Nr. 6 Erstes Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 8. Zanuar 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monat§-Vezug§prei§: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStsvuch- und Steindruckerei R. Lauge In Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Roosevelt und die Farmer. Das Oberste Bundesgericbt in Washington, der Supreme Court, hat, nachdem er das Nira- Programm für ungesetzlich erklärte und damit das industrielle Aufbauprogramm Roosevelts erledigte, nunmehr auch das für die Agrarreform ausgearbeitete und in Gang gefetzte Programm für unvereinbar mit den amerikanischen Gesetzen hingestellt. Der Oberste Gerichtshof urteilt nur, nachdem die unteren Instanzen ihre Vorurteile abgegeben haben, auf Grund eines „richterlichen Prüfungsrechts" (judicial revied) über d i e Verfassungsmäßigkeit. Er hat sich also mit folgenden Fragen zu befassen: Darf die Zentralgewalt auf Grund der amerikanischen Verfassung von 1787 soweit in die Hoheitsrechte der Einzelstaaten eingreifen, wie es die Gesetzgebung des Präsidenten tut? Darf der gesetzgebende Kongreß dem Präsidenten eine so weitgehende Verordnungsgewalt, wie sie in der Nira vorgesehen ist, übertragen? Dürfen die garantierten Grundrechte des Bürgers durch den Kongreß beschränkt werden, wie z. B. durch die Goldklausel, durch Produktions- und Preisvorschriften, durch Eingriffe in die Verträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer? Gemäß der Mon- tesquieu'scen Ideologie von den drei Gewalten, die sich gegenseitig kontrollieren, hat der Oberste Gerichtshof die entscheidende Urteilsgewalt über die Handlungen des Präsidenten und des Kongresses. Er hat aus dieser Rechtsideologie des 18. Jahrhunderts heraus die Nira verworfen, die der Präsident und der Kongreß eingeführt hatten, und hat jetzt auch mit sechs gegen drei Stimmen sich gegen die AAA, gegen die Agricultural Ad justement Act ausgesprochen. Damit ist von Roosevelts wirtschaftlichem Wiederaufbauprogramm nichts übrig geblieben, denn nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes hat die Negierung kein Recht, die AAA einzuführen, also die landwirtschaftliche Produktion zu beaufsichtigen und zu kontrollieren und die landwirtschaftliche Ernte und die für Baumwolle zu beschränken. Durch die freiwillige Produktionsbeschränkung in der amerikanischen Landwirtschaft wurde nicht ein Monopol geschaffen, aber nachdem die AAA. im Jahre 1933 vom Kongreß beschlossen war, unterzeichneten im Jahre 1934 über drei Millionen Farmer Verträge mit der Regierung und erhielten dafür eine halbe Milliarde Dollar. Dafür arbeiteten sie mit der Regierung zusammen, um die landwirtschaftliche Ueberproduk- t i o n eben gemäß der AAA. einzufchränken. Obwohl die Trockenheit in den USA. große Verheerungen angerichtet hatte, hob sich trotz der verringerten Anbaufläche im Jahre 1934 das Einkommen der Landwirtschaft auf rund 6 Milliarden Dollar gegenüber 4,3 im Jahre 1932. Im Jahre 1935 wurde die Vorjahrskontrolle weiter ausgebaut. Die Anbaufläche für Weizen wurde um weitere 10 v. H. eingeschränkt, nachdem sie schon im Jahre 1934 um 20 v. H. vermindert worden war. Im Jahre 1934 wurde eine 3 0 pro - zentige Beschränkung der Schweineproduktion durchgeführt, wozu im Vorjahre eine abermalige von 10 v. H. hinzu trat. Während 1934 die Baumwollerzeugung um 40 v. H. verkürzt wurde, begnügte man sich 1935 mit nur 25 v. H. Also: die Baumwolle wurde untergepflügt, die Schweine wurden notgeschlachtet. Man hielt das in Regierungskreifen für notwendig, zumal während des Krieges und in der Nachkriegszeit eine landwirtschaftliche Überproduktion herrschte und mehrere Millionen Morgen neuer Weizenfelder angelegt worden waren,' deren Ertrag nicht absetzbar war, zumal die europäische Kundschaft, auf die bisher die Farmer angewiesen waren, sich zu einem großen Teil durch Eigenanbau selbständig machte. Natürlich haben diese Änbauverringerungen eine gewaltige Arbeit auch in organisatorischer Hinsicht notwendig gemacht. Die Kaufkraft der amerikanischen Farmer, die nicht wie das deutsche Bauerntum bodenständig sind, sondern im Durchschnitt alle vierzehn Jahre ihre Wirtschaften verlassen, hob sich um mehr als eine Milliarde Dollar. Dafür trat aber infolge der Mißernte und der Versteuerung der Produkte, die ungefähr eine halbe Milliarde' Dollar betrug und durch die verschiedensten Stadien der Wirtschaft vom Erzeuger bis zum Verbraucher ging, eine gewaltige Verteuerung der Lebensmittel für den amerikanischen Bürger ein. Von 30 bis 50 xy. H. stiegen die Preise im Spätherbst bis über 100 v. H. Und wenn auch langsam die Preiserhöhungen Nachlassen, so empfinden doch die Verbraucher diese Erhöhung als unberechtigt. Jetzt hat der Oberste Gerichtshof das ganze System beseitigt. Von Roosevelts Wirtschaftsprogramm ist nichts übrig geblieben, und das Urteil des Obersten Gerichtshofes wird nicht nur die ganze Organisation illusorisch machen, sondern voraussichtlich auch zu einem starken Sinken der Lebensmittelpreise führen unter Wiederherstellung der Notlage der amerikanischen Farmer, die sich hinter Roosevelt und sein Programm gestellt hatten. Der New Deal kann nun als Ganzes in seiner bisherigen Form als erledigt betrachtet werden. Nach Roosevelts Anschauung war nur eine umfassende Wirtschaftsplanung in der Lage, das Land aus der Krise herauszuführen. Er führte im Januar 1935 vor dem Kongreß aus: „Wir finden, daß unser Volk unter allen Ungleichheiten leidet, die durch vereinzelte Beschneidung von Mißständen nicht geändert wurden. Trotz unserer Bemühungen und trotz unseres Redens haben wir den nicht ausgerottet, der zu viel Privilegien hat, und wir haben den nicht wirksam emporgehoben, der zu wenig Privilegien hat. Diese beiden Erscheinungen sozialer Ungerechtigkeit haben das Glück der Menschen verzögert. „Zwischen Berlin und London." Ein englischer Politiker fordert enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland, England und Frankreich.—Die deutsch-polnische Verständigung entlastet Osteuropa.—Das deutsch-britische Flottenabkommen der Grundstein für ein allgemeines Friedensgebäude. London, 8. Jan. (DNB.) In der Zeitschrift „The Nineteenth Century and alter" veröffentlicht der englische Politiker T. P. Conwell-Evans unter der Überschrift „Zwischen Berlin und London" einen Artikel, der sich durch feinen Sinn für fair play auszeichnet. Conwell-Evans sagt, man müsse zu verstehen versuchen, in welchem Geist in Deutschland Die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht vorgenommen worden sei. Deutschland habe Anspruch darauf, daß man ihm den guten Glauben zubillige, wenn es jetzt im Begriffe fei, die Gleichberechtigung zurück- zugewinnen. Der Verfasser lobt die Politik des Führers in der polnischen Frage. Die Lage, die durch die deutsch-polnische Verständigung geschaffen worden sei, habe zur Folge, daß Rußland, Polen und Deutschland es sich heute zweimal überlegen würden, bevor sie zur Gewaltanwendung schreiten, könnte nicht Europa sich beglückwünschen, wenn ein schwerer Streitgegenstand seiner unmittelbaren Sorge entzogen worden sei? Angesichts der deutschen Befürchtungen, daß die Tschechoslowakei ein strategischer Stützpunkt Rußlands werde und der Erklärungen Dimitroffs in Moskau, das Hauptziel der Dritten Internationale — und damit der Sowjetregierung — sei die Vernichtung der Hitler-Regierung, sei die deutsche Wiederaufrüstung eine Sicherungsmaßnahme in einer gefährlichen Lage und nicht etwa eine Vorbereitung künftiger Eroberungen in Osteuropa. Die österreichische Frage verlange eine Rechtsänderung, der sich bislang Frankreich und Italien auf das lebhafteste widersetzt hätten. Die meisten Leute in Oesterreich seien für eine bundesstaatliche Verbindung mit Deutschland und verabscheuten die italienische Schutzherrschaft. Keine englische Regierung würde vor dem Volke einen Krieg rechtfertigen können, der etwa geführt werden sollte, um die Verwirklichung dieses demokratischen Zieles zu verhindern. Frankreich müsse eines Tages erkennen, daß eine Zusammenarbeit mit England weit nützlicher sei, als ein Bündnis mit Rußland und als der Widerstand gegen die kulturelle Autonomie der deutschen Minderheit und gegen den österreichischen Wunsch nach Unabhängigkeit. Wenn Frankreich es aufrichtig damit meine, daß es nur Sicherheit wünsche, so dürfte der Augenblick für eine Erneuerung des Lo - carno-Paktes gekommen fein. Dies wäre geeignet, die französische Furcht vor Deutschland zu beseitigen. Zur Frage der Kolonien meint Conwell- Evans, daß Deutschland um eines Fleckens in Afrika willen keinen Krieg mit England führen wolle. Das beweise das Flottenabkommen. Es fei deutlich, daß Deutschland kein großes Reich in Neber» fee erstrebe. Um so mehr sei England verpflichtet, den deutschen Wünschen entgegenzukommen. Deutschlands Bestrebungen seien durchaus vernünftig. Deutschland wünsche bei der Beratung wichtiger Ereignisse mit dabei zu sein. Deutschland, Frankreich und England sollten es sich zur Gewohnheit machen, über alle sie gemeinsam berührenden Fragen sich gemeinsam zu beraten. Die Bedingungen müßten wieder geschaffen werden, um die von Hitler in seiner Rede vom 21. 2Uai v. 3. vorgeschlagenen Wünsche aufAbfchaffungder schweren Artit- l e r i e, d e r T a n k s und des Bombenabwurfs auf die Zivilbevölkerung wieder in Rechnung stellen zu können. Es fei erfreulich, daß die englische Regierung die Gelegenheit nicht habe vorübergehen lassen, auf ein Angebot einer Rüstungsbegrenzung zur See einzugehen. Das deutsch-englische Flottenabkommen habe die einzige Ursache für einen Konflikt zwischen beiden Ländern beseitigt. Neuerdings erkennen auch die Franzosen den Wert dieses Abkommens an. Der Vertrag ermögliche eine allgemeine Rüstungsbegrenzung zur See. Sir Samuel Hoare und Herr von Ribbentrop hätten in der Tat den Grundstein für ein allgemeines Friedensgebäude gelegt. Sturm gegen die französische Sowjet-Anleihe. Die französischen Rentner fordern Rückzahlung der russischen Vorkriegsschulden vor Gewährung neuer Kredite. Paris, 8. Jan. (DNB. Funkspr.) Das Gerücht von einem französischen Kredit in Höhe von 800 Millionen bis 1 Milliarde Franken an Sowjetrußland, der von der Konsignations- und Depositenkasse zu einem Zinsfuß von 5 v. H. gewährt und zu 80 v. H. vorn französischen Staat garantiert werden soll, hat in den Kreisen der französischen Inhaber russischer Vorkriegsanleihen lebhafte Beunruhigung und Mißstimmung hervorge- rufen. Der National-Verband der französischen Inhaber russischer Anleihestücke hat in einem Telegramm an den Ministerpräsidenten gegen die Unterzeichnung des russisch-französischen Wirtschaftsabkommens Einspruch erhoben und gefordert, daß das neue Abkommen zum mindesten mit der Rückzahlung der russischen Schulden verbunden werde. „Le Jour" schreibt: Wenn Litwinow auch der Ansicht sei, daß die russische Freundschaft 800 Millionen wert sei, so müsse man ihm antworten, daß von keiner neuen Anleihe d i e Rede sein könne, solange die alten Schulden nicht bezahlt seien. Die französischen Finanz-Techniker behaupteten, die Regelung dieser Schulden sei möglich, weil genügend Aktiven zur Verfügung ständen, Sowjetrußland erkläre jedoch, daß es nicht über genügend Mittel verfüge. Man müsse deshalb einmal die Frage aufwerfen, womit denn die Arbeiten des Fsinf-Jahres-Planes bezahlt worden feien, und die ungeheuren R ü - ft u n g e n , auf die sich Sowjetrußland immer berufe, wenn es sich darum handle, von Frankreich die Unterzeichnung des ruffifch-französifchen'Paktes zu erlangen. Die Frage, warum der französische Handelsminister das französisch-russische Wirtschaftsabkommen erneuert habe, ohne es mit der Rückzahlung der russischen Vorkriegsschulden zu verbinden, sei nicht nebensächlich, denn sie gehe etwa 4 Millionen Franzosen an und erstrecke sich auf 15 Milliarden Goldfranken, die die französischen Sparer in russische Staatspapiere gesteckt hätten und auf 5 Milliarden Goldfranken, die in Privatunternehmen gesteckt worden seien. Es gehe auf keinen Fall an, den französisch-russischen Pakt zu unterzeichnen, ohne daß genügend Kein vernünftiger Mensch hat die Absicht, das zu vernichten, was man das Profitmotiv nennt, weil wir unter dem Profitmotiv das Recht verstehen, einen menschenwürdigen Lebensunterhalt für uns und unsere Familie zu erwerben. Wir haben jedoch einen klaren Auftrag vom Volk, daß Amerika jene Vorstellung des Erwerbs des Reichtums aufgibt, der durch übermäßige Profite eine ungerechte private Macht über private Angelegnheiten und zu unserem Unglück auch über öffentliche Angelegenheiten schafft. Wenn wir diesm Ziel zustreben, so wollen mir nicht den Ehrgeiz zerstören, auch wollen wir nicht in regelmäßigen Abständen den Reichtum in gleiche Anteile aufteilen. Wir erkennen die größere Fähigkeit einiger an, mehr als andere zu verdienen. Aber wir behaupten, daß das Bestreben des einzelnen, für sich und die Seinen ausreichende Sicherheit, vernünftige Muße und ein menschenwürdiges Leben zu sichern, ein Bestreben ist, das dem Garantien für die Rückzahlung dieser Außenstände gegeben worden seien. Oer Führer des kommunistischen Aufstandes in Brasilien verkästet. Rio de Janeiro, 7. Jan. (DNB.) Bei einer Durchsuchung eines Landhauses in dem elegantesten Stadtviertels Rios entdeckte die Polizei den jüdischen Kommunisten Harry Berger und dessen Frau. Verlangen nach großem Reichtum und großer Macht vorzuziehen ist." Diese Leitsätze motivieren die Gründe, aus denen heraus Roosevelt beachtenswerte Ansätze für eine vernünftige Gesetzgebung sozialen Charakters schuf, sie motivieren die Gründe für die umfassende Arbeitsbeschaffung, für den amerikanischen Arbeitsdienst, für taufend andere Einzelheiten mehr, die alle zum New Deal gehören. Aber sie motivieren nicht minder die Gründe derjenigen, die dem neuen Kurs den Knüppel zwischen die Beine geworfen haben. Diejenigen, die „große Macht in privaten und öffentlichen Angelegenheiten" besitzen, haben den Kampf ausgenommen und die gesunden Erneuerungsbestrebungen erdrosselt. Der Leidtragende ist nicht Roosevelt, obwohl seine republikanischen Gegner im Hinblick auf die bevorstehende Präsidentenwahl triumphieren. Roosevelt hat sich gerade durch die Niederlage seiner Ideen Beide wurden verhaftet. Berger ist dringend verdächtig, einer der Führer der kommunistischen Umsturzbewegung in Südamerika zu sein. Berger war früher für die Komintern in Schanghai tätig. Eine Durchsuchung des Hauses förderte über tausend Schriftstücke zutage, aus denen hervorgeht, daß Berger einer der Leiter der Komintern in Südamerika und Berater der kommunistischen Partei in Brasilien ist. die Sympathie großer Teile des Volkes erworben. Der Prozeßsieg der republikanischen Hoosac-Müh- lenmänner, die Beschwerde über Steuern führten, die für die Verarbeitung von Baumwollprodukten erhoben und zur Stützung notleidender Pflanzer verwandt wurden, treibt Millionen notleidender Bauern, die nun um ihre Unterstützung kommen, an die Wahlurne, um Roosevelt wiederzuwählen. Der Leidtragende ist das amerikanische Volk. Wenn ein Globetrotter wie Colin Roß, der eben ein interessantes Buch über Amerika herausgebracht hat, die Frage aufwirft, ob „Roosevelt Amerikas erster oder letzter Präsident" sein werde, so hat das seine Berechtigung. Die ungeheuren wirtschaftlichen, sozialpolitischen und politischen Spannungen de» gewaltigen Landes werden durch solche Bundesgerichtsurteile immer noch mehr verschärft und vertieft. Wird sich in Gens ein Kläger finden? Oer Internationale Kirchenbund bringt die (Lhristenverfolgungen in Eowjetrußland vor den Völkerbund. Rotterdam, 8. Jan. Der Internationale Bund der Kirchen zur Verteidigung gegen den Bolschewismus auf moralischem und religiösem Gebiet veranstaltete unter der Leitung von Pfarrer Dr. Krop eine stark besuchte Kundgebung gegen die bolschewistischen Kirchenoerfolgungen. Die Redner entwickelten ein düsteres Bild der Zustände in Sowjetrußland. Besonders die erschütternden Schilderungen der unmenschlichen Mittel, mit denen man in Sowjetrußland die Pfarrer „liquidiert", stießen auf höchstes Mitgefühl, auch die Schilderung über die Schändung der Kirchen fand stärkste Beachtung. In einer Denkschrift an den Völkerbundsgeneralsekretär Avenol wird unter Anführung zahlloser Beispiele über den Kampf der Bolschewisten gegen die Kirche und unter Darlegung vieler Fälle von unmenschlichen Folterungen, denen Geistliche unterworfen wurden, die sofortige Beseitigung des von den bolschewistischen Machthabern auf kirchlichem Gebiete geschaffenen Zustandes gefordert. Weiter heißt es in der Denkschrift: Solange die Sowjetunion nicht dem Völkerbund angehörte, antwortete man auf unsere vielfältigen Gesuche, daß der Hohe Rat sich nicht mit einer Angelegenheit befassen könne, die außerhalb seiner Gerichtsbarkeit liege. Jetzt aber handelt es sich um eine dem Völkerbund angehöre n d e Macht, gegen die sich unsere Klagen richten. Lassen wird die Drohung der Weltre- d o I u t i o n beiseite, die nach wie vor bestehen bleibt, übergehen wir die Arbeitsbedingungen, die kaum abweichen von denen, die die offen angenommene Sklaverei anderswo geschaffen hat, bleiben wir auf dem Gebiet der Gewissen s= fr eil) eit und des Kultes, das besonders zum Gebiet der Kirche gehört: Wir sehen nichts, was sich beim Eintritt der Sowjetunion in den Völkerbund geändert hat. Wir wissen, daß nur ein Mitglied des Völkerbundes unsere Beschwerde auf die Tagesordnung des Hohen Rates fetzen kann, aber wir hoffen, daß sich unter den Vertretern der Völ- ferbunbsftaaten, denen ihr Ruf nicht gleichgülttg ist, wenigstens einer befindet, der sich z u m Wortführer der aufs höchste beunruhigten Kirchen macht. Wer ist Herr Mnkiri? Paris, 8. Jan. (DNB. Funkfpruch.) Der „Ma- tin" befaßt sich mit der Persönlichkeit des aus Uruguay ausgewiesenen sowjetrussischen Gesandten Minkin und stellt dabei fest, daß sich dieser sonderbare diplomatische Vertreter am Ende des Weltkrieges im Auftrage der Sowjetregierung als OerZahrestag des Abkommens von JRom. BittereBetrachiungen der italienischen preffe über dieHaltung Krankreichs im Abessinienkonflikt Fellaufkäufer in Buenos Aires niedergelassen habe. Neben seinem Fellhandel habe Herr Minkin jedoch eine ausgedehnte bolschewistische W e r b e t ä t i g k e i entfaltet. Da er damals seine Tätigkeit jedoch nicht unter dem kchutz der diplomatischen Immunität ausüben konnte, sei er aus der argentinischen Hauptstadt aus- gewiesen worden und habe sich darauf i n Montevideo niedergelassen. Mehrere Jahre habe es gedauert, bis Uruguay die Moskauer Regierung amtlich anerkannt habe, und Minkin, der inzwischen die südamerikanischen Verhältnisse recht eingehend kennengelernt habe, sei darauf von der Moskauer Regierung zu ihrem diploma- tischen Vertreter vorgeschlagen worden. An seinen Gewohnheiten habe Minkin jedoch nichts geändert, sondern er habe nun unter dem Schutz der diplomatischen Immunität seine Wühlereien in ganz Südamerika fortgesetzt. Notwehr gegen internationale Friedensstörer. Die Doppelzüngigkeit der Sowjets. Genf, 7. Jan. (DNB.) Das „Journal de Geneve" schreibt u. a., die Sowjetregierung spekuliere mit ihrer Beschwerde über Uruguay auf die Kindlichkeit der Bürgerlichen. In den IV2 Jahren seit der Verwahrung der Schweiz, Hollands und Portugals gegen die Aufnahme der Sowjetunion in den Völkerbund hätten die Ereignisse alle Befürchtungen bestätigt. Die Aufstandsoersuche in Brest und Toulon und der fehlgeschlagene Umsturz in Brasilien hätten schon manchem die Augen geöffnet. Die Doppelzüngigkeit des Sorvjetsystems ergebe sich unmittelbar aus der Vereinigung zweier Gewalten in einer einzigen Hand. Stalin beherrsche d i e Sowjetunion und die Dritte Interna t i-o n a l e. Die Sowjetunion gebe Versprechungen und die Dritte Internationale verletze sie. Wenn der Betrogene sich m Moskau beschwere, so erhalte er zur Antwort: „Meine rechte Hand weiß nicht, was meine linke tut." Das Vorgehen Uruguays sei ein Akt der Notwehr gegen einen Staat, der seine diplomatischen Vorrechte mißbrauche. Genau so habe die Schweiz im Herbst 1918 die nach Bern gekommene sogenannte „Handelsmission" ausweisen müssen. Der Bolschewismus schaffe überall Zellen. Diese seien dort am rührigsten, wo eine diplomatische Mission sie schütze und unterhalte. Moskau beschuldige Uruguay, damit die anderen nicht versucht seien, ebenso vorzugehen. Der Artikel schließt mit der Mahnung an die Schweizer Regierung, nun erst recht auf eine Anerkennung der Sowjets zu verzichten. Streikunruhen in Buenos Aires. Buenos Aires, 8. Jan. (DNB. Funkspr.) Zur Unterstützung des bereits zwei Monate andauernden Bergarbeiter st reiks war am Dienstag früh in Buenos Aires ein 24stündiger Generalstreik ausgerufen worden. Dieser Streik hat im Laufe des Tages eine Entwicklung genommen, die auf eine Einmischung trüber Elemente schließen läßt. Verschiedentlich kam es zu Schießereien, bei denen drei Polizeibeamte und zwei Zivilisten getötet sowie zahlreiche Personen verwundet wurden. Am Rande der Stadt übten die Streikenden eine G e - waltherrschaft aus, so daß die Polizei Maschinengewehrposten aufstellte. In anderen Stadtteilen ruhte jeder Verkehr; die Läden wurden teilweise gewaltsam geschlossen, in der Stadt Flores u. a. viele jüdische Geschäfte. Zwei Eisenbahn-Gesellschaften mußten den Perkehr streckenweise gänzlich einstellen, da das Personal streikte oder die Schienen aufriß, während an anderen Orten Eisenbahnwagen in Brand gesteckt wurden. In den Außenbezirken von Buenos Aires wurden zahlreiche Omnibusse, Straßenbahnwagen und Lastkraftwagen umAestürzt und verbrannt. An einer Stelle wurde auch eine Bombe geworfen. Im Inneren der Stadt herrschte dagegen völlige Ruhe bei starker Verkehrsbeschränkung und teilweisem Geschäftsschluß. So beurlaubten die meisten Banken ihre Angestellten kurz nach Mittag. Gegen Abend nahm der Verkehr in der Innenstadt wieder zu. Der englische LusNayrtmimster für Aufrüstung London, 8. Jan. (DNB. Funkspruch.) Luftfahrtminister Cunliffe-Lister, jetziger Lord Swinton, setzte sich auf der Konferenz der konservativen Universitätsoerbände in Cambridge nachdrücklich für eine weitgehende englische Aufrüstung ein. Wenn England stärker gewesen wäre, so erklärte er u. a., dann hätte es in den letzten vier Jahren bessere Aussichten gehabt, seine Abrüstungsoorschläge in Genf zurechtzusetzen. Als militärischer Minister wisse er, daß er nicht die geringste Hoffnung auf irgendeine Rüstungsbegrenzung habe, wenn die Länder nicht wüßten, daß man, wenn keine Begrenzung zustande käme, zum mindesten stark genug sein müßte, „um seine Rolle" zu spielen. Der Minister befürwortete eine enge Zusammenarbeit der drei militärischen Ministerien, erklärte aber, daß die Einsetzung eines übergeordneten Wehrministeriums undurchführbar sei. Die Aushebungen für inp britische Luftflotte seien in diesem Jahr sehr gut ausgefallen, eine gewaltige Anzahl von Fliegern habe sich gemeldet. Spaltung bei den englischen Konservativen. London, 7. Jan. (DNB.) Der Vorsitzende der Konservativen Parteiorganisation im Wahlkreis Roß und Cromarty und sein Stellvertreter sind von ihren Posten zurückgetreten, da sie im Gegensatz zur Mehrheit der Organisation gewillt sind, die Kandidatur des Dominionministers Malcolm Mac- d 0 n a l d zu unterstützen. Der Verband hatte vor zwei Tagen beschlossen, Malcolm Macdonald als Kandidaten der nationalen Regierung abzulehnen und stattdessen den Sohn Winston Churchills Randolf Churchill, aufzustellen. Der junge Churchill, der zur Zeit in Marokko weilt, hat das Angebot angenommen. Durch den Rücktritt des Vorsitzender der konservativen Wahlkreisorganisation ist die Spaltung innerhalb der konservativen Partei offenkundig geworden. Dem Ausgang der Nachwahl wird daher mit größtem Interesse entgegengesehen. Zwischenfall in Kairo. Kairo, 7. Jan. (DNB.) Zwei britische Offiziere betraten nachts eine Gaststätte. Als sie das Lokal später wieder verließen, bemerkte ein Offizier, daß sich ein ägyptischer Straßenfeger an dem vor der Tür haltenden Kraftwagen zu schaffen machte. Nach einer anderen Mailand, 8. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die norditalienische Presse gedenkt voll Bitterkeit und Enttäuschung des er st en Jahrestages der italienisch-französischen Freundschaftsabmachungen. „Gazzetta del Popolo" erinnert daran, daß Frankreich, das gerade auf kolonialem Gebiet eine weitgehende Zusammenarbeit mit Italien versprochen habe, heute unter den 52 Sanktionsstaaten zu finden sei. „Corriere della Sera" erinnert an Versailles, wo die französischen Politiker eifersüchtig darauf bedacht gewesen seien, Italien von der kolonialen Beute auszuschließen. Es sei zu befürchten, daß das Abenteuer der Sühnemaßnahmen für alle, einschließlich Frankreich schlecht ausgehen könne. Trotz aller Enttäuschungen halte Italien aber an den Abmachungen vom 7. Januar 1 935 f e st, es sei der Ansicht, daß die italienisch-französische Freundschaft eine Notwendigkeit und eine wesentliche Voraussetzung für den Wiederaufbau Europas sei. Diese Freundschaft, die in Italien niemand bedrohe, werde in Frankreich von den „italienfeindlichen Sekten" ernstlich beeinträchtigt. Um lebensfähig zu fein, dürften die italienisch-französischen Abmachungen nicht mit der Erinnerung an eine feierliche Unterschriftsleistung erledigt fein. „Giornale d'Jtalia" sagt, das vor einem Jahr begonnene Werk fei gewaltsam zerschlagen worden Der Kolonialstreit in Ostafrika sei in geradezu widersinniger Form auf Europa übertragen worden. In einem Kampf von Belangen und Grundsätzen, in den der italienische Fall entstellt worden und untergangen sei, häuften sich jetzt die Gründe für einen neuen Krieg mit revolutionärem Hintergrund. Bei Abschluß der italienisch-französischen Verständigung seien die italienischen Belange in Nordafrika weitgehend den französischen geopfert worden. Es fei klar, daß für die von Italien gebrachten Opfer eine aktive Gegenleistung vorhanden sein müßte. Der Friede und die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Völkern hätten in der Tat zur Voraussetzung, daß ihre unmittelbar notwendigen Bedürfnisse zufriedengestellt werden. Zusammenarbeit sei nicht möglich, wenn sie auf unerträglichen Vorrechten der Großmächte aufgebaut fei. Die Befriedigung der verbrieften italienischen Interessen in Ostafrika fei vielmehr die Voraussetzung für die Zusammenarbeit Europas. Die Regenzeit setzt schon ein. Addis Abeba, 7. Jan. (DNB.) Die außerordentlich starken Regenfälle der letzten Tage haben jede Kampfhandlung an der Nordfront Lesart soll der Arbeiter den Wagen durch Schmutzwasser verunreinigt haben. Der Offizier zog seinen Revolver und schoß auf den Straßenfeger, der schwer verletzt zusammenbrach. Rasch sammelte sich eine große Volksmenge an, die eine drohende Haltung gegen den Offizier einnahm, der sich die Angreifer mit der Schußwaffe vom Leibe hielt und wieder in das Lokal flüchtete. Einer Aufforderung der ägyptischen Polizei, zur Wache zu kommen, leistete der Offizier keine Folge. Schließlich wurde er durch britische Militärpolizei abgeführt. Eine kostbare initte'alterliKe Handschrift kommt nach München. Mit Hilfe des Führers für die Bayerische Staatsbibliothek erworben. München, 7. Jan. (DNB.) Der deutsche Gesandte in Wien von Papen überbrachte am Dienstag dem Führer und Reichskanzler die aus dem Stift Kremsmünster in Oberöfterreich angekaufte berühmte Handschrift des 14. Jahrhunderts des Heinrich van München. Die ausgezeichnet erhaltene Handschrift ist eine Reimchronik der Weltgeschichte von der Schöpfung bis in die Zeit Kaiser Ludwigs des Bayern (1314 bis 1347). Sie ist versehen mit höchst wertvollen und einzigartigen Handzeichnungen. Zum Erwerb dieser kostbaren Handschrift, die nun Eigentum der Bayerischen Staatsbibliothek geworden ist, hat der Führer einen wesentlichen Beitrag gestiftet, den Rest steuerten der bayerische Staat und die Bayerische Staatsbliblio- thek bei. Damit ist ein wertvolles Kulturdokument der großen deutschen Geschichte der näheren Forschung erschlossen worden. Dem Stift Krems- münfter gebührt besonderer Dank, daß es dieses die gemeinsame deutsche Geschichte betreffende Dokument nicht ausländischen Händen übergab, sondern dazu beitrug, die enge Verbundenheit der deutschen Kulturbeziehungen über die Grenzen hinweg zu bekunden. Im Anschluß an die Uebergabe der Handschrift besichtigte der Führer unter Führung van Ministerialdirektor Buttmann die Bayerische Staatsbibliothek mit ihrem reichen Schatz wertvollster kulturhistorischer Handschriften, zu denen Geheimrat Dr. Leidinger erläuternde Ausführungen machte. In Begleitung des Führers waren u. a. Gesandter von Papen, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsstatthalter Ritter von Epp, Ministerpräsident Siebert, Gaukiter Wagner und Oberbürgermeister Fi eh l er. Oie Zuständigkeit in der Wohlfahrtspflege. Berlin, 7. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat den Arbeitsbereich des Reichsarbeitsministers und des Reichsministers des Innern neu geregelt. Danach bearbeitet der Reichsund Preußische A r b e i t 5 m i n i ft e r die Fragen der gehobenen Fürsorge (das ist die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen, die Klein- und Sozialrentner), der Reichs- und Preußische Mini st er des Innern die allgemeinen Fragen der öffentlichen Fürsorge. Für die sreieWohl- fahrtspslege ist der Reichsminister des Innern zuständig, für die allgemeinen Fragen der Arbeitsfürsorge und für alle Sondermaßnahmen zugunsten der minderbemittelten Volksgenossen (z. B. für die Fettverbilligung, die Befreiung von Rundfunkgebühren u. a. m.) der Reichsarbeitsminister. In allen grundsätzlichen Angelegenheiten haben sich die Minister gegenseitig zu beteiligen gegenwärtig unmöglich gemacht. Das seit sieben Tagen im abessinischen Hochland herrschende Regenwetter ist eine Erscheinung, wie sie seit 19 07 nicht mehr vorgekommen ist. Der Beginn der kleinen Regenzeit liegt sonst immer erst Mitte März. Die Italiener benutzen jede regenfreie Stunde, um die Beschießung der abessinischen Ortschaften an der Nordfront fortzufetzen. Insbesondere werden die Orte W 0 l k a i t und Kafta im Schire-Gebiet südlich des Stetitflusses unter Feuer genommen. Sechs italienische Flugzeuge belegten die Stadt Amba Bircuta mit Bomben, darunter auch Giftgasbomben. Bei dem Bombardement des ägyptischen Roten Kreuzes in Dagabur sind entgegen den früheren Meldungen 20 Personen verwundet worden. Die O g a d e n -P r 0 0 i n z ist von den Italienern vollständig geräumt worden. Die Frontlinie verläuft jetzt von Ual-Ual über Gorlogubi, Gorahai, Cuban und bann direkt südlich nach Dolo. Südlich von Dolo setzen die Italiener ihre Truppenzusammenziehun- gen fort. Eine italienische Alpendivision wird verschifft. Rom, 7. Jan. (DNB.) Die Verschiffung der für die Somalifront bestimmten Schwarzhemdendivision „T e v e r e" ist beendet. Die Zeitungen berichten jetzt über die Ausreise der ersten großen Verbände der nach dem Pustertal benannten Alpendivision „Val Pu st er ia". Dienstagabend ging bereits der zweite Schub von Neapel in See. Der Generalstab der Division verließ am Montagabend Neapel. Die aus Alpenregimentern gebildete Division zählt über 12 000 Mann. Die lmlilmscheii Abmachungen der Generalstäbe Frankreichs und Englands. Umgriffene Meldungen über MobilmachungspSäne beider Länder. P a r i 5 , 7. Jan. (DNB.) „New York Herald" behauptet, daß ein Plan für die Zusammenarbeit der englischen und französischen Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft vorliege. Beide Regierungen betonten, daß dieser Plan nicht ein Militärbündnis sei, sondern allein die logische Folge des Beistandes nach Artikel 16 Abs. 3 der Völkerbundssatzungen. Der Plan soll die sofortige Motilmachung. der Streitkräfte in beiden Ländern und die Benutzung französischer Läger, Flugplätze, Flotten st ützpunkte, Arsenale und Docks durch die britischen Streitkräfte vorsehen. Großbritannien würde den Flottenschutz der französischen Küsten und den Luftschutz einiger französischer Industrie- Zentren übernehmen und, wenn nötig, sogar englische motorisierte Truppen hinter den Stellungen und Festungen der französischen Südost grenze einsetzen. Reuter berichtet, daß in französischen amtlichen Kreisen die sensationellen Berichte amerikanischer Zeitungen als „p h a n t a st i s ch" bezeichnet werden, besonders die Behauptung, daß der Plan für den Fall eines italienischen Angriffes die Entsendung britischer mechanisierter Truppen nach Frankreich vorsehe. Alle Einzelheiten der Besprechungen seien streng geheimgehalten worden. Die Ergebnisse würden von beiden Regierungen als befriedigend angesehen. Seit der Rückkehr der beiden Vertreter des Kriebsministeri- ums nach London am 11. Dezember hätten keine weiteren Besprechungen stattgefunden, lieber die technischen Vereinbarungen gegenseitiger Unterstützung werde nichts mitgeteilt werden, sie feien ein Geheimdokument, das zu veröffentlichen nicht im Interesse der beiden Länder liege. Amtliche Berichte betonen jedoch ausdrücklich, daß die Vereinbarungen für eine gegenseitige Unterstützung lediglich ad hoc getroffen wurden und sich einzig und allein auf die gegenwärtige Krise beziehen. Der französische Generalissimus Gamelin wohnte in Nizza einer Gefechtsübung des 22. Alpenjägerbataillons bei, die in Gegenwart des Befehlshabers des 15. Armeekorps, General M 0 yrand , und der Generäle des Festungsfektors der Südostgrenze sowie sämtlicher höherer Offiziere der 29. Infanteriedivision stattfand. Am Mittwoch wird General Gamelin mit dem Befehlshaber des Armeekorps eine Befichtiaungsreife in das französisch- italienische Grenzgebiet unternehmen. Anschließend wird er auch die Truppen des Standortes Marseille besuchen, um dann nach Paris zurückzukehren. Amerikas Kreditpolitik und der Weltkrieg. Oas Bankhaus Morgan und die Alliierten. Washington, 7. Jan. (DNB.) Der Ausschuß des Senats zur Rüstungsunterfuchung ist lieber zusammengetreten. Dienstag haben I. P. Morgan sowie seine Teilhaber Thomas Lamont und Georges Whitney über die Rolle der Firma Morgan bei dem Eintritt Amerikas in den Weltkrieg Aussagen gemacht. I. P. Morgan sagte aus, daß sein Bankgeschäft den Alliierten im Jahre 1915 Darlehen gewährt habe, nachdem Präsident Wilson seine Einwilligung dazu erteilt hätte. Obwohl Morgan behauptet, daß die „deutschen Handlungen" und nicht die internationalen Geldgeschäfte Amerika in den Weltkrieg hineingezogen hätten, erklärte er, daß die Sympathien feiner Firma von Anfang an auf Seiten der Alliierten gewesen seien. Kabeltelegramme aus dem Archiv der Morgan- bank ergaben, daß kaum drei Tage nach Frankreichs Kriegseintritt Frankreich bei Morgan und Kompagnon wegen einer Anleihe oder eines Handelskredits angefragt habe. Aussagen und Schriftwechsel ergaben, daß das Staatsdepartement unter William Bryan dies mißbilligt habe. PräsidentWilson änderte jedoch die Lage, indem er einen weitgehenden Unterschied machte und „Kredite" gestattete, aber ein Anleiheverbot beibehielt. Die Mitglieder des Ausschusses kamen zu der Ansicht, daß die Wirkung von Anleihen und Krediten für alle praktischen Zwecke dieselbe sei. Morgan erklärte weiter, wenn die Regierung ihre Politik änderte, änderten wir die unsrige. Aus der Verhandlung ging weiter hervor, daß die Aenderung der Wilsonschen Politik in einem Geheimschreiben des damaligen Anwalts des Staatsdepartements Lansing vom 23. Oktober 1914 dargelegt wurde In diesem heißt es, daß Wilson die Beseitigung der „Hindernisse" g u t- geheißen habe, auf die Morgan und andere Bankiers bei ihren Geldgeschäften mit den Alliierten gestoßen seien. Lansing erklärte in dem Geheimschreiben, daß er bei der Unterhaltung mit dem Präsidenten den Eindruck gewonnen habe, daß, da der Handel mit den K r i e g f ü h r e n d e n gesetzlich erlaubt und angemessen fei, Hindernisse, wie Einmischung in Kreditabkommen ober erleichterte Devisenmethoden beseitigt werden sollten. Die Verhandlungen ergaben weiter, daß Bryans Gegnerschaft gegen die Gewährung von Krediten in einem Schreiben vom 10. August 1914 an Wilson zum Ausdruck gekommen sei, in dem Bryan erklärte: Wir sind die einzige große Nation, die in den Krieg nicht verwickelt ist, und unsere Weigerung, irgendeinem der Kriegführenden Gelder zu leihen, würde das Kriegsende beschleunigen. Ein republikanisches Mitglied des Untersuchungsausschusses erklärte, daß die frühzeitige Freundschaft Morgans für die Alliierten d i e Neutralitätspolitik Wilf 0 ns verletzt habe. Morgan erwiderte hierauf, daß die Neutralitätsfrage Sache der Regierung gewesen sei, m?t der die Bankiers nichts zu tun gehabt hätten. Der Hauptanwalt des Senatsausfchuffes, Rau- fhenbufh, versuchte nachzuweifen, daß Morgan & Co. nicht alle angeforderten Urkunden ausgeliefert hätten. Demgegenüber erklärte einer der Teilhaber Morgans, Whitney, daß alle ange« forderten Schriftstücke unterbreitet worden wären, wenn man sie hätte finden können. Einige seien jedoch verloren gegangen. Morgan gab die Aktiven seiner Firma am 31. Dezember 1935 mit 537,944 Millionen Dollar an, behauptete aber auf die Frage des Ausschußvorsitzenden, daß er sich der Höhe der Aktiven bei Kriegsanfang 1914 nicht entsinnen könne. Er werde darüber später Mitteilung machen. Die Inbetriebnahme des neuen Opelwerks in Brandenburg. Brandenburg, 7. Jan. (DNB.) In Brandenburg a. d. Havel wurde durch den Reichsverkehrs- minifter, Freiherrn von Eltz-Rübenach, das neue große Opelwerk in Betrieb gesetzt. Inmitten der großen Arbeitshalle begrüßte der Be- lriebsführer der Adam Opel AG., Dr. R. Fleischer, umgeben von den 800 Gefolgschaftsmitgliedern der neuen Fabrik, den Reichsverkehrsminifter, den Führer des deutschen Motorsports, Korpsführer Hühnlein, und viele andere Gäste. Äeichsverkehrsminister Frhr. von Eltz-Mbenach führte dann u. a. aus: Wenn ein neues Werk wie dieses entstanden ist und des Augenblickes harrt, in dem die Arbeit beginnen soll, wer wollte da nicht in seinem Herzen wünschen: Gott mit euch! Möge hier Segen wachsen für das ganze deutsche Volk, für feine Wirtschaft und Wehrkraft und für alle die Familien, die aus dieser Arbeit hier das Brot für sich und ihre Kinder erwerben wollen. Der alte Herr Geheimrat von Opel, der wegen Krankheit heute leider nicht hier sein kann und dem wir alle von Herzen gute Besserung wünschen, wird sicher seinen Blick nicht ohne Bewegung über die 7 5 Jahre gleiten lassen, die seit dem Tage vergangen sind, an dem sein Vater nach Rüsselsheim kam und dort eine Nähmaschine baute, bis zur Gegenwart, ^nr wenigen Tagen haben Sie erlebt, daß in Ihren Werken der 1 0 0 0 0 0. Wagen der Jahresproduktion 19 3 5 vom Montageband lief. 240 000 Automobile wurden im Jahre 1935 insgesamt in Deutschland gebaut. 100 000, d. s. 40 v.H., tragen also die Marke Opel! Wenn man den Preis dieser 240 000 Fahrzeuge betrachtet, dann entfällt allerdings auf Opel ein sehr viel kleinerer Anteil. Daraus ergibt sich der Charakter der Werke: Mafsenfabrikation, billige Personen- und Lastkraftwagen. Massenproduktion! Billige Ware! Waren das nicht Worte, die noch vor gar nicht allzu langer Zeit einen schlechten Klang hatten? Massenware, Schund, Schleuderkonkurrenz! Daß das nicht mehr so ist, daß diese billige Massenproduktion vorzügliche, schnelle, dauerhafte Wagen hervorbrinA die sich sogar auf schwierigen Geländefahrten glänzend bewährt haben, das dankt die deutsche Motorisierung den Opel-Werken. Und auch das dankt sie ihnen: Daß sie den Beweis erbracht haben, daß ein lift Oie mn. V für den. Nm Ren “unten HStan, >pel in Mon- gebil. ibe Seit der ünifteri« 'n keine 'er die Unten >e seien nicht im Berichte arungen l id) ad 9 und rise be. i wohnte Pcnjäger- «lshabers d, und oftgrenze ifanterie« eral @a- irps eine >ösisch. rnehmen. s Stand- ch Paris lieg. dem Gest mit bem e, daß, ba senden e^en fei, itabtommen tistt werden ah Bryans on Krediten )14 an Wil- dem Bryan ltion, die in ere Wer« nben Gel« iegsende «5 Unterfrühzeitige iierten die ns ver* uf, dah die gewesen ser, ehabt hätten. Ms, Bau- dah Morgan iinben ausge- te einer der ih alle ange* morden »aren, Einige W» irgan gcb die lber 1935 £ dete aber aus Ä «r » * 914 nicht ent- er Mitteilung W%- »1 hfl5 nab e^ ; Unglücksfalles ist fofort eingeleitet worben. Zu bem Unglück werben folgenbe Einzelheiten bekannt: Die Motorbarkaffe „Marga", bie vom „Kehrwieder" abgelegt hatte, um neun Arbeiter nach bem Reiherstiegbetrieb ber Deutschen Werst au bringen, geriet vor ben Bug bes Schleppbamp- fers „Dw 17", ber vom Baumwall in der Richtung nach bem Segelschiffhafen fuhr. Die Barkasse würbe von bem Schleppdampfer gerammt unb sank sofort. Die vier in ber Kajüte sich aushaltenben Arbeiter gingen mit ber Barkasse unter. Sie konnten von bem Taucher nur noch als Leichen geborgen werben. Don ber Feuerwehr sofort angestellte Wieber- belebungsverfuche blieben leiber erfolglos. Der Fahrer ber Motorbarkaffe, ein 60jühriger Mann, ber feit vielen Jahren feinen Beruf ausübt, ist gerettet worben. Die Untersuchung hat bisher noch nicht zu einer Klärung ber Schuldfrage geführt. Bedrohliches Steigen des Hochwassers bei Nantes. Besonders beunruhigende Ausmaße nimmt das Steigen der Loire für die Stadt Nantes an. Hier hat das Wasser beinahe den Stand vom Jahre 1910 erreicht. Damals wurden 9,10 Meter und damit das höchste Hochwasser gemessen. Am Dienstag zeigte der Pegel einen Stand von 9,02 Meter. Die überschwemmten Stadtviertel, in denen die Fabriken geschlossen werden mußten, sind vom Straßenbahnverkehr abgeschnitten.Die Hauptverkehrsstraße Nantes—Bordeaux steht bei Nantes einen Meter hoch unter Wasser. Der ganze Verkehr ist gesperrt. Die Bevölkerung befürchtet für Dienstagabend ein weiteres Steigen des Wassers infolge der Hochflut von der Küste her. Sechs Dörfer im Loire-Tal wurden bereits von ihren Bewohnern wegen der Hochwassergefahr geräumt. Acht Menschen bei einem Schifssunglück in den finnischen Schären ertrunken. In ben finnischen Schären zwischen Russarö unb Hcmgö kenterte aus unbekanntem Anlaß ein Bugsierbarnpfer, ber ber stnlänbischen Küstenartillerie gehört Sechs Militärpersonen, eine Frau unb ein Kinb fanben ben Tob in ben Wellen. Acht weitere Solbaten würben von einem zu Hilfe geeilten Motorboot unb einem Lotsenkutter gerettet. Schwere Arbeilslosenausfchreitungen bei Bromberg. In ber in ber Wojwobschast Posen gelegenen Kreisstabt Znin tarn es zu schweren Arbeitslosenausschreitungen. Etwa 1000 Arbeitslose versammelten sich vor bem ßanbratsgebäube und forberten währenb biefer Kunbgebung bie Auszahlung von Unterstützungen mit bem Bemerken, baß bie von ben Wohltätigkeitsverbänben unb von staatlicher Seite erteilten Unterstützungen zu gering seien. Die Menge brang barauf ins Lanbratsge- bäube ein unb zertrümmerte viele Scheiben. Als mehrere Polizeibeamte ben Versuch unternahmen, bie Kunbgeber zu zerstreuen, würben sie von ber Menge entwaffnet und verprügelt. Da fid) Die Ausschreitungen zu wieberholen brohten, war bie zuslänbige Behörbe gezwungen, Verstärkungen anzuforbern. Es würben 18 Personen verhaftet unb in bas Bromberger Polizeigefängnis eingeliefert. Folgenschwere Explosion in einem japanischen Elektrizitätswerk. Die Llchtvcrsorgung Tokios würbe burd) eine Explosion im Elektrizitätswerk am Enaschiro- See in Fukuschirna erheblich gestört. Im Anschluß an bie Explosion erfolgte ein Wafsereinbruch. Zehn Angestellte des Werkes, Ingenieure unb Mechaniker, würben getötet. Englischer Fischdampser mit 10 Mann verschollen. Der in Lowestoft beheimatete englische Fisch- bampfer „Shore Brecze" mit einer Besatzung von zehn Mann ist verschollen. Man befürchtet, daß er bei schwerem Sturm an ber englischen Küste untergegangen ist. Es würben Wrackteile an Lanb gespült, bie bas Unglück zu bestätigen scheinen. Spanische Schiffbrüchige von einem Hamburger Dampfer gerettet. Der Dampfer „Castellon" ber Hamburger Reederei Robert M. Sloman jr. vollbrachte in ben spanischen Gewässern eine hervorragenbe Rettungs tat. Er rettete, wie bie Reeberei mitteilt, bei Finisterre 10 Mann bes finfenben spanischen Dampfers „Biscaya". Wahrscheinlich hanbelt es sich bei den Geretteten um bie gesamte Besatzung bes Dampfers. Der Sloman-Dampfer befindet sich auf ber Heimreise von Spanien unb bürste in biesen Tagen im Hamburger Hafen eintreffen. Ein Goerres preis für Kunst der Westmark. In ben letzten Tagen bes Jahres 1935 hat ein amerikanischer Stifter burd) Vermittlung der Reichs- schrifttumskammer eine Reihe von Volksdeutschen Preisen zur Verfügung gestellt, bie für Kunstwerke, befonbers für Werke auf bem Gebiete bes Schrifttums, zur Verteilung gelangen sollen. Für bas große Gebiet ber Westmark hat ber Preis ben Namen des großen Kämpfers unb Streiters zur Erweckung beutschen Sinnes, bes Gelehrten unb Publizisten Joseph von Goerres (1776 bis 1848), erhalten unb beträgt 5000 Mark. Ein Preiskuratorium ber Universität Bonn wirb bie Ausschreibung vornehmen. Außerorbentliche Leistungen der Dichtkunst, ber Malerei unb ber angewandten Künste, vor allem aber ber Dichtkunst, innerhalb ber gesamten Westmark werben ausgezeichnet. Nie Chronik der kleinen Ursachen. Ein Buch ist entstauben, bas manchem Schriftsteller willkommen fein wirb, ber an Stoffmaugel leibet. Ein Mann in Australien hat es geschrieben. Es ist eine bichleibige Chronik geworben, in bie ber fleißige Chronist seit vielen Jahren alles eingetragen hat, was mit den großen ober minbestens nicht erwarteten Wirkungen kleiner Ursachen zusammenhing. Was wollen selbst bie Phantasien bes meilanb Kammergerichtsrates E. T. A. Hoffmann besagen gegenüber ben kuriosen Einfällen bes Lebens selbst, wie sie hier nach verbürgten Tatsachen zusammengetragen sind! Da stehen Dinge verzeichnet wie diese: Ein Mann glitt auf einer Bananenschale aus unb verletzte sich ein Bein berart, baß er ins Krankenhaus geschafft werben mußte. Jnfolgebessen konnte er feine Seereise nicht antreten. Das Schiff, auf bem er einen Platz belegt hatte, fuhr ohne ihn ab unb ging in einem Orkan unter. Auf ben Schienen einer Bahnstrecke spielte ein Kinb unb warf Sanb in eine Weiche. Als ber Weichensteller bie Weiche umstellen wollte, ba ein Zug gemelbet würbe, war bas nicht möglich. Der Weichensteller brachte ben Zug vor der Weiche zum stehen. Als bas Zugpersonal die Strecke untersuchte, fanb man einige hunbert Meter weiter bie Schienen von Verbrechern gelockert: erst später entberfte man bie burd) Sanb verstopfte Weiche. So rettete ein Kinb ahnungslos Hunberte von Menschen. In ben Korbilleren schoß ein Jäger auf einen Konbor, ber über ihm schwebte. Der verwunbete unb roütenbe Vogel stürzte sich auf ein Flugzeug, bas bas Gebirge an biefer Stelle gerabe überflog, ba er in ihm ben Feinb vermutete. Der große Vogel zertrümmerte bie Winbfchutzfcheibe, ber Pilot mußte sich gegen bas um sich schlagenbe und beißenbe Tier wehren unb bas Flugzeug stürzte in die Tiefe, wo es mit allen Insassen zerschellte. Nationalsozialistisches Kulturstreben. Don Heinrich Namms, Gauobmann der NS -Kulturgemeinde. Der Nationalsozialistische Gaudienst Hessen-Nassau bringt folgenden Aufsatz: Wenn Alfred Rosenberg, der Leiter bes Amtes für bie weltanschauliche Erziehung ber NSDAP., zugleich ber Leiter ber NS-Kulturgemeinbe ist, so entspringt biefer Personalunion für uns bie Erkenntnis, baß alle Kultur anaeroanbte Weltanschauung sein muß unb Dem weltanschaulichen Lebenswillen bes Volkes entspringt. Damit ist auch klar ber Weg gezeichnet, ben bie NS.- Kulturgemeinbe zu befreiten hat: Kompromißlos steht sie auf bem Boben ber weltanschaulichen Ideen der NSDAP. Aber auch ihr Wirkuntzskreis ist fest- umrissen charakterisiert. Sie bient nicht nur einer kleinen Schicht mehr ober weniger geistig eingestellter Kreise, sonbern sie hat bie Verwirklichung ihrer kulturellen Aufgaben in ganz besonberem Maß burd)Aufül)ren auch in ben Kreisen ber faustarbeiten- ben Volksgenossen, bie, nach bem Willen bes Führers für alle Zukunft auch verantwortungsvolle Kulturträger werben sollen. Dazu aber bebarf es ber Erziehung unb Formung ber Volksgenossen zum Verstehen unb Erfassen ber herrlichen Quellen urbeutfdjen Geistes unb Wissens. Darum betrachtet es bie NS.-Kulturge- meinbe als erste und vorbringliche Aufgabe, in ihren Kompetenzgebieten bie Irabition in ber b e u t f di e n Kultur als Grunblage ihrer Arbeit, ben Volksgenossen klarzumachen unb zu festigen unb aufbauenb weiterzuentwickeln bis zur Krönung burch bas eine Ziel: aus bem nationalsozialistischen Ibeengut heraus geformte Kunst als ersehnte Kultur bes blutgebunbenen unb bobenftän- bigen beutschen Menschen zu künben unb zu vertiefen. Denn aus ber innersten Verbundenheit mit den großen Denkern unb Dichtern feines Volkes schöpft ber arbeitenbe Mensch Kraft unb Erhebung in den besinnlichen Siunben seiner Seele nach ber schweren Arbeit bes Alltags. Daburd) schasst sich ber schwer arbeitenbe Volksgenosse ben geistigen Ausgleich seines harten Lebens, ber zwingenbe Notwendigkeit ist für jeben Menschen, welchen Beruf er auch ausüben mag. Für bie Erreichung biefer Ziele stehen ber NS.-Kulturgerneinbe verschiebens Wege offen, die es dem Volksgenossen — seinen Anlagen unb geistigen Neigungen entsprechend — leichter machen, bie kulturellen Güter unseres Volkes in sich aufzunehmen unb auswirken zu lassen in den ihm gesetzten Kreisen bes Umgangs unb seiner seelischen Betätigung. Wir führen burch die Abteilung Theater» Ring unsere Volksgenossen ohne Unterschied der Person und bes Stanbes in bas Deutsche Theater, bas in unmittelbarem Erleben Menschen unb Schicksale, wie sie ber Dichter selbst erlebte unb empfanb, zeigt. Die funbamentalftcn Eigenschaften unseres Volkes werben zum Erlebnis, bas sich unenblich auswirken wirb in ber tieferen Erkenntnis, baß nur beutsche Menschen solche Eidenschaften in sich tragen als kostbarstes Vermächtnis unsrer Vorfahren. Darum gehört j e b e r beutsche Mensch hinein in bas beutsche Theater. Die musikalischen Darbietungen unb Konzerte ber Ortsocrbänbe geben jebem Volksgenossen Gelegenheit, seiner Einstellung entsprechenb, an ben inneren Erlebnissen der musikalischen Werke teilzunehmen. Es wirb bei ber Aufstellung ber Programme befonbers barauf geachtet, baß die gemeinbeschaffenbe Kraft der Musik herausgestellt wird unb nicht bie ge- sellschaftsbilbende. Die von ber Abteilung Bilde n b e K u n st veranstalteten Ausstellungen haben bereits bei ber Künstlerschaft wie bei ben Volksgenossen bebeutenben Anklang gefunben. Durch Vorträge auf verschiebensten kulturellen Gebieten sollen bie Richtlinien unb Aufklärungen gegeben werben, bie für bas Erkennen unb Begreifen des nationalsozialistischen Kulturgutes von erzieherischer Bebeutung finb. Dazu werben wir ben Kulturfilm einfetzen als geschmackvollen Gegenpol zu ben geschmacklosen Filmen, mit benen man uns überreich oerbilbet unb urteilslos gemacht hat. Die Reichsleitung selbst läßt solche Filme drehen, bie uns allen erst bie Schönheit einer wirklich beutschen Hanblung klar bewußt werben lassen. Kuliurpflege in der Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 7. Jan. (DNB.) Das Volksbil- dungswerk ber NSG. „K rast burch Freube" berichtet: Die Abteilung Schulung IIHIIIIIIIHIIIIIHIIHIIIHHIIHIIIHHII - ■ ' M & zeichnet sich durch hohe Tabak- Qualität und begeistert deshalb jeden Raucher. Nur® echte, hochwertige macedonische und türkische’ Tabaksorten werden nach sorgfältiger Läuterung für ihre Mischung verwendet. 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Der Bücherbestand der DAF. beläuft sich auf rund 1500 000 Bände. 150 Wanderbüchereien mit je 200 Büchern sind an die Arbeitslager, für die Reichsautobahnen, für die Schulschiffe und Ortswaltungen der DAF. leihweise zur Verteilung gelangt. Für den gleichen Berichtsmonat zeigt die Zahl von etwa 820 Führungen durch Museen, Betriebe usw. mit rund 60 000 Teilnehmern, welches Interesse innerhalb der deutschen Arbeiterschaft für die deutschen Kulturgüter vorhanden ist. 175 Betriebsfeierstunden, 1370 Dorfgemeinschaftsabende, 600 Heimatabende, Singstunden und andere Veranstaltungen runden das Bild dieses guten Anfangserfolges ab. Damit dürfte wohl der neuen Abteilung dieselbe Bedeutung zukommen, wie den bereits vorhandenen Aemtern in der NSG. „Kraft durch Freude". Aus dem Heichserbhofrechi. NSG. Ein älterer Landwirt, Vater von 12 Kindern, hat sich früher nicht viel um seinen Hof gekümmert, dessen Bewirtschaftung er seiner Frau und seinen Kindern überließ. Statt dessen widmete er sich seinen kaufmännischen Talenten und beschäftigte sich im wesentlichen mit Grundstücksspekulationen. Auch sein privater Lebenswandel war nicht einwandfrei und erregte im Dorf viel Aergernis. Der Ehemann zog von seiner Frau weg, führte seinen Lebenswandel noch ein paar Jahre weiter, verkaufte einen Teil seiner Aecker und fuhr 1928 nach Kanada, um einige seiner Kinder zu besuchen. Von dort kehrte er nicht mehr zurück. Die Ehefrau bewirtschaftete inzwischen neben ihrer eigenen Hofstelle von 7,5 Hektar auch noch den Acker des Mannes von 6 Hektar. Nach Inkrafttreten des Reichserbhofgesetzes entstand die Frage, ob und inwieweit in diesem Fall ein Erbhof vorliege. Sowohl die Ehefrau wie der Ehemann protestierten gegen die Eintragung ihrer Besitzungen in die Erbhöferolle, die Ehesrau war aber damit einverstanden, wenn ein Erbhof aus beiden Teilen zusammen gebildet wird. Dem stand wieder entgegen, daß der Ehemann nach seinem Lebenswandel nicht als bauernfähig angesehen werden konnte. Das Erbhofgericht Stuttgart hat den Fall wie folgt entschieden (Beschluß vom 25. Juni 1935 RdRN. Heft 23 Nr. 669): Der Ehemann ist zweifellos nicht bauernfähig, denn abgesehen von seinem früheren Lebenswandel, hat er die Verbundenheit mit Blut und Boden gelöst und dadurch eine der schwersten Verfehlungen begangen, die sich ein deutscher Bauer zuschulden kommen lassen kann. Nun geht die Rechtsprechung dahin, daß bei Ehegattenerbhöfen die Ehrbarkeit beider Ehegatten, mindestens aber diejenige des Ehemannes erforderlich ist. Ein Festhalten an diesem Grundsatz würde aber in diesem Fall für die Familie sehr bedauerlich sein und nicht im Einklang mit dem Zwecke des Gesetzes stehen. Deshalb wurde die ganze Besitzung von 13,5 Hektar a l s Erbhof anerkannt, trotz der mangelnden Ehrbarkeit des Ehemannes. Auch ein anderer Landwirt betätigte sich mit Vorliebe auf kaufmännischem Gebiet u. a. mit Grundstücksspekulationen und vernachlässigte stark seinen landwirtschaftlichen Besitz von rund 10 Hektar. Da seine gewerbliche Tätigkeit wenig Erfolg hatte, war das natürliche Ergebnis eine starke Verschuldung des kleinen Hofes. Ebenso natürlich war das Bestreben des Spekulanten, seinen Hof unter Erbhofschutz zu stellen. Das Landeserbhofgericht Celle (Beschluß vom 3. Juli 1935, RdRN. Heft Nr. 23, Nr. 670) lehnte dies ab mit der Begründung, daß derjenige, der seinen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb, der unter tatkräftiger Mitarbeit des Besitzers bewirtschaftet werden müßte, für Zwecke seiner gewerblichen Geschäfte belastet, ihn verkleinert und verkommen läßt, damit seine Unlust und Unfähigkeit zu einer ordnungsgemäßen bäuerlichen Wirtschaftsführung beweist und nicht bauern fähig ist. Wie das Gericht weiter ausführt, ist bei Vorhandensein einer Landwirtschaft und eines Gewerbes keine Erbhofgemeinschaft gegeben, wenn die Landwirtschaft in ihrer Bedeutung hinter dem gewerblichen Teil zurücktritt. Ein Bauer darf sich auch gewerblich betätigen, aber diese Betätigung muß den Interessen der Landwirtschaft dienen und nicht umgekehrt. sie dann den mehr als acht Kilometer langen Weg bis zu jener Stelle zurück, von dem aus sie Die Kahnfahrt angetreten hatten. Dort fanden sie Die Mannschaft eines Lebensrettungsbootes vor, die eben wieder von einer erfolglosen Suche nach ihnen aus dem Nebel zurückgekehrt waren. Als die beiden Jungens nämlich nicht zu der von ihnen angegebenen Zeit von ihrer Kahnpartie zurückkehrten, veranlaßten ihre Eltern die Flußpolizei Ermittlungen nach ihnen anzustellen, und sie setzten hohe Belohnungen aus, für den Fall, daß es ihr gelänge, das Boot mit den beiden Jungen im Nebel zu finden. Aber auch die erfahrenen Schiffer, die die Themsemündung genau kennen, fanden sich im Nebel nicht zurecht und mußten immer wieder nach kurzen Streifen zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren, um nicht selbst die Richtung zu verfehlen. Es läßt sich denken, wie froh die Rettungsmannschaft die beiden Jungen begrüßten, die den Mut nicht verloren, sondern unverdrossen auf dem Fluß ausgehalten hatten, bis der Nebel besiegt war. posemuckel und Mehlsack. Wußten Sie schon, daß es den Ort Klein-Pose- muckel wirklich gibt, und daß er bei Bomst in der Grenzmark liegt? Meyers Orts- und Verkehrslexikon, das mit Unterstützung der Behörden herausgegeben wird und kürzlich in 6. Auflage erschien, enthält noch mehr solcher erstaunlicher Ortsnamen. Hier nur einige Beispiele: Blödesheim, Butterstieg, Klein-Profitchen, Löffelstelzen, Lotte, Mehlsack, Middefeiz, Niederschindmaus und Rotzenhahn. Wetterbericht des Reichswetlerdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Bei Irland ist ein neuer kräftiger Sturmwirbel in Entwicklung, der nach leichter Witterungsbesserung am Mittwoch seinen Einfluß auf unser Wetter geltend machen wird. Mit ihm werden voraussichtlich die Witterungsvorgänge wieder lebhaftere Formen annehmen, doch bleibt der Gesamtcharakter der Witterung noch unbeständig. Aussichten für Donnerstag: Zunächst wieder verstärkte Niede'rschlagstätigkeit, dann mehr wechselnde Bewölkung mit einzelnen Schauern, bei lebhaften Winden um Süd Temperaturen wenig verändert. Aussichten für Freitag: Nachlassen des Tiefdruck-Einflusses und etwas kälter«, aber noch kein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 7. Januar: mittags 6,1 Grad Celsius, abends 5,4 Grad; am 8. Januar: morgens 5,2 Grad. Maximum 6,3 Grad, Minimum 2,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Januar: abends 2,7 Grad; am 8. Januar: morgens 2,6 Grad. — Niederschläge 0,0 mm. Wlnterfpork-Deklernachrichlen. In den umliegenden Gebirgen sind noch keine Sportmöglichkeiten vorhanden. Schwarzwald, Feldberg: bewölkt, — 1, 90 Zentimeter Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D.A. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Tragödie um den Verkauf eines „Leichnams". Vor 18 Jahren wurde der junge Boris T o l d - s ch e w auf einer Straße Sofias überfahren und mußte in schwerverletztem Zustand ins Krankenhaus geschafft werden. Der ihn behandelnde Professor stellte bei ihm einen Bruch der Wirbelsäule fest. Sollte Boris überhaupt die Verletzung überleben, so hatte er mit lebenslänglichem Siechtum zu rechnen. Der junge Mann wurde nach einigen Monaten aus dem Krankenhaus entlassen, er war stark gelähmt und machte sich über seine Zukunft keine Illusionen, denn irgendwie hatte er erfahren, daß man ihm nur noch einige Monate Leben zutraute. Diese Galgenfrist wollte Boris wenigstens noch etwas auskosten und so bot er dem Professor seinen Leichnam zum Kauf an. Der Arzt, der an dem Körper Toldschews ein besonderes Interesse aus wissenschaftlichen Gründen hatte, ging auf den Vorschlag ein, es wurde ein Vertrag geschlossen und Boris lebte in den Tag hinein. Er konnte sich mit der ihm überreichten Summe gut ernähren, seine Kräfte in guter Landluft stärken, und so geschah das Wunder, daß seine Lähmung sich allmählich ganz verlor, er wieder arbeitsfähig wurde, mit dem noch vorhandenen Geld sich an einem Geschäft beteiligte und mit den Jahren ein vermögender M ö b e l f a b r i k a n t wurde. Bei Ausbruch des Weltkrieges stellte er sich, als Bulgarien seine Krieger zu den Fahnen rief, zur Untersuchung, wurde aber wegen seines Wirbelsäulendefekts nicht genommen. Der Krieg machte ihn zum reichen Mann, und 1920 heiratete er. Toldschew traf den Professor oft auf den Straßen der bulgarischen Hauptstadt und dieser sprach jedesmal mit ihm und erinnerte in scherzhafter Form an den abgeschlossenen Vertrag. Diese Erinnerung an Buntes Allerlei. Abenteuer zweier Knaben auf der Themse. Wenn der Londoner Nebel, der auch den Spottnamen „Erbsensuppe" führt, schon sehr gefürchtet ist, weil er das gesamte Verkehrsleben der Hauptstadt aufs schwerste gefährdet, so birgt der Nebel, der über der Themsemündung liegt, noch ernstere Gefahren. Nur ganz langsam können die Schiffe einfahren, wenn sie es nicht vorziehen, vor Anker zu gehen und fortgesetzt Licht- und Geräuschsignale auszusenden, damit sie nicht gerammt werden. Einen glücklicheren Ausgang nahm das Abenteuer zweier englischen Jungens, Hugh Simpton und Albert du Jardine, die sich kürzlich eines Morgens bei schönstem Sonnenschein zu einer Bootsfahrt > befanden und landeten sofort, um nicht noch einmal auf der Themse zusammenfanden. Ganz plötzlich | in einen Nebel hineinzugeraten. Zu Fuß gingen das, was nach feinem Tode mit seinem Körper geschehen werde, bedrückte Boris mit der Zeit immer mehr. Er war glücklich verheiratet, Vater von vier prächtigen Kindern und der Gedanke, seine Familie würde nach seinem Tode erfahren, daß seine Leiche seziert würde, machte ihn schwermütig. Seine Frau hatte die Veränderung ihres Gatten bald bemerkt und drang in ihn, ihr den Grund zu sagen. Schließlich gab er nach und beichtete ihr das Abkommen mit dem Professor. Sie riet ihm, es nicht dabei bewenden zu lassen, sondern den Professor zu verklagen. Der Prozeß erregte in Sofia Interesse und Teilnahme für die Familie Toldschew. Wohl hatte der Professor sich einen der besten Juristen zu seiner Vertretung genommen, doch trotzdem verlor er den Prozeß und hatte außer dem Spott noch erhebliche Gerichtskosten zu tragen. Nach wie vor trafen sich Boris und der Arzt, begrüßten sich, aber der Professor trug ein verändertes Wesen zur Schau und wurde allmählich von dem Wahn ergriffen, sich doch noch des Körpers Boris' zu bemächtigen. In dieser Geistesverfassung drang er eines Nachts in das Schlafzimmer des Ehepaares Toldschew ein und stürzte sich mit einem großen Messer auf Boris. Obgleich mehrfach verwundet, gelang es doch dem Ehemann, sich des rasenden Professors zu erwehren und ein Ringen auf Leben und Tod begann, während die Frau Hilfe herbeiholte. Als diese erschien, lag der Arzt mit durchschnittener Kehle auf dem Fußboden, neben ihm in tiefer Ohnmacht Toldschew. Da kein Zweifel bestand, daß er in Notwehr den Professor getötet hatte, wurde er vom Gericht freigesprochen. kam Nebel auf, und ehe sie das Ufer erreichen konnten, sahen sie sich vom Nebel eingeschlossen. Vergeblich suchten sie die Nebelwand zu durchdringen; bald wußten sie nicht mehr, in welcher Richtung sie weiterrudern sollten. Nun versuchten sie sich durch Rufsignale mit anderen Fahrzeugen, die etwa in die Nähe kämen, zu verständigen, aber niemand antwortete ihnen, und es tauchte auch kein Licht vor ihnen aus dem Nebel auf. Sie beschränkten sich schließlich darauf, im Kreise herumzurudern, um die immer fühlbarer werdende Kälte besser ertragen zu können. Ihre Geduld wurde aber auf eine harte Probe gestellt. Erst nach sechs Stunden lüftete sich der Nebelschleier für einen Augenblick. Sie sahen, daß sie sich ganz in der Nähe des Ufers 120 d| Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Reusch und all denen, die ihr das letzte Geleit gaben, sagen wir hierdurch unseren innigsten Dank. Johannes Heß 22., Aufseher i. R. Georg Heß und Familie Leihgestern, den 7. Januar 1936. Schöne große Lagevkellev sauber und trocken, sowie große Lagevvaunre mit Verladerampe u. großem Hof, mehreren Nebenräumen und anschließendem Büro in guter Lage P.l.&e6r.l936 zu verm. Zuschrift, unt. 7379D an den Gieß.Anz. erb. Vermietungen |l Für eine am 1. April in d. Nähe des Finanzamts bezugsfrei werd. 5-Zimm.-Wohng. 2. 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Da man nun gewöhnlich sehr schnell bereit ist, dem Küchenzettel Eintönigkeit vorzuwerfen, wollen wir heute diese Behauptung Lügen strafen und uns mit einigen Rezepten beschäftigen, die bis jetzt noch keine allzu weite Verbreitung erfahren haben dürften. Wer hat z. B. schon einmal versucht, das F l e i s ch im eigenen Saft mit einer eingeweichten Semmel durchzudrehen und es abwechselnd mit gar gekochtem Weiß- oder Wirsingkohl in einer eingefetteten Wasserbadform heiß werden zu lassen? Fleisch im eigenen Saft kann überdies zu den vielseitigsten Salaten und Gerichten verwendet werden. Diese sind kürzlich in einem Flugblatt „Fleisch im eigenen Saft" vom Reichsausschuß für Volkswirtschaftliche Aufklärung, Berlin, in Verbindung mit dem Deutschen Frauenwerk zusammengestellt worden. Hierdurch wird das ebenfalls an den beiden vorgenannten Stellen bearbeitete Kochbuch „Gut kochen, gut wirtschaften" trefflich ergänzt. Das Saftfleisch hat es überhaupt in sich Wenn man es in Würfel schneidet, die in einer Auflaufform mit Kartoffelgemüse, Fettflöckchen und Semmelmehl bedeckt werden, ist man in der Lage, ein besonders wohlschmeckendes Gericht auf den Tisch bringen zu können. Auch vermischt mit Makkaroni, die in Gemüsebrühe weichgekocht sind, und angerichtet mit geriebenem Käse, gibt Saftfleisch eine Mahlzeit ab, die jeder Kritik standhält. Wenn wir nun unser Interesse frischem Fleisch zuwenden, denken wir zunächst an das vom Hammel. In Würfel geschnitten und in Fett, Zwiebeln und Suppengrün gebräunt, fügen wir Selleriescheiben dazu, die ungefähr eine halbe Stunde mitschmoren sollen. Danach gibt man gebrühten Reis, Tomatenmark und nicht allzuviel kochendes Wasser über das Ganze, das bei kleinem Feuer garzieht. Sehr gut verträgt sich Rindfleisch mit Kohlrüben und Kartoffeln, und zwar werden die in Scheiben geschnittenen Kohlrüben gleich zu dem Suppenfleisch gegeben und die Kartoffelstückchen erst eine halbe Stunde vor dem Anrichten. Die Brühe wird durch eine braune Einbrenne gedickt, so daß die oft geschmähte „Suppe" vermieden ist. Auch läßt sich srisches Fleisch (Kasseler) angebraten und mit Tomatenbrei vermischt, in einen Topf bringen mit Sauerkraut, dem man einen Apfel und saure Milch zufügt. Regelmäßige Fischesser werden sicher nicht abgeneigt sein, es einmal mit einem F i s ch a u f l a u f zu versuchen. Wieder nimmt man eine eingefettete Form, in welche die gewürzten Fischstücke und weichgekochte Blumenkohlröschen .mit Kartoffelscheiben gelegt werden, lieber die Masse wird eine Soße aus einer Einbrenne mit Milch und Gemüsebrühe gegossen. Der Auflauf, der mit Fettflöckchen, geriebenem Käse und Semmelmehl bestreut wird, bäckt ungefähr 30 bis 40 Minuten im Ofen. Will man ganz auf Fleisch verzichten, verwendet man eben Gemüse in reichlicheren Mengen. Grünkohl und Kartoffeln z. B. ergeben, richtig zubereitet, ein durchaus nahrhaftes Gericht. Man muß nur den Kohl heiß abwellen, und, bevor man ihn in Fett und Zwiebeln schmoren läßt, zum Abtropfen auf ein Sieb schütten. Zusammen mit den Kartoffeln dünstet er dann reich und zum Schluß wird alles mit einer hellen Soße übergossen. Hautpflege im $infr. Viele Frauen, sowohl Hausfrauen als auch berufstätige, klagen, daß sich im Winter ihr Teint merklich verschlechtere, Pickel sich einstellten, Falten auftauchten. Das läßt sich, wenn es sich dabei nicht um ein ausgesprochenes Hautleiden wie die Akne (Talgdrüsenentzündung) handelt, im wesentlichen durch die notwendig gewordene Umstellung in der Ernährung erklären. Statt der frischen, grünen Gemüse werden mehr Mehlspeisen und Hülsenfrüchie gegessen. Auch der A u f e n t h alt i n der Küche bei geschlossenem Fenster ruft bei der Hausfrau kosmetische Schäden hervor. Durch die Wärmestrahlung des Herdes werden die Poren geweitet, die Hitze erweitert die Blutgefäße, rote Aederchen durchziehen die spröde Haut, fettige Dünste beschlagen sie und reizen die Talgdrüsen. Die Berufstätige leidet unter der (5 a u e r ft o f f5 a r m u t der geschlossenen Arbeitsräume. Der Mangel an frischer Luft und Bewegung tagsüber, der im Winter nicht so leicht durch einen weiten Abendspaziergang oder sportliche Betätigung im Freien ausgeglichen werden kann, verursacht Stoff- wechselstärungen, deren Folgen nicht selten eine seborrhöische Haut ist (Seborrhö = Schmerfluß, krankhas^esteigerte Talgabsonderung besonders der Kopfhaut). Damit ist der langwierigen und lästigen Akne der Boden bereitet. Wie kann man sich im Winter ohne allzu große Mühe und Kosten vor diesen Hautschädigungcn schützen? Da ist einmal die häufige Zufuhr frischer Luft zu empfehlen. Alle zwei bis drei Stunden sollten in Arbeits- und Wohnräumen die Fenster etwa fünf Minuten geöffnet werden und nicht nur um des Teints, sondern um des allgemeinen Wohlbefindens aller im Raum Arbeitenden willen. r , Niemals soll man mit nicht ganz sauberen Händen. auch nicht mit solchen, die vorher mit dem Kamm durch das Kopfhaar gefahren sind, ins Gesicht greifen. Man überträgt zu leicht Keime, die In den durch die Hitze geöffneten Poren sich ein- [agern. Empfehlenswert ist. sich während der Mittagspause — die Hausfrau tut es am besten, wenn sic mit Kochen fertig ist — mit einem der Teintveranlagung entsprechenden Gesichtswasser die Haut zu reinigen; mit einem Wattebäusch- chen, das sofort weggeworfen wird. Spätes Schlafengehen und langer Aufenthalt in Tabakrauch schädigt ebenfalls die Haut Die damit verbundene Uebermübung laßt die Haut erschlaffen und bereitet so die frühe Falten- bilbung vor. Ist man durch berufliche oder andere Umstände gezwungen, sich diesen Schädigungen regelmäßig auszusetzen, muß besonders auf richtige und gute Hautpflege geachtet werden, sonst sind Krähenfüße und frühes Altern die unausbleiblichen Folgen dieser Lebensweise. Nie sollte, selbst bei großer Müdigkeit, eine Reinigungdes Gesichts mit Gesichtswasser, eine kühle Abreibung abends u. U. ein Augenbad unterbleiben. Für die Nacht trägt man dann eine Nährsalbe auf, die leicht in die Haut eingeklopft wird, um die verlorene Frische nach Möglichkeit zu ersetzen. Wer zu Teintstörungen neigt, vermeide Alkohol, Kaffee und Tee und sorge für geregelte Verdauung. Hat sich aber infolge Vernachlässigung schon eine Akne eingestellt — an der häufigen Pickelbildung an den verschiedenen Stellen, Stirn, Wangen, Hals, Brust kenntlich —, so experimentiere man nicht selbst herum durch Deffnen der Bläschen usw., sondern gehe zum Hautarzt. Durch unsachgemäße Behandlung überträgt man dauernd die Krankheits- fetme auf gesunde Hautstellen. Nur der Sachver- tändige vermag auf Grund der für jede Haut be- onders durchzuführenden Pflege das liebel zu be= eiligen. as sollen wir tragen Y PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Drei einfache Wollkleider aus beigefarbenem, weichen Kleiderboucle zeigt unser heutiger Modevorschlag. Von ihnen hat das erste (links) einen braunen Filzgürtel und eine weiße Halsgarnitur aus Pique. Der Rock ist in sechs Bahnen geschnitten, von denen die vier seitlichen bis in die Blusenteile hineinreichen. Aus dem interessanten, bis zur drei Viertel Länge weiten Raglanärmel kommt ein ganz enger Unterärmel mit Knopfverschluß hervor. Das Piquewestchen hat einen stehenden Kragen, dessen lange Ecken umgeklappt werden. Das mittlere Kleid mit der betonten S ch ulte r p a r t i e hat einen breiten, holzfarbenen Samtgürtel. Die Aermel, die Schulternähte und der Gürtel werden durch kleine Kugelknöpfe aus r Edelholz geschloffen. Die sehr weit geschnittene Aermelkugel ist stark eingelesen und ergibt so die wagerecht gestellte Schulterlinie. Der Rock ist in sechs Bahnen geschnitten, von denen die mittlere ebenso wie die Blusenvorderbahn zum Gürtelschluß hin spitz zuläuft. Das sehr einfache, dritte Kleid (rechts) erhält feinen Reiz durch Die sich an den Aermeln, dem Gürtel und am Rocksaum wiederholende Sou - t a ch e n ä h e r e i in der Farbe des Wollmaterials. Die Aermel sind der Bluse angeschnitten, der Rock besteht aus bloß zwei Bahnen. Der Soutachebesatz der Aermel setzt sich am Halse auch über den kleinen stehenden Kragen fort, der im Rücken durch eine schmale Knopfleiste geschlossen wird. H. Das interessiert die Hausfrau. von M. Harnisch Bügeln Sie wirklich im Stehen? Das Gemüse putzen Sie sicher schon im Sitzen. Beim Bügeln fürchten Sie, nicht die nötige Kraft aufzubringen. Probieren Sie es aber einmal. Ich kann beim besten Willen nicht mehr im Stehen plätten — und schone dadurch meine Füße ungeheuer. Nur muß man sich einmal völlig klar machen und gründlich ausprobieren, welche Muskelpartien dann die eigentliche Leistung zu vollbringen haben. Gottlob nicht mehr Kreuz und Rücken, die überanstrengten und vielgefährdeten, sondern Oberarme und Schultern. In geradezu veredelter, aufrechter, eine ausgezeichnete Gymnastik gewährender Sitzhaltung entspannen Sie den ganzen übrigen Körper und plätten mit den wohleingesetzten Armen und dem kräftigen Druck der Hände. Es geht doppelt so schnell. • Kleine Verschönerungen an Brühe und Tunke. Jede Brühe verträgt ein Stückchen mitgekochten Schweizerkäse oder ein Restchen von dem geriebenen Käse, mit dem wir tags zuvor die Makkaroni bestreuten. Zwiebeln haben, noch so reichlich überall mitgekocht, die eigentümliche Eigenschaft, nicht eigen mitzuschmecken, sondern nur allgemein den Geschmack zu verbessern. Daß sie überaus gesund sind, wissen wir. An jede Brühe zu dem üblichen Suppengrün mindestens zwei mittelgroße Zwiebeln, desgleichen an Reis, Mohren, Kohl. Ist jemand in der Familie dagegen, nimmt man sie, ganz mitgekocht, heraus. Er merkt nicht, daß sie drin waren! Eine kluge Hausfrau nahm schon vor dem Erscheinen der modernen Ernährungslehre an jedes Gemüse usw. zuletzt einen Suppenlöffel voll fein- geschnittener Zwiebeln, die sich verkochten und Kraft gaben. Machen Sie es ruhig nach! Tunke liebt ein Stückchen trockene Brotrinde mit», gekocht, das macht sämig und kräftig. Aber zum Schluß, wenn die Rinde ganz geblieben ist, herausnehmen, denn an sich schmeckt sie dann nicht mehr. Fort mit der Staubfurcht — und mit den Schranktüren! Ein Küchenschrank, wie er nicht sein soll: drei Türen, davon die beiden äußern erst nach der mittleren zu öffnen, ein winziger Schlüssel, der immer verloren ist. Kurz entschlossen nehmen wir die Türen heraus, bei kleinen und großen Küchenschränken — solange wir uns mit unseren alten Möbeln behelfen müssen und uns nicht eine der Patent-Resormküchen an- schassen können. Das tägliche Geschirr stehe völlig offen. „Aber der Staub!" Haben Sie es zweckmäßigerweise so sortiert, daß auf den oberen bequem greifbaren Brettern wirklich nur in der als zweckmäßig ausprobierten Anordnung das tägliche Geschirr steht, so wird dies ja im Laufe des Tages einmal, wenn nicht mehrfach gewechselt und abgewaschen, genau wie die Quirle und Deckel und Töpfe, die Sie nahe am Herd und Küchtentisch zu hängen haben. Seltener gebrauchtes Geschirr wird durch einen glatt an Ringen laufenden, abnehmbaren Vorhang vor Staub geschützt, verschlossene Schrankteile dienen der Aufbewahrung des nur gelegentlich verwandten guten Geschirrs oder besonderer Gerätschaften. Lassen Sie sich durch Mutter, Schwiegermutter oder Nachbarin nicht beirren. Erleichtern Sie sich den Griff nach dem Geschirr — Sie werden kostbare Zeit, Mühe und viel Aerger sparen. Ihre Hände riechen nach Zwiebeln? Ja, da hilft keine Seife und keine Zitrone, wie beim anderen Gemüse und sonstigen Küchengerüchen. Aber sofort und gründlich ein wenig Salz, auf die Hand geschüttet, mit kaltem oder noch besser lauwarmen Wasser nachgespült. Erfolg garantiert. Zwiebelschneiden ohne diesen automatisch folgenden Handgriff gar nicht mehr denkbar! Deutsche Angora-Kanin-Wolle. Von Hilde Kries, Berlin. Wer früher seine Gesundheit gegen Kälte und Sturm schützen wollte, war gezwungen, dicke, schwere Kleidungsstücke zu tragen, bei denen man noch nicht einmal die Gewähr hatte, daß sie auch ein wirkliches Wärmegesühl vermittelten. Heute dagegen kommt immer mehr die Verarbeitung einer Wolle in Aufnahme, die einerseits durch ihren federleichten glatten Fall und andererseits durch einen hohen Grad von Warmhaltungsvermögen alle guten Eigenschaften einer Winterkleidung in sich vereint. Es handelt sich um die Wolle der langhaarigen Angorakaninchen. Augenblicklich wird die Zahl der Zuchttiere mit etwa 50 000 angegeben, jeöes Tier bringt 300 bis 350 Gramm Wolle, aus der mindestens drei Pullover gestrickt werden können. Für 500 Gramm Wolle sind ungefähr 11 bis 12,50 Mark zu erzielen, so daß die Aufzucht, die ja auch eine starke Vermehrung dieser Rasse im Gefolge hat, als ein durchaus lohnender zusätzlicher Erwerbszweig zu betreiben ist. Darüber hinaus aber sind die Siedlerinnen und Bäuerinnen bet uns ja wieder in der Lage, die von den häufig gekämmten Kaninchen gewonnene Wolle selbst zu verspinnen und vielleicht sogar auch noch weiter zu verarbeiten. Sv entsteht vor allem ideale Unterwäsche, für die Strümpfe, Schals, Jacken, Handschuhe usw. eine praktische Ergänzung bilden. Weil Angorasachen lockerer gestrickt werden als andere Wolle, braucht man weniger Material als üblich. Außer diesem Vorteil bemerken wir aber beim Gebrauch nach und nach immer wieder einen neuen. Zuerst bereitet es schon eine große Annehmlichkeit zu wissen, daß die Unterwäsche keinen Einfluß auf die Bewegungsfreiheit ausübt, also mit anderen Worten, daß sie nicht „aufträgt". Auch empfindliche Menschen werden sich freuen über diese Wolle, die nicht kratzt oder Ausschlag hervorruft. Daß sie sich für Flieger und Wintersportler mit all diesen Vorzügen als ganz besonders wertvoll erweist, läßt sich ohne weiteres denken. Selbst Schnee und Regen vermag den aus ihr gefertigten Jacken und Pullovern nichts anzuhaben, stoßt sie doch einfach die Wassertropfen wieder ab. Und nicht vergessen dürfen wir schließlich die vielen an Rheumatismus, Gicht, Ischias, Reißen ufw. Leidenden, denen die Benutzung dieser deutschen Ware Linderung ihrer Schmerzen verschafft. Die Heilwirkung ist wohl so zu erklären, daß aus den feinen Haaren der Wolle elektromagnetische Kräfte strömen, die die schmerzenden Gliedmaßen günstig beeinflußen. Manche Aerzte haben Angoratücher bereits mit Erfolg bei verschiedenen Erkältungskrankheiten angewandt. Im Ausland hat die Herstellung der Angorawolle und ihre Verarbeitung schon seit langer Zeit vielen Händen zu einer Tätigkeit verhalfen. Bei uns ist ihr Wert als einer der edelsten Rohstoffe erst später erkannt worden, wenn auch schon Friedrich der Große die Spinnereien veranlaßt hat, dieses Material zusammen mit der Schafwolle zu verspinnen. Heute ist es in Deutschland, wenn es nicht als reine Angorawolle zum Verkauf gelangt, ebenfalls mit Schafwolle vermischt. Bei der Anschaffung sollte man sich über die Bestandteile genau unterrichten, weil der Preis für die Mischarten natürlich entsprechend niedriger gehalten fein muß. Es ist zu bedenken, daß ein steigender Verbrauch der Erzeugnisse aus deutscher Angora-Kanin-Wolle dem Kleinsiedler einen kraftspendenden Halt und neuen Auftrieb bietet. Diese Männer, Frauen und Kinder dort sollen spüren, daß ihre Volksgenossen durch Kauf und Benutzung von Angorasachen den Worten Taten folgen lassen, daß sie also bestrebt sind, ihnen nach Kräften das Dasein zu erleichtern. Für die Hausschlachtung. Aus unserem Leserkreise wird uns geschrieben: Die größte Bedeutung bei der Fleischverwertung, hat die Einsvlperung. Weiß doch jeder Landwirt und Züchter genau, welche Arbeit, Pflege und Aufwendung an Futtermitteln ein Schlachttier bedarf, bis es die nötige Schlachtreife hat. Darum ist es nicht belanglos, ob die Einfolperung von vornherein einen guten Erfolg garantiert, oder ob das Fleisch schon nach zwei bis drei Wochen jenen unangenehmen übelriechenden Belag hat, der sich spä- ter immer nachteilig auswirkt. Ist es doch der Stolz der Bäuerin und der Hausfrau, auch das Geräucherte der Vorratskammer in tadellosem Zustand zu wissen. Nach mehrjähriger praktischer Erfahrung kann ich jedem Landwirt und Interessenten folgende natürliche und billige Einfolperung empfehlen: In gründlich gereinigtem Holzgefäß (Kübel oder Bütte) bestreut man den Boden mit einer dünnen Salzschicht und etwas Salpeter. Dann werden die größten Fleischstücke so dicht als möglich eingelegt (ohne Salz), die kleineren Stücke und Knochen zuletzt. Um eine angenehme Färbung des Schinkens zu erzielen, wird er kräftig mit Salpeter eingerieben. In den Kessel füllt man vierzig bis fünfzig Liter reines Wasser, gibt auf einen Zentner einzusolperndes Fleisch mit Knochen acht Pfund Salz und ein viertel Pfund Kandiszucker und läßt beides zusammen aufkochen. Nach dem Erkalten gießt man die Lösung über das Fleisch, so daß diese fünf bis acht Zentimeter über das Fleisch zu stehen kommt. Ein Nachsalzen ist nicht erforderlich. W. G., H. Große Wäsche in der katten Jahreszeit. Man weiß, wie groß der Einfluß der Hautporen und ihrer Tätigkeit auf das Schlechtwerden der Wäsche ist. Mithin muß die Wäsche dadurch geschont werden, daß man sie oft wäscht. Um das Drum und Dran des Waschtages ranken sich viele Geschichten. Wahre und erfundene. Sie haben fast immer einen kleinen Stachel, der die Leiterin des Haushaltes treffen soll. Aber das gilt in Zukunft nicht mehr. Der gefürchtete Waschtag verläuft auch in der kalten Jahreszeit ohne Schrecken. Weiße Wäsche muß vierundzwanzig Stunden vor dem Waschprozeß eingeweicht werden, und zwar bedient man sich eines guten und erprobten Einweichmittels. Es löst die Fette, die Säuren, die dem Gegenstand von der menschlichen Haut übermittelt werden, und verrichtet auf diese einfache Art einen Teil der Arbeit. Außerdem bildet sich eine chemische Verbindung, die den gleichen Erfolg hervorruft, den sonst Sonne und Bleichrasen haben: das Weißwerden der Wäsche. Die eingeweichte Wäsche muß in einem vorgewärm« ten Raum stehen, sie darf nicht frieren, weil dann die Wirkung ausbleiben kann. Vom Einweichgefäh gelangt die Wäsche in den Kessel und kocht darin, bis das Wasser sprudelt. So heiß wie denkbar soll gewaschen werden, da die Kunst des Spülens dann leichter ist. Ja, Spülen ist in der kalten Jahreszeit eine schwere Aufgabe. Sie kann erleichtert werden, wenn man das Spülen unter heftig fließendem Wasser vornimmt. Beim Trocknen an kalten Tagen wird man einen Trick anwenden. Man hänge die großen Stücke nicht nebeneinander, sondern man bringe sie an zwei gegenüberliegenden Leinen an. Dadurch werden sie von der Luft besser getroffen und bei jedem Windzug bewegt. Gegenzug tut hierbei Wunder. Die Stücke sind stets weit auseinander zu hängen, und das Trocknen geschieht rascher, wenn man wenig Wäsche auf einmal auf die Leine bringt, die getrockneten Stücke abnimmt und neue aufhängt. Das macht etwas mehr Arbeit, aber dafür trocknet die Wäsche meistens auch bei kaltem Wetter in einem Tage. Schü. Natur uns Menschen nur ganz selten darbietet, und das in seiner Eigenart in ganz Europa einzig dasteht. Scheint die Sonne golden vom blauen Himmel durch das gelbgrüne Laub oder die schwarzen Taimen, so wirkt die hellblaugrüne, bald türkis-, bald saphirblaue Farbe der Wasserfläche im Gegensatz dazu berückend schön. Hierzu kommt noch der Kontrast gegen die grauen bis ockergelben Kalkfelsen, die das Land oft durchbrechen und von einem See herunter zum andern reichen. Das Ganze ist eine wahre Farbensymphonie. Aus den preußischen Nachbargebieten vier Hotels Gelegenheit Finnland, wohl öfter, Stettin aus Wi es so oft im Leben geht, daß sich das Beste und Wertvollste nur sehr langsam Bahn bricht und durchringt, so ging es auch den Plitvicer Seen im Südosten des Savebanats Südslawiens. Gar lange mußten ihre Schönheiten im Dornröschenschlaf verharren, ehe ein Prinz kam, um sie zu entdecken, und wiederum dauerte es von da ab noch ganze vier Jahrzehnte, ehe sie voll erschlossen, d. h. mit Verbindung an die nächste, nur 18 Kilometer weit entfernte Bahnstrecke Zagreb—Split versehen und unter- und miteinander außen entlang durch schöne, weiche Fußwege verbunden waren. Erst seit etlichen Jahren, kann man sagen, ist dies Seengebiet touristenreif geworden und durch DerM'dchenmord in Elgendorf Geständnis des Täters. — Er läutete bei der Beerdigung seines Opfers die Kirchenglocken. und einige Pensionen den Besuchern zu längerem Aufenthalt gegeben. das Land der tausend Seen, wurde auch von deutschen Gesellschaften, von der von sich für be- * Am Ende unserer Wanderung werden die unteren Seen durch Felsbarren, über die schmale Landstege geführt sind, noch ein paarmal aufgehalten und abgesperrt, was wieder den Anblick reizvooller Kaskaden in voller Talbreite bietet. Hier donnert es und tost es noch ganz anders als oben. 80 bis 100 Meter hohe Felswände umzingeln uns im Kreise. Grotesk und gegensätzlich zum lieblichen Landschaftscharakter der oberen Seen ist der Anblick der senkrecht ragenden gelben Felsen, von denen nebeneinander zwei imposante Wasserfälle von 80 Meter Höhe weißgischtend und stäubend mit Donnergetöse zur Tiefe herabstürzen. Es ist die eigentliche, kurzlebige Plitvica, die soeben erst hoch oben beim gleichnamigen Dorf ohne kleine Quelle in voller Stärke der Erde entsprungen ist und nach wenigen Minuten bereits, im Sturz ihren Anschluß an die im Kessel sich gesammelten Seegewässer findet. In der rechten Felswand gähnt uns ein schwarzes Riesenloch an. Eine Kirche könnte man hineinstellen. Hier ist der steil ansteigende Zugang zu einer mit den nötigen Treppen wohllausgebauten, höchst interessanten Tropfsteingrotte mit den dauernd tropfenden und ewig wachsenden Kalksteingebilden — Stalaktiten genannt —, die die ansonderlichsten Formen aufweisen. Einzelne werden auf 5000 Jahre geschätzt. Eine zweite, oben aber offene Grotte liegt ouf der linken Seite des Weges, und noch viele unentdeckte mögen sich in dieser Gegend befinden. Denn noch immer sind wie in der Karstgegend, die wie ein großer, versteinerter Schwamm anmutet... glocken zu läuten, allerdings will es ihm dabei „eigentümlich" zumute gewesen sein. Gemeindekaffe und Kassenbücher spurlos verschwunden. Ungetreuer Gemeinderechner festgenommen. LPD. Hanau, 7. Jan. Von dem Gemeinderechner des Dorfes W e i p e r t s bei Sterbfritz war dieser Tage bei dem zuständigen Gendarmeriebeamten eine Anzeige erstattet worden, laut der die Gemeindekasse nebst den Kassenbüchern spurlos verschwunden und vermutlich gestohlen worden sei. Mit der Verfolgung dieser von Anfang an reichlich rätselhaften Angelegenheit wurden Beamte der Kriminalpolizei Hanau betraut, denen es schnell gelang, den Gemeinderechner selbst als Täter zu überführen. Die Kassenbücher hatte er bei Sterbfritz ins Wasser geworfen, das Geld teilweise schon ausgegeben und den Rest recht gut versteckt. Die Bücher konnten trotz des hochgehenden Wassers fast restlos herausgefischt werden, wie auch das versteckte Geld wieder herbeigeschafft wurde. Der ungetreue Gemeinderechner wurde verhaftet. Kreis Wetzlar. besucht, aber kein Mensch in Europa kannte dieses Juwel in Südslawien! Kommt man von der Küste der Adria, z. B. von Split oder Rovi herüber, so wird man überrascht von dem noch nie erlebten Gegensatz beider Landschaften. Ebenso fesselt uns der allmähliche Uebergang von der einen zur anderen. Im Küstenland verließen wir eine gelbgraue, wasser- und trostlose Steinöde, kahle, nackte Berge, wo die armen Bewohner meilenweit ihr Wasser herbeischleppen müssen; dann wurde es nach und nach immer grüner, der erste wirkliche Fluß durchzieht fruchtbar die Ebene, und schließlich befinden wir uns in einem herrlichen, dichtbewaldeten Hügel- und Bergland, in dem es plötzlich eine Ueberfüüe von Seen und rauschenden Wasserfällen gibt. Auf keiner unserer vielen Reiesen erlebten wir je einen solchen Gegensatz in der Natur auf so kurzem Gebietsstreifen, die parallel ging mit einer gewaltigen Steigerung der Eindrücke im Gebiete der Seen selbst. Wir sind an unserem ersten Ziel, der Bahnstation Vrhovine, und nun beginnt eine interessante Autofahrt durch etliche typisch kroatische Dörfer, an zahlreichen Mahl- und Sägemühlen vorüber, in zahllosen Kehren um Felsnasen hemm, bis der von Oie plitvicer Seen. Eindrücke von einer Reise in Südslawien. Don Georg Reimann. LPD. Limburg, 7. Jan. Wie bereits mitgeteilt, war am 31. Dezember vorigen Jahres in Elgendorf bei Montabaur die ledige 32jährige Johanna Herbst unter Umständen in ihrer elterlichen Scheune aufgefunden worden, die zunächst auf Selbstmord durch Erhängen schließen ließen. Da aber Verdachtsgründe auftauchten, daß ein unnatürlicher Tod vorliegen könnte, wurden die Ermittlungen von der zuständigen Gendarmerie und der Staatsanwaltschaft in Limburg vorgenommen und die Leichenöffnung veranlaßt, die weiteres Derdachtsmaterial ergab. Die weiteren Ermittlungen hatten jetzt vollen Erfolg. Als Täter wurde am Montag der Nachbarssohn, der am 9. November 1901 geborene Paul Klein ermittelt und fe ft genommen. Er hat ein umfassende s Geständnis abgelegt und ist nach Erlaß eines Haftbefehls in das Zentralgefängnis in Freiendiez eingeliefert worden. Klein gibt zu, schon wochenlang den Plan gefaßt zu haben, die Herbst mit einem Strick z u erwürgen, weil sie, die nicht im Vollbesitz ihrer Geisteskräfte gewesen sein soll, ihn immer geärgert und beschimpft und ihn auch einmal mit einem Karst geschlagen habe. Am 30. Dezember fei bei Abwesenheit der Angehörigen der Herbst die Gelegenheit zur Ausführung ber Tat günstig gewesen, die er dann auch in 1 Scheune beging. Als er am andern Morgen dem angeblichen Selbstmord hörte, machte er in keiner Weise verdächtig. Der Täter, der seinen Vater das Läuten der Kirchenglvcken sorgte, hat es noch fertiggebracht, bei der Beerdi- ihr Herzmuskel zum weiteren Heraufpumpen des Lebenswassers, so vermodern die knorrigen Riesenstämme und stürzen schließlich altersmüde zu Boden, um wieder in den Mutterschoß der Erde zurückzukehren. Andere, am Ufer stehende, fallen in den See, wo sie durch Kalkansatz langsam verkrusten und versteinern, und so noch in ewigen Zeiten auf dem Seegrund zu sehen sein werden. Denn kristallklar ist das Wasser; auch das kleinste Fischlein entgeht dem Auge nicht. Bis zu hundert Meter Tiefe hat man an einzelnen Stellen gemessen. Ist das etwa kein Märchenland? Hier sollte man einmal die „Versunkene Glocke" im Freilichttheater aufführen! Eine schönere Bühne gibt es nirgends. Mehrere Einbäume aus alten Zeiten und römische Gräberfunde hat man aufgedeckt. Beweis, daß dieses fisch- und waldreiche Gebiet schon feit Jahrtausenden besiedelt war. Bären, Wölfe, Hasen, Auerwild und anderes Getier blebt noch heute die Wälder. Die Schönheit der Gegend steigert sich von See zu See; die ersten idyllisch, lieblich, die nächsten schon temperamentvoller, die letzten im Furioso dahinbrausend, eine charaktervolle Gesellschaft! Kurz: das Ganze ist ein Stück Landschaft, wie es die I Zwei starken Bächen gespeiste erste große See, P rose a n f f a jezera, mit seinem überraschend hellblaugrünen Gewässer und vielen stillen, lauschigen Buchten erscheint. Er ist drei Kilometer lang. Das ganze Gebiet ringsum ist eingebettet in dichtem grünen Laub- und Nadelwald (Buchen, Eichen, Tannen). Wie im Märchen geht es von See zu See, von Süden nach Norden entlang, meist auf hochliegender Straße mit dem Blick in die Tiefe. ♦ Wir sind in Plitvice ungefähr in feiner Mitts an- gclangt. Ferner werden wir sehen, daß von oben bis unten stets ein .See fein Wasser über Naturterrassen und Kalktusfbarren an den nächsten, tiefer liegenden durch herrliche Wasserfälle abgibt. Man Zählt allein 40 große Fälle, die vielen kleinen Ueber- läufe nicht gerechnet. Diese Terrassen, also auch die Fälle, sind oft nur ein bis zwei Meter, aber auch bis zu 20 und 30 Meter hoch. Und so donnert und tost, rauscht, plätschert und rieselt es rings um uns herum, über, unter und neben uns, wo wir auch stehen und gehen, in dem sonst so stillen, heimeligen, nur durch Vogelgezwitscher belebten Bergwald. Hier ist Naturschutzgebiet; kein Baum darf ge- fällt werden, keine Säge ihn verwunden. Erlahmt Z Salzböden, 7. Jan. Bei der Beerdigung von Schwester Catharina Fritz hielt Pfarrer S p r ö d t - Barmen, unserer früherer Seelsorger, die Gedächtnisrede aus Psalm 4/8 „Du erfreuest mein Herz". Am Grabe legten Kränze nieder für die Kirchengemeinde Pfarrer Lindenborn, für die bürgerliche Gemeinde Bürgermeister Becker; ferner legten Kränze nieder der Provinzialverband der Frauenhilfe Barmen, der Karitasverband Wetz- - - . z . z. . - ~ 7 ----- I lar, die Evangelische Frauenhilfe Salzböden und gung seines Opfers am 3. Januar die Kirchen-1 Qdenhaufen und der Jungmädchenverein Salzböden. ± Grvß-Rechtenbach, 7. Jan. Im abgelaufenen Jahr wurden auf dem hiesigen Standes- a m t beurkundet: 102 (88) Geburten, 54 (65) Eheschließungen und 58 (50) Sterbefälle. Die in Klammern gesetzten Zahlen stellen die Beurkundungen des Kalenderjahres 1934 dar. Der Standesamtsbezirk umfaßt folgende Gemeinden des ehemaligen Amtes Rechtenbach: Dornholzhausen, Groß-Rechtenbach, Hochelheim, Hörnsheim, Klein-Rechtenbach, Lützellinden, Münchholzhausen, Reiskirchen, Vollnkirchen, Volpershausen und Weidenhausen mit einer Gesamtseelenzahl von rund 6700. <£ Dornholzhausen, 7. Jan. Im abgelaufenen Jahr war in unserer Gemeinde eine st a r k e Belebung der Neubautätigkeit zu ver- zeichnen. Es wurden vier neue Wohnhäuser erbaut. Kircbe uni) (Schule Landkreis Gießen cx> Klein-Linden, 7. Jan. Aus der kirchlichen Jahresgeschichte unserer Gemeinde aus dem Jahre 1935 sind folgende Angaben entnommen. (Die Zahlen in den Klammern geben den Stand aus dem Jahr 1934 an.) Die Zahl der Taufen betrug im Berichtsjahre 15 (16); in den Krankenhäusern und Kliniken der Stadt Gießen wurden weitere 27 Kinder aus unserer Gemeinde getauft, so daß die Zahl der Gesamttaufen für Klein-Linden 42 (35) beträgt. Kirchlich getraut wurden 16 (19) Paare, die Zahl der kirchlichen Beerdigungen beläuft sich auf 21 (13), konfirmiert wurden 39 (44) Kinder. Zum Heiligen Abendmahl gingen 1698 (1803) Gemeinde- glieber, das sind 84,94 v. H. der landeskirchlichen Evangelischen. Zur evangelischen Kirche traten 2 (1) Personen über, demgegenüber erfolgten 3 Austritte. Den sonntäglichen Kindergottesdienst besuchten durch- schnittlich 120 Kinder. Zum ersten Male seit Füh- rung der Kirchenbücher war es einer Familie im verflossenen Jahr vergönnt, die Eiserne Hochzeit zu feiern. Im verflossenen Jahr wurde der seit Jahrzehnten geplante Pfarrhausbau vorgenommen. csd Bettenhausen, 6. Jan. Ueber die Geschichte unserer Kirchengemeinde im alten Jahr liefern die Kirchenbücher und die statistischen Auszeichnungen folgende Angaben: Getauft wurden 5 Kinder, konfirmiert 1 Knabe, 3 Mädchen, kirchliche Trauungen fanden drei statt, kirchlich beerdigt wurden 7 Personen. Es wurden insgesamt 88 gottesdienstliche Feiern abgehalten, die folgenden Durchschnittsbesuch der 52 Wochen ergaben: 33 männliche und 38 weibliche Erwachsene und 32 Kinder — 103 Personen. Auf Hundertteile berechnet: 26 v. H. der Erwachsenen, ober 31 v. H. aller Evangelischen. An der Feier des Herrenmahles nahmen 387 Personen teil, ober 143 v. H. ber Abenbmahls- berechtigten. An Gaben christlicher Liebestätigkeit gingen durch die kirchlichen Organe rund 405 RM. oder etwa 5,70 RM. pro Familie ein. Von größeren Ereignissen des kirchlichen Lebens wäre zu erwähnen, daß am 5. April die Dreihundertjahrseier des großen Bettenhäuser Brandes begangen wurde. Ferner ließ die Gemeinde im Spätherbst das Jn- ere der Kirche einer künstlerisch einwandfrei vollzogenen Erneuerung unterwerfen. Dabei wurde im Ehorraum eine Ehrung unserer Kriegsgefallenen angebracht. Kreis Schotten. O Laubach, 6. Jan. Aus dem kirchlichen Leben des vergangenen Jahres ist folgendes zu berichten: Es wurden 64 Hauptgottesdienste gehalten, die besucht waren von 4849 Männern,' 6805 Frauen und 2125 Kindern. Die 85 Nebengottes- dienste wurden besucht von 1574 Männern,' 4077 Frauen und 893 Kindern. Kindergottesdienste fanden statt 54 mit 3123 Knaben und 3493 Mädchen. Besprechungen mit der konfirmierten Jugend (Christenlehre), an denen drei Jahrgänge teilnehmen, wurden 12 gehalten; sie waren von 305 jungen Männern und 340 jungen Mädchen besucht. Alle Gottesdienste waren besucht von 6728 Männern, 11 222 Frauen und 9704 Kindern, zusammen von 27 654 Personen. Zum Heiligen Abendmahl kamen 369 Männer und 531 Frauen, zusammen 900 Personen. Getauft wurden 44 Kinder, konfirmiert 35 Kinder, kirchlich getraut 14 Paare und kirchlich bestattet 32 Verstorbene. Die kirchliche Liebestätigkeit hielt sich auf einer beachtlichen Höhe. Wa»dwerk im Winter. Don Franz Hohen. Seit einer Woche liegt der Schnee bei strengem Frotz einen Fuß hoch, die Feldmark ist wie ausgestorben. Nur in den kahlen Schwarzpappeln am Bildstock über dem Kreuzweg hocken einige dick aufgeplusterte Saatkrähen und lassen sich von dem eisigen Ostwind wiegen. Aus ber verschneiten Weiß- dornhecke leuchten bie blutroten Brüste eines Dompfaffenpärchens, unb an ben Köpfen der Wetterdisteln in der alten Sandgrube, die kaum noch etwas hergeben können, hängt ein Flug Kohlmeisen — harte Zeit für alle, die sich durch Den Winter bringen müssen. Mit bleichem Glanz steht die Wintersonne über der weißen Stille. Nur wenn sich eine Wolke vor die matt leuchtende Scheibe schiebt, erstirbt auf Minuten das Flimmern und Blitzen und das Auge findet einen Ruhepunkt auf den spärlichen braunen Schollen, die der Wind, der den Pulverschnee in die Furchen treibt, bloß gelegt hat. Das Völkchen Feldhühner, das sich unter dem Schlehdornbusch am Ackerrain in das lockere Flockenbett eingewühlt hat und nun aufsteht und der vereisten Bachsenke zustreicht, hat sich wieder um eins verringert. Eine Fuchsspur läuft durch den Schnee. Ich folge ihr einige hundert Schritt weit bis zu der Wiesen- boschung am Waldrand — richtig, unter den verschneiten Jungfichten der mannshohen Schonung, die Schutz gewährt gegen den eisigen Wind, hat Reinecke die Kette beschlichen. Die letzten dreißig Schritte hat sich der rote Räuber, wie die Zeichen im Schnee erkennen lassen, auf dem Bauche herangeschoben, bis der Einsprung ihn mitten in die Kette brachte. Die weiße Decke ist zertreten und zerwühlt, leuchtend rote Flecke und verwehte Büschel graubrauner Brustfedern bezeichnen die Mvrdstelle. Ja, es steht schlimm um die Familie Rebhahn. Zwar laßt der Pächter ber Walbjagb seine schonen unb wertvollen Fasanen nicht barben unb sucht ihnen durch reichliche Körnerschüttung in bem buschigen Mischbestand an der windgeschützten Südseite der Hügelkette über die Notzeit hinwegzuhelfen; doch das Feldhuhn nimmt den Wald nur ungern an, und in der kahlen Ackerflur verweht die ausgebrachte Schüttung bei Wirbelschnee und Wind schnell und spurlos. Trotz der Kälte halten die Hasen heute schlecht. Sonst sitzt Mümmelmann bei hartem Frost im Windschutz einer deckenden Erdfalte ober einer überhängenben Scholle gern fest, heute aber haben sie es alle eilig. Zwei alte, kluge Rammler werben schon auf mehrere hunbert Schritt flüchtig, ein an- berer, ber sich unter einer überzuckerten Wacholderkussel eingeschoben hat, steht auf, als ich schon über ihn hinaus bin und er seitlich Wind von mir bekommt. Der letzte aber, der, offenbar schneeblind, auf dem ausgetretenen Fußpfad des Feldweges herangehoppelt kommt, nimmt die Kuhglocke eines vorüberklingelnden Bauernschlittens übel und empfiehlt sich außer Schußweite. Jetzt geht's eine Viertelstunde über tiefverschneites Oedland scharf bergan. Das Schneewaten macht warm, doch auf der bescheidenen Paßhöhe, die sich als tiefer Sattel zwischen dunkelbewaldeten Buckeln herabsenkt, winkt der Lohn — unten breitet sich die weite kristallblitzende Ebene aus, durchströmt von dem stark gewundenen, wasserreichen Flüßchen, das aus dem Quelsee im Gebirge kommt unb barum nicht austrocknet ober zufriert. Die Ufer finb mit Salweiden unb Teichrohr bewachsen, ein Dorabo für Bläßhuhn, Ralle unb Wildente. Im Sommer sieht's hier anbers aus; ba „blüht das fernste, tiefste Tal", da summen die Bienen über Quendel unb Heidekraut, unb aus bem funkelnben Wasserspiegel springen rotgetupfte Forellen. Heute starrt bie Weite in Frost unb Schnee. Unter ben breiten milchweißen Eisschilben ber Flußufer, zwischen benen bas Wasser tintenschwarz erscheint, gluckst unb murmelt es hohl, unb bie überglasten Rohrstengel, beren vertrocknete Blütenbüschel wie Fähnchen im Winbe wehen, stehen bürr unb rostbraun. Ein Gewirr von Fuchsspuren im Schnee läßt allerlei hoffen, benn baß der Rote die Flußniederung nicht zum Fischen und Mausen sucht, sondern zum Pirsch auf fette Märzenten, steht fest. Den Wasserlauf herauf kommt wie ein blitzendes Juwel der farbenprächtige Königsfischer geschossen, der in dem fischreichen Gewässer zum Aerger der Angler und Sportfischer sein Revier hat. Zwischen den kahlen Schwarzerlen eräugt er mich, läßt sich mit schrillem Schrei bis zum Wasserspiegel fallen ünd streicht zurück, jeder Windung der Ufer folgend. Schritt vor Schritt schiebe ich mich vorwärts, durch Weidengestrüpp und lichtes Ried gedeckt. An den Rohrstengeln hängen Myriaden haardünner silbergrauer Eisfäden, die die schlanken hohen Schäfte in schimmernde Stahllanzen verwandeln. Jetzt zieht Greif deutlich an und während ich lausche unb burch bie Weiben luge, höre ich Enten mit klingendem Schwingenschlag kurz hintereinander hochgehen. Da und dort leuchtet das Federkleid durch die bereiften Aeste, und schon steigen die Breitschnäbel über dem Buschwerk in die Höhe — prächtig zu schauen das bunte Farbenspiel des Ge- fieders, die vorgereckten Hälse, die breiten roten Ruder. Wie ein Schatten huscht ein Stockerpel durch oie Zweiglücke. Da wirft ihn ber Hagel um, mit Dumpfem Aufschlag durchbricht ber schwarze Vogel im Sturz ben vorspringenben Stanb des glasigen Ufereises und wird von der Strömung eine Strecke fortgetrieben, ehe der Hund ihn greift. Die andere Ente erreicht noch das Ufer gegenüber. Erst sinken ein paar kreisende Federn herab, dann wird' der Flug unsicher und schwankend und senkt sich schräg zur Erde, bis der verendete Breitschnabel gegen eine Schneewehe taumelt. Noch einige Zuckungen der Schwingen, dann ist es aus. Der Rauhhaar, der bei schneidender Kälte dreimal durchs Wasser mußte und jetzt vor mir sitzt, um die gebrachte Ente abzuliefern, ist glatt wie eine gebadete Katze. Ich hocke im Schnee, drücke den Kopf des Jagdkameraden an mich und reibe das zitternde Tier mit dem Wettermantel trollen. Dann jaust der Brave, um die verlorene Wärme wieder- zufinden, wie toll auf den verschneiten Wiesen umher, dreht sich wie ein Kreisel und schnappt jaulend und bellend nach den eigenen Flanken — das kalte Bad hat ihm nicht geschadet. Die glutrote Sonne steht schon halb unter dem Horizont. Jetzt schiebt sich eine dunkle Wolkenbank oor den versinkenden Ball — und unvermittelt liegt die weite Fläche im bleiernen Grau des Winterabends, aus dem schon einige helle Lichter aufblitzen. Ich ziehe die Patronenhülsen aus dem Lauf, bann nimmt Greif bie Führung; er hat Sehnsucht nach ber wohlverdienten Abenbkost — „Entenklein nach Jägerart" — unb nach dem warmen Ofen... Oie ganze Welt im Bilderbogen. Der Bilderboden war einmal so etwas wie die illustrierte Wochenzeitschrift ober bas Kino unserer Tage. Ganze Geschlechter haben bie Welt mit ihren großen unb kleinen Ereignissen, Alltag unb Helden- tat, Mobe und Spiel, Arbeit und Zerstreuung in seinen bunten Bildern gesehen, und die Aelteren von uns erinnern sich noch der Freuden, die ihnen Gustav Kühn in Neuruppin oder Braun & Schneider in München bereitet haben. Eine auf eigene und oft mühsame Forschungen gegründete Geschichte des Bilderbogens schreibt Dr. Karl Gröber im Januarheft von Velhagen & Klafings Monatsheften. Der wertvolle Beitrag ist durchweg farbig illustriert, und diese Bilder bedeuten einen heiteren Ausflug in das Leben unserer Vvr- Wir sehen das schöne Geschlecht in der Kindheit, in der Blüte, im Alter. Wir feiern Kirchweih in Krähwinkel. Wir trinken den Silvesterpunsch und empfangen am Neujahrsmorgen mit ben besten Wünschen bie unangenehmsten Rech- nungen. Wie lustig ist der Mann, der sich mit unzähligen und unbequemen Mitteln gegen die Chv- lera behängt, und wie biedermeierisch-zärtlich ist der Baum der Liebe, von dem sich die Mädchen die Bräutigame pflücken! Wir blicken in ein Kinderzimmer mit den Spielen der Kleinen, hören die Klage des Bauern, von dem die böse Zeit immer nur nahm und nahm. Was t»ir alles nicht sehen. Wenn wir eine Aussage über ein Geschehnis erhärten wollen, so erklären wir zumeist, daß wir es mit eigenen Augen gesehen haben. Doch auch der Augenzeuge ist Irrtümern unterworfen. Man mache den Versuch und lasse ein Dutzend Menschen bie timen und Zeichnungen beschreiben, die sich auf ben Tapeten ihrer Zimmer befinben, — kaum einer wirb genaue Angaben machen können über diese Dinge, die er Tausende von Stunben vor Augen gehabt hat. Besonbers schlagende Beispiele dafür, was wir alles nicht sehen, liefert der Genfer Psychologe Prof. Claparede in einem Bericht über Prüfungen, die von ihm angestellt wurden. Er fragte seine 51 Zuhörer, ob ein Fenster, dessen Aussehen er ganz genau beschrieb, sich in dem Uni- versitätsgebäude befinde. Es war ein großes, sehr auffälliges Fenster von eigenartiger Form, an dem jeder der Stlldenten täglich mehrere Male vorbeiging, und doch erklärten 42 Studenten, es gäbe kein solches Fenster, 2 waren unsicher, und nur 7 wußten anzugeben, wo es sich befinde. Bei einem anderen Versuch wurde ein kleines Bild, das eine Landschaft mit sehr ausgesprochenen Merkmalen, einer Kirche, einem Hügel, Bäumen usw. darstellte, 20 Studenten je 30 Sekunden lang gezeigt; am nächsten Tag sollten sie dann angeben, was sie behalten hatten. Nur zwei von den zwanzig waren imstande, eine ziemlich richtige Beschreibung zu machen; 16 gaben ganz falsche Dinge an, und 2 hatten überhaupt nichts behalten. Schließlich veranlaßte Professor Claparede einen aufregenden Vorfall in seiner Vorlesung; er ließ einen grotesk ungezogenen Mann in den Hörsaal eindringen, sich wild gebärden und Schreie ausstoßen, bis er hinausgeworfen wurde. Der Vorfall spielte sich sehr schnell innerhalb 20 Sekunden ab, und der Prozessor kam auf den Zwischenfall erst nach einer Woche zurück; er legte dann den Studenten 13 verschiedene Fragen vor, die sich auf das Aussehen des seltsamen Eindringlings bezogen. Hat er einen Hut getragen und wenn, von welcher Farbe? Wie war er angezogen? Wie war die Farbe seines Haares- Hatte er etwas in den Händen? Trug er Handschuhe oder einen Schlips? Neun Studenten sagten aus daß er überhaupt keinen Hut gehabt habe; die übrigen gaben seine Farbe mit schwarz, braun, grau und weiß an. 11 Studenten machten über die Haarfarbe Mitteilung, obgleich dieselbe unsichtbar gewesen. Ueber die Art der Maske, die er getragen, konnte kein einziger Auskunft geben. Nr. 6 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 8. Januar 1936 Die Wehrmacht Hilst dem WHW. Großkonzert zu Gunsten des Gießener Winterhilfswerks. Die Musikkorps des Infanterie-Regimentes 36, des II. Bataillons des Infanterie-Regimentes 57 und des III. Bataillons des Infanterie-Regimentes 87, gemeinsam mit den Spielmannszügen des Infanterie-Regimentes 36 und des III. Bataillons Infanterie-Regimentes 87 veranstalten im Gebiet der 9. Division in den Tagen vom 10. dieses Monats ab eine Reihe von Großkonzerten zu Gunsten des Winterhilfswerkes. Die Konzerte stehen unter der Leitung unseres beliebten Obermusikmeisters Ernst K r a u ß e. Dank des Entgegenkommens der Wehrmacht wird Obermusikmeister K r a u ß e mit den vereinigten Musikkorps sein Programm auch der Gießener Bevölkerung oorführen. Das für Gießen vorgesehene Großkonzert findet am Schluß der Konzertreise, am 20. Januar, 20.15 Uhr, im Gloria-Palast Gießen, Seltersweg, statt. Im ersten Teil des Programms wird auserlesene Streichmusik geboten, unter Mitwirkung des Pianisten Herrn Ludwig Kaiser aus Kassel, der das Klavierkonzert in Es'-dur von Beethoven bringen wird. Der zweite Teil des Programms umfaßt eine Auslese schönster und schneidigster Militär-Märsche. Der Kartenooroerkauf für die Veranstaltung durch die Dienststellen des Winterhilfswerks wird in den nächsten Tagen beginnen. Bei der Güte des Programms und der bekannten Leistungsfähigkeit unserer Militär-Musiker ist damit zu rechnen, daß der Andrang zu diesem Konzert recht stark wird. Es versorge sich daher jeder rechtzeitia mit Karten! Die Kreisführung des WHW. Gießen. Schaufensterwettbewerb für junge Kaufleute. Im Rahmen des 3. Reichsberufswettkampfes der deutschen Jugend wird in der Woche vom 9. bis 16. Februar als Teilaufgabe ein Schaufensterwettbewerb durchgeführt. Der junge Kaufmann aus den Einzelhandelsgeschäften wird in ganz Deutschland zu diesem Wettbewerb aufgerufen Es soll ihm dadurch die Möglichkeit geboten werden, die im Schaufenster liegenden Werbemöglichkeiten für den Verkauf zu erkennen und unter Beweis zu stellen, ob und in welchem Ausmaß er sie erfolgreich auszunutzen befähigt ist. Es wird bei diesem Wettbewerb der Jugend ganz besonderer Werl darauf gelegt, daß sich nicht nur die großen, sondern auch die vielen mittelgroßen und kleinen Einzelhandetsbetriebe daran beteiligen. Der vor den Augen der Oeffentlichkeit sich abwickelnde Schaufensterwettbewerb wird in ganz besonders starkem Ausmaß Ehrgeiz und Schaffensdrang unserer jungen Arbeitskameraden anspornen. Sie werden sich regen, werden planen und überlegen, wie durch das Schaufenster neue Verkaufserfolge ihres Geschäftes errungen werden können. Das Schaufenster hat eine nicht unwichtige volkswirtschaftliche Bedeutung. Ein zugkräftig dekoriertes Schaufenster bringt Umsatzbelebung und Absatzsteigerung und gibt dadurch der Gesamtwirtschaft neue Arbeitsmöglichkeit. Die Inhaber von Einzelhandelsgeschäften werden gebeten, dem Schaufensterwettbewerb die entsprechende Unterstützung durch Zurverfü- gungstellen von Schaufenstern zuteil werden zu lassen. Der junge Kaufmannsnachwuchs aus den Ein-- zelhandelsgefchäften wird sich der Ehre würdig erweisen, zu diesem großen Wettstreit der schaffenden deutschen Jugend in einer Teilaufgabe vor der Oeffentlichkeit antreten zu dürfen und wird sich geschlossen an dem Schaufensterwettbewerb beteiligen. Heil Hitler! Leitung Berufswettkampf, Dr. Rich. S ch m i d t. Leitung Schaufensterwettbewerb, W. M e r t e s. Erika Lich, Untergausozialstellenleiterin des VdM. Heid, Bannsozialstellenleiter der HI. Horst, Wirtschaftsgruppe Einzelhandel. Schimmel, Betriebsgemeinschaft „Handel" und RS.-Hago. Dr. Römer, Reichsfachschaft 6, Kaufm. Berufs- und Fachschulen des RSLB. Aus her provinzialhauptstaht. Warum ich ein Mann sein möchte... Denken Sie doch mal fünf Minuten nach: Mit fünfzig, ja selbst mit sechzig ist der Mann immer noch so jung, „wie er sich fühlt", und wenn er dann gar noch leidlich aussieht und ein paar Tanzschritte stolpern kann, ist er ein Wesen, das noch ernstlich in Frage kommen kann! * Der Mann hat keine Sorgen, welche Dauerwellenrundung er seiner Haarfülle verleihen soll. Wenn er noch ein paar Fäden hat, die er über die polierte Fläche seines Schädels legen kann, gilt er als frisiert! * In einer Hosentasche und zwei Brusttaschen trägt er alles bei sich, was er für den Lebenskampf notwendig hat, was er für Arbeit und Flirt, für Haus und Gesellschaft braucht. * Er bewegt sich lebhaft in Gesellschaft und nichts fällt ihm von den Schultern, nichts rutscht ihm von den Hüften und nirgends reißt etwas, oder schaut gar hervor. ♦ Er streicht sich seine Haare nach hinten, wirft sich einen dunklen Anzug über, bindet sich eine kleine Kravatte um und gilt als angezogen! * In den Gaststätten wird er viel aufmerksamer bedient, als sämtliche Frauen. Die Kellner eilen auf seinen Wink, als sei er der Besitzer. * (Fr lebt eigentlich außerhalb seiner eigentlichen Verantwortlichkeit. Ist er schlecht angezogen, zeigt er Unarten, macht er Seitensprünge, kommt er zu spat ins Geschäft,---alles fällt auf die Frau zurück. * Wahrlich, es ist schon erstrebenswert, ein Mann 3u sein! M. A. Vornotizen. Tageskalender Für Mittwoch. NSG. „Kraft durch Freude": ab 20.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 15 bis 16 Uhr Hallentennis in der Volkshalle. — RSLB., Kreis Gießen, Fachschaft Körperliche Erziehung (Lehrerinnen): 15.30 Uhr in der Turnhalle der neuen Pesta- lozzischule, Pflichtarbeitsgemeinschaft. — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Die Tanzgräfin" — Gloria- Palast, Seltersweg: „Helene", auf der Bühne Antonio Bazzanella. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Stradivari". — Cafe Leib: 20 Uhr heiterer Werbeabend für neuzeitliche Küchenführung. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 18 Uhr Ausstellung des Künstlerbundes „Isar". Stadttheater Gießen. Heute von 19.30 bis 23 Uhr die Tanz- und Schlageroperette „Die Tanzgräfin" von R. Stoltz. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer; Spielleitung: Paul Wrede; Tänze: Thery Schultheis. Als Gast Lissy Chilla vom Operettentheater Stuttgart. 13. Mittwoch-Abonnement. Deutsche Ar-beitsfronl Zusätzliche Berufsschulung der DAF. Die R ä h k u r s e in der DAF. finden wieder statt, und zwar Montags und Mittwochs von 20 bis 22 Uhr. Anmeldungen werden noch entgegengenommen. Als Unkostenbeitraq werden 20 Pfq. pro Abend erhoben. Die Koch kur se der zusätzlichen Berufsschulung fallen für kurze Zeit aus, ihr Wiederbeginn wird an dieser Stelle noch bekanntgegeben! Landschastsbund Volkstum undHeimat. Kreisring Gießen. Die Landschaftsleitung übersandte schon vor Weihnachten allen Ortsringleitern eine frankierte Meldekarte, die nach Eintragung der Mitgliederstärke für Januar bis Ende Dezember an die Kreisringleitung einzusenden war. Einige Ortsringleiter sind dieser Aufforderung bis heute noch nicht 'nachgekommen. Die noch ausstehenden Meldekarten sind s o - fort ausgefüllt an die Geschäftsstelle des Landschaftsbundes, Darmstadt, Neckarstraße 3, einzusenden, weil die Gesamtaufstellung, soweit sie vorlag, bereits vom Kreisring an die Landschaftsleitung wei- terqegeben wurde. Bei Nichtbefolgung kann für eine pünktliche und richtige Zustellung von „Volk und Scholle" im Monat Januar an die säumigen Ortsringleiter nicht garantiert werden. Gportamt „Krast durch $reuöe". Das neue Vierteljahres-Sportprogramm ist kostenlos auf der Kreisdienftftelle, Schanzenstraße 18, erhältlich. Es gibt Auskunft über die Dauer und Kosten aller Kurse. Für die Reitkurse können noch Anmeldungen abgegeben werden. Es laufen Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Auch für Hallentennis werden noch Anmeldungen entgegengenommen. Heute beginnt folgender Kursus: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Vorherige Anmeldung nicht erforderlich. An die Sportwerbewarte der Ortsgruppen und Betriebe! Das neue Sportprogramm muß umgehend auf der Kreisdienftftelle abgeholt und zur Verteilung gebracht werden. Die Schule für technische Assistentinnen an medizinischen Instituten in Gießen. Im Rahmen der Kliniken der Universität Gießen wirkt seit Mitte 1930 eine Schule zur Ausbildung technischer Assistentinnen an medizinischen Instituten, die bisher schon vielen jungen Mädchen den Weg zu einem schönen und auch wirtschaftlich nutzbringenden Beruf geebnet hat. Diese Schule für technische Assistentinnen am medizinischen Instituten steht unter der Leitung der Pharmakologen an der Universität Gießen und Direktors des Pharmakologischen Instituts Prof. Dr. Hildebrandt. Die Schülerinnen werden auf den verschiedensten Gebieten ihres späteren Berufes in zweckmäßig aufgebauten Kursen theoretisch und praktisch geschult, am Schlüsse ihrer Ausbildung müssen sie durch die staatlich vorgeschriebenen Prüfungen gehen, deren Bestehen ihnen durch Bescheinigungen bestätigt wird. Seit Beginn der Arbeit der Schule haben 95 Mädchen die Ausbildung als technische Assistentinnen an medizinischen Instituten durchlaufen, 22 Mädchen befinden sich gegenwärtig in den verschiedenen Kursen in der Ausbildung. Die beruflichen Aussichten für technische Assistentinnen an medizinischen Instituten sind gegenwärtig und auch auf absehbare Zeit sehr günstig. In der jüngsten Zeit z. B. standen erheblich mehr offene Stellen für technische Assistentinnen an medizinischen Instituten zur Verfügung, als Bewerberinnen vorhanden waren. Bei dieser Sachlage sind die Möglichkeiten für junge Mädchen, auf diesem Wege zu einer interessanten und auch wirtschaftlich befriedigenden Tätigkeit zu gelangen, sehr günstig. In gleichem Maße aussichtsreich ist die weitere Aufwärtsentwicklung der Schule zur Ausbildung technischer Assistentinnen an medizinischen Instituten im Rahmen der Kliniken der Universität Gießen. Rechnungsrat i.2R. Jochim 89Zahrealt. Am kommenden Freitag, 10. Januar, kann der Rechnungsrat i. R. Ludwig Jochim, Kaiserallee 139, seinen 89. Geburtstag feiern. Herr Jochim ist gebürtiger Schottener und der einzige VHCer, der bei der Gründung des ersten VHC. in Schotten mit dabei war. Er weiß noch recht lebendig davon zu erzählen, wie er mit einem Freunde den Gedanken erwog, einen Heimatverein zu gründen, da schon in der damaligen Zeit der Hoherodskopf viel besucht war und der Vogelsberg viele Wanderfreunde hatte. Der Gedanke, den Vogelsberger Höhen-Club zu gründen, zog denn auch bald weitere Kreise, und am 21. Juni 1881 wurde der Verein Schotten des VHC. gegründet. Herr Jochim nahm an dieser Gründungsversammlung teil. Der hochbetagte Mann war 40 Jahre lang Geometer für den Kreis Schotten und kannte den Vogelsberg in allen seinen Teilen. Er erzählt heute noch davon, wie er durch seine Tätigkeit, besonders bei Vermessungen im Oberwald, häufig lange marschieren mußte, um dorthin zu kommen, wo er mit seinen Vermessungsgehilfen zu tun hatte. Stundenlange Fußmärsche waren nötig, denn Omnibus-Verbindungen gab es damals im Vogelsberg, wie auch anderwo noch nicht, und die Eisenbahn konnte er ebenfalls nur in den seltensten Fällen benützen. So kannte Herr Jochim im Vogelsberg bald jeden Baum und Strauch und lernte die Heimat lieben und schätzen. Zu seinem großen Leidwesen ist es ihm, dem 89jährigen, heute nicht mehr möglich, noch einmal hinaufzusteigen auf den Hoherodskopf. Als Herr Jochim nach 40jähriger Tätigkeit aus dem Amte schied, wurde er zum Rechnungsrat ernannt. Seine Verdienste fanden ihre äußere Anerkennung durch die Verleihung des Ritterkreuzes 2. Klaffe durch den damaligen Großherzog Ernst Ludwig. Der hochbetagte Mann, der in der Hausgemeinschaft mit seinem Sohne und seiner Schwiegertochter lebt, ist noch sehr rüstig und vermag im Haus und in seinem Garten noch manche wertvolle Arbeit zu verrichten. Unser Bild zeigt den 89jährigen in einem Gemälde, das der Gießener Ludwig I o st vor wenigen Jahren anfertigte. (Photographische Reproduktion: Neuner, Gießener Anzeiger.) Der wilde Kesselschmied. Von Heinrich Lersch. In Stuttgart wurde uns zu IDritt Arbeit angewiesen; wir bekamen vom Arbeitsnachweis eine Freifahrkarte ausgestellt, die uns auch richtig an den bestimmten Ort brachte. Wir waren alle monatelang getippelt und kamen nun in eine neueingerichtete Werkstatt, die aber wie eine Fabrik, ausgestattet mit den modernsten Maschinen, ausgefuchste Akkordlöhne hatte. Die Arbeitsordnung wurde streng eingehalten. Uns Jungens machte das nicht viel Beschwerden. Der Hamburger war an ein freies Arbeiten auf den Schiffswerften gewöhnt; er konnte die Kontrollblicke des Meisters nicht ertragest, sich dem Rauchverbot nicht fügen, und kam, um nicht immer fo ganz pünktlich fein zu müssen, lieber eine Viertelstunde zu früh ans Werk. Vierzehn Tage ging das schon so und wir freuten uns auf die erste Lohnzahlung, wir waren schmählich abgerissen. Nach vierzehn Tagen sollten wir uns mit dem Mädchen bei den Eltern vorstellen; sonst war es in diesem braven, kleinen Städtchen schon mit der Liebe aus. Freitagabend brannte die Löhnung in der Tasche. Zu Hut und Schuhen mußte sie langen, zu neuem Hemd und Kragen. Mir fielen außerdem die Arbeitskleider vom Leibe und ich erwarb einen schändlich teuren, blauen Leinenanzug. Der Samstag sah mich wieder mit leeren Taschen. Am Nachmittag hörte ich den Hamburger mit dem Schwaben überlegen, ob sie doch nicht lieber die Füße in die Hände nehmen sollten, jetzt, ehe noch die Wirtsfrau den größten Teil des Logisgeldes verschlungen hätte. Der Schwabe wollte nicht. Also kam der Hamburger um drei Uhr von seiner Arbeit zu mir und frug mich, ob ich mitmachte. Der Schwabe sei zu geizig. Der wolle sich hier reich arbeiten. Ich erklärte ihm, daß mir mindestens kündigen müßten, um unfern Lohn ganz ausgezahlt zu bekommey. Doch davon wollte der Hamburger nichts wissen. Er wollte diesen Dickköpfen in einer Stunde die Hölle so heiß machen, daß sie ihn gern laufen ließen, ohne Kündigung, bei voller Auszahlung selbstverständlich. Er wartete meine Antwort nicht ab, sondern ging stracks zum Meister und bat ihn, am Nietwärmofen stehend, um ein Streichholz für seine Mutzpfeife. Peinlich berührt ging der Meister weg. Nun setzte sich der Hamburger mitten in die Werkstatt, schmökte und sagte den Helfern, die einen Kessel umlegten, sie sollten mit ihrem Apparat um ihn herumfahren. Er dürfe nicht gestört werden. Als er diese Kollegen lange genug am Arbeiten gehindert hatte, ging er auf das Kontor. Wir hörten ihn bis in die Werkstatt hinein krakeelen. Als er zurückkam, ging er zum Meister hin und sagte ihm, er habe ihm den braven Schwaben hiergelassen und nur für sich und den Rheinländer gekündigt; in einer Stunde seien die Papiere fertig. Er warf einen kleinen Holzklotz vor den Boden des Kessels, an dem ich klopfte, und winkte mir, ihm zu folgen. Der Hamburger ging nach draußen. Es dauerte fast eine Stunde, ehe er wiederkam Hinter ihm her, mit gezogenem Säbel, ein Gendarm. Zwei Schutzleute postierten sich am Ausgang. Der Hamburger sprang auf einen hohen Kessel und lachte sie aus. Der Gendarm forderte Meister und Gesellen auf, ihnen zu helfen: „Er hat sich strafbar gemacht, in der Schenke von Häbele hat er einen Tisch zerschlagen, das Flaschenregal heruntergerissen und mit Stühlen nach Wirt und Gästen geworsen. Dann hat er in der Hauptstraße in den Schaufenstern die Spiegelscheiben, eine nach der anderen mit der bloßen Faust kaputtgehauen Er muß unbedingt verhaftet werden!" „Dann schießt mich nur herunter!" schrie der Hamburger, „lebendig kriegt i£r mich nicht!" Er stand auf dem Kessel und lachte wild über die Maschinen hin. Die Belegschaft hockte in den Ecken herum, die Beamten schrien und forderten uns auf, ihn festzunehmen. Niemand mochte anpacken, denn er war kein übler Kamerad gewesen. Eine Viertelstunde stand er da, — kein Mensch wußte Rat. Da stieg er von selber herunter, brüllte die Schutzleute an und verlangte, sie sollten den Meister festnehmen, weil er ihm nicht sofort die Papiere besorgt hätte. Es sei ein Verbrechen, einen Kesselschmied für ein paar Mark Lohn an die Arbeit zu locken. Sie sollten ihm nur auf dem Büro die paar elenden Kröten holen, dann haue er wieder auf die Walze ab. lieber solche Frechheit staunten die Schutzleute, und die Gelegenheit benutzte der Hamburger, durch das Tor zum Garten hinaus zu entwischen. Der Meister lief den Beamten nach. Als er nach einer Viertelstunde zurückkam, sagte er, daß sie ihn mit auf die Wache geschleppt hatten. Dann kam er zu uns, und frug, ob wir nicht eine halbe Nacht überarbeiten wollten. Die Kessel mußten vor Montag noch aus der großen Werkstatt hinaus. Mir war es gewiß recht, und da alle mitmachten, ging die Arbeit oorqn, als wenn nichts geschehen wäre. Ich mußte immer an meinen lustigen Hamburger denken, der sich jetzt bei den Göttern zu verantworten hatte. Aber, das wußte ich auch, wenn man ihm frech wurde, dann verfiel er wieder in die Wildheit. Mir war, als müßt ich zu ihm auf das Amt gehen und vernünftig mit ihm und den Herren reden. Bei der eintönigen Arbeit brannten sich die Gedanken fo in mein Hirn ein, daß ich dem Meister sagte, ich wolle eben in mein Quartier laufen, um Abendbrot aufzubestellen. Ich hätte es für sechs Uhr richten lassen, und ich käme doch erst um acht Uhr zum Essen. Es war ein Spruiig bis in mein Quartier, und nun saß ich auf meinem Zimmer und wußte nicht, was ich tun sollte. Zum Amt gehen, das war unsinnig, er würde sich schon selber helfen. Aber, dann nannte ich mich einen schlechten Kameraden, bis mir die Tränen in die Augen kamen. Da lief ich, wie gehetzt, zum Amt. Es war nur ein alter Beamter da. Der sagte, der rabiate Mensch tobe in feiner Zelle. Ich ließ ihm meine Zigaretten da und ging, recht bedrückt, in die Fabrik zurück. Vor dem Tore hatte sich ein Menschenhaufen an- gesammelt. Da: der Meister, eine Bahre „Der Schwab!" sagte der Pförtner, „er ist tot!" Drei, vier Verwundete mit verbundenen Köpfen kamen hinterher. Ich ging in die Fabrik zurück, — da lag der Kran an der Erde. Das halbe Dachgerüst hing herunter. Auf den Feilbänken lagen ein paar Schwerverwundete. Ich lief von Mann zu Mann. Da kam ein Schreiber und brachte mir meine Papiere. Der Hamburger hatte sie für mich mitmachen lassen. Der Schwabe war tot, er arbeitete im selben Abschnitt wie ich und der Hamburger. Wir arbeiteten mit demselben Kran unter derselben Kranbahn. Wär ich mit dabei geblieben, hätte er auch mich erschlagen. Der Pförtner, ein alter Kesselschmied, drückte mir die Papiere in die Hand: „Nimm sie, Junge! Geh weg aus der neuen Bude! Da ist noch manche Schraube, die nicht festgerostet ist. Neu Werk ist unsicher Werk! Schad um den Schwaben, hätte den Hamburger treffen sollen, den Taugenichts! Aber das ist es ja, als ob die Maulhelden und Saufause unter Gottes besonderem Schutz ständen. Na, willst du nit?" Mit diesen Worten drängte er mir die Papiere auf. Ich ging und packte den Rucksack. In der Morgenfrühe des Sonntags marschierte ich auf die Berge und ruhte nicht eher aus, als bis ich inderSchwarz- waldeinsamkeit unter den großen Tannen lag. Ich brauchte drei Wochen bis Straßburg, ging im Dezember in den Schwarzwald zurück und bekam in Oberkirch in einer kleinen Brückenbauwerkstatt Ar- beit. 3U Anfang März faßen wir unterm Schuppen beim Frühstück und sahen auf die schneebedeckten Berge. „Da schaugstl" sagte der Schlosser und drückte mir eine Zeitung in die Hand. „Was Kesselschmiede für Herrschaften sind!" In großgedruckter Schlagzeile stand über eine Gerichtsverhandlung: Der wildgewordene Kesselschmied. Dann folgte der Bericht. Seine Untaten wurden gebührend besprochen, seine Flucht und Verhaftung. Das Urteil lautete auf neun Monate Gefängnis. Nun wußte ich bestimmt: der Hamburger hatte die Katastrophe geahnt, gerochen, wie ein Stier den Blutdunft des Schlachthauses von weitem schnuppert und wild wird, weil es da hinein soll. Dem Hamburger begann das Blut zu wühlen, es trieb ihn fort aus der Werkstatt. Er kühlte feine Unruhe mit Schlägerei in der Schenke, und als das nicht genügte, an den Schaufenstern des kleinen Warenhauses aus. Inzwischen schlug der Kran den braven Schwaben tot. Er hätte sicher auch seinen Sarg lieber mit den neun Monaten Gefängnis des Hamburgers oder mit meiner Ruhelosigkeit vertauscht. Weil ich auch wieder kurzatmig war, ließ ich mir meinen Krankenschein geben. Der Arzt schrieb mich krank; ich ging auf mein Zimmer und schrieb mir das Elend in Gedichten vom Leib. Als Anna sie las, sagte sie: „Dann wirst du wohl nicht mehr lange bleiben — Luftveränderung?" „Ich könnte den Koksqualm in den Glühöfen nicht vertragen!" antwortete ich, „das hat auch der Doktor gesagt'" „Wo willst du hin?" frug sie. „Dem Qualm aus dem Weg gehen, bis ich wieder gesund bin. Auf der Straße wehte der Wind die Krankheit fort. Die Straße hat mir immer wieder geholfen!" So zog ich über den Kniebis nach Schwaben hinein. Oie $rou im Löwenkäfia. Als die kleine Patricia Bourne noch in Lancashire in einem Kinderballett tanzte, ahnte sie nichts davon, daß sie späterhin in einem Löwenkäfig auftreten tperöe. Nach Beendigung ihres Studiums schloß sie sich einer Cowboytruppe an, mit der sie an ein französisches Zirkusunternehmen verpflichtet wurde. Zu den Nummern gehörte dort auch eine Dressur- oorfübrung von Löwen, für die sich die kleine Engländerin bald mehr begeisterte ajs für ihre Tanzkunst. Sie bat den Löwenbändiger, ihr seine gefährlichen Künste zu zeigen, und heute steht sie als Zweiundzwanzigjähriae in einem Käfig voll wilder Löwen. Als man sie fragte, ob sie sich denn nicht fürchte, erklärte sie lachend: „Bestimmt nicht, solange ich auf meinen Füßen stehe. Und wenn ich einmal hinfallen sollte, bann würde ich wahrscheinlich wenig Zett zum Fürchten haben Lohnsteuer für Gonderzahlungen. NSG. Für die Besteuerung von Urlaubsgeldern, des sog. 13. Monatsgehaltes der Angestellten und der Weihnachtszuwendungen, ist die Berechnung der Lohnsteuer von größter Bedeutung. Nach der Rechtsprechung wurden diese Zahlungen in einer Reihe von Fällen als regelmäßige Zuwendungen betrachtet und dem laufenden Gehalt zugeschlagen. Hieraus ergab sich in der Regel eine höhere Besteuerung, als bei einer besonderen Berechnung der Steuer von den einzelnen Zuwendungen. Das Sozialamt der DAF. hatte daher beantragt, derartige Zuwendungen als einmalige Einnahmen anzusehen. In diesem Falle ist nach den bestehenden Bestimmungen die Anwendung der Berechnungsart zulässig, die zu dem günstigsten Ergebnis für den Steuerpflichtigen führt. Durch Erlaß des Reichsministers der Finanzen vom 7. Dezember 1935 ist diesem Anträge in vollem Umfange stattgegeben worden. Kleine Mühe - großer Nutzen! ZdR. In diesem Winter sind mehr Kartoffeln als früher eingekellert worden, nicht zuletzt infolge der Verteilungen des Winterhilfswerkes. Die Haltbarkeit der Kartoffeln wird durchweg als gut bezeichnet. Sie kann aber noch verbessert werden, wenn die Kartoffeln die richtige Pflege erhalten. Dazu gehören weniger Materialien und besondere Räumlichkeiten, als vielmehr gelegentliche, aber regelmäßige leichte Arbeiten. Die Kartoffeln müssen in Räumen gelagert werden, in denen die Temperatur nicht über 6 bis 8 Grad ansteigt und auch nicht um mehr als 1 Grad unter den Gefrierpunkt sinkt. Vielfach sind zur Erhaltung dieser Temperatur die Fenster und Türen abgedichtet worden, damit ist aber die Frischluftzufuhr fast unterbunden. Es darf nicht vergessen werden, daß die Kartoffeln leben und atmen. Dabei erzeugen sie Wärme. Es muß daher an ausnahmsweise warmen Wintertagen auf gute Durchlüftung der Räume Wert gelegt werden. Bei dieser Gelegenheit ist dann auch gleichzeitig eine Durchsicht der Vorräte auf faulende oder kranke Kartoffeln am Platze. Je früher faulende Kartoffeln ausgesondert werden, um so besser ist es um die Haltbarkeit der anderen bestellt. Wichtig ist aber, daß die aussortierten Kartoffeln auch gleich aus dem Keller entfernt und nicht nur in eine Ecke geworfen werden, wo sie einen Herd für Fäulnis- erreqer bilden. Eine kleine Mühe macht diese Arbeit im Kartoffelkeller; sie ist aber vorteilhaft für den eigenen Geldbeutel und für die Erhaltung von Volksvermögen. ^Meerespaläontologische Forschungen im deutschen Wattenmeer/' Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Naturwissenschaftliche Abteilung, hielt gemeinsam mit der Ortsgruppe des Deutschen Biologenverbandes und der Geologischen Arbeitsgemeinschaft im Geologischen Universitäts-Institut einen Lichtbilderoortrag ab, der gut besucht war. Der stellvertretende Vorsitzende Dr. A n k e l leitete die Veranstaltung mit der Wiedergabe zweier besinnlicher Aussprüche eines seiner früheren Lehrer ein, die besagen, daß die wissenschaftliche Arbeit einmal dem Mönchtum und der Askese gleiche, die freiwilligen Verzicht auf mancherlei Ablenkungen bedingen, und dafür tiefe Befriedigung und Beglückung schenken und zum anderen Male die Verpflichtung in sich schließt, die gewonnenen Erkenntnisse und die Beglückung jenen Menschen zu vermitteln, die sich darum bemühen. In solchem Sinne seien die Vorträge aufgefaßt, die die Gesellschaft vorgesehen hat. Er sprach dann von der erlebnisreichen Studienfahrt der Arbeitsgemeinschaft zur Nordsee, die auch die Anregung zu diesem heutigen Vortrag wurde. Dr. W. Häntzschel von der damals besuchten Forschungsanstalt Senckenberg am Meer, Wilhelmshaven, gab dann einen Ueberblick über das vielfältige und sehr interessante Gebiet der „Meerespaläontologischen Forschungen im deutschen Wattenmeer." Er führte kurz in diese wissenschaftliche Disziplin ein, die dazu dient, aus der Erkenntnis heraus, daß die Erscheinungen der Gegenwart auch in der Vergangenheit eine Rolle gespielt haben, die Erforschung der Bildung der Gesteine und der Fauna nutzbar zu machen. Diesen meerespaläontologischen Forschungen im deutschen Wattenmeer dient Die Forschungsanstalt. Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven, die im Zusammenwirken mit den Strombaubehörden wertvolle Arbeit im großen Jadebusen leistet. Diese Arbeit bietet eine Fülle selten schöner Beobachtungen der Gestaltung des Wattenmeeres. Zunächst sind es die den Geologen besonders stark interessierenden Bildungen des Schlickes, die Erscheinung der Oberfläche der Sedimente durch Einfluß der Strömungen, evtl, der Winde, die vielfältige Anregungen bieten. Ferner ist die Paläontologie in ihrer Bedeutung als Toten- und Einbettungslehre zu berücksichtigen, wobei von Wert ist, was von einem Tier, das fossil geworden ist, übrig bleibt, was von seinen Weichteilen bleibt und welche Schlüsse zulässig sind. Die Erforschung der Fauna erfordert die Beachtung der Lebewesen nach ihrer Herkunft, ihrer Einordnung u. a. auch in ihre Lebensgemeinschaften oder Totengesellschaft. Schließlich hilft auch die Spuren- und Fährtenkunde dem Forscher wesentlich zu Fortschritten. So konnte eine Erdölbohrung in Rumänien nur dadurch erfolgen, weil man wußte, wie Muscheln im Wattenmeer gelagert waren, und die Schlußfolgerungen sich zutreffend erwiesen. An Hand von zahlreichen Lichtbildern erweiterte dann der Vortragende seinen Ueberblick über die manigfaltigen Fragen, die dem Forscher begegnen, wenn er die eigenartigen Gebilde der Oberfläche dieses Wattenmeeres sieht, den Würmern, Muscheln, Krebsen begegnet oder Funde fossiler Tiere bergen kann. Aus der Lage und Beschaffenheit solcher Funde liest er ebenso wie aus den manigfachen Erscheinungen der Oberfläche des Bodens und den Gesteinsbildungen des Landstriches das Walten der Natur. Reicher Beifall dankte dem Redner. Nach einer kurzen Aussprache gab Dr. A n k e l die Vortragsfolge der nächsten Wochen bekannt. Volizeibericht. Diebstähle von Auloerfahleilen. In der letzten Zeit wurden in unserer Stadt fortgesetzt Kühlerverschraubungen und Markenschilder von Autos gestohlen. Am 5. Januar konnten drei jugendliche Personen ermittelt werden, die diese Diebstähle ausgeführt hatten. Eine größere Anzahl der fraglichen Gegenstände konnte bei ihnen sichergestellt werden. Da nicht alle Geschädigten bekannt sind, werden diejenigen Eigentumsberechtigten, die noch keine Anzeige erstattet haben, ersucht, bei der Kriminalpolizeistelle Gießen vorzusprechen. Am 6. Januar zwischen 20 und 24 Uhr wurden in der Bahnhof- und der Walltorstraße erneut fünf Kühlerverschraubungen von parkenden Personenkraftwagen entwendet. Da nicht anzunehmen ist, daß die am 4. Januar ermittelten Täter auch für diese Diebstähle in Frage kommen, dürfte feststehen, daß noch eine weitere Bande am Werke ist und ihr Unwesen treibt. Personen, die sachdienliche Angaben für die Täterermittelung machen können, werden ersucht, bei der Kriminalpolizeidienststelle Gießen vorzusprechen. Lrkerscheibe zertrümmert. In der Nacht zum Sonntag, 5. Januar, gegen 3 Uhr wurde in der Neustadt eine größere Erkerscheibe des Konfektionshauses Schneider zertrümmert. Um die Tatzeit hielt ein Kraftwagen, Marke „Hanomag", in unmittelbarer Nähe des Tatortes, der nach der Tat sofort abfuhr. Von dem oder den Tätern fehlt bis jetzt noch jede Spur. Auch über den Kraftwagen ist bis jetzt nichts Näheres bekanntgeworden. Personen, die sachdienliche Angaben machen können, die zur Ermittelung der Täter führen, werden ersucht, dies bei der Kriminalpolizeistelle mitzuteilen. Eigentümer gesucht. Vor einiger Zeit wurde bei der Kriminalpolizeistelle ein Koffer sichergestellt, dessen Eigentümer bisher nicht zu ermitteln war. Es* handelt sich um einen braunen Reisekoffer von der Größe 60X35. In dem Koffer befinden sich ein Herrenhemd und ein Herrenrock. Außerdem wurde in der Nähe des Maschinenhauses der Kliniken eine Armbanduhr gefunden, deren Eigentümer nicht ermittelt werden konnte. Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, sich bei der Kriminalpolizeistelle Gießen zu melden. * ** Auszeichnung eines Gelehrten. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Professor Dr. A. Weber, Direktor des Balneologischen Universitäts-Instituts in Bad- Nauheim, wurde von der finnischen Aerztegesell- schaft Duodecim aus Grund seiner Forschertätigkeit zum ausländischen Ehrenmitglied gewählt. ** Eine Fünfundsechzigjährige. Frau Helene Schupp, geb. Häuser, Wetzsteingasse 8, kann am morgigen Donnerstag ihren 65. Geburtstag feiern. Die betagte Frau ist feit 40 Jahren Leserin des Gießener Anzeigers. ** Frontkameradschaft der 76. R e - serve-Division in Gießen. Aus der Zusammenarbeit für den 7. Divisionstag ging die Ortsgruppe Gießen hervor, deren Gründung jetzt vollzogen wurde. Leiter ist Kamerad Studienrat Adolf Fischer, Gießen. Die Frontkameradschaft hat ihre Kameradschaftsabende jeden zweiten Donnerstag im Monat in der Frankenecke im Andres. (9. Januar erste Zusammenkunft dieses Jahres.) Beitrag wird nicht erhoben. ** M i t dem Auto in den Straßengraben gefahren. Ein Autofahrer aus Wetzlar geriet gestern auf der Fahrt zwischen Steinbach und Gießen im Stadtwald von der Fahrbahn ab in den Straßengraben. Dabei trug der Mann eine Gehirnerschütterung davon, die seine Ueberführung in die Klinik erforderlich machte. Das Auto wurde leicht beschädigt. ** Der gefährliche lintenftift. Die Gefahr der Tintenstifte wird noch immer unterschätzt. Verletzungen, die man sich mit einem Tintenstift zuzieht, sollten umgehend ärztlicher Behandlung zugeführt werden. Im Auge muß man sofort durch reichliche Spülung mit lauem Wasser so viel als möglich von dem abgebrochenen oder stecken- gebliebenen Stift entfernen. Aber gleich muß auch der Arzt verständigt werden. Auch in der Haut oder gar bei tieferem Eindringen durch die Haut hindurch ist gründliche Beseitigung schnellstens angezeigt, damit kein Absterben des Gewebes erfolgt. Das rechtzeitige Eingreifen des Arztes wird oft dadurch erschwert, daß zunächst kaum Schmerzen entstehen. Erst nach einigen Tagen kommt es zu mäßigen örtlichen. Dagegen schweren allgemeinen Störungen wie Elendfein, Kopfschmerzen, Fieber oder Schüttelfrost. Es ist eine schlechte Gewohnheit, Tintenstifte ohne schützende Kappe zu lassen, besonders wenn man sie in der Tasche trägt. * Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot, Gemeinnützige G. m. b. H. in Ludwigsburg. Bei der 54. Baugeldzuteilung wurden kurz vor Jahresende wiederum 263 Bausparern 3 031 500 Mark bereitgestellt. Die bei der GdF. nur auf ordnungsgemäßen Abruf durch die beteiligten Bausparer wartenden Mittel betragen einschließlich schon früher zugeteilter, bisher noch nicht bzw. noch nicht vollständig abgerufenen Beträge im Augenblick rund 9 Millionen Mark. Die Gesamtzuteilungen der GdF. belaufen sich nunmehr auf 233118 409 Mark an Geldspenden für das WHW. Gesamtsumme der bisher eingegangenen Spenden: 30 550,40 Mark. Weitere Geldspenden gingen ein: 17. Dez. 1935: Wildbretverkauf 26 Mark. 18. Dez.: Kriegerkameradschaft Bersrod 5 Mark; Gesangverein Sängerluft Oppenrod 16; Gießener Eisverein 10; Gesangverein Germania Großen- Buseck 5; DHC., Zweigverein Hungen 10; Kriegerkameradschaft Londorf 10; Kröck, Gießen, 45. 19. Dez.: Kriegeroerein Hausen 5 Mark; Frauenhilfe Leihgestern 5. 20. Dez.: Schreinerei Jammer, Gießen, 8 Mark; Auto-Letsch, Gießen, 26,47; Heinrich Noll, Gießen, 25; Kriegerkameradschaft Stangenrod 3; Aelterer Diehversicherungsoerein Wieseck 10; Wilh. Laux I., Holzheim, 5; August Schlörr, Waldmühle, 12; Stammtisch Walltoria Cafä Leib 20; Sexta I des Lyzeums Gießen 4. 21. Dez.: Sportklub 1921 Saubringen 5 Mark; VHC. Grünberg 10; Offiziersoereinigung JR. 118 Gießen 20; Verein ehemaliger 118er Gießen 10; Artillerie-Verein Gießen 15; Verband ehemaliger 80er Gießen 5; Wilhelm Friedrich, Gießen, 10; Firma Bernard, Gießen, 5. 23. Dez.: Kriegerkameradschaft ??? 5 Mark; Evangelische Frauenhilfe Heuchelheim 10; Ortsfachgruppe Imker Gießen 25; Mto. Gießen 10; Nachrichtentruppe 3. Kompanie 24,73. 24. Dez.: Liederkranz Muschenheim 4 Mark; Evangelische Frauenhilfe Wieseck 10; Baugenossenschaft 1894 Gießen 200; Altersvereiniaung 1861— 1911 10; Basaltwerke Launspach, Annerod, 10; Oskar Gutmann 5. 27. Dez.: Kriegerkameradschaft Münster 3 Mark; Kriegerkameradschaft Lollar 10; MAG. Wieseck 25; Schweine-Versicherungsoerein Lollar 10; Stammtisch Krokodil Gießen 50; Eisenbahner-Heimstätten- oerein Gießen 50. 28. Dez.: Kaninchenzuchtoerein Lollar 12 Mark; Turnverein 1846 Gießen 20; Bezirkssparkasse Grünberg 200; Franz Bette, Gießen, 100. 30. Dez.: Gefangner. Eintracht Göbelnrod 5 Mk. 31. Dez.: Turnverein Grünberg 15 Mark; Evangelischer Kirchenchor Lich 5; Kegelklub „Alle Neun" Wieseck 5; Otto Fischer, Gießen, 100; Verein Ami- citia Gießen 3,50; Tennisklub 1922 Gießen 50; Unbekannt 10; Evangelischer Kirchenchor Heuchelheim 10; Bezugs- und Absatzgenossenschaft Bellersheim 20; Gesangverein Liederkranz Leihgestern 5; Dr. R. Hahn, Hungen, 10. 3. Jan. 1936: Wilhelm Strach, Gießen 10 Mark, Prof. Börstel, Gießen 5. Lohnspenden von Arbeitnehmern. 20. Dez. 1935:: Univ.-Versuchsgut, Gießen 5,85 Mark; Gefolgschaft Karl Lapp, Gießen 15,34; Opel Motorwagen, Gießen 13,75; Schunk & Ebe, Gießen 22519. 21. Dez.: Gruppe Wilhelm Hungen 12,50 Mark; Reisende Firma Malex 8,80; Dampfsägewerk Abend- ftern 16,05; Fabrik Gießen Gg. Ph. Gail 22,50. 23. Dez.: Will & Co., Gießen 7,70 Mark; Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen 180,10; Arbeitsamt Gießen 75,20; DAF. Ortsgruppe Lich 26,50; Andreas Euler, Gießen 16,35. 24. Dez.: Flieaerhorstkommandantur Kassel 43,75 Mark; Finanzkasse Gießen 38,70; Arbeitsamt Gießen 29,15; Oeffentliche Handelslehranstalt Gießen 9,90. 27. Dez.: Deibel-Lollar 6,50 Mark; Formhals, Allendorf 8,85; Heilstätte Seltersberg, Gießen 13,57; Opel Motorwagen, Gießen 48,60. 28. Dez.: Glaskontor, Gießen 10,90 Mark; Ed. Klinket Söhne, Gießen 12,50. 30. Dez.: Buderus, Lollar 163,56 Mark; Gail Fabrik, Rodheim-Krofdorf 36,25; A. W. Rinn, Gießen 30,80. 31. Dez.: Tierzuchtinstitut, Gießen 6 Mark; Büroangestellten Gail, Gießen 23,10; Overhofs u. Sohn, Gießen 6,03; Karzentra, Gießen 38,39; I. Lemmer, Lollar 31,30; Bezirkssparkasse, Gießen 98,35; Kaufhaus Kerber, Gießen 39,60. 3. Jan. 1936: Borrmann, Gießen 8,70 Mark; Didier-Werke, Mainzlar 53,88; Hch. Dietz, Lich 10,50; W. u. G. Schuchard, Gießen 18; Pelikan- Apotheke, Gießen 9,70; Poppe & Co., Gießen 103,45; Biebertalbahn 8,40; Bäuerliche Hauptge- nossenschaft Gießen 5,25. Gesamtsumme 33 467,61 Mark. 16 347 Bausparer; einschließlich der von ihr verwalteten Bausparkassen „Rat und Tat" und der „Bayerischen Bausparkasse" sind es jetzt über 235,6 Millionen Mark für 16 604 Bausparer. Daneben hat ihre österreichische Tochtergesellschaft, die GdF. Salzburg, noch weiteren 4547 Bausparern rund 76,6 Millionen Schilling zugeteilt, so daß von der GdF. bis heute insgesamt 21151 GdF.-Baufparer- familien bei der Schaffung eines Eigenheims geholfen wurde. Auch die Steigerung des Sparerneuzuganges hält an. Große Strafkammer Gießen. Der Angeklagte Iwan Bondarenko aus Nowogoradzewerst in Rußland, zur Zeit in Untersuchungshaft, wurde durch Urteil des Schöffengerichts vorn 23. Oktober 1935 wegen schweren Diebstahls in zwei Fällen im weiteren Rückfall zu einer Gesamtzuchthaus strafe von drei Jahren und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Auf die Strafe wurden zwei Monate der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet. Der Angeklagte benutzte am 16. Juni 1932 die Abwesenheit einer Bauernfamilie, die sich bei Der Heuernte befanD, um durch ein Fenster in das Haus einzudringen und eine Uhr, einen Ring und verschiedene Zinsscheine zu stehlen. Im August 1934 begab sich der Angeklagte nach Billertshausen und entwendete dort u. a. einen Geldbetrag von 130 Mark. Der Angeklagte erbrach ebenfalls in einem Bauernhaus Die Kellertür und gelangte fo in Das Haus. Da er schon wiederholt einschlägig vorbestraft ist, legte er gegen das Urteil des Schöffengerichts Berufung ein, Die jedoch - kostenpflichtig verworfen wurde. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde Der Alfred Schmidt aus Bodenrod wegen Sittlich- keitsverbrechens zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren sechs Monaten verurteilt. . Wegen Des gleichen Delikts erkannte das Gericht gegen Den Heinrich Vetter aus Burg-Gräfenrode auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten. Amtsgericht Gießen. Der G. R. aus Grünberg überholte am 25. Aug. 1935 mit feinem MotorraD auf Der Straße Gießen —Reiskirchen eine RaDfahrerin nicht vorschriftsmäßig und fuhr sie an. Durch Strafbefehl wurde er mit 35 Mark Geldstrafe belegt. Sein Einspruch blieb ohne Erfolg. Gauleiter Sprenger bei der Deutschen Lufthansa. NSG. Zur gleichen Stunde, in der sich am 6. Januar aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens Der Deutschen Lufthansa überall im Reich Die Ar- beitstameraDen zu einem Betriebsappell vereinigten, versammelten sich auch im Frankfurter Flughafen Die zur Flugleitung gehörigen Luft- Hanseaten zu einer Feierstunde. Der Flugleiter, Ritter von Lechner, konnte hierbei als Gäste Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, seinen Stellvertreter Regierungsrat Reiner, Gaupropa- ganDaleiter M ü l l e r - S ch e l d, Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs, sowie Die Leiter Der mit Der Lufthansa eng zusammenarbeitenDen Dienststellen, z. B. FlugwetterDienst, Flughafenleitung, Flughafenverwaltung usw. begrüßen. In kurzen Ausführungen zeichnete Der Flugleiter nochmals Die Entwicklung Des Deutschen Luftverkehrs währenD Des ersten Betriebsjahrzehntes und legte im Namen aller in Frankfurt tätigen Arbeits- fameraDen das Gelöbnis ab, wie bisher fo auch weiterhin in straffster Disziplin und engster Kameradschaft für die weitere Entwicklung Des Luftverkehrs im Rhein-Main-Gebiet zu arbeiten. Er verlas hierauf Die ReDe Des Aufsichtsratsoorsitzenden, Staatsrat Dr. von St a u ß, Die dieser auf Dem zur gleichen StunDe in Berlin Durchgeführten Betriebsappell Der Hauptverwaltung hielt. Der schön verlaufene AbenD, Dessen BeDeutung Durch Die Anwesenheit Des Gauleiters besonDers unterstrichen rourDe, legte Zeugnis ab für Die kame- raDschaftliche Verbundenheit aller am Luftverkehr tätigen Kräfte. Er rourDe Durch Vorträge aus Den Reihen Der Gefolgschaftsmitglieder bereichert, Die teilweise in recht humorvoller Form auf Die Entwicklungsgeschichte Des alten Frankfurter Flughafens eingingen und auf Die BeDeutung Des künftigen Flughafens Rhein-Main hinwiefen, Der fein Entstehen Dem Weitblick Des Gauleiters Sprenger verDankt. Flugkapitän Lange gab im Verlaufe Des anschließenden Zusammenseins einige ergötzliche Erlebnisse aus feinem wechselvollen Fliegerleben zum Besten. Obecheffen. Der Neichsberufswettkampf im Kreise Schotten. O Laubach, 7. Jan. Anmeldungen für Die Reichsberufswettkämpfe Der deutschen Jugend im Kreise Schotten werden entgegengenommen von der Hitler-Jugend, Dem Reichs- nährstanD unD Der Deutschen Arbeitsfront. Die Wettkämpfe werden abgehalten: 1. Für Bäcker in Laudach unter Leitung von Bäckermeister Friedr. Göbel. 2. Für das Bauhandwerk in Schotten unter Leitung von Hermann Spanier. 3. Für Hausgehilfen in Schotten unter Leitung von Frau Wilhelmine Metz. 4. Für Kaufleute in Ober-Schmitten unter Leitung von Pg. Otto Körber, in Schotten unter Leitung von Ludwig Engel und in Lau - bad) unter Leitung von Rudolf Justus. 5. Für die Landjugend in Schotten unter Leitung von Pg. August Straub V., in Lau - bad) unter Leitung von Ortsbauernsuhrer Pg. Röder, in Gedern unter Leitung von Pg. Hermann Müller und in Ulrichstein unter Leitung von Ortsbauernführer Pg. Stein. 6. Für Metallarbeiter in Schotten unter Leitung von Wilh. Ludwig. 7. Für Metzger in Schotten unter Leitung von K. PH. W. Spanier und in Laubach unter Leitung von Ernst Kühn. 8. Für Schneider in Schotten unter Leitung von Wilh. Hofmann und in Laub a ch unter Leitung von Adolf Sils. 9. Für Schneiderinnen in Schotten unter Leitung von Frau Anna Rühl und in Laubach unter Leitung von Frau Elisabeth Krenkel. 10. Für Schreiner in Schotten unter Leitung von Schreinermeiftex Winter. Feuer in der Ober-Schmitieuer Papierfabrik. Nidda, 7. Jan. (LPD.) In der M o u f a n g - schen Papierfabrik im benachbarten Ober- Schmitten wurde Montag vormittag im sogenannten Ausschußlager ein Feuer entdeckt. In dem gleichen Raum hatte es vor Jahren schon einmal gebrannt. Werksmänner gingen sofort an die Bekämpfung des Brandes, die sich infolge der ungeheuren Rauchentwicklung sehr schwierig gestaltete. Mit Rauch- und Gasmasken bewaffnet schlugen die Männer in das Dach Löcher, Damit Der beißenDe Rauch abziehen konnte. Gleichzeitig mußte Das Feuer mit großen Wassermassen angegriffen wer- Den, Damit es Durch Die Luftzufuhr nicht hell angefacht rourDe. Motorspritze unD Arbeitsdienst von Nidda würben alarmiert, brauchten aber bei ihrem Eintreffen nicht mehr eingesetzt zu roerDen, Da Die Werksmänner Herr des Feuers geworDen waren. Landkreis Gießen. > Heuchelheim, 7. Jan. Am Samstaa hielt der Turnverein feine Jahreshauptversammlung ab. Aus dem Jahresbericht Des Vereinsführers Otto Rinn ging hervor, daß Das abgelaufene Jahr recht arbeitsreich war. Nach Der Zusammenfassung aller sportlichen Vereinigungen im Reichs- bunD für Leibesübungen roirD auch Die Turnerei Hauptbestandteil bleiben, wenn auch Die Deutsche Turnerschaft als selbständiger Verband aufgelöst wird. Als stärkster Landverein Oberhessens hat sich Der hiesige Turnverein an zahlreichen Veranstaltungen mit Erfolg beteiligt. Das vergangene Jahr brachte einen Zuwachs von 78 MitglieDern. Oberturnwart F. Volkmann berichtete über Die turnerische Tätigkeit. Zahlreiche Siege konnten Turner und Turnerinnen heimbringen. BesonDers zu erwähnen find Die GebrüDer NeiDel, Die im Langstreckenlauf bei Den Kreis-, Gau- und deutschen Meisterschaften mit an erster Stelle stehen. An die Kasse sind im vergangenen Jahre besondere Anforderungen gestellt worden, doch konnte sie mit einem kleinen Kassenbestand abschließen. Ein herzliches Dankschreiben hat Der Turnverein Spiesen im Saargebiet für eine Spende zum Turnhallenbau gesandt. Dietmar! Alb. Rinn sprach über Die geistige Betreuung Der Turner. Für Das Schwimmen trat Schwimmwart Fr. Rinn ein. BesonDere Ausgestaltung soll Die Feier Des zehnjährigen Bestehens unserer Turnhalle erfahren. Nach einer Werbung für Die Olympiade konnte der Vereinsführer Die Tagung schließen. T" Aus DemBusecker Tal,7. Jan. Allenthalben ist gegenwärtig ein Massenauftreten von Maulwürfen zu beobachten. Auf Den Wiesen vor Der Station Rödgen, ferner im Wieseck- grunD zwischen RöDgen unD Großen-Buseck unD auch oberhalb Des Dorfes Großen-Buseck sind Die Wiesen kreuz unD quer zerfurcht von Maulwurfsgängen, unD ein ErDhügel reiht sich an Den anderen, die Die sonst so nützlichen Tiere aufgeworfen haben. ch Oppenrod, 6. Jan. In Der Wirtschaft von Döring fand unter Dem Vorsitz von Ortsbauern- führer Wallbott eine gut besuchte Bauernoersammlung statt. Die Bauern erstatteten Bericht über ihren FruchtbestanD, ferner über Die Mengen der noch lagernden Frucht, die eventuell zum Verkauf kommen kann, und über Die bereits abgelieferten Fruchtmengen. Ortsbauernführer Wall- b o t t rief zum Besuch Der im Mai in Frankfurt am Main stattfindenden Reichsnährstandsschau auf. Bei dem großen Interesse, Das man allenthalben Der Schau entgegenbringt, und angesichts des sehr ermäßigten Eisendahnfahrpreises sagten jetzt schon 24 Männer und Frauen Den Bsuch zu. Weitere Anmel- Dungen werden noch entgegengenommen. I Daubringen, 7. Jan. Die Straßensammlung Der Kriegsopfer für Das WHW erbrachte in unserer Ortsgruppe rund 102 Mark. Davon entfallen auf Mainzlar 31 Mark, Daubringen 39 Mark und Staufenberg 32 Mark. — Die hiesige Schäferei-Gesellschaft hielt ihre Generalversammlung ab, in der u. a. die Rechnungsablage gegeben wurde. Dabei zeigte sich ein besserer Stand des Vereins, als in früheren Jahren. Der seitherige Vorstand bleibt auch für das Jahr 1936 unverändert bestehen. Um die Schafzucht in unserer Gemeinde zu fördern, soll von Den Schaf- Haltern Die Weide gründlich in Ordnung gebracht werden, ferner hat Die Gemeinde Die Lehmkaute umroDen und urbar machen lassen, so daß dieses Die Mondfinsternis 9.A.-'Spoit In 16, Buchenknüppel 16, Eichenknüppel 13 bis 14, 50 Buchenwellen 10 bis 11, Eichenwellen 4,50, Fichtenwellen 3 bis 4 Mk. — Durch die Gau- ilmstelle wurde im dichtbesetzten Saale des Gastwirts Sames der Tonfilm „Krach um Jolanthe" vorgeführt, der viel Anklang fand. Bürgermeister Buß sprach das Schlußwort. Mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland wurde )ie Veranstaltung geschlossen. — Am Montag, 13. Januar, kann der Kolonialwarenhändler Heinrich Reuhl IX. in völlig körperlicher und geistiger Frische seinen 8 8. Geburtstag feiern. öp Obbornhofen, 8. Jan. Begünstigt durch das gelinde Wetter schreiten die Vorarbeiten für die geplanten baulichen Veränderungen an dem Erbhof des Ferdinand Philippi rüstig vorwärts. Nachdem die alte Scheune vor kurzem niederlegt wurde, konnte mit dem Erdaushub begonnen werden, der jetzt nahezu vollendet ist. Mit den eigentlichen Bauarbeiten wird im kommenden Frühjahr begonnen werden. Der Erbhof, der in der Mitte des Dorfes liegt, trägt den Namen Schultze- H o f und wird nach Fertigstellung der baulichen Veränderungen in seiner Gesamtheit einen stattlichen Anblick bieten. ch Obbornhofen, 7. Jan. Infolge Bereitstellung von Reichszuschußmitteln für An- und Umbauten zur Einrichtung von Wohnräumen besteht bei der Gemeindeverwaltung die Absicht, das alte Rathaus, ein Fachwerkhaus aus dem 15. Jahrhundert, im Innern und Aeußern einer Erneuerung zu unterziehen und das obere Stockwerk au einer Wohnung einrichten zu lassen. Hierbei soll Der jetzige äußere Verputz verschwinden, um die alten Fachwerke wieder zur Geltung zu bringen. Der untere Teil des Gebäudes dient als Aufbewahrungsraum der Feuerwehrgeräte. Auch eine Viehwaage ist hierin eingerichtet. Diese Einrichtungen sollen darin belassen werden. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, hofft man, auch von der staatlichen Denkmalpflege einen Zuschuß zu erlangen. O Rodheim a. d. Horloff, 7. Jan. Hier verstarb der frühere Bürgermeister Wilh. Kröll I. im 84. Lebensjahre. ch Lauter, 6. Jan. Am Samstagabend hielt bei Wirt Hock der hiesige Gesangverein „Germania" seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vereinsführer dankte zunächst den Sangesbrüdern für den Besuch der Singstunden und dem Dirigenten Nicolai, Großen-Buseck, für seine Mühe und Arbeit. Im abgelaufenen Vereinsjahr fanden 42 Singstunden statt. Der Besuch war gut. Da sich bei der Rechnungsablage keinerlei Beanstandungen ergaben, wurde dem Rechner Entlastung' erteilt.' Der Verein besteht zur Zeit aus 5 Ehren-, 38 aktiven und 19 passiven Mitgliedern. Am 12. Juli führt der Verein das Wertungssingen des südlichen Teiles des Ohm-Lumdatalkreises durch. Damit verbunden ist die Fahnenweihe des Vereins. Dieses ist seit 1892 das erste Fest, das in Lauter wieder gefeiert wird. Als Festplatz wurde das Wiesengelände links der Straße nach Laubach ausersehen! Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles blieb man noch einige Stunden in froher Stim- muna und echter Kameradschaft zusammen. ch L a u t e r, 7. Jan. Nachdem Lehrer R o e s ch e n wegen Krankheit für längere Zeit beurlaubt werden mußte, wurde jetzt Schulverwalter Schmidt aus Mainz mit der Vertretung beauftragt. = Ettingshausen, 7. Jan. Bei der H o l z - Versteigerung wurden je Raummeter folgende Preise erzielt: Buchenscheite 7 bis 9 Mk., Buchenknüppel 5 bis 7 Mk., Buchenrundscheite 7 bis 8 Mark, Kiefernrundscheite 5 bis 6, Kiefernknüppel 3 bis 3,50, Fichtenrundscheite 4 bis 5, Fichten- knüppel 3 bis 4 Mark, 50 Wellen 6 bis 7 Mark. Buchenreisig kostete in Schichthaufen pro Raummeter 80 bis 90 Pfennig. I Göbelnrod, 7 Jan. Der nunmehr abgeschlossene Melklehrgang wurde von 23 Personen besucht. Die Leitung lag in Händen von Melk- lchrer Fey (Warthof). Der Unterricht brachte mittags zwei Stunden theoretische Schulung unter Zuhilfenahme von Lichtbildern: morgens und abends wurde praktisch gemolken, und zwar wurde die anerkannte Allgäuer Faustmelkmethode gelehrt. Im Zusammenhang mit dem Kursus hielt Melklehrer Fey vor der hiesigen Ortsbauernschaft einen Lichtbildervortrag über reinliche Milchgewinnung, Kälberaufzucht, Eutererkrankungen und richtige Stallhaltung. — Bei der S a m m l u n g d e r N S.- Kriegsopfer hier konnten 11,80 Mark aufgebracht werden. Oeutschlants Dauerfahrer schlagen Frankreich. Lohmann überlegener Gesamtsieger. der Berliner Deutschlandhalle So sieht die Mondfinsternis in den Augen unseres Zeichners aus. Sie ist für heute abend anqekündigt. Das Spiel wird um 17.28 Uhr beginnen, und kurz vor 19 Uhr wird der Höhepunkt der Finsternis erreicht sein. — (Zeichnung: Zglinicki. Scherl-M.) Form, wie aus den am zweiten Tage obgewickelten Prüfungskämpfen hervorgeht. Im Mittelgewicht kam Opfchruf (Trier) im beidarmigen Stoßen mit 295 Pfund zu einem neuen Weltrekord, er verbesserte seinen eigenen bisherigen Rekord um drei Pfund. Den Gesamtsieg holte sich im Mittelgewicht allerdings der Essener Wagner, der im Dreikampf fünf Pfund mehr zusammenbrachte, während Gottschalk (Essen) infolge einer Erkältung nicht in Form war. Im Federgewicht erreichten L i e b s ch (Düsseldorf) und Walter (Saarbrücken) beide 570 Pfund, das leichtere Körpergewicht gab den Ausschlag zum Siege des Westdeutschen. Europameister Jansen (Wanne-Eickel) war im Leichtgewicht mit 640 Pfund nicht zu schlagen; im Halbschwergewicht wartete der Ludwigshafener Deutsch mit einer Leistung von 715 Pfund auf und im Schwergewicht erreichte Manger (Freising) 800 Pfund; Straßberger „betätigte" sich als Zuschauer. kamen am Samstagabend zum zweitenmal seit ihrer Eröffnung Dauerrennen zum Austrag, denen rund 10 000 Zuschauer beiwohnten. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Länderkampf Deutschland — Frankreich, den Deutschland dank der ausgezeichneten Fahrweise des Bochumers Lohmann überlegen gewann. Lohmann war eine Klasse besser als seine drei Gegner, er gewann sämtliche Läufe über 10, 20 und 30 km und siegte auch im Zeitfahren über 1 km. Von den beiden Franzosen leistete Pelissier den hartnäckigsten Widerstand. Neue Länderkämpfe im Handball. Das am 1. Dezember vorgesehene erste Handball-Länderspiel zwischen Deutschland und Lurem- burg, das dem schlechten Wetter zum Opfer fiel, ist nunmehr auf den 2. Februar angesetzt worden. Allerdings wird der Kampf diesmal in Saarbrücken ausgetragen. Das Fachamt Handball verhandelt weiter mit Frankreich wegen eines Länderspieles, das im März oder April in einer französischen Stadt zum Austrag kommen soll. In beiden Spielen wird es eine „Frage nach dem Sieger" nicht geben. Unsere Ländermannschaft muß aber bis zu den Olympischen Spielen Spielgelegenheit haben und außerdem ist sie durch ihr Können ja schließlich der beste Werber für das olympische Handballturnier, bei dem wir auch mit der Teilnahme von Luxemburg und Frankreich rechnen. Fußball der Gauliga-Mannschasten. Spiele des kommenden Sonntags. Der Meister 1. FC. Hanau 93 empfängt die Marburger Kurhessen, die eine ganz gute Figur machen dürften. An einen Punktgewinn ist jedoch für sie nicht zu denken, da die Hanauer bei der scharfen Rivalität mit Hessen Bad Hersfeld und Borussia Fulda jeden Punkt nötig haben und deshalb mit größtem Eifer spielen werden. Hessen Bad Hersfeld fährt zum Spielverein Kassel und wird dort sicherlich zum Siege kommen. Eine Niederlage der Hersfelder würde jedenfalls eine große Ueberrafchung bedeuten. Borussia Fulda hat beim VfB. Friedberg noch nicht gewonnen, immerhin sind aber die Aussichten des Exmeisters etwas höher einzuschätzen. Fußball der Kreisklaffen. Pokalspiele: «Lollar — Ehringshausen 4:2; Sportfr. Wetzlar — Oberbiel 2:3; Philippstein — Holzhausen 4:0. Deutscher Turnlehrer nach Aegypten berufen. Bruno I o h n k e , der Vereinsturnlehrer der Turngemeinde in Berlin, hat den ehrenvollen Auftrag erhalten, die ägyptische Olympiamannschaft im Kunstturnen zu schulen. Johnke ist als ständiges Mitglied der Berliner Städtemannschaft bekannt. Er wird in diesen Tagen die Reise nach Alexandrien antreten. Acht Weltrekorde mit Dieselmotoren. Der Engländer G. E y st o n mit seinen Fahrern D e n l y und W i s d a m führte in Paris auf der Autobahn von Linas Montlhery Rekordfahrten mit einem Dieselmotorwagen aus. Erst am Sonntag ließ jedoch der Regen einen Start zu. Zunächst bestieg Denly den Wagen zur Fahrt, deren Endziel der 24-Stunden-Rekord war. Doch schon nach drei Stunden war sie beendet. Das rechte Vorderrad löste sich und sprang ab. Wie durch ein Wunder konnte Denly den Wagen ohne Unfall zum Stehen bringen. Er hatte bis dahin folgende acht neue Weltrekorde aufgestellt: Ueber 50 km in 18:53,42 Minuten (bisher 21:09,37) = 158,811 km/st, über 50 Meilen in 29:37,18 (bisher 33:55,24) = 162,934 km/st, über 100 km in 36:38,80 (bisher 42:10,92) = 163,875 km/st, über 100 Meilen in 58:16,79 (bisher 1:08:05,10) = 165,684 km/st, über 1 Stunde erreichte er 165,786 (bisher 142,018 km) = 165,786 km/st, über 200 Meilen bei 1:56:22,40 Stunden = 165,915 km, über 2 Stunden 331,948 km = 165,974 km/st, über 3 Stunden = 471,424 km = 157,141 km/st. Die Höchstleistungen bis zu einer Stunde entriß Eyston seinem Landsmann Munday. Die Weltrekorde über 200 Meilen, über 2 und 3 Stunden wurden zum erstenmal aufgestellt. W'NiBo Holzheim, 7. Jan. Aus dem Standes- amtsregister von 1935 ist folgendes zu entnehmen: 36 Kinder wurden geboren, 22 Sterbefalle traten ein, 10 Trauungen fanden statt. — Bei der Sammlung für das W i n t e r h i l f s w e r k am Samstag durch die Frontsoldaten gingen 67,75 Mk. ein — Dieser Tage fand auf dem Rathaus die Holzversteigerung des hiesigen Gemeinde- und Markwaldes statt. Es kosteten im Durchschnitt: 2 Raummeter Buchenscheitholz 25 Mk., Eichenscheit Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Lin alter Abonnent. 1. Die Einheitswerte wer- den durch das zuständige Finanzamt festgestellt. Ausschüsse wirken bei der Feststellung von Einheitswerten nicht mit. Bei den Finanzämtern bestehen jedoch Beiräte (Sachverständige usw.), die von den Finanzämtern je nach Lage des Falles vor der Feststellung des Einheitswertes gehört werden. Falls Sie sich durch die Höhe des festgesetzten Einheitswerts beschwert fühlen, steht Ihnen innerhalb der Einspruchsfrist das Recht des Einspruchs zu. Der Einspruch wäre bei dem zuständigen Finanzamt anzubringen. Falls der Einspruch im endgültigen Ergebnis für Sie keinen Erfolg haben sollte, hätten Sie die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zu tragen. 2. Ob die Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung zutreffen, können wir nach den kurzen Angaben nicht sagen. Wenden Sie sich an Ihr zuständiges Finanzamt, das einen entsprechenden Antrag zu prüfen hat B. G. B. Zu 1.: Gegen den gemäß den Bestimmungen des hessischen Feldbereinigungsgesetzes von 1923 ergangenen Schiedsspruch gibt es keinerlei Rechtsmittel. Auch kann die Angelegenheit nicht mehr vor ein ordentliches Gericht gebracht werden. Es besteht lediglich die Möglichkeit, bei der Landeskommission der Feldbereinigung (Reichsstatthalter in Hessen, Abt. le) eine Eingabe zu machen, wenn das Vorgehen der Feldbereinigung eine unbillige Härte gegenüber dem Grundstückseigentümer dargestellt hat. Zu 2.: Der Staat, der wohl gemäß den Bestimmungen des Reichsversorgungsgesetzes Witwen- und Waisenrenten für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen zahlt, tritt nicht an die Stelle des Vaters in dem Sinne, daß für ihn eine Verpflichtung zur Gewährung einer Aussteuer besteht. Gemäß § 1620 Abs. 1 letzter Satz BGB. ist vielmehr an Stelle des verstorbenen Vaters die Mutter verpflichtet, den Töchtern (nur diesen) eine angemessene Aussteuer zu gewähren, soweit sie bei Berücksichtigung ihrer sonstigen Verpflichtungen ohne Gefährdung ihres standesgemäßen Unterhaltes dazu in der Lage ist. kr. B. in E. Unter der Voraussetzung, daß der Fragesteller als Eigentümer des Grundstücks im Grundbuch eingetragen ist, ist er nach wie vor Eigentümer des Grundstücks geblieben. Da er als Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist, so ist ein Aufgebotsverfahren mit dem Zwecke, den 30jäh- rigen Eigenbesitzer des Grundstücks (hier den, der es wie ein Eigentümer bewirtschaftet) zum Eigentümer desselben zu machen, nur zulässig, wenn der im Grundbuch eingetragene Eigentümer gestorben oder verschollen ist und eine Eintragung in das Grundbuch, die der Zustimmung des Eigentümers bedurfte, feit 30 Jahren nicht erfolgt ist. Da die von dem Bewirtschafter eingepflanzten Fichten zu wesentlichen Bestandteilen des Grundstücks geworden sind, ist der Eigentümer des Grundstücks auch ihr Eigentümer. §§ 927, 94, 946 BGB. Gelände im Frühjahr von der Schäferei-Gesellschaft eingesät werden kann. (I) Mainzlar, 8. Jan. Am Reichsberufswettkampf in der Berufsgruppe „Steine und Erde" werden vom hiesigen Werk nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen 15 Jugendliche teilnehmen. ± Staufenberg, 7. Jan. Der hiesige Zie - genzuchtoerein hielt bei gutem Besuch der Mitglieder seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Gottfried Bäum! er erstattete den Bericht über das verflossene Vereinsjahr. Der gesamte Vorstand unter Führung von Gottfried Bäumler bleibt auch für das neue Vereinsjahr im Amt. G Staufenberg, 7. Jan. Das Standes- amtsregifter für das vergangene Jahr verzeichnet 15 Geburten, 16 Sterbefälle (9 örtlich, 7 in Gießener Kliniken) und 12 Eheschließungen — Dieser Tage wurde im hiesigen Gemeindewald ein Rudel von 6 bis 8 Wildschweinen gesehen. Eine sofort vorgenommene Jagd auf die Tiere blieb allerdings ohne Erfolg. — Der Ziegenzuchtverein hielt bei Gastwirt Geißler seine Generalversammlung ab. Der Vorstand wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt. Vorsitzender ist weiterhin Gerhard Bäumler. Dem Rechner Gottfried Eckhardt konnte Entlastung erteilt werden. * Garbenteich, 7. Jan. Im Saale von Gastwirt S t e u p veranstaltete der Turnverein „Gut-Heil 1909" am Samstagabend einen in allen Teilen wohlgelungenen Werbeabend. Schülerturner Wenzel sprach eingangs den Prolog, die angetretenen Turnerinnen und Turner sangen gemeinsam das Turnerlied: „Turner auf zum Streite". Anschließend begrüßte Vereinsführer Karl Sommer die Turnfreunde und Gäste und empfahl, den Abend nicht als ein Wintervergnügen, sondern als einen Rechenschaftsbericht von einem vier- bis fünfwöchigen Training aufzunehmen. In seinen weiteren Ausführungen bat er alle noch abseits stehenden jungen Leute, in die Reihen der Turner und Turnerinnen einzutreten und am Aufbauwerk Deutschlands mitzuarbeiten. Gymnastik der Zöglinge, Stabübungen der Schüler, Rhythmische Hebungen der Turnerinnen, Bodengymnastik der Turner und Hebungen der Schüler auf der Turnmatte füllten den ersten Teil des Abends aus. Sehr ansprechend waren die Hebungen der Jugendriege am Barren, reichen Beifall fand das Keulenschwingen der Turnerinnen, den Höhepunkt des Gebotenen bildete das Turnen der ersten Turnerriege am Barren. Kugelgymnastik, einige von Turnerinnen und Turnern gemeinsam gestellte lebende Bilder, der gemeinsame Gesang eines Turnliedes stellten den Abschluß der turnerischen Vorführungen dar. Vereinsführer Sommer dankte allen Turnerinnen und Turnern für die Leistungen des Abends und gab der Hoffnung auf weitere erfolgreiche Arbeit Ausdruck. Mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland schloß er den ersten Teil des Abends. Der weitere Verlauf der Veranstaltung brachte die Aufführung eines flotten Turnerlustfpiels, das reichen Beifall fand. Eine Musikkapelle unterhielt mit guten Darbietungen. Verlosung und Tanz beschlossen den Abend. * Garbenteich, 7. Jan. Der 76jährige Landwirt Gilbert Schmidt von hier kam in seiner Scheune so unglücklich zu Fall, daß er einen Oberschenkelbruch erlitt und durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden mußte. /X Watzenborn-Steinberg, 7. Jan. Der Gesangverein Germania hielt am Samstagabend im Vereinslokal „Zum goldenen Löwen" seine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Th. Jung gab zunächst den Geschäftsbericht bekannt, aus dem zu ersehen war, daß der Verein auch im verflossenen Jahre ein gutes Stück Arbeit geleistet hat. Dereinsrechner Karl P i tz erstattete hierauf den Kassenbericht, der einen günstigen Stand aufweist; ihm wurde Entlastung erteilt. Ferner sprach die Versammlung erneut dem Vereinsführer das Vertrauen aus. Das Wintervergnügen des Vereins findet am 26. Januar statt. Der Verein plant, im kommenden Mai dem befreundeten Männergefangverein „Treue" in Eichen (Westfalen) einen Gegenbesuch abzustatten. Umrahmt wurde die Versammlung von Liedvorträgen des Chores unter der Stabführung des Chormeisters Georg Harnisch. Nach dem geschäftlichen Teil verbrachte man noch einige gemütliche Stunden. y Watzenborn-Steinberg, 7. Jan. Am Samstagabend hielt der Männergefangverein „Jugendfreund" im Vereinslokal „Zur Krone" feine ordentliche Generalversammlung ab. Nach den Begrüßungsworten gedachte der Vereinsvorsitzende Karl Häuser des verewigten Gründers und Ehrenmitglieds Jakob Jung, der in üblicher Weise geehrt wurde. Aus dem Jahresbericht konnte man ersehen, daß der Verein wieder ein arbeitsreiches Jahr abgeschlossen hat. Die vom Rechner Karl Mandler oorgetragene Rechnungsablage ergab ein erfreuliches Bild. Die Bücher wurden von dem Rechnungsprüfer mustergültig befunden, so daß dem Rechner Entlastung erteilt wurde. Der Vorstand blieb im großen und ganzen wie im Vorjahr. Im Laufe des Abends machte Bürgermeister Schäfer an Hand eines Planes den Sangesbrüdern den Bau und die Finanzierung des neuen Gemeindesaales klar und bat um die Mithilfe der Vereinsmitglieder. Dieser Borschlag wurde von den Mitgliedern angenommen. Mit Sieg-Heil auf den Führer und Kanzler und mit dem Deutschen Lied schloß der Vorsitzende die gut besuchte Generalversammlung. Der Abend wuroe verschönt durch einige Vorträge des Chors unter der Stabführung des Dirigenten Sleufe (Steinbach) und durch Musikstücke der Hauskapelle. *Allendorfa.d. Lahn, 7. Jan. In der Nähe der Obersorger Mühle wurden zwei Aktentaschen auf gefunden, die von dem Finder bei der Gendarmerie in Gießen abgeliefert wurden. Die Taschen enthalten Handschuhe, Ohrenschützer und Kreis Friedberg. pb Butzbach, 6.Jan. Die Butzbacher Ratsherr en stimmten verschiedenen Straßen- benennungen zu. So soll die ausgebaute Straße zwischen Hindenburg-Allee und Kleeberger Straße, an welcher das Wohnhaus von Dr. Luft errichtet ist, auf Grund einer alten Flurbenennung den Namen „Am Bollwerk" erhalten. Auch die durch die Feldbereinigung zum Teil weggefallene alte Nuß-Allee soll ihre seitherige Bezeichnung bei- behalten. Der von der Gießener Straße abzwei- gende Weg in Richtung nach der Kleeberger Straße soll die Bezeichnung Hunnenburgweg erhalten. Die durch Umbenennung in Adolf-Hitler-Straße weg- gefallene Bezeichnung Römerstraße soll für eine neu auszubauende Straße zwischen Hindenburg- Allee und Kleeberger Straße wieder eingefuhrt werden. Nach einem früheren Stadtratsbeschluß sollte die Bismarckstraße weiter durch den früheren Lustgarten durchgeführt werden. Dieser Beschluß wurde aufgehoben, so daß die Straße nur bis zur Prinzenmauer verlängert wird. Weiterhin wurde beschlossen, die Hundesteuer in gleicher Hohe wie im Jahre 1935 zu erheben. Im Jahre 1935 wurden in die hiesigen Standesamtsregister 83 Geburten, 52 Eheschließungen und 36 Sterbefalle eingetragen. Kreis Schotten. □ Laubach, 6. Jan. Im abgelaufenen Kalenderjahr wurden in die hiesigen Standesamts- Register eingetragen: Geburten 55 (1934: 46), Eheschließungen 14 (23), Sterbefälle 43 (41). Von 1 Kreisklasse: DfBR. II — Großen-Buseck 1:6; Rodheim — Leihgestern 0:1; Albshausen — Burgsolms 1:2; Stockhausen — Bissenberg II 1:1; Wetzlar II — Aßlar 1:4; Werdorf — Ulm 1:1. 2 . Kreisklasse: Großen-Linden — Lich 0:1; Garbenteich — Steinberg II 4:1; Heuchelheim II — Fellingshausen 10:2; Lollar II — Wißmar 4:3; Rüd- dingshausen — Großen - Buseck II 1:0; Treis — Grünberg II 3:3; Londorf — Daubrinqen 2:4; Flensungen — Geilshausen 6:2; Lollar III — Staufenberg 0:1. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. VfB.-R. II — Großen-Buseck I 1:6 Rüddingshausen I — Großen-Buseck II 1:0 Großen-Buseck Jgd. — Garbenteich 6:1. Am Sonntag hatte der FC. Großen-Buseck drei Mannschaften im Kampf. Die 1. Mannschaft spielte in Gießen auf dem Waldsportplatz gegen die zweite des VfB.-R. Mit gemischten Gefühlen wurde dieser Gang angetreten. Großen-Buseck kämpfte aber mit großem Eifer und Mut. Sechs schöne Tore waren die Ausbeute dieses Treffens Der Sieg war nie in Frage gestellt. Der 1. Mannschaft gebührt ein Gesamtlob. Die 2. Mannschaft spielte in Rüddingshausen und verlor durch einen Fehler eines Verteidigers. Die Jugendmannschaft spielte auf eigenem Platze gegen Garbenteich. Beide Mannschaften führten ein Spiel vor, wie man es selten von Jugendmannschaften zu sehen bekommt. Dem Schiedsrichter wurde sein Amt leicht gemacht. Bei Schlußpfiff stand das schöne Treffen 6:1 für die Jungens von Großen-Buseck. Sportverein 1920 Lollar. Lollar I — Ehringshausen I 4:2 Lollar II — Wißmar I 4:3 Lollar III — Staufenberg I 0:1 Leihgestern Jgd. — Lollar 3gb. 1:1. Am vorigen Sonntag standen vier Mannschaften des SV. 1920 im Kampfe. Die erste Elf bestritt auf eigenem Platze den Pokalkamps gegen die gleiche Mannschaft von Ehringshausen, Kreis Wetzlar, (nicht wie irrtümlich in der Vorschau angegeben Aßlar). Die Gäste stellten eine sehr gute Mannschaft ins Feld, lieferten den Lollarern ein durchaus ebenbürtiges Spiel und ließen sich nur knapp mit 4:2 Toren schlagen. Was Lollar in technischer Hinsicht voraus hatte, glichen die Gäste durch Eifer und Schnelligkeit aus. Sofort nach Angriff kamen beide Tore des öfteren in Gefahr. Zunächst waren es die Lollarer, die die besten Chancen herausarbei- tetcn, aber mit ihren Schüssen Pech hatten. Auch kam das Tor der Einheimischen mehrmals in Gefahr, jedoch die Hintermannschaft war auf ihrem Posten. Allmählich arbeitete Lollar eine leichte Ueberlegenheit heraus und gab dieser Ueberlegen- heit durch zwei Tore Ausdruck. Mit diesem Stande wurden die Seiten gewechselt. Nach Halbzeit sah man zunächst wieder verteiltes Spiel, das dann die Gäste anschließend eine Zeit lang leicht im Vorteil sah. In dieser Zeit nutzten die Gäste eine Schwächeperiode der Lollarer Hintermannschaft aus und erzielten zwei Treffer. Das Spiel nahm jetzt einen dramatischen Verlauf. Beide Mannschaften kämpften erbittert um die Führung, die dann Lollar kurz vor Schluß gelang, in dem der Halbrechte Kreiling eine Prachtvorlage des rechten Läufers Sommer eindrückte Kurz darauf schoß der gleiche Spieler noch einen vierten Treffer und besiegelte so die Niederlage der Gäste. Das Spiel war eins der schönsten, das seit geraumer Zeit in Lollar ausgetragen wurde. Die Reserve trat mit gemischten Gefühlen zum Kampf gegen Wißmar an, mußten doch nicht weniger als fünf planmäßige Spieler ersetzt werden. Trotzdem gelang es der Elf, den Gegner knapp mit 4:3 niederzuringen. Kurz vor Schluß stand das Spiel trotz dauernder Feldüberlegenheit Lollars noch 3:2 für die Gäste. Die dritte Elf hatte es in der Hand, gegen Staufenberg zu gewinnen. Sie trat aber wiederum nur unvollständig, d. h. anfänglich mit sieben Mann, die sich dann während des Spieles auf zehn Mann ergänzten, an, und verschenkte so den Sieg. Die Jugend setzte sich in Leihgestern, obwohl sie nur zehn Spieler zur Stelle hatte, erfolgreich zur Wehr und erzielte ein verdientes Unentschieden. Kurze Sportnotizen. Ferencvaros Budapest spielte am Montag in Stuttgart vor 10 000 Zuschauern gegen die Stuttgarter Kickers. Die Ungarn boten eine ausgezeichnete Leistung und gewannen verdient mit 3:2 (1:2) Toren. Euchenhofer und Frey waren die Torschützen für die Kickers, Dr. Sarosi, Kemeny und Tänzer erzielten die Treffer für die Budapester. Ein Skispringen wurde unter Teilnahme einiger Olympia-Anwärter in Hinterzarten im Süd- schwarzwald durchgeführt. Bester war mit prachtvoll gestandenen Sprüngen von 62,5 und 71 Meter der Norweger Birger Ruud, aber auch die deutschen Springer Hans Marr, Günther Meergans, Oskar Weisheit und Jos. Kimpfbeck zeigten gute Leistungen. Bei 72,5 Meter stürzte der Jungmann Paul Krauß, der ebenfalls der Olympia-Mannschaft angehört. Einen Halten-Weltrekord im Radfahren über eine Stunde stellte der Holländer van Hout auf der Antwerpener Winterbahn auf. Er legte in dieser Zeit 43,955 Kilometer zurück. Den absoluten Stunden-Weltrekord hält der Italiener Olmo mit 45,099 Kilometer. Gin Nordisches Olympia-Turnen fand in Kopenhagen statt. Der Firma Uosikkinen zeigte sich allen Mitbewerbern überlegen. Er siegte mit 38,84 Punkten vor seinen Landsleuten Terestvirtae und Savolainen sowie den Ungarn Toth, Sarlos und Seste und dem Dänen Karl Andersen. Uosikkinen war an den Ringen, am Barren, Längs- pferd und Reck der beste Turner. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 9. Januar. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk: Dolksliedsingen. 10.45: Gaunachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht: Tabak vom deutschen Acker. 15.15: Kinderfunk. 16: Konzert. 17.30: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde. 17.45: Das aktuelle Buch: Bengt Berg, „Ivar Halling". 18: Konzert. 19.45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Mozart-Zyklus (9): Der Komponist des Rokoko. 21: Unsterbliche Gestalten L Till Eulenspiegel. 21.40: Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. M. wirbt Är das Reichssportabzeichen. Kennen Sie das schmucke Abzeichen mit den Buchstaben DRL — den Anfangsbuchstaben des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen — und dem Zeichen des neuen Deutschland? Das deutsche Reichsfportabzeichen? Dieses Abzeichen verleiht der Reichssportführer jedem Deutschen, der sich einer sportlichen Leistungsprüfung auf Herz- und Lungenkraft, Schnelligkeit und Ausdauer unterzieht, als Anerkennung für vielseitige Leistungen auf dem Gebiete der Leibesübungen. Das Abzeichen m Bronze erwirbt: Wer nach Vollendung des 18. Lebensjahres die fünf geforderten Leistungen innerhalb von 12 Monaten erfüllt. Das Abzeichen in Silber erwirbt: Wer das 28. Lebensjahr überschritten hat oder nacheinander in sechs Jahren jedesmal die geforderten fünf Leistungen innerhalb von 12 Monaten erfüllt hat. Das Abzeichen in Gold erwirbt: Wer das 36. Lebensjahr überschritten hat, oder die Auszeichnung in Silber besitzt und nacheinander in den fünf weiteren Jahren jedesmal die fünf geforderten Leistungen innerhalb von zwölf Monaten erfüllt. Für Jugendliche unter 18 Jahren wurde das Reichsjugendabzeichen geschaffen. Daß bei den geforderten Prüfungen keine Höch st lei st ungen zu erfüllen sind, geht aus der Tatsache hervor, daß bereits hunderttausende deutscher Männer und Frauen sich dieses Abzeichen erworben haben. Nachstehend geben wir unseren Lesern aus der Vielzahl der Möglichkeiten einige Bedingungen bekannt, die erfüllt werden müssen: Gruppe 1, Schwimmen: Männer 300 Meter in 9 Minuten, Frauen 200 Meter in 7 Minuten. Gruppe 2, Weitsprung: Männer 4,75 Meter, Frauen 3,75 Meter. Gruppe 3, Laufen: Männer 100 Meter in 13,4 Sekunden, Frauen 75 Meter in 12 Sekunden. Gruppe 4, Kugelstoßen: Männer 7,25 Kilogramm 8 Meter, Frauen 4 Kilogramm 7,25 Meter. Gruppe 5, Gepäckmarsch: Männer 25 Kilometer 4 Stunden 10 Minuten, Frauen: Gehen 25 Kilometer in 5 Stunden. In den Sonderkursen des Sportamtes der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freud e", die vorerst nur für Männer durchgeführt werden, bietet sich allen Volksgenossen Gelegenheit, unter Leitung erfahrener Lehrer sich gründlichst und für wenig Geld auf diese Prüfungen vorzubereiten. Am Ende eines jeden Kursus besteht die Möglichkeit, die Prüfungen abzulegen. Der Gkisprung in den Olympischen Wettbewerben. Ein Itteifferfprung. Die Leistungen der Skispringer sind in den letzten Jahren immer weiter vervollkommnet worden und gewähren heute einen prächtigen Anblick. Die ideale Große Sprungschanze in Garmisch-Partenkirchen wird den Olympia-Kämpfern Gelegenheit zu vollkommensten Sprüngen geben. Unser Bild zeigt den jungen Norweger Eistein Raabe, einen großen Meister auf diesem Gebiet. In wunderbarer weiter Vorlage schwebt er in der Luft, um dann elegant aufzusetzen. (Schirner-M) Neues für den Büchertisch. — Dr. H. E r ch e n b r e ch e r: Der Truppenarzt. Verlag „Offene Worte", Berlin W 35. Preis 3 Mark. — (550) — Der Verfasser, Oberfeldarzt und Standortarzt der Sanitätsstaffel Halberstadt, gibt mit Erlaubnis der Heeres-Sanitätsinspektion in diesem Büchlein eine klare Gliederung der Aufgaben des Sanitätsoffiziers im Truppendienst. Der größte Teil dieses praktischen Ratgebers ist naturgemäß dem Gesundheitsdienst gewidmet. Das Buch berücksichtigt überall die einschlägigen Vorschriften und wird gewiß ein brauchbares Hilfsmittel für den jüngeren, im Truppendienst noch weniger erfahrenen Sanitätsoffizier fein. — Deutsche Musikkunde. Von Dr. Ernst Bücken, Pros, an der Universität Köln. Broschiert 2,80 Mark. Akademische Verlagsgesellschaft Athe- naion m. b. H., Potsdam. — (353.) — Die Frage nach dem Wesen des Deutschen in der Musik, in ihrer Bedingtheit durch Rasse, Volkstum und Lebensraum ist heute brennender denn je. In der Fülle der geäußerten Meinungen klärend zu wirken und den Blick auf das Typische, Wesentliche zu lenken, ist das Verdienst des bekannten Kölner Musikforschers Ernst Bücken. Gerade durch die klare, sachliche und dabei doch äußerst lebendig anregende Art feiner Darstellung, gestützt auf ein reiches, sicher fundiertes Wissen, geführt und durchdrungen von scharfer zwingender Logik der Gedankengänge, erscheint Bücken am ehesten unter vielen berufen, die Gegenwartswertung der deutschen Musik nach den heutigen Forderungen und Gesichtspunkten durchzuführen. Das vorliegende Buch will weder eine Musikgeschichte in „landgäng- lichem Sinn", noch gar eine musikästhetische Abhandlung fein; es will zeigen, welches der deutsche Wesenskern der Stoßkraft unseres nationalen musikalischen Willens, unseres rassischen Impulses ist. In breiter, aber durch die Gründlichkeit gebotener Ausführlichkeit gewinnt er im Eingangskapitel die Maßstäbe für die Beurteilung des Wesens der deutschen Musik. Die Frage nach den Beziehungen von Volkstum und Musik wird dann für ihn der Ausgangspunkt, von der sich alle weiteren Erwägungen abzuzweigen haben. Dann erst wendet er sich dem „Typus und Seelentum des deutschen Komponisten" zu und zeigt hier beispielsweise unter anderem auch, wie die nordische Komponente bei Beethovens rein nordischem Typus durch alles hindurchschlägt, und wie in Franz Schubert der ebenso klar zu erkennende gemischte Typus gegenüber steht. Diesen Längsschnitt dehnt der Verfasser bis zur Gegenwart aus. — Nachdem er dann das Wesen der deutschen Musikform als Aeußerung des deutschen Geistes sowohl am deutschen Lied, der nordisch germanischen Opernform und den Durchstoß der deutschen Formkraft bei den wichtigsten Jn- strumentalformen in der rassetypischen Bedingtheit beleuchtet hat, wird die deutsche Kulturgemeinschaft der Blickpunkt für die Tonkunst. Er deckt ihre landschaftliche Bestimmtheit auf und stößt dann in dem Kapitel „Die Musik als Nationalgeist" zu äußerst prägnanten und schlagkräftigen Ergebnissen vor. Die Frage nach dem Kulturwert und Kulturbestimmung unserer Tonkunst führt ihn zu musikpolitischen Zeitfragen, die er in fest formulierten Forderungen zusammenfaßt. — Ein Buch, das ebenso dem Musiker, wie auch jedem, an unferm weltanschaulichen Ringen Teilnehmenden ein sicherer Wegweiser sein wird zur Schulung des eigenen Urteils Dr. H — „Gih merr nedd immer mei Aecker - ch e !" Gedichte und Geschichten in nassauisch-ober- hessischer Mundart von Ludwig Rühle. Kartoniert 1,25 Mark. 80 Seiten. Verlag Emil Roth, Gießen. — (549) — Wir haben die früher erschienenen Bändchen „Als geblohse, ihr Bume!" und „Sunnerlich unn munnerlich" von Rühle hier seinerzeit bereits angekündigt; die jetzt vorliegenden Nassauer Späße werden mit khrer kräftigen Mundart, ihren deutlichen Pointen und ihrem handfest-beschaulichen Humor nicht minder dankbare Leser finden. Auch zum Vorlesen oder Vortragen in angeregter Gesellschaft scheinen sie recht geeignet. — „Die junge Reihe" des Verlags Albert Langen/Georg Müller, München, ist eine Sammlung von Erzählungen, Gedichten, Liedern und Spielen, die vornehmlich für die Schulungsarbeit und Feiergestaltung der Jugend bestimmt ist. Jedes Bändchen kostet kartoniert 50 Pfennig. Die folgenden sind bis jetzt erschienen und liegen uns vor — (556) —: Paul Alverdes : „D a s W inte r l a g e r". Ein Spiel. In kurzen, mit einfach- Gedenket der hungernden Vögel! ften Mitteln darstellbaren Szenen hat Alverdes das Fahrtenerlebnis einer Hitler-Jugend-Schar in den oberbayerischen Bergen gestaltet und damit ein prächtiges Spiel geschaffen, das sich leidenschaftlich zum Glauben der neuen soldatischen Mannschaft bekennt. — Wolf Iustin Hartmann: „Der Schlangenrin g". Drei Erzählungen. Der Dichter des Buches „Fäuste, Hirne, Herzen" gibt in diesen drei Erzählungen ein wirklichkeitstreues Bild von den Schrecknissen des Krieges. — Kampfgedichte der Zeitenwende. Eine Sammlung aus deutscher Dichtung seit Nietzsche. Diese Sammlung ist eines der stärksten Zeugnisse volk- hafter Dichtung, die den Kampf aufnahm um die Erneuerung unseres Volkes. — „Ich dien'". Des jungen Deutschen Tagebuch. 366 Sprüche, gesammelt von Wilhelm S t i e h l e r und Horst Wie - m e r. Vom Geist der Verpflichtung, der die heutige Jugend beseelt, zeugt dieses Tagebuch, das eine Fülle unvergänglicher Aussprüche großer Deutscher enthält. — „Sie werden auferstehe n". Ein Gedenken für die Gefallenen des Weltkrieges. Dem Gedächtnis der Toten des Krieges ist diese Sammlung aus Dichtung, Briefen, Liedern und Berichten gewidmet Sie ist ein Denkmal der Treue und ein Vorbild der Pflichterfüllung für die Heranwachsende Generation. — Von tapferen Frauen. Zeugnisse deutscher Geschichte, ausgewählt von Trude Geißler. In diesem Büchlein wird an Hand ausgewählter Erzählungen, Berichte und Gedichte der Tapferkeit bekannter und unbekannter deutscher Frauen gedacht, die handelnd und duldend zu allen Zeiten inmitten großer geschichtlicher Ereignisse standen. — D i e Bäuerin. Bilder aus den Werken deutscher Erzähler, ausgewählt von Gertrud Grote. Das Leben der Bäuerin, ihre Eigenarten, Sitten und Gebräuche, die bis heute lebendig sind, ersteht in diesen prächtigen Schilderungen. Buntes Allerlei. Gefährliche Schiffsladungen. Daß Pulver und Sprengstoffe gefährliche Schiffsladungen find, leuchtet uns ohne weiteres em. Mehrere Unglücksfälle in der Geschichte der See- schiffahrt legen davon eindringlich Zeugnis ab. Diese vernichtenden Stoffe haben auch schon auf dem Lande ihre furchtbare Wirkung allzuhäufig bewiesen. Aber es gibt eine Reihe von Gütern und Waren, die dem Laien als ganz harmlos erscheinen, die bei Schiffstransporten aber leicht das Leben der Besatzung gefährden ober doch zum mindesten die Gesundheit der Seeleute angreifen können. „Hüte dich vor grünem Kaffee!" wird jeder erfahrene Matrose sagen, denn eine Schiffsladung von diesem sonst so begehrten Genußmittel verbreitet — fast ebenso wie der Guano — einen so entsetzlichen Gestank, daß sich die Mannschaft häufig nicht zu helfen weiß. Nicht selten entsteht eine allgemeine Appetitlosigkeit oder es treten gar Krankheiten auf. Auch Stahlschienen sind keine ganz unbedenkliche Ladung. Erst kürzlich wurde wieder bei einem Dampfer nach Buenos Aires, der auf Deck einen großen Stapel Stahlschienen mit sich führte, beobachtet, daß der Kompaß, das empfindlichste aller Schiffsinstrumente, seine Neigung zum magnetischen Pol verleugnete und immer wieder der Anziehungskraft der Eisenladung unterlag. Im Fall des „King Bleddyn" hatte das ernstere Folgen. Das Schiff, das eine Ladung Schienen von einem Hafen am Golf von Mexiko nach Südafrika bringen sollte, konnte nicht mehr den richtigen Kurs einhalten und geriet in der Tafel-Bai bei der Robbeninsel auf einen Felsen. Auch Holz gehört zu den gefürchteten Ladungen. Eine der abenteuerlichsten Fahrten hatte der Dampfer „Cara" aus Glasgow, der mit Holz von Riga unterwegs war. In dem schweren Wetter rutschte die Decksladung auf die eine Seite, so daß der Dampfer schief lag und den Hafen nur noch mit Mühe und Not erreichen konnte. — Selbst Früchte gehören in die Liste der Waren, die dem Seemann nicht ohne weiteres sympathisch sind, denn sie entwickeln wäh- renb der Fahrt häufig Gärungsgase, die bisweilen nicht weniger gefährlich sind als Giftgase. Es ist mehr als einmal vorgekommen, daß ganze Besatzungen von einer Schiffsladung Bananen ober Datteln so berauscht waren, daß sie den Dienst nur noch mit Schwierigkeiten versehen konnten. In einem Hafen wurde einst die Mannschaft eines kleinen Schiffes wegen „Trunkenheit" verhaftet. Später stellte sich dann heraus, daß alle Leute unter den Folgen einer Fruchtladung ihres Dampfers litten, deren ausströmende Gase die Matrosen völlig berauscht gemacht hatten. Nicht einmal das so harmlos erscheinende Getreide ist von dieser Liste der gefährlichen Schiffsladungen auszuschließen. Gerät ein Schiff, das viele tausende Tonnen von Getreide an Bord führt bei hohem Seegang in schlingernde Bewegung, so erweist sich die Masse der lose verstauten Körnerfrüchte als ein verhängnisvoller Faktor für die Sicherheit des Fahrzeuges, denn das Getreide macht alle Bewegungen des gegen die harte See kämpfenden Schiffes mit und ; verstärkt sie sogar noch. — Die Laien machen sich kaum eine Vorstellung, welche Erfahrung und Geschicklichkeit dazu gehört, eine Schiffsladung in sachgemäßer Weise so zu verstauen, daß der Transport keine Gefahr für Menschenleben und Sachwerte mit sich bringt. Amerikanischer Lokalpatriotismus. Die meisten Amerikaner halten ihr Land bekanntlich für ein wahres Paradies auf Erden. Darüber hinaus befinden sie sich aber auch noch untereinander in einem edlen Wettstreit, und der Lokalpatriotismus steht bei ihnen in hoher Blüte. Einst fuhren zwei Pankees in einem Zug zwischen Neu- york und Philadelphia. „Ich bin aus Pottsville," sagte der eine, „ der schönsten Stadt in Illinois." „Und ich aus Smithville," erwiderte der andere, „das ist die zukunftsreichste und gewerbefleißigste Stadt des Mittleren Westens." — „Smithville?" meinte der andere gedehnt, „das Nest kenne ich ganz aut, aber ich habe dort nichts besonderes finden können." — „Wirklich? Wann waren Sie denn zuletzt dort?" — „Ungefähr vor zwei Wochen." — „Dor zwei Wochen? Vor zwei ganzen Wochen?" ließ sich der aus Smithville in seinem unerschütterlichen Selbstbewußtsein vernehmen. „Da haben Sie aber kein Urteil, mein Lieber. Sie müssen Smithville heute sehen, heute!" Mit 94 fahren zur parforre-Iagd. Man muß schon ein tüchtiger Reiter sein, wenn man an einer der berühmten Parforce-Jagden teilnehmen will, die in England auch heute noch nach altüberlieferten Regeln alljährlich geritten werden. Zu Pferde muß dabei ein Fuchs, dessen Fährte von der Meute der Hunde verfolgt wird, solange gehetzt werden, bis er ermattet ist und erlegt werden kann. Umso größer ist das Erstaunen darüber, daß sich kürzlich noch ein 94jähriger Reiter frisch genug fühlte, um sich zur Teilnahme an der Jagd anzumelden. Es handelt sich um Henry Randolph Finch aus Oakham in der englischen Grafschaft Rutland, der wie alljährlich sich auch in diesem Jahr am Startplatz der Jäger einfinden und an dem wilden Jagen teilnehmen wollte. Doch hielt ihn im letzten Augenblick von seinem Vorhaben eine Erkrankung ab, der er jetzt erlegen ist. An seinem Begräbnis haben viele seiner Jagdfreunde teilgenommen, die alle mit Worten höchster Anerkennung von dem alten „Mop", wie sie ihn nannten, sprachen und manche lustige Jagdgeschichte von ihm zu erzählen wußten. „Mop" konnte sich schon seit einer ganzen Reihe von Jahren rühmen, der älteste Parforce- Jäger von ganz England zu fein, und niemand konnte ihm diesen Ruhm streitig machen. Henry Randolph Finch hat auch im öffentlichen Leben Englands eine Rolle gespielt und war eine der eigenwilligsten Gestalten der englischen Gesellschaft. Oer kostspielige Zweikampf. Wohl niemals ist auf den weltbedeutenden Brettern ein kostspieligerer Zweikampf aufgeführt worden, als auf einer englischen Bühne, als die Oper „Dorothy" gespielt wurde. In diesem Stück wird ein Duell ausgefochten, und da man an den Erfolg des Werkes zuerst nicht recht glauben wollte, so beschloß man, keine Pistolen zu kaufen, sondern sich zwei altmodische Schießprügel zu entleihen, solange die Oper eoen lief. Der vereinbarte Leihpreis entsprach einem Betrag von rund 3,50 Mark für den Abend. Als „Dorothy" aber ein Riesenerfolg wurde und die 3,50 Mark als Leihgebühr immer wieder auf den Rechnungen erschienen, ließ sich der Direktor den Verleiher kommen, um ihm die Pistolen abzukaufen. Dieser aber weigerte sich und be- stand auf feinem Vertrag, so daß während der insgesamt 931 Vorstellungen an Zedern Abend 3,50 Mk. für die Pistolen gezahlt werden mußten. f . Nr. 6 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 8. Zanuar 1936 Asiens Einfluß in Sstasrika. Don unserem Or. Ho.-Sonderberichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Asmara, 30. Dezember 1935. (Durch Luftpost.) Jedem Besucher der italienischen Kolonie Eritrea fällt allenthalben die Fülle ostasiati- scherErzeugnisse auf. Selbst in den kleinsten, sich westlich von Asmara bis zur Sudangrenze hin- ziehenden Ortschaften werden ostasiatische Waren feilgeboten. Diese Erscheinung beschränkt sich nicht auf Eritrea, sie trifft vielmehr auf ganz Ost- a f r i k a und darüber hinaus zu. Sie verdient um so größere Beachtung, als die dadurch aufgeworfenen sozial- und bevölkerungspolitischen Fragen infolge des wirtschaftlichen und politischen Einflusses, den Japan seit einiger Zeit in Afrika zu gewinnen versucht, in ein besonderes Licht gerückt werden. Daß auch die italienische Kolonialverwaltung dieser Tatsache ihre Aufmerksamkeit schenkt, wird um so begreiflicher, als die japanische Durchdringung sich in besonderem Maße Abessinien zuwendet. Es dürfte wenig bekannt sein, daß die ostafrikanischen Gebiete, soweit es sich nicht um Eingeborene handelt, hauptsächlich von O st asien besiedelt sind, in erster Linie Hindus, alsdann Chinesen und schließlich Japaner. Folgende Zahlen sind aufschlußreich: In der englischen Kolonie Kenja leben neben 17 000 Europäern 40 000 Asiaten. Die entsprechenden Ziffern lauten für: Uganda 2000 gelegen 14 000, Tanganjika (ehem. Deutsch-Ost- Afrika) 7000 gegen 32 000, Englisch-Somaliland 100 gegen 2000, Italienisch-Somali- land 2000 gegen 30000. Die mir zur Verfügung stehende Statistik berücksichtigt Südafrika nicht. Bekanntlich aber hat G h a n d i seinen Verteidigungs- feldzug in Durban (Südafrika) begonnen, wo er seine Landsleute gegen die Hinduarbeiter diskriminierende südafrikanische Gesetzgebung in Schutz nahm. Beachtung verdient ferner die Tatsache, daß in Südafrika immer noch gewisse Gesetze unter dem Namen „colour bar‘‘ in Kraft sind, durch die besonders die chinesische Einwanderung unterbunden werden soll. Diese starke Vertretung des asiatischen Elements in Ostafrika wird von den interessierten europäischen Kolonialregierungen als gefährlich angesehen, weil die Söhne des Fernen Ostens auch in der Fremde engste Fühlung mit der Heimat behalten und als Träger einer besonderen politischen Denkungsart eine solide Grundlage für die wirtschaftliche Durchdringung schaffen. Es ist eine feststehende Tatsache, daß schon jetzt in ganz Ostafrika der gesamte Klein- und Hausierhandel ausschließlich in den Händen von Asiaten liegt, wodurch den europäischen Erzeugnissen starker Abbruch getan wird. Hinzu kommt, daß die europäischen Erzeugnisse, die sich hinsichtlich der ganzen Aufmachung und Preisgestaltung wesentlich von den asiatischen unterscheiden, kaum noch Vertreter in Ostafrika finden. Sehr oft, namentlich in Kenja und Tanganjika, üben die japanischen Händler einen Druck auf ihre Landsleute aus, was zwangsläufig zur Verstimmung und zu Protesten der europäischen Händler führt. Man kann die Besorgnis des europäischen Handels verstehen, wenn man bedenkt, daß die japanische Ausfuhr nach Ostafrika gegenwärtig um 34 v. H. gegenüber dem Jahre 1934 g e - stiegen ist. Der belgische Kongo hat unter dem japanischen Wettbewerb besonders stark gelitten. Im vergangenen Jahr sind in der belgischen Presse lebhafte Proteste erschienen. Hier ist die japanische Einfuhrtonnage von 200 000 Tonnen im Jahre 1929 auf 1,5 Millionen Tonnen im Jahre 1934 gestiegen. Auch die Elfenbeinküste und Guinea sind von japanischen Erzeugnissen überschwemmt. Die englische Regierung von Rhodesia war im vergangenen Jahr gezwungen, Schutzmaßnahmen gegen den japanischen Wettbewerb zu ergreifen, und im Juli d. I. hat Aegypten auf englische Vorstellungen hin seinen Handelsvertrag mit Japan gekündigt. Gewiß kaufen die Japaner Rohbaumwolle von Aegypten, aber sie überschwemmen den ägyptischen Markt mit Waren, die der englischen Einfuhr unliebsame Konkurrenz machen. In den letzten beiden Jahren haben die asiatischen Händler sich besonders Abessinien zugewandt. Japan schenkt dem Reich des Negus seit Das neue deutsche Panzerschiff „Admiral Graf S p e e" wurde in Wilhelmshaven mit einer würdigen Feier in Dienst gestellt. (Scherl-Bilderdienst-M.) 1933 größte Aufmerksamkeit, d. h. seit dem Zeitpunkt, an dem der abessinische Außenminister in Tokio einen politischen und Handelsvertrag mit Japan tätigte. Abessinien — so erklärt man auf italienischer Seite — hat sich auf diese Weise jeder, selbst der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den benachbarten europäischen Kolonialmächten entziehen wollen. Der Vertrag sei in erster Linie gegen Italien gerichtet gewesen, da das italienisch- abessinische Handelsabkommen vom August 1928 infolge des schlechten Willens der Abessinier trotz aller Vorstellungen Roms toter Buchstabe geblieben sei. Japan habe den Umstand benützt, um sich in Abessinien festzusetzen. Zum Beweis dessen führen maßgebende italienische Kreise an, daß die japanische Einfuhr nach Abessinien über Dschibouti für das Jahr 1934 zwar nur mit einem Wert von 200 000 Franken angegeben werde, daß aber der japanische Export nach Abessinien unter englischer Flagge hauptsächlich über Bombay und Aden gehe, so daß jede wirkliche Kontrolle unmöglich sei. Erst im vergangenen Jahr sei in Aden ein japanische Handelsniederlassung angelegt worden. Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen könne man die Belieferung Abessiniens durch Japan auf Werte von rund 50 Millionen Franken veranschlagen. Mit der wirtschaftlichen Durchdringung gehe d i e politische Hand in Hand. Schon zu Beginn des Jahres 1914 sei die Rede von der Verehelichung einer vornehmen japanischen Dame mit einem, dem Hof in Addis Abeba nahestehenden einflußreichen abessinischen Fürsten gewesen. Infolge der in verschiedenen politischen Kreisen ausbrechenden Erregung sei diese Eheschließung ins Wasser gefallen, aber Japan habe sich dadurch nicht von dem einmal eingeschlagenen Wege abbringen lassen. Die Anwesenheit verschiedener japanischer Persönlichkeiten in Addis Abeba scheine die Vermutung europäischer Kreise zu bestätigen, daß Japan große Landkonzessionen in Abessinien erworben habe, die vornehmlich der Opium- und Baumwollkultur dienten. Selbst in den Kreisen des Völkerbundes hätten diese Gerüchte ihren Widerhall gefunden. Der Vertreter der Regierung von Tokio habe damals — Japan gehörte zu dieser Zeit noch dem Völkerbund an — angesichts der Angriffe der internationalen Presse gegen den Opiumhandel in Abrede gestellt, daß Japan Landkonzefsionen in Abessinien für die Gewinnung von Opium erworben habe. Die in Osaka erscheinende Zeitung „Niki Niki" ihrerseits habe behauptet, daß es sich lediglich um Abenteurer handele, die auf eigene Rechnung und Gefahr ohne Wissen und gegen den Willen der Regierung vorgingen. Doch hätten erst kürzlich französische Blätter einwandfrei nachgewiesen, daß tatsächlich Landkonzessionen an Japan zur Gewinnung von Opium vergeben worden seien. Ueberdies lasse die in Japan im Juli dieses Jahres entfesselte Kampagne gegen die italienischen Ansprüche in Abessinien eindeutig erkennen, daß Japan sich in Abessinien eine weitreichende Basis für eine wirtschaftliche und politische Durchdringung gesichert habe. Ein gewisser Wata- habi, der Vertreter einer bedeutenden japanischen Firma in Addis Abeba, habe das auch bestätigt. „Japan" — so kann man in einem halbamtlichen italienischen Bericht lesen — „hat zunächst Nord- chi n a erobert, hat dann H o l l ä n d i s ch-J n d i e n mit Menschen und Waren überschwemmt, schließlich die Vereinigten Staaten gezwungen, den Philippinen ihre Selbständigkeit wiederzugeben, weil Japan auf diese Inseln seine Augen geworfen hatte; jetzt setzt es seinen Vormarsch fort, indem es den europäischen Einfluß in Afrika durch Belieferung Abessiniens mit Waffen und durch die diplomatische Unterstützung dieses Landes zu brechen versucht. Dadurch müssen Verwicklungen entstehen. Italien beabsichtigt nicht, Rassenkonflikte in Abessinien zu schaffen. Es wünscht die Wiederherstellung des Gleichgewichts des europäischen Einflusses. Es sieht davon ab, jene Reibungsflächen zu schaffen, auf die es der japanische Imperialismus abgesehen hat." Die Seine hat die Alarmhöhe iiberschriilen. /W I Infolge der ununterbrochenen Regengüsse ist der Wasserstand der Seine um 15 cm über die Alarmhöhe gestiegen. Die Seine-Schiffahrt ist fast völlig eingestellt. Unser Bild zeigt die überschwemmten Anlagen in Paris am Ufer der Seine. Die aufgestapelten Kisten mit Weinflaschen drohten weg- geschwemmt zu werden und wurden noch im letzten Augenblick in Sicherheit gebracht. — (Scherl-M.) Wie wird die zweite Erzeugungsschlacht geschlagen? Don Dr. Brummenbaum, Reichöhauptabieilungsleiter im Reichsnährstand. Als im November vorigen Jahres der Reichs- bauernführer die Erzeugungsschlacht verkündete und damit das deutsche Bauerntum zur Steigerung seiner Erträge aus der deutschen Scholle aufrief, da war es jedem Einsichtigen klar, daß diese Schlacht um die Nahrungsfreiheit einer Nation nicht das Werk nur eines oder mehrerer Jahre fein konnte, sondern daß es Jahrzehnte angestrengte- st e r Arbeit des gesamten deutschen Landvolkes und seiner verantwortlichen Führer bedürfen würde, um den Sieg endgültig zu erringen und fest zu verankern. Es ist daher eine Selbstverständlichkeit, daß in diesem Winter das deutsche Bauerntum zur zweiten Erzeugungsschlacht antritt und gleichzeitig die Vorbereitungen für zahlreiche weitere Schlachten in diesem friedlichen Kampfe um die Weltgeltung eines Volkes trifft Steht auch das Endziel der Erzeugungsschlacht unverrückbar fest, so wechseln naturgemäß ent- sprechend den verschiedenartigen Vorbedingungen der einzelnen Jahre und den bereits jeweils erreichten Teilaufgaben die Methoden, die zur Erreichung des Ziels notwendig find und daher zur Anwendung kommen müssen. Während es so z. B. im ersten Jahre des Kampfes vor allem darauf ankam, den deutschen Bauern und Landwirt mit der Notwendigkeit der Erzeugungsschlacht und ihren Grundbedingungen bekannt zu machen, können wir in diesem Jahre bereits einen erheblichen .Schritt weiter gehen und dabei zum Teil völlig neue Wege beschreiten. Die Aufgabe der Reichshauptabteilung II des Reichsnährstandes als Träger der Erzeugungsschlacht wird in Zukunft in erster Linie darin bestehen, für eine planvolle Ordnung der Erzeugung zu sorgen. Diese planvolle Ordnung Nicht müde werden, Annelies! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. 28. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Das Flackern in Mias Augen wurde zum harten Funkeln. Sie wollte wieder auflachen, lauschte aber plötzlich zur Seite. Vor dem Hause mifirben Stimmen laut. Sie warf einen Blick auf die Armbanduhr. Ja, es war Mittag — Günter und der Senator kamen nach Hause. „Sie sind ein goldig naives Kind!" sagte sie und erhob sich. „Oder Sie besitzen die seltene und beneidenswerte Fähigkeit, sich leicht mit unabänderlichen Dingen abzufinden. Gut, wenn das wirklich der Fall ist. Aber jetzt muß ich gehen, ich habe mich schon länger aufgehalten, als ich eigentlich wollte." Sie schien es plötzlich sehr eilig zu haben. „Auf Wiedersehen, liebe Frau Senator! Wenn ich wiederkomme, sind Sie hoffentlich wohlauf. Gute Besserung also bis dahin!" Annelies begleitete sie mit kühler Förmlichkeit hinaus. Man sah es ihr nicht an, wie schwer es ihr wurde. Als sie die Treppe zur Diele hinabstiegen, begegneten ihnen die beiden Herren. Der Senator begrüßte Mia höflich, aber doch mit leichter Zurückhaltung. Sie schien es nicht zu bemerken und wandte sich mit einem Scherzwort Günter zu. Da verabschiedete der Senator sich gleich wieder uno stieg vollends die Treppe hinauf. Annelies krampfte sich das Herz zusammen, als sie tatenlos mitansehen mußte, in welch offener, geradezu schamlos offener Weise Mia um Günter warb. In ihrer Gegenwart hatte Mia Rechberg sich bisher doch immerhin etwas Zurückhaltung auferlegt ; aber jetzt glaubte sie wohl, es nicht mehr nötig zu haben. Sie hatte mit der Tante gesprochen und sich gewiß deren Unterstützung ober boch Dulbung zu sichern verstauben. So brach langsam eine Brücke nach der anberen zusammen. Es hatte keinen Sinn, sich noch länger dagegen aufzubäumen. gen, und man einigte sich dahin, daß man um neun Er hatte seine Verstimmung noch nicht überwun- Uhr fahren würde. den, aber Mias offenbare Harmlosigkeit beruhigte und versöhnte ihn wieder. Böse hatte sie es wohl doch nicht gemeint, und gewiß bereute sie ihre Taktlosigkeit. Man hatte ihr ja das Erschrecken darüber deutlich angesehen. „Wo fehlt es dann?" forschte er unter ihrem ungewöhnlich ruhigen Blick. „Es handelt sich um den Hauskauf. Ich habe mich immer noch nicht so recht entschließen können; aber jetzt drängt es nun so langsam zur Entscheidung. Die Villa gehört den Erben des verstorbenen Besitzers. Es ist den Leuten um einen seriösen Käufer zu tun, und außerdem verlangen sie einen ganz anständigen Preis, sonst hätten sie mir das Objekt wohl nicht so lange an der Hand gelassen. Aber heute früh habe ich nun Nachricht bekommen, angeblich hat sich noch ein anderer ernsthafter Interessent gefunden. Ich muß also zu einem Entschluß kommen, und da möchte ich gern euren Rat und euer Urteil hören. Fremde Leute mag ich nicht gern hinzuziehen, denn da weiß man ja nie, ob man. wirklich gut und ehrlich beraten wird. Wollt ihr nicht mal mitfahren und euch das Grundstück ansehen? Ihr würdet mir einen großen Gefallen damit tun." Günter zögerte mit der Antwort und sah Annelies an. Sie war noch immer blaß, aber ihr Gesicht war unbewegt. Ruhig erwiderte sie feinen fragenden Blick „Wenn du willst, können wir ja mal mitfahren." Er schien nur schwer zu einem Entschluß zu kommen. „Ja — aber wann?" sagte er überlegend. „Es müßte ja bald sein, und am Sonntag wollen wir doch mit den Eltern fort. Höchstens — ja — ich wollte schon lange ein paar Tage ausspannen, habe es aber immer wieder verschoben; aber von Montag ab habe ich noch mal Urlaub. Mir könnten vielleicht — wenn es euch recht ist, könnten wir gleich am Montag fahren ..." „Aber natürlich — so lange hat es schon noch Zeit!" versicherte Mia eifrig. „Ich werde gleich heute noch Bescheid geben. Und die Zeit? Vormittags? Ich glaube, da würde es am günstigsten sein." Annelies und Günter machten keine Einwendun- Und doch ...! „Nicht müde werden, Annelies!" Ganz deutlich glaubte sie Onkel Korbinians mahnendes und aufrichtendes Wort in diesem Augenblick wieder zu hören. Nein, man durfte nicht müde werden, solange noch ein Hoffnungsschimmer, solange Günter dieser Frau nicht endgültig wieder verfallen war! Dieser Frau, die sein Unglück werden mußte, wenn man vorzeitig schwach wurde und den Kampf aufgab. Wie aus weiter Ferne hörte sie jetzt Mias laute Stimme plötzlich heranspringen: „Denke nur mal, Günter, was mir vorhin passiert ist! Ich habe mich ganz entsetzlich verplappert — vor der Frau Senator, und Fräulein Fahrenkamp hat zufällig mit anhören müssen, daß ich deine Jugendliebe gewesen bin. Das ist doch toll — was?" Sie sah, wie Günter sich verfärbte, und bereute im gleichen Augenblick, daß sie jid) zu diesen Worten hatte hinreißen lassen. Die Siegesgewißheit, die ihr die Aussprache mit Frau Eugenie gegeben hatte, war schuld daran, hatte sie die nötiae Vorsicht vergessen lassen. Günter war sehr feinfühlig und verzieh derartige Taktlosigkeiten nicht so (eicht. Sie suchte den Eindruck ihrer Worte wieder abzuschwächen: „Es ist mir natürlich unsagbar peinlich, und ich erwähne es jetzt auch nur, damit Fräulein Fahrenkamp sieht, daß wir keine Geheimnisse miteinander haben." Günter hatte sich notdürftig wieder gefaßt. „Das war nicht notwendig!" sagte er mit rauh klingender Stimme. „Annelies ist bereits davon unterrichtet!" Jetzt war es Mia, die sich leicht verfärbte. „So ...? Durch wen denn?" „Durch mich." „Ach ...!" „Ja! Und ich denke, wir lassen das Thema nun wieder fallen!" Mia hatte Mühe, ihrer plötzlich aufschwirrenden Gedanken Herr zu werden; aber sie war gewandt genug, der Situation durch ein liebenswürdiges Scherzwort an Annelies das Gefährliche zu nehmen. Dann wandte sie sich in fachlichem Ton wieder an Günter: „Weißt du, Günter, ich wollte eigentlich etwas von dir ...!" „Aber nun will ich euch nicht länger vom Essen abhalten!" sagte Mia. „Sonst fallt ihr mir hier noch um, und die Herrschaften werden auch schon warten, daß ihr kommt. Annelies und Günter begleiteten sie bis zur Tür. „Das war vorhin eine üble Entgleisung!" sagte Günter, als sie dann wieder die Treppe hinaufstiegen. „Aber man darf es ihr wohl nicht zu sehr anrechnen, sie ist eben sehr impulsiv und manchmal recht unbedacht. So — Unberechenbar war sie schon früher immer." Es dauerte eine Weile, bis Annelies eine Antwort fand. „Na ja . ." entgegnete sie dann ruhig. „Es hat mich auch nicht weiter gestört, es war ja keine Ueberraschung für mich." Die Frau Senator war erst wieder so richtig zur Besinnung gekommen, als Mia und Annelies das Zimmer verlassen hatten. Das war wirklich eine ganz furchtbare Geschichte! Was würde nur der Gatte dazu sagen! Ob man es ihm lieber vorläufig noch verheimlichte? Aber nein, es war besser, ihn beizeiten einzuweihen. Sie nahm sich zusammen, als er eintrat; sie wollte ihm nicht den Appetit verderben — aber es wurde ihr schwer, die Unbefangene zu spielen. Gleich nach dem Essen aber zog sie sich zurück und gab ihm einen verstohlenen Wink. Und bann berichtete sie in erneut hervorbrechender Erregung, was sich ereignet hatte. Der Senator war keineswegs so überrascht, wie sie erwartet hatte; aber die Adern an feinen Schläfen traten scharf hervor. „Das habe ich schon lange kommen sehen!" sagte er mit tiefem Groll. „Du mußt ja rein mit Blindheit geschlagen gewesen sein, daß du nicht schon längst gemerkt hast, was eigentlich los ist. Ich habe nur nichts gesagt, weil ich dich nicht vor der Zeit aufregen wollte. Da wären wir also nun wirklich so weit! Am liebsten würde ich mir den Jungen mal gehörig vornehmen, aber ich fürchte, das macht die Sache nur noch schlimmer. Das ist doch feine Frau für ihn! Er rennt bestimmt in sein Unglück, wenn er sie wirklich nimmt. Und Annelies — es ist rein zum Verrücktwerden ..." Sie schwiegen beide und sannen vor sich hin. (Fortsetzung folgt!) ist jedoch nur möglich, wenn es gelingt, die Erzeugung bis auf den letzten Bauernhof zu übersehen und sachgemäß zu leiten. Ohne engste vertrauensvolle Zusammenarbeit aller an der Erzeugungsschlacht Beteiligten wird sich dieses Ziel nicht erreichen lassen. Es gilt also, diese Zusammenarbeit schnellstens und für die Dauer zu schaffen. Neben einer planvollen Ordnung der Erzeugung wird es im zweiten Jahre der Erzeugungsschlacht vor allem darauf ankommen, die bisher lei- stungsfchwächften Betriebe, die leider noch einen großen Teil der gesamten deutschen Landwirtschaft ausmachen, zu erfassen und durch zweckentsprechende Aufklärung und Beratung dafür zu sorgen, daß diese Betriebe in kürzester Frist in ihren Erträgen an den Durchschnitt gutgeleiteter Betriebe herankommen. Es kommt mir also nicht darauf an, in wenigen Betrieben übertriebene Leistungsziele zu erreichen, sondern viel wichtiger erscheint es mir, die gewaltige Masse der unter dem Durchschnitt liegenden Betriebe, um die sich bisher niemand gekümmert hat, auf ein höheres Maß der Leistung zu bringen. Das fetzt voraus, daß in Zukunft viel mehr, als das bisher geschehen ist, i n d i e B r e i t e gearbeitet wird, daß an Stelle von großen Versammlungen, zu denen doch stets nur ein bestimmter Kreis von besonders interessierten Bauern und Landwirten erscheint, örtliche Hofbegehungen und Feldbesichtigungen treten. Zu diesen örtlichen Veranstaltungen sind dann aber alle Bauern des Dorfes mit ihren Frauen und auch alle Landarbeiter hinzuzuziehen. Auf diese Weise, glaube ich, werden wir am schnellsten dahin gelangen, daß der Bauer das, was ihm an sich bereits bekannt ist, auch wirklich im eigenen Betriebe anwendet und so zu einem überzeugten Mitkämpfer in der Erzeugungsschlacht wird. Entsprechend den in allen Landesteilen, ja fast in jedem Dorf anders gelagerten natürlichen Verhältnissen, läßt sich auch nicht ein bestimmtes Rezept, das für alle Gültigkeit hätte, für die Durchführung der Erzeugungsschlacht aufstellen. Es kommt vielmehr darauf an, daß überall mit unbändiger Tatkraft an den gerade für den betreffenden Bezirk vordringlichen Aufgaben gearbeitet wird. Eins hat aber für alle Gebiete Gültigkeit und steht daher unverrückbar fest: Niemals dürfen wir bei aller Begeisterung für die Ertragssteigerung und die hohe Leistung an sich, dahin kommen, daß durch die Erreichung irgendeiner Teilaufgabe ein anderes Gebiet vernachlässigt oder gar übersehen wird. Die gesamte landwirtschaftliche Erzeugung ist ein organisches Ganzes, von dem wir nicht beliebig den einen oder anderen Teil bevorzugen oder vernachlässigen dürfen, ohne unerwünschte Nackenschläge zu bekommen, die die gesamten erreichten Erfolg- zunichte machen können. Gerade die letzten Jahrzehnte mit ihrer völligen Vernachlässigung des Oel- und Gespinstpflanzenanbaues, der wirtschaftseigenen Futteroersorgung, der Schafhaltung usw. sind uns warnendes Beispiel dafür, wie man es unter keinen Umständen machen darf. Wenn wir heute gezwungen sind, den letztgenannten Gebieten unsere ganz besondere Aufmerksamkeit zu widmen, so einfach nur deshalb, weil es hier gilt, alte jahrzehntelang Sünden wieder gutzumachen und damit das organische Gefüge unserer deutschen Landwirtschaft wieder herzustellen. Im Ringen um die Nahrungsfreiheit muß also die Leitung stets besorgt sein, ihre Kraft nicht zu verzetteln und in Teilaufgaben zu erschöpfen, sondern sie muß sich den Blick auf das große Ganze freihalten und in ganz besonderem Maße darauf achten, daß an allen Fronten gleichzeitig vorgegangen wird. Sie muß weiterhin darüber wachen, daß stets eine schnurgerade Linie eingehalten wird, die sich nicht nach vergänglichen Augenblicksbedürfnisfen richten darf, sondern die in richtiger Erkenntnis des einmal gefaßten Plans mit allen Kräften auf schnellstem Wege und mit den geeignetsten, der jeweiligen Lage angepaßten Mitteln dem Ziel zu- ftcuert. So gewaltig, ja schier unlösbar auch vielen heute noch die zu bewältigenden Aufgaben der Erzeugungsschlacht erscheinen mögen, und so schwierig die endgültige Erreichung des Ziels auch sein mag, so sicher ist doch der Endsieg, wenn alle deutschen Bauern und Landwirte sich voll und ganz ihrer schweren Aufgabe bewußt werden und mit eiserner Energie und nie ermüdender Tatkraft an die Arbeit in ihrem Frontabschnitt Herangehen. Der Führer hat uns im Frühjahr dieses Jahres nach unsäglich schwierigen Vorarbeiten die Wehrfreiheit und damit die erste Voraussetzung für die Freiheit eines Volkes erkämpft. An dem deutschen Bauern und Landwirt liegt es nun, auch noch die zweite Vorbedingung für die Freiheit einer großen Nation, das ist die N a h r u n g s f r e i h e i t, zu schaffen. Ich habe das felsenfeste Vertrauen, daß das deutsche Bauerntum dem Führer und dem gesamten Volke keine Enttäuschung bereiten wird, sondern im Gegenteil den Beweis erbringen wird, daß es bereit ist, alles für die Freiheit und Größe feines Volkes zu leisten. Wirtschaft. Neuzulaffungen von Kraftfahrzeugen im Dezemver uni» im Jahre 1935. DNB. Das Jahresende hat infolge der Preisnachlässe bei einigen viel gekauften Kraftfahrzeugmarken und infolge vermehrter Käufe, die noch im letzten Monat des vergangenen Jahres getätigt wurden, um die vorteilhaften Möglichkeiten der Anrechnung des Kaufpreises bei der Einkommensteuer auszunutzen, eine erhebliche Steigerung der Zahl der neuzugelassenen Kraftfahrzeuge (im ganzen plus 20 d. H.) gebracht. Diese Entwicklung kam vor allem den Personenwagen zugute, von denen 17 490 neu zugelassen wurden (gegenüber dem Vormonat plus 56 d. 5).). An Lastfahrzeugen kamen 3470 neu in Verkehr (minus 5 v. H.), darunter 774 dreirädrige. An Krafträdern gelangten 3255 (minus 37 v. H.) zur erstmaligen Zulassung, an Omnibussen 65 und Zugmaschinen 486. Im ganzen Jahr 1935 wurden damit 359 422 Kraftfahrzeuge im Reich neu zugelassen, darunter 180 329 Personenwagen, 43 969 Lastwagen (einschl. 11710 dreirädrigen), 127 166 Krafträder, 1832 Kraftomnibusse und 6126 Zugmaschinen. Das dritte Jahr der Motorisierungspolitik hat damit zu einer Erhöhung der Zulafsungsziffern bei den Personenwagen um 38 ü. $)., bei den Lastfahrzeugen auf beinahe das Doppelte, wobei ein wesentlicher Anteil allerdings auf die Dreiradfahrzeuge entfällt, bei den Krafträdern um 42 v. 5). und bei den Kraftomnibussen auf mehr als das Doppelte geführt. Erhöhte Krastfahrzeugproduktion im November 1935. Fwd. Die Produktion von Personenkraftwagen übertrifft im November den Vormonat um 17 v. H. Diese für die Jahreszeit ungewöhnliche Entwicklung steht laut „Wirtschaft und Statistik" damit im Zusammenhang, daß infolge Betriebsumstellungen eines großen Werkes die Erzeugung von Personenkraftwagen im Oktober mengenmäßig geringer ausgefallen war, als erwartet wurde, und daß Preismaßnahmen auf dem Automarkt den Absatz entgegen der Saisontendenz stark belebt haben. Auch Produktion und Absatz von Automobilomnibusfen haben sich erhöht, dagegen ist der Absatz von Liefer- und Lastkraftwagen leicht, der von Krafträdern stark zurückgegangen. Der Gesamtabsatz an Personenwagen überschreitet das Ergebnis vom Oktober um 5 v. $)., das des gleichen Vorjahresmonats um nahezu die Hälfte (48 v. H.). Oie Znduftrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1419: Lieferbedingungen für kunstfeidene Wirk- und Strickstoffe. 1420: Neuregelung des jugoslawischen Zahlungsverkehrs mit Deutschland. 1421: Bekanntmachung KP 85 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 1422: Die französischen Einfuhrkontingente für Jn- dustrieerzeugnisfe und für landwirtschaftliche Erzeugnisse für das 1. Vierteljahr 1936. 1423: Zusammenfassung der italienischen Außenhandelswirtschaft. Gründung eines italienischen Staatssekretariats für Waren- und Zahlungsverkehr. 1424: Keine Erteilung von Reifebewilligungen nach der Schweiz mehr. 1425: Die Verwendung von Sperrguthaben zur Zeichnung von 4,5-v. H.-Schatzanweifungen der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft. 1426: Bekanntmachung KP 86 der.Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 1427: Verlängerung der niederländischen Einfuhr- kontingente für Papier und Papierwaren. Aindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 657 Stück Großvieh, 121 Fresser und 142 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe und hochtragende Kühe 1. Qualität 430 bis 590 Mark, 2. Qualität 320 bis 420, 3. Qualität 190 bis 320, Rinder, bis %jäf)rtg 120 bis 200, bis 2jährig 190 bis 280, tragend 250 bis 500, Kälber, bis 3 Wochen alt 26, bis 4 Wochen alt 40, bis 6 Wochen alt 55 Mark. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverkauf: lebhaft, geringer Heber» stand. — Nächster Markt: 21. Januar 1936. * Sperrguthaben zur Zeichnung von 4,5-v. H.-Schatzanweifungen der Deutschen Reichsbahngesellschaft. Der Leiter der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat an- geordnet, daß, soweit Beträge aus Sperrguthaben und Wertpapierguthaben zur Zeichnung der 4,5-v.H.- Schatzonweisungen der Deutschen Reichsbahngesell- schaft, fällig am 2. Januar 1944, Verwendung finden sollen, diese Verfügungen genehmigungsfrei erfolgen. Rhein-Mainische Börse. IHiftagsbörfe: still, aber freundlich. Frankfurt a. M., 7. Jan. Die Börse lag wieder sehr still und brachte bei Eröffnung kursmäßig nur geringe Veränderungen. Die Stimmung war weiterhin freundlich, wobei die günstigen Nachrichten aus der Wirtschaft ihren Eindruck nicht verfehlten. Beachtung fand vor allem der volle Zeichnungserfolg auf die Preußischen Schatzanweisungen. Dom Publikum lagen verschiedentlich kleine Kauforders vor, die Kulisse zeigte sich dagegen immer noch zurückhaltend. Am Aktienmarkt entwickelten sich die Kurse wiederum uneinheitlich, es überwogen jedoch mäßige Erhöhungen. Etwas größeres Geschäft hatten AEG. mit 38,40 bis 38,90 (38,50). Die übrigen Elektropapiere lagen zumeist unverändert, etwas höher Siemens und Betula. In der Farben-Aktie war der Umsatz zu 147 (147,50) ebenfaUs lebhafter. Scheideanstalt gewannen 0,50 v. H. Montanaktien wurden wieder stark vernachlässigt, Stahlverein und Hoesch zogen leicht an, Mannesmann gaben 0,40 v. H. nach. Im einzelnen eröffneten Deutsche Linoleum, Holzmann, Muag und Reichsbank je 0,50 v. H., Hapag und Haufwerke Füssen je 0,25 v. H. freundlicher, dagegen Daimler 0,50 und Aschaffenburger Zellstoff i v. H. schwächer. Am Rentenmarkt war das Geschäft sehr gering. Altbesitz gaben auf 109,60 (109,80), Kommu- nal-Umschuldung auf 87,60 (87,75) nach, späte Schuldbuchforderungen lagen mit 96,50 behauptet, während Zinsvergütungsscheine auf 92,20 (92) anzogen. Von Auslandsrenten notierten Ungarn etwa 0,1-3 o. H. fester. Im Verlaufe war die Haltung freundlich, das Geschäft erfuhr aber keine nennenswerte Ausdehnung. Beachtliche Umsätze fanden noch in AEG. und IG. Farben statt. Im Durchschnitt vermochten sich die Kurse um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. zu heben, Scheideanstalt fest mit 209 nach 207. Höher lagen ferner Klöckner mit 81 (80), Allgemeine Lokal & Kraft mit 119 (118), dagegen Ilse Genuß 125 (125,75). Am Rentenmarkt bröckelten Kommunal-Umschul- dung noch etwas ab, sonst ergaben sich keine Veränderungen. Goldpfandbriefe lagen ruhig und unverändert, Liquidations-Pfandbriefe notierten etwas uneinheitlich. Stadtanleihen lagen meist etwas fester, besonders 4,5 Heidelberg 89,50 (88,50), ferner 4,5 (6) Frankfurter 91,60 (91,25). Industrie-Obligationen blieben voll behauptet. Staatsanleihen lagen ruhig, ebenso Auslandsrenten. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. LPD. Wie die Landesbauernfchaft Heffen-Naffau u. a. mitteilt, wurden in Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Ueberwachungsstellen und dem Kar- toffelwirtschaftsverband Hessen-Nassau die Speise- kartoffelpreise für den Staat Hessen wie folgt festgesetzt: 1. Bei Lieferung der Erzeuger an Verbraucher: frei Keller, ohne weitere Aufschläge, in den Städten Mainz, Darmstadt, Offenbach, Gießen und Bingen: gelbfleischige Sorten: Januar 1936: 3,20 bis 3,40 Mark; Februar 1936: 3,30 bis 3,50 Mark; rote, weiße, blaue Sorten: Januar 1936: 2,90 bis 3,10 Mark; Februar 1936: 3,00 bis 3,20 Mark; in sämtlichen übrigen Gemeinden: gelbfleischige Sorten: Januar 1936: 3,00 bis 3,20 Mark; Februar 1936: 3,10 bis 3,30 Mark; rote, weiße, blaue Sorten: Januar 1936: 2,70 bis 2,90; Februar 1936: 2,80 bis 3,00 Mark. 2. Bei Lieferung der Verteiler an Verbraucher: in Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern: gelbfleischige Sorten: Januar 1936: 3,50 bis 3,70 Mark; Februar 1936: 3,60 bis 3,80 Mark; weiße, blaue, rote Sorten: Januar 1936: 3,20 bis 3,40 Mark; Februar 1936: 3,30 bis 3,50 Mark; in den übrigen Gemeinden, mit Ausnahme des flachen Landes: gelbfleischige Sorten: Januar 1936: 3,40 bis 3,60 Mark; Februar 1936: 3,50 bis 3,70 Mark; weiße, rote, blaue Sorten: Januar 1936: 3,10 bis 3,30 Mark; Februar 1936: 3,20 bis 3,40 Mark; fürs flache Land: gelbfleischige Sorten: Januar 1936: 3,05 bis 3,25 Mark; Februar 1936: 3,15 bis 3,35 Mark; weiße, rote, blaue Sorten: Januar 1936: 2,75 bis tibenbbörfe freundlich. Die Abendbörse war freundlich. Das Geschäft erreichte indes kein besonderes Ausmaß und lag meist in Händen des berufsmäßigen Börfenhandels. In einigen Werten lagen auch Aufträge der Kundschaft vor. Im Vergleich zum Berliner Schluß ergaben sich überwiegend Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H., darüber hinaus gewannen Scheideanstalt 1 v. H. auf 210 und MAN. 1,50 v. H. auf 94,50. Interesse er- hielt sich außerdem auf Abschlußhoffnungen für AG. für" Verkehrswesen zu 87,75 bis 88 (87,50), ferner waren einige Elektrowerte etwas beachtet, ruhiger lagen aber ÄEG. und Schuckert. Renten hatten nur geringes Geschäft. Zinsvergütungsscheine 92,25 (92,20), Kommunal-Umschuldung 87,65 (87,55). U. a. notierten: Altbesitz 109,75, Schutzgebietsanleihen 10,95, 4,5proz. Darmstadt von 1928 91,25, IG.-Farbenbonds 122,50, 6 pro,3. Krupp 104,25, 6proz. NSU. 102,50, 4,5proz. Kasseler Gold 96,50, 4,5proz. Meininger Hyp. Gold, 96,50, 4,20prozentige Oesterr. Silberrente 1,25 bis 1,30, Commerzbank 83,50, Reichsbank 178, Buderus 94,50, Harpener .109,50, Mannesmann 77,65, Rheinstahl 103,50, Stahlverein 73,90, Aku 52, AEG. 39, MAN. 94 bis 94,25, Bekula 136, Conti Gummi 160, Daimler 90,50, Scheideanstalt 210, Dt. Linoleum 139,75, Licht & Kraft 127,25, JG.-Farben 147,50, Felten 112,75, Gesfürel 125,25 bis 125,50, Holzmann 87,50, RWE. 127, Schuckert 121, Siemens 165,50, Westdeutscher Kaufhof 25, Südd. Zucker 197,25, Reichsbahn-VA. 120,75, AG. für Verkehr 87,75 bis 88. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 7. Jan. Gemüse: Angebot für die Jahreszeit sehr gut. Nachfrage gegen die Vorwoche leicht gebessert, Preise unverändert. 11. a. notierten: Blumenkohl Steige 15 und 18 Stück 5,60 bis 6,50 ital., Eskarol 5 bis 15, Feldsalat groß 25 bis 40, klein (Mistbeet) 70 bis 80, Gewürzel gr. Bdl. 30 bis 40, Karotten 4 bis 5, do. frische Bdl. 5 bis 8, Kohlrabi 3 bis 5, Meerrettich 35 bis 45, Rosenkohl 20 bis 35, Rote Rüben 3 bis 6, Rotkraut 6 bis 10, Sellerie je nach Größe 5 bis 30, Spinat 6 bis 10, Weißkraut 4 bis 6, Wirsing 5 bis 8, Winterkohl 6 bis 7, Zwiebeln 9 bis 11, 11% ungarische. Obst - und Südfrüchte: Aepfelangebot im Verhältnis z'ur Nachfrage reichlich, Birnen nur noch in geringen Mengen vorhanden. Nachfrage nicht voll befriedigend, Preise kaum verändert. Angebot von Apfelsinen und Mandarinen gut, Preise etwas gefallen, Geschäft gut. 11. a. notierten: Aepfel I 25 bis 30, II 18 bis 20, Kochäpfel 14 bis 20, Boskop 20 bis 30, Goldparmänen 22 bis 30, Renetten 22 bis 26, ital. Tafeläpfel 20 bis 25, amerik. Kists zirka 40 Pfund, rote 16 bis 18, gelbe 22, Apfelsinen blond 14 bis 18 ^pan., kernlos 24 bis 28 span., Paterno blond 18 bis 20 ital., Birnen 20 bis 25, Kochbirnen 15 bis 20, Haselnüsse 25 bis 30 ital., Mandarinen 20 bis 25 span., Walnüsse 45 franz., 18 bis 24 bulg., Feigen 25 kg 9 bis 10, Zitronen 300 bis 360 Stück 7,00 bis 8,00. 2,95 Mark; Februar 1936: 2,85 bis 3,05 Mark. 3. Bei 10-pfunb-2tbgabe durch den Kleinhandel: in Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern: gelbfleischige Sorten: Januar 1936: 0,41 bis 0,43 Mark; Februar 1936: 0,42 bis 0,44 Mark; weiße, rote, blaue Sorten: Januar 1936: 0,38 bis 0,40 Mark; Februar 1936: 0,39 bis 0,41 Mark; übrige Gemeinden, mit Ausnahme des flachen Landes: gelbfleischige Sorten: Januar 1936: 0,40 bis 0,42 Mark; Februar 1936: 0,41 bis 0,43 Mark; weiße, rote, blaue Sorten: Januar 1936: 0,37 bis 0,39 Mark; Februar 1936: 0,38 bis 0,40 Mark; auf dem flachen Lande: gelbfleischige Sorten: Januar 1936: 0,31 bis 0,33 Mark; Februar 1936: 0,32 bis 0,34 Mark; weiße, blaue, rote Sorten: Januar 1936: 0,28 bis 0,30 Mark; Februar 1936: 0,29 bis 0,31 Mark. Erzeugerpreise für den Staat Hessen: gelbfleischige Sorten: Januar 1936: 2,80 bis 3,00 Mark; Februar 1936: 2,90 bis 3,10 Mark; weiße, rote, blaue Sorten: Januar 1936: 2,50 bis 2,70 Mark; Februar 1936: 2,60 bis 2,80 Mark. Für Juli-Nieren erhöht sich der vorstehende, für gelbe Speisekartoffeln vorgesehene Preis je 50 Kilo um 1,00 Mark, für Hörnchen um 2,00 Mark. Die Erzeugerpreise verstehen sich frachtfrei Empfangsstation, d. h. dem Erzeuger ist die Fracht vom Erzeugungsort nach dem Platze des Verbrauches in Abzug zu bringen. Als Berechnungsgrundlage dient die Reichsbahnfracht für 15-Tonnen-Derladung auch dann, wenn andere Verkehrsmittel zum Transport benutzt werden. Die Gpeifekartoffelpreife für Hessen für die Monate Januar und Februar. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franuur, a. 2)1. Ben.n Schlußkurs Schlußl. Abendbörse Schluß, kurs Schlußr. Mittag- Oatum 6.1 7.1. | 6.1. | 7-1. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100,4 100,25 100,5 । 100,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,25 97,1 97,25 97,1 6«/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 103,5 103,5 ' 103,4 103 Deutsche Anl^Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 109,8 109,75 109,7 109,75 4*/,% Deutsche Reichspostschatzaw Weisungen von 1934, l....... 99,75 99,9 99,9 99,9 6% ef)em.8% Hess. Volksstaat 1929 (rüctzahlb. 102%) ............ 97,75 97 97,25 97,5 4y2% ehem.8% Hessisch? Landesbank Darmstadt Gold R. 12.... 96,4 96,4 5*4% ehein. 4)4% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiaui 4’/»% ehem. 8% Darmst. Komm. 100,75 100,75 Landcsb.Goldschuldverlchr. R.6 93 93,25 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. _ Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113,13 112,9 112,9 112,75 414% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 6)4% ehem. 4*4% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 101,5 101,25 5)4% ehem. 4)4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 101,4 101,65 101,4 101,4 4)4% ehem. 8% Pr. Landespsand- briefanstalt, Pfandbriese R. 19 97 97 97 4)4% ehem. 7% Pr.Landespsand- briesanst., Gold Komm. Obl.Vl 97 97 97 Steuergutich.Verrechnungsk. 34-38 108 108,13 108 108,13 4% Oefterreichische Goldrente.... — — 28,5 29,5 4,20% Oefterreichische Silberrente 1,2 1,3 1,3 1 35 4% Ungarische Goldrente....... 9,13 9,175 9,25 9,15 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 9 9,13 9 9,1 4*4% desgl. von 1913.......... 9 9,15 — 9,05 6% obgeft. Goldmexikaner von 99 12,5 12,65 12,7 12,75 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I.................... 9,5 9,5 —- ■— 3h anhurt a.M. Berlin Gchluß- kurs cschlußt. Abendbörse Schlußkurs Echlußk. Mittagbörse Datum 6-1 7.1. 6-1. 71-' 4% vesgl. Serie 11 ........... 9,5 9,5 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,65 5,65 5,7 5,75 4)4%Rumän.vereinh.Renlev.l913 8,85 8,75 8,6 8,65 4% Rumänische vereinh. Rente 4,9 4,9 4,95 4,9 2 ’4% Anatolier............ 39,4 39,13 39,5 39,5 Hamburg-Amerika-Palet ..... 0 14,75 15 14,9 15,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — — — — Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,75 16,9 16,65 17 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 85 88 85,25 87,75 Berliner Handelsgesellschast ... 6 113,75 115 114,5 114,65 Commerz- und Privat-Bank... Deutsche Bank und Disconto- u 83,25 83,5 83,25 83,5 Gesellschaft................ 0 82,5 82,5 82,5 82,5 Dresdner Bank........... 0 83,5 83,25 83,5 83,25 Retchsbank ................ 12 177 178 177,13 177,75 -21.(5.®.................... C 38,25 39 38,13 39,13 Bekula.................... 1" 135,5 136 111,5 135,65 110,9 135,9 111,5 Elektr. Lieferungsgesellschaft.. 6 Llcht und Kraft ........... 6)4 126,75 127,25 127 127,5 Felten & Guilleaume......... 4 112,5 112,75 112 9 113,13 Gcsellsch.f.Elektr.Unternehmung 6 125 125,5 125 125 Rheinische Elektrizität ........ 6 - 128 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 127,5 127 128 127 SchuckertSCo. .............. 4 119 121 119,25 121,5 Siemens & Halske............ 7 165 165.5 165 165,5 Lahmeyer LCo.............. 122,5 124 123,5 123,5 Buderus .................. 4 93,75 107,5 94,5 108,9 93,65 107,75 94,25 108,75 Deutsche Erdöl ............. 4 Harpener.................. ( 108,75 109,5 109 109,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . 3 83,5 84 84 83,75 Ilse Bergbau .............. G 154,25 155 Ilse Bergbau Genüsse....... 6 125,75 125 125,5 125 Klöcknerwerke .............. i 80 81 79,75 81 Mannesmann-Röhren....... 0 77,75 I 77,65 77,5 77,65 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß». Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 61. 7-1 • 6J . 7 1. Mansselder Bergbau....... .. 6 119 120 119,25 120 Kokswerke ................ .. 6 — —— 115,5 115,75 Rheinische Braunkohlen .... . 12 209,25 210,5 209,25 210,5 Rheinstahl................ .. 4 103,5 103,5 103,5 103,25 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 74 73,9 74 73,75 Ltavi Minen ............. .. 0 17,75 17,75 17,75 17,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 — — — 122 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 115,5 — 118,5 119 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7'/- 184 — 184 — I. G. Farben-Jndustrte..... .. 7 147,5 147,5 147,13 147,25 Scheideanstalt............. .. 9 206,5 210 — — Goldschmidt .............. .. 5 106,25 107,5 106 107,5 Rütgerswerke ............. .. 6 113 — 113,13 113,75 Metallgesellschaft........... .. 4 111,5 112,25 111,75 111,75 Philipp Holzmann......... .. 4 86,5 87,5 87 87,5 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 7 119,5 119 - .. 6 128 128 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 101,75 101,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 52,75 52 52,65 52,25 Beinberg................. .. 5 100 100,25 100,5 101 Zellstoff Waldhof .......... .. 5 115,5 115,75 115,4 115,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 79 78 78,5 78 Dessauer Gas ............. .. 7 —— — 119,4 119,5 Daimler Motoren.......... .. 0 90,25 90,5 89,75 90,4 Deutsche Linoleum......... .. 8 139,5 139,75 139,4 140 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — — 73,25 73,13 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 23,9 25 23.75 24,65 Chade............. 7 ‘/. 288 288 287,75 288,5 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 — 169 — 169 Conti-Gummi............. .. 8 158,5 160 159 160 Gritzner.................. Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 0 .. 4 26,75 88,5 26,75 88,5 26,75 26,75 Süddeutscher Zucker ....... . 10 197 197,25 197 197,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 6.Januar 7.Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld I Brief Buenos Atre-. 0,668 0,672 0,668 0,672 Brüssel .... 41,86 41,94 41,86 41,94 Rio de Jan. 0,137 0,139 0,137 0,139 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,70 54,80 54,73 54,83 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,25 12,28 12,255 12,285 Helsingfors.. 5,395 5,405 5,40 5,41 Parts ..... 16,40 16,44 16,40 16,44 Holland .... 168,69 169,03 168,72 169,06 Italien.... 19,98 20,02 19,98 20,02 Japan ..... 0,715 0,717 0,715 0,717 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5-666 Oslo..... : 61,50 61,62 61,54 61,66 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,115 11,135 11,12 11,14 Stockholm.. 63,16 63,28 63,19 63,31 Schweiz ... 80,79 80,95 80,80 80,96 Spanien... 33,97 34,03 33,99 34,05 Prag....... 10,29 10,31 10,29 10,31 Budapest .. — Reuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Berlin,7. Januar Geld Brie, Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,72 41,81 Dänische Noten ................. 54,52 54,74 Englische -Noten ................. 12,22 12,26 Französische Noten............... 16,35 16,41 Holländische Noten............... 168,30 168,93 Italienische Noten................ — — Norwegische Noten .............. 61,38 61,61 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — Rumänische Noten......... ..... — _ Schwedische Noten............... 63,02 63,28 Schweizer Noten................. 80,62 80,94 Spanische Noten................. 33,63 33'77 Ungarische Noten ................