186. Jahrgang Metzener Anzeiger Itr.107 erstes Blatt 186. Jahrgang Stettag, 8. Mal 1956 Erscheint täglich, außer JHMT A . Sonntags und Feiertags JHv Ä Annahme von Anzeigen Beilagen: Die Illustrierte M / . a A A ® . ▼ _ _ . ftr die Mittagsnummer Gießener Familienblätter W M ftA A AA Hk W A Ak A^ A AA bis 8"/,Uhr des Vormittags hs miPKonpr /l 112Mnd>r rrLM • l8° 9IvC-livILva 11 »Bk BÄHII I ffÜW 1 *1VWVÄV> VSM-S von einzelnen Nummern UV > AM rffcht jr infolge höherer Gewalt 1 Ermäßigte Grundpreise: MZR General-Anzeiger für Oberhessen ZWW Postscheckkonto: 1 • ’ ’ gen, Bäder-, Unterrichts- u. Zranisiiri am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Unlverfitäts Such- und Sleindruckerei «.Lange in Liehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M°n7°nabSst7staff^8 Keine Initiative Englands in Genf für sofortige Aufhebung der Sanktionen. Verstimmung in der konservativen Partei gegen die Politik Baldwins und Edens. London, 'S. Mai. (DNB. Funkspruch.) Eine Meldung, wonach Italien beabsichtige, in Abessinien eine schwarze Armee aufzustellen, wurde, wie die „Morning poff“ mitteilt, durch eine Erklärung dementiert, die der italienische Botschafter in London der britischen Regierung übermittelte. Die britische Regierung sei offiziell davon verständigt worden, daß die Garnisonen in Abessinien so beschränkt werden würden, daß sie lediglich zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung ausreichten. Es würde vielleicht zu diesem Zwecke eine Anzahl Eingeborener eingestellt werden. Line Aushebung von Eingeborenen zur Verstärkung des italienischen Heeres komme nicht in Frage, hinsichtlich der Belange Großbritanniens am Tanasee und an den abessinischen Zuflüssen zum Nil lendeten Tatsachen ansehe. Die Grundlage des Völkerbundes, der Grundsatz der kollektiven Sicherheit, habe keine festere Stütze als Paul-Boncour. Er werde nachdrücklich die Auffassung einer Völkerbundslösung des abes- jinischen Falles verteidigen. Nach Mitteilungen des „Daily Herold" wird Frankreich vor Mitte des nächsten Monats noch keine Entscheidung in der Sanktionsfrage treffen. Der britische Botschafter sei in Paris dahin unterrichtet worden, daß Frankreich die Vertagung der Sanktionsfragen bis nach der Bildung eines neuen Kabinetts beantragen werde, was nicht vor dem 1. Juni erfolgen könne. Die bestehenden Sanktionen würden infolgedessen in den kommenden Wochen in Kraft bleiben. In französischen Kreisen werde der 13. Juni für eine neue Ratssitzung genannt. Achtung der englischen Interessen. Eine italienische Erklärung in London über Abessinien. Der deulsche Friedensplan-die große Gelegenheit Oeuffch-französischeZusammenarbeit dieVoraussehung eines europäischen Friedens London, 8. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter bringen übereinstimmend, anscheinend offiziös beeinflußt, zum Ausdruck, daß von England nichts zur sofortigen Aufhebung der Suhnemaßnahmen gegen Italien unternommen werde. Wie der „Daily Telegraph" erfährt, dürsten die vom Völkerbund verhängten Sühnemaßnahmen gegen Italien augenblicklich in Kraft bleiben, obwohl zugegeben werde, daß sie ihren Hauptzweck verfehlt haben. Der Völkerbundsrat habe sich mit den Sanktionen niemals beschäftigt. Sie seien vielmehr von einem Ausschuß von Staaten — dem Achtzehner-Ausschuß — beschlossen worden, der vom Gesamtvölkerbund bestimmt worden sei. Entscheidungen über die Sühnemaßnahmen könnten daher nur durch den Achtzehner-Aus- schuß getroffen werden. Es werde dem britischen Außenminister überlassen bleiben, sich als Richtlinie für seine Entscheidung die allgemeine Ansicht der in Genf vertretenen Staaten zu nehmen. Großbritannien werde wahrscheinlich nicht die Initiative zu dem Vorschlag ergreifen, die Sanktionen aufzuheben. Man habe den Eindruck, daß Mussolini zur Beratung seiner Pläne mit Kolonialfachleuten anderer Großmächte bereit sei. In diesem Falle werde sich ein Weg finden, um die Beziehungen zwischen Italien und dem Völkerbund zu verbessern und die Sühnemaßnahmen aufzuheben. Der liberale „News L h r o n i c l e“ glaubt in der Spaltung der konservativen in für und gegen die Sanktionen eingestellte Gruppen eine wachsende Einstellung gegen den Ministerpräsidenten Baldwin zu sehen. Das schließliche Ergebnis der Meinungsverschiedenheiten könne nicht nur den Rücktritt Baldwins, sondern auch derjenigen kabinettsmitglieder notwendig machen, die die Völkerbundspolitik weiter begünstigten. hierzu gehöre auch der Außenminister Eden; die Stärke derjenigen, die hinter Austen Lhamberlain, Churchill, Winterton und anderen Konservativen stehe, sei sehr bedeutsam. Die Bewegung, eine neue Regierung durchzusehen, gehe weit über das hinaus, was aus den Reden der genannten konservativen Politiker erkennbar sei. Baldwin, der die Gefahr für fein Kabinett sehe, habe wissen lassen, daß er den Wunsch habe, Sir Samuel Hoare wieder ins Kabinett hineinzunehmen. „News Lhronicle" meint aber, daß es kaum genügen dürfte, um die wachsende Auflehnung gegen Baldwin aufzuhalten. Austen Lhamberlain wünsche persönlich nicht, Minister zu werden, sondern würde sich als Berater der Regierung zur Verfügung stellen. Nach Auffassung des „Daily Telegraph" nimmt auch in Kreisen der konservativen Abgeordneten, die hinter der Regierung stehen, die Opposition gegen die Sanktionen zu. Auch in dem Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten, in dem alle Vertreter der Regierungsparteien vertreten sind, sei die Mehrzahl gegen die Fortsetzung von Sanktionen gegen Italien. Auch die Arbeiterzeitung „Daily Harald" berichtet, daß die Mehrheit der Konservativen für die Beendigung der Sanktionspolitik eintrete. Diese Mehrheit versuche auf Baldwin und andere Minister einen Druck auszuüben, um durch eine Kabinettsentscheidung Eden entweder zum Einlenken oder zum Rücktritt zu zwingen, hinter dem Widerstand gegen die Sanktionspolitik liege eine wachsende Auflehnung gegen den Völkerbund selbst und alle Kollektivmaßnahmen. Die Konservative Partei kehre zur Isolationspolitik zurück, die in einer ftarfen Aufrüstung ihren Rückhalt habe. Eine unerwartete Unterstützung der Forderung weiter politischer Kreise nach Beendigung der Sanktionspolitik kommt auch noch von dem Organ der National Labour Party „The News Let- t e r", das schreibt, Großbritannien solle offen das Versagen der Sanktionspolitik zugeben. Zwiespältige Meinung in Paris. Paris, 8. Mai. (DNB. Funkspruch.) Angesichts der Entwicklung der Lage in Abessinien wird in der französischen Presse immer deutlicher der Ruf nach Aushebung der nunmehr hinfällig gewordenen Sanktionen laut, zumal man erwartet, daß Mussolini die einfache Aneignung des abessinischen Reiches verkünden wird. „Journal" schreibt, daß noch die Regierung Sarraut im Namen Frankreichs in Genf die Aufhebung der Sanktionen gegen Italien beantragen und durchsetzen solle. Der „Matin" warnt Frankreich, nicht die Stunde zu verpassen und nicht erst abzuwarten, bis England sich mit Italien aussöhne. „Excelsior" schreibt über die Haltung Paul-Boncours, der als Minister des Kabinetts Sarraut den erkrankten Außenminister Flandin in Genf vertreten werde, und vermutlich auch im kommenden Volksfront-Kabinett das Außenministerium übernehmen werde. Paul-Boncour könne gewiß nicht als ein Sanktionsfanatiker gelten. Man würde sich aber täuschen, wenn man ihn als einen Anhänger der volEnglands Ausgabe. London, 7. Mai. (DNB.) Im Oberhaus fragte der Arbeitervertreter Lord P o n s o n b y die Regierung, ob sie dem Völkerbund eine grundsätzliche Revision des kollektiven Sicherheitssystems vorschlagen wolle. Die geaenwär- tige Auffassung der kollektiven Sicherheit fei vollkommen überlebt. Sie sei weder kollektiv, noch fei es eine Sicherheit. Der Artikel 16 müsse aus den Völkerbundssatzungen entfernt werden. Der Konservative Lord Renn eil erklärte: Das Haupthindernis der Wirksamkeit des Völkerbundes sei das beinahe unüberwindbare Mißtrauen zwischen Frankreich und Deutschland. Wenn Frankreich und Deutschland auf eine Linie gebracht werden könnte, dann würde jene starke Solidarität in Europa Zustandekommen, die die westliche Zivilisation und den wirtschaftlichen Wiederaufschwung sichern würde. Das englische Volk habe sich endgültig dafür entschieden, daß die vom deutschen Kanzler als Grundlage eines 25- jährigen Friedens und einer freundschaftlichen Zusammenarbeit vorgebrachten Vorschläge eine große Gelegenheit bieten, deren Ablehnung beklagenswert wäre. Diejenigen, die zu einem Besuch Deutschlands Gelegenheit gehabt hätten, hätten einen großen Eindruck von der neuen Demokratisierung des deutschen Volkes und der neuen sozialen Einigkeit davon- getragen, die Hitler zustandegebracht habe. Er glaube, daß das englische Volk bereit sei, die ausgestreckte Hand zu ergreifen. Auch in Frankreich gebe es eine große und wachsende Anzahl von Leuten, die in freundschaftlichen Beziehungen zu Deutschland leben wollen. In Deutschland sei kaum ein Mensch vorhanden, der dies nicht auch wünsche. Der Deutsche wünsche nichts von Frankreich als guten Willen und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Das französische Volk wünsche nur die Sicherung des Friedens. Die englische Garantie für Frankreich sei unverletzbar und erwecke keine Befürchtungen in Deutschland. England fjabe eine große Rolle als Vermittler und versuche, eine Versöhnung herbeizuführen. Die englischen Rückfragen in Berlin überreicht. Berlin. 7. Mai. (DNB.) Der britische Botschafter Sir Eric phipps suchte am Donnerr- lagvormittag den Reichsmini st er des Auswärtigen Freiherrn von Neurath auf und überbrachte ihm die Rückfragen der Der Aegirs in Haifa eingeiroffen. Jerusalem, 8. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Kaiser von Abessinien traf am Freitagvormittag in Begleitung seiner Familie an Bord des englischen Kreuzers „Enterprise" in Haifa ein. Zu seinem Empfang war eine Kompanie britischer Infanterie angetreten, die den Kaiser beim Betreten des britischen Mandatgebietes militärische Ehren erwies. Um 11 Uhr erfolgt die Weiterfahrt nach Jerusalem. Die Kaiserin soll den Wunsch haben, in einem abessinischen Kloster am Jordan, .in der Nähe der Stätte der Auferstehung Christi, Wohnung zu nehmen. Die abessinische Kolonie in Jerusalem ist nur hundert Seelen stark und sehr arm. In der Gefolgschaft der Kaiserin ist auch ihre deutsche Hofdame, Fräulein Christine hall. fei Italien bereit, freundschaftliche Vereinbarungen auszuhandeln. Die Frage des Staudammes am Tanasee, die feit Jahren zwischen dem Negus und der ägyptischen Regierung verhandelt worden fei, betrachteten die Italiener vom rein geschäftlichen Standpunkt. Sie seien überzeugt, daß ein Abkommen erreicht werden könne, das die englisch-ägyptischen Belange befriedigen würde. Wahrscheinlich würde der Bau des Dammes italienischen Ingenieuren überlassen werden. Die britische Regierung fei dahin unterrichtet worden, daß die auswärtigen Gesandtfchaften in Addis Abeba vorläufig in der bisherigen Weife weiter arbeiten könnten. Es fei jedoch anzunehmen, daß sie im Laufe der Zeit abberufen werden würden, da der abessinische Staat kein Oberhaupt besitze, bei dem sie beglaubigt seien. englischen Regierung zu den deutschen Friedensvorschlägen. Das deutsche VoSksheer und der Frrede Italienische Erkenntnis. Rom, 7. Mai. (DNB.) „Eine Nation, die ein Heer ist", überschreibt der Sonderberichterstatter des „G io rnale d'Italia" seinen Aufsatz. Das neue deutsche Volksheer sei gleichsam der Angelpunkt, um den das gesamte Leben des nationalsozialistischen Deutschlands kreise, „hätte Hitler", so heißt es weiter, „in seinem Leben weiter nichts getan als Deutschland diesen inneren Angelpunkt, diese „Seele" wiederzugeben, so wär« schon dadurch allein sein Ruhm in den Blättern der Geschichte des deutschen Volkes gesichert." Der Führer habe jedoch noch mehr getan: Das Volksheer fei im Aufbau des deutschen Volkes als die Spitze des Kegels anzusehen, der von einer breiten Basis aufsteige. Das ganze nationale Leben habe eine militärische Aufgabe. Die zahlenmäßige Stärke der einzelnen Waffengattungen stehe an zweiter Stelle. Das Wesentliche sei die Betonung der militärischen Leistungsfähigkeit des ganzen Landes, die Kraft des ganzen gesunden Körpers, nicht die Stärke der bewaffneten Macht. Es wird jedoch nachdrücklich betont, daß diese militärische Ertüchtigung des nationalsozialistischen Deutschlands in keiner Weise einem Kriegswillen des deutschen Volkes gleich zusetzen sei. Gegenüber den Behauptungen, nach denen die englischen und französischen Rüstungen nur Verteidigungszwecken dienten, während die deutschen eine Bedrohung für die anderen Nationen seien, habe der oft geäußerte Standpunkt der deutschen Regierung, „daß ein schwaches, entwaffnetes Deutschland eine Gefahr darstelle", vieles für sich. Ser Führer in Dresden. Dresden, 7. Mai. (DNB.) Der Führer stattete am Mittwoch der Stadt Dresden einen Besuch ab'unö unternahm in Begleitung des Reichs- statthalters und Gauleiters Mutschmann, des 621.« Gruppenführers Schepmann, der Brigadeführer Berkelmann und Schlegel und feines persönlichen Stabes auf dem Dampfer „von Hindenburg" eine Besichtigung der Dresdener Elbufer und eine Fahrt ins (Elbfanbfteingebirge nach Schandau. Auf der ganzen Fahrt wurden dem Führer aus der Bevölkerung spontane Begei- fterungsftürme entgegengebracht. Um Donau und Balkan. In der jugoslawischen Hauptstadt sind zur Zeit die Außenmini st er der Kleinen Entente und des Balkanbundes versammelt, der beiden politisch-diplomatischen Konstruktionen, die zunächst für die Bedürfnisse der sogenannten Nachfolgestaaten aus dem Zusammenbruch der Donaumonarchie, also der Tschechoslowakei, Jugoslawiens und Rumäniens, sowie für die gemeinsamen Interessen der Balkanstaaten Rumänien, Jugoslawien, Griechenland, Türkei, mit einem weiteren Zweck aber für die Verstärkung des Gewichts dieser Mittelstaaten in der gesamten europäischen Politik geschaffen wurden. Die Kleine Entente ist das ältere dieser beiden Gebilde; sie wurde schon bald nach dem Kriege gegründet, und als ihr Vater kann der heutige tschechoslowakische Präsident Dr. B e n e s ch gelten, der jetzt zum ersten Male nicht an der Sitzung des von ihm geschossenen ständigen Rats der Außenminister der Kleinen Entente teilnimmt. Rumänien und Jugoslawien gehören beiden Ententen an, da sie sowohl Balkan- ftaaten, als Interessenten an Mitteleuropa und Donauraum sind. Die Tschechoslowakei ist am Balkan geographisch nicht interessiert, Griechenland nicht am Donauraum. Dem Balkanbund gehört auch die Türkei an, was nicht allein eine historische Erinnerung an ihre einst beherrschende Stellung auf dem Balkan, sondern ein Ausdruck der Tatsache ist, daß der Balkan als Brücke zum nahen Orient politisch schon in die außereuropäischen Zonen des östlichen Mittelmeers und Kleinasiens hineinragt. Die beiden politischen Systeme bilden also zwei geographisch sich schneidende Kreise, die den größten Teil des Raumes der Donau und des Balkans umschlingen, nicht den ganzen, denn in beiden Kreisen liegen wie Inseln die Staaten, gegen die die Konstruktion aufgerichtet ist, im Donauraum Oesterreich und Ungarn, auf dem Balkan Bulgarien — von dem unter dem Protektorat Italiens stehenden Albanien kann dabei abgesehen werden. Der geographischen Ueberschneidung der beiden Ententen entspricht eine vielfache Kreuzung der vorwiegenden politischen Interessen: die Kleine Entente der Nachfolgestaaten hat die Hauptaufgabe, die namentlich von Ungarn, unermüdlich erstrebte territoriale Aenderung der^Frie- densverträge von 1919 und eine Veränderung im politischen Zustand Oesterreichs zu verhindern: sie ist deswegen, um in einer gesamteuropäischen Aus- drucksform zu sprechen, antirevisionistisch, gegen den Anschluß Oesterreichs an Deutschland, gegen eine habsburgische Restauration, und sie stünde damit voll in der Linie der französischen Europapolitik, auch wenn die ihr angehörenden drei Staaten nicht jeder für sich durch eigene diplomatische und militärische Vereinbarungen mit Frankreich verbunden wären. Die Mächte des Balkanbundes sind durch das gemeinsame Ziel zusammengeführt worden, Bulgarien in den Grenzen der Verträge zu halten und den Balkan zu einer gemeintem auszuspielenden Karte in Europa zu machen; dagegen haben Griechenland und die Türkei kein unmittelbares Interesse bei einer etwaigen Neuordnung im Donauraum, und das erstere folgt in der Linie feiner Gesamtpolitik mehr den Lon- doner, als den Pariser Direktiven, während die Türkei an sich und durch ihr Bündnis mit Sowjet- rußland mehr asiatischen, als europäischen Interessen zugewandt ist. Dieses „Gründungsschema" der beiden Ententen hat durch die politische Entwicklung der letzten Zeit gewisse wichtige, wenn auch noch nicht abgeschlossene Veränderungen erfahren. Die bedeutendste hängt zusammen mit der neuen Rolle, die Sowjetrußland in den Kombinationen der europäischen Politik spielt. Im Gefolge Frankreichs hat auch die Tschechoslowakei mit dem Rätestaat einen politischen und militärischen Beistandspakt abgeschlossen und bemüht sich, wenn auch bisher ohne Erfolg, Rumänien und Jugoslawien auf diesem Wege nut sich zu ziehen, dessen Endziel sich ohne weiteres aus der Vorkriegsgeschichte ergibt. Ein eifriger Förderer dieser Pläne ist der rumänische Außenminister Titulescu, der unbedingte Vertrauensmann des Pariser Quai d'Orsay, der seit einem Jahr den Widerstand des Königs und der um das Schicksal Bessarabiens besorgten Kreise zu überwinden sucht. Das größte Hindernis aber für die Wiederauf« nckstung eines russischen Patronats über die west- unb südslawischen Länder und den Balkan liegt in Belgrad. Der serbische Hof ist mit der Zarenfamilie verwandt und unbeirrbar sowjetfeindlich. 3n einer kleinen Kirche in Belgrad ist, umgeben von Hunderten von alten zaristischen Fahnen der russische General Wränge! beigesetzt; viele Angehörige feiner von den Sowjets geflogenen Armee haben in Jugoslawien Ausnahme gesunden und spielen dort eine bedeutende Rolle in Staat und Gesellschaft. Belgrad ist die einzige Hauptstadt, in der das Zarenreich in der Person des Herrn Stradmann noch einen diplomatischen Vertreter hat. Als Folge der Annäherung der Tschechoslowakei an Sowjetrußland sind die Beziehungen zwischen Prag und Warschau gespannt, die zwischen Warschau und Budapest enger geworden. Ungarn ist durch Vertrag mit Italien politisch und durch den Pakt von Rom wirtschaftlich mit Italien und Wien verbunden. Das D e ft e r« reich Schuschniggs, durch die militärische Festle» gung Italiens außerhalb Europas erschreckt, sucht neuerdings Anschluß an die Tschechoslowakei und dient damit den Wünschen Frankreichs, die Interessen der Kleinen Entente und die Italiens in Mittel- europa auf einen Nenner zu bringen, was jedoch nur unter Preisgabe Ungarns durch Italien möglich wäre. Die Frage der Habsburger Re» ftimmung zur Legalisierung internationalen Bestimmun von Aenderungen einer estimmung geben würde, wenn irlschast aus? Wie sieht es in der Schwerwiegende Zeugenaussagen im Berliner Bauunglücksprozeß. Wie seit drei Jahren guter Brauch, haben auch dieses Mal wieder der Werberat und das Leipziger Messeamt einen gemeinsamen Bericht über den Verlauf der Leipziger Frühjahrs- messe 1936 herausgegeben. Aus diesem geht hervor, daß die letzte Messe „eine der erfolgreichsten seit Jahren" gewesen ist. Ihrer doppelten Aufgabe, Arbeit für das Inland zu schaffen und neue Ausfuhrmöglichkeiten anzubahnen, ist die Messe weitgehend gerecht geworden. Der von der deutschen Ausstellerschaft erzielte Umsatz wird mit 390 Millionen Mark angegeben, das sind rund 100 Millionen Mark mehr als zur Frühjahrsmesse 1935 und 250 Millionen Mark mehr als zur Frühjahrsmesse 1934. Nach den Angaben der Aussteller entfallen von diesem Gesamtumsatz rund 125 Millionen, also ein Drittel auf Auslandsaufträge, während die entsprechende Zahl zur Frühjahrsmesse 1935 90 Millionen und zur Frühjahrsmesse 1934 nur 37 Millionen ausmachte. Der Anteil des Ausfuhrumsatzes mit genau 32 v. H. ist stärker gestiegen als der Gesamtumsatz. Natürlich liegt der Umsatz, der durch die Messe angeregt worden ist und sich erst im Lause des Jahres ergeben wird, um ein Vielfaches über 390 Millionen Mark. Volkswirtschaftlich besonders bedeutsam ist die Tatsache, daß vor allem kleine Betriebe verhältnismäßig große zusätzliche Beschäftigung erzielten. Auf Grund der Messeaufträge erhielten Betriebe bis zu 20 Beschäftigten für jedes Gefolgschaftsmitglied Arbeit auf etwa 20 Wochen. Bei den kleinsten Betrieben, die bis zu fünf Beschäftigten haben, steigert sich die vermittelte Beschäftigungsdauer vielfach bis auf 6 bis 8 Monate. Sehr gut schnitten die Gruppen Hausrat und Werkzeug - und Antriebsmaschinen ab. 88 v. H. der Gruppe Hausrat und Wohnbedarf berichteten, daß sie ein besseres Geschäft als im Vorjahr erreichten. Noch günstiger sind die Berichte aus den Gruppen Textilwaren und Bekleidung. Sowohl tm Inland als auch im Auslandsgeschäft ist für die Mehrzahl der getätigten Abschlüsse. Neuanfertigung der Erzeugnisse notwendig, so daß für die nächsten Monate diese Aenderungen nicht vorher mit ihr besprochen und vereinbart würden. Diese Einstellung hindere die Staaten der Kleinen Entente nicht, tatkräftig die Versuche für die Erzielung einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Staaten des Donaubeckens fortzusetzen. Sia habe sich schon wiederholt zu dem Grundsatz der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem römischen Block und mit Deutschland bekannt. Die Verlautbarung schließt mit der Feststellung, daß mit Rücksicht auf die bevorstehenden wichtigen internationalen Verhandlungen die drei Außenminister unter sich ständig in Fühlung bleiben werden. Das Deutsche Museum in München Angliederung einer historischen Krastwagenabteilung. Mißwirtschaft in der sowjet- russischen Leichtindustrie. Moskau, 7. Mai. (DNB.) Bei der ersten Vollsitzung des Rates beim Volkskommissariat für Leichtindustrie wurden die Berichte der Leiter der industriellen Hauptverwaltungen und der Fabrik- direktoren über Aneignung der neuen auf Grund der Stachanows-Arbeitsweise erhöhten Produktion, Entwicklung der Stachanowsmethoden in den Betrieben und über die Frage der Qualifikation der Arbeiter entgegengenommen. Schon aus der Begrüßungsansprache des Volkskommissars Ljubimow ging deutlich hervor, daß auch in diesem sowjetrussischen Industriezweig noch immer eine große Mißwirtschaft herrscht. Er sprach von der Rückständigkeit einer ganzen Reihe von Fabriken, von der Nichterfüllung des Produktionsplanes und der noch ungenügenden Qualität der Waren. Der Leiter der Hauptverwaltung der Baumwolle verarbeitenden Industrie in den Gebieten von Moskau und Leningrad mußte zugeben, daß die Textilfabriken in diesen Bezirken ihren Produktionsplan im ersten Jahresoiertel nicht erfüllt hätten. Der Leiter der Textilindustrie des bekannten Industrieviertels von Äwanowo bestätigte, daß der Prozentsatz des Ausschusses noch immer außerordentlich hoch sei. Der dritte Zeuge, der im Berliner Baugru- ben-Prozeß vernommen wurde, der Schachtarbeiter K o n e tz k i, wußte über die Frage der Sicherung der Trägerfüße interessante Einzelheiten zu bekunden, die den Widerspruch des Bauleiters Noth hervorriefen. Noth meinte, der Zeuge müsse sich geirrt haben. Der Zeuge Konetzki hat mitten in der Einsturzstelle gestanden und ist bei der Katastrophe von einer Holzsteife am Kopf getroffen worden, so daß er das Bewußtsein verlor. Er kam erst wieder zur Besinnung durch die Einwirkung des kalten Wassers, das aus der gebrochenen Leitung in die Baugrube hineinstürzte. Er wurde später geborgen. Alle seine Arbeitskameraden, die um ihn herum beschäftigt waren, sind ums Leben gekommen. Der Vorarbeiter P a u e r s , der Stellvertreter des ums Leben gekommenen Schachtmeisters Dümcke, ist ein alter Fachmann des Untergrundbahnbaues. Sehr wichtig sind seine Wahrnehmungen Über die Tiefe der Ausschachtung. Am Einsturztage, 10 Uhr, habe er plötzlich entdeckt, daß der Rammpfahl 34 schon vollkommen freiaestanden habe. Der Trägerfuß habe sich bereits 10 bis 15 Zentimeter über der Grubensohle befunden. Er habe sofort veranlaßt, daß wieder Boden um den Trägerfuß herum geschaufelt wurde. Dann sei er zum Schachtmeister Dümcke gelaufen, um diesem von seinen Wahrnehmungen Mitteilung zu machen. Vorsitzender: „Was hat Noth gesagt, als ihm mitgeteilt wurde, daß der Trägerfuß freistand?" Zeuge: „Nur der Schachtmeister Dümcke hat mit Herrn Noth aesprochen. Was er ihm gesagt hat, weiß ich nicht. Die bisher vernommenen Zeugen haben sämtlich den Grubeneinsturz aus nächster Nähe mit erlebt. Einige dieser Zeugen konnten sich vor den einstürzenden Sandmassen retten, andere, wie Konetzki und P a u e r s , wurden unmittelbar an der Einsturzstelle von der Katastrophe überrascht, verschüttet und wie durch ein Wunder lebend Ungewöhnlich widerstandsfähig hat sich die deut« sche chemische Industrie erwiesen; ungewöhnlich deshalb, weil nach dem Kriege insbesondere durch den Raub der deutschen Patente fast in allen andern Ländern chemische Industrien hochgekommen sind, die der deutschen chemischen Industrie einen erbitterten Kampf um die Absatzmärkte zu liefern suchen. Diesen Wettbewerb hat die deutsche Industrie durchgehalten, so daß sie nach Ueberwindung der Krise seit Ö?r Machtergreifung daran ging, ihre technischen Anlagen zu Überholen und zu erweitern. Wohl alle großen Werke der chemischen Industrie berichten über eine Steigerung der Erzeugung, aber auch über die wachsenden Ausfuhrschwierig» (eiten. Um diesen Schwierigkeiten noch besser standhalten zu können, ist sowohl in kaufmännischer wie in technischer Hinsicht eine Neuordnung im Gange, die auf eine wesentliche Kostenersparnis abzielt. Da die chemische Industrie hervorragend daran beteiligt ist, den Ausfuhrüberschuß im Außenhandel zu steigern und zu sichern, so verdienen alle Vorgänge innerhalb dieser Industrie besondere Beachtung. Die deutsche Industrie beliefert noch immer alle Länder mit Heilmitteln sowie mit Farben, deren Herstellung trotz des Patentraubes, trotz der Wegnahme der Werksanlagen im Auslande von keiner ausländischen Industrie erreicht oder überholt worden ist. Im Gegensatz dazu läßt sich feststellen, daß die chemische Industrien im Auslande, soweit sie Farben herstellen, sich finanziell in wenig günstiger Lage befinden. Die Belebung des Baumarktes, die vor allem durch die Aufträge der öffentlichen Hand erfolgt ist, hat gerade deshalb auch zu einer Gesundung der vielfach übersetzten Baustoff-Industrie geführt. Selbst so große alte Baufirmen wie D y ck e r h o f f konnten sich gegen die Schläge der Krise nur mühsam behaupten. Nun ist auch hier ebenso wie bei der Firma Wicking eine gründliche Auskehrung erfolgt, die es möglich machen wird, daß diese angesehenen Firmen wieder zu alter Höhe aufsteigen. Für die große Baufirma Bo sw au & Knauer ist das schon geschehen, denn diese Firma hat im Vorjahre nicht nur die Abschreibungen verdreifachen können, sie ist auch in der Lage, einen Gewinn von 7 v. H. auszu- schütten. Es zeigt sich auch hier wieder, daß die Wirtschaftspolittk des Führers insbesondere durch die völlige Neugestaltung des Kraftwagenverkehrs, durch den Bau der Kraftverkehrsstraßen gerade für die Baustoffindustrie von großer Bedeutung gewesen ist, weil sie ohne diese Polittk zusammengebrochen wäre, während dann hunderttausende deutsche Arbeiter brotlos ^geworden wären. Der internationale Reiseverkehr ist mit seinem Umsatz von vielen Milliarden Mark auch für die Wirtschaft zu einer Sache ersten Ran- ges geworden. Allein dieser internationale Reiseverkehr hat seit Jahren besonders unter der Krise gelitten, vor allem aber auch darunter, daß fast alle Länder irgendwie den Verkehr mit Devisen zwangsweise geregelt haben. Auf einer Tagung des Internationalen Hotelbesitzer-Vereins ist nun der beachtenswerte Vorschlag gemacht worden, einen Hotelgutschein zu schaffen, der von allen Gasthöfen des In- und Auslandes in Zahlung genommen werden muß. Auch für Deutschland ist das von Bedeutung, denn Deutschland ist heute zu einem Reiseland ersten Ranges geworden, in viel höherem Maß sogar als vor dem Kriege. Es ist Tatsache, daß das neue Deutschland nicht nur wegen seiner landschaftlichen Schönheiten aufgesucht wird, nicht nur wegen seiner vorzüglichen Heilbäder, nicht nur wegen seiner mittelalterlichen Stätten und Burgen, sondern weil international wirklich ein starker Reiz dafür vorhanden ist, gerade das neue Deutschland und seine Entwicklung auf allen Gebieten des öffentlichen Leben kennenzulernen. Den internationalen Reiseverkehr unterstützen, heißt also auch von Deutschland aus gesehen, die wirkliche Befriedung der Völker fördern sowie dazu beizutragen, daß die Einnahmen aus dem Reiseverkehr zu einem wichtigen Posten des Zahlungsausgleichs werden. Italien und Frankreich würden ohne die Einnahmen aus dem Reiseverkehr wohl immer einen hohen Fehlbetrag im Zahlungsausgleich aufweisen, während die Schweiz ohne den Reiseverkehr überhaupt nicht in der Lage wäre, sich wirtschaftlich und finanziell aufrechtzuerhalten. Wolfgang v. Gronau. Zu Mitgliedern des Vorstandsrates wurden berufen: Torsten Althin, Direktor des Technischen Museums in Stockholm, Dr. Bingel, Direktor der Siemens-Schuckert- Werke Berlin, Rudolf Blohm, Hamburgischer Staatsrat, Dr. Brandenburg, Ministerialdirektor im Reichsverkehrsministerium, Bergwerksleiter Dr. Brandt (Dortmund), Dr. Großmann, Leiter der Landesgruppe Bayern im Neichsstand der deutschen Industrie, Dr. Griesmann, Vorstand des Friedrich-Krupp- Gruson-Werkes (Magdeburg), Dr. K o p p e n b e r g, Leiter der Junkers-Werke (Berlin), Dr. Fritz Merk (Darmstadt), Geheimrat Wilhelm v. Opel (Wiesbaden) und Graf v. Soden-Fraunhofen, Direktor der Zahnradfabrik (Friedrichshafen). Außerdem wurde eine Reihe neuer Mitglieder des Verwaltungsausschusses gewählt. Das Deutsche Museum wurde um zwei Denkmäler bedeutender Männer der Naturwissenschaften und der Tecknik bereichert. Zuerst wurde ein Gemälde des Cyemikers Friedrich Wöhler (1800 bis 1882) übergeben, der sich durch die Entdeckung des Aluminiums, des Kalziumkarbids und des Harnstoffes große Verdienste erwarb. Prof. Dr. Matschoß schilderte dann das Leben und Wirken des Dichters und Ingenieurs Max Eyth und übergab im Namen des Vereins Deutscher Ingenieure ein großes Bildnis des Gefeierten. Den Fest- vortrag über Otto von Guericke hielt Professor Dr. Pohl (Göttingen). Zu diesem Vortrag hatte sich eine größere Reihe hervorragender Männer von Staat, Partei und Wehrmacht, unter ihnen Reichs- erziehungsminister R u st und der Kommandierende General des VII. Armeekorps, General von Reichenau, eingefunden. Den festlicken Ausklang der diesjährigen Tagung des Deutschen Museums bildete die Festvorstelluna von Friedrich F o r st e r s Lustspiel „Die Weiber von Red- d i tz" im Residenztheater. in den einschlägigen Industrien mit entsprechend lebhafter Beschäftigung zu rechnen ist. Nur bei den Produktionsgüterindustrien konnten die Aufträge zu etwa zwei Fünftel vom Lager geliefert werden. Dor einigen Tagen hat das statistische Reichsamt eine bereits ins einzelne gehende Untersuchung über das Arbeitseinkommen im Jahre 1935 veröffentlicht, die wertvolle Anhaltspunkte über die Einkommenserhöhung der Arbeiter- und Angestelltenschaft in Deutschland enthält. Danach betrug das gesamte Arbeitseinkommen im vergangenen Jahre 32,2 Milliarden gegenüber 29,3 Milliarden im Jahre 1934, was eine weitere Erhöhung des Einkommens um 2 900 Millionen bedeutet. In dieser Summe ist erstmals auch das Einkommen aus dem Saarland einbegriffen. Das saarländische Einkommen dürfte etwa 330 Millionen erreicht haben. Der Einkommenszuwachs 1934 gegenüber 1933 betrug 12,7 v. H., während die Steigerung 1935 gegen 1934 rund 10 v. H. ohne Saarland betrug. Die Zahl der Beschäftigten zeigte sich nach der Krankenkassenstatistik und der Statistik der Beiträge zur Invaliden- und Angestellten-Versicherung im Durchschnitt um rund 1 Million größer als 1934. Dadurch ist der Tiefstand des Jahres 1932 mit rund 30 v. H. der gesamten Beschäftigungszahl überschritten worden. Im Gegensatz zu den beiden vorhergehenden Jahren war die Steigerung bei der Angestelltenschaft ebenso groß wie bei den Arbeitern. Nachdem die Krisenverluste zum größten Teil aufgeholt waren, ergab sich für 1935 in der Bewegung für Arbeiter- und Angestelltenbeschäftigung wieder eine weitgehende Ucbereinftimmung. Die Gesamtzahl her versicherten Angestellten lag im Jahresdurchschnitt schon über der von 1929, während die der Arbeiter nur um etwa 1 Million hinter dem Jahre 1929 zurückblieb. Auch die Zunahme des Einkommens war 1935 bei den beiden Gruppen gleich stark. Sie übertraf die Beschäftigungszunahme noch mehr als im Vorjahr: eine Folge des verhältnismäßig starken Zugangs in die oberen Lohn- und Gehaltsklassen. ms herausklingt, sich damals in einer recht a e - jährlichen Umgebung befunden zu haben. Besonders bezeichnend hierfür find die Worte, die der Schachtmeister Dümcke kurz vor seinem Tode an seinen Vorarbeiter mit einem Seufzer der Erleichterung richtete: „Na, heute kommen wir noch aus dem Loch heraus, dann können ja die anderen sehen, wie sie fertig werden". Die Planierungs- arbeiten der Schachtkolonne Dümckes standen vor dem Abschluß, dann sollten andere Facharbeiter, die Betonierungskolonne, das Werk auf der Grubensohle fortsetzen. Der Zeuge Pauers hat offenbar die bestehende Gefahr am deutlichsten erkannt und darüber mit dem Schachtmeister Düncke gesprochen, ganz fatalistisch in dem Sinne: Viel zu retten ist nicht mehr, aber vielleicht hält es doch noch. Pauers hatte sich krank melden wollen, um die Grube nicht mehr betreten zu brauchen, aber Dümcke bat ihn, die Kolonne doch nicht als erster im Stich zu lassen, sonst ginge doch keiner mehr in die Grube hinein. Pauers sah die Hauptgefahr in dem „rolligen", d. h. unsicheren Boden, der keine Standfestigkeit hatte. Er meinte, daß den Rammträgerwänden bei der mangelnden Einbindetiefe der nötige Halt fehle. Die Arbeiter raunten sich gegenseitig zu, was sie zu beanstanden hatten, aber keiner fand den Mut, auf eine Abstellung zu drängen, aus A n g st vor Entlassung und vor Arbeitslosigkeit. Man wird sich die Aussage des Zeugen Konetzki über die Kanthölzer merken müssen, die im Verlauf des Prozesses wahrscheinlich noch einmal aufgegriffen werden wird. Dieser Zeuge sprach davon, daß er beauftragt worden sei, Kanthplzer mit Sand zuzuschütten, die als Stützen an den Füßen der zu kurzen Rammträger angebracht worden waren. Es wird sich, zeigen, ob hier etwa in der Erkenntnis der Notwendigkeit sofortiger Abhilfe eine provisorische Sicherung vorgenommen wurde, deren Spuren man nach Möglichkeit wieder auslöschen wollte, indem man durch Ausschütten von Sand siauraiion wird in letzter Zeit in Prag und Bukarest gelassener betrachtet, seit die französische Politik sie ajs letzte Zuflucht gegen die national- deutsche Bewegung in Oesterreich ansieht, während Jugoslawien eine Rückkehr der Habsburger auf den österreichischen und ungarischen Thron wegen der Anziehungskraft auf die katholischen Kroaten auf das schärfste bekämpft. In der abessinischen Frage folgten Kleine Entente und Balkanbund der von England geführten Völkerbunds- funb Sanktionspolitik, solange und soweit sie von Frankreich und Rußland unterstützt wurde. Die sich schon anzeigende Auflösung der Völker- bundsftont wird jedes dieser politischen Gebilde vor neue Entscheidungen stellen, wobei der französischrussische Einfluß in Prag und Bukarest vorwiegend bleiben, aber in Belgrad und Ankara mit dem stärker sich geltend machenden englischen zu rechnen haben wird. Wenn es in allen Verwicklungen besonders der Kleinen Entente gelungen ist, sich als Hilfskonstruktion der französischen Politik zur Geltung zu bringen, so haben olle ihre Versuche, dem einzigen positiven Ziele einer wirtschaftlichen N e uordnung des staatlich zerrissenen Donauraumes näher zu kommen, bisher versagt, weil jeder dieser Versuche mit dem politischen Nebenzweck der Ausschaltung des größten Donauanliegers Deutschland gemacht wurde. Unter dem Zwang dieses Versagens hat namentlich Jugoslawien seine wirtschaftlichen Beziehungen zum Reiche selbständig fruchtbarer gestaltet und nimmt auch politisch mit weniger Eifer an der internationalen Propaganda teil, der seine Paktgenossen in der Locarnokrise folgen. Dies sind ungefähr die Tatbestände und Grundlagen, mit denen sich die Außenminister der Kleinen Entente und des Balkanbundes in Belgrad zu beschäftigen haben. Man kann nicht sagen, daß sie einfach sind und tlare Entscheidungen leicht machen. Vor allem fehlt der Schlüssel des die gesamteuropäische Verwirrung aufschließenden Ereignisses, der über kurz oder lang notwendig werdenden Erledigung des abessinischen Streitfalles, aus der sich erst das Schicksal des Völkerbundes, der Bündnisse und Ententen, fertiger oder geplanter Kombinationen ergeben können. Wenn man sich in den Belgrader Besprechungen schon darüber, was man nicht will, nur mit gewissen Einschränkungen einig ist, so wird ein positiver und konstruktiver Beitrag für das Problem Mitteleuropa und für die Neugestaltung ganz Europas e r st recht nicht erwartet werden dürfen. Die meisten dieser Staaten find Nutznießer eines schlecht gezimmerten europäischen Gebäudes; sie werden sich eines Tages dazu verstehen müssen, auch in einem Umbau sich wohl und heimisch zu fühlen. Die Konferenz der Kleinen Entente. Eine Rückkehr der Habsburger bedeutet schwersten Konflikt. Belgrad, 7.Mai. (DNB.) Die Konferenz der Außenminister der Kleinen Entente wurde am Donnerstagabend abgeschlossen. Der Presse gab der jugoslawische Ministerpräsident Stojadinowitsch die amtliche Verlautbarung über die Ergebnisse der Konferenz bekannt. Es heißt darin u. a., daß sich die Kleine Entente mit der größten Entschiedenheit gegen eine Aenderung des jetzigen Zustandes in Mitte le uropa wende. Sie widersetze sich daher einer Aenderung der Grenzen ebenso wie der Rückkehr der Habsburger Dynastie, die unvermeidlich den schwersten Konflikt im Donaubecken Hervorrufen würde. Weiter erklären die drei Außenminister, daß die Staaten der Kleinen Entente keinerlei Grund hätten, ihre Politik irgendwie zu ändern. Sie würden der Politik des Völkerbundes weiter mit der größten Treue folgen, wobei sie hoffen, daß es gelingen werde, feine schwere Krise zu überwinden. Sie sind Anhänger des Grundsatzes einer wirksamen kollektiven Sicherheit. Die Verlautbarung bringt den Wunsch zum Ausdruck, die vorbereitenden Verhandlungen der Locarno-Mächte hinsichtlich der europäischen kollektiven Sicherheit rasch abgeschlossen zu sehen. Weiter wird das Interesse der Kleinen Entente an der Achtung der Verträge von St. Germain, Trianon und Neuilly unterstrichen und erklärt, daß sie im gegebenen Augenblick alles tun würde, um die Respektierung ihrer damit zusammenhängenden Rechte und Interessen sicherzustellen. Sie behalte sich also für die Zukunft volle Handlungsfreiheit vor und erkläre, daß sie niemals ihre Zu- München,?. Mai. (DNB.) Wenn alljährlich am Geburtstag des genialen Schöpfers Oskar von Miller die Förderer, Freunde und Mitglieder des Deut- chen Museums zur Jahresversammlung nach München kommen, können sie regelmäßig neue zroße Fortschritte an dem Werk feststellen. In diesem Jahre ist vor allem im Zusammenhang mit dem Neubau der Ludwigsbrücke eine schöne Uferstraße entstanden. Im Hofe grüßt die neue astronomische Uhr. Außerdem wurden einige kleine Vortr agssäle im Kongreßbau benutzungsfähig gemacht. In der 25. Sitzung des Ausschusses des Deutschen Museums gab der Vorsitzende des Vorstandsrates, Präsident Albert P i e tz s ch, einen Rückblick auf 30 Jahre Deutsches Museum. Auch der Führer habe das Museum besucht und damit seinen Willen zu erkennen gegeben, sich des Deutschen Museums anzunehmen. Aus dem von Geheimrat Professor Dr. Zenneck erstatteten Geschäftsbericht ergibt sich u. a., daß das Museum im Jahre 1935 wieder sehr gut besucht wurde, nämlich von 480 042 Personen, die Bibliothek hatte 147 018 Besucher aus allen Berufsgruppen. Auf Anregung des Führers ist geplant, im Deutschen Museum eine große Kraftwagenabteilung einzurichten und eine große Autohalle zu bauen. Mit Hilfe der Industrie sei ein geschichtlicher Ueberblick über die Entwicklung des Kraftfahrzeuges zusammengestellt worden, der die Grundlage der geplanten Ausstellung bilde. Der Vorstand des Deutschen Museums, Verlagsbuchhändler Hugo Bruckmann, schlug vor, an Stelle satzungsgemäß ausscheidender Mitglieder eine Reihe neuer Herren zu wählen. Als Vorstand wurde Hugo Bruckmann wiedergewählt. Es wurden ferner gewählt zum Vorsitzenden des Vorstandsrates Kommerzienrat Dr. Carl Bosch (Ludwigshafen) und als Schriftführer des Vorstandsrates der Präsident des Aeroklubs von Deutschland Die in diesen Tagen abgeschlossene fünfzehnte Posener Messe, auf der die deutsche Industrie und das deutsche Handwerk reich vertreten waren, zeigte recht günstige Aussichten für den deutsch-polnischen Warenaustausch. Diese Messe hat den Absatzmöglichkeiten deutscher Waren fraglos neuen Antrieb gegeben. Nicht zuletzt dadurch, daß das deutsch-polnische Verrech- nungsabkommen sich bereits gut eingespielt hat und die in der Zwischenzeit erfolgte Einführung der polnischen Devisenkontrolle dem deutsch-polnischen Warenaustausch keinerlei Schwierigkeiten in den Weg legt. Verschiedene deutsche Spezialartikel, vor allem Spezialkochtöpfe, billige Hausgeräte, Schreibmaschinen, chemische Erzeugnisse und Präzisionsapparate konnten gute Abschlüsse tätigen. — Wenn man bedenkt, daß die Messe von über 100 000 Menschen besucht wurde, so kann man hieraus die ausgezeichnete Werbewirkung, die den deutschen Er- Zeugnissen auf der Messe zuteil wurde und wohl noch nachhaltig auswirken wird, ermessen und man ersieht hieraus, daß unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu unseren östlichen Nachbarn eine stete Besserung für beide Teile erfahren. ©er vierte „phönix^-Selbstmord. Wien, 7. Mai. (DNB.) In Susak (Süd- slawien) hat der jüdische Regierungsrat Ernst Klebinder Selbstmord begangen. Klebinder war als Eigentümer und Chefredakteur der Wiener „Sonn- und Montagszeitung" in der Beste- ch u n g s l i ft e des „Phöni x" mit 635 000 Schilling verzeichnet. Ihm wurde die Weiterführung seiner Tätigkeit untersagt. Das Blatt ging in den Besitz der Vaterländischen Front über. Klebinder war geflüchtet. Er hatte in den letzten Jahren eine wilde Hetze gegen den Nationalsozialismus entfaltet. Sein Selbstmord ist der vierte in der Angelegenheit des „Phönix". Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-ynd Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935,Mttjg. geborgen. . .. . Interessant ist, daß aus den Aussagen aller dieser I von den forschenden Blicken „Uneingeweihter ver- Zeugen mehr oder weniger deutlich das Eingeständ-' barg. Eine Überrafchung' für die Raucher, weil ALVAjelst für gleiches Geld wefentlich mehr bietet. Eine „dicke * Über- rafchung* in des Wortes doppelter Bedeutung*, weil ALVA dickften Format geliefert wird, das überhaupt «setzt im gesetzlich zuläffig' ift. ALVAift aber nicht nur dick und rundjondern auch be- fonders feft gefüllt. ALVA enthält «jetzt mehr Tabak durch das neue, verstärkte Format. Aber nicht nur das! ALVA enthält jel$t auch belferen Tabak ais je zuvor durch erhöhte Bei- mifchung' der hervorragend gelungenen Ernte 33, die den un- hn. Pöete K Ren kein Nnbu. fübuntt 8. ihre B WU ftej: 1% Me l der be> , einen )n allen liung ge- )land ift heute zu in oiel Es ift ' wegen t wirb, r, nicht in und ch ein , neue len Teen. Den eißt Qlfo liche Be- deizulra- irkehr zu usgleichs ahne die immer eich auf' Jndu« in beit ikel, vor Schreib' Histons' _ Wenn lOTlen- Die a"S' 6„t’< nb wohl mb man t Lezie' ine stete für ben tausch- deutscher licht zu- Lerrech' hat und una ber t (6®; t Ernst der war Wiener Beste' 635 000 Führung in de» lebinber renein; ns r L 21"' tang'-, Bildert littet"11,: , §mst ntwolt' iiwnA M erreicht würzig'en,prickelnden Gefchmack der ALVAbewirkt MW Fabrikant Eduard Silbereisen im 67. Lebensjahr. >9C4 D i Mädchen f. Haushalt tags- Mietgesuche pink 29t>5 D Brühl’sche Druckerei. Schulstraße 7, Anruf 2251 | Verschiedenes]| Radio Endlich wieder Badezeit! oder G/ESSEN'MÄUäßUR G1O 2955 A 2937 A $ Nun aber rasch zum Fachgeschäft B ETTE, das alles bringt, was das Herz begehrtl Moderne Badehauben Badehosen und vieles mehr kleinen hübsche Praktische Badetücher viele Größen u. Ausführungen Geschmackvoll Vornehm Persönlich Hübsche Bademäntel in allen Größen, Farben und Preislagen für Damen, Herren und Kinder Fresko- u. Flanellanzüge leicht porös, krumpfrei, hellgrau oder bräunlich 42.00 58.00 64.00 72.00 ist Muttertag Aber 365 Tage Im Jahr sorgt die Mutter für uns. Machen Sie ihr darum am Muttertag, dem 10. Mai, eine besondere DerKamerad- schastsabend am 9. Mai wird verlegt auf 16. Mai. Dafür am 9.und 10. Mai Teilnahme a. d. 116er «freier. 2j69d Batist, Gummi, Lederol 9.75 12.50 19.50 27.00 5-Mini.llin. in schöner, freier Lage, mit Bad, Zentralheizung, v. jung. Ehepaar (Dauermieter) p.l.Juli gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 2953D an d. Giefeen. Anzeig. Freude mit einem Geschenk. Viele ist der Ausdruck der Eleganz. Einen Anzug zum Passen zu bringen, ist weiter kein Kunststück aber darüber hinaus der Kleidung das gewisse Etwas zu geben, wodurch erst der Schick entsteht, gilt unsere ganze Mühe. Die Harmonie der Linienführung ergibt einen prächtigen Sitz und viele andere Merkmale geben meinen Anzügen und Mänteln die vornehme Note. Von teuer kann man nicht sprechen bei Anzug-Preisen von Reichsmark 3800 4800 5800 oder 6800 für die guten Köhler-Qualitäten 78.00, 96.00 sind die Preise für hochwertige Modell- Anzüge aus feinen Maßstoffen, teils eigener Anfertigung WERBE DRUCK8ACHEN Gießerei-Vorarbeiter für Formmaschinenbeirieb für bald gesucht. Nur jüngere strebsame Fachleute, welche auf Dauer, und später auf Meisterstellung An. spruch erheben, wollen sich unter D. Y. 2139 an Annoncenbüscher, Siegen i/W., melden. Moderne Badeanzüge u. a. die bekannten Marken: JUVENA und POROLASTIK Oieee 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache Dielet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungearten schnell und zu müßigen Preisen Mütter-Erholungsheim Falkenstein der NSV. Mitgliedschaft in der NSV. ist soziale Pflicht. De« Amtswalter wirbt vom 2. bis 15. Mm 1936 um deinen Beitritt. Jacken mit grünem oder braunem Kragen; Leinen- und Lüster-Jacken; Wasch- und Büro-Jacken; Knaben-Kleidung; Tiroler Hosen; Kletterwesten-Anzüge; Knickerbocker; wasserdichte Motorkleidung; Lederkleidung; Loden-Frey- München-Fabrikate und alles was große und kleine Herren (auch solche für ganz korpulente und ganz schlanke Figuren) an Kleidung benötigen, in einer großstädtischen Auswahl Achtung! Hausfrauen! Bringe morgen auf den Wochenmarkt einen großen Posten prima Spargel Pfund 65 Pf., 2 Pfund 1,25 Mk. 2. Sorte das Pfund 45 Pfennig SluMeM (6 i eß en 2rioD Samstag,9.Mai, 20 bis 22.30 Uhr, Vorstellung der Deutsch. Biibne. Freier Kartenverkaufs.Tagespreisen an der Abendkasse. Zum letztenmal I Die unvollkommene Ehe Musik. Lustspiel von A. Nehring. Musik. Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Paul Wrede. Junger, befähigter Kaufmann oder Bankfachmann als HMtbuchhaller für die Buchführung und Betriebsabrechnung eines gröfeeren Herstellung^ und . Vertrwbsunter- nehmens in Giefeen baldmöglichst gesucht. Selbständigkeit und umfassende praktische Kenntnüse auf den Buchhaltungs- und Bilanzgebieten sind Voraussetzung für die entsprechend bezahlte Dauerstellung. Bewerbungen nut genauen Angaben über seitherige Tätigkeit, Alter, Gehaltswunsche und Eintritt unter 2959 v an den Gießener Anzeiger. Ihr neuer3ßpptdiöon k^inrick H / Jto di [tatter k V Häm brand OBERHESSEN5GRÖSSTES SPEZIAL-HAUS EIGENE UNIPORM- U. ZIVIL* MASS-SCHNEIDEREI Hausierer f. d. Verkauf von Trikotaoen Strümpfen ufw. gesucht. Fabriklager mit billigen Preisen vorhanden. 02091 UW Merle MWlll.Mli Schließfach. Alters-Vereinigung 1869—1919 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskameraden Eduard Silbereisen in Kenntnis zu setzen. Die Einäscherung findet in der Stille statt. Der Vorstand 2962 D über oder f. ganz gesucht. 29560 Liebigstrafee 66 Gewandt, jung. Mädchen 17-18 Jahre, für tagsüber gesucht. Dampfwasch* anstatt Fachs Schützenstr. 10. Übergangs-Mäntel aus Gabardin oder leichten Cheviots auf Kunst-Seide 38.00 46.00 58.00 68.00 auch „Aquastrella“-Mäntel die Sonderklasse für ganz hohe Ansprüche 88.00 98.00 118.00 Ervsenreiser Baum- und Rosenpfähle Bohnenstang. empfiehlt billigst 2530Ü ß. Trechsler Steinstr.73.Tei.3581 Aaüstösie von z bis 20 v. s. erhalten Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Anzeige Stabile Sport-Anzüge mit Knickerb. od. Ig. Hosen 28.00 38.00 46.00 58.00 Dinge, die gar nicht so teuer sind, zeigt Ihnen J. B. Häuser Gießen 2968 a Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Für bald w. ein einfaches Fräulein zu 2'/r- u. 4jähr. Kindern u.etwas Hilfe im Haush. für tagsüber von hiesig. Geschäftshaus gesucht. Schr.Angeb.mit Bild u. Gehalts- anspr. u. 2950D an d. Giefe. Anz. Selbständiges Mädchen fürHausarbeiten und Kochen in gutem Hause für sofort gesucht. Schr. Angebote m. Altersangabe u.Zeugnisabschr. unter 2963D an den Giefe. Anz. Verkäufe "] Erstklassige mildileoe zu verkauf. 29s«o HeinrichWeber, Langsdorf. 1 Saaner- Flotte Sport-Sakkos einfarbig und gemustert 24.00 32.00 38.00 48.00 Gelegenheitskäufe Mehrere gebrauchte BerrenzImmeru.Spelsezimmer in neuwertigem Zustand Zwei zoMesetzte Schlafzimmer fabrikneu, mit oder ohne Inhalt preiswert abzngeben Möbelhaus Koos Gießen, Schulstraße 6 Lagerbesuch jederzeit unverbindlich Telefon 3904 2939 a Gegründet 1894 MeineAmeige« tat Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. | Vereine™ und Mist zu verkauf. 296iD Mar b. Str. 40 v. Umstände halber aus gut. Hause billig zu verkauf.: Spelsezimm., dkl. Eiche, Herrnzlm., best. ins schön. Bücherschrank, Schreibtisch mit Sessel n. 4 Leder- sttthlen, 1 Tisch, anßerdem Lampen Banchtischcben, Korbsessel, Bilder, Knnstgegen- stünde, Hanshal- tnngsgegenstände aller Art. 02093 Frankf, Str. 6 I. (Eing.Alicenstr.) Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 Verkaufe eine Fuhre l217^ MseOk» Wiiheimdämmerie Daubringen Grofegasse 10. Kleiner roeifeer Herd zu verkauf. 02093 I Walltorstrafee4. 3Röhren,Telef., 220V., Gleichstr. geg.App. 120®. Wechselstrom zu tauschen.Schrift- liche Angeb.unt. 02086 and.G.A. Perfekte HaDsschneiderin auch Weifezeugnähen, empfiehlt sich.Schr.Angeb. unter 02090 an den Giefe. Anz. Regen-Mäntel „Valmeline“,kein Gummi und doch wasserdicht 28.50 32.50 Keine Zengnisse in Urschrift wndern nur Zeugnisabschriften vem Bewerbungsschreiben bet- legen 1 — Lichtbilder undBewerbungsunter- tagen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Rainen und Anschrift veS Bewerbers tragen l Junges (Ein Quell der Freude für den Naturfreund Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunter, schritten, Namensangaben und ausführlichem Tert (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werb bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Dildfol- gen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Na- mrgeschehen zu erwecken. Gebunden RM.4,80 Bitte verlangen Sie haften los unsere bebilderten Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buch- Handlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde MMWlei sucht i-Mohj. mit Bad. Schr. Angeb.mit Preis u.Besichtigungs- zeit unter 2946D an den Giefeener Anzeiger erbet. 3-4'311» öoimaofl mit Küche per sofort od.l.Juni von Beamten zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 2945Da.d.G.A. Eins, möbliertes Zimmer (auch Mansarde) f. sofort gesucht. Schr.Angeb.unt. 02087 and.G.A. Helle Hosen aus reinwollenem Flanell, Kammgarn od. Freskostoffen 7.50 12.50 18.50 22.50 Heute morgen entschlief nach langer Krankheit unser geliebter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Gießen (Alicenstrahe 22), Bad Nauheim, BerlnvSteglitz (Brenntano^ Straße 20). Darmstadt, den 7. Mai 1936. Elli Eyer, geb, Silbereisen Dr. Karl Silbereisen Toni Silbereisen Else Heb, geb. Silbereisen Dr. Alois Eyer Ilse Silbereisen, geb Burger Landgerichtsdirektor Dr.Heß Die Einäscherung findet in der Stille statt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Todesanzeige. Statt besonderer Anzeige. ME Verkaufsstelle Gießen Marktplatz 22 2941 D Nr.M Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Zreitag, 8. Mai (yztz Ale Krau undMutter im nationalsozialistischen Staat Die Reichsfrauenführerin berichtet auf der Münchener Kührertagung der NSDAP. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Im alten Münchener Rathaussaal fand am Donnerstag unter dem Vorsitz des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß und in Anwesenheit der Reichsleiter eine Tagung der gesamten Führerschaft der NSDAP, statt, an der die Führer aller Gliederungen teilnahmen. Nie Leiterin der NG.-Zrauenschast $rau Scholz-Klink erstattete Bericht über Aufbau und Arbeit der na- tionalso^Llistsschen Fr a u e n or g a n i s at i on. Der Vortrag vermittelte der Führerschaft der Partei ein anschauliches Bild von der großen Aufgabe und Leistung, die gesamten Frauen der Nation im nationalsozialistischen Deutschland unter einheitlicher Führung zusammenzufassen, auszurichten und damit die Kräfte der Frauen auf allen Gebieten nach bestem Vermögen dem Aufbauwerk des Führers dien ft bar zu machen. Daß diese Aufgabe die Anerkennung und Pflege der besonderen Interessen der Frau und ihre Förderung in sich schließt, wird dabei betont. Die Reichsfrauenführerin gab einen umfassenden Ueberblick über die geleistete Arbeit der N S. - Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks auf dem Gebiete der Sozialpolitik, der Wohlfahrtspflege, der Gesundheitsführung, der Hauswirtschaft und Mütterschulungsarbeit. Was hier bisher geleistet wurde, zeigt ein Beispiel auf einem einzigen Arbeitsgebiet: Bei der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus gab es in S Deutschland zwei Mütterschulen, eine , rlische und eine evangelische. Heute sind b e - reits 136 nationalsozialistische Mütter s ch u l e n in den Großstädten errichtet. Dazu kommen noch die zahlreichen Wanderlehrkurse für die Kleinstädte und auf dem Lande. Besonders eingehend befaßte sich die Reichsfrauenführerin mit der geistigen Mitarbeit der Frau im nationalsozialistischen Staate und dem Arbeitsethos, mit dem der Nationalsozialismus die schaffende deutsche Frau zu erfüllen bestrebt ist. Es gelte, immer stärker auch in der Frau das Bewußtsein zu wecken, daß sie innerhalb einer großen Gemeinschaft lebt, die ihr hilft und für sie da ist. Wir verrichten eine hervorragende Leistung der Frau, aber wir wollen, daß sie dabei immer hundertprozentigFrau bleibt. Die Leiterin der NS.-Frauenschaft schloß ihre mit großem Interesse aufgenommenen Ausführungen mit dem Dank an die Führung der Partei für das Vertrauen, das ihrer Arbeit entgegengebracht worden ist, und mit der Versicherung, daß das, was die deutsche Frau in diesem Jahre geleistet habe, gewachsen sei aus dem eigenen Empfinden der Frau für die Aufgaben dieser Zeit. Ner Stellvertreter des Führers Rudolf Heß sprach den Dank und die Anerkennung der Partei aus und unterstrich den Willen und die Notwendigkeit zur Mitarbeit und Mithilfe aller Nationalsozialisten an dem großen Werk der deutschen Frauenarbeit. * In der Nachmittagssitzung fand die enge Verbundenheit der deutschen Wehrmacht mit der NSDAP, und ihrer Führerschaft ihren Ausdruck in einem Vortrag, den der Chef des Allgemeinen Heeresamtes des Reichskriegsministeriums General Fromm im Auftrag des Reichskriegsministers Generalfeldmarschall von Blomberg über Probleme des Heeres hielt. Dem Vortrag wohnte auch der Kommandierende General des VII. Armeekorps Generalleutnant von Reichenau bei. Die außerordentlich instruktiven und interessanten militärischen Ausführungen fanden stärksten Widerhall r V \ > X ■ >-v Die Mütter sind die Hüterinnen der Gesundheit unseres Volkes. Der Reichsmütterdienst erblickt deshalb eine seiner Hauptaufgaben in der Schulung und Betreuung der Mütter, um sie für ihren hohen Beruf vorzubereiten und in der Erfüllung ihrer Pflichten zu unterstützen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) bei der Führerschaft der NSDAP. Das Gelöbnis des Vertreters des Heeres, die deutsche Jugend, die das Heer aus der Hand der nationalsozialistischen Bewegung empfängt, zu Soldaten und harten wehrtüchtigen Männern auszubilden, erwiderte der Stellvertreter des Führers im Namen der anwesenden nationalsozialistischen Führerschaft mit der Versicherung, in treuer Kameradschaft mit der Wehrmacht zusammenzuarbeiten. Rudolf Heß gedachte in dieser Stunde des Führers als des Mannes, der durch die Umwandlung des deutschen Menschen, der deutschen Jugend und der deutschen Arbeiterschaft die Vorarbeit für das deutsche Heer geleistet habe, und schloß mit den Worten: „Wir politischen Soldaten grüßen die Soldaten der neuen deutschen Wehrmacht. Wir grüßen den Mann, der an der Spitze der politischen Soldaten und zugleich an der Spitze der Wehrmacht als ihr oberster Befehlshaber steht. Der Führer Adolf Hitler Sieg-Heil!" Helft unserer Lugend wandern! Die Bedeutung der deutschen Jugendherberge. Im Deutschen Reich gibt es gegenwärtig etwa 2000 Jugendherbergen. 1933 wurden 4,2 Millionen Uebernachtungen gezählt, 1935 waren es 6,5 Millionen, 1937 wird d i e siebente Million weit überschritten werden. Diese Zahlen beweisen, wie stark das Jugendwandern bei uns Wurzel geschlagen hat. Es versteht sich von selbst, daß der Nationalsozialismus nach der Machtübernahme das Jugendwandern unter seine Obhut nahm, zumal es sich hier um einen sehr wesentlichen Ausschnitt aus der Jugenderziehung handelt. Einen Grundpfeiler des Wanderns bilden die Herbergen. Sie sind heute in einem Reichsverband zufammen- gefaßt, so daß jede Herberge durch den Verband betreut und beaufsichtigt werden kann und jede Herberge restlos ihre Pflichten der wandernden Jugend gegenüber erfüllt. Innerhalb von drei Jahren konnten natürlich nicht alle Herbergen in einen Jdealzustand versetzt und so ausgebaut werden, daß sie mit den neuerrichteten Herbergen (seit der Machtübernahme etwa 175 Jugendburgen) wetteifern können. Aber in der Zusammenfassung des Herbergswesens unter nationalsozialistischer Führung ergab sich von selbst ein Zusammenfließen aller finanziellen Kräfte, was, um nur eine Zahl zu nennen, bereits dahin geführt hat, daß jährlich drei bis vier Millionen Mark für den Neu- und Ausbau von Herbergen aufgewandt werden. So ergibt sich ganz nebenbei noch, daß die wandernde Jugend auch zum Arbeitgeber geworden ist und Tausende von arbeitslosen Volksgenossen einer Beschäftigung zugeführt hat. Allerdings reichen die Mittel, die aus den Uebernachtungsgebüh- ren (für Gruppenwanderer 20 Pfennig mit Frühstück), dem Entgelt für die Mahlzeiten (Mittagessen von 40 bis 70 Pfennig und Abendessen etwa 50 Pfennig) sowie einigen sonstigen kleineren Einnahmen bei weitem nicht aus, um das große Jugendherbergswerk zu erhalten, es zu erweitern und vorbildlich auszubauen. Es muß also schon die Allgemeinheit mit einspringen. Darum geht von Zeit zu Zeit an alle Volksgenossen der Ruf, ihr Scherflein beizutragen, so auch jetzt am 15. und 16. Mai. Die Groschen, die gegeben werden, dienen der Jugend, ihrer Gesundheit, ihrem Frohsinn, Leistungsfähigkeit und ihrer Feierstunde. Durch Feld und Flur streifen, über Berge klettern, von hohen Wipfeln ins Land hinabsehen, durch weite Täler wandern, Flüsse und Bäche überqueren, dann wieder im Schatten eines Baumes rasten — das ist die Freude unserer Jugend, die heute in immer größer werdenden Scharen hinauszieht, um die Heimat mit ihren Naturschönheiten und ihren historischen Denkmälern kennenzulernen. Diese Jugend aber ist die Zukunft und das Schicksal Deutschlands. Wer ihr nicht hilft, der versündigt sich an der Hoffnung unserer Nation. Darum sind auch die Jugendherbergen in die besondere Obhut der nationalsozialistischen Bewegung genommen worden. Hier findet der junge Wanderer alles, was er nach fröhlicher Fahrt wünscht: eine gute Mahlzeit, eine Bade- oder Brauseeinrichtung, ein gutes Bettlager mit Polstern und Decken und eine muntere Geselligkeit. Aus der Geselligkeit aber erwächst die weltanschauliche Schulung, die Pflege des Gedankens der Volksgemeinschaft, sie dient der Vertiefung der Lehre des Nationalsozialismus in der denkbar einfachsten Form, wie ja überhaupt das ganze Jugendwandern der Lehre des Führers voll und ganz entspricht. Denn bei diesem Wandern erlebt der Junge wie das Mädel die Volksgemeinschaft in ihren besten Formen, erlebt gleichzeitig seine Heimat mit ihren grünenden weit ausgedehnten Aeckern, mit ihren Bergen und dunklen Wäldern, ihren alten Schlössern, die übrigens in immer größerer Zahl in Jugendherbergen umgewandelt werden, damit sie erhalten bleiben. Er sieht auf seinen Tageswanderungen oder auf der Ferienfahrt durch die Gaue unseres Vaterlandes außerdem noch vieles, was ihm in der Stadt verborgen bleibt, aber sein Herz höher schlagen läßt. Gerade Jungens und Mädels find für solche Eindrücke empfänglich und dankbar. So ist denn das Jugendherbergswerk auch dazu übergegangen, die jungen Wanderer mit der praktischen Landwirtschaft vertraut zu machen, also dem Städter zu zeigen, wie hart der Bauer zuzupacken hat, damit dem Volksgenossen ein Stück Brot auf den Tisch gelegt werden kann. Und umgekehrt sorgt das Jugendherbergswerk dafür, daß der Jungwanderer aus dem Dorf auch einmal in die finsteren Winkel der engen Städte hineinblickt, um zu verstehen, wie und warum der Klassenkampf emporwuchern konnte und wie notwendig es ist, durch gemeinsame Anstrengungen langsam auch in die Hinterhöfe der Städte Licht hineinzubringen. Viele, viele unserer Jungwanderer kommen aus diesen übervölkerten, keinen Strauch und keinen Baum kennenden Wohnvierteln. Für sie ist jedes Hinauspilgern vor die Tore ihrer Heimatstadt ein Erlebnis. Diefes Erlebnis ist aber wieder ein Stück aus dem Fundament der nationalsozialistischen Jugenderziehung. Um dieses Erlebnis zu erhalten und zu vertiefen, sind den Jugendherbergen Aufgaben gestellt worden, die weit über ihren ursprünglichen Zweck, eine Uebernachtungsstätte zu sein, hinausgehen. Sie sind Hochburgen des Nationalsozialismus, sie sind Stätten nationaler Erziehung, sie sind die Sammelpunkte unserer Jugend, die, bevor ihr das Leben ernstere Aufgaben stellt, Volk und Vaterland kennen lernt, um dann aus ihren Erlebnissen und Erkenntnissen am Reiche weiter aufbauen zu können. Oie Flucht aus dem Franc. Paris, 7. Mai. (DNB.) Mit dem Goldverlust von 1,160 Milliarden Franks, den die Bank von Frankreich allein in der Woche vom 24. April bis zum 1. Mai aufzuweisen hat, ist der Abzug des Goldes noch keineswegs zum Stillstand gekommen. Die Wirtschaftszeitung „L'Jnformation" erwartet für die laufende Woche einen noch höheren Milliardenverlust, obwohl die Diskonterhöhung die Flucht aus dem Frank fühlbar gehemmt hat. Die großen Transaktionen haben aufgehört, während die kleinen Sparer ihre Frankenscheine an schwarzen Börsen zu sehr ungünstigen Bedingungen gegen Goldstücke und Devisen verkaufen. Die im letzten Ausweis der Bank von Frankreich bekanntgegebene Verminderung der Golddeckung des Frank von 66,47 v. H. auf 64,85 Otto von Guericke. Iu seinem 250 Todestage am 11. Mai. In diesen Tagen gedenkt die deutsche Wissenschaft und Technik in einer Reihe von Erinnerungsfeiern des ersten großen deutschen Physikers Otto von Guericke. Magdeburg 1631. Der große Krieg, der nun schon dreizehn Jahre lang Deutschland mit Mord, Pestilenz und Brandfackel in eine blutige Wüste verwandelt, brandet seit zwei Monaten wider die Mauern und Wälle der Elbestadt. Schwer ist die Not der Belagerten. Aber ihre Zuversicht ist ungebrochen. Der Schwedenkönig wird bald Hilfe bringen, und die Bastionen halten jedem Sturm der Tillyschen stand. Ratmann Otto Guericke, mit seinen 24 Jahren schon Vorsteher des städtischen Bauwesens, hat die Festungsanlagen trefflich in Schuß gebracht. Sie scheinen uneinnehmbar. Auch dem schwedischen Obristen von Falkenberg, der drinnen das Kommando führt und deshalb die Tore nicht mehr so scharf bewachen läßt. Das ist das Verhängnis. Tillys Mannen überrumpeln die Verteidiger. Plündernd ziehen die Kroaten durch die Straßen. Bis auf wenige Häuser und Fischerhütten frißt der Feuerbrand die alte Bischofsstadt. Buchstäblich nur das nackte Leben hat auch Guericke mit den Seinen gerettet. Durch die Hilfe des Fürsten von Anhalt-Köthen bekommt die Familie erst wieder einmal Kleider. Schon ein paar Wochen später steht Guericke im Dienst Gustaf Adolfs. Er baut die Festung Erfurt aus, und als die Pappenheimer wieder aus Magdeburg abgezogen sind, leitet er im Auftrage des Statthalters des Schwedenkönigs den Neuaufbau feiner Heimatstadt. Aber Guericke ist mehr als ein hervorragender Bautechniker. Er wird auch Kämmerer der Stadt Magdeburg, wie es auch sein Vater gewesen war. Er reist mitten durch die Kriegswirren als außerordentlicher Gesandter zum schwedischen Generalissimus, zu Fürsten und Kabinetten. Er wird Bürgermeister auf Lebenszeit und vertritt die Vaterstadt auf dem Friedenskongreß zu Osnabrück, er kämpft einen verzweifelten Kampf um die Rettung der alten Reichsfreiheiten für die Stadt Magdeburg, nach der Sachsen und Brandenburg die Hand aus- ftrecken. Guericke erfährt in Wien die Schwache des Kaiserlichen Schutzes, nachdem er schon den Rückhalt an Schweden durch Königin Christines Thronverzicht verloren hat. Guericke erkennt die Zukunft der deutschen Machtbildung eher als die Diplomaten. Er hält zu Brandenburg, als die Reichsfreiheit doch verloren ist. Aber er versteht es dabei, die Gunst des Kaisers zu erhalten. So ernennt ihn der Kurfürst von Brandenburg zum Rat, der Kaiser erhebt ihn in den Reichsadel. Otto von Guericke — so steht es im Adelsbrief — weigert sich schließlich, vierundsiebzig Jahre alt, den Vovsitz des Rates der Stadt wieder zu übernehmen, für die er wahrhaftig genug geleistet hat. Mehr, als die Bürger (Scherl-Bilderdienst-M.) WM wissen: Er hat auch eine außerordentlich gründliche Sammlung aller ihrer alten Privilegien seit Kaiser Otto I. angelegt und in drei umfangreichen Bänden ihre Geschichte niederaeschrieben! Aber diese Werke ruhen in seinem Arbeitszimmer. Als schließlich die Pest im Jahre 1680 Magdeburg bedroht, siedelt der Altbürgermeister von Guericke zu seinem Sohn nach Hamburg über, der dort diplomatischer Vertreter des Großen Kurfürsten ist. Sechs Jahre später, am 11. Mai 1686, stirbt Otto von Guericke im Alter von 84 Jahren. Sein Leichnam wurde in der Hamburger Nicolaikirche beigesetzt und sollte später nach Magdeburg übergeführt werden. Das ist wohl nie geschehen. Der Grabstein in Magdeburg, den man lange auf ihn gedeutet hat, gehört einem Verwandten des gleichen Namens. Otto von Guerickes Grabmal kennen wir nicht. Aber Otto von Guericke hat sich selbst ein Denkmal gesetzt, wie es selten ein Mensch erhält: Sein Überragendes wissenschaftliches Werk! Dieser Mann, der als Bürgermeister einer heiß umstrittenen Stadt, als Festungs- und Städtebauer, als Diplomat in Deutschlands schwersten Jahren ein Uebermaß von Arbeitslast zu tragen hatte, fand noch die Zeit, der Naturerkenntnis neue Wege zu weisen, die für unsere gesamte Wissenschaft und Technik wesentliche Grundlagen gaben! Schon als Student in Leipzig, Helmstädt, Jena und Leyden besaß Otto von Guericke eine lebhafte Neigung für die Fragen der Physik. Freilich war das, was ihm die Wissenschaft darüber berichten konnte, kläglich genug. Noch herrschte die mittelalterliche Gedankenspielerei, noch der sture Glaube an den alten Aristoteles. Selbst ein Bahnbrecher des Geistes, Galilei, hielt noch an dessen Vorstellung fest, es könne nirgends einen luftleeren Raum geben. Deshalb, aus diesem „horror vacui“, aus solcher Abscheu vor der Leere folge das Wasser dem Kolben der Pumpe. Der Bürgermeister von Magdeburg gibt sich mit solcher Anschauung, auch wenn sie der große Galilei teilte, nicht zufrieden. Er erkennt in der Naturerforschung nur Ansichten an, die durch einwandfreien Versuch belegt sind. „Die Erfahrung allein ist die Löserin aller Zweifel, die Beraterin in allen Schwierigkeiten, die einzige Lehrerin der Wahrheit", schreibt er, oder: „Ein Beweis, der auf Erfahrung beruht, ist jedem aus Vernunftschlüssen gezogenen vorzuziehen." Und er liefert solche Beweise. Mit der von ihm erfundenen Luftpumpe beweist er, daß die Luft ein Körper von Gewicht ist, das sich verdichten und verdünnen läßt. Er zeigt vor Kaiser Ferdinand und den Fürsten auf dem Reichstage zu Regensburg 1654, daß 16 Pferde nicht imstande sind, zwei metallene Halbkugeln, aus deren Jnnenraum die Luft ausgepumpt ist, auseinanderzureißen. Das Erstaunen ist gewaltig, als ein Knädlein den Hahn der Kugel öffnet und sie kraftlos in ihre Hälften auseinanderklappt. Guericke lehrt, daß die Luft den Schall leitet, daß sie durch Erwärmen leichter wird, ja daß es möglich fein müsse, sie zu verflüssigen! In Guerickes Haus steht ein riesiges Rohr, an Dem man sich überzeugen kann, daß der Lustdruck tatsächlich — wie der Bürgermeister behauptet — einer 20 Maadeburgische Ellen hohen Wassersäule entspricht. An diesem Wasserbarometer erforscht er den Zusammenhang von Luftdruck und Wetterbildung, sagt Stürme voraus und wird zum Begründer der wissenschaftlichen Wetterkunde! Es tut seinem Verdienst keinen Abbruch, daß gleichzeitig Torri - celli in Italien das Quecksilberbarometer erfand und damit ebenfalls wesentliche Eigenschaften der Luft entdeckte. In einem grundlegenden Werk „Nova Experimenta, ut vocantur Magdeburgica“ hat Guericke seine Versuche beschrieben. Immer neue Verfahren denkt sich der Magdeburger Bürgermeister aus. Er baut eine Schwefelkugel, die von einer Kurbel gedreht werden kann, während man die Hand dagegen hält: Die erste Elektrisiermaschine, überhaupt die erste elektrische Maschine der Welt! Er entdeckt, daß die geriebene Kugel leicht Gegenstände, aber auch Dampf anzieht. Er beobachtet, daß eine Flaumfeder, die mit der Kugel in Berührung kam, anderen Körpern zustrebt. Ist aber eine Flamme in der Nähe, so kehrt die Feder zur Kugel zurück. Guericke versucht auch die geheimnisvolle Kraft der Kugel weiterzuleiten. Er läßt einen Leinenfaden von der Kugel herabhängen. Auch der Faden zieht andere Körper an! Guericke bemerkt auch Lichterscheinungen im Dunkeln an der Kugel, nimmt leises Knacken bei ihrem Entstehen wahr: Der elektrische Funke ist entdeckt! Lange Zeit blieben die Arbeiten Otto v. Guerickes, die eine Umwälzung unserer Naturwissenschaften und Technik bedeuteten, vergessen. Erst 1743 erfand der Leipziger Professor Hausen wieder die Elektrisiermaschine: erst 1729 entdeckte Gray in London die Leitfähigkeit der Elektrizität und ihre Mit- teilbarkeit wieder. Du Fay fand 1737 in Paris die Influenz von neuem, Professor Bose in Halle etwas später die elektrische Spitzenwirkung. Das Knacken und Funken der elektrischen Entladung beobachtete zuerst der Engländer Wall am Bernsteingriff eines Spazierstockes, und die Academia del Cimento in Florenz beschrieb später die entladende Wirkung der Flamme. Jahrzehntelange Forscherarbeit in den verschiedensten Ländern Europas gewann also der Wissenschaft erst die Kenntnis der grundlegenden elektrischen Erscheinungen zurück, die ein deutscher Bürgermeister des 17. Jahrhunderts längst entdeckt und genau beschrieben hatte. Wie Dampfmaschine und Verbrennungsmotor zuletzt auf Guerickes Arbeiten mit der Luftpumpe zurückgehen, so findet auch unsere Elektrotechnik und vor allem das Funkwesen ihre ersten ©runfr» lagen im Schaffen jenes Mannes, der die Naturerkenntnis allein auf dem festen Grunde des überzeugenden Versuches aufbaute: Otto v. Guericke! Dr. W o 1 f g a n g M e j e r. Aus aller Welt Aus i Scha- seiner Frau mit der Mittag verlobte. die 3m besondere Muskelkräfte. Urheber •Ums burtstage des Führers hervorzuheben. -r- Furchtbare Brandkatastrophe in einer polnischen Stadt. Kunst und Wissenschaft. Große Erfolge der Berliner Philharmoniker unter Furtwängler in der Schweiz. Gute Möbel bei Koos 0 iessen Schulstr 6 WT. und 21.; 20 bis 2 S.H. veranlaßt das Blatt zu der Bemerkung, daß der Frank zwar noch immer stark gedeckt sei, daß aber der Goldrückgang um 1,68 ü. S). innerhalb einer Woche die volle Aufmerksamkeit der Regierung verdiene. entscheidend. Deshalb gibt das Geringe Körpergewicht in diesem Fall mehr den Ausschlag als bi „Im Trommelfeuer der Westfront." Lichtspielhaus. heil gere mer kür Dohle fd scmd sie Leckerbis des Wa Die? und toi aus nä schien a Bogel, l macht, | die vier Courage Vogel zi lassen. D umher, i schreien t liche Wa Die oi HnMi heiMch schreälii Mit än Dohle steigert Frauen Zauber gerufen Doch schen B in diese mobile Dohle di Mücksm denken an die Aufmärsche und die Konzentration des Artilleriematerials (auch in und hinter den französischen und englischen Stellungen) zum Großangriff in breiter Front, an die Fesselballonszenen mit Abschuß und Absprung im Fallschirm, die mit verblüffender Realistik erfaßten Luftkämpfe, und zuletzt einen Tankangriff, der vermutlich jedem einen Eindruck von Wesen und Wirkung dieser wahrhaft mörderischen, modernen Kriegsmaschinen gegeben haben wird. Der Einsatz von Menschen und von Kriegsmaterial war, wir deuteten es schon an, bedeutend. Von schauspielerischen Leistungen ist in diesem Fall aus naheliegenden Gründen nicht viel zu sagen, zumal die Darsteller, abgesehen von Paul R e h k o p f, der einen alten bärtigen Korporal im deutschen Graben verkörpert, so gut wie unbekannt sind. Das entspricht durchaus dem Sinn dieses Bildstreifens, der, in einer Gemeinschaftsarbeit, dem unbekannten Soldaten hüben und drüben ein Denkmal setzen will. Eben darum hätten wir auch die zu Anfang und zu Ende gesprochenen Verse gern vermißt. Das sicher gut und ehrlich gemeinte Pathos solcher Strophen wird von der Sachlichkeit der Bilder und der damit verbundenen Gehöreindrücke schlechterdings übertönt und erdrückt. Besondere Anerkennung verdient der Kameramann Günther Anders. — (Herzog-Film.) • Im Beiprogramm: Bilder von der Thüringer Landschaft und Spielzeug-Industrie; ein interessanter Kulturfilm der Reichsbahn, der den Werdegang der neuen Triebwagen schildert; in der Ufa-Wochenschau sind die Aufnahmen vom Ge- Sfabf Zamofc vernichtet hat. ist nun das Städtchen Dawidgrodek. das 11 000 Einwohner zählt, von einer gewaltigen Brand- kataftrophe heimgesucht worden. Das Feuer entstand durch spielende Kinder, die mit einem Brennglas einen Strohhaufen in Brand gesteckt hatten. Der starke Wind übertrug das Feuer auf die umliegenden Holzhäuser und Stallungen. 3n wenigen Stunden wurden die Gebäude von mehr als 250 Wirtschaften und eine berühmte Holzkirche ein Raub der Flammen. Rund 1000 Wirtschafts- und Wohngebäude sind dem Feuer zum Opfer gefallen, darunter auch die Kasernen des Grenzschuhkorps. Eine Frau und zwei Kinder sind in den Flammen um- gekommen. Line Reihe von Personen wird vermißt. Gattenmörder zum Tode verurteilt. Zeitschristen. — Den „Brief eines Arbeiters an Professor Hauer" veröffentlicht Wilhelm Jungt unter dem Titel „In der Hand Gottes" im Maiheft der „Zeitwende" (Wichern-Derlag, Berlin-Spandau). Er ist eine eingehende Auseinandersetzung mit der religiösen Verkündigung Wilhelm Hauers. Es ist ergreifend zu lesen, wie hier ein deutscher Arbeits» mensch — Jüngt ist Schriftsetzer, eirt leidenschaftliches Zeugnis für die Kraft des christlichen Glaubens ablegt. Eine gute Ergänzung ist der Beitrag von D. Georg Merz über „Religiöse Entscheidung und kirchliches Bekenntnis." In schlichter, bildhafter Darstellung spricht er vom lebenschaffenden und lebenbestimmenden Geschenk des heiligen Geistes als erfüllender Kraft des Christenlebens. Daneben führt Hermann Rehbach feine Schilderung aus der Geschichte der Weltstadt am Bosporus („Stambul, Konstantinopel, Byzanz") zu Ende, die im Bau der Hagia Sophia, der „Mutterkirche der Christenheit" durch Justinian gipfelt und auch für das aktuelle Problem „Kirche und Staat" aufschlußreiche Einzelheiten erzählt. — Ruhepunkte in dem bewegten und spannungsreichen heft sind die Fortsetzung des kraftvollen niederdeutschen Romans „Die schöne Gesine" von Gerhard Ringeling, der in seiner Erzählweise an die besten nordischen Dichter erinnert, und die fesselnde Würdigung einer „Roman-Auslese" durch Eugen Kalkschmidt, während die das heft abschließenden „Randbemerkungen" in lebendiger Weise vor allem die von Jüngt und Merz angeschlagenen Themen fortführen. Auf; eine Do bei in ö Seltenhe Frauen, kamen, men, heißt, di rwanM u d°- freigeben chen- Die u auf jene straße Dohle a Tier nu Auto di ein biß Frauen Stückche die Fuß völlig u lich mit nicht- 2 daß die öffneten Frone vier Au schloffen, In her hungrig um sie l hungrig, alle lag geworfen Nun si sondern vier wol hier gen Mit san den Wa diesem irgenbm hört. Je lei Ohr. Wieder ein Kriegsfilm, aufs neue werden Bilder und Szenen heraufbeschworen, die wir nun schon so oft in Büchern, in Filmen, in Photographien ... und sehr viele unter uns auch in der Wirklichkeit erlebt haben. Diese Wirklichkeit, wie könnte es anders sein, war stärker als jede Rekonstruktion und kann von keinem noch so naturgetreuen Bild- oder Klangapparat erreicht men- den. Der Krieg in seiner ganzen und wahren Gestalt läßt sich eben nicht photographieren. Dennoch bleibt zu bestaunen, wieviel eine hochentwickelte Technik, ein überlegen gelenkter Einsatz von Menschen und Material an Annäherungswerten, an Vorstellungskraft in der nachbildenden Wiedergabe heute erzwingt. Dieser Film ist ja auch, wie uns scheint, nicht in erster Linie für die lieber» lebenden geschaffen worden, die den Krieg gesehen, durchgekämpft und erlitten haben, und deren Erinnerungsbilder immer schärfer und lebendiger bleiben werden als jede Darstellung, ... sondern Schrecklicher Tob im Wühlengetriebe. Ein gräßlicher Unfall ereignete sich in der Getreidemühle in Brenken bei Paderborn. Der Müllergeselle, der allein im Mühlenraum war, wurde auf bisher unbekannte Weise von dem Maschinengetriebe erfaßt und mehrmals mit herumgeschleudert. Durch den Lärm aufmerksam geworden, eilte der Mühlenbesitzer herbei und stellte den Motor ab. Seine Hilfe kam aber zu spät. Der Bedauernswerte, der noch schwache Lebenszeichen von sich gab, mußte aus dem Räderwerk herausgeschnitten werden. Empfang der Arbeiter-Delegierten durch den Führer noch einmal im Rundfunk. Zu den eindrucksvollsten Rundfunk-Sendungen am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes gehörte die Uebertragung vom Empfang der Arbeiter-Delegierten und der Sieger und Siegerinnen des Reichsberufswettkamp- f e s durch den Führer. In vielen Briefen an den Rundfunk ist die Begeisterung über diese Sendung zum Ausdruck gebracht und der Wunsch nach einer Wiederholung ausgesprochen worden. Die Reichssendeleitung hat sich deshalb entschlossen, am Sonntag, 10. Mai, 19 bis 19.45 Uhr, den Funkbericht aus dem Reichsprälldenten-Palais über alle Reichssender zu wiederholen. vornehmlich für die andern, die sich nicht aus eigener Anschauung einen Begriff davon haben machen können. Was diesen Film betrifft, und das gilt eigentlich von jedem anderen guten Kriegsfilm auch, so beruht, wie uns scheint, die stärkste und nachhallendste Wirkung auf einer ganz einfachen Ueberlegung ober Vorstellung: nämlich sich alles, was sich da in ungefähr anderthalb Stunden vor unfern Augen und Ohren vollzieht (so daß wahrscheinlich mehr als einer geblendet und mit dröhnendem Trommelfell hinausgeht) als einen Dauerzustand zu denken — ausgedehnt über Tag und Nacht, über Wochen, Monate, Jahre. Auch wenn man sich darüber klar ist, daß dieser Film, wie jeder andere, nur eine annähernde und unvollkommene Vorstellung zu vermitteln vermag, nur einen kleinen Ausschnitt erfaßt, den man sich räumlich auf viele Tausende von Frontkilometern verlängert- zu denken hat, — wenn man die Kampf- Handlungen, die Zahl der Gräben, der Geschütze und Maschinengewehre, der Stürmenden und der Gefallenen ins Riesenhafte und fast ins Unendliche gesteigert im Bewußtsein hat, dann hat wohl auch der, der damals nicht vorne war, einen Begriff von der furchtbaren Wirklichkeit des Krieges. Und wer etwa den Eindruck dauernder Wiederholung aus diesen kurzen anderthalb Stunden mit nach Hause brächte, der mag sich vor Augen Halten, daß eben in dieser entsetzlichen Monotonie Nachdem erst vor zwei Tagen ein riesiges nfe*i r Hunderte von Häusern in ber galizischen 2f°6ben Dillen s ^schäft M nie Mn Q| lichen ' endlich Das Macht. Qls wä Nero. MUnte Steuern , »Tlej, kommt ganze 5 ß."^h£ Drusen v-M Mts „ & ’s64 ipAhel Kbe H Üben! tthc Unübers 7°osdt Sc Turm Hochschulnachrichten. Geheimrat Professor Dr. Otto vom Robert- Kock-Institut in Berlin ist mit Wirkung vom 1 April ab zum Direktor des Instituts für experimentelle Therapie in Frankfurt ernannt worden. des Geschehens, in diesem unaufhörlichen Rollen und Brodeln der Fronten, in dieser endlosen Kette von Vormarsch, Angriff, Abwehr, Gegenstoß Sperrfeuer, karger Ruhe, Alarm, neuem Vorgehen, neuem Gegenstoß, im stundenlangen, hilflosen, zermürbenden Warten unter dem zerreißenden Wirbel des Trommelfeuers, in Hunger und Durst, in Kälte und Nässe, in Dreck und Ungeziefer, in dieser maßlosen Planmäßigkeit von tausendfältiger Zerstörung, Verwundung und Tod eben das Wesen des Krieges besteht, wie wir ihn in den vier Jahren erlebt haben. Was der Regisseur Eh. W. Kayser im Ganzen und im Einzelnen geleistet hat, bleibt (unter den selbstverständlichen Vorbehalten, von denen die Rede war) erstaunlich. Als militärischer Sachberater war Major a. D. Freiherr von W e r t h e r n tätig. So entstanden an den stärksten Stellen des Films Szenen, die wie nachträglich lebendig gemachte Dokumente aus den Kriegsarchioen wirken. Wir Das Schwurgericht Landau (Pfalz) verurteilte den 40 Jahre alten Emst Manderscheidt aus Essingen wegen Mordes zum Tode. Die mitan- geflagte Gettebte des Landerscheidt, die 1906 geborene Witwe Anna Mittag aus dem gleichen Ort, erhielt wegen des Nichtan^eigens eines geplanten Verbrechens eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Manderscheidt war beschuldigt, seine Eheftau durch Gift beseitigt zu haben, um Die Mittag heiraten zu können. Die gegen den hartnäckig leugnenden Angeklagten geführten Indizienbeweise ergaben, daß Manderscheidt zwei Tuben Rattengift besorgt hat, deren Inhalt er den Speisen und Getränken, die seine Frau zu sich nahm, beimischte. Die Frau starb nach längerem Krankenlager eines qualvollen Todes. Wie sehr der Angeklagte von der Wirkung der Giftbeigaben überzeugt gewesen sein muß, ergab sich aus dem Umstand, daß er sich noch während des Dahinsiechens Körperbau und Leistungsfähigkeit. In einer Untersuchung, die Werner Golder an 442 Mann des Gemeinschaftslagers „Hanns Kerrl" kürzlich oorgenommen hat und über Ine er jetzt in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift berichtet, ist man den Beziehungen zwischen Kör- pergeftalt und körperlicher Leistung nachgegangen. Die Verhältnisse im Lager waren für eine Derartige Arbeit besonders günstig, weil es sich um Menschen mit gleichartiger Berufstätigkeit (Referendare) und — sowohl hinsichtlich der Nahrungsaufnahme als auch der Ruhe- und Schlafpausen — von gleicher Lebensweise handelte. Auch das Vrü- fungsgelänbe war für alle Untersuchten fast gleich. Für den Vergleich wurden nur die Jahresgrupven vom 25. bis zum 29. Jahr zugrunde gelegt. Anhaltspunkte für die Beurteilung der körperlichen Beschaffenheit waren lediglich Körpergröße und Körpergewicht, und als Maß für die körperliche Leistungsfähigkeit galt die Zahl der Punkte, die bei der Ablegung der Prüfung für das SA.-Sport- abzeichen erzielt wurde. Um die Abhängigkeit der Leistung von der Körpergröße zu ermitteln, wurden die Leute nach der Größe in Gruppen eingeteilt. Da sich nun im allgemeinen das Körpergewicht nach der Körpergröße richtet, mußte erst zu unterscheiden versucht werden, ob die Leistungen von der Körpergröße ober vom Körpergewicht ober von beibem abhingen. Deshalb mürben Männer ungefähr gleichen Gewichts herausgegriffen unb nach ber Gröhe georbnet und umgekehrt, um beibe Faktoren Doneinanber getrennt zu halten. Bei ben Untersuchungen hat sich ergeben, daß bie Leistungen bei verschiedener Körpergröße unb gleichem Körpergewicht nicht so wesentlich Doneinanber abweichen, baß man baraus mit Sicherheit auf eine enge Beziehung zwischen Leistungsfähigkeit und Körpergröße hätte schließen können. Die Abhängigkeit ber Leistungen vom Körpergewicht war jeboch nachzuweisen. Beim Kugelstoßen unb beim Keulenweitwurf zeugte sich ein Steigen ber Leistungen mit zunehmenbem Körpergewicht währenb bie Verhältnisse beim 3000-Meter-Lauf gerade umgekehrt blieben. Dazwischen bewegen sich bie Kurven, bie über bie Leistungen beim i00-Meter-Lauf unb beim Weitsprung Aufschluß geben. Beim Kugelstoßen und beim Keulenwerfen kommt es darauf an, einen Gegenstand möglichst schnell und kraftvoll in Bewegung zu setzen, was um so besser geschehen kann, je stärker einerseits die Muskeln und je größer andererseits das Gewicht des Sporttreibenden im Verhältnis zu dem der geschleuderten Masse sind. Beim 100-Meter-Lauf und beim Weitsprung ist die rasche Bewegung ebenfalls das Entscheidende, zerk tmxti von der schweizerischen Presse als ein großartiger Erfolg bezeichnet. Wilhelm Furtwängler wurde als Dirigent und Solist (Mozart-Klavierkonzert) begeistert empfangen und dankte für die ihm dargebrachten Ovationen durch die Zu- gäbe der Ouvertüre zu „Oberon". — Der gleiche großartige Erfolg war den Philharmonikern m Basel beschieden. Schon eine Woche vorher war das Konzert ausverkauft. Unter den Zuhörern befanden sich viele bekannte Musiker aus Basel und Umgebung und viele Besucher aus der badischen Nachbarschaft. Das Publikum dankte Furtwängler für seine künstlerisch außerordentlich gereiften Darbietungen mit einem solchen Enthusiasmus, daß er sich immer wieder zeigen mußte, als die Musiker schon ihre Instrumente eingepackt und sich entfernt hatten. Von Basel reifen die Philharmoniker nach Zürich und Bern. „Deutsches Theater hinter Stacheldraht." Der Deutsche Reichskriegerbund (Kysfhäuser), die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener und das Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Köln eröffneten im Kölner Theatermuseum die Ausstellung „Deutsches Theater hinter S t a ch e l d r a h t". Der Bundesführer der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, Freiherr von L e r s n e r , sprach über den Sinn der Ausstellung. Der Schöpfer der Ausstellung, Professor Dr. Niessen, gab einen lieber» blick über das Gezeigte. Die Ausstellung sei die eindrucksvollste Widerlegung ber Kriegslüge, baß bie Deutschen Barbaren seien. Sie beweise, baß bie gefangenen beutschen Solbaten einem hochstehenden Kulturvolke angehören. Eine Nordlandfahrl für die beste Erzählung. NSG. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube" Gau Hessen-Nassau hat für bie Mitglieder ber DAF. einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei bem es darauf ankommt, baß Teilnehmer an Fahrten unb Wanberungen ber NS.-Gemeinschaft „Kraft durck Freude" ihre Erlebnisse kurz schildern. „Wettbewerb für die b e ft e n Erzählungen oder Kurz- g e s ch i cht e n" nennt er sich. Auf höchstens drei Schreibmaschinenseiten soll das alles, was in deutscher Landschaft oder fremden Ländern auf den Urlauber eingestürmt ist, niedergeschrieben werden. Jeder kann sich mit bis zu drei Erzählungen bzw. Kurzgeschichten an dem Wettbewerb beteiligen. Einsendetermin ist der 30. Juni. Die Sendungen sind zu richten an die NSG. „Kraft durch Freude", Gau Hessen-Nassau, Frankfurt, Bürgerstraße 69/77 mit dem Vermerk „Wettbewerb der besten Erzählungen". Die Erzählungen müssen den Vermerk über Namen, Anschrift und Betrieb des Einsenders enthalten. Als Preise sind ausgesetzt: 1. Preis: Eine Nordlandfahrt mit „KdF.", 2. Preis: Eine Urlaubsfahrt mit „KdF." in die Bayrischen Berge, 3., 4t und 5. Preis: Je eine achttägige Urlaubs- fahrt mit „KdF.". Weiterbericht des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die mit ben über Deutschlanb herrschenben Oft- winden einftrömenbe feuchtwarme subtropische Luft gab am Donnerstag Anlaß zu warm-schwülen und vielerorts auch gewittrigen Regenfällen. Dieser Einfluß macht sich auch heute noch geltend und wird zu weiterer Gewittertätigkeit führen. Doch befindet sich die Großwetterlage in einer Umgestaltung, die abnehmende Gewitterneigung, zunächst aber etwas unfreundlicheren Witterungscharakter bringen wird. Aussichten f ü r Samstag: Zeitweise dunstig ober nebelig, sonst übermiegenb bewölktes Wetter, Neigung zu teilweise gewittrigen Regenfällen, tagsüber ziemlich schwül, aber nicht mehr so warm als seither, über Norb nach West bre- hende Winbe. Lufttemperaturen am 7. Mai: mittags 24,2 Grab Celsius, abenbs 16,3 Grab; am 8. Mai: morgens 15,5 Grab. Maximum 25,5 Grab, Minimum heute nacht 13,3 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Mai: abenbs 19,1 Grab; am 8. Mai: morgens 15,8 Grad. — Sonnenscheindauer 7,1 Stunden. LZ. „Hindenburgs auf halbem Wege über dem Atlantik. Nach einer in Neuyork heute um 5 Uhr MEZ. eingelaufenen Funkmeldung des L.Z. „Hindenburg" befand sich das Luftschiff zu diesem Zeitpunkt auf 47,53 Grad nördlicher Breite und 37 Grad westlicher Länge, also etwa auf der Hälfte seines Weges. Seine Geschwindigkeit betrug etwa 110 Stundenkilometer. Der Kommandant der Marineluftstation Lakehurst, Rosendahl, teilte mit, daß das Luftschiff unter Zugrundelegung seiner bisherigen Geschwindigkeit am Samstagabend in Lakehurst erwartet wird. Da die Wetterverhältnisse an der atlantischen Küste ungewiß sind, wurden Vorbereitungen getroffen, das Luftschiff an den Ankermast zu legen, um es nicht der schwierigen Aufgabe des Einbringens in die Luftschiffhalle auszusetzen. Dr. W. Kimball von der Neuyorker Wetterwarte hat die Aussendung seiner Wetterberichte fortgesetzt, wofür ihm die Offiziere der Hindenburg" ihren Dank fünften. An Bord des „H i n b e n b u r g" befinben sich u. a. auch der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. M., Staatsrat Dr. Krebs, und der San- deshauptmann der Provinz Hessen-Nassau, SS- Obersturmbannführer W. T r a u p e l. Sämtliche 50 Kabinenplätze sind für die Rückfahrt am Montag ausverkauft. Unter den Passagieren befindet sich eine 86 Jahre alte Frau. 11 Passagiere der Hinfahrt machen auch bie Rückreise mit. In Lakehurst wirb die Luftschiffhalle für das Publikum mit Ausnahme der Stunden, in denen die Auffüllung oorgenommen wird, geöffnet fein; jedoch ist das Betreten des Luftschiffes verboten. Nach zweijähriger Pause führen die Berliner Philharmoniker gegenwärtige eine Konzert- reise durch die Schweiz durch, die mit einer Aufführung in Luzern ihren Anfang nahm. Das Kon- jedoch mit dem wesentlichen Unterschied, daß die Muskelkraft hier den eigenen Körper in Bewegung setzen muß. So ergeben sich für diese beiden Sportarten folgende Erfordernisse: große Muskelmassen, möglichst geringes Gewicht und beide zusammengenommen ein mittleres Körpergewicht. Beim 3000- Meter-Lauf hängt alles von der Ausdauer ab, und die schnelle und kraftvolle Bewegung ist weniger Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist Freitag um 7 Uhr von seiner zweiten diesjährigen Südamerikafahrt nach Friedrichshafen zurückgekehrt. Elly Beinhorn zum Heimflug gestartet. Elly Beinhorn startete vorn Rigaer Flugplatz zum Heimflug nach Deutschland. Ihre drei Vorträge in Riga und Libau brachten der Fliegerin einen vollen Erfolg. Jedesmal gelang es ihr, die Zuhörer zu begeistern und starken Beifall zu erringen. In Riga veranstaltete aus Anlaß der Anwesenheit Elly Beinhorns und des Dichters Jakob Schaffner der deutsche Gesandte Dr. von Schack in der Gesandtschaft einen Empfang, an dem Vertreter der deutschen Kolonie und des Rigaer Baltendeutschtums teilnahmen. Drei polnische Flugzeuge zusammengesiohen. Während eines llebungsfluges stießen in der Nähe von Koden drei Flugzeuge des 3. polnischen Fliegerregimentes zusammen. Der Flieger und der Beobachter des einen Flugzeuges, das sofort abstürzte, wurden getötet, ebenso der Beobachter des zweiten Flugzeuges, der mit einem Fallschirm abzuspringen versuchte. Der Flieger des zweiten Flugzeuges wurde bei der Landung schwer verletzt. Nur dem dritten Flugzeug gelang es, trotz erheblicher Beschädigungen glücklich zu landen. Schweres Unweller auch in Oftlhüringen. Das schwere Unwetter, das, wie berichtet, große Ueberschwemmungsschäden in Südthüringen anrichtet, hat auch Ostthüringen heimgesucht. Am meisten betroffen wurden die sogenannten Tälerdörfer im Holzland. Die starken Regengüsse ließen die Bäche über die Ufer treten. Am heftigsten war das Unwetter in Münchenbernsdorf, Lindenkreuz und St. Gangloff. Von dort dehnte sich das Unwetter bis zur Bahnlinie Gera—Jena—Weimar und nach dem Rodatal aus. Auch ein Todesopfer ist zu beklagen. Ein 18jähriger aus dem Ort Schwarzbach bei Münchenbernsdorf stammender Wirtschaftsgehilfe wurde auf der Heimfahrt vom Felde mit dem Fahrrad von den Waffermaffen um- gerissen und ertrank. Ferner wurden mehrere wertvolle Milchkühe vom Blitz erschlagen. Wiesen, Aecker und Gärten in der Umgegend der Holzlanddörfer sind vollständig verschlammt. Nach etwa zwei Stunden hatten sich die Wasser verlaufen. Der Verkehr war eine Zeitlang völlig unterbrochen. Das Urkundensteuergeseh. Am 5. Mai 1936 ist das Urtunbenfteuergefeh er- । lassen worden. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes । treten bie Landesstempelgesetze außer Kraft. Zur , Zeit gibt es 15 Landesstempelgesetze. Die Steuer- , ätze in den einzelnen Landesstempelgesetzen sind ( ranz verschieden hoch. So ist z. B. der Steuersatz ür eine Hypothekenbestellung in dem einen Land , echsmal so hoch wie in einem anderen Land. Der , Steuersatz für Mietverträge über städtische Grundstücke beträgt in einem Land das Fünffache des Satzes in einem anderen Lande. Nach dem Ur» kundenfteuergefetz werden die Steuern im ganzen Reich nach den gleichen Steuer« jähen erhoben. Von verschiedenen Seiten ist angeregt worden, die Stempelsteuergesetze der Länder überhaupt verschwinden zu lassen. Das ging nicht, weil die Länder auf das Aufkommen ?us ihren Stempelsteuergesetzen angewiesen sind. Die Lander können auf dieses Aufkommen nicht verzichten, ohne den Ausgleich ihrer Haushalte zu gefährden. Gegenstand der Urkundensteuer sind im allgemeinen die gleichen Geschäfte wie in den Landes- stempelgesetzen. Eine Ausdehnung des Kreises der steuerpflichtigen Geschäfte über den Rahmen der Landesstempelgesetze hinaus kam nicht in Frage. Der Urkundensteuer unterliegen also z. B. Schuld - erflärungen, Hypothekenbestellungen, Verpfandungserklärungen, Mietverträge, Vollmachtsertei- lungen, Schiedssprüche. Die Steuersätze des Urfun» densteuergesetzes entsprechen im allgemeinen denen, bie zur Zeit in Preußen und damit im größten Teil des Reichs in Geltung sind. Für die Allgemeinheit tritt durch die Urkundensteuer keinesfalls eine höhere steuerliche Belastung ein. In einigen Ländern werden Die Steuerpflichtigen sogar steuerlich entlastet werden. Aus sozialen Gründen sieht das Urkundensteuergesetz für einige Rechtsgeschäfte erhöhte Frei- grenzen vor. So sind Mietverträge über Grundstücke Gebäude oder Gebäudeteile bis zu einem jährlichen Mietentgelt von 900 Mark van der Besteuerung ausgenommen. Kindesannahmeverträge sind van der Steuer freigelassen, wenn das für die Steuerberechnung maßgebende Vermögen 20 000 Mark nicht übersteigt. Anstellungsverträge sind van der Steuer frei, wenn bas jährliche Einkommen ben Betrag von 3600 Mark nicht übersteigt. Kleine politische Nachrichten. Der König von Italien hat am Donnerstag Mussoliniin Privataubien^ empfangen und ihm bas GroßkreuzbesMilitärorbensvon Savoyen verliehen. Der König ber Belgier empfing den neuernannten deutschen Gesandten Herbert Freiherrn von Richthofen in Audienz zur Entgegennahme des Beglaubigungsschreibens. König Leopold III. zog den Gesandten in ein längeres Gespräch. Freiherr von Richthofen legte am Grabe des Unbekannten Soldaten einen mit der Hakenkreuzschleife geschmückten Kranz nieder. Der p o l n i s ch e M i n i st e r r a t hat die Einfuhr sämtlicher Waren verboten. Dieses Verbot soll keine neue Beschränkung des Außenhandels bedeuten. Die Verordnung schafft vielmehr ein wirksames Mittel zur Kontrolle der Einfuhr in Verbin» düng mit der Devisenkontrolle. Die Importeure von Waren, deren Einfuhr grundsätzlich verboten ist, können im Rahmen der vertragsmäßigen Kontingente Einfuhrgenehmigungen erhalten. In der Angelegenheit des Schriftstellers Otto Emerich Groh wurden in Wien noch folgende Verhaftungen durchgeführt: Die Komponisten Leopold Weleba und Karl Mainau, der Herausgeber der Zeit- schrift „Donaubote", Ingenieur Otto Kobat, der Musiker Sturm und der Zollassistent Hohen» e g g e r. Alle mit der Begründung, daß die Genannten nationalsozialistische Propaganda betrieben hätten. theater: 20 bis 23 Uhr „Der Apotheker" und „Susannes Geheimnis". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Arzt aus Leidenschaft". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im Trommelfeuer der Westfront". — 15 Uhr auf dem Universitäts-Sportplatz: Vorschlußrundenspiel um die deutsche Hochschulmeisterschaft im Handball Universität Gießen gegen Universität Halle. — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Werken von Fritz Heidingsfeld (Danzig) und P. A. Böck- stiegel (Dresden). Sladtthealer Gießen. Heute von 20 bis 23 Uhr Erstaufführung der Oper „Der Apotheker" von Joseph Haydn. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. Mitwirkende: Damen: Fornallaz, Hagemann: Herren: Greif, Hille. — Hierauf „Susannes Geheimnis", Oper in 1 Akt von Ermano Wolf-Ferrari. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung Paul Wrede. Mitwirkende: Damen: Wacker; Herren: Bley, Lindt. 29. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Abschieds-Sonntag im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Da das städtische Orchester ab 15. Mai wieder seinen Verpflichtungen als Kurorchester in Bad Homburg nachkommen muß und von diesem Tage an nicht mehr bei uns weilt, hat die Intendanz als fünfte und letzte Morgenveranstaltung dieser Spielzeit ein Abschiedskonzert des Orchesters angesetzt, um allen seinen Freunden und Gönnern ein Lebewohl zu sagen und auf frohes Wiedersehen zu hoffen. Der Programmteil steht unter der Leitung des 1. Kapellmeisters Paul Walter und bringt ausgesuchte Sachen aus den Meisterwerken von Johann Strauß. Als Solisten wirken bei diesem Konzert mit die Damen Fornallaz, Perry, sowie Herr Weiser. Die Veranstaltung dauert von 11.30 bis 12.30 Uhr. — Um 19 Uhr findet dann die letzte Operettenoorstellung dieser Spielzeit statt, und zwar kommt die Operette „Schwarze Husaren" von W. W. Poetze (nach einem Lustspiel von Leo Lenz) zur Aufführung. Musikalische Leitung hat Kapellmeister Ernst Bräuer; die Spielleitung hat Intendant Schultze-Griesheim. Ende der Vorstellung 21.30 Uhr. Generalversammlung des Gleibergvereins. Am morgigen Samstag, 9. Mai, 16 Uhr, hält der Gleibergoerein seine Generalversammlung auf der Burg Gleiberg ab. U. a. soll über das Gleiberg- fest 1936 und über die 100-Jahrfeier im nächsten Jahre beraten werden. (Siehe Anzeige vom vorigen Samstag.) Verunreinigung des Lahnwaffers ist strafbar. Die Polizeidirektion hat schon mehrfach darauf hingewiesen, daß vorsätzliche und fahrlässige Verunreinigung des Lahnwassers strafbar ist. Das Werfen von Unkraut, Kadavern und Gegenständen, sowie das Gießen von verunreinigenden Flüssigkeiten aller Art in die Lahn stellt also'eine strafbare Verunreinigung des Flußwassers dar. Die Beamten haben in der Folge auf die Verunreinigung des Lahnwassers ein besonderes Augenmerk zu richten und vorkommendenfalls unnachsichtlich Anzeige nach § 366'° RStGB., Artikel 33 des Feldstrafgesetzes, Artikel 120 des Polizeistrafgesetzbuches, zu erstatten. Nr. 107 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zirkusschau in Gießener Straßen. wJU M M 1 V - J Aus der Provinzialhauptstadt. Vier Frauen und ein Vogel. Auf einer Dorfstraße im Oberhessischen hüpfte eine Dohle umher und stocherte mit spitzem Schnabel in den Pflasterritzen. Dohlen sind an sich keine Seltenheit, und so hätten denn auch die vier Frauen, die in einem Auto die Dorfstraße entlang-1 kamen, nicht weiter Notiz von dem Vogel genommen, wenn er sich normal benommen hätte. Das । heißt, die Lenkerin erwartete, als sie bis ungefähr zwanzig Meter an die Dohle herangesteuert war, daß das schwarze Tier auffliegen und die Straße freigeben würde. Es geschah indes nichts dergleichen. Die Dohle blieb sitzen und stocherte weiter. | Die Frau am Steuer machte ihre Begleiterinnen auf jene zoologische Merkwürdigkeit auf der Dorfstraße aufmerksam, während sie langsam der Dohle auf den Leib rückte. Nach wie vor blieb das Tier mitten auf der Fahrbahn, und erst als das Auto dicht vor ihm bremste, hüpfte es gelangweilt ein bißchen zur Seite. Nun rief die eine der Frauen „Schfchsch ..und die andere warf ein Stückchen Apelfinenschale dem seltsamen Vogel vor die Füße. Das „Schfchsch ..." ignorierte die Dohle völlig und die Schale betrachtete sie nur nachdenklich mit schief gehaltenem Kopf. Wegfliegen tat sie nicht. Die vier Frauen waren sich darüber einig, daß dies nur eine zahme Dohle sein könne und öffneten den Wagenschlag. Frauen sind mitleidig und hilfsbereit. Auch die vier Autoinsassinnen waren auf der Stelle entschlossen, der zahmen Dohle etwas Gutes anzutun. In der Annahme, daß der Vogel gewiß sehr hungrig sei, zogen sie ihre Frühstücksbrote heraus, um sie zu verfüttern. Die Dohle war gar nicht hungrig, aber hübsch belegte Brote hatte sie nicht alle Tage. Deshalb nahm sie dankbar die ihr zugeworfenen Bröckchen auf. Nun sind die Frauen aber nicht nur weichherzig, sondern auch von Natur aus leicht neugierig. Die vier wollten sich also das bemerkenswerte Geflügel hier genauer ansehen und lockten es zu sich heran. Mit sanften Rusen forderten sie die Dohle auf, in den Wagen zu Hüpfen. Die Dohle jedoch wurde in diesem Augenblick mißtrauisch. Vielleicht hatte sie irgendwann einmal von ruchlosen Entführungen gehört. Jedenfalls lieh sie den sanften Rufen keinerlei Ohr. Sie hatte jedoch nicht mit der weiblichen Schlauheit gerechnet, die nunmehr leckere Brötchen in immer kürzeren Bögen auszuwerfen begann. Die Dohle schluckte und schluckte, und unversehens befand sie sich auf dem Trittbrett. Mit einem letzten Leckerbissen wurde sie dann auch noch in das Innere des Wagens gelotst. Die Frauen hatten also ihren Willen durchgesetzt und konnten das Tier genau betrachten, das jetzt aus nächster Nähe gesehen bedeutend größer erschien als draußen auf der Dorfstraße. Und als der Vogel, durch die ungewohnte Umgebung nervös gemacht, schreiend umherzuflattern begann, bekamen die vier Frauen nachträglich Angst vor der eigenen Courage. Sie zogen die Beine an und riefen dem Vogel zu, er solle schleunigst das Auto wieder verlassen. Doch die Dohle hüpfte nur noch aufgeregter umher, und ein aus spitzen Frauen- und Vogelschreien gemischter Lärm erfüllte das sonst so friedliche Wageninnere. Die vier Frauen, anderweits sehr selbständige Persönlichkeiten, wünschten in diesem Augenblick alle heimlich ein männliches Wesen herbei, das diesem schrecklichen Vogel ruhig die Stirn bieten könne. Mit ängstlichen Gebärden versuchten sie derweil, die Dohle aus dem Auto zu schubsen. Die Verwirrung steigerte sich dadurch noch beträchtlich, und die Frauen sahen sich in der unangenehmen Lage des Zauberlehrlings von Goethe — die Geister, die sie gerufen, wurden sie nun nicht wieder los. Doch schließlich erblickte der verstörte Vogel zwischen Beinen und Hebeln die Straße und stürzte sich in diese Richtung. Während sie sich schwor. Automobile in Zukunft streng zu meiden, stolperte die Dohle das Trittbrett herunter. Sie ließ vier erschöpft zurücksinkende Frauen zurück... M. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.15 Uhr Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadt- Der Zirkus Althoff, der für drei Tage in unserer Stadt ein Gastspiel gab und inzwischen Oswalds- garten wieder geräumt hat, schuf gestern um die Mittagsstunde in den Straßen unserer Stadt ein nicht alltägliches Bild. In einem schönen Umzug führte der Zirkus eine Fülle schöner Tiere durch die Straßen. Man sah prächtige Pferde, sah Menschen aus anderen Zonen auf Kamelen reiten, drei schöne große Elefanten zogen gemächlichen Schrittes mit und die beiden kleinen Elefanten erregten berechtigtes Aufsehen. Lama und Zebra, winzige Ponys und noch manches andere fesselten für kurze Zeit die Aufmerksamkeit aller Spaziergänger. Der Helle Sonnenschein machte alles doppelt farbenfreudig. (Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Freitag, 8.Mai 1936 Oienstjubiläum in der Reichsjustizverwaltung. Glückwunsch des Führers. Der Pressedezernent beim Amtsgericht Gieße» teilt uns mit: Der Justizinspektor bei dem Arbeitsgericht Gieße» Anton Roth blickt am 11. Mai 1936 auf ein» 45jährige Dienstzeit zurück. Aus diesem Anlaß hat ihm der Führer und Reichskanzler seine besten Wünsche ausgesprochen und damit seinen Dank und seine Anerkennung für die dem Reich geleisteten treuen Dienste verbunden. Inspektor Roth gehört seit dem genannten Tage dem Amtsgericht Gießen, und zwar seit dem Jahre 1928 als Geschäftsleitender Justizinspektor des Arbeitsgerichts an. Er stand während des Krieges bis Kriegsende im Militär- dienst, darunter l3/< Jahre lang im Felde. Auch auf dem Gebiete der Kurzschrift hat sich Inspektor Roth besondere Verdienste um die Allgemeinheit erworben. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Der NS. Lehrerbund des Kreises Gießen weist darauf hin, daß sich Teilnehmer an der Reichstagung in Bayreuth noch bis zum 15. Mai auf der Geschäftsstelle des Kreises, Plockstraße 9, melden können. Spätere Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Jungvolk im Zungbann 116. Fähnlein 3 „Theoderi ch": Samstag, 9. Mai, um 8.30 Uhr, am Ludwigsplatz. Fähnlein 4 „T e j a": Samstag, 9. Mai, Jungzug I: 8 Uhr Schwarzlach; Jungzug II: 8.30 Uhr Gericht; Jungzug III: 8 Uhr Gericht. Fähnlein 5 „W i d u k i n d": Samstag, 9. Mai, Antreten um 8 Uhr am Oswaldsgarten; Dienstende gegen 16 Uhr Fähnlein 8 „Bo elcke": Samstag, 9. Mai, 8 Uhr, bei Braun in Wieseck. Fähnlein 10 „Graf Spee": Samstag, 9. Mai, 8.30 Uhr, in Großen-Buseck. Fähnlein 20 „Heinrich von Plauen": Samstag, 9. Mai, 7.30 Uhr, in Reiskirchen. Oie Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Das Kreisamt Gießen bringt eine im August 1925 bereits erlassene Polizeioerordnung zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers erneut in Erinnerung, und es weist darauf hin, daß die Beaufsichtigung der Felder und Gärten zum Zwecke der Bekämpfung des Kartoffelkäfers, sowie die Durchführung der übrigen Bekämpfungsmaßnahmen dem Reichsnährstand übertragen wurde und daß den Anordnungen der mit der Aufsicht betrauten Personen Folge zu leisten ist. Nach der vorgenannten Polizeiverordnung unterliegen die landwirtschaftlich genutzten Felder und Gärten des Kreises Gießen der Beaufsichtigung zum Zwecke einer rasch durchgreifenden Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Den mit der Aufsicht betrauten Personen, sowie erforderlichenfalls deren Helfern, die sich durch eine Bescheinigung ausweisen, ist jederzeit das Betreten der Grundstücke zwecks Untersuchung und Vornahme der zur Bekämpfung erforderlichen Maßnahmen zu gestatten. Den zur Schädlingsbekämpfung getroffenen Anordnungen ist unbedingt Folge zu leisten. Zuwiderhandlungen gegen die gesetzlichen Bestimmungen sind unter Strafe gestellt. Verbot des Leseholzsammelns in der Sehzeit des Wildes. Das Kreisamt Gießen hat mit Zustimmung der maßgebenden Stellen für den Kreis Gießen folgende Anordnung getroffen: Die Leseholznutzung in allen Waldungen darf in den Monaten Mai und Juni nicht ausgeübt werden. Zuwiderhandlungen gegen dieses Verbot werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft. Diese Polizeiverordnung ist mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten. SchleussnerEst? mit Garantieschein 10. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Jetzt aber sollte man so eine Art Bauer werden. Trotzdem: er hatte sofort Ja gesagt, um Benediktes willen. Außerdem war die Aussicht auf die Gelderbschaft Onkel Huberts nach Ablauf der fünf Jahre auch nicht zu verachten. Mit dieser Summe ließ sich schon allerhand anfangen. Und vor allem: im täglichen Beisammensein mußte ja Benediktes Herz endlich auch einmal wach werden. Das alles hatte ihm seinen Entschluß leicht gemacht. Aber jetzt überkam es ihn wie ein Ahnen, als wäre das alles doch nicht so einfach. Nervös schritt er auf und ab, ging die Treppe hinunter und stellte sich ein Weilchen neben den Steuermann. „Gleich sind wir da", sagte der, „sehen Sie, dort kommt die Ecke, von da aus können Sie schon die ganze Insel übersehen." „Benedikte", rief Hans-Hermann nach oben. Die Gerufene erschien mit fragendem Gesicht: „Gleich da, Benedikte! Die Eröffnung des Paradieses mit anschließender Inspektion beginnt. Hast du Herzklopfen?" , Im Abendsonnenschein lag die Insel da. Ihre Wiesen, im ersten zagen Frühlingsgrün, schimmerten wie sanfter Smaragd. Der Himmel war kristallklar. Aus den geduckten Fischerkaten mit ihrem verwitterten Strohdach stieg geruhiger Rauch in die Luft. Möoen schwangen sich in großen Flugbogen über das Schiff hinweg. , . e Benedikte stand andächtig, ihre Augen tranken jede Linie der Insel. Das also sollte ihre Heimat werden! Flach, wie vom Meere herangespult, hob sich das Land aus dem Wasser, um sich nach Norden hin zu hohen Dünen und bewaldeten Hangen zu erheben. Jenseits lag das Meer gewaltig, unübersehbar. p _ ... .. Immer mehr Häuser tauchten auf. Zwischen die Moosdächer mischten sich die roten Dächer der kleinen Sommerhäuschen, ein Kirchlein streckte seinen Turm fröhlich in die Abendlust. Nun unterschied MMiMMWWM Vornan von Markise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. man schon die Menschen am Ufer, die braunen Netze, für den Frühjahrsfang zum Nachsehen und Nachflicken ausgespannt, dort einige hellhaarige Kinder mit Wollschal und Mütze und hier ein paar Fischer mit ihren Pfeifen ruhig am Ufer stehend. Der Dampfer machte eine knappe Wendung, und da winkte schon der Landungssteg. Ein grelles Tuten, ein lautes „Mit halber Kraft voraus!" durch das Sprachrohr herunter zum Maschinenraum, — langsam glitt das Schiff in die Bucht der Insel. Benedikte spähte hinaus. Inmitten der hellhaarigen Menschen mit den scharfen blauen Seeaugen erblickte sie eine groteske Gestalt, einen dunklen Wollkopf unter einer Schiffermütze, ein grinsendes dunkles Gesicht. „Du, das ist Josua", flüsterte sie dem Vetter zu. „Sieh mal, und die neben ihm, die kleine verhutzelte Frau mit dem gutmütigen Gesicht, sicher ist das Fräulein Giesecke. Du, ich glaube, die halbe Insel ist zu unserm Willkommen erschienen!" Und so war es auch. Benedikte hatte es richtig erkannt. Die Nachricht von der Ankunft der neuen Besitzer des kleinen Gütchens „Endlich allein" hatte sich wie ein Lauffeuer über die ganze Insel verbreitet. Man war vom Herbst bis zum Frühling mit Neuigkeiten nicht verwöhnt. Die Insel lag in dieser ganzen Zeit wie in einer Art Winterschlaf. Außerdem war das Haus „Endlich allein" für die Dörfler feit jeder ein Gegenstand des Interesses und der Neugierde gewesen. Schon die Tatsache, daß der alte Hubert Zedlitz mit einem Schwarzen hier angereist gekommen war, mußte weiß Gott ungewöhnlich erscheinen. Und obwohl Josua zu den meisten der Einwohner ein sehr nettes Verhältnis gefunden hatte und sich besonders bei den Kindern großer Beliebtheit erfreute, war er allen doch immer wie ein Beweis der Sonderbarkeit dieser Welt. „Uns' Smarter" nannten ihn alle hier in ihrem behaglichen Platt. Freilich, es gab ein paar Söhne von Fischerfamilien, die auf Handelsschiffen fuhren oder bei der Marine gedient hatten. Denen war Josua durchaus nichts Ungewöhnliches. Aber das nahm man ihnen beinahe übel. Als Hein Klüter einmal im Wirtshaus „Zur Ostsee" gelegentlich erklärte: „Ich weiß gar nicht, was ihr mit Josua für ein Wesen macht, in Afrika wachsen die Schwarzen wie Brombeeren — an jedem Strauch tausend!", wurde er ärgerlich zurechtgewiesen. Das wußten sie schließlich alle, daß Afrika von Schwarzen bevölkert war. Ätzer das Merkwürdige war doch eben, ein Schwarzer hier unter ihnen. Diese Besonderheit wollten sie sich durch keinerlei Spott verringern lassen. Und so mußte man jetzt auch sehen, wie „uns' Swarter" die neue Herrschaft bewillkommnete. — Benedikte und Hans-Hermann wollten an Land. Aber das war nicht so einfach. Denn aus dem Vorderdeck wurden ein paar Zuchtschafe ausgeladen. Blökend und steifbeinig standen die Tiere da, allen Menschen im Wege, und waren durchaus nicht zu bewegen, das Laufbrett zu betreten. Endlich gelang es, sie unter Hallo, Lachen und Drohungen vorwärts zu treiben. Und nun konnte man an Land. Josua stand aufgeregt, von einem Bein auf das andere tretend, da. Er hatte sich offenbar eine wunderschöne Begrüßungsrede einftubiert. Fräulein Giesecke hatte vor Aufregung rote Flecke auf ihrem guten Altfrauengesicht. Aber Benedikte ließ es weder zur Begrüßungsrede, noch zur Verlegenheit kommen. „Sind Sie Fräulein Giesecke", fragte sie und streckte der alten Dame herzlich die Hand entgegen, „ich bin Benedikte Zedlitz. Vielen Dank, daß Sie uns abgeholt haben. Und das ist sicherlich Josua. Guten Tag, Josua! Wie geht es Ihnen? Das ist mein Vetter Hans-Hermann." Josua war völlig verwirrt. Daß ein Mensch „Sie" zu ihm sagte, war ihm in seinem ganzen Leben noch nicht vorgekommen. Mit dem Instinkt des Naturmenschen, der ihm niemals abhanden gekommen war, solange er nun auch schon in Europa lebte, fühlte er: Mit der jungen Herrin konnte man fein auskommen. Sie schien ein guter Mensch zu sein, gerecht und freundlich. Die war so, wie auch Hubert Zedlitz eigentlich innerlich gewesen war, obgleich er sich manchmal nach außen hin sehr böse und streng geben konnte. „Du haben Gepäck, Frollein Zedlitz?" fragte er. „Josua werden alles besorgen, auch Gepäck von Master Zedlitz." Hans-Hermann stand etwas unglücklich dabei. Diese Begrüßung von Josua vor der versammelten Dorfbevölkerung war ihm doch recht unbehaglich. Wie die Leute ihn und Benedikte alle anstarrten, als wären sie Wundertiere! * Aber, Gott sei Dank, nun war es vorbei! Josua war hinten im Schiff bei dem Ausladen des Gepäcks beschäftigt. Fräulein Giesecke führte ihn und Benedikte zu einem kleinen Jagdwagen, dem ein etwas dürres Pferd vorgespannt war: „Das ist unser Wagen", sagte sie. „Wollen Sie bitte einfteigen?" Hans-Hermann blickte mit einer gewissen Mißbilligung auf dies Gefährt. Aeltestes Modell! Na, und das Pferd sah auch aus wie eine Kreuzung zwischen Maulesel und Besen. Wenn er an den schnittigen Jagdwagen dachte, mit dem er auf dem Gute seines Freundes Kersfow abgeholt worden war--Aber solche Vergleiche durfte man nicht ziehen. Dann wurde einem ziemlich jämmerlich zumute. Benedikte hingegen schien begeistert. „Wie heißt du denn?" klopfte sie das Pferd auf den Rücken. „Ebenezer", erklärte Josua stolz, der jetzt mit dem ersten Koffer herangekeucht kam. „Mein Gott, was für ein Name", warf Hans- Hermann spöttisch ein. Da wurden Josuas Augen groß und ernst: „Du sein nicht zufrieden mit diese Namen, Herr? Master Zedlitz ihn hat gegeben. Ebenezer war Freund von Master Zedlitz in große Krieg gegen Engländer unten in Afrika. Ebenezer haben mit Josua zusammen Master Zedlitz herausgetragen aus große Schlacht, wie er war soo krank." Josua verdrehte seine Augen gräßlich und stöhnte, als müßte er die ganze Schlachtszene mimisch vorspielen. „Sie müssen nicht über ihn lachen", flüsterte Fräulein Giesecke Hans-Hermann zu, „er verdient das wirklich nicht. Er ist ein unendlich treuer Bursche. Es verhält sich tatsächlich so, wie er erzählt bat. Herr Zedlitz ist doch damals unten gewesen, als der große Krieg ausbrach und die vorgeschobenen beut- scheu Stationen sich nur mit Mühe gegen die Uebermacht der Feinde halten konnten. Herr Zedlitz war damals gerade zu Besuch auf einem dieser vorgeschobenen Forts und hat mit der Besatzung zusammen gegen die Engländer gekämpft. Er hak sein Leben Josua zu verdanken, jener Ebenezer ist damals an den Folgen der Verwundung in englischer Kriegsgefangenschaft gestorben." (Fortsetzung folgt!) Gesittung aus dem Blut. Zur 3. Reichsnährstands-Schau in Frankfurt a. M. Vorläufige Regelung der Dersorgungs- aniprüche im Reichsarbeitsdienst. Nunmehr ist die Versorgung von Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes und des freiwilligen Arbeitsdienstes, sowie ihrer Hinterbliebenen vorläufig geregelt. Ehemalige Angehörige des Reichsarbeitsdienstes der männlichen Jugend und ihrer Hinterbliebenen können auf Grund einer nach dem 30. Juni 1934 erlittenen Dienstbeschädigung eine Versorgung erhalten. Im Höchstfälle beträgt diese Zulage der Dienstbeschädigten bei Pflegebedürstig- keit 1200 Mark. Auch ehemalige Angehörige des Stammpersonals der RAD. und ihre Hinterbliebenen können auf Antrag Vorschüsse auf die nach dem RAD.-Vorsorgungsgesetz zu erwartende Versorgung erhalten, wenn die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind. Ergeben sich aus den Vorschriften in einzelnen Fällen besondere Härten, so kann der Reichsinnenminister einen Ausgleich gewähren. Krankenkaffenauskünste über Beitragsrückstände. In einem Erlaß an die Aufsichtsbehörden der Krankenversicherung hat der Reichs- und Preußische Arbeitsminister mitgeteilt, daß er damit einverstanden ist, daß die Krankenkassen den Handwerkskammern und Innungen auf Anfrage Auskünfte über das Vorhandensein und die Höhe von Beitragsrückständen einzelner Unternehmer erteilen. Die Anforderungen dieser Auskünfte müssen zu dem Zweck geschehen, um Bescheinigungen ausstellen zu können, daß der betreffende Unternehmer nicht mit Beiträgen zur Sozialversicherung im Rückstand ist. Solche Bescheinigungen werden öfter bei Subventionen und Vergebung von Aufträgen verlangt. Ein Neunzigjähriger. Am gestrigen Donnerstag, 7. Mai, konnte Herr Peter P ö l z i n g , Steinstraße 21 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische seinen 90. Geburtstag begehen. Herr V ö l z i n g ist Veteran von 1870/71. Der Führer und Reichskanzler hat dem alten Herrn zu seinem Geburtstag durch ein Glückwunschschreiben mit Bild und eigenhändiger Unterschrift eine große Freude bereitet. Kampf gegen das Motorradgeknatter. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Da die Klagen über das Geknatter der Motorräder immer noch nicht zum Verstummen gekommen sind, sind die Polizeibeamten angewiesen worden, alle Motorräder, die erheblichen Lärm verursachen, einzuziehen. Die Motorräder werden einer besonderen Prüfung unterzogen und, falls sie den gesetzlichen Bestimmungen nicht entsprechen, aus dem Verkehr entfernt. Gegen die Benutzer wird außerdem noch Strafanzeige erstattet. Die Bevölkerung von Gießen wird gebeten, die Polizei im Kampfe geen die rücksichtslosen Fahrer zu unterstützen, indem sie sich die polizeilichen Kennzeichen derjenigen Motorräder, die erheblichen Lärm verursachen, merkt und diese Nummern der Polizeidirektion mitteilt. Für vertrauliche Behandlung aller eingehenden Anzeigen ist Sorge getragen. Anonyme Anzeigen sind zwecklos. Neue Kunstausstellung im Stadttheater Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die seit einiger Zeit in den Wandelgängen des Stadttheaters durchgeführten Ausstellungen vornehmlich Maler unserer engeren Heimat erfahren mit dem heutigen Tag einen Wechsel. Ab Freitag, den 8. Mai, stellen im Theater Aquarelle, Oelge- mälde und Handzeichnungen aus die beiden hiesigen Künstler H. Mueller-Leutert und Lotte Droese. Wir möchten es nicht versäumen, die Theaterbesucher auf die Ausstellung der Arbeiten dieser Leiden Künstler aufmerksam zu machen. LandschafisbundVolkstum und Heimat. Ortsring Gießen. Der Verband Deutsche Frauenkultur lädt unsere Mitglieder zu folgender Veranstaltung ein: Samstag, 9. Mai, um 20 Uhr, in der Aula des Gymnasiums Frl. D i e f f e n b a ch : „Hessische Trachten uno bäuerliche Nadelarbeitskunst" (mit Lichtbildern). Eintritt 30 Pf., Schülerinnen 10 Pf. . Die öcutfd^ Arbeitsfront n.9.=6cmeinfchaft „firaft öurch frcuöc*' heidelbergfahrt am 7. Juni. Wir mußten diesmal leider unsere angesetzte Frühlingsfahrt nach Heidelberg absagen, haben sie aber auf den 7. Juni verschoben. Anmeldungen werden auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, und bei allen Orts- und Betriebswarten entgegengenommen. Der Teilnehmerpreis beträgt einschließlich Schloßbesichtigung 4,20 Mark. Anmeldeschluß ist der 26. Mai. Urlaubsfahrten. Für die Norwegenfahrt vom 19. bis 26. Mai, an der die Inf.-Regts.-Kapelle 81 Frankfurt teilnimmt, können umgehend noch Anmeldungen auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, getätigt werden. Der Teilnehmerpreis beträgt 56 Mark. ll. 5. 15 — Borkum — U. §. 16 Büsum 28. Mai bis 7. Juni. Bei den beiden genannten Urlaubsfahrten sind noch Plätze frei. Wir bitten alle Teilnehmer, die ihren Urlaub einmal an der See verbringen wollen, sich umgehend auf der Geschäftsstelle KdF. anzumelden. Gesperrte Urlaubszüge. Nachstehend geben wir nochmals bekannt, welche Urlaubszüge bereits wegen Ikberfüüung gesperrt sind: 11. F. 18 Allgäu-Pfronten vom 6. bis 14. Juni U. F. 19 Schliersee vom 8. bis 16. Juni U. F. 29 Schliersee vom 26. Juni bis 5. Juli 11. F. 35 Chiemgau-Prien vom 6. bis 14. Juli U. F. 41 Allgäu-Pfronten vom 22. bis 30. Juli U. F. 56 Schliersee vom 20. bis 28. August S. F. 204 Norwegen vom 9. bis 16. Juni S. F. 205 Norwegen vom 29. Juni bis 6. Juli S. F. 206 Norwegen vom 22. bis 30. Juli S. F. 207 Norwegen vom 10. bis 17. August S. F. 208 Norwegen vom 5. bis 12. September. Mit dem Omnibus an Pfingsten nach Miltenberg 31. Mai bis 1. Juni. An Pfingsten fährt ein Omnibus von Friedberg aus nach Miltenberg. Die Fahrt geht ab am 31. Mai vormittags bis 1. Juni abends. Der Teilnehmerbe- NSG. Zwei große Aufgaben sind dem Bauerntum im Dritten Reich gestellt. Es muß die Ernährung des Volkes sicherstellen, den Boden so intensiv und sorgfältig bearbeiten, daß die eigene Scholle eine ausreichende Ernte ergibt, und es hat zum anderen die Aufgabe, Blutsquell und ständiger Erneuerer des Volkes zu sein. Eine Ausstellung des Reichsnährstandes kann sich daher nicht auf eine landwirtschaftliche Fachschau ^beschränken, sondern sie muß auch die andere Seite der bäuerlichen Existenz darstellen. Die rassische und biologische Lage unseres Volkes bringt es mit sich, daß diese lebenspendende und bluterneuernde Kraft des Bauerntums im Mittelpunkt aller Arbeit im Reichsnährstand sieht. Es ist eine Tatsache der statistischen Erfahrung, daß die Verstädterung eines Volkes den Volks- t o d bedeutet, während die Erhaltung und Mehrung immer nur vom Bauerntum aus geht, das in jeder Generation Menschen in die Städte schickt. In der Stadt — vor allem in der Großstadt — stirbt nach den statistischen Erhebungen eine Familie in den meisten Fällen in etwa fünf Generationen aus, während bäuerliche Familien ihren Gang durch Jahrhunderte hindurch verfolgen können. Die Wissenschaft hat nach Gründen für diese eigenartige Erscheinung gesucht, ohne indes mit voller Eindeutigkeit bis jetzt irgendeine einzelne Eigentümlichkeit des städtischen Lebens dafür verantwortlich machen zu können. Bei Würdigung all der ver- chiedenen sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in Stadt und Land bleibt als letzte Ursache ür den biologischen Vorrang des Landes die Tat- ache, daß in enger Gebundenheit an den Boden die Gesetze des Blutes allezeit im Bauerntum, sei es bewußt oder unbewußt, mehr beachtet wurden als in städtischen Kreisen. Je weiter wir in die Vergangenheit unseres Volkes, die eine bäuerliche war, zurückgehen, um so größere Gültigkeit besaßen diese Blutgesetze, um so mehr ind alle Erzeugnisse der Geistes- und Sachkultur Ausdruck eines reinen Blutes, einer Rasse. Mr schätzen uns glücklich in dem Bewußtsein, daß sich trotz zahlreicher Verschüttungen unter fremde Einflüsse im Laufe der Jahrhunderte doch eine gerade Linie aufzeigen läßt von den reinen Anfängen in einer germanischen Vauern- kultur bis zu dem geistigen Schaffen und Dollen unserer Gegenwart. Der Reichsnährstand zeigt auf feiner 3. Aus - ftellungen in Frankfurt a. M. auf der breiten Basis unseres gesamten kulturellen Lebens die Fäden, die das 20. Jahrhundert an die jahrtausendalte Geschichte unseres Volkes und feiner Kultur knüpfen; in reicher Fülle erleben wir hier im „Haus des Reichsnährstandes" die Zeichen der Ewigkeit Deutschlands Wir sehen, wie aus dem germanischen Haus sich Königshalle, nordische Stabkirche und gotische Dome entwickeln, Beweise der Seßhaftigkeit von Anbeginn im Gegensatz zu der totenstarren Form des Nomadenzeltes. Auch am Hausrat, in Töpferei und Holzbearbeitung, wie in der Metallkunst und Bekleidung wird der durch Jahrtausende klare Stil des Germanen nachgewiesen. Andere Rassen haben eine andere Art, ben Stoff zu gestalten. Ihre an sich wertvollen, aber für uns fremd bleibenden Erzeugnisse werden zum Vergleich neben arteigenes Kulturgut gestellt. Hier wird nach den vorliegenden Plänen eine sehr reichhaltige Schau geboten, besonders interessant dadurch, daß hier, wie es im Museum nicht üblich ist, das Eigene neben dem Fremden steht. Aus der geistesgeschichtlichen Entwicklung werden besonders die deutschen Märchen und Sagen, die als hervorragende Zeugen germanischen Wesens gelten müssen, in bildlicher Wiedergabe vor Augen geführt. Auch hier wird ein aufschlußreicher Vergleich mit orientalischen Märchen nicht fehlen. Meisterwerke deutscher Künstler aller Zeiten lehren, daß auch in Bildwerken und Bauten sich der Kulturwille einer Raffe ausdrückt. Den deutschen Schöpfungen gegenübergeftellt werden die Kunstwerke anderer Rassen, die für diese Völker sehr viel bedeuten, uns aber nichts geben können. Daneben sehen wir Erzeugnisse entarteter Menschen, die nicht mehr als Ausdruck eines bestimmten Kulturwillens angesehen werden können, sondern intellektuelle Versuche darstellen, die kulturellen Grundlagen eines Volkes zu vergiften. Modelle zeigen die Entwicklung der Baukunst, wieder ausgehend vom Bauernhaus über die verschiedenen Stile bis in die Gegenwart zu den Bauten des Dritten Reiches. In der P l ast i k sehen wir die großen Schöpfungen wirklicher Meister und als Gegenstück die Erzeugnisse des Kubismus und des Futurismus. Aehnlich ist die Ausstellung der M a l e r e i aus- Kbaut, wo in Porträt-, Landschafts- und Tiermalerei beste deutsche Werke neben fremden gezeigt werden. Es kommt hier besonders zum Ausdruck, wie sich neben dem ungezügelten Austoben krankhafter Phantasten in immer steigendem Maße bewußt- deutsche Künstler diesem Chaos entgegenstemmen. Aus dem Rebeneinander und Gegeneinander deutschen und fremden Kunstschaffens, dessen Darstellung noch durch Aufzeigen der großen Linien in der Literatur und durch eine Gegenüberstellung von Kitsch und Kunst ergänzt wird, kann der Beschauer nur eine heilige Verpflichtung mitnehmen, seinem Blut gegenüber, das ja der Träger all diesen Schaffens ist. Worauf es in der Lebensführung des einzelnen ankommt, wenn das Volk sich behaupten will, zeigt die Schau „Dein Volk — Dein B l u t", in der die erbgefundheitliche Bedeutung der Gattenwahl an vielen positiven und negativen (Krüppel, Idioten) Beispielen bargetan wird. Die Bemühungen des Staates um eine aktive Bevölkerungspolitik, um die Pflege des Rassebewußtseins und eine gesunde Jugend erkennen wir in ihrer zentralen Bedeutung für unser Volk. In einer noch nie gesehenen Fülle und Tiefe zeigt der Reichsnährstand die Reinheit des Blutes und der Rasse als Träger der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Deutschlands. Sonderzüge zur Reichsnährstandsausstellung. Neuer Zug ab Butzbach am 21. Mai. Stationen Hinfahrt Rückfahrt Butzbach ab 8.55 an 22.27 Ostheim 9.01 ee 22.21 Bad-Nauheim ee 9.14 ee 22.08 Frankfurt-West an 9.53 ab 21.28 Neuer Zug ab Alsfeld am 21 . Mai Stationen Hinfahrt Rückfahrt Alsfeld ab 6.25 an 1.50 Zell-Romrod 6.39 .. 1.39 Ehringshausen ee 6.55 II 1.18 Burg- u.Nieder-Gemünden 7.03 II 1.05 Nieder-Ohmen 7.14 ee 0.57 Gießen ee 8.18 ee 0.07 Friedberg H 9.01 ee 23.05 Frankfurt-West an 9.34 ab 22.30 über ihre Amerikareife berichten (mit Lichtbildern). Später wird Dr. Michel einen Lichtbildervortrag über aussterbendes Handwerk und Brauchtum im Odenwald halten. Mit einem geselligen Beisammensein fand die Tagung ihren Ausklang. *♦ Die Köln - Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt erweitert vom Sonntag, 10. Mai, ab ihren bisherigen Fahrplan wesentlich. Während der am gleichen Tage beginnenden „Jubiläumswoche" werden billige Wochenkarten für alle planmäßigen Fahrten ausgegeben, die einfachen Fahrscheine gelten auch für bie ^U(£fa9rk Auch die Schiffswirte werben durch eine 20pro- zentige Ermäßigung für das hundertjährige 3ubu läum der Gesellschaft. (Siehe heutige Anzeige.) Kleine Strafkammer Gießen. In der gestrigen Sitzung standen der K. F., der M. K. und der E. St., sämtlich aus Gießen, vor den Schranken des Gerichts. Die Angeklagten waren vom hiesigen Amtsgericht verurteilt worden, und zwar F. und K. zu je 7 Monaten und St. zu einem Monat Gefängnis. Gegen dieses Urteil verfolgten sie das Rechtsmittel der. Berufung. Die Angeklagten hatten sich in der Zeit von 1931 bis 1935 schwerer Vergehen gegen bas Fischereigesetz, F. unb K. außerdem bes Diebstahls unb ber Sachbeschädigung schulbig gemacht. Die Angeklagten fischten in ber fraglichen Zeit, ohne im Besitze eines behördlichen Fischereischeins zu sein, in fremben Gewässern. Der Anaeklagte F. entroenbete außerbem eine auf ber Lahn schwimmende Ente, schlachtete sie unb verbrauchte sie in seinem Haushalt. Schließlich zerschlug er einen Kahn, ber einem Fischerei- nachbar gehörte, mit bem ber bereits in erster Instanz abgeurteilte B. in Streit gelegen hatte. Auf Grunb ber gestrigen Beweisaufnahme wies bie Strafkammer bie Berufung ber Angeklagten F« unb K. kostenpflichtig zurück. Bezüglich bes Angeklagten St. würbe bas Verfahren auf Grunb be£ jüngsten Straffreiheitsgesetzes eingestellt. Oberheffen. OerFührerehrttreueFeuerwehrmänner * Heuchelheim (Kreis Gießen), 7. Mai. Aus Anlaß ihrer 50jährigen aktiven Dienstzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Heuchelheim ließ ber Führer den beiden Feuerwehrmännern Jakob Germer III. unb Karl Germer am 1. Mai 1936 Glückwunschschreiben zugehen, in denen er ihnen in Anerkennung ber dem Gemeinwohl geleisteten Dienste unb treuer Pflichterfüllung seinen Dank ausspricht. — Der Altersabteilung der Freiwilligen Feuerwehr gehören nunmehr acht Kameraden mit fünfzig unb mehr Dienstjahren an. Z5O=3a6rfeier von Grünberg. 4- Grünberg, 7. Mai. Dieser Tage fanb im Rathaussaal eine Sitzung bes Hauptausschusses für bie 750-Jahrf eier ber Grünbung von Grünberg unter bem Vorsitz von Bürgermeister Wagner statt. Die Berichte ber Vorsitzenden ber einzelnen Unterausschüsse gaben ein anschauliches Bilb von den bis jetzt geleisteten Vorarbeiten. So sind vom Werbeausschuß die nötigen Schritte wegen Gestellung von Sonderzügen unternommen, ferner in gleicher Weise an die NSG. „Kraft durch Freude" herangetreten worden, einen ihrer Züge zum Fest nach hier zu leiten. Aehnlich wie beim 450jährigen Jubiläum des Gallusmarkt im Jahre 1931 Einladungen an alle auswärtigen Grünberger ergingen, die einen vollen Erfolg hatten, will man auch bei dieser historischen Feier in gleicher Weise verfahren. Gründliche Arbeit hat auch der Festausschuß für die äußere Gestaltung des Festes geleistet. Unter dem Motto „I m Schritt der Jahrhunderte" (Männer unb Frauen aus Grünberg) hat er sowohl für den eigentlichen F e ft a k t am Samstagabend in der Turnhalle, als auch für den am Sonntag stattfindenden historischen Festzug etwa 15 Bilder bzw. Gruppen zusammengestellt. 11. a. sind zu erwähnen: der erste Burgmann Guntram von Marburg, der erste Lutherdrucker Rhau, ein geborener Grünberger, der Bürgermeister Rabe, die Landgräfinwitwe Maria von Mansfeld, Pfarrer Cervi» nus, der Verfasser der Wetterfelder Chronik, General Samuel Hoffmann von Löwenfeld zur Zeit der Türkenkriege, der Kalendermann Justus von Veits« berg, der Bonner Archäologe Welcker, Pfarrer Steinberger, ein 48er, Theo Koch-Grünberg, der Südamerikaforscher und General Steinmetz im Weltkriege. Für die künstlerische Darstellung dieser Gruppen beim Festakt in der Turnhalle ist der Intendant des Gießener Stadttheaters Schultze- Griesheim gewonnen worden. In der Hauptsache werden auch diese Gruppen, zum Teil beritten, zum Teil auf besonderen Festwagen, am Sonntag zu einem großen Festzug vereinigt und damit einen Hauptanziehungspunkt für das ganze Fest werden. Weiterhin ist es von Bedeutung für die Jubelfeier, daß es gelungen ist, den Leiter des Landschaftsbundes für Volkstum und Heimat, Ministerialrat R i n g s h a u s e n, für den Samstagabend zu einer Ansprache zu gewinnen und für den Sonntag den Gauleiter Sprenger, der nach dem Festzug in einer großen politischen Kundgebung das Wort ergreifen wird. Bürgermeister Wagner konnte daher am Schluß der Sitzung feststellen, daß alle Vorbereitungen getroffen seien, um die Jubelfeier vom 27. bis 29. Juni zu einem eindrucksvollen Helma t s e st zu gestalten. Werttunstausstellung bei Buderus in Lollar. NSG. Auf der Main-Weser-Hütte der Buderus» schen Eisenwerke in Lollar ist feit Donnerstag, 7. Mai, eine Werkkunstausstellung der NS.» Gemeinschaft „Kraft durch Freude" eröffnet. Namhafte Graphiker und Bildhauer unseres Gaugebietes stellen hier ihre Kunstwerke aus, um dem Arbeiter einen Ueberblid über das Kunstschaffen innerhalb unseres Gaugebietes zu geben. Unwetter über Eberstadt. (nd Eberstadt, 7. Mai. Heute wurde unsere Gemarkung von einem schweren Gewitter heimgesucht. Der fast zweistündige wolkenbruchartige Regen hat großen Schaden angerichtet. Die tiefer gelegenen Aecker und Gärten standen vollständig unter Wasser. Die Kanalisierung konnte die großen Wassermengen nicht mehr aufnehmen. Die Straßen waren überschwemmt. Von dem hochgelegenen Feld hinter der Kirche wurden große Geröll- und Schlammassen ange» trdal =u^e"bdig-bimg! Sthuiicreme 3 trag beträgt einschließlich 1 Mittagessen, 1 Abendessen, 1 Uebemachtung mit Frühstück 10,20 Mark. Anmeldungen bitten wir umgehend auf der Geschäftsstelle KdF. abzugehen. Sportamt »Kraft durch Freude". Der Kursus Allgemeine Körperschule im Lyzeum muß heute leider wegen anderweitiger Besetzung der Turnhalle ausfallen. * ** Die Schwäne auf dem G i cf) gärten» t e i cf) sind alltäglich zahlreichen Spaziergängern die Quelle einer reinen Freude, da man in unserer Stadt bisher einen derart schönen öffentlichen Besitz nicht hatte. Der Stadtverwaltung, die der Bürgerschaft die wertvolle Verschönerung der öffentlichen Anlagen mit dem Eichgärtenteich und den Schwänen geschenkt hat, weiß man diese vortreffliche Leistung zu danken. Leider muß man aber quch noch öfters die Wahrnehmung machen, daß es Menschen gibt, die diese schöne öffentliche Einrichtung nicht in der rechten Weise würdigen, die entweder Unfug gegen die Schwäne begehen oder es sogar fertig bringen, den begleitenden Hund in das Wasser springen und dort die Schwäne hetzen zu lassen, mindestens aber nicht darauf achten, daß der Hund aus dem Teiche und von den Schwänen fortbleibt. Auch böse Buben lassen an dieser gemeinnützigen Stätte immer noch gelegentlich ihren üblen Streichen ungehemmt freien Lauf. Es muß als selbstverständliche Pflicht aller Männer und Frauen bezeichnet werden, von sich aus stets alles zu tun, um diese schone Einrichtung zu schützen und die Schwäne nicht zu beunruhigen, vor allem aber Hunde und böswillige Buben gebührend in Schach zu halten, damit unserer Bürgergesamtheit diese schöne Erholungsstätte zur allgemeinen Freude und Erholung dienen kann. In Zuschriften an uns werden auch manche Vorschläge zur weiteren Ausgestaltung dieser Anlage gemacht. Wir haben die bisherigen Meinungsäußerungen an die zuständige Stelle der Stadtverwaltung weitergeleitet. ** Arbeitsvergebung. Das städtische Hoch- und Tiefbauamt schreibt in unserem heutigen Blatte die Vergebung der Schlosser- und Anschlagearbeiten für den Neubau des Schlachthof-Verwaltungsgebäudes aus. Die interessierten Handwerksmeister seien besonders darauf hingewiesen. ** Das Verbot des Befahrens der Wege und Schneisen in den städtischen Waldungen mit Autos, Fahrrädern usw. wird in einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserem heutigen Blatte der Bevölkerung erneut in Erinnerung gebracht. Auf die Bekanntmachung sei besonders hingewiesen. ** Verkehrsunfall. An der Ecke Moltke- straße und Kaiserallee ereignete sich gestern ein Unfall. Ein Arbeiter stürzte von einem Lastkraftwagen ab und kam schwer zu Fall. Mit einem Schulterbruch und Kopfverletzungen mußte der Verunglückte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. ** D i € Gießener Fa mi li e n b l ä tt e r, die heute erscheinen sollten, werden aus technischen Gründen erst der morgen, Samstag, erscheinenden Nummer des Gießener Anzeigers beigegeben. **60 Jahre alt. Der Ofensetzer Christian Kipper, Schiffenberger Weg 28, kann am 12. Mai seinen 60. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist seit 25 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Kein Geld in gewöhnliche Briefe einlegen! Die einzig richtige Art, Geld mit der Post zu verschicken, ist die mit Postanweisung, Zahlkarte oder Geldbrief. Wer einen größeren Zahlungsverkehr unterhält, dem kann nur dringend die Einrichtung eines Postscheckkontos empfohlen werden. Er hat dann nur nötig, eine kostenlose Ueberweisung ober einen Scheck auszuschreiben und den gelben Scheckbrief mit 5 Pf. frankiert in den nächsten Briefkasten zu werfen. Diese einfachen und sicheren Geldoersendungsarten werden aber leider von einem großen Teil der Volksgenossen nicht benutzt. Vor der Versendung von Geld in gewöhnlichen Briefen wird dringend gewarnt. Für in Verlust geratene Einschreibebriefe werden höchstens 40 Mark Ersatz geleistet, für beraubte Einschreibebriefe besteht dagegen keinerlei Haftung. Bei Verlust oder Beraubung gewöhnlicher Briefe haben Absender und Empfänger immer den Schaden zu tragen, weil die Post nicht haftet. **DieneuntegermanenkundlicheTa° gung d e r Freunde germanischer Vorgeschichte findet in der Pfingstwoche in Mannheim statt. Auf dieser Tagung wird auch Geheimrat Professor Dr. Sommer- Gießen einen Licht- bilder-Vortrag über das Thema „Nibelungenwege" halten. ** Unfall bei der Arbeit. Eine in einer hiesigen Fabrik beschäftigte junge Arbeiterin aus Wieseck geriet dieser Tage mit einer Hand in die Maschine. Mit erheblichen Verletzungen wurde die Verunglückte zunächst in die Chirurgische Klinik zur Behandlung verbracht, sie konnte sich jedoch später nach Hause begeben. ** Odenwälder Heimatvereinigung. Am Mittwochabend fand — wie man uns berichtet — im Hotel Köhler die Monatsversammlung der Odenwälder Heimatvereinigung statt. Leider legte der langjährige Vorsitzende, Rektor i. R. Val. Müller, mit Rücksicht auf sein Alter sein Amt nieder. Die Versammlung würdigte die großen Verdienste des rührigen Vorsitzenden, der zu den Gründern der Heimatvereinigung gehört, und ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden. Bei der Neubildung des Vorstandes wurden einstimmig Hch. Vetter zum Vorsitzenden und Dr. Michel zu seinem Stellvertreter gewählt. Schriftführer und Kassenwart bleibt Chr. Rühl. Dann wurde der Arbeitsplan für den Sommer besprochen. Am Himmelfahrtstag beteiligt sich die Odenwälder Heimatvereinigung an einer Familienwanderung des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat nach Wetzlar und Umgebung. Am 10. Juni wird Heimatgenossin Frl. Dr. Heberer lifaner ne wiez ‘fiten F. > Ange« ind des |on 1931 P‘!cherei> unb bet Klagten [9e eines höen Te- ußerbem chlachtete Sckließ. §>scyerei« -ster 9n« Mai. Aus ■ bei der Mlheim 'männern mer am zugehen, dem Ge. Pflichter- ' Alters« >ren nun« ir Dienft« ! fand im Hüffes für ng von germeifler enden der schauliihcs reiten. 60 itte wegen trnommen, taft durch irer Züge tvie beim m Zahre rügen n Erfolg jen ^eier Irbeit hat Zestaltung itto „2 m inner und für den nd in der ig ftattfin' 15 Bilder ind zu er« von Mar« geborener die Land« rer Eervi« nif, Gene« t Zeit der lon Beits« Pfarrer 'berg, der . im Welt« ing dieser le ist der > ch u l h e' er Haupt« il beritten, Sonntag 3U mit einen st werden. Jubelfeier, mdfchaftS' uderus' eit der^-' iet ** iligebieA i Arbe'i^ f)eU. Iientli* I J& Kein. rS* I 20pr0. r 2ubj, he.) [bett, pK der vor den waren n- unb einem ^solgten 1 SU mtag de" ftftzug m W er' »onnte da« alle [feier vorn len Hei' schwemmt. Viele Bauern wurden auf dem Felde von dem Unwetter überrascht. Der Blitz schlug in die Lichtleitung, so daß am Abend der größte Teil des Dorfes in Dunkelheit gehüllt war. Schadenfeuer in Langd. * Langd, 8. Mai. Heute morgen um 9 Uhr brach in unserem Orte in der Scheuer des Lano- Wtrts Richard Hübner Feuer aus. Die Feuerwehr war rasch zur Stelle und leistete eifrige Löscharbeit. Es gelang innerhalb einer halben Stunde, Vas Feuer einzudämmen und die Gefahr für die Nachbargebäude zu beseitigen. Die Scheuer selbst zu erhalten war allerdings nicht möglich, da H e u und Stroh d e m Feuer leichte Nahrung gaben. Landkreis Gießen. * Großen-Linden, 8. Mai. Die hiesige NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" fährt nicht am Himmelfahrtstage, wie vorgesehen, nach Schaumburg, sondern nach Kassel-Wilhelm s h ö h e. Der Fahrpreis beträgt einschließlich Mittagessen 6,30 Mark. Anmeldungen nimmt in Großen-Linden der Ortswart Ewald Steine! und in Leihgestern Heinrich R e u s ch l i n g entgegen. Schluß der Anmeldung 17. Mai. Es wird um umgehende Meldung gebeten. A Lang-Göns, 7. Mai. An der Beisetzung des hiesigen Kaufmannes Karl Hch. Spies, der im besten Mannesalter — er stand im 39. Lebens- fahr — durch einen Gehirnschlag aus der Mitte feiner Familie geriffen wurde, beteiligte sich nahezu die ganze Gemeinde. Karl Spies hatte im Laufe der Jahre durch Zähigkeit und Fleiß ein größeres Geschäft (landwirtschaftliche Erzeugnisse) gegründet. Er war Mitglied der NSDAP., der SA.-Reserve, Vorstandsmitglied des Turnvereins, des Kriegervereins usw. Er wurde heute mit militärischen Ehren (Spies war von 1916—1918 im Felde) unter den Klängen der Trauermusik der hiesigen M.-SA.-Kapelle beigesetzt. Für seine Verdienste, die er sich im Laufe der Jahre erwarb, gaben die vielen Kränze, die am Grabe niedergeleat wurden, ein beredtes Zeugnis. Von den verschiedenen Vereinsführern wurde des Verstorbenen in ehrenden Worten gedacht. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 7. Mai. Die jetzigen warmen Tage bringen den Landwirten eine Menge Arbeit. Das Kartoffel s e tz e n, das nur vereinzelt vorgenommen worden war, nimmt zur Zeit fast alle Arbeitskräfte in Anspruch. Wenn das Wetter gut bleibt, können bis Mitte Mai alle Kartoffeln im Boden sein. Die Frühkartoffeln sind schon alle gelegt. Im Volksmund heißt es aber, die Kartoffel sei ein Sommervogel. „Setzt du mich im April, dann komm ich, wann ich will, setzt du mich im Mai, dann komm ich glei (gleich)." Am heutigen Nachmittag wurde die Setzarbeit durch ein sehr starkes Gewitter, das streckenweise Hagelkörner brachte, unterbrochen. Es fiel ein gewaltiger Regen, doch ist kein nennensroerter Schaden entstanden. Das Grünfutter steht glänzend. Mit dem Schnitt des Futterroggens, der Luzerne (des ewigen Klees) wurde begonnen. = Steinbach, 8. Mai. Die Straße Steinbach — L i ch, die in Zukunft als Zufahrtsstraße der Reichsautobahn noch gesteigerten Verkehr haben wird, war seither schon durch ihren Kurvenreichtum bekannt. In Laufe der letzten Jahre ereigneten sich dort mehrere Verkehrsunglücke. Augenblicklich sind erneut große Arbeiten im Gange, um die Uebersichtlichkeit zu erhöhen und die Verkehrssicherheit zu stärken. An mehreren unübersichtlichen Kurven werden Verbreiterungen vorgenommen und die Böschungen abgehoben. Bei der Einmündung der Straße A l b a ch — L i ch wurde dle Brücke wesentlich verbreitert. Leider mußten dabei die alten Alleebäume, die wirklich ein Schmuck dieser Ecke waren, auf der einen Seite gefällt werden. Auf der Seite nach Albach zu blieben sie erhalten. Die Arbeiten stehen unmittelbar vor der Vollendung. Es wurden außerdem neue Warnungsschilder angebracht, die vor der kurvenreichen Strecken warnen. Die Erdarbeiten an der Reichsautobahn in der Gemarkung Steinbach machen gute Fortschritte. Die Arbeiter, die seither rechts der Straße Steinbach—Lich arbeiteten, haben nun die Arbeit links der Straße begonnen. = Daubringen, 7. Mai. Heute feiern Werkmeister Wilhelm Iares von hier und feine Ehefrau Elisabeth, geb. Grölz, das Fest der Silbernen Hochzeit. — Fräulein Emmi S ch ä - f e r von hier erhielt am Sonntag von der DAF. Gießen eine Ehrenurkunde ausgehändigt und zwar für gute Leistungen beim Reichsberufswettkampf (Fachgruppe Nahrung und Genuß). + Grünberg, 7. Mai. Am Mittwochabend hielt der Verkehrsverein seine Hauptversammlung im Gasthaus „Zum Rappen" ab. Vereinsführer Schweißguth erstattete den Jahresbericht. Die Arbeiten des Vereins bestanden hauptsächlich in der Unterhaltung des ausgedehnten Wegenetzes in den Anlagen des Brunnentales und in der Instandhaltung und Erneuerung der Ruhebänke daselbst und im Stadtwalde. Vor dem Schwimmbad und am Zufahrtswege dazu wurden Linden gepflanzt. Die Mitgliederzahl des Vereins beträgt 107. Der Vorsitzende führte zu dem neuen Reichsgesetz über die Neugestaltung der Fremdenverkehrswerbung aus, daß zwar die Landesverkehrsverbände und ihre Untergliederungen der Auflösung verfielen und ihre Tätigkeit auf die Gemeinden, die als „Fremdenverkehrsgemeinden" dem Reichsfremdenverkehrsverband angehören, übergehen soll. Demgegenüber betonte er — und in der Aussprache war man darin einig —, daß der jetzige Verkehrsverein, der vor 40 Jahren sich als Nachfolger des damaligen Verschönerungsvereins bildete, seine Tätigkeit laut Satzungen nur auf die Errichtung, Instandhaltung und Verschönerung der Anlagen, der Spaziergängerwege und dergleichen, beschränkt. Die Rechnung schloß bei einer Einnahme von 675,76 Mark und einer Ausgabe von 328,01 Mark mit einem Ueberschuß von 347,75 Mark ab. Der Grundbesitz des Vereins im Brunnental beträgt 21 735 Quadratmeter und hat einen Anschaffungswert von 1432 Mark. Demgegenüber lautet die Einheitsbewertung durch das Finanzamt auf 1940 Mk. Für nächste Woche wurde ein Gang durch die Anlagen vorgesehen, der etwa notwendige Arbeiten am Wegenetz, sowie Erneuerungen von Bänken feststellen soll. Mitglied Groß, der die Unterhaltungsarbeiten seither im Stundenlohn ausführte, soll vertraglich angestellt werden, die gleichen Arbeiten wie seither auszuführen und dafür eine feste Vergütung von 170 Mark im Jahre erhalten. Bürgermeister Wagner gab die Anregung, mit dem Vorstand alljährlich zwei Besichtigungsgänge durch die Stadt und die Anlagen zu machen, um auf diese Weise kleine Mißstände festzustellen, die bann in gemeinsamem Benehmen ihre Erledigung finden könnten. Außerdem wies er darauf hin, daß er beantragt habe, und die Zustimmung des Kreisamtes stehe in Aussicht, das Brunne ntal unter Naturschutz zu stellen. Dadurch sei es dann möglich, gegen das wilde und planlose Fällen von Bäumen und gegen die weitere Anlage von Hühnerfarmen vorzugehen, da diese Sachen das dortige Landschaftsbild stark beeinträchtigten. Weiterhin kündigte er für nächste Woche eine Bürgerversammlung an, in der er Gegenwarts- und Zukunftsaufgcrben der Stadt besprechen unb zur allgemeinen Aussprache stellen wolle. Der Vorsitzende schloß dann die anregend verlaufene Versammlung in der üblichen Weise. § Steinheim, 7. Mai. In diesem Frühjahr hat hier eine verhältnismäßig ft arte Bautätigkeit eingesetzt. Neben An- und Erweiterungsbauten an landwirtschaftlich benutzten Betriebsgebäuden ist bereits eine den neuzeitlichen Anforderungen entsprechende Scheune errichtet worden. Außerdem wird ein neues Wohnhaus aufgeführt und ein bestehender Saal um rund 50 Quadratmeter vergrößert. — Nach drei Jahren mit nur geringfügigen Obsterträgen stehen die Baum- anlagen auf dem Kaltenrain im prächtigsten Blütenschmuck. Die zahlreichen Kirschbäume zeigen guten Fruchtansatz. Die große Kirschanlage der Gemeinde auf dem abgeholzten Scheuerwaldskopf hat sich gut entwickelt. Einzelne Bäume haben schon geblüht. Winter- und Sommerfrucht, sowie Grünfutter zeigen einen prächtigen Stand. Kreis Alsfeld. £ Groß-Felda, 7. Mai. Die hiesige Spar« und Darlehenskasse hielt in Anwesenheit von Revisor Weber ihre diesjährige Generalversammlung im Gasthaus „Zur Traube" ab. Direktor Schneider erstattete den Geschäftsbericht, aus dem zu entnehmen war, daß der Umsatz im Jahre 1935 5,5 Millionen Mark betrug. Die Spareinlagen stiegen um 66 085,22 Mark. Es wurden 111 neue Sparbücher ausgegeben. Reserven und eigene Mittel betragen geaen 100 000 Mark, eine Summe, die nach den Ausführungen von Revisor Weber die Liquidität der Kasse in einem erfreulichen Lichte zeige. Der Reingewinn von 3074,50 Mark wurde nach den Vorschlägen des Vorstandes verteilt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden wiedergewählt. Revisor Weber machte längere Ausführungen über den Stand der Genossenschaften im allgemeinen sowie über den Stand der hiesigen Kasse. Wie in anderen Gemeinden soll auch hier jedem neugeborenen Erdenbürger ein Sparkassenbuch mit einem gewissen Bettag von der Kasse als Geschenk überreicht werden, um den Sparsinn weiter zu fördern. Preußen. Zum Landrat des Landkreises Marburg ernannt Marburg, 7. Mai. (LPD.) Dem seitherigen kommissarischen Landrat des Landkreises Marburg, Kreisleiter Hans Krawilietzki, wurde durch den Reichs- und preußischen Minister des Innern die Stelle des L a n d r a t s im Kreis Marburg endgültig übertragen. Scharfschießen bei Ebersgöns. Am 19. Mai, von 7 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, finden in der Nähe von Ebersgöns Schießübungen mit scharfer Munition statt. Gefährdet ist das Gelände südlich Ebersgöns, südlich Oberkleen und ostwärts von Kleeberg. Die Straßen Ebersgöns—Kleeberg und Ebersgöns—Hausen, letztere soweit der Kreis Wetzlar in Frage kommt, werden für die vorgenannte Zeit für jeglichen Verkehr polizeilich gesperrt. Das gefährdete Gelände wird durch Posten abgesperrt und muß eine Stunde vor Beginn bis eine Stunde nach Beendigung des Schießens von jedem Verkehr freibleiben. Die Bevölkerung wird daraus hingewiesen, daß sie den Weisungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachtpostens haben, unbedingt Folge zu leisten hat. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnoch. mittag geschlossen. Ministerpräsident Generaloberst Göring ernannte den Intendanten des preußischen Staatlichen Schauspielhauses Gustav Gründgens zum Preußischen Staatsrat. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Kreis Wetzlar. . l^lnes, SelterSweg 66; Drog. Bornemann, Balmlwfstr. 17. 703V Germania -Droaerie C. Setvel, Frankfurter Straße 39 Gießener Suchhänölern Geschenke von Dauer, die viel Freude bereiten Leichte Wäsche Mutter freut sich über praktische Geschenke ohne DieLöeka-Geschäste Das richtige Buch finden Sie stets bei den und bringen Freude von langer Dauer! Lin gutes Huch ehrt Geber unü Geschenkte! K° eines fenm lache! und war mobil nales her? der £ wider in de in un ria. I A. REINIG, Inh.: W. Georg Seltersweg 30 / Fernsprecher Nr. 3369 WILHELMASSMANN Bismarck-Ecke Ludwigstraße, Ruf 3870 HERM. METTENHEIMER Inh.: W. Menges, Kreuzplatz 3, Ruf 3874 OTTO GEORG, vorm.H. Kühn Seltersweg 36 / Fernsprecher Nr. 3037 Lin hübsches Photo-Album in welchem die Mutter die Erinne- rungsbildcheu der Familie sammeln kann, wird sie freudig überraschen; oder widmen sie ihr doch eine schöne Porträt - Vergrößerung, die Sie fachmännisch ausführen lassen von der Line nette Überraschung! Ist dein Geschenkchen noch'so klein, die Mutter wird es stets erfreun--- wenn es bei persönlicher Beratung mit gutem Geschmack ausgewählt wurde in der MODESTUBE KÖRNER Blockstraße 10 Fernsprecher Nr. 3410 Lin Klaschchen Parfüm oder gutes Kölnisch Wasser, eine hübsche Packung vornehm parfümierter Seife, zarte, feine Krems für die Haut- und Körperpflege und alle anderen Dinge für den Toilettentisch der Mutter finden Sie in großer Auswahl in der Leichte Äommechanöschuhe aus Seide, Seide mit Filet usw., in der Farbe zur neuen Sommerkleidung passend, erfreuen besonders. Oder wie wäre es mit einem Schirm, vielleicht mit dem beliebten praktischen „Knirps“? Lassen Sie sich beraten bei SCHIRM-STEIL / GIESSEN Kreuzplatz 6, am Eingang Neuenweg Schone Geschenke find Tischdecken in Leinen - Handdruck, Gobeline, Klöppel, Handfilet und Tüll. Bettdecken, Kissen, Kaffee- und Teewärmer, Felle und Bettvorlagen, Bett- Umrandungen usw. Beachten Sie bitte unser Sonderfenster zum „Muttertag“ Gardinen verschönern das Heim MARIA HUNTEMANN Seltersweg 29, Fernspr.-Anschluß 3969 Kleiderstoffe und Blusenstoffe in Wolle und Seide Fertige Blusen und Röcke Schals und Tücher in wundervollen Ausmusterungen Haushaltungsgeld spart die liebe Mutter wenn Sie ihr ein Paket unseres guten Kaffees oder Tees zum Muttertag überreichen. Verlangen Sie unsere Festtagssorten’ Tage gen । des Auss renm Der zrvist men. nault den [i ein. ' Spor! Die 21 diesem und i mager besteh gestar das in er gefäh Man samrr von i Mam schäft und - von t die w röllha! Bergs man, t\w W Brer Kur, g'ge- dies und an Ei nach dra nach vierte ein § der 8 um d liche tierur noch spure statte geger 200 . Höhe, mer f lsch, V Unsere Schaufenster Nr. 8, 9 und 10 und die Sonderausstellung Selters weg 18 geben Ihnen reiche Anregung }%0i Ä Äfi K°/° und nicht zuletzt: em paar schöne haltbare Strümpfe solche und noch viele andere passende Geschenkanregungen erhalten Sie im Fachgeschäft % D $%■ Deutsci Aus! <*/,% < bani 5y.% < SS . ®olb ./an! .Ml tzbNe! Löwe ndrogerie W. Kilbinger Nachf. Seltersweg 69, gegenüber Gloria-Palast. Gegründet im Jahre 1897. Fernsprecher 3616 Kristall und Porzellan für das Reich der Mutter! Ein hübsches Service, eine farbenfrohe Vase, eine bunte Sammeltasse, ein schmucker Teller usw. Unter tausend entzückenden Artikeln können Sie wählen GEBR. SEELBACH Seltersweg 20 / Fernsprecher Nr. 3627 Line hübsche Garnitur bestehend aus Hemdchen und Schlüpfer, in Mako oder künstlicher Seide, in den beliebten zarten Pastellfarben eine schöne Hemöhase ein nettes Unterkleiö ein hübsches Nachthemü HERMANN ELGES Seltersweg 66 / Fernsprecher Nr. 3458 Line hübsche Hasttasche oder eine praktische, kräftige Stadttasche, eine moderne Handtasche, eine Geldbörse usw., wird die Mutter immer brauchen können. — Große Auswahl erwartet Sie beim Fachmann: LEDER-RÖHRIG GIESSEN Neustadt 43, Fernsprech-Anschluß 3163 Kohler & Jochim Seltersweg 27, Fernsprecher Nr. 2621 H. LEHMBECKER (früher „Haus der Handarbeit“) Seltersweg 73 / Fernsprecher Nr. 3923 Kreuzplatz 13 Josef Unverzagt Fernspr. 2301 Damen-Bekleidung / Modewaren / Kleiderstoffe Lin praktisches Hügeleisen ein Haartrockner,ein Heizkissen, ein Waffeleisen, eine mod. elektr. Kaffeemaschine,solche arbeit-u. zeitsparende Elektrogeräte sind die gegebenen Geschenke für die Mutter! Unverbindlich berät Sie FRDR.TEIPEL 16 Markt 16 Line Flasche Wein oder köstlicher Traubensaft, oder eine Flasche guter Likör, oder der stärkende 12-Apostel- Wein werden die Mutter sicher erfreuen. Vorzüglich werden Sie beraten und bedient in Drogerie Blumen dürfen natürlich nie fehlen! Mit Liebe, Sorgfalt und Sachverständnis zusammengestellte Blumengebinde erhalten Sie preisgünstig und stets frisch im Fachgeschäft Line schöne Hluse einen bunten Schal - ein Paar nette Handschuhe - Taschentücher - Strümpfe aller Art finden Sie in großer Auswahl preiswert im Spezialhaus für Kurz-, Weiß- und Wollwaren Schokolaöe öazu darf nicht fehlen! Ganz frische und appetitliche Schokoladen-Geschenke, Pralinenpackungen, reizende Bonbonnieren usw. hat wieder in größter Auswahl das deutsche Schokoladenhaus Tafelbesteck: stets begehrt ......weil für den täglichen Gebrauch so praktisch! Viele Muster, rostfrei und fleckenfrei, versilbert und echt Silber, für jeden Geschmack hat preiswert Blumen-Weber SS Fernruf 2636 / Eigene Gärtnerei: Am Nahrungsberg Nr. 65 Neustadt 5 Borrmann G. Ruf: 4165 I Ächones Briefpapier ein praktischer Füllhalter, ein | schmuckes Bild, eine nette hand- 1 gemalte Holzdose oder dgl., das I sind passende Geschenke, die eine Mutter immer erfreuen Nr.lO? Wertes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Overheffen) 5reitag,8.Mai (936 Wirtschaft ergab sich keine Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211 Banknoten. sonst lagen die 1,50 v. H. über 167,25 gut be- ferner Scheideanstalt 231,50 (232), später notierten Werte meist 1 bis gestern. IG. Farben blieben mit hauptet. Am variablen Rentenmarkt letzt- A k - Das Veränderung gegen den Anfang. Auch der Kassarentenmarkt lag ruhig und nahezu unverändert zu gestern, so für Pfandbriefe und Stadtanleihen. Von Liquidationswerten Franks. Hyp. Bank 101,40 (101,50) und Nass. Landesbank 100,90 (101). Auslandsrenten lagen weiter ruhig. Der Freiverkehr war überwiegend fest. Autorennen in -er Wüste Ein eindrucksvoller Sieg deutscher Wagen. Don unserem ständigen t>. Ho.-Lerichterstatter. Die Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auslunft: 391: Wieder Postanweisungen aus Jugoslawien nach Deutschland. — 392: Umsatzsteuerumrechnungssätze auf Reichsmark für die Umsätze im Monat April 1936. — 393: Danzig erhöht die Freigrenze für den Reiseverkehr von 20 auf 50 Gulden. — 394: Die Lage der papierverarbeitenden Industrie. — 395: Verlängerung des Warenabkommens mit dem Irischen Freistaat. — 396: Kündigung des Reiseverkehrsabkommens mit der Schweiz zum 30. Juni 1936. — 397: die dänischen Valutabewilligungen für die zweite Zuteilungsperiode. — 398: Hohe Preise für Sumatratabak. — 399: Bekanntmachung KP 134 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. — 400: lieber« gangsbestimmungen für die Einfuhr neukontingentierter Waren in Rumänien. — 401: Merkblatt für die Wareneinsuhr aus der UDSSR. — 402: Neue Bestimmungen über die Durchführung des Waren- und Dienstleistungsverkehrs mit der UDSSR. — 403: Ermäßigung der Danziger Luftpostzuschläge für Sendungen nach Deutschland. — 404: Freigabe von Sperr- und Sonderkonten für Flugzeug- und Luftschiffpassagen. — 405: Neufestsetzung des Zinssatzes für Stundung von Krediten. — 406: Eine polnische Devisenermächtigung für Ausfuhrhändler. — 407: Errichtung einer Vertrauensstelle des Leipziger Messeamtes in Frankfurt a. M. — 408: Verlängerung der niederländischen Einfuhrkontingentierung von Taschentüchern. — 409: Die neuen polnischen autonomen Zollnachlässe und Zollbefreiungen. — 410: Erneuerung und Ergänzung der polnischen Einfuhrverbotslisten. — 411: Bekanntmachung KP 135 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. — 412: Grenzerleichterungen für ausländische Kraftfahrer aus Anlaß der Olympischen Spiele. — 413: Nachträgliche Festsetzung eines französischen Kontingents für Sitzmöbel aus Deutschland. — 414: Verordnung über Ordnungsstrafen bei lieber- und Unterschreitungen der Preisfestsetzungen aus dem Gebiete der Forst- und Holzwirtschast. Mein-Mainische Börse TNittagsbörse erholt. Frankfurt a. M., 7. Mai. Nach den tägigen Abschwächungen zeigte die Börse am t i e n m a r k t heute eine fühlbare Erholung. Geschäft hatte noch keinen größeren Umfang, da die Kundschaft nur ganz vereinzelt im Markt war. Die Umsatztätigkeit beschränkte sich daher zumeist auf die Kulisse, die sich von vorliegenden günstigen Sandnebel vorwärts quälen mußten. Der starke Sturm drückte zeitweise die Geschwindigkeit auf sonst ebener Fläche auf 35 Kilometer in der Stunde herab. Das Thermometer stieg bis auf 50 Grad im Schatten. Das Tanken wurde zu einem Problem, da der Tank unter allen Umständen soviel wie möglich gegen Sandeinfälle geschützt werden wußte, um ein Versagen der Benzinzufuhr zu vermeiden, denn ein Beheben jeder Motorstockung war bei dem herrschenden Sandsturm ein Ding der Unmöglichkeit. „Wir waren fast der Verzweiflung nahe und glaubten nicht mehr an einen "©eroinn, weil wir die Wagen gegen den Sturm nicht oor- wärtsbringen konnten", erzählte der Fahrer, „als plötzlich nach 200 Kilometer Fahrt am Rande einer in wirbelnden Sandstaub gehüllten Sandsenke auf dem jenseitigen Hügel wie durch Schleier sichtbar die schwachen Konturen zweier Wagen erschienen. Aller Kleinmut war wie weggewischt. Jetzt wußten wir, daß auch die anderen den Sturm zum Gegner hatten. Bald waren die beiden 10 Minuten vor uns gestarteten Fiatwagen überholt, und mit neuem Mut ging es weiter in das wild zerrissene Gelände der großen Bacharia-Senke hinunter." 50 Kilometer später jagte die Mannschaft an den beiden Wagen der zuerst gestarteten Pontiac-Mannschaft vorbei, die aus einer weiten Sandebene schwer eingesandet zur Bewegungslosigkeit verurteilt waren. Erst am nächsten Tage konnten sie mit Hilfe anderer Hilfswagen frei gemacht werden. Und kurz vor dem Ziel wurde auch die Wayß & Freytag 105,50 bis 107,25 (105), Auto- Union 111 bis 112 (109,50), Adlerwerke Kleyer 103,50 (102,50), DDM. 136 (135,50) und Kali Wintershall 112 (111,50). Tagesgeld unverändert 2,5 v.H. Abendbörse weiter fest. Die Abendbörse war bei teilweise lebhaften Umsätzen am Aktienmarkt weiter fest, da die Kulisse und in einigem Umfange auch die Kundschaft als Käufer auftrat. Besondere Nachfrage fanden Autowerte, insbesondere Daimler Motoren mit 109,50 bis 110,50 (108,75) in Erwartung des Dividendenbeschlusses und auf Vermutungen von Kapitalbedarf. Auto-Union erhöhten sich auf 112,50 bis 113,75 (112), Adlerwerke Kleyer auf 104 (103,50). Größeres Geschäft hatten außerdem Montanwerte bei Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H., nur Hoesch mit 100,90 (101,13) nur knapp gehalten. JG.-Farben befestigten sich auf 168 bis 168,13 (167,75), Elektropapiere blieben voll behauptet, Gesfürel weiter erholt auf 136 (135,50). Etwas niedriger lagen gegen den Berliner Schluß Zellstoff Aschaffenburg mit 94 (94,75, Ffm. 93,50). Der Rentenmarkt hatte ruhiges Geschäft und kaum veränderte Kurse. Don Stadtanleihen 4'/-proz. Darmstadt o. 28 94 (93,50). Don Valutawerten 4proz. Schweiz. Bundesbahn v. 1912 225 (224). U. a. notierten Altbesitz 113,25, 6proz. Stahlverein 104,25, 6proz. JG.-Farben 134,13, Reichsbahn-VA. 126,50, 4proz. Darmstadt v. 28 94, 4proz. Rumänen 5,65, 4proz. Goldmexikaner v. 1904 8,05, Commerzbank 87, Deutsche Ueberseebank 120, Buderus 104,50, Harpener 125, Hoesch 100,90, Mannesmann 94,25, Rheinstahl 126, Verein. Stahlwerke 90,90 bis 91, Aku 52,50 bis 52,75, AEG. 36,25, BMW. 132, Be- kula 146,75, Jul. Berger 130, Zement Heidelberg 136,50, Daimler 109,50 bis 110,50, Scheideanstalt 232, Deutsche Linoleum 174,65, Licht und Kraft 145, Gebr. Fahr 127, JG.-Farben 168 bis 168,13, Gesfürel 136, Goldschmidt 109, Holzmann E 116,50, Mainkraft 96, Muag 91,65, Moenus 92,50 bis 92,25, Rütaerswerke E 130, Schuckert 139,50, Westdeutsche Kaufhof E 39,50, Zellstoff Aschaffenburg 94, AG. für Verkehr 117. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Mai. Austrieb: Rinder 27 (gegen 46 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 1 (1) Ochse, 22 (37) Kühe, 4 (4) Färsen. Kälber 731 (749), Schafe 44 (78), Schweine 702 (783), Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 71 bis 75 (am 30. 4. 71 bis 77), b) 63 bis 70 (64 bis 70), c) 53 bis 62, (54 bis 63), d) 40 bis 52 (42 bis 53). Lämmer und Hämmel b2) Weidemasthämmel 48 bis 50 (47 bis 48). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausoerfauft. Schweine wurden zugeteilt. Ueberftanb: 115 Schweine. Großmarkt für Fleisch und Fettwaren. Beschickung: 1435 Viertel Rindfleisch, 179 ganze Kälber, 2 ganze Hämmel, 484 halbe Schweine, 1 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 76. Kuh- fleisch a) 75, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, b) 69 (alles jeweils Höchstpreise). Kalbfleisch b) 95 bis 105, c) 85 bis 95. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zenttmeter 65 bis 70, Flomen höchster Preis 80. Marktverlauf: ruhig. Schweinemarkt in Vuhbach. * Butzbach, 7. Mai. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 343 Ferkel aufgetrie- ben. Bei flottem Handel verblieb geringer Heber- stand. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 20 bis 26 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 26 bis 32 Mark. Gegen 1913 verdreifachte Oelförderung in Deutschland. Fwd. Die Bemühungen, die heimische Rohstoffbasis zu verbreitern, haben, wie das JfK. u. a. in feinem Wochenbericht ausführt, die deutsche Erdölindustrie auck im letzten Jahre stark belebt. Produktion und Beschäftigung der Erdölbergwerke und der Raffinerien sind gegenüber 1934 um ein gutes Drittel gestiegen. Die Zahl der im Erdölbau Beschäftigten, die im Dezember 1934 rund 3000 Mann betragen hatte, erhöhte sich aus 4100 Mann Ende des ver- gangenen Jahres und weiter auf 4400 Mann Ende März 1936. Die Rohölgewinnung erreichte im ab- gelaufenen Jahre 430 000 Tonnen, das sind rund 110 000 Tonnen mehr als 1934. Im Vergleich zu den höchsten Produktionsergebniffen der Vorkriegszeit (1908 bis 1913) konnte die Oelförderung im Deutschen Reich verdreifacht werden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt bejchlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Mannschaft Nr. 2 eingeholt, von der ein Wagen einen Achsenbruch erlitten hatte. Am Ziel des ersten Tages in Bacharia warteten Freunde mit Glückwünschen und vor allem mit viel — Trinkbarem, das aus ungezählten Bechern die ausge- dörrten, überanstrengten Körper wieder auffrischen mußte. Zwei Stunden später erst traf die nächste Mannschaft, zwei Fiatwagen, am Ziel in Bacharia ein. Am nächsten Morgen war der Start für die Rückfahrt. Das Wetter war klar und schön; reibungslos und ohne Aufenthalt wurde die schwierige Strecke in genau sieben Stunden, wiederum zwei Stunden schneller als die an zweiter Stelle liegende Fiatmannschaft, durchfahren. Der Jubel am Ziel in Kairo war grenzenlos und brachte den erhofften Lohn für die allseits anerkannte staunenswerte Leistung der Fahrer und vor allem der Wagen. Die Gesamtstrecke wurde ohne jede Motorstörung oder sonstige Pannen durchfahren. Der Wasserverbrauch der Wagen war selbst am ersten Tage bei der ungeheuren Hitze unbedeutend, so daß nicht ein einziges Mal unterwegs Wasser nachgefüllt werden mußte. Es ist kein Zweifel, daß die deutsche Automobilindustrie auf ihre Erzeugnisse stolz sein kann. Sie haben sich hier unter ganz anderen klimatischen Verhältnissen als in Deutschland einer der schwersten Prüfungen, die es geben kann, mit beispiellosem Erfolg unterzogen. Der deutsche Gesandte in Kairo und der Landesgruppenleiter der NSDAP, in Aegypten, die den Plan des hiesigen Vertreters der Auto-Union, deutsche Wagen im Internationalen Wüstenrennen des Automobilklubs zu beteiligen, tatkräftig unterstützten, haben darin recht getan, diese Möglichkeit auszunutzen, um der Oeffent- lichkeit die Leistungsfähigkeit der bisher in Aegypten fast unbekannten deutschen Wagen vorzuführen. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Wie erinnerlich verirrte sich der deutsche Gesandte in Kairo, Herr von Stohrer, gelegentlich eines Automobilrennens in der Libyschen Wüste und konnte erst nach tagelanger Suche durch ein englisches Militärflugzeug mit seinem Begleiter gerettet werden. Von diesem Autorennen selbst und dem großartigen Erfolg, den die deutsche Automobil-Industrie bei der Gelegenheit davon- getragen hat, berichtet in Nachfolgendem unser Korrespondent. Kairo, Ende April 1936. Keiner hat es geglaubt und hat sich dann doch eines Besseren belehren lassen müssen. Jeder Nichtkenner deutscher Wagen hat vorher mitleidig gelächelt und ist dann staunend zum Wagen getreten und hat sich den kleinen Motor besehen. D K W. war als Außenseiter gestartet und ist als überlegener Sieger heimgekehrt. Wie alljährlich veranstaltete der Königliche Automobilklub auch in diesem Jahre ein Internationales Automobilrennen um einen Wander p r ei s in der Libyschen Wüste. Diesmal war der Start und das Endziel an den großen Pyramiden bei Kairo und das Ziel des ersten Tages in der Nähe der 360 Kilometer südwestlich Kairos in unendlicher Wüste liegenden kleinen Oase Bacharia. Die Rennstrecke betrug rund 720 Kilometer; sie sollte in zwei Abschnitten, das heißt in zwei Tagen je 360 Kilometer, durchfahren werden. Wegen der mit Lebensgefahr verbundenen Möglichkeit des Verirrens oder einer Panne bestimmte die Ausschreibung, daß das Rennen als Mannschaftsrennen zu je zwei Wagen gefahren werden mußte. Der Start wurde in Abständen von 10 Minuten zwischen den einzelnen Mannschaften vorgenommen. Fünf Mannschaften: eine Pontiac-, eine Renault-, zwei Fiat- und eine DKW.-Mannschaft sanden sich am Start am Morgen des ersten Renntages ein. Die beiden DKW.-Wagen wurden von zwei Sportfahrern der deutschen Kolonie in Kairo gesteuert. Die Anforderungen, die an Wagen und Fahrer bei diesem Rennen gestellt wurden, waren ungeheuer, und bisher hat wohl kaum irgendwo ein Kraftwagen eine ähnlich schwere Prüfung zu bestehen gehabt. Die Tatsache, daß von den fünf gestarteten Mannschaften schließlich nur zwei das Ziel erreichten und auch diese beiden in einem Abstand von über vier Stunden, läßt ungefähr die Größe der Leistung ermessen. Die DKW.- Mannschaft hat unter dem Jubel der am Ziel versammelten deutschen Kolonie mit einem Vorsprung von vier Stunden 13 Minuten vor einer der Fiat- Mannschaften das Ziel erreicht. Die siegende Mannschaft brauchte für die Gesamtstrecke 14 Stunden und 23 Minuten, was einer Durchschnittsleistung von 50 Stundenkilometer entspricht. Wenn man die wegelose Wüste mit weiten Sandstrecken, Geröllhalden, steinigen Ebenen, Schluchten, steilen Bergpässen und Sandhügeln kennt, dann weiß man, was es für Fahrer und Wagen heißt, mit einem Stundendurchschnitt von 50 Kilometer das Gelände zu durchjagen. Ewiges Schalten und Bremsen, rasches Anfahren und unzählige kurze Kurven, harter und weicher Boden, ebenes und bergiges Gelände, steile Hänge und Sanddünen, alles dies stellte Fahrer und Wagen auf eine harte Probe und verlangte das Aeußerste an Fahrtechnik und an Leistungsfähigkeit des Materials. Einer der Fahrer der DKW.-Wagen schilderte nach feinem Siege Jhkem Berichterstatter den dramatischen Verlauf des Rennens. Kurz nach dem Start — die DKW.-Mannschaft war an vierter Stelle gestartet — erhob sich in der Wüste ein Sandsturm aus südwestlicher Richtung, also der Fahrtrichtung fast genau entgegengesetzt. Rings um die Fahrer baute sich eine fast undurchdringliche gelbe Wand des Sandwindes, die die Orientierung nach Geländepunkten nicht mehr zuließ noch ein ungestörtes Erkennen der alten Wagenspuren auf dem Wüstentrack nach Bacharia gestattete. Der Sturm nahm ständig zu und erreichte gegen 11 Uhr vormittags, als die Wagen etwa 200 Kilometer vom Start entfernt waren, feinen Höhepunkt. Der brausende Sandwind wurde immer stärker. Er machte zeitweise jede Sicht unmöglich, so daß die Fahrer zeitweise gezwungen waren, sich nach dem aus dem ©eitenfenfter am Boden schwach sichtbaren alten Spuren zu richten und ohne geradeauszusehen, sich blindlings im dichten Meldungen aus der Wirtschaft etwa anregen ließ und allgemein kleine Rückkäufe vornahm. Im Durchschnitt ergaben sich Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. Ziemlich lebhaftes Geschäft verzeichneten IG. Farben mit 167 (166,50), später 166,75 bis 167,25 und am Montanmarkt Verein. Stahlwerke mit 89,90 bis 90 bis 89,75 bis 90,25 (88,75). Von letzteren Werten waren Harpener um 2,25 v. H., Hoesch, Klöckner, Mannesmann, Mansfelder und Rheinstahl bis 1,50 v. H. fester. Der Elektromarkt eröffnete zumeist mit Erhöhungen von 0,50, RWE. stärker gebessert mit plus 1,65 v. H. Schuckert auf die erwartete Dividendenerhöhung 0,40 v. H. freundlicher. Fest lagen bei kleinern Umsatz Daimler Motoren mit 106,50 bis 107 (104,65), ferner gewannen Muag und Moenus Maschinen je 1 v. H., AG. sür Verkehr, Reichsbank, Haufwerke Füssen und Westdeutsche Kaufhof bis 0,75 v. H. Zellstoffaktien lagen dagegen noch etwas schwächer, Feldmühle minus 1 v. H., Waldhof und Aschaffenburger je minus 0,50 v. H. Nach den ersten Notierungen unterlagen die Kurse einigen Schwankungen, die Haltung war aber freundlich, und überwiegend ergaben sich leichte Erhöhungen. Der Rentenmarkt lag wieder sehr still. Altbesitz, Kommunal-Umschuldung und Zinsvergütungsscheine lagen unverändert. Späte Schuldbuchforderungen gewannen 0,13 v. H. auf 98,50, zert. Dollar-Bonds 0,13 bis 0,40 und Poung-Gulden-An- leibe etwa 0,75 v. H. auf 92 bis 92,50. Von Industrie-Obligationen 6 v.H. Hoesch 104,75 (104,40). Der Auslandrentenmarkt lag zwar ruhig, aber eher eine Schattierung freundlicher, so für Rumänen, Mexikaner. Der Verlauf brachte am Aktienmarkt zumeist weitere Befestigungen, später ergaben sich dann allerdings auch leichte Rückgänge. Das Geschäft hatte bei allen Bewegungen nur kleinen Umfang. Höher waren vor allem Montanaktien, ferner AEG. mit 36,25 nach 35,50, Daimler 108 nach 107, Muag 91 nach 90,25, AG. für Verkehr 117 nn-b 116,25, agegen Holzmann 116 nach 116,50 (114,75). Von Kaliaktien Salzdetfurth 182 (183), Frankfurt a. DL Berlin Schluß» kurs Gchlußk. Abend» börse Schlußkurs Schluß'. Mittagbörse Datum 6 5. 7-5- 65. 75- 8% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 hy2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. <>/,% Deutsche Reichspostschatzanweisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehem. 8% Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12.... 6y2% ehem. 4N% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiaui Wt% ehem. 8% Darmsl. Komm Landcsb.Goldschuldverschr. R.6 Vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ........ • - • • • Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6'/r% ehem. 4>/r% Franks. Hyp.' Bank-Liqu.-Pfandbrtefe....... W2% ehem. 4>/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 4%% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R- 19 4Vi% ehem. 7% Pr. Landespsand- briefanst., Gold Komm. Cbl.VI Steuergutsch.BerrechnungSk. 34-88 4% Oesterreichtscye Goldrente.... 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/2% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 100,75 97,5 103 113,25 100,1 98,4 96,65 101 92,25 116,5 96,5 101,2 101,65 97 97 108,9 1,7 8,9 8,65 8,6 13,7 100,75 97,5 103,05 113,25 100,2 98,5 96,65 101,25 92,25 116,5 96,5 101,4 101,65 97 97 108,85 1,65 8,8 8,6 8,65 13,75 100,75 97,5 103,4 113,25 100,3 98,25 116,75 101,75 97 97 108,9 29 1,8 8,85 8,7 8,65 13,6 100,9 97,65 103,4 113,25 100,2 98,5 116,75 101,75 97 97 108,9 1,75 8,85 8,6 8,75 13,6 Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt o. DL Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag» börse Schlußkurs Gchlußk. Abend» börse Gchluß» kurs Gchlußk. Mittag» börse Latum 6.5- 7.5- 6.5- 7.5 Datum 6.5. 7-5 6.5 7-5. 4% veSal. Serie II .......... — — 10 — ManSselder Bergbau...... ... 5 139 137,5 141 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 — 6,75 6,65 6,95 Kokswerke............... ... 6 — 131 132,4 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 9,25 9,5 9,3 9,45 Rheinische Braunkohlen ... .. 18 236 236,5 236.75 236,75 4% Rumänische vereinh. Rente 5,5 5,65 5,55 5,65 124 126 124,25 125,9 Bereinigte Stahlwerke..... 2^% Anatolier...... 41 41 41,75 41,75 ... 0 88,75 91 89 90,75 Ltavt Minen ............ ... 0 22,65 23,4 22,4 23,25 14,5 15 14,9 15,25 Kaliwerke Aschersleben..... ... 5 128 123,5 128,4 129,5 Hamburg-Amenka-Pakei .... O Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 127,5 127,25 129,5 Hamburg-Sübam. Dampfschiff O — — — 28,75 Kaliwerke Salzdetfurth .... 1V1 183 182 183 182,5 Norddeutscher Lloyd ........ O 16 16,9 16 17,13 A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0 115,5 117 115,4 117 I. G. Farben-Inbustrte .... Berliner Handelsgesellschaft .. Commerz, und Privat-Bank ... 6 — — 115 114,75 ... ? 166,5 168,13 166,25 167,75 O 86,5 87 86,5 Scheideanstalt............ p 232 232 Goldschmidt ............. Deutsche Bank und Disconto 106,5 109 106 108,25 Gesellschaft................ 0 88,5 88,5 88,5 88,5 Rütgerswerke............ .. 6 129,5 130 129,25 130,5 Dresdner Bank.............. 0 88,5 88,75 88,5 88,75 Metallgesellschaft.......... .. 4 123,5 124,25 123,5 124 Reichsbank ................ 12 183 184 183 184,5 Philipp Holzmann........ .. 4 114,75 116,5 114,5 116,5 A.E.G 35 36,25 35,4 36,4 Zementwerk Heidelberg ... Cementwerk Karlstadt...... .. 7 136 136-5 Bekula.................... 10 146,4 146,75 125,25 146,9 147 .. 6 143 143 — Eleklr. Lieferungsgesellschaft... 6 125 124,25 125,4 Licht und Kraft ........... 6 Yt 144 145 144,25 145 Schultheis Patzenhofer .... .. 4 — — 105,25 107,4 Felten & Guilleaume......... 4 120,25 121,5 119,25 121 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 50,75 52,75 50,9 52,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 134 136 133,5 135,5 Bemberg................ .. 5 90,5 89,5 92 Rheinische Elektrizität ........ 6 — — — 133,5 Zellstoff Waldhos ......... .. 5 129,75 130,5 128,5 130,9 Rhein. Wests. Ekeyr.......... Schuckert L Co............... 6 4 129,13 139 130,75 139,5 129,25 139 131,25 139,25 Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer Gas ............ .. O .. 7 93,5 94 92,4 130,75 94,75 131^25 Siemens L Halske............ 7 183,65 184,13 183,25 184,5 Daimler Motoren.......... .. O 104,65 110,5 104,75 108,75 LahmeyerLEo.............. 7 132,25 — 132,75 133 Deutsche Linoleum......... .. 6 174 174,65 173,75 174,5 OrenstetnL Koppel ........ .. O — —— 81,75 84,4 4 102,75 104,5 103 104 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 37,5 39,5 37,65 39,13 Deutsche Erdöl .............. 4 O 118,75 121,75 120,5 125 119,4 123,25 120,4 124,9 Cbade.................... Accumulaloren-Fabrtk...... Eonti-Gummt............. TVi . 12 387 185,5 389 189,25 385 185,5 392 192,25 Hoesch Eisen—Köln-Reuessen .. 8 99 100,9 99,5 101,13 .. 8 179,25 179,75 179,5 180 Ilse Bergbau ............... 6 — — 163 — Griyner.................. Ilse Bergbau Genüsse........ 6 130,75 130,75 131,25 131,5 .» o 28,9 29,5 Klöcknerwerke ............... 8 95,25 97 95,13 97,25 Mainkrastwerke Höchst a.M. .. 4 96 Mannesmann-R Hren........ O 91,9 94,25 91,75 94 Süddeutscher Zucker------ . 10 208 207 207.5 705 6.Mal 7.Mai Amtliche Notierung Amtliche Notieruno Geld Brief Geld Brie Buenos Atre. 0,683 0,687 0,683 0.687 ~ Brüssel .... 42,20 42,28 42,21 42.29 Rio de Ian. 0,136 0,138 0,136 0,138 Sofia ...... 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,01 55,13 55,01 55,13 Danzig..... 46,80 16,90 46,80 46,90 London ..... 12,32 12,35 12,32 12,35 Helitngfor«.. 5,435 5,445 5,435 5,445 Parts ...... 16,355 16.395 Holland .... 168,46 168.80 168'40 168,74 Italien..... 19,60 19,64 19,60 19,64 Iaoan...... 0,720 0,722 0,720 0,722 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,92 62,04 61,92 62,04 Wien....... 48.95 Lissabon.... 11,195 11,215 11,195 11,215 Stockholm... 63,52 63,64 63,52 63,64 Schweiz ... 80,57 80,73 80,62 80,78 Spanien.... 33,88 33,94 33,87 33,93 Prag....... 10,28 10,30 10,25 10,27 Budapest .. — Reuyork ... 2,485 2,489 2,484 2,488 Berlin,7.Mai Geld Briei Amerikanische Roten.............. 2,436 2,456 Belgische Noten.................. 42,08 42,24 Dänische Noten ................. 54,76 54,98 Englische Noten ................. 12,285 12,325 Französische Noten............... 16.29 16,35 Holländische Noten............... 167,98 168.66 Italienische Noten................ — — Norwegische Noten .............. 61,71 61,95 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 63 30 63 56 Schweizer Noten................. Spanische Noten................. 33 53 33^67 Ungarische Noten................ Sie Industrie der synthetischen Spinnstoffe und der Zellwolle. Fwd. Die Bedeutung der synthetischen Spinnstoffe für die deutsche Wirtschaft ist in den letzten Jahren beträchtlich gewachsen. Im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten, die herkömmlichen Textilrohstoffe, vor allem Wolle und Baumwolle, in ausreichender Menge und Qualität aus dem Auslande einzuführen, hat die Erzeugung von künstlichen Spinnfasern einen verhältnismäßig großen Aufschwung genommen. Einmal kommt hier die Kunstseide in Betracht, deren Produktion freilich in den letzten zehn Jahren immer mehr gestiegen ist — von 1928 bis 1934 hat sie sich der Menge nach etwa verdoppelt —, sodann aber gehören die unter dem Namen Zellwolle zusammengefaßten, nach verschiedenen chemischen Verfahren hergestellten Textilfasern hieryer. Bis etwa 1933 waren, nach dem Wochenbericht des JfK., diese im Verhältnis zu den übrigen Textilrohstoffen nahezu bedeutungslos, bereits 1934 wurde aber mehr als dreimal soviel Zellwolle verarbeitet als im Vorjahre. Obwohl nur wenige genaue Angaben vorliegen, kann man annehmen, daß der Anteil von Kunstseide und Zellwolle an der Gesamtmenge der verarbeiteten Textilrohstoffe gegenwärtig etwas über 10 v. H. beträgt. Das Vordringen der synchetischen Spinnstoffe vollzieht sich im Gegensatz zu vielfach geäußerten Vermutungen nur z.T. außerhalb der jeweiligen Konjunkturlage. Gerade im vergangenen Jahre war die Versorgung mit den übrigen Rohstoffen teilweise recht günstig. Anderseits sind, wenigstens für einen Teil des letzten Jahres, Rückschläge von der Verbraucherseite her eingetreten. Von dem allgemeinen Rückgang der Textilproduktion ist auch die Kunstseidenindustrie nicht unberührt geblieben; die Kapazitätsausnutzung der Betriebe ist teilweise gelungen. Die Produktion von Kunstseide dürfte nach den vorliegenden Angaben allerdings kaum niedriger als 1934 gewesen sein. Einen Ausgleich mag hier zum Teil die Ausfuhr geboten haben, die im vergangenen Jahre etwas höher als im Vorjahre war. Auch im bisherigen Verlauf von 1936 ist die Kunstseidenausfuhr etwa doppelt so hoch als in der entsprechenden Vorjahreszeit. Die Zellwollerzeugung und -Verarbeitung dürfte dagegen von der besonderen Lage der Textilwirtschaft im letzten Jahre im wesentlichen unabhängig gewesen sein. Die Produktion von Zellwolle war 40 bis 45 v. H. größer als 1934; im laufenden Jahre wird mit einer weiteren Steigerung gerechnet (rd. 40 000 Tonnen; 1935 rd. 15 000 Tonnen). Die ersten Schwierigkeiten in der Umstellung auf künstliche Spinnstoffe können heute als überwunden gelten; auch in der Qualitätsfrage sind erhebliche Fortschritte gemacht worden. $.J.4portf Oer Gerätemannschastskampf in Großen-Linden. Die Mannschaftsaufstellungen. Zu dem Gerätewettkampf am kommenden Sonntag, 10. Mai, in Großen-Linden werden die Mannschaften der Turnvereine in folgender Aufstellung antreten: Tv. Launsbach: Erich Schmidt, Rudolf Pfaff, Albert Winter, Wilhelm Müller, Wilhelm Winter, Karl Wagner. To. L e i h g est e r n : Hans Althaus, Wilhelm Schmidt, Richard Schaum, Karl Schaum, Karl Velten, Rudolf Rohrbach. Tv. Großen-Linden: Hermann Schorge, Karl Keßler, Heinrich Jung, Albert Leun, Karl Seipp, Richard Seth. Da alle Mannschaften in ihrer stärksten Vertretung erscheinen, kann der Sieger nicht vorausgesagt werden. Wie bei den vorhergegangenen Kämpfen, so dürfte auch diesmal ein äußerst spannender Kampf zu erwarten sein. Die Pausen werden durch Vorführungen der Turnerinnen von Großen-Linden ausgefüllt. Ein Lehrstunde für Turnwarte im Turnkreis Lahn-Dill. Am 3. Mai fanden in Gießen und Dillenburg unter Leitung von Kreisoberturnwart Schüler (Wetzlar) Uebungsstunden für die Vereinsturnwarte des Kreises Lahn-Dill statt, und zwar in Gießen vormittags für die Vereine der Kreise Alsfeld und Gießen und in Dillenburg am Nachmittag für die Vereine der Kreise Dillenburg und Wetzlar. Diese Lehrstunden waren erfreulicherweise sehr gut besucht, ein Zeichen für die günstige Entwicklung, die der Turnbetrieb im Kreise nimmt. Der Aufmarsch und die allgemeinen Freiübungen für das Kreisturnfest in Wieseck wurden, unter der Leitung des Kreisoberturnwartes eifrig geübt und die Gerätübungen von Kreismännerturnwart Reuter (Gießen) bis in alle Feinheiten erläutert und durchgenommen. Kreisdietwart Dr. Römer (Großen-Linden) machte mit wichtigen Fragen im Diet- wesen bekannt und lehrte die Turnwarte das neue schöne Turnerlied „Tatvolk der Erde". Kreisführer D a u p e r t (Wieseck) machte sehr klare und richtungweisende Ausführungen über die Festgestaltung beim Kreisturnfest und anderen turnerischen Veranstaltungen und dann folgte noch eine sehr rege allgemeine Aussprache, die nicht nur den Turnwarten, sondern auch durch diese der Turnkreisführung sehr wertvolle Anregungen für die zukünftige Gestaltung des Turnbetriebes gab. Mannfchastsschießen in Hörnsheim. ' In Hörnsheim fand ein Mannschaftsschießen zwischen den Kleinkaliber-Schützenvereinen Hörnsheim, Leihgestern und Lützellinden statt, und zwar anläßlich der 10-Jahresfeier des Schützenvereins Hörnsheim. Mit 398 Ringen errang die 1. Mannschaft des Vereins Lützellinden den Sieg. An zweite Stelle kam die 2. Mannschaft desselben Vereins mit 376 Ringen, vor der 1. Mannschaft des Hörnsheimer Vereins, welche 374 Ringe erzielte. Einen guten Erfolg erzielte ebenfalls die neuaufgestellte Jungmannschaft von Lützellinden, mit dem für eine Jungmannschaft vorzüglichen Ergebnis von 330 Ringen wurde sie gleichfalls 1. Sieger. Bei dem gleichzeitig veranstalteten Preisschießen erhielt der Schütze Friedrich Müller (Lützellinden) den 1. Preis mit 36 Ringen, im Anschlag stehend aufgelegt, während im Anschlag liegend freihändig der Schütze Alfred G ü m b e l (Hörnsheim) den 1. Preis errang mit ebenfalls 36 Ringen. Nach der Preisverteilung, zu der auch Kreissportleiter Veite (Oberbiel) erschienen war, verbrachte man noch einige gemütliche Stunden im Lokale der Gastwirtschaft Albert Engel. Ehrung für Schiedsrichter Wingenfetd. Der auch in Gießen gut bekannte Fußball- Bundesschiedsrichter Josef Wingenfeld in Fulda wurde mit dem Ehrenbrief des Deutschen Fußballbundes ausgezeichnet. Sonder-Pflichtspiele der Iußball-Zugend. Klein-Linden I — Großen-Linden I; 1900 I — Leihgestern; Watzenborn-Steinberg — Steinbach; Großen-Buseck — Garbenteich; Krofdorf — Rod- heim; Heuchelheim I — Rodheim; Wieseck — Alten- Buseck; Lollar — Daubringen; 1900 II — VfB - Reichsbahn II; Großen-Linden II — Lich; VfB.- Reichsbahn III — Heuchelheim II; Klein-Linden II — Mendorf; Nieder-Ohmen — Flensungen; Saa- fen —- Grünberg; Geilshausen — Londorf. Kurze Sportnotizen. Beim Großen Preis von Tunis, der eine Woche nach dem Preis von Tripolis ausge- fahren wird, werden 12 Wagen, darunter fünf deutsche, am Start erscheinen. Deutschland ist durch drei Wagen der Auto-Union mit Stuck, Rosemeyer und Darzi und zwei von Mercedes-Benz mit Ca- racciola und Chiron vertreten. 4 0 0 0 Läufer wurden bisher zum 20. Groß- Staffellauf Grünwald—München gemeldet, der am 24. Mai stattfindet. In der Hauptklasse gehen zehn Mannschaften mit 500 Läufern an den Start, von denen 1860 München allein drei Mannschaften mit 150 Läufern stellt. Einen deutschen Sieg gab es beim internationalen Basketball-Turnier in Genf, an dem sich elf Städtemannschaften beteiligen. Die Mannschaft der Heeressportschule Wünsdorf, die hier die deutschen Interessen vertritt, spielte gegen Lausanne und kam mit einem Sieg von 41:20 in die zweite Runde. „Kreuz und quer durch den Taunus." Geländefahrt des 7!SKK. NSG. Das Nationalsozialistische Kraftfahrer- Korps (NSKK), Motorgruppe Hessen, veranstaltet, wie bereits bekannt, am kommenden Sonntag, den 10. Mai die Taunusgeländefahrt 1936 als Geländeprüfungsfahrt für Krafträder und Personenkraftwagen. Die bezeichnete Strecke, deren Einhaltung einer genauen Kontrolle unterliegt, ist etwa 150 Kilometer lang und führt über Straßen jeder Ordnung und ins Gelände. Der Start findet am Sonntag pünktlich um 8 Uhr in Kronberg statt. Das Ziel der Taunusgeländefahrt befindet sich ebenfalls in Kronberg. Der Nennungseingang ist so überraschend groß, daß die glänzende Beteiligung ihr Teil dazu beiträgt, den Fahrern und Zuschauern erstklassigen Sport zu bieten. 31 Mannschaften, davon 6 Wagen- und 15 Motorrad-Mannschaften, 90 Einzelwagenfahrer und 100 Einzelmotorradfahrer haben sich gemeldet. Vor allem in Wehrmachtskreisen hat die Fahrt lebhaftes Interesse gefunden, und die Soldaten stellen nicht weniger als fast die Hälfte der Teilnehmer. Diesen routinierten Fahrern stehen das NSKK, der DDAC, SA, SS, HI mit ihren Mannen gegenüber. Man darf gespannt sein, wie bei dieser Kräfteverteilung das Ergebnis aussehen wird. Sicher ist, daß der Idealismus aller Fahrer, bei den bestimmt vorhandenen großen Schwierigkeiten der Prüfung, die sich vor allem in der Fahrpraxis im Gelände auswirken werden, einen raffanten Kampf verspricht, der geeignet fein wird, den Motorisierungsgedanken weiter zu popularisieren. Das NSKK wendet sich hiermit nochmals an die Zuschauer und Taunuswanderer und bittet alle Volksgenossen, den reibungslosen Ablauf durch einwandfreies Verhalten, vor allem durch Freihalten der Fahrstrecke, sicherzustellen. Oie Ostpreußenfahrt gestartet. Am letzten Tag vor Beginn der Ostpreußenfahrt war Königsberg, das Hauptquartier, wie umgewandelt. Die Stadt glich einem Heerlager der Motorsportler. Korpsführer Hühnlein traf mit feinem Stab bereits am Mittwoch in Königsberg ein. Die Ostpreußenfahrt, eine der schwersten deutschen Gelände-Prüfungen, konnte in diesem Jahre bei völliger Trockenheit gestartet werden. Zum ersten Male wurde die erste Tagesfahrt als Orientierungsfahrt durchgeführt. In Minuten-Abständen wurden ab 7 Uhr früh die Wagen und Motorräder auf die Strecke geschickt, nachdem die Fahrer etwa eineinhalb Stunden vorher die Geländekarten bekommen hatten, in die sie die angegebenen und anzufahrenden Kontrollpunkte tintrugen. Die Kontrollpunkte waren raffiniert angelegt, sie befanden sich sämtlich abseits der großen Straßen. Die Strecke betrug für Wagen und Motorräder je nach Zahl der erreichten Kontrollpunkte 300 bis 50Ö Kilometer. Bravourleistungen waren von Auto- und Motorradfahrern gleichermaßen zu vermerken. Ein besonderes Lob muß aber den Fahrern der kleinsten Klaffe gespendet werden, die mit ihren 98 ccm F. und S.-Motoren in sieben Stunden zehn Kontrollpunkte anzufahren hatten und diese Aufgabe in ausgezeichneter Manier lösten. Ausfälle waren natürlich nicht zu vermeiden, hielten sich aber in den erwarteten Grenzen. Das gute Wetter minderte die Schwierigkeiten etwas. Stanley Woods fährt OKW. Der bekannte irische Motorrad-Rennfahrer Stanley Woods wird demnächst zum ersten Male für die Auto-Union auf DKW. ein Rennen bestreiten. Beim Solitude-Rennen (Stuttgart) am 17. Mai fährt Woods zusammen mit Ewald Kluge, Arthur Geiß und Walfried Winkler 250-ccm-DKW.- Maschinen. In der 500-ccm-Klasse wird DKW. ebenfalls sehr stark vertreten sein. Der Eilenriede- Sieger Kurt Mansfeld, der zweifache deutsche Meister Oskar Steinbach, Hermann Müller und Karl Bodmer starten für DKW. Bei den Seitenwagen bis 600 ccm werden Kahrmann und Toni B a b l mit DKW.-Gespannen ins Rennen gehen. Mehr Sonne - mehr Fahrten Vom Sonntag, 10. Mai, erweiterter Fahrplan ab Mainz 2957 v 7.45 bis Köln 9.00 So bis St. Goarshausen 9.15 Schnellfahrt bis Köln 10.15 Di, Do. So bis Bacharach 11.00 bis Köln 14.30 So bis Büdesheim 15.30 bis Koblenz 18.00 So bis Mannheim 18.30 So bis Bingen und zurück mit Musik (10er Karten) 18.40 Di, Do, So bis Frankfurt 19.30 Werktags bis Büdesheim Günstige Rückfahrgelegenheiten. In der Jubiläumswoche vom 10. bis 17. Mai, Wochenkarte für beliebige Fahrten mit allen planmäßigen Schiffen nur Mk. 8.-. Freie Rückfahrt auf alle Fahrscheine für einfache Fahrt. 20 Pros. Preissenkung für Speisen, warme Getränke und Kuchen. Köln-Düsseldorfer Rheindampf schiffahrt Agentur 6. L. Kayser, Mainz, Fernspr. 31959 Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige! Pickel, Flechten und Hautausschlag verschwinden durch meöhinal fierba-Stife St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung Herba- Creme. (54 u. 75 Pfg.) Wacholdersaft alterprobtes Gesundheits-, Schön- heits- und Blutreinigungsmittel. Fachgeschäft f.Natnrheibu.Kurmittel Kräuterhaus JUNG, Gießen in der Mäusburg. 286rA —Groß« Fleche R.HAÜ txxw o n» <00- Löwen-Drog.Kllbinger, Seltersw. 69. Ministerpräsident a.D.Pü. Prof. Dr. Werner SchwarzarbcU' Preiswerte, moderne Stoffe für Prühjahr und Pommer 0.65 p. Mtr. ca 70 cm breit 0.80 2.15 p. Mtr. breit 0.98 1.95 2.45 p. Mtr. 96 cm breit 'TEXTILHAUSj HAUS DER GUTENj 3U ALI TATEN Mod. bedruckte Seiden auf Mattkrepe.Sandkrepe und Q Qft Crepe Maroc, 96cm br., p.Mtr. 4 bote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Dortag« dcsÄcwerbenachwelies ouigenommcv werden. Verlag ^esStebeoerAnzetgers spricht am Samstag, dem 9. Mai, abends 8.15 Uhr, im „Hindenburg“, Seltersweg, in öffentlicher Versammlung über: Der Sparerbund im Dritten Reich Eintritt frei ozoeo Eintritt frei Sparerbund / Ortsgruppe Giefeen fai^Mattunq I oeossoeuriCHt rtuteeesrattuno I *1 Ver»l«hefoeg«Tereln oef G.ie.i.ltlgl.lt *■ Bezirksinspektion Mitteldeutschland Geschäftsstelle Gießen, Dammstr. 30. Ruf 2330. Sonntag, den 10. Mai 1936, um 14.30 Uhr MW oonö Oos kremlollW Ist GIM Treffpunkt vor derKrematoriumßhalle Unkosten entstehen nicht! 2944d Unsere Mitglieder, deren Angehörige sowie alle Freunde der Feuerbestattung sind herzl. eingeladen, tiroßdeutsche Feuerbestattung ESezirkslnspektion Mitteldeutschland. TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen 1085a Bahnhofstraße der rüstet sich vorher aus mit: Brot- u. Butterdose, Isolierflasche, Feldflasche, Trinkbecher, Wanderkocher und - Beste ck.- Gut und preiswert bei J.B. Häuser Gießen 2185 a Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 lAf CDDE DRUCKSACHEN ” unDC Brühl, Gießen STADTTHEATER GIESSEN INTENDANT: H. SCHULTZE-GRIESHEIM Sonntag, den 10. Mai Von 19 bis 21.30 Uhr letzte Operetten-Vorstellung Von 11.30 bis 12.30 Uhr letzte Morgen-Veranstaltung Abschiedskonzert d. Städtischen Orchesters W erke v. J oh. Strauß, Leitung Paul Walter, Mitwirkende Fomallaz, Perry, Weiser, das städt Orchester. Für Stammabonnenten freier Eintritt. Preise 0.20, 0.30, 0.50 BM. Schwarze Husaren Operette von W. W. Goetze Musikalische Leitung: Emst Bräuer Spielleitung: Der Intendant Außer Abonnement Preise von 0.60 bis 2.60 Bin. 2948 D Köchen Große Auswahl Vorteilhafte Preise! Telefon 3904 Möbelhaus KOOS (neben, Schulstr. 6 Gegr. 1894 [^a Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht der Kragen ohne Ärger Kein Waschen-kein Plätten! Hygienisch — Zeitgemäß! Dutzend......M 2.50 6 Stück 1.25 3 Stuck - 65 I Rudolf Richter Marktstraße 24/26. 8887d