lir. 262 Erster Blatt 186. Jahrgang Samstag, r. November 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblattei Heimat im Bild - Die Scholl« Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer '2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats-Vuch- und Steindruckerei R. Lange tn Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Millagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25O/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Europäische Gespräche. Die Diskussion der besten Methode einer Stabilisierung des Friedens in Europa hat durch die Mailänder Rede Mussolinis und die Antwort, die der britische Außenminister darauf vorgestern im Unterhaus erteilt hat, einen starken Antrieb erhalten. Der Duce hatte hart und nüchtern Italiens Auffassung zu den Problemen unmißverständlich dargelegt, die in den vergangenen Jahrzehnten die europäische Politik wie Irrlichter in den Sumpf rettungsloser Verstrickung von Ideal und Wirklichkeit, von Menschheitsbeglückung und nackter Jnter- essenpolitik gelockt hat. Mussolini hatte zu diesen Illusionen, die man als solche erkannt hat, weil sie beim Uebergang aus der stickigen Luft der Konferenzsäle in die rauhe Atmosphäre machtpolitischer Wirklichkeit geplatzt sind wie Seifenblasen, in erster Linie den Gedanken der A b r ü st u n g gerechnet. Er hatte gesagt, niemand wolle zuerst abrüsten, und die gleichzeitige Abrüstung aller sei unmöglich. Bleibt also die Aufrüstung, so haben ihm die britischen Staatsmäner in ihrer Antwort sekundiert und die fieberhaft betriebene eigene Aufrüstung vor sich selbst und dem grundsätzlichen Pazifismus der Opposition damit begründet, daß England nicht stark genug gerüstet sein könne, um seine internationalen Verpflichtungen aus der Völkerbundssatzung zu erfüllen, ja Eden prägte den Satz, je Parker England heute sei, um so größer sei die Gewißheit des Friedens. In diesem Punkt besteht also Einigkeit, wobei uns Deutschen nur die Frage erlaubt sei, warum man denn auch in England die Angleichung der deutschen Rüstung an den allgemeinen Rüstungsstand als angebliche Störung des Friedens und Hindernis einer Verständigung hinzustellen beliebte, wenn man in London selbst davon überzeugt ist, daß — wie ja der deutsche Reichskanzler immer wieder an dem mitteleuropäischen Gefahrenherd erläutert hatte, ohne freilich damals auf Verständnis zu stoßen — nur starke Mächte echte Garanten des Friedens sind, die Schwäche eines Staates aber geradezu zu Friedensbruch und Gewalttat reizt. Mussolini wünscht nicht den Betrug, der darin lag, daß man in Ausführung des Diktats von Versailles zwar die Unterlegenen bis zur letzten Kanone entwaffnete, selbst nun aber sich um die Durchführung der in Versailles feierlich übernommenen Abrüstungsverpflichtung unter immer wieder neu erfundenen Vorwänden herumdrückte, durch neue Abrüstungsversprechen zu verlängern. Er sieht keine Möglichkeit einer gleichzeitigen und gleichmäßigen Abrüstung aller und lehnt es ab, den Ernst der politischen Lage, wie sie sich ihm darstellt, durch neue Illusionen zu vernebeln. Engländer und Franzosen halten dagegen roenigens im Grundsatz an der Möglichkeit fest, daß es einmal zu einem brauchbaren und wirksamen Abrüstungsoder zumindest Rüstungsbeschränkungsabkommen kommen könnte. Die Franzosen haben sogar den längst in Vergessenheit geratenen Abrüstungsausschuß des Völkerbundes in Genf wieder angekurbelt, aber wie wenig sie selber von irgendwelchem Ergebnis ihrer Aktion in absehbarer Zeit überzeugt, ja wie wenig sie selber gewillt sind, das ihrige dazu zu tun, zeigt ja gerade eben die Rüstungsvor- läge des Kabinetts Blum. Sie will mit Rücksicht auf die Anforderungen, die ein Zukunftskrieg an die technische Vorbildung des Soldaten stellt, wie auch im Hinblick auf den vermehrten Be- oarf an Unterführern im Kriege das Element bes Berufssoldaten im Rahmen des auf der allgemeinen Wehrpflicht beruhenden stehenden Heeres zahlenmäßig stärken, daneben aber noch ein Spezi a l k o r p s auffteöen, das namentlich mit den kamplizierteren technischen Waffen ausgerüstet werden wird. Der Plan wird begründet — abgesehen natürlich von der deutschen Aufrüstung, die heute in Frankreich sowohl wie in England immer herhalten muß, um dem wenig bewilligungsfreudigen Parlament neue Rüstungsausgaben schmackhaft zu machen — mit dem Jnaussichtstehen von rekrutenschwachen Jahrgängen. Dies Problem trifft das an sich schon nachwuchsarme Frankreich besonders empfindlich. Da eine nochmalige Erhöhung der Dienstzeit bei den regierenden Parteien der Linken auf keine Sympathien stoßen würde, ist man auf den Ausweg einer Verstärkung des lang dienenden Berufssoldatentums verfallen. Man wird dabei vermutlich mehr Erfolg haben als die Engländer, die zwar mit aller Energie an die Durchführung eines Riesenaufrüstungsprogramms gehen aber vorerst keine Möglichkeit sehen, die neuen Formationen in der geplanten Stärke auch tatsächlich aufzustellen, wenigstens soweit das Landheer in Betracht kommt, weil einmal trotz immer noch vorhandener beträchtlicher Arbeitslosigkeit auch die verlockendsten Anpreisungen der Werber nicht imstande sind, die überkommene Scheu des jungen Engländers vor dem Militärdienst zu überwinden und weil zum anderen von den Angeworbenen ein ungewöhnlich hoher Prozentsatz sich als körperlich für den Militärdienst untauglich erweist. Deshalb auch in der Thronrede König Eduards rote m allen Erklärungen der Minister der nachdrückliche Hinweis auf die Notwendigkeit einer planmäßigen körperlichen Ertüchtigung der englischen Jugend. Die französische Rüstungsvorlage 3ei.F a^$ Frankreichs Entschlossenheit, sich auch Milttansch der durch die belgische Neutralitätserklärung veränderten Lage anzupassen. Line halbe Milliarde Franken ist für die Verlängerung der Maginotlinie nach Norden entlang der belgisch- französifchen Grenze vorgesehen, die man bislang im Vertrauen auf das Militärabkommen mit Belgien so gut wie unbefestigt gelassen hatte. Weder die englische Thronrede noch die Erklärungen Edens und Neville Chamberlains sind auf die Erklärung des Königs der Belgier naher eingegangen. Man Oie Feier -es 9. November in München. Das Programm für die Feierlichkeiten in -er Hauptsta-t -er Bewegung. München, 6. Nov. (DNB.) Das offizielle Programm für die Begehung des 8. und 9. November in der Hauptstadt der Bewegung liegt vor. Danach beginnen die Feierlichkeiten am Sonntag, den 8. November, um 19 Uhr, mit dem Treffen der alten Kämpfer imBürgerbräu- feiler, wo der Führer zu feinen alten Kämpfern an dieser historischen Stätte sprechen wird. Es spielt der Musikzug und der Spielmannszug der Standarte Adolf Hitler. Die Teilnehmer dieser Versammlung sind: die alten Kämpfer, die Hinterbliebenen der 16 Ermordeten, die Gäste des Führers, die Reichsleiter und Gauleiter, die Obergruppenführer und Gruppenführer, SA., SS., NSKK., die Obergebietsführer und Gebietsführer, die Hauptdienstleiter der Reichsleitung und die Arbeitsgauführer des Reichsarbeitsdienstes. Um 23 Uhr erfolgt dann der Einmarsch der Standarten durch das Siegestor zur Feldherrnhalle. An ihm beteiligen sich: der Musikzug der SS.-Standarte „Deutschland", der den Aufmarsch eröffnet. Ihm folgen zwei Ehren- ftürme der SS.-Standarte „Deutschland", hinter denen die Blutfahne getragen wird, an die sich die Standarten der SA., SS. und des NSKK. reihen. Anschließend tragen alte Kämpfer die 16 Kränze, die der Führer den ersten Blutopfern der Bewegung widmet. Ehrenstürme der SA., des NSKK., der Politischen Leiter, des Reichsarbeitsdienstes unö der SS. beschließen den mitternächtlichenZug, der seinen Weg durch die Ludwigstraße zum Odeons- p l a tz nimmt. An dessen beiden Seiten nehmen die Standarten Aufstellung. Kampfgenossen von 1923 legen unter den Klängen des Präsentiermarsches die 16 Kränze des Führers an den in der Feld« herrnhalle aufgestellten Flammen-Pylonen nieder, deren jede den Namen eines der Ermordeten trägt. Nunmehr bezieht Hitlerjugend die Ehrenwache. Die Ehrenstürme der SA., des NSKK., der Politischen Leiter, des Reichsarbeitsdienstes und der SS. ziehen am Mahnmal vorbei. Dem Montag, dem 9. November, gibt sein Gepräge der Marsch des 9. November. Um 10.30 Uhr erfolgt die Aufstellung des Zuges am Bürgerbräukeller. Als erster nimmt Julius Streicher Aufstellung, hinter dem die Blutfahne getragen wird. Es reihen sich an, die Führergruppe, die alten Kämpfer, die Reichsleiter, Gauleiter, Obergruppenführer und Gruppenführer, SA., SS., NSKK., Obergebietsführer und Gebietsführer, Hauptdienstleiter der Reichsleitung, Arbeitsgauführer des Reichsarbeitsdienftes. Dahinter stellen sich auf: zwei Stürme SA., ein Sturm NSKK., eine Abteilung Politische Leiter, eine Abteilung Reichsarbeitsdienst und ein Sturm SS. Für die alten Kämpfer ist als Marschanzug Uniformmantel und Mütze ohne Rang- und Dienstabzeichen vorgesehen. Um 12.10 Uhr beginnt dann der Marsch des Zuges durch die Straßen des 9. November 1923 zur Feldherrnhalle. Dort findet das Gedenken am Mahnmal statt. Sechzehn Salutschüsse künden an, daß vor 13 Jahren 16 Männer ihr Leben für Deutschland geopfert haben. Nach diesem Weiheakt zum Gedächtnis und zur Ehrung der ersten Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung erfolgt der Marsch von der Feldherrnhalle zur Ewigen Wache. Auf dem Königlichen Platz sind um 13.10 Uhr angetreten zum Appell vor den Toten der Bewegung Marschblöcke der SA., des NSKK., der Politischen Leiter, des Reichsarbeitsdienftes und der Hitler-Jugend, die Rekruten der SS.-Stan- darte Adolf Hitler und SS.-Standarte Deutschland. Nach dem Eintreffen des Zuges des 9. November nehmen die alten Kämpfer vor der Ewigen Wache Aufstellung. Adolf Hitler steht bei den Helden der Bewegung. Danach ruft der Sprecher der Partei, Adolf Wagner, zum Appell, die Wachparade zieht auf, worauf der Sprecher der Partei den Appell beendet. „Die Fahnen des Sieges heraus!* Aufruf des Reichspropagandaleiters zum 9. November 1936. Berlin, 6. Nov. (DNB.) Reichspropaganda- leiler Dr. Goebbels gibt bekannt: Alljährlich am 9. November gedenkt die nationalsozialistische Bewegung und mit ihr die ganze Nation in stol- 3 er Trauer ihrer Toten. Aeberall im Reiche ziehen an den Gräbern unserer ermordeten Kameraden die Ehrenwachen der nationalsozialistischen Formationen auf. 3 n der hauptstadt der Bewegung schart der Führer seine ältesten Mitkämpfer um sich. Zu ihnen spricht er am Vorabend des 9. November in dem gleichen Saal, von dem die schicksalhaften Ereignisse des Jahres 1923 ihren Ausgang nahmen. Mit ihnen tritt er jedes 3ahr von neuem den historischen Marsch zur Feldherrnhalle an. Zu derselben Minute, da am 9. November 1923 die ersten 16 Blutzeugen der nationalsozialistischen 3dee in den Salven eines heimtückischen Verrates zusammenbrachen, donnern nun jedes 3ahr 16 Schuß Salut an der Feldherrnhalle auf als Zeichen des Auszugs der 16 Gefallenen am 9. November 1923 zur Ewigen UJadje auf dem königlichen platz. So wird jedes Jahr von neuem der Totengedenktag der nationalsozialistischen Bewegung zu einem Feiertag des Sieges und der Auferstehung für das ganze deutsche Volk. Und deshalb hissen wir auch am 9. November d i e Fahnen des neuen Reiches an allen öffentlichen Gebäuden, Arbeitsstätten und Wohnhäusern als Siegesbanner der deutschen Revolution. London in Erwartung des polnischen Außenministers. Warschau, 6. Nov. (DNB.) Der polnische Außenminister Beck wird sich mit Frau Beck auf Einladung der englischen Regierung zu einem offiziellen Besuch nach London begeben, um den Besuch zu erwidern, den Außenminister Eden 1935 in Warschau gemacht hatte. Minister Beck wird von dem Kabinettsdirektor im Außenministerium Graf Lubienski, dem Chef der Westabteilung des Außenministeriums Graf P o - tocki und feinem persönlichen Sekretär Siedle ck i begleitet. Minister Beck, der am Sonntagmittag in London eintrifft, wird am Dienstag vom König empfangen werden. Am Donnerstagnachmittag verläßt Minister Beck London und fährt direkt nach Warschau zurück. Der Besuch des Außenministers Beck findet i n London starke Beachtung. In unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß sich die Unterhaltungen, die Oberst Beck mit dem englischen Außenminister Eden haben wird, in der Hauptsache auf drei Punkte erstrecken: 1. Das polnische Interesse an den Westpakt Verhandlungen, 2. die Danziger Frage, für die Eden Berichterstatter in Genf ist, 3 wirtschaftliche Fragen, wozu auch die Frage der Einwanderung polnischer Juden nach Palästina zu rechnen ist. Für die Verhandlungen zwischen der englischen und der polnischen Regierung sind zunächst drei Tage vorgesehen. Der stets gut unterrichtete Londoner Berichterstatter des „Scotsman" formuliert — anscheinend auf Grund von Informationen von polnischer Seite — d i e polnischen Ansichten wie folgt: Polens Außenpolitik sei vor allem von dem Bestreben geleitet, den europäischen Frieden 3U sichern. Sie sei weder gegen Deutschland gerichtet, mit dem Polen eine nicht hoch genug einzuschätzende Verständigung habe, noch gegen Sowjetrußland, dessen Regime Polen ablehne, mit dem es aber doch ausschließlich freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten wünsche. Warschau sei der Ansicht, daß das französisch-polnische Bündnis, das in feiner gegenwärtigen abgeänderten Form darauf berechnet fei, den deutschen Verdacht einer Angriffsabsicht zu beseitigen, für den Frieden sorge. Polen habe nicht den Wunsch, ein „voll eingeschalteter Teilhaber" in dem neuen W e st p a k t zu werden, aber es verlange, daß kein Problem des Westpaktes, das feine osteuropäischen Interessen berühre, geregelt werde, ohne daß Polen gefragt werde. Hierin werde zweifellos der Kernpukt der Besprechungen Oberst Becks mit den britischen Ministern zu suchen sein. Außenminister Beck erklärte dem Vertreter' des Reuter-Büros in Warschau u. a.: „Ganz abgesehen von der erheblichen Verschiedenheit der politischen Belange Englands und Polens glaube ich doch, daß die Grundlage zu einem ersprießlichen Meinungsaustausch über Angelegenheiten des europäischen Kontinents gegeben ist, da die Politik Londons und Warschaus sich dadurch kennzeichnet, daß sie sich bemüht, d i e Beziehungen der Staaten untereinander zu stabilisieren und Schwierigkeiten auszuräumen." Oer Wunsch nach Verständigung. Die britische Gesandtschastswache in Addis Abeba wird zurückgezogen. Rom, 6. Nov. (DNB.) Der englische Botschafter hat dem italienischen Außenminister den Beschluß feiner Regierung mitgeteilt, die zum Schuhe der englischen Gesandtschaft in Addis Abeba stehende Abteilung indischer Truppen zurückzuziehen und die italienischen Behörden zu ersuchen, den Schuh der Beamten der Gesandtschaft zu übernehmen. Vom italienischen Außenminister Graf E i a n o wurden entsprechende Zusicherungen gegeben, worauf der englische Botschafter erklärte, daß der Beschluß schnell zur Durchführung gebracht werden solle. Graf Eiano hat daraufhin zum Ausdruck gebracht, daß seine Regierung den Beschluß zu schätzen wisse. begnügte sich mit der lakonischen Feststellung, daß man eine Versicherung erhalten habe, daß Belgien an feinen bestehenden Verpflichtungen festhalte. Belgien wird wohl bei den kommenden Verhandlungen über den Westpakt feinen neugewählten Standpunkt genauer präzisieren. Man wird dann klarer sehen können, welche Verpflichtungen Belgien künftighin für sich als bindend erachten wird. Der Westpakt ist nach englischer Auffassung ein Glied in einem System der kollektiven Sicherheit, das Neville Chamberlain in seiner Unterhausrede als die einzige Hoffnung der Welt bezeichnete, den Frieden aufrechtzuerhalten, während Mussolini es unter die konventionellen Lügen und Illusionen einreihte. Niemals werde, so sagte der Duce in Mailand, ein männlich starkes Volk seine Sicherheit und sein Schicksal den unsicheren Händen Dritter anvertrauen. Ebenso scharf lehnte er die Auffassung vom „unteilbaren Frieden" ab. Dieser Phrase bolschewistischen Ursprungs, die namentlich in Gens und Paris schon soviel Verwirrung in den Köpfen der Diplomaten angerichtet hat, stellte der Duce die Warnung vor dem „unteilbaren Krieg" entgegen und lehnte es in voller Uebereinstimmung nut den auch von den deutschen Staatsmännern immer wieder aufgestellten Grundsätzen mit aller Entschiedenheit ab, sich für anderer Leute Interessen zu schlagen. Englands Schatzkanzler Neville Chamberlain, der in diesem Punkt erheblich ausführlicher wurde, als sein Kollege Eden, will das System der kollektiven Sicherheit, wie es uns von Moskau und Paris mit Hilfe der Phrase vom „unteilbaren Frieden" als Allheilmittel zur Aufrechterhaltung des Friedens angepriesen wird, wesentlich beschränkt wissen. Denn auch England wünscht ebensowenig wie Deutschland und Italien seine Knochen für eine Sache zu Markte zu tragen, die kein englisches Lebensinteresse berührt. Das A und O der eng- lischen Außenpolitik ist zwar nach wie vor der Völkerbund, und mit eiserner Konsequenz hält England deshalb auch, wie ja aus den Unterhausreden Edens und Chamberlains hervorging, an der Fiktion fest, daß der Abessinienkonflikt niemals ein englisch-italienischer Streitfall gewesen sei, daß vielmehr England lediglich sich bemüht habe, seine Verpflichtungen aus Der Völkerbundssatzung zu erfüllen. Aber die Frage ist oft gestellt und niemals beantwortet worden, ob England sich auch dann mit einem solchen Aufwand an Energie für die Erfüllung seiner Völkerbundsoerpflichtungen eingesetzt hätte, wenn diese zufällig weniger eindeutig mit den machtpolitischen Interessen des Empire übereingestimmt hätten als im Abessinienkonflikt. Jedenfalls sieht England auf Grund seiner eben gemachten Erfahrungen im Sanktionskrieg gegen Italien das Heil in einer Untermauerung des Völkerbundes durch Regionalpakte, die für besonders gefährdete Teile der Erde unter den daran vor allem interessierten Mächten abgeschlossen werden sollen mit der Verpflichtung, gegen einen Friedensbrecher in diesem regional begrenzten Bezirk zum Kriege zu schreiten. Mussolini stellt dagegen den Grundsatz des direkten Ausgleichs der Interessen in zweiseitigen Verträgen, wie sie Italien mit Oesterreich und Ungarn in den römischen Protokollen, Deutschland mit Polen und Oesterreich und im Flottenabkommen auch mit England abgeschlossen hat und wie schließlich ohne ausdrückliche Derttagsform dem Sinne nach auch der deutsch-italienische Ausgleich in diese Reihe gehört. Hier ist also eine sehr erhebliche Meinungsverschiedenheit im Grundsätzlichen zwischen der englischen Auffassung, ganz abgesehen von den mit Absicht verschwommen und nebelhaft gehaltenen Sicherheitsplänen Frankreichs und der Sowjetunion, und der durch die praktische Erfahrung wohl begründeten Auffassung Deutschlands und Italiens, die beide es strikt ablehnen, irgendwelche Verpflichtungen zu übernehmen, die sie eines schönen Tages zwingen könnten, für Interessen das Schwert zu ziehen, die sie nicht als lebenswichtig für ihre Völker betrachten können. Sie wollen in keiner Weise sich ihr Selbstbestimmungsrecht einengen lassen durch automatisch in Gang kommende Verpflichtungen, soweit nicht eigene lebenswichtige Interessen in Frage gestellt sind. Diese Auffassung, die anscheinend auch Belgien teilt, wird in den Besprechungen der an einem Westpakt interessierten fünf Mächte zur Debatte stehen. Er wird aber auch eine Rolle spielen, falls es zwischen England und Italien zu Verhandlungen über das Mi11elmeer kommen sollte. In den Reden dieser Woche ist ja auch darüber schon der beiderseitige Standpunkt sorgsam abgetastet worden. Mus- folini hat in Mailand erklärt, daß das Mittelmeer für England eine Verkehrsstraße sei, die Italien keineswegs bedrohen wolle, für Italien [el es aber das Leben. Eden hat in seiner Antwort die lebenswichtigen Interessen Italiens im Mittelmeer zwar anerkannt, aber die gleichen Interessen auch für England in Anspruch genommen und damit Mussolinis Meinung korrigiert, als ob das Mittelmeer für das britische Reich nur ein Seeweg unter vielen sei. Aber Eden ließ keinen Zweifel darüber, daß die britische Regierung Mussolinis Wunsch nach einer Verständigung teile und eine Regelung für möglich halte, die den Interessen beider Völker gerecht werde. Mit großer Entschiedenheit machten die englischen Minister gegen das Gerede von einem kommenden Kriege Front. Englands Teilnahme an einer Einkreisung Deutschlands wurde ebenso energisch abgelehnt wie die Aufteilung Europas in gegnerische Blocks verbündeter Mächte im Stile der Vorkriegspolitik. Diesem Grundsatz entspricht die Erklärung Edens, daß der Wunsch Deutschlands nach einer engeren deutsch-englischen Freundschaft in England aufrichtig erwidert werde, aber sie dürfe nicht ausschließlich sein und sich nicht gegen irgend jemand anders richten. Das Wort Moskau ist zwar aus ministeriellem Munde nicht gefallen, aber Winston Churchill, der ja irgendwelcher Sympathie für Deutschland seit jeher unverdächtig ist, warnte zwar die Regierung, sich in einen „nationalsozialistischen Feldzug gegen den Kommunismus" hineinziehen zu lassen, übte dann aber eine für einen britischen Parlamentarier ungewöhnlich scharfe Kritik an der Einmischung Moskaus in Spanien, wo der Bolschewismus die Revolution planmäßig vorbereitet habe. Für die Sicherheit dieses bolschewistischen Rußlands auch nur einen britischen Soldaten marschieren zu lassen, nannte er ein Verbrechen und eine Dummheit. Die Sowjetdiplomatie hat sich also durch ihr ebenso arrogantes wie verlogenes Auftreten im Londoner Nichteinmischungsausschuß anscheinend die englischen Sympathien gründlich verscherzt. Die Radauszenen, die der jüdisch-kommunistische Mob im Londoner Ostend veranstaltet hat, werden auch das ihrige dazu beigetragen haben, den Engländern die Augen zu öffnen. Die Entlarvung des Weltrevolutionärs und berufsmäßigen Friedensstörers macht riesenhafte Fortschritte. Der Kampf des nationalen Spaniens um feine Rettung vor der bolschewistischen Anarchie kann in London ebensowenig mit Gleichmut beobachtet werden, wie die Zuspitzung der Verhältnisse in Frankreich, wo der Kriegsminister bereits gegen kommunistische Zellenbildung im Heer einschreiten muß. Die Sicherheit der abendländischen Kulturnationen vor dem revolutionären Anschlag des Bolschewismus wird nicht sobald von der Tagesordnung der europäischen Gespräche verschwinden, mögen heute auch noch britische Staatsmänner sich an die Fiktion klammern, daß die Sowjetunion ein Staat sei, wie jeder andere auch. F. W. L. Rat onale Vorhut im Weichbild Madrids. Die roten Stellungen am Manzanares im nationalen Artilleriefeuer. Salamanca, 6. Rov. (DRB.) Die nationalen Truppen haben am Freitag um 13 Uhr in ihrem weiteren Vormarsch auf Madrid die Vororte Retamares und Villaverde genommen. Eine Abteilung ist von Carabanchel Alto aus in die Vorstadt Carabanchel Bajo eingedrungen. Damit ist die Vorhut der Nationalisten bis auf fünf Kilometer an die Stadtmitte heran- gerückt. Sie befindet sich bereits im eigentlichen Weichbild Madrids. Am Freitagnachmittag vollführte ein aus drei schweren Bombern und neun Jagdflugzeugen bestehendes Geschwader der Nationalisten einen Angriff auf d i e roten Stellungen an den Ufern des Manzanares, um diese sturmreif zu machen. Es wurden zahlreiche Bomben abgeworfen, die den Roten schwere Verluste beibrachten. Sämtliche strategischen Ziele konnten ohne nennenswerte Verluste erreicht werden. Hingegen haben die in der Richtung auf Madrid zurückfliehenden roten Horden schwere Verluste erlitten. Unter der zahlreichen Beute befanden sich wieder drei Tanks sowjetrussischer Herkunft, womit die Gesamtzahl der erbeuteten Tanks 15 erreicht. In Madrid hat man den ganzen Tag über im Zentrum der Stadt den Kanonendonner vernommen, der immer näher zu rücken schien. Die rote Artillerie hat sich bereits in die Stadt zurückgezogen, um von dort aus die Stellungen der Nationalisten bei Carabanchel und Villaverde zu beschießen. Mehrere rote Flugzeuge warfen Flug- Zettel über der Stadt ab, in denen die „Kameraden von Madrid" unter Hinweis auf die neu ein« getroffenen Flugzeuge aufgefordert werden, den Mut nicht sinken zu lassen und nun endlich vorwärts zu marschieren. Der Rundfunksender von Tetuan teilte mit,, daß der sowjetrussische Botschafter Moses Rosenberg nachdrücklichst darauf bestanden habe, in allen noch nicht von den nationalen Truppen besetzten Provinzen die Sowjetrepublik aus-gurufen. In Barcelona sei es zu Zusammenstößen zwischen Anarchisten undKommunisten gekommen, wobei es auf beiden Seiten zahlreiche Verletzte gegeben habe. In Bilbao schlugen sich die nationalistischen Basken mit den Anarchisten. Das rote Maffeomorden hält an Unbeschreiblicher Terror in Alicante. Paris, 7. Nov. (DNB. Funkspruch.) „Jour" gibt den Bericht von Augenzeugen wieder, die in Alicante einem furchtbaren Massenmord d e r Roten beigewohnt haben. Diese Augenzeugen waren mit dem regelmäßigen französischen Flugzeug über Toulouse und Alicante nach Casa- blanca geflogen. In Alicante fand zufällig ein Luftangriff nationaler Flugzeuge auf den Hafen statt. Die Wut der Kommunisten über diesen Angriff sei unbeschreiblich gewesen. Mit Messern und Revolvern bewaffnet, so berichten diese Zeugen, stürmten die roten Horden Gefängnisse, in denen sich Tausende von Geiseln befanden, und metzelten alles nieder, was ihnen in den Weg kam. Etwa 10 0 0 Geiseln sollen bei diesen Massenmorden ums Leben gekommen sein. Unter den Opfern befinden sich auch die Schwester Generals Queipode Llano, sowie ein Sohn Primo de Riveras. In der Stadt selbst herrsche unbeschreiblicher Terror. Oie österreichische Frontmiliz. Wien, 6. Nov. (DNB.) In dem ersten Befehl des neuen Vizekanzlers, Frontmilizführer Hül- g e r t h, fällt vor allem auf, daß sich Baar-Bakenfels auch weiterhin als Milizführer der Reserve der Frontmiliz zur Verfügung hält, während sich Fürst Starhemberg offenbar vollkommen zurückzuziehen beabsichtigt. Der Befehl enthält die Aufforderung an alle Mitglieder der ehemaligen freiwilligen Wehrverbände, der Frontmiliz unverzüglich beizutreten. Es ist bekannt, daß sehr viele Heimatschützler bisher gezögert haben, in die Frontmiliz einzutreten. Bürgermeister Schmitz wurde zum Führer der Betriebsmiliz der Stadt Wien und der Generalmajor Zar zu dessen Stellvertreter ernannt. Den Betriebsmilizen wird die Sonderausgabe zufallen, die Aufrechterhaltung der städtischen Betriebe unter allen Umständen sicherzustellen. Trügerische Namen. 'Polens Außenminister — ein Deutscher? Diese Frage ist durchaus ernst gemeint. Allerdings wird sie nicht aufgeworfen, was wir vorweg feststellen möchten, um einen Streit um den polnischen Außenminister Beck zu entfachen. Ausgelöst ist diese Frage vielmehr durch die polnische Presse, die seit Tagen im Zusammenhang mit den Schöneberger Vorgängen behauptet, polnische Volksangehörige würden auf Danziger Boden terrorisiert. Bei den in Frage kommenden Personen handelt es sich um Danziger Staatsangehörige, die zu Protokoll gegeben haben, daß sie sich weder zur polnischen Minderheit rechnen noch irgendwie mit dem Polentum etwas zu tun haben. Auch ihre Vorfahren seien ebenso gut deutsch gewesen wie sie es sind. Nur d i e Namen dieser Personen sind polnisch. An sich ist das im Osten nichts Aufregendes. Hier ist in der Vergangenheit, als Polen schon einmal deutsche Gebiete beherrschte, mancher Deutscher genötigt worden, seinen deutschen Namen zu polonisieren. Infolgedessen laufen heute viele Deutsche mit polnischen Namen herum. Aber diese Namen sind für die polnische Presse Anlaß genug, nun kurzerhand zu behaupten, ihre Träger seien Polen. Wollte man einfach den Namen als Merkmal der Volkszugehörigkeit ansprechen, dann müßte man in der Tat eine Untersuchung darüber anstellen, ob z. B. der polnische Außenminister mit dem gut deutschen Namen Beck nicht auch ein Deutscher ist. Die polnische Presse wird dav entschieden bestreiten, sie wird auch die vielen Polen mit deutschen und deutsch klingenden Namen — Bartel, ehemaliger Ministerpräsident; Romer, Protokollführer im Außenministerium; Langner, Brigadegeneral; Ullrich, Thugutt, Hübner, Feurig, Eberhard, durchweg ehemalige polnische Minister — nicht mit der Eile abschreiben, mit der sie die deutschen Träger polnischer Namen dem Polentum zuzählt. Sie wird vielmehr stürmisch die Polen mit deutschen Namen a l s gute Polen verteidigen. Und darin hätte sie dann auch vollkommen recht. Denn auch wir sind der Meinung, daß nicht der Name ausschlaggebend ist. Infolgedessen ist also der polnische Außenminister Beck durchaus kein Deutscher. Er ist ein Pole so gut wie jeder andere auf sein Volkstum stolze Angehörige der polnischen Nation. Aber auch die drei Schöneberger Bürger mit den polnischen Namen sind keine Polen. Sie sind Deutsche und werden es immer bleiben. In einer Entschließung, die einstimmig angenv.n- men wurde, wird darauf hingewiesen, daß dis Politik der demokratischen Vereinigung ausschließlich auf den Frieden gerichtet sei. Dieser Friede wäre jedoch bedroht, wenn Europa, wie vor dem Kriege, sich wieder in zwei Lager teile, von denen jedes eine Vormachtstellung einzunehmen wünsche. Er würde noch zweifelhafter werden, wenn sich in den internationalen Beziehungen die ideologischen Konflikte erweiterten. Frankreich dürfe auch unter keinem Vorwand in d ie innere Politik der anderen Staaten eingreifen und müsse jede Propaganda verurteilen, die vor allem im Augenblick der spanischen Wirren geeignet sein könnte, das Land einer Kriegsgefahr auszusetzen. D:e 3nternationale in französischen Marmearsenalen Mißbilligung des Senats. Paris, 6. Nov. (DNB.) Der Senat besprach die Begleitumstände der kürzlichen Besichtigungsreise des Unterstaatssekrctärs für Kriegsmarine, Blancho, in die französischen Kriegshäfen und Arsenale. Senator Dumesnil führte aus, Unterstaatssekretär Blancho habe seinem Besuch den Charakter einer parteipolitischen Propaganda gegeben: in den Bahnhöfen sei er mit dem Gesang der Internationale und mit erhobenen Fäusten begrüßt worden; er habe ferner geduldet, daß er auch in den Arsenalen mit dem Gesang der Internationale empfangen wurde und dies in Anwesenheit der Marineoffiziere. Inzwischen seien 7 Mann der Besatzung vom U-Boot „Kaiman" vor ein Kriegsgericht geladen worden, weil sie in betrunkenem Zustande die Internationale gesungen haben. „Und Sie. Herr Unterstaatssekretär?", so fragte Senator Dumesnil. Der auf der Regierungsbank sitzende Ministerpräsident Blum konnte bei dieser rhetorischen Frage sein Lachen nicht verbeißen. Dies nahm der rechtsstehende Senator Lemery zum Anlaß, um dem Ministerpräsidenten zuzurufen: „Sie haben nicht das Recht zu lachen; es ist eine Schänd eü" Senator Graf de L e u f f e rief ebenfalls laut aus: „Ein Elsässer, der solchem Schauspiel beiwohnt, kann nur sagen, daß Sie (der Ministerpräsident) entehrt sind!" Marineminister Gasnier-Dupare erklärte, daß ein Minister das Recht habe, seine Reisen so zu organisieren, wie er es für richtig halte. In der In- ternationate kämen nicht nur der Haß, sondern auch die Hoffnung der Arbeiterschaft zum Ausdruck; die Form sei vielleicht tadelnswert, nicht jedoch die Absicht (!). In einer Entschließung bringt der Senat fein Bedauern über diesen Zwischenfall zum Ausdruck. Die Regierung hatte gegen diesen Akt der Mißbilligung des Senates nicht die Vertrauensfrage gestellt. KommumstW?s Revolutions- Heer in Frankreich? Paris, 6. Nov. (DNB.) „Oringoire" veröffentlicht den Artikel eines ungenannten Gewährsmannes über die Vorbereitung einer revolutionären Armee unter dem Befehl des früheren französischen Offiziers und Kommunisten Marty. Es soll sich um ein k o m m u n i st i s ch e s Stoßtruppheer handeln. Der Plan sehe die Ausnutzung des sogenannten roten Gürtels, d. h. der kommunistischen Vororte von Paris, zur Einkreisung der Hauptstadt vor. Marty sei ein Kriegsschatz von 10 Millionen Franks für den Revolutionskrieg zur Verfügung gestellt worden. Der Kern der kommunistischen Armee in Frankreich wird mit 30 000 Mann angegeben. Für die Ausrüstung und Bewaffnung habe die Operationsstelle durch Mittelsmänner in der Schweiz und in Belgien folgendes bestellt: 10 000 Gewehre, 3500 Revolver, 1000 Maschinenpistolen, 50 000 Handgranaten, 1 Million Schuß Gewehrmunition, 750 000 Schuß Revolvermunition, 30 000 Ladestreifen für Maschinenpistolen, 20 000 Messer und 150 000 Meter Telephondraht Von November ab, wenn diese kommunistische Stoßtruppe ausgerüstet sei, müsse man allo, so schließt das Blatt, auf jede Eventualität gefaßt sein. Buch französische Fallschirmtruppe. Paris, 6. Nov. (DNB.) Im Rahmen des Neuaufbaues der französischen Luftstreitmacht ist auch eine Luftinfanterie vorgesehen, die im Kriegsfälle hinter feindlichen Linien eingesetzt werden soll. Sie wird in Reims und in Algier stationiert werden. Jede Gruppe wird aus einer Kompanie Füsiliere und einem Transportgeschwader bestehen. Diese Truppen sollen mit Hilfe von Fallschirmen oder durch unmittelbare Landung hinter den gegnerischen Linien eingesetzt werden. Wetterbericht des Reichswetterdiensfes. Ausgabeort .Tranffurt Das über den britischen Inseln liegende Tiefdruck- gebiet hat sich bereits zu einem kräftigen Sturm- wirbel entwickelt. Unter lebhaften Südwestwinden verfrachtet es auf seiner Vorderseite subtropische Luftmassen auf das Festland, die hier schon am Freitag zu Niederschlägen Anlaß gaben. Am Samstag- morgen wurden sie unter verbreiteten Neaensällen von nachströmenden, etwas kälteren Luftmassen verdrängt. Anschließend wird die Niederschlagstätigkeit etwas nachlassen, doch werden von Westen heran- ziehende neue Störungen die Witterung auch weiterhin unbeständig gestalten. Aussichten für Sonntag: Wechselhaftes, aber meist bewölktes Wetter, zeitweise Niederschläge, bei kräftigen, teilweise böigen Winden aus Südwest bis West etwas frischer. Lufttemperaturen am 6. November: mittags 9,7 Grad Celsius, abends 9 Grad; am 7. November: morgens 8,5 Grad. Maximum 9,9 Grad, Minimum heute nacht 7,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. November: 7,8 Grad; am 7. November: morgens 7,2 Grad. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Ps. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags _ 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. 3 «Qöiir&in (.IWS-gMA Scharfe Schweizer Zurückweisung alljüdischer Propaganda. Oer Berner Bund gegen Verherrlichung des Mörders Frantfurter. Bern, 6. Nov. (DNB.) Der bevorstehende Mordprozeß gegen den Juden David Frankfurter, den feigen Mörder des Schweizer Landesleiters der NSDAP. Wilhelm G u st l o f f, hat die jüdische Presse in aller Welt zu Sympathieerklärungen für den Mörder und zu Verherrlichungen seiner Tat veranlaßt. Vor allem hat das Organ der jüdischen Weltliga zur Abwehr des Antisemitismus, die sich bewußt hinter den Mörder und seine Tat stellt, sogar die Person des Führers im Zusammenhang mit der Mordtat in der widerlich st en Weise angegriffen. Dieser unverfrorene Versuch jüdischer Kreise die Gerichtsverhandlung in Chur zu einem Forum für alljüdische Propaganda zu machen, ist sogar den in dieser Beziehung sonst sehr duldsamen Schweizern auf die Nerven gefallen. Der liberale „Berner Bund" bringt in einem soeben erschienen Artikel „Vor neuen Judengesetzen in Deutschland" nach Hinweisen auf die letzte Sportpalastrede von Reichsminister Dr. Goebbels Beispiele von der jüdischen Entlastungs- ofsenfioe für den Mörder David Frankfurter und erklärt es bei der deutschen Einstellung zur Judenfrage für begreiflich, wenn deutscherseits a u f derartige Hetze in entsprechender Form geantwortet würde. Es wird auf die möglichen Wirkungen eines solchen „Exzesses eines unverantwortlichen Literatentums" hingewiesen. Unter anderem habe sich auch der Emigrant Ludwig Cohn durch sein Buch für den Mörder eingesetzt. Andererseits nimmt der Artikel darauf Bezug, daß sogarder Großrabbiner von Paris sich gegen die Verherrlichung des Mörders durch jüdische Kreise gewandt habe. Diese Veröffentlichung des Schweizer Blattes darf als Zeichen dafür gewertet werden, daß die Schweiz kein Interesse daran hat, im Zusammenhang mit dem Mordprozeß Frankfurter sich von jüdischer Seite gegen Deutschland mißbrauchen zu lassen. Trüber Herbst in Paris. Von unserem Dr. Zh.-Korrespondenien. Paris, November 1936. In den grauen, regnerischen Nooembertagen spiegelt sich die trübe Stimmung wieder, von der an der Schwelle des Winters in Paris alle Welt erfaßt ist. Mißgestimmt und hoffnungslos blickt man in die dunkle Zukunft. Die Preissteigerung infolge der Franc-Abwertung vom 2. Oktober hat eben erst begonnen, und niemand weiß, wohin sie noch führen wird. Die Auswirkungen der Sozialgesetze vom letzten Sommer — die sogenannten „Matignon-Abkommen", die ihren Namen dem Palais des Ministerpräsidenten, in dem sie abgeschlossen wurden, verdanken — sind noch garnicht zu übersehen, und um die Durchführungsbestimmungen wird noch immer heftig hinter den Kulissen gekämpft, wobei bisweilen lauter Krach auf die Bühne der Oeffentlichkeit bringt. Gegen die von Regierung und Parlament kurzerhand beschlossene Einsühruna der 40-Stunden-Ar- beits woche hat sich auf dem Viarritzer Parteikongreß der Radikalsozialen sogar der Parteiführer und Kriegsminister der Volksfront-Regierung, Edouard D a l a d i e r gewandt, mit dem Hinweis, daß sie für die Masse der französischen Klein- und Mittelbetriebe den Ruin bedeute. Die kommunistische Besetzung der Arbeitsplätze wird munter fortgesetzt, obgleich sich die Regierung vor dem Senat bereits im Juli verpflichtet hatte, sie künftig als ungesetzlich anzusehen und mit Polizeigewalt dagegen einzuschreiten. Allerdings sind einzelne Betriebe, insbesondere solche für d i e Bewaffnung der Wehrmacht wichtige, polizeilich und gewaltsam von den kommunistischen Besatzungen gesäubert worden. Der marxistische Innenminister hat sogar in die Ausstandsgebiete der Norddevartements Truppen beordert, die als regelrecht" Streikbrecher die notwendige Verladung von Kohlen und andere dringende Arbeiten verrichtet haben. Welche Stellung mag nur der Nationalrat der sozialisti- schen Partei, der demnächst Zusammentritt, zu einem derartigen „Verrat" nehmen? Und was gedenkt die Nolkssrontregierung zu tun, wenn in den nächsten Monaten eine neue Streikwelle losbricht? Wenn die Arbeitergewerkschaften mit neuen Lohnforderungen kommen, nachdem der Reallohn infolge der Franc-Abwertung und der durch die Sozialgesetze heroorgerufenen Preissteigerung geringer geworden ist, als er vor den Lohnerhöhungen des letzten Sommers war? Die unentrinnbare Aussicht auf diese neuen Arbeitskämpfe, für die man weder eine Lösung noch eine Uebergangsregetung weiß, ist es vor allem, die an dieser allgemeinen Niedergeschlagenheit schuld ist und in diesem trüben Herbst jeden Vertrauensschimmer unterdrückt, der in Frankreich mehr denn in anderen Ländern zur B"l°bung der Wirtschaft unerläßlich ist. Was kann unter solchen Umständen hie Win- terfeffion des französischen Parka- ments bringen, die in diesem Jahr zeitiger als sonst begonnen fjat? Die Hauptaufgabe der außer- ordentlichen Sitzung bis zum Jahresende pflegt es ZU sein, den Staatshaushalt für das kommende Etatjahr zu verabschieden. Die Budgetdebatten der französischen Kammer haben schon Dutzenden non Regierungen den Hals gekostet. Nach den Maiwahlen des Jahres 1932 vermochte sich der Sieger Herriot auch bis zum Wiederzusammentritt des Parlaments zu halten, worauf es dann aber mit seiner Herrlichkeit zu Ende war und seine Nachfolger CHautem-ps« Sauact* Paul-Boncour und Daladier in knapper Monatsfrist einander ablöstsn. Wird auch Blum das Schicksal Herriots ereilen? Die unberechenbaren Zufälle des parlamentarischen Spiels lassen sichere Voraussagen nicht zu. Aber selbst, wenn Leon Blum stürzt, so bedeutet das noch längst nicht das Ende der Volksfront-Koalition. Politiker der Linken, wie der jetzige Innenminister Salengro, der Leiter der französischen Sozialpartei, Paul- Boncour, der radikalsoziale Parteivorsitzende D a l a d i e r oder auch der Staatsminister C haute m p s könnten die Nachfolgeschaft des Sozialistenführers antreten und mit derselben Volksfront-Mehrheit weiterregieren. Selbst der rechte Flügel dieser Koalition, die bürgerliche radikalsoziale Partei, hat auf dem Parteikongreß in Biarritz einstimmig beschlossen, in der Volksfront zu verbleiben, weil man sonst die Wiederkehr eines reaktionären Kabinetts der „Union nationale“ befürchtet. Aber ebenso einstimmig hat die Tciegierten-Ver- sammlung in Biarritz die weitere Mitarbeit an die Bedingung geknüpft, daß der kommunistische Einfluß aus der Regierung vollkommen ausgeschaltet, und die Bildung von Sowjets in den Betrieben und auf dem Lande radikal unterbunden wird. Das Kabinett Blum hat also von der radikalsozialen Partei, auf deren Unterstützung es angewiesen ist, nut eine Art Bewäh- r u n g s f r i ft zugesichert erhalten. Doch was wer- den die K o m m u n i st e n beginnen? Werden sie sich ohne Widerstand von der Einflußnahme auf die Regierungsführung ausschalten lassen, vorausgesetzt, daß der Ministerpräsident überhaupt den Willen und die Tatkraft dazu besitzt? Niemand in Paris wagt das zu hoffen, und diese unheilschwangere Frage lastet schwer auf allen Gemütern. Zu allem Uebersluß des Unglücks wird nun auch noch der kälteste Winter seit 372 Jahren prophezeit. Tatsächlich behaupten die Pariser Meteorologen, daß nach gewissen Gesetzen des Son- nen- und Mondkreises sich die Wetterpbänomene des Winters von 1564/65 wiederholen müßten Die Zeitungsredakteure sind nun schon eifrig dabei die verstaubten Chroniken jener Zeit zu mähen die schrecklichsten Geschichten herauszusuchen unb den verängstigten Lelern vorzuerzählen, was ihnen in Öen kommenden Monaten noch alles blühen werde. Das außenpol tische Programm her Opposition Flandin vor derDemokratischenBereinigrrng P a r is, 7. Nov. (DNB. Funkspruch.) Auf der zum Kabinett Blum in Opposition stehenden ßanöes- parteitagung der demokratischen Vereinigung in Bourges wandte sich der Vorsitzende der Partei der ehemalige Mmlsterpräsident Flandin darin'einleitend gegen einen Vorredner, der für eine Kündigung des Russenpaktes und für nnmutelbare Verhandlungen mit Deutschland eingetreten war. Er bedauerte es, daß man den Russenpakt nur im Zusammen- hang mit dem Kommunismus in Frankreich be- trachte. Er bilde keine Einmischung Moskaus in die französische Politik. Man dürfe auf keine Mitarbeit verzichten, so seltsam sie auch manchmal erscheinen möge. Flandin setzte sich weiter für eine Beilegung der Meinungsverschiedenheiten mit Italien ein Ebenso müsse die französisch . polnische Annäherung Vetter entmidelt werden, H.E&PH.E REEMTSMA • ALTONA-BAHRENFELD Betrifft: PREISSENKUNG Auf Antrag der Fachuntergruppe Cigarettenindustrie ist eine neue Preisklasse im Kleinverkaufswert von 41f6 Pfg. geschaffen worden. Die Hersteller hochwertiger Orientcigaretten haben daraufhin eine allgemeine Preissenkung der bisherigen 5 Pfg-Preisklasse auf 41[6 Pfg. beschlossen. Die Qualitäten bleiben unverändert. REEMTSMA CIGARETTEN fx eine Packung zu 6 Stück Guter Rat nt Lieferant aller Krankenkassen 6038A billig! | Mietgesuche ] der Heimge- ön allen Fragen (Selbstverständlich kostenlos) als und sehr Güte und außerdem Zimmer von preiswert 7115V NrN Z20.-an. - Katalog 1. JeuWe WerWtten in Holst. (05145 EinAbend zuhause Hauskonzert auf einem Klavier von SCHÖNAU Läufer 7103D Pianohaus R. Schönau Kein Schaufenster | Verkäufe 18 Monate alter 3xMimmer-ta Televhon^3O96'. CaSro Stellengesuche | Vereine [Vermietungen]| 63111110« ■ Heute | Sonntag (Sieeß nurwenigen zuverm.Änfrag. zum 1.Dezember stratze 37 I, alsb. -u verm. Anfrag. zum l.Dezember ^eevnurwenigen od. spät, zu ver- i. d. Vormittags- an ruhige Mieter sagen, schriftlich mieten. (6282D stunden bei I05184 (Bahnhofstraße) mehreren durch Näh.: A.Becker, Ang. 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November (936 WM, W fe WK ' 'j 1", - ’. ’S'//"1' t ■£. ■■.... •• •?;«-vw» ^’iW > - <' fc"Xinfür J F allemal Wiffens-ast mit neuen Zielen Bon Hans Hartmann Die deutschen Geographen haben kürzlich ihren 2 6. Geographentag abgehalten. Sie sind als Forschergr'uppe, die sich über ihr Tun aus Tagungen Rechenschaft ablegt, noch nicht sehr alt — jedenfalls, wenn man sie etwa mit den Naturforschern und Aerzten vergleicht, die sich kürzlich zum 94. Male versammelt hatten. Die Geographie ist also — das zeigt sich darin — eine jüngere Wissenschaft. Jeder von uns kennt sie von der Schule her, wo sie sicher zu den beliebtesten, „leichtesten" und farbigsten Fächern gehört, aber eigentlich keine große Rolle spielt, was Stundenzahl und innere und äußere Bewertung betrifft. Woran liegt das? Ist sie zu sehr reine Aneinanderreihung von Namen, Zahlen und Tatsachen, mit jener ewig ermüdenden Wiederholung, daß man in diesem Landstrich Ackerbau und Viehzucht und in jenem Viehzucht und Ackerbau treibe? Oder ist sie viell-'icht in den Instituten der Universitäten und in den Tagebüchern der wissenschaftlichen Forschunzsreisenden so sehr zu strengen, anderen unverständlichen Wissenschaft geworden, daß sie doch keiner weiteren Verbreitung würdig ist, keiner wahren Volksnähe teilhaftig werden kann? Wir sehen, diese Fragen gehen tief ins Grund- sätzliche und in jene Bezirke, wo es sich um den Wert und die Berechtigung einer Einzelwissenschaft überhaupt handelt. Nun — wir dürfen sagen, daß der Jenaer Geographentag auf alle diese Fragen, die der ernsthafte Zeitbeobachter auf dem Herzen haben muß, eine klare und zum Teil ungemein interessante Antwort gegeben hat. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß sich die Geographie in einer Wandlung befindet: sie ist viel lebendiger geworden als früher. Sie sucht nicht nur die Zahlen und Namen zu beleben und auch den Menschen in der von ihr erfaßten und beschriebenen Landschaft zu verstehen, so daß man geradezu in Jena von einer „Naturlandschaft", einer „Kulturlandschaft" und einer vergleichenden Länderkunde als ihrem Gegenstände sprach: sondern sie sucht auch das Zeitgeschehen in ihren Bereich mit einzufangen und sich in den Dienst großer wichtiger nationalpolitischer Aufgaben zu stellen. Wir werden diesen Prozeß der Verjüngung einer Wissenschaft nur verstehen, wenn wir auf ihre frühen Entwicklungsstufen zurückblicken. Ursprünglich stand die Geographie ganz im Dienste der S e e f a b r t. Die alten Land- und Seekarten, die sie herstellte, die Reisen der Brüder Polo in Osi- asien die Versuche, sich über das Innere Niederländisch- oder Britisch-Jndiens ein klares Bild zu verschaffen — das alles sollte Handelswege ausfindig machen ober sichern. Dann aber kam eine Z"it mn der Menschengeist um der Wahrheit an sich willen e i n abgerundetes Bild von b - r Wirklichkeit suchte. Alerander n n n Humboldt bereiste Südamerika und erforschte bnr* unbekannte Pflanzen und Tiere und natürlich auch, so viel er konnte, unbekannte Landschaft. Da mnrsn d i e weißen Flecken a*u f der ßanb= f a r f e : sie mußten beseitigt werden. Und so ver- ffifnf.» henn die geographische Welt mit lebendiger 9fn^;innhm(> die Entdeckungsreisen non Stanley unh ttiwnastone in Afrika, von Nansen und munh^n in die Polaraebiete, von Sven Hedin in Wüsten. Aber die weißen Flecke ver- ffh-nnnhAn bald, und es kam"n neue Ausgaben °.mHr wird diese Erforschung des Unbekannte» -mi Wahrheit willen nicht aushören, solange oim-m Und wer etwa Genaueres hort pnn nills-wschastlich-geographischen Bemiihunaen tn-r h;»iasana-E»-peditionen, der weiß, daß hier die wirklich eine unendliche, nie zu erschop- fenh" ist Aber das Blickfeld wurde schon im 19. Jahrhundert ein anderes. Man bemühte sich um eine E r - ........ (Presse-Bild-Zentrale-M.) und geklärt. Aber die Zielsetzung dieser neuen Geographie, die doch die besten Überlieferungen und Methoden der alten bewahrt — und diese war ein Ruhmesblatt in der deutschen Wissenschaft — geht über die Grenzen unseres Landes hinaus. Nicht nur erkennen wir mit oft schmerzlichem Anteil die geographische Umwelt der Deutschen in aller Welt und können ihnen aus diesen Erkenntnissen mit Rat und Tat beistehen (so wirkte tiefbewegend der Dortrag des Münchener Professors Machatschek über den sudetendeutschen Raum); sondern wir „planen" auch im Geiste auf streng geographisch- wissenschaftlicher Grundlage den kolonialen Raum — von dem wir hoffen, daß uns wieder Teile von ihm zur Betreuung zufallen werden. Hier wird durch die Kolonialgeographen, die ihren Anteil zum Gelingen der Jenaer Tagung beitrugen, stille aufbauende Arbeit — ohne unmittelbaren politischen Zweck — geleistet. Seefahrt verlassen haben, empfindet man längst nicht mehr als ungewöhnlich. Pünktlich um 00.30 Uhr taucht das Feuer der Jsleta, der den Hafen von Las Palmas vorgelagerten Peninsula (Halbinsel) in gut 30 sm Abstand über der Kimm auf und bestätigt, rasch eingepeilt, unseren seit dem letzten astronomischen Abendbesteck abgesetzten Kartenkurs. Während ein Brückenfähnrich die Kadetten der Wache in die mannigfaltigen Geheimnisse des Brückendienstes einweiht, überfliege ich in Gedanken die Ereignisse der hinter uns liegenden zehn Seetage, die entschieden unter einem ganz besonders freundlichen Stern standen. War es vielleicht der Syrius, der da oben wieder fein strahlendes Farbenspiel am klaren Nachthimmel treibt? Ich mochte ihn immer besonders gern, und er kennt wohl so manchen Schwank aus meinem klärung der Veränderungen auf der Erde nach möglichst exakt-physikalischen Methoden und Gesetzen. Das Antlitz der Erde hat sich unter Naturgewalten stets gewandelt: die galt es zu erforschen. Aber auch diese Aufgabe wurde bald als zu begrenzt erkannt. Man merkte — und Ratzel und bann die Geopolitiker wurden führend — daß geographische Räume, Meere, Flüsse Gebirge, Senken und Pässe die Wanderungen, Handelsbeziehungen und Kulturformen der Menschen stark beeinflußten. Und so ging man von der Naturlandschaft mehr zur Kulturlandschaft als Gegenstand der Geographie über. Ja, sie wurde manchmal zu dem, was man Anthropogeographie nennt, also zu einem Verständnis der Völker in ihrem von der Natur, der „Mutter Erde" vorgezeichneten Lebensraum. * Hier traf nun die Geographie zusammen mit einer Entwicklung unserer Tage, die wieder mehr 1 auf den Menschen gerichtet ist, die sein Schicksal, sein Werden, sein Leiden und seinen Aufstieg im Mittelpunkt sieht, wobei er nicht mehr das „Produkt" der Umwelt ist, wie der Marxismus meinte, sondern wo man ihn als durch das Volks- und Rassenerbe geformt ansieht. Hatte die Geographie nur die Oberfläche der Erde als unabhängig vorn Menschen erforscht, so war die Geschichte fast ganz an den natürlichen Grundlagen der Völker und ihrer Bewegungen und Schicksale vorbeigegangen. Die erstere also hatte nur das Land, den Boden, die letztere nur den Menschen, das Blut gesehen. Erst als sich die Verbindung zwischen beiden herstellte, die erlebnismäßig für das Volk als solches in den Worten „Blut und Boden" ihren Ausdruck fand, da war die Stunde gekommen, da wurde sie aber auch als solche erkannt, wo die Geographie sich neue Zielsetzungen geben konnte. Diese neuen Ziele sind, das hat der Geographentag in Jena gezeigt, von der Wissenschaft jetzt klar erkannt und sie werden bejaht. Die Geographie ist Aufbauwissenschaft im Dienste des Volksganzen und feiner äußeren und inneren Notwendigkeiten. Sie braucht ihre streng wissenschaftliche Grundlage dabei nicht aufzugeben, sie soll es gar nicht. Denn je genauer sie die Lebensräume, die fordernden und h^mmenben Wirkuna->n von Flüssen, Gebirgen, Wälbern, Mooren, Lößformationen unb was es da alles in unenblicher Fülle zu erforschen gibt, prüft, besto besser kann sie für bie Erkenntnis unb Sicherung ber Daseinsgrunblagen bes Volkes wirken. Diese neue Zielsetzung ber Geographie — bie babei immer noch in gewisser Weise von ber Geopolitik unterschieben bleibt, — kam in Jena programmatisch zum Ausbruck. Der Obmann ber von Reichsminister Kerrl geleiteten Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung, Professor Meyer, zeichnete bie Linie, wo bie Geo- araphie sich an ber so nötigen Neuaufteilung und Orbnung bes nun einmal schicksalhaft gegebenen Lebensraumes bes beutschen Volkes beteiligen kann. Die Raumorbnuna. die wir ieht schaffen müssen unb beren lebte Gestaltung freilich in ber Hanb des politisch-m Führers liegen muß, gehört in den Zug des Neubaus unserer Hochschulen. Lebensfremde Wissenschaft hat in ihnen immer weniger Berechtigung Die Geoaraphie kann in Verbindung mit lebendiger Geschichtsbetrachtung zeigen, was Menschen in früheren Zeiten leisteten ober versäumten. Wie sehr haben Gestalten wie Heinrich ber Löwe ober Friebrich ber Große bas Anlliß ihrer Länd-r gewanbelt, allein schon durch bie Kolonisation. Mo früher unmirtPdr Landstr-isen ober Moor" ma^en ba »ntstanben blüh-mbo Siedl"ngen. So muß auch ieht bei ber Raumplanung zunächst einmal bie Wirklichkeit des deutschen Landes untersucht werden Die Raumforschung erkennt, wie die Duodezfürsten nach egoistischpersonellen G"sichtsnunkten unb nicht nach organischen Volksnotwendiakeiten ben beutschen Lebensraum geteilt haben Unb bas mußte natürlich eine künstliche Teiluna ergeben. Jeßt wollen wir mit Der hier folgenbe Bericht ist ber erste in Las Palmas zur Post gegebene einer Reihe, in benen Kapitänleutnant Birnbaum in unserem Auftrag ben Lesern des Gießener Anzeigers die Eindrücke einer Schulschiffsreise schildern wird. Wir freuen uns besonders, daß es ein gebürtiger Ober- Hesse ist, der hier zu unseren Lesern sprechen wirb Hilfe ber Wissenschaft roieber bie natürlichen Räume bes beutschen Volkes erkennen unb bie Folgerungen baraus ziehen: für unseren Anbau, für unsere Wirtschaft, für unsere Ansieblung, für ben Zusammenhang unb Zusammenhalt unserer beutschen Stämme, die die Träger des deutschen Lebens sind. Der Raum wird so eine beseelte Lebensform, unb die Aufgabe der Geographie ist es, die Liebe und Hingabe ber Jugenb zu ihrem Schicksalsraum zu stärken. Unter diesem Eindruck gewann die Tagung den Charakter einer unmittelbar unseren Volksaufbau behandelnden Gemeinschaft: das große Geschehen unserer Zeit wurde von der festen Grundlage geographischer Wissenschaft aus gedeutet 1. in Bord des Linienschiffes „Schleswig- Holstein", Oktober 1936. .wir zählen den 21. Oktober, 00.00 Uhr, nach westeuropäischer Zeit. Schweiaend schiebt sich die massige Silhouette unseres Schiffes durch die stetig von achtern auflaufende atlantische Dünung, die der seit drei Tagen beständig wehende Nordost vor sich hertreibt. Sternklare Nacht, längst geht man seine Wache ohne Mantel, und die reichlich 15 Grad Temperaturunterschied gegen das liebe alte Wilhelmshaven, das wir vor zehn Tagen für ein halbes Jahr christliche IKitder„SchleswigHolsiem"ausSchuWffsreise Bon Friedrich Karl Birnbaum, Kapitänleuinant. Erdal Schuhcreme Gießener Gtadiiheater. piraits 8d)är: „Der Zarewitsch". Im Operettenspielplan wurde L e h ä r s -.Zarewitsch" wieder aufgenommen, der vor neun Jahren, damals ganz neu, zuerst bei »ns schien und (nicht nur bei uns) einen außerordentlichen Erfolg davontrug. Dieser Erfolg war was Lehar betrifft, durchaus zu verstehen, was das Buch angeht, dagegen einigermaßen überraschend: ein Erfolg, der ebensowenig vorauszul-hen war wie beim ..Land des Lächelns". # Di- Herren Jenbach und Reicher, nämlich hatten den Mui zur Sensation insofern, als sie sich eine Geschichte ausdachten, welche nicht mit dem in der Operette traditionellen und geheiligten bappv end ihren Abschluß sindet. In der Butterfly befindet man sich wenigstens in der Oper und kann sozusagen mit gutem Gewissen sein Taschentuch zuckern Aber hier . Indessen zeigt sich wieder daß der Erfolg auf der Bühne und d,e Wirkung auf das Publikum noch allewege unberechenbar ist: sowohl „Das Land des Lächelns" als auch „Der^ Zarewitsch" trugen — dem widerspenstigen Libretto zum Trotz — einen großen Siefl davon Das ist die Geschichte vom Zarensohn der in bie Jahre kommt und heiraten soll. Er will aber Nicht. Er ist gegen die Frauen und gegen d>e Ehe — sur männlich^ Einsamkeit und ^r körperliche Ertüchtigung. In seinem Zimmer steht em karges Feldbett und hängt ein Trapez Er uhlt sich ,mn gol- benen Kästa" aefanaen. Man stellt ben Prinzen auf bie Probe, erregt seine Aufmerksamkeit burch einen jungen Tscherkessen, ben ber Zarensohn im Theater tanzen sah. Es erweist sich aber baßj ber Tscherkesse eine Tfcherkessin ist - ^mens Son sogar recht hübsch unb ansehnlich. Der Zarewitsch r-mtot. als er ben Betrug entberft, bQnn befinnt er fi'+i verliebt sich — unb als bie .,rirf)t 9 JP ' zelliy auftaucht, ist es leiber schon UM 'hn geschehen unb oiel zu spät. Der Prinz flieht, w t ®onjabie man vergeblich bei ihm zu .^rdach G s ch hat, nach Neapel Aber es nutzt alles nichts bas Jbyll im sonnigen Süden wirb jah gestört, man holt ben pflichtvergessenen Zarewitsch heim - auf ben inzwischen verwaisten Thron seiner Vater. Die arme Sonja bleibt blutenben Herzens allein zuruck Dki? ist bitter, unb bas ist in ber Operette, wir fr.^n schon soll un^hört: sie kriegen sich nicht. Das trabitionswibrige Buch bat auch an ben ent= sprechenben Stellen ganz opernhaft-serios auf bie Partitur eingewirkt. Allerdings gehen bie entsetzet- d-md-n Eindrücke musikellischer Art doch von den Operettenhaft gestimmten Teilen ber Vertonung aus, bie allenthalben ben Glanz unb bie blühenbe Musikalität entfaltet, bie bei Lehar von jeher ben Sieg entschieben haben Man wirb schon bei ber Andeutung des Inhalts bemerkt haben, was für dankbare Möglichkeiten sich einem geschickten Komponisten hier anbieten PnMr h»t ftm P-Mno hnrmn t>nta<'hi>n lassen Herrn WreÜes irtegie u üu ij ni|d) und personell in einem großen Rahmen angelegte Aufführung geschickt auf einer mittleren Linie zwischen gefühlvoller Weichheit, zeremoniell gedämpftem Verzicht und der lockeren Dperettenftimmung üblichen Stils mit Tanzeinlagen und heiteren Episoden. Kapellmeister Hans H. Hampel arbeitete mit dem exakt und sauber spielenden Orchester die gepflegte Linie der stellenweise üppig instrumentierten Vertonung Lehars melodiös und schwungvoll heraus; die unter Herrn Bräuers Leitung klangvoll und geschlossen intonierenden Chöre verdienen besondere Anerkennung Das altrussische Milieu am Petersburger Zarenhofe bot Herrn Löffler reichliche Anregung für eine malerische Ausstattung, wobei sich räumlich die Benutzung der Drehbühne in ben ersten beiden Akten als vorteilhaft und zeitsparend erwies. Großen Beifall fand das mit sichtlichem Eifer einstudierte, große Ballett im zweiten Akt, das von Irmgard Zenner, Hilde Lech und Friedel Schön mit der Tanzgruppe vorgeführt wurde ♦ Herr Waltz sang den Zarewitsch besonders im zweiten Akt mit großem Einsatz unb voller byna- mischer Anspannung seines ergiebigen Materials, was nicht zuletzt ber Runbfunkübertragung zugute gekommen fein bürste; besonbers hübsch unb stimmungsvoll gelang ihm auch zu Anfang bas Soldatenlieb, in bem Lehars Musik ben russischen Nationalklang am glücklichsten getroffen hat, unb nor allem bas sehr bekannt gewordene Liebeslied Fräulein L a s k u s als Sonja wahrte darstellerisch mit sicherem Takt die leicht überschreitbaren Grenzen der immerhin etwas heiklen Partie und entsprach auch gesanglich, vor allem in der weichen, reinen Höhenlage, den Anforderungen der Rolle in allen Stücken. Herr Lindt und Frl. F o r n a l - l a z stellten als obligates zweites Paar mit allerlei Scherzen und tänzerischem Schwung ein entspannendes unb ouflocfernbcs Gegengewicht gegen hie aefühlsmäfüae Ueb^rhefoftung bas o;hreHn« her frrr (V, : F> f -> r h^r h'm Grok-ßi-ß n ”■*- genehm menschliche Töne verli h, Herr Bley "Mi- nifterpräfibent) unb Herr Frickhöffer (Bor- bolo) feien vom Ensemble noch genannt. Das gutbesetzte Haus schien sehr in Stimmung; es gab viel Beifall, Wieberholungen unb Blumen, hth. Our und Moli. Musiker-Anekdoten Nach einer Glanzleistung der früher gefeierten Sängerin Sucher verfaßte ein Begeisterter eine Hymne, in der er die Vortragende als die Göttin des Gesangs bezeichnete. Die Zeitung, der er das Gedicht einsandte, versah das Manuskript mit der Randbemerkung: „Der Mensch oergött’re die Sucher nicht!" Händel war nicht nur ein berühmter Komponist, er war auch ein berühmter Esser. Eines Tages erschien er in einem Londoner Gasthaus und bestellte ein Mittagessen für drei Personen. Er wartete lange unb roanbte sich schließlich ungebulbig an ben Kellner: „Ja, wo bleibt benn bas Essen?" „Wir warten nur, bis bie Gesellschaft beisammen ist!" „Dann bringen Sie nur rasch das Essen", rief Handel, „die Gesellschaft bin ich!" * Morike über Joseph Haydn: Manchmal ist sein Humor Altfränkisch, ein zierliches Zäpflein, Das, wie der Zauberer spielt, schalkhaft Im Rücken ihm tanzt. Als Haydn in London weilte, kam ein Kapitän zu ihm und bestellte zur Erheiterung seiner Matrosen einen Marsch, für den er 30 Guineen bot. Haydn nahm den Auftrag an, fetzte sich ans Klavier, und bereits in einer Viertelstunde war der Marsch fertig. Da er aber die Summe für viel zu groß hielt für eine so kleine Arbeit, schrieb er am selben Abend noch zwei Märsche hinzu. Am nächsten Morgen kam ber Kapitän, ließ sich ben Marsch Vorspielen, zahlte bas Gelb unb ver- schwanb. Vergeblich rief ihm Haybn nach: „Ich habe noch zwei Märsche komponiert, bie besser finb, wählen Sie sich boch noch einen aus!" — „Ich bin mit bem ersten Stück zufrieden!" bonnerte ber Kapitän unb kehrte nicht um. Was tat nun Haybn in seiner ehrlichen Herzens- eirvalP Er gina auf bie Börse, rkunbigte sich nach bem Schisse, rollte bie Märsche zusammen unb schickte sie bem Kapitän mit einem höflichen Schreiben Ungeöffnet kam bie Senbung zuruck. Darüber geriet ber allzu bescheibene Komponist in solche Gewissensbisse, baß er bie Märsche zerriß: sie gehörten nach seiner Ansicht dem Schiffskapitän, der sie mit 30 Guineen „fürstlich" bezahlt hatte. ♦ In einem Kurhaus spielt man den geistreichen, musikalischen Scherz Haydns, die Abschiedssinfonie. Als ber achte Musiker sich eben hinausschleicht, sagt eine Dame: „3a, ja — ber Brunnen hat's in sich!" * Hugo Wolf wurde kurz vor seinem Tode von einer Musikzeitung um eine kurze Selbstbiographie und um ein Bild gebeten. Auf einer Postkarte antwortete er: „Ich heiße Hugo Wolf, bin am 13. März 1860 in Winbisch- grätz geboren unb noch am Leben. So viel von meiner Selbstbiographie. Die blöde Fratze tut nichts zur Sache!" * Mozart mußte einmal der Steuerbehörde fein festes Einkommen angeben. Er trug in den Bogen bie 800 Gulben Gehalt ein, bie er als Kammer- fompofiteur bes Kaisers bezog unb schrieb unter bie Rubrik „Besonbere Bemerkungen": „Zuviel für das, was ich leiste, zu wenig für das, was ich leisten konnte!" Hans von Bülow mußte einmal auf höheren Befehl die schwache Oper eines neuen Komponisten dirigieren. Als er das Orchester betrat, trug er einen Trauerflor um den Arm und schwarze Hemd- tnöpfe. „Haben Sie Trauer?" wurde er gefragt. „Ja, ich muß eine Oper begraben!" Liebesbriefe sehr gesucht. Bei ben Autographenversteigerungen, die in ben europäischen Hauptstädten, besonders in Lonbon und Paris stattfinden, erfreuen sich gegenwärtig die Liebesbriefe berühmter Persönlichkeiten eines besonderen Ansehens. So mürbe vor kurzem in London ein Liebesbrief Napoleons mit 1000 Pfund also über 12 000 Mark, bezahlt. Es gibt auch auf diesem Gebiet eine Mode, die beträchtlichen Schwankungen unterworfen ist. So erfreute sich 'M notigen Jahre vor allem Mozart der größten Beliebtheit unter den Autographensammlern. Hand- Triften seiner Partituren erzielten besonbers hohe I Rreise In biesem Jahre merbm r e t h n - n. Rach unb Brahms von bar - 'mml- r . gesucht Von ben Staatsmännern steht cuo- I'- (irfj Mussolini am höchsten in der Schätzung ber Sammler. In London zahlt man für seine Unterschrift allein 18 bis 20 Mark. -MWW ort Kaufmanns tief in den Schatten gestellt hat. Schon 1925 lenkte Mussolini die Augen des damaligen Kolonialministers auf Abessinien, 1932 schickte er De Bono nach Eritrea und auch der König sah sich dort um. Der Umfang der für einen Offen« Es ist ein Stück der Maginot-Linie, so genannt nach dem französischen General, dem Erbauer der Werke, die sich längs der ganzen Ostgrenze Frankreichs hinziehen. Für alle vernünftige Erwägung kann die Sicherheit, die Frankreich hinter diesem ungeheuren Bollwerk genießt, durch nichts Überboten werden. Woher trotzdem die Sorge, das Oberin KätheBöttger, Generaloberin der NS.-Schwesternfchast. (Scherl-M. „Zeugt oder zahlt!" so ruft Naudeau als Schluß- erg'ebnis feiner bevölkerungspolitischen Artikelreihe seinen Landsleuten zu. Seht auf Deutschland und Italien, und rechnet euch aus, um wieviel großer in zehn oder zwanzig Jahren der heute schon höchst bedrohliche Abstand zwischen der Bolkszahl Frankreichs und dieser Länder geworden sein wird! Der Sinn des Naudeauschen Imperativs liegt in zwei weiteren Sätzen: „Aus der Tasche der Ehelosen und Unfruchtbaren muß sich der Staat seine Mittel holen... Es handelt sich nur um einen Transfer, durch den der verschwendete Ueberfluß aus dem Budget minder nützlicher Bürger in das der nützlichsten übergeführt werden muß!" Die mindernütz» lichen find die Kinderlosen und Kinderarmen; die nützlichsten sind die, die dem Vaterlande die meiste Nachkommenschaft schenken. Was Naudeau verlangt, ist eine solche Steuer» und Erbschaftsgesetzgebung und eine solche Regulierung der Gehälter, daß es — mit seinen Worten — „aufhört, eine Last zu sein, daß man Kinder hat, und daß es stattdessen eine Last wird, keine zu haben". Mag die Nation doch befehlen, ruft er aus, daß diese Jahr für Jahr „verlorenen Schlachten", die immer von neuem anfangen und immer von neuem mit einer Niederlage enden, endlich einmal aufhörenl Das Wort von den verlorenen Schlachten trifft in den Kernpunkt der französischen Sorge, und es steht als Gespenst hinter der französischen Maginot- Linie von der belgischen Grenze bis zu den Alpen. Aus ihm ist auch die verzweifelte Auskunft geboren, daß Frankreich nicht 40 Millionen, sondern 100 Millionen Einwohner habe, nämlich einschließlich aller Schwarzen, Braunen und Gelben in Afrika und Asien. Um dies Verlorengehen des Rassegefühls kann Frankreich am aufrichtigsten nur von denen bedauert werden, denen die Freundschaft der europäischen Völker am ehrlichsten Herzenssache ist. Die Abwanderung vom Lande in die Stadt läßt nicht nur das flache Land in Frankreich zugunsten der Städte veröden, sondern sie überfüllt auch die städtischen Berufe. 1890 studierten an den französischen Hochschulen 17 000 junge Leute, 1924 waren es 51 000, und jetzt soll die Zahl über 80 000 betragen. Die akademischen Berufe sind überfüllt und die „Chömards intellectuels“, die beschäftigungslosen Akademiker, haben bei der letzten Parlamentswahl zu den eifrigsten Propagandisten für den Sozialismus, ja vielfach für den Kommunismus gehört. Ihre Parole ist das „Recht auf Leben" — ein Schlagwort, das, seitdem auch Frankreich von der Weltwirtschaftskrise ergriffen ist, die Gemüter des Bauern, des Arbeiters, eines jeden, der zu einem notleidenden Beruf gehört, mit wachsender Kr«ft erfüllt und einem sozialen Radikalismus — zunächst noch mehr gedanklich, als praktisch — den Weg in die öffentliche Debatte und in die Volksvertretung bereitet. Schatten über Frankreich — das Wort ist keine deutsche Erfindung, es stammt i aus französischem Munde. Das Straßburger Mün- i ster ist wieder eine „Cathddrale“, aber Frankreichs ’ Gefahr sitzt nicht vor, sondern hinter der Maginot- i Linie. t Oie Feldherren haben das Don unterem römischen E.-Korrespondenten. Auf pfaden der Geschichte durch Frankreich Don Dr. Paul Rohrbach. Die Enthüllungen De Vonos. I. Ein Jahr nach dem Beginn des Feldzuges in Abessinien, fünf Monate nach dem Einmarsch der Sieger in die feindliche Hauptstadt haben die beiden Feldherren auf die zeitgemäße Weise Rapport erstattet: der Welt ihr Buch vorgelegt. Beide sind bei Mondadori erschienen, beide zeichnen sich durch Offenheit aus, beide tragen ein Geleit- wort des Duce voran. Und aus beiden erkennt man mit aller wünschenswerten Klarheit, daß diesen Krieg kein anderer gewollt, durchdacht, vorbereitet, gelenkt und gewonnen hat als Mussolini. Was ihm bisher fehlte, um die beliebten Vergleiche mit Cäsar und Napoleon vollständig und überzeugend zu machen, der Schlachtenlorbeer ist nun Wirklichkeit geworden, De Bono wie Badoglio an- erkennen rundweg den überlegenen Führergeist des Mannes, der der' Schrecken aller politischen Kinderstuben ist. Der im Weltkrieg noch einfacher Soldat und später der Rebell mar, den aber das Schicksal deshalb dazu erkor, Gründer des neuen r o - mischen Imperiums zu werden, weil er es meisterte, weil er selber Schmied seines Glückes Der Schatten. VI. Von Dijon bis Belfort fährt man durch die Franche Comte, die alte Freigrafenschaft Burgund. Zur Zeit des freien Gallien wohnten hier die Sequaner. Das heutige Befan?on war ihre Haupt- tadt. Sie lagen im Streit mit ihren Nachbarn, )en Aeduern, und riefen den germanischen Heerkönig Ariovist zu Hilfe. Der kam auch, lagerte sich mit seinem ganzen Kriegsgefolge bei den Sequa- nern ein und schickte sich an, ganz Gallien zu erobern. Auf dem Bahnhof von Besan^on dachte ich daran, ob wohl vielen von den Menschen, die heute hier wohnen, bewußt ist, wie Cäsar und Ariovist um die Wette marschierten, um diesen Platz zu gewinnen. Cäsar kam früher an; aber welche Mühe hatte er, seine jungen Soldaten in den Kampf gegen die furchtbaren germanischen Krieger zu bringen! Die Entscheidung fiel erst weiter gegen Osten, bei Mülhausen im Elsaß. Die Eisenbahn folgt der alten Dölkersfraße, die bei Belfort durch )ie Burgundische Pforte zwischen Jura und Vogesen in den Sundgau, das südliche Elsaß, hinaustritt. Cäsars Sieg bei Mülhausen brachte die Römer zum erstenmal an den Rhein. Ariovists Heer ging in der Schlacht zugrunde. Er selbst rettete fick über den Strom und ist dann in Germanien verschollen. Fünfhundert Jahre später zogen die germanischen Burgunden durch die fortan nach ihnen genannte Pforte westwärts. Auch die Ostseeinsel Bornholm, eigentlich Burgundarholm, trägt ihren Namen als •eine der Stationen, die der Stamm der Burgunden auf der jahrhundertelangen Wanderung aus feiner skandinavischen Urheimat bis in das warme, wein- gesegnete Land an der Saöne und Rhone auch einmal besetzt hatte. Stahl, dem Auge verborgen, verbaut sind. Man sieht eine bretterne Holzverschalung und dahinter steckt eine drei Meter dicke Betonwand. Ein Druck auf einen Knopf in einem Unterstand tief unter der Erde — und eine ganze Chaussee fliegt in die Luft, mit allem, was sich darauf bewegt. Elektrische Starkstromleitungen füllen in Büschen versteckte Drahtverhaue mit Todesgewalt. lichen Reihen besiegt. Mussolini sah aber weiter, erwog auch die fernsten Möglichkeiten, Hindernisse diplomatischer roie militärischer Art. Was die diplomatischen anbe» langte, so „ließen die Besprechungen mit Laval erhoffen, daß uns von dorther keine Schwierigkeiten entstehen würden". Aber die Zeit drängte, mit dem Ende der letzten Regenfälle mußte los- geschlagen werden. Am 30. Dezember 34 hatte Mussolini persönlich den geheimen Aktionsplan fertig, am 26. Februar 35 schrieb er an De Bono, da der Negus offenbar nicht angreifen wolle, müsse man selber die Initiative ergreifen. „Ich werde dir zweihunderttausend Mann schicken. Du verlangst drei Divisionen fü,r bis Ende Oktober, ich beabsichtige dir aber zehn zu geben, zehn, sage ich: fünf reguläre, fünf Schwarzhemden-Divifionen. Diese Freiwilligenregimenter werden den Beweis erbringen, daß das Unternehmen die Zustimmung des Volkes gefunden hat." Und weiter: „Auch in Hinsicht auf die Möglichkeit internationaler Auseinandersetzungen (Völkerbund usw.) ist es unerläßlich, schnell zu machen. Wegen einiger tausend Mann, die wir bei Adua zu wenig hatten, verloren wir damals die Schlacht! Einen solchen Fehler werde ich nie begehen. Lieber durch Uedermaß irren, als durch Mangel!" De Bono telegraphierte umgehend, er sei stolz darauf, daß sich seine Ansichten mit denen des Duce vollkommen decken. In den Kasernen Italiens wurde es lebendig, Schiff auf Schiff dampfte ab, Tausende aber Taufende von Arbeitern. Und auch die Kriegsgewinnler regten sich, die Aasgeier und Hyänen! Bitter spricht sich der Marschall aus über „die üble italienische Gewohnheit, die nicht einmal der Faschismus ausrotten konnte, schmutzige Dinge zu erfinden, um das Brot hineinzutunken", d. h. bei jeder Gelegenheit absichtlich das Wasser zu verunreinigen, um im Trüben fischen zu können. „Das alles aber hat den wachsenden Arbeitsrhythmus nicht um einen Ton abschwächen können." zwölfjöhr'gcn Scsmannsleben, dessen Erinnerung ich nicht missen möchte. — Kehren wir also zu den Ereignissen feit dem 12. Oktober zurück, an dem wir pünktlich um 12 Uhr nach letztem Händeschütteln und Scherzwort und mancher verstohlenen Träne aus schönen Augen unter den traditionellen Klängen des „Muh i' denn..." aus der Schleuse liefen, vorbei an dem iur Verabschiedung erschienenen Kommandierenden Admiral der Nordseestation und seinem Stabe. Admiral Schultze war im Jahre 1928/29 als Kapitän zur See Kommandant unseres Schwesterschiffes „Elsaß" gewesen, mit dem ich als Fähnrich zur See eine schöne eindrucksvolle Spanienreise im Linienschiffsverbande nach Bilbao und einigen anderen nordspanischen Häfen erlebte. Diese Erinnerung wird wieder lebendig, als wir uns am späten Nachmittag mit der zwei Stunden vor uns ebenfalls zu einer Kadettenausbildungsreise ausgelaufenen „Schlesien" vereinigen und zu gemeinsamen Hebungen westwärts den englischen Kanal ansteuern. Grau und verhangen der Himmel, die Nordsee zeigt ihr gewöhnliches Oktobergesicht, und die wüsten „Katzenköpfe" prophezeien tm herein mit den ersten Wetterberichten ein ganz munteres Stürmchen für die vor uns liegenden Biskaya- turfe. Uns ist es recht, die jungen Kadetten und Rekruten müssen ja doch Seebeine kriegen, und je schneller die ihnen wachsen, um so besser schmeckt ihnen auch das Essen wieder, das bereits dem einen oder anderen trotz aller guten Vorsätze „aus dem Gesicht fällt"! Da lernen sie aber rasch, was Luv und Lee heißt, wenn sie es nicht gänzlich verderben wollen mit dem gestrengen Korporal! .Nächtlicherweile passieren wir einen großen Bruder, den englischen Schlachtkreuzer „Rodney", der uns unter der Insel Wight überholt. — Wir wun- schen uns glückliche Reise nach gutem alten Seemannsbrauch. Bald ist der Koloß unseren Blicken entschwunden und die beiden wackeren Veteranen pflügen weiter unbeirrt die nächtlichen Fluten mit Kurs auf das Cap Oueffant, dem Nordwestzipfel Frankreichs. Die braven alten Schiffe, die schon die Skagerrakschlacht als ältere, langsamere Schiffe nur in der hintersten Linie mit- kämpfen halfen, sind heute nach langjähriger, ver- dienstvoller Fahrzeit in der Reichsmarine, als letzte Vertreter dieses veralteten Schiffstypes als S ch u I- fdjiffe umgebaut worden und für diesen wesentlichen Zweck nach wie vor ausgezeichnet geeignete Beide Schiffe haben fast 200 Kadetten des Jahrgangs 1936 an Bord, deren Grundausbildung auf dieser Reise soweit abgeschlossen werden soll, daß sie nach der Rückkehr in die Heimat im April 1937 als Fähnriche die Marineschule Flensburg- Mürwik beziehen können. Dieses Siel zu erreichen, ist unser aller vordringlichste Ausgabe nächst den beiden weiteren, nicht minder wichttgen, die Verbindung zwischen dem Vaterland und den im Ausland lebenden Deutschen herzustellen und zu fördern und das neue Deutsche Reich im Auslands zu re» Wrin, und ich erlaubte mir die Frage, welch cht Geschäft ihn hergeführt habe? Darauf die Antwori. Ich sehe mich nach Land um, man kann hier billig kaufen. Es sind schon ein p^ar Tausend Schweizer hier im Süden ansässig, und ich soll m Erfahrung bringen, was es noch Gutes zu kaufen gibt." Ein paar taufend Schweizer und ein paar Hunderttausend Italiener! Frankreich hat rund 42 Millionen Einwohner, aber davon sind fast drei Millionen Ausländer: Italiener, Belgier, Spanier, Polen, russische Emigranten. Die Belgier und Polen sind fast alle Arbeiter in den Industriegebieten, von den Italienern und Spaniern sitzt ein großer «teil in den sich mehr und mehr entvölkernden Landschaften von Südwest- und Sudostfrankreich, als Landarbeiter, aber zunehmend auch als Landbesitzer. Man drängt darauf, daß sie sich als Franzosen naturalisieren lassen, aber das ift nur eine Notauskunft gegenüber dem Beoölkerungsschwund, unter dem das einheimische, französische Volkstum leidet. Hier sitzt die tteftte Wurzel des Unbehagens, des Gefühls des „Nicht-mehr-sicher-seins das den Franzosen faßt, wenn er auf seine Nachbarn duckt, nicht nur auf Deutschland, sondern auch auf Italien. Ich habe auf meiner Reise eine Bevölkerungskarte von Frankreich mitgenommen. Sie gehört zu einer großen statistischen Arbeit von M. Matruchot, und Ludovic Naudeau hat sie in die Untersuchung aufgenommen, mit der er vor einigen Jahren von der „Illustration", der vornehmsten illustrierten franz^ fischen Zeitschrift, beauftragt wurde. Sie zieht sich durch zwei Jahrgänge und führt den Titel: „Enquete sur la Population de la France“. Naudeau hat selbst alle französischen Departements besucht und seine mit erschütternden Illustrationen versehenen Artikel sind ein einziger Aufruf an die französische „Eigentum ist Diebstahl". Auch Victor Hugo war Befangner Kind. In Belfort wechselt das Zugpersonal. Die Bahnen des alten Reichslandes Ellaß-Lothringen sind keiner Privatgesellschaft übergeben worden, sondern sind französische Staatsbahnen geworden. Fahrdienst und Stationspersonal sprechen deutsch. Auf dem Bahnhof in Mülhausen klang ein derb behagliches Alemannisch über die Gleise, daß es eine Freude war — wollte ich sagen. Aber eine Freude, in die sich für uns tiefer Schmerz mischt. Man fährt durch die Rheinebene: Mülhausen, Colmar, Schlettstadt, Straßburg! Bei Colmar liegt das Lügenfeld, wo die Söhne Ludwigs des Frommen das Heer des Vaters betörten und zum Abfall brachten. Heber Schlettstadt ragt die Hohkönigsburg. Die Schweden haben sie im Dreißigjährigen Krieg verbrannt; Kaiser Wilhelm ließ sie durch Bodo Ebhardt wiederherstellen. Jetzt ist sie französisches Nationaldenkmal. Wie oft bin ich als Student von Straßburg aus in den Dogefentälem hinter Colmar und Schlettstadt gewandert! Albert Schweitzers elterliches Pfarrhaus in Günsbach im Münstertal war mir wie eine sonntägliche Heimat. Die rheinwärts gekehrte Hälfte des Elsaß ist jetzt ein einzige unsichtbare Festung. Fort liegt neben Fort, Panzerwerk neben Panzerwerk, aber alles so verdeckt, daß man es bei gewöhnlichem Hinsehen gar nicht wahmimmt. In der französischen Kammer wurde einmal gesagt, daß hier anderthalb Millionen Kubikmeter Beton und 200 000 Tonnen Personals! .. Da bringt dann das immer wieder geübte Ret- tungsbootsmanöver „Boje über Bord" für alle eine erfrischende Abwechslung, das schon erheblich besser und fixer klappt, wie in den ersten Tagen. Gewaltige „Schläge" werden zu Mittag „verdrückt" und bis zum Beginn des Nachpiittagsdienstes liegt oder sitzt man fröhlich an Deck. Wenn wir morgen, pünktlich um 10 Uhr, vor der Hasenmole von Puerto de la Luz, dem Hafen der Stadt Las Palmas, stehen, können wir mit Stolz und Befriedigung auf den ersten hinter uns liegenden Seetörn zurückblicken und uns in der Freizeit mit ungetrübter Freude in das bunte, südländische Treiben des ersten Auslandhafens stürzen. präsentieren. Indem wir nach dem Passieren von Cap Ouessant mit südlichem Kurse die spanischen Gewässer anfteuern, sind wir zugleich dem Befehlshaber der zur Zeit dort Rationierten deutschen Seestreitkräfte unterstellt, um gegebenenfalls zum Schutze deutscher Volksgenossen und zur Wahrung deutscher Interessen Sonderausgaben tu erfüllen. Da die KanarischenJnseln, mit dem Haupt- Hasen Las Palmas auf der Insel Gran Canaria, unser erstes Reiseziel sind, die von vornherein fest in der Hand der nationalen Truppenmacht gewesen sind, werden wir voraussichtlich keine praktische Hilfe leisten können und müssen. Während wir unter der portugiesischen Küste, fast 100 sm westlich, dem Aequator fühlbar näher kommen, wird es immer klarer, daß die Wetterpropheten sich dieses Mal gründlich geirrt haben müssen. Wir erleben am 19. 10. einen unvergleichlich schönen Sonntag in See, nichts als blaues Meer und strahlende Sonne rings um uns. Die Bordkapelle spielt, Liegestühle und Hängematten erscheinen an Deck, die ersten fliegenden Fische schnellen glitzernd aus dem Wasser; ein Sonntag an Bord, wie er fein soll! Spät abends klingen noch Schifferklavier und Seemannslieder von der Back. Unverändert schon bleibt das Wetter an den beiden folgenden Tagen, und mit großem Eifer und Erfolg wird allenthalben die junge Mannschaft in den verschiedenen Zweigen des Ausbildungsdienstes gefordert. An erster Stelle steht dabei der Gefechtsdienst, wo jeder Mann mit seiner Station aüls gründlichste beim Exerzieren und Unterricht vertraut gemacht wird, sei es im schweren 28-cm-Turm ober am leichten Flak-Geschütz, in der Munitionskammer ober als Navigationsposten ber Schiffsführung. Da geht es überall heiß her, und ber Schweiß rinnt in Strömen bei ber noch ungewohnten, stetig steigenden Temperatur, die unter Deck und in den Kasematten bereite tropische Ausmaße annimmt, ganz zu schweigen von der beachtlichen Hitze in den Betriebsräumen des Maschinen- sivkrieg notwendigen Stteitkräfte wurde erwogen und De Bono erbat sich vom Duce die Führung aus für den Tag, der kommen mußte, „Hältstdu mich nicht für zu alt?" fragte der damals Ichan weißhaarige Soldat. „Nein", antwortete Mussolini, „denn es ist keine Zeit zu verlieren! Bis 193b müsse die ganze Frage gelost fein. Unb :1.933'3* bc’ gann das Kolonialministerium seine Arbeit. Vis ms Einzelne wurde damals schon alles vorbereitet, Die Wasserversorgung, die Flugplätze, die Lazarette. De Bono wird Oberkommandierender ver gruppen in A. O. (Africa Orientale) und der Militärattache in Adis Abeba, Bersaglierihaupimann Ruggero, übernimmt das Derwaltungsarnl. Die Abessinier sorgten für die üblichen Gren^ Zwischenfälle, De Bono für die Zersetzung nach dem altrömischen Rezept: Divide et impera! Dazu brauchte es Geld, viel Geld. Lauter Manatheresien- taler, weil sie „dort unten" nichts anderes haben wollten. Und De Bono erinnert an die Zeit vor vierzig Jahren, an den ersten Vorstoß Italiens ins Land des Löwen von Juda, wo die silbernen Kugeln schlecht und recht in Rom hergestellt wurden und — Den gleichen Mißerfolg hatten wie die italienischen Waffen in Adua. Dadurch geroißl9t ließ nun Mussolini die echten Prägstöcke aus Wien kommen und schickte De Bono schleunigst die erste Million. „Hübsch und funkelnagelneu, wurden ste zuerst mit Mißtrauen beäugt, bann aber habgierig angenommen." Es ist immer ber Marschall Jßlber, ber erzählt. „Die Auflösung des Reiches wirb nicht so schwierig sein, berichtete ich nach Rom, und Der Duce erwiderte, daß es an großen Geldsummen nicht fehlen solle." An die zweihunderttausenD Mann wurden auf diese Weise gleich in den seind- D e B o n o, der alte Haudegen und Kolonialtiger, einer der Quadrumvirn des Marsches auf Rom, hat sein Buch nicht mit dem Federhalter, sondern mit dem Dolch geschrieben. Es ist alles eher als diplomatisch und erregt daher mit Recht Aufsehen, es setzt tatsächlich, wie Mussolini in seinem Vorwort vor- ausfagte, die Welt in Erstaunen. Wenn der Völkerbund wirklich jenes Tribunal wäre, als das er sich aufspielen möchte, so müßte und könnte er ohne weitere Zeugenvernehmung, auf Grund dieser schwarz auf weiß vorliegenden, schier beispiellosen Selbst- anklage Italien den Prozeß machen. Sein erster 93er- dammungsspruch erscheint, mit Genfer Augen gesehen, glanzend gerechtfertigt, aber der zweite muhte unmittelbar nachfolgen und die Todesstrafe für den Völkerbund selber aussprechen. Denn was bisher nur wenige zu sagen wagten, wenn es auch die Spatzen von den Dächern pfiffen, das ergibt sich nun auch aus dieser erstaunlichen Lektüre: Wenn ber Völkerbund ernstlich gewollt hatte, so wäre es ihm ein Leichtes gewesen, den abessinischen Krieg zu verhüten, im Keime zu ersticken oder mindestens einen anderen Ausgang herbeizufuhren. Stattdessen gab er Italien alles, was Mussolini verlangte: Zeit, Zeit und noch einmal Zeit, für die Vorbereitung der Rüstungen wie für die Durchführung der Aufmarschpläne. Aber Genf kann Anspruch auf mildernde Umstände erheben: es stand ganz unter französischer Führung. Frankreich ist es, das den Boden vorbereitete und Italien im Abkommen vom 7. Januar 1935 freie Hand gab, die Voraussetzung für den Feldzug. Frankreich, so gebunden, forderte das Vorgehen Mussolinis, indem es den Völkerbund entsprechend leitete. Vielleicht steht nun ein mutiger Mann auf und schreibt ein ebenso offenes Buch über die Groteske des Sanktionskrieges, ber den für die Augen der harmlosen Menschheit nötigen Sand liefern mußte Das unvergängliche Verdienst des Staatsmannes Mussolini ist es, die Genfer Verschleierungsmanöver richtig in seine kühne Rechnung eingesetzt zu haben. Wer die Politik als Geschäft auffaßt, der muß ihm das Zeugnis ausstellen, daß er als Schüler Machia- vellis die traditionelle Erfahrung des englischen Seit Jahren die größte und führende Maß-Schneiderei Hf ü r Zivil und Uniformen Herren-Bekleidungshaus Gießen G.m.b.H. Marktplatz Vertragslieferant der Heeres-Kleiderkasse Nation, mit ber systematischen Beschränkung bet Kinberzahl Schluß zu machen, bevor es zu spat ist. Weiße Farbe auf der Karte bedeutet Volkszunahme, aber sie nimmt nur ein Zehntel der ganzen Flüche ein. Neun Zehntel sind mit hellerem ober dunklerem Grau ober tiefem Schwarz bedeckt. Schwarz besagt, daß seit dem Beginn dieses Jahrhunderts die Volks» zahl um nahezu 40 v. H. abgenommen hat. Am dunkelsten find der Süden und ein Strich längs der Nordgrenze, am hellsten find Elfaß-Lothringen, die Bretagne und die Umgegend von Paris — was aber im letzteren Fall keine natürliche Zunahme bedeutet, sondern nur das Hinströmen der Menschen nach einem großen Wirtschaftszentrum. Dasselbe gilt für andere ausgesprochene Industriegebiete, wie um Lille, Lyon, Marseille usw. Im Süden haben manche Grundstücke überhaupt keinen Besitzer mehr. Der Sohn ist in die Stadt gezogen, die Tochter hat in die Stadt geheiratet, die Alten sind gestorben. Ganze Dörfer, ja selbst kleine Städtchen veröden. Daher der spottbillige Preis ber Grundstücke und die Anziehungskraft des leeren Raumes für den Zufluß aus der Fremde. Ich erinnere mich, wie mir ein verdienter Gene» ral während der Zeit des letzten Krieges erzählte, es habe ihn merkwürdig bewegt, in dem damals besetzten Teil von Frankreich die Städte noch in derselben Verfassung, ohne Wachstum, mit denselben Häusern und Öffentlichen Bauten anzutref» fen, wie 1870, wo er als junger Leutnant zum ersten Male in Frankreich war. ständige Mißtrauen gegen den deutschen Nachbarn, der Zweifel an dem Wort des Führers, es gäbe keinen deutschen Anspruch mehr gegenüber Frankreich, außer dem Anspruch auf Rechtsgleichheit und Vertrauen in Deutschlands Aufrichtigkeit? Man muß weit ausholen, wenn man diese französische Psychologie bearünöen will. Unterwegs in Südfrankreich, beim Besuch ber mittelalterlichen Burgund hat eine wechseloolle Verbindung mit der deutschen Geschichte gehabt. Friedrich Barbarossa trug die deutsche und die burgundische Krone. In Bisanz — Besan^on — hielt er eine Versammlung der burgundischen Stände ab und gab den Bürgern die Rechte einer freien deutschen Reichsstadt. Im Interregnum, der kaiserlosen, der schrecklichen Zeit, riß das Band entzwei, aber noch einmal kam Burgund durch die 5)eirat Maximilians, des letzten Ritters, mit Karls des Kühnen einziger Erbtochter Maria an das Reich. Es gehörte zu einem der zehn Reichskreise, dem burgundischen, aber bei ber großen fiänberteilung, die Karl V. vornahm, kam es an Spanien (!). Ludwig XIV. eroberte es und seitdem gehört es zu Frankreich. In Besan?on sind Granvella, Karls V. und, ouuirunueiuj, vnm ua Philipps II. leitender Staatsmann, und der An- Riesenfestung Carcassonne, traf ich einen Schweizer archist Proudhon geboren, der Vater des Satzes I aus Zürich. Wir fetzten uns zu einem Schoppen fienn- V sie :'k r». Unsere groew Etage ■ Höorgora Velouc 3 SÜDDEUTSCHLANDS GROSSES SPEZIALHAUS iiirielül ..und zum Bauen' Berlin W 8, Vilhelmplah 8/9, unter dem Zeichen „Spende Künstlerdank- zu richten. Berlin, 6. Nov. (DNB.) Als Abschluß der Arbeitstagung der Reichsbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche Betriebe fand am Freitagabend in der Deutschlandhalle eine große Kund- Dieses grosse Hees dient enil seinen vielen Stockwerken einzig und allein den Spezial-Artikeln: Teppichen, Läufern, Bettvorlagen, Gat* dtaeiL Dekorationen Tieck end Diwan» doclren^rebdrforte, Poletermöbel, Dwne*. eed Stepp- dncfcak Meoleetn men werden soll. Bllt der Durchführung dieser Aufgaben Hal Reichsminister Dr. Goebbels den Schauspieldirektor Ludwig Körner beauftragt, der zu diesem Zweck in die Reichstheaterkammer entsandt wird und dort die Bearbeitung aller sozialen Angelegenheiten übernimmt. Das vom Reichsminister Dr. Goebbels für die Durchführung der Spende „K ü n st l e r d a n k" eingesetzte Kuratorium ist dieser Tage zum erstenmal zusammengetreten. Ls wurden die Richtlinien, nach denen die Spende ausgeschüttet werden soll, festgelegt und insbesondere dafür Sorge getragen, daß über die eingehenden Gesuche möglichst rasch entschieden wird. Zur Vermeidung unnötiger Verzögerung in der Bearbeitung empfiehlt es sich, Gesuche und Anfragen, die die Spende „Künstlerdank" betreffen, nicht an einzelne Mitglieder des Kuratoriums, sondern ausschließlich an das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Uettan-Onfle and moderat Bezüge (Ot UeeeetOMe naus ktplatz □erkasse Abschied von Treuhänder Schwarz. Gauleiter Sprenger legt am Grabe einen Kranz des Führers nieder. Olt neuesten Oakoratloaeex onlwo/fea von Künstlern Ihres Faches, finden Sie bei uns. Neben der .zeitlosen- G a r d I n< nach die so stark Gefragten Stifienstet Fachleute beraten Sie beim Einkauf Ihrer Gardlnenund Dekorationen aut Wunsch In Ihrem eigenen Helm. Unsere einzig- früher Brumllk-Haus Beachten Sie bitte unsere sehenswerte Gardinen- und Teppich-Schau in GIESSEN In der PlockstraBe 11 5 Schluß- rtikelreihe >land und iel größer hon höchst hl Frank« mrd! Der t in Zwei «losen und lie Mittel Transfer, aus dem der nutz« indernütz« men: die )ie meiste Zu haben in allen Fachgeschäften, bestimmt bei 393V Viktoria-Drogerie E. Guth Central-Drogerie E. Kara Germania-Drogerie C. Seibel Drogerie Winter hoff Parfümerie H. Plank Salon Buchberger. 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Berlin, 6. Rov. 3m Zuge der weiteren Durchführung der von der Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich 5 0 0 Millionen RAl. 4,5proz. auslosbare Reichs- fchahanweisungen zum Kurse von 98,75 v. h. Die durchschnittliche Laufzeit der Schahanweisungen betragt neun Jahre. Von 1943 ab wird jedes Jahr ein Sechstel des Anleihebetrages der Schahanweisungen zum Rennwert ausgelost werden. Der Zinslauf beginnt am 1. Dezember d. 3. 100 Millionen RM. dieser Schahanweisungen sind bereits fest gezeich- n e t worden. Die verbleibenden 400 Millionen RM. werden durch das unter Führung der Reichsbank stehende Anleihekonsortium zum Kurse von 98,75 v.h. zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Die Zahlungen durch die Zeichner auf zu- geleilte Reichsschahanweifungen werden in der Zeit vom 11. Dezember d. 3. bis zum 18. Februar n. 3. erfolgen, und zwar am 11 Dezember d. 3. 10 v. h., am 7. Januar n. 3. 40 v. h. und am 20. 3a- nuar und 18. Februar n. 3. je 25 v. h. Frühere Zahlungen sind zulässig. Die Reichsschahanweisungen find mündelsicher und bei der Reichsbank lombardfähig. Die Zeichnungsfrist läuft vom 20. November bis 5. Dezember d. 3. Die H3. sammelt Altmaterial. Berlin, 6. Nov. (DNB.) Reichsjugendführer Baldur von Schirach hat eine Anordnung über die Sammlung und Verwertung von Altmaterial durch die HI. erlassen, in der auf die erhebliche Schädigung des deutschen Volksoermögens durch achtloses Fortwerfen alter F l a f ch e nk a p f e l n, T u den und Silberpapier hingewiesen wird. Jährlich gehen dadurch Tausende von Tonnen Zinn, Blei und Aluminium im Werte von Millionen Reichsmark verloren, und es entsteht ein großer Verlust an wichtigen Rohstoffen. Diese Altmaterialien aus Nichteisenmetall sollen jetzt durch d i e H I. und das D I. gesammelt werden. Die Sammlung von allem anderen Altme ° terial wie Lumpen, Papier, Alteisen und dergleichen bleibt dagegen nach wie vor ausschließlich dem Rohproduktengewerbe überlassen und wird der HI. ausdrücklich untersagt. Es wird in der Anordnung des Reichsjugenoführers darauf hingewiesen, daß die deutsche Wirtschaft einen rührigen, zuverlässigen und gut organisierten Altmaterialhandel braucht, da nur dort die Voraussetzungen gegeben sind, das Altmaterial fachkundig zu sortieren, zu lagern und der volkswirtschaftlich zweckmäßigsten Wiedervi'rwertung zuzuführen. Auch soll eine Schädigung r arischen Kleinhändler und Sammler unter au.n Umständen vermieden werden. Da es aber nicht Aufgabe des Rohproduktengewerbes sein kann, die grammweise in den einzelnen Haushaltungen entfallenden Mengen von Nichteisenme- fallen zu sammeln, soll d i e H I. und das D I. eingesetzt und damit zur Hilfeleistung für die deutsche Wirtschaft herangezogen werden. Der Einsatz der HJ.-Formationen erfolgt nicht durch große Aktion und mit großer Propaganda. Nach der Anordnung des Reichsjugendführers soll grundsätzlich jeder Hitlerjunge oder Jungvolkjunge sämtliche Haushaltungen seines Wohnhauses besuchen und die dort zusam- mengetommenen Altmaterialien aus Nichteisenmetallen abholen. Durch Zusammenarbeit der Ge- folgschafts- und Fähnleinführer soll eine gleichmäßige Erfassung aller der Wohnbezirke auch in den Landgebieten gewährleistet werden. Die gesammelten Almaterialien werden bei einem zu bestimmenden Mitglied der HI. abgeliefert und unter Aufsicht des Geldverwalters an den nächstgelege- nen Altmaterial-Kleinhändler verkauft. Die Erträge des Verkaufes gehören der Gefolgschaft bzw. der Fähnleinkasse. Auch Postbeamte sammeln Zinn und Blei. Berlin, 6. Nov. (DNB.) Kürzlich hat eine Anzahl Postämter damit begonnen, unter ihren Gefolg- ung der Ipät ist. unahme, i Fläche mflerem I besagt, e Volks« at. Am ings der igen, die — was Zunahme Menschen Dasselbe >iete, wie en haben $er mehr, lichter hat gestorben, veröden, tücke und für den Jeden, Anep roch ge- •chi werdon können and wir willen: euch Der Weg, den der Trauerzug von der SS.-Unter- kunft in her Bockenheimer Landstraße bis zur Stätte der Trauerfeier im Hauptfriedhof nahm, war umsäumt durch ein Spalier der Formationen der Partei, der DAF. und der Merkbaren. Aus allen Stadtteilen Frankfurts waren Tausende von Volksgenossen an die Durchgangsstraßen geeilt, um in tiefer Ergriffenheit Abschied zu nehmen von einem Manne, der nur im Dienste der Volks- aemeinschaft gelebt und schließlich im Dienste der Arbeit auch gestorben ist. Auf dem Hauptfriedhof hatten sich inzwischen die Angehörigen und Freunde, darunter auch Trauergäste aus dem Anhand, versammelt. Zwischen umflorten Fahnen der Bewegung wurde der Sarg zwischen zwei hohen lodernden Pylonen aufgebahrt, umrahmt von den Standarten und Fahnen der Formationen. Ein Vorspruch leitet die Feierstunde ein. Dann hallen laut die Namen der Toten unseres Gaues über den Platz und jedes Mal antwortet der Ehrensturm mit „Hier!" schastsmitgliedern Stanniolpapier, Blei- tuben und ähnliches mehr zu sammeln und zugunsten des Winterhilfswerks an die NSV. abzuliefern. Die Sammlungen mittels kleiner Kästen, die in den Dien st räumen aufge- ft e 111 worden sind, hatten überall ein gutes Ergebnis. Mit Einverständnis des Reichspostministers wird der Reichsbund der Deutschen Beamten diese Sammlungen fortan bei allen Verkehrs- ämtern der Deutschen Reichspost durch seine Vertrauensmänner durchführen lassen. Neuordnung der sozialen Fürsorge für die deuischen Schauspieler. Der Präsiden! der Relchskullurkarnmer, Reichs- miniffer Dr. Goebbels, ha! gemäß seiner Ankündigung aus Anlaß der Errichtung der Lüftung „künftlerdank" in hohe von zwei Millionen R M. nunmehr ungeordnet, daß sofort eine grundlegende Reuordnung der sozialen Fürsorge für die deutschen Schauspieler, insbesondere hinsichtlich einer ausreichenden Altersversorgung, in Angriff genom- Lpd. Frankfurt a. M, 6. Nov. Am Freitagnachmittag wurde der uns so jäh entrissene Treuhänder der Arbeit, SS.-Standartenführer Franz I. Schwarz zu Grabe getragen. Unten den Klängen des Horst Wessel-Liedes senkte sich die Standarte seiner Formation vor der SS.-Unterkunft in der Bockenheimer Landstraße vor ihrem toten Führer, um dann dem zwischen zwei Ehrenstürmen der Schutzstaffeln eingereihten Sarge auf der letzten Fahrt voranzuwehen. Dem Trauerehrengeleit voran schritten Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, Hauptamtsleiter ©eigner, die SS.-Obergruppen- fiihrer Erbprinz z u Waldeck-Pyrmont und Weitzel, SA.-Gruppenführer Beckerle, der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Reiner und Landesobmann Becker. Generalkonsuln Italiens und Englands, eine zahlreiche Gruppe von SS.-Führern, die Führer sämtlicher Gliederungen, Vertreter des Staates, der Wehrmacht und der Wirtschaft bilden mit einem Kranzwagen und einem Ehrensturm der 2. SS.-Standarte eine lange Kette. NWM» MemnOete« nach der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weder, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnatur- schutzgeseh haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihrer weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschutzverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzung»» bestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründlich« Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier» und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieh«^ Richter und Rechtsanwälte müssen über Fragen des Naturschutzes unterrichtet sei» sondern auch botanische Vereine, 91ai turalien-u.Herbarien-Handlungeq und Lehrmittelgeschüfte, PrSpargs toten, Ausstopfer, Pflanzensamnu ler, Schmuckreisig-verkSufer, Kranz» bindereien und die mit der tlbertz roachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeiftellen usw. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen Hugo Vermühler Verlag Derttn-Lichterfeldo flüssen und (Sonberintereffen fernzuhalten. Die Isolierung sei keine Entfernung vorn Volk, sondern nur vorn Parlament gewesen. Es sei dafür gesorgt worden, daß bei der Machtübernahme dem Führer ein Instrument zur Verfügung gestellt werden konnte, dessen Finanzen und technischer Apparat in Ordnung gewesen seien. Heute sei Regierung und Reichsbahn eine Einheit. Die Reichsbahn mache sich den Einsatz für das große Wiederaufbauwerk zur Ehrenpflicht. Auch auf sozialem Gebiet werde ganze Arbeit geleistet. Gaubetriebsgemeinschastsleiter Dr. Körner betonte, der Sinn dieser Kundgebung sei, die Männer der deutschen Verkehrswirtschaft zur aktiven Mitarbeit an den Aufgaben der Zukunft aufzufordern. Hierauf führte Dr. Ley u. a. aus: Solange die Menschheit bestehe, sei um die soziale Ordnuna gerungen worden. Sozialismus fei Gerechtigkeit. Recht sei, was dem Volke nütze, dem Volke nütze, was Deutschland ewig mache. Es gelte, auch in der Zukunft Opfer zu bringen und alle Kräfte einzusetzen. Zur Lohnfrage bemerkte Dr. Ley, daß es eine Lüge sein, wenn heute immer noch einige Gegner behaupteten, die Löhne würden abgebaut. Im ganzen Reich sei noch in keinem Betriebe eine Lohnsenkung erfolgt, im Gegenteil seien zahlreiche Tarifverbesserungen und andere materielle Mehrleistungen durchgeführt worden. Auch d i e Prelle würden unter allen Umständengehalten werden. Hieran müßten auch alle Volksgenossen Mitarbeiten. Nur wenn jeder von der Richtigkeit der Negierungsmaßnahmen überzeugt sei, könne ganze Arbeit geleistet werden. Hans Handwerk, Josef Dieser und der letzte Name( Franz Joses Schwarz wecken die Gefallenen erneut zum Leben. Dann nimmt der Gauleiter Abschied von seinem toten Mitstreiter: Eine hohe Verpflichtung erfüllt ihn, als er den Gruß des Führers überbringt. Dieser Kämpfer Adolf Hitlers gehörte dem ganzen Volk, in dessen Dienst sein Leben stand. Die Vorsehung hatte ihn erkoren, Soldat für die deutsche Ewigkeit zu werden; als solcher hat er fein ganzes Leben lang gehandelt und den Weg zu unserem Führer gefunden. Sein einziges Gebot als Soldat, Parteigenosse, SS.-Mann und Wirtschaftsführer war: Pflichterfüllung bis zu m äußersten. Immer war er als leuchtendes Vorbild bekannt. Jäh hat ihn, der mit den höchsten Tugenden ausgestattet war, uns das Schicksal entrissen. „Du, Kamerad Schwarz, stehst heute wie alle Deutschen, die ihr Leben für die Ewigkeit hin« gegeben haben, bei der Standarte unserer! Toten. Du bist immer mitten unter uns, wo Nationalsozialisten sind. So grüßen wir dich zum letzten Mal, nun tritt deine Fahrt an und sei alle Zeit bei uns!" Für die Reichsregierung sprach Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium Dr. Krohn. Getragen und erfüllt von der Idee der Volksgemeinschaft, zählte der Treuhänder Schwarz zu den besten Beamten des Reiches. Ein aufrechter Sinn, Lebensklugheit, reiche Kenntnis und Unparteilichkeit machten ihn zu einem echten Treuhänder. Wer je die Kameradschaft dieses Mannes verspüren konnte, der verließ sich immer auf sie. Im Dienste des Vaterlandes verzehrte er sich, und im Dienste des Vaterlandes ging er mitten in seiner Arbeit von uns. Ueber das Grab hinaus werde ihm die Liebe und Treue derer, für die er sorgte, und die Liebe und Treue des Reiches erhalten bleiben. Staatssekretär Krohn legte für die Reichsregierung einen großen Blumenkranz nieder. Und nun folgten Kranzspenden in unübersehbarer Zahl, Zeugnis ablegend von der hohen Wertschätzung, die dieser aufrechte Mann in allen Kreisen genossen hat. In lansamem Zuge trug nunmehr die Schutzstaffel den Sarg zur letzten Ruhestätte. Hier nahm SS.-Obergruppenführer Erbprinz zu Waldeck- Pyrmont für die gesamte SS. Abschied von dem Kameraden Schwarz. Als Angehöriger des Schwarzen Korps setzte er seine volle Kraft für Führer und Volk ein. „Möge jeder von uns, sobald er gerufen wird, mit demselben Geiste zur Standarte Horst Wessel einkehren können, mit dem du, Kamerad Schwarz, nunmehr eingezogen bist. Wir SS.-Männer werden dich niemals vergessen, denn deine Ehre war Treu e!" Unter den Klängen des Schutzstaffelliedes senkte sich der Sarg langsam ins Grab, eine Ehrensalve galt dem Soldaten, Kämpfer und Nationalsozialisten Franz I. Schwarz. GA.-Oberführer Arauner in der Reichsbauernstadt beigeseht. Goslar, 6. Nov. (DNB.) In der Reichsbauernstadt Goslar fand die Beisetzung des im Dienste bei dem Thüringer Flugzeugunfall tödlich verunglückten Reichshauptamtsleiters SS. • Oberführer Arauner statt. In der Kloster Neuwerk-Kirche waren die Familienmitglieder, die alten Kampfgenossen und Mitarbeiter, der Deutsche Reichsbauernrat, die Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht versammelt, um von diesem vorbildlichen Nationalsozialisten Abschied zu nehmen. Die Ehrenwache am Sarge bildeten die alten Mitkämpfer aus dem Reichsbauernrat, unter ihnen der Reichsobmann des Reichsnährstandes Wilhelm Meinberg, die Staatssekretäre Backe und Willikens und der Verwaltungsamtsführer Freiherr von Kanne. Vor dem Sarge ruhten neben einer unendlichen Vlumenftille der Kranz R. Walther Darrös, des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß und des Reichsministers Dr. Goebbels. Landessuperintendent Detering hielt nach Beethovens „Eroica" die Trauerrede. Unter starker Teilnahme der Goslarer Bevölkerung bewegte sich der Trauer- zua dann unter Vorantritt eines SS.-Musikzuges und zweier unter Gewehr angetretener Ehrenstürme der SS.-Führerschule Braunschweig zu dem am Fuße der Harzberge gelegenen Waldfriedhof. Am Grabe sprach für den durch feine Unfallverletzung verhinderten Reichsleiter Reichsbauernführer Stabsamtsführer Dr. Reifchle. Für den Reichsführer SS. sprach der Chef des SS.-Haupt- amtes, Gruppenführer Heißmeyer. Als Svre- g e b u n g statt. Nach einem kurzen Gedenken der Toten der Bewegung und der Opfer der Arbeit leiteten Liedervorträge zu der Ansprache des Staatssekretärs Ohnesorge über. Die Reichspost habe sich das Ziel gestellt, ihren riesigen Apparat voll und ganz dem Führer zur Verfügung zu stellen. Die Reichspost werde stets bestrebt sein, außerordentliche Leistunaen zu vollbringen. Die Betriebs- gemeinschaft Deutsche Reichspost werde sich stets restlos für das neue Deutschland einsetzen. Der Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen Dr. Todt wies darauf hin, daß heute i m Fernkraftfahrer ein neuer Verkehrsteilnehmer vorhanden fei, in dem die vor 200 Jahren in Europa lebendig gewesene Zunft der Fuhrleute wieder ersteye. Dr. Todt be- r sich dann mit den Autobahnen. Schon ersten Zählungen hätten Aufschluß gegeben über die ungeheure Leistungsfähigkeit dieser Straßen. Zwischen Rosenheim und München seien innerhalb von 20 Stunden 40000 Fahrzeuge gezählt worden. Der Kraftwagenverkehr sei ein gleichberechtigtes Glied im gesamten deutschen Verkeyr. Gegen ihren Willen sei die Reichsbahn seinerzeit, so hob dann der stellvertretende Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Kleinmann hervor, aus dem Reich herausgenommen worden. Diese Maßnahme habe jedoch den einen Vorteil gehabt, daß es möglich gemacht habe, sich von Parteiein- •ehentwerte Gardlnen-Abtellang» Gnädige Frau, kommen Sie bitte recht bald. Haben Sie einmal unsere Auswahl gesehen und sich von unserem fachkundigen Personal beraten lassen, dann werden euch Sie aufriedeiiG Hendln. V< rtilget die Ackerschnecken mit KALK von 7O72Ü Lahnkalk-Indastrie KEMPFF & HILF Albshansen an der Lahn Ruf-Nr.: Wetzlar 2695 820 V Fahrradständer Autogaragen, Lager- und Geräteschuppen Wellblechbauten fjed.Verwendungszweck Eisenwerk Siegen 6. m. b. H. ^Marienborn-Siegen. Postfach 95^ Vermählungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Aus aller Welt rius Die Jakob Alle Volksmusik-Freunde 7056 D Ihre Vermählung geben bekannt Gießen (Klinikffraße 1), den 7. November 1936 7095 D Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt 10. Dez.: 7. Jan.: Gießen (Noonstraße 22), den 7. November 1936 21. Jan.: 7052 D Franz Rathenow* Heinrich BönseM 70B1D Gerichtsaffeffor Walter Zfieul Anni Zfteul, geb. Berghöfer fiislwirlsctall„ZiirLata“ Heute Samstag <'XP j bis 4 Uhr nachts geöffnet! JtOTlÄCTI ug- vier sind herzlichst eingeladen zu dem am Sonntag, 8. November, abends 8.30 Uhr im Caf6 Leib stattfindenden Martha Wagner Herbert Sattler Architekt geben ihre Verlobung bekannt -erP Einiol Berlin-Tempelhof geschaffen. keine Hoffnung auf Rettung der Lsbjerger Fischer. Der Sturm der vorigen Woche, der auch dem Feuerschiff „Elbe I" zum Verhängnis wurde, hat außer der Besatzung des Feuerschiffes noch weitere Menschenleben gefordert. So waren bei Ausbruch des Sturmes neun Fischkutter aus Esbjerg beim Christian Menget Else Menget, geb. Steuerwald München, 7. Noo. (DNB. Funtspruch.) Die Hauptstadt der Bewegung erhält einen der modernsten und größten Verkehrsflughäfen. Der bisherige Verkehrsflughafen München-Ober- wiefenfeld wird auf Vorschlag des Reichsluftfahrtministers Generaloberst Göring aufgelassen. Dafür wird im Osten der Stadt der G r o ß f l Hafen München-Riehm auf einem Quadratkilometer großen und für einen modernen Verkehrsslughafen geradezu idealen Platz errichtet. Der Reichsluftfahrtminister hat sich erboten, gegen Hingabe des jetzigen Flughafengeländes der Stadt München den neuen Flughafen auf Kosten der Reichsluftfahrtverwaltung zu erbauen. Prof. Ernst Sagebiel wird ihn erbauen. — Sagebiel ist der Schöpfer des neuen Reichsluftfahrtministeriums. Er hat die Pläne für den neuen Stuttgarter Flughafen und den Entwurf für den neuen Riesenflughasen Kleine politische Nachrichten. Der Reichs- und Preußische Wirtschaftsminister hat Dr. Adrian von R e n t e l n zum Präsidenten des Deutschen Genossenschaftsverbandes ernannt. ♦ Wie amtlich mitgeteilt wird, hat der Danziger Polizeipräsident die Ausgabe der in Danzig erscheinenden polnischen Zeitung „Gazeta Gdanska" vom 5.11.1936 beschlagnahmt, weil sie Ausführungen enthielt, die geeignet sind, die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Freien Stadt Danzig zu gefährden. Mit Rücksicht darauf, daß die „Gazeta Gdanska" sich in der letzten Zeit wiederholt einer wahrheitswidrigen und entstellten Berichterstattung bedient hat, werden bei Fortsetzung dieser falschen und tendenziösen Berichterstattung gegen das Blatt schärfere Maßnahmen ergriffen werden. „Kheingold" das gemütliche CafL-Nestaurant Ludwigstraße 6 ?osv0 Smnstsss verfang* KMMunbe Gesellschaft lür Erd- und Völkerkunde Lichtbilder-Vorträge im Winter 1936/37 Donnerstags 20.15 Uhr, in der Universitäts - Aula. 12. Nov.: Prof. Fritz Klute, Gießen: Verschärfung des amerikanischen Seemannstreiks. Hüll soll an der Ausreise nach Südamerika gehindert werden. Reuyork, 7. Rov. (DRB. Funkspruch.) Die Neuyorker Gewerkschaften haben beschlossen, die gesamte Belegschaft aller Schiffe und Dockanlagen zum Streik aufzurufen, man befürchtet, daß sich dieser Streik auf die gesamte Ostküste und die Golfhäfen ausdehnen wird. In einer Versammlung der Streikenden wurde beschlossen, den Dampfer der „American Lines , der mit dem Staatssekretär hüll heute mittag die Ausreise nach Buenos Aires antreten will, am Auslaufen zu verhindern. Die Reederei hat angekündigt, daß sie sofort neue Mannschaften anheuern werde, um die Abfahrt des Schiffes sicherzustellen. Obwohl Präsident R o o s e v e l t von allen Seiten bedrängt wird, persönlich in den Stteik em» zugreifen, hat der Arbeitsminister erklärt, daß ein Einschreiten des Präsidenten vorläufig nicht in Frage käme. Der Streik in den Häsen der Westküste hat zu einer ernsten Gefährdung A l a s k a s geführt. Falls es nicht gelingen sollte, binnen kurzem Alaska mit Lebensmitteln zu versorgen, könnte sich eine bedrohliche Lage eraeben, da die Häfen Alaskas be? reits in kurzer Zeit zu gefroren fein werden. „Berge im Sommer und Winter“ (gemeinsam veranstaltet mit Deutsch- Oesterr. Alpenverein u. Skiklub, Gießen) Prof. Carl Troll. Berlin- „Die europäischen Kolonisationsmethoden in Ostafrika“ (aut Grund einer Forschungsreise) Max Junge, Chile: „Sechs Forschungsreisen nach Westpatagonien“ Dr. F. Fickeler, München: ,Kreuz und quer durch Kleinasien* Gesangverein Heiterkeit Gießen Samstag, 14. Novbr., 20.15 Uhr, im Studentenheim KONZERT Leitung: Wilhelm Schättler, Musiklehrer, Gießen Mit wirken de: Alfons Forstner, Baß (Mitglied des Gießener Stadttheaters), Violinchor aus der Violin- schule Wilhelm Schättler, Knahenchor der höheren Lehranstalten (Musiklehrer Heinrich Blass). CHÖRE von Schubert, C. M. v. Weber, Wolfrum, Heinrichs, Trunk und Wilhelm Weber. — Lieder von Schubert, Schumann und Wolf. — Werke für Violine von Vivaldi, Corelli und Schubert. 7061d Eintritt RM. 0.50. Vorverkauf b. Challier, Neuen weg. iß d°nn"M * jU b‘ rö oas in Oberst Klein-Linden Gasthaus „Zur deutschen Eiche' Sonntag, den 8. November: TANZ (Parkettboden) Anfang 4 Uhr nachmittags Weltkrieg durch einen Gewehrschuß sein Augenlicht einbüßte, hat von der Reichsleitung der RSKOV. den Auftrag erhalten, das Modell eines Handgranatenwerfers zur Ausschmückung des Hauses der RSKOV. in Berlin anzufertigen. Der Künstler hat im Laufe der Jahre trotz seiner Erblindung durch sein Schaffen die deutsche Kunst um eine Reihe hervorragender Werke bereichert. Buntes Allerlei. Vierzig Jahre im australischen Busch. Vierzig Jahre lang hat ein weißer Mann in Australien unter »einer eingeborenen Bevölkerung gelebt, die sich noch im Steinalter befindet, die noch Feuersteinspitzen für ihre Speere braucht, in einem Lande, das den Europäern noch gänzlich unbekannt ist. Es war der Missionar I. K. B. L o v e, der an der Nordwestküste von Australien, in dem Gebiet der Worora, als erster Europäer lebte. Er hat sich die Kenntnis der Sprache des Stammes erworben und es ist ihm gelungen, das Vertrauen der schwarzen Bevölkerung zu gewinnen. Er veröffentlicht jetzt ein Buch /Buschmänner, die heute noch im Steinzeitalter leben". Zunächst berichtigt er einige Irrtümer, die jeder Weiße, dem diese Ureinwohner kaum dem Namen nach bekannt sind, ganz gewohnheitsmäßig hegt. Jeder nimmt an, daß diese Völker noch der Menschenfresserei ergeben sind. Wenn diese „Sitte" auch noch vor einiger Zeit verbreitet war, so ist sie jetzt doch völlig abgeschafft. Merkwürdig dabei ist es zu hören, daß die Menschenfresserei den Eingeborenen selbst zuwider war. „Wenn sich die Stammesangehörigen auch dem Brauche fügten, so empfanden sie es doch als Nach dem Konzert geselliges Beisammensein bei musikalischer Unterhaltung 7019D Geschättsdnicksachen j Rechnungen Brlefbl&tter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei BrOhl, Sctralstr.} Der kriegsblinde Bildhauer Ludwig Schmitt in Mainz-Kostheim, der im cheV des Deüischen Reichsbauernrates gab Minister- Präsident a. D. Gr anzow ein Bild des Schaffens Arauners. Kommandos ertönten, die Ehren- stürme präsentierten das Gewehr, und unter dumpfem Trommelwirbel rollte die Ehrensalve über das Grab. Einen eindrucksvollen Abschluß dieser Stunde bildete unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Trauerparade der Schutzstaffeln. Schweres Eisenbahnunglück bei Warschau. In der Nähe von Warschau ereignete sich am Freitagfrüh ein schweres Eisenbahnunglück, bei dem nach den bisherigen Weldungcn fünf Personen getötet, etwa 40 bis 50 Personen schwer und viele teichtverleht wurden. In der Rahe der Station Szczensliwice wartete der Schnellzug aus Komarow, um den Schnellzug Radom—Warschau vorüberzulassen. Plötzlich erfolgte ein furchtbarer Aufprall. Der aus zwei Wagen bestehende elektrische Vorortzug Grodzisk— Warschau war im Rebel auf die letzten Wagen des haltenden Schnellzuges aufgefahren. Der letzte Wagen des Schnellzuges wurde in die höhe gehoben und umgeworfen, der nächste vollständig zertrümmert. Auch die beiden folgenden Wagen wurden zerstört. Unter den Reisenden befanden sich viele Schüler und Studenten. Außerdem sind unter den Opfern des Unglücks zahlreiche Angestellte und Beamte, die ins Büro fuhren. Polizei, Wililär und ein Rettungszug mit Aerzten und Krankenschwestern waren bald zur Stelle. Rach den ersten Augenzeugenberichten ist leider zu befürchten, daß ein großer Teil der Schwerverletzten nicht mit dem Leben davonkommt. Neuer Erfolg der Dresdner Staatsoper in London Das Gastspiel der Dresdener Staatsoper in London erreichte am Freitagabed einen Höhepunkt. Richard Strauß dirigiert selbst seine „Ariadne auf Naxos". Die Morgenblätter sind voll des Lobes über diese Vorstellung und über die in ihr mitwirkenden Kräfte. Der „Daily Telegraph" nennt die Vorstellung geradezu bewundernswert und hebt Martha Fuchs als Ariadne besonders hervor, Erna Sack als Zerbinetta rief die Zuhörer mehr als einmal zu Applaus bei offener Szene hin. Ganz erstaunlich war die Tatsache, wie das kleine Orchester das Riesentheater voll ausfüllen konnte. Bei Schluß her Vorstellung mußten Komponist und Künstler sich immer wieder dem begeisterten Hause zeigen. Der Festoorstellung wohnten eine große Zahl führender Persönlichkeiten aus dem politischen und öffentlichen Leben Englands bei. Auch den Botschafter von Ribbentrop sah man in einer der Logen. München erhält einen neuen Flughafen. eine schimpfliche Gewalttat, wenn es ihren nächsten und liebsten Angehörigen ans Leben ging. So wurde es ihnen bald begreiflich, daß der weiße Mann hier Ansichten hatte, die von den ihrigen ab« wichen, und sie ergriffen freudig die Gelegenheit, um gleichsam unter dem Schutz des Einflusses des weißen Mannes mit, der Ueberiieferung zu brechen, deren sie schon längst im geheimen überdrüssig waren. Sie selber, nicht ich, hatten eigentlich die Jnitiattoe ergriffen." Weiter widerlegt Love die allgemeine Annahme, daß der Gebrauch von Stiefeln oder Schuhen unter den zivilisierten Menschen daran schuld sei, daß des weißen Mannes Füße verunstaltet seien. "Das Gegenteil ist richtig", schreibt er. „Die Fuße der Eingeborenen, sowohl der Männer wie der Frauen, sind mißgestaltet, die Zehen oft nur Stummel und gedrückt von dem beständigen Anstoßen an felsigen Grund, und sie sind so breit, daß ein um einen Kopf kleinerer Mann als ich seine Füße nicht tn meine Stiefel hinein zu zwängen vermochte." Riesenhaie an der englischen Küste. An der englischen Westküste machen in zunehmendem Maße Riesenhaie den Fischern große Schwierigkeiten. In der Nähe der Soay-Jnsel haben sechs Fischer einen Riesenhai im Netz gefangen. Man bemerkte das Tier zunächst in der Nähe des Bootes an der Oberfläche, und als die Fischer näher zusahen, stellten sie fest, daß es sich in einem ihrer Netze verfangen hatte. Ein wilder Kampf folgte. Der Hai schlug furchtbar mit seinem Schwänze um sich, aber er wurde allmählich immer mehr in das Netz verwickelt, und dann gelang es den Fischern, ihn nahe genug an das Boot heranzuziehen, sodaß sie ein Seil um den Schwanz legen konnten. Nach einer kurzen Atempause begann der Kampf von neuem, der schließlich durch einen gut gezielten Schuß mit dem Gewehr beendet werden konnte. Es hatte drei Stunden gedauert, ehe das Tier erlegt werden konnte. Es war ein Riesenhai, der über 6 Meter lang war und etwa 5 Tonnen wog. In südlichen Gewässern erreicht diese Art allerdings oft die doppelte Länge. Ein zweiter Hai, der nur 4 Meter lang war, wurde gleichfalls in den letzten Tagen in dieser Gegend gefangen und an die Küste gebracht, aber auch dieser hatte vorher bei dem wütenden Umsichschla- gen wertvolle Geräte des Schifferbootes zerstört. Dem Besitzer einer Segeljacht gelang es, während der Kreuzfahrt einer Woche in diesen Gewässern mehrere Riesenhaie zu erlegen. Ein Eharlotle-Buff-Museum in Paris. In Paris ist ein kleines Museum in Privatbesitz dem Andenken der Charlotte Buff gewidmet, die als Lotte in Goethes Roman „Werthers Leiden" unsterblich wurde. Es gehört einer direkten Nachkommin Charlottes, Mme. Georges C l a r e t i e , der Witwe des bekannten französischen Schriftstellers. Unter den Erinnerungen, die hier aufbewahrt werden, befindet sich ein vergilbtes Blatt, auf dem man noch die rührenden Zeilen lesen kann, die Goethes Heldin an eine ihrer Urenkelinnen gerichtet hat: „Sobald ich Dein viertes Paar Strümpfe fertig haben werde, werde ich es Dir schicken..." Neben diesem großmütterlichen Brief liegen andere Erinnerungen, eine goldene Uhr, die Charlotte gehörte, als sie noch junges Mädchen war; sie schlägt nicht mehr und wird in einem Kästchen aufbewahrt. Groß, gewölbt und schwer, trägt die Taschenuhr auf ihrem Deckel eine Inschrift: die Vornamen ihrer Nachkommen, auf die sich diese Reliquie vererbt hat, Karl, Charlotte, Karl, Charlotte... Auf dem Wege der Besserung. , Der SS.-Sturmbannführer Paul Hainbach i von Gießen, der am vorigen Sontagmittag in der ■ Moltkestraße verunglückte und der Chirurgischen : Klinik zugeführt werden mußte, befindet sich erfreu- i licherweise auf dem Wege der Besserung. Falls ■ keine unvorhersehbaren Komplikationen eintreten, i wird er in etwa drei Wochen die Klinik völlig wie- i derhergestellt verlassen können. Jriell und Irlich, «ort brait&tn. !nmb Sterben, SÄ * tag Bekenntnis 5 L Leben der Sch niterlebt hüt, )er Eintops drE' jctte. Aus diesem Uch M leinen tn aus -hm. kl"? Wleisch, eine g Heinrich, der M -uch wenn es dr # mancherlei * (er „Drahtverhau übereilet war. M kapitulieren", |a nöglich war, noch iu verwahren, wo jq schmeckte. Der iben schnell so zu wir uns mit zemeinschast. M ttoar gelegentlich Bern etwas zum Lid) die „Brühet »echte Kamerad । ”ine Schicksalsg . ofjne" waren; n i nter die engste im ihr (jemeinla; kameradschast trii Eintopf als Gr itner kämpfenden i ille Kameraden lragfeftigkeil über ieute noch in der rn immer wieder er „Waffe" der F Dieses unvergehli i Weltkrieges hat de ßlller i Werts oai\ einen' «emeinM gehe ((Erinnerung von : ipem Bereich der |; im dar Leben bi ussteigende jun ulhastig werde intopfes und Ukimtnis erwachs •M der weitaus -meinfchaftden । m festgesetzten T ls Symbol der uf dem Mittaast Der ehemalige österreichische Handelsminister S t o ck i n g e r wurde zum Präsidenten der Verwaltungskommission der Oesterreichischen Bundesbahnen ernannt. Im Foreign Office wurde das Protokoll über die fdg. Humanisierung der U-Boot-Krieg- f ü h r u n a (Teil IV des Londoner Flottenvertrages) von den Vertretern Englands, Frankreichs, Amerikas, Italiens, Japans und der Britischen Dominions unterzeichnet. Die Eheschließung der holländischen Kronprin- z e s s i n I u l i a n e mit dem Prinzen Bernhard von Lippe-Biesterfeld wird am 7. Januar 1937 im Haag stattfinden. Die standesamtliche Trauung des jungen Paares wird im Stadthaus, die kirchliche Trauung in der Großen St. Jakobskirche vollzogen werden. Fischzug. Drei dieser Kutter konnten sich unter unsagbarer Anstrengung ihrer Besatzungsmannschast retten, lieber das Schicksal der sechs anderen Kutter war keine Klarheit zu erlangen, so daß man mit ihrem Untergang rechnen mußte. Inzwischen sind in den letzten Tagen an der Westküste Jütlands viele Wrackstücke angeschwemmt worden, deren Sichtung ergab, daß sie von fünf (Ssbjerger Fischkuttern stammen könnten. So bleibt noch die Sorge um das Schicksal des sechsten Kutters, der mit 21 Mann zum Fang ausgefahren war. Es ist kaum noch anzunehmen, daß sich dieser letzte Kutter in Sicherheit bringen konnte. Mit einem Untergang muß gerechnet werden. Todesurteil im Leobener Wordprozeh. Der aufsehenerregende Prozeß gegen Karl Strasser vor dem Kreisgericht Leoben endete mit dem Todesurteil gegen den Angeklagten. Strasser hatte, wie erinnerlich, im September v. I. die Gattin eines rumänischen Obersten im O-Zug Bukarest—Paris ermordet. Vierlinge in einem französischen Dörfchen. In einem kleinen nordfranzösischen Dorf in der Nähe von Rennes schenkte eine 38jährige Frau vier Mädchen das Leben. Alle vier Kinder sind gesund. Kunst und Wissenschaft Der englische Musikhistoriker Prof. LH. $. Terry f. Der englische Musikhistoriker Professor Charles Sanford Terry ist im Alter von 72 Jahren g e - storben. Terry wirkte seit 1903 in Aberdeen, wo er 1921 das erste schottische Musikfest veranstaltete; seine Arbeiten galten der schottischen Musikgeschichte und vor allem der Herausgabe Bachscher Werke. Seine große Monographie über Johann Sebastian Bach erschien deutsch im Insel-Verlag. Terry hat auch eine Biographie des sog. Londoner Bach (Johann Christian) geschrieben. Ehrenvoller Auftrag für einen kriegsblinden Künstler. Harmonika-Spiel ahend der Spielgruppe Giefcen und Marburg unter Leitung von Musiklehrer Nurtsch ca. 40 Spieler Unkostenbeitrag und Programm 50 Pt Vorverkauf bei Musik-Challier Neuenweg 10, und abends an der Kasse Katholisches Vereinshaus Gießen, Liebigstraße 20 Sonntag» den 8. November, ab 20 Uhr, im großen Saal TANZ Eintritt 30 Pf. 7062D Tanz frei! Kapelle Daubertshänser!! Die Vo Wir enti Ichchte mit ..Aus alt Jie.» Mff-h S ,0* gleich o6tr gebrai Mger B^er Ns auf ; Nm Sned ’p, müll, dgü feilte. A te«. uni, als K>irann ’ ■Hs« 'Ml,Z |Uli S( Äe ich hi 'Mi „ »nur ' N fa ’W.“ j. 'f' .Gtiu "Will wÄn S&'i« »hS ft fr K ihJ:ÖQ t Rfe (r 'M |eh l gSliC- 'nu * ÄÄ 4.Febr.: Dozent Hans Poser, Göttingen: „Grönland und Spitzbergen“ (auf Grund eigener Reisen). Mitgliedskarten: Familien (2 Erwachsene u. 2 Kinder) 4 RM.. Einzelpersonen 2 RM., Studenten, Schüler, Militär, Angehörige der SA. und 88. 1 RM. Einzelkarten (LI Vortrag): 60 Pf., Studenten, &Oh1lleri»£^r Gießen Wiesbaden Hofmannstr. 4 Wieseck-Gießen November 1936 bis 4 Uhr geöffnet «roalRweA Giefeener dH Brauhaus Pils Das Produkt langjähriger Erfahrung 7060 D Um. einen .!* in ln Meh. Tw 'onsel ha, Klangen. .Ne des le. Fischer 1 'N einem ?.r ÄQmpf 's, seinem ahlich im. 'nn gelang d°s Boot 1 Schwanz npauje be- ^ich durch 'dr beendet 1 gedauert, ’ war ein und etwa 'n erreicht ange. Ein ar, wurde er Gegend aber auch W)W ;s Zerstört, s, während Gewässern d°b bes Ms r Frauen nnm?l und ?*> t Ä n Varis. Prioatbesitz net, die als n" unsterb- lachtommin , der Witwe s. Unter den •en, befindet m noch die s Heldin an „Sobald ich aben werde, iejem groß* rungen, eine als sie noch chr und wird gewölbt und i Deckel eine neu, auf die rfotte, jtarl, UNtz. ) ainbach ittag in der chirurgischen t sich erfreu- 'ung. 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Das sind keine alltäglichen Gewinne, sondern Werte von starker Bedeutung. Von dieser hohen Warte sehen viele Volksgenossen auch den Eintopf an. Mit ihm wissen sie sich eng verbunden durch ein gewaltiges gemeinsames Erlebnis, durch ein schicksalhaftes Gemeinschafts' • bekenntnis. Die alte Freundschaft mit dem Eintopf ist insbesondere der Generation zu eigen, die im großen Kriege die Front stellte, die mit ihren Leibern die Heimat deckte, die aber auch daheim trotz des Drucks von sehr viel Not und Entbehrungen materiell und seelisch die Kameraden im Felde stützte. Dort draußen inmitten von unendlich viel Leid und Sterben, wo die hohe Pflicht des Opferns und des Verzichts auf viele Annehmlichkeiten des Lebens eisernes Gesetz war, dort erhielt der Eintopf und das Bekenntnis zu ihm feine tiefe Verwurzelung im Leben der Schicksalskameraden. Wer die Front niterlebt hat, der weiß, welche große Bedeutung der Eintopf draußen als Lebensgrundlage für alle hatte. Aus diesem Eintopf der Feldküche empfing täglich jeder seinen „Schlag". Und wie gut schmeckten aus ihm eine Erbsensuppe, oder Bohnen mit Rindfleisch, eine gute Nudelsuppe, oder auch ein Kochgeschirr voll Graupen, oder der bekannte „blaue Heinrich", der Reis, ein schmackhaftes Krautgericht, auch wenn es die sog. „Fußlappen" waren, und so mancherlei andere Gaben dieses Eintopfs, sogar der „Drahtverhau", das Dörrgemüse, wenn es gut gubereitet war. Mancher Feldgraue ging da gerne „kapitulieren", ja er scheute sich nicht,' wenn es möglich war, noch eine „dritte Linie" für den Abend zu verwahren, wo dieser dritte „Schlag" gar prächtig schmeckte. Der Eintopf war uns Feldsoldaten eben schnell so zur Selbstverständlichkeit geworden, daß wir uns mit ihm einig fühlten in der Daseins- gcmeinschaft. Mancher Mann der Front bekam ztoar gelegentlich auch ein Päckchen von daheim, in etwas zum „brutzeln" war. Wenn dann wirk- lih die „Brutzelei" vor sich ging, fühlte sich der rchte Kamerad eigentlich etwas unbehaglich, weil fit ne Schicksalsgefährten im gleichen Unterstand jpt)ne" waren; meist wurde dann das „Gebrutzelte" unter die engste Kameradengemeinschaft geteilt und von ihr gemeinsam verzehrt — der Geist der echten Kameradschaft triumphierte! Dieses Bekenntnis zum Eintopf als Grundlage der Lebensgemeinschaft einer kämpfenden und ringenden Front aber war das alle Kameraden eng umschließende Band, seine Iragfeftigfe'it überdauerte den Krieg und läßt auch heute noch in der Erinnerung der alten Feldsolda- ten immer wieder den starken ethischen Gehalt dieser „Waffe" der Front wirksam werden. Dieses unvergeßliche Erleben an allen Fronten des Weltkrieges hat der alte Feldsoldat, unser Führer Adolf Hitler in dem Eintopf des Winterhilfs- verks auf einen besonderen Ehrenplatz der Volks- o?meinfd)aft gestellt. Er hat damit eine wertvolle Erinnerung von Millionen deutscher Männer aus b.m Bereich der Vergangenheit mitten hineingerückt ir dar Leben der Gegenwart, damit auch die her- d-iffteigenbe junge Generation des ideellen Segens Hilhaftig werde, der aus der Gemeinsamkeit des Eintopfes und aus dem in ihm enthaltenen Be- k nntnis erwächst. Es ist zwar auch jetzt nicht so, drß der weitaus überwiegende Teil unserer Volks- cuneinfchaft den Eintopf nur dann kennt, wenn er an ö n festgesetzten Tagen während des Winterhilfswerks tzls Symbol der Verbundenheit aller Volksschichten auf dem Mittagstisch erscheint. Die Regel dürfte viel- Die alte G'.üksche. Von Wilhelm Busch. Wir entnehmen die folgende kleine Geschichte mit Genehmigung des Insel-Verlags zu Leipzig dem soeben erschienenen Buch „Aus alter Zeit" von Wilhelm Busch. Die alte Slüksche fjatte eine rechte Schnüffelnase und konnte gleich alles riechen, was im Dorfe gebacken oder gebraten wurde. Nun wohnte da auch en junger Bauer mit feiner Frau, der fing, da er enes Tages auf dem Felde pflügte, einen Hafen, pb ihn dem Knechte und schickte ihn damit zu sei- rsr Frau, daß sie ihn auf den Mittag braten und prichten sollte. Die Frau kriegte den Hasen auch z» Feuer, und als er nun recht briet und brutzelte und schön braun wurde, so hatte es die alte Slüksche gleich gewittert, kam in die Küche und schnüffelte mit ihrer langen Nase um den Braten herum. „Ach Gott, Nachbarin", svrach sie zu der Bauersfrau, „das riecht mal schön und ist so appehthcf), lasse Sie uns mal ein Stück davon probieren!" „Nein, nein", sagte die Frau, „wenn das mein Mann merkt, so 'kriege ich Schläge!" „Ach Gott", sagte die alte Slüksche und hielt ihre Schnüffelnase dicht über >-n Braten, „nur ein ganz kleines Stückchen, das merkt er ja nicht." Da ließ sich die Frau bereden und schnitt ein Stück von dem Braten ab, und das hmeckte jo schön, daß sie noch ein zweites Stuck ^schnitt, und als sie erst in den Geschmack kamen, da verzehrten sie endlich den ganzen Braten. ,.O v-eh", sprach da die Frau, „was soll ich nun sagen, r>enn mein Mann zu Hause kommt und findet den traten nicht?" „Och", sagte die alte Slüksche, „wenn e- fragt, so sagt nur, Ihr wüßtet von nichts; er mochte wohl geträumt haben." Damit wischte sie iir Maiil und ging weg. Den Mittag, da der Bauer nach Hause kam und d e Frau ihm sein gewöhnliches Essen vorsetzte, fragte er, wo denn der Hase märte, den sie ihm auf |P-n Mittag hätte zurichten sollen. „Ich habe keinen fa'fen gesehn", antwortete die Frau und stellte sich !6wz verwundert. „Ei!" sprach der Mann, „ich habe br doch diesen Morgen durch den Knecht einen §asen geschickt und dabei sagen lassen, du solltest l' N auf den Mittag zurechtmachen, und nun weißt •04 von nichts?" „Ach, Mann, das hat dir die Nacht öoh( nur ne träumt, besinne dich nur recht, so wird es dir wohl einfallen." Es ist doch sonderbar, dachte br r Bauer, daß man so lebhaft träumen kann, meinte '0 doch, ich hätte meiner Frau einen leibhaftigen Hosen geschickt, und nun ist es doch nur ein Traum gewesen. Wir 52L-2Uänner sind gewohnt, leichten und frohen Herzens über die Schwierigkeiten des Alltags hinwegzugehen und nur das Große und Erhabene im Vorwärtsschreiten der Bewegung zu sehen. Leicht vergessen wir die Stunden der Bedrückung und all das Häßliche, das wir an Not und Elend erlebt haben. Und doch gibt es einen Tag im Jahr, an dem jeder SA.INann voll schmerzlicher Erinnerung eine Stunde des Rückschauens und der inneren Sammlung begeht. Diese Stunde gilt dem Gedenken der Kameraden, die einst mit ihm gelacht und gesungen haben, die mit ihm marschiert sind und die mit ihm das erkämpft und erstritten haben, was wir heute als Sieg des Führers und des Nationalsozialismus erleben. Voll Wehmut und Dankbarkeit senken wir an jedem 9. November unsere Fahnen vor den Gräbern unserer ermordeten Kameraden. Als Zeichen der Ehrung neigen wir das Haupt vor ihnen, die mehr gegeben haben als wir alle und denen das Schicksal nicht vergönnt hat, den Siegeslorbeer auf ihr Haupt gedrückt zu sehen. Und deshalb ist auf der anderen Seite gerade dieser 9. November für uns eine Stunde neuen Aufschwungs. Wenn wir unsere Ermordeten ehren, überkommt uns von ihnen erneute Kraft für unseren neuen Kampf. Und fo soll dieser 9. November für uns nicht nur eine Stunde fein, in der wir unseren Ermordeten Dank und Verehrung zollen, sondern auch eine, in der unsere Toten uns neu beschenken mit dem Geschenk gesteigerten Opfersinns, vertiefter Kameradschaft und heißeren nationalsozialistischen Kämpferwillens. Der Führer der SA.-Gruppe Hessen: Beckerle, Gruppenführer. Zum Schutze des Gedenktages vom 9. November. DNB. Der 9. November ist in der deutschen Geschichte durch die Opfer der NSDAP, am Odeonsplatz zu München für alle Zeiten zu einem Tag des ernsten Gedenkens geworden; er wird vom ganzen deutschen Volk als ein Tag der Einkehr und des nationalen Erinnerns begangen werden. Die Bedeutung dieses Gedenktages wird durch die Veranstaltungen der Partei besonders gewürdigt. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Frick hat nunmehr zum Schutze des Gedenktages für die Ermordeten der Bewegung am 9. November eine Verordnung erlassen, durch die am 9. November 1936 in Räumen mit Schankbetrieb musikalische Darbietungen jeder Art, mit Ausnahme der Darbietungen der deutschen Rundfunksender, und ferner alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen verboten werden, sofern bei ihnen nicht der diesem Tage entsprechende ernste Charakter gewahrt ist. Für jeden Fall der Nichtbefolgung dieser Verordnung sind Polizeisttafen angedroht. unter Einsatz aller Kräfte gerne beisteuern zu dem großen sozialistischen Hilfswerks des WHW., das der Führer und Frontsoldat Adolf Hitler mit der Kriegserinnerung an den Eintopf so eng verbunden hat, daß beide in den Herzen der deutschen Männer und Frauen unauslöschlich ihren Platz haben. B. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater (NS.-G. KdF.): 20 bis 22 Uhr, „Der Bettelstudent". — Kurzschriftoereinigung der Deutschen Arbeitsfront (NS.-G. KdF.), 20 Uhr: Fröhliches Wochenende mit Tanz auf der „Karlsruhe". — Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften, 20.30 Uhr, Kameradschaftsabend im Caf6 Leib. — Ruderklub „Hassia", 30. Stiftungsfest im Bootshaus. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Stärker als Paragraphen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mädchen in Weiß". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr, Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 11.30 bis 12.30 Uhr, 4. Morgen- oeranftaltung „Kantaten" (E. Wolfgang Möller); 19.30 bis 21.30 Uhr, „Der Bettelstudent". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Stärker als Paragraphen" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mädchen in Weiß". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 11 bis 13 Uhr, Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. — Heimatoereinigung „Schiffenberg", 15.30 Uhr, Familien- Zusammenkunft auf dem Schiffenberg. — 30. Stiftungsfest des Ruderklubs „Hassia" im Bootshaus. — Musikalische Abendfeier, 17 Uhr, in der Johan- neskirche. — Eoang. Stadtmisfion, Jahresfest, 15 und 20.15 Uhr spricht Herr StadtmissionsJnspektor Schöpwinkel, Offenbach a. M. — Harmonika- Spielabend, 20.30 Uhr im Caf6 Leib (Spielgruvpe Gießen und Marburg). — Russisches Originalkonzert, 20.30 Uhr im „Burghof" (Cafe Ebel). Stadttheater Gießen. Heute abend findet eine geschlossene Vorstellung für die NSG. „Kraft durch Freude" statt. Es geht Sprach der Mann: „Nun Frau, wie haben die Schläge geschmeckt?" „Welche Schläge?" „Nun die mit den drei Haselstöcken." „Ich glaube gar, du hast wieder geträumt, ich habe keine Schläge gekriegt." „So? dann habe ich dir auch wohl die Haare nicht' abgeschnitten? Setz mal gleich deine Mütze ab!" Das tat die Frau, und da sah der Bauer, daß sie noch alle Haare auf dem Kopfe hatte. „Hol mich der Kuckuck", rief er da, „nun sehe ich doch wohl ein, daß alles nur ein Traum gewesen ist." Die alte Slüksche mit der Schnüffelnase hatte aber noch lange einen blauen Buckel zu tragen und schnüffelte so bald nicht wieder. Ein neuentveckles Meisterwerk von Hieronymus Boscb. lieber ein Gemälde von Hieronymus Bosch, das vor kurzem in der Münchener Alten Pinakothek entdeckt wurde, werden- in der Leipziger „Jlluftrirten Zeitung" nähere Mitteilungen gemacht, denen Abbildungen des Meisterwerkes beigegeben sind. Grade bei Bosch hat die große Zahl der Kopien und Nachahmungen seiner Bilder die Züge seiner künstlerischen Persönlichkeit verwischt, und es sind oft eigenhändige Werke für Kopien, Kopien aber für Originale gehalten worden. So ging es auch dem jetzt entdeckten Gemälde, das unbeachtet im Depot lag, bis es im vorigen Jahre aus dem Dunkel her- oo'rgeholt wurde. Das Bild ist das Bruchstück eines „Jüngsten Gerichtes", das auf eine große Eichentafel gemalt ist. Zum erstenmal wird es erwähnt im Jahre 1822 in der Staatlichen Galerie zu Nürnberg, und es wird in den älteren Inventaren als ,^angeblich Brueghel, Johann" angeführt. Dann kam das Bild nach München und später in das Schleiß- Heimer Depot. Dort fiel das verschmutzte, von vergilbten Firnisschichten überkrustete und durch eingreifende Uebermalungen entstellte Bild auf, und es wurde in der Restaurierungsabteilung der Alten Pinakothek sorgfältig gereinigt und wieder hergestellt. Jetzt zeigte es sich, daß man ein echtes Gemälde von Hieronymus Bosch gefunden hatte, denn die künstlerische Handschrift, die frische, sprühende Malerei des Meisters trat klar zu Tage. Das Werk, das von einem phantastischen Formenreichtum ist, dürfte um 1500 entstanden fein. Wahrscheinlich ist es ein Tcilstück des im Jahre 1504 von Philipp dem Schönen bei Bosch bestellten Jüngsten Gerichtes. Auf dem Bilde sieht man links ein Gräberfeld, in dem aus tiefen Gruben menschliche Gestalten aufsteigen, während noch das Feuer von unten herauf- leuästet. Wilde Höllengestalten bewegen sich in der mehr so sein, daß der Eintopf in den meisten Familien das ganze Jahr über auch während der Wochentage öfter sein Dasein bekundet. Daneben gibt es aber auch Familien, bei denen der Eintopf seltener auftritt. Und hier soll vor allem die ethische Mission des Eintopfes wenigstens während der Dauer des Winterhilfswerks mehr als sonst in den Vordergrund treten. Der tiefere Sinn des Eintopfes beim WHW. ist ja nicht der, durch die Sammlungen nur Geld in die Kaffen des Winterhilfswerks zu bringen, sondern er soll vor allem ein Symbol der Kameradjchaft der Front sein, die in den Kriegsjahren alle guten Kräfte unseres Volkes zu einer kämpferischen Einheit zusammenschmiedete und uns dadurch eine Stärke verlieh, die imstande war, unseren Bestand als Reich und Nation gegen eine Welt von Feinden zu behaupten. Und wenn heute auch nicht mehr das Sperrfeuer um Deutschland dröhnt, wenn nicht mehr Frauen und Kinder daheim den ßebensfampf allein zu führen hpben, während der Ernährer fechtend vor dem Feinde steht, so ringt unser Volk doch als eine kämpferische Gemeinschaft noch gegen viele Widersacher, ja Feinde unseres im Dritten Reich geeinten deutschen Volkes, daß wir alle miteinander uns gerne zu dem Eintopf als Symbol einer großen kämpferischen Zeit bekennen. Auf dieser Grundlage finden sich heute nicht nur die alten Feldsoldaten mit ihren Alterskameradinnen der Frauenfront der Kriegsjahre zusammen, auf dieser Linie steht mit uns Aelteren heute in erfreulicher Uebereinftimmung auch eine Jugend, in deren Herzen und Gedanken der Frontgeist der Kameradschaft und der Schicksals- salsgemeinschaft lebendig ist, der in Not und Tod des Krieges geboren und von dem Führer Adolf Hitler in das neue Deutschland gerettet wurde. An diesem hohen ethischen Gehalt des Eintopf- Symbols wollen wir uns auch am morgigen Sonntag bei dem zweiten Eintopf des Winterhilfswerks 1936/37 wieder erinnern. Dem Eintopf gebührt an diesem Tage in allen deutschen Haushaltungen die Ehre, den Mittagsttsch der Familie schmücken zu dürfen. Und in dem Bekenntnis zu diesem Eintopf, in der Erinnerung an seine Geschichte im Leben unseres deutschen Volkes wollen wir unsere Spende Eine Zeit danach trug es sich zu, daß der Bauer auf dem Felde eine Wachtel fing, da schickte er sie durch den Knecht zu seiner Frau und ließ ihr sagen, sie sollte die Wachtel auf den Mittag braten und zurecht machen. Die Frau kriegte das Wachtelchen auch gleich in die Pfanne, und als es nun recht briet und brutzelte, so hatte es die alte Slüksche mit ihrer Schnüsfelnase gleich gewittert und kam in die Küche geschlichen, und als sie da das Wachteichen so schön braun in der Pfanne liegen sah, sprach sie zu der jungen Frau: „Ach Gott, Nachbarin, das riecht so schön und ist so appetitlich, lasse Sie uns doch ein Stückchen davon probieren." „Ach nein!" sagte die Frau, „wenn das mein Mann merkt, so kriege ich Schläge." „Ach, nur ein kleines bißchen", sprach die alte Slükjche, „das merkt er ja nicht." Da ließ sich die Frau bereden und schnitt dem Wachteichen erst ein Bein ab und dann das andere, und endlich verzehrten die beiden das ganze Wachtelchen, daß nichts davv^l überblieb. „O weh", sprach da die Frau, „roas'fange ich nun an, wenn mein Mann nach Hause kommt und findet das Wachtelchen nicht?" „Och", sagte die alte Slüksche, „wenn er fragt, so sagt nur, das möchte ihm wohl geträumt haben." Damit wischte sie ihr Maul und ging weg. Den Mittag, da die Frau ihrem Manne sein gewöhnliches Essen brachte, fragte er, wo denn das Wachtelchen wäre, das er ihr diesen Morgen geschickt hätte. „Du hast wohl wieder geträumt", jprach die Frau und tat ganz verwundert, „ich habe kein Wachtelchen gesehen." „Ei!" sagte der Bauer, „es ist doch jonderbar, daß man so lebhaft träumen kann." Aber diesmal hatte er doch gemerkt, daß ihn seine Frau zum besten hatte, und dachte, warte nur, dich will ich anführen, schnitt sich drei Haselstöcke und brachte sie heimlich in die Kammer. No ja, dachte die Frau, die es gesehen hatte, nun gehts mir aber schlecht. Sie wußte sich aber doch zu helfen. In der Abendzeit, während ihr Mann nicht zu Hause war, ging sie zu der alten Slükschen und sagte zu ihr: „Wißt Ihr was? Ihr könntet diese Nacht wohl mal bei meinem Manne in der Kammer schlafen." „Liebend gern", sagte die alte Slüksche, „das will ich wohl tun." Und den Abend ging sie hin und legte sich in der Frau ihr Bett. Bald danach kam der Bauer, der meinte, seine Frau läge da im B"tte, im Dunkeln hereingeschlichen, schnitt ihn die Haare ab und prügelte sie so lange, bis die drei Haselstöck" in Stücken waren, bann gab er ihr noch einen Schub, daß sie aus der Tür flog. Am andern Morgen aber brachte die Bauersfrau ihrem Manne' ganz vergnüglich den Kaffee. Samstag, I.November 1956 der große Erfolg „Der Bettelstudent", Operette von Carl Millöcker in Szene. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul Wrede. Es findet kein freier Kartenverkauf statt. — Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Der Spielplan des Stadllheaters Gießen vom 8. bis 15. November. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag, 8. November, wird im Rahmen der 4. Mvrgenveranstaltung des Stadttheaters zum erstenmal Eberhard Wolfgang Möller in Gießen 3u Worte kommen. Zur Aufführung gelangen drei feiner „Kantaten", für die er im Jahre 1935 den nationalen Buchpreis erhielt. Ausgewählt wurden: „Die Bauernkantate", „Anruf und Verkündung der Toten" und „Die. Briefe der Gefallenen". Diese drei Gedichte werden unter der Spielleitung des Intendanten in szenischer Form dargestellt. Als Sprecher wirken mit: der Intendant; Damen: Birkmann, Stirl; Herren: Frickhoefser, Geiger, Geißler, von Gschmeidler, Kühne, Lindt, Neuhaus, Rosenthal, Schorn, Walter. Vor und zwischen den Kantaten singt Wilhelm Greif, am Flügel begleitet von Kapellmeister Ernst Bräuer, Lieder von Hugo Wolf. Dauer der Feier von 11.30 bis 12.30 Uhr. Für Platzmieter ist der Eintritt frei. Am Abend findet zum letztenmal eine öffentliche Aufführung des großen Erfolges „Der Bettelstudent", Operette von Carl Millöcker, statt. Die musikalische Leitung führt Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul Wrede. Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Außer Miete. — Dienstag, 10. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr: „Der Zarewitsch", Operette von Franz Lehär. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul Wrede. Dienstag-Miete. 8. Vorstellung. — Mittwoch, 11. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr: Erstes Orchesterkonzert. Leitung: Prof. Stefan Temesvary. Solistin: Karin Schenk. Der Bauerfche Gesangverein. Mittwoch-Miete. 8. Vorstellung. — Freitag, 13. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr, Erstaufführung: „Der Bogen des Odysseus", Schauspiel von Gerhart Hauptmann. Spielleitung: der Intendant. Freitag-Miete. 9. Vorstellung. — Samstag, 14. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr, Theaterring der NS.-Kulturgemeinde. 3. Vorstellung: „Ein idealer Gatte", Schauspiel von Oscar Wilde. Spielleitung: Wolfgana Kühne. — Sonntag, 15. November, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr, 5. Morgenveranstaltung: „G. F. Händel". Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Für Platzmieter ist der Eintritt frei. — Anfang 19 Uhr, Ende 21.45 Uhr: „Der Zarewitsch", Operette von Franz Lehär. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul Wrede. Außer Miete. Konzert des Gesangvereins „Heiterkeit". Man schreibt uns: Der Gesangverein „Heiterkeit" veranstaltet am kommenden Samstag, 14. November, im großen Saale des Studentenhauses, Leih- gefterner Weg, 20.15 Uhr, sein diesjähriges Konzert. Der chorische Teil sieht Werke von Franz Schubert vor. Dem Gedenken an den großen Meister der Tonkunst Carl Maria von Weber sind aus Anlaß der 150. Wiederkehr seines Geburtstages am 18. Dezember drei seiner schönsten Schöpfungen gewidmet. Es werden Soldatenlieder in bekannter Volksweise folgen. Zur Umrahmung der Männerchöre singt Herr Alfons Forstner, Bassist am Gießener Stadttheater, Lieder von Franz Schubert, Robert Schumann und Hugo Wolf. Von der Diolinschule Wilhelm Schüttler werden klassische Werke von Antonio Vivaldi, A. Corelli und Franz Schubert zur Wiedergabe gelangen. Das Konzert Eine sehenswerte Ausstellung schöner Teppiche, Gardinen, Dekorationen usw. veranstaltet das bekannte Teppich- u. Gardinenhaus Ludwig, Geise u. Pfaff, früher Brumlik-Haus, Frankfurt a. M., Liebfrauenstraffe 1-3, in einem Laden der Blockstraße Nr. 11. Das Teppich- und Gardinenhaus ist das größte Spezialbaus Süddeutschlands. Eine Besichtigung der Ausstellung ist bestimmt lohnend und wird diesem Hause sicher neue Kunden zuführen. tossV Mitte, riesige Vögel packen Verdammte, und in der rechten Ecke unten stecken vier mit grimmigem Humor gezeichnete Hexen die Köpfe zusammen. Daneben ist ein katzenköpfiges Scheusal dargestellt, wie es einen der Hölle Verfallenen verschlingt. Das Ganze ist ein Meisterwerk des Künstlers, das eine schon lange empfundene Lücke in der Alten Pinakothek ausfüllt. Neues von der Garbo. Greta Garbo, von der schon gleich nach dem Tode des Regisseurs Irving Thalberg berichtet wurde, daß sie auf den Film verzichten wolle, hat einigen ihr Nahestehenden anoertraut, daß sie in der Tat Hollywood verlassen werde, sobald der Vertrag, der sie an die Metro-Goldwyn-Mayer bindet, abgelaufen sein wird, das heißt, in den ersten Monaten des Jahres 1938. Sie will sich dann endgültig in Europa niederlassen, um hier ein ruhiges und zurückgezogenes Leben zu führen. Im Dezember wird sie einige Tage in Paris sein, um ihren schwedischen Rechtsanwalt Lars Herentohld zu sprechen, den sie beauftragt hat, eine große Besitzung in Frankreich zu kaufen. Es sind bereits Verhandlungen mit dem Eigentümer eines prächtigen Schlosses in der Normandie eingeleitet. Bevor Greta Garbo sich vom Film zurückzieht, will sie noch einen letzten Film in Europa drehen, eine neue Fassung der „Freudlosen Straße", durch die sie vor zehn Jahren in der ganzen Welt berühmt wurde. Nach ihrer Abwendung vom Film will Greta Garbo ihr Leben zwischen Frankreich und Schweden teilen. In ihrer schönen Besitzung Haarby, 65 Kilometer von Stockholm entfernt, will sie die die Einsamkeit finden, die sie vor allem sucht. Das Haus ist auf einer Landspitze gelegen, die sich in den Sillen-See vorschiebt. Es ist dicht umgeben von einem traumhaft schönen Garten, in dem sich dreihundertjährige Eichen erheben. Unter diesen Riesen ruhen die Gebeine von 32 Wikingern; der Ort ist für jeden Schweden heilig und steht unter dem Schutze des Staates, so daß bei strenger Strafe niemand seinen Frieden stören darf. Die Einsamkeit dieses Aufenthaltes wird nur bedroht durch ein Haus, das sich am anderen Ende des kleinen Sees befindet und das die Freunde der Künstlerin vergebens mitzukaufen suchten, do die Besitzer die Lage ausnutzten und einen ganz übertriebenen Preis forderten. Hier, so fürchtet man, könnten die Neugierigen aus ganz Schweden zusammenströmen in der Hoffnung, wenigstens einen flüchtigen Blick aus der Ferne auf die große Künstlerin werfen zu können. Kampf dem Verderb auch am Lintopssonntag WWWWWWWWW. Jek« ■ Gesunde-Hout . . Die deutsche Arbeitsfront ; n.9. Gemcmfdiaft, firaft Öurch frcuöc klingt aus mit dem zeitgemäßen deutschen Arbeits- lieb von Richard Trunk und mit einer vaterländischen Hymne unter Mitwirkung eines dreistimnri- gen Knabenchores der hiesigen höheren Lehranstalten. Man beachte die heutige Anzeige. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil das Vortragsprogramm für den Winter 1936/37. Die Vortragsreihe sieht fünf Veranstaltungen vor. Der erste Abend bringt am kommenden Donnerstag, 12. November, in der Aula der Universität den Vortrag von Professor Klute (Gießen) über das Thema „Berge im Sommer und Winter". Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Die Evangelische Stadtmission feiert am Sonntag, 8. Nov., ihr diesjähriges Jahresfest. Die Festansprache hält Stadtmissions-Jnspek- tor Schöpwinkel (Offenbach a. M.). Er ist auch Redner in der Evangelischen Dortragswoche, die sich an das Jahresfest anschließt. (Siehe heutige Anzeige.) Russisches Originalkonzert. Am morgigen Sonntag, 20.30 Uhr, konzertiert im Saale des „Burghof" (früher Cafe Ebel) Professor Donskoi mit zehn verschiedenen Handharmonikas. Der Abend bringt russische Musik, Gesang und Tänze. Auf die gestrige Anzeige sei aufmerksam gemacht. Ortsgruppe Gießen-Süd. Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1936/37. Am Montag, 9., Dienstag, 10. und Mittwoch, 11. November, findet in der Ortsgruppe Gießen- Süd durch die NS.-Frauenschaft die WHW.-Pfundsammlung statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspenden (Pfundpakete) zur Abholung bereithalten zu wollen. Amt für Dolkswohlfahrt. Ortsgruppe Gietzen-Rord. Am Dienstag, 10., und Mittwoch, 11. November, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. NSG. Der zweite Eintopfsonntag in diesem Jahr bringt für die Hausfrau eine „Bewahrunasprobe für ihren Einsatz im Kampf gegen den Verderb. Ueberall lesen und hören wir in diesen Wochen von der reichen Kohlernte, die so schnell als möglich verwendet werden muß. weil nicht noch mehr Kohl für den Winter eingelagert werden kann. Es liegt also nahe, daß die Hausfrau am kommenden Eintopfsonntag ein K o h l g e r i ch t auf den Tijch bringt. Man kann auch da allerlei Abwechselung bieten. Ein Kohlauflauf mit Fleischfühlung oder mit Fisch- süllung schmeckt sehr gut, viele Feinschmecker essen zum Weißkohl besonders gern Hammelfleisch. Ein Auslauf aus Sauerkraut ist auch nicht zu verachten. Die Hausfrau hat also eine recht reiche Auswahl an Gerichten für diesen Eintopfsonntag. Im Gau Hessen-Nassau wird am zweiten Em- Erbschaft der Giabt Schotten. Oie „Weber-Pröscher-Stistung^. — Ein hochherziges Geschenk an Schotten. topfsonntag wiederum ein G e m e i n s ch a f t s • essen an der Gulaschkanone veranstaltet. Die Gliederungen der Partei übernehmen die Ausgestaltung auf den öffentlichen Plätzen. Es glbt Tafelmusik, und die Frauen der NS.-Frauenschaft haben sich zur Verfügung gestellt, um beim Austeilen des Essens behilflich zu sein. Im Kreis Groß-Frankfurt findet auf 20 Platzen eine Speisung durch Die Gulaschkanone statt. Äuf zwei Plätzen hat die NS.-Schwesternschaft die Betreuung übernommen, auf den restlichen 18 Platzen stellt sich die NS.-Frauenschaft zur Verfügung. Wir bitten alle Hauskrauen des Gaues Hessen- Nassau, nicht zu vergessen, daß sich an diesem Sonntag zwei große Aufgaben vereinigen lassen: v . Kampf dem Verderb und das Eintopfgericht! Morgenfeier im Skadllhealer. Am Sonntag, 8. November, 11.30 bis 12.30 Uhr, findet im Stadttehater Gießen eine Morgenfeier von Eberhardt Wolfgang Möller: „Kantaten" statt. Eintrittskarten zu 30 Pf. find auf der Kreis- dienstftelle „Kraft durch Freude", Schanzenstr. 18, erhältlich. Abteilung Deutsches Volksbildungswerk. Am Donnerstag, 12. November, 20.15 Uhr findet in Verbindung mit der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in der Aula der Universität ein Lichtbildervortrag von Pros. Dr. Klute (Gießen) statt über „Berge im Sommer und Winter". Verbilligte Eintrittskarten für Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sind zum Preise von 30 Pf. auf der Kreisdienststelle „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, zu haben. Abteilung Feierabend. Sondervorstellung im Stadttheater. Als nächste Vorstellung bringen wir am 21. November, 20 Uhr, die heitere Komödie „G u st a v Kilian". Preise 70 und 90 Pf. Vorbestell-Listen aller größeren Betriebe. Letzter Termin zur Einreichung für Vorbestell-Listen bei der Kreisdienststelle Samstag, 14. November 1936. Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Süd der NSDAP. Der große Saal des Studentenheimes erwies sich als viel zu klein für die zahlreich besuchte Mitgliederversammlung, zu deren Eingang Propaganda- leiter Beinzing des verunglückten SS.-Stan- Dartenführers Franz Josef Schwarz, des Treuhänders der Arbeit gedachte. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied .,,£) Deutschland hoch in Ehren ..." Am 2. November 1936 verstarb in Schotten Fräulein Anna Pröscher im 77. Lebensjahr, die letzte Stammesangehörige einer alten Schotte- ner Sürgerjamilie. Ihr Urgroßvater war um 1790 längere Zeit Bürgermeister der Stadt, ihr Vater war Eigentümer des bekannten Gasthauses „Zur Krone". Emsiger Fleiß, Sparsamkeit und treue Pflichterfüllung halfen dazu, daß in der Familie Pröscher ein großes Vermögen an Grundbesitz und sonstigen Werten erworben wurde. Die Familie genoß großes Ansehen und war einflußreich. Ferdinand Pröscher, geb. 1830, verstorben 1906, war verheiratet mit Karoline Auguste geb. Kromm, verstorben 1901. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, die vorerwähnte Anna Pröscher und deren Schwester Ida Weber, geb. Pröscher, die Gattin des im Hessenland, besonders im Vogelsberg hochverdienten Staatsrats, ehemaligen Landforstmeisters Dr. Karl Weber. Deren beide Söhne, aktive Offiziere, Ferdinand und August Weber, fielen im Weltkrieg für das 23ater» lano. Staatsrat Dr. Weber verstarb am 22. Juli 1929, feine Gattin am 27. April 1932. Nähere Der- wandte aus den Familien Weber-Pröscher waren nicht vorhanden, die auf die beiden Söhne des Ehepaares Weber gefegten Hoffnung u waren in das Grab gesunken. Schon bei der Beerdigung seines gefallenen Soh- nes August, am 29. April 1917, legte Staatsrat Dr. Weber, feine Gattin und feine Schwägerin Frl. Pröscher den Grundstein zu der „Weber-Prö- scher-Stistung". Um das Andenken an die beiden Söhne, wie überhaupt an die gefallenen Helden der Stadt Schotten für alle Zeit wach zu erhalten, begründeten sie auf der Höhe der Warte den G e« dächnishain, in welchem im vergangenen Jahre die Stadt Schotten ihr Ehrenmal errichtete und weihte. Sie behielten sich vor, die zu errichtende Stiftung, die den Namen „Weber-Pröscher-Sttf- tung führen sollte, mit dem erforderlichen Vermögen auszustatten. Im Sinne und nach dem Willen ihres verstorbenen Schwagers und ihrer Schwester hat nun das jetzt verstorbene Fräulein Anna Pröscher ein Testament hinterlassen und diese Stiftung in einer besonderen Stiftungsurkunde letzwillig errichtet. Diese Großtat der Heimgegangenen zeugt von einer so großen Liebe zu ihrer Vaterstadt Schotten und deren Bewohner, daß kein Wort des Dankes und der Ehrung für die Verstorbene, sowie für Staatsrat Dr. Weber und dessen Gattin groß und tief genug ist. Außerorbenlich stark war die den Ortschaften Altenkirchen und Mudersbach aus dem Kreise Wetzlar. (Siebener Dochenmacktpreije. ♦ Gießen, 7. Nov. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk^ f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 4,50 bis 5 Mk., Weißkraut, kg 4 bis 5 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Rotkraut, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5,50 bis 6 Mk., gelbe Rüben, kg 8 bis 10 Pf., rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 6 bis 8, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 25 bis 45, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, Vt kg 4 Ps., 5 kg 40 Ps., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Aepfel, kg 15 bis 25 Pf., 50 kg 15 bis 25 Mk., Tafel- äpfel, kg 25 bis 35 Pf., 50 kg 25 bis 35 Mk., Birnen, H kg 10 bis 20 Pf., Zwetschenhonig 45 bis 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 80 Pf. bis 1 Mk., Enten 90 Pf. bis 1,10 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 35 bis 55, Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bund 10 Pf. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit von 31. Oktober bis 5. November verstorben in unserer Stadt folgende einheimische Personen: 1. November: Wilhelm Zumpft, 62 Jahre alt, Wolfstraße 10; Wilhelm Dörr, Hausmeister t. R., 71 Jahre, Hessenstraße 3; 2.: Wilhelmine Rein- schmidt, geb. Flöring, 53 Jahre, Alicenstraße 26; 3.: Johannes Rinn, 76 Jahre, Hausverwalter und Gastwirt, Wernerwall 15; Anna Juliana Klein, geb. Hein, 58 Jahre, Mittelweg 14; 4. Wilhelm Weil, 82 Jahre, Asterweg 53. — Ferner verstarben an Auswärtigen: 2. November: Karl Müller, Malermeister, 29 Jahre, Butzbach; 4.: Wilhelm Fischer, Schmiedemeister, 60 Jahre, Steinheim; 5.: Hiltrud Selb, geb. Renz, 22 Jahre, Mittels- mühle bei Alten-Buseck; Luise Weller, geb. Lepper, 56 Jahre, Wieseck. ** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindoieh-(Nutzvieh-)Markt statt, am Mittwoch, 25. November, wird Schweinemarkt abgehalten. ** Sonntags - Rückfahrkarten nach München zum 9. November. Von allen Fahrkartenausgaben der Deutschen Reichsbahn werden an Träger des Blutordens und an aktive Kämpfer des 8. und 9. Novembers 1923 gegen Vorweis des braunen Besitzausweises bzw. der hellgrünen Teilnehmerkarte Sonntagsrückfahrkarten (auch Blanko) nach München ausgegeben. Sie gelten: vom Samstag, 7.11., 12 Uhr bis Montag, 9.11., 12 Uhr (Ende der Hinfahrt). Rückfahrt: Samstag, 7. 11., 12 Uhr bis Dienstag. 10. 11., 24 Uhr (Ende der Rückfahrt). richtung der Straßenbahn in deren Dienste em. Im Laufe ihrer Tätigkeit waren sie bisher immer bestrebt, über den Kreis ihrer Berufskameradschaft hinaus auch mit den Fahrgästen m gutem Einvernehmen zu stehen. Bei den Vorgesetzten, wie bet den Arbeitskameraden und in weiten Kreisen der Gießener Bevölkerung erfreuen sich beide $ubilare größter Wertschätzung und vielfacher persönlicher Freundschaft. , Es fand am heutigen Tage eine gemeinsame Jubiläumsfeier statt, bei der in Anwesenheit der Berufs- und Arbeitskameraden Herr Direktor Lotz den Jubilaren für die während ihrer bisherigen Tätigkeit der Stadt Gießen geleisteten treuen Dienste dankte und Glückwunschschreiben des Herrn Oberbürgermeisters Ritter überreichte. Die Berufsund Arbeitskameraden überreichten den Jubilaren als Zeichen ihrer Beliebtheit wertvolle Geschenke. In unserer gestrigen Notiz über die beiden Jubi- lare der Straßenbahn ist ein Irrtum unterlaufen. Als Schriftführer des Sttaßenbahnvereins wirkte Karl L e f ch (nicht Wilhelm Dippel) für die Gemeinschaft der Straßenbahner. Regelung des Milcheinzuges. Von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau wird uns mitgeteilt: Für den Milcheinzug im Gebiet der Molkerei Lohra (Kreis Marburg), und der M i l ch z e n - träte Gießen wurde am 1. November 1936, vorbehaltlich einer anderweitigen Regelung, bestimmt, daß zur Molkerei Lohra aus dem Kreise Biedenkopf die Ortschaften Ammenhausen, Bischoffen, Gladenbach, Niederweidbach, Oberweibbach, Roßbach und Wilsbach; aus dem Kreise Wetzlar die Ortschaft Ahrdt gehören, zur Milchzentrale Gießen die beisprach der Gauredner und Kreisobmann der DAF., Eisentraud, Frankfurt a. M., in frischer Weise über die Aufgaben der Gegenwart. Er machte verständlich, wie unser ganzes Denken immer wieder vom Volke aus kommen und auf das Wohl des Volkes hin streben muß. In einem Rückblick auf die vergangenen Jahre nach dem Kriege rief er die Hoffnungslosigkeit und den Niedergang dieser Epoche wach, um bann an hervorstechenden Neuerungen zu beweisen, wie schnell es aufwärts mit dem Volke ging und wie dankbar jeder einzelne gegenüber dem Führer sein sollte. In erster Linie betonte der Redner die Sicherung des Lebensrechtes des deutschen Volkes durch den Führer. Der Redner schilderte die Etappen des Aufbaues. Seine Ausführungen waren dazu angetan, das Verständnis für manche Zeiterscheinungen in die breitesten Schichten zu tragen und die zahlreichen Zuhörer für die Mitarbeit auch in solchen Zeiten zu begeistern, in denen der einzelne die Maßnahmen der Regierung zwar nicht verstehen kann, aber im Vertrauen auf den Führer mithelsen muß, damit das große Werk gelinge. Es wird, so schloß der Redner, wie es schon bei der Machtübernahme Dr. Ley gesagt hat, immer Arbeit und Kampf geben, bis das Ziel erreicht ist, aber solange Adolf Hitler das deutsche Volk führt, wird es auch immer einen Sieg geben. „ .. „ . Anschließend an die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen nahm Ortsgruppenleiter Holländer die Verpflichtung einer größeren Anzahl von Parteigenossen vor. In aufmunternden Ausführungen stellte er diesen die großen Pflichten vor Augen und erinnerte sie an die Jahre des Kampfes, in denen nur aus der Gemeinschaft die schwere Arbeit für die Erneuerung Deutschlands zu leisten war urtb forderte sie auf, in gleicher Weise im Vertrauen zum Führer ihren Dienst am deutschen Volke zu erfüllen. Arbeitsjubiläen beim Elektrizitätswerk und der Straßenbahn. Von der Verwaltung der städtischen Betriebe wird uns mitgeteilt: Am 1. Oktober d. I. konnte der Schalttafelwärter Friedrich Müller, Gießen, Frankfurter Straße 69, auf eine 30jährige Tätigkeit im Städtischen Elektrizitätswerk zurückblicken. Dem Jubilar wurde seinerzeit bei seinem 25jährigen Dienstjubiläum ein Geschenk von seinen Arbeits- fameraben überreicht, bie ihm auch heute als Zeichen der Wertschätzung und des Vertrauens herzliche Glück- und Segenswünsche darbrachten. Herr Müller versieht seinen Dienst als Schalttafelwärter mit stets treuer Pflichterfüllung und dem Bewußtsein der Verantwortung, welches auch im Glückwunschschreiben des Herrn Oberbürgermeisters Ritter, der ihm für die der Stadt Gießen geleisteten treuen Dienste bankte, zum Ausbruck kam. Dieses Schreiben würbe Herrn Müller burch Herrn Direktor Lotz, ber auch seinerseits ihm dankte, überreicht. Weiterhin konnte am 28. Oktober b. I. ber Wagenführer WilhelmDippel, Gießen, Bruchstraße 22, auf eine 25jährige Tätigkeit bei ber Straßenbahn Gießen zurückblicken, ebenso sieht ber Wagenführer Karl Lösch, Gießen. Frankfurter Straße 81, am 21. November b. I. seinem ^jährigen Jubiläum bei der Straßenbahn Gießen ent= : gegen. Beide Jubilare zählen, wie noch andere, . zum alten Mitarbeiterstamm unserer Elektrischen, denn sie traten bereits zwei Jahre nach der EinVetr. Radwanderung. Die für Sonntag, 8. November, vorgesehene Radwanderung fällt wegen ber schlechten Witterung aus. Wege im Nebel. Roman von Käthe Metrner. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) 2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Aergerlich biß sich Olga auf die Lippen. Nun half all ihre Vorsicht nichts mehr. Nun mußte sie wohl oder übel Farbe bekennen. Janna war sonst imstande und machte noch eine Szene im offenen Lokal. Halb verlegen wandte sie sich Janna zu, drückte sie fast mit Gewalt auf den Sessel nieder. Suchte nach Worten, nach einer passenden Ausrede, bas sorgfältig verborgen gehaltene Geheimnis zu enthüllen, ohne Janna stutzig zu machen. „Höre au, Janna! Ich habe es bir nur noch nicht so vlötzlich sagen wollen. Gerharb Branb kann gar nicht hier sein, Gerharb ist..." „Gerharb ist? Was benn, Olga? Um Gotteswillen, weißt bu benn etwas von Gerharb?" „3a, Janna, Gerharb ist zurückgekommen ..." Fast hätte sie aufgeschrien, so hefttg umklammerte Janna ihren Arm. „Sag bas noch einmal, Olga! Gerharb zurück- gekommen? Gerharb lebt? So sprich boch, Olga! Spann mich boch nicht auf bie Folter! Ach, es kann ja, es kann ja nicht möglich sein!" Unaufhörlich liefen Tränen ber tiefsten Erschütterung über ihre Wangen. Flehenb sah sie bie Freundin an. Peinlich berührt blickte Olga zur Seite. „So mach doch hier im Lokal nicht solch eine Szene, Janna! Ich habe Gerhard in Hamburg im Kaiserhof getroffen, das ist alles." „In Hamburg? So erzähl doch nur weiter, Olga! Warum hast du nicht gleich davon gesprochen, warum hast du mir all das verheimlicht?!" Fast sich überstürzend kamen Sannas Fragen, Olga mit jedem Augenblick mehr in Verlegenheit bringend. „Weil ich es selbst erst seit gestern weiß, doch noch kaum Gelegenheit hatte, mit dir darüber zu sprechen!" log Olga schnell, Sannas beinahe zornigen Gesichtsausdruck bemerkend. Sanna schloß wie in plötzlichem Schwindel bie Augen. Sn ihren Ohren rauschte es. Sie sah nicht mehr ben Saal, nicht mehr bie Tanzenben. Sah nur ein, Gerharb, ihren Gerharb, ber zurückgekommen war... „Hat er nach mir gefragt?" Stammelnd stieß sie bie Frage heraus. Diesmal war Olga schnell mit ber Antwort bereit. „Gewiß hat er nach bir gefragt! Sch habe ihm natürlich erzählt, baß bu mit Ralf verlobt bist." Olga hatte sich mit ihrer heimlichen Berechnung nicht getäuscht: Wie von einem Schlage getroffen sank Sanna in sich zusammen. Das war es! Sie, Sanna Heller, war nun verlobt, war nicht mehr frei. Ralf Rammelt hatte ihr Jawort, ihm gehörte sie nun für immer! Für Gerharb bürste in ihrer Welt kein Raum mehr sein! Unb boch, wenigstens, wie es ihm ging, mußte sie wissen. Wie es ihm gelungen war, bem Tobe zu entrinnen, heimwärts zu gelangen! Aber Olga schien kaum geneigt, noch mehr Auskünfte zu geben. „Ich sagte es bir ja schon, Janna! Ich habe ihn nur wenige Minuten im Kaiserhof getroffen, wo er Wohnung genommen hatte. Sonst weiß ich nichts. Er sagte nur noch etwas von Fieber, Malaria, ober so ..." „Fieber! Malaria! Der Arme, was muß er aus» gestanben haben!" Doll überftrömenben Mitleibs rief Janna es aus. In Gebauten sah sie ihn vor sich, ausgemergelt von ber glühenden Sonne Brasiliens, tödlich geschwächt durch tückische Fieberanfälle! Wenn sie ihn hätte pflegen dürfen! Mächtig wallten alle Gefühle ber liebenben Frau in iyr auf unb ihr selbst unbewußt mischte sich Hoffnung yinein! Wenigstens wiebersehen mußte sie ihn! Nur ein einziges Mal! Dann wollte sie alles tun, was man von ihr verlangte ... „Ich möchte gehen, Olga!" rang sie sich enblich aus ihren Gebauten los. Olga war es recht. Weniw: Minuten später brachte ein Taxi beide in schneller Fahrt nach Hause. II. „Gut, Dönitz! Immer pünktlich, wie ich es liebe! Fahren Sie also zu, baß ich heimkomme!" Dr. Ralf Rammelt zog bie Türe seines Kabrioletts hinter sich zu. Der Chauffeur startete. Zitternb tanzten bie Kegel ber Scheinwerfer über die holprige Straße, die von schweren Kohlenfuhrwerken ausgefahren war. Surrend schraubte sich die Maschine in bas unburchdringliche Dunkel ber Herbstnacht. Immer noch schlug ber Regen gegen bie Scheiben, trübte jebe Sicht. Enblich sah man bie ersten Häuser ber Vorstabtsieblungen auftauchen. Nur noch wenige Minuten, unb ber Wagen hielt vor Dr. Rammelts Villa, besten Fassade in Dunkel gehüllt vor ihnen lag. Rammelt warf, wie gewohnheitsmäßig, einen schnellen Blick auf bas im Nebengarten gelegene Nachbarhaus. Dort brannte in mehreren Zimmern bes Erbgeschosses noch Licht. „Das scheinen die Damen zu sein!" murmelte er. „Geben Sie doch mal Signal, Dönitz!" Dönitz gehorchte. Fast unmittelbar barauf würbe unten ein Fenster geöffnet. Janna erschien, nickte herunter, bat bann Rammelt, hereinzukommen. Rammelt überlegte einen Augenblick, gab bann bem Chauffeur noch einige Anweisungen für den folgenden Tag unb stieg bie Stufen zur Berg- mannschen Villa empor. Ralf Rammelt war von mittelgroßer, etwas un- tersetzter Figur. Seine Bewegungen waren schwerfällig, aber gewichtig unb selbstbewußt, so daß sein Schritt läut burch bas stille Haus schallte. „Guten Adenb, Janna! Freut mich. Sie zu begrüßen, Fräulein Willnoff! Haden uns ja lange nicht gesehen, vier Jahre fast, nicht wahr? Damals waren Sie noch Schülerin!" Er beugte sich galant über Olgas Hanb, gab sich kaum Mühe, feine schnell entflammte Bewunbe- rung für Olgas ebenmäßige Gestalt, ihr apartes Gesicht zu verbergen. Janna lächelte. Fast hatte sie es erwartet. Es war ihm ganz gleichgültig, ob sie babei war ober nicht, wenn ihn für einen Augenblick eine anbere Frau fesselte, bann vergaß er sie, machte sich einfach frei. Ihr dagegen bewachte er jeden Schritt! Aber das alles war jetzt ja so unwichtig! Etwas anderes. Größeres erfüllte sie. Gerhard ... Gerhard ... Doch schon riß sie ber Rebestrom Ralfs roieber aus ihren Träumen. Kaum, baß er Olgas Antwort abgewartet hatte, fing er auch schon von sich selbst an, von bem, was er geleistet habe, was ihm gelungen sei, ber Beachtung, bie er gefunben. Allein auch bei Olga schienen feine berebten Worte heute keinen Anklang zu finben. Schweigsam unb in Nachdenken tief versunken, saß auch sie da, nickte nur von Zeit zu Zeit mit bem Kopf, ohne von bem Gesagten wirklich etwas zu hören. Rammelt bemerkte bie Unaufmerksamkeit ber beiben Damen nicht einmal. Bis Olga enblich, Kopfweh unb Mübigkeit vorschützenb, sich aerob« schiebete unb bie beiben Verlobten sich selbst überließ. Nun fiel es Rammelt boch auf, wie totenblaß Janna aussah. „Was ist benn heute mit bir, Janna? Du siehst schlecht aus", erfunbigte er sich. Janna blickte auf, sah ihren Verlobten voll an. „Siehst bu bas wirklich auch einmal? Ja, ich sehe schlecht aus. Unb es ist mir auch schlecht, wenn bu es wissen willst! Ist ja auch gar kein Wunber! Wie eingesperrt sitze ich hier, Wochen, Monate, diesen ganzen Sommer! Heraus will ich einmal! Heraus!" Das eigene Schluchzen unterbrach sie. Die Reaktion nach all ihrer Erregung machte sich geltend. „So beruhige dich doch!" . Verwundert blickte Ralf auf feine Braut, konnte sich ben plötzlichen Ausbruch, der ihn erschreckte, kaum erklären. „Meinetwegen kannst bu ja gern irgendwohin fahren, dich erholen! Hättest es ja längst tun können! Aber wenn bu nichts sagst ..." Janna hielt plötzlich inne mit Weinen. Ja, bas war ber Ausweg! Nur erst einmal fort von hier, weit fort! Einmal anbere Menschen sehen, frei fein, allein mit sich fein, zur Klarheit kommen! „Ja, Ralf!" sagte sie laut. „Ja, ich will fort! Wilk mich einmal erholen. Jugenbwo. Vielleicht an bie See, in bie Nähe von Hamburg ..." Erstaunt sah Ralf sie an. (Fortsetzung folgd- I stücken, bem Bai fallt bet Stift« feem lahresertr« Samiliengtäbet, Heimatmuseums $liebet -es Der bangen erfolgen wird verteilt mit für wohltätige c 30 v. h. an bat 20 v. h. an bie t jur Erhaltung b und zu wohltätic den kindergc rillte die 3uroenb. Hellen nicht möglich wsjer Mißbrauch c 'm anbei nub m bem ’Bo iweiligen tobii d-in Bürgermeiftei Lib bie fßermaltu' reiftet ber Stab ftreder von Frü ii. Die Stiftung, begliche Sermögi □•erben. Ein Ver •sinen Fall statt. Mit dieser h, ortaafgrat Dr. I o chwagerin e M der Bürgersch M Hr-furcht und P allen Zeiten bi tterben. Die heim f» herrliche Muse ^ Stiftung man ^en sich bantix '"Haus, Kirche ut Ladungen freubii ^ Vieler Not n Stiftung geftei U1" Schluß an 0-P ^dachtnissi ®t >n bewegten SMtai bie Dr. K' SS ft* d- te1’" -d>- Ä ^ben!- m,es Tat MaJe A>°ren, $ren J/Mmer 5>n Jr°ne" S uni w-r«. MerM'" $erlD jii’J'etiftun» trlu w üöui iß ? “ . fiil dl-! Wirf ’„h uni will * to»U' »°° M P-° Der * ftürfe Herl, 1 len, w'VJbie ßaroetmog^ 6,6 äS*"J 515* iS'S SW-f den W *** bie In Z-k-ns'" un» Mlferfumsffüc Damit hat &ie ' Heimatmuseum ei gedacht werben ta daß halb viele S erfolgen und bie djerungen ersah' mit Sachverstand Rnn- unb zweck» ausgestatlel unb Aeier ber Oeff Mer Erfrag ai t **«l3 ß Sie Winterhilssspiele im Zachaml Handball Schotten. Fußball der heimischen Mannschaften I bm hat, so mit der Begründung der Försterschule, I Zum dankbaren, ehrenden Gedächtnis erhoben den voll 1 ;n qn ich M alle Teilnehmer an der feierlichen Sitzung von nal?M mtnn 'hlen Plätzen. Ein Rundgang durch das neue s^Ä.mder! h«'matmuseum und eine Besprechung m der kein MN ,Lrone", dem Elternhaus der beiden Schwestern V.5moll Löscher, schlossen sich an. I 4 Deutschland 3. und 4. Juki in länderkampf aus. 1 8'1 ter Stiftung gesteuert werden. Im Anschluß an die Bekanntgabe der Stiftung in der Gedächtnissitzung gab Bürgermeister M e n > tzk l in bewegten Worten dem aufrichtigen, inni- M Dank, den die Stadt und die Bürgerschaft bei iiefe’- großherzigen Stiftung empfinden, Ausdruck. (Er hob die zahlreichen Verdienste hervor, die Staatsrat Dr. Weber um die Stadt sich erwor- Zu einer ehrenden Gedächtnissitzung hatte Bürgermeister Menge! für Donnerstagabend die Batsherren, Verwandte und den Vorstand der neuen Stiftung in das Rathaus eingeladen. Der Bathaussaal war mit Efeu und Immergrün geschmückt, die Bilder der drei Stifter waren aufge- stellt worden. Hier wurde in feierlicher Weise das Testament vom Oberamtsrichter Dr. Lücken- Lcyotten verlesen und die Stiftung bekanntgegeben. Darnach fällt dieser Stiftung das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen sowohl von den Eheleuten Staatsrat Dr. Weber, wie euch von Fr!. pröscher als Eigentum zu. Hierzu gehören die zahlreichen wertvollen Grundtücke in der Schottener Gemarkung, w-e auch ein großes, wertvolles Bauerngut nebst Hof- teite in den Gemeinden Heidelbach und Schrecksbach, das in der Stadt Schotten, Adolf- Hitler-Straße, gelegene prächtige Patrizierhaus und ein Wohnhaus am Neuen Weg, viele Gärten, wie auch der Heldenhain. Das gesamte Varvermögen, die Wertpapiere fließen sämtlich der Stiftung zu. Das große Grundstück an der Karl-Weber-Straße in Schotten, die sog. herrn- und Frankreich tragen am Darmstadt ihren 10. Schwimm- Der Rekord über den stehenden Kilometer ist inzwischen von dem Engländer Charlie D o d s o n unterboten worden. Der Engländer schaffte auf der Brooklandsbahn am Mittwoch 26,75 Sek. — 134,541 Stundenkilometer. MaxSchmeling fährt wieder nachUSA. Max Schmeling wird nach dem Weihnachtsfest Deutschland wieder verlassen und die Reise nach den Vereinigten Staaten antreten. Sein amerikanischer Jnteressenvertreter Joe Jacobs hat eine sechswöchige Schaukampfreise durch 14 oder 15 Bundesstaaten ausgearbeitet. ihres verstör« ster hat nun n Pröscher Stiftung letzvillig er« ugenen zeugt ■er Vaterstadt ein Wort des Torbene, sowie Gattin groß tark war die ste Staatsrat hwägerin Frl. „Weber-Pro« in die beide» 'n fylben da erhalten, be* 'e -en @e« genen Jahre rrichteie und i errichtende Mcher-Stis« erlichen Der« ichtig! Etwas ird ... ®er' Ralfs wieder aas Antwock >on sich W was ihm ge« also ab, ob sich an diesem Stand etwas ändert. Von Interesse dürfte es sein, daß Wetzlar wertvollen Zuwachs (Reuter, früher Eimsbüttel) aufstellt, der für die erste Mannschaft noch keine Spielberechtigung besitzt. Zugendipiele der Sp.-Vg. 1900. Die erste Jugend muß zum fälligen Pflichtspiel nach Großen-Linden. Gemessen an der Leistung des vergangenen Sonntags, sollte die Mannschaft unbedingt in der Lage sein, den Kampf siegreich zu gestalten. Eine leichtere Aufgabe sollte die zweite Jugend haben, die in Steinbach der dortigen ersten Jugendelf gegenübertritt. Die zweite Jugend spielt zur Zeit in glänzender Verfassung. Auf eigenem Platz spielt die dritte Jugend gegen Heuchelheim, lieber die Spielstärke des Gegners ist wenig bekannt. Man hofft auf ein schönes Spiel und einen Sieg der Blauweißen. Rach längerer Zeit stehen sich wieder einmal die beiden ersten Schülermannschaften der Gießener Fußballvereine gegenüber. Es waren immer schöne Spiele, die sich die beiden Gegner lieferten. Wer am morgigen Sonntag den Sieg erringen wird, kann im voraus nicht gesagt werden. Die zweite Schülerelf trägt in Wieseck das Rückspiel für die erste Elf aus und wird sich sehr anstrengen müssen, wenn sie gut abschneiden will. Die Wiesecker werden die am Sonntag erlittene Niederlage wettmachen wollen. VfB.lag. 10.11., Segnung schon von vornherein entschieden fein, zu» mal die Gäste im Augenblick über eine sehr gute Mannschaft verfügen. Tv. Allendorf (Lahn) — Io. Lützellinden komb. Zu einem interessanten Spiel, einem kleinen ßo- kaltreffen, sollte es in Allendorf kommen. Die Aussichten der Platzbesitzer hängen davon ab, wie der Gegner antreten wird. An Zuspruch wird es nicht fehlen, so daß man schon von beiden Seiten Leistungen erwartet. Tv. Beuern — Spogg. 1900 komb. Die Platzbesitzer werden sich freuen, daß gerade dieses Spiel noch in letzter Minute zustande gekommen ist, weil damit einem lange gehegten Wunsche Rechnung getragen wird. Es gilt für sie nur zu zeigen, was sie können. Tv. Dutenhofen — Tv. Lützellinden. Die beiden Gegner haben sich vor einiger Zeit schon einen mitreißenden Kampf geliefert, dem das morgige Spiel sicher nicht nachstehen wird. Nach Lage der Sache hat Lützellinden einen kleinen Vorteil, der aber vielleicht durch den Eifer der Platz- besitzer ausgeglichen werden kann. Tv. Garbenheim — Tv. Wetzlar. Tuspo W.-Niedergirmes — Tv. Nauborn. To. Dorlar — Tv. Garbenheim. Die Wetzlarer sind besonders rührig. Sie treten mit drei Mannschaften in Aktion. Ob es ihnen möglich sein wird, gegen die eifrigen Garbenheimer zu bestehen, muß abgewartet werden. — Niedergirmes wird, soweit sich wenigstens übersehen läßt, Nauborn keine Siegeschance lassen. — Zu einem spannenden Spiel mit zweifellos hochstehenden Leistungen dürfte es in Dorlar kommen. Jugendklasse To. Garbenteich — Tv. 1846 Gießen; Tv. Holzheim — Mtv. Gießen; Oberkleen-Ebersgöns — Tv. Lang-Göns; Burgsolms — Turnv. Wetzlar; Tuspo Niedergirmes — Tv. Nauborn; Tv. Garbenheim — Tv. Wetzlar; Tv. Londorf — Tv. Allendorf (Lda.). RiS El5, io $j8 f5Wi 140 big At ein, y i* *9 45 bl; fer 80 bis S bis P'umentohi r. 10, Lauch ’15 30, Ra. Oie Bezirksklaffe am Sonntag. SV. 20 Lollar — Sinn. 1900 Gießen — SV. 05 Wetzlar. T. u. Spielv. 20 Bissenberg — Burg. Die Lollarer werden sich nicht die Gelegenheit entgehen lassen, auch gegen die Kampfmannschaft von Sinn einen weiteren Sieg herauszuholen. Auf dem 1900er-Platz sollte die Wetzlarer Mannschaft einen knappen Sieg erringen können. Auf jeden Fall ist ein harter Kampf zu erwarten. Die Burger müssen nach Bissenberg zu einer Mannschaft, die von jeher auf ihrem Platz selten eine Niederlage hinnehmen mußte. (Spieloereinigung 1900 Gießen. 1900 — Spo. Wetzlar Liga. Am Sonntag treffen die Blau-Weißen mit dem Sportverein Wetzlar im fälligen Verbandsspiel zusammen. Nach dem Verlauf der seitherigen Spiele zu urteilen, könnte man über den Ausgang so ohne weiteres zu dem Schluß kommen, daß das Ende zugunsten der Wetzlarer lautet, denn die Domstädter haben bis jetzt alle Spiele gewonnen und stehen ohne Punktoerlust an der Spitze der Tabelle, während 1900 mit ausgeglichenem Punktekonto einen Mittelplatz einnimmt. Das wäre die einfachste Rechnung? Daß dem aber nicht so ist, das verdanken wir der großen Ungewißheit, die nun einmal im Sport vorherrscht und den Spielen, ganz besonders aber den Punktekämpfen, ihren Stempel aufprägt. Das morgige Spiel steht im Zeichen dieser Ungewißheit. Selbst wenn man in Erwägung ziehen wollte, daß bei Wetzlar keine Spielerabgänge zu verzeichnen waren und die Mannschaft von Verletzungen verschont blieb, während bei 1900 dauernde Umstellungen erforderlich waren, muß man zu der Feststellung kommen, daß der Ausgang dieses Spieles als vollkommen offen zu bezeichnen ist. Aus diesem Grunde wird gerade dieses Treffen den entsprechenden Zuspruch finden, zudem die Platzbesitzer folgende Vertretung aufgeboten haben: Rahn; Zeiler, Lippert; Erhard, Heilmann, Lehrmund; Müller, Schellhaas, Schmelz, Garth, Heuser. Die Leitung liegt in Händen von Schneider, Vilbel. 1900 2. — Wetzlar 2. Hier sind die Verhältnisse die gleichen. Wetzlar führt ungeschlagen in der Tabelle. 1900 mußte am vergangenen Sonntag die erste Niederlage ein- stecken. Von dem Ausgang des Spieles hängt es nächsten [DieWarh o Schweine» allen Quark / mit Saus und Bcauo / nalgktM »n***« Wenn am morgigen Sonntag überall die großen und kleinen Spiele des Fachamtes Handball abgewickelt werden, und wenn sich ohne Ausnahme alle in den Dienst der guten Sadje stellen, dann wird auch der erhoffte Erfolg nicht ausbleiben. Was die im Programm vorgesehenen Spiele anbetrifft, so wird sich niemand über mangelnde Spannung beklagen können. Es ist überall größter Wert darauf gelegt worden, allen Freunden unserer Sache Spiele vorzusetzen, die restlos begeistern. Es handelt sich dabei im einzelnen um: To. Holzheim — Mtv. Gießen 1. Wir wissen, was die Holzheimer können, wir kennen aber auch den Mtv. zu gut, als daß er diese Begegnung zu leicht nehmen würde. Holzheim ist eine eingespielte Kampfmannschaft, die zuhause nur mit äußerster Kraft niedergerungen werden kann. Tv. Lang-Göns — Tv. Gröningen. Beide Mannschaften, die in diesem Jahre nicht Zusammentreffen konnten, werden es nun unter sich auszumachen haben, wer zur Zeit die stärkere ist. Dem Papier nach hat Lang-Göns Aussichten, zumal auch noch der Vorteil des eigenen Platzes zur Hilfe kommt. Tv. Heuchelheim — Spo. 1900 Gießen. Obwohl sich beide Mannschaften während der Derbandsspiele zweimal gegenüberstehen werden, hat man diese Paarung getroffen. Der Grund ist darin zu suchen, daß die Gießener bisher noch immer für Betrieb auf dem Heuchelheimer Platz gesorgt haben. Sie werden das auch morgen tun, zumal es für die Einheimischen eine Scharte auszuwetzen gilt. Tv. Hörnsheim — Tv. Hochelheim. Die Gäste treten in ihrer neuen Aufstellung zum ersten Male an und treffen gleich auf einen zur Zeit in voller Fahrt befindlichen Gegner. Ob es ihnen unter diesen Umständen gelingen wird, Lorbeeren zu ernten, muß abgewartet werden. Tv. Lich — Tv. Hausen. Im Rahmen der Winterhilfsspiele wird dieses Treffen als Verbandsspiel gewertet. Wenn nun Lich erneut mit Ersatz antreten muß, dann dürfte die Be- Kohlrauschs Rekorde anerkannt. Die von Bobby Kohlrausch mit einem englischen MG.-Midget-Wagen von 745 ccm Zylinderinhalt am 10. Oktober auf der Reichsautobahnstrecke Frankfurt am Main—Heidelberg ausgestellten drei neuen internationalen Rekorde der Klasse H (500 bis 750 ccm) sind jetzt anerkannt worden. Die ALACR., die Vereinigung der international anerkannten Automobilklubs, hat folgende Rekorde genehmigt: fliegender Start: 1 Kilometer in 15.92 Sek. — 226,1 Stundenkilometer, 1 Meile in 25,.59 Sek. ----- 226,4 Stundenkilometer, stehender Start: 1 Kilometer in 27.19 Sek. = 132,4 Stundenkilometer. Zeit wiederholt bewiesen, daß sie über ein beachtliches Können verfügen. Die 2. Schülerelf spielt gegen Launsbach und sollte gewinnen. Iußbatt der Kreisklasien. Lollar II — Sinn II (Türner, Staufenberg); . 1900 II — Wetzlar II (Nesseldreher, Heuchelheim); 1 Bissenberg II — Burg II (R. Würz, Holzhausen); Steinberg — Klein-Linden (Kaletsch, Wetzlar); Ruppertsburg — Lich (Decker, Garbenteich): Gro- ßen-Buseck — Daubringen (Niersbach, Wetzlar); Rodheim — Alten-Buseck (Kasperski, Wetzlar); Spfr. i Wetzlar — Nieder-Girmes (Küster, Berghausen); Albshausen — Holzhausen (Zitzer, Gießen); Dber- 1 biel — Hermannstein (Knapp, Werdorf); Nauborn — Burgsolms (Post, Wieseck); Ehringshausen — Steindorf (Gerhard, Steinbach); Aßlar — Leun . (Buß, Steinberg); Ulm — Philippstein (Kleemann, Bissenberg); Heuchelheim II — Steinberg II (Bill, Naunheim); Tv. 1846 II — Grüningen (Rinn, Rod- heim); Muschenheim — Großen-Linden (Kreiling, Gießen); Flensungen — Wieseck (Hofmann, Gails- hausen): Schmalbach — Münchholzhausen (Reh, Wetzlar); Spfr. Wetzlar II — Burgsolms II (Dörr, Werdorf); Sportverein III — Aßlar II (Schneidmüller, Nieder-Girmes) Sportfreunde Wetzlar III — Nieder-Girmes II (Rühl, Naunheim). Bei den Spielen der Kreisklassen sind zwei Begegnungen, die sich im Vergleich zu den anderen dadurch unterscheiden, daß das eine Treffen (Steinberg — Klein-Linden ausschlaggebend für die Meisterschaft sein wird, während das Treffen Sportfreunde — Nieder-Girmes von lokalem Charakter ist. Die anderen Treffen sind mehr oder weniger entscheidend auf die Tabellengestaltung. Bei dem Spiel Ruppertsburg — Lich hat der Sieger Aussicht auf den dritten Platz in der Gruppe A Sieben A. Die Begegnungen Großen-Buseck — Saubringen und Rodheim — Alten-Buseck haben Einfluß auf die Plazierung in der Gruppe B derselben Klasse. In der Gruppe Wetzlar haben neben dem Lokaltreffen die Spiele Nauborn — Burgsolms, Ehringshausen — Steindorf und Aßlar — Leun die meiste Bedeutung, da es sich hier um Mannschaften handelt, die z. Z. günstige Posittonen inne haben. Bei der zweiten Kreisklasse sind Paarungen diesmal weniger von Reiz. , JETeutonia4' Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg I — Klein-Linden L Am morgigen Sonntag empfängt die erste Mannschaft der Teutonen die gleiche von Klein- Linden zum Verbandsspiel. Es ist für die Teutonen das letzte Verbandsspiel in der Vorrunde und auch wohl eines der entscheidendsten. Die Gäste haben sich in der Vorrunde sehr gut behauptet, denn sie haben auch nur einen Derlustpunkt wie die Einheimischen. Wer nun jetzt am kommenden Sonntag das Spiel gewinnt, hat zweifellos die meisten Aussichten auf die Meisterschaft in dieser Gruppe, und schon aus diesem Grunde ist dem Spiel eine große Bedeutung beizumessen. Wenn auch ein Sieg der Teutonen nicht vorausgesagt werden kann, so nimmt man doch an, daß die Mannschaft der Teutonen spielerfahrener ist und technisch ein Plus hat. Vorher wird die Jugendmannschaft von Leihgestern zum Verbandsspiel gegen die gleiche der Teutonen antreten. In diesem Spiel wird wohl Leihgestern den Sieger stellen. Gporianii „Kraft durch Freude" Hallen-Tennis: Der „weiße" Sport fängt an, ebenfalls volkstümlich zu werden. Gegen den Betrag von 1 Mark je Stunde, für den außer einen Tennislehrer, Uebungsftätfe usw. auch Schläger und Bälle gestellt werden, haben die Mitglieder der DAF. heute die Möglichkeit, Tennis spielen zu lernen, oder im Spiel sich fortzubilden. Wir richten nachstehende Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene (Männer und Frauen gemeinsam) ein: Liebigshöhe, Alter Rödger Weg 41: Kursus Nr. 1601: Samstag, 13.30 bis 15.30 Uhr; Kursus Nr. 1602: Sonntag, 9.30 bis 10.30 Uhr; Kursus Nr. 1603: Sonntag, 10.30 bis 11.30 Uhr. Dauer der Kurse 5 Wochen (wöchentlich 1 Stunde), Gebühren: DAF.-Mitglieder 5 Mark, für Nichtmitglieder 7,50 Mark. Schriftliche Anmeldung an die Dienststelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18 Für die Kurse Boxen und Ski-Trocken werden noch Anmeldungen entgegengenommen. Kurze Sportnotizen Jean Taris, der französische Weltrekord» schwimmer, wird sich künftig als Berufssportler betätigen. Taris wird in verschiedenen Schwimmbädern Frankreichs als Lehrer auftreten und außerdem an Schauveranstaltungen teilnehmen. 8 6 0 0 0 Mark Geldpreise wurden für das Berliner Reit- und Fahrturnier vom 5. bis 14. Februar 1937 in der Deutschlandhalle ausgeroorfen. Sportlich überragt wieder der als Preis von Deuffchland ausgeschriebene Preis der Nattonen als Mannschafts- und Einzelwettbewerb. Beteiligung der Bevölkerung bei der Beisetzung, )ieam Donnerstag erfolgte. Pfr. Römer umriß das Lebensbild der Heimgegangenen, Bürgermeister Menge! legte mit ehrenden Dankesworten am Stabe einen Kranz in den Farben der Stadt nieder. vier ist deutsches Volksgetränk, vier regt an und ist bekömmlich efunhen. ine beredten «n 4,611 yui, |U IllU UCl 4>CHlu'lu“ub1 4,V4 saß auch fit mit der Anlage des Heldenhaines und vor allem t dem M j?tt mit dieser edlen Stiftung. Auf das tragische ,u hören, tzlschick der Familie, die sich ein unvergängliches , der Dmkmal in den Herzen der Schottener gesetzt hat, '^. endlich, ®ie5 er hin und las die von tiefer Religiosität zeu- ka nerab- Mde Gedächtnisansprache vor, die Staatsrat Dr. '« rSft über» Weber feinem gefallenen Sohn August einst h ™ Gehalten hat. Das' Mort aus der Edda mit anch . ,nfenf>(a6 hier: „Es stirbt die Habe, es sterben die Freunde, »ie 10 es stirbt ein jeder der Männer. Doch niemals stirbt o -nn gehst eines Mannes Tat, hat er Großes geleistet im ' Leben!" 2 < Oberheffen Der Allendorfer Melsmarkt diesen zählt der Allendörfer Nikelsmarkt. Genaue Angaben über diö Entstehung des Nikels- * Allendorf a. d. Lumda, 7. Nov. Ein bedeutendes Ereignis ureigenster Art, das alljährlich wiederkehrt und das nicht nur unsere Stadt bewegt, sondern seine Wirkung auch auf die nähere und weitere Umgebung ausübt, steht wiederum vor der Tür: der Allendorfer Nikelsmarkt am 11. November. Wenn auch die Jahrmärkte — besonders die Krämermärkte — in der heutigen verkehrsreichen Zeit, in der mit dem Auto selbst die entlegensten Dörfer und Dörfchen mit allen möglichen Waren und Gebrauchsgegenständen versorgt werden können, in wirtschaftlicher Hinsicht im allgemeinen nicht mehr die Bedeutung haben, die sie vor etwa hundert Jahren hatten, so haben doch einige ältere Märkte, auch in Oberhessen, ihren alten Ruf und ihre alte Anziehungskraft immer noch bewahrt. Zu die Tote das elnzlge Kintz der Famllie war und an Ostern zur Schulentlassung kommen sollte. Die Zahl der Erkrankungen ist in den letzten Tagen geringer geworden. Brände, von denen unsere Stadt öfters heimgesucht wurde, vernichtet worden sind. Einwandfrei steht aber fest, daß der Markt schon auf ein ehrwürdiges Alter von einigen hundert Jahren zurückblicken kann, und daß er sich trotz allem Wandel der Zeiten behauptet und eine hervorragende Stellung gesichert hat, beweist wohl der alljährlich steigende Marktbesuch seitens auswärtiger Gäste am besten. In früherer Zeit wurde der Nikelsmarkt alljährlich Anfang Dezember abgehalten. Man wollte hierdurch auch dem Landwirt, der mit Mühe und Schweiß bis dahin feine Feldfrüchte eingescheuert und seine Winteraussaat beendet hat, Gelegenheit geben, den Markt in aller Ruhe besuchen zu können. Hieraus dürfte auch der Name „Nikelsmarkt" hergeleitet werden, weil bekanntlich Anfang Dezember (am 6.) der sog. Nikolaustag, im Volksmund kurz Nikelstag genannt, ist. Marktrechte besaß der frühere Marktflecken Allendorf, schon im Jahre 1365. Damals wurde jeden Mittwoch ein sog. Wochenmarkt abgehalten. Witwe, die seit beinahe 50 Jahren dieses Amt verwaltete, hatte es wegen ihres hohen Alters am 1. Nooemoer abgegeben. Q Allendorf a. d. L d a., 6. Nov. Die am vorigen Sonntag von der SA. durchgeführte St r a - ßensammlung, die durch den hiesigen Musik- zug eingeleitet wurde, ergab in der hiesigen Ortsgruppe zusammen 95,90 RM. Hiervon wurden in unserer Stadt 46,45 RM., in Treis a. d. Lda. 41,25 und in Climbach 8,20 Reichsmark gesammelt. * Londorf, 6.Nov. Bei Reparaturarbeiten an der Eisenbahnbrücke auf der Strecke zwischen Londorf und Kesselbach verunglückte heute der Arbeiter Heinrich Nachtigall aus Allertshausen schwer. Der bedauernswerte Mann wurde bei seiner Arbeit auf dem Gerüst von einer Erdscholle, die sich plötzlich vom Bahnkörper loslöste, getroffen und durch den Anprall von dem 3 Meter hohen Gerüst herabgeworfen. Dabei erlitt er schwere Verletzungen, u. a. am Kopfe, die seine Ueber- führung nach der Klinik in Gießen erforderlich machten. + Grünberg, 6. Nov. Bei der Tr e i b j a g d am Donnerstag im Stadtwalde betrug die Jagdbeute 19 Hasen, 3 Rehe und 3 Füchse. "^Watzenborn-Steinberg, 7. Nov. Heute feiern die Eheleute Karl Ruhl und Frau Christine, geb. Jung, Adolf-Hitler-Platz, das Fest der s i l b e r - nen Hochzeit. = Holzheim, 6. Nov. Seit einigen Wochen tritt die Diphtherie in unserem Orte auf. Sie hat bis jetzt zwei Todesopfer gefordert. Gestern ist ein 8jähriger Knabe gestorben. Ihm ist ein 13- jähriges Mädchen zuvor der Krankheit zum Opfer gefallen. Der letzte Fall ist um so tragischer, als Kreis Schotten. lH Laubach, 6. Nov. Die om vergangenen Sonntag von der SA., SAR. und NSKK. durchgeführte 2. R e i ch s st r a ß e n f a m m l u n g war von vollem Erfolg gekrönt. Alle Edelstein-Abzrichen konnten restlos abgesetzt werden. Die Sammlung brachte in Laubach 85,00 und im benachbarten Wetterfeld 15,00, insgesamt 100,00 RM. in der hiesigen Ortsgruppe. — Auf der am Hubertustage in den gräflichen Distrikten Silbach und Hirchroth der Laubacher Waldgemarkung III abgehaltenen Treibjagd (nur mit Kugeln) wurden 3 Stück Rotwild, 2 Rehe und 3 Füchse zur Strecke gebracht. Ratsherrensitzung in Alsfeld. } Alsfeld, ß. Nov. In der jüngsten Sitzung der Ratsherren wurde der neue 1. Beigeordnete der Stadt Alsfeld, Kaufmann Hermann Lipphardt, Kreisamtsleiter des Amtes für Handwerk und Handel, von Bürgermeister Dr. V ö l- fing in sein Amt eingeführt und vereidigt. Der Voranschlag der Ober-Realschule für das Rechnungsjahr 1937 sieht einen Beitrag der Stadt in Höhe von 30 832 RM., gegenüber 29 075 RM. im Jahr 1936 vor, davon entfallen auf die sachlichen Ausgaben 9045 RM., aus die persönlichen Kosten 21 787 RM. Es wurde angeregt, im Schulhofe eine Halle zur Abhaltung von Turnunterricht zu errichten und hierfür eine jährliche Rücklage zu machen, da die gegenwärtige Turnhalle des Turnvereins für die erhöhten sportlichen Anforderungen durch die Schulen nicht mehr ausreicht. Gegen den Voranschlag wurde nichts zu erinnern gefunden. reichen Besucher verlebten zwei lustige Stunden. Ein gutes Beiprogramm half den Abend noch schöner gestalten. — Zur neuen Backhausaufseherin v „ wurde Frau Philippine G ö r n e r t bestimmt. Die Marktes können leider nicht gemacht werden, da alle seitherige Backhausaufseherin Frau K. Schneider! älteren diesbezüglichen Urkunden durch die schweren Oie Dauernkundgebung und Heimatschau in Schotten. s. Schotten, 6. Nov. Die große Bauern- kundgebung und die damit verbundene H ei- m a t s ch a u mußten im Hinblick auf den in Kürze in Goslar stattfindenden Reichsbauerntag verlegt werden. Sie finden nunmehr in der Zeit vom 2. bis 6. Dezember hier statt. Am 2. Dezember wird die Ausstellung Vogelsberger Heimatschau „Blut und Boden" eröffnet werden, am 3. und 4. Dezember wird diese Ausstellung besonders auch für die Schulen geöffnet sein, am 5. Dezember schließt sich der Kreisbauerntag mit seinen Sondertagungen und einem Heimatabend an, am darauffolgenden Sonntag wird eine große Bauernkundgebung, bei der der Landesbauernftihrer und ein namhafter Redner aus Berlin sprechen werden, den Abschluß bilden. Die Vorbereitungen für die Heimatschau haben begonnen. In 7 Abteilungen wird die Schau gegliedert sein: Bauerngeschichte, Mensch und Landschaft, Rasse und Siedlung, Sitte und Brauchtum, bäuerliche Wohn- und Sachkultur, Bauernhandwerk, Lanü- arbeitertum. Für die einzelnen Schauen sind Personen, die die Ausgestaltung der Schau in die Hand nehmen, von einem Ausschuß bestimmt worden. Die Kreishandwerkerschaft wird eine besondere Schau über das einheimische Vogelsberger Bauernhandwerk bieten. Einzelne, fast ausgestorbene Handwerkszweige, Spinnradherstellung, Schindler u. a. m. werden praktisch vorgeführt. Die Gemeinde Eschenrod wird die Flachsbereitung zeigen. Landkreis Gießen (Z Heuchelheim, 6. Nov. Nach einem Beschluß des Gemeinderates werden die örtlichen Bekanntmachungen in Zukunft nicht mehr durch die Orts schelle erfolgen. Es werden im Orte eine Anzahl Aushängekasten angebracht, in denen die Bekanntmachungen und sonstigen Anordnungen der Gemeindeverwaltung den Einwohnern zur Kenntnis gebracht werden. Die Kästen werden an Straßenkreuzungen und anderen geeigneten Plätzen aufgehängt werden. Der Grund zu dieser Maßnahme dürfte in dem zunehmenden Verkehr in unserem Orte, besonders auf der Hauptstraße, zu erblicken sein. Dadurch war es dem Polizeidiener nicht mehr möglich, sich verständlich zu machen, weil immer wieder Störungen durch vorbeifahrende Autos usw. erfolgten. Auch durch die Ausdehnung des Dorfes in den letzten Jahren war es unmöglich, allen Einwohnern durch die Ortsschelle die Verordnungen bekanntzugeben. <£ Reiskirchen, 6. Nov. Am Mittwochabend lief im Saale von Gundrum der von der Gaufilmstelle der NSDAP, gezeigte Tonfilm „Grüß mir die Lore noch einmal". Die zahlAls dann tzek Marktflecken Allendorf durch bett Landgrafen Heinrich den Eisernen am 2. März 1370 nach vorheriger Einbeziehung der Orte Möllenbach, Dodenhausen und Häuslingen zur Stadt und Festung erhoben wurde, wurden ihm auch erweiterte Markt- rechte verliehen, wodurch größere Jahrmärkte abgehalten werden durften. Schon von jeher standen in unserer Stadt —- dank dem Fleiß der Bevölkerung — neben der Landwirtschaft Handel und Gewerbe in Blüte. Hieran vermochten auch die mannigfachen schweren Trübsale, wie die größeren Brände und feindlichen Kriegszüge, von denen Allendorf im 16., 17. und 18. Jahrhundert öfters heimgesucht wurde, nichts zu ändern. Auch heute noch sind in unserer Stadt neben der Landwirtschaft und Kaufmannschaft alle sonstigen Gewerbezweige vertreten, und diese haben auch diesmal wieder, wie in den vorhergehenden Jahren, eifrig Vorbereitungen zum dies- jährigen Nikelsmarkt getroffen, damit jeder Markt- befucher zufriedengestellt werden kann. Bürgermeister und Marktkommission haben in verschiedenen Sitzungen mancherlei Verkehrs- und sonstige Verbesserungen zur Durchführung beschlossen. Es ist jetzt jedem Interessenten von nah und fern Gelegenheit gegeben, mit der Bahn oder dem Auto den Nikelsmarkt zu besuchen. Dem weiteren Aufbau des Rindvieh- und Schweinemarktes hat man besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Hinsichtlich des früher weit über die Grenzen Hessens bekannten Schafmarktes ist man bestrebt, diesen auch wieder auf die alte Höhe zu bringen. Damit den Verkäufern keine weiteren Kosten entstehen, wird auf dem Viehmarkt fein Standgeld erhoben. Selbstverständlich fehlt auch der zu einem echten Jahrmarktsrummel gehörende Juxplatz (Karussell, Schießbude, Zirkus usw.) nicht. Zum erstenmal soll der diesjährige Nikelsmarkt als echtes V o l k s f e st gemeinschaftlich in der neu erbauten geräumigen Stadthalle gefeiert werden. Eine gute Stimmungskapelle wird hierbei ihre frohen Weifen ertönen lassen. Außerdem wird der tanzfrohen Jugend von nachmittags an Gelegenheit zum Schwingen des Tanzbeines gegeben. Der Allendorfer Nikelsmarkt war von jeher der Treffpunkt, von Verwandten, Freunden und Bekannten nicht allein aus der näheren Umgebung, sondern hauptsächlich auch aus der Rabenau, dem Busecker Tal und dem Ebsdorfer Grund. Der Bauersmann, der jetzt nach Beendigung feiner Feldarbeiten auch einmal ausspannen kann, nimmt gern die Gelegenheit wahr, wieder, wie im vorigen Jahre, auf dem „Anderfer Nikelsmaert" mit feinen Freunden zusammenzutreffen und dort, nach eingehender Besichtigung des Viehmarktes, einige fröhliche Stunden zu verleben. Auch die fleißige Hausfrau, die in der Regel in ihrem Haushalt unabkömmlich ist, macht sich zum Allendorfer Nikelsmarkt frei. Sie hat für ihre Kleinen verschiedene Einkäufe — auch schon für den Weihnachtstisch — zu machen, und trifft bei dieser Gelegenheit auch wieder einmal mit ihren Freundinnen zusammen. Selbstverständlich wird auch diesmal, wie in den vorhergehenden Jahren, die Stadt zum Nikelsmarkt reichen Flaggenschmuck tragen. morgen JQCHHEIW Wg.MliniW.Mrsll.tt | MreM Sonntag, den 8. nooemöer W 15 und 20.15 Uhr; anschließend Dang. Vortragswoche von 8. bis 15. November. spricht täglich 15 und 20.30 Uhr Herr Stadt- sions-Jnsvektor Schövwinkel, Offenbach a. M. Jedermann ist herzlich eingeladen. 05U2 Nervös-Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 7 (Taunus) Mäßige Preise. Dr. DI. Schnlze-Kahleyss, Nervenarzt Brillen von RM. 3.40 an bei Fachoptiker 7o83a Biedenkopf Kassenlieferant GIESSEN Schulstraße 5 im Umkreis von 50 Kilometern. 7073V Zum Besuch des Marktes ladet freundlichst ein: StdOtUllenOotf £umoa öerBfltoetmetflet:Stieb. SMelsmarA itt Ällendovf ad. Lumda am Mittwoch, dem 11. November 1936 kkM-, MM-, Ms- 0. swnemorn. Die Verlosung der Stände findet um 7 Uhr statt. Auftrieb des Viehes erfolgt von 8-9 .Uhr. - Nachmittags Volksbelustigung und Tanz itt der Stadthalle. - Postautobusverkehr. - Sonntagsfahrkarten Gießen, den 7. November 1936. Die Beerdigung fand in aller Stille statt 7055 P 708?D DANKSAGUNG Gießen, den 7. November 1936. 7063 D Franz Rein Schmidt Henriette Flöring. Am Dienstag, dem 3. November 1936, morgens 7.30 Uhr, wurde nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, meine unvergeßliche Frau, unsere treusorgende, herzensgute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen danken herzlichst Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Klein, Post-Assistent nebst Angehörigen. Für die Stadt Schotten: Mengel, Bürgermeister. Frau Anna Klein, geb. Hein im Alter von 58 Jahren durch den Tod aus unserer Mitte gerissen. Nachruf. Am 2. November 1. J. entschlief Fräulein Anna Pröscher. Die letzte Angehörige einer alteingesessenen, ehrwürdigen Schottener Bürgerfamilie ist mit ihr zur ewigen Ruhe eingegangen. Ewig wird ihr Name und das Andenken an ihre Schwester und ihren Schwager, Herrn und Frau Staatsrat Dr. Karl Weber, in der Stadt Schotten weiterleben. In hochherzigster und edelster Art haben sie sich durch die Errichtung der „Weber-Pröscher-Stiftung“ das schönste Denkmal gesetzt. Ein in harter Lebensarbeit von Generationen erworbenes ansehnliches Vermögen und dessen Einkünfte kommen der ganzen Oeffentlichkeit, besonders Armen und Bedürftigen, zugute, die den edlen Stiftern für ihre Großtat innigen Dank wissen werden. Was diese Vorfahren im vorbildlichen Schaffen errungen haben getreulich zu erhalten und zu verwalten, soll uns heilige Ehrenpflicht sein. Höchste Ehre dem Andenken der Stifter, aufrichtigster Dank ihnen allezeit! XU mhjmci frtm-MÄh stift aüf Qu Winton! z o z D Still und unauffällig stehl er an seinem Platz. Man braucht sich kaum um ihn zu kümmern, aber man fühlt seine Wärme Tag und Nacht. 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' W. auch „D°mit den Nen, wirb Selbst. ^Kten Jahr. u^e9- Schief , ?lkelsmarkt \ ln der neu lert werden, hierbei ihr« em wird der an Gelegen- gegeben. on jeher der 'en und Be- J Umgebung, tabenau, dem Grund. Der g seiner Feld, i, nimmt gern jm vorigen ’t" mit seinen *rt, nach ein» einige früh- fleißige Haus- ushalt unab- iorfer Nikels« i verschiedem dnachtstisch - legenheit auch i zusammen. ’ al, wie in der m Melsmarki *' 1 l,VOflrei‘*ert o>‘ lohren^do«. führt < ilf. z v°GT‘ji -."'S nleiden Tie eeh*®rdl Leben ÄS ein e^.6‘ Dank- befllakuS*Tafl6'’ oft66h nllechta.^ Schupp-He vertr'®6 |0ilml „N23 n.WeiB.Hir«chN' .d-Apo^^^j RuÄfle’ jri F z • WW WS ‘ ■«* £ v'/" L "W E », 5 -«wS ■ LA UM- .■■■■■ UL : aIM ■ & M, H ■ -< 5DWM ZLO ■ ■ ■ LW LZ o B M Ui' < M Wz.; M 1 M- M t W ÄP W w. Im Philosophenwald. Heimat im Herbst. Besinnlicher Spaziergang durch Wald und Feld. rend von vielen anderen Gegenden von einem Ernte- egen der Obstbäume nicht zu reden war. In heimatlichen Gärten brach mancher Ast unter der Last einer Früchte. Die Kinder hatten aus ihrem Weg zur Schule immer die Taschen voll. Inzwischen hat sich auch das Bild in unseren Gärten etwas gewandelt. Die Dahlien und Gladiolen verloren ihre prahlenden Farben, und die be- cheidenere Aster bildet den letzten Gartenschmuck. Die Gartenbesitzer, die Schrebergärtner sind jetzt dabei, ihre Kohlbeete umzustechen und mit Kunstdünger zu „zuckern". Die Rosenstöcke werden eingebunden und die Hochstämmchen zu Boden gebogen, eine Technik, die dem, der um die Notwendigkeiten nicht genau Bescheid weiß, immer etwas barbarisch erscheinen muß. Im übrigen beginnt es in den Gärten nun trostlos auszusehen. Auch an der Lahn herrscht Herbststimmung. Biele derer, die der Weg über die Brücke führt, werden denken: wie kalt sieht doch das Wasser aus! Der Gedanke gar, vielleicht gerade jetzt und aus irgendwelchem zwingenden Grund hineinspringen zu müssen, vielleicht, um einen Menschen retten zu müssen (so etwas kann dock vorkommen, nicht wahr?!) also allein schon dieser Gedanke vermag eine leichte Gänsehaut auszulösen. — Indessen ist es unterhaltsamer, einmal an der Lahn entlang zu spazieren! Wer längere Zeit nicht an die Lahnbrücke gekommen ist, wird sie noch gar nicht bemerkt haben: die kleine Anlage nämlich, die unterhalb des Biebertalbahnhoses, unmittelbar links der Brücke geschaffen wurde! Dort wurden schöne Kieswege angelegt, die zum Teil mit Steinen gefaßt wurden, Bänke wurden auch aufgestellt und warten aus den Frühling. Ein mächtiger Baum breitet seine herbstlich kahlen Aeste über Rasen und Wege. Richt weniger reizvoll ist es, an der Bleiche entlang sluß- auswärts zu spazieren. Aus der Bleiche selbst ist jetzt nicht viel los. Die wenige Wäsche, die dort ausge- hängt wird, trocknet bei der feuchten Witterung schwer und das ärgert die Hausfrauen. Um die Bootshäuser herum ist es ruhig geworden, nachdem es in diesem Sommer sowieso nicht sehr lebhaft war. Der Ruderklub Hassia hat sein schönes Motorboot aus dem Wasser genommen und die Bootsbrücken wurden auch eingezogen. Am schwimmenden Bootshaus der Universität stehen am Ufer und am Wehr einige uralte graue Weiden, grotesk und abenteuerlich in ihren Formen. Wenn jetzt am Abend die Wiesennebel um die Weidenstümpfe brauen, dann mag das etwa so sein, wie bei Erlkönigs in Goethes Lied. Auch weiter oberhalb stehen noch einige solcher alten Weiden, die sich trübselig im Wasser spiegeln. Die vielen reizenden Wochenendhäuschen, die in den beiden letzten Jahren an der Lahn entstanden sind, so recht für friedliche lauschige Sommerabende geschaffen, sind menschenleer und einsam geworden. Rur einige Entenscharen beleben das Wasser und fahren, eifrig schnatternd, hin und her, nachdem ihnen die Lahn nun allein gehört. Denn auch die Paddler haben endgültig das Feld geräumt und ihre Boote verstaut. — Die Badeanstalten unterhalb der Brücke haben ihre Laufstege eingezogen. So heiter und schön ein sonniger Herbsttag in den golddurchwirkten Laubwäldern ist, so grau und triste ist ein regnerischer Tag in der Stadt. Die regennasse Straße, der eintönig graue Himmel und der häufig notwendige Regenschirm tragen nicht zur Erheiterung bei. Die Häuser und Gassen werden zu grauen Schluchten, m denen bei solchem Wetter elbst das Gebimmel der Straßenbahn mißmutig klingt. Und erst am Abend wandelt sich das Bild, wenn sich im nassen Asphalt die Lampen der Schau- enster, das Licht der Straßenlampen und der Fahr- zeuge spiegelt. Zu solcher Zeit denken dann die Kin« )er schon an das Weihnachtsfest. Grau und trübe sieht es an regnerischen Herbsttagen in der Stadt aus. — (Aufnahmen 15|: Neuner.) Noch fallen von den Bäumen die letzten gelben Blätter und in den Gärten und an den Landstraßen werden jetzt die Winteräpfel geerntet, aber bald ist Weihnachten, in sieben Wochen, genau gesagt und am Kalender nachgezählt: in 47 Tagen. — Vielleicht sieht dann die heimatliche Landschaft wieder anders aus, wohl tief verschneit, und rauh bereift die Bäume ... N. Mi, Diel Vergnügen schlurft die Jugend durch das dürre Laub. hatte diese Nacht den Platanen am Ludwigs- Wenn die Kinder damit beginnen, nach den Kastanienbäumen hinaufzuschauen, nach den prall gewordenen stacheligen Früchten, und wenn sie dann mit irgendeinem Stück Holz oder mit Steinen in die Bäume hinaufwerfen, dann beginnt der Herbst! Das heißt, er beginnt nicht etwa deshalb — vielmehr ist dieses Bemühen der Kinder ein erstes äußeres Zeichen dafür, daß der Sommer vorbei ist. Wenn die Buben nach Kastanien werfen, die sich anfangs gar nicht so leicht vom Baum kriegen lassen, dann stehen die kleinen Madcken erwartungsvoll dabei: die ersten Kastanien des Jahres sind für die Kinder ebenso wertvoll, wie Watzenborn - Steinberg den Bergwald m allen Farben vom hellsten Gelb über das kraftvolle Rot der Blutbuchen bis zum satten dunklen Immergrün der Tannen und Fichten vor sich sah. Nicht weniger schön der Bergwerkswald, in dem an vielen Stellen der abwechslungsreichen Landschaft das helle Gelb der zarten Birken vorherrschte, das sich mit Himmelblau und Wolken in abgründigen Tümpeln spiegelte. Hinter den hellen und dunklen roten Dächern von Wieseck grüßte der Hangelstein, ebenfalls in bunter Pracht, herüber zu den einzelnen schütteren Birken auf dem Trieb, die willig ihre Blätter den Westwinden überließen. Das müßte die Bevölkerung der deutschen Klein- und Mittelstädte immer wieder als ein Glück empfinden, daß sie freie Landschaft gleich vor den Toren hat. Auch die Gießener haben es nicht schwer, in den Wald zu finden, alle die Schönheit zu erleben, die der Herbst zu geben hat. Wer keine Zeit fand, den Herbst in unseren Wäldern zu erleben, dem wurde die vorgerückte Jahreszeit vor kurzem auch in der Stadt eindeutig klar, als nach einer Nacht mit ersten Kältegraden am Morgen unter den meisten der Bäume in einem dichten Kranz viele Blätter zur Erde gefallen waren, manche noch grün, andere einen gelben Teppich um den Stamm breitend. Besonders hart die ersten Erdbeeren köstlich Wenn die Kastanien erst in großer Menge in den Rinnsteineir liegen und in der Kaiserallee (oder °nderswo) m Mengen von den Rädern der Wagen und Automobi e zermalmt werden, dann sind sie nicht mehr viel gefragt (Mit den Maikäfern geht es übrigens sehr ähnlich!) Zuerst sind es also auch immer die Kastanien, di? ihren Blätterschmuck fallen lassen. Nach। und nach folgen dann die vielen Anlagen und unserer heimatlichen Walder Wer nur selten aus der Stadt herauskommt merkt es gar nicht so sehr, und er wird überrascht sein, wenn sich unser heimatlicher Laubwald 'n den Oktober- Machen und n den ersten Tagen des Novembers noch in rotgoldener Pracht bietet. Doppelt schon und eine Augenweide bann, rvenn die Sonne noch einiges von ihrem kraftvollen Gold hmzugibt und die heimatlichen Buchenwälder in die schönste Farbe taucht, ch-rrlich war der Phüosophenwald 'N die em Jahre wieder, einzigartig schon bot sich der S-bissen. berg dar,, wen« rnay etwa aus dem Xal von den kalten Morgen streckten. So mancher, der an jenem Morgen auf dem Wege zu seiner Arbeit begriffen war und sich dabei unbeobachtet fühlen konnte, verfiel plötzlich in eine liebe Gewohnheit der Kinderjahre, schlurfte diirch die Mengen des gefallenen Laubes, daß die Blätter flogen und es mit jedem ausholenden Schritt heftig raschelte. Noch den ganzen Tag über segelten nach dieser kalten Nacht die Blätter zu Boden und ließen die Straßenkehrer nicht fertig werden. Diese wußten gar nicht — wohin mit dem vielen ßaub91 — Wir pflegen den Herbst ja nicht lediglich wegen seiner Schönheit zu schätzen Im Rückblick ist es nicht allzu lange her, daß die Bäume noch dicht voll Zwetschen hingen, und es in den Dörfern wochenlang nach Zwetschenhonig roch. Ja, die Ernte war ja m diesem Jahre kaum zu bergen! Merdmgs war das fast nur in unserer pberhessischen Landschaft so, wah- platz und den stattlichen Bäumen gleicher Art m der Gartenstraße zugesetzt, die sich über Nacht ihres Blätterkleides beraubt sahen und kahl die Aeste m In lichtem Gelb prangten die Buchenwälder unserer Heimat. Grau und tafol tagen jetzt die ölten Weiden an Her Lahn in herbstlichen Himmels MM V v 'S V F. Wirtschaft bis Kirchliche Nachrichten !dlerwerke tionspfandbriefe wie immer unei Im Freiverkehr nannte Nhein-Mainifche Börse. Mittagsbörse weiter etwas erholt. 8.45: 9.45: 10.45: „Und 11.30: Doller Krfolg des Nationalen Gpartages in Hessen-Nassau. Fwd. Frankfurt a. M., 6. Nov. Der Nationale Spartag am 30. Oktober 1936 gestaltete sich für die öffentlichen Sparkassen in Hessen-Nassau wieder zu einem vollen Erfolg. An diesem Tage wurden rund 15600 Einzahlungen im Gesamtwerte von rund 1,25 Mill. RM. geleistet. Der Erfolg des Nationalen Spartages, der ausschließlich werbenden Zwecken dient, kommt besonders in der Zahl der neuerrichteten Sparkassenbücher zum Ausdruck, die sich am 30. Oktober 1936 auf 1600 Stück gegen 1200 am gleichen Tage des Vorjahres bzw. 1100 am Nationalen Spartag 1934 stellt. üAtzwelnaan ssris Drei Brände in einer Woche. LPD. Biedenkopf, 6. Nov. Im Kreise Biedenkopf sind innerhalb einer Woche drei Brände zu verzeichnen. Außer einem Schadenfeuer in Breidenbach, wo ein Wohnhaus mit angrenzender Scheune eingeäschert wurde, ereignete sich ein weiteres Brandunglück in Günterod. Dort wurde das Haus des Arbeiters Müller trotz des sofortigen Eingreifens der Feuerwehren völlig ein Raub der Flammen. Das dritte Schadenfeuer suchte das landwirtschaftliche Anwesen des Bauern K l i n- gelhöser in Frohnhausen bei Gladenbach heim. Es brach um die Mittagszeit aus, als sich die mit Drescharbeiten beschäftigten Bewohner beim Essen befanden. Den vereinten Bemühungen der Feuerwehren aus den benachbarten Orten gelang es, das Wohnhaus und den angrenzenden Viehstall zu retten, während ein Schuppen, sowie Montag, 9. November: 6.30 Uhr: Weckruf. — Morgenspruch. Morgenkonzert. 8: Funkstille. 8.30: Marschmusik. 9.30: Funk- stille. 10: Feierstunde der Hitler-Jugend. „Es wachen die toten Soldaten". Kantate von Herybert Menzel. 10.40: Funkstille. 12: Der Schicksalsmarsch. Ein Bericht der Reichssendeleitung vom Marsch des Führers und seiner Getreuen $ur Feldherrnhalle sowie ein Rückblick auf die Ueberfuhrung der Gefal- der Dreschwagen nebst der Strohpresse ein Opfer des Feuers wurden. Auch ein Zuchtschwein mit acht Ferkeln kamen in den Flammen um. In den beiden letzten Fällen konnte die Brandursache noch nicht ermittelt werden, während in Breidenbach Gerichtschemiker Dr. Popp-Frankfurt a. fest- stellte, daß das dortige Schadenfeuer durch Selbst- entzündung des in der Scheune lagernden Grummets entstand. Rundfunkprogramm. Sonntag, 8. November. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 8. November. Gießen. Stadlklrche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 17: Pfarrverwalter Damerau. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Militärgottesdienst; Pfr. Ausfeld; 14: Kinderkirche für die Jphannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer; Musikalische Abendfeier; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Trapp. — üapeUe des Allen Friedhofs. 9.30: Professor D. Cordier; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrassistent Weckerling. — Petrus- kapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp. — Konfirmandensaal der Lukasgemeinde (Liebigstraße Nr. 56 H.). 14: Taubstummengottesdienst; Pfr. Bechtolsheimer. — Wieseck. 9.30: Beichte; Dekan Sattler; 10: Predigtgottesdienst; Pfarrassistent Bangert; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. — Aiten-Bufeck. 9.30: Beichte: 10: Gottesdienst; Feier des hl. Abendmahls. — Trohe. 13: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst; anschließend Abendmahl für die Jugend I. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Annerod. 9: hl. Abendmahl für Verheiratete. — Rödgen. 13: hl. Abendmahl für Verheiratete. — Lich. 9.30: Stiftspfarrer Naumann; 13: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte; 9.15: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl für die jungen Leute. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und hl. Abendmahl für die Burschen; 13: Kindergottesdienst (1. Abt.); 13.45: Kindergottesdienst (2. Abt.). — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11.15: Kindergottesdienst. — Nieder - Bessingen. 13.30: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Hauptgottesdienst. — Vellenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Münzenberg. 11: Gottesdienst; Kollekte; 14: Trauungsgottesdienst; Kollekte.— Trais-TNünzenberg. 9: Gottesdienst; Kollekte. — Hungen. 10: Gottesdienst; 13.30: Gottesdienst; Landesbischof Dietrich. — Garbenleich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10: Gottesdienst. Mittwoch, den 11. November. Gießen. Sladlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 12. November. Gießen. Fohannessaal. 20 Uhr: Bibelstnnde; Pfr. Ausfeld. — Hungen. 20: Frauenbilfe. katholische Gemeinden. Samstag, den 7. November. Gießen. 16.30 bis 18.30 Uhr und ab 19 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, 8. November. 23. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte; 7: hl. Messe mit gemeinschaftlicher Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Spendung der hl Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 10.15: Militärgottesdienst; 11.15: hl. Messe mit Predigt; 16.30: Versammlung der Jungfrauen-Kongregation; Deutsche Renten lagen eher schwächer. Altbesitz 119 (119,40), auch Kommunal-Umschuldung waren zu 90 (90,13) angeboten. Von zertii. Dollar- Bonds erholten sich 6pro. Preußen auf 78 (77,50), 6,5proz. do. auf 78,25 (77,50). Der Auslandrentenmarkt lag fest, besonders Mexikaner auf die Bereitschaft Mexikos zu Schuldenoerhandlungen. Die Kurse zogen durchweg bis 1 v. H., 5proz. äußere Gold um 1,75 v. H. auf 15 an; das Geschäft war nicht sehr lebhaft. Ungarn und Rumänen gewannen bis 0,45 v. H., 4proz. Ungarn Gold 12,10 (11,45), 1913er 10 (9,25), 1914er 10,25 (9,70), 4proz. Rumänen 6,80 (6,30). In der zweiten Börsenstunde bewegte sich das Geschäft am Aktien mark weiter in sehr engen Grenzen. Die Grundtendenz blieb freundlich. Für BMW. hielt etwas Nachfrage an, der Kurs stieg auf 145 nach 144, auch einzelne Montanwerke, wie Verein. Stahl und Mannesmann, blieben bei höheren Kursen gefragt. Kunstseideaktien weiter fest, Bemberg 116,50 nach 113,50, Aku 85,50 nach 84,50, zum Schluß 83,50. Im übrigen lagen die Märkte sehr ruhig. Von den später notierten Werten erhöhten sich Scheideanstalt auf 274 (271), Metallgefell- schaft auf 155,50 (152,25), Junghans auf 114,25 (112,45), Muag auf 131,75 (130,25) und Rheinmetall auf 152 (148,50). Am Kassamarkt waren Mainzer Aktenbräu angeboten. Der Rentenmarkt lag im Verlaufe sehr still. Don Auslandrenten bröckelten Mexikaner 0,13 bis 0,25 v. H. ab, auch Ungarn Gold 11,80 nach 12,10. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen lagen fast unverändert. Ligunidationspfandbriefe wie Stadtanleihen lagen fast unverändert, Liquida- Franksurter Obff- und GeUiüsemactt. Frankfurt a. M., 6. Nov. Der Gemüsemarkt hatte weiterhin starke Zuführen, besonders von Eskarol, Karotten, Spinat und Kohlgemusen. Verkauf nicht zufriedenstellend. Preise kaum unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl 20 bis 40, Eskarol 5 bis 12, Feldsalat 30 bis 50, Karotten 3 bis 5, Kartoffeln gelbe 50 kg 3,00 bis 3,20, Kohlrabi 3 bis 6, Kopfsalat (unter Glas) 4 bis 12, Rosenkohl 15 bis 18, Rote Rüben 3 bis 6, Rotkraut 2 bis 4, Sellerie je nach Größe 8 bis 35, Spinat 9 bis 12, Schwarzwurzel 18 bis 25, Tomaten Freiland 20 bis 30, do. Haus 40 bis 50, Weißkraut 2 bis 3, do. Filter 2Vt bis 3Vs, Wirsing 2'/- bis 4, Winterkohl 10, Zwiebeln 5 bis 6. Obst und Südfrüchte: Aepfel- und Bir- nenangebot reichlich, Absatz schleppend, Birnen weiter nachqebende Preise, sonst kaum verändert. U. a. notierten: Aepfel I 30 bis 35, II 20 bis 28, Goldparmänen I 30 bis 35, Renetten 20 bis 25, Schafsnase 16 bis 18, Birnen I 20 bis 28, II 15 bis 18, Vereins Dechant 26 bis 28, Mollebusch I 14 bis 16, II 10 bis 12, Pastoren 8 bis 10, Bananen, Kiste 12'/- kg, Weftind. 6,00, Kamerun 5,00 bis 5,50, Kranz-Feigen 25 kg 10,50 bis 11,50, Haselnüsse 32 bis 38, Kastanien 20 bis 25, Trauben 15 bis 20 ital., blau, do. hell 21 bis 25, 32 bis 36 bulg., 53 bis 58 holl., Walnüsse 40 bis 48, Sorrento, bulg. 32 bis 37, Zitronen, Kiste 300 und 360 Stück, 9,50 bis 11,00 Frankfurter Vuttergroßmarkt. Frankfurt a. M., 6. Nov. Die Anlieferun- gen von Butter hielten sich in den bisherigen Grenzen, die Vorräte beim Großhandel haben sich jedoch etwas verringert. Die Zufuhren aus Holland waren etwas schwächer. Das Angebot von Land- butter ist unbedeutend. Zusätzliche Mengen muroen von der Reichsstelle hauptsächlich aus östlicher Frisch- und Kühlhausware geliefert. Schweine- und Rinderfett waren reichlicher am Markt. Es notierten in RM. per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 148, Feine Deutsche Mol- kereibutter 145, Molkereibutter 140—142, Land- butter 125, Holländiche Butter 148, Margarine A 97, B) 86, C) 56. Deutsches Schmalz 100, Ausländisches Schmalz 88. Frankfurter Eiergrohmarkt. Frankfurt a. M., 6. Nov. Das Angebot von Eiern war in der ersten Novemberwoche nicht sehr umfangreich, da die Erzeugung von Frischeiern noch sehr zu wünschen übrig ließ. In den größeren Verbrauchsorten wurde weiterhin hauptsächlich Kühlhausware abgegeben. Die Anlieferungen durch den Landhandel halten sich noch in sehr kleinen Grenzen. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Frischware: Holländer A HVt, B 10M, D 8%, Bulgaren B 10, C 9K. Kühlhauseier: Flandern S 11, A 10^, B 9%, C 9/«. lenen in die Ehrentempel der Bewegung am Braunen Haus. 14: Nachrichtendienst. Funkstille. 17: „Die Fahne besiegt den Tod". Eine Kantate von Tod und Leben von Helmut Hansen. 18: „Das Antlitz der kämpfenden Mannschaft". Alte und neue Märsche und Lieder. 20: Sinfonie Nr. 3 (Eroica). Von Ludwig van Beethoven. (Das Leipziger Sinfonieorchester.) 21: Festliche Musik. Dienstag, 10. November: 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkkonzert, ausgeführt vom Mundharmonika-Orchester der Belegschaft der Wolf-Ge- räte-Fabrit, Berlin. 9.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. „Heidelberg — Vermächtnis und Aufgabe". Hörbericht aus der Ausstellung anläßlich der 550-Jahrfeier der Universität. 11: Nur Freiburg: Nachrichten. 11.30: Landfunk. Bäuerin am Werk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 1410: — „aber natürlich, mit dem größten Vergnügen!" Wunschkonzert. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Die deutsche Frau. Die Toten sind lebendig in uns. Eine Feierstunde von Lotte Tiedemann. 16: Aus der Werkarbeit der Mainzer Musikhochschule. 17: Die Kapelle Hauck spielt auf. 17.30: Marsch nach Odojew. Aus der Erinnerung ausgezeichnet von E. Born. 17.50: Die Kunst im Handwerk. 18: Unterhaltungskonzert. 19: HJ.-Funk. 19.30: Kampf dem Verderb! 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10 Solisten des kleinen Funkorchesters spielen. 21: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Nachrichten der DAF. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbtndlichkeit der Schriftleitung.) F. k. in H. Wenn Ihr Sohn noch nickt 18 Jahre alt ist, besteht keine Verpflichtung zur Zahlung der Bürgerfteuer. 17.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lollar. 9.30: hl. Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Gießen. Werktags 6.30 und 7.15 Uhr: hl. Messen. Montag, den 9. November. Laubach. 7.30 Uhr: hl. Messe. Mittwoch, den 11. November. Hungen. 7.15 Uhr: hl. Messe. Donnerstag, den 12. November. Gießen. 7 Uhr in der Kapelle des Katholischen Schwesternhauses neben der Kirche Gemeinschaftsmesse mit Ansprache für Studenten und Studentinnen. Evangelische Stadtmission (Christliche Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche), Löberstraße 14. Sonntag, den 8. November. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 15: Jahresfest; 20.15: Evangelisationsvortrag. (Beginn der evangelischen Vortragswoche.) Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 8. November. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 11. November. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 12. November. 20.30: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinde (Zu den Mühlen 2). Sonntag, den 8. November. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, 10. November. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Baptislengemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 8. November. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. — Donnerstag, den 12. November. 20.30: Bibel- stunde. Neuapostolische Gemeinden (Händelstraße 1, Eder- straße 13). Sonntag, den 8. November. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 11. November. 20.30: Gottesdienst. veffeullicher Sonnfagsblenft Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamtr Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: A e r z t e : Dr. Malech, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Engel-Apotheke. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Frankfurt a. M., 6. Nov. Die Börse war am Aktienmarkt auf kleine Rückkäufe weiter etwas erholt, nachdem bereits an der Abendbörse eine Beruhigung eingetreten war. Viel beachtet wurde die Auflegung einer 500-Mill.-Anleihe des Reiches Die weitere Erholung der Auslandwerte blieb auf die Besserung der Tendenz ebenfalls nicht ohne Einfluß. Die Umsätze waren im allgemeinen nicht sehr groß. Im Durchschnitt stellten sich Erhöhungen von etwa 6—1,5 v. H. ein. Von Montanwerten zogen Hoesch 2,25 v. H., Rheinstahl 1,75 v. H„ Klöckner, Mannesmann und Verein. Stahl bis 1,25 v. H. an. Elektroaktien setzten überwiegend 1—1,50 v. H. freundlicher ein, Felten gewannen 2 v. H. auf 140, während Siemens noch 1 v. H. nachgaben. IG. Farben lagen mit 176,40 (176,25) voll behauptet, Rütgerswerke 1,75 v. H. höher. Von Motorenwerten hatten BMW. mit 142,50—144 (140,50) ziemlich lebhaftes Geschäft. Von Einzelwerten gewannen AG. für Verkehr 1,50 v. H., Deutsche Linoleum, Bemberg und Westdeutsche Kaufhof 1,25 v. H., Gement Heidelberg 0,25, Deutscher Eisenhandel 0,75 v. H. Don Auslandaktien stiegen Aku auf weiter festes Amsterdam auf 85—84,50 (82,75), Chade A—C auf 358—362 (355,50), Otavi Minen auf 41,90—41,50 (39,75), Nach den ersten Kursen liehen einzelne Werte bei sehr ruhig werdendem Geschäft 0,25—0,50 v. H. nach. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. Morgenmusik. 9: Katholische Morgenfeier. Bekenntnisse zur Zeit. 10: Ewiges Volk. Chorgesang. 11.15: Edwin Erich Dwinger, Gott schweigt?" Bericht und Aufruf (1). Albrecht Dürer. Vier Hörszenen von deutscher Innigkeit. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. 14.45: Beim Dampf der Gulaschkanone. Ein Funkbericht vom Eintopf. 15: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. 18: Aus Anlaß der Abendsingwoche des Landschaftsbundes für Volkstum und Heimat: Volksliedsingen und Volksmusik. 19: „Der Sonntag klingt aus. Eine novemberliche Szenenfolge von Lily Biermer. 19.40: Bericht von den Deutschen Waldlaufmeisterschaften in Freiburg. 20: II. Sonntagskonzert der Museums-Gesellschaft. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Reichssendung: Die Hauptstadt der Bewegung am Vorabend des 9. November. Hörbericht. 106, Ufa 62, Wayß & Freytag 127. Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörse ruhig. Die Abendbörfe lag sehr ruhig. Es kamen nur sehr wenig Papiere zur Notiz, die gegen den Berliner Schluß nicht immer ganz behauptet blieben. In Montanwerten erfolgten kleine Abgaben, auch IG. Farben waren weiter etwas gedrückt auf 174,75 (175,45). Südd. Zucker notierten 2 v. H. höher mit 200. Am deutschen Rentenmarkt ergaben sich keine Veränderungen, Kommunal-Umschuldung nannte xman mit 90—90,10. Von Auslandrenten gingen Ungarn Gold auf 11,35 (11,60). Für Mexikaner lagen noch kleine Kaufaufträge vor, so daß die Kurse auf dem letzten Mittagsstand voll behauptet blieben; die Abschwächung in Paris war noch nicht bekannt. 5pro$. Silbermexikaner gingen jedoch auf 6,50 (6,75) zurück. U. a. notierten: 6proz. IG. Farben 136,40, 6proz. Krupp 102,50, 5proz. innere Mexikaner 6,50, 5pm. äußere Goldmexikaner 14,75, 4proz. Mexikaner 11, 4,5proz. Irrigation 10,25, 4proz. Rumänen 6,50, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 162, 1914er Ungarn 9,75, 4vroz. Ungarn Gold 11,35, Aku 83,25, Bemberg 115, Buderus 124,75, Conti Gummi 174,75, Deutsche Linoleum 166,50, IG. Farben 174,75, Gessürel 145, Goldschmidt 132, Junghans 114,25, Mannesmann 118, Mansfelder 158, Muag 134,25, Rheinstahl 155—155,25, Schlickert 163,50, Südd. Zucker 200, Verein. Stahl 123,75—123,50. Westdeutsche Kaufhof 61,75, Commerzbank 109,25, DD.- Bank 109,50, Dresdner Bank 107, AG. für Verkehr 125. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o.H., Datum 6% Deutsche Retchsanlethe v. 192? 4% Deutsche ReichSanl. von 1984 bVt% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche ölnl.-Ablös.-Schuld mit Ausloj.-Rechten ............ *¥i% Deutsche RetchSpostschatzan Weisungen von 1934, I....... 4)4% ehem. 8% Hessischer BostS- staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4)4% ehern «,% Hessische Lande» bant Darmstadt Gold R. 12... 6)4% ehem. 4)4% Hess. Lande- Hypothekenbank DarmstadtLigu. 4)4% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverichr. DL 6 Oberhesscn Provinz-Anleihe mit Puslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4)4% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6)4% ehem. 4)4% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese...... 6)4% ehem. 4)4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. 4)4% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- briesanstalt, Psandbrtcse DL 19 4)4% ehem. 7% Pr.LandeSpsanb vriesanst., Gold Komm. Obl. 20 Eteuergutich. Berrechnungsk. 84-38 4% Oesterreichische Goldrenre. Oesterreichische Silberrente 4% llngarstche Golorenle ....... 4% Ungarische Staaisrente v. 1910 4)4% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... Frankfurt a. TR. Derlm Schluß- kurS Schlußk. Abend- börse Schluß- kurS Schlußk. Mittag- börse 5.11. 6-11 5.11. 6.11. — 101,4 101,4 101,4 98,3 98,4 98,3 98,4 103 102,5 103,25 102,8 122,75 122,75 123 123 — — 100,2 100,2 98,75 98,75 — — 97 97 97 — 100,5 100,5 — — 93 93 — — — — 129,5 129,75 122,75 122,75 123 123 97 97 97 97 100,75 100,4 — — 101 100,75 101,25 100,1 97,5 97,5 97,5 97,5 95 95 95 95 109,8 109,8 109,9 109,9 _ _ 29 29,13 — — 2,9 2.8 11,65 11,35 11,4 11,6 9,25 10 9,13 9,9 9,25 11,1 9,7 10 13,25 14,75 13,6 14,65 — — Frankfurt a.M. Berlin Schluß« kurs Schiußk. Abendbörse Schlußkur» Schlußk. Mittag« börse Datum 5.1b 6.11. 5.11 6-11. 4% vesgt. Serie h ............ — —- — _ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 7,1 7,2 7,05 7,3 4)4%Rumän.vereinh.Rentev.l91Z 11 11,1 10,75 10,9 4% Rumänische vereinh. Rente . 6,3 6,5 6,4 6,6 2)4% Anatolier .............. 35,8 36 Hamburg-Amerika-Paker .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lioyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank..............4 Retchsbank ................12 15,65 15,5 15,5 15,75 —— —— 39,25 — 15,5 15,4 15,25 15,5 123,75 125 123,75 125,5 —— — 126 125,5 109 109,25 109 109,25 109,25 109,5 109 109,5 106,5 107 106,5 107 191,75 191,65 191,25 191 s.s.s......................0 Bekula.....................8 (Sieht. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume........4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektttzität ........ 6 Rhein. Wests, ülettx..........6 Schuckert L Co...............e Siemens L Halsk«............8 Lahmeyer L Co.............. 7 Buderus ................... Deutsche Erdöl .............. 4 Harvener............... 2)4 Hoesch Eisen—Köln-Neuesten .. 8 Ilse Bergbau ............... e Ille Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke ............... 8 vraunv»mann-Röhren....... B 165 165,25 165,25 165,25 136,25 136,75 136,25 135,65 159 159,75 158,65 159 138 140 138,5 140,25 144,25 145 144,13 145,5 — — 134 134 139 139,65 139,4 139,4 163 163,5 '63 163,5 206,75 206,5 207,5 206 148,5 149,65 149 149,5 123 124,75 124 125 145 145,25 144,5 144,75 157 157 157,5 157,5 121 123,25 120,9 121,75 — — 201 204 150 150 149,25 150,5 125 126 125 125,5 117*25 118 116,25 118,25 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- turs Schlußk. Mittag- börsc Datum 5-11- 6.11- 5.11. 6-11. ManSselder Bergbau....... 6)4 — 158 155,5 157,5 —— — 139,75 141 Rheinische Braunkohlen .... 12 230,5 232 230,5 231,5 Rheinstahl ................ . 4 154,5 155,25 154 155,9 Bereinigte Stahlwerke...... 8)4 123,5 123,5 122,5 123,75 Otavi Minen ............. . 0 39,75 40,75 39 40.75 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 141,75 144,25 142,75 143,75 Kaliwerke Westeregeln...... . 6 136,5 138,5 136,5 139 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7)4 197 197.5 195,5 197 I. G. Farben-Jnduftrte..... .. 7 176,50 I 174,75 176 175,65 Scheideanstalt............. . 9 271 274 Goldschmidt .............. .. 6 130 132 130 131,5 Rütgerswerke ............. .. 6 140 142 141,5 142,4 Metöllgesellschaft........... .. 6 152,25 155,5 152,75 156,5 Philipp Holzmann......... .. 4 134,25 137 135 136 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 163,5 164 - Cementwerk Karlstadt ..... .. 6 — - - Schultheis Pa-enhoser ..... -. 4 — — 102 102,25 Aku «Allgemeine Kunstseide) .. 0 82,75 83,25 81 83,5 Bemberg................. .. 6 112,25 115 112 115 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 164 165,5 165 164 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 140,5 142,5 140,75 142,5 Dessauer KaS . ........... .. 7 — •— 111,25 111,75 Daimler Motoren.......... .. 0 122 125,25 122,65 124 Deutsche Linoleum......... .. 8 166 166,5 165,5 166,25 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — — 92,75 94 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 60,5 61,75 60,5 61,65 Cbade ................... .. 9 355,5 362 356 357 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 — 204 >05,5 204,5 Eontt-Gummi ...... . 11 171,75 174,75 171,75 174,75 Grtyner................. Mainkrastwerke Höchst a.M. Süddeutsch« Zuck« 30,5 198 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL 5-Novem! er 6.November Amiliche Geld Notierung Ärief Amtliche Geld Notierung | 23 rief jueno» Air» Brüssel.... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig.... London.... HelsingsorS. Paris ..... Holland ... Italien .... «laoan..... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon ... Stockholm... Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. 'f-UDOtf 0,692 42,03 0,145 3,047 54,30 47,04 12,16 5,37 11,565 133,67 13,09 0,709 5,654 61,11 48,95 11,045 62,70 57,15 22,48 8,771 2,488 0,696 42,11 0,147 3,053 54,40 47,14 12,19 5,38 11,585 133,93 13,11 0,711 5,666 61,23 49,05 11,065 62,82 57,27 22,52 8,789 2,492 Banknoten 0,691 42,08 0,144 3,047 54,19 47,04 12,135 5,36 11,505 133,22 13,09 0,709 5,654 60,98 48,95 11,02 62,57 57,12 22,23 8,771 2,488 0,695 42,16 0,146 3,053 54,29 47,14 12,165 5,37 11,525 133,48 13,11 0,711 5,666 61,10 49,05 11,04 62,69 57,24 22,27 8,789 2,492 Äerun,g. November Geld »rief Amenianlsche ikoten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noren .............. Teuti* Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten.............. Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten 2,45 41,96 54,03 12,11 11,455 132,88 60,82 62,40 56,97 * 2,47 42,12 54,25 12,15 11,495 133,42 61,06 62,66 67,19 Sur den Büchertisch. Gesetz mb Größe britischer Macht Tragödie emes großen Geschlechts Aristokratie. —e. und eine Zoses Weinhebers „Späte Krone" Die Landratten erhalten einen niemals langweilig werdenden Einblick in die Fragen der Segeltechnik und in die verwirrende Namensgebung der Besegelung. Besonders spannend wird der große und erbitterte Endkampf zwischen dem Segelschiff und dem Dampfschiff dargestellt. Ueber all diesen Einzelheiten ist das Buch aber vornehmlich eine Geschichte menschlicher Kühnheit und Zähigkeit. Keine Entbehrung, kein Leid, nichts war abschreckend genug, jene kühnen Seefahrer davon abzuhalten, in die unendliche Wasserwüste vorzustoßen oder auf den primitiven Kampfflotten der vergangenen Jahrhunderte für die Größe und Ehre ihrer Heimat zu kämpfen. Das beigegebene Bildermaterial macht durch jeweils zeitgenössische Darstellungen deutlich, was sieben Jahrtausende im Schiffbau geleistet haben. — Fahnenjunker Bolkenborn. Roman von Georg Grabenhorst. (Koehler & Amelang-Ver- lag, Leipzig. Geb. 2,85 Mark). — 296 — Der Leser hat es in Grabenhorsts „Fahnenjunker Bolkenborn" mit einem der besten der deutschen Kriegserlebnisse zu tun. Mit packender dichterischer Kraft, mit feinem Einfühlen in das Seelenleben der damaligen jüng- ten Kriegsmannschaften und mit hinreißender Schillerung des gewaltigen Fronterlebnisses in allen einen vielseitigen Erscheinungen hat Grabenhorst der ganzen jungen Frontgeneratton in diesem Buche ein schönes Denkmal von bleibendem Wert geschaffen. Rückhaltlos kann man dem Dichter Walter von Molo zustimmen, der an den Verfasser schrieb: „Ein reelles, gutgearbeitetes und gekonntes Buch, das vollkommen objektiv die Dinge gestaltet und daher desto erschütternder ist. Es werden viele aus der Kriegsgeneration auf der Strecke bleiben. Ihre Kraft und innere Wahrhaftigkeit haben Sie gerettet." Wir möchten als alte Feldsoldaten diesem prächtigen Buche unsere beste Empfehlung mit auf den Weg geben, es insbesondere in die Hände unserer heutigen jungen Mannschaft wünschen. B. — Klara Hofer: Das letzte Jahr. Ein Roman um Theodor Körner. Verlag Ullstein. Berlin. Preis Ganzleinen 4 Mark. — (384) — Theodor Körner — das ist der zu allen Zeiten wiederkehrende deutsche Jüngling, der strahlende Junge mit dem großen, etwas romantischen Herzen. Hier begegnet er uns im Rahmen des Empire und der napoleonischen Invasion. Die Gefühlsseligkeit der damaligen Zeit ist der Hintergrund des talentierten 21jährigen Theater-Dichters, dem man eine glänzende Zukunft prophezeit. Mit von Gluck geschwellten Segeln trifft er Vorbereitungen zu sei« ner Hochzeit mit Tom Adomberger, der gefeierten Wiener Schauspielerin. Freundschaftliche Beziehungen verbinden ihn mit Großen seiner Zett, mit Humboldt und Grillparzer. Die Kriegsfanfare zeri stört seine Hoffnungen. Er lernt das Grauen des Krieges kennen, Todesahnen erfüllt ihn, aber zu immer größerer Begeisterung schwinat er sich auf. In solchen Stimmungen schreibt er seine schönsten Gedichte. Mele Züge unserer Jugend finden wly tu der Dkld Körners wieder, Manner und Meere. . Männer d e s Nordens, Wikinger-Leben, Fahrten und Kämpfe. Nach altnordischen Taten von Gerhard Ramlow, mit Zeichnungen von Karl Busse und einer Karte der Wikingerzuge. (Verlag von Rich. Bong, Berlin. Gbd. 3,80 M.) — (316) — Der Autor läßt in diesem fesjelnden Buche die ferne Zeit der Wikinger mit ihren herben Männern und Frauen vor den Augen der Leser wiedererstehen. Es ist em Buch, in dem ber Inhalt alter Ueberlieferungen mit liebevoller Ge- sta'tungskunst besonders packend hervortritt. Immer wieder lockt die Männer des Nordens das ewige, herrliche Meer zu wagemutigen Fahrten und kühnsten Taten. Einer der gewaltigsten Wikinger, Harald der Harte, durchguert mit seinen Schissen sogar Rußland, dringt bis Byzanz vor und beherrscht das Mittelmeer. An den Küsten Pommerns entsteyen Burgen, wie die Iomsburg, in der den Jomswikingern ihr ehernes Gesetz gegeben wirb. Ein arbeitsoolles Leben waltet auf den Hofen Islands, und groß ist der Reichtum auf den dänischen Inseln. Die herrschenden Gesetze und Anschauungen beruhen auf Ehre und Sittlichkeit. Das Gebot der Blutrache steht über den Mannern, mag selbst ein ganzes Geschlecht an ihr zugrunde gehen. Aus dem Buche klingt immer wieder der altnordische Gedanke wieder, daß niemand dem Lose entgehen kann, das die Nomen über ihn verhängt haben — daß er es aber mannhaft auf sich nehmen muß, um den Nachkommen ein Vorbild zu sein. Dieses Buch hat dem Menschen unserer Zett viel zu sagen, besonders uns Deutschen. Wer sich mit ganzem Empfinden in dieses Buch üertieft, roirb von ihm reichen Gewinn haben. Es ist ein Werk, dem man aufmerksame Leser in jedem geistig interessierten deutschen Hause wünscht. - $). SEB. van ßoon: „M an ne rund Meere". Siebentausend Jahre Seefahrt Mit 107 Abbildungen nach Zeichnungen des Verfassers und 28 zum Teil farbigen Tafeln. Preis Ganz -men 7,50 Mark. Bering Ullstein, Berlm. — (311) — Nach feinem Buch „Du und die Erde , eine mo- berne Geographie für jedermann, beschreibt jetzt van ßoon bas weite Gebiet bev Seefahrt unb legt seinen vielen Lesern eine unterhaltsame Entwicklungsgeschichte bes Schiffes vor. Zu Beginn wirft ber primitive Mensch einen Baumstamm ms Wasser unb am Schluß setzt der Verfasser das große Fragezeichen hinter die Ozeanriefen unserer Gegenwart und hinter die Großkampfschiffe, deren — Reinhold Schneider: Das Insel- reich, Gesetz unb Größe ber Britischen Macht. Im Insel-Verlag zu Leipzig, Preis in Leinen geb. 8,50 Mark. — (320) — Das Buch will nicht als eine Geschichte Englanbs mißverstanben werben, es will vielmehr burch das Medium der Schicksale, durch die Darstellung dreier wefentlicher Entscheidungen der englischen Geschichte die innere Gestalt sichtbar machen unb zugleich auf das Gesetz verweisen, das über aller Geschichte waltet. Dieses Gesetz lautet für Reinhold Schneider: „Schuld ist die Bewegerin aller Geschichte und alle Schuld wird gerichtet." Es ist gut und notwendig, den christlichkatholischen Standpunkt des Verfassers zu wissen. Im Zwiespalt zwischen Glaube und Macht löst England sich von Rom und wird nun erst das ,^Inselreich", aber auch das weltumspannende (Empire. Die Errichtung des Kreuzes auf den Inseln, Die Entscheidung Heinrichs VIII. und die Ungebrochenheit englischen Willens und englischer Seele im großen Pitt nach dem Abfall Amerikas sind Höhepunkte in diesem Kampf zwischen Glaube und Macht. In der wunderbar gefeilten, leuchtenden Sprache des Dichters werden in bezeichnenden Episoden die großen Gestalten deuttich, die den Gang der Entwicklung bestimmten. Von Irland aus zieht der Heilige Columba zur Bekehrung Schottlands aus, Gregor der Große gründet die englische Kirche. In der Not der Dänenzeit wird A l - f r e b ber Große ber vollkommene christliche König. Die normannische Eroberung sehen wir in ben Gestalten Wilhelms unb Harolds, beide in Schuld verstrickt. Die großen Kathedralen, die Got- tesburgen der Normannen, sind Ausdruck des seelischen Zwiespalts dieser Zeit. Die Normannen, die das Land mit List und Gewalt geraubt haben, machen es sich noch einmal zu eigen in einem inneren Sinne als Gestalter und Bringer einer Form, der Idee des großen Raumes, damit den früheren Eroberern, ben Römern gleich. Die bich- — Josef Weinheber: Späte Krone. Gebichte. 136 Seiten. Seinen 4,50 Mk. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, 1936. — (401) — Wer Weinhebers Vorlesung in Gießen zu Beginn ber Woche bes beutschen Buches gehört hat, muh empfunden haben, baß hier ein Dichter von außer- orbentlichem Range seine Stimme erhob. Mit Staunen unb leiser Erschütterung begreift man, wie hier burch lange Jahre hoffnungsloser Einsamkeit, unbeachtet unb ungehört, ein lyrisches Werk sich sammelte unb reifte, dessen Reichtum unb Abel, dessen formale Fülle unb inneres Gewicht seinen Schöpfer über unzählige, auch schreibende Zeitgenossen innerhalb unb außerhalb ber österreichischen Grenzen hinaushebt. Wenn man bas letzte von Weinhebers Büchern, biese „Späte Krone", gelesen hat, empsinbet man erst ganz, was für einen langen, bitteren Weg bieser bis vor kurzem völlig Unbekannte aus Wien zurücklegen mußte, ehe ihm die Universität München den Mozartpreis der Goethe- stiftung zusprach, „weil seine Werke den elementaren Durchbruch einer großen lyrischen Begabung von ungewöhnlichem Ernst verraten und durch außerordentliche Formenstrenge ausgezeichnet sind". Wer dieses letzte Buch in sich aufnimmt, das „den Manen Michelangelos" gewidmet ist, wird betroffen sein zunächst von dem Reichtum lyrischer Formen und — Eva Scott: Sie Stuarts. Mit 19 Abbildungen, acht zeitgenössischen Dokumenten und einer Stammtafel. Preis geh. 8,50 Mk., in Seinen geb. 10 Mark. Verlag Georg D. W. Callwey in München. — (373) — Die Frühzeit schotttscher Geschichte tritt uns in ben schönsten Ballaben Theodor Fontanes entgegen. Unb ballabenhast bleibt auch bas Schicksal der Stuarts, nachdem sie ben Kreis der Großen Politik betreten haben. Wie Schottland dazu verdammt war, der Prellbock oder der Spielball zwischen seinem stärkeren englischen Nachbarn und Frankreich zu sein, so blieben die Stuarts in dem niemals gelösten Konflikt zwischen ihrem eigenen Glauben unb dem Bekenntnis ihrer Völker selbst nach ihrer Uebersiedlung in das anglikanische England. Es ist kein Zweifel, und dieses Buch erhärtet es von neuem, baß die starre Unbelehrbarkeit ihres Charakters, dem aber auch, aus gleicher Wurzel entspringend, Treue, Mut und Glaubenseifer nachgerühmt werden müssen, die Stuarts hinderte, die politische Wirklichkeit zu sehen. Wie in ihrem persönlichen Seben die Siebe zur Kunst aber auch der Hang zu leichteren Genüssen dominierte, so blieb auch ihrer Politik ein romantischer Zug eigen, der wenig paßte in die Härte der vier Jahrhunderte, die Aufstieg unb Zusammenbruch ihres Geschlechts sahen. Das Buch beginnt mit Jakob V., dem Vater der Maria Stuart, ber als Neffe Heinrichs VIII. schon verstrickt wirb in bie Politik bes englischen Nachbarreichs, die seinem ganzen Hause soviel Glanz, aber auch unsagbares Elend bringen soll. Seiner Tochter Maria Por- trät trägt schon alle die Züge, die das typische Stuart- Schicksal unausbleiblich machen: bestrickender Charme, persönlicher Mut, Treue im Glauben und Treue zu Freunden, aber auch Seichtsinn, Ehrgeiz und Genußsucht. Die Gerechtigkeit gebietet, festzuhalten, daß iyr die skrupellose Polittk Englands und Frankreichs, in bie sie sich verstrickt sah, gleichermaßen verhängnisvoll wurde wie ihr Charakter. Aber auch ihr so anders gearteter Sohn Jakob I., der von allen Stuarts vielleicht am wenigsten Stuartzuge zeigte, obwohl auch sein Vater Darnley ein Stuartsproß gewesen war, hatte kaum eine Historische Romane. — Sili von Baumgarten: Die Genera l s ch e. Ein Frauenleben aus dem Rußland der Vorkriegszeit. Preis geb. 3,80 Mk. Verlagsbuchhandlung I. I. Weber, Seipzig. — (277) — Dieses kulturgeschichtlich hochinteressante Buch gibt einen tiefen Einblick in die gesellschaftliche Struktur und die geistige Atmosphäre im Rußland der letzten beiden Zaren. Es liegt schon lange so etwas von Untergangsstimmung in ber Suft, bevor die furchtbare Niederlage im Kriege gegen Japan bie Revolution entfesselte unb bie zersetzenden Kräfte freimachte, die auch nach Niederwerfung der Revolution unter der Decke das Feuer wachhielten, bis die erneute Niederlage der russischen Waffen im Weltkrieg ihnen Erfüllung brachte. Das Buch schildert zwar nur das Alltagsleben einer kleinen gesellschaftlichen Oberschicht, aber so bar an äußeren Sorgen es auch sein mag in der grandiosen Breite östlichen Sebenszuschnitts, so sehen wir doch auch hier schon eine Dekadenz, die die jüngere Generation einfach am Seben zerbrechen läßt, weil es ihnen keine Aufgaben stellt, die Energien wecken könnten. Ja, diese jungen Männer und Frauen aus ben ersten Häusern Rußlanbs werden selbst vom Gift des Nihilismus infiziert, weil sie zwar dumpf ahnen, daß der Tanz auf dem Vulkan zu einer furchtbaren Katastrophe führen muß, wenn nichts geschieht, selbst aber nicht die Kraft haben, in dieser Auseinandersetzung über eine neue, dem russischen Volk gemäße Sebensform Führer ihres Volkes zu sein. Sie vermögen ja nicht einmal ihr persönliches Schicksal zu meistern. Wie ein Rocher de bronze steht in diesem hier geschilderten Untergang einer Familie die alte Generalswitwe aus deutschem Blut, eine imponierende Gestalt, die mit patriarchalischer Hand ihre große Familie leitet, aber vielleicht grabe deshalb nicht hindern kann, daß eines ihrer Kinder nach dem andern vor dem Seben kapituliert. Die für uns fast unfaßbare Mischung von Aufgeklärtheit und Aberglaube, die die Seele des russischen Volkes wie zwischen zwei Polen hin- unb hergerissen hat, beherrscht auch diese in ihrem persönlichen Stil bewunderungswürdige Frau, ein Denkmal der im Blutmeer des Bolschewismus mit dem alten Rußland versunkenen deutsch-russischen Dasein ihm vom Unterseeboot und vorn Flugzeug ernstlich bedroht scheint. Dazwischen ziehen unzählige Kulturen, die ihren Beitrag zum Thema Schiff im Saufe der Jahrtausende beigesteuert haben, an unseren Augen vorüber. Von ber „Urwiege" des Schiffes in der Sübsee geht es nach China, nach Aegypten, Assyrien, zur griechischen und römischen Antike bis zu jenem wichtigen Zeitpunkt, zu dem die nordische Welt mit ihrem überragenden technischen Können den Schiffbau des Mittelmeerraumes entthront. Normannen und Wikinger treten auf; das Zeitalter der Entdeckungen; die großen Machtkämpfe zwischen ben sinkenden lateinischen Mächten und ben norbeuropäischen Völkern, bie mit Englanb unb Hollanb von nun an bie Weltmeere beherrschen. Neben demKulturgeschichtlichen kommt bie technische Seite bes Stoffes zu ihrem Recht. terisch beschwingte Schilberung ber Kathedralen gehört zu den schönsten Kapiteln, wie bie Charakteristik Heinrichs VIII., ber aus persönlichen unb politischen Grünben sein Sanb von Rom löste, zu ben feinsten Porträts bieses reichen Buches zu zählen ist. Erst in der Gegenüberstellung ber mit großem Verstänbnis gesehenen Katharina von Aragon wird ber Zwiespalt zwischen Glaube und Macht ganz deutlich. Hier ist der Scheitel der Entwicklung, England betritt bie Bühne ber Weltpolitik. Wie wenig aber bie Soslösung von Rom auch bie Entscheibung gegen ben Glauben bebeutet hatte, lehren bie folgenben Kapitel des großen Religionskrieges. John Knox, der Schüler des großen K a l v i n, dem ein in seiner Gedrängtheit ungemein aufschlußreicher Abschnitt gewidmet wird, wird der Reformator Schottlands und unerbittlicher Gegner der Maria Stuart; Cromwell, ber Jndepenbent, für ben der vor Gott recht hat, wer Herr der Wirklichkeit ist, für den der Erfolg das Zeichen der Erwähltheit ist, stürzt den Stuartkönig Karl I. vom Thron, der sich vor bie anglikanische Bischofskirche gestellt hat und nur in Gott seinen Richter sieht. Und dem Kampf um ben Glauben verdanken die ersten britischen Kolonien an ber Atlantikküste Nord-Amerikas ihr Entstehen. Aber die Freiheit ist der Preis des Krieges gegen die Heimat. George Washington glaubt an die Möglichkeit, eine neue Geschichte zu beginnen, an ein neues Zeitalter, aber „Form bildet sich nur, wo der Kern menschlicher Gestalt und Bildung, der sich in Jahrhunderten zusammenschließt, unversehrt erhalten wurde". Und wie das Verlangen nach Freiheit englischem Samen entsprossen war, so wurde das freie Sanb im Femen Westen Erbe englischer Form. Der Salut der Helden von Saratoga und die letzte Parlamentsrede des sterbenden Pitt schließen das Buch als großartige Apotheose englischen Lehensgesetzes. —e. Ausdrucksmöglichkeiten, ber sich da offenbart; betroffen auch von dem Ernst und dem Verantwortungsbewußtsein, mit dem hier ein echter Dichter dem so oft mißbrauchten und geschändeten Werkstoff der deutschen Sprache sich nähert. Man muß wohl bis zu Hölderlin zurückgreifen, um eine Oden- und Hymnendichtung zu finden, die den hier unter dem gleichen Namen erscheinenden Strophen Weinhebers ebenbürtig zur Seite zu stellen wäre. Die von Michelangelo („An Vittoria Colonna"; „An die Nacht" III) angeregten zweimal fünfzehn Sonette „Von der Kunst und vom Künstler" unb „An bie Nacht" hüben, am Anfang unb am Enbe bes Buches stehend, gleichsam bie großartigen Ecksätze einer lyrischen Symphonie, in benen ber ganze Ernst, bie tiefe Einsamkeit unb bas schmerzliche Ringen eines begnade- ten Dichtertumes sich geläutert versammelt haben. Inmitten bes Buches aber stehen roieberum so schlichte unb rein lyrische Gebilbe wie „An eine junge Tote" oder „Im Grase" oder „Sonntagnachmittag"; und auch jenes rührende und erschütternde, menschliche Bekenntnis „Das Sandhaus". — Wir wollen, auf dieses bedeutende Werk mit allem Nachdruck hinweisend, nicht zu bemerken versäumen, daß ihm der Verlag eine würdige äußere Ausstattung liebevoll hat zuteil werden lassen. hth. Ms». — Meister der Musik unb ihre W erke. Herausgegeben von Herbert Gerigk. Unter Mitarbeit von: Friebr. W. Herzog, Dr. Hermann Killer, Dr. Werner Korte, Dr. Richard Litterscheid, Helmut Majewski, Prof. Dr. Schenk und Rudolf Gönner. Mit 26 Bildern auf Tafeln, 5 Bildern im Text sowie zahlreichen Notenbeispielen. Ganzleinen 3,80 Mark. Verlag von Rich. Bong, Berlin W 57. — (315) — In diesem Buch sind Seben unb Werke ber großen Meister der Musik in lebendiger Form dargestellt: von Schütz und Bach bis zu Strauß und Reger. Aufsätze allgemeiner Art stellen die Entwicklung dar, die von den Anfängen der Musik zu den großen Meistern führt; die weisen die Zusammenhänge unb den Wandel auf. Einer dieser Beiträge ist der „Musik der Germanen" gewidmet, einer den „Meistern der Oper und Operette", ein anderer den „Meistem des Auslandes". Den Abschluß bildet ein Ueberblick über bie „Musik in der Gemeinschaft" bis zum Kampf- und Gemeinschaftslied unserer Zeit. So erweitert sich bas Buch über Persönlichkeitsbilder hinaus zu einer Musikgeschichte volkstümlicher Art. — Kurt Arnold Findeisen: Du meine Seele, du mein Herz. Der Roman Robert Schumanns. Mit 16 Bildtafeln nach zeitgenössischen Bildern. Ganzleinen RM. 5.—. Verlag von Rich Bong, Berlin W 57. — (317) — In diesem „Roman Robert Schumanns" klingt der geheimnisvolle Zauber seiner Musik mit ben Zwischentönen der Sehnsucht wieder. Seben wird zur Musik und Musik wird zu Seben. Robert Schu- mann und Mara Wieck kämpfen um das Glück ihrer Siebe, bis die Stunde des Sieges anbricht. Aber für einen Künstler wie Robert Schumann gibt es keinen dauernden Frieden. Der Schaffende ringt mit dem Urklange, bis er körperlich unterliegt. lieber dem Sinkenden aber steigt fein Werk empor, der Welt offenbart von feiner Sebensge- fährtin Klara Wieck, der unvergleichlichen deutschen Klavierspielerin. glücklichere Hand, und Karl I., die reizvollste Gestalt dieses Buches, wurde das Opfer feiner politischen und religiösen Überzeugungen, von denen er um fein Haar breit abzuweichen vermochte, auch als er bie Katastrophe kommen sah. Der Romantiker Karl paßte so wenig in bie zelotenhafte Enge seiner Zeit, wie bie katholische Henriette Marie in bas puritanische England. Aber es ist nicht paradox zu sagen, daß er im Kampf gegen die Revolution für die geistige Freiheit gegen puritanische Unduldsamkeit, für die anglikanische Kirche gegen anarchisches Sektierertum unb für die alte Ord- nung gegen die Auflösung aller Bande stritt. Daß schon zwei Jahrzehnte später sein Sohn Karl II. vom englischen Volke wie ein Retter aus nationaler Not begrüßt wurde, ist bis zu einem gewissen Grade eine Rechtfertigung des unglücklichen Märtyrerkönigs. Die Größe des Geschlechts ist mit ihm dahin. Wenn auch feine Söhne noch bis zur Jahrhundertwende den Thron zu behaupten vermögen, ja Jakobs II. Tochter, bie Königin Anna, sogar noch einmal im Schatten Marlboroughs einer Glanzzeit britischer Geschickte ihren Namen leihen wird, so ist das Schicksal des Hauses Stuart doch ein Verdämmern im Prätendententum und Verbannung, mag auch bas Blut ber Stuarts, wie bie sehr übersichtliche Stammtafel, bie diesem Buche beigegeben ist, aufweist, bis heute in ben Hohen- zollern, Wittelsbachern unb im englischen Königs- Hause weiterleben. Das Buch Eva Scotts ist sehr lebendig geschrieben, es verliert über dem Detail des historischen Porttäts nicht den Blick für bie große politische Sinie, wenn auch die Siebe zu ihren Helden die Verfasserin häufig dazu verleitet, die politischen Gegenspieler, wie z. B. Elisabeth, Cromwell und Wilhelm von Dranien, nicht so deutlich zu zeichnen, wie es nicht nur die historische Gerechtigkeit, sondern ebenso auch die Kunst, durch Kontrast zu wirken, erfordert hätte. Aber im ganzen ist bas vom Verlag reich ausgeftattete Buch ein überaus farbiges unb faszinierendes Kolosfal- gemälbe von der Tragödie eines großen Geschlechts. deutsche Erzähler. — KarlHeinrichWaggerl:Wagrainer Tagebuch. 139 Seiten. In Seinen 3,80 Mark. Im Insel-Verlag zu Seipzig. — (342) — Nach seinen vier großen Romanen aus dem bäuerlichen Sebenstreis gibt Karl Heinrich Waggerl, von dem wir „Das Jahr des Herrn" vor nicht langer Zeit in ber Unterhaltungsbeilage abgedruckt haben, hier im „Wagrainer Tagebuch" noch einmal Bericht von dem stillen, ländlichen unb naturnahen Dasein in seinem abgeschiedenen, heimatlichen Dorf. Es geschieht gar nicht viel in dieser Erzählung; sie liest sich über große Strecken hin wie ein heiteres, sommerliches Iwyll, aber man spürt doch durch das Idyllische hindurch immer ben Emst unb bie Nähe des echten unb wirklichen Sehens, bie große, unvergängliche Natur; unb — was das Schönste ist — man findet auf jeder Seite den wahrhaften Dichter wieder, ben die Freunde seiner Bücher längst heb« gewonnen Haden ... mit seinem erwärmenden, gütigen Humor und mit ber gelassenen Erfahrung unb Weisheit seines Sehens. Man spürt, wenn man bas Ohr dafür hat, sehr genau, wie dieser Mensch, aller Erfolge seines Schaffens und seiner Bücher ungeachtet, sich selber, seiner Herkunft und dem ihm gemäßen Daseinskreise treu geblieben und nicht der Literatur und dem Betrieb zum Opfer gefallen ist: er hat eines Tages viel Geld erhalten und geht nun daran, sich „ein Lehen" m kaufen, wie er es nennt, und einen Garten darum zu bauen, denn er hat die ewige Spannung zwischen ber Fremde, dem „Elend", und der Nähe, ber Heimat mit eigenem Grund und Boden an sich erfahren unb weiß, was ihm nottut. Es sind auch nicht viele Menschen in dieser Erzählung: der kleine Michael, welcher dem David im ,Hahr des Herrn" verwandt scheint; Klaus, des Dichters Freund unb Helfer beim Bau des „Lehens", der Unruhige unb Umge tri ebene, unstetes Wib^rspiel des Erzählers, ber seine bleibende Statt gefunden hat; und der Sommergast, ein zartes, fremdes Fräulein im fliederblauen Kleid zu Besuch auf dem Lande. Es sind auch keine großen Schicksale, bie sich da begeben; alles bleibt an gedeutet und gleichsam verschleiert, aber eine Fülle von kostbaren und herzbewegenden Einzelheiten, die man lange nicht vergißt, wie der Traum von eignem Grund und Boden zu Beginn, ber Zweikampf mit dem Findlingsstein auf dem Felde, ber Besuch ber Sommergäste beim Dichter, oder jene herrliche, ländliche Theatervorstellung, deren Schilderung einem bie Tränen in die Augen treibt ... Wir freuen uns, bieses anmutige Buch empfehlen zu können: es wird ben vielen Freunden des Dichters Freude machen unb ist sehr geeignet, jenen, bie noch nichts von Waggerl gelesen haben, seine in sich ruhende, kleine Welt zu erschließen. hth. — Siegfried von Vegesack: Meerfeuer. Ein Sommer auf Rönnö. Roman. 260 Seiten. Pappe 4,80 RM., Seinen 5,50 RM. Universitas Deutsche Verlags-AG., Berlin. — (345) — Siegfried von Vegesack bringt in dieser Liebesgeschichte, deren farbige Kulisse das unendliche Meer und eine kleine Insel an der Westküste Schwedens bilden, die lyrische Seite seiner dichterischen Begabung zum Erklingen. Mit breiten Pinselstrichen weiß er ein zartes und doch bewegtes Bild von Insel und Meer, Arbeit unb Mensch zu geben, weiß die Gestalten der Inselbewohner, ihre Siebe und ihre Sehnsucht, ihr Glück und ihr Unglück, den nordischen Sommer mit seinen taghellen Nächten und dem geheimnisvollen Zauber von Nordlicht und Meerfeuer zu schildern. — Bunt und abwechselungsreich ist das Leben auf einer so kleinen Insel für den, der mit offenen Augen davorsteht. Tod und Leben, Gesundheit und Krankheit, Freude und Schmerz — die Gegensätze liegen nahe beieinander. „Die Karten sind gemischt", sagt einmal der Landmesser, der große weltweise Freund des kleinen Joje, „ein guter Trumps liegt dicht neben der bösen Sieben, Herzdame neben dem Schwarzen Buben." In leisem Ahnen von Glück und Vergänglichkeit, von Schuld und Sühne erstehen noch unerschlossen und zukunftsfroh bie lichten Gestalten von Ragna Joje, bie dem dunklen Grundton bes Buches heitere Wärme verleihen. Röcke und Kostüme geeignet p. m Chevron-Boucle, 150 cm breit, strapazierfähige Ware in allen Farben p. m Marengo-Mantelstoff, 145 cm breit, reine Wolle p. m Chevron-Bouclö, 145 cm breit, in verschiedenen richtigen Farben p. m Der Aufsichtsrat: Heinrich Schneider, Vorsitzender zelne Sportröcke geeignet p. m Sport-Mantelstoff, 148 cm breit, ca. 80°/( 7074 D Wolle, in aparter Ausmusterung, p. m in marine p. m Engi, gemust. 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W. von Schmiedefeld hat am 14. Oktober in angetrunkenem Zustand in Reiskirchen gebettelt und groben Unfug verübt, indem er auf der Ortsstraße zu Reiskirchen herumschrie, daß ihm die Einwohner „nichts gegeben" hätten. Wegen Bettelns verurteilte ihn das Amtsgericht zur höchstzulässigen Strafe von sechs Wochen Haft und wegen groben Unfugs zu drei Wochen Haft. Außerdem wurde die Unterbringung des Angeklagten in einem Arbeitshaus angeordnet. Krimmer, Fellplüsche und Futterstoffe Ks. 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Darmstadt, 6. Nov. Schon feit langer Zeit ließen, wie die „Hess. Landeszeitung" berichtet, verschiedene Vorkommnisse darauf schließen, daß es in der jüdischen Talgschmelze Hermann Joseph in Darmstadt, deren Inhaber der Jude Julius Joseph ist, nicht einwandfrei zuging. Aber immer fehlte es an einer geeigneten Handhabe, gegen die Firma vorzugehen. Der Jude redete sich damit heraus, daß es sich bei den beanstandeten Materialien um technische Fette handele. Als Joseph im Juli d. I. elf Fässer Speisefett nach Bremen lieferte, wurde die Sendung von der dortigen Polizei angehalten und untersucht. Dabei stellte sich heraus, daß dieser S p e i s e t a l g nicht nur Tierhaare, Holzteil chen, Sackfasern und andere Fremdkörper enthielt, sondern auch einen derartig unappetitlichen Geruch verbreitete, daß die Annahme gerechtfertigt erschien, es seien bei der Herstellung Speisetalg aus verdorbenen und tuberkulösen Fetten Skandalöse Zustände in einer jüdischen Talgschmelze. 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Der Sachverständige stellte außerdem fest, daß sich unter diesen „Rohfetten" eine Anzahl von Stücken befanden, die als tuberkulös zu bezeichnen feien. Nach Aussagen des jüdischen Geschäftsinhabers sollten diese Rohfette aus dem Schlachthof Dieburg stammen. Es stellte sich jedoch heraus, daß die Sendung unter der Bezeichnung „Rohfett" von dem jüdischen Händler Siegfried Goldschmidt m Aach aut Teilzahlg. m. 94 Wochenr. & EM 1.50. Anzahlg. eine Mts.-Kate. Lieie □nt nnX. k v-Bedartsd.-Scheinen and Altmaschinen. Verlangen Sie r indl Besoch des zuständigen Vertreters, Postkarte genagt, durch Chr. Otto Schuch Nähmaschinen-Vertrleb Frkft.-M-17 ****"■ Gutleutstr. 1 (dir. am (Schauspielhaus) verdorbene und stinkende Rohfette verwandt worden. Die Staatsanwaltschaft Bremen strengte darauf ettt- Strafverfahren gegen Joseph an, das zur Zeit noch schwebt. Auf Grund dieser Vorfälle ordnete die Staatsanwaltschaft in Darmstadt die Vornahme einer überraschenden Kontrolle im Betrieb der Firma Joseph an, die am Mittwoch durchgeführt wurde. Die Entdeckungen, die die Gewerbe- und Kriminalpolizei bei dieser Kontrolle machen mußten, spotten jeder Beschreibung. Aus einer völlig verschmutzten Holzpritsche lagen etwa 100 Kilo Rohfelle, die entsetzlich stanken und stark mit Schmutz behaftet waren. Diese Rohfette sollten, wie die weitere Untersuchung ergab, am folgenden Tage eingeschmolzen werden und zum Teil zu Speisetalg verarbeitet wer- Alien-Buseck Sonntag, den 8. November 1936, ab 4 Uhr nachmittags TANZ mo Saalbau Waldlust Einladung zur ordentlichen am Sonntag, 15. November 1936, nachm. 14.30 Uhr, int Kathol. Vereinshaus in Gießen, Liebigstraße WK JPIEILZIE FÜR Wie neu geboren _ || fühlen Sie sich,wenn SieFern- jn/UT"* II und Nahbrille in einer Brille * Jj durch Doppelfokusgltiser zjvÜ. vereinigen. Fragen Sie W /St Optiker Leisler / vorm. 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