186. Jahrgang Eichener Anzeiger Kr. 156 Erstes Blatt_____ (86. Jahrgang Dienstag, r.Zuli 1936 S.X'‘-aÄ W• * w e ... Eiestener FamilienbiStter AA ▲▲ ■ A A A A ▲ A AÄ bis 8>/,Uhr des Vormittags Heimat im Bild. Die Scholle B Mk ■ |«ly 1>|V II HB yfiBB /> Srundpreise sllrl mm Höhe Monats-Bezugspreis: 88i EH WS B B^r BfiLak H z B B B B B z B ■ B ■ z B sür Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.l.g5 flV »B Bf WM Bf B W Bf B / B RI 'B B< WWW Bf W Breite 7 Rpf., für Text. Ohne Illustrierte 1.80 Mr bB u ■ H ■ ■ wl H WM ■ Uk ■ von 70 mm Breite Zustellgebühr.. , tW I ■ W | M I V WW V V 50Rpf.,Plahvorschriftnach Auch bei Nichterscheinen ~ ■ ^B M U vorh.Vereinbg.250/„ mehr, von einzelnen Nummern Wi W Ab infolge höherer Gewalt Ermäßigte Grundpreise: MM General-Anzeiger für Oberhessen «'anifurt am Main" 1168« Druck und Verlag: Srühl'sche Univerfitälsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 Mengenabschlüsse Staffel B bei in der Danzig und Gens. Starker Groll gegen den Völkerbund hat sich allen Nationen angesammelt. Da brütet man Genf herum und weiß nicht, wie man aus Sackgasse herauskommen soll, in die man sich dank einer Politik begeben hat, von der künftige Geschichtsschreiber feststellen werden, daß sie an Hilflosigkeit und Ziellosigkeit überhaupt nicht mehr überboten werden konnte. Diese Hilflosigkeit, die bei allen ehrlichen Delegierten voll Scham längst erkannt ist, hat ihren Ursprung in den Diktatsverträgen, die vor mehr als fünfzehn Jahren geschlossen wurden, um der Menschheit angeblich den Frieden zu geben. Vom Frieden ist in all diesen Jahren keine Spur au entdecken gewesen. Statt dessen haben die Mächte, Die den Völkerbund zur Sicherung ihrer selbstsüchtigen Interessen schufen, Schwierigkeiten über Schwierigkeiten in das Zusammenleben der Völker hineingetragen, die schließlich den Völkerbund selbst um jeden Kredit brachten und ihn nur vor eine schier unlösliche Aufgabe stellten. Nun weiß man sich angesichts des verfahrenen Abessinien-Abenteuers keinen besseren Rat mehr, als auf das kleine und schwache Danzig zurückzugreifen, um ein Riesenfeuerwerk abzubrennen, dessen grelles Licht die Verlegenheit der Genfer Diplomaten in den tiefsten Schatten rücken soll. Wir kennen diese Methoden. Man wendet sie seit Jahren immer wieder an, wenn man weder ein noch aus weiß. So hat man sich in Genf jetzt auf den Bericht des Danziger Völkerbunds- kommissars Lester besonnen, der nichts Besseres zu tun weiß, als sich immer wieder in die innerpolitischen Angelegenheiten des Freistaates Danzig einzumischen. Dieser Mann ist nachgerade zu einer Danziger Landplage geworden, die die Danziger nicht zur Ruhe kommen läßt. Wenn er wenigstens noch für sich in Anspruch nehmen könnte, Takt zu besitzen, dann könnte auf seinem Konto vielleicht eine Gutschrift erfolgen. Jedoch auch diese Eigenschaft ist bei ihm nicht zu finden. Wir brauchen nur an den Besuch eines deutschen Kriegsschiffes zu erinnern, der sich im Rahmen der internationalen Höflichkeit abwickeln sollte, wozu es jedoch nicht kam, da der Kommissar Lester beim offiziellen Empfang der Offiziere und der Danziger Behörden ausgerechnet die geschworenen Feinde des nationalsozialistischen Deutschland einlud, jene Elemente, die mit den niederträchtigsten Mitteln arbeiten, die wühlen und hetzen und die auch für die jüngsten Mordtaten an Angehörigen der nationasozialistischen Bewegung verantwortlich zeichnen. Dieser Anwalt der ewigen Ruhestörer, der anscheinend gar nicht bemerkt hat, daß in Danzig ohne seine Mithilfe seit langem eine erfreuliche Aufbauarbeit geleistet wird und daß trotz seines völkerbündlerischen Daseins Danzig und Polen über alle Meinungsverschiedenheiten hinweggekommen sind, hat nun den Herrschaften in Genf Danzigs Innenpolitik als Blitzableiter hingehalten. Und jubelnd hat man sich in Genf auf dieses Objekt gestürzt, froh, etwas zu haben, das zum Radaumachen gegen den Nationalsozialismus und damit natürlich auch gegen das nationalsozialistische Deutschland Veranlassung gibt, nur damit die Weltöffentlichkeit nicht merken soll, rote faul e s um d e n Völkerbund steht. Se- natspräsiderst Greiser hat denn auch nicht gezögert, nachdem man ihn wegen dieses abwegigen Lesterberichtes nach Genf rief, dem Völkerbund und auch dem Kommissar seine und die Meinung der Danziger gründlich auseinanderzusetzen. Wird seine Rede ausreichen, um die Genfer endlich zur Besm- nung zu bringen? Das deutsche Volk legt Wert darauf, aus diesem Anlaß dem Völkerbund klar und nachdrücklich auseinanderzufetzen, daß es um Europas Frieden willen nicht länger ertragen werden kann. Aber Danzig kann auch nicht länger mehr diesen Kommissar ertragen, der seine Aufgabe nicht begriffen hat und auch niemals begreifen wird. Sein sprichwörtliches Unverständnis hat ja auch zu seiner glatten Ausschaltung aus der Regelung der Verhältnisse Danzigs mit Polen geführt. Allerdings trägt an dieser Ausschaltung auch seine Unfähigkeit die Schuld und sein emsiges Bemühen,, sich stets um Dinge zu kümmern, die ausschließlich in die Zuständigkeit der Freien Stadt Danzig gehören. Danzig erwartet, daß der Völkerbund, wenn er sonst nichts zustande zu bringen vermag, diesen Kommissar abberuft und ihn überhaupt nicht mehr ersetzt. Denn die Tatsachen haben bewiesen, daß man in äen Sandiger Angelegenheiten sehr gut auch ohne Volker- b und sauf sicht auskommt ia, noch besser als wenn dauernd ein Mann in Danzig eine Rolle zu spielen sucht, die nur die eines rled e ns - ftörers ist. Lester f)at in Danzig weder etwas verloren, noch etwas zu suchen. Er möge baldigst verschwinden, wozu um so.snehr Veranlassung be. steht, als er Genf in der allergrößten Verlegenheit einen Dienst geleistet hat, der eben nur mit seinem ^baldigen Verschwinden „belohnt" werden kann Wenn ausländische Pressevertreter darunter viele Juden, in Genf Greiser beledigten und sogar tätlich bedrohten, wenn das Sekretariat bes Völkerbundes es unterließ, dem offnen Vertreter Danzigs feinen Schutz bann hat das deutsche Volk 6egen die e Provokation nur Entrüstung und jenes Gefühl übrig, das sich die Anständigkeit gegen Anwurfe bewahrt fte narn- lich abzustreifen und ihre Urheber als v e rächt- lich hinzustellen, obwohl oder weil sie sich auf die im Völkerbund herrschende Moral berufen. Wenn die Völkerbundsorgane und ihre Regierungen die Anmeldung des guten Danzige Rechtes als Vergehen gegen den Völkerbunds geift betrachten, dann spricht das genugsam für die Moral, der Genf jetzt dient. Greiser mit Jubel in Danzig empfangen. Spontane Vertrauenskundgebung der Danziger Bevölkerung. — Das ganze deutsche Volk hinter dem Sprecher Danzigs. Danzig, 7. Juli. (DJIB. Funkspruch.) Senate- Präsident Greifer traf am Dieustagfrüh mit dem fahrplanmäßigen Zug wieder in Danzig ein. Obwohl die Ankunft Greifers nicht bekanntgegeben worden war, strömte doch eine große Menschenmenge zusammen, die den Senatspräsidenten mit jubelnden Heilrufen begrüßte. Greiser dankte aüs seinem Wagen mit kurzen Worten für die V e r t r a u e n s k u n d g e b un g der Danziger Bevölkerung. Danzig atmet aus. Eine befreiende Tat. Danzig, 6. Juli. (DNB.) Der Beifall und begeisterte Widerhall, den die Ausfiih- rungen des Danziger Senatspräsidenten Greiser in Gens in der Danziger Bevölkerung haben, kommt in den Kommentaren der Danziger Presse zum Ausdruck. Die nationalsozialistische und die bürgerliche Presse gibt den spontanen Empfindungen der Danziger Bevölkerung Ausdruck, wenn sie 'Greifers Vorstoß als eine befreiende Tat gegenüber einem unerträglich gewordenen Zustand bezeichnet. Das amtliche Organ der Danziger NSDAP., der „Danziger Vorposte n", schreibt u. a.: „Greifers Vorstoß in Genf ist nicht von ungefähr gekommen, sondern ist zu verstehen als der zwar leidenschaftliche, aber zielklare Anfang eines f e ft umrittenen neuen Weges, den man einzufchlaqen gezwungen war, nachdem der bisherige zu große Anforderungen an die Lammesgeduld der Danziger Regierung stellte. Der Zeitungsaufsatz Gauleiter Forsters mit dem massiven Angriff gegen Lester kündigte unmißverständlich an, daß der NSDAP, nach einer Zeit stärkster Zurückhaltung zuletzt doch der Geduldsfaden gerissen war. Danzig hat von sich aus den Vorstoß zur Revision einer Lage gemacht, die bei aller formalen Fundierung schier unmögliche Kombinationen für die rechtmäßige Regierung brachte und das Prestige und die Autorität der Führung eines souveränen Staates immer mehr anfraß." Die bürgerlichen „Danziger Neuesten Nachrichten" schreien u. a.: „Die Worte des Danziger Senatspräsidenten sind nicht gesprochen aus einer ängstlichen Abwägung politischer Vorteile. Sie sind gesprochen aus einer elementaren Stimmung der nationalsozialistischen Danziger Bevölkerung, der einmal das Wort verliehen werden mußte, und seine Ausführungen werden deshalb in Genf nicht ungehört verhallen können. Sie mögen unbequem gewesen sein, und die anwesende Weltpresse scheint sich der Situation gegenüber wenig würdig gezeigt zu haben, aber an dem, woran jetzt in Genf öffentlich gerührt worden ist, wird auch sie nicht mehr vorübergehen können, denn diese Forderungen, nun einmal laut und deutlich ausgesprochen, werden nicht mehr verstummen. Sie erfordern eine Antwort." Mangelndes Verständnis in London. London, 6. Juli. (DNB.) Auf verschiedene an Außenminister Eden wegen der Lage in Dan - zig im Unterhaus gestellte Fragen, die zum Teil wissen wollten, ob irgendwelche „revolutionären Schritte" von der nationalsozialistischen Partei Danzigs ergriffen worden wären, beschränkte sich Eden auf die Feststellung, daß der Bericht des Danziger Oberkommissars vom 3. Juni am 4. Juli oom Völkerbund behandelt worden fei, und daß der Berichterstatter zwei Gehilfen in Gestalt von Vertretern Frankreichs und Portugals zur Unterstützung feiner Aufgabe erhalten habe. Der konservative Abgeordnete Bandys fragte den Außenminister, ob er es nicht für zweckmäßig halte, eine V o l k s a b st i m m u n a beim Völkerbund vorzuschlagen, um die Wünsche der Bevölkerung Danzigs in bezug auf ihren künftigen Status feftzustellen. Eden erwiderte, daß die Angelegenheit vertragsmäßig geregelt fei, und daß die beiden hauptbetroffenen Mächte Polen und Deutschland seien. Auf eine Frage Daltons bestätigte Eden sodann, daß er in enger Verbindung mit der polnischen Regierung in dieser Frage handle. Das Danziger Problem und die Rede Greifers in Genf stehen heute völlig im Mittelpunkt der gesamten Betrachtungen und Berichte der Blätter. Während die unrühmliche Beerdigung der Sühnepolitik und der ganzen abessinischen Angelegenheit durch den Völkerbund von den meisten Blättern nur kurz und oberflächlich erwähnt wird, find die Berichte über die Rede Greifers unt) ihre Folgen, sowie über die Beziehungen zwischen Deutschland und Danzig außerordentlich ausge- ^/Da'ilY Telegraph", der gegenüber den Danziger Wünschen nur Ablehnung kennt, laßt sich von seinem diplomatischen Mitarbeiter melden, daß die Kundgebung Greisers in Genf in London sehr ernst beurteilt werde. Aehnlich meint der diplomatische Mitarbeiter der Times" daß die Rede Greisers die Besorgnisse Senatepräfibent Greiser fordert die Abberufung des Völkerbundskommissars Lefler. In einer aufsehenerregenden Rede vor dem Völkerbundsrat forderte der Danziger Senatspräsident Greiser (rechts) die Abberufung des Völkerbundskornrniffars Lester (links), der feine Aufgabe darin sehe, die innerpolitische Ruhe in Danzig zu untergraben. (Scherl-Bilderdienst-M.) vieler Diplomaten verstärkt habe. In einer längeren Berliner Meldung schreibt die „Times" u. a., man rechne vielleicht damit, daß die Befreiung Danzigs durch Propaganda und Verhandlungen erzielt werden könne. Es scheine unvermeidlich, daß Danzig eines lages* zu einer engeren Verbindung mit Deutschland zurückkehren werde. Gegenüber der Mehrzahl der Blätter, in denen eine sachliche * Würdigung des Danziger Problems völlig fehlt, find die Ausführungen der „Daily Mail"' bemerkenswert. Das Blatt schreibt, daß Danzig die Engländer nichts angehe. Dem.englischen Volk sei die Zukunft Danzigs völlig gleichgültig, und niemand würde sich aufregen, wenn Danzig „wieder für Deutschland zurückgewönnen" würde. Unglücklicherweise fei England durch seine Verbindung mit dem Völkerbund in den Streit hineingezogen worden. Außerordentlich scharf greift die „Daily Mail" den Völkerbundskommis- fat in Danzig, Lester, an. Seine Behandlung der Danziger Angelegenheit nach zu urteilen, sei Lester nicht 'geeignet, eine solche Stellung auszufüllen. Je eher er nach Dublin (Lester ist Ire) zurückgeschickt werde, um so besser sei es. Anschließend meint das Blatt, daß die Genfer „S ch w a tz b u d e" dauernd Unruhe in allen Teilen der Welt aufführe. Klarer Vlick in Italien. Rom, 6. Juli. (DNB.) Der Vorstoß des Danziger Senatspräsidenten Greiser im Völkerbundsrat findet in der römischen Presse lebhafte Beachtung. Nach Ansicht des Berliner Berichterstatters des „M e f s a g g e r o" gehen die an das Danziger Problem geknüpften Betrachtungen der deutschen Presse über die Beziehungen Danzigs zum Völkerbund hinaus. Es gehe um die Stellung des Reiches zum Völkerbund und um feine etwaige Rückkehr in den Völkerbund. Die Aussichten eines europäischen Wiederaufbaus, wie sie sich aus der geplanten Völkerbundsreform und aus der allgemein durch die französisch-englische Politik bestimmten Entwicklung ergäben, seien nicht dazu angetan, Deutschland zur Rückkehr nach Genf zu verlocken. Es fei daher müßig, von der d e u t- sch em Mitarbeit und von der Rückkehr des Reiches nach Genf zu sprechen, wenn sich Europa nicht zu einem Kurswechsel entschließe. Der Berliner Berichterstatter der „Tribun a" schreibt u. a.: Auch wenn Senatspräsident Greiser es nicht gesagt hätte, könne kein Zweifel darüber bestehen, daß er nicht nur im Namen der 400 000 Danziger, sondern aller Deutschen gesprochen habe. Das Blatt verzeichnet in diesem Zusammenhang außerdem die deutsche Empörung über das Verhalten der Völkerbundsoersammlung, die, ohne einzugreifen, es zugelassen habe, daß der Vertreter der Freien Stadt Danzig ausgepfiffen und beschimpft worden sei. Der Pariser Berichterstatter des „Lavor o Fascista" spricht von Uebertreibungen der französischen Presse, die ohne jeden Beweis einen Handstreich Deutschlands auf Danzig für bevorstehend halte. Nach Ansicht des Korrespondenten leide man in Paris fast jeden Tag an einer anderen Ha11u - 3 i n a t i o n. Aichts Aeues aus Paris. Paris, 6. Juli. (DNB.) In den Berichten aus Genf wird, wie kaum anders zu erwarten, nirgends der Versuch unternommen, den Forderungen und Beschwerden Danzigs und seiner Bevölkerung irgendwelches Verständnis entgegenzubringen. „Le Jour" schreibt, nicht nur der Ton Greifers, der „regelrecht nattonalsozialistisch" gesprochen habe, fei beunruhigend gewesen, sondern der Inhalt seiner Rede sei außerordentlich schwerwiegend. Die Außenpolittkerin des „O e u v r e", die sich über den Genfer Samstag sehr niedergeschlagen zeigt, lamentiert, daß das bisher „so angenehme" 4 internationale Leben nicht mehr möglich sein werde, nachdem Berlin und Rom nach Genf zurück- gekehrt sein würden. Gewisse Abgeordnete hätten erklärt, man müsse Genf schließen, um „derartigen Zwischenfällen" nicht mehr ausgesetzt zu sein. Pertinax sagt im „E ch o de Paris" mit künstlicher Empörung, man müsse sich fragen, was nach der „brutalen und unerhörten" Kundgebung Greifers noch von Genf übrigbleibe, nachdem der Völkerbund verpflichtet gewesen sei, sich zu demütigen und seine Niederlage in der abessinischen Angelegenheit festzustellen. Der „T e m p s" widmet feinen Leitartikel dem Vorstoß des Danziger Senatspräsidenten und nennt dessen Haltung, wie nicht anders zu erwarten war, „unzulässig" und „provokatorisch". Noch niemals, so erklärt das Blatt, habe man jemand den Völkerbundsrat mit einer „derartigen Rücksichtslosigkeit" behandeln hören. Er schlägt dann in feinen Betrachtungen einen recht pessimistischen Ton im Hinblick auf die Zukunft des Völkerbundes an. Alle die Zwischenfälle der letzten Woche, so schreibt das Blatt, seien nicht gerade geeignet, das Prestige und die moralische Autorität der großen internationalen Einrichtung wiederherzustellen. Es gebe Symptome, die man unschwer verkennen könne. Flegeleien gegen Greiser in Gens. Der Senatspräsident von jüdischen Völkerbundsjournalisten beleidigt und tätlich bedroht. Genf, 5. Juli. (DNB.) Nach der großen Rede des Senatspräsidenten Greiser in der Sitzung des Völkerbundsrates am Samstagabend kam es zu unerhörten Zwischenfällen. Senatspräsident Greiser war während seiner Rede wiederholt von der Pressetribüne aus mit beleidigenden Zwischenrufen unterbrochen worden. Als Präsident Greiser sich vom Ratspräsidenten und dem polnischen Außenminister Beck mit dem Deutschen Gruß verabschiedete, ertönten wiederuni auf der Pressetribüne hämische Zwischenrufe. Als Greiser dann beim Verlassen des Saales an der Pressetribüne vorbeiging, gab er seiner Mißachtung durch eine geringschätzige Handbewegung deutlich Ausdruck. Darauf erhob sich auf den vollbesetzten Bänken der internationalen Presse ein wüster Lärm. Als Präsident Greiser den Skhungssaal verlassen hatte, wurde er von zahlreichen internationalen Journalisten und Trt- bünenbesuchern, unter denen sich auffallend viele Juden befanden, umringt und mit Schmährufen überschüttet. Der offizielle Vertreter der Freien Stadt Danzig, der in amtlicher Mission in Genf weilte, wurde sogar tätlich bedroht. Die Ruhe, die Greiser an den Tag legte, steigerte noch die Wut derjenigen, die ihn umdrängten. Schließlich erschien ein Beamter des Völkerbundssekretariats und stellte an den Präsidenten der Freien Stadt Danzig das unerhörte Ansinnen, durch eine Hintertür das Völkerbundsgebäude zu verlassen. Greifer weigerte sich, indem er erklärte: „Ich bin durch den Haupteingang in dieses Gebäude hereingekommen, und ich werde es auch auf jeden Falt wieder durch den Hauptausgang verlassen." Dec Senats- Präsident blieb dann noch etwa zehn Minuten In der Wandelhalle und verlieh darauf mit feiner Begleitung das Völkerbundsgebäude durch den Hauptausgang. Schon als Greifer am Samstagnachmittag das Gebäude betrat, war es zu einem unerquicklichen Vorkommnis gekommen. Beim Betreten des Gebäudes wurden ihm vom S a a l d i e n e r Schwierigkeiten gemacht, obwohl er fich ordnungsmäßig ausgewiefen hatte. Greifer protestierte in seiner ersten Rede vor dem Völkerbundsrat energisch gegen dieses unerhörte Verhalten. Bon feiten des Völkerbundssekretariats find diese Vorfälle damit entschuldigt worden, daß man besondere Sicherheitsmaßnahmen gerade zum Schutze Greifers getroffen habe und daß die Kontrolle am Eingang des Gebäudes besonders verschärft wor- den sei, um auf alle Fälle Kundgebungen gegen die Danziger Vertreter zu vermeiden (!). Der Eindruck in Warschau. Warschau, 6. Juli. (DNB.) Die regierungs- freundliche Presse bringt in ihren Montagsblättern noch keine redaktionellen Aeußerungen zu der Rede Greifers in Genf, sondern begnügt sich mit einer kurzen Wiedergabe der ersten deutschen, französischen und englischen Presiestimmen. Nur „Kurjer P o l s k i" schreibt, Präsident Greiser verlange eine Revision des Versailler Vertrages hinsichtlich Danzigs namens des ganzen deutschen Volkes. Es handele sich nicht um Lester oder einen anderen Kommissar, sondern um den Völkerbundskommissar überhaupt und um das Verhältnis zwischen Danzig und dem 23öÄerbunb. Präsident Greiser habe die Haltung des Gauleiters Forster offiziell unterstützt. Verständnis in Spanien. Madrid, 6. Juli. (DNB.) Der außenpolitische Milarbeiter der bedeutendsten spanischen Zeitung „A B C" nimmt Stellung zu der Rede des DMrziger Senatspräsidenten und stellt fest, daß zwei weitschauende Staatsmänner, Hitler und Pilsudski, dem unfruchtbaren Kampf zwischen den beiden Ländern durch einen geeigneten Vertrag ein Ende bereitet hätten. Danzig fei deutsch und daher auch nicht aus ethnologischen Gründen vom Reich getrennt worden, sondern um Polen den Weg zum Meer frei zu machen. Als noch starke Spannungen zwischen Berlin und Warschau vorhanden gewesen seien, sei die Intervention des Völkerbundes logisch gewesen, heute aber hindere Deutschland und Polen nichts mehr daran, die Verwaltung der Freien Stadt Danzig ohne Einschaltung des Völkerbundes zu regeln. Das Autounglück des Musikzuges der SS.-Leibstandarte. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Magdeburg über die Ursachen des schweren K r a f t f a h r- zeugunfalles, von dem der Musikzug der SS.-Leibstandarte Adolf Hitler am 1. Juli in der Nähe von Burg bei Magdeburg betroffen wurde, haben zu folgendem Ergebnis geführt. Bereits am 2. Juli wurde der Kraftwaaenführer Richard Weber aus Pivitsheide in Lippe-Detmold auf Antrag der Staatsanwaltschaft in gerichtliche Untersuchungshaft genommen. Weber führte den Fernlastzug, dessen Anhänger mit dem mit den Musikern der SS.-Leibstandarte besetzten Kraftomnibus zu- sammenftieß. Am 3. Juli wurde gegen Weber Anklage vor der Großen Strafkammer in Magdeburg erhoben. Die Anklage legt Weder zur Last, auf der Reichsverkehrsstraße zwischen Burg und hohen- seben durch Fahrlässigkeit und unter Außerachtlassung der ihm als Kraftwagenführer besonders auferlegten Pflicht zur Aufmerksamkeit den Tod von vier Menschen und die Körperverletzung von neun weiteren Menschen verursacht zu haben. Die Hauptverhandlung gegen Weder wird voraussichtlich am 8. Juli in der Nähe des Tatortes in Reefen bei Burg beginnen. WeiheflMde Der Frontkämpfer a i dem Schlachtfeld vor Verdun. Berlin, 6. Juli. (DNB.) Die in verschiedenen Verbänden zusammengefaßten französischen Frontkämpfer Haden kürzlich ein „Comite des Anciens Combattants pour le Rassemblement de Verdun“ gegründet, um anläßlich der 20. Wiederkehr der größten Schlacht des Weltkrieges am 12. und 13. Juli d. I. auf dem Schlachtfelde von Verdun eine Zusammenkunft von Frontkämpfern aller am Weltkriege beteiligten Nationen zu ermöglichen. In der Einladung des Komitees wird hervorgehoben, daß diese Zusammenkunft eine Wei he stunde zum Gedächtnis aller bei Verdun und im Weltkriege Gefallenen bringen soll. Die französische Einladung ist von den beut- -scheu Frontkämpferoerbänden angenommen worden. Am 12. Juli werden 500 deutsche Frontkämpfer, die zum allergrößten Teil Teilnehmer der Schlacht um Verdun sind, von Saarbrücken aus nach Verdun fahren. Die Deutsche Reichsbahn gewährt den deutschen Teilnehmern eine Fahrpreisermäßigung von 50 v. h. bis zur Reichsgrenze. Don dort aus übernimmt das französische Komitee die Kosten für die Fahrt, Verpflegung und Unter- tunft auf französischem Boden. In der Nacht zum 13. Juli marschieren die Kameraden zum Totenmal von Douaumont. An dieser geschichtlichen Stätte findet eine Weihestunde zum Gedenken der Gefallenen statt. Die Frontsoldaten aller beteiligten Nationen nehmen Aufstellung auf dem Heldenfriedhof von Douaumont. Am 13. Juli morgens ist eine gemeinsame Kundgebung der versammelten Frontsoldaten für den Weltfrieden vorgesehen. Die Führung der deutschen Abordnung liegt in den Händen des' bekannten Douaumont-Stürmers Hauptmann a. D. von Brandts. Oesterreich hebt das Startverbot auf. Wien, 6. Juli. (DNB.) Der Präsident der Oesterreichischen Sport- und Turnfront teilt mit: In Anbetracht der bevorstehenden Olympischen Spiele in Berlin, an denen österreichische Mannschaften teilnehmen werden, und in Anbetracht des Umstandes, daß die in letzter Zeit wiederholt stattgefundenen sportlichen Begegnungen zwischen österreichischen und deutschen Sportlern den in den Sportkreisen herrschenden sportkameradschaftlichen Geist bewiesen haben, hat der Oberste Sportführer, Etnst Rüdiger Fürst Starhemberg,dieAuf° Hebung des im vorigen Jahre erlassenen Startverbotes verfügt. Die Genehmigung für die einzelnen Starts öfter- reichischer Sportler in Deutschland ist aber dessenungeachtet bei der Führung der Oesterreichischen Sport- und Turnfront in jedem einzelnen Falle einzuholen. Gautag Hessen-Nassau 8.-12.3«?«! •- M M B : F X rsy, Ä 4fr JEMMMWM'W^Dr- W M^MBWWWpD **$ SMSMW W K ^L«s°L -chM D fvg® Ä-G r-G M S$;» YB >■»*,• ’<<■ Z-x::^.;"?:v*s 1 .JTik*™ ;•:. JZJx-T.:'/'. .icS?' ;■ # » < -’ <• '?;-.* „v, ..J ■■:-'.^5*/>c-x ■.'^■•.. ' v.z •>/ iLi/v, 7 J ijz ' tionen zu betonen. In der Aussprache schlossen sich k o n f e r e n z. der mit Ausnahme von Italien und die Vertreter Englands und Frankreichs ' .. .. . . - . Xi n? am Ofttfifit nrnnrton Aöc innm mön 'Roytyoyovg. nn scher Erzeugnisse sind. Kamerun hat im Jahre 1935 für 25 000 Tonnen Palmenkerne ausgesührt. Im englischen Teil von Kamerun hat sich der Ba- nanenbau außerordentlich entwickelt. Die deutsche Einfuhr an Bananen wird heute hauptsächlich aus namentlich der lateinamerikanischen Staaten, kurz Stellung, um ihre grundsätzliche Auffassung zum Sanktionsproblem noch einmal darzulegen. Der Vertreter Polens teilte mit, daß Polen aus eigener Machtvollkommenheit die Sanktionen bereits aufgehoben habe und daß Polen infolgedessen bei der Abstimmung sich der Stimme enthalten werde. Der Vertreter Spaniens benutzte diese Gelegenheit, um in einer formalrechtlichen Erwiderung auf die Ausführungen des polnischen Vertreters den kollektiven und gleichzeitigen Charakter der Sank- diesen Ausführungen des spanischen Vertreters an. Der Vertreter Chinas betonte ausdrücklich, daß Togo 9000 Tonnen verschifft. Der Kakao-Export dieser beiden Kolonien macht mit 28 000 Tonnen 38 vH. des deutschen Konsums aus, der 1935 75 000 Tonnen betragen hat. Vom 8. bis 12. Juli trägt jeder das Gautagabzeichen! Schluß mit den Sanktionen Italien bleibt kühl. die Zustimmung der chinesischen Regierung zur Aufhebung der Sanktionen nicht auch eine Anerkennung der territorialen Entscheidungen bedeute. Rom bleibt zurückhaltend. Rom, 6. Juli. (DNB.) Gegenüber der Entwicklung der internationalen Lage nach der Aufhebung der Sanktionen zeigt man in italienischen politischen Kreisen auch weiterhin eine bemerkenswerte Zurückhaltung. So findet die Aufhebung der Sanktionen in zuständigen italienischen Kreisen überhaupt kein anderes Echo als die Bemerkung, diese Wendung werde von Italien mit derselben Gelassenheit ausgenommen, mit der vor neun Monaten der Beginn, des Sanktionskrieges entgegengenommen wurde. Halle Eelassie wieder in England. London, 6. Juli. (DRB.) Der N e g u s ist am Montag nach England zurückgekehrt. Kamerun gedeckt, wobei besonders wichtig ist, daß die Plantagen überwiegend in deutschen Händen sind. Auch in Togo ist Deutschland am Handel stark beteiligt, es steht an zweiter Stelle hinter Frankreich. Kamerun hat 19 000 Tonnen Kakao, Abschluß der deutsch -schweizerischen Genf, e. 3uit (dkb.) Die Sanklions- Wirtschaft-Verhandlungen. L||inien aUe milglieber b66 Dölfcrbunbe5 onge. Sern, 6. Juli. (DRB.) Die deutsch-schwei- hören, ist TNonlag vormittag zufammengetreten, Z e r i s ch e n Wirtschaf tsoerfjanblungen utn auf Grund der grundlählichen Entscheidung der ^°nta9 dur U™er3Cl$nung je einer v^kerbundsverfammlung vom Samstag die Aus- Zusatzoereinbarung zum Verrechnungsabkommen I. , „ „ , _, - ' vom 17. April 1935, zum Warenzahlungsabkommen $ e J " 9 6 e € kNoneng ege n Jtal en vom gleichen Tage, zum Abkommen über den gegen- 3U beschließen. Auf Antrag der englischen Regierung fettigen Warenverkehr vom 5. November 1932, zu hat die Konferenz befchloffen, daß die Sanktionen einem Reifeverkehrsabkommen, sowie verschiedenen gegen Italien am 15. Juli von allen Staa- fonstigen Vereinbarungen geführt. ten aufgehoben werden. In der Aussprache nahm eine Reihe Vertreter, Angesichts des Beschlusses der Räumung Kairos müßten die englischen Militärsachoerständigen Appell im Schloßpark zu Tiefurt vor dem Führer. In den Vormittagsstunden des Sonntags traten die verschiedenen Gliederungen im Schloßpark zu Tiefurt zum Appell vor dem Führer an, den man rechts auf unserem Bilde sieht. Wie ein einziger herrlicher Block standen die zahlreichen Standarten unter dem Hoheitszeichen auf der Tribüne. (Scherl- Bilderdienst.-M.) London, 7. Juli. (DNB.) Wie Reuter aus Kairo berichtet, machen die Vertragsverhandlungen zwischen Großbritannien und Aegypten gute Fortschritte. Man rechnet damit, daß ein Vertragsentwurf innerhalb der nächsten Tage fertiggestellt werden wird, so daß noch vor Ende des Sommers eine ägyptische Abordnung sich nach London begeben könnte, um hier einen neuen Vertrag abzuschließen. Der militärische Teil der englisch-ägyptischen Verhandlungen ist nahezu abgeschlossen. Eine der bemerkenswertesten Maßnahmen, so meldet die „Time s", bestehe darin, daß Die Verteidigung Aegyptens und des Suezkanals gegen ausländische Angriffe letzten Endes von Aegypten selber und nicht mehr von England übernommen werden wird. In der U e b e r g a n g s z e i t, d. h. bis zu dem Zeitpunkt, an dem die ägyptischen Streitkräfte die Verteidigung selbst übernehmen können, werde die britische Garnison bestehen bleiben; ihr Hauptsitz werde jedoch nicht mehr in Kairo, sondern in der Wüstenstadt I s m a i h a sein. Nur das Hauptquartier werde in Kairo bleiben. Gleichzeitig mit der Verstärkung der ägyptischen Streitkräfte soll die britische Garnison verringert werden. Die I in Aegypten stationierten britischen Luft- Streitkräfte von Jsmaiha nach anderen Teilen Aegyptens zu ermöglichen. Das Rothermere-Blatt „Daily Mail" greift die Regierung wegen ihrer verschiedenen Zugeständnisse an Aegypten an, das anscheinend bereit sei, in diesem kritischen Augenblick die strategische Stellung Englands im Mittelmeer zu gefährden. Das Kabinett habe sich über die Ratschläge der militärischen Berater hinweggeseht und wolle über die Zurückziehung eines Teiles der britischen Truppen aus Aegypten verhandeln. Als Gegenleistung sei Aegypten bereit, ein Angriffs- und Verteidigungsbündnis mit England abzuschließen und zu versprechen, keine für England nachteiligen Verträge mit anderen Rationen einzugehen. Die Zurückziehung der Truppen aus Kairo werde wahrscheinlich erst nach einigen Jahren vollzogen werden, nachdem Aegypten Kasernen für die Unterbringung von 15 000 Ulann britischer Truppen in der Suezkanal-Zone zur Verfügung gestellt haben werde. Die ägyptische Armee werde um 8000 Offiziere und Mannschaften verstärkt, ihre Waffen und ihre Ausrüstung werde sie aus England beziehen. streitkräfte pürden erhöht und in Alexan- ros müßten die englischen Militärfachoerständigen drien Luft- und Marinetruppen statio- eine neue Strategie für den mittleren Osten aus- niert. Die ägyptische Regierung werde sich ihrer- arbeiten. Ein großer Teil der zur Zeit in Kairo seits verpflichten, gute Straßen zu bauen, um ge- stationierten britischen Streitkräfte werde nach gegebenenfalls die schnelle Beförderung der britischen P a l ä st i n a gebracht werden. Englischer Rückzug vom Suezkanal? Oie Londoner presse über die neuen militärischen Abmachungen Englands mit Aegypten. der kommunistischen Operationen vorbehalten. Teil Paris, 6. Juli. (DNB.) Im „Echo de Paris" kündet Henri de K e r i l l i s eine Anfrage an den den Kapitalfetisch zerstörten. Ziel sei der Umsturz des bürgerlichen Regimes und die Aufrichtung der Sowjetherrschaft. Diese Äußerung, so fährt der Frankreich im Schlepptau Moskaus Auslieferung militärischer Geheimnisse an Sowjetrußland. Der Frontsoldaten Dank an den Führer Oer Ruf der neuen Zeit an die alten Soldaten. Heue Maßnahmen gegen die Kampfbünde. Paris, 7. Juli. (DNB. Funkspruch.) Innenminister S a l e n g r o hat in einer Erklärung über die Vorgänge am Sonntag am Grab des unbekannten Soldatep, wo 8000 Personen, zumeist Mitglieder der aufgelösten Kampfbünde, einen Umzug zu veranstalten suchten, angekündigt, daß die Regierung es den aufgelösten Kampfbünden nicht länger gestatten werde, Ehrenfeiern für den unbekannten Soldaten dazu zu benutzen, um im Herzen von Paris Unordnung zu stiften. Auch am Nationalfeiertag, dem 14. Juli, werde die Regierung die Truppenparade mit dem nötigen Glanz abhalten, aber nicht dulden, daß sich am Nachmittag dann Szenen der Unordnung abspielten. Die Polizei werde auf den Champs Elysöes und in den Zugangsstraßen jede Ansammlung verhüten, so daß keine Unruhe den Tag stören werde, an dem die Nation die Republik ehren werde. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder i. V.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Verfasser fort, habe Pieck im Juli 1935 gemacht. Das aleiche habe man dem französischen Kommunistenführer Thores besohlen. Die französischen Kommuni st en hätten am Volksfrontsieg teilnehmen, aber nicht in die Regierung eintreten, sondern Streiks Hervorrufen sollen. Sie hätten Moskau in allen Punkten gehorcht. Zwar hätten sie sich gehütet, im Augenblick an dem Staatsapparat zu rühren, und Post, Eisenbahn, Gas und Elektrizität seien unberührt geblieben, das sei jedoch für den zweiten Düsseldorf, 6. Juli. (DNB.) Anläßlich der 120. Wiederkehr des Tages der Negimentsgrundung des 1. Westfälischen Feldartillerieregiments Nr. 7 in Düsseldorf hielt der Reichspressechef der NSDAP., SS.-Gruppenführer Dr. Dietrich, der Angehöriger des Regiments ist, in der Städtischen Tonhalle am Sonntagabend auf dem Festabend des Regiments eine Ansprache, in der er, der NSK. zufolge, u. a. ausführte: Die Erinnerung an das, was wir gemeinsam an Freud und Leid im Großen Kriege erlebten, ist stets in mir lebendig. Wer als Deutscher durch diese große Schule des Lebens und Charakters hindurch- qeqangen ist, dem hat sich der Geist dieser soldatischen Gemeinschaft und Frontkameradschaft unauslöschlich in Hirn und Seele geprägt. Dieser Geist erlebten Frontsoldatentums ist nicht ohne Anteil an dem politischen Geschehen unserer heutigen Zeit. Das Reich, für das unsere Helden starben, ist in seiner ganzen inneren Gröhe erstanden. Aus diesem Geist der Front heraus, in dem wir vier Iahre lang lebten, und aus dem gigantischen Willen eines Einzelmenschen, in dem dieser Geist zu schöpferischer, revolutionärer Tat emporwuchs, ist es geboren worden. Und dieser eine, dessen Willeund Tattraft in einem politischen Ringen ohne Beispiel in der We geschichte dieses Reich schuf, kam aus unseren Reihen au s den Reihen der Frontsoldaten des Großen Krieges. Aus zehn Millionen unbekannter Soldaten kämpfte -r stch empor zur höcfiften Spitze des Staates und gestaltete ihn nach feinem Bilde nach dem Bilde, das wir deutjch- Frontsoldaten vier Jahre lang aus den Schlacht el- dern der Welt im Herzen trugen: Da- Reich der Freiheit, Ehre und sozialen Ge rechtigkeit! Die Zrontsoldaleu, die im November-Deutschland verachtet und geschmäht wurden dürfen heute im Dritten Reich wieder stolz ihr haupl erheben. Und das, cs fo ist. das banfcn |f nut einem, unserem Irontkameraden Adolf Hitler. Das wunderbare Wiedererstehen unserer ruhmreichen Armee, das beglückende Bewuß fein daß wir heute hier am freien deutschen Rhein in un GinfWige Franzosen warnen. Die neue Zeit ruft die alten Soldaten! DieMän-l Paris, 6. Juli. (DNB.) Die Gefahren einer ner des 1. Westfälischen Feldartillerie-Regiments l s ch e w i s i e r u n g Frankreichs werden Nr. 7, das heute hier an seinem 120jährigen Gräm täglich im „I o u r" und von der „R e p u b l i q u e" dungstag zum Appell versammelt ist, melden sich jn Aufsätzen dar gelegt. So schreibt heute L6on zur Stelle. Sie grüßen ihren Front käme- Palby im „Jour", in den Revolutionsraden von einst, ihren Führer von heute versuchen, die seit zwei Monaten in Frankreich DerFührerandieFronttameraden die^Pläne * und die geheimen Anweisungen der | -Oberführer Oberst a D Rein- seien es die gleichen Leute, die man an der Spitze ®un!>(Ä Smm an den F uh re r und der revolutionären Bewegung in Frankreich, Xs'F'fe'Ä'ä, n, ft, 's „s s'sä »Für b'e Meldung von der ^ronnung -es L-u l Kominterntagung im Juli 1935 in Moskau. S. m“7. “»<,; deäs;sä "ää deutschen K ri°g°r° e em eBnbin den 150 3 mü6tcn von revolu- 3aDren ihr-- Bestehens stets em S ° m m e^, ^nären Zentren in den Gewerkschaften geleistet punkt nationaler Gesin « ™ < sie werden. Es müßten demonstrostoe Streiks sein, die ter Kamerad sch a t gewesen. It og n 1 & sofortige Vorteile die Arbeitermassen anzogen, dieser Traditiongetreuim ne^enif, ^eiter fo z B durch Verbesserung der Arbeitsbedingungen, alten soldatischen Geist w e i | ü&ten ^ue angcnianbt meröen, öu [pflegen. Luftfahrtsminister Pierre C o t wegen Der erste Spatenstich für den „Platz des Führers" In Weimar. U ° be rl ° f fu n a militari f ch e r Pläne an Sn einer besonderen Feierstunde tat Gemleiter Sauckel am Samstagnachmitmg in ene”^™" am 23°Juni Pierre'swt dem Generalstab der°L>ift- Spatenstich zu einem gewaltigen baulichen ffiert bem --P'°^des Führers wo Mrschiedene Monu maffe anroei^ng ge„eben haben, die Zeichnungen mentalbauten entstehen werden. Man sieht den Führer, den Reichsminlster ®r graf un^l3lubolf Heg, Muster der F l u g z e u g k a n ° n e 2 3, die sowie Gauleiter Sauckel vor den Modellen der Bauwerke. (Scherl-B>lderd,enst-M.) bcn Propeller hindurchschießt, der Sowjet- regierung zu übermitteln. Außerdem soll er der Sowjetarmee den Maschinengewehrturm „A l c a n" zur Verfügung gestellt haben. Die Flugzeugkanone 23 sei nicht nur ein wahres Meisterwerk des französischen Erftndungsgeistes, sondern auch das einzige überlegene Material, über das r ~ v . .... । Frankreich in seinem Luftsahrtwesen gegenwärtig serer Friedensgarnison Düsseldorf, vereint mit un- verfüge. Pierre Cot werde vielleicht antworten, daß eren Traditionsbatterien und neuen Garmsons- Frankreich und Sowjetrußland militärisch regimentern versammelt sind, wir danken es verbündet feien und daß Frankreich daher ein ihm. Und dieses leuchtende Beispiel soldatischer fresse daran habe, Sowjetrußland an den fran- Haltung soll uns Vorbild und Ansporn zösischen Erfindungen teilnehmen zu lassen. Trotz- ein. Die neue Zeit ruft öie alten Sol- aber dürften die wertvollsten Geheimnisse der baten! französischen Verteidigung nicht ausgeliefert werden. Anferen tapferen Gegnern von einst reichen Im Hinblick auf die von Henry de K e r i l l i s wir in ritterlichem Frontgeist die Hand zu erhobene Behauptung hat der Oberst B e l l a n - friedlicher Kameradschaft. Aber wer es wagen g e r, der neuerdings eine wesentliche Verbesserung kiffe, dfespn Trieben zu stören, den der Füh- der Visiereinrichtung der Flugzeugkanone 23 aussollte, dies J 3 ’ . gearbeitet hat, öffentlich erklärt, er werde diese rer will und an dessen Festigung er mit a e neuen miäne dem Luftfahrtministerium nur seinen Kräften arbeitet, der soll erfahren, daß dann vorlegen, wenn er die Gewißheit habe, wir alten Frontsoldaten deutsches Land heute ^aß sie nur in der französischen Luft- ebenso zu verteidigen wissen, wie wir es vier- waffe Verwendung finde, einhalb Jahre lang gegen die ganze Welt verteidigten. Und immer erst Leckrem - dann in die Sonne ! 4329 D Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Juli, nachm. 314 Uhr, vom Trauerhause Henriettenhof aus statt. infolge eines tragischen Unfalles am Sonntag, dem 5. Juli, in München, im fast vollendeten 31. Lebens* jahr plötzlich von uns zu nehmen. Die tief trauernden Hinterbliebenen: Otto Müller und Frau Lina, geb. Kroell Richard Müller u. Frau Johanna, geb. Richter Karl Nebe und Frau Elisabeth, geb. Müller Johanna Rühl Wwe., geb. Müller Heinrich Müller, Helene Müller. Henriettenhof (Rittergut Börnichen), Oederan, Laubach, Schachten, den 7. Juli 1936. Todesanzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren braven, treuen Sohn, unseren lieben Bruder, Schwager und Onkel Otto Müller Aus aller Wett Der Giftmord-Prozeß Vogler in Mainz Verkäufe | kauft 4335D 03111 Konditorei Amend 11 Vermietungen | nung 4326D aflü punkt, Katapultträger und Flugwetterwarte an afrikanischen und südamerikanischen Küste ist deutsche Dampfer „S ch w a b e n l a n d" nach nem Heimathafen Bremen zurückgekehrt, um der Werft der AG. Weser ins Dock zu gehen. der der fei* auf Die Kohlen Koks geschafft. Die Hintergründe der Bluttat sind noch nicht geklärt. werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Milllmeterzelie veröffentlicht! 2 bis 7 Zim° n könn. auf :r. Geschäfts- e, Alicenstra- 4. stets kosteneingetragener Zerein, Gießen. Briketts Eiform Happel&Co. Kl. Mühlgasse 4 u. 6 Ruf 3925 Landesverräter hingerichtet. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der vom Volksgerichtshof am 1. Februar 1936 wegen des Unternehmens des Landesverrats zum Tode und dauernden Ehrverlust verurteilte 24jäh- rige Walter Scheve ist heute morgen in Berlin hingerichtet worden. „Schwabenland" wird voraussichtlich bis zur zweiten Hälfte August in Bremen bleiben, um dann in den Nordatlantik zu fahren, wo Probeflüge für einen im kommenden Jahre in Aussicht genommenen flugplanmäßigen Dienst über den nördlichen Atlantischen Ozean vorbereitet werden sollen. Dauer Mieter Junges Ehepaar m.Kmd(2J.alt) suchtDopvelzirn- merm. Frühstück im Ostviertel per sofort.- Schrift!. Angeb. m. Preis unt.03113 an die Geschäftsstelle d. Gieß.Anz. erbet. iilillllllllllllllllllllllllll Keine Zengniise in Urschrift londern nur Zeugnis abschrtften dem Be- werbungSlchretben beließen I — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müllen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen 1 Iilillllllllllllllllllllllllll Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch die Entwicklung einer flachen Tiefdruck- ftörung über Südengland ist die Luftzufuhr für den westlichen Teil des Kontinents weiter verstärkt^ worden. Hierdurch werden warme und außerordentlich feuchte, subtropische Luftwaffen herangeführt. Bei großer Schwüle kommt es an den Gebirgsrändern bei Sonneneinstrahlung zu weiteren teilweise sehr heftigen Gewittern oder Gewitterregen. Zunächst ist noch keine Aenderung wahrscheinlich, erst später, wenn ein Vorstoß etwas kühlerer Luftwaffen vow Westen eindringt, wird ein angenehmeres Wetter eintreten. Aussichten für Mittwoch: Wolkig und vielfach Gewitter bzw. Gewitterregen, warm und schwül, Winde aus Süd und Ost. Lufttemperaturen am 6. Juli: mittags -5,2 Grad Celsius, abends 20,4 Grad; am 7. Juli: morgens 18,6 Grad. Maximum 26,7 Grad, Minimum heute nacht 17,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Juli: abends 23,4 Grad; morgens 20,6 Grad. — Niederschläge 3,8 mm. — Sonnenscheindauer 3,1 Stunden. Hausgehiliin in all. Hausarb. bewandert, gute Kochkenntnin.-in Gesch.-Haushalt gesucht bis 1. 8. Robert Hübner Darmstadt 4330D Ernst-Ludwig-Str 11 verden. 43330 Der Vereinsführer. TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen ,086a Bahnhofstraße Auf alle Fälle Vetter die billige Möbel -Einkaufsquelle! Austeilung und Verkauf nur Wiesenstr. 6 Z-Zimmer- Wohnung n.Bad u.Küche, Neubau, Nähe Äiehen, ab l.od. Id.Septemberz. lermieten. 03112 Wo 2 sagtdieGe- chäftsst desG.A. | Mietgesuchej Beamtenfamilie ucht zum 1. 10. 5-6-Zimmer- Wohnung schön.,sonn.Lage Sehr. Ang. unt. 4331Da.d.G.A. Als der Vorsitzende fragt: „Warum haben Sie diesen alten Mann umgebracht, der hinter Ihnen herlief wie ein treuer Hund?" erklärt die Angeklagte mit ihrer alten Energie: „Ich (jabe niemand umgebracht". Es werden nun von den 120 Briefen, die Frau Vogler aus dem Gefängnis herauszuschmuggeln versuchte, 49 verlesen. Diese Briefe sind eine stärkere Belastung der Angeklagten als alle bisherigen Zeugenaussagen. Die Briefe sind meist an ihren Sohn Max gerichtet. In ihnen arbeitete Frau Vogler mit außerordentlichem Geschick eine Gaunersprache aus, in der jeder Satz zu einem Rätsel wird. Kein Mensch wird mit seinem bürgerlichen Namen genannt, überall sind Tarnungen angewandt. Zwei Punkte kristallisieren sich heraus: Zunächst wollte Frau Vogler unbedingt wissen, ob der alte Seitz ausgegraben worden sei. Die zweite Sorge galt der restlosen Räumung des Hauses und der Wirtschaft. Immer wieder beschwört sie ihre Kinder, keine Flasche, kein Glas, keine Kleinigkeit zu vergessen. „Alles, was da ist, muß aus dem Haus, keine Ecke darf undurchsucht bleiben", schreibt sie wörtlich, .und immer wieder steht der Satz da: „Du mußt niich recht verstehen." Heute gibt Frau Vogler an, sie habe ihrem zweiten Mann, der ihren Besitz versteigern ließ, um sich finanziell zu entschädigen, nichts als das Haus lassen wollen. In Wirklichkeit beabsichtigte sie zweifellos, alle belastenden Indizien beseitigen zu lassen. Auch hier stehen wieder der noch immer geheimnisvolle Onkel Ehrhard sowie die Wahrsagerin- , nen Rocker und Schneider im Mittelpunkt. Man rechnet mit der Urteilsoerkündigung am kommenden Freitag. Verdingung. Die Vorprosilierungs- und Pflasierarbeilen für die Pflasterung von Teilstrecken auf Landstraßen I. Ord- Epiphans und unter Duldung des Generaloberen Pankratius durchgeführt habe. Es steht fest, daß die durch die Schmuggelgeschäste erzielten Gewinne der Ordensbrüderschaft der Franziskaner zugekommen sind. Ein Beweis dafür ist u. a., daß das Bekanntwerden der Schmuggelgeschäfte nicht etwa eine Verfolgung der Schuldigen zur Folge hatte, sondern daß auf Veranlassung des Generaloberen, der vollkommen unterrichtet war, lediglich die Brüder versetzt wurden, die ihn über diese Verfehlungen unterrichtet hatten. Es kam noch zur Sprache, daß Bruder Sigisbert mehr als 200 000 Mark für Umbauten und Anschaffungen auf Pe- trusheim ausgegeben hatte, die nur zu einem kleinen Teil durch Vorschüsse des Mutterhauses gedeckt wurden. Sittlichkeitsverbrechen einer Schwester Einen 13jährigen Jungen verführt. LPD. Darmstadt, 6. Juli. Die Justizpressestelle Darmstadt teilt mit: Die Große Strafkammer in Darmstadt hat auf Antrag des Oberstaatsanwalts gegen die frühere Schwester Wendelina aus dem Orden der Karmeliterinnen vom göttlichen Herzen Jesu das Hauptverfahren wegen Sittlich, keitsoerbrechen eröffnet. Schwester Wende- lina war von 1929 bis Ende 1934 als Erzieherin in der Knabenabteilung des Theresien-Kinderheimes der Karmeliterinnen in Offenbach tätig und unterhielt seit 1933 zu einem damals 13jährigen frühreifen Zögling fortgesetzt geschlechtliche Beziehungen, bis sie Ende 1934 in eine andere Niederlassung eines Ordens versetzt wurde, dort im Juli 1935 ein aus den Offenbacher Vorgängen stammendes Kind gebar und infolgedessen aus dem Orden ausschied. Die Anaeschukdigte ist in Untersuchungshaft und in vollem Umfange geständig. Italienische Ehrung für Stabsführer Lauterbacher. Der König von Italien hat auf Vorschlag des Chefs der italienischen Regierung Mussolini den Stabsführer Hartmann Lauterbacher mit der Ernennung zum Offizier des Ordens der italienischen Krone und den Bannführer Hans M a - r o n mit der Ernennung zum Ritter desselben Ordens ausgezeichnet. Japanische Offiziere am Grabe horst Wessels. Der zur Zeit in Berlin weilende Oberstleutnant Miura, Chef der Militärpolizei in Tokio, stattete im Beisein eines japanischen Stabsarztes, des Führers der Horst-Wessel-Standarte, Stoehr, sowie mehrerer SS.- und SA.-Führer der Ruhestätte Hör st Wessels auf dem Kirchhof an der Prenzlauer Allee einen Besuch ab. Vier SA.-Männer hielten die Wache am Grabe Horst Wessels, als die Japaner den riesigen Eichenlaubkranz mit weißen Lilien und weißer Schleife, die das japanische Hoheitszeichen trägt, niederlegten. Olympiamannschaft der Philippinen in Berlin. Die Olympiamannschaft der Philippinen traf nach vier Wochen langer Reise auf dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin ein. Ritter von Halt hieß die Mannschaft im Namen des Organisationskomitees auf das herzlichste willkommen und wünschte Ihnen beste Erfolge. Flugzeugstühpunkt „Schwabenland" zurückgekehrl. Nach 23monatiger Tätigkeit als Flugzeugstütz- „Graf Zeppelin" wieder in Friedrichshafen. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Montag kurz vor 20 Uhr von der fünften Amerikafahrt nach Friedrichshafen zurückgekehrt. Verhaftung der Oberin der Heilstätte Donaustauf. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Regensburg wurde die 63 Jahre alte Oberin der Heilstätte Donaustauf, Schwester Maria Agnella, unter dem schweren Verdacht des Vergehens gegen das Deoisengesetz verhaftet und ins Regensburger Gerichtsgefängnis eingeliefert. Die Verhaftete, die geständig ist, soll in den Jahren 1932 bis 1934 rund 50 000 Mark unter Umgehung der Devisenbestimmungen in das Mutterhaus ihres Ordens nach Wien verschoben haben. Ein weiteres Opfer der Eifenbahnräuber Schüller. Der bei dem Feuergefecht mit den Brüdern Schüller schwerverletzte Gendarmeriemeister Buchmann ist in einer der letzten Nächte g e ft o r b e n. Buchmann hat durch fein mutiges Handeln in hohem Maße dazu beigetragen, die beiden gefährlichen Eisenbahnräuber unschädlich zu machen. Der Tod dieses pflichtgetreuen Beamten, der eine Familie mit fünf unmündigen Kindern hinterläßt, hat in allen Bevölkerungskreisen aufrichtiges Bedauern ausgelöft. Fünfzehnjähriger erschießt Mutter und Bruder. Eine furchtbare Bluttat ereignete sich in Groß-Drensen im Netzekreis. Dort erschoß der fünfzehnjährige Bauernsohn Heinz Schallehn seinen 19jährigen Bruder und darauf seine Mutter. Der Vater war verreist, während die beiden Söhne im Walde Streu holten. Auf der Heimfahrt zog der 15jährige Heinz eine Parabellumpistole und feuerte fünfmal auf seinen Bruder, der mit drei Schüssen im Rücken t o t zusammenbrach. Der Täter fuhr darauf mit dem Gespann auf den Hof zurück, wo er aus einem Jagdgewehr aus nächster Nähe auf seine Mutter einen Schuß abgab, der sie tötete. Die Schwester lief zur Gendarmerie. Beim Eintreffen des Beamten versuchte der Mörder Hand an sich zu legen. In schwer verletztem Zustande wurde er in das Schönlanker Krankenhaus | Einspaltige | Kleinanzeigen Der Führer buM) den Gaulag Hessen-Rassau 1936, ifA das Programmheft. Im Strahenverkauf erhältlich (10 Pfennig). Zirka »WOHL geg.guie Sicherheit gesucht.Schr. Angeb. u. 03110 an d. Gieß.Anz. Zwei junge Schäferhunde reinrassig m.Stammbaurn, 11 Wochen alt, 1 Rüde,1 Hündin zu verkauf, oans Hch. Jnngermann Gießen, Gartenbaubetrieb, Friedhofsallee31 Auf dem Lande in allernächster Nähe der Eisenbahnstation 1 Wohnhaus 2 geraum. Drei- zirnrnerwohn. u. Mansarde mit Stall, Scheuer, Holzschuppen u. Garten zu verkaufen. Schriftl. Ang. unt. 4249 D a. d. Gieß. Anz. de/tzÄ von |q vKr> b & °» 1,5 Liter BMW.-Waöen (Limousine) 4328v sehr gut erhalten, billig abzuaehen. Eduard Kratz BMW.-Vertret. Ober-Ohmen Teleph.Mücke65 KleineArrzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. U-IHoiiDg ges.Schr Angeb. u.03H6a d.G A. durch ein billiges Gosfiämmchen E» ist eine ganz natürliche Sache, daß Hausfrauen, die auf Gas kochen, auch mit Gas kühlen, weil sie wissen, wie wirtschaftlich und praktisch der Betrieb ist. Der lautlose GAS-Kühlschronk hält die Lebensmittel frisch, ist billig.und sparsam im Betrieb. Erkundigen Sie sich beim Mitglied der Gas-Gemeinschaft 6ie6en 4325A DmFM gut erhalten, zu verk.Liebigstr.16 Hinterhaus. 03114 liad)läffe von 3 bi- 20 v. S. erhalten Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Anzeig, 9er ] Dn in btt Mtn AeW Spanien — £ ber schönen 3 spanischer De ln Spaniens Mnt die Ali Swnch ■'wn wie t » oder w Akku Ä es di schon, * j s & KL tzS SS; hÄ Nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied im 86. Lebensjahre unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwägerin Berta Emilie Langsdorf Wwe., geb. Brunow Im Namen der Hinterbliebenen Wilhelm Reuter. Gießen (Crednerstraße 22), den 7. Juli 1936. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 8. JulL 14.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt LPD. Mainz, 6. Juli. Der sechste Verhandlungstag im Giftmordprozeß Vogler war aus gefüllt mit der Vernehmung von 22 Zeugen. Benn Zeugenaufruf konnte man zum erstenmal eine menschliche Regung bei der Angeklagten feststellen. Ihre beiden Töchter waren als Zeugen erschienen. Frau Vogler streckte ihnen die Hände entgegen und weinte laut auf. Die Töchter verweigerten die Aussage. Aber Frau Vogler hatte sich in kurzer Zeit wieder gesammelt; wenig später antwortete sie auf eine Mahnung des Vorsitzenden, der ihr ein Geständnis empfahl, in ihrem alten Ton: „I ch habe nichts getan!" Die Zeugenverhöre gestalteten sich diesmal zu einer einzigen Kette von Belastungen gegen die Angeklagte. Eine Zeugin hatte bei Frau Vog - l e r über ihren Chef geklagt, worauf ihr die Angeklagte den Rat gab: „Dem täte i ch mal was ins Essen!" Ein anderer Zeuge wurde vorn Vorsitzenden nach der Frömmigkeit der Frau Vog - l e r befragt. Seine Antwort war kurz und bündig: „W a s d i e betet, i ft gelogen. Mit dem Zeugen Buchner hatte die Angeklagte 1934 eine Ehe geschlossen, die später für nichtig erklärt wurde. Der Zeuge schilderte die Angeklagte als gemein, verlogen und geldgierig. Frau Vogler hat ihn um rund 20 000 Mark gebracht. Ein früherer Vertrauter der Angeklagten mußte mehrere Unterhaltungen mit Frau Vogler über Gift zugeben. Trotzdem erklärte der Zeuae, er fjabe mit der Angeklagten nichts zu schaffen. Ausführlich wurde die Beweisaufnahme über die Krankheit und den Tod des alten Seitz fortgesetzt. Als die Tochter des Seitz ihre Aussage macht, beginnt Frau Vogler wieder laut zu weinen. Sie leugnet aber weiter. | Kaufgesuche | Frisch gepflückte Himbeeren Abt.: Büdingen—Gelnhausen (Fahrbahnoerbreite- runa zirka 500 qm), Abt.: Büdingen—Lorbach (2000 qm) und auf Landstraßen II. Ordnung Abt.: Büdingen—Tiergarten (1600 qm), Abt.: Büdingen—Orleshausen (2800 qm) sowie die Erd- und Ehaussierungsarbeiten für die Verbreiterung der Landstraße I. Ordnung Abt.: Büdingen—Rinderbügen (1000 cbm Erdbewegung, 4000 qm Chaussierung usw.) sind sofort — nach Losen getrennt — zu vergeben. Angebotsvordrucke werden — solange der Vorrat reicht — ab 8. d. IN. von unserem Amt in Gießen, Hitlerwall 37, abgegeben, wo die Vertragsbedingungen zur Einsicht offenliegen und ein 2. Angebotsformular gegen ene Gebühr von 0,30 R7N. erhältlich ist. Angebote sind, für jedes Los getrennt, in einem verschlossenen und mit entsprechender Aufschrift versehenen Umschlag bis IHonfag, den 13. Juli 1936, vormittags 10 Uhr, an uns abzugeben, wo anschließend die Deffnung der Angebote erfolgt. Zuschlagsfrist 10 Tage. Gießen, den 6. Juli 1936. Provinzialdirektion Oberhessen. Tiefbauamt. ^FackeNauf"'-Expedition für den Oiympiafilm nach Athen gestartet. Im Generalquartier des Olympiafilms in Spandau verabschiedete Leni Riefenstahl die „F a ck e 1 l a u s" - E x p e d i t i o n , die sich in drei Kraftwagen unter Führung von Diplom-Ingenieur Karl Friedrich Fischer nach Athen begibt, um alle Vorbereitungen für die Aufnahmen zu diesem einzigartigen Filmdokument zu treffen. Dieser Staffel! auf der 3180 Läufer, die von Athen bis Berlin Tag und Nacht unterwegs fein werden, soll in feinen charakteristischen Einzelheiten festaehalten werden. Die Expedition, die am 18. Juli in Athen eintreffen wird, hat die Aufgabe, sämtliche _fiir den Lauf vorgesehenen, häufig sehr schlechten Straßen der verschiedenen Länder zu befahren, die Streckenabschnitte auf ihre filmische Eignung zu prüfen, an den Uebergangspunkten und in den Hauptstädten, in denen größere Feierlichkeiten stattfinden, die notwendigen Vorarbeiten für Filmaufnahmen fertig zu machen und die Eigentümlichkeiten der Landschaften und ihrer Menschen festzuhalten. Neben dem Reiseleiter und drei Chauffeuren fahren zwei Operateure und zwei Aufnahmeassistenten mit. Die Wagen enthalten zwei große Filmapparaturen, drei Handkameras und etwa 7000 Meter Film. Außerdem sind in sämtlichen Hauptstädten vorsorglich größere Mengen von Filmmaterial, insgesamt etwa noch 20 000 Meter Film, bereitgestellt. Leni Riefenstahl selbst wird voraussichtlich am 18. Juli in Athen eintreffen, um dem Start des Fackellaufes in Olympia persönlich beizuwohnen. Nach den letzten Anweisungen verabschiedete sich Leni R i e f e n st a h l von den Expeditionsteilnehmern mit einem herzlichen „Hals- und Beinbruch!" und „Auf glückliches Wiedersehen in Athen!" Oer petrusheim-prozeß in Eleve. In dem Schmuggel- und Devifenpro- zeß gegen die Franziskanerbrüder vom Petrus- Heim in Cleve bekundete der Steuersekretär Hermann Rieck vom Landesfinanzamt Düsseldorf, das bei der Kontrolle auf Petrusheim feftgefteUte Fehlen jeder Buchungsunterlagen. Der Zeuge Zollinspektor Theodor Holzbrink führte die Vernehmung der Getreidehändler durch. Bei der Firma Beckers in Goch war das Lagerbuch verschwunden. Auch der Getreidehändler Dicks in Weeze hatte keine genauen Buchungen aus der Schmuggelzeit. Sein Lagerarbeiter gibt aber Bezüge von 10 000 Zentner Getreide vom Petrusheim zu. Auch bei der Firma Leeuw in Kalkar konnte der Zeuge wegen des Fehlens jeglicher Verbuchungen keine Feststellungen erheben. Es bestätigt sich, daß die Geschäftsbücher auf Weisung der Frau Leeuw von dem Angestellten Mingels verbrannt worden waren. Zollinspektor Müller von der Zollfahndungs- stelle Düsseldorf machte ausführliche Angaben über die geschmuggelten Mengen Getreide, Vieh und Lebensmittel. Als einen der hauptsächlichsten Mittäter des flüchtigen Bruder Sigisbert kennzeichnete Müller den Mitangeklagten Ianfen, der erst kurz vor der Flucht ergriffen werden konnte. Bezeichnend ist übrigens, daß Bruder Sigisbert als Vorsteher der Kolonie Petrusheim sich nicht gescheut hat, die früheren Zollbeamten Haase und Schillings mit der Unterstützung von Janssen zu bestechen, damit sie bei den Kontrolle ihre Amtspflicht vernachlässigten. Schillings habe nach den ersten Vernehmungen einen Selbstmordversuch gemacht und versucht, seine Frau zu veranlassen, sich und ihr Kind zu töten. lieber den Hauptbeschuldigten Bruder Sigisbert der leider ins Ausland flüchten konnte, äußerte sich Zollinspektor Müller dahin, daß Bruder Sigisbert den Schmuggel in direktem Auftrag Bruder *5" und a» » nJV»» 11 ‘ - Nia" unö u" Dinste >ni den ist- . v Schon im Be* 1 ? «ft i Uni i" un» „ SU s*" iie ffliimtM Bieber über 6« iie 6i? 11,111 norbringt; chen, di- mr 6er Komm-"»-' -eh-nd-n, ob®0 wd die Senfe < ®ir al|o hm" gewinnen. Da gedeiht l dein, auf wu't An den Zai Gemüsegärten innerhalb der < Menge. Neben der Ackerwind Stellen die Z ihre schneeweiß Vorzügen der 'Ji seinen flachen, ( den Blättern, garis) mit seine aer, staubiger ' Farbenfreudige' Blüten der W e (Cichorium int an den fpanic tannt wegen i purpurnen B lappa und A aber bekannt tago major) 1 Dam Wegi Feld ist ost also zwei Gc lichen Iraubi auf kräftigen schon früher jetzt die hell Hohlzahl der Ackern ligen Quirlt Weniger far der Möusi zottigbehaür rötlich anlau Nicht zu wehrhaften, von denen wiederfinden (Circium an ceolatum) tn er«r kommen m Weiden, bietet Bollstömliihe Hflthr- NssenWsl in reichbebilderten, leichtverständl. Wer- Ken und in verschiede, nen Preislagen bieten unsere Verlagserzeug- niste. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse desNaturgescheyens und damit durch erweitertes Misten er- höhteFreudeanden vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" SugoöermWer Verlag verlln-cnkkerseikie Von bedeutender Lebensversicherungsbank werden für den hiesigen Bezirk zur Förderung des Neugeschäfts rührige Herren als hauptberufliche Vertreter gegen feste Bezüge und Abschlußprovision gesucht. Gute Entwicklungsmöglichkeit bei weitgehender Unterstützung geboten. Ausführliche Zuschriften mit Lebenslauf unter 4267V an den Gießener Anzeiger erbeten. Verschiedenes Kälte und Eis Hr. 156 Zweites Blatt Dienstag, 7.M 1936 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Porzellanmanufaktur. — r — großen Fernrohr erkennbares Sternchen 14. Größe. Sie erreichte am 21. Juni ihre größte Helligkeit und glich ungefähr dem Hauptstern Alpha im Cepheus. Ihre Leuchtkraft ist demnach innerhalb weniger Tage auf das 40 000fache des ursprünglichen Betrages gestiegen. Dem würde ungefähr entsprechen, wenn die Wega plötzlich zur Helligkeit des Vollmonds aufglühte! Die gleichzeitig beobachtete starke Verschiebung der Linien nach dem kurzwelligen (violetten) Ende des Spektrums ließ darauf schließen, daß die äußeren Schichten des Sterns mit enormer Geschwindigkeit auseinandergetrieben werden. Der Stern bläht sich gewaltig auf, etwa bis zum hundertfachen feiner ursprünglichen Größe, und stößt die äußere Gashülle ab, womit der Höhepunkt der Leuchtkraft überschritten ist. Nach den vorläufigen Beobachtungen deuten Helligkeit und Spektrum auf eine Entfernung von etwa 2000 Lichtjahren. Vor 2000 Jahren also geschah jene ungeheure Sternkatastrophe, von deren Verlauf uns heute der Lichtstrahl Kunde gibt. Seit dem 21. Juni ist die Helligkeit des neuen Sterns stark gesunken und voraussichtlich wird er bald dem bloßen Auge entschwinden. Die zuerst rein weiße Farbe hat sich in ein sattes Gelb verwandelt. Da erfahrungsgemäß die Helligkeitsabnahme neuer Sterne mit starken Schwankungen erfolgt, dürfte die Beobachtung der Nova im Cepheus und ihr Vergleich mit den Nachbarsternen Die Kneipe „3u den sieben Weisen". Wie aus Rom berichtet wird, hat der Direktor der Ausgrabungen im antiken Ostia, der Hafenstadt des alten Rom, Guido C a l z a , bei den letzten Arbeiten ein Wirtshaus „Die sieben Weisen" gefunden. Die alte Kneipe war mit humoristischen Male- reien ausgeschmückt, die zum Teil erhalten sind. Man sieht die sieben Weisen, griechische Philosophen, in einer Haltung sitzen, die keinen Zweifel darüber läßt, womit sie grade beschäftigt sind. Calza hat das Bauwerk soweit wie möglich wieder hergestellt, und er glaubt, daß es sich um eine Kneipe für das niedere Hafenvolk bandelte. Gefängnis und Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung. LPD. Marburg, 6. Juli. In einer Sitzung der Großen Strafkammer wurde der 69jährige Adolf Adler aus Gladenbach, welcher gegenwärtig wegen Betrugs eine dreijährige Gefängnisstrafe verbüßt, unter der Anklage vorgeführt, in den Jahren 1925 bis 1933 größere Steuer- betrüge (Umsatz-, Einkommen-, Krisen-, Vermögenssteuer ufw.) hinterzogen zu haben. Die Beweisaufnahme wurde dadurch erschwert, daß die zur Steuerberechnung wichtigen Bücher des Angeklagten aus der in Frage kommenden Zeit fehlten. Der Angeklagte will die Bücher in der „Angstperiode", wie er sich ausdrückte, verbrannt haben. Eins der angeblich verbrannten Bücher hat sich mittlerweile bei dem früheren Steuerberater des Angeklagten wiedergefunden. Das Gericht verurteilte Adler wegen Steuerhinterziehung zu neun Monaten Gefängnis und 4000 Mark Geldstrafe. blick als bisher. Auf glattgeschorener Grasnarbe hocken in Reih und Glied ausgerichtet die duftenden Heuhaufen. Die Heumahd ist selbstverständlich ein „einschneidendes" Ereignis für alle Pflanzen der Wiese. Aber es ist ein zähes, lebensstarkes Geschlecht, nicht lange, und sie treiben wieder aus und da, wo nicht gemäht wurde, etwa an Bachufern und grasigen Hängen wuchern in die schon bestehende Fülle jetzt die Juliblumen hinein. So das stattliche Hartheu oder Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatom) mit goldgelben Dolden. Seine Blätter enthalten fo viele große Oeldrüsen, daß sie, gegen das Licht betrachtet, punktiert erscheinen. Weiter sehen wir mit blauen oder violetten Blüten Tauben- Skabiose (Scabiosa columbaria), den Teufels- Abbiß (Succisa pratensis) und Glockenblumen (Campanula-Arten). Mit gelben Blüten erscheinen der Herb st- Löwenzahn (Leontodon autumnale) und das gemeine Sonnenröschen (Helianthemum vulgare oder H. chamaecistus), ganz zu schweigen von den Disteln, verschieden nach Art, je nachdem ob trockene oder feuchte Wiese, sonniger Abhang oder Sumpf. Vom Walde sagten wir im vorigen Monat, er habe, seit sich sein Blätterdach schloß, nicht mehr die Mehrzahl der Blumen in seinem Gebiet, wie noch im Frühjahr. Das ist richtig, in der offenen Landschaft, in Wiese und Feld mögen es mehr sein; es glaube aber keiner, daß es im Walde außer Bäumen, Moos, Algen und Farnen jetzt nichts gäbe. Außer vielen „Alten" blühen jetzt z. B. mit gelber Farbe die wilde Balsamine (Impatiens noli- tangere), die ihre großen, gespornten Blüten an langen Stielen herabhängen läßt, und das Fuchs' G r e i s k r a u t (Senecio Fuchsii) mit seinen meist fünf großen Strahlblüten an jedem der vielen Blütenköpfe oder das Klebrige Kreuzkraut (Senecio viscosus). Blaue Blüten zeigen die rapunzelblättrige Glockenblume (Campa- nula rapunculoides) und die Nesselblättrige (C. trachelium). Mehr als im Waldinnern finden wir am Wald- Unter den Sternbildern des nördlichen Himmels bildet das des Cepheus eine wenig auffallende Gruppe schwacher, in einem Bogen angeordneter Sterne zwischen dem Polarstern und dem Schwan. Mit Ausnahme des Hauptsternes Alpha find alle Sterne im Cepheus schwächer als 3. Größe. Dafür enthält dieses Sternbild zwei bemerkenswerte Sterne: den wegen seines Lichtwechsels bekannten Stern Delta und den Granatstern, den rötesten Stern des Nordhimmels. An den Juliabenden nimmt der Cepheus eine für die Beobachtung recht günstige Stellung rechts vom Polarstern ein. Nahe seinem Ostrand, wo die Sterne Delta, Epsilon und Zeta ein kleines Dreieck bilden, leuchtete am 17. Juni plötzlich ein neuer Stern, eine „Nova", auf, die in Deutschland zuerst von Dr. Hoffmeister auf dem Observatorium Sonneberg beobachtet wurde. Der Name „neuer Stern" besagt nun nicht etwa, daß hier ein Stern sich aus bisher unsichtbarer Materie gebildet habe oder daß zwei erloschene Weltkörper zusammengestoßen und zu neuer Glut entfacht wären. Dafür besteht nicht die geringste Wahrscheinlichkeit. Vielmehr haben wir in dem jähen Aufflammen einer Nova eine gewaltige Explosion einer Sonne zu sehen als Folge von Atomumwandlungen im Innern dieses selbstleuchtenden Sterns, durch die ganz unvorstellbar große Energiemengen frei werden. Die Nova im Cepheus war vor ihrem Aufleuchten ein winziges, nur im Römerberg-Festspiele in Frankfurt. Die Römerberg-Festspiele in Frankfurt haben sich in den fünf Jahren ihres Bestehens Weltruf erworben. Die Frankfurter Städtischen Bühnen haben sich unter Leitung von Generalintendant Meißner mit Aufbietung aller künstlerischen und technischen Mittel bemüht, hier einen neuen deutschen Theaterstil zu schaffen. Daß dies gelungen ist, bewies die Aufführung des „F i e s k o' von Schiller, mit der die neue Spielzeit eröffnet wurde. Meißners Regiekunst schuf Volksszenen von hinreißender Kraft und Wirkung. Dazu kam abgesehen von geschickt eingestreuten Tanz- und Musikeinlagen, das meisterhafte Spiel von Joachim Gottschalk als Fiesko und Rene Deltgen als Mohr. Gottschalks klares und warmes Organ beherrschte den weiten Römerplatz, der im vollen Mondschein unter der sorgfältigen Raumgestaltung von Ludwig Sievert Szenenbilder von unvergeßlicher Wirkung bot. Rauschender und sich immer wiederholender Beifall galt in erster Linie Gottschalk und Deltgen. L- Das Lahr der Blumen Oie Pflanzenwelt im Luli. Der Sternenhimmel im Luli Oer neue Stern im Cepheus. Von Or Erwin Kofsinna. von besonderem Interesse für alle Sternfreunde sein. Die Astronomen und Astrophysiker aber sin- fieberhaft tätig, um den Vorgang der Sternexplosion in allen Einzelheiten zu erfassen und zu untersuchen, ob die noch recht rätselhafte Höhenstrahlung wirklich von platzenden Sternen ausgeht, die einen beträchtlichen Teil ihrer Masse förmlich zerstrahlen. Wenden wir uns nun den andern Bildern des Fixsternhimmels zu, fo erblicken wir als gegenwärtig hellsten Fixstern die blauweiße Wega in der Leier nahe dem Zenit. Sie bildet mit Deneb im Schwan und Atair im Adler das bekannte Sommerdreieck. Durch den kreuzförmigen Schwan und den Adler zieht die Milchstraße, die wir vom Perseus im Nordosten über die Cassiopeia bis zum Schützen am südlichen Horizont verfolgen können. Die mondlosen Nächte der zweiten Julihälfte find zur Beobachtung der Milchstraße geeignet. Tief im Süden, durch fein rotes Licht auffallend, funkelt Antares im Skorpion. Die von Antares ausgehenden Sternreihen geben diesem Sternbild eine große Ähnlichkeit mit einem Skorpion. Darüber bemerken wir die ausgedehnten Bilder der Schlange und des Schlangenträgers. Zwischen Wega und dem hellen Arkturus im Bootes sehen wir den schönen Halbkreis der Nördlichen Krone mit Gemma als Hauptstern sowie den Herkules. Am Osthimmel sind Wassermann, Pegasus und Andromeda heraufge- kommen. Der mit freiem Auge erkennbare große Spiralnebel in der Andromeda bildet in mondlosen Nächten ein dankbares Objekt für das Fernglas. Im Norden steht der Große Bär links vom Polarstern und wandert nach unten. Die Deichsel des Himmelswagens ist nach oben gerichtet, während der Kleine Bär gerade umgekehrt steht. Von den Planeten beherrscht Jupiter als mächtigster und hellster den Abendhimmel. Ende des Monats geht er schon kurz nach Mitternacht unter. Seine Helligkeit nimmt mit zunehmender Entfernung von der Erde langsam ab. Saturn, im Sternbild der Fische, geht Mitte Juli gegen 22 Uhr auf. Da die Erde gerade in der Ringebene sich befindet, sind die Ringe des Saturns auch in größeren Fernrohren höchstens als feiner Strich wahrnehmbar. Die übrigen Planeten stehen mit Ausnahme von Uranus und Neptun, die aber nur im Fernrohr sichtbar sind, zu ungünstig für die Beobachtung. Die Lichtgestalten des Mondes fallen auf folgende Tage: 4. Juli Vollmond; 11. letztes Viertel; 18. Neumond; 26. erstes Viertel. Der sommerliche Vollmond wandert so tief am Himmel wie die Wintersonne; sein Licht ist daher mild und gelblich. Gloria-palast: „Oer geheimnisvolle Mifler X". England ist der klassische Schauplatz für Krimi- nalgeschichten: im strömenden Regen gegen Abend ein altes Schloß mit Halle und großen Zimmern, mit Gängen, Treppen und Galerien, mit Ahnenbildern und Ritterrüstungen an der Wand — welch eine Szenerie für einen richtigen, schönen gruseligen Kriminalfall, wo man schon Gänsehäute bekommt, wenn nur irgendwo langsam die Tür aufgeht oder der Gong zum Nachtessen ruft. Was soll man aber erst davon halten, wenn plötzlich im Herrenzimmer ein anonymer Brief mit einem langen Dolchmesser in die Lehne des Schreibtischsessels gespickt ist, und niemand weiß, woher und wer und wieso und warum? In dem Brief, der sich, so kurz und bündig er ist, aus aufgeklebten Druckbuchstaben zusammensetzt, kündigt ein geheimnisvoller Mister X dem Hausherrn Lord Wilford den Diebstahl einer kostbaren persischen Kleinplastik an, deren Wert soeben erst von einem Kunsthändler auf 8000 gute englische Pfund geschätzt wurde —: dies ist der nackte Tatbestand, und also kann sich jedermann auf einiges gefaßt machen. Mit Recht, denn es ist, wie sich bald herausstellt, in diesem Wilford-Schlosse wirklich nicht geheuer; nicht nur die Plastik verschwindet, sondern auch ein kostbarer Schmuck vdn Lady Wilford, und die Untersuchung des Falles, die mit kriminalistischem Scharftinn und mit den erlesensten und modernsten Methoden betrieben wird, verwandelt das Schloß im Handumdrehen in ein wahres Tollhaus. Obwohl der Beschauer die Lösung zum großen Teil im voraus erfährt und über die Perfon des Mister X rechtzeitig aufgeklärt wird, bleibt er doch — das ist das Hübsche dabei — bis zuletzt in der Spannung; und außerdem kommt er, wer hätte das gedacht, aus dem Lachen nicht heraus, denn es gibt nicht nur gruselige, sondern auch komische Kriminalfälle, mindestens in der Literatur, wovon übrigens noch viel zu wenig Gebrauch gemacht wird. Man muß des öfteren an die „Vier Nachrichter" aus München und an ihre schottische „Nervensäge" denken, aber die Vorlage bot diesmal ein Bühnenstück der ftanzösischen Lust- spielautoren Armont, Gerbidon und Ma' noussi; das Ganze ist eine Gemeinschaftsarbeit von F. D. A n d a m und dem K. M. R.-Kollektw. Regie führte I. A. H übler- Kahla: sehr treffsicher und sehr witzig, mit ausgesprochenem Vuck für wirksame Situationen. Jim C o w l e r schrieb die Musik dazu; an der Kamera standen Georg Muschner und Paul Rifchke vor lohnenden als Mittelpunkt seiner Sammlung dienen können. Doppelt so viel Raum müßte vorhanden sein, damit diese Kostbarkeiten vollauf gewürdigt werden könnten. Wir können hier an dieser Stelle nur einen Streifblick durch die weiten Räume hindurch geben: Das Mittelschiff des Museums, das über 90 Meter lang ist, birgt die rein spanische Sammlung von der ältesten sakralen Altarmalerei bis an die Zeit Goyas heran. Wir erkennen deutlich, wie jegliche Kunst in ihren Grundideen zwar zeitbestimmt ist, wie sie aber — und hier paßt treffend unser neu geprägter Begriff von Blut und Boden auf völkisch anderem Boden die Eigentümlichkeiten des anderen Volkes zur überwiegenden Note machen. So hat die auf den großen Pilgerstraßen nach Spanien gekommene Gotik ihr besonderes Gepräge als s p a n i s ch e Gotik bekommen, so ist auch die Malerei, selbst wenn sie ihre Grundideen aus Frankreich Italien oder Deutschland genommen hat, immer wieder zur spanischen Malerei geworden. Gehen wir in den Tizian-Saal, den bei der Eröffnung im Jahr 1928 ein französischer Kunstkritiker die vollendetste Harmonie aus Purpur, Gold und Schönheit nannte. Was der 30iahrlge schuf, ’ hier zu sehen und in Vergleich zu stellen mit dem Alterswerk des 95jährigen — und dazwischen aus 65 Jahren dieses überreichen Schäftens über 40jBe= weise der großen Kunst aus der Hochrenal^sance. Und gehen wir weiter in den größten Saal, den Del a s q ii e z - Saal, der stets die meisten Besucher aufAumerfen hat, wandern weiter durch die R u - b e n^-Säle, die uns mit ihrem Ueberschwang an Kraft und Pracht kaum zu längerem Derweilen er» mutiaen und landen schließlich in den nordische Luft ^atmenden flämischen Sälen mit ihrer Rcttur- Uchkeit und Her lichkeit, die den Menschen und die Natur wiede? zu natürlichen Dingen werden lassen Einen Blick noch in die Goya- Sammlungen, di uns einen tiefen Einblick gewähren in die Menschen- die" Schattenseiten ^des Unb bei diesem kurzen Gange sehen wir die Menschen die den Prado besuchen, mit verwunderen Augen an: Der einfache Mann 'N seiner langen Arbeitsbluse, das bescheren- ^^tmadchen rntt d m Bräutigam, alles einfache. Nicht mtellekrueU- -.eure, unverbildet ungelehrt, aber empsangltch f < was hier an SchöL-it und Größe zu UNS spricht. Der Prado in Madrid. Von Or. Kurt Ieffel. Wer in der Heimat von Spanien spricht, dem tauchen Begriffe auf wie: fern im Süd das schöne Spanien — Spanien, das Land des ewig lachenden blauen Himmels — das Land der Orangen und der schönen Frauen — spanischer Stierkampf und spanischer Wein. Wer etwas näher Bescheid weiß in Spaniens wechselvoller Vergangenheit, der erwähnt die Alhambra, das maurische Märchenschloß über Granada; und schließlich sind dann auch Namen wie Tarragona, Valencia, Sevilla, Malaga mehr oder weniger bekannte, aus Bildern und Büchern erschaute Begriffe. Von Madrid selbst weiß man, es ist die Hauptstadt, die an dem Flüßchen mit dem schön klingenden Namen Manzanares liegt. Fast nur dem Namen nach bekannt ist aber die Perle mit ihren unendlichen Kunstschätzen, die die Hauptstadt in sich birgt: der Prado. Es ist das Museum, in dem durch kunstfreudige Fürsten aus Spaniens größter Zett Schätze zusammengetragen sind, die dem Museum mit Fug und Recht den Namen „Museum der Superlattve" eingetragen haben. Selbst wer sich auf die Reise nach Spanien an Hand des Bädekers oder sonstiger Reifebeschreibungen glaubt, gründlich vorbereitet zu haben, auf die Reise der Sonne entgegen, steht erstaunt vor dieser Fülle unschätzbarer Kostbarkeiten. Einige Zahlen, um nur die klangvollsten Namen aus dem Reiche der Malerei anzuführen, mögen dieses vorweg beweisen. Von der Vorrenaissance 615 in das 19. Jahrhundert hinein sind die weiten Sale erdrückend voll. Einer der besten Kenner des Museums, der über zehn Jahre das Studium des Prados zu seinem Nebenberuf gemacht hat, erzählte mir, daß er vielleicht erst nach weiteren zehn Jahren imstande sein wird, umfassend über den Prado zu sprechen. An die 3500 Bilder, die sich auf einen Zeitraum von fast 500 Jahren erstrecken, bieten sich den Blicken des Besuchers, der ob dieser Fülle — ohne sachverständige Führung — in einen -Laumei der Uebersülle versetzt wird. Es ist das Museum der Superlative, von einem so unschätzbaren Bildungswerte, daß bie Deutsche Oberrealschule in Madrid bewußt die Einführung in die Kunst durch den Direktor der Anstalt als lehrplanmäßigen Unterricht im Prado selbst ausgenommen hat. , Was hier an vielen Stellen, unglücklich aufgehängt, halb im Schatten sich dem entziehen möchte, würde manchem deutschen Museum Wir stehen auf der Höhe des Jahres. Es ist I Sommer, die Zeit des Keimens, Wachsens und 1 Blühens in der Pflanzenwelt ist zu Ende, es ist , jetzt der Abschnitt der Reife, die Erntezeit kommt. Man sieht es überall, am Wetter, am Tierleben und am Stand der Pflanzenwelt, daß die Entwicklung ein gutes Stück weiter im Jahre gegangen ist. Am 21. Juni war der Tag der Sommersonnenwende — man könnte darüber nachsinnen, wie eng und unabänderlich alles, das Größte und das Kleinste im Naturgeschehen, miteinander verbunden ist. Schon im vorigen Monat bemerkten wir einen „Stillstand" in der Pflanzenentwicklung, zwar kein tatsächliches Stillstehen, das gibt es nicht, aber ein langsameres, verborgeneres Leben. Das Bild ist jetzt seit Ende des Frühjahrs so geschlossen und ausgefüllt, daß Veränderungen, Verschwinden von Dagewesenem, Erscheinen von Neuem nicht mehr fo auffallen wie noch vor Wochen. Und doch ist es eigentlich nicht so. Die ersten Frühjahrsblumen haben längst ihre Samen gereift, und manche Blumen beginnen jetzt erst mit der Blüte. Sehen wir die phänologischen Tabellen und die Blumenatlanten durch, so staunen wir immer wieder über die unerschöpfliche Fülle der Gewächse, die die Natur in unserem „rauhen Landstrich" hervorbringt; sogar jetzt noch in den kommenden Wochen, die wir als Erntezeit bezeichneten. Die Zahl der Kommenden ist größer als die Zahl der Vergehenden, obwohl die Bäume das Licht abschirmen und die Sense aus der Wiese ihre Arbeit tat. Gehen wir also hinaus, um einen kurzen Ueberblick zu gewinnen. Da gedeiht gleich auf den Wegen, den Wegrändern, auf wüsten Plätzen die schönste Ruderalflora. An den Zäunen und Hecken der Blumen- und Gemüsegärten blüht es, oft weniger prächtig als innerhalb der Einfriedigung, aber dafür in größerer Menge. Neben der schon blühenden Zaunrübe und der Ackerwinde öffnet jetzt an etwas feuchteren Stellen die Zaunwinde (Convolvulus sepium) ihre schneeweißen Blütentrichter. Trockenere Orte bevorzugen der R a i n f a r n (Tanacetum vulgare) mit feinen flachen, gelben Blütenköpfen und stark duftenden Blättern, und der Beifuß (Artemisia vulgaris) mit feinen kleinen grüngelben Köpfen in langer, traubiger Rispe auf hohem, gerieftem Stengel. Farbenfreudiger sehen die lichten, blauen, großen Blüten der W e g w a r t e oder wildenCichorie (Cichorium intybus) aus, die zu zweien oder dreien an den sparrigen, verzweigten Stengeln sitzen. Bekannt wegen ihrer neckischen Anhänglichkeit sind die purpurnen Blütenköpfe der Kletten (Arctium lappa und A. minus). Unauffällig in ihren Blüten, aber bekannt sind der Große Wegerich (Plantage major) und die B r e n n e f f e l (Urtica dioica). Vom Wegrand zum Ackerrand und aufs unbebaute Feld ist oft kein großer Schritt, hier berühren sich also zwei Gebiete. Es stehen die langen, ährenähnlichen Trauben des Honigklees (Melilotus off.) auf kräftigem, hohem Stengel. Neben den vielen, schon früher genannten „Ackerunkräutern" blühen jetzt die hellpurpurnen Lippenblüten des Acker- Hohlzahns (Galeopsis ladanum) und die lilaen der Ackerminze (Mentha arvensis), die zu kugeligen Quirlen in den Blattachfeln zufammensitzen. Weniger farbenprächtig ist das Kätzelkraut oder der M ä u f e k l e e (Trifolium arvense). Eine kleine, zottigbehadrte Pflanze mit grünlich-weißen, später rötlich anlaufenden Köpfchen. Nicht zu vergessen sind hier die Vertreter einer wehrhaften, selbstbewußten Gruppe, die Disteln, von denen wir auch andere im feuchten Gelände wiederfinden werden. Hier sind es die A ck e r d i st e l (Circium arvense) und die Speerdistel (C. lan- ceolatum) mit violetten Blüten und die goldgelbe Acker-Gänsedistel (Sonchus arvensis) Kommen wir dann hinaus auf die Wiesen und Weiden, bietet sich uns ein wesentlich anderer An- rand und auf trockenen oder feuchten Waldblößen etwa die gelbe wilde Goldrute (Solidago virga aurea), die rote Wald-Platterbse (Lathyrus silvestris). Vor allem aber kennzeichnet den sommerlichen Wald, besonders die Lichtungen und Kcchl- schläae, das Weidenröschen (Epilobium angu- stifolium). Es ist ein herrlicher Anblick, wenn ihre großen, purpurroten Einzelblüten in unübersehbaren Massen auf den hohen Stengeln vor dem dunklen Walde in der Sonne leuchten. Auf trockenen Standorten, sonnigen Abhängen und Sand blühen jetzt die gelben Strohblumen (Helichrysum arenarium), der Wirbel-Dosten (Calamintha chinopodium) mit purpurroten Lippenblüten in Quirlen in den Blattachseln, der rote Gamander (Teucrium chamaedris). Eine stattliche Pflanze ist der N a 11 e r t o p f (Echium vulgare) mit tiefblauen, glockigen, fünflappigen Blüten, die sich dicht an den derben, borstigen Stengel drängen. In besonders glücklichen Gegenden gibt es Enzian (Gentiana spec.) der verschiedenen Arten. Für die Beobachtung der Pflanzen an und im Wasser, im Sumpf und an Ufern ist jetzt die richtige Zeit. Zu denen, die im Juni erschienen, gesellen sich das Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) mit je einer großen weißen Blüte an langem, schlankem Stengel, der gelbe Große Hahnenfuß (Raminculus linga) und der Ampferblättrige Knöterich (Polygonum lapathifolium) ober ein anderer mit ihren rosaroten oder weißen Blüten in lockerer Aehre. Sehr giftig ist der weißblühende Wasserschierling (Cicuta virosa), und zu dichten Massen hat sich die aus Nordamerika eingeschleppte W a s s e r p e st (Elodea canadensis) vermehrt. Es gibt noch viel mehr, was zu nennen wäre, und mancher wird die eine oder andere Pflanze vermissen, die jetzt ober halb hier unb ba, oft nur in beschränkten Gebieten bas Lanbschaftsbilb bestimmt. Viel wichtiger unb einschneibenber aber, als ob auch biefe ober jene Blume blüht, finb biese beiben Tatsachen: um bie Mitte bes Monats beginnt bie Rogge n e r n t e (Secale cereale), unb gegen Enbe Juli fallen bie Halme bes Weizens (Triticum vulgare), ber eben blüht unb stäubt, unter ber Senfe. Die große Zeit bes Blühens unb Reifens ist vorbei, bie Erntezeit fetzt ein. Walter Neurath. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) E. a. B. Es ist uns nicht bekannt, ob ein solcher Zirkus noch besteht. Desgleichen kennen wir dir Art der Darbietungen nicht. Aufgaben. Von den Darstellern feien nur bie wichtigsten genannt: R. A. Roberts unb Hermann Thimig, bie Komiker; Eugen Rex unb Mady R a h l; Annemarie S t e i n f i e ck unb Robert Jungk; über ihre Rollen fei im Interesse späterer Besucher nichts weiter gesagt: sie spielen alle famos, unb man unterhält sich, wir sprachen schon bavon, zwei Stunben lang, sehr erheitert und angeregt. (Syndikat-Film.) — Im Beiprogramm: die neue Ufa-Wochenschau und ein Kulturfilm aus der Das Wirtschaft e - Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a. 2R. Berlin Jrantfuri a. M. Berlin $ranffurt a. M. börse 6.7. 6.7. 6.7. 97 123,5 119,9 119,5 Die hinter den 169 271,5 112 129,75 2,45 9 8,75 8,75 14,4 97,65 102 112,9 100,13 98,75 97 101,5 97,5 95 109,5 43 b) 33 43 70 60 168,75 271 113,5 129,5 137,25 52 87 150 113 123,5 192 46,65 415 218,5 193 168,75 113,65 129,75 138,5 169 113,5 129,5 136,65 111 52 85,75 150 112,75 121,5 123 192,25 83,5 46,75 410 218 192,5 32,9 230 33,13 95 231 52,5 87 148 109,75 123 192 47,5 422 194,25 144,13 101,5 29 127,25 180 141,5 13C.75 240 144,25 101,4 28,9 128,25 126,65 180,5 101,4 97,65 101,75 112,9 100,2 98,75 97 101,05 93,5 123,5 119,25 97 101,13 101,65 97,5 95 109,5 Schluß, mittag* börse 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'/,% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Sertei..................... 2,55 9,25 8,7 14,7 (Schluß, mittag« börse 2,5 9 8,75 8,7 14,3 (28 bis 33), d) 25 (25). Färsen a) bis 44 (43 bis 44), b)40 (—). Kälber a) 68 bis Die Vernehmung des Somburger Mernmörders. ,6r konnte den Vater angeblich nicht leiden.^- planmäßige Vorbereitung der Tat. anlechen Hanauer 91 (90,75). Von Cinheitswerten Hartmann & Braun bei 94 (90) gesucht, Konserven Braun mit 80,50 (78) mit 40 v. H. zugeteilt. Tagesgetd etwas leichter, 2,50 nach 2,75 o. H. Abendbörfe freundlich. Im Anschluß an den Mittagsschlußverkehr zeigte sich auch heute abend am Aktienmarkt eher Kauf« Interesse, doch beschränkte sich die Kundschaftsnach« frage nur auf einige Spezialwerte am Montanmarkt, außerdem erhielt sich lebhaftere Nachfrage für die schon heute mittag hervorgetretenen Zellstoffaktien. Im großen und ganzen wiesen die Kurse im Vergleich zu Berlin keine nennenswerte Abweichungen auf. IG.-Farben waren erneut mäßig angeboten und gaben 0,25 v. H. nach auf 168,75, auch Scheideanstalt bröckelten 0,50 v. H. ab auf 271, ferner gingen am Elektromarkte Gesfürel auf 144 (144,40) und Bekula auf 155,50 (156) zurück. Von Einheitswerten kamen Sinner Grün- winkel mit 87,90 (am 4. 7. 83) wieder zur Notiz, ferner zogen Konserven Braun weiter an auf 81 (80) bei voller Zuteilung. Der Rentenmarkt war geschäftslos. U. a. notierten: Altbesitz 112,90, 6proz. IG.-Farben-Bonds 132, Reichsbahn-VA. 123, 4proz. Ungarn Kronen 2,75, 4proz. Rumänen 5,65, 4proz. Mexikaner Goldzertifikate E 9,65, Adca 81,40, Commerzbank 95,50, DD-Bank 97,25, Buderus 106,50, Harpener 131,50, Klöckner 110,75, Mannesmann 105, Rheinstahl E 144,13, Vereinigte Stahlwerke 101,50, AKU. 52, AEG. 37, MAN. 127, BMW. 138,25, Bekula 155,50, Chem. Albert 121, Conti Gummi 193, Scheideanstalt 271, Deutsche Linoleum 192, Licht und Kraft 158,50, IG.-Farben 168,75, Gesfürel 144, Holzmann 123,50, Mainkraft 95, Muag 114,25, RWE. 138,25, Schuckert 157,50, Sinner Grünwinkel 87,90, Neckarwerke Eßlingen 117, Konserven Braun 81, Aschaffenburger Zellstoff 113, Waldhof E 150, AG. für Verkehr 114. Frankfurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Juli. Auftrieb: Rinder 286 (gegen 244 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 31 (16) Ochsen, 51 (50) Bullen, 155 (138) Kühe, 49 (40) Färsen. Kälber 459 (551), (61 bis 65), b) 61 bis 67 (54 bis 60), c) 54 bis __ (45 bis 53), d) 45 bis 53 (38 bis 44). Hammel b2) Weidemasthämmel 46 bis 48 (46 bis 48). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 54 bis 56 (54 bis 56), g2) 47 bis 52 101,5 97,5 95 109,5 29,5 2,6 9,2 8,7 14,65 Gin Raffenfchänder verurteilt. Frankfurt a. M., 6. Juli. (LPD.) Wegen Verbrechens gegen die §§ 2 und 5 des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre verurteilte die Große Strafkammer den 22jährigen Paul I o e d t aus G i e ß e n zu Vh Jahren G e - f ä n g n i s. Der Beschuldigte war im April in Frankfurt verhaftet worden, weil er im Verdacht stand, in einem jüdischen Haushalt gestohlen zu haben. Es ergab sich aber, daß er nur dort verkehrte, weil hier die Schwester seiner jüdischen Freundin in Stellung war. Es ergab sich weiter, daß er sowohl damals in Frankfurt, als auch einige Wochen früher in Worms mit der Freundin verkehrt hatte. Warnur g vor einem Schwind en. Schafe 38 (11), Schweine 4258 (4123). Notiert wur- den pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 45 (am 29. Juni 45). Bullen a) 41 bis ‘ (43), b) 39 (—). Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), 35 bis 39 (36 bis 39), c) 27 bis 111.75 52,25 86,75 148,4 109,9 121,75 122,75 191,25 83,5 47,4 421 194 I 2| I 228,5l groß, besitzt gutes Auftreten und spricht Kasseler Dialekt. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschloffen. tern wurden in das Becken eingelassen und ein stabiles 3-Meter-Sprungbrett errichtet. Die im Fußwaschbecken eingebaute Brause mit Handpumpenbetrieb wird reichliche Benutzung finden. Die Bedürfnisanstalt ist im Rohbau erstellt. Nachdem im „wilden" Baden in kaum zu be- wältigendem Ansturm Schwimmer und noch viel mehr Nichtschwimmer ihr erstes Mütchen gekühlt haben, geht alles feit Sonntag zu mäßigen Geldsätzen In geordneten Bahnen. Zum Badeaufseher ist einstweilen Hans Bl o h von hier bestimmt. Rach Bedarf wird das Becken entleert. 3n etwa 18 bis 20 Stunden hat es der Fohnbach wieder gefüllt, der damit sein kristall-klares Waldwasser nicht nur, wie bisher fleißigen Wäscherinnen auf der Dorfbleiche zur Verfügung stellt, sondern es auch einem weit größeren Kreis Menschen dienstbar macht. Das Schwimmbad mit dem Blick Über die schöne heimatliche Flur zu den nahen Burgen Gleiberg und Vetzberg dürste zu einem beliebten Wanderziel vieler naturfroher Menschen werden. Grihner.................... 01 33,25 I Matnkraftwerke Höchst a.M.... «I 95 Süddeutscher Zucker........10| 228,5 | Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. (D Krofdorf, 6. Juli. Am Samstaanachmittag wurde das Schwimmbad Krofdorf-Gleiberg feiner Bestimmung übergeben. Damit ist eine neue Stätte der Erholung und der Sommerfreuden für den Ort selbst und die ganze Umgebung in Betrieb genommen worden. Träger des Unternehmens ist die Gemeinde, nachdem man den ursprünglichen Plan, einem zu gründenden Schwimm- und Bade- verein Bau, Leitung und Unterhaltung zu übertragen, fallen gelassen hat. Es gebührt der Gemeindeleitung öffentlicher Dank für ihre Initiative, insonderheit auch deshalb, daß sie fast zu gleicher Zeit mit der segensreichen Einrichtung des Kindergartens und der RSV.-Schwefternstation dem dringend zeitgemäßen Wunsch der Bevölkerung Rechnung tragend, die Erstellung des hygienisch wertvollen Bades selbst in die Hand genommen hat. Was vor etwa einem Vierteljahrhundert Anlage des elektrischen Lichtes und der Wasserleitung und die Durchführung der Feldbereinigung für den Fortschritt des dörflich-kulturellen Lebens bedeuteten, das bedeuten für die heutige Zeit nicht minder die jüngst geschaffenen, oben erwähnten Einrichtungen. Man hatte von einer besonderen Einweihungsfeierlichkeit Abstand genommen. Zu dem schlichten Akt der Ueberaabe fanden sich am Bad, an dem von zwei hohen Masten Hakenkreufahnen grüßten, der Bürgermeister und die Gemeindevertreter, die Bauleitung und sämtliche Bauhandwerker und Arbeiter ein. Architekt Haas von hier übergab die Anlage zu treuen Händen der Gemeinde. In einem von ihm selbst verfaßten Gedicht zeichnete er in humorvoller Weise kurz die einzelnen Begebenheiten während der Bauarbeiten. Dann ergriff Bürgermeister Schmidt das Wort und dankte allen, die zum Gelingen des Werkes beigetragen haben. Die Gemeinde könne stolz auf ihr Schwimmbad als eines der schönsten weit und breit sein. Der gesundheitliche und sportliche Wert der Anlage möge sich in zukünftiger Jugendertüchtl- gung auswirken. Nicht zu vergessen sei aber, daß wir einzig und allein unserem Führer es verdanken, daß gebaut werden konnte. Ihm, Adolf Hitler, galt ein begeistert aufgenommenes „Sieg-Heil". Alle Teilnehmer versammelten sich anschließend zu einem kameradschaftlichen Zusammensein. In der letzten Woche hat sich das Aussehen der Umgebung des Beckens noch sehr zu seinem Vorteil verändert. Durch starke Erdbewegungen wurde der ganze Platz ziemlich geebnet und gleichzeitig mit weißem Sand bedeckt. Nach drei Seiten schließt ein Maschendrahtzaun nach außen ab, während die vierte mit den zuletzt errichteten Umkleideräumen einen zusammenhängenden Holzbau darstellt, in dem sich neben 15 Wechselkabinen noch verschiedene andere Räumlichkeiten befinden. Dieser Bau, der gleichzeitig die Zugwinde aus nördlicher Tolrich- tunq abhält, fügt sich, wie sein treppenartiges Vorgelände, harmonisch in das Ganze ein. Zwei Lei- Mein-Mainifche Börse. Mittagsbörse still, uneinheitlich. Frankfurt a. M., 6. Juli. Die Börse lag zum Wochenbeginn außerordentlich ruhig: nach einigermaßen gehaltenen Anfangskursen trat angesichts der ausgesprochenen Geschäftsstille in Aktien ein leichter Rückschlag ein. Offenbar bestand Glatt- stellungsbedürfnis, zumal zu den gestiegenen Kursen der Vortage in größerem Umfange Meinungskäufe aus der zweiten Hand erfolgt waren. Das Bild war nicht ganz einheitlich, es waren vielfach Tauschoperationen von Aktien in andere Aktien und auch in Renten zu beobachten. Montanwerte zunächst noch freundlich, Verein. Stahlwerke um 0,50 v. H. auf 100,50, Hoesch um 0,25 v. H., Klöck- ner um 0,25 o. H. erhöht. Nach den ersten Kursen bröckelten die meisten Werte leicht ab, Verein. Stahlwerke wieder unter der Parigrenze bis 99,75. Elektroaktien leicht abgeschwächt, so AEG. 0,13 v. H., Siemens 0,50 v. H., RWE. 0,13, dagegen freiten 1,13 v. H. und Schuckert 0,25 v. H. freund- licher. Der Farbenmarkt bei geringen Umsätzen allmählich gedrückt, IG. anfangs um 0,75 v. H., später um weitere 0,65 v. H. Scheideanstalt und Rütgerswerke gut gehalten. Motorenwerte weiterhin rückläufig, offenbar auf die Dividendenenttäuschung von BMW., diese selbst um 0,1 v. H., Daimler 0,75 v. H. schwächer. Im Gegensatz dazu Adlerwerke Kleyer im Freiverkehr bei größeren Umsätzen um 130 v. H. befestigt: Setter 6- Scherer 1 v.H. fester. An den sonstigen Märkten bröckelten Kaufhof 0,65 v. H., Cement Heidelberg 0,50 v. H., AG. für Verkehr 1,40 v. H., Feld wühle Papier 0,50 v. H., Reichsbahn-Dorzugsaktien 0,25 v. H. ab. Chade-Aktien waren um 7 bzw. 14 Mark niedriger taxiert. Fester lagen Reichsbanch-Anteile um 1,50 v. H. und Aschaffenburger Zellstoff um 2,25 v.H. Der Rentenmarkt war eher freundlicher gestimmt, Altbesitz um 0,40 v. H. auf 113 erhöht, Komrnunal- Urnschuldung aber bei 88,40 (88,50) eher etwas leichter. Don Auslandsrenten Ungarn Gold 0,25 v. H. schwächer, Mexikaner zu den erhöhten Samstagskursen zwar gehalten, aber eher angeboten. Der Verlauf war nur auf wenige Spezialwerte beschränkt, die Gesamtbörse blieb sehr ruhig, bereinigte Stahlwerke später 100 bis 100,40, Klöckner aber um 0,40 v. H. schwächer. IG. Farben waren im Freiverkehr bis 167,75 abgeschwächt, bann wieder 168. Don den später notierten Werten Accu- muTatoren 218,50 (zuletzt 207), Muag 114 (115,25). Renten blieben ohne wesentliche Veränderung, Kommunal-Umschulduna noch 0,13 v. H. leichter. 6proz. Dollarbonds 0,50 v. H. schwächer mit 68,75. Pfandbriefe hatten normale Umsätze ohne Kursveränderung, Frankfurter Hyv. Liquid., desgl-ichen Pfandbriefmarkt je 0,25 v. H. leichter. Don Stadt- 4.7 101,4 97,75 102 112,6 100,2 4-7. 101,4 97,75 101,5 112,5 100,2 98,75 97 101,4 93,5 123,5 119,4 97 101,4 101,65 97,5 95 109,5 Schultheis Patzenhofer .......4 Atu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS ........ 7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum...........8 Orenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade.............. 9 Accumulatoren-Fabrik.......12 Contt-Gummt..............11 (50 bis 53). Markverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber lebhaft, ausverkauft. Hammel und Schafe mittelmäßig, ausoerkauft. Ueberftanb: 81 Schweine. Grohmarkt für Fleischund Fe11wa - r en. Beschickung des Fleischgrohmarktes: 968 Viertel Rindfleisch, 55 ganze Kälber, 15 ganze Hümmel, 264 halbe Schweine, 5 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) hoch- fter Preis 80. Bullenfleisch ^höchster 76. Kuhfleisch a) höchster 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) höchster 80. Kalbfleisch b) 95 bis 105, c) 85 bis 95. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 60 bis 65, Flomen höchster Preis 80. Marktverlauf: mit Ausnahme von Rindfleisch ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. Juli. Brotgetreide ist vom Erzeuger nur in kleinen Restposten erhältlich. Da die Mühlen aber ihre Vorräte und die Pflichtlagerbestände, soweit sie freigegeben sind, vermahlen können, stehen sowohl Weizen- wie Roggenmehl für die laufende Bedarfsdeckung ausreichend zur Verfügung. Alte Gerste ohne Geschäft, neue Winter- gerfte wird noch nicht gehandelt. Hafer kommt aus Zuweisungen der RfG. aus Ostpreußen und Bayern und in kleinen Restmengen von den Erzeugern zu 19 Mark Grundpreis auf den Markt. Weizenkleie über Bedarf angeboten, ebenso Futtermehl: Roggenkleie wird vom Niederrhein geliefert und gut verkauft. Kartoffelflocken sind bei steigenden Preisen gesucht und knapp. In Steffenschnitzel gab es eine kleine Zuteilung, vollwertige Schnitzel sind geräumt. Rauhfutter hat nur kleine Umsätze bei niedrigen Preisen. LPD. Frankfurt a. M., 6. Juli. Wie bereits mitgeteilt, hat sich der Homburger Doppelmörder M a i d a ch in Heidelberg freiwillig der Polizei gestellt. Noch am Samstag wurde er auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft nach Frankfurt gebracht und hier von der Mordkommission eingehend über seine Tat vernommen. Maibach hat den vernehmenden Beamten die Tat unumwunden zu- Scber die Beweggründe zu der furchtbaren Bluttat laßt sich auf Grund der Aussagen des Mörders folgendes sagen: Nachdem sich Maibach etwa eineinhalb Jahre in den verschiedensten Gegenden Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz umhergetrieben hatte, kehrte er Anfang dieses Jahres zu seinen Eltern nach Bad Homburg zurück. Obgleich er im September 1934 seinen Eltern eine größere Geldsumme entwendet hatte und dann heimlich verschwunden war, wurde er bei seiner Rückkehr von den Eltern freundlich ausgenommen. Seine früheren Verfehlungen hat man ihm nie oorgeworsen. Maibach wurde anfangs von seinem Vater mit Haus- und Gartenarbeiten beschäftigt und erhielt auch ein kleines Taschengeld. Schon im April gestattete ihm sein Vater, wieder im Geschäft tätig zu sein, Milch auszutragen und Gelder zu kassieren. Es dauerte aber nicht lange, da stimmten d i e Abrechnungen wieder nicht, was dem Vater sofort auffiel. Anfangs handelte es sich nur um Pfennige, bald kassierte er jedoch bei den Kunden Gelder ein und behauptete dann dem Vater gegenüber, dieser und jener Kunde habe noch nicht bezahlt. In den letzten Tagen vor der Tat machte Erich Maibach reichlich unglaubwürdige Angaben über einen Kunden, der angeblich die gelieferte Milch nicht bezahlen konnte. Da der Vater aber diesen Kunden gut kannte, stand er den Behauptungen seines Sohnes recht mißtrauifch gegenüber. Am Abend des Mordtages machte der Vater seinem Sohne deswegen Vorhaltungen und kündigte für den nächsten tag eine genaue Kontrolle an. Diese beoorsteyende Kontrolle und die damit verbundene Entdeckung seiner Verfehlungen können aber für Erich Maibach nicht das alleinige Motiv seiner Tat gewesen sein. Wie er nämlich selbst angibt, hat er noch am gleichen Abend d e m Vater alle Verfehlungen eingeftan- den, so daß er am nächsten Tag weitere Enthüllungen nicht zu fürchten hatte. Trotzdem kam ihm noch am gleichen Abend beim Holzspalten der Gedanke, den Vater, den er nach seiner eigenen Angabe von Jugend auf nicht leiden konnte, mit einer Axt z u ermorden. Heimlich nahm er die Axt aus dem Keller mit und verbarg sie neben dem Schlafzimmer seiner Eltern. In den Morgenstunden schlich er sich dann zum Schlafzimmer seiner Eltern und erschlug den Vater im Schlafe. Da die Mutter erwachte und um Hilfe schrie, stürzte er sich auch auf diese und schlug sie nieder. Nach der Tat verließ der Mörder auf seinem Fahrrad Homburg, stellte sein Rad in Frankfurt a. M. ab und fuhr mit dem nächsten Zug nach Heidelberg. Dort ließ er sich rasieren und frisieren und trieb sich den ganzen Tag über in den Straßen von Heidelberg und in den Schloßanlagen herum. Am nächsten Morgen reifte er nach Mannheim, wo er sich zwei Tage aufhielt, durch die Straßen irrte und auch Kinos besuchte. Am Samstagmorgen fuhr er nach Heidelberg zurück und stellte sich hier der Polizei. Die von zu Hause mitgenommenen 65 bis 70 Mark hatte er restlos verausgabt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 217, W 16 220, W 19 224, W 20 226; Roggen R 12 180, R15 183, R18 187, R 19 189. Hafer 186 bis 190. Weizenmehl W 13 28,75, W 16 29,00, W 19 29,00, W 20 29,35; Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtaus- gleich. Weizenfuttermehl 13,20 bis 13,50, Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W 19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreis ab Mühlen- ftation. Treber 15,00 bis 15,25, Heu 4,00 (neue Ernte), Weizen- und Roggenstrvh, drahtgepreht 2,00, gebündelt 2,00. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 569: Devisenbescheinigungen für alte Warenschulden im Verrechnungsverkehr mit Frankreich. — 570: Einschränkung der Einzelhandelsgenehmigungen für den Transfer nach Italien über das Konto „Verschiedene Uebertragungen". — 571: Neufassung der Bestimmungen über den Verrechnungsverkehr mit Polen. — 572: Bekanntmachung KP 159 der Ueberwachunasstelle für unedle Metalle, betr. Kurspretse. — 57a: Luftpost nach Nordamerika. — 574: Aenderunaen im sowjetrussischen Zolltarif. — 575: Leichte Lockerung der Devisenbewirtschaftung in Estland. — 576: Die Vorschriften über die (Einbringung von ausländischen Devisen- und Wertpapieren in Italien. — 577: Anhaltend feste Stimmung für Jaoatabak. — 578: Bekanntmachung KP 160 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 579: Die franzo- fischen Einfuhrkontingente für Jndustrieerzeugnisse und für landwirtschaftliche Erzeugnisse für das 3. Vierteljahr 1936. Schlußk. Abend« börse 6-7. 140,5 Gchluß« furd 4.7- 14? 129,5 243 143,75 100 29,75 127 126,9 181,75 LPD Frankfurt a. M., 6. Juli. In den letzten Tagen ist in der Umgebung von Frankfurt a. M. ein Betrüger aufgetreten, der sich als Bevollmächtigter der Nürnberger Krankenkasse aus- gab. Er yat in Schreibmaschinengeschäften Vorgesprächen und dort Maschinen erschwindelt, indem er erklärte, daß er eine Geschäftsstelle einrichten müsse, für die er eine Schreibmaschine brauche. Er veranlaßte die Geschäftsinhaber, ein schriftliches Angebot nach Nürnberg einzureichen und ließ sich ersatzweise eine brauchte Schreibmaschine aushäi gen, die er sofort verkaufte oder versetzte. Der Schwindler gibt sich als Heinrich Scheffner aus, ist 25 bis 30 Jahre alt, etwa 1,70 Meter Wipp Holz mann...........4| 125 I 123,5 I 125 1 Zementwerk Heidelberg ......7| 142 140,75 1 — ementoer! Karlstadt.........6| 150 | 150 | — | g. G. Farben-Industrie.......7 Schetdeanstalt...............V Goldschmidt ................6 Rütgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft............. b I Gchluß- I kuret Datum | 4 7. ManSselder Bergbau....... 6yd 141,5 Kokswerke .................. 6 — Rheinische Braunkohlen .....121 — Rhctnstahl .................. 4 144,13 Bereinigte Stahlwerke......37i\ 100 Otavi Minen ............... 0 29,7 Kaliwerke Aschersleben........öl — Kaliwerke Westeregeln........61126,75 Kaliwerke Salzdetfurth.....7%| — Datum 6% Deutsche Rerchsantethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5*/i% Poung-Anleihe von 1930 .. Deutsche An! ^AblösSchuld mit Ausloj^Rechten ............. 47i% Deutsche ReichspoÄchatzau Weisungen von 1934, I....... 47i% ehem. 8% Hessischer Bolls- float 1929 (riukzahib. 102%) ... 47,% ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12... b7i% ehem. 4/,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 471% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverlchr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. Air leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 471% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 57i% ehem. 4*/,% Franks. Hqp, Bank-Liqu.«P fandbrtefe....... 5%% ehem. 47i% Rheinische Hyp-Bank-Liyu^Goldpse. ... 47,% ehem. 8% Pr. Landespfand. bries anstatt, Psandbrtese R. 19 47i% ehem. 7% Pr. Landespfand brü-fanft, Gold Komm. £61.20 tzteuergutsch.BerrechnungSk. 84-38 Frankfurt a.M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 4.7- 6.7. 47. 6.7. 4% oeflfli. Sene h ............ — — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,7 6,9 6,9 6,95 4Z4%Rumän.vereinh.Rentev.!913 10 9,95 10 10,2 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,65 5,65 5,75 5,7 2ft% Anatolier .............. 42,25 41,9 — ■— Hamburg«Amerlla«Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 14,5 14,5 14,65 14,65 —— — 43 43 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 16,25 15,9 16 15,75 116 114 115,65 113,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 120,25 120 Commerz, und Privat-Bank ... 4 95,75 95,5 95,5 95,5 Deutsche Bank und Disconw« Gesellschaft........... .... 4 97,75 97,25 97,75 97,25 Dresdner Bank.............. 4 97,75 97,25 97,75 97,25 Retchsbank ......... 12 196 197 196,5 196,5 A.E.G......................0 36,9 37 36,65 36,9 Bekula.....................8 155,75 155,5 156 156 Elektr. Lieferungsgeselljchaft... 6 134,9 133 133,75 133 Licht und Kraft ............. 7 158,25 158,5 158,25 158,75 Felten & Guilleaume.........4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 132 133,13 132 132,5 143,5 144 144 144,4 Rheinische Elektrizität ........ 6 131,5 — 131,5 131,75 Rhein. Wests. Elektr..........6 137,75 138,25 138 138,25 Schuckert L Co............... 6 157,13 157,5 157,65 157,5 Siemens L Halske............8 206,5 205,5 205,75 204,5 Lahmeyer L Co.............. 7 143 142,5 143 142,9 Buderus ................... < 106,25 106,5 106,5 106,5 Deutsche Erdöl .............. 4 129 128 129,5 129,9 Harpener................. 27i 131 131,5 130,25 132 Hoesch Eisen—Köln-Neuessea .. 3 115 115,5 115 115 Ilse Bergbau ...............« — —— 174,75 173 Ilse Bergbau Genüsse........6 136,5 136 136 135,25 Klöcknerwerke ...............3 110 110,75 109,5 110,75 Mannesmann-Rühren........8 105 105 104,9 104,9 4-3uli 6 Juli Amtliche Notierung Amtliche I Geld | Dotierung Brief Geld Brief Buenos Atre 0,661 0,665 0,664 0,668 Brüssel .... 41,96 42,04 41,96 42,04 Rio de Ian. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sosta ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,54 55,66 55,59 55,71 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,44 12,47 12,45 12,48 Helsingfors.. 5,48 5,49 5,485 5,495 Paris ..... 16,435 16,475 16,44 16,48 Holland ... 169,08 169,42 169,13 169,47 Italien.... 19,53 19,57 19,53 19,57 Japan ...... 0,727 0,729 0,727 0,729 Jugoslawien Oslo.....: 5,654 5,666 5,654 5,666 62,52 62,64 62,57 62,69 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,305 11,325 11,31 11,33 Stockholm... 64,14 64,26 64,19 64,31 Schweiz ... 81,19 81,35 81,22 81,38 Spanien.... 34,02 34,08 34,03 34,09 Prag....... 10,30 10,32 10,30 10,32 Budapest ... —— —— — —— Neu York ... 2,478 2,482 Banknoten 2,480 2.484 Berlin, 6. Juli 1 Selb Ärles illmprilfinttdip 'Rntpn.............. 2,432 2,452 41,84 42,00 55,39 55,61 Englisch? Wntpn ................. 12,415 12,455 RrTflYiiftflfrhp fflnten 16,39 16,45 Holländische Noten............... 168,71 169,39 Italienische Noten................ — — Norwegische Noten .............. 62,36 62,60 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — —• Rumänische Noten..............'. —— Schwedische Noten............... 63,97 64,23 b-chl»k»izi>r ich also nicht. Unb zu schämen brauche ich mich wohl auch nicht deswegen. Hunbert anbere machen basfelbe." „Gewiß, Rolf. Aber bie haben auch keinen Vater, ber Steffanelli heißt. Nicht, baß ich mich schäme, weil bu Steine geklopft hast. — Ich hätte bich, wenn es sich ergeben haben mürbe, auch von ber Straße geholt. Aber bie Mama hätte bir das ersparen müssen. Ich fürchte sehr, sie wirb noch genau so unversöhnlich sein wie früher. — Ober bist bu anberer Meinung?" „Ja, Vater! Ich schließe es daraus, daß sie sich den unerhörten Luxus leistete, zwanzig Mark für ein Billett auszugeben, nur um bich zu sehen unb bich fingen zu hören." „Was bist bu für ein kluger Mann, mein Junge." „Wenn sie kein Interesse mehr an beiner Person hätte, würbe sie nicht gekommen sein." „Sehr richtig? Du hättest Diplomat unb nicht Arzt werben sollen, Rolf." Vergnügt hakte Steffanelli ben Arm in ben seines Einzigen unb verließ mit ihm bas Haus. ♦ Maria Terry faß zusammengekauert in bem mächtigen Lehnstuhl, ber ihre Gestalt fast ganz verschlang. Sie hielt bie Schläfen gegen bas kühle, schwarze Leber gepreßt unb bie Augen halb geschlossen. „Siehst bu, Maria —." Sie hob abwehrenb die Hanb. „Du hast boch selbst einmal gesagt", fuhr Terry fort, „wenn mir bas Wasser bis an ben Hals geht, bann vielleicht.--Nun ist es so weit." „Ja, Vater--" Diese Entsagung seines Kinbes war Kommerzienrat Terry schrecklicher als alles anbere, bas er in ben verflossenen Wochen burchzukosten gehabt hatte. Unb bas war, weiß Gott, nicht wenig gewesen! Er hatte bie Erkenntnis gewonnen, baß es nicht bas Schlimmste war. Gelb zu verlieren. Die Ehre wog viel schwerer, unb ber Gebaute an ben Staatsanwalt raubte ihm ben Schlaf ber Nächte, machte feinen Gang unsicher unb seinen Blick scheu. Wie gut hatte es boch Amselmann! Den berührte bas alles nicht mehr. Der lag in seinem stillen Gehäuse, einige Meter Erbe über sich unb schlief. Unb er mußte sich hier abquälen, fiel am Abenb abgehetzt in bie Kissen unb ftanb am Morgen auf, wie einer, ber bas Wettrennen mit bem Tobe aus- getragen hatte. Maria! Was würbe aus feinem Kinbe. wenn er nicht mehr war? Er sah nach bem gesenkten Mäbchenkopf hinüber, ftanb auf unb streichelte flüchtig über bas Blonbhaar. „Weißt bu einen anberen Ausweg?" Als keine Antwort erfolgte, seufzte er unb begann bas Zimmer mit großen Schritten zu burch- roanbern. „Ich habe gestern mit Wolfgang Amsel- mann gesprochen. Er wäre nicht abgeneigt, unter Umftänben einen Teil seines Vermögens in ben Betrieb zu stecken." „Also für Wolfgang hast bu bich entschlossen", sagte Maria, ohne ben Blick zu heben. „Kinb, mach es mir boch nicht so schwer? Ich halte ihr für ben ernsteren Charakter von beiben Brü- bem. Aber wenn bu Hylmar vorziehst —?" Erschrocken blieb er stehen, so plötzlich schnellte sie hoch. „Schweig boch! Ich komme mir vor wie auf einer Versteigerung? Wenn mir bas einmal jemanb gesagt hätte, baß ich an ben Meistbietenben verkauft werben soll?" „Maria!" „Ist es etwa nicht so? — Unb baß ich Millionen wert bin! Hoffentlich bekommst bu bas Gelb auch in bar unb läßt bich nicht mit irgenbwelchen Aktien abspeisen!" Sie bemerkte erschrocken, wie sehr sie ihn verletzt hatte. Mit farblosen Wangen unb wankenben SchDten kam er auf sie zu. „Vergib mir, Vater!" flehte sie, bas Gesicht an feiner Schulter bergenb. „Vergib mir! Ich will ja alles tun, was bich retten kann!" Er versuchte ihren Arm abzuschütteln, aber sie umfing ihn nur um so fester. „Ich werbe mich bem Staatsanwalt stellen", würgte er heraus. „Um Gvtteswillen, nein!" Erschrocken sah er nach ber Tür, ob es auch niemand gehört hatte, so laut hatte sie es hinausgeschrien. „Nicht, Vater!" bettelte sie „Ich ziehe mich jetzt an unb gehe zu Wolfgang Amselmann. Unb frage ihn, ob er mich haben will." Terry fiel erschöpft in einen ber Stühle und rührte sich nicht mehr. „Ich glaube, Wolfgang kann mich am besten leiden", sagte sie zusammen- schauernd. „Es ist nicht mehr nötig, Maria!" Ihre Stimme wurde ganz teste. „Zum Staats» anwalt darfst du nicht gehen, Vater. Hinter bem Staatsanwalt steht bas Zuchthaus." „Vielleicht", murmelte er. Fortsetzung folgt Das Meile Gausinglreffen des Landschastsbundes Volkslum und Heimat in Kloster Arnsburg. Bei der Polonaise im Schatten der mächtigen Säulen der Klosterruine. (Aufnahme s2s: Neuner, Gießener Anzeiger.) > O H Was Singfreude und überhaupt Musizierfreude zu erreichen vermag, zeigte klar und eindeutig das zweite Singtreffen in Kloster Arnsburg am vergangenen Samstag und Sonntag. Beinahe 100 Menschen waren von allen Seiten des Gaues zusammengekommen, um zusammen zu musizieren. Sie waren gekommen, um zu arbeiten, um sich zu mühen, ganz zu erfassen und in sich aufzunehmen eine Musik, die für sie ein Stück Lebensinhalt bedeutet. Und so wollen sie auch im wahrsten Sinne des Wortes Diener der Musik sein. Die Klosterruine Arnsburg, vor allem mit ihrem ehrwürdigen Kapitelsaal, bildete den passenden Rahmen für die in jeder Weise so wohlgelungene Veranstaltung. 3m Mittelpunkt der Abendmusik am Samstag — im Kapitelsaal, durch Fackeln erhellt — stand die Choralkantate von Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707) „Nimm von uns, Herr." Die Melodie des Lutherliedes „Vater unser im Himmelreich" wird in jeder Strophe des von Buxtehude verwendeten Textes immer neu gestaltet. Diese Choralbearbeitung stellt eine der reifsten Stufen der oorbachschen Choralkantaten dar. Den Anforderungen der Kantate konnte man nicht ganz gerecht werden, da das zusannnenfas- sende Cembalo und das für dieses Werk charakteristische Fagott fehlten. Da dieser Mangel aber zur Not ausgeglichen werden konnte, war kein Grund vorhanden, es deshalb fallen zu lassen. Die zusammenfassende Schlußmusik am Sonntagnachmittag in der Kirchenruine und im Kapitelsaal führte allen noch einmal klar vor Augen, um was es ging: nicht allein um Erziehung zur Leistung, sondern mehr noch zur Bereitschaft und zum Einsatz. Ein gemeinsames Wollen vereinigte die Menschen, auf 'Grund der alten, noch gemeinschaftsnahen Musikpflege, diese Tradition zu hüten und würdig fortzusetzen. Otto Siegler, der Leiter der Veranstaltung, und Günther Simony, von früheren ähnlichen Singtreffen her bekannt, faßten alles Erarbeitete mit beinahe fanatischem Ernst in diesem Abschluß zusammen. — Es war nicht eine Wiederholung, sondern es war gleichsam das Ergebnis, die Frucht der ganzen Arbeit. Eine Polonaise bildete den Auftakt zur Schlußmusik. Darauf wurde unter Herrn Sieglers Leitung der achtstimmige Doppelchor von G. Gabrieli (1557 bis 1612) „Fröhlich zu sein in Ehren" gesungen. Gabrieli, der Lehrer von Schütz und Haßler war, gibt uns mit diesem Werk ein Beispiel venezianischer Farbigkeit und renaissancehafter Vielchörig- keit. — Die Arbeit daran hatte den größten Teil des Morgens ausgefüllt. Seine beträchtlichen Schwierigkeiten machten es verständlich, daß es nicht ganz befriedigend bewältigt werden konnte; die Zeit war dazu zu kurz bemessen. Doch bekam wohl jeder einen klaren Eindruck von dem strahlenden Glanz dieses Werkes, als es die beiden Chöre in großem räumlichen Abstand wiederholten. Der alten Praxis folgend, wurde das englische Tanzlied „Nun strahlt der Mai den Herzen" von Th. Morley (1557 bis 1603) abwechselnd durch Instrumente, durch den Chor a-cappella, oder durch beide zusammen musiziert. In der Morgenarbeit hatte dieser madrigalartige Satz Herrn Simony dazu gedient, ein Beispiel ausgeprägt homophon-akkordischen Stils zu geben. Demgegenüber stellte er den Senfflsatz „Laub, Gras und Blüt", der typisch in seiner imitatorischen Polyphonie ist. (Senffl war ein Freund Luthers.) — Aus Demonstrationsgründen wurde dieser Satz von einem Auswahlchor und ebenfalls mit Instrumenten vorgetragen: ähnlich wie bei Morley. Der kunstvoll entfaltete cantus firmus, die klare Linienführung der anderen Stimmen, überhaupt die idee- hafte Irrealität des Rhythmus,' wie Herr Simony betont hatte, wurden durch die fast vollkommene Darbietung so vom Hörer erfaßt, daß dieser Satz wohl den stärksten Eindruck hinterließ. Große Freude bereitete es, an dieser Stelle wieder einmal das bekannte Lied „Kein schöner Land", aber „unsentimental" zu singen. Auf zwei frische Tanzsätze von I. S. Bach für Streichsatz und Querflöte, folgte als Letztes, gleich, sam als bekenntnishafter Abschluß das HJ.-Lied „Nichts kann uns rauben": Worte von K. Bröger und Weife von Heinrich Spitta. Nachdem Gaufachschaftsleiter Händchen ganz kurz einige Worte über Ergebnis, Sinn, Zweck und Bedeutung der Veranstaltung und überhaupt der ganzen Singarbeit als Teil völkisch-nationaler Erziehung auf Grund einer Traditionsverbunden- heit allen mit auf den Weg gegeben hatte, wurde unter den Klängen des „Liedes vom neuen Reich" die Fahne, die am Morgen feierlich gehißt worden war, ebenso feierlich, mit einem „Sieg Heil" auf Führer und Vaterland, wieder eingeholt. Rcht Die Olympiabesucher sind Deutschlands Gäste. Aufruf des Reichsmiuifters Dr. Goebbels. Berlin, 2. Juli. (DBB.) Der Reichsmini- sier für Bolksaufklärung und JJropa- ganda erläßt folgenden Aufruf: Bach dem Willen des Führers hat Deutschland für die Olympischen Spiele 1 936 Vorbereitungen wie kaum ein anderes Land zuvor getroffen. Die hunderttausende ausländischer Gäste sollen würdig empfangen werden und ein besonders glänzendes Beispiel deutscher Gastfreundschaft erleben. Ich bin gewiß, daß jeder Deutsche seine Ehre darin sehen wird, den ausländischen Besuchern, die alle unter dem Schuh des Deutschen Reiches stehen, zuvor, k o mm end gegenüberzutreten und, wen« sie einer Hilfe bedürfen, ihnen mit Rat u n > T a t Bei st and zu leisten. Berlin, den 1. Juli 1936. Gez.: Dr. Goebbels. 1 M D ■ I > ■ <« r & Die Mitglieder der Musik- und Singkreise des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat erfüllten die alten Mauern mit frisch-fröhlichem Leben. 4336D besonders billig! Vistra - Musselins Vistra-Leinen Vistra-Georgettes Mattkrepp-Drucks Dirndl-Stoffe Cloque-St reifen Reines Leinen ä: Stoffe für Ihr Ferienkleid Alfred Richters. Gießen, Seltersweg 71 Beachten Sie bitte das Schaufenster! UausbesilzertoiDe-Uießen Mittwoch, den 8. Juli, 20.15 Uhr. bei Fanlstlch, Bahnhofstraße Nr- 59 Bezirksversammlung Süd-West Caos» er Vereiuslahrer. 3 Stüde zweiflügelige Garagen-Tore 2.75 X 3 m aus Holz, fast neu, zu verkaufen. 43320 Bänninger 6. m. b. H., Gießen Mittwoch, 8. Fuli, 14 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (Persteigerungslokal), bezw. an Ort ».Stelle,Bekanntgabe in obig. Lokal, zwangsw.geg ^Barzahlung: Büro-, Haus- u. Ladenmöbel, neu u.gebr., Schreib- u Nähmaschinen, 3 Schuhmachernähmasch, 3 Kassenschränke, Registrierkassen, 3 Warenregale, 1 Grammophon, 1 Geige, lLaute,4Radiogeräte 2Chaiselon- gues, Sofas, Senelu.Stühle,Herren-, Dam.-u.Kinderschnürschäfte, 1 gr.Post. Kleider, Mantel-,Möbel- u. Vorhangstone, Matratzendrell, Handschuhe, Hemden, Krawatten, Hüte und Mützen, 1 Kastenwagen, 1 Putzmasch..1 Kaffeeröst, 1 Kanee- mühle,Straßenbesen,Bürsten Kordel, Haftstricke,' ferner bestimmt: versch. Bücher, 2 Speisezimmer, 1 dunkel Birke, 1 bubinca. 4334D Hiffnrf Gerichtsvollzieh. i-Gietzen ulilUll Steinstraße 42, Tel. 3660 Naturschutz ist Dienst an Volk und Vaterland Naturschutz im Dritten Reich Einführung in Wesen und Grundlagen zeitgemäßer Naturschutzarbeit Von Professor Dr. Walther Schoenichen Direktor der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. Band 12 der Naturschuhbücherei. Mit 12 Bildtafeln. Geb. RM. 3.60. Amtliches Gutachten der Neichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums im Reichsüberwachungsamt der NSDAP, vom 25. 8. 34: Das sorgfältig gearbeitete Buch schildert in knapper Form alle wesentlichen Fragen deutlich und allgemeinoerftändltch.Es wird klar und eindringlich gezeigt, daß wirklicher Naturschutz eine Mehrung des Do Unvermögens und für unser Volk nicht nur seelisch durch di« Erhaltung wichtiger Erscheinungsformen unserer Bolksbeimat etwas bedeutet, sondern daß die Durchführung de» Naturschutzes auch etn Teil der Erfüllung des Satzes: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" ist. Das Buch ist ein vorzügliches Schulungsmittel und sollte in allen öffentlichen Büchereien vorhanden sein. Das Buch wird empfohlen.- Zu beziehen durch jede Buchhandlung. — Verlangen Sie bitte ein Werbeblatt! Hugo Bermühler Verlag, Bln.-Lichterfelde Was bringt Riesencircus J. BUSCH NÜRNBERG « nach GIESSEN / Volkshalleplatz Busch bringt das größte 'Circus-Programm aller Steifen BUSCH bringt die verwegensten Reitertruppen BUSCH bringt die wirklichen Könige der Clowns BUSCH bringt die gewaltigsten Raubtiergruppen BUSCH bringt herrliche Pferdedressuren des Meisters Heß BUSCH bringt die klassische hohe Schule der 77jährigenTherese Renz BUSCH bringt waghalsige Luftakrobaten BUSCH bringt eine Herde Riesenelefanten BUSCH bringt die beste Chinesentruppe BUSCH bringt die wirkl. Abessinier-Truppe, Männer, Frauen u. Kinder (20 Pers.) BUSCH bringt die Original indische Ceylon-Truppe (12 Personen) BUSCH bringt die alles überrag. Manegeschöpfung, die neue phantast. Original- 'Wasser-Santomime „Durch Feuer und Eis“ — (200 Mitwirkende) BUSCH bringt d. Verfolgung d. „Staatsfeind Nr. 10üb. d. ganzen Erdball BUSCH bringt den Wassereinbruch aus den Eisbergen BUSCH bringt den gewaltigen Urwaldbrand BUSCH bringt die Flucht der Urwaldtiere aus den lodernden Flammen BUSCH bringt das phantastische Flammenballett BUSCH bringt d. Tanz d. Schneeflocken auf d.i. Eismeer schaukelnden Eisscholle BUSCH bringt die v. magischen Lichteffekten umstrahlt, überwältig. Wasserspiele Auch Gießen wird sich begeistern an dem Gastspiel dieses Circus der großen Qualität der endlich einmal nicht dasselbe bringt, was wir in jedem anderen Circus zu sehen bekommen, sondern der wirklich etwas neues, einmaliges, zeigtI Eröffnungsvorstellung: Freitag, den 10. Juli 1936, abends 8 Uhr. Der Vorverkauf beginnt am Freitag, 10. Juli, 1 Stunde nach Eintreffen der Circuszüge, ab Samstag von 9 Uhr vormittags, an den Circuskassen. - Circus-Fernsprecher 4110. J. Busch weist noch einmal darauf hin, daß er sein Unternehmen auf dem Volkshalleplatz aufbauen muß, weil der Platz „Oswaldsgarten“ für die Größe dieses Circus nicht ausreicht. _________________________________________________________________________________________4338D Gallensteine—:; Pxy-Tea wirksames Naturmittel bei Schmerzen und Koliken M.2.- 4urch Apoth., Drog., sonst Otto Kretzschmar, Leipzig N22 Central-Drog. E. Kam, Schulstraße. 4023V Mit Luxus-Ausflugswagen Donnerstag, 9. Juli nach Marburg zum Besuch der Festspiele („Käthchen von Heilbronn“). - Fahrpreis hin und zurück 2.00 Mark. Sonntag, den 12. Juli Große Rheintour mit Fahrt durch’s Wispertal und Besuch der Marksbur«. Fahrpreis 8.50 Mark. Vor jeder Reise ihr erster Gedanke: Zum HAPAG-Reisebüro Gießen / Selterstor 4323 A Für den JNusikzug des MchsluflschuhbundeS werden noch nachfolgende Musiker gesucht: 1. ein Flötist 2. ein Clarinettist 3. ein Hornist (1. Tenor) 4. ein Hornist (2. Tenor) 5. ein Posaunist (1. Posaune) 6. ein Posaunist (2.Posaune) 7. ein gr. Trommel-Schläger Interessenten wollen sich am Mittwoch, dem 8.9ult um 20 Uhr, in der Stadt Wetzlar, bei Kapellmeister Schleuse melden. 43240 Reichsluftschutzbund Schreib-Schränke Schreibtische Bücher-Schränke Büfetts Kleider-Schränke Wäsche-Schränke Besen - Schränke Schuh - Schränke Putz-Schränke in allen Farben Tische und Stühle Möbelhaus Koos Gießen, Schulstraße 6 Telefon 3904 - 6egr. 1894 4322A