186. Jahrgang ™5°.6tiks8llltf 186. Jahrgang Montag, 8. Inn! 1486 Erscheint täglich, außer Ä 3 v Sonntags und Feiertags /HM® W A Annahme von Anzeigen Beilagen: Die Illustrierte JT A Y . _ _ _ _ _ . H ▼ für die Mittagsnummer Gietzener Familienblätter jA ÄA Ä A A A AA W A A A .A A A AA bis8l/,Uhr des Vormittags ä* 1 n 1 4> k 4> itA r /I nlMnizr sssa-s S-uäts VJ■ vfifclIIlI ZXli vFi&IIlI ggw.wg "^1v 1 v▼ v iw-sa infolge höherer Gewalt Ermäßigte Grundpreise: Zernsprechanschlüffe /W w tt /tA <* <* Stellen-, Vereins-, gemein« SB» General-Anzelger für Oberhessen §ss Postscheckkonto: V • f f gen, Bäder-, Unterrichts- u. 5rantturi am Main 1168« vruck und Verlag: vriihl'sche Univerfitätsvuch- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Mehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Der Tag des deutschen Handwerks in Frankfurt. Handwerk und Kultur. Die Rede Alfred Rosenbergs ^Lpd. Frankfurt a. M., 6. Juni.'Die große Festhalle in Frankfurt a. M. war am Samstaamor- gen der Tagungsort für die 7000 DAF -Walter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und der m den Organisationen zusammengeschlossenen Meister, die aus allen deutschen Gauen zum Reichs- Handwerkertag hierher gekommen waren. Die Ta- aung erhielt ihre besondere Bedeutung durch die bereits am Samstag veröffeytlichten grundlegenden Ausführungen des Reichshandwerksmeisters W G Schmidt über die Aufgaben des Handwerks in Gegenwart und Zukunft. Dann ergriff Reichsleiter Rosenberg das Wort. Er wies auf die in den letzten drei Jahren erfolgte Neugestaltung des deutschen Menschen und des Lebens hin. Wenn viele je- doch vielleicht der Ansicht seien, daß nach der lieber- Windung der Systemzeit und ihrer Auswirkungen Die meiste Arbeit geleistet sei, so befänden sie sich in einem gewaltigen Irrtum. Gerade das Gegenteil sei der Fall. Erst ein Zehntel der großen Arbeit liege hinter uns, während noch neun Zehntel der Aufgaben zu bewältigen seien. Die nationalsozialistische Revolution sei ja nicht nur eine bloße Machtüber- nähme, sondern sie ziehe nach sich die völlige Umge- staltung des deutschen Menschen. Man könne bei der nationalsozialistischen Bewegung auch nicht von etwas absolut Neuem sprechen, denn dann wäre sie nicht organisch gewachsen. Sie sei vielmehr herzuleiten aus dem Verstehen unsererZeit und der Vergangenheit. Der deutsche Mensch sei heute hungrig nach neuer Lebensgestaltung und wisse, daß ein Volk mehr ist, als nur die Summe seiner gegenwärtig lebenden Menschen. Das technische Zeitalter sei eine große Gefahr für die handwerklichen jahrhundertlangen Ueberlieferungen gewesen. Es gab schließlich keine Künstler und schöpferischen Kräfte mehr, keine einigende Idee und keine bindende Weltanschauung. An die Stelle eines ehrlichen guten Handwerks sei der Warenhausramsch gekommen und kunstgewerbliche Spielerei. Die Pflicht des Nationalsozialismus bestehe darin, das Handwerk in eine neue schöpferische Zeit zu führen. Das Handwerk dagegen habe die Pflicht, die deutsche Kultur zu verteidigen. Die Verbindung zwischen Kun st und Handwerk wieder herzustellen, werde eine große Aufgabe der kulturellen Erziehung sein. Die Zeiten sind vorüber, wo man bei dem Wort „Sorge" zusammenbricht: wenn man heute „Sorge" sagt, dann spricht man den Willen aus, sie zu überwinden. Wir glauben, dieses Selbst- dewußtsein hat auch das deutsche Handwerk Wir sind nicht eine Lehre für die übrigen Völker, aber wir sind ein Beispiel. Wir sind der Ueberzeugung, daß genau so wie eine Krankheit ansteckend ist, auch eine Gesundung anstecken kann. Wir haben das Recht, uns als Träger einer großen Zeit zu bekennen Die Rechte, die wir uns erkämpft haben, werden wir niemals mehr aus den Händen lassen. In diesem Ringen hat auch das Handwerk seinen Beitrag zur Wiedergeburt Deutschlands beigetragen. Empfang her Wanhergesellen Strömender Gewitterregen geht in den Straßen Frankfurts nieder. Trotzdem klingt Musik in den Straßen. Ein Zug froher junger Menschen naht der Altstadt. Durch Aufschlagen ihrer kräftigen Wan derstäbe untermalen sie den Rhythmus des Mar jches. Auch in diesem Jahre hatte der Reichshandwerksmeister die Wanderschaft als einen besonders wertvollen Erziehungsfaktor angeordnet. Aus allen Gauen durften diejenigen Gesellen, die ihre Prüfung mit Auszeichnung bestanden hatten, zur Wanderschaft zugelassen 'werden. Von den über 2000 Gesellen, die sich unterwegs befinden, trafen zur Teilnahme am Reichshandwerkertag 500 in Frankfurt a. M. ein und wurden in den Römerhallen vom Reichshandwerksmeister begrüßt, wobei er noch einmal die Bedeutung des Handwerks herausstellte und die erzieherische Bedeutung des Wanderns für die angehenden Gesellen betonte. Die Zeiten, wo die Handwerksburschen mit Wegelagerern gleichgestellt worden seien, seien jetzt endgültig vorbei. Heute sei es die Ausgabe der Handwerks- v,;<. ■ V: - V - ' n WAO .1 • .KM - ' ■ 1 # " M M. > Der Reichshandwerksmeister spricht in der Paulskirche bei der Freisprechung der Meister und Gesellen. «'Aufnahme: Otto Emmel, Frankfurt a. M l burschen, mit offenen Augen Durch öie deutschen Lande z u ziehen, um das Land und den deutschen Menschen kennenzulernen zu Nutz und Frommen von sich selbst und damit wieder für das deutsche Vaterland. Die Bewegung habe den festen Willen, den jungen Handwerksgesellen den Weg für die Zukunft zu ebnen. Dafür müßten sie natürlich die Voraussetzung schaffen durch die Befolgung des Leistungsprinzips. Die Slernfahrer auf dem Opernplatz. NSG. „Arbeit und Ehre" steht in breiter Schrift hoch oben an der Front des Frankfurter Opernhauses lieber den weiten Platz grüßen die Fahnen der Bewegung und der Deutschen Arbeitsfront. In blau und gold, den Farben des Handwerks, die wir überall wiederfinden, ist das monumentale Gebäude dekoriert. Vom Empfang auf dem Römerberg rücken die Wandergesellen an und nehmen Aufstellung Wagen von Ehrengästen fahren vor. Trotz des Regens sammeln sich zahlreiche Zuschauer auf dem weiten Platz, an dem der Verkehr der Großstadt mit seinen Geräuschen vorbeiflutet Mit klingendem Spiel des Gruppenmusikzuges der SA. rücken d i e Sternfahrer in langem Zuge an. Alle Gaue, alle Handwerksberufe sind vertreten. In ihrer Berufskleidung und mit Schildern mit den Zeichen ihres Handwerks bieten sie ein buntes Bild. Besondere Aufmerksamkeit erregt ein großer geflochtener Adler, den Lichtenfelder Korbflechter gefertigt haben. Thüringens Tischler haben einen Kraftwagen mit den Nachbildungen ihrer Arbeitsgeräte geschmückt. 580 Sternfahrer konnte deren Führer dem Reichs- Handwerksmeister melden, er verlas eine Adresse die die Handwerkertreue zur Bewegung bekräftigte. In seinen Begrüßungsworten forderte der Reichshandwerksmeister Gemeinschaft der Tat, Die auch in Der Bereitschaft von Meister, Gesellen und Lehrlingen schon ihren Ausdruck gesunden haben, die es nicht gescheut hätten, den beschwerlichen und mühevollen Weg trotz vieler Hindernisse zurückzulegen. Auch in dem Charakter des Reichshandwerkertages als Arbeitstagung findet diese Tatbereitschaft ihren Ausdruck. Nach den nationalen Liedern schritt der Reichshandwerksmeister mit den zahlreichen Ehrengästen die Front der zu Fuß und mit dem Fahrrad nach Frankfurt gekommenen Handwerker ab. Der Festabend. Dr. 8et) überbringt die Grüße des Führers. Am Samstagabend fand ein F e st a b e n d des deutschen Handwerks in der Frankfurter Festhalle statt. Im Rahmen musikalischer und chorischer Aufführungen, die den Abend in der prächtig ausqe» schmückten Halle zu einer eindrucksvollen Feierstunde gestalteten, begrüßte zunächst der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Reiner die Anwesenden. Er gab der Versicherung Ausdruck, daß die Gauleitung dem Handwerk so wie bisher auch in der Zukunft volle Unterstützung zukommen lassen werde. Reichsleiter Dr. Robert Ley begrüßte die Festversammlung im Namen der 20 Millionen in der DAF. vereinten schaffenden deutschen Menschen und der Partei, die auch der Treuhänder für das deutsche Handwerk sei. Der Führer habe ihn heute ausdrücklich beauftragt dem deutschen Handwerk seine herzlich st en Gruße zu überbringen und ihn gebeten zu erklären, wie er sich freue, daß das deutsche Handwerk wieder aufblühe und nicht nur seinen Platz behaupte, sondern zum Vorbild für unsere schaffenden Menschen geworden sei. Dem Reichshandwerksmeister spreche der Führer seine Anerkennung aus und übermittle ihm die besten Grüße. Dr. Ley hieß dann insbesondere die führenden Persönlichkeiten des ausländischen Handwerks willkommen. Wenn Sie Deutschland richtig studieren wollen, so können Sie erst dann das letzte Geheimnis erfassen, wenn Sie bedenken, daß dieses Volk jahrzehntelang nie so bis zum letzten erfaßt und in einem Staat von einer wahrhaften Führerschaft betreut wurde, wie jetzt. Was dem Führer die Herzen des deutschen Volkes entgegenschlagen läßt, ist ja die Tatsache, daß jeder Deutsche das Gefühl hat, daß der Führer persönlich auch für ibn sorgt und daß er ein Glied dieses Volkes ist Eine große Freude bereitete den Anwesenden die Ansprache des Präsidenten des internationalen Handwerkerinstitutes, Prof. Boronzo , der im Schwarzhemd der Faschisten erschienen war. Er führte u a. aus: Voll Bewunderung schaut das italienische Volk auf die Leistungen und die Disziplin des deutschen Handwerks. Handwerk ist täglicher Kampf und fordert täglichen Einsatz. Als Soldat Mussolinis überbringt er die Grüße der faschistischen Nation. Begeistert dankte die Menge für die Mitteilung, daß die Auslandsvertreter aus Belgien, Frankreich, Iugoflavien, Norwegen, Oesterreich, Polen und der Schweiz, ein Telegramm an den Führer abgesandt hatten, in dem sie ihre Anerkennung für den Aufbau des deutschen Handwerks zum Ausdruck brachten. Auch der Führer des polnischen Handwerks Snopczynfki gab feiner Anerkennung für die Leistungen des deutschen Handwerks lebhaften Ausdruck. Reichskommiffar Dr. Wienbeck überbrachte die Grüße des Reichswirtschaftsministers Dr. Schacht, der durch eine Auslandsreise verhindert sei, wie im vergangenen Jahre am Reichshand, roerfertage teilzunehmen. Gleichzeitig könne er sich Zum Sprecher aller Reichsmini st erien und der vielen Dienststellen der Reichsregierung machen, die alle mit dem Handwerk in Beziehung ständen und mit großem Interesse die Arbeit des deutschen Handwerks verfolgten. Der Anfang im Aufbau des Handwerks fei gemacht, und man könne hoffen, daß in diesem Sinne fortgefahren werde, damit auch die Worte „Ehre und Arbeit" für alle Ewigkeit die Parole des deutschen Handwerks werden. Mit dem Chorspiel „Das Handwerk baut auf", bei dem Werkscharen des Handwerks mitwirkten, und mit dem Chor „Wach auf" von Richard Wagner schloß der Festabend. Putzmacherinnen im Festzug. - (DNB.-Heimatbilderdienst.) '/MM 6 NB < y < > »j M i Die Buchbinder im Festzug. — (DNB.-Heimatbilderdienst.) R Die Freisprechung i in der paulSkirche. NSG. Im Frankfurter Römer sind Handwerker und Ehrengäste versammelt. Der Führer der Deut- schen Arbeitsfront Dr. Ley, der italienische Handwerksführer Prof. Boronzo, der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Reiner und der Frankfurter Oberbürgermeister Dr. Krebs, SA.- und SS.- Führer, Mitglieder der Reichsleitung und vieler Gauleitungen sind zur Stelle. Hinter den alten Zunftfahnen bewegt sich der festliche Zug, der in der Vorhalle des Römers Aufstellung genommen hat, zur Paulskirche. Eine Orgelimprovisation, gespielt von Helmuth Walcha, leitet die Feier ein. Zu den Ehrengästen sind inzwischen Reichsführer SS. Himmler, Hauptamtsleiter der Deutschen Arbeitsfront Claus Selzner, SS.- Obergruppenführer Sepp Dietrich und Hauptamtsleiter des Amtes für Handwerk und Handel Dr. v. R e n t e l n gekommen. Von der hohen Empore schallt Richard Wagners „Wach-auf"-Chor und die Schlußansprache des Hans Sachs durch den weiten Rundbau. Das Licht mächtiger Scheinwerfer flammt in der blau, gold und rot ausgeschmückten Kirche auf. Rach altem überliefertem Brauch beginnt die Freisprechung der Jung- meister und Junggesellen. Kerzenlicht wird entzündet, das Buch der Meister der Lade des deutschen Handwerks entnommen. Fest und sicher klingt das Gelöbnis der jungen Menschen durch den weiten Raum. Durch Handschlag besiegeln je ein Vertreter der Meister und der Gesellen ihr feierlich gegebenes Gelöbnis. Zugleich nehmen die neuen Landeshandwerksmeister des Rheinlandes, von Schlesien und von Halle-Merseburg das ihnen übertragene Amt aus der Hand des Reichshandwerksmeisters entgegen. Die Lade des deutschen Handwerks ist wieder geschlossen. Eine Minute feierliche Stille läßt die Gedanken sich sammeln. Rein und klar klingt dan eine Arie aus Haydns „Schöpfung" durch den Raum, gesungen von Clara Ebers. Heinrich Anackers „Deutsches Gebet" in der Vertonung von Hans Förster, das der NS.-Chor zum Vortrag bringt, schließt die künstlerischen Darbietungen ab. Mächtig braust der gemeinsame Gesang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes durch das weite Rund. Die weihevolle Feier hat ihr Ende gefunden. Der Zug der Handwerker und ihrer Ehrengäste geleitet die alten Fahnen der Zünfte zurück zum nahen Römerberg. Verleihung des Ehrenrings an Förderer des Handwerks. Im Bürgersaal des Römers fand dann ein Empfang der Handwerkergäste durch die Stadt Frankfurt a. M. statt. Oberbürgermeister Dr. Krebs wies auf die enge Verbum denheit der alten Kaiserstadt Frankfurt mit dem deutschen Handwerk hin. Es sei der feste Wille der Stadt, zusammen mit der Führung des deutschen Handwerks diesem den Weg zum Aufstieg und zu einer neuen Blüte zu bahnen. So habe sie u. a. eine Stiftung geschaffen, die sich die Förderung des handwerklichen Nachwuchses zur Aufgabe gestellt habe. Die b e st e n M eist e r st ü ck e der Innungen sollen durch die Stiftung a n g e k a u f t und damit den Preisträgern die Möglichkeit gegeben werden, sich weiterzubilden. Zahlreichen Persönlichkeiten die sich besonders um das Handwerk und seinen Neuaufbau verdient gemacht hätten, werde als Zeichen der Anerkennung und des Dankes der Ehrenring der Stadt des deutschen Handwerks verliehen. Die Auszeichnung erhielten Reichshandwerksmeister Schmidt, Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsführer SS. Himmler, SS.-Oberführer Sepp Dietrich, Hauptamtsleiter der DAF. Claus Selzner, Hauptamtsleiter Dr. von R e n t e l n, Reichskommissar Dr. W i e n b e ck, der Präsident des Internationalen Handwerkerinstituts, Professor B o - r o n z o, der stellv. Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk, Paul Walter, Generalsekretär Dr. Schüler, Landeshandwerksmeister G a m e r, Landeshandwerksmeister M a g u n i a und Reichsinnungsmeister Willy Schmidt. Aus der Hand des Reichshandwerksmeisters empfing sodann Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs ebenfalls den Ring der Stadt des deutschen Handwerks. Bei dieser Gelegenheit machte der Reichshandwerksmeister noch davon Mitteilung, daß für das nächste oder übernächste Jahr eine große Leistungsschau des deutschen Handwerks vorgesehen sei. Die Ausstellung, die zuerst in der Stadt des deutschen Handwerks gezeigt werden soll, wird dann ihren Weg als Wanderausstellung durch ganz Deutschland nehmen. Sie soll ein umfassendes Bild vom deutschen Handwerk geben und wird alle Handwerkerberufe, ihre Arbeit und Bedeutung vor Augen führen. Der Festzug des deutschen Handwerks. Einen Glanzpunkt des Reichshandwerkertages bildete der große Festzug am Sonntagnachmittag. Trotz des ununterbrochenen Regens hatten sich in den Straßen, die von dem Zug passiert wurden, Zehntausende von Volksgenossen eingefunden, die die Festwagen der einzelnen Handwerkszweiae und die sie begleitenden Meister, Gesellen und Lehrlinge jubelnd begrüßt. Dieser Festzug hätte es verdient, daß seinetwegen Frau Sonne ihren Groll aufge» geben und sich nicht für den ganzen Tag im Schmollwinkel unsichtbar verborgen hätte. Wer hat nicht die „grande toilette“ und die schnatternden Mädchen bedauert, die auf dem Wagen der Damenschneider auch noch mit Grazie ihr Schicksal zu tragen gezwungen waren? Weit besser waren da doch die niedlichen Putzmacherinnen dran, die aus einer riesigen Hutschachtel recht rosig ins Dämmergrau des Bindfadenregens schauten. Ganz vorsichtig waren die zwei Dachdeckermeister, die aus ihrem regensicheren Unterstand hervorlugten. Manch Frauenherz wird wohl mit ärgerlichem Bedauern an den klatschnassen Fellen des Kürschnerwagens gehangen haben, die ihre Echtheit in diesem Festzug unter Beweis stellen mußten. Allerliebst war das „zusätzliche" Brausebad, das die Gas-, Wasser- und Heizungsfach, l e u t e auf ihrem Wagen installiert hatten. Die „feuchtfröhlichen" Jungens waren die einzigen, denen wirklich nichts passieren konnte! Die Tdp- f e r hatten einem ihrer Zunft den Wagen zur Werkstatt eingerichtet: das zur Arbeit nötige Wasser lieferte der Himmel kostenlos! Die Seiler und Reepschläger waren die besten Wetterpropheten, gingen aber mit ihren Hoffnungen zu weit, denn so stark regnete es wieder nicht, daß man mit einem Segelboot in Frankfurts Straßen hätte herumschwimmen können. Trotzdem konnte der Friseur seinem bejammernswerten Kunden ohne M M i l 1 n »HM W ... « . Putzmacherinnen beim Begrüßungstreffen im Kegelsporthaus. — (Scherl-Bilderdienft-M.) Spritzflasche einen aalglatten Scheitel ziehen. Am schlauesten waren aber die Buchdrucker, die in großen schwarzen Kästen die Lettern des Alphabeths mittrugen. Unter den Kästen schauten die Beine heraus und aus kleinen Gucklöchern sahen grinsende Blicke auf die „beschirmten" Zuschauer. Zahlreiche Musikkapellen, Ehrenstürme der SA., SS., HI. und der Werkjcharen, zahlreiche Handwerker in ihrer Berufstracht, sie alle zeigten, daß mit entsprechendem Humor auch das Schlimmste — gibt es für einen Festzug etwas Schlimmeres als Regen? — zu ertragen ist. Die Kundgebung aus dem Opernplatz. Auf dem Opernplatz beschloß eine große Kundgebung die Hauptveranstaltungen des diesjährigen Reichshandwerkertages. Mit Rücksicht auf den strömenden Regen wurde die Kundgebung stark abgekürzt. Reichshandwerksmeister Schmidt begrüßte kurz den Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, der seinerseits u. a. ausführte: Daß wir trotz des Regens hier stehen, ist das Bedürfnis, bar« zutun, wie glücklich wir sind, eine Gemeinschaft zu bilden. Wir sind wieder eine Nation geworden, wir fühlen uns als deutsche Menschen. All das ist nicht unser Werk, sondern es ist allein das Tun und das Handeln, der Wille und der Glaube eines einzigen Mannes. Adolf Hitler allein hat Deutschland gerettet aus dem Sumpf, aus dem Nichts, aus der Schande und Knechtschaft. Das Geheimnis des neuen Deutschlands ist das Wiederfinden der deutschen Nation, die Wiedergeburt einer großen Familie. Und über dieser Familie steht ein Familienoberhaupt, ein Vater, der uns liebt, der sich um uns sorgt. Das ist das Glücksgefühl des deutschen Volkes und des deutschen Menschen. Wir bejahen Deutschland nicht nur wenn die Sonne scheint, sondern auch wenn die Not über dieses Deutschland hereinbrechen sollte. Wir sind dem Schicksal dankbar, daß es uns Adolf Hitler gegeben hat, von dem wir das Empfinden haben, daß er sich um uns alle sorgt. Adolf Hitler, unser Führer, unser Vater, unser Deutschland Sieg-Heil! — Machtvoll brauste das Sieg-Heil des deutschen Handwerks über den weiten Platz. Weihe der Adolf-Hitler-Brücke in Krefeld-Llerdingen. Oer Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hält die Taufrede. Krefeld, 7. Juni. (DNB.) Die feierliche Verkehrsübergabe der Adolf-Hitler-Rhein- brücke am Sonntag, die den Krefeld-Uer- dinger Wirtschaftsraum und fein Hinterland mit dem Ruhrgebiet verbindet, durch den Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, war für den gesamten Niederrhein ein Tag von geschichtlicher Bedeütung. Dom Flugplatz aus nahm Reichsminister Heß seinen Weg zum Kundgebungsplatz, wo er von Tausenden Volksgenossen begeistert begrüßt wurde. Nachdem Rudolf Heß die Ehrenformationen abgeschritten hatte, nahm Gauleiter Florian das Wort zu einer Begrüßungsansprache. Oberbürgermeister Dr. Heuyng meldete die Fertigstellung der Brücke. Dann ergriff der Stellvertreter des Führers das Wort zu seiner oft von lebhaftem Beifall unterbrochenen Weiherede, in der er u. a. ausführte: Deutsche Männer und Frauen! Mit Stolz blicken wir auf diese Brücke, auf diese gewaltige Leistung, die die Gemeinschaft schuf und die nun der Gemeinschaft dient. Unser Stolz ist um so größer, als wir wissen, daß dieses Werk nur eines von vielen ist, als wir wissen, daß noch nie, solange es Deutschland gibt, so große Leistungen des gemeinsamen Aufbaues im Dienst an der Gemeinschaft vollbracht wurden, wie in den wenigen Jahren des Bestehens des Reiches Adolf Hitlers. Wir danken dem Führer, daß er unsere Arbeit und die Werke unseres friedlichen Schaffens geschützt bat, daß er sie geschützt hat, indem er diesem sozialistischen Staat zugleich die nationalistische Prägung gab, indem er ihn in den Stand setzte, sich zu verteidigen und die Mittel zu dieser Verteidigung erstellen ließ in wiederum gewaltiger gemeinsamer Anstrengung. Zu unserem Leidwesen müssen wir den Eindruck erhalten, daß alle Versuche des Führers, mit unserem großen Nachbarn im Westen zu einer klaren Verständigung zu gelangen, vor allem, daß sein letztes großes Angebot zur Sicherung des Friedens bisher durch diesen Nachbarn nicht so gewürdigt wurde, wie wir es im Interesse der Beruhigung Europas hätten erwarten können. „Um so glücklicher sind wir, daß der Führer Sorge getraaen hat für unsere Sicherheit und insbesondere Sorge getragen hat auch für die Sicherheit dieses Gebietes hier, das solange jeder Willkür schutzlos offenstand." „Der neuen Brücke gebe ich die Wünsche des deutschen Volkes mit: Sei auch du eine Klammer, die die unzerreißbare Verbundenheit der beiden Ufer des Rheins zum Ausdruck bringt. Sei eine Brücke des Friedens über Deutschlands geschichtsreichstem Strom. Trage den Namen, dem wir es verdanken, daß an diesem Strom wieder eine Wacht steht. Trage den Namen, der uns zum Inbegriff des Behauptungswillens des deutschen Volkes geworden ist. Trage den Namen, der für uns Frieden nach innen und außen bedeutet. Trage den Namen, der uns die wiedergewonnene Freiheit bedeutet, der uns die wiedergewonnene Ehre bedeutet. Trage den Namen, der in der Zeitspanne eines Atemzuges der Geschichte zu einem der bedeutungsvollsten und klingendsten Namen tausendjähriger Geschichte geworden ist. Ich taufe dich „A d o l f - H i t l e r - B r ü ck e" ! Wir grüßen den Taufpaten der Brücke, den Führer des Reiches. Adolf Hitler — Sieg-Heil!" Rudolf Heß begab sich nach seiner Rede mit seiner Begleitung über die Brückenrampe zum Widerlager, wo er das von zwei Hitlerjungen gehaltene Sperrband durchschnitt. Er schritt dann über die Brücke zur Duisburg-Mündelheimer Seite und begrüßte dort die angetretenen Formationen. Am Nachmittag begab sich Rudolf Heß zur Krefelder Stadthalle, wo er mit den Arbeitern, Angestellten und Beamten der Firmen und Berufsgruppen ein gemeinsames Mittagessen einnahm. ISvZahre Reichskriegerbund. Die Gedenkfeier in Wangerin Wangerin (Pommern), 7. Juni. (DNB.) Hier beging am Samstag und Sonntag der Deutsche Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund) die Feier seines 150jährigen Bestehens. Im Todesjahr Friedrichs des Großen ist hier die „M i l i t ä r i f ch e Schützenbrüderschaft Wangerin" gegründet worden. Sie ist die Urteile des heute drei Millionen Mitglieder umfassenden Reichskriegerbundes geworden. An der Feier beteiligten sich zahllose Gäste aus ganz Pommern und aus allen Teilen des Reiches. Der Bundesführer, SS.-Oberführer Oberst a. D. Reinhard, traf bereits am Samstag in Begleitung des stellvertretenden Bundesführers, Generalmajors a. D. von Kuhlwein, und des Generalmajors a. D. von F a - deck ein. Auf einem Kameradschaftsabend hieß der Bundesführer von Pommern die Kameraden aus dem Reich, die Wehrmacht und die Kampfgenossen der nationalsozialistischen Bewegung willkommen. Bundesführer Reinhard pries den pommer- s ch e n Grenadier, der sich stets mit seiner ganzen Person für das Vaterland eingesetzt habe. Ka- meraoschaftsführer Hinz schilderte die wichtigsten Ereignisse aus der 150jährigen Geschichte der Schützenbrüderfchast Wangerin. Sonntag früh nach dem Großen Wecken begann schon in aller Frühe der Anmarsch von 10000 Kysfhäuserkameraden zum Festplatz. Das Reichsheer hatte die 1. Kompanie des Infanterieregiments 25 aus Stargard mit den drei Fahnen des ehemaligen Grenadierregiments Nr. 9 und die Reichsmarine den 1. Zug der 3. Marineabteilung aus Swinemünde abkommandiert. Alle Gliederungen der Partei beteiligten sich an der Feier. Auf dem mit Hakenkreuz- und Kyffhäuserfahnen umsäumten großen Festplatz vor den Toren der Stadt fand sich eine große Zahl von Ehrengästen ein. Mit dem Bundesführer erschienen die 22 Lan- desführer des Kyffhäuserbundes Von der Wehr- macht waren u. a. anwesend der Kommandierende General des II. Armeekorps, Generalleutnant Blaskowitz der Befehlshaber an der pommer- schen Küste, Admiral v. Schröder, der Commo- bore bes Fliegergeschwaders „Hindenburg" aus Greifswald, Fliegeroberst S o m m 6 , der Kommandant von Neu-Stettin, Generalmajor Strecker. Außer den führenden Männern des Soldatenbundes, der NSKOD., der SA., SS. und HI. sah man Vertreter der Behörden und der Partei Nach dem Einmarsch der Ehrenkompanie zog in der historischen Uniform des Regiments von B r ü n n i n g eine Abteilung von 30 Wangeriner Füsilieren mit der 150 Jahre alten Fahne und der ebenso alten Trommel auf dem Festplatz auf. Wie vor 150 Jahren waren die Füsiliere mit riesigen Vorderladern ausgerüstet Auch die Kommandos entsprachen dem Brauch der alten Zeit: „Rechts schwenkt euch!", „Nehmet Gewehr bei Fuß!". 800 Fahnen des Kyffhäuserbundes standen zu beiden Seiten des großen Vierecks. Die Fahne mit dem Wappen des alten Preußenkönigs, die Traditions- fahne der deutschen Wehrmacht und die Fahne des Dritten Reiches zeigten die Entwicklung deutscher Geschichte. Ein buntes Bild von Uniformen bot sich dem Auge dar: Das Dunkelblau der Bundeskleidung, das Feldgrau der alten und neuen Wehr« macht, das Blau-Weiß der Reichsmarine, die hell- braune und graue Kleidung der ehemaligen Kolo- nialkämpfer, die weißen Blusen der NSKOV. und die braune Farbe der Parteiformationen. Vundesführer Reinhard führte u. a. aus: Der Deutsche Reichskriegerbunb begeht heute — hier in Wangerin — die Feier feines 150jährigen Bestehens. Nicht bie Reichshaupt, stabt, nicht Kassel, die Stadt der Reichskriegertage, dient diesmal einem Aufmarsch des grüßen Soldaten, bundes der Welt. Schauplatz der 150-Jahrfeier unterer Organisation ist d i e s e Mei n e pommersche Stadt. Hier in Wangerin ist d i e erste Krie- gerkameradschast unseres Bundes gegründet worden. Hier begründeten am 8. Juni 1786 ausgebiente Solbaten bes fridericianischen Füsilier-Regimentes von Brünning unter bem Namen „M ili- tärische Schützen-Bruderschaft" bie erste soldatische Vereinigung, mit deren Grundsätzen und deren Gesinnung sich auch heute noch jeder alte Soldat und jeder Deutsche überhaupt einverstanden erklären kann. Als Aufgaben stellte sich diese erste Kameradschaft unseres Bundes: die Pflege und Fortführung der soldatischen Tradition und d e s sold ati sch e n H a n dw e r k s , die kameradschaftlicheHilfeleistung und Unterstützung der kriegsbeschädigten und armen Mit- alieder der Bruderschaft, die Bestattung der verstör- Denen Kameraben mit militärischen Ehren. Diese Leitsätze sinb heute nochgültig. Denn wir pflegen heute noch, wie jene ersten, soldatische Art und soldatische Disziplin. Wir üben uns heute noch, wie jene, im Gebrauch der Waffen und halten den Wehr- geist wach in unseren Reihen und im Volk, üben heute noch, wie jene ersten, an unseren Kameraden die Kameradschaft der Tat. Wir erweisen auch, wie jene, die Ehre der militärischen Bestattung jedem unserer zur großen Armee abberufenen Kameraden, der seine Pflicht gegenüber Volk und Vaterland erfüllt hat. Auf eine Vereinigung, die aus 40 Mitgliedern anwuchs auf über drei Millionen, auf eine Vereinigung, deren Gründungsleitsätze noch bindend und verpflichtend sind nach 150 Jahren, auf eine solche Vereinigung allerdings kann der Bund auch heute noch mit Stolz und Ächtung blicken. 150 Jahre sind vergangen, seit die Stammkameradschaft des Bundes gegründet wurde. Name und äußerer Aufbau haben sich in diesen 150 Jahren vielmals geändert-, sie werden auch für die Zukunft nicht unveränderlich fein. Bleiben aber wird tüe von ihm allezeit verwirklichte Idee einer großen, auf soldatischer Disziplin und soldatischer Kameradschaft gegründeten Vereinigung aller deutschen Frontkämpfer und Soldaten! Ich überreiche in dieser bedeutungsvollen Stunde der Wangeriner Kriegskameradschaft, die den verpflichtenden Namen des „Generalfeldmarschalls von Hindenburg" trägt, eine originalgetreue Nachbildung jener frideriziani- schen Regimentsfahne und ersten Fahne unseres Bundes, die 1786 den Gründern dieser Kameradschaft vom Regiment Brünning zu treuen Händen übergeben wurde. Die Originalfahne selbst hat in der Ruhmeshalle unseres Kyffhäuser-Denk- mals den ihr gebührenden Platz gefunden. Unsere Bundesfahne trägt das Hakenkreuz, das Symbol unseres neuen stolzen deutschen Vaterlandes. Mit ihr zugleich soll diese originalgetreue friderizianische Regimentsfahne flattern. Der Kommandierende General bes II. Armeekorps, Generalleutnant Blaskowitz, grüßte die Kämpfer aus dem Weltkriege und die Kämpfer der Nachkriegszeit. Die Abordnung des Reichsheeres an die Geburtsstätte des Reichskriegerbundes zeige die enge Verbundenheit zwischen jungen und alten Soldaten. Der Soldatenbund werde die Tradition von Wangerin fortsetzen. Auf Befehl des Generals hoben sich die Fahnen der Wehrmacht, die Ehrenkompanie präsentierte und ehrte den Reichskrieger- bunt) und insbesondere die Kameradschaft Wangerin. Noch einmal traten die Truppen ins Gewehr, und tausend Fahnen flatterten im Winde, als der Bundesführer das begeistert aufgenommene Sieg, heil auf den Führer ausbrachte. Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied brausten über das weite Feld. Unter den Klängen des Hohenfriedberger Marsches begann dann der Vorbeimarsch der Wehrmacht, der Ehrenformationen, der Wangeriner Füsiliere und der Kysfhäuser-Formationen, der fast zwei Stunden dauerte. Ein großes Volksfest und Feuerwerk beendeten den Erinnerungstag des Reichskriegerbundes. Ribbentrop wieder in Berlin. Berlin, 6. Juni. (DNB.) Botschafter von Ribbentrop ist von seinem privaten Aufenthalt in England zurückgekehrt und traf am Samstagnachmittag im Flughafen Berlin-Tempel» Hof ein. Oie Ausstellung „Oie deutsche Gemeinde". Berlin, 7. Juni. (DNB.) Im Ehrenraum der Berliner Ausstellungshallen am Kaiserdamm eröffnete an) Sonntagvormittag der Reichs- und Preußische Minister des Innern, Dr. Frick, in feierlichem Rahmen die große Ausstellung „Die deutsche Gemeinde", eine Leistungsschau der über 50 000 deutschen Gemeinden. Zwölf schlanke, mit den Hoheitszeichen geschmückte Säulen tragen die gewaltige Kuppel, deren Mittelpunkt ein großes, in den Umrissen leuchtendes Hakenkreuz ist. Der Rundbau, großzügig in der Linienführung, wohl- abgewogen in der Farbtönung und schlicht im Material, ist umrahmt von den Ehrenstätten, die die Zeugnisse der mehr als tausendjährigen Kultur- und Geistesgeschichte der deutschen Gemeinden beherbergen. Die über 1500 Ehrengäste der (Eröffnungsfeier, darunter die zum 6. internationalen Gemeindekongreß aus 35 Staaten anwesenden Teilnehmer, wurden von dem Direktor des Messeamtes, Wischet, als Hausherrn empfangen. Staatskommissar Dr. Lippert sprach das Willkommen der Reichshauptstadt. Der Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewegung und Vorsitzende des deutschen Gemeindetages, Reichsleiter F i e h l e r, wies darauf hin, daß den ausländischen Gästen und Freunden Gelegenheit gegeben roerbe, sich an Ort und Stelle zu überzeugen, wie im neuen Deutschland die Gemeinden und Gemeindeverbände arbeiten. Die Ausstellung in ihrer einzigartigen qnb mannigfachen Gestaltung werde diese Eindrücke vertiefen und abrunden. Dann enthüllte der Reichsleiter das vom Deutschen Gemeindetag errichtete Denkmal der deutschen Selbstverwal. tung, das im Chrenraum Aufstellung gefunden hat, ein preisgekröntes Werk des Berliner Bild- d?uers Max Lerch, das als Wahrzeichen der Städte den deutschen Roland und die ihm hul- digende Bürgerschaft zeigt. Mit stürmischem Jubel empfangen, nahm Reichsminister Dr. F r i ck darauf seiner Eröffnungsansprache. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und den nationalen Liedern schloß die eindrucksvolle Feier- ftunXc u 3n dem hohen Rund der Ehrenhalle leuchten die Wappenbanner von 160 deutschen Städten. Weitläufige Räume nehmen anschließend die Lehr- schau auf in der die tausendjährige Geschichte deutscher Städte einen breiten Raum einnimmt. Statistische Bilder geben einen aufschlußreichen Ueberblick über die größten Gruppen der verschiedenen deutschen Gemeinden. Jrn Kapitel „G e - meindliche Finanzen" wird anschaulich Auskunft gegeben, welch' ungeheuren Ansprüchen und Belastungen der Geldsäckel der kommunalen Verwaltungen ausgesetzt ist. In einem großen Raum ist die Versorgungswirtschaft untergebracht, daneben die Verkehrwirtschast. Man erfährt, daß allein die Gesamtstreckenlänge des deutschen Straßenbahnnetzes rund 5900 Kilometer beträgt. Ein Wagenpark von 25 000 Triebwagen und Beiwagen rollt heute über die Straßenbayn- schienen der deutschen Gemeinden. Weitere Abteilungen unterrichten über SiedliungundWoh- n u n g sowie über Kunst und Kulturpflege. Eden über die Sicherung des Friedens in Westeuropa. London, 7. Juni. (DRB.) Außenminister Eden hielt in seinem Wahlkreis eine Rede, in der er der Entschlossenheit Großbritanniens Ausdruck gab, den Völkerbund zu erhalten und Aenderung/n seiner Satzungen so zu gestalten, daß dieser ein möglichst wirksames Werkzeug für die Erhaltung des Friedens werde. Es sei nicht zu leugnen, daß der Völkerbund einen Rückschlag erlitten habe. Das verpflichte alle seine Mitglieder, die Schwachen zu heilen, die durch die Ereignisse bloßgelegt worden seien. Die britische Regierung werde ihr Bestes dazu tun, daß die Erfahrungen der letzen Monate nützlich verwandt würden. Der Erfolg, eine neue Ordnung in der Welt zu schaffen, werde davon abhängen, in welchem Umfange die Völker bereit feien, den meist aggressiven Rationalismus aufzugeben und aus vollem Herzen an der friedlichen Regelung der Streitigkeiten mitzuarbeiten. Es fei wichtig, daß keine sich bietende Gelegenheit versäumt werde, um ein internationales Uebereinkommen übr die Begrenzung und Verminderung der RÜ st ungen herbeizuführen. Großbritannien müsse die britischen Inseln und Verkehrswege des Britischen Reiches verteidigen. Angesichts dessen sei es unmöglich, das Ausmaß der Aufrüstung in anderen Ländern zu übersehen. Diese Wiederaufrüstung habe überall einen ungeheuren Umfang angenommen. Die Steigerung der Steuern, die eine vermehrte Rüstung mit sich brächte, sei daher unvermeidlich, da Großbritannien nicht länger in einem Zustand verhältnismäßiger Schwäche verbleiben dürfe. Ein Gebiet, in dem die britischen Lebensinteressen direkt durch eine Störung des Friedens bedroht würden, liege in W e st e u r o p a. Aus diesem Grund habe die Regierung seit der Wiederbesetzung des Rheinlandes in der gefährlichen Lage, die durch diese geschaffen worden sei, nach einer Gelegenheit gesucht, um die internationale Sicherheit wiederherzustellen und das internationale Vertrauen zwischen den Völkern Westeuropas im Rahmen des Völkerbundes neu zu schaffen. Die britische Regierung bedauere die Methode der Wiederbesetzung des Rheinlandes. Aber das befreie sie nicht von der Verpflichtung, eine Lösung zu finden. Sie sei an die deutsche Regierung herangetreten, um eine Neuregelung in Europa auf der Grundlage eines Verschwindens der entmilitarisierten Zone im Rheinland zu suchen. Die britische Regierung habe aber klargestellt, daß ihre Verpflichtungen gegenüber Belgien und Frankreich aus dem Locarnooertrag gültig geblieben seien. Um das Vertrauen dieser Länder wiederherzustellen, habe sie Besprechungen zwischen den General st äben zugestimmt. England könne es nicht dulden, daß Zweifel in die Erfüllung dieser Verpflichtungen gesetzt würden, weil diese die Unabhängigkeit und Unversehrtheit von Ländern berührten, die Großbritannien als lebenswichtig für das Britische Reich ansehe. Die britische Regierung sei bereit, Verhandlungen über einen Nichtangriffs- und Bei - standspakt in Westeuropa aufzunehmen. Ein solches Abkommen würde um so mehr in England willkommen geheißen werden, wenn in ihm ein Luftpakt eingefügt werde, wie er letztes Jahr vorgeschlagen worden sei, und wenn er von einem Uebereinkommen über die Begrenzung der Streitkräfte begleitet sei. Die britische Regierung habe die deutsche Regierung eingeladen, gewisse Aufklärungen zu geben. Sie habe es für wesentlich gehalten, sich dessen zu versichern, ob die deutsche Regierung von jetzt an in der Lage sei, bindende Verträge zu schließen und in der es den gegebenen politischen und territorialen Status Europas zu respektieren beabsichtige, soweit dieser nicht in der Folge durch freie Verhandlungen und Uebereinkommen abgeändert werden sollte. Die englische Regierung hoffe, daß die deutsche Antwort kein Hindernis für die Eröffnung der Verhandlungen übrig lasse. Vertrauensvotum der Kammer für das Kabinett Blum. Paris, 6. Juni. (DNB.) Die Regierungserklärung des neuen französischen Kabinetts wurde am Samstag von Ministerpräsident Leon Blum in der Kammer und von dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Minister für Landesverteidigung und Krieg, D a l a d i e r, im Senat verlesen. Zu Beginn der nächen Woche, so erklärte L6on Blum, werden wir in der Kammer eine Gesamtheit von Gesetzen einbringen. Diese Gesetze werden betreffen: die Amnestie, die 40-Stunden- woche, die Kollektivverträge, die bezahlten Urlaube, einen Plan für große öffentliche A r - beiten zur wirtschaftlichen, sanitären, wissenschaftlichen Ausrüstung, für den Sport und den Fremdenverkehr, die Verstaatlichung der K r i e g s- waffenherstellung, die Schaffung eines Getreideamtes, als Beispiel für die Aufwertung anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse, wie des Weines, des Fleisches und der Milch, die Verlängerung der Schulzeit, eine Reform der Satzungen der Bank von Frankreich, die das Vorherrschen nationaler Interessen in der Verwaltung der Bank garantiert. Nach Verabschiedung dieser Maßnahmen werde eine zweite Reihe von Vorlagen eingebracht werden, die vor allem die Schaffung eines nationalen Arbeitslosenfonds, die Versicherung gegen Landwirtschaftsschäden, die Regelung der landwirtschaftlichen Schulden und eine Alterversicherung für hie Arbeiter betreffen. Weiter fei an eine umfassende Steuerreform gedacht, die die Erzeugungswirtschaft und den Handel entlasten und neue Mittel durch die Heranziehung des tatsächlichen Reichtums beschaffen solle. Die Regierung werde alle Verwaltungszweige und alle öffentliche Dienste mit republikanischem Geist erfüllen. Frankreich will den ungeteilten Frieden mit allen Nationen. Es itenti- fiziert den Frieden mit der Achtung der internationalen Verträge, mit der Treue zu den übernommenen Verpflichtungen und zu dem gegebenen Wort. Die Regierung wünscht aufrichtig,' daß die Organisierung der kollektiven Sicherheit es gestatten möge, den hemmungslosen Rüstungswettlauf anzuhalten, in den ganz Europa sich hineingezogen sieht, und daß die Organisierung der kollektiven Sicherheit zu einer internationalen Einigung über die Veröffentlichung, allmähliche Verminoerung und tatsächliche Kontrolle der internationalen Rüstungen führen möge. Die Kammer sprach der Regierung Blum im Anschluß an eine ausgedehnte Aussprache über die allgemeine Politik mit 3 8 4 gegen 210 Stimmen das Vertrauen aus. Die 384 Stimmen der Regierungsmehrheit umfassen 72 Kommunisten, 146 Sozialisten und 110 Radikalsozialisten. Die übrigen 56 Stimmen verteilen sich auf die Sozialrepublikanische Vereinigung, die Unabhängige Linke und einige parteilose Abgeordnete. — Die 210 Abgeordneten, die gegen die Regierung stimmten, sind die Mitglieder der Demokratisch-Radikalen Linken, der Linksrepublikaner, der Unabhängigen Radikalen, der Unabhängigen Republikaner, der katholischen Volksdemokraten und der Republikanischen Vereinigung. Beilegung des Streiks in Frankreich. Oie Regierung vermittelt ein Abkommen zwischen Arbeitgebern und Gewer kschasten Jubel der sozialistischen presse. In den sozialistischen Blättern ist die Freude über die grundsätzliche Einigung mit den Arbeitgebern sehr groß. „Sieg der Arbeiterklasse, die Arbeitgeber haben kapituliert", jubelt der sozialistische „Populaire" und erklärt, die Arbeiter könnten nun, nachdem sie Sieger geblieben seien, die Arbeit wieder aufnehmen. Sie würden jedoch wachsam sein, sie würden ihre Organisationen verstärken, und sie würden noch mehr als bisher d i e Regierung der Volksfront, die Regierung ihrer Klasse, unter st ützen. Das Gewerkschaftsblatt „Le Peuple" verkündet in gewaltigen Lettern, „D a s Elend ist besiegt, acht Millionen Arbeiter haben Genugtuung erhalten". Zum erstenmal in der Geschichte Frankreichs, so schreibt mit tiefer Befriedigung der Generalsekretär des marxistischen Gewerkschaitsverbandes I o u- haux, sei ein Abkommen zwischen dem Gewerk- schaftsoerband und dem Arbeitgeberverband unterzeichnet worden. Das sei eine wichtige Tatsache, die noch gewaltige Rückwirkungen haben werde. Das Recht der Gewerkschaften sei anerkannt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer könnten künftig frei über ihre Interessen verhandeln. Die Arbeiterklasse habe den größten Sieg in der Geschichte erzielt. Die r a d i k a l s o z i a l i st i s ch e n Blätter verzeichnen das abgeschlossene Abkommen mit Genugtuung. Die Rechtsblätter sind im ganzen ebenfalls befriedigt, daß der Streikbewegung ein Ende gesetzt wird. Sie befürchten jedoch, wie z. B. das „Echo de Paris", daß die Arbeiter der Parole zur Wiederaufnahme der Arbeit nicht überall folgen werden. Das ernsteste Problem sei die Lage in den nordfranzösischen Bergwerken, die sich seit 48 Stunden revolutionär entwickle. Es sei zu hoffen, daß die Parolen für die allgemeinen Streiks sofort widerrufen werden, andernfalls wäre der Beweis erbracht, daß die Gewerkschaftsführer von ihren Anhängern einfach überrannt würden. Mit Genugtuung hebt die Rechtspresse jedoch aus einer Rede des Ministerpräsidenten Blum am Sonntagabend die Bemerkung hervor, daß der Ministerpräsident im Laufe der Verhandlungen auf feiten der Arbeitgeber einen versöhnlichen Geist und einer klaren Erkenntnis der Lage begegnet fei, der er feine Anerkennung zolle. Mm aus einer marxistischen Mssenversammlum. Paris, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) In einer Massenversammlung haben sich am Sonntagabend die sozialistischen Minister ihren sozialistischen Anhängern in Paris vorgestellt. Unter dem Jubel der Versammlung marschierte die sozialistische „Junge Garde" in Uniform mit ihren roten Standarten in den Saal und nahm im Mittelgang und an den Tribünen Aufstellung. Die sozialistischen Minister hielten zwischen einer Doppelreihe roter Fahnen ihren Einzug. Ein Sprechchor eröffnete die Veranstaltung. Der soziaistische Kolonialminister trat für die Gleichheit der Menschen und für die Gleichheit der Rassen ein. Ein radikalsozialistischer Redner feierte den gemeinsamen Kampf rot gegen weiß. Der Kommuni st Thorez begrüßte die ersten Maßnahmen, die der „Kamerad" Leon Blum in der Kammer angekündigt hat und bekräftigte von neuem den Willen der Kommunisten, um jeden Preis den Erfolg des gemeinsamen Unternehmens zu sichern. Als Thorez die Tribüne verließ, wurde er von Blum umarmt, während die Menge die Internationale sang. — Läon Blum bezeichnete es als geschichtliches Ereignis, daß die Kommunisten zum erstenmal durch den Stimmzettel einer Regierung ihr Vertrauen ausgesprochen hätten. Die Regierung könne nicht stürzen, ohne daß die Arbeiterklasse schwerste Erschütterungen erleiden würde. Ohne die notwendige Einigung des Volkes werde die Aufgabe der Regierung nicht durchzuführen sein. Die Kleine Entente in Märest. Bukarest, 6. Juni. (DNB.) Im Königlichen Palast gab am Samstag abend König Carol ein Frühstück zu Ehren der Staatsoberhäupter der Kleinen Entente, des Prinzregenten Paul und des Präsidenten B e n e s ch. König Carol unterstrich den unauflöslichen Zusammenhalt der Kleinen Entente, die in enger Zusammenarbeit mit der Balkanentente eine Politik der Aufrechterhaltung des Friedens und der Wahrung ihrer eigenen Interessen betriebe. Als erste dieser Interessen habe die Achtung vor den gegenwärtigen Grenzen, die für immer unantastbar seien und vor den Friedenverträgen zu gelten. Zweck der Zusammenkunft sei es, das von neuem mit aller Kraft zu proklamieren. Die Beratungen begannen am Samstag abend. König Karol, Prinzregent Paul und Dr. Bene f ch arbeiteten zusammen mit dem Ministerpräsidenten Tatarescu und den Außenministern T i t u [ e s c u und Krafta. lieber die Besprechungen ist eine Verlautbarung ausgegeben worden, in der es heißt, man habe festgestellt, daß über alle Fragen die gleichen Ansichten bestünden. Aus dieser Gleichheit der Ansichten, habe sich auch eine Gemeinsamkeit des Handelns ergeben. Neue Unruhen in Palästina. wurde, wenn der derzeitige Stadtrat den Streik nicht sofort einstellen sollte. In Jerusalem haben arabische Kaufleute eine Zentraloerkaufsstelle für die wichtigsten Nahrungsmittel errichtet. Aus Aegypten ist ein weiteres Infanterie-Bataillon eingetroffen. Zwang-Wahlen in Litauen. Wenn ein Staat Jahr um Jahr unter willkürlicher Ausschaltung der gesetzmäßigen Volksvertretung regiert, wird die Rückkehr zu legalen Zuständen um so schwieriger, je radikaler die Willkürherrschaft ge- wesen ist. In einem nicht autoritär regierten Staat wird dann bas herrschende System zu diesen und jenen Zwangsmitteln greifen müssen, wenn es nicht durch die Entscheidung der Wählerschaft fortgefegt werden will. In Litauen, einem Staat von 55 600 qkm und noch nicht einmal 2Vr Millionen Einwohnern, regierte man auf jene verfassungswidrige Art bereits seit dem 12. April 1927, wo der Seimas, das Parlament, aufgelöst worden war. Es ist unerläßlich zur Beurteilung der inneren Entwicklung Litauens in diesen neun Jahren, zu wissen, daß in dem damals aufgelösten Parlament die heutige sozusagen Regierungspartei, die Tautininkei, nur drei Vertreter bei insgesamt 85 Parlamentssitzen hatte! Wenn also am 27. Mai dieses Jahres die Führer der beiden im November verbotenen Oppositionsparteien, der sogenannten Volkssozialisten und des Christlich-demokratischen Blocks, die beiden früheren Staatspräsidenten S t u l g i n - s k i und Dr. G r i n i u s den jetzigen Staatspräsidenten Smetona in einer Denkschrift auf die Ungesetzlichkeit der bevorstehenden Wahlen des 9. und 10. Juni hinwiesen, so konnten sie nicht nur darauf verweisen, daß die gegenwärtige Regierungspartei keinerlei legale Basis hat, sondern auch darauf, daß die kommenden Wahlen in keiner Weise den wahren Volkswillen in Litauen widerspiegeln können. Die Tautininkei hat nämlich das ad hoc geschaffene Wahlgesetz mit der Ausschaltung sämtlicher politischer Parteien und der Benachteiligung der Minderheit, vor allem deshalb herausgebracht, weil sie sämtliche Selbstverwaltungs- förper mit ihren Leuten besetzt hat und diese Selbstverwaltungen, Kreisräte und Stadtoerordneten-Ver- sammlungen, bekanntlich das alleinige Recht der Kandidatenaufstellung haben. Damit ist also von vornherein keine Rede mehr von einer freien, gleichen, direkten Wahl, es handelt sich vielmehr um Scheinwahlen, bei denen der Wahlkreisberechtigte sich nur zwischen ihm vorgeschriebenen Kandidaten oder Wahlverzicht entscheiden kann. Von dieser Sorte des „Wählens" ist in dem maßgeblichen Staatsdokument, der Verfassung vom 25. Mai 1928, keine Rede. Naturgemäß kann sich Litauen bei der Ausschaltung der politischen Parteien auch nicht etwa auf den Präzedenzfall Polen berufen, da es sich ja dort um einen autoritär regierten Staat von völlig anderen innerpolitischen Grundlagen und Entwicklungen handelt. Nimmt man hinzu, daß die Geschichte des litauischen Staates trotz seiner Jugend bekanntermaßen überaus drastische Kapitel zum Thema der Wahlverfälschung enthält (Memel- gebietl), so kann man sich ungefähr vorstellen, was man in Litauen heute von den bevorstehenden Wahlen zu erwarten hat, bei denen übrigens nicht mehr 85, sondern nur noch 50 Mandate zu besetzen sein werden. Die litauischen Wahlen gehen also in einer Form vor sich, die dem Wähler von einer dazu nicht autorisierten Regierung aufgezwungen wird. Es handelt sich aber auch noch in einem völlig anderen Sinne um Zwangswahlen insofern, als die gegenwärtige litauische Regierung teils durch die außenpolitische, mehr aber noch durch die innerpolitische Entwicklung sich schließlich zur Ausschreibung von Wahlen genötigt sah. Außenpolitifch haben sich als am stärksten belastend erwiesen das ungeklärte Verhältnis zu Polen (Wilnakonflikt), das Verhältnis zu Deutschland durch die nunmehr 13jährige litauische Terrorpolitik im Memel- land, die besonders militärpolitisch bekundete starke Annäherung an das bolschewisti- sche Rußland. Jnnerpolitisch erscheint infolge einer fast katastrophalen Wirtschaftslage die unaufhaltsam fortschreitende Verarmung und Proletarisierung des auf tiefer Kulturstufe stehenden Bau- e r n st a n d e s als schlechthin ständige Gefahr. Wir erinnern nur an die schweren Bauernrevolten vom September vergangenen Jahres, bei denen bekanntlich das litauische Militär, aus dem Bauernstände rekrutiert, den Gehorsam verweigerte. Eine einzige Zahl für viele zur Kennzeichnung der Verelendung der Bauern, die das Gros der litauischen Bevölkerung stellen: ein Kalb wird mit 2 Lit, also noch nicht einmal 85 Pfennigen bezahlt! Dementsprechend sind die Steuereingänge und die st a a t - liche Verschuldung. Um so unbegreiflicher ist es der breiten Masse des litauischen Volkes, dessen teilweise Elendsquartiere noch aus Anlaß der letzten Memelwahlen Gegenstand ausführlicher Schilderungen ausländischer Korrespondenten waren, wenn die Regierung dieses Staates auch heute noch ein guter Kunde der internationalen Rüstungsindustrie ist und für die Aufrüstung schon im vergangenen Jahr 69 Millionen Lit oder 2 4 v. H. des Gesamthaushaltes ausgab! Kein Wunder, wenn unter solchen Umständen 3. 4. 5. 6. waltung einen neuen Stadtrat ernennen derholt offenbar, so bei den in den letzten zwei * Vereitelter Eisenbahnanschlag. London, 8. Juni. (DNB. Funkspr.) In Palästina versuchten gestern Aufständische eine Eisenbahnbrücke in der Nähe oonJerusalem in dem Augenblick in die Luft zu sprengen, als sich ihr ein Personenzug näherte. Durch einen Zufall wurde der Anschlag vereitelt; der Lokomotivführer war argwöhnisch geworden, hielt den Zug kurz vor der Brücke an und veranlaßte einen mitfahrenden Polizisten die Brücke zu untersuchen. Dabei stellte sich heraus, daß drei große Löcher in das Mauerwerk gebohrt worden waren, in denen sich Dynamitladungen befanden. von einsichtigen Kreisen nicht nur wiederholt eine durchgreifende Entlastung der inneren und äußeren Politik Litauens gefordert wurde, von der ja kürzlich noch Außenminister Lozoraitis in freilich nur unverbindlicher Form sprach. Kein Wunder, wenn eine solche Politik so unpopulär wird, daß es im vergangenen Jahr bei der Feier des Staats- gründungstages peinlich turbulente Szenen in Gegenwart der Regierung gab, sv daß die Rundfunkübertragung abgebrochen werden mußte. Kein Wunder schließlich, wenn eine Politik auch außerhalb Litauens Bedenken erregt, die durch den Mund des Innenministers ausdrücklich erklären läßt, man lege Wert auf die Vertretung der Juden im Parlament, während man gleichzeitig beispielsweise die Memeldeutschen mit einem ausgeklügelten System der politischen Schikanen umgibt. Es stand auf französischem Zeitungspapier, nämlich in der weiß Gott litauenfrommen „Information" zu lesen: „Litauen treibt infolge seiner fehlerhaften Staatsführung geradezu dem Kommunismus in die Arme ... Die litauische Währung ist schwer er- schlittert ... Zu gleicher Zeit besteht eine latente Kabinettskrise ..." Diese Kabinettskrise wurde wie- Streikenden, , . .... Aufforderung der Arbeiterabordnungen zur so fortigen Aufnahme der Arbei t in den bestreikten Betrieben, sobald die Arbeitgeber das grundsätzliche Abkommen angenommen und ^er- Paris, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) lieber die Beendigung des Streiks in Frankreich, der im Norden allein 300 000 und in Paris 250 000 Arbeiter erfaßt hat, ist in der Nacht zum Montag in einem Abkommen zwischen dem Arbeitgeberverband den Gewerkschaften unter dem persönlichen Einfluß des Ministerpräsidenten Blum eine grundsätzliche Einigung erzielt worden Das abgeschlossene Abkommen sieht vor: 1. Die Einfüh-^ng von k o l l e k t i o e n A r b e 11 s- handlungen über dessen Durchführung angesetzt sein werden. Weiter haben die Arbeitgeber in den Verhandlungen im Ministerpräsidium bereits anerkannt, d i e Gesetze durchführen zu wollen, die demnächst der Kammer vorgelegt werden und die besonders die kollektiven A r b e i t s d e r t r ä g e, bezahlten Urlaub und die 4 0 - Stunden- woche betreffen. Diese Anerkennung ließ sich jedoch erst durch ein Eingreifen der Regierung erreichen. Die Arbeitgeber haben aber alle Vorbehalte über die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Gesetze gemacht. Am Montag wird die B e l i e f e r u n g der Tankstellen wieder ausgenommen. Da auch in den Z e n t r a l m a r k t h a l l e n alle Streiks überwunden sind, und die Lastkraftwagen, die die Waren über Paris und die Vororte verteilen, wieder Benzin bekommen können, ist die Lebensmittelversorgung in Paris am Montag wieder normal, hingegen ist noch nicht bekannt, ob unter dem Eindruck der erzielten grundsätzlichen Verständigung der allgemeine Ausstand im Pariser Baugewerbe und in sämtlichen Bergwerken Nordfrankreichs, wie vorgesehen, ausbrechen wird.__________________________ vertrügen, 2. Gewerckschaftsfreiheit der Arbeiter, Erhöhung der Lohne um 7 o.H. für die höheren, bis zu 15 v. H. für die niedrigsten Lohne, jedoch derart, daß die gesamte Neube- lastunq des Betriebes durch die Lohnerhöhungen nicht mehr als 12 v. H. betragen barf, Einführung von 21 rb e ite rra te n in allen Betrieben mit mehr als 10 Arbeitern, keine Strafmaßnahmen gegen Die Abends als Letztes Chlorodont dann erst zu Bett! o . . ■ • ________________________________ Im ganzen Lande war am Sonntag ein v erst ä r k t e s Aufflackern der Unruhen festzustellen. Es kam zu Bombenanschlägen in Haifa, Jaffa, Nazareth und Beisan und zu mehrfachen Zerstörungen der Eisenbahnstrecken an der ägyptischen Grenze. Sieben arabische Streikführer wurden verhaftet und in ein Konzentrationslager nahe der ägyptischen Grenze gebracht. Der Bürgermeister von Jaffa wurde darauf aufmerksam gemacht, daß die Mandatsoer- Jahren sich häufenden Konflikten Litauens mit den Garantiestaaten des Memelstatuts, ferner nach den beiden letzten memelländischen Wahlen, nach den wochenlangen Bauernunruhen usw. Die Krise war besonders heftig nach den Memelwahlen vom September, als der für feine unglückliche Memelpolitik unrühmlichst bekanntgewordene frühere Gouverneur M e r k y s, Oberbürgermeister von Kowno, bereits Ansprüche auf das Ministerpräsidium erhob, während der Chef des Generalstabes ein reines Militärkabinett forderte und damit die Gefahr eines neuen Militärputsches heraufbeschwor. In dieser Lage gehen nun am 9. und 10. Juni d i e „W a h l e n" in Litauen vor sich, die wie gesagt unter dem vielfachen Druck eines doppelten Zwanges stehen. Da die Wahlen in ihrem Ergebnis dem Dolkswillen nicht entsprechen können, fehlt dem nach neun Jahren zu bildenden Parlament die Autorität genau so wie der Regierung, die so selbstherrlich mit den Derfassungsrechten des litauischen Staatsbürgers umgeht. Ob diese Wahlen Litauen eine innere Befriedung bringen oder nicht vielmehr die innere Krise noch verschärfen, ist zum mindesten eiin Frage. Kleine politische Nachrichten. Infolge der politischen Unruhen in Nicaragua hat sich der Präsident Dr. S a c a s a entschlossen, freiwillig nach Salvador in die Verbannung zu gehen. Vor seiner Abreise übergab Sacasa die Präsidentschaft dem Innenminister Dr. Julius I r i a s. Am Dienstag wird der Kongreß einen vorläufigen Staatspräsidenten wählen, der bis zu den in diesem Köln, 6. Juni. (DNB.) Heber 50 000 Frauen und Männer aus allen Teilen des Reiches sind zum Bundestag des Reichsbundes der Kinderreichen nach Köln geeilt, um in einer großen Kundgebung für die deutsche Familie, der Trägerin der Nation und des Staates, ihren Willen zum Kind kundzutun. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich die Amtsträger-Tagung des RdK. in der großen Festhalle der Kölner Messe. Reichsbundesleiter S t ü w e dankte unter begeistertem Beifall dem Stellvertreter des Führers für feine Teilnahme. Der Reichsbund der Kinderreichen sei kein Interessenten- oder Wohlfahrtsverband, sondern ein bevölkerungspolitischer Kampfbund, eine Auslese erbgesunder deutscher Vollfamilien. Angesichts der erschreckenden Schädi- aungen unseres Volkbestandes durch den Geburtenschwund ringe der RdK. um Erkenntnis und Besinnung für die Erhaltung des Deutschtums. Die Geburtenzahl von 1933 sei gegenüber der Vorkriegszeit auf weniger als d i e Hälfte gesunken. Der geringe, aber unzureichende ©eburtenanftieg 1934/35") fei zwar ein erfreuliches Zeichen der Besinnung, er habe aber die Tatsache nicht grundlegend ändern können, daß die Elterngeneration seit20Jahren durch die Kindergeneration fortlaufend nurzu 60 v. H. ersetzt wird. Die Folgen seien Sinken des wirtschaftlichen Umsatzes und damit weitere Erschwerung der Arbeitsbeschaffung. Kulturell führe die Einschränkung der Kinderzahl erfahrungsgemäß zu einem Aus st erben der Führerschicht Jahre sowieso fälligen Präsidentenwahlen durch das Volk amtieren wird. Das „Journal" meldet, daß der französische Botschafter Francois Poncet nach Paris reifen werde, um mit den Mitgliedern der neuen Regierung und insbesondere mit Außenminister D e l - b o 5 Fühlung zu nehmen. Rechtsanwalt Dr. S ch e u e r m a n n ist als Generaldirektor der Filmkreditbank zurückgetreten und hat sein Amt als PräsidentderJnternatio n a- len Filmkammer niedergelegt, da er sich wieder in vollem Umfang feiner Anwaltstätigkeit widmen will. ♦ Die italienische Botschaft teilt mit: Die in der Auslandspresfe verbreiteten Nachrichten über angebliche Truppenbewegungen an der Brenner- grenze sind frei erfunden und entbehren jeder Grundlage. ♦ Der Außerordentliche Gesandte und Bevollmächtigte Minister des Deutschen Reiches Dr. Sahm überreichte dem König von Norwegen sein Beglaubigungsschreiben. Der König hieß den Gesandten mit Worten des Dankes in herzlicher Weise in Norwegen willkommen. Hochwasser in Bayern. Die neuerlichen starken Re gen fälle in der Nacht zum Sonntag haben in großen Teilen Bayerns Hochwasser und Heberschwemmungen verursacht. Besonders schwere Niederschläge sind im in allen Gebieten. Durch das Zwei- und Einkindersystem sei der Familiensinn und der Familienbegriff sittlich schwer erschüttert worden. Nicht zuletzt sei es Naturgesetz, das schwindende Völker durch wachsende verdrängt und auf dem eigenen Boden unterwandert würden. Wir müssen die harte Wirklichkeit erkennen, daß wir ein sterbendes Volk geworden sind und müssen dem einen ebenso harten Willen entgegensetzen. So soll dieser Ehrentag der deutschen Familie ein ernster Weckruf an das deutsche Volk sein. Der Stellvertreter des Führers überbrachte den Kinderreichen an ihrem Ehrentag d i e Grüße des Führers und wies darauf hin, wie sehr der Führer, wie sehr Partei und Staat das würdigen, was die kinderreichen Familien für die Nation leisten. „Sie find Vorbild der Nation, sie setzen sich ein für die Zukunft der Nation, sie kämpfen in aller Stille, einen Kampf für Deutschland, sie haben über das wirtschaftliche Denken das Denken um das Volk gefetzt wie es der Nationalsozialismus verlangt." Der Stellvertreter des Führer bekannte sich zu der Verpflichtung des Staates eines weitgehenden Eintretens für die kinderreiche Familie. Gerade weil sie nicht materialistisch denke, müsse dafür gesorgt werden, daß sie nicht wirtschaftlich zu leiden habe. Rudolf Heß verwies dabei insbesondere auf die gerechte Forderung nach dem Familienlasten- a u s g l e i ch. Zum Schluß feiner Ansprache brachte Bayerischen Wald zik verzeichne», fö ta Zwiesel 74 mm und in Rusel 75 mm. Der Regen-Fluß führt außergewöhnlich großes Hochwasser. Im Cham war am Sonntagfrüh der hohe Stand von 220 cm Pegel bei einer stündlichen Zunahme von etwa 4 cm eingetreten. Wie beim Katastrophenhochwasser vom 30./31. Mai 1932 ist das Chamer Becken überschwemmt und gleicht einem See. Die Straße Cham-Straubing ist zwischen Janshof und Cham überflutet und nicht mehr passierbar. Auch Isar und Donau sind im Laufe der Nacht zum Sonntag erheblich gestiegen. Der höchste Stand der Isar dürfte am Sonntagnachmittag mit etwa 326 cm Pegel erreicht werden. Die Donau dürfte Montag- früh bei Deggendorf ihren höchsten Stand mit etwa 340 cm verzeichnen. Drei Bergsteiger tot geborgen. In den letzten Tagen wurde eine Gruppe von vier österreichischen Bergsteigern in der Hochtor- Nordwand (Steiermark) von einem Wettersturz überrascht. Jetzt gelang es, zwei Leichen zu bergen. Ebenso konnte die Leiche des auf der Roßkuppenkante im hochtormafsio nach dreitägigem Felsbiwak an Erschöpfung gestorbenen Wolfgang von Stadler zu Tal gebracht werden. Sie mußte in äußerst schwieriger Arbeit über 350 Meter tief abgefeilt werden. Die Beisetzung Stadlers wird unter Teilnahme zahlreicher Touristenvereinigungen auf dem berühmten Bergsteigerfriedhof in Johnsbach ftattfinben. Stadler war einer der bekanntesten aus der jungen österreichischen Kletterergilde. Er hatte selbst etwa hundert Lebensrettungen im Hochgebirge durchgeführt. der Stellvertreter des Führers den Dank zum Ausdruck, den Führer und Nation den deutschen Vätern und Müttern schulden, die die Erhaltung unseres Volkes sichern. Als Abschluß des Ehrentages der deutschen Familie fand am Sonntagvormittag auf der Festwiese des Kölner Messegeländes eine Kundgebung statt. Man sah die bunten Trachten aller deutschen Gaue von Schlesien bis zum Saargebiet, von den Alpen bis zur Nordsee. Leider setzte Regen ein, so daß die Kundgebung abgekürzt wurde. Eine Ehrenabteilung des Arbeitsdienstes zeigte das chorische Spiel „M utter undVol k", eine symbolhafte Charakterisierung der Bedeutung der Mutter und Familie für Volk und Nation. Reichsbundesleiter S t u e w e begrüßte dann die deutschen Mütter und Väter; sie hätten sich eingefunden, um ihren unbeugsamen Willen zum Einsatz für die Sicherung der deutschen Zukunft zu bezeugen. Der Reichtum eines Volkes bestehe einzig und allein in feinen Kindern. Das Volk fei das reichste, dem seine Mütter die meisten gesunden Kinder schenkten. Der Redner gab dann die Namen führender deutscher Väter bekannt, die als Kinderreiche in den Ehrenführerring ausgenommen seien. Er nannte u. a.: Reichsamtsleiter Hermann Alt - Haus von der NSV., Reichsleiter Martin Bormann, Stabsleiter des Stellvertreters des Führers; Walter Buch, Vorsitzender des Obersten Parteigerichts München; Max Egon Fürst zu Fürstenberg; Gruppenführer heißmeyer, Chef des SS.-Hauptamtes; Neichsstatthaller und Gauleiter Hildebrandt, Schwerin; General von Lettow-Vorbeck; Ministerpräsident M a r s ch l e r, Weimar; Reichsstatthalter und Gauleiter Meyer; Josef Schlageter, der Vater des Nationalhelden Albert Leo Schlageter; SS.- Obersturmführer von Thermann, Botschafter in Buenos Aires; die Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink. Des weiteren gab der Redner die Namen der neuen Ehrenmitglieder des RdK. bekannt: Reichsamtsleiter Dr. Groß, Berlin; Präsident Dr. Astel, Weimar; Ministerialrat Dr. Conti, Berlin; Gauamtsleiter Dr. Kranz, Gießen; Ministerpräsident Koehler, Karlsruhe; Landesfinanzamtspräsident Dr. Müller, Köln; Ministerialdirektor Schultze, München, und Stadtrat Trippler, Dessau. Der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Reichsamtsleiter Dr. Groß, führte dann u. a. aus: Wenn gestern die Sonne lachte und heute der Regen rauscht, dann mag das ein Bild fein des Lebens der Völker und der Menschen, bei denen auch Freude mit Trauer abwechselt. Bauen wir unbeirrt fort an dem ewigen Volk der Deutschen, auf daß es über die Zeit unserer Tage hinaus fortdauert und damit das, was heute unter Opfern und unter Not geschaffen wird, auch einen Fortbestand haben kann. Deutschland und Adolf Hitler Sieg-Heil! Mit dem Horst-Wessel-Lied und dem Ausmarfch der Fahnen fand die Kundgebung ihr Ende. Wetterbericht des Aeichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Die Wetterlage wird weiterhin durch hohen Luftdruck auf dem Ozean bestimmt, an dessen Nordseite fortgesetzte Störungen gegen das Festland heranziehen. Bei uns wird dadurch eine westliche bis nordwestliche Luftströmung hervorgerufen, die feuchte und im ganzen ziemlich kühle Luftmassen heranschafft. Das Wetter bleibt daher unbeständig, immer wieder zu schauerartigen Regenfällen geneigt, wenn es auch nicht mehr so unfreundlich und naßkalt fein wird, wie in den vergangenen Tagen. Aussichten für Dienstag: Wolkig bis aufheiternd und bis auf einzelne Schauer im wesentlichen trocken, mäßig warm, westliche bis nordwestliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Nach vorübergehender Erwärmung wieder zunehmend unfreundlich und Neigung zu teilweise gewitterhaften Regenfällen. Lufttemperaturen am 7. Juni: mittags 11,8 Grad Celsius, abends 10,1 Grad; am 8. Juni: morgens 9,3 Grad. Maximum 12,9 Grad, Minimum heute nacht 7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Juni: abends 13 Grad; am 8. Juni: morgens 11,1 Grad. — Niederschläge 6,5 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A.V.36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'sche Hniversitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig Oer Ehrentag der deutschen Kamille. Nie kinderreiche Kamille ist Vorbild der Ration, ihr Kampf ist ein Kampf für Deutschland. GLORIfi Lichtspielhaus Gießen der und erregender Eindrücke. 3673A Beiprogramm Täglich 4, 6, 8.30 Uhr POLOST Giessen Ab heute Montag Heiterer, leichtbeschwingter, köstlicher Humor Ab heute Montag Neuaufführung: Sie Heilige undiftrJIarr Frei nach dem Rom an von Agnes Günther. Hauptrollen: Hansi Knoteck, Hans Sttiwe, Lola Chlud, Fr. Ulmer. Ein Film mit dramatischen Spannungen, mit beglückenden Landschaftsbijdern der deutschen Heimat, mit prächtigen Menschengestalten, mit einer Fülle beglücken- Millionen Deutschen Im In- und Au lande hat der beKann c Vo'hskomiker mn seinem einfachen aoer hinre>ßen ü u no- unzähl. vergönnte Stunden verschafft. Groß und K ein tauscht bereistet t, wenn unter „Paul“ u seine voi treffliche Paulme“ ihreStimme ertönen tasten. Über sein-n film wird nichts verraten. Da' sollen *'ie u. das müssen Sie erleben Es ist etwas Einmaliges Dazu die schönsten alten u. neuen Melodien von Paul Lincke: Weitere Hauptrollen: Trude Hesterberg, I Erika Helmke, Pani Henkels, Knrt B Vespermann, Pani Westermeier. Ein großer Heiterkeitserfolg I Beiprogramm,Ufa-Tonwoche. Tägl.4,8,8 Uhr ■ der beliebte Rundfunk* und Volkskomiker In dem H. P.-Lustspiel der Terra p «1 WWW dtewtob 1. PLATZ FRL. OLGA FISCHER, BERLIN AUF ELEKTRA MIT 26,80 PUNKTEN 2. PLATZ FRL.GISA RÖHRBEIN, BERLIN AUF ELEKTRA MIT 26,65 PUNKTEN beim Reichswettkampf im Maschinenschreiben um den Meistertitel der Deutschen Stenografenschaft in Bayreuth Pfingsten 19 3 6 Ilse Funk, Zella-Mehlie m. 24,51 Pkt. E.Holzmann,Münch, m. 23,03 Pkt. Frau Wesling, Kiel m. 23,72 Pkt. Elfriede Röhn, Kassel m. 23,01 Pkt. Frau Weinig, Erlangen m. 23,44 Pkt. MarthaJacobs, Berlin m. 22,23 Pkt. Ilse Schneider,München m. 23,28 Pkt. Else Rühle, Erlangen m. 22,1 2 Pkt. Nur 27 von 400 erhielten das Prädikat „hervorragend" und hiervon schrieben 10 Sieger AUF MERCEDES-SCHREIBMASCHINEN ELEKTRA * EXPRESS * FAVORIT Olttceäes Büromaschinenwerke A.G. Zella-Mehlls In Thüringen General -Vertretung von Mercedes: FRANZ VOGT & CO. Gießen, Goethestr. 36, Seltersweg 44 3669A Dr. Schäffer wieder da 3668D Heulieber—HeusGbmipfen! Auf alle Sommerfreuden verzichten? Nein! VerlangenSie kosten!. Abhandlung.Jchselbstwarl3Jahre schwer heufieberkrank, bin überraschend und gänzlich geheilt, 3577b F. W. 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Wenn sie leibst erst einmal waschen wirb, wirb sie genau wie Butter waschen: nämlich mit Persil. Aber zuerst wird ste sich vor' Sereitung ber Lauge weiches Master machen. Mn macht dadurch verrühren einiger Sandvvst Sento^teich- soda. So macht es die Mutter auch, und alte Nachbarinnen wundern sich, daß ste beim Waschen immer einen so guten und lräftigen Schaum hall UMS«, • am btflen 15 jniooleo mfrer! Tüchtiger Klwliick- arieiler sof. für dauernd gesucht 367°n de yen jeler ft" W fini unb au ”Qn« bet J°Wen, ba' höhere '"Mer wie' Seu,“"A bet Ufns nur d, ®as man 1 Kleinen Uenserforr s-ü Juet.lS ptrfj Uri M! Ver' Sl bet' ! Ätz! W ltdt( '"«Ä2 das Wort besten Söhi Tod entrisse für die Seil Zeneralstabe (amte Wehr land. Er h emporwuchs das sich for Feldherrn a Ichweren Fri las sich bell ies Dritten soldatischen hat den To wünscht hat storben, bet er in den I enthalten, z Worten des Kameraden", schloß der F Das Komn dem „Ave v ansprache des A über, der u. Unser Genet unb wir al feinen groß hatte. Unb Mzen Wo Innerste. 6 doch, mit de Wg er an er war, pste fisch aus zu auch Lori lassen, daß ei und so lernt stehende Ma hervorragend langen Offiz! . Nt »d 'steriL ;kDr. ftoeh, nt Dr. ultze, au. es der ftrte ? Machte ÖQs ein easchen, Welt, olk 'Tuge ' unter J einen Avis ed und Hebung iffutL hohen n Nord- Estland vestliche en, die itmajjen -ständig, geneigt, nd nag. igen. ikig bis im lve- s nord- wrüber« nsreund- ■ Regen- ,8 Grad morgens m heute m Tiefe morgens Lange. Bilder: milletim: I: Ernst antwort- Kümmel. Zrühl'sche ge,M„ 25 Pf. mehr. 15 Pf., QÜItifl äufe »rhaltene! ntiKt ctauf. Aucher cb. rtöf beit. S» iuteii tbeW alt geeig* VrrkllN^ ,6eiN' A. Scür. ® 02628 ln.Wäse>' ■all1 „ - Em und sein r Herkunft verwandtere ober die fre"bere 6pr cb ! lernt? Die natürliche Antwort °,u! diese Frafle : trägt der natürlichen, der germanischen Grundlage ! Les' deutschen Empfindens Rechnung. Daraus folgt zweierlei, nämlich erstens, B praktischen Bedürfnisse des Lebens m dem fremd I sprachlichen Unterricht und Zweitens, da« die ter wandtschaftlichen sprachlichen und kulturellen Ki düngen stärker berücksichtigt werden müssen. Beiden Forderungen kommt der Erlaß des Reich | ziehungsmünisters sehr entgegen. Scherl-Bildmatemdienst - ><■»; & W UM. M xt /p ' -W < • ■ - f**' . '» - n * KM , ' W L ' V - ’ ... gen, wußten, daß er nichts von ihnen verlangte, was er nicht selbst zu geben bereit war, wußten, daß sie ihm also vertrauen durften, daß er einer der Ihren war, der ihre Sorgen, ihre Schmerzen, aber auch ihre Hoffnungen kannte. Und darum sind wir alle so tief durchdrungen von der Größe dieses Verlustes, weil wir ihn alle kennenlernen durften nicht verschlossen hinter den Türen seines Arbeitszimmers, unbekannt für die Truppe, nein, für alle ein leuchtendes Vorbild, für alle der schlichte, bescheidene und doch große Mensch und Offizier Wenn heute die junge Luftwaffe steht, dann ist es mit sein großes Werk, sein großes Verdienst. Der Führer selbst erkannte seine großen Verdienste dadurch an, daß er ihm die höchste militärische Ehre widerfahren ließ. Ein Kampfgeschwader, ein von ihm mitgeschaffener Truppenteil, trägt für alle Zukunft seinen Namen. Damit soll dieser Name unsterblich sein, so wie wir zu Gott hoffen, daß unser Volk unsterblich ist und mit ihm seine Wehrmacht und mit ihr die Luftwaffe. Jeder Tag der Zusammenarbeit war inneres Glück für midf Denn was kann es für einen Oberbefehlshaber Glücklicheres geben, als daß der Generalstabschef gleich schwingt in feiner Seele, in feinem Geist, in seinen Gedanken, dem gleichen Ziele entgegen, mit gleicher Leidenschaft. Und er war ein leidenschaftlicher Idealist. Vielleicht wußten das nicht alle, weil er in seiner Bescheidenheit so oft zurücktrat. Ich aber kenne ihn ab solchen. Ich weiß, daß seine Forderungen kühne waren. Ich weiß, daß er mit größter Leidenschaft an die Zukunft feines Volkes glaubte Und das schrieb er ja auch in seinem letzten Willen nieder: „Ich habe meine Pflicht getan in heißem Glauben an mein Vaterland und an meinen Führer." Er war Nationalsozialist, ist es mit ganzer Seele geworden, verstand, daß nur dadurch fein Volk wiederauferstehen durfte Er war aber auch wirklich ein herrlicher Kamerad, ein Kamerad, wie man ihn selten findet. Er hatte eine so reine, edle Seele. Ein hochherziger Ritter, das ist er für uns gewesen. Die Luftwaffe weiß, was sie mit ihm verliert. Ich weiß: Das ist schwer zu überwinden. Mit ihm und an seiner Bahre gedenken wir aber auch in dieser Stunde des anderen Kameraden, der an seiner Seite mit in den bitteren Fliegertod ging. Und er wäre sicher der erste gewesen, der gefordert hätte, daß sein Kamerad, der Obergefreite Kraus, neben ihm stehe. Er ist in die Heimat übergeführt, und unsere Gedanken eilen in diesem Augenblick auch dorthin. Ein Beweis unserer herrlichen Kameradschaft, gemeinsam bis in den Tod, eng verbunden ohne Unterschied. Und er war gerade immer derjenige, der das am allerstärk- ften betonte. Unvergeßlich wirst du in der Luftwaffe bleiben, unvergeßlich uns allen! Habe Dank! Und nun senkt zum letzten Male die Fahnen, und du Held, geh ein in Walhall Dumpfer Paukenwirbel erdröhnt, die umflorten Fahnen senken sich, und die Trauergemeinde hebt die Rechte zum Gruß. Aus dem Paukenwirbel lösen sich die Klänge aus der „Götterdämmerung". Acht Unteroffiziere der Luftwaffe heben den Sarg aus dem Lorbeerhain und tragen ihn, der von den Generälen der Luftwaffe eskortiert wird, aus der Halle. Unmittelbar hinter dem Sarge schreitet die Witwe, geführt vom Führer. Zu ihrer Linken der Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generaloberst Göring. Als der Sarg die breite Freitreppe zum Vorhof heruntergetragen wird, treten die Ehrenkompanien der Wach- truppe der Luftwaffe unter Gewehr, und während der Mufikzug das Horst-Wesfel-Lied spielt, erweisen sie ihrem Generalstabschef zum letzten Male die Ehrenbezeugung. Bei verhangenem Himmel tritt Walther Wever seine letzte Fort an iim Grabe Während der Trauerfeier im Reichsluftfahrtmini- fterium nahmen die Formationen zur Trauerparade in Klein-Machnow Aufstellung. Um 13.30 Uhr setzte sich die Irauerparabe, die von dem Höheren Fliegerkommandeur im Luftkreis II, General Kihl, befehligt wurde, in Bewegung. Voran trug man fünfzehn Truppenfahnen der Reichsluftwaffe. Es folgten vier Kompanien der Luftwaffe Gerade in der Mittelschule hat man die Pflege der deutschen Sprache nach den späteren beruflichen Notwendigkeiten ausgerichtet, die sich für den Schüler ergeben würden. Man hat ihm beigebracht, daß die deutsche „Literatur"-Sprache nicht eine Sache für sich ist, neben der auch das „Kaufmannsdeutsch" selbständig, d. h. wie eine Sprache für sich besteht. Was der Schüler der Mittelschule lernen soll, ist die Verwendung des guten Schriftdeutsch auch in Geschäftsbriefen, in der Abfassung einfacherer Akten, in Berichten, in Werbetexten Jener berüchtigte Briefbeginn z. B.: ,Für Ihr Geehrtes vom soundsovielten danke bestens und erwidere ich daraus ..soll dadurch mit allen seinen verwandten Unsinnigkeiten unmöglich werden. Man hat er- kann, daß da eine der großen Aufgaben des Deutschunterrichts in der Schule liegt, und zwar ebenso wie in der Grundschule, so auch in der mittleren und höheren Schule. Sprachlehre um der Kenntnis klassischen Stils willen wäre sinnlos wenn der Schüler als Erwachsener m seiner eigenen Sprech- und Schreibweise in denselben Zustand der Stilwidrigkeiten und Stilsünden verfallen würde wie es leider Jahrzehnte hindurch in Deutschland der Fall gewesen ist Da, wo bisher die englische Sprache als zweite ober gar britte Frembsprache gelehrt würbe, wo man also nur sechs ober gar vier Jahre Zett für ihre Erlernung hatte, mußte sich ber Unterricht notwendig barauf beschränken, Literaturenglischzu lehren, wie man auch „Literaturdeutsch" lernte. So ergab sich immer roieber bie an sich gar nicht ver- wunberliche Erscheinung, daß ein deutscher Schüler zwar sehr oft einen englischen Dichter, auch Shakespeare, lesen und übersetzen, aber eine alltägliche Redensart des Engländers selbst gedruckt ober gar gesprochen nicht verstehen konnte. Unb wie oft fragte sich der junge Kaufmann dann vor einem englischen Geschäftsbrief ober ber Besucher Englanbs vor einem Postschalter, wozu er überhaupt Englisch gelernt habe! ^r hatte sogar recht, so zu fragen. Das wirb nun anbers werben Gewik wird die Schule nie umhinkönnen, das gepflegte Schriftenglisch zu lehren. Sie muß das sogar in erster Linie tun. Aber es wird, da sich der englische Unterricht nun über die ganze Schulzeit der mittleren und höheren Schulen erstrecken soll, immer genügend Raum im Lehrplan fein für die Hebung in der Umgangs- und Geschäftssprache. Wie verschwindend klein ist die Zahl der Schüler, die im Leben englische Dichtung lesen werden, gegenüber denen, die in ihrem Beruf die englische Weltsvrache nötig haben! Wie oft ist es wichtiger, daß man aus einem Sprach- gefühl heraus sich unter einem „gentlemen agree- ment“ etwas vorstellen, als daß man die Beschwörungsszene der Hexen und Hekates in Shakespeares „Macbeth" fließend übersetzen und auswendig ber» sagen kann. Die Notwendigkeiten sollen gerecht gegeneinander abgegrenzt werden! Und dazu gibt der Erlaß über Englisch als erste Fremdsprache die beste Möglichkeit. Wenn mittlere und höhere Schule nun statt drei und vier oder sechs Jahren sechs oder nun Jahre Zeit für den englischen Unterricht haben, können alle diese Erfordernisse berücksichtigt werden. Durch diese Umstellung muß auch die Art des Unterrichts eine andere werden. Man lehrt den Sextaner anders Englisch als bisher etwa den Untersekundaner eines Reformrealgymnasiums. Man muß unbedingt bei ihm und seinen Lebensgewohnheiten anfetzen, kann ihm nicht zuerst literarische Texte nahebringen. Er wird für jam und porridge auf dem Frühstückstisch, für den satchel, den er sich unter den Arm klemmt, oder den bus, den er im last moment noch erreicht, viel mehr Verständnis haben, als für schöne Texte aus der älteren englischen Geschichte. Englisch ist Weltsprache als Umgangs-, Geschäfts- und neuerdings auch mehr und mehr diplomatisch Sprache Es gibt unendlich viele Deutsche, die diesem ihrem Charakter näherstehen als dem einer Sprache der Dichtung. Daraus leiten sich die Erfordernisse für den englischen Unterricht ab, und dem trägt auch gerade der neue Erlaß Rechnung Zeitschriften. — „Der Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik" Preis vierteljährlich 2,50 Mark, Einzelheft 1 Mark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde. — Daß der „Naturforscher" an der Spitze der volkstümlichen naturkundlichen Monatsschriften steht, beweist wiederum sein Juni-Heft. Abhandlungen, Beobachtungen, Berichte aus der Feder bekannter Sachverständiger, mit ganz hervorragenden Naturaufnahmen bebildert, reihen sich in einer Vielseitigkeit aneinander, die das Heft zu einem wissenschaftlichen Gewinn und zu einem ästethischen Genuß machen. Forstmeister Fr. Scheidter führt in Wort und Bild vor Augen, wie mannigfaltig die Fraßarten blattfressender Insekten im Laub- und Nadelwald sind und wie es dadurch möglich ift, die Arten der Schädlinge zu bestimmen. Prof. Dr. Nachtsheim zeigt in feinem Aufsatz „Gleichlaufende Erbänderungen", wie die Ursprungsformen, aus denen unsere Haustiere als Montag, 8. Juni 1936 und eine motorisierte schwere Flakbatterie. Hinter den Formationen der Trauerparade trugen vier Offiziere der Luftwaffe den Lorbeergranz des Führers, der auf der Kranzschleife mit der Standarte des Führers geschmückt ift. Als die Lafette mit dem Sarg, eskortiert von sechs Generälen der Luftwaffe, vor dem Trauer- hause oorbeigetommen war, verharrte der Trauer- zug in einigen Minuten Schweigen. Eine Gruppe des Geschwaders „Hindenburg" flog über das Trauerhaus hinweg und entbot dem gefallenen Generalstabschef der Luftwaffe den letzten Gruß der Maschinen. Generaloberst Göring schritt mit der Gattin des Verstorbenen und dem Feldbischof der Wehrmacht D. Dohrmann hinter der Lafette im Trauerzuge; ihnen schlossen sich die Angehörigen, Generalfeldmarschall von Blomberg Generaloberst Freiherr von Fritsch und in Vertretung des Generaladmirals Raeder Admiral G u s e, die Befehlshaber sämtlicher Luftkreiskommandos der Reichsluftwaffe, die Amts- und Abteilungschefs des Reichsluftfahrtsministers und die Militärattaches der auswärtigen Missionen an. Im Trauergefolge sah man auch Frau Göring, die von Staatssekretär Körner geleitet wurde. Am offenen Grabe sprach Feldbischof D. Dohrmann ein Gebet, das letzte Vaterunser und den Segensspruch. Während nun die Nationalhymnen erklangen, wurde der Sarg in das Grab gesenkt. Eine Kompanie der Luftwaffe schoß den Trauersalut. Generaloberst Göring rief seinem toten Kameraden ein letztes Gedenken nach. „Nun nehmen wir den letzten Abschied! Was irdisch war, haben wir der Erde übergeben. Sein Geist aber ist es, der nun über uns schwebt. Laß nicht im Stich, was du selbst geschaffen hast! Sei bei uns, wenn dis Not am größten! Stärke uns mit deiner starken Seele, so wie du uns bisher geholfen und gestärkt hast. Wir aber versprechen dir, dein Andenken als ein heiliges Vermächtnis in unser Herz einzuschließen! Dein Leben war Vorbild, dein Sterben war noch größer! Wir versprechen dir aber auch, daß die lebften Menschen, die du zurückgelassen hast, nun für immer zu uns gehören werden. Deine Söhne haben den Vater verloren. Die ganze Luftwaffe wird in Zukunft ihr Vater sein. Leb wohl! Hab Dank!" Die Provinzialwahlen in Belgien. B r ü s s e l, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das endgültige Ergebnis der Provinzialwahlen ist noch in der Nacht bekanntgegeben worden. Insgesamt sind 696 Provinzialräte gewählt worden. Die Sitze verteilen sich auf die einzelnen Parteien in folgender Weise: Sozialisten 221 Sitze, Verlust 20 Katholiken 224 „ „ 94 Liberale 89 „ „ 6 Rex-Bewegung 78 „ Gewinn 78 Nationalflämischer Block 50 „ „ 19 Kommunisten 27 „ „ 20 Heimattreue Front in Eupen-Malmedy, St. Vite 3 „ „ 1 An Stimmen erhielten die Liberalen 322841 (24. Mai 292 977), Katholiken 688 278 (675 941), Rex 280 625 (271491), National-flämischer Block 176 869 (166 737), Sozialisten 750 289 (767 522), Kommu» nisten 138 791 (143 223). Jim Zreitag, 12. Juni, beginnen wir in den Zamilien- blättern mit der Veröffentlichung einer neuen Erzählung, „öle §ahrt nach der jlbnfrau" nennt sich die sommerlich heitere und besinnliche Geschichte einer Reise in die deutsche Ostmark? Paul § echter, einer unserer angesehensten Theater- und Kunsikrittker, hat hier das heute besonders aktuelle Kapitel der Zamilienforschung auf ebenso liebenswürdige wie unterhaltsame Weise behandelt, der Leser wird an dem feinen und männlichen Erzählerton Fechters seine Freude haben und wird auch nicht böse werden, wenn er merkt, daß sich aus der Stammbaumreise in den deutschen Osten wie von ungefähr eine anmutige Liebesgeschichte entwickelt. Nutztiere oder zum Sport gezüchtet werden, mannigfache, gleichartige Veränderungen erfahren. Der Pflanzengeograph Dr. Hueck nimmt den Leser auf einen pflanzenkundlichen Ausflug in das lieber- schwemmunasgebiet der unteren Donau mit. Der schwedische Forstmeister Stig Wessen führt in feinem Forschungsbericht „Kampf ums Dasein in nordischer Wildnis" ins winterliche Lappland. Welche Rolle die Katalysatoren im Ablauf des Lebens spielen, bringt Professor Winderlich zum Bewußtsein. Professor Dr. Schoenichen, der Leiter der Reichsstelle für Naturschutz, legt die Bedeutung der neusten Verordnung für den Schutz der wild- wachsenden Pflanzen und der nichtjagdbaren wild- lebenden Tiere dar. Kleine Beiträge und Forschungsergebnisse, die Anregung zur Naturbeobach- tung, die Bücherschau, die Uebersicht der naturwissenschaftlichen Neuerscheinungen und die immer großen Anklang findende Preisfrage runden den vielseitigen Inhalt des Juni-Heftes ab. — Das Apvthekenwefen mit feinen hohen Aufgaben und Leistungen im Dienste der Volksgesundheitspflege — wird in der neuesten Nummer der „I11 u ft r i r t e n Zeitung" (I I. Weber, Leipzig) eingehend beleuchtet Schon im Mittelalter war man sich der Bedeutung der Apotheken bewußt, und so mancher alte Apothekenbau, manche Offizin mit ihrem schönen Mobiliar und ihren kunstgewerblichen Apothekengefäßen, wie sie hier in zahlreichen Abbildungen gezeigt werden, zeugen von dem alten Apotheken-Gewerbe das sich oft über Jahrhunderte vom Vater auf den Sohn vererbte. Durch die vergangenen Jahrhunderte bis in die Neuzeit hinein haben bedeutende Wissenschaftler auf dem Gebiete der Pharmakologie Bahnbrechendes geleistet; dieser bedeutenden Apotheker ist in einem eingehenden Artikel gedacht. Die Anforderungen, die an den Apotheker von heute gestellt werden, behandelt der Beitrag „Der Apotheker als Wissenschaftler" Neben den chemischen Präparaten kommen heute aber auch wieder die lebendigen Kräfte der einheimischen Heilpflanze zu ihrem Recht, und so wird der Aufsatz über die „lebendige Heilpflanze" allgemeinem Interesse begegnen Sochschulnacbrichten. Der Rektor der Universität Frankfurt, Prof. Dr. P l a tz h o f f, hat eine ihm durch das Reichsund preußische Ministenum für Wissenschaft, Er- Ziehung und Volksbildung angetragene ehrenvolle Berufung an die Universität Leipzig abgelehnt. „Neunte Symphonie" im Stahlschrank. Ein Gang durch die kostbarste Musikbibliothek der Erde. Unzählige strömen täglich durch das massige Por- tal der Staatsbibliothek in Berlins über» lieferungsreicher Straße Unter den Linden. Ernster Schaffensdrang treibt sie zu den Bücherschätzen, den 2 8 0 0 0 0 0 Bänden, die wertvolles Geistesgut für alle Zeiten festhalten. Dieser riesige Gebäudekomplex mit seinen drei» zehn Stockwerken birgt unter vielem anderen die Musikbibliothek, die als Sammlung ihrer Art das Kostbarste und Wertvollste darstellt, das die Welt aufzuweisen hat. Das Musikschaffen der ganzen Erde, aller Völker, aller Zeiten und aller Instrumente ist erfaßt. Und dieses lückenlose Ge» samtbild macht diese einzigartige Sammlung allen am Musikleben Interessierten so wertvoll: denn hier finden sie alles, dessen sie zur Ausübung ihres Berufes bedürfen. Den primitiven Gesang eines alten Naturvolkes sowohl wie den flüchtigen Schlager unserer Zeit; und um den Lichthof, drei Stockwerke hoch aufgebaut, das Hauptmagazin, das den umfangreichsten Teil der Sammlung enthält, die unendlich vielen musikalischen Drucke, deren Zahl sich von Jahr zu Jahr mehrt. Aber die wahren Schätze, die N o t e n m i l l i a r d e n , wie sie einer nannte, das sind die nirgends in so großer Anzahl anzutreffenden Autographen aus der Zeit unserer großen Klassiker. Es ist nicht jedem vergönnt, diese unersetzlichen Schätze zu besichtigen. Aber wer einmal das Glück hatte, für den werden es Augenblicke unvergeß» lichen Erlebens sein, zumal, wenn es unter Führung des Betreuers dieser Räume, Professor Dr. Schünemanns, geschah. Kostbarkeiten über Kostbarkeiten bergen die schmucklosen grauen Stahl» schränke, die von den Büsten großer Musiker gekrönt werden. Was darin ruht, ist einmalig und von unersetzlichem Wert. Kompositionen von Bruckner und Reger, solche des Goethefreun- des Zelter und ein anderes Blatt, Schuberts „E r l k ö n i g". Friedrich des Großen Schriftzüge zeigt eine von ihm selbst für einen Sänger aus- gezierte Arie von Hasse „Sag ihm, daß ich treu bin." Hier fesseln uralte Gesangbücher die Aufmerksamkeit, dort die Musikbibliothek der Prin» zessin Amalie, der Schwester Friedrichs, die eine eifrige Schülerin Bachs war: und wieder an anderer Stelle steht man vor vergüten Handschriften aus dem 11. Jahrhundert und den ersten Notendruckversuchen, darunter der älteste, 1601 entstandene Operndruck „L'Euridice". Eine Schranktür öffnet sich, Reihen ledergebundener Bände stehen da. Eine kurze Handbewegung nur: „Alles Beethoven". — Und dann liegt vor uns die „Neunte Symphonie" in Urschrift. Unendlich viele Blätter, bedeckt mit den weitausholenden Schriftzeichen und bizarren Notenköpfen des Ruhelosen. Korrekturen und immer wieder Korrekturen stellt man fest, mit Tinte, Rotstift, sogar mit dem Federmesser. Und hier begreift man das Wort von den Notenmilliarden. „Eine Seite Beethoven wird mit 1000 Mark bezahlt", belehrt uns der Hüter dieser Schätze. Und der Schrank scheint schier unerschöpflich. Man darf in der „Missa solemnis“ blättern, in dem Skizzen- buch zur „Zehnten Symphonie", deren Vollendung das Schicksal versagte. Aber weit mehr noch erzählen andere Dinge von der Tragik im Leben dieses Großen: Drei Kalender, angefüllt mit Bemerkungen über häuslichen Aerger mit Mägden, mit Aufrechnungen und vielem sonst. Hier und da ein Tag anaekreuzt und daneben die Bemerkung: „Böser Tag". Da wird einer Kassette auch der berühmte, niemals abgesandte Brief an die „U n» sterbliche Geliebte" entnommen, deren Namen niemand mit Sicherheit zu sagen weiß. Und vielleicht das Erschütterndste sind die 13 7 Konversationsbücher, entstanden aus bitterster Notwendigkeit, da die Unterhaltung mit dem tauben Meister in den letzten Lebensjahren nur noch schriftlich möglich war. In ihnen findet man aucy die Aufzeichnungen aus den letzten Lebens- tagen des Meisters. Wir schreiten weiter. Mozart. „Don ihm ist in Originalen fast alles vorhanden, was er von seinem siebenten Lebensjahre bis zu seinem Tode schuf", heißt es als Einführung. Die Aufzählung erübrigt sich. Dem Wunsch, dieses oder jenes zu sehen, folgt die Erfüllung, gleich ob es sich um „Cosi fan tutte“, „Jdomeneo" oder die „Entführung aus dem Serail" handelt. Aber einen genaueren Blick werfen wir in die Vartitur der „Z a u b e r f l ö t e , und es bedarf nur dieser kurzen Inaugenscheinnahme, um festzustellen, mit welcher Leichtigkeit der Salzburger Meister seine Melodien zu Papier gebracht haben muß. Zierliche, klare und leserliche Notenzeichen und Schrift vom ersten bis zum letzten Blatt, nirgends eine Abänderung. Wie anders der dritte Große in der Reihe unserer Klassiker, der Leipziger Thomaskantor Johann Sebastian Bach, der größte einer Musikschaffenden Familie, die sich in ihrem Wirken vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert hinein verfolgen läßt. Wuchtig und klar stehen die Notenköpfe auf den Linien, das Papier ist ausgenützt bis zur letzten Ecke. Ehrfürchtig steht man vor dem gewaltigen Werk der „M a t t h ä u s p a s s i o n", der „Johannespassion", dem „Wohltemperierten Klavier" und der „Kunst der Fuge", Professor Dr. Schünemann weist auf eine Besonderheit hin. Keine Arbeit scheute der Thomaskantor, die Klarheit seiner Komposition zu wahren. Aber es mag auch Ehrfurcht vor dem Stoff gewesen sein, die ihn veranlaßte, die Worte des Erlösers in der „Matthäus» passion" mit roter Tinte zu schreiben. Aber leider, an den Schätzen, die uns Johann Sebastian Bach hinterließ, nagt der Zahn der Zeit. Die Tinte siegt über das Papier. Schon jetzt hat mancher Notenkopf das Papier durchlöchert. Und so ist man gezwungen, die großen Werke den Händen eines berühmten Konservators anzuvertrauen, die sie vor dem weiteren Verfall schützen werden. Der Gang durch diese wertvollste aller Sammlungen hat sich gerundet. „Es mag genügen, dem Schaffen dieser drei Großen eingehender nachgegangen zu sein", schließt der Direktor der Musikbibliothek. „Aber da wir bei Bach waren: Hier noch das ,Anna-Magdalena-Bach-Buch< von 1725. Es ist ein Geschenk Bachs an seine Frau. Ihr sind alle Eintragungen gewidmet, als er sie sich Aum Ehegemahl verwählte, verfaßte er das am Schluß stehende Hochzeitsgedicht. Und für sie schrieb er auch auf drei Seiten eine erschöpfende Anweisung für den ,Generalbaß^ — allerdings mit dem Zusatz, daß alles weitere der »mündliche Unterricht besser ersetzen werde." Und das war mit das Schönste, das wir sahen: Johann Sebastian Bach als Bräutigam, Vater und Hüter seiner Familie. Adolf Ness. Aus aller Well. Uebergabe des Frontkämpferheimes Jlfesleln an den Reichskriegsopferführer. In Anwesenheit des Reichskriegsopferführers Lberlindober fand die Uebergabe des Frontkampferheims I l f e ft e i n bei Ilsenburg im Harz statt. Unter den zahlreichen Ehrengästen befand sich auch der Leiter der Gruppe hirnoerletzter Krieger in der NSKOV., Pg. Schüßler aus München, einer der ältesten Parteigenossen und treuesten Gefolgsmänner des Führers. Reichskriegs, opferführer Oberlindober führte u. a. aus, es fei ihm eine Freude, das Heim feiner Bestimmung zu übergeben und in ihm eine Stätte weihen zu können, an der das deutsche Volk seine Achtung und Ehrfurcht vor den großen Opfern, die die Kriegsverlctzten ihrem Vaterland gebracht haben, bekunde. Das Frontkämpferheim Jlfeftein ist ein Geschenk der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Hauptfürsorgestellen an den Reichskriegsopferführer. 3m Kugelballon über den Südatlantik? Einem Vertreter des Hamburger Tageblatte gegenüber hat sich der Hamburger Freiballonführer Dr. Zinner zu dem wohl allzu wankelmütigen Plan bekannt, den Atlantischen Ozean im Süden zwischen Afrika und Südamerika im einfachen Kugelballon zu überqueren. Er will dabei den günstigen Nordostpassat ausnutzen, also einen stetigen Wind, der den Ballon in fünf bis acht Tagen über den Südatlantik tragen könnte. Dieser Wind mache es erforderlich, nicht die für- zeste Strecke zwischen Batehurst und Pernambuco zu wählen, sondern die nach Ansicht Dr. Zinners in der Windrichtung günstiger gelegene, aber erheblich weitere Strecke zwischen Casablanca und dem Mündungsgebiet des Amazonas. Ein 5000* Kubikmeter-Ballon würde, wie er meint, für die etwa 6000 Kilometer lange Strecke genügen. Eine verschließbare Gondel hält Dr. Zinner nicht für er- forderlich. Es genügt, wenn der Korb aufblasbare Gummiwülfte erhält, die den Korb schwimmfähig machen. Funkgeräte oder wenigstens einen Rund- funkempfänger für Aufnahme von Wettermeldungen müßten natürlich mitgenommen werden. Zum Schluß feiner Ausführungen verwahrte sich Dr. Zinner dagegen, daß es sich um eine Sensation handele. Er will die geplante Unternehmung als „Sportfahrt" gewertet wissen. Segelflug Peter Riedels von Malmö nach Kopenhagen. Der bekannte deutsche Verkehrsflieger Peter Riedel, der sich zur Zeit mit einer deutschen Segclfluaexpedition unter Führung von Professor Rheinoorf in den skandinavischen Ländern befindet, führte mit seinem Segelflugzeug „Sperber" einen bemerkenswerten Flug über den Sund aus. Riedel ließ sich über dem Flugplatz von Malmö Hochschleppen und klinkte nach kurzer Zeit in 400 Meter Höhe aus. In etwa eineinhalbstündigem Kurven hatte Riedel über Malmö eine Höhe von etwa 1500 Metern erreicht, er nahm dann Kurs über den Sund in Richtung Kopenhagen, überflog ihn verhältnismäßig schnell und führte über der dänischen Hauptstadt eine Reihe von Kunstflügen durch. Etwa zwei Stunden, bevor Riedel zur Landung ansetzte, hatte man in Kopenhagen das seltsame Schauspiel, ein Segelflugzeug mit den vielen Möven um die Wette fliegen zu sehen, was fliegerisch besonders interessant war, da die Möven dem Segelflieger die Aufwinde zeigten. Riedel landete dann auf dem Flughafen Kopenhagen. Mutter und , Tochter wegen Kindestötung verurteilt. In Trier verhandelte das Schwurgericht gegen die 21jährige Gertrud Zilz aus Erden (Mosel) und ihre 51jährige Mutter Gertrud Zilz. Während die Tochter beschuldigt wird, ein neugeborenes Kind vorsätzlich getötet zu haben, steht die Mutter unter der Anklage, ihre Tochter zur Begehung des Verbrechens angestiftet zu haben. Das Mädchen gab die Tat zu, behauptete aber, von ihrer Mutter zu dem Mord angeftiftet worden zu fein. Diese bestreitet, das Mädchen zur Begehung des Verbrechens aufgefordert zu haben, machte allerdings Ausführungen, die so unglaublich erschienen, daß an den Angaben des Mädchens nicht zu zweifeln war. Das Gericht verurteilte die Tochter wegen Kindestötung zu drei Jahren Gefängnis, die Mutter erhielt wegen Anstiftung zum Totschlag acht Jahre Zuchthaus. Ihr wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Die Narrenkappe. Der schädige Hut. Der dänische Dichter Ludwig H o l b e r g, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in meisterhaft geschriebenen Lustspielen Schwächen und Eigenarten seiner Zeitgenossen geißelte, legte wenig Wert auf seine Kleidung. Jahrelang kannten ihn seine Kopenhagener Mitbürger nicht anders als mit einem abgetragenen Mantel und einem mehr als alten Hut auf dem Kopf, der zu mancherlei Anzapfungen Anlaß gab. So trat auch eines Tages ein junger Mann auf der Straße auf den Dichter zu und fragte ihn mit hämischem Grinsen: „Mein Herr, nennen Sie etwa bas schäbige Ding, das Sie da auf dem Kopf tragen, einen Hut?" Holberg wurde nicht böfe. Er sah den jungen Mann von oben bis unten an, dann blieben feine «liefe am Kopf haften, und er fragte zurück: „Und ene, nennen Sie etwa das schäbige Ding da unter Ihrem Hut einen Kopf?" Das Rezept. Der bekannte und beliebte Berliner Arzt Heim, im Volksmund der „alte Heim" genannt, verfügte über eine glückliche Dosis gesunden Humors. Eines Tages wurde er ßu einer Patientin gerufen, die Jtarr unter Migräne litt. Sie wollte jedoch nur jragen, ob sie ein ihr empfohlenes Hausmittel ohne Gcsahr anwenden könne. „Mir routbe empfohlen", |agte sie, „eine Portion Sauerkraut auf den Kopf (311 legen, wenn die Schmerzen eintreten. Was halten öie baoon, Herr Doktor?" Heim nickte ernsthaft: „Sehr gut — aber vergessen Sie ja nicht, auch eine Bratmur ft oben drauf zu legen!" Bessere Schaufenster - bessere Geschäfte. Schaufenster - Dekorationskurse der Deutschen Arbeitsfront und der Wirtschastsgruppe Einzelhandel. Nicht nur auf den Einheimischen, sondern auch vorwiegend auf den Fremden sind die großen Geschäftsstraßen mit ihren lockenden Schaufenstern von unbestreitbarer Anziehungskraft. Und es sind nicht nur die Frauen, die gern einen Bummel durch solche Straßen unternehmen und von ihm fast immer etwas mitbringen. Das Schaufenster des Einzelhändlers soll aber nicht nur eine Schau fein, sondern es soll ein sinnvolles, auf Bedarf und Kaufkraft abgestelltes Bild bieten, das sowohl die Güte der Ware, Die Größe der Auswahl, roje auch gleichzeitig den guten Geschmack und die Preiswürdigkeit des Gebotenen unaufdringlich herausstellt. Zwischen einem Schaufenster, das nur Bedarf decken will, und einem solchen, das Bedarf weckt, besteht ein weiter Unterschied. Das alles wird von vielen Einzelhändlern noch zu wenig beachtet. Ein Blick in den Geschäftsstraßen der Stadt läßt erkennen, daß gerade in mittleren und kleineren Betrieben ein empfindlicher Mangel an dekorationsgewandten Kräften besteht. Es fehlt der klare, fachliche Aufbau in den Schaufenstern, der erfahrungsgemäß erst den Verkaufserfolg bringt. Der alljährliche Schaufensterwettbewerb im Rahmen des Reichsberufswettkampfes hat das Verständnis für die wichtigste Einzelhandelswerbung schon geweckt. Aber immer ist, besonders bei den Inhabern mittlerer und kleinerer Geschäfte, noch eine erschreckende Gleichgültigkeit anzutreffen. Um auf dem wichtigsten Gebiet der Werbung des Einzelhandels, der Schaufensterdekoration, eine Leistungssteigerung zu erreichen, führen die DAF., Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung, und die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Dekorations- lehrgänge durch. Hierzu wurden hervorragende Fachkräfte verpflichtet, die in vielen Städten bereits seit Jahren mit größtem Erfolg auf diesem Gebiete tätig sind. Der Unterricht beginnt am Mittwoch, 10. Juni, 20 Uhr, im Haus der Deutschen Arbeitsfront, Oie» hen, Schanzenstraße 18, Saal, in zwei täglich statt- findenden Lehrgängen, einem Tageslehrgang von 8 bis 13 Uhr und einem Abendlehrgang von 20 bis 23 Uhr. Jeder Teilnehmer wird individuell behan- beit. Der Lehrplan umfaßt folgende Gebiete: prak- tifches Dekorieren, Preisschilderschreiben (Pinsel), Plakatmalen (Spritz- und Tupftechnik), Farbenlehre usw. Eigenes reichhaltiges Dekorationsmaterial aus allen Branchen 'erlaubt die Aufstellung von 15 Schau- fenfterEojen, in denen täglich praktisch gearbeitet wird. Die Aufforderung zur Teilnahme an diesen Lehrgängen ergeht sowohl an Betriebsführer als auch an Gefolgschaftsmitglieder. Anmeldungen nimmt entgegen und Auskunft erteilt die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Gießen, Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung, Schanzenstraße 18, Telefon 3275. Segelflug und Schule. Kreisversammlung des NS.-Lehrerbundes des Kreises Gießen. Gfl.-Bereichsführer Dr. Ouvrier Die jünafte Kreisversammlung des N S.- Lehrerbundes des Kreises Gießen in der sehr gut besetzten Turnhalle der neuen Pestalozzischule war einer ebenso ernsten, wie großen Zukunftsaufgaben, die das Dritte Reich dem Jugenderzieher übertragen hat, der Charaktererziehung durch den Segelfliegerfport gewidmet. Die Versammlung, der fachliche Vorbesprechungen vorausgeaangen waren, wurde eingeleitet durch eine Besichtigung der Ausstellung der Arbeiten der Modellgruppen, die in den Seitengängen des oberen Stockwerkes und auf der Empore, von einem Bild des Fliegergenerals Göring im Blickpunkt bestimmt, aufgebaut war. Eine größere Anzahl von Dolksfchulen und die Gießener höheren Schulen hatten ihre Bastel- und Modellarbeiten ausgebreitet, die den Werdegang der Segelfliegermodelle, angefangen von dem zeichnerischen Entwurf bis zur Herstellung der Einzelteile und Modelle erkennen ließen. Die Bewertung dieser Unsummen von Kleinarbeit sprach später sehr treffend Kreisschulrat N e b e I i n g bei der Preisverteilung aus. Ein musikalisches Vorspiel des Lehrerorchesters und ein gemeinsames Lied eröffneten die Kreisver- fammlung. Kreisschulrat Nebeling verband mit den Begrüßungsworten die Bekanntgabe geschäftlicher Mitteilungen. U. a. wies er auf den verbilligten Sonderzug zur Reichstagung des N S L B. in Bayreuth und auf die am Mittwoch, den 10. Juni, überall stattfindenden B e - zirkslehrertagungen hin, bei denen alle Mitglieder zu erscheinen haben. Weiterhin gab er bekannt, daß die Schulungsarbeit in der Neumühle bei Mainz fortgesetzt und Meldungen sofort abgegeben werden müssen. Der Kreissachbearbeiter Turnlehrer Mohr gab Anweisungen für die Vorbereitungen zum Jugendfest 1 936. Er führte die Wettkampfeinteilungen und Durchführungsbestimmungen an und ersuchte um Einhaltung der Termine. Ganz besonders lenkte er das Augenmerk der Erzieher auf die Beteiligung jedes einzelnen Schülers an den Einzelwettkämpfen. Das Jugendfest 1936 wird am 20. Juni als Tag des Jungvolkes und am 21. Juni als Tag der Hitler-Jugend durchgeführt. Weiterhin besprach er die Durchführung der Sommerkampfspiele und die Durchführung des Schemm-Schwimmens. Nachdem Kreisschulrat N e b e l i n g noch auf eine Versammlung der Fachschaft II (Höhere Schulen) am 17. Juni hingewiesen hatte, bei der über „Die Gießener Frauen-Oberschule" gesprochen werden wird, leiteten Schargesänge und ein Gedichtvortrag der Flieger-HI. zur eigentlichen, dem Segelflugsport gewidmeten Tagung über. Kreisschulrat Nebeling sprach von den besonderen Aufgaben, die dem deutschen Erzieher gestellt sind, durch die über den Bau von Segelflugmodellen zu leistende Erziehung der Jugend im Sinne des Wehrgedankens. Die auch im Kreise Gießen im letzten Jahr begonnenen Arbeiten waren so erfolgreich, daß bereits ein Modellfliegen veranstaltet werden konnte. Die fleißige Arbeit einiger Gruppen hatte dadurch neue Anregungen und neuen Auftrieb gegeben, die durch die Ausstellung der bis jetzt angefertigten Arbeiten ausgedehnt werden soll. Mit einer Uebersicht über die ausgestellte Arbeit verband der Kreisschulrat die Anerkennung für die Modellgrup- pen, die damit bewiesen haben, wie viel Genauigkeit, Ausdauer, Fleiß, Opfermut und Treue zur Sache aufgewendet wurden. Besondere Worte der Anerkennung sand er für die Erzieher, die neben ihren Dienststunden in vorbildlicher Weise der Jugend durch Rat und Tat und Mitarbeit zur Seite gestanden haben, so daß ihre Arbeit von diesen Werken nicht zu trennen ist. Zur weiteren Anregung und Förderung dieser Mo- dellarbeiten wurde darum ein Anerkennungspreis der Kreisführung des NSLB. im Gesamtbeträge von 60 RM. für die besten Gruppen ausgesetzt, der eine kleine Hilfe für die Geldopfer bedeuten soll. Für die beste Arbeit, die Genauigkeit, Sorgfalt und Fleiß verrät, wurde der Modellgruppe der Volksschule Großen-Linden der erste Preis Auerfannt. Ausgezeichnet wurden weiterhin die Mo- dellgruppen der einklassigen Volksschule Münster, des Gymnasiums Gießen, des Realgymnasiums Gießen, der Goetheschule Gießen, der Volksschulen Grünberg, Weitershain, Rüddingshausen und Wieseck, der Oberrealschule Gießen und der Volksschule Heuchelheim. Der Kreisschulrat beglückwünschte die Lehrer dieser Gruppen und trug ihnen gleiche Glückwünsche an jeden einzelnen ihrer Gruppe auf. Hierauf sprach der über „Segelflug und Schule". Ausgehend non einem vor elf Jahren in der Gießener Universität von Fritz S t a m e r über Gedanken zum Segelflug gehaltenen Vortrag, zeigte der Redner die Entwicklung Des Segelfluges und wies nach, wie sich dieser Gedanke in aller Welt durchgesetzt hat. Die weittragende Bedeutung unterstrich der Redner durch die Tatsache, daß Rußland auf diese Weise 52 000 Jungflieger ausgebildet hat. Der deutsche Segelfliegersport brachte uns fünf Weltrekorde ein. Wie lang und mit welcher Ausdauer und Opferbereitschaft der Weg der wagemutigen Segelflieger im Reiche war, das ließ Der Vortragende an einem kurzen Ueberblick, angefangen von den ersten Versuchen 1913 in Darmstadt, über Oskar Ursinus, Den Vater Der Rhönsegelflieger zu Lippisch, Espenlaub und Fritz Stamer bis zum heutigen Tag, deutlich werden. An Fritz Stainers Kampf um Die Geltung Des Segelfluges liefe er Die erzieherischen Werte Des Segelflugsportes klar merDen, Die über seltene Ka» meraDschaft, Opferbereitschaft unD eine innige Liebe Aur Scholle unD Heimat Den Flugschüler Die geheimnisvolle Größe Des Kampfes mit Den Elementen erleben und ihn zum Mann und Kämpfer reifen lasten. So gelang es dem Segelflieger, sich die Anerkennung Des Motorfliegers zu erringen unD heute ist der Segelflugsport die Grundlage für dle fliegerische Ertüchtigung des Volkes geworden. Sehr anschaulich schilderte der Redner die große erzieherische Bedeutung des Modellbaues für Den jungen Menschen durch Die maßgerechte und maß- treue, peinlich genaue und gewissenhafte Arbeit, Die in Verbindung mit der Disziplin beim Dienst und der Sauberkeit beim Fluge selbst ihren Lohn findet in Der Freude am Geschaffenen. Der müheselige Weg führt dann erst zum Bau des bruchsicheren Gleitflugzeuges und hierbei schaffen Die erforderliche gewissenhafte und verantwortungsvolle Zusammenarbeit, die Hinnahme mancher Enttäuschungen beim Bruch unD Das Hintenanstehen hinter Den Kameraden bis zum endlichen Flug Die beste Auslese. Aber jeher Junge, Der einmal selbst Maschi- nenmobelle gebaut hat, bringt in Der Liebe zur Sache, in Der Sachkenntnis unD in der Bescheidenheit Die richtigen Voraussetzungen mit. In der fliegerischen Betätigung in Rieder- Ofleiden und später dann auf der Wasserkuppe erhält der Anfänger nicht nur die fachtechnische Fortbildung, sondern die nötigen Erfahrungen zum Abschluß der ersten Etappe seiner Ausbildung. Gerade in der fliegerischen Betätigung scheidet sich der Anfänger vom Mutigen, hier wird der rechte Kerl aus ihm. Sehr eindringlich schilderte der Redner die Bedeutung der Auswahl des fliegerischen Nachwuchses und die Heranführung weitester Kreise der Jüngsten und Jungen an Die Gedanken des Flugsportes und Der fliegerischen Betätigung. Er sprach von den Möglichkeiten der sportlichen Beteiligung in Nieder- Ofleiden und auf der Wasserkuppe und forderte die Erzieher auf, sofern sie sich nicht selbst betätigen können, alle Gelegenheit wahrzunehmen, um die Jugend mit diesen Sportstätten bekanntzumachen. In einem Appell für den Flugsport hob er nochmals hervor, wie gerade die Erziehung der Jugend zum Kampf und die Bewährung tm Kampf mit den Elementen einer der wertvollsten Faktoren der Ertüchtigung unseres Volkes ist und der mutigste Einsatz für Volk und Vaterland und den Führer darstellt. In einem Schlußwort umriß noch einmal Kreis- schulrat Nebeling die ganze Schwere der Aufgabe, die Dem Erzieher durch die Heranführung der Jugend zum Segelflugsport gegeben ist, damit er für die Erringung und Sicherung der Ehre und Freiheit, die unser Führer so zielsicher und zukunftsschauend eingeleitet hat, die erforderliche Grundlage schafft. Zur Förderung der Kleinarbeit im Kreise Gießen soll daher auch in diesem Jahre im August oder September ein Flugwetkbewerb der Modelle abgehalten werden, der den Beweis für die Flug- tüchtigkeit der geschaffenen Arbeit erbringen soll. Mit einer Aufforderung an alle Modellgruppen zu treuer Weiterarbeit und an die weiteren Schulen zur Errichtung neuer Modellbaugruppen schloß Der Kreisschulrat die Kreisversammlung mit dem Treu» grüß an den Führer. Die Nationallieder beschlossen die Veranstaltung. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 482: Danziger Verordnung über den Zahlungsverkehr in Zloty vom 2. Juni 1936. — 483: Bekanntmachung KP 145 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 484: Neue irische Zölle und Zolländerungen. Nr. 130 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Montag, 8. Zuni 1936 Ein großer Tag der oberhessischen SA. in Gießen. Sporttag der SA.-Brigade -147/Oberhessen. — Der größte SA.-Aufmarsch in Gießen nach der Machtübernahme. Unsere oberhessische SA. hatte am Samstag und Sonntag bet chrem großen Brigade^Sporttaa ein Pech mit dem Wetter, das schlechterdings nicht mehr übertroffen werden konnte Aller Optimismus, der nach den Gewittern vom Donnerstag auf besseres Wetter für Samstag und Sonntag hoffte, wurde vollkommen zuschanden; am Samstagmitt'ag und »nachmittag folgte ein Gewitterregen nahezu dem andern auf dem Fuße, so daß schon die Eröffnunas- kundgebung am Samstagabend ungünstig von dem trostlosen Wetter beeinflußt wurde, und der gestrige Sonntag war erst recht eine sehr feuchte Angelegen- heit denn vom frühen Morgen bis in den Abend hinein regnete es nur einmal, nämlich ununter- vrochen Kein Wunder, daß unsere SA.°Männer mit dieser „Anteilnahme" des Wettergottes an ihrem Sportfest ganz und gar nicht zufrieden ®“ren' denn diese anhaltende Tätigkeit der himm- lischen Gießmaschine tat bedauerlicherweise dem in sorgsamster Art vorbereiteten SA.-Tag in mancher- Ei Hinsicht erheblich Abbruch. Trotzdem hoben un- lere SA.-Manner keinen Augenblick den Mut fin- tcn lassen; mit forscher Kraft und großem Schneid 8‘Ts si°, d>e Erfüllung ihrer Ausgaben, die nach dem Urteil aus berufenem Munde vortrefflich bewE-gt wurden, f° daß Aktive und Beobachter ihre Freude an dieser selbstlosen Arbeit der SA- Manner im Dienste ihrer hohen Pflicht haben konnten. Schade nur, daß bei dem Schand-Regen- w-tter die Menge der Besucher aus der Bevölke- rung nicht groß war, wie man sie bei gutem Wetter bestimmt hatte antressen können. Aber alle diese Cinschränkungen der Hoffnungen galten für bte Sa^anncr nicht, sie hielten in gewohnter Weise durch, waren mit Eifer bei der Sache, und konnten denn auch von ihrem Gruppenführer am Sonntagnachmittag hören, daß ihre ausgezeichnete Haltung und ihre vorbildliche Pflichterfüllung trotz des sehr schlechten Wetters vollste Anerkennung sanden. Und so wurde dieser Sporttag der Brigade 147/Oberhessen m unserer mit Fahnen geschmückten Stadt trotz viel Regen und viel Dreck ein starker Erfolg, erkämpft im Geiste der alten SA. Die Gepäckmarsch-Mannschaft von 12/R 116 passiert Launsbach. Während der Führer der Mannschaft eine Meldung niederschreibt und abgibt, nehmen die Kameraden beim Weitermarsch einstweilen den Tornister mit (Aufnahmen (6|: Photo-Pfaff, Gießen.) bilbung und körperlichen Ertüchtigung erfolgreich vorangeschritten sei. Der Redner wünschte dem Sporttag einen vollen mfür die SA. und damit für die Bewegung. iefem Wunsche grüße er in kameradschaftlicher Verbundenheit die SA. Nunmehr spielte der Musikzug schneidig zwei Fanfarenmärsche mit Kesselpauken, die von den Hörern mit stürmischem Beifall aufgenommen wurden. SA.-Kameraden der Standorts Gießen zeigten anschließend hervorragende Leistungen im Bodenturnen, wobei man an Hand der sauber ausgeführten vielseitigen Darbietungen einen hohen Stand der körperlichen Ausbildung feststellen konnte. Die Menge folgte den Vorführungen mit gespanntester Aufmerksamkeit und dankte den erfolgreichen Bodenturnern mit Recht durch stärksten Beifall Sodann fesselte eine Chor-Aufführung unter Leitung von Musikzugführer Herrmann das Interesse der Besucher in hohem Maße. Mehrere hundert SA.-Männer fangen als Massenchor die wuchtigen SA.-Lieder „Die Welt gehört den Führenden" und „Deutschland, heiliges Deutschland", anschließend das neue, von dem Gießener Komponisten Paul B u ch w a l d in packenden, mitreißendem Tonsatz komponierte Marschlied „Immer marschieren, nimmer verlieren, immer im gleichen Schritt". Dazu gab der Sturm 47/116 des Obertruppführers Schulte die symbolhafte Gestaltung in einem ununterbrochen über einen Bühnenaufbau durchgeführten Marsch, der die Musik und den Gesang mit dem straffen Rhythmus in gestaltendes Leben übertrug und dadurch der ganzen Aufführung zu dem erreichten starken Erfolg verhalf. Um Die künstlerische Gestaltung der ganzen Darbietung hat sich der Führer des Sturmes 16/R 116 Kurt Richter in Gemeinschaft mit dem Musikzugführer Herrmann sehr verdient gemacht. Starker Beifall der großen Besuchermenge dankte allen Mitwirkenden dieser prächtigen Aufführung. SA.-Gruppenführer Veüerle Die Lröffnungskundgebung. Am Samstagabend fand in der Volkshalle die Eröffnungskundgebung statt, zu der sich eine große Menschenmenge emgefunöen hatte. Der Musikzug der Standarte 116 unter Leitung von Musikzug- führer Herrmann eröffnete die Kundgebung mit einem schneidigen Militärmarsch. Danach folgte unter dem Kommando von Standartenführer Lutter das Einbringen der Feldzeichen der Standarten 116, 222 und 254, sowie der Sturmfahnen der SA.-Stürme. Hierauf sprach Vrigadesührer Schmidt Er begrüßte die Ehrengäste, unter denen sich auch Generalleutnant O ß w a l d mit zahlreichen Offizieren der Gießener Garnison befand, insbesondere den SA.-Gruppenführer B e ck e r l e. Dann gedachte er der Toten, die für Deutschland gefallen sind, während die große Versammlung sich erhoben hatte, die Standarten und Fahnen sich senkten und die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Weiter hob der Brigadeführer hervor, daß dieser Sporttag die erste große Veranstaltung der SA. in Gießen nach der Machtübernahme darstelle. Er gedachte der Zeit vor fünf Jahren, als die ganze oberhessische SA. mit 600 Mann in Gießen antrat, um hier die Macht der Bewegung zu dokumentieren, da der schwere Kampf in Gießen in der Kampfzeit den vollen Einsatz der SA erforderte Wie damals die S2L stets einsatzbereit für den Führer marschierte, so werde sie allezeit einsatzbereit sein im Gedenken an Deutschland und an seinen Führer Adolf Hitler. Das solle auch dieser große Sporttag dokumentieren, an dem die SA. zeigen werde, daß sie in harter Arbeit bestrebt sei, ihren Körper und Geist zu stählen, um stets auf der Höhe zu sein und stets für das Deutschland Adolf Hitlers antreten zu können Wenn auch der Wettergott bisher ein sehr ungünstiges Wetter für einen Sporttag gebracht habe, so werde die SA. trotzdem ihre Pflicht tun bis zum letzten Der Musikzug der Standarte 116 unter der Leitung des Musikzugführers Herrmann brachte nun in gewohnter feiner Weise die Fantasie aus „Rheingold" zu Gehör und erntete dafür mit Recht den herzlichen Dank der Versammlung. Kreisleiter Dr. Hildebrandt hieß hierauf die von auswärts bereits eingetroffenen Kameraden zugleich auch im Namen des auswärts in Anspruch genommenen Oberbürgermeisters der Stadt Gießen herzlich willkommen Insbesondere begrüßte er den Gruppenführer Beckerle und Brigadeführer Schmidt, sowie die SA.-Männer, die sich am Sonntag im sportlichen Wettkampf messen würden. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß dieser Sporttag der Brigade 147 in Gießen stattfinde, weil dadurch die Gießener Bevölkerung wieder einmal Gelegenheit habe, ihre Verbundenheit mit den politischen Soldaten des Führers zum Ausdruck zu bringen. Ls werde eine Freude sein, bei diesem Sporttag sehen zu können, wie die SA. in stiller und zielstrebiger Arbeit weiter in der Aussprach nunmehr zu der Versammlung. Er würdigte zunächst die große Bedeutung des Sporttages und die damit verbundene Erinnerung an die Kampferlebnisse der oberhessischen SA. mit ihrer reichen Tradition, sowie die starken Eindrücke des Wiedersehens alter SA.-Kameraden aus der Kampfzeit. Dieser Tag dürfe aber nicht nur der Freude des Wiedersehens gewidmet sein, er müsse auch eine Stunde der ernsten Besinnung bringen. An diesem Tage vollende sich ein gewisser Abschnitt in der Geschichte der Brigade 147 und beginne ein neuer Abschnitt, ein Wendepunkt, der zu ernster Selbstprüfung und Selbstbesinnung Anlaß gebe. Wie das bei jedem einzelnen Menschen in solcher Lage selbstverständlich sei, so insbesondere auch bei den SA.° Männern, die in ernster Pflichtauffassung und unter einem tiefen Verantwortungsgefühl leben. Deshalb laute an diesem Tage der' Brigade 147 auch die Frage, ob der jetzt abschließende Abschnitt der Entwicklung der Brigade 147 günstig und erfolgreich war, ob der SA.-Mann seine Pflicht getan und die ihm obliegenden Aufgaben treu und zuverlässig erfüllt habe. Bei dieser Frage wenden sich die Blicke der SA.-Männer Oberhessens natürlich in die Vergangenheit, um die Entwicklung der Geschichte der oberhessischen SA. zu überprüfen. Gruppenführer Beckerle lenkte die Aufmerksamkeit seiner Hörer, insbesondere seiner SA.- Männer, nun auf drei wichtige Abschnitte der Geschichte. Er erinnerte zunächst an die Entstehung der SA. am 4. November 1921 durch die große Saalschlacht in München, in der die 46 Saalordner Adolf Hitlers den Terror von rund 800 Marxisten brachen und mit diesem Erfolg nicht nur den erfolgreichen Abschluß jener Versammlung sicherstellten, sondern auch den Grundstein zur SA. I legten, da der Führer in Anerkennung dieser ge- Nach dem Kampfballspiel: In der Mitte Brigadeführer Schmidt. W- Ä %s. 11 ffSrV \ < Pri UT.M m,A 4^ z y < » \ r .......■ .....i. 's y - k - 4 I -ML l V- V i *^0« Gruppenführer Beckerle spricht bei der Paradeaufstellung. Bom Eexäckmacsch zurück; Meldung vor der Vollotzalle. '■ •'■'/?<*.. . "Z-" / M. Vorbeimarsch vor dem Gruppenführer (im Auto stehend). waltigen Leistung dem Saalschutz die ehrenvolle Bezeichnung „Sturm-Abteilung" (SA.) verlieh. Am 4. November 1921 begann der ständige Einsatz der SA., Einsatz folgte auf Einsatz, unzählige Tage des Kleinkrieges, des Saalschutzes, der Wundpropaganda, des Schuhes der Aufmärsche und Versammlungen. Schwer war der Kampf, Opfer häuften sich auf Opfer, aber alle dienten immer wieder der Fahne des Führers, wenn auch Grabhügel um Grabhügel die Warfchstrahe der SA. säumten. Der Redner wies mit wenigen zahlenmäßigen Angaben auf die Entwicklung der SA. hin und erinnerte insbesondere auch an den unsterblichen Sturmführer Horst Wessel. Er betonte weiter, daß der Kampf der SA. aber nicht nur gegen links geführt werden mußte, sondern auch gegen das rechtsstehende und das liberalistische Bürgertum. Dieser Kampf der SA. fand seinen Abschluß am 3 0. Januar 1933. Es habe keine größere Anerkennung für die SA. gegeben als die, daß der Führer an diesem Tage die Berliner SA. durch das Brandenburger Tor marschieren lieh als äußeres Zeichen des Sieges der gesamten SA. Deutschlands. Sodann erinnerte der Gruppenführer an das unvergeßliche Frvnterlebnis des großen Krieges, an den unbekannten einfachen <7 ' '* ■ .. ■ ■ ■ '' Beim Ballonschießen am Schießstand der Reserve. Frontsoldaten. Er wies dabei auf die Ehrung bin, die zuerst in den Ländern der einstigen Krieas- gegner dem unbekannten Frontsoldaten durch Die Bereitung des National-Ehrenmals bereitet wurde, während sich in Deutschland, das in jener Zeit von Öen Marxisten beherrscht wurde, niemand fand, der den unbekannten deutschen Frontsoldaten ehrte und seine Tradition zu vertreten wagte. Erst der Führer war es, der die hohen soldatischen Eigenschaften, die im Schützengraben geboren wurden, wieder aufleben ließ und sie in seine SA. verpflanzte. Die SA. war es, die die Tradition des unbekannten Frontsoldaten ehrte, indem sie ihre Standarten nach den Rummern der alten ruhmreichen deutschen Regimenter benannte, die überall für den Wehrsport eintrat und den Dehr- gedanken predigte. Die SA. wird auch in Zukunft die Arbeit unserer Wehrmacht überall unterstützen und überall für sie eintreten und den Dehrgeist stärken. In diesem Zusammenhang gab der Gruppenführer der besonderen Freude der SA. darüber Ausdruck, daß Generalleutnant O ß w a I ö mit zahlreichen Dffi- Zieren als Vertreter der Wehrmacht diesem Abend der SA. beiwohne. Im dritten Abschnitt seiner Ansprache behandelte der Redner die Einstellung zum Staats- ßedanken. Er wies in großen Strichen auf die individualistische und die universalistische Gedankenwelt hin und stellte ihr aus der deutschen Geschichte der früheren Jahrzehnte die Tatsache gegenüber daß immer wieder bie deutsche Jugend für die Einheit der Nation und für die nationalen Belange des deutschen Volkes eintrat, sich jedoch damals gegen Die liberalistische Auffassung nicht durchsetzen konnte. Erst der Führer Hal die Einheit des deutschen Volkes herbeigeführt, und nun war es die Aufgabe der SA, alle deutschen Menschen zu dieser Einheit in der geistigen Einstellung hinzuführen. Hierbei galt es wiederum, sich einzusetzen und Opfer 3U bringen, jeder mußte denselben Einsatz leisten, bis dieser geistige Umbruch von der SA vollzogen und durchgeführt wurde. Aus diesem Rückblick sei es für die SA. aber auch notwendig, neue Richtlinien für die Zukunft mitzu- »ehmen. Die Durchführung dieser großen Aufgaben der SA. war nur möglich auf der Grundlage von drei Faktoren: Vertrauen, Kameradschaft und die national- sozialistische Einstellung. Immer hatte die SA. restloses Vertrauen zu i h r e m F ü h r e r , dem sie den Treuschwur geleistet hat, den sie halten wird bis zum letzten. Die Kameradschaft ließ immer alle SA.-Männer Hand in Hand gehen, gleich, welchen Beruf einer hatte, und es wird in der SA. immer gleich bleiben der Gedanke der Kameradschaft. Die n a • tionalsozialistische E i n st e l l u n g war stets die erste Richtlinie der SA., die immer mit beiden Beinen in der Partei stand, und so wird Marsch durch die Stadt und Vorbeimarsch des Führers Die Ergebnisse der Wettkämpfe Fahnen unseren großen Aufgaben zu. Sport-Sonntag im Regen Mnnschafisgepäckmarsch. Res.) (1. Platz der des der Kampfballspiel. 16. Aus der Provinzialhauptstadt paradeausstettung der oberhesffchen Standarten Immer war erlebt, daß der ganze Volk sich das den tut. des 4. 5. 6. 15. deutschen Volkes geworden! Wie viele von den Organisationen, die innerhalb der SA. aufgebaut wurden, sind heute allgemein anerkannt und in den deutschen Staat eingebaut! Des- Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung Ortsgruppe Gießen. und kämpferische. der SA.-Mann mit seinen Kameraden immer treue politische Soldaten zu bleiben. Wir haben am 29. März 1936 es blekben. Dazu kam dsr unerschütterliche O p f e k- mut. Diese Grundlagen sollen auch in Zukunft gelten für das Leben des SA.-Mannes. Mag der Führer uns auch noch so viele Aufgaben stellen, unsere größte Aufgabe ist die. Nunmehr rückten die Kolonnen von dem Aufmarschgelände ab zum Marsch durch die Stadt. An der Spitze vor der Standorte 116 marschierten Gruppenführer Beckerle, Brigade- führer Schmidt und Kreisleiter Dr. Hildebrandt. Dann folgten mit ihren Feldzeichen und Sturmfahnen die Einheiten der oberhesslfchen Standarten in langem Zuge. Bei starkem Interesse der Bevölkerung ging der Marsch von der Grunberger Straße her die Kaiserallee herunter, über den Lud- wigsplatz, Gartenstraße, Neuen Bäue, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Hindenburgwall, Bleich- wo der SA.-Mann steht, da steht ein guter Geist, der SA.-Geist; wo die SA.-Fahne flattert, da wird für den Nationalsozialismus gekämpft; wo SA.-Marschkolonnen antreten und marschieren, da ist der Sieg sicher. Der Sieg für den Nationalsozialismus aber ist der Sieg für Deutschland und der Sieg für unseren Führer Adolf Hitler! Betreffs Frontsoldaten- und Kriegsopfer-Ehrentag am 14. 3uni in Mainz. straße, Ludwigstraße, wo vor dem Universität-, gebäude Gruppenführer Beckerle den Vorbeimarsch der Sturm ko lonnen abnahm. E» war ein prächtiges und erhebendes Bild, den Zangen Vorbeimarsch sowohl wie auch den ausgezeichnet disziplinierten Marsch in den Straßen zu sehen. Anläßlich seines Stiftungsfestes hielt der Bauersche Gesangverein im „Aquarium" seinen diesjährigen leitung Gießen. 16/116, 952 Punkte, Stoppuhr. 11/116, 924 Punkte, Stoppuhr. 4/222, 871 Punkte, Medizinball. 21/N116, 644 Punkte, K. K. G., Preis der Bezirkssparkasse Gießen. (1. Reserve.) 11/R 116, 442 Punkte, Medizinball. (2. Reserve.) Mit dem Vorbeimarsch fand der Sporttag der Brigade 147 seinen Abschluß. Unsere Stadt Gießen und die oberhessische SA. hatten gemeinsam ein großes Erlebnis, an das man noch lange freudig und stolz zurückblicken muß. Preisverteilung Mannschastsfünfkampf . 1. 8/245, 981 Punkte, Fernglas, Preis des Brigadeführers. 2. 2/116, 975 Punkte, K. K. G., Preis des Reichs- statthalters. 3. 8/222, 964 Punkte, K. K. G., Preis der Kreis- um 12 Uhr in der Frankfurter Straße/Ecke Schu- bertstrahe abnehmen. Bornotizen. Tageskalender für Monla^ Gloria-Palast, Seltersweg: „Paul und Pauline". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Heilige und ihr Narr". Amt für Dolkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Ost. Lebensmittel-Opferring. Bezirkssparkasse Mathildenstift Friedberg. 7. 45/222, 2:32,38 Stunden, Stoppuhr. 8. 14/222, 2:36,23 Stunden, Medizinball. 9. Na./116, 2:36,58 Stunden, Marschkompaß. 13. 12/R 116, 2:39,58 Stunden, Fernglas, Preis Provinz Oberhessen. (1. Reserve.) 15. 23/R116, 2:43,51 Stunden, K. K. G., Preis Kreisamts Friedberg. (2. Reserve.) 17. 1/R 116, 2:44,40 Stunden, K. K. G-, Preis Kreisleitung Alsfeld. (3. Reserve.) 18. 23/R 222, 2:54,40 Stunden, Marschkompaß. (4. Reserve.) Brigadeführer Schmidt meldete dem Gruppenführer Beckerle, der von feinem Stab, dem Kreisleiter Dr. Hildebrandt und anderen politischen Leitern, Vertretern der SS., der Wehrmacht und zahleichen weiteren Ehrengästen begleitet war, die zum Appell angetretenen SA.-Einheiten der Brigade 147. Brigadeführer Schmidt begrüßte die SA.-Ka- meraden mit dem Gruß „Heil Hitler", der von den Tausenden von SA.-Männern kräftig mit dem gleichen Gruß beantwortet wurde. Sodann verlas der Adjudant des Brigadeführers, Sturmbannführer F ö r st e r, die am Schlüsse des Berichts mitgeteilten Ergebnisse der Wettkämpfe. Nunmehr hörten die SA.-Männer die Ansprache des Gruppenführers Beckerle, der u. a. sagte: Die SA., die politischen Soldaten Adolf Hitlers, ist dem Führer besonders eng verbunden. Das zeigt ihre Geschichte von der Gründung an. Sie erhält ihre Aufgaben direkt vom Führer, sie ist mit seiner Idee organisch verwachsen, sie hat ihre stets wachsenden Aufgaben immer in vortrefflicher Weise erfüllt. Der SA.-Mann von einst hatte sich für den Führer einzusetzen in den Betrieben, in der Fabrik, aus der Straße und in den Geschäftsstellen der SA., er hatte aber auch in der Abwehr der Gegner einzutreten für den nationalsozialistischen Geist und zu werben für die Idee des Führers, dabei den Marxismus niederzuzwingen. Immer war die Aufgabe der SA. eine soldatische Führer sein Volk aufrief und das ~ _ zusammenschloß. Die SA. ist angetreten, sie hat ihren Marsch begonnen, und an sie angereiht hat sich ein ganzes Volk in gleichem Schritt und Tritt unter den flatternden Fahnen der SA. So marschieren wir weiter in die Zukunft mit wehenden derpreis des Führers der Gruppe Hessen (eine wertvolle Hitlerbüste), der alljährlich von den Einheiten der Brigade 147 im sportlichen Wettkampf ausgetragen wird. 20 x r00-Meter-Staffe>. Die Standarte 254 gewinnt den Kampf nach außerordentlich spannendem Verlauf und wechsel- voller Führung vor der Standarte 116, Gießen. Preisverteilung Mannschastsgepäckmarsch. 1. 7/254, 2:26,00 Stunden, Fernglas, Preis der Brigade 147. 2. 10/254, 2:26,32 Stunden, K. K. G., Preis der Stadt Gießen. 3. 1/116, 2:27,53 Stunden, K. K. G., Preis der In- dustrie- und Handelskammer Gießen. 4. Mar. 11/34, 2:30,48 Stunden, K. K. G., Preis der Oberhessischen Tageszeitung. 5. 12/222, 2:30,52 Stunden, K. K. G., Preis der Kreisleitung Büdingen. 6. 45/116, 2:31,43 Stunden, K. K. G., Preis der und große Erlebnis des heutigen Tages nicht mit diesem Tage abschließen, sondern tragen Sie es hinaus in Ihre Einheiten und halten Sie weiterhin AI in diesem Kampfgeist der SA. zusammen. Immer uj war und ist es Jo: | «■ ** Arbeitsjubiläum. Am morgigen Dienstag, 9. Juni, feiert der Arbeiter Philipp Schmitt aus Garbenteich bei den Gailschen Tonwerken sein silbernes Arbeitsjubiläum. Herr Schmitt ist in diesem Betriebe seit 25 Jahren als Tonhacker beschäftigt und hat sich während dieser Zeit die Zufriedenheit und Achtung der Betriebsführung erworben. Mit allen Mitarbeitern pflegt er gute Kameradschaft. Durch die Firma und seine Arbeitskameraden wird der Jubilar an seinem Ehrentage entsprechend gefeiert werden. Unwetter über Friedberg und Bad-Rauheim. * Friedberg, 7. Juni. Gestern mittag ging über unserer engeren Heimat ein Unwetter nieder, das nach seinem Ausmaß alles übertraf, was in den letzten Jahrzehnten an Unwettern bekannt war. Eine unheildrohende Wolkenfront rückte aus der Gegend von Gießen heran und brachte nach Blitz und Donner einen wolkenbruchartigen Regen, der fast eine Stunde andauerte und großen Schaden anrichtete, der um so beträchtlicher wurde, da auch Hagelschlag damit verbunden war. Die niedergehenden Wassermassen richteten in Verbindung mit dem Hagelschlag besonders in den Gärten und auf den Feldern großen Schaden an. Aus den Gärten in verschiedenen Stadtteilen der beiden Schwesterstädte wurde viel Erde abgeschwemmt, die als schwerer Schlamm in die tiefergelegenen Straßen getragen wurde. Da die Kanalisation sehr bald die Wassermassen nicht mehr zu fassen vermochte, ergaben sich Ueberschwemmungen auf Straßen und Plätzen. Besonders kritisch wurde die Situation an der Unterführung unweit des Bahnhofs in Friedberg, in oer das Wasser sehr hoch stieg und für geraume Zeit den Verkehr schwer behinderte. Auch der Zugverkehr zwischen Friedberg und Bruchenbrücken erfuhr vorübergehend wegen Ueberflutung der Gleise eine Unterbrechung. Der Schaden, der durch das Unwetter auf den bestellten Feldern entstanden ist, dürfte erheblich sein. Die Halmfrucht liegt zum Teil wie niedergemäht an der Erde. wickeln konnte. Der Regen der Vortage und die unablässigen Niederschläge während der Marschzeit stellten an die Wettkampf-Mannschaften große Anforderung, da die Wege zwischen den Landstraßen natürlich sehr schlecht waren, außerdem die große Nässe nicht gerade förderlich wirkte. Allen diesen Schwierigkeiten zum Trotz vollbrachten sämtliche Mannschaften bet guter Stimmung und prächtiger Haltuna in ausgezeichneter Einsatzbereitschaft so vortreffliche Let- stungen, daß jeder Beobachter auf der Strecke nur volle Hochachtung empfinden mußte. Wir hatten Gelegenheit, uns von diesen ausgezeichneten Leistungen auf der Strecke zu überzeugen, und wir sagen, daß allen Mannschaften nach barte 254 als Sieger. Nunmehr ging es zur Volkshalle zurück, wo bie W-ttk°mpsmann,chaften sich umkl°id°ten und dann Svldaten-Sinmarfch am Mittwoch gemeinsam mit den übrigen SA.-Kameraoen m Bereitschaft standen zur weiteren Verwendung. Bald $u her Ankunft eines motorisierten Maschinen- darauf folgte der Marsch auf den großen Sport- gewehr-Bataillons am kommenden Mittwoch wird platz neben dem 1900-Platz, vor der Artillerie-Ka- un5 Dom Standortkommando mitgeteilt, daß die ferne. Hier sah man nun das außerordentlich ein- Truppe von Klein-Linden her über die Frankfurter drucksvolle Bild der Straße, Wilhelmstraße, Ludwigstraße, Ludwigs- platz und Licher Straße zur Kaserne fahren wird. Der Standortälteste wird den Vorbeimarsch Unsere ykknbe finden sich ZüsmnmeN und ge- meinfam marschieren wir unter unseren Feldzeichen in ewiger Treue zum Führer, für Friede und Freiheit, für Arbeit und Brot. So marschiert die SA. des Führers, bis das Werk des Führers restlos durchaeführt ist. Stürmische, lang anhaltende Zustimmung der großen Versammlung bekundete dem Gruppenführer, daß alle seine Hörer mit chm eines Sinnes und eines Willens sind. Brigadeführer Schmidt brachte darauf das mit großer Begeisterung aufgenommene Sieg-Heil auf den Obersten SA.-Führer Adolf Hitler als Gruß und Treuegelöbnis aus. Mit dem Gesang der ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes und dem Ausmarsch der Standarten und Fahnen schloß die Kundgebung. Kommers ab. Der Dereinsführer Heinrich Ley begrüßte die Sangesbrüder und gab einen kurzen Rückblick auf die Bedeutung des Tages. Für die passiven Mitglieder, die ebenfalls eingeladen waren, sprach Jos. Kreuder. Auch diesmal fand wieder die Ehrung verdienter aktiver Mitglieder statt. Mit der Ehrennadel für 30jährige aktive Zugehörigkeit wurden die Sangesbrüder Rich. Grünewald, Hch. Runkel und Gg. Arnold ausgezeichnet. Die Ehrennadel für 15jährige a f« t i v eM itgliedfchaft erhielten KarlK ä p p e l e, Walter G e i l f u ß, Herrn. Lehmann, Karl Kuhl und Peter Dunkel. Für lOjährigeZugehö- rigkeit wurden Karl Möckel, Wilh. Bech» t h o l d, Ludw. B i n g e l, Aug. Müller und Otto Gutjahr ausgezeichnet. Nach hergebrachter Sitte wurde den an diesem Abend Ausgezeichneten der Ehrentrunk aus dem im Jahre 1912 auf einem Wettstreit zu Worms errungenen goldenen Pokal gereicht. Bei frohen Liedern blieben die Sänger des Bauerschen Gesangvereins noch einige Stunden kameradschaftlich zusammen. Meldungen zum Frontsoldaten- und Kriegsopfer- Ehrentag in Mainz am Sonntag, 14. Juni, wer- den nur noch bis zum 9. Juni einschließlich auf der Geschäftsstelle, Bahnhofstraße 38, entgegen^» nommen. Spätere Meldungen können nicht berück- sichtigt werden. Der Fahrpreis einschließlich Fest- Plakette, die zum freien Eintritt zu allen Deran- Brigadeführer Schmidt gab sodann das Kom- staltungen berechtigt, beträgt 2,35 Mk. manöo: „Standarten und Fahnen hoch!" und Der Ortsgruppenobmann, brachte das von den Tausenden von SA.-MännernI , mit freudiger Begeisterung aufgenommene dreirna- ©angereorung lige Sieg-Heil auf den Obersten SA.-Führer Adolf 'BällPrfrftptl töefanattetein Hitler aus. Der aemeinfame Gesang der ersten' im öeiangocrein. Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liebes bildete den Abschluß der Parade. all an den Wegekreuzungen standen Richtungsposten, es waren aber auch an unvermuteten Stellen Kontrollposten eingesetzt, ferner war für Hilfe der Sanitäter ausreichend Vorsorge getroffen, die jedoch zum Glück nicht erforderlich war. Auf den Schießftänden am Unteren Hardthof war gleichfalls ür zahlreiche Hilfsmannschait gesorgt worden, so )aß dank dieser sich allenthalben umfassenden Vor- orge der Marsch der Wettkampfgruppen glatt ab« Der Sporttag wurde schon am frühen Sonntagvormittag etwa von 6 Uhr ab durch Regen eingeleitet, der leider mit unerschütterlicher Konsequenz den SA.-Männern treu blieb. Um 7 Uhr war die SA. vor der Volkshalle zur Flaggenhissung angetreten. Der Adjutant der Standarte 116, Obersturmbannführer Münker, kommandierte den. feierlichen Vorgang, anschließend richtete Brigadeführer Schmidt an die Wettkampfmannschaften eine kurze Ansprache, in der er sie zu höchsten sportlichen Leistungen und zu fairem Kampf auf« forderte. Dann traten die Wettkampfmannschaften weg, um sich für ihre sportlichen Aufgaben umzu- ziehen. Der Verlaus der Wettkampfe. Don 7.30 Uhr ab herrschte reger Wettkampfbetrieb. Während die an dem 20-Kilometer- Mannschafts-Gepäckmarsch teilnehmenden Marschgruppen von 7.37 Uhr ab in Abständen von je drei Minuten auf die Strecke abrückten, setzten auf dem Spielplatz der Spieloereinigung 1900 die Mannschaftskämpfe ein. Hierbei sah man eifrige Betätigung im Keulenweitwurf, im Lauf, Hindernislauf usw.; ferner wurde an anderer Stelle im Kleinkaliberschießen rege gekämpft, außerdem herrschte in den Springübungen großer Betrieb. Das Hauptereignis des Vormittag war der 2 0- Kilometer-Mannschafts-Gepäckmarsch. Die Strecke ging von der Volkshalle aus über den vorderen Trieb durch den Philosophenwald über Wieseck, von dort herauf zur Marburger Landstraße, am Lichtenauer Weg links seitwärts hinab in die Talsenke zwischen der Marburger Landstraße und dem Bahndamm (auf dieser Strecke war die erste Geländesporteinlage der Planzeigeraus- gaben zu leisten), weiter hinüber zur Wißmarer Landstraße nach Wißmar, von dort nach Launsbach (halbwegs dieser Strecke waren seitlich Flaggen festzustellen und eine Meldeübung zu leisten), durch Launsbach hindurch in Richtung zur Krofdorfer Landstraße (unmittelbar vor diesem Punkt war eine Aufgabe im Entf ernungs- s ch ä tz e n zu erfüllen), weiter die Krofdorfer Landstraße entlang nach dem Wäldchen am Unteren Hardthof, wo auf den SA.-Reserve-Schieß- ständen im dortigen Steinbruch jede Marschgruppe eine Aufgabe im B a l l o n s ch i e ß e n zu leisten hatte. Von dort ging es dann durch die Gleiberger Straße und die Krofdorfer Straße über den Wer- nerwall, Hitlerwall, Moltkestraße durch das Eichgärtengebiet zur Kaiserallee, dann über die Grünberger Straße und den Trieb zurück zum Ausgangspunkt vor der Volkshalle, wobei für die Wettkampfgruppen die Ankunft in guter Haltung noch besonders bedeutsam war. Die Marschstrecke war von dem Führer des Sturms 12/R 116, Obertruppführer Schwenker, in ausgezeichneter Weife organisiert worden; überkönnen nur agen, daß allen Mannschaften nach jeder Richtung hin uneingeschränktes Lob gebührt. Die Ankunft am Zielpunkt vor der Volkshalle wickelte sich etwa von 10 Uhr ab flott ab, wonach jede Marschgruppe mit Marschmusik empfangen wurde. Nach Rückmeldung wurden die Mannschaften zur Prüfung ihres gesundheitlichen Befindens entlassen. Eine große Zuschauermenge war mit starkem Interesse Zeuge der Ankunft dieser Wettkämpfer. Die Ergebnisse des Wettkampfes teilen wir am Schlüsse dieses Berichtes mit. Etwa von 12 Uhr ab war nach dem regen Sportbetrieb des Vormittags eine mehrstündige Mittagspause, in deren Verlauf die SA.-Männer in ausgiebigster Weife mit einer vortrefflichen Bohnensuppe mit Fleischeinlage verpflegt wurden. Sodann folgten die sportlichen Höhepunkte des Nachmittags: der Kampfball der Standarte 116 gegen die Standarte 254 und die 20 mal 200-Meter-Staffel der Standarte 116 und 254. Bei beiden Wettkämpfen, die vor einer stark interessierten außerordentlich großen Zuschauermenge ausgetragen wurden, sah, . .. ~ man trotz des strömenden Regens ebenfalls her- Li 6 gewinnt mit 4.0 ^ren gegen vorragende Leistungen, die dem sportlichen Kampf- die Standarte 254 und erringt damit den W a n - willen der Mannschaften das beste Zeugnis aus-' stellten. Das Kampfballspiel gewann die Standarte 116, die 20 mal 200-Meter-Staffel zeigte die Stan- mm Kampf für den Führer und seine Idee bestimmt, zum harten, rücksichtslosen, kompromißlosen Kampf. Immer muhte in den Jahren der Kampfzeit gekämpft werden, aber gerade weil mir kämpfen mußten, deshalb war uns auch der Sieg sicher. Wahrlich, wir dürfen stolz sein auf die Entwicklung und auf die Geschichte der SA. in den Jahren der Kampfzeit. Nun ist der Samen aufgegangen, den der unbekannte SA.-Mann in der Vergangenheit gelegt hat. Und stolz kann der deutsche Mensch fein, daß die SA. so viel beigetragen hat zu dem Ausbau des neuen, kommenden Deutsch- land, wie vieles von dem, was einst aus unseren Ansichten in der SA. geschaffen und geboren wurde, ist heute Gemeingut des gesamten halb wollen wir unseren SA.-Geist, der alles geschaffen hat, auch immer wieder in Vordergrund stellen. Alles, was die SA. muß stehen im Zeichen dieses Geistes, — , v harten, rücksichtslosen und revolutionären Juni, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Kampfgeistes der SA. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereit- Nicht erst der Einsatz der SA. schafft den Auf- halten und bie Mitaliebskarte zur Eintragung Vorgaben Erfüllung, die Vorbereitung und die Aus- legen. Der Inhalt Der Päckchen ist außen sichtbar iildung der SA. zu diesen Werken ist die Voraus- anzugeben. etzuna dazu. Deshalb muß auch die SA. Sport Ortsgruppe Gießen-Nord. treiben. Deshalb muß der SA.-Sport ein Um Montag, 8., und Dienstag, 9. Juni wird im harter Sport sein und unter dem Zeichen des Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord der Lebens- Kampfgedankens stehen, wie ihn die heu- mittel-Opferrinq für den Monat Juni eingezogen, tigen sportlichen Wettkampfe der Brigade 147 rote- Sie Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpakete der gezeigt haben. Deshalb war dieser Sporttag bereitzuhalten. der Brigade 147 auch so erfolgreich, obwohl es lei- Ortsgruppe Gießen Mitte. der unablässig geregnet und der Wettergott es mit w ® ", u uns nicht gut gemeint hat. Aber yerade dadurch T3dt. pfunbfammlung. haben Sie, meine Kameraden, bewiesen, daß Sie Am Mittwoch, 10. Juni, werden bL Spenden Kämpfer sind. Sie haben gegeigt, daß die SA. (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft ein» auch von einem solchen schlechten Wetter sich nicht gesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den unterliegen läßt. Sie haben bie Fahne b e r Inhalt ber Päckchen auf ber Umhüllung kenntlich zu Brigade 147 hochgehalten. Sie haben nicht | machen und bie Quittungskarten bereitzuhalten. nur gute sportliche Ergebnisse erzielt, sondern auch gezeigt, daß Sie von dem alten Kampfgeist der SA. erfüllt sind. Lassen Sie dieses schöne (2. Platz Res.) (3. Platz Res.) (4. Platz Res.) (5. Platz Res.) (6. Platz Res.) (7. Platz Res.) Munschastsfünfkampf. Gesamtzeit 1. Dlatz Sturm 7/254 2:26,00 Std. 2. „ „ 10/254 2:26,32 „ 3. „ „ 3/116 2:27,53 „ 4. „ Marinestb. 11/34 2:30,48 „ 5. „ Sturm 12/222 2:30,52 „ 6. „ „ 45/116 2:31,43 „ 7. „ „ 45/222 2:32,38 „ 8. „ „ 14/222 2:36,23 „ 9. „ „ Na./116 2:36,58 „ 10. „ „ 5/116 2:37,23 „ 11. „ „ 2/222 2:39,09 „ 12. „ „ 16/116 2:39,40 „ 13. „ „ 12/R116 2:39,58 „ 14. „ . „ 10/222 2:43,00 „ 15. „ „ 23/R116 2:43,51 „ 16. „ „ 12/116 2:44,19 „ 17. „ „ 1/R116 2:44,40 „ 18. „ „ 23M222 2:54,40 „ 19. „ „ 2Br./147 2:54,53 „ 20. „ „ 15/R116 2:54,04 „ 21. „ „ 1/254 3:00,30 „ 22. „ „ 4/R222 3:00,51 „ 23. „ „ 12/R222 3:03,40 „ 1. Platz Sturm 8/254 981 fünfte 2. „ 2/116 975 H 3. „ 8/222 964 • e 4. „ 16/116 952 M 5. „ 11/116 924 6. „ 4/222 871 M 7. „ 13/222 863 n 8. 51/222 841 II 9. „ 40/222 779 II 10. „ 6/116 774 11. „ 5/116 770 II 12. „ 3/254 749 13. „ 10/222 715 H 14. „ 9/254 666 15. „ 21/R 116 644 " (1. Platz Res.) 16. „ 11/R 116 442 „ (2. Platz Res.) 17. „ 13/R 222 374 „ (3. Platz Res.) SJlxfpont Nürnberg—Düsseldorf im Endspiel. zu kommen. Hierdurch wmchen verschiedene Spieler der Blauweißen eingeschüchtert, wodurch die Leistung etwas abzusinken begann. Nur Lippert und Zeiler ließen sich den Mut nicht abkaufen und fegten immer wieder die Bälle weit ins Feld zurück. Durch einen Elfmeter kamen die Gastgeber zu ihrem Erfolg. Bei den Gastgebern, die teilweise etwas zu hart kämpften, war der Mittelläufer und die Verteidigung die besten Spieler. Im Sturm war es Euler, der eine große Energieleistung vollbrachte, bei seinen Nebenspielern aber nicht immer die rechte Unterstützung fand. Bei 1900, die in der Aufstellung Schombert; Zeiler, Lippert; Schneider, Jäger, Günther; Sinmng, Ranft, Enders, Garth, Hain antraten, befriedigte eigentlich nur die Hintermannschaft. Schombert auf dem ungewohnten Platze im Tor, bekam zwar nicht allzuviel Arbeit, entledigte sich aber derselben ganz achtbar. Die Läufereihe gefiel in der ersten Hälfte besser als nach der Pause. Auch der Sturm hatte vor dem Wechsel bessere Momente als nachher. Schiri Künstler (Friedberg) konnte nicht restlos überzeugen. der gelegt wurde. Diesmal war es Schneider, der den Strafstoß verschoß. In der 18. Minute der gleiche Vorfall. Es gab wieder Strafstoß für 1900. Jetzt eilte Lipp nach vorn, um denselben auszuführen. Freund und Feind bauten sich oorm Tor auf. Trotzdem fand Lippert noch eine Lücke und schoß unhaltbar ein. Bei einem Angriff der Butzbacher ging der Mittelstürmer k. o. Einen direkt aus der Luft genommenen Abschlag von Zeiler wollte derselbe zurückköpfen. Infolge der Nässe und der kurzen Entfernung hatte der Ball jedoch eine solche Wucht, daß Euler nach einem kurzen Dreh lang gestreckt zu Boden fiel. In der Zeit, wo die Gastgeber nur 10 Mann im Feld hatten, fiel der zweite Treffer für 1900. Bei einem Schuß von Ranft ließ der Torwächter den Ball fallen und der hinzueilende Enders schob ins leere Tor. Nach der Pause, als Butzbach wieder vollzählig war, versuchten sie durch hartes Spiel zu Erfolgen half, einwandfrei, dann dem Club-Fünfstürmerspiel nicht immer gewachsen. „Fortuna" schlug Gleiwitz. Im Sachsenland brachte man am Sonntag der „kleineren" der beiden Vorschluhrunden-Begegnun- gen um die „Deutsche" kein besonderes Interesse entgegen. Es fanden sich im Dresdener Ostragehege nur 15 000 Zuschauer ein; sie erlebten zwischen Fortuna Düsseldorf und dem DR. Gleiwitz einen dramatischen Kampf. Von Beginn an entwickelte sich ein spannendes, ständig wechselndes Treffen. Die „Fortunen" waren sofort im Feldspiel leicht überlegen, ihr Sturm war aber gleichzeitig vor dem gegnerischen Tor von völliger Unbeholfenheit. Bis zur 15. Minute spielten die „Fortunen" deutlich überlegen. Dann hieß es plötzlich 1:0 für Gleiwitz. Wilschek hatte scharf geschossen, Torwart Pesch zu kurz abgewehrt und der herbeieilende Pischek das Tor „fertig" gemacht. Nach der Pause waren die Düsseldorfer in prächtiger Form. Die Hintermannschaft leistete sichere Abwehrarbeit. Die Gleiwitzer wirkten abgekämpft und verloren schließlich verdient. In der 55. Minute war es Zwolanowski, der den Ausgleich aus vollem Lauf erzielen konnte. In der 76. Minute brachte Nachtigall die Düsseldorfer mit feinem Schuß in Front, und zehn Minuten später ergab eine Vorlage Nachtigalls durch K o b i e r s k i das 3:1-Endergebnis. Fortunas Sieg war verdient. Nach der Pause sah man ein großes Spiel von den Düsseldorfern, während die Gleiwitzer mehr und mehr nachließen. Vor dem Wechsel gab es bei den Siegern zwar einige Schwächen, nach der Pause gewann aber dann die Hintermannschaft mehr und mehr an Sicherheit. Endkämpfe auch im Handball. Auch im Handball wurden die Endspielpartner ermittelt. In Minden und Leipzig waren die Vorschlußrunden der Männer und Frauen angesetzt. Das Endspiel der Männer bestreiten am 28. Juni in Dortmund Hindenburg Minden und MTSA. Leipzig. Minden, das auch im vorigen Jahre im Endspiel stand, gewann vor 6000 Zuschauern zu Hause überraschend glatt mit 9:3 (5:0) über Rasensport Mülheim. Die Leipziger Soldaten hatten ebenfalls das Glück, zu Hause spielen zu dürfen. Ihr Gegner war vor 14 000 Zuschauern der Nordmark-Meister Oberalster Hamburg, der dem Deutschen Meister MSV Magdeburg den Weg um die Vorschlußrunde verlegt hatte. Nach einem spannenden und dauernd wechselndem Verlauf, bei dem Hamburg zur Pause 6:4 führte, kam es beim Schlußstand von 9:9 zur Verlängerung, in der dann Leipzig mit 14:10 den Sieg an sich riß. Bei den Frauen heißt die Endspielpaarung: VfR. Mannheim — S C. Charlotten- burg. Während die Mannheimerinnen in Minden mit 1:0 (1:0) über Eintracht Frankfurt wie in den letzten beiden Jahren wieder ins Endspiel kamen, wird ihr Gegner dort nicht Eimsbüttel, sonSf3.D-°n den Hiesigen an Lauftechnik Körpertäuschung überlegen. Die ganze Mann- hnf b"dete eine geschlossene Einheit und bas Verständnis der einzelnen Mannschaftsteile ließ auf em intensives Training schließen. Demgegenüber spielte die Gießener Mannschaft sichtlich unter Form. Zu allem Ueberfluß kam noch hinzu, daß sie zu Beginn nur zehn Mann zur Stelle hatte und als Lehrmund endlich eintrat, hatten die Gäste durch eine 2:0-Fuhrung bereits den Sieg sicherae- stellt Weiterhin war Knauß, der aus unersichtlichcm Grunde nach einer halben Stunde bereits aus- schied, ein glatter Versager. J?0"./86?*™ Qn f°h man Egelsbach im Angrl,f. Bereits in der zweiten Minute erzielten sie eine Ecke die abgewehrt wurde. Bei einem neuen Angriff sprang ein Schuß des Mittelstürmers von der Latte ms Aus. Die Gießener waren weiter m der Deoenfioe, da es Knauß nicht gelang, die Verbindung zu feinem Sturme herzustellen. Dann gelang Schmidt ein Durchbruch, sein Schuß wurde jedoch gehalten. Auf der Gegenseite durchbrach der Rechtsaußen die Gießener Deckung und flankte zum Halblinken. Bei dem entstehenden Gewühl im Strafraum erreichte er erneut den Ball und schoß ein. Zwei Minuten später war es derselbe Spieler, der den Ball an der Verlängerung der Torlinie noch erreichte, flankte, und durch den Mittelstürmer kam es zum 2:0. Jetzt trat Lehrmund ein, der Ansturm der Gäste hielt aber weiter an. Wieder war es der Rechtsaußen, der zu dem freistehenden Halblinken flankte, und dieser konnte durch Kopfstoß das dritte Tor erzielen. Ein Angriff der Gießener von rechts brachte nur eine Ecke ein, die jedoch verschossen wurde. Dann spielte sich Wlodareck gut durch, legte steil zu Sczponick, der sofort zur Mitte weitergab. Der Gießener Halbrechte war zur Stelle, sein wuchtiger Schuß prallte jedoch von der Jnnenlatte ins Feld zurück. Damit war eine große Chance der Gießener dahin. Wieder brach Schmidt durch, schoß aber, anstatt zu freistehenden Mitte zu geben. Damit war eine weitere Chance dahin. Auf der Gegenseite schoß der Mittelstürmer das fünfte, der Halbrechte das sechste Tor. Jetzt schied Knauß aus, und das Spiel der Gießener, obwohl nur zehn Mann kämpfend, wurde bedeutend besser. Nach Wiederbeginn kämpfte die Gießener Mannschaft bedeutend besser als in der ersten Halbzeit. Wenn auch die Gäste weiterhin überlegen waren, so war doch diese Ueberlegenheit keinesfalls so stark wie in der ersten Halbzeit. Nach zehn Minuten schoß ihr Halbrechter des 7. Tor. Bei einem Gegenangriff der Gießener von links köpfte der rechte Verteidiger der Gäste eine Flanke von Sczponick ins eigene Tor. Verschiedene Angriffe der Gießener wurden von der Hintermannschaft abgewehrt. Hissr- bei zeigte der Schlußmann der Gäste gutes Können. Bis zum Schluß schraubten die Gäste das Resultat auf 9:1, während die Hiesigen leer ausgingen. Spielvereimgung 1900 Gießen. Buhbach — 1900 1:2 (0:2). Das Rückspiel in Butzbach konnten die Blauweißen ebenfalls siegreich gestalten. Das Resultat ist zwar knapp ausgefallen, wurde aber ziemlich sicher errungen. Dem Spielverlauf nach mußte die Tordifferenz eine andere sei. Anstatt einmal einen herzhaften Schuß zu wagen, wurde immer wieder hin- und hergeschoben, so daß es der Verteidigung der Platzbesitzer leicht möglich war, den Strafraum zu säubern. Der Spielverlauf sah die Blauweißen sofort gut in Fahrt, und die Angriffe konnten nicht immer klar gestoppt werden. So z. B. wurde Ranft an der Strafraumgrenze gelegt. Den Strafstoß hierfür verschoß er selbst. Kurz darauf war es Enders, Die Höhepunkte des Sportprogramms des ersten Juni-Sonntags waren die Vorschlußrunden im Kampf um die Deutsche Fußball- und Handball- Meisterschaft. Nürnberg — Düsseldorf lautet die Paarung für das am 21. Juni stattfindende Fußball-Endspiel, dessen Austragungsort zur Stunde noch nicht feststeht. In dem von 75 000 Zuschauern besuchten, in Stuttgart ausgetragenen, vorweggenommenen „Endspiel" siegte der 1. FC. Nürnberg mit 2:0 (0:0). Nürnbergs Endspielgegner ist der Altmeister „Fortuna" Düsseldorf. 15 000 Zuschauer sahen in Dresden den Sieg des Niederrhein-Meisters mit 3:1 (0:1) über die wackeren Schlesier von Vorwärts-Rasensport Gleiwitz, die erstmals einen Verein aus Schlesien unter die „letzten Vier" gebracht hatten. Oer Großkampf in Stuttgart. 1. FL. Nürnberg — FL. Schalke 04 2:0 (0:0). Die Nürnberger wiederholten den 2:0-Sieg, den sie im Pokal-Endkampf in Düsseldorf über die Knappen erfochten hatten, auch diesmal und sicherten sich mit 2:0 (0:0) die Teilnahmeberechtigung für das Endspiel. Schon gegen 11 Uhr begann der Anmarsch zur Kawpfbahn, wo sich bei Spielbeginn rund 75 000 Menschen versammelt hatten. Die erste Spielhälfte ging klar an die Nürnberger, obwohl keine Partei einen Treffer zu erzielen vermochte. 8:2 lautete beim Seitenwechsel der Eckenstand für den „Club", der das Spiel fast nach Gefallen bestimmt hatte. Dom Schalter „Kreisel- spiel" war nichts zu sehen. Unter Szepans unermüdlicher Führung spielten die Knappen diesmal reinen Zweckfußball. Anders war das Bild in der zweiten Spielhälfte. Szepan ging jetzt nach vorn und brachte Schwung in den Angriff, Kuzorra baute für ihn auf. Das Spiel wurde ausgeglichen. Einen prächtigen Vorstoß Kuzorra-Szepan-Urban stoppte Köhl, der sich entschlossen in die Schußbahn warf. In der 14. Minute wurde Schalkes 3. Ecke abgewehrt, im Anschluß daran fiel das erste Tor für Nürnberg. Eine Flanke Schwabs, des Club-Linksaußen, führte zu einem Kopfball-Duell an der 16-Meter-Linie. Friedel schoß überraschend ein. In der 21. Minute rettete Köhl mit Glanzleistung vor Gellesch, dann wurde der „Club" wieder angriffsfreudiger. Er kam auf 16 Ecken, konnte aber bis sechs Minuten vor Schluß nichts Zählbares erreichen. Dann aber nutzte Friedel einen Verteidigungsfehler von Schweihfurth und hob den Ball am herausgelaufenen Mellage vorbei ins Schalter Netz. Nürnberg hatte 2:0 gewonnen; mit der 17. Ecke für Nürnberg ging das Spiel zu Ende. Ueberrapenb war bei Nürnberg die Läuferreihe. Im Angriff überragte Gußner, von Eiberger gut bedient. Seppl Schmidt der geistige Führer, Friedel der Vollstrecker. Nur Schwab war schwächer. — Schalke hatte in Szepan den weitaus besten Spieler. Mellage ausgezeichnet, an den Toren schuldlos. Die Verteidigung mit Nattkämper als dritten Mann nur vor der Pause, als Szepan ständig hinten aus- dern der SCC. fein, der in Leipzig den Norddeutschen den Weg ins Endspiel und damit zur dritten Deutschen Meisterschaft verlegte. Titelerfolge heimischer Leichtathleten. Die leichtathletischen Gaumeisterschaften des Gaues Hessen wurden am Sonntag in Marburg durchgeführt. Es regnete fast während der ganzen Veranstaltung, die erzielten Leistungen waren daher nicht immer hervorragend. Ergebnisse: 100 Meter: Goß 1900 Gießen 12,3 Sek.; 200 Meter: Schleier Kurhessen Marburg 23,7 Sek.; 800 Meter: Zehnter Hessen-Preußen Kassel 2:04,4 Min.; 15 0 0 Meter: Erwin Neidel Heuchelheim 4:23 Min.; 3000 Meter Simon CT. Kassel 9:13 Min.; Hochsprung: Rudolf 1900 Gießen 1,65 Meter; Weitsprung: Rudolf 1900 Gießen 6,44 Meter; Dreisprung: Schleier 12,19 Meter; Hammerwerfen: Schreiner AC. Marburg 11,03 Meter; Diskus: Weber TG. Fulda 30,37 Meter; Stabhoch: Wiese CT. Kassel 2.70 Meter; Speer: Wiese 45,90 Meter; 110 Meter Hürden: 1900 Gießen 17,8 Sek.; 4 mal 10 0 Meter: Hessen-Preu- " Kassel 45 6 Sek.; 4 mal 1500 Meter: Hes- Preußen Kassel 17,26 Min.; 20-Kilometer- ^raßenlaus: Holzapfel, Tv. Münchhausen, 1:11 Stunden. Handball der Ep.-Dg. 1900. Dutenhofen I — 1900 I 9:17. Gestern weilte die erste Mannschaft in Dutenhofen zu einem Freundschaftsspiel. Trotz des dauernden Regens wurde ein schönes und von beiden Seiten anständig geführtes Spiel gezeigt. 1900 ging nach schön geworfenen Toren auf 3:1 davon. Dutenhofen jedoch ließ nicht locker und zog gleich. Nun legte 1900 mächtig los, um die Führung nicht mehr aus der Hand zu geben. 1900 gewann das Spiel auf Grund des besseren Zusammenspiels und des Wurfvermögens. Oberschirrmeister Frey-Gießen wiederum Heeresmeister. kraflfahrmeislerschaflen der Wehrmacht. Jrn Rahmen der Drei-Tage-Mittelgebirgsfahrt wurde die Meisterfchaft der Wehrmacht im Kraftfahr-Geländesport entschieden, an der sich Heer und Marine beteiligten. Bemerkenswert war der Erfolg der neun Teilnehmer der Marine, die je zwei goldene und silberne Medaillen sowie einen goldenen Ehrenschild gewannen. Die Marine stellte dazu noch in der Einzelmeisterschaft den Sieger in Maat Ohlemeyer (Kiel). . In der Abteilung Seitenwagenmaschinen sicherten sich auch in diesem Jahre wieder der Ober» schirrmeister Frey, Gießen (Panzerabwehr 41), die Meisterschaft. Seine große Erfahrung, das außerordentliche Stehvermögen und die überlegene Fahrtechnik, durch die er sich feit Jahren unangefochten an der Spitze der Seitenwagenfahrer der Wehrmacht behauptet, haben ihm auch diesmal wieder den Sieg gesichert. Ergebnisse. Krafträder bis 10 0 0 ccm (Einzelwertung): 1. Maat Ohlemeyer, Kiel. Mannschaften: 1. Generalkommando VII (AK.). Seitenwagenmaschinen: Einzel: Ober- schirrmeifter Frey (Panzerabwehr-Abt. Gießen). Zweisitzige Personenwagen: Einzel: Hauptmann Mildebran (3. Pionier-Dio.). Mannschaften: Kommando der Kraftfahrer-Lehr- und Verfuchsabteilung Döberitz. Geländegängige Wagen: Einzel: Odlt. Sachtleben (Panzer-Abwehr Abtlg. 13). Mannschaften: Generalkomm. 4. AK. La st wagen: Einzel: Feldwebel Müller (Pan- zer-Abwehrabtlg. 19). Mannschaften: Generalkommando VI AK. Zwei neue deutscheLeichtathletikrekorde Die neuen Leichtathletikwettkämpfe in Jena, die der Jenaer Sportclub anläßlich seines 25jährigen Bestehens veranstaltete, waren ein voller Erfolg. Zwei neue deutsche Bestleistungen wurden erzielt, und zwar durch L e i ch u m (Wünsdorf) im Weitsprung mit einer Leistung von 7,76 Meter, während im Hammerwerfen Erich Hein den von Meister Blask (Königsberg) gehaltenen Rekord von 52,55 mit einem feinen Wurf auf 53,50 Meter verbessern konnte. SomtiiistoiüW Roman von Marlise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 34 Fortsetzung Nachdruck verboten! Keiner von ihnen ist am Leben geblieben. Dorothy Warkings hat man tot in einem Schlafwagenabteil auf der Strecke Paris—Nizza gefunden, der junge Körry, ein Ungar, ist auf einer einsamen Landstraße mit seinem Auto verbrannt, die Polizei hat niemals herausbekommen, wie das Unglück geschehen ist. Aber wir wissen es. Und so könnte ich dir noch eine Reihe von Namen aufzählen. Sei klug, sonst geht es mit dir ebenso!" Sie lehnte sich an ihn und küßte ihn mit Tränen in den schönen Augen. „Wir sind ja zusammen, Hans-Hermann, ich habe dich lieb, ich will dich nicht verlieren. So ober so ist es doch mit mir vorbei — warum also nicht klug fein und leben wollen? Der Ches ist großzügig. Wenn wir gut arbeiten, dann können wir viel vom Leben haben. Er benötigt uns immer nur für eine kurze Zeit. Im übrigen sind wir unser freier Herr, wir können reifen, wir können das Leben genießen — ad), Hans-Hermann, glaube mir doch, es ist zu deinem Besten, was ich dir rate." Müde ließ sich Hans-Hermann in einen Sessel sinken. Es war mit feiner Kraft zu Ende. Peggy hatte recht, er war ja doch verloren. Empörte ek sich gegen diese Menschen hier, dann war es fein Tod. Machte er gemeinsame Sache mit ihnen, dann hatte er wenigstens Peggy. 17. Benedikte und Jens Petersen gingen immer noch aneinander vorbei. Jeder versuchte bem anderen auszuweichen, keiner fand das erlösende Wort, dem geliebten Menschen entgegenzukommen. Je mehr Die Tage gingen, um so tiefer wurden Schmerz unb Entfremdung. . Fräulein Giesecke und Josua waren sich einig bariri, irgend etwas mußte geschehen. Wie sah Benedikte aus! Tiefe Schatten unter den Augen, die sonst so fröhlichen Augen wie erloschen, der Mund btt er verzogen. Sie sah am Tisch, zwang mit äußerster Mühe ein paar Bissen herunter, aber man merkte deutlich, wie schwer es ihr wurde. Ebenso schwer, wie irgendein belangloses Gespräch zu führen und aufrechtzuerhalten. Fräulein Giesecke war nachts ein paarmal vor Benediktes Zimmer geschlichen und hatte gelauscht. Sie hatte sich doch nicht getäuscht. Benedikte ging die t)albe Nacht im Zimmer auf und ab, hin und her, her und hin. Als Fräulein Giesecke aber klopfte und fragte: „Kindchen, ist Ihnen etwas, lassen Sie mich doch bitte ein!", da verstummten die Schritte, ein leises Knacken war hörbar, die elektrische Lampe wurde ausgeschaltet. Benedikte wollte es nicht wahr haben, daß sie keinen Schlaf fand. Bekümmert verschwand Fräulein Giesecke wieder in ihrem Zimmer. Wenn ein Mensch sich nicht helfen lassen wollte, aufdrängen durfte man sich ihm dann nicht. Josua jedoch hatte eine durchaus andere Meinung. Er konnte es nicht mitansehen, wie Benedikte, an der er mit abgöttischer Verehrung hing, täglich elender wurde. Angefangen hatte es, als der Schulmeister nicht mehr ins Haus gekommen war, unb schlimmer war es geworben, seitoem der junge Herr dort oben auf der „Burg" weilte. Josua hatte so manches in den letzten Tagen gehört; als er neulich Kartoffeln bei Krämer Tiedge kaufte, hatten im Nebenzimmer Frau Tiedge unb eine Nachbarin beim Geburtstagskaffee gesessen, unb was er ba zu hören bekam, hatte ihm gar nicht gefallen. Aber jetzt war es genug! Statte ihm ber verstorbene Herr nicht auf bem Totenbette gesagt: „Josua, paß auf, baß alles hier richtig unb orbentlick geht?" Jawohl, so hatte er gesprochen, unb Josua t)atte es ihm in bie Hanb gelobt. Nun ging hier schon seit längerem nichts mehr richtig unb orbentlich. * Auch im Schullehrerhaus brannte die Lampe bis tief in die Nacht. Jens Petersen saß über Büchern unb Zeitschriften. Er baute ganze Wänbe von Arbeit um sich, um nicht denken zu müssen. Noch eine tjalbe Woche, dann waren die großen Ferien da. In den großen Ferien hatte er mit Benedikte zu ihrer Mutter fahren und um die Einwilligung zu ihrer Verheiratung bitten wollen. Unb jetzt? Jetzt saß Benedikte drüben, er hier, (eins fand den Weg zum anderen. Verzweifelt starrte Jens Petersen vor sich hin. Er konnte die Liebe zu Benedikte nicht aus seinem Herzen reißen. Aber, was sie von ihm verlangte, die Wahrheit über Marie Krüger zu wissen, bas war unmöglich! Unb so würben sie sich immer mehr von- einanber entfernen, unb schließlich würbe ihre Liebe zueinanber gewesen sein wie ein schmerzlich schöner Frühlingstraum. Aber wie nur sollte er es ertragen, auf bie Dauer neben Benebikte zu leben? Jetzt, wo bas Wetter mieber besser geworben, konnte man sich ja täglich, stünblich über ben Weg laufen! Nein, bas war unerträglich! Blieb sie auf ber Insel, bann mußte er weichen. Man hatte ihm schon so oft angeboten, eine verantwortungsvollere Arbeit anzunehmen. Er hätte bie Möglichkeit, in größerem Kreise zu wirken. Bisher hatte er alles abgelehnt, weil er nicht von ben Menschen hier unb seiner geliebten Insel fortgemocht. Aber wenn er sein Leben irgendwie wieder in die Hand bekommn wollte, blieb nichts anderes übrig, als um Versetzung zu bitten. So rang unb kämpfte Jens Petersen mit sich unb kam zu keinem Entschluß. Denn am Ende jeder Uederlegung stand unabweislich immer wieder Benedikte. Die Uhr in ber kleinen Küche schlug bie elfte Stunbe. Gerabe wollte er für heute Schluß machen, als es an bem Fensterlaben klopfte. Er stutzte. Wer wollte ihn benn jetzt noch sprechen? „Wer ist ba7" „Sein ich, Josua", kam eine gedämpfte Stimme zu ihm. Jens Petersen riß den Fensterladen auf: „Um Gottes willen, Josua, ist etwas geschehen? Ist jemand bei euch krank geworden?" Josuas dunkles Gesicht war vom Mond voll beschienen. . „Noch sein niemand krank, könnten aber krank werden, wenn nicht wird geholfen. Josua möchte sprechen mit dir, Schulmeister." Jens Petersen schloß die Haustür auf: „Komm, Josua!" Er drängte ben treuen Diener förmlich in sein Wohnzimmer. „Josua, sprich, was ist geschehen? Schickt dich jemand drüben vom Haus?" „Nein, Schulmeister, niemand schicken mich. Josua sein ganz von selbst gekommen. Josua haben zwei Dinge zu erzählen. Aber Josua erstmal fragen, warum du kommen nicht mehr herüber zu uns?" Forschend sah er den jungen Lehrer an. Jens Petersen wurde rot. „Das kann ich dir nicht erklären, Josua." Da lächelte Josua verschmitzt: „Dann Josua es dir erklären, Schulmeister. Weil ba etwas sein zwischen Herrin unb bir. Geht arme alte Neger nichts an, aber muß bir sagen, Herrin wirb elenb unb krank, schlafen keine Nacht, essen nicht so viel" — Josua beutete mit zwei Fingern einen Millimeter an. „Josua wetten, sie benft immer an bir. Aber ba fein noch anberer Kummer. Das sein mit jungen Herrn. Josua haben schlechte Dinge gehört von „Burg" da oben. Fischer erzählen sich so allerlei." „Geschwätz, Josua", warf jetzt Jens ein. Er selbst hatte ja sich eigentlich verpflichtet gefühlt, selbst einmal nachzuforschen. Aber bann war bas Zerwürfnis zwischen ihm unb Benebikte gekommen. Da war ihm Hans-Hermann, weiß Gott, gleichgültiger benn je geworben. Josua schüttelte bestimmt ben Kopf: „Sein nicht Geschwätz, Schulmeister. Paß auf. Der Paul von Fischer Clärens sein vor ein paar Tagen nachts auf See gewesen, nahe an bänische Gewässer. Unb was haben er ba gesehen? Sein eine Motorjacht gekommen, bie Motorjacht von ,Burg< oben. Sie sein herausgefahren wie zu Monbschein- fahrt, aber bann fein etwas Komisches passiert: ein dänisches Segelschiff von Moen her fein heran- gefommen. Von Motorjacht ein Mann fein in Wasser gesprungen, als wollen er baden. Paul mit feinem Boot hinter den Klippen liegen und können deutlich fehen den Verrückten, der da nachts in Wasser springen. Er schwören, er haben erkannt junge Herr, der fein geschwommen an Boot, haben etwas hinauf- gereicht, Sack ober so, bann er roieber zurück- aeschwommen an Motorboot. Das frembe Schiff haben bann Segel gesetzt unb getan, als wollen es fischen." Mit höchster Spannung hatte Jens zugehört. „Das also hat bir Paul erzählt?" „Nicht Paul, weiß ich es nur von anberen." „Unb warum geht Paul nicht zur Polizei und zeigt bas an? Es wäre boch der einfachste Weg." (Fortsetzung folgtI) Großer deutscherReiiersieg inWarschau Das Internationale Warschauer Reitturnier er« reichte am Sonntag mit der Entscheidung im Preis -er Nationen seinen Höhepunkt. Deutschland machte die Schlappe aus dem Vorjahr durch einen wenn auch nur knappen Sieg wieder wett und verwies Rumänien, Pvlen, Frankreich und Lettland auf die Plätze. Der Parcours mit 13 Hindernissen bot keine zu großen Schwierigkeiten, der Boden war allerdings tief und glatt. Deutschland stützte sich auf Baccarat mit Rittmeister Momm, Olaf, Hptm. von Barnekow, Tora, Oblt. K. Hasse und Wotan, Rittmeister E. Hasse. Bereits nach dem ersten Umlauf lag Deutschland in Führung vor Polen, Rumänien und Frankreich. Nur Baccarat hatte am Graben 4 Fehler gemacht, so daß die deutsche Mannschaft mit drei gewerteten Pferden ohne jeden Fehlerpunkt zum zweiten Umlauf antrat. Nachdem jedoch Baccarat, Tora und Olaf je vier Fehler gemacht und die Polen hier überraschend gut abgeschnitten hatten, lagen beide Nationen punktgleich. Die Entscheidung mußten somit die beiden letzten Pferde Wotan auf deutscher und Duncan auf polnischer Seite bringen. Wotan versah sich zweimal, aber Duncan machte durch die übergroße Nervosität seines Reiters, Rittmeister Lewicki, nach einem fehlerlosen ersten Parcours sogar ein Dutzend Fehlerpunkte, und damit waren die Siegesaussichten Polens endgültig begraben. Sogar den zweiten Platz mußten die Polen noch an die Rumänen abtreten, die in Oblt. Ran den besten Einzelreiter stellten. Unter den Klängen der deutschen Nationalhymnen stieg die Hakenkreuzstagge am Siegesmast empor und ehrlicher Beifall belohnte die deutschen Reiteroffiziere für ihren Erfolg. Deutscher Oavispokalsieg gegen Argentinien 4:1 gewonnen. 21m Sonntag wurde in Berlin der Davispokalkampf zwischen Deutschland und Argentinien zu Ende geführt. Deutschland siegte mit 4:1, weil an Stelle von Cramms Denker das letzte Einzel gegen Zappa bestritt und in fünf Sätzen verlor. Cramm war einer Einladung des Hannoverschen Rennvereins gefolgt, der am Sonntag einen „von-Cramm- Erinnerungspreis" zum Gedächtnis des kürzlich verstorbenen Vaters unseres Spitzenspielers laufen ließ. Auch am Sonntag war die Berliner Tennis-Gemeinde sehr zahlreich zur Stelle, obwohl der Kampf schon am Samstag mit 3:0 zugunsten Deutschlands entschieden war. H. Henkel lieferte zunächst dem Argentinier del Castille, der am Freitag G. von Cramm einen Satz abgenommen hatte, ein überlegenes Gefecht. Henkel zeigte wieder einige Verbesserungen 6:0, 6:1, 6:1 siegte der Deutsche. Den Punktverlust durch Denker, der für Cramm eingesetzt wurde, darf man nicht tragisch nehmen. Er hielt sich anfänglich gegen das durchdachte Spiel des Südamerikaners noch recht achtbar, kam aber am Schluß körperlich nicht mehr mit. Zappa siegte in fünf Sätzen sicher mit 3:6, 6:0, 2:6, 6:1, 6:1. Olympisches Ausscheidungsiumen der Frauen in Vad-Aauheim. Während man von den Olympia-Vorbereitungen der Turner sehr viel gelesen und gehört hat, war es um die Turnerinnen stiller, obwohl sie durchaus nicht müßig gewesen waren. Seit Januar dieses Jahres hat es für die aus 15 Turnerinnen bestehende Reichskernmannschaft der Turnerinnen unter Leitung von Reichsfrauenturnwart Carl Loges (Hannover) allmonatlich Lehrgänge in Hannover gegeben, und vor 5 Wochen traten die deutschen Olympiaturnerinnen in Hannover im ersten Ausscheidungsturnen erstmals vor die Oeffentlich- keit. Damals war Käthe Sohnemann (Hamburg) die Beste, gefolgt von Anita Bär wirth (Kiel) und Friedl I b y (Nürnberg). Nun hat in vergangenen Woche in Bad-Nauheim ein weiterer Lehrgang der Olympiaturnerinnen stattgefunden, wie wir schon berichtet haben. Es waren anstrengende Tage der Schulung, die Sonntag nachmittag ihren Abschluß fanden mit dem zweiten Ausscheidungsturnen, das in der überfüllten Turnhalle vor 800 turnbegeisterten Zuschauern aus nah und fern durchgeführt wurde. Trotzdem der Kampf sich infolge der Schwierigkeit und Umständlichkeit der internationalen Wertung auf über 5 Stunden hinzog, fand er bis zur letzten Minute das lebhafte Interesse des sachverständigen Publikums, das öfters auch mit Beifall nicht kargte. Die vielen Sachverständigen in der Turnhalle hätten ohne diese Erklärung der olympischen Wertung oft nicht die geringe Punktzahl bei den Uebun- gen verstanden. Bei dem 2lusscheidungsturnen wurden nur die Geräteübungen gewertet, die bei der Olympiade vorkommenden Gemeinschaftsübungen in Gymnastik und selbstgewähltem Gerät, hier Keule, waren am Samstag von jeder Kämpferin einzeln geturnt und auch gewertet worden. Dabei hatte Friedl Jby (Nürnberg) mit 17% Punkten den ersten Platz belegt. Jede Kampfrichterin konnte bis zu 10 Punkten geben, die Punktzahl für eine Hebung wurde dann errechnet aus der durch 5 geteilten Gesamtsumme. Da die Kürübungen der Ausschreibung gemäß mehr Schwierigkeiten enthalten mußten wie die Pflichtübungen, wurde auch zugleich eine Steigerung der Punktzahl bis zu 15 international festgelegt. Es wird mit der Pflichtübung am Schwebebalken begonnen, die von Julie Schmitt mit 97/2o Punkten in bester Form gezeigt wurde, dicht gefolgt von Anita Bärwirth um V20 Punkte. Bei der B a r r e n ü b u n g erklärt Loges, daß der Höhenunterschied der Holme bei uns Deutschen bis jetzt ungewohnt sei und die Hebung selbst für geübte Turner ihre Tücken habe. Wieder ist es eine Bayerin, die wettkampfgewohnte Friedl. Jby, de selbst die harten Formen der olympischen Bar- rcnübung noch persönlich zu gestalten vermag. Punktzahl 9lo/2o, die höchste Nummer der Pflichtübungen und überhaupt. Trudi Meyer, Hannover, steht ujr mit 913/2o Punkten wenig nach. Der Pferdpflicht- und Kürsprung wird in drei Phasen gewertet, der Anlauf mit einem Punkt, Flug und Niedersprung mit 6 dzw. 3 Punkten. Die „Standfestigkeit" unserer Mädel läßt dabei noch Wünsche offen, aber der Anlauf auf geöltem Boden war ungünstig und es gab recht viele Fehlschläge. Bei der Pferdkür - und Schwebebalkenkür war Erna Bürger die Beste mit 139/io und 13V4. Sie ist eine sichere Geräteturnerin, gedrungener Typ, turnt sauber und gewissenhaft. Isolde Frölian war die beste Barrenkürturnerin mit 149/20 Punkten. Alle Kürübungen zeigten, daß mit viel gutem Willen und eisernem Fleiß auch Geräte von der höhe des Schwebebalkens bald untertan gemacht wurden. Welche Möglichkeit an Gestaltung man doch selbst auf solch einer kleinen tückischen Unterstützungs- fläche haben kann. Danach wurden Hebungen in der freieren Fortbewegung nur von Miele Schorn a l t e r und Hanni Högel gezeigt. Die Barrenübungen erschienen reich an Schwierigkeiten, es war ureigenes, seit Jahren bekanntes Gebiet. Gar mancher Turner wäre stolz, wenn er in solch flüssiger Form all die bekannten Schwünge und Drehungen beherrschte. Nach dem fünfstündigen Wertungsturnen zeigten fünf Wettkämpferinnen die bei den Olympischen Spielen zu zeigenden Keulenübungen. Zum Schluß marschierte die Mannschaft noch einmal auf, und Carl Loges dankte allen Gästen für ihr treues Aushalten. Vor allem aber galt sein Dank den Mädeln, deren Fleiß in den fünf Monaten ihrer Kampfgemeinschaft über alles Lob erhaben sei. Nach Bekanntgabe der Gesamtwertung sprach Henni Warninghoff Dankesworte aus den Bürgern Bad-Nauheims, der Partei, dem Verein und dem Kurdirektor. Als Ausgangspunkt für alle Erziehung habe der Führer die Leibesübung gestellt. Darum solle auch das heutige Ausscheidungsturnen für die Olympischen Spiele in einem Gruß an den Führer ausklingen. Ihm galten das „Sieg-Heil" und die deutschen Lieder. Oie Ergebnisse: 1. Erna Burger, Eberswalde, 83Vio Punkte; 2. Julie Schmitt, München, 8IV10 P.: 3. Käthe Sohnemann, Hamburg, 797/io P.; 4. Frieda Jby, Nürnberg, 781/» P.; 5. Judi Meyer, Hannover, 751/4 P.; 6. Isolde Frölian, Dresden, 733/s P.; 7. Marga Fischer, Leipzig, 729/io P.; 8. Anita Bärwirth, Kiel, 702/s P.; 9. Miele Schowalter, Ludwigshafen, 7OV20 P.; 10. Hanny Högel, Wiesbaden, 7OV20 P.; 11. Paula Pöhlsen, Hamburg (die erste Turnfestsiegerin in Stuttgart 1933), 697/2o P.; 12. Marianne Quaßdorf, Leipzig, 65VsP.; 13. Emmi Hollfelder, Dortmund, 624/s P.; 14. Else Löhsel, München, 603/« P.; 15. Gertrud Sämann, Leipzig, 58V2 Punkte. Deutsche Turner geaen polen siegreich. Eine deutsche Turner-Mannschaft trug in Warschau einen Länderkampf mit Polen aus, der mit 1326,8:293,7 Punkten gewonnen wurde. Der Kampf wurde nach den olympischen Bedingungen ausgefra« gen; jede Nation stellte pro Gerät vier Turner. Die besten Einzelleistungen vollbrachten in der deutschen Mannschaft, in der keine Olympiaanwärter standen, Müller (Leuna) und S ch m e l ch e r (München). Radsport-Zugendfest in Wieteck. Am Sonntag fand in Wieseck das Radsportjugendfest des Bezirks Gießen im Deutschen Radfahrer-Verband statt. Die Meldungen hierzu waren zahlreich eingegangen. Leider hatte das schlechte Wetter einige Vereine abgehalten, zu dieser Veranstaltung zu kommen. Schon in den frühen Morgenstunden hatten sich begeisterte Radsportanhänger ein» gefunden, um dem 30-kilomeler-Jugendrennen beizuwohnen. Von den gemeldeten Fahrern ginaen 7 Jugendliche unter 18 Jahren an den Start. Obwohl die Fahrer gegen den Regen und den Wind zu kämpfen hatten, waren die gezeigten Leistungen gut. Das Rennen verlief von Wieseck über Trohe, Rödgen, Großen-Buseck, Reiskirchen nach Lindenstruth und zurück. Nach dem Wendepunkt enteilten die Fahrer Emmerich (Krofdorf) und Ludwig Preis (Gießen) dem Felde und konnten'bald einen Vorsprung von 200 Meter erzielen, den sie immer mehr vergrößerten. Vor Rödgen fiel von den Spitzenreitern noch Preis ab, so daß Emmerich in der für die Witterung guten Zeit von 52.45 Minuten gewinnen konnte. Eine halbe Minute später traf dann Preis ein, in kurzen Abständen auch die anderen Teilnehmer. Inzwischen hatten im Saale Braun die Dorwelibe werbe im Radball begonnen. In der S ch ü l e r k l a s s e gingen nur die Mannschaften von Niedergirmes und 1885 Gießen an den Start. In einem schönen Spiel konnten die Niedergirrneser mit 8:5 Toren siegen. In der Jugendklasse waren die Mannschaften von Wieseck (2 Mannschaften), Krofdorf (3 Mannschaften) und Niedergirmes (2 Mannschaften) vertreten. In zwei Serien wurden die vier besten Mannschaften ermittelt, die dann am Nachmittag die Endkämpfe austrugen. Für die Entscheidung hatten sich placiert: Krofdorf 1. und 3. Mannschaft und Niedergirmes 1. und 2. Mannschaft. Im ersten Spiel Niedergirmes I — Krofdorf III gab es eine Heberraschung, indem die erst 15jäh- rigen Krofdorfer den körperlich stärkeren Nieber- airmefern eine 10:7-Niederlage beibringen konnten. Krofdorf I. konnte die II. von Niedergirmes mit 8:2 Toren abfertigen. Im Spiel Krofdorf I — Niedergirmes I- triumphierten die Lahnstädter knapp mit 6:7 Toren. Krofdorfs 3. Mannschaft konnte dann auch noch die 2. von Niedergirmes hoch mit 12:3 schlagen und im Spiel der beiden Krofdorfer Mannschaften gegeneinander zeigte sich die 3. Mannschaft wiederum als die technisch bessere. Niedergirmes I gegen Niedergirmes II wurde eine sichere Sache der 1. Mannschaft. — Somit hatten die Jüngsten von Krofdorf, die erst aus der Schülerklasse aufgerückten Bork und Bender die höchste Punktzahl errungen und konnten als technisch beste Jugendmannschaft die Spielfläche verlassen. Im Verlauf der Veranstaltungen sah man auch Reigen und Kunstfahren. Im Sechser I u - genbreigen zeigten die Wiesecker ansprechende Leistungen. Im Einer und Zweier Schülerkunstfahren war der Nachwuchs der Niedergirrneser vertreten. Die Körper- und Radbeherrschung der Jüngsten war ganz ausgezeichnet, und sie ernteten reichen Beifall. Den Abschluß der Saalsportveranstaltung bildete die Siegerehrung. Nicht zuletzt gebührt aber der Dank dem Radfahrerverein 1900 Wieseck, der die Ausrichtung des Jugendfestes übernommen hatte. Mit dieser Veranstaltung war dem schönen Radsport bestimmt auch in Wieseck ein sportlicher Erfolg beschieden. Nuvolari siegt in Barcelona. Das Auto-Rennen um den „Großen Preis von Penya-Rhin", das am Sonntag im Montjuich-Park in Barcelona ausgefahren wurde, endete mit einem knappen Siege des Italieners Tazio Nuvolari auf Alfa Romeo vor unserem Meisterfahrer Rudolf Caracciola auf Mercedes-Benz. Nuvolari gewann das Rennen mit drei Sekunden Dorsprung. Das Ergebnis: 1. Tazio Nuvolari- Italien auf Alfa Romeo 2:43:06 Stunden (111,646 Stundenkilometer); 2. Rudolf Caracciola (Mercedes-Benz) 2:43:09 Stunden; eine Runde zurück: 3. Farina - Italien (Alfa Romeo); zwei Runden zurück: 4. von Delius (Auto-Hnion); 5. Bernd Rosemeyer (Auto-Hnion). Hans Stuck und Walter Bäumer wurden beim 1000-Pards-Bergrennen in England (Shelsley-Walsh-Rennen) Klassensieger. Stuck fuhr auf regennasser Bahn 45,2 und 48,4 Sek. und gewann damit in der Klasie der großen Wagen, W» Bäumer holte sich auf Austin den Sieg in der 750er-Klasse. Schadenfeuer in Ober-Breidenbach. * Ober-Breidenbach, 8. Juni. In der vergangenen Nacht wurde unser Dorf durch Feueralarm in Hnruhe versetzt. Im Anwesen des Gastwirts Wenzel war Feuer ausgebrochen, das rasch um sich griff. Scheune und Stallungen fielen den Flammen zum Opfer und brannten bis auf die Grundmauern nieder. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, umstehende Gebäude zu schützen. Die Tiere konnten aus den Stallungen geborgen werden. Der entstandene Schaden ist erheblich. Die Brandursache konnte bisher nicht fest- gestellt werden. Wirtschaft. Rbein-Mainische Börse. Fester. Frankfurt a M., 6. Juni. Bei recht lebhaften Umsätzen brachte die Börse zum Wochenschluß am Aktienmarkt eine weitere Erholung, nachdem bereits im gestrigen Abendbörsenverkehr ein Tendenzumschwung zu verzeichnen war. Auf der ermäßigten Basis setzten allgemein Rückkäufe sowie Deckungen der Kulisse ein, so daß sich durchschnittliche Kurserhöhungen von 1 v. H. einstellten. Die festere Haltung wurde durch günstige Wirtschaftsberichte unterstützt, insbesondere wurde die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung bei der AG. für Verkehrswesen mit 6 v. H. mit Befriedigung ausgenommen. Daneben erwartet die Börse aus der heutigen AR.-Sitzung der JG.-Farben-Jn- buftrie einen günstigen Abschluß, mit einer Divi- benbenerhöhung wirb jeboch nicht gerechnet, nach- bem vielfach bie Version von 8 v. H. aufgekommen war. IG.-Farben erhöhten sich bei größeren Um« sätzen auf 173,50 bis 174 (170,75), ferner gewannen Scheibeanstalt 1 v. H. AG. für Verkehr blieben mit 125,75 bis 126 (126) voll behauptet. Von Montanwerten stiegen Hoesch um 1,13 v. H., Klöckner um 1 v. H., bie übrigen Papiere von 0,25 bis 0,75 v. H. Von Kaliaktien zogen Westeregeln um 3 v. H. an. Elektroaktien erfuhren überwiegend Steigerungen von 0,50 bis 1,50 v H., Schuckert plus 2 v. H. Maschinen- unb Motorenwerte gewannen 1 v. H., Muag 1,13 v. H., nur Moenus nach Abzug von netto 4,05 v. H. Divibenbe 88,75 (93). Von Einzelwerten setzten Holzmann 2, Ce- ment Heibelberg 0,75, AKU. unb Reichsbank je 0,50 unb Westdeutfche Kaufhof 0,25 v. H. fester ein Etwas schwächer lagen Deutsche Linoleum mit 183 (184,50). Der Rentenmarkt lag bei kleinen Umsätzen freunblich. Altbesitz wegen der Ziehung noch ohne Notiz, Kommunal-Umschulbung wie gestern abend 89,70. Variable Industrie-Obligationen lagen teilweise noch schwächer, 6 v. H. Hoesch 102,25 (103). Am Auslandsrentenmarkt war die Haltung ebenfalls fest, insbesondere zeigte sich Nachfrage für die kleinen südöstlichen Werte. Im Verlaufe ergaben sich am Aktienmarkt überwiegend weitere Besserungen, das Geschäft wurde jedoch ruhiger, und die Kurse unterlagen z. T. mehrfachen Schwankungen. Die Kulisse nahm teilweise Gewinnmitnahmen vor, dagegen trafen noch Publikumsausträge ein. IG. Farben bis 174,25, bann wieder 174, BMW. 142 nach 141, Kaufhof schwankten zwischen 48.50 bis 48,75, Moenus Ma- fchinen auf 89,50 nach 88,75 befestigt. Die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen ebenfalls fest, insbesondere Deutsche Erdöl mit 133,75 (131), Felten mit 140 (137), Lcchrneyer unb Elektr. Lieferungen ie plus 1,25 v. H., Berger Tiefbau plus 2 0. H., Bernberg weiter erholt auf 88,50 (87). Arn Kaffa- marft wurden Schrifta. Stempel mit 66 taxiert (zuletzt 65 und amtlich 61). Renten blieben auch im Verlaufe sehr still. Goldpfanbbriefe,Kommunal-Obligationen und Stabtanleihen lagen nahezu unverändert, Liguidations- pfanbbriefe uneinheitlich. Industrie-Obligationen neigten zur Schwäche. Von Auslanbsrenten waren Ungarn CC.-Stücke bis 0,50 v. H. fester, ferner I. Anatolier plus 0,40 v. H. Mexikaner lagen nicht ganz einheitlich. Die kleinen Werte kamen zumeist fester zur Notiz. Der Freiverkehr war nur wenig verändert, Ufa-Aktien 66,75 (66), Adlerwerke 105,50 (105). Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb 113 Rinder (30 Ochsen, 31 Bullen, 110 Kühe, 42 Färsen), 737 Kälber, 29 Schafe, 3938 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 42 bis 45 Mark, Bullen 43, Kühe 25 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 44, Kälber 38 bis 78, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktoerlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber rege. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben bie Höhe ber zuletzt beschlossenen Divibenbe an. — Reichsbankbiskont 4 o.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. ■j-rantiun a. m. Berun Schluß- kurü Schluß!. Abend- bürfe Schlußkurs Schluß!, mittag- börse Oalnm 5-6 | 6.6. 5.6 66 6% $>Äi|(i)e Reichsanieihe o. 1921 101,13 101,25 101,4 101,4 *% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,75 98,75 98,75 98,75 b'/2% Doung-Anleihe von 1930 . 103,25 103,25 103,2 103,4 Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mti Auslos.-Rechten ............ _ _ *Vi% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 100,25 100,25 100,4 100,3 4’/2% ehem. 8% Hessischer Volks itaal 1929 (rückzahlb. 102%) .. 98,75 98,75 _ 98,75 4%% ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12... 97 97 _ 6'/.% ehem. 4tz% He>j. Landes Hypothekenbank TarmstadtLtau 101,25 101,25 _ 4y2% ehem. 8% Darm». Komm LandeSb.Goldichuldverichr R.' 93,13 93,13 _ Lberhessen Provinz-Anleihe mi Auslos.-Rechten ............ 123,5 123,5 _ Deutsche Komm. Sammelabl. An Ic.ue Serie 1 mit Auslos.Rechten 118,4 118,4 118,65 118,5 4 ’/2°o ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 97 97 6l/2% ehem. 4'/2% Franks. Hyp. Bauk-Liqu.-Pfandbriefe...... 101,6 101,5 _ 6y2% ehem. 4*/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 101,65 101,75 101,65 101,9 4Ytn'o ehem. 8% Pr. Landespfanb oriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4V,% ehern. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obl. 20 94,75 94,75 94,75 94,75 Steuergutich.BerrechnungSk. 34-38 109,5 109,5 109,5 109,5 4% Oefterreichifche Goldrente... — 30,5 30,75 31 4,20% Oefterreichifche Silberrentr —— 3,1 2,75 3,15 4% Ungarische Goldrente....... 9,75 9,95 9,9 9,9 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 9,25 9,55 9,2 9,55 4*/2% desgl. von 1913.......... 9,25 9,6 9,4 9,75 5% abgest. Goldmexikaner von 99 14 14 13,9 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... —- 10,5 Frankiurt a.m. Berlin Jranifurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend» börse Schluß. kurS Schlußk. mittag, börse Schluß. kurS Schluß!. Abend» börse Schluß, lurs Schluß?, mittag« börse Datum 5-6 6-6- 5-6. 6-6- Datum 5-6. 6.6. 5.6. 6.6 4% oesgl. Lene h ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 — _ 10,75 — Manchelver Bergbau....... ey2 140 141,5 140 141,25 7 7,5 7,3 7,6 Kokswerke ................ . 6 — — 137,25 137,25 4*/2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,25 10,25 10 10,25 Rheinische Braunkohlen .... 12 239 240 239,75 240 4% Rumänische vereinh. Rente . 6,05 5,9 6 Ryetnstahl ................ .. 4 131,5 133,75 131,65 133,75 2%% Anatolier .............. 44,5 44,9 44,5 44,75 Bereinigte Stahlwerke...... sy, 96,9 97,25 96,5 97,13 Otavi Minen ............. . 0 23 23,13 23,13 23 Hamburg-Amerika-Paket .....O 15,13 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 129,75 131,5 129,75 131,75 15,13 15,25 15,65 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 127,5 130,25 127,4 130 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........o 16 16,25 30,4 16,13 30,25 16,9 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, 177 180,5 178,75 179,5 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O 126 126 125 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 117,5 117,5 117 118 3. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 170,75 173,9 170,4 173,9 Commerz- und Privatbank ... 4 94,25 94,25 94,25 94,25 Scheideanstalt............. .. 9 257 259 — — Deutsche Bank und Tisconto» Goldschmidt .............. .. 5 114,5 115 115 115,5 Gesellschaft................ 4 95,25 95 95,25 95 Rütgerswerke ............. .. 6 128 128 128,25 129 Dresdner Bank.............. 4 Retchsbank ................ 16,25 195 96,25 196 96,25 194,9 96,25 196,5 MetallgeseUschaft........... .. 6 142,25 141,5 141,75 142 Philipp Holzmann......... .. 4 128 130 127,9 129,75 AEG..................... 0 37 37,75 150,25 135,25 37,25 150,5 134 37,75 150,5 136 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 140,25 141 Bekula............... g 150,5 134 Cementwerk Karlstadt....... .. 6 147 147 Elektr. LieferungSgefellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 158 137 159 158 159,25 141 146,75 136,75 136 154 194,25 142,75 Schultheis Patzenhoser ..... .. 4 — — 113,75 114 Gesellfch.f.Clektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... g Siemens L Halske........... r 145 135,75 151,5 193,13 141,75 145,75 135,75 154 194,5 143 145 135 135,65 151,75 192,5 142 Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof .......... Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer Gas ............. .. O .. 5 .. 6 .. O .. 7 53,25 87 146 105,5 54 89 147 105,5 52,75 87,75 146 104,5 121,75 53,9 89 147,25 105,75 122,5 LahmeyerLEo.............. 7 Daimler Motoren.......... Deutsche Linoleum......... .. O .. 8 118 184,5 119,5 183 118,13 185 120 184,5 Buderus ................... < Orenstein & Koppel ........ .. O —— —— 90,5 90,9 107 131 129,5 107,65 133,75 127 107,25 132,5 129,5 108,13 134,5 128,5 Westdeutsche Kaufhof....... Chade .................... .. 0 48,65 450 48,5 48,13 451,5 48 443 Deutsche Erdbl ............... .. 9 447 Harpen er................. 2% Accumulatorea-Fabrik...... . 12 190 191 189,65 192 Hoesch Eisen—Köln-Neuefsen .. 3 Ilse Bergbau ............... e 109,75 112 109,9 169 112 169 Eonti-Gummi............. . 11 187 188,25 187 189 Alse Bergbau Genüsse........e Klöcknerwerke ............... 3 138,5 105,75 100,65 140 107,5 102 137,5 105,75 101 140,5 107,75 102 Gritzner.................. Mainkrastwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker....... .. O 1 tn Gj 33,4 96,5 225 - Mannesmann-Röhren......... .. 4 . 10 - 220 - Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 5-Juni 6-Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brirf Geld Brie Buenos Airr 0,687 0,691 0,688 0,692 Brüssel .... 42,02 42,10 42,03 42,11 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia..... 3,047 3,05. 3,047 3,053 Kopenhagen 55,74 55,86 55,67 55,79 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,485 12,515 12,47 12,50 HeljingforS. 5,504 5,516 5,499 5,511 Paris ..... 16,355 16,395 16,345 16,385 Holland ... 167,87 168,21 167,86 168,20 Italien .... 19,48 19,52 19,48 19,52 Japan ..... 0,731 0,733 0,730 0,732 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,74 62,86 62,67 62,79 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,345 11,365 11,33 11,35 Stockholm.. 64,37 64,49 64,29 64,41 Schweiz ... 80,28 80,44 80,24 80,40 Lpanien... 33,90 33,96 33,88 33,94 Prag...... 10,255 10,275 10,25 10,27 Budapest .. — —— Reu York ... 2,486 2,490 * 2,485 2,489 Berlin,6. Juni | Geld Br ef Amerikanische Noten.............. 2,437 2,457 Belgische Noten.................. 41,88 42,04 Dänische Noten ................. 55,42 55.64 Englische Noten ................. 12,435 12,47 Französische Noten............... 16,295 16,355 Holländische Noten............... 167,44 168,12 Italienische Noten................ — Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling 62,45 62,71 Rumänische Noten............... — .-e Schwedische Noten............... 64,07 64,33 Schweizer Noten................. 80,06 80,38 Spanische Noten................. 33,54 33,68 Ungarische Noten................