Nr. 235 Erstes Blatt Mittwoch. 7. Oktober 1056 186. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vettagen: Die illustriert, Ak A A A A B A A A Ak A Ak AA bis8'/Uhr0es Vormittags ÄittsÄ iMgAtyAttAl* Wbo'vAbAAf Monatr Bezugspreis W W W B W» 7 H W M Jr S M H B B Ajfflk H B fl B BZ B für Anzeigen von 22 mm säst:s VIIIllilLIMl 1 ZaILvVlIIMlL Kttrtil V>IHV»t4¥> SSÖÄS K"e,“ V "W7 «™w •■•* BZM General-Anzeiger für Oberheffen ZWtzZ poftfcheclkonto. behördliche Anzeigen 6Rpf. Srantfurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitüts Buch- und Ztemdruckerei R. Lange in Gießen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 AuchmMesemWinterwir-niemandhungernundfrieren Der Führer eröffnet das vierte Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Wir alle helfen! S)erbftftürme brausen über die deutschen Gaue hinweg, Vorboten der winterlichen Jahreszeit. Nicht lange mehr, dann lastet Schnee aus dem kahlen Geäst der Bäume und bitterer Frost läßt Fluß und See erstarren. Wohl dem, der an den wärmenden Ofen heranrücken oder die Hände in den Taschen eines dicken Mantels vergraben kann. Die andern aber, bei denen es nicht zur Winterklei- dung, nicht zu den Kohlen für Herd und Ofen zugleich reicht? Sie sollen nie wieder, wie einst, voller Grauen der Jahreszeit entgegensetzen, in die das herrliche, glänzende und funkelnde Weihnachtsfest fällt. Sie sollen auch in diesem Winter wieder wissen Die erste Türplakette. — (Scherl-Bilderdienst-M.) -• ■ /*r ja und erfahren, daß die Volksgemeinschaft keine hohle Phrase und kein Schlagwort, sondern eine Gemeinschaft der Tat und der Einsatzbereitschaft ist, in der das Wort gilt: Alle für einen! So stehen wir nun am Beginn eines neuen Winterhilfswerkes. Es ist das vierte seit der Machtübernahme durch den Führer. Auf sein Geheiß wurde diese großartige soziale Einrichtung geschaffen die in drei winterlichen Zeitabschnitten Geld- und Sachspenden im Werte von mehr als einer Milliarde Mark sammelte und an alle bedürftigen Volksgenossen ohne Unterschied der Person, des Standes oder Alters gleichmäßig weiter verteilte. Für jeden gab es stets etwas, soviel, daß der klirrende Frost aus den Wohnungen der Rentner und Arbeitslosen, der Alten, Kranken und anderen Unterstützungsbedürftigen verbannt werden konnte. Auch Lebensmittel wurden in so großer Menge verteilt, daß sich manche Mahlzeit daraus Herstellen ließ. Ja, im Rahmen der Winterhilfe konnte sogar das Weihnachtsfest zu sefnem Recht kommen und Freude dort verbreiten, wo sonst die dunkle Winternacht und das Gefühl des Verlassenseins triumphierten. Wiederum hat der Führer das deutsche Volk aufgerufen, dem Winterhilfswerk beizutreten. Und wiederum steht ganz Deutschland bereit, vom Lohn und Gehalt einen Teil abzuzweigen und in die Sammelbüchsen zu werfen oder in anderer Form dem WHW. zuzuleiten. Da wird m den Kleiderschrank gesehen und herausgeholt, worauf man verzichten kann, was aber auch noch gut erhalten ist, um einen Frierenden wärmen zu können. Da werden wieder die Pfundspenden zurecht gelegt, da wird auch im kleinsten Haushalt eine Gabe bereitgestellt, die an das Wintertziliswerk und von hier aus an die Volksgenossen weiter geht, deret- wegen der Führer an die Gebefreudigkeit des deutschen Volkes appelliert hat. Und es wird gegeben werden! Gerade die Schwere der Zeit ist die Kraft, die auch das neue Winterhilfswerk zu einem vollen Erfolge werden läßt. Denn jetzt gilt es erst recht, die bedürftigen Volksgenossen zu unterstützen und zum Ausdruck zu bringen, daß das deutsche Volk eine Gemeinschaft bildet, in der einer für den anderen eintritt und in der alle den gleichen Weg marschieren. Wir alle helfen — das ist der Schwur Deutschlands auch in diesem Winter. Er wurde zum erstenmal für das Winterhilfswerk 1933/34 geleistet. Er wurde voll und ganz erfüllt. Und zum zweiten Male wurde dieser heilige Eid geleistet, und wiederum wich niemand auch nur einen Zollbreit von seiner Verpflichtung ab. Wiederum 1935/36 griff alles in die Speichen des Winterhilfswerks, wiederum flössen Geld- und Sachspenden in reichem Maße. Erneut rücken wir jetzt im Kampfe gegen Hunger und Rot enger aneinander heran, vereinigen unsere Kräfte, um den Erfolg um so größer werden zu lassen. Und ein Erfolg wird das Winter- tzilfswerk auch diesmal werden. Das ist gewiß! Denn viel zu tief ist ein jeder deutsche Volksgenosse von der heiligen Pflicht der Nächstenhilfe durchdrungen, als daß es ein Nachlassen geben könnte. Nein, niemand wird beiseite stehen, ein jeder wird sich wieder auf den Posten stellen, auf dem er in den vergangenen winterlichen Jahreszeiten stand und jeder wird hier zum Winterhilfswerk das Seinige beitragen, auf daß es erneut zu einem Siegeszeichen nationalsozialistischer Volksgemeinschaft werde! „Führer besieh!, wir folgen!" Die große Cröffnungskundgebung in der Deutschlandballe. Berlin, 6. Okt. (DNB.) Zum vierten Male schickt sich das deutsche Volk an, den großen Kampf gegen Hunger und Kälte aufzunetzmen: Die Aktion für das vierte Wintertzilfswerk des deutschen Volkes 1936/37 hat am Dienstagabend begonnen In drei gewaltigen, friedlichen Feldzügen hat die Notgemeinschaft des deutschen Volkes die Riesensumme von fast 1100 Millionen Mark aufgebracht — ein glänzender, überzeugender Beweis für den So- zlalismus der Tat. den der Nationalsozialismus Deutschland gebracht hat und der ohne Beispiel in der Geschichte der Menschheit dasteht. Der hohen Bedeutung, die dem Winterhilfswerk zukommt, entsprechend, ist in jedem Jahr der Auftakt hierzu die feierliche Eröffnung durch den Führer. In den vergangenen Jahren fand diese Kundgebung im Reichstagssitzungssaal in der Krolloper statt. Aber die Zahl der freiwilligen Helfer, die auf Einladung des Reichspropagandaministers der Eröffnungskundgebung ffets beiwohnen, ist so ungeheuer groß geworden, daß man in diesem Jahre die Deutsch- landhalle, den größten Hallenbau Deutschlands, hierzu ausersehen hatte. Auch dieser Riesen- raum war bis au'f den letzten Platz besetzt. Im Parkett und in den Rängen saßen dicht gedrängt mehr als 20 000 Männer und Frauen, die jahraus jahrein in opfervoller hingehender Arbeit sich an der großen Sammelaktion beteiligen. Dies ist ein Ehrentag für sie Es ist der einzige Lohn für ihre Arbeit und Mütze, daß sie an diesem Tage ihren Führer seben und sprechen hören, in dessen Dienst ihre ganze Arbeit steht. Aus dem großen Podium an der Stirnwand der Deutschlandhalle hatten sämtliche Reichsmini st er und Reichsleiter, die Staatssekretäre, Reichsstatthalter, alle Gauleiter, die führenden Männer der Parteigliederungen, der Wehrmacht und der Polizei ihre Plätze. Auf dem großen offenen Platz vor dem Eingang zur Deutschlandhalle standen Ehren st ürme der SA, SS und des NSKK, im Saal bildete die SS- Verfügungstruppe Spalier. Die Ausschmückung des Saales beschränkte sich allein auf Fahnenschmuck. Nur oben an der Stirnwand des Saales las man in großen silbernen Buchstaben auf Tannengrün das Wort „W i n t e r h i l f s w e r k 1936/37". Der Führer wurde, als er die Halle betrat und unter den Klängen des Badenweiler Marsches das Spalier durchschritt, mit einem Sturm der Begeisterung und Freude begrüßt. Minutenlang hallten die Heilrufe durch den Raum. In der Begleitung des Führers waren Reichsminister Dr. Goebbels, Staatssekretär Funk und der Beauftragte für das Winterhilfswerk H i l g e n f e l d t. Standarten und Fahnen marschierten ein. Staatssekretär Funk eröffnete dann die gewaltige Kundgebung mit folgender Ansprache: Wieder sind die Blicke von Millionen deutscher Volksgenossen in dieser Stunde voll Hoffnung und Vertrauen auf das mit dieser Kundgebung in allen deutschen Gauen einsetzende große nationalsozialistische Sozialwerk gerichtet, von dem sie eine Linderung der Nöte des Winters erwarten. Wieder steht das Heer der Helfer und Helferinnen bereit, das Letzte für das Gelingen dieses Werkes hinzugeben. Auch diesmal soll der Welt offenbar werden, was die Kraft der Solidarität einer von einem Geiste und einem Willen erfüllten Volksgemeinschaft zu leisten vermag. Wir aber, die wir von Ihnen, mein Führer, mit der Durchführung dieser hohen Aufgabe betraut worden sind, geloben Ihnen, alle unsere Kräfte wiederum freudig dafür einzusetzen, daß die Gemeinschaft der Gebenden und Empfangenden als eine echte und wahre Notgemeinschaft noch enger, nod1 stärker wird, bamit m*r Ihnen am Ausgang des Winters melden können, daß in Deutschland kein Volksgenosse gehungert und gefroren hat. Aeichsminister Dr. Goebbels gab dann einen groß angelegten Rechenschaftsbericht über die bisherigen Winterhilfswerke, insbesondere über das des Jahres 1935/36 und betonte dabei einleitend, daß diese Winterhilfsaktion, die im ersten Jahre noch fast undurchführbar erschien, heute geradezu eine liebe Selbstverst ä n d l i ch k e i t geworden sei. Not werde es immer geben, es komme nur darauf an, wie ein Volk feine Kräfte mobilisiere, um ihr zu begegnen. Wir wollen, so betonte Dr. Goebbels, kein Wittel unversucht lassen, um dem Armen und Bedrängten zu helfen und den Wakel von ihm zu nehmen, daß er um das, worauf er in T unserem nationalsozialistischen Staat Anspruch erheben kann, betteln muß. Das ist ein A u s- druck jenes deutschen Sozialismus, den Sie, mein Führer, uns schon in der Kampfzeit gelehrt haben. Ein Sozialismus, der nichts mehr mit Witleid und Wildtätigkeit zu tun hat, und der zugleich ein nationales Bekenntnis ist. Das kommende Winterhilfswerk wird das ganze deutsche Volk als eine Einheit sehen. In einer zerrütteten, von sozialen, wirtschaftlichen und nationalen Krisen erfüllten Welt wollen wir bei uns zu Hause einen Schutzwall gegen d i e Anarchie aufrichten, die wir überwunden haben. Deutschland ist ein Block der Ordnung ge- worden und diese Ordnung beruht auf der sozialen Gerechtigkeit. Bei uns ist die Volksgemeinschaft nicht nur das Ergebnis einer systematischen Propaganda und Dolksaufklärung, sondern darüber hinaus auch des großen geistigen, wirtschaftlichen und sozialen U m s ch u l u n g s p r o z e s- s e s, den der Nationalsozialismus durchgeführt hat. Das deutsche Volk, so rief Dr. Goebbels unter langanhaltendem Beifall aus, ist heute von dem sicheren Gefühl erfüllt, daß der Führer an der Spitze des Volkes keine Handlung tut und keine Handlung unterläßt, die nicht am Ende zum Segen und zum Wohl des deutschen Volkes ausschlägt! Darum vor allem fühlt sich unser Volk glücklich und zufrieden. Wenn eine mißgünstige Auslandspresse uns vorwirft, daß wir Sorgen hätten, dann sind wir auf das festeste davon überzeugt, so erklärte der Minister unter erneutem Jubel, daß der Führer immer Mittel und Wege finden wird, um sie mit Hilfe des deutschen Volkes zu überwinden. Wir haben den nutzlosen Streitereien des Parlamentarismus ein Ende gemacht, und mit der Tat angefangen. Der Appell des Führers an die Nation hat auch in dieser Beziehung, wie immer, einen Widerhall im Herzen des Volkes gefunden. Wir haben vor allem die Freude gehabt, daß sich die Aermsten unseres Volkes am u n - eigennützigsten und opferbereitesten für diese soziale Tat zur Verfügung gestellt hckben. Stürmischer Beifall begleitete diese Feststellung des Ministers, ebenso wie seine Erklärung, daß unser Volk mit dem Winterhilfswerk nicht nur eine Dankesschuld an die Armen, sondern vor allem auch an den Führer selb st abgetragen und abzutragen habe Der Winister brachte bann an Hand vieler Zahlen die Bilanz des verflossenen Winterhilfswerkes zur Kenntnis. Er wertete die Tatsache, baß bas Winterhilfswerk 1935/36 mit 372 Millionen Gesamtergebnis roieberum eine Steigerung gegenüber bem bes Vorjahres barstellt, als einen neuen Beweis für den nachgerade zu "ine- Selbstverstänblich- keit geworbenen Opfergeist unseres Volkes. Bei dieser Gelegenheit erwähnte der Minister u. a. auch, daß für die von der Reichsbahn f r a ch t« frei beförderten 5 9,3 Millionen Zentner Güter 197 674 Waggons zu je 300 Zentner Ladegewicht erforderlich wären, und daß ein aus dielen Waggons zusammengestellter Güterzug die Länge von 1977 Kilometer haben würde, was der Entfernung von Stettin nach Toledo oder von Berlin nach Madrid entspreche. Wer diesen Zug an sich vorbeifahren lassen wolle, müsse 4 9 Stunden warten und würde in jeder Minute 84 Waggons zählen. Mit der Herstellung der 39 150 000 verteilten Brote würden sämtliche Bäckereien von Groß-Berlin 2V4 Monate lang voll beschäftigt sein. Dr. Goebbels teilte weiter mit, daß die Durch- - ’. A schnittszahlen der von den einzelnen Winterhilfswerken betreuten Volksgenossen von- 16 617 000 oder 13 866 000 auf 12 909 000 im ver- aangenen Winterhilfswerk jurürfgegangen seien. Es gehe daraus eindeutig die günstige Auswirkung der Arbeitsschlacht hervor, die die Zahl der zu Betreuenden inzwischen um fast 4 Millionen herabgedrückt habe. Das Gesamtaufkommen durch die Zahl der Betreuten zu dividieren, wie das eine gewisse Auslandspresse miff günstigerweise getan habe, sei reine Unvernunft. Man müsse ja bedenken, daß sich unter den Betreuten weit über 4 Millionen anderweit Unterstützte befunden hätten. Diese Kritiker täten, so erklärte Dr. Goebbels unter stürmischer Zustimmung, besser, sich um die Winterbetreuung in ihren eigenen Ländern zu kümmern. Weiter teilte Dr. Goebbels mit, daß die Zahl der gegen Entgelt beschäftigten Helfe r nur 0,6 v. H. a u s m a ch e, und daß die Aufwendungen für Löhne und Gehälter, gemessen an der Gesamtleistung, nur 1,64 v. H. bar ft eilten. Wenn die Eintopf- spende eine Steigerung von 2 385 000 RM. zu verzeichnen hätte, so sei das ein Zeichen dafür, daß dieser anfangs bekämpfte Bestandteil des WHW. sich zunehmender Beliebtheit erfreue. Wie tief der nationalsozialistische Gedanke im Volk Wurzel gefaßt habe, beweise vor allem auch dos glänzende Sammelergebnis des Tages der Nationalen Solidarität. Die S a m m - lung unter den Ausländsdeutschen habe eine Erhöhung um 95 v. H. auf 1 791 000 Reichsmark erbracht. Ich möchte diese Gelegenheit benutzen, so erklärte der Minister unter lebhaftestem Beifall, um vor allem unseren fern von der Heimat lebenden Brüdern für dieses Bekenntnis zum Werk des Führers den besonderen herzlichen Dank des deutschen Volkes zum Ausdruck zu bringen. Stürmischer Beifall erhob sich, als Dr. Goebbels unter Hinweis auf die Gesamtergebnisse der bisherigen winlerhilfsmahnahmen mitteilte, daß die Leistungen nunmehr insgesamt die Alilllarde weit überschritten haben. Das Sie, mein Führer, bei jedem Winterhilfswerk von uns verlangt haben, ist erfüllt worden. Dir haben jedesmal die vorangegangenen Leistungen bedeutend übertroffen. Das deutsche Volk hat sich zu dieser — lang anhaltender stürmischer Beifall unterstrich diese Worte des Ministers — daß das auch im kommenden Winlerhilfs- w e r k der Fall sein wird. Der Arme will nicht nur wissen, daß er nicht zu hungern braucht, sondern er soll das Gefühl haben, daß er national,wirtschaftlich und sozial als gleichberechtigtes Glied in unsere Gemeinschaft ausgenommen worden ist. Und er soll in dem Reich, das Sie, mein Führer, gegründet haben, nicht mehr das Gefühl der Deklassierung empfinden, er soll auch nicht das Gefühl haben, daß ihm Almosen gegeben werden, sondern daß mit unserer Hilfeleistung eine soziale Pflicht erfüllt wird! Wenn Sie, mein Führer, das deutsche Volk auf- rufen, so weiß die Nation, worum es geht. Deshalb wird auch dieser Appell nicht ungehört verhallen. Wieder wird die Nation Ihnen einmütig und ohne Vorbehalte Gefolgschaft leisten. Das ist uns allen eine Herzenspflicht. Auch für das Winterhilfswerk des kommenden Jahres gilt für uns alle das Wort: „Führer befiehl, wir folgen!" Die Rede des Ministers fand den lang anhaltenden stürmischen Beifall der Massen, die die Deutschlandhalle füllten. Der Führer spricht Nun tritt der Führer an das Rednervult. Gewaltig braust Jubel auf, in dem eine unendliche Liebe zum Ausdruck kam, in diesem Augenblick, als Mols Hitler sich anschickte, das ganze deutsche Volk zum großem sozialen Dienst im Winterhilfswerk aufzurufen. — Die Gemeinschaft der 20 000, die die Halle füllte, war nichts anderes als ein Repräsentant des ganzen deutschen Volke % dis Vertretung der vielen Millionen Menschen in allen deutschen Gauen, die alle bereit sind, mitzumarschieren in dem kommenden großen Kampf gegen die Not des Winters. Gespannt lauschten die Zuhörer zunächst den ersten Sätzen des Führers, als er den Zustand schilderte, der im Jahre 1918 heraufbeschworen worden war, die Zeit des politischen und wirtschaftlichen Wahnsinns und die Demokratie, die nur eine Lüge ist. Als dann der Führer die Abrechnung hielt mit dieser Verlogenheit der Demokratie, da gaben die Zuhörer mit ihrem Beifall ein Bekenntnis ab, das deutlich und stark genug aller Welt die Meinung des ganzen deutschen Volkes klar machte. Es war ein stolzes Erinnern an die Kampfzeit und die Tage des Umbruches, als der Führer mit aller Eindeutigkeit betonte, daß ganzalleinder Sieg der nationalsozialistischen Bewegung der Anlaß dafür gewesen sei, daß es i n Deutschland anders geworden ist und als er vom Glauben und vom Optimismus sprach, der die Männer der Bewegung vom Anfang des Kampfes bis zum endgültigen Siege erfüllte. „Ls ist ein neuer deutscher Mensch geschaffen worden und dieser neue deutsche Mensch hat unerhörte Opfer auf sich genommen.“ Eindringlich sprach der Führer von diesem Dunder, das die bürgerlichen Kritiker des Nationalsozialismus in der Kampfzeit und die ausländischen Kritiker auch heute noch nicht begriffen haben. Ergriffenheit lag in den Dorten Adolf Hitlers, als er vom Opfer- muf und dem Glauben dieser neuen deutschen Menschen in der schwersten Zeit des Kampfes und des Mihverstehens sprach, und er dann gedachte, wie sie damals mit unendlichem Idealismus oft das Schwerste ertragen und alles aufs Spiel sehen muhten. 3n dem zum Sturm anwachsenden Beifall, mit dem die 20 000 Zuhörer diese Worte aufnahmen, lag zugleich der Dank des Volkes für diese Getreuen, die mit dem Führer marschiert waren, bis das neue Reich gegründet werden konnte. Diese Heraufbeschwörung des ganz einzigartigen Idealismus der Kampfjahre schlug alle Anwesenden in den Bann einer großen Stunde, in der wieder vieles wach wurde, was man vielleicht zu leicht vergessen könnte. — Dann beschwor der Führer noch etwas anderes herauf: Die gewaltige Idee des deutschen Volkstums, die Idee seiner Größe, Stärke und Einheit, der er in eindringlicher Für die Volksgemeinschaft ist kein Opfer zu groß. Oer Rechenschaftsbericht des Winterhilfswerks 1935 ein Ansporn zu neuen Leistungen. Jrn Jahre 1933 hat der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zum ersten Male zu jener großen Hilfsaktion aufgerufen, die als das Winterhilfswerk des deutschen Volkes (WHW) einen großen Teil des öffentlichen Interesses beansprucht. Er hatte längst erkannt, daß eine Zeitperiode, die bis zu 7 Millionen Arbeitslose gesehen hatte, ihre Schatten nicht bald verlieren könne. Es war also Grund genug vorhanden, den R u f an die nationale Solidarität zu richten, um auf freiwilligem Wege die Mittel für ein umfassendes Winterhilfswerk aufzubringen. Der Ruf ist, wie man weiß, nicht vergebens erklungen. Der Rechenschaftsbericht des Winterhilfswerks 1935/36 beweist das aufs Neue, wenn er folgende Gesamtzahlen zusammenfaßt: Leistungen 1933/34 350 Mill. RM. Leistungen 1934/35 360 Mill. RM. Leistungen 1935/36 372 Mill. RM. Diese Opfer waren möglich, weil es jedem Deutschen klar geworden war, daß es sich nicht um gelegentliche „Liebesgaben" handelte, durch die man sich feiner Pflichten billig entledigen mochte, sondern um einen Feldzug der nationalen Verantwortung. Es soll keiner der Betreuten das Gefühl haben, Almosen zu empfangen, sondern der Ueberzeugung sein, daß die Gesamtheit sich seiner Sorgen deshalb annimmt, weil sie damit eine Bruderhilfe aus innerer Pflicht heraus übernimmt, genau so, wie eine Familie ihren Kindern oder Geschwistern beisteht, wenn trübe Tage über sie gekommen sind. Der unbekannte Sammler. Die Statistik des WHW ist eine lehrreiche Lektüre für jeden, der Zahlen zu lesen versteht. Demnach sind insgesamt (einschließlich ihrer Familienangehörigen) 12 909 000 Menschen vom WHW betreut worden. Das bedeutet mit anderen Worten, daß jeder fünfte Deutsche unter dem Schutz dieser Hilfsgemeinschaft stand, die das ganze Volk gebildet hatte. Eine derartige Riesenarbeit erfordert ein ganzes Heer von Helfern. Trotzdem waren im ganzen Reich nur 7820 Personen für diesen Zweck hauptamtlich tätig. Dadurch sind die Unkosten so bescheiden geblieben, daß sie gar nicht ins Gewicht fallen. Die hauptamtlichen Helfer haben die große Verantwortung, Gelder und Güter zentral zu erfassen, an alle Landesteile zweckmäßig zu verteilen und vor dem Verderb zu schützen. Das Gros der Helfer aber hat ehrenamtlich gearbeitet. Diese große Armee der Freiwilligen zählte 1 235 000 Männer und Frauen, also auf 50 Köpfe der deutschen Bevölkerung einen Mitarbeiter des WHW. Wem wurde geholfen? Bemerkenswert ist die Verteilung der Hilfsbedürftigen nach dem Familienstand. Rund 884 000 waren Allein st ehende, weitere 997 000 waren kinderlose Ehepaare. In beiden Fällen wird es sich vorwiegend um alte und nicht mehr erwerbsfähige Volksgenossen handeln. Familien mit mehr als 4 Kindern wurden 454 000, mit 3 Kindern 396 000, mit 2 Kindern 639 000, und mit einem Kinde 838 000 betreut. Von diesen Unterstützten waren im Jahresdurchschnitt 1 272 000 Empfänger von Arbeitslosenunterstützung oder Krisenfürsorge, 350 000 unterstanden der Wohlfahrt, 855 000 waren Rentenempfänger. Als „sonstige" Betreute sind 1,6 Millionen angeführt, das waren zumeist Volksgenossen, die erst kurze Zeit in Arbeit stehen. Diese Zahlen gewinnen noch dadurch an Bedeutung, daß zu ihnen noch 8,7 Millionen Familienmitglieder treten, die mit unterstützt wurden. Bargeld und Sachwerte. Die Reichsleitung brachte rund 51,4 Mill. RM. in Geld auf, darunter ist der Wert unentgeltlicher Güterbeförderung durch die Eisenbahnen (10 Millionen) und der Ertrag der Winterhilfs- ßotterie in Höhe von 7,6 Mill. RM. mitenthalten. Die Gaue sammelten 183,4 Mill RM., so daß unter Hinzufügung eines Barbestandes von 15 Mill RM. aus dem Vorjahre fast eine Viertelmilliarde RM zur Verfügung stand. Das Geldspendenaufkommen setzt sich aus dem Opfer von Lohn und Gehalt in Höhe von 62 710 744,36 RM., den Spenden von Firmen und Organisationen von 75 139 176,08 RM., dem Reingewinn der WHW-Lotterie von 7 609 616,79 RM., dem Ertrag der Reichsgeldsammellisten mit 5 758 035,85 NM., der Büchsensammlungen mit 1 384 334,74 RM., den Eintopfspenden mit 31 967 154,49 RM., den Reichsstraßensammlungen mit 18 409 314,29 RM., der Gaustraßensammlungen mit 3 363 341,50 RM., des Tages der Nationalen Solidarität mit 4 084 813,49 RM. und weiteren Spenden und Sammlungen zusammen. Die Sammlung der NSDAP-Auslandsorganisation erbrachte allein 1 791 499,47 RM. Die Frachtoergütungen der Deutschen Reichsbahn und der privaten Kleinbahnen ergaben insgesamt 15 615 770,40 RM. Oie Aufstellung der verteilten Spenden ergibt folgende wertmäßige Leistung des WHW. 1935/36: Nahrungs- und Genußmittel 125 652 729,75 Mk. Brennmaterialien 78 201 270,02 „ Bekleidung 80 024 239,36 „ Haushaltungsgegenstände 9 472 089,16 „ Gutscheine und Leistungen 65 509 072,39 „ Sonstige Sachspenden 6 970 316,21 „ Insgesamt: 365 829 716,89 „ Besonders eindrucksvoll und anschaulich sind die Zahlen über die mengenmäßigen Leistun - gen der verteilten Spenden. Hiervon können nur einige Beispiele wiedergegeben werden, die dafür um so deutlicher den Umfang der fieiftung des Winterhilfswerks erkennen lassen. So wurden u. a. verteilt: 11968 192 Zentner Kartoffeln, 2 115 928 Eier, 130007 Zentner Brot, 414076 Zentner Roggen, 113582 Zentner Zucker, 8565 Zentner Fleisch, 159 752 Zentner Fleischkonserven, 23 156 Zentner Wurst waren, Schinken und Speck, 4 007 145 Liter Frischmilch, 2 536 764 Dosen Milch, 9059 Zentner Butter, 52 078 574 Zentner Kohlen. An Bekleidung wurden u. a. allein 226 677 Anzüge und 560 993 Kleider und Röcke ausgegeben. Außerdem wurden 2 170 310 Paar Schuhe und 1 632 738 Paar Strümpfe verteilt. Auch 32 451 Baby- Ausstattungen, 3 020 Babykörbe und 12116 Kinderwagen wurden vom Winterhilfswerk im letzten Jahr weitergegeben. Unter den Leistungen des Deutschen Winterhilfswerks befinden sich aber auch viele Dinge, die Hunderttausende von Volksgenossen in anderer Hinsicht Freude i« ihren Alltag brachten. So befanden sich unter den Sachspenden auch Bücher, Musikinstrumente, Radioapparate und Karten für Theater, Konzerte und Kino, sowie Spielzeug für die Kinder. Von den Geldspenden, die dem WHW. zuaegan- gen sind, entfallen 1 791000 Mark auf die Aus- lanösorganifation der NSDAP., ein schönes Zeichen von der Schicksalsgemeinschaft der Deutschen in aller Welt mit der alten Heimat, besonders, wenn man beachtet, daß die Volksgenossen im Auslande auch für das dortige Deutschtum erhebliche Opfer bringen. Der Rechenschaftsbericht gibt auch eine genaue Aufstellung, wie sich i n d e n 3 2 Gauen das Erträgnis der einzelnen Sammelaktionen gestaltet hat. Die Ziffern lassen sich nicht ohne weiteres vergleichen, weil die Gaue sowohl nach ihrer Einwohnerzahl wie nach ihrer sozialen Struktur ganz verschieden gelagert sind. An der Spitze der Bareinnahmen steht Groß-Berlin mit 19,16 Millionen Mark, es folgt Sachsen mit 13,7 Millionen, Düsseldorf 9,6 Millionen, Westfalen- Süd 8,2, Hamburg 7,9, Württemberg 7,6, Westfalen-Nord 7,6, Schlesien 7,4, Hessen-Nassau 7,08, Kurmark 6,8, Köln-Aachen 6,2, Thüringen 5,75, Baden 5,6, Magdeburg-Anhalt 5 Millionen Mark usw. Die Abzeichen. Die Reichsstraßensammlungen, die, wie gesagt, 18,4 Millionen Mark erbrachten, erfreuen sich besonderer Volkstümlichkeit wegen der hübschen Abzeichen, die sie zum Verkauf bringen, zumal dadurch die notleidende Heimindustrie ganzer Bezirke Aufträge und Arbeitsmöglichkeiten erhielt. Es ist nun interessant zu hören, welche Abzeichen und Plaketten den größten Anklang gefunden haben. Die Narzisse brachte den Höchstbetrag mit 4,7 Millionen Mark, das Reit er le in zu Weihnachten 2,99 Millionen Mark, der Edelstein 2,75 Millionen Mark, der Fridericus 2,7 Millionen Mark, das Schiffchen 2,3 Millionen Mark. WHW. als Wirlschastsmoior. In der Regel verteilt das WHW. kein Bargeld, sondern gibt Gutscheine aus, die zum Warenbezug berechtigen. Außer den Sachspenden sind für rund 275 Millionen Mark solcher Gutscheine ausgegeben worden. Es ist klar, daß damit auch eine wirtschaftsfördernde Tat ersten Ranges geleistet wurde, denn die soziale Lage der Betreuten ist meist derart, daß sie aus eigener Kraft solche Einkäufe nicht machen konnten. Die nüchternen Zahlen beweisen am besten, daß die Parole des WHW. wahrgemacht worden ist: Kampf gegen Hunger und Kälte, niemandsoll frieren und darben! Das wird auch für das Werk gelten, das nun für 1936/37 eingeleitet wird, mit der gleichen Tatkraft der Führung, der Freudigkeit der ganzen Bevölkerung und der Hingabe der Helfer und Helferinnen. Die genannten Zahlen wären aber nichts ohne den Geist der Gemeinschaft und dieser wäre nicht möglich ohne den Tatwillen des Führers. Der schlichte Satz des Rechenschaftsberichtes: „Die Leistungen des dritten Winterhilfswerkes sind der Ausdruck der vom Führer geweckten hohen sittlichen Kraft der deutschen Nation" soll auch im kommenden Winter zur leuchtenden Wahrheit werden. Dem Mm Föhrerkorps zum Gruß. Charakterisierung die einstigen Schemen von rechts und links gegenüberstellte. Die Spannung, mit der die Menschen die Worte des Führers aufnahmen, stand auf allen Gesichtern in der Riesenhalle zu lesen. Sie löste sich immer wieder in lauten Kundgebungen der Z u - stimmung und des begeisterten Dankes aus, mit dem die Sätze der großen Rede des Führers unterbrochen wurden. Als Adolf Hiller von dem Wunder der neuen Volksgemeinschaft sprach, da fühlte man wieder aus jedem Wort die große Liebe zum Volk und zu jedem einzelnen deutschen Wenfchen, die das Herz des Führers erfüllt. hier fah das ganze Volk ein leuchtendes Vorbild, und jeder erkannte angesichts der Gröhe dieser Führerworte die Pflicht, die er nun auch im kommenden Winter feinen Volksgenossen gegenüber zu erfüllen hat. Eindringlicher konnte der Appell an die Erfüllung dieser Pflicht nicht gestaltet werden, als mit dem leidenschaftlichen Hinweis des Führers auf die Opfer jener, die in schwerster Zeit für die Erringung der politischen und moralischen Gesundheit unseres Volkes die größten Opfer mit Selbstverständlichkeil auf sich genommen haben. Spannung und Anteilnahme an den Worten des Führers wandelte sich hier in stürmische Begeisterung um, in der ein Gelöbnis im Namen des ganzen Volkes lag, ein Gelöbnis, das in den kommenden Wintermonaten restlos erfüllt werden wird. „Wir haben etwas, was unser Leben wieder lebenswert erscheinen läßt: Das ist das deutsche Volt! Diese Worte des Führers waren ein Mahnruf, zugleich aber auch ein Bekenntnis. Und als der Führer dann am Schluß d i e Parole für das Winterhilfswerk ausgab und feinen Glauben und feine Erwartungen auf ein volles Gelingen kundtat, da reckten sich wie zu einem Schwur die Hände in die Höhe, und spontan erklangen aus der Masse als Gelöbnis die Hymnen der Nation. Gewaltiger Jubel brauste auf, als der Führer die Halle verließ und man wußte: Sein Ruf an das ganze deutsche Volk wird auch diesmal nicht u m f o n ft gewesen sein! Die erste Reichs-Svendenliste. Wenige Stunden nach der feierlichen Eröffnung des 4. Wniterhilfswerkes des deutschen Volkes durch den Führer liegt bereits die erste amtliche Reichs- Spendenliste vr, die den stattlichen Betrag, insgesamt von 18 682 064,30 Reichsmark aufweist — eine glück- und erfolgverheißende Summe, die noch um Vieles gewaltig vermehrt werden wird durch die Spenden jedes einzelnen Volksgenossen. Die Liste wird eröffnet mit einer Spende von 500 000 Reichsmark der Reichsleitung der NSDAP., München. Die Mitglieder der WirtNSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger richtete an die alten Kampfgefährten des Führers zu Beginn ihrer Fahrt durch den Gau Hessen-Nassau folgendes Gruhwort: „Die treueste Gefolgschaft des Führers, feine Alte Garde besucht auf ihrer alljährlichen Fahrt diesmal den Gau Hessen-Nassau. Die Ehre, die uns damit zuteil wird, verpflichtet zu Höch st er Dankbarkeit gegenüber diesen bewährten Kämpfern für die Bewegung. Das Land um Rhein und Wain wird ihnen durch seine Schönheit und Fruchtbarkeit, durch den Arbeitsfleiß und schaftsgruppe Fahrzeugindustrie und des Reichsoerbandes der Automobil- ind ustri e zeichnen 1344 125 RM. — dabei sind je eine Spende von 175 000, 150 000, 110 000 RM., außerdem zwei Beträge von je 100 000 RM. Aus der Unzahl der Spenden seien einige herausgegrif- fen, die bei der Durchsicht der Spendenliste besonders auffallen. Das Rheinisch-WestfälischeKoh- lensyndikat, Essen, spendet 2 680 00RM. Eine Sonderspende der Reichsbahnbediensteten der Deutschen Reichsbahngesellschaft beläuft sich auf 1 Million RM.; das Deutsche Kalisyndikat GmbH., Berlin, spendet 500 000 RM., die I G. - Farbenindustrie AG., Frankfurt a. M., steht mit 1 Million RM. verzeichnet. Bemerkenswert sind auch die Spenden zweier Ungenannter von einer Million und 500 00 0 R M. — Der Versicherungsverein Deutscher Eisenbahn- bediensteten aG. in Berlin zeichnet eine Spende von 200 000 RM. Mit Sachspenden haben die weiblichen Mitglieder des Reichsbundes der Deutschen Beamten begonnen, die dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1936/37 cm Tage der Eröffnung 40 000 Kleidungsstücke aller Art im Werte von 90 000 RM. zur Verfügung gestellt haben. Es handelt sich dabei um eine zusätzliche Spende der deutschen Beamtinnen, für die die Vorarbeiten während der Sommermonate von diesen selbst geleistet worden sind. Leichsminister Or. Goebbels enipfängtdieSioßtrupprednerderpartei Berlin, 6. Okt. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing die Stoßtruppredner und die in Berlin anwesenden Reichsredner der Partei und bestätigte dabei 23 neue Stoßtruppredner. In einer längeren Ansprache skizzierte der Reichspropagandaleiter die politische Lage zu Beginn des neuen Winterfeldzuges, dessen Ziel die weitere Vertiefung der innigen Verbindung des deutschen Volkes mit seinem Führer sei. In eindringlichen Worten wies er auf die ungeheure Wichtigkeit der Aufgabe gerade des Redners der Partei hin und ermahnte zum unbedingten die Aufbauleistungen seiner Bewohner wieder ein Stück der deutschen Erde offen* baren. Ich grüße das Alte Führerkorps der NSDAp^ zugleich im Namen der gesamten Bevöl- gerung des Gaues Hessen-Nassau, die alles daran seht, ihren Gästen den Aufenthalt ztt einem wahren Erlebnis nationalsozialistischer Kameradschaft und herzlicher Verbundenheit mit allen Volksgenossen werden zu lassen.“ Sprenger. Festhalten an den alten Tugenden aus der Kampf« zeit. Jrn Anschluß an die mit brausender Begeiste« rung aufgenommene Ansprache begrüßte Dr. Goebbels die neuernannten Stoßtruppredner mit Handschlag. Folgende Parteigenossen wurden damit als Stoßtruppredner bestätigt: Büsing, Oldenburg; C a r ft e n s , Hamburg- Dill, Weimar; F l ö r k e, Swinemünde; Ganninger, MdR., Regensburg; G ö h r u m , Stuttgart; Hauptmann, Schömberg, Oberschlesien; Jem ar, Landshut, Schlesien; Kasper, Berlin; Kittle r, Glatz; Alfred Klo st ermann, MdR., Groß-Gerau, Hessen; Körner, Leipzig; M o ß m a n n * Stuttgart; Müller, Oldenburg; O d e n b a ch, Berlin; Protze, Berlin; Schick, Hannover; T e n s ch e r t, Beuthen; Venter, Berlin; Dentzki, Stettin; Weimer, Pfaffendorf bei Koblenz; Weise, Bleicherode, Harz; Ziegler, Dresden. Vor einer neuen Hungersnot in der (Sowjetunion. 2500 Traktoren stehen still. Moskau, 6.Okt. (DNB.) In der Moskauer Presse mehret sich täglich die alarmierenden Berichte aus dem Lande, die von einer völlig u n - zureichendenHerbstbearbeitungder Felder sprechen und die K a t a st r o p h e einer neuen Hungersnot im nächsten Jahre ankündigen. Nach der „Prawda" ist das Gebiet der südlichen Ukraine besonders bedroht. Obwohl dieses Gebiet von heißen transkaspischen Winden schon manchen Schaden erlitten habe, täten d i e Bauern nichts, um diese Wirkungen durch eine gute Bodenbearbeitung im Herbst abzuschwächen. Im Gegenteil habe man den Eindruck, als ob der Bauer nach der Ernte auf dem Felde nichts mehr tun wolle. Das Gebiet verfüge über 2500 Traktoren. Aber diese Maschinen ständen st i l l. Die Zeit, in der jede Feldarbeit werde aufhören müssen, komme mit Riesenschritten heran. Der Regierungsplan der Herbstbestellung sei nur zu 13 und in einigen Gegenden sogar nur 3 n, 2 oder 3 v. H. durchgeführt. Lira und Tschechenkrone. Als im Februar 1934 die Tschechenkrone zum erstenmal, und zwar um 162/s o. Sy, abgewertet wurde, gaben sich die tschechischen Industriellen und Sozialdemokraten der Hoffnung hin, die Ausfuhr tschechischer Industriewaren würde belebt und damit die Arbeitslosigkeit zum Stillstand gebracht. Die Einwendung, daß die Kaufkraft der umliegenden Staaten allzu gering sei, als daß die Abwertung nennenswerte Erfolge haben könnte, hat die tschechische Handelsstatistik bestätigt, denn nach einem nur mäßigen Anschwellen der Ausfuhrziffern in den ersten Monaten nach dem Währungsexperiment ist ein immer weiterer Rückgang eingetreten, die Arbeitslosigkeit hat zugenommen, so daß sich die tschechische Regierung jetzt gezwungen sah, eine abermalige ' Abwertung vorzunehmen. Gegenüber der im Jahre 1929 stabilisierten Tschechenkrone beträgt jetzt die Gesamtabwertung 30 o. H. Sie entspricht also etwa der Abwertung des französischen Franken. Von Sicher- heitsmatznahmen gegen die Ausnutzung der Abwertung durch spekulative Tendenzen hört man in der Tschechoslowakei nicht viel. Es wird also die abermalige Abwertung die Folgen haben, die Frankreich wenigstens durch einige kleine Maßnahmen zu verhindern sycht und Mussolini durch kräftige Sicherungen um die abgewertete Lira verhindert. Als im Jahre 1926 die Lira rasend schnell verfiel, hielt auf dem Marktplatz von Pesaro Mussolini ganz überraschend eine Rede, in der er erklärte, er werde schon im Interesse der arbeitenden Schichten die Lira bis auf das Aeußerste -verteidigen. Wenige Wochen später, am 21. Dezember, wurde die Lira wirklich stabilisiert. Damals dachte kein Mensch daran, daß die Festwährungen des Pfundes und des Dollar jemals frei schwebend, also sich vom Goldstandard lösen würden. Italien nahm diese beiden Weltwährungen a l s f e st e n P u n k t an, die Lira wurde im Verhältnis von 19 zu einem amerikanischen Dollar und 90 zum englischen Pfund stabilisiert. Als Dollar und Pfund den Weg der Entwertung antraten, wurde die Lira gehalten. Ein kompliziertes System von Kompensationsgeschäften mit Ausfuhrprämien, die sog. Touristenlira und die öffentliche Kontrolle des gesamten Ein- und Ausfuhrgeschäftes sowie des Goldes sollte dem Zweck dienen, die Lira möglichst von Währungserschütterungen freizuhalten. Aber als Frankreich dem Goldblock den Todesstoß versetzte, war die Stunde auch für die Abwertung der Lira gekommen, um so mehr, als sich die Komplizierung des Außenhandelsgeschäftes als kaum noch tragbar erwies.Die Lira wird a u f 4 1 v. H. a b g e - wertet, das heißt es wird die Beziehung, in der die Lira im Jahre 1927 zum Goldpfund und Golddollar stand, zum Papierpfund und Papierdollar hergestellt. Damit wird nicht nur das Verschwinden aller Kompensationsgeschäfte und sonstigen Erschwerungen erreicht, sondern die Abwertung entspricht etwa der englischen und amerikanischen, sie geht weiter als die französische, schweizerische, holländische und tschechische, und überdies hat Mussolini sich vorbehalten, nach amerikanischem Vorbild im Notfälle noch eine weitere Abwertung bis zu 10 v. H. vorzunehmen. Italien hat jetzt also genau wie die anglo-amerikanischen Lander eine schwebende Währung. Damit soll eine möglichst e l a st i s ch e Währungspolitik, die den besonderen Interessen Italiens angepaßt ist, ermöglicht werden. Die italienische Ausfuhr hat durch die weitergetriebene Entwertung der Lira gegenüber dem französischen Frank schon setzt größere Möglichkeiten. Die Verbilligung des Reisens wird gerade im Reiseland Italien freudig empfunden werden. Die Maßnahmen zur Sicherung des italienischen Preisniveaus scheinen zweckentsprechend zu sein. Italien ist ein Land mit sehr starkem Rohstoffbedarf. Die italienische Einfuhr erhöht sich im Preise um 40 Prozent, aus den Goldblockländern aber entsprechend weniger. Diese Verteuerung wird aber wettgemacht durch die mit der Entwertung der Lira eingetretenen Zollerleicht erungen. So fällt der 15prozentige Wertzoll weg. Ferner werden die Zölle für Massenartikel wie Getreide, Vieh und Fleisch, Eier und Schmalz, Baumwolle, Jute, Schrott, Farbstoffe, Kohlen und Koks bedeutend ermäßigt. Für die wichtigsten Lebensmittel werden Festpreise eingeführt. Es gelten also die in Italien im September gezahlten Preise bis auf weiteres, so daß Erschütterungen des Preisniveaus nach Möglichkeit vermieden werden. Selbstverständlich bedeutet die Zollermäßigung eine bedeutende Einnahmeverminderung für die öffentliche Hand. In dem Augenblick, da die Erschließung Abessiniens gewaltige Summen fordert, ebenso die Erhöhung der italienischen Beamtengehälter und die Vermehrung der italienischen Rüstung, ist die Abwertung für den Staatshaushalt untragbar, wenn nicht gleichzeitig Maßregeln getroffen werden, um die Bereicherung Privater durch die Abwertung auszuschalten und den Gewinn dem Staate zuzuführen. Das geschieht durch eine Z w a n g s a n l e i h e auf d en stad tr - schen und ländlichen Grundbesitz tn Höhe von 3,5 vom Tausend auf den Kapitalwert, unb zwar auf die Dauer von 25 Jahren; ferner müffen die Grund- und Hausbesitzer eine ablösbare Anleihe in der Höhe von 5 v. H. des Grundbesitzes zeichnen. Auch die Inhaber von Aktien werden durch eine progressive Dividenden st euer für den Staat herangezogen. Damit glaubt man, den Haushalt ins Gleichgewicht bringen zu können. Gleichzeitig wird die Erhöhung von Mieten und Pachten für zwei Jahre untersagt. Des weiteren werden Preiserhöhungen für Elektrizität, Gas sowie die Erhöhung der Tarife der Eisenbahnen ufro. auf zunächst zwei Jahre verboten. Schließlich wird der Buchwert des Goldbestandes der italienischen Währungsbank um die Entwertungssumme erhöht, allerdings weiß man nicht, wie hoch der Goldbestand der Bank von Italien noch ist, da seit dem abessinischen Kriege Italien keine amtlichen Angaben über die Deckung der Lira durch Gold und Devisen mehr veröffentlichte, im Gegensatz zu anderen Staaten. Durch dieses System der Sicherungen glaubt man, die aufgezwungene Abwertung der Lira ohne Schaden für den italienischen Staatshaushalt durchzuführen und der italienischen Wirtschaft eine Erleichterung zu verschaffen. Keine außenpolitischen Folgen der Liraabwertung. Rom, 6.'Oktober. (DNB.) Im halbamtlichen „Giornale d'Italia" beschäftigt sich Gayda mit den Beschlüssen des italienischen Ministerrates. Richtunggebend sei die erstrebte Revision des italienischen Wirtschaftslebens, wie es sich besonders unter dem Einfluß des abessinischen Feldzuges herausgebildet habe. Nachdrücklich lehnt Gayda die Deutung einiger Londoner und Pariser Blätter ab, daß dem Anschluß der Lira an die Währungspolitik der Abwertungsländer auch eine Einreihung der italienischen Außenpolitik folgen werde. Der Verfasser wendet sich auch dagegen, daß sich Italien auf die Seite der sanktioniftischen Großmächte schlagen werde, und nennt diese Auffassung einen neuen und groben Irrtum. Den Währungsmaßnahmen lägen ausschließlich Erwägungen der wirtschaftlichen Nützlichkeit zugrunde, sie hätten nichts mit der politischen Einstellung zu tun. Sie seien freiwillig ohne Verhandlungen und Abkommen mit anderen Lände r n getroffen worden. Heute wie gestern habe das Schicksal der Lira gar nichts zu tun mit den Leitsätzen der italienischen Außenpolitik, die in ihren Voraussetzungen, Maßstäben und Zielen gut bekannt sei. Die Abwertung der Tschechenlrone. Prag, 6. Okt. (DNB.) Der Ministerrat genehmigte den Entwurf eines Gesetzes über die Neuregelung der tschechoslowakischen Währung. Gleichzeitig stimmte der Ministerrat einer Verordnung zu, die Maßnahmen gegen unbegründete Verteuerungen vorsieht. An den bisherigen Sparsamkeitsgrundsätzen und dem Prinzip des Gleichgewichtes in der Finanzwirtschaft des Staates wird festgehalten werdens Das Gesetz bestimmt, daß die tschechoslowakische Krone als Währungseinheit der Tschechoslowakei mit mindestens 31,21 und höch stens 33,21 Milligramm Feingold festgesetzt wird. Das bedeutet, daß die vorgeschlagene Herabsetzung des Goldwertes der Krone 10,60 o i s 15,98 v. H. des bisherigen Goldgehaltes beträgt. Einschließlich der im Jahre 1934 durchgeführten Abwertung erreicht die Gesamtabwertung der tschechoslowakischen Krone nunmehr rund 3 0 v. H. Chamberlains Hoffnungen. London, 7. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der englische Schatzkanzler Neville Chamberlain sprach vor Londoner Finanzmännern über den englischen Haushalt. Die beschleunigte Aufrüstung mache es unmöglich, einen Ausgleich herbeizuführen. Die jetzigen Maßnahmen der Abwertung seien ein hoffnungsvoller Beginn gewesen, aber andere auf dem Gebiete der Beseitigung der Handelshemmnisse müßten folgen. Der Schatzkanzler hielt es dabei für wahrscheinlich, daß im Endziel die Währungen wieder auf die Goldbasis zurückkehren würden. Der City-Berichterstatter des „Daily Telegraph" beschäftigt sich mit der Frage, was sich die Welt von dem neuen Währungsabkommen verspricht. Das Blatt erklärt, die Erfüllung der Hoffnungen hänge davon ab, w i e weit sich Frankreich i n - nerpolitisch beruhige. Ein längerer Zeitabschnitt der Unsicherheit und der sozialen Unruhe in Frankreich müßte das Experiment um den Erfolg bringen. Eine Rückkehr des Vertrauens in Frankreich fei die Voraussetzung für ein Gelingen desPlanes. Hier müßte man Geduld haben. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor fei die bevorstehende Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten. London, der republikanische Kandidat, habe ein Programm, das auf eine ftärfere Isolierung Amerikas hinauslaufe. Der Traum vom freien Handel werde sich zu Lebzeiten der jetzigen Generation nicht mehr erfüllen. Danzig und der Völkerbund. Seltsame Auffassung in Genf. Genf, 6. Okt. (DNB.) Der Völkerbundsrat hat einstimmig den Bericht des Dreierkomitees über hie Danziger Angelegenheiten angenommen. Dieses geht darin von den Schriftstücken aus, die ihm vom Völkerbundskommissar vorgelegt wurden und glaubt feststellen zu können, daß diese Schriftstücke die O b st r u k t i o n erkennen ließen, die der Senat dem Dölkerbundsrat sowie dem Völkerbundskommissar entgegensetzte. Der Senat habe es insbesondere unterlassen, hie Aufklärungen z u liefern, zu denen er, immer nach Ansicht des Dreierkomitees, gemäß Artikel 42 der Verfassung und der Entschließung des Rates vom 22. Mai 1931 verpflichtet fei. Außerdem habe er mehrere Verordnungen erlassen, deren Verfassungsmäßigkeit, wie das Komitee sich ausdrückt, zum mindesten zu Zweifeln Anlaß gegeben habe. Das Komitee fei der Meinung, daß die Lage in ihrer Gesamtheit geprüft werden müsse. Nur auf Grund dieser Prüfung werde der Rat über fein Vorgehen beschließen können. Demgemäß unterbreite das Komitee dem Rat folgenden Entschließungsentwurf: Der Rat ist der Auffassung, daß das Statut der Freien Stadt geschaffen wurde, um unter den besten Bedingungen die Interessen Danzigs zu fördern und für die Achtung der Rechte zu sorgen, die Polen durch die geltenden internationalen Bestimmungen übertragen worden sind. Er fordert die polnische Regierung auf, im Kamen des Rates nach Mitteln zu suchen, um der im Bericht des Völkerbundskommissars beschriebenen Lage ein Ende zu sehen und damit der Garantie des Völkerbundes ihre volle Wirksamkeit wiederzugeben. Er fordert ferner die polnische Regierung auf, ihm hierüber auf seiner nächsten Tagung Bericht zu erstatten, bittet das Dreierkomitee, die Frage weiterhin zu verfolgen und erklärt sich schon jetzt angesichts der Wichtigkeit der Angelegenheit bereit, dieser erforderlichenfalls eine besondere Tagung zu widmen." In der Ratssitzung erklärte Lord Cranborne, die Lage in Danzig lasse viel zu wünschen übrig. Die polnische Regierung sei bereit, den heiklen Auftrag zu übernehmen, Mittel und Wege zu finden, um dem unbefriedigenden Zustand in der Freien Stadt ein Ende zu bereiten. Der französische Außenminister D e l b o s schloß sich seinem Vorredner an. Auch der schwedische Außenminister Sandler äußerte seine Befriedigung darüber, daß Polen die ihm anvertraute Aufgabe übernehme und sprach die Hoffnung aus, daß in Danzig bald wieder eine dem Statut Der Freien Stadt entsprechende normale Lage hergestellt sei. — Der polnische Delegierte erklärte, die polnische Regierung erblicke in den Vorschlägen des Rates eine ernsthafte Anstrengung, die darauf ausgehe, die auf dem Gebiet der Freien Stadt entstandenen Schwierigkeiten zu überwinden. Die polnische Regierung hoffe zuversichtlich, daß sie bei Erfüllung der ihr vom Rat heute übertragenen Aufgaben auf die Unter- ftütjung des Senats der Freien Stadt rechnen könne, um die geeigneten Mittel zur Herbeiführung einer Entspannung, die den Beteiligten gerecht werde, zu finden. Höchstes Befremden in Danzig. Danzig, 6. Okt. (DNB.) Die Entschließung des Völkerbundsrates ist in Danzig mit Befremden aufgenommen worden. Die Beziehungen Danzigs zu den Genfer Stellen sind durch die Methoden, die diese Stellen trotz der mit Herrn Lester erlittenen Schlappe erneut anzuwenden beliebten, nicht erleichtert worden. Er handelt sich hierbei nicht nur um den Ton der Ratsentschließung, sondern um das ganze Ve x fahre n, angefangen mit der unkorrekten Form, die der Generalsekretär des Völkerbundes bei der Aufstellung der Tagesordnung gegenüber der Danziger Regierung angewendet hat. Staatspräsident Greiser hat am Dienstagmittag das Vorgehen des Generalsekretärs in einem zweiten Schreiben an Herrn Avenol zurückgewiesen. Das Schreiben lautet: „Aus den heutigen Morgenzeitungen ist mir eine Entschließung des Rates des Völkerbundes bekannt geworden, die gestern, 5. Oktober, getroffen worden ist. Ich beehre mich, darauf hinzuweisen, daß eine Mitteilung darüber, daß eine neue Danziger Frage vor dem Rat behandelt werden sollte, bei mir er st gestern, also ebenfalls am 5. Oktober, eingegangen ist. 3n dieser Mitteilung war ich gefragt worden, ob die Danziger Regierung bereit sei, an den Beratungen des Rates teil- z u n e h m e n und einen Delegierten 'zu entsenden. Ich möchte mein außerordentliches Erstaunen und Befremden darüber zum Ausdruck bringen, daß man es nicht für nötig befunden hat, eine Antwort auf diese Anfrage abzuwarten und daß man durch die Anberaumung der Sitzung auf den 5. Oktober der Danziger Regierung von vornherein jede Möglichkeit nahm, zu den auf der Tagesordnung stehenden Fragen Stellung zu nehmen oder eine Delegation zu entsenden. Dieses überhastete und einseitige Verfahren entspricht nicht dem bisher Gebräuchlichen. Ebensowenig scheint mir der Bericht und die Entschließung für die Tätigkeit der Regieruna der Freien Stadt Danzig als solche diejenige Aus- druckssorm gefunden zu haben, die bisher gegenüber einem Staat üblich war." Das hiesige nationalsozialistische Organ, der „Danziger Vorposten", führt zu der Genier Entschließung zunächst aus, daß die Danziger Regierung die Ausdrücke der Entschließung nichtun - widersprochen hinnehmen könne. Zur Sache selbst betont das Blatt, daß Polen keinerlei Eingriffsrechte oder auch nur irgendwelche Vollmachten, sondern nur einen Auftrag zur Berichterstattung erhalten habe. Man könne der Erwartung Ausdruck geben, daß Polen die Grenzen finde, die ihm in seiner Politik gegenüber Danzig gezoaen seien. Es sei anzunehmen, daß Polen den Versuch unternehmen werde, den von Danzia vertretenen Anspruch auf seine innere Souveränität mit den Genfer Standpunkten in Uebereinftimmuno zu bringen. In Danzia selbst werde sich a n d e m M a r s ch- weg nichts ändern. Partei und Staat würden w-iterhin ihre deutsche Pflicht tun. Vtstästina-Mandat. Polnisches Interesse an her Erhaltung als nidirche Notionalheimstätie. Gens. 6. Okt. (DNB l Im politischen Ausschuß der Völkerbundsversammlung fand eine Aussprache über Mandatsfragen statt. Dabei betonte der polnische Delegierte Komarnitzki das lebhafte Interesse seiner Reaierung an d-»r ungestörten Entwicklung der jüdischen Nationalheim- stätte in Palästina. Die Nebervölkeruna Polens schaffe rür die iüb’fdrn Masten, deren wirtschaftliche Struktur sich schwer in die gea-nwärtiae soziale Entwicklung Polens einfügen könne, die Notwendigkeit. Auswanderungen zu suchen. Aus diesem Grunde nerfofae die volnische Reaierung mit lebhafter Aufmerksamkeit die schmerzlichen Vorgänge in Palästina in der Hoffnung, daß die Rolle, die dieses Land für das iüdifche Volk zu spielen berufen sei, in keiner Weise beeinträchtigt werde. Erfreustch-u-w-'ise habe England die Einwanderung nach Palästina offenaehalten. Wenn auch Palästina das wichtiaste unb natürlichste Aus- manberunaslanb für die Juden fei, so dürfe der Völkerbund doch nicht die immer gebieterischer werdende Notwendiakeit überleben, andere A u f- nahmeländer für die gewaltigen jüdischen Massen in Mittel- und Osteuropa zu finden. Die be- oölkerunaspolitische und wirtschaftliche Seite bfls Auswanderunasproblems sei für Polen eine lebenswichtige Angelegenheit Polen behnlte sich vor, im geeigneten Augenblick dem Völkerbund konkretere Vorschläge zu machen Streikende Binnenschiffer als Sowiet in Frankreich. Paris, 7. Okt. (DNB, Funkspruch.) Der Streik der Binnenschiffer von Rouen hat zu skandalösen Zwischenfällen geführt, die von einigen Blättern erbarmungslos gegeifelt werden. Der Streikaus- schuß hat sich als Sowjet a u f g e t a n. Er läßt Kähne nach Paris nur dann ausfahren, wenn die Besitzer eine Abgabe an ihn entrichten. Da der Präfekt diesem Treiben ein Ende machen will, gibt die Streikleitung jetzt die Parole aus, überhaupt keine Schiffe mehr passieren zu lassen, um die Versorgung der französischen Hauptstadt mit Lebensrnitteln in Frage zu stellen. Ojcltitdilun gs-ilezept xr. 3 SxXMM, ^OuL AMAM* rQuu 'Yltwtovl Lvu 40, 60, 75 100 OS R AM-E-LAMPEN Aus aller Welt. Chinesische Stadt niedergebrannt. Ein mehrstündiges Großfeuer hat die am Vangtfe- Ftuh gelegene Stadt I ch a n g zum großen Teil vernichtet. Auf einer Fläche von etwa drei Quadratkilometer find Hunderte von Häusern zerstört worden. Tausende sind obdachlos geworden. Die Zahl der Todesopfer scheint sehr hoch zu sein. Chinesische Soldaten, unterstützt von englischen Matrosen, retteten mehrere hundert Kinder vor dem Flammentod dadurch, dafz sie im letzten Augenblick die Mauer eines Schulgebäudes niederrissen. Sie drangen in die brennenden Häuser und trugen Frauen und Kinder heraus, vielfach konnten die Bewohner aber nur als verkohlte Leichen aus den Trümmern geborgen werden. Ausbruch und Protestmarsch der Aussätzigen von Manila. Hunderte von Aussätzigen entkamen aus dem San Lazaro-Hospital für Aussätzige in Manila, nachdem sie ihre Wärter überwältigt und die Mauer des Hospitals überstiegen hatten. Sie zogen durch die Straßen, obwohl sie die Polizei daran zu hindern versuchte, und gelangten zum Präsidentschaftspalais, wo sie der Sekretär des Präsidenten empfing. Die Aussätzigen protestierten dort gegen ihre Isolierung und behaupteten, Tuberkulose sei gefährlicher als Aussatz. Sie würden isoliert, während den Schwindsüchtigen keine Quarantäne auferlegt werde. Polizeibeamte führten darauf die Aussätzigen in das Hospital zurück, nachdem ihnen der Sekretär des Präsidenten versprochen hatte, ihren Protest dem Präsidenten zu unterbreiten. Schwere Wolkenbrüche in Rio Grande do Sui. Seit zehn Tagen gehen in der brasilianischen Provinz Rio Grande do Sul Wolkenbrüche nieder, die große Teile der Hauptstadt Porto Alegre überschwemmten und Hunderte von Familien obdachlos machten. Der Fluß Guahyba droht auch das Geschäftsviertel Porto Alegres zu überschwemmen. Sechs Personen durch Leuchtgas getötet. In einem Warschauer Mietshause platzte ein Gasrohr. Sechs Personen, die eine Dachgeschoßwohnung innehatten, wurden durch das ausströmende Gas im Schlaf getötet. Fünf Personen konnten gerettet werden. Generalleutnant a. D. v. Bauer tödlich verunglückt. An den Folgen eines schweren Unfalls ist der 81 Jahre alte Generalleutnant a. D. Erzellenz Arnold v. Dauer in Neustrelitz g e st o r b e n. Der Unfall ereignete sich, als Generalleutnant v. Dauer in seinem Jagdwagen ins Revier fuhr. Als die Pferde scheuten, wurde der Wagen umgeworfen und v. Dauer aus dem Wagen geschleudert. Er trug einen schweren Bruch der Schädelbasis davon, der schließlich zu seinem Tode führte. vier Todesopfer einer Bluttat. Eine schwere Bluttat ereignete sich in der Sadebeck - Siedlung in Reichenbach (Eulengebirge). Der etwa 25 Jahre alte Herbert Bräuer drang in die Wohnung der Familie Eckert ein, e r - schoß nach einem Wortwechsel den Kriegsinvaliden Max Eckert und dessen 17jährige Tochter Herta, verletzte Frau Eckert durch einen Schuß tödlich und verübte dann Selbstmord. Herbert Bräuer war seit langer Zeit mit der Familie Eckert eng befreundet, und es hatte sich zwischen Bräuer und der 17jährigen Tochter der Eheleute Eckert ein Liebesverhältnis entwickelt. Bor einiger Zeit kam es zwischen Eckert und Bräuer zu einem Zerwürfnis. Eckert verbot danach Bräuer fein Haus und den Umgang mit feiner Tochter. Schrecklicher Tod eines Kindes. Don einem schweren Unglück wurde die Familie Dahlheimer in Veitsrodt bei Oberstein-Jdar heimgesucht. Das achtjährige Söhnchen kletterte beim Spiel auf den Mast einer elektrischen Leitung und kam mit dem Leitungsdraht in Berührung. Mit schweren Brandwunden stürzte der Junge aus beträchtlicher höhe ab. Er wurde sofort in das Krankenhaus nach Jdar-Oberftein gebracht, wo er jedoch noch am selben Abend seinen schweren Verletzungen erlag. Erdbeben in Kärnten. Am letzten Sonntag wurde in Kärnten ein starkes Erdbeben verspürt, das beträchtlichen Schaden anrichtete. In der Ortschaft St. Leonhard stürzte die Zimmerdecke des Bezirksgerichts ein. Der Turm der alten Pfarrkirche in St. Peter wurde schwer beschädigt. Das Schloß Ehrenfels bei St. Leonhard mußte geräumt werden. In der Ortschaft Reichenfals im Lavant-Tal sind fast alle Häuser beschädigt. Verletzt wurde niemand. Es handelt sich zweifellos um ein Nachbeben jenes Erdbebens, das am Samstag in der Steiermark verspürt worden war. Kunst und Wissenschast. Deutsche Kriegsdichter von Rosenberg und Dr. Goebbels empfangen. Etwa 60 zu einem Treffen in Berlin versammelte deutsche Kriegsdichter wurden von Reichsleiter Alfred Rosenberg empfangen. „Es ist das erste Mal", so erklärte Rosenberg u. a., „daß die Dichter des Weltkrieges zusammengerufen worden sind. Ihnen dankt die nationalsozialistische Bewegung. Auch nach 1918, als Verzweiflung in Deutschland herrschte, haben Sie ein großes Vermächtnis gepflegt. Wenn nach den bisherigen fünf Dichterwochen der NS.-Kulturgemeinde jetzt eine sechste mit dem Motto „Wehrhaftes Dichten" folgt, so erscheint uns das als die Krönung einer Kultur? pflicht, wie wir sie verstehen. So erwächst Ihnen die große Aufgabe, die Zeit von damals bis heute in einer Einheit zu sehen und zu begreifen. Reichsminister Dr. Goebbels empfing ebenfalls etwa 60 deutsche und auslandsdeutsche Kriegsdichter. Er dankte den Kriegsdichtern herzlich für ihren Besuch. Die nationalsozialistische Staatsführung habe ein besonders tiefes Verständnis für die Probleme der Kunst. Der Künstler solle nicht Geschichtsschreiber sein, sondern dichterischer Gestalter des Charakters einer Zeit, heute begännen wir schon das Erlebnis des Krieges anders zu sehen als damals, als wir mitten darin standen. Die schönste Aufgabe, die einem geistigen Menschen überhaupt gestellt werden könne, sei es, dem Staat und dem Volke zu bienen. Er könne sich nicht vorstellen, daß ein wirklich künstlerischer Mensch unserer wilden und heißen Zeit gegenüber kalt bleiben könne. Zum Schluß wünschte der Minister der Tagung einen guten Verlaus. Großer Erfolg eines deutschen Films. Bei der Internationalen Schau für wissenschaftliche und Fremdenwerbungsfilme in der Villa Olmo am Comersee errang der von der deutschen Döring - Filmgesellschaft hergestellte Film über die Besteigung d e s Nanga Pardat durch die deutsche Himalaja-Expedition einen außerordentlich starken Erfolg. Der Zustrom der Besucher war so stark, daß der Film wiederholt werden mußte, damit er allen Besuchern der Filmschau gezeigt werden konnte. Erstbesteigung durch die deutsche Himalaja-Expedition. Wie der „Daily Telegraph" aus Bombay meldet, ist es der unter Führung von Paul Bauer stehenden deutschen Himalaja-Expedition gelungen, den 6890 Meter hohen und gefährlichen Berg S i n io l ch u im Zemu-Gletschergebiet zu ersteigen. Der Gipfel dieses Berges ist damit zum ersten Mal bewältigt worden. Ein Heidelberger Dichterpreis. Im Rahmen der Gaukulturwoche fand in Heidelberg eine Kundgebung statt, wobei die Stiftung eines neuen Heidelberger Dichterpreises bekanntgegeben wurde. ' Oberbürgermeister Dr. Neinhaus begründete die Stiftung des Dichterpreises der Stadt Heidelberg, der 4Ö00 Mark betragen und jungen Dichtern zugesprochen werden wird, die sich dem Dienste an der neuen Dolkwer- dung verpflichtet haben. Die Bedeutung Heidelberg als der Stadt der Reichsfestspiele, so erklärte Dr. Neinhaus, werde die Stadt dazu bestimmen, bei Verleihung Werke zu bevorzugen, die sich zur Aufführung bei den Spielen eignen. Weiter kündete Dr. N e i n h a u s die Stiftung eines Heidelberger Dichterheims in absehbarer Zeit an, das Jungen Kräften Muße zum Schaffen geben soll. „Der Spiegel aus Papier" — ein Kulturfilm aus dem Zeitungsbetrieb. Die Tagespresse ist für alle Kulturnationen der Welt von so großer Bedeutung, daß die Zeitung zum lebensnotwendigen Bedarf eines jeden Menschen geworden ist. Nur wenige aber machen sich einen Begriff davon, welche geistige, wirtschaftliche und technische Leistung jeden Tag aufs neue in sehr kurzer Zeit aufgewandt werden muß, damit die Zeitung immer wieder pünktlich zu ihren Beziehern kommt und über das vielfältige Geschehen im eigenen Lande wie in der ganzen Welt berichtet und dazu für den Leser erläuternde Stellungnahmen bringt. Die Arbeit in der Zeitung und für die Zeitung ist so interessant, daß sie schon mehrfach zur Gestaltung von Filmstoffen herangezogen wurde. Allerdings erhielt der Filmtheaterbesucher nie einen umfassenden Einblick in das Wesen der Zeitung. Im Gegenteil konnte häufig beobachtet werden, daß auf diesem Wege sehr leicht ein falscher Eindruck von der Arbeitsweise und dem Wesen der Presse entstand. Die Bedeutung der Presse im nationalsozialistischen Deutschland forderte eine Darstellung, die den verantwortungsvollen Aufgaben und den verwickelten Vorgängen der Zeitungsarbeit nach allen Seiten gerecht wird. Mit dem Film „Der Spiegel aus Papier", der im Rahmen des Tobis-Kulturfilmschaffens unter engster Mitarbeit der Presse hergestellt worden ist, wird diesen Voraussetzungen entsprochen. Der Stoff ist durch eine SpielhanL« lung, die jede sonst übliche Erklärung überflüssig macht, aufgelockert und für den Zuschauer kurzweilig gestaltet worden. Die Uraufführung dieses Kulturfilmes findet dieser Tage in Berlin statt. 80. Geburtstag des deutschen „Posaunengenerals". Der Altmeister der deutschen Posaunenmusik, Pastor D. Joh. Kuhlo, begeht am 8. Oktober seinen 8 0. Geburtstag. Als der deutsche „Posaunengeneral" ist er weit über den Kreis seiner westfälischen Heimat hinaus bekannt und zu einer der volkstümlichsten Gestalten des kirchlichen Lebens geworden. Er ist einer der ältesten noch lebenden Mitarbeiter des alten Vater Bodelschwingh und hat neben ihm lange Jahre als Leiter der Diakonenanstalt in Bethel gewirkt. Das eigentliche Lebenswerk D. Kuhlos ist die Posaunenmusik. Aus kleinsten Anfängen heraus hat er die Posaunenmusik entwickelt und zu der umfassenden Organisation des Verbandes evangelischer Posaunenchöre Deutschlands emporgeführt, der seit einigen Jahren in die Reichsmusikkammer eingeordnet ist. Aus Anlaß des 80. Geburtstags von Pastor K u h l o findet in Bethel ein Reichsposaunentag am 10. und 11. Oktober statt, zu dem etwa 4000 Bläser aus allen deutschen Gauen erwartet werden. Am Vorabend findet auf dem Marktplatz zu Bielefeld eine Abendmusik statt, bei der D. Kuhlo einen Chor von über 3000 Bläsern dirigieren wird. Wetterbericht des Retchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Noch immer setzt sich in lebhafter Weife die Zufuhr frischer Polarluft fort. In ihrem Bereiche sind bei uns bereits Temperaturen erreicht, die normaler- weife erst in der zweiten Novemberhälfte aufzutreten pflegen. Auch kam es bis in die Niederungen herunter zu vereinzelten Schneeschauern. Ueber Südosteuropa bringt feuchtwarme Mittelmeerluft nach Deutschland vor, die auf dem Balkan schon zu ergiebigen Regenfällen Anlaß gab und sich auch bis zu uns hin auswirken wird. Der Witterungscharakter wird damit wieder unbeständiger, aber auch milder. Aussichten für Donnerstag: Vielfach dunstig und zunehmende Unbeständigkeit mit Regenfällen, langsam fortschreitende Milderung, östliche Winde. Aussichten für Freitag: Voraussichtlich unbeständigeres und milderes Wetter. Lufttemperaturen am 6. Oktober: mittags 6,6 Grad Celsius, abends 3,7 Grad; am 7. Oktober: morgens 1,3 Grad. Maximum 7,2 Grad, Minimum heute nach^ — 0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 1'0 cm Tiefe am 6. Oktober: abends 7,0 Grad; am 7. Oktober: morgens 4,7 Grad. — Sonnenscheindauer 5,9 Stunden^ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder; Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Arbeitsschule Her Deutschen Arbeitsfront In Kürze beginnen wir mit folgenden Kursen: Kurzschrift und Maschinenschreiben Deutsch Kaufmännisches Rechnen I. und II. Buchführung I. und IL Abschlußtechnik Durchschreibebuchführung Plakatschrift, Anfänger u. Fortgeschr. Englisch I. und II. Französisch I. und II. Textilwarenkunde Fachzeichnen für Tischler Technisches Rechnen Lehrgänge für Kraftfahrzeug - Handwerker Auskunft u. Anmeldung: Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 5, Fernsprecher 3275 Melde dich noch heute an! 6334D NuphlüCCO von3 bis 20 V1H- erhalten Sie bei wieder- lldullluuuu holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Lieferungsvergebung. Die Lieferung von: 1500 Zentner gelbfleifchige Speisekartoffeln» 1000 Zentner Kuhmist soll unter Zugrundelegung der Verdingungsordnung für Leistungen (VOL.) im Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Für Kartoffeln kommt nur großfallende, handver- lefene, gesunde, gelbfleischige Ware in Frage. Die Lieferungsbedingungen liegen vom 7. bis 10.10.1936, vormittags von 9 bis 11 Uhr auf unserer Verwaltung aus. Sie find daselbst gegen Zahlung einer Gebühr von 50 Pf. erhältlich. Angebote find verschlossen und mit der Aufschrift: „Angebot zu der am 6.10.36 ausgeschriebenen Lieferung" zu versehen und bis Dienstag, den 13. Oktober 1936, vormittags 10 Uhr nur durch die Post an die Verwaltung der hiesigen Anstalt einzureichen. In den Angeboten sind auch die Lieferungsbedingungen anzuerkennen, andernfalls das Angebot keine Berücksichtigung finden kann. Dieter sind nach der Verdingungsordnung bei der Oeffnung der Angebote nicht zugelassen. Wenn Bewerber bis zum 20.10.36 nicht benachrichtigt worden sind, mußten die Angebote unberücksichtigt bleiben. Weiter bleibt eine etwaige Teilung der Mengen in Lose und Vergebung der Lose an verschiedene Bieter vorbehalten. Gießen, den 6. Oktober 1936. 6335D Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen. ^Vermietungen^ 6-9-3immer- Miing m. Zentralheiz., zu verm. (6278D Archit. Nicolaus And.Johannes- kirche 5. 7-Molnig. m. Etagenheiz., Franks. Str. 34, per sofort z. vermieten. [6285D Näh.: A. Becker, Kevlerftraße 9. Neuzeitliche 1- immer-Wohn. in best. Lage zu verm. An der Joh. Kirche 4, v. I-Zimmer- Wohnung m.Bad,Veranda usw. Seltersweg 67, ver sof. oder später sehr preiswert z. vermieten. Anfr. b. Kilbinger, Franks. Str. 6, Mögl.vVrM. 04594 Sehr schöne 5-Zimmer- Wohnung mit Bad, Mädchenzimmer und Zubehör yünstig zu vermieten. Schrift!. Angeb. unter 04585 an den Gieß. Anz. m m. Balk., einger. Bad, in schöner, freier Lage (Schubert- und Beethovenstr.), sofort ob. später zu verm. I6275d Adolf Schmidt, Lieber Straße 5, Laden. Schöne 4-5-3immer- Wohnnng m.Kubeh., Nähe Liebigstraße, z. 1. November ob. später zu verm. Sckr. Ang. unt. 04471a. b.G.A. 3 Jahre Arbeit und Erfolg 6354A Mit dem heutigen Tage (15 Uhr) eröffnen wir unser neues Geschäftslokal, Markfstraße 27. Bevor wir in den neuen Geschäftsabschnitt eintreten, wollen wir allen denen danken, die uns in der hinter uns liegenden Zeit der Mühe und Arbeit ihre Unterstützung zu teil werden ließen. Wir bitten, das Wohlwollen auf unsere neue Arbeitsstätte übertragen zu wollen. Fleißig und umsichtig werden wir den Wünschen unserer Kunden gerecht werden und bitten deshalb um Besichtigung unserer Schaufenster und um Ihren Besuch. W Gießen, jetzt Marktstraße 27 Ein Geschäft, das sich große Mühe gibt 4-Zimmer- Wohnung Marburg.Str.il z. vermiet 6349D Näh.b. Schmidt Bismarckstr. 38. Große Mimin-#!!, in Krofdorf zu vermieten. esseD Wirtsch. Avvel. Hauptstraße. Laden lN.VMlltt svnneustraße >oi z vermieten Näh. 2i Becker Kevlerstraße 9 5elevlmn 3QO4 | Mietgesuche [ 3-4-Simmet- Mmm möglichst m.Bab gesucht. Schriftliche Angeb. mit Preis unt. 04589 an b. Gieß. Anz. Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Beamtenwitwe sucht sofort 3-4-gimmer- Wohnunq Sehr.Ang. unter 04595 a. b.G.A. 2-3-Ziiiin-toiL von 3 erwachsen. Person, gesucht. Schriftliche An- gebote u. 04590 an ben Gießener Anzeiger erbet. Jg. Kaufmann sucht zuml.Nov. fiöDl 3iimt i.NäheBahnbof- straße. Schrift!. Angeb.mit Preis u.04588a.b.GA. Tüchtige Baiigteer gesucht. 6352D W.Wadenvfuhl Bleichstraße 38. Für hiesige Großhandl. 1 kausm. männl. Lehrling m.Hanbelsschul- bilbung zum sos. Eintritt gesucht. Schrift!. Angeb. unter 6338D an ben Gieß. Anz. Keine Zengnlsse in Urschrift lonöem nur Zeugnis- abichriflen oem Bewerbungsschreiben beilegen i — Lichtbilder unüBewerbungsunter- lagen müssen zur Ver» Meldung von Verlusten aus der Rückseite Ra» men und Anschriit des Bewerbers tragen l Mädchen für Haushalt u. Geschäft gesucht. Schr. Angeb. u. 63360a. b.G.A. Sauberes, brav. Mädchen für 8/t Tage gesucht. 04579 Georg-Philivv- Gail -Straße 15. Selbständiges, gut empfohlenes Stellengesuche] ZgÄlam schreib-und redegewandt, schriftstellerisch erfolgreich, s. Beschäft. Schriftl. Angeb. unter 6345 D an den Gieß. Anz. Hausmädchen ob. Aushilfe, ev. mit Nähkenntn., f. ganz ob. tags- übersof.ges. 6353V Moltkestr. 8, v. Tüchtiges gutempfohlenes T^endclien z. l.ll.ges.Bor- zusvr. 4-5 Uhr. Plockstraße 7,1. | Verkäufe | WiMWS in schöner Lage 3> 4-^immer- Wohnung.Babe- zimm., Obstgarten, wegen Wegzug sehr billig zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 04591 a. b.G.A. Gebraucht., aber sehr gut erhalt. Gasherd billigabzugeben. Stevbanstr. 9 v. IKunltgewerbelchule Offenbad) clM* Bekanntmachung. Die öffentliche Ziehung der Auslosungsrechte zu den Ablösungsanleihen der Stadt Gießen für das Jahr 1936 findet am Dienstag, dem 20. Oktober 1936, 15 Uhr, Zimmer Nr. 6 im Stadthaus, Bergstraße 20, statt. 6331C Das Ergebnis der Auslosung wird in den Tageszeitungen baldmöglichst öffentlich bekanntgegeben. Gießen, den 2. Oktober 1936. Der Oberbürgermeister. ______I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister._______ Sperrzeit der Tauben. Die Besitzer von Tauben werden aufgefordert, ihrs Tauben während der Saatzeit vom 7. Oktober 1936 bis 7. November 1936 einschließlich einzuhalten, andernfalls die Taubenhalter zu gewärtigen haben, daß sie bestraft und die Tauben von dem Feldschutzpersonal abgeschossen werden. Gießen, den 6. Oktober 1936. 6355C Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Ham m. Privatkrankenkasse vergibt 6343V tokassoslelle An geb. unt. F. M. 650 an Ala, Frankfurt a.DL, Kaiserstr. 15. Framo- Dreirad- Lieserwagen (Vorführungswagenlabzugeb. Willi Avvel, Kaiserallee 49. M metrone oö.Btonönie in gut. Zustand zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. mit Beschreib, u. Preis u. 6358D an d. Gieß. Anz. Ein- oder Mamilien-Fans bei grötz. Anzahl, z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 04561 a. b.G.A. Empfehlungen la Nalumin Preis 45 Pf. per Liter offeriert öTiebr.Surfcrll. Gleisweiler a. d. Weinstraße (Pfalz).!0225D Kaufgesuche Hniiterttai größeren Posten v. Erzeuger ob. Genossensch. zu kaufen gesucht. Schr. Angebote m. äußerst. Preis unter 63421) an den Gieß. Anz. KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tarnenden beachtet und gelejen. 19.30-22.00 Mpg “Ji Carl Millöcker 0.60 - 3.00 RM. 6305D___________ F eitag | 20.00-23.00 Erst-Auff hrg. Spielleitung: Paul Wrede. Preise von 1.30-4.40 RM. Stadttheater ttr. 235 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) — ---. II» 1111 IHM Illi ■ ■■!■———■■!■■ I ■■■—■! M 1 IH M Mittwoch, r. Oktober 1956 Julius Gömbös Trauernd steht neben der ungarischen Nation auch das deutsche Volk an der Bahre eines Mannes, der einer Der ersten Führerpersönlichkeiten unter' oen europäischen Staatsmännern war und der den Weg der internationalen Politik in den letzten Jahren entscheidend mitbestimmt hat. Julius Gömbös, Einiger seines Volkes und Regierungschef in einer Person, starb auf deutschem Boden. Das erscheint uns wie ein Symbol dieses Lebens, das in einer schwäbischen Gemeinde Ungarns begann und im wiedererstandenen Einheitsreich der Deutschen endete. Ein Symbol deshalb, weil es nicht nur die engen freundschaftlichen Beziehungen unterstreicht die stets zwlchen den beiden Völkern vorhanden waren, sondern weil es auch Sinn und Aufgabe der ungarischen Erneuerung selbst kennzeichnet. Denn genau so wie Hitler und Mussolini sich von den Bindungen eines vergangenen Zeitalters lösten, so überwand auch Gömbös von innen heraus die politischen, gesellschaftlichen und weltanschaulichen Vorurteile, unter deren Zwang die übrige Welt noch dahindämmert. Niemals aber hat Gömbös, so wenig wie der Nationalsozialismus oder der Faschismus, sich die Ideen seines Aufbauwerkes von außen geliehen. Auch er kämpfte gegen den Liberalismus als mögliche Grundlage eines Staates, auch er räumte die Klassenschranken hinweg, die sein Volk zu zerspalten drohten, auch er trat ein für die Versöhnung der Berufe und Stände, der Armen und Reichen, auch er entschied sich für eine volksnahe, aber autoritäre Regierungsführung, aber er tat dies alles aus sich heraus, aus der Erkenntnis der spezifisch-ungarischen Lebensbedingungen. Wenn deshalb seine persönliche Laufbahn und seine Politik manche Ähnlichkeiten mit der deutschen oder italienischen Entwicklung nach dem Kriege aufweisen, so ist das nur ein Ausdruck jener großen Zeitwende, jenes gewaltigen Umwandlungsprözesses, in dem sich die Völker und Staaten heute befinden. Sein politisches Glaubensbekenntnis hat Gömbös in seinen Reden und Schriften oft genug verkündet, am schönsten vielleicht in jener ersten Ansprache, die er am 1. Oktober 1932 als Ministerpräsident vor den Vertretern der Presse hielt und in der es heißt: „Ich will der Führer und der Baumeister der neuen Generation sein. Wir, die wir den Krieg mitgemacht haben, lernten das Leben und die sozialen Hebel besser kennen, als andere, da wir in einer Reihe gekämpft haben mit jenen, die ihr Brot mit schwieliger Faust erarbeiten, und auch mit jenen, die Jahrhunderte hindurch das Fundament der Nation gebildet haben. Dort >m Kriege haben wir erkannt, daß Großes nur dann gemistet werden kann, wenn wir alle zusammen in Manneszucht und einmütig großen Zielen entgegenstreben. Als Bruder fordere ich jedermann zur Mitarbeit auf. Ich bin überzeugt, daß jeder Ungar eines Willens mit mir ist." Immer wieder ruft er feine Volksgenossen zur Einigkeit und zur Gemeinschaft auf, so am 13. Juli 1933 vor dem Oberhaus: „Wenn jeder Ungar sich dessen bewußt wird, daß alles für die Nation ist und nichts für die Parteien, alles für die Institutionen und nichts für die Einzelnen, weil ja auch die Nation in dieser komplizierten europäischen und weltpolitischen Lage nicht irregehen." Die Tatsachen haben nachträglich immer wieder bewiesen, daß Gömbös nicht nur zu mahnen und zu predigen verstand, sondern daß er ein Mann der T a t war, der nach seinen Worten handelte und als Erfolg verbuchen konnte, was er einst von sich und seinem Volke gefordert hatte. Klar erkannte er die unglückliche Läge Ungarns nach dem Vertrage von Trianon. In diesem Diktat sah er das Grundübel der ungarischen Machtlosigkeit, in seiner Beseitigung die Auferstehung der ungarischen Nation. Diesem Ziele ordnete er alle anderen Probleme unter, diesem Ziele diente seine Innenpolitik, die er in dem Programm der „nationalen Selbstzweckdienlichkeit" niederlegte, wie auch seine Außenpolitik, die auf einem freundschaftlichen Verhältnis zwischen Budapest, Berlin, Wien und Rom fußte. Gömbös kämpfte deshalb ebenso energisch gegen den Bolschewismus wie gegen die reaktionären Restaurationsversuche des Habsburgers Karl, dem er im Oktober 1921 an der Spitze seiner Offiziers- und Studentenbataillone entgegentrat, um den legitimiftifchen Abenteurern jede "weitere Luft am Putschen zu nehmen Er beharrte auch unentwegt auf einer deutsch - österreichischen Verständigung und ließ sich in dieser Linie durch keine Anbiederungsversuche der Wiener Legitimisten beirren. Das Wien-Berliner Abkommen vom 11. August hat ihm Recht gegeben. Das Schicksal hat es dem ungarischen Ministerpräidenten nicht vergönnt, die ganze Ernte seines poli- ischen Wirkens noch Heimzubringen. Noch schlingen ich die Ketten von Trianon um den ungarischen Leib, noch besteht die Gefahr, daß die inneren Zwistigkeiten der Nation wieder neue Nahrung gewinnen. Zu früh trat Julius Gömbös von der Lebensbühne ab. Es ist nicht unsere Sache, die Folgen abzuschätzen, die sich aus dem Tode dieses Volksführers und hervorragenden Soldaten für Ungarn ergeben, aber wir wünschen und hoffen, daß die befreundete Nation sich von diesem furchtbaren Schlage erholen und das Werk ihres Einigers in seinem Geiste vollenden möge. Ev. Mitteilung vom Ableben meines so sehr verehrten Freundes Gömbös. Tief er« schlittert teile ich den großen Schmerz Eurer Durchlaucht. Wir wissen alle, daß Ungarn einen seiner größten Männer, Deutschland einen seiner besten Freunde verloren hot. Sein Andenken wird auch bei uns stets unverblichen bleiben." AndieWitwe des verstorbenen Ministerpräsidenten telegraphierte der Ministerpräsident: „Tief erschüttert von dem schweren Leid, das Sie betroffen hat, spreche ich Ihnen, Exzellenz, in meinem und meiner Frau Namen unser von Herzen kommendes Mitgefühl aus. Der Verstorbene war mir ein treuer Freund, dessen Verlust mich schwer trifft. Möge Gott Sie stärken. Hermann Göring." Außerdem hat Ministerpräsident Generaloberst Göring dem ungarischen Honved-Minister und — in seiner Eigenschaft als Reichsiägermeister — der ungarischen Iägerschast sein Beileid übermittelt. Weitere Beileidstelegramme sandten die Reichsminister Dr. Goebbels und Frick. Der Weg nach Madrid ist frei. Paris, 7. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Sender La Coruna teilt um 1 Uhr früh mit, daß dis nationalen Truppen an der Nordfront sämtliche ihnen gesteckten Ziele erreicht hätten. An der Front von Toledo sei durch einen blutigen Sieg über die Roten der Weg nach Madrid frei geworden. Eine Reihe strategisch wichtiger Punkte sei bei Anbruch der Nacht besetzt worden. Die Roten zogen sich in größter Unordnung zurück. Sie hätten Hunderte von Toten zu beklagen, Das erbeutete Kriegsmaterial sei unübersehbar. Die Truppentransporte aus Marokko nach Südspanien würden fortgesetzt. Bisher seien 16 000 Mann befördert worden. Kriegsschiffe der Nationalisten sicherten die Transporte. Die Sender Teneriffa und Valladolid berichten, daß nationale Flugzeuge erneut Madrid überflogen und die Bahnhöfe, Kasernen usw. mit Bomben belegt haben. Gleichzeitig wurden Tausende von Aufrufen an die Bevölkerung abgeworfen. Diese beginnt, nach den gleichen Meldungen, die Hauptstadt zu räumen. Die Arbeiteroerbände stellen Freigeleitscheine für solche Bewohner aus, die für die Verteidigung der Stadt nicht mehr in Frage kommen. Am Sonntag wurde auf der internationalen Brücke zwischen Jrun und Behobie feierlich die rotgelb-rote Flagge gehißt. Die Fahne wurde auf einem Sockel gehißt, der folgende Inschrift trägt: „Bürger, betrachte die Flagge — das Symbol des großen Spaniens — komme, wenn Du sie nicht vergessen hast, kehre um, wenn Du sie geschmäht hast!" Während der Feier überflogen rote Fliegerdie Stadt und warfen Bomben ab, ohne jedoch bedeutenden Schaden anzurichten. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat dem Geheimen Medizinalrat Professor Dr. Ferdinand H u e p p e in Dresden in Anerkennung seiner Verdienste um die Pflege der Leibesübungen die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Der Führer und Reichskanzler empfing im „Hause des Reichspräsidenten" in Privataudienz den königlich ägyptischen Ministerpräsidenten N a - had Pascha und den königlich ägyptischen Finanzminister Makram Pascha in Begleitung des königlich ägyptischen Gesandten, Prof. Dr. H a s - san Nachat Pascha. * Der Führer und Reichskanzler empfing im „Hause des Reichspräsidenten" unter dem üblichen Zeremoniell den neuernannten Gesandten von Venezuela, Dr. Silvestro Tovar-Lange, zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Ferner empfing der Führer und Reichskanzler zum gleichen Zweck den estnischen Gesandten Karl Tofer. Zum Hinscheiden des ungarischen Ministerpräsidenten. Tiefe Trauer in Ungarn. Budapest, 6. Okt. (DNB.) Das ganze ungarische Volk trauert tief erschüttert um den heute früh in München verstorbenen Ministerpräsidenten Julius Gömbös. Die Nachricht von dem Ableben des Ministerpräsidenten traf in den Morgenstunden hier ein und verbreitete sich rasch. Auf der kgl. ungarischen Burg wurde die schwarze Fahne auf H a l b m a st gehißt. Die Nachricht ist von den Blättern in Extraausgaben veröffentlicht worden. Der ungarische Rundfunk brach sofort nach Bekanntgabe der Todesnachricht das Tagesprogramm ab. Sämtliche öffentlichen Gebäude und zahlreiche Privathäuser haben Trauerfahnen gehißt. Alle Theater und Kinos haben ihre Vorstellungen am Todestage abgesagt. Nach den aus München eingetroffenen Mitteilungen hat Ministerpräsident Gömbös bereits seit Montagabend das Bewußtsein nicht wieder erlangt. Das Ende ist still und schmerzlos eingetreten. Am Totenbett weilten am Dienstagfrüh Kultusminister Homan und der Präsident des Reichstages. Die Gattin und die Kinder des Ministerpräsidenten hatten sich bereits Montagabend am Krankenlager eingefunden. Obwohl die lange und schwer Erkrankung des Ministerpräsidenten schon seit geraumer Zeit ernste Befürchtungen aus- gelöst hatte, kam die Nachricht von seinem Ableben für die breite Öffentlichkeit doch unerwartet. Erst in den späten Abendstunden des Montag war aus München die Kunde einer ernsten Verschlimmerung des Gesundheitszustandes eingetroffen, die das Schlimmste befürchten ließ. Das Kabinett hat in einer außerordentlichen Ministerratssitzung dem Reichsoerweser seine G e - samtdemission eingereicht. Der Reichsverweser hat den stellvertretenden Ministerpräsidenten D a - ranpi bis zur Ernennung des neuen Ministerpräsidenten mit der Weiterführung der Regierungsgeschäfte beauftragt. In den Vormittagsstunden empfing der Reichsverweser Admiral von Horthy den stellvertretenden Ministerpräsidenten Daranyi, den Kardinalprimas von Ungarn, Seredy, den Präsidenten des Oberhauses Graf Szechenyi und den Präsidenten des Reichstages Sztranyavszky, die beiden Kronhüter Graf Teleki und Baran Perenyi sowie den früheren Ministerpräsidenten Graf Stefan Bethlen. Die Neubildung der Regierung soll, wie mitgeteilt wird, Anfang der nächsten Woche erfolgen. Das Diplomatische Korps sprach am Dienstagvormittag der Regierung sein Beileid aus. Als Erster zeichnete sich der deutsche Gesandte von Mackensen in die Trauerliste ein. Die Trauerseier. München, 6. Okt. (DNB.) Die sterbliche Hülle des Ministerpräsidenten Gömbös wird am Mittwochvormittag im Kaiserhof der Münche - Iner Residenz uufgebahrt. Nachmittags wird die II ........ ,'T. I feierliche Einsegnung der Leiche stattfinden. Die Trauerfeier der deutschen Wehrmacht wird sich nach dem Zeremoniell abspielen, wie es beim Ableben eines Generals der Infanterie vorgesehen ist. Das feierliche Leichenbegängnis in Budapest ist auf Samstag festgesetzt worden. Der Sonderzug mit dem Sarg des Ministerpräsidenten trifft am Donnerstagmittag in Budapest ein. An der österreichisch-ungarischen Grenze wird her Son- derzug vom gesamten Kabinett, der Generalität und der Geistlichkeit empfangen. Vom Budapester Bahnhof wird der Sarg in den großen Kuppelsaal des Parlaments gebracht. Das Bette'd des Führers. Berlin, 6. Off. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler Hal anläßlich des Ablebens des ungarischen THinifferpräfibenfen von Gömbös an Seine Durchlaucht den Reichsverweser Admiral von horthy in Budapest folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Eurer Durchlaucht spreche ich meine und des deutschen Volkes tief empfundene Anteilnahme an dem Tode des Herrn ungarischen IHinifferpräfibenfen von Gömbös aus. 3n dem Verstorbenen verliert Ungarn einen feiner besten und verdienstvollsten Söhne, Deutschland einen guten Freund. Adolf Hitler." An Frau von Gömbös hat der Führer und Reichskanzler wie folgt telegraphiert: „(Eure Exzellenz bitte ich, den Ausdruck meines tiefempfundenen Beileids an dem schweren Verlust entgegenzunehmen, der Sie und die Ihrigen betroffen hat. Rlil Ihnen betrauert Ungarn den Tod eines großen Patrioten, Deutschland den Heimgang eines verständnisvollen Freundes. Adolf Hitler." Anläßlich des Ablebens des königlich-ungarischen Ministerpräsidenten von Gömbös hat der Staatssekretär und Chef der Präsidialkanzlei Dr. Meißner dem königlich-ungarischen Geschäftsträger die tief empfundene Anteilnahme des Führers und Reichskanzlers übermittelt. Der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath übersandte der Witwe und dem königlich-ungarischen Minister des Aeußern von Kanya Beileidstelegramme. In Vertretung des zur Zeit nicht in Berlin weilenden Reichsministers des Auswärtigen stattete der stellvertretende Staatssekretär D i e ck h o f f, begleitet vom Chef des Protokolls, Gesandten v. Bülow-Schwante, dem königlich-ungarischen Geschäftsträger einen Beileidsbesuch ab und sprach ihm das Mitgefühl der deutschen Reichsregierung aus. Die Präsidialkanzlei, die Reichskanzlei, das Auswärtige Amt und der Reichstag haben die Flaggen auf halbmast gesetzt. Ministerpräsident Göring hat an Seine Durchlaucht Reichsverweser von Horthy folgendes Telegramm gerichtet: „Soeben erhalte ich die unfaßbare Der Leberfleck. Von Rudolf Kreutzer. Durch das hohe Glasdach des Ateliers flutete die Morgensonne, vom Garten herauf kam Ruf und Antwort eines Amselpärchens, es roch ein wenig nach frischen Farben und Terpentin in dem Hellen Raum. Die Frau Majorin saß zurückgelehnt in einem Sessel von Gobelin und horchte den Amseln zu, sie saß sehr still, beinahe regungslos, denn der Maler blickte jetzt unausgesetzt über die Leinwand hinweg zu ihr herüber, und in sein Gesicht war jener unnachgiebige und entschlossene Zug getreten, der immer erschien, wenn sein Pinsel eine Schwierigkeit zu meistern hatte. Die Frau Majorin war nicht recht zufrieden heute mit dem Maler. Warum sprach er nicht? Fühlte er denn nicht, wie das ermüdete, so eine ganze Stunde still und regungslos zu siken? Nocheinmal versuchte sie ein unterhaltendes Gespräch in Gang zu bringen: „Für meinen M^nn wird es eine freudige Geburtstagsüberraschung sein, daß gerade Sie der Maler dieses Bildes "sind. Sie waren doch draußen sein liebster Kamerad gewesen, damals im Felde. Der Maler verbeugte sich verbindlich. Er hatte jetzt doch eigentlich etwas sagen müssen. Aber die Maler sind wohl so, haben immer etwas zu denken bei ihrer Arbeit, haben immer etwas zu entdecken und sei es auch nur ein kleines, braunes Fleckchen am Hals der Frau Majorin. Lassen Siebes bewenden bei der verbindlichen Verbeugung. Frau Maio- rin, und verlangen Sie nicht von dem Maler daß er Ihnen jetzt von gleichgültigen Dingen rede. Denn, sehen Sie, Sie haben da einen kleinen braunen Leberfleck am Hals, und wenn der Maler nun schon eine ganze Stunde lang sich mit eigenen Gedanken herumschlagen muß und Sie so gar Nlcht mehr zu unterhalten weiß, so ist daran niemand.schuld als dieser kleine braune Fleck, und jeht da Sie so brav geschwiegen und nur das eine Wort vom heben Kameraden gesprochen haben, letzt fallt dem Male auf einmal wieder alles em, was er nor, öiefem kleinen Fleckchen weiß und was Sie selbst nicht wissen sollen. v . ,, Das aber; was der Maler weiß^ das denkt er nur so vor sich hm und hütet sich, es der Frau Ma orrn u Ionen: Do war einmal in lenem nun schon wieder lange verflossenem Kriege em kleines Etappennest irgendwo an der Westfront und es gab darin sogar etwas ähnliches wie ein- Kafno.einen Raum nämlich, in dem Tische, und Stuh e standen und ein Dach war über hen K"pstn und m dem es sich herrlich auf das Leben crnstohen ließ, wenn man wieder einmal dem Schmutz und Qualm des Grabenkrieges entronnen war und für ganze acht Tage lang sich feiner heilen Haut erfreuen durfte. Es hatte schlimme Wochen hinter sich gehabt, das Bataillon des Herrn Majors, damals als sich das begab, woran der Maler jetzt denkt, und es war daher auch nicht zu verwundern, daß der rote, schwere Landwein reichlicher floß und das Lied des Lebens heller aufzuklingen begann, als irgend sonst. Und der blonde Leutnant Semmler, der Minen- werser-Semmler — er fiel kaum ein paar Wochen später am Chemin des Dames —, hatte ein Loblied angestimmt auf die Schönheit der Frau, in das bald der ganze Chorus eingefallen war. Ein jeder hatte etwas anderes zu erzählen gewußt, zum Preise der Schönheit irgendeiner Frau. Und dann, als der letzte in der Runde geendet hatte und alle voll Erwartung zu ihrem Kommandeur hinüberblickten, dann begann auch der Maior zu erzählen, langsam und ein wenig mit den Worten zögernd, erzählte zum erstenmal aus seinem Leben, erzählte von der Schönheit der Frau, die sich nicht immer in den üblichen Maßen und Normen erschöpfe, sondern oft, wie die Natur selbst, seltsame Wege gehe. „Sehen Sie, meine Herren", sagte er mit seiner ruhigen, überlegenen Stimme, „da Sie nun alle darauf warten, daß auch ich zu Ihnen über Frauenschönheit spreche, so muß ich Ihnen da eine kleine Geschichte erzählen aus meinem Leben, obwohl ich fürchte, daß ich Sie enttäuschen werde: Als junger Oberleutnant verkehrte ich viel im Hause eines namhaften Gelehrten, des Verfassers eines bedeutenden Werkes der Kriegswissenschaften. Er hatte eine Tochter, die mir nicht gleichgültig geblieben war, ein zartes, scheues Wesen von eigenartigem Liebreiz, bas wohl auch mir gewogen sein mochte, aber es immer wieder verstand, ihre Zuneigung hinter einer schönen, herben Kühle zu verbergen. Eines Abends aber, da sie mich schon an die Türe begleitet hatte, und ich länger als sonst ihre Hand in der meinen hielt, faßte ich plötzlich den Entschluß, mich mit ihr auszusprechen. Ich sah sie lange und schweigend an und dabei fiel mein Blick herab auf ihren schönen, steilen Hals und da der Ausschnitt ihres Kleides sich ein wenig verschoben hatte, entdeckte ich einen kleinen, braunen Leberflecken, den ich noch nie gesehen hatte. Im selben Augenblick aber gewahrte ich, wie plötzlich eine heiße Blutwelle in ihr Gesicht schoß und sie in einem Gefühl von Scham und Verwirrung meinem Blicke folgte, so, als fühlte sie sich bei etwas Häßlichem ertappt, das mein Mißfallen erregen könnte und so, als wollte sie meinen Blick zurückrufen, noch ehe er Besitz ergriffen hätte, von dem ängstlich verborgenen und plötzlich preisgegebenen, dem kleinen, unschuldigen Fleckchen an ihrem Halse, das ihr vielleicht als ein Makel ihrer Schönheit dünkte. Es war nichts von verletzter Eitelkeit in ihrem Gesicht, nur eine bange Verstörtheit, eine töricht süße Angst, daß nun das Bild ihrer Schönheit mir getrübt sein könnte durch ein winziges, kleines Mal, das die Natur auf ihre Haut gezeichnet hatte. Sie wollte schön fein, makellos schön, nicht um ihrer selbst, sondern allein um meinet» nrH(en. Da wußte ich zum ersten Male mit Bestimmtheit, daß sie mich liebte. Und ich riß sie an mich zu einem ersten, langen Kuß. Und sehen Sie, meine Herren, seitdem ist die Erinnerung an jene Stunde, in der eine geliebte Frau für mich um einen kleinen Fehler ihrer Schönheit bangte, so viel wert wie alles, was ich wirklich sah an Frauenschönheit." Der Maler mischte eine neue Farbe an, legte frische Pinsel zurecht. Aber noch immer sprach er fein Wort. Nein, die Majorin war nicht recht zufrieden heute mit dem Maler. Hatte er nicht immer so schön von seinen Reisen zu erzählen gewußt? Die Frau Major war jetzt wirklich ein klein wenig böfe auf den Maler. Aber der merkte es gar nicht. Noch immer dachte er an den Major. Ja, so hatte er gesagt, der Major, und die älteren Offiziere und die Hauptleute hatten sich bemüht, sehr würdige Gesichter zu machen und nur die jungen, naseweisen Fähnriche hatten einander verstohlen zugelächelt. Von diesem Tage an aber hatte der Major beim ganzen Regiment nur noch der „Leberfleck" geheißen. Endlich trat der Maler von der Staffelei, legte die Pinsel zusammen und wusch sich die Hände. „Fertig" sagte er und mit einer Kopfbewegung nach dem Bilde hin: „Ich glaube, es ist gut geworden, ich hatte heute eine gute Hand, ich danke Ihnen." Kaum aber war die Majorin vor das Bild getreten, um es zu betrachten, da rief sie voll Erregung aus: „Aber Herr Professor, jetzt haben Sie wirklich auch noch den garstigen braunen Fleck gemalt, und noch dazu so auffallend!" Der Maler tat, als hätte er es nicht gehört und lächelte nur ruhig vor sich hin, indes fein Blick ein Weilchen an dem Hals der Frau Majorin hängen blieb. Aber es mutz ein Seltsames, Wissendes in diesem Blick gewesen sein, denn jetzt begann auch sie zu lächeln, leise und fast ein wenig beschämt und so, als ginge ein Erinnern über ihr Gesicht — wie manchmal, schon mitten im hohen Sommer, noch einmal leis der Frühling gehen mag durch eine seltene, verzauberte Stunde. Oer Darometer-Dogel. Der „Campanero", ein winzig kleiner Vogel mit weißen Federn, ist eins der merkwürdigsten Geschöpfe der südamerikanischen Tierwelt. Man nennt ihn in seiner Heimat auch die „Vogelglocke"; er hat eine ganz ausgesprochene Vorliebe für schönes Wetter, das er stets mit lautem Rufen begrüßt, Rufen, die man mit dem Klopfen eines Hammers auf einem Ambos vergleichen kann. Dagegen bleibt der Campanero völlig stumm, wenn es regnet. Sieht er die Wiederkehr guten Wetters voraus, so beginnt er sich zu rühren und stößt Rufe aus, die in dem Maße lauter werden, in dem das schöne Wetter sich nähert. Scheint die Sonne, und der Campanero hält sich still, so kann man sicher sein, daß schlechtes Wetter im Anzug ist. Jrn Londoner Zoologischen Garten lebt einer dieser merkwürdigen Vögel, der einzige, der sich in Europa akklimatisiert hat. Wie die Wärter behaupten, ist er auch hier ein ebenso unfehlbares wie lärmendes Barometer. Zeitschriften. — Mit einer Betrachtung über „Erziehung und Heimat im Raum der Kirche" leitet Professor D. Dr. Helmuth Schreiner das Oktoberheft der Monatsschrift „Zeitwende" (Wichern-Verlag, Ber- lin-Svandau) ein. Der Aufsatz von Studiendirektor Dr. Georg Müller, dem Leiter der Friedrich-von- Bodelschwingh-Schule in Bethel umreißt aus gründlicher Erfahrung und tiefer Einsicht die Stellung und Aufgabe der evangelischen Schule im Gesamtgefüge des heutigen deutschen Lebens und in der geistigen Situation der Gegenwart. Das Heft will auch eine Hilfe sein für die evangelische Erziehung in Haus und Familie. Deshalb spricht in ihm Esther von Kirchbach aus der lebendigen Erfahrung der Frau und Mutter über „Die Familie als Er- ziehungsmacht", und Renette Schmid gibt in i^ren Betrachtungen „Zum Problem der geschlechtlichen Erziehung" allen Eltern wertvolle, selbstervrobte Winke für die Behandlung dieser schwierigen Frage. Gut fügt sich in diesen Rahmen auch der Beginn eines neuen Werkes der baltische« Dichterin Elsa Bernewitz; denn in diesen „Jahreszeiten" wird in zarter, liebevoller Pastellmalerei das allmähliche Erwachen und Reifen einer Mädchenseele im Kreise einer frommen Familie und in innerem Zwiespalt mit einem mit dem Glauben zerfallenden jugendlichen Detter aeschildert. Nicht zu vergessen ist auch das von Prokessor D Dr. Justus Hashagen gezeich- nete feine Miniaturbild Herzo Ernsts des frommen von Gotha. SJzfporf Dritte Vogelsberg-Geländefahrt der Motorgruppe Hessen des NGKK. NSG. Zum Abschluß der Motorsaison findet am 11. Oktober die 3. Logelsberg-Geländefahrt statt. Start und Ziel zu dieser Veranstaltung liegen in Büdingen. Es ist ein eindrucksvoller Beweis für Sport- freudigkeit, Opferwillen und Kampfgeist der Kraftfahrer in den verschiedenen Organisationen, daß für diese schwere Abschlußprüfung des Jahres 1936 die Nennungen so zahlreich eingegangen sind. Neben 120 Männern des NSKK. beteiligen sich vornehmlich die Wehrmacht, die SS. und die HI. mit starken Feldern. Insgesamt liegen über 200 Meldungen vor. Vor allem die Motorradfahrer müssen bei dieser schweren Fahrt ihr ganzes Können unter Beweis stellen, um durchzuhalten. Ganz besonders zu beachten ist die Einsatzfreudigkeit der Einheiten mit Mannschaften: sie müssen die Strecke zusammen und geschlossen bewältigen und somit besonders beachtliche Leistungen an Fahrkunst und Kameradschaft aufweisen. Die schwierigste Aufgabe haben jedoch sicherlich die Solofahrer, da sie auf sich allein angewiesen sind. Die Aufgaben, die auf der Strecke gestellt sind, werden die Fahrer zu höchster Entfaltung aller Erfahrungen und aller Geschicklichkeit anspornen, um die so heiß ersehnte Plakette als schöne Trophäe einer besonderen Leistung mit nach Hause nehmen zu können. Die Abnahme findet bereits am Samstagnachmittag in Büdingen statt; der Start beginnt am Sonntag 7 Uhr. Durch die Höhen und Wälder rund um Büdingen führt die Strecke und enthält all die Schwierigkeiten, die von einer Geländefahrt erwartet werden dürfen. Gauwaldiaufmersterschast am 25. Oktober in Gießen. Den Abschluß der diesjährigen Leichtathletikwettkampfzeit bilden die Waldlaufmeisterschaften des Gaues am 25. Oktober in Gießen. Am 11. Oktober, also am kommenden Sonntag, finden in den Kreisen die Kreiswaldlaufmeisterschaften als Vorentscheidung für Gießen statt. Am 25. Oktober kommt in Gießen die Gauwaldlaufmeisterschaft über 10 000 Meter im Einzel- und Mannschaftskampf zur Durchführung. Gleichzeitig wird auch eine Gau-Junioren-Meister- schaft der Jahrgänge 1916 und jünger über 5000 Meter, ebenfalls im Einzel- und Mannschaftslauf, ausgetragen. Erprobte Nationalspieler gegen Schottland und Irland. Für das Länderspiel in Glasgow ist die zur Zeit spielstärkste deutsche Elf aufgeboten worden, in deren Reihen eine große Anzahl hocherprobter Nationalspieler steht. Gegenüber der Mannschaft, die die Tschechoslowakei in Prag 2:1 schlug, sind nur auf der linken Sturmseite zwei neue Spieler eingesetzt worden, und zwar Szepan und Urban an Stelle von Lenz und Kobierski. Sonst spielt die Elf, die sich in Prag so hervorragend geschlagen hat, in der gleichen Besetzung. Die an der Nordland- fahrt teilnehmenden Spieler haben im einzelnen folgenden „Länderspiel-Rekord" aufzuweisen. Lehner 23 Spiele, Münzenberg und Janes je 22, Hohmann 21, Jakob und Kobierski je 20, Siffling 19, Szepan und Goldbrunner je 16, Muntert, Kitzin- ger und Elbern je 5, Urban 4, Gellesch 3, Sonnrein, Sold und Rozdjynski je 2. Nationalelf im Flugzeug unterwegs. Bei den großen Entfernungen, die auf der Fahrt nach Schottland und Irland zurückzulegen sind, hat man sich, wie schon bei dem Länderspiel gegen England, Spanien und Portugal, entschlossen, die deutsche Nationalmannschaft im Flugzeug nach Glasgow und Dublin reisen zu lassen. Die deutsche Elf wird sich in Köln sammeln und von dort den Flug am Montag, 12. Oktober, antreten und schon am Tage nach dem zweiten Länderspiel in Dublin, am Sonntag, 18. Oktober, wieder in Köln zurückerwartet. Gauliga-^ußball in Hessen. Der G a u H e s s e n weist für den 11. Oktober drei Meisterschaftsspiele auf. Die beiden Neulinge Kewa Wachenbuchen und Niederzwehren können zuhause spielen. Wachenbuchen wird gegen den SV. Kassel weiter ungeschlagen bleiben wollen und Niederzwehren hat die Absicht, dem Exmeister Borussia Fulda seine Spielstärke zu beweisen. In beiden Spielen kann man mit einem Punktgewinn der Platzmannschaften rechnen. Germania Fulda wird es auf eigenem Platz gegen den augenblicklichen Tabellenführer Hessen Bad Hersfeld sehr schwer haben. Die Hersfelder sind auch in Fulda für beide Punkte gut. Henkel siegte in Meran. Bei dem internationalen Tennis-Turnier in Meran stehen die Entscheidungen nur noch in wenigen Konkurrenzen aus. Am Montag wurden die Endspiele ausgetragen im Frauen- und Männer-Einzel, sowie im Frauen-Doppel und im Kamps um den Mussolini-Pokal. Erfreulich für uns ist besonders der Sieg Henner Henkels über den Oesterreicher Metax-a im Männer-Einzel. In überlegenem Stil konnte er 6:2, 6:2, 6:2 die Meisterschaft von Meran erringen. Nicht ganz so glatt ging es bei den Frauen ab. Wohl stand mit der Teilnahme der französischen Meisterin Mathieu am Endspiel auch die Siegerin fest, doch gab sich die Berlinerin, Fräulein Zehden, erst nach heftigem Widerstand 5:7, 4:6 geschlagen. Einen nicht ganz erwarteten Sieg trugen die Italiener de Stef-ani-Taroni im Kampf um den Mussolini-Pokal gegen die Franzosen Lesueur- Legeay mit 6:4, 6:4, 2:6, 6:4 davon. Leicht sicherten sich im Frauen-Doppel Mathieu-Adarnson den Titel mit einem 6:0, 6:2-Erfolge über die Oesterreicherinnen Kraus-Wolff. Südd. Zucker 1 v. H. nach. Im Verlaufe unterlagen die Kurse bei anhaltend kleinen Umsätzen geringfügigen Schwankungen. Am Rentenmarkt blieben die Kurse für Altbesitz, Zinsvergütungsscheine, Kommunal-Umschul- düng, späte Schuldbuchforderungen und 6proz. Bereinigte Stahlwerke unverändert, fest waren 6proz. zert. Dollar-Preußen mit 74,25 (73,50). Am Auslandsrentenmarkt gaben Ungarn Gold nach behauptetem Beginn auf 14,50 (15) nach, 1913er zogen noch 0,25 v. H. an. Rumänen blieben knapp behauptet, während einzelne Mexikaner 0,25 bis 0,50 v. H. anzogen. Im Freiverkehr lagen österreichisch-ungar. Vorkriegsrenten uneinheitlich. In der zweiten Börsenstunde war die Haltung am Aktienmarkt nicht ganz einheitlich, aber überwiegend fest. Das Geschäft zog aber nicht nennenswert an. Montanwerke lagen meist 0,25 bis 0,50 v. H. über den Anfangskursen. IG.-Farben 172,75 bis 172 nach 172,40, Reichsbank 191 nach 192,75, Ak^ unsicher mit 96,75 bis 97,50 bis 97,65 bis 94,5u nach 97,65, Westdeutsche Kaufhof 56,50 nach 56, fest weiterhin Gement Heidelberg mit 154,50 nach 153 (151). Die später notierten Werte lagen zumeist etwas fester. Im Freiverkehr nannte man: Adlerwerke 102 bis 103, Pokorny 110,-50, Ufa 62, Wayß 6- Frey- tag 123, DDM. 137, Kali Wintershall 129. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse schwächer. An der Abendbörse schwächten sich die Aktienkurse bei sehr kleinen Umsätzen ab, besonders im Verlaufe erfolgten Abgaben der Kulisse. Gegen die Berliner Schlußnotierungen ergaben sich Rückgänge von etwa 0,25 bis 0,75 v. H. Matt lagen AKU. mit 95 bis 93 (94,25). Gement Heidelberg verloren 1,50 v. H. auf 153, von Montanwerten schwächten sich Verein. Stahl auf 114 (115), Rheinstahl auf 148,50 (149,75), Mannesmann auf 112 (112.65) ab; die günstigen Lageberichte boten nur wenig Stütze. IG.-Farben gingen auf 171,25 nach 171,65 zurück, Licht und Kraft —1 v. H. auf 158,25. Zellstoff Aschaffenburg lagen mit 136 behauptet. Am Kassa- markt waren Gebr. Adt zu 47 (49,50) angeboten, Schramm Lack 0,50 v. H. höher mit" 101,50 und Bronzesarben Schlenk plus 1 v. H. mit 89. Deuts ch e Renten tagen sehr still. Von Ausländern bröckelten Ungarn Gold auf' 13,90 (14,10) ab, ferner 5proz. innere Mexikaner auf 6,60 (6,75). Im Freiverkehr Gulden-Russen 0,80 bis 0,85 (0,90). Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 6. Okt. Gemüse: Angebot ausreichend. Nachfrage nach Spinat lebhaft, sonst befriedigend. Preise für Blumenkohl und Spinat leicht erhöht, im übrigen unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl, Stück 20 bis 40; Stangenoder Wachsbohnen 22 bis 25; Eskarol 4 bis 8; Feldsalat 30 dis 40; Salatgurken 15 bis 25; Karotten 3 bis 4; gelbe Kartoffeln, 50 kg 3,00 bis 3,20; Oberkohlrabi 3 bis 5, Unterkohlrabi 6 bis 7; Kopfsalat (Freiland) 4 bis 7, do. (unter Glas) 8 bis 10; Meerrettich 40 bis 45; Pfifferlinge 45, Ghampignon 90; Rettich 3 bis 8; Römischkohl 5 bis 7; Rosenkohl 22 bis 25; Rotkraut 2 bis 4; Sellerie je nach Größe 10 bis 30; Spinat (Blätter) 14 bis 15, do. (Wurzel) 16 bis 18; Schwarzwurzel 20 bis 24; Tomaten (Freiland) 8 bis 15, do. (Haus) 20 bis 22; Weißkrau' 2V2 bis 3; Wirsing 2V2 bis 4; Zwiebeln 5. Obst: Birnen und Zwetschen gut, von Aepfeln nur in mittlerer Güte ausreichend, sonst knapp. Nüsse genügend. Preise für Birnen und Nüsse höher, sonst unverändert. Nachfrage nur nach schönem Obst zufriedenstellend. U. a. notierten: Aepiel I 25 bis 35, II 18 bis 22, Edel I 28 bis 35, Goldparmänen I 28 bis 35, Schafsnase 12 bis 18; B r- nen I 22 bis 28, II 16 bis 20, Mollebusch I 17 bis 20, II 12 bis 15; Kranzfeigen, 25 kg 10 bis 12; Kastanien 24 bis 25; Preiselbeeren 28 bis 30; Quitten 14 bis 18; Trauben 25 bis 28 (ital.), 25 bis 30 (bulgar.), 22 bis 25 (Ungar.); Walnüsse 30 bis 35; Zwetschen 12 bis 14. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 805: Merkblatt für Landwarenhandel und Erzeugung. — 806: Beibehaltung der bisherigen Regelung des Reiseverkehrs Belgiens mit Deutschland. — 807: Zusammenfassung der Bestimmungen über den Warenverkehr mit Süd- und Mittelamerika. — 808: Der neue Frankenkurs im Verrechnungsverkehr mit Deutschland. — 809: Aufhebung der französischen Einsuhrkontingentierung für verschiedene Waren. Schweinemarkk in Schotten. * Schotten, 7. Oft. Auf dem heutigen! Schweinemarkt waren 142 Ferkel auf getrieben. Bei gutem Verkauf verblieb geringer lieber- stand. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 16 RM., 8 bis 10 Wochen alte 18 RM., schwerere Tiers 20 bis 21 RM. „Krass durch Freude" im Dienst deutscher Leibesertüchtigung Treibt Spart bei KdF.! dak. Von den ersten Anfängen des Sportes — in Deutschland wiederbegründet durch den Turnvater Jahn — bis zu den heutigen sportlichen Leistungen ist ein ziemlich weiter Weg. Während früher nur das Turnen geübt wurde, von dem die große Masse des Volkes nur wenig Notiz nahm, hat nach Entwicklung der Leichtathletik und der leichtathletischen Spiele zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Sport einen ungeheuren Aufstieg genommen und ist in allen seinen Ausübungsarten zu einem wahren Volkssport geworden. Die Wichtigkeit des Sportes und somit der körperlichen Erziehung wurde auch von der Ideenwelt des Liberalismus anerkannt, sie hatte aber den Fehler, daß sie die körperliche neben der geistigen herlaufen ließ. Es wurden zwar Leibesübungen getrieben, aber keine bewußte Leibeserziehung. Anders der Nationalsozialismus! Er brach mit dem Nebeneinanderbestehen von körperlicher und geistiger Erziehung, die auf der einen Seite Athleten, auf der andern dagegen geistige Schwächlinge heranzüchtete und stellte als Grundforderung und Endziel auf: Heranbildung des kämpferischen deutschen Menschen. Neben der körperlichen Ertüchtigung in der Schule, in der Hitlerjugend, im Arbeitsdienst und in der Wehrmacht ist 'in den letzten zwei Jahren immer stärker das Reichssportamt in der N S. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hervorgetreten. In den Sportkursen des Sportamtes find besonders d i e Schichten erfaßt worden, die bisher dem Sport- Wirtschaft. Abänderung des Ninderkontingents. FWD. Erwartungsgemäß hat in den letzten Wochen an den Rindermärkten eine Entlastung stattgefunden. Verursacht durch den zunehmenden Weideabtrieb haben die Auftriebe an den Rindermärkten von Woche zu Woche zugenommen. Der Reichsnährstand hat sich daher veranlaßt gesehen, durch die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirt- schäft die im Februar 1936 angeordnete Einschränkung der Rinderschlachtungen und Rindfleischumsätze auf 60 v. H. in der Weise abzuändern, daß der Prozentsatz auf 80 v. H. heraufgesetzt wird. Die Anordnung ist mit Wirkung vom 1. Oktober 1936 in Kraft gesetzt worden. Nächste Viehzählung am 3. Dezember FWD. Laut Runderlaß des Reichs- und Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 1. Oktober 1936 wird eine allgemeine Viehzählung ab 3. Dezember 1936 angeordnet. In Verbindung damit soll auch eine Ermittlung der nichtbeschaupflichtigen Hausschlachtungen von Bullen, Ochsen, Kühen, Jungrindem, Schweinen, Schafen und Ziegen in jedem der drei Monate September, Oktober und November 1936, sowie der in jedem der drei vorhergehenden Monate September, Oktober und November 1936 geborenen Kälber erfolgen. Die Zählung wird wieder vom Statistischen Reichsamt bzw. den statistischen Landesämtern durchgeführt. Die Großstädte haben in diesem Jahre ebenfalls zu zählen. * Fwd. Rhein-Mainischer Garantie- verband, Frankfurt a. M. Im Zuge der Arbeitsbeschaffung, an der auch Kreise des Handwerks, der Gewerbetreibenden und Hausbesitzer sich stärker einschalteten, sind dem Rhein-Mainischen Garantieverband GmbH., Frankfurt a. M., bisher etwa 1750 Kreditanträge über annähernd 5 Mill. RM. zugegangen. Wie der Fwd. erfährt, konnte der Verband davon rund 1365 Anträgen mit einer Kre- geöanfen ziemlich gleichgültig gegenübergestanden haben. Doch schon bald nach den ersten Stunden, die sie in einem der Kurse mitmachten, fühlten sie selbst, wie wertvoll und gesund der Sport sein konnte. Die Untersuchungen, die in dieser Richtung von den verschiedensten Stellen aus durchgeführt wurden, haben ergeben, daß der sportliche Ausgleich nach der Tätigkeit im Büro ober in der Fabrik den Menschen eine größere Spannkraft verleiht, sie wieder lebensfreudiger und damit leistungsfähiger machte. Eine große Bedeutung kommt auch hier dem Betriebssport zu. Viele einsichtige Betriebsführer haben den Wert des Sportes erkannt und in Verbindung mit den Sportämtern in ihren Betrieben die tägliche Sportstunde eingeführt. Der Erfolg der Olympischen Spiele ist vor allem auch der erfolgreichen B r e i t e n a r b e i t des Sportamtes zuzuschreiben. Unermüdlich ist das Sportamt dabei, alle deutschen Schaffenden für den Sportgedanken zu begeistern und alle Sportarten, auch die sogenannten „feudalen", allen Werktätigen zu erschließen. Denn Deutschland braucht gesunde, körperlich ertüchtigte Menschen, um alle Aufgaben zu lösen, die der Führer aufgezeigt hat. Unsere Arbeit und unsere Leistung sind die tragenden Pfeiler im Kampf um die Lebensgrundlagen unseres Volkes. Darum müssen wir Sport treiben. Dr. med. Küster, Sportarzt. ditsumme von 3,4 Mill. RM. nachkommen. Die ziemliche Spanne zwischen gestellten und bewilligten Kreditanträgen erklärt sich daraus, daß unmittelbar nach Gründung des Garantieverbandes eine sehr hohe Zahl von Kreditanträgen mangels Kreditwürdigkeit abgelehnt werden mußte. Inzwischen haben sich die Verhältnisse, übrigens ein Zeichen der echten Wirtschaftsbesserung, insofern günstig entwickelt, als heute schon mindestens 95 v. H. aller gestellten Anträge auch bewilligt werden können. Die Kreditgrenze beträgt im allgemeinn 5000 RM., in besondren Fällen bis zu 20 000 RM. Die Rückzahlungsfrist von im allgemeinen zwei Jahren wurde für neu zu garantierende Kredite bis zu vier Jahren ausgedehnt. Nhein-Mainische Börse. Mittagsbörse: Ueberwiegend fest. Frankfurt a. M., 6. Okt. Die Börse war am Aktienmarkt überwiegend fest, das Geschäft bewegte sich aber in verhältnismäßig engen Grenzen. Es lagen einige Kaufaufträge vor, darunter angeblich auch solche auf Sperrmarkkonto. Die Kulisse beteiligte sich nur in kleinem Umfange am Geschäft. Die durchschnittlichen Erhöhungen betrugen etwa 0,50 bis 1,50 o. H. Von Zellstoffaktien stiegen Aschaffenburger um 3,75 v. H. auf 135,75, auch Waldhof mit 159,25 bis 160 (158) 2 v. H. höher. Montanaktien waren zeitweise etnxis lebhafter bei Besserungen von etwa 1 v. H., Klöckner gewannen 2 v. H., Verein. Stahl 1,25 v. H. und Mansfelder 3 v. H., Hoesch lagen 0,75 v. H. niedriger. Von chemischen Werten blieben IG.-Farben mit 172,40 behauptet, Scheideanstalt gaben 1 d. ft. nach, während Metallgesellschaft 1,65 v. H. und Rütgerswerke 2,75 v. H. fester notierten. Elektroaktien lagen still, Gesfürel 1 v. H. höher, die übrigen Werte voll behauptet. Im einzelnen gewannen u. a. Gement Heidelberg 2 v. H., Reichsbank 1,75 v. H., Daimler Motoren, Westdeutsche Kaufhof, Hanfwerke Füssen und AG. für Verkehr bis 1 v. H., Schiffahrtsaktien bis 0,65 v. H., dagegen gaben Kunstseide Aku 1 v. H., Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. | Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Datum 5-10. 6-10. 5-10- 6-10. 5% Deutsche Rerchsanteihe o. 1927 101,5 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,4 98,4 98,4 98,4 6/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,75 — — 103,5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mii Auslos.-Rechten ............ 116,9 116,7 116,9 117,1 47i% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... — — 100 100 4/2% ehem. 8% Hessischer Bolls- staat 1929 lrückzahlb. 102%) ... 98,75 98,75 98,75 —— 4yt% ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12... 97 97 — •— b-/r% ehem. 4/t% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 100,65 100,75 — — 47i% ehem. 8% Darmst. Komm Lanoesb.GoldichuIdverschr R.t 93,5 93,5 — — Oberhessen Provinz-Anleihe mt> Auslos.-Rechten ............ — — 129 Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 122,65 122,65 122,65 122,75 47i% ehem.8% Franks. Hyv.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 97 97 — 6/2% ehem. 4/,% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 100,65 100,65 5/2% ehem. 47i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 100,75 100,75 100,75 100,5 47i% ehem. 8% Pr. Lanoespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 — 97,5 97,5 47i% ehem. 7% Pr. Landespsand briefanst., Gold Komm. £61.20 95 95 95 95 Steuergutich.Verrechnungsk. 34-38 109,75 109,75 109,8 109,8 4% Oesterreichische Goldrente... _ 37 37,5 38,25 4,20% Oesterreichische Stlberrente 3,6 3,65 3,7 3,7 14,1 4% Ungarische Goldrente....... 15 13,9 14,8 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 12,5 12 12,25 11,6 4/2% t^sgl. von 1913........,. 12,13 12,75 12,13 6% abgest. Goldmerikaner von bs 15,75 15,8 15,5 15,25 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l......... ........... — — — — Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 5.10- 6-10. 5-10 6.10. 4% oesgl. Serie 11 ............ — — — 5% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 9,2 9,1 9,13 9,13 4/2%Rumän.vereinh.Rente».1913 13,4 13,5 13,5 13,4 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier .............. 8,1 8 7,95 8 43 — 43 42,5 Hamburg-Amerlla-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 Reichsbank ................ 12 14,75 15,25 14,75 15,5 — — 38,75 39,4 14,9 15,5 15 15,75 119 118,5 — 118,25 — 124,75 124,5 124 100,5 100,5 100,5 100,65 101,25 101,5 101,25 101,5 101,5 101,5 101,5 101,5 191 191 191 191 A.E.G...................... 0 Bekula..................... 8 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 LahmeyerLCo.............. 7 Buderus ................... < Deutsche Erdöl .............. 4 Harvener................. 2/z Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............3 Mannesmann-Röhren........ 8 37,5 37,9 37,25 37,65 160 160 160,25 160,25 130,75 131 130,75 131,5 159 158,25 158,75 159,25 136,5 136,75 136,25 137,5 143 142,75 143,5 142,4 128,65 129,65 128,65 130 136,5 137,25 138 137,9 158,5 158 159 158,75 198,25 197,75 197,25 197 148,5 149 148 149,5 116,5 116,25 116,5 116,75 141,5 139,5 142,25 140,13 145,5 144,5 145,5 145 116,75 116 115,5 116 177,5 —— 179 180 142 140,5 142 141 122,5 123 122,5 123,25 112,25 112 111,9 112,65 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurS Schlußk. Mittagbörse Datum 5.10. 6 10- 5-10. 6.10. Mansfelder Bergbau....... 6 7i — 159,25 '157 159,75 Kokswerke ................ . 6 —— — 137,75 138,75 Rheinische Braunkohlen .... 12 229 230,5 229 229,75 Nheinstahl ................ . 4 149 148,5 149 149,75 Bereinigte Stahlwerke...... 87i 113,25 114 113 115 Otavi Minen ............. . 0 38,75 39,25 39,25 39 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 126,5 127,75 127 128,4 Kaliwerke Westeregeln...... . 5 126,5 127,25 127,25 127,9 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 183 185 183,65 185 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 172,5 171,25 172 171,65 Scheideanstalt............. .. 9 275 273 — — Goldschmidt .............. .. b 117,65 118,5 118,4 119 Rütgerswerke ............. .. 6 134 136,75 134,5 136,65 Metallgesellschaft........... .. b 140 141 139 141,4 Philipp Holzmann......... .. 4 130 131 130,5 131,4 Zementwerk Heidelberg .... .. V 151 153 Cementwerk Karlstadt....... .. 6 156,5 156,5 Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 107,75 107,4 Aku tAllgemeine Kunstseide) .. O 98,5 93 97,5 94,25 Bemberg................. .. 6 98,5 99 98 99,25 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 158 160 159 159 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 132 136 133,5 136,25 Dessauer Gas ............. .. 7 — —- 114,75 114,75 Daimler Motoren.......... .. O 119,25 119 119,13 119,5 Deutsche Linoleum......... .. 8 168,5 169 168,5 169,5 Orenstein & Koppel........ .. 0 — — 87,25 87,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 55,25 56,75 55,75 56,13 Chade.................... .. 9 — 433 422 432 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 198 — 199 200 Conti-Gummi............. . 11 174 172,5 174,5 173,5 Grttzner.................. .. O 34 34 33,4 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 95 95 Süddeutscher Zucker ....... . 10 212 211 212 211 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. 5 .Oltober 6 .Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld 23 rief duenod Alle 0,694 0,698 0,693 0,697 Brüssel .... 41,91 41,99 41,92 42 Rio de Jan. 0,144 0,146 0,144 0,146 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,77 54,87 54,57 54,67 Danzig.... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,265 12,295 12,22 12,25 Helsingfors.. Paris ..... 5,41 5,42 5,395 5,405 11,63 11,65 11,64 11,66 Holland ... 130,52 130,78 131,62 131,88 Italien .... — — — — Favan ..... 0,715 0,717 0,714 0,716 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,64 61,76 61,41 61,53 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,14 11,1 11,105 11,125 Stockholm... 63,24 63,36 63,01 63,13 Schweiz ... 57,21 57,33 57,20 57,32 Spanien... 26,97 27,03 26,97 27,03 Prag....... — —— — —— Budapest .. — — — — Reuyork ... 2,489 2,493 2,490 2,494 Banknoten. Berlin,6.Oktober Geld .....»rief ■ Amerttanyche Noten.............. 2,452 2,472 Belgische Noten.................. 41,76 41,92 Dänische Noten ................. 54,41 54,63 Englische Noten ................. 12,195 12,235 Französische Noten............... 11,59 11,63 Holländische Noten............... 131,24 131,76 Italienische Noten................ —— •— Norwegische Noten .............. 61,25 61,48 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling —— Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 62,84 63,10 Schweizer Noten................. 57,05 57,27 Spanische Noten................. 25,95 26,05 Ungarische Noten................ — Mittwoch. 7.Oktober 1956 Hr. 235 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen) Wellen auszusetzen. Es ist das eine ungleich Sir muffen um TL Milliarde reicher werden <1 * So dürfen die Nahrungsmittel nicht aufbewahrt werden. (Aufnahme: Landesbauernschaft Hessen-Nassau.) Nachdruck verboten! 17. Fortsetzung. ,490 ft >93 ,92 114 X7 ,57 ,04 22 15 64 62 14 >54 ,41 ,95 105 ,01 ,20 „97 ständig zurück. Die hervorstechendste Beobachtung bei diesem Selbstversuch war die Wärmeempfindung. Wesentlich dabei war aber, daß die Wärme in durchaus erträglichen Grenzen gehalten werden konnte. Durch diesen Erfolg ermutigt, wurde nun eine große Reihe entzündlicher Erkrankungen mit Kurzwellen behandelt. Immer wieder konnte der rasche Heilverlauf beobachtet werden. Zunächst beschränkte man sich auf oberflächliche Entzündungen, um den Ablauf in möglichst guter Beobachtung zu halten. Schließlich ging man auch zur Behandlung von Entzündungen, die im Innern des Körpers vorhanden waren, über und hatte damit das Hauptanwendungsgebiet der Kurzwellentherapie gefunden. Daneben wurden durch experimentelle Untersuchungen, an denen sich eine Vielzahl von Forschern beteiligte, weitere für die Therapie wichtige Erkenntnisse gefunden. Das wesentliche an der Kurzwellenbehandlung ist ja, daß man die Energie praktisch a n jede Stelle des Körpers bringen kann. Mit keiner anderen Methode war es bisher möglich, in der Tiefe des Körpers in einem bestimmten Gebiet annähernd so hohe Temperaturen zu erzielen wie an der Oberfläche. Auch der Diathermiestrom ist dazu nicht in der Lage, da er sich Bahnen bester Leitfähigkeit sucht, also im wesentlichen nur der Blutbahn folgt Bei der praktischen Anwendung hatte es sich zudem gezeigt, daß es gar nicht notwendig war, sehr hohe Temperaturen zu erzeugen, auch bei gelinder, eben angenehm fühlbarer Wärme trat der gute Erfolg ein' Dies legt den Gedanken nahe, daß neben der Wärmewirkung auch noch eine spezifische Wirkung der kurzen Wellen vorhanden sein müsse. Man untersuchte nun vor allen Dingen B a k ter i e n , die durch eine Kühleinrichtung aus einer bestimmten Temperatur gehalten wurden. Dabei ergab sich, daß müssen. Zusammengefaßt läßt sich sagen, daß die Kurzwellenbehandlung eine wertvolle Bereicherung bet physikalischen Therapie darstellt. Das Anwendungsgebiet ist so groß, daß heute sicher noch nicht allß Möglichkeiten erschöpft sind, wenn auch teilweise über das Ziel hinausgeschossen wurde. Zu ihrer Anwendung ist eine gründliche Kenntnis der physikalischen Grundlagen und eine strenge Auswahl geeigneter Erkrankungen erforderlich. In der Hand des erfahrenen Arztes kann sie aber Wertvolles. • fpiften. räumen auch bet den städtischen Wohnbauten größere Aufmerksamkeit schenkt. Stolz erfüllt jede deutsche Hausfrau, wenn sie ihre Speisekammer betritt, in der sie dank ihrer mit Sorgfalt betriebenen häuslichen Vorratswirt- schäft gefüllte Fächer und Regale mit den verschiedensten Erzeugnissen der deutschen Scholle sieht. Diese stellen eine erfreuliche Bereicherung ihres Speisezettels für ihre Familie dar, und geben ihr das stolze Bewußtsein, als einzelne in der Gesamtheit der deutschen Frauen an der Selbstversorgung des deutschen Volkes durch intensive Ausnutzung der gebotenen Früchte mit beigetragen zu haben Leicht ist es ihr nicht immer gefallen, von dem Wirtschaftsgeld noch nebenher eine häusliche Vorratswirtschaft zu betreiben. Aber ihre hausfraulichen Künste haben ihr über diese Klippe hinweg, geholfen, und um so erfreuter ist sie, wenn sie in den Zeiten der Verknappung bei der Zubereitung von Mahlzeiten auf ihre Vorräte zurückgreifen kann und dabei manche Mark für die sonst üblichen Nebenausgaben spart. Bei der Aufbewahrung müssen alle Fehlerquellen vermieden werden. Kellerecken und dumpfe Löcher sind keine Orte für die Aufbewahrung-. Hell und luftig, in übersichtlichen Re- galen, wird die Hausfrau ihre Vorräte immer beobachten können und sie vor Verderb schützen. Jede deutsche Frau, die heute ihre Pflichten wieder in Sinnvolle Vorratswirtschast Hilst im „Kampf dem Verderb" große Erfolge erzielen. 17 Sichen Landwaren- behaltung der hrs Belgiens ssllng der Le- mit Süd- und ranfenfurs int -809; N’ M-nüerung u. m heutig^ iet ausgetrie- ringer lieber« alte Tiere 16 tzwerere W ^697 42 0,146 3,053 54,67 47,1< 12,25 5,405 11-66 13M8 0,716 5,666 61,53 49,05 11,H 53,13 <7,32 27,03 2,494 von Aepfeln fonft tnapp. unb Hülfe r nach schärten-. W°A is N, W’ bis 18; Dr- ujch I 17 bis 7 10 bis 12; 28 bis 30; 28 CM), 25 Walnüsse 30 Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 <472 ,!i> 613“ 63,1“ 57,Z 26,0» „Fritz, was sollte bloß aus mir werden, wenn ich dich nicht hätte!", prostet Leonhardt ihm zu. „Ich ernenne dich feierlich zum Butler oder zum Haushofmarschall, ich werde nächstens in meiner Klause überhaupt nichts mehr zu sagen haben." „Ist ja auch nicht nötig, wenn du dich mal oer- heiratetst, verschwinde ich so wie so. Was willste nun sein: Milchladenbesitzer oder Büchereimann?" Fritz kann es nicht lassen, er muß den Kameraden ein bißchen kitzeln. Aber Leonhardt im Wolde grinst nur. „Deine Eifersucht schießt ganz nett ins Kraut. Ich glaube auch fast, es sind weniger die Bücher, als eine gewisse rundliche Angelegenheit hinter dem Ladentisch, die dich so oft hierherzieht." „Meinste? Du, ick habe vor deinem Scharfsinn immer ’nen gewaltigen Respekt gehabt. Darf ich fragen, wann du mal wieder Dienst machst. Stuf?" „Du kneifst ja, Fritze!", kommt da Herdegen zu Hilfe. „Siehste, ich steh nun auf dem Standpunkt, daß jeder mit seiner Braut alleine glücklich werden soll. Und was den Dienst anbelangt, — wir tun auch welchen, bloß bißchen anders, als du denkst. Morgen geh' ich aber auch mal zur Milchdame, das interessiert einen ja direkt, vielleicht verknalle ich mich auch noch und nun — pennen, Leute!" Nach zehn Minuten ist es dunkel in der Bü- cherei, die Männer fangen an, jeder feinen Ast zu sägen, nur Leonhardt im Wolde kann nicht schla- fen. Er rechnet, bastelt, und sucht nach einer Lö- jung. Dazwischen hinein drängt sich schon Halb- schlaf und mit ihm zwei Gesichter. Das eine ist rotbackig und frisch, das andere schmal und ernst. Leonhardt im Wolde liegt ganz still, um Herdegen nicht zu stören — eine wohlige Müdigkeit über» kommt ihn — er sieht zwei Mädchengesichter lächeln — _ . Mädchen! Wie lange nun weiß man nichts mehr von ihnen, und sie — können doch — so nett sein, die — Mädchen — _ Draußen ist es auch ganz still geworden, ab und 3u hallen die Schritte eines nächtlichen Bummlers vorbei. — Der Mond scheint und bleibt allmählich Sieger über die vielen Lichtreklamen der Stadt, blasse Sterne wollen ihm helfen— Die ganze Stadt versinkt in Halbschlaf und da- mit viel Not, viel Glück, viel Hoffnung m em paar Stunden Vergessen. (Fortsetzung folgt) „Schimpf nicht, Fritz. Ich weiß sehr gut, was ich dem Sparkassenbuch meiner guten Mutter schuldig bin, das ist doch eben die Leihbücherei. Ich sitz hier brav meine Zeit ab und fahr eben abends »rst zu meiner Braut. Das machen andere Männer aus Mangel an Zeit auch so." „Mir wäre lieber, du hättest 'ne richtige Braut, als die dummen Fisematenten mit dem Wagen. Meinste, Ludwig, daß ers schafft? Denn will ich ja nischt gesagt haben." Herdegen frottiert sich gerade sein Gesicht krebsrot, er hat eine ziemliche Planscherei auf dem Fußboden inszeniert. „Wir laden dich hiermit feierlichst zur ersten Probefahrt ein, Fritz!" „Na, bis dahin werden meine Kinder aus den ersten Hofen gewachsen sein, es ist ein Kreuz mit euch, und daß du das auch noch mitmachst, Ludwig — ich hatte dir mehr Verstand zugetraut!" „Truppführer Ladegast! Maulhalten!", donnert da Leonhardt und ist dabei, die schweren Stiefel auszuziehen. „Ist noch ein Stück Brot da? Wir haben zwar gegessen, aber ich weiß nicht mehr, was und wieviel. Mir hats überhaupt den Magen und den Verstand verschlagen, ich habe jetzt nur Hunger!" „Jawohl, Stuf, außer mit Maulhalten kann ich mit Brot, Butter, Käse und Bockwurscht dienen." „Bockwurscht? Wo haste denn die besorgt?" „Denkste denn, ich esse alleine welche? Vom Lieschen sind die. Ick gloobe, mein lieber Stuf, ich gloobe, das Mädchen is —" „Dein Maul sollst du halten. Rin mit der Wurst in den Kessel Und morgen bedanke ich mich selber. Wie gehts ihr denn?" „Den Umständen entsprechend, danke sehr!" sagt Fritz und schenkt das Bier in die Gläser. „Wie wird denn das nun mit der Pennerei? Bleibst du da, Ludwig, ober braust du ab?" „Wenn genug Platz wäre, bliebe ich gern, meine Wirtin zieht immer ein Gesicht und versalzt mir jedesmal den Kaffee, wenn ich spät heimkomme. „Na denn bleib man. Es ist Platz genug in unserer Hütte, Leonhardt kommt mit dir auf Die Knautsch, du bist ja man bloß ’n Hering, und ick penn auf dem Linoleumteppich mit ner Decke. Ich fange erst Mittag meinen Dienst an, da kriege ich wenigstens noch ein paar Augen voll Schlaf. „Bist du bei Fräulein Gottschalk der eleganten Aufmachung begegnet?", fragt Leonhardt dagegen und dreht den Wasserhahn auf. „Der eleganten Aufmachung, nee. Es hat eine Fußböden gewischt und mich auch ins Zimmer geführt —" „Also „unser Mädchen" Schön. Noch was?" „Ich soll dir einen Gruß bestellen, und das Buch wäre fabelhaft. Dann hat sie mich einfach nicht wegjelassen, ick mußte mit Abendbrot essen, na, ick werd doch nid) schämig nein sagen!" „Recht haste. Also, Fritze, wir bauen." Fritz grinst. Er sieht Herdegen an und tippt sich an die Stirn. Dann holt er zwei Flaschen Bier und drei Gläser. Wenn einer verrückt wird, fängts im Kopf an, und dafür ist Bier immer ein gutes Beruhigungsmittel, zum mindesten kann man gut drauf schlafen, und Schlaf hat der gute Leonhardt ja wohl dringend nötig. „So, bauen wolln wir! Auch ganz schon. Was denn? Villa, Rollsfort, — ober —" „Geraten! Natürlich einen Rollsfort. Einen mit allen Schikanen. Die Werkstatt haben wir schon." „Unb zahlen tut bas Ganze ber liebe Gott, natürlich!", erbost sich Fritz. „Das nicht gerabe, aber er hat hoch immerhin nichts Schlechtes mit mir vor Es ist eine lange Kette, mein Junge. Erst mußte ein Kinb ins Wasser fallen, bamit ich zu meinem Wagen kam, unb bann hat Gott sei Dank ber Vater ein so gutes Ge- bächtnis, baß er noch nach zwei Jahren wußte, wer ich war. Der gibt mir also bie Werkstatt unb bas Gelb, mein Junge Was sagste nun?" Leon- harbt ist mit seiner Wäsche fertig, nach ihm krempelt sich Herbegen bie Hembärmel auf. „Unb bie Bücherei? Wer paßt auf bie auf? Das ist einfach Schinbluber, was bu mit ber treibst. Heute haste fedjs Mark Tageskasse. Sechs Mark! Stell bir bas mal bitte vor! Det Jeschäft is ne Golbgrube, sag ick bir, aber du glaubst mir das ja nicht." Leonhardt packt den Kameraden Fritz Ladegast vom Wedding an den Schultern, er lacht ihm in sein gutes, treues und eifriges Gesicht. „Kinder, was seid ihr doch anständige Kerle. Nach euch hab id) mich doch auch wahrhaftig oben in Friesland gebangt. Ihr habt mir schauderhaft » gefehlt . . Kurzwellen als Heilmittel. Neue Ergebnisse der medizinischen Forschung. Von Professor Dr meb. et phil. Hermann Mnh, Direktor ber Universitäts-Frauenklinik unb bes Nöntgen-Znstituts Erlangen - S r frnoi, •he Junens. 6,5 0,50 S 172.75 ;2'75.^u b‘V4,5ö <*) 56, fest n°ch 153 n Zumeist ^erwecke ^Frey. Julien« Inders im >»«ts ^rloren . Ichsüchten instahl auf 112.65) ab; n‘f Stütze. zurück, L Zellstoff Am Kassa, geboten, M.50 unb mit 89. Don Aus. 3-90 (14,10) 6-60 (6,75). 0,85 (0,90). markt. Ise: Ange« aal lebhaft, enlohl und ludert. U. a. i; Stangen« ü 4 bis 8; lis 25; Ka. kg 3,00 bis abi 6 bis 7; iter Glas) 8 fferlinge 45, Mischkohl 5 lit 2 bis 4; not (Blätter) chwarzwurzel 5, do. (Sjaus) rfmg 21 h bis schonendere Behandlung. Von den Hautkrankheiten ist außer den schon erwähnten Furunkeln und Karbunkeln eine weitere große Anzahl entzündlichen Ursprungs. Besonders bei den oft sehr hartnäckigen Ekzemen sind die Kurzwellen wirkungsvoll. Von den Gonokokken, den Erregern der Gonorrhöe, ist bekannt, daß sie sehr temperaturempfindlich find. Man verwendet daher, ähnlich wie bei der Paralyse, bei gonorrhoischen Erkrankungen, die der direkten Behandlung mit desinfizierenden Mitteln nicht zugänglich sind, eine Fieberbehandlung. Auch diese kann man mit vollem Erfolg durch Kurzwellen ersetzen. Das u m st r i 11 e n st e Gebiet für die Kurzwellenbehandlung ist die Behandlung des Kreb- e s. Reiter gibt an, mit ber Wellenlänge von leisten. zu leisten imstanbe ist. Ein äußerst wichtiges Gebiet ist ferner bie große Anzahl rheumatischer Erkrankungen. Hierbei ist ber Erfolg ber Kurzwellen- behanblung erstaunlich, ebenso in ber Behandlung von Nervenschmerzen. Ein vielversprechender Anfang ist ferner in der Behandlung innersekretorischer Drüsen gemacht worden. Weite Verbreitung haben die Kurzwellen auch in der Chirurgie gefunden. Ein besonders dankbares Gebiet sind hier die Erkrankungen der Gelenke und hauptsächlich die schon erwähnten Furunkel und Karbunkel. Narbenbeschwerden trotzen oft jeder anderen Behandlung, und erneute Operationen bringen nur in seltenen Fällen den gewünschten Erfolg. Ein großer Teil aller Frauenkrankheiten sind entzündlichen Ursprungs. Die Umgebung der Gebärmutter, sowie das Bauchfell des Beckens find ein idealer Nährboden für eingedrungene Keime. In solchen Fällen ist von der Kurzwellentherapie viel zu erwarten, denn hier handelt es sich um Entzündungen, die in der Tiefe des Körpers liegen. Der Erfolg ist nicht ausgeblieben. Vor allem gelingt es, eine Abkürzung ber fonft sehr langen Behanblungszeit zu erzielen. In manchen Fällen kann man auch bie Patientinnen vor einer Operation bewahren. Zu ben entzündlichen Erkrankungen, bie ber Frauenarzt zu behandeln hat, gehört auch bie Bruftbrüsenentzün- bung. Hier kann ebenfalls bie Kurzwellenbehanb- luna äußerst erfolgreich sein. Auch bei Hals-, Nasen- unb Ohren- krankheiten leisten bie Kurzwellen sehr gute Dienste. Eiterungen ber Nebenhöhlen sinb ein bank- bares Anwenbungsgebiet, ebenso bie Mittelohr- entzünbung. Für ben Psychiater ist seit Wag - ner-Iauregg ber günstige Einfluß von Fieber auf die progressive Paralyse bekannt. Die fünftlidjen Fieberanfälle werden durch Malariaimvfungen her- oorgerufen. Diese Behandlung birgt insofern eine gewisse Gefahr in sich, als man bas Fieber nicht beliebig eintreten und vergehen lassen kann. Bringt man ben ganzen Körper in ein Kurzwellenfelb, so gelingt es unschwer, Temperaturen großer Höhe zu erzeugen, unb man hat ben Vorteil, jeberzeit abschalten zu können. Im Verlauf ber Forschungen hat sich herausgestellt, baß es in vielen Fällen genügt, nur ben Kopf bes Patienten ben kurzen auch bann eine Schäbigung, ja sogar ein Absterben erreicht werben kann. Besonbers von ber Wiener Schule würben berartige Versuche burchgeführt, sowie bie Abhängigkeit ber Wirkung von ber Wellenlänge untersucht. Danach sollen bestimmte Bakterien auf eine bestimmte Wellenlänge ansprechen. Diese Untersuchungen würben von anberer Seite wieber- holt, ohne aber immer zu biesem Ergebnis zu führen. Die Forschungen in biefer Richtung, ob wirklich neben ber Wärmewirkung eine spezifische Wirkung ber kurzen Wellen vorhanben ist, sinb noch im Gang. Das Hauptanwenbungsgebiet ber Kurzwellentherapie ist bis heute bie Behanblung entzündlicher Erkrankungen geblieben. Dadurch hat sie fast in jede Sparte der praktischen Medizin Eingang gefunden. Der Fortschritt liegt neben der für Arzt und Patienten angenehmen Behandlungs a r t in der Abkürzung der Behandlungs dauer. In der inneren Medizin finden Kurzwellen vielfache Anwendung. Sv sieht man günstige Erfolge beispielsweise bei der Rippenfellentzündung, bei der es zu großen Eiteransammlungen kommen kann. Gelegentlich sind dabei die Patienten in so schlechtem Allgemeinzustand, daß an eine Operation nicht mehr zu denken ist. In letzter Zeit hat man festgestellt, daß auch die Lungenentzündung der Kurzwellenbehandlung zugänglich ist. Ja selbst Tuberkulose wird günstig beeinflußt. Die Erfahrungen darüber sind noch verhältnismäßig spärlich. Es ist dies erklärlich, da man in der Kurzwellenbehandlung zunächst eine verbesserte Diathermie sieht. Und für Diathermie sind akute Entzündungen völlig ungeeignet. Man ist in der Anwendung natürlich äußerst vorsichtig und beschränkt sich vielfach auf verzweifelte Fälle, in denen aber gerade eine neue Methode zeigen kann, was sie Ein noch sehr junges, aber außerordentlich wichtiges Forschungsgebiet der modernen Strahlenheilkunde befaßt sich mit der Anwen- bung ber Kurzwellen in ber Mebizin. Da mit biefer neuen Heilmethobe namentlich in letzter Zeit sehr günstige Erfolge erzielt werben konnten, dürfte unsere Leser eine kurze Darlegung über dieses Thema interessieren. Wir entnehmen die nachstehenden Ausführungen aus der Feder von Professor Mintz, der einer der führenden Gelehrten auf dem Gebiete der Strahlenheilkunde ist, einem längeren Beitrag, den Prof. Wintz in einem demnächst erscheinenden Sammelwerk „Die Welt ber Strahlen" (Verlag Quelle & Meyer, Leipzig) veröffentlicht. Die Bezeichnung „Kurzwellen" stammt aus ber brahtlosen Telegraphie. Diese Wellen würben zunächst von Funktechnikern erforscht unb benutzt. Ihre Wellenlänge — zwischen 6 unb 30 Meter — liegt an ber unteren Grenze ber für bie Nachrichtenübermittlung gebräuchlichen Wellenlängen. Nur so ist ber Ausbruck „kurze unb ultrakurze Wellen" verständlich, zumal doch andere, in der Medizin angewandte Wellen eine wesentlich kürzere Wellenlänge haben. Besondere Verdienste um die Erforschung der kurzen Wellen erwarb sich Prof. E s a u in Jena. Er war es auch, der die merkwürdige Tatsache beobachtete, daß Mücken, die zufällig zwischen die Platten eines Kondensators seines Senders gerieten, tot zu Boden fielen. Auf diese Beobachtung baute nun E. Schliephake, Gießen, auf und führte die Kurzwellen in die Medizin ein. Ihm gebührt der Ruhm, die Methode bis zur Reife für die Praxis entwickelt zu haben. Nach einigen tastenden tierexperimentellen Vorversuchen, bei denen festgestellt wurde, daß die Tiere an Ueberhitzung, also an Wärmewirkung zugrunde gingen, wandte Schliep - hake die Kurzwellen im Selbstversuch an. Er war an einem schmerzhaften Nafenfurunkel erkrankt und fetzte sich nun mehrmals dem Kondensatorfeld aus. Wirklich trat der gehoffte Erfolg ein: in überraschend kurzer Zeit bildete sich ber Furunkel voll- „Jch bin restlos glücklich, Herr ^ntermann! - sagt Leonhardt im Wolde strahlend^ Er druckt den beiben Männern so fest bie Hanb, baß sie sich auf MMernacht^is"'längst vorbei als bie Kameraben die Villa ©Untermann verlassen. Sie. klettern in ihren Wagen und haben dröhnende Kopfe. „Mensch, ich bin restlos hinüber, — krächzt im Wolde und schaltet die Gänge. „Du hast ja gar nichts getrunken, dich hat nur der schnelle Erfolg um geschmissen. Mir will immer noch nicht m den Kopf, wie du auf alle dest We^s heiten gekommen bist. Und daß du f __ meine Idee mitaufgreifst, ist noch erstaunlicher „ vor einigen Stunden hast du mich noch g ch - „Himmelherrgott, Herdegen, vielleicht hat _ieder was auf der Pfanne, laß uns doch „versuch n „Ich soll mitmachen? Mensch — „Ich sehe keinen Grund, warum du nein sagen sollst," schreit Leonhardt nud gibt noch ein bißchen „Su^bift — ach, Mensch, wenn du jetzt emMab- chen wärest, kämste nicht lebenbig nach Hause! „Ehrt natürlich, alte Haut! #nmmpn sind Als sie in die Würzburger S/rahe kommen, sind die drei Schaufenster vorschriftsmäßig erleuchetet. De3brab^fmir jNÄch- N°cht°u-°nl Jetzt a°ht- auf ein Uhr! Eine halbe Stund- hatt<- ich noch ab- gewartet und dann die P°U,°, *’* Fritz, der behauptet, noch kein Auge zugetan zu haben vor lauter Angst. npnnn» „Warum bist du denn nicht 5" Mutternt gcgan. gen, Fritz? Ich habe dir doch gesagt, du sollst Den ö. «SraiwfaSr"»« ’S einen geichlagenen Tag me Knipshauschen und mache Rätjelraten um deine Karrer « 3,40 Meter im Tierversuch eine bösartige Geschwulst zur Rückbildung gebracht zu haben. Alle Versuche, dieses Ergebnis auf Krebs beim Menschen zu übertragen, sind aber bisher fehlgeschlagen. Auch hiek wird erst die Zukunft die volle Klärung bringen MMttülllM Roman von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., H Berlin SW 68 Die nationalsozialistische Marktordnung i weift der landwirtschaftlichen Produktion die Wege, j die für bie Absatzmöglichkeiten ber Erzeugnisse bie sichersten sinb. An bie Seite ber Marktorbnung tritt als ergänzenbe Maßnahme eine sachgemäße unb sinnoolleVorratswirtschaft. Der Tätigkeitsbereich ber Frau unb Mutter ist im Kampf um die Erhaltung ber aus eigenem Boben ftammenben Erzeugnisse außerorbentlich umfangreich. Gerabe im Kleinen muß durch fachgemäße Behanblung ber Nahrungsmittel unser beutsches Volk vor Vernichtung großer Werte geschützt werben. In den letzten Jahrzehnten ist die früher übliche Vorratswirtschaft in ben städtischen Haushalten immer mehr eingeschränkt worben. Da man sich jeberzeit mit allen erwünschten Gütern in beliebiger Menge an ben Märkten versorgen konnte, verzichtete man auf bie häusliche Vorratswirtschaft, burch bie früher ein Ausgleich zwischen ben Zeiten starken unb schwachen Anfalls von Lebensmitteln herbeigeführt würbe. Die Vorratsräume in ben ftäbtischen Wohnungen würben immer stärker vernachlässigt, so baß heute eine Vorratswirtschaft, wie sie gewünscht wirb, vielfach überhaupt nicht mehr möglich ist. Der Reichsbauernführer hat bereits vor einigen Monaten auf bie Notwenbigkeit hingewiesen, ben Vorratsräumen beim Bau stäbtischer Wohnungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Auch in ber Stabt soll bie Hausfrau Dorratswirtschaft treiben. Wenn wir bie Erzeugnisse ber beutschen Scholle in bester Weise verwerten wollen, bann müssen wir eine vernünftige Hauswirtschaft betreiben. Diese hat aber zur Voraussetzung, baß man ben Vorrats-1 W ■ . ; £. ' z' z• Drei Kahenanaen — brd Maae«. * dem Alltag". — Gloria-Palast, Seltersweg ral Am * nen 70. Geburtstag begehen. Prof. Dr. Roloff usw. n aus sie S-- der an sei- Auskunft und Anmeldung durch die schule der DAF.. Gießen. Schanzenstraße mer 5 Fernsprecher 3275 Lehrgang für Fuhrleute, Kraftfahrer .,Mo- „Das der Volkswirtschaft erkennt, wird sich zielbewußt in den Kampf gegen den Verderb einschalten und an ihrer Stelle dafür Sorge tragen, daß die Erzeugnisse der deutschen Scholle, die mit Mühe und Schweiß von deutschen Menschen dem deutschen Boden abgerungen wurden, vor Verlust geschützt werden und wird durch diese Kleinarbeit in ihrem eigenen Haushalt mithelfen, die Unabhängigkeit Deutschlands in seiner Ernährung und damit in seiner politischen Freiheit zu sichern. Die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront beabsichtigt, auch in diesem Winterhalbjahr wieder einen Lehrgang für Fuhrleute, Kraftfahrer usw. einzurichten. Zur Behandlung kommt die neueste Verkehrsordnung. In Anbetracht der Wichtigkeit der zu behandelnden Fragen haben wir die Gebühr für den Lehrgang auf nur 2 RM. zuzüglich 0,20 RM. Versicherungsgebühr festgesetzt, um allen Interessenten den Besuch zu ermöglichen. Auskunft und Anmeldung durch die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront, Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 5, Fernsprecher 3275. fest gefeiert wurde, das einen annähernden Erfolg wie das Winzerfest hatte. Das diesjährige Winzerfest findet nun vom 10. bis 12. Oktober in der Gießener Volkshalle statt. Wer die Gießener Volkshalle noch vom vorjährigen Fest in Erinnerung hat, wird sie dieses Jahr kaum wiedererkennen, denn die Ausgestaltung wird in diesem Jahr in ** Gießener Ehrendoktor gestorben. Der Ordinarius der systematischen Theologie an der Universität Jena, Geh. Kirchenrat Professor D. Dr. Heinrich Weinel ist im 63. Lebensjahr gestorben. Er war Ehrendoktor der Gießener Universität und stammte aus dem Kreise Büdingen. 1899 habilitierte er sich in Berlin, ging 1900 nach Bonn, wo er gleichzeitig Inspektor des Evangelisch- Theologischen Stiftes war und folgte 1904 einem Rufe als Extraordinarius an die Universität Jena. ** Eine Siebzigjährige. Ihren 70. Geburtstag feiert Frau Bianca von Bienen- stamm, Asterweg 16. Sie wurde 1866 in der Domfurie in Brandenburg a. d. H. geboren, wo ihr Vater, der spätere Generalmajor Frhr. von Puttkamer-Jassen, der bereits bei der Erstürmung der Düppeler Schanzen mit dem Pour le merite ausgezeichnet worden war, Chef des 35. Infanterie- Regiments war. 1898 verheiratete sie sich mit dem Kurländer Peter von Bienenstamm, mit dem sie nach Livland zog. Infolge der russischen Revolution 1905 mußten sie nach Deutschland fliehen und ließen sich in Danzig-Langfuhr nieder. Vor einigen Jahren kam die alte Dame, die trotz erlittener Enttäuschungen sich einen gesunden Humor bewahrt hat, nach Gießen. In bester geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit verfolgt sie die Tagesereignisse und war schon frühzeitig in der RS.-Frauenschaft tätig. ** D i e öffentliche Ziehung der Auslos u n g s r e ch t e zu den Ablösungsanleihen der Stadt Gießen für das Jahr 1936 findet am Dienstag, 20. Oktober, im Stadthaus, Bergstraße, statt. Auf die heutige Bekanntmachung sei besonders aufmerksam gemacht. ** Lieferungsvergebung. Die Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstalt gibt bekannt, daß sie die Lieferung von 1500 Zentner gelbfleischiger Speisekartoffeln und 100 Zentner Kuhmist zu vergeben hat. Näheres über diese Lieferungs- oergebung ist im heutigen Anzeigenteil zu lesen. ** Meisterprüfungs-Vorbereitungs- k u r f e. Die Kreishandwerkerschaft Gießen fordert in unserem heutigen Anzeigenteil die interessierten Handwerker zur Anmeldung an einem Buchführungs- Vorbereitungskursus auf. Näheres in der Anzeige. ** Die Sperrzeit fürTaubenist von der Stadtverwaltung auf die Zeit vom 7. Oktober bis 7. November festgesetzt worden. Die Taubenbesitzer seien auf die heutige Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Laune der Natur. Heute morgen wurde uns das Beweisstück einer merkwürdigen Laune der Natur in die Schriftleitung gebracht. Verwaltungsinspektor Lorenz Eifert (Schiffenberger Weg 9) hat in seinem Garten am Rodtberg 03 einem seiner Himbeerbüsche einen Zweig entdeckt, der mit einer Anzahl reifer Beeren geschmückt muK< Außerdem zeigte der Zweig noch einen weiteren reichen Beerenansatz. Es ist sicherlich nicht alltäglich, eine solche Ernte in den kühlen Monaten des Herbstes halten zu können. Zur Erhöhung der Verkehrssicherung hat die Reichs- Verkehrswacht ein Zeichen erdacht, das die Zahl der Anhänger anzeigt. Sie legt jedem Lastwagenbesitzer nahe, wenn er mit einem Anhänger fährt, zwei Rückstrahler in Dreiecksform links unten anzuhängen. Der Ueberholende weiß bann, daß er zwei Wagen zu überholen hat. Wenn zwei Anhänger mitgeführt werden, sollen drei Dreiecks-Katzenaugen angebracht werden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Verwaltungsstelle 19. Wir bitten unsere Mitglieder aus der Deutschen Angestelltenschaft, ihre alten Mitgliedsbücher bzw. Karten an den zuständigen Ortsgruppen- oder Betriebsgemeinschafts-Walter gegen eine Gebühr von 50 Rpf. zur Umschreibung einzureichen. Die Lehrgänge der Arbeitsschule der DAF. beginnen! Die Arbeitsschule der DAF. gibt allen Schaffenden die Möglichkeit, sich im Rahmen ihres Berufes weiterzubilden. Die Arbeitsschule der DAF. erwartet aber auch, daß alle Schaffenden von dieser Möglichkeit regsten Gebrauch machen. In Kürze beginnen folgende Lehrgänge: Kurzschrift, Maschinenschreiben, Deutsch, Kaufm. Rechnen I. u. II. Buchführung I u. II, Abschlußtechnik, Durchschreibduch- führunq. Plakatschrift f. Anfg. u. Fortgeschrittene, Englisch und Französisch f. Anfg. und Fortgeschrittene, Textilwarenkunde, Fachzeichnen f Tischler, Lehrgang f. Schriftsetzer usw., Technisches Rechnen, Lehrgänge für Kraftfahrzeug-Handwerker u. a. m. Es ist Pflicht eines jeden, sich die Kenntnisse anzueignen bzw zu erweitern, die notwendig sind, um eine berufliche Leistungssteigerung zu erzielen. Darum prüfe auch du. wo sich noch Lücken im beruflichen Wissen befinden und melde dich noch heute zu dem in Frage kommenden Lehrgang. einem völlig neuen Rahmen gehalten. Es wird für jeden Besucher bestimmt eine Freude sein, allein diese Halle zu betrachten. Zum Ausschank gelangen die (Siebener Patenweine. Das Glas kostet 25 Vf., einschl. Bedienung. Es ist allo jedem Volksaenossen möalich. ein paar frohe Stunden auf dem Gießener Wmzerfest zu verleben. Die SA.-Standarten-Kapelle 116 svielt zum Tanz auf und wird die bekannten Rheinlieder erklingen lassen. Der Eintrittsvrois einschl. Tanzgeld beträgt in diesem Hahr 40 Pf., so daß die Prelle auch in dieser Hinsicht kleiner geworden sind. Um das lange Stehen an der Kasse zu vermeib"n. Hnb Karten im Vorverkauf zu haben bei: Musikhaus Challier, Neuenweg, Schakvlabenhaus Hunt-mann, Selters- weq. Kreisdienststelle „K d. F.", Schanzenstraße 18, Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: und sämtlichen B"triebswarten. Die Reisezeit 1936 geht zu Lude! Die letzten Urlaubsfahrten sind vom 10. 18. Oktober nach Thüringen. Eine Frauenparadies" — Evangel. Bekenntnisgemeinde, 20.15 Uhr, Vortrag von Lic. Kreck, Frankfurt a. M., „Das Abendmahl nach A-mussens Christenlehre" im Johannessaal. — 16 und 20.30 Uhr, Kaffeestunde mit Wäsche-Modenschau im Hotel Hindenburg Sladttheater Gießen. Heute abend findet die Aufführung des rheinischen Volksstücks „Der Sprung aus dem Alltag" statt. Lustspiel von Heinrich Zerkaulen. Spielleitung: Fritz Walter. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr. Mittwoch-Miete. 3. Vorstellung. Ortsgruppe Gießen der Kneipp-Bewegung. Am morgigen Donnerstag veranstaltet die Ortsgruppe Gießen der Kneipp-Bewegung im „Bayerischen Hof", Bahnhofstraße, einen Vortrag über die „Heilkraft des Wassers". Auf die heutige Anzeige fei hingewiesen. Prof. Dr. Roloff 70 Jahre alt schönsten Urlaubsfahrten führt in das Gebiet, dessen Schönheit bekannt ist Lichte, Ernstthal. Neuhaus, Steinheid. Limbach, Siegmundsburg, Scheibe, Alsbach, Lauschau sind die Orte, die dem Urlauber nlles bieten, was seiner Erboluna dient. Herrliche Svaziergänge in dem gesunden Klima aeben dem Urlauber neue Kraft für die Arbeit. Wanderunaen in hi" 1lm'>"huna mm B"ifni"s wr A"fte ^nhitra. zum Rennsteig, gestalten den Aufenthalt abwechse- lungsreich. D'" Fahrt geht mit Omnibussen in Frankfurt a. M ab am 10. Oktober, vormittaas 9 Uhr. Der Teilnehmervreis beträgt 3\50 Mark. Vom 21. bis 27. Oktober nach Berlin. Den Abschluß des Fahrtenvroarammg in diesem Sichre bildet eine Fahrt zur Reichshauvtstodt. In sechs Taaen bietet sich dort G"l-aenHeit, Berlin und f»tn° zahlr-ichen S"b"nswürdiakeiten, wie National- Mnlerie, Peraamon-M'iseilm, Zeughaus, Ehrenmal, ftunfturm und das Reichssvortfelb zu besichtigen. Fahrten in die Umaebuna her Reichshauvtsiaht zum Wannlee, nach Vnt«;ham ulw. aeb°n aleichfalls G»- feaenhoit, neue Einh^ncke iu vermitteln. So bietet diese Fahrt fo viel Abwochllunasreiches und fo nies» Crl"dnisse h"tz pa, sich schon verlohnt, daran t»il- zunebmen. Anmeldungen w-wden auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, entgegengenommen. 3m Dienste des deniscken Liedes. Werbewoche der Reichsbahn-Gesangvereine. Innerhalb der Deutschen Reichsbahn mit ihren rund 700 000 Bediensteten hat das deutsche Lied eine gute Pflegestätte. Schon feit etwa 80 Jahren haben sich fangesfreubige Eisenbahner in Eisen- bahngesangvereinen zusammengeschlossen und verschönern die ernsten und geselligen Veranstaltungen, Kameradschaftsabende und Jubiläen durch ihre Vorträge. Viele Vereine haben ihr Können derartig vervollkommnet, daß sie mit Konzerten vor die Oeffentlichkeit treten und weit über ihre Heimatstadt hinaus einen guten Ruf genießen. Dielen Pionieren des deutschen Liedes ist ihr unermüdlicher Eifer um so höher anzurechnen, als sie trotz unregelmäßigem Tag-, Nacht- und Sonntagsdienst und angestrengter körperlicher Beanspruchung die Chorproben besuchen. Sie pflegen neben den schönen alten Volksliedern das neue Liedgut des dOy Me deutsche Arbeitsfront lL5.=üemeinf(haft „fifaft durch Freude" Gießen hört den Führer. Eröffnung der Winterhilfswerks 1936/37 vor stark besuchten Gemeinschastö empfangen in Gießen. welen. der uns herausgerissen habe. Jeder von uns müsse sich fragen, ob er seine Pflicht ganz getan habe. Jetzt wollten wir alle die Versicherung abgeben. mehr als bisher zu h-lfen. Dank gebühre besonders den Helfern der NSV. für ihre opferbereite Arbeit: er wisse, daß sie auch im kommenden Winter wieder ihre Pflicht erfüllen werden. Dann gab der Ortsgruppenleiter noch einen kleinen Ausschnitt aus der Arbeit der Ortsgruppe Gießen-Süd in den letzten Jahren. Vor allem gab er einige Zahlen bekannt, die die Grösie des Hilfswerks bei der Ortsgruppe Gießen-Süd betrafen. Mit nochmaliger Aufforderung, dem Führer für die Freiheit und Wohlfahrt unteres deutfchen Volkes zu danken, tchloß der Ortsgrurwenleiter mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer die eindrucksvolle Kundgebung. Winzerfest vorn 10. bis 12. Oktober in Gießern Das Gießener Winzerfest, das erstmalig im Jahre 1934 unter dem Motto „Leere Fässer für Winzer" gefeiert wurde, fand derartigen Anklang bei der oberhessischen Bevölkerung, daß sich die NSG. „Kraft durch Freude" entschloß, dieses Fest jedes Jahr zu wiederholen. Der Erfolg im Vorjahr zeig: denn auch, daß in Gießen bis jetzt noch kein Volk- . .. Mittwoch, 7. Oktober, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS. Frauenschaft em= gesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, b"n Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarte zur Quittung»- fpannter Aufmerksamkeit verfolgten alle die Ausführungen des Reichspropagandaminifters Dr. Goebbels und des Führers Adolf Hitler. Zum Abschluß der Veranstaltung hielt Ortsgruppenleiter Kreuder eine kurze Ansprache, in der er seiner Freude über den starken Besuch des Abends Ausdruck gab. Dann wies er auf die kommenden Aufgaben im Dienste des Winterhilfswerkes hin. Er forderte besonders die Jugend auf, mitzuhelfen am Gelingen des Winterhilfswerkes, ha gerade die Jugend manche Aufgabe in diesem Hilfswerk bewältigen könne, die den Erwachsenen schwerer zu lösen möglich sei. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und mit den gemeinsam gesungenen ersten Versen des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes beschloß die Ortsgruppe den Abend. Ortsgruppe Gießeu-Mitte. Der Große Hörsaal der Universität erwies sich als zu klein für den Gemeinschaftsempfang der Besucher aus der Ortsgruppe Mitte, die sich hier um den Ortsgruppenleiter Horst scharten. Es war für einen ausgezeichneten Empfang gesorgt. Ortsgruppenleiter Horst begrüßte die vielen Volksgenossen, die hier in der Gemeinschaft die Eröffnung des Winterhilfswerkes miterleben wollten. Nach der Rede des Führers vereinigten sich die Volksgenossen mit allen denen, die in Berlin und im Reiche die Feierstunden miterlebten, in dem gemeinsamen Gesänge der Nationallieder. Sie stimmten frudig in das vom Ortsgruppenleiter ausgebrachte Sieg-Heil auf den Führer ein. Ortsgruppe Gießen-Süd. In der reichgeschmückten großen Tageshalle des Studentenhauses am Leihgesterner Weg hatte am gestrigen Abend die Ortsgruppe Gießen-Süd ihren Gemeinschaftsempfang. Bis auf den letzten Platz füllten die Partei- und Volksgenossen den Saal. Vor allem die Politischen Leiter der Ortsgruppe, die Walter und Walterinnen der NSV., die Ma- rine-SA., HI., BDM. und NS.-Frauenschaft waren stark vertreten. Der Propagandaleiter der Ortsgruppe Gießen-Süd, B l i n z i g , eröffnete nach dem Fahneneinmarsch den Abend. Mit lautloser Stille wurde die Uebertragung angehört. Nach den beiden Nationalliedern sprach der Ortsgruppenleiter I Heinz Holländer das Schlußwort. Jeder er- möchte. Ortsgruppenamtsleiter der NSV. Jöckel, machte sodann die Mitarbeiter der NSV. mit den nächstliegenden Aufgaben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bekannt Oisarvpve G eken-Ost Im Schützenbaus vereinigte die Ortsgruvve Gie- ritzlr-iche Volksg-nasfen zum G"mein- schaftsempfang der Rundfunkübertragung. Mit ge- wurde am 7. Oktober 1866 zu Ober-Röblingen (Provinz Sachsen) geboren, besuchte die Gymnasien in Eisleben und in Berlin und bestand Ostern 1886 am Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin die Reifeprüfung. Er studierte dann in Tübingen und in Berlin. Im Jahre 1891 wurde er zum Doktor der Philosophie promoviert. 1898 habilitierte er sich in Berlin, wo er vom Wintersemester 1898 bis zum Wintersemester 1908/09 als Privat- dozent der Berliner Universität wirkte. Seit 1. April 1909 lehrte er als ord. Professor an der Universität Gießen, deren Rektor er vom 1. Oktober 1921 bis 30. September 1922 war. Am 1. April 1935 trat er unter Anerkennung seiner langjährigen ausgezeichneten Dienste in den wohlverdienten Ruhestand. Er verlegte im Frühjahr dieses Jahres seinen Wohnsitz nach Berlin. Professor Roloff erwarb sich durch seine vortrefflichen menschlichen Eigenschaften, wie auch durch feine hervorragenden Leistungen als Wissenschaftler und Hochschullehrer in Öen Kreisen der Universität und darüber hinaus weithin in Stadt und Land größte Wertschätzung. Er beschränkte sich nicht darauf, seinen Schulern in den Vorlesungen die Früchte seiner wissenschaftlichen Forschungen und feiner geschichtlichen Erkenntnisse zu übermitteln und ihnen damit eine gute Ausrüstung für den Lebensweg zu geben, sondern er ließ auch weite Schichten der Volksgenossen in Stadt und Land durch Schrift und Wort teilhaben an seinem reichen Wissen und an seinen klaren geschichtlichen Feststellungen. 11. a. sprach er als geschätzter Mitarbeiter des „Gießener Anzeigers" in unseren Spalten häufig zur breiten Oeffentlichkeit, insbesondere im Rahmen des deutschen Kampfes gegen die Kriegs- schuldlüge. Ferner stellte er sich in öffentlichen Vorträgen in Gießen und in zahlreichen anderen Städten dem Dienst für sein Volk zur Verfügung. Wenn heute auch eine große räumliche Entfernung zwischen ihm und seinen vielen Gießener und ober- hessischen Freunden und Bekannten liegt, so ist doch die Verbundenheit unserer engeren Heimat mit diesem ausgezeichneten Gelehrten und echt deutschen Manne unvermindert erhalten geblieben. NG.-Lehrerbund, Ziehen. Geschichtliche Arbeitsgemeinschaft. Donnerstag, 8. Oktober, 17.30 Uhr, im Seminarzimmer der Oberrealschule. Dritten Reiches und bemühen sich, auch ihre Berufskameraden für den Männerchorgesang zu gewinnen. Unter diesem Gesichtspunkt führt die Vereinigung der Reichsbahn-Gesangvereine im Deutschen Sängerbund, der etwa 250 Vereine mit 20 000 Mitgliedern angehören, einheitlich eine große Werbewoche durch. Es ist erfreulich, daß sich der deutsche Eisenbahner aus eigenem Antrieb in so reger Weise der Werbung annimmt. In unserer Stadt besteht als Reichsbahn-Gesangverein die Gesangsabteilung der „Fachschaft Lokomotivführer" Diese Gesangsabteilung besteht feit 1912 und hat sich seit dieser Zeit trotz besonders schwierigen Verhältnissen infolge des unregelmäßigen Dienstes, die Pflege des deutschen Männergesangs und damit deutscher Kultur zur Aufgabe gemacht und sich schon oft in den Dienst der Volksgemeinschaft gestellt. Diese Gesangsabteilung wird im Kreise der Berufskameraden in dieser Werbewoche noch manchen Berufskameraden auffordern, sich mit in den Dienst der Pflege des deutschen Liedes zu stellen. Amt für Do'k<-wohtfahrt. Gießen-Mtte. Velr. Pfundsammlung. 1 51°°'^» t», DK (MÄ tot» SW w» W' & ®ol(< r»sÄ t®4 ’ „He dl-I- i®«#,,, ,rfajfen ÄS s» - Ftä ^UnireÄ toir md vorMüch M ist nicht fo, daß w gleichen darf nnt Mt scharfem » I'jen fallen dem ahe dem $6er rter Manneszua Maus fjat bei der Ausübung V it dennoch die ed vt es nur mögua (iM eine Schr dschaft im studen neigen durchlau zialer Hinsicht ihre ne Gemeinschaft ie suh aufbaut c ucht und unbedingte etan und gesagt Hal „lorgler und Feiglir gerade, ehrliche Ker den können. Eine1 und wenn nur noch zusetzen, wo- ihre Nmn Aktivisten u: fladjläufern, und di fidjt der zukünftig Mr formen unb t meMSMÄMs unseren ÄnfcMr geeignet ist, muf erfüllt dann sein gen der Partei, innerhalb der h muß er Verzicht! Reichsminister 9 und Uniform gc stellen, daß wir marschieren, und nach außen doku setzt und in all! Studenten d Das Wort vor auch deinen Fell S5, nchtunggeben Mtshaus, d. h. selbst sein und d -ltetem gründlich cchulungsarbeit t E aller Schärfe ans nicht, mit viel Qmaftbar angesehe, öen' unb mir mer ">* Hefe aufft ®05 8Ut ift für m , «s!"d und d°- Lebens ist s» Mn. und ’i W gegenüber». Aus der Provtnzialhauptstadt Stadt im Abendlicht. Es ist etwas Eigenartiges um diesen Vorgang. Ein geheimnisvoller Reiz geht von ihm aus, der eine magische Anziehungskraft besitzt. Liegt es an unserer Empfänglichkeit für die Erscheinung des Lichtes schlechthin oder ist es die Tatsache her lieber- gangswochen, die uns seelisch bewegt? Jedenfalls lockt uns das abendliche Licht der Stadt in verführerischer Weise. Wenn nach dem Einfallen der Dämmerung die Lampen erstrahlen und die Schaufenster blitzen, kommt der Gedanke an einen Bummel durch die Geschäftsstraßen geradezu wie von selber. Und fo man Zeit dafür besitzt, soll man diesen Bummel auch getrost machen. Denn er führt mitten hinein in quirlendes buntes Leben, das sich in tausendfältigen Lichtreflexen zeigt und unsere Phantasie bewegt. Es ist kein Zweifel: die Geschäftsinhaber wissen darum und haben deshalb den Auslagen ihrer Schaufenster große Sorgfalt angedeihen (offen. Das glänzt und glitzert in prachtvollster Weife, das leuchtet in zarten und satten Farben und ladet immer wieder zum Verweilen und genießerischen Betrachten ein. Gewiß, der Geschmack ist verschieden, und während die Frauen mit größter Anteilnahme jene Schaufenster bevorzugen, wo kleidsame Sachen sich kokett oder diskret anpreifen, haben die Männer mehr Neigung für andere Geschäfte. Für Buchhandlungen zum Beispiel, oder für Schaufenster mit Radiogeräten. Andere gewinnen wieder den Auslagen der Zigarren- und Delikatessenhändler erhebliches Interesse ab, und wo Backwaren, Schokoladen unb ähnliche Genußmittel sich feilbieten, sind die Neigungen beider Geschlechter gleichermaßen verteilt. Erfreulicherweise gibt es außerdem aber noch zahllose erleuchtete Anziehungspunkte der verschiedensten Art, deren Wirkungsgrad sich wohl nach persönlicher Einstellung, nicht aber nach der Zweiteilung der Geschlechter richtet. Es ist auf alle Fälle unterhaltsam, durch die Straßen zu schlendern, den Geschäftsverkehr zu beobachten und die Stadt im Abendlicht zu genießen Ein roenia Kälte spürt man freilich dabei, unb an zugigen Ecken pfeift der Winb Aber bas gehört zu biefer Jahreszeit, bie uns nachbrücklich auf den Winter vorbereitet. Noch einige Wochen hin. unb die Dorweihnachtszeit wird beainnen. Unb manchmal meint man in den abendlichen lichter st'illten Geschäftsstraßen auch jetzt schon einen Hauch davon zu verspüren. H. W. Sch. Äorrwiizen Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr, ..Der Sprung aus Arn heutigen Mittwoch, 7. Oktober, kann frühere ord. Professor für Neuere Geschichte Der Universität Gießen Dr Gustav Roloff Der Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler hat am gestrigen Sienstagabenb, im Anschluß an ben Rechenschaftsbericht bes Reichsrninisters Dr. Goe b- b e I s über bas vorjährige Winterhilfswerk, mit einer großen Rebe bas Winterhilfswerk 1936/37 eröffnet. Die Kreisleitung hatte, um allen Volksgenossen Gelegenheit zum Hören ber Reden zu geben, Gemeinschaftsempfänge in bie Wege geleitet, die innerhalb ber einzelnen Ortsgruppenbereiche stattfanben. Neben ben vielen Volksgenossen, die zu Hause am Rundfunk den Worten von Dr. Goebbels unb ber Rebe bes Führers lauschten, fanben sich in ben Versammlungslokalen große Scharen von Männern unb Frauen, sowie männlicher unb weiblicher Jugenb zum Gemeinschaftsempfang ber Reben ein. Ueberall lauschte man mit großer Spannung ben beiben Reden, lieber ben Verlauf biefer Gemeinschaftsempfänge ist folgendes zu berichten: Ortsgruppe Gießen-Nord. Der Saal des Cafe Leib war vollbesetzt, als Ortsgruppenleiter Thomas mit kurzen Worten ben Abenb eröffnete. Dann horten bie Versammlungsteilnehmer bie Uebertragung der Reden, wobei es bei besonders markanten Stellen der Führer-Rebe an ber beifälligen Zustimmung der Besucher nicht fehlte. In bas vom Führer am Schlüsse feiner Rebe ausgebrachte unerschütterliche Gelöbnis des steten, tatbereiten Einstehens für unser deutsches Volk unb Vaterland stimmte die große Versammlung begeistert ein. Dann schloß Ortsgruppenleiter Thomas bie Uebertragung mit dem von ber Versammlung freubig aufgenommenen Gruß unb Treugelöbnis an ben Führer. Im Anschluß an bie Kundgebung versammelte Ortsgruppenleiter Thomas die Politischen Leiter ber Ortsgruppe, bie Amtswalter unb Amtswalterinnen, sowie bie Helfer unb Helferinnen der NS- Volkswohlfahrt im engeren Kreise um sich, um ihnen im Namen der Partei für ihre hingebungsvolle und stets pflichtbewußte Mitarbeit beim vorjährigen Winterhilfswerk herzlich zu danken und sie zu gleicher eifriger und unermüdlicher Tätigkeit im Dienste des neuen Winterhilfswerks zu verpflichten. Er ermahnte sie, bei dieser Arbeit zum Besten unserer Volksgemeinschaft stets ihres Treueids gegenüber dem Führer eingedenk zu sein, und im Sinne unb nach bem Willen bes Führers alle Kräfte ein- zusetzen, um zu ihrem Teile auch bas Winterhilfs- w-rk 1936/37 zu c-n-m vollen Erfolq zu brinp-r, ! rouSte. Du fei es der Führer Adolf Hitler ge- Er versicherte bie Politischen Leiter unb alle Helfer - - -- - der NSV. ber steten Unterstützung und Förderung ber Ortsgruppenleitung, auch im Hinblick auf solche Fälle in benen vielleicht einmal nicht bie aebüb- renbe Würbigung ber seaensreichen Arbeit der NSV zu bemerken sei, unb schloß mit dem Wunsche baß die vom Führer gestellte neue Aufgabe alle Kräfte bor Ort--mnwve aerüftet und stets tatfrob finden Hflt, Oberheffen hr Geld hat seinen Wert verdoppelt Unverbindliche Probejahrten: Motorwagen - VerkauiSgCSellSChait HL b. H. Frankfurter Strebe 52 - Telephon Nr. 2847 den Geräumigkeit und mit vorbildlich bequemen Sitzen, nimmt dieser Wagen für RM 2500 eine absolute Sonderstellung unter den Kraftwagen ein. - Fordern Sie doch vom nächsten Opel- Händler eine Probefahrt im geräumigen »TYP OLYMPIA«. Sie ist überzeugend! • Ausnehmend geräumige, widerstandsfähige Ganzstahl-Karosserie. G OPEL »Zugfreie Entlüftung«. • Äußerst elastischen 4 Zyl. 4 Takb Motor. • Hohe Beschleunigung, hohe Geschwindigkeit • Die ideale OPEL Synchron- Federung. • Sichere und zuverlässige k Bremsen. M • Wunderbare Straßenlage ■ und Kurvenfesiigkeit M iie TyeM'k irnZchch em« gebeten, b<*n ung kenntlich r Quittung Jung erstreckt wieder auf Der Bauer kämpft für die Steigerung der Erzeugung. Aufgabe des ganzen deutschen Volkes ist es, als Ergänzung der Erzeugungsschlacht gegen den Verderb von Nahrungs- gütern zu kämpfen. arbeitung in die Fabrik zurückgebracht. Die beschäftigten Arbeiter(innen) kommen aus den Dor» Für eine Summe, die sonst nur für ausgesprochene Kleinwagen reichte - bekommen Sie heute den OPEL iTYP OLYMPIA«, einen nervigen Wagen, der beispiellose Vorzüge bietet. Mit der Leistung und den Fahreigenschaflen viel teurerer Wagen ausgesiaiiei, dabei von einer verblüffen- tingshaufen im Jahre 1908 nach hier versetzt zu werden. Nicht nur als Lehrer, sondern auch durch feine Tätigtest auf gesanglichem Gebiet und im Kriegervereinswesen hat er unserer Stadt wertvolle Dienste geleistet. Wie wir hören, wurden durch Dekret des Herrn Reichsstatthalters in Hessen die beiden z. Zt. freien Lehrerstellen den Lehrern Hinkel aus Nieder-Bessingen und Schnierle aus Gedern übertragen. csd Eberstadt, 6. Okt. Gestern ereignete sich in unserem Orte ein Unglücksfall. Der hiesige Landwirt August Buß, der auf dem Felde mit der Kartoffelernte beschäftigt war, ging um 17 Uhr nach Hause, um das Fuhrwerk zu holen. Da er nicht auf den Acker zurückkehrte, eilte seine Frau nach Hause, um nach ihm zu sehen. Als sie den Hof betrat, fand sie ihren Gatten im Hofe liegend tot vor Der herbeigerufene Arzt stellte einen Schädelbruch fest. Anscheinend ist der Verunglückte gestürzt und hat sich dabei die tödliche Verletzung zugezogen. Der bedauernswerte Mann stand im 50. Lebensjahr und hinterläßt seine Frau und ein Kind. = Obbornhofen, 5. Okt. In der Straßen- Pflanzung am Marktweg nach Münzenberg wurden in letzter Zeit fünfApfelbäume im tragfähigen Alter mit einem Beil beschädigt, indem die Rinde an etwa einem Drittel des Stammes abgeschält und das darunterliegende Holz zum Teil zersplittert wurde. Die Bürgermeisterei hat die Bevölkerung in einer Bekanntmachung ersucht, mitzuhelfen bei der Ausfindigmachung der Frevler. Falls Kinder als Täter in Frage kommen, wird die Gemeindeverwaltung an deren Eltern Schadenersatzansprüche stellen. — Die Obsternte geht ihrem Ende zu. Landwirt Hugo Hahn erntete auf feinen Baumstücken mehrere Aepfel der Sorte „Schöner von Boskop" im Gewichte von über 500 Gramm. Alles Obst ist dank der durchgeführten Spritzmaßnahmen im Sommer fleckenrein und wird deshalb von den Händlern aus der Frankfurter Gegend gern gekauft. Für „Kaiser Wilhelm" werden 14 bis 15 Reichsmark geboten, sogar die Sorte „Schafnase" wird mit 10 bis 12 RM., weil schorffrei, bezahlt. + Aus dem Horlofftal, 5. Okt. In den meisten Dörfern unserer Gegend finden sich in den Hausgärten noch kleine Häuschen, die der Unkundige für massive Gartenhütten ansieht. Es sind aber sog. Dörren, die ungefähr zwei mal drei Meter groß und aus Lehmsteinen erbaut zur Aufbereitung von Dörr ob ft dienen. Hauptsächlich werden Zwetschen gedörrt, während Aepfel- und Birn- schnitzen — so heißen landläufig gedörrte Aepfel- und Birnstücke — in Darrehorden auf dem Küchenherd, oder in der Backröhre zubereitet werden. Infolge der außerordentlich reichen Zwetschenernte in diesem Jahre herrscht in den Dörrhäuschen gegenwärtig Hochbetrieb. Jede Hausfrau sucht sich einen Vorrat an Dörrzwetschen zu schaffen, die ja bei sachgemäßer Aufbewahrung jahrelang haltbar sind. Kreis Bübingen. A Stockheim, 6. Okt. Die Flachsrösterei (frühere Aktien-Zuckerfabrik Büdingen in Stockheim) ist feit 1. September im Betrieb. Es kommen täglich etwa 7 bis 8 Waggons Flachs hier an, die durch einen Rohölmotor vom Bahnhof nach der Rösterei gezogen werden. Durch einen maschinell getriebenen Auszug wird der ankommende Flachs haushoch aufgeschichtet. Durch Fuhrwerke auf umliegende Wiesen verbracht, wird er meist durch weibliche Arbeitskräfte ausgebreitet und etwa vier Wochen liegen gelassen, mit einmaligem Um» wenden. Nachdem der in der Tauröste ausgelegte Flachs durch mehrtägiges Aufstellen in Büscheln gehörig getrocknet ist, wird er zur weiteren Ver- das beglückende Empfinden haben, einen inneren,, moralischen Halt zu erhalten und das stolze Bewußtsein, neben mir, hinter mir stehen Kameraden, die bereit sind, für mich einzutreten. So wird unser nächstes Semester im Kameradschaftshaus Gießen zugleich ein Semester der Lebensfreude und des tiefen Ernstes fein, mit dem wir unsere Aufgaben lösen werden. Das Kameradschaftshaus Gießen hat feinen Weg beschritten, und wir glauben fest und unerschütterlich, daß es der richtige ist. Die Anmeldung der Zungakademiker beim Studentenbund. Auf Grund des Befehls des Reichsstudentenbunds- führers, der auf dem Parteitag der Ehre verkündet wurde, haben sich alle neu auf die Hoch- oder Fachschule kommenden jungen Studenten drei W o - chen vorher bei der betreffenden Studentenbundsgruppe ihres gewählten Hoch- schulortes z u melden. Der OPEL »TYP OLYMPIA« bietet: — Der Reichsmütterdienst hält hier gegenwärtig einen Lehrgang für Säuglings- pflege ab. Die Beteiligung daran ist außerordentlich stark. Schwester Friedel Lüders versteht den Kursus sehr anregend zu gestalten. t ©rünberg, 6. Okt. Am Montagabend hatte Bürgermeister Wagner die Vertreter der Gliederungen der Partei und der Vereine zu einer Besprechung im Rathaussaale eingeladen. Zweck der Besprechung war, die Festsetzung der in diesem Winter stattsindenden Veranstaltungen volksbildnerischer oder volksunterhaltender A r t zu bestimmen. Die geplanten Veranstaltungen wurden festgelegt und dabei darauf Bedacht genommen, daß sie in gewissen Zeitabschnitten folgen. Außerdem wurde angeregt, daß zu Beginn und Ende des Winters je ein Gastspiel des Gießener Stadttheaters ftattfinben solle, ebenso wie im Vorjahre ein größerer Vortragsabend volksbildnerischer Art. O Nieder-Bessingen, 6. Okt. Durch Erlaß des Reichsstatthalters in Hessen wurde Lehrer Hinkel in Nieder-Bessingen nach Lich versetzt. Lehrer Hinkel steht seit etwa 15 Jahren im hessischen Schuldienst. Nach abgelegtem Examen und nach anfänglicher Verwendung als Schulverwalter in Kaichen, Rendel und Vilbel und nach musikalischer Ausbildung auf dem Konservatorium in Frankfurt a. M., kam er im Jahre 1929 nach Nieder-Bessingen und wurde hier definitiv. In feiner hiesigen amtlichen und außeramtlichen Tätigkeit hat er es verstanden, sich die Achtung und die Liebe der ganzen Gemeinde zu erwerben, sodaß die Bevölkerung ihn nur ungern von hier scheiden sieht. d'e Reichz. ,e Zahl der Q9enbefitjer iwei Rück- Wen. j)er Hagen ju wltgeführt gebracht O P Olympia^ DER ZUVERLÄSSIGE „Cucr über n Damm — macht eine Mark!" sagte der Scbupo zu Herrn Hase, der, noch ganz verstört, vom Fußballplatz nach Hause schlich. „Nanu, nanu!" warf Hase stotternd ein, „wieso denn?" - Doch damit kam er an den Falschen: „Dumm tun gilt nicht", mußte er hören, „sie war doch groß und breit veröffentlicht, die neue Verkehrs-Ordnung!" Sein Name ist Hase, er weiß von nichts, und also muß er nun blechen . . . Tja — hätte er Zeitung gelesen! Wer ohne Zeitung auszukommen glaubt, wird dümmer, als die Polizei erlaubt! Landkrpls Gießen. = Steinbach, 7. Okt. Die Arbeiten am Bau der Reichsautobahn in unserer Gemarkung schreiten sichtbar fort. Heute wurden die Arbeiten an der Zufahrtsstraße zum R e i ch s a u t o b a h n h o f ausgenommen. Der Reichsautobahnhof kommt unterhalb des Dorfes, rechts von der Straße nach Lich, zu liegen. Die Gemeinde hatte gegen diese Lage Einspruch erhoben, weil dadurch wertvolle Wiesen in Anspruch genommen werden. Jetzt ist also die Entscheidung gefallen und der Autobahn- Hof örtlich festgelegt. # Mainzlar, 6. Okt. Die Lumdabrücke am Ausgang unseres Dorfes in der Richtung nach Daubringen ist nunmehr fertiggestellt. Die schöne und wesentlich verbreiterte Brücke konnte bereits dem Verkehr übergeben werden. — Bei der jüngsten Pfundsammlung des Lebensmittelopferrings wurden insgesamt 57 Pfund gesammelt. # Daubringen, 6. Okt. Die Obstverst e i g e r u n g an der Prooinzialstraße erbrachte Preise von 10 bis 14 Mark für den Zentner Aepfel. I e ft o r b e n. Geologie an •ai Professor bensjahr ge» ießener Uni» ? Büdingen, g 1900 nad) 'sslM.geiisch- M einem rfität Sena, en 70. Ge> Bienen» 166 in der eboren, wo Frhr. von Erstürmung r le mente . Infanterie« sich mit dem nit dem fit Evolution i und liefen iqen Lnttäuschun» rf Hal nach körperlicher se und war t tätig. derAus- ungs ° das 3ahr im Stad " ,e Bekannt» acht. g Direktion ,t bekannt, er ilE er Kudmist ßieferungs* zu lesen» ejtungs» nen ’°rtieri chfuhrunA ift -°n U ubenE % Laune Berwal» Ä 3U verteidigen. Jeder Angehörige des Karnerad- 'chaftshauses muß fechten, muß lernen die Klinge 5U fuhren, um im gegebenen Fall feine beleidigte t^hre mit Blut wieder reinzuwaschen. „Die Hingabe des Lebens spürt man nur einen Augenblick den Verlust der Ehre Tag für Tag." — Außer den ÄoUegs, die regelmäßig zu besuchen eine selbstverständliche Pflicht ist, sind die jungen Studenten zusammen, und es werden hier, genau wie in den poriaen Semestern, Freundschaften fürs Leben geschlossen werden. Jeder wird dem anderen, sei es in wissenschaftlichen ober sozialen Fragen, sei es überhaupt in allen Dingen, die an uns junge Menschen täglich herantreten, bereitwillig helfen und jeder wird sich wohlfühlen in der Gemeinschaft und ,er deutsche reger Weise ladt besteht angsab. tomotiD« cht seit 1912 iders schwie- egelmäßjgen innergefangs abe gemacht ^olksgemein- si wird im Werbewoche ndern, sich ichen Liedes Das Kameradschastshaus des ASDStV der Studentenbundsgruppe an der Universität Gießen. ^on stud. jur. Wilhelm Kempf. —/— L i ch, 6. Okt. Auf Grund der Altersgrenze- Bestimmungen wurde Lehrer Karl Dörmer unter Anerkennung feiner langjährigen, treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. Aus altem Sicher Geschlecht stammend, ist Lehrer Börmer stets aujs engste mit seiner Vaterstadt verbunden gewesen. So war es für ihn eine große Freude, nach seiner beruflichen Ausbildung auf der hiesigen Präparandenanstalt und dem Lehrerseminar in ju/ujuyieii aiuuuiiuuinij u Lich und feiner Tätigkeit in Garbenteich und Et- > fern der nächsten Umgebung. Amtsgericht Gießen. Der rückfällige O. L. aus Butzbach wurde wegen Betrugs unter Annahme mildernder Umstände zu vier Monaten Gefängnis und zur Kostentragung verurteilt. Der Angeklagte hatte im März in Gießen sich von drei Personen je 5,— RM. geliehen unter der Angabe, daß sein Fahrrad entzweigegangen sei und er diesen Betrag zur Bezahlung der Reparaturkosten benötige. In jedem Falle versprach er den Geldgebern schnellste Zurückzahlung, was er jedoch bis heute nicht getan hat. Trotz der einschlägigen Vorstrafen nahm das Gericht nochmals davon Abstand, den Angeklagten in eine exemplarische Strafe zu nehmen. Nur mit Rücksicht darauf, daß er jahrelang straflos geblieben ist, wurden nochmals mildernde Umstände angenommen. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft erkannten das Urteil an. Preußen. Zwei Bauernhöfe n edergebrannt. Marburg, 6. Okt. (LPD.) In dem Kreisort Speckswinkel bei Kirchhain brach nachts aus noch ungeklärter Ursache im Gehöft des Erbhofbauern Hohl Feuer aus, das alsbald auch auf den Hof der Witwe Immel übersprang. Die Flammen fanden in den eingebrachten Erntevorräten reiche Nahrung. Die Feuerwehren mußten sich in der Hauptsache auf ber Schutz benachbarter Gebäude beschränken. Der durch das Großfeuer angerichtete Schaden ift sehr beträchtlich. Lastauto vom Zuge erfaßt. Marburg, 6. Okt. (LPD.) Bei Wies enfeld wurde auf einem Bahnübergang der Strecke Marburg—Warburg ein fiaftauto von einem Zuge erfaßt und etwa 100 Meter weit mitgeschleift. Das Auto geriet in Brand. Der Kraftwagenführer erlitt einen Beinbruch, sowie schwere Verletzungen am Kopf und wurde in die Marburger Klinik eingeliefert. „Erstklassige englische Stoffe.»" Schwindler wird auf Grund einer Zeitungsnotiz gefaßt. LPD. Bad-Homburg, 6. Okt. Bei einer hiesigen Einwohnerin erschien am Samstag an der Wohnungstür ein Mann, der erstklassige englische Stoffe zum Verkauf anbot. Da der Mann der Frau nicht zu Hause war, wurde der Mein-Mainischer Großflugtag // :v\\ Nj&'s u m Der Anstaltschor und die Ansprache mit dem Gruß ff-Ides Propstes der Propstei Starkenburg, Oberkir- Shanghai (1 Great Western I^oad), im Oktober 1936 04586 38.- ftrafee 7 I, fcfariftlich anzumelden. 6340 D Alles Weitere wird den Teilnehmern daraufhin mitgeteilt Zum Kochen Vakg von 0.45 an Kreishandwerkerfchaft Giefeen. Walltorstraße W Telephon 3520 6341P Vakg von 0.55 an Miele Lichtspielhaus i amen-Strick-Schlüpfer 2.20 3- Heute Mittwoch Erstaufführung Die neue 6327A abzugeben 63*40 öeinritii Amend, £aönmüöle. wetzia G1O Beiprogramm und Fox-Ton-Woche. - Spielzeit tägL 4,6,8.30; Sonntag 3,5.30,8.30 6350A JlotoF; yahmid Auch warme Handschuhe und Strümpfe in großer Auswahl! Herrenjacke, M.-Plüsch 2.25 Herrenhose, M.-Plüsch 2.25 Herrenjacke, wollgem. 1.80 Herrenhose, wollgem... 2.- Ja, das kann man wohl sagen. Die Folge aber, man muß mit den Winteranschaffungen früher beginnen! Wir haben rechtzeitig vorgesorgt und bieten Ihnen vorallem in warmerUnterwäsche alles das, was Sie brauchen I Zum Braten: Grüne Heringe „Unglaublich, es gibt keine Karten mehr? Das muffen Sie einem vorher mitteilen, Fräulein!!" „Gemacht! Zu Ihnen schicken wir jedesmal einen Boten - jeder andere lieft ja Zeitung und weiß Bescheid, wenn ausverkauft ift!" Makrelen Filet. ... . V2kg 0.25 . V?kg 0.30 Zentral-Heizungen, Sanitäre Anlagen, Reparaturen im Herbst — wir bringen es Ihnen in reicher Auswahl, in reizenden Formen! Besichtigen Sie zwanglos unsere Saison - Neuheiten in feschen Mänteln, Complefs, Kostümen — all Ihre Ansprüche an Kleidsamkeit, Qualität und Preis- Würdigkeit finden Sie bei uns restlos erfüllt, meine Dame*. Eine Freude für Auge, Ohr und Herz Aufnahme für das Winterhalbjahr in die l-uJ/z-jähr. Klassen. Beginn 20. Oktober 1936 Anmeldungen und Auskunft i. Gießen, Goethestraße 32, jederzeit. il Bio Bild fürs Wohnzimmer! 5-Tonnen- Lastkraftwagen elastikbereilt, in gutem Zustande« November-Wetter im Oktober! Miele-Motor-Fahrräder werden gern gekauft, da sie In Konstruktion, Material und Form unübertroffen sind und sich vieltausendfach glänzend bewährt haben. Fahrradhaus ASSMANN Gießen, Neustadt 20 ...wenn es fl^fchwerfällh Hausöetitzervereinev. Gießen Donnerstag, 8. Oktbi*., 20.15 Uhr, in der „Stadt Wetzlar“, Lndwigstr. 55 Bezifksveriaminlonö Süd Ott Hierbei Lichtbildei vortrag v Frau Haendel, Dresden. Der Vereins, ühr. Hemdchen und Schlüpfer Stück 1.45, 2.25 Sonnen-“ AnninWlz abzugeb. Bestell. erb.wirv.Postt. od.and.Bierver- lagMichel,Wc.ll- torstr.71,T.2479 Oamplsägewerk Lollar B. Nuhn A.G., Lollar gleichen ein Beauftragter des Altersgenossen des Verstorbenen. Bei den Klängen des Liedes vom guten Kameraden nahmen alle die Abschied von dem alten Kameraden, die bei seinen Lebzeiten gern mit ihm Gemeinschaft pflegten und Freundschaft hielten. Ein ehrenvolles Gedenken wird ihm erhalten bleiben. — Das 2 5jährige Ehejubiläum begeht morgen hier das Heinrich Schlaudraf' Filmoperette . von Robert Stolz mit Hortense Raky, Ivan Petrovich, Aino Bergö, Georg Alexander, Leo Slezak, Hella Pitt, Hans Richter, Anni Rosar Spielleitung: Arthur Maria Rabenalt Heinrich Döring und Frau Hseloiie Döring, geb. Bachmann Ihre am 15. September 1936 vollzogene Vermählung geben bekannt rich Vetter zu Wenings, Dek. Büdingen, zum Pfarroerwalter der Pfarrei Offenthal, Dek. Offen. bad), mit Wirkung vom 16. September 1936 ab; der Pfarroerwalter Fritz Andres zu Büdingen, zum Pfarroerwalter der Pfarrei Wolf, Dek. Bü. dingen, mit Wirkung vom 1. Oktober 1936 ab; der Pfarramtskandidat Hermann Repp aus Ober- Seemen zum Pfarroerwalter der Pfarrei Horrweiler, Dek. Mainz, mit Wirkung vom 1. September 1936 ab; der Pfarramtskandidat Helmut Helms zu Frankfurt a. M.-Rödelheim zum Hilfsprediger in Rödelheim mit Wirkung vom 1. September 1936 ab; der Pfarrer Johannes Gründler zu Obernhof a. d. Lahn, Dek. Nassau, zum Pfarrer der Pfarrei Dienethal, Dek. Nassau, vom 1. Okt. 1936 ab. Der Wahl des Pfarroerwalters Bernhard Knell zu Herbstein, Dek. Lauterbach, zum Pfarrer der 2. Pfarrstelle des Diakonissenhauses Elisabethen- stift zu Darmstadt mit Wirkung vom 15. August 1936 ab, wurde die Bestätigung erteilt. In den R u h e st a n d versetzt wurde der Pfarrer Ludwig Georgi zu Ermenrod, Dek. Grünberg, mit Wirkung vom 1. November 1936 ab. Verkäufer abgewiefcn, versprach aber, am Montag noch einmal wiederzukommen. Inzwischen hatte aber die Frau in der Zeitung gelesen, daß vor einem Schwindler gewarnt wurde, der angeblich „erstklassige englische Stoffe" zum doppelten Preis des Wertes an den Mann zu bringen suchte und auch schon verschiedene Leute mit seinem Schwindel hereingelegt hatte. Da die Beschreibung auf den Hausierer stimmte, bestand für sie kein Zweifel, daß sie es ebenfalls mit dem Schwindler zu tun gehabt hatte. Als die Frau dann kurze Zeit später ausging, um Besorgungen zu machen, unterhielt sie sich mit einem Polizeibeamten über den Fall. Der Zufall wollte es, daß im gleichen Augenblick der Gesuchte vorbeiging und von dem Beamten f e st g e n o m m e n werden konnte. Wie siä) dann auf der Wache herausstellte, hat der Bursche in Homburg und in der Umgebung von Frankfurt eine ganze Reihe von Leuten geschädigt. Er hatte eine große Menge von Stoffen bei sich, die beschlagnahmt wurden. Der Zusammenarbeit von Zeitung, Zeitungsleser und Polizei ist in diesen. Falle die schnelle Festnahme des Schwindlers zu verdanken. k r i e g s z e i t auf. Daneben finden wir moderne Kleinsegelslugzeuge mit Motor. Unter den zahlreichen aktiven Teilnehmern aus Darmstadt befindet sich die beste Segelfliegerin der Welt Hanny R e i t s ch. Vera v. B i s s i n g , die Trägerin des Preises beim olympischen Turnier, wird zugegen sein. Einen Rückenflug in fünf Meter Höhe führt Graf Hagenburg vor. Besonderem Interesse wird auch ein Massen- fallschirmabsprung begegnen, bei dem die Fallschirme erst in 600 Meter Höhe entfaltet werden. Unsere Luftwaffe beteiligt sich zum ersten Male an einem Großflugtag durch ein S t a f f e l exerzieren. Die Durchführung der Veranstaltung liegt in den Händen des Deutschen Luftsportverbandes. An der Heranführung der Zuschauer ist die NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" maßgeblich beteiligt. Bei dem geringen Eintrittspreis von 50 Rpf. ist mit einer starken Beteiligung der Volksgenossen aus nah und fern zu rechnen. Die Deutsche Reiechsbahn hat daher Extrazüge vorgesehen, die es Männern, Frauen und Kindern aus nahezu dem ganzen Gaugebiet möglich machen, an diesem Großflugtag in bisher einzigartigem Umfang teilzunehmen. „Licht“ und „Schatten“ haben mal gründlich die diesjährigen Negative durchgesehen und sich die schönsten für d. Vergrößerung herausgesucht. Das gibt Bilder, die mit jedem gekauften konkurrieren können, und die wirk- lic i eine persönliche Note ins Zimmer bringen. — Für 1 Mark b< kommen Sie eine schöne Vergrößerung 13-18. Kommen Sie zu Trauben-Mosfi Versäumen Sie die Traubenkur nicht, die Ihnen jeder Arzt empfiehlt. Während der ganzen Weinlese, täglich frisch, das Glas 25»), das Lit.(üb.d.Straße) 75») Weinstube Naafs Häuschen chenrat Dr. Müller (Darmstadt), vertieften den festlichen Charakter. Pfarrer Weinberger (Darmstadt) hielt im Kindergottesdienst die Katechese über den Kämmerer aus dem Morgenlande. Nach gemeinsamen Mittagessen und einer Führung durck) die verschiedenen Anstaltsstationen begann die Jahresversammlung. In ihrem Mittelpunkt standen die Ausführungen von Oberkirchenrat Dölker über „Der Helfer und seine Bibel." Nach Aussprache und Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten wurde die Tagung mit Gebet und Lied geschlossen. Dienstnachrichten der Ev. Landeskirche Nassau-Hessen. EPNH. Ernannt wurden: der Pfarrvikar Ernst Kloß zu Wiesbaden-Marktkirche, Dek. Wiesbaden-Stadt, zum Pfarroerwalter der Pfarrei Neunkirchen, Dek. Gr.-Umstadt, mit Wirkung vom 11. September 1936 ab; der Pfarrassistent Friedrich May zu Mümling-Grumbach, Dek. Erbach, zum Pfarroerwalter der Pfarrei Vielbrunn, gleiches Dekanat, mit Wirkung vom 16. September 1936 ab; der Pfarramtskandidat Walter L i e f k e aus Hattenheim, zum Verwalter der Pfarrassistentenstelle der Schloßkirchengemeinde zu Offenbach, mit Wirkung vom 1. September 1936; der Pfarroerwalter Hein- Kneipp-Bewegung Ortsgrrwve Gießen Am Donnerstag, dem 8. Oktober, abends 8 Uhr, int Saale Bayerischer Hof, Bahnhofstr. 43 Vortrag über: Heilkra,Ides Wassers Referent' Dr.med.Bottenberg Frankfurt a. M. Unkostenbeitrag 20 Pfennig, für Mitglieder 10 Pfennig. «458, Der Vorstand. HoUMnerW. Ludwigstraße 40 Fernruf 3355 Photo - Kino Kreuzplatz 9 NSG. Unter dem Protektorat des Gauleiters und Reichsftatthalters Sprenger findet am 18. Oktober auf dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main ein Großflugtag statt. Bereits heute haben zahlreiche Persönlichkeiten und Stellen aus dem Flugwesen und Luftsport ihre Teilnahme zugesagt. Das Zeppelin-Luftschiff „Hinden- b u r g" wird bei dieser Großveranstaltung zugegen sein. Es ist vorgesehen, daß das Luftschiff zu Rundfahrten aufsteigt, die auf die Eintrittskarten zur Verlosung kommen. Der in Oberhessen gut bekannte Segelflieger Wigmayer will sich durch das Luftschiff bis zur Höhe von 800 Meter schleppen lassen und dort sein Segelflugzeug ausklinken. Die Durchführung dieses Programmteiles kann aber noä) nicht als feststehend angesehen werden, da für die Zeppelin-Reederei die Verkehrsbedürfnisse selbstverständlich vorgehen müssen. Sicher ist jedenfalls, daß das Luftschiff bei der Veranstaltung zugegen und für die Besichtigung freigegeben worden ist. Als weitere Programmpunkte finden wir einen Brieftaubenmassenstart und den Start von zahlreichen Kinderballons, der mit einem Wettbewerb für die beste Flugleistung verbunden ist. Um die geschichtliche Entwickelung der Fliegerei zu zeigen, steigen Flugzeuge aus.der Vor- mit Sachs-Motor Modell 1936 s ch e Ehepaar. Das Jubelpaar versieht seit langen Jahren für die Gemeinde Rodheim a. B. die Agentur des „Gießener Anzeigers". Kirche und Schule. Jahresversammlung des Hess. Kinder- gottesdienstverbandeszuNieder-Namstadt. EPNH. Am 26. und 27. September fand die Jahresversammlung des Hess. Kindergottesdienstverbandes in den Nieder-Ramstädter Anstalten bei Darmstadt statt. Am Vorabend sprach in dem Gemeindehaus der Petrusgemeinde Darmstadt der Landesjugendpfarrer von Württemberg, Oberkirchenrat Dölker (Stuttgart), vor mehr als 100 Mitarbeitern des Kindergottesdienstes über „Die freien Kräfte in der Gemeinde." Als Parole wurde herausgegeben: Aktivierung der freien Kräfte der Gemeinde und Erkenntnis ihres Amtes an der Gemeinde. Die Teilnehmer der Tagung kamen am Sonntagvormittag in der neuen, schönen Anstaltskapelle zu einem Fest- und Kindergottesdienst zusammen. Der Vorsitzende des Verbandes, Pfarrer Schmidt (Laubach), predigte über Eph. 3, 13—21. Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 FranzVoßlACo.. Gießen Seltersweg 44 4341A Vogtsche Privät-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 vvn" etil««" y« a"ttT ifir »Ai»*1? finllöi" dem °Ptike Uullwl am Bahnhof Ihr Kassenlieferant ^LNOWACK JNH.: CARL HEINZ SCHLÜTER । GIESSEN SELTERSWEG 81 (Ein Buch für den Naturfreund! Waldweben Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, mit lebendigem und aufichluhreichem Einführung-text von K. G e r h a r d u. G. W o l f f. Preis R Ul. 4,80. „Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgewordenen Naturschönheiten in sich auf- -unehmen, dem singen und kl'ng n die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblatter! Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Ein strahlender Film mit reizenden Frauen und entzückenden Schlagern MeifterDriHungs-Vorbereitangskarle Sämtliche Handwerker des Kreifes Gießen, die im Jahre 1937 die Meilterprüfung ablegen und an einem diesbezüglichen Buchführungs-Vorbereitungskurs teilnehmen wollen, haben lieh bis fpäteftens 20. Oktober 1936 bei der Kreishandwerkerfchaft Gießen, Goethe« Kreis Wehlar. <£ R o d h e i m, a. d. Bieber, 6. Okt. Ein langer Leithenzug, der sich gestern nachmittag durch unfern Ort bewegte, legte Zeugnis dafür ab, daß ein Glied unserer Gemeinde von uns ging, das sich allgemeiner Wertschätzung erfreute. Das war auä) der Grundton der Trauerrede, die Pfarrer V ö m e l dem Entschlafenen am offenen Gabe hielt. Der Schmiedemeister Karl Bender III. war am Samstagmorgen durch einen Herzschlag aus einem arbeitsreichen Leben — eben 60 Jahre alt — abgerufen worden. Da der Verstorbene ein treues und eifriges Mitglied der hiesigen Kameradschaft des Kyffhäuser- bundes war, deffen Mitgliedschaft er gleich nack; seiner aktiven Dienstzeit bei den 13. Husaren erwarb, und die er nach seiner Teilnahme am Weltkriege erneuerte, erwiesen ihm seine Kameraden die Ehrungen auf seinem letzten Erdenwege, die bei Kriegsteilnehmern und Bundesangehörigen hierorts üblich sind: Trauermusik, Ehrensalve, Fahnengruß und Kranzniederlegung. Kameradschaftsführer M ü s s e n e r widmete dem lieben Kameraden herzliche Abschiedsworte. Eine Abordnung des Regimentsvereins der 13. Husaren in Wetzlar legte ebenfalls einen Kranz nieder und sagte dem verschiedenen Reiterkameraden einen letzten Gruß, des- Leteende Karpfen .... VJ ihrer Ausgabe t Noch aus den ernster Mahnun das er uns am gressen aus zur ganzaus si-j danken entsprichl gegen hunger u ausdrücklich den uti) dus M u scheu uus 'M sammengeM ren mittellose nossen genau seinem Kam« mit Patroner den Inhalt st die Verpfleg! kommen war Freilich sol legentlich dar wohnheit, soll dens auch hi werk ist heut tounberung, t gültige Organ Augenblick dei Präzisionsmast ist feine Selbs nur unsere ur nicht selbstverst Werkes als so dringend ermii •Hebe wieder ai hinwies, durch Ich en gewo Erziehung und Nationalsoziali- s> Kampfer der 5 hing Dpfer um Launen V^tunde W übel ve 6?’ bie eins gtems in & nn nunf unte Ergehen mui ^li'lch schildei K Sinter! 8eni richt Je nu jj'taji “V“' °°ü tor, i„ SS? SÄ"- « Ad r rni sten, dgk - t,e [•einen ni den Hopsern s,K.' MW fr if ch 6337v eingetroffen: SeeWs L 3Ä 500 Gramm O V kengslW 41 500 Gramm * * Wk Kfl 500 Gramm