186. Jahrgang Gietzener Anzeiger Kr.106 Erstes Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 7. Mal 1956 ÄÄ'&Ä Wf *- Ä Annahme °°n -In-°.g.n ES flttA&AltAf 11 MMiAAf SS Monats-Bezugspreis: H H M HLf Hz ■ ■ flL< ■ V WWW WWW WjF W für Anzeigen von mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 ■ V W W WU W W^ W W W^ W WWW W^ WWW W^ W Breite 7 Rpf., für Text« Ohne Illustrierte 1.80 Wf ■ W W W W W 8k H Afck. yE W W W WA W W W anzeigen von70mm Breite Zustellgebühr ■ W W W W W > W W 50Npf.,Plahvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ~ ~ Ä W vorh.Dereinbg.25O/g mehr. V -rmWg.e «rundp-ei,-: MW General-Anzeiger für Oberhessen Sronfhirtam mein 11686 vruck uttöVerlag: vriihl'sche UniverfilStrSuch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen.Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 M-ng-nabschl'TstaAs Segen eine Fortsetzung her Sanktionen Völ- (Ereig= Druck des Völkerbundes f o r t z u setzen. Der weiseste und möglicherweise einzig wirkungsvolle Weg würde darin bestehen, die Verbindung zwischen Italien und dem von ihm eroberten Lande zu zerschneiden. Die Einflüsse in amtlichen Kreisen Großbritanniens, die für die Wiederaufrichtung der Stresafront und für die Rückkehr Italiens auf einen ehrenvollen Platz in Europa arbeiteten, mühten rücksichtslos unterdrückt werden. London, 6. Mai. (DRV.) Vor vollbesetzten Bänken fand im Unterhaus die außenpolitische Aussprache statt. Der Hauptsprecher der oppositionellen Arbeiterpartei, Dr. Dalton, kritisierte aufs schärfste die Außenpolitik der Regierung und wandte sich den englisch-ägyptischen V e r h a n d- l un g e n zu. Gerade im Hinblick auf die Ereignisse in Abessinien sei eine freundschaftliche Regelung besonders dringlich. Die Feindschaft Italiens werde Englands Stellung in Aegypten, im Sudan, in Kenya und im Roten Meer gefährden und darüber hinaus die freie Durchfahrt durch das Mittelmeer und die Verbindung mit Australien, Neuseeland, Indien und dem Fernen Osten. Wer könne bestreiten, daß die britische Oberherrschaft bedroht werde? Die Regierung sei für den Ausbruch des italienisch-abessinischen Krieges verantwortlich, denn sie hätte ihn verhindern können. Sie habe ihre Verpflichtungen aus den Völkerbundssatzungen nicht ausgeführt. Die britische Regierung habe die Abessinier ermutigt, Widerstand zu leisten in dem Glauben, daß der Völkerbund helfen werde, dann aber die Abessinier ihrem Schicksal überlassen und ihnen keinerlei wirksame Hilfe geleistet, sondern im Gegenteil Mussolini in seinem Vernichtunqsfeldzug unterstützt. Die englische Regierung habe den Völkerbund in Mißkredit gebracht und die Millionen der englischen Wähler verraten, von denen sie ihre Stimme erhalten hätte, weil die Öffentlichkeit geglaubt habe, daß England die Völkerbundspolitik unterstützen werde. Der Rat habe sich nicht mit der Teilfrage zu befassen, was aus den besiegten Abessiniern und dem siegreichen Italien werden solle, sondern mit dem Völkerbundsproblem überhaupt. In diesem Stadium, so erklärte der Redner, dürfe keine Rede davon sein, daß der Sieg Italiens durch eine Aufhebung der Sühnemaßnahmen anerkannt werde. Im Gegenteil sprach gerade jetzt sehr viel für eine Verschärfung dieser Sühne- maßnahmen durch die Verhängung der O e l s p e r r e. Dalton erkundigte sich im weiteren Verlauf seiner Rede nach den Plänen der Regierung hinsichtlich einer Reform des Völkerbundes. Die ArbeiterAuf eine Zwischenfrage D a l t o n s , ob er nicht erklären wolle, welche Politik die Regierung einzuschlagen beabsichtige, verweigerte Eden eine Aeuße- rung. In diesem schwierigen Augenblick müsse die Regierung um freie Hand bitten. Die Regierung werde jedoch ihre Politik gemäß der Dölkerbunds- satzung fortführen. Eden wandte sich hierauf der Lage in Westeuropa zu. Er betonte, daß die britische Regierung großen Wert auf die Erschöpfung aller Möglichkeiten zur Versöhnung zwischen den ehemaligen Locarno-Mächten lege. Daher werde sie mit der deutschen Regierung in Verbindung treten, um eine Anzahl von Punkten der deutschen Denkschrift aufzuklären. Auf eine Frage Lloyd Georges erklärte Eden, England wisse zwar, was für Punkte andere Regierungen interessierten, die Fragen seien jedoch von England auf eigene Verantwortung gestellt worden. Sie seien niemandem unterbreitet worden, und er hoffe, daß sie morgen in Berlin überreicht werden würden. Die „einseitige Aufkündigung" von Locarno sei ein Schlag für Die Sicherheitsstruktur Europas gewesen. Die Aufgabe bestehe nun darin, wieder aufzubauen. Man dürfe jedoch nicht blind gegenüber der Wiederaufrüstung sein, die überall London, 7. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" verteidigt den Außenminister gegen die Angriffe der Opposition und meint, wenn man die britische Politik ausschließlich für die Niederlage der Bemühungen von 50 Nationen verantwortlich mache, so zeige das nur die Gründe, die hinter solchen Anklagen in Wirklichkeit ständen. Der Vorschlag, den Suezkanal zu schließen, sei „chaotisch" und ein „nach rückwärts gerichtetes Heldentum".— Der gemäßigt konservative „Daily Telegraph" meint, daß von Anbeginn des abessinischen Abenteuers nur die Einhaltung zweier politischer Linien möglich gewesen sei. Die eine hätte in einem u n - abhängigen Vorgehen Großbritanniens bestehen können, was England sofort in einen Konflikt mitdem Völkerbund und mit Italien gebracht haben würde, denn keine einzelne Macht hätte den Suezkanal schließen können, sondern nur der Völkerbund. Die andere Linie Das Scho bet Ünterhaus-Aussprache Die konservative presse fordert Versöhnung mit Italien. zu dem Schluß, daß der einzige richtige Kurs für Großbritannien darin liege, so schnell wie möglich zu erklären, daß es mit Sanktionen oder mit den Strafklauseln der Völkerbundssatzung nichts zu tun haben wolle. Freundschaft mit Italien fei von lebenswichtiger Bedeutung sowohl für Italien selbst wie für England. Das Blatt der Arbeiterpartei „Daily H e r a l d" überschreibt seinen Leitartikel: „Lebe wohl Mr. Der konservative Abgeordnete Sir Austen Chamberlain sprach sich gegen die Fortsetzung der Sühnepolitik aus. Eine Großmacht, die sich für eine Angrifsshandlung entschieden habe, könne nicht durch wirtschaftliche Sühnemaßnahmen abgeschreckt werden. Nur die Ansammlung einer gewaltigen Streitkraft hätte Italien seinerzeit vom abessinischen Feldzug abbringen können. Wenn man heute die Sühnemaßnahmen fortsetzen wolle, so wäre das eine gefährlich und zwecklose Politik. (Lauter Beifall auf der Ministerbank.) Wenn man heute Flottenmaßnahmen gegen Italien ergreifen wolle, so würde das den sofortigen Krieg bedeuten. Wenn man den Bogen überspanne, dann bestehe die Gefahr, daß sich viele Nationen ihren Völkerbundsverpflichtungen entzögen. Die Bemühungen der englischen Regierung, Deutschland und andere Länder in den Völkerbund zurückzubringen und verschiedene regionale Pakte zu erzielen, seien Schritte in der richtigen Richtung. Der zur Chamberlain - Gruppe gehörige Abgeordnete Sir Henry P a g e - C r o f t erklärte, die trügerischen Worte „kollektive Sicherheit" sollten aus dem englischen Wortschatz gestrichen werden, da es so etwas überhaupt nicht gebe. England müsse eine „nachbarschaftliche Politik" gegenüber Italien verfolgen; gleichzeitig solle Italien eine Versicherung abqeben, daß es keinerlei Militarisierung des abessinischen Volkes vornehmen werde. Der Regierungsliberale B e r n y s erklärte, daß ganz England in der Abessinien-Frage eine seiner größten Schlappen erlitten habe. Der Konservative Amery führte aus: „Laßt uns zugeben, daß wir Abessinien betrogen haben." Während hes ganzen Abessinienkonflikts habe die englische Politik den Frieden Europas unterminiert, indem sie die S t r e s a - K o m b i - nation verlassen habe, die allein den Gefahren in Europa hätte begegnen können. Die Sanktionen seien tot und müßten aufgehoben werden. Der Arbeiterabgeordnete Lees Smith erklärte, die Gefahr für Europa bestehe darin, daß Deutschweiser, so fragte die „Morning Post", den Ereignissen ins Gesicht zu sehen und anzuerkennen, daß Großbritannien mit Italien zusammen in Afrika leben müsse? — „Daily Mail" kommt Partei sei für jede Reform, die die Macht des kerbundes zur Erhaltung des Friedens stärke. Außenminister Eden Eden verteidigt Englands Abessinienpolitik. Scharfe Angriffe der Opposition. — Eden erklärt, obwohl der Völkerbund mit seiner Sanktionspolitik gescheitert sei, wäre er auch in Zukunst nicht zu entbehren. Der e r ft e Teil der Weissagung ist eingetroffen, ■ sogar schon im Frühling, für den Rest aber hat Italien keinen Bedarf. Obwohl Churchill nicht nur den Feldzug gegen die Mahdisten und gegen die Buren aus eigener Teilnahme kennt, obwohl er auch hinter« ; einander Minister für Luftschiffahrt, Munitionsversorgung, Krieg und Kolonien, somit Fachmann gewesen oder immer noch ist. Wenn irgendeiner, so : hotte also er die Lage in Ostafrika richtig beurteilen — sollen. Es ist aber so gekommen, wie Mussolini es, bockbeinig, wie er nun einmal ist, haben wollte. Wenn unsere Leser die Ereignisse seit dem Zwi- > schenfall von Ual-Ual an sich vorbeiziehen lassen, so werden sie finden, daß sie von Rom aus am besten unterrichtet worden sind, von Genf und London her am schlechtesten. Dazu brauchte es für den unparteiischen Beobachter in Rom keiner besonderen Sehergabe, sondern nur einer guten Kenntnis der italienischen Politik und der Persönlichkeit Mussolinis. Nicht die richtige Voraussage und Beurteilung des afrikanischen Feldzuges erscheint uns verwunderlich, wir haben uns vielmehr gewundert, als noch im September in Europa die Frage herumgeboten wurde, ob es wirklich zum Kriege kommen werde. Und diese auffallende Unkenntnis über die Ziele der italienischen Politik erklärt nicht nur die Ueberraschung, die jetzt da und dort über den dreifachen Zusammenbruch zum Ausdruck kommt, sie ist auch in erster Linie an dieser furchtbaren Niederlage mitverantwortlich. Mindestens in London hätte man die Tragweite des französisch-italienischen Abkommens vom 7. Januar 1935 besser abschätzen sollen. Militärisch uni) diplomatisch ist dieser Krieg so sorgfältig vorbereitet, bis in feine letzten Einzel- beiten ausgeklügelt worden, daß sich der Erfolg mit nahezu mathematischer Sicherheit an die italienische Fahne heften mußte, daß es in dieser Gleichung, wie wir immer wieder betonten, nur eine U n - bekannte gab: die Haltung Englands. Und England hätte es auch in der Hand gehabt, beizeiten Stop! zu sagen, wenn es ernstlich gewollt hätte. Aber an Frankreich gebunden, mußte es schweren Herzens die Dinge treiben lassen, mußte es zuschauen, wie der Arm von Paris in Genf regierte und diese aus dem Geist von Ver- ailles entstandene Interessengemeinschaft so handhabte, daß sie zum Schrittmacher der abessinischen Katastrophe wurde. Als schließlich Eden selber Mussolini durch den Völkerbund vier Wochen Zeit gab, um auch noch die Hauptstadt des anderen Völkerbundsmitgliedes zu besetzen, da mußte auch für den Begriffstutzigsten das Genfer Scheingebäude einstürzen. Wer von denen, die im vorigen Jahre nach der Konferenz von Stresa in das Genfer Verdammungsurteil über Deutschland einstimmten, wer wagt heute noch zu behaupten, Hitler habe mit seinem Rückzug aus diesem Völkerbund „einen Fehler begangen" und sein Land „heillos isoliert"? Die Satiriker und Karikaturisten in Rom sind um Stoff nicht verlegen, wenn sie an den 11. Mai denken, wo die erlauchtesten Geister der „kollektiven Sicherheitsidee" in Genf zusammentreten wollen, um die Scherben ihrer Politik einzusammeln. Vielleicht entsteht aus den Trümmern etwas Besseres, Gesünderes, ein auf Recht und Gerechtigkeit auf- gebauter, also entschlossen von Versailles und Tria- non abrückender neuer Völkerbund, dann hätte der italienische Sieg auch für das übrige Europa eine glückhafte Bedeutung. Wenn aber die Unter« tützung Italiens durch den französisch manövrierten Völkerbund von gestern nur den Zweck fyatte, die Front von Stresa gegen Deutschland wiederherzustellen, so ist an einen europäischen Frieden nicht zu denken. Es fragt sich freilich von vornherein, ob Rom geneigt fein wird, die Früchte seines Er- olges gleich wieder aufs Spiel zu fetzen; ob es als Herr der wichtigeren Nilquellen nicht vielmehr den Helm fester binden werde. Denn wenn sich bisher die europäische Politik Italiens Sieg. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, Anfang Mai. Italien hat gesiegt. Dreifacher Sieg: über den Negus, über den Völkerbund, über England. Und weit schlimmer als die Niederlage Abessiniens ist die Zertrümmerung der Genfer Gedankenwelt. Am schlimmsten aber der Zusammenbruch der britischen Machtstellung im Mittelmeer. Unter den Propheten, die gern und falsch prophezeien, steht ein Mann, der bei feinen unbezweifelbaren englischen Vorzügen einen solchen Sport gar nicht nötig hätte, an erster Stelle: Winston Churchill. Er war es, der als Erster Lord der Admiralität das Wort von den Ratten aufbrachte, die man in ihren Löchern ausräuchern werde, bevor sie nur Gelegenheit hätten, von selber herauszukommen. Damit meinte er die deutsche Marine und er soll sich nicht sehr geistreich vorgekommen sein, als diese Ratten dann vor dem Skagerrak so höllisch zubissen und schließlich „alle Meere unsicher machten", was nun auch wieder nicht recht war. Churchill war es, der vor sieben Monaten als bewährter Jtalienfreund gegen Mussolini beschwörend die Arme hob und dem erschauernden (englischen) Parlament verkündete, im Sommer 1936 werde Italien tief in Abessinien stehen und aus tausend Wunden verbluten ... Eden". Alle diejenigen, die ihre Hoffnung dereinst auf Eden gesetzt hätten, und der „Daily Herald" hätte zu ihnen gehört, würden seine gestrige Rede zuerst mit Unglauben, dann mit Hoffnungslosigkeit lesen. Der liberale „News C h r o n i c l e" ist der Ansicht, daß der Völkerbund die Bedingungen für den Frieden in Abessinien regeln müsse und daß kein Grund bestehe, warum Großbritannien zögere, mit einem festen Plan nach Genf zu gehen. Die ganze Welt teile das Urteil des britischen Volkes über Italiens „Handlungsweise eines internationalen Verbrechertums". Italien müsse aufgefordert werden, die Entscheidung über das Schicksal Abessiniens d e m Völkerbund zu überlassen. !. so würde die erklärte, Dalton habe eine Schilderung gegeben, die mit der Wahrheit in keinerlei Beziehung stehe. Die Wahrheit sei, daß während der ganzen Dauer des Streites England die Führung gehabt habe. Habe Dalton vielleicht nicht den „Daily Herald" gelesen, das Blatt seiner Partei, das geschrieben habe, daß Eden für die Verhängung weiterer Sühnemaßnahmen gewesen wäre, wenn sich das hätte erreichen lassen? Die wörtliche Erfüllung des Arttkels 16, so erklärte er, sei nicht möglich gewesen, solange die Vereinigten Staaten nicht Mitglied des Völkerbundes feien. 2Han habe absichtlich mit denjenigen Sütjne- mahnahmen begonnen, die ein begrenzter Völkerbund verhältnismäßig wirksam gestalten könne. Die Schwäche dieser Sühnemaßnahmen habe darin bestanden, daß sie nicht sofort wirkten. Das habe der Völkerbund gewußt, als er sie verhängte. Es habe nur eine Sühnemaßnahme gegeben, die sofort wirk- s a m gewesen wäre, das sei die Verweigerung des Rechtes auf Benutzung des Suezkanals für Italien. Ein solche Maßnahme würde aber eine militärische Aktion im Gefolge gehabt haben, die unvermeidlich zum Kriege geführt hätte. Wenn die Schließung des Suezkanals die einzig wirksame Sühnemaßnahme gewesen sei wie unlogisch sei die Stellungnahme Daltons und seiner Partei, wenn diese sich gegen Vermehrung der Rüstungen wendet. Man könne den Kanal nicht mit papierenen Abstimmungen schließen. Die britische Regierung habe sich deshalb nickst für militärische Sühnemaßnahmen eingesetzt, weil sie den Krieg verabscheue, und nicht, weil sie dessen Ausgang fürchtete. Wenn man aber schon eine Schließung des Suezkanals fordere, so müsse man auch die rechtliche Lage in Betracht ziehen. Ihre Prüfung ergebe einwandfrei, daß der Kanal nur durch eine Aktion des Völkerbundes hätte geschloffen werden können. Daß der Völkerbund einstimmig einen derartigen Beschluß fassen würde, sei niemals zu hoffen gewesen. Man müsse zugeben, daß der Völkerbund gescheitert sei. Man müsse zugeben, daß England enttäuscht fei. Obwohl die Struktur des Völkerbundes und die kollektive Sicherheit einen schweren Schlag erhallen hätten, dürfe man sich nicht scheuen, die Lehre aus diesen Erfahrungen zu ziehen. Cs sei klar, daß der Völkerbund fortbe- st e h e n müsse („must go no“). Er sei für die Organisierung der internationalen Angelegenheiten nicht zu entbehren. Ebenso klar sei aber auch, daß die Lage überprüft werden müsse und daß diese Meberprüfung durch den Völkerbund erfolgen müsse. stattfinde. Die große Aufgabe, die die brttische Regierung zu erfüllen habe, könne in einer bewaffneten Welt nur bann wirksam durchgeführt werden, wenn England die nötigen Mittel hierzu zur Verfügung habe. Die Aussprache. Der Führer der liberalen Opposition, Sir Archibald Sinclair, erklärte, daß der Außenminister nicht vermocht habe, die gegen die Regierungspolitik vorgebrachte Kritik sowie die Besorgnisse, die allenthalben in England gehegt würden, zu beschwichtigen. Der Abgeordnete der Arbeiterpartei Arthur Henderson, ein Sohn des verstorbenen Präsidenten der Abrüstungskonferenz, bezeichnete die Behauptung, daß die deutsche Wiederaufrüstung die einzige Ursache der englischen Aufrüstung sei, als unzutreffend. Deutschland habe 16 Jahre gewartet, bevor es mit feiner Aufrüstung begann. Die Tatsache, daß sich Deutschland jetzt die Gleichberechtigung selbst genommen habe, sei auf die Politik der anderen europäischen Regierungen zurückzuführen. fei die des Zusammengehens mit dem Völkerbund gewesen, wobei man sich bemühen mußte, verbündete Nattonen zu den stärksten Sühnemaßnahmen zu veranlassen, denen sie zustimmen würden. Letztere sei die Politik der Regierung gewesen. — Die rechtskonservative „Morning Post" schreibt, der Außenminister sei sicherlich der Wahrheit näher gekommen als seine Kritiker. Die gegen ......... _______ , Italien gerichteten Maßnahmen seien tatsächlich Wenn Mussolini das verweigere, fu muiue uie niemals kollektiv gewesen. Sei es nicht > nächste und richtige Handlung darin bestehen, den land von Nationen mit deutschen Minderheiten umgeben sei. Die Minderheitenfrage könne jeden Augenblick wieder einen neuen europäischen Streit Hervorrufen. Hitler schlage die Lösung dieser Frage durch Abschluß von Sicherheitspakten vor. Diese Pakte wären jedoch bedeutungslos, wenn sie nicht vom Völkerbund garantiert würden. Das Ziel der bevorstehenden Verhandlungen müsse hauptsächlich darin bestehen, den Vertrag oon Versailles zu liquidieren. tfnferftaatefefretär Lord Gramborne sagte, es könne nicht verheimlicht werden, daß d i e Sühnepoliti k fehlgesch lagen sei; Italien habe seinen Vormarsch fortgesetzt, und Abessinien sei „aufgegeffen" worden. Die englische Regierung habe sich keine Vorwürfe zu machen, und es gebe noch schlimmere Dinge als eine ehrenvolle Niederlage. Manche Kreise in England vertreten die Auffassung, daß ein kollektives Sicherheitssystem nicht wirksam sein könne, wenn die Nationen nicht bereit sind, unter Umständen zum Kriege zu schreiten. Gegenwärtig seien viele Länder nicht bereit gewesen, in den Krieg zu ziehen; auch das englische Volk nicht. Jedes kollektive Sicherheits- lystem müsse universal fein. Das englische Volk werde keinerlei System unterstützen, das nur gegen ein oder zwei Länder angewendet werde. Die Aussprache wurde mit einem aufsehenerregenden Angriff Winston Churchills gegen den Ministerpräsidenten Baldwin abgeschlossen. Churchill sagte zunächst, England sei von einer großen Katastrophe betroffen worden. Alle wüßten, welche bedauerlichen Ergebnisse die englische Politik gehabt habe; er sei der Mann, der die M a ch t in den Händen habe, daher müsse er auch die Verantwortung tragen. Die Tatsache, daß Baldwin alle Macht für sich selbst beanspruche, ohne den Wirklichkeiten einer öffentlichen Aussprache ins Gesicht zu sehen, habe den englischen Angelegenheiten bereits schweren Schaden zugefügt und müsse auf die Dauer eine ftänöige Demoralisierung herbei führen. (Beifall.) Men wird sich nicht um die Frucht des Sieges bringen lassen Wirkung des italienischen Sieges neben dem Ende land ab. Es würde ein Trauerspiel sein. wenn dem der gung Der Uta ültui-l- -UlUfjllUlJIlll ll, Ult Ul .L/CUl.|Wlu,lv QUL VJV- Kriegsminister sundung der deutschen Wirtschaft ergriffen worden iruarvorgänge. I sind. Er erläuterte die Ziele und Gründe der einüber heißt aller könne die Tagung ausgegebenen Verlautbarung es, die vier Außenminister hätten alle auf mit den Spannungen dem verhältnismäßigen Verbrauchswirt' daß Frankreich eine kollektive Völkerbundes unter st ützen sich nach den verlassen, Aktion des werde. Die Selgrader Konferenz. Balkanentente und Kleine Entente. Belgrad, 6. Mai. (DNB.) Die Konferenz gegeben. Englisch erste Fremdsprache an höheren Schulen. Reichs- und Preußische Minister für Wissen- Der Minister gab dann einen Ueberblick über die Maßnahmen, die in Deutschland seit 1933 zur Ge- Macht zu u n t e r st ü tz e n. Großbritannien letzten Ereignissen voll darauf scheinbar um Abessinien, in Wirklichkeit um Deutschland gedreht hat, so liegt fortan Englands Grenze nicht mehr bloß am Rhein, sondern am Suezkanal. Italien ist ein Faktor in allen Rechnungen über den Seeweg nach Indien geworden; Schleusenwärter Mussolini hat bei den Baumwollkulturen in Aegypten mitzusprechen. Und wer möchte sich der Illusion hingeben, das britische Ansehen im Mittelmeer sei durch den Ausgang des abessinischen „Abenteuers" gestiegen? Wenn sich Italien in Befolgung des Sprichwortes, daß dem Mutigen die Welt gehöre, wieder ein tüchtiges Stuck davon einverleibt hat, so liegt darin keineswegs die Bedeutung seines Sieges. Es wird vielmehr noch auf längere Zeit hinaus an dem großen Bissen zu kauen haben. Wesentlich für Europa ist nicht die Notwendigkeit, die Landkarte wieder einmal zu korrigieren, sondern die doppelte Folgeerscheinung des Zusammenbruchs: das Aufrollen der Kolomal- frage und die Tatsache, daß nun zu der vertikalen Achse der Politik, wie sie der Rhein darstellte, eine Querachse hinzugekommen ist: das m>4**0* ’ Bilanz des Bürgerkrieges in Spanien. hätten die letzten Jahre das eine gelehrt, daß eine gesunde Weltwirtschaft sich erst wieder auf der Grundlage gesunder Volkswirtschaften entwickeln könne. Ziele erreicht werden. Der Minister setzte sich auseinander, die sich in Zurückbleiben der zelnen Phasen der seit 1933 eingeleiteten aktiven Konjunkturpolitik. Dabei legte er vor allem die von Jahr zu Jahr fortschreitende feinerung der Mittel im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit dar und betonte die arbeitsmarktpolitische und wirtschaftliche Bedeutung der Wehrhaft- m a ch u n g Deutschlands. Er begründete die Notwendigkeit der Konzentrierung der wirtschaftlichen und finanziellen Kräfte auf dem Gebiete der Etatspolitik wie der Kapitalmarktspolitik auf die Durchführung der großen nationalen Aufgaben. Nur wenn der Pfennig geehrt würde, könnten große schäft und in unserer Devisen- und Roh- stofflage gezeigt hätten. Er wies auf die Besserungstendenzen und die Möglichkeiten zur lieber* Windung dieser Spannungen hin. Zum Schluß rief er zur vertrauensvollen Mitarbeit auf. Für den Unternehmungsgeist der Wirtschaft sei im nationalsozialistischen Reich mehr denn je nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Pflicht zur Betäti- Seine Rede war eine scharfe Brandmarkung der Aufständischen und die Ankündigung, daß die Armee, fest entschlossen sei, die revolutionären Elemente zu beseitigen. Finanzminister Baba entwickelte vor dem Parlament die Finanzlage und die geplante Finanzreform, die in einem Steuerausgleich und erhöhten Einnahmen aus den Monopolen und den Steuern bei einer gleichzeitigen allgemeinen Zinssenkung bestehen soll. lischen Arbeitern hinstrecke, um gemeinsam für die Größe und die Zukunft Frankreichs zu kämpfen. Das japanische Kabinett kündigt Reformen an. Tokio, 6. Mai. (DNB.) Ministerpräsident Hirota und die Minister Aritas, Terauchi und Baba gaben im Ober- und Unterhaus Erklärungen über ein neues Reformprogramm ab. 5) i r o t a betonte, daß das Kabinett fest entschlossen sei, die tief eingewurzelten Schäden unter Voran st ellung einer Erneuerung des Staatsgedankens auf der Grundlage des unabänderlichen Gottesgnadentums des Kaisers zu be- Die Stimmung in Rom. Rom, 6. Mai. (DNB.) Der Jubel, der ganz Italien über die Besetzung Addis Abebas und die siegreiche Beendigung des Krieges erfüllt, findet in der römischen Presse seinen Widerhall in begeisterten Schilderungen über den Einzug der italienischen Truppen in Addis Abeba. Lebhafte Beachtung wird dem Auslandecho geschenkt, wobei der sympathische Ton der deutschen Presse besonders hervorgehoben wird. Londoner und Pariser Berichterstatter kommentieren den Eindruck in den „Hochburgen des Sanktionismus" mit unverhüllter Schadenfreude. — „Giornale D'Jtalia" geht sogar so weit, als Rückseitigen. Die Regierung lege dem Parlament Gesetzentwürfe zur Kontrolle von Reis, Seide und Düngemitteln sowie zur Verbesserung des Steuerwesens und der Zinspolitik vor. ' '' ,_____ Ternuchi sprach über die Februaroorgänge. I sind. schäft, Erziehung und Volksbildung hat folgenden Erlaß herausgegeben: „Die ersten Jahre des nationalsozialistischen Umbruchs stellten den Unterrichtsoerwaltungen die Hauptaufgabe, Erziehung und Erzieher innerlich mit nationalsozialistischem Geist zu durchdringen. Wenngleich diese Aufgabe auch weiter fortgeführt werden muß, so ist doch die Entwicklung so weit gediehen, daß nunmehr auch die äußere Umgestaltung des höheren Schulwesens i m Sinne einer Vereinheitlichung vorgenommen werden kann. Ich ordne daher an: Mit Beginn des Schuljahres 1937 ist an sämtlichen Großbritannien diese große Sache gerade indem Augenblick aufgeben würde, in ** * Frankreich bereit sei, England mit Aktive Konjunkturpolitik. Ein Vortrag des Reichsfinanzministers in Frankfurt am Main. DaskünsiigeRegimeinAbessmien Oeuvre" über die angeblichen Absichten Italiens. Paris, 7. Mai (DNB. Funkspruch.) Dem „Oeuvre" genügt es, wenn Italien sich lediglich bereit fände, als französische Belange die Eisen- bahn st recke Addis Abeba —Dschibuti und als englische Belange die N i l q u e l l e n und den Tanasee zu achten. Italien werde in Abes- inien keine großen Streitkräfte, sondern nur Polizeitruppen unterhalten und alle Eingeborenen entwaffnen. Es werde keinen neuen N e g u s einsetzen. Es werde den einzelnen Stämmen eine gewisse Selbständigkeit lassen und Abessinien als Kolonie einem faschistischen Gouverneur unterstellen. Internationale Verpflichtungen hinsichtlich Abessiniens werde Italien aber nicht übernehmen, sondern seine Maßnahmen in voller Souveränität, also ohne Rücksicht auf den Völkerbund, treffen. Auf wirtschaftlichem Gebiet werde sich der Duce um die französische und englische Mitarbeit bemühen, aber nicht zugunsten anderer Länder das Regime der offenen Tür anwenden. L o n d o n , 7. Mai. (DNB. Funkspruch.) Vernon Bartlett schreibt im „News Chronicle", es bestehe aller Grund anzunehmen, daß eine starke Gruppe der britischen Kabinettsmitglieder dafür eintrete, sich mit Italien die abessinische Beute zu teilen, und zwar auf der Grundlage des zwischen Großbritannien, Frankreich und Italien abgeschlossenen Vertrages von 19 0 6. Mussolini jedoch sehe nicht ein, warum Italien nicht die ganze Beute haben solle. Die Aeußerung Mussolinis, daß der Vertrag von 1906 als Grundlage für eine Regelung nicht in Betracht komme, da Abessinien heute italienisch sei, werde vielleicht die französische Regierung bestimmen, den Druck auf Italien aufrechtzuerhalten. Paul-Boncour sei bemüht, eine Regelung auf der Grundlage der Dreiteilung vorzunehmen, die eine Verneinung des Völkerbundsgedankens bedeuten würde. Eden werde wahrscheinlich ohne bestimmte Anweisungen nach Genf gehen, außer der, nicht mehr zu tun, als andere Nationen zu tun bereit seien. Dieselbe Staatengruppe, die im vergangenen Monat die Aufrechterhaltung von Sühnemaßnahmen gefordert habe, werde in Genf vielleicht wieder die Führung übernehmen. „Morning Post" ist der Meinung, daß die Mehrheit der Kabinettsminister offenbar gegen die Aufrechterhaltung von Sühnemaßnahmen sei. Es könne aber angenommen werden, daß die britische Abordnung die Ansichten anderer Ratsmitglieder sondieren werde, und eine Politik unterstützen werde, die allgemeine Zustimmung finde. Der Völkerbund werde sich vielleicht für die Auf- Außenminister der Kleinen Entente, deren Haupttagesordnungspunkt das Donauproblem ist, wurde am Mittwoch unter dem Vorsitz des jugoslawischen Ministerpräsidenten und Außenministers Dr. Stojadinowitsch eröffnet. Die Tagung der Balkanpaktmächte wurde am Mittwochmittag abgeschlossen. In der letzten Tage, insbesondere über den Kirchen- sturm in Madrid herbeigeführt. Der monarchistische Abgeordnete Calva Sotelos, der bereits vor 14 Tagen eine erschütternde Lifte über die Ausschreitungen des Marxismus in Spanien bekannt- gegeben hatte, ergänzte diese durch neue Angaben. Danach haben in den letzten 14 Tagen wieder 38 Streike, 53 Bombenanschläge und 99 Ueberfäüe stattgefunden. 52 Gebäude, zum größten Teil Kirchen, wurden niedergebrannt, 47 Personen wurden gelötet, 261 Personen verletzt. Calva Sotelos forderte die Regierung auf, durch rücksichtslose Entwaffnung der Parteiorganisationen von links und rechts der Anarchie ein Ende zu bereiten. Der Innenminister Casales Quiroga erklärte, daß die Regierung das Opfer gewissenloser Unruhestifter sei. Sie wisse zwar vorläufig nicht, wo diese zu suchen seien, werde aber alles ausbieten, um sie unschädlich zu machen. Man versuche durch Verbreitung von Schauermärchen und Gerüchten eine Panik st immung im Volke zu erzeugen. Die Schuldigen seien „selbstverständlich nicht auf der Linken", sondern in einem anderen Lager. Er habe kürzlich einen Offizier verhaften sS ibre Umwall Kerker"" Kleine Die am.6. SsaufHät“ 21m JWW ter der N.L fers d-- Braunen Y° gonil»* Mlnß lösender und praktisch handelt. Am Mei Minister Dr- trüb Schalk Die Ausgesl deutsche Frau Die Bank die Erhähu aus6o.h.b Der englisc machte die - von der.pl Mann, me landcs gebra weniger c König Fa woch, von de Hauptstadt st richteten Kre schast desM jungen König gerechnet wir! Bei Ramha aus, zu beffi wurde. Flugz ständischen al Bagdad und schen unterbr Hun Jniernalioi Bom 17. t das zweite niet statt, und Bogol ster an dieser teiligen: Dr. berg: Schwe Bosch-Hollo Ahnes,He Das Turnier geleitet wird tungen der des Turnier Frankfurt. An der zi durch den ( national sührt, zu bei flanen, Däne Lettland, Lil Rumänien, angemeldet h spieler, — & Schachveranst. 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QihikimthprtlPlil* Die Pariser Bemühungen, mit Kompromissen den -vVllUl jPIVliyVUVUIIVUl I abessinisch-italienischen Streitfall diplomatisch unter hrttl Dach und Fach zu bringen, stoßen in der italieni- Wll 'SlvVlM ‘MVVVM* scheu Presse auf wenig Gegenliebe. „Popolo dl Rom 6 Mai (DNB.) Marschall Badoglio Roma" erwidert die Forderung des „Oeuvre" daß hat den Gouverneur von Rom, Bottai, der den Italien (eine vorteilhaftere Regelung abessinischen Feldzug als Kriegsfreiwilliger mttge- zugestanden werden dürfe als Frankreich m Ma- macbt hat und Dienstag an der Spitze des italieni- rokko, mit dem Hinweis, daß Frankreich Marokko schen Heeres in Addis Abeba einzog, zum Zivil - auf d l o m a t ij ch e m We g e erhalten habe, qouoerneur oon 2lbbi 5 21 beb a ernannt. wahrend Italien jede Kongestion, die auch nur ent- Mit dieser Maßnahme wird die verwaltungsmäßige fernt einem Protektorat gleichen konnte, verwel. Neuordnung des abessinischen Kaiserreiches ein- P * r mnrhl auf die Ausnutzung des Sieges verzichten zu fallen und sich lediglich darauf beschränken, die Ordnung im Lande wiederherzustellen, um dann den Kapitalisten und Abenteurern der Welt Gelegenheit zu geben, dort ihre Geschäfte zu machen. Hierauf würde sich Italien bestimmt nicht einlassen. Das abessinische Problem sei durch d i,e Tatsachen gelost. Spöttisch meint Giornale d'Jtalia, die Staaten, die bisher das Kollektivinteresse der Weltgerechtigkeit vorgeschoben hätten, könnten doch jetzt nicht etwa einen Teil dessen beanspruchen, was in ihren Augen die von Italien gestohlene Beute ausmache. Sie mögen auch nicht vergessen, daß Italien in Versailles schon einmal in kolo- Inialer Hinsicht teilweise um die Frucht seines Sieges gebracht worden sei. Man wird das auf keinen Fall e in zweites M al erleben. Ebensowenig aber sollten diese Staaten vergessen, daß die von ihnen ergriffene sogenannte Völkerbundsinitiative die Schwierigkeiten und Kosten LPD. Frankfurt a. M., 6. Mai. Reichsfinanz- minifter Graf Schwerin v. Krosigk sprach in der Frankfurter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wissenschaft über die Reichsfinanzpolitik. Er referierte über die Erfahrungen der letzten Jahre, über die Probleme, die die Reichsfinanzpolitik beschäftigen. Vor allem konnte der Reichsfinanzminister auf die erfolgreiche a k - tive Konjunkturpolitik, die im Jahre 1933 einsetzte und inzwischen auch neben der Auftragserteilung durch die öffentliche Hand die Privatinitiative des deutschen Unternehmers ausgelöst hat, Hinweisen. Der Minister führte u. a. aus: Die verzweifelte wirtschaftliche Lage Deutschlands, in der im Januar 1933 Adolf Hitler die Regierung übernommen habe, sei nicht nur die Folge der letzten vorausgegangenen Krisenjahre gewesen. Wir hätten vielmehr seit dem verhängnisvollen Versailler Diktat in einer dauernden Krise gelebt, die nur zeitweise, wie in den Jahren der erborgten Scheinkonjunktur, künsllich überdeckt worden sei. Die Anfangsgründe der Krise reichten sogar in die Vorkriegszeit zurück, in der sich die Strukturwandlungen der Weltwirtschaft vorbereitet hätten. Diese Wandlungen seien durch den Krieg und die Nachriegsentwicklung voll in Erscheinung getreten. Der Minister zeigte an dem Beispiel der Reparationen den unheilvollen Einfluß, den Gewaltlösungen auf die gesamte Weltwirtschaft ausüben. Wir dürsten nicht glauben, eines Tages einfach wieder zu den weltwirtschaftlichen Verhältnissen der Vorkriegszeit zurückkehren zu können, sondern müßten uns Öen eingetretenen Wandlungen a n p a ff e n. Jedenfalls Hebung ber Sühnemaßnahmen entscheiden, aber nicht zugleich Abessinien als einen italienischen Staat anerkennen. Möglicherweise werde der Döl- kerbundsrat vorläufig überhaupt nichts unternehmen, sondern abroarten, was sich in Addis Abeba ereignen wird. „Frankreich wird die Sanktionen in Gens unterstützen." Eine Unterredung mit Leon Blum. Paris, 7. Mai. (DNB.) Unter der Überschrift „Frankreich wird die Sanktionen in Genf unterstützen" veröffentlich der „Daily Herold" eine Unterredung mit dem Führer der französischen Sozialisten Leon Blum. Auf die Frage, was nun im italienisch-abessinischen Streitfall geschehen müsse, antwortete Blum, es sei wesentlich, daß alles gerettet werde, was man vorn internationalen Recht retten könne. Die kollektive Sicherheit und ihre Organisation hingen wesentlich von der Zusammenarbeit der beiden Demokratien Frankreich und Eng- der Tagesordnung stehenden Fragen im freundschaftlichsten Geiste geprüft und Lösungen gefunden, die durch das nationale Interesse der vier Staaten, durch das Interesse der Sicherheit auf dem Balkan sowie durch die Erhaltung des allgemeinen Friedens geboten gewesen wären. Zwischen den vier Ministern sei in allen Beratungsfragen die o o l l st e Einmütigkeit erzielt worden. Griechenland habe seine Stellung gegenüber dem Balkanpakt im Sinne einer Vergrößerung der Solidarität unter den Signatarstaaten präzisiert, zur einmütigen Zufriedenheit der Außenminister. Da die Politik der Balkan-Entente auf der Unanta ft barfeit ber jetzigen Grenzen unb ber Respektierung der Sicherheit beruhe, hätten die vier Außenminister bie wirksamsten Mittel zu ihrer Sicherung auf bem Balkan ins Auge gefaßt. In Konferenzkreisen Dertautet über bie inhaltlich wenig besagende Verlautbarung hinaus, baß ber griechische Außenminister Metaxas den griechischen Standpunkt durchgesetzt habe, demzufolge der Balkanpakt für seine Partner „außerbalkanische Verpflichtungen" begründe. Dieser Standpunkt sei in einem Protokoll festgelegt. Südafrika für Aufrechterhaltung der Sanktionen. London, 7. Mai. (DNB. Funkspr.) Der süd- afrikanische Ministerpräsident General Hertzog erklärte im Parlament, der Vertreter Südafrikas in Genf sei angewiesen worden, auf der kommenden Ratstagung alle Maßnahmen zu unterstützen, die zur Wahrnehmung des Ansehens des Völkerbundes notwendig sein sollten. Wenn der Völkerbund feinen Pflichten treu bleiben wolle, so müsse er die Sanktionspolitik a u f r e ch t e r h a l t e n und zwar, wenn nötig, a u f Jahre hinaus. Auch General Smuts unterstützte den Gedan- ken der Sanktionspolittk. Die gegenwärtigen Sühne- maßnahmen gegen Italien müßten wenigstens fortgesetzt werden, falls es nicht gelinge, sie zu verstärken. Großbritannien müsse sich entweder vom europäischen Kontinent zurückziehen oder ein Militärbündnis eingehen, wenn die Politik der Sühnemaßnahmen gegen Italien gebrochen würde. Falls Italien ungehindert feinen Erfolg ausbeuten dürfte, so würde die Welt vor einer ernsten Krise stehen. ,____________l Protektorat gleichen konnte, gert worden sei. Nach Ansicht des „Oeuvre" scheine Italien nun, kaum daß es Abessinien erobert habe, geleitet Der Telephon- und Eisenbahnverkehr z w i- des italienischen Unternehmens erhöht hat, wenn schenk Addis Abeba unb Dschibuti ist am sie auch den Erfolg Italiens nicht m Frage stellen Mittwochnachmittag wieder hergestellt worden, konnte, und daß damit kein moralisches Recht für Marschall Badoglio hat folgenden Aufruf an die solche Forderungen der letzten Stunde geschaffen abessinische Bevölkerung gerichtet: „Abes- werden konnte. linier! Heute sind die Truppen des mächttgen --- nigs von Italien in Addis Abeba eingezogen. In-------------------------------------------- Stadt unb Dorf nimmt bas Lebe n P3 3 e & e r taffen, in besten Wohnung Dum-Durn-Gefchoste ge- feinen gewohnten G a n g. Nichts wird gegen funben roobcri feien, bie biefer wahrscheinlich zum diejenigen unternommen werden, bie Die 215 a f -1 $ampf gegen politische Gegner habe verwenden fen niederlegen und die Arbeit wieder auf- ^en nehmen. Im Schatten ber siegreichen italienischen * Trikolore werben die Völkerschaften Abessiniens Eisenbahnarbeiter ber Nordbahn in Maßrieben, Gerechtigkeit unb OeDetljenk jn ben Streik getreten. Der Personen- •• UW xM. w # L V<- W>W Wp Zuließ. Die schafft neue neuen Satzungen, die die Tagung guthieß, eine gegenüber der bisherigen völlig Jugendorganisation in Sowjetruß- Jnbische Truppen vor dem Zeltlager auf dem Gelände der englischen Gesandtschaft in Addis Abeba. — (Scherl-Bilderdienst-M.) denken und handeln, daß die Stimmung der kommunistischen Jugend eine ernste Gefahr für die „Reinheit der kommunistischen Lehre" darstellt und daß ihr Machtstreben das herrschende Regime selbst bedroht. So beschloß die Parteileitung eine „Entgiftung" des Komsomol und die Zuweisung von neuen Aufgaben an ihn, die in Zukunft verhindern sollen, daß er zum Träger von Ideen wird, die dem herrschenden System nicht genehm sind. Nicht weniger als dreimal wurde der Eröffnnngstermin seiner Tagung verschoben, bis es endlich gelungen war, nur diejenigen Vertreter aus seiner Mitte als Delegierte nach Moskau zuzulassen, deren Einstellung nicht die Gefahr von regimefeindlichen Aeußerungen bedeutete. Sodann wurde der Presse der Wink gegeben, die Kommentare zu dem Kongreß lediglich auf die Besprechung der neuen, dem Komsomol gestellten Aufgaben zu beschränken. Und schließlich erhielten die Erörterungen auf der Tagung eine Richtung, die eine Kritik von Vertretern aus dem gegnerischen Lager gar nicht mehr daß diesem Kongreß keine übermäßige Bedeutung mehr zugeschrieben wurde ober daß gar Mißtöne seinen harmonischen Ablauf störten. Wie es die Parteileitungen mit Stalin an der Spitze vorher vorgeschrieben hatten, so verlief alles haargenau bis zum letzten Tag. Dem Komsomol wurden von den Vertrauensmännern des Diktators gehörig die Leviten gelesen, seinem Drang nach einer Machtausdehnung wurde ein kräftiger Riegel vorgeschoben und einstimmig wurden natürlich auch alle diejenigen Entschließungen und Anträge gutgeheißen, deren Annahme die Regierung für gut befand. Dann wurde der Komsomol wieder nach Hause geschickt — und erst jetzt werden wohl seinen tüchtigsten Vertretern die Hintergründe dieser Abfertigung des Komsomols und die wahre Bedeutung seiner Umbildung aufgehen. Die Sowjetmacht hat stets ihr Können bewiesen, sich vor allen unliebsamen und die eigene Macht gefährdenden Bestrebungen aus dem Innern zu schützen. Daß sie nicht immer mit Erschießungen und Verbannungen oorzugehen brauchte, beweist die Auflösung solcher alten und angesehenen bolschewistischen Verbände, wie die Gesellschaft der alten Bolschewiken, die Vereinigung der ehemaligen Zwangsarbeiter usw. Sie mußten aufgelöst werden, weil in ihrer Mitte sich mehr und mehr die Neigung zeigte, mitzureden, politische Fragen zu erörtern und natürlich auch zu kritisieren. Jedes Mitreden — das nur allzu oft auch das Bestreben zeigt, mitzubestimmen — ist natürlich für die Regierung einer so krassen Gewaltdiktatur unerträglich. Deshalb wurden und werden immer wieder jene Vereinigungen und Verbände aufgelöst, die zum Geburtsherd eines neuen politischen Gedankens — oder zum Sammelbecken der Unzufriedenheit im Lande werden können. Sie werden aufgelöst — oder umgebildet. Dieses Schicksal hat jetzt auch die kommunistischen Jugendoerbände, den „Leninschen Komsomol", getroffen. Der Parteileitung war nicht verborgen geblieben, daß zahlreiche seiner Vertreter — und nicht die schlechtesten unter ihnen — nicht „Stalinisch" 1 land. Während bisher die Mitgliedschaft im Komsomol von selbst eine Vorstufe zur Parteimitgliedschaft bedeutete, ist der neue Komsomol eine „parteilose" Zusammenfassung der gesamten Jugend Sowjetrußlands, die zwar organisatorisch nach wie vor von den Beauftragten des Zentralausschusses der Partei geleitet, machtpolitisch aber um mehrere Stufen von ihrem Machteinfluß getrennt ist. Zwei Fliegen mit einem Schlag hat Stalin hier getroffen. Einmal soll der neue Komsomol das Sammelbecken der Jugendlichen aus dem ganzen Lande und nicht lediglich des Parteinachwuchses sein, wodurch eine Ausdehnung der partei-kommunistischen Erziehungsarbeit erzielt werden soll, und zum anderen wird er von nun ab das lästige Dreinreben ber Jugend- vertreter in seine Politik los sein. An ber Erziehung ber Jugenb nach bem Dogma ber Partei hat sich natürlich nicht bas geringste geänbert. Im Gegenteil soll, rote auf bem Kongreß ber Leiter bes Komsomol Kossarew, bie Unterführer Tschemo- danow und Gorschenin sowie der Parteisekretär Anbrejew erklärten, ber kommunistische Einfluß erst recht verstärkt werben. Die Ausbildung in ber Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Moskau, Enbe April 1936. Nachbem im Sommer vergangenen Jahres im Anschluß an bie Kominterntagung bie kommunistische Jugenbinternationale auf ihrem Moskauer Kongreß bie Grunbsätze zur Revolutionierung ber jungen Generation ber Welt aufgestellt hatte, würbe mit großem Interesse bem Zusammentritt bes sowjetrussischen kommunistischen Jugenb- t a g e s entgegengesehen, bes sogenannten Komsomol, ber bie Stammtruppe ber Jugenbbataillone der Komintern und den Brutherd der Ideen der bolschewistischen Jugend darstellt. Der Vorbereitung dieser Tagung dienten unzählige Presseaufsätze und Beratungen der verschiedenen Komsomolgruppen, in Aeußerungen und Gegenäußerungen versuchte man, über das geistige Gesicht der Sowjetjugend und ihre dringenden Aufgaben Klarheit zu gewinnen, heftige Kritik wurde an ihren organisatorischen Mängeln geübt, „die wettgemacht würden durch pathetisches Geschwätz und anmaßendes Verhalten ihrer Mitglieder in der Qeffentlichkeit", und mehr als einmal wurde dem Komsomol zu verstehen gegeben, daß er die politische Leitung der Geschicke des Landes ruhig den Aelteren und Erfahrenern überlassen solle, anstatt sich in alles einzumischen und einen bestimmenden Einfluß auf das politische Leben des Landes in Anspruch zu aehmen. — So die eine Seite. Von den geistig aufgeweckten Vertretern der Jugendoerbände wurde aber gegen diese Kritik eine so heftige Sprache geführt und die „Belange der Jugendkommunisten" wurden oft so erbittert verteidigt, daß man sich auf eine gründliche Auseinandersetzung über die Grundprobleme der kommunistischen Jugendfrage auf dem Kongreß gefaßt machen konnte. Die Jugend repräsentiere beute mehr denn je — so hieß es auf der Gegenseite — „die Blüte des bolschewistischen Mutterlandes", sie sei mit nicht weniger als 7 Millionen Arbeitern unter 23 Jahren in der sowjelrus- sischen Produktion vertreten und allein in den Großbetrieben mache der Prozentsatz der jugendlichen Arbeiter 42 bis 58 aus, sie sei der „Chef-Protektor" von Armee und Flotte, sie stelle über ein Viertel aller Dorfsowjetvorsitzenden und ein Fünftel ihrer Mitglieder; die militärische Ausbildung der Bevölkerung sei untrennbar mit ihrem Namen verbunden, sie sei es, die die Aeroklubs mit Mitgliedern fülle, die 3500 Reserveflieger ausgebildet habe, die Taufende von Fallschirmabsprüngen ausführe — kurz, der bewußten kommunistischen Jugend gehöre schon jetzt ein bestimmender Anteil an ber politischen, organisatorischen unb ibeenmäßigen Leitung bes Staates unb bes Lanbes. Der Beobachter hat aus biefer Auseinanber- setzung mit Interesse entnommen, baß in Sowjet- rußlanb sich ein Kampf ber jungen Generation gegen bie zur Zeit herrschenbe anbahnt, bessen Ausgang man mit um so größerer Spannung entgegensehen kann, als er an bie Grunblage der proletarischen Diktatur, d. h. der Macht Stalins, im Lande rührt und gerade die kommunistische Jugend seinerzeit zu den stärksten Stützen des Stalinschen Regimes gehörte. Nun gärt es ober in dieser kommunistischen Jugend, neue Ideen spuken in den Köpfen der Jungen und das forsche Draufgängertum mancher Konsomolvertreter ließ erwarten, daß auch die Tagung ein getreues Spiegelbild der mannigfaltigen Strömungen in der Jugend werden und daß ihr Zerwürfnis mit der älteren Generation kraß zum Ausdruck kommen würde. Nichts dergleichen trat jedoch ein. Wie ein träges Wüstenbächlein plätscherten die Reden der offiziellen Vertreter dahin, ohne die Gemüter sonderlich zu erregen, nach einem im vorhinein genau festgelegten Programm wickelte sich die ganze Tagung ab unb auch in ber Presse würbe auf Geheiß bafür gesorgt, Der Kamps her (Generationen in Sowjetrußlanh Von unserem ^.-Berichterstatter Silbtelegramm aus Rom: Mussolini spricht vom Balkon bes Palazzo Venezia aus zu ber jubelnben Menge. — (Scherl-Bilderbienst-M.) t ■ I ZI Ä W; M aktiven Gottlosenpropaganba, die militärische Erziehung, die Zusammenfassung in kommunistischen Sportoerbänden, die tätige Mitwirkung an der Heranbildung auch ausländischer kommunistischer Jugendgruppen, die Organisation des Unterrichts in- und außerhalb der Schule, die Schaffung zuverlässiger weltreoolutionärer Truppen — das find die Aufgaben der Sowjetjugend. Daß die bolschewistische Jugend moralisch und sittlich verkommen und verlottert ist, daß sie undiszipliniert ist und alle Bindungen ablehnt, daß sie die Frau als Freiwild ansieht, daß sie ein wahres Produkt der materialistisch-bolschewistischen Erziehung ist — das wurde nur nebenbei auf dem Kongreß erwähnt. Ob die Jugend sich auf die Dauer mit der Beschränkung ihres Machteinflusses abfindet, bleibt abzuwarten. Ebenso wird aber erst die Zukunft erweisen, wie die Welt auf den neuen Vorstoß reagieren wird, den Stalin mit seinen kommunistischen Jugendtruppen gegen sie unternimmt. Ermäßigte Eintrittspreise für Arbeitsmänner in Filmtheatern. Der Präsident der Reichsfilmkammer hat eine Anordnung erlassen, die den Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes in Uniform bis zum Obertruppführer aufwärts bie gleichen Eintrittspreise bei bem Besuch von Filmtheatern einräumt, wie sie Militärpersonen im Mannschaftsbienstgrab bereits zugebilligt worben sinb. Demnach finb die Filmtheater berechtigt, auch Arbeitsmännern auf allen Plätzen eine Eintrittsermäßigung bis zu 50 v. H. ber normalen Eintrittspreise zu gewähren. Der Minbesteintrittspreis barf nicht weniger als 30 Pfennig betragen. Begleitpersonen haben die normalen Eintrittspreise zu zahlen. Oie Gtarenwolke. Von Johan Luzian Alle Tage wird es wärmer auf der Erde, der Bogen der Sonne geht höher und höher über bie Welt, ber letzte Schnee an ben Schattenränbern schmilzt in sich zusammen. Die Wiesen bekommen ein volleres Grün, rosa Mehlprimeln sind schon ba unb gelber Hahnenfuß, die Sumpfdotterblumen quellen am Bache auf, und das Schilf treibt junge Keime am Weiher. Das braune Wasser wimmelt ockn lebendigem Laich, schon lösen sich die Laichinseln zu Millionen schwänzelnder Quappen; Bläßhühner und Stockenten haben jetzt gute Zeit, das Wasser ist voll Mückenlaroen, Molchen und Spinnen. Die Algen grünen, Knöterich Dost und Froschbiß wachsen, Nahrung ist überall. Der Weiher ist ein träumendes Auge im stillen Wiesental zu Füßen des Dorfhügels, ein verschleiertes, grünbraunes Auge. Zuweilen macht eine Forelle "einen kleinen Freudensprung darüber hin, ein silberner Blitz aus dem nachdenklichen Auge, ein kleines auffunkelndes Geheimnis der moorigen Tiefe. Sie hüpfen über die Wehre, den Bach hinauf bis zum Weiher und weiter, immer weiter der Quelle des Bächleins zu, die Regenbogenforellen. Die größten Hindernisse nehmen sie im Liebesspiel. Man" hat ein Wasserrad in ihren Weg gebaut, bas sich mit schaufelnben Räbern breht unb die Fische zurückschleudert, aber da springen sie seitwärts ins Gras und schlagen solang mit dem Schwanz und den Flossen, bis sie jenseits des wirbelnden Rades den freien Bach aufs neue gewinnen; doch mit jedem Tag, da das Gras höher wächst, wird der tollkühne Umweg schwerer und manchmal liegt da ober bort unter gelben Schwertlilien unb blauen Vergißmeinnicht ein toter Fisch- Johannes ist ein Freunb dieses Webers Er liebt seine wechselnden Farben, sein stilles Glanzen, den Himmel darin und tue $$2^« Er steht auf einem Steg, der weit durch das Schilf in das Wasser hineinführt, em Steg für die Em tenjäger im Herbst, die hier unter tückischem Dach auf die Vögel lauern. . Die schweren Karpfen ziehen ganz nahe der Oberfläche im warmen Wasser hm, haben Laichzeit und sind gequält von ber Samemulle. Stumm unb emsig ziehen bie Männchen neben ben Weibchen bahin, streifen einanber mit ihren kuhl- schuppigen Leibern, streifen an Halmen entlang, sich bes Laichs zu entlebigen oder schlagen Purzel, bäume in ber braunen Flut, peitschen bas Wasser mit ihren Schwänzen unb schnellen m großen Sprüngen barüber weg. «r _ In dem Binsengehalm der Mitte des Weihers haben die Bläßhühner ihre Nester, sie hocken still auf dem Gelege und nur die Männchen tauchen und gründeln um sie herum. Da und dort sind die Jungen schon ausgeschlüpft, viele piepsende Küken rennen der Mutter nach und üben die Schnäbel. Johannes geht hinauf zum Waldrand. Dort hat er sich eine Bank unter der Eiche gezimmert, dort ist sein Abendplatz um diese Zeit, denn die Starenwolke zieht jetzt durch die gerötete Luft. Es sind Tausende von Männchen, die ihre brütenden Weibchen daheim an den Nistkästen ließen oder die als Junggesellen den Frühling verbringen müssen. Sie haben keckernd unb schmätzenb, flötenb unb zwit- schernb ben Tag auf ben Nistkästen verbracht, sich geputzt unb ihr schimmernb gesprenkeltes Hochzeitskleid eitel sehen lassen, nun sind sie die freien Herren des Abends, eine wirbelnde Schar non luftigen Abenteurern. Die Wolke von Staren rauscht über dem schauenden Mann dahin, ein lichtes, braunes Gespinst, das seine Form wandelt wie ein Rauch am Himmel. Bald bildet die Starenwolke einen schönen fycdb-- mond, der über dem Wald dahmschwebt und ins Wiesenbachtal niedersinken will, dann wieder ist sie eine rollende Kugel geworden. Wer gab bas Zeichen zum Beginn eines neuen Tanzes in ber Luft, wessen geheimnisvollem Ruf folgen bie Vögel auf ihrem Flug? Jetzt ziehen sie sich lang hin, werben $u einem bünnen Streifen in ber Ferne, unb nun roenben sie sich um unb finb roieber ba. Legionen flügelnber Bällchen im fröhlichen Abenbflug, bis sie enblich brausend und zwitschernd einfallen ins Schilf. Aber es lockt Johannes, noch einmal das Spiel zu sehen. Er klatscht in die Hände, er ist der Tanz- meister hier auf der Höhe. Und brausend und flirrend stiebt es wieder auf aus dem braunen Gehalm dort am Weiher und hebt sich von neuem hinauf in das glühende Licht. Die Wolke teilt sich, und während die eine Hälfte über den Weiher schwingt, kommt ihr die andere schon von dem Lärchenbichl entgegen. Sie vereinigen sich unb trennen sich roieber. Der Mann unter ber Eiche zieht mit bem Stock in ber Luft ihre schönen Figuren nach, unb er breitet bie Arme ben braunen Wolken bes flügelnben Lebens entgegen, als könne er ihre Leichtigkeit fpielenb burch feine Finger rieseln lassen, als würfe er Bälle hinauf in bie Luft, Wolken von Bällen mit ber Gaukelkunst bes Jongleurs. Doch bann ist es genug. Die Starenwolke versinkt in bas Schilf zum nächtlichen Schlaf unb kein Tanzmeisterwort unb Ruf lockt sie jetzt mehr heraus aus bem Dickicht. Der Himmel ist leer geworben vom Leben. Nur die Wolken sinb noch nicht eingefallen in ben bunklen Weiher ber Nacht. Sie schwärmen noch ein wenig am westlichen Himmelsranb. Ein fiebriges Rot leuchtet um ihre Ränber. Bunte, exotische Boote könnten es sein, Boote aus frembcn Meeren, auf benen die Liebenden heiter und gefahrlos dahingleiten, eine leise Musik in der Luft. Ein tiefes, ruhiges Braun kommt daher, ein Sepiabraun, und die purpurnen Boote fahren in diese Ruhe hinein, unb ein helles Silbergrau beckt sie zu. Die Wölber verlieren ihre Farben unb Formen. Nur bie Fichtenspitzen stehen wie Lanzen aufrecht unb spießen ben schwerer merbenben Himmel auf ihre Zacken. Nun wirb es Nacht, unb bas himmlische Abenb- spiel ist oerenbet. Die Kugel bes Monbes rollt über ben Horizont. Aus derAvneureihe derZeppeline Bilddokumente im Heichspostmuseum. Jrn Reichspostmuseum in Berlin ist ein Ehrenhof ber beutschen Luftschiffahrt gemeint. Hier haben sich bie Vorfahren bes „Grasen Zeppelin" unb „Hinbenburg", wenn auch nur in Mobellform, ein Stellbichein gegeben, hier gibt es Nachbilbun - gen läng ft vergessener Kleinluft- schiffe, bie aber zu ihrer Zeit eine Sensation bilbeten unb sogar schon Heeresbienst taten. Daneben ist ein reiches Bilbmaterial über bie Pioniere der Luftschiffahrt und die Anfänge dieses heute in vollster Blüte stehenden Verkehrszweiges zusammengetragen. Es würde zu weit führen, wollte man dieses Material in allen seinen Einzelheiten beschreiben. Nur einige Bilddokumente mögen erwähnt sein, weil sie aus der Erstzeit der Luftfahrt stammen unb weil sich in ihnen bereits Pläne aus- brücken, bie bamals noch Hoffnungen unb Wünsche waren, aber schließlich boch in Erfüllung gingen. Da finbet sich, um nur ein Beispiel zu nennen, eine aus bem Jahre 1835 stammende Abbildung des ersten Luftschiffes „Der Adle r". Ein Luftpostschiff sollte es fein. Wie bas Bilb besagt, soll es bamals von ber Aeronautischen Gesellschaft Eng- lanbs in Lonbon öffentlich ausgestellt worben sein. Diese „merkwürbige Maschine" war 150 Fuß lang, 50 Fuß hoch unb 40 Fuß breit. Das Luftschiff war mit vier großen Flügeln (nicht Propellern!) unb einem Riesensteuer ausgerüstet. Seine Bestimmung beftanb barin, bie „birectefte Verbinbung unter ben europäischen Hauptstäbten" herzustellen unb zunächst im August bes Jahres 1835 von Lonbon nach Paris zu fliegen. Bilb unb Beschreibung bieses Luftschiffes, bas eine recht gefällige Form hatte unb mit einer netzartigen ©anbei ausgerüstet war, sind erhalten geblieben. Leider fehlt jeder Hinweis darauf, was aus dieser „merkwürdigen Maschine" geworden ist. Recht bezeichnend ist es jedoch, daß man sich damals schon, obwohl die Ballonfliegerei noch in den Kinderschuhen steckte, daran ma'chte, Luftschiffpläne zu verwirklichen, wobei man zwar in ber Praxis nicht weiter kam, wohl aber schon bie spitz julaufenbe Luftschifform für zweckmäßig hielt. In das Zeitalter des Luftballons, also jene Periode, in der man sich dem Ballonflug mit besonderer Liebe hingab, weil die Flugmaschine und das Flugzeug noch nicht geboren waren, wird man durch ein „Erinnerungsblatt an die erste Luftfahrt des Herrn Eugen Godard und Herrn Bernauer mit dem durch die Großherzigkeit der Bewohner von Graz neu erbauten Ballon „Graz" zurückversetzt. Mit diesem Ballon hatte es folgende Bewandtnis, wie aus der Unterschrift des Bilderbogens hervorgeht: Graz befaß einen Ballon, der auf ben Namen „Europa" getauft war, aber am 22. Febr. 1853 bei St. Peter in ber Nähe von Graz verbrannte. Das Bilbbokument zeigt auch bie Vernichtung bes Ballons, ber in bem Augenblick i n Flammen a u f g i n g, als er von einer größeren Anzahl Personen an Seilen gehalten würbe. Die Mannschaften stürzen auf bem Bilb ausein- anber,, währenb im Hintergrunb eine bicht gedrängte Zuschauermenge Zeuge bes Dernichtungs- roerfes ist. Jeboch wird bie Ursache bes Unglücks nicht verraten. Inzwischen setzte eine rege Sammel- tättgkeit ein. Die Bürger von Graz ließen sich nicht lumpen, sie griffen in bie Tasche, bamit möglichst halb ein neuer Ballon hergestellt werbe. Denn" was ihr ganzer Stolz war, mußte natürlich einen vollwertigen Ersatz finben. Eines Tages war ber neue Ballon, bem man diesmal den Namen feiner Vaterstadt gab, fertig. Er war „einer der größten und schönsten", die es je gegeben hatte. Sein Durchmesser betrug 37, feine Höhe 49V2 unb fein Umfang 11V4 Fuß. Nur neun Tage waren nötig, um bie Ballonhülle zuzuschneiben unb bie einzelnen Stücke zusammenzunähen. Sehr gewissenhaft hatte man ausgerechnet, baß die Nähte eine Länge von 9500 Futz hatten. Das wurde auf dem Erinnerungsblatt vermerkt, dem noch eine zweite Abbildung, die des Ballons „Graz" beim Flug über feiner Heimatstadt, beigegeben wurde. Für sechs Kreuzer war die Geschichte der beiden Ballons, zwar kurz gefaßt, aber mit zwei Bildern versehen, zu haben. Noch ein drittes Bilddokument sei erwähnt. Es geht unter der Ueberschrift „D e r heranna - hende Krieg" unb wirb als „Phantasie" bezeichnet, weil es in ber riesigen Gonbel eines riesigen über einer frieblichen Lanbschaft bahin- schwebenben Luftballons ein Jnfanteriebataillon, bazu einige Kavallerie unb Artillerie zeigt. W. S. werke 88,75, Aku 50,75, AEG. 20. Neumond, 28. erstes Viertel. Wirtschaft Col- Figur? Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt einemarkt in Nidda. Q] Nidda, 6. Mai. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 349 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 24 bis 26 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 26 bis 32 Mark, 8 bis 10 Wo- chen alte Tiere 35 bis 38 Mark. Der Markt wurde geräumt, der Bedarf konnte durch den Auftrieb nicht gedeckt werden. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Mai. (Varbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 27 Rinder (1 Ochse, 22 Kühe, 4 Färsen), 731 Kälber, 44 Schafe, 702 Schweine. Es kosteten: Kälber 42 bis 78, Hämmel 42 bis 48, Schafe 36 bis 45, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe ruhig; Schweine wurden zu- geteilt. Vertrauensstelle Frankfurt des Leipziger Meßamts für das Wirtschastsgebiet Hessen. NSG. Am gestrigen Dienstag wurde in Frankfurt a. M. die Errichtung einer Vertrauensstelle des Leipziger Meßamts für das Wirtschaftsgebiet Hessen bekanntgegeben. Auf einem Presseempfang ging der Präsident des Leipziger Meßamts Dr. Raimund Kohler zunächst auf die Aufgaben des Leipziger Meßamts ein und schnitt eine Reihe interessanter Fragen des deutschen Außen- und Binnenhandels in Verbindung mit der Leipziger Messe ein. Er umriß die Aufgaben der neuen Der- trauensstellen des Meßamts, deren erste jetzt in Frankfurt a. M. aus der Taufe gehoben wurde, dahingehend, daß sie die Beziehungen des Wirtschaftsbezirks zur Leipziger Messe und zum Vorteil für die Wirtschaft des Bezirkes, insbesondere für die Exportwirtschaft, zu verstärken habe. Es muß heute alles getan werden, diejenigen Institutionen auszubauen, durch die die deutsche Fertigwarenproduktion den Anschluß an den Weltmarkt findet. Der neuernannte Leiter der Dertrauensstelle, Syndikus Karlrobert Ringelnder gleichzeitig der Leiter der Auhenhandelsstelle ist, sowie Dozent Dr. S a v e l k o u l s als Hauptgeschäftsführer der Bezirkswirtschaftskammer Hessen gaben für unser rhein-mainisches Wirtschaftsgebiet die Versicherung ab, alles zu tun, diese Bestrebungen des Leipziger Meßamts zu unterstützen. Vhein-Mainische Börse. INitlagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 6. Mai. Bei sehr klein geworbenen Umsätzen erfuhr die Aktien börse eine weitere Abschwächung. Neben weiteren Glattstellungen der Kulisse erfolgten Publikumsverkäufe in kleinem Umfange, während andererseits die Kaufmeinung nahezu geschwunden ist. Im Durch- Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch. Die Einlage. Als Leopold Kramer noch Direktor des Deutschen Theaters in Prag war, stürzte während einer Sprechprobe eine junge Schauspielerin auf ihn zu und fauchte ihn an: „Was fällt Ihnen denn ein, mir für dieses Stück die Rolle einer Reinmache- frau zuzuteilen? Die kommt nur einmal auf die Bühne, stellt einen Krug Wasser auf die Bühne und verschwindet wieder. Sa eine Schmarrnrolle spiele ich nicht!!!" „Die Rolle müssen Sie diesmal schon spielen", sagte daraus Kramer. „Aber ich will Ihretwegen eine Einlage machen. Wissen Sie was? Bringen Sie halt zwei Krüge Wasser auf die Bühne." Das rätselhafte Weihnachtsmärchen. In einem Hamburger Theater wurde vor vielen Jahren das Weihnachtsmärchen eines bekannten einheimischen Dichters gespielt. Der Beifall war, namentlich bei den Erwachsenen, entsprechend lebhaft, und zum Schlüsse erschien der Autor, befrackt und beglückt, auf der Bühne. Auf dem Heimwege fragte Senator Petersen sein Söhnchen: „Na, wie hat es dir denn gefallen?" „O, es war alles sehr schön, Vater — ich habe nur nicht verstanden, weshalb zuletzt der Kellner auf die Bühne gekommen ist." Morgenhimmel wieder sichtbar. Am 16. Mai steht die Sichel des abnehmenden Mondes genau über dem Ringplaneten. Venus, Mars und Uranus bleiben unsichtbar. Am abendlichen Fixsternhimmel sind die glanzvollen Wintersternbilder größtenteils verschwunden. Im Westen sehen wir gegen 22 Uhr noch Prokyon und die Zwillinge Kastor und Pollux. Rechts davon funkelt Kapella im Fuhrmann, der sich ebenfalls mehr und mehr dem Horizont nähert. Den Verlaus der Ekliptik oder scheinbaren Sonnenbahn können wir durch die Sternbilder Zwillinge, Krebs, Großer Lowe, Jungfrau, Waage und Skorpion verfolgen. Regulus und Spika, die Hauptsterne im Großen Löwen und in der Jungfrau, stehen fast genau in der Ekliptik, Spika strahlt in reinstem Weiß und gehört zu den sehr heißen Heliumsternen mit Oberflächentemperaturen von 20 000 Grad (Sonne 5900 Grad). Die regelmäßige Verschiebung der Spektrallinien zeigt uns, daß Spika ein werdender Doppelstern ist, dessen beide Sonnen sich noch gegenseitig berühren und in vier Tagen um den gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Trotz der enormen Entfernung von über 300 Lichtjahren erscheint uns Spika als Stern erster Große, ihre Leuchtkraft muß demnach rund 3000 mal so groß fein wie die 5.5. 137,75 132,25 236 125,75 In den verflossenen Monaten bot der Abend- yimmel keine besonderen Planetenerscheinungen. Anfang Mai befindet sich nun der Merkur in günstiger Stellung zur Sonne und kann tief am Westhimmel, fast genau unter der Kapella, eine Stunde nach Sonnenuntergang beobachtet werden. Ein Fernglas leistet bei der Auffindung des schwierig zu beobachtenden Planeten gute Dienste. Man beginne gleich in den ersten Tagen des Monats nach Merkur zu suchen, da die Helligkeit rasch ab nimmt und er Mitte Mai schon wieder verschwindet. Als sonnennächster Planet kann sich Merkur nie mehr als 26 Grad von der Sonne entfernen und bleibt daher stets im Dämmerungsbogen. Obwohl Merkur ein sehr heller Stern ist, am 1. Mai beispielsweist noch heller als Wega und Kapella, hebt er sich von dem lichten Himmelsgrund nur wenig ab. Er ist daher nur bei sehr klarer Lust zu sehen. Ko- pernikus soll gesagt haben, daß es ihm in den Dünsten der Weichselniederung niemals vergönnt gewesen fei, Merkur zu erblicken. Merkur ist der Schnelläufer unter den Wandelsternen und trägt daher mit Recht den Namen des beflügelten Göt- terboten. Einige Tage ist er am Abendhimmel sichtbar, um dann für Wochen zu verschwinden und ebenso rasch wieder am Morgenhimmel aufzutauchen. Der Planet wandert nämlich in 88 Tagen um die Sonne, so daß ein Merkurjahr noch nicht drei Monate dauert. Von der Beschaffenheit des Planeten wissen wir nur wenig. Nicht einmal seine Rotationsdauer ist bekannt. Früher glaubte man, daß Merkur der Sonne stets dieselbe Seite zukehre, so daß die eine Hälfte glühend heiß, die andere eisig kalt wäre. Neuere Messungen haben jedoch an der Schattengrenze keinen schroffen Temperaturwechsel nachweijen können, was auf eine schnelle Rotation schließen läßt. Merkur ist ein Drittel so groß wie die Erde, hat keine oder jedenfalls nur eine sehr dünne Atmosphäre und ähnelt mit feiner dunklen, rauhen Oberfläche sehr dem Erdmond, dessen Oberfläche bekanntlich im wesentlichen aus dunklen Laven und vulkanischen Aschen besteht. Von den übrigen Planeten zieht in erster Linie der mächtige Jupiter unser Augenmerk auf sich. Er geht Anfang Mai gegen 23 Uhr, Ende Mai gegen 21 Uhr aus und strahlt als machtvollster Stern am Südosthimmel. Seine Helligkeit ist neunmal so groß wie die des Arkturus. Im Gegensatz ------- , zu dem Schnelläufer Merkur scheint sich Jupiter Südhimmel. Seine Lichtgestalten fallen auf fob kaum von der Stelle zu rütjren. Er wandert ganz gende Tage: 6. Mai Vollmond, 14. letztes Viertel, 50,9 92,25 131,25 94,75 105,25 174 38 386 186,5 179,5 I 29,9 96,75 >1 210 Lösung der Schachaufgabe Nr. 128. K. A. L. K u b b e l. Weih hält Unentschieden. Weiß: Ke4, Lg7, Bd6 (3); Schwarz: Kcl, Tb6, Lh2 (3). 1. Lg7—e5, Tb6—b4+. 2. Ke4—d5, Tb4—b5+. 3. Kd5—c6, Tb5Xe5. 4. d6—d7, Te5—e6+. 5. Kc6 —b7, Te6—d6. 6. Kb7—c8, Td6—c6+. 7. Kc8—b7, Tc6—c7+. 8. Kb7-a8, Tc7Xd7 und Weih ist patt. Lösung der Schachaufgabe Nr. 131. Weiß: Kgl, De2, Tal, Tdl, Ld2, Se4, 813, Ba2, b4, d4, e5, 12, g2, H2 (14). Schwarz: Kh7, Dd8, Ta8, Tg8, Lc8, Lg7, Sd5, Ba7, b7, c6, e6, 17, g6, h6 (14). 1. Se4—g5+, h6Xg5. 2. SI3—g5+, unb wenn der Schwarze nicht jetzt schon die Dame für den Springer hingibt, so holt der Weiße sie sich im nächsten Zuge durch Sf7+ nebst SXd8. Die Abendbbörse war nahezu geschäftslos. Bei Eröffnung war die Haltung am Aktienmarkt noch überwiegend etwas schwächer, da kleine Publikumsabgaben Vorlagen, während später auf der ermäßigten Basis eher Rückkaufsneigung bestand die aber kursmäßig nicht zum Ausdruck kam. Nur JG.- Farben notierten mit 166,50 nach 166,25 (166,25), dagegen überwogen auf den übrigen Gebieten leichte Rückgänge gegen den Berliner Schluß. Etwas erholt waren Gesfürel mit 134 (133,50). Moenus Maschinen erlitten auf einiges Angebot eine Einbuße von 1,25 v. H. auf 91,50, ferner gaben Scheide- anstatt unb Harpener je 1 v. H. nach. Der Kassamarkt lag geschäftslos. Am Rentenmarkt war Altbesitzanleihe auf ber ermäßigten Berliner Basis von 113,25 gefragt, auch Kommunal-Umschub bung blieben mit 87,05 eher gesucht. Zertifizierte Dollar-Bonbs bröckelten etwas ab, 6proz. Preußen 67,50 bis 68 (68), Dollar - Obligationen Pfälz. Stäbte blieben mit 65,50 gut behauptet. U. a. notierten: Altbesitz 113,25, JG.-Farben- Bonbs 134, Reichsbahn-VA. 126,50, 4,5proz. Mainz von 1928 94,25, Schutzgebietsanleihe von 1910 unb 1914 10,70, 4proz. Ungarn Kronen 1,30, 4proz. Rumänen 5,50, 5proz. Golbmexikaner 13,70, Adca 75,75, Commerzbank 86,50, DD-Bank 78,50, Bu- berus 102,75, Harpener E 121,75, Hoesch 99, Mannesmann 91,90, Rheinstahl 124, Vereinigte Stahl- - — ---- —* 35, MAN 109, Oatum Man «leider Bergbau.........b' Kokswerke ..................6 Rheinische Braunkohlen .....18 Rheinstahl .................. 4 Vereinigte Stahlwerke........0 Ltavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5* Kaliwerke Westeregeln........5, Kaliwerke Salzdetfurth.....T/ix 6.5. 137,5 131 236,75 ... 124,25 91 । 89 23 I 22,4 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dioibenbe an. — Reichsbankbiskont 4 o. H., Lombarbzinsfuß 5 v. H. | 116,5 j 114,5 Frantturi a. 2)1. Berlin • Zrankiurt a. JJL Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schluß!. Miitag- börse Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag« börse Oatum 5 5. 6.5. 5.5. 6.5. Oatum 5.5. 6-5- 5.5. 6-5 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 t>Vi% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mü AuSlos.-Rechten ............. 4*/t% Deutsche ReichSpostschahan Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. BollSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4Vt°/o ehem.8% Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12.... 6/i% ehem. 4 /,% Hess. Landes. Hypothekenbank DarmstadtLiaui 4V*% ehem. 8% Darmst. Komm. LandcSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhesjen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche komm. Eammelabl. An> leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4 yt% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6y,% ehem. 4Vi% Franks. HyP.- Bank-Liqu.-Psandbriese....... 6Fi% ehem. 4Vt% Rheinische Hyp.-Bank-Liciu.-Goldpse..... 4%% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y,% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Cbl.V Steuergutlch.VerrechnungSk. 34-88 100,75 97,5 103 113,65 100,1 98,25 96,65 101 121 116,5 96,5 101,4 101,65 97 97 108,9 100,75 97,5 103 113,25 100,1 98,4 96,65 101 92,25 - 116,5 96,5 101,2 101,65 97 97 108,9 100,75 97,5 113,5 100,2 98,25 96,65 116,5 101,5 97 97 108,9 100,75 97,5 103,4 113,25 100,3 98,25 116,75 101,75 97 97 108,9 4% vesgl. Eene ll ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4V»%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 V<% Anatolier ............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Lüdam. Dampfschiss . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bant und Disconto- Gesellschast................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbant ................12 A.E.S......................0 Betula.................... io üleltr. LieserungSgeiellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Echuckert S Co...............4 Siemens S Halske............7 Lahmeyer L Co....... 7 6,65 9,6 5,5 41,9 14,75 15,9 116,25 87,4 88,5 88,25 182 35 146 126 145,5 121,75 134,75 133 130,5 139,25 185,25 135 9,25 5,5 41 14,5 16 115,5 86,5 88,5 88,5 183 35 146,4 125 144 120,25 134 129,13 139 183,65 132,25 9,4 5,55 42,13 14,75 28,75 16,13 116,25 114.65 87,25 88,5 88,25 182 35 146,9 125,75 145,5 121,75 135,75 133 130,25 140,25 184 134 10 6,65 9,3 5,55 41,75 14,9 16 115,4 115 86,5 88,5 88,5 183 35,4 146,9 124,25 144,25 119,25 133,5 129,25 139 183,25 132,75 5 .Mai 6-Mai Amtliche Notierung Amtliche Jlotlerunq Geld Brief Geld Brief Buenos Sitte. 0,683 0,687 0,683 0,687 Brüssel..... 42,21 42,29 42,20 42,28 Rio de Jan. 0,136 0,138 0,136 0,138 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,07 55,19 55,01 55,13 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,335 12,365 12,32 12,35 HelitngsorS.. 5,44 5,45 5,435 5,445 Parts ...... 16,355 16,395 16,355 16,395 Holland .... 168,43 168,77 168,46 168,80 Italien..... 19,60 19,64 19,60 19,64 Japan...... 0,720 0,722 0,720 0,722 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 LSlo..... : 61,99 62,11 61,92 62,04 Wien...... Lissabon.... 11',21 1L23 11,195 11,215 Stockholm... 63,60 63,72 63,52 63,64 Schweiz ... 80,74 80,90 80,57 80,73 Spanien.... 33,91 33,97 33,88 33,94 Prag....... 10,28 10,30 10,28 10,30 Budapest .. — —— Neuyort ... 2,485 2,489 2,485 2,489 L)erliu,6 -Mai Geld 2>nei Amerikanische Noten.............. 2,437 2,457 Belgische Noten.................. 42,08 42,24 Dänische Noten ................. 54,76 54,98 Englische Noten ................. 12,285 12,325 Französische Noten............... 16,305 16,365 Holländische Noten............... 168,04 168,72 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 61,71 61,95 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling — Rumänische Noten............... _ 63*30 Schweizer Noten................. 80,39 Spanische Noten................. 33,54 33,68 Ungarische Noten................ — 8 7 6 6 2 8 1 8 7 6 5 4 8 b e b e f a b c b e f q b ■ 2 1 M M U M 7 8 6 6 4 8 2 1 8 6 4 2 e 8 a b c 0 Jugendorganisationen an. Damit ist die Voraussetzung für das Hissen der HI.- und der Jungvolk-Fahne auf dem Schulgebäude gegeben, ein entsprechender Antrag ist bereits gestellt. — Der Jiefige Bahnhofsmeister Ludwig Schmulbach begeht am Freitag, 8. Mai, fein 40jähriges Arbeitsjubiläum im Dienste der Reichsbahn. Seit 1919 ist er am hiesigen Bahnhof tätig. — Die hiesige S A - Reserve eröffnet am kommenden Sonntag auf dem neuen Schießstand ein öffentliches Preis- schießen, das mehrere Sonntage andauern wird und für das gute Schießpreise ausgesetzt find. CO Klein-Linden, 7. Mai. Am gestrigen Mittwochnachmiltag ereignete sich an der Straßengabelung Frankfurter Straße und Wetzlarer Straße, der sogenannten Todesfälle, ein schwerer Verkehrsunfall. Ein aus der Richtung Großen- Linden kommender besetzter Personenautobus rannte ein aus der Wetzlarer Straße kommendes Lastkraftfahrzeug von hinten an. Der Autobus „Lahn-Perle" gehört dem Fuhrunternehmer Reinhold Grebe aus Wilhelmshütte, Kreis Biedenkopf, und wollte Arbeiter nach ihrem Heimatort Holzhausen bei Biedenkopf zurückbefördern. Das Lastauto gehörte einem Unternehmer aus Wetzlar, war mit Tonröhren voll beladen und wollte in die Frankfurter Straße einbiegen. Der Autobus wurde an seinem Vorderteil stark beschädigt. Durch den starken Anprall wurden die Insassen mitsamt ihren Sitzen nach vorn geschleudert, sämtliche Sitze waren aus den Schrauben gerissen. Wie durch ein Wunder wurde niemand ernstlich verletzt. y Watzenborn-Steinberg, 6. April. Am kommenden Samstag unternimmt der hiesige G e - s a n g v e r e i n „Germania" einen Ausflug nach Eichen in Westfalen, um dem befreundeten Männergesangverein „Treue" einen Gegenbesuch abzustatten. Der Verein unter Leitung seines Ehrendirigenten Georg Harnisch (Steinberg) gibt in Eichen ein Konzert. = Steinbach, 6. Mai. Wie bereits berichtet, feierte der Landwirt Friedrich W a l b dieser Tage des Fest der Silbernen Hochzeit. Schon am Vorabend hatten Mitglieder des Gesangvereins „Eintracht", dessen Führer Herr Walb seit elf Jahren ist, das Haus mit einem Maibaum und mit Kränzen geschmückt. Am Abend der Silbernen Hochzeit brachte der Verein seinem verdienten Führer ein Ständchen. Das Vorstandsmitglied Karl Keßler feierte in einer Ansprache den Vereinsleiter und betonte die Verbundenheit des Vereins mit seinem Führer. Auch der Dirigent Sommer (Watzenborn-Steinberg) feierte den Silberbräutigam. Der Verein folgte dann einer Einladung feines Leiters in das Vereinslokal. D L i ch , 6. Mai. Zwei verdiente Volksgenossen unserer Stadt konnten am 1. Mai auf ihr 2 5 j ä h - riges Arbeitsjubiläum an derselben Arbeitsstelle zurückblicken. An diesem Tage waren 25 Jahre verflossen, seitdem der Kaufmann Fritz Sch i m m e l bei der Großhandelsfirma Konrad Köhler, dahier, in Stellung ist. Fräulein Marie Ruppel konnte an demselben Tage auf ihr 25- jähriges Arbeitsjubiläum als Köchin im Fürstlich Lich'schen Schloß zurückblicken. ^Bellersheim, 6. Mai. Der Lein wurde hier in diesem Frühjahre in verstärktem Maße angebaut. Alle in Betracht kommenden Bauern und Landwirte haben ihren Anteil Lein ausgestellt, dessen Ertrag als Adolf-Hitler -Flachs- spende gelegentlich des Reichsbauerntages im Herbst dem Führer zur Verfügung gestellt werden soll. Das Saatgut wurde durch die hiesige Bezugsund Absatzgenossenschaft den Anbauern unentgeltlich geliefert. ch Lauter, 6. Mai. Da das Wetter in den letzten Tagen gut war, ist man jetzt eifrig mit dem Kartoffelsetzen beschäftigt. Wenn das gute Wetter einige Tage anhält, wird diese Arbeit bald beendet sein. — Nächsten Mittwoch zeigt die Gaufi l m st e l l e hier den Tonfilm „Der alte und der junge König". Kreis Büdingen. O Nidda, 5. Mai. Gestern verstarb auf dem benachbarten Hofgut Schleifeld nach kurzer Krankheit der im 81. Lebensjahr stehende Pächter, Oberamtmann Schuch, eine weit und breit geschätzte Persönlichkeit. Da der Verstorbene das dem Grafen Stolberg-Wernigerode gehörige Hofgut im Jahre 1885 übernahm, so konnte er noch im vorigen Jahre das 50jährige Pächterjubiläum begehen. 8 Bad Salzhausen, 6. Mai. Seit kurzer Zeit herrscht wieder Leben in unserem Bade. Badegäste haben sowohl im staatlichen Kurhaus, als auch | m den Privatgaststätten schon für längere Zeit Aufenthalt genommen. Der Badebetrieb ist voll ausgenommen worden. — Das Kinder- erholungsheim des Noten Kreuzes beherbergt schon seit Beginn des vorigen Monats abwechselnd je vier Wochen immer etwa 15 Kinder. Auch das Jugendfamilienheim für Fürsorgezöglinge mit durchschnittlich 15 Kindern hat seinen Betrieb ausgenommen. Im Reichsblinden- und Kaufmanns-Erholungsheim haben sich ebenfalls schon ziemlich viele Gäste eingefunden. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 5. Mai. In der Schuhfabrik Jakob Rumps & Sohn konnten die Arbeiter Heinrich Mandler, Jakob Math. Wilhelm und Konrad Mandler auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma zurückblicken. Die Arbeitskameraüen wurden von der Betriebsführung in besonderer Weise geehrt, indem ihnen mit Geldgeschenken künstlerisch ausgeführte Diplome überreicht wurden. Kreis Alsfeld. w Alsfeld, 6. Mai. In einer unter dem Vorsitz des Stadtbaumeisters M a l k m u s abgehaltenen Sitzung des Verschönerungsausschusses des hiesigen Verkehrs- und Verschönerungsoereins befaßte man sich eingehend mit der Instandsetzung und Erweiterung der städtischen Anlagen. Es wurde eine zweckdienliche Ausgestaltung der Anlagen am „Völsingsberg", in den „Erlen" und in der „Steinkaute" beschlossen. Der Garten des früheren Kasinoanwesens, das in städtischen Besitz übergegangen ist, soll als Erholungsplatz inmitten der Stadt als Volksgarten hergerichtet werden, in welchem gelegentlich Konzerte und ähnliche Veranstaltungen abgehalten werden sollen. Demnächst wird Gartenbauarchitekt Schwarz (Gießen) über die Anlage von Zier- und Vorgärten, sowie über Fensterblumenschmuck einen öffentlichen Vortrag halten. Außerdem ist demnächst ein Vortrag des Landschaftsgestalters der Reichsautobahn, Gartenbauarchitekt Hirsch (Wiesbaden), in Aussicht genommen über die Ausgestaltung des Landschaftsbildes im Zusammenhang mit der Reichsautobahn unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen in den „Erlen", die durch Hinzukauf von Gelände und im Wege der Zusammenlegung im Feldbereinigungsverfahren eine wesentliche Erweiterung und Neugestaltung erfahren sollen. Für den Wettbewerb im Fensterblumenschmuck ist vom Verein ein ansehnlicher Betrag in diesem Jahre vorgesehen. Kunstturn ° Länderkampf Italien — Deutschland eingesunden. Die deutschen Turner schlugen sich ganz ausgezeichnet. Sie konnten den am Nachmittag errungenen knappen Vorsprung nicht nur halten, sondern noch weiter ausdehnen und in der Gesamt- Wertung mit 340,500:336,325 Punkten gewinnen. Der erste Kunstturn-Länderkampf zwischen beiden Nationen hat also den deutschen Turnern einen schönen Sieg gebracht. Deutschland stellte in Schwarzmann mit 58,75 Punkten und Stangl mit 57,83 Punkten auch die besten Einzelturner. Auf den nächsten Plätzen in der Gesamtwertung folgten der italienische Olympiasieger Neri mit 57,50 Punkten und dessen Landsmann C a p u z z o mit 56,48 Punkten. Bei den Hebungen am Reck wiesen die deutschen Vertreter eine klare Ueberlegenheit über die Italiener auf. Ihre Vorführungen waren ausgezeichnet, weitaus schwieriger, beherrschter und auch eleganter vorgetragen als die der Italiener. Durch den ganzen Länderkampf hindurch zog sich die klare Scheidung in der Auffassung. Die Italiener bevorzugten den Schwung, während die deutschen Turner ihre Hebungen mehr auf Kraft und Stärke aufbauten. Die Barrenübungen waren bei beiden Mannschaften ziemlich ausgeglichen, an den Ringen gab es wieder — wie schon am Nachmittag bei den Pferdsprüngen — Meinungsverscksieden- heiten bei den Kampfrichtern über die Art der Bewertung. Am Querpferd hatte Stadel Pech und fiel dadurch auf den letzten Platz zurück. (Sportler auf Briefmarken. OJl.-'Sport Handball: ÜnivekW Gießen-llniverW Halle. !lm die Deutsche Hochschulmeisterschast im Handball. Arn Freitagmittag treffen die Mannschaften der Universitäten Gießen und Halle im Vorschlußrundenspiel um die Deutsche Hochschulmeisterschaft im Handball auf dem hiesigen Unioersitätssportplatz aufeinander. Für die Gießener, die sich im letzten Semester durch eindrucksvolle Siege gegen Darmstadt und Heidelberg zu diesem Spiel qualifizierten, hängt vom Ausgang des Treffens sehr viel ab. Gilt es doch, mit einem etwaigen Siege sich die Anwartschaft auf den stolzen Titel eines Deutschen H o ch s ch u l m e i st e r s zu sichern. Dies scheint nicht unmöglich, denn die Gießener Studenten bilden eine geschlossene, durchschlagskräftige Einheit, die neben technisch gutem Spiel auch zu kämpfen versteht. Die Mannschaft spielt am kommenden Samstag in folgender Aufstellung: Grünig Winter, Seipp Eckert, Volz, Wenzel Barth, Weigand, Hüfner, Watz, Grund. Mit Grünig im Tor, den beiden Verteidigern und dem Mittelläufer Volz ist eine Hintermannschaft vorhanden, die sich so leicht nicht überrumpeln lassen wird. Die beiden Außenläufer sollten ihren Mann stehen, und wenn im Sturm Hüfner sich mit seinen Nebenleuten so gut versteht, wie in den letzten Spielen, dann können Torerfolge nicht ausbleiben. Heber die Mannschast der Hniversität Halle ist nichts bekannt, sie wird aber jedenfalls alles tun, den Gießenern das Leben so sauer wie möglich zu machen. Das Gießener Handballpublikum sollte sich diesen Kampf nicht entgehen lassen. Die hiesige Hniversitätsmannschaft erwartet außerdem die höchst ehrenvolle Ausgabe, neben Bonn und Aachen als einzige auswärtige Mannschaft an dem Handballturnier anläßlich der 550- Jahrfeier der Hniversität Heidelberg im Juni dort teilzunehmen. Weitere Großkä'mpse um die Meisterschasten. Vorentscheidungen im Fußball. Der vorletzte Spieltag in den vier Gaugruppen zur Deutschen Meisterschaft wird nicht nur acht große Spiele, sondern vielleicht auch schon die ersten Gruppensieger bringen. 3n der Gaugruppe IV kann Fortuna Düsseldorf endgültiger Inhaber des ersten Platzes werden, wenn sie in Kassel dem 1. FC. Hanau 93 beide Punkte abnimmt. In Bonn stehen sich der Kölner CfR. und SV. Waldhof gegenüber. Der Ausgang dieses Spieles ist nur noch im Falle eines Punktverlustes der Düsseldorfer von Bedeutung. In der G a u g r u p p e III hat der 1. FC. Nürnberg die Chance, Endsieger zu werden. Dazu müßte er allerdings bei den Stuttgarter Kickers gewinnen oder unentschieden spielen und Wormatia Worms in Jena gegen den dortigen 1. SV. unentschieden kämpfen bzw. verlieren. In der Gaugruppe II dürfte Vorwärts Rasensport Gleiwitz die Anwartschaft auf den Gruppensieg zuhause gegen den Tobd. Eimsbüttel bewahren können. Werder Bremen müßte bei Viktoria Stolp knapp gewinnen. In der Gruppe I wird dagegen kaum eine Aenderung der Lage eintreten, da kaum anzunehmen ist, daß Schalke 04 in Berlin gegen den BSV. 92 und Polizei Chemnitz in Allenstein gegen die Soldatenmannschaft Hindenburg Punkte einbüßen. 3m Handball. Die an den Gruppenspielen zur Deutschen Meisterschaft beteiligten Handball-Mannschaften absolvieren am Sonntag die ersten Spiele der Rückrunde. In der Gruppe IV ist man darauf gespannt, wie der Kampf in Darmstadt zwischen dem deutschen Exmeister MSV. Darmstadt und dem voraussichtlichen Gruppensieger Rasensport Mülheim enden wird. Der SV. Waldhof trifft nun zuhause auf Kurhessen Kassel, das von dem badischen Meister erst am vergangenen Sonntag so hoch geschlagen wurde. In der Gruppe III dürfte Hindenburg Minden auch beim To. Obermendig ohne Punkt- verlust bleiben. In Altenstadt stehen sich To. Altenstadt und die Spogg. Fürth gegenüber. Die Spiele der beiden übrigen Gruppen heißen: Gruppe II: To. Oberalster Hamburg — KTV. Stettin in Hamburg, MSV. Magdeburg — Post Hannover in Magdeburg; Gruppe I Post Oppeln gegen Berliner SV. 92 in Oppeln, MTSA. Leipzig gegen Hindenburg Bischossburg in Leipzig. Deutscher Turnersieg über Italien. Kunsliurn-Länderkampf Italien—Deutschland in Mailand 336,325 :340,500 Punkte. Trotz der zahlreichen Siegesfeiern in ganz Italien hatten sich zu den restlichen vier Hebungen im Teatro Lirico in Mailand zahlreiche Zuschauer zum Ki 9 ,1936 w K Zu den Olympischen Spielen in Berlin gibt die Reichspost eine Reihe von Sonderwertzeichen heraus, die vom 9. Mai ab verkauft werden. Die Marken, die , Entwürfe des Münchener Künstlers Max Eschle sind, zeigen die verschiedensten Sportdarstellungen. Die Werte sind in den Farben der üblichen Briefmarken gehalten, haben jedoch Zuschläge, die den Olympischen Spielen zufließen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Hamstern Sie „Sonne"! Sonne ist Kraft und Energie. Sie können gar nicht genügend davon in sich aufnehmen! Aber Vorsicht vor Sonnenbrand! Nivea erlaubt Ihnen, in Sonne zu schwelgen, wenn Sie sich vorher immer gründlich und nach Bedarf wiederholt damit einreiben. CM MMMSAlWßeiWk Roman von Marlise Kölling. Hrheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Daß sie sich aber auch noch gar keine Gedanken über die Einzelheiten der Zukunft gemacht hatte! Doch dazu war schließlich alles viel zu schnell vor sich gegangen — die Tage waren ihr wie im Wirbel dahingeschwunden: Die Auseinandersetzung mit der Mutter, die es nicht begreifen konnte, wie man diesen Wahnsinn begehen und sich aufs Land vergraben konnte. Die Hnterredung mit dem Personalchef und ihre Bitte um Entlassung — heute, wo sofort andere zur Stelle waren, wenn jemand seinen Arbeitsplatz aufgab. „Warum kündigst du denn so voreilig", hatte Mutter gejammert, „sieh dir die Geschichte doch erst mal an, vielleicht findest du selbst, daß es unmöglich ist, dann bist du die schöne Stellung los." ' Schöne Stellung — auf einmal zitterte Mutter um diese Stellung, von der sie sonst nicht wegwerfend genug sprechen konnte. Aber sie hatte doch gekündigt — sie wollte alle Brücken hinter sich abgebrochen haben. Vielleicht würde das neue Leben schwer sein. Aber ob schwer, ob leicht, es war wirkliches Leben, wie sie es brauchte. In der großen Stadt ging sie auf die Dauer zugrunde, das fühlte sie mit jedem Tag mehr. „Auf die Zukunft, Benedikte!" Hans-Hermann riß sie aus ihrem Sinnen, er hob das Glas mit dem funkelnden Wein. „Auf unsere Zukunft, Benedikte!" Sie stieß mit ihm an, aber sie wich seinem werbenden Blick aus, obwohl sie fühlte, wie Traurigkeit sein hübsches, etwas weiches Gesicht überschattete. Eine Ahnung kam ihr, daß das zukünftige Leben vielleicht noch in einem ganz anderen Sinne schwierig werden würde --- Plötzlich fuhr sie zusammen. Eine größere Gesellschaft kam mit Lachen und lebendiger Fröhlichkeit in das Lokal, ein paar sehr gutgekleidete Herren in offenen Automänteln, die Brillen über die Stirn geschoben. Sie sprachen eine Sprache, die Benedikte als skandinavisch empfand, vielleicht schwedisch. Der eine der beiden Herren schien hier im Lokal sehr bekannt zu sein, denn der Geschäftsführer eilte mit großer Beflissenheit auf ihn zu. „Guten Tag, Herr Brendel", sagte der große blonde Herr mit etwas fremdartigem Deutsch, „wie geht es denn? Ja, nun sind wir auch wieder mal da, wollen den Sommer auf unserer „Burg" verbringen. Ach, Steffens, kommen Sie doch mal her." Der Betreffende näherte sich und wurde in aller Form dem Geschäftsführer vorgestellt: „Das ist mein Freund Steffens, ein Verehrer guten Rotspons, Herr Brendel, also legen Sie einmal Ehre ein. Wollen wir diesen Tisch nehmen, Ena?" wandte er sich jetzt an eine sehr elegante schlanke Frau mit leidenschaftlichem, dunklem Gesicht, in dem die vollen Lippen sehr rot standen. Bitte, Peggy, hier—" Ein zierliches rothaariges Geschöpfchen mit funkelnden braunen Augen war hinter der großen Dunklen aufgetaucht. Die Gesellschaft nahm lachend und plaudernd an einem runden Tisch in der Ecke des Speiseraumes Platz. Benedikte rückte hastig so, daß der Kleiderständer sie verbarg. „Was hast du denn, stört dich die Sonne?" fragte Hans-Hermann, willst du den Platz mit mir tauschen?" „Nein, nein, danke, ist schon gut", erwiderte Benedikte unterdrückt. Wie gerne hätte sie den Platz des Vetters genommen, aber sie wagte sich nicht zu rühren. Sie hatte den einen der Herren erkannt. Das war jener unverschämte Mensch aus Berlin. Hoffentlich hatte er sie nicht erkannt. Jetzt wandte der Herr sich um und rief den Kellner. Dabei streifte fein Bl'ck gleichgültig über Benedikte. Er stutzte, etwas wie ein Erkennen schien in seinen Augen aufzublitzen, aber gleich darauf machte er wieder ein völlig unbeteiligtes Gesicht. „Hat er mich nun erkannt oder nicht?" dachte Benedikte bei sich. Aber dann stieg Aerger in ihr hoch über ihre eigene Aengstlichkeit. Mochte dieser unverschämte Mensch tun und lassen, was er wollte, schließlich würde er ja nicht immer ihren Weg kreuzen. Hnd wenn — dann war sie ja bestimmt imstande, sich seiner zu erwehren. — Als sie mit Hans-Hermann das Hotel verließ, schaute der Fremde nicht auf. Hnd doch hatte sie es ganz sicher im Gefühl, er beschäftigte sich in Gedanken mit ihr. Ob er am Ende auf dem Dampfer sein würde? Der große blonde Herr schien ja hier in der Gegend daheim, der andere dagegen fremd zu sein. Vielleicht hielt er sich nur besuchsweise hier auf. Und wirklich, ihre Bestürzung erwies sich als grundlos. Denn als sie mit Hans-Hermann den kleinen Dampfer bestieg, der die Verbindung zwischen dem Festland und der Insel herstellte, war niemand von der Gesellschaft aus dem „Goldenen Löwen" zu sehen. Bald hatte sie alles vergessen vor der unendlichen Schönheit der Fahrt. Mit Hans-Hermann zusam- men saß sie vorn am Bug des kleinen Dampfers. Es waren wenig Fahrgäste an Bord. Die Jahreszeit war für die Binnenländer noch nicht verlockend, und Fremde kamen um diese Vorfrüh- lingszeit noch nicht auf die Insel. In der zweiten Kajüte saßen noch einige Inselbewohner, sonst aber war der Dampfer fast leer. Warm eingehüllt in ihren Mantel, eine weiche Mütze tief über das blonde Haar gezogen, saß Benedikte und schaute mit glückseligen Augen hinaus in die blauen Fluten und das Schäumen des Boddens. Soweit das Auge reichte, nur Blau und Gold und Himmel. Dazu ein herrlicher Wind, der alle Stadtmüdigkeit aus den Gliedern herausblies. Benediktes blasses Gesicht zeigte eine sanfte Röte, als pulste das Blut schneller durch den Körper. Eine Strähne des lockeren Haares hatte sich unter dem Mützchen heroorgestohlen und leuchtete in goldenem Wehen. Hans-Hermann sah Benedikte an. Wie schön sie war mit dem erhobenen Kopf, den leicht geöffneten Lippen, bre die Klarheit und Herbe der Luft in sich hineinzutrinken schienen. Wie schön sie war — und wie er sie lieb hatte! Er drückte ihre Hand und sie, glücklich, selbstvergessen, erwiderte den Druck. „Ach, ich bin froh", sagte sie plötzlich aus tieffter Seele, „mir ist, als wäre die große Stadt schon nicht mehr wahr, Hans-Hermann, ein schlimmer Traum, als käme jetzt etwas ganz Wundervolles und ganz Neues für mich." „Für uns, Sena", sagte Hans-Hermann leise. Aber der Wind nahm die Worte und verwehte sie in den leuchtenden Vorfrühlingstag, verwehte sie in das Knattern und Rauschen einer großen schmucken Motorjacht, die jetzt an ihnen vörüber- glitt. Das dunkle Mahagoniholz des schnittigen Boots leuchtete in der letzten Abendsonne glühend rot auf. Die Wellen schäumten, ein glänzender Lichtstreifen floß hinter der Jacht her. Hans-Hermann war aufgesprungen. Bei seiner Leidenschaft für jeden Sport begeisterte ihn der Bau und die Schnelligkeit dieser Rennjacht. „Hast du gesehen, Bena? Prachtvoll! Wer doch auch so etwas besitzen könnte!" Benedikte schüttelte den Kopf: „Hermännle, Hermännle, nicht immer so hoch hinaus mit den Wünschen. Wenn wir nur einen richtigen gemütlichen Schifferkahn haben und nach Feierabend einmal schön hinausrudern können, will ich schon ganz zufrieden sein." Unruhe stand in Hans-Hermanns Gesicht: „Zufriedenheit — immer Zufriedenheit — ich hasse dies genügsame Sich-selbst-bescheiden! Damit kommt man im Leben nicht weiter." Benedikte stellte sich neben ihn. Sie hatte die Hand über die Augen gelegt und spähte hinaus in öie Ferne, dorthin, wo sich an der Kimmung wie eine zarte blaue Linie die Insel abzeichnete. „Braucht man viel weiter zu kommen, als zur Heimat", fragte sie halb für sich. „Braucht man mehr als ein Stückchen Erde--?" „Du bist sehr anspruchslos, Benedikte", antwortete der Vetter etwas trotzig. Benedikte schaute ihn ruhig an: „Oder anspruchsvoll, Hans-Hermann. Denn ich wünsch' mir das Kostbarste: Irgendwo in der deutschen Heimat wirklich daheim sein zu dürfen--!" Hans-Hermann schwieg. Das unruhig-traurige Gefühl in ihm verstärkte sich. Was alles hatte er von diesen Wochen mit Benedikte erhofft! Nun war es ihm, als gäbe es bei ihnen gänzlich verschiedene Schwingungen, als verständen sie sich plötzlich nicht mehr so gut wie früher. Aber das bildete er sich vielleicht auch nur ein. Vermutlich war er nerpäo. Es war ja auch keine Kleinigkeit, sich für-vcke unabsehbare Zeit auf ein ganz anderes Sieben umzustellen. Es dünkte ihn schon so unepMich lange her, feit er hatte Landwirt werden women. Damals war er doch Volontär auf dem Guue feiner Freunde Kerssows gewesen, aus der R^fhe der anderen Volontäre und Angestellten hercmsgehoben durch seins Freundschaft mit Diether Kerssow. War da die Arbeit beendet gewesen, bann' hatte man doch dio Möglichkeit gehabt, sich wieder in feinem Kreise zu bewegen. ; (Fortsetzung folgt.) Das Reit- und Fahrturmer aufderZ.HeichSnährstands-Ausstellung Wie in den Vorjahren, so wird auch in diesem Jahre während der 3. Reichsnährstands-Ausstellung, die vom 17 bis 24. Mai in Frankfurt a. M. stattfindet, ein Reit- und Fahrturnier veranstaltet werden. Die Prüfungen sind auf Grund der Erfahrungen des vorjährigen Turniers in ihren Anforderungen erhöht worden. Neben einer Materialprüfung sind drei Eignungsprüfungen vorgesehen, eine Klasse L mit drei Unterabteilungen, unterschieden nach Alter und Schwere, eine weitere Eignungsprüfung der Klasse M für 5- bis 8jährige nachgewiesen inländische Pferde, sowie zwei Abteilungen einer Eignungsprüfung für Jagdpferde mit Mindestanforderungen. Drei Dressurprüfungen wenden sich an die Pferde der Klassen L, M und S. — Die Zahl der Springen erstreckt sich auf fünf Preisbewerbungen Zwei Springen der Klasse M, die um den Preis der Züchterverbände ausgetragen werden, wenden sich besonders an die in den einzelnen Zuchtgebieten geborenen Pferde. Ein weiteres Springen der Klaffe M, das ebenfalls die Zuchtgebiete in den Vordergrund treten läßt, ist ein Mannschaftswettbewerb um den Wanderehrenpreis des Reichsverbandes für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts. Von besonderer Bedeutung wird ein Jagdspringen der Klasse Sa werden, das mit 5000 Mark Geldpreisen ausgestattet ist und als „Preis des Reichsnährstandes" ausgeschrieben wurde. Weiterhin findet ein Jagdspringen der Klasse Sb und ein Sc-Barrierenspringen statt. Neben diesen Wettbewerben sind noch in besonderem Maße Leistungsprüfungen für unsere Gebrauchspferde vorgesehen. An einem Tage müssen hierbei 60 Kilometer zurückgelegt werden, und zwar die ersten 25 Kilometer im Trab mit beliebigen Schrittstrecken unter festgesetzten Mindest- und Höchstzeiten. Dann folgen 5 Kilometer Schritt, eine zweistündige Pause, wiederum 25 Kilometer Trab und abschließend 5 Kilometer Schritt. Diese Dauerleistungsprüfung ist vorgesehen für Viererzüge bei beliebiger Anspannung, mit 6 Personen belastet, des weiteren für Wirtschaftsgespanne. Hier wird eine Belastung von 50 Zentnern gefordert. Pferde, die sich an dieser großen Dauerzugleistungsprüfung beteiligen, haben weiter Gelegenheit, in einer „Eignungsprüfung für Wirtschaftsgespanne" und in einer Fahrerprüfung zu starten Für die Kaltblüter sind in gleicher Weise Wettbewerbe vorgesehen, darunter ebenfalls eine große Dauerzugleistungsprüfung über 60 Kilometer. Für alle Prüfungen ist der Nennungsschluß der 28. April 1936 beim Reichsverband für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts, Berlin W 62, Kurfürstenstraße 114. Sportverein 1928 Garbenteich. VfB. Krofdorf I — Garbenteich I 0:4 (0:1). Mit diesem Sieg hat sich nun auch der Meister der Gruppe I die Kreismeisterschaft erkämpft. Die erste Elf des Sportvereins ist somit mit 6:0 Punkten und einem Torverhältnis von 12:2 von seinem Gegner Daubringen mit 1:3 Punkten und Krofdorf 1'5 Punkten nicht mehr einzuholen. Am Sonntag trägt Garbenteich sein letztes Spiel in Garbenteich gegen Daubringen aus. Im Spiel gegen Krofdorf war Garbenteich von Anfang an seinem Gegner in technischer Hinsicht etwas voraus. Das Krofdorfer Tor geriet mehr- Frühstück im Löwenkäfig. Der gegenwärtig in Gießen auf Gastspiel wei- lendeZ i r k u sA l t h o f f hatte auf gestern vormittag einige Einladungen zu einem Frühstück im Löwenkäfig ergehen lassen. Unser Mitarbeiter in der Bildberichterstattung Photographenmeister Philipp Pf aff (Photo-Pfaff) nahm an dieser nicht alltäglichen Angelegenheit teil. Unser Bild zeigt Herrn Pfaff bei dem Frühstücksbesuch im Löwenkäfig inmitten zweier Löwen, die selbstverständlich von ihrem auf dem Bilde nicht sichtbaren Dompteur beaufsichtigt werden. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) - v mals in Gefahr. Jedoch zu Erfolgen reichte es zunächst nicht. Erst in der 30. Minute konnte Garbenteich durch einen Eckball in Führung gehen. Mit diesem Ergebnis wurden auch die Seiten gewechselt. Nach Wiederbeginn war die Mannschaft des Sportvereins erfolgreicher. Im Ergebnis kommt die spielerische Ueberlegenheit der Gäste klar zum Ausdruck. Krofdorf verlor allerdings kurz vor Schluß seinen Mittelläufer durch Herausstellung. Bei Garbenteichs Mannschaft klappte es in allen Mannschaftsteilen sehr gut. Tagung der Kreisschwimmwarte in Gießen. Alle schwimmsportlichen Amtsträger des Gaues XII halten am kommenden Sonntag in Gießen eine Tagung ab, in der über die in Angriff zu nehmende Sommerarbeit im Gau beraten werden wird. Der Vormittag dient der Ausrichtung der Kreisschwimmwarte. In verschiedenen Referaten werden deren Aufgaben kurz umrissen und auch das Kampfrichterwesen behandelt werden. Besonderer Wert wird auf die Werbung für den Schwimmsport und auf die Ausgestaltung der volkstümlichen Schwimmfeste gelegt werden. Der Nachmittag ist der praktischen Arbeit vorbehalten, bei der der „Moderne Schwimmunterricht" im Vordergrund stehen wird. Leichtathletische Prüfungen für das Reichssportabzeichen. Am kommenden Samstag nachmittag (ab 16 Uhr) und Sonntagvormittag (ab 10 Uhr) finden auf dem 1900-Sportplatz Prüfungen für das Reichssportabzeichen in der Leichtathletik statt. Bewerber melden sich jeweils eine Viertelstunde vor Beginn bei Kreisfachamtsleiter Gg. R i ch t b e r g auf dem Sportplatz. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr 16 bis 17 Uhr Tomslagnach mittag geschlossen preusien. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 4. Mal. Das Eisen bahn- schwellen-Hauen, mit dem seit einer Reihe von Wochen im hiesigen Staatswald Schwellenhauer aus dem Spessart beschäftigt waren, ist nun vorerst beendet. Etwa 3000 Schwellen aus Buchenholz, von denen jede eine Länge von 2,60 oder 2,50 Meter aufweist, wurden hergestellt. Das Schwellenhauerhandwerk, das in unserer Gegend wenig heimisch ist, erfordert viel Kraft und Geschick, gilt es doch vom frühen Morgen bis späten Abend die acht Pfund wiegende Axt zu handhaben und mit einer schweren Säge Stämme der Länge nach aufzuschneiden. Aus dem Walde kommen die Schwellen zum Imprägnieren, wodurch die Dauer der Haltbarkeit bei Buchenschwellen auf 25 und bei Eichenschwellen auf 35 Jahre gewährleistet wird * Rodheim (Bieber), 5. Mai. Am heutigen „Sonntagdes Wanderns" unternahmen die Gefolgschaftsmitglieder der Firma Joh. Balth. Noll, Gießen, Filiale Rodheim a. d. Bieber einen Ausflug nach dem Dünsberg, wo man längere Zeit rastete. Vorn Aussichtsturm aus konnte man so recht einen Blick über unser schönes Heimatland genießen. Der Rückweg führte über die Rehmühle, wo man bei Gesang und Unterhaltung längere Zeit verweilte. Der Betriebsführer der Firma, Dr. Adolf Noll, der sich auch an dieser Wanderung beteiligte, erklärte seine Gefolgschaftsmitglieder als feine Gäste. Am Abend erfolgte der gemeinsame Rückmarsch nach Rodheim. Der Ausflug wird allen Gefolgschaftsmitgliedern in angenehmer Erinnerung bleiben. (D Lützellinden, 5. Mai. Die hiesige Pfarr- stelle, die seit dem Tode unseres Pfarrers Koch verwaist war, wurde dem Kandidaten der Theologie Johannes Brückmann aus Atzbach übertragen. — Mit der Führung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr und der Pflicht- feuerwehr wurde der seitherige Stellvertreter des Wehrführers W. Jung, der Zimmermann Karl Drommershausen, beauftragt. Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung. Ein Kind lief zur Nachbarin — und stürzte in kochendes Wasser. Lpd. Hanau, 6. Mai. In dem Dorfe Sei« d e n r o t h bei Steinau hatte sich an einem Tag im Februar die fünf Jahre alte Marianne B ö r - n e 5 in die Küche der Nachbarsleute Lang begeben. Dort spielte das Kind in der Nähe eines großen Topfes mit kochendem Wasser und stürzte plötzlich in bas Gefäß. Dabei zog sich das Mädchen so schwere Brandwunden zu, daß es nach fünf Tagen starb. Das Schöffengericht in Hanau verurteilte nunmehr Frau Lang wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Monaten Gefängnis. Sie hätte, so wurde in der Urteils- begründung ausgeführt, mit der Aufnahme des Kindes in die Küche auch die Verpflichtung der Ueberwachung übernommen. Schöffengericht Gießen. Wegen Kindesmißhandlung wurde der Karl D e n i s ch aus Hitzkirchen zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte schlug das von seiner Frau in die Ehe gebrachte Kind derart, daß der Körper sowohl Würgemale als auch Flecken in allen Farben aufwies. Als Ursache gab der Angeklagte an, das Kind habe öfters geschrien. Der Th. R. aus Gießen wurde wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu einer Gefängnis- strafe von drei Monaten verurteilt. Der Angeklagte, der hier beschäftigt ist, schrieb einen Brief an einen Kunden seines Arbeitgebers, in dem er um die Auszahlung seines für geleistete Arbeit entfallenden Lohnanteils bat. Den Brief sowie eine Quittung unterschrieb er mit dem Namen seines Arbeitgebers. Außerdem gab der Angeklagte beim Arbeitsamt seinen Nebenverdienst nicht richtig an. Unter Berücksichtigung der Vorstrafen des Angeklagten erkannte das Gericht auf drei Monate Gefängnis. Wegen Beleidigung der Beamten des Amtsgerichts in Ulrichstein wurde der W. I. aus Ulrichstein zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Rmidfunkproaramm. Freitag, 8. Illai. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.15: Frühling in Berg und Tal. Eine Hörfolge- 10: Schulfunk. 10.45: Nachrichten. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Bauernfunk. Achtung! Kartoffelkäfer! 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagsmusik, „Wenn's Mai- lüfterl in Frankfurt weht ...!" 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagsmusik. 14: Nachrichten. 14.10: Frohsinn heißt die Parole! 15: Wirtschaftsbericht. Industrien um Aschaffenburg. 15.30: Aus der Werkstatt deutscher Gegenwartsdichtung: Josef Martin Bauer. Eine Würdigung.' 15.45: Ein Buchbinder erzählt von seiner Arbeit. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Mai kühl und naß ... Plauderei um eine alte Bauernregel. 17.45: „Ziele und Aufgaben des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen." (Ein Vortrag zum Deutschen Juristentag 1936.) 18: Unterhaltungskonzert. 19: Ria Ginster singt. 19.45: Der Zeitpunkt bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Leipziger Kaleidoskop. Buntes musikalisches Farbenspiel. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Worüber man in Amerika spricht. Vortrag von Kurt G. Sell. 22.30: Sportschau der Woche. 22.45: Abendkonzert des Rundfunkorchesters. mit dem Raben! Das altbekannte Bohndrwöcbt erster Klasse mit dem großen Loba- Raben auf der Dose. Es ist eine Ware die man nimmt, wenn zum Bohnern „das Beste" gesucht wird. Etwas das sich ganz leicht und sparsam, dünn aufträgt und sich ohne Anstrengung glänzen läßt. Gibt freundlichen, dauerhaften, naß wischbaren Hochglanz. Ware and Preis! Dam.-Seiden-Hemdchen,Inter- a nn lock od. Nadelstreif., Gr.42-46 ■ -UU Dazu den passend. Schlüpfer a nn Größe 42-46 .......... LUU Dam.-Charmeuse-Unterkleider mitTräger oder Achselfoi m, außer d. hellen Farben auch schwarz,marine.grau,braun usw- 3.30 2.95 2.60 2.25 1.75 Dam.-Seid.-Strümpfe,bes.fein- a nn masch.u.dehnb.,Reklamepr. I-UU Dam.-Selden-Strümpfe, etwas a nr besond in Feinheit u. 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Bei Ueberfchreiten der Zahlungstermine müssen die Beitreibungskosten berechnet werden. 2925A Vom 15.2Uai 1936 ab wird die Strom- und Gas- 3/15 W 1 Lastwag.-Ein- achoanbänger u. 6 25-Brennab.- (^rsaüteile sofort bill. zu verk. 02081 Baehr, Frankfurter Straße 43 geg.Universität Halle Vorschlußrundenspiel um die deutsche Hochschul- 2935d meisterschaft im Handball Freitag, 8. Mal, 15 Uhr, auf dem Universitätsspottplatz kosten noch nicht entrichtet haben. (Ließen, den 4. Mai 1936. Direktion der Städtischen Betriebe. lieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für März V ' ''J* Lichtspielhaus Gießen| Ab heute Donnerstag Erst-Auftührung | des gewaltigsten deutschen Kriegsfilms I Noch niemals veröffentlichte Original-Aufnahmen aus den Reichs-Ai chiven Deutschlands, Englands ■ und Frankreichs werden hier erstmalig dem I Publikum gezeigt. 29i?a Brillen in preiswerter und moderner Ausführung bei Zum Muttertag Ichöne praktifche Gefchenke I Einfaches Haus mit Hinterhaus u. 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