Nr. 83 Erstes Blatt Dienstag, 7. April 1936 186. Jahrgang Eichener Anzeiger , General-Anzeiger für Oberhessen /er* * U ®Ä:Ä Ma < A Ka M o a aa HZ aa a A4 A« Heimat im Bild - Die Scholle W V fl / jfl WH JW Grundpreise für mm höhe Monatr-Vezugrpretr: ■ ■ «R ■ W^k B / ■ ■ ■ M WWW W T WWW ST W für Anzeigen mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 ■■ II |ll< H W W< W /III HK H ■ H Bf B Breite 7 Rps., für Text- Ohne Illustrierte WF W W Wk W B| W W Wk W JEH W W W W W anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr . „ -.25 W @ W W ÄL6 KLj HL M W* W W& W 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen Bi W H vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. ?n7Olgen3^«mUB LF tf Nr -rmffff.gl- Grundp-.l,.- HM . General-Anzeiger fiir Sberhessen WW Cm«k. * m । iifion . __ behördliche Anzeigen 6Rpf. stanitMtt am Main liess Prüft und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Sftriftleitung und Seschäfirftelle: Schulftrahe 7 M-ngenabschlüff-Staffel 8 Um den Tana-See. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, Anfang Apnl. Ein Jahr nach dem Aufmarsch in Ostafrika, genau ein halbes Jahr nach dem Beginn der militärischen Operationen, überraschend schnell für Politiker wie für Strategen, stößt Marschall Bado- g l > o ins Herz Abessiniens und der Duce — in das Wespennest des T a n a s e e g e b i e t e s. Gilt das dem Negus oder England? Um die italienischen Erläuterungen oorwegzu- nehmen: Es handelt sich durchaus nicht um einen politischen Vorstoß, sondern um ein normales, im Zuge der militärischen Entwicklung liegendes Manöver. Das schließt freilich nicht aus, daß es ein recht politisches Gesicht annehmen kann, wenn England etwa anderer Meinung sein sollte. Militärisch kann der Krieg als e n t s ch i e - d e n gelten. Der Negus, mehr einer uralten Ueber- lieferung gehorchend, als von strategischen Erwägungen geleitet, geschweige denn von der Hoffnung,'das Kriegsglück durch eigenes Eingreifen noch wenden zu können, hat die Entscheidungsschlacht a.n geboten, gelenkt und verloren. Trotz Einsatzes der Garde, der besten, europäisch geschulten Kampftruppen, wurde er genau so geschlagen wie seine Unterführer, denen man mangelnde Ausrüstung und Erfahrung, Mangel an Mut und Geschicklichkeit vorgeworfen hat. Die nun schon den Kindern geläufige Wahrheit, daß kein persönliches Heldentum den Bombengeschwadern gewachsen ist, wurde noch einmal und bis zum Ueberdruß bestätigt: das Schlachtfeld blieb gerade so einseitig mit dunkelhäutigen Leichen bedeckt, wie man es aus jenen Zeiten her weiß, wo die europäischen Feuerwaffen die anstürmenden Neger oder Indianer niedermähten. Zwar bullerten die leichten Flakgeschütze, aber sie ritzten den mächtigen Capro- nis kaum die Haut. Auch der Sohn Mussolinis hatte ein paar Treffer zu verzeichnen, kümmerte sich ober nicht darum und machte nicht eher Schluß, als bis er die letzte Patrone aus seinem Maschinengewehr hinausgejagt hatte. Dazu kamen in den letzten Tagen die Gasangriffe, und die Abessinier besaßen nicht einmal das, was man heute in Europa schon in den Warenhäusern kaufen kann: Gasmasken. An der S o m a l i f r o n t wurde W e h i b Pascha buch- stäblich ausgeräuchert, als er sich in das Aussätzigenhaus geflüchtet hatte; bis auf 50 Meter gingen die Flieger herunter und legten Mensch und Tier um wie Kegel. Das ist kein Krieg mehr, das ist einseitige Vernichtung. Nach der militärischen Lehre jedoch kürzt das rasche, unerbittliche Zu- oreifen den Krieg ab und verringert damit seine Opfer. Man muß sich in der Tat nur an die vorjährigen Prophezeiungen erinnern, die einen Krieg von unabsehbarer Dauer ankündigten, bei dem sich eher noch Italien verbluten werde als Abessinien, einen Kleinkrieg, der die italienischen Truppen durch Wassermangel und Seuchen, Regenfluten und Ungeziefer, tropische Hitze und Nachschubschwierigkeiten dezimieren werde. Nichts von alledem ist eingetroffen, mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks folgt Etappe auf Etappe, Sieg auf Sieg. Auch die nun einsetzende kleine Regenzeit wird nichts ändern und vor Beginn der großen kann der Negus schon kapituliert haben — es sei denn, England greife nun angesichts der bedrohlichen Entwicklung am Tanasee zum Schutze seiner Interessen ein. Auf den Völkerbund wird man ja in Addis Abeba kaum mehr zählen. Aus verschiedenen Anzeichen läßt sich schließen, daß Italien ein englisches Aufhorchen nicht einmal ungern sehen würde, sofern es nicht wie seinerzeit vor Faschoda von einem unzweideutigen Stop! begleitet sein sollte. Offenbar hofft man in Rom, den größeren Gegner durch den Tanasee an den Verhandlungstischbringen zu können, um ihm klarzumachen, daß Italien gar nicht sein Gegner, nicht einmal ein Gegenspieler sein will, sondern rm Gegenteil ein bequemerer Nachbar als Abessinien. Es werde die englischen Interessen, die sich auf das Quellgebiet des Blauen Nils stützen, nicht nur sorgsam schonen, sondern unterstützen. Schon ifn Jahre 1925, also zu einer Zeit, wo Abessinien bereits dem Völkerbund angehörte, habe ja die britisch-italienische „Zusammenarbeit" hmstcht- lich der Interessen und Interessensphären beider Länder eingesetzt und zu einem Protokoll geführt, das den englischen Einfluß auf die Wasserhoheit über das Tanaseegebiet beschränkte, dem italienischen aber ganz Westabessinien unterstellte. England müsse jetzt nur der Wirklichkeit ins Auge schauen, dann werde es merken, daß sich eine endgültige italienische Besetzung des Tanaseegebietes durchaus mit den realen Belangen Englands vertrage. Allerdings müsse bei einer solchen Realpolitik alles a u s s ch e i d e n was ungerecht sei, wie die S a n k t l o n.ein und die Flottendemonstration im Mittel- ^Sollte jedoch trotz der italienischen Siege und trotz der Verfügbarkeit der italienischen Heeresmacht in- Europa das System der Sanktionen fortdauern, so wäre das nicht nur gleichbedeutend mit einem Abkommen von dem genannten Protokoll, sondern auch mit einem Grundirrtum der englischen Politik die immer auf die italienische Mitarbeit gerechnet habe. Im Gebiet des Tanasees, das unwiderruflich von italienischen Truppen beherrscht bleibe, sei kein Platz für den fanktionistischen VolkerbunD. Kann man deutlicher sein? Und wer diese römische Auffassung laut werden läßt, das ist nicht etwa irgendein politisierender Abgeordneter, sondern oer Senator Robert Forges D a v a n z a t i, der politische Sprecher im amtlichen Rundfunk. Das heißt wir ständen in den europäischen Fragen auf eurer England wünscht ein kollektives Sicherheitssystem im Rahmen des Völkerbundes. Eden zieht die schrittweise Durchführung eines bescheidenen Programms dem Fehlschlag einer weitgespannten Konferenz vor. Die Angriffe der Opposition. London, 6. April. (DNB.) Die englische Regierung benutzte die Unterhaussitzung am Montag, um ihre in der vorigen Woche erlittene Abstimmungsniederlage bei dem Antrag der arbeiterparteilichen Opposition auf gleich hohe Bezahlung für Männer und Frauen im Staatsdienst wieder wettzumachen. Der Führer der arbeiterparteilichen Opposition Attlee erklärte, die Frage des Augenblicks laute, ob die Regierung Vertrauen zu sich selbst habe und ob sich die Regierungsmitglieder untereinander trauten. Lord Eustace Percy sei zurückgetreten, Ramsay Macdonald sei von der Rednerliste der Regierung zurückgezogen worden, die Außenpolitik sei seit den Enthüllungen über den Hoare-Laval-Plan höchst unklar geworden. Hitlers Vorgehen sei das Ergebnis des Versagens der Genfer Einrichtung. Der Locarno-Vertrag sei eine viel zu enge Grundlage. Die Arbeiterpartei wünsche, daß England den gesamten Völkerbund zur Auf- rechterhaltund DOrt Recht und Ordnung aufbiete, wobei man sich nicht nur aus Westeuropa beschränken dürfe, sondern auch die Verhältnisse in Osteuropa und Südeuropa berücksichtigen müsse. Der sichere Schild des Friedens sei der Völkerbund und nicht eine Bündnispolitik In der heutigen Zeit sei es für England und die Welt gefährlich, wenn eine britische Regierung eine Politik des Treibenlassens verfolge. Der Konservative Winston Churchill richtete schärfte Angriffe gegen die Regierung wegen ihrer Abessmienpolitik. Es gebe Persönlichkeiten, die bezweifelten, ob die Abessinier ihren Widerstand noch bis zur Regenzeit verlängern könnten. Der A n - greiser werde dann triumphieren und mit Vorteilen belohnt werden, die weit über die Hoare-Laval-Dorschläge hinausgingen. Es werde sich dann Herausstellen, daß die 50 Nationen des Völkerbundes den Abessiniern auch nicht den gering st en Nutzen gebracht hätten. Auf der anderen Seite habe sich England Vie Feindschaft Italiens im Mittelmeer zugezogen. Nur durch eine Verstärkung seiner Hilfsquellen werde es England jetzt noch möglich sein, die Unabhängigkeit Aegyptens aufrechtzuerhalten und den Weg nach Indien offenzuhalten. Churchills Angriffe steigerten sich noch, als er sich im besonderen mit Deutschland und dem Nationalsozialismus befaßte. Mit offensichtlichem Bedauern erwähnte er, daß durch die Wiederbesetzung der Rheinlande das nationalsozialistische Regime und sein Ruf erneut gewonnen hätten. Sir Austen Chamberlain drückte die Hoffnung aus, daß die Regierung heute abend ihre außenpolitische Haltung klarer als bisher zum Ausdruck bringen werde. Wegen des Charakters der d e u t s ch e n V o r s ch l ä g e sei er besorgt, insbesondere wegen der ' Bezugnahme auf die Gleichheit des Rechtszustandes. Man müsse genau wissen, was Deutschland hiermit meine. Chamberlain schloß mit d§r Mahnung an die Regierung, eine eindeutige Erklärung über die b r i - tischen Kolonien und Mandatsgebiete abzugeben. Englands Marschroute für Gens. Außenminister Eden erklärte zum Abessinienkonflikt u. entweder müsse es zu einer echten Versöhnung kommen, einer Versöhnung, die innerhalb einer gegebenen Zeit in eine Einstellung der Feindseligkeiten ausmünde, oder der Achtzehner-Ausschuß müsse sich noch einmal mit seiner Aufgabe befassen. England sei bereit, gemeinsam mit den anderen Mächten wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen zu treffen, falls die anderen sie annehmen und in dem gleichen Geist und Buchstaben wie England selbst durchführen würden. Der Außenminister kam dann auf den deutschen Friedensplan zu sprechen. Kürzlich seien Frankreich und Belgien an die britische Regierung mit der Bitte herangetreten, eine Tagung der Locarno-Mächte ohne Deutschland Anfang dieser Woche entweder in Paris oder in Brüssel abzuhalten. Er bekenne, daß die englische Regierung einige Zweifel über die Nützlichkeit einer solchen Zusammenkunft in diesem Augenblick empfunden habe. Er habe darauf hingewiesen, daß die englische Regierung nicht der Ansicht zustimmen könne, daß die Verföhnungsaktion (conciliation) z u Ende fei. Andererseits fei er der Ansicht gewesen, daß ein Gedankenaustausch vielteich wertvoll fein würde, fei es auf diplomatischem Wege oder unmittelbar durch eine gemeinsame Zusammenkunft. Da nach englischer Ansicht eine Sitzung des D r e i- zehnerausschusses über den abessinischen Konflikt dringend notwendig sei, habe England diese Gelegenheit benutzt, um Frankreich und Belgien vorzuschlagen, in dieser Zeit informelle Besprechungen unter sich abzuhalten. Beide Regierungen hätten dieser Ansicht beigepflichtet. Er stimme völlig mit der Ansicht überein, den Völkerbund zu dieser Besprechung heranzuziehen. Die Vorschläge des Reichskanzlers beträfen teils eine Gruppe von westmächlen, teils einige Staaten im Süden ober im Osten Europas. Rach englischer Ansicht sei es wesentlich, daß diese Vorschläge miteinander verbunden würden, und zwar durch den Völkerbund, damit keinerlei Verwirrung entstehe. Attlees Erklärung, daß der Locarno - Vertrag nicht umfassend genug sei, und daß die Grundlage erweitert werden müsse, bedeute eine allzu große Vereinfachung der Pflichten Englands. Wenn jemand die Vorstellung habe, daß man jetzt die Vorschläge des deutschen Kanzlers und ebenso die unmittelbaren Aufgaben, die sich für England aus der „Verletzung des Locarnovertrages" (!) ergäben, beiseite legen wolle, stattdessen einen weittragenden Plan einer allgemeinen Regelung für Europa zu verhandeln, so wolle er vor einer derartigen Vorstellung warnen. Er glaube nicht, daß es in diesem Augenblick möglich oder wünschenswert sei, allgemeine Verpflichtungen zu gegenseitigem Bei st and, die sich über ganz Europa erstreckten, zu übernehmen, um die Völkerbundssatzung zu umgehen. Unter der Völkerbundssatzung hätten alle Staaten Verpflichtungen, die England selber zu erfüllen bereit sei. Man habe zwar die Freiheit, die Völkerbundssatzung für bestimmte Umstände durch regionale Abmachungen zu v e r st ä r k e n. Er befürchte aber, daß das unmittelbar anzustrebende Ziel verloren ginge, wenn man in diesem Augenblick versuche, eine gewaltige europäische Neuregelung zu erlangen, die auf anderen Bestimmungen als denen des Völkerbundes beruhe. Die Regierung habe den Wunsch, daß Ende des Sommers alle Völker Europas Mitglieder des Völkerbundes seien. (Beifall.) Die englische Regierung wünsche, daß ein neues Sicherheilsgebäude in Westeuropa die Stelle Locarnos einnehmen möchte. Sie wünsche, daß d i e Sicherheit an anderen Stellen durch Uebereinkommen gestärkt werde, die unmittelbar vom Völkerbund überwacht würden, wenn dieses Ergebnis bis Ende des Sommers erzielt werden würde, so würde für die Sicherheit Europas so viel gewonnen sein, daß es dann möglich erscheinen würde, auf die weiteren Pläne einzugehen, die sich auf Rüstungen, wirtschaftliche Fragen und die Stärkung der Sicherheit durch die in der Völkerbundssahung selbst gebotenen Wittel bezögen. Es möge so aussehen, als ob dieses Programm bescheiden sei; aber man habe so viele Konferenzen mit großen Programmen f e h l s ch l a g e n sehen, daß er der Ansicht sei, es sei klüger, diesen unmittelbaren Beitrag zur Sicherheit Europas zu leisten, der tatsächlich geleistet werden könne. Wenn der Völkerbund von allen europäischen Ländern bestätigt werde, so müsse dies eine beruhigende Wirkung haben. Das bedeute, daß diese Staaten anerkennen, daß sie in jeder Frage, sei es in einer territorialen oder einer anderen, sie nur in Uebereinstimmung mit den Grundsätzen und durch dieMaschineriedesDöl- kerbundes handeln könnten. Er glaube, daß man einen großen Schritt vorwärts getan hätte, wenn es gelänge, das zu erreichen und dann die Verstärkung der regionalen Uebereinkommen zu sichern. (Beifall.) Trotz der Schwierigkeiten habe der Völkerbund an Stärke' gewonnen und tiefe Wurzeln geschlagen. (Beifall.) Deshalb müsse alles, was Großbritannien tue, auf der Völkerbundssatzung beruhen. Er hoffe, daß man dieses Instrument nicht leichtfertig abändern werde, bis sicher- gestellt sei, daß jedermann in Europa gewillt sei, seine Völkerbundsoerpflichtungen zu erfüllen. Großbritannien sei bereit, das zu tun. England und die Kolonialfrage. Schatzkanzler Neville Chamberlain erklärte, die Aussprache habe erneut nicht nur die Schwierigkeiten, sondern auch die Gefahren aufgezeigt, die von der Politik der kollektiven Sicherheit untrennbar seien. England dürfe nicht die ganze La st der kollektiven Sicherheit auf seine eigenen Schultern nehmen, sondern müsse sich überzeugen, daß andere nicht nur bereit, sondern auch in der Lage seien, ihre Rolle zu spielen. Der Schahkanzler kam dann auf die Kolonien zu sprechen. Er betonte, daß ein klarer Unterschied zwischen Kolonien und Mandatsge- bieten gemacht werden müsse, seines Wissens habe niemand jemals verlangt oder vvrgeschla- gen, daß das Britische Reich irgendwelche seiner Kolonien aufgeben sollte. Eine solche Forderung könnte nicht für einen Augenblick in Erwägung gezogen werden. Mandatsgebiete seien nur in einem „familiären" Sinne ein Teil des Britischen Reiches. Es sei, als die Mandatsgebiete verteilt worden feien, nicht beabsichtigt gewesen, daß jemals eine Aenderung in diesen Mandaten eisttreten solle. Es seien keine Maßnahmen getroffen worden für die Ueber- tragung eines Mandatsgebietes von der ursprünglichen Mandatsmacht an eine andere Macht. Um eine Übertragung durchzuführen, wären zumindestens die Zustimmung der Mandatsmacht, ferner die Zustimmung der Macht, der das Gebiet übertragen würde, und schließlich des Völkerbundsrates Seite wenn die Sanktionen eingestellt und-uns der Besitz Abessiniens, einschließlich des Tanaseegebietes, anerkannt würde. Wollt ihr das nicht, so bleiben wir trotzdem, wo wir sind, ohne uns für die Wahrnehmung britischer Belange am blauen Nil verbürgen zu können. Der unbeteiliate und unbefangene Zuschauer in Rom weiß nicht, was gegenwärtig größer ist, die Begeisterung über die Trikolore, die über der alten abessinischen Hauptstadt Gondar weht, oder die Entschlossenheit, mit der Mussolini dem englischen Imperium die Stirne bietet. Wird nun Eden auch vom Duce eine „Geste" verlangen? Oder findet er den Friedensplan Davanzatis annehmbarer und entgegenkommender als den deutschen? Es wird sich zeigen müssen, ob Englands Grenze bloß am Rhein oder vielleicht doch auch am Tana-See liegt. Für die französischen Zeitungen ist es freilich schon ausgemacht, daß nicht der Negus, sondern England die Partie verloren und eine Demütigung durch Italien erfahren habe, wie es seit Jahrhunderten keine mehr hinnehmen mußte. Ist es wirklich so? Es gibt gute Kenner Englands, die behaupten, das letzteWort in dieser Sache sei noch nicht gesprochen. Eingeborenentruppen verfolgen die flüchtenden Abessinier. Asmara, 7. April. (Vom Kriegsberichterstatter des DNB.) Eingeborenentruppen haben die flüchtende abessinische Nachhut im Süden von Quoram unter vernichtendes Feuer genommen. Unter der reichen Beute befindet sich auch ein ßurusfraftroagen, der der Privatwagen des Negus zu sein scheint. In die Schlacht am Aschangi haben auch die Asbo Galla-Krieger eingegriffen und verfolgen den flüchtenden Gegner. Das Luft- bombarbement der versprengten abessinischen Truppen dauert an. Ein rumänisches Geschenk für Mussolini Mailand, 7. April. (DNB. Funkspruch.) In Venedig überreichten 60 rumänische Staatsangehörige unter der Führung des rumänischen Konsuls dem Verbandssekretär der faschistischen Partei alsSymbolderAblehnung derSank- t i o n e n 60 mit Bändern in den rumänischen Landesfarben geschmückten Flaschen mit Petroleum mit der Bitte, das Geschenk Mussolini als Zeichen der Sympathie für Italien zu übermitteln. Aeichsminister Frank besucht die Tochter des Duce. Rom, 6. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Frank hat sich Montagfrüh von Ostia aus auf dem i h m zur Verfügung ge st eilten Privatwasserflugzeug des Duce nach Capri begeben. Er wird der Tochter Mussolinis und Gattin des italienischen Propagandaministers Gräfin Edda Ciano-Mussolini, einen Besuch abstatten. Als Gäste des Duce neh- men an dem Fluge ferner teil Frau Frank, die Staatssekretäre Älfieri und Ricci, der Direktor Lasch und Drektor 2Ierenbts, Dr. von Greevenitz von der Deutschen Botschaft, Mar- quesa d j Bagni und Frau Braun von Stumm. Reichsminister Frank und feine Beglei- tung werden am Dienstag mit derselben Maschine Öen Weiterflug nach Genua antreten, um an der Einweihung des dortigen deutsch-ialienischen Kulturinstituts teilzunehmen. 4 erforderlich. Kolonialminister Thomas habe klar dargelegt: „Die britische Krone hat die Aushändi- gung irgendwelcher britischer Kolonien oder Mandatsgebiete nicht e r w o a e n und erwägt sie auch nicht." Zusätzlich möchte Id) sagen, daß wir b e • stimmte Verpflichtungen gegenüber den Völkern haben, die diese Gebiete bewohnen. Wir würden nicht daran denken, diese Verpflichtungen aufzugeben oder diese Gebiete irgendeiner anderen Macht auszuhändigen, selbst um der Erzielung einer allgemeinen Friedensregelun^ willen, die wir alle wünschen, solange wir nicht überzeugt wären, daß die Interessen aller Bevölkerungsteile, die diese Gebiete bewohnen, völlig gesichert wären. Die letzten Worte Chamberlains wurden vom Haus mit Beifall ausgenommen. Mit 361 gegen 14 5 Stimmen sprach das Unterhaus der Regierung sein Vertrauen aus. Oeutfch-litauischerWirtschastsaustausch Berlin, 6. April. (DRB.) In Berlin haben Verhandlungen zwischen einer deutschen und einer litauischen Delegation über eine Normalisierung des d e u t s ch - l i t a u i s ch e n Wirtschaftsaustausches stattgefunden. Ziel dieser Berhandlungen ist ein Waren- und Verrechnungsabkommen, die veterinärpolizeiliche Behandlung litauischer Erzeugnisse bei der Ein- und Durchfuhr durch Deutschland, die Regelung des kleinen Grenzverkehrs und andere Fragen. Die Besprechungen haben zu weitgehender Uebereinstimmung geführt. Der kleine Grenzoerkehr und die Fragen des freien Einkaufs in Litauen bedürfen noch weiterer Klärung. Die Delegationen haben deshalb beschlossen, die dafür notwendigen Arbeiten zunächst durchzuführen und alsdann die Besprechungen fortzusetzen. Studium des Lustfahrtwesens und Schiffbaues ohne Reifeprüfung. Berlin, 6. April. (DNB.) Der Reichserzie- hunasminister hat ausnahmsweise genehmigt, daß Schüler, die Ostern 1936 nach Oberprima versetzt sind, zum Studium als ordentliche Studierende an den technischen Hochschulen in den Fachrichtungen Luftfahrtwesen oder Schiffsbau oder Schiffsmaschinenbau oder Schiffselektrotechnik sofort, d. h. ohne Besuch der Oberprima und also ohne Reifeprüfung zugelassen werden. Voraussetzung ist, daß das Zeugnis über die Versetzung nach Oberprima in den Lehrgebieten Mathematik und Physik, ferner in Deutsch oder Geschichte die Note „gut", in den beiden anderen der letztgenannten Fächer sowie in Chemie und Geographie mindestens die Note „genügen d" enthält. Dabei bleiben Einschränkungen dieser Prädikate außer Betracht. Bei der Zulassung zur Diplomprüfung und Promotion tritt für diese Studierenden an die Stelle des Reifezeugnisses das Zeugnis über die Versetzung nach Oberprima. Bezüglich der Einweisung in den A r b e i t s - dienst zum 1. Oktober 1936 wird das Notwendige veranlaßt werden. Da das Studium der genannten Fachrichtungen Vorpraxis ooraussetzt, wird dringend geraten, sich sogleich um eine P r a k t i - kanten st elle zu bemühen. Sofern diese noch im April angetreten wird, wird die Zeit bis zum Eintritt in den Arbeitsdienst als sechsmonatige Vorpraxis angerechnet. Ein späterer Wechsel des Studiums ist nicht zulässig. * Auf seinem Gut in St. Georgen in Steiermark wurde der österreichische Vizekanzler a. D. Karl Hartleb wegen angeblicher Betätigung für die nationalsozialistische Partei verhaftet. Hartleb war Abgeordneter des Landbundes und 1927 bis 1929 Vizekanzler im Kabinett Seipel. Bis 1934 war er Präsident der steirischen Landwirtschaftskammer. Klandins Gegenplan „zur Organisierung des Friedens in Europa". Internationale Lustsireitmacht als „Friedenspolizei des Völkerbundes". — Ein System regionaler Pakte zur Verstärkung der kollektiven Sicherheit. — Auswertung überseeischer Gebiete für europäische Ansiedler. Billigung durch den Mmsterral. Paris, 6. April. (DNB.) Der M i n i st e r r a t, der am Montagnachmittag unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik im Elysee zusammen- aetreten war, dauerte von 15 Uhr bis 19.15 Uhr. Zum Schluß wurde folgende amtliche Mitteilung herausgcgeben: Außenminister Flandin trug seinen Ministerkollegen 1. den Entwurf der französischen Denkschrift als Antwort auf den deutschen Plan vom 31. März sowie 2. den aufbauenden Aktionsplan für den Frieden vor, den die französische Regierung dem Völkerbundsrat zu unterbreiten beabsichtigt. Beide Vorschläge wurden vom Ministerrat gebilligt. Des weiteren setzte. Außenminister Flandin seinen Ministerkollegen die Bedingungen auseinander, unter denen die bevorstehende Zusammenkunft des Dreizehner-Ausschusses und die Tagung der Locarnomächte in Genf beginnen werden. Das eine der Schriftstücke, in dem die französische Regierung an der deutschen Denkschrift ausführlich Kritik übt, wird an die englische Regierung gerichtet sein, das zweite Schriftstück über die „Organisierung des Friedens in der Zukunft" an den Völkerbundsrat. In dem ersten Schriftstück ziehe, so heißt es, die französische Regierung die Schlußfolgerung, daß die deutsche Denkschrift in ihrem ersten Teil völlig verneinenden Charakter habe. Sie fordere daher von den Unterzeichnern des Locarno-Vertrages nachdrücklich die re st lose Anwendung der Bestimmungen, die imFalle einesMiß- erfolges der Verhandlungen mit Deutschland vorgesehen seien. Das zweite französische Schriftstück bestehe aus etwa 25 Artikeln, die einen umfassenden politischen und wirtschaftlichen Grundriß zur Organisation des Friedens in Europa bilden. Der französische Plan bezwecke eine Ausdehnung und Verstärkung der kollektiven Sicherheit in Europa durch einen auf die europäischen Staaten begrenzten Pakt, also nicht mehr eines weltumfassenden Paktes, wie die Völkerbundssatzungen ihn augenblicklich darstellten. Der Pakt würde dadurch gestützt werden, daß man dernVölkerbund bereits in Friedenszeiten gewisse nationale Truppenverbände zur Verfügung stelle, um ein sofortiges Eingreifen des Völkerbundes gegen den Angreifer zu ermöglichen. Außerdem seien Abrüstungsanregungen vorgesehen. Vermutungen der presse. Paris, 7. April. (DNB. Funkfpruch.) Der „E x c e l s i o r" veröffentlicht eine ausführlichere Schilderung des französischen Gegenplans, wobei das Blatt allerdings dazu bemerkt, daß es seine Angaben unter Vorbehalt mache, da in Regierungskreisen Stillscheigen bewahrt werde. Der französische Plan sieht einen freien Derbcrnd der Völker Europas zum Schutz gegen alle Kriegsgefahren vor, wobei es den Völkern frei stehe, sich eine beliebige Regierungsform zu geben. Dem Völkerbund würde eine i n - ternationale Luftstreitmacht zur Verfügung gestellt werden, die st ä r k e r sein würde, als die Luftstreitmacht irgendeines Staates. Diese internationale Luftstreitmacht würde unverzüglich auf Grund eines Völkerbundsbeschlusses zugunsten eines jeden Staates eingreifen, der Opfer eines nicht herausgeforderten Angriffs sei. Diese internationale Streitmacht würde weniger einen strafenden als vorbeugenden Charakter haben. Wenn zwischenstaatliche Streitigkeiten ausbrechen sollten, die in bewaffnete Zusammenstöße ausarten könnten, werde die internationale Streitmacht sofort Verhütungsmaßnahmen zu ergreifen haben, um den Ausbruch von Feindseligkeiten während der Dauer des Schiedsverfahrens zu verhindern. Die kollektive Sicherheit werde auf dem Grundsatz einer für alle, alle für einen begründet werden. Sie solle, so glaubt das Blatt zu wissen, praktisch durch regionale Pakte nach Art des Locarnooertrages ergänzt werden. Diese Pakte würden unter Ueberwachung des Völkerbundes ineinander greifen. Auf diese Weise würden die verschiedenen Landergruppen mit gemeinsamen Grenzen und gemeinsamen Belangen untereinander eine solidarische Bürgschaft übernehmen. Man würde einen Westpakt, einen Ostpakt, einen Donaupakt, einen Mittelmeerpakt usw. schaffen. „Excelsior" meint, daß auf diese Weise der französische Plan zur „Sicherheits-Charta" der weißen Rasse und zum Hüter der Zivilisation gegen die nationale Selbstsucht werden würde. (?) Besondere Bestimmungen seien für die Auswanderer und für die Auswertung gewisser überseeischer Gebiete vorgesehen, wo unter der Achtung der heiligen Rechte der rückständigen Bevölkerung, die unter dem Schutz des Völkerbundes stehen, europäische Kolonisten angesiedelt werden könnten. Auch die von Sir Samuel Hoare und Eden gemachten englischen Vorschläge zugunsten einer besseren Verteilung der Roh st off- und Absatzmärkte würden in dem Schriftstück „zur Kenntnis" genommen. Der „Petit Parisien" unterstreicht, daß Frankreich den europäischen Frieden als unteilbar ansehe. Für den Franzosen umfasse Europa auch S o w j et- rußland. Die Sowjetunion sei eine der „getreuesten und rechtgläubigsten" (!) Mitglieder des Völkerbundes geworden. Zur Verbürgerung der europäischen kollektiven Sicherheit werde folgendes vorgesehen: besondere Verträge für die „verwundbarsten" Gegenden, nämlich gegenseitige Beistandspakte, Schiedsgerichtspflicht im Sinne des Genfer Protokolls von 1924, Verstärkung des Artikels 16 der Völkerbundssatzung, der schneller ausgeführt werden könnte, wenn man die Bestimmungen des französisch-sowjetrussischen Paktes zum Vorbild nähme. Dem Völkerbund sollen nationale Truppenverbände zur Verfügung gestellt werden, die im Falle der Gefahr eine Art „Friedens- polizei" ausüben könnten. Der Briandsche Gedanke eines europäischen Staatenbundes werde den Umständen angepaßt werden. Die internationale Verteidigungsorganisation würde einen Stillstand des Wettrüstens ermöglichen. In einem vor der Ausarbeitung des französischen Planes geschriebenen Aufsatz zollt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Kammer, B a - stid, in der „Ere Nouvelle" der englischen Regierung Anerkennung, weil sie Frankreich ihren Beistand im Falle eines nicht herausgeforderten An- griffes verspreche, zum anderen aber auch — und das lieft man in einer französischen Zeitung selten, weil England nicht auf Verhandlungen mit Deutschland verzichte. Es sei bedauerlich, daß der französische Plan so spät komme. Die große Stärke der deutschen Diplomatie sei ihre rasche Beweglichkeit. Auch England sei erfinderischer als Frankreich. Es wäre übrigens gut, wenn der französische Gegenvorschlag von der öffentlichen Meinung gebilligt werde, was aber erst nach den Wahlen geschehen könne. Frankreich habe die siegreichen Wortgefechte satt. Die „geistige Einkreisung" Deutschlands befriedige Frankreich ebenso wenig, wie die politische Einkreisung. Frankreich wolle aufbauen. Gewisse Teile der Hitlerschen Vorschläge hätten die französische Oeffent- lichkeit beeindruckt. Vor allem fühle sie sich durch das, was über die moralische Abrüstung gesagt werde, angezogen. Möge Frankreich auf die deutsche Anregung zur friedlichen Erziehung der Jugend ober zur Veranstaltung einer Volksabstimmung nicht mit Prozedur-Einwänden antworten. ZchnMreASDAp.KieMden LPD. Wiesbadens. April. In diesen Tagen beging die NSDAP. Wiesbaden die Feier ihres zehnjährigen Bestehens. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger war schon am Samstag zu dem Kameradschaftsabend im Paulinenschlößchen erschienen. In einem kurzen Rückblick über die Entstehungsgeschichte des Kreises Wiesbaden feierte der Gauleiter die felbftlofe Kameradschaft, die auch hier trotz der fchwersten Hindernisse das Werk zum Erfolg geführt habe. Es müsse erreicht werden, daß das ganze deutsche Volk zu einem großen Heer Kameraden für den Führer werde. Von unauslöschlichem tiefen Eindruck war die Feierstunde am Sonntagvormittag im Kurhaus. In kernigen Ausführungen gab Hauptschriftleiter S t a e b e einen plastischen Rückblick der vergangenen zehn Jahre. Höhepunkte der Feierstunde waren das C h o r s p i e l „Ewiges Volk" von Brock- meier durch HI. und BDM. und die Wiedergabe der Fünften Sinfonie von Beethoven unter Leitung von Generalmusikdirektor S ch u r i ch t. Nach der Feierstunde traten die Formationen und Gliederungen der Partei zu einem Aufmarsch durch die Straßen der Stadt an. Der Vorbeimarsch endete mit einer großen Kundgebung am Rathaus. Hier ergriff Gauleiter Sprenger nochmals das Wort. Heute fei durch den Nationalsozialismus die ewige und große Sehnsucht der Deutschen, eine Einheit zu fein, erfüllt worden. Unter starken Beifallsäußerungen betonte der Gauleiter, daß alle Völker Frieden wollten; wer sich dieser Erkenntnis entziehe, gerate unter den Marschtritt der Völker und für die Zukunft in Vergessenheit. Ein Volksfest beschloß die Jubiläumsveranstaltungen. Grundlagen und Ziele des kulturellen Aufbaus. Die am Samstag im Hotel Kaiserhof in Berlin abgehaltene Arbeitstagung des Reichskulturfenates war in mehrfacher Hinsicht von grundsätzlicher und wegweisender Bedeutung für die Gestaltung und den Neuaufbau des kulturellen Lebens in Deutschland. Zunächst wurden eine Reihe neuer Mitglieder des Reichskultursenats vom Vizepräsidenten der Reichskulturkammer, Staatssekretär Funk, willkommen geheißen: im Kreise der Neuberufenen befinden sich neben dem Reichsunterrichtsminister Rust und dem nun 70jährigen Dichter Emil Strauß u. a. auch der Stabschef der SA., Lutze, der Reichsführer SS., Himmler, und der Reichsjugendführer Baldur v. S ch i r a ch; mit der Wahl dieser Männer ist aufs deutlichste der Wille zu einer einheitlichen Kulturpoli - t i k kundgetan, zu einer Einheit auch von Politik und Kultur, wie sie Landeskulturwalter Müller- S ch e l d soeben auf der Darmstädter Landestagung der Musikkammer Hessen-Nassau als ein Wesenselement nationalsozialistischer Weltanschauung mit prägnanten Worten gekennzeichnet hat. Kultur ist heute im weitesten Sinne und in allen ihren Aeuße- rungen und Formen nichts Zufälliges, abseits und für sich allein Vorhandenes mehr, sondern eine Angelegenheit der Politik, des Staates und der Nation. Es ist auf der Tagung des Reichskultursenates ferner davon die Rede gewesen, wie die Kulturarbeit schon in der Erziehung der deutschen I u - ae n b eine wesentliche Rolle zu spielen habe. Der Frankfurter Oberbürgermeister, Staatsrat Krebs, hat weiterhin auf die notwendige enge und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Reichskulturkammer und den Gemeinden hingewiesen; er sprach von den großen Verpflichtungen, die jeglichem Gemeinwesen heute auch und besonders in kulturellen Dingen auferlegt sind: Bevölkerung und Kunst dürfen heute nicht mehr zwei einander fremde, wenn nicht gar feindliche Begriffe fein, sondern sie gehören nahirnotroenbig aufs engste zusammen, unb es ist eine ber vornehmsten Aufgaben ber Ge- meinbeoerroaltung, unsere schöpferischen Leistungen auf allen Kulturgebieten ben breitesten Schichten der Bevölkerung zugänglich zu machen. Mit Stolz und Befriedigung konnte Oberbürgermeister Krebs feststellen, was bis heute bereits geleistet und geschaffen worden ist; mit Hilfe ber NS.-Kulturge- meinbe und ber NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube" sei bereits eine neue Blütezeit ber Theater, ber Konzerte unb ber Museen angebrochen; es seien große Erfolge auf bem Gebiete bes Musikwesens erzielt worben; große dankbare Aufgaben warteten für die verständnisvolle und kulturbewußte Gemeindeverwaltung beispielsweise in der Schaffung von Büchereien und von Dichterheimen. Alles in allem: hier wurde in großen Linien aufgezeigt, wie lebendig, vielseitig unb unbürokratisch in ben Gemeinben auf kulturellem Gebiet gewirkt unb mit ber Reichskulturkammer unb bem Reichskultursenat Hanb in Hanb gearbeitet werben kann unb soll. Reichsminister Dr. Goebbels zog bann bie Nutzanwenbung aus bem gerabezu überroältigenben Wahlergebnis vom 29. März auch für bas gesamte kulturelle Leben ber Nation; bas Ergebnis sei gerabezu als bie Frucht einer im Grunde genommen künstlerischen Umgestaltung der gesamten deutschen Nation anzusehen und zu bewerten. Der Minister fand auch in dieser Rede, die grundsätzliche Fragen des deutschen Kulturlebens berührte, wieder die prägnanten und überaus schlagkräftigen Formulierungen, die wir aus vielen feiner Reden und Ansprachen kennen. Dr. Goebbels gab auch hier wieder, wie schon oft, dem Reichskultursenat gewissermassen die allgemeine Richtung an, die seine Haltung und sein Wirken im Dienste der gesamten Nation zu bestimmen habe; er lenkte auch, was nicht oft und eindringlich genug geschehen kann, den Blick wieder auf das, was bisher in den drei Jahren nationalfozialistifcher Staatsführung auf kulturellem Gebiete geleistet worden ist: das könne, so führte der Minister aus, recht eigentlich erst von dem vollauf und in feiner ganzen Tragweite ermessen und gewürdigt werden, der die ungezählten Schwierigkeiten und Nöte kennt, welche im Neuaufbau bes Staates zu über» roinben waren. Wie hoch bei biefer Aufbauarbeit bas Wirken ber beutschen Presse einge- schätzt wirb, zeigten sehr einleuchtenb bie Ausführungen bes Ministers über bte ungemein wichtige Erziehung eines Schriftleiter-Nachwuchses, ber bie Weltanschauung bes Nationalsozialismus mit gelegenem Wissen unb Können zu vereinigen habe; zu solchem Können gehört vor allem, was besonbers unterstrichen sei, ein sauberer, anschaulicher unb von Phrasen freier Stil. Es ist bem Minister zu banken, baß er roieber einmal auf bas nationale Gut ber beutschen Sprache mit allem Nachbruck hingewiefen hat. Neben ben Schriftleitern sind auch, wie Dr. Goebbels ferner ausführte, den Schriftstellern wichtige erzieherische und volksbildnerische Aufgaben zugewiesen: es werbe bar auf ankommen, fo sagte ber Minister, bie nationalsozialistijche Weltanschauung noch stärker als bisher im deutschen Schrifttum zu verankern. Bedeutungsvoll und grundsätzlich zu beachten erscheint ferner die unmißverständliche Ablehnung gewisser Auswüchse auf dem Gebiete des chorischen Spieles. Diese Spielgattung ist ja für uns in Deutschland so verhältnismäßig jung und neu, daß sie, wie jede andere Form auch, ihre Zeit brauchen wird, um sich ein eigenes Gesicht zu geben, um ihre Aufgaben, ihre Möglichkeiten und Grenzen zu erkennen und zu bemessen. Sehr beachtlich auch der Hinweis auf ein echtes und innerlich begründetes Mäzenatentum; es ist förderlich und um so mehr zu begrüßen, als der Staat es durchaus ablehnen muß, aus sozialen Gründen, gewissermaßen aus Mitleid, eine unterwertige und unzulängliche Produktion zu unterstützen und damit zu ermuntern. Die Mittel der Kunstfonds sollen wirklich und ausschließlich der echten Kunst zugutekommen, und nichts kann uns heute ferner liegen als die Züchtung eines neuen Künstlerproletariates. — Dies find nur einige Fragen aus dem großen Gebiete unseres kulturellen Aufbauwerkes. Noch stehen wir mitten darin, fo erklärte Dr. Goebbels zum Schluß, noch harren viele Aufgaben ber Lösung; aber eine feste und sichere Grundlage haben wir uns heute schon geschaffen. „Ein neues südwestdeuisches Kulturvolk." Landestagung der Reichsrnusikkarnrner Hessen-Nassau in Darmstadt. Die Reichsrnusikkarnrner Hesfen-Nafsau hielt ihre Landestagung 1936 in Darmstadt ab. Nach einer internen Arbeitssitzung der Amtswalter fand ein Empfang im ehemaligen Landtagsgebäude statt. Hierzu hatten sich auch brr Präsibent ber Reichsrnusikkarnrner Professor Dr. Peter Raabe (Berlin), Landeskulturwalter Müller- S ch e l d (Frankfurt), als Vertreter des Reichsstatthalters in Hessen Ministerialrat Ringshaufen, der Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt Kreisleiter W a m b o l d eingefunden. Nach einem vom Schnurrbusch-Quartett zum Vortrag gebrachten Streichquartett nahm Oberbürgermeister W a m b o l d das Wort zur Begrüßung der Gäste; er stellte dann fest, daß zu der Musikwoche 1936 der Landeshauptstadt bereits zahlreiche Musikschaffende unserer Generation Orchester- und Chorwerke zur Uraufführung eingereicht haben. Landeskulturwalter Müller-Schelt) betonte, es fei ein noch viel verbreiteter Jrtrum, daß die Reichskulturkammer eine Einrichtung fei, um bie rein materiellen und Berufsinteressen der deutschen Künstler zu vertreten. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, bestimme die deutsche Kulturentwicklung und sei dem Führer hierfür verantwortlich. Politik bedeute für den Nationalsozialismus Schicksalsgestaltung unseres Volkes. In diesem Prozeß könne die Kunst nicht irgendeine Sonderrolle spielen; beide fließen ineinander über. Jeder wahre große Politiker werde daher auch ein musischer Mensch sein müssen, und ein nichtmusischer Mensch werde auch kein großer Politiker sein, wenigstens nicht in unserem Sinne. Es ist daher, so fuhr der Landeskulturwalter fort, für uns Nationalsozialisten, vor allen Dingen für die künstlerischen Menschen innerhalb ber nationalsozialistischen Gemeinschaft, ein beglücfenbes unb beraujcfjenbes Gefühl, baß gerabe unser Führer Abolf Hitler auch seinem Wesen unb seiner inneren Einstellung nach ber größte lebenbe Künstler ist. (Stürmischer Beifall.) Ebenso ist es auch kein Zufall, baß ber Präsibent ber Reichskulturkammer in allen künstlerischen Fragen vielleicht ber empsinbsamste Parteigenosse ist, ben wir überhaupt haben Was unfern Gau Hessen-Nassau unb bas ganze sübwestbeutsche Kulturzentrum angeht, so barf ich sagen, baß wir nicht nur hier wirtschaftlich vor einem unerhörten Aufschwung stehen, sonbern baß wir auch dahin kommen werden, daß hier ein neues südwe st deutsches Kulturvolk entsteht. Entsprechend dem Willen des Gauleiters werde es in Zukunft eine besondere Aufgabe unb Freude sein, in diesem Gebiet alle Kräfte auf allen Gebieten unseres Kunstlebens zur Auswirkung kommen zu lassen. Er, der Redner, dürfe behaupten, daß es wenige Gebiete in Deutschland gebe, in denen ein Künstler in Zukunft einen so starken Resonanzboden finden werde wie gerade im Rhein-Main- Gebiet. Anschließend nahm ber Präsibent ber Reichsmusikkammer Professor Dr. Peter Raabe das Wort zu einem Vortrag über „D i e Aufgaben ber Reichsmusikkamme r", ber wieberholt spontane Zustimmung fand. Der Gestaltungswille ber Reichsrnusikkarnrner gehe in bret Richtungen: nach ber kulturellen, ber wirtschaftlichen unb ber rechtlichen. Die Reichsrnusikkarnrner diene in erster Linie der Allgemeinheit. Der Aufstieg des einzelnen Musikers werde durch die Reichsmusikkammer in keiner Weise gehindert. Der Redner ging dann auf einzelne Spezialgebiete ein, wie die Erziehung des Nachwuchses, der Pflege ber Hausmusik unb Schulmusik, ber Ausbilbung ber Militär- unb Kirchenmusiker. In ber Musik müsse jeder nach seiner Persönlichkeit gebildet werden, denn im Künstlerischen sei ber einzelne alles, bie Masse nichts, ba ber einzelne hier bas schöpferische Element verkörpere. Professor Raabe forberte bie Zusammenarbeit aller Musikschaffenden unb erklärte, niemals in ber ganzen Geschichte sei es einem Volk so schwer gemacht worben, sich aus seinem innersten Wesen zur Geltung zu bringen, wie es uns heute im Dritten Reich von aller Welt gemacht werbe. Aber barum gelte es, nichts von bem, was bei uns leuchtet, unter ben Scheffel zu stellen. So müßten Volk unb Regierung, Künstler unb Laien zusammenstehen, um ber beutschen Musik ben strahlenben Glanz zu geben, ber unser Reich so herrlich bescheine. In alle Welt gehen müsse, was wir ih unserer Wesenheit sind. (Minutenlanger Beifall.) Landesleiter F i ch t m ü l l e r - Darmstadt beendete seine Schlußansprache mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer, den Freund und Förderer ber beutschen Kunst, worauf bie Kunbgebung mit ben beutschen Hymnen ihr Enbe fand. Am Abend fand unter Leitung von Professor Raabe im Lanbestheater ein Sinfoniekonzert statt, in bem Werke von Weber, Reger unb Beethoven zum Vortrag kamen. Der Ertrag des Konzerts fließt ber Winterhilfe zu. Japans mongolische Ziele. Don unserem R.W.-Serichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! II. Tokio, im März 1936. An den mongolischen Grenzen liegt noch offenes rZeld für militärische Unternehmungen. Je mehr die Beruhigung an der nordchinesischen Grenze fort« schreitet und militärische Eingriffe größeren Umsanges zwecklos erscheinen, und je mehr die Fronten im Norden und Westen sich versteifen, um so entschiedener regen sich die Energien an den mongolischen Fronten, die zwischen Manschuli im Norden und Kalgan im Süden in gerader Linie rund 1200 Kilometer betragen. Es besteht kaum ein Zweifel, daß das Ziel Japans auf die Schaffung eines großen, allmongolischen Staats ausgerichtet ist. Wann und in welcher Form das geschehen kann, ist heute noch nicht zu sagen. Aber es ist kein Geheimnis mehr, daß zum mindesten m i - litärische Kreise in Tokio und Hsinking dieses Ziel anstreben. Schon heute macht sich der japanisch-mandschurische Druck auf die südliche Innere Mongolei aus der Richtung I e h o l fühlbar. Wichtige Punkte der mongolischen Provinz CH ah ar sind bereits durch eine unter japanischer Führung stehende mongolische Armee und durch Abteilungen der Mandschukuo- Armee besetzt worden, nachdem die sogenannte neutrale Zone die Ausgangsstellungen geschaffen hatte. Auch in S u i y u a n , der nach Westen anschließenden Provinz, entfalten die Japaner seit Monaten eine rege Tätigkeit. Sogar der Oberbefehlshaber der japanischen Truppen in Nordchina, Generalleutnant T a d a, hat sich in diesen Tagen von Tientsin nach Suiyuan begeben. Dabei ist zu beachten, daß sich hiermit der japanische Einfluß auf ein Gebiet erstreckt, das rund 600 Kilometer westlich von der mandschurischen Grenze entfernt ist. Die immer wieder gemeldeten Zusammenstöße und Streitigkeiten an der außenmongolischen Grenze sind wohl im wesentlichen dazu bestimmt, die Grenzgebiete dem japanisch-mandschurischen Einfluß zu eröffnen und die Aeußere Mongolei zum Anschluß an den sich bildenden Mongolenstaat zu veranlassen. Je mehr aber diese Absichten politisch und militärisch Erfolg versprechen, um so mehr verschärft sich die Lage zwischen Japan und Sowjetrußland. Moskau soll erklärt haben, daß Sowjetrußland sich unbedingt für die Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit der Außenmongolei einsetzen werde. Da Tokio demgegenüber den Standpunkt vertritt, daß zunächst einmal die Beziehungen Moskaus zur Außenmongolei klar herausgestellt werden müßten, das heißt, ob zwischen Moskau und der Außenmongolei ähnliche militärische Schutzverträge bestehen wie zwischen Japan und Mandschukuo, so läßt sich hieraus schon eine Zuspitzung der Lage an der außenmongolischen Grenze erkennen. Wenn Rußland weder durch Kämpfe um Wladiwostok oder andere Städte im Mandschukuo-Ab- schnitt, noch selbst durch die Einnahme dieser Städte wirklich ernsthaft berührt wird, so kann eine japanische Beherrschung der Aeußeren Mongolei zu einem Aufmarschgebiet gegen Tschita aüsgebaut werden, das Sibirien im Zentrum bedroht! Insofern sind die sich an der außenmongolischen Grenze entwickelten Ereignisse auch von außerordentlicher Bedeutung. So unabwendbar diese Entwicklung auf lange Sicht hin auch zu sein scheint, so sicher ist, daß weder Sowjetrußland noch Japan zu der militärischen Austragung des Kampfes um diese Gebiete heute schon genügend vorbereitet sind. Hinzu kommt, daß die außenpolitische Isolierung Japans groß" militärische Verwicklungen kaum zuläßt. Japan braucht, wenn nicht direkte Verbündete, so doch wohlwollende Neutrale, und es braucht hauptsächlich ein England, das ihm gegenüber freundlicher gestimmt ist, als das augenblicklich der Fall ist. Endlich darf ein wichtiger — wenn nicht der wichtigste — Faktor nicht übersehen werden. Die zwischen beiden Ländern schwebenden Streitfragen können die augenblicklich Zuspitzung nicht restlos erklären. Weder die Streitigkeiten über die Fischerei- rechte, noch sonstige wirtschaftliche Erwägungen können Anlaß zum Zusammenstoß werden. Der allmählich immer fühlbareren Spannung zwischen den beiden Mächten liegt aber der fundamentale Gegensatz des territorialen und des Systemgegners zugrunde, ausgedrückt durch Kommunismus gegen religiöse Kaiser-Idee! Dazu kommt die in Japan wachsende Erkenntnis, daß die eigentlichen Hauptziele Tokios (Rohstoff- und Aus- Wanderungsgebiete), die es hauptsächlich in südlicher Richtung verfolgt, solange unerreichbar bleiben, als im Rücken der Doppelgegner Sowjetrußland mit propagandistischen und militärisch immer stärker werdenden Machtmitteln steht. Japan würde in diesem Falle von der Gnade und Ungnade der Sowjets abhängig sein, ein Zustand, den gerade Japan unter gar keinen Umständen hinzunehmen gewillt ist. Was nun den Einsatz militärischer Kräfte in Mandschukuo oder Nordchina anbelangt, so ist gerade im vergangenen Jahre wiederholt von einer Reorganisation gesprochen worden, mit dem Ziel, die japanischen Truppenkörper stärker zusammenzufassen. Bisher waren die „Detachements" (deren Stärke schwebt zwischen einer Kompanie und einer Divisign) in viele kleinere Unterabteilungen für Grenz- und Bahnschutz aufgeteilt. Jetzt denkt man anscheinend daran, größere Garnisonen zu schaffen und den Mandschukuotrup- pen mehr und mehr den Polizei- und Wachdienst zu überlassen. Die Truppenstärke ist nicht genau bekannt, es scheint aber, daß sie nicht über 80 000 hinausgeht. Angesichts der überlegenen Stärke der Sowjetarmee in Ostsibirien und den unruhigen Fronten scheint man eine V e r st ä r k u n g der japanischen Truppen zu beabsichtigen. Bemerkenswert ist jedenfalls, daß die regelmäßige Ablösung in diesem Jahre nicht intern behandelt, sondern durch einen kaiserlichen Erlaß ausdrücklich angeordnet wurde. Außerdem gibt die Wahl der Ablösungstruppen zu denken, unter denen sich die 1. Infanterie-Division aus Tokio befindet, die zu den besten Divisionen gehört und deren Kommandeur, Generalleutnant Hori, vorher Chef des Feldflugwesens war. Bemerkenswert ist ferner, daß gerade in diesen Tagen der Bau von 16 Brücken über den Palufluß (Grenze von Korea und Mandschukuo) beschlossen wurde. Das bedeutet eine rein strategische Maßnahme zur schnellen Heranführung der Truppen, ebenso wie der Ausbau der Häfen Seishin und Rashin (Nordostkorea), die beide in direkter Schiffsverbindung mit dem japanischen Hafen Tsuruga stehen und an das große mandschurische Eisenbahnnetz angeschlossen sind. lieber die Stärke der für kriegerische Verwicklungen in Frage kommenden sowjetrussischen Truppen gehen die Angaben auseinander. Man kann aber wohl annehmen-, daß etwa 200 000 bis 250 000 Mann mit den modernsten technischen Hilfsmitteln und rund 800 Flugzeugen bereitstehen, die — nach Ansicht japanischer Militärkreise — eine e r n st e Bedrohung für die engbewohn- ten Industriezentren um Osaka, Nagoya, Tokio und Yokohama darstellen. Die umfangreichen Lustschutzübungen bei Verdunkelung ganzer Städte deuten schon darauf hin, daß Japan den Möglichkeiten sowjetrussischer Luftangriffe (die Entfernung Wladiwostok—Jnnerjapan beträgt rund 800 bis 1000 Kilometer) stärkste Beachtung schenkt. Auch die Außenmongolei entwickelt sich unter sowjetrussischer Führung mehr und mehr zu einem beachtlichen militärischen Gegner. Schon die letzten Zusammenstöße am Buir-See (rund 200 Kilometer südlich von Manschuli) haben erkennen lassen, daß die mongolischen Truppen den mandschurischen Soldaten überlegen und daß sie in der Handhabung moderner Waffen durchaus bewandert sind. Zuverlässige Nachrichten besagen ferner, daß sowjetrussifche Offiziere und Soldaten bei allen technischen Formationen und im Flugwesen überwiegen. Das mongolische Heer in Stärke von etwa 60 000 Mann sei auf den Raum östlich Urga verteilt. Etwa 40 000 Mann ständen in und bei Urga, während der Rest in Etappenstationen der großen Straße Urga— Manschuli bis an die mandschurische Grenze vorgeschoben sei. Wie schon gesagt, bieten die großen Räume und die Schwierigkeiten des Geländes wenig günstige Voraussetzungen für den Angreifer. Ein Blick auf die Karte zeigt bereits, daß für den Vormarsch nur wenige Post- und Karawanenstraßen zur Verfügung stehen, und daß das Kenteh-Gebirge mit Höhen bis zu 3000 Meter ein kaum überwindbares Hindernis darstellt. Moskau scheint deswegen starke Sicherungen im Raum östlich Tschita bereitgestellt zu haben, da ein feindlicher Vorstoß auf Tschita die gesamte sowjetrussische Front bis Wladiwostok erschüttern kann. Man versteht deshalb auch die kürzlich von zuständiger sowjetrussischer Seite gemachte Erklärung, daß „Moskau keine feindlichen Heere auf außenmongolischem Boden dulden dürfe". Umgekehrt bedeutet eine von Moskau abhängige und unter sowjetrussischer Militärführung stehende Außenmongolei eine Belastung der Grenzen Mandschukuos, die einer Umklammerung des neuen Kaiserreiches gleichkommt. ______________________________ Zapan und das Militärbündnis Moskau-Aga. Tokio, 6. April. (Ostasiendienst des DNB.) Die japanische Nachrichtenagentur Domei befaßt sich in einen Bericht aus Hsingking mit den Auswirkungen des Militärbündnisses Moskau—Urga. Moskau verfolge weitgehende militärische und politische Ziele, deren Ausgangspunkt die Aeußere Mongolei sein solle. Moskau wolle eine Annäherung zwischen Der Außenmongolei und Mandschukuo hintertreiben. Damit wolle Moskau gleichzeitig eine Festigung der japanischen Kontinentalpolitik stören. Das wichtigste aber sei, daß Moskau eine bolschewisierte Außenmongolei als Hauptstützpunkt der Dritten Internationale für die Bolschewisierung Ost- a s i e n s benutzen könne. Diese Bolschewisierungs- versuche in Ostasien hätten im Westen in Sinkiang Prag, 6. April. (DNB.) Der rumänische und der jugoslawische Gesandte sowie der tschechoslowakische Geschäftsträger in Wien überreichten im Bundeskanzleramt gemeinsam drei gleichlautende Noten, die lauteten: Am 1. April hat der Bundestag ein Gesetz beschlossen, das eine Abänderung des für Oesterreich durch Teil V des Vertrages von St. Germain festgesetzten Militär st atuts vorsieht. Diese Abänderung stellt, da sie durch eine einseitige Aufkündigung dieses Teiles des Vertrages von St. Germain erfolgt ist, eine formale Verletzung der militärischen Klauseln dieses Vertrages dar. Unter diesen Umständen sieht sich die Regierung (der tschechoslowakischen Republik, Rumäniens, Jugoslawiens) als Mitunterzeichner des Vertrages von St. Germain verpflichtet, energische Verwahrung gegen den Beschluß des in Rede stehenden Gesetzes einzulegen. Anderseits bedauert sie als Mitglied des Völkerbundes lebhaft, daß Oesterreich, gleichfalls Mitglied des Völkerbundes, es für gut befunden hat, den Weg zu beschreiten, den der Völkerbundsrat unter ähnlichen Umständen feierlich durch feine Resolution vom 17. April 1 9 3 5 verurteilt hat. Die Regierung (der tschechoslowakischen Republik, Rumäniens, Jugoslawiens) vermag keinesfalls zuzugeben, daß Oesterreich sich durch feine einseitige Handlung, die die Ablehnung internationaler Verpflichtungen barftellt, ein neues Recht geschaffen hat. Infolgedessen behält sich die Regierung (der tschechoslowakischen Republik, Rumäniens, Jugoslawiens) Berlin, 6. April. (DNB.) Hauptamtsleiter Hilaenfeldt konnte im Hauptamt für Volkswohlfahrt eine Anzahl deutscher Wirtschaftsführer begrüßen und über die Arbeitsmethoden seines Amtes unterrichten. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt legte die weitverzweite Organisation und die Arbeitsweise des WHW. dar und schilderte anschaulich die Maßnahmen hinsichtlich der Versorgung der Hilfsbedürftigen. „Wenn auch", wie er betonte, das WHW. auf vielen Gebieten der Wirtschaft tätig ist, so ist es doch nicht etwa so, daß der Wirtschaft Aufträge weggenommen werden, im Gegenteil werden ihr oft recht namhafte Aufträge zuge- führt. So liegt z. B. bei der Kohlenver- forgung die wirtschaftliche Verpflichtung zwischen WHW. auf der einen und Bergbau und Handel auf der anderen Seite klar auf der Hand. In jedem der drei bisher durchgeführten Winterhilfswerke sind mehr als 50 Millionen Zentner Kohle ausgegeben worden. Zur Förderung dieser Kohlenmenge hätte die Belegschaft aller Saargruben jeweils ein Vierteljahr Förderarbeit leisten müssen. Auch der Textil- und Bekleidungsindustrie gingen besonders namhafte Auftrage zu. Zur Erstellung der im zweiten Winterhilfswerk aus- gegebenen Kleidungsstücke würde eine Stoffbahn benötigt worden fein, die insgesamt alle, in 7000 Kilometer Länge geplanten Reichsautobahnen in einer Breite von einem Meter bedecken könnte. Don Bedeutung ist auch die Vergebung der Abzeichen-Aufträge an die Heimindustrien. In dem letzten Winterhilfswerk hat der Wert dieser Aufträge fast fünfMillionenReichsmark erreicht. Beispielsweise ist es gelungen, die notlei- begonnen und feinert in Szetschucm, Scheust und Schonst fortgesetzt worden. Die mittelbare Be- drohungJapans durch derartige Bestrebungen liege auf der Hand. Das Militärbündnis bezwecke gleichzeitig den Schutz der wichtigen strategischen Linie Werchne Udinsk — Tschita. Zwl- scheu dem Oberkommandierenden im Fernen Osten, Blücher, und dem außenmongolischen Kriegsminister sei folgendes vereinbart worden: Moskau gibt 10 Millionen Goldrubel an Urga zur Einrichtung einer L u f t v e r b i n d u n g und einer Eisenbahnlinie Tschita — U r g a. Als Gegenleistung gesteht die außenmongolische Regierung den Sowjets die Benutzung dieser Linie für militärische Zwecke zu. Vorgesehen sei der Einsatz von 5 Divisionen in dem Raum Tschita — Manchuli — Buirsee und Werchne Udinsk — Urga. Protest der Kleinen Entente in Wien. Die österreichische Regierung nimmt zur Kenntnis. Wirtschaft und Winterhilsswerk. Wirtschastsförderung durch AuftraaSvergebung. das Recht vor, sich zu einem späteren Zeitpunkt hinsichtlich der zur Wahrung ihrer Interessen zu er- areifenden Maßnohmen zu äußern. Die Gesandtschaft (der tschechoslowakischen Republik, Rumäniens, Jugoslawiens) benutzt diesen Anlaß, um das Der» ehrliche Bundeskanzleramt, Auswärtige Angelegenheiten, ihrer ausgezeichneten Hochachtung zu versichern." Wie das österreichische Korrespondenzbüro der Veröffentlichung dieser Meldung hinzufügt, gedenkt die österreichische Regierung nicht, „auf diesen gemeinsamen Schritt der Tschechoslowakei, Rumäniens und Jugoslawiens zu reagieren". Kommunistischer Radau in Prag. Prag, 6. April. (DNB.) Auf dem Kreuzberg in Schischkow rotteten sich einige hundert Kommunisten zusammen und versuchten, eine nicht angemeldete Versammlung abzuhalten. Die Polizei stieß bei dem Versuch, sie zu zerstreuen, auf Widerstand, es gelang ihr schließlich, die Demonstranten auseinanderzutreiben. Auf ihrer Flucht traten die Kundgeber eine Frau mit einem Kinde zu Boden. Um 17 Uhr sammelten sich in der Innenstadt erneut mehrere tausend Kommunisten an, die die Polizeisperre durchbrachen und auf den Altstädter Ning gelangten. Hundert Polizisten gelang es nicht, den Platz zu säubern, so daß Verstärkungen- herangebracht werden mußten. Eine ähnliche Kundgebung fand gegen Abend auf dem Wenzels- platz statt. Der Wenzelsplatz und die angrenzenden Straßen sind von starken Polizeiabteilungen besetzt. denden Arbeiter der B e r n st e i n i n d u st r i e auch im Winter zu beschäftigen. Allein das Schleifen und Fassen der im vergangenen November verkauften Abzeichen beschäftigte 2000 Edelsteinschleifer an Nahe und Main ein volles Vierteljahr. Ein besonders auffälliges Beispiel der starken wirtschaftlichen Impulse, die vom WHW. ausgehen, lieferte die F i s ch a k t i o n. Zeitweise standen 20 v. H. aller auslaufenden Hochfeefischereifahrzeuge im Dienste des Winterhilfswerks. Während früher die Fischmärkte die nicht abgesetzte Ware zu Schleuderpreisen von 1 Mark je Zentner an die Fischmehl- fabriken abgeben mußten, ermöglichten die Einkäufe des WHW., daß sie 14 Mark für den Zentner zahlten, ein normales Geschäft. Gleichzeitig war die WHW.-Aktion eine ausgezeichnete Propaganda für den Seefischverbrauch. Aus den Geldspenden sind allein im Wm- terhilfswerk 1934/35 8,3 Millionen Zentner Kartoffeln gekauft worden. Diese und die vielen anderen Sachgüter, die zur Betreuung der Hilfsbedürftigen eingekauft worden sind, haben wesentlich dazu beigetragen, der Landwirtschaft und der Industrie zu helfen. Die Sachspenden des letzten Winterhilfswerkes umfaßten fast 50 Millionen RM. Die Gesamtleistungen der NS.-Volkswohlfahrt feit der Machtübernahme erreichten 187 Millionen Mark. Bei einer Besichtigung einzelner Abteilungen des Hauses bekamen die Gäste einen Einblick in die gewaltige Organisation und in die Arbeit, die hier von einem verhältnismäßig kleinen Mitarbeiter- stad geleistet wird. Bei einem sich anschließenden geselligen Beisammensein sprach Staatsrat Dr. von Der volle, ausgeprägt würzige Gefchmackvon <ÄLVA>-RUNDE SORTE ift in dem runden Format und in der Verwendung von macedoni fchen Tabaken aus der Ernte 33 begründet staust dem Leiter der NS.-Volkswohlfahrt seinen Dank für die Aufklärung über die Leistungen des WHW au», und brachte im Namen der anwesen- den Wirtschastsvertreter seine Bewunderung für die einzigartige Arbeit der NSV. und des WHW. zum Ausdruck. Einzug des Fliegergeschwaders »Horst Steffel* in Dortmund. Dortmund, 6. April. (DNB.) Ueberaus herz, lief) empfing die junge Garnisonstadt Dortmund die Fliegergruppe Dortmund des Horst-Wessel-Geschwa- ders, die durch Verordnung des Führers Dortmund als Standort erhalten hat. Blumengeschmückt und mit klingendem Spiel marschierte sie zum Hansa- Platz, auf dem Abordnungen der schon in Dort- mund liegenden Truppenteile, die Ehrenformationen der Bewegung, des Kyffhäuserbundes und anderer Verbände aufmarschiert waren. Nachdem der Luft- kreiskommandeur des Luftkreises IV General der Flieger H a l in, die Front abgeschritten hatte, hieß der Standortälteste die Flieger herzlich willkommen. Für die Stadt Dortmund gab Bürgermeister Dr. Fluhme der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Truppe in der Hand des Führers ein Werkzeug des Friedens sein werde. Den Dank der Truppe für herzlichen Empfang übermittelte der Gruppenkommandeur der Fliegergruppe Dortmund. Anschließend rückte das Geschwader in den Fliegerhorst ab, der mit Ehrenbogen geschmückt war. Vor dem Hauptgebäude ermahnte General der Flieger Halm die jungen Soldaten, stets dem Führer dankbar zu sein für die Wiederherstellung des Rechtes und der Geltung Deutschlands. Auf den Befehl: Heißt Flagge! ging die Reichskriegsflagge über dem Fliegerhorst hoch. 1,2. „Hindenburg" auf der Heimreise. Das Luftschiff „Hindenburg" ist am Mon- tag um 10.44 Uhr MEZ. von Rio de Janeiro 3 um Rückflug aestartet. Das Luftschiff führte ein musterhaftes Aufstieamanöver durch. Zum Abschied fuhr das Schiff über Rio mehrere Schleifen. Dicht gedrängte Menschenmengen auf den Straße und auf den Dächern der Häuser winkten dem Luftriesen begeistert zu. — „LZ Hindenburg" stand heute (Dienstag) um 7 Uhr MEZ. 136 Kilo- meter n o r d ö st l i ch von Pernambuco. An Bord befinden sich 18 neue Fahrgäste aus sieben Nationen, darunter Amerika, Argentinien, Brasilien, Chile, Australien und England. Lord- bischof^Iohn Reginald Weller reist von den Falklandsinseln in seine englische Heimat. Familie O b e r m a i r stattet nach 7'/2jähriger Abwesenheit ihrer Heimatstadt Neustadt o. d. H. einen Besuch ab und will gleichzeitig die Fortschritte der deutschen Landwirtschaft kennenlernen. Weiter ist zu nennen Josef Angerer aus Berchtesgaden, der am Rio Negro Tiger jagte. — Bei günstigem Wetter kann das Luftschiff Samstag früh in Friedrichshafen sein. Die Südamerikafahrer des Zeppelinluftschiffes „Hindenburg" hat zwei Tage der ganze tropische Zauber Rio de Janeiros umfangen, der Stadt, die unbestritten von jedermann als die schönste der Welt bezeichnet wird. Stunde auf Stunde brachte neue unvergeßliche Eindrücke. Die eleganten und bezaubernd schönen Frauen, die allerliebsten Kinder vervollständigen das Bild der Anmut. Hinzu kommt, daß die südländisch lebhaften, gastfreundlichen und liebenswürdigen Brasilianer den Gästen eines hierzulande so bewunderten Volkes, das solche Großtaten hervorbringt wie dieses neue riesige Zeppelin- Luftschiff, nicht nur mit berechtige Neugierde ent- geaenkommen, sondern mit dem ganzen Charme, dessen sie fähig sind. 370 Todesopfer der Tornado-Katastrophe in !lGA. Die Tornado-Kala st rophe in den Süb- siaaten der vereinigten Staaten hat insgesamt 3 7 0 Todesopfer und 2500 verletzte ge- forderl. Der Sachschaden beträgt mindestens zehn Millionen Dollar. Für die verletzten muhten in Garagen, Kirchen und Schulen Notlazarette eingerichtet werden. Der Tornado vollbrachte sein furchtbares Zerstörungswerk in weniger als vier Minuten. Kennzeichnend dafür, wie überraschend die Katastrophe hereingebrochen ist, ist beispielsweise das Unglück der Belegschaft einer kleinen Fabrik in Gainesville in Georgia. Von den dort beschäftigten 125 Arbeitern konnten sich nur 40 ins Freie retten, während die übrigen von den Trümmern des einstürzenden Gebäudes erschlagen wurden oder auf den engen Treppen bei dem versuch zu fliehen, ein Opfer der Flammen des in Brand geratenen Hauses wurden. Schwerer Verkehrsunfall in Chemnitz. Arn Dienstag früh gegen 2.30 Uhr erfolgte an einer Kreuzung ein schwerer Zusammen st oß zwischen einem Personenkraftwagen und einem Fernlastzug, die beide mit hoher Geschwindigkeit die Kreuzung überfahren wollten. Dabei wurde der Personenkraftwagen von dem Fernlastzug gerammt, auf den Fußweg geschleudert und umgeworfen. Der Fernlastzug geriet ebenfalls an den Fußweg, drehte sich dabei in entgegengesetzt Richtung und stürzte um. Zwei Beifahrer des Lastzuges wurden aus dem Führerhäuschen auf die Straße geschleudert und waren sofort tot. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt. Die drei Insassen des Personenkraftwagens wurden auf den Fußweg geschleudert. Während der Fahrer mit leichten Kopfverletzungen davon kam, erlitten die beiden anderen schwere Verletzungen, an denen der eine gestorben ist. Kleine politische Nachrichten. Der R e i ch s st a t t h a l t e r i n Hessen hat als Führer der Landesregierung mit Zustimmung des Reichsfinanzministers durch Gesetz vom 30. März 1936 a) das Haushaltsgesetz vom 25. August 1935 und den dazu gehörigen Staatshaushaltsplan über Einnahmen und Ausgaben des Landes Hessen für 1935; b) das Gesetz über die Feststellung eines Nachtrages zum hessischen Staatshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1935 vom 19. Oktober 1935 sowie c) das Gesetz über die Feststellung des zweiten Nachtrages zum hessischen Staatshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1935 vom 21. Dezember 1935 bis zum In- krafttreten des Haushaltsgesetzes 1936 verlängert. Wetterbericht des Relchswelterdlenstes. Ansqabeort Frankfurt An der Rückseite des über Skandinavien südost. wärts wandernden kräftigen Wirbels sind kalte polarmaritime Luftmassen nach Deutschland vorge- stoßen. Sie gaben in der Nacht zum Dienstag in Nord- und Mitteldeutschland Anlaß zu verbreiteten Schneefällen und werden im Laufe des heutigen Tages auch Süddeutschland erfassen. Auch für die Folge bleibt der Witterungscharakter wechselhaft und überwiegend unfreundlich. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch vereinzelten Niederschlagsschauern, bei lebhaften Winden aus meist nördlicher Richtung für die Jahreszeit zu kalt. Aussichten für Donnerstag: Wechselhaftes und ziemlich kaltes Wetter mit Schauerneigung. Lufttemperaturen am 6. April: mittags 12,1 Grad Celsius, abends 5,5 Grad , am 7. April: morgens 1,7 Grad. Maximum 13,2 Grad, Minimum heute nacht 0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe 6. April: abends 9,1; 7. April: morgens 5,1 Grad. Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III. 36: 10 270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Movatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. im 64. Lebensjahr. Die Hinterbliebenen - Gießen, Berlin, den 6. April 1936. 2213 D Einer unserer besten Kameraden Herr Christian Schweitzer ist zur großen Armee abberufen Artillerieverein Gießen 2206 D sucht. 23140 Heute früh 8 Uhr verschied nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, mein lieber Großvater worden. Seine vorbildliche Treue und Pflichterfüllung als Kamerad und Kassenwart sichern ihm Dank und Gedenken. Marg. Schweitzer, geb. Kopp Minna Dietz Wwe., geb. Schweitzer Karl Schweitzer Hedwig Dietz Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. April, nachmittags 31/, Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Zum Ehrengeleit tritt die geschlossene Kameradschaft am Donnerstag, pünktlich 15.15 Uhr, vor dem Portal des Neuen Friedhofes an. In tiefster Trauer: Heinrich Will und Frau Helmut Will und alle Angehörigen Lollar, Odenhausen, Ruttershausen, Nieder-Walgern, den 6 April 1936. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 8. April, nachmittags 4 Uhr. von der Friedhofshalle aus statt ______________________2221 d Am Sonntag, 5. April, entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit im Krankenhaus zu Dillenburg unser innigst- geliebter Sohn, mein herzensguter Bruder, unser lieber Neffe und Vetter Ludwig Wilhelm! im blühenden Alter von 24 Jahren. In tiefer Schmerz: Familie Heinrich Wilhelmi Gießen. 5. April 1936. Berta Jöckel. Die Beerdigung findet in der Stille statt. Von Beileidsbesuchen u. Kranzspenden bitten wir absehen zu wollen ___________________________2222 D Tomax - Motorrad 600 ccm, neuwertig, Umstände halber zu verkaufen. Schr. Anfragen unter 01610 a.d.G.A. Herr Christian Schweitzer Lokomotivführer i. R. [Stellenangebote Keine Zeugnisse in Urschrift wndern nur Zeugnis- abjchriften dem Bewerbungsschreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Ber- mÄdung von Verlusten auf der Rückseite Ra- men und Anschrift veS Bewerbers tragen! Junger Chauffeur leb., Autoschloss., mit guten Umgangsformen, f. Hotelbetrieb in Badeort gesucht. Borkomm.Haus- arbeiten müssen mit übernomm. werden. Anfrag, nur mit Bild, Zeugnisse u. Gebaltsansprüche unter 2217D an d. Gieß. Anzeig. Fleißige, zuverl. Svau oder Mädcken Dienstagsund Freitags für einige Stunden gesucht. 01611 Löb erste. 19 I. Aelteres, zuverl. Mädchen für alsbald ge- Heute morgen verschied plötzlich und unerwartet nach Gottes unerforschlichem Ratschluß in der Chirurgischen Klinik zu Gießen infolge eines Unglücksfalles unsere innigstgeliebte, herzensgute Tochter, Schwester, Enkelin. Nichte und Kusine Gerda im jugendlichen Alter von 16 Jahren. Schöne sonnige 5-M.-Miiq möglichst mit Äad, per sofort gesucht. 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April 1936, bleibt unsere Kasse für den öffentlichen Verkehr geschlossen. Die am Karfreitag und Samstag fälligen Krankengelder können bereits am Mittwoch, dem 8., und Donnerstag, dem 9. April, während der üblichen Schalterftunden in Empfang genommen werden. Der Leiter der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den kreis Giehen.2203D Die Gebührenordnung über die Benutzung der städtischen Kanäle in Gießen vom 19. April 1924/ 1. April 1933 / 26. April 1934 wird nach Anhörung der Ratsherren und mit Genehmigung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — Abt. Ib vom 31. März 1936 zu Nr. Ib 20 629 wie folgt ge- ändert: § 1. Der § 1 Abf. 1 erhält folgende Fassung: Die jährliche Gebühr beträgt 1 Rpf. für jeden Quadratmeter grundbuchmäßigen Flächeninhaltes der angefchlosfenen Liegenschaften und 0,90 RM. für 1000,— RM. des Brandoersicherungswertes ber darauf befindlichen Gebäude. § 2. Dieser Nachtrag zur Gebührenordnung tritt mit Wirkung vom 1. April 1936 ab in Kraft. 2205C Wir suchen zum Verkaufe unserer gut eingeführten Nähmaschinen einen jüngeren Oberverkäufer gegen Fixum u. Prov. Nur wirklich geeignete Bewerber wollen Offerte m. Angabe bisher.Tätigkeit u. 2207Dan denGiehenenAnzemer einreichen.Herren, dieschonmitKo- lonne gearbeitet haben, bevorzugt. Ein landwirtsch. Anwesen mit Bäckerei Obst-u. Gemüsegarten, in einem groß. Ort (Post- u. Bahnstat.)soll sosortverp.werd. Freie Wohnung kann sogleich bezog, werden. Interessent., die befähigt sind, selbständig Bäckerei zu führen, woll. sich melden unt. 2215D an den Gießen.Anzeiger WZitung^ Gießen, den 6. ülpril 1936. Paul Wrede. ' Der Oberbürgermeister: Ritter. Gebraucht.Herd undBadebrause zu verkaufen. Hollmann Roonstr.32. oieos Moderner, sehr gut erhaltener ßlnöenoooen zu verkauf. 2223V And.Johannes- kirche 2. | Verschiedenes | Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den SieDener Anzeiger Hr.85 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 7. April 1956 lich. Nun erhielt ein ort Zeppelinluftschifs über England im Kriege einen Volltreffer, geriet in Brand Friedrichshafen, im April. Als eine lebendige Verkörperung des Sieges des Zeppelingedankens über eine widerstrebende Welt nach einem mehr als ein Menschenalter währenden Kampfe hat der LZ. „Hindenbur g" seine fahrplanmäßigen Atlantik-Fahrten aufgenommen. Mit dem „Graf Zeppelin" wird er durch seine Leistung die Welt zum Glauben an das Zeppelinschiff zwingen, an die Mission der Zeppeline auf dem Gebiete des transozeanischen Verkehrs. Nur in einem Verkehrsmittel, in dem man sich nicht nur absolut sicher, sondern auch heimisch fühlt infolge aller erdenklichen Bequemlichkeiten, kommen gemütliche Bordgespräche auf, erzählt man sich heitere Geschichten, lacht man von Herzen, während man die Reize der unvergleichlichen Fahrt in diesem modernsten Luftschiff genießt. Die Einrichtungen des LZ „Hindenburg" fordern geradezu zu angeregten Gesprächen heraus. Ueberall bilden sich um die niedrigen runden Tische kleine Klubfesselgruppen, in der einen Ecke wird Poker gespielt, in der anderen legt man Patiencen, im Musiksalon bilden sich musikalische Zirkel, die Philosophen aber und die Freunde starker Männerrede und heiterer Witze ziehen sich mit Vorliebe in die kleine Bord bar und den anschließenden Rauchsalon zurück. Diese Fahrgäste nennt man die „B a e d e k e r", weil sich nämlich Bar und Rauchzimmer im „B= Deck" befinden (au!). Sie sitzen hinter einem „R a u h r e i f", einem „LZ 129" oder einer anderen geheimnisvollen Mischung, die nur an Bord des „Hindenburg" der erste Luftschiffmixer der Welt nach streng gehütetem Rezept zu „brauen" vermag, und bald fließt lebhaft der Rede Fluß. Was ist näherliegend, als daß das Luftschiff selbst den beliebtesten Gesprächsstoff liefert? Zu den zahlreichen althergebrachten guten Zeppelin- Anekdoten sind jetzt schon manche neuen Witze hinzugekommen. Die erwähnten „Baedeker" wollen wir hierzu gar nicht zählen. Dafür gibt aber der im Anrollen begriffene Spezialflügel für das Musikzimmer Anlaß zu schlimmen Geistesblitzen. Architekt Professor B r e u h a u s hat ihn für den LZ „Hindenburg" konstruiert; denn es sollte der Stolz, die Krone des Komforts des Bordlebens in diesem herrlichen Verkehrsmittel fein, ein so schweres erdgebundenes Instrument mitzuführen. Zweieinhalb Zentner mußten aber doch am Normalgewicht eines Flügels eingespart werden. Die Aufgabe war schwierig, besonders, als sich herausstellte, daß man den Flügel nicht einfach ganz aus Leichtmetall bauen konnte, und zwar aus klanglichen Gründen. Professor Breuhaus baute dann einen Flügel aus Leichtholz, der außen mit Leder bezogen und mit Kanten aus Duraluminium abqesetzt wurde. Die „Baedeker-Philosophen" stürzten sich nun sofort auf dieses interessante Thema. Ernstlich wurden dabei mit aller Gründlichkeit zwei Preisfragen erörtert, nämlich, ob man auf einem so l e i ch t e tt Flüqel auch schwere Musik spielen könne, und ob ein Flügel aus D u r - Aluminium auch die Wiedergabe von Klavierstücken in Moll gestatte. Das Problem war schwierig und schließlich mußte der Kommandant des Schiffes, Kapitän Lehmann, selbst autoritativ alle Bedenken zerstreuen. Sehr viel Kopfzerbrechen machte m der angeregten Atmosphäre des Z-Decks im Schatten der Bord-Bar auch die Frage der Schiffstaufe. Der ursprünglich schon für Ende März vorgesehene feierliche Taufakt fiel aus, weil die Deutschlandfahrt als Wahlfahrt später angesetzt wurde als beabsichtigt war und sich die erste Rio-Fahrt unmittelbar anschloß. Dies war wirklich der einzige Grund für die Verschiebung des Festaktes der feierlichen Iugend-Außbatt. VfB.-R l.Jgb. — Großen-Buseck l.Jgb. 3:1: Die 1. Jugend konnte auch in diesem Spiel ihren Siegeszug fortsetzen. Allerdings waren die Gäste spielstärker, als man erwartet hatte. Sie gaben sich erst nach hartem Kampfe geschlagen. Bis zur Halb- nerische Torhüter den Ball glänzend. Langsam konnten die Gastgeber im Felde das Gleichgewicht Herstellen. Nach vier ergebnislos verlaufenen Ecken war Halbzeit. Nach Wiederbeginn schnürten die Gießener durch ihr flaches Spiel den Gegner vollkommen ein, übertrieben aber dabei die Kombination und gaben damit dem Gegner immer wieder Gelegenheit, Erfolge zu vereiteln. Als nach einem Zusammenspiel des linken Flügels Szponick flankte, prallten der gegnerische Torhüter und der Verteidiger zusammen, von dessen Fuß der Ball ins eigene Netz sprang. Die Gießener führten damit mit 1:0. Kurze Zeit später erhöhte Heß durch unhaltbaren 15-Meter-Schuß in die rechte obere Ecke auf 2:0. Das Spiel flaute jetzt ab. Aus einem Strafstoß kurz hinter der Mittellinie entstand vor dem Gießener Tor ein Gedränge und der Halbrechte schoß entschlossen ein. Unter lebhafter Anteilnahme des Publikums versuchten die Gestgeber den Ausgleich herzustellen. Die Gießener Hintermannschaft vereitelte jedoch weitere Erfolge und so trennte man sich mit 2:1 für die Gießener. Durch Spielerabgabe an die erste war die zweite Mannschaft gezwungen, ihr Spiel gegen Wetzlars Zweite abzusagen. Die dritte Mannschaft verlor mit 8:4 Toren gegen die gleiche des SV. Wetzlar. Allerdings hatten sie nur 10 Mann zur Stelle. Dazu versagte der Ersatz-Torhüter. wieder erlangt, und sie machte aus der Not eine Tugend, indem sie versicherte, daß die Blumen schon frisch gegossen waren und man sich umsonst bemüht habe. Von dem trockenen Humor der Luftschiffer zeugt auch das Bild im Rauchsalon in der Serie der geschichtlich-denkwürdigen Ozeanüberquerungen. Mit zarten Tönen auf silbrig-goldenem Lederuntergrund gemalt, sieht man, wie Kolumbus sich mit seinen Schiffen der amerikanischen Küste nähert. Am Festland stehen einige Indianer mit wilden Gesten, den Blick auf Kolumbus gerichtet. Darunter liest man in Plattdeutsch die resignierten Worte: „Nu Helpt bat nix, n u sind wir entdeck t". Besonders zahlreich sind die Anekdoten aus der Kriegszeit, die die alten Zeppeliner bei besonderer Gelegenheit erzählen. Ihre Urwüchsigkeit verrät, wie man sich nur durch bittersten Humor den schwierigsten Lagen gewachsen zeigte. So wird als Muster einer anormalen Landung jene Geschichte berichtet von dem Marineluftschiff, das zwei Jahre brauchte, um in seine Halle eingebracht zu werden. In der stürmischen Neujahrsnacht 1916/17 war man gelandet. Um Mitternacht befand sich glücklich die erste Hälfte des Luftschiffes in der schützenden Halle, als ein Sturmwind das Luftschiff den Händen der Haltemannschaft entriß und entzweibrach. Auf diese Weise konnte die zweite Hälfte erst im nächsten Jahre eingebracht werden. Auf dem LZ „Hindenburg" ist zum ersten Male im Rauchsalon das strenge Rauchverbot gefallen, das bisher auf allen Luftschiffen Gültigkeit hatte. Da die Luftschiffer fast durchweg starke Raucher sind, wirkte das Verbot bei langen Fahrten schmerz- und stürzte ab. Einer von den beiden schwerverwundet Geborgenen berichtete, daß der Kommandant, als er über sich die tödliche Stichflamme fah, mit lauter Stimme durch das dem Verderben geweihte Schiff die Worte gerufen habe: „Don jetzt an ist ^n-inchen an Bord erlaubt.". Dr. A. D. Bahnrennen in Gießen Zu dem Eröffnungsbahnrennen des Gießener Radfahrer-Vereins von 1885 wurde eine große Anzahl von Meldungen abgegeben. 'Aus der Vielzahl der Meldungen wurden von dem Veranstalter folgende Fahrer verpflichtet: Gebr. Schorn, Paduscheck, Klingma, Danz, Tobias, Kopp, Naupert, Weiler, Breuer (sämtlich Köln), ferner Müller (Neuwied), Bork (Dortmund), Gelpke (Neuwied), Göbel (Wetzlar), Mebus (Göbelnrod), sowie die Gießener Fahrer Neumann, Preiß, K. Muhl. Spatz und Kraft. BfD.-Reichsbahn Gießen. Die Ligamannschaft mif 2:1 Tore in Kirchhain siegreich. Als Leutheuser II und Haupt absagen mußten, hatte man bei den Gießenern jede Aussicht auf einen Sieg aufgegeben. Aber es kam wieder einmal anders! Die Ersatzleute fügten sich gut ein. Die Spielstarke der Gastgeber, verglichen mit der der hiesigen Bezirksklasse, erschien' unter dem Durchschnitt. Sie hatten wohl eine körperlich gute Mannschaft, die aber, was Technik und Zusammenspiel anbelangte, niemals richtig im Bilde war. Heroor- zuheben war das faire Spiel beider Mannschaften. Die Gießener spielten zuerst gegen den Wind, diktierten aber die ersten 20 Minuten das Spielgeschehen vollkommen. In engmaschiger Kombination lief der Ball von Mann zu Mann, ohne daß hieraus aber Erfolge entstanden, denn die Hintermannschaft des Gastgebers sorgte dafür, daß das Tor rein blieb. Verschiedene Chancen wurden von den Gte- ßenern vergeben. Als Szponick nach einem Alleingang in vollem Lauf aufs Tor schoß, hielt der geg- Taufe, und sie hat gar nichts mit der Tatsache zu tun, daß das neue Luftschiff, damit es bei den Nordatlantikfahrten des Sommers in die Halle von Lakehurst paßt, der Heckspitze um zwei Meter beschnitten (verkürzt) wurde. Alle noch so scherzhaften und naiven Vermutungen sind natürlich völlig hinfällig. Sehr viel Freude und Anlaß zu Heiterkeit geben die schönen Fachausdrücke aus der Luftschiffersprache, wenn etwa beim Ausbringen aus der Halle die Kommandos durch die „Flüstertüte" gegeben werden, oder wenn der Kommandant beim Aufstieg „die Hofe fallen" läßt. Die Wasserhosen, so genannt nach der Form der Behälter, haben wegen der Plötzlichkeit der Ballastabgabe schon manches unliebsame Ereignis hervorgerufen. Wir sprechen gar nicht von den zahlreichen unfreiwilligen, tragikomischen Duschebäoern, die schon häufig genug Männer der Haltemannschaft abbekommen haben. Im Jahre 1911 erfuhr die Tochter des damaligen Frankfurter Oberbürgermeisters A d i ck e s den rauhen aller herzlichen Ton der Luftschiffer, besonders wenn sie zur Landung schreiten. Das junge Mädchen stand mit einem riesigen Blumenstrauß auf dem damaligen Frankfurter Luftschiffhafen, dem Gelände westlich der Festhalle, als die „Viktoria- Luise" zur Landung ansetzte, um diesem die Vlumen als Gruß der Stadt zu überreichen. Da sich das Schiff im letzten Augenblick etwas plötzlich dem Boden näherte, ließ der Kommandant, um die Annäherung abzudämpfen, rasch noch eine Hose fallen, eine Wasserhose von 20 Zentner. Das unglückliche Mädchen mit* dem Blumenstrauß bekam von dem himmlischen Guß soviel ab, daß sie mit ihren Blumen zu Boden fiel. Als der erste Schrecken vorüber war, baff-’ Ho ihre Fassung ober Zeppelingespräche an Bord Nene Witze und alte Anekdoten. - Don Wasserhosen und „Baedekern" Besuch bei Pferden. Don Selene Doigi-Niederichs. Stammvater. Kammer neben Kammer des Gestüts ist bewohnt vom kurzen, gedrungenen, eisen- oder fliegenschimmeligen Muttertier, von falbem, knochigen Jungzeug. Und rum, überraschend steht er da, em gut Teil seines blinkenden Kachelraumes füllend, Vater einer Reihe von Jahrgängen: der Patriarch. Hinter eisernen Stäben drückt er, ein Denkmal seiner selbst, mit unbeirrbaren Hufen den Erdboden. Sein Kopf dreht sich heran. Kühl und glänzend an der breiten Fabelstirn ruhen die Augen. Doch schon die abenteuerliche Art, wie das fuchsige Mähnenhaar sie umwirrt, verrät, daß sie fähig sind, in Flammen auszubrechen. Jetzt schleppt er den Körper nach: geschmeidige Wucht des Elefanten, Löwenruhe — Urtier, bestimmt hunderte von Formen zierlicheren Lebens aus sich heraus zu lassen! Eine Tafel unterrichtet in französischer Sprache über seinen belgischen Stammbaum. Man wagt es, obgleich Vertraulichkeit diesem Riesen gegenüber schlecht am Platze ist, schiebt die Hand zwischen die Trallen. Ohne Abwehr, ohne Zustimmung läßt die hellhäutige Nase sich tätscheln und stubbsen. Plötzlich dröhnt des Hengstes Vorderhuf, unverkennbares Lärmzeichen, gegen die Holzwand. Seine Augen, kurzsichtig und übersichtig, haben an den Zunächststehenden vorbei den Wärter erspäht, der soeben, bei Beginn der Futterstunde, den Eimer klirrend in das gemauerte Becken taucht. Schon wird die Tür seitwärts geschoben, im vollen Holz- qefäß schwankt der Trank. Doch der Hengst weigert sich, mault, senkt nicht den mächtigen Streitroßbogen des Halses. Nanu? Der Wärter lacht, schiebt den Eimer eine Spanne tiefer in den Vorschlag. So ist Goliath es gewohnt, so will er es haben, unverzüglich setzt das Tier, lautlos saugend, die Lippen auf. Wie er so steht und säuft, sachte nach vorn gelegt, bietet er m freier Sicht dar, was er ist: Genius der Zugkraft. Was braucht er, einmal ins Geschirr gespannt, anders zu tun, als das Gleichgewicht seiner Masse zu verändern. Liegt erst das Schwergewicht vorn man möchte den Karren sehen, der nicht stracks aus dem Dreck gerissen wird. Gaben der Natur, durch Auslese gesteigert: die gefesteten Zotteljaulen der Beine, unterer Riß des Bauches, der Erde naher als dem Rücken, mit unerhörter Stemmkraft begavl die Wölbung der Kruppe. Freilich, der Schweif, künstlich zum Stummel gekürzt, ist so was nun schön? Doch! erläutert der Wärter, sonst sieht so ein Hinterteil nach nichts aus. Leider hat er, was die Steilheit des Abfalls betrifft, wahrscheinlich recht. " , Der Huf des Hengstes dröhnt, befehlerischer dis vorhin. Unwillkürlich drängt es sich auf: diese Keulengewalt treffe einen Gegner, diese geruhsame Masse gerate in Wallung, hebe sich im Reiterkampf, Pferd gegen Pferd und Mann gegen Mann, dieser Schlund entlasse den Rausch bluttrunkener Schreie ... Im Augenblick? Bewahre, nichts ist los. Er will ganz einfach neues Wasser. Der Eimer, noch nicht leer, verjüngt sich, hat im unteren Teil nicht Raum für das klobige Maul. Schon bringt der Wärter einen frischen Eimer. Dieser angetrunken halbvolle, auf dem Fasern und Blasen schwimmen, mag noch recht fein für das unruhige, im Wachstum zurückgebliebene Halbblut nebenan, dem züchterische Erfahrung die magere Befuanis eines Probierbengstes aufgezwungen hat. Stuten. Saubere Abteile zu beiden Seiten des kühlen, gelüfteten Mittelganges. Jede der braunen, noch winterhaarigen Stuten hat ihr Tage oder Wochen altes Fohlen neben sich, behütet unauffällig sein Tappen, Schnuppern und Aeugen. So ein österlicher Springinsfeld aus edlem Blute, was immer er aufnimmt mit dem jungen luftigen Blick, durchfährt seinen ganzen Körper: spielerisch, aufbegehrend wird sinnfällig in der närrischen Stellung seiner Füße, in der Wachsamkeit von Hals, Ohr oder Schwanz. Insgeheim vergewissert er sich stets ein wenig zur Mutter hin, streicht um ihre Hüften, tut aus dieser Sicherheit einen hurtigen Doppel- schlag hinterwärts gegen die gaffenden Fremdlinge. Zwischendurch nestelt er gestreckten Leibes seinen Kopf unter den willigen Schenkel der Alten, saugt ein Maul voll, steht verquer, äugt und tänzelt abermals. , ,, . . Wenige Schritte weiter, platt in der Streu em Liegendes, ganz jung, mutterseelenallein. Seine Flanke fliegt in raschem Jugendatem. Jetzt erschrickt sein Kopf, steilt sich, schmeichelt suchend zur em= tretenden Stallwache. Der Mann kraut es, redet ihm zu wie einem Kinde, — nanu, will es nicht hoch? Es ist noch schwach auf den Beinen, erklärt er, muß den Kummer erst gewohnt werden — er greift in die Wolle der Kruppe, zottelt ermunternd am Widerrist. Da kriegt das Tier gleichsam Luft unter die Flügel, rappelt sich auf, stelzt umher, flaumigen Felles, auf hohen Spreizbeinen, mit chmalem Leibe, feurigem Schaukelpferdkopf — m der ganzen bezaubernd ausdrucksvollen Unausge- alichenheit Uivoc Lebt die Mutter nicht? Doch, der Wärter deutet geringschätzig zum Nebenraum. Eine junge Stute mit Hautwunden, Sackoerband am Auge steht lauschend, unzugänglich, verstört. Sie hat schwer geboren, sich selbst mit den Hufen verletzt, ist beim Zupacken am Kopf geschunden worden; kaum war zur Hilfeleistung pn sie heranzukommen. Nicht nur, daß sie sich.toll angestellt hat während der Weben, sondern auch dies: später hat sie nach dem Erstling gehackt, getreten, ihn nicht an sich herangelassen, nur durch sein gutes Glück ist er mit dem Leben davongekommen. „So eine Jungfer, nach drei Tagen noch keinen Tropfen im Euter!" Nun gedeiht das Kleine bei Kuhmilch. Der Mann wendet sich zu seinem Pflegling, redet zärtlich, haucht ihm in die Nüstern, schließt seine Hände um den feinen unruhigen Rassekopf. Die Stute nebenan, deren Nerven das Grauen festhalten, die leibliche Nähe ihres Kindes nicht ertragen — jetzt gerät sie in Aufruhr. Die natürlichen Gefühle: Anspruch auf Zärtlichkeit, Not, daß dem Jungen Schaden drohe, gewinnen Oberhand. Sie tritt hin und her, stößt die Nase über das mannshohe Trallenwerk, entblößt die gelben Zähne, behält die Ohren schräg an den Kopf geklemmt. Sieh einer, wie affig sie sich tut! kopfschüttelt der Führer Weiter schiebt er in den nächsten, die volle Breite des Gebäudes fassenden Raum. Frei umher im Halbdämmer auf weichem Belag stehen die hochtragenden Stuten. Hängenden Kopses, schlaff, pflanzenhaft; nichts erregt ihre Teilnahme. Aus einer Bodenluke fällt Heu auf den schweren Rücken einer Dunkelbraunen. Sie schüttelt sich nicht, tut keinen Schritt seitwärts, und doch liegt unter diesem Träg- sinn etwas Waches, Verhaltenes: dienende Inbrunst, die wundertätig um die reifende Frucht ihres Blutes pulst. Oie „Bibliothek der Geräusche". Kürzlich wollte ein Regisseur im Filmatelier in Hollywood durchaus ganz naturgetreu wiedergeben, wie es klingt, wenn ein Golfball vorübersaust. Der erfinderische Techniker versuchte es mit einer Fliegenklatsche, mit einem Luftgewehr, schließlich wurde ein Tierstimmenimitator herbeigeschafft, ein Meister im Hervorbringen der unmöglichsten Töne und Geräusche. Kein Bemühen gab den gewünschten Ton naturgetreu wieder. Schließlich, als alles nichts half, ließ man wirklich einen Golfball vorüberfliegen und siehe da, es klang „echt"! Um Zeit und Geld zu sparen und solche zeitraubenden Ex- ‘"rim-'nfe zu vermeiden, haben die meisten großen zeit konnten die Gießener eine 2:1-Führung erreichen. Nach der Pause stellten sie durch einen weiteren Treffer den Sieg sicher. VfB.-R. 1. Ägd. — Wieseck 1. Jgd. 3:1: Die Gießener überraschten in diesem Spiele nach der angenehmen Seite. Die Zusammenarbeit und das Verständnis der einzelnen Mannschaftrteile war bedeutend besser als in den letzten Spielen. Das Ergebnis entspricht dem gegenseitigen Kräfteverhältnis. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Klubkampf 1900 — Klein-Linden 5:3 Punkten. Der Klubkampf in Klein-Linden gestaltete sich zu einem schönen Erfolg. Die erste Jugend enttäuschte nach der angenehmen Seite. Sie war dem Gegner überlegen, konnte dies aber nicht durch Tore zum Ausdruck bringen, da die besten Torgelegenheiten nicht ausgenutzt wurden. Die Mannschaft hatte keinen Versager, jeder tat sein Bestes. Das Treffen endete 1:1. Die zweite Jugend hatte nicht nötig, dieses Spiel zu verlieren. Ein Elfmeter wurde herschenkt und außerdem ließ der Tormann zwei durchaus haltbare Bälle passieren. Die Mannschaft zeigte sonst ein schönes Spiel und hätte das Spiel unbedingt gewinnen müssen. 2:3 für Klein-Linden. Die erste Schülermannschaft trat mit vier Mann Ersatz an und hatte schwer zu kämpfen, um sich gegen die tapfer wehrenden Gastgeber siegreich durchzusetzen. Aber die kleinen 1900er hatten doch die größere Spielerfahrung sowie die bessere Ballbehandlung und gewannen mit 5:1 verdient. Ebenso wie die erste Schülermannschaft machten es die Kleinsten des Vereins. In einem spannenden Kampf wurde der Gegner mit 5:1 verdient geschlagen. Neumann (Gießen) in der Nationalmannschaft der Straße. Arn Sonntag lief als erstes Straßenrennen der Saison „Berlin—Cottbus—Berlin". Das Rennen der Amateure führte über eine Strecke von 105 Kilometer. Nicht weniger als 164 Fahrer starteten in der A-Klasse. Auch Willi Neumann vom Gießener Radfahrer-Verein von 1885 nahm an bie- jem Rennen teil. Der Gießener konnte sich sehr gut Willy Neumann (links) im Gespräch mit dem Vereinsführer des Radfahrervereins 1885, Erwin Hauck. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) durchsetzen. Trotz zweimaligen Sturzes konnte er immer wieder Anschluß an die Spitzengruppe finden. Sieger des Rennens wurde Schultze (Chemnitz) vor G ä n ß l e r (Frankfurt). Wenige Sekunden später lief eine 28 Mann starke Gruppe ins Ziel im Wannsee-Stadion ein. Unter diesen war auch Neumann. Diese 28 Mann wurden alle auf einen Platz gesetzt. Auf Grund ihrer Leistungen wurden 58 Fahrer in die- Nationalmannschaft berufen. Zu dieser zählt nun auch Willi Neumann. — Das nächste Rennen der Nationalmannschaft läuft am Dstersonntag in Hannover. Dort wird der Gießener ebenfalls an den Start gehen. Ateliers eine Geräusch-Bibliothek, die jede gewünschte Art von Lärm sofort gebrauchsfertig liefert und von der ein englischer Fachmann Wunderdinge erzählt. Ein Kellner läßt ein Tablett fallen: bitte sehr, hier haben sie den erforderlichen Krach dazu. Oder soll ein trompetender Elefant, ein schreiendes Baby, ein Sturm auf hoher See sein, wollen Sie galoppierende Pferde, eine Zugentgleisung ober etwa das leise Anschlägen einer Roulettekugel im Spielsaal hören? Es ist nicht mehr nötig, Zeit und Geld mit Suchen und Probieren zu verschwenden. Hier kann man alles haben, nach dem Alphabet georbnei, sofort greifbar. Wenn ein Tonfilm gebreht wirb, fo gibt es immer zwei verschobene Negative, bas eine, bas bie Bilbeinbrücke aufnimmt, bas anbere, bas bie Photographie bes Tones empfängt. Wenn man in bas Mikrophon spricht unb sich bas Negativ bann ansieht, so wirkt es ungefähr, als wäre bie Spur eines Blitzstrahles aufgenommen, ber über bas Blatt hinwegzuckte, unb bas soll nun gerabe bie eigene Stimme fein! Diese Tonfährte kann sogar von ben Männern, bie bie Tonschnitte machen, auf allerlei Arten behanbelt werben. Die Stimme einer Primabonna scheint jeber Einwirkung unzugänglich. Unb boch läßt sie sich ohne Mühe behanbeln: Hier kann ein Stück herausgeschnitten werben, hier kann man ein Mausquieken einflicken ober plötzlich ein paar Meter Jobeln hineinstücken. „Hilde Petersen postlagernd." Eine Neuerscheinung ber Ufa, bie unbestritten schon bessere Lustspiele gebreht hat. Wir können uns oorstellen, baß unter bemselben Titel ein wirklich hübscher unb brauchbarer Film zustanbekäme, unter» haltfam unb lustig, vielleicht sogar ein wenig ernsthaft unb ohne Umstänbe, aber mit sicherem Blick für Menschen unb Dinge aus bem Alltag gegriffen. Hingegen entstaub eine krampfhafte unb langatmige Verwechselungsgeschichte, beren Witz sich auf bie üblichen Schwanksituationen konzentriert. Das Drehbuch schrieb Dinah Nelken nach einer Novelle von K. R. Neubert. Die Spielleitung hat Viktor Janson. Von ben Darstellern: Suse Graf, Alice Treff, Ralph Arthur Roberts und Rolf W a n f a ; sie haben alle vier bas Zeug bazu, ihre schaufpielerischen Gaben auf einem ergiebigeren Felbe zu betätigen. Im Beiprogramm bringt ber Gloria-Palast neben ber For-Wocheu- schau ein zweites Lustspiel, einen Bilbber'cht „Deutsche Arbeiter heute" (von ber Mabeira-Fahrt mit „Kraft. burch Freube") unb einen Vorspan« zu bem Film „Heißes Blut" mit Maritta Röck. — r — fuhr 20 Wirtschaft V Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. IN. Berlin Berlin Sronffurt a.M. Berlin Aranstun a. HL 4-4. 6-4- 6, 126,13 126 ö IZD,10 IZD 4| 117,75 , 117,75 ,1 109,5 I ;l '“I 110 114,4 114,4 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt Schluß!. 4-4- 127 184 101,5 97 97 108,9 1,35 8,65 8,45 8,45 13,6 101,5 50,4 78,5 129,25 90,5 130,75 102,65 170 81,25 36 344 182,5 183 111,4 100,05 98,25 96,5 100,9 92,25 119,75 92,25 120 228 119,5 84,9 19 127,5 128 139 226,75 119,25 84,5 50,25 129,4 90 101,5 169,9 36 349 184 182,5 27,4 91,5 200 165 227 109 165,4 109,25 126 118 0 10 6 6 4 7 15 15,65 111 90,5 91,5 91,5 182,5 139 127,5 226,5 119,65 84,75 19 129 127,9 182,5 165,65 108,75 125,9 118 I101,65 50,4 I 77,75 128,9 । 90,9 1 130,5 101,75 170 81,25 36,13 346 184,5 182,25 139 127,13 226 119,25 84,65 19 127,25 184,4 96,5 101,13 101,65 97 97 108,85 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schlickert L Co Siemens & Halske... Lahmeyer & So A.E.G. Bekula 27,5 | 28,75 200 Klaffe nicht über 250 ccm (30 Runden zu 4,8 Kilometer = 144 Kilometer): 1. Kluge, Zschopau (DKW.), 1:19:18 Stunden = 109 Stundenkilometer (alter Rekord 101,5 Stdkm.); 2. Wood, England (New Imperial), 1:19:51 Stunden = 108,3 Stdkm.: 3. G. Sandri, Italien (Motoguzzr), 96,5 101,25 101,65 97 97 108,85 28,75 1,35 8,65 8,5 8,5 13,65 9,13 9,13 6,8 9,4 5,2 38,5 71 165,25 9' 228 5 109 Elektr. Lieferungsgelellschaft... 5 Licht und Kraft 6 ¥» Felten & Guilleaume 4 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 50,25 129,5 90 102,75 170 o5,75 344 184 182,5 101,75 97 97 108,9 28,75 1,35 8,75 8,5 8,4 13,5 * Erste Notierung der neuen Reichsbahn»Schatzanweisungen und Preuße ns ch ätze. Die 4V2prozentigen Schatzanweifungen der Deutschen Reichsbahngesellschaft, Emission 1936, wurden gestern an der Berliner Börse zum ersten Male notiert. Der Kurs wurde dabei mit 98,50 v. H. festgesetzt. Beim Makler gingen über eine Million Mark um. Ebenfalls neu eingefuhrt und erstmalig notiert wurden die 4'/rprozentlgen Preußischen Staatsschatzanweisungen von 1936, rückzahlbar 1941. Zum ersten Kurs von 99,13 v.H. wurden etwa 200 000 Mark umgesetzt. Rhein-Mainische Börse. INittagsbörfe ruhig, aber freundlich. 1,35 8,5 8,5 13,6 9,13 zurückzulegen, die Seitenwagenkategorie Runden (96 Kilometer). Die Ergebnisse. 1101 109,5 I 136,5 99 118 125 94,5 132,5 88,5 86,75 I I. G. Farben-Jndustrie Scheldeanstalt Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft Al Urheber 32. Forts Kaum d'e Aufs« , "X b R Qutm sich Klei Marie noch lief Mfinn chigt, stets in : > er JUäorbnu' ^Gein U da. chenkte i he einer ./ich erf,qen s Minalde d! Sensdie »"^ie 2Be(en 1 •N j Li- H da. lchen i M)ii beiten Best stellunc Uschis n eins toten j Katers chönde' ö)Qr sj Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. u ~ - 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Großes Gilennede-Rennen Vier deutsche Siege in fünf Hennen. - 80000 Zuschauer. 35,13 | 143,75 126,75 140,5 | 120,75 I 133,75 I — 127,5 138,25 । 182 131 I kdF.Osterwanderung. Am Montag, zweiten Osterfeiertag, wird eine Wanderung von Katzenfurt über Greifenstein, Dianaburg nach Braunfels durchgeführt. Bahnfahrt bis Katzenfurt auf Sonntagskarte (1,50 Mark). Da die Teilnehmerzahl auf 15 begrenzt ist, werden umgehende Teilnahme-Meldungen an die Kreis- dienststelle, Schanzenstraße, erbeten. Sonntagsfahrt nach Köln am 19. April. Am Sonntag, 19. April, fahren wir einen Sonderzug nach Köln, der Domstadt am Rhein. Der Fahrpreis beträgt 3,90 Mark, mit Mittagessen 4,80 Mark. Meldeschluß der Fahrt ist der 11. April. 1:21:53,4 Stunden = 104,2 Stdkm. Klasse nicht über 350 ccm: 1. Mellors, England (Velocette), 1:14:12 = 116,6 Stdkm. (alter Rekord 108,3 Stdkm.): 2. Fleischmann, Nürnberg (NSU.), 1:14:15,3 — 115,4 Stdkm.: 3. Lambert- Meuller, Schweden (Husqvarna), 1:15:20,3. Klasse nicht über 500 ccm: 1. Mansfeld, Zschopau (DKW.), 1:08:52 = 125,4 Stdkm. (alter Rekord 115,6 Stdkm.): 2. Ley, Nürnberg (BMW.), 1:08:59,4 = 125,4 Stdkm.; 3. H. Müller, Zschopau (DKW.), 1:09:27,3 = 124,4 Stdkm. Seitenwagen, Klasse nicht über 6 0 0 c c m (20 Runden zu 4,8 Kilometer = 96 Kilometer): 1. Kahrmann, Fulda (DKW.), 54:24,4 — 106 Stdkm. (alter Rekord 101,4 Stdkm.): 2. Toni Babl, Miesbach (DKW.), 54:55 - 104,9 Stdkm.; 3. Stärkle, Schweiz (NSU.), 55:14 = 104,3 Stdkm. Klasse nicht über 1000 ccm: 1. Stärkle, Schweiz (NSU.), 56:06,4 = 102,6 Stdkm. (alter Rekord 100,2 Stdkm.); 2. Ehrlenbruch, Elberfeld Die Eilenriede-Rennstrecke im Stadtwald zu Hannover bot am Sonntag, dem Tage des ersten großen Motorradrennens in Deutschland, ein überwältigendes Bild: Eine Menschenmenge von 80 000 Motorsportbegeisterten widmete den Ereignissen auf der 8,4 Kilometer langen Dreieckstrahe seine Aufmerksamkeit. Auf der umgebauten und schneller gewordenen Strecke kämpften deutsche und ausländische Fahrer verbissen um den Sieg, und die bereits an den Trainingstagen erzielten Geschwindigkeiten wurden noch weit Überboten. Und darüber hinaus: Sämtliche bestehenden Eilenriede-Rekorde mußten ihr Leben lassen. Eilenriede-Meister wurde wieder Mansfeld auf DKW. mit dem Rekorddurchschnitt von 125,4 Stundenkilometer, ein großer Erfolg, der deutschem Fahrergeist und deutscher Motorenbaukunst ein hervorragendes Zeugnis ausstellt. In den fünf Rennen gab es aber noch drei weitere deutsche Markensiege und zwar durch Kluge (DKW.) in der 250-ccm- Klasse, Kahrmann (DKW.) mit 106 Stundenkilometer und Stärkle (NSU.) mit 102,6 Stundenkilometer in den beiden Seitenwagenklassen. Nur ein Zufall brachte dazu noch in der 350-ccm-Klasse den führenden NSU.-Fahrer Fleischmann um den Sieg; er wurde unglücklicherweise zu früh abgewinkt, so daß ihn der nachfolgende Engländer Mellors auf Velocette gerade noch im Ziel ab- 4% Drllerretchlfwe Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente -% Ungarische Staatsrente v. 1910 41/2% deSgl. von 1913 5% abgest. Goldmexikaner von SS 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1,05, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 197, 3Vt v. H Gotthard 174, Commerzbank 91,25, DD.-Bank 91,50, Dresdner Bank 92, Harpener 123,50, Man- nesmann 87,25, Rheinstahl 119,25, Vereinigte Stahl- werke 84,50, AKU. 50,25, AEG. 36 bis 36,13, BMW. 123,50, Bekula 144, Contl Gummi 182,50, Deutsche Erdöl 117,50, Scheideanstalt 227, Deutsche Linoleum 169,90, Licht und Kraft 141, IG. Farben 165, Gesfürel 134, Holzmann HO, Junghans 88. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. April. Das Weizenangebot ist infolge der Feldarbeiten nicht dringend und findet glatte Aufnahme. Für Roggen besteht bei den Landmühlen nach wie vor lebhafte Nachfrage, die nicht befriedigt werden kann. Auch m norddeutschem Roggen, für den die erhöhte Han- delsspanne bewilligt wird, ist das Angebot spärlich. Braugerste ohne Geschäft, Futtergerste ohne Ange- bot. Das Haferangebot bleibt bei guter Nachfrage immer noch zu klein. Das Mehlgeschäft ist befne- digend, zumal die Vermahlungsquote auch für April nur 7 v. H. beträgt. Biertreber und Malz- keime sind für die kleine Nachfrage ausreichend angeboten. Weizenbollmehl ist nicht mehr dringend angeboten, dagegen haben Nachmehle schleppenden Absatz. Preisgebundene Futtermittel blieben gesucht. Rauhfutter bei reichlichem Angebot schwacher. Es notierten (Getreide je Tonne, olles übrige je 100 Kilo) in Mark: Weizen W 13 213, W16 216, W19 220, W 20 222, Roggen R 12 167, R 15 179, R18 183, R19 185 Großhandelspreise der Muh- len der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Hafer —. Weizenmehl W 13 28,45, W 16 28,70, W 19 28,70, W 20 29,05, Roggenmehl R 12 2245, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mk. Frachtausgleich. Weizennachmehl 16,75 bis 17,00, Weizenfuttermehl 13,00 bis 13,25. Weizenklere W 13 10 65 W16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15. R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,30, Erdnußkuchen m. M. 17,85, Treber 17,75, Trockenschnitzel 9,28 Großhandelspreis ab südd. Fabriken. Heu 7,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,30 bis 3,50, gebündelt 3,00 bis 3,30. Kartoffeln: Industrie hief. Gegend 3,50, gelbfleischige hies. Gegend 340, weiß-, rot- und blauschalige hies. Gegend 3,10 Mk. per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. April. Auftrieb: 454 Rinder (gegen 364 am letzten Montagsmarkt), bar- unter 80 Ochsen, 53 Bullen, 248 Kühe, 73 Färsen; 840 (489) Kälber, 56 (53) Schafe, 4586 (4220) Schweine. Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 30. 3. 45), b) 41 (41); Bullen a) 43 (43); Kühe a) 40 bis 42 (42), b) 34 bis 38 (35 bis 38), c) 28 bis 33 (28 bis 33), d) 25 (25); Färsen a) 41 bis 44 (44), b) 40 (40) c) 35 (—); Kälber andere a) 73 bis 75 (71 bis'74), b) 65 bis 72 (63 bis 70), c) 55 bis 64 (53 bis 62), d) 40 bis 54 (40 bis 52); Lämmer und Hammel und Schafe nicht notiert; Schweme al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51); Sauen gl) 57 (51 bis 57), g2) 50 bis 56 (45 bis 50). Marktverkauf: Rmder und Schweine wurden zugeteilt; Kälber mittelmäßig, ausverkauft: Hämmel und Schafe ruhig, ausver- ^Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 1472 Viertel Rindfleisch, 79 ganze Kälber, 27 ganze Hammel, 121 halbe Schweine, 3 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark (bei Rindfleisch alles Höchstpreise): Ochsenfleisch a) 40; Bullenfleisch a) 76, b) 66, c) 56; Kuhfleisch a) 75, b) 65, c) 54; Färsenfleisch a) 80; Kalbfleisch b) 78 bis 88, c) 70 bis 78: Hammelfleisch b) 90 bis 95; Schweineflel'ch b) höchster 74. Fettwaren: Roher Speck unter 7 Zentimeter höchster 80, Flomen höchster 80. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 3. Gießen. 1. Sie können von dem Vermieter verlangen, daß er die Wohnung in einem zu dem vereinbarten Gebrauch geeigneten Zustand hält. Wenn Sie aber nicht -auf Instandsetzung der Küche klagen wollen, so können Sie die notwendigen Aus- besserungen ftlbst vornehmen lassen und die dafür gemachten Aufwendungen von dem Vermieter erstattet verlangen, da derselbe durch Ihre Mahnung bereits in Verzug geraten ist. — 2. Der Vermieter kann die gesetzliche Miete, besteht aus Friedens- miete und Zuschlag, festgesetzt von der. Gemeinde- behörde in Hundert-Sätzen, nicht von sich aus er- höhen. — 3. Da Sie als Mieter jederzeit bet Aus- zug das Recht haben, die von Ihnen angelegte Lichtanlage wegnehmen zu lassen, bedeutet sie auch keine Wertsteigerung des Hauses, und Sie können daher keinerlei Zahlungen von dem Vermieter ver- langen. — 4. Sie haben einen klagbaren Anspruch auf Instandsetzung des. Hauses, wie zum Beispiel Reparaturen von'Treppenfluren usw. Gutes Einzelhandels-ilmsahergebnis im Februar. Fwd. Nach den Ermittelungen der Forschungsstelle für den Handel lagen die Einzelhandelsumsätze im Februar um 13 v.H. höher, als im Februar 1935. Diese recht beträchtliche Umsatzzunahme durfte sowohl auf eine Über Preissteigerungen hinaus- gehende Vermehrung der umgesetzten Warenmengen, als auch auf ein Steigerung des Oualitätsniveaus zurückzuführen sein. Daneben muß freilich beim Vergleich mit dem Februar des vorigen Jahres die höhere Zahl der Verbrauchstage in diesem Februar berücksichtigt werden: durch den Schalttag und den auf einen Sonntag fallenden 1. März war im Be- ricytsmonat der kurzfristige Bedarf von 30 Tagen mit 5 Sonntagen zu befriedigen, gegenüber nur 28 Tagen mit 4 Sonntagen im Februar 1935. Auch daß der Samstag nach den Gehaltszahlungen sowohl für Ultimo Januar, als auch für Ultimo Februar in den Berichtsmonat fiel, mag hier eine Rolle gespielt haben. Endlich dürsten die veränderten Bedingungen für den Winterschlußverkauf sich auch in einer Zunahme der Umsätze, besonders im Textil- einzelhandel, ausgewirkt haben. M.Teutonia^ Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg 1 — Heuchelheim I 4:1 (2:1). Die 1. Mannschaft von Heuchelheim kam am vergangenen Sonntaa nach Watzenborn-Steinberg, um ein Gesellschaftsspiel auszutragen. Heuchelheim, mit dem Wind im Rücken, spielte etwas nervös, kam öfters weit vor, so daß verschiedentlich die beiden Verteidiger Fett und Jung energisch eingreifen muhten. Nach mehrmaligen Angriffen kam dann endlich Watzenborn-Steinberg durch Lana in Führung. Kurz darauf konnte der Heuchelheimer Halblinke durch schönen Schuß zum Ausgleich aufholen. Dann gelang es Lang wieder, durchzugehen und auf 2:1 für die Gastgeber zu erhöhen. Nach der Pause ein ganz anderes Bild! Nun kamen die Teutonen mit dem Wind im Rücken dauernd vor das Tor der Gäste. Angriffe wurden schön eingeleitet, aber auch genau so zahlreich von den Stürmern verschossen. Heuchelheim kam nur selten zum einen Angriff. Die Gastgeber kamen durch den Mittelstürmer Brückelzuweiteren zwei Toren und damit wurde das Endresultat von 4:1 hergestellt. Handball der Sp.-Vg. 1900. 1900 Jugend — MTV. Jugend 9:7 (4:3). Im Rahmenspiel zum Gaumeisterentscheidungsspiel im Frauenhandball standen sich am Sonntaa obige Jugendmannschaften gegenüber. Wenn es auch feststand, daß die 1900er Jugend gute Fortschritte gemacht hatte, so war ein Sieg gegen die spielstarken Männerturner doch nicht so ohne weiteres zu erwarten. Daß es den Blauweißen dennoch gelang, rückt ihr Können in das beste Licht. Das Spiel begann recht flott. Die Platzbesttzer gingen in Führung. Kurz darauf glichen jedoch die Männerturner aus. Im weiteren Verlauf des Treffens, in der die Gäste die gefälligere Spielweise zeigten, kamen beide Parteien noch zweimal abwechselnd zum Zug. Kurz vor dem Halbzeitpfisf gelang dann den 1900ern die 4:3 Führung. Nach dem 'Wechsel wogte der Kampf hin und her. Die Spieloereinigungsleute waren nun sicherer in ihren Aktionen und brachten dies auch am Wurfkreis zum Ausdruck. Gegen Schluß kam Der MTV. noch einmal auf 7:8 heran, als dann 1900 ein neuntes Tor erzielte, mußte er sich aber endgültig geschlagen werke und Hoesch je 0,50 v. H. niedriger eröffneten. Maschinenaktien lagen uneinheitlich, Daimler 102 (102,75), Eßlinger 88,50 (88,90), aber Muag 89,40 (88,65). Im einzelnen eröffneten Holzmann 0,40 o. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H., Deutsche Linoleum 0,75 v.H., AG. für Verkehr 0,75 v. H., Zellstoff Aschaffenburg 0,75 o. H. und Norddeutscher Lloyd 0,65 v. H. höher, Reichsbank 0,50 v. H. niedriger. Kunstseide AKU., Zellstoff Waldhof und Deutsche Erdöl gut behauptet. Renten lagen gleichfalls sehr ruhig. Altbesitz 111,35 (111,40), Zinsoergütungsscheine 92,40 (92,35), Kommunal-Umschuldung unverändert 87,10, spate Schuldbuchforderungen unverändert 98. Don va- noblen Industrie-Obligationen 6 v. H. Vereinigte Stahlwerke 103,50 (103,25) und 6 v. H. Hoesch 102,75 (102,50). Im Verlause wurde die Haltung am Aktienmarkt infolge der Geschäftsstille zunächst etwas schwächer, wobei die Hauptwerte 0,25 bis 0,50 v. H. nachqaben. Farben-Jndustrie 165 nach 165,50, Mannesmann 86,90 nach 87,25, Vereinigte Stahlwerke 84 nach 84,40, Muag 88,75 nach 89,40. Im weiteren Verlaufe setzten sich wieder kleine Erhöhungen durch, wobei die feste Haltung von AEG., die aus 35,75 nach 35,13 anzogen, etwas anregte. Montan- werte waren jedoch ohne Erhöhung. Die später notierten Werte lagen etwas uneinheitlich, aber überwiegend höher. Feldmühle Papier 128 (126,50), Ilse Genuß 133,50 (132,50), Chade A bis C 349 (344), dagegen Harpener 123,75 (125). Süddeutsche Zucker waren höher gesucht mit etwa cui (199) Am Kassamarkt erhöhten sich Gebr. Fahr auf iu7,5O bekennen. England - Hollhockey-Weltsieger. Die 1. Wettspiele und Europameisterschaften im Rollhockey wurden am Sonntagabend in der Stuttgarter Stadthalle beendet. Das erste Abendspiel Frankreich — Belgien war tabellarisch ohne Bedeutung, es kam hier nur darauf an, ob die Belgier die Runde ohne Punktgewinn beenden würden. Das war auch der Fall, denn die Franzosen gewannen 2:1 (1:0). Im zweiten Spiele Italien — Schweiz fiel dann schon die Entscheidung. Italien und England hatten um diese Zeit je neun Punkte, aber Italien vergab die Gelegenheit, Sieger zu werden, durch ein überraschendes Unentschieden von 3:3, nachdem die Schweizer anfangs 3:0 und bei der Pause 3:2 geführt hatten. England mußte Dann den anschließenden Kampf gegen Deutschland gewinnen, um Endsieger zu werden. Mit 4:0 (4:0) wurde Die deutsche Mannschaft klar geschlagen. England belegte damit den ersten Platz und wurde so Gewinner der 1. Weltspiele und zum neunten Male Europameister. Sportamt „Kraft durch Freude". Achtung, Verlegung von Spotffurfen! In dieser Woche müssen die Sportkurse im Lyzeum wie folgt verlegt werden: Dienstag: Fröhliche Gymnastik, Frauen Don 20.30 bis 21.45 Uhr, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18. Mittwoch: Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Schiller- schule, Schillerstraße. r±.e Donnerstag: Fröhliche Gymnastik, Frauen. Von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr, Schlller- schule, Schillerftraße. Neue kdF.-Sportkurse! Zu folgenden Kursen, welche in der Woche nach Ostern beginnen, können noch Anmeldungen auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, abgegeben werden: Reiten, Fechten, Rollschuhlaufen, Kmder- gymnastik, Schach. Der genaue Beginn der Rur|e wird noch bekanntgegeben. 6.4. 100,65 97,4 102,9 111,25 100,1 98,25 4.4. 100,65 97,4 102,9 111,3 100,1 98,5 96,5 z)eml>,6.Apr'l iümertlani1d)e Noten.............. Belgilckie Noten Dänilcüe Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten • • •• Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Schlußkurs 4-4. 100,7 97,4 Schluß!. Dlittag- börle 6-4. Schluß,. Abend- börse 6-4. Schluß!. Abend« börse 6.4. 100,6 97,4 102,9 111,25 100,05 98,25 96,5 Philipp Holz mann 4 Zementwerk Heidelberg 7 Eementwerk Karlstadt ß| (134). Der Rentenmarkt brachte kaum Veränderungen, auch Pfandbriefe und Stadtanleihen zeigten zumeist die Notierungen vom Samstag. Don fremden Werten waren 5 o. H. Bulgarische Tabakanleihe gesucht, Taxe 9,75 (9,13). Ungarn und Mexikaner lagen teilweise etwas fester. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörfe ruhig. Die Abendbörse hatte bei sehr geringen Umsätzen meist etwas abbröckelnde Kurse, doch betrugen Die Rückgänge nur Bruchteile eines Prozentes. Aschaffenburger Zellstoff etwas mehr ermäßigt um 0 90 vH. auf 90. Favben-JnDustrie bei kleinem Umsatz 165 (165,40). Montan- und Elektroaktien konnten sich auf Mittagsschlußbasis etwa behaupten, Bekula allerdings 0,80 v. H. leichter mit 144 Auch Der Rentenmarkt lag nahezu geschaftslos und unverändert. IG. Farben-Bonds waren nach Dem Rückgang im Mittagsoerkehr erholt au, 133 (131,90). Don fremden Werten erhöhten sich 4proz. Schweiz. Bundesbahn auf 197 (195) und 3V2 o. H. Gotthard auf 174 (171). U. a. notierten: Altbesitz 111,25, 6 v. H. Verein. Stahlwerke 103,25, 6 o. H. IG. Farben-Bonds 133 Reichsbahn-Vorzugsaktien 124,40, 5V2 v H. Franks. Hyp. Liquid. 101,25, 4 v. H. Ungar. Kronenrente börse 6 4- Latum 4% desgl. Serie ll ... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 y*% Anatolier • - Banknoten. eI0 | Zmi'i Saturn | ManSselder Bergbau 5 Kokswerle 6 Rbeinisckre Braunkohlen .... 12 Rheinstahl 4 Bereinigte Stahlwerke 0 Otavt Minen 0 Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln 5, Kaliwerke Salzdetfurth 1¥i\ tura börse Frankfurt a. M., 6. April. Der heutige Börsenverkehr stand schon stark im Zeichen der mehrtägigen Pause durch die bevorstehenden Oster- eiertage. Kundenaufträge waren nur spärlich etn= getroffen, während die Kulisse eine abwartende Haltung einnahm. Auf Grund der wieder zahlreichen günstigen Meldungen aus dem deutschen Wirtschaftsleben blieb die Tendenz weiter fest. Am Aktienmarkt überwogen bei kleinen Umsätzen meist Erhöhungen von etwa 0,50 bis 1 v. H. IG. Farben sehr ruhig mit 165,50 (165,25), ha offenbar keine Sperrmarkkäufe mehr vorlagen. Elektroaktien lagen überwiegend fest Lahmeyer +1,40 v. H., Gesfürel + 0,75 v. H„ Licht & Kraft und Bekula je + 0,50 v. H. AEG. etwas gesucht, zunächst unverändert 35,13, später etwa 35,40. Von Mvntanaktien gewannen Buderus 1,40 v. H. auf eilen 100,40, Mannesmann 0,50 v. H. und Man^elder 'pril. n. P. 3 v. H. auf 138,50, während bereinigte Stahl- Oatum «% Deutsche Reichsanleihe p. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.«Ablös.-Schuld mü Auslos.-Rechten 4x/,% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, I 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) 4yz% ehem.8% Hessische Landes- banl Darmstadt Gold 31.12.... 5y2% ehem. 4N% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLtgui 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhesjen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Golbpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4*4% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriefe 6%% ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe *y2% ehem. 8% Pr. Lanbespfand- vriefanstalt, Pfandbriefe 9t 19 4yt% ehem. 7% Pr. Landespfank» briefcmst., Gold Komm. Obl.VI tzr.-uergutich.BerrechnungSI. 34-38 Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd 0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz« und Pri^t-Bank ... 0 Deutsche Bank und D'.sconto« Gesellschaft 0 Dresdner Bank 0 Reichsbank 12 Buderus 4 Deutsche Erdöl 4 Harpener 0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau 6 Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerle Mannesmann-R Hren fangen konnte. Für die Solo-Maschinen wurde Das Rennen als q erster Lauf zur deutschen M e i st e r s ch a f t (Tornax-Jap), 58:58 = 98,5 Stdkm., 3. Gosse, Köln gewertet, sie hatten 30 Runden (144 Kilometer) | (Tornax-Kolumbus). Schluß« lurS 4.4. Schultheis Patzenhofer 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg 6 Zellstoff Waldhof 6 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 8 Orenstcin & Koppel 0 Westdeutsche Kaufhof p Ehade */• Accumulatoren-FabrU 12 Conti-Gummi 8 Gritzner Mainkrastwerke Höchst a M. Süddeutscher Zucker . Schluß- kurs 4-4. ! sim 9^ üeW11 -m B« (1hen! “ 1 J^lc Otr hie Sommes i | menbe S L I Zitat aus t i Mh"t- ° ziuppensi co HÜ füljrfe dm W, den Semc A alle Gege V In einer t Hitlers-- M qen, M* einzusetzer U zu festige' M gezeigt, ö Opferbere | sozialisti^ r meinschast diesem W samte ötu I meinsame fameradsä ß Wir rufcr Es ist uns ik diesem ko' ft meraden uns imm K rückdenke I Wieder i deutsche wie dam land leb 11 wir uns recht zu 11 Stärke z Kami ? unser fri I fein fan J; sein freu • gend da! dem NS ten am damit ui ■ Stunden U frei von frei von * gerade d wie er s sich die ; Natur n J lammen1 ' ich ihm ausspre sreundsl deuten Was j Univeri ! unsere jffl Uebersc ? als frü \ Arbeit ‘t Schließt 3 teilen zi - ein stets Nee, i weiler i j halten I ;i nochmab I Arbeit i J seines \ io | 6 3 0 Sronffur: a. D\. ,urd börse 4.April 6. April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Lnet Buenos Aire 0,683 0,687 0,684 0,688 Brüssel .... 42,05 42,13 42,06 42,14 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. Danzig..... 54,96 46,80 55,08 46,90 54,94 46,80 55,06 46,90 London.... 12,31 12,34 12,305 12,335 Heliingfors. Paris ..... 5,43 16,37 5,44 16,41 5,425 16,385 5,435 16,425 Holland ... 168,78 169,12 168,80 169,14 Italien .... 19,68 19,72 19,68 19,72 Japan ..... 0,718 0,720 0,717 0,719 Jugoslawien Oslo..... : 5,654 61,86 5,666 61,98 5,654 61,83 5,666 61,95 Wien....... 48,95 11,17 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,19 63,58 11,165 11,185 Stockholm... 63,46 63,42 63,54 81,15 Schweiz ... 80,95 81,11 80,99 Spanien... Prag....... 33,95 34,01 33,97 34,03 10,265 2,485 10,285 10,275 10,295 Budapest .. Neuyork ... 2,489 2,484 2,488 9,13 — — 6,8 6,8 7 9,25 9,25 9,45 5,475 5,2 5,55 38,75 38,4 — 15 15 15 26 25,25 16,13 16 16,25 111,5 111,25 111,75 111,5 112 91,25 90,75 91,25 91,5 91,5 91,5 92 91,5 92 182 182,13 182,25 36,13 34,9 36,25 144 144,4 144,65 127 126,75 126,25 141 140,5 140,65 121 121,5 121,25 134,5 134 134,13 131,5 129,75 132 128,4 127,9 129 138 138,75 138,4 182,5 182,25 181 132,4 131,5 131,9 100,4 99,75 99,75 117,5 118,13 117,5 123,5 125,75 124 93,75 94,4 94,25 162 163 133,5 133 133,65 88,25 88,13 88,4 87,25 86,9 87,25 2,436 2,456 41,92 42,08 54,69 54,91 12,27 12,31 16,335 16,395 168,39 169,07 — — 61,62 61,86 _ — 63,20 63,46 80,81 81,13 33,63 33,77 — — Nr. 83 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, I.April (936 Die Tippgräfin. Vornan von Klothilde v Siegmann Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68. 32. Fortsetzung. Nachdruck verboten? Kaum ein Stück davon hatte ihr gepaßt. Was die Aufseherin ihr auch reichte, war viel zu weit. „Na, bei Ihnen ist es ja nicht für lange", tröstete sie gutmütig. „Und Zeit genug haben Sie ja, um sich Kleider und Schürzen einzunähen." Mariella sah in der Gefangenenkleidung immer noch lieblich aus. Neugierige Blicke ihrer Leidensgenossinnen trafen sie, wenn sie im grünbelaubten Gefängnisgarten, von einer Wachtmeisterin beaufsichtigt, spazieren gingen, zu zweien und allein, stets in regelmäßigem Abstand voneinander. Die ersten Monate hatte Mariella, der Gefängnisordnung zufolge, in Einzelhaft zu verbringen. Trotzdem gewannen die meisten der Mädchen und auch das Aufsichtspersonal sie lieb, denn jedem schenkte sie ein freundliches Lächeln, für jeden hatte sie einen guten Blick. . „Sieht sie in dem blauen Kleid mit dem drel- eckigen Halstuch nicht aus wie ein altholländisches Gemälde?" Die diensttuende Aerztin fragte es eines Morgens die Direktorin der Anstalt. Die nickte. „Sie haben recht, Fräulein Doktor. Das arme Wesen trägt sein schweres Schicksal wie eine Heldin. „Auch wieder eins von den Menschenkindern, das aus Liebe fehlte, und bei denen es einem weh tut daß das Gesetz so wenig Unterschiede machen darf." Mariella ahnte nicht, wie ihr Schicksal viele Menschen beschäftigte. Sie lebte in einer dumpfen Apathie dahin und atmete auf, als sie endlich arbeiten durfte. Befragt, was sie könne, meldete sie sich zur Herstellung feiner Handarbeiten oder an die Schreibmaschine. Zuerst saß sie täglich acht Stunden lang in einsamer Zelle — ihre Gedanken bei ihrem toten Verlobten, bei dem ungewissen Schicksal ihres Vaters, bei Annina. Dabei strickte sie fleißig. Die Hände gehorchten ihr rein mechanisch. Nicht umsonst war sie in jenen sonnigen Tagen in „Maidlis Glück" Frau Aeschis beste Handarbeitsschülerin gewesen. Und als die vier Wochen Einzelhaft vorüber waren, die Mariella, im Gegensatz zu unzähligen anderen Gefangenen, als wohltuende Erleichterung empfand, kam sie in eine der Tagesgemeinschafts- zellen, in denen mehrere Mädchen zusammen arbeiten und miteinander plaudern durften. Dort war es, daß zum ersten Male seit langer, ach, wie langer Zeit der Name Heßling wieder an ihr Ohr drang. Der junge Anwalt hatte eine der Gefangenen, die eine schwere Urkundenfälschung begangen hatte, vor dem Zuchthaus bewahrt, und mit begeisterten Worten pries diese seine Güte und seine Klugheit. „Schade, daß so ein Mann sterben mußte!" seufzte Nummer 15 bitter. „Er war nicht nur klug, sondern auch gut. Er hat es sogar fertigbekommen, daß meine Eltern mich wieder aufnehmen, wenn ich hier 'rauskomme Keine Ruhe hat er ihnen gelassen, bis Mutter es mir schriftlich versprochen hat." Tränen verdunkelten ihren Blick. „Warum nimmst du an, daß er gestorben ist, Hilde?" Mariella, die um keinen Preis in diesen Mauern anders handeln wollte als ihre Leidensgenossinnen, und sie ebenso duzte, ohne nach Nam' und Art zu fragen, wußte selbst nicht, wie sie zu dieser plötzlichen Bemerkung kam. Hilde hob nachdenklich den Blick von der Arbeit, an der sie, gemeinsam mit Mariella, arbeitete. „Ich erinnere mich noch ganz genau, wie das war, als ich ihn zum letzten Male sah, den Doktor Heßling. Aber sag mal, du kennst ihn wohl auch, Ella, daß du dich so dafür interessierst?" Die kleine Principessa murmelte etwas Undeutliches. „Also", nahm ihre Mitgefangene die unterbrochene Rede wieder auf, „ich weiß noch ganz genau, wie das war, als ich ihn zum letzten Male sprach. Ich wollte mich bei ihm bedanken, daß er mich von dem Zuchthaus freibekommen hatte und ich nur zum ,Barnim' kommandiert wurde. Wie ich nun so in seinem Wartezimmer hockte, rauschte plötzlich eine Frau herein — ich sage dir, so was Pickfeines sieht man selten. Einen ganz hellen Pelzmantel hat sie angehabt und ein wunderbares Kleid. Und ein Gesicht sag' ich euch: schön, aber böse! Dellern hieß Eemesterbeginn-Appell der Universität Aus der Provinzialhauptstadt ginnt Tageskalender für Dienstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen) im Haus der Deutschen Arbeitsfront; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad. — Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Der tolle Christian". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Hilde Petersen postlagernd!". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der junge Graf". Stadttheater Gießen. Heute Abend Erstaufführung der historischen Dichtung „Der tolle Christan", ein Drama aus dem Dreißigjährigen Krieg von Th. Haerten. Spielleitung: Der Intendant. Mitwirkende: Damen: Birkmann, Fornallaz, Markgraf, Stirl; Herren: Bley, Frickhoeffer, Greif, Hub," Kühne, Lindt, Lüpke, Mosbacher, Nieren, Neuhaus, Rosenthal, Schorn, Seitz, von Spallart, Volck, Weiser, Wrede. Dauer von 20 bis 22.45 Uhr. 25. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Veranstaltungen in der Karwoche. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit, daß am Karfreitag in Gast- und Schankwirtschaften keine Konzerte, Tanzveranstaltungen usw. abgehalten werden dürfen. Dagegen kann den Lichtspieltheatern gestattet werden, Filme, die dem Ernst des Tages angepaßt find, zu zeigen. Am Vorabend des Osterfestes (Karsamstag) find öffentliche Tanzveranstaltungen verboten. Reichsautobahnarbeiten bei Steinbach Aus unserem Nachbarorte Steinbach wird uns heute Vormittag berichtet: Die Arbeiten an der Reichsautobahn in unserer Gemarkung haben begonnen. Zunächst wird die Bahn in ihrer Breite abgepflöckt, um es den Landbesitzern zu ermöglichen, den nicht in Anspruch genommenen Teil der Grundstücke zu bestellen. Gleichzeitig wird durch Bohrungen und Erdprobenentnahme der Baugrund für die Brücken untersucht. In unserer Gemarkung sind drei Brücken erforderlich. Die Straßen Steinbach—Lich, Steinbach —Albach und Albach—Oppenrod werden unter der Autobahn durchgeführt. Der Autobahnhof kommt unterhalb Steinbach zu liegen, die Zufahrtsstraße von Gießen wird durch das Dorf gehen. Wie man hört, sollen im Zug der Dorfstraße nach Lich bzw. nach Gießen der Ädolf-Hitler-Straße einige unübersichtliche Kurven beseitigt werden; das ist nur durch Beseitigung von Häusern möglich. Auch mußte ein Einwohner, der bereits die Fundamente für sein geplantes neues Wohnhaus fertiggestellt hatte, sein Bauvorhaben an dieser Stelle aufgeben, da dort ge- Köstlicher Dorabens. Wir alle kennen diesen köstlichen Vorabend. Immer dann, wenn ein Fest bevorsteht, wie jetzt das Osterfest, erleben wir ihn. Er kann so köstlich sein, daß er in uns weit länger nachschwingt, als das Fest selbst. Was diesen Vorabend so köstlich macht, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Was sollte man auch beschreiben? Es geschieht ja am Vorabend noch nichts. An diesem Vorabend erwarten wir noch niemanden, und auch uns erwartet noch niemand. Und dennoch: In dem Augenblick, in dem wir unsere Arbeit am Vorabend des ersehnten Festes hinlegen dürfen, weil diese Arbeit nun ausruhen darf, und weil auch wir nun ausruhen dürfen, in diesem Augenblick beginnt das Köstliche. Wir find frei. Nicht, daß wir unter der Arbeit geseufzt hätten! Nicht daß sie uns irgendwie zuwider gewesen wäre! Aber das Gefühl, daß wir selbst nun einmal die Hauptsache sind, daß wir uns ohne Gewissensbisse getrost ein wenig gehen lassen können und auch hingehen können, wohin wir wollen, dieses Gefühl ruft in uns jene leise, berauschende Stimmung hervor, die uns für nichts feil ist. Und bann treten wir auf die Straße hinaus. Sie sieht dann ganz anders aus. Seltsam, daß meist an einem solchen Vorabend die Sonne scheint! Ist das nur Zufall?- Wir wissen es nicht. Aber selbst, wenn die Sonne nicht scheinen und es regnen würde, so würden wir diesen Regen kaum spüren. Denn in uns selbst ist so viel Sonne, daß alle trübe Stimmung alsbald aufgetrocknet wäre. Auch in anderen Menschen ringsum scheint die Sonne. Auch diese. sind drauf und dran, einen köstlichen Vorabend zu erleben. Oder mir haben noch schnell eine Besorgung zu machen. Köstlich ist das, einmal nicht so gehetzt zu jein! Und: haben wir auch genug Ostereier besorgt? Flugs werden noch einjge hinzugekauft. Und obendrauf kommt ein buntes Sträußchen Oiterblumen. Die Hausfrauen eilen noch sehr geschwind in diesen Laden oder in jenen. Aber fie murren nicht, daß sie etwas vergessen hatten. Wer möchte nicht schon ein wenig die Nase in die Feststimmung jtecken, die nun langsam uns alle 3U erfüllen be- wollen, so wird noch manche Umgestaltung erforderlich sein, manche alte liebgewordene und in der Vergangenheit wertvolle Formen werden fallen müssen, um neuen Formen Platz zu machen, bte besser zum Ziele des Führers passen. Wir wissen, daß von vielen unter uns schmerzliche Opfer gefordert werden müssen. Aber machen wir uns klar, daß die großen Wendepunkte in der Geschichte eines Volkes stets herbe Opfer erforderten. Machen wir uns klar, daß der Führer uns niemals dahin hätte bringen können, wo wir heute stehen, wenn er nicht von jeher von feiner Gefolgschaft Opfer gefordert hätte unb.roenn die Gefolgschaft nicht stets bereit gewesen wäre, jedes Opfer zu bringen. So möge jeder, der sich zum Führer bekannt hat, bereit sein, ihm weiter die Treue zu halten und bereit sein zu jedem Opfer, das die Gemeinschaft unseres Volkes und die Zukunft unseres Volkes von ihm fordert. Der Führer hat noch nie von feiner Gefolgschaft ein Opfer gefordert, das nicht nachher dem deutschen Volke zum Segen wurde. Wenn wir in diesem Geiste, in der Bereitschaft zum Opfer und in dem Willen zur Ueberwindung aller Reibungen, im Geiste der Kameradschaft und der Volksgemeinschaft an unsre Arbeit Herangehen, dann wird unserer Arbeit der Erfolg nicht versagt sein und bann werden wir sie beschließen können in dem Bewußtsein, an unserem kleinen Teil mitgeholfen zu haben am großen Werk unseres Führers. Ein dreifaches Sieg-Heil auf Führer und Volk und das Horst-Weffel-Lied beschloß den eindrucksvollen Eröffnungsappell. Am gestrigen Montagnachmittag versammelten sich die Dozenten und Studenten in der Neuen Aula zu einem gemeinsamen Appell aus Anlaß des Beginns des Sommer-Semesters. Das Lied „Wohl auf Kame- raoen! leitete die Zusammenkunft ein. Dann begrüßte öer Rektor Prof. Or. pfahier die Versammelten, die neuen Dozenten einiger Fakultäten, die seit diesem Semester zum ersten Male an unserer Universität lesen. Ferner gab der Rektor Erlasse des Reichskultusministeriums und der SA.-Führung, außerdem den Semester-Plan für das Sommer-Semester 1936 bekannt, lieber das kom- menöe Semester stellte Professor Pfähler ein 3itat aus Kolbepheyers Paracelsus-Trilogie und ermahnte alle, den am 29. März gezeigten Gemeinschaftsgeist festzuhalten und unter der Hakenkreuzflagge weiter zu marschieren. Der Leiter der Studentenschaft und Hochschul- gruppenführer des NSDStB. cand. meö. vet. Albert Frank führte dann ungefähr folgendes aus: Im kommenden Semester wird und muß es unsere Aufgabe fein, alle Gegensätze und Streitigkeiten zu überbrücken. In einer Zeit, da das weltgeschichtliche Werk Adolf Hitlers es erfordert, Opfer in jeder Hinsicht zu bringen, ist es unsere Pflicht, unsere ganzen Kräfte einzusetzen, um unser schwer errungenes neues Reich zu festigen. Gerade der Reichsleistungswettkampf hat gezeigt, daß es möglich ist, bei gutem Willen und Opferbereitschaft erfolgreich für unseren nationalsozialistischen Staat zu arbeiten. Möge dieser Gemeinschaftsgeist, der zweifellos alle Kameraden in diesem Wettkampf beseelte, übergehen auf die gesamte Studentenschaft, dann wird und muß der gemeinsame Weg gefunden werden, auj dem wir kameradschaftlich in die Zukunft marschieren können. Wir rufen alle Freiwilligen zur Aufbauarbeit auj. Es ist unser ehrlicher und unerschütterliche Wille, in diesem kommenden Sommer-Semester euch als Kameraden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Laßt uns immer an die schweren Stunden und Tage zurückdenken, die unser Volk und Vaterland erlebten. Wieder wie einst muß der Geist von Langemarck deutsche studentische Jugend bejeelen, denn heute wie damals gilt unsere Losung allein: für Deutschland leben, arbeiten, kämpfen und sterben! Wenn wir uns das stets vor Augen halten, vermögen wir recht zu ermessen, was Einigkeit und gemeinsame Stärke ausmacht. Kameraden! Es ist uns eine große Freude, daß unser früherer Lehrer, Herr Geheimrat Sommer, fein kameradschaftliches, und ich darf wohl sagen, jein freundschaftliches Verhältnis zur deutschen Jugend dadurch zum Ausdruck gebracht hat, daß er dem NSDStB. ein Haus mit einem großen Garten am Unteren Hardthof zürn Geschenk machte, damit unsere Kameraden in ihrer Freizeit wahre Stunden der Muße und (Erholung verleben können, frei von den Sorgen des Alltags und vor allem jrei von wissenschaftlichen Fachsimpeleien. Es war gerade der Wunsch des Herrn Geheimrat Sommer, wie er in seiner Schenkungsurkunde angibt, daß sich die Studenten dort draußen in Gottes freier Natur wirklich zur Ruhe und nicht zur Arbeit zujammenfinden. Es ist wohl der Wunsch aller, daß ich ihm heute unseren allerherzlichsten Dank dafür ausspreche und vor allem nochmals für seine so freundschaftliche Gesinnung seinen Gießener Studenten gegenüber. Was die studentische Selbstverwaltung an unserer Universität anbetrifft, so kann ich berichten, daß unsere derzeitige Kassenlage mit einem erfreulichen Ueberschuß abgeschlossen hat. Wir sind nun mehr als früher in der Lage, die Fachschaften in ihrer Arbeit zu unterstützen und die Lager zu beschicken. Schließlich ist es mir eine große Freude, euch mitteilen zu können, daß unser Kamerad Schuster, ein stets bewährter und treuer Kämpfer für unsere Idee, vom Reichsstudentenbundsführer Derichsweiler die silberne Ehrennadel des NSDStB. erhalten hat. Und nun, Kameraden, bitte ich euch nochmals, schließt die Reihen, stellt euch mit eurer Arbeit unter die ^ahne des Dritten Reiches und seines herrlichen Führers! So wünsche ich euch allen ein frohes und vor allem erfolgreiches Semester, damit ihr alle gern an eure Alma mater Ludoviciana zurückdenkt. Im Anschluß an den Hochschulgruppenführer sprach der Prorektor der Universität Professor Or. Hummel. Er wies einleitend aus die jüngste weltgeschichtliche Tat des Führers vorn 7. Marz 1936 und die dadurch wiederhergestellte volle Souveränität des Reiches über das gesamte Reichsgebiet hin, enn- erte an die überwältigende und begeisternde Vertrauenskundgebung des deutschen Volkes für feinen Führer bei der Reichstagswahl am 29. März und sagte dann u. a. weiter: Der Gedanke und Wille des Führers hat uns endlich zu einem Volk werden lassen. Im Bewußtsein dieser gewaltigen und einzigartigen Tatsache wollen wir unsere Arbeit im neuen Semester beginnen. Wir wollen dem Gedanken der endlich erreichten Gemeinschaft auch in unserem Kreise Rechnung tragen, und wir wollen tue Zwietracht vergessen, die auch in unseren Reihen herrschte. Das Bewußtsein dieser grundlegenden Gemeinschaft muß uns helfen, im Geiste der Kameradschaft und des gemeinsamen Dienstes am Volke hinwegzukommen über* Widerstände und Reibungen, die sich in jeder lebendigen Gemeinschaft natürlicherweise ergeben müssen. Der Führer hat uns zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammengefügt, sorgen wir dafür, daß wir nicht wieder auseinanderfallen. Wenn wir dieses Ziel erreichen Hauseinsturz in Mainz. Glücklicherweise niemand verletzt. Der Hauseinsturz in der Mainzer Altstadt. Wie eine Theaterkulisse wirkt das Haus, dessen Seitenwand völlig einstürzte. (DNB.-Heimatbilderdienst. — Photo: Petri.) LPD. Mainz, 6. April. In der Rochusstraße in der Mainzer Altstadt stürzte am Samstagmorgen kurz nach 6 Uhr, als fast alles noch schlief, die Seitenwand eines Hauses ein. Glücklicherweise hatten die Bewohner dieses Hauses schon vorher ein Rieseln in den Wänden vernommen und sofort die gefährdete Hausfeite verlassen, so daß kein Opfer an Menschenleben zu beklagen ist. In dem gegenüberliegenden Haus wurden durch die stürzenden Gesteinsmassen alle Fenster zertrümmert. Die Unglücksstätte bietet einen seltsamen Anblick, da das Haus nun auf der einen Seite völlig offen ist und einen Einblick in die verschiedenen Zimmer der einzelnen Stockwerte gibt. rade die Zufahrtstraße nach dem Autobahnhof entlangführen wird. Deutsche Läaerschast. Jagdkreis Gießen. Die nächste Prüfung zur Erlangung des ersten Jagdscheines findet am Samstag, 2. Mai, statt. Anmeldungen, zusammen mit einem Lebenslauf und Führungszeugnis, sind bis zum 15. April einzureichen an den Kreisjägermeister, Gießen, Stephan- straße 4. Gleichzeitig ist die gesetzliche Prüfungsgebühr in Höhe von 10 Mark auf dessen Postscheckkonto Frankfurt a. M. 69 886 einzuzahlen. Ort und Zeit der Prüfung werden den sich Meldenden unmittelbar mitgeteilt werden. Furunkel im Gesicht. Ein Furunkel im Gesicht ist nicht leicht zu nehmen; er bedroht die Gesundheit stärker, als ein Furunkel am Arm oder Bein. Die Gesichtshaut ist ziemlich straff mit der unter ihr liegenden Muskulatur verbunden, fo daß der Krankheitserreger die Möglichkeit hat, verhältnismäßig schneller in die Tiefe zu bringen, als das am Arm ober Bein geschieht, wo zwischen Haut unb Muskulatur ein ziemlich bickes Bindegewebe besteht. Die Blutabern ober Venen liegen im Gesicht zum Teil gleich unter sie ober Hellern ober fo ähnlich. Ich hab's gehört, wie sie angemelbet würbe. Rotgolbene Haare wie ein Filmprinzessin und ein schneeweißes Gesicht. Aber nicht gemalt, sonbern Natur. Unb einen Ring mit einer ganz riesenhaften schwarzen Perle unb einem großen Brillanten." Tante Annina!, bachte Mariella. Sie mußte sich beherrschen, um ihre Aufregung nicht zu verraten. Dann fuhr Nummer 15 in ber Erzählung fort: „Na ja, wie bas so ist, sie kam natürlich vor mir an bie Reihe. Unb weil ich meinen Freunb nicht unnötig lange auf mich warten lassen wollte, rief ich ihn von der Telephonzelle aus an, bie bei Heßling im Korribor ftanb. Unb als ich roieber 'rauskam, rauschte bie schöne Frau gerabe aus einem anberen Zimmer heraus." Neugierig hatten jetzt auch bie beiden anderen Gefangenen, die in der gleichen Zelle beschäftigt waren, zu arbeiten aufgehört und lauschten gespannt Hildes Worten. „Wie gesagt, die Frau muß was ganz Feines gewesen sein", fuhr fie fort. „Denn ich hörte sie vor sich hinmurmeln: ,Er liebt also meine Pflegetochter, dieser Heßling!'" „Das — hast du gehört?" Mariella sagte es mit mühsam unterdrückter Aufregung. Erstaunt sah die Sprechende sie an. „Na, was'n?" Marietta schluckte schwer, unb bie anberen Mäb- chen riefen voller Neugier: „Weiter, weiter! Das klingt ja wie ’ne Zeitungsgeschichte!" „Na ja" — Httbe schien befänftiat —, „unb bann kam ich an bie Reihe. Doktor Heßling saß vor seinem Schreibtisch unb machte ein Gesicht — ein Gesicht, sag' ich euch, als ob ihm was Schreckliches passiert wäre. Plötzlich sieht er mich an unb sagt so halblaut zu mir: Wisjen Sie, wie einem Menschen zumute ist, ber fein Liebstes verloren hat, Fräulein Zischte?'" In ihrer Erinnerung vertieft, nannte Httbe sogar ihren Namen. Doch keine ber gespannt Zu- hörenben achtete barauf. „Na, ich bebanfte mich bann auch bei ihm schön. Unb zum Abschieb schüttelte er mir fo boll bie Hanb, wie er es sonst niemals getan hat. Unb bann brachte er mich noch zur Tür unb sagte: ,Wenn wir uns nicht mehr Wiedersehen sollten, Fräulein Zischte, halten Sie ben Kopf oben unb machen Sie nie roieber faule Sachen, solange Sie auch leben mögen.’ Unb bann ftanb ich roieber im Korribor unb ging fort. Na, und wer will nun bestreiten, daß er sich aus unglücklicher Liebe bas Leben genommen hat, roo er boch am nächsten Tage auf Nirnrnerroiebersehen verschrounben ist?" Ein leiser Wehlaut ließ bas Mäbchen herumfahren. Die kleine Prinzessin war in wttbes Schluchzen ausgebrochen — bie Arme auf ben Tisch gelegt unb das Gesicht daraufgepreßt, weinte sie hemmungslos. 21. Kapitel. Schicksalsfäden. „Insel der Erwartung" hatte die deutsche Besatzung des Luftschiffes das Eiland im Uelle genannt, roo alles voll gespannter Neugier der Rückkehr Heßlings unb feiner „Speranza I" harrte Drei Tage waren feit feinem Abflug vergangen, und man fing bereits an, sich um ihn zu sorgen. Besonders bei Herzog Enrico wurden Erinnerungen an frühere Expeditionen wach, die alle hoffnungs- froh begonnen und so trübe geendet hatten. Die besorgten Gedanken des Herzogs galten in erster Linie Mariella und ihrem Schicksal. Er verstand es nicht, daß er es vor seiner Ausreise nach Afrika verabsäumt hatte, sie unter ben Schutz ber italienischen Botschaft in Berlin stellen zu lassen. Das mußte unbebingt nachgeholt werben, sobald er in bie Heimat zurückgekehrt war. Ein jubelnbes Rusen riß ihn aus seinem Grübeln. „Sie kommen — sie kommen?" Schreie von bem Luftschiff her unterbrachen feine Gebauten. Gleich- Zeitig härte er ein Surren unb sah in einiger Entfernung von ber Insel einen schwarzen Punkt am Himmel auftauchen, ber sich rasch vergrößerte. „Gottlob!" Ein Seufzer ber Befreiung entrang sich bem Herzog. Unb wie sein jüngster Matrose, lief er ins Freie, um bei ber Lanbung babei zu fein. Die Maschine war zu Boben gegangen. Heßling unb Jaan sprangen, unverletzt unb braungebrannt, zu Boben. Doch was war bas? Da kam ja noch ein Weißer zum Vorschein! Unb ein junges, ganz hellfarbiges Mäbchen, das fchwankenb unb wie ge* blenbet, auf ben Arm bes Fremben gestützt, ihm entgegenschritt. (Fortsetzung folgt!) der Haut und stehen mit den großen Halsneroen und den Venen der Schädeldecke und der Gehirn- haut in Verbindung. So ist es den Krankheitserregern im Gesicht leichter gemacht als sonst, in die Blutadern einzudringen, und es ist verständlich, daß der Rus des Gesichtsfurunkels nicht gut ist. Man toll ihn vor allem nicht ausdrücken, weil man dadurch den Eitererreger in die Blutadern hineinpreßt. Man soll nicht kauen und nicht viel sprechen, denn beides bewegt den Krankheitsherd und kann die Ausbreitung der Krankheitserreger fördern; also flüssige Nahrung und Vermeidung jeder körperlichen Anstrengung, unter Umständen völlige Bettruhe. Fieber oder gar Schüttelfrost beim Gesichtsfurunkel ist eine ernste Mahnung, sofort den Arzt zu holen. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 7. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10%, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 11, Wirsing, das Pfund 20 bis 25, Weißkraut 15 bis 18, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 50 bis 60 Pf., Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 35 bis 70, Kartoffeln 5, 10 Pfund 45 Pf., der Zentner 3,70 bis 3,90 Mk., Aepfel, das Pfund 20 bis 50 Pf., Zwetschenhonig 40 bis 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 25 bis 50, Salat 20 bis 35, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 15 Pf. * ** Von der Universität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Dozent an der Univerfität Berlin Dr. K i e n a st ist durch Verfügung des Herrn Reichs- und preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung mit der Versetzung der ordentlichen Professur für Mittelalterliche Geschichte an unserer Universität im Sommersemester 1936 beauftragt worden. ** Die städtische Kanalgebührenordnung hat einen Nachtrag erhalten, der mit Wirkung vom 1. April 1936 ab in Kraft getreten ist. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Stadtverwaltung ersichtlich. ** D i e Allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen gibt in unserem heutigen Anzeigenteil bekannt, daß ihre Kasse am kommenden Samstag für den öffentlichen Verkehr geschlossen bleibt und die fälligen Krankengelder bereits am Mittwoch und Donnerstag bezahlt werden können. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Kleine Unfälle. Der 35jährige Former Philipp Schad aus Hausen, der in Gießen beschäftigt ist, erlitt gestern bei seiner Arbeit erhebliche Verbrennungen am linken Unterschenkel. Er wurde sofort in die Chirurgische Klinik gebracht. — Gestern stürzte ein etwa zehnjähriger Junge von einem Garagendach auf die Erde und mußte mit einem Armbruch in die Klinik gebracht werden. Oie Gießener Polizei im März. Bericht der Gießener Polizeidirektion. Wenn man die Einwohnerzahl der Stadt Gießen lediglich nach der Tätigkeit des Einwohnermeldeamtes beurteilt, so läßt sich für den vergangenen Monat März eine Verminderung um etwa 100 Personen feststellen (Zuzüge 545 Personen, Wegzüge 638 Personen). Diese Feststellung entspricht jedoch keinesfalls den tatsächlichen Verhältnissen, weil hier die Zahl der Geburts- und Sterbefälle (die bekanntlich bei dem Standesamt eingetragen werden), unberücksichtigt geblieben ist. Von der Gewerbe polizei wurden im Monat März 51 Betriebe einer Kontrolle unterzogen. Diese Kontrollen, die außer den ständigen Revisionen durchgeführt wurden, erstrecken sich hauptsächlich auf die Nacheichung der Maße und Gewichte. Zwei Milchkontrollen, die ebenfalls erfolgten, ergaben die Nachprüfung von 240 Kannen Milch. Die Zahl der im Monat März erhobenen und dem Chemischen Untersuchungsamt zugeleiteten Lebensmittelproben beträgt 7. Wie in den letzten Monaten, so war auch im abgelaufenen Monat eine ständige Inanspruchnahme der Gewerbepolizei durch die Ueberwachung der Preisgestaltung, sowie der Kennzeichnung von Lebensmitteln (Eier, Butter usw.) zu verzeichnen. Die Zahl der Betriebsunfälle, die bei der Gewerbeabteilung zur Anmeldung gelangten, beträgt 73 und hat sich im Vergleich zum Vormonat um 8 erhöht. Auf Ersuchen der Berufsgenossenschaften wurden 28 polizeiliche Unfalluntersuchungen (gegen 21 im Monat Februar) durchgeführt. Von der Kriminalpolizei stelle wurden 162 Anzeigen wegen begangener Verbrechen und Vergehen bearbeitet. Es soll hier nur die Zahl der wichtigsten Straftaten angegeben werden: Betrug 31, Diebstahl 44, Einbruch 5, Brände 9, Körperverletzung 15, Meineid 1, Unterschlagung 13, Urkundenfälschung 2, Widerstand 1, Sittlichkeitsdelikte (Abtreibung, Kuppelei, Vornahme unzüchtiger Handlungen und Sittlichkeitsverbrechen) 8; außerdem wurden von der Kriminalpolizei 4 tragische Ableben, 16 Gnadengesuche und 7 Dermißtenan- zeigen bearbeitet. Aus Ersuchen auswärtiger Behörden wurden in 36 Fällen Ermittlungen zur Aufklärung von Straftaten durchgeführt, während weiterhin noch in 302 Fällen Amtshilfe geleistet wurde. In 15 Fällen wurden Tatortaufnahmen gefertigt. Der Erkennungsdienst hatte 3 Personen zu behandeln. Zu dieser Tätigkeit der Kriminalpolizei kommt noch die Sicherstellung von 6 Fahrrädern und die Durchführung von 14 Kontrollen der Gastwirtschaften und Herbergen. In bezug auf Beachtung der Verkehrsoorschriften kann erfreulicherweise festgestellt werden, daß eine ganz erhebliche Besserung auf diesem Gebiet eingetreten ist. Während im Monat Februar noch 461 Strafanzeigen wegen Zuwiderhandlung gegen die Verkehrsvorschriften erstattet wurden, wurden im Monat März nur 205 solcher Anzeigen vorgelegt. Hiervon wurden nur 96 Anzeigen an die Gerichtsbehörde weitergeleitet; in den übrigen Fällen handelte es sich um Uebertretungen geringfügiger Natur. Gegen die hierbei in Frage kommenden Personen wurden nur gebührenpflichtige Verwarnungen verfügt. Die Zahl der im Berichtsmonat gemeldeten Verkehrsunfälle beträgt 20. Bei 10 Unfällen sind Personen verletzt worden (3 Schwerverletzte, 7 Leichtverletzte), während bei den übrigen Verkehrsunfällen lediglich Sachschaden entstanden ist. I ------------------ Oberheffen. Ratsherrensitzung in (Schotten. □ Schotten, 6. April. In einer Sitzung der Ratsherren, die in Gegenwart des Kreisleiters K r o m m stattfand, wurde der neu in den Gemeinderat berufene Ratsherr Karl Mei- s k i von Bürgermeister M e n g e l in sein Amt eingeführt und vereidigt. Kreisleiter K r o m m richtete eine Ansprache an die Ratsherren, in der er betonte, die Ratsherren hätten keinerlei Sonderinteressen zu vertreten, sondern sie müßten sich als selbstverantwortliche Männer ihre eigene Meinung über die kommunalen Angelegenheiten bilden, stets das Allgemeinwohl über alles stellen und dem Volksganzen dienen. Kreisleiter Kromm überreichte hierauf dem neuen Ratsherrn die Berufsurkunde. Im weiteren Verlaufe der Sitzung beschäftigten sich die Ratsherren mit der Beratung über die weitere Verwendung des Grundstücks „Posthäuschen". Es wurde die Auffassung vertreten, daß diese altbekannte Gaststätte unbedingt erhalten bleiben müsse. In dieser Angelegenheit sollen weitere Verhandlungen geführt werden. Sodann wurde die Sitzung mit Sieg-Heil-Rufen auf den Führer geschlossen. werer Betriebsunfall. * Hungen, 6. April. Der 42 Jahre alte Bergmann Johannes Rahn von hier erlitt am heutigen Montag bei seiner Arbeit auf der Grube „Wilhelm" einen schweren Unfall. Mit erheblichen inneren Verletzungen mußte der bedauernswerte Mann durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in Gießen nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden. Der Verunglückte wurde sofort operiert Sein Befinden ist ernst. Landkreis Gießen * Annerod, 6. April. Am Samstag hielt die hiesige Freiwillige Feuerwehr ihre ordentliche Jahresschluß-Generaloersammlung ab. Der erste Kommandant Kam. Wächter erstattete^ den Jahresbericht, aus dem hervorging, daß im verflossenen Jahre 8 Hebungen abgehalten wurden und die Inspektion der hiesigen Wehr die Bewertung „Gut" erhielt. Dem Rechner wurde im Anschluß an seinen Bericht Entlastung erteilt. Der Kommandant wies weiter darauf hin, daß im Dritten Reich unter unserem Führer Adolf Hitler die Freiwilligen Feuerwehren in ihrem Ansehen gegenüber früher wesentlich gehoben worden seien und daher jeder Feuerwehrmann die Pflicht habe, sich durch eine disziplinierte, soldatische Haltung des gesteigerten Ansehens würdig zu erweisen. Die Versammlung wurde in Üblicher Weise geschlossen, anschließend blieben die Kameraden noch einige Stunden in froher Geselligkeit beisammen. wg Großen-Buseck, 6. April. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde ein Geländetausch beschlossen, durch den es der Gemeinde möglich wird, einen Steinbruch zu erwerben. Dem Turnverein 1899 wurde die Genehmigung erteilt, auf dem Gemeindegarten bei der neuen Schule auf dem Tale eine Turnhalle zu errichten. Bürgermeister Rebholz gab die Ablösungssumme für das Landbesteuerungsrecht der Gemeinde Trohe bekannt; sie beträgt 4505 Mark. Beschlossen wurde im weiteren Verlaufe der Sitzuna, die Kanalisation unseres Dorfes in jährlichen Abschnitten fortzusetzen, und zwar in der Bismarckstraße, im Alten- Busecker Weg, in der Zeilstraße und in der Bahnhofstraße. Zur Finanzlage der Gemeinde teilte der Bürgermeister mit, daß die Belastung infolge der Kosten, die sich aus dem Abschluß der Feldbereinigung ergaben, gestiegen sei. Die Gemeinde hat für die Mehrzuteilung von Gelände und Obstbäumen 7000 Mark und für den Hauptgeldausgleich 21 000 Mark zu entrichten. — Die Gemeindeverwaltung hat zur Förderung der Erzeugungsschlacht auf der Löser und in der Unterstruth je einen Morgen Wiesengelände mit Maulbeerbäumen zur Seidenraupenzucht anpflanzen lassen. Beide Stücke sollen zur Instandhaltung an einen privaten Inhaber vergeben werden. — Nachdem im vergangenen Jahre die im Gemeindebesitz befindlichen Ob ft bäume einer gründlichen Spritzung unterzogen worden waren, wurde in diesem Jahre bereits ein Drittel aller in Prioatbesitz befindlichen Obftbäume einer Spritzung unterworfen. — In den letzten Tagen wurden zur Bekämpfung der Rabenplage Gifteier ausgelegt. Die Eltern werden besonders darauf hingewiesen, ihre Kinder anzuhalten, weder Eier, noch tote Raben aufzuheben. I Großen-Linden, 6. April. Die hiesige Bezugs - und Absatzgenossenschaft hielt am Samstag ihre ordentliche Generalversammlung bei Gastwirt Schaum ab. Aus dem Geschäftsbericht des Direktors ging hervor, daß die Warenbezüge zum Teil gegenüber dem Vorjahre zurückgegangen sind. Dementsprechend ist auch der Umsatz niedriger. Die Bilanz wurde ohne Widerspruch genehmigt. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die turnusmäßig ausscheidenden Vorstandsund Aufsichtsratsmitglieder Ludwig Schäfer TI., Ludwig Lang III. und Louis Dem wurden wiedergewählt. — In unmittelbarer Nähe des Fabrikgebäudes der Firma Rinn & Cloos wird ein neuer Brunnen für Leitungswasser gegraben. Der Brunnen ist bis jetzt 5 Meter tief. Äste man erfährt, ist Wasser vorhanden, aber bis jetzt noch nicht genügend. t Treis a. d. Lda., 6. April. Die Spritzung der Ob ft bäume mit Obstbaumkarbolineum wurden in den letzten Wochen auch in unserer Gemeinde durch den hiesigen Obstbauverein durchgeführt. Die geringen Kosten werden von den Baumbesitzern erhoben werden. — Die von der Hauptstraße nach dem Friedhof führende Darfst r a ß e ist dieser Tage mit einem Kostenaufwand von etwa 2500 Mk. neu chauffiert worden. Die Arbeiten sind von der Firma Heinrich Seibert III., Alten-Buseck, ausgeführt worden. — <£ Queckborn, 6. April. Die hiesige Spar« und Darlehenskasse hielt ihre ordentliche Generalversammlung ab. Aus dem vom Aufsichtsratsoorsitzenden Wilhelm S ch o m p e r t erstatteten Geschäftsbericht ging hervor, daß die Kasse auch im abgelaufenen Geschäftsjahr eine günstige Ent- Wicklung nahm. Der Rechner Wilhelm Heßler verlas die Bilanz, die von der Versammlung gutgeheißen wurde. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung zuteil.. Das ausscheidende Vorstandsmitglied Heinrich Brück III. und das Aufsichtsratsmitglied August Müller wurden einstimmig wiedergewählt. Der Aufsichtsratsoorsitzende Wilhelm S ch o m p e r t ermahnte zum Schluß, auch weiterhin dazu beizutragen, daß sich die Kasse auf gesunder Grundlage fortentwickeln könne. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer fand die Versammlung ihren Abschluß. ch Lauter, 6. April. Bei der hiesigen Listensammlung für d i e NSV. und bei dem Verkauf des Schmetterling-Abzeichens kam ein Gesamtertrag der Sammlung in Höhe von 38,35 Mark zusammen. Davon entfallen 14,75 Mark auf die Listensammlung, 23,60 Mark auf den Abzeichen-Verkauf. T ßid), 6. April. Das letzte Stück der Straße Hungen —Li ch, zwischen dem Eisenbahnübergang in der Bahnhofstraße und dem Hohlen Weg, wird bis Anfang kommenden Monates fertiggefteüt fein. Die Fahrbahn wird beträchtlich verbreitert und die Decke mit einer Mischung von Teer, Asphalt und Beton in besten Zustand gebracht. Der Fußgängersteig wird gehoben und mit Randsteinen von der Fahrbahn abgetrennt. Win- le und er Auf- ' guten en mo« nmlung ch und de für jnings« beider» ;en Er- ?1 Hilfs- sfenbach erfreut )ie 105 i Epen- lfswerk' efreibe, Mehl, mg an gestellt., in tat-' ng an- Herbst sallabft unter« 'N und sitzende je Mit' jen des ann an Dank fijit- mg des >atte die 1 Volk;, alle ein, Baltin erleben rnb Der, w ihrer 3,0>len n btt "•tretn «f-atif "? Cuff. A b«t r,! bin. rtt M bet ”it ®e. mg bes ™ au* Mt im stühron- jmnaftit hör zu'- y Illach- 5: » e. 15.15: , 5168.« Spuren. ) April)- M im Arbeit. 1.45: &' unbeder Aus der end des । durch Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und G.Wolff. Ganzleinenband.............RM.4.80. Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und Sittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 2.85, gebunden RM. 3.60. Die deutsche Landschaft. Von E. L. Scfrellenberg. 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Es wurden gezählt an Knaben und Mädchen: von Staufenberg 20 von Lollar 52, von Mainzlar 12, von Daubrtn- Einspalilge Kleinanzeigen werden rum er» mäßigten Grund« preis von 5 Pf. für dieWllimeter. reile veröffentlicht Wegen beabsichtigter Aufgabe meiner Praxis stelle ich mein Wohnhaus m. Grab- u. Obstgarten i. Ortenberg (O- H) zum Verkauf 2208 D Holzapfel, Notar and Rechtsanwalt = Wißmar, 6. April. Die Ortsbauernschaft hielt im Saale Wolf eine gut besuchte Versammlung ab. Es wurde eingehend über die Sportamt „Kraft durch Freude". Achtung, Vetrlebswanderwarte! Die für Sonntag, 19. April, festgesetzte Wanderung Gießen, Gleiberg, Krofdorf, Gleibachtal, Wißmar, Launsbach, Wettenberg wird wegen der Kölner Fahrt auf Sonntag, 26. April, verlegt. Die Führung hat Wanderwart Peter. Feldstecher für Jagd, Reise und Sport Mein Spezialmodell Prismenglas Germania, in Leichtmetall, von Mk. 60 - an. Sämtliche Markengläser zu Originalpreisen. 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Er verständigte daraufhin den ihm von früher her bekannten Hans E g e n t e n m e i e r , der sich unbemerkt an die Bauhütte heranschlich und durch das Fenster einstieg. Obwohl die Aktentasche des Poliers, in der sich annähernd 1000 Mk. in Lohntüten befanden, unter nassen Kleidungsstücken verborgen aufgehängt war, fand der Dieb die Tasche und nahm on Lohntüten heraus, was er gerade lassen konnte. So erbeutete er über 8 60 Mark. Die Lohntüten versteckte er zunächst an einer anderen Baubude und verabredete mit Heuser einen Treffpunkt für den Abend. Während später die Arbelts- kameraden darüber diskutierten, wer sie wohl um ihren sauer verdienten Lohn bestohlen habe, feilschten die beiden Banditen um ihren Anteil. likWWsW gebraucht, gut erhalten, zu kaufen gesucht. Angebote mit Preisangabe unter 2225D an den Gießener Anzeiger. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag leb. Karvfen, Schleien, Hechte, Schellfische, Kabeliau, dttr.Frlets, Rottungen, Zander ufw. 221,9V Bestellungen erbitte frühzeitig. 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Im geschmückten Gotteshaus fand am gestrigen Sonntag unter Mitwirkung des Kirchenchores die Konfirmation statt. 13 Knaben und 16 Mädchen wurden einge- fegnet. Ein Mädchen mußte der Feier leider fern- bleiben, da es seit Mittwoch krank darniederhegt. Nach der kirchlichen Feier begaben sich die Konfirmanden und eine Anzahl Gemeindemitglieder zum Friedhof. An den Gräbern zweier vor Jahren verstorbener Schulkameraden legten die Konfirmanden Kränze nieder. Der Ortsgeistliche hielt eine eindrucksvolle Ansprache an die Konfirmanden. T Lang-Göns, 6. April. In der festlich geschmückten Kirche fand gestern die Einsegnung der 35 Konfirmanden (19 Mädchen und 16 Knaben) statt. In seiner Predigt ermahnte der Ortsgeistliche die Konfirmanden, stets den Geboten Gottes zu folgen und tüchtige Mitglieder der christlichen Gemeinde zu werden. Anschließend gingen die Konfirmanden zum Abendmahl. Abweichend von der früheren Gepflogenheit, bei der die Kinder in geschlossener Kameradschaft zum Tisch des Herrn traten, empfingen sie diesmal das Abendmahl in Gemeinschaft mit ihren Eltern, die zu beiden ©eiten der Konfirmanden an der Feier teilnahmen. Es folgen hier die Namen der Konfirmanden: Helmut Brückel, Ewald Herbel, Otto Herbel, Richard Jung, Otto May, Helmut Philipp, Kurt Philipp, Wilhelm Raith, Karl Ringleb, Walter Rothenhöfer, Walter Schmidt, Ewald Spies, Wilhelm Sprankel, Ludwig Volk, Erwin Wagner, Richard Zahrt. Elli Bergt, Marie Bink, Frieda Conrad, Auguste De- bus, Elfe Debus, Erna Hofmann, Lilli Keßler, Ottilie Lechens, Erna Luise Müller, Erna Rosa Müller, Erna Müller, Irene Müller, Else Müller, Anneliese Naumann, Marie Schieferstein, Erna Schwan, Hedwig Stoll, Else Wallbott, Jrma Wissig. Von den Kindern haben bereits drei ihren Vater und 2 ihre Mutter durch den Tod verloren. Unter den Konfirmanden befand sich auch ein Zwillmgs- Aks die Krkmlnalpollzet schließlich Zugriff, konnte sie bei E. noch etwa 100 Mark in bar, sowie mehrere Gegenstände beschlagnahmen, die von dem gestohlenen Geld gekauft waren. Heuser leugnete zunächst, mußte aber schließlich bei seiner weiteren Vernehmung ein Geständnis oblegen. Er hatte 400 Mark von der Beute erhalten und übergab davon, da er damit rechnen mußte, als Vorbestrafter in den Verdacht der Täterschaft zu kommen, 390 Mark dem gleichfalls vorbesttaften Friedrich Feuerbach. Dieser unternahm mit dem Geld eine ausgedehnte Bierreise, wobei er das ganze Geld restlos aufbrauchte. Er hatte auf jeden Fall gewußt, daß das Geld gestohlen war. Gegen das Kleeblatt wurde Haftbefehl erlassen. Die drei werden als besonders gemeingefährliche Verbrecher, die sich nicht gescheut haben, den eigenen Arbeitskameraden den sauer verdienten Lohn zu stehlen, eine hohe Strafe zu erwarten „KdF/'-Urlauber auf großer Fahri. Die „Dceana", die eben erst von ihrer ersten diesjährigen Madeira-Fahrt zurückgekehrt ist, trat bereits mit etwa tausend Volksgenossen die zweite Ausreise an. An der Ueberseebrücke in Hamburg, wo das über die Toppen beflaggte Schiff festgemacht hatte, bot sich wieder ein farbenprächtiges Bild. Außer zahlreichen Fahnenabordnungen hatten sich unzählige Volksgenossen eingefunben, die den KdF.- Urlaubern einen herzlichen Abschied bereiteten. Nach kurzen Abschiedsworten machte die „Dceana" unter den Klängen des Liedes „Freut Euch des Lebens los und fuhr elbabwärts dem offenen Meere zu. * Das „KdF."-Schiff „St. Louis" ist nach einer herrlichen, sonnigen Fahrt durch die Biscaya, die sich diesmal den Madeira-Fahrern von ihrer besten Seite zeigte, in der Bucht von Vigo eingelaufen. Nach der Fahrt durch die Nordsee und den Kanal, die sich noch in winterlich düsterem Grau zeigten, ging die Fahrt immer weiter in sonnigere Gebiete. Die Stimmung an Bord ist glänzend, um so mehr als bei der ruhigen See keine Opfer der Seekrankheit zu finden sind. Für die Unterhaltung der Urlauber wird getan, was überhaupt möglich ist. Der Komponist des Liedes „Grün ist die Heide , Karl Blum, rief die Madeira-Urlauber der „St. Louis" zu einem Volks- liederfingen zusammen, das großen Anklang fand. Mit der Kapelle der Leibstandarte Adolf Hitlers an der Spitze, machten andere Urlauber einen Marsch um das Promenadendeck. Den Abend beschloß ein bayrischer Bierabend, der die Arbeitskameraden des Gaues Hessen-Nassau, Magdeburg-Anhalt, Mecklenburg-Lübeck und Schwaben zusammenfuhrte. Mufo-Unton stiftel 100 000 Mark für Bedürftige. Unter dem erhebenden Eindruck des überwältt- qenben Ergebnisses der Reichstagswahl und des damit bekundeten einmütigen Bekenntnisses des deutschen Volkes zum Führer und Reichskanzler hat die Auto-Union AG., Zwickau, tm Namen von 18 500 Gefolgschaftsmitgliedern, von denen über gen 20 und von Ruttershausen 12 Kinder, zusammen 116. Der Geistliche, der zum letzten Male die hiesigen Kinder unter Assistenz des Pfarrassistenten Metzler einsegnete, richtete sehr ernste Worte und Mahnungen an die Kind er sch a ar auf Grund des Schriftwortes „Ihr werdet gehaßt werden von jedermann um meines Namens willen, wer aber beharrt bis an's Ende, der wird selig!" t I r e i 5 a. b. Lda., 6. April. In unserer Kirche wurden gestern unter zahlreicher Teilnahme der Gemeinde die diesjährigen Konfirmanden, 7 Knaben und 5 Mädchen, konfirmiert. Der Posaunenchor verschönerte die Feier, bei der auch die Konfirmanden zwei dreistimmige Lieder oortrugen, durch seine Mitwirkung. _ , § Beuern, 6. April. Am Sonntag Palmarum fand in unserer Gemeinde durch Pfarrer S chm i d t die Vorstellung und Prüfung der diesjährigen Kon - irmanden, 23 an der Zahl, statt. Der Jahrgang zählt diesmal zwölf Knaben und elf Mädchen. Die Konfirmation wird^ am Sonntag nach Ostern vorgenommen. , „ , <£ Querfborn, 6.April. In der hiesigen Kirche fand am gestrigen Sonntag die Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden statt. Sechs Knaben und sieben Mädchen werden aus unserer Gemeinde am zweiten Osterfeiertag konfirmiert. 4 Lauter, 6. April. Gestern fand hier die Konfirmation statt. Konfirmiert wurden Karl Reitz, Ernst Lotz, Erwin Junker, Ernst Schäfer, Friedel Scheuermann, Erhard Zimmer, Marie Me- bus, Elsa Kröll, Minna Groß, Gertrud Schmidt, Erna Schupp, Irmgard Rieb, Hildegard Schmidt. Ausstellung des Reichsnährstandes tn ftranrfurt am Main gesprochen. Eine weitere rege Aussprache ergab sich über die Zuteilung der Wiesen in den Ge- markungen Gießen und Wieseck. — Die Eier- fammlung, die in diesen Tagen durch die NS.« Frauenschaft durchgeführt wurde, erbrachte 450 Stück. — Aus der Schule wurden in diesen Tagen 20 Knaben und 24 Mädchen entlassen. Ausgenommen wurden 32 Knaben und 23 Mädchen. — Die Sommerfrucht ist infolge der günstigen Witterung bereits aufgegangen. Die Winterfrucht zeigt einen günstigen Stand. Der Runkelrübensamen ist in den Gärten zum größten Teil ausgesät. Der Stand des Klees ist befriedigend. Uebergangs -Mäntel bringt die Mode in vielseitiger Ausführung. So den flotten Slipon oder Raglan aus Cheviot, den praktischen Valmeline-Mantel und den kleidsamen, wasserdichten Gabardine-Mantel. Letzterer wird nach wie vor bevorzugt, da er sich seit jeher glänzend bewährt hat. Lassen Sie sich unsre Modelle unverbindlich vorführen, sie stellen alle ein Angebot von hohem Wert dar. 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Obwohl sich die Frau widersetzte, konnten noch 1600 RM. aus dem Feuer gerettet werden. Die Frau, ihr Sohn und zwei weitere Männer wurden festgenommen. Sie stehen im Verdacht, große Mengen deutschen Papiergeldes verbotswidrig aus dem Auslande eingeführt und das dafür eingewechselte Silbergeld unter Verstoß gegen die Devisengesetzgebung ins Ausland gebracht zu haben. Bisher ist erwiesen, daß mindestens 13 000 RM. von der Bande verschoben worden sind. Gegen alle fünf Festgenommenen, bei denen noch insgesamt 3200 RM. und 28 holländische Gulden beschlagnahmt wurden, ist Haftbefehl erlassen. Den Vater erschlagen. Eine furchtbare Bluttat spielte sich auf einem Bauerngehöft in Dippach bei Gerstungen an der Werra ab. Im Verlaufe eines Streites fchlug der 23jährige Walter Keitel feinen 53 Jahre alten Vater Adam Keitel mit einem Knüppel zu Boden. Adam Keitel wurde fo schwer verletzt, daß er bald danach starb. Der Täter stellte sich der Polizei. Die Gründe zu der Bluttat liegen in zerrütteten Familienverhältnifsen._____________________ geknipst! Da kommen Freunde zu Besuch, m an geht spazieren und hat also ott Gelegenheit, schöne Erinnerungsbilder zu knipsen. Auch die erwachende Natur gibt herrliche Frühlings-Aufnahmen. Holt die Kamera aus dem Schrank! Wer noch keine besitzt, kauft sich noch vor Ostern eine preiswerte, leistungsfähige Kamera. Am Osterdienstaa kommt dann der belichtete Osterfilm zur guten und schnellen Bearbeitung zu 2216 A t d v\ \\ u 2Ruf 2621 Geltersweg 27 Semruf 3824 Kreuzplah 3 Werkfiätte Neuen Bäue 22 Geltersweg 66 Ruf 3458 Sonnenstr. 25, Auf 2454, Gegr. 1830 Vergessen Sie nicht Ihre Moeser-Zigarren Settersweg 38 und Filialen Zum Osterspaziergang wünschen wir von jeher neue, aber auch bequeme Schuhe. Oer IDEE* Schuh mit der verstellbaren Schuh- Einlage ist eine Wohltat für Fußleidende wie für Gesunde. 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