Samstag, 7. Marz 1936 186. Jahrgang Nr. 57 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /»Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/„ mehr. Ermätzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen6Rpf. Erscheint täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen richten- Anzeiger Gietzen v ------y. S-ai.ifurt’ÄinlWss Druck und Verlag: vrühl'sche Unwerfi.Stsvuch- und s.eindruck-r-i «.Lange in Si-tzen. Schriftleitung und Seschäs,-stelle: Schlllstrahe r M-ng-nabschiM Staffel 8 Oeuffchland gedenkt seiner gefallenen Helden Heiliger Frühling. I Eine neue Zeit fängt an. 9m Brand des Weltkrieges leuchtet ihr Morgenrot. Der Geist, der nach dem Neuen verlangt, bindet sich nicht an den Namen, sondern wenn er aus dem Mund schöpferischer Männer von selbst hervorgegangen ist, so strebt er über sie hinaus. Freilich nicht Einrichtungen und Derfassungsparagraphen, nicht neue Gesetze und andere Systeme schaffen den Volksstaat im wahren Sinne, sondern Geist und Willen. Ist die Gesinnung gewonnen, so folgen die Einrichtungen, soweit es ihrer bedarf, gefügig nach. Der Krieg, dessen Ursachen heute noch immer durch den zum Ueberdruß wiederholten Hinweis auf alle möglichen mehr oder weniger bedeutenden Fehler unserer Politik und politischen Auslösungsmomente abgetan werden, muhte kommen, um uns durch die Not der Gemeinschaft auf die Verantwortlichkeit der Gemeinschaft zu weisen. Wer diesen metaphysischen Urgrund übersieht, der wird auch gegenüber der metaphysischen Notwendigkeit seiner Folgerungen blind bleiben. Wie oft habe ich an alles, was mir auf der Welt heilig und teuer ist, gedacht, um nicht den Gauben ganz versinken zu sehen, daß der große und edelste Zweck, in dem unser Dasein begann und dem wir drei Jahre alles Denken und Handeln opferten, uns doch einmal zu dem Bewußtsein mächtig emporreißen müßte, daß dieser Augenblick der größte und entscheidendste ist, den unser Volk in seiner zweitausendjährigen Geschichte erlebt hat, ein Augenblick, der nur mit größter Kühnheit und Entschlossenheit und zugleich mit der ganzen Verantwortung für das Schicksal unserer spätesten Zukunft von uns entschieden werden dürfe. Die innere Erhebung des Menschen ist wohl an Augenblicke gebunden, und längst ist jener Augenblick des denkwürdigen deutschen Augustes, der Millionenschichten mit einem Schlage dem Staate innerlich und äußerlich gewann, sie mit dem Bewußtsein einer gemeinsamen Not zur Kameradschaft und gemeinschaftlichen Verantwortung verpflichtete, von der unendlichen Dauer noch härterer und täglich wachsender Spannung abgelöst. Aber das Gelöbnis wirkt fort, und wehe, wenn ein Volk vergessen kann, was es sich in solcher Stunde gelobt, es vergessen kann, wo es noch mitten im Kampfe um sein Dasein steht und längst noch nicht die Früchte seiner harten Blutarbeit hat ernten dürfen. Ein seltsam trügerischer Vorfrühling ist in unseren Bergen eingezogen, hat selbst von den höchsten Gipfeln, die aus den bewaldeten Schatten ausragen, den Schnee geschmolzen und längst im Talgrund die Weidenkätzchen hervorgelockt. Die Luft süß, offen und stark wie junger Wein über dem Gewürz der Tannen, zwischen Moos und Wurzeln. und der wogendurchtränkten Erde, die sie ausatmet. Ich gieße meine Seele aus wie einen Becher und lasse sie die Erde trinken. Meisen besuchen mein Fenster und picken in den Nüssen, die ich ihnen unter ein Dach von Pappe gestreut, und lesen die Brotkrumen, die ich mit ihnen geteilt. Aus allen Felsentiefen strömt es wie duftender Wein aus offenen Kellern. Der Wald lebt nicht mehr mit den Winden, mit denen er wochenlang gekämpft, nur noch mit den weißen Nebeln, die er wie Wolken hin und her bewegt und mit dem Sonnenlicht, das in feine Tiefen einbricht. Vor meinem Häuschen das Geschlecht der alten silbergrauen Buchen, oft in Bündeln von kleinen Säulchen, blank geschliffen und voll runder Glätte aus der Wurzel aussprießend wie ein Pfeilerbündel eines Kirchenportals! Diese romanischen Bäume mit ihren breiten Bogen und dem feinen Ornament ihrer schieferfarbenenAestung. Wie gut vertragen sie sich mit der düsteren Gotik der Tannen, deren schlanke Stämme zur Spitze aufzeigen, deren Zweigansätze wie die Rippen rings um den Schaft verteilt sind. Auch hier gibt es mit Licht und Schatten eine herrliche Architektur. Hier sagt die Natur alles mit ihrer schönsten Freiheit; sie braucht sich nicht zu eilen, unmerklich und unaufhaltsam wächst ihre Jahreszeit, und alles, was sie bildet, Überliefert sie dem Kommenden, das es mit derselben Treue und unermüdlichen Liebe immer wiederholt. Aber im Menschen drängt die barbarische Kraft zu einem gewaltsamen schmerzvollen Ausbruch Unsere ungeduldige Sehnsucht richtet Gott zugrunde. Größer als meine Tage ist der Inhalt meiner Abende, wenn der Mond über dem Rand des Berges aufblüht, ein kleiner Tannenbaum — weit entfernt — in ihm jäh verbrennt und die Zweige feucht werden von dem abglänzenden Licht, das von den Spitzen bis auf den Stamm und die Wurzeln niederfließt. Größer ist alles, was außerhalb meiner Sinne, meines Handelns und Denkens geschieht. In wieviel Leben pochst du. Vaterland und schickst eins ums andere ins Opfer! Es ist etwav, das heiliger ist, als dieser" Kampf, heiliger als diese Pflicht, die das Leben wie einen großen festgesetzten Preis ausspielt. Gott, wann erlöst du uns? Kann es ein Trost sein, daß jetzt viele Tausende auslöschen, deren Leben nur wie ein festgesetzter, immerwährend gleicher Prem ausgespielt wird? Verändert dieser ~ob nicht die Welt van Grund aus in jedem Augenblick? Und doch dürfen wir allen Schmerz, alles Bewußtsein von diesem furchtbaren Verhängnis nur in die einzige Hoffnung retten, daß solche Opfer nicht vergeblich sein werden! Die einzige Gewißheit, die uns bleiben kann, ist die Sehnsucht und der Gedanke, daß nur äußerste Pflichterfüllung uns vor dem Untergang der Seele rettet. Wir können nichts größeres erleben, als auch unter denen zu fein, die in dieser letzten schwersten Stunde ihr Leben einsetzen für die Zukunft des Vaterlandes, und wenn es sein muß, unserer Bestimmung zu dienen. Aus „Stirb und Werde", den gesammelten Briesen des am 8. Sept. 1918 vor Arras gefallenen Leutnants Bernhard von der Marwitz (Verlag W. G. Korn, Breslau). Verpflichtendes Opser. Wieder gedenken wir unserer Toten aus dem großen Völkerringen. Von ihren Taten haben wir in dieser Zeit, in der sich die 20. Wiederkehr etwa des Ringens um Verdun jährt, oft und mit immer neuer Ergriffenheit gelesen. Endlos lang würde die Liste der Schlachtorte, wollte man sie aufzählen, wenn wir Rückschau halten über das, was unser Volk geleistet, was viele von uns als Mitkämpfer erlebt, was unsere toten Kameraden mit ihrem Herzblut errungen haben. „Nun ruht ihr aus von Märschen und von Schlachten, einst zog vor euch der Fahne bunter Flügel, jetzt weht der Trauerflor um eure fernen Hügel, die wir als höchstes Heiligtum betrachten ..." Und doch ist es uns, wenn wir die Erinnerungen zurückfchweifen lassen, wenn wir die Briefe unserer gefallenen Brüder lesen oder die eigenen Erlebnisse überdenken, als seien unsere Kameraden nicht tot, sondern als wären sie mitten unter uns. Tot ist nur, wer vergessen ist. Nie aber könnte jemals dieses gewaltige Ringen unserer Nation gegen eine ganze Welt, wie könnte der eisenharte Wider- tand unserer Tapferen, wie könnten die Opfer ohne Zahl jemals vergessen werden, solange es eine deutsche Geschichte gibt?! Zwei Millionen deutscher Männer sanken in Ost und West, im Weltmeer und in den Kolonien, im Orient und in den Gefangenenlagern in das frühe Grab. Ungezählt und unzählbar find die Opfer in der Heimat durch die Wirkung der feindlichen Blockade auf Frauen, Kinder und Greise. Wie oft haben nach einem Frieden, der den Unfrieden der Welt zu verewigen schien, verzweifelte Herzen die Frage gestellt: wo ist der Sinn dieses ungeheuren Sterbens, das umsonst geblieben ist? Mußten mir die Blüte unserer Mannschaft deshalb begraben, um den Namen unseres Volkes mit der Schuldlüge befleckt, die Freiheit unserer Nation in Fesseln, die Zukunft unseres Volkstums verschüttet zu sehen? Mußten die Brüder sterben, damit wir Sklaven wurden, die an ihren Ketten zerrten und sich selbst dabei gegenseitig bis aufs Blut bekämpften? Diese furchtbare Frage an das Schicksal ist beantwortet durch das Werk eines Mannes aus der Frontgeneration, gelöst durch einen unbekannten Soldaten des Weltkrieges, unseren Führer und Reichskanzler. Die Antwort liegt klar vor der Welt und der Geschichte: Das deutsche Volk hat sich seine Ehre wiedergewonnen, als es das Recht der Wehrfreiheit durch den Führer verkündet sah. Deutschland steht auf eigenen Füßen und in fester Ordnung inmitten einer Weltkrise, es ist wieder geachtet im Rate der Völker. Die Nation hat ihre innere Eintracht wiedergefunden und ist in eine Einheit geformt, so fest wie noch nie in ihrer tausendjährigen Geschichte. Das Opfer unserer Kameraden, das höchste und letzte, das der einzelne der Gemeinschaft bringen kann, ist nicht u m s o n st gewesen, trotz allem! Die Treue und Hingabe der Gefallenen wurde für unser Volk das Beispiel zum Einsatz äußerster Pflichterfüllung und damit zum höchsten Zoll eines Dankes, der täglich neu zu leisten ist. Dann bleiben wir unserer Helden wert und würdig! Aus tiefstem Frieden heraus ist unser Volk 1914 zu den Waffen gerufen worden, als das Vaterland in Gefahr stand. Wer im Weltkrieg solche Opfer gebracht hat wie das deutsche Volk, dem ist der Friedenswille keine diplomatische Redensart. Friedliche Gesinnung entspricht zudem dem tiefsten deutschen Wesen. Deshalb hat der Führer und Reichskanzler das ganze Volk hinter sich, wenn er immer wieder zum Fürsprecher einer echten Friedenspolitik wird. Es kann aber, wie Adolf Hitler ebenso wie der verewigte Reichspräsident von Hindenburg immer erklärt haben, nur ein Friede in Ehren sein, der das Zusammenleben mit anderen Völkern auf eine sichere Grundlage stellt. Wenn bei der Heldengedenkfeier in Berlin erblindete Kriegsteilnehmer aus Frankreich, England, Italien und Polen als geehrte Gäste er» scheinen, so spricht aus dieser Tatsache, daß die deutschen Soldaten Ehre und Achtung auch demjenigen nicht verweigern, der während des Völker- ringens auf der anderen Seite gestanden hat. Ritterlicher Geist und ehrenvolle Anerkennung auch der Leistungen anderer Länder gehört zu den Voraussetzungen im Verkehr unter den Kulturstaaten. Aus solcher Gesinnung erwächst echter Friedenswille. Wir senken unsere Häupter und Fahnen an diesem Gedenktag an den Gräbern unserer Gefallenen, in welcher Erde sie auch ruhen mögen. Wir gedenken unserer Helden mit Stolz, denn aus ihrem Vorbild wuchs die Kraft zu neuer Gestaltung unseres Reiches und Volkes. Dank, Ruhm und Ehre ihrem Andenken! Unser höchster Dank aber sei das Gelöbnis, es ihnen gleichzutun, wenn das Vaterland es fordert. evnMtvUMe, Ein Fähnrich reitet in den Krieg. tion Johann Sebastian Danq. Vor Verdun war's, im März 1916, als mir der Feldwebel der Minenwerfer den Fähnrich auf die vorderste Munitionskarre packte und mich bat, ihn bei der Kompanie abzuliefern. Während ich vom Pferd stieg, um den Befehl zum Aufladen der Munition zu geben, sah ich den Jungen wie einen strahlenden Kriegsgott neben dem Feldwebel stehen. Er trug den Stahlhelm in der Hand, und auf seinem blonden Schopf jagte der Wind die Haare durcheinander, daß sie im matten Schein der späten Sonne wie durchsichtige goldene Fäden schwangen. Der graue Rock saß ihm auf dem Knabenkorper wie gewachsenes Fell. Aber am deutlichsten sind mir seine Augen in Erinnerung, die mich anlachten, als brächte ich das Heil der Welt, und die wie blaue Lichter über den leuchtenden Zähnen und der schmalen Nase standen. Der Feldwebel instruierte mich: der Vater als Major, der Bruder als Leutnant beim Vormarsch 1914 gefallen; der da heute nachmittag frisch aus der Heimat gekommen, 17 Jahre, geht als Fähnrich zur Kompanie Ob ich ihn auf meinen Wagen mitnehmen wolle? — Ich nicke und höre zu. Der Feldwebel hat noch mehr. Nicht viel, ein paar Worte nur: „Der Junge ist der letzte", sagt er. — „Ja, ja, wird gemacht!", antworte ich und gebe ihm die Hand Dann gehe ich zu meinen Fahrern. Eine halbe Stunde später ziehen die Pferde an. Der junge Kriegsgott sitzt auf der Protze des vordersten Wagens. Aus den zerschossenen Hausern von Azannes steigt die Nacht zu uns herauf auf die Höhe. Von der Front her mähen gelbe Sicheln nach dem fahlen Himmel, Lichtgarben recken sich auf, das Dunkel klafft in flammenden Sprüngen. Wir sind auf dem Weg nach Douaumont. Ich habe die unruhigen Nächte lieber als die bleiern stillen, in denen man nur dieses Leuchten sieht, nicht aus Tapferkeit, sondern aus Angst vor dem Unbekannten hinter der Stille. Lautlos und ge- I fpenftig ziehen dunkle Gestalten an uns vorüber, weichen auf die niedere Böschung aus und fluchen. Ihre Füße gurgeln im Schlamm. Ich denke an den Feldwebel und wundere mich über feine Menschlichkeit. Er stand noch und sah uns nach, als wir schon ein großes Stück gefahren waren. Und warum denke ich an diesen blonden Kriegsgott? Er ist von Tausenden einer, mehr nicht. Wer denkt an die andern? Die Nacht ist doch so still; die Geschütze hocken im Morast und schweigen. Lau und süßlich wälzt sich die Dunkelheit über den Boden. Und dann habe ich ihn doch von seinem Sitz heruntergeholt, habe ihn auf das Pferd eines Unteroffiziers steigen und neben mir herreiten lassen. Ich war ein alter Fuchs, ich kannte die Fallen von Verdun, und man sagte mir nach, daß ich Glück habe. Wir sprachen nicht miteinander; er vielleicht aus Scheu, ich aus dumpfer Gleichgültigkeit. Was konnte ich jetzt noch tun, nachdem ich ihn dicht an meine Seite' geholt hatte? — Ich bot ihm eine Zigarette an. So kamen wir an die Chambrette-Ferme und bogen halblinks auf das freie Feld ab. Vor uns stieg der Boden an wie weiches, schwarzes Tuch, lief auf die Höhe und schnitt einen flachen Bogen aus dem weißgrauen Himmel. „Douaumont!", sagte ich und streckte den Arm nach dem Bogen aus. Der Fähnrich hob den Kops, und ich hörte', wie sich seine Lunge weitete. Seine Augen glühten durch die Finsternis. Und zehn Schritte später jaulte das Geschoß. Sein Feuer riß mir Himmel und Erde aus den Augen. Es trug das Schicksal des Fähnrichs in seinen Splittern. Es kam für ihn und für keinen andern, nicht einmal für das Pferd ober den kleinsten Span aus unseren Wagen. Ich griff in die Nacht. Hilflos warf ich mich über ihn. Warum hatte ich ihn nicht ... Unsinn, er hatte mir vor Freude gedankt, als er auf einem Pferde in die Schlacht ziehen konnte. Sein Krieg war ein Leuchten in den Augen, ein Ritt durch die Nacht und ein einziges Geschoß. Wehrhaftigkeit. LonSptm.v.BorstellMeichskriegsmimstenum) Ueber Wehrhaftigkeit und Soldatentum, die eine innere Haltung darstellen, wird heute viel geschrieben und viel geredet. Diese Erscheinung ist er» klärlich; denn sie ist die natürliche Folge einer Epoche, in der man wehrhaftes Denken und soldatisches Empfinden bewußt ablehnte, als rückständig bezeichnete oder lächerlich machte. . Keine Revolution, keine Wiedergeburt und fern Erziehungsprozeß kann das geschriebene oder gesprochene Wort entbehren. Jedes Ethos muß verkündet werden, ehe es nachgelebt werden kann. Es ill schwer festzustellen, wann und bis zu welchem Grade bei einem völkischen Umbruch Sprache und Schrift zurückzutreten haben hinter der Tat Wir wissen nur, daß jedes große Geschehen begleitet wird, von irdischer Unzulänglichkeit und menschlichem Egoismus. Hier setzt die Gefahr ein, daß Begriffe, die sittliche Werte verkörpern, zur hohlen Phrase verwässert und, was noch schlimmer ist, zum Gegenstand einer „Konjunktur", zum Geschäftsobjekt herab gewürdigt werden. Nirgendwo aber ist Zurückhaltung, Kargheit der Sprache und Klarheit des Ausdrucks mehr geboten als bei der Betrachtung der heute so freigebig angewandten Worte „Wehrhaftigkeit" und „Soldatentum". Wenn trotzdem auch hier über sie geschrieben wird, dann soll es jedenfalls mit Vorsicht geschehen-, dann soll versucht werden, ihren Kern herauszuschälen, — sofern ein solcher der Sprache überhaupt zugänglich ist. Gehen wir zu den Quellen des Worts zurück, so finden r^ir seinen Ursinn: ohne diesen zu kennen, gehen wir in die Irre oder bleiben an der Oberfläche haften. Fragen wir also, was „wehrhaft sein" heißt, so ist die Antwort im Worte selbst gegeben: Wehrhaft ist letzten Endes jedes Lebewesen, vom einzelligen Organismus angefangen bis zum höchst entwickelten Säugetier. Oberstes Gesetz in diesem Sinne ist für jede Kreatur: Kampf ums Dasein. Lediglich das Wehr-Vermögen ist verschieden; aber zwischen dem Kampf ums Dasein der Protozoen und dem des menschlichen Kriegers, der in der Schlacht steht, gibt es nur graduelle Unterschiede. Freilich darf man nicht außer acht lassen, daß die Bedeutung jedes Begriffs, der eine charakterliche Eigenschaft darstellt, der Entwicklung unterworfen und zeitbedingt ist. Je nach dem Stande des geistigen kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Lebens eines Volkes erfahren solche Begriffe eine Erweiterung oder Vertiefung ihrer ursprünglichen Bedeutung. So nimmt das Wort „Wehrhaftigkeit" erst im Laufe einer langen Menschheitsgeschichte die Bedeutung an, die wir ihm heute beizulegen gewohnt sind: Wir sehen in ihm das Prinzip des Männlichen, das im Krie- gertum seine höchste Steigerung erfährt. Mehr und mehr wird die Geschichte der Stämme, Rassen, Völker imb Nationen bestimmt von dem Grade ihres Wehrvermög."ns und dieses wiederum messen wir an der Kraft seines Mannes- und Kriegertums. Daß der Begriff dann in Epochen höchster Zivilisation, wie der unsrigen, in starkem Maße von geistigen oder verstandsmäßigen Faktoren beeinflußt, also vielfach differenziert wird, ist selbstverständlich, ändert aber nichts an seiner ursprünglichen Bedeutung. Zwischen Wehrhaftigkeit und Soldatentum besteht eiy Unterschied: Die erstere stellt sich uns dar als naturgegebener Urtrieb zum Zwecke der Arterhaltung; das zweite als eine besondere, gesteigerte Form der Wehrhaftigkeit, die zugleich eine planvolle gezüchtete innere Haltung in sich schließt. Es hieße In Wortspalterei verfallen, wollte man Erhebungen darüber anstellen, wann m der Geschichte der Völker aus dem Urtrieb der Wehrhaftigkeit Soldatentum als Form und Haltung wurde. Die dreihundert Spartaner, die sich 480 v. Ehr. unter Leonidas in den Thermopylen opferten, die Legionäre Cäsars, die germanischen Krieger der Hermannschlacht, die Ordensritter des Mittelalters oder die „Eisenseiten" Cromwells — allen Männern, Kriegern, Helden der Schlachten aller Zeiten mag man soldatische Eigenschaften im besten Sinne des Wortes zubilligen. Aber jedes Volk hat feine eigene, ganz bestimmte Auffassung menschlichen Wertes und menschlicher Leistung; diese erst prägt die Begriffe, verleiht dem Ausdruck seinen enger umgrenzten Sinn. Wenn wir daher von unserem deutschen Soldatentum reden, so sehen wir darin die Verkörperung eines ganz bestimmten Prinzips, dessen sittlicher Wert nicht nur im rein Kämpferischen oder Heroischen, sondern gleichzeitig in der Bindung an eine übergeordnete Idee begründet liegt. Wir setzten daher seinen Anfang zeitlich gleich mit dem Beginn Preußens. Das deutsche Heer des Weltkrieges lst ohne den Geist Potsdams, ohne die Armee Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs des Großen nicht zu verstehen; allerdings auch nicht ohne den kategorischen Imperativ Kants. Und doch muß hier daran erinnert werden, daß ein sehr wesentlicher Einschnitt den scheinbar lückenlosen Zusammenhang der Entwicklung unseres preußisch-deutschen Soldatentums trennt: Der Grenadier des Siebenjährigen Krieges schlug sich, auch wenn er Ausländer war, für „seinen" König; der Heroismus der Soldaten von Hohenfriedberg und Leuthen erwuchs und wurde ständig gespeist aus dem Genius Friedrichs. Das Soldatentum der allgemeinen Wehrpflicht, das Scharnhorst begründete, kämpfte für ein Ziel, das — zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Kriegertums — allen gemeinsam war und' In 5er 35 ee 5es Volks« ganzen, des Staats und der Wiedergeburt der Nation feinen Sinn und feine Erfüllung suchte. An diesem Punkt unserer jüngeren Geschichte sehen wir auch, daß die Begriffe Wehrhaftigkeit und Soldatentum so eng miteinander verschmelzen, wie es die Verschiedenheit ihrer Grundbedeutung zuläßt: der im Einzelindividuum steckende Urtrieb des „Sich» wehrens" wird durch die politische Not zum wehrhaften Denken der Nation. Von dieser Grundstufe, die einer inneren Bereitschaft entspricht, ist nur ein kurzer Weg zum technisch geschulten und disziplinierten Soldatentum des Dolksheeres. Während also zweifellos die vorhandene Wehrhaftigkeit einer Volksmehrheit die natürlichste und beste Grundlage für Organisation und Wert einer Armee bildet, lehrt gerade unsere deutsche Geschichte, daß preußisch-deutsches Soldatentum sich auch dann behauptet hat, wenn diese Voraussetzungen durch entgegenwirkende Kräfte gestört und geschmälert wurden. Wir sehen diesen Zustand besonders grell im Deutschen Kaiserreich, dessen imponierend rascher wirtschaftlicher Aufstieg sich im gleichen Maßstab vollzog, in dem liberalistische und marxistische Einflüsse seine innere Kraft aushöhlten und zunehmender Materialismus die Wehrbereitschaft des Volkes untergrub. Inmitten dieses Verfalls stand das Soldatentum Moltkescher Prägung ungebrochen, denn dieses Soldatentum der Armee war das Ergebnis von Ueberlieferung und Zucht. Sein erzieherischer Einfluß glich einem Kraftfeld, von dem auch Lauheit und politische Gegnerschaft ergriffen und geformt wurden, sobald sie auf dem Wege der aktiven Dienstzeit in seinen Bann gerieten. In einer Zeit üppigsten Friedens, der immer eine Gefahr für das „Jn-Form-sein" der Armeen ist, brachte das deutsche Heer Männer hervor, deren Soldaten- und Führertum in schneidendem Gegensatz zu der behaglichen Saturiertheit des Reiches ünb der Mehrhell des Volkes stand. Be- zeichnend für die Gleichgültigkeit, ja Ablehnung, die weite Kreise der Oeffentlichkeit den Belangen der großen Wehr-Notwendigkeiten entgegenbrachten, ist — neben den traurigen Kämpfen im Reichstag um die Wehrvorlage — die Tatsache, daß man von dem heroischen Kampf unserer Schutz- truppe in Südwest-Afrika damals la Deutschland kaum Notiz nahm. Damals starv — 1908 — der Hauptmann Friedrich von E r ck e r t auf seinem bis ins kleinste vorbereiteten, eisern durchgeführten Zuge durch die Kalahari im Kampf gegen die Hottentotten Simon Köppers — unbeachtet vom weich und gleichgültig gewordenen deutschen Volke. Der leuchtenden Größe seines Sol- datentums und dem Heldenschicksal seiner Reiter hat erst HansGrimmin seinem herrlichen Buch „Volk ohne Raum" ein Denkmal gesetzt. Und schließlich zeigt das erschütternde Epos des Weltkrieges die Leistung der Armee und den Wert deutschen Soldatentums in einem so hellen Licht, daß die Schatten der beginnenden Zersetzungs- symptome am Körper des Vorkriegs-Heeres von seiner Leuchtkraft überstrahlt werden. — Das deutsche Soldatentum endlich, das nach dem Zusammenbruch von 1918 in den Freikorps und in der aus ihr entstandenen Reichswehr fortlebte, blieb inmitten eines zur materiellen Wehrlosigkeit verurteilten, zur seelischen Wehrhaftig- feit unentschlossenen Staates seiner Haltung treu. Nie haben sich in der jüngeren deutschen Geschichte Soldatentum einer Armee und Wehrhaftigkeit im Sinne der Gesamthaltung einer Nation weiter von einander entfernt als im Staat von Weimar; das eine blieb, das andere war zerbrochen. Das Weitere ist bekannt. Aus dem anderen Teil des Frontsoldatentums, der sich — ungehemmt von inneren Aufgaben des Heeres und äußeren Fesseln des Friedensdiktats — die Freiheit des Handelns vorbehalten konnte, erwuchs das politische Soldatentum des Nationalsozialismus. Seit dem historischen Siege Adolf Hitlers vom 30. Januar 1933 wird planmäßig an der Erziehung des deutschen Volkes im Sinne seiner körperlichen, sittlichen und geistigen Erneuerung — und damit an feiner seelischen und physischen Wieder-Wehrhaftmachung gearbeitet. Und durch die Tat des Führers vom 16. März 1935 wurde mit Einführung der allgemeinen Wehrpflicht auch das Mittel geschaffen, die wieder erstandene Wehrhaftigkeit in die Form des Soldatentums zu gießen, dessen äußeres Gefüge die neue W e h r- macht ist. Unser aller Pflicht ist es, dafür zu sorgen, daß aus Erkenntnis und ideeller Wehrbereitschaft nunmehr die Realität des Soldatentums wird. Dies Ziel wird nicht erreicht, wenn das Wort „Soldatentum" da angewandt und im Munde geführt wird, wo es nicht hingehört. Deutsches Soldatentum, der Mehrheit unseres Volkes durch ein aufgezwungenes Wehrsystem anderthalb Jahrzehnte hindurch entfremdet, beruhte auf Ueberlieferung, auf Züchtung. Es ersteht nicht von heute auf morgen aus gutem Willen und schwungvollem Pathos. Es will nicht gesprochen und nicht geschrieben, sondern gelernt und gelebt sein in Härte und Selbst- Zucht.______________________________________________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Teck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. UlonafMbeAugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Stefan George / An öle Men ZVenn einst dies geftblecht sich gereinigt von schanöe Aom nacken geschlendert die fessel des fröners Anr spurt im geweiöe den hunger nach ehre: Dann wird aus der walstatt voll endloser grober Aufzucken der blutsthein... dann braust durchs gefilde Der schrecklichste schrecken der dritte der sturme: Der toten zuruckkunst! Mnn je dieses Volk sich aus feigem erschlaffen Lein selber erinnert der kür und der sende: ZVird sich ihm eröffnen die göttliche deutung Unsagbaren grauens... dann heben sich Hande Und münder ertönen zum preise der wurde Dann flattert im frühwind mit wahrhaftem Zeichen Die königsstandarte und grüßt sich verneigend Die Lehren/die Helden! Vermächtnis. NSG. Kleine Sextaner waren wir. Zum zweiten Male betraten wir den Festsaal unserer Schule. Es war am Heldengedenktag. Das Lied vvm toten Kameraden erklang. Erst tönte es ganz leise. Die kleine Orgel auf der Empore wollte Erinnerungen wecken. Uns Sextaner raunte sie etwas von geheimnisvollem Sterben ins Ohr. Die Musik schwoll an. Die Schulgemeinde fiel ein: „Ich halt' einen Kameraden ..." Vor uns, in die Wand eingelassen, ragte ein großes Bild. Ein Mann, Stahlhelm auf dem Kopfe, Handgranate in der Faust. Riesengroß. Hinter ihm lag die Heimat. Die Hütten duckten sich unter dem roten Himmel. Links und rechts vom Bilde war Tannengrün. Zwei Tafeln mit vielen Namen waren schwarz umflort. Niemand hatte zu uns davon gesprochen, und doch fühlten wir, daß Orgelspiel, Gesang, Bild und Namen zusammengehörten; daß der ganze Festsaal, die Wände, die Lampen die Gipsbüsten in den Nischen sich dem Bilde zuwandten. Die Worte unter dem Bilde aber, die der Schulleiter nach seiner kurzen Rede vorlas, blieben uns Runen, deren Geheimnis wir ahnten, deren Sinn sich uns aber noch verbarg. „Daß Ihr der Heimat wehret ab Vernichtung grub eherner Griffel uns ewig ins Gedächtnis. 1 Ihr starbt für uns, dies Opfer sei Vermächtnis und Vorbild uns und heilige Verpflichtung." Es war am 26. Mai. Im Lager. Die Sonne versank im Meer. Blutrot färbte sie unsere Zelte, die Dünen, die Bäume. Ihr Schein lag auf dem Wasser. In Gruppen zu Dreien machten wir uns auf den Weg. Wir gingen durch hohen Buchenwald. Heber uns schaute der Sternenhimmel durch die spärlich belaubten Wipfel. Der Weg wurde steiler. Der Wald war zu Ende. Uns war, als schritten wir geradeswegs hinauf zu den Sternen. In der Frühe beim Flaggengruß hatten wir Schlageters gedacht, der vor zehn Jahren durch Verrat den Feinden in die Hände fiel. Wir muhten an die Worte des Führers denken. Stille war um uns her. Ganz leise plätscherten die Wellen der Ostsee gegen das Ufer tief unter uns. Endlos schien unser Marsch. Auf der Höhe des Brooker Ufers trafen wir uns. Dreißig Kameraden. Ueber uns der Sternenhimmel. Unter uns ein endloses Dunkel. Wir waren den Toten näher als je zuvor. Jemand sprach die Worte: „Du starbst für uns, Dein Opfer sei Vermächtnis." Unten flackerte ein Licht. Es wurde größer. Flammen schlugen empor. Ein riesiger Holzstoß war auf der Sandbank geschichtet. Jetzt brannte er. Wir traten hinzu. Zum ersten Male an diesem Abend sahen wir einander ins Gesicht. Jungenaugen leuchteten. Ein Kamerad sprach in den Kreis. Er sprach von dem Bilde in der Aula. Ein Mann, Stahlhelm auf dem Kopf, Handgranate in der Hand. Er sprach von den schlichten Worten unter dem Bild. Heimat war um uns. Unser Meer, unsere Steil- küste, unser Sternenhimmel, umgaben uns. Unser Feuer brannte. Es brannte und brannte immer tiefer in unsere Herzen. Und mit ihm brannte ein Stück deutschen Schicksals hinein. Albert Leo S ch l a g e t e r. „... und Vorbild uns und heilige Verpflichtung!" Aus den Runen wurde Tod und Leben. Aus den Runen wurde uns Aufgabe. Unser Feuer erleuchtete den Hang und das Meer. In der Flamme wuchs unser erster Schwur. Wir Jungen wußten um das Vermächtnis. Die älteren Kameraden präsentierten das Gewehr. Der Präsentiermarsch erklang. Der Kommandeur schritt die Front ab. Fest faßten wir ihn ins Auge. Jenes Bild tauchte wieder auf: Der Mann im Stahlhelm, die Handgranate in der Faust. Riesengroß. Wieder herrschte feierliche Stille. Ein Kamerad trat vor. Er legte die Schwurhand auf den Degen des Adjutanten. Die Knaben von damals standen angetreten. Vor ihnen standen die Tafeln mit den Namen der Vielen. Schlichte und prunkvolle aus Dörfern und großen Städten: Namen von Armen und Reichen, von Führer und Mann. Die Namen riefen uns, dem Einzelnen riefen sie zu: „Daß Ihr der Heimat wehret ab Vernichtung." Und wir gaben die Antwort aus erschüttertem Herzen. Jeder einzelne sprach den Eid auf den Führer. Und im Chor klangen die Worte zusammen. Stark waren sie. Die Knaben von damals luden das Vermächtnis auf ihre Schultern. „Ihr starbt für uns, dies Opfer fei Vermächtnis, und Vorbild uns und heilige Verpflichtung." Peter Mette spielt.... 23on Johannes von Kunowski Das aber ist die einfache Geschichte vom Kanonier Peter Mette aus dem Kreise Cammin in Pommern. Peter Mette war ein Großer, Starker. Mit blonden Haaren, beinahe unwahrscheinlich blauen Augen und viel Sommersprossen, die von der Stirn über den breiten Nasenrücken das ganze Gesicht besprenkelten. Im Felde war er ein guter Kamerad, fiel niemals auf, nicht im Guten, nicht im Schlechten, tat seine Pflicht, wie alle von der achten Batterie, und wenn er sein Platt sprach, wurde es wunderbar heimisch um alle, die ihn hörten, wenn sie ihn auch nur schlecht verstanden, die von Berlin, von Posen, vom Rhein. Er hatte große rote Hände, der Pommer. Richtige Bauernhände, Hände, die auch das Ruder geführt hatten auf der heimischen Ostsee. Diese beiden Hände aber vor allem sehen wir vor uns, wenn wir an den Peter denken. Wie oft sahen wir ihn, wenn er saß, diese beiden Hände flach vor dem Gesicht, daß gerade noch die Augen und der blonde Schopf hervorsahen, und zwischen diesen Händen hielt Peter Mette fein Heiligtum, die Mundharmonika. Sie war ein schlichtes Instrument, wie man sie für fünfzig Pfennige überall in der Heimat kaufen konnte, wie wir sie selbst als Kind besaßen. Mit weißen Holzquadraten, die wie Waben aussahen, zwischen den beiden blitzenden Schalen, klein, so klein, daß sie in den Händen Peters fast verschwand. Wenn er sie aber an die Lippen setzte, so wußte er sie zu spielen. Seine Hände, in deren Tellern das Instrument völlig verschwand, blieben beim Spiel in steter Bewegung, es war wie eine schwere, körperliche Arbeit, wenn Peter Mette Mundharmonika blies, und ich erinnere mich, daß sein gutes Bauerngesicht oftmals schweißbedeckt war, wenn es diese Hände endlich freigaben. Peter blies nicht weiter kunstvoll, mit großen Unterstimmen, Abwandlungen und Uebergängen. Ich weiß nicht einmal, ob er immer ganz richtig blies. Er war eben ein Naturkind, blies so, wie es ihm ums Herz war. Und wenn abends im Unterstände ober in den Baracken der Ruhestellung das Lied von der teuren Heimat ertönte, dann faßte es alle, obgleich die Kameraden bestimmt keine besonders Zartbesaiteten waren, und Mette die Polka spielte, kribbelte es in den Beinen, und wenn er die Berliner Pflanze herunterhackte, blickten aller Augen. Das nun, dieses Mundharmonikaspielen, war Peter Mettes Eigenart, war feine Sonderstellung im Kameradenkreis, hob ihn hinaus über die graue Schar. Und spielte er erst nur im Quartier und im Unterstand, spielte er auch bald in der Feuerstellung, am Geschütz. Tief unter der Erde war einmal ein Unterstand. Von uns oorgefunben, lange unbenutzt, ziemlich wacklig unb nur mit einem einzigen schmalen Schacht. Don allen Seiten schossen sie, großes, kleines Kaliber, ein Feuerüberfall pflügte bie Erbe, unb unten in ber Erbe hockten zwanzig, brei- ßia Mann in qualvoller Enge. Jeber Einschlag schütterte burch ben Raum, es war zum Ersticken, unb alle hatten nur einen Gedanken — saß ein Einschlag im Schacht, war hier das Grab! Keiner sagte einen Ton, jeder wußte des anderen Gedanken und blickte nicht in des Kameraden Augen, aus Furcht, da tönte aus einer Ecke bie Harmonika, der Präsentiermarsch! Ruck- zuck, das gab Leben, straffte die Gestalten. Eine Faust schlägt nieder auf bas Dohlenholz, schwere Stiefel treten den Boden, ruck-zuck, das ist ber Takt, ber Rhythmus, ber burch alle geht, sie nimmt unb sie heraushebt aus biefem Loch, irgenbwohin in bie Weite, wo bie breifeig mit ihren Füßen bie Erbe stampfen unb bie Luft um sie schwingt im Brausen bes Präsentiermarsches. Man muß ganz Deutscher sein unb Solbat bazu, bas zu verstehen. Als nach bem Feuerüberfall aus anberen Bunkern unb Schächten überall ein wenig blasse, scheue Menschen auftauchten, quoll aus unserer Grube ein Schwarm Besessener. Vom Rhythmus Besessener, Befreiter, mit blitzenben Augen unb roten Backen. Die brüllten ben Marsch, schlugen sich in ungeheurem Kraftgefühl bie Schultern, steckten bie anbern, bie Blassen, an, es war, als wollte bie königliche Achte bireft nach Paris marschieren, alles nieberftampfenb, aufrecht burch Tob unb Verberben, bes alten Königs Wachtparabe. Unb nächst unseren Nerven war das Peter Mette, ber bieten Geist geschaffen ... Aber Peter Mette konnte auch anbers. Wenn nächtens bie Wachen an ben Geschützen lagen unb ruhig bie Nacht über bem Felb ftanb, ganz fern nur ein Schuß verhallte, irgenbroo eine Leuchtkugel aufftieg, majestätisch hoch im Gewölbe biefes enb- losen Domes erstrahlte unb roieber erlosch, bann hockte unser Peter wohl auf ber Lafette. Unb leise, so leise, baß nur bie um ihn herum hörten unb vielleicht noch bas rechte unb linke Nachbargeschütz, summte seine Harmonika, bann bie Lieber von ber Heimat, von ben Frauen, ben Kinbern. Viele trieb es zu ihm, sie lagerten umher, nur bie Funken ihres Tabaks verrieten ihr Sein, unb lauschten. Unb Peter Mette blies, blies bis zum Mor- gengrauen, unb mancher von benen, bie gelauscht hatten, trat hernach zu ihm, brückte ihm bie Hanb, nahm aus ber Tasche eine zerknitterte Zigarette, brach sie in zwei Hälften unb gab eine baoon bem Peter. — Unb so kam auch der Tod an ihn Die Harmonika zwischen den Händen hockte er beim zweiten Geschütz. Es war Februar 1918. Jede Batterie und jedes Geschütz soundsoviel Geschosse, — lautete der Sparbefehl, es mangelte an Munition, bie Geschützrohre waren ausgeleiert, unb bas, was an Munition herankam, schleimte unb krepierte zu früh. Drüben aber war ber Teufel los. Die Batterie war verschossen, unb ber Tommy beckte sie zu, zwanzig auf einen. Im Schlamm steckten bie Geschütze, untätig, nur noch dazu ba, getroffen zu werben. Unb die Mannschaft ohne Deckung, hungrig, durchfroren, ohne Tabak. Hockte in flachen Mulden, bis bas Wasser in bie Stiefel brang. Preßte bas Gesicht in ben Dreck, wenn eine Lage angefegt kam, stumm, wehrlos, größer an Helbenmut unb Pflichtgefühl als ber schneibigste Reiter bei ber lebenburd)- pulsten, mitreifjenben Attacke. Unb wie sie so hockte, bie Achte, unb wußte, baß es aus war, aus für viele, ba spielte Peter Mette sein letztes Stückchen. Den alten Dessauer... „Sv leben wir, so leben wir..." Ein Grinsen flog über bie Gesichter, trotz Dreck unb Granaten Verflucht ja, so leben wir, oer- bammt noch mal, ber Mette war ein Kerl! Alle aber summten mit, unb wen ber Tob nicht ins Genick packte, grinste unb brummte zu Mettes lieber, bummer Blaserei. War aber über bie Verlassenen mit bem Lachen auch roieber bas Leben gekommen, unb ber Mut; ba —... „leben wir", schrill brach ber Ton ab. Im Heulen ber Granaten, im Krachen unb Splittern, ber feine bünne Ton ftanb in ber Lust, für Sekunben. Neben mir ber Schlesier im Loch schlug ein Kreuz, sah mich an. Unb wir beiben wußten, wie es um Peter Mette ftanb. Nach zwölf langen Stunben wurde die Batterie herausgezogen. Ein Geschütz nur, die drei andern waren zum Teufel, und eine Handvoll Menschen. Unter den Toten war Peter Mette. Und als man ihn begraben wollte, fand sich, daß seine Harmonika nicht da war. Freiwillige vor! Ohne Befehl, ohne Aufforderung, die Batterie ganz unter sich, ging es ans Suchen. Zweien fuhren noch Splitter in Arme und Bein; im Dreck, neben dem, was einstmals das Richtgerät des zweiten Geschützes gewesen, lag die Harmonika. Die gaben wir bem Toten in bie Hanb, unb bann begruben wir ihn mit ben vielen hinten in Spin- court auf bem kleinen Friebhof mit ben vielen Kreuzen. 3m Februar 1918. — U8W8 NWWß %l/M e Pl'fls • jji Unverbindliche Probeiahi^n: MotOFWagCIl-Verkauf Sg CSC »Sch aft N». b. H. Frankfurter Strabe 52 - Telephon Nr. 2847 HZ.-Aerzte-Tagung in Wiesbaden. nicht ü b e r a n von der Höflichkeit Chinas, auf eine Reife begab, wo er 3000 Kilometer auf beschwerlichen und schlechten Wegen der unerforschten Wüste Gobi mit dem Suto bis nach Urga (Ulan-Bator), der Haupt- stadt der äußeren Mongolei, zurücklegte. Die soziale Revolution, Borodins Ziel einer vierjährigen Tätigkeit, war zusammengebrochen, und die chinesische Revolution trat unter Tschiang- kai-schek in eine neue Phase, welche die na- tionalen Ziele wieder stärker hervortreten ließ. Die Aufgabe Tschiang-kai-scheks war es jetzt, alle Kräfte Chinas zusammenzufassen, die Gegen- sätze der ausbeuterischen Generäle verschwinden zu lassen, und China für seine neue Einstellung zu kräftigen, die dem Kampf gegen Japan galt, das sowohl den Länderbestand als auch die Freiheit seines chinesischen Nachbarn stark zu beeinträchtigen sich anschickte. (Fortsetzung folgt.) Bolschewismus deckte, auch in China lebendig werden zu lassen. Dazu hatte der Weltkrieg, der auch in China keine Lösungen brachte, sondern nur neue Bedingungen schuf, den Boden prächtig vorbereitet. Das Bestreben Borodins war darauf gerichtet, durch begabte Agitatoren den Frieden zu stören und alle haltlosen und unverantwortlichen Elemente zu sinnlosen Aufständen aufzureizen. Dadurch hoffte er, den Zusammenhang der chinesischen Großfamilie, der Sippe, zu untergraben. Er hetzte die unerfahrene, vom Modernen begeisterte Jugend gegen Eltern, Familie und alte Sitte auf. Ebenso verstand er es, im Heere revolutionäre Zellen zu bilden. Dadurch, daß er die gegen die fremden imperialistischen Einflüsse gerichtete Revolution Sun-yat-sens in eine soziale Revolution ummodelte, welche sich gegen das chinesische Bürgertum richtete, entfremdete er sich die Gemüter der Intelligenz, und T s ch i a n g - kai- schek, der erste Mitarbeiter Suns, errang eine Position, um welche sich bas nationale Chinesen- tum scharte. Es entstanden jetzt zwei große Gruppen, die der Kulis, der Arbeiter und der bodenhungrigen Bauern auf der einen und die Intelligenz und das Bürgertum, das sich Tschiang-kai- schek anschloß, auf 'der anderen Seite. In der Knomintang waren etwa fünf Millionen Bauern und drei Millionen Kulis oder andere Arbeiter organisiert. Bevor der .große Eroberungsvorstoß nach dem Norden angetreten wurde, erlitten die guten Beziehungen zwischen der radikalen Wuhan- oder Hankaugruppe und der nationalen Nankinggruppe einen bedenklichen Stoß. Die Grausamkeiten bei der Einnahme Nankings, das von den feindlichen NorÄtruppen am 23. März 1927 geräumt wurde, und ein paar Tage vorher in Schanghai, wo das wüste Treiben der roten Horden eine sehr große Anzahl von Toten als Opfer forderte, gaben den ruhiger blickenden gebildeten Chinesen sehr zu denken und Tausende traten aus der Kuomintangbewegung aus. Auch Tschiang- kai-schek, der Borodin schon längere Zeit mißtraut hatte, zögerte nun nicht mehr, einen Bruch mit dem radikalen Flügel herbeizusühren. Borodin schäumte vor Wut über diese Maßnahme und setzte einen Preis von 500 000 mexikanischen Dollars auf den Kopf Tschiang-kai-scheks aus. Trotz dieser Kopf- orämie wuchs der Anhang und die militärische Kraft der jetzt unabhängigen Nankingregierung in kurzer Zeit derart, daß Borodin sein Spiel ver- lorgen gab und Ende Juli 1927, begleitet von den beiden Söhnen des chinesischen Außenministers Eugen Tschen nach Urga a b r e i st e. Großer Appell der Reichskuliurkammer Sonntag, den 15.2Närz 1936, 11 Uhr, im Schumann - Theater in Frankfurt a. 2N. Saalöffnung 10 Uhr. Es sprechen: Gauleiter u.Reichsstatthalter Sprenger. Reichskulturwalter und Geschäftsführer der Reichskulturkammer Hinkel. Gaupropagandaleiter und Landeskultur- walter Rlüller-Scheld. Der Appell wird mit künstlerischen Darbietungen umrahmt. Der Appell gilt für alle in den sieben Einzetkammern und den diesen angeschlossenen Verbänden Organisierten. — Unkoslenbeitrag 0,30 RRl. Der Landeskulturwalter. Gez.: TNüller-Scheld. Reichsschrifttumskammer: gez.: vethge, Landesleiter. Reichspressekammer: Für den Reichsverband deutscher Zeitungsverleger: gez.: Goebbels, Landesverbandsleiler. Für den Reichsverband der deutschen presse: gez.: Staebe, Landesverbandsleiter. Reichvtheaterkammer: gez.: Dartenberg, Landesleiter. Reichsmusikkammer: gez.: Fichtmüller. Landesleiter. Reichskammer der bildenden Künste: gez.: Dr. Lieser, Landesleiter. Reichsfilmkammer: gez.: Schmitt-Halin. Kriegserfahrungen Lwn Alber« Lehsten. Kämpfer für Chinas Einigung Don August Seck, Oberstleutnant a. D. Vorodin. Oer Sendbote des roten Zaren. Die Zeit des Aufenthaltes Borodins in China entrollt eines der trübsten Bilder der chinesischen Revolution. Man hat China oft mit einem Würfel verglichen, der urnsallen kann, der aber, mag er fallen wie er will, immer wieder in das Gleichgewicht fällt. Die Episode Borodin ist eine Bewegungszeit, eine Periode, in der sich das Gleichgewicht Chinas gewaltig verändert hat. Hatte Y u a n- jchi-kai noch ernsten Zielen zum Wohle des chi- nefischen Volkes nachgestrebt, und hatte Sun-yat- j e n sich dem Genius des chinesischen Marschalls gefügt, um die Einheit Chinas zu erreichen, so war die Zeit der Diadochenkämpfe eines Generals Tsang-tso-lin, eines Wu, eines Feng und eines Ma charakteristisch für das Fehlen einer überlegenen Führerhand. ...... Diese Unsicherheit und Haltlosigkeit der allgemeinen Lage wußte sich Borodin, der Sendbote des roten Rußland, zu Nutzen zu machen. Der politische Gedanke, der Borodin nach China kommen ließ war, abgesehen von den revolutionären Be- strebungen Moskaus, der, daß Sowjet-Rußland China deshalb nähertreten wollte, um den Vorsprung, den die W e st m ä ch t e und Japan bet ihrem Eindringen zur See nach China hatten, nicht zu groß werden zu lassen gegenüber dem kontinentalen Vordringen Rußlands, das seine weitere Durchdringung Asiens schon m der kaiserlichen Zeit durch die sibirische Bahn angebahnt hatte, und das durch das Dortreiben der Turksibbahn gegen Sinkiang diese Bestrebungen fortsetzte. , m .. Von Sun-yat-sen empfohlen, gelang es Borodin in Kanton Boden zu gewinnen, wo er zu Lebzeiten des großen, von allen Chinesen hochverehrten Reformators sehr zurückhaltend auftrat. Eine Schanghaier Zeitung schildert ihn noch Anfang 1927 folgendermaßen: „Niemand kann den Fähigkeiten Borodins gegenüber blind sein. Seine geschickte Benützung abendländisch-revolutionärer Taktik darf nicht übersehen werden. Indessen er ist uns e m Fremder. Sun-yat-sen vertraute Borodin, der sich ruhig verhielt, so lange Sun lebte. Auch in Kanton beim Ausstieg der nationalen Partei war er noch vorsichtig. Erst nachdem die Kuomintangpartei eine Provinz nach der anderen erobert hatte, fängt er an, uns unsere Politik vorzuschreiben. Bei uns gehören nach altem chinesischen Brauch die höchsten Aemter des Landes stets dem Weisesten. Was brauchen wir ausländische Berater! Ist es nicht Zeit, daß Herrn Borodins Koffer gepackt Auch heute steht die Entwicklung nicht fttU. 3a sie geht schneller denn je. Sieben bis acht Kilometer liefen in der Schlacht bei Cambrai im November 1917 die englischen Tanks. Sechzig Kilometer laufen sie heute. Hundert Stundenkilometer flogen damals die Flugzeuge, vierhundert und mehr heute. Und mit dem Tempo ändert sich die Taktik, ändert sich das Schiehverfahren im Angriff werden?" , , m Nach dem Tode Sun-yat-sens gelang es Borodin, mit feinem Helfer Galen, alias Blücher, dem späteren Sowjetgeneral, besonders die Unterstützung der jungen Chinesen, die im Ausland ihre Bildung erworben hatten, sich zu erringen, und er verwendete diese, um in Verbindung mit dem Straßenpöbel und verbrecherischen Elementen der Großstädte Kanton, Hankau und Schanghai seine Zwecke zu erreichen. Er versuchte, die damalige russische Feindschaft gegen England auch auf China zu übertragen und den Kampf gegen Reichtum und Großkapital, was sich ja mit und in der Verteidigung. Passen wir uns diesem Tempo nicht an, geraten wir ins Hintertreffen. Vorwärts müssen wir sehen, nicht rückwärts! Der französische Marschall Petain, der Verteidiger Verduns im Weltkriege, hat kürzlich in einer Rede bei der Feier anläßlich der Verleihung des Kreuzes der Ehrenlegion an die Kriegsschule die Schüler dieser Anstalt erneut vor einer Überschätzung der Kriegserfahrungen, vor „Modellschlachten" gewarnt und sie darauf hingewiesen, über die Studien der Ereignisse des Weltkrieges und früherer Kriege hinaus ihre Aufmerksafkeit vermehrt den Fortschritten der neuen Waffen, den schweren Geschützen und Kampfwagen, den Gasgeschossen und Flugzeugen zuzuwenden, die eine Revolutionierung der Kriegskunst bedeuteten. Sollen wir darum unsere Kriegserfahrungen zum alten Eisen werfen? Mit nichten! Sie bleiben der feste Grund unter unseren Füßen, auf dem wir und unsere Nachfahren aufbauen müssen. Der Geist, der aus ihnen spricht, lebt und wird leben, wenn wir längst tot sind. Diesen Geist weiter zu pflegen und weiter zu tragen, ist die vornehmste Aufgabe von uns Frontsoldaten, bleibt die nutzbringendste Verwendung unserer Kriegserfahrung. Reden, schreiben wir also weiter von ihnen, entzünden wir, den Siegeswillen in den Seelen unserer Kinder und Enkel, lehren wir sie handeln nach unserem Vorbilde im Sinne ihrer Zeit! bann werden sie es uns gleich tun, wenn an sie die unabweisbare Pflicht herantreten sollte. überängstliche Eltern, u.c ~ ihre Jungen der HI. fernhalten. Dabei , klare Menschenverstand jedem sagen, daß die Führer der HI. nur ein höchstes Interesse haben: diese Jugend auf allen Gebieten empor zu führen, was ja nur gelingen kann, wenn ihr alles Schädliche ferngehalten wird. Die ärztliche Betreuung der HI. ist mustergültig. Die Zeltlager des vergange- nen Jahres haben bewiesen, daß die Krankheitsziffern weit unter dem üblichen Durchschnitt liegen. Sonntag findet zur Vorbereitung der Sommerarbeit in Wiesbaden eine große Tagung der Jungbannärzte, der Bannzahnärzte und der Bannapotheker statt. Gebietsarzt Dr. Fefer wird die Richtlinien für die HJ.-Gesundheitspflege in Hessen-Nassau geben. Eine Überanstrengung ist immer von Hebel, eine körperliche Anstrengung dagegen sehr gut, denn jede Kraft wächst mit den Forderungen, die an sie gestellt werden. Wir können heute schon feststellen, daß z. B. die für das Leistungsabzeichen her HI. geforderten Bedingungen manchmal zu leicht sind. Der Gesundheitszustand der deutschen Jugend verbessert sich stetig. Sv kommen wir auch dem Ziel näher, daß der Sinn des Arztberufes nicht ist, Krankheiten zu heilen, sondern Krankheiten zu ver- hüten. So kommen wir von der Krankenfürsorge zur Gesundheitsführung. Der Weg dazu ist die Ertüchtigung der deutschen Jugend in der HI. (afp) — Achtzehn Jahre find ins Land gegangen, seitdem wir die Waffen sinken liehen. Langst tragt , kein Leutnant, kein Unteroffizier des Reichsheeres mehr das Eiserne Kreuz, und selbst unter den Hauptleuten wird es selten. Wenige Jahre noch, und Führer und Geführte kennen den Krieg nur vom Hörensagen. Ein Stück Soldatentum wird damit zu Grabe getragen. Sorgen wir dafür, daß es vorher sich noch auswirkt, als Erbe der Nachwelt überliefert wird! Man hatte es schon im Kriege für selbstverständlich gehalten, die E r f a h r u n g e n d e s K r l e - ges für den Krieg nutzbar zu machen. Wir entsinnen uns des trefflichen Sammelbandes: „Der Stellungskrie g", der, von der Obersten Heeresleitung bearbeitet, im Jahre 1917/18 erschien, und dessen einzelne Hefte allen Gebieten, allen Waffen des Stellungskrieges, dem Angriff und der Verteidigung im Stellungskrieg gerecht zu werden. Die Reichswehr hat sich damit nicht begnügt. Sie hat sich gleich in den ersten Jahren ihres Bestehens daran gemacht, die frischen Erfahrungen des großen Krieges in die alten, viel bewährten Reglements der Vorkriegszeit hineinzuarbeiten. Sie hat neben vielen kleineren Vorschriften in den Aus- bildungsvorschriften für die Infanterie und die Artillerie, in der Vorschrift „Führung und Ge- f e ch t" eine Reihe vorzüglicher Lehrbücher geschaffen. Mit Recht hat der damalige Chef der Heeresleitung, General von S e e ck t, angeordnet, daß eine Zeitlang nichts an ihnen geändert werden dürfe, damit sie Gemeingut der Truppen würden und eine gewisse Stetigkeit in die Ausbildung käme. Wir verraten keine Geheimnisse, wenn wir gestehen, daß wir nicht immer und in allen Punkten mit ihnen einverstanden waren. Sind sie doch in einer Zeit entstanden, wo die Ansichten sich noch nicht völlig geklärt haben konnten. Wir freuen uns um so mehr, daß man jetzt, da man mehr Abstand von den Dingen gewonnen hat, an eine Neubearbeitung der Vorschriften herangegangen ist. Aber Vorschriften und Reglements bleiben nur tote Buchstaben und trockene Sätze, die den Suchenden nur Richtlinien und Ratschläge für ihr taktisches Denken und Handeln, aber nie ein Bild vom wahren Wesen des Krieges geben können. Das kann nur das lebendige Wort dessen tun, der dem Kriege selbst ins Antlitz sah. Auch drangen Vor- schristen und Reglements in dem wehrfremd gewordenen Deutschland kaum über den Kreis der wenigen Berufssoldaten hinaus. Es gilt daher, den Stoff aufzulockern, die Kreise weiter zu ziehen, will man nicht die Kriegserfahrungen oerfteinen und vereinsamen lassen. Viele haben ihre Erlebnisse und Erfahrungen zu Papier gebracht, Berufene und Unberufene, der Feldherr und der Musketier aus der Front, altersgraue Generale und blutjunge Kriegsfreiwillige, bald nüchtern fachlich, bald in flammender Begeisterung. Man müßte ihre Bucher immer wieder zur Hand nehmen, müßte vor allem darauf bringen, daß d i e I u g e n b es tut, und müßte sie aus eigenem Erleben bei jeder sich bietenden Gelegenheit ergänzen. Denn nur so können wir das'Wissen um soldatische und gar erst um taktische und strategische Dinge in einem Volke erhalten, das allzu lange die Segnungen der allgemeinen Wehrpflicht entbehren muhte. Freilich Vorsicht ist am Platze. Wir alle sahen den Krieg nur von unserer Stelle. Wir sahen mit wenigen Ausnahmen nur einen winzl - gen Ausschnitt des gewaltigen Geschehens und find geneigt, unsere Erfahrungen zu verallgemeinern und als rein gültig zu betrachten. Wer immer nur in den Kalkgräben der Champagne, in den Schlammtrichtern an der Somme und in Flandern hockte, verlor leicht den Sinn für die Forderungen des Bewegungskrieges. Wer an der Ostfront es nur mit technisch mangelhaft gerüsteten russischen und rumänischen Divisionen zu tun hatte, unterschätzt ebenso leicht die Bedeutung des Materials usf. Wir müssen also die Kameraden von ehedem und die Jugend von heute, denen wir solche Kriegsbücher in die Hand geben, nicht darüber im Zweifel lassen, daß es nur persönliche Erlebnisse sind, die als solche gesehen und gewertet werden müssen. Wir müssen uns mit ihnen klarmachen daß alle Kriegserlebnisse nur einmalig sind und die aus ihnen abgeleiteten Lehren keine für alle Falle gültigen Rezepte geben, nach denen man jebe beliebige Lage meistern kann. Kriegserlebnisse unb Kriegserfahrung können nur ben militärischen Sinn unb bas militärische Verständnis schulen. Das Handeln des einzelnen im Ernstfall muß eigenem Denken, eigenem Entschluß entspringen. Die Taktik und noch mehr die Strategie sind kein Handwerk, sondern eine Kunst. Vorschriften und Reglements sind nur Handwerkszeug, die der Taktiker und der Stratege souverän beherrschen muß, wie der bildende Künstler Pinsel, Meißel und Feder. Vor allem aber geben Kriegserfahrungen und Kriegserlebnisse nur ein Bild, w i e der Krieg war, nicht wie er heute ist und bestimmt nicht, wie er sein wird. Denn so unwandelbar, so ewig die Grundgesetze des Krieges, die Lehren vom Schwerpunkt, von der Ueberflügelung, vom Durchbruch u. a. m. sind, so wechselnd sind seine äußeren Formen, so abhängig sind sie von der geistigen und technischen Einstellung feiner Zeit. Aber gerade der Soldat ist geneigt, am Gewordenen und Überlieferten festzuhalten. Er will, wo es um sein Leben, um den Bestand seines Staates geht, gern bewährte, scheinbar sichere Wege gehen und greift nur zögernd zu neuen Kampswelsen und Kampfmitteln, selbst wenn sie schon im Feuer erprobt sind. So- gingen wir und unsere Gegner noch mit dichten Schützenlinien in die Anfangsschlachten des Weltkrieges, obwohl die Erfahrungen des Burenkrieges uns längst gezeigt hatten, daß sie bei der neuzeitlichen Waffenwirkung ein Unding seien. So hatte der General von Bernhardi umsonst eine Bücher über neuzeitliche Kavallerieverwendung geschrieben, so nutzte die Artillerie noch immer bie Hilfsmittel für das indirekte Richten nicht voll aus. Wir lebten in der Erinnerung, klammerten uns an bie Erfahrungen von 1870/71 unb bezahlten sie NSG. „Ja, wirb mein Sohn in der HI. auch strengt?" Immer noch gibt es Eltern, die mit dieser Begründung * ' i sollte der Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß die Frau Borodins schon Ende Februar 1927 in Nordchina fliehend auf dem Sowjetdampfer Pamiat-Lemina verhaftet worden war und in das Gefängnis nach Tfinan-fu, später nach Peiping gebracht wurde. Bei ihr und bei der russischen Handelsvertretung in Peiping wurden Dokumente gefunden, welche den einwandfreien Nachweis erbrachten, daß die Hankau-Regierung nach Moskauer Direktiven ihre Regierung ausübte. Diese Feststellung und ihre Verbreitung diente ebenfalls dazu, daß mips gegen meiajium unu Borodin den Boden Chinas immer heißer fand mit dem Programm des I und daß er sich, wie er selbst hervorhebt, begleitet 3JL OPEL »Typ Olympia« - Neuzeitliche Form, neuzeitliche Bauweise. Hervorragende Leistung, unübertroffene Fahreigenschaften, erstaunlich niedriger Verbrauch. »OPEL Synchron- Federung«, zugfreie Entlüftung, geräuscharmes Getriebe und die vielen anderen einzigarti- APAARM gen OPEL-Vorzüge. ZJVUabWerk Machen Sie eine unverbindliche Probefahrt! D Lassen Sie sich auch den OPEL »6« zeigen! In allem ein Großer, nur nicht in Preis und Verbrauch. Schon von RM 3250 an ab Werk. 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Als vor einigen Monaten die öffentliche Meinung Englands das Kabinett Baldwin zwang, feinen Außenminister zu desavouieren, und Sir Samuel Hoare aus der Verwerfung seines in Paris mit Laval zusammen aufgestellten Friedensplanes zur Beilegung des italienisch-abessinischen Konflikts die Folgerungen zog und zurücktrat, mußte man aus diesem dramatischen Zwischenspiel den Eindruck gewinnen, daß von England aus jedenfalls sobald keine neue Initiative für eine Friedensaktion ausgehen würde. Umso größer ist die Ueberraschung, daß vermutlich unter dem Eindruck der letzten großen Erfolge der italienischen Waffen auf dem nord- abessinischen Kriegsschauplatz Hoares Nachfolger Eden, dem als Freund der Sanktionspolitik die Leitung des Foreign Office übertragen worden war, auf der letzten Sitzung der Genfer Sanktionskonferenz des Völkerbundes sich anscheinend auf Drängen seines französischen Kollegen zur Beteiligung an einer neuen Friedensaktion bereitgefunden hat, die allerdings, da sie keine bestimmten Vorschläge formuliert hat, sondern sich auf das Angebot' der Vermittlung zur Ingangsetzung von Heute Mittag Gitzuno des Reichstags. Berlin, 7. TNärz. (DNB.) Der Reichstag ist auf heute, Samstag, um 12 Uhr, zusammenberufen worden. Auf der Tagesordnung sieht als einziger Punkt die Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Die Sitzung wird auf alle deutschen Sender übertragen. Die Mitwirkung der Sanktionen aus den Locarnovertrag. Frankreich erstrebt in London eine Rückversicherung für den Fall der Kündigung des Mititärabkommens durch Italien. gen sollte. hat ich oie i*aqe reinesweqs geoepen. j«, , ■ ■ Einheitsfront gegen den Angreifer ist für das in Versailles entwaffnete und bis zu jenem London in Erwartung der Aeichstagssitzung. sollte. , „ t Für Eden hat sich die Lage keineswegs gebessert. nalisten erneut die Hand zu einer Verständi- gungmit Frankreich ausgestreckt, die ja auch nach englischer Auffassung die beste Sicherung des europäischen Friedens darstellt. Das Echo, das des Führers Angebot in Frankreich gefunden hat, war auch nach englischem Eindruck nicht sehr ermunternd. In Kreisen der französischen Frontkämpfer findet das Bemühen des Führers, zu einer freimütigen Aussprache zu kommen, zwar viel Verständnis, aber Regierung, Parlamentarier und große Presse hüllen sich in Schweigen oder reagieren mit Mißtrauen und Argwohn. Man hält mit Zähigkeit fest an den alten Vorstellungen der Bündnispolitik und begibt sich lieber in Abhängigkeit von der in ganz andere Interessen verstrickten Politik Moskaus, als daß man sich zu einer offenen Verständigung mit seinem größten europäischen Nachbarn entschließt. Aus dieser Einstellung ist es auch nur begreiflich, daß in Paris die ganze Sanktionspolltik gegen Italien immer vorwiegend aus der Perspektive beurteilt wird, wie sie das französische Bündnis sy st em beeinflussen könnte. Die Franzosen werden es sich vermutlich im stillen nicht verzeihen können, daß sie selber mit dem römischen Abkommen vom Dreikönigstag 1934 den Anstoß zu dem Ostafrikafeldzug Italiens mit allen seinen politischen Folgen gegeben haben. Italien sollte damals für das französische Bündnissystem gewonnen werden. Deshalb mußte der koloniale Konflikt zwischen den beiden lateinischen Schwestern durch eine Befriedigung der kolonialen Ansprüche des rohstoff- und landhungrigen Italiens zuerst beseitigt und dann durch einen Ausgleich mit Südslawien, dem alten Adria-Gegner der Italiener, über den Südosten eine Verständigung getroffen werden. Der erste Teil der Ausgabe hat nur eine äußerst problematische Lösung gebracht, denn Frankreich sieht sich ständig von der Notwendigkeit bedroht, zwischen zwei Verbündeten England und Italien, wählen zu müssen, der zweite Teil ist gar nicht versucht, ja die Sanktionspolitik hat Italien und die Kleine Entente stärker denn je entfremdet und droht, wenn England auf eine Verschärfung drängt, Italien zum Verlassen des Völkerbundes und zum Lossagen von seinen Locarnooerpflichtungen zu bringen. Beide Möglichkeiten werden in der Presse bereits eingehend erörtert. Auch die Franzosen rechnen damit und wollen sich nun von England ihre Gefolgschaftstreue in der Sanktionsfrage mit noch handgreiflicheren Garantien für ihre Ostgrenze bezahlen lassen. Daß jede einseitig gewährte Garantie den Rahmen des Locarnoabkommens ebenso sprengen müßte, wie ja schon der Beistandspakt mit Moskau dem Sinn des Locarnovertrags zuwiderläuft, scheint die Franzosen auf ihrer Suche nach einem Ersatz für ihren künftig ausfallenden italienischen Bundesgenossen nicht zu stören. Diese lediglich dahin, ob England eine Versicherung über die Erfütlung seiner £o- carnoverpflichtungen abgeben wolle, wenn Italien den Vertrag künd' London, 7. März. (DNB. Funkspr.) Die ge. famte englische Presse steht heute tm Zeichen der Reichstagseinberufung und der angekündigten deutschen Regierungserklärung. Angesichts der verwirrten internationalen Lage sieht man hier den Mitteilungen des Führers mit d e r denkbar größten Spannung entgegen. Diese Spannung ist schon daraus ersichtlich, daß die Blätter spaltenlange Meldungen aus Berlin und teilweise auch aus Paris bringen, in denen d i e weitgehendsten Vermutungen und Gerüchte über den voraussichtlichen Inhalt der Führer-Erklärung gesponnen werden. Der Bericht von der Einberufung des Reichstages wird von ~ des Tages London, 7. März. (DNB. Funkspruch.) Der englische Schatzkanzler Neville Chamberlain erklärte in seinem Wahlkreis in Birmingham, das Aufrüstungsprogramm sei die dringend st e Maßnahme, mit der die englische Regierung sich zu beschäftigen habe. Man müsse sich vor Augen halten, daß zur Zeit große Beunruhigung unter den Völkern der Welt herrsche, und daß sich die internationale Lage ständig verschlechtert habe. Niemand könne den Ereignissen jenseits der See zusehen, ohne festzustellen, daß beinahe jede Nation in der Welt aufrüste, einige von ihnen sogar in einem außerordentlich schnellen Tempo. England könne vor den Vorgängen in anderen Ländern nicht die Augen verschließen, sondern müsse sein eigenes Land sicher machen. „Wir sind entschlossen", so erklärte Chamberlain, „eine Luftstreitkraft zu bauen, die so schnell und so gewaltig ist, daß sie ein wirksames Abschreckungsmittel gegen jedermann sein wird, der an eine feindselige Handlung gegen uns denken sollte." Das Heer müsse, so fuhr der Schatzkanzler ort, mit den besten und modernsten Waffen ausgerüstet sein, die die Wissenschaft zur Verfügung stellen kann. Die Flotte müsse stark genug gemacht werden, um in der Lage zu sein, die See- verbindungen zwischen England und anderen Teilen der Welt aufrechtzuerhalten. „England erwartet keinen Krieg. Wir hoffen, daß er niemals kommen wird. Aber wir müssen auf alle Gelegenheiten vorbereitet sein. In einem neuen Krieg müßte England in der Lage sein, sofort eine ausgebaute Munitionsbelieferung zur Verfügung zu haben. Daß die Regierung keine genauen finanziellen und organisatorischen Angaben über ihr Rüstungsprogramm gemacht habe, sei darauf zurückzuführen, daß die Lage dauernd wechsle, daß ständig neue Erfindungen gemacht würden und daß andere Verhandlungen mit den beiden kriegführenden Parteien beschränkte, einen ganz anderen Charakter hat, als der Pariser Friedensplan, über den einst Sir Samuel Hoare gestolpert ist. Aber Eden als Exponent einer Politik, die den Völkerbund auf seine Brauchbarkeit als Mittel der kollektiven Friedenssicherung auf die Probe zu stellen wünscht, glaubte es sich schuldig zu sein, das neue Vermittlungsangebot des Dreizehnerausschusses mit der deutlichen Drohung zu würzen, daß der Ausschuß dis zum Eingang der Antworten sich mit den Vorbereitungen der' O e l s p e r r e beschäftigen werde, die bei Ablehnung von Verhandlungen notwendigerweise in Kraft treten müsse. Die so formulierte Anfrage in Rom ist fast ein Ultimatum und man fragt sich erstaunt, aus welchen Gründen Eden wirklich den Augenblick großer militärischer Erfolge Italiens, die Mussolini die Hoffnung geben, daß er den Krieg mit den Waffen beendigen kann bevor die Sanktionen wirksam werden, für angezeigt hielt dem Duce gegenüber eine Sprache anzuschlagen, die diesem kaum eine andere Möglichkeit läßt, als jede Verhandlung unter dem Druck von Sanktionen abzulehnen. Italiens Weigerung, unter den gegenwärtigen Umständen einen Flottenoertrag abzuschließen, deutete ja schon auf die politische Linie hin, die Mussolini zu verfolgen gedenkt. In London scheint denn auch, wenn man englischen Pressestimmen Glauben schenken darf, Edens Ultimatum bei einigen seiner Kollegen im Kabinett bedenkliches Kopfschütteln erregt zu haben. Damit würde sich die tragikomische Situation ergeben, daß man Eden jetzt sein scharfes Auftreten und die Ankündigung weiterer Sanktionen zum Vorwurf macht', während seinerzeit sein Vorgänger Sir Samuel Hoare wegen seiner Neigung zu friedlichem Ausgleich über die Klinge springen mußte. Durch die italienischen Siege in Ostafrika hat sich eben auch für England die Lage beträchtlich verschoben. England kann nun nicht mehr damit rechnen, daß, wie es gehofft hatte, die Partie zwischen Italien und Abessinien unentschieden bleibt und Rom dann notgedrungen sich die englische Vermittlung gefallen lassen muß. Edens ultimative Drohung hat dem Duce ein Eingehen auf das neue Genfer Vermittlungsangebot zweifellos sehr erschwert und gewiß werden ihn die Siege der italienischen Waffen in Abessinien nicht nachgiebiger gemacht haben. In London sieht man sich also vor die Notwendigkeit gestellt, sich über die Politik klar zu werden, mit der man eine Ablehnung Mussolinis beantworten will. Man begreift die Sorgen der englischen Staatsmänner, aus der Zwickmühle wieder herauszukommen, die Edens Zug in Genf für England geöffnet hat. Denn Sir Samuel Hoare hatte ja geglaubt, schon damals von einer Verschärfung der Sanktionen gegen Italien abraten zu müssen, als die Lage auf dem Kriegsschauplatz keine Aussichten auf Erfolge zu bieten schien, weil er weder eine Einheitsfront der Mächte als Voraussetzung einer erfolgreichen Sanktionspolitik für gegeben dielt, noch Englands Kräfte im Mittelmeer für stark aenu" hielt, um gegebenenfalls allein mit Italien die Klingen zu kreuzen, wenn dieses verschärfte Sanktionen mit der Kriegserklärung beantworten warten werde. Die Regierung könne antworten, daß General- stabsverhandlungen über eine militärische Unterstützung im Falle eines Angriffs mit Frankreich nur begonnen werden könnten, wenn gleichzeitig ehrliche Besprechungen mit Deutschland eröffnet würden, um die Unparteilichkeit Englands als Partner des £ o c a r n o - V e r l r a - g e s aufrechtzuerhalten. England könne auf das letzte Interview Hitlers im „Paris Midi" zurückgreifen und eine Entspannung zwischen Deutschland und Frankreich herbeizuführen versuchen, indem es eine allgemeine Besprechung deutsch-französischer Probleme einschließlich der entmilitarisierten Zone und des west-£uflPaktes zustande bringen würde. „Moruing Post" meldet, das englische Kabinett habe eine französische Denkschrift vorliegen. Sie fei von Flandin und Paul- Boncour verfaßt. Eden habe sie nach London mitgebracht. In ihr erinnere die französische Regierung daran, daß sie der britischen Forderung nach Unterstützung im Mittelmeer nachgekommen sei. Das Blatt schreibt, England habe wiederholt seine Treue zum Locarno-Dertrag versichert, aber sich stets geweigert, im voraus irgendwelche Sonderversprechungen zu machen. Im vorliegenden Falle könnte jedoch ein Festhalten an dieser Stellungnahme eine Verweigerung der französischen Mitarbeit bei Sühne- maßn ahmen zur Folge haben. Daher sei es wohl möglich, daß die Regierung beschließen.werde, einen Schritt vorwärts zu tun. Nationen die Art ihrer Rüstungen verändern, so daß auch der englische Rüstungsplan später wieder abgeändert werden müßte. „Wir beabsichtigen jedoch, das Rüstungsprogramm so schnell, wie es überhaupt irgend möglich ist, durchzuführen." Das englische Volk dürfe ip diesem Jahre nicht mit einer Steuerherabsetzung rechnen. Oie Jugend gegen die Kriegspanik aufaerufen. London, 7. März. (DNB. Funkspruch.) Dos neue Aufrüstungsprogramm wurde von führenden Mitgliedern der Arbeiteropposition scharf angegriffen. Der Oppositionsführer Major A t t l e e erklärte in London, die englische Regierung und die Regierungen der anderen Länder müßten überredet werden, den Lauf der Ereignisse zu ändern, da es sonst zu einer Weltkatastrophe kommen werde. Der frühere Oppositionsführer Len Derrn führte in Oxford u. a. aus, das Rüstungsprogramm sei ein überzeugender Beweis, daß die englische Regierung einen Krieg von riesenhaftem Ausmaß für unvermeidlich halte. Er appelliere an die Jugend, sie solle auf der Einberufung einer Konferenz der Jugend aller Völker bestehen, bevor das Unvermeidliche eintrete. Verdoppelung des Haushalts der englischen Luftwaffe. London, 6. März. (DNB.) Als letzter der bre- Wehrhaushalte wurde der Voranschlag für die eng lifchen Luftstreitkräfte bekanntgegeben. Die hierfür in Aussicht genommenen Ausgaben belaufen sich ausschließlich der auf Grund des Weißbuches noch zu erwartenden Nachtragshaushalte auf insgesamt 43,5 Millionen Pfund, was gegen- denkwürdigen 16. März vorigen Jahres in drückender Wehrlosigkeit gehaltene Deutschland nur eben das Mindestmaß an Sicherheit schaffen foU unb an dem Zeitraum und unseren finanziellen Möglichkeiten gemessen auch nur schaffen kann, das eine Nation fordern muß, die wie die deutsche im Herzen des Erdteils mit offenen Grenzen nach allen Himmelsrichtungen die stärksten Militärmächte der Welt in bedrohlicher Nähe und durch einen Beistandspakt mit deutlicher Spitze gegen Deutschland verbunden sich gegenüber sieht. Es ist schon der spürbare Wunsch, einen Sündenbock zu haben, dem man vor der wenig deutschfreundlichen Opposition im eigenen Lande alles aufhängen kann, daß das britische Rüstungsweißbuch die deutschen Rüstungen gegenüber denen anderer Länder — man denke nur an die sich ihrer militärischen Unübertrefflichkeit selber laut rühmenden Sowjetrussen — ungebührlich herausstellte. Das deutsch-englische Flottenabkommen hat den einzigen vor dem Kriege zwischen Deutschland und England bestehenden politischen Konfliktsstoff für alle Zeiten beseitigt. Deutschland hat sich auch zu einem Luftabkommen mit den Westmächten öereiterflart, das allerdings seiner besonderen geopolitischen Lage, die gegebenenfalls eine Verteidigung des deutschen Raumes nach mehreren Fronten notwendig macht, Rechnung tragen müßte. Der Führer hat in feiner letzten Unterredung mit einem französischen Jour- Daily Mail" meldet, eine der Fragen Flan- dins gehe dahin, ob England sich zur Entsendung von Truppen für den Schuh der französischen Alpengrenze im Falle der Kündigung des französisch - italienischen Mititärabkommens durch Mussolini verpflichten würde. Ein Teil des englischen Kabinetts sei jedoch auf das b e - stimmteste dagegen, daß die britische Regierung sich zur Entsendung eines Expeditionskorps auf das Festland verpflichte. Die „Times" meldet, die französische Anfrage gehe „Wir müssen aus alle Gelegenheiten vorbereitet sein." Oer Schahkanzler Chamberlain zum britischen Aufrüstungsprogramm. Von einer C.------ . nach wie vor keine Rede. Eine Oelsperre wurde vermutlich erst in Iabr und Tag wirksam werden, selbst wenn die ölproduzierenden Völkerbunds- mächte im Interesse der Sanktionen auf ihr Geschäft verzichten würden, was noch keineswegs feststeht. Und Englands militärische Stellung im Mittelmeer hot sich nicht verändert. Die französische Unterstützung wird auch dann höchst lau bleiben, wenn die Kammerwahlen den Sanktionsfreunden auf der Linken noch mehr Oberwasser geben sollten, als sie beute schon haben. Denn einen Krieg mit Italien wünschen auch Herriot und Genossen nicht trotz ihrer persönlichen Abneiaung gegen den Faschismus. Und das englische Aufrüstunasprogramm das England in den Stand setzen soll, seinen Pflichten als Dölkerbnndsmacht bei der Verteidigung her tolleb tinen Sicherheit nachzukommen, steht vorerst noch auf dem Panier. Eben beginnt im britifdjen Unter» bau? der Kamvf um das Rüstungsweißbuch der Regierung Baldwin, und es gehört zu den vielen Kuriositäten der britischen Politik, daß gerade die hitzigsten Befürworter eines Sanktionskriegs gegen den .Angreifer", im konkreten Falle also Italien, nämlich 'Arbeiterpartei und Oppositionsliberale, auch die heftigsten Gegner des Baldwinschen Aus- rüstungsprogramms sind. Daß die Regierung sie mit ihren eigenen Argumenten von ihrer tramtw- nell rüstungsfeindlichen Linie abzudrängen versucht, empfinden sie als unaufrichtig. Wenn das Kabmetl ----' von uec V/Uiuciujuiiy bi- sämtlichen Zeitungen als Hauptmeldung I unter sensationellen Schlagzeilen veröffentlicht. die Aufrüstung mit der Notwendigkeit begründet, daß England in den Stand gesetzt werden müsse, um die im System der kollektiven Sicherheit, dessen Kern der Völkerbund darstelle, übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen, so ist das nach Meinung der Opposition für Baldwin nur ein bequemer Vorwand, um die besorgte Weltöffentlichkeit und die Friedensfreunde im eigenen Lande über die wahren Zwecke der englischen Aufrüstung zu täuschen, die das Britische Reich befähigen soll, gleichzeitig seine bedrohten Interessen in Ostasien mit seiner traditionellen Vormachtstellung im Mittelmeer zu verteidigen und auf dem europäischen Kontinent sich als Schiedsrichter zu behaupten. Die Opposition wirft der Regierung vor, daß sie mit ihrem Aufrüstungsprogramm d-as verhängnisvolle Rüstungswettrennen vorantreibe, das schon einmal in einem Weltkrieg geendet habe. Tatsächlich begründet das Weißbuch 'Baldwins auch die Notwendigkeit zu rüsten mit der Aufrüstung dex anderen Staaten, denen gegenüber auch England für sich das durch feine geographische Lage bedingte Maß von Sicherheit schaffen müsse. „. rt Es ist bezeichnend für die englische Einstellung, daß bei dieser Erörterung der Rüstungen anderer Mächte man ein besonders ausführliches Kapitel den Rüstungen Deutschlands widmet die ja, wie auch den Engländern bekannt sein sollte, Noch feine Antwort Englands. London, 7. März. (DNB. Funkspruch.) Das englische Kabinett hat bisher noch nicht entschieden über die Antwort, die auf das Verlangen Flandins nach einer Zusicherung militärischer Unterstützung Frankreichs durch England erteilt wird. Die französische Forderung wird Gegenstand weiterer Kabinettsbesprechungen am Montag vor der Rückreise Edens nach Genf sein. Reuter meldet, die Forderung Flandins müsse im Lichte der Andeutungen Mussolinis über seine Stellungnahme im Falle einer Oelsperre betrachtet werden. Als Gegenmaßnahme gegen eine Oelsperre habe Mussolini mit dem Austritt Italiens aus dem Völkerbund, der Kündigung des italienisch - französischen Militärvertrages und der Nichtunterzeichnung des F l o t t e n a b k o m- mens gedroht. Er habe aber nicht angedeutet, daß er seine Locarnoverpflichtungen nicht erfüllen werde. In London sei man der Ansicht, daß die Forderung Flandins schwerlich endgültig beantwortet werden könne, bevor das Ergebnis des Friedensaufrufes an Italien und Abessinien bekannt sei. Es sei wahrscheinlich, daß die englische Regierung bis zur italienischen Antwort Frankreich nur vorläufig antim Zeichen des Schlagworts von der „kollekttoen Sicherheit" verfolgte Politik Frankreichs führt in Wahrheit wieder zu der alten verhängnisvollen Aufteilung Europas in zwei Lager, niemals aber zu der Zusammenarbeit, die unter Achtung der nationalen Interessen gleichberechtigter Völker allein den Frieden bewahren kann. Ein kleines Beispiel dafür sind die vielfältigen Bemühungen um eine wirtschaftliche Gesundung des Dvnauraums, die deshalb ohne Erfolg bleiben müssen, weil man die Lösung nicht miteinander, sondern gegeneinander sucht. Weder die Kleine Entente unter Frankreichs Aegide noch Oesterreich und Ungarn unter Italiens Protektorat haben es vermocht, für sich allein den erstrebten wirtschaftspolitischen Ausgleich zu finden. Der tschechoslowakische Ministerpräsident Hodza hatte versucht, beide Gruppen zusammenzuführen. Deutschland war schon von jeher beiseite gelassen worden, obwohl es den naturgegebenen Absatzmarkt für die landwirtschaftliche Ueberschußpro- duktion der Donauländer bietet und selbst im Südosten für den Export feiner Jndustriewaren günstigen Boden findet. Nun hatte man geglaubt, auch Italien ignorieren zu können. Hodza hat anscheinend in Wien, wo man durch das ostafrika- nische Engagement seines Protektors ängstlich geworden war, mit seinem Werben für einen vorerst nur wirtschaftlichen Anschluß an die Kleine Entente offene Ohren gefunden, aber im eigenen Lager fand sein Plan Gegner in den Südslawen, die diesen Bemühungen des Tschechen, Deutschland vom Südosten abzüsperren, mit unverhohlenem Mißtrauen begegneten. Nun hat Mussolini dem Spuk ein schnelles Ende gemacht. Er hat Oesterreich und Ungarn zur Bekräftigung des römischen Protokolls über die wirtschaftliche Zusammenarbeit der drei Länder nach Rom beordert und zerstört damit die besonders in Paris gläubig aufgenommene Legende, daß der Abessinienkrieg Italien hindere, in der europäischen Politik die ihm zukommende Rolle zu spielen. England muß sich nun aus allen diesen Anzeichen darüber klar werden, welche Folgen es für England selbst wie für ganz Europa haben muß, wenn die englische Politik den Weg der Sank- fionen wett-'rgeht, bis es sich vor hie entscheidende Frage gestellt sieht, ob es zur Rettung der Völkerbundsidee, die sich für die öffentliche Meinung Englands mit dem Grundsatz der kollektiven Sicherheit verquickt hat, zum Kriege s ch r e i t e n will, oder in einer vernünftigen Neuordnung, die die Ursachen möglicher Konflikte zu beseitigen trachtet, statt einen ungesunden Zustand zu erhalten sucht, eine bessere Sicherung des Friedens sieht. Es scheint, als ob die politische Entwicklung den Engländern nicht mehr viel Zeit lassen wird, sich die'Antwort auf diese heikle Frage zu überlegen. über dem Vorjahre einer Erhöhung um über 14,3Millionen Pfund entspricht. — Wenn man bedenkt, daß der Haushaltsplan des Vorjahres sich ursprünglich auf rund 23,8 Millionen Pfund belief, da die im Mai beschlossenen Luft- aufrüstungsmaßnahmen durch Nachtragshaushalte gedeckt wurden, so stellt der neue Voranschlag fast eine Verdoppelung dar. Nach Durchführung des im vorigen Jahre beschlossenen Aufrüstungsprogramms sowie der im Weißbuch enthaltenen Vorschläge werden die englischen Luftstreitkräfte i m Heimatgebiet 129 Geschwader von insgesamt 1750 Frontflugzeugen umfassen. Die entsprechenden Ziffern waren am 1. April 1935 53 Geschwader mit insgesamt 580 Frontflugzeugen. Bombensichere Großkampsschiffe? London, 7. März. (DNV. Funkspruch ) Der Flottenberichterstatter des „Daily Telegraph" meldet, die Admiralität habe sich durch Bombenabwurfversuche auf Kriegsschiffe überzeugt, daß ein modernes Großkampfschiff keiner großen Gefahr durck angreifende Flugzeuge ausgesetzt sei. Auf Grund der Versuche könne festgestellt werden, daß die neuen englischen Großkampfschiffe, die im kommenden Januar auf Kiel gelegt werden, so gut wie bombensicher sein werden. Man habe Bomben verschiedenster Art und Größe oberhalb und unterhalb des Wassers in der Nähe von Kriegsschiffen explodieren lassen und dabei festgestellt, daß selbst durch eine schwere hochexplosive Bombe der Oberbau des Schiffes erstaunlich geringen Schaden erlitten habe. Bei amerikanischen Versuchen, in denen schwere Bomben und Torpedos in der Nähe des Schiffsbodens zum Explodieren gebracht wurden, fei das Versuchsschiff vier Tage lang ohne Ausbesserung weiter geschwommen und habe schließlich durch Geschützfeuer versenkt werden müssen. Ein Aufruf des englischen olympischen Ausschusses. London, 7. März. (DNB. Funkspruch.) Der englische olympische Ausschuß veröffentlicht einen Aufruf, um durch finanzielle Unterstützung eine angemessene englische Beteiligung an den Spielen sicherzustellen. Es heißt darin u. a.: Zum ersten Male würden die Spiele in Deutschland abgehalten, und die Deutschen seien sich aufs tiefste der Verpflichtungen bewußt, die sie einaegangen seien. Der britische olympische Ausschuß sei überzeugt, daß er bei der Entsendung einer Mannschaft nach Berlin im besten Interesse des Sportes handle. Die Olympischen Spiele hätten stets das Ideal der Harmonie und der Versöhnung zwischen den Nationen vertreten. Es wäre unheilvoll, wenn England, von dem die Welt eine Führung erwarte, gegenwärtig in dem sehr kritischen Zustand der Welt bei einer, die Sportsleute beinahe sämtlicher Nationen umfassenden Veranstaltung nicht voll vertreten wäre Jn Erwartung der italienischen Antwort. Oer italienische Botschafter bei Flandin. von Griechenland, die Großfürsten Andre und Dimitrij von Rußland, der Graßher- zog von Mecklenburg-Schwerin und Herzog Georg von Mecklenburg-Schwerin, das Herzogspaar von S ch l e s w i g - H o l ft e i n - G l ü ck s- b u r g, der Jnfant und die Infantin Alfons von Spanien sowie der Erbprinz und die Erb- prinzessin zu Le in in gen. Die Stadt Koburg war durch Bürgermeister R e h l e i n, das Bataillon durch eine Ofsiziersabordnung vertreten.. Das Iabrikationsprogramm der Opelwerke. Die diesjährige Automobil-Ausstellung brachte keine bahnbrechenden Neuschöpfungen. Deutlich wurde offenbar, daß der Automobilbau aus der Phase der revolutionären Umwälzungen in den ruhigeren Zustand der Weiterentwicklung des einmal als richtig Erkannten gekommen ist. Diese Tatsache tritt besonders in Erscheinung bei dem Bauprogramm der Adam-Opel-AG., die mit über 100 000 im Jahre 1935 erzeugten Wagen die größte Automobilfabrik auf dem europäischen Kontinent ist. Nur die Beibehaltung bestimmter Grundtypen, die es nicht notwendig machen, die fabrikatorischen Einrichtungen in kurzen Zeitabständen von Grund aus zu ändern, ermöglicht eine hohe Qualität der Produktion, große Aüflageziffern und damit eine Preisgestaltung, die breite Schichten des Volkes in die Lage versetzt, den Wunschtraum „Automobil" zu verwirklichen. — 96 Prozent aller im Jahre 1935 in Deutschland zugelassenen Personenwagen gehören den gleichen Stärkeklassen wie die Opelwagen an, nämlich der 1-, 1,5- und 2-Liter-Klasse. An diesen drei Klassen ist Opel mit nahezu der Hälfte beteiligt. Das Bauprogramm umfaßt drei Grund« typen mit insgesamt 12 verschiedenen Aufbauten: Preisklasse unter 2000 Mark: Typ „P 4" mit 1,1» Liter-Motor und drei Aufbauten (Normal-Limousine, Kabriolett-Limousine und Spezial-Limousine), Preisklasse zwischen 2000 und 3000 Mark: „Typ Olympia" mit 1,3-Liter-Motor, freitragender Stahlkarosserie, in zwei Modellen als Limousine und Kabriolett-Limousine; Preisklasse von 3000 bis 5000 Mark: „Liter Sechszylinder" mit drei verschiedenen Radständen und Aufbauten: zwei- und viertürige Limousine, Kabriolett-Limousine und Kabriolett. Sechssitzer: Jnnensteuer- und Pullman- Limousine, auf Chassis mit verlängertem Radstand. Geländewagen auf Chassis mit verkürztem Radstand. Auch tm Liefer- und La st wagenbau gilt der Opel-Grundsatz „Festhalten am Bewährten! Neues erst bauen, wenn es restlos erprobt ist!" Die beiden Blitz-Schnell-Lastwagen-Typen, der Eintonner sowie der Zwei- bzw. Zweieinhalbtonner werden im wesentlichen unverändert weitergebaut. Sie werden jetzt in dem Anfang des Jahres eröffneten Zweigwerk Brandenburg hergestellt. Dieses Werk, das die modernste Lastwagenfabrik der Welt ist, erzeugt zur Zeit 50 Lastwagen pro Tag und besitzt eine Kapazität von 150 Wagen täglich bei drei Schichten. — In Weiterentwicklung des bisherigen 1,2 Liter- Lieferwagens ist Ende 1935 der Opel-„Geschäfts- wagen" mit 1,3 Liter-Motor herausgebracht worden, der besonders für die schnelle Personenbeförderung unter Mitnahme leichter Lasten geeignet ist. Der Kulturkreis der SA. Paris, 7. März. (DNB.) Der französische Außenminister F l a n d i n hatte am Freitag eine Unterredung mit dem italienischen Botschafter in Paris, um ihn über die Hal- tuna Italiens gegenüber der Forderung des Völkerbundes zu befragen, die darauf hinausgeht, die beiden kriegführenden Mächte, Italien und Abessinien, zu Friedensverhandlungen zu veranlassen. Es scheint, daß sich bei dieser Besprechung noch kein endgültiger Standpunkt der italienischen Regierung ergeben hat, da der Botschafter nicht in der Lage war, über die Beschlüsse des italienischen Ministerrats, der erst im Laufe des Samstag zusammentritt, irgendwelche Auskunft geben au können. Jn Paris weist man darauf hin, daß der französische Außenminister im Falle einer ablehnenden Antwort gezwungen sein könnte, sich der Auffassung einer Reihe anderer Mächte anzuschließen, die besonders darauf Hinweisen, daß derNegus bereits seine vorbehaltloseZu- st i m m u n g zu den Friedensvorschlägen gegeben habe. Italienischer Kampfftieger über Addis Abeba. Addis Abeba, 6. März. (DNB.) Zum ersten Mal seit Ausbruch des Krieges umkreiste am Freitag zwischen 12 und 12.30 Uhr ein großes dreimotoriges Flugzeug die abessinische Hauptstadt. Bomben wurden nicht abgeworfen. Die Bewohner der Stadt erfaßte beim Erscheinen des italienischen Bombenflugzeuges panikartiger Schrecken. Aus allen Stadtteilen bewegen sich die Einwohner in fieberhafter Hast in großen Scharen in die Umgebung. Ein Engländer durch italienische Fliegerbombe getötet. London, 6. März. (DNB.) Reuter meldet aus Addis Abeba, daß der englische Major Bor - goyne, der sich als Leiter einer abessinischen Roten-Kreuz-Abteilung bei der Nordarmee befand, bei einem italienischen Fliegerangriff durch eine Bombe getötet worden sei. Die Roten-Kreuz-Transporte hätten sich offenbar auf dem Rückzug vom Amba Alatschi nach Koram südlich vom Aschangi-See befunden. Englischer Protest in 5tom. London, 6. März. (DNB.) Die britische Regierung hat ihren Botschafter in Rom, Sir Eric Drummond, angewiesen, bei der italienischen Regieruny gegen die Bombardierung der britischen Sanitätsabteilung in Abessinien Protest einzulegen. Der Botschafter soll ferner um eine sofortige Untersuchung bitten und darauf bestehen, daß Anweisungen an die italienischen Militärbehörden in Ostafrika gesandt werden, um die Wiederholung derartiger Zwischenfälle für die Zukunft zu vermeiden. Schüsse im Belgrader Parlament. Oer südslawische Ministerpräsident unverletzt Belgrad, 6. März. (DNB.) Während einer Rede des Ministerpräsidenten und Außenministers Stojadinowitsch wurden in der Skupschtina heute gegen 11.30 Uhr drei Revolverschüsse abgegeben. Im Saal entstand große Verwirrung. Die Sitzung wurde sofort unterbrochen. Anscheinend wurde niemand verletzt. Als Schütze wurde der Abg. Damian Arnautowitsch von der Saalpolizei fe ft genommen. Er gehört der Jeftitsch-Opposition an. Die Sitzung galt der Beratung des Staatshaushalts. Die Äbgeovdnetenbänke waren nicht sehr ■ w A Stojjadino witsch Ministerpräsident von Jugoslawien. — (Scherl-M.) Nach einer halbstündigen Pause wurde die Sitzung wieder aufgenommen. Ministerpräsident Stojadinowitsch setzte seine außenpolitischen Ausführungen fort. Belgrad wolle die überlieferte Freundschaft mit Frankreich pflegen. Mit England strebe Jugoslawien eine möglichst enge Zusammenarbeit an. Mit dem benachbarten Italien wolle es die Mißverständnisse der Vergangenheit löschen, um die Grundlage für eine dauernde Freundschaft in der Zukunft zu sichern. Die enge wirtschaftliche Verbundenheit mit Deutschland verlange die Ausdehnung der gegenseitigen Beziehungen so weit als möglich. Die Stellung Jugoslawiens zur Klei- nen Entente sei unerschütterlich. Die Kleine Entente werde durch den Balkanbund ergänzt, der die Verhältnisse im Südosten Europas soweit gefestigt habe, daß der Balkan heute nicht mehr das Pulverfaß Europas fei. Die Regierung fei bestrebt, ihre Beziehungen zu Bulgarien und Albanien zu bessern. Die kürzliche Begegnung zwischen König Boris und dem Prinzregenten Paul haben diese Politik fortgesetzt. Auch zu Oesterreich habe Jugoslawien gute Beziehungen. Es habe daher niemals verstehen können, weshalb dort legitimistische Propaganda gemacht werde. Eine Wiedereinsetzung der Habsburger würde unausweichlich zu Verwickelungen und schweren Folgen für den europäischen Frieden führen. Es sei daher die Pflicht der jugoslawischen Regierung, ihr entschlossenes „Nein" zu wiederholen. Im übrigen wünsche Belgrad wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit mit Wien und sei dazu auch mit Budapest bereit. start besetzt, um so dichter die Diplomaten- und Journalistenlogen, sowie die Galerie. Stojadinowitsch beschäftigte sich zuerst mit den Einwendungen der Opposition gegen den Haushaltsentwurf. Während feiner Darlegungen kam es verschiedentlich zu Störungen durch die wenigen oppositionellen Abgeordneten, die im Saal anwesend waren. Der Vorsitzende mußte mehrere Abgeordnete verwarnen und einen von ihnen ausschließen. Als Stojadinowitsch kaum mit einigen Sätzen auf das Kapitel Außenpolitik eingegangen war, entstand in einem Teil des Saales große Unruhe. Man hörte heftige Zwischenrufe, denen ein Wortwechsel folgte. Plötzlich zeigt der Urheber dieses Auftritts, der Abgeordnete Arnautowitsch, einen Revolver. Zugleich hörte man Stimmen: „Der Mensch ist ja betrunken, führt ihn sofort hinaus!" In diesem Augenblick fiel der erste Schuß. Arnautowitsch hatte auf den Ministerpräsidenten gezielt, war aber im letzten Augenblick durch einen Abgeordneten an der Abgabe eines gezielten Schusses gehindert worden. Dieser hatte den Arm des Revolverschützen in die Höhe geschlagen, so daß die Kugel über den Kopf des Ministerpräsidenten hinwegging und in die gegenüberliegende Wand des Sitzungssaales. ganz in der Nähe der Diplomatenloge einschlug. Sie traf die Mauer nur einen halben Meter entfernt vom Kopf des englischen Gesandten. Die nächsten Schüsse gingen in den Fußboden. Beisetzungsfeier für die Großfürstin Kyrill. K o b u r g, 6. März. (DNB.) Die Beisetzung der in Amorbach verstorbenen Großfürstin Kyrill von Rußland, die in erster Ehe mit dem Großherzog Ernst Ludwig von Hessen vermählt war, erfolgte am Freitagvormittag in der Familiengruft des herzoglichen Hauses Sachsen-Koburg und Gotha. Großfürst Kyrill, der mit den anderen Familienmitgliedern der Verstorbenen aus Saint-Briac, feinem bretonischen Wohnsitz, gekommen war, verweilte vorher am Sarge seiner Gattin. Die Trauerfeier fand in der Kapelle des Mausoleums statt. Der Geistliche der Russischen Kirche in Wiesbaden leitete die Feier, die umrahmt war von Gesängen des russischen Kirchenchores in Wiesbaden. Nach dem Trauergottesdienst war der reich mit Blumen und Kränzen geschmückte Sarg in der linken Bestattungshalle beigesetzt worden, wo bereits die Eltern und der Bruder der Fürstin ruhen. An der Feier nahmen u. a. teil: die Schwester der Verstorbenen Konigin-Witwe Maria von Rumänien, Kö- nig F e r dinand von Bulgarien, die Königin Elisabeth von Griechenland, der Heraog von Sachsen-Koburg und Gotha, Für st und Fürstin zu Hohenlohe- Langenburg, der Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg mit Schwestern, Prinzessin Nikolaus Der Stabschef der SA., Viktor Lutze, hat in einem Aufsatz für die kulturpolitische Arbeit der SA. wichtige Richtlinien aufgestellt. Zur Vertiefung dieser Bestrebungen wird der neugeschaffene Kulturkreis der SA. eine bedeutungsvolle Aufgabe übernehmen. Keinesfalls ist daran gedacht, mit diesem „Kulturkreis" eine neue Organisation zu schaffen. Man denkt noch weniger daran, eine besondere Kulturpolitik aufzustellen, denn es gibt nur eine deutsche Kultur und ihre Vertretung und Förderung ist Sache der gesamten Bewegung. Die SA. will nichts anderes, als in ständiger Fühlungnahme mit der Reichskulturkammer und dem Kultursenat dasjenige prüfen und weitergeben, was geeignet ist, in kultureller Hinsicht das Leben in den Gliederungen zu befruchten und die großen Feiern der Bewegung zu erhalten. Es sind also b e - ft i m m t e Aufgaben, die im Rahmen der aroßen deutschen Kulturpolitik bearbeitet werden sollen. Schon jetzt haben die Verbände und Gliederungen, nicht nur die SA., sondern auch die HI., die SS., der Arbeitsdienst und andere das Bestreben gezeigt, ihre Feierstunden nach weltanschaulichen Grundsätzen auszugestalten. 2)ie(e Arbeit soll durch Anregung und Beispiel unterstützt und ausgebaut werden. Dabei ist man sich, wie Kulturwalter M o r a l l e r in einem Vortrag vor der Presse ausführte, bewußt, daß die Entwicklung alles ist, daß man sich aber von Zwantz und Reglementierung nichts erwartet. Es werden sich überall neue Kräfte geltend machen, die aus dem Erlebnis heraus für die nationalsozialistische Idee eigene Formen künstlerischen Ausdrucks suchen. Aus solchem Werden kann ein neuer Kulturbegriff entstehen, so wie unter dem Einfluß der großen politischen Bewegung aus den anfänglichen Debattierabenden die große Kundgebung entstanden ist, die heute zu der politischen Versammlung wurde Ein Beispiel dafür, wie sich auf diesem Wege neue Gestaltung entwickelt, ist die „heldische Feie r", die von dem jungen Sturmbannführer Gerhard Sch u m a n n geschaffen wurde. Sie zeigt nicht die übliche Vortragsfolge verschiedenster Darbietungen, sondern eine Einheit, die in sich alles umschließt, was an Dichtung und Musik, an Sprechchören ober gemeinsamen Liedern ober in der Feierrede geboten wird. Die Musik von F. Philipp trägt symphonischen Charakter, sie ist nicht geschaffen, das Feierspiel zu untermalen, sondern als selbständiges Element zu wirken. Die Tage der Kampfzeit, der Sinn ihrer Opfer und die endliche Erfüllung der deutschen Sehnsucht durch den Führer sind hier aus der Tiefe der nationalsoaialistischen Weltanschauung heraus Erkenntnis und Bekenntnis ge- rooroen. Diese „heldische Feier" (Erstaufführung am Heldengedenktaa in der Volksbühne in Berlin) ist aus echtem SA.-Geist heraus entstanden. Sie bietet einen Beweis dafür, daß solcher Geist auch zur kulturellen Neuschöpfung befähigt. Das zu sichern und zu formen, ist die Absicht des neuen Kulturkreises. Oer Stabschef beruft den Kulturkreis der SA. Berlin, 6. März. (DNB.) Aus der Erkenntnis heraus, daß nur in einer Zusammenfassung aller gestaltenden und schöpferischen Kräfte innerhalb der SA. ihr Wirken auf einer gebundenen Marschrichtung erfolgreich und über die SA. hinaus fruchtbar werden kann, hat der Stabschef des Führers mit Wirkung vom 19. Februar 1936 den Kulturkreis der SA. geschaffen. In diese kulturelle und künstlerische Kameradschaft wurden berufen: Oberführer Franz Moraller, Berlin; Brigadeführer Josef Berchthold, München; Obersturmbannführer Gerhard Schumann, Stuttgart; Obersturmführer Herbert Böhme, München; Oberscharführer Herybert Menzel, Tirschtiegel; Obertruppführer Lembeck, München; Standartenführer Schaudinn, Berlin; Sturmbannführer Götz Otto Stoffregen, Berlin; SA.-Mann Dietrich Loder, München; Truppführer Schloderer, München; Pg. Heinrich An acker, Berlin; Obertruppführer Hans D u f f n e r , Hugstetten (Breisgau); Obertruppführer Dr. Hans Volz-, Berlin; Brigadeführer Gießler, Oldenburg; Truppführer Hans Schlenck, München; Oberscharführer Helmut Hansen, Berlin. Am 7. und 8. März findet die erste Arbeitstagung des SA.-Kulturkreises zusammen mit den Presse- und Kulturreferenten der Gruppen in Berlin statt. Die Aufnahme in das OeutscheIungvolk. Berlin, 6. März. (DNB.) Auf Anordnung des Reichsjugendführers wurden die Ausführungsbestimmungen aum „Jahr des Deutschen Jungvolks^" erlassen. Es werden zur Probe im Laufe des Jahres 1936 alle Jungen und Mädel des Jahrganges 1926 ausgenommen, soweit sie den Grundbedingungen für eine Aufnahme in die HI. und deren Untergliederungen entsprechen (arisch, reichsdeutsch, erbgesund usw.). Die Aufnahme der Zehnjährigen erfolgt in der Zeit vom 2 0. März bis 2 0. April 1936. Bei den früheren Jahrgängen (1925 bis 1922) können Ausnahmen zur Probe vorgenommen werden. Der Jahrgang 1925 kann dabei in der Zeit vom 20. März bis 20. April 1936 ausgenommen werden. Die Anmeldung dazu erfolgt auf allen Dien st st eilen und in allen Heimen der HI. und ihrer Untergliederungen, sowie bei den DJ.-Führern (in der Stadt ab Fähnleinführer), auf dem Land ab Jungmädelscharführerin. Nach erfolgter Anmeldung und Ausfüllung des Probeaufnahmescheines werden die Jungen bzw. Mädel der für ihre Wohnung zuständigen Einheit zugeteilt, um sich einer Probedienstzeit im Deutschen Jungvolk (DJ.) bzw. bei den Jungmädel (IM.) zu unterziehen. Die Probedienstzeit dauert für DJ. mindestens 2 und höchstens 6 Monate, für IM. 3 Monate. Bei der Zuteilung zu einer Einheit wird auf eine altersmäßig möglichst ausgeglichene Zusammensetzung dieser Einheit gesehen. Es soll damit der Grundstein zu einem jahrgangsweisen Aufbau des Deutschen Jungvolks gelegt werden. Vom Tag des Probedienstantritts an beginnt der Dienst der Jungen und Mädel, deren Pünktlichkeit, geistige und körperliche Regsamkeit während der Probedienstzeit besonders überprüft wird. Während der Probedienstzeit hat der Neueintretende jeden Dienst mitzumachen, wobei nur Krankheit als Entschuldigung gelten kann. Die Probedienstzeit setzt sich aus wöchentlich einem Heimnachmittag, monatlich in der Regel zwei Tagen, sowie aus monatlich zwei Appellen der 2)3.« Anwärter bzw. sechswöchentlich einem Appell der IM.-Anwärterinnen zusammen. Die HJ.-Versiche- rung gilt bereits während der Probedienstzeit. Während der Probedienstzeit werden die HI.- Anwärter und Jungmädel-Anwärterinnen ärzt- lich..auf ihre Eignung untersucht. Die endgültige Aufnahme kann nur erfolgen, wenn das Tauglichkeitszeugnis des zuständigen Arztes vorliegt. Nach bestandener Pimpfenprobe dürfen in das DJ. nur die Jungen ausgenommen werden, die im Gesundheitspaß den Vermerk „tauglich" oder „bedingt tauglich" haben. Bei der ärztlichen Untersuchung können Junaen des Jahrganges 1926 aus gesundheitlichen Gründen (körperliche Schwäche usw.) auf ein Jahr vom Eintritt in das DJ. z u - rückgestellt werden. Die ärztliche Untersuchung der JM.-Anwärterinnen geschieht entsprechend der DJ.-Anwärter. Eine Zurückstellung der Mädel des Jahrganges 1926 aus gesundheitlichen Gründen kann ebenfalls wie bei den Jungen erfolgen. Aufnahmegebühren und Beiträge werden bei Beginn und während der Probedienstzeit nicht erhoben. Erst von dem Zeitpunkt der Aufnahme an gelten uneingeschränkt die seitens des Derwaltungsamtes der Reichsjugendführung festgesetzten Bestimmungen einschließlich der Bestimmungen über Erleichterung der Beitragszahlung. Die geldliche Frage wird bei der Probeaufnahme bzw. Aufnahme in das DJ. und die IM. unter keinen Umständen als Hinderungsgrund auftreten. Während der Probedienstzeit ist der Pimpf und das Jungmädel berechtigt, den Dienstanzug des DJ. bzw. die Bundestracht der IM. zu tragen, wobei der Pimpf diesen jedoch ohne Fahrtenmesser, HI. - Abzeichen und Schulte r st r e i f e n trägt, bis er hierzu auf Grund der abgelegten Pimpfenprobe berechtigt ist. Bedürftige werden mit Hilfe der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt eingekleidet. Hierzu erlassen die Gebiete und Obergaue im Einvernehmen mit dem Organisationsamt weitere Bestimmungen. Nach Ableistung der Probedienstzeit werden die DJ.-Anwärter und JM.-Anwärterinnen feierlich in das DJ. bzw. die IM. ausgenommen. Die in das Deutsche Jungvolk und die Jungmädelschast aufgenommenen Jungen und Mädel bilden jahrgangsweise Einheiten, so daß z. B. zukünftig alle Zehn» und Elfjährigen eines Ortes oder Stadtteils in einer Einheit zusammengefaßt werden. Unmittelbar nach der Aufnahme beginnt der regelmäßige Dienst der Pimpfe und Jungmädel und damit ihr Weg durch die Schule der Nation. Zehn Haushallilngsschulen de«Ni>M. Berlin, 6. März. (DNB.) Am 20. April 1936 werden im Reich zehn Haushaltungsschulen des BDM. eröffnet. Sie dienen als Grundlage für die Ausbildung von Kindergärtnerinnen, Kinderpflege- rinnen, Hortnerinnen, Haushaltspflegerinnen, Säuglingsschwestern, Krankenschwestern, Diät-Schwester« ufw. Die Mädelreferentin im Sozialen Amt der RIF., Untergauführerin G. Kunzemann, führte der Presse dazu aus: Mit der Eröffnung der Haushaltungsschulen des BDM. ist endlich dem bringen* Das Ar- Ein- Der Chefkonstrukteur der Zeppeline, Dr. Dürr, der auch den neuen „LZ 129" baute, ist begeisterter Radfahrer und legt täglich den Weg von seiner Wohnung zur Werft fast ausschließlich mit dem Fahrrad zurück. (Deutsche-Presse-Photo-Zentrale-M.) Dr. Eckener von der Zulassungsfahrt des „LZ 129" hochbefriedigt. Baldur von Schirach, Jugendführer des Deutschen Reiches. Dr. Robert Ley, Leiter der Deutschen Arbeitsfront. den monatlichen Beitrag für Wohnung, Verpflegung, Betreuung und Schulgeld auf 45 bis 80 Mk. festgesetzt. Wir werden es trotz dieser niedrigen Sätze möglich machen, in jeder Schule noch einige Freiplätze zur Verfügung zu stellen. Wir wissen genau, daß es heute noch Gesellschaftskreise gibt, die glauben, daß nur standesgemäße Pensionats in der Lage sind, Töchter zu „gesellschaftsfähigen" und damit brauchbaren „jungen Damen" zu erziehen. Es ist uns eine Selbstverständlichkeit, daß ein Mädel über die notwendigen Umgangsformen verfügt, wir sind aber der Meinung, daß diese äußere Haltung entspringen muß aus einer klaren, sauberen und ^ielbewußten inneren Haltung, die nicht erlernt werden kann, sondern erlebt werden muß. Großer Start der KdF.-Fahrten nach Madeira. Die diesjährige Madeira-Flotte der RSG. „Kraft durch Freude", die aus den Dampfern „St. Louis", „Der Deutsche", „Sierra Cordoba" und „Ozeana" besteht, geht am 15. März vom Hamburger Hafen aus geschlossen in See. Der Start wird, wie die „Deutsche Arbeitskorrespondenz" meldet, zu einem großen Ereignis für Hamburg und darüber hinaus für ganz Deutschland werden. Wie im Vorjahre wird die Hamburger Arbeiterschaft ihre Kameraden, die aus sämtlichen Gauen unseres Vaterlandes kommen, zu ihrer einzigartigen Südreise verabschieden Bei der großen Startfeier spricht auch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Die Sichert den Nachwuchs in Wirtschaft nnd Verwaltung! Stellt Lehrstellen für unsere Jugend in ausreichender Zahl bereit! ____ Jugendamt der Deutschen b e i t s f r o n t schreibt zu dem Aufruf zur Friedrichshafen, 6. März. (DRB.) Die l dritte Ausfahrt des „LZ 129" begann um 13.25 Uhr. Es handelt sich um die behördliche Z u - lassungsprüfung, die von Mitgliedern der Prüfungsstelle für Luftfahrzeuge im Reichslust- fahrtministerium, an ihrer Spitze Oberstleutnant B r e i t h a u p t, abgenommen wird. Das Luftschiff ist um 16.38 Uhr auf dem Werftgelände glatt gelandet. Die Landung erfolgte bei strömendem Regen. Die Abnahmekommission ist hochbefriedigt gewesen. Erst für Mitte nächste Woche ist die nächste Fahrt angefetzt. Möglicherweise wird es schon die große Deutschland-Fahrt sein. Dem Vertreter des DRB. erklärte Dr. Eckener auf die Frage, wie er die drei Probefahrten beurteile, mit höchster Befriedigung: „Sie sind über alle Erwartungen gut ausgelaufen. Das neue Schiff ist viel ruhiger, feine Motoren arbeiten wesentlich geräuschloser als bei irgendeinem anderen Schiff. Seine Vibration ist kaum zu bemerken, nicht einmal in den Teilen, die den Maschinen am nächsten liegen, also auch nicht in den Maschinengondeln. Auch die Passagierräume werden nicht mehr von zu starken Geräuschen und Erschütterungen erfaßt. Sie sind viel ruhiger als der beste Schlafwagen. Abgesehen von der fast absoluten Geräuschlosigkeit aber ist besonders hervor- zuheben sowohl die ruhige Lage in der Luft als auch die hervorragende Steuerfähigkeit des Schiffes. Wir hatten für kurze Zeit mit einigen Böen zu tun. Ein ausgesprochen böiges Wetter mit starker Turbulenz der Luft war jedoch nicht vorhanden. Diese Probe aufs Exempel wird das Schiff noch zu bestehen haben. Die G e - schwindigkeit scheint gut zu sein. Sie ist wesentlich höher als wir erwartet haben. Während 20 Minuten Fahrtdauer wurde heute die Geschwindigkeitshöhe gemessen, die ungefähr bei 38 Metersekunden liegen dürfte." Zum Schluß teilte Dr. Eckener noch schmunzelnd mit, daß er heute a l s blinder Passagier die Fahrt mitgemacht habe und sich erst nach einer Stunde zur allgemeinen Ueberraschung in der Führergondel gezeigt habe. Kapitän Lehmann erklärte, daß Die Navigation fabelhaft geklappt den Wunsche der Mädel und der Eltern Rechnung getragen, die Ausbildungszeit für hauswirtschaftliche und soziale Frauenberufe in einem Rahmen zu verleben, der n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch aus gerichtet ist und den Anforderungen der Jugenderziehung entspricht. Die Schulen liegen in verschiedenen Teilen des Reiches und unterstehen dem sozialen Amt der Reichsjugendführung. Unterricht und Leitung liegt in Händen von staatlich geprüften Fachkräften, die aus der natio- nalfozialistifchen Jugendbewegung herausgewachsen ind. Wir wollen den ganzen jungen Menschen in einer politischen und weltanschaulichen Haltung er- assen und ihm eine lebenswahre Erziehung zur taktischen Hausarbeit vermitteln, so wie sie zum Mufbau einer Familie erforderlich ist. Wir haben Kriegsmarine, die seit Bestehen der KdF.-Reisen immer großes Interesse für die Arbeit der NSG. „Kraft durch Freude" bewiesen hat, wird durch Entsendung des Kreuzers „Köln" den Urlaubern ein besonderes Erlebnis bereiten, und zwar trifft sich der Kreuzer mit der KdF.-Flotte auf der Höhe von Helgoland. Die diesjährige Madeira-Fahrt wird ein kulturell stark ausgeprägtes Gesicht erhalten. Außer einer Volkstanzgruppe von Moselwinzerinnen und der bekannten Pommerschen Spielschar der HI. haben sich eine Reihe namhafter Künstler und Dichter uneigennützig zur Verfügung gestellt, um den Arbeitskameraden tinterroegs die Fahrt zu verschönen und auch den Ausländsdeutschen in Lissabon und auf Madeira eine Ueberraschung zu bereiten. Aus aller Well. NeuebluNgeZusammenstöheinSpanien Madrid, 7. März (DNB. Funkspr.) Die Zahl der politischen Anschläge wächst in Spanien von Tag zu Tag. In Madrid wurde ein Bäcker- m e i ft e r , der der spanischen faschistischen Partei angehört, beim Schließen seines Ladens von Marxisten aus dem Hinterhalt erschossen. Das gleiche Schicksal ereilte einen anderen Faschisten, der sich gerade auf dem Balkon seiner Wohnung befand. In Pamplona entspann sich bei der Auflösung einer nationalistischen Kundgebung durch die Polizei ein Feuergefecht, bei dem 14 Personen verletzt wurden. In Santander gab es bei einer Schießerei zwischen wieder eingestellten marxistischen Arbeitern und entlassenen Arbeitern einen Toten und zehn Verletzte. Berlin, 6. März. (DNB.) Getragen von Der Erkenntnis der Bedeutung einer geregelten Berufsarbeit für die deutsche Jugend, die Ostern 1936 die Schule verläßt, und erwachsen aus der Sorge für die Sicherstellung eines ausreichenden und leistungsfähigen beruflichen Nachwuchses für die deutsche Volkswirtschaft haben die zuständigen Reichsministerien, sowie der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Der Reichsjugendführer und der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung folgenden Aufruf erlassen: „Auch in diesem Jahre möchten die O st e r n zur Schulentlassung kommenden I u - a e n d l i ch e n pünktlich am 1. April ihre berufliche Ausbildung beginnen. Viele wollen später als tüchtige Facharbeiter, Gesellen oder Meister in Handwerk und Industrie tätig sein, viele wollen im Handel und in der Verwaltung von privaten und öffentlichen Betrieben arbeiten, viele auch die Hand an den Pflug legen. Alle wollen sie einmal als Arbeiter Der Stirn oder der Faust ihrem Volke bienen. Alle wünschen daher nichts sehnlicher als Lehrstellen und Ausbildungsplätze, in denen sie sich auf diese Arbeit für Staat, Volk und Wirtschaft vorbereiten können. Soll dieses gesunde Drängen der deutschen Ju- aend nach beruflicher Ausbildung nicht vergeblich sein, dann ist es notwendig, daß Betriebsführer, Lehrmeister und die verantwortlichen Stellen der öffentlichen Verwaltung alle geigneten Lehrstellen und Ausbildungsplätze verfügbar machen und sie schnellstens den Berufsberatungsstellen der Arbeitsämter melden. Dann ist zu hoffen, daß jeder Jugendliche den ersehnten Lehrplatz findet und daß für jeden Beruf und jeden Betrieb Der notwendige und geeignete Nachwuchs sichergestellt wird. Im Zusammenwirken der Arbeitsämter mit Eltern, Schule und Arzt, mit Hitlerjugend, Deutscher Arbeitsfront, mit Vertretern der Berufe und Betriebe ist durch Monate hin eine gewaltige vorbereitende Arbeit geleistet worden. Trotzdem ist der Bedarf an Lehrstellen noch nicht gedeckt. An die gesamte deutsche Wirtschaft, an Die Bauernschaft unD Die mafjgebenDen Behörden wenden wir uns daher mit der Aufforderung, auch auf diesem Gebiete ihre Pflicht zu tun. Dr. Hjalmar Schacht, Präsident des Reichsdankdirektoriums, mit Der Führung Der Geschäfte Des Reichs- unD Preußischen Wirtschaftsministers beauftragt. Franz SelDte, Reichs- und Preußischer Arbeitsminister. R. Walther Darrä, Reichs- und Preußischer Minister für Ernährung und Landwirtschaft. Dr. S y r u p , Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittelung und Arbeitslosenversicherung.___________ Neuer „politischer Mord" in Sowjetrußland. Die sowjetrussischen Blätter melden erneut einen „politischen Mord", dessen entsetzliche Begleitumstände schlagartig die Erbitterung enthüllen, die die Stachanowschen Antreibermethoden hervorgerufen haben Matrosen eines Dampfers in Baku haben ihren Steuermann, der sich durch seine Antreibereien aufs äußerste verhaßt gemacht hatte, vom Deck des Dampfers in den Maschinenraum hinabgestoßen ihn mit Petroleum begossen und ihn Dann in Der Feuerung verbrennen lassen. Einer Der Täter ist zur Erschießung verurteilt morDen. Ein anDerer erhielt eine langjährige Freiheitsstrafe. Lawinenunglück in Oberitalien. — Gelber Regen und roter Schnee. Die reichen Schneefälle unD andauernden Regengüsse in Oberitalien haben vor allem im Aosta-Tal große Schäden verursacht. Im Lys-Tal haben zehn Lawinen die Straßen verschüttet. Cogne ist seit zwei Tagen durch eine riesige Lawine völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Hochspannungsleitung, die den Strom für die Seilbahn und die Lichtanlagen in den Bergwerken von Colonna und Locony liefert, ist durch Lawinen gerissen. Beim Flicken der Stromleitung wurden vier junge Arbeiter von Schneemassen verschüttet. Zwei von ihnen konnten sich aus dem Schnee herausarbeiten und schleppten sich mit Verletzungen unter ununterbrochenem Steinschlag und niedergehenden Kleinlawinen nach Colonna. Die beiden anderen Verschütteten konnten nur als Leichen geborgen werden. Die vier Verunglückten hatten das Flicken der Stromleitung trotz der großen habe. Endlich stellte Diplom-Ingenieur Knut Ecke- ner, der Leiter der Montageabteilung des Luftschi fbaues, mit Begeisterung fest: dieses Luftschiff „LZ 129" ist das beste Schiff, das wir jemals in den Fingern gehabt haben. Die Fahrt war trotz des Regens fabelhaft. ftellung von Lehrlingen: „Auch in diesem Jahre wieder hat die deutsche Jugend durch den Reichsberufswettkampf bewiesen, daß in ihr der Wille zur Arbeit und Leistung lebt und daß sie jede Gelegenheit ergreift, dies durch die Tat zu beweisen. Wenn es jetzt zu Ostern gilt, 1,2 Millionen Jugendliche, die zu diesem Zeitpunkt aus der Schule entlassen werden, einer geordneten Berufsausbildung zuzuführen, so ist es die nationale Pflicht von Industrie und Handel ebenso wie von feiten des Handwerks, diesen jungen Kameraden und Kameradinnen die Möglichkeit dazu zu geben, damit sie sich das Wissen und Können aneignen, das ihnen Die Garantie Dafür gibt, sich später als brauchbare Arbeitskräfte in Den Arbeitsprozeß einzuschalten zu können. Wir Dürfen nie mehr in Den ZustanD geraten, daß die Jugend, die voll Glauben und Hoffnung an die ^t und voll Vertrauen zu Volk und Vaterland ule verläßt, schon zu Anbeginn ihres Berufslebens eine derartige Enttäuschung erlebt, wie es für sie die Tatsache bedeuten würde, daß sie Ostern vor dem Nichts steht. Es hat daher einen tiefen Grund, wenn die führenden Männer von Partei und Staat aemeinfam einen Aufruf zur Einstellung von Lehrlingen an die gesamte deutsche Wirtschaft, an Die Bauernschaft und maßgebenden Behörden richten. Wir können nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß dieser Aufruf, der gewissermaßen einen Appell an das Verantwortung s- und Pflichtbewußtsein jedes einzelnen Betriebsführers und jedes einzelnen Meisters darstellt, nicht ungehört verhallen wird. Die Jugend soll einst Deutschlands Zukunft garantieren. Man muß ihr also auch die Möglichkeit geben, sich auf ihre spätere Aufgabe, jeder an feinem Platz, vorzubereiten Gießener Stadttheater. Harald Bratt: „Die Insel". Wir haben im Herbst 1934 an dieser Stelle einen Film der Ufa besprochen, welcher unter dem Titel „Die Insel" erschien; da der Film auf Das Schauspiel zurückgeht, Das wir gestern sahen, ergibt sich Die NotwenDigkeit, einiges von Dem zu wieDerholen, was Damals schon entwickelt wurde. Es hanDelt sich um Den Ausschnitt aus einem Lebensbezirk, Der bisher, soweit wir zu sehen vermögen, verhältnismäßig selten Dramatisch behanDelt morDen ist; genauer gesagt: um ein Problemstück, Das seine unleugbaren theatralischen Qualitäten aus Dem Um- ftanDe bezieht, daß sich Die wirksamsten Bestandteile des Gesellschaftsstückes und des Kriminalschauspieles in ihm durchdringen. * Der Titel ist in übertragenem Sinne zu verstehen, er ist ein Bild, ein Symbol: die Insel ist der kleine, in sich abgeschlossene Bereich der diplomatischen Vertretung eines Staates im Ausland. Die Botschaft ist ein Stück eigenen Landes, ein winziges Stück Heimat auf fremdem Boden, weit vorgeschobener, äußerst exponierter Posten, unantastbar, begabt mit außerordentlichen Vollmachten, belastet mit außerordentlicher Verantwortung. Die Botschaft, so lautet die These dieses Schauspiels, steht unter eigenen, anderen Gesetzen als alle übrigen Lebensgemeinschaften. Die Menschen, welche auf dieser Insel wohnen, befinden sich jederzeit gleichsam im Ausnahmezustand, sie bilden eine Besatzung die nur einer einzigen Idee zu dienen hat: dem Wohle Des Staates, Den sie vertreten. ♦ Diese These roirD an einem Beispiel erörtert, Das sich wahrscheinlich praktisch aus mehrfachen Grün- Den nur selten ereignet. Das aber Deutlich erkennen läßt, wie Der Begriff Der Insel gedacht ist unD was es mit Dem AusnahmezustanD auf sich hat, von Dem soeben die Rede war. Der Dramatiker Bratt bedient sich dazu eines zwar krassen, aber unmißverständlichen Exempels: er setzt den Fall, daß auf der Insel ein Verbrechen geschieht;' der Tater ist, worüber von Anfang an kein Zweifel bestehen kann, ein Angehöriger der Botschaft —: wie reagiert die Insel auf diesen Tatbestand, und warum reagiert sie so und nicht anders? * Ein Attache Der Botschaft hat — aus welchen Gründen, steht zunächst dahin — eine Urkundenfälschung begangen, und zwar unter Umstanden, die einen seiner Kollegen unschuldigerweise verdächtigen. Dessen Unschuld wird bald zweifelsfrei erwiesen. Dennoch fordert der Chef der Botschaft von ihm, daß er die Schuld auf sich nehme, um den Schein zu wahren: Denn auf der „Insel" ist ein solches Verbrechen schlechterdings nicht möglich. Der Botschafter lehnt auch die von dem unschuldig Verdächtigten zur Reinigung seiner Ehre geforderte Untersuchung zur Ermittlung des Schuldigen ab, Denn nach Den ungeschriebenen Gesetzen, Die auf Der Insel herrschen, muß Der Täter Die Tat selber sühnen UeberDies gelten hier nicht die bürgerlichen Gesetze, auf die der Verdächtigte sich beruft. Die Folgerungen Die aus Dem Fall gezogen werden, sind klar: die Besatzung der Insel in ihrer Gesamtheit ist (nicht nur völkerrechtlich) unantastbar. Persönliches Schicksal und die Ehre eines Einzelnen werden unwichtig, sobald die Ehre, das Ansehen und die Wohlfahrt des Staates auf dem Spiele steht, den alle auf dieser Insel zu vertreten berufen hnh Was das Stück angeljt, |o i|t es nach Dem Gesagten nicht erheblich, ob Der hier geschilderte Fall „in Wirklichkeit" irgendwann vorgekommen ober nur möglich ist, ob er sich so ober anders hätte entwickeln können. Es handelt sich nur um einen Schul- fall oder ein Beispiel. Daß es auf eine theatralisch sehr wirksame Weise oorgefübrt wird, wurde zu Anfang bereits angedeutet. Dies ist bemerkenswert, weil Die, sagen wir: kriminalistische Spannung streckenweise außerorDentlich gelockert roirD. Der größte Teil Des zweiten BilDes besteht nur aus Konversation unD ist für Den Fortgang völlig unergiebig. Es spricht für Bratt, Daß man trotzdem interessiert zuhört unD geDuIDig wartet, bis Das Telephon flinaelt unD Der FaDen mieDer aufgenommen roirD Immerhin Darf gesagt roerDen, Daß Der Film, Der nach Dem Stück geschrieben rourbe, über Das Stück hinausgelangt, baß er Den Sinn Der Fabel konzentrierter gestaltet — aus verschieDenen Grün- Den. Der Film hat nicht Zeit, sich mit größeren Dialogpartien aufzuhalten, Der Film begründet auch die Tat selbst, was doch nicht unwesentlich erscheint, sehr viel ausführlicher, während sich hier die Exposition auf Andeutungen beschränkt. Der Film begründet ferner, warum es nicht zu der Aussprache zwischen dem Täter und dem Verdächtigen kommt, die so befreundet sind, daß eine solche Aussprache zum mindesten naheläge. Vor allem: im Film wurde der Beschauer viel unbedingter zur Anerkennung des durch den Botschafter vertretenen und verkündeten Insel-Gesetzes gezwungen, als das hier geschieht, wo den Ausgestoßenen mindestens lebhafte Sympathien begleiten. Das liegt wieder daran, daß im Stück ein zweites Problem zugleich mit Dem Kernproblem ausgerollt roirD: Das Problem Der Generationen oDer, Deutlicher, Die Gegenüberstellung Der alten Diplomatischen Schule unD Des neuen Typs, Des Außenseiters unD Emporkömmlings; TraDition und unromantische Bürgerlichkeit. Das ist gewiß nicht ohne Reiz, auch nicht ohne grundsätzliche Bedeutung, lenkt aber, wie wir glauben, vom Grundgedanken der Fabel ab. Jedenfalls wird der Beschauer und Zuhörer mit einer ganzen Reihe von Fragen entlassen; daß diese zum Nachdenken und zum Gedankenaustausch anregen, sei anerkannt und dankbar begrüßt Die Spielleitung hatte Herr Neuhaus; er ließ sich die Möglichkeiten, die das bühnenmäßig vielfach ergiebige und dankbare Schauspiel anbietet, nicht entgehen. Wir sahen ein Gesellschaftsstück, einen Kriminalfall, ein Problemschauspiel in konzentrierter Form, mit allen Vorzügen und Reizen, Die jebe Dieser Gattungen in sich vereinigt. Eine gewisse Zwiespältigkeit Des EinDrucks, Die wir zu begründen versuchten, und deren Beseitigung naturgemäß der Einwirkung der Regie entzogen ist, war nicht zu überbrücken. Der äußere Rahmen, von Herrn Löffler mit sicherer Hand geformt, betonte Die Sachlichkeit wie auch Die geDiegene Vornehmheit, welche Die von Der Außenwelt abgeschlossenen Bezirke Der „Insel" kennzeichnet * Was Die darstellerische Besetzung betrifft, so war im Gesamteindruck die innerhalb der kleinen Gemeinschaft aufgerichtete Einheitsfront ebenso wie Die sich balD abhebenden Außenseiter-Positionen sinnvoll und sinnfällig markiert. Herr Lindt in Der Rolle Des Handelsattaches Raaz vermochte der in zunehmendem Maße isolierten Erscheinung dieses im übrigen klar und gradlinig gezeichneten Charakters erheblich mehr Sympathien zuzuwenden, als das dem Träger der Filmrolle möglich war. Auch Herr Rosenthal (Hauptmann von Rist) hatte die Figur von Anfang richtig angelegt und in den schweren inneren Kämpfen vor der Tat zu Beginn eindringlich glaubhafte Momente; daß die Figur im Verlaufe an Überzeugungskraft verliert, ist, wie wir anDeuteten, nicht seine Schuld. (Der Kollege im Film hatte es leichter.) Herr L ü p f e als Botschafter, von formvoller Verbindlichkeit bis zu eisig-starrer, hochmütiger Ablehnung, sprach mit Nachdruck das unerschütterliche Glaubensbekenntnis, bas hier regiert. Die übrigen Beamten der Botschaft wurden von Den Herren Frickhoesser, Schorn, 33old unD Kühne (der ein paar Augenblicke lang ins Karikaturistische abzugleiten drohte) treffend individualisiert. Fräulein Decker als Karin fand aus dem anfangs unverbindlichen Konversationston allmählich Die Uebergänge zu impulsiver Gefühlsäußerung. Fräulein Markgraf als Silvia: äußerst präzis, geschmeidig und Deutlich zugleich; im Ganzen erfreulicherweise doch um einen Grad gepflegter, als Die Figur im Film angelegt war. Sehr lebenDig brachte Herr Hub Den kleinen, aber inhaltschweren Auftritt Des Bankbirektors. —. * Das Publikum folgte merklich gefesselt und dankte mit verdientem Beifall. hth. Nie seltene Pflanze. Wie bei vielen berühmten Leuten war auch bet Dem großen französischen Maler M e i s s o n i e r Die Pflege seines Gartens eine Leidenschaft. Sein Gärtner war ein ausgezeichneter Botaniker, er kannte alle Samenarten, und Meiffonier hatte stets vergeblich versucht, ihn aufs Glatteis zu führen. „Jetzt habe ich ihn aber", sagte eines Tages Meiffonier zu einigen Freunden, Die bei ihm zu Mittag speisten, und zeigte ihnen ein Päckchen getrockneten Heringsrogen. Dann ließ er den Gärtner rufen. „Kennen Sie diesen Samen?" fragte der Maler mit pfiffigem Gesicht. Der Gärtner betrachtete die Körner mit großer Aufmerksamkeit. „Wie sollte ich nicht," sagte er endlich, „es ist der Samen einer sehr seltenen tropischen Pflanze". „Wie lange roirD es Dauern, bis Der Samen aufgeht?" fragte Meiffonier mit unverhohlener Schabenfreube. „Etwa vierzehn Tage!" Nach genau vierzehn Tagen faßen Die gleichen Gäste roieDer an Der Tafel Des Malers; nach Der Mahlzeit kam Der Gärtner. „Monsieur Meiffonier", sagte Der Mann, „Die Saat ist aufgegangen!" „Ach, Das ist ein wenig stark!" rief Der Künstler und begab sich mit seinen Gästen in den Garten, um das botanische Wunder in Augenschein zu nehmen. Da, als alle versammelt waren, hob der Gärtner eine Glasglocke hoch, unter der sich ein kleines, sorgsam gepflegtes Beet befand. Und da sah man denn, wie Drei Reihen gesalzener Heringsköpfe aus Der ErDe hervorlugten. Die Heiterkeit wollte fein Ende nehmen, und am allermeisten lachte der Maler, den fein finget Gärtner durchschaut hatte. Ad. Lawinengefahr übernommen, um die Rückbeförderung eines schwer erkrankten Arbeiters mit der Seilbahn zu ermöglichen. In den Bergamaskcr- Alpen ging an verschiedenen Stellen gelber Regen nieder. Im Gebiet der Presolana fiel Schnee von zinnoberroter Farbe. Auf dem am Garda-See liegenden Berge waren ebenfalls große Flächen von rotem Schnee zu sehen. In Limone am Garda-See hatte der Regen zeitweise rote Färbung. Sühne für den Ueberfall auf den deutschen Gesandten in Columbien. Der auf den deutschen Gesandten in Columbien im Sommer v. I. in der Nähe der Hauptstadt verübte brutale Ueberfall hat jetzt seine Sühne gefunden Das zuständige Gericht in Bogota hat die Täter zu mehrjährigen Strafen schweren Kerkers, sowie zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. In den Urteilsbegrün- Rundfunkübertragung der Reichstagssitzung wird um 20 ilhr wiederholt. Berlin, 7. Mär,. (DBB. $untfprud).) Die von der Reichssendeleitung durchgeführte Uebertra- gung der außerordentlichen Reichstagssihung aus der Krolloper wird heute um 20 Uhr von allen deutschen Sendern wiederholt. düngen wird hervorgehoben, daß der Umstand, daß es sich bei dem Angegriffenen um den diplomatischen Vertreter des Deutschen Reiches handelt, strafverschärfend berücksichtigt worden ist. Zehn Leichtverletzte bei einem Zugunfall. Bei dem Bahnhof Rengershausen bei Kassel ereignete sich ein Zugunfall, bei dem zehn Personen leichte Verletzungen erlitten. Der Personenzug 624 fuhr auf einen Güterzug auf, der infolge eines Bremsschlauchrisses kurze Zeit vorher auf freier Strecke halten mußte. Durch den Anprall wurde der letzte Wagen des Güterzuges eingedrückt. Einige Güterwagen in der Mitte des Güterzuges sprangen aus den Schienen. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. 3 Lahre Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für einen Jugendverderber. LPD. Limburg, 6. März. Die Große Strafkammer beim Landgericht Limburg verhandelte gegen den 24jährigen Adolf Neuhof aus Bellersdorf, dem eine Reihe ungewöhnlich schwerwiegender Sittlichkeitsverbrechen an Jugendlichen zur Last gelegt wurde. Neuhof war am 14. Oktober 1935 unter dem Verdacht mehrfacher Verfehlungen an schulpflichtigen Knaben aus Bellersdorf und Altenkirchen festgenommen worden. Schon die ersten Vernehmungen entrollten ein erschreckendes Bild feines üblen Einflusses, dem zahlreiche Knaben erlegen waren. Die weitere Untersuchung führte zur Anklageerhebung wegen Verbrechens gegen §§ 175 und 176 in 13 Fällen, die sich von Ende 1934 bis Ende 1935 zutrugen. Zur Aufklärung des Sachverhaltes in der S)aupt= Verhandlung waren 19 Zeugen und ein Sachverständiger geladen. In der Beweisaufnahme, die unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfand, aab der Angeklagte nur in einigen unwesentlichen Punkten seine Verfehlungen zu, während er sich in der Hauptsache darauf verlegte, die Richtigkeit der ihn schwer belastenden Aussagen der jugendlichen Zeugen anzuzweifeln und seine eigenen früheren Geständnisse abzuschwächen. Der ungünstige Eindruck über den Angeklagten wurde noch verstärkt durch die Tatsache, daß einige Kassiber aufgefunden worden waren, die er aus dem Untersuchungsgefängnis geschmuggelt hatte. Sie enthielten Bemerkungen, denen die Staatsanwaltschaft die Absicht der Zeugenbeeinflussung entnahm, und Erwägungen des Angeklagten über die Möglichkeit seiner Entmannung. Der Vertreter der Anklage geißelte in scharfen Worten den verderblichen Einfluß des Angeklagten auf die Heranwachsende Jugend und beantragte unter Ablehnung der Gewährung von Milderungsgründen eine Zuchthausstrafe von fünf Jahren, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für die gleiche Zeit und Anordnung der Sicherungsverwahrung und Entmannung. Der Urteilsspruch der Großen Strafkammer lautete unter Freisprechung in zwei Fällen wegen Sittlichkeitsverbrechens in elf Fällen nach §§ 175 und 176 auf drei Jahre Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren und Sich e - rungsverwahrung, da die Allgemeinheit vor dem Täter geschützt werden müsse. Konzentration der Kräfte in der deutschen Rohstoffwirtschast. Nicht nur die weltpolitische, sondern auch die weltwirtschaftliche Lage zwingt uns Deutsche zu einer Zusammenfassung aller vorhandenen wirtschaftlichen Kräfte. Das gilt nicht nur für die groß- wirtschaftliche Produktion und für eine folgerichtige Ausnutzung der natürlichen Bodenschätze, sondern auch für die Landwirtschaft und die sogenannte mittelständische Wirtschaft in Handwerk und Gewerbe, deren Auswirkungsmöglichkeiten ja in der Hauptsache auf das Binnenland beschränkt bleiben. Erfreulich ist, daß gerade in Deutschland zwischen Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft eine gemeinsame Plattform der Zusammenarbeit gefunden ist, die uns gerade in letzter Zeit von mancher Rohstoffsorge befreien konnte. Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik hat sich von Anfang an darauf eingestellt, die Selbstversorgung aus den eigenen Erträgnissen des deutschen Heimatbodens zu vervollständigen, ohne darüber die noch weltwirtschaftlich vorhandenen Möglichkeiten eines internationalen Warenaustausches zu vernachlässigen. Weltpolitik oder Weltwirtschaft bedeutet heute in steigendem Maße Kampf um die Boden- s ch ä tz'e. Um das Zusammenwirken von Forschung und Wirtschaft zu kennzeichnen, sei beispielsweise auf die geologische Wissenschaft hingewiesen, die deshalb so eng mit dem Wirtschaftsleben verbunden ist, weil die Verteilung der Bodenschätze bestimmten Voraussetzungen unterliegt und deshalb jede Lagerstätte gewissermaßen einen geologischen Körper darstellt, der nur durch die wissenschaftlichen Methoden, die deutsche Gelehrte in langer Arbeit herausgebildet haben, erschlossen werden kann. So sind die Erfolge, die bei den Erdölbohrungen in Hannover erzielt worden sind, in erster Linie auf die deutsche Erdölgeologie zurückzuführen. In Süddeutschland hat man auf diese Weise die Verbreitung der sogenannten Doggererze festgestellt und man hofft hier durch ein neues Verhüttungsverfahren eine bessere Verwertung erreichen zu können. Bekanntlich ist Deutschland außerordentlich reich an Salzlagerstätten. Allein die Steinsalzläger in Norddeutschland bedecken eine Fläche von 200 000 Quadratkilometer und erreichen eine Dicke bis zu 1000 Meter (Dr. F. Trusheim- Würzburg). Deutschland hat deshalb auch in der Vorkriegszeit em Weltmonopol für Kalisalze besessen und trotz des Verlustes der sehr wertvollen elsässischen Kalisalze hier noch immer eine sehr starke Stellung, die weltwirtschaftlich nicht zu unterschätzen ist. Auf der anderen Seite ergeben sich aber hier noch fortgesetzt große Möglichkeiten der innerwirtschaftlichen Ausnutzung, so daß gerade an diesem Beispiel klar wird, wie bedeutungsvoll sich die Beziehungen zwischen Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft für das Allgemeinwohl auswirken können. Wenn wir auf das Gebiet der Landwirtschaft übergehen, so können wir feststellen, daß die Versuche, eine Verbreiterung der deutschen Rohstoffbasis zu erreichen, ebenfalls Erfolge gezeitigt haben Gewiß wird Deutschland, um das Gebiet der Del» früchte heranzuziehen, hier seinen Einfuhrüberschuß aus der einheimischen Erzeugung nicht decken können, aber die inländische Erzeugung an Del* früchten, Deljaaten und Leinkuchen kann so weit gefördert werden, daß die drückende hundertprozentige Abhängigkeit vom Auslande überwunden wird. SOtan braucht nur darauf hinzuweisen, daß noch vor einem halben Jahrhundert etwa 180 000 Hektar in Deutschland für den Raps- und Rübsenanbau verwandt wurden; 1932 aber nur noch 6000 Hektar. Infolgedessen erbrachte die Ernte des Jahres 1933 nur noch 3000 Tonnen Del und etwa 6000 Tonnen Delkuchen. Der Verbrauch hat um dieselbe Zeit etwa 730 000 Tonnen Del und 2,3 Millionen Tonnen Delkuchen betragen. Die Kontingentierung der Margarineproduktion hat dann in den folgenden Jahren eine Herabminderung der Einfuhr zur Folge gehabt, aber die Abhängigkeit vom ausländischen Markt blieb trotzdem im vollen Umfange bestehen. 1935 ist dann die Raps- und Rübsenernte auf rund 81 000 Tonnen gesteigert worden, so daß man auf eine Delausbeute von 29 000 Tonnen und auf 49 000 Tonnen Delkuchen rechnen kann. Dadurch ist ungefähr 50 v. H. des Standes von 1880 innerhalb von drei Jahren wieder erreicht worden. Man erkennt daraus, daß selbst auf diesem Gebiet eine Milderung, wenn auch nicht eine vollständige Behebung des Rohstoffmangels erreicht werden kann. Die Ernte an Leinsamen, die 1934 noch 6300 Tonnen betragen hat, steigert sich auf 16 600 Tonnen im Jahre 1935. Die Ernte anRohstengelflachs im gleichen Zeitraum von 26 900 Tonnen auf rund 69 000 Tonnen, während an Hanfsamen 2000 Tonnen und an Rohstengelhanf 18 700 Ton» nen im letzten Jahr geerntet werden konnten. 1935 sind in Deutschland 22 275 Hektar mit Flachs bebaut worden gegenüber einer Anbaufläche von erst 8790 Hektar 1934. Die Anbaufläche ist also um 153 v. H. gesteigert worden. Bei der Rohstengelflachsernte beträgt die Steigerung sogar rund 155 v. H. Hierbei sind aber bisher nur die beiden letzten Jahre verglichen worden. Wenn man noch weiter zurückgreift, etwa auf das Jahr 1932, dann kommt man für Flachs nur auf eine Anbaufläche von 4500 Hektar. Nach einer besonderen Berechnung kann festgeftellt werden, daß von der Strohflachsernte des Jahres 1935 etwa 17,5 v. H. an Spinnfasern anfallen, wodurch die gesamte Flachsfasererzeugung auf rund 12 000 Tonnen gegenüber 4600 Tonnen im Vorjahre ansteigt. Die Hanfanbaufläche ist noch mehr vergrößert worden, und zwar von 366 Hektar im Jahre 1934 auf 3609 Hektar im Jahre 1935. Die Zunahme beträgt also 886 v. H. Die inländische Hanffaser- erzeugung hat sich dementsprechend von 370 Tonnen im Jahre 1934 auf 3600 im Jahre 1935 erhöht. Um em Zusammenspiel aller wirtschaftlichen Kräfte zum Segen des Ganzen zu erreichen, darf man schließlich die Nebenproduktionsgebiete nicht vernachlässigen. Man denke z. B. nur daran, wie wichtig die Erträgnisse der deutschen Bienenzucht geworden sind. Um nur einen wirtschaftlichen Nebenkriegsschauplatz der Rohstoffschlacht zu erwähnen. Hier werden Werte für die Dolksernährung produziert, die in die Millionen gehen, obwohl es sich nur um einen Nebenerwerbszweig von Landwirten, Handwerkern, Lehrern usw. handelt. Die Rohstoffgewinnung an Wachs ist auf diesem Gebiet nicht zu unterschätzen. Das Gleiche wird in Zukunft vielleicht vom deutschen Seidenbau gelten, der nach der gesetzlichen Regelung große Fortschritte zu verzeichnen hat. Auch der Tabakanbau hat sich gehoben und vor allen Dingen ist hier eine Veredelung des deutschen Gewächses erreicht worden. Aus alledem erkennt man. daß auch die kleineren Produktionsgebiete unentbehrlich für das Ganze sind und erst durch sie die notwendige Abrundung im volkswirtschaftlichen Leben erzielt wird, die erreicht werden muß, wenn dis weltwirtschaftliche Unabhängigkeit Deutschlands weitere Fortschritte machen soll. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Jranffurt ' Im Bereich der eingedrungenen polar-maritimen Luft kam es am Freitag auch in unserem Bezirk noch zu vereinzelten Schauern, die im Gebirge aus Schnee bestanden. Gleichzeitig kam es aber auch zur Ausbildung eines Hochdruckgebietes über Mitteleuropa, das sich in weiterer Verstärkung befindet und zunächst einmal Witterungsbesserung herbeiführen wird. Ein stärkeres Eingreifen des zur Zeit* über Irland liegenden Wirbels ist unwahrscheinlich. Aussichen für Sonntag: Stellenweise Frühnebel, sonst vielfach aufheiternd und trocken, nachts vielerorts leichter Frost, mittags mild, südliche Winde, später Bewölkungszunahme. Aussichten für Montag: Meist wolkig und nicht regensicher, aber 'm ganzen freundlich. Lufttemperaturen am 6. März: mittags 7,1 Grad Celsius, abends 2 Grad; am 7. März: morgens — 0,2 Grad. Maximum 8,2 Grad, Minimum heute nacht —1,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. März: abends 4,7 Grad; am 7. März: morgens 2,8 Grad. — Sonnenscheindauer 0,4 Stunden. 1430 D Fahrrad EIDECHSE Schälk Hornhaut/ Schwielen beseitigt radikal und schmerzlos 3 beizen Fahlberg-List Aktiengesellschaft, Chemische Fabriken, Magdeburg SO. > mit 3 können Sie an Gleich- und Wechselstrom ohne Umschaltung anschliefjen. In Gegenden mit Gleichstrom oder Gleich- und Wechselstrom sind Allstrom-Geräte daher unentbehrlich. 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Auskunft und Anmeldung: Gartenstrabe 30. 3. Hauswirtschaftskurse f. Abiturientinnen ('/-jährig). 4. Hauswirtschaftliche Fachschule (2iäbr. Der 2iähr. Besuch der Hauswirtschaft!.Fachschule befreit vom Biäbrigen Besuch der Berufsschule). 5. Kurse: Schneider-, Weißnäh- und Kochkurse. Auskunft und Anmeldung - Steinstraße 10. B. Fröbelseminar, Gartenstraße 30. 1. Kindergärtnermn.-Hottnerinn.-Seminar (2jäbr.) Vorbildung: mittlere Reife od. schulwissenschaftliche Aufnahmeprüfung und hauswirtschaftliche Ausbildung. Alter: vollendetes 16. Lebensjahr. Auch in Preußen anerkannte Abschlußprüfung. 2. Hauswirtschaftlicher Lehrgang als Vorseminar für das Kindergärtnerinnen-Hortnerinnen-Se- WWWtöitßto (gegründet 1877) A. Alice-Schule, Steinstraße 10. Emilie Gregor! - Gießen Kath. Buchhandlung, Kreuzplatz 11, Eingang Rittergasse, am Sporthaus Schwan, 3. Eing. Standard - Motorräder! Vertretung: W. BALSER W er ketati: DaaunstraßeS Gießen, den 8. 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ALLSTROM-RADIOAPPARATE RADIO AG ©DSIOEWE BERLIN-STEGLITZ Principessa eine schwere Gefahr droht. Sie aus dieser befreit zu haben, muß mir dann genügen." Der Herzog stand auf und ging um den Schreibtisch herum auf Walter Heßling zu. Dann streckte er ihm die Hand entgegen: „Dieses Wort hat uns zu Freunden gemacht, Doktor. Ich sehe daraus die Gesinnung eines ritterlichen Mannes. Ich danke Ihnen, daß Sie mich aufgesucht haben, amico. Ich stehe zu der kleinen Principessa und Ihnen. Möge der Himmel Ihnen und dem, was Sie planen, seinen Segen verleihen." In lebhaftem Gespräch schritten die beiden Männer hinaus. 7. Kapitel. „W as t ä t ich nicht um deinetwille n?" Solange Mariella denken konnte, war es im Hause Anninas üblich gewesen, zu den Hauptmahlzeiten in großer Toilette zu erscheinen. Frau von Gellern hatte in jenem Gespräch mit Doktor Heßling behauptet, vermögenslos zu fein, wenn die Prinzessin Bonaglia ihr einundzwanzigstes Lebensjahr und damit ihre Erziehung vollendet hätte. Das war aber stark übertrieben. Bankier Kammacher wußte besser darüber Bescheid. Er verwaltete das Vermögen Anninas und hatte es recht klug angelegt. Annina konnte nicht darüber klagen, arm zu sein. Aber sie war trotz des großen Hauses, das sie nach außen hin führte, in vielen Dingen von kleinlichem Geiz beseelt. Es konnte vorkommen, daß sie und Mariella beim Abendessen einander in luxuriösen Roben gegenübersaßen, zwischen sich eine Platte mit billigem Aufschnitt, während ein schon zum dritten Male gebrühter Teeaufguß ihre Tassen füllte. Dafür zahlte dann Annina einen kleinen Betrag aus der städtischen Sparkasse ein. Und wenn es hundert Mark geworden waren, ließ sie sie auf ihr Konto bei der Kammacherschen Bank überweisen. Fiel also Mariellas Rente in wenigen Wochen aus, so verlor sie dadurch nichts dabei. War sie doch fest entschlossen, Mariella nicht mehr als Gast im Hause zu behalten. Damit fiel auch ein unnützer Esser fort. Obgleich Annina es Mariella gegenüber an äußerer Sorgfalt nie hatte fehlen lassen, hatte Mariella mit ihrem Feingefühl doch Anninas Feindseligkeit bald Samstag, 7.Mrz M6 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger sür Gberhessen) Nr. 57 Dvittes Blatt Die Iahresausstellung der Aliceschule. e.V. mit genannten Stellen in Verbindung zu all- Rachdruck verboten! «6. Fortsetzung. und kennt Tante Annina? fragte sie, freilich recht gleichbemühte sich, ihre Walter sehen. sen aufs S-'' dition un Heßling Mädchen abserviert hatte. „Gewiß", kam es zurück, gültig. „Tante Annina", Marielle ZU- der Nationalsozialistische Krieasovferversorau Frankfurt ' r-maritimen erem Bezirk Gebirge aus 5 aber auch" s über Mit« ung befindet :ung herbei«' des zur Zeit* wahrscheinlich.' Stellenweise und trorfen, |5 mild, süd« ime. Meist wolkig freundlich igs 7,1 Grad sorgens - 0,2 i heute nacht 10 cm Tiefe \ry. morgens nben. nsdialhjng Gleich- mfbehrlich. teikreiser 245,- anschluh- , fertig m. ■ Röhren. bleibt und niemand die Wahrheit über ihn erfährt. Und das ist das Motiv, das mich veranlaßt, das Geheimnis der afrikanischen Abenteuerndes Prinzen Bonaglia aufzudecken; das zweite ..." Er vollendete nicht und wurde rot. Der Herzog sah dieses Rotwerden und lächelte ganz leicht. Aber er war viel zu taktvoll, auszusprechen, was Heßling verschweigen wollte. „Wissen Sie, Doktor, daß ich in den letzten Jahren drei verschiedene Expeditionen ausgesch'.ckt habe, nach meinem Jugendfreunde zu forschen? Und daß alle drei in Afrika bis auf den letzten Mann aufgerieben wurden? So mußte ich den Versuch ausgeben. Dann kam auch die Nachricht von dem in Berlin eingegangenen Totenschein. Aber das alles soll uns nicht hindern, eine neue Expedition auszurüsten, wenn wir noch irgendeine Hoffnung hegen, etwas über die letzten Lebenstage Bona- glias zu erfahren." Heßling nickte. In seinen ernsten Augen leuchernsthaften Willen zeigten, sich so weit auszubilden, daß sie imstande sind, universelle Kenntnisse der Jugend zu vermitteln. Die zahlreichen gestickten Decken, die weiße Wäsche, Hemden, Schlafanzüge, Morgenkleider, die Arbeitskleidung für Haus und Garten, Kleider für den Vormittag, den Nachmittag und den Abend, für Winter und Sommer, die Schmuckgegenstände für das Zimmer, Kissen, Leuchter, Serviettenständer, Schreibmappen, dann Handtaschen, Mützen und vieles andere mehr — das alles läßt klar erkennen, daß nicht nur eifrige Schülerinnen an der Arbeit waren, sondern daß der Aliceschule auch tüchtige Lehrkräfte zur Verfügung stehen, die in verantwortungsbewußter Arbeit die vorhandenen Fähigkeiten wecken und ausbauen. Die Ausstellung läßt ferner erkennen, daß hier die Grundlagen für eine weitere Kultivierung der fraulichen Handarbeit gelegt werden, von der man nur wünschen kann, daß sie in recht breitem Kreise wirksam wird (Aufnahme: Neuner. Gießener Anzeiger' erkannt. Aus diesem Grunde hatte Mariella auch darauf bestanden, die Handelsschule zu besuchen und sich auf eine Sekretärinnenstellung vorzubereiten. Sie glaubte ja nicht anders, als daß sie von Annina Wohltaten empfinge, und wollte sich möglichst bald unabhängig machen. Auch Anninas Hinweis neulich, daß Mariella einmal ihre Erbin werden sollte, konnte Mariella nicht umstimmen. Sie wollte nichts von Annina von Gellern haben. Die Wohltaten, die sie von ihr erhalten, drückten sie jetzt schon. Sie wollte einmal auf eigenen Füßen stehen und Annina das zurückgeben, was ihre Erziehung gekostet hatte. Das alles änderte sich mit einem Schlage, nachdem Erhard ihr diese unglückselige Bürgschaftsübernahme gestanden. Wie sie den Geliebten mit der Waffe in der Hand gesehen hatte, gab es für sie nur noch das eine: Sie mußte Erhard helfen. Das aber konnte nur über Tante Annina geschehen. Würde sie es tun? Sie konnte nicht so grausam das Glück zweier Menschen opfern um des schnöden Geldes willen. Eine einzige der zahlreichen, kostbaren Halsketten aus der Schmuckkassette der Tante, eine Brosche oder ein Armband würde ja genügen, Erhards Bürgschaft zu erfüllen und die fürchterliche Frau Wobny ein für allemal aus seinem Leben auszuschalten. Mariella beschloß, am heutigen Abend, an dem sie und die Tante seit langer Zeit einmal wieder ohne Gäste zusammen speisten, für ihre und Erhards Zukunft zu bitten. Versammlung im „Bayerischen Hof". — Männer- Turnverein: 20.30 Uhr ordentliche Mitgliederversammlung bei Faulsiich. — Verein für Sterbeunterstützung: 20 Uhr ordentliche Generalversammlung im Katholischen Dereinshaus. — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 15 bis 17 Uhr Gedächtnis-Ausstellung von Hans-Ewald Kleine. „Durchlauch, ich halte mich für verpflichtet, Ihnen nichts zu verbergen — ich liebe die Principessa Mariella di Bonaglia und möchte ihr helfen, obwohl die Prinzessin sich an einen anderen Mann gebunden hat." „Und falls sie bereits die Gattin dieses Mannes ist, wenn Sie wiederkehren, Herr Doktor Heßling?" „Ich sagte Euer Durchlaucht schon, daß der „Seien Sie sicher, daß Sie in mir den aufmerksamsten Zuhörer finden, und daß Sie bei mir jede Unterstützung in dieser Angelegenheit erhalten. Zu- chein in Berlin vorliegt." Heßling öffnete den Mund, als wollte er etwas ’iagen, unterdrückte aber den Gedanken sofort wle- toer. „Allerdings liegt der Totenschein vor, Durch- !iaucht. Er besagt aber nichts über die näheren Um- Iitände, unter denen der Vater der Principessa Mariella umkam. Und gerade diese Umstände sind i-s, die mich reizen. Es muß Menschen geben, die toar-an interessiert sind, daß über Giovanni di Bona- zzlias Leben und Sterben ein Schleier gezogen tete es dabei auf: „Ich danke Ihnen, Durchlaucht, und bitte um Ihren Rat." „Wir werden die Angelegenheit sehr gründlich einleiten müssen, Doktor Heßling. Sie sind für die Tage Ihrer Anwesenheit in Rom selbstverständlich mein Gast. Es freut mich, daß es gerade ein Deutscher ist, der Bonaglias Spuren suchen will. Ich werde nicht nur die Kosten dieser neuen Expedition tragen,* sondern Ihnen auch meinen erprobtesten Reisebegleiter, Pepita Arlesi, mit auf den Weg geben Er beherrscht fast alle afrikanischen Dialekte ' * auch Bonaglia gut. Er ist auch unter- die Lebensgewohnheiten gewisser um 'ölkerstämme im Innern Afrikas. Wis- Doktor Heßling, daß Sie Ihr Leden tzen, wenn Sie die gefährliche Expe- heiße Erregung zu dämpfen und ruhig zu sprechen, „du weißt von den schwierigen Verhältnissen, in denen Erhard lebt. Ich bitte dich von Herzen: Hilf uns, damit wird endlich zusammenkommen können, wenn es auch nur in einem ganz bescheidenen Heim ist." _ „3 cf)?" Maßloses Erstaunen klang aus der Stimme Anninas. (Fortsetzung folgt!) h a l b r o l h , kreisamtsleiler und Orfsgruppenobmann. Deutsche Arbeitsfront. kreiswaltung Gießen. Abteilung „Freie Berufe". Gehilfen-Pflichtprüfung für Rechtsanwalts- nnd Rolarialslehrlinge im Rhein-Mainifchen Wirtschaftsgebiet. Nach der vorn tBrüfungsamt für die Gehilfenpflichtprüfung der Rechtsanwalts- und Notariats- lehrlmge herausgegebenen Prüfungsordnung haben im gesamten Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet alle arischen männlichen und weiblichen Rechtsanwalts- und Notariatslehrlinge, die in der Zeit vom 1. Juli 1935 bis 30. Juni 1936 die Lehre beendet haben, oder noch beenden, die Prüfung abzu- leaen. Zweck der Prüfung ist, wie es in der Prüfungsordnung heißt, „die Feststellung der in der Lehre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie der Nachweis einer auf die Volksgemeinschaft ausgerich- *53 o.Sj, «Jte be. Mutbei »et. ltu wie wich. L'naud)i rnchen Ne. SU erwäh. sernäbrung obwohl eg von Land« ondelt. Die 's ist auf E Gleiche beiden» eluny i* r Tabak, ien Dingen Gewächses man, daß unentbehr- |ie die not- chen Leben wenn dis Deutschlands mif . und richte* üb erfr-1 ‘»aus|Or *** SnC reiswerW Ä, sK Aus der Provinzialhauptstadl. Schnepfe mit Hindernissen. Bon Ernst Holzel. j Bald wird in der Dämmerstunde des Frühlings- ' tages der „Vogel mit dem langen Gesicht", die Waldschnepfe, wieder streichen und gar manchen ' deutschen Waidmann hinauslocken in den Frühjahrs- 1 wald. Oft haben wir schon von dem eigenartigen Reiz dieser Jagdart gehört und gelesen; heute soll drum einmal von einem Jagdabend die Rede sein, \ der des heiteren Einschlags nicht entbehrte. Stand da — es war anno 1931 — ein alter Waidmann irgendwo im schönen Gießener Stadt- wald und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Und derer waren zwei, einmal die Hauptperson, ! die Schnepfe (oder „der Schnepf", wie der Bayer \ sagt) und zum anderen die Mondfinsternis,,die der s „Gießener Anzeiger" angekündigt hatte. Ein Neffe, ■ der seine Ferien in der alten Musenstadt verbrachte, in den sogenannten besten Jahren, hatte sich s als „Schlachtenbummler" hinzugesellt, während „Strolch", der „Kleine Münsterländer" des Jagd- 1 freundes, der Dritte im Bunde war. Weithin dehnte sich junger Wald, durchrieselt von allerlei Wasserläufchen, so wie der Schnepf es liebt, und ein Gatter aus Fichtenstangen umschloß eine junge Kie- fernpflanzimg. Hier hatten die Drei ihren Stand gewählt. Drosseln und Rotkehlchen sangen ihr Abendlied, ein Hase hoppelte über die Schneise, ein Reh schreckte irgendwo. Leuchtend war des Mondes Scheibe emporgestiegen, und die Verdunkelung hatte bereits begonnen. Viel größer ist der Eindruck dieses Ereignisses draußen abseits der Stadt, als wenn man es vom Fenster aus etwa erlebt. Es weckt Nachdenken, wie überhaupt der Schnepfenstrich eins „besinnliche" Jagdart ist. Da, „quoar ... quoar ... quoar..." hört es sich an, ein eigenartiger Laut, und nun schaukelt auch m eulenartig leisem Fluge die Ersehnte heran. Im schuß zeichnet sie, und dumpfer Aufschlag verrät: „Zur Strecke". In der Eingatterung muß sie liegen. „Komm her, mein Hund! So schön, such' verloren!" Und schon fühlt sich der Hund über das Gatter gehoben und sucht freudig sein Wild. Doch was ist Das? Jetzt stutzt „Strolch", steht vor und..." So war recht, mein Hund! Bring schön her." Ja, Kuchen! Der brave „Strolch" gehörte offenbar der bekannten Gruppe von Hunden an, der die Witterung einer Schnepfe unangenehm ist, und anstatt sie aufzunehmen, benahm er sich so, wie er es tat, wenn er draußen die traurigen Ueberrefte eines Hasen, einer Krähe u. ä. kurz „Aas" fand: er wälzte sich darauf herum. Alles Rufen, Befehlen and Bitten half nichts. Schließlich tarn er ohne L-chnepfe wieder. Infolgedessen war es schon viel dunkler geworden. Wenn der Hund versagte, mußte der Mensch ran. Und so schwang der besagte Neffe seine besten Jahre über das Gatter. Ob er überhaupt schon einmal in seinem Leben eine Schnepfe gesehen hatte, weiß ich nicht. Aber den erdfarbenen Vogel im »Ibenddunkel der Kultur finden, das war zu viel □erlangt! Was blieb da anderes übrig? „In dringenden Fällen der Herr Direktor selber." Nicht so ganz einfach, wenn man an 70 Lenze zählt und die •: Gatterstangen einer Belastungsprobe von über LOO Kilogramm unterwerfen muß. Sie haben es ausgebalten, und der alte Waidmannsblick fand auch bald die Schnepfe. Unergründlich ist die Tasche n einem alten Jägerrock, in der die Beute verstaut wurde! Und nun ging's wieder den heimischen Pen- naten zu. Man sprach dabei von dem und jenem, von Mondfinsternis und Schnepfenjagd und auch von der Absonderlichkeit der Menschen, Darm und Inhalt bei der Waldschnepfe als etwas besonders ; Feines für Zunge und Gaumen zu empfinden, kurz- um man sprach vom „Schneppendreck", um die Sache oberhessisch klar zu machen. „Wenn gute Heben sie begleiten... usw." Gießen war bald erreicht, man trennte sich, und halb vertauschte bie Schnepfe ihren Platz im Jaqd- Urorf mit bem Küchentisch. Drinnen aber im Zimmer, wo bie Rehgehörne von langem Jägerleben ß erzählen, saß bei ber Lampe trautem Schein bie I ffiaibmannsfrau. „Na, wie roar’s?" „Draußen hegt hie Schnepfe!" So was läßt man sich nicht zweimal | i.aqen, eine immerhin nicht ganz gewöhnliche Strecke muß -ruch beachtet werben. Unb schon streckt bie Öanb sich aus, um ben Vogel aufzunehmen, ba ... ■■■■■■■■■ Gesunde Haut i Sven Hedin in Gießen DAF. könne. bis spätestens Ortsgruppen Feierstunde der Arbeit am Heldengedenktag. Am Heldengedenktag, 8. März, 16 Uhr, hält die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Cafe Leib, Gießen, eine Feierstunde der Arbeit ab. Der bekannte Arbeiterdichter Max Barthel erzählt aus seinem Leben und liest aus eigenen Werken. Die Feierstunde wird umrahmt durch Sprechchöre und Gesang der Werkscharen. Eintrittspreis 20 Pf. Vorverkauf: Kreisdienststelle „KdF.", Schanzenstraße 18. Schachturnier. Die NSG. „Kraft durch Freude" veranstaltet in Verbindung mit dem Großdeutschen Schachbund ein Schachturnier, welches von Karfreitag bis Ostermontag in Frankfurt durchgeführt wird. Jeder Volksgenosse kann daran teilnehmen und hat sich selbst in eine der nachfolgenden -Klassen einzuteilen: Alle Sportwerbewarte weisen auf das in Frankfurt stattfindende Schachturnier hin und legen Listen auf, in die sich die Teilnehmer eintragen können. Rückmeldung bis spätestens 12. März an die Ge- schäftsstelle. Gaulag der Stenographen in Gießen. Von der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft wird uns geschrieben: Bekanntlich findet am 4. und 5. Juli der Gautag des Gaugebietes Hessen-Nassau der Deutschen Stenographenschaft in Gießen statt. Die Tagung wird ein Ereignis sein, für das die Gießener Orts- Es war in der Expedition eine ganze Universität, zum mindesten eine ganze naturwissenschaftliche Sektion einer philosophischen Fakultät viele Iahre lang in Zentral-Asien tätig und konnte dort sehr bedeutende wissenschaftliche Forschungsergebnisse ernten. Die von der chinesischen Regierung stark geförderte Expedition Sven Hedins hatte auch zur Folge, daß der Forscher im Jahre 1933 ein Memorandum an die chinesische Regierung in Nanking einzurei- chen hatte, das sich mit dem Straßenbau durch die Wüste Gobi nach dem Westen des Riesenreiches beschäftigte. Sven Hedin schlug den Bau von Autostraßen vor, auf denen in Zukunft die westliche Hauptstadt in der Provinz Sinkiang von Nanking aus mit dem Kraftwagen in 14 Tagen zu erreichen wäre, während man jetzt mit den Kamel- Karawanen ein Vierteljahr unterwegs ist. Um alle mit dieser Frage zusammenhängenden Details nach Möglichkeit zu klären, machte Sven Hedin eine weitere Expedition durch dieses riesige Landschaftsgebiet, die auf acht Monate berechnet war, aber 17 Monate gedauert hat, weil die Expedition wiederum mehrmals gefangen genommen wurde. Rund 17 000 Kilometer haben die Forscher auf dieser Reise im schwierigsten Gelände zurückgelegt. Im Anschluß an seine einleitenden Schilderungen zeigte Sven Hedin neben gutem Kartenmaterial eine große Fülle von ausgezeichneten Lichtbildern, die eine wunderbare Möglichkeit gaben, das Erleben dieser Männer im Geiste teilen zu können. Man erhielt dadurch umfassende neue Erkenntnisse von fremden Völkern, Ländern, Sitten und Gebräuchen, für die man dem Forscher noch besonders zu Dank verpflichtet ist. Am Schluffe seines Vortrags dankte der Redner den Zuhörern für das lebhafte und warme Interesse, mit dem sie seinen Schilderungen gefolgt waren. Oberbürgermeister Ritter brachte sodann den herzlichsten Dank der Zuhörer in warmen Worten zum Ausdruck, gab seine Freude darüber kund, daß Sven Hedin auch jetzt wieder Gelegenheit genommen hat, sich selbst Einblick in Deutschland zu verschaffen und dabei die Ueberzeugung gewinnen konnte, daß das ganze deutsche Volk geschlossen hinter (Giehen-Mitte). Werte Eltern! Am Samstag, 7. März, findet der zweite Elternausspracheabend der Gefolgschaft 3/116 der Hitler- Jugend im Saale der Gastwirtschaft „Zum Gam- brinus", Gießen, Wetzsteingasse 10, statt, zu dem ich Sie hiermit freundlichst einlade. Ich bitte Sie allerdings inständig, diese Einladung nicht als eine gewöhnliche, wie Sie eine solche vielleicht des öfteren durch einen Verein oder dgl. erhalten, anzusehen, sondern dahingehend zu betrachten, daß diese Jugend aufs äußerste bemüht ist, das gegenseitige Verhältnis von Hitler-Jugend zum Elternhaus stets zu verbessern, zu erweitern und damit zu vertiefen. Bei dieser Gelegenheit darf ich wohl gleichzeitig die Bitte aussprechen, daß doch mehr Eltern, als dies im vorigen Jahre der Fall war, und hierbei muß ich besonders die Väter der Jgg. erwähnen, an der Veranstaltung teilnehmen Durch die verschiedenen Ausdrucksformen, mit welchen die Hitler- Jugend an die Oeffentlichkeit trat, dürften Sie auch sicher von der großen und gewaltigen Arbeit in unseren Einheiten überzeugt worden sein. Wie ich bereits in meinem letzten Elternrundschreiben betonte, wollen und dürfen wir nichts unversucht lassen den steten Kontakt mit dem Elternhaus auf der besten Grundlage zu halten, da sich andauernd immer wiederkehrende Vorfälle ereignen, welche nicht zum Besten der gegenseitigen Verständigung angetan sind. Wegen des weiteren Ausbaues der Hitler-Jugend dürfte Sie sicher das Gefüge der noch in diesem Jahre beginnenden Aktion zum Aufbau der Staatsjugend interessieren. Ich kann mir nun nicht vorstellen, daß vielleicht auch Sie ja nicht gerade gleichgültig, aber doch nicht so an dem Geschehen innerhalb der Hitler-Jugend teilnahmen, als dies unbedingt erforderlich ist. Dies soll nun nicht im Geringsten irgendeinen Vorwur gegen Sie darstellen, jedoch müssen wir im Interesse der Sache beiderseits bestrebt sein, nun einmal immer wiederkehrende Mängel zu überbrücken und zu beseitigen. Außerdem wird der Leiter der Berufsberatungsstelle beim Arbeitsamt Gießen, Pg. Dr. Wagenbach, welcher gleichzeitig Berufsreferent im Bannstab des Bannes 116 der Hitler- Jugend ist, Gelegenheit nehmen, über Berufsarbeit der Hitler-Jugend uni) dgl. zu Ihnen zu sprechen, was sicher viel Wissenswertes und Aufklärung für Sie bringen wird. Indem wir uns bemühen, die Zusammenarbeit zwischen Hitler-Jugend und Elternhaus auszubauen und zu vertiefen, bitte ich Sie nochmals, zu unserem Abend zu kommen, und ich rechne mit Ihrem Erscheinen am Samstag um 20.15 Uhr. Heil Hitler! Der Führer der Gefolgschaft 3/116: Rabenau, Scharführer. gegangen. Zu den großen Reisen, die im Mittelpunkt seines Vortrages standen, versammelten sich Expeditionsmitglieder im Jahre 1927 in Peking. Es waren insgesamt 28 Herren aus verschiedenen Ländern Europas und 75 Diener; dazu kamen 300 Kamele und 21 Zelte, also eine riesige Karawane. Der Vortragende schilderte in überaus fesselnder Darstellung den jahrelangen Forscherweg dieser Expedition. Anfangs hatte er sie in drei Gruppen em- geteilt, die auf drei verschiedenen Straßen zogen, später wurde sie in fünf Gruppen gegliedert, um die Ergebnisse der Forschung möglichst weitreichend zu gestalten. Die Reise ging von Peking durch die Wüste Gobi nach der chinesischen Westprovmz Sinkiang, eine Provinz, die nach Sven Hedins Mitteilung so groß ist, wie ganz Eurova (ohne Rußland) zusammenqenommen, aber nur etwa 3,5 Millionen Einwohner zählt, da 95 v. H. des Landes Sandwüste sind und nur 5 v. H. kultivierten Boden darstellen. Packend waren die Schilderungen über die vielfachen Erlebnisse der Expeditionsteilnehmer; diese Männer hatten nicht nur ungeheure Strapazen zu feinem Führer Adolf Hiller steht, mit dem es in Frieden nur seiner Aufbauarbeit leben will. Der Oberbürgermeister bat Sven Hedin, nach Rückkehr in seine Heimat von diesem neuen Deutschland zu erzählen und dabei seinen Landsleuten zu sagen, daß das deutscheVolk den Frieden will, aber ebenso stark entschlossen jederzeit bereit ist, mit ganzer Kraft für sein Recht und seine Verteidigung einzustehen in hingebungsvoller Treue und in unverbrüchlicher Geschlossenheit zu seinem Führer Adolf Hitler. Mit dem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil-Gruß an den Führer wurde der denkwürdige Abend geschlossen. Darmstadt ehrt Sven Hedin. LPD. D a r m st a d t, 6. März. Im restlos ausverkauften Großen Haus des Hessischen Landestheaters sprach am Donnerstagabend Sven Hedin über seine Darmstädter Erinnerungen und anschließend über seine letzte zentralasiatisch'e Expedition. Der mit langanbaltendem Beifall empfangene große Forscher wurde auf der Bühne von Oberbürgermeister Kreisleiter Wambold herzlich begrüßt, der „dem großen Sohn des schwedischen Volkes, dem erfolgreichen Forscher und aufrichtigen Freund Deutschlands auch in schwerer Notzeit" als höchste Auszeichnung der Stadt für kulturelle und wissenschaftliche Leistungen die Ehrenmünze der Stadt Darmstadt in Silber überreichte. Thealervorstellungen. Zu den nachstehend aufgeführten Theatervorstellungen erhalten DAF.-Mitglieder laut Preisstaffelung verbilligte Karten: 8. März: „Der Kanzler von Tirol", Schauspiel in 14 Bildern von Josef Wenter. Anfang 19 Uhr 11. März: „Hilde und 4 P S", Lustspiel in 3 Akten von Kurt Sellnick. Anfang 19.30 Uhr. 15. März: „U n d i n e", romantische Zauberoper in 4 Aufzügen von Albert Lortzing. Anfang 19 Uhr. Reich phantastischer Bergriesen. Die Fahrt bietet einen selten schönen Urlaub. Sporiamt„KraE durch Freude". Schachkurse. Wer Lust und Liebe hat, das Schachspiel zu erlernen, melde sich auf der Geschäftsstelle, Schanzen- traße 18. mit dabei- Der W senken, a Monaten1 ■A erst ein 4. Starke Spieler. Anmeldungen schäftsstelle, Schanzenstraße 18, 12. März entgegen. An alle Sporlwerbewarle der und Betriebe. Sauschulungstagung der NG.-Schwesternschost. NSG Am Sonntag, 8. März, 10 Uhr, findet in Frankfurt a. M. - Süd, Schulstrahe 7, die erste Schulung der NS.-Gemeindeschwestern des Gaues Hessen-Nassau statt. In halbstündigen Dortragen berichten die Gausachbearbeiterin Sußlrk, em Vertreter der NSV., der Gauamtsleiter des Amtes für Volksgesundheit, Dr. Behrens, und die ländes übertragen. HI.-Gefolgschast 3/116. An die Ellern der Jgg. in der Gefolgschaft 3/116 Gauoertrauensschwester Kaufmann. Der Oberarzt der Frauenklinik des Städtischen Krankenhauses, Dr. Ehrhardt, spricht in längeren Ausführungen über „Biologische Diagnose aus dem Harn". Ein gemeinsames Eintopfessen, eine allgemeine Aussprache, sowie dienstliche Mitteilungen werden die Tagung beschließen. Förderung der Neubautätigkeit. Die Stadtverwaltung veröffentlicht in unserer heutigen Ausgabe eine Bekanntmachung über die Förderung der Neubautätigkeit bei dem Ausbau von Baulücken. Es handelt sich dabei um eine Reihe von Vergünstigungen, die beim Städtischen Hoch- und Tiefbauamt zu beantragen sind. Vorerst ist die Maßnahme bis zum 1. Oktober 1936 befristet. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. Winterhilfsspende der Fleiscber-Znnunq Sießen. Das Deutsche Fleischerhandwerk und die ihm angehörenden Innungen hatten im letzten Vorwinter dem von der Reichsregierung veranlaßten Winterhilfswerk eine größere Spende in Dosenfleisch „Rindfleisch im eigenen Saft" zur Verfügung gestellt. An dieser Spende — so wird uns von der Fleischer-Innung für Stadt und Kreis Gießen mitgeteilt — hat sich u. a. auch die Fleischer-Innung "für Stadt und Kreis Gießen beteiligt und zu dem vorgenannten Zwecke 285 Dosen im Werte von etwa 450 RM. gerne zur Verfügung gestellt, die jetzt, im Laufe dieser Woche, der Kreiswaltung des Winterhilfswerkes der Stadt Offenbach zugesandt wurden. Das Fleischerhondwerk hat damit erneut gezeigt, daß es dem Winterhilfswerk und dem wohlwollenden Zweck volles Verständnis entgegenbringt, trotz der schwierigen Lage, in der gerade das Fleischerhandwerk sich schon längere Zeit befindet. Gieszener Dochenmarktpreise * G i e ß e n, 7. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Handelsklassen-Eier Kl. S 11, Kl. A IOV2, Kl. B 10, Kl. C 9*/2, Kl. D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 10, Wirsing (gelb), das Pfund 12 bis 15, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 8 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 40, Feldsalat 70 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 35 bis 40 Pf., Zwiebeln 10 bis 18, Meer- : rettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln, das Pfund 4 bis 4*/2, 10 Pfund 43 Pf., der Zentner 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, das Pfund : 18 bis 35 Pf., Zwetfchenhonig 45, junge Hähne > 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., ' Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 25 bis 50, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch , 5 bis 10, Sellerie 10 bis 50, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bund 15 Ps. Sven Hedin sprach hierauf ein kurzes, herzliches Dankeswort an feine „lieben deutschen Freunde". Besonders eindrucksvoll war dabei das in einem schlichten Satze ausgesprochene starke Bekenntnis Sven Hedins: „Für mich war es immer eine natürliche Sache, auf der Seite der Germanen zu stehen, im Kriege und auch nach dem Kriege. Es ist mir eine besondere Freude, das Deutschland der neuen Zeit und die Morgenröte über diesem großen Deutschland des Dritten Reiches miterleben zu können." (Herzlicher Beifall.) Sodann ging Sven Hedin zu feinem Vortragsthema „8 Jahre Kampf in Zentralasien" über. Er erinnerte einleitend daran, daß er vor 35 Jahren in Gießen einen Vortrag über seine Reisen und Forschungen in Tibet gehalten hat. Dann erzählte er, daß er feine erste Reise nach Asien im Jahre 1885 allein unternahm, aber damals schon immer den Wunsch und den Traum hatte, einmal eine große Expedition in jenen gewaltigen Gebieten führen zu können; erst im Jahre 1925 "ist dieser sehnsuchtsvolle Traum in Erfüllung Morgen GA.-Eintopf! Der letzte Eintopf-Sonntag des Mnlerhilfs- werks 1935/36 steht im Zeichen der SA. In allen-Orten geht die SA. geschlossen zum Eintopf-Mittagessen. Sie dokumentiert damit ihre Verbundenheit mit dem hohen Sinn des Eintopfs und mit dem starken willen zur Hilfsbereitschaft für die ärmsten deutschen Volksgenossen. Sie handelt dadurch opferfreudig im Geiste des Obersten SA.-Führers Adolf Hitler. Alle Volksgenossen und Volksgenossinnen, die in gleicher weise in der Gefolgschaft unseres Führers marschieren, bekennen sich am morgigen Sonntag ebenfalls zum Eintopf und sehen sich in den bekanntgegebenen Gaststätten Der letzte Eintopf-Sonntag des winterhilfs- mit der SA. zusammen zu Tisch. Die Parole lautet: Durch diesen Eintopf verstärkte Hilfe für das Winterhilfswerk! Der Leiter des Organifattonsarntes der und des Reichswahlbüros für die Vertrauensratswahlen, Hauptamtsleiter Claus S e l z n e r , spricht am Sonntag, 8. März, 10 Uhr im Hippodrom zu Frankfurt zu den Betriebsführern und Be- triebswaltern des Gaues Hessen-Nassau über Sinn und Zweck der Vertrauensratswahlen am 4. April. Die Rede wird in den Bach-Saal des Festhallenge- 1. Anfänger^ 2. Fortgeschrittene, 3. Gute Spieler, nimmt die Ge- teten Allgemeinbildung, die den Lehrling befähigt, als Gehilfe eines Rechtsanwalts und Notars tätig ZU sein". Es ist nicht der Sinn dieser Prüfung, eine Auslese der Besten und Begabtesten vorzunehmen. Die Prüfung foll den Beruf vielmehr vor völlig ungeeignetem Nachwuchs bewahren und daher eine Feststellung des Mindestwissens und der Mindestleistung ermöglichen. „ Der Bezirk des örtlichen Prüfungsausschusses Gießen umfaßt die Amtsgerichtsbezirke: Alsfeld, Altenstadt, Bad-Nauheim, Büdingen, Butzbach, Friedberg i. H., Grünberq i. H., Herbstein, Homberg, Hungen, Laubach, Lauterbach, Lich (Oberh), Nidda, Ortenberg, Schlitz, Schotten, Ulrichstein. Alle auslernenden Lehrlinge bei Notaren und Rechtsanwälte, die bei diesen Amtsgerichten zugelassen sind, müssen dem örtlichen Prüfungsausschuß Gießen gemeldet werden. Die Anmeldungen sind in der Zeit vom 9. bis 14. März 1936 an den Vorsitzenden des örtlichen Prüfungsausschusses in Gießen, Herrn Rechtsanwalt L. E n g i s ch, Gießen, Schließfach 129, zu richten. Die Vordrucke für Die Anmeldung und die Bescheinigung können beim Vorsitzenden angefordert werden. Mit der Anmeldung ist die Prüfungsgebühr von 3 Mark einzuzahlen. Großkundgebung der Deutschen Arbeitsfront. ertragen, sondern sie waren auch vielfachen Gefahren ausgesetzt, fielen Räuberbanden in die Hände, gerieten zwischen die im Bürgerkrieg einander bekämpfenden chinesischen Truppen und in die Hand von sowjetrussischen Soldaten, sie wurden wiederholt gefangen genommen, waren mehr als einmal in allernächster Nachbarschaft des Todes ufw. Trotzdem gingen alle mit ungebeugtem Mut ihren Aufgaben als Forscher nach und hatten dabei die Genugtuung, daß ihre wissenschaftliche Forschertätigkeit reiche Früchte trug. Als Beispiel hierfür sei nur erwähnt, daß an Fossilien und Pflanzen soviel gefunden wurde, daß die Beschreibung dieser Funde allein etwa 25 Bände in Anspruch nehmen wurde; aus der jüngeren Steinzeit wurden rund 50 000 Gegenstände aufgefunden; in 45 entdeckten Wachttürmen aus der Zeit von etwa 2000 v. Chr. wurden über 10 000 Manuskripte auf Holz geschrieben gefunden, und zur wissenschaftlichen Auswertung allein dieses Fundes in Peking ein Institut gegründet, in dem etwa 10 Jahre lang zu arbeiten ist, bis diese Manuskripte alle für die Wissenschaft aus- gewertet sind. Auf den Reifen wurden auch viele Karten gezeichnet, die es ermöglichen, jetzt an die Herausgabe eines neuen großen Atlas heranzugehen. Mit einem Wort, so faßte Sven Hedin zusammen: konnten. Sven Hedin war der Einladung des Goethe- Bundes zu einem Vortrage gefolgt, den er in der Neuen Aula der Universität hielt. Wie stark das Echo dieser Einladung des Goethe-Bundes an die Bevölkerung war, zeigte außerordentlich eindrucksvoll der gewaltige Besuch der Aula; der große Saal war nicht nur bis zum letzten normalen Platze besetzt, sondern darüber hinaus standen noch viele Männer und Frauen in den Seitengängen, ober sie hatten auf zusätzlich geschaffenen Stuhlrechen Platz genommen, so daß man wohl sagen kann, daß die Aula ein derartig überwältigendes Bild des starken Besuchs bisher noch nicht geboten hat. Sven Hedin wurde bei seinem Erscheinen im Saale, den er in Begleitung von Oberbürgermeister Ritter und Oberregierungsrat Dr. Schoen- Hals betrat, geradezu mit einem Beifallsorkan empfangen. Immer und immer wieder verneigte sich der freudig begrüßte Gast, dem man die Ergriffenheit über diesen herzlichen Empfang ansah, in dankbarer Verbindlichkeit vor seiner großen Hörergemeinde. Nachdem sich der Beifallssturm endlich gelegt hatte, entbot Oberbürgermeister Ritter Sven Hedin die herzlichsten Willkommensgruße der Stadt Gießen. Er betonte dabei, daß unsere Bevölkerung in dem Gast nicht nur den großen Forscher mit seinen bleibenden Verdiensten sehe, andern in ihm vor allem auch den warmherzigen Freund unseres deutschen Volkes erblicke (starker Beifall), dem unser Volk in tiefer Dankbarkeit verbunden fei für alles das, was er in der Zeit des Welttrieges besonders für unser Volk tat, als wir in der ganzen Welt beschimpft und beschmutzt wurden. In herzlicher Dankbarkeit verbunden fühle unser Volk sich ihm auch dafür, daß er immer unerschrocken, nach der Art des arischen Menschen, ür Wahrheit und Gerechtigkeit gegenüber dem deutschen Volke und für das gute Recht unseres Volkes gegenüber der Welt aufgetreten fei. (Erneuter starker Beifall.) Sodann gab der Oberbürgermeister feiner Freude darüber Ausdruck, daß der Gast in so prächtiger Gesundheit und Frische, trotz seines hohen Alters, sich befinde und daher immer noch die großen Strapazen seiner anstren- aenben Tätigkeit und weiten Reisen auf sich nehmen Unsere Stadt Gießen hatte am gestrigen Freitagabend die Ehre, den weltberühmten Asien-Forscher und warmherzigen Freund des deutschen Volkes, den großen Schweden Sven Hedin, hier begrüßen zu können. Dem Goethe-Bund Gießen ist es zu danken, daß wir die Bekanntschaft mit diesem großen Manne unserer Zeit machen ^rben. Da die Teilnahme an einem solchen Schrei- den große Vorteile mit sich bringt, fei allen Steno- graphen, die noch nicht Mitglied der Deutschen Stenographenschaft sind, die Anmeldung empfohlen, welche bei Leder-Haas, Seltersweg 3, möglich ist. Man beachte die heutige Anzeige. ** Eine Achtzigjähr i g e. Am kommenden Montag, 9. März, kann Frau Wwe. Euteneuer, Niegelpfad 68 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag begehen. Die Jubilarin ist seit 34 Jahren treue Bezieherin des „Gießener Anzeigers". ** Die letzten städtischen Brennholz- oer ft eigerungen finden am Montag, Mittwoch und Freitag nächster Woche statt. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei besonders hingewiesen. Der Aufbau der 3. Reichsnährstands« Ausstellung hat begonnen. LPD. Frankfurt a. M., 6. März. Ausstellungen pflegen im allgemeinen in wenigen Wochen, ja manchmal sogar innerhalb weniger Tage aufgebaut zu werden. Diese kurze Dorbereitungszeit ist jedoch nur möglich, wenn es sich, wie bei den meisten Ausstellungen, um reine Hallschauen handelt. Ganz anders liegen die Dinge bei den alljährlich ftattfinbenben großen Reichsnähr- stands-Ausstellungen. Hier muß, da diese Ausstellungen vornehmlich eine riesige Freiland' schau darstellen, bereits Monate vorher mit dem Aufbau begonnen werden, um rechtzeitig zur Eröffnung fertig zu werden. Aus diesem Grunde hat auch bereits in diesen Tagen ein Teil der Vorbereitungsstelle des Reichsnährstandes, die Schauleitung, ihre Büros von Berlin nach Frankfurt verlegt, wo in diesem Jahre bekanntlich in bef Zeit vom 17. bis 24. M a i die 3. Reichs« nährstands-Ausstellung stattfindet, una mit dem Aufbau begonnen. ■ • r r Nicht jlfe Qn, l Ur die y !j?'rd die ' 'n die WS : ^onia45 W ch d'giA? Urlaubsfahrt 6/36 nach Allgäu — Pfronten vom 21. bis 29. März. kosten: 36.— Mk. Schluß der Anmeldung: 17. März. Die Allgäufahrten des Gaues Hessen-Nassau sind schon zur Tradition geworden. Wo gibt es aber auch einen schöneren Urlaub als im Reich der bayrischen Berge. Stolz aufragend blicken Roßberg, Schlicke, Hirnpel mit ihren schneebedeckten Häuptern auf die lieblichen Häuser im Tal. Kleine und große Ausflüge führen die Teilnehmer in das seltsame 6e Der ®a ! 21./22. K ' ffiinternad i Sirecke fiij i Start unb gvei Styei '»(gaben zi Der Nusgabc i durch die § ' Nacht',ahrt 1 Smrt-Prü 1 Sirajpunk Bemerk, allem die Krastw . Zylinderir : bis 1575. sM ® lern. ^8'2 maliges u Igitt ' gopi P«6 gosjnung- den Iotl «eil? 3ftji „noch n'chl Tatsache n uneintlid) b Nu-ks.cyten. Was bis stellen in äklileln : reicht kau der Dün und IHä ; Zukunft meldeten bezirk hei einem Vi lieber 24C We ©arten Sag. 24000 jfliigen auf • Hinnen in i men wolle I immer sich I nichts für löblichen 1 Ibeitsamtes 1 einige Gr »nicht fein! irgendeine Engend, di gruppe umfassende Vorbereitungen treffen muß. Die umfangreiche Arbeit ist bereits von sieben verschiedenen Ausschüssen in Angriff genommen worden. Der geschästsführende Ausschuß unter Leitung des Ortsgruppenführers $). Graf (Stv. A. Merle) wird durch Propaganda und andere Maßnahmen im Gaugebiet erreichen, daß die Tagung ein voller Erfolg sowohl für die Gießener Ortsgruppe, als auch für die Stadt Gießen wird. Herr L. G roll e l i u s (Stv. F. 2) ö r f n e r) sorgt dafür, daß die auswärtigen Gäste gut und ordentlich verpflegt und untergebracht werden. Herr A. Siebert (Stv. B. Balken) als Leiter des Wettschreibausschusses ist verantwortlich für die glatte Durchführung des großen Leistungsschreibens, das mit der Tagung verbunden ist. Der Empfangsausschuß unter Leitung der Herren K a r n b a ch und H a n ft e i n trifft alle Vorbereitungen für einen würdigen Empfang der hier eintreffenden 1500 Stenographen. Wachtmeister Ki11hau (Stv. K. Heß) hat als Leiter des Festausschusses die gesgmte Ausgestaltung der Tagung durch Unterhaltung usw. übernommen. Alle finanziellen Angelegenheiten werden von Herrn K. Heß (Stv. L. G r a v e l i u s) geregelt. Herr P. Dehmer (Stv. K. H. Kuhl) unterrichtet die Oeffentlichkeit in Gießen und im ganzen Gaugebiet über alle die Tagung angehenden Fragen. Daß die unterrichtliche Vorbereitung für das große Leistungsschreiben am Gautag nicht vernachlässigt wird, versteht sich von selbst. Als Probegalopp findet am Sonntag, 15. März, in der öffentlichen Handelslehranstalt Gießen ein Leistungsschreiben der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Stenographenschaft statt, an der etwa 160 Stenographen und Maschinenschreiber teilnehmen Na Sr Po 2ie Na to'nn aus .y feine UeZlar oe " Eobellenplc au 6|>iei Spiehjtt . İrtvere pflichtet, d Die öeutfche Rrbcitsfront •Vr? n.S.-ticmeinfthafLfiraft öurdi freuöc" Stumpf D.: A. L, Becker Briegel, Feu- S.Jlxfport Handball im kreis VIII (Lahn-DM Fußball der heimischen Mannschaften sich Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Platzbesitzer haben zum größten Teil die nrmnffhnft hoa nnrinon auiaeboten. Le- geson- (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Musik zur „Guten Nacht". 24 bis 2: Nachtmusik. am die . Der Ober» ien Kranken» ingeren Aus» se aus dem n, eine all» Mitteilungen von i sie gar oer- 2lr- um ififlW. t in unserer unfl über die dem Ausbau im eine Reih» dtijchen hoch» ). Vorerst ist 1936 befristet lachung beson« Meter. Daneben gibt es natürlich noch eine unbeschränkte Gruppe (über 2100 Kubikzentimeter). Die Klassen der Krafträder sind dagegen die alten geblieben (bis 125 Kubikzentimeter, 250 Kubikzentimeter, 350 und über 350 Kubikzentimeter), ebenso die Einteilung der Seitenwagenmaschinen, eine Gruppe bis 1000 Kubikzentimeter. Neue deutsche Schwimmrekorde. Die erst vor wenigen Tagen von Magdeburg 96 aufgestellten Rekorde in den Rückenstaffeln sind schon übertroffen worden. Der Bremische Schwimm- Verband erzielte im Hansa-Bad unter amtlicher Aufsicht über 10X50 Meter mit 5:49,2 und über 10X100 Meter mit 13:1$,2 bessere Zeiten. Die Magdeburger hatten für die gleiten Strecken 5:57,5 und 13:33 Minuten benötigt. — Die Bremer haben für Dienstag im Rahmen des Schweden-Schwimmfestes einen weiteren Rekordversuch in der 10 X 50 - Meter - Kraulstasfel angemeldet. jünger) je 2 Mann. Bei genügender Beteiligung findet eine bette Wertung für Landoereine statt. Nachtfahrt des DOAE.-Gaues Hessen. ließen. d die ihm an» !en Vorwinter löten Winter» ßofenflei'ld) trfiigung ge» ms von her Men mit» unb yi dem n Nette von ng gestellt, die eiswaltung des enbach W* k hat damit cr- swerk und dm ntinis entgegen- der gerade dar , Zeit befindet, »reife Spielvereinigung 1900 — Sportverein Lollar. Die Blauweißen haben sich für Sonntag den rvortoerein Lollar zu einem Gesellschaftsspiel ver- p' ichtet, denn nachdem die Verbandsspiele ihr Ende grunben haben, und die Pokalspiele nur zeitlich »tcittfinden, beginnt der Reigen der Freundschafts- ip,ele. Die Gäste sind in Gießen nicht unbekannt. Bur nicht allzulanger Zeit gehörten sie der Bezirks- lic« an, und nachdem ihre Mannschaft in diesem Z hr die Meisterschaft in großem Stil errungen hat, wird die Zeit nicht mehr fern sein, wo sie wieder in die Bezirks-Klasse aufsteigen werden, lieber d lche Spielstärke die Lollarer zur Zeit verfugen, ilvellt die Tatsache, daß sie sich neben ihrem Mei- it.rschaftssieg auch noch für die weitere Teilnahme in den Pokalspielen qualifiziert haben. Ihr gegen Diutonia Steinberg mit 5:2 errungener Sieg er- w ckte einiges Aufsehen. Es wäre verfehlt, wenn man im Lager der Blauweißen dem Gegner nicht ntt der nötigen Aufmerksamkeit begegnen würde, -v <_ /v« - , *< c rrx______ Ci-AUAv* DCT3 ■’ f'nbet in ?" erfte 8Uttä9"’ x V e,n de- Amtes und die Die Naunheimer werden sich auf keinen Fall - nn ausgerechnet auf ihrem Platze, auf dem . mich keine Niederlage erlitten haben, schlagen lassen. Lktzlar verteidigt gegen Frohnhausen den zweiten LLbellenplatz. In Burg wird das Pokalspiel, das ncich zwei Stunden Spielzeit in Dillenburg unent- fcfieden ausging, wiederholt. Jugend braucht Lehrstellen! Don zRegierungsrdt Or. O. Menne, Landesarbeiisamt Hessen. »Pf! "erhilfs. $21. 3n um Ein. 'mit ihre des Lin. « Hilfs, n Volks- eudig im >lf Hitler, nnen, die t unseres am mor- iopf und iaftstätten nlerhilfs. !e Parole lärkle iswerk! Die Spiele der Bezirksklasse am Sonntag. Naunheim — Sinn SV. 05 Wetzlar — Frohnhausen Pokalspiel: Burg — Dillenburg. zu rechnen. Tv. Nauborn — SpV. 05 Wetzlar. Die Wetzlarer haben ihre Mannschaft durch alte Spieler verstärkt, so daß sie z. Z. als recht spielstark anzu- sphen sind. Ob es ihnen aber gelingen wird, die Nauborner auf eignem Platze zu schlagen, ist fraglich. Geländelauf-Staffeltag des Kreises Gießen. Der Sportkreis Gießen, umfassend die politischen Kreise Gießen, Wetzlar, Dillenburg, Alsfeld und Schotten, führt am 15. März 1936 in Gießen den Geländelauf stoffeltag durch. Gelaufen werden Rundstrecken im „Philosophenwald". Treffpunkt aller Teilnehmer 9.30 Uhr auf dem 1900er Sportplatz. Meldungen bis zum 12. März an Kreisfachamtsleiter Gg. Richtberg, Gießen, Mühl- straße 32. Ausschreibung: Aktive, Klasse 1: 4X2 Runden (1 Runde- etwa 1000 Meter). Aktive, Klasse 2: 4X1 Runde. Jugend, Klasse A und B: 4X1 Runde, und zwar von der Altersklasse A (1918/19) und von der Altersklasse B (19/20/21) je zwei Mann. Jugend, Klasse C und D: 4X?/- Runde, und zwar von der Altersklasse C (1922 und 1923) und von der Altersklasse D (Jahrgang 1924 und Mannschaft am Schlüsse der Serie den beachtlichen 2. Tabellenplatz inne, konnte also nur von Büdingen überflügelt werden. Die Einheimischen dürften einen schweren Stand haben. Nach diesem Spiel kommen die Jüngsten des Vereins zur Geltung. In ihrem 2. Spiel stehen sie der 2. Schülermannschaft des VfB.-R. Gießen gegenüber. Da die Einheimischen noch keine Spielerfahrung haben, dürfte auch hier der Sieg den Gästen zufallen. Fußball der Kreisklaffen. 'M«, 6 rafpunkte holen können. Bemerkenswert an der Ausschreibung ist vor a[ em die neue Gruppeneinteilung der firaf troagen, die folgende Grenzen für die Mnderinhalte vorsieht: bis 1175 Kubikzentimeter, bs 1575 Kubikzentimeter und bis 2100 Kubikzentl- Speier; Schwärzet, Naumann, Clement, Brückner, Wirthmann. — Garbenteich: Stumpf O.; Feuster L., Mohr; Weigel, Stumpf A. L, Becker; Schmitt, Stumpf W., Stumpf A. II., Briegel, Feu- mtigen Woch^' Pfund 1/55M bis 10 'Ä 10‘h Sl. ? “ 8 (Enteneier 2 bis 15, «I raut 15 bis. 18. 10 Spinat ben 1U»9n ,»>E •Bl AM -°7A i ®ut rlidjct i"6 9 jii g W& bi! J <8ti*nn 8, wl» le W Äi)." v-r ZF V« Meister, Lehrherrn, Betriebsführer! In den drei hinter uns liegenden Jahren feit dem Umbruch ist an Lehrlingseinstellung alles das getan worden, was nur in der praktischen Möglichkeit lag. Jeder der darin Einblick nehmen konnte, wird dafür mehr übrig haben, als nur ein Wort dankbarer Anerkennung. Die sich jährlich steigernde Hahl von Lehrlingseinstellungen war für den wirtschaftlichen Anstieg im Gau Hessen-Nassau ein, wenn auch nicht tark in die Augen springendes, so aber doch ein um so feineres Barometer. So soll es auch im Jahre 1936 bleiben. Gewiß, es ist verständlich, daß die bedrängende Sorge um den kommenden Tag in der gegenwärtigen Zeit leicht solche Fragen zurücktreten läßt, die erst in Wochen akut werden, deren Auswirkung gar erst nach Jahren spürbar wird, wenn nämlich aus dem Lehrling ein brauchbarer, tüchtiger Berufsmensch geworden ist. Das ist, wie gesagt, verständlich. Laßt nun aber des Zögerns genug sein. Wer in Werkstatt ober Fabrik, Kontor ober hos entschlossen ist, Ostern 1936 einen Lehrling einzustellen, ber melbe bies sofort bem Berufsberater feines Arbeitsamtes. Unb wenn es auch zunächst nur ber seelischen Erleichterung wegen ist, bie bamit geschaffen wirb. Und sollten im Augenblick für die Einstellung eines Lehrlings auch noch nicht alle Voraussetzungen in Werkstatt oder Betrieb so gegeben sein, wie es am Idealbild gemessen wünschenswert wäre, so kann das zum Teil wettgemacht werden durch den Willen, diese Voraussetzungen mit der Zeit noch zu schaffen. Und wenn hinter all dem der Glaube steht, daß dieser Wille sich durchsetzen wird, so sind die geistigen und willensmäßigen Voraussetzungen vorhanden, daß man beim Arbeitsamt ruhig eine Lehrstelle anmelden kann. Daß bie Schornsteine rauchen, bazu sind, und zwar mit in vorberster Linie, Meister unb Betriebsführer bestellt; Mehrer bes Volksvermö- gens zu fein, ist bie große Aufgabe, bie ihnen gestellt ist. Doch es gibt für sie noch etwas Höheres: Wahrer und Sachwalter kostbarsten Volksgutes -- unserer berufssuchenden Jugend — zu sein. Es gilt, freudig die Verantwortung zu übernehmen und zu tragen für das Berufsschicksal und Lebensschicksal deutscher Jungen und Mädchen. Darum sei die Losung: Wir stellen Lehrlinge ein! Rundsunkprogramm. Sonntag, 8. März. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.25: Ich hatt' einen Kameraden. Eine Hörfolge. 8.45: Orgelchoräle. 9: Rundfunk-Morgenfeier, veranstaltet vom Amt für Kirchenmusik der Landeskirche Nassau- Hessen. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. „Hier spricht der Frontsoldat". Von Ulrich Sander. 10: „Heldische Feier", cheldengedenkfeierstunde des Kulturamtes der Reichsjugendführung in Gemeinschaft mit dem Volksbund für Kriegsgräberfürforge. 10.30: Chorgesang. 11.15: „Trauerode". Von Johann Sebastian Bach. Kantate Nr. 198. 12: Aus der Staats- oper Berlin: Reichssendung: Staatsakt anläßlich des Heldengedenktages. 13.15: Mittagskonzert. Symphonie Nr. 7 von Franz Schubert. 14: Kinderfunk. 14.45: Herr Ober, bitte ein Stück Torte mit... Eine Szene, die alle angeht. 15: Deutsche Scholle. 16: Nette Sachen aus Köln. 18: HJ.-Funk. 18.30: Unterhaltungsmusik. 19.15: „Auch du hast diesen schweren Krieg geschlagen". Eine Funkfolge. Zum Gedächtnis der Mütter und Frauen unserer Gefallenen. 19.50: Sportbericht. 20: Zum Heldengedenktag „Frühlingsschlacht", Schauspiel von Hans Fritz von Zwehl. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.25: Sportspiegel des Sonntags. 22.45: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Montag, 9. März. VfB.-Heichsbahn Gießen. Die zweite Mannschaft fährt nach Klein-Linden und muß beachtliche Leistungen aufweisen, wenn sie die Gastgeber, die in letzter Zeit gute Ergebnisse aufzuweisen haben, schlagen will. Die dritte Mannschaft spielt auf eigenem Platze gegen Lich II. Es sollte ihr gelingen, sich siegreich zu behaupten. Iugendsuhball. Im letzten Pflichtspiel der A-Jugend "stehen die Gießener den Gästen aus Watzenborn-Steinberg gegenüber. Beide Mannschaften waren während der ganzen Dauer der Spielzeit Anwärter auf die Meisterschaft. Im Endkampf konnten sich die Hiesigen knapp gegenüber den Gästen durchsetzen. Die Teutonen können jedoch stolz darauf sein, daß sie den Meister auf eigenem Gelände geschlagen haben. Dieser Kampf soll für die Gießener den Beweis erbringen, daß sie mit Recht den Meistertitel fuhren. Die dritte Jugend spielt in Alten-Buseck. Sie wird dort kaum gewinnen. Die 1. Schülerelf spielt gegen die gleiche des VfR. Butzbach auf dem Waldfportplatze. Die zweite Schülerelf spielt in Steinberg gegen die gleiche des Platzvereins. , FC.Teutonia * Watzenborn-Steinberg Am morgigen Sonntag hat ber FC. £eutonia Watzenborn-Steinberg fünf Mannschaften im Felde stehen. Vier Mannschaften treten auf eigenem Platze an, während die 1. Jugend das noch rückständige Meisterschaftsspiel gegen die 1. Jugendmannschaft des VfB.-Reichsbahn Gießen in Gießen austragt. Bereits am Vormittag treten auf eigenem Platze die 1. Schülermannschaft der gleichen der Spielvereinigung 1900 Gießen zum Verbandsspiel entgegen. Der Ausgang dieses Spieles ist als vollständig offen zu bezeichnen. Ebenfalls im Verbandsfpiel stehen sich dann die 2. Mannschaft der Teutonen und die 1. Mannschaft des Fußballsportvereins Steinbach gegenüber. Das Vorspiel in Steinbach gewannen die Einheimischen und für die Watzenborn-Steinberger gilt es, diese Schlappe gutzumachen. Die Mannschaft sollte dazu in der Lage fein. Für die 1. Mannschaft hat man einen beachtlichen Bezirksklassengegner aus der Nachbargruppe (Gruppe Friedberg), die Ligamannschaft des bekannten VfR. Butzbach verpflichtet. Daß sich diese Mannschaft zur Zeit in bester Spiellaune befindet, dürften die seitherigen Verbandsspiele bewiesen haben. Nach anfänglicher Tabellensührung hat die 6 Uhr: Choral, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Der Arbeitsdienst musiziert. In der Pause 7.00: Nachrichten. 8.30: Sendepause. 10.15: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Volk musiziert. Mandoline und Bandonion spielen auf. 16.30: HJ.-Funk. 17: Lieder und Klaviermusik. 17.30: HJ.-Funk. 18: Fröhlicher Alltag. 19.45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: „Im Krug zum grünen Kranze... Aus dem Volk — für das Volk. 22: Nachrichten ster A. Die I. Jugend-Mannschaft des Sportvereins Garbenteich spielt gegen die I. Jugend von Wieseck, bie I. Schülerelf tritt gegen die Schüler von Lollar auf eigenem Platze an. Spielabteilung Tv.l 889 Klein-Linden. Am Sonntag erwartet die erste Mannschaft von Klein-Linden die Liga-Reserve von VfB.-R. zu einem Freundschaftstreffen. Es dürften hier zwei gleichwertige Gegner aufeinandertreffen. Klein-Linden tritt erstmals wieder mit seiner kompletten Mannschaft an. Die beiden Jugendmannschaften und die zweite Schülerelf tragen in Gießen einen Jugendklubkampf gegen die entsprechenden Mannschaften der Spielvereinigung 1900 aus. Lediglich die 1. Schülermannschaft ist spielfrei. VfB. Krofdorf-Gleiberg. 1846 Gießen I — Krofdorf-Gleiberg I 3:5. In der Aufstellung: Schleenbecker, Gerlach, Valentin, Bromm ll., Göbler, Wagner, Amend, Dörr, Bromml., Seel, Bach, trat der VfB. Krofdvrf- Gleiberg zu seinem letzten Verbandsspiel, und gleichzeitig Entscheidungsspiel um den Gruppenmeister gegen die Turner an. Die Krofdorf - Gleiberger konnten dank ihrer geschlossenen Mannschaftsleistung einen sicheren Sieg erringen. Er hätte allerdings noch eindeutiger aussallen können, wenn nicht durch ein Mißverständnis der Hintermannschaft der Gegner zwei Tore erzielt hätte. Durch Erringung der Meisterschaft der Gruppe C der zweiten Kreisklasse ist es nun der Mannschaft Krofdorf—Gleibera vergönnt, wieder in ihre vorjährige Klasse auszurücken. Zugend-Kußball der Spielvgg. 1900. Der kommende Sonntag sieht wieder alle Jugend- und Schülermannschaften der Spielvereinigung auf dem Plan. Der Gegner der ersten Jugend, Klein- Linden, hat in letzter Zeit an Spielstärke sehr ge- wonnen. Wer in diesem Treffen Sieger bleiben wird, ist im voraus nicht zu sagen. Ebenfalls gegen Klein-Linden spielt die zweite Jugend. Dieses Treffen sollten die Blauweißen für sich entscheiden können. Die Mannschaft gewinnt von Spiel zu Spiel an Können. Das Vorspiel in Klein-Linden endete unentschieden. Zum fälligen Pflichtspiel fährt die erste Schuler» mannschaft nach Watzenborn, um mit der dortigen Schülermannschaft um die Punkte zu kämpfen. Nachdem die kleinen Blauweißen am Vorsonntag , gegen Garbenteich auf dessen Platz ein Unentschieden erkämpft hatten, liegt ein Sieg durchaus im Bereich des Möglichen. Auf eigenem Platze empfängt die zweite Schüler- ; elf die gleiche Mannschaft von Klein-Linden. Die : kleinen 1900er, die von allen Spielen, die bisher : ausgetragen wurden, nicht eines verloren, werden , wohl auch in diesem Kampf den Sieger stellen. HandballimKreis Lahn-Dill (Gau XII) Die Bezirksklasse ist mit ihren Spielen fertig. Am kommenden Sonntag steigt eines der letzten Treffen, und zwar Tv. Heuchelheim — Tv. Roth. Dieses Spiel bedeutet für Heuchelheim alles. Denn im Falle des Verlustes wäre der Abstieg nicht mehr abzuwenden. Gewinnen dagegen die Platzbesitzer, so ist die Abstiegsfrage wieder offen. Die Heuchelheimer, die zwar mit Ersatz, dafür aber mit einem neuen bekannten Spieler antreten, sollten wohl in der Lage sein, das Spiel für sich zu entscheiden. Die Gesamtleistung der Mannschaft muß dann allerdings besser sein als am vergangenen Sonntag, insbesondere muß der Sturm darauf bedacht sein, die herausgearbeiteten Chancen besser zu verwerten. Auch die Schwächen, die sich in der Abwehr zeigten, können gefährlich werden. Der Freundschaftsspielbetrieb ist mit Rücksicht auf den Heldengedenktag nicht stark. Immerhin stehen einige ganz interessante Paarungen gegeneinander. Da interessieren vor allem die beiden Spiele auf dem Platze des Mtv. Gießen, und zwar Mlv. Gießen 3gb. — Tv. 1846 3gb. Mtv. Gießen II — VfB.-R. Gießen II. Wetzlar II — Holzhausen; Ulm — Nauborn; Stockhausen — Burgsolms; Albshausen — Bissen- 1 berg II; Spfr. Wetzlar — Philippstein; Oberbiel gegen Steindorf; DfB.-R. III — Lich II; Gröningen — 1900 III; Steinberg II — Steinbach; Lollar II — Krofdorf; Launsbach — To. 1846; Alten- Buseck — Heuchelheim; Londorf — Flensungen; Grünberg II — Großen-Buseck II; Naunheim II gegen Atzlar II; Nieder-Girmes II — Waldgirmes. Das Spiel Wetzlar II — Holzhausen ist noch aus der Vorrunde rückständig. Aus eignem Platze werden sich die Wetzlarer nicht so schnell geschlagen bekennen. Ebenfalls offen ist das Treffen Ulm gegen Werdorf. In Stockhausen wird sich der Platzbesitzer gegen die 4:0-Niederlage in Burgsolms zu revanchieren versuchen. Auch Albshausen wird gegen Bissenberg II Ausgleich versuchen. Philippstein hat gegen Sportfreunde sicher einen schweren Stand. Im Spiel Oberbiel — Steindorf wird der Sieg dem Platzbesitzer nicht zu nehmen sein. Dasselbe dürfte auf dem Waldsportplatz der Fall sein. Die Junioren der Blauweißen müssen sich in Grü- ningen sehr anstrengen, wenn sie das Resultat des Vorspieles (3:3) wiederholen wollen. Steinbach wird sich in Steinberg gegen die 2. Mannschaft der Teutonen durchsetzen. Dagegen muß VfB. Krofdorf in Lollar sehr auf der Hut fein. In Launsbach müssen die Turner ihre auffteigenbe Form be- weisen; noch sind Aussichten auf die Meisterschaft! In Alten-Buseck hat Heuchelheims II. wenig Aussicht auf Erfolg. In Londorf wird an dem Sieg gegen Flensungen nicht zu zweifeln sein. Offen ist das Ende beim Spiel Grünberg II — Großen- Buseck II. Naunheim II wird den Gästen aus Aßlar keine Erfolgsmöglichkeiten bieten. Ebenfalls wird Waldgirmes in Niedergirmes nicht um eine Niederlage herumkommen. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I. — Artillerieverein L Nachdem sich am vergangenen Sonntag die erste Mannschaft von Garbenteich mit einem Bombensieg die Meisterschaft ihrer Klasse sicherte, wurde nunmehr die Mannschaft des Artillerie-Sportvereins Gießen zu einem Gesellschaftsspiel eingeladen. Die Gäste des Sonntags haben sich durch ihre bisherigen Ergebnisse bereits einen guten Namen gemacht. Gegen Alsfeld gewannen die Artilleristen mit 6:5 Toren, gegen die Spielvereinigung 1900 kämpften die Soldaten 3:3. Für die Elf von Garbenteich wird bas Spiel zu einer Prüfung auf ihre Starke werden. Man hofft auf eine interessante Begegnung. Die Mannschaften treten in folgenden Aufstellungen an: Artillerie-Sportverein: Merle; Reith, Schneider; Waldmann, Stmgl, Kurze Sportnotizen. Ein Fußball-Länderkampf Deutschland — Italien wird am 15. November 1936 an einem noch zu bestimmenden Ort in Deutschland ausgetragen werden. Die beiden Verbände haben sich jetzt auf diesen Termin geeinigt. Das Reitturnier in Rom wird in diesem Jahre ohne Teilnehmer aus den „Sanktions- Ländern" durchgeführt werden, da diese von den Veranstaltern in Auswirkung des Sport-Boykotts nicht eingelaben wurden. D i e Olympia-Anwärter der Turner werden am 16. und 17. März in Leipzig Aus- fcheidungskämpfe für den Länderkampf Deutschland — Italien bestreiten, ber am 5. Mai in Mailand stattfindet. Gleichzeitig wird die Olympia- Kernmannschaft der Turner von 34 auf 16 Mann verringert werden. Die acht besten Turner kämpfen gegen Italien. ß o n i Seiderer, der bekannte frühere Spieler der Spvgg Fürth, wird ab 1. April die Fußballer des VfB. Stuttgart trainieren. Ein Wasserball-Länderkampf Ungarn — Deutschland ist jetzt für den 12. Juli endgültig nach Fünfkirchen vereinbart worden. Der Gau 3 Hessen des DDAC. veranstaltet 21 ./22. März eine Nachtfahrt, die sich stark an L internachtfcchrten der letzten Jahre anlehnt. Die Errede führt über rund 3 5 0 Kilometer mit E:ort und Ziel in Frankfurt a. M. und besteht aus Wei Schleifen, auf denen jedoch ganz verschiedene aifgaben zu erfüllen sind. Die Schwierigkeitsgrade b-.r Aufgaben, die ganz vom Wetter und den Stra- hmverhältnissen abhängen, werden sehr geschickt dirch die gleitende Wertung erfaßt. Der eigentlichen Nachtfahrt voraus geht eine Beleuchtungs- und E art-Prüfung, bei der sich die Teilnehmer schon Die beiden Jugendmannschaften dürften . , einen ausgeglichenen Kampf liefern, den das größere Stehvermögen entscheiden dürfte. Bei den Rundenspielen haben die Gäste zweimal gewinnen können. Ob den Platzbesitzern die Revanche glückt, muß bezweifelt werden. — Lieber die Spielstärke der beiden anderen Mannschaften ist, weil sie bisher noch nicht in Erscheinung getreten sind, wenig bekannt, so daß man mit einer Voraussage vorsichtig sein muß. In Hochelheim treffen Tv. Hochelheim und To. G a m b a ch aufeinander. Nach dem schönen Sieg der Einheimischen vom vergangenen Sonntag ist kaum mit einem Erfolg der Gäste NSG. Wenige Wochen trennen uns noch von d MÄM SCHLARAFFIA Montag, den IS.März 1936 um 15 Uhr wird die ^agdnutzung auf dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk Hassen- b ausen (einschließlich Erbenhausen) kreis Marburg (Lahn), ab 1. Avril auf neun Jahre in der Gastwirtschaft Hormel in Hasienhausen öffentlich meistbietend verpachtet. 1437D Größe rund 600 ha (darunter etwa 250 ha Wald) Abschuß für 1936: 4 Rehböcke, 10 weibl. Rehwild. Ter Jagdvorsteher: Bender. Holzversteigerung. Dienstag, den 11. März 1936, vormittags 10 Uhr, aus den Forftorten Ober- und Niederseilbach des Schutzforstes Busecker Tal an Ort und Stelle. Es werden versteigert: 1483D 11 Eichen-Deichseln, 15 Eichen-Stämme Kl. 2, 2 Stück Kl. 3, Ruhscheilholz: Eiche rm: 1,5 - 3 m lang, 5,5 = 2,50 m lang, 2,2 = 2,20 m lang und 76 - 1,25 m lang; 44 rm Eichen-Knüppel und 258 rm Eichen-Reisig. Aus dem Forstort Münchwald: 1 Fichte n-Stamm Kl. 2b = 0,79 fm und 1 rm Eiche-Fichte-Knüppel. Londorf, den 5. März 1936. hessisches Forstamt Rabenau. iplel- und Traubensail alkoholfrei, liefert frei Haus 104oD Barhenne, Gnanthstr.5, Fernruf 3169 Aadel-drennholz (Anfeuerholz) gibt laufend ab usaD Dampfscigewerk Abendstern Ludwig Kröck Telephon 3580 Frau Luise Gräf, geb. Schäfer von ihrem schweren Leiden im 62. Lebensjahr zu erlösen. Reiskirchen, den 6. März 1936. 01058 Die Beerdigung findet am Sonntag, 8 März, nachm. 2% Uhr statt Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Freitagmorgen meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Gote und Tante Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Gräf, Steinbruchbesitzer. Hartbrcnnholz, ä Wagen 5 Mk., Anmachholz ä Wagen 6 Mk., und Koffer nur von Leder-Röhrig Gießen Neustadt Nr. 43 Holz 1 Mk. frei Keller. 383d J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb. Str. 24. Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.SJO Franz W Co.. Gießen Seltersweg 44 .inr.A lllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Lollar, den 7. März 1936. 1438 d Reichsverband der Rinderzüchter Deutschlands e. V., Abteilung 5 - Mitteldeutsches Rotvieh 75. Ausstellung u.Zuchtviehversteigerung f. mitteldeutsches rotes Höhenvieh am Donnerstag, 12. März, norm. 11 Uhr, in Wetzlar (Lahn), Neue Markthalle. Auftrieb: 63 Bullen, über 14 Monate alt, mit Leistungsnachweis aus den Zuchten der Unterabteilungen Oberhessen, Kurhessen, Lahn/Dill, Lahn/Taunus und Westfalen. Günstigste Gelegenheit zum Erwerb erstklass. Zuchttiere bei niedrigen Preisen - 20 v.H. Frachtermätz. In Verbindung mit der Notviehversteigerung: 6.Zuchtschweineverkauf des „Landesverbandes der Schweinezüchter in Hessen-Nassau. i439d Auftrieb: 22 Eber und Sauen. Auskunft und Verzeichnisse durch die Hauvtgeschäfts- stelle in Paderborn, Bahnhofstraße 3, Fernruf 2594. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 LehteVrennholz-Versteigerungen der Stadt Gießen im Wj. 1936. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen,ver- steigert werden: 1446C A. Montag, den 9. März 1936, 9% Uhr beginnend, aus der Abteilung 76 des Stadtwaldes, Försterei Gießen: 19,7 rm Buchenscheiter 1. und 2. Klasse 7,7 „ Hainbuchen-, Eichen- und Fichtenscheiter 1. und 2. Klasse 71,6 „ Buchen- und Hmnbuchenknüppel 32,9 „ Eichenknüppel 12,0 „ Eschenknüppel 15,1 „ Kiefern- und Fichtenknüppel 1618 Wellen Buchenreisig 2. und 3. Klasse 1050 „ Hainbuchenreisig 2. Klasse 780 „ Eichenreisig 3. Klasse 160 „ Kiefernreisig 3. Klasse 40,1 rm Eichen-, Kiefern- und Fichtenreisig l.Kl. 3,0 „ Buchenstöcke 100 Stück Hainbuchen-, Eichen- und Eschenderb' stangen 2. und 3. Klasse 191 „ Fichtenderbstangen 1. und 2. Klasse 270 „ Fichtenreisstangen 5. Klasse 1035 „ Fichtenreisstangen 6. und 7. Klasse (Bohnenstangen) 64 „ Eichen-, Eschen- und Ahornstämm« 1. und 2. Klasse (Deichseln). Zusammenkunft: Kreuzung Wannschneise — siebte Schneise. B. Mittwoch, den 11. März 1936, 9% Uhr beginnend, aus der Abteilung 55 des Stadtwaldes, För« sterei Gießen: 139,0 rm Buchenscheiter 1. und 2. Klasse 45,1 „ Eichenscheiter 1. und 2. Klasse 45,8 „ Buchenknüppel 32,2 „ Eichenknüppel 2275 Wellen Buchenreiser 3. Kl. 27,5 rm Eichenreiser 1. Klasse 31,0 „ Buchenstöcke 25,2 „ Eichenstöcke. Zusammenkunft: Kreuzung Wannschneise — achte Schneise. C. Freitag, den 13. Mar; 1936, 9Vi Uhr beginnend, aus der Abteilung 55 des Stadtwaldes, Försterei Gießen: 92,9 rm Buchenscheiter 1. und 2. Klasse 13,5 „ Hainbuchenscheiter 1. und 2. Klasse 60,0 „ Eichenscheiter 1. und 2. Klasse 28,9 „ Buchen- und Hainbuchenknüppel 95,2 „ Eichenknüppel 2120 Wellen Buchen- und Hainbuchenreisig 3. Kl. 58,7 rm Eichenreisig 1. Klasse 27,6 „ Buchenstöcke 73,0 „ Eichenstöcke. Zusammenkunft: Kreuzung Wannschneise — siebte Schneise. Gießen, den 6. März 1936. ________Der Oberbürgermeister: Ritter._______ Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns bei dem plötzlichen Verlust unseres unersetzlichen, treuen Entschlafenen Herrn Karl Euler, Bäckermeister entgegengebracht wurden, sagen wir herzlichen Dank. Insbesondere danken wir dem Herrn Pfarrer, sowie den Herren der Bäcker-Pflicht- Innung, der Altersvereinigung 1866 1916 und dem Verein ehemaliger 116er für die trostreichen Worte in der Kapelle und am Grabe. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen - Frau M Euler, geb. Fleischhauer, Wwe. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen herzlichen Dank. Im Namen aller trauernd Hinterbliebenen: Preisliste ” und Proben kostend MMNtz 2IESSEM-HIHDENBUR6WauS B 31W.-Vertreter für die Kreise Gießen, Wetzlar und Schotten: Otto Faber/Gießen _________12920 Gießen, den 5. März 1936 1452 D Heinrich Seipp VII. Volkstümliche Naturwissenschaft in rcichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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D * r.* < » DWM EL ‘W V p' ,1 G c 1 /W Einsame Ehrenmale zwischen Lahn und Rhön die gefallenen Brüder. an im der der in der Heimat in allen Familien auf die Herzen der deutschen Menschen ausströmt. Wenn der ehemalige Frontsoldat an diesem Tage im Geiste Rückschau hält auf jene Zeit, in der er unter Einsatz von Leib und Leben zum Schutze der Heimat nor dem Feinde stand, so sind seine Gedanken jenen Kameraden gewidmet, mit denen er im Feuer der Schlachten, in Ruhequartieren oder auf Transporten von Front zu Front Leid und Freud Rot und Erhebanq geteilt hat. Im Geiste wird er dann wieder in einem Schützengraben der Front Heben; er wird in einer Feuerstellung oder baren Tälern nahe der Lahn wird der Wanderer auf stillem Anger vor dem Dorfe, oder inmitten fruchtbarer Felder durch einsame Heldenehrung erinnert an jene Brüder, die als deutsche Soldaten hinauszogen in den Kriegsbrand in der Hoffnung auf ein Wiedersehn in der Heimat, von dem sie sangen, aber auch darauf gefaßt, daß diese Hoffnung sich vielleicht nicht erfüllen werde. Run ruhen sie als stille Schläfer draußen irgendwo an der Front aus von dem Kampf, aber unvergessen bleiben sie in dem Gedächtnis der Männer, die mit ihnen gemeinsam die Wacht hielten für Deutschland, die mit ihnen Schulter an Schulter dem Ansturm der feindlichen Heere standhielten. Stumm und ernst steht vielerorten das Denkmal des deutschen Soldaten als Mahner und Wächter über unserem Alltag. Die alten Soldaten verstehen ihn, denn er ist ja ein Stück ihrer selbst. Und daß auch die junge Generation den Geist beuteten Soldatentums immer besser begreifen lernt, ist der besondere Lichtblick, den die Kämpfer des Weltkrieges auch in unserer engeren Heimat alltäglich m der Haltung unserer Jugend haben können. Die Tugenden deutschen Soldatentums werden ortleben in der jungen Generation im Andenken darbrachten. Ebenso inmitten der schönen Bergwelt unseres Vogelsbergs hat der Verband der hessischen Förster den Männern der grünen Farbe das gebührende Ehrenmal errichtet, die einst als Hüter des heimatlichen Waldes und getreue Sachwalter eines bedeutenden deutschen Volksvermögens ihren Dienst für die Allgemeinheit erfüllten, oder sich auf diese schöne Aufgabe vorbereiteten. Das etwas abseits von der Landstraße Schotten—Gedern, in der Nähe vom Haus Luginsland, am Waldesrand errichtete Ehrenmal aus schlichtem heimischem Stein bildet das stimmungsvolle Bindeglied zwischen dem herrlichen Wald und einem weithin offenen Wiesengelände, das nach Westen hin den Blick weit hinausschweifen läßt in die Himmelsrichtung, in der die Männer einst kämpften, deren Namen auf der Gedenktafel dieses Ehrenmals für alle Zeiten erhalten sind. Stark und frei, wie sie als Forstmänner daheim im Schaffen des Alltags gestanden, so haben sie mit dem gleichen tatbereiten Opfergeist ihre Pflicht als deutsche Soldaten bis zum Letzten erfüllt, und sie sind dadurch unlöslich verbunden mit dem dankbaren Gedenken der Heimat inmitten des deutschen Waldes. Eine dritte Weihestätte für unsere gefallenen Krieger schuf die Stadt Schotten im Verlaufe des vorigen Jahres auf der Höhe des Wartberges, der als ewiges Andenken an die gefallenen Söhne der Stadt eine Gedächtnishalle mit einem Ehrenhain erhielt. Einfach, schlicht und würdig, so wie unsere Soldaten waren, erhebt sich dort das Ehrenmal als Rundhalle von acht Meter Durchmesser über gemauerten Pfeilern, die mit halbkreisförmigen Rundbogen überwölbt sind. Fünf von den acht Bogenfeldern sind offen und geben einen wundervollen Ausblick auf die am Fuße des Wartbergs liegende Stadt und darüber hinaus auf den langgestreckten Höhenrücken des Vogelsbergs; die drei rückwärtigen Bogenfelder sind geschlossen und haben drei Sandsteintafeln mit Namen und Sterbetag der 75 Gefallenen der Stadt Schotten ausgenommen. Es ist ein würdiges Werk der Heldenehrung, das die Stadt Schotten hier zum Andenken an ihre im Weltkrieg gefallenen Söhne errichtet hat. In unmittelbarer Nachbarschaft unseres Vogelsberges ist dem heldischen deutschen Menschen, der für sein Volk und Vaterland den Kampf in der Luft führte, ebenfalls ein würdiges Erinnerungs- mal errichtet worden. Auf der Wasserkuppe in der Rhön, der weithin bekannten und würdigen Stätte auf deutschem Boden, an der sich die rastlos strebende deutsche Jugend im Segelflug schult und dabei die Ehrfurcht vor den Leistungen der deutschen Fliegerei lebendig erhält, ist das Ehrenmal für die Das deutsche Volk gedenkt am morgigen Sonntag in Dankbarkeit und treuer Verbundenheit seiner Gefallenen. Die ehemaligen Kämpfer des Weltkrieges werden sich mit den jungen Soldaten und mit allen deutschen Männern und Frauen in kirchlichen Feiern und bei Veranstaltungen außerhalb der Gotteshäuser vereinigen, um das Gedächtnis an die gefallenen Brüder wachzurufen. Kannte man diesen Tag in früheren Jahren als Volkstrauertag, so ist er jetzt, nach der Wiederherstellung Zu unseren Bildern: Links: Oben: Das Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe. — Darunter: Das Ehrenmal für die gefallenen hessischen Förster. — Blick auf die Namenstafeln der Gefallenen der Stadt Schotten. — Die Gefallenen-Gedächtnishalle der Stadt Schotten. Rechts: Oben: Symbolisches Mahnmal in Klein- Linden. — Darunter: Ehrenmal im Tal bei Oberwalgern. — Am Schluß: Das Gefallenendenkmal des VHC. auf der Herchenhainer Höhe. (Aufnahmen (6]: Neuner, Gießener Anzeiger.) An jene Einzelgräber und abseits irgendwo weiten Feld, insbesondere in den Kampfzonen Ostfront gelegene Soldatenfriedhöfe wird Kämpfer des' Weltkriegen auch in unserer Heimat erinnert, wenn er in der Landschaft unvermutet eine fern von dem rauschenden Leben errichtete Stätte der dankbaren Heldenehrung bemerkt. Auch in unserem Oberhessen kennen wir derartige geheiligte Stätten. Insbesondere der Vogelsberg ist mit Recht für derartige Ehrenmale der stillen geistigen gefallenen deutschen Flieger errichtet worden. 2hr einer hohen Basaltgruppe ruht, symbolisch für den kraftvollen Willen der deutschen Nation, der mächtige Aar, stolz das Haupt erhoben, kühn den Blick in die Weite gerichtet, ein erhabener Ausdruck für den unbesiegbaren Kampfgeist der Kameraden der deutschen Fliegerwaffe. Und gleichsam mit prophetischem Blick in die Zukunft wurde der mit dem Eisernen Kreuz geschmückten Gedenktafel die Inschrift gegeben: „Wir toten Flieger blieben Sieger durch uns allein, Volk flieg du wieder und du wirst Sieger durch dich allein." Erhebend ist es für die alten Soldaten des Weltkrieges und für alle deutschen Volksgenossen, daß diese eindringliche Mahnung an das deutsche Volk nun Frucht getragen hat in der neu geschaffenen deutschen Fliegerwaffe, die der Wille des Führers und Reichskanzlers A d 0 l f H i t l e r schuf und die aufgebaut wurde von dem letzten Kriegskommandeur des mit unvergänglichem Ruhm gekrönten Richthofen - Geschwaders, dem damaligen Oberleutnant, jetzigen General der Flieger und preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring. Und die eherne Soldatensprache, die aus diesem Denkmal spricht, hat besonders in unserer deutschen Jugend ein wunderbares Echo gefunden, das die Kämpfer des Weltkrieges erfreut, weil sie als alte Soldaten sehen, daß in dieser Jugend der Geist besten deutschenSol- datentums lebendig ist, die jungen Männer soldatische Haltung und soldatische Ideale pflegen und jederzeit bereit sind, wie ihre Väter im Weltkriege einzustehen für die Verteidigung des Vaterlandes Aber auch auf den Höhen und in den frucht- ___ auf Beobachtungsposten einer Batterie fein; im Flugzeug wird er hoch über der ringenden Front sich gegen den Feind wenden; auf einem Kriegsschiff wird er seine Soldatenpflicht zum Schutze der deutschen Küste erfüllen. Seine Gedanken werden ihn erinnern an den Kreideschlamm der Champagne, an die „Mondkraterlandschaft" an der Somme oder im Artois; die Hölle von Verdun wird ihm wieder ihren Gluthauch der Vernichtung entgegenwerfen; Sumpf und Ueberschwemmung in Flandern wird ihm erneut vor Augen stehen. Aus dem Osten werden die unendliche Weite der russischen Ebene und die meilentiefen Wälder in seine Erinnerung zurückkehren; im Geiste wird er wieder auf den tausendfach verwünschten, grundlosen russischen Wegen nach Osten ziehen; er wird in mühevollem Gänsemarsch über die viele Kilometer langen Knüppeldämme der riesigen Wälder und unheimlichen Sümpfe der Ost-Front dahinklappern. Dem Kämpfer der deutschen Südarmee werden unvergeßliche Erinnerungen aus den reizvollen und doch immer wieder fremdartig anmutenden Landstrichen Galiziens wieder lebendig werden. Don allen Fronten aber wird dem alten Soldaten als gemeinsame Erinnerung jener Jahre des Kämpfens, Leidens und Sterbens der unvergeßliche Anblick verwüsteter Städte und Dörfer ins Gedächtnis zurückkehren, vielfach Orte, deren einstige Existenz nur noch durch ein Bretterschild mit ausgeschriebenem Ortsnamen verkündet wurde, — als Höchstes unb Heiligstes aber werben vor seinem geistigen Auge jene Kriegerfriebhöfe unb Einzelgräber wieber erstehen, in benen er gute Kameraben, unvergeßliche Opfer ber soldatischen Pflichterfüllung bis zum Letzten mit stiller Trauer zum ewigen Schlaf bem Schoß ber Mutter Erbe übergab. Einsame Gräber, Sammlung in Anspruch genommen worben. Zunächst war es ber Vogelsberger Höhen-Club, ber auf ber Herchenhainer Höhe, oberhalb bes Dater-Benber-Heims, für die Gefallenen bes VHC. ein Erinnerungszeichen für alle Zeiten errichten ließ, bas inmitten bes rauschenden, einsamen Waldes ungestört bie Gebauten hinlenkt zu jenen Männern unb Jünglingen, bie im felbgrauen Rock bes beutschen Sol- baten auch für bie von ihnen desonbers geliebte Heimaterbe bes Vogelsberges ihr Leben Hingaben. Daß biefes Denkmal nicht allzu weit vom zum Teil schon wenige Wochen nach ber Bestattung vom Gras ber verübelen Felber überwuchert, einsame Kreuze, hier unb ba vielleicht mit einem Helm bes Gefallenen bebeckt, — so sehen viele Tausende von alten Feldsoldaten am morgigen Heldengedenktag bie erschütternden Bilber bes Krieges vor ihren Augen wiebererstehen, so gewinnt der eherne Wall von Menschenleibern, die rings um Deutschland zum Schutze ber Heimat stauben, wieber Leben unb Gestalt ber beutschen Wehrfreiheit durch den Führer, als Heldengedenktag Gemeingut ber Nation. In unserer Stadt Gießen wird die Feier dieses Tages von der Wehrmacht durchgeführt. Die alten Soldaten und die Kämpfer der Bewegung werden gemeinsam mit allen übrigen Volksgenossen an der Feierstunde *.uf Oswaldsgarten teilnehmen und dabei unter bem seelischen Gleichklang stehen, ber aus bem gewaltigen Geschehen an allen Fronten bes Weltkriegs unb aus bem schweren Ringen bamals Vater - Benber Heim errichtet würbe, ber Einkehrstätte unserer wanbernben Jugend, bie hier im Rahmen bes Jugenbherbergswerks zuchtvolle Rast hält, ist als desonbers glücklicher Entschluß ber Führung bes VHC. zu begrüßen. Denn burch biese Gemeinsamkeit von Helbenehrenmal unb Jugenb- herberge auf einer Höhe ber heimischen Bergwelt werben bie Schritte ber meisten jungen Menschen bei ihrem Verweilen in biesem Heim auch hingelenkt zu bem stimmungsvollen Platze, an bem sie in stiller Zwiesprache unb in ehrfurchtsvoller Dankbarkeit ben beutschen Brüdern nahe sinb, bie für sie im feinblichen Feuer für ewig zu Boben sanken unb beren helbischer Geist im Deutschlaub des Führers und Frontkameraden Adolf Hitler auf die jungen deutschen Menschen ausstrahlt, bie einst berufen sein werben, auf ihren Schultern Deutschland) zu tragen und weiterzubauen, für das unsere Gefallenen ihr größtes Opfer, ihr Leben, sitzen und „immer noch eins trinken" sah, der gehe in fräs neue Museum für deutsche Volkskunde in Berlin und lasse sich eines Besseren belehren! Er wird dort eine Reihe von Modellen germanischer Männer, Frauen und Kinder finden, die nun allerdings so bekleidet sind, daß einem bei der Erinnerung an unsere durch die Macht der Gewohnheit geheiligten Siegfried- und Hagenkostüme einigermaßen übel werden kann. Man darf also dem Generalintendanten der Württembergischen Staatstheater, Professor Krauß, zu seinem Bestreben, die Wagnerbühne von solchem barbarischen Unrat zu säubern und auch das Kostüm der geschichtlichen Wirklichkeit anzupassen, von Herzen Erfolg wünschen. Und den Göttern und Recken auch. Mit dieser „Dämmerung" dürfen sie schon zufrieden sein. König Eduard beWigt die „Queen Mry". —. , ............. "'v' V- & ' " - ■ W /V -2, W * 1/ < ’S F König Eduard VIII. nahm in den Dockanlagen von Glasgow eine Besichtigung des neuen englischen Riesendampfers „Queen Mary" vor, auf dem er sich jede Einzelheit genau erklären ließ und ankündigte, daß er an den ersten Probefahrten teilzunehmen wünscht. Nach dem Verlassen des Schiffes wurde der König von den Werftarbeitern begeistert begrüßt. Nachmittags besuchte König Eduard die berüchtigten Elendsquartiere von Glasgow. Unangemeldet betrat er mehrere Häuser und unterhielt sich mit den Bewohnern über ihre Lebensverhältnisse. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Geschichten aus aller Wett. Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte -23on Ernst v. Niebelschüh. Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte. Das „Haus der deutschen Kun st m München ist nun im Rohbau fertig: ein Werk des 1934 verstorbenen Architekten Karl Ludw. T r o o st, den das Vertrauen des Führers dazu ausersehen hatte, dem deutschen Volke und insbesondere der Stadt München diesen Monumentalbau, ein würdiges Gegenstück zu den Parteibauten am Königsplatz, zu errichten. An dieses neue Wahrzeichen des Dritten Reiches in der Stadt der Bewegung knüpft sich die Hoffnung, daß, wie die nationalsozialistische Regierung es wünscht, München in Zukunft wieder d i e deutsche Kunst stadt werden und damit eine Rolle im deutschen Geistesleben spielen möge, die es nach dem Weltkriege an Berlin zu verlieren ernstlich in Gefahr stand. München hat seit König Ludwig!., der es durch feine enorme Bautätigkeit recht eigentlich zur deutschen Kunststadt erhoben hat, eine einzigartige Stellung innegehabt, nicht ganz unähnlich derjenigen, die Rom in der Renaissance einnahm: selbst nicht sehr produktiv im Hervorbringen starker bodenständiger Künstlernaturen, besaß es die geheimnisvolle Fähigkeit, das Beste in ganz Deutschland und darüber hinaus magnetisch in seinen Bann zu ziehen und ihm sogar jenen unverkennbaren Stempel einzuprägen, der das Merkmal einer gesunden Formkraft ist. Auch wenn wir wissen, daß z. B. Wilhelm L e i b l ein geborener Rheinländer war, so empfinden wir doch seine Malerei als ein bayrisches, als ein Münchener Gewächs, dessen Wurzeln tief in die Erde dieser wunderbaren Stadt zu reichen scheinen. Nach dem Kriege hat sich die Situation zum Nachteil Münchens nicht unbeträchtlich verändert. Größtenteils lag es wohl daran, daß bestimmte Richtungen naturfremder Art, „Ismen" zweifelhaften Wertes, die das deutsche Kunstleben der beiden letzten Jahrzehnte in krampfhafte Unruhe versetzten, in München niemals den Boden fanden, in dem ihr Scheinleben sich hätte entwickeln können. Mit dem raschen Absterben dieser Treibhauspflanzen einer fragwürdigen Kultur hat München wieder sehr begründete Aussichten, eine Stellung wiederzugewinnen, die es nicht so sehr aus Schwäche, sondern aus Mangel an Anpassungsvermögen an üble Zelterscheinungen verloren hatte. Man darf hoffen, daß das „Haus der deutschen Kunst" für die bayerische Hauptstadt zu einem mächtigen Antrieb wird, ihren alten Ruhm auf neuer und gesicherter Grundlage zu befestigen. Die loten stehen auf! Und das ausgerechnet in dem Lande, das in der schlichten Kunst, die Lebendigen massenhaft zu töten, den Weltrekord aufgestellt hat — in Sowjetrußland. Man höre und staune: dem Leiter des medizinischen Instituts in Moskau, Professor Smirnofs, soll es gelungen sein, mit Hilfe der elektrischen Stromkraft das Herz eines durch Berührung mit einer Starkstromleitung getöteten Arbeiters wieder zum Schlagen zu bringen und damit dem Verunglückten das Leben zurückzugeben. Und damit nicht genug: von unserem Totenerwecker wird weiter gemeldet, er habe einen an Herzlähmung Gestorbenen durch Bloßlegung des Herzmuskel und Jnnervierunq mit elektrischem Strom, unter gleichzeitiger Injektion einer die Mus- kclbewegung anregenden Flüssigkeit in die Blutkreisbahn, wieder ins Leben gerufen. Nach einer Viertelstunde bereits, so wird berichtet, habe das Herz wieder selbsttätig zu arbeiten angefangen, und der „Tote" habe die Augen aufgeschlagen. Ja, es geschehen Zeichen und Wunder! Aber m demselben Lande, wo solches geschehen ist — ober geschehen sein soll — macht man sich kein Gewissen daraus, die Seelen der Menschen in der brutalsten Weise zu morden und alles, was Menschenwürde heißt, systematisch und mit einem Zynismus zu ertöten, der in der ganzen Weltgeschichte ohne Beispiel ist. Früher hieß es einmal: mögen sie die Leiber umbringen, den Geist und die Seele zu töten vermögen sie nimmer! Im heutigen Sowjetrußland ist es umgekehrt — man erweckt zum Ruhme der ärztlichen Wissenschaft den vergänglichen Körper. Wozu eigentlich? Um ihn erneut der absoluten Sinnlosigkeit eines bloß noch biologisch verstandenen Daseins auszuliefern. Denn ob die Geschichte wahr ist oder nicht: bezeichnend* ist sie auf alle Fälle. Das hätte sich der alte Griechengott Pluto wohl auch nicht träumen lassen, daß er noch einmal aus der antiken Hölle, wo wir ihn als den unumschränkten Beherrscher der abgeschiedenen Seelen und als Regisseur von allerhand Teufelszeug bis „Orpheus in der Unterwelt" verfolgen können, an das lichte Firmament versetzt werden konnte! Aber es ist wirklich so: Pluto ist in den Himmel umquartiert. Das bewerkstelligt zu haben, war der astronomischen Wissenschaft unsrer Tage vorbehalten. Denn als im Jahre 1930 von einem Gelehrten des Krakauer Observatoriums jenseits der Neptunbahn e i n neuer Planet entdeckt wurde, hat man ihn, unbeschwert von mythologischen Kenntnissen, schlankweg „Pluto" genannt. Wie wenig wohl sich aber Pluto an dem ihm so ungewohnten Himmel gefühlt zu haben scheint, geht aus der Tatsache hervor, daß es erst jetzt gelungen ist, den fernen Spaziergänger zu photographieren. Solange hat er es nämlich vorgezogen, sich unsichtbar äu machen, vermutlich weil diese Rangerhöhung und Platzvertauschung gegen fein philologisches Gewissen ging. Was aber, so darf man fragen, haben sich die Astronomen eigentlich dabei gedacht, als sie den Gott der Unterwelt in die Sterne erhoben? Haben sie etwa damit die geiftes» geschichtliche Tatsache anerkennen wollen, daß die Menschheit heute z. B. überall da, wo der Bolschewismus die Farben rührt, ihre dunkelste Stunde erlebt, das unterste zu oberft verkehrt wird und die Mächte der Finsternis aus dem Abgrunde empor- steigen, um als Lichtgötter verehrt zu werden? Was nur ein Zufall zu sein scheint, enthüllt oft die aller- tiefsten Geheimnisse. In Stuttgart findet augenblicklich eine (Ent- kitschung der Germanen statt, man könnte auch sagen: eine Entfettung. AufdemTheater, versteht sich! Man wird dort in Zukunft die Götter und Helden von Wagners „Ring" also nicht mehr mit den üblichen Bettvorlegern über den Trikots und den dräuenden Büffethörnern auf der Stirn über die Bretter stolzieren sehen, sondern, wie es sich für archäologisch richtige Germanen geziemt, in der kleidsamen Tracht, die auf Grund der Gewebereste in den Gräbern der Bronzezeit von unseren frühgeschichtlichen Forschern einwandfrei rekonstruiert werden konnte. Wer es nicht glauben will, daß unsere Vorfahren wesentlich anders lebten und auch ganz anders gekleidet waren als in der bierseligen Phantasie unserer Großväter, die sie nach einem alten Studentenliede auf beiden Ufern des Rheins (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Liebe nach dem Stundenplan. (E. A. H.) Washington. Verschiedene Lehrer der Universität in Washington wollen die unliebsame Feststellung gemacht haben, daß bei einigen Schülern und Schülerinnen — es seien, heißt es, „nicht einmal die schlechtesten" — Fleiß und Aufmerksamkeit plötzlich gewaltig nachließen. Eine genaue Ueberwachung des Unterrichtsbetriebes, bei dem Studenten beiderlei Geschlechts nach Art englischer Colleges zu dauerndem Aufenthalt untergebracht find, ergab, daß sich die aufgefallenen Sünder und Sünderinnen ineinander verliebt hatten. Die Rechnung stimmte nämlich auf beiden Seiten ganz genau. Der Dekan des College verfügte daraufhin: Studenten und Studentinnen dürfen sich in Zukunft erstens nicht mehr zusammen in geparkten Automobilen aufhalten, zweitens nicht an demselben Tisch in der Bibliothek sitzen, drittens dürfen sie nur noch an Freitag-, Samstag- und Sonntagnachmittagen zusammen sein. Während der Woche sind Zusammenkünfte inner- und außerhalb des Universitätsgebäudes verboten. Die Stadt auf Rädern. B. D. Neuyork. Die Wohnwagen, in Europa in der Hauptsache eine Angelegenheit der Wanderzirkusse und Zigeuner, haben sich in den Vereinigten Staaten in einem erstaunlichem Maße eingebürgert. Wollte man dort nämlich alle Wohnwagen zusammenstellen, so gäbe das eine Stadt mit rund 250 000 Wagen und etwa einer Million Einwohner. Die Nachfrage nach solchen Wagen ist so groß, daß die mit dem Bau beschäftigten Fabriken für viele Monate hinaus mit Arbeit versehen sind. Die Weite des Landes, die ausgezeichneten Landstraßen, die Fülle herrlicher Landschaften und das aufreibende Leben in den Großstädten begünstigen die Wohnwagenkultur außerordentlich. Auch mit einem bescheidenen Einkommen kann man sich einen Wohnwagen erstehen oder selbst bauen, der Besitz eines kräftigen Autos ist dabei natürlich Voraussetzung. Ja, es gibt viele Wagenbesitzer, die überhaupt darin leben, weil das verschiedene verführerische Vorteile hat. Schon für 100 Dollar kann man sich einen Wohnwagen erstehen, der elektrisches Licht und Heizung aufweift, man braucht ihn nur an das Stromnetz des Lagers anzuschließen. Solche Lager, auf denen zuweilen Tausende von Wohnwagen stehen, gibt es die Menge. Man zahlt für die Woche zwei Dollar Beitrag für die Unkosten des Lagers. Viele Städte sind dazu übergegangen, für die Wohnwagen besondere Plätze zu schaffen mit Strömung Wasserbelieferung und was sonst noch in Frage kommt. Ein Stein fiel vom Himmel. Dr. D. San Franzisko. Irgendwo im Westen, in Kalifornien, ist ein Stein vorn Himmel gefallen. Das war aber gar kein Stein, er war in Wirklichkeit aus Eisen. Kosmisches Eisen nennen das wohl die Gelehrten. Als dieses kosmische Eisen vom Himmel fiel, stand gerade ein gewisser Tom Jefferson in der Nähe. Er schüttelte ein wenig den Kopf, schob den Kaugummi von der linken auf die rechte Seite und sah sich das Ding näher an. Tom Jefferson ist ein gewitzter Kopf. Er hat das Eisen, das einen Zentner schwer war, ausgraben lassen und es dann in einer Schaubude ausgestellt, was ihm wohl viel Geld einbrachte. Aber da meldete sich ein gewisser Khirn. Dem gehört das Grundstück, auf dem der Stein niederfiel. Er ftrengte einen Prozeß gegen Jefferson an: der Stein gehöre ihm, rote alles, roas sich auf dem Grundstück befindet. Der Prozeß, so interessant er auch ist, wurde nicht zu Ende geführt. Denn die Zollbehörden haben das Eisen mittlerweile für sich beschlagnahmt, dieweil es verboten ist, Eisen zollfrei nach den Vereinigten Staaten einzuführen. Tom Jefferson und Khirn mögen sich mit dem Himmel darüber auseinandersetzen, warum er den Zoll nicht ordnungsgemäß entrichtet hat. Die Adelphi-Bogen verschwinden. (—) London. Wieder wird ein Stück des alten London der Spitzhacke zum Opfer fallen — diesmal findet sich aber kein einziger Engländer, der das bedauert. Es handelt sich nämlich um die berüchtigten „Adelphi-Bogen", ein Wirrsal von uralten Kellerund Kanalifationsgewölben am Ufer der Themse im Gebiete der Salisbury- und Cecilstraße und noch aus jener Zeit stammend, als das Embank- ment noch nicht gebaut war. Wer aufmerksam seinen Dickens ober auch nur seinen Wallace gelesen hat, dem ist der Name nicht unbekannt: hier befanden sich menschenalterlang wie in Limehouse die beliebtesten Schlupfwinkel der von der Polizei von Scotland Pard gesuchten Londoner Verbrecher, und die Adelphi-Bogen spielten für London dieselbe traurige Rolle wie die Seinebrücken für Paris. Wenn die Polizei früher einen Verbrecher suchte, wagte sich nie ein einzelner Beamter hierher, sondern es mußten umfangreiche Razzien unternommen werden, die sehr oft in Feuergefechte mit dem Gesindel dieser Unterschlupfe verwickelt wurden. Und da es auch in Limehouse keine der „beliebten" chinesischen Opiumhöhlen mehr gibt, sind die einzigen Leidtragenden bei diesen Derschönerungsarbei- ten der Londoner Stadtverwaltung die Verfasser von zünftigen Kriminalromanen ... Die Feuerprobe. C. K. Liverpool. Vor einiger Zeit fand in England eine aufsehenerregende Vorführung statt, die man nicht mit anderen Augen ansehen würde, als die Geheimkünste indischer Fakire überhaupt, wenn es sich diesmal nicht um einen Versuch gehandelt hätte, der mit wissenschaftlicher Genauigkeit und in Anwesenheit hervorragender Aerzte unternommen worden wäre. Der Inder Kuda Bux aus Kaschmir zeigte, wie man über glühende Kohlen laufen kann, ohne irgendwelchen Schaden zu nehmen, eine Feuerprobe, die unter den religiösen Fanatikern seines Heimatlandes verschiedentlich geübt werden soll. Man hatte, wie in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" mitgeteilt wird, in einem 25 Fuß langen, 6 Fuß breiten und 9 Zoll tiefen Graben 140 Zentner Eichenscheite und 20 Zentner Feuerholz angehäuft, diese dann mit Petroleum getränkt und angezündet. Nach sechs Stunden war der Boden des Grabens mit glühenden Holzkohlen bedeckt, die eine Oberflächentemperatur von 427 Grad Celsius entwickelte. Die Füße des Inders waren vor dem „Gang" über das Feuer noch sorgfältig abgewaschen worden, um jede Täuschung unmöglich zu machen. Kuda Bux lief dreimal über die ganze Länge des Grabens, und zwar in 4,8 bzw. 4,5 und 4,3 Sekunden. Nach der Vorführung wurden die Füße sofort durch den bekannten Chirurgen Prof. Pannett untersucht, ebenfalls 48 Minuten später. An den Füßen war weder Röte noch Blasenbildung festzustellen, wie überhaupt nicht zu erkennen war, daß der Inder das Feuer berührt hatte. Zwei englische Studenten, die je 2 Sekunden über das Feuer gelaufen waren, hatten sich dagegen schwere Brandwunden zugezogen. Prof. Pannett fand die Epidermis an des Inders Füßen keineswegs hart ober verdickt, sondern ganz zart. Eine Erklärung konnte keiner der Beobachter geben; Kuda Bux selbst behauptete, sein Glaube an seine Unverletzlichkeit ermöglichte ihm die Feuerprobe. Dem „König der Köche". (Z) Paris. Im April werden Meisterköche und Küchenchefs der ganzen Welt in dem kleiney Dörfchen Ville- neuve-Loubet an der französischen Riviera zusammenkommen, um der feierlichen Einweihung des ersten Denkmals der Welt für einen ihrer Berufsgenossen, für den „König der Köche" August Es- coffier beizuwohnen, der in diesem Dorfe vor 89 Jahren geboren wurde und im vorigen Jahre in seiner Prachtvilla in Monte Carlo gestorben ist. Das Denkmal, an dessen Einweihung auch einige französische Minister teilnehmen werden, besteht aus einer überlebensgroßen Marmorbüste des großen Kochkünsllers, die am Sockel ringsum von den Emblemen seiner nahrhaften Kunst, wie Gartenfrüchten, Fischen, Salatblättern usw. umgeben sein wird. (Schön!) Das Postament wird außer dem Namen Escoffier auch diejenigen der zahllosen von ihm erfundenen Leckerbissen tragen. Darunter auch den des „Pfirsich Melba", den er zu Ehren der berühmten Sängerin, der „australischen Nachtigall", so genannt hat. Außerdem wird in jedem großen Hotel längs der Riviera, am Einweihungstage ein von Escoffier erfundenes Gericht zu seiner Erinnerung serviert und verspeist werden. Die Kosten des Denkmals sind, eine weitere Merkwürdigkeit, von Feinschmeckern beigesteuert worden, die irgendwann einmal an einer von Escoffier bereiteten Mahlzeit teilgenommen haben. Und das sind in der Mehrzahl Engländer, denn Escoffier hat den größten Teil feiner Laufbahn in englischen Hotels und in reichen Privat- und Schloßhaushalten zugebracht. Sein „Kulinarischer Führer", der in mehreren Sprachen übersetzt worden ist, dient heute noch als Lehrbuch für ehrgeizige Köche. In Venedig wird wieder gegondelt. Da. Venedig. Im 17. Jahrhundert, als Venedig auf der Höhe seiner Macht stand, sollen sich auf den zahlreichen Kanälen der Stadt über 3000 Gondeln getummelt haben, und die reichen venetianischen Kaufleute ließen sich Prachtgondeln bauen, die innen reich mit kostbaren Stoffen und Edelmetallen bekleidet und verziert waren. Mit dem Niedergang der Macht verschwanden immer mehr Gondeln aus den Lagunen, und als gar etwa 1880 die ersten Motorboote austauchten, schien die Sterbestunde für die Gondeln gekommen zu fein. Am Ende gab es nur noch ein schwaches Dutzend Gondeln, als plötzlich die große Wendung eintrat. Die Venediger sind reumütig zur Gondel zurückgekehrt, die Spitzen der Behörden gingen dabei mit gutem Beispiel voran, und die Bootsbauer sind eifrig bemüht, die alten Gondeln wieder fahrtbereit zu machen. Die Ursache dieser Wandlung ist der abessinische Krieg und die durch ihn erfolgte Verknappung und Verteuerung des Benzins. Wer kann schließlich für eine keineswegs lange Fahrt mit dem Motorboot 30 bis 50 Lire zahlen, ganz abgesehen davon, daß es für unpatriotisch gilt, wegen des Benzinmangels Motorboote zu benutzen. Heber Nacht sozusagen sind die Gondeln wieder zu Ehren ge» kommen; man preist ihre Romantik, ihr lautloses Gleiten durch die Fluten und vor allem ihre Billigkeit. Die Gondoliere hoffen sogar, auch nach dem Kriege sich behaupten zu können und sehen weitblickend genug davon ab, die gegenwärtige Konjunktur durch hohe Preise auszunutzen. Ueppiger Speisezettel und gute Mägen. Da. Pr. Pra g. Im Süden des einsttgen Königreichs Böhmen herrschte vor etlichen Jahrhunderten das Geschlecht der Witkowiden, die auch nach ihrer an der Moldau gelegenen Burg den Namen der Herren von Rosenberg führten. Der Vorletzte dieses Geschlechtes, der 1533 geborene Wilhelm von Rosenberg, wohnte in seinem Lustschloß Kratochwile, wo dauernd große Festlichkeiten stattfanden. Er war nicht weniger als viermal verheiratet. Als er sich mit der Mark- gräfin Anna Maria von Baden 1573 auf Schloß Krumau vermählte — das Fest dauerte eine Woche — wurden folgende Mengen verzehrt: 40 Hirsche, 50 Rehe, 50 Faß eingemachtes Wild, 50 Wildschweine, 2130 Hasen, 250 Fasane, 4 Trappen, 30 Auerhähne, 2050 Rebhühner, 5135 gemästete Gänse, 20 680 wilde Tauben, 350 Pfauen, 450 Truthähne, 2560 Kapaune und Hühner, 150 gemästete Ochsen, 15 gemästete Kühe, 20 jährige Kälber, 526 sechswöchige Kälber, 150 gemästete Schweine, 450 gemästete Schöpse, 395 Lämmer, 504 Frischlingsschweine, 20 geräucherte Ochsen, 40 geräucherte Schöpse, 1520 Blutwürste, 465 Leberwürste, 320 Bratwürste, 10 200 frische Karpfen, 10 200 frische Hechte, 95 frische Barben, 6380 frische Forellen, 3400 andere Fische, 5200 Krebse, 150 Barsche, 200 Aeschen, 350 Aalraupen, 695 frische Muränen, 300 Seidel Grundeln, 350 Stockfische, 2300 geräucherte Forellen, 2300 geräucherte Muränen, 1070 geräucherte Karpfen, 950 geräuscherte Barsche, 450 ge- räuscherte Hechte, 4 Tonnen gesalzene Heringe, 350 Bücklinge, 250 gedörrte Heringe, 30 947 Eier, 35 Zentner Butter, 28 Zentner Scheinefett, 7 Zentner frische Butter, 15 Zentner Honig, 2 Zentner Käse. Getrunken wurden: 1100 Eimer Wein, 40 Säget spanischer Wein, 903 Faß Weizen- und Gerstenbier. Verbrannt wurden: 547 Schock Wachskerzen. Beteiligt waren an dieser Esserei etwas über 2000 Personen. Da kann man wohl sagen, daß unsere lieben Vorfahren über Appetitlosigkeit nicht gerade zu klagen hatten. Schöffengericht Gießen. Wegen Sachbeschädigung wurden der K. W. aus Gießen zu zwei Monaten Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat Haft, der F. W. L. und der G. B., beide aus Londorf, zu je 60 Mark (3 e l b ft r a f e verurteilt. Eine andere Sache wegen Steuerhinterziehung wurde vertagt. Amtsgericht Gießen. Der H. B. aus Gießen hatte sich gestern wegen Widerstandes und Beamtenbeleidigung zu verantworten. Der Angeklagte war nach einer Veranstaltung in eine Auseinandersetzung verwickelt. Dem eingreifenden Polizeibeamten setzte er tätlichen Widerstand entgegen und belegte ihn mit Schimpfworten. Das Gericht erkannte auf eine (B e • fängnisftrafe von einem Monat. Wegen gewerbsmäßigen Bettelns wurde der Friedrich Vogel aus Dresden, der bereits 50mal einschlägig vorbestraft ist, zu sechs Wochen Haft verurteilt unter Anrechnung von 16 Tage Untersuchungshaft. Das Gericht ordnete außerdem die Ueberweisung in ein Arbeitshaus an. vom Del/ lvechiel das ®e hatte- Die neu in 1. W 0enJ gerecht' Wftrie weitens Ouatiti haben berunfl mit 2U 44 (43. Die wiebel (3847) gern Z meist u Der ten, so 1177 ( hastge Die Pr bis 68) Mit des D mark 100 St schäft, geraum. von Aus ' das W heim V glatt o Monat mrr E Mittel währe Dorlie zum 1 abgeg da öii Kaufn Ro auf di sind t Lage, jetzt a (Befrei biete daß il kann seren. mittel. Der ist un: neuen bem 1 erfolgte werden, nur un Auch rungen der dr Die unver Zuteil des i, die b An preise Dabot gl gaben rückge besriel M mei f en l lanzsl Susan Eesch leiten oorge für Die öi Ren a «uslai als 3 •ÄS Vii ä A Ute 5« Wirtschaft Kirchliche Nachrichten strahe 13. Sonnt 16: Gottesdienst, tesdienst. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt o. ZU. Serlm Srantfurt o. M. Berlin $ranlfurt a.M. Datum | 5-3. 8 83,65 82,75 0 95 110 110,5 89 127,25 0 8 6 6 16,5 18 107,75 117,5 92,5 93 93 186,4 36,4 141 119,5 135 113 127 127 132 168,5 128,25 Rheinische Elektrizität . Rhein. Wests. Elektr... Schuckert & (So........ Siemens 8 Halske..... Lahmeyer LEo....... Buderus Deutsche Erdöl Harpener................. Hoesch Äsen—Köln-Neuessen Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ............. ManneSmann-Röhren Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 8. März. Reminiszere. Kollekte. Evangelische Stadtmission, Löberstrahe 14. Sonntag, 8. März. 8.30 Uhr: Morgenandacht: 13.30: Sonntaqsschule: 16: Brüder- und Soldatenstunde: 20.15: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, 11. März. 20.30: Bibelstunde. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Auf den südwestdeutschen Getreidemärkten war das Weizenangebot ausreichend, in Mannheim sogar reichlich. Es wurde von den Mühlen glatt ausgenommen, die sich z. T. schon für die Monate April und Mai eindecken. Am Mannheimer Großmarkt ist das Angebot, insbesondere aus Mittel- und Norddeutschland, größer geworden, während in Frankfurt kaum norddeutsches Angebot vorliegt. Die letztgenannten Angebote werden jetzt zum Normalpreis ohne die erhöhte Handelsspanne abgegeben und finden zum Teil nur schwer Absatz, da die Mühlen des Mannheimer Gebietes wenig Kaufneigung zeigen. , Roggen liegt unverändert fest. Die Mühlen aus dem Lande, die nicht an Wasserstraßen liegen, sind zufolge des kleinen Angebots nicht in der Lage, ihren Bedarf restlos zu decken. Es werden jetzt aber von der Hauptvereinigung der Deutschen Getreidewirtschaft für die ungünstig gelegenen Gebiete Frachtzuschüsse für 500 Tonnen gewährt, so daß ihre Versorgung dadurch erleichtert wird. Auch kann mit fortschreitender Jahreszeit mit etwas besseren Zufuhren gerechnet werden, fonfcit die Futtermittelversorgung ausreichend bleibt. Der 93 rau« und Jndustriegersten markt ist unverändert ruhig, da die Brauindustrie bis zur neuen Ernte versorgt ist und Jndustriegerste seit dem 1. März keine Freigaben mehr zum Verkauf erfolgten, so daß nur noch Restmengen abgewickelt werden. Futterg erste ist in unserem Gebiet nur unzureichend angeboten. Auch Hafer ist weiterhin knapp, so daß Lieferungen nur in kleinen Posten erfolgen; doch kann der dringendste Bedarf gedeckt werden. Die Lage am Kraftfuttermittelmarkt ist unverändert, in Oelkuchen erfolgt jetzt die fünfte Zuteilung. Biertreber und Malzkeime haben wegen des immer noch zu hohen Preises wenig Nachfrage, die befriedigt werden kann. , Am Rauhfuttermarkt ließen die Stroh- prei e infolge des schwierigen Absatzes weiter nach. Das Mehlgeschäft liegt ruhig. Das Angebot genügt allen Anforderungen, doch ist nach Angaben der Mühlen der Weizenmehlabsatz etwas zurückgegangen, während der Absatz für Roggenmehl befriedigt. Vaptisten-Gememde, Gartenstraße 13. Sonntag, 8 März. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Friedensbotenabend. — Montag, 9. März, bis Sonntag, Treuapostolische Gemeinden, händelstraße 1, Eder- " Sonntag, 8. März. 9.30 Uhr: Gottesdienst; ' — Mittwoch, 11. März. 20.30: Got- 15. März: 20.30: Evangelisation. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. 10 Uhr: Erbauungsstunde: 20.30: Evangelisation. — Dienstag, 10. März. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Montag, 9. März. Gießen, Luthergemeinde. 20.15 Uhr: Bibelstunde, Am Kugelberg 80, Saal am Universitätssportplatz; Pfarrassistent Weckerling. — Annerod. Vom 9. bis 15. März, 20: Kirchliche Volksmissionswoche. katholische Gemeinden. Samstag, 7. März. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 8. März. 2. Fastensonntag. Beginn der österlichen Zeit. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 16.30: Versammlung der Jungsrauen-Kon- gregation; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — eich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, 9. März. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Dienstag, 10. März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht. ■ Mittwoch, 11. März. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Freitag, 13 März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht. Veffentlicher Sonntagsbienft Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr.Geyer; Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Fischer. Apotheke: Hirsch-Apotheke. . 6 . 6 . 4 . 7 . 7 5-3. 9 6 9 5,3 37,5 Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebnmrkt. Der Verbrauch an Fleisch hat mit dem Monatswechsel den erwarteten Verlauf genommen, so daß das Geschäft wieder einen recht lebhaften Charakter hatte. , ,, . Die seit dreiviertel Jahren gemachten Erfahrungen in der Zuteilung bei Schweinen wurden ab 1 März auch auf den Rind er markt übertra- gen. Somit konnte den Metzgern erstmalig eine gerechte Zuteilung von Großvieh widerfahren. Der Auftrieb betrug 725 (689) Stück, reichte aber bei weitem nicht für die Deckung des Bedarfs aus. Die Qualität hielt sich wie in der Vorwoche. Die Preise haben durch die Neuordnung eine wesentliche Aen- deruna erfahren. Ochsen notierten mit 29 bis 45 (gegen 43 seither), Bullen mit 27 bis 43 (43), Kühe mit 20 bis 42 (26 bis 43) und Färsen mit 28 bis 44 (43) Mark. Die Zufuhren zum Schweinemarkt sind wieder durchaus normal, standen doch rund 4100 (3847) Tiere zum Verkauf, die weiterhin den Metzgern zugeteilt wurden. Die Qualität bewegte sich meist unter Mittel. Die Preise blieben unverändert. Der rege Verbrauch von Kalbfleisch hat angehalten, so daß auch die etwas stärkere Zufuhr von 1177 (1054) Kälbern bei erhöhten Preisen lebhaft geräumt wurde. Die Qualität war mittelmäßig. Die Preise erhöhten sich auf 43 bis 70 (gegen 40 bis 68) Mark. Mit Rücksicht auf den letzten Eintopf-Sonntag des Winterhalbjahres 1935/36 hatte der Schaf - markt nochmals sehr starkes Angebot (429 gegen 100 Stück), das bei verhältnismäßig lebhaftem Geschäft, aber teilweise merklich ermäßigten Preisen geräumt wurde. -21.6.0 0 Betula 10 Elettr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Straft ........... 6Yi Selten & Guilleaume 4 Gesellsch.s.Eiektr.Unternehmung. 6 mischen Bahnen haben 24 Stück schwere Personenzug- lokorntiven der Achsanordnung 2-O-l mit vierachsigem Tender in Deutschland bestellt, und zwar wird die Henschel u. Sohn AG., Kassel, von diesem Auftrag 16 Lokomotiven und die Berliner Maschinenbau A.-G. vormals Schwartzkopff 8 Stück Herstellen. Nhein-Mainische Börse. Mittagsbörse still. freundlich. Fester lagen Kommunal-Umschuldung mit 87,25 (87,13), Zinsvergütungsscheine mit 93,40 (93,35). Altbesitz waren zu 110,65 (110,75) eher gefragt, Späte Schuldbuchforderungen blieben zu 97,13 und 6 v. H. zertif. Dollar-Preußen zu 61,75 bis 62 unverändert. Am Auslandsrentenmarkt war die Haltung etwas freundlicher, kursmäßig wirkte sich dies aber kaum aus; 4 v. H. Goldmexikaner 8,25 (8,13), 4Vs Oesterr. Silberrente 1,25 (1,20). Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktien- markt sehr klein und im allgemeinen ergaben sich kaum Veränderungen zum Anfang. Etwas niedriger lagen AEG. mit 35,75 (36,13). Schwächer waren außerdem Conti Gummi mit 184,50 (185,75), Deutsche Linoleum mit 161,25 (161,65) und Nordd. Lloyd mit 17,65 (18). Sonst wiesen die später notierten Papiere, insbesondere am Montan- und Elektromarkt, überwiegend Befestigungen von 0,50 bis 1 v. H. auf. Montecatini waren sehr gesucht, die Taxe erhöhte sich auf 52 nach 48 und einem letzten Kurs von 45,50. Am Rentenmarkt traten keine Änderungen ein. Von Industrie-Obligationen 6 Vereinigte Stahlwerke 103,75 (103,50), dagegen 6 v. H. Hoesch 103,25 (103,50). Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligatio- nen blieben unverändert, Liquidationswerte bröckelten teilweise 0,13 v. H. ab. Stadtanleihen lagen meist unverändert, etwas schwächer Darmstadt. Von fremden Werten 5 v.H. Eisenbahn-Bosnier 12 (11), 4 v H Ungarn Gold 8,65 bis 8,70 (8,60). Im Freiverkehr: Ufa 54 (54,50), BDM. 127 bis 128 (126), Feist Sekt 24,50 (24), Beithwerke 105 (105), Kleyer 98,50 bis 99 (99), Wayß & Freytag 92,50 bis 93 (92,25). Tagesgeld weiter ermäßigt auf 3 (3,25) v. H. Abendborfe behauptet. Die Abendbörfe blieb auf den im Mittagsfchluß- verkehr eingetretenen leichten Rückgängen behauptet. Das Geschäft hatte allgemein nur allergeringsten Umfang, in den meisten Fällen hatten die zur Notiz gekommenen Papiere nominellen Charakter. Etwas fester lagen IG. Farben mit 151,50—151,75 (151,25) und ÄG. für Verkehrswesen mit 107,25 (107). Für Verein. Stahlwerke bestand im Hinblick auf den Geschäftsbericht eher Kaufinterefse, doch kam ein Umsatz bei 83 (82,75) nicht zustande. Etwas schwächer lagen Zellstoff Waldhof mit 120 (120,75). Am Kassamarkt zogen Großbankaktien einheitlich , um 0,25 v. H. an; DD.-Bank und Dresdner Bank je 93,50, Commerzbank 93. Der Rentenmarkt lag völlig geschäftslos. „ U a notierten: Altbesitz 110,65, 6proz. Kruvp Obl 104,50, 4proz. Oesterr. Goldrente 29,75, 4proz. Rumänen 5,30, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 182 Commerzbank 93, DD.-Bank 93,50, Dresdner Bank 93,50, Buderus E 95,13, Harpener 111,75 Mannesmann E 82,50, Rheinstahl 114, Laurahutte 23, B°r7in Stahlwerk- 83, Aku 50,25, AEG, 35,65, Bemberg 93,75, MAN 103, IG. Chemie volle 172, leere 141,25, Conti Gummi 183,75, Scheideanstalt 211, Deutsche Linoleum 160,50, Licht & Kraft 135,25, IG. Farben 151,50—151,75, Gesfürel 127,50, Goldschmidt 105, Holzmann 96, Mainkraft 89, Muag 82,75, Schuckert 132,50, Zellstoff Waldhof 120, Südd. Zucker 198, Reichsbahn-Dorzugsaktien 123,40, AG. für Verkehr 107—107,25, Ha- pag 16,40. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 6. März. Das Angebot von Gemüse blieb allgemein gut, auch das Geschäft konnte befriedigen, nur Feldsalat bleibt schwer verkäuflich. Preise für Rosenkohl und Spinat gefallen. Don ausländischen Erzeugnissen zog Kopfsalat im Preise an. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 15 und 18 Stück 4,00 bis 5,00 ital., Eskarol, Steige 18, 24, 32 Stück 2,40 bis 2,90 ital., großer Feldsalat 25 bis 30, klein (Mistbeet) 40 bis 60, Gelberüben 3 bis 4, Gewürzel g. Bdl. 30 bis 50, gelbe Kartoffeln 3,80 bis 4,00, Unterkohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat, Steige 24 Stück 4,50 bis 5,75, Schlüpfer 60 bis 80, Lattich 50 bis 60, Meerrettich 35 bis 45, Römifchkohl 30, Rosenkohl 20 bis 25, Roterüben 4 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, Sellerie gr. 20 bis 28, mittel 14 bis 18, klein 10 bis 12, Spinat 8 bis 12, Schwarzwurzel 14 bis 22, Weißkraut 6 bis 7, Wirsing 12 bis 14, Winterkohl 10 bis 12, Zwiebeln 8 bis 10. Am Ob ft mar ft blieb das Angebot von deutschen Aepfeln mengenmäßig noch gut, gütemäßig läßt es zu wünschen übrig. In besseren Sorten Geschäft gut, sonst langsam Preise im allgemeinen wenig verändert. Apfelsinen-Angebot reichlich, Geschäft bei unveränderten Preisen lebhaft. U. a. notierten: Aepfel I 28 bis 35, II 20 bis 26, III 15 bis 20 Boskop 30 bis 35, Schafsnase 16 bis 20, ame- rtfan. Aepfel Kiste zirka 40 Pfund rote 16,00 bis 18,00, Ap elfinen blond 12 bis 18 span., Blut 12 H bis 20 span., 18 bis 22 ital., Jaffa, Kiste 100 bis Frankfurt a. M., 6. März. Den vorbörslichen Erwartungen entsprechend zeigte die Börse im Grunde eine freundliche Haltung, das Geschäft war aber wieder nur sehr klein. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung uneinheitlich, die Veränderungen erfuhren nach beiden Seiten keine stärkeren Abweichungen. Am Montanmarkt fanden Vereinigte Stahlwerke etwas lebhaftere Nachfrage bei 83,40 (83), auch Rheinftahl setzten 0,50 v.H. freundlicher ein, Hoesch blieben mit 89 unverändert, Otavi Minen 18,50 (18,75). Die Veröffentlichung der AEG.-Bilanz bot nichts Besonderes, die Aktie selbst bröckelte auf 36,13 (36,40) ab, ferner gaben Bekula 0,25, Lahmeyer 0,13 nach, dagegen gewannen Gesfürel 1 v. H. und RWE. auf die Bilanzziffern 0,65 v. H. Deutfch-Atlanten-Tele- graph 113 (112), Lechwerke Augsburg 98,25 (98). IG. Farben zogen bei kleinem Geschäft auf 151,75 (151,40) an. Metallgesellschaft blieben mit 114,25 (114,50) knapp gehalten. Maschinen- und Motorenwerte lagen still, Daimler 97,40 (97,65), Muag 83,25 (83,50), MAN. unverändert 103. Kunstseideaktien lagen mäßig höher, AKU. 50,25 (50), Bemberg 93,90 (93,50). Gement Heidelberg waren weiter gefragt und zogen auf 131,25 (131) an. Zellstoffaktien lagen uneinheitlich, Aschaffenburger 84 (85,75), Waldhof 120,75 (120). Reichsbank-Anteile lagen mit 186,50 gut behauptet, ebenso Hapag mit 16,50. Im Freiverkehr hatten Lederwerke Rothe eine bemerkenswerte Veränderung auf die günstige Dioi- dendenerklärung, Stammaktien 92 (72), Vorzugsaktien 104 bis 106 (98,50). Am Rentenmarkt war die Grundstimmung 150 Stück 18,00, Kranz-Feigen 25 kg 6,50 bis 7,00, Trauben 45 bis 50 Almeria, Zitronen, Kiste 300 bis 360 Stück 5,50 bis 6,50. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 6. März. Der Wetterum- schlag machte sich ebenso wie bei Butter auch für Eier vorteilhaft bemerkbar. Wenn auch die Erzeugung im Lande noch nicht so ist, daß der immer noch sehr rege Verbrauch völlig befriedigt werden kann, so zeigten die Anlieferungen in deutschen Eiern gegen die Vorwoche doch eine beachtliche Zunahme. Außerdem tagen vom Balkan, nachdem auch dort die bisher hemmende Kälte vorbei ist, größere Zufuhren vor, ferner kamen aus Holland und Flandern einige Posten herein. Die Qualität der Eier wird im allgemeinen als gut bezeichnet. Die Zufuhren dürften in nächster Zeit weiter zunehmen. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreife an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 9,25 bis 10, A 8,75 bis 9,50, B 8,25 bis 9, C 7,75 bis 8 50, D 7,25 bis 8. Holländer, Dänen und Flanden: 8 8,75 bis 9,50, B 7,75 bis 8,50, € 7,25 bis 8, A 8,25 bis 9. Bulgaren, Rumänen, Polen und Jugoslawen: A 8, B 7,50, C 7. Frankfurter Vuttermarkt. F r a n f f u r t a. SR., 6. März. Die Anlieferungen von deutscher Butter haben sich erwartungsgemäß günstig entwickelt. Die Vollerzeugung an deutscher Butter steht bei der fortschreitenden Jahreszeit in nicht mehr allzu großer Ferne. Daneben haben sich die Zufuhren aus Holland etwas gebessert. Die zum Monatswechsel eingetretene lebhafte Nachfrage konnte im allgemeinen gedeckt werden. Es notierten in Mark per 50 kg frei Frankfurt a. M. (Groh- handelsverkaufspreife an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Mol- kereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 142, Landbutter 125. Holländ. Butter 145 bis 148. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 18: Propst Knodt. — Johanneskirche. 9.30: Pfarrassistent Weckerling; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; 18: Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbe- fprechung im Johannesfaal; Pfr. Trapp. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — Petruskapelle, Wetzlarer Weg. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Gemeindefaal, Liebigstraße 56. 14: Taubstummengottesdienst; Beichte und heiliges Abendmahl; Pfr. Bechtolsheimer. — Wiefeck. 9.45: Hauptgottesdienst; Chorschule; Kollekte für Kriegerhinterbliebene und Kriegsgräberfürsorge; 11: Kinderkirche; 16: Bibelstunde. — AltenVufeck. 10: Gottesdienst; Kollekte; 13: Kindergottesdienst; 20: Pas- sionsandacht. — Albach. 12.30: Heldengedenkfeier; Kollekte. — Steinbach. 10: Heldengedenkfeier unter Mitwirkung des Gesangvereins Eintracht; Kollekte. — Rödgen. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Annerod. 13: Gottesdienst: Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchores; Kollekte für Kriegerhinterbliebene und Kriegsgräberfürsorge; 11: Kindergottesdienst, 1. Abteilung. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; Kollekte für die Kriegerhinterbliebenen und Kriegsgräberfürsorge; 11: Feier am Gefallenendenkmal bei der Kirche. — Mainzlar. 13.30: Frl. Weißen: Missionsoder Bibelstunde. — Lollar. 20: Frl. Weißen: Mis- sions- oder Bibelstunde. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; Kollekte; 11.45: Kindergottesdienst. — Garbenleich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; Kollekte; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Rieder-Bessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Gedächtnisgottesdienst: Kollekte für Kriegsgräberfürsorge. — Bettenhausen. 14: Gedächtnisgottesdienst; Kollekte für Kriegsgräberfürsorge. — Münzenberg. 11: Gottesdienst; Kollekte; 20: Passionsgottesdienst; Kollekte. — Trais-Mün- zenberg. 9: Gottesdienst; Kollekte; 18.30: Passionsgottesdienst; Kollekte. — Hungen. 10: Gottesdienst zum Heldengedenktag; 13.30: Kindergottesdienst. — Beitsberg. 9: Gottesdienst; Kollekte. — Mrberg. 10.30: Gottesdienst; Kollekte. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Harbach. 14: Gottesdienst; * Wieder 5 o. H. Dividende bei der Gemein s ch a f t s g r u p p e d e u t s ch e r Hypothekenbanken. In diesen Tagen finden die Bilanzsitzungen der sechs in der Gemeinschaftsgruppe zusammengefaßten Hypothekenbanken statt. Für das Geschäftsjahr 1935 werden, wie der Fwd. erfahrt, seitens der Institute unverändert 5 v.H. Dividende vorgeschlagen. * Bedeutender Auslandsauftrag für die deutsche Lokomotivindustrie. Die deutsche Lokomotivindustrie konnte gegen schärfsten ausländischen Wettbewerb einen bedeutenden Auslandsauftrag hereinholen, dessen Wert auf mehr als 3 Mill. RM. zu beziffern ist. Die fudafnka- Schwßt. Miuaa- böric 6.3. börse 6-3. Schlußk. Mittag« börse 6.3. Schluß« kurs 5.3. Schlußkurs 5.3 Datum 4% vesgl. Serte 11 5% Numän. vereinh. Rente v. 1903 syZ%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente . ■ 2%% Anatolier ............. kurs börse 6.3- Hamburg-Amertka-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und DiSconw- Gesellschaft................0 Dresdner Ban! 0 Reichsbank ................ 12 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt b-lchlvsfenen Dividende an. - R-ichsbnnkdi-kon. 4 V.H.. Lvmbardzm-futz 5 V.H Amerikanische Noten Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Frantturi a. 2)1. Berlin Schlußkurs Schloßt. Abendbörse Echluß- kurs Schluß!. Mittagbörse, Datum 5 3. 6.3 5 3. 6.3 «% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100,65 100,5 100,65 100,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,25 97,25 97,25 97,2 5%% Young-Anleihe von 1930 .. 103 102,75 102,9 103 Deutsche Anl.-AbW.-Schuld mit Ausloj.-Rechten............... 110,75 110,65 110,65 110,6 4‘/,% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 100,05 100,05 100,13 100,3 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) .... ...• • • ■ 98,25 98,25 — 98,25 4Vt% ehem. 8% Hessische Landes- banl Darmstadt Gold R. 12.... 96,4 96,4 — — 6yz% ehem. 4/,% Hess. Landes. Hypothekenbank DarmstadtLtgui 101,25 101,05 — — 4Vt% ehem. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverschr. R.6 92,25 92,25 — — Lberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. — — — — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 114,5 — 114,65 114,65 «Treib- aller Art und Riemen immer preiswert Riemen- _ ■ Giefeen ............ 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I n*««4-sch|eier • modehau3 I mW S: Schneherger I -Slriimpfß • schulstr.4 Im Gewmnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 50000, 4 zu 56434 307640 86604 237921 161708 348897 10000 M. 5000 2JL 29284 4645 172213 378363 157080 232678 278059 354027 381468 158131 240335 280902 356286 391706 2000 M. 233919 1000 M. 85138 105385 197756 250725 281617 358331 107996 213013 252385 323198 373372 126686 226255 266771 325281 376765 150201 230262 267495 337004 380020 101014 119262 129836 146824 164399 191678 209423 224365 237781 250035 267174 282828 291709 299487 316379 327566 345368 358962 377059 103292 125447 133802 155884 173761 197468 219200 233324 240538 251564 271538 286267 294938 304679 320252 334851 349464 363231 384693 70644 80590 100981 118382 127547 146067 162662 186245 208575 223736 237681 244883 266918 281567 291562 297888 312244 326948 338610 355704 375816 102343 120660 133626 150344 167202 195426 212263 226937 240219 250273 268225 283875 292851 300000 316734 330729 347943 362116 378507 105375 127431 137759 160740 175035 200106 222257 236473 240798 265082 272416 288390 295359 307463 323728 334954 349691 366098 395931 zu zu 1 98916 107849 127459 139668 161806 176149 207053 223404 236639 244671 265940 273627 290112 297741 309001 325442 338153 350296 374047 40 Gewinne zu 74739 81242 302371 325393 357415 371861 4 Gewinne 8 Gewinne 263822 8 Gewinne 295226 18 Gewinne ----- 202543 240615 263515 327604 336805 339104 354784 398207 399450 ...........zu 178778 193538 1000000, 2 zu je 50000, 4 zu je 20000, 20 zu te 10000, 28 zu je 5000, 74 zu je 3000, 166 zu 86 Gewinne zu 500 M. 22077 28055 29602 31877 39605 43318 44927 55636 69123 71608 84454 87094 104800 ------ ------ ----- je 2000, 5( 2 zu je 1000, 882 zu je 600, 3370 zu je 300 Mk. Der Oberbürgermeister. 1.23.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Gute Gelegenheit, die Wagen in aller Ruhe zu prüfen u. unverbindlich probezufahren! In allen schon länger ausgebauten städtischen Gebieten sind noch viele Grundstücke unbebaut oder durch Abbruch baufälliger Häuser Baulücken entstanden. Falls die Eigentümer in diesen Baulücken Wohnungen errichten wollen, ist die Stadtverwaltung bereit, folgende Vergünstigungen zu gewähren: 1. Erlaß der Straßenkostenbeiträge, 2. Erlaß der Baupolizei- und Vermessungsamtsgebühren, 3. Erlaß der Kosten für Hausanschlüsse, und zwar für Gas und Wasser bis zu 7 m und für elektrischen Anschluß bis zu 10 m Länge auf dem Grundstück. Diese Vergünstigungen sind beim Städtischen Hoch- und Tiefbauamt zu beantragen, wo auch Auskunft über Einzelheiten gegeben wird, lieber die Anträge entscheidet von Fall zu Fall ausschließlich die Stadtverwaltung. Die Gewährung dieser Vorteile ist vorerst bis zum 1. Oktober 1936 befristet. Gießen, den 6. 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Ich erwähne dies weiter, weil ich dem deutschen Volk und vielleicht darüber hinaus auch anderen Menschen das Auge ö f f • nen möchte für die Erkenntnis, daß die Befolgung fehlerhafter, weil unrichtl- ger Grundsätze auch zu fehlerhaften falschenErgebnissen führen muß. Daß wir selbst als Leidtragende dieser Entwicklung besonders schwer getroffen wurden, hängt, wie schon betont, zum Teil mit unserem tiefen Sturz zusammen. Aber allein, daß die ganze Welt in diese Zeit andauernder Spannungen und fortdauernder Krisen fiel, ist zurückzuführen auf die geringe Vernunft und Einsicht, mit der die Probleme der Völker im einzelnen und untereinander gesehen und behandelt werden. dieser Verbohrtheit heraus nicht nur die Ursachen dieses Unglückes nicht gesehen werden wollen, sondern daß man sich geradezu an d i e s e m Unglück weidet und in der öffentlichen Diskussion mit mehr oder weniger großer Schadenfreude feststellt, wie bedroht oder gefährdet die Lebensmöglichkeiten des einen oder des anderen Volkes sind. Daß die Welt 3. B. kein Verständnis aufbringen will für die Ursachen über die Schwere der Lebensbehauptung des deutschen Volkes, ist be- . bäuerlich. Geradezu erschütternd ist, jeden Tag > in soundso viel Presseorganen lesen zu können, mit welcher Befriedigung man die Sorgen , wahrnimmt, die das Leben unseres Volkes Der Geist der ilnvernunfi triumphiert seit dem Versailler Vertrag in der Politik. geistige Vorstellungen, für Weltrevolutionen, Bolschewismus, oder sogar „Rie-wieder-krleg"- Jdole zum Kriege rüsten und die Völker dafür in Bewegung sehen. Meine Abgeordneten! Wenn ich Ihnen und dem deutschen Volke diese Tat fachen vor Augen führe, geschieht es weniger, um Ihr Verständnis zu erwecken für die Größe der Zeit, in der wir leben, als vielmehr für die Unzulänglichkeit der geistigen und sachlichen Arbeit jener, die sich einst als berufen aufspielten, der Welt eine Epoche fried- licher Evolution und gesegneterWohl- fahrt zu schenken. Und noch etwas möchte ich in dieser Stunde feststellen: an dieser Entwicklung sind nicht wir schuld, denn es lag nicht in unserer Kraft oder in unserem Vermögen, nach dem furchtbaren Zusammenbruch und in der Zeit der Demütigung zwangsläufig begleiten. Soweit es sich um belanglose Literalen handelt, mag dies noch hingehen. Böse aber ist es, wenn auch Staatsmänner beginnen, in den ersichtlichen oder vermeintlichen Anzeichen von Rot und Elend eines Volkes erfreuliche Momente für die Beurteilung der allgemeinen Lage und ihrer Zukunft zu sehen. Diese Entwicklung aber nahm ihren Ausgang von jenem unseligen Vertrag, der einst als ein Werk menschlicher Kurzsichtigkeit und unvernünftiger Leidenschaften in der Geschichte als Musterbeispiel gelten wird, wie man Kriege nicht beenden darf, wenn man nicht neue Wirrnisse über die Völker zu bringen beabsichtigt. Aus dem Geiste dieses Vertrages kam bei seiner engen Verbindung mit der Konstituierung der Gemeinschaft der Rationen die Dor- bet a ff u n g des Völkerbundes und damit auch dessen Entwertung. Seitdem besteht die Diskrepanz zwischen der durch den Ariedensvertrag eingeteilten Welt in Besiegte, d. h. Rechtlvfeund Sieger,d.h.Alleinberechtigte und den allein denkbaren Grundsätzen des Völkerbundes, als eine Gemeinschaft freier und gleicher Rationen. Aus der geistigen Atmosphäre dieses Vertrages heraus kam auch die kurzsichtige Behandlung zahlreicher politischer und ökonomischer Fragen der Welt. Völkergrenzen wurden gezogen, nicht nach den klaren Notwendigkeiten des Lebens und der Berücksichtigung gegebener Traditionen, sondern eher von dem Gedanken der Rachsucht und der Vergeltung, und damit wieder begleitet von den Gefühlen der Angst und der Befürchtungen gegenüber der sich daraus möglicherweise erhebenden Revanche. Es gab einen Augenblick, da hätten es die Staatsmänner in der Hand gehabt, durch einen einzigen Appell an die Vernunft und auch an das Herz der Soldaten der kämpfenden Millionen-Armeen der Völker eine brüderliche Verständigung einzuleiten, die der Welt vielleicht auf Jahrhunderte für das Zusammenleben der Nationen und Staaten unendliche Erleichterungen geschenkt haben würde. Es geschah nur das Gegenteil. Das Schlimmste aber ist, daß der G e i st des Hasses dieses Vertrages überging m die allgemeine Mentalität der Völker, daß er die öffentliche Meinung zu infizieren und damit zu beherrschen anfing, und daß nun aus diesem Geist des Hasses heraus die Unvernunft zu triumphieren begann, die die natürlichsten Probleme des Dölkerlebens, ja selbst die eigensten Interessen verkannte und mit Gift verblendeter Leidenschaften zerstörte. Daß die Welt heute von sehr viel Unheil heirn- gesucht wird, ist weder zu übersehen noch zu bestreiten. Das Schlimmste aber ist, daß aus dem Geist einer wirklichen Befriedung de« Menschheit kommen wird. Auch die heutigen schicksalsschweren Spannungen, die wir in Europa erleben, verdanken ihre Entstehung dieser Unvernunft, mit der man glaubt, mit den natürlichsten Belangen der Völker umspringen zu können. (St gibt heute Politiker, die sich nur dann sicher zu fühe in ihre Enttäuschungen, in ihre Krisen und m ihre Kämpfe, um die eindeutige Antwort zu erhalten auf die Frage der richtigen Bewertung dieser Entwicklung. Statt der wärmenden Empfindungen einer allmählichen Entspannung menschlicher Gegensätze erleben wir die sorgenvolle Unruhe, die sich nicht zu vermindern, sondern leider zu steigern scheint. Argwohn und haß, Reid und Habsucht, Mißtrauen und Verdächtigung sind die fühlbaren Empfindungen, die die Völker beherrschen. Jener Friede, der einst als Schlußstein gelegt werden sollte über der vermauerten Gruft des Krieges wurde zur brachen Saat neuer Kämpfe. Wohin wir seitdem blicken, erleben wir das Aufflackern innerer und äußerer Unruhen. Kem Jahr vergeht, in dem nicht seitdem irgendwo auf dieser Erde statt dem Läuten der F r i e d e n s g l 0 ck e n das Getöse der Waffen vernehmbar ist. Wer will sich wundern, daß aus einer solchen tragischen Enttäuschung heraus auch im Innern der Völker das Vertrauen zur Richtigkeit einer Weltordnung erschüttert wird, die in so katastrophaler Weise zu versagen scheint? Neue Vorstellungen versuchen sich der Menschen zu bemächtigen und die sie gewinnen sofort als Kämpfer für neue Eroberungen ausaufcbirfen. Die Weltgeschichte wird einmal feststellen, daß feit der Beendigung des großen Krieges die Erde von geistigen, politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen heimgesucht wurde, wie sie im allgemeinen nur in Jahrtausenden äuftreten, um Völkern und Kontinenten ihren besonderen Sinn und Charakter zu geben. Man bedenke: seit dieser Zeit ist d i e S p a n n u n g z w i s ch e n d e n D 0 l - fern größer geworden a l s sie 1 e z u - vor war. Die bolschewistische Revolution drückt einem der größten Reiche der Erde nicht nur äußerlich einen Stempel auf, sondern setzt es innerlich in einen unüberbrückbaren weltanschaulichen und religiösen Gegensatzzu den umliegenden Völkern und S t a a te n Nicht nur allgemein menschliche, wirtschaftliche oder politische Auffassungen brechen zusammen und begraben ihre bisherigen Vertreter, Parteien, Organisationen und Staaten unter sich, nein: eine Welt übersinnlicher Vorstellungen wird eingerissen, ein Gott wird entthront, Religionen und Kirchen aus- Dies begann aber im Jahre 1918. Damals setzte in besonders eindringlicher Weise jene „Staatskunst" ein, die durch Unvernunft Probleme schafft, um dann an ihrer Lösung entweder zu verzagen oder fortgesetzt angsterfüllt aufzukreischen. Jene Unvernunft, die gänzlich übersieht, daß ungeschichtliche staatliche Volkszerreißungen nicht den geschichtlichen tatsächlichen Faktor eines Volkes beseitigen, sondern nur die mögliche Wahrnehmung der Lebensinteressen, die Drganifie- rung der Lebensbehauptung erschweren oder sogar unmöglich machen, das war jene Unvernunft, in der man z. B. im Falle Deutschland einer 65-Mil- lionen-Nation mit wissenschaftlicher Methodik er ft alle möglichen Lebens st ränge nach außen abschnitt, alle wirtschaftlichen Verbindungen raubte, alle Auslandkapitalien konfiszierte, den Handel vernichtete, dann dieses Volk mit einer unvorstellbaren astronomischen Schuld belastete, ihm endlich, um diese Schuld abtragen zu können, ausländische Kredite gab, um die Kredite verzinsen zu können, einen Export um jeden Preis heranzüchtete, endlich d i e Absatzmärkte vermauerte, dieses Volk somit einer furchtbaren Verarmung und Verelendung entgegentrieb, und nun über mangelnde Zahlkraft oder den bösen Willen klagte. Das aber bezeichnet man dann als „weise S t a a t s k u n ft" ! gerottet, das Jenseits verödet, um ein qualvolles Diesseits als das einzige Seiende proklamiert. Kaiser- und Königreiche stürzen und entwurzeln sich allmählich sogar in der Erinnerung, genau so wie umgekehrt wieder parlamentarische Demokraten von den Völkern aufgegeben werden, um neue Staatsgedanken an ihre Stelle zu setzen. Und parallel damit werden wirtschaftliche Maxime, die früher geradezu als Grundlage des menschlichen Gemeinschaftslebens gegolten haben, überwunden und abgelöst von konträren Auffassungen-, dazwischen senken sich die Schrecken der Arbeitslosigkeit und damit des Hungers und des Elends über die Völker und schlagen Millionen Menscken in ihren Bann. Diese erstaunte Menschheit aber sieht, daß der kriegsgoft seine Rüstung nicht abgelegt hat, sondern im Gegenteil schwerer gepanzert denn je über die Erde schreitet. Denn früher Armeen von Hunderttausenden für die Ziele einer imperialistischen Dynastie-, Kabinetts- oder Rationalitätenpolitik einlraten, dann find es heute Milllonen-Armeeu, die für neue Was immer auch an diesen Punkten auszustellen war oder ausgestellt wurde, sie hatten ohne Zweifel eines für sich: die Erkenntnis, daß eine mechanische Wiederherstellung früherer Zu stände, Einrichtungen und Auffassungen in kurzer Zeit a u ch w i e d e r z u ähnlichen Folgen würde führen müssen. Und darin lag das Bezaubernde dieser Thesen, daß sie mit unbestreitbarer Großartigkeit versuchten, dem Zusammenleben derVöl- ker neue Gesetze zu geben und es mit einem neuen Geist zu erfüllen, aus dem heraus dann jene Institution wachsen und gedeihen konnte, die als Bund aller Rationen berufen fein sollte, die Völker nicht nur äußerlich zusammenzuschliehen, sondern vor allem innerlich einander näher zu bringen in gegenseitiger Rücksichtnahme und in gegenseitigem Verstehen. Kein Volk ist der Zauberkraft dieser Phantasie mehr verfallen als das deutsche. Es Hai. die Ehre, gegen eine Wett kämpfen zu müssen, und das Unglück, m diesem Kampfe zu unterliegen. Es war aber als Unterlegener belüftet mit dem Fluch Der Verantwortung für e i n R i n g e n, das dieses Volk weder geahnt, noch gewünscht hatte. Das deutsche Volk glaubte an diese Thesen mit der Kraft eines an sich und der Welt Verzweifelnden. Es begann damit seinen Weg in seine leidoollste Zeit. Wir alle sind Jahre hindurch Opfer dieses phantasttschen Glaubens und der entsetzlichen Folgen gewesen. Es ist nicht der Zweck dieser Ausführungen, der furchtbaren Enttäuschung Ausdruck zu verleihen, die unser Volk in steigendem Maße ergriffen hatte. Ich will nicht von der Verzweiflung reden und von dem Schmerz und dem Jammer, den diese Jahre für das deutsche Volk und für uns in sich bargen. Wir waren in einen Krieg gerissen worden, an dessen Ausbruch mir genau s 0 schuldlos oder schuldhaft waren, wie die anderen Völker auch. Wir aber sind gerade als die am meisten Opfernden auch am leichtesten dem Glauben an eine bessere Zeit verfallen. Allein nichtnurwir,dieUnterlegenen, haben die Verwandlung des phantasievollen Bildes einer neuen Zeit und Menschheitsentwicklung in eine jammervolle Realität erlebt, sondern auch d i e Sieger. Seit die Staatsmän- nur der damaligen Zeit sich in Versailles einfanden um eine neue Weltordnung zu beschließen, sind 1< Jahre vergangen. Zeit genug, um ein Urteil über die allgemeine Tendenz einer Entwicklung stellen zu können. Es ist nicht nötig, daß wir hier aus den Quellen literarischer oder publizistischer Tätigkeit kritische Stimmen über diese Zeit zusammensuchen und aneinanderreihen, um so zu einer abschließenden Feststellung zu gelangen, nein; es genügt, d e n Blick in d i e heutige Welt zu lenken, in ihr tatsächliches Erleben, in ihre Hoffnungen und Hr.57 Sanftes Blatt Sonderausgabe W. Jahrgang ^mde Erscheint täglich, nutzer JHHF M W für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags ▼ ■ a A A bis 8'/,Uhr des Vormittags vlvlivllvl vIlljvlWvV Ste Auch bei Nichterscheinen N M MM Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins-, gemein* General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen v 1 behördliche Anzeigen6Rpf. StX'Äin 11688 Druck und Verlag: vrühl'fthe Uuiversitäts.vuch- und Steindruckerei «.Lauge in Si-h-u. Schriftleitung und GefchSslsstelle: Schulftrahe 7 M-ng°nabfchiMSt°ff^ Die Rede des Führers. Berlin, 7. März. (DNB. Funkspruch.) Zu Beginn der heutigen Reichstagssitzung hielt der Führer und Reichskanzler folgende Rede: Männer des Deutschen Reichstages! Der Präsident des Deutschen Reichstages, Parteigenosse Göring, hat in meinem Auftrage diese heutige Sitzung einberufen, um Ihnen die Gelegenheit zu geben, eine Erklärung der Reichs- regierung entgegenzunehmen zu den Fragen, die nicht nur von Ihnen, sondern vom ganzen deutschen Volk instinktiv als wichtig, ja als entscheidend angesehen werden. Als in den grauen Nooembertagen des Jahres 1918 der Vorhang über das blutige Trauerspiel des großen Krieges herabgelassen wurde, atmeten Millionen von Menschen in der ganzen Welt auf. Gleich einem Frühlingsahnen ging über die Völker die Hoffnung, daß damit nicht nur eine der traurigsten Verwirrungen der Menschheitsgeschichte ihren Abschluß gefunden, sondern daß eine fehlerhafte und deshalb unheilvolle Zeit i tzr e geschichtliche Wende erfahren hatte. Durch alles Kriegsgeschrei, durch wilde Drohuu- gen, Anklagen, Verwünschungen und Verurteilungen hindurch hatten die Auffassungendes amerikanischen Präsidenten die Ohren der Menschheit erreicht, in denen von einer neuen Zeit und einer besseren Welt die Rede war. In zusammen 17 Punkten wurde den Völkern ein Aufriß gegeben für eine solche neue Völker- und damit Menschheitsordnung . Der Führer gewinnt dem deutschen Volke Freiheit und volle Souveränität zurück. Gin vom Führer im Reichstag verkündetes Memorandum der Reichsregierung notifiziert den Locarnomächten die Aufhebung der einseitig entmilitarisierten Rheinlandzone. - Deutschland ist zur beiderseitigen Errichtung von Grenzzonen, zum Abschluß eines Nichtangriffspakts mit seinen Nachbarn im Westen und Osten und emes -uftpaktes bereit. - Deutschland ist bereit, wieder dem Völkerbund beizutreten. - Deutsche Truppen haben ihre Fnedensgarmsonen im Rheinland bezogen. - Am 29. März Neuwahl des Reichstags. »• m ®nen, 6rnen, *erlen ff. en jffnet! es zwang. >n - ich denheit ptiker aller rankenkassen 324 t" , aller Ruhe *‘u,ahrenU Ausbau eit; <2 fcss ßriK*** SL'K fäsr»* litt- HÜTER len scheinen, wenn das innere Verhältnis der angrenzenden Völker zu ihren Lebensmöglichkeiten ein möglichst ungünstiges ist. Und zwar: je ungünstiger, um so triumphaler scheint ihnen der Erfolg ihrer weitschauenden Politik zu sein. Ich möchte, daß das deutsche Volk an dieser Unvernunft lernt und selbst nicht in ähnliche Fehler verfällt. Ich möchte, daß die deutsche Nation lernt, in Völkern geschichtliche Realitätenzu sehen, die der Phantast wohl weg- wünschen kann, die aber tatsächlich gar nicht weg- zudenken ist, daß es unvernünftig ist, geschichtliche Realitäten in einen Gegensatz bringen zu wollen, zu den Erfordernissen ihrer möglichen Lebensbehauptungen und zu ihren verständlichen Lebens- ansprüchen. Ich möchte daher, daß das deutsche Volk die inneren Beweggründe der nationalsozialistischen Außenpolitik versteht, die es z B. auch als sehr schmerzlich empfindet, daß der Zugang eines 33 Millio nen Volkes zum Meer über e i n st i g e s Reichsgebiet führt, die es aber als unvernünftig, weil unmog- lich. erkennt, einem so großen Staat den Zugang zum Meer einfach abschneiden zu wollen. Es kann nicht der Sinn und der Zweck einer überlegenen Außenpolitik sein, Zustände herbei- zuführen, die dann zwangsläufig sofort nach ihrer Veränderung schreien würden. Es ist wohl möglich, daß, besonders unter Berufung Sie europäische Völkerfamilie. gemein schäft verschiedener Rechtsordnung und Rechtswertung aufrechterhalten zu können. Jeder solcher Versuch führt zu einer Aufladung der Willensenergien bei den von dem Unrecht betroffenen und damit natürlich wieder zu einer Ausladung der Angstpsychose bei den Schuldigen. Ich halte aber eine solche Entwicklung nicht nur für nicht vernünftig, sondern im Gegenteil für sinnlos und außerdem für sehr ye- fährlich. Ich halte sie für besonders kritisch, wenn dazu noch eine geistige Verhetzung stattfindet, die, ausgehend von kurzsichtiaen Literaten und international bekannten Unruhestiftern, hinter dieser Unvernunft auch noch die Leidenschaft aufaepeitschter und verwirrter Volksmassen mobilisiert. Wenn ich diese Befürchtungen ausspreche, dann drücke ich nur das aus, was Millionen Menschen ahnen, fühlen oder erleben, ohne sich vielleicht über die tieferen Ursachen Rechenschaft ablegen zu können. Ich habe aber ein Recht dazu, vor Ihnen, meine Herren Abgeordneten des Reichstages, diese meine Auffassungen klarzulegen, weil sie zugleich die Erklärung sind für unser eigenes politisches Erleben, für unsere Arbeit im Innern des Volkes, aber auch für unsere Stellungnahme nach außen. Wenn die übrige Welt oft von einer „deutschen Frage" spricht, dann wird es zweckmäßig sein, sich zugleich eine objektive Klarheit über das Wesen dieser Frage zu verschaffen. Für gar manche besteht diese „Frage" im deutschen Regime, in dem gar nicht begriffenen Unterschied des deutschen Regimes gegenüber dem anderen Regime, in der als bedrohend empfundenen sog. „Aufrüstung" und in all dem, was man in der Folge dieser Aufrüstung als Fata Morgana zu sehen vermeint. Diese Frage besteht für viele in der behaupteten Kriegs- lüft des deutschen Volkes, in den schlummernden Angriffsabsichten oder in der höllischen Ge- schicklichkeit der Ueberlistung feiner Gegner. Dies aber scheint mir unbedingt erforderlich zu sein, wenn man in der Zukunft bessere und befriedigendere Resultate erreichen will als letzt. Und dies gilt besonders für Europa. Die europäischen Völker stellen nun einmal e i n e F a m 11. t e auf dieser Welt dar. Ost streitsüchtig, aber trotz alledem miteinander verwandt, verschwistert und verschwägert, geistig und kulturell sowohl als wiN- schafmch voneinander nicht zu trennen, ja nicht einmal auseinander zu denken. Jeder Versuch, die europäischen Probleme anders als nach den Gesetzen einer kühlen und überlegenen Vernunft zu fehen und zu behandeln, führt zu Reaktionen, die für alle unangenehm sein werden. Wir leben tn einer Zeit des inneren sozialen und gesellschaftlichen Ausgleiches der Völker. Der Staatsmann, der den Sinn dieser Zeit nicht erkennt, und in dieser Richtung nicht ausgleichend in seinem Volke die Spannungen zu mildern und wenn möglich zu beseitigen versucht, wird eines Tages den Explosionen erliegen, die dann zwangsläufig entweder den Ausgleich herbeiführen werden oder, was noch wahrscheinlicher ist, zunächst ein chaotisches Trümmerfeld zurücklassen. Es ist weise von einer Staatsführung, der turbulenten Unvernunft die Zügel anzulegen, allem dann aber auch dem ersichtlichen Drange der Zeit zu gehorchen und überlegen zu jenem sozialen Ausgleich hmzusteuern, der das eine Extrem abbaut, ohne deshalb dem anderen Extrem zu erliegen. Es läßt sich heute für Europa die Pro- phezeiung aussprechen, daß dort, wo dieser Prozeß nicht in so überlegener Weise geleitet wird, die Spannungen zunehmen werden, um endlich dem geistigen Zuge dieser Zeit gehorchend, v o n s e l b st zum Ausgleich zu drängen. Es gehört aber auch zur Weisheit des Aufbaues und der Erhaltung einer Völkerfamilie, wie diese in Europa gegeben ist, diese innerstaatlichen Gesetze auch überstaatlich anzuwenden. Es ist wenig klug, sich einzubilden, auf die Dauer in einem so beschränkten Hause wie Europa eine Völker- Was ist in Wahrheit die „deutsche Frage"? rung des Dranges zur Lebensbe- haupkung. And daß satte Völker vernünftiger sind als hungrige und daß nicht nur die eigenen Regierungen inkereffiert sein sollen an einer ausreichenden Ernährung ihrer Bürger, sondern ebenso auch die umliegenden Staaten und Volker. And daß daher die Ermöglichung einer solchen Lebensbehauptung im höchsten Sinne des Wortes im Interesse aller liegt. Es ist dem Fortschritt vorbehalten, die gegenteilige Auffassung zu finden und selbst als Kriegsgrund zu proklamieren, nämlich die Meinung, daß e i n Teil oer europäischen Völkerfamilie umso besser fahren würde, fe schlechter es den am deren ginge. Das deutsche Volk braucht kem- besonderen Bechilfen zu seiner Lebeizsbehauptuna. Es will nur keine schlechteren Chancen besitzen, als sie auch anderen Völkern gegeben sind. Dies aber ist die eine deutsche Frage. Und die zweite deutsche Frage ist folgender' Weil infolge der außerordentlich unglücklichen all- gemeinen Verhältnisse und Voraussetzungen der wirtschaftliche Lebenskampf des deut- schenVolkessehrschwer ist, die Intelligenz, der Fleiß und damit der natürliche Lebensstandard aber sehr hoch sind, ist eine außerordentliche Anspannung aller Kräfte notwendig, um diese erste deutsche Frage zu meistern. Das deutsche Volk verträgt es nicht, entrechtet und mißhandelt zu werden. Das moralische Urteil von Versailles kann nicht verewigt werden. aus bie „Mach!", Politiker solche vergewalli- gungen natürlicher Lebensinteressen vornehmen können, allein je mehr und je häufiger und in je schwereren Fällen dies geschieht, um so größer wird der Druck nach einer Entladung dec aufgespeichertea und vergewalttgten Kräfte und Energien fein. Dies führt dann zur Häufung immer neuer Mittet zur Abwehr und steigert damit wieder zwangsläufig den Gegendruck der zusammengepreßt werden sollenden Lebenenergien des betroffenen Volkes und dann liegt die Welt in angstvoller Unruhe und Ahnung drohender Explosionen und will nicht erkennen, daß in Wirklichkeit nur bie Unvernunft seiner sog. Staatsmänner an diesen bedrohlichen Entwicklungen schuld ist. wieviel Sorgen würden der Menschheit und besonders den europäischen Völkern erspart geblieben sein, wenn man n a - türliche und selbstverständliche Lebensbedingungen respektiert und bei der politischen Gestaltung des europäischen Lebensraumes sowohl als auch bei der wirt- schafttichen Zusammenarbeit berücksichtigt haben würde. Nein, meine Herren Politikaster! Die deutsche Frage besteht in etwas ganz anderem. Hier leben auf einem sehr begrenzten und nicht überall fruchtbaren Boden 67 Millionen Menschen. Das sind rund 136 auf einem Quadratkilometer. Diese Menschen sind nicht weniger fleißig als die anderer europäischer Völker, ab er aud) nichtwenigeranspruchsvoll. Sie sind nicht weniger intelligent, aber auch nicht weniger lebenswillig. Sie haben genau so wenig Sehnsucht, sich für eine Phantastik um jeden Preis heroisch totschießen zu lassen, als etwa der Franzose oder der Engländer. Sie sind aber auch nicht feiger und nicht, auf keinen Fall sind sie etwa ehrloser als die Angehörigen anderer europäischer Völker. Sie sind einst in einen Krieg hineingerissen worden, an den sie so wenig glaubten wie andere Europäer und für den sie auch genau so wenig verantwortlich waren. Der heutige junge Deutsche von 25 Jahren war zur Zeit der Vorgeschichte und des Beginnes des Krieges gerade ein Jahr alt, also wohl kaum verantwortlich zu machen für diese Völkerkatastrophe. Ja selbst der jüngste Deutsche, der dafür verantwortlich hätte sein können, war bei der damaligen Festsetzung des deutschen Wahlalters 25 Jahre alt. Er zählt somit heute zumindest 50 Jahre; d. h., die überwältigende Mehrzahl der Männer des deutschen Volkes hat den Krieg einfach zwangsläufig mitgemacht, wie die Masse der Ueberlebenden des französischen ober englischen Volkes auch. Wenn sie anständig waren, dann haben ie damals genau so ihre Pflicht erfüllt, sofern sie chon das Älter dazu besaßen, wie dies jeder anständige Franzose und Engländer tat. Wenn sie unanständig waren, haben sie dies unterlassen und vielleicht verdient oder für die Revolution gearbeitet. Diese sind aber heute gar nicht mehr in unseren Reihen, sondern sie leben zum größten Teil als Emigranten bei irgendwelchen internationalen Gastgebern. Ls kann dies aber überhaupt nur dann gelingen, wenn dieses Volk auch nach außen hin das Gefühl der politischen Gleichberechtigung und damit der politischen Sicherheit besitzt. Es ist uti- möglich, ein Volk von Ehrgefühl und von Tapferkeit in der Wett auf die Dauer als Heloten halten zu können. Ls gibt keine bessere Bestätigung für die angeborene Friedensliebe des deutschen Volkes als die Tatsache, daß es sich trotz seiner Fähigkeit und trotz seiner Tapferkeit, die wohl auch von den Gegnern nicht bestritten werden können, sowie trotz seiner großen Volkszahl nur einen fo bescheidenen Anteil an Lebensraum und an den Lebensgütern der Welt gesichert hat. Allein gerade diese immer mehr nach innen gewandte Art des deutschen Wesens verträgt es nicht, in unwürdiger Weise entrechtet oder mißhandelt zu werden. Indem der unselige Friedensverlrag von Versailles die geschichtlich geradezu einzige Verewigung eines Kriegsausganges nach der moralischen Seile hin festlegen wollte, hat er jene deutsche Frage geschaffen, die ungelöst eine kritische Belastung Europas und gelöst eine Befreiung Europas darsiellt. Und ich habe mir nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages im Jahre 1919 vorgenommen, diefe Frage einmal zu löfen. Richt, weil ich Frankreich oder irgendeinem anderen Staat etwas zuleide tun will, sondern weil das deutsche Volk auf die Dauer das ihm zugefügte Leid nicht tragen kann, nicht tragen will und nicht tragen foll! Im Jahre 1932 stand Deutschland am Rande desbolschewistischenZusammenbruchs. Was dieses Chaos in einem so großen Staat für Europa bedeutet haben würde, werden ja vielleicht einzelne europäische Staatsmänner in der Zukunft an anderen Orten noch Gelegenheit haben zu studieren. Ich habe aber jedenfalls die lieber- Windung dieser äußerlich gerade wirtschaftlich am ichtbarsten in Erscheinung tretenden Krise des deut- chen Volkes nur erreicht, durch die Mobilisie- •ung der allgemeinen sittlichen und moralischen Werte der deutschen Nation. Der Mann, der Deutschland vom Bolschewismus retten wollte, der mußte die Frage verdeutschen Gleichberechtigung zur Entscheidung und damit zu Lösung bringen. Nicht, um anderen Sie, meine Abgeordneten, Männer des Reichstages, kennen den schweren Weg, den ich gehen mußte seit jenem 30. Januar 1933, um das deutsche Volk aus seiner unwürdigen Stellung zu erlösen, um ihm Schritt für Schritt die Gleichberechtigung zu sichern, ohne es dabei aus der politischen und wirtschaftlichen Gemeinschaft der europäischen Na- tionen zu entfernen und besonders ohne aus der Abwicklung der Folgen einer alten Feindschaft wieder eine neue zu erzeugen. Ich werde einmal von der Geschichte die Bestätigung beanspruchen können, daß ich i n k e i- ner Stunde meines Handelns für das deutsche Volk die pflichten vergessen habe, die ich und die wir alle der Aufrechterhaltung der europäischen Kultur und Zivilisation gegenüber zu fragen schuldig sind. Es ist aber eine Voraussetzung für den Bestand dieses Völkern ein Leid zuzufügen, sondern im Gegenteil um ihnen durch die Verhinderung des Hereinbre- chens eines im letzten Ausmaße für Europa gar nicht vorstellbaren Ruins, vielleicht sogar noch ein großes Leid zu ersparen. Denn die Wiedergewinnung der deutschen Gleichberechtigung hat dem französischen Volk nichts Schmerzliches zu- aefügt. Allein der rote Aufruhr und der Zusammenbruch des Deutschen Reiches hätten der europäischen Ordnung und der europäischen Wirtschaft einen Schlag versetzt, von dessen Folgen die meisten europäischen Staatsmänner leider keine richttge Vorstellung besitzen. Dieser Kampf um die deutsche Gleichberechtigung, den ich nun drei Jahre lang führte, ist nicht die Aufrichtung einer europäischen Frage sondern ihre Lösung. Es ist ein wahrhaft tragisches Unglück, daß gerade durch den Versailler Friedensverlrag ein Zustand geschaffen wurde, an dessen Beibehaltung das französische Volk glaubte besonders interessiert zu sein. So wenig reale Vorteile dieser Zustand für den einzelnen Franzosen in sich bergen konnte, so groß war die unreale Verklammerung, die zwischen der Versailler Diskriminierung des deutschen Volkes und den französischen Interessen zu bestehen schien. Vielleicht war es auch die Schuld der charakterlichen Schwäche der deutschen Nachkriegsjahre und unserer Regierungen, insbesondere aber unserer Parteien, daß dem französischen Volk und den ernfteh französischen Staatsmännern die Unrichtigkeit dieser Auffassung nicht genügend zum Bewußtsein gebracht werden konnte. Denn je schlechter die einzelnen Regierungen der vor uns liegenden Zeit waren, umso mehr hatten sie das nationale Erwachen des deutschen Volkes selbst zu scheuen. Um so größer daher auch die Angst vor jeder nationalen Selbstbe- finnnung und damit umso unverstandener ihre Haltung gegenüber der allgemeinen internationalen Diskriminierung des deutschen Volkes. Ja sie benötigten geradezu diese schändliche Fesselung, um ihr trauriges eigenes Regime auf diese Weise zu stützen. Wohin dieses Regime Deutschland geführt hat, zeigte eindringlich der drohende Zusammenbruch. Nun war es natürlich schwer, die Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung gegenüber einer so eingewurzelten Gewöhnung unserer Nachbarn an die Nichtgleichberechtigung, als für diese nicht nur schädlich, sondern im Gegenteil im letzten Grunde sogar, als international nützlich nachzuweisen. am Ende gerade in der Vielgestaltigkeit seiner Kulturen so eigenartigen Kontinents, daß er nicht denkbar ist, ohne das Vorhandensein freier und unabhängiger Rational st aaten. Es mag jedes europäisches Volk überzeugt sein, daß es den größten Beitrag zu unserer abendländischen Kultur gestiftet hat. Im ganzen aber wollen mir uns nichts wegwünschen von dem, was die einzelnen Völker gegeben haben, und wollen daher auch nicht streiten über das Gewicht ihrer einzelnen Beiträge, sondern müssen nur erkennen, daß aus der Rivalität der europäischen Einzelleistungen ohne Zweifel die Spitzenleistungen stammen auf den verschiedensten Gebieten der menschlichen Kultur. So sehr wir daher berett sind, in dieser europäischen Kulturwelt mitzuarbeiten als freies und gleichberechtigtes Glied, so hartnäckig und eigensinnig möchten wir aber das bleiben was wir find. Welchen Sorten M die übrige Well von der sinnlosen Erschwerung des deutschen Lebenskampfes? Deutschland kennt seine europäische Verpflichtung. Dieses deutsche Volk hat genau so viel Vorzüge als andere Völker und natürlich auch genau so viele Rachteile und Gebrechen. Die deutsche Frage lag nun darin, daß dieses Volk z. B. noch im Jahre 1935 für eine Schuld, die es nie begangen hat, eine Minderberechti- gung tragen fall, die für ein ehrliebendes Volk unerträglich, für ein fleißiges Volk leidvo11, und für ein intelligentes Volk empörend ist. Die deutsche Frage besteht weiter darin, daß man durch ein System unvernünftiger Handlungen, Maßnahmen, haßerfüllter Verhetzungen sich bemüht, den an sich schon sehr schweren Kampf um die Lebensbehauptung noch mehr zu erschweren. Und nicht nur künstlich, sondern widernatürlich und unsinnig zu erschweren. Denn es hat von dieser Erschwerung der deutschen Lebenshaltung die übrige Wett nicht den gering ff en Vorteil. Auf den deutschen Menschen trifft pro Kopf der Bevölkerung 18mal weniger Grund als z. B. auf einen Russen. Es ist verständlich, wie schwer allein dadurch der Lebenskampf um das tägliche Brot sein muß und es auch ist. Ohne die Tüchtigkeit und den Fleiß des deutschen Bauern und die organi- satonsche Fähigkeit des deutschen Volkes wäre eine Lebensführung für diese 67 Millionen kaum denkbar. Was aber soll man nun von der geistigen Einfalt jener halten, die diese Schwierigkeiten vielleicht sogar erkennen und sich dennoch künsllich in Presse- artifeln, Publikationen und Vorträgen und über unser Elend freuen, ja geradezu triumphierend jedem Anzeichen dieser unserer inneren Not nachsehen, um sie der anderen Welt mitteilen zu können. Sie wür- )en anscheinend glücklich sein, wenn diese Not bei uns noch viel größer wäre, wenn es uns nicht gelänge, durch Fleiß und Intelligenz sie immer wieder erträglich zu machen. Sie haben keine Ahnung davon, daß die deutsche Frage ein ganz anderes Gesicht bekommen würde, wenn erst einmal die Fähigkeit und der Fleiß dieser Millionen erlahmen und damit nicht nur das Elend, sondern auch die politische Unvernunft ihren Einzug halten würden. Und dies ist eine der deutschen Fragen, und die Welt kann nur interessiert sein daran, daß diese Frage der Sicherung der deutschen Lebenshaltung von Jahr zu Jahr erfolgreich gelöst werden kann, genau so wie ich wünsche, daß auch das deutsche Volk die in seinem eigensten Interesse liegende glückliche Lösung dieser Lebensfragen bei anderen Völkern begreift und würdigt. Die Meisterung dieser Frage in Deutschland ist aber zunächst eine Angelegenheit des deutschen Volkes selbst und brauchte die übrige Welt überhaupt nicht zu interessieren. Sie berührt die Interessen anderer Völker nur in sofern, als das deutsche Volk bei der Lösung dieser Frage gezwungen ist, wirtschaftlich als Käufer und Verkäufer auch mit den anderen Völkern Verbindungen aufzunehmen. Und hier würde es wieder nur im Interesse dieser anderen Wett liegen, diese Frage zu verstehen, d. h. zu begreifen, daß der Schrei nach Brot bei einem 40-, 50- oder 60-IHU- lionen volk nicht eine ausgekochte Boshaftigkeit des Regimes oder bestimmter Regierungen ist, sondern eine natürliche Aeuher- Die drücke jur Verständigung mit Frankreich. Ich habe in diesen drei Jahren — leider nur zu oft vergeblich — immer wieder versucht, eine Brücke zur Verständigung zum fran- zösischen Volk zu schlagen. Je mehr wir uns aus der Bitternis des Weltkrieges und seiner Nach- jahre entfernen, um so mehr versinkt in den menschlichen Erinnerungen das Böse, und das Schönere des Lebens, der Erkenntnisse und Erfahrungen tritt in den Vordergrund. Was sich einst als erbitterter Gegner gegenüber stand, würd igt sich heute als tapferer Kämpfer eines vergangenen großen Ringens und sieht sich wieder als Träger und Forterhalter einer großen allgemein menschlichen Kultur. Warum soll es dann nicht möglich fein, den zwecklosen jahrhundertelangen Streit, der keinem der beiden Völker einen endgültigen Entscheid gebracht hat, bringen konnte, und bringen wird, ab- zubrechen und durch die Rücksichtnahme einer höhe- ren Vernunft zu ersetzen? Das deutsche Volk ist nicht interessiert daran, daß das französische leide und umgekehrt: wo läge der Vorteil für Frankreich darin, wenn Deutschland in Not verkommt? Welchen Nutzen hat der französische Bauer, wenn es dem deutschen schlecht geht oder umgekehrt? Oder welch ein Vorteil bietet sich für den französischen Arbeiter etwa aus der Not des deutschen? Welchen Segen konnte es aber für Deutschland bringen, für den deutschen Arbeiter, den deutschen Mittelstand und das deutsche Volk überhaupt, wenn Frankreich vom Unglück heimgesucht würde? Ich habe versucht, die Fragen einer haßerfüll- I len Llassenkampffheorie Im Innern Deutschlands im Sinne einer höheren Vernunft zu 15- sen, und es ist mir dies gelungen. Darum soll es nicht möglich fein, das Problem der allgemeinen europäischen Volks- und Staatengegenfähe aus der Sphäre des Unvernünftigen, Leidenschaftlichen herauszuheben und unter das ruhige Licht einer höheren Einsicht zu stellen? Ich habe mir jedenfalls einst geschworen, ebenso zah und tapfer für die deutsche Gleichberechtigung zu kämpfen und diese so oder so durchzusehen. Die umgekehrt aber auch das Verantwortungsgefühl zu stärken für die Rotwendigkeit einer europäischen gegenseitigen Rücksichtnahme und Zusammenarbeit. Wenn mir aber heute von feiten meiner internationalen Gegner aus vorgehalten wird, daß ich doch diese Zusammenarbeit mit Rußland ablehne, so muh ich demgegenüber folgendes erklären: Ich lehne und lehnte sie nicht ab mit Rußland, sondern mit dem auf die Herrschaft der Welt Anspruch erhebenden Bolschewismus. Ich bin Deutscher. Ich liebe mein Volk und hänge an ihm. Ich weiß, daß es nur dann glücklich fein kann, wenn ihm das Leben nach seinem Wesen und seiner Art möglich itt. Ich will nicht, daß über das deutsche Volk, das mcht nur meinen, sondern auch durch sein ganzes Leben hindurch immer herzlich lachen konnte, das Grauen der kommunistischen internattonalen Hahdiktatur gesenkt wird. Ich zittere für Europa bei dem Gedanken, was aus unserem alten menschenübev> At en. M dem Bolschewismus Der Ruffenpakt mit Locarno unvereinbar ganzen. Die Mobilisierung des Bolschewismus um ab» Rü- Die Locarno war der konkrete Versuch einer europäischen Sicherung. kommen. E» liegt nun eine unendliche Tragik darin, daß als Abschluß unserer langjährigen aufrichtigen Bemühungen um das vertrauen, die Sympa- eine Aeberprüfung der dadurch entstandenen neuen Lage einzutreten, und die daraus notwendigen Konsequenzen zu zie- hen. Diese Konsequenzen sind sehr schwere, und sie tun uns und mir persönlich bitter leid. Allein ich bin verpflichtet, nicht nur der europäischen Verständigung Opfer zu bringen, sondern auch den Interessen meine» eigenen Volkes zu gehorchen. Solange de Opfer bei der Gegenseite auf Würdigung und Verständnis stößt, will ich mich gern auch zum Opfer bekennen, und werde dem deutschen Volk das gleiche anempfehlen. 3m Augenblick, in dem ’n Gegenteil 'hereinbre- Europa gar sogar noch n- Denn die Berechtigung 'erzliches zu. ' Zusammen, europäischen W einen meisten euto. lüge Dorstel. -ltsche Gleich, .lang führte, ischen Frage So sehr ich entsprechend meiner Ankündigung in diesem Interview auch in der Zukunft bereit sein werde und aufrichtig gewillt bin, dieser deutsch-französischen Verständigung zu dienen, weil ich in ihr eia notwendiges Element der Sicherung Europas vor unübersehbaren Gefahren erblicke, und weil ich mir für beide Völker aus kdnem anderen Verhalten irgend einen möglichen Vorteil versprechen kann oder auch nur zu sehen vermag, tt M aber schwerste allgemeine und internationale Gefahren erblicke, so sehr zwingt mich die Kenntnis von der endgültigen Abmachung diese» Pakte» nunmehr, in Deutschland hat konkrete Vorschläge für eine Sicherung des Friedens gemacht Deutschland ist auch innerlich zur Verständigung bereit liche europäische Gleichgewicht. Es verhindert außerdem jede mögliche Abschätzung der erforderlichen Berteidigungsmillel zu Lande und in der Luft für die davon betroffenen europäischen Staaten und in Sonderheit für das allein als Gegner in Aussicht genommene Deutschland. Diese Riesenmobilisierung desOstens gegen Mitteleuropa steht aber nicht nur buchstabenmäßig, sondern vor allem auch dem Sinne nach im Gegensatz zum Geiste des Locarno • Paktes. Richt wir als Betroffene allein haben diese Empfindung, sondern sie lebt in unzähligen einsichtsvollen Männern i n allen Völkern und ist auch — publizistisch und Ich habe den sehr konkreten Grundsatz ausgesprochen, daß die Sammelprogramme einer internationalen Paktomanie ebenso wenig Aussicht auf Verwirklichung besitzen, wie die Generalvorschläge einer unter solchen Umständen von vornherein schon als undurchführbar erwiesenen Weltabrüstung. Ich habe demgegenüber betont, dah nur schrittweise an diese Aragen herangetreten werden kann, und zwar nach der Richtung des vermutlich geringsten Wider st andes hin. Ich habe aus dieser lleberzeugung heraus den konkreten Vorschlag auch für einen Luftpakt entwickelt, unter der Zugrundele- gung gleicher Stärken für Frankreich, England und Deutschland. Das Ergebnis war zunächst eine Nichtachtung dieses Vorschlages und dann die Hereinführung eines neuen in feinem militärischen Ausmaß unberechenbaren osteuropäisch-asiatischen Faktors in das europäische Gesichtsfeld. Deutschland sieht sich genötigt, aus der neugeschaffenen Lage die Konsequenzen zu ziehen. jlfid, daß nsvnkag essen Bei- laubfe be- enig reale einzelnen 1 groß war Nischen der ' deulschen teressen zu der charakter- riegsjahre und r unserer Par. id den emfteh ichtigkeit dieser ewußtsein ge« ;ter die einzel« nden Zeit wa- male Erwachen . Um so groß" nalen Selbstbe- anhener ihre internationalen s. 3a sie be« Fesselung, um lese Weise zu hlanö geführt Zusammen« MechnN- M W*1 unserer W« , als sm diese inleil nn letzten Ltzlich n* gibt es kein paktieren thieu und die Zuneigung des f r a n z ö s i f ch e n Volkes ein Militärbündnis abgeschlossen wurde, dessen Anfang wir heule kennen, dessen Ende aber, wenn die Vorsehung nicht wieder einmal gnädiger ist, als es die Menschen verdienen, vielleicht vonunüber- sehbaren Folgen fdn wird. schützen und die Verständigung der Völker festigen. Ls steht mit diesem Pakt nun in Widerspruch die Abmachung, die Frankreich im vergangenen Jahr mit Rußland eingegangen und bereits unterzeichnet hat und deren Bestätigung durch die Kammer soeben erfolgt ist. Denn durch diese neue französischsowjetische Abmachung wird über den Umweg der Tschechoslowakei, die ein gleiches Abkommen mit Rußland getroffen hat, öle bedrohliche militärische Macht eines Riesenreiches nach Mittel- . europa hereingeführt. Ls ist dabei das Unmögliche, daß diese beiden Staaten in ihrer Abmachung sich verpflichten, ohne Rücksicht auf eine entweder bereits vorliegende oder zu erwartende Entscheidung des Völkerbundsrates im Falle einer europäischen östlichen Verwicklung die Schuldfrage nach eigenem Ermessen zu klären und dementsprechend die gegenseitige Beistands- Verpflichtung als gegeben zu betrachten oder nicht. iM Mkelt feinet renls, dah et s Vothan- bhängiger n. I Überzeugt felN, s'ä KÄ W N^^aswik iben»05 y kch, 2,es aber al. n9en blt 65 beut. .c o e n s. außer. ^Enbig, mn daher gelungene Versuch einer stungsbegrenzung geblieben ist. Reichsregierung ist bereit, diesen Vertrag durch eine weitere qualitative Abmachung mit England zu er- Ich habe mich jahrelang also mit konkreten Vor. schlagen abgegeben, allein ich stehe nicht an zu erklären, daß mir mindestens ebenso wichtig als die sog. konkreten Vorschläge die p s y ch o logische Vorbereitung für die Verständigung erschienen ist, und ich habe auf dem Gebiete mehr getan, als ein aufrichtiger fremder Staatsmann jemals überhaupt auch nur erhoffen durfte. Ich habe die Frage der ewigen europäischen Grenzreoisionen aus der Atmosphäre der öffentlichen Diskussion in Deutschland genommen. Man steht leider nur zu oft auf dem Standpunkt, und dies gilt besonders für ausländische Staatsmänner, daß dieser Einstellung und ihren Handlun- gen keine besondere Bedeutung zukommt. Ich darf darauf Hinweisen, daß es mir genau so möglich ge» wesen wäre, als Deutscher die Wied er Herstellung der Grenzen vom Jahre 1914 moralisch als mein Programm aufzustellen und publizistisch und oratorisch zu vertreten, so wie bas etwa französische Minister und Dolksfuhrer nach dem Jahre 1871 getan haben. Meine Herren Kritiker sollen mir auch auf diesem Gebiet nicht jede Fähigkeit absprechen. Es ist viel schwerer für einen Nationalsozialisten, einem Volk z u r V e r st ä n d i q un g zuzureden, als das Umgekehrte zu tun. Und es würde für mich wahrscheinlich leichter gewesen sein, die Instinkte nach einer Re- vanche aufzupeitschen als das Gefühl für die Notwendigkeit einer europäischen ver- ffänbigung zu erwecken und dauernd zu vertiefen. Und das habe ich getan. Ich habe die deutsche öffentliche Meinung oon Angriffen solcher Art gegen unsere Nachbarvölker befreit. Ich habe aus der deutschen Presse jeden Yatz gegen das französische Volk entfernt. Ich politisch belegt — überall offen vertreten worden. Am 21. Februar wendete sich an mich ein französischer Journalist mit der Bitte, ihm ein Interview zu gewähren. Da mir mitgeteilt wurde, daß es sich um einen jener Franzosen handelte, die sich genau so wie wir bemühen, Wege zur Verständigung zwischen den beiden Völkern zu finden, wollte ich um so weniger eine Ablehnung aussprechen, als ja auch eine solche sofort wieder als Zeichen meiner Mißachtung der französischen Jour- nalistik gewertet worden wäre. Ich habe die gewünschten Aufklärungen gegeben, so wie ich sie in Deutschland selbst hundert- und tausendmal offen ausspreche, und ich habe noch einmal versucht, m i ch an das französische Volk zu wenden mit der Bitte um eine Verständiaung, an der wir mit ganzem Herzen hängen, und die wir so gern verwirklicht sehen möchten. Ich habe aber weiter mein tiefes Bedauern ausgesprochen über die drohende Entwicklung in Frankreich durch den Abschluß e i n e s P a k t e s, für den unserer Ueberzeugung nach keine zu begreifende Notwendigkeit vorlag, der aber im Falle feiner Realisierung eine neue Sachlage schaffen müßte und würde. Dieses Interview ist, wie Sie wissen, aus Gründen, die uns unbekannt sind, zurückgehalten worden und erschien er ft am TagenachderRatifizierunginder fron- füllten Kontinent werden soll, wenn durch das Hereinbrechen dieser destruktiven und alle bisherigen Werte umstürzenden asiatischen Weltauffassung das Chaos der bolschewistischen Revolution erfolgreich sein würde. Ich bin vielleicht für Viele europäische Staatsmänner ein phantastischer, jedenfalls aber unbequemer Warner. Daß ich aber in den Augen der bolschewistischen internationalen Weltunterdrücker als einer der größten Feinde gelte, ist für mich nur eine große Ehre und eine Rechtfertigung meines Handelns vor der Nachwelt. Ich kann nicht verhindern, daß andere Staaten chren Wea gehen, den sie nun einmal glauben gehen zu müssen oder wenigstens zu können, aber ich werde es verhindern, daß auch Deutschland diesen Weg in das Verderben an tritt. Und ich glaube, daß dieses Verderben in dem Augenblick seinen Einzug halten würde, in dem die Staatsführung sich selbst zum Verbündeten einer solchen destruktiven Lehre hergeben wollte. Ich sehe keine Möglichkeit, dem deutschen Arbeiter die Gefahr des Unglücks eines bolschewistischen Chaos in Deutschland klarzumachen, wenn ich selbst als Führer der Nation mich in enge Beziehungen zu dieser Gefahr bringen wollte. Ich will auch hier als Staatsmann und Führer des Volkes alles das tun, was ich vom einzelnen Volksgenossen erwarte und verlange. Ich glaube nicht, daß die engere Berührung mit einer Weltanschauung, die Ja, darüber hinaus, habe ich oft und auch hier in diesem Hause die Auffassung vertreten, daß wir nicht nur bereit sind, diesen schwersten Beitrag für die europäische Friedenssicherung zu tragen, solange auch die anderen Partner ihre Verpflichtungen erfüllen, sondern daß wir in diesem Vertrage überhaupt den einzig möglichen, weil konkreten Versuch einer europäischen Sicherung erblicken wollen. Ihnen, meine Abgeordneten, ist der Inhalt und Sinn des Vertrages bekannt. Er sollte zwischen Belgien und Frankreich einerseits und Deutschland andererseits für alle Zukunft d i e Anwendung von Gewalt verhindern. Schon durch die vorher abgeschlossenen Bündnisverträge Frankreichs ergab sich leider die erste, wenn auch den Sinn dieses Paktes, des Rheinpaktes von Locarno, noch nicht aufhebende Belastung. Deutschland leistete zu diesem Pakt den schwersten Beitrag, denn während Frankreich seine Grenze in Erz, Beton und Waffen armierte und mit zahlreichen Garnisonen versah, wurde uns die fortdauernde Aufrechterhaltung einer vollkommenen Wehrlosigkeit im Westen aufgebür- bet. Dennoch haben wir auch dieses erfüllt in der Hoffnung, durch einen solchen für eine Großmacht so schweren Beitrag den europäischen Frieden zu Die Behauptung, daß in diesem Pakt durch eine angefügte Einschränkung die erste Verpflichtung wieder aufgehoben würde, ist unverständlich. Denn ich kann nicht in einem Punkt ein bestimmtes Verfahren als ausdrücklichen Bruch mit einer sonst geltenden Verpflichtung feftlegen und damit als bindend annehmen, um in einem weiteren Punkt festzustellen, daß gegen diese anderen Verpflichtungen nicht gehandelt werden soll. In diesem Falle würde die erste Bindung unvernünftig und damit ebenso unverständlich sein. Dieses Problem ist aber zunächst ein politisches Problem und als solches in seiner schwerwiegenden Bedeutung zu werten. Frankreich hat diesen Vertrag nicht abgeschlossen mit einer ^beliebigen europäischen Macht. Frankreich hatte schon vor dem Rheinpakt Beistandsverträge sowohl mit der Tschechoslowakei als auch mit Polen. Deutschland nahm daran keinen Anstoß, nicht nur weil diese Patte zum Unter- chied des französische-sowjetischen Paktes sich den Völkerbundsfeststellungen unterwarfen, sondern weil sowohl die damalige Tschechoslowakei wie besonders Polen primär stets eine Politik der Vertretung ihrer eigenen nationalen Interessen ühren werden. Deutschland hat nicht den Wunsch, liefe Staaten anzugreifen und glaubt auch nicht, daß es im Interesse dieser Staaten liegen wird, einen Angriff gegen Deutschland vorzunehmen. Dor allem aber: Polen wird Polen bleiben und Frankreich Frankreich. Sowjetruhland aber Ist der staatlich organisierte Exponent einer revolutionären Weltanschauung. Seine isiA vernvnsi ZU J sfts i Wdi'h'd »L',l « Wir haben jahrelang vor dieser Ent- Wicklung besorgt gewarnt. Nicht, weil nur ie mehr zu fürchten haben, als andere, sondern weil sie eines Tages von furchtbaren Folgen für ganz Europa begleitet fein kann. Man hat diese unsere ernstesten Bedenken abzutun versucht mit dem Hinweis auf die Unfertig- keit des russischen Kriegsinstruments, ja auf seine Schwerfälligkeit und Unverwendbarkeit in einem europäischen Krieg. Wir haben diese Auffassung immer bekämpft, nicht weil wir irgendwie der Ueberzeugung sind, daß der Deutsche an ich unterlegen wäre, sondern weil nur alle Witzen, daß auch der Zahl ihre besondere Bedeutung und ihr besonderes Gewicht zukommt. Wir sind aber um so mehr dankbar über die Aufklärungen die gerade in der französischen Kammer von He^n H e r r i o t über die aggressiv militari s ch e Vedeutung Rußlands gegeben worben sind. Wir wissen, daß diese Darlegungen Herrn Hernots von der S o w j e t r e g i e r u n g selbst gegeben wurden, und sind überzeugt, daß diese nicht den geistigen Inspirator des neuen Bündnisses in Frankreich mit falschen Aufklärungen bebtent haben kann, ebenso wie wir nicht zweifeln an ber wahren Wiedergabe dieser Informationen durch Herrn Herriot. Nach diesen Informationen aber Wbie russische Armee eine Friedens- stärke von 1 350 000 Mann besitzt, baß sie _ . 2. 171/» Millionen Mann Kriegsstarken uno Reserven umfaßt, daß sie 3. mit der größten T a n k w a f f e ausgeftat- tet ist und 4. über die größte Luftwaffe der Welt Dies ist nicht richtig. Was konkret Aur Stabilisierung der deutsch - französischen Beziehungen überhaupt oorgeschlagen werben konnte, habe ich auch mutig konkret vorgeschlagen. Ich habe nicht gezögert, mich dem konkreten Vorschlag einer Rüstungs - begrenzung von 200 000 Mann anzuschließen. Ich habe mich, als dieser Vorschlag dann von den verantwortlichen Verfassern selbst preisgegeben wurde, mit einem ganz konkreten neuen Vorschlag an das französische Volk und an die europäi- schen Regierungen gewendet. Auch der 300 000- Mann-Vorschlag erfuhr Ablehnung. Ich habe eine ganze Reihe weiterer konkreter Vorschläge zur Entgiftung der öffentlichen Meinung in den einzelnen Staaten und zur Reinigung der Kriegs» führung und damit letzten Endes zu einer, wenn auch langsamen, so aber sicheren Abrüstung gemacht. Es ist e i n einziger dieser deutschen Vorschläge wirklich berücksichtigt worden. Der realistische Sinn einer englischen Regierung hat meinen Vorschlag der Herstellung einer dauernden Relation zwischen der deutschen und der englischen Flotte, die ebenso den Bedürfnissen der deutschen Sicherheit entspricht, wie umgekehrt Bedacht nimmt auf die enormen überseeischen Interessen eines großen Weltreiches, angenommen. Und ich darf wohl darauf Hinweisen, daß bis heute noch dieses Abkommen ber praktisch i einzig existierenbe wirkliche verständnisvolle und 1 für ein Volk verderblich ist, für Staatsmänner nützlich fein kann. Wir haben in der deutschen Geschichte der letzten 20 Jahre ja Gelegenheit gehabt, Ersah- rungen auf diesem Gebiet zu sammeln. Die erste Fühlung mit dem Bolschewismus im Jahre 1917 brachte ein Jahr später uns s e l b st die Revolution. Die zweite Berührung mit ihm genügte, um in wenigen Jahren Deutschland knapp an den Rand des kommunistischen Zusammenbruchs zu bringen. Ich habe diese Beziehungen gelöst und damit Deutschland vor diesem verderben zurückgerissen. Nichts wird mich bewegen können, dnen anderen weg zu gehen als den, den mir Erfahrung, Einsicht und Voraussicht vorschreiben. And ich wdh, dah diese Aeber- zeugung tiefstes Gedanken- und Ideengut der ganzen nationalsozialistischen Bewegung geworden ist. Wit zäher Beharrlichkeit werden wir die nationalen Probleme und Spannungen in unserem Volk auf dem Wege einer Evolution lösen und damit uns des Segens einer ruhigen Entwicklung versichern, die allen unseren Volksgenossen zugute kommt. And was babd an immer neuen Aufgaben an uns herantritt, erfüllt uns mit der Freude desjenigen, der ohne Arbeit und damit ohne Aufgaben nicht zu leben vermag. Staatsauftasiuug ist das Glaubensbekenntnis zur Deltrevolution. Ls ist nicht feststellbar, ob nicht morgen oder übermorgen auch in Frankreich diese Weltanschauung erfolgreich fdn wird. Sollte aber dieser Fall eintreten — und al» deutscher Staatsmann muh ich auch pflichtge- mäh damit rechnen, — dann ist es sicher, dah dieser neue bolschewistische Staat dne Sektion der bolschewistischen Internationale fdn würde, d. h^ die Entscheidung über Angriff oder Richtangriff wird dann nicht von zwei verfchiedenen Staaten nach deren objektivem eigenen Ermessen getroffen, sondern von einer Stelle aus direktiv erteilt Diese Stelle aber würde im Falle dieser Entwicklung nicht mehr Paris, sondern Moskau fdn. So wenig Deutschland in ber Lage ist, schon au» rein territorialen Gründen Rußland anzugreifen, so sehr wäre Rußland jederzeit in der Lage, über den Umweg seiner vorgeschobenen Positionen einen Konflikt mit Deutschland herbeizuführen. Die Fest- ftellung des Angreifers wäre dann, weil unabhängig von der Bestimmung des Völkerbunds- rates, wohl von vornherein gewiß. Die Behauptung oder der Einwand, daß Frankreich und Rußland nichts tun würden, — was sie evtl. Sank- ti o n en aussehen könnte — und zwar von feiten Englands oder Italiens, — ist belanglos, gegenüber der Frage, welcher Art wirksame Sanktionen gegen eine so überwältigende weltanschaulich und militärisch einige Koalition überhaupt sein könnten. Wenn ich diese grundsätzliche Einstellung auf die europäische allgemeine Politik übertrage, dann ergibt sich daraus für mich die Unterscheidung Europas in zwei Hälften: in jene Hälfte, die sich aus selbständigen und unabhängigen Nationalstaaten aufbaut, aus Völkern, mit denen wir tausendfältig durch Geschichte und Kultur verbunden sind und mit denen wir in alle Zukunft genau so wie mit den freien und selbständigen Nationen der außereuropäischen Kontinente verbunden bleiben wollen. Und in eine andere Hälfte: die von jener unduldsamen und einem allgemeinen internationalen Herrschaftsanspruch erhebenden bolschewi st ischenLehre regiert wird, die selbst den ewigen und uns heiligen Dies- unb Jenseitswerten die Vernichtung predigt, ' eine andere in Kultur, Aussehen und Inhalt scheulich verkommene Welt aufzubauen. Mit ihr wollen wir außer den gegebenen politischen und wirtschaftlichen internationalen Beziehungen i n fei ne sonstige innigere Berührung Ich habe mich in den letzten drei Jahren bemüht, langsam aber stetig die Voraussetzungen für eine deutsch-französische Verständigung zu schaffen. Ich habe dabei nie einen Zweifel darüber gelassen, daß zu den Voraussetzungen dieser Verständigung die a b s o- lute Gleichberechtgung und damit die gleiche Rechtswertung des deutschen Volkes und Staates gehört. Ich habe aber bewußt in dieser Verständigung nicht nur ein Problem gesehen, das auf den Wegen von Pakten gelöst wird, sondern ein Problem, das zunächst den beiden Völkern psychologisch nahegebracht werden muß, da es nicht nur Verstandes-, sondern auch gefühlsmäßig vorbereitet werden soll. Ich habe daher auch oft den Vorwurf bekommen, daß meine Freundschaftsangebote keine konkreten Vorschläge enthalten hätten. verfügt. , Die Heranziehung dieses gewaltigsten militärischen Faktors, der auch in seiner Beweglichkeit und in seiner Führung und als ausgezeichnet und jederzeit einsatzbereit geschildert wurde, in das mittel- -Tage nach ö er europäische Spielfeld zerstört jedes w i r k -1 zvsischen Kammer. bemühe mich, in unserer Jugend das Verständnis für das Ideal einer solchen Verständigung zu erwecken, und zwar sicher nicht erfolglos. Als ooüt wenigen Wochen die französischen Gäste in das olympische Stadion in Garmisch-Partenkirchen einzogen, da hatten sie vielleicht Gelegenheit feststellen, ob und inwieweit mir eine solche innere Umstellung des deutschen Volkes gelungen ist. Diese innere Bereitwilligkeit aber, eine solche Der- ftänbigung zu suchen und zu finden, ist w i ch t i g e r als ausgeklügelte Versuche von Staatsmännern, sich selbst in ein Netz juristisch und fachlich undurchsichtiger Pakte zu verspinnen. Dieses Bestreben von mir war aber doppelt schwer, weil ich in derselben Zeit Deutschland aus der Verstrickung eines Vertrags lösen mutzt-, ber ihm feine Gleichberechtigung raubte, an dessen Aufrechterhaltung ob mit Recht oder Unrecht ist nebensächlich — das franzo- fische Volk geglaubt hat, interessiert fein zu müssen. Ich habe dabei gerade als deutscher Nationalift für das deutsche Volk noeb ein w eit e r e s b e son - b e r s schweres Opfer auf mich nehmen müssen. Es ist bisher wenigstens in der neueren Zeit noch nie versucht worden nach einem Krieg dem Derne - der souveräne Hoheitsrechte über große und alte Teile seines Reiches einfach abzusprechen. Ich habe nur im Interesse dieser Der- ftänbigung dieses schwerste Opfer, bas man uns politisch unb moralisch aufbürden konnte, getragen und wollte es weiter t r a g e n, nur weil ich glaubte, einen Vertrag aufrechterhalten zu sollen, der vielleicht mithelfen konnte, die politische Atmo- sphäre zwischen Frankreich unb Deutschland und / England zu entgiften, und das Gefuhl einer /Sicherheit auf allen Seiten zu verbreiten. I. richten 1. 2. 3. 4. 5. 7. burgb 1. Deutschlands belegt werden. Die Bewegung hrzahl bet wird am S. März beendet sein. Die Mehrzahl 2. Der ... mu tret iciieu u Pf yade. Sch hatte nm die innere Zustimmung des ÄM FttN-G Ns, 3 vom 1. Links: und 9 aber fefkfkeht. daß ein Partner diese Opfer entweder nicht mehr bewertet oder würdigt, muh sich daraus eine einseitige Belastung D e u t s ch l a n ds ergeben und damit eine Diskriminierung, die für uns unerträglich ist. Ich möchte aber, in dieser geschichtlichen Stunde und an diesem Platze noch einmal das wiederholen, was ich in meiner ersten großen Reichstagsrede im Mai 1933 ausgesprochen habe: Das deutsche Bolk wird lieber jede Rot und Drangsal auf sich nehmen als von dem Gebot der Ehre und dem Willen zur Freiheit und der Gleichberechtigung abzustehen. M4 Ohne- ßuftefl' Auch von e teren Verstärkung dieser Sicherheitsabmachungen zwischen den Westmächten einen Luftpakt abzuschliehen, der geeignet ist, der Gefahr plötzlicher Luftangriffe automatisch und wirksam vorzubeugen. 6. Die deutsche Reichsregierung wiederholt ihr Angebot, mit den im Osten an Deutschland grenzenden Staaten, ähnlich wie mit Polen, Richtangriffspakte abzuschliehen. Da dielitauischeRegierung in den letzten Monaten ihre Stellung dem Memelgebiet gegenüber einer gewissen Korrektur unterzogen hat, nimmt die deutsche Reichsregierung die Litauen betreffende Ausnahme, die sie einst machen mußte, zurück und erklärt sich unter der Voraussetzung eines wirksamen Ausbaues der garantierten Autonomie des Memelgebietes bereit, auch mit Litauen einen solchen zu dem Schwur, vor keiner Macht und vor keiner Gewalt in der Wiederherstellung der Ehre unseres Volkes zu rück zu- weichen und lieber vor schwerster Not ehrenvoll zu erliegen, als jemals vor ihr zu kapitulieren und neue Vereinbarungen für die Aufrichtung eines Systems der europäischen Friedenssicherung recht einzutreten und nach neuen Wegen zu suchen, um eine Lösung dieser Fragen in einem für alle nützlichen Sinne zu ermöglichen. Ich habe mich daher weiter bemüht, in ko n - kretenVorschlägen der Empfindung des deutschen Volkes Ausdruck zu geben, das um feine Sicherheit besorgt, für seine Freiheit zu jedem Opfer bereit zu einer wirklichen aufrichtigen und gleichbewerteten europäischen Zusammenarbeit aber jederzeit gewillt ist. Nach schwerem innerem Ringen habe ich mich daher namens der deutschen Reichsregierung entschlossen, heute der französischen Regierung und den übrigen Signatarmächten des Locarnopaktes folgendes Memorandum überreichen zu lassen: 3ch konnte dies olles nur tun, weil ich mich nie als Diktator meines Volkes, sondern sletsnur als sein Führer und damit als fein Beauftragter gefühlt Oer Wortlaut des deutschen Memorandums an die Locarnomächte. mit Frankreich und Belgien über die Bildung einer beiderseitigen entmilitarisierten Zone sofort in Verhandlungen einzulreten und einen solchen Vorschlag in jeder Tiefe und Auswirkung unterderVoraus- fehung der vollkommenen Parität von vornherein ihre Zustimmung zu geben. Die deutsche Reichsregierung schlägt vor, zum Zwecke der Sicherung der Unversehrtheit und Unverletzbarkeit der Grenzen im Westen einen Richtangriffspakt zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien abzuschliehen, dessen Dauer sie bereit ist, auf 25 Jahre zu fixieren. Die deutsche Reichsregierung wünscht England und Italien einzuladen, als Garantiemächte diesen Vertrag zu unterzeichnen. Die deutsche Reichsregierung ist einverstanden, falls die königlich niederländische Regierung es wünscht und die anderen Vertragspartner es für angebracht halten, die Riederlande in dieses Vertragssystem einzubeziehen. Die deutsche Reichsregierung ist bereit, zur rod- Wenn das deutsche Volk und Reich für die europäische Zusammenarbeit einen Wert haben sollen, dann können sie diesen Wert nurhaben als ein ehrliebender und damit gleichberechtigter Partner. Im Augenblick, in dem sie aufhören, diesen charakterlichen Wert zu besitzen, verlieren sie auch jeden sachlichen. Ich möchte weder uns noch die übrige Welt belügen und betrügen mit einem Volk, das dann nichts mehr wert sein würde, weil ihm das natürlichste Ehrgefühl mangelt! Ich glaube aber auch, daß man selbst in der Stunde so bitterer Erkenntnisse und schwerer Entscheidungen nicht versäumen darf, für d ie europäische Zusammenarbeit trotz alledem er st tag 1936 (ünbrud in den Richlangrisfspakl zu unterzeichnen. Rach der nunmehr erreichten endlichen Gleichberechtigung Deutschlands und der Wiederherstellung der vollen Souveränität über das gesamte deutsche Reichsgebiet sieht die deutsche Reichsregierung den Hauptgrund für den seinerzeitigen Austritt aus dem Völkerbund als behoben an. Sie ist daher bereit, wieder in den Völkerbund einzulreten; sie spricht dabei die Erwartung aus, dah im Lause einer angemessenen Zeit aus dem Wege freundschaftlicher Verhandlungen die Frage der kolonialen Gleichberechtigung sowie die Frage derTrennungdesVölkerbunds- st akutes von feiner Versailler Grundlage geklärt wird. •'.‘tiujsoe Werter finden! M oi. Wnleri •-fynbenb; vorden । Ack i: !r.eb Do' bei bei ( Ut ben ■ Truppen wird am Rhein und in der Rhein« ebene zwischen Schwarzwald und Rhein unten, gebracht werden. Aachen, Trier und Saar« brücken werden schwach belegt. Zwei Grup« pen Jagdflieger sind am 7. März in itjrel neuen F r i e d e n s g arn is o n en Köln, Männer, Adgeornete des Deutschen Reichstages! In dieser geschichtlichen Stunde, da in den westlichen Provinzen des Reiches deutsche Truppen soeben ihre künftigen Friedensgarnisonen beziehen, vereinigen wir uns alle zu zwei heiligen inneren Bekenntnissen: zu treffen: " Die deutsche Reichsregierung erklärt sich bereit. Deutschland hat seine Gleichberechtigung zurückgenommen. Deutsche Truppen rücken in ihre Friedensgarnisonen im Rheinland ein. zu dem Bekenntnis, nun erst recht für eine Verständigung der Völker Europas und insbesondere für eine Verständigung mit unseren westlichen Völkern und Nachbarn anzutreten. Nach drei Jahren glaube ich so mit dem heutigen Tag denKampfum die deutsche Gleichberechtigung als abgeschlossen ansehen zu können. Ich glaube, daß damit aber die erste Voraussetzung für unsere seinerzeitige Zurückziehung aus der europäischen kollektiven Zusammenarbeit weggefallen ist. Wenn wir daher nunmehr wieder bereit sind, zu dieser Zusammenarbeit zurückzukehren, dann geschieht Dies mit dem aufrichtigen Wunsch, daß vielleicht diese Vorgänge und ein Rückblick auf diese Fahre mithelfen werden, das Verständnis für diese Zusammenarbeit auch bei den anderen europäischen Völkern zu vertiefen. Wir haben in Europa keine territoria- len Forderungen zu stellen. Wir wissen vor allem, daß alle die Spannungen, die sich entweder aus falschen territorialen Bestimmungen oder aus den Mißverhältnissen der Volks- zahlen mit ihren Lebensräumen ergeben, in Europa durch Kriege nicht gelöst werden können. Vic Haffen aber, daß die von ihm mit Deutschland vereinbarten Kriegsverzichtes weiterhin und in so entscheidender Weise einschränkt, und wenn es dabei, wie oben dargelegt, nicht einmal die festgesetzten formellen Grenzen innehält, so hat es damit eine völlig neue Lage geschaffen und das politische System des Rheinpakles sowohl dem Sinne nach als tatsächlich z e r st ö r t. Die letzten Debatten und Beschlüsse des französischen Parlaments haben erwiesen, daß Frankreich trotz der deutschen Vorstellungen entschlossen ist, den Pakt mit der Sowjetunion endgültig in Kraft zu setzen, ja, eine diplomatische Unterredung hat ergeben, daß sich Frankreich schon jetzt an die von ihm geleistete Unterzeichnung des Paktes vom 2. Mai 1935 als gebunden ansieht. Gegenüber einer solchen Entwicklung der europäischen Politik kann aber die deutsche Reichsregierung will sie nicht die ihr pflichtgemäß anoertrauten Interessen des deutschen Volkes verwahrlosen lassen oder preisgeben, nicht untätig bleiben. Die deutsche Regierung hat bet den Verhandlungen der letzten Jahre stets betont, alle sich aus dem Rheinpakt ergebenden Verpflichtungen f o lange zu halten und erfüllen zu wollen als die anderen Vertragspartner auch ihrerseits bereit sind, zu diesem Pakt zu stehen. Diese selbstverständliche Voraussetzung kann jetzt als von feiten Frankreichs nicht mehr erfüllt angesehen werden. Frankreich Hal die ihm von Deutschland immer wieder gemachten freundschaftlichen Angebote und friedlichen Versicherungen unter Verletzung des Rheinpaktes mit eimem ausfchließlichgegenDeutfch- land gerichteten militärischen Bündnis mit der Sowjetunion beantwortet. Damit hat der Rheinpakt von Locarno aber feinen inneren Sinn verloren, und praktisch aufgehört zu existieren. Deutschland sieht sich daher auch seinerseits nicht mehr als an diesem erloschenen Pakt gebunden an. Die deutsche Regierung ist nunmehr gezwungen, der durch dieses Bündnis neu geschaffenen Lage zu begegnen. einer Lage, die dadurch verschärft wird, daß der französisch-sowjetische Vertrag seine Ergänzung in einem genau parallel gestalteten Bündnisvertrag zwischen der Tschechoslowakei und der Sowjetunion gefunden hat. Im Interesse des primitiven Rechtes jedes Volkes auf Sicherung seiner Grenzen und Wahrung feiner Verleidigungsmöglichkeiten hat daher die deutsche Reichsregierung mit dem heutigen Tage die volle und uneingeschränkte Souveränität des Reiches in der entmilitarisierten Zone des Rheinlandes wieder hergestellt. Um aber jeder Mißdeutung ihrer Absichten vorzubeugen, und den rein defensiven Charakter dieser Maßnahme außer Zweifel zu stellen, sowohl als ihrer ewig gleichbleibenden Sehnsucht nach einer wirklichen Befriedung Europas zwischen gleichberechtigten und gleichgeachteten Staaten Ausdruck zu verleihen, erklärt sich die deutsche Reichsregierung bereit, auf der Grundlage der nachstehenden Vorschläge menschliche Einsicht mithelfen wird, das Schmerzliche dieser Zustände zu mildern und Span- nungen auf dem Wege einer langsamen evolutionären friedlichen Zusammenarbeit zu beheben. Und insbesondere empfinde ich mit dem heutigen Tage erst recht die Rotwendigkeit, die Verpflichtungen zu würdigen, die uns die wieder gewonnene nationale Ehre und Freiheit auferlegen, Verpflichtungen nicht nur unserem eigenen Volk gegenüber, sondern auch gegenüber den übrigen europäischen Staaten. So möchte ich denn an dieser Stelle noch einmal die Gedanken, die ich in den dreizehn Punkten meiner letzten Rede hier ausgesprochen habe, in die Erinnerung der europäischen Staatsmänner zurückrufen mit der Versicherung, daß wir Deutsche gern alles tun wollen, was zur Verwirklichung dieser sehr realen Ideale möglich und nötig ist. Meine Parteignossen! Seit drei Jahren führe ich nun die Regierung des Deutschen Reiches und damit das deutsche Volk. Groß sind die Erfolge, die mich die Vorsehung in diesen drei Jahren für unser Vaterland erringen ließ. Auf allen Gebieten unseres nationalen, politischen und wirtschaftlichen Lebens ist unsere Stellung gebessert worden. Ich darf an diesem Tage aber auch bekennen, daß mich in dieser Zeit zahlreiche Sorgen bedrückten und unzählige schlaflose Nächte, arbeitserfüllte Tage begleiteten. Düsseldorf, Frankfurt a. IN. und Mann« heim eingetroffea. Zwei Abteilungen beziehen endgültig Standorte in Köln und Mannheim. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder; Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton; Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantworte lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmch D. A. II. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'scU Sofort nach dem Bekanntwerden des am 2. Mai 1935 unterzeichneten Pakteszwischen Frankreich und der Union der s o z i a l i st i s ch e n Sowjetrepubliken hat die deutsche Regierung die Regierungen der übrigen Signatarmächte des Rheinpaktes von Locarno darauf aufmerksam gemacht, daß die Verpflichtungen, die Frankreich in dem neuen Pakt eingegangen ist, mit seinen Verpflichtungen aus dem Rheinpakt nicht vereinbar sind. Die deutsche Regierung hat ihren Standpunkt damals sowohl rechtlich als politisch ausführlich begründet, und zwar in rechtlicher Beziehung mit dem deutschen Memorandum vom 25. Mai 1935, in politischer Beziehung in Nn vielfachen diplomatischen Besprechungen, die sich cm dieses Memorandum angeschlossen haben. Den beteiligten Regierungen ist auch bekannt, daß weder ihre schriftlichen Antworten auf das deutsche Memorandum noch die von ihnen auf diplomatischem Wege oder in öffentlichen Erklärungen vorgebrachten Argumente den Standpunkt der deutschen Regierung erschüttern konnten. In der Tat hat die gesamte Diskussion, die seit dem Mai 1935 diplomatisch und öffentlich über diese Fragen geführt worden ist, in allen Punkten n u r d i e Auffassung der deutschen Regierung bestätigen können, die sie von Anfang an zum Ausdruck gebracht hat: 1. Es ist unbestritten, daß sich der französisch- sowjetische Vertrag ausschließlich gegen Deutschland richtet. 2. Es ist unbestritten, dah Frankreich in ihm für den 3 all eines Konfliktes zwischen Deutschland und der Sowjetunion Verpflichtungen übernimmt, die weit über seinen Auftrag aus der Völker- bundssahung hlnausgehen und die es selbst dann zu einem militärischen Vorgehen gegen Deutschland zwingen, wenn es sich dabei weder auf eine Empfehlung oder überhaupt auf eine vorliegende Entscheidung des Völkerbundsrates berufen kann. 3. Es ist unbestritten, dah Frankreich in einem solchen Falle also das Recht für sich in Anspruch nimmt, nach eigenem Ermessen zu entscheiden, wer der Angreifer ist. 4. Es steht somit fest, dah Frankreich der Sowjetunion gegenüber Verpflichtungen eingegangen ist, die praktisch darauf hinauslaufen, gegebenenfalls so zu handeln, als ob w e d e r d i e Völkerbundssatzung noch der Rhein- p a k t. der auf diese Satzung Bezug nimmt, in Geltung wären. Dieses Ergebnis des französisch-sowjetischen Vertrages wird nicht damit beseitigt, dah Frankreich darin den Vorbehalt gemacht hat, zu einem militärischen Vorgehen gegen Deutschland dann nicht verpflichtet sein zu wollen, wenn es sich durch ein solches Vorgehen einer Sanktion seitens der Garantiemächte Italien und Großbritannien aussetzen würde. Diesem Vorbehalt gegenüber bleibt schon die Tatsache entscheidend, daß der Rheinpakt nicht etwa nur auf Garantieverpflichtungen Großbritanniens und Italiens, sondern primär a u f ö e n im Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland fe st gefetzten Verpflichtungen beruht. Es kommt deshalb allein darauf an, ob sich Frankreich bei der Uebernahme dieser Vertragsverpflichtungen injenenGrenzen gehalten hat, die ihm im Verhältnis zu Deutschland durch den Rheinpakt auferlegt worden sind. Das aber muß die deutsche Regierung verneinen. Der Rheinpakt sollte das Ziel verwirklichen, den Frieden im Westen Europas dadurch zu sichern, daß' Deutschland einerseits und Frankreich und Belgien andererseits in ihrem Verhältnis zueinander für alle Zukunft auf d i e Anwendung mklitäri- scher Gewalt verzichten. Wenn bei dem Abschluß des Paktes bestimmte Ausnahmen von diesem Kriegsoerzicht über das Recht der Selbstverteidigung hinaus zugelassen wurden, so lag, wie allgemein bekannt, der politische Grund hierfür allein Darin, daß Frankreich schon vorher gegenüber Polen und der Tschechoslowakei bestimmte Bündnispflichten übernommen hatte, die es der Idee der absoluten Friedenssicherung im Westen nicht opfern wollte. Deutschland hat sich aus seinem guten Gewissen heraus damals mit diesen Einschränkungen des Kriegsverzuges ab gefunden. Es hat diese von dem Vertreter Frankreichs auf den Tisch von Locarno gelegten Verträge mit Polen und der Tschecho- slowakei nicht beanstandet, allein unter der selbstverständlichen Voraussetzung, daß diese Verträge sich an die Konstruktion des Rheinpaktes a n p a ß t e n und keinerlei Bestimmungen über die Handhabung des Artikels 16 der Völkerbundssatzung enthielten, wie sie in den neuen französisch-sowjetischen Abmachungen vorgesehen sind. Dem entsprach auch der damals der deutschen Regierung bekanntgewordene Inhalt ihrer Sonder- abmachungen. Die im Rheinpakt zugelassenen Ausnahmen sind allerdings nicht ausdrücklich auf Polen und die Tschechoslowakei abgestellt, sondern abstrakt formuliert worden. Es war aber der Sinn aller hieraus bezüglichen Verhandlungen, nur einen Ausgleich zwischen dem deutsch-französischen Kriegsverzicht und dem Wunsche Frankreichs nach Aufrechterhaltung feiner schon bestehenden Bündnisverpflichtungen zu finden. wenn sich daher Frankreich die abstrakte Formulierung der im Rheinpakt zugelassenen kriegsmüglichkeiten jetzt zu nutzen macht, um ein neues Bündnis mit einem militärisch hochgerüsteten Staat gegen Deutschland abzuschlletzen, wenn es ja die Tragweite des deutschen Volkes zu meinen Idealen einst 14 Jahre gerungen, und ich bin dann dank seines Vertrauens von dem ehrwürdigen Generalfeldmarschall berufen worden. Ich habe aber auch seitdem alle meine Kraft nur aus dem glücklichen Bewußtsein geschöpft, mit meinem Volk unlösbar verbunden zu sein, als Wann und als Führer. Ich kann diese geschichtliche Periode der Wiederherstellung der Ehre und Freiheit meines Volkes nicht abschliehen, ohne das deutsche Volk nunmehr zu bitten, mir und damit allen meinen Witarbeitern und Mitkämpfern die nachträgliche Zustimmung zu erteilen, zu alldem, was ich in diesen Jahren an oft scheinbar eigenwilligen Entschlüssen, an harten Maßnahmen durchführen und an großen Opfern fordern mußte. Ich habe mich deshalb entschlossen, am heutigen Tag den Deutschen Reichstag aufzulösen, damit das deutsche Volk sein Urteil abzugeben vermag, über meine und meiner Mitarbeiter Führung. In diesen drei Jahren hat Deutschland wieder zurückerhalten seine Ehre, wiedergefunden seinen Glauben, überwunden seine größte wirtschaftliche Not und endlich einen neuen kulturellen Aufstieg eingeleitet. Dies glaube ich vor meinem Gewissen und vor meinem Gott aussprechen zu dürfen. Ich bitte jetzt das deutsche Volk, mich in meinem Glauben z u stärken und mir durch d i s Kraft seines Willens auch weiterhin d i e eigene Kraft z u geben, um für feine Ehrs und feine Freiheit jederzeit mutig eintreten und für fein wirtschaftliches Wohlergehen sorgen zu können Und mich besonders zu stärken in meinem R i Nil gen um einen wahrhaften Frieden. Oer Reichstag ausgelöst. Anschließend verlas Reichstagspräsident Göring folgende Botschaft des Führers: „In der Absicht, dem deutschen Volke die Gelegenheit zu geben, die mit dem heutigen Tage abgeschlossene dreijährige Politik der Wiederher st ellung der nationalen Ehre und Souveränität des. Reiches, verbunden mit dem aufrichtigen Bestreben nach einer wahren Völkerversöhnung und Verständigung auf den Grundlagen gleicher Rechte und Pflichten seine volle Zu st i m m u n g erteilen zu können, löse ich den Reichstag mit Ablauf des 28. März auf. Die Reuwahlen zum Reichstag findey am Sonntag, dem 2 9. März, statt/' Das Schlußwort Görings. Nach Verlesung der Botschaft fuhr Reichstags« Präsident Göring fort: Meine Abgeordneten! Sis haben soeben eine Stunde von gewaltiger Bedeutung .für unser Volk und Vaterland durchlebt Deutschland, unser Volk ist frei! Vor Jahren hat der Führer versprochen, Freiheit und Ehre des deutschen Volkes wiederher z u st el l e n. Seinern Ringen, seinen Entschlüssen, feinem gewaltigen Kampf ist es gelungen, das Versprechen ist erfüllt. Klar liegt die Zukunft vor uns, von ihm aufgezeigt, ebenso klar wie in der Vergangenheit der Weg von ihm geführt wurde. Wir brauchen heute, Abgeordnete, dem Führer keine neuen Beteuerungen zu geben. Jedermann tue jetzt feine Pflicht. Beweisen Sie, daß ein Volk und ein Führer auch einen neuen Willen gebiert. Die Völker und Nationen der Welt und Europas haben den Ruf unseres Führers gehört. Das letzte Hindernis einer aufrichtigen Verständigung ist nunmehr gefallen. Was das Schicksal uns auch geben wird, w i t sind bereit. Im Glauben an Den Allmächtigen, im Vertrauen auf den Führer und im Glaubne an die Kraft unseres Volkes, werden wir in ruh i g e st Sicherheit unseren Weg gehen und gemeinsam in dem soeben hier dem Führer gegebenen Gelöbnis unerschütterlich hinter ihm stehen in jedem Augenblick des Kampfes und des Lebens. Wir find bereit, alles — das gesamte deutsche Volk bekennt sich zu dieser Bereitschaft einzusetzen, auchdasLeben,damitDeutfch« land leben kann. Präsident Göring schloß die letzte Sitzung Diefed Reichstages mit Sieg-Heil auf Führer und Vaterb land. Mit einer kaum jemals gehörten Begeisterung wurden die Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Der Führer ver« abschiedete sich mit Handschlag von den Ka« binettsmitgliebern und verließ dann unter mimest erneut aufbrausenden Heil-Rufen den Saal. Dke Kundgebungen fetzten sich auf der Straße und auf dem Wege des Führers zur Reichskanzlei fort. Oie Belegung desRheingebieis mit Truppen. Berlin, 7. März. (DRV. Funkfpruch.) Das Rheingebiet wird im Laufe des 7. und 8. März mit 19 Bataillonen und 13 Artillerie« Abteilungen aus dem Inneren Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G^ sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 PH, Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehst« Einzelverkaufspreis 10 Pf. und (Samstags 15 Pfih mit der Illustrierten 5 Pf und bei tatt. C! >>e hoi olflten. d'Iche ater ar musikali und des trrani 2 orchester- für die < My. W Mutiger ; Trauer, ^analsoz *. und tnei