186. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Ur 286 Erster Blatt M. Jahrgang Montag, 7. Dezember 1956 JHBF • * W # Unn°hm« oon Hnjeigen |Ä: wS« äSL ▲ Ä 5^ ▲▲ ▲ AA A. ** ^^.Ubr'öÄmütag” Heimat im Bild Die Scholle B B»B» M B ■■ Grundpreise mm höhe Monatr-Vezugspretr: ■ ■ W B H JF HÄ ■ Jr W W M F ■ VH | I A M V H H g ■ Jr B für Anzeigen oon 22 mm Mit 4 Beilagen RM.L.9S BH W B Br HlkHf W B B Jr WWW |l I B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 M ■ Äk B BW B B Bk B X JH B B WL WÄ B sM B Rk B anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr.. , -.25 B B B & 50 Rpf..Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ■ B B B B vorh.Bereinbg.25O/„ mehr. °h?fn0Ä«erinUa KT V ermä6.gt, »runOpreife: SM General-Anzeiger für Sberhchen 0:nßo - behördliche Anzeigen 6Rpf. motn 11686 oruck und Verlag: vrühl'sche Univerfttatr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Eine großartige Volksabstimmung der Tai! Berlin, 6. Nez. (NAB.) Nas Neichsministerlum für Volksaufklärung und Propaganda gibt bekannt: Das Ergebnis der diesjährigen Sammlung am „Tag der nationalen Solidarität" im ganzen Reich beträgt 3363 26Z,54 Mk. 3m Vergleich dazu betrug das Ergebnis des Jahres 4S3S = 4 084 813,49 W. unö das des Jahres 1934 - 4 021000 Mk. Gegenüber dem Ergebnis des Jahres 1935 bedeutet das Ergebnis des „Tages der nationalen Solidarität l936" also eine Steigerung um l 278454,02 Mk. oder um 31,2 v. H. Die neue Großtat. Das Werk des WHW. hat im Herzen der deutschen Volksgenossen von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr immer mehr Fuß gefaßt. Es ist daher auch kein Wunder, daß die Spendefreudigkeit für dieses soziale Hilfswerk immer umfangreicher geworden ist und immer stärker von der innigen Verbundenheit aller deutschen Menschen zeugt. Angesichts dieser Entwicklung hatte man auch auf den diesjährigen Tag der nationalen Solidarität große Hoffnungen gesetzt. Daß aber ein so überragendes Ergebnis erzielt werden würde, wie es heute früh in den zahlenmäßigen Feststellungen vorliegt, das hatte am Samstag wohl niemand für möglich gehalten. In diesem Ergebnis offenbart sich außerordentlich eindrucksvoll, in welch wundervoller Weife die Volksgemeinschaft bei uns zur Tat geworden ist und wie stark sich ganz Deutschland zu dem Werk bekennt, das uns alle als Mitarbeiter des Führers in Reih und Glied sieht. In dieser Gemeinschaft hat sich das deutsche Volk zu einer ehernen Front zusammengeschlossen, in der die Demokratie verwirklicht ist, von der man in anderen Staaten im Parlament immer nur redet. Die Großtat vom Samstag ist aber auch ein erhabener Ausdruck des Vertrauens zum Führer und seinem Werk. Denn während in anderen Ländern Banken und Sparkassen gestürmt werden, um die eingezahlten Gelder abzuheben, weil man dort dem Staats und den Geldinstituten kein Vertrauen mehr schenkt, stellt sich das deutsche Volk mit all seinem Hab und Gut vertrauensvoll und willig hinter ferne Führung, von der es weiß, daß sie gut und sicher führt. Während in anderen Ländern der Bolschewismus hetzt und wühlt und immer frecher sein Haupt erhebt, bekundet unser deutsches Volk durch diese sozialistische Gemeinschaft der Tat im Geiste unseres Führers Adolf Hitler, daß es sich praktisch gegen den Bolschewismus immunisiert hat. Von den führenden Männern der Partei und des Staates, von den Ministern bis herunter zum letzten Behördenleiter, darüber hinaus von vielen Taufenden von Männern des öffentlichen Lebens und vor allem von den vielen Millionen Spendern ist bei dieser Großaktion des Tages der nationalen Solidarität erneut dem Führer der deutschen Nation Adolf Hitler durch die helfende Tat herzlicher Dank und volles Vertrauen für sein Werk ausgesprochen worden. Das großartige Ergebnis dieser Sammlung ist aber auch eine Lehre für jeden deutschen Menschen nach der Richtung hin, daß das deutsche Volk zu jedem Opfer bereit ist und daß jeder Deutsche mit Recht auf sein Volk stolz sein kann. Besonders stolz und in höchstem Maße glücklich darf aber der Führer selbst sein, der das Glück genießt, ein solches Volk führen zu können. Der diesjährige Tag der nationalen Solidarität hat sich zu einer wunderbaren sozialen Volksabstimmung oon größtem Ausmaß gestaltet, zu einem neuen starken Bekenntnis zum Sozialismus der Tat wie Adolf Hitler ihn uns gelehrt hat. Dieser Sozialismus steht in stärkstem Gegensatz zu dem angeblichen Sozialismus der Marxisten in jenen Staaten in denen man immer viel von Sozialismus redet, in denen aber die Tat fehlt. Dort müssen Millionen von Menschen hungern und frieren und die Gesamtheit ihres Volkes sieht untätig zu, wahrend bei uns kein Mensch hungert und friert, weil eben die sozialistische Gemeinschaft der deutschen Menschen mit der helfenden Tat für sie eintntt Und so wie bisher soll es bei uns in Deutschland auch weiterhin bleiben. Denn damit erfüllen wir unsere nationale Pflicht so aufrecht und ehrlich, wie sie deutschen Menschen würdig ist. B. Die Spende des Führers. Berlin, 5. D-Z. (DNB.) Im Anschluß an die Straßensammlung fand sich eme Anzahl von Künstlerinnen und Künstlern van Buhne und Füm beim Führer in der Reichskanzlei ein. Der Führer gab jedem einzelnen der Sammler einen größeren Betrag in die Sammelbüchse. Aus der Gauhauplfladl. Frankfurt a.M., 5. Z)e3. (LPD.) W>° überall im Reich, so war auch im ® a u S.e H e ": Nassau der „Tag der nationalen Solidarität ein hehres Fest der Volksgemeinscha t. Aus den vielen Meldungen, die aus den einzelnen Städten und Orten des Gaues vorliegen, geht immer imeder hervor, mit welchem Eifer sich d,e führenden Man- ner für die Sammlung einfetzien, und wie freudig die Volksgenossen opferten, nicht nur einmal son- dern immer wieder ein Scherflem Zuckten, um es in der Sammelbüchse des einen oder andern Samm lers verschwinden zu lassen. . Gauleiter Sprenger eröffnete den „Tag der nationalen Solidarität" im Gau Hessen-Naffau mit einer Sammlung bei den bedeutenderen Armen des rhein-mainifchen Wirtschaftsgebiets. Um 17 Uhr stand der Gauleiter schon wieder an der Haupt- wache in Frankfurt a. M., ständig umlagert von gebefreudigen Menschen. Es würde zu weit führen, all die Männer der Gauleitung, der Gliederungen der Partei, der Präsidenten der staatlichen Behörden, der Künstler, der Wissenschaftler usw. einzeln aufzuführen, die in der Gauhauptstadt ihre Sammeltätigkeit ausübten — es waren rund 1500 Sammler! In den Straßen herrschte großer Andrang, die einzelnen Sammler waren ständig umlagert, denn jeder wollte opfern. Platzkonzerte,' marschierende Abteilungen von HI., BDM. und Jungvolk, sowie das erstmalige Brennen der Weihnachtsbäume auf den öffentlichen Plätzen versetzten die Sammler, wie die Geber in begeisterte Stimmung. Dr. Ley und Himmler im Dienste des WM. Wuppertal, 6. Dez. (DNB.) Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Dr. Ley traf am Samstagnachmittag in Wuppertal ein, um hier — wo er einst die Schuljahre verlebt hat — für das WHW. zu sammeln. Auf dem Döppersberg hatte sich trotz des strömenden Regens eine riesige Volksmenge eingefunden, die Dr. Ley nicht nur herzlichst begrüßte, sondern gern und freudig in die zwei stattlichen Büchsen des Reichsleiters spendete. Eine Werkscharkapelle konzertierte. Nur schrittweise konnte sich Dr. Ley seinen Weg vorwärtsbahnen. Auch die Gäste der zahlreichen überfüllten Gaststätten, die Dr. Ley zum Sammeln auftuchte, rissen sich darum, dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront zu spenden. Wiesbaden, 6. Dez. (DNB.) Der Tag der nationalen Solidarität hatte für Wiesbaden eine besondere Bedeutung dadurch erlangt, daß der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei Himmler, der an diesem Tage in Wiesbaden weilte, sich an die Spitze der Wiesbadener Sammler gestellt hatte. Schon lange vor Beginn der angesetzten Sammelstunde hatte sich eine große Menschenmenge vor dem Hotel angesammelt, die den Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei bei seinem Erscheinen stürmisch begrüßte. Auch während seiner Sammeltätigkeit war der Reichsführer SS. von opferfreudigen Spendern dicht umlagert. WM.-Kmihgebung der Deutschen in Rio de Janeiro. Rio de Janeiro, 7. Dez. (DNB. Funkspruch.) Am Tag der Nationalen Solidarität versammelten sich die Deutschen in Rio de Janeiro zu einer großen Winterhilfswerks-Kundgebung der DAF., die von künstlerischen Darbietungen umrahmt war. Der Kreiswalter und der Ortswalter der DAF. hielten Ansprachen. Den Höhepunkt des Abends bildete eine Sondersendung a u f Kurzwelle aus Berlin. Die Grüße aus der Heimat wurden von den Versammelten, unter denen sich auch eine Abordnung des in Rio de Janeiro weilenden Schulschiffes „Deutschland" befand, mit Jubel ausgenommen. Feldmarschall von Mackensen 87 Zahle all. Herzlicher Glückwunsch des Führers. t 4 1I-1 " M dem Feldmarschall ein Ständchen. (Scherl-Bilderdienst.) Eine Kapelle der Wehrmacht brachte Berlin, 6. Dez. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat an Generalseldmarschall von Mackensen nachstehendes Glückwunschtelegramm gerichtet: „Herr Generalfeldmarschall! Zu Ihrem heutigen 8 7. Geburtstag spreche ich Ihnen in immer dankbarer Erinnerung an Ihre großen Verdienste um Deutschland in Krieg und Frieden meine herzlichsten Glückwünsche aus, mit denen ich meine besten Grüße verbinde. Adolf Hitler. Generalfeldmarschall von Mackensen feierte am Sonntag feinen 87. Geburtstag auf feinem Landsitz bei Falkenwalde in der Nähe Stettins. In be- wundernswerter Frische nahm er im Laufe des Tages die Glückwünsche entgegen, die ihm von allen Seiten dargebracht wurden. Besondere Ehrungen erwies die Wehrmacht dem Jubilar. Von 8 bis 17 Uhr zog vor dem Landhaus ein Doppelposten des Infanterie-Regiments Nr. 5 auf. Von 10 bis 11 Uhr brachte das Musikkorps des gleichen Regiments ihm em Morgenstandchen dar Die Glückwünsche der Wehrmacht überbrachte der'Kommandierende General des II. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis II, General der Infanterie Bl a f kowitz Außerdem erschienen im Laufe des Vormittags alle zum Standort Stettin gehörenden Generale und Admirale, Regimentskommandeure und selbständigen Abteilungskommandeure. Das Reiterregiment 5 hatte eine größere Abordnung von Stolp nach Stettin entsandt, die von Oberst S a t o w geführt wurde und dem Generalfeldmarschall, als 'dem Inhaber des Regiments, die Glückwünsche der Reiter überbrachte. Partei und Staat gedachte ebenfalls des Ehrentages des Generalfeldmarschalls. Für den Gauleiter und Oberpräsidenten Schwede (Koburg) erschienen Gaupropagandaleiter Pg. Popp und Vizepräsident Mackensen oon A st seid. Die Stadt Stettin, deren Ehrenbürger der Generalseldmarschall ist, hatte Oberbürgermeister F a b e ? entsandt. Namens des Reichsbauernführers und Reichsministers Darrä gratulierte der Landesbauernführer der Kurmark, Wendt, in dessen Bereich der Erbhof Brüssow liegt, der dem Generalseldmarschall gehört. Zahlreiche Offiziere des alten Heeres, Abordnungen von Regimentsverbänden und viele andere, die sich dem Generalfeldmarschall verbunden fühlen, schlossen den Kreis der Gratulanten, in dem die Jugend nicht fehlte. Die Mädchen des Landjahrheims Falkenwalde überbrachten dem greifen Feldherrn ein Blumengebinde, für das ihnen der Generalfeldmarschall mit herzlichen Worten dankte. Dr. Goebbels bankt. Berlin, 6. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels veröffenllichl folgende Erklärung: „Angesichts des einzigartigen Ergebnis s e s der diesjährigen Sammlung am „Tage der nationalen Solidarität" ist es mir ein Bedürfnis, allen daran Beteiligten, den ungezählten bekannten und unbekannten Sammlern, aber auch den vielen Millionen Spendern herzlichen und aufrichtigen Dank zu sagen. Die deutsche Nation hat sich bei dieser Großaktion des Winterhilfswerkes für die Armen und Notleidenden in diesem Jahre zu einer Art sozialer Volksabstimmung zusammengeschlossen. In friedlichem Opferwillen haben wir Deutschen eine Schlacht auf dem Felde der Volksgemeinschaft gewonnen. Zugleich ist aber dieser Sammeltag seinem Sinn und Zweck gemäß ein demonstratives Bekenntnis aller im öffentlichen Leben stehenden deutschen Männer und Frauen zu jenem großen Heer unbekannter Sammler, die durch ihr unermüdliches, stilles Wirken das Winterhilfswerk zur größten sozialen Einrichtung der Gegenwart gemacht haben. Sie seien deshalb besonders in diesen Dank mit eingeschlossen. Der 5. Dezember 1936 ist damit ein Mark - stein am soziali st ischen Aufbauwerk des Führers geworden. Millionen Kinder der vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen, denen wir am 21. Dezember eine besondere Weihnachtsfreude bereiten wollen, werden mit glänzenden Augen und glücklichen Herzen der Nation ihren Dank für den am 5. Dezember bewiesenen Opferwillen abstatten." Dazu wird ergänzend mitgeteilt: Die Ergebnisse in den einzelnen Gauen Deutschlands, verglichen mit den Ergebnissen der Jahre 1934 und 1935, zeigen folgenden Stand: „Tag her nationalen Solidarität" Der Sammeltag in Berlin. Gau 1934 1935 1936 Baden 148 000,— 141 500,— 196 599.27 Bayr. Ostmark 110 000,— 94 228,— 125 000.— Berlin 300 000,— 319 193,21 517 060,54 Düsseldorf 104 000,— 119 633,17 168 136,76 Essen 46 000,— 55 149,06 66 066,87 Franken 50 000,— 88 172,19 138 791.02 Halle-Merseburg 89 000,— 69 977,03 92 777,31 Hamburg 54 000,— 103 351,50 182 966,10 Hessen-Nassau 220 000,— 185 000 — 212 993,43 Koblenz-Trier 50 000,— 43 827,76 67 414.65 Köln-Aachen 102 000,— 120 000,— 123 119.24 Kurhessen 77 000,— 67 265,27 90 849,98 Kurmark Magdeburg- 180 000,— 175 000 — 191171,40 Anhalt 165 000,— 167 975,57 187 792,59 Main-Franken Mecklenburg- 48 000,— 44 682,35 53 790,07 Lübeck München- 90 000,— 110 582,17 161 760,23 Oberbayern 123 000,— 150 000,— 225151.22 Ost-Hannover 136 000,— 175 000,— 282 680,02 Ostpreußen 134 000,— 89 378,86 89 861.76 Pommern 144 000,— 111 702,57 124 733,28 Saarpfalz 61 000,— 94 687,73 95 287,72 Sachsen 284 000,— 293 486,97 380 434.69 Schlesien Schleswig- 232 000 — 250 000,— 237 777,94 Holstein 221 000,— 204 000,— 283 000,— Schwaben Südhannover- 85 000,— 67 912,— 120 708 98 Braunschweig 107 000,— 100 576,93 125 035,19 Thüringen 159 000,— 117 427,81 134 648,45 Weser-Ems 67 000,— 119 132,— 147 356,27 Westfalen-Nord 127 000,— 117 736,03 116 151,39 Westfalen-Süd 99 000,— 101 235,85 114151,14 Württemberg 200 000,— 187 000,— 310 000,— Gesamtergebnis 4021000,— 4084813,49 5363267,51 Berlin, 5. Dez. (DNB.) Zum drittenmal gab das deutsche Volk am Tag der nationalen Solidarität wieder jenes einzigartige Beispiel wahrer Kameradschaft und echten Gemeinschaftssinns, wie wir es in den beiden Vorjahren schon erlebten. Auch dieses Mal wieder hatten sich alle führenden Männer von Partei und Staat, der Wirtschaft, der Kunst, der Wissenschaft und der Presse eingereiht in das Millionenheer der unbekannten Sammler. Um die führenden Köpfe des neuen Deutschlands scharte sich in Begeisterung und bereitwilligster Gebefreudigkeit das ganze deutsche Volk. In dieser Opferbereitschaft kam zugleich die Dankbarkeit der Volksgenossen an den Führer zum Ausdruck, daß Kammermehrheii für Blums Politik. Oie Krise der Volksfrontregierung hält aber an. -„LtnmißverständUches Mißtrauensvotum" der Kommunisten. - Erklärung Blums an die preffe. er durch die Arbeitsschlacht und die Dehrhafl- machung dem deutschen Volke ein hoffnungsfrohes Weihnachtsfest beschert hat. In der Reichshauptstadt sammelten fast alle Männer der Reichsreaierung und der Reichsleitung der NSDAP.; hier sammelten auch die bekannte- sten Männer und Frauen des Sports, von Buhne und Film. Auf dem Hermannplatz in Neukölln, wo der Stellvertreter des Führers zunächst sammelte, herrschte schon vor der angesetzten Zeit riesiger Verkehr. Ehe Rudolf Heß sich einen Standort aussuchen konnte, war er umringt und man sah nichts als ein wogendes Meer hochgereckter Hände der zahllosen Spender. SA. mußte schließlich eine Gasse freimachen, durch die die Volksgenossen an ihm vorbeigeleitet wurden. Bald waren die erste, eine zweite und mehr Büchsen gefüllt. Anschließend begab sich Rudolf Heß zum „Beussel- kietz^in Moabit, einem von der Bewegung einst besonders hart umkämpften Gebiet. Auch hier wurde der Stellvertreter des Führers von herzlicher Begeisterung und Freigebigkeit der Volksgenossen empfangen. Ministerpräsident Hermann Göring sammelte am Eingang zur Passage Unter den Linden. Zu Tausenden stand die Menge, um ihm ihr Scherflein in die Büchse zu tun, die diesmal wieder aus einer großen Holztruhe bestand. Der Ministerpräsident, den sein Adjutant Oberst B o - den schätz begleitete, tonnte eine „reiche Ernte" einhetmsen. Während zweier Stunden äogen alt und jung aus allen Schichten der Bevölkerung an ihm vorüber, ihre kleinen und großen Gaben spendend. Herzliches Händeschütteln gab es, als der italienische Botschafter mit seiner Gattin an die Sammelbüchse herantrat. Gegen 18 Uhr begab sich der Ministerpräsident nach dem A l e x - anderplatz und weiter zum Wedding, wo er schon von Tausenden erwartet wurde. Gegen 19 Uhr fuhr der Ministerpräsident unter den stürmischen Heilrufen der Wartenden, die ihr Scherflein nicht mehr losgeworden waren, in das Stadtinnere zurück, um die großen Berliner Hotels mit seiner Sammelbüchse aufzusuchen. Für den vorauszusehenden Massenandrang an der Sammelstelle des Reichsministers Dr. Goebbels, der auch diesmal wieder am Hotel A d - l o n Unter den Linden die Spenden entgegennahm, hatte man wieder die bewährte Verkehrsregelung des Vorjahres eingerichtet. Die Spender kamen nur vom Brandenburger Tor her durch einen von SS.» Männern freigehaltenen Engpaß an den „Doktor" heran. Schon um 15 Uhr hatte sich auf dem Pariser Platz eine größer und größer werdende Menge von Gebefreudigen versammelt. Unaufhörlich zog Stunde um Stunde der Strom hilfsbereiter Volksgenossen an Dr. Goebbels vorüber. Alt und jung, Väter und Mütter, IHänner der Parteigliederungen und der Wehrmacht, Kriegsbeschädigte, Beamte in Uniformen, Auslanddeutsche und auch sehr viele Ausländer — eine einzige nicht abreißende Kelte von Menschen, die ohne Ausnahme gerne und freudig ihr Opfer darbrachten. Gegen 19 Uhr erschien auch das kleine Töchterchen Helga des Ministers und nahm selbst die Sammel- büchse in die Hand. Frau Magda Goebbels sammelte auf dem Potsdamer Platz. Zu ihr konnte man erst durch ein doppeltes Spalier von breitschultrigen SA.- Männern gelangen. Auf dem Alexanderplatz waltete Frau Emmy Göring ihres Amtes, und auch zu ihr gelangten die Spender erst durch ein Polizei» spalier. „Hitler führt die deutsche Üation zu neuem Leben." Das sagt ein südamerikanischer Staatsmann Pretoria, 5. Dez. (DNB.) General Hertzog hat in einem Aufruf alle Afrikaner aufgeforoert, zurückzukehren zu den alten Idealen. Wenn eine Nation moralische Qualitäten verliere, dann könne sie in der Geschichte nichts mehr erreichen. Die letzten Jahre zeigten eine Zersetzung der wirtschaftlichen, moralischen und politischen Sphäre. Weiter fordert Hertzog dazu auf, auf den Grundlagen der Vergangenheit auf» zubauen, die Familie und das Elternhaus zu achten. Mussolini und Hitler hätten ihren Völkern einen neuen Glauben geschenkt. „Hitler", so heißt es dann wörtlich, „führte die entwurzelte deutsche Nation noch einmal zu neuem Leben. Er knüpfte an die Traditionen der Vergangenheit an. Die deutsche Nation nimmt wieder heute eine Stellung ein, die sie in den Augen der Welt Achtung genießen läßt." Paris, 8. Dez. (DNB.) Die außenpolitische Aussprache in der Kammer wurde am Samstag fortgesetzt. Der rechtsstehende Abg. Grat erklärte, Frankreich habe England weder feindlich noch freundlich gegenüberzuftehen, sondern eine nationale und sogar imperialistische Politik zu treiben; denn die Grenzen Frankreichs hörten nicht am Mittelmeer auf. Die Beziehungen zu Italien müßten verbessert werden. Es sei zwecklos, die Anerkennung des italienischen Kaiserreichs Abessinien zu verweigern. Das gleiche gelte für die Beziehungen zur spanischen Nationalregierung, zu der England offiziöse Beziehungen unterhalte, um seine Interessen zu wahren. Frankreich müsse das Gleiche tun. Der bekannte Außenpolitiker des „Echo de Paris", Abg. de Kerillis, kritisierte zwar das Eingrei- en Sowjetrußlands in Spanien, das ohne Frankreich, ja trotz Frankreich erfolge und sogar gegen Frankreich gerichtet sei. Aber trotzdem trat er für das Bündnis mit Sowjetrußland ein. Im weiteren Verlauf seiner Rede erklärte er als bedauerlich, daß Frankreich nicht verstanden habe, sich die Freund- chast des General Franco zu erhalten. Deutschland und Italien hätten die Gelegenheit ergriffen, um bei General Franco den Platz einzunehmen, der Frankreich zugekommen wär«. Die Grenzen zum nationalen Spanien habe Frankreich geschlossen, aber 12 000 Freiwillige nach Madrid geschickt. Außenminister D e l b o s unterbrach hier den Abgeordneten und machte ihn darauf aufmerksam, daß er nicht nur vor der französischen Kammer, sondern vor der ganzen Welt spreche. Die Ziffern, die er angebe, seien zum mindesten tendenziös. De Kerillis erwiderte, daß ausländische Journalisten, die auch in Frankreich als ehrlich angesehen würden, täglich Ziffern über französische Freiwilligentransporte veröffentlichen. Die französische Sprache sei in den Tagesbefehlen der spanischen Bolschewisten zur amtlichen Sprache geworden, da das französische Element vorwiege. Zum Schluß erging sich de Kerillis in den ausschweifendsten Verdächtigungen Deutschlands. Der rechtsstehende Abg. Hbarnögaray wies ebenfalls auf den Ernst der Stunde hin. Bezüglich der Ereignisse in Spanien erklärte der Redner u. a., man fordere heute von Frankreich, einzugreifen. Man müsse sich jedoch fragen, nach welchem Prinzip und zugunsten welcher Demokratie? Etwa jener Barbarei von Barcelona? Frankreich werde nur mobilisieren, wenn seine eigenen Grenzen bedroht seien. Der Völkerbund sei ein Hirngespinst. Nur das französische Heer sei eine Bürgschaft. Der Redner trat bann u. a. für eine Besserung des Verhältnisses zu Italien ein. Kammerpräsident Herriot verlas dann den einzigen Entschließungsantrag, der von der Radikal- sozialistischen Partei und der Sozialistischen Partei gemeinsam ausgearbeitet rootben ist. Er lautet: „Die Kammer stimmt der von der Regierung betriebenen Politik für die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens zu. Sie spricht der Regierung das Vertrauen aus und erwartet, daß sie fortfahren wird, die Belange und die Sicherheit Frankreichs zu vertreten. Sie lehnt jeden Zusatzantrag ab und geht zur Tagesordnung über." Abg. Gr umbach von der Sozialistischen Partei setzte sich für eine Erweiterung des französisch- sowjetrussiscyen Bündnisses ein und sprach sich dann gegen eine Einmischung Frankreichs in spanische Angelegenheiten aus, weil diese notgedrungen eine Entfremdung von England zur Folge haben würde, was Frankreich sich nicht leisten könne. Der rechtsstehende Abg. Taittinger forderte die Regierung auf, die gleichen Beistandsver» p s l i ch t u n g e n, die sie gegenüber England ein- gegangen sei, auch auf Belgien auszudehnen, dem stimmte Außenminister D e l b o s durch Kopfnicken zu. Taittinger begrüßte die Neutralitätspolitik Frankreichs, bedauerte aber die Anwerbung französischer Freiwilliger für die spanischen Roten und äußerte den Wunsch, daß die französische Regierung dies durch geeignete Maßnahmen verhindern möge. Nach seinen Informationen befinden sich in Spanien 29 000 Soro- setrussen und 25 000 französische Freiwillige. Zu den französisch-sowjetrussischen Beziehungen übergehend erklärte er, daß er seine Verantwortung nicht leugnen wolle, da er den franzüsisch- sowjekrussischen Pakt selbst ratifiziert habe. Dieser Pakt sei aber sehr wohl vereinbar mit einer energischen Propaganda gegen die Dritte Internationale. Man müsse den Umtrieben der Dritten Internationale in Frankreich ein Ende bereiten. Sie seien auch für die Freundschaft mit Frankreich schädlich, da diese Freunde ein freies Frankreich wünschten. Flandin stellte bann der in Deutschland verwirklichten Volksgemeinschaft die in Frankreich herr- chende Zersplitterung gegenüber, die aber feiner Meinung nach mehr scheinbar als tatsächlich sei. Für die kommenden zwei Jahre glaubte der Redner, ernste Gefahren für den Frieden zu erblicken. Obwohl es naheliegendere Gefahrenpunkte gegeben hätte, glaubte Flandin in diesem Zusammenhang auch das deutsch-japanische Abkommen nennen zu müssen, dessen tatsächlicher Charakter ihm vollständig entgangen zu sein scheint. Oer Kommunist Thorez forderte das Eingreifen Frankreichs zugunsten der panischen Bolschewisten und hielt im übrigen eine wüste Hetz- und Schimpfkanonade gegen Deutschland, Italien und die spanische Nationalreaierung. Als einzige bemerkenswerte Stelle dieser Ausführungen sei heroorgehoben, baß der Redner einige Stellen aus dem Werk des Führers verlas. Zu der Stelle, die die „Verniggeruna" Frankreichs behandelt, erklärt« er, Frankreich fei stolz, aus d e n Negern französische (Staatsbürger gemacht zu haben. Diese Ausführungen riefen lebhaften Beifall auf zahlreichen Bänken hervor, und auch Ministerpräsident Blum und Außenminister Selbes konnten sich nicht enthalten, Beifall zu spenden. Ein rechtsstehender Abgeordneter unterbrach Thorez und erklärte, daß die Franzosen, die auf der Seite der Madrider Bolschewisten kämpfen wollten, nur recht zahlreich nach Spanien gehen und recht wenig zurü-kehren mögen. Auf den Bänken der Kommunisten erhoben sich wilde Protestrufe, und der Kammerpräsident hatte alle Mühe, die Ruhe wieder herzustellen. Ministerpräsident Lßon Vlnm erklärte, daß er die Tagesordnung, die der Regierung das Vertrauen ausspricht, in der vorliegenden Fassung annehme. Zur spanischen Frage übergehend, betonte der Ministerpräsident, daß Frankreich daran interessiert sei, daß in Spanien eine „unabhängige Regierung" herrsche. In der Bildung der Nationalregierung glaubte Leon Blum eine Gefahr für die französische Sicherheit erblicken zu müssen, wobei chn anscheinend der Alptraum einer freundschaftlichen Verbindung mit Deutschland bedrückte. Der Ministerpräsident verteidigte bann die Nichteinmischungspolitik gegen die Angriffe der Kommunisten und erklärte, Paris, 6. Dez. (DNB.) Nach der Kammersitzung hat Ministerpräsident Löon Blum durch den Innenminister der Presse folgende Erklärung abgeben lassen: Obwohl die Kommunistische Partei nicht gegen die Vertrauenstagesordnung gestimmt hat, bleibt die Frage für meine Kollegen und für mich offen, ob der absichtlich aggressiv gehaltene Wortlaut, in dem der kommunistische Sprecher D u c l o s die Stimmenthaltung seiner Freunde begründete, es uns unmöglich machen würde, unsere Aufgabe fortzusetzen. Wir haben einmütig beschlossen, in der Regierung zu bleiben. Was uns bestimmt hat, ist die Tatsache, daß eine unter solchen Umständen und in einem so ernsten Augenblick ausbrechende Krise weder in Frankreich noch im Auslande verstanden daß es nicht genügen würde, die Freiheit des Handels mit Kriegsmaterial wiederherzustellen, sondern daß die Regierung durch Nutzbarmachung der französischen heeresbestände zugunsten der spanischen Marxisten eingrcifen müßte, wenn sie den Wünschen der Kommunisten in wirksamer Weife Rechnung tragen wollte. Dies würde die Gefahren weiter vergrößern, während die Nichteinmischungspolitik zweifellos die Gefahren vermindere. Sie müsse daher an einer Festigung des Londoner Abkommens arbeiten und die Wirksamkeit der Kontrolle verstärken. Der Ministerpräsident wies dann darauf hin, daß Frankreich möglicherweise einmal zum „Aeußer- ften" schreiten müsse. Dies werde aber nur bann geschehen, wenn es sich um die Verteidigung der Unantastbarkeit seines Gebietes handele. Um die Abwendung dieser Möglichkeit kämpfe die französische Regierung, und er wolle niemals die Hoffnung aufgeben, daß Europa vor einer derartigen Katastrophe bewahrt bleiben möge. Löon Blum streifte dann die Beziehungen Frank- reiche zur Kleinen Entente, zu Belgien, England, Polen und Amerika und berührte auch den französisch-sowjetrussischen Pakt. Er wiederholte die Versicherung Delbos, daß Frankreich bereit sei, England im Falle eines nicht herausgeforderten Angriffes zu unter- stützen. Auch gegenüber Deutschland und Italien sei Frankreich nicht untätig geblieben. Die französische Regierung strebe ein Abkommen über die Organisierung des Friedens in Europa an. Nach der Rede des Ministerpräsidenten, die auf allen Bänken des Hauses, mit Ausnahme des äußersten rechten und linken Flügels, mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde, ergriffen die verschiedenen Fraktionsvorsitzenden das Wort, um die Haltung ihrer Gruppen darzulegen, wobei sich sämtliche linksgerichteten Gruppen, mit Ausnahme der Kommunisten, für die Vertrauenserklärung aussprachen. Für die Kommunisten wandte sich D u c l o s in einer längeren Erklärung gegen die Regierunaspolitik, wobei er vor allem die Haltung des Kabinetts in der spanischen Frage angriff, die nicht den Grundsätzen der Volksfront entspreche. Die Kammer hat dann mit 350 gegen 171 Stimmen die Vertrauens-Tagesordnung für die Regierung Blum angenommen. Jrn Anschluß daran fand eine Ministerbesprechung statt, über deren Ergebnis L 6 on Blum der Presse eine Erklärung abgab. In dieser Erklärung führte der Ministervräsibent aus, daß er und seine Kollegen angesichts des aggref» s i v e n T o n e s, den der kommunistische Fraktionsführer D u c l o s angeschlagen habe, erwogen haben, ob ein Weiterarbeiten der Volksfront noch möglich sei. Die Minister hätten jedoch einmütig beschlossen, im Amt zu bleiben. Doch werde die Frag« in nächster Zeit geklärt werden müssen. werden würde und daß sich die öffentliche Meinung beunruhigen müßte. Diese Krise würde in die Volksfront Unruhe tragen und die Möglichkeit mit sich bringen, daß das Land geschwächt und die sozialen Reformen, die in der Durchführung begriffen sind ober vorbereitet werden, gefährdet werden. Ich lege Wert darauf, an das zu erinnern, was ich von der Kammertribüne aus der Kommunistischen Partei zugerufen habe: Es handelt sich nicht nur darum, eine augenblickliche Schwierigkeit zu überwinden, sondern darum, sie derart zu lösen, daß schließlich das gemeinsam« Handeln unter vertrauensvollen, loyalen Bedingung en fortgesetzt werben kann. Diese Frage bleibt aufgeworfen. Die nächste Zukunst wird zeigen, wie die Kommunistische Partei diese Frage zu lösen gedenkt." Aoch keine Klärung der Lage. Ernste Warnung dlums an die Kommunisten. Äer frühere Stellvertreter Gustloffs gestorben. Berlin, 6. Dez. (DNB.) Der Ortsgruppenleiter Daoos der Auslandsorganisation der NSDAP. Franz Jansen ist in der Nacht zum Sonntag nach kurzem Krankenlager an Lungentzündung g e ft o r b e n. Öazien war vor dem Verbot der Landesgruppenleitung in der Schweiz der Stellvertreter des ermordeten Landesgruppenleiters Wilhelm Gustlof zu dessen engstem Freundeskreis er zählte. Dor einigen Wochen war er zum deutschen Konsul in Davos ernannt worden. Seit Kriegsende lebte er in der Schweiz, zunächst in St. Gallen und später in Davos, nachdem er sich ein Lungenleiden als Soldat im Felde zugezogen hatte. Sein Tod muß um so schmerzlicher empfunden werden, als er einige Tage vor dem Prozeß gegen den jüdischen Mörder Gustloffs, David Frankfurter, erfolgte. Denn gerade Jansen hätte sein Zeugnis für bas gesetzestreue Verhalten Wilhelm Gustloffs ablegen können. Noch vor zwei Wochen weilte er in Chur, um in feiner Eigenschaft als Konsul durch seine Mitwirkung die Vertretung deutscher Interessen in dem Prozeß zu sichern. Eine Lungenentzündung, die ihn im Anschluß an diese Reise aufs Krankenbett warf, hatte seinen Tob zur Folge. Jansen hinterläßt Frau und zwei Kinder. Der Stellvertreter des Führers hat ein Beileidstelegramm an die Witwe des verstorbenen Ortsgruppenleiters Davos der Auslands- organisation der NSDAP., Jansen, gesandt. Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP. Gauleiter Bohle sandte an Frau Jansen folgendes Telegramm: „Tief erschüttert über bas plötzliche Ableben unseres guten Kameraden und treuen Gefolgsmannes feines Führers übermittle ich Ihnen, liebe Frau Jansen, das tiefst empfundene Mitgefühl der ganzen Auslandsorganisation. Ihr Ernst Bohl e." Di« Beisetzung Jansens findet am Dienstagmittag in Davos statt. (Bei dieser aufsehenerrregenben Feststellung warf der Außenminister ein, baß es besonders vom internationalen Stanbpunkt aus nicht ungefährlich fei, derartige unkontrollierbaren Zahlen zu nennen.) Wenn der Außenminister behauptet habe, es gebe in Spanien nur eine rechtmäßige Regierung, und zwar die von Valencia, so stehe er auf dem Standpunkt, baß man gegenüber einer berartig vom Anarchismus durchsetzten Regierung keine festumschriebene Politik machen dürfe, die vielleicht später einmal unübersehbare Auswirkungen haben könnte. Er persönlich stehe General Franco sympathisch gegenüber, weil Franco kein Feind Frankreichs sei, was er auch in Spanisch-Marokko bewiesen habe. Der Redner bedauerte bann bie gespannten Beziehungen zu Italien, wo Frankreich nicht einmal biplomatisch vertreten sei. Wenn auch bie englische Unterstützung anerkennenswert und nicht zu unterschätzen sei, genüge sie für bie französische Sicherheit im Mittelmeer nicht; denn für die französischen Seeverbindungen mit den Kolonien sei sowohl die Zustimmung Englands, als auch bie Italiens notwendig. Es liege baher im Interesse Frankreichs, eine Annäherung an Italien zu suchen. Oer ehemalige Außenminister Flanoin stimmte der Rede des Außenministers vorbehaltlos au, obwohl er sich in Opposition befinde. Die Lage sei sicherlich sehr ernst. Flandin sprach von einer Erschütterung des Friedens, deren Ursache nach Meinung des Redners z. T. darin liege, baß bas europäische Statut, das in Versailles geschaffen worden sei, täglich mehr an Ansehen und Kraft verliere. Der zweite Grund für die Erschütterung des Friedens liege darin, daß man heute an dem Punkt der gebietsmäßigen Revision der Verträge angelangt sei. Der Völkerbund habe sich als unfruchtbar erwiesen. Da alle französischen Abkommen im Rahmen dieses Völkerbundes abgeschlossen seien, müsse man sich fragen, was sie wert seien, wenn der Hauptakt, nämlich der Dölkerbundspakt, nichts mehr tauge. Auch Flandin wies auf die Notwendigkeit hin, normale Beziehungen zu Italien wieder herzustellen. Paris, 7. Der (DNB. Funkspruch.) Der Sonn-' tag hat keine Klärung der innerpolitischen Lage gebracht. Die Sozialisten haben bisher keinerlei Besprechungen ihrer führenden Organisationen angesetzt. Die Verhandlungen werden vielmehr hinter den Kulissen geführt. Auf kommunistischer Seite scheint man vorläufig die gleiche Taktik zu verfolgen. Es scheint jedoch nicht ausgeschlossen, daß der heutige Montag eine Orientierung der Krise nach der einen ober aoberen Richtung hin mit sich bringt, denn ber Landesaus- schuß ber marxistischen Gewerkschaf- t e n tritt unter dem Vorsitz Iouhaux' zusammen, um sich offiziell mit ber obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit zu beschäftigen. Angesichts der Ereignisse vom Samstag hält man es aber in parlamentarischen und politischen Kreisen für sehr wahrscheinlich, daß man sich auch mit der augenblicklichen Lage befassen wird. Für die Regierung Blum wird es sich darum handeln, zu prüfen, ob eine weitere Arbeit der Volksfront unter ihrer Leitung möglich ist. In sonst gut unterrichteten Kreisen erklärt man, daß in aller Kürze ein K a b t n e t t s r a t zusammentreten werde, um sich eingehend mit dieser Frage zu beschäftigen. Der „P o p u I a i r e", das Organ des französischen Ministerpräsidenten, veröffentlicht am Montag zwei bezeichnende Artikel, von denen der eine aus ber Feber bes stellvertretenden Generalsekretärs der Sozialistischen Partei S e v e r a c stammt, ber andere von dem Nachfolger Blums als Leitartikler des Blattes Bracke. S e v e r a c ist ber Ansicht, daß trotz des schweren Schlages, den die Regierung durch die Stimmenthaltung ber Kommunisten erhalten fjabe, jede Hoffnung auf eine weitere Zusammenarbeit nicht aufgegeben werden dürfe. Bracke erklärt, man verlange von der Volksfront-Regierung die Durchführung des Volksfront- Programms. Sie habe niemals etwas anderes getan und werde auch in Zukunft nichts anderes tun, d. h. in enger Zusammenarbeit mit ber Volksmasse und den politischen und gewerkschaftlichen Organen Punkt für Punkt ber einzelnen Artikel dieses Programms zu verwirklichen. Einige Abgeordnete und Senatoren äußern sich im „I o u r" über bie Lage, wie sie burch bie Stimmenthaltung der Kommunisten geschaffen worben ist. Der unabhängige radikale Abg. Monti g n y ist ber Ansicht, baß sich in den Reihen ber Volksfront zu minoeft eine moralische Spaltung ergeben habe, die ihr die Dynamik nehme. Er glaube aber nichtsdestoweniger an einen Fortbestand ber Volksfront bis zu dem Augenblick, wo bie Kommunistische Partei ihre Stunde für gekommen halte. Die Frage sei nur, ob sie an diesem Tage ihr Werk der revolutionären Organisierung nicht bereits vollendet habe. Der bekannte rechtsgerichtete Senator L a rn e r y hält die Lage vor allem für die Radikalsozialisten für unhaltbar, und Arnar deshalb, weil die Regierung Blum ihre Arbeit in Zukunft nur fortseßen könne, wenn sie den Kommunisten gehorche. Auch ber rechtsgerichtete Senator Haschette hält ein Auseinanderfallen der Volksfront für unvermeidlich. Es handle sich nur noch um ein« Frage von Tagen. Der radikalsozialistische Abg. Archimbaud, bellen Sympathien für bie Kommunisten kein Geheimnis sind, meint jeboch, es bestehe keine Veranlassung, daß die Regierung zurücktrete. Englisch-italienische Mittelmeer-Besprechungen. London, 6. Dez. (DNB.) Wie Reuter aus Rom berichtet, hatte der britische Botschafter Sir Eric Drummond mit Außenminister Graf C i a n o am Samstaanachmittag eine einftÜnbige Besprechung. Diese habe sich dem Vernehmen nach auf den italienischen Wunsch nach einer Verständigung im Mittelmeer bezogen. Die Besprechungen seien seit der letzten Rede Edens in dis» fer Angelegenheit ununterbrochen fortgesetzt morde«. eine Die sowjetrussische Führung der roten spanischen Flotte. Lm Zeichen der Nichteinmischung... Das „Gesetzblatt" der Bolschewisten in Katalonien veröffentlicht einen Erlaß des Derteidiaungs- ausschusses, wonach sämtliche im Besitz von Privatleuten befindlichen Rundfunkgeräte abge- geben werden müßen. Das Abhören des Rundfunks ist in Zukunft verboten, wenn nicht besondere Erlaubnis dafür erteilt wird. Ileue nationale Erfolge. Bombenangriffe auf Barcelona und Madrid. Salamanca, 7. Dez. (Vom Sonderberichterstatter des DNB.) Einem Berittst des Rundfunksenders von San Sebastian zufolge griffen Trup- gen der spanischen Nationalregierung, die verstärkt wurden durch Navarra-Freiwillige, am Sonntag in der Nähe der Ortschaft Mondragon an der B 1 l - b a o - F r o n t die roten Stellungen an. Die Roten ergriffen nach nur geringfügigem Widerstand die Flucht. Die Nationalen eroberten große Mengen Handgranaten und anderes Kriegsmaterial. Der gleiche Sender meldet, daß nationale Flieger am Sonntag die befestigten Hafenanlagen von Barcelona mit Bomben belegt hätten. 30 nationale Bombenflugzeuge seien auch über Madrid erschienen und hätten die von den Roten befestigten Gebäude im Stadtviertel Mon- cloa bombardiert. Das Bombardement am Sonntag soll das bisher heftigste gewesen sein. Die Lage an der Madrider Front. Front vor Madrid, 7. Dez. (DNB. Funk- spruch vom Sonderberichterstatter des DNB.) Die Ruhe an der Madrider Front wird von den nationalen Truppen dazu benützt, das schwierige Vorstadtgelände von den letzten „roten Metzgern" ju säubern und umfangreiche Nachschubbewegungen durchzuführen. Rotmord scheint nach den letzten Rundfunkmeldungen fest entschlossen zu sein, M a - d r i d nach dem Abtransport der kampfuntauglichen Zivilbevölkerung zu einer Festung des inter- nationalen Verbrechertums zu machen. Angesichts dieses ruchlosen Vorgehens würde ein überstürztes Einrücken der nationalen Gruppen in die mit Maschinengewehren gespickte Innenstadt große Verluste herbeiführen. Während die Bolschewisten ihre Kräfte in zusammenhanglosen Angriffshandlungen vergeuden, wobei sie täglich mehrere hundert Tote verlieren, führt die nationale Heeresleitung unter Schonung ihrer Streitkräfte die materielle Zermürbung des Gegners herbei. Äon den Nationalen gekapert. Salamanca, 6. Dez. (DNB.) Der nationale Sender San Sebastian meldet, daß am Samstag im Mittelmeer ein sowjetrussischer Handelsdampfer, der Kriegsmaterial für die spanischen Bolschewisten an Bord hatte, von einem nationalen Kriegsschiff gekapert und gezwungen worden sei, Kurs auf Ceuta zu nehmen. Der Terror der Bolschewisten. Paris, 7. Dez. (DNB.) Wie der „Jour" berichtet, werden in Katalonien die Gegensätze zwischen den verschiedenen Parteien und Ausschüssen, die sich in die Macht teilen, immer schärfer. Während die kommunistische Gewerkschaft eine lebhafte Propaganda zugunsten einer einheitlichen Kommandoführung unternehme, verdoppelten die Anarchosyndikalisten die Hinrichtungen und verübten einen solchen Terror, daß z. B. Angehörige der Gewerkschaft UGT. freiwillig an die Front gefahren seien, weil sie es vorzogen, im Kampfe zu sterben, anstatt an einer Straßenecke erschossen zu werden. Es ne in Katalonien ein derartiges Chaos, daß -geordnete Camorera in einer öffentlichen Versammlung erklärt habe, die ganze Provinz sei ein Tollhaus und jedes Dorf eine Hölle. In Valencia sei die Lage ähnlich. Dort sei sogar ein von Largo Caballero unterzeichneter Personalausweis nur gültig, wenn er von dem Vertreter der Anarchisten, einem 30jährigen Mann namens C o b o , gegengezeichnet sei. Der republikanische Abgeordnete Flores sei in seinem Hause in Valencia ermordet worden. Darauf hätten mehrere Abgeordnete der republikanischen Linken erregten Protest erhoben und Strafmaßnahmen gegen die Mörder und Banditen in den Reihen der roten Miliz gefordert. „ ? a 8' (DNB. Funkspruch.) Der Ma- m9r'^t Tr'«1 AuMürungen darüber, wie" die Komintern von Tag zu Taa aröfteren ffinfinfe nidji nur auf die Verwaltung in K atalon?e n^ S" HlCfam«te Marine der spä-' nildjen Bolschewisten nimmt Die Ankiin- digung General Francos, sämtliche roten Häfen Spaniens zu blockieren, habe den wahren Chef der roten Streifkrafte tm Mittelmeer, den sowjetrussi- hhntt3 hOntuI'u Atttonow-Owsse- lenro, lebhaft beunruhigt. Diesem lieae um so mehr daran, die Seeverbindungen mit Sowjetruh. land aufrechtzuerhalten, als 1 B fischen ihm und einer einflußreichen katalanischen Partei, die Trohkyfche Ideen verfolge, ernste Meinungsverschiedenheiten beständen, weil man ihm sein tyrannisches vorgehen zum Vorwurf mache. Um zu beweisen daß seine diktatorischen Maßnah- men im Interesse einer wirksamen Verteidigung Katalomens unumgänglich seien, habe sich Anto» now-Owsseienko an die Moskauer Regie- r u n a gewandt und Maßnahmen gefordert, durch die die Blockade abgewendet werden könne. ?ieranrL • < n Moskau eine Besprechung zwischen den Admiralen Haller und Kojanow und General Obisfow stattgefunden. Ls fei beschlossen worden, hundert sowjetrussische Marineoffiziere und 500 Marlneunteroffi- Ziere nach Spanien zu entsenden, um sie als Stammbesatzung für die in den Händen der Roten befindlichen Kriegsschiffe zu verwenden. Außerdem sollen 200 Marineingenieure und Marineartillerislen nach Spanien entsandt werden. Die ersten 300 Offiziere und Ingenieure würden schon bald in Barcelona erwartet. Der Rest würde sich dieser Tage an Bord eines sowjetrussischen Dampfers einschiffen. Sofort nach ihrem Eintreffen sollen die Schiffe der Roten in kriegsfähigen Zustand gesetzt und ihre Bewaffnung vervollständigt bzw. ausgewechfelt werden. Die gesamte rote Flotte werde praktisch von Sowjetrußland befehligt. Die Landplage der rolen spanischen Emigration Don unserem nd.-Mitarbeiter. stens 100 000 Menschen Madrid den Rücken kehren. Denn so stark muß die Anhängerschaft der Linksparteien mindestens beziffert werden. Wohin sollen sich diese Hundertausend wenden? Noch steht der Osten Spaniens offen. Was aber wird geschehen, wen auch Valencia und Malaga erobert werden und die rot-gelb-roten Fahnen Francos bis unter die Mauern Barcelonas Vordringen? Eine neue Welle von Flüchtlingen wird sich nach Frankreich ergießen. Die katalanischen „Behörden" haben neuerdings die Ausreise aus dem roten Territorium ohne eine besondere Erlaubnis der Sowjets von Barcelona untersagt. Diese Maßregel wird ver- n, wenn man die Liste derjenigen Anhänger olsckewisten-Hlerarchie durchlieft, die in den legten Wochen über Katalonien die Ausreise nach Frankreich angetreten haben. Die in Toledo erscheinende Carlisten^eitung „El Alcazar" konnte daraus folgende Angaben machen: Am 19. Oktober landete in Toulouse mit einem „Staats- Flugzeug d i e Frau des Bolschewlsten- Häuptlings Manuel A^ana, mit ihr war ihre Schwägerin Dona Adela Rivas Cherif, deren Mann Spanien bereits über die Grenze von Perthus verlassen hatte. Auf dem gleichen Flugfeld tarnen zwischen dem 16. und 19. Oktober sechs Nichten und Neffen Azanas an. Die Töchter Largo Caballeros, des „spanischen Lenin", betraten am 25. des gleichen Monats französischen Boden. Zur gleichen Zeit begab sich auch die Familie des roten Funktionärs Jndalecio Prieto dorthin. Der Vorgänger Largo Caballeros, der frühere Ministerpräsident Jose Giral, traf ebenso wie der Exminister I r u j o am 26. Ok- tober in Toulouse ein. An weiteren roten Großen vertauschten Spanien mit Frankreich die früheren Minister Fernando de los Rios, Alvaro de Albor- noz, der heute noch ein hohes Amt bekleidet, und Placido Alvarez Buylla. Diese Reihe läßt sich noch lange fortsetzen, Rechtsanwälte, Direktoren der Bank von Spanien, Deputierte, „Minister", „Staats- sekretäre", ja Leute, die erst die letzten Monate bekanntgemacht haben, wie der Führer der antifaschistischen Milizen Jaime Mira Vitas, haben zu Hunderten das bolschewistische Spanien verlassen und sich über die Grenzen in Sicherheit gebracht. Ein großer Teil des aus Madrid nach Frank- reich verschobenen Goldes, des Goldes der Bank von Spanien, steht dort auf den Namen von „Ministern" und anderen den Bolschewisten nahestehenden Leuten. So werden bei der Zweig- stelle der Bank von Frankreich in Toulouse Konten geführt, die auf die Namen Largo Cab al- ler o Alvarez bei Vay o, des roten Vertreters in Paris Hraquistain, der gleichzeitig auch Schwager des bolschewistischen Außenfunktionärs Toledo, Ende November. Als ich kürzlich wieder einmal in Hendaye an der spanisch-französischen Grenze war und von meinem Hotelfenster über die Bucht von Jrun blickte, sah ich nahe des diesseitigen französischen Ufers eine große Anzahl von Küstenfahrzeugen vor Anker liegen. Es handelte sich dabei um die Fischer- flotte von Jrun und Fuenterrabia, die im September nach der Eroberung Jruns durch die Carlisten nach Frankreich hinüberwechselte. Die Besitzer dieser Boote waren zum größten Teil baskische Separatisten, die mit Kommunisten und Anarchisten ge- meinfame Sache gemacht hatten. Ein Teil von ihnen hat sich inzwischen in die Heimat zurückgefunden. Die von der nationalen Regierung eingesetzten Derwaltungskörper sind im allgemeinen großzügig verfahren und haben alle diejenigen, die nachweisen konnten, daß sie ihre Heimstätte mehr aus Panik als dem Bewußtsein wirklicher Schuld verlassen hatten, die Wiedereinreise gestattet. Alle, die sich aktiv an dem Kampf gegen die nationalen Truppen beteiligt haben, sind jedoch bis heute draußen geblieben. Ihre Zahl ist mit ein paar Tausend nicht zu hoch gegriffen. Die Fischer unter ihnen haben sich längs Der französischen Baskenkuste notdürftig niedergelassen und setzen ihre Fänge heute in St. Jean de Luz und Bayonne ab. Wer nicht Fischer war, ist durch Vermittlung französischer Volksfrontorganisationen in das rote Spanien zurückgekehrt und muß notgedrungen in Katalonien bis zum bitteren Ende weiterkämpfen. , t . Damit ist aber das Problem der spanischen Emigration nicht gelöst. Tausende von Frauen und Kindern, die Familien eben dieser Verfemten, sind heute über gan 3 Süd frank- reich verteilt und fristen in Flüchtlingslagern ein mehr oder weniger kümmerliches Dasein, xlrbeu und dauernde Wohnstätte aber wird Frankreich diesen Flüchtlingen trotz aller Sympathien, die die französische Volksfront für sie hegen mag, nicht geben wollen. Dazu sind die eigenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten viel zu groß. . Die spanische Emigration wird also täglich zu einem größeren Pröble m. Lin Problem, das sich immer schwieriger gestalten muh, je mehr die Heere Francos und Molas oorrucken und das Land von Der Herrschaft des Bolschewismus säubern. In diesen Tagen ^et auf Anordnung der anarchistischen und bolschewistlschen Komitees die Räumung Madrids durch die Zivilbevölkerung statt. Eine Stadt von ast einer MillionEinwohner wird verlassen! Wieweit dies überhaupt durchzuführen ist, wird die nächste Zukunft lehren. Aber auch dann, wenn nur em Keiner Teil der Bevölkerung diesen Anordnungen Folge leistet, kann man damit rechnen, daß mmDe- Alvarez del Vayo ist, des Herrn Ramos usw. lauten. Auf diese Konten ist der Großteil des transferierten Goldes gutgeschrieben worden, von diesen Konten aus werden Waffenkäufe und andere Transaktionen der Bolschewisten vollzogen. Der Zweck dieser noch kaum dagewesenen Vorgänge ist klar. Die bolschewistischen Häuptlinge legen sich hier für alle Zukunft einen Reservefonds an, der für revolutionäre Propaganda von außerhalb verwendet werden kann und schließlich den geflohenen Bonzen selbst die Führung eines bequemen und sorgenfreien Lebens im Exil ermöglicht. Als nach dem Sturz Alfons' XIII. ein großer Teil der spanischen Monarchisten das Land verließ, war das noch nichts Besonderes. Biele dieser Emigranten verbrachten sowieso einige Monate des Jahres in Frankreich und hatten dort Besitz und Gelder. Heute ist es anders. Von 12 000 Einwohnern Jruns sind kaum 4000 zurückgekehrt, von den 74000 San Sebastians fehlen fast 23 000. Aus Santander und Bilbao langen noch immer Schiffsladungen voll Flüchtlinge in den französischen Biscayahäfen an. Die allerwenigsten verfügen über die Mittel, längere Zeit fern von ihren Wohn- und Arbeitsstätten leben zu können. So wächst das Problem der spanischen Emigration von Tag zu Tag. Durch den Popanz der internationalen kommunistischen Solidarität wird es nicht gelöst werden. Ein bekannter englischer Schriftsteller, der zur Zeit in Toledo an einem Buch über die Verteidigung des Alkazar arbeitet, faßte diese Frage in die Worte zusammen: „Das Problem dieses Augenblicks scheint mir darin zu bestehen: wie kann man die Kämpfe in Spanien beenden, wie das Land in eine Epoche des inneren Friedens überführen, ohne daß zwei Millionen Menschen erschossen werden müssen?" Oie erste Bühne des Reiches. 15O=3ot>rfeier des Staatlichen Schauspielhauses in Berlin. Ministerpräsident Generaloberst Göring Das Staatliche Schauspielhaus am ©enbarmenmarft in Berlin beging den Tag seines 150jährigen Bestehens mit einer Morgenfeier, an der neben dem Ministerpräsidenten Generaloberst Göring und Frau Göring, Reichserziehungsminister Rust, Minister P o p i tz, alle Künstler, Angestellte und Arbeiter des Schauspielhauses und der Staatsoper teilnahmen. Die Staats» tapelle unter Staatskapellmeister Professor Heger eröffnete die Feier mit Beethovens Ouvertüre zu „Die Weihe des Hauses." Einen Einblick in die 150jährige Geschichte dieser hervorragenden Pflege- ftätte deutscher Schauspielkunst gab der Präsident der Reichstheaterkammer Ministerialrat Dr. Rainer < A > BAYER l E ) VrV Schutz vor Ansteckung durch (panfiavm* ö PASTILLEN 7795 V Schlösser: Es war ein weiter Weg bis zu jenem Bekenntnis, welches den Schauspieler als vollgültigen Volksgenossen wertet, zu den Staatsschauspielern, die Ministerpräsident Göring ernannt, zum Reichstheatergesetz, das der Minister der Reichskulturkammer schuf. Dr. Schlösser würdigte auch die Arbeit der deutschen Dichter und Dramatiker, die lange Zeit Stiefkinder der Nation gewesen seien. Aus der höfischen Möglichkeit, eine Bühne zu erhalten, sei die völkische Notwendigkeit geworden, sie der inneren Erhebung und Erheiterung der Nation zu überantworten. Erst jetzt sei man wirklich im Begriff, zu einem deutschen Nationaltheater zu gelangen. ging in feiner Festansprache von dem Wort des Führers aus: „Die Kunst ist eine erhabene und zum Fanatismus verpflichtende Mission." In den vergangenen 150 Jahren sei von dieser Bühne herab dem deutschen Volk höchste und schönste Kunst vermittelt worden. Als die Bewegung Adolf Hitlers die Macht ergriff, war es eine Selbstverständlichkeit für sie, auch auf dem Gebiete des Theaters neue Wege einzuschlagen. Es war eine zwingende Notwendigkeit für die nationalsozialistische Führung, auch der Kun st zu helfen. Es war vielleicht auch für die deutsche Kunst die Rettung, daß der Führer von den Musen so reich gesegnet ist, daß er selbst vielleicht Deutschlands größter Künstler ist, daß er Deutschlands Kunst wieder neue Wege zeigen konnte. Die erste Voraussetzung, zu einem wirklich nationalsozialistischen Theater zu kommen, war ein starkes Ensemble. Wenn dieses Haus wieder die e r ft e Bühne des Reiches und damit der Welt werden sollte, so mußte es geführt werden von dem Schwung des Fanatismus. Nur ein Schauspieler, der sein persönliches großes Können in den Dienst der Sache stellte, war berufen, dieses Haus zu leiten. Aus diesem Gefühl heraus wählte ich den Mann, der heute der Leiter dieses Hauses ist und dessen Name als Schauspieler einen unerhörten Klang hat. Ich möchte dem Intendanten dieses Hauses ebenso wie dem Schauspieler Gründgens danken, daß er alle meine Hoffnungen noch übertroffen hat, und daß er meinen Wunsch, aus diesem Haus das große deutsche Theater zu machen, voll und ganz erfüllt hat. Ministerpräsident Göring erklärte weiter, daß, obwohl die materiellen Dinge beim Staatstheater nicht ausschlaggebend seien, das Haus doch fast immer schon Tage vorher ausverkauft fei. Das deutsche Volk und das Berliner Publikum bekennen sich zum preußischen Staatstheater. Herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung fand der Ministerpräsident für alle Angehörigen der preußischen Staatstheater, die durch ihre Zusammenarbeit einzigartige Leistungen erzielt hätten. Er unterstrich dabei die anerkennenden Worte, die Reichsminister Dr. Goebbels auf der Reichskulturkammer den deutschen Künstlern gewidmet hat. Hat Amerika wieder Hoffnung? Von Dr. Friedrich Sohn. Eines der ersten Ziele unserer Entdeckungsfahrt durch Nordamerika ist die Landwirtschaft- l-iche Hochschule des Staates Neuyork. Warum beginnen wir Die Studienreise gerade mit dem Besuch einer wissenschaftlichen Einrichtung, so wird vielleicht mancher Leser fragen. Wir wollen doch das Leben tenhenlernen, wie es wirklich ist, und uns nicht in akademische Erörterungen verlieren! Diese Sorge ist unbegründet, denn die staatlichen landwirtschaftlichen Hochschulen in Nordamerika und Einrichtungen, die in engster Verbindung mit Der Praxis arbeiten, sie sind die unmittelbarsten Träger des Fortschritts in Der Landwirtschaft. Ihre Arbeit erstreckt sich nicht nur auf Die Forschung und die Ausbildung des akademischen Nachwuchses, sie haben gleichzeitig auch Die Aufgabe, durch die ihnen unterstellten Bezirksbe - rater, Die „County-Agents", Die landwirtschaftliche Praxis zu beeinflussen. Die Regierung bedient sich der Hochschulen, um mit der Praxis in Verbindung zu kommen. Diele Aufgaben, die bei uns von der Hauptabteilung II des Reichsnährstandes erfüllt werden, fallen Drüben In Den Arbeitsbereich Der staatlichen Hochschulen. Diese sind mit Land und sonstigen Mitteln reichlich ausge- stattet. Die Bezirksberater, von denen es in Den Vereinigten Staaten einige Tausend gibt, sind Der verlängerte Arm der Hochschule, sie stützen sich in ihrer örtlichen Arbeit auf die landwirtschaftlichen Vereine. Durch diese Verbindung zur Praxis ist nicht nur ein Weg gefunden worden, um Einfluß auf die Farmer und ihre Wirtschaft zu gewinnen, man erreicht gleichzeitig auch, daß sich die Forschung den Bedürfnissen Der Praxis anpaßt. Es war also nicht unser Wunsch, aus Den Niederungen Des Lebens in Die Höhen Der abstrakten Theorie zu flüchten, als unsere in Der Hauptsache aus Bauern und Landwirten bestehende Reisegesellschaft im 80-Kilometer-Tempo der berühmten Cornell-Universitätin Ithaka zustrebte. Im Staate Neuyork ist die Landwirtschaftliche Hochschule ein Teil Der Staatsunioersität, in vielen anderen Staaten Dagegen sind die Hochschulen selbständige Einrichtungen, die in kleinen Städten oder unmittelbar auf dem Lande gelegen sind. Ich habe als Studiosus auf früheren Fahrten, die mich In einem alten Essexwagen rund 40 000 Kilometer durch den amerikanischen Kontinent führten, viele dieser Einrichtungen tennengelernt und dabei immer wieder erfahren, was amerikanische Gastfreundschaft bedeutet. Es ist sogar vorgekommen, daß ich nach tagelangem Fahren und nächtlichem Kampieren im Freien mit einem ziemlichen Bartwuchs an Ort und Stelle eintraf. Nachdem die ölgetränkte Autokluft in einer verschwiegenen Ecke mit der guten Montur vertauscht war, ging es in die Waschräume Der Hochschule, um einige Minuten später ohne Bartstoppeln und auch sonst in salonfähigem Zustand mit einem Empfehlungsschreiben bewaffnet beim Präsidenten anzutreten. Wenn es mir vergönnt war, während meiner Lehr- und Wanderjahre die Agrarprobleme Nordamerikas einigermaßen gründlich kennenzulernen, so danke ich das nicht zuletzt den Professoren und Studenten Der landwirtschaftlichen Hochschulen, Die mir in so ziemlich allen Teilen des Kontinents halfen, auf Die richtige Fährte zu kommen. Nach diesen Erfahrungen durften wir auch in Cornell wertvolle Aufklärungen erwarten. Von verschiedenen Professoren, Die zum Teil deutsch sprachen, wurden wir überaus herzlich empfangen. Unsere Reiseteilnehmer bekamen einen Begriff von dem Wesen und den Aufgaben einer Einrichtung, die in ähnlicher Welse — wenn auch nicht in gleicher Größe — In jedem Staate der Union zu finden ist. Wir erfuhren hier, daß im Staate Neuyork alle fünf Jahre ein Viertel der Farmen Den Besitzer wechseln. Man kennt nicht die gleiche Seßhaftigkeit, wie wir sie in Europa gewöhnt sind. Es ist das Ziel Der Agrarpolitik, Dem Farmer, Der im allgemeinen ohne fremDe Arbeitskräfte auskommt, ein Einkommen zu verschaffen, Das einigermaßen dem Der stäDtlschen Arbeiter und Angestellten entspricht. Im Staate Neuyork geht feit vielen Jahrzehnten ein Umschichtungsprozeß vor sich, her auch heute noch nicht abgeschlossen ist. In Den Gebirgen geht die Landwirtschaft immer weiter zurück, während auf den besseren Böden die landwirtschaftliche Erzeugung an Bedeutung gewinnt. Das Schwergewicht der Landwirtschaft verlagert sich aus den östlichen Teilen des Staates in die westlichen Landesteile südlich des Erie-Sees. Diese Umschichtung wird vom Staat gefordert, man möchte die Notstandsgebiete so schnell wie möglich beseitigen. Mit dieser Wandlung, die sicherlich noch viele Jahrzehnte anhalten wird, trift eine immer schärfere Abgrenzung zwilchen den eigentlichen Agrargebieten und den unfruchtbaren, aber landschaftlich schön gelegenen Waldgebieten ein, die sich zu Zentren des Eryolungs- und Wochenendverkehrs und des Sports entwickeln. Die Veränderungen gehen auch in der Richtung einer Ausschaltung Der allzu kleinen landwirtschaftlichen Betriebe. Der Einzelne soll unter Anwendung aller verfügbaren technischen Hilfsmittel möglichst viel Land bestellen, um eine große Erzeugungsmenge je Mann hervorzubringen. Bei dem großen Landreichtum Nordamerikas ist es nicht notwendig, von der Fläche den höchstmöglichen Ertrag zu erreichen. Bisher war der Konkurrenzkampf der Farmer so scharf, daß in vielen Fällen nicht einmal die notwendigen Aufwendungen gemacht werden konnten, um die Fruchtbarkeit des Bodens auf gleicher Höhe zu halten. Alle Kräfte sind Darauf konzentriert. fo billig wie möglich zu erzeugen. Die Aufklärung, Die von den Hochschulen ins Land getragen wird, ist eines Der wichtigsten Mittel, um trotz Der Konkurrenz Dem Farmer em auskömmliches Dasein zu ermöglichen. Zu Den Hochschulen kommen im Laufe Des Jahres viele Farmer, die hier in kurzen Kursen und Vorträgen über praktische Fragen belehrt werden. Unsere Reisegesellschaft bildet nur insofern eine Ausnahme, als es sich um Landwirte von der anderen Seite des Atlantik handelt, denen die in englischer Sprache gegebene Aufklärung verdolmetscht werden muß. Die landwirtschaftlichen Hochschulen sind auch die Zentralen für Die Arbeit an der Landjugend, die man für besonders wichtia halt. In den 23creinigten Staaten sind über 900 000 Landjungen und Landmädel im Älter von 12 bis 18 Jahren in den „Boys and Girls Clubs" organisiert, in denen unter Anleitung der Bezirksberater oder besonderer Beamter und der landwirt- schaftlichen Vereine praktische Versuche in der Aufzucht von Tieren, im Anbau von Feldfrüchten und in der Hauswirtschaft durchgeführt werden. Für die Jungen und Mädel aus den Klubs werden von den Hochschulen gelegentlich Schulungslager veranstaltet. Wie wir später auf einer Viehausstellung in Kansas City sahen, veranstalten die Klubs auch große Wettbewerbe. Von dem Besuch der landwirtschaftlichen Hochschule des Staates Neuyork nehmen wir den Eindruck mit nach Hause, daß diese Einrichtungen die unmittelbare Unterstützung der Praxis als eine Hauptaufgabe ansehen. Wir sehen auch, daß es einen Dünkel des Akademikers gegenüber dem Nichtakademiker nicht gibt. Amerika hat einen Weg gefunden, um in der Landwirtschaft die Wissenschaft mit der Praxis in eine enge Verbindung zu bringen. Bei der gewaltigen Ausdehnung des Raumes und der Zerstreutheit der Siedlungen ist das sicherlich keine leichte Aufgabe. Aus aller Well. Oer Papst leicht erkrankt. Rom, 6. Dez. (DNB.) Papst Pius XI. ist leicht erkrankt und auf Anraten seiner Aerzte seit Freitag in seinen Privatgemächern geblieben, um der Ruhe zu pflegen. Der Gesundheitszustand des Papstes gibt, wie von zuständiger Stelle versichert wird, zu Besorgnissen pkeinen Anlaß. Am Sonntagnachmittag hat Pius XL wie tags zuvor den Besuch seiner Schwester und seiner Nichte empfangen. Der Papst soll die Absicht haben, bereits am Montag wieder das Bett zu verlassen. Ehepaar Rosemeyer-Beinhorn in Athen. Das Ehepaar Rosemeyer-Beinhorn ist auf seinem Flug nach Südafrika aus Belgrad kommend wohlbehalten in Athen eingetroffen. Der älteste Mann Deutschlands gestorben. In den letzten Tagen starb int Alter von 111 Jahren und 38 Tagen der älteste Mann Deutschlands, Friedrich Sadowski, im Altersheim zu Neidenburg (Ostpr.). Sadowski wurde am 27. Oktober 1825 in Orlau geboren. Er war von Jugend auf als landwirtschaftlicher Arbeiter tätig, bis er sich durch seinen Fleiß ein eigenes Grundstück erworben hatte, das er bis zum 102. Lebensjahre selbst bewirtschaftete. Bis in die letzten Tage seines Lebens war Sadowski eigentlich nie krank gewesen. Kraftwagen fahrt in eine marschierende Kompanie. In München fuhr in der Landsberger Straße ein Personenkraftwagen in eine marschierende, durch vorschriftsmäßige Beleuchtung Gisreichend gesicherte Infanteriekompanie. Der Kraftwagenführer, der mit hoher Geschwindigkeit gefahren war, will infolge des erhöhten Bahnüberganges die Truppe nicht gesehen haben. Sechs Soldaten wurden vom Kraftwagen erfaßt und zur Seite geschleudert. Sie kamen glücklicherweise mit verhältniLmgßig leichten Verletzungen davon. Eine des Weges kommende Kraftdroschke brachte die verunglückten Soldaten in das Lazarett, aus dem zwei nach Anlegung von Verbänden wieder entlassen werden konnten. Der Kraftwagenlenker wurde zur Polizei gebracht, wo ihm Führerschein und Kraftfahrzeugschein abgenommen wurden. Deutsches Flugzeug im Mont Blanc-Gebiet verunglückt. Das deutsche Flugzeug „D-ASIH“ ist auf einem Sonderflug im Mont Blanc-Gebiel, etwa 40 Kilometer südöstlich von Genf, verunglückt. Einer alsbald zur Unfallstelle entsandten französischen Bergungsexpedition gelang es, die ums Leben gekommenen Insassen der Maschine aufzufinden. Deutscher Fischdampfer an der isländischen Küste gestrandet. Der deutsche Fischdampfer „Wien" aus Cuxhaven strandete bei Bakkafjoerd im Bezirk Rangavalle an der isländischen Küste. Die Strandungsstelle liegt so nahe am Ufer, daß die aus 13 Mann bestehende Besatzung an Land waten konnte. Da an der Unfallstelle keine Brandung herrscht, kann das Schiff möglicherweise gerettet werden. Reichsverband der Gartenausführenden und Friedhofsgärtner. Als neue dem Reichsnährstand angegliederte Organisation der Landschafts- und Friedhofsgärtner wurde aus Anlaß des diesjährigen Reichsgartenbautages in Dresden der Reichsverband der Gartenausführenden und Friedhofsgärtner gegründet. Es galt die Gruppe von Gärtnern zur Wahrung ihrer Belange zufammen- wfaffen, die sich mit Anlage, Pflege und Unterhaltung von gärtnerischen Anlagen und Gräbern mit oder ohne eigene Anzuchtsgärtnerei befassen. In dem neuen Reichsverband sind alle zu dieser Berufsgruppe gehörigen Gärtner zusammengeschlossen. Die Untergliederungen des Verbandes entsprechen denen des Reichsnährstandes. In jeder Landes- bauernschast ist eine Landesgruppe des Reichsverbandes vorhanden. Die Landesgruppe Hessen-Nassau hat unter Führung des zum Landesgruppenleiter ernannten Gartengestalters W. Hirsch (Wiesbaden) ihre erste Versammlung abgehalten, in der die Führer der Bezirksgruppen verpflichtet wurden. Sie erhielten damit den Auftrag, in ihren Bezirken die Mitglieder zu sammeln und diese zu betreuen. Im Vordergrund der Arbeiten wird die Schulung der Mitglieder stehen, um dem Auftraggeber Gewähr für Qualitätsarbeit geben zu können. Grohfeuer in kiel. Auf einem am Dftufer des Kieler Hafens gelegenen Jndustriegelände entstand ein Brand, der, begünstigt durch den starken Wind, in kurzer Zeit bedrohlichen Charakter annahm. Wegen der gefährlichen Lage — es brannten Holzlagerschuppen, Werkstätten und Holzstapel eines Sägewerks, sowie ein Kohlenlager — mußten außer der gesamten Berufsfeuerwehr noch zwei Kraftfahrspritzen der Deutschen Werke und der Germania-Werft, sowie zwei Züge der Freiwilligen Feuerwehr Kiel herange- zogen werden. Es gelang schließlich, das Feuer durch umfassenden Angriff zum Stehen zu bringen und einen Teil der vom Feuer erfaßten Schuppen, Werkstätten und Holzstapel zu retten. Der Schaden ist jedoch sehr beträchtlich. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch unbekannt. Bei der Bekämpfung des Feuers leisteten neben der Technischen Nothilfe die SA., SS. und das NSKK. tätige Mithilfe. Heftige Schneefälle in Oesterreich. Die letzten Tage haben in ganz Oesterreich für diese Jahreszeit außerordentlich heftige Schneefälle gebracht. Selbst in Gebirgstälern liegt der Schnee bis zu einem Meter Höhe. Alle Alpenübergänge und Paß-Straßen sind unbenutzbar geworden. Da jetzt Föhnwetter eingetreten ist, besteht verstärkte Lawinengefahr. Rundfunk und Presse haben eindringliche Warnungen an die Skiläufer ergehen lassen, besonders steile Hänge und als lawinengefährlich bekannte Gegenden zu meiden. Die Ortschaft Mühlau bei Innsbruck mußte geräumt werden, da sie durch Lawinen von der Nordkette gefährdet ist. Schwere Bluttat in einem Wiener Nachtlokal. Zu einer wahren Schlacht, bei der es einen Toten und vier Schwerverletzte gab, kam es in einem Wiener Nachtlokal. Ein Gast traf dort mehrere Bekannte, mit denen er verfeindet war, zog sofort seine Pistole und begann wie wild zu feuern. Vier Männer sanken schwerverletzt zusammen. Andere Gäste warfen sich auf den Angreifer und schlugen ihn zu Boden, wobei sie ihm so schwere Verletzungen beibrachten, daß er kurze Zeit später starb. Französischer Kraftwagen in einen Fluh gestürzt. Bei Lyon ist ein vermutlich mit 6 Personen besetzter Kraftwagen von einer Brücke in d i e Saone gestürzt. Man konnte den Wagen, der im Fluß versank, noch nicht heben. Es wird befürchtet, daß die Insassen sämtlich ertrunken sind. Wieder ein Neger in USA. gelyncht. In ßaurel im Staate Mississippi hat sich ein Fall von Lynchjustiz ereignet. Man fand die L eiche eines 17jährigen Negers, die an dem Gerüst einer Eisenbahnbrücke aufgeknüpft war. Kunst und Wissenschaft. Universität Heidelberg verliert einen ihrer deutschamerikanischen Förderer. In Reading (Pennsylvania) ist der Ehrendoktor der Heidelberger Universität Gustav Oberländer im Alter von 69 Jahren gestorben. Der Heimgegangene war ein Sohn des Rheinlandes, der gegen Ende des vorigen Jahrhunderts auswanderte, um sich in den Vereinigten Staaten der Industrie zu widmen. Dort hat er sich bald zu einer führenden Persönlichkeit des Wirtschaftslebens empor gearbeitet. Dem Vaterlande bewahrte er stets die Treue, besonders widmete er sich der Pflege und Förderung deutscher Wissenschaft. Diese Verdienste haben die Philosophische Fakultät der Universität Heidelberg bewogen, Oberländer 1933 die Würde eines Ehrendoktors zu verleihen. Oberländer hat durch seine hervorragende Beteiligung an derSchurmann-Stiftung und auch später wiederholt betätigte Fürsorge sich der Ruperto Carola in besonderem Maße verbunden, bei deren 550-Jahrfeier er als Gast zugegen war. Die Universität Heidelberg verliert in ihm einen treuen Freund und großzügigen Förderer. Eine vorbildliche Stiftung für die deutschen Studenten. Das deutsche Ahnenerbe e. 23. (Berlin C 2, Brüderstraße 29/30), das für die geistige Erneuerung aus dem Erbe unserer Ahnen tätig ist, hat, um möglichst jedem deutschen Studenten ein wirksames Rüstzeug in diesem Sinne in die Hand zu geben, den „Studentenkampfschatz Germanien" gegründet. Er besteht in der Stiftung von halb- und ganzjährigen Bezugsbestellungen der bekannten Zeitschrift „Germanien", Monatshefte für Germanenkunde zur Erkenntnis deutschen Wesens, die an deutsche Studenten aller Fakultäten als Geschenk der Stifter gegeben werden. Bisher sind schon 1573 vollständige Jahresbezüge gezeichnet worden. Es ist zu erwarten, daß in absehbarer Zeit die ganze deutsche Studentenschaft auf diese Weise mit der vieltausendjährigen germanischen Kultur, vertraut gemacht wird. AeuerMotorsporttehrgang desAGKK. Die Motor gruppe Hessen macht erneut daraus aufmerksam, daß am 12. Dezember die Anmeldefrist für den nächsten Lehrgang auf den Motor- sportschulen „Hessen" in Helsa bei Kassel und „Westmark" in Diez a. d. L., der vom 4. Januar bis 6. Februar 1937 stattfindet, abläuft. Es können sich zur Teilnahme an einem Motorsportlehrgang melden: Wehrpflichtige, die sich anläßlich der Muste. rung für mehrjährige Dienstzeit (nicht Acht-Wochen« furfe) bei einer motorisierten Einheit gemeldet haben, oder Freiwillige, die unmittelbar bei einem motorisierten Truppenteil ihre Anmeldung abgegeben haben. Bei der Anmeldung zum Motorsport« lehrgang ist eine Bescheinigung des Wehrbezirks« kommandos oder Wehrmeldeamtes, das diese Voraussetzung bestätigt, einzureichen. Anmeldung geschieht an die Motorgruppe Hessen, Frank- furt a. M., Lindenstraße 7. Großer Schneebruchschaden im Westerwald. LPD. Dillenburg, 4. Dez. Während in den Tälern des Westerwaldes nicht mehr sehr viel vom Schnee zu merken ist, hat sich die Wetterlage auf dem hohen Westerwald kaum verändert. In der vergangenen Nacht traten wieder Schneefälle ein, wodurch die Straßen teilroeife erneut verweht wurden. Der Sturm richtete in den Waldbeständen große Verheerungen an. In Oberhörlen im Kreise Biedenkopf war der Sturm so stark, daß vier Leitungsmaste des Ortsnetzes u m gerissen wurden. Die Stromzufuhr war dadurch für lange Zeit unterbrochen. Kreis Wetzlar. 3 Gleiberg, 7. Dez. Am Samstag und Sonntag fand das letzte Wochenendlager in diesem Jahre für Amtswalter des Kreises Wetzlar im Schulungslager unserer Burg statt. In acht aufeinander folgenden Wochend-Kursen kamen etwa 60 Amtswalter auf unserem Gleiberg zusammen, um in zwei Abteilungen an den Schulungen teilzunehmen und dabei den Gemeinschaftsgedanken zu pflegen. Vor der Niederholung der Flagge nahm der Vorsitzende des Gleibergvereins, Direktor M e n k e n - Kinzenbach, Gelegenheit, die Teilnehmer zu begrüßen, die dann nach Beendigung des Lehrgangs von dem im Lager Erlebten begeistert in ihre Heimatorte zurückkehrten. Wetterbericht des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Sowohl über dem Atlantik als auch über Rußland hat sich ein mächtiges Hochdruckgebiet aufgebaut, dazwischen befinden sich auch gleichzeitig Tiefdruckstörungen, die unbeständiges Wetter bedingen. Die vom Atlantik einströmende Luft erhalten wir auf Umwegen über Nord, so daß sie keine nennenswerte Erwärmung zu bringen vermag. Die Niederschläge bestehen aber überwiegend aus Schnee und erreichen im allgemeinen keine große Ergiebigkeit. Aussichten für Dienstag: Veränderlich mit Aufheiterungen, aber auch zeitweiligen Niederschlägen, im Gebirge Schnee, nachts Frost, zeitweise auffrischende Winde um West bis Nord. Lufttemperaturen am 6. Dezember: mittags 3,6 Grad Celsius, abends 1,9 Grad; am 7. Dezember: morgens 2,1 Grad. Maximum 4,1 Grad, Minimum heute nacht 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Dezember: abends 1,3 Grad; am 7. Dezember: morgens 1,4 Grad Celsius. — Niederschläge 0,8 mm. — Sonnenscheindauer 3,2 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: i. V. Ernst Blumschein; für Feuilleton: Or. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36. 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch« und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. passendes Geschenk. 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Beim Vorliegen „ganz besonderer Mllderungsgründe" beträgt die Mindeststrafe 15 f15 25 Jahre Zuchthaus. Eine Berufung gegen das Urteil des Kantongerichts ist nicht zulässig, dagegen binnen Beschwerden über Formoerletzungen im Rekurs- bzw. Kassationswege vorgebracht werden. Im Gegensatz zum deutschen Strafrecht ist nach dem des Kantons Graubünden die Zivilklage zugelassen. Frau G u st l o f f hat von diesem Recht in einem bewunderungswürdigen und mutigen Entschluß Gebrauch gemacht, um der Derleumdungs- kampagne und den schamlosen Verdrehungsversuchen der bolschewistischen und jüdischen Anstifter und Hintermänner entgegenzutreten. Ihre Prozeßoertreter sind der schweizerische Anwalt Dr. B. Ursprung aus Zürzach, sowie Prof. Dr. Grimm (Essen). Der des vorsätzlichen Mordes angeklagte David Frankfurter wird von dem Züricher Rechtsanwalt Dr. C u r t i verteidigt. Die jüdischen Anwälte de Moro-Giafferi (Paris) und d e Vries (Amsterdam), die in aller Oeffentlichkeit erklärten, das Weltjudentum plane den Prozeß gegen den Mörder Frankfurter als eine Propagandaaktion gegen Deutschland aufzuziehen und die somit einen aufschlußreichen Einblick in die Hintergründe der Tat tun ließen, sind nicht zugelassen worden. Das Derbrechen des Juden David frankfurter. Der Anklage liegt folgender Tatbestand zugrunde: Am Abend des 4. Februar 1936, kurz vor 20 Uhr, erschien der Jude David Frankfurter, der seit 1934 in Bern Medizin studierte, in der Wohnung des ihm völlig unbekannten Landesgruppenleiters Schweiz der NSDAP., Wilhelm G u st - loff, in Davos und verlangte den Landesgruppenleiter zu sprechen. Ohne Argwohn führte Frau Gustloff Frankfurter in das Wartezimmer. Als Gustloff das Zimmer betrat, streckte ihn der Jude mit vier Revolverschüssen nieder In der ersten Verwirrung gelang es ihm zu entkommen. Frankfurter, der sich für seine Tat den Kanton Graubünden ausgesucht hatte, in dem die Todesstrafe abgeschafft ist, stellte sich der Polizei und gab bei der ersten Vernehmung zu. daß er mit der Mordabsicht nach Davos gekommen sei. Nach dem Beweggrund gefragt, gab er zur Antwort: „Ich habe die Tat begangen, weil ich Jude bin?" Vorgeschichte im» H nteraründe Die Beurteilung der Tat des Juden Frankfurter, d'".» in der ganzen Kulturwelt tiefsten Abscheu auslöste, ist alleinige des schweizerischen Gerichts, dessen Spruch die deutsche Oeffentlichkeit mit Vertrauen erwartet. Trotz aller Herausforderungen wird sie es mit peinlichster Gewissenhaftigkeit nach wie vor vermeiden, sich in das schwebende Verfahren einzumischen. Mit Genugtuung stellt sie auch fest, daß die schweizerische Regierung durch das Verbot des Ludwiq-Cohnschen Machwerkes „Mord in Davos", das ein bisher beispielloser, einziger Ervressungs- vcrsuch ist, Richter und Oeffentlichkeit in der Schweiz vor diesem jüdischen Einmischunasversuch bewahrt hat. Leider ist dieser Versuch nicht der einzige geblieben. ter ist vielmehr der ^öbenunkt eines aeradezu ungeheuerlichen Verleumdungsfeldzuges, der vor dem 4. Fehrn 19-^6 die ln^ern^ki"^ > orr bereitet hat, die er nach dem Morde in eine Schuld des Ermordeten umzufälschen bemüht ift. Diese verlogene .fvhe di- am Vorabend des Mordprozesses David Frankfurter mit erneuter Wucht eingesetzt Das ist der Jude David Frankfurter, der Mörder des Landesgruppenleiters Gustloff. (Scherl-Bilderdienst.) (die Kantone sind in der Regelung ihres Rechtswesens selbständig) und tritt nur von Fall zu Fall zusammen. Es besteht, wie wir bereits meldeten, aus fünf ordentlichen Mitgliedern, nämlich dem Kantonsgerichtspräsidenten Dr. Rudolf G a n z o n i aus Chur, der den Vorsitz führt, dem Altregierungspräsidenten Dr. Joseph V i e l i aus Chur, der Mitglied der Kantonsregierung ist, dem Rechts- und Großrat Giovanni Nicolo aus Boveredo, dem Oberst der Militärjustiz Christian G a r t m a n n aus St Moritz und dem Standespräsidenten Dr. Johann Peter Sonder aus Salux. Die Anklage vertritt als Amtskläger ad hoc Dr. Friedrich Brügger aus Chur. Anklage auf Mord. Die Anklage gegen den Juden Frankfurter lautet auf Mord und stützt sich auf den § 88 des Strafgesetzbuches des Kantons Graubünden vom 8. Juli 1861. Dieser Paragraph bestraft wegen Mordes denjenigen, der die widerrechtliche Tötung eines anderen mit Vorbedacht ausgeführt hat. Dieses Verbrechen wurde früher mit dem Tode bestraft. Heute ist die Todesstrafe in lebenslängliches Zuchthaus Zurich, 7 D-z. (Ml23.) Am Mittwoch, 9. De- zember, beginnt Dor dem höchsten Strafgericht des Kantons Graubünden in Chur der Prozeß gegen d-n 2"den David Franksurter, der am Abend des «.Februar d.J. in Daoos den Landes- gruppenlei er Schweiz der NSDAP., Wilhelm G u ft Ion, meuchlerisch ermordete. Für die Ver- ^blunaen, , die im Sitzungssaal des „Großen a t. Hbf!1, vier Tage vorgesehen. Das bundlerische Kantonsgericht wird durch die gesetzgebende Behörde, den „Großen Rat", bestimmt Ein selten schönes Wort. Von Joachim Lange Ein selten richtiger — also meistens falscher — Ausdruck ist „selten". Wenn man ihn nämlich in der selten schönen Weise anwendet, wie es heutzutage leider nicht selten ist und wie es merkwürdiger Weise auch der sonst so selten nachgiebige Duden erlaubt. „Eine selten gute Zigarre habe ich neulich hereinbekommen" erzählte mir mein Tabakhändler. „Wollen Sie nicht mal einen Versuch machen?" Ich werde mich hüten! Denn wenn sie nur selten gut ist, dann taugt anscheinend immer nur die zwölfte oder neunundsechzigste etwas. Und dafür ist mir mein Geld und meine Raucherzunge zu schade. „Ich mache Ihnen an diesem Glückstag ein selten günstiges Angebot", schrieb mir ein Lotterie-Einnehmer, der auf geheimnisvolle Weise meinen Geburtstag herausbekommen hatte. Ich wollte das selten günstige Angebot, eben weil es nur selten günstig sein sollte, schon wegwerfen, da fiel mein Blick auf den nächsten Satz: „Fast jedes zweite Los gewinnt". Aber das wäre ja im Gegenteil sehr günstig! Warum vergrämt sich denn der aufmerksame Diener Fortunas seine Leute! „Selten schöne Aussicht auf die Bayerischen Alpen", gestand bescheiden eine Gaststätte in den Bergen, in der ich eigentlich meine Sommerferien verleben wollte Ich bin natürlich nicht hingefahren: ich hatte genug Angebote von anderen Häusern bekommen, von denen aus die Fernsicht immer schön ist. „Sie glauben gar nicht, was für einen selten tüchtigen neuen Torwart wir jetzt in unserem Fußballverein haben!" erzählte mir Herr Müller und machte dabei ein Gesicht, als wäre eine seltene Tüchtigkeit wunder was Anerkennenswertes. Dann hat er wohl am letzten Sonntag ein paar Dutzend Tore durchgehen lassen?" erkundigte ich mich. „Aber nein!" entrüstete sich Herr Müller. „Nicht ein einziges!" „Oh, dann ist er ja sehr tüchtig!" sagte ich. „Nun ja doch, wie ich sagte", Jagte Herr Muller, „ein selten tüchtiger Fußballer!" „Gründgens müssen Sie als Hamlet sehen, schwärmte mir Fräulein Lehmann vor. "Das ist wirklich ein selten begnadeter Schauspieler! Gott sei Dank weiß ich von anderer Seite, das Grundgens im Gegenteil ein sehr begnadeter Künstler ist, sonst hätte ich ihn mir tatsächlich nicht angesehen „Ein eiten warmherziger Mensch ist mit ihm dabinqeqanqen", rief ein Betrieb feinem verstorbenen Cbef nach. Aber wenn er meistens kaltherzig war — warum wollen die Angestellten dann sein Andenken so hoch in Ehren halten? Glaubt man etwa, ich tränke einen selten blumigen Mein? Ich besuchte eine selten interessante Ausstellung? Ich nähme eine selten preiswerte Einkaufsgelegenheit wahr? Ich bemühte mich, eine selten reizvolle Frau kennenzulernen? Ich ließe mich zu einer selten netten Familie einladen? Bei der wenig netten Familie müßte ich dann noch zum Abschied mit verbindlichem Zähneknirschen sagen: „Vielen Dank, und es war ein selten angenehmer Abend!" Doch halt: in diesem Fall dürfte das selten — selten genug! — stimmen! Vinzenz Prießnitz Ein 23auernnome wird medizinischer Begriff NSG. Zu den Begriffen, die nach dem Eigennamen ihres Schöpfers benannt werden und ihn so unsterblich gemacht haben, gehört auch der Prieß- nitz-Umschlag, die ebenso als Hausmittel wie auch in der medizinischen Wissenschaft angewandte kalte Kompresse mit dem Wollwickel. Der „Prießnitz", wie dieser Umschlag kurz genannt wird, ist jedoch nicht durch einen gelehrten Mediziner in die Heilkunde eingeführt worden, sondern durch einen einfachen Bauernsohn, dem es in seiner Jugend nicht einmal vergönnt war, Lesen und Schreiben zu lernen. Lediglich aus dem großen Buch der Natur, aus angeborenem Arzt- und Helfertum leitete der Bauer Vinzenz Prießnitz, dessen Todestag sich in diesen Tagen zum 85. Male jährte, seine Behandlungsweise allen lebensfremden Theorien und Vorurteilen zum Trotze ab und wurde dadurch zum anerkannten Begründerder Wasserheilmethode. In Gräfenberg bei Freienwaldau wurde Prießnitz am 4. oder 5. Oktober 1790 als Sohn eines Bauern als sechstes Kind geboren. Vinzenz Vater war blind, und während die übrigen Geschwister bei der schweren Bauernarbeit anpacken mußten, war es die Aufgabe des Jüngsten, sobald er felbft laufen konnte, den Vater zu führen und auf allen Wegen zu begleiten. Später, als Prießnitz schon ein anerkannter Heilbehandler war, tat er einmal den Stoßseufzer: „Hätte ich meinen Vater nicht immer führen müssen, hätte ich wenigstens Lesen und Schreiben fernen können." Obwohl er keinen Schulunterricht genoß, eignete sich Prießnitz soviel natürliche Fähigkeiten und Kenntnisse an, daß die gelehrten Aerzte, die ihn in späteren Jahren examinierten, um ihn der Kurpfuscherei zu überführen, aus dem Staunen nicht herauskamen. Schon von frühester Jugend beobachtete Prießnitz alles, was in feiner Umgebung geschah, auf das Genaueste. Durch diese scharfe Naturbeobachtung gelangte er auch zu seiner Kaltwasserheilmethode. Aus der Tatsache, daß ein Tier sich seine Wunden durch Wasser zu heilen sucht, aus den Hausmitteln der Bauern und Schäfer, die ihr verletztes Vieh mit Wasserumschlägen erfolgreich bei Quetschungen und Entzündungen behandelten, folgerte Vinzenz Prießnitz aus gesundem Men- chenverstand, daß das, was dem Tiere hilft, der hat, zurückzuweisen, ist eine Pflicht, die nicht nur die Wahrheit, sondern auch der Opfertod Wilhelm Gustloffs gebieterisch verlangt, der sein Leben getreu dem Gebote seines Führers für die Verbesserung der Beziehungen zwischen seinem Vaterlande und seiner Wahlheimat, der Schweiz, hingab Die Hetze gegen Deutschland. Seit Jahren hat das Deutsche Nachrichtenbüro in den Berichten seiner Schweizer Vertreter auf die systematische deutschfeindliche Propaganda der jüdisch-marxistischen und leider auch vieler bürgerlicher Blätter in der Schweiz hingewiesen. In der ausgezeichneten Schrift „Der Fall Gustloff" hat der Verfasser, Wolfgang Diewerge, fast ausschließlich durch Schweizer Meldungen den schlüssigen Nachweis nicht nur der übelsten politischen Brunnenvergiftung, sondern auch der bewußten Mordhetze gegen den Landesgruppenleiter Schweiz der NSDAP., Wilhelm Gustloff, erbracht. Es fehlt an Raum, das hieb- und stichfeste Material in geschichtlicher Folge aufzuführen, doch seien einige unumstößliche Tatsachen, die auch in dem Mordprozeß eine Rolle spielen werden, festgehalten. Seit Jahren wird das neue Deutschland planmäßig beschimpft, verleumdet und verspottet, werden seine ureigensten Angelegenheiten in einem großen Teil der Schweizer Presse in einer Form behandelt, die zwangsläufig eine Atmosphäre des Hasses gegen Deutschland und Die Deutschen in der Schweiz, die sich nach verbrieftem Recht zu ihren staatsbürgerlichen Pflichten als Reichsdeutsche bekannten, erzeugen mußte. Unbestreitbar ist ferner die bewußte Fehde gegen den Üandesgruppenleiter, die in der offenen Auffoxoe« rung zur Gewalt und zum Mord ausklang, über ebenso unbestritten ist die Feststellung Schweizer Behörden, daß Wilhelm Gustloff, der seit fast 20 Jahren in der Schweiz seine zweite und geliebte Heimat gefunden hatte, niemals die Gesetze des Gastlandes mißachtet oder verletzt, sich in schweizerische Angelegenheiten gemischt ober irgendetwas getan hätte, was den Interessen seiner Wahlheimat zuwider gewesen wäre. Im Gegenteil! Er war ein aufrechter Deutscher, der sein Vaterland und seinen Führer über alles liebte und der nichts anderes kannte, als ihnen zu dienen. Konnte er das besser, als daß er dem Friedenswillen seines Führers, den Geboten seines Stellvertreters Rudolf Heß und den Grundsätzen seines Gauleiters Bohle folgte, jberen erster heißt: „Befolge die Gesetze Des Landes, dessen Gast du bist!" Hinter der Mordhetze stand, auch das kann gesagt werden, ohne daß damit in das schwebende Verfahren eingegriffen wird, des Weltjudentum, das heute den von ihm gedungenen Mörder mit dem Hinweis auf politische Maßnahmen in Deutschland zu entlasten sucht und das sich nicht entblödet, durch bezahlte jüdische Literaten „Visionen" und „Träume" als die Triebfedern der Mordtat auszugeben. Es sind die gleichen „Visionen", die in Spanien entsetzlichste Wirklichkeit geworden sind. Diese zu beseitigen, sollte die freie Schweiz dem neuen Deutschland die Hand reichen, bann wäre ber Tob Wilhelm Gustloffs bie Erfüllung seines Sehens» Zieles. M der„SchleswigHolstem Von Friedrich Karl Birnbaum, Kapiiänleuinant. ui*. Wenn auch meine Tageswache am Einlauftage vormittags ben ersten stärkeren Regenfall unserer Reise brachte, so sollte schon mittags bie Sonne nur um so strahlender über dieser schönsten der „I n - fein des ewigen Frühlings" scheinen, und diese „Freudentränen", wie unsere spanischen Freunde erklärten, leiteten zwei letzte unvergeßliche Tage im gastlichen Santa Cruz ein. Die Stadt liegt malerisch umgeben von hohen Bergen in eine fruchtbare Talsenke gebreitet. Im Charakter Las Palmas sehr ähnlich, bis 1927 Provinzhauptstadt, mit großen Geschäftsstraßen, die direkt auf die lange Hafenmole zuführen. Indische Bazare und große Geschäfte, wo man seine restlichen Peseten, wie in Las Palmas, in schönen Seiden aus dem fernen Osten, oder den berühmten einheimischen Handarbeiten für die Lieben zu Hause anlegen kann. Mein heimlicher Wunsch, den Pico auf dem Rücken eines der treuen Maultiere mit meinen Fähnrichen zu besteigen, läßt sich in der kurzen Zeit leider nicht verwirklichen. So zeigt er uns wenigstens fein aus einem Wolkengürtel majestätisch im ewigen Schnee glänzendes Haupt, als wir mit der Division einen schönen Ausflug nach O r o t a d a und dem malerisch inmitten einer üppigen Bananensiedlung liegenden Hafenstädtchen Puerto de la Cruz machten. Mit frisch-fröhlichem Gesang geht es durch die winkligen steilen Gassen von Orotava, begeistert beklatscht von der Bevölkerung. Drunten am Strand, wo wir in der herrlichen Brandung haben, werben alle 300 Mann von ben weiblichen Fetchas mit Vino Tinto unb Zigaretten zu bem mitgebrachten Mittagbrot bewirtet. Wieber spielt bie Kapelle ber Falanga, und Jubel braust auf, als der Alkalde nach dem Deutschland- unb bem Horst-Wessel-Lied eine schwungvolle Rede hält, deren Sinn wir alle verstehen, die mit * Teil I im Gießener Anzeiger Nr. 262; Teil II in Nr. 285. Viva Alemana endet, von drei donnernden Hurras erwidert. Auf der Rückfahrt gibt es nach der Besichtigung des wundervollen Botanischen Gartens von Orotava noch einen Extraspaß für meine Seeleute. Wir wollen das zweihundert Jahre alte Klosterinstitut von La Laguna besichtigen unb kommen gerabe an, als bie weibliche Jugend des Städtchens ihren Unterricht beendet hat. Großes Hallo auf beiden Seiten, ich habe meine liebe Mühe, me/ne Männer von den trippelnden und kichernden Schönen, denen sie gütigst Autogramme in die Schulhefte schreiben, abzulenken, und ihre Blicke auf bie Schönheiten des Kreuzganges unb bie erlesenen alten Pergamente und Schweinslederbände der berühmten Bibliothek zu richten. Abends im kleinen Kreise der Kameraden sind wir wieder Gäste unserer Freunde aus Las Palmas, die es sich nicht nehmen ließen, herüberzukommen und uns mit hiesigen Amigos zusammen durch die Gegend zu fahren und zu bewirten. Erstaunlich ist die Meisterschaft der Spanier im Autofahren. Sie sind mit ihrem Wagen verwachsen und fahren wie die Teufel, aber sicher! Derkehrsunfälle kommen so gut wie überhaupt nicht vor, obwohl sich der Verkehr auch in Heute beginnen wir in den Gießener Familien« blättern mit dem Abdruck eines neuen Romans; er heißt „Klick aus dem Epielzeuglaben" von Friedrich Schnack und ist eine fröhliche und weihnachtliche Erzählung für das große und das kleine Volk. Oie Geschichte vom armen Klick, der eigentlich Nikolaus hieß, von feinen Sorgen und Abenteuem, vom verlorenen Lotterielos und vom Hustenonkel, vom Papagei Vicka und vom Kapitän Sastafraß ist bas lebenbejahende Werk eines echten Dichters, von alten und jungen Leuten mit Freude und herzlicher Anteilnahme zu lcfen. gewaltigsten unter den alten deutschen Steinbrücken eingemeißelt. Wer Regensburg mit feiner Brücke, bie zu ben Bauwunbern bes Mittelalters zählte, das erste Mal sieht, ist ergriffen von der Kraft und Schönheit dieses Stadtbildes. Wie diese Brücke mit ihren sechzehn gewaltig schweren Bögen über die Donau zur Stadt hinüberschwingt, wie sich die Fluten der Donau vor den Pfeilern bäumen, wie das Wasser durch die Joche jagt, wie es dahinter kocht und wirbelt: der Regensburger Strudel. Viele der alten deutschen Steinbrücken, die uns neben den Domen und Türmen die kraftvolle Zeit des Mittelalters mit ihre« beben Gemeinsinn vor Augen eine Stadt, durch Turmbauten unb Tore gut geschützt würbe, nimmt uns nicht rounber. denn bie Stabt des führen, sind der Neuzeit, dem Schiffsverkehr zum Opfer gefallen. Aber noch treffen wir eine ganze Anzahl von ihnen auf unseren Fahrten durch die deutschen Lande. Wir tun gut, etwas länger bei ihnen zu verweilen und ihre stolze Schönheit in uns aufzunehmen. Die alten Baumeister der Brücken dachten in Jahrhunderten, ihre Werke sollten unzerstörbar sein. So ließen sie die mächtigen Pfeiler ihrer Brücken aus sorgfältig geschliffenen Steinen aufmauern, aufsteigend aus fast allenthalben viel größeren Fundamenten. Den Fundamenten gaben sie gegen die Kraft des anstürmenden Eises und, auf der stromab gerichteten Seite, gegen das Unterspülen durch die Wasserwirbel halbkreisförmige ober spitzbogige „Vorher- unb Hinterhäupter". Mitunter würben die Steinquadern untereinander durch eiserne Klammern verbunden. Wenn man sich das ansieht — besonders schön an der Werrabrücke in Hannooersch-Münden — muß man unwillkürlich an ein altes, eisenbeschlage- nes Burgtor denken. Wenn die Pfeilerbreite größer war als die Breite der Brücke, konnte über jedem der Pfeiler eine Nische ausgebaut werden. Wer hat nicht schon einmal in solch einer Nische gestanden, während der Verkehr einer kleinen Stadt über die Brücke hin- und herging und das Wasser des Flusses rauschte und schäumte' Unsere alten Baumeister bauten niemals allein um ber Nützlichkeit willen, ihre Bauten sollten auch durch ihre Schönheit wirken. Es kann uns also nicht Der» rounbern, wenn mancher Brücke am Enbe eine raun» Mittelalters mußte sich wehren. Wir sollen auch einmal an bie berounbernsroerte technische Leistung ber alten Brückenbauer benfen, bie ohne moberne Hilfsmittel auskommen mußten. Manchmal war es möglich, ben Fluß oberhalb ber Baustelle tu stauen ober abwleiten, so baß man im fall tro^enen Flußbett arbeiten konnte. Es würben ober auch Brücken über Flüsse gebaut, bie man nicht stauen ober ableiten konnte. Man wartete bann einen besonbers trockenen Sommer für ben Baubeginn ab, wie vor 800 Jahren in Regensburg: „Die tonaro war schier trucken gar .. Alte deutsche Steiubrückeu Von K Mehner. Krone ber Schöpfung hoch nicht schaben könne. Die Probe aber sollte feine Behandlungsweife daburch erfahren, baß er bei ber Bauernarbeit auf bem Felde von dem hochbeladenen Erntewagen überfahren wurde und so gefährliche Brust- und Rippenquetschungen erlitt, daß die hinzugezogenen Wundärzte keine Hilfe mehr sahen. Der 17jährige Bauernjunge, der an die Heilkraft des Wassers glaubte, behandelte seine schweren Quetschungen mit dem Kaltwasserumschlag und Wollwickel, der von da an unter dem Namen „P r i e ß n i tz - U m s ch l a g" in jedem Lehrbuch der Heilkunde Platz gefunden hat. Das Wunder geschah: Vinzenz Prießnitz wurde wieder gesund. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde von der Heilung in den Dörfern der Umgeaend, und bei Krankheitsfällen suchte man den „Wasserdoktor" auf. Schon als 19jährigFr wurde er in entferntere Ortschaften seines Gebirgszuges bis nach Böhmen unb Mähren gerufen, Neib, Mißgunst und Hochmut vertrieben ihn aus ber Heimat; Prießnitz wurde wegen Kurpfuscherei angeklagt und zu Arrest verurteilt, denn man behauptete, daß er seine Tücher mit irgendwelchen Geheimmitteln tränke. 1830 gelang es ihm endlich, von der Regierung feiner Heimat die Erlaubnis für feine Heilbehandlung zu erhalten, nachdem sich eine Untersuchungskommission von gelehrten Aerzten von den Heilerfolgen des „geborenen" Arztes überzeugt hatte. Gräfenberg wurde das Ziel vieler Kranken, die dort Heilung fanden. Im ganzen soll Prießnitz während seines Lebens 36 000 Kranke behandelt haben. Am 28. November 1851 starb Prießnitz, dessen Name Weltberühmtheit erlangt hatte. derhübsche kleine Kapelle beigegeben wurde, sie erscheint uns heute wie verwachsen mit der Brücke. Wir sehen es wohl am schönsten bei ber uralten Steinbrücke von Creutzburg mit ber Liboriuskapelle am Eingang bes Merraburchbruchs. Ein gant besonbers reizvolles Kapitel ber Brückenkunbe Hfben bie Figuren, mit denen man viele ber B "-^en -,f£ - . . . ... ... c , schmückte. Zuweilen war es nur ein bescheidener "Elif hunbert breißig fünf em jar / Die tonaro Heiliger Nepomuk, der auf die Schiffahrt oder bas (Donau) was schier trucken gar. / Do hertzog Heinrich Hochwasser achtgeben sollte. Viel häufiger stellte man mit ber ftat / Die Brucken allhie begunnen hat. / aber eine lange Reihe steinerner Gestalten auf beiben Das werk gebarot uff festen grunb / Eilf jar banach Seiten ber Brücke auf, wir treffen sie oft heute noch gant} fertig ftunb. / Gut gleit sürbas uff allen | alt unb verwittert, an wegen / Geb gvts genab unb gottes fegen." | Daß bie Brücke, oftmals wichtigster Zugang in steht auf bem Sockel einer der herrlichsten und eine Stadt, durch Turmbauten und Tore gut geschützt der Stadt fn einem für unsere Begriffe beängstigendem Tempo abspielt. Auch die angeborene Eleganz und die Sicherheit des Auftretens dieser liebenswürdigen Söhne des Südens, hat etwas Bestechendes. Nicht weniger bei den jungen Damen, die sich bereits im zartesten Backfischalter mit einer natürlichen Grazie und Selbstverständlichkeit zu bewegen wissen, die verblüfft. Sie sind wie die Blumen und Früchte dieses gesegneten Landes. Rasch erblüht und gereift — rascher noch welkend und verblühend. Man hat seine Freude am Schauen, man ist bezaubert, wie sie den Tango tanzen — und doch können uns tausend Inseln des „ewigen Frühlings" nicht einen deutschen Winter und die wundervolle Wiedergeburt der Natur in unserem deutschen Frühling ersetzen — und ist es anders mit den Frauen? Der Abschiedstag bricht an. Auch hier werden die Kinder der deutschen Schule an Bord geführt und bewirtet. Auch hier frohes Kinderlachen und kleine dankbare Herzen. Dann geht es fix nochmal an Land, um die letzten Peseten unter der sachgemäßen Führung eines deutschen Bekannten, in Mitbringsel umzusetzen. Um 12 Uhr beginnt der kleine Bordempsang, der alle auf der festlich geschmückten Schande vereinigt, denen unser Dank gebührt. Ich lerne oen Führer der hiesigen Falanga kennen, der mich in seinem wundervollen Wagen zu dem rasch noch verabredeten Fußballspiel mi'tnimmt. Der vorzügliche Eindruck, den die straffe Organisation dieser spanischen SA. schon in Las Palmas auf uns gemacht hatte, wird hier verstärkt. Zwei Abteilungen rücken im strammen schnellen Marschschritt des Südländers ein und werden gemeldet. Die Tribünen des wundervoll über dem Hafenpanorama gelegenen Platzes füllen sich in der glühenden Mittagssonne mit Falangisten und der ungezählten Schuljugend der Stadt, tiubel brandet auf, als die Mannschaften in ihren leuchtenden Farben auf den Platz eilen und kurz vor Beginn des Spiel der Gouverneur, Marinekommandant und der deutsche Konsul mit einigen Herren auf der Tribüne erscheinen. Auch die holde Weiblichkeit ist zahlreich vertreten. Die Hände fliegen hoch und Viva Alemana schallt es über den weiten Platz, als die Hakenkreuzflagge über der rot-gold- roten Flagge Spaniens und dem Pfeilbündel der Falanga am Mast emporsteigt. Das Spiel beginnt, die überlegenen Spanier legen ein Tempo vor, das unsere Soldaten nur mit äußerstem Einsatz in der ungewohnten Wärme durchhalten können. Um so lauter schallt der Beifall, als nach zwei blendend geschossenen Toren der Spanier ein schneidiger Angriff das verdiente Ehrentor für uns brachte. Inzwischen ist es 15.30 Uhr geworden, um 17 Uhr ist seeklar. Wieder haben Mädels mit erstaunlicher Schnelligkeit ein köstliches Getränk und kleine Kuchen herbeigebracht. Die Zuschaber tun sich gütlich, und fast hätte die brave schweißgebadete Mannschaft leer ausgehen müssen. Aber noch während auf dem weiten Platz sich alles zum gemeinsamen Abmarsch aufstellt, wird auch ihnen von zarter Hand der Labetrunk gereicht. Und nun geht es, schmetternde Musik voran, in langem Zug durch die Straßen, hinunter auf die Mole. Mädels im Blauhemd tragen die Flaggen des neuen Spaniens, der Falanga und die Hakenkreuzflagge. Händeklatschen, Tucherschwenken, Heilrufe überall, das Herz geht einem auf! Wir find stolz, unseres Führers Soldaten und Sendboten eines starken Vaterlandes zu fein, das wieder geachtet, bewundert und umworben wird, wo noch vor wenigen Jahren die Faust des bolschewistischen Wahnsinns sich gegen uns ballte. Und ein tief- innerliches Verstehen für den Aufbruch dieses begeisterungsfähigen Volkes ist das bleibende Ergebnis dieser unvergeßlichen Tage. Schwarz von Menschen ist die breite Mole, brausende Heilrufe, als der Kommandant im Angesicht aller auf der Schanze die als Erinnerungsgabe überreichten Fahnen aus den Händen der Mädeld entgegennimmt und dem Führer der Falanga das Bild des Schiffes als Gegengabe überreicht. Hoch über den Köpfen der begeisterten Menge leuchtet die Hakenkreuzflagge, als das Schiff langsam und majestätisch von der Mole ablegt. Die Hymnen beider Länder klingen von der Mole herüber, unsere Bordkapelle spielt deutsche Märsche — laut internationaler Abmachung werden von den in spanischen Gewässern stehenden Kriegsschiffen der Seemächte weder die Hymnen gespielt, noch der sonst übliche Landessalut geschossen. Schon meldet der Funk den unmittelbar bevorstehenden Fall von Madrid, den man fieberhaft erwartet. Ueberall sieht man die Karte Spaniens, mit kleinen Flaggen die Front abgesteckt — Er wird es schaffen, dieser Franco! Derselbe Funk meldete tags zuvor von Tankangriffen der Roten, mit 40 der schwersten geschützbestückten sowjetrussischen Tanks, die von den nationalen Truppen, nach schweren Verlusten, in die Flucht geschlagen wurden. Die eiserne Klammer um Madrid schließt sich unaufhaltsam, trotz bolschewistischer Waffen und Offiziere. Aus einem Meer von Blut und Grauen — Arriva Espana! Wir find Soldaten, gewohnt, Befehle auszuführen, aus unseren Herzen aber kann feiner eine Mördergrube machen. Es lebe Spanien! Nürnberger Spielzeug - ganz zeitgemäß. „Christkindlesmarkt" im Zeitalter der Reichsautobahnen. Nürnberg, das seit Jahrhunderten die Stadt des Spielzeuges ist, in dem aus den ersten kleinen Schöpfungen begabter Handwerksmeister sich überhaupt erst der Begriff „Spielzeug" bildete, hat sich nicht nur Ererbtes treu bewahrt, sondern in feinen Spielzeugmeistern und Erfindern heute noch einen Stamm hochbegabter fortschrittlicher Menschen. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß in der Stadt, in der ein Peter Henlein die ersten Taschenuhren erfand, die man „Nürnbergs lebendige Eierlein" nannte, in der der Zirkelschmied Hans H a u t s ch (1595 bis 1670) die ersten Feuerspritzen und selbständig fahrenden Wagen konstruierte, gerade das mechanische Spielzeug seine Heimat hat. Der bewegliche Geist der Nürnberger, der sich bei konstruktiven Erfindungen immer bewährt, hat dieses unerschöpfliche Gebiet einer Industrie, die von immer neuen Einfällen und Erfindungen abhängig ist, nie aus den Händen gegeben. Fast möchte man neidisch werden auf die Kinder, wenn man bei einem Rund gang durch die Fabriken die neuesten Spielzeuge für den Weihnachtstisch sieht. Da liegt ein Modell der Reichsauto- bahnen inmitten einer farbenfrohen Landschaft ausgebreitet zu unseren Füßen. Wie die Schienen der Kindereisenbahn, ist auch die eigentliche Autostraße aus einzelnen Metallteilen zusammengesetzt. Die weichgeschwungenen Straßen führen bergauf und bergab — über Ueberfübrungen und Brücken — sie überqueren Flüsse und Täler genau so wie die Reichsautobahnen der Wirklichkeit. Die Straße der Kinderwelt läuft vorbei an selbstgebauten Städten und Dörfern, sie umfährt einen kunstvoll erbauten Berg und gleitet dann wieder durch eine Helle Waldlichtung. Moderne Autobusse, elegante Limousinen, Motorradler mit Beiwagen und schwere Fernlastwagen, kleine Modelle aller bekannten Automarken sausen in vollem Tempo über die weite Bahn und bewältigen spielend die verschiedenen Geländeunterschiede. Wenn sie in ungebremster Fahrt aneinander vorbeisausen, ohne sich gegenseitig zu gefährden, hat man ein lebendiges Bild der Reichsautobahn in vollem Betrieb. Täuschend in Hinsicht auf Wirklichkeitsnähe aber ist die Zusammenstellung von Eisenbahnanlage und Reichsautobahn im Kinderzimmer. Die elektrischen Eisenbahnen sind jetzt so vervollkommnet, daß man Ev-Züge mit Stromlinienlokomotiven und große Güterzüge auf dem ausgedehnten Schienennetz verkehren lassen kann; auch die neuesten Schnelltriebwagenmodelle, der „Schienenzep- p e l i n", der „Fliegende Hamburger", fehlen ebensowenig wie kleinere dieselelektrische Triebwagen. Die modernen v-Züge führen außer ihren Personenwagen auch Schlaf- und Speisewagen, und die Güterzüge haben alle Transportwagen der neuen Zeit, Kipp wagen neuester Konstruktion, Kranwagen, Schotterwagen, selbst moderne Kühl-, Bananen- und Kabelwagen. Die größte Ueberraschung auf dem Gebiete der elektrischen Eisenbahnen, die sich im Sturm die Herzen eroberte, war eine Miniatureisenbahn, bei der trotz ihrer Kleinheit jede Einzelheit ihrem großen Vorbild nachgebildet ist. Die Spurweite dieser „Tischbahn" beträgt 16,5 Millimeter, der kleinste Schienenkreis besteht aus 12 runden Schienen und hat einen Durchmesser von 27 Zentimeter; dadurch ist die Möglichkeit gegeben, diese Eisenbahnanlage auch auf dem Tisch aufzubauen. Lokomotiven und Wagen sind mit einer neuen, halbautomatischen Kuppelung versehen; ein auf den Schienen stehender Wagen wird durch ein kurzes Rangiermanöver mit dem rückwärtsfahrenden Zug ohne jeden Handgriff vom Zug ausgenommen. Bei diesen kleinen Eisenbahnen können die Züge nicht nur unabhängig voneinander fahren; eine neue Erfindung gibt sogar die Möglichkeit, im gleichen Stromkreis auf einem Gleise zwei Züge in verschiedener Geschwindigkeit verkehren zu lassen. Von dem elektrischen Stellwerk aus, das mit jeder neu hinzukommenden elektrischen Weiche automatisch anwächst, ist die Bedienung der Fahrtanlage leicht gemacht. Dadurch erschließt sich der Jugend mehr denn je die wirkliche Welt der Eisenbahn. Man muß schon verstehen, Zeiten einzuhalten und Signale und Weichen richtig zu bedienen, um „Unglücksfälle" zu vermeiden! Wie weit die Spielzeughersteller unserer Tage versuchen, dem Heranwachsenden Kinde alle Möglichkeiten des Lernens in die Hand zu geben, beweisen die prachtvollen M e t a l l b a u k ä st e n, mit denen man so ganz nebenbei das Konstruieren und Bauen lernt. Ob man nun den Flugzeugbaukasten zur modellgetreuen Nachbildung moderner Ganzmetallflugzeuge betrachtet, oder ob man die Rennwagen-Karosserie- und Chassiskästen sieht, immer ist es möglich, Stück um Stück, wie beim Bau eines richtigen Autos ober Flugzeuges, ein naturgetreues Modell herzustellen und sich so in die Welt der Technik einzufühlen. Aus ähnlichen Gedanken heraus entstand auch ein neuartiger „Elektro-Diesel-Motor", eine für Kinder gefahrlose K o l b e n k r a f t m a s ch i n e, die mit Strom aus der Lichtleitung gespeist wird und zum Antrieb kleiner Modelle dient. Sie soll den kleinen Elektromotor ersetzen, der sich nicht zur Belehrung eignet. Bei diesem kleinen Elektro-Diesel kann man die Arbeit der Maschine hinter einer durchsichtigen Scheibe beobachten. Ist das technische Spielzeug in erster Linie für die Knaben gedacht, so kommen doch auch die Mädchen nicht zu kurz. Sie finden z. B. einen neuen elektrischen Kochherd für b i e Puppenküche, bei dem auch die Bratröhre und der Grill nicht fehlen. Was in den Werkstätten der Nürnberger Spielzeugfabrikanten entstanden ist, das findet man in den Adventswochen wieder in den vielen Buden des historischen Ehristtlndkesmarktes» der sich seit Jahrhunderten erhalten hat und ein rechtes vorweihnachtliches Fest der Stadt des Spiel« zeugs und der Lebkuchen ist. Der Adolf-Hitler-Platz mit dem schönen Brunnen und dem gotischen Prachtwerk der Frauenkirche, an dessen Giebel all« täglich mit dem Glockenschlage zwölf der Reigen der sieben Kurfürsten um Kaiser Karl IV. zieht, gibt Den Rahmen für den Christkindlesmarkt. Auch die Zugangsstrahen sind künstlerisch geschmückt; von riesigen Girlanden, die die Straßen überspannen, grüßen große Nürnberger Rauschgoldengel, beleuchtete Weihnachtssterne und andere Weihnachtssymbole. Für die ganze Dauer des Marktes wird die elektrische Straßenbeleuchtung ausgeschaltet, nur Kerzen- und Budenbe» l e u ch t u n g hüllen den Platz in stimmungsvolles Halbdunkel. In langen Reihen sind auf dem Markt Buden und Stänbe verteilt. Jede einzelne der Buben ist mit den schönen alten Nürnberger Weihnachtslampen in den Stern- und Vielecksformen, mit Weihnachtsfahnen und -engeln geschmückt. Alles, was Jung unb Alt auf dem Weihnachtstisch erfreut, wird hier feilgehalten. Das berühmte Nürnberger Spielzeug, Zinnfiguren und Puppen, lauter bunte Sächelchen voll Kunst unb Volksüberlie, ferung, sind hier ausgebreitet. Lebkuchen erfüllen den Platz mit Honigduft — das ganze weihnachtlich tätige Nürnberg gibt sich hier zur Freude aller ein fröhliches Stelldichein. Wirtschaft. Voller Erfolg der Reichsanleihe. Fwd. Aus einer Umfrage des DHD. über die Zeichnungen zur Reichsanleihe, deren Frist am Samstag abläuft, ergibt sich, daß sich besonders in den letzten Tagen die Zeichnungen in recht erfreulichem Maße gesteigert haben. Heber die endgültigen Zahlen läßt sich naturgemäß im Augenblick noch nichts sagen, es kann jedoch auf Grund des günstigen Zeichnungsoerlaufs mit einem sehr guten Ergebnis der Reichsanleihe gerechnet werden. Kein Branntwein mehr ans Roggen und Weizen. ZdR. Da im Rahmen des Vierjahresplanes die Sicherung der Broternährung des deutschen Volkes die grundlegende Notwendigkeit aller übrigen Maßnahmen ist, hat der Reichsminister für Ernährung unb Lanbwirtschaft bie Herstellung von Branntwein aus Roggen ober Weizen grundsätzlich verboten. Um biefes Verbot in vollem Umfange wirksam werden zu lassen, würbe gleichzeitig bestimmt, baß Roggen ober Weizen zu Brennzwecken roeber gekauft, erworben, verkauft, veräußert ober sonst in den Verkehr gebracht ober verwenbet werden darf. Der Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft sind alle bis zur Veröffentlichung der Verordnung abgeschlossenen Kaufverträge, soweit sie noch nicht geliefert sind, von den Verkäufern zu melden. Ferner haben die Brennereien ebenfalls die bei ihnen lagernden Bestände an Roggen ober Weizen sofort der Hauptvereinigung aufzugeben. Seitens der Hauptvereinigung ober deren Beauftragten, den Ge- treidewirtschaftsverbänben, wirb über bie Vorhände- nen Bestände sodann verfügt werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind nur bie im abgelaufenen Monopolbetriebsjahr freigegebenen Mengen von Malachitroggen, die im laufenden Betriebsjahr noch zur Herstellung von Branntwein verwendet werden dürfen. Die Durchführung dieser Derord- iiung wird entsprechend der Wichtigkeit mit besonderer Strenge gehandhabt werden. Zuwiderhandlungen werden daher unter erhebliche Strafe gestellt. Der Vierjahresplan verlangt die Zusammenrasfung aller uns zur Verfügung stehenden Mittel, um bie gefährliche Auslandsabhängigkeit unserer Ernährung zu überwinden. In diesem Zusammenhang kann es sich das deutsche Volk nicht leisten, auch nur die geringste Menge Brotgetreide zur Herstellung von Branntwein zu verwenden, der aus anderen vorhandenen Grundstoffen hergestellt werden kann. Rhein-Mainische Börse. Fester. F r a n k f u r t a. M., 5. Dez. Die Börse verstärkte ihre freundliche Tendenz unb brachte an den Aktienmärkten auf kleine Kunbschaftskäufe überwiegend Befestigungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Zu den ersten Notierungen war das Geschäft auf einigen Spezialgebieten etwas lebhafter, später flaute es jedoch allgemein stark ab, so daß wieder nahezu Stagnation herrschte. Montanaktien setzten im Zusammenhang mit den letzten günstigen Wirtschaftsberichten durchweg bis 1 v. H. höher ein, Verein. Stahl gewannen 1,13 v. H., nur Ilse Genuß ließen 1 v. H. unb Mansfelder nach Pause 2,50 v. H. nach. Die Farben-Aktie lag mit 168 (167,75) voll behauptet. Von Elektrowerten lagen Bekula weiter fest mit 174 (173,25), Licht & Kraft zogen 1,50 v. H., Siemens 0,75 v. H. und Felten 0,65 v. H. an, Schuckert und RWE. blieben gut gehalten. Im einzelnen gewannen Muag 1,75 v. H. auf 132,75, Zellstoff Waldhof 2 v. H. auf 139, Daimler 0,50 v. H. auf 119,50; Reichsbank, Westdeutsche Kaufhof, Deutsche Linoleum, Zement Heidelberg, Scheideanstalt und Rheinmetall-Borsig hatten gut behauptete Kurse. Am Rentenmarkt waren Kommunal-Um- schuldung mit 89,65 bis 89,70 etwas fester, auch einzelne zertifizierte Dollar-Bonds zogen 0,13 bis 0,25 v. H. an. Zinsvergütungsscheine und späte Schuldbuchforderungen lagen unverändert. Für Altbesitz blieb der Kurs wegen der Ziehung auch heute gestrichen. Im Verlaufe kamen nur noch wenig Umsätze am Aktienmarkt zustande. Leicht schwankend waren IG. Farben mit 168,50 bis 168,13 nach 168. Montanwerte bröckelten verschiedentlich um 0,25 bis 0,50 o. H. ab. Höher lagen Bemberg mit 107,65 bis 108,50 (107). Im übrigen wiesen die Kurse gegen den Anfang kaum Abweichungen auf. Die später notierten Papiere lagen meist 0,50 bis 1 v. H. über gestern. Am Kassamarkt ermäßigte sich die Taxe für Zellstoff Memel auf 50 Brief nach 55 (l. K. 60). Frankfurter Schlacbwiehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Dez. (Vorbericht.) Um lu Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 929 Rinder (113 Ochsen, 153 Bullen, 519 Kühe, 144 Färsen), 399 Kälber, 172 Schafe, 4680 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 48, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 25 bis 65, Hümmel 32 bis 45, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hammel und Schafe mittelmäßig. Rundfunkprogramm. Dienstag, 8. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkkonzert. 9.30: Heitere Musik am Morgen. 10: Schulfunk. „Wir schlagen die Brücke." Volkslieder und Tänze unserer Nachbarstaaten. Zusammengestellt von Ernst Röhlk und R. Stapelberg. 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. Gespräch mit einem Weinkontrolleur. 15.15: Die deutsche Frau. „Schenke richtig — und du machst doppelte Freude?" Manuskript: Helga Prol- lius. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Das große Winterfest der Germanen. Eine Plauderei von Ewald Schild. 17.45: Die Begegnung. Eine Hörszene 3um WHW. 18: Unterhaltungskonzert. 19: Lob des Winters. Eine Hörfolge um geweihte Winternächte und fröhliche Lichtfeste. 19.30: Kampf dem Verderb! 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: „Der Trompeter von Gückingen", Oper in einem Vorspiel und drei Akten nach Viktor von Scheffels Dichtung von Viktor E. Neßler. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Nachrichten der DAF. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtkonzert. Vanknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt n.M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt bejchlosjenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Franktun a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Hrankfun a. M. Berlin Schlußkurs Sch-ußk. Abendbörse Schlußkurs Ecklußk. Mittag« börte Schluß- fürs Schluß«. Abenv- börfe Schluß« kurs Schlupf Mittag- börie Schlußkurs Gchlui:.. Abend- bflrf' Schluß» lurs ^chlußk. Mlttag- börse Datum 4.12. 5.12. 4-12- 5-12. Oaium 4.12. 5.12. 4.12. 5-12. Datum 412 5.12- 4-12. 5.12. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 614% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Abloj.-Schuld mti Auslos.-Rechten ............ 101,2 98 102,5 99,75 98,75 97 100,95 93 130,5 97,25 100,5 100.65 97,5 95 109,8 7,4 101,2 98 102,5 99,75 98,75 97 100,75 93 130,5 122,75 97,25 100,5 100,75 97,5 95 109,8 5,4 5,9 101,2 98 102,65 99,8 98,5 97 122,9 67,25 100,75 97,5 95 109,9 22 2 7,4 j,05 6,45 9,1 101,2 98 102,13 99,8 98,5 122,65 97,25 100,65 97,5 95 109,9 20,5 1,95 6,7-, 5,35 6,1 8,9 4% vesgl. Sene n ............ 5% Rumün. veretnh. Rente v. 1003 4'/2%Rumän.vereinh.Nentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente . 2 y4% Anatolier............ Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Vairk und DiSconto. Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 Reichsbank ................ 12 A.E.G...................... 0 Bekula..................... 8 Elektr. LieserungSgesellsch'aft... 6 Licht und Kraft ............7 Fellen L Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ ß Rhein. Wests. Elektr.......... % Schuckert 8 Co............... q Siemens S Halske............ g ilahmeyerLCo.............. 7 Buderus ................... Deutsche Trdöl .............. 4 Harveiwr .............. 2 Yt Hoeich Ci» n -Köln-Neuesjen .. 3 Ilse Bergbau ............... t- Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwrrke ...............8 Mannes mann-Röhren........ 8 10,1 5,525 29 14,25 14,5 122 108,25 108,5 105,25 190 173,25 132,25 155.25 136.4 143,25 138,5 158,5 196 120,5 141,5 149,5 116 186 146-25 123,25 117,25 10,1 28 14,25 123 123 108,25 109 105,5 189,5 174 133,25 157,75 137 143,5 138,65 158,5 196,75 121 141,5 150,25 117 145,25 123,75 118 7 10,2 5.6 29 14,25 39 14.4 122 123,5 108,25 108,5 105.25 190 173,25 133,5 156 136 142,9 138,9 158,75 197,5 135 120,5 141,5 150 116,5 187,5 144,5 124 117,13 6,65 10 5,5 27,75 14 14,25 123,5 123,5 108,25 109 105,5 188,5 173,25 134 156,5 137 143 139,25 158,75 197 134,25 121,75 141 159 117,25 190 145,25 124 118 ManSselver Bergbau....... 6% Kokswerke.................. 6 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Nheinstahl ............ 4 Bereinige Stahlwerke......8% Otavi Minen ...............O Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 3. G. Farben-Jndustrte.......7 Scheldeanstalt............... 9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke....... 6 Metallgeselllchaft............. 5 Philipp Holzmann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Zementwerk Karlstadt......... e Schultheis Panenhoser .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................ß Zellstoff Waldhof ............8 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas .......... 7 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum........... 8 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Cbade...................... 9 Accumulatoren-^abrik....... 12 Conti-Gummi ........... 1] 220,5 148,25 120,9 23,75 135 132 167,75 263,5 127 136,4 152 131,5 166 107 159 137 119 161 60 239,5 164 152 220,5 150 121,4 23 135 132,5 187 168,13 263,5 127 137 153 132 165 108.5 160 139,5 119,5 161,5 60,25 238 164 35 95 204 152 136,75 222 148,65 120,9 23,75 135 131,5 187,5 168,13 128 136,4 152,5 n 99,25 57 107 158,75 138 109,25 118,9 161,13 89,25 60 240 162,5 I 34,9 1 204 152 138 220 149,75 121,4 23 135 133 187,9 168,4 127 137.4 152,75 132^5 99,25 108,25 159,75 139,75 109,5 119,5 161,13 89,75 60 238 198 162,5 34,9 2 03 *y*% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, l ...... *Yi% ehem. 8% Hessischer Volks, float 1929 lrückzahlb. 102%) ... *TA% ehem. 8% Hessische Landes bant Darmstadt Gold R. 12... 6/i% ehem. 4^% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiou. 4'A% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr R.k Oberhessen Provinz-Anleihe mi, Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leibe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4’/2% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1933 6'/,% ehem. 4>/r% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriefe...... 5y2% ehem. 4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Liyu.-Goldpse. ... 4%% ehem. 8% Pr. LanveSvsanl» briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4)4% ebem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. CbL 20 Eteuergutich.Verrechnungsk. 34-38 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Österreichische Silberrente 4% Ungarische Gmorenie 4% Ungarnche Siaaisrenle v. I91< 6% abgest. Gvlomexikaner von 99 Bagdadbahn-Anlethe Gritzner....................01 34,5 Mainkraftwerke Höchst a.M..., 41 95 Süddeutscher Zucker ........ to| 204 4.Dezem'.er 5. Dezember Amttiche Dotierung Amtliche Notierung Geld Brief Gelb Brief dueno» Ulm 0,713 0,717 0,714 0,718 J Brüssel .... 42,10 42,18 42,08 42,16 'Rio de Jan. 0,147 0,149 0,148 0,150 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,48 54,58 54,41 54,51 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,20 12,23 12,185 12.215 HeliingsorS. 5,39 5,40 5,38 5,39 Paris ..... 11,605 11,625 11,59 11,61 Holland ... 135,39 135,67 135,26 135,54 Italien.... 13.09 13,11 13,09 13.11 )apan ..... 0,709 0,711 0,709 0,711 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 völo..... 61,32 61,44 61,25 61,37 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,08 11,10 11,065 11,085 Stockholm.. 62,90 63,02 62,83 62,95 Schweiz ... 57,18 57,30 57,14 57,26 Spanien... 20,98 21,02 20,98 21,02 Prag...... Budapest .. 8,766 8,784 8,766 8.784 •BeuQod 2,488 2,492 2,488 2,492 Berlm,5.Dezember Ö Mf ' Amenlanuche Roten.............. 2,45 2,47 Belgische Noten.................. 41,96 42,12 Dänische Noten ................. 54,25 54,47 Englische Noten ................. 12,16 12,20 Französische Noten............... 11,54 js,58 Holländische Noten............... 134,93 135'47 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 61,09 61,33 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten ............... — — Schwedische Noten............... 62,66 62,92 Schweizer Noten................. 56,99 57,21 Spanische Noten................. Ungarische Note« ................ — — Nr. 286 Dritter Blatt Montag. 7.DezemberlyZ6 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Bei Grippe-Gefahr Förtnatnitif Schuh vor Ansteckung! Flaschenpackung.....60 Tabl. RM 1,58 Röhrchen - Kleinpackung 20 Tabl. RM 0,63 Sn allen Apotheken und Drogerien Merkblatt .Verhaltungsmaßregeln bei Grippe" kostenfrei durch Bauer & Lie^ Berlin SW 68 n 1 11 ■ gemeinsamen Einsatz Dienst geleistet worden. Aus der Provinzialhauptstadl. Nein, es läßt denken, solltest du doch tun, blick dein sehr übel bleibt, ist weiterer Opferspende anregten. Das Gesamtergebnis Kreis Wetterau beläuft Davon entfallen auf die 5700 Mk. 3tu Wartezimmer. die Atmosphäre ist nicht vergnüglich und sich wahrhaftig ein besserer Aufenthaltsort als solch ein Wartezimmer. Aber was kannst du dagegen tun, wenn dich plötzlich ein Zahn mit bohrender Heftigkeit derart an sein Dasein erinnert, daß du die Engel im Himmel pfeifen hörst? Es läßt sich nichts anderes dagegen tun, als einen Zahnarzt aufzusuchen und sich zu solchem Zweck in sein Wartezimmer zu begeben. Möglich, daß unter weniger zivilisierten Völkern der Umweg über ein Wartezimmer nicht erforderlich ist, bei uns hingegen ist er unvermeidbar. Der Entschluß ist dir vielleicht nicht leicht geworden, aber nun sitzest du in dem Raum mit man- so ist gewiß, daß in diesem Augen- Zahn den Versuch einer Ablenkung nimmt. Was dir als einziger Trost die Tatsache, daß außer dir auch Gesamtergebnis vereinigten. Auch hier konnte man die erfreuliche Feststellung machen, daß trotz der päten Nachtzeit — die Abfertigung der Sammler zog sich bis weit über Mitternacht hinaus — allenthalben mit vorbildlichem Eifer und in guter Kameradschaft gearbeitet wurde, um durch den gemein- amen Einsatz aller Kräfte bis zur letzten Minute dem schönen Werk des WHW. zu dienen Das Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 und der Musikzug der SA.-Standarte 116 förderten das Sammelwerk durch Platzkonzerte am Selterstor bzw. am Kreu^platz, die stark besucht waren, den Zuhörern viel Freude bereiteten und sie zu noch andere Gepeinigte den Raum füllen und ganz wie du fortwährend aber hoffnungslos sich bemühen, eine völlig unbeteiligte Miene aufzusetzen. Wenn du allerdings im Augenblick nicht so sehr an deinen Zahn und seine bohrende Tätigkeit denken müßtest, würdest du die interessante Wahrnehmung machen, daß ein Wartezimmer eine vortreffliche Studienanstalt für Charakterforschung ist. Denn gerade hier, wo peinliche Schmerzgefühle oder die beklemmenden Gedanken an den Operationssessel obwalten, hat der Mensch die Eigenschaft, sich zu offenbaren. Da sitzt zum Beispiel ein umfangreicher Mann dir gegenüber, ein Hüne von Gestalt, der sicher Kraftleistungen zu vollbringen versteht, aber im Augenblick kaum einen Muskel rührt und trotzdem dicke Schweißperlen auf der Stirn stehen hat. Seitlich von ihm beugt sich ein junges Mädchen mit Interesse über eine'Zeitschrift, doch die fortwährend wippenden Fußspitzen verraten, daß dieses Interesse leider nur scheinbar ist. Und in der Ecke sitzt völlig regungslos eine Frau, von der man meinen konnte, sie sei zur Bildsäule erstarrt. Nur ihre Augen lassen den inneren Zustand ahnen, denn diese Augen wandern immerfort zu der bewußten Tür, hinter der der gefürchtete Mann im weißen Kittel seines Amtes waltet. Daß wir es nur ruhig gestehen: es geht uns allen nicht viel anders. Nur daß die Aeußerungen je nach dem Temperament verschieden sind. Bei dem einen wippen die Fußspitzen und bei dem anderen trommeln die Finger. Dieser zupft immerwährend an seiner Krawatte und jene klappt mechanisch die Handtasche auf und zu. Aber es ist nur gut, daß sich für jeden einmal die Türe öffnet und er eintreten kann zum Ort des vermeintlichen Schreckens. Denn in diesem Augenblick geht alles wie am Schnürchen und die Angelegenheit mit dem Zahn erweist sich häufig erheblich harmloser, als die Atmosphäre des Wartezimmers ahnen ließ. H. W. Sch. der Sammlung im sich auf 18 000 Mk. Stadt Gießen Wiederum wurde durch den „ aller Volksgenossen als Spender und als Sammler eine erfolgreiche Schlacht für das WHW. geschlagen. Damit ist unserem Volke und dem Aufbauwerk unseres Führers Adolf Hitler ein neuer guter Wieder erlebte man am Samstag, dem Tag der nationalen Solidarität, auch in unserer Stadt Gießen eine prächtige Bekundung des Gemeinschaftssinnes und des vorbildlichen Opfergeistes zum Besten des Winterhilfswerks. Freudig betätigten sich nach- Mttags in allen Strafen und, am Abend in den Gaststätten Männer aus ollen Schichten und Berufen als Sammler, die mit den Sammelbüchsen des WHW. die Spenden der Volksgenossen für das große Hilfswerk entgegen- uahmen. Neben den Pol. Leitern, den Führern der SA., SS., des NSKK., der HI. und des Jungvolks waren noch viele Männer als Vertreter von Behörden, Korporationen, cherlei Sitzgelegenheiten, wo abgegriffene Zeitschriften ausliegen und wo es nach scharfen Essen- zen riecht. An den Wänden hängen einige aufmunternde Bilder, doch kaum einer schaut danach, und es in einer heroischen Anwandlung Oer „Tag her nationalen Solidarität" in Gießen 3m Kreis Wetterau 18000 Mark, in her Stadt Gießen 5700 Mark. Kreisleiter z. b. V. Adam Lotz, Referent der Alten Garde in Gießen, beim Sammeln. / len zur Opferspende einzuladen, mit dem Erfolge, oaß wohl jeder Mann und jede Frau nicht etwa ein- oder zweimal gaben, sondern mehrfach spendeten, weil man eben der freundlichen Einladung nicht widerstehen konnte und zum anderen auch von der Notwendigkeit und Gediegenheit der Arbeit des WHW. überzeugt ist. Die Spender bildeten überall mit den Sammlern eine tatfreudige Gemeinschaft. Da wurden eifrig Fünfer, Zehner, Fünziger und auch Markstücke in die Büchsen geworfen, ebenso wurden viele ausländische Geldmünzen gespendet, zu deren nutzbringender Verwendung bei dieser Gelegenheit aufgefordert war. Auch bei den Sammlungen in den .Abendstunden, die von zahlreichen Sammlern in allen Gaststätten durchgeführt wurde und bei denen es nicht etwa beim einmaligen Besuche einer Gaststätte oder eines Vergnügens fein Bewenden hatte, wurde Überall gern und gut gegeben, so daß auch dieser Abschnitt der gesamten Sammeltätigkeit bei den Sammlern volle Befriedigung auslöste. Um 24 Uhr war Schluß der Sammeltätigkeit. Nun drängten sich die Sammler mit ihren z. T. außerordentlich gewichtigen Büchsen an den Schaltern der Bezirkssparkasse, deren Beamte in eifriger und umsichtiger Weise die Abrechnung besorgten und die vielen Einzelergebnisse der Sammelbüchsen zu dem Dornotizen. Tageskalender für Montag. NS.-Lehrerbunb Gießen, Fachschaft 2 (Höhere Schule): 18 Uhr, Gesamtsitzung, Vortrag des Priv.- Doz. Dr. Wulf Ankel über „Die biologischen Grundlagen der Rassenpflege" im Saal des Zoologischen Instituts, Bahnhofstraße 84 (Anatomie). — Gloria- Palast, Seltersweg: „Die un-erhörte Frau". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Onkel Bräsig". — Gießener Hochschulgesellschaft: 20 Uhr, Lichtbildervortrag von Hofrat Prof. Dr. Erich von Tschermak- Seysenegg (Wien) über „Die Züchtung neuerer wertvoller landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen" im Saale des Studentenwerkes, Leihgesterner Weg 16. — Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. — Ski-Klub Gießen: 20.15 Uhr, Ski- Filmvorführung im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße. 71SOAV. - Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Vetr.: Pfundsammlung. Am Mittwoch, 9. Dezember, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Quittungs- einzeichnung bereitzuhalten. Die Pfundsammlung sagen die Mehrheit der Sammler stellte, wenn auch ie'r einzelne nicht immer als Beamter in Zivil in Erscheinung trat, sondern in Uniform des Politischen Leiters, des SA.° oder SS.-Führers sammelte; jedenfalls zeugt dieser starke Einsatz der Beamten für deren enge Verbundenheit mit dem nationalsozialistischen Staat. Schon kurz nach der Mittagszeit wurde die Sammeltätigkeit in der Gegend des Bahnhofs begonnen. Um 15.30 Uhr folgte bann im Saale des Cafe Leib die Ausgabe der Sammelbüchse an die Sammler, und nun kam Hochbetrieb in allen Straßen und auf allen Plätzen. Da gab es keine Straße iinb keine Straßenkreuzung, die nicht mehrfach mit Gammlern besetzt gewesen wäre. Ueberall war da- jür gesorgt worden, daß kein Spendeluftiger etwa vergeblich nach einem Mann mit der Sammelbüchse jätte Ausschau halten müssen. Inmitten des stärk- jten Verkehrs standen die führenden Männer der Partei mit ihren Sammelbüchsen, um hier unermüdlich in stundenlanger Tätigkeit die Volksgenos- . der Wirtschaft und der freien Berufe eifrig am Werke, um mit dem vollen Einsatz ihrer Kraft dem großen Gemeinschaftswerk zu dienen. Insbesondere trat dabei eindrucksvoll zutage, daß die Beamtenschaft aller Verwaltungszweige einer sehr großen Teil, ja, man kann wohl Der Führer der Hitler-Jugend, Bannführer Heim, vertritt die junge Mannschaft beim Sammelwerk._________________ Partei, Wehrmacht und Zivil helfen gemeinsam dem WHW. (Ausnahmen [3]: Pfaff, Gießen.) hatten Goethe-Bunh. Ivo Pu Honnys Marionetten. ftühen Kantate, in der etwas vom uralten Hirten- jubel um das Wunder der Weihnacht eingefangen ist, ausgezeichnet. Den Abschluß der Vortragsfolge bildete die Kantate „Singet dem Herrn" für Sopran mit konzertanter Violine und Continuo von Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707), von Thea Lotze-Middendorf kunstreich und verständnisvoll gelungen. Die Hörer folgten aufmerksam und dankten mit herzlichem Beifall. Dr. Hans Thyriot. Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein . sich für gestern ein Gastspiel von Ivo Puhon- n y s Künstler-Marionetten-Theater verschrieben, das heute bereits auf ein rundes Vierteljahrhundert feines Bestehens zurückblickt und durch feine Wander- oorfteUungen nicht nur in Deutschland, sondern m öer ganzen Welt bekannt geworden ist. Im Mai 1911 gab der vielseitig begabte und interessierte Maler und Graphiker Ivo Puhonny im Palais Hamilton in Baden-Baden seine erste Vorstellung. Ausgedehnte Vorarbeiten und Studien über das bei fast allen Kulturvölkern in verschiedenen Formen entwickelte Puppenspiel und weite Studienreisen im Orient und im Fernen Osten waren ooraus- gegangen. Mit den Vorstellungen dieser Mano- nettenbühne wurde eine sehr alte Tradition ausgenommen und gepflegt, eine Volkskunst m unsere W hinein gerettet, die früher eine ungleich bedeutendere Rolle gespielt hat, und deren vielfältige Anregungen und Ausstrahlungen man denke nur an Goethe und an das Puppenspiel vom Dok- tor Faust - bis in die Weltliteratur hinemreichen. Heinrich von Kleist hat, woran in diesem Zusammenhang ebenfalls erinnert werden darf, eine ausführliche und grundlegende Abhandlung über das Marionettentheater geschrieben, in der eine tieffnv nige Philosophie des Puppenspiels enthalten ist, und deren Lektüre jedermann empfohlen fei. Puhonnys Bühne zeichnet sich dadurch aus daß sämtliche Elemente des Spiels aus einer Hand hervorgegangen sind: Puhonny schasst seine Figuren, Kostüme und Dekorationen selbst; dadurch wird die innere Geschlossenheit des Eindrucks gewährleistet. Puhonnys Spielplan weist auch eine bemerkenswerte Vielseitigkeit auf; er geht non bem fflrunhfah aus daß dem Marionetten - Theater AundMich I°de szenische Ausgabe zugänglich und £ fp; Van findet da Stücke der reinen Pup- penfpieUiteratur neben Bearbeitungen für das Marionettentheater nach literarischen Vorlagen; das Gießener Siahttheaier. VI. Morgenveranstaltung: Musik um Weihnachten. Die Vortragsfolge der gestrigen sechsten Morgenveranstaltung im Stadttheater brachte, dem Charakter des zweiten Adventssonntags entsprechend, unter der Leitung von Kapellmeister Ernst Br auer, in der Hauptsache roenia bekannte, altere und neue Weihnachtsmusik. Wir hörten zu Beginn fünf selten gesungene geistliche Lieder von Hugo Wolf aus iem spanischen Liederbuch, vorgetragen von Ilse L a s k u s (Sopran) und Thea Lotze-Middendorf (Sopran) aus Marburg a. ©., und zwar „Nun bin ist dem, du aller Blumen Blume , „Nun öanbre, Maria", „Die ihr schwebet um diese Palpen", „Führ mich, Kinb, nach Betlehem , unb „Ach, des Knaben Augen ..von benen besonbers der zweite unb letzte Gesang bie Stimmung ber , Weihnachsgeschichte sehr fein zum Ausbruck brachten. Die gesangliche Wiebergabe entsprach in allen Teilen benAnforberungen bes nicht ^nfachen Satzes cis Begleiter wirkte Herr Brauer verstanbrnsvoll ^iFeuie schlichte Hirtenlegenbe, gipfelnb in ber ßerfünbigung^bes weihnachtlichen Wunbers an bie & Jd™ ä l«n‘ Sie olle SlisuinodSMelMe 6”®”a"3=kf*e" auf seine Weise nacherzahlt. Herr Geiger am Borttaastiich setzte sich als embringlicher Mittler I iS. Die beiden Hirtennmst von Gregor Josef Werner (1695 bis 1766) für vier Streicher unb Continuo werben ben meisten Besuchern der Morgenfeier ganz neu gerne en fein fie wirken, auf einer einfachen musikalischen Linie sch aufbauend, schlicht und vottstuml^, gleichsam v.aio erzählend unb fügten sich m Kem Stilcharak ter ber Weihnachtsgeschichte aus ^lanbem ^0^ visch an. Unter Führung von Kapellmeister Bräuer (am Flügel) musizierten bie Herren Franz K e r z i s n i k (1. Violine), Paul Kohler <2. Violine) Geora Scheuermann (Bratsche) itnb Ernst Schn Aber (Diolincello) ausbrucksvoll “rJ’Sn unb frischesten Eindruck hmter- Itefj textlich unb musikalisch bas Wechnachtska^z-rt ür Sopran unb Continuo von PH- ? ■ , lecker (gest. 1683), in bem sich der einfache la^ lemische Text von Christi Geburt mü deutschen Weise „Joses, lieber Joses merkwürdig starken unb lebendigen Stimm.9 -inheit verbindet. Gesanglich tras die Sopranstüm 31[e Sästus, ben hymnischen Charakter bieler ergibt eine Spannweite ber Entwicklung vom alten Volksspiel unb ben Schwänken bes Hans Sachs über Goethe unb Pocci bis zu Wilhelm von Scholz, um nur einige Beispiele zu nennen. Dem Wesen unb Darstellungsstil bes Marionettentheaters bietet neben ber Literatur im eigentlichen Sinne insbe- jonbere ber große Motivkreis bes Märchens vielfältige Möglichkeiten. Dies war an ber Aufführung bes „Gestiefelten Katers", eines Marionetten - Märchenspieles von Ernst E h l e r t (ber seit vielen Jahren bie Pu- Honny-Spiele leitet) unb Carl Meißner, zu beobachten. Hier begegnen sich zwei in ihrer Volkstümlichkeit unb Naivität verwanbte Ausdrucksfor- men. Die naive Spielweise ber Puppenbühne, bie auf ein uraltes Bewegungselement bes Theaters überhaupt zurückgreift, bestimmt einerseits bie charakteristische Wirkung, bie auf bem „großen" Theater längst oerlorengegangen ist ober wieder erarbeitet werden muß,'wofür auch in unserer Zeit die verschiedensten Ansätze zu beobachten sind. Zum anderen beruht die eigentümliche Wirkung daraus, 'daß der volkstümliche, kindertümliche, mit einem Wort naive Stil allen Puppenspiels auf eine verhältnismäßig komplizierte Weise zustandekommt: durch die kunstvolle, viel Erfahrung und Uebung voraussetzende Führung der Drähte im Zusammenklang mit dem gesprochenen Wort und stellenweise auch der Musik, wobei für die Sprechpartien zu bedenken ist, daß sich während einer Aufführung meist mehrere Rollen zugleich auf denselben Sprecher vereinigen. Der „Gestiefelte Kater" folgt in seinen sechs Bildern dem Gang der Handlung im Märchen ganz getreu; das Spiel „erzählt" den Vorgang mit unbekümmerter Selbstverständlichkeit, bezieht die Tierrollen, den Kater als Hauptperson natürlich vor allem, aber auch den Esel unb bas weiße Häschen in aller märchenhaften Natürlichkeit ein, läßt später bie Königskarosse vierspännig burch bie Landschaft rollen und gelangt auf den Gipfel theatralisch-märchenhafter Phantasie in der Schlußszene, wenn sich der kinderfressende Zauberer erst in einen grimmigen Löwen unb hernach in eine Maus verwanbelt, bie alsbalb vom Kater gepackt unb gefressen wirb, worauf ber Hochzeit bes Müller- sohne's mit ber schönen Prinzessin nichts mehr im Wege steht. Eine besondere Spezialität hat Puhonny mit seinen Solopuppen ausgebildet, die er im Rahmen einer kleinen Darietevorstellung mit Ansager auftreten läßt: ein glücklicher Gedanke, weil hier bie Puppe, losgelöst von Rolle, Text, Hanblung und Nachahmung, ganz auf ihr ursprüngliches Bewegungselement beschränkt bleibt unb ber karikaturistische Einschlag vielfach zum Wesen dieser Spielgattung bazugehört. So gingen besonbers vom Tanz auf ber rollenben Kugel unb von ben exzentrischen Sprüngen unb Verrenkungen ber beiben Tanzchinesen Tsching unb Tschäng höchst lustige unb aparte Wirkungen aus. — Die zweite Vorstellung am Abenb brachte mit bem Rokokospiel „König Violon unb Prinzessin Klarinette" von Mahlmann ein teilweise neues Programm. Die Darbietungen fanben beim kleinen unb großen Publikum ungeteilten Beifall. Dr. Hans Thyriot. Zeitschriften. — Des Malers Franz von Lenbach geb en Et aus Anlaß feines 100. Geburtstages bie „Illuftrirte Zeitung Leipzig" (Verlag I. I. Weber Leipzig) in ber neuesten Nummer. In einem Beitrag von Alexanber Heilmeyer tritt uns ber große Bild- nismaler, vor besten Staffelei alles ftanb, was in ber Zeit von 1870 bis 1900 in ber Welt bekannt unb berühmt war, in feiner umfaffenben Bebeutung entgegen, als Schöpfer von Werken, bie in ihrer Gesamtheit ein aufschlußreiches physiognomisches Bilberbuch ber Zeitgeschichte barstellen. In ben zahlreich beigegebenen Bilbnissen begegnet uns so mancher Große jener Zeit — unb offenbart uns seine Seele. Menschlich nahe kommt ber große Künstler bem Leser burch bie Erinnerung, bie Lolo von Lenbach, seine zweite Gattin, ausgezeichnet hat unb unter Beigabe von Briefen hier veröffentlicht. dodlfcbulnacbricbten Ernannt würben: Professor Dr. Aböls Dabe- l o w, Extraorbinarius für Anatomie an ber Universität München, zum orbentlichen Professor bbrtfelbft; Professor Dr. Walter Geisler, Extraorbinarius für Geographie an ber Universität Halle, zum orbentlichen Professor an ber Technischen Hochschule Aachen; Professor Dr. Karl Wetzel, Extraorbinarius für Botanik an ber Universität Leipzig, zum orbentlichen Professor an ber Universität Berlin; Professor Dr. Friedrich S ch ü r r, Extraorbinarius für romanische Philologie an ber Universität Graz, zum orbentlichen Professor an ber Universität Marburg; Professor Dr. Ernst W a l b s ch m i b t, Extraorbinarius für Jnbologie an ber Universität Berlin, zum orbentlichen'Professor an ber Universität Göttin- g e n; Professor Dr. Heinz Rubolf R o s e m a n n, Öürtraorbinarius für Kunstgeschichte an ber Technischen Hochschule 2) a r m ft a b t, zum orbentlichen Professor bafelbft; Professor Dr Hans Schrep- f e r von ber Hochschule für Lehrerbildung in Weilburg, zum Ordinarius für Geographie an ber Universität Würzburg. erstreckt sich während der Dauer des WHW. auf alle Volksgenossen. VOM.-, ZM.-llntergau 116. Bett.: Spielzeugsammlung. Die Spielzeugsammlung der Jungmädel ist wegen der Grippe-Epidemie oom 5. Dezember auf den 12. Dezember verlegt worden. NS.-Lehrefbund, Gießen. Fachschaft 2. Montag, 7. Dezember, 18 Uhr, findet im Saal des Zoologischen Instituts, Bahnhof traße 84 (Anatomie), eine Gesamtsitzung der Fach chaft 2 (Höhere Schule) statt. Dortrag des Herrn Prio.-Doz. Dr. Wulf Anke! über „Dle biologischen Grundlagen der Rassenpflege". Gäste willkommen. Kaust Arbeitsbeschaffungslose! Mitzuhelfen, auch den Rest der Arbeitslosen unterzubringen, ist Aufgabe der Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung. Zum achten Male wird gegenwärtig diese Lotterie durchgeführt, um Partei und Staat in einem der wichtigsten Programmpunkte zu unterstützen. Ihr Zweck ist, jedem Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, mitzuhelfen, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Darum darf auch im Gau Hessen-Nassau keiner zurückstehen, ein Los der 8. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung zu erwerben, lieber 424 000 Gewinne, 1 600 000 RM. werden am 22. und 23. Dezember 1936 verlost. Sitzung des Kreisausfchuffes. Am Donnerstag, 10. Dezember, 9 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes in Gießen, Landgraf-Philipp-Platz, eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses des Kreises Gießen mit nachstehender Tagesordnung statt: 1. Klage des Karl Philipp Schäfer in Wieseck gegen den Beschluß des Kreisamts Gießen vom 12. November 1936 wegen Entziehung des Führerscheines. 2. Klage des Josef M i n n i a in Gießen, Hille- brandstraße 14, gegen den Beschluß des Kreisamts Gießen vom 30. Oktober 1936 wegen Entziehung des Führerscheines. Einstellung von Freiwilligen in die Lustwaffe im Herbst 1937. DNB. Das Reichsluftfahrtministerium gibt bekannt: 1. Angenommen werden noch Freiwillige für die Herbsteinstellung 1937. Diese sollen sich sobald als möglich bei den Truppenteilen der Luftwaffe (Fliegertruppe, Flakartillerie, Luftnachrichtenttuvpe, Regiment General Göring) melden. Meldeschluß für Freiwilligenannahme ist der 15. Januar 1937. 2. Bevorzugt eingestellt werden: a) Mitglieder des Deutschen Luftsportverbandes, soweit sie 1. dessen Stürmen einschl. Segelfliegerstürmen angehören, 2. an Lehrgängen bei den Hebungsstellen teilgenommen haben, 3. den. Luftsporteinheiten der HI. angehören; b) Inhaber 'von Flugzeugführerscheinen, c) Jnhc^er von Ausweisen über fliegerische Betätigung, d) Personal der Luftverkehrsgesellschaften, e) Personal der Luftfahrtindustrie, f) Angehörige der HI., SA., SS., des NSKK. 3. Das „Merkblatt für den Eintritt als Freiwilliger in die Luftwaffe" wird an die Bewerber auf Verlangen abgegeben von den Wehrbezirkskommandos, Wehrmeldeämtern und von allen Truppenteilen der Luftwaffe. Oienstbefreiung für die Unterprimaner. DNB. Der Jugendführer des Deutschen Reiches hat die nachstehende Verfügung erlassen: „Der Reichserziehungsminister hat die zwölfjährige Schulzeit für Jungen eingeführt und durch Erlaß vom 30.11.1936 angeordnet, daß die jetzigen Schüler der Unterprima der höheren Schulen bereits am Schluß dieses Schuljahres (Ostern 1937) die Reifeprüfung ablegen. Um eine Ueberlastung der Unterprimaner durch die verstärkten Anforderungen der Schule und den gleichzeitigen HJ.-Dienst zu verhindern, verfüge ich, daß alle Angehörigen der HI., die durch den Erlaß betroffen werden, auf eigenen Antrag vom HJ.-Dienst befreit werden können. Baldur von S ch i r a ch." Interne Durchführungsbestimmungen erläßt der Stabsführer des Jugendführers oes Deutschen Reiches an die HJ.^Einheiten. Erhöhung des Sammlerlohnes für Bucheckern. DNB. Ministerpräsident Generaloberst Göring hat als Beauftragter für den Dierjahresplan veranlaßt, daß der Sammlerlohn, den die Oelmühlen den Sammlern von Bucheckern bezahlen, von 18 auf 25 RM. je 100 Kilo Bucheckern erhöht wird. Damit wird für bas Sammeln von Bucheckern ein verstärkter Anreiz gegeben, der dazu führen wird, daß diese in größerem Umfange als bisher der Verarbeitung auf Del zugeführt werden. Die Oelmühlen werden in die Lage versetzt werden, den Sammlern von Bucheckern den erwähnten Betrag zu zahlen. Zur Vermeidung einer Benachteiligung können diejenigen Sammler, die seit dem 7. Juli 1936 bereits Bucheckern geliefert und hierfür einen Sammlerlohn von nur 18 RM. je 100 Kilo Bucheckern erhalten haben, bei den von ihnen belieferten Oelmühlen den Unterschiedsbetrag gegenüber dem neuen Kaufpreis nachfordern. Eröffnung der Semesterarbeit Oer theologischen Fachschaft. Am Mittwoch veranstaltete die theologische Fachschaft ihren ersten wissenschaftlichen Abend in die- fern Semester. Fachamtsleiter Buhlmann begrüßte als Gäste die theologische Fakultät, Professor Dr. jur. Hall, Hauptamtsleiter I Kamerad Bitsch und Pfarrer Lic. Teichmann aus Krofdorf. Sem besonderer Gruß galt Pfarrer G o m b e l, dem Vorsitzenden der Akademisch-Theologischen Gesellschaft. Als Referent war Professor Dr. Vogelsang aewonnen worden, der über „Die Bedeutungen der Ordnungen Gottes nach Luther für die christliche Kirche" sprach. In der sich anschließenden Aussprache wurden in gemeinsamer Arbeit viele Fragen geklärt. — Die Gleibergfreizeit am 12. und 13. Dezember führt die Theologische Fachschaft zu einer neuen Arbeitstagung zusammen, Tagung der Geistlichen der Landeskirche in Gießen. Heute findet hier eine Zusammenkunft der Geistlichen der Landeskirche Nassau-Hessen statt, in der der Vorsitzende des Landeskirchenausscyusses Ober- Von der Schule zur Offizierslaufbahn. Eine wichtige neue Bekanntmachung. DNB. Im Zusammenhang mit dem die Verkürzung der Schulzeit betreffenden Maßnahmen, werden die derzeitigen Unterprimaner bereits im Jahre 1937, die derzeitigen Obersekundaner bereits im Jahre 1938 von den Schulen entlassen. Nach- tehend werden daher die Fristen bekanntgegeben, in denen die Bewerbungsgesuche um Uebernahrne in die Offizierslaufbahn, einschließlich Sanitäts- und Deterinäroffizierslaufbahn des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe von den Unterprimanern und Obersekundanern, die eine dieser Laufbahnen einschlagen wollen, eingereicht werden müssen. 1. Für derzeitige Unterprimaner erfolgt die Einstellung als Fahnenjunker beim Heere und bei der Luftwaffe, oder als Offizieranwärter bei der Kriegsmarine oder als Fahnenjunker im Sanitätsoder Deterinärkorps am 1. Oktober 1937. Die Vorlage der Bewerbungsgesuche hat baldigst — spätestens jedoch bis 15. Januar 1937 — zu erfolgen. 2. Für derzeitige Obersekundaner erfolgt die Einstellung für eine der unter 1. aufgeführten Laufbahnen am 1. Oktober 1938. Die Bewerbungsgesuche sind einzureichen: Beim Heere in der Zeit vom 15. Januar bis 31. März 1937; bei der Kriegsmarine in der Zeit vom 15. Januar bis 31. Mai 1937; bei der Luftwaffe in der Zeit vom 15. Januar bis 30. April 1937. Bewerbungsgesuche, die nicht innerhalb der vorgeschriebenen Fristen eingereicht sind, können nicht berücksichtigt werden. Die näheren Bestimmungen, die bei der Bewerbung beachtet werden müssen, sind aus Merkblättern zu ersehen, die a) für die Offizierslaufbahn im Heere bei den Wehrbezirkskommandos; b) für die Offizierslaufbahn in der Kriegsmarine bei der Inspektion des Bildungswesens der Kriegsmarine, Kiel; c) für die Offizierslaufbahn in der Lufttvaffe bei den Wehrbezirkskommandos und auch bei der Annahmestelle für Offiziersanwärter der Fliegertruppe, Berlin NW 40, Kronprinzenufer 12, Erdgeschoß, sowie bei allen Truppenteilen der Luftwaffe; d) für die Sanitätsoffizierslaufbahn bei den Wehr- bezirkskommandos und bei der Militärärztlichen Akademie, Berlin NW 40, Scharnhorststraße 35; e) für die Deterinäroffizierslaufbahn bei den Wehrbezirkskommandos und auch bei den Korps- veterinären, zu erhalten sind. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, daß für Vorlage der Bewerbungsgesuche nicht die in den Merkblättern angegebenen Fristen, sondern nur die vorstehend aufgeführten Gültigkeit haben. Falls es einem Bewerber nicht möglich ist, die dem Gesuch beizufügenden Personalpapiere, Urkunden usw. so rechtzeitig zu beschaffen, daß er fein Gesuch innerhalb der vorgeschriebenen Frist einreichen kann, so ist das Gesuch ttotzdem fristgerecht vorzulegen mit dem Bemerken, daß die fehlenden Unterlagen sobald als möglich nachgereicht werden. Vor der Einstellung hat jeder Bewerber feine Arbeitsdienstpflicht abzuleisten. Eine Meldung hierfür seitens des Bewerbers ist nicht erforderlich. Die Anmeldung zum Arbeitsdienst wird durch die Wehrbezirkskommandos veranlaßt. Die Lodzer Gedenkfeier der Freien Vereinigung ehemaliger Die schon im Jahre 1919 ins Leben gerufene Freie Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Reserve-Jnfanterie-Regiments 222 hielt am vorigen Samstagabend im Restaurant „Zum Andres" in der gewohnten schlichten Weise ihre Gedenkfeier an die Kämpfe um Lodz ab. Dom Verein ehemaliger 116er waren die Kameraden Bill und Kern und von dem R.-J.-R. 224 Kamerad Pfarrer Trapp anwesend, die neben den zahlreich erschienenen 222ern von Kamerad Grießb auer herzlich willkommen geheißen wurden. Dieser ließ in großen Zügen die Taten des Regiments an den Augen der Zuhörer vorüberziehen. Das Regiment war an allen Brennpunkten des Krieges zu finden, in Nordfrankreich, bei Lodz, in den Karpathen, in Galizien, bei Verdun, Arras, St. Quentin ufw. Ungebrochen und stolz, ohne Zersetzungserscheinungen sind die 222er wieder in die Heimat zurückgekehrt und haben den alten, guten Frontgeist, der sie schon im Felde ausgezeichnet hat, auch in der Heimat bis auf den heutigen Tag bewahrt. Die in den Jahren der Nachkriegszeit gehegten Hoffnungen, daß doch wieder einmal die Zeit komme, in der Deutschland wieder eine Wehrmacht nach dem Muster und der Güte unseres alten, ruhmbedeckten Heeres besitzen möge, ist schneller in Erfüllung gegangen, als Die Kühnsten erwarten konnten. Der Dank für die Tat, durch die wir uns wieder im Kreise der anderen Weltvölker einen Platz an der Sonne errungen haben, gebührt dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Dani und Gelöbnis klangen aus in einem begeisterten dreifachen soldatischen „Hurra" unDcin dem Gesang der Nationalhymnen. Im Anschluß daran hielt Kamerad Pfarrer Kornmann (Darmstadt) der ehemaligen 3/222, unterstützt von einer großen Zahl von Bildern, einen Vortrag über feine Teilnahme an dem Internationalen Fr ontkämpfertref- fen in Verdun vom 11. bis 13. Juli 1936, an dem 15 000 Franzosen, 8000 Ausländer, darunter 500 Deutsche unter Führung des Douaumont-Er- stürmers Hauptmann von Brandis, viele Kriegerwitwen und 20 Hitlerjungen (Kriegerwaisen) teilnahmen. Wenn auch der ununterbrochene Regen und die mangelhafte Organisatton, die sich in Unterbringung, Verpflegung und Transport für die Teilnehmer oft recht unangenehm bemerkbar machte, den Gesamteindruck nicht unwesentlich beeinflußten, so war doch an dem Verhalten der offiziellen französischen Kreise, namentlich der militärischen, unzweifelhaft zu erkennen, daß diese großen Wert auf das Zusammenarbeiten der Frontkämpfer aller Staaten legten. Das konnte man an der herzlichen Begrüßung, an der Art, wie diese Kreise sich bei den feierlichen Gelegenheiten den Deutschen gegenüber benahmen, deutlich erkennen. Tief ergreifend und wohl für alle unvergeßlich war die nächtliche Feier am Gebeinhaus von Äouaumont, wo die Reste von Hunderttausenden von Verdun-Kämpfern ihre letzte Ruhestatt gefunden haben. Die übergroße Zahl von Denkmälern, die, wie das Gebeinhaus mit seinem mächtigen Turm, weit in die Gegend hineinragen und an allen Brennpunkten des ge- Angehöriger des Ves-Znf-Vegis 222. wattigen Kampffeldes zu finden sind, widersprechen, wenigstens teilweise, dem deutschen Empfinden und lassen erkennen, daß der Revanche-Gedanke, der vielfach theatralisch in die Erscheinung tritt, noch nicht verschwunden ist. Gerade diese Denkmäler und deren geschäftsmäßige Auswertung lassen darauf schließen, daß dieser Rachegedanke aufrechterhalten und auch in der französischen Jugend verankert werden soll. Mit südländischer Lebhaftigkeit und Begeisterung begrüßten namentlich die italienischen Kriegskameraden die deutschen Frontkämpfer, und man konnte aus den Ausführungen des Redners entnehmen, daß im Anblick der Trümmer der eroberten, als uneinnehmbar bezeichneten Forts, wenigstens im Unterbewußtsein der Teilnehmer, die Deutschen als die Sieger bettachtet wurden. Beim Abschied ereignete sich eine allen Teilnehmern unvergeßliche Episode. Als die deutschen Frontkämpfer in den Eisenbahnzug einsteigen wollten, erschien eine französische Musikkapelle, ein General und eine größere Anzahl Angehöriger des 95. ftanzösischen Infanterie-Regiments, die Verteidiger von Douau- mont bei der Erstürmung durch die Deutschen unter Hauptmann von Brandts waren, um ihren alten Gegner noch einmal durch Umarmen besonders zu ehren. Aus einer Reihe von Gesprächen mit Franzosen und aus dem Benehmen der zu Tausenden herbeigeströmten Bevölkerung konnte man erkennen, wieviel Haß und Ablehnung noch immer dort drüben vorhanden und wie zerrissen die französische Volksseele ist. Es wird noch langer, intensiver Arbeit bedürfen, die aber nur von den alten Frontkämpfern getriftet werden kann, um das Ziel der Aussöhnung zwischen den beiden Völkern, die wohl alle vernünftigen Kreise herbrisehnen, zu erreichen. Die ergreifenden Schilderungen von den Erlebnissen auf diesem blutgetränkten Boden, wo sich die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte abae- spielt hat, haben bei allen Zuhörern einen tiefen Eindruck hinterlassen, zumal viele von ihnen selbst in dieser „Hölle von Verdun" gekämpft und gelitten haben. Aufrichtiger und herzlicher Dank lohnte den Redner für die Weihestunde, die er allen geboten f)at. Kamerad Pfarrer Trapp, der sowohl dem Regiment 222 wie später auch dem Regiment 224 angel)ort hatte, gedachte in zu Herzen gehenden Worten der Toten des Weltkrieges. Den vom R.-J.-M. 224 gestifteten Wanderschießpreis hat Kamerad Schwarz zum zweitenmal errungen. Kamerad Bill vom Verriii ehemaliger 116er hob in feinen Dankesworten die ausgezeichnete Kameradschaft hervor, die immer zwischen den beiden Regimentern bestanden habe. Bei dem anschließenden Preisschießen gewann Kamerad Kern vom Verein ehemaliger 116er den ersten, Kamerad Wagner von den 222ern den zweiten Preis. In herzlicher Kameradschaft und bei Gesang und Austausch alter Erinnerungen blieben die Teilnehmer noch lange gemütlich beisammen. kirchenrat Zentgraf einen Vortrag halten wird über den „Weg des Landeskirchenausschusses zur Lösung der kirchlichen Fragen der Gegenwart".' Diese Versammlung ist eine m der Reihe der Der- sammlunaen, die der Landeskirchenausschuß in zentralgelegenen Orten der Landeskirche abhält. Der Landeskirchenausschuß wurde bekanntlich vor Jahresfrist vom Reichskirchenminister eingesetzt und heftet)! in der Landeskirche Nassau-Hessen außer dem Vorsitzenden aus dem Oberlandeskirchenrat Fischer. VereinderFreunvinnenjungerMädchen Man berichtet uns: Am Mittwoch fand im Saale der Krippe die Jahresversammlung des Vereins der Freundinnen junger Mädchen statt. Mit dem Adventswort „Eure Lindigkeit lasset kund werden allen Menschen" eröffnete die hessische Landesführe- rin Gräfin Elisabeth von Schlitz aenannt von Görtz die Versammlung. Nachdem über die Gießener Arbeit berichtet worden war, gab Gräfin Görtz in kurzen Worten Aufschluß über Wesen und Bedeutung des Verbands, die bestehen in tiefster, innerster Bindung an Gottes Auftrag, der zur persönlichen Verantwortung ruft, und in den einzigartigen internationalen Beziehungen. Mit dem Thema des Hauptvortrags ging bann Frau Dr. Blanck (Heidelberg), die Geschäftsführerin des deutschen Verbands der Freundinnen junger Mädchen, näher ein auf „Die Gegenwerts- aufgaben der Freundinnen". Zurückblickeno auf ein fast 60jähriges Bestehen hat der Verband beute noch genau feine Bedeutung und Berechtigung wie früher, trotz aller Selbstänoigkeit und Selbstsicher- beit unserer heutigen Jugend. Die Dienste, die er der weiblichen Jugend tut in Bahnhofsmission, Erkundigung, Auswandererberatung und -fürsorge u. a. werden auch vom Dritten Reich voll anerkannt. Die Vortragende betonte noch die Bedeutung, die in der Zugehörigkeit des Verbandes zum Jnter- nattonalen Bund der Freundinnen junger Mädchen liegt. Als einzige Stelle besitzt er die Möglichkeit der schnellsten und sichersten Erkundigung bis in die fernsten Länder. Gerade diese Auslandserkundigungen haben schon so viele Mädchen und Frauen vor Unheil bewahrt. In manchen Großstädten, die eine Auswandererberatungsstelle des Vereins haben, werden den jungen Mädchen von den Behörden erst dann die Pässe ausgestellt, wenn durch diese Stelle eine günstige Auskunft über den zukünftigen Aufenthalt eingetroffen ist. So dient auch in der Gegenwart der Verein der Jugend unseres Volkes innerhalb und außerhalb der Grenzen unseres Vaterlands. Nach einem biblischen Schlußwort von Pfarrer Ausfeld und dem gemeinsamen Gesang eines Liederverses ging man auseinander. r. H. Äortragsveranftaliung des Obst- und Gartenbauvereins. Der gestrige Sonntagnachmittag vereinigte die Mitglieder des Obst- und Gartenbauoereins im Saale Faulstich zu einem Vortrage über Humus- fragen. Einleitend teilte der Vorsitzende Dr. Tempel, Leiter der hiesigen Hauptstelle für Pflanzenschutz mit, daß im Januar n. I. an den Wochenend- und Sonntag-Nachmittagen ein Kursus für Obstbaumpflege geplant fei. Hierbei find neben Vorträgen vor allem praktische Hebungen an Obstbäu» men aller Größen vorgesehen, wobei den Teilneh» mern Gelegenheit geboten werden soll, selbsttätig den Baumschnitt auszuführen. Diese Hebungen sollen teilweise im Versuchs-Obstgarten bei Heuchelheim, wie auch in privaten Besitzungen durchgeführt wer- den. Hierauf sprach Diplomlandwirt Fürst (München) über Entstehung, Bedeutung und Anwendung von Humus. Es hat, wie der Redner ausführte, eine Zeit gegeben, in der man glaubte, auch ohne Stallmist, nur mit den Hauptnährstoffen, Stickstoff, Phosphorsäure, Kali und Kalk auskommen zu tonnen. Man hat jedoch nach wenigen Jahrzehnten eingesehen, daß dies ein verhängnisvoller Irrtum war. Wohl gibt es Böden mit unerschöpflichem Reichtum an Humus, die überhaupt nicht gedüngt zu werden brauchen, um Dollernten zu liefern. Doch diese Ge- biete liegen nicht innerhalb der Reichsgrenzen, sondern in Ungarn und vor allem in Rußland. In Deutschland wird der Humusbedarf des Ackerbodens nur zu einem Viertel gedeckt und das ist zu wenig. Wo der Humusgehalt eines Bodens zu den Nährstoffen zählt, die in geringer Menge im Boden vor. Händen find, vermögen alle übrigen Nährstoffe, die man in Form von Düngemitteln verabreicht, sich nicht mehr auswirken. Die Erträge finken. Die Hu- musdünger, die uns zu Gebote stehen, heißen Stall- mist, Kompdst und Torfmull. Letzterer fei nicht fertiger Humus, wie die Pflanze ihn brauche, sondern im Entstehen begriffen. Um ihn aufnahmefähig zu machen, fei der Weg als Einstreu im Stall oder über den Komposthaufen notwendig. Dann erst könne er als Dünger angesprochen werden. Da dies aber Arbeit und Platz voraussetze, habe die Industrie sich der Sache bemächtigt und stelle gebrauchsfertigen Humus unter verschiedenen Handelsbezeichnungen her. Zum Schluß feiner lehrreichen Ausführungen erläuterte der Vortragende die Wirkung solcher industriell verarbeiteter Dünger an zum Teil farbigen Lichtbildern. Die anschließende Aussprache ergab noch mancherlei Aufschlüsse über die Anwendungsmöglichkeiten und deren gute oder auch nachteilige Folgen. Schließlich beschäftigte man sich auch mit dem in unseren städtischen Betrieben hergestellten Düngemittel, das aus vergorenem Klärbeckenschlamm, Torfmull, Knochenmehl und Kalk besteht. Zwecksparen zu Weihnachten. In mannigfacher Form wird überall für bestimmte Ziele gespart. Besonders Weihnachten gibt Veranlassung, schon monatelang vorher Rücklagen anzusammeln, um am Festtag liebevoll ausgewählte Gaben verteilen zu können. Während in einzelnen Ländern oder Landesteilen das Sparen des einzelnen über- wiegt, sind in anderen Gegenden eigene Weihnachtssparvereine aufgezogen worden. Solche Weihnachtssparvereine spielen z. B. in den Vereinigten Staaten von Amerika eine gewaltige Rolle. Weit mehr als eine Million Sparer sind Mitglieder amerikanischer Weihnachtssparklubs. Kurz vor Weihnachten heben die Vereinskassierer das bis dahin von den Spar- kassen verwaltete Geld ab und bringen es an die Vereinsmitglieder zur Auszahlung. Auch in Deutschland, insbesondere im Norden und Nordwesten, gibt es tausende Derartige Sparvereine, die in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Sparkassen tätig sind. Gleichviel, ob der einzelne Volksgenosse solchen Sparvereinen angehört oder ob er selbst für das Weihnachtsfest beharrlich Mark auf Mark legt, Die Hauptsache ist, Daß überhaupt gespart wirb. Ein Sparbuch erweist sich als treuer Helfer auch bei der Ansammlung von Beträgen, Die am Weihnachtsfest dazu Dienen sollen, Durch Geschenke Freude zu bereiten. Das Reinigen der Straßen von Schnee und Eis. Don der Polizeidirektion Gießen wird uns mit« geteilt: Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß nach § 3 Der Polizeiverordnung bett, die Reinigung der Straße und Das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießen vom 15. April 1929 den Grundstückseigentümern Die Pflicht zur Reinigung Der Bürgersteige obliegt. Die allgemein verbreitete Ansicht, daß der Grundstückseigentümer, oder der zur Reinigung der Bürgersteige Verpflichtete erst durch einen Polizeibeamten hierzu aufgefordert werden muß, ist nicht richtig. Der über Nacht gefallene Schnee ist spätestens um 9 Hhr wegzuräumen. Ist wegen fortgesetzten starken Schneefalls Die ftänDige Freihältung nicht möglich, so muß die Abräumung in der Zeit von 9 Hhr bis 18 Hhr mindestens alle fünf Stunden einmal erfolgen. Sofern auf den Bürgersteigen Glatteis, eine gefährlich zu begehende Schneedecke, Schnee- oder EisbuFel sich gebildet haben, oder Die Bürgersteige sonstwie schwer zu begehen sind, müssen sie in einer Breite von mindestens einem Meter mit Sand, Kies, Asche oder sonst geeignetem Streu- material ausgiebig bestreut werden. Diele Verpflichtung erftredt sich auf die Zeit von 7 vis 19 Hhr. Wir haben die Polizeibeamten angewiesen, auf Die Einhaltung Dieser Polizeiverordnung strengstens zu achten. Küchenabfcille zur Schweinemaft. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern, Dr. Frick, hat an die Kommunalaufsichtsbehörden, Gemeinden und Gemeindeverbände einen Erlaß aerichtet, in dem es u. a. heißt: „Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat die NS.-Volkswohlfahrt beauftragt, die von ihm angekündigte Verwertung Der Küchenabfälle zur Schweinemast sofort in Angriff zu nehmen und durchzuführen. Die erfolgreiche Bewältigung dieser Aufgabe hat eine tatkräftige, verantwortliche Mitarbeit der Gemeinden zur Voraussetzung. Ich erwarte daher, daß die Bürgermeister sich Der gestellten Aufgabe mit allem Nachdruck annehmen und im Rahmen Der gesetzlichen und finanziellen Möglichkeiten zu ihrem Gelingen beitragen." * ** Eine Neunundsiebzigjährige. Am morgigen Dienstag, 8. Dezember, kann Frau Margarete K r e h b a st Witwe, geb. Junker, Kirchen- platz 10, in körperlicher und geistiger Frische ihren 79. Geburtstag feiern. ** Ein Turnveteran 7 7 Jahre alt. Der in unserer Stadt und besonders in den Turn- kreisen wohlbekannte Wilhelm 2) ap per begeht am morgigen Dienstag in geistiger und sehr guter körperlicher Frische seinen 77. Geburtstag. Seit feiner frühen Jugend gehört er der Deutschen Turnerschaft an, und heute besucht er noch regelmäßig Die Turnstunden der Altersriege des Turnvereins von 1846. Auch an Den für die Altersturner in Diesem Jahre veranstalteten Wettkämpfen hat er mit Er- folg teilgenommen; er konnte mit Dem schlichten Eichenkranz geschmückt heimkehren. Seine körperliche Frische führt er, wie er oft betont, in erster Linie auf seine regelmäßige körperliche Betätigung »i eij »-1 1,1 »er eine ku Hup«5 ““ L w* g in»!», K Wrbige ße iUr®* Gigern aus Wt rjnieningsgaben !lk entsprechende Ser Abend br steche humo ferren oom Ru !x. mit ihren Do Ifne reich ausg M bis Mei Hingen Versen c Mus-Postcm II [f hatte. Tan I' -Gehend das nie vrtsgr Steno M Ortsgr M Äu k »'tu L/Nm h >er * blieb i?3en&[ > dichte i, VLflht Aom hWt by $ Setzung. J11® Pauline e 5 W dem gro &«.* S" r« an n -r will - - «hs * SÄ -SÄ I lUb r °°r F1A Meilun§ lern, EP., Fri Abteilung Bretel Roßkach ter EP, Esche: □agolb, Irmac fotrrmann, An Sans Becker, 31 Abteilung Storo^ Tchaas E n* W % 0®?rtrub Wi MH. Abtetlur Wilhelm Haa Schäfer EP, Malter Müll- mann, Dietrich Almut Seide: Mlhelm Dam ’N, Elfriede Mter Hällmc Abteilun firiedpich Hahn Dickel EP, 3(| ! Auster, Liesel j W, Mariech &f>e, Paul 3ö Mud Wolf, W König, El Wlindemann, «PPer, Erni K chten. für bestiiWj )ibt Deranl^ gen anzusiD vahlte Qabß lnen ßänben nzelnen übkd e Weihnach!«. e Weihnacht» igten Staaln Seit mehr fe amerikanisch nachten hei- m den 8p ;en es an bi ich in Lech rdweften, M in enger Zu- irfaffen tätig enosse solchen ilbft für dar art legt, bie ! wird. Tm auch bei bei KiiMchichi I teube zu b' & Nia V K 's*? 5 *‘Ä . ^ann m den. Da hi! °be bie? lb stelle t ncn handel;, Lehrreiche,, ^e die Ai,, Manz^ '°ch mancher, yiidtfeite, 'N F°^ °em in un, -Onngemittel, m, TorfnM, iahen 14. oird uns inii- icht, daß ui ReiniM ik ls in der Sc undstückseigr r BürgerslK nsicht, daß!' Reinigung k einen PolP muß, ist Ä tznee ist sK egen forfgel# je JreijalM ng in der 3» t fünf Stundc Bürgersteig de Schneed^ iahen, oder w rhen sind.^- 15 einem ignetem 6^ viejeLeM 7 bis 19 • wiesen, aus W strengstens J> einernast. ter des „-5.S !hls°hrt t«* >7^ SJ»; Bürger^'^ iÄ s** ... K inV W* -'>•* ZaPE^ s in^A flppe(L gutf LÄ ■5»; :urnfln k Seint.^l w * Oberheffen Üikolaus-Postamt bgt hatte. Tanz Nachstehend dns am Eingang des Saales hinterbeschloß den anregenden Abend. Karl Heinz Möller, Paula Hellmuth, Hedwig Schneider. Der Abend brachte in seinem weiteren Verlauf eine Reihe humoristischer Darbietungen, für die zwei Herren vom Rundfunk verpflichtet worden waren, de mit ihren Vorträgen herzliches Lachen auslösten. Gine reich ausgestattete Tombola fand allen Zuspruch, bis schließlich der Nikolaus erschien und mit listigen Versen auf die Pakete hinwies, die er beim Kameradschastsabend der Gießener Gtenographenschast Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft vereinigte am lergangenen Samstagabend zahlreiche ihrer Mitlieder zu einem kameradschaftlichen Abend im EafL eib, der zugleich die Ehrung all derjenigen brachte, ie beim jüngsten Ortsgruppen-Leistungsschreiben ^dacht werden konnten. Nach einleitenden musi- Tragisches Unglück in Echzell. Drei Menschen durch Kohlenoxydgase vergiftet. Am Freitag spät abends entdeckte man in dem Dorfe Echzell (Kreis Büdingen) einen Unglücksfall, den man als solchen von vornherein jedoch nicht feststellen konnte, da nähere Anhaltspunkte zunächst nicht vorlagen. In dem Hause der Försterwitwe B i n d i n g , die in den letzten Tagen zur Klinikbehandlung in Gießen weilte, fand man die 20 Jahre alte Tochter Hedwig Binding, deren Onkel, den 45 Jahre alten unverheirateten Karl Ruppenthal und die Freundin der Hedwig B., die 34 Jahre alte Marie Eimer aus dem Nachbarorte Bisses tot vor. Die beiden Mädchen lagen in ihrem gemeinsamen Schlafzimmer entseelt in den Betten, den Onkel fand man in seiner Schlafstube ebenfalls tot im Bette auf. Eine Nachbarsfrau, die in dem Haufe der Frau Binding Wurstwaren zur Aufbewahrung hängen hatte, wollte am Freitag einiges von diesem Vorrat holen. Sie begab sich mehrmals zu dem Hausgrundstück, fand aber stets das Hoftor verschlossen. Als auch am späten Freitagabend das Tor immer noch geschlossen war und keinerlei Merkmale von den Hausbevohnern zutage traten, kam der Frau die Sache verdächtig vor. Sie benachrichtigte einen Gendarmeriebeamten, der das Haustor öffnen ließ. Beim Durchsuchen der Räume fand man die Toten. Am Samstagfrüh weilten die Staatsanwaltschaft Gießen, die Beamten der Kriminalabteilung Gießen und Vertreter des Amtsgerichts Nidda in dem Haufe, um nähere Feststellungen vorzunehmen. Dabei ergab sich, daß es sich nicht um ein Verbrechen handelt, sondern ein tragischer Unglücksfall in Betracht kam. Die amtsärztliche Unter- ,urück. Er hat den Wunsch, noch viele Jahre in den Turnstunden mihmrten zu können. " Straßensperrung. Die Umleitung der Straßensperre der Reichsstraße Romrod — Als- ^eld wird mit sofortiger Wirkung wie folgt ge- indert: für den Omnibus- und Lastkraftwaaenverkebr iber Zell—Angenrod—Leusel, für den übrigen Der- lehr wie seither über Liederbach. — Die Straßen- derre auf der Landstraße Rodheim v d H — t o p P e r n ist wieder aufgehoben. 7 Stverbefälle in Gießen. Das Standes- cmt verzeichnete in der Zeit vom 21. November tl9ASe^rrber^n-Her Stadt Gießen folgende To- iesfalle: Elise Moller, geb. Fuchs, 78 I., Neu- labt 21; Fnedr. Nachtigall, Schlossermeister, 57 3., ßnauthstraße 4: Louis Schußler, Kaufmann, 66 I., Mrwall 16; Morre Reusch, geb. Steinbach, 60 I. Seltersweg 65; Manschen Wahl, Büroangestellte roig, Margrit Fahrenbach, Ria Schneider, Karl Heinz Möller, Ilse Biedenkopf, Irmgard Schalch, Karl Ludwig Zimmer, Hilde König, Liesel Bingel, Marie Schmelz, Else Bechtold, Paula Hellmuth, suchung der Leichen ergab nämlich eindwandfrei Vergiftung durch Kohlenoxydgase. Nach den behördlichen Feststellungen ist der Vorgang der, daß die Hausbewohner am Donnerstagabend den im Parterregeschoß des Hauses stehenden Ofen geheizt hatten, dessen Kaminabzug mit einer Räucherkammer in Verbindung steht. Die beiden Mädchen und der Onkel haben sich anscheinend schlafen gelegt, ohne sich noch einmal um den Ofen zu kümmern. Im Laufe der Nacht sind dann offenbar die Kohlenoxydgase durch Rückschlag in den Kamin in die im Obergeschoß des Hauses befindlichen Schlafräume eingedrungen, so daß die drei Personen im Bette erstickt sind. Sie haben dann, da erst am Freitag spät abends Verdacht aufkam, bis dahin unbemerkt tot in den Betten gelegen. Nach dem Abschluß der behördlichen Feststellungen wurden die Leichen zur Bestattung freigegeben. Gängerkreis Gießen: Werbeabend in Lollar. + Lollar, 7. Dez. Am Samstagabend fand hier im Saale „Zur Linde" der erste große Werbeabend im Sängerkreis Gießen für das bevorstehende Deutsche Sängerbunfoesfeft in Breslau statt. Der Abend wurde mit zwei Lieddarbietungen der Sängervereinigung Lollar eingeleitet. Kreisführer Müller begrüßte die zahlreichen Teilnehmer des Abends. Sodann hielt Sangesbruder R i e m e y e r (Breslau) einen eingehenden Vortrag über das bevorstehende Sängerbundesfest, das er als Vertreter des Verkehrsamtes der Stadt Breslau und Mitarbeiter im Festausschuß vorbereiten hilft. Er wies auf die besondere Bedeutung des Festes und dessen Eigenschaft als „reichswichtig" hin; Durch dieses Bundesfest solle die enge Verbundenheit mit der Ostmark zum Ausdruck kommen. Für Schlesien sei das Fest von hoher kultureller, nationalpolittscher und wirtschaftlicher Bedeutung. Schlesien werde zu diesem Fest beweisen, wie stark der deutsche Osten mit dem gesamtdeutschen Schicksal verbunden sei. Wilhelm Werner, Rudolf Paul, Erna Habermehl, Liesel Bingel. — Sehr gut: Herta Bre6, Minna Sommerlad, Margot Müller. — Gut: Ludw. Petri. Schön- und Richtigschreiben: Hervorragend: Erika Textor, Walter Geßner, Georg Schaaf, Friedrich Hahn, Karl Ludwig Zulauf, Herbert Lepper, Wilhelm Haas, Erni Karpf, Margarete Göbel, Gretel Roßkath, Gertrud Herrmann, Rudolf Metzger, Mariechen Winther, Robert Hofmann, Erika Wichoff, Ortrun Mickel, Maroot Drescher, Hans Medebach, Lore Bücking. — Sehr gut: Wilhelm Dapper, Emma Reiß, Ilse Lettow, Willi Größer, Irmgard Zöller, Konrad Georg Emmerich, Werner Barnick, Marie Bierau, Elly Erbe, Otti Muhl, Karl Will). Damm, Maria Schäfer, Heinrich Schneider, Rudolf Möller, Ernst Römer, Ilse Wurm, Lotte Hillenbrand, Annemarie Raab, Marie Lumme, Irmgard Ulbrich, Anton Leukel, Karl Fornoff, Erika Wigandt, Karl Bender, Helmut Müller, Maria Bick, Ernst Schmittdiel, Otto Schneider, Anneliese 5)11= bing, Elfriede Werner, Heinrich Berg, Else Michel, Gertrud Müller, Wilhelm Schuster, Dora Kern, Walter Müller, Walter Zulauf, Marie Schneider, Erika Koch, Paul Jöst, Alfred Stein, Karl Meister, Anni Schmittdiel, Hilgegard Siebert, Gertrud Han- stein, Herta BreL, Ria Dörmer, Liesel Melcher, Kurt Mebus, Elli Philipp, Walter Hällmayer, Liselotte Sttoh, Minna Sommerlad, Wilhelm Werner, Liesel Läufer, Anneliese Dahmer, Willi Heidlinde- mann, Mathilde Ludwig, Esther Freitag, Paul Weber, — Gut. Ewald Reusch, Walter Ley, Ernst Mohr, Gertrud Möller, Gudrun Mickel, Margot Müller, Rudolf Paul, Marie Fink, Karl Schaum, Heinrich Wenzel, Wilhelm Pfeiffer, Anna Magold, Elly Politz, Friedel Glänzer, Ortrud Wolf, Gretel Dahmer, Erna Habermehl, Gerda Hofmann, Herta Docter, Hilde Kayser, Fritz Reh, Elfriede Tenniger, Hans Becker, Hansi Kröll, Dietrich Zaiß, Else Lud- 18 I, Großer Steinweg 13; Fviedr. Mlh. Weimar, Kaufmann, 36 I., Hitlerwall 51; Johs. Mtz, Schrei- nergefeHe, 67 I., Licher Straße 74; Günther Hch. Philipp Eckel, 5 Mon., Maigasse 15; Wilh. Stein- Müller, Invalide, 76 I., Brandgasse 7; Ga. Kraus, Drechslermeister, 65 I., Sonnenstraße 3; Hermann Schmidt, Frifeurgehilfe, 31 I., Kaiserallee 6; Marie Luise Pichlmeier, 11 I., Gleiberger Weg 81. ** Unfall Der hiesige 41jährige Händler Aug. Rausch erlitt durch einen Sturz vom Motorrad einen Kieferbruch und Gesichtsverletzungen, so daß er in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. * Die Bezahlung der rückständigen Strom- und Gasgelder vom Oktober betrifft eine Bekanntmachung der Direktton der städ- tischen Betriebe in unserem heuttgen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sei. silifchen Darbietungen der Kapelle Nickel hielt her Leiter der Ortsgruppe der Stenographenschaft, Graf, eine kurze Begrüßungsansprache, in der tr besonders auf die erfreulich starke Beteiligung heim Ortsgruppen-Leistungsschreiben zu sprechen tarn und die hervorragenden Leistungen hervorhob, hie dabei erzielt wurden. Er wies besonders darauf hin, daß die aus den Anfängerkursen hervor- gegangenen Jugendlichen von 12 bis 14 Jahren in her Abteilung für 60 Silben bereits sehr gute und peiswürdige Leistungen zeigten und damit den Dert der Kursusarbeit bestätigten. Den Ehrenpreis- trägem aus diesem Wettbewerb wurden schöne Er- imerungsgaben überreicht. Die Preisträger erhielten entsprechende Urkunden. Ergebnis tes Ortsgruppen - Leistungsschreibens. Schnellschreiben. Abteilung 2 40 Silben: Sehr gut: Dora lern, EP., Fritz Reh EP. Abteilung 200 Silben: Hervorragend: Gretel Roßkath EP., Emma Reitz EP., Karl Meister EP., Esther Freitag, Elfriede Tenniger, Anna Magold, Irmgard Schalch. — Sehr gut: Gertrud Herrmann, Anni Schmittdiel, Marie Schneider, hms Becker, Ilse Biedenkopf, Agnes Frank. Abteilung 160 Silben. Hervorragend: Qtorg Schaaf EP., Helmut Müller EP., Erika Wi- acndt, Karl Fornoff, Ria Dörmer, Elli Philipp, E'rtrud Möller. — Sehr gut: Marie Bierau, Elly Mtz. Abteilung 140 Silben.. Hervorragend: Wilhelm Haas EP., Wilhelm Dapper EP., Maria Schäfer EP., Anneliese Dahmer, Otto Schneider, Walter Müller, Walter Zulauf, Willi Heidlinde- MNN, Dietrich Zaiß, Ria Schneider, Marie Schmelz, Helmut Seibert, Albert Hinkel, Erika Textor, Karl Wilhelm Damm, Ernst Schmittdiel, Anneliese Hu- bing, Elfriede Werner, Liselotte Sttoh. — Gut: Walter Hällmayer. Abteilung 120 Silben: Hervorragend: Diedrich Hahn EP., Robert Hofmann EP., Ortrun Nickel EP., Ilse Lettow, Gertrud Müller, Wilhelm Zchuster, Liesel Läufer. — Sehr gut: Margarete Göbel, Mariechen Winther, Hans Medebach, Elly (Erbe, Paul Jöst, Hildegard Siebert, Maria Fink, Ortrub Wolf, Gretel Dahmer, Gerda Hofmann, Hilde König, Else Bechtold, Rosemarie Simon, Paul heidlindemann, Helmut Brück — Gut: Herbert Äpper, Erni Karpf, Lotte Hillenbrand, Erika Koch, Abteilung 10 0 Silben: Hervorragend: Margot Drescher EP., Kurt Mebus EP. — Sehr gut: Rudolf Metzger, Heinrich Schneider, Ilse Wurm, Karl Bender, Mathilde Ludwig, Herta Docter. — Gut: Walter Geßner, Karl Ludwig Zulauf, Lore Bücking, Rudolf Möller, Ernst Römer, Annemarie Raab, Maria Bick, Alfred Stein, Liesel Melcher, Paul Weber, Walter Ley, Wilhelm Pfeiffer, Margrit Fahrenbach, Paul Domay, Lieselotte Rühl, Heinrich Wenzel. Abteilung 80 Silben: Hervorragend: Irmgard Zöller EP., Konrad Georg Emmerich, Anton Leukel, Else Ludwig. — Sehr gut: Erika Withoff, Irmgard Ulbrich, Karl Ludwig Zimmer, .viunc Abteilung 60 Silben: Hervorragend: Erika Kröll. Gertrud Haustein EP., Heinrich Berg, Else Michel. Wege im Rebel. Roman von Käthe Mehner. (Copyright by Aufwärts-Derlag, Berlin SW 68.) 26 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Als Pauline eine knappe Dreiviertelstunde später ocr dem Polizeipräsidium stand, wagte sie die Stu- ien zu dem großen Gebäude fast nicht heraufzu- zrhen. Noch niemals hatte sie auf der Polizei etwas zu tun gehabt. Was sollte sie nur sagen, wie das Ihreckliche Ereignis vom Verschwinden ihres Herrn armeiben? ,, .. ,, Herzklopfend war sie endlich bis vor die schwere Nngangstür gekommen, die sie nun langsam und wollen? Sie denn hin, Fräulein?" hielt ein Beamter sie an. , Erschreckt zuckte das Mädchen zusammen. „3(b will--ich will--einen Mord an- tnelben!" erwiderte sie stammelnd, von Entsetzen bei dem Gedanken geschüttelt, es könnte etn wirklicher Mord geschehen sein. „Zimmer zweiundsechzig!" antwortete der Be- inte ruhig, ohne auf ihre Bemerkung weiter ein- zugehen. Eilig stieg Pauline die breite Treppe nach töen, suchte Dann in der langen Flucht des ersten i Äockwerkes nach der angegebenen Nummer. Endlich zeigt- ein Schild ihr. daß sie das gesucht- limmer vor sich hatte. Wieder zögerte sie. W-- Mte sie nur sagen? Dr. Rammelt war seit gestern W nach Hause gekommen, niemand wußte, wo 'Id) aufhielt. Aber hatte man ihn nun gerade er- anrbet? Genau wußten das noch weder sie noch dvmtz. Warum hatte Dönitz sie auch frMen mui leit, anstatt selber zu gehen? Nun wußte sie kein ■üit! . , Am liebsten wäre sie wieder fortgelaufen doch 'n diesem Augenblick öffnete sich bie Zur von innen, kr blieb ihr nichts anderes mehr übrig, als hme n Mehen. . .. Der Beamte, der gerade die Tur geöffnet hatte. ®ir ein älterer Herr, der sie mit seinen scharf n ^Kgen prüfend ansah. „Sie wünschen?" ,Zch wollte nur was anmekden, — — was an- melden..." „Was wollen Sie anmelden? Nur mal raus mit der Sprache! Worum handelt es sich denn?" Angsttoll starrte Pauline den Beamten an. Jetzt, da sie sprechen sollte, schien es ihr immer mehr unmöglich, den schrecklichen Verdacht auszusprechen. „3a, nämlich--", stammelte sie schließlich, „unser Herr, Doktor Rammelt, der vom Geologischen Institut, ist seit gestern verschwunden!" Pauline atmete auf. Nun war es endlich heraus! Das weitere konnte die Polizei in die Hand nehmen, ob es nun ein Mord war oder nicht,-- sie jedenfalls wollte nichts gesagt haben! Aber der Kommissar, der Rammelt als den bekannten Geologen dem Namen nach kannte, war nun interessiert. „Nein, bleiben Sie bitte noch!" sagte er freundlich, aber mit einem Ausdruck, der keinen Widerspruch duldete. „Was Sie da sagen, kann sehr wich- ttg sein! Also geben Sie erst einmal 3hren Namen zu Protokoll, und dann erzählen Sie mir genau, was geschehen ist und was Sie beobachtet haben!' Pauline gehorchte. Aber erst langsam wurde ihr Bericht ruhiger und sicherer. Aufmerksam hörte der Kommissar zu. „Könnte es denn nicht auch sein, daß Herr Dr. Rammelt ganz plötzlich verreist wäre, und Sie so schnell nicht benachrichttgen konnte? fragte er letzt. Doch Pauline schüttelte eifrig den Kopf: ..Ausgeschlossen, Herr Kommissar! Ausgeschlossen! Dann hätte Herr Doktor bestimmt sofort Bescheid gegeben! Und dann reift er ja auch gar nicht mit dem Zug, weil er doch seinen Wagen hat, und da hätte es der Chauffeur doch wissen müssen. Nein, nein, Herr Kommissar! Und wo doch nächste Woche auch die große Verhandlung ist!" „Und was ist das für eine Verhandlung?" fragte der Kommisiar. , , Ein Prozeß oder !o was. Aber das weiß ich fa auch nicht genau!" mußte Pauline gestehen. Doch der Beamte ichien auch so zusneden zu sein und sah das Mädchen ermunternd an. „Jetzt brauchen wir nur noch die beiden Adresien und die Telephonanschlüsie vori fjerrn Dr. Ranz, mett. Wollen Sie mir die mal bitte angeben? . „Ach, Herr Kommissar, entschuldigen Sie nur!" rief Pauline plötzlick aus. „Beinahe hätte ich ja das Wichtigste vergessen! Das Telephon bei uns ist nämlich kaputt, die Schnur ist durchgeschnitten, ganz durchgeschnitten, darum dachten wir ja auch, daß es doch bestimmt Verbrecher wären, die ..." „Die Telephonleitung durchgeschnitten?" wiederholte der Kommissar gedehnt. „Das scheint allerdings noch ernster zu sein als ich dachte! 3ch glaube, es ist jetzt doch am besten, wenn ich Ihnen ein paar Beamte mitgebe, die die Sache gleich einmal unter« suchen können." „Allein hätte ich mich auch nicht wieder zurückgetraut!" versicherte Pauline. Dann gab sie dem Kommissar mit erleichterter Stimme die gewünschten Adressen an. XV. 3n der Empfangshalle des Kronhotels, das sie als Treffpunkt vereinbart hatten, wartete Janna Heller in qualvoller Ungeduld auf Gerhard Brand. Seit der vergeblichen Zusammenkunft mit Ralf hatte sie es nirgends mehr ausgehalten. Sein Verhalten hatte sie völlig ratlos gemacht. Wieder und wieder versuchte sie, sich seine Worte ins Gedacht- nis zurückzurufen, sich sein eigenartiges Wesen, seine Gehetztheit, feine unhöflichen, fast ironischen Fragen zu erklären. Und immer von neuem mußte sich ihr der Gedanke aufdrängen, daß er etwas gewußt habe, daß er durch einen schrecklichen Zufall etwas von ihrem Zusammentreffen mit Gerhard Brand erfahren mußte! Nervös preßte sie die Hände zusammen, erhob sich dann von ihrem Sitz, wanderte rastlos auf und ab. Das seltsame, beinahe fratzenhafte Lächeln Ralfs stand wieder vor ihren Augen. Nein, nein, niemals würde sie den Mut finden, wieder mit ihm zu sprechen! Gerhard mußte helfen, einen Ausweg suchen! Sie konnte nicht mehr, konnte nicht mehr ... Wenn er nur bald tarne, dachte sie. Endlich ein Mensch, mit dem sie sich aussprechen, mit dem sie beraten konnte! Aber sooft auch Gäste durch die große Drehtür ms 3nnere des Hotels kamen — — der, den sie suchte, war nicht darunter. Da entschloß sie sich, mietete kurzerhand ein Zim- Die Vorbereitungen seien im vollen Gange, ganz Schlesien helfe mit. Nach den bisher schon vorliegenden zahlreichen Anmeldungen sei mit einem Besuch von Million Sänaern 3U rechnen. Es sei gelungen, die Unterkunft für alle Gäste sicherzustellen. Zweihunderttausend Haushaltungen hätten sich schon zur Aufnahme von Gästen bereiterklärt. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner noch mit verschiedenen Einzelheiten der Organisation des Festes und gab damit einen Ueberblid über das Ausmaß der großen Veranstaltung. 3m Anschluß an den Vortrag wurde noch ein Film vorgeführt, der alle Schönheiten der Stadt Breslau und, darüber hinaus, die herrliche Landschaft Schlesiens zeigte. 3m Verlauf des Abends wartete der Tum- und Gesangverein Lollar noch mit zwei Chören auf, die starken Beifall fanden. Mit einem kameradscbaftlichen Beisammensein fand der Abend seinen Abschluß. Eine Gauschule in Büdingen. LPD. Büdingen, 6. Dez. Am 13. Dezember wird die G a u s ch u l e Büdingen, die der Schulung der Politischen Leiter der Kreise Büdingen, Lauterbach, Alsfeld, Schotten und Gelnhausen dient, offiziell eröffnet werden. Bei dieser Gelegenheit wird das Kreishaus, das nun alle Dienststellen der Partei enthält, durch den Gauleiter besichtigt. Zwischen den Gleisen tot aufgefunden. LPD. Butzbach, 6. Dez. Auf dem hiesiaen Güterbahnhof wurde am Samstag früh der Ladeschaffner Heinrich Hahn zwischen den Gleisen tot aufgefunden. Der Mann hatte das Genick gebrochen. Allem Anschein nach handelt es sich um Die Folge eines unglücklichen Sturzes. Gefängnis für einen rabiaten Ausbrecher. LPD. Friedberg, 6. Dez. Dor einigen Wochen brachen aus dem hiesigen Gerichtsgefängnis zwei jugendliche Häftlinge aus, nachdem sie die durch Klingelzeichen yerbeigerufene Frau Des abwesenden Gefängnisaufsehers überfallen und ihr die Schlüssel zu den Türen abgenommen hatten. Die Burschen konnten jedoch bald darauf wieder gefaßt werden. Nunmehr wurde als Haupttäter der 17 Fahre alte Heinrich M o x t e r vom Jugendgericht unter Einbeziehung einer früheren Strafe zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Landkreis Gietzen * Klein-Linden, 7. Dezember. Der hiesige 68 Jahre alte Maurermeister Philipp Bonhardt erlitt dieser Tage einen Unglücksfall. Mit Rippenbrüchen und Verletzungen im Gesicht mußte er in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. § A l t e n - B u s e ck, 7. Dez. Am Samstag wurden bei einer Treibjagd, die sich über die Gemarkung Alten-Buseck und über Teile der Gemarkung Großen-Buseck und Trohe erstreckte, ein gutes Ergebnis erzielt. Es wurden insgesamt 119 H a - s e n zur Strecke gebracht. * Staufenberg, 7. Dez. Im geschmückten Saale der Burg fand eine Adventsfeier der hiesigen Evangelischen Frauenhilfe statt. Pfarrer Metzler (Kirchberg) hielt die Begrüßungsansprache und wies auf den tieferen Sinn des Abends hin. Zur Feier waren sämtliche älteren Einwohner eingeladen und mit Tee und Gebäck bewirtet worden. Ein Adventsspiel, Gedichte und Liedoorttäge der Gesangsabteilung der Frauenhilfe verschönten die vorweihnachtlichen Sttnden. Die Feier stand im Zeichen der Volksgemeinschaft und hinterließ bei allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck. co Eberstadt, 7. Dez. Die in der vergangenen Woche in unserem Orte durchgeführte Viehzählung zeitigte folgendes Ergebnis: 94 Pferde und Fohlen, 578 Stück Rindvieh (darunter 220 Jungtiere), 685 Schweine, 77 Ziegen, 173 Kaninchen, 2048 Hühner, 245 Gänse, 40 Enten und 17 Bienenvölker._______________________________________________ Wer kann mir raten? durch vieles Rauchen ganz gelbe Zähne bekommen. Meine Frau behauptet, ich könnte das natürliche Aussehen meiner Zähne nur wieder erlangen, wenn ich das Rauchen ganz aufgebe. Da ich das nicht möchte, bitte ich um einen Rat." Antwort: „Vielleicht versuchen Sie einmal Chlorodont, um den gelben Raucherbelag zu entfernen. Jeden Abend regelmäßige Zahnpflege mit Chlorodont verhütet gleich-' zeitig dieReubildung des Belages und macht den Atem rein." mer. Nur nicht nach Hause zurück, nur nicht Ralf noch einmal begegnen, dachte sie. Nach kurzem Zögern gab sie noch dem Portier über den zu erwartenden Besuch Bescheid, folgte dem Pagen dann mit langsamem, müdem Schritt ins erste Stockwerk, wo ein kleines, freundlich möbliertes Zimmer sie aufnahm. Wie lange sie auf der Chaiselongue gelegen hatte, wußte sie nicht. Ein unruhiger Schlaf hatte sich über ihre erregten Nerven erbarmt. Doch war sie sofort wach, als ein leises Klopfen an iyrer Zimmertür erscholl. Und da — noch ehe sie „Herein" geantwortet hatte, öffnete sich die Tür und Gerhard trat ein. Laut weinend warf sich Janna an feine Brust: „Gerhard, endlich! Ich habe ja so sehr auf dich gewartet!" „Aber Liebling, so beruhige dich doch! Was ist denn geschehen?^ Mit fliegenden Worten erzählte Janna, schilderte Ralfs seltsames Benehmen, feine Ironie, fein häßliches Lachen, feine versteckten Andeutungen. „Gerhard! Sein Lachen! Seine Blicke! Wenn er nun alles weiß! Wenn er etwas erfahren hat! Wenn er mich nicht freigibt!" „Aber Kind! Er kann dich doch nicht festhalten! Er hat ja gar kein Recht dazu! Ihr seid doch nicht verheiratet" „Aber das Versprechen---das Versprechen, das ich Vater gegeben habe! Ich kann doch nicht Frau von Bergmann dem Elend überlassen! Wir schulden ihm doch alles, was wir haben! Wenn er nicht freiwillig von feinen Forderungen zurücktritt --Und nun, wenn er schon alles weiß, wenn er von unserem Zusammentreffen in Oberhof weiß — — nie wird er das verzeihen! Und nie nie wird er mich dann freigeben!" Beruhigend strich Gerhard über Jannas Haar. „Ich weiß, daß es nicht einfach sein wird, Janna! Aber wir dürfen ttotzdem den Mut nicht verlieren, hörst du, Janna? Ralf hat kein Recht, einen Menschen festzuhalten, der nicht bei ihm bleiben will. Und was die Schulden betrifft, so mach dir nur keine Sorgen darum! Da wollen wir schon einen Rat finden!" (Fortsetzung folgt!) ö.Upor/ Handball der Sp.-Vg. 1900. 1900 1 — Turnv. Lützellinden I 9:5 (7:1). Auf eigenem Platz empfing gestern die 1. Handballmannschaft der Spieloereinigung 1900 den Tv. Lützellinden zum Verbandsrückspiel. Im Vorspiel hatten die Gießener knapp die Oberhand bekommen. Da sich beide Mannschaften inzwischen spielerisch verbessert haben, entspann sich gestern ein spannender Kampf, der allerdings einen besseren Besuch verdient gehabt hätte. Die Platzbesitzer legten sogleich mächtig los und kaum eine Minute nach Spielbeginn hatte der neue Mann Winden, der sich als Halblinker recht gut einführte, eingesandt. Die Gäste ließen aber auch bald erkennen, daß sie einen guten Handball zu spielen verstehen, und erzielten in einer kurzen Drangperiode den Ausgleich. Das gab 1900s Hintermannschaft Veranlassung, nun besser auf der Hut zu sein. Tatsächlich konnten auch alle Angriffe der Lützellindener rechtzeitig abgestoppt werden. Darin tat sich besonders Berg, der seinen Posten mit dem neuen Mann Färber getauscht hatte und auf Mittelläufer gegangen war, hervor. Die Fünferreihe der Blauweißen wurde mit guten Vorlagen bedacht, so daß die einzelnen Stürmer bis zum Halbzeitpfiff noch sechs Tore erzielen konnten. Nach dem Wechsel wurde das Spiel verteilter. Die 1900er verloren sich zu oft in Einzelaktionen, die Gäste hingegen kamen langsam auf. Bis etwa zehn Minuten vor Schluß stand die Partie noch 9:2 zugunsten der Blauweißen. Eine nicht ganz sorgfältige Abwehrarbeit — die Verletzung Neists kann nur zum Teile zugute gehalten werden — ließ die Turnermannschaft auf 9:5 aufkommen. Mit diesem Sieg haben die 1900.er ihre Position weiter stark gefestigt und sind auf dem besten Wege, in der Bezirksklasse — Gruppe Gießen-Wetzlar — Meister zu werden. Das Treffen wurde einwandfrei und unauffällig durch Krausch (Mtv. Gießen), der für den ausgebliebenen Schiedsrichter eingesprungen war, geleitet. 1900 II — Turnv. Lützellinden II 6:5. Die zweiten Mannschaften standen sich in einem Gesellschaftsspiel gegenüber. Nach wechselvollem Kampf behielten auch hier die 19OO.er das bessere Ende für sich. Handball der Gauliga Hessen. Hessens Tabellenführer geschlagen. In Hessen fielen die Spiele Kurhessen Marburg — SpV. Kassel und Tv. Wetzlar — Kasseler Turngemeinde wegen schlechter Platzverhältnijje aus. Im einzigen Treffen des Tages standen sich der Tv. Kirchbauna und der Gaumeister und Tabellenführer Kurhessen Kassel gegenüber. Die „Kurhessen" wurden nach einem harten Treffen mit 6:5 (3:2) geschlagen und erlitt damit ihre erste Niederlage. Sie führen aber noch mit 11:3 Punkten vor Bettenhausen mit 10:4 und Turngemeinde mit 9:3 Punkten. Wball der heimischen Mnnschasten. SV. Kassel und Hanau siegreich. Nur zwei Fußballmeisterschaftsspiele in Hessen. Hessens Fußballgau verzeichnete am ersten Dezembersonntag nur zwei Meisterschaftskämpfe; aber sie waren von großer Bedeutung, weil daran gerade diejenigen Vereine beteiligt waren, denen man in erster Linie die Anwartschaft auf den Titel einräumt: Der Spitzenreiter Spielverein Kassel und der seine Spielrubrik „auffüllende" Meister Hanau 93. Sie kamen beide zu Erfolgen. Der Spielverein bezwang im Kasseler „Lokalderby" den SC. 03 nach einem hartnäckigen Gefecht knapp mit 2:1 (2:1) und Hanau 93 überfuhr in seinem achten Spiel den Tabellenletzten Niederzwehren 8:2 (3:1). Dabei verhüteten die Niederzwehrener eine noch höhere Niederloge dadurch, daß sie in den letzten Spielminuten mit einer ungewöhnlichen Härte aufwarteten. Der Spielverein Kassel hat seine Vorrunde nunmehr beendet und mit einem Punktverhältnis von 15:3 ist er sogenannter Herbstmeister geworden. Hanau 93 besitzt jetzt aus acht Spielen 12:4 Punkte. Aus anderen Gauen. Gau S ü d o st: Eintracht Frankfurt — SV. Wiesbaden 3:0; Union Niederrad — Wormatia Worms 2:1; Kickers Offenbach — Sportfr. Saarbrücken 3:1; FV. Saarbrücken — FSV. Frankfurt 1:0; Borussia Neunkirchen — FK. 03 Pirmasens ausgefallen. Gau Bayern: Bayern München — FC. 05 Schweinfurt 2:0; 1. FC. Nürnberg — 1860 München 4:0; BC. Augsburg — ASV. Nürnberg 0:4. Oie Ergebnisse der Äezirksklaffe. Naunheim—1900 Gießen 1:0; DfB.-R. Gießen—Sinn 4:1; Sv. Wetzlar—Frohrch auf en 11:1!; Dillenburg—Burg 1:3. Die Naunheimer hatten alle Mühe, die 1900er knapp zu schlagen. Die VfBer siegten verdient über die kampfbewährten ©inner. Die Frohnhäuser hatten in Wetzlar nichts zu bestellen, das Resultat ist die Sensation des Sonntags. Die Burger gewannen in Dillenburg mit 3:1 Toren verdient. DfD.-Aeichsbalm Gießen. VfV.-R. — Sinn 4:1. Die Witterungsverhältnisse der letzten Woche harten den Boden des Waldsportplatzes stark beeinflußt. Hierdurch bedingt waren an die Spieler große körperliche Anstrengungen gestellt. Das Spiel selbst war in der ersten Halbzeit sehr schnell. Leider artete das Spiel in der zweiten Halbzeit, als der ©inner Tormann verletzt ausschied, aus. Die Folge hiervon war, daß von jeder ©eite ein Spieler das Feld verlassen mußte. Für die Gießener bedeutet der Sieg wenigstens die Hoffnung, daß sie sich doch noch von dem Tabellenende retten können. Die Gießener Mannschaft stellte sich dem Schiedsrichter Böcher, der um sein Amt nicht zu beneiden war, mit: Meißner; Leutheuser I, Schwarz; Hauptfeld, Mund, Krämer; Fenster, Haupt, Stephan, Knauß, Fehling. Die VfBer hatten Anstoß und schon führte Knauß den Ball zu Haupt, dieser zu Stephan, von diesem wanderte der Ball wieder zu Haupt, der darüberschoß. Im Gegenangriff ist der gefährlichste Mann der ©inner von dem Halblinken gut frei gespielt, fein Schuß landete jedoch am Außennetz. Dann waren die Grünweißen fast ununterbrochen im Angriff, jedoch drei zwingende Torgelegenheiten wurden ausgelassen. Als Haupt im "Strafraum gelegt wurde, gab es einen Elfmeter, den Knauß hoch auf den Mann schoß. Aus der Gegenseite ging Schwarz den Halblinken von ©inn hart an. Der Strafstoß landete unhaltbar in der rechten Torecke und damit führten die ©inner 1:0. Durch diesen überraschenden Erfolg waren die Platzbesitzer aus dem Konzept gekommen, die ©inner drängten weiter. Als kurze Zeit später Haupt bei einem Alleingang wiederum gelegt wurde, schoß Fenster den fälligen Elfmeter zum Ausgleich ein. Bei diesem Stand blieb es bis zur Halbzeit. In der 2. Halbzeit ging das Spiel mit unverminderter Schnelligkeit weiter. Die Kampfbilder wechselten ständig." Als Haupt Feuster mit einer halbhohen Vorlage einsetzte, stürzte der ©inner Tormann ihnen entgegen, warf sich in den Schuß und wurde verletzt. Hierdurch waren die ©inner gezwungen, nur mit 10 Mann weiter zu spielen. Eine Kombination Knauß, Haupt, Stephan und unhaltbar jagte dieser das Leder in die linke Torecke. Die Gießener führten mit 2:1 Toren. Aber schon im Gegenangriff gelang es Meißner nur mit großer Mühe, einen Kopfball des Halbrechten zu halten. Wieder war es Stephan, der auf 3:1 erhöhte. Beim Schlußpfiff hatten die Gießener einen schweren Sieg erkämpft. Das Spiel der 2. Mannschaften fiel aus, da die ©inner nicht antraten und den Gießenern kampflos die Punkte Überließen. Splelverekuigung 1900 Gießen. Naunheim — 1900 Liga 1:0. Das Auftreten der Blauweißen in Naunheim hätte bald mit einer Ueberraschung geendet, da die mit ziemlicher Sicherheit erwartete Niederlage mit 1:0 recht knapp ausfiel und gerade dieser Erfolg einem nicht ganz einwandfreien Einsatz von Hattert zuzuschreiben war, der damit Keusch Gelegenheit gab, den einzigen Treffer anzubringen. Sofort vom Anstoß weg wurde mit schnellen Zügen gespielt, wodurch der Kampf einen wechselvollen Verlauf erhielt. Die Naunheimer versuchten durch weite Vorlagen auf die Flügel, wo in Rattert und Keusch die gefährlichsten Spieler standen, in Front zu kommen, während die 1900er es mit der Kombination versuchten. Die Art der Platzbesitzer erwies sich hier als die erfolgreichere, da sie verschiedene Kombinationszüge mit einem wuchtigen Schlag wieder ausglich. Vorübergehend wurden sie dadurch auch etwas überlegen, und als Hattert seinem Bewacher Lippert einmal entschlüpfen konnte, schien sich der erste Erfolg einzustellen. Rahn machte diese Chance jedoch durch entschlossenes Herauslaufen zunichte, wobei er verletzt wurde und einige Zeit ausscheiden mußte. In dieser Zeit hatten die Blauweißen verschiedene Chancen, durch die sie sich hätten in Führung bringen können. Das Fehlen Hellmanns, der setzt zwischen den Pfosten stand, machte sich jedoch ziemlich bemerkbar. Bei einem erneuten Angriff der Platzbesitzer schien sich nunmehr das Geschick der Blauweißen zu vollziehen, als Keusch eine Flanke vom Halbrechten zum Tore schoß. Der wiedereingetretene Rahn lenkte den Ball aber in wunderbarem Sprung über die Latte. Nach der Pause wurde das Spiel noch dramatischer. Naunheim, von seinem Anhang stark angefeuert, drängte jetzt stark. Bei den Blauweißen war aber vorerst nicht durchzukommen. Hattert wechselte nun feinen Platz mit dem Halblinken, da er durch die Betreuung Lipperts nicht zur Entfaltung kam. Diese Maßnahme sollte sich als von Vorteil erweisen, da es Hattert war, der Keusch in der 60. Minute Gelegenheit gab, den einzigen Erfolg zu erzielen. Jetzt wurden die Blauweißen auch wieder etwas munterer. Dreimal bot sich ihnen die Möglichkeit, zu Erfolgen zu kommen, die aber durch ungenügendes Nachsetzen vom Tormann geklärt werden konnten. Zum Schluß wurden die Platzbesitzer nochmals gefährlich. Mit Ausnahme von mehreren Ecken und einem Lattenschuß von Hattert ereignete sich nichts mehr. * D i e Berliner Eishockey-Auswahl unterlag bei ihrem Gastspiel in der belgischen Haupfftadt „Nordstern" Brüssel knapp mit 3:4. Schach-Ecke. Bearbeitet von K. Helling. Damengewinn. b d 8 7 6 6 4 8 2 1 8 7 6 6 4 3 2 1 l 0 h a 6 e b e f g h Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Hahn — Reinhard tim Turnier zu Bad Elster. Der Weiße ist am Zuge und kann die augenblicklich vorhandene Figurenstellung zu einem Gewinn der schwarzen Dame für einen Turm und einen Springer auswerten. Was zieht Weiß am stärksten? Gebundene Türme Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Birwer — Dr. Bauriedel beim Wettkampf Niederrhein — Westfalen. Der Schwarze zog c5—c4. Welche stärkste Fortsetzung hätte dem Weißen zur Verfügung gestanden, wenn der Schwarze in der abgebildeten Stellung mit dem Turm b7 den Bauern b2 geschlagen hätte? 8 7 6 6 4 B 2 1 f 0 h beb a b c b e f g h H 8 7 U 6 5 14 8 U 2 M 1 Lösung der Schachaufgabe „Figurengewinn". Weiß: Khl, Dfl, Tbl, Ld2, Ba3, c3, d5, 14, g5, h2 (10). Schwarz: Kg8, Dg4, Te4, Sd3, Ba6, b5, c7, 17, g7, H7 (10). 1. Dg4—e2. Der von der weißen Dame angegriffene Läufer d2 ist verloren. Nach Lei oder Lei käme DXfl matt, und die Deckungszüge Tdl oder Ddl scheitern an DXdl nebst Sf2+ und SXdl. Nach Dg2 käme DXg2+ nebst Te2+ und TXd2. Es bleibt nur 1. ... DflXe2. 2. Te4Xe2, und jetzt scheitert Tdl an Sf2+ nebst SXdl, und Ld2—cl kostet nach Te2—el+ nebst TelXcl auch den Läufer. Lösung der Schachaufgabe „Verbundene Freibauern". Weiß: Khl, De2, Tdl, Te5, Da2, c5, d5, e6, g2, h2 (10). Schwarz: Kg8, Df6, Te8, Te7, Ba7, b5, c7, f4, g7, H6 (10). 1. d5—d6, Te7Xe6. (Nach cXd, cXd, Tb7 käme d6—d7 nebst e6—e7). 2. Te5Xe6, Te8Xe6 (oder DXe6, DXe6, TXe6, d6—d7.) 3. De2Xe6+, Df6 Xe6. 4. d6—d7, und Weiß muß gewinnen. In der Partie geschah noch 4. ... De6Xa2. 5. d7—d8D+, Kg8—h7. 6. Dd8—d3+. Kh7—g8. 7. Dd3—g6, und Schwarz gab auf. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Der Störenfried. Zur Zeit der Stuarts war Dr. Robert South in Cambridge Unioersitätsprediger und Hofprediger. Einmal hatte er in ©t. Paul vor Karl II. und seinem Hofe zu predigen. Ob es nun an dem heißen Wetter lag oder ob andere Gründe dafür vorhanden waren, der Prediger mußte zu seinem Schrecken sehen, daß der König und die meisten Herren seines Gefolges während feiner Predigt eingeschlafen waren. Einige schnarchten sogar recht laut. South sah sich das eine Zeit lang mit an, dann aber unterbrach er sich und wandte sich an Lord Lauderdale, der neben dem König saß und rief ihm laut zu: „Mylord, ich bitte Sie um Verzeihung, wenn ich störe, aber Sie schnarchen so furchtbar, daß Sie Gefahr laufen. Seine Majestät zu wecken." Gutes Geschäft. Viele Jahre vor dem Kriege erschien in der Universitätsklinik von Kiel ein stämmiger Landmann — anscheinend Mitte der vierziger Jahre — und bot dem Geheimrat von Esmarch sein Skelett zum Verkauf an. „Aber mein Bester", meinte Esmarch, „da würden wir am Ende doch ein wenig zu lange warten müssen, bis wir den Besitz antreten könnten — was wollen Sie denn überhaupt mit dem Gelde anfangen?" — „Ich will nach Australien auswandern, Herr Geheimrat." Staubsauger Lichtspielhaus GLORlfl Heute Montag: 7789 A | Aber dann nur den £ CARLMowarg Die GIESSEN SELTERSWEG 81 Nur die beste Drucksache bei sie nützen. Deshalb epa Herausgabe der besten Drucksache» eie Brühl’sche Druckerei, Schulstraße ?, Anruf 2251 (I PQLRST Giessen j IJNHABER- ©ÄRL HE'NZ SCHtUTFP~| Werbung wirksam unterstützen. 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