000 Zuschauer eingefunden. Italien feierte gegen Japan, das den Heberraschungssieg über Schweden errungen hatte, einen überaus klaren 8:0-(2:0-)Sieg. Die Japaner fanden den Anschluß an die große Linie des Schwedenspieles nicht. Die Härte der Italiener behagte ihnen gar nicht und dadurch wurde ihr Spiel immer zerrissener und ungenauer. Italien dagegen hatte mit allen Aktionen Gluck. Olympische Medaillen. Am Freitagnachmittag waren zum ersten Hockey- Spiel ins Stadion aus dem Reichssportfeld wieder über 15 000 Zuschauer gekommen, die alle die indischen Wunderspieler im Kampf mit der amenka- nischen Nationalmannschaft sehen wollten. Die Be» sucher hatten ihr Kommen nicht zu bereuen, denn Indien führte wieder Hockey in höchster Vollendung vor. USA. hatte nie eine Chance und verlor hoch Nach ----- . „ XL Olympischen Spiele mußte die deutsche Sport- gemeinde am Freitagnachmittag die erste große Enttäuschung erleben. Im Poststadion kämpfte Deutschlands Fußballmannschaft im Zwischenrundenspiel gegen Norwegens Elf und mußte sich mit 0:2 (0:1) geschlagen bekennen. Dor 35 000 Zu- schauern und unter den Augen des Führers, der durch sein unerwartetes Erscheinen kurz vor Beginn des Kampfes den deutschen Olympia-Fußbal- lern eine große Ehre erwiesen hatte, gelang es der deutschen Mannschaft — und besonders dem deut- schen Sturm — nicht, den norwegischen Torhüter auch nur ein einziges Mal zu überwinden. Mit dieser Niederlage ist Deutschland aus dem Olympia-Fußball-Turnier ausge- Spitze, die er bis ins Ziel sicher vor Hruguay und Kanada behauptete. Holland endete auf dem sechsten, Finnland auf dem fünften, Deutschland auf dem neunten Platz. Deutschland führt in der Stardootklasfe. In der Starbootklasse scheint der deutsche Vertreter „Wannsee" ein sicherer Anwärter auf die Goldene Medaille zu fein. Nachdem Dr. Bischoff- Berlin am Vortage bei schwerem Wetter in überzeugender Weise feine Gegner abgefertigt hatte, zeigte er am Freitag, daß er auch bei leichtem Wetter erheblich schneller ist als alle seine Gegner. Nach der vierten Wettfahrt liegt Deutschland mit 45 Punkten in Führung vor Schweden mit 44 Punkten. Mit großem Abstand folgt Groß-Britan- nien (36) vor Holland (30) und USA. (27). Beim Start zur 6-m»8-Klasse zeigte sich die Schweiz am geschicktesten und ihr sieggewohnter Steuermann Novarrez verstand es auch weiterhin, den einmal errungenen Vorsprung zu halten und sogar weiter auszubauen. Trotz aller Versuche der nachfolgenden Boote, insbesondere Deutschlands, Norwegens und Schwedens, gelang es diesen nicht mehr, dem Schweizer Boot die Führung abzuneh- men. Deutschland hatte längere Zett um den einmal errungenen zweiten Platz zu kämpfen. Frankreich — Belgien 2:2 (1:2). Im Anschluß an das Spiel Indien gegen USA. lieferten sich die Mannschaften von Frankreich und Belgien vor 10 000 Zuschauern ein ausgesprochenes Kampfspiel. Man sah keine technischen Feinheiten, dafür wurde man durch den unerschütterlichen Kampfeseiser der beiden Mannschaften begeistert. Bis zur Pause hatte Belgien etwas mehr vom Spiel und es konnte diese Heberlegenheit auch durch eine 2:1-Führung zum Ausdruck bringen. Nach dem Wechsel kamen die Franzosen aber stark auf, es gelang ihnen jedoch erst kurz vor Schluß des Spieles der verdiente Ausgleich. Zweiter Tag des Handball-Turmers. Das Olympische Handballturnier wurde am Frei- tag mit zwei Spielen fortgesetzt. Erstmals griffen die Schweizer in die Ereignisse ein. Die Eidgenossen landeten über Rumänien einen knappen Sieg mit 8:6 (5:2) und stehen damit als Zweiter der Gruppe B fest. In der ersten Halbzeit waren die Schweizer klar überlegen, dann fanden sich aber die Rumänen besser und die Eidgenossen konnten mit knappem Vorsprung den Sieg retten. Die Mannschaft der USA. hatte bei ihrem ersten Auftreten wenig-Glück, denn die von Deutschland am Vortage hoch geschlagenen Ungarn fertigten die Amerikaner leicht mit 7:2 (4:1) ab. Auch Ungarn hat sich damit die Teilnahme an der Endrunde gesichert. Die Spiele Deutschland — USA. und Oesterreich — Schweiz beenden am Samstag die Dorunde. Argentinien Olympia-Sieger im Polo. 100 000 auf dem Malfeld. Nach der Pause drängte die deutsche Mannschaft, im Strafraum der Skandinavier erwiesen sich aber die deutschen Stürmer als hilflos. Unentschlossen wurde immer wieder zugespielt und wenn sich schon einer der Stürmer zum Schuß entschloß, dann kam der Ball so weich und ungenau, daß der ausgezeichnete Hüter der Norweger immer wieder retten konnte. Bei einem Gegenstoß des norwegischen Sturmes hatte Jakob, der einzige deutsche Spieler, der alle Erwartungen erfüllte, mit einem Drehschuß von R. Kvammen große Mühe. Die Abwehr glückte aber. Auf der anderen Seite bot sich den Zuschauern immer wieder das gleiche Bild. Deutschland versuchte alles, den Torvorsprung aufzubolen, scheiterte aber immer wieder an der eigenen Unzulänglichkeit oder Bald nach dem Start der 8-m-N-Klasse übernahm England die Führung, gefolgt von Nor- wegen und Finnland. Italien kam aber stark auf und übernahm die Spitze unter Führung feines vorzüglichen Steuermanns Regio. Bis zum Ziel blieben die Italiener in Front. - Hockey - Vaskett. Erste Basfettball-Spiele. Don den 23 gemeldeten Nationen zum Olympischen Baskett-Turnier traten am Freitag zwanzig zur ersten Runde an. Die Philippinen hatten Frei- los gezogen und greifen erst am Samstag em. Estland schlug Frankreich 34:29, nachdem Frank- reich bis zur Pause noch knapp mit 16:17 die Ober- Hand hatte. Leicht und sicher blieb Chile über die Türkei mit 30:16 (15:5) erfolgreich. Deutschland als Neuling in dieser Sportart hielt sich gegen die Schweiz recht gut und konnte bis zur Pause sogar mit 8:10 führen. Im zweiten Spielabschnttt aber kamen die Schweizer gut auf und siegten schließlich durch besseres und. schnelleres Zusammenspiel mit 25:18 Punkten. Dor überraschend gutem Besuch wurden am Nachmittag auf den Plätzen des Olympischen Tennis- stadions die Basketballspiele der ersten Runde fortgesetzt. Die Heberraschung des Tages war Italiens 44:28-(25:12-)Sieg über Polen, das man für wesentlich stärker hielt. Einen glatten Favoritensiey errang Mexiko, das nur mit halber Kraft zu spielen brauchte, über Belgien. Die Tschechoslowakei und USA. kamen kampflos weiter, Da Ungarn bzw. Spanien nicht antraten. Die Sieger der Freitaa- spiele greifen Sonntag erst wieder in die Kämpfe ein, während die unterlegenen Mannschaften am Samstag um den Derbleib im Wettbewerb kämpfen werden. Weitere Ergebnisse: Peru — Aegypten 35:22 (17:6), Mexiko — Belgien 32:9 (12:2), Italien — Polen 44:28 (25:12), Kanada — Brasilien 24:f7 (14:7), Lettland — Uruguay 20:17 (11:11), Japan - China 35:19 (15:10). Zwei Hockey-Spiele am Freitag. Das Olympische Hockey-Turnier wurde am Frei- tag mit zwei weiteren Spielen fortgesetzt. USA. verliert gegen Indien hoch mit 0:7 (0:3). Rekord-Meldeergebnis für die Kurheffenfahrt. RSG. Das jetzt vorliegettde endgültige Meldeergebnis für die Kurheffenfahrt der Motorgruppe Hessen des NSKK. darauf ohne Uebertreibung als großer Erfolg bezeichnet wekden. Dor allem sind es die Fahrer aus dem Gau Hessen-Nassau, die an dieser Veranstaltung ihrer zuständigen Motorgruppe in ungewöhnlich großer Zahl sich beteiligen. Besonders stark sind die drei motorisierten Formationen: Wehrmacht, NSKK., SS., vertreten. 170 NSKK.-Männer, 100 Fahrer der Wehrmacht, 50 SS.-Fahrer zeigt das Ergebnis bis zum Stichtag am 5. August 1936. Erfreulich ist, daß gerade in diesen Zahlen eine außerordentlich starke Beteiligung von Mannschaftsfahrern zu finden ist. Oie Ergebnisse der 10000-Meler- Langstrecken-Kannrennen. Kaiak-Zweier: 1. und Olympiasieger: We- oers - Landen (Deutschland) 41:45D Minuten; 2. Kalisch - Steitthuber (Oesterreich) 42:054 Mm.; 3. Fahlborg. Larsson (Schweden), 43:06,1 Minuten. Faltboot-Zweier: 1. und Olympiasieger: Johansson - Bladström (Schweden), 45:48,9 Min.; 9 Horn-Hanisch (Deutschland), 45:49,2 Min.; 3 D und C Wijdekop (Holland), 46:12,4 Minuten. Kajak-Einer: 1. und Olympiasieger: Ernst Krebs (Deutschland), 46:01,7 Min.; 2. Fritz Lan- derttnaer (Oesterreich), 46:14,7; 3. Ernest Riedel (USA.) 47:23,9 Minuten. RoHboot.einer: 1. und Olympiasieger: 1. Hradetzky (Oesterreich), 50:01,2; 2 Eberhardt (Frankreich), 50:04,2 ; 3. Hormann (Deutschland), 50:06,5 Minuten. Zweier-Kanadier: 1. und Olympiasieger: Mottl - Skrdlant (Tschechoslowakei), 50:33,8; 2. Ka- nada, 51:51,8; 3. Oesterreich, 51:28; 4. Deutsch- land, 52:35,4 Minuten. Vierter Tag aus der Kieler Förde. Am Morgen des vierten Wettkampftages auf der Kieler Förde herrschte zwar trockenes, aber diesiges Wetter bei völliger Windstille. Die Segler sahen sich daher gezwungen, ihren Start um einiges zu verschieben. Als dann um 11.50 Hhr zum Start gerufen wurde, wehte nur ein schwacher Nord-Nordost von 1 bis 2 Meter-Sekunden. Wettbewerb der Olt)mpia-3ollen. 25 Olympia-Jollen gingen auf die Reise. Der Vertreter Norwegens, Thorwaldsen gewann die Fußball - Handball vor. USA. hatte nie eine u-pance unu w mit 0-7 (0-3) Der beste Mann der amerikanischen Toren und holten sich 0, war dabei wieder der Torhüter Fentretz. der England, das sich die .Hüberne" sicherte, wehrte seinem Land eine höhere Niederlage ersparte. Die sich tapfer; der Ehrenerscha, den es verdient gehabt übrigen amerikanischen Spieler mußten sich in der s hatte, blieb ihm aber veisagt. Unbdannte Fracht. Roman von Zranl Z.vraun. 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Er wusch sich, kleidete sich an und setzte sich vor seine weißen Bogen. Er vergaß sogar selber, Milch zu trinken, so groß war die Lust an dieser Arbeit. Antje hatte ein Lächeln um den Mund, von dem sie nichts wußte. Sie klingelte bei Rat Schrader, und die Frau Rat fuhr sie unsanft an. Es sei viel zu spät, der Herr Rat müsse ins Büro. ®ie solle eher kommen. „Jawohl!", sagte Antje, und ihr Lächeln blieb. Es hielt sich Den ganzen Morgen in ihren Mundwinkeln versteckt. 4. Kapitel. Der Bahnhof Cuxhaven liegt von dem^ Seebad und dem Hafen ziemlich weit ab. John ^Hakenbeck und Rudolf Terbrügae wanderten durch Die kleine, saubere Stadt. Es fiel ein leichter, hier gewohnter Regen, jetzt gegen den e>patnad)mittag stärker. Don der Elbmündung herüber kam mit dem Ostwind das Tuten der Dampfer, die einander rechtzeitig ankündigen mußten. Rudols Terbrüage horchte aus; dann packte er feinen Freund beim Arm. „Die ,Queen Elizabeth wird uns doch nicht vor der Nase davonsahren. Tutet sie vielleicht zum Abschied?" „Unfinn", sagte Schnakenbeck, „du kannst dich darauf verlassen, daß Metzler unser ^Erefsen für diesen Nachmittag angekündigt hat. Der Kapttan braucht Leute und wartet infolgedessen auf uns. Es ist auch gar nicht erforderlich, daß wir m Schweiß gebadet dort ankommen. Laß uns unser ®epatf eine Weile absetzen und verschnaufen. Er hatte die notige Ruhe und warf feinen rotbraunen Seefatf em- falie1,Que"nQ6Ü3ab=tl)'' tag bei bet toten Liebe Hier am Wasser war der Nebel starker, er schlug als dünner Regen nieder. Don dem Dampfer sah man nicht allzuviel. Ein schönes, duukrigesttnhenes Schiff. Der Schornstein hatte eine lichtblaue Kuppe. John Schnakenbeck und Rudolf Terbrugge Polter- ten über die Anlegebrücke. Ein Matrose stand da. Er sah sie an. „Zu uns?" fragte er auf deutsch. „Heizer und Trimmer." Der Ire verzog das Gesicht. „Goddam! Habt ihr die Kessel gesehen, die Feuerlöcher, der Kohlenraum, ehe ihr anmustertet?" langsames Enalisch, das scheinbar alle verstanden, „seid nett zu Den Neuen. Es sind der Heizer und der Trimmer." John Schnakenbeck erblaßte. Das war eine böse Begrüßung; er verstand den Sinn der Worte. „Du meinst, Patrick, wir fliegen doch bald in die Luft?" „Ich fliege nicht mit", sagte Patrick, „ich sitze immer schon ganz oben im Top; ich falle höchstens mal herunter? Seine Witzigkeit hatte einen Trauerrand, trotzdem wurde er dröhnend belacht. Die andern kamen näher. Das Eis schien gebrochen, plötzlich waren sie alle Kameraden. Vielleicht waren sie froh, daß der fehlende Heizer und dazu noch ein Trimmer sich gefunden hatten. Ein magerer Norweger drückte es aufatmend in Worten aus, was sie alle bewegte: „So brauchen wir also nicht zu würfeln, wer an-die Kessel muß." John Schnakenbeck war verstummt. Er packte seine Sachen aus. „Mach es ebenso, Rudolf, und dann wollen wir uns bei dem ersten Maschinisten melden. Don dem Mann sind wir nun eine Weile abhängig, gebe Gott, daß er ein Mensch ist." Er hatte halblaut gesprochen, aber einer der Kameraden war Deutscher oder verstand gut deutsch. Er sagte: „Gott kümmert sich um dies verfluchte Schiff ganz gewiß nicht." Dann ging er weg. Der erste Maschinist war ein Schotte. Er war wortkarg und die beiden Freunde hatten das Gefühl, daß er selber sich auf der „Queen Elizabeth" auch nicht wohlfühlte. Er drückte den beiden Deutschen die Hand und sagte nichts. Aber auf diesem Schiff hatte ihnen noch niemand die Hand gereicht, und sie waren ihm dankbar. „Durham ist unten bei den Kesseln", meinte er dann. „Sie unterstehen ihm. Sehen Sie zu, daß Sie mit Durham auskommen. Damit schickte er sie weg. Draußen sagte John Schnakenbeck: „Dieser Durham scheint unverträglich zu sein. So fasse ich die Worte des ersten Maschinisten auf, nicht wahr? Je eher wir diesen Durham zu sehen bekommen, desto besser wird es fein. Komm mit." Er stieg Die Eisen- nach. Was John Schnakenbeck annahm, würde auch für ihn gut sein. „Sie wissen ja auf einem Dampfer Bescheid, Schnakenbeck", schloß der Zahlmeister die Formalitäten, „führen Sie Ihren Freund gut ein; desto weniger Aerger haben Sie beide." John Schnakenbeck wagte noch eine Frage. „Die Mannschaft ist englisch?" „Sie werden Landsleute finden, dann Engländer, Iren, Polen und Russen." „Der Kapitän?" „Der Kapitän und ich sind Londoner." Das klang stolz und schuf einen Abstand nach Meinung des Zahlmeisters. Die „Queen Elizabeth" fährt unter britischer Flagge." Er drehte sich auf feinem Sitz weg und sah die beiden Leute nicht mehr an. Sie gingen stumm hinaus. Schnakenbeck fand seinen We^. Niemand begeß» nete ihnen; aber im Mannschastslogis hockten ein Dutzend Leute auf Stühlen, Netten und Kisten herum; alle schienen sie schlechtester Laune zu sein. Als John Schnakenbeck und Terbrugge mit einem Gruß eintraten, wurden sie nur von abweisenden Blicken empfangen. Einer knurrte über den Tisch weg: „Germans..."; er schien enttäuscht. Aber da er Der einzige war, der überhaupt geantwortet hatte, sprach John Schnakenbeck chn an und fragte nach Bett und Schrank. Der Mann erhob sich widerwillia. Er war groß, sehr grobknochig und wirkte infolgedessen mager. Sein Haar machte ihn auffallen. Es war fuchsrot und ungepflegt lang. „Hier", sagte er und rotes Die Lager an. „Es ist noch viel frei, wir haben lange nicht die volle Mannschaft; ihr tömti euch auch andere Plätze suchen, roo etwas frei ift" John Schnakenbeck bedankte sich; er tat es absicht- lich sehr freundlich. Der Rothaarige schien Gefallen an ihm zu finden. „Ich heiße Patrick", erklärte er unaufgefordert, „bin aus Dublin. Ihr seid beide Deutsche?" * „Ja, ich heiße John, mein Freund Rudolf. „Matrosen — oder?" (eiter als erster in die Tiefe. Schwüle, feuchte Hitze empfing sie. Aus den Feuerlöchern, die gleichmäßig im Abstand nebeneinander lagen, strömte Hitze aus. Die Kesselventile zi ch- ten. Dampf entwich. Die „Queen Elizabeth lag „Nein, ist -- sehr schlimm d° unten?" unter Dampf, bereit jeden Augenblick au-zufahren. .Kinder", rief der Ire, er sprach ein näselndes,, (Fortsetzung folgt!) John Schnakenbeck war der vordere. Er nickte. „Heizer und Trimmer", sagte er. „Wir werden wohl schon erwartet?" Der Matrose zuckte die Achseln. „Es hieß, daß noch zwei an Bord kommen würden", meinte er mürrisch, „möglich, daß ihr gemeint wart. Der Zahlmeister ist in feiner Kabine. Meldet euch bei ihm." Sie fanden einen dicken Mann mit steil hochgebürsteten, grauen Haaren hinter seinem Schreibtisch. Er hatte einen goldgefaßten Klemmer auf einer breiten Nase zu balancieren, was feine ganze Aufmerksamkeit erforderte. Er hütete sich vor überhasteten Bewegungen, die seine Gläser gefährdet hätten. Vielleicht war er deswegen so dick geworden. „Haben Sie Papiere?" fragte er in leidlichem Deutsch und sah beide Ankömmlinge aus vier Augen an; Der Klemmer spiegelte. John Schnakenbeck gab seine Ausweise hin. Der Zahlmeister prüfte sie. Er schien zufrieden. RuDolf Terbrügge hatte nur einen Paß. Auch Den nahm Der Zahlmeister an sich. „Hngefahren? Nun, als Trimmer roirD keine Seemannsarbeit verlangt. Sein Lächeln war nicht angenehm zu sehen. Er lehnte sich zurück. „Wir zahlen Den englischen Tarif", jagte er. „Hnterschreiden Sie hier. Daß Sie einoerftanDen finD. Abmustern können Sie nur hier in Cuxhaven ober in Hamburg, Dem Ausgangshafen." Er sah sie lauernD an. John Schnakenbeck fragte: „Wohin geht Die Reise und wann kommen wir zurück?" „Kapitän Pranke fährt auf eigene Rechnung. Es geht zunächst nach Island, Dann wahrscheinlich an Die norwegische Küste. Es hängt alles vom Kapi- „In Den Norden, nun Das ist gut", sagte John Schnakenbeck. Er sah seinen Freund an. „Es ist besser als in Den Tropen. Die Kessel sind so schon warm genug für unfereinen." Der Zahlmeister grinste. „Frieren wer Den Sie Da oben im NorDen nicht", verhieß er unD schob Die weißen Bogen über Den Tisch. John Schnakenbeck unterschrieb seinen Namen. Der Text war englisch. Zwecklos, Darüber zu sitzen. Sein Englisch reichte als Hmgangssprache gerade aus, Verträge unD Schriftsätze in Dieser Sprache verstand er nur halb. RuDolf Terbrugge tat es ihm lassen. Immer wieder aber verdient die echt spart« liche und kämpferische Einsatzbereitschaft der Braunhemden des Kraftfahrkorps herausgestellt zu werden, deren felbstlofes Opfer höchste Anerkennung verdient. Die Kurhessenfahrt mit Start und Ziel in Marburg a. d. Lahn wird eine der größten Orientie- runasfahrten im Gelände der beiden Gaue Hessen- Nassau und Kurhessen sein. Der Start erfolgt Sonntag, den 9. August 1936, vormittags 7 Uhr auf der Bürgerwiese in Marburg a. d. Lahn. Ab 11 Uhr dürften die ersten Erringer der begehrten Goldmedaillen erwartet werden. Um 16 Uhr findet im Kurhotel Ortenberg die feierliche Siegeroerkün- düng statt. Schiedsrichter-Appell des Sportkreises Gießen in Wehlar. Wenn die 6ommerfperre beginnt, so bedeutet dieses für die Schiedsrichter nicht eine Zeit des Ausruhens, sondern eine ernste Vorbereitung. Da während der Spielzeit keine Gelegenheit gegeben ist, auch die Schiedsrichter auf ihre körperliche Der- sassung zu prüfen und auch sich ein endgültiges urteil über ihre Leistungsfähigkeit zu bilden, so muß diese kurze Zeitspanne hierzu benutzt werden. Darüber hinaus haben die einzelnen Schiedsrichter im Rahmen der Gemeinschaft die Möglichkeit, sich über auf dem Spielfeld abgespielte Geschehnisse ein unmittelbares Urteil zu bilden, das ein jeder in der an das Spiel anschließenden Besprechung vortragen und eventuell einer Berichtigung unter» ziehen kann. In den Schiedsrichterspielen, die von den Schiedsrichtern untereinander ausgetragen werden, soll der Beweis dafür erbracht werden, daß die Schiedsrichter nicht nur Ausleger der Regeln sind, sondern selbst Fußball spielen können. Für das morgige Treffen in Wetzlar sind drei Spiele der Schiedsrichtermannschaften vorgesehen. Den Abschluß bildet ein Spiel der Kreismannschasten Gießen und Wetzlar. Dieses letzte Spiel soll von Schiedsrichtern geleitet werden, die in der nächsten Spielserie zu höheren Ausgaben herangezogen werden sollen. Die Auswahlmannschaften. Am konnnenden Sonntag spielen im Rahmen des Schiedsrichter-Belehrungskurses folgende Mannschaften: Kreis Gießen: Happel («Steinberg); Lippert (1900), Mund (VfB.); Heilmann (1900), Knaus (VfB.), Erhardt (1900); Gabriel (Lollar), Klinkel (Lollar), Heß (VfB.), Fett (Steinberg), Szponick (VfB.) Kreis Wetzlar: Schreier (05 Wetzlar); Schäfer (Naunheim), E. Benner (05 Wetzlar); Need (Naunheim), Bingel I (Dissenberg), Zielberg (05 Wetzlar); Blech (05 Wetzlar), Dingel II (Bissenberg), Wohlgemuth (05 Wetzlar), Hattert (Naunheim), Ständen (Bissenberg). Das Dolkstumen im Turnkreis 8. In Vurggemünden, Kinzenbach und Oberscheld. Der Turnkreis 8 (Gießen) hat im vergangenen Jahre sein Kreisvolksturnen für bie verschiedenen Kreisgebiete getrennt abgehalten und hat mit dieser Unterteilung sehr gute Erfahrungen gemacht. Es war hierdurch möglich, einen viel größeren Teil der Turner des Kreises zu erfassen, als dies bei einer Veranstaltung für den gesamten Kreis der Fall gewesen wäre; man hatte im vergangenen Jahr eine Rekordbeteiligung aufzuweisen und deshalb ist man auch in diesem Jahre bei der Unterteilung in einzelne Kreisgebiete verblieben. Das Kreisvolks- Schach-Ecke. ^gearbeitet von K. Helling. Turm gegen Läufer. a b e d e f g h In der Aufgabe von Wilhelm G u d e h u s zieht Weiß an und soll mit dem dritten Zuge mattsetzen. Es kommt darauf an, den Läufer, die einzige Verteidigungsfigur des Schwarzen, auf schlechte Wege zu bringen. 8 7 6 5 4 8 2 1 In der Aufgabe von S. Loyd zieht der Weiße an und soll mit dem zweiten Zuge mattsetzen. Obwohl das Material ziemlich ausgeglichen ist, kann sich der Weiße noch ein dickes Opfer leisten. Lösung der Schachaufgabe vom 3. Juli. Weiß: Kel, Tal, Tel, Sd2, Sdl, Ba2, c3, d4, e5, g2, h2 (11). Schwarz: Ke7, Tb2, Tf8, Ld3, Sa3, Ba5, c4, d5, e6, g6, H5 (11). 1. Tf8-fl+, Sd2Xfl. 2. Tb2—e2 matt. Damenopfer. Lösung der Schachaufgabe „Figureneinbau". Alexandrow. Weiß zieht und gewinnt. Weiß: Kgl, Sg8, Bc2, d5, 14, h6 (6). Schwarz: Kh4, Ld6, SH5, Bc3, c7, eö, 15 (7). 1. h6-h7, Ld6-c5+. 2. Kgl-h2, Lc5-d4. 3. d5 Xe6, Ld4—h8 (nur so sind beide Bauern zu halten). 4. e6—e7, Sh5—g7. 5. Sg8—16, und der weiße König pendelt jetzt auf h2 und g2, bis die Züge des schwarzen c-Bauern erschöpft sind, wonach der Schwarze den Springer und damit auch den Kampf aufgeben muß. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. Die Hungersnot. Sie lagen sich wieder einmal wegen irgendeiner Sache in den Haaren, der Dramatiker G. B. Shaw, dessen hagere Gestalt überall bekannt ist, und der kürzlich verstorbene geistvolle englische Schriftsteller Gilbert Keith Chesterton, der ebenso dick war, wie jener Kollege dünn. Es ging hart auf hart. Spitze Worte flogen hinüber und herüber. „Wenn man Sie ansieht"', sagte C h e st e r t o n und sah sein überschlankes Gegenüber höhnisch von oben bis unten an, „dann nimmt man an, es herrsche eine Hungersnot im Lande." Aber Shaw wußte sich zu wehren: „Und wenn man Sie ansieht", gab er feinem unfangreichen und schwerwiegenden Gegner schlagfertig zurück, „dann glaubt man, daß Sie an dieser Hungersnot schuld sind!" Die Sturmflut. Das Marinebauamt auf Borkum erhielt vor langer Zeit folgende Anfrage des Wasferbauamtes in Hamburg: „Es ist anzugeben, wie die im Januar mit Prahm 13 gelieferten Ziegelsteine verwendet worden sind". Auf Borkum hob ein eifriges Suchen und Aktenwälzen an. Aber alle Mühe blieb vergeblich. Von den Ziegelsteinen des Prahms 13 war keine Spur zu finden. Da ein ganzer Prahm voll Ziegel aber nicht ohne weiteres verschwinden kann, wurde folgender Bericht abgesandt- „Leider sind die mit Prahm 13 gelieferten Ziegelsteine bei der letzten großen Sturmflut ins Meer gespült worden". Hierauf erfolgte nach einigen Wochen die Antwort des Wasfenbauamtes: „Es hätte im vorliegenden Falle nicht der Heranziehung einer Sturmflut bedurft, da lt. beigefügter Anlagen der Prahm 13 gar nicht nach Borkum, sondern nach Norderney gesandt wurde ..." turnen findet in diesem Jahre in Burggemün- den, in Kinzenbach und in Oberscheld statt. Die erste dieser drei Veranstaltungen ist die in Vurggemünden, die bereits am 10. August stattfindet und deren Teilnehmer vornehmlich von den Vereinen des Kreises Alsfeld und einem Teil des Kreises Gießen gestellt werden. Die Ausschreibung ist den Vereinen bereits zugegangen und es darf wohl auch in diesem Jahre wieder mit einer starken Beteiligung gerechnet werden. Außenhandels-Gchulungswoche. NSG. Die großen Probleme der Außenwirtschaft im nationalsozialistischen Sinne zu behandeln, ist überall ein dringendes Bedürfnis. Nationalsozialistische Wirtschafts- und Handelspolitik, Marktbeobachtung und Marktforschung, die ausländischen Märkte, Auslandswerbung und die Aufgaben und Ziele des deutschen Außenhandels müssen von jedem jungen Kaufmann, der irgendwie mit dem Außenhandel in Beziehung tritt, vollständig klar erkannt werden. Die Deutsche Arbeitsfront veranstaltet daher in der Zeit vom 18. bis 24. September auf der Reichs- schulungsburg der DAF. in Oberursel für die Gaue .Hessen-Nassau, Koblenz-Trier, Kur- Hessen und Saarpfalz eine Außenhandelsschulungswoche, in deren Arbeitsplan namhafte Vertreter der Partei und der Wirtschaft beteiligt sind. Im Rahmen dieser Schulungswoche spricht der Gauwalter der DAF. Willi Becker-Frankfurt am Main über „Arbeit und Waffe als Grundlage der Nation", der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernard Köhler- Berlin, über „Des Führers Wirtschaftspolitik", lieber den „Neuaufbau des deutschen Handels" referiert der Leiter der Reichsbetriebsgemeinfchaft Handel Joachim Walter- Berlin. Hauptstabsleiter im Reichsnährstand Beer wird sich mit der „Marktordnung im Sinne der Ausfuhr" befassen, Ministerialrat im Reichswirtschaftsministerium Dr, Schlotterer behandelt in feinem Thema „Die deutsche Handelspolitik, nationalsozialistisch gesehen", die Eroberung der Welt durch Europa, die Weltwirtschaft und den freien Wettbewerb, die inneren Gesetze der Nationalwirtschaft, das Ende des freien Wettbewerbs, den Schutz der nationalen Erzeugung, die Steuerung des Außenhandels, den neuen Welthandel u. a. 'm. „Die Außenhandelsverlagerung, Marktforschung und Marktbeobachtung" behandelt Dr. Hesse von der Außenhandelsschule Hamburg, während Dr. Günter Wehenkel - Berlin über die „Gesamtdeutsche Volkstumswirtschaft" spricht. Zwei Tage lang werden in verschiedenen Vorträgen die ausländischen Märkte besprochen, und zwar von Dr. Vom Bruck- Berlin, „Südosteuropa und seine Wirtschaftsstruktur", von Prof. Dr. Gerhard Mackenroth von der Universität Kiel, „Das britische Weltreich, seine Entwicklung und Ausdehnung", vom Syndikus der Jnduftrie- und Handelskammer Hamburg Dr. W. Bosch, „Die Vereinigten Staaten von Nordamerika und deren Handelsbeziehungen zu Deutschland" von Dr. W. Emmerich von der Behörde für Wirtschaft Hamburg „Lateinamerika" und von Dr. Wei - s i n g- Hamburg „Der ferne Osten". Ergänzend behandelt der Reichsführer des Deutschen Handels Prof. Dr. Carl ß u e r ,,Die besonderen Aufgaben des westdeutschen Wirtschaftsgebietes im Außenhandel", der Leiter der Außenhandelsstelle R i n • g e l spricht über „Praktisches aus der Arbeit der Außenhandelsstelle". Weiterhin sprechen Dr. Vogel vom Messeamt Leipzig, der wirkliche Legationsrat Dr. Bosenick vom Auswärtigen Amt, Berlin, der Abteilungsleiter im Außenhandelsamt der Auslandsorganisation der NSDAP. Schwarz, der Regierungsrat im Reichswirtschaftsministerium Bergemann, Berlin, und zum Abschluß der Schulungswoche der Gaubetriebsgemeinschaftswalter „Handel" Müller- Frankfurt a. M. An dieser Schulungswoche können alle Exportkaufleute aus dem Handel und der Industrie, Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder teilnehmen. Anfragen sind an die Deutsche Arbeitsfront, Gau- waltung Hefsen-Naffau, Gaubetriebsgemeinschaft „Handel", Frankfurt a. M., Bürgerstraße 69/77, zu richten. Genaue Arbeitspläne liegen bei der Abt. für Berufserziehung und Betriebsführung der Deutschen Arbeitsfront, Gießen, Schanzenstraße 18, vor. Diese Abteilung beantwortet auch eventuelle Anfragen. Gießen (Landmannstraße 14), den 7. August 1936. 4938 D Phil. Hofmann und Kinder. Lang-Göns, am 6. August 1936. 4945 D 4921 D Käthe Senfifelder u. Kinder. 03595 Die Trauerfeier findet Montag, den 10. August, nachmittags 4 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Kath. Klotz Wwe.) geb. Metz. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester,Schwägerin und Tante Frau Anna Rieb, geb. Görig nach langem schweren Leiden im Alter von 61 Jahren zu sich zu nehmen In tiefer Trauer: Die Hinterbliebenen Gießen (Kaplansgasse 23), den 7. August 1936 Die Beerdigung findet Montag, den 10. August, nachmittags 3’/> Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt _______________________________________________4950V Danksagung. Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen Frau Pauline Hofmann, geb. Diemer erwiesene Teilnahme sagen wir unsern herzlichsten Dank. Besonders danken wir auch den alten Kameraden und Freunden aus Großen-Linden sowie den Verwandten und Bekannten aus Heuchelheim für ihre Treue und Anhänglichkeit. Allen denen, die beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen ihre Teilnahme bekundet haben, danken wir auf diesem Wege ebenso aufrichtig, wie denjenigen, die ihr während des Krankenlagers helfend zur Seite standen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarete Hofmann. Heuchelheim, den 8. August 1936. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme an unserem schweren Verluste danken wir herzlichst Heil-Massage Fran A. Lorenz, staatl. geprüft. Zu allen Krankenkassen zugelassen. Schiffenb. Weg 19, Ruf 3797. t59(iD Komme ins Haus. • Gebrauchte G und neue Ladeneinrichtung Glasschränke und Glaskasten für jede Branche Schreibtisch, Rollschrank. 43Md Fritz Heimann Frankfurt am Main Kronprinzenstr.37^ Heute mittag 1 Uhr ist mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Ludwig Klotz im 81. Lebensjahre nach kurzem, schwerem Krankenlager aus seinem arbeitsreichen Leben in die Ewigkeit eingegangen. Büdingen, den 7. August 1936. - _______________________4923V Hartbrennholz, ä Wagen 5 ML, Anmachholz ä Wagen <; Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk frei Keller. 383d J. Wellhöf er, Telephon 2313, Marb. Str. 24. l'4S|nq3S ’mnja ieq U9ö|azu86pnq90 U96|9zuesQun|qyiuJ9y\ U90|9zuBSÖunqo|J9A uaqtrestpiupuaiiiuivj Die blutigen Wirren des Bürgerkrieges in Spanien haben sieben deutsche Menschenleben gefordert. — Die kleine 7 jährige Johanna Immhoff fiel in Santander einem vorsätzlichen Attentat zum Opfer. Heinz Voß aus Hamburg erlag seinen durch Schießereien im kommunistischen Stadtteil von Gijon erlittenen Verletzungen. — Parteigenosse Hans Hahner fiel beim Transport Verwundeter in Barcelona einer Kugel zum Opfer. — In Barcelona wurden die Parteigenossen und Arbeitsfrontkameraden Wilhelm Gätje Hellmuth Hofmeister Günther Swalmius-Dato und der Volksgenosse Treitz feige von kommunistischen Horden erschossen. Tieferschüttert trauert das ganze deutsche Volk diesseits und jenseits der Grenzen um diese jungen Menschen, die sterben mußten, nur weil sie Deutsche waren. Der infernalische Haß des völkerzerstörenden Bolschewismus, der nicht einmal vor Kindern Halt macht, brachte diesen jungen Deutschen den Tod. Während in Berlin die Olympia-Glocke die lugend der Welt zum friedlichen Kampf ruft, und eine ganze Nation die Völker der Erde gastlich empfängt, wütet in dem befreundeten Spanien der rote Terror. • Während im Dritten Reich Friede und Ordnung herrscht und Menschen aus allen Erdteilen in festlicher Stimmung sich zur Abhaltung der Olympischen Spiele zusammengefunden haben, ereilte in Spanien sieben deutsche Menschen ein grausames Schicksal. Das Gastrecht des Landes, das sie niemals verletzten, konnte sie nicht schützen. Wir auslandsdeutschen Nationalsozialisten senken unsere Fahne vor diesen Toten. Vier Parteigenossen, Kämpfer für die Idee Adolf Hitlers unter ihren deutschen Kameraden, sind aus den Reihen der Auslands-Organisation gerissen worden. In dieser schweren Stunde gedenken wir in stummer Trauer der Angehörigen, denen der Bolschewismus ihre Liebsten nahm. Im Geiste Wilhelm Gustloffs tragen wir auslandsdeutschen Nationalsozialisten die Fahne weiter! Ernst Wilhelm Bohle Gauleiter der Auslands-Organisation der NSDAP. Nr. M Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 8. August (936 möglich gehalten hatten. Dann erst konnte es sich wieder auf seine ursprüngliche Bestimmung besin- werden zur Ueber- zwang zur Besinnung. Unritterliche Siegerwillkür nen und Helfer des Menschen Windung von Raum und Zeit. Der deutsche Dichter Theodor Fontane hat einmal gesagt, der Mensch könne Gott nicht dankbar genug dafür sein, daß er ihn nicht wissen lasse, was der folgende Tag ihm bringt. Der englische Schriftsteller H. G. Wells denkt anders; er durchkreuzt die göttliche Weltordnung und prophezeit munter in die dunkle Zukunft hinein, sehr pessimistisch, wie sich das bei einem Autor, dessen Leserkreis auch in England ständig kleiner wird, eigentlich von selbst versteht, und immer mit Bezug auf die eigene Person, was gleichfalls nicht Wunder nehmen kann. Kurz, Wells schmückt sich mit der literarischen Märtyrerkrone in spe und malt die Zeiten, in denen solches geschieht, mit den schwärzesten Farben aus. Um aber seiner apokalyptischen Weissagung Nachdruck zu verleihen und gleichzeitig seine weiland Leser an ihre Käuferpflichten zu erinnern, wählte er die Form des N a ch r u f s und schrieb sich im englischen Rundfunk selbst einen gar rührenden Gedächtnisartikel. Er sieht sich als Toter im Sarge liegen? Niemand kennt mehr den vergessenen, einst so berühmten Schriftsteller, der im biblischen Alter von 97 Jahren in einem Londoner Armenhaus elend gestorben ist. Diese nicht mißzuverstehende Anspielung auf den Undank der Welt mußte aber begründet werden. Und so erzählt denn Herr Wells weiter, daß er im Jahre des Heils 1938 von Faschisten schwer verwundet worden sei, telligenz dafür einsetzen, um ein Problem zu lösen, das des Schweißes der Edlen wert ist. Stelldichein geben und zum ersten Male in der Geschichte der wiedererstandenen Olympischen Kämpfe die Segelflieger ihr großes Können zeigten und um den Olympischen Sieg kämpften, zeigt es sich deutlich, wie sehr wir Otto Lilienthal zu Dank verpflichtet sind, denn er war der Wegbereiter, er war der Erste, der uns von der Schwere der Erde löste und uns den Wea frei machte in den Luftraum ... durch seinen Opfertod. Ein Menschenalter ist vergangen, seit Otto Lilien- thal wieder zur Erde zurückfand und die braunen Schollen sich auf seinen Sarg senkten. Wir haben erlebt, wie sich in Deutschland niemand fand, die Versuche fortzusetzen, denen er sein Leben geopfert hatte. Wir haben erlebt, wie der französische Hauptmann Ferber, wie Chanute, wie schließlich die beiden Brüder Wilbur und Oroille Wright weiterbauten auf dem Gedankengut, das der Altmeister als Erbe zurückgelassen hatte. Wir sahen, daß die Verbindung zweier genialer deutscher Erfindungen, die des Gleitflugzeuges von Lilie n t h a l und die des leichten, schnellaufenden Motors von D a im ler und Benz, die endgültige Erfüllung brachten. Wir wurden Zeuge der Eroberung des Luftraumes in den Jahren vor dem großen Völkerringen, erlebten schließlich, wie das Flugzeug im Weltkriege zur furchtbarsten Waffe wurde und getrieben durch die Not der Zeit eine technische Entwicklung durchlief, wie wir sie nie für Opfer müssen gebracht werden! Zum vierzigsten Todestage Otto Lilienthals, des Wegbereiters der Iliegekunst Don Kurt A. (3f. Jentfiewicj. Allerdings ... damals herrschte die Maschine, damals bestimmte der Motor die Entwicklung. Wieder war das Gedankengut Otto Lilienthals in den Als Gustav Lilienthal am Morgen des 10. Au- aust 1896 auf die Schreckenskunde vom Absturz seines Bruders in den Rhinower Bergen bei Rathenow an die Bahre des Vaters der Fliegekunst eilte, da öffnete der Schwerverletzte noch einmal die Augen und sprach die Worte, die in ihrer Schlichtheit und überzeugenden Eindringlichkeit zum Leitsatz aller Pioniere des Menschenfluges wurden und es heute noch sind: „Opfer müssen gebracht werden!" Dann umfing ihn, der zur Höhe und zum Licht gestrebt hatte, der dunkle Schatten der Ohnmacht, und in der Nacht zum 11. August ging Otto Lilienthal, der erste Mensch, dem es gelungen war, den uralten Menschheitstraum vom Fliegen 311 erfüllen, in der Berg- mannschen Klinik zu Berlin ein in die Ewigkeit. Ein großes, reiches, von heißem Streben und harten Kämpfen erfülltes Leben verlöschte, ein Jkaridenschicksal hatte sich erfüllt, sieghaft aber überstrahlte diesen Opfertod der große Gedanke, dessen Verwirklichung sich der Lebende zum Ziel aesetzt hatte, und über das Grab auf dem Friedhof in Lichterfelde bei Berlin erhob sich die Idee Otto Lilienthals zum Siegessiug eines neuen an- brechenden Jahrhunderts. Vierzig Jahre liegen zwischen dem heldenmütigen Sterben des ersten Fliegers und dem Heute. Tag für Tag und Nacht für Nacht donnern über den kleinen Hügel, den Lilienthal einst in Lichterfelde für seine Flugversuche errichtete und den jetzt eine würdige Ehrenstätte ziert, die schweren Maschinen des Luftverkehrs, tummeln sich im Aether über seinem Grabe die Sportflugzeuge und Militärmaschinen, ziehen die lautlosen Segler der Lüfte ihre Kreise. Und gerade in diesen Tagen, da sich die Jugend der Diejenigen unserer männlichen Zeitgenossen, die da meinen, ihre werte Erscheinung während der Nacht durch Anlegung eines Pyjamas verbessern zu können, mögen es sich gesaat sein lassen, daß sie sich irren. Jedenfalls haben geschworene Feinde des Schlafanzugs in USA. und Kanada einen „Klub der Nachthemden" gegründet, der sich die erhabene Aufgabe stellt, das durch den Pyjama verdrängte ehrwürdige Nachtgewand, das ganz zu Unrecht in den Fluch der Lächerlichkeit gekommen sei, wieder zu Ehren zu bringen. Der Pyjama, so argumentiert man, sei an der allgemeinen Verweichlichung und Verweiblichung der Menschlichkeit schuld, und wir gingen doch einem eisernen und männlichen Zeitalter entgegen. Alle bedeutenden Männer, Cäsar, Napoleon, Lincoln, hätten, wie die historische Forschung festgestellt habe, stets in Nachthemden geschlafen, also sei allein das Hemd der sichere Garant menschlicher Größe. Die Gründe sind wahrhaft überzeugend, wenn auch die naheliegende Frage, auf Grund welcher besonderen Eigenschaften das Nachthemd seinen Trägern zum Helden qualifiziert und warum umgekehrt der Pyjama das Nahen des eisernen Zeitalters verzögern soll, vorerst noch offen bleiben muß. Wie nun die Sache auch auslaufen mag, auf alle Fälle zeigt sie, daß es selbst heute noch Männer gibt, die sich mit Ernst und Eifer um der Menschheit große Gegenstände bemühen und ihre ganze Kraft und Jn- gebracht werden!" Sie brachten Opfer! Die alten Soldaten des großen Krieges und die Jungen, die zu ihnen ge- stoßen waren. In ihnen feierte der Vater des Menschenfluges eine herrliche Auferstehung. Man hatte ihnen die Motoren genommen. So eroberten sie den Luftraum aufs Neue. Motorlos ... mit Hängeleitern, wie sie Lilienthal benutzt hatte, dann mit Gleitflugzeugen und später mit Seglern. Und wie er ausgegangen war vom Fluge der Vögel, 0 waren auch ihnen Bussard, Storch, Adler und Möwe Vorbilder. Denken wir an L ö ß l, an Ferdinand Schulz, an Günter Groenhoff! Auch ie mußten sterben wie Otto Lilienthal, damit die Idee weiterlebe durch ihren Opfertod. Was einst der Fliegeberg in Lichterfelde, was die Rhinower Berge im letzten Jahrzehnt des ver« gangenen Jahrhunderts waren, das wurde nun die Rhön, auf dem die deutschen Segelflieger auf steinernem Sockel das Denkmal mit dem gefesselten Adler errichteten, als Dank an die gefallenen Flieger des Weltkrieges, zugleich aber auch als Mahnmal, nicht eher zu rasten, als bis die Ketten, die man Deutschlands Fliegerei . angelegt hatte, gesprengt waren und Deutschland wieder die Schwingen regen könne zu neuem Höhenflug. Die . Ketten sind gefallen. Don der Wasserkuppe aus hat der Segelflug einen Siegeszug angetreten durch die ganze Welt. Frei ist unsere Sportfliegerei, das neue Deutschland hat wieder eine Luftwaffe geschaffen zum Schutze seines Luftraumes, und über alle Länder Europas, ja weit über die Grenzen unseres Erdteils hinaus tragen unsere Verkehrsflugzeuge die Farben unseres Vaterlandes. Das Flugzeug hat uns wahrhaft zum Herrn ge- macht über Raum und Zeit, es hat die Ozeane, die höchsten Gebirgszüge, die weitesten Wüsten überwunden, es rückt die Völker der Erde näher aneinander. Technik und Wissenschaft haben uns zu diesen gigantischen Leistungen befähigt, Mut und Können haben sie vollbracht. Aber — und nicht nur heute, da sich der Tag des Opfertodes des Altmeisters Otto Lilienthal zum vierzigsten Male jährt, sondern immer und zu jeder Stunde, wenn wir ein Segelflugzeug lautlos feine Kreife ziehen sehen, wenn wir das Donnern der Flugmotoren hören, müssen wir daran denken, daß er es war, der den Grundstein legte, daß sein Sterben die Stufe wär, die uns zur Höhe führte. „Denn nur wer der Vergangenheiten Geheimnisvollen Zauber spürt, Kann recht in sich die Kraft bereiten. Die zu der Zukunft großen Taten führt." Aus dieser Erkenntnis heraus hat der Reichsminister der Luftfahrt, Generaloberst Göring vor wenigen Wochen die „Lilienthal-Gesellschaft" ins Leben gerufen und ihr die wissenschaftliche Betreuung der Luftfahrtforschung übertragen. Er hat damit im Namen des deutschen Volkes Lilienthal geehrt und diesem ersten Luftfahrtforscher ein lebendiges Denkmal gesetzt. Wir aber wollen wie bisher seinen Namen in unseren Herzen tragen und niemals vergessen, daß er uns den Weg gewiesen hat zur Eroberung des Luftraumes. daß 1942 in England die Räterepublik ausgerufen und er selber in den Kerker geworfen wurde, den er als körperlich und geistig vollkommen gebrochener Mann nach unsäglichen Leiden verließ. Der Aermste! Der einzige Trost für uns ist, zu wissen, daß der fruchtbare Schriftsteller noch immer im Besitz derselben blühenden Phantasie ist, die einst seinem Buche „Die Geschichte unserer Welt" einen kurzfristigen Riesenerfolg verschafft hat. Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Don Ernst von Aiebelschüh. Man gebe sich keiner Täuschung hin: das alte Rom das wir lieben und das fast allen großen Deutschen der Vergangenheit eine zweite Heimat geworden ist, das Rom der Casaren und deren christlichen Nachfolger, der Päpste, ist langsam, aber unaufhaltsam im Verschwinden begriffen und wird in absehbarer Zeit einer ganz modernen Weltstadt Platz gemacht haben, die nichts mehr duldet was sich den heutigen Anschauungen von Hygiene, Verkehrssicherheit, Zeitersparnis und Re- Präsentation nicht bedingungslos fügt. Niederlegungen ganzer Stadtteile, Abtragung wertvoller historischer Gebäude, Durchbrüche und Anlage neuer und großartiger Straßen — alles weist darauf hin, daß Pietätsrücksichten das neue Italien nicht davon abhalten werden, die ewige Stadt feinem frischen Ruhme zum Opfer zu bringen. Man konnte sich damit trösten, daß dies der Lauf der Welt fei: das republikanische Rom mußte dem kaiserlichen und dieses dem christlichen weichen. Nur wissen wir, welche Unsumme formgestaltender Kräfte damals den Nachfolgern das Recht gab, das Werk der Vorgänger durch eigene Leistung abzulösen, während wir heute doch begründete Zweifel haben, ob das faschistische Italien den riesigen Aufgaben, die es sich mit wachsendem Machtgefühl stellt, auch inner- lich gewachsen sein wird. Der aufs Große gerichtete Wille allein macht es nicht, das wissen auch sehr patriotische Italiener von heute, andernfalls wären die Bedenken gegen das neue Projekt Mussolinis, die Peterskirche freizulegen und durch eine breite Triumphftraße zugänglich zu machen, nicht so lebhaft, wie es in der Tat der Fall ist. Nach dem bereits genehmigten Plan soll die altehrwürdige Leostadt am rechten Tiberufer von einer gradlinigen Verbindung durchschnitten werden, die an der Enaelsburg beginnt und durch eine Art Siegestor Anschluß an die Kolonnaden Berninis findet. Gewiß ein großartiger Gedanke, nur müßte ihm der alte Borgo geopfert werden, von dem jeder Rom-Reisende weiß, wie sehr er mit seinen engen Gassen und ärmlichen Häusern durch das Kunstmittel des Gegensatzes die städtebauliche Wirkung des unvermutet aufwachsenden Peterdoms und der Kuppel Michelangelos steigert. Man kann also nur hoffen, daß, wenn das Projekt durchgeführt wird, der Takt, auf den hier alles ankommt, groß genug ist, um eins der herrlichsten Städtebilder der Welt nicht unwiederbringlich zu schädigen. vernichtete Deutschlands Fliegerei. Aus den Paragraphen des Friedensdiktats schmiedete man Fesseln, um den deutschen Aar, der im ritterlichen Kampfs nicht niederzuringen gewesen war, an den Boden zu fesseln. Man nahm uns, was wir befaßen, matt verbot uns den Motorflug und glaubte, uns damit die Möglichkeit jeder fliegerischen Betätigung geraubt zu haben. Das war ein Irrtum. Denn die Männer, die im Getümmel der vernichtenden Materialschlachten hinter donnernden Motoren den Steuerknüppel geführt und die deutsche Ueberlegen» 1 heit zur Luft behauptet hatten, die verbündeten sich damals mit der innerlich aesund gebliebenen, zukunftsgläubigen Jugend unseres Volkes, und während der Bürgerkrieg der Revolutionszeit Bruder gegen Bruder trieb, während Not und Hunger ihrs Geißel über deutschem Lande schwangen, da zogen sie in die Einsamkeit der Rhön, hinauf auf die Wasserkuppe, sahen dem majestätischen Fluge der Bussarde zu und besannen sich auf Otto Lilienthal, der mit den Worten gestorben war: „Opfer müssen Welt in Berlin zu den Olympischen Spielen versammelt hat, da die Sportflieger aus allen Län- Hintergrund gerückt. Aber das deutsche Schicksal bern der Erde sich in der Reichshauptstadt ein1 ^mnnn utr N»sinnn»m llnrith>rfirfu> (Riortorwntttür Es läuft im Grunde auf genau dasselbe hinaus, ob man sich, wie im atheistischen Rußland, den Leuten zu „beweisen" bemüht, daß Gott nicht existieren könne, oder ob man es macht wie in Hollywood, wo jetzt unter Aufgebot riesiger Mittel ein Luxusfilm gedreht worden ist, der den Titel „Grüne Weiden" führt und sämtliche Himmelsbewohner vom Erzengel Gabriel bis zum lieben Gott leibhaftig auftreten läßt — ein Riefen- Kitschgemälde, in dem Gott der Herr ein Neger ist, | der für die Probleme der Welt nur ein joviales Lächeln hat, die Engel, als Girls frisiert, gewagte Purzelbäume schlagen und auch sonst nichts unver- sucht bleibt, den naiven Kinobesucher in dem Glauben an die Unsterblichkeit seiner Seele und der Hoffnung auf ein besseres Jenseits zu befestigen. Die geschäftstüchtigen Unternehmer brüsten sich so- gar noch, mit diesem himmlischen Filmspektakel ein gutes Werk zu tun, indem sie den Zweiflern und Ungläubigen die letzten Dinge „auf humorvolle Weise" nahebringen, aber die öffentliche Meinung in Hollywood scheint doch über die Zulässigkeit dieser religiösen Propaganda anderer Meinung zu sein, und ihr Widerspruch spricht für das gesunde Urteil der Nation. Auch in England hat der Film einen solchen Sturm der Entrüstung hervorgerufen, daß er als „die ungeheuerlichste Geschmacklosigkeit, die man jemals der Welt vorgesetzt hat", kurzerhand von der Zensur verboten wurde. Wenn auch Gründe des Anstandes und der Vernunft die Hersteller des Films schwerlich überzeugen werden, der zu erhoffende Millionenausfall wird feine Wirkung sicher nicht verfehlen. Bei solchen Herrschaften fängt die Einsicht immer erst mit dem verdorbenen Geschäft an. Oi 0 Oer Große. Zur 1000 Wiederkehr seines Krönungstages am 8. August. Don Or. Friedrich Bubendey. Die Geschichtswissenschaft ist ihrem Wesen nach eine wertende Wissenschaft. Hans F. K. Günther. Während die Naturwissenschaft aussagt, was ist, urteilt die Geschichtswissenschaft über das, was war. Das ist der Sinn der Geschichtswissenschaft; sie hat die Aufgabe, zu werten. Wer werten will, muß einen Maßstab haben. Maßstäbe der deutschen Geschichtswissenschaft sind Volk und Rasse. Wollen wir daher eine Persönlichkeit der deutschen Geschichte werten, so müssen wir untersuchen, was sie für das deutsche Volk und für die nordische Rasse „wert" ist. So auch müssen wir Otto I. zu werten versuchen, um zu erfahren, ob er wirklich der Große war und auch für uns heute noch der Große ist. Otto I., bereits von seinem Vater Heinrich I. zum Nachfolger auf dem Thron ausersehen, war vier- undzwsnzig Jahre alt, als er zum deutschen König gewählt wurde. Seine hohe ritterliche Gestalt, sein volles blondes Haar, seine blauen Augen zeugten von nordischer Herkunft. Warum aber ließ sich Otto I. nach der Königswahl vom Erzbischof von Mainz krönen? Lag nicht in dieser Krönung durch einen Vertreter des Papstes ein Zugeständnis an die Macht der römischen Kirche? Hatte nicht Heinrich I. es abgelehnt, sich von einem Priester salben zu lassen? Suchte Otto I. die Freundschaft der römischen Kirche? Ja, er suchte sie. Nicht aus Schwäche, nicht aus Anlehnungsbedürfnis und nicht, weil er „römisch" gesinnt war. Otto I. suchte die Freundschaft der römischen Kirche, um sie auf diese Weise um so stärker und nachhaltiger seinen deutschen Zielen, seiner deutschen Politik dienstbar zu machen. Denn dieser junge, mächtige König war seiner deutschen Sendung immer bewußt, von ihr aufs tiefste ergriffen und beseelt. Sein Ziel war es, seinem Vater würdig nacheifernd, Deutschland groß und stark zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, mußte Deutschland unter einer kräftigen Führung einig sein. So war ftto I. von Beginn seiner Regierung an fest entschlossen, die Eigensucht und den Eigennutz der Stammherzöge zu brechen. Als diese sich widersetzten, seiner deutschen Politik zu folgen, setzte er sie ab, und übergab ihre Lande seinen Verwandten. Als auch diese ihn aus selbstsüchtiger Familienpoli- uk an seinem Ziele hinderten, Deutschland zu einen, bekämpfte er auch sie, setzte er auch sie ab, uni) übertrug ihre Lehen geistlichen Fürsten, die damit zum ersten Male ein weltliches Szepter in der Hand hielten. Otto I. schuf sich mit diesen Kirchenfürsten ergebene und getreue Gefolgsmänner. Denn diese geistlichen Beamten konnten nicht in Versuchung kommen, eigenbrötlerische Stammespolitik zu treiben. Da sie unverheiratet und ohne Erben waren, besaßen sie nur den einen Ehrgeiz, ihrem König und seiner Politik zu dienen. Starben sie, konnte der König ihre Herrschaftsbereiche nach eigenem Gutdünken neu besetzen. Der Weg, den Otto I. einschlug, war um so richtiger, als er auf diese Weise mit der römischen Kirche freundschaftlich verbunden, auf die Besetzung aller geistlichen Aemter den stärksten Einfluß auszuüben vermochte. Da er alle geistlichen Aemter und Würden nur deutschgesinnten und deutschfühlenden Priestern anvertraute, gewann er die der christlichen Kirche innewohnende Macht für sich und seine deutsche Einheitspolitik. So wurde Otto I. auch ein wahrhaftiger König und herrschte in Deutschland unumschränkt. Don allen deutschen Kaisern und Königen, die die Geschichte kennt, war er wohl der mächtigste und dem Ziele am allernächsten, Deutschland für alle und ewige Zeiten die Vorherrschaft im Abendlande zu sichern. Aber warum zog er nach dem „Süden"? Es war nur folgerichtig, daß Otto I. trachtete, auch das Oberhaupt der Kirche unter feine Botmäßigkeit zu bringen. Auch das gelang ihm. Er zwang den römischen Papst, ihn als Oberlehnsherrn anzuerkennen und setzte das Gebot durch, daß kein Papst ohne Zustimmung des deutschen Königs oder Kaisers gewählt werden dürfe. Mit diesem Bestreben, sich die Kirche völlig untertänig zu machen, hing die Eroberung Italiens zusammen, die ihm die deutsche Kaiserkrone brachte. Im Jahre 962 wurde Otto I. Kaiser des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation. Er stand auf der Höhe seines Ruhmes, zu dem feine erfolgreichen Kriege, die er zur Sicherung der deutschen Herrschaft führen mußte, insbesondere sein Sieg über die Ungarn auf dem Lechfelde bei Augsburg (955), gewaltig beigetrcgen hatten. Als Otto I. im Jahre 973 in Memleben gestorben und mit feiner ersten Gemahlin Editha im Dom des von ihm errichteten Erzbistums Magdeburg beigesetzt war, hatte er mit Recht den Ehrentitel „der Große" erworben. Können auch mir ihn heute noch den Großen nennen? Wenn je ein deutscher Kaiser für sein Volk gelebt und gestrebt, gekämpft und gesiegt, regiert und geherrscht hat, dann Otto der Große. Daß die enge Verbindung der deutschen Kaiserwürde mit der römischen Kirche Deutschlands Verhängnis werden sollte, kann Otto I. nicht zum Vorwurf gemacht werden. Hätten alle deutschen Kaiser sich die Macht über Rom so zu erobern gewußt wie er, es wäre nicht zu der Ohnmacht Deutschlands gekommen, deren Zeuge das Mittel- alter war. Nur das' könnte Otto I. vorgeworfen werden: daß er es für möglich gehalten hat, nordischen Geist mit römischen Geist verschmelzen zu können. Heute wissen wir, daß sich germanisch-nordischer Geist niemals mit südlich-morgenländischem Geist vereinen läßt, weil beide einander rassisch entgegengesetzt sind. Otto I. hatte dies nicht erkannt. Man mag einwenden, daß sein deutsches Blut ihn den rechten Weg hätte weisen müssen. Wer aber wagt zu behaupten, daß in diesem König und Kaiser das deutsche Blut nicht gesprochen hat? Wenn Otto I. trotzdem das Bündnis mit der Kirche einging, so nur, weil er von seiner Macht zu erfüllt war und sie für so stark hielt, selbst deutschen und römischen Geist zu einer höheren Einheit verbinden zu können. Uns aber mag die große Tragik Ottos I., deren er sich nicht bewußt war, lehren, daß eine deutsche Dolkwerdung ohne die Zielsetzung des nordischen Gedankens scheitern muß. Heil-Erden. Seit Urzeiten sind anorganische Erden als Heilmittel verwandt worden, und in neuerer Zeit hat sich vor allem eine im Harz vorkommende Lößart als ein vielseitiges, einfaches und billiges diätetisches Mittel von großer vorbeugender und heilender Wirkung erwiesen. Dieses natürliche Erzeugnis des deutschen Bodens hat der Dresdner Professor Dr. Marttn Vogel zusammen mit Dr. R. Kunze mit Hilfe neuzeitlicher wissenschaftlicher Methoden auf die physikalischen und chemischen Eigenschaften hin genauer untersucht und über die Ergebnisse auf der Wiesbadener Tagung der Reichsarbeitsgemeinschaft für eine neue deutsche Heilkunde, die gemeinsam mit dem Kongreß für innere Medizin abgehalten wurde, berichtet. Die Wirkung beruht, wie die Wochenschrift „Hippokrates" seinen Ausführungen entnimmt, hauptsächlich auf der Fähigkeit, die Salzsäure des Magens wie auch Fäulnisstoffe und andere Darmgifte zu binden. Dabei wird aber nicht wie sonst bei säureabstumpfenden Mitteln die gesamte Salzsäure gebunden, sondern immer nur ein Ueberschuß, und dadurch eignet sich diese Heilerde vorzüglich als Mittel gegen Ueberfäuerung. Magen- und Darmstörungen, besonders Durchfälle infolge verdorbener Nahrungsmittel, werden durch die Heilerde meist rasch zum Sttllstand gebracht. Bei Verstopfung bewirkt sie umgekehrt meist eine geregeltere Entleerung durch Anregung der Darmwände. Darüber hinaus wirkt die Heilerde auf das Gesamtbefinden sichtbar günftig ein, und bei Eiterungen und Entzündungen leistet sie, wenn sie nach Art der Lehmumschläge angewandt wird, gute Dienste. Zeitschriften. — „Der Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik", August-Heft: mit 28 Abbildungen und 2 Bildtafeln. Preis vierteljährlich 2,50 RM., Einzelheft 1 RM. Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde N, Bismarckstraße 3. — Beim Durchblättern des Auguftheftes fällt wieder der überraschende Reichtum an ausgezeichneten Naturaufnahmen auf, die von ersten Fachkennern verfaßte Aufsätze außerordentlich anschaulich machen. Dtr bekannte Physiologe Professor Dr. Emil Abderhalden veröffentlicht zum erstenmal seine Ergebnisse über neue Möglichkeiten, genau die Verwandtschaft und die Abstammung von Tieren, aber auch von Menschen festzustellen. Universitätsdozent Dr. von Ser- talanffy zeigt an bemerkenswerten Aufnahmen, wie weit die Beherrschung der tierischen Entwicklung nun in der Hand des Menschen liegt. Die Frage nach dem Endzustand der Pflanzengesellschaften, die auch für die Praxis der Forstwissenschaft bemerkenswert ist, behandelt Professor Dr. Walter von der T. H. Stuttgart auf Grund seiner Untersuchungen in unseren früheren Kolonien. Der bekannte Tierphotograph Ernst Krause hat eine Reihe von trefflichen Aufnahmen gemacht, die die Brutpflege und Brutfürsorge im Tierreich in neues Licht rücken. Dr. Eisentraut vom Zoologischen Museum in Berlin gibt anregende Erläuterungen. Der Del» geologe Professor Dr. Karl Krejci-Graf hat aus China einige Aufnahmen von der Südchijiesischen Kalklandschaft mitgebracht. Otto Krösche hat schone Aufnahmen aus dem Leben der Flußregenpfeifer gemacht und der Referent für Vogelkunde in der Reichsstelle für Naturschutz Dr. Glasewald-Berlm hat dazu einen erläuternden Text geschrieben. Dr. Stracke-Braunschweig führt in die noch immer nicht ganz gelüfteten Geheimnisse der Pflanzenwuchsstoffe ein, jener Hormone, die neben aller Düngung das Wachsen unserer Pflanzen in eigentümlicher und überraschender Weise beeinflussen, Dipl.-Ina. Pacht» ner-Stuttgart berichtet über die technische Verwendbarkeit des Leichtmetalls Beryllium. Die Trinkwasserversorgung unserer großen Städte, und zwar aus Seen, Flüssen und Talsperren sowohl, als auch aus dem Grundwasser behandelt Dr. Seeler-Ham- bürg. Seine Ausführungen werden durch die ausgezeichneten Aufnahmen aus den Städtischen Wasserwerken Düsseldorf hervorragend ergänzt. König Voris mit dem Führer im Stadion. AKM ■ > , M 1 'V^v.. zW - V . . |w{fr^*-V zz ■ ett ihrer Geburt das Leben einer Prinzessin. Wer wird einen Scotch Terrier schlecht behandeln? Aber Balassa ist ein langer Name; er hat etwas ?°r1Jipoles' Gewichtiges. Aus Balassa wurde kurz Lassa. Darauf hort sie. (Häufig, wenn es ihr paßt!) Prächtige Namen erwarb sie auf der letzten Reise. Wir fuhren über die Grenze. Balassa wurde dem Schweizer Zollbeamten gezeigt. Er gab uns eine Bescheinigung, daß wir einen Hund, schwarz und weiblich, eingeführt hätten. „Sie haben hier ein l vergessen, Herr Beamter" sagte ich altklug. Er überlas seine Quittung noch einmal und sprach es dabei aus: „Ein Hund, schwarz und weibich. Er ist doch weibich?" „Er ist weibich", bestätigte ich und verließ den netten Mann. Don der Minute an hatte Balassa einen zweiten Namen. „Weibich, komm hierher, Weibich!" Und sie kommt. Die Schweiz war voll von reisenden englischen Damen. Der schwarze Hund war ihnen eine oer- traute Rasse. „Lock the nice litfle Scotli!“ Aus Scotli wurde Gottlieb. Einige Wochen hieß Balassa, die Hündin, zur Verwunderung aller Hundekenner Gottlieb. Als wir ins Reich zurückfuhren, fertigte uns auf der schweizerischen Seite ein solcher Hundekenner ab. Er verstand sich auf die Rasseeinteilungen. Leider versprach er sich; man muß das jedenfalls annehmen. Erfreut rief er beim Anblick Werbichs aus: „Ach, ein rauhbeiniger Terrier!"; sicherlich wollte er rauhhaarig sagen. Seitdem heißt Balassa nun Rauhbein; und das ist der Name, der ihrer Art am nächsten kommt. Sie ist eine wilde Jägerin in Hos, Wald und Feld. Was ihr zu Gesicht oder vor die Nase kommt, stöbert sie auf und jagt hinterher. Erreicht sie aber mit ihren kurzen Beinen einmal ein Tier, meist ein Huhn oder eine Gans, so bleibt sie davor stehen, wedelt mit dem Schwanz und wirbt um ihre Freundschaft. Das ist dann der Augenblick, in dem das Huhn neuerlich entkommt, und Balassa Mjrt mit hängender Rute und beschämt angelegten Ohren zurück. Katzen jagt sie auf Bäume oder Dächer hinauf. Das genügt ihr. Auf eine Belagerung, wie wir sie von unserem Schäferhund über halbe Tage lang kennen, läßt sie sich nicht ein. Ich glaube, sie hat ein gutes Herz. Oder ist es nur, weil sie eine Hündin tft? Vor einigen Tagen lag eine Katastrophe in der Luft. Balassa stöberte in einem Schuppen ein Nest Katzen auf. Es waren S junge, noch blinde Tiere. Die Alte, an sich umt zur Verteidigung bereit, machte in der Ueberraschung vor dem plötzlich heranpreschenden Hund einen Satz auf eine in der Nähe stehende Tonne und brachte sich in Sicherheit. Balassa war schon heran. Ich pfiff, pfiff, drohte und war im Trab hinter meinem Rauhbein her. Aber ich wäre äu spät gekommen. Das Gemetzel mußte schon geschehen sein. Als ich im Schuppen anlangte, verschlug es mir fast den Atem. Erstarrt, mit gekrümmtem Rücken, saß die Katzenmutter auf der Tonne und fauchte. Unten im warmem Nest lag Balassa, hatte sich mit den Vorderpfoten die jungen Katzen zurechtgelegt und spielte Mutter. Tief enttäuscht war sie und immer wieder ging der Blick zurück, als ich sie wegführte. Ist das eine Geschichte geworden? Ich glaube es selber nicht. Aber wer Hunde gern hat, wird die Zeilen vielleicht lesen und auf eine erfundene Pointe verzichten. bei wirtschaft zur Verfügung zu stellen und sich den Aus -er Provinzialhauptsta-t (Sommermorgen am Waldrand. beim 9 Singa- Singa- Musterung 1936 Samstag. „Gold nach Sonntag. „Gold nach Gloria-Palast, Seltersweg: pore." Tageskalender für Gloria-Palast, Seltersweg: Arbeitsamt. Gewerbsmäßiges Austragen von Werbeschriften für andere genehmigungspflichtig. stört. m . Gedankenverloren schlendre ich am Waldrand entlang. Gebüsch und Baumgruppen, die stellenweise den' Weg nach der Feldseite einfassen, verdecken mir mitunter den Ausblick nach den Wiesen und Aeckern, von denen prächtiges Aehrengold heruberleuchtet. Ader das merke ich kaum, so vertieft bin ich m NSG. Die Einbringung der Ernte ist eine Aufgabe von höchster Bedeutung für unser gesamtes Volk, von der sicheren Bergung hängt unsere Rah- rungsfreiheit und damit auch unsere politische Freiheit ab. Das schlechte weiter der letzten Zeit hat die (Erntearbeiten sehr erschwert. Dazu kommt ein fühlbarer Arbeilermangel in der Landwirtschaft. Ls ist des- halb nationale Pflicht für alle, die dafür in Frage kommen, der Landwirtschaft bei den Ernte- arbeiten Hilfe zu leisten. In dankenswerter weise haben sich der Reichs- und Preuhische Minister des Innern und der Reichsarbeitsführer damit einverstanden erklärt, daß diejenigen wädchenüber17Iahre nicht mehr zur Ableistung der künftigen Arbeitsdienstpflicht der weiblichen Iugend herangezogen werden, die nach- weislich vor dem 1. Oktober 1937 freiwillig wenig- stens neun Monate Landarbeit geleistet haben. Die weibliche Landjugend, die sich für die Landarbeit zur Verfügung stellt, tut damit gleichzeitig Dienst an der Allgemeinheit. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen richten sich nach den ergangenen Tarisordnungen. Der Reichsnährstand wird sich die Betreuung der diesem Aufruf folgenden Iugend besonders angelegen fein lassen. Wer der Landwirtschaft hilft. hilft damit feinem Völkel wir rufen hiermit die weibliche Jugend über 17 Iahren auf, sich für den Dienst in der Land- Auf Grund seiner 18. Bekanntmachung vom „ 7. 36 hat der Werberat der deutschen Wirtschaft für das gewerbsmäßige Austragen von Werbeschriften eine Genehmigungsvflicht eingeführt. Wer vom 1. September 1936 ab gewerbsmäßig als selbständiger Unternehmer Wirtschaftswerbung für andere durch Austragen von Werbeschriften durchführen will, muß im Besitze eines vom Werberat der deutschen Wirtschaft ausgestellten Genehmigungs- schreibens sein, andernfalls ist er zur Ausübung des bezeichneten Gewerbes nicht mehr berechtigt. Die vom Werberat erteilten Genehmigungen werden in seinem Mitteilungsblatt „Wirtschaftswer- zuständigen Arbeitsämtern zu melden. Dr. w a g n e r, Landesbauernführer. Kretschmann, Präsident des Landesarbeitsamts Hessen. Aufruf! Freistellung von arbeitsdienstpflichtigen Mädchen für die Landarbeit. alter Bummler!" Mit diesen Worten wendet sich unser Tischgenosse grinsend an mich , Ja, wir kommen alle wieder nach Haus, früher oder später. , , . Was brauche ich lange danach zu forschen, wo der Westen aufhört. Der Osten ist »mm er : tn uns Es bedarf nur eines kleinen Windhauches, um das Feuer zu einem Brand zu entfachen. Tanger, Port Said, Perirn, das ist ganz gleich, nie weih man, wann dieser Windhauch kommt. In Ceylon freilich ist man mit Sicherheit dem Osten wieder verfallen. „ _ .. -, Was spielt es für eine Rolle, daß die Schild- fröten im Graben des Tempels vom heiligen Zahn Buddhas zu Kandy ebenso genau wissen, wann Fremde da sind, wie die zahlloses mehr oder nunter heiligen unter den Menschen. Sie recken gierig ihre Hälse wie die Gläubigen ihre Hände. Man gibt dem stillen Gelehrten in der Bibliothek genau JO wie dem Führer durch den Tempel. Man ärgert sich über den scheußlichen Betonbau des neuen Tempels. jedoch nicht mehr, als über einen entarteten Verwandten, den man im Innern seines Herzens doch liebt. Ein Blick auf den Buddha aus wasserhellem Bergkristall, auf die schöngeschwungenen Linien des alten Tempels, in das verklarte Gesicht des Wächters der heiligen Bücher läßt alle Kritik verstummen. Man schilt sich undankbar und unzuverlässig, wenn uns hier im Osten Europa nur noch wie durch einen dichten Schleier sichtbar wird, obwobl man er|t knapp- vier Wochen fort ist. Das merkwürdige Phänomen, das man sich dagegen trotz v^riayri- ger Abwesenheit, auch auf die nebensächlichsten Dinge des Ostens besinnt, als seien sie ™r einer Stunde geschehen, nimmt man als selbstverstandl ch Schon die Heimfahrt von Kandy gleicht daher d^r täglichen Untergrundbahnfahrt eines Berliners vom Zoologischen Garten zum Adols-Hitler-Platz. S sehr find wir in 5 Stunden in einer ganz anderen Welt wieder heimisch geworden. Alles dreht sich um den Osten: Gegenwart, Vergangenheit und Zu- Ein selten schöner Sommermorgen lockt mich in aller Frühe zum Spaziergang in Gottes freie Natur. Die Sonne ist noch nicht lange hinter dem bewaldeten Höhenrücken aufgetaucht. 3n verschwenderischer Fülle schickt sie nun ihre belebenden ©trabten auf die regensatte, morgensnsche Erde. Wie Diamanten glitzern die schweren Tautropfen an den saftigen Gräsern der prächtigen Dorfwiesen. Seit langer Zeit ist das Firmament wieder einmal hoch. Das farblose, eintönige Gewölk verzieht sich, hier und da tauchen verschämt einige blaue Fetzen auf. Allem Anschein nach will der Himmel nach langem Schmollen endlich wieder einmal sein sommerliches Festkleid anlegen. Frohgemut schreite ich weiter. Ich komme durch fruchtbare Kartoffel- und Rübenfelder, die sich m strotzender Frische zu beiden Seiten des Weges aus- breiten. Ein kräftiger Erdgeruch steigt aus den braunen Schollen und vermählt sich mit der wur- zigen, reinen Morgenluft. Leise streicht em war- mer Wind vom nahen Walde herüber. Allmählich regt es sich in der erwachten Natur. Vögel zwitschern. Bienen summen. Behäbige Käfer krabbeln über den verfahrenen Feldweg. Langsam und bedächtig hoppelt ein verschlafener Hase nach dem schützenden Walde. Auf einem schmalen Grasweg gelange ich zum Waldrand. Unter dem dichten Blätterdach einer knorrigen Eiche lasse ich mich zu kurzer Rast nieder. Noch ist weit und breit fein Mensch zu sehen. In tiefem Frieden liegt die sommerliche Landschaft. Druden, in unmittelbarer Nähe der Waldspitze, beginnen die Getreidefelder. Auch sie sind noch vereinsamt. Was wollten auch schon um diese Zeit die Menschen dort? Der Boden ist nach dem gestrigen Re- gen aufgeweicht. Es werden Stunden vergehen, bis der fleißige Landmann feine unterbrochenen Erntearbeiten fortsetzen kann. Ich bin also ganz unge- fU©ert oder Unwert solcher Stimmung, was will es bedeuten? Die zahllosen Europäer des^Ostens machen, bis auf wenige, die gleichen / Und doch braucht der Westen sie. Das Wort ent weder Europäer ober Asiat" ist schlechtes Mar eben, hat nicht Kipling das Wort von ,,tke call o the east" geprägt und ist er nicht trotzdem em gu ter Engländer geblieben? . So beginnt denn der Bericht au£» ö Heimat, mit ihren Problemen, ihren Menschen und ihrem Schicksal. Französische Sportler im Saus Gießen. Die Pressestelle der Stadtverwaltung teilt uns Wie das Verkehrsamt der Stadt Gießen auf Anfrage bei der Kommandantur des Olympischen Dorfes in Berlin erfahren hat, wohnen im Haus Gießen zur Zeit 26 französische Sportler. birgt sich in einer der benachbarten Jungbuchen. Lange muß ich suchen, bis ich es wieder erblicke. Regungslos sitzt es nun in einer Astgabel. Zeit- । weise dreht es vorsichtig das Köpfchen und späht i nach seinem Verfolger. Es ist in einer peinlichen i Lage. Wohin soll es entfliehen? Der Waldweg ist , an dieser Stelle sehr breit, und die nächsten Bäume ind selbst durch den kühnsten Sprung nicht zu erreichen. Also muß es geduldig ausharren, bis diese zweibeinige Neugierde wieder verschwunden ist. Aber ich denke noch nicht ans Verschwinden. Es ist gar zu schön hier, und dann interessiert es mich auch, wie sich das flinke Tierchen, das man mit Recht das Aeffchen der deutschen Wälder nennt, aus seiner unfreiwilligen Gefangenschaft rettet. In einiger Entfernung setze ich mich an den Waldrand. Ab und zu schaue ich nach dem rotbraunen Bündel. Es rührt sich nicht und scheint meine Geduld auf eine harte Probe stellen zu wol- len. Na, ich habe ja Zeit und kann warten. — Eine Viertelstunde nach der anderen verrinnt. Plötzlich fahre ich schmerzgepeinigt in die höhe. Es zwickt mich am ganzen Körper. Verflixt noch em- mal! Was ist denn das schon wieder? Natürlich, ausgerechnet in die Nähe eines Ameisenhaufens habe ich mich gesetzt. Was hilft aber alles Schimp- fen? Davon werde ich die kleinen Quälgeister nicht los. Ich schlage mich deshalb seitwärts in die Büsche und beginne eine gründliche Revision. Dann erst schaue ich wieder nach meinem Eichhörnchen. Es war in der Zwischenzeit auch nicht müßig und hat meine Verlegenheit weidlich aus- genutzt. Gerade springt es über den Weg und chimpft wie ein Rohrspatz. So deute ich mir wenigstens sein wütendes Fauchen. Mit einem langgezogenen Laut, der wie höhnisches Gelächter klingt, verschwindet es im Walde. Na ja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ein Glück nur, daß niemand diesen unliebsamen Zwischenfall mitangesehen hat. So bleibt das Ge- chehene unter uns. Das Eichhörnchen verrät mich nicht. Sonst müßte ich lange Zeit manche Anspielung meiner Freunde hören. Don wegen Naturbeobachtung und so--- Mein Unmut ist bald verflogen. Wie könnte ich auch bei so schönem Wetter verstimmt sein? Es wird zusehends wärmer. Die Sonne meint es wirklich gut. Anscheinend will sie das Versäumte der vergangenen Wochen nachholen. Auf den Feldern wird es allmählich lebendig. Die Dorfbewohner nehmen ihre mühselige Ernte- , arbeit wieder auf. Sensen sausen! Sicheln klirren! Erntemaschinen werden angefahren! Man versucht, । auch sie in den Arbeitsprozeß einzureihen, hat aber i Heuer nur selten den gewünschten Erfolg damit. = Ja, die Lagerfrucht und das regnerische Wetter der letzten Zeit! Beide machen unseren braven Land- 1 teilten schwer zu schaffen. Wenn wenigstens das ' Wetter nun etwas besser würde, damit unsere Brotfrucht glücklich unter Dach und Fach kommt. Da sehen wir wieder einmal, wie hilflos wir Menschen eigentlich sind. Vieles können unb wissen wir. Manche Rätsel löste der menschliche Geist. In scheinbar unergründliche Tiefen drang er em und schuf Klarheit. Aber auf das Wetter werden wir zeitlebens keinen Einfluß auszuuben vermögen 5)ier müssen wir uns vor einer höheren Macht beugen und ihr vertrauen. Unter diesen Gedanken schreite ich langsam^dem klingt — nur zögernd ins Wasser von 33 Grad hineingehen. Selbst unsere malaiischen Boys, Kinder der Tropen, schleichen nur noch über die Decks. Mit Genugtuung stellt man fest, daß sie genau so schwitzen wie gewöhnliche Sterbliche, und daß sie m unbewachten Augenblicken dann wie tot an irgendwelchen versteckten Plätzen liegen. .. In den Kabinen ist es unerträglich. Ungebanöigter i Schlaf kämpft mit dem Verlangen nach Kühlung. Beides ist nicht zu vereinen. Einige Verzweifelte lassen nachts den Ventilator laufen, andere fluchten auf das obere Deck. Sie alle gewinnen einige ©tun- den trügerischen Schlafes. Schon wenige Tage später flehen fie dafür Schlange beim Schiffsarzt und holen ich Medizin gegen eine schwere Bronchitis die uner- hört hartnäckig ist und Wochen dauern kann. Die Phlegmatiker sieht man sich mehrere Tage verschämt lächelnd kratzen. Sie hatd er „Rote -und" gefaßt, ein Hautausschlag, der unerträgliches Jucken ver- urfacht, Das „Tor der Tränen" überstehen die Me- thodike'r, deren einzige Bewegung außer dem Essen darin besteht, sich unter der Dusche mit Afndolseife zu waschen, die gewissermaßen der Maulkorb des „Roten Hundes" ist. Bei so viel Superlativen des Leidens ist es alten Beteiligten gleichgültig, wo der Westen endet und der Osten beginnt, zumal im Golf von Aden ein starker Westmonsum bläst und im Handumdrehen bei vielen eine verdächtige Blässe auf das Gesicht zaubert. Unsere Malaien haben dafür em nur ihnen eigentümliches, charmantes Wort: Kui, Kui". Wenn man es richtig ausspricht, bedarf es keiner weiteren Erklärung. _. Ja wo um altes beginnt dann der Osten?! Dte Steinkolosse Colombos, die nach ununterbrochener Fahrt am Morgen des neunten Tages vor uns auftauchten, scheinen es auch nicht zu fein. Das Auto, das uns zusammen mit einem holländischen Verwaltungsbeamten nach Kandy hinaus- fährt, beherbergt daher zunächst auch nur Ifr-triften. Etwas leidend von dem Erlebten schauen wir zum Fenster hinaus. Plötzlich ertönt hinter uns eine Stimme: . „Sieh doch, die erste Sawah (Reisfelder), rote herrlich frisch das junge Grün!" „ Neben mir ein ruhiges „Hm, Hm . „Sie doch, Gummibäume, Ananas, dort die Papaya (Melonenart)! Ist das nicht Kembang Se- patoe und das nicht die Pagodenblume?" „Sieh doch die beiden Elefanten dort unten im Fluß! Kaffee, Tee, den Affen dort auf dem Kokos- bäum! Wir find wieder zu Haus!" fällt es neben mir freudig erregt ein. r _ , _. „Zu Haus?" waae ich einzuwerfen. „Haben Sie das nicht auch vor drei Jahren gesagt, als Sie von Indien aus Marseille anliefen und später als ©te auf dem Bahnhof von Den Haag standen?" Unser Tischgenosse vom Schiff sieht mich einen Augenblick etwas komisch an unb „brummt dann wieder, diesmal ärgerlich, „hm, hm". Fwd. Mit dem 31. August 1936 ist die Ein- ührungszeit des Arbeitsbuches beendet. Durch eine Verordnung des Reichsarbeitsministers, die in die- en Tagen zu erwarten ist, wird daher bestimmt werden, das ab 1. September 1936 kein Arbeiter oder Angestellter des arbeitsbuchpflichtigen Per- onentreijes mehr beschäftigt werden darf, der nicht m Besitze des Arbeitsbuches ist. Wer diese Vor- chrift nicht beachtet, ob Unternehmer ober Betriebsführer, Arbeiter ober Angestellter, setzt sich der Gefahr der Bestrafung aus. Deshalb werden Arbeiter und Angestellte, die bas Arbeitsbuch unge- achtet ber wiederholten Bekanntmachungen unb Hinweise noch immer nicht beantragt haben, letztmalig aufgeforbert, ben Antrag beschleunigt beim zuständigen Arbeitsamt zu stellen. Wer Zweifel hat, ob er arbeitsbuchpflichtig ist, hole sich Auskunft Ich habe bas ungemütliche Gefühl, etwas Takt- loses gesagt zu haben unb schweige eine Viertel- ftunbe lang. „Sehen Sie boch, jene Kreuzuna zwischen einer Spanierin unb einem Fakir, ben Kamm tragenben Singhalesen bort? Ich muß immer wieder darüber lachen. Diese Symphonie eines fünfzigfachen Grüns, das sich fast bis zur Spitze des höchsten Berges hinaufzieht, nur unterbrochen von den wie Riesen- sträuße wirkenden Bäumen in rot, lila, violett, gelb, blau und orange, gehört zum Zauber des Ostens genau so, wie dieses eigentümliche Aroma der einheimischen Küchen und der schwelenden Holzfeuer! Riechen Sie nur!" . , Die Stimme, die bas sagt, kommt mir seltsam bekannt vor. Sie spricht geheime Gebanken aus unb als brüllendes Gelächter um mich ertönt, merke ich erst, daß ich bas selbst gesagt habe. „Es gibt eben Leute, bie früher nach Hause kommen, unb anbere, die eine Zeit lang brauchen, Sie Die Polizeidirektion Gießen hat in einer Bekannt- machung in unserem gestrigen Blatte die Dienst- pflichttgen in ber Stabt Gießen zur Aushebungs- Mufterung 1936, bie am Samstag, 22. Augusi, ftattfinbet, aufgerufen. Die Dienstpflichtigen feien auf biefe wichtige Bekanntmachung noch einmal Dorfe zu--- Vornoiizen. meine Gebauten. Plötzlich fahre ich erschrocken zusammen. Ich vernehme einen unbefinierbaren, zornigen Laut, ben ich noch nie in meinem Leben horte. Es ist em Gemisch aus Pfeifen, Fauchen, Gurren, Schmatzen, Schnalzen, Grunzen. Dazu raschelt es heftig im Gebüsch. Selbstverstänblich bleibe ich sofort stehen und schaue nach ber fraglichen Stelle, kann aber beim besten Willen nichts entdecken. Totensttlle wie vorher! Nichts rührt unb regt sich. — — — Was mag bas gewesen sein? Em Tier? Ober vielleicht ein Mensch, der sich einen Scherz mit mir erlauben will? Das kann ich mir aber nicht gut denken. Einen solchen Laut bringt kein Mensch hervor. Jedenfalls muß ich der Sache auf den Grund gehen. Ich begebe mich daher zu der Baumgruppe, von der ich das Geräusch vernahm. Es sind vier Jungbuchen, die dort am Wegrand stehen. Man könnte sie mit Orgelpfeifen vergleichen. Erne ist immer größer als dte andere. Bei allen reicht bas Astwerk bis auf ben Hoben herab. . Hier, an ber ersten Buche, muß es gewesen fern. Ich will gerabe vorsichtig einige Aeste ausemander- biegen, ba ertönt unmittelbar vor nur ^"der bie- fer eigenartige Laut, und ein unbestimmtes Etwas huscht blitzschnell am Stamm hinauf. Verdutzt asie ich die Aeste fahren und schaue nach der Baum spitze. Zunächst sehe ich nichts. Ich ducke mich etwas. Ach, sieh da! Ein Eichhörnchen! Das ist also der Störenfried, der mich so erschreckte. Fest drückt es sich an den Stamm. Es kehrt mir den Rücken zu. Anscheinend wahnt es sichI sehen. Um es bester beobachten zu können, gehe uh aus eine Wiese, die sich an dieser «teile in Den Wald hineinzwängt. Nun sieht es mich. Ärgerlich raunet es und peitscht mit l^nem buschigen Schwanz den Stamm. ^rnig funkeln die schwär- m!ch^kau^ .. pchsterlichen Wclldweg. WährenddessenPlätz-h-n und °°r- b-sand-r- h-ngen-ies-n. Sitzung der Ratsherren. Der Oberbürgermeister kündigt in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil eine öffentliche Sitzung der Gießener Ratsherren für nächsten Montag, 10. August, 17 Uhr an. Neben ber eierlichen Einführung unb Verpflichtung bes Bei- leorbneten Subheimer ist eine Reihe weiterer Tagesordnungspunkte vorgesehen. Auf bie Bekanntmachung sei besonders hingewiesen. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Rord. Cebensmittel-Opferrlng. Am Montag, 10., bis Mittwoch, 12. b. M., roirb bie Pfundsammlung durchgeführt. Die Mitglieber werben gebeten, die Pfundpäckchen bereitzuhalten und die Mitgliedskarten zur (Eintragung vorzu- legen. Die Päckchen sind inhaltlich durch eine klare Aufschrift kenntlich zu machen. Helft dem Hoten Kreuz! Die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz und zahlreiche Freunde und Helfer ihrer Arbeit werden nach der Genehmigung des Reichsinnenministers am morgigen Sonntag eine Geld-Samm- lung zum Besten des Roten Kreuzes durchführen. Die Tätigkeit der Sanitätskolonne kommt bekanntlich jedermann ohne Ansehen der Person ober des Standes zugute. Niemand wird sich dem Gedanken verschließen können, daß auch er zu jeder Zeit in die Lage kommen kann, diese Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Daher versäume niemand, den Sammlern unb Sammlerinnen eine nach besten Kräften bemessene Spenbe für bie Arbeit des Roten Kreuzes zu geben. Wichtig für Fernsprechteilnehmer. Dom Postamt Gießen roirb uns mitgeteilt: Künftig können in Gießen sämtliche Ferngespräche nur noch unter ber Nummer 00 angemelbct ro?r- ben. Der sog. Sofortverkehr mit einigen Aemiern (Anmeldung unter Nummer 9) fällt jetzt weg, weil schon seit längerer Zeit möglichst alle Ferngespräche im Anschluß an die Anmeldung sofort her- gestellt werden. Einer unterschiedlichen Anmeldung der Ferngespräche bedarf es daher nicht mehr. Keine Beschäftigung ohne Arbeitsbuch. bung" bekanntgegeben. Deutsche Schäferhunde-Abrichtung. Bei der Fachschaft für Deutsche Schäferhunde kann jedermann seinen Hund abrichten. Die Leitung ist in bester Hand. Die Tiere werden aus- gebildet als Schutz-, Polizei-, Such- und Melde» hunbe. Der Beweis ist erbracht, bah die Ausbildung der Deutschen Schäferhunde in ber Fachschaft unb der Ehrgeiz ber Führer, Hunde bis zur höchsten Prüfungsstufe brachten. Den Liebhabern der Deutschen Schäferhunde roirb über Anschaffung von Jungtieren und älteren Tieren Rat erteilt, damit sie bei Ankauf vor Schaden bewahrt bleiben. Ferner ist es bas Bestreben ber Fachschaft, baß das beste Material erworben wird. Ferner wird jedermann über Zucht, Aufzucht, Fütterung usw. belehrt. Hebungen werden vorerst Dienstags unb Donnerstags, 18.30 Uhr, auf ber Bleiche an der Lahn abgehalten. Dort treffen sich die Hundeliebhaber. Der Fachschaftsleiter: Georg Klös, Polizei-Derwaltungs-Oberasssttent. Lernt Kurzschrift und Maschinenschreiben! Don ber Ortsgruppe Gießen ber Deutschen Stenographenschaft wirb uns geschrieben: Die Kurzschrift lernen unb meistern, heißt Fleiß unb immer wieder Fleiß entfalten, heißt Ausdauer üben, heißt peinliche Genauigkeit bis ins kleinste sich xu eigen zu machen unb betätigen, heißt rasche Auffassung sich aneignen und raschesten Entschluß zu fassen. „ Wer muß heute stenographieren können? Wer muß heute auf der Maschine schreiben können? Mancher ist geneigt, die Fragen mit einem Hinweis auf den kaufmännischen Beruf, den Zeitungsmann usw. zu beantworten. Für diese Berufe ist es allerdings eine Selbstverständlichkeit, Kurzschrift und Maschinenschreiben zu beherrschen. Unsere vielschreibende Zeit macht aber in Wirklichkeit die Kurzschrift und das Maschinenschreiben für jedermann zur Notwendigkeit, jeder muß stenographieren und auf der Maschine schreiben können. Ueberaü_ gilt es, sich Notizen zum machen, Dorträge, Eindrücke und Gespräche schnell festzuhalten, private und geschäftliche Briefe zu schreiben. Stenographie und Maschinenschreiben sollte heute eigentlich jeder beherr- söyen, der Anspruch auf gute Allgemeinbildung er- fjebt. Die vom Reichsminister des Innern beauftragte Pflegestätte für Kurzschrift und Maschinenschreiben, die Deutsche Stenographenschaft, bietet mustergültigen Kurzschrift-Unterricht und zweckmäßigen Unter- richt im Maschinenschreiben (Zehn-Finger-Blmd- pore." Tageskalender für Tagesbefehl NSG. Die Einbringung der Ernte verlangt, infolge der Ungunst des Wetters, einen erhöhten Einsatz von Arbeitskräften. Der deutsche Bauer ringt unter Aufbietung letzter Kraft um die Sicherstellung der Ernährung des deutschen Volkes. Wir, als die Jugend Adolf Hitlers, wollen nicht beiseite stehen, sondern wollen uns einsetzen und helfen, soweit wir es mit unserer jungen Kraft vermögen. Für das Gebiet Hessen-Nassau tritt folgende Anordnung mit sofortiger Wirkung bis zum 15. September 1936 in Kraft: 1. Die Führer der Landeinhetten haben die bei (Ernfearbeilen beschäftigten Igg., foroeit dies bisher noch nicht geschehen ist, von jedem Dienst zu beurlauben. 2. Die Dienste der Landeinheiten, insbesondere an Sonntagen, sind, nach Rücksprache mit dem Ortsbauernsührer, für den Einsatz in der (Ernte zu verwenden. Bei der Arbeit ist der Dienstanzug zu tragen. Alle näheren Einzelheiten sind mit den zuständigen Ortsbauernfüh- rem zu vereinbaren. 3. Die Vannführer sehen sich sofort mit den Kreisbauernführern in Verbindung, um den Einsatz der Stadteinheiten in den nächsten Sonntagen zu besprechen. Der Dienst der Stadteinheiten ist bei ihrem Einsatz in der (Ernte selbstverständlich über den ganzen Sonntag auszudehnen. 4. Die Bannführer verhandeln sofort mit den Kreis- bzw. Ortsbauernführern über den Ein- sah der Zeltlagerbelegfchaften bei der (Ernteeinbringung in den umliegenden Dörfern. Kameraden! Als Nationalsozialisten wissen wir, was wir dem deutschen Volk zu jeder Stunde schul- big sind. Der deutsche Bauer ist in diesen Wochen in harter Bedrängnis. Wir Hitlerjungen wollen I zeigen, daß wir zu ihm stehen. Heil Hitler! Der k. Führer des Gebietes 13 Hessen-Nassau. Erich Brandt, Oberbannführer. schreiben) durch ihre Ortsgruppen für Anfänger, Fortgeschrittene und Praktiker. In sämtlichen Gauen garantieren Gausachreferenten für Kurzschrift und Maschinenschreiben als politisch beauftragte Fachleute die Einheitlichkeit der Kurzschrift- und Maschinenschreibpflege. Auch der von Fachleuten der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft neu aufgestellte Stundenplan, erfahrene Fachlehrer und Praktiker bieten die Gewähr, daß die Teilnehmer richtige Stenographen und Maschinenschreiber werden. Die Preise sind für die neuen Kurse ermäßigt worden. Die neuen Kurzschriftkurse beginnen am Montag, 31. August, in der Alten Pestalozzischule, Werner- wall 18, die neuen Maschinenschreiblehrgänge beginnen am Dienstag, 1. September, in der Oeffent- lichen Handelslehranstalt, Liebigstraße 16. Der genaue Stundenplan erscheint in einer späteren Ausgabe dieser Zeitung. Man beachte die heutige Anzeige. Gießener Dochenmorktpreise * Gießen, 8. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, XA kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11X Wirsing, kg 8 bis 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün, 15 bis 20, gelb 15 bis 25, Erbsen 15 bis 30, Tomaten 28 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln, neue, kg 5 Pf., 50 kg 4,50 Mark, Frühäpfel, kg 20 bis 50 Pf., Falläpfel 7 bis 8, Birnen 20 bis 40, Sauerkirschen 30 bis 35, Pflaumen 25 bis 35, Zwetschen 35 bis 40, Mirabellen 35 bis 40, Renekloden 35 bis 40, Rüffe 45, Pfirsiche 50 bis 55, Himbeeren 25 bis 30, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 45, Heidelbeeren 20 bis 30, Stachelbeeren 10 bis 15, Johannisbeeren 12 bis 15 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Enten 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 Pf. bis 1 Mark, Salat 5 bis 10 Pf., Salatgurken 1=0 bis 30, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 4 bis 8, Radieschen, das Bündel 10 Pf. ** Lieferungsvergebung. Die Direktion der städtischen Betriebe schreibt in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil die Lieferung von Kleidungsstücken für das Fahrpersonal der Straßenbahn aus. Interessierte Geschäftsleute mögen die Bekanntmachung beachten. ** Anmeldung zur Gesellenprüfung. Die Kreishandwerkerschaft Gießen fordert im heutigen Anzeigenteil die Lehrlinge aus einer Anzahl Berufe, die im Herbst ihre Lehrzeit beenden, zur Anmeldung zur Gesellenprüfung auf. Näheres ist aus öer Anzeige ersichtlich. ** Wiedersehensfeier des e h e m. IV. ffpäter II.) Hess. 'Batts. Landwebr-Jnf.- Regts. N r. 87. Man schreibt uns: Die zweite Wiedersehensfeier der Kameraden unserer Feldfor- mation findet am Sonntag, 13. September, in Bensheim a. d. B. im „Bensheimer Hof" statt. Die Vorarbeiten für einen schönen Verlauf dieses Treffens sind im Gange. Es soll wie 1934 in Darmstadt ein frohes Wiedersehen werden. An alle Kameraden unseres ehem. Bataillons richten wir die Aufforderung, mit ihren nächsten Angehörigen am genannten Tage, zwischen 10 und 11 Uhr, in obigem Lokal sich einzufinden. Kameraden! Gebt diese Nachricht an alle unsere Frontkameraden weiter und sorgt dafür, daß sie alle erscheinen. Anmeldungen oder Anfragen an Vuchdruckereibesitzer Gg. Krapp, Babenhausen (Hessen) erbeten. Oberhessen. Oer Reichsautobahnbau im Kreise Gießen. = Steinbach, 8. Aug. Die Arbeiten an der Reichsautobahn, die von der Gegend der Kreisabdeckerei in der Gemarkung Garbenteich herkommend unsere Gemarkung durchschneidet, werden seit etwa 14 Tagen beschleunigt durch- ge führt. Die Linienführung erfuhr noch eine Aenderung. An der Stelle, wo die Reichsautobahn die Straße Steinbach—Lich kreuzt, so daß das letzte Haus von Steinbach nach Lich zu durch die Autobahn vom Dorfe abgetrennt wird, wird die Reichsautobahn nach dem Dorfe zu verlegt, so daß das Haus des Zimmermanns Wilhelm Weber jedenfalls abgerissen werden muß. Das Haus wurde vor vier Jahren neu errichtet. Augenblicklich wird in zwei Schichten gearbeitet. Zu bestimmten Stunden hört man die Sprengschüsse, und besonders Sonntags kommen die Leute von nah und fern und betrachten die Fortschritte der Arbeit. Eine Bohrmaschine bohrt die Sprenglöcher, Loren, gezogen von Feldlokomotiven, befördern die Erde an die Stellen, wo aufgefüllt werden muß, und ein auf einen Raupenschlepper aufmontierter Rarn- mer befestigt die herbeigeschaffte Erde. Wie man hört, ist geplant, in drei Schichten zu arbeiten, rocn Daubringen, 8. Aug. Heute feiert die Witwe Christine Hartmetz,' geb. Zinn, in geistiger Frische ihren 8 0. Geburtstag. Frau Hartmetz ist die zweitälteste Einwohnerin und einzige Kriegsrenten-Empfängenn unseres Dorfes, deren Mann als Kriegsveteran aus dem Kriege 1870/71 Kriegsrente empfing. Als Geburtstagsgeschenk erhielt sie aus diesem Grunde von der Reichskriegerfürsorge eine Geldspende zugewiesen. ch Odenhausen, 7. Aug. Die Frau des hiesigen Stationsvorstehers Stroh verletzte sich beim Frühstückschneiden so unglücklich im Auge, daß das Augenwasser auslief. Sie mußte sofort der Augenklinik in Gießen zugeführt werden. Wenn keine Komplikationen eintreten, hoffen die Aerzte das Auge zu erhalten. — Gestern wurde im hiesigen Hofgut ein seltener Vogel gefangen, der vollkommen matt war. Es handelt sich wahrscheinlich um den sog. Küstenschnäbler. Kreis Friedberg. LPD. Friedberg, 7. Aug. In der Frankfurter Straße, in der Nähe des Wasserturms, wurde gestern abend ein Radfahrer, der gegen ein Auto gefahren war, in die Windschutzscheibe des Kraftwagens geschleudert. Der Radfahrer kam mit schweren Kopfverletzungen in das Bür- gerhospital, wo er nach kurzer Zeit v e r st a r b. Preußen. Kreis Wetzlar. Königsberg, 7. Aug. Für früher bezogenes Los Holz wurde den hiesigen Ortseinwohnern bisher ein Betrag von rund 1300 RM. aus der Ge- meindekasse bar aus bezahlt. Dieser sog. Gemeindenutzen ist jetzt auf Veranlassung der Aufsichtsbehörde aufgehoben worden, weil es sich um eine nicht mehr zeitgemäße, insbesondere mit den jetzigen Vorschriften für die Finanzgebarung der Gemeinde nicht mehr vereinbare Einrichtung handelt. Da sich die Errichtung eines zweiten Sch ul s aal es und einer zweiten Lehrerdien st wohnung als ein dringendes Bedürfnis herausgestellt hat, soll von dem durch die Aufhebung des Nutzens zur an- derweiten Verfügung freigewordenen Betrag von 1300 RM. eine Summe von 1000 RM. zur Ansammlung einer Rücklage für die vorgenannten Zwecke Verwendung finden. Der Restbetrag von 300 Reichsmark soll der Erneuerungsrücklage für die elektrische Lichtanlage zugeführt werden. Frauen im Lustschuh. Die Zahl der im Luftschutz tätigen Frauen nimmt beständig zu. Sie werden nicht nur als Laienhelferinnen bei Verletzten Verwendung finden, sondern auch als Angehörige der Hausfeuerwehr oder der Luftschutzgemeinschaft. Da im Ernstfall nur sehr wenig Männer in der Heimat zur Verfügung stehen, muß in zahlreichen Fällen die Frau als Luftschutzhauswart einspringen und die Verantwortung für die Abwehrbereitschaft der Hausbewohner auf sich nehmen. Auf den ersten Blick könnte es scheinen, als werde der Frau eine zu große Last aufgebürdet. In der Tat gibt es viele Männer, die rundheraus erklären, daß die Frau für die ihr im Interesse der Volksgemeinschaft zugedachten körperlichen und seelischen Aufgaben gar nicht in Frage kommen könne. Diese Männer befinden sich in einem großen Irrtum. Was die deutsche Frau in Notzeiten zu leisten vermag, hat sie in den Jahren des großen Krieges in einer Weife gezeigt, die jeden, der den heroischen Einsatz beobachten konnte, mit Achtung und Bewunderung erfüllte. Es ist kein Zweifel, daß auch in Zukunft die Frau schweigend und selbstverständlich ihre Pflichten in der Front des Lu'< Putzes erfüllen roirb. Schließlich ist entscheidend, angesichts der Gefährlichkeit von Fliegerangriffen nicht die Frage, ob die Frau die geforderten Leistungen vollbringen kann; entscheidend ist allein, daß sie rechtzeitig und zweckmäßig ausgebildet wird, um in der Stunde der Gefahr verantwortungsbewußt und ihrer selbst sicher die Führung einer Hausgemeinschaft übernehmen zu können. Sicherlich ist die praktische Durchführung nicht immer ganz einfach. Die berufstätige Frau ebenso wie die Mutter haben Tag für Tag ein gerüttelt Maß Arbeit zu leisten, und es fällt mitunter nicht leicht, sich an die neuen Pflichten zu gewöhnen. Aber welche Wnller wird ernstlich zögern, alles kennenzulernen, was einmal zum Schuhe ihrer Kinder notwendig fein wird? Wir leben in einer harten und bewegten Zeit. Die Völker Europas sehen den neuen Anfang des deutschen Volkes, den wir allein dem Führer und Reichskanzler verdanken, mit geteilter Freude. So ist es stets gewesen. Drum müssen wir uns wappnen! Die Zeiten, in den die Männer den Krieg in Feindesland trugen und die Heimat unbesorgt um kriegerische Einfälle ihrer Arbeit nachgehen konnte, sind endgültig vorbei. Jedes Dorf, jede Stadt unseres Vaterlandes ist im Ernstfall bedroht und deshalb müssen auch die Frauen frühzeitig im Frieden in die Front des Luftschutzes eingereiht werden. Die Reichspost stellt Ingenieure für Fennnel-edienst ein Für die zahlreichen und umfangreichen Betriebe ihres Fernmeldewesens stellt die Deutsche Reichspost alljährlich eine große Zahl junger Ingenieure der Elektrotechnik — insbesondere der Fernmeldetechnik — als Anwärter für den gehobenen mittleren Beamtendienst ein. Da das Nachrichtenwesen der Deutschen Reichspost infolge der geographischen Lage Deutschlands und wegen seiner zahlreichen Ueberseeverbindungen von größter zwischenstaatlicher Bedeutung ist, müssen an die Beamten dieser Laufbahn große Anforderungen gestellt werden. Ihr Arbeitsgebiet ist deshalb auch ungewöhnlich groß und vielseitig. Für rein technische Aufgaben wird ein verhältnismäßig kleiner Teil dieses Personals benötigt; der weitaus größere ist im Auf- sichts- und Betriebsdienst eingesetzt oder nimmt die Verwaltungsangelegenheiten des Fernmeldebetriebes wahr. Die Beamten werden, damit sie all den Aufgaben sowohl auf den Sonderg"bieten der Fernmeldetechnik und des eigentlichen Betriebsdienstes, wie auch für den Verwaltungsdienst gewachsen sind, noch längere Zeit besonders ausgebildet und nachgeschult. Hierbei kann aber nur auf einer guten Vorbildung aufgebaut werden. Von den Anwärtern muß neben besten technischen und guten Sprachkenntnissen eine ausreichende Allgemeinbildung verlangt werden, besonders, da sich mit den zahlreichen, diesen Beamten später zu übertragenden Verwaltungsstellen meist eine sowohl in wirtschaftlicher wie personeller Hinsicht bedeutende Verantwortung verbindet. Für die Einstellung kommen daher Bewerber in Betracht, die u. a. das Reifezeugnis für die Obersekunda einer öffentlichen höheren Lehranstalt oder ein gleichartiges besitzen. Die Bewerber müssen ferner zwei Jahre in Betrieben der elektrotechnischen Industrie mit gutem Erfolg praktisch gearbeitet und das Reifezeugnis einer höheren technischen Lehranstalt in der Fachrichtung Elektrotechnik erworben haben. Die Anstalt muß in der Reichsliste der höheren technischen Lehranstalten, deren Reifezeugnisse zum Eintritt in die Laufbahn des gehobenen mittleren technischen Dienstes berechtigen, aufgeführt sein. Berücksichtigt werden nur Bewerber, die arischer Abstammung und vollkommen gesund sind und Gewähr dafür' bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten. Frische, sportgestählte Männer, die den Gedanken der Volksgemeinschaft in sich ausgenommen und ihn auch bereits in die Tat umgesetzt haben, werden bevorzugt. Die Bewerber dürfen nicht über 28 Jahre alt sein. Während der zweijährigen Vorbereitungszeit erhalten sie zunächst einen Entgelt nach Vergütungsgruppe VI Grundvergütungssatz I des Reichs- Angestelltentarifs. Nähere Auskunft erteilen die Reichspostdirektionen. Gesuche von Bewerbern, die die vorstehenden Aufnahmebedingungen nicht erfüllen, sind zwecklos. Oer Sternenhimmel im August. Ein Komet kommt uns nahe! Von Or Erwin Ko sinna. Im Mai entdeckte der amerikanische Liebhaberastronom Pc! ier einen Kometen, der sich vom Sternbild Cepheus langsam in die Kassiopeia bewegte. Mit der Annäherung an die Sonne und die Erde stieg seine Helligkeit bis zur fünften Größe, so daß der Komet Ende Juli auch mit freiem Auge gesehen werden konnte. Er wandert jetzt sehr rasch in südlicher Richtung durch die Sternbilder Pegasus und Wassermann zum Steinbock und konnte noch bis zum 6. August günstig beobachtet werden. Am 4. August überschritt er den Himmelsäquator nahe dem Stern Alpha im Wassermann, am 5. August ist er in Erdnähe gelangt. Sel.i Abstand beträgt dann nur 25 Millionen Kilometer. Im Feldstecher erscheint der Komet wie ein Nebelfleck. Der Schweif ist über einen Grad lang, aber sehr lichtschwach. Die Beobachtung des Kometen wird zwar durch Mond- licht erschwert, wer aber über ein kleines Fernrohr oder ein lichtstarkes Fernglas verfügt, wird die Bahn des Kometen bei günstigen Luftverhältnissen verfolgen können. Am Abendhimmel leuchtet als weitaus hellster Stern der Planet Jupiter nahe dem rötlichen An- tares im Skorpion. Bis zum 11. August wandert Jupiter scheinbar auf Antares zu, dann beginnt er wieder rechtläufig, also ostwärts fortzuschreiten, erst langsam, dann schneller. Dieses scheinbare Hin- und Herpendeln des Planeten ist eine Perspektive Folge der Bewegung unserer Erde um die Sonne. Geaen- wärtig ist Jupiter ein Stern, von der Größe (Helligkeit) minus 2,0. Sein machtvoller Glanz nimmt nun langsam ab, da wir uns von ihm entfernen. Der Abstand Jupiters wächst im Laufe des Monats von 690 auf 754 Millionen Kilometer, wird also täglich um zwei Millionen Kilometer größer. Rund 40 Minuten ist das Licht unterwegs, um die Entfernung Jupiter — Erde zu überbrücken. Anfang August geht Jupiter eine Stunde nach Mitternacht Ende des Monats bereits um 23 Uhr unter Gegen 21 Uhr erscheint im Osten der Saturn im Sternbild der Fische als Stern erster Größe. Seine Helligkeit nimmt im Laufe des Monats noch etwas zu und erreicht dann diejenige von Atair im Adler (Größe 0,9). Saturn ist annähernd doppelt so weit von uns entfernt wie Jupiter und nähert sich uns im August von 1326 Millionen Kilometer Abstand auf 1294 Millionen Kilometer, welche Strecke der Lichtstrahl in 72 Minuten zurücklegt. Die aus zahllosen kleinen Körperchen bestehenden Saturnringe haben gegenwärtig eine solche Lage, daß wir gerade auf ihre Außenkante blicken. Bei ihrer sehr geringen Dicke von weniger als 100 Kilometer erscheinen die Ringe daher auch in großen Fernrohren nur als feiner Strich. Mars bewegt sich aus dem Sternbild Zwillinge in bas Bild des Krebses; er ist demnach kurze Zeit vor Sonnenaufgang am östlichen Horizont zu sehen. Merkur und Venus bleiben unsichtbar. Am Fixsternhimmel erscheinen bereits während der Abenddämmerung Wega in der Leier als blauweißer Stern nullter Größe nahe dem Zenit und der fast ebenso helle gelbe Arktur im Bootes am Südwesthimmel. Wenn es nach 22 Uhr völlig dunkel geworden ist, bemerken wir in klaren mondlosen Nächten die Milchstraße, die von Südsüdwesten in Zwei Armen, der linke aus dem Schützen, der rechte aus dem Skorpion, steil zum Zenit emporsteigt. Hier im Schwan, dem Kreuz des Nordens, vereinigen sich beide Arme zu einem hell schimmernden Band, das wir über Cepheus und Kassiopeia bis zum Perseus und Fuhrmann verfolgen können. Die hellsten und schönsten Sternwolken befinden sich im Schwan, im Adler und im Schild des Sobieski. Be- sonders die kleine, aber Helle Schildwolke zwischen Adler und Schütze ist ein Schmuck klarer Spätsom- !Y.e,r?.a^te' ^ätzt ihre Entfernung auf 9000 nl(Lf cl^re • $u- 10 Billionen Kilometer und die Zahl der in ihr vereinigten Sonnen auf über eine Million. Am linken Rande der Milchstraße sehen wir neben dem Adler das kleine Viereck des Delphin und zwischen Adler und Schwan die Lichtpunkte des Pfeils. Im Osten sind nun schon die Herbststernbilder heraufgekommen. An den aus einem großen Sechseck und einem Quadrat bestehenden Pegasus schließt sich die Sternreihe der Andromeda, unter der Dreieck und Widder leuchten. Nahe dem südöstlichen Horizont finden wir die Tierkreisbilder Steinbock, Wassermann und Fische. Tief im Norden funkelt Kapella, der Hauptstern des Fuhrmanns. Der Große Wagen steht westlich vom Polarstern und schon erheblich tiefer als dieser. Den Raum zwischen Wega und Arkturus nehmen Herkules und die nördliche Krone ein Im nördlichen Teil des Herkules bilden vier helle Sterne ein Trapez, an dessen rechter Seite wir den großen Kugelstern- Haufen als matten Lichtfleck wahrnehmen. 35 000 Jahre muß der Lichtstrahl wandern, bis er von dort zu uns gelangt. Am südwestlichen Horizont neigen sich Waage und Skorpion dem Untergänge zu. In der Zeit vom 10. bis 13. August ist eine Häufung von Sternschnuppen zu erwarten, die scheinbar aus dem Perseus ausstrahlen und daher Perseiden genannt werden. Man beobachtet den Perseidenschwarm am besten nach Mitternacht. Der neue Stern, der Mitte Juni an der Grenze von Cepheus und Lacerta aufflammte, ist Ende Juli unter die 6. Größenklasse herabgesunken und mit freiem Auge nicht mehr sichtbar. Nundiunkproaramm Sonntag, 9. August. 6 Uhr: Olympische Fanfaren. Musik in der Frühe. 7.50: 9. Tag der XL Olympischen Spiele: Programmdurchsage. 8: Sonntägliche Musik. Dazwischen: Schwimmen 200-m-Bruststil-Frauen-Zwischenläufe. Wasserballspiele. 9: Sonntagmorgen ohne Sorgen. 10: Unterhaltungsmusik. Dazwischen: Ringen. Griechisch-römische Entscheidungen, Bantamgewicht-Entscheidungen, Federgewicht-Entscheidungen, Leichtgewicht-Entscheidungen. Olympische Segelregatta. Regattabericht vom Startschiff „Najade". Regattaberichte aus Kiel. 12 bis 13: Musik am Mittag. Da- Öen: Olympische Siegertafel 1896 bis 1936. 13: : Platte (Schallplatten). 14: Unterhaltungsmusik. Dazwischen: Regattaberichte aus Kiel. J5: Blasmusik. Dazwischen: Hochsprung-Frauen-Entschei- düng. 4 X 100-m-Staffel-Entscheidung, 4 X 100-m» Starfel-Frauen-Entscheidung, 4X400-m-Staffel-Ent- scheidung. Schwimmen: 100-m-Freistil-Frauen-Zwi- schenläufe, 100-m-Freistil-Endlauf. Wasserspiele. 16: Der Marathonlauf bei den XI. Olympischen Spielen 1936. Staffelhörberichte von der Strecke. Einlage: Marathonlauf. Heroische Musik von Herbert Windt. (Uraufführung.) 18: Robert Gaden spielt. Dazwischen Funkberichte vom Stadionrennen in Hoppegarten. 19: Olympia-Echo: 9. Tag. 20: „Die Fledermaus", Operette von Johann Strauß. Funkbearbeitung: Heinz Pauck. 20: Nur Deutschlandsender: Musik am Abend. Dazwischen: Ringen. Griechisch-römische Entscheidungen. Fechten: Degen-Einzel-Ausscheidung. 22: Wetter- und Tagesnachrichten. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Tanz und Unterhaltung. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Allerlei Tänze aus Opern. Wonlag, 10. August. 5.50 Uhr: Wetterbericht. 6: Olympische Fanfaren. Musik in der Frühe. Dazwischen: 6.30 bis 6.45: Früh- Gymnastik (A. Glucker) und 7 bis 7.15: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 7.50: 10. Tag der XI. Olympischen Spiele: Programmdurchsage. 8 bis 13: Unterhaltungsmusik. Dazwischen: 100-km-Straßenradren- nen. Start-, Strecken- u.Zielbericht. Schwimmen: Kunst- springenEntscheidung, 4 X 200-m-Staffel-Vorläufe. Wasserballspiele. Regattaberichte aus Kiel. Dazwischen: Olympische Siegertafel 1896—1936. 13: Militärmusik. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Allerlei — von zwei bis drei! 15: Unterhaltungskonzert mit den Kapellen Franz Hauck und Waldemar Haß. Dazwischen: Schwimmen: 100-m-Freistil-Frauen-Endlauf, 400-m-Freistil-Vorläufe. Wasserballspiele. Boren: Ausscheidungskämpfe. Fußballspiel. Handball-Ausscheidungsspiele. Hockey-Ausscheidungsspiele. Zielbericht von der Olympischen Segelregatta. 18: Blasmusik. 19: Olympia-Echo: 10. lag. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Alte und neue Tanzmusik. Dazwischen: Fechten: Degen-Einzel. Boxen: Ausscheidungskämpfe. 20.45 bis 21: Deutschland baut auf: „Der Staat als Förderer des Sports". 21: „Herakles", Oratorium von G. F. Händel. Ein Querschnitt durch die Festaufführung in der Dietrich- Eckart-Freilichtbühne. 22: Wetter- und Tagesnachrichten. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Die Kapelle Franz Hauck spielt. 23: Deutsches Volksliederspiel für vier Singstimmen und Klavier von jvrmrmn Zilch"r. 23.30: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 0.50 bis 1: Intermezzo. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 661: Anordnung V 6 der lieber- wachungsstelle für Waren verschiedener Art. Zweite Bestandsmeldung für Fasern und Borsten. — 662: Anordnung ZV 3 über die Herstellung baumwollhaltiger Wirk- und Strickwaren. Erhöhung des Bei- Mischungszwangs auf 16 v. H. — 663: Abschluß eines Warenabkommens mit Litauen. — 664: Bekanntmachung KP 176 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 665: Wir machen besonders den Einzelhandel auf die Leipziger Herbstmesse vom 30. August bis 3. September 1936 aufmerksam. Prospekte liegen bei uns vor. — 666: Brasilien; Anstauung alter Forderungen in dritter Währung. — 667: Weitere Erleichterungen beim Versand non Rechnungen als Geschäftspaviere. — 668: In Düsseldorf findet vom Mai big Oktober 1937 die große deutsche Ausstellung „Schaffendes Volk" statt. Schirmherr der Ausstellung ist der Preußische Minifterpräsid-'nt und Generaloberst Hermann Göring. Ziel der Ausstellung ist, das schaffende deutsche V"lk bei seiner Arbeit und der Gestaltung seiner Umwelt zu zeigen. Ein Besuch wird märmft^ns em^bpn Nähere A'"^k"nft bei der Kammer. — 669: 16. Schweizer Messe in Lausanne vom 12. bis 27. Sentember 1936. — 670: Eine Vereinbarung mit Belgien zur Leipziger Herbstmesse 1936. — 671: Wir machen auf die in her Zeit vom 18. bis 24. September 1936 stattfindende und von der Deutschen Arbeitsfront in Oberursel veranstaltete Außenhandelaschulunas- woche aufmerksam. Vrospekte stehen zur Verfügung. — 672: Die Aufteilung der rumänischen Einfuhr- kontingente für das dritte Vierteljahr 1936. Oporfdtnf „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Reichssportabzeichen, Frauen und Männer: Don 17.30 bis 1'9 Uhr, Universitäts- sportplatz am Kugelberg. Neuanmeldungen nimmt der Sportlehrer vor Beginn der Uebungsstunde ent» geaen. Schwimmen, Anfänger und Fortgeschrittene: Von 18 bis 19 Uhr, Frauen und Männer, Schwimmbad, Kesselbach. Morgen: Tennis: Vor 8 bis 9 und von 9 bis 10 Uhr, Städtische Tennisplätze am Schützenhaus. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnach- mittag geschlossen. Hiebe Wohl arbeite! der Ei Reichs, daß sic lein ei Baum Gießer Verlar darf, i gelang ßen-§ Landst schöner dienst l im Leb sorgnis heraus, milie, b sende G schalt fr so ÜOiljC ledern ängstlich ßw- rechn? bete'M aen Äo stalt de die Vi Kleinki hinzu der St ansehn amtes Krafto Kleink Stadt, einem Wager rungsl wagen miliej Der Postain des Kr barkrei! worden Mit eii in vol Verkch zweig Berbinf wch fc bas läfj PWab Men Li 'st. An 9 ^chnelljgk Mnien .^weis d Mwr Men=0 Jon q ? Mi penb c st'Mmt, [| itn. ‘ r09r®nin. »^Wichen: i®llien[QUie * < «ln9tt 9ri(. T Ni. V*"' ’ ®N Do. Ins 1936.13; Gliür 1U-C Siel £ QU=Nd)e;- ' j 100-/77» n^^nt. 1 ferfpidt. 16; idjen Spielen -cke. Einlage-, ordert Windt. 't- Dazwischen Hoppegarten. Fledermaus", Bearbeitung: Musik am Mische Ent- heidung. 22: Mpia-Echo. Konzert nach uder fti.7 im «rN. W W- W 'Niet d s?** J“"Mut n und mii ze Fanfaren. 5 6.45: Früh. : Nachrichten der Xl.Dlqm. ais 13: Unter» traßenradren' tmmen: Kunst- !ffel-Borläuse. Kiel. Lazwi- 36. 13: Mili- I: Allerlei - - zett mit ben W Dazwi- ren-EMn^, >le. Dvren:s ivMa^-AuS' Spiele. Ziel- ,tta. 18: Ms- 20: Wznach- Alte und neu? Degen-Eml. >is 21: Deutscher des Spork. F.Mel. Ein in der W* nd Tagest : Die Kap^ ' ^sliederfpiel für -rm^nn Zilch' if. 0.50 bisi: titternacht. S‘‘*% l"-1 ** .Hl er Gießen 6 der lieber* r M 9** rsten. - 66J; iq baumwoU* h'unfl des '* » 3"#. r*® nUf die Leip' /äW* bei »Ni »°n ' lkord»u»9«n " 6rleid)W* M O-Ii- " fit: r -sL !n A,W i«W -lja-l Samstag, 8. August 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 184 viertes Blatt M r & $ ■ 5 . »fr M M ■ ■« ■< w i M V7 f Es sitzt sich gut im Omnibus. mit» miliel Linksoben: Der stattliche Kraftwagenpark der Reichspost in Gießen. iießener Anzeiger.) Obst und Gemüse usw. die Märkte in den käse, Links: Der schwere Motor will immer gut versorgt sein. — Rechts: Leden Morgen große Wagenwäsche. Als letztes Glied des motorisierten Postbetriebs sei noch die Paketzustellung in der Stadt mittels Klsinkraftwagen erwähnt. Der gute alte Postwagen- schimmel mit seinem etwas vorsintflutlich anmuten» den kuriosen Paketwagen wird künftighin nur noch in der Erinnerung der älteren Generation erhalten bleiben, dagegen erlebt das junge Geschlecht in zeitgemäßem Lebensstil auch auf diesem Gebiete den Fortschritt der Technik und der Zeit, mit einem Wort das „Zeitalter des Motors". schen zu bemessen sein wird. Dazu kommt weiter die Gepäckbeförderung, schließlich auch der Briefdienst, soweit er sich auf den Verkehr zwischen dem Gießener Postamt und den Außenstellen bezieht. Oie Krastpostverkehrszentrale Gießen. Sieben KrastomnibuSlinien im Dienst des Volkes. — Oer motorisierte Landbriefträger. — Statt Postpferd der Kleinkrastwagen. Postbeförderung, und zwar sowohl hinsichtlich des Empfangs, wie auch der Absendung. Eine andere Landkraftpostlinie wird zweimal täglich von Gießen über Lollar, Ruttershausen, Staufenberg, Daubrin- gen, Mainzlar, Treis, Allendorf, Nordeck, Londorf, Odenhausen, Geilshausen, Lumda, Beltershain, Reinhardshain, Göbelnrod, Ganseburg zurück noch Gießen und nachmittags erneut in der umgekehrten Ortsfolge befahren; auch hier hat die Bevölkeiung zweimal täglich die Möglichkeit des Postoerkehrs Diese Einrichtung des „motorisierten Landbrief- trägers", die anfangs von der Bevölkerung mit einer gewissen Zurückhaltung betrachtet wurde, hat sich schnell die volle Zustimmung aller Volksgenossen in den an die Strecke angeschlossenen Orten errungen. Die Reichspost erfüllt also auch hier eine wichtige Aufgabe, die in guter Weise gelöst ist — Rechtsoben: Paketpost wird in die gelben Paketwagen verladen. — ~ ' 15 u n t e n : Täglich fahren viele Volksgenossen mit Der Kraftomnibus-Personenverkehr des Gießener Postamtes ist im Verkehrs- und Wirtschaftsleben des Kreises Gießen und unseres preußischen Nachbarkreises Wetzlar zu einem wichtigen Faktor geworden. Unsere Landbevölkerung, die anfangs nur mit einem gewissen Zögern, aber gar bald schon in voller Erkenntnis der Annehmlichkeiten dieses Verkehrsmittels die Beziehungen zu diesem Betriebszweig der Post aufnahm, möchte jetzt die gute Verbindung sicherlich nicht mehr missen. Man kann wohl sogar sagen, daß ohne diese Verkehrsmittel das ländliche Leben in feinen Beziehungen zur Kreisstadt und auch zu zahlreichen anderen von diesen Linien berührten Orten nicht mehr zu denken ist. An Bequemlichkeit und Sorgfalt, wie auch an Schnelligkeit und Sicherheit lassen die Krastomni- buslinien ja auch nichts zu wünschen übrig. Als Beweis dafür kann man wohl die Tatsache ansehen, daß kaum einmal eine Beschwerde über diese „Land- straßen-v-Züge" der Post laut wird. Von Gießen aus kann man mit ihnen nach sieben verschiedenen Richtungen die Fahrt antreten. Die Fahrpläne der Postkraftomnibusse sind weitgehend auf die Fahrpläne der Reichsbahn abgestimmt. so daß der Fahrgast vom Lande ohne allzu Cin ts unten : Der Omnibusführer übernimmt Briese und Pakete für seine „Tour". — R < den Omnibussen der Reichspost. — (Aufnahmen [8|: Neuner, Diese Männer sind aber nicht etwa brotlos geworden, sondern sie fanden dienstliche Verwendung an einer anderen Stelle des Postbetriebes. Ihre Aufgabe erfüllt nun der Kleinkraftwagen der Landpost, der neben der Beförderung von Briefen, Paketen, Drucksachen und allen möglichen weiteren Sendungen auch für ein bis drei Personen Gelegenheit zur Mitfahrt gegen eine geringe Beför- derungsgebühr bietet. Dieser „motorisierte Landbriefträger", der im Bereiche des Gießener Post- bezirks auf der einen Linie vormittags von Gießen aus über Wiefeck, Alten-Bufeck, Trohe, Rödgen, Großen-Buseck, Beuern, Bersrod, Winnerod, Reiskirchen, Lindenstruth, Saasen, Harbach, Hattenrod, Burkhardsfelden, Oppenrod, Albach, Steinbach und Annerod zurück nach Gießen fährt und nachmittags die Rundfahrt von Gießen aus in umgekehrter Richtung ein zweites Mal durchführt, bringt den Land- bewohnern zweimal am Tage die Möglichkeit der Vieles hat sich also auch im Postbetrieb des letzten Jahrzehnts im Dienste des Verkehrs überraschend schnell verändert, aber alle diese Neuerungen sind in glücklicher Weise so gestaltet und organisiert worden, daß sie mit den Erfordernissen der Zeit in guter Weise Schritt halten und jedermann deutlich sichtbar bekunden, daß die Reichspost ihre besondere Verpflichtung darin erblickt, auch m der Benutzung der Kraftwirtschaft auf der Höhe zu [ein und guten Dienst am Kunden zu leisten. kutsche, der Vergangenheit angehürt, noch jenen pflichtbewußten Männern alle Hochachtung zukommen lassen. Aber mit der immer mehr und immer rascher fortschreitenden Motorisierung des Verkehrs mußte naturnotwendig auch die von mancherlei Poesie und Romantik umwobene Gestalt des Landbriefträgers das Feld räumen. Der Motor hatte die Postkutsche überflüssig gemacht, und er hat in feinem Siegeszug auch den Brief- und Paketboten der Landpost nicht mehr bestehen lassen können. So kam es auch vor sechs Jahren in unserem Gießener Bezirk zur Einrichtung der Landkraftposten und damit zum Ende des Landbriefträgers. Städten zu erreichen. Eine außerordentlich bedeutungsvolle Rolle spielen diese Linien aber auch für den Arbeiteroerkehr, da sie es zahlreichen Volksgenossen in bequemer Weise ermöglichen, ihre Arbeitsplätze in der Stadt unter günstigen Bedingungen zu erreichen und ebenso am Abend wieder nach Hause zurückzukehren; das gleiche trifft auf den Schülerverkehr zu, durch den zahlreiche Buben und Mädels aus den Landorten der Umgegend das ganze Jahr über während der Schulzeit ansehnliche Vorteile für den Schulweg genießen. Wohl keine der beteiligten Amtsstellen oder arbeitenden Personen hätte im Februar 1926 bei der Einrichtung der ersten Kraftomnibuslime der Reichspost von Gießen nach Krofdorf daran gedacht, daß sich aus dem damals sehr bescheidenen Pflanz- lein ein Jahrzehnt später ein kräftig wachsender Baum entwickelt haben würde. Damals lebte man m Gießen noch ganz in der Vorstellungswelt einer Verlängerung der Gießener Straßenbahn nach Krofdorf, und man war froh und stolz darüber, daß es gelungen war, wenigstens für die Verbindung Gießen—Krofdorf—Fellingshausen den „v-Zug der Landstraße" zu schaffen, der in Gestalt zweier schöner großer Kraftomnibusse den täglichen Fahrdienst versehen sollte. Jedoch es kam hier, wie es oft im Leben geht: anfangs nur mit einer gewissen Besorgnis betrachtete Kinder machen sich immer besser heraus, sie werden immer mehr der Stolz der Familie, bekommen ebenso lebensfroh und kräftig wachsende Geschwister, bis schließlich eine ganze Gemeinschaft krittligen jungen Volks vorhanden ist. Genau so vollzog sich die Entwicklung unserer Kraftpostverkehrszentrale des Postamtes Gießen. Das zunächst ängstlich behütete Erstlingskind „Kraftpostlinie Gießen Krofdorf" sah sich bald in der Gesellschaft zahl» reicher Geschwister, die allenthalben ebenso Freude bereiteten, wie ihr Spitzenreiter. Dann kam vor einigen Jahren noch ein Kraftverkehrs-„Baby" in Gestalt des „motorisierten Landbriefträgers" hinzu, d. h. die Verkraftung des Landpostdienstes brachte den Kleinkraftwagen in den Betrieb der Post hinein, hinzu kam das Kleinauto bei der Paketbestellung in der Stadt Gießen, und aus alledem ist nun ein so ansehnlicher Kraftwagenbetrieb des Gießener Postamtes entstanden, wie wir ihn heute mit neun großen Kraftomnibussen von je 31 bis 42 Sitzplätzen, sechs Kleinkrastwagen für die Paketzustellung in unserer Stadt, zwei Landkraftpostwagen mit drei Sitzen bzw. einem Sitz für Personenbeförderung außer dem Wagenführer, zwei Reservekraftwagen, zwei Störungskraftwagen und einem Bautrupp-Lastkraftwagen vor uns sehen. Also eine sehr stattliche Fa- Ein anderer wichtiger Zweig des Postkraftwagenverkehrs ist der „motorisierte Landbriefträger". Noch vor einigen Jahren konnte man auf den Landstraßen und in den Dörfern den auf Schusters Rappen dahinziehenden Briefträger erblicken, der mit Taschen und Beuteln voll Briefen und Drucksachen, mit Paketen und Paketchen hochbeladen war und in Sonne und Sturm, in Regen und Schnee und Eis seinen gar mühevollen Dienst versah. Diesen Männern gebührte zu allen Zeiten für ihre anstrengenden und opfer- vollen Leistungen im öffentlichen Dienst volle Anerkennung und besondere Dankbarkeit der Bevölkerung, und man muß auch heutzutage, da dieser Bote der Post, ebenso wie der Postillon und die Post- große Wartezeit im Anschluß an die Eisenbahnzüge weiterfahren kann und es sicherlich angenehm emp- inbet, daß der Weg der Eisenbahnschiene durch liefe Kraftwagen bis zum Heimatort seine Fort- etzuna findet und ihm dadurch der Verkehr nach allen Richtungen hin wesentlich erleichtert wird. So können mit den Kraftomnibuslinien der Gießener Post die Einwohner von Krofdorf, Fellingshausen, Krumbach, Frankenbach und Erda bequem und rasch die Verbindung vom Lande zur Stadt und weiterhin mit der Eisenbahn genießen; von dieser Linie abzweigend können die Volksgenossen in Wißmar und Launsbach die Vorteile des modernen Verkehre benutzen; auf einer anderen Linie fahren die Einwohner von Klein-Linden, Lützellinden, Hochelheim, Hörnsheim und Dornholzhausen zur Stadt und zurück; die Einwohner von Watzenborn- Steinberg, Holzheim und Gambach genießen durch ihre Kraftomnibuslinie den gleichen Vorteil; der beliebte Ausflugsort Annerod und fein Nachbardorf Albach haben auf die gleiche Weife eine vortreffliche Verbindung mit ihrer Kreisstadt und der Bahn; die Volksgenossen in Alten-Buseck haben mit Hilfe der Pendellinie nach und von Wieseck im Anschluß an die Gießener Straßenbahn eine gute Verbindung mit der engeren und weiteren Umgebung; der Schiffenberg ist mit Hilfe dieses modernen Verkehrsmittels für viele Männer und Frauen, denen der Fußweg zu beschwerlich und je nach dem Lebensalter vielleicht auch zu weit wäre, leicht und bequem erreichbar geworden; und schließlich bietet die Einrichtung der Marktfahrten vorn Kleebachtal, d. h. von den Orten Hochelheim, Hörnsheim, Dornholzhausen über Butzbach, Bad-Nauheim nach Frankfurt a. M., bzw. vom Kleebachtal nach Siezen den Männern und Frauen aus diesen Landorten mehrere Male in der Woche eine gute Gelegenheit, mit ihren Körben und Kisten voll Hand- Bei der tiefen Verwurzelung dieser modernen Verkehrsmittel im Leben der Gemeinschaft der Städte und der Dörfer ist es denn auch natürlich, daß die Benutzung der Kraftomnibusse sehr rege ist. Wer diese Kraftwagen häufiger an ihren Ausgangs- und Endpunkten beobachtet, kann die Feststellung machen, daß die Besetzung immer ein sehr erfreuliches Ausmaß aufweist. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die Wagen auf allen Linien allmonatlich Hunderte von Reisenden in beiden Fahrtrichtungen befördern, so daß für jede Linie im Verlaufe eines Jahres eine Verkehrsfre- heraus kommt, die Männer, die Verantwortung tragen! Die Fahrer der Gießener Omnibusse, nach Tausenden von Men- Wirtschaft. Nhein-mainischer Getreidemarkt. Die für Brotgetreide neuer Ernte bestehende lebhafte Kaufneigung dürfte bald befriedigt werden können. Die Mühlen haben inzwischen Weiten und Roggen aus Nord- und Nordostdeutsch- land auf dem Wasserwege hereingenommen. Wintergerste xu Futterzwecken ist nicht am Markt. Dagegen wird Wintergerste als Industriegerste in größerem Umfange angeboten. Von S o m- mergerste neuer Ernte sind die bis jetzt vorgelegten Muster sehr unterschiedlich in ihrer Beschaffenheit, größtenteils jedoch zufriedenstellend. Lieferungen haben noch nicht eingesetzt. Bei altem Hafer wurden nur kleine Umsätze aus norddeutscher Herkunft getätigt. Neuer Hafer steht bereits vielfach geschnitten auf dem Felde, so daß bei Fortdauer der Witterungsbesserung mit baldigen Zufuhren gerechnet werden kann. Für Weizenmehl bleibt lebhafte Kaufneigung bestehen, da die Bäcker sich noch Vorräte aus alter Ernte sichern wollen, um sie wegen der besseren Backfähigkeit mit Weizenmehl der neuen Ernte mischen zu können. Der Bedarf kann einigermaßen befriedigt werden. Roggenmehl hat lebhaftes Bedarfsdeckungsgeschäft. Bei den Futtermitteln ist insofern eine Aenderung eingetreten, als Weizenkleie zur Zeit von den Mannheimer Mühlen nicht erhältlich ist; auch im übrigen sind nur kleine Mengen Weizenkleie käuflich; das gleiche gilt für Roggenkleie, die vom Niederrhein bezogen roirb. Weizenfuttermehl ist knapp. Malzkeime unverändert, Biertreber etwas weniger reichlich am Markt bei festen Preisen. Kartoffelflocken sind nicht erhältlich. Oelkuchen und Mischfutter liegen ruhig. Auch in Rauhfutter kommen bei besten Preisen nur kleine Umsätze zustande. Nhein-mainische Viehmärkte vom 3. bis 8. August. Auf den Großviehmärkten blieben die Qualitäten gering bis mittel. Von den angelieferten 455 (619) Stück Großvieh entfielen auf Frankfurt 285 (388), auf Mainz 131 (148) unö auf Wiesbaden 39 (83) Stück. Durch Zufuhren an ausländischem Frisch- und Gefrierfleisch konnten die Metzger ihren Bedarf am Fleischgroßmarkt ziemlich decken. Auch auf dem Schweinemarkt machte sich ein starker Rückgang der Beschickung bemerkbar. Die Gesamtzufuhr ermäßigte sich auf 3969 (5332) Stück. In Frankfurt standen 2344 (3249), in Mainz 551 (725), in Wiesbaden 695 (907) und in Darmstadt 379 (471) Tiere zum Verkauf. Die Tiere wurden zu den geltenden Höchstpreisen zugeteilt; wo überhöhter Bedarf vorliegt, gleicht die Reichsstelle mit ihren Vorräten die Bedarfsspitzen ohne Schwierigkeiten aus. Auf den Kälbermärkten nahm das Geschäft durchweg einen sehr flotten Verlauf. In Frankfurt haben sich die Preise infolge des weiteren Rückgangs der Zusuhren auf nur 910 (1034) Stück stark erhöht, auch auf den übrigen Märkten zogen die Preise an. In Frankfurt notierten: andere Kälber a) 81 bis 85 (in der Vorwoche 68 bis 73), b) 75 bis 80 (62 bis 67), c) 68 bis 74 (54 bis 61), d) 55 bis 67 (40 bis 53). Wiesbaden und Mainz hatten mäßig höhere Zutriebe mit 337 (300) bzw. 272 (267), in Darmstadt blieb die Zufuhr mit 70 (72) Stück behauptet. Die Gesamtbeschickung betrug 1589 (1673) Stück. Der Auftrieb an Schafen mit 151 (194) Tieren hatte sich zwar auch verringert, er entsprach aber ungefähr dem Bedarf. Für Hömmel zogen die Preise etwa 2 bis 3 Mark, für Schafe in Frankfurt etwa 4 bis 5 Mark je 50 Kilogramm an. Die Märkte wurden glatt geräumt. Der preis für deutsche Frühkartoffeln. Der Vorsitzende der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft hat unterm 4. August die für die Anlieferungszeit vom 7. bis 15. August gültigen Erzeugerpreise für deutsche Speisekartos- feln festgesetzt. Für weiße, rote und blaue Kartoffeln gilt am 7. August ein Mindestpreis von 2,85 Mark und ein Höchstpreis von 3,35 Mark, für runde gelbe Sorten ein Mindestpreis von 3,25 Mk. und ein Höchstpreis von 3,75 Mark, für lange gelbe Sorten ein Mindestpreis von 3,65 Mark und ein Höchstpreis von 4,15 Mark. Sämtliche Preise fallen täglich um 0,05 Mark. Rbein-Mainiscke Börse. rNittagsbörse: Aktien schwach. Frankfurt a. M., 7. Aug. Die Börse war am Aktienmarkt weiter schwach. Es lagen erneut Kundschaftsverkäufe vor, während die Aufnahmebereitschaft sehr klein und nur auf ermäßigter Basis war. Besonders am Montanmarkt setzten sich die Abgaben fort, wobei Hoesch 2,25 v. H., Harpener 2,5 v. H., Rheinstahl 2,25 v. H., Buderus, Mannesmann und Verein. Stahl je 1 v. H. einbüßten. Ilse Genuß blieben mit 137 unverändert, lieber den Durchschnitt von etwa 1 v. H. gedrückt waren Dt. Linoleum mit 169,40 (172,50), Deutscher Eisenhandel mit 138,50 (141,75), Zellstoff Waldhof mit 150,25 (152,50), Th. Goldschmidt mit 116,50 (119), Iung- hans mit 102,50 (104,25), Deutsche Erdöl mit 128,25 (130) und Westdeutsche Kaufhof mit 54,50 (56). JG.- Farben notierten mit 168,25 bis 167,75 (168,75), dagegen setzten Scheideanstalt ihre Steigerung auf 283 (280) fort. Von Elektrowerten verloren AEG. und Siemens je 0,50 v. H., Schuckert 1 v. H. und Lah- meyer etwa 2,5 v. H. Bekula und Thür. Lieferung blieben behauptet, ebenso Deutsch-Atlanten-Telegraf. Behauptet lagen außerdem Reichsbank und Eßlinger Maschinen. Moenus gaben nach behauptetem Beginn auf 98 (98,50) nach. Sonst verloren noch Holzmann 1,25 v. H., Aku 0,40 v. H., AG. für Verkehr 0,50 v. H., Rütgerswerke 1 v. H. und Hapag 0,40 v. H. Nach den ersten Notierungen war die Haltung etwas widerstandsfähiger. Am Rentenmarkt konnten sich die Kurse bei kleinem Geschäft etwa behaupten, nur Kommunal- Umschuldung etwas schwächer mit etwa 88,05. Zertifizierte Dollar-Bonds waren gefragt und zogen 0,50 v. H. an, 6proz. Preußen 68,75 (68,25). Bon Industrie - Obligationen 6proz. Verein. Stahlwerke 103,13 bis 103 (103,25). Von Auslandrenten erhöhten sich Anatolier I auf 45,50 (45), auch Kronen- Bosnier weiter fest mit 7,75. Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt sehr schwach, zumal zu den Kassanotierun- gen Angebot der Kundschaft vorlag. Insbesondere Montanaktien erlitten weitere Rückgänge, Verein. Stahl 107,50 nach 111,13, Mannesmann 107,40 nach 110,50, Hoesch 111 nach 112,40, Rheinstahl 145,25 nach 146,25, Buderus 112,50 nach 114 und Klöckner 114,50 bis 112,50 (116,50). Flau Dt. Linoleum mit 164,75 nach 169,40 anfangs und gestern 172,50. Ferner ermäßigten sich IG.-Farben auf 165 nach 167,75, Westdeutsche Kaufhof auf 52,50 nach 54,50. Von den später notierten Werten büßten Daimler 2 v. H., BMW. 1,5, Jul. Berger 2,5 und Metallgesellschaft 1,25 v. H. ein. Scheideanstalt blieben mit 283 behauptet. Südd. Zucker ausschl. 7,2 v. H. Netto- Dividende 218,50 (223). Am Rentenmarkt bröckelten 6proz. Preußen auf 68,65 ab, dagegen Kommunal-Umschuldung 88,13 nach 88,05. Altbesitz 112,50 (112,65). Goldpfandbriefe lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe uneinheitlich. Von Stadtanleihen verloren Mainzer 0,75 v. H. auf 94,25, die übrigen lagen behauptet. Am Auslandrentenmarkt tarnen Kronen-Bosnier mit 7,60 (7,75) zur Notiz, dagegen lagen Restquoten fester. Der Freiverkehr lag schwächer, Adlerwerke 113,75 (115,50). Kali Wintershall 125 (125,25), Bürbach 75 (76), Oberbedarf 37 Brief (39), VDM. 139 (140), Growag 83 (83,50), Wayß & Freytag 122 (122,50). Tagesgeld unverändert 2,5 v. H. Abendbörfe leicht erholt. Nachdem im Mittagsschlußoerkehr weitere zum Teil empfindliche Rückgänge eingetreten waren, zeigte die Abendbörse zwar noch keine einheitliche Haltung, doch konnten sich die tiefsten Kurse etwas erholen. Auf der ermäßigten Basis setzten am Aktienmarkt kleine Rückkäufe ein. Lebhaftes Geschäft hatten Montanwerte. Mannesmann 107 bis 108 (106,75), Rheinstahl 144,13 bis 145,25 (144,50), Verein. Stahlwerke 107,50 bis 108 (107,50). Von Maschinenaktien ließen Muag zunächst auf 113 (114,25) nach, erholten sich dann auf 114, dagegen verloren Moenus 1 o. H. auf 96,50 und Eßlinger Maschinen 1,25 v. H. auf 101. Etwas schwächer lagen noch Zellstoffaktien, Waldhof 147,75 (148,50), Aschaffenburg 120 (120,50), ferner gingen Cement Heidelberg auf 147 (148,25) und Scheideanstalt auf 281 (283) zurück. Auf den übrigen Marktgebieten blieben die niedrigen Berliner Schlußnotierungen behauptet. Am Einheitsmarkt lagen Großbankaktien schwächer, Commerzbank 100,50 (101,25), DD.-Bank 102,50 (104), Dresdner Bank 103 (104). Die Rentenmärkte lagen sehr still. Von Auslandswerten gingen Kronen-Bosnier weiter zurück auf 7,40 (7,60), ferner ließen Schweiz. Bahnwerte 1 bis 2 v. H. nach. U. a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 129, 5V2 v. H. Rhein. Hyp. Liquid. 101,40, Kronen-Bosnier 7,40, 4 v H. Rumänen 5,65, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 230, 3V2 v. H. Gotthardbahn 210, 3*/2 v. H. Jura-Simplon 206, 4 0. H. Ungarn Gold E 9, AKU. 58,90 bis 59, AEG. 38, Aschaffenburger Zellstoff 120, BMW. 136,50, Buderus 112,25, Cement Heidelberg 147, Daimler 124, Deutsche Erdöl 124,50, Scheideanstalt 281, Eßlinqer Maschinen 101, IG. Farben 165,25, Feldmühle Papier 132,50, Felten 133,75, Gesfürel 137, Harpener 127,50, Hoesch 109,50, Holzmann 125,50, Lahmeyer E 140, Mannesmann 107 bis 108, Muag 113 bis 114, Moenus 96,50, Rheag E 131, Rheinstahl 144,13 bis 145,25, Rütgerswerke 128,50, Schuckert 157,50, Verein. Stahl 107,50 bis 108, Westdeutsche Kaufhof 52, Zellstoff Waldhof 147,75, Badische Bank 117, Commerzbank 100,50, DD.-Bank 102,50. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 7. Aug. Am Gemüse- markt blieben die Zufuhren allgemein sehr stark. Bei schleppender Nachfrage sind die Preise sehr gedrückt. Ausl. Tomaten sehr stark angeboten. U. a. notierten: Blumenkohl I 40—60, II 25—35, Bohnen: Busch 10—15, Wachs 18—20, Stangen 18—23, Pfälzer 8, Erbsen: Sack 16—20, Gärtner 22—25, Eskarol 4—10, Salat-Gurken (Treibhaus) 8—20, Einmach-Gurken je 100 St. Essig 0,70—1,10, Salz 1,20—1,60, Karotten 4—5, Kartoffeln, Erstlinge 4,60—4,80, Böhms 4,20—4,60, Kohlrabi 4—5, Kopfsalat 4—10, Pilze: Pfifferlinge 24—26, Stein 28 bis 30, Rettich Bdl. 6—12, St. 4—10, Rote Rüben 5—8, Rotkraut 4—6, Sellerie St. 12—20, Spinat: Blätter 12—13, Wurzel 15—16, Tomaten (Treibhaus) 15—24, ital. 16—18, Ungar. 13—16, holl. I2V2 Kilogramm netto 4,50—4,75, Früh-Weißkraut 2V2—3V2, Wirsing 3V2 bis 5, Zwiebel: Gärtner 6, Pfälzer 6—6Vi. Am Ob st markt war das Angebot ausreichend. Die Nachfrage erstreckt sich hauptsächlich auf schöne Früchte, Preise teilweise rückläufig. Ausl. Obstangebot gering. U. a. notierten: Sommer-Aepfel 15—30, Fall-Aepfel 8—10, Gravensteiner 28—33 ital., Bananen, 12V2-Kilo-Kiste, 6,00—8,00 Kamerun, 8,50 bis 9,00 Westind., Brombeeren 28—30, Früh-Bir- nen 15—25, Koch-Birnen 10, Heidelbeeren 21—24, Wald-Himbeeren 30, Johannisbeeren 12—15, Mirabellen 30—33, Pfirsiche 28—45, 36—42 ital. Pflaumen 28—30, Preißelbeeren 24—26, Reineklau- den (grün) 18—20, Stachelbeeren 14—16, Trauben ital. 35—38, Zwetschen 24—28, Zitronen 300 St. 16,00—18,00. Frankfurter Vuttergroßmarkt. Frankfurt a. M., 7. Aug. Am Buttermarkt kann der Bedarf voll befriedigt werden, zumal der Trinkmilchabsatz infolge der Ferien leicht zurückgegangen ist, so daß die Buttererzeugung Im eigenen Gebiet entsprechend stieg. Die Versorgung des Einzelhandels konnte jedoch nur durch Zuweisungen der Hauptvereinigung voll befriedigt werden. — Am Fettmarkt blieb die Lage vorläufig unverändert. Es notierten in Mark per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 148, feine deutsche Molkereibutter 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125, holländische Butter 148, Margarine A 97, B 86, C 56, deutsches Schmalz 98 bis 100. Frankfurter Eiergrohmarkt. Frankfurt a. M., 7. Aug. Auf dem (Eier- markt besteht weiter starker Bedarf infolge des großen Fremdenverkehrs und der Fleischverknappung. Die Versorgungslage ist zwar leicht gebessert, aber nicht zufriedenstellend. Es besteht aber Aussicht, daß in den nächsten Tagen etwas mehr Eier hereinkommen, und zwar hauptsächlich Ostware. Die Eigenerzeugung ist in unserem Gebiet weiter zu- rückgegangen. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an Den Kleinhandel): Deutsche Markeneier (Frischware) 8 12% bis 13, A ll3/i bis 12, B IO3/, bis 11, C 10 bis 10%, D 9 bis 9%; Dänen (Kühlhaus) A ll1/», B 101/«. Amtsgericht Gießen. Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen wurde der G. S. in eine Geldstrafe von drei Mark hilfsweise ein Tag Haft, wegen Uebertretung der Reichsstraßen-Verkehrsordnung genommen. Der Angeklagte fuhr im Mai mit feinem Fuhrwerk auf der Straße Eberstadt—Lich in Richtung Lich, ohne an dem Wagen seinen Namen und Wohnort angebracht zu haben. In der auf seinen Einspruch anberaumten gestrigen Hauptverhandlung wurde der Angeklagte 'überfuhrt. Das Gericht erhöhte die im Strafbefehl ausgesprochene Strafe von drei auf acht Mark, hilfweise zwei Tage Haft, und belegte den Angeklagten mit den Kosten des Verfahrens. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 9. August. 9. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde; 9.30: Pfarrassistent Weckerling; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Becker. — Fohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; anschließend Christenlehre für die Neukonfirmierten der Iohannesgemeinde; 9.30: Pfr. Bech- tolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelstunde im Johannes- saal; Missionar Walther. — Kapelle des Allen Friedhofs. Wegen Herrichtung geschloffen. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). Gottesdienst fällt aus. — Luther- faal. 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrassistent Dauth. — Wieseck. 9.30: Gottesdienst; Kollekte; 10.45: Kinderkirche; 15: Bibelstunde. — Allen- Vufeck. 10: Gottesdienst. — Oppenrod. 8: Gottesdienst. — Aldach. 9: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Pfarrassistent Zschau (Gießen); Kollekte für die Arbeit der Diakonievereine. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die männliche Jugend. — Mainzlar. 8.30: Gottesdienst. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte; 11: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst mit Christenlehre für die männliche Jugend; Kollekte; 10.30: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienst. — Garbenteich. 11: Gottesdienst; Kollekte. — hausen. 13: Gottesdienst; Kollekte. — Lich. 9.30: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte für die Arbeit der Diakonievereine. — Rieder-Vesfingen. 13.30: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte für die Arbeit der Diakonievereine. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst; Kollekte für die Arbeit der Diakonievereine; 13: Christenlehre. — Trais-Münzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Christenlehre; Kollekte für die Arbeit der Diakonievereine. — Hungen. 10: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Wirberg. 13: Festgottesdienst; Missionar Walther; Kollekte (Missionsfest); 15.30: Nachversammlung. Mittwoch, den 12. August. Gießen. Stadtkirche. 20.30 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 13. August. Gießen. Fohanneskirche. Bibelstunde; Pfr. Ausfeld. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, den 9. August. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 20.30: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, den 12. August. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirche tiche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 9. August. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 12. August: 20.30 Uhr. Bibelstunde. — Donnerstag, den 13. August. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 9. August. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, den 11. August 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Vaplislengemeinde, Gartenstraße 13 Sonntag, den 9. August. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. — Donnerstag, den 13. August. 20.30 Uhr: Bibel- ftunbe. Reuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 9. August. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 12. August. 20.30 Uhr: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 8. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 9. August. 10. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; IV Messe mit Predigt; 14.30: Andacht; 15: Versammlung Vr Jung- frauenfongregation. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 10. August. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 12. August. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. veffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer f bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: A e r z t e : Frl. Dr. Gürtler, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Äerim Schluß, kurs Schlußk. Abend- bSrse Schluß« kurs Schlußk. Mittag, börse Dalnm 6.8. 7.8. 6.8. 7.8. 5% Deutsche Retchsanleihe o. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,75 97,7 97,75 97,7 b/,% Young-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl^Ablöj.-Schuld mit 102 102 102 102 Auslos.-Rechten ............ 4%% Deutsche Reichspostschatzan 112,65 112,5 112,5 112,5 Weisungen von 1934, 1....... *Vi% ehern. 8% Hessischer Bolls 100,35 100,35 100,4 100,4 staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4’4% ehern. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12... 6'/i% ehem. 4)4% Hess. Landes 98,75 98,75 — 98,75 97 97 97 — Hypothekenbank DarmstabtLiou 4/i% ehem. 8% Darmst. Komm 100,9 100,9 ■— — Landesb.Goldschuldverschr R.b Oberhessen Provinz-Anlethe mli 93,75 93,75 — — Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An 124 124 125 5 — leihe Serie 1 mtl Auslos.-Rechten 4/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl 119,5 119,75 120 120,25 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 b/r% ehem. 4/z% Franks. Hyv 97 97 — — Bank-Liqu.-Pfandbriefe...... 6*4% ehem. 4/i% Rheinische 101,05 101,25 — — Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 4/i% ehem. 8% Pr. Landespfank briefanstylt, Pfandbriefe R. 19 4/.% ebcm. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obl. 20 101,25 101,4 101,5 101,5 97,5 97,5 97,5 97,5 95 95 95 95,25 Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 109,6 109,6 109,6 109,6 4% Oesterreichische Goldrenle... — — — 29,9 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 2,6 2,7 2,65 2,65 4% Ungarische Goldrente....... 9 9 9,1 9 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,7 8,7 8,55 8,75 8,75 4)'z% desgi. von 1913......... 8,65 8,65 8,65 6% abgeu. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 14,85 14,4 14,75 14,25 Serie i..................... ■— Frankfurt a,M. Äerlin Schluß. kurS Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Datum 6.8. 7-8. 6.8. 7-8. 4% oesgl. Serie u ........... — — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,6 6,6 6,7 — 4%%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,2 10,2 10,13 10,13 4% Rumänische vereinh. Rente 5,65 5,65 5,65 5,65 2 *4% Anatolier ............. 45 45,25 45,13 45,13 Hamburg-Amerlla-Paket ..... 0 15,75 15,4 15,65 15,5 Hamdurg-Südam. Dampfschiff. 0 —— — 44,13 43,25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 15,65 15,65 15,9 15,5 A.G. für Berkehrswesen Akt. .. 0 118,5 115,75 118,65 115,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 126 126 126 125,75 Commerz- und Privat-Bank ... 4 102 100,5 102 101,25 Deutsche Bant und Disconto- Gesellschaft................ 4 104,75 102,5 105 104 Dresdner Bank.............. 105 103 105 104 Reichsbank ................ 12 195 195 195 193,5 A.E.G...................... 0 39 38 39 37,9 Bekula..................... 154,5 154,5 155,13 154,75 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 132 129,5 130,5 125,5 Licht und Kraft ............. 7 156,5 154 155,5 151,5 Felten & Guilleaume......... 4 136,5 133,75 136,9 133,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 140,5 137 140,75 137,5 Rheinische Elektrizität ........ 6 131 131 131,5 131 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 135,5 130 135 129 Schuckert LCo............... 6 161 157,5 161 158 Siemens L Halske.,.......... 8 201,5 199 201,75 199,5 Lahmeyer & Co.............. 7 143 140 143 140 114,75 Deutsche Erdöl.............. 4 130 1124^5 1129^9 11?124 Harpener................. 2% 133 127,5 132,75 127,25 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 114,5 109,5 114,25 109 Ilse Bergbau ............... 6 — — 166,25 163,5 Ilie Bergbau Genüsse........ 6 137 134,5 137 134 Klöcknerwerke ............... 3 116,5 112,5 116 111,25 Mannesmann-Röhren........ 3 111,25 108 111,5 106,75 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schlupl. Abendbörse Schluß. kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 6.8. 7-8. 6.8. 7-8. Mansselder Bergbau....... Kokswerke................ 6/i .. 6 150,5 150 151 135,9 149,75 132.5 Rheinische Braunkohlen .... Nheinstahl ................ . 12 .. 4 148,5 145,25 149,13 225 144.5 Vereinigte Stahlwerke...... S/2 112 108 112,25 107 5 Otavi Minen ............. .. O 33 32,25 33,4 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 126,5 125,5 126,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 124 123 123,5 176,25 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7/1 179 g. G. Farben-Jndustrte..... .. 7 168,75 165,25 169,25 165 Scheideanstall............. .. 9 280 281 Goldschmidt .............. .. 5 119 116 118,9 115,5 Rütgerswerke ............. .. 6 134,5 128,5 134^5 Metallgesellschaft........... .. 5 137 135,75 136,65 136,25 .. 4 130,5 149 125,5 147 154 - 125 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 7 .. 6 Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 108,9 106 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 61,25 58,9 61,65 59,25 Bemberg................. .. 6 86,5 85,5 85,25 84,25 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 152,5 147,75 152,25 148,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 123,65 120 123,75 120,5 Dessauer Gas ............. .. 7 — —- 113,13 111 Daimler Motoren.......... .. 0 129,25 124 128,75 124 Deutsche Linoleum......... .. 8 172,5 164,75 172,5 165,5 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — —— 86,9 84 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 56 52 56 52 Chade .................... .. 9 394 394 394,5 390 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 — — — 212 Eonti-Gummi............. 11 187,25 182,75 187 182 Gritzner.................. .. O - 35,25 35 35 Mainkraftwerke Höchst a.M.. - 4 97 96 Süddeutscher Zucker....... . 10 223 218,5 224 218 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a.21L 6.August 7.August Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld | Brie, Buenos tiut 0,689 0,693 0,689 0,693 Brüssel .... 41,96 42,04 41,96 42,04 Rio de Jan. 0,143 0,145 0,143 0,145 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,79 55,91 55,79 55.91 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,495 12,525 12,495 12,525 Helsingsors. 5,509 5,521 5,509 5,521 Paris ..... 16,385 16,425 16,39 16,43 Holland ... 169,00 169,34 169,03 169,37 Italien.... 19,57 19,61 19,57 19,61 Japan ..... 0,729 0,731 0,729 0,731 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,80 62,92 62,80 62,92 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,35 11,37 11,35 11,37 Stockholm.. 64,43 64,55 64,43 64,55 Schweiz ... 31,10 81,26 81 .10 81,26 Spanien.... 32,62 32,68 32,47 32,53 Prag...... 10,27 10,29 10,28 10,30 Budapest .. —- — Neuyork .. 2,490 2,494 2,490 2,494 Banknoten. 7.August Geld 23rkf Amerikanische Noten....... 2,442 2,462 Belgische Noten........... 41,80 41,96 Dänische Noten .......... 55,59 55,81 Englische Noten .......... 12,46 12,50 Französische Noten........ Holländische Noten........ 16,34 16,40 168,61 169,29 Italienische Noten......... — — Norwegische Noten ....... 62,58 62,84 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling —- —— Rumänische Noten........ — —— Schwedische Noten........ 64,21 64,47 Schweizer Moten.......... 80,92 81,24 Spanische Noten.......... 32,14 32,26 Ungarische Noteu......... — Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen. Wanderfahrten M paddeln durch Finnland aefküaeltes l zurücklegen. Die einzelnen Seen bilden ganze zu- nicht aus sammenhängende Reihen von Wasserzugen, die wie >e> Das Welter tonn ja nun leider kein Bnsi^üro Land und Leute im Spessart Don Hermann Lorenz. hat der Bezirk Lohr diese Spessartstraße erbaut. Auf der alten schönen Spessartstrahe Würzburg- Aschaffenburg kommen wir an dem sehenswerten Naturschutz, und Wildpark Rohrbrunn und an dem zauberhaften Märckeuschloß Mespelbrunn vorbei, das inmitten eines herrlichen Sees liegt. Wer wirklich ein Naturfreund ist, auf den macht der Spessart schon bei der ersten Durchreise einen entzückenden, nie zu vergessenden Eindruck für sein ganzes Leben. Keine Seltenheit ist es, daß Spessart- besuchet dieses schöne Gebirge mit seiner emzig. artigen Landschaft und seiner entgegenkommenden, gastfreundlichen Bevölkerung jährlich einen kürzeren oder längeren Besuch abstatten und dort in einem Kurort zu Gast sind, was gewiß den besten Beweis einer vollen Zufriedenheit darstellt. Aber nicht nur sich allein bereitet der Erholungssuchende durch eine derartige Ferien- und Erholungsreise eine Freude, sondern er verhilft auch der dortigen notleidenden Wirtschaft zum Wiederaufstieg. und die genußreiche Pracht der herrlichen Land, schäften zu schauen. Erst nach dem Bau einer vollspurigen Eisenbahn im Jahre 1854 (Teilstrecke Aschaffenburg—Würz, bürg) entwickelte sich langsam der Fremdenverkehr. Es entstanden Gast, und Erholungsstätten, Sommerfrischen und Kurhäuser, die fkö bald eine gute Anziehungskraft gesickert hatten. Auch die Erbau- ung einer 8 Meter breiten Autoverkehrsstaße (die sog. Lohrer Straße zwischen Heigenbrücken und Lohr), die in einem verhältnismäßig kurzen Zeit- raum von Oktober 1933 bis Juni 1934 durch den Freiwilligen Arbeitsdienst in ca. 15 Kilometer Länge fertiggestellt wurde, trug nickt unerheblich zu weiterem verstärktem Fremdenverkehr und zur Wirt, schaftsbelebung bei. So stehen auf einem von der Straße durchbrochenen über 100 Meter langem und 20—30 Meter hohen Buntsandsteinfelsen an einer Stelle deutlich die Worte eingemeißelt: „In den Jahren der nationalsozialistischen Erhebung 1933/34 ein riesiger Strom zu betrachten sind, der sich je« weils seenartig in unzähligen Buchten und Flachen ausbreitet. So teilt man diese Seenplatte auch in drei große solcher Wasserzüge ein. Alle diese Seen sind von einer unzähligen Menge von Inseln und Inselchen erfüllt, nur an einigen Stellen gibt es weite, große, offene Wasserflächen. An Hand dieser Tatsache kann man sich leicht vorstellen, was für ein ideales Sportgebiet diese Seen- platte für den Paddler sein muß. Immer und überall hat er die Möglichkeit, ruhige, windgeschutzte Gewässer, Flußläufe, Kanäle und Uferstrecken zu finden, falls er die offenen und Winden und Wellen ausgesetzten Seenflächen meiden will. Heber die landschaftliche Schönheit dieser Seengebiete gibt es unzählige begeisterte Schilderungen von Touristen und Paddlern. Die ersteren haben sie freilich nur vom Deck der Dampfer und den zugänglichen Uferstellen aus kennengelernt. Zahlreiche Paddler, unter den Ausländern besonders Deutsche, haben aber das Freiluftdasein in den Wäldern und auf den Seen Finnlands erlebt, wovon sie unvergeßliche Erinnerungen und Eindrücke mit nach Hause genommen haben. Eine Unterkunft in bescheidenen Gasthäusern ist in den meisten Fällen erreichbar, im Notfall in Bauernhöfen, wo man auch einfachere Lebensmittel wie Butter, Milch, Eier und Brot erhält. Am schönsten ist aber für den richtigen Paddler die völlige Unabhängigkeit von den gewöhnlichen Hilfsmitteln der Zivilisation. Ist er vor- sorglich gewesen und hat sich mit einem Zelt versehen, so kann er, wo es ihm am besten gefällt, an Land gehen und in paradiesischer Einsamkeit sein Nachtlager aufschlagen. Kein schwerumgurteter Hüter wird ihn vertreiben, denn nichts ist hier leichter, als so völlig abgelegene Uferstrecken zu finden, daß sie einer fast unzugänglichen Wildnis gleichen. Eine solche Fahrt läßt sich wochenlang ausdehnen. Geht der Proviant zur Neige, so orientiert man sich auf der Karte und sucht sich ein Städtchen, einen Marktflecken oder ein Dorf und versieht sich mit Lebensmitteln, Tabak und Brennstoff, falls „Das Land der tausend Seen" ist ein (, . _ Wort, das mancher, der Finnland noch nicht aus eigener Erfahrung kennt, für eine poetische Heber- treibung hält. Käme er selber ins Land, so wurde er bald eines Besseren belehrt werden, er wurde sich dann nicht mehr wundern, wenn er erfahrt, daß die tausend Seen nur ein Bruchteil der wirklichen Anzahl sind. Denn tatsächlich sind es gegen 60 000 Seen, wenn man nach der finnischen Gene- ralkarte rechnet. Bon den 388 279 Quadratkilometer Finnlands sind 44 852 Quadratkilometer oder 11,55 Prozent Gewässer. Kein Land in der ganzen Welt besitzt einen solchen Reichtum an Seen. Darunter sind 48 größer als 100 Quadratkilometer, 10 Seen übertreffen an Flächeninhalt den Bodensee. Der größte ist der Ladogasee mit seinen 18 000 Quadratkilometer-, von ihm gehören aber nur gegen 8100 Quadratkilometer zu Finnland. Die hauptsächlichste Entstehungsursache dieser ungeheuren Menge von Seenbecken ist die eiszeitliche Vergletscherung des Landes, wie ja bekanntlich alle Länder, die in der Diluvialzeit vom Eise geformt wurden, sehr reich an Seen sind. Die finnischen Seen sind aber z. B. zum Hnterschied von denen in der Schweiz nicht so sehr durch glaziale Aus- waschung der Erdoberfläche als vielmehr durch Aufstauung der eiszeitlichen Ablagerungen entstanden. Sie sind auch nicht gleichmäßig über das ganze Land verteilt, sondern drängen sich in ihrer überwiegenden Mehrzahl im Binnenlande zwischen dem 61. und 64. Breitengrade zusammen. Dieses Gebiet nennt man die große Seenplatte Finnlands. In Nordfinnland und Lappland gibt es verhalt- nismäßig wenig Seen, nur etwa 5 Prozent der Oberfläche sind Gewässer, wenn man den ge- madigen Jnarisee (1400 Quadratkilometer) mitzahlt. Ebenso sind im österbottnischen Küstenflachland, m Südwest- und Südfinnland höchstens 5 bis 7 Prozent der Gesamtfläche Wasser. Auf dem Gebiet der Seenplatte dagegen, die etwa 130 000 Quadrat- : kilometer umfaßt, sind 20 Prozent Wasser in den Provinzen Mikkeli und Düpuri sogar je 28'/- Vro- zent. In ununterbrochener Fahrt kann man mit Dem Dampfer 400 Kilometer von Süden nach Norden Lande der Dörfer, Bauernhöfe, Gutsbezirke eine dem Städter fremde Tätigkeit ausüben, in die hineinzublicken der Volksverbundenheit zugute kommt. Reifen bildet nicht nur, Reifen ist. heute auch ein nicht zu unterschätzendes nationalokono- misches Problem, denn ganze Landschaften, ja ganze Länder leben von den Millionen Zugvögeln, die zur Reisezeit in die Ferne streben. Aber wenn alle Vorbereitungen zur Reife getroffen sind, alle Sinne und Wünsche dem Ort, der Landschaft zugewendet, von der wir Beglückung erwarten, überfällt all die Hnzähligen Die hange Frage, ob der Wettergott, der seine Gaben hochjt ungleich und nicht immer gerecht oerterlt, Dem großen Vorhaben gnädig gegenüberstehen tmrD. Alles von der Abjahrtminute bis Aum letzten Kragenknopf läßt sich überblicken, Dorbereiten or- ganifieren, aber Die große Unbekannte in ber fRed)« nung bleibt Das Wetter, und doch hangen Erfolg und Mißerfolg der ganzen Reife von dieser unbestimmbaren Größe ab. Es gibt zwar Aute, die behaupten, es gäbe fein gutes und schlechtes ©etter, sondern nur gute und schlechte (will sagen zweckmäßige und unzweckmäßige) Kleibung und sicher ist, daß man, wenn man für jedes Wetter gerüstet ist, auch bösen Tagen manche Freude ab- genrinnen kann, aber auf Die J in Der herrlichsten Umgebung grauer Himmel und Schnürlregen unerträglich. Man hat den Eindrmck^ sein Geld fortgeworfen zu haben, und in Der lat mirD Die Tonne Regenwasser in zu hoch bezahlt, man kann sie daheim billiger bekommen. Auch Der findigste Kur-Dire or vn beste Hotelkoch kann uns keinen «onnenschein er setzen, und Die Instrumente Der ^kapelle lasjen uns kalt, wenn sich jenes unscheinbare Instrument nicht zu unserer Zufriedenheit emspiett, das wir Barometer nennen. man es nicht vorzieht, sich sein Essen auf Holzfeuer zu kochen. Wo in Europa gibt es noch eine Möglichkeit zu solch romantischer Erholung, Ausspannung von Der Hetze der modernen Zivilisatton! Ein wichtiger Punkt ist jedoch nicht außer acht zu lassen, nämlich Die sorgfältige Vorbereitung einer olchen Fahrt. Dazu gehört in erster Lime em ge- naues Studium der Landschaft, d. h. der Karten und Der verschieDenen Reiserouten. Diese weichen nicht nur in bezug auf Länge und Bequemlichkeit voneinander ab, sondern vor allem auch hinsichtlich der mit ihnen verbundenen Schwierigkeiten und der Anforderungen an die Geschicklichkeit und Hebung des Paddlers. Finnland ist nämlich nicht nur das Land der 60 000 Seen, sondern auch das Land der 1442 Stromschnellen. Die Stromschnellen des großen Seenplateaus sind fast alle befahrbar oder . durch Schleusen zu umgehen. Lediglich in den großen Abflüssen steigern sich die Schwierigkeiten und erfordern teilweise Mut und Erfahrung mit Wild- wasser. Die Flüsse Lapplands, die alle groß und reich an Stromschnellen und Wasserfällen sind, erfordern auf jeden Fall eine gewisse Erfahrung, doch sind die Schwierigkeiten leicht zu überwinden, wenn man bedenkt, daß diese Ströme alte Der- kehrsltraßen darstellen. Allerdings sind diese Flusse, die zum Teil ins Nördliche Eismeer, zum Teil m den Bottnischen Meerbusen münden, in ihren Oberläufen gewöhnlich für den Wassertouristen nicht erregbar, da sie tief drinnen in gewaltigen Waldern verborgen sind und der Zugang außergewöhnliche Transportmittel benötigen würde und sehr zeitraubend wäre. Bei Fahrten an den finnischen Meeres- küsten bieten Felseninseln der Schären nicht nur eine Bereicherung der landschaftlichen Schönheit, sondern auch guten Schutz bei widrigen Winden. Der Schärengürtel von Helsingfors nach Den Alandsinseln zu (etwa 300 Kilometer) ist Das Do- raDo Der Paddler. Hohe, steile Inseln wechseln mit flachen, sturmüberspülten Klippen, mit flachen Sand- Holmen und waldbewachsenen großen Schären ab. So findet jeder Paddler in Finnland sein Stecken- ' pferd: das Meer — Die Seen — Die Flüsse — Die i Stromschnellen. Aber Darüber hinaus lernt er em ! Land und ein Volk kennen, wohin es ihn unroiDer- , stehlich immer wieder zieht, wenn er einmal hier . zu Gaste war. Die weithin unberührte Natur mit ihren unendlichen Wäldern, Die wunDervollen „Hel- len Nächte", Das zauberhafte Licht Der Mitternachts- sonne und die ursprüngliche, natürliche und einfache Art des Finnländers sind für jeden ein unvergeß- liches, tiefes Erlebnis. —üe— Reise und Wetter. Ein Kapitel für die Sommerfrische von Bruno H. Bürgel. Das Reisen, sagen die grämlichen Leute^ist eine Modetorheit geworden. Ohne Sommerfrische fühlen sich die Menschen von heute nicht mehr moW, a^r unsere Vorväter haben keine Sommerreisen ge macht und waren dennoch frisch und orbestsfreudlg. Nun, das ist wohl ein recht veralteter Standpunkt, denn untere Vorväter, selbst in den großen Städten lebten, an heutigen Verhäwnssen 9=mefien, in stiller Beschaulichkeit, Ein Berliner Burger van 1860, in die heutige WOtstadt Zurückversetzt wurde wahrscheinlich nach einer Stunde -men Nerven- zusEmenbruch erleiden. Der M°t°renlarm die Hast der Zeit, ihr Gedränge, ihr Arbeitstempo im Kamps ums Dasein bedingen e.'"®n,^5Denh°" brauch, den die gute alte Seit "'Ht kannte, denn bas Leben war noch kein Schlachtfeld, zum mm besten keines, auf dem 1° to°rf 9eto°^n mie in unseren Tagen. Eine Ausspannung ist dem arbeitenden Menschen in den groß™ S‘“t Industriezentren nicht nur zu gönnen, fie 1t eine Notwendigkeit, und es wäre nur zu wünschen, daß sie denen am meisten dre arn mriften und unter den ungunfhgften Derhaltmsten arbeiten müssen, was leider nochder Fall .st Daß Leute ins Bad reifen, weil s Mode ist, soll nickt bestatten werden, aber sie verschwinden in ber ungeheuren Zahl der Menschen die das ganze Jahr schars arbeiten müssen, ost 9-nze Jahr sparsam leben, sparen, um sich diese große ^reude, Erholung, Anregung zu »»idjafienJ»« Sommer- reife soll ja nicht nur den Körper, sie soll den G^ist entspannen, soll den Stadtmenschen der Natur wie der nahebringen, anderen Landern oder Lmdes- teilen, andern Menschen, die tn den Bergen, an der See, in weiten Waldgebieten, auf dem stachen Marburg — Dreyersquelle — Runder Baum — Dammühle — Gladenbach. Mit Sonntagskarte fahren wir nach Marburg und wandern von hier schwarzen Punkten nach am städtischen Friedhof vorbei durch Ockershausen hinauf zum Wald, wo sich ein prächtiger Rückblick auf die alte Musenstadt und Spiegelslust bietet. In wenigen Minuten erreichen wir die Dreyersquelle mit hübschem Durchblick nach dem Schloß. Rote Punkte fuhren uns jetzt, mit unterwegs schönen Ausblicken nach der Stadt und ins Lahntal zum Runden Baum, einem idyllischen Waldplatz mit drei mächtigen Buchen und einer Schutzhütte. Von hier leiten uns zunächst gelbe Punkte, später rote Striche über eine aussichtsreiche Höhe an Den Neuhöfen vorüber zur reizvoll im Lummersbachtal gelegenen gastlichen Dammühle. Nunmehr zeigen uns blaue Kreuze Den Weg nach Hermershausen unD von Da rote Striche über Die schmucken Dörfchen Allna unD Ruchenbach hinauf zum Kirchberg, von besten Adolf-Hitter-Turm man eine entzückende RunDschau genießt. Der Abstieg nach unserem EnDziel, Dem anmutig gelegenen Städtchen GlaDenbach, erfolgt roten Kreuzen nach. «nur wenige kennen Den Spessart, Deutschlands I größten aber auch weitaus schönsten WalD. Im I Nainviereck zwischen Hanau, Miltenbera, Wertheim, i Lohr Oemünben breitet sich biefes große, kaum ge- ’ lichtete ©albgebiet von 1800 Quabratfilometer aus. i Die schönsten Laubwalbungen, uralte Eichen unb 1 Bucken, aber auch große Tannenwalbungen, fin- ben sich im Spessart. Die Walbungen, befonbers im Hoch pessart, sind großartige Lufterholungsstätten für Den WanDerer unD ErholungssuchenDen. Herr- liche Höhenluft weht allerwärts unD Die grünen WiesengrünDe bieten reiche Naturgenuste. Der Name Spessart hat von Den SchriftkunDigen eine ziemlich melfältige Ausbeutung erfahren. Man wirb aber nicht fehlgehen, wenn man den Stamm des Wortes Spessart in Spechtshart sucht, denn der gefiederte Schreiner des Waldes, der Specht, ist wirklich im Spessart zu Hause Wer die weiten grünen Hallen dieses schönen Waldes stundenlang oft, ohne irgendeinem Menschen zu begegnen, durchwandert, der hört aus der grünen Einsamkeit immer wieder Das fleißige Klopfen Des Spechtes, Der Die Stämme Der WalDriesen eifrig nach Nahrung ab« sucht Das häufige Vorkommen Des Spechtes in Den herrlichen WälDern Des Spessarts hat Dem Spessart zu seinem Namen verhalfen. JeDoch ist Die Not Des Spessarts sprichwörtlich ge- worDen, nicht ohne GrunD ist vor über Drei Jahren Der Spessart zum NotstanDsgebiet erklärt worDen. NichtsDestoweniger begegnet man in Diesem Waldgebiete vorwiegend schlanken und wohlgestalteten Menschen. So schön dieses Waldland ist, fo romantisch sich Die grün beroalDeten Berge vor uns auf- türmen unb zum Wanbern einlaben, so karg ist ber Boben, welcher Der Bevölkerung Den Hnterhalt zum Leben bieten soll. Wer Durch Die Spessartdorier wandert, der macht bald Die Feststellung, Daß Die kleinen Landwirte nicht überreichlich mit Gütern dieser Erde gesegnet sind. Die Viehhaltung ist durch die schmalen Wiesentäler, die nur wenig Heu unb Grummet liefern, sehr beschränkt. Erst in ben letzten Jahren ist manch segensreiche Arbeit zur wirtschaftlichen Hebung bes Spessarts geleistet worden. Durch bie Arbeiten bes Kulturbauamtes würben Entwässerungsanlagen in ben Spessarttälern geschaffen, burch bie nicht nur’ bie Ernte ber Futtermittel gehoben, fonbern auch bie Hochwassergefahr in ben Talern bes Spessarts ganz wesentlich eingebämmt würbe. Auch burch die Regulierung verschiebener Bäche, bie sich bei Gewitterregen bes öfteren in reißende Gieß- bäche verwanbelten und weite Wiesenflächen unb Getreibefelber in kurzer Zeit unter Wasser setzten, ist vieles im Spessart besser geworben. Schon vor 300 Jahren mußten bie Bewohner bes Spessarts schwere Zeiten über sich ergehen lassen, gibt doch die Ehronik Kunde davon, daß nach dem 30jährigen Kriege der ganze Spessart nur noch 162 Einwohner hatte. Damals arbeitete ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung in Glashütten unb Eisenhämmern. Diese Spessartinbustrie ist heute so gut wie verschwunben. Dagegen blüht bie frühere Bunt- sandsteininbustrie burch bie Neubautätigkeit in den letzten Jahren von neuem roieber langsam auf. Den einzigen Reichtum bes Spessarts stellt das Holz bar. Sehr große Lagerplätze an verschiedenen Bahnhöfen unb"am Ufer bes Mains zeugen von einem lebhaften Holzhanbel. . ri Die Geschichte bes Spessarts ist auf bas innigste oerbunben mit ber beutschen Jagbgeschichte. Die Voraussetzungen für eine frohe Jagb sinb im Spessart im reichsten Maße vorhanben, benn mit dem Walb- und Wilbbestanb kann sich kaum ein anderes deutsches Mittelgebirge messen Man trifft Rot-, Reh- und Schwarzwild. Edelhirsch unb Wild- schwein halten sich mehr in ben Dickichten bes Hoch- pessarts auf, währenb bas Reh mehr »n den Dor- roalbungen anzutreffen ist. Auch ber Fischreich um in ben verschiebenen Gebirgsbächen, so msbeson- bere von Forellen, ist erwähnenswert. Ein weitverzweigtes Netz mustergültiger Spaziergänge bietet Dem Naturfreunb unb erholungssuchen- ben Gast vielfache Möglichkeit, ben Spessart msbe- fonbere ben Hochspessart kennen unb schätzen zu lernen, zumal gerabe dieses Gebirge noch zu den wenigen deutschen Mittelgebirgen zahlt, bie fast noch ganz Dem Fußgänger gehören. Promenaden- wege inmitten harzbustenber Waldungen fuhren zu romantisch schönen, reizvollen Rundblicken ms Herr- liehe Maintal. Wer einmal auf dem Pollasch bei Heigenbrücken oberhalb bes Schwarzkopftunnels ge- ftanben hat, ber wirb ben gewaltigen Eindruck nicht vergessen, ber sich ihm bei Anblick ber langgestreckten Täler dis hinunter nach Aschaffenburg bietet. Zahlreiche Bänke geben Gelegenheit,^auszuruhen lichtesten, bie Wetteraussichten unserer Sommer- reise zu verbessern. Umfangreiche Wetter-Statistiken, gesammelt in vielen Jahrzehnten burch hie Aufzeichnungen von Tausenden von Wetterstationen, beweisen nämlich, baß in ben verschiebenen Gegenden, bie wir bei Erholungsreisen zu bevorzugen pflegen, in verschiedenen Monaten eine sehr verschiedene Wetterlage anzutreffen ist. Asto: Wahrend es in einem bestimmten Gebiet im Ium ober Juli häufig regnet, regnet es zur selben Zeit in einem anberen Gebiet selten. Wer seine Reisezeit nicht wählen kann, sondern, wie es in großen Be- trieben wohl immer ber Fall sein wird, sich sHon im Frühling entscheiden muß, wann er seinen Sommerurlaub nimmt, muß bann eben bie Gegend wählen, in der er zu dieser Zeit am meinen Aus- sicht hat, günstiges Wetter zu treffen. Wer aber frei verfügen kann und gern eine bestimmte Landschaft als Reiseziel wählt, muß zu einer Zeit oer- reifen, in der eben gerade diese Landschaft vom Wettergott begünstigt wird. Der Observator Dr. Wussow vom Berliner Meteorologischen Institut hat sich einmal die Muhe ge- macht, auf Grund eines riesigen wetterstatistiichen Materials Wetterkurven für einige Der wichtigsten Reisegebiete zusammenzustellen. Aus ihnen ersieht man z. B., Daß im Juni unD Juli in Den Doralven oiel Regen zu erwarten ist, während zur gleichen Zeit an der Ostsee und Nordsee wenig Niederschläge zu verzeichnen sind. Hmgekehrt beweisen diese Kurven, zu Deren Ausarbeitung Dr. Wussow nicht weniger als 226 000 Regentage benutzte, daß man im August und September an ber Nowsee mit mehr Regentagen zu rechnen hat als tm Ium unb Juli, während um biefe Zeit bie Doralpen unb der Schwarzwald günstige Wetterlagen bieten. Ganz allgemein gesprochen sind an ber See weniger Regentage zu verzeichnen als im Gebirge, und roieber ganz allgemein ausgedrückt ist im Gebirge das schönste, beständigste Wetter im September und Die gelöste Sonntagskarte berechtigt zur Heimsahrt von Gladenbach. Wanderzeit 4% Stunden. Stockhausen — Braunfels — Weilburg. Wir fahren mit Sonntagskarte Weilburg nach Stockhausen. Rote Kreuze leiten uns vorerst durch Feld, später durch schönen Hochwald einem lieblichen Tälchen aufwärts über Tiefenbach nach Braunfels, dessen herrliches Schloß wir gebührend besichtigen. Bei der Brauerei Wahl überschreiten wir die Landstraße und folgen jetzt dem L des Lahnhöhenwegs, das uns durch hübschen Waldbestand nach dem anmutig liegenden Hirschhausen mit interessanter Dorfkirche bringt. Unfer Zeichen führt uns weiter über einen Höhenrücken mit prächtiger Aussicht nach ben jenseits ber Lahn gelegenen Westerwaldbergen, wobei namentlich ber Blick auf Burg Greifenstein fesselt, am Winbhof vorbei zur Perle bes Lahntals, bem reizvoll gelegenen Weilburg, besten hochragendes Schloß uns schon von weitem entgegengrüßt. Auch hier unterziehen mir vor ber Heimfahrt bie Schönheiten ber Stabt einer lohnenben Besichtigung. Wan- berzeit fünf Stunben. Das schöne Reiseandenken. Don Anton Schnack. Der rechte Reisende wird auch das rechte Reise- anbenten für sich und für seine Freunde finden. Das rechte Reiseandenken ist bas echte. Das echte An- Deuten ist in der LanDschast gewachsen, entftanDen und gemacht. Der rechte Reisende bringt mit dem eckten Andenken einen dauernden und unverlierbaren Schmuck und Schatz mit nach Hause der ihm von Bergen, von Flüssen und Seen, von Mee- ren und Hügeln, von stillen oder lauten Gasten, von Kunstdenkmälern unb sonstigen landschaftlichen Besonderheiten mit bem wahren Schein unb Glanz erzählt, ben nur es wiberfpiegeln unb bewahren ^Sßer ist ein rechter Reisenber? Ein rechter Rei- senber ist ein Mensch, ber in eine Lanbschaft als Entbecker unb als Genießer kommt, ber nicht nur mit ben äußerlichen Kenntnissen von Land und Leuten ausgestattet ist, sondern auch in ihr ureigenstes Wesen vorzudringen vermag und sich dort glücklich unb heimisch fühlt. Es ist schön unb wichtig zu wissen, wie hoch ein Berg und wie tief ein See ist, es ist auch wichtig, Bescheid über Reiseverbindung, Pensionspreise unb Ausflugsmöglichkeiten zu wissen, aber barüber hinaus gibt es noch ein Besonderes, ein Geheimes, ein Eigentümliches, das oft in Kleinigkeiten ruht, In Dingen des abseitigen Lebens, in farbigen Besonderheiten, eben in einem Anderssein als man von zu Hanse her gewohnt ist. Ein Fingerzeig für diese unwägbaren Dinge und Farben kann ein Reiseandenken fein unb werben. Wenn ich von ber Samlanbküste ein Stück rohen ober verarbeiteten Bernsteins mit mir nach Hause bringe, nehme ich gleichsam rpie in einer kleinen Kapsel Meerrauschen, Winbgesang, Einsamkeitsweite und Dünenschwermut mit. Ich hielte es für gut, wenn einmal ein kleiner Führer geschrieben würde, in dem die schönsten und bodenstänbigsten Reiseandenken an deutsche Landschaften und an deutsche Orte aufgezeichnet wären. Es würde manches Wundersame und Reiz- Es ist zu bedauern, daß die Ferienzeit nicht mehr auseinandergezogen wirb, sowohl mit Rücksicht auf diese Wetterlage als hinsichtlich der Verteilung der Besucher überhaupt. Während sick zur Hauptreisezeit, bei oft ungünstigem Wetter, der Besucherstrom in den Sommerfrischen zusammendrängt, so daß häufig der einzelne Gast nicht zu seinem vollen Recht kommen kann, weil alles überfüllt ist, veröden im Nachsommer, bei oft herrlichstem Wetter, bie großen Wanber- unb Kurgebiete. Freilich, es wirb um biefe Jahreszeit schon früher bunkel, aber man kann burch Frühaufstehen unb zeitiges Schlafengehen einen Ausgleich schaffen, und wer bie klarere, reinere Luft bes Nachsommers, die beginnende leise Verfärbung der Laubwälder liebt, wirb grabe um diese Jahreszeit köstliche Tage verleben. Grade ber Juni, einer ber Hauptreisemonate, wirb häufig mit dem Groll bes Wettergottes bedacht. Der Meteorologe Marten hat bei Bearbeitung eines hundertjährigen wetterstatistischen Materials aus über vierzig Orten Europas festgestellt, daß Kälterückfälle um die Mitte unb im zweiten Drittel des Juni viel stärker hervortreten als im Mai. Der Hnterschied zwischen Kontinental- und Seeklima um diese Jahreszeit wirkt sich hier aus. Der Nordatlantik ist noch kalt, bie Landmassen namentlich Südosteuropas sind schon stark erwärmt; Luftströmungen, bie ben Ausgleich zwischen beiden Gebieten schaffen, bringen uns unbeständiges, oft kühles unb stürmisches Wetter. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß kaum eine Wissenschaft mit so viel Schwierigkeiten und undurchsichtigen, ost unberechenbaren Faktoren zu kämpfen hat wie die Meteorologie. Es ist leicht, über bie noch immer häufigen Versager Der „Wetterfrösche" Witze zu machen, daß bie Prognosen aber in ber Lanbwirtschaft, Seefahrt, Luftschifffahrt Milliardenwerte retten, sollte Nie übersehen werden. Neues für den Büchertisch oder falsche Eitelkeit, sondern wahrheitsgetreu und echt; und man muß bestaunen, mit welcher Ueber- sicht und klugen Sparsamkeit der weitschichtige und vielverzweigte Stoff aufgeteilt und gegliedert ist, so daß nichts vergessen oder übersehen wurde von dem, was in irgendeinem wesentlichen Sinne dem Begriff „Hessen" zugehört — und dennoch ein durchaus handliches Bändchen zuftandekam. Aber nicht nur wurde der Stoff im Sinne einer Darstellung dieses Stiles wirklich ausgeschöpft; er wurde auch so dargestellt und vorgetragen, daß jedermann das Buch leicht, mit Genuß und Verständnis lesen kann, ohne sich durch allerlei wissenschaftlichen Apparat beschwert und gestört zu fühlen; daß solche volksnahe Lesbarkeit und Eingängigkeit nicht auf den gediegenen, gründlichen, wissenschaftlich fundierten Unterbau zu verzichten braucht, daß also die Darstellung sachlich in jeder Hinsicht hieb- und stichfest ist, braucht kaum besonders betont zu werden. Von Vaubels Art der Darstellung haben wir übri- aens vor kurzem in einem Vorabdruck aus dem Kapitel „Sprache, Sage und Lied" in der „Heimat Das vierte Vergunglück in den Walliser Alpen. 9n den Walliser Alpen hat sich das vierte schwere Bergunglück im Laufe der letzten Tage ereignet. Die 27 Jahre alte Berta Krauer aus Zürich bestieg mit dem ebenfalls aus Zürich stammenden E. Müller das 4034 Meter hohe Allalinhorn. Sie schlugen dabei kurz hinter dem Gipfel eine falsche Route ein und stürzten über eine mehr unterhalb nachfolgende Touristengruppe hinweg etwa 400 Meter tief auf den Allalinhorngletscher hinunter. Sie waren auf der Stelle tot. Eine apinistische Glanzleistung. Eine alpinistische Glanzleistung vollbrachten vier Touristen aus dem A o st a - T a l, die in einer Rekordzeit von weniger als acht Stunden, die stark vereiste 1500 Meter hohe Nordwestwand der G r i o o l a erkletterten. Für diese erste Besteigung mußten 600 Stufen geschlagen werden, davon 300 in Eis. Die Leistung wird als eine der großartigsten bergsteigerischen Taten der letzten Jahre gefeiert. Erdrutsch im Kaukasus. Im Gebiet des Berges Tschegete sind die Bergdörfer Schiki und Besengi durch einen Bergrutsch dem Erdboden gleich gemacht worden. In der Nähe des Dorfes Schiki wurde ein B e r g - f l u ß verschüttet. An seiner Stelle hat sich ein großer See gebildet, dessen Tiefe 19 Meter beträgt. Schloßbrand in England. Schloß Rye - House nördlich von London, der geschichtlich berühmte Schauplatz des Komplottes, das darauf abzielte, im Jahre 1683 den König Karl II. von England zu ermorden, ist durch eine schwere Feuersbrunst teilweise z e r st ö r t worden. Dabei wurde eine der wertvollsten in England vorhandenen Antiquitäten, das florentinische Prunk- oolle, manches der großen Allgemeinheit Unbekannte darinstehen. Reich ist Deutschland an Reiseandenken aus Holz. Da Deutschland das Land der Wälder ist, ist das naheliegend. Thüringen, Schwarzwald, Rie- sengebirge, Bayerischer Wald, Alpen — lauter Festgeschenke, Gesundbrunnen und Freudenspender für das deutsche Volk und für den fremden Gast aus Europa oder Uebersee. In dem von mir ausge- dachten Führer über Reiseandenken aus deutschen Landschaften stünden die Erzeugnisse handwerklicher Schnitz- und Holzarbeit obenan. Es ist eine jahrhundertealte berühmte Gilde — Herrgottschnitzer, Krippenschnitzer, Spanschachtelmacher, Löffelmacher, Spielzeugschnitzer, Madonnenbildhauer und noch viele andere — die die rauschende Waldseele und die ernste Dergseele in ihren Figuren und Dingen festgehalten und ins Holz gezaubert haben. Auf viefer Liste würden alle Früchte edler deutscher Handwerksarbeit verzeichnet stehen: kleine und große Spieluhren aus dem Schwarzwald, mit wundersamem Schlag und humorvollem Zifferblatt, Porzellanmärchen aus Selb und Meißen, die lusti- gen Trachtenhüte und der Bauernschmuck aus Ober- ayern, Schalen aus Untersberger Marmor, Hiddenseer Goldschmuck aus Stralsund, handgewebtes Dauernleinen und Gläser aus der bayerischen Ostmark: hier sollen nur ein paar Hinweise aufleuchten und Wegweiser sein für viele. Doch müs- len Reiseandenken nicht immer ewigen Bestand haben. Wer in Rostock war und mir eine Flasche Rostocker Doppelkümmel mitbringt, soll mir hochwillkommen sein, Nürnberger Lebkuchen, Königsberger Marzipan, Frankfurter Brenten, Danziger Gold- wasser — ich könnte aus Süßem und Scharfem, aus Kernigem und Flüssigem ein ganzes Schlaraffenland deutscher Spezialitäten und eß- und trinkbarer Eigentümlichkeiten aufzeichnen, so reich und üppig, daß das Wasser im Munde zusammen- fließt. Die Auswahl an deutschen Reiseandenken ist außerordentlich groß und das Schöne und Richtige zu finden, ist keine Geldfrage, sondern eine Sache der Spürnase, der Geduld und der Liebe zum echten Erzeugnis der Landschaft. Wer das Lebendige sucht, wird auch das Lebendige ernten. Aus aller Welt. Ein Vater überfährt fein eigenes Kind. Ein tragischer Unfall ereignete sich in Karlsruhe in der Benzstraße. Dort wurde ein 3Vz Jahre altes Kind von einem Lieferwagen überfahren und getötet. Das Kind war mit seinem Vater, dem Kraftwagenführer einer Nahrungsmitelfabrik, auf dem Kraftwagen gefahren und auf dem Bürgersteig abgesetzt worden, damit es in die Wohnung zurückkehre. Beim Anfahren des Wagens winkte das Kind noch seinem Vater zu und lief aus unerklärlicher Ursache in das Hinterrad des schweren Wagens. Die Folgen waren schwere Verletzungen am Kopf, die den sofortigen Tod des Kindes herbeiführten. ______________ bett der Königin Elisabeth vernichtet. Auch zahlreiche andere historische Kostbarkeiten wurden ein Raub der Flammen. Japanischer Schriftsteller unter dem verdacht der Spionage verhaftet. Der japanische Schriftsteller und Sachverständige für Sowjetrußland, O h t a k e ist unter dem Verdacht der Spionage verhaftet worden. Während seiner Vernehmung unternahm Ohtake einen Selbstmordversuch, der aber mißglückte. Die Verhaftung erfolgte nach einem Besuch des Schriftstellers in der Sommerwohnung des Sekretärs der sowjetrussischen Botschaft. Da Ohtake bei seiner Verhaftung im Besitz von 500 Pen war, vermutet die Polizei, daß er gerade wichtige Dokumente an die Sowjetunion verkauft hatte. 68 japanische Fischer im Taifun umgekommen. Südwestlich von Formosa geriet eine japanische Fischereiflotille, neun Boote mit über 200 Fischern, in einen Taifun. 68 japanische Fischer sollen umgekommen sein. Aus Formosa zur Hilfe eilende japanische Torpedoboote retteten die übrigen Mannschaften. Anruhen auf Madeira. Auf dem portugiesischen Madeira kam es infolge von Preissteigerungen für Milch und Butter, die kürzlich von der Regierung zum Schutze der Molkereiindustrie festgesetzt worden waren, zu Unruhen. Mehrere Personen wurden getötet. Verstärkte Polizeikräfte mußten eingesetzt werden. Von der portugiesischen Regierung sind zwei Kriegsschiffe mit Flugzeugen, Infanterie und einer Maschinenge- wehrabteilung nach Funchal in Marsch gesetzt, um die Ordnung wiederherzustellen und die Rädelsführer zur Rechenschaft zu ziehen. — Hermann Otto Daubel: Wir Hessen! 195 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Karten im Text. Edwin Runge Verlag (Berlin- Neutempelhof) 1936. — (222) — In der von A. Hillen Zieafeld herausgegebenen Buchreihe „Deutsches 23olr (Schriften deutschen Bewußtseins) behandelt H. O. Daubel, der unfern Lesern als Mitarbeiter an der „Heimat im Bild" seit langem bekannt ist, im 6. Bande Land und Leute, Geschichte und Kultur im hessischen Raum. Eine Darstellung dieser Art hat bisher gefehlt und ist gerade heute, zur Zeit der „Rückbesinnung auf das Stammes- tum als Grundlage deutschen Volkstums nötiger denn je. Ein Buch wie das von Daubel ist in der Tat eine „Schrift deutschen Bewußtseins", des Selbst-Bewußtseins im besten und edelsten Sinne: hier haben wir eine Darstellung, auf die ein Begriff der Renqissance- und Humaniske-Literatur treffend anzuwenden wäre: Vaubels Buch ist ein Hessen-Spiegel, in welchem jeder, der diesem Stamm, dieser Landschaft zugehörig und entsprossen ist, sich wiederfinden kann und muß, ohne Schönfärberei im Bild" unfern Lesern eine charakteristische Probe gegeben. Auf keine Weise kann wohl das Verständnis für Wesen, Würde und Wert des bodenständigen Stammestums innerhalb der Volksgesamtheit besser geweckt und gepflegt werden, als mit einer solchen Darstellung, die sachlich und gründlich, lebendig und anschaulich das Bild einer Landschaft samt ihrer Geschichte, ihrer Kultur und ihren Menschen zeichnet; wir glauben, daß im besonderen Daubel seine Aufgabe für Hessen ausgezeichnet gelöst hat. Da ist kein Zug im großen Ganzen übersehen: dem Bilde der Landschaft entspricht das innere und äußere Bild der Bewohner (auch die uns heute wichtigen rassischen Merkmale sind gebührend berücksichtigt); das hessische Volkstum spiegelt sich in Haushalt und Tracht, in Sprache und Kunst, in Sitte und Brauch; als „Kernlandschaften des Alten" charakterisieren sich Schwalm, Vogelsberg, Hinterland und Westerwald; im Kapitel „Der hessische Raum" finden sich u. a. die wesentlichen Abschnitte über die Besiedlung, über das hessische Straßensystem und über die hessische Auswanderung; zur „Geschichte im hessischen Raum" gehören u. a. die Darstellungen des Glaubergs, der Chatten, der Landgrafen und besonders jener „großen Möglichkeit" und großen historischen Verantwortung, die einst Philipp dem Großmütigen zugefallen waren. Die Kapitel über das hessische Geistesleben (Dichter, Denker und bildende Künstler) und über Hessen im neuen Deutschland runden die Darstellung ab und führen sie bis unmittelbar an die jüngste Gegenwart heran. Besonders vielseitig und schön ist die Karten- und Bildausrüstung des Buches; eine Zeittafel und eine Ueberficht über das Schrifttum (die auch die jüngsten Veröffentlichungen einbezieht) sind als willkommene Beigaben zu begrüßen. So dürfen wir Vaubels Buch eine recht weite Verbreitung wünschen — in Hessen selbst und vor allem auch über unsere Grenzen hinaus im ganzen deutschen Vaterlande. —y— — Lili von Baumgarten: Der Weg nach Kythera. Roman. 241 Seiten. Ganzleinen 3,50 Mk. Paul Franke Verlag, Berlin. — (98.) — Lili von Baumgarten, die kürzlich zusammen mit einer kleinen kameradschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Schriftleiterinnen den zweiten Preis im Zeitungsfilm-Wettbewerb der Tobis erhielt, ist unseren Lesern als gelegentliche Mitarbeiterin nicht ganz unbekannt. Ihr neuer Roman vom Weg nach Kythera ist eine unterhaltsame, besinnlich-heitere Lektüre. — Ein häßliches, junges Entlein verwandelt sich in einen schönen, stolzen Schwan. Ein ausgewachsener Tenor wird mitten aus seiner Bühnentätigkeit in einer friedlichen deutschen Residenz heraus entführt und in eine Gegend verschleppt, in der sich für mitteleuropäische Begriffe jener Tage die Füchse gute Nacht sagten. Dieses und vieles andere begibt sich auf Prinzessin Maschas Weg nach Kythera. Toll und abenteuerlich geht es manchmal dabei zu. Aber auch im Erstaunlichsten steckt ein Stück echtes Menschentum, gesehen mit herzenswarmem geistvollen Humor. Soldatentag Gießen Sonntag, den 16. Angnet 19M Vormittag*: 915 Uhr Antreten aller Kameradschaften mit Fahnen v. d. Markthallen zum Gottes- lenst in der Stadtkirche. Anschließend Ehrung der toten Kameraden von 1870/71 und des Weltkrieges. Nachmittag*: 14.45 Uhr Abmarsch aller Kameradschaften vom Brandplatz zum Festplatz a. cLWaltfes- Iusl Kameradenehrung. Konzert u. Festtreiben für Alt und Jung. Feuerwerk und Waldbeleuchtung. Eintritt frei! Kameraden aus stolzester und schwerster Zeit beweist eure Verbundenheit durch zahlreiche Beteiligung. Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkamerad schäften. 4940 D nniiiiiiiiimiiiiiiiiimimiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiii Nur die beste Drucksache eefcen der Zeitungsanzeige kenn Ihre Werbung wirke em unteretötzen. Geringwertige Drucksachen eehaden mehr eie eie nQtzen. Deehalb eparen Sie bei Herauegabe der beeten Drucksache i eie Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist dl* billiget«! BrOhl’eehe Druckerei, SchuIstraBe 7, Anruf 1M1 nmiimiiiiiiiiHiniiiiiiimiiiMiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiuiiiiiiiiuiiii Seit 75 Jahren fara8cbrtftn.MaachlDen8chrelbQnterrtcht Die Ortegrippe GMei ter talsctaSta]**# beginnt am Montag, den 31. August 1936,19.15 Uhr, in der Alten Piitaloziiieii)*, WernerweU 18, mit 10 neuen Kurzschrift-Kursen (Anfänger, Fortbildung, Eilschrift, Diktat und Vorbereitung auf d. Handelskammer- Prüfungen). Neu! Fremdsprachliche Kurzschrift: Englisch und französisch. Prelle der Kurte: Anfänger Mk. 6.—, Mitglieder und Lehrlinge Mk. 4.—; Fortbildung Mk. 5.—, Mitglieder u. Lehrl. Mk. 4.—; Diktatkurse ermldigte Preise: Mk. 5.- bis 1.-. Eilschriftkurse für Mitglieder koiteiloil Dienstag* 1. September 1936, 19.15 Uhr, beginnen wir in der OeüentUehen Handelt* Lehranstalt (OHL), Liebigstr. 16, mit 3neuen Maschinenschrei b-Lehrgängen (10- Finger - Blindschreiben) für Anfänger, Fortgeschrittene und Praktiker. Preite der Kurie: Anfänger Mk. 6.—, Mitglieder und Lehrlinge Mk. 5 — ; Fortgeschrittene und Praktiker Mk. 4.— bis 3.—. Voile Stunden! Anmeldung und Auskunft mündlich oder schriftlich bei Ortsgruppenführer Graf, Friedensstr. 30, oder bei Schriftführer Werner, Aul weg 36, bezw. zu Beginn des Unterrichts. Für die anläßlich unserer Silberhochzeit im Juli 1936 erwiesenen Glückwünsche u. Geschenke danken wir herzlich Jakob Keßler I. und Frau Steinbach bei Gießen 4941 l) Omoibus-Ausnüge an Wochentagen für Vereine und Schulen besonders preiswert H Gärtner, Gießen Telephon 2802 4842d Liebigstr. 41 WIESECK Morgen, Sonntag TANZ i Es ladet hierzu ein: Oastw. W. Dorfeld Ä.‘=i.h. Klein-Linden Sonntag, den 9. August TANZ Anfang 4 Uhr 4943D Es ladet ein Franz Rathenow Mel-Nennholz (Anfeuerholz) gibt laufend ab 4439D Mfögeiuetl MMern Ludwig Kröck Telefon 3580. Zentral-Heizungen, Sanitäre Anlagen, Reparaturen S.M3.»oerBrtf. Ludwigstraße 40 Fernruf 3355 Möbel Schöne Form Reiche Auswahl Niedrige Preise Trefcqer Möbelfabrik u. Einrichtungshaus Frankfurt a. M. Gr. Friedbergerstr. 33 Die NS-vollswotslfatsvt führt in Dnc Jett-Dom 1-io.stvgust-1936 eine Nachwevtmug von bast-npflogostoltea kivvasühowngswert das DoMhon volles und fite Die kinoovlanSooo- jchlllung Duvet). III I II! । GefeUerrpvüfuuseu. Alle Lehrlinge (Industrie.Lehrlinge) im Kreise Gießen, die einen der nachstehenden Berufe er« lernt und ihre Lehrzeit im Herbst d. I. beendet haben, wollen stch in der Zeit vom 10. bis zum 20. August bei der Kreishandwerterschaft Gießen/Lahn, Goethestraße 7, 1. Stock, zur Gesellenprüfung melden: 49220 Dreher, Elektroinstallateure, Feinmechaniker, Former, Maschinen-Schlosser, Metalldrücker, Schlosser, Stempelseher, Zahntechniker usw. Kreishandwerterschaft Gießen. Ein herrliche« Sornmurbud) voll spannender Erlebnisse Elche zwischen Meer und Memel von Martin Kakies Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen de, Verfasser» auf 56 flunftonidttafeln. 3n Leinen gebunden RM. 3,60. •0119 den, Inhalt . Parade im Frühling-Ein Elchkalb torkelt ins Leben - 2m Sommerglühen-Elk. der Schaufler vom Meer — Die hohe geit — Der kapitalschaufler von Helenawerder — Der Starke und der Dolchendige-Auf der Hochdune-Elche im Schnee. Der Verfasser ist in seiner Heimat bekannt als ein ausgezeichneter Elchkenner. Sein Leben lang hat er dieser urwüchsige Tier der hei. milchen Landschaft auf der Kurischen Nehrung und im nördlichen Teil der Memelniederung beobachtet und bietet nun aus seiner umfangreichen Lichtbildsammlung die schönsten Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Kamerajagd in einer überraschenden Full« und Vielseitigkeit. Dah er aber nicht nur einer unserer besten Natur lichtbildner, sondern auch ein autzergewöhnlich begabter Schriftsteller ist, der seine Erlebnisie spannend und unterhaltsam zu berich. ten weih, wird die Freude am Besitz dieses schönen Buches verdoppeln. All« Jäger und Freund« der Natur müssen diese» schöne Elchbuch besitzen. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-M«' Walther Stubenrauch Hauptmann und Kompaniechef im Erg.-Satt. 54 Liselotte Stubenrauch, geb. O'ndenau geben ihre Vermählung bekannt Gießen, den s. August 1936 03591 und Koffer 0 VOn 43SoA Leder-Röhrig Gießen Neustadt 43. la Natnln Preis 45 Pf. per Liter offeriert Friede. Zuckern. Gleisweiler and Weinstraße (Pfalz). 4593V Gustav Koch und Frau Lotte, geb. Melchior Vermählte Gießen (Mittelweg 12), den 9. August 1936 03584 Ihre Verlobung geben bekannt Edith Schmidt Hans Heußel Diplomingenieur Äankau Gießen Danziger Höhe Bergstraße 29 August 1936 49201) Neue Lvege zue Werbung für Ludustvie, handel und Verkehr zeigt Ihnen eine Svezial-Ausstellung in der Mäusburg 7 Seinvith NoU, Gietzen elektrische Lichtvausanstalt Beachten Sie dasSpezialfenster für ben neuen KlebstoffGlutofir ____________________________________________________________________4961D ^EUES vom Edelweißrade v.ort24 Jahren gelieferte Edelweißrad ist zu meiner größten Zufriedenheit, fahre es jetzt noch fast täglich. Schuhmachermeister R. Bruhse, 8. 1. 1935, Langenhagen. Vor ungefähr 25 Jahren habe ich von Ihnen eine versenkbare Nähmaschine bezogen, diese ist heute noch sehr gut. Kanzleisekretär H. Brandt, Nürnberg, 5. 5. 1935, Sandratstr. 49 III. Auch Sie werden wir zufriedenstellen. Ober i/2 Million EdelweißrSder seit 1897 schon geliefert Lieferung an Private. Verlangen Sie unseren neuesten Katalog Nr. 136 Edelweiß-Decker, Fahrradbau, Deutsch-Wartenberg, 14D