Kr. 261 Erster Blatt 186. Jahrgang ßreitag, 6. November 1936 ErschetM tägltd), autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3Iluftrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siesten potzscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unioersttätsvuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Lchristleitung und SeschSflrstelle: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/,Ubr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25^ mehr. 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Die von ihm der Völkerbundsversammlung unterbreiteten Reformvorschläge berührten nicht die grundsätzliche Struktur des Völkerbundes, sondern zielten nur auf Verbesserungen ab. Die Regierung glaube, daß ihre Vorschläge dazu beitragen würden, die Autorität des Völkerbundes wiederherzustellen. Eden beschäftigte sich dann mit den Aussichten der Fünfmächtekonferenz. Run seien die Ansichten aller fünf Mächte bekannt. Der Gedankenaustausch habe gewisse wichtige Verschiedenheit en der Ansichten zu Tage treten lassen. So beträchtlich auch diese Verschiedenheiten seien, so seien sie nicht unüberwindlich. In kurzer Zeit werde man die ErfolGsaussichten der Konferenz genau abschätzen können. Die Beziehungen Englands zu Frankreich seien herzlich. Vielleicht sei es natürlich, daß in der aufgestörten Welt von heute die zwei großen Demokratien Westeuropas sich zusammenschlössen und viele gemeinsame politische Berührungspunkte fänden. Aber diese Freundschaft schließe niemand aus. Was er von Frankreich gesagt habe, gelte in gleicher Weise für Belgien. England habe eine Versicherung erhalten, daß Belgien a n seinen bestehenden Verpflichtungen f e st h ä l t. 3n Deulschland sei wiederholt der Wunsch nach einer engeren englisch-deutschen Freundschaft ausgedrückt worden. Dieser Wunsch werde in England aufrichtig erwidert. (Sehr starker Beifall.) Es gebe jedoch zwei Bedingungen, die England unvermeidlich an jede Freundschaft knüpfe, sie könne nicht ausschließlich sein und könne sich nicht gegen irgend jemand anders richten. (Beifall.) Wenn er von Deutschland spreche, so müsse er sich zu einer dort neuerdings feststellbaren Reigung äußern, die darin bestehe, England die Schuld für Deutschlands wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geben. Das sei eine Lehre, die England nicht einen Tag lang annehmen könne, noch stehe sie mit den Tatsachen in Einklang. Ls sei eine Tatsache, daß England allein seit dem Kriege an Deutschland fast den gleichen Betrag aus- geliehen habe, den es in Gestalt von Reparationen von Deutschland erhalten habe. Biel wichtiger als der wirtschaftliche Gesichtspunkt sei aber die Möglichkeit, das Welthandelsvolumen zu vermehren, das gleichzeitig zu einer Vermehrung der deutschen Ausfuhren wie der Ausfuhren aller anderen Staaten führen würde. Was das Währungsabkommen der drei Mächte angehe, so feien andere Rationen einschließlich Deutschland ausdrücklich zur Mitarbeit eingeladen worden und England würde sich nur sehr freuen, wenn Deutschland sich imstande sähe, seine Rolle in diesem Programm zu spielen. Es könne keine Rede davon sein, daß England sich an irgendeiner Einkreisung Deutschlands beteilige. Englands Antwort an Mffolini. Gegenseitige Berücksichtigung der Mittelmeerintereffen. Es sei notwendig, sich daran zu erinnern, daß die Verschlechterung der englisch-italienischen Beziehungen auf das Bemühen Englands zurückzuführen sei, seine Verpflichtungen gemäß der Völkerbunds ja tzung zu erfüllen. Es sei niemals ein englisch-italienischer Streitfall gewesen. Solange das nicht in Italien erkannt werde, würden die beiderseitigen Beziehungen unter diesem Mißverständnis leiden. Die britische Regierung wende sich nicht gegen die Worte Mussolinis, daß das M i t t e l m e e r für Italien von lebenswichtiger Bedeutung sei, aber sie betone, daß die Freiheit der Verkehrswege in diesen Gewässern auch von lebenswichtigem Interesse in des Wortes wahrster Bedeutung für das Britische Reich sei. Die britische Regierung nehme Kenntnis von der Versicherung Mussolinis, daß Italien nicht die Absicht habe, diesen Seeweg zu bedrohen. Das gleiche treffe auch für England zu. England habe nicht den Wunsch, irgendwelche italienischen Interessen im Mittelmeer zu bedrohen oder anzugreifen. Angesichts dieser Sachlage sollte es nach englischer Ansicht den beiden Ländern möglich sein, auch weiterhin diese lebenswichtigen Interessen im Mittelmeer nicht nur ohne einen Konflikt aufrechtzuerhalten, sondern sogar zum gegenseitigen Nutzen. Eden erklärte, daß die dem Unterhaus soeben geschilderte internationale Lage ernst genug sei, aber er selbst glaube nicht an die Unvermeidbarkeit einer Katastrophe. Er glaube an England und glaube auch daran, daß der künftige Frieden Europas sehr wesentlich von der Rolle abhänge, die England spiele. (Beifall.) Es sei Englands fester Entschluß, dieFührungzu übernehmen. Eine europäische Regelung, die fest und sicher verankert sei, sei lebenswichtiges britisches Interesse. Man werde eine derartige Regelung nicht erzielen und nicht imstande sein, die Autorität des Völkerbundes wiederherzustellen, solange England nicht sowohl die Stärke des Wi l l e n s als auch der Waffen besitze. (Beifall auf den Regierungsbänken.) Die englische Wiederauf- rüstung müsse umfassend sein. Es werde niemals zu einem dauerhaften Frieden in der Welt kommen, solange nicht ein Rüstungsabkommen erzielt werde, und solange nicht die Nationen sich der ihnen gebührenden Lebenshaltung erfreuten. Fast jede Nation in der Welt und jede Nation in Europa rüste stetig, rücksichtslos und fieberhaft auf. Unterschiede beständen nur in dem Grad der Aufrüstung, aber alle rüsteten. Er wolle zwei Vorschläge machen. Der eine gehe dahin, die Welt auf den Friedenspfad zurückzuführen durch Duldsamkeit, Einhaltung einer internationalen Ordnung und Achtung und Unterstützung einer derartigen Ordnung. Der zweite Vorschlag laute, daß England wlederaufrüsten müsse. Bei der heutigen Weltlage sei die Stärke der britischen Rü st ungen von entscheidender Bedeutung für die Erhaltung des Friedens. Es fei fast ein Gemeinsah, zu sagen, daß, je stärker England heute sei, um so größer die Gewißheit des Friedens fei. Abschließend stellte Eden drei Hauptpunkte des britischen Programms auf: 1. Stärkung der Autorität des Völkerbundes. In dieser Hinsicht werde die britische Regierung alles tun, denn es bestehe kein Grund, wegen eines Fehlschlages die Bemühung aufzugeben. 2. Herbeiführung einer europäischen Regelung. 3. Aufrüstung Englands. Für diese Politik erbitte die Regierung die Unterstützung des Unterhauses und einer einigen Ration. (Beifall.) Die Aussprache. Für die Labour Party erklärte Dalton, Edens Rede sei enttäuschend. Seine Partei werde keinerlei Vertrauen zu der auswärtigen Politik der Regierung fassen. Eden habe zu viel vorn Locarnopakt und Westeuropa, zu wenig von ganz Europa gesprochen. Eine überwältigende Macht gegen „Friedensstörer" lasse sich nicht erzielen, wenn man sich auf Westeuropa beschränke. Dazu müsse man Polen, die Tschechoslowakei, Jugoslawien und vor allem die Sowjetunion herbeirufen. Die Hauptgefahr im Lande sei der Faschismus und der Kommunismus. Winston Churchill (Konservativ) erklärte, er könne Eden im wesentlichen zustimmen. Die Gefahr für England sei größer, wenn es die kollektive Sicherheit fallen lasse, als wenn es versuche, aus dem Völkerbund eine Wirklichkeit zu machen. Man müsse im Völkerbund die größte Anzahl gut bewaffneter Völker zusammenfassen, die entschlossen seien gegen jeden Angreifer, woher er auch immer kommen möge, vorzugehen. Eden habe den Sow- j e t st a a t nicht erwähnt. England und Frankreich sollten sich nicht in einem „nationalsozialistischen Feldzug" gegen den Kommunismus hineinziehen lassen. England werde selbst in der Lage sein, mit seinen Kommunisten fertig zu werden. Die gegenwärtige Politik Sowjetruhlands sei ein unerhörter Wahnsinn. Wenn die sowjetrussische Propaganda nicht gewesen wäre, die Spanien sechs Monate lang vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges durchwühlt habe, dann wäre es niemals zu den schrecklichen Ereignissen in Spanien gekommen. (Beifall auf den Regierungsbänken.) Es besiehe überhaupt kein Zweifel darüber, daß der Entschluß zur Herbeiführung revolutionärer Zustände in Spanien auf die Handlungen Sowjetrußlands z u r ü ck z u f ü h r en fei. Für die freien Rationen Westeuropas würde es völlig unmöglich fein, an dem Schicksal Sow- jelrußlands Anteil zu nehmen, wenn es weiterhin in dieser „Verkleidung" auftrete. Cs wäre ein verbrechen, französische oder brittsche Soldaten aufzufordern, einem solchen Rußland zu Hilfe zu eilen, ja — es wäre eluAktdergrößtenDummhelt. Das „andere" Rußland, das in Frieden gelassen werden wolle, fei zur Zeit nicht vorhanden. Schahkanzler AevAe Ehamberlain erklärte, daß alle Parteien im Unterhaus der von Eden dargelegten Politik z u g e st i m m t hätten. Er glaube nicht, daß irgendein Abgeordneter wünsche, daß England dem Völkerbund den Rücken kehre und sich wieder dem alten Bünd- n i s s y st e m zuwende. Die britische Regierung habe immer wieder klar betont, daß sie eine Aufteilung E u r o p a s in gegnerische Blocks verbündeter Mächte a b l e h n e. Sie wolle nicht das Zünglein an der Waage zwischen ihnen sein, oder sich mit dem einen oder anderen Block verbünden. Dieses System sei tot und könne nicht zu neuem Leben erweckt werden. Die einzige Hoffnung der Welt sei daher, ein System der kollektiven Sicherheit zu finden, daß den Frieden Herstellen und aufrechterhalten würde, ohne den Fehlern des kollektiven Systems in seiner bisherigen Form verfallen zu fein. Wenn man die kollektive Sicherheit aufrechterhalten wolle, dann müsse zuerst der Völkerbund gestärkt und sogar durch irgendein anderes System unterbaut werden, das zur Aufrechterhaltung des Friedens in den am meisten gefährdeten Weltteilen beitragen würde. Man müsse berücksichtigen, daß jede Ration gewisse für sie lebenswichtige Belange habe. Daher sollte es möglich sein, Regionalpakte abzuschließen, an denen sich die Staaten beteiligen würden, die an den von den Pakten betroffenen Gebieten in erster Linie interessiert seien. In diesem Falle könnte man sich nämlich darauf verlassen, daß die Rationen ihre Verpflichtungen erfüllen würden, da sie es zur Verteidigung ihrer Lebensinterefsen tun mühten. Solche Regionalpakte dürften jedoch nicht an Stelle der allgemeinen Völkerbundsverpflichtnngen treten, sondern sie mühten diese stärken. Während die allgemeinen Verpflichtungen nicht notwendigerweise die Anwendung militärischer Sanktionen erforderten, umfasse der Re- gionalpakldieGewaltanwendung. Wenn man daher die allgemeinen Völkerbundsverpflichtungen durch derartige streng bindende Vereinbarungen zwischen Rationen, die an besonderen Gebieten interessiert seien, verstärken könnte, dann würde dies beträchtlich zur Befriedung der Welt beitragen. Die englische Regierung würde gern das Zustandekommen eines osteuropäischen Pak- t e s nach ähnlichen Richtlinien wie den allgemeinen des Westpaktes sehen. England selbst würde an einem solchen Pakt nicht teilnehmen. Das bedeute jedoch nicht, daß es irgend einem anderen Staat freie Hand geben würde, zu tun, was ihm beliebe, oder daß England sich verpflichten würde, sich unter keinen Umständen einzumischen. Tatsächlich behalte sich England freie Hand vor, die Umstände des Einzelfalles zu erwägen. Es beschränke seine tatsächlichen Verpflichtungen auf die Regionalpakte, die seine lebenswichtigen Interessen angehen. England strebe eine Normalisierung der internationalen Wirtschafts- und Finanzbeziehungen an. Die Dreimächte-Erklärung anläßlich der Frankenabwertung sei ein erster Schritt gewesen, dem weitere Schritte folgen müßten. Niemals sei geplant gewesen, durch diese Methode wieder zum Goldstandard durch eine Hintertür zurückzukommen. Vor Erfüllung einer Anzahl von Bedingungen bestünden keine Aussichten, daß England zum Goldstandard zurückkehre. 9efrie)igung in Paris. Paris, 6. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Rede Edens wird von der französischen Presse mit besonderer Genugtuung ausgenommen. Man hebt die Feststellung Edens hervor, daß die englisch-französischen und englisch-belgischen Beziehungen noch nie so gut gewesen seinen, wie im Augenblick. Gleichzeitig legt man aber auch Wert auf die Versicherung Edens, daß Großbritannien keine Einkreisung Deutschlands wünsche, sondern im Gegenteil mit dem Dritten Reich freundschaftliche Beziehungen unterhalten wolle. „Jour" meint, die Antwort Edens auf die Rede des Duce in Mailand sei sehr versöhnlich gewesen. Besonders anerkennenswert aber feien feine Ausführungen über die englisch-französischen Beziehungen. Es sei angenehm, von der Tribüne des Unterhauses herab zu hören, daß diese Beziehungen noch nie so vertrauensvoll gewesen seien, wie gerade jetzt. — „Petit Parisien" bezeichnet die Ausführungen Edens als intelligent, offen und entschlossen. Sie würden sicherlich dazu beitragen, die internationale Lage zu klären. Die Haltung Englands gegenüber Italien sei geradezu vorbildlich vernünftig dargelegt worden. Sie verdiene Nachahmung. Alexandrette. Don unserem S.-Korrespondenien. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Aleppo, Ende Oktober 1936. Während das Interesse der europäischen Oeffent- lichkeit in den letzten Wochen und Monaten, soweit es sich auf die vorderasiatischen Probleme erstreckte, durch die englisch-ägyptischen Verhandlungen und dann durch die blutigen Unruhen in Palästina in Anspruch genommen war, hat sich in dem benachbarten Syrien eine recht bedeutsame Entwicklung vollzogen, die, wie sich schon jetzt zeigt, nicht der Endpunkt eines Entwicklungsabschnittes ist, sondern vielmehr der Beginn eines neuen. Durch die Vereinbarungen, die kürzlich zwischen Frankreich und den Vertretern Syriens in Paris getroffen wurden, ist das bisherige Mandatsverhältnis zu Syrien so ähnlich, wie dies seinerzeit zwischen England und dem Irak vereinbart wurde, dahin abgeändert worden, daß Syrien seine staatliche Selbständigkeit zuerkannt wird. Mit diesem Uebereinkommen sind zunächst die wichtigsten Forderungen der syrischen Araber erfüllt worden, und es ist anzunehmen, daß sich die Unruhen und Zusammenstöße des letzten Winters nicht so bald wiederholen werden. Nun ist aber gerade durch den neuen Vertrag zwischen Frankreich und Syrien mit einem Schlage ein anderes Problem in den Vordergrund gerückt, das noch vor kurzer Zeit kaum ein Poli- ttker in Europa als besonders dringlich oder wesentlich angesehen hätte. Es handelt sich hier um Sie türkischen Ansprüche auf die Vilayets von Alexandrette (Jskenderum) und Antiochia (Antakya). Man muß sich zunächst einmal die nüchternen Tatsachen vor Augen halten. Danach ergibt sich, daß in diesen Vilayets ungefähr 280 000 Türken wohnen, die hier den Hauptteil der Bevölkerung ausmachen. Diese türkische Bevölkerung reicht auch b i s Aleppo hinüber, auf das sich neuerdings ebenfalls die türkischen Ansprüche erstrecken. Nun ist selbstverständlich diese türkische Bevölkerung nicht erst seit gestern in diesen Bezirken ansässig. Wenn die Türkei bisher die Frage der Gebiete von Alexandrette und Antiochia nicht so sehr in den Vordergrund gerückt hatte, so geschah dies lediglich aus taktischen Gründen. An sich sind diese türkischen Ansprüche so alt, wie der heutige türkische Staat, das heißt, sie gehn auf den vor rund 15 Jahren geschlossenen Vertra g von Ankara zurück. Dieser Vertrag wurde zwischen der damals noch neuen revolutionären türkischen Regierung und Franklin Bouillon als Vertreter Frankreichs abgeschlossen und beendete die verschiedenen Kampfhandlungen im Gebiete von Alexandrette, bei denen die Franzosen geschlagen worden waren. Um freie Hand gegen die damals noch mitten in Anatolien stehenden Griechen zu bekommen, willigte Kemal Atatürk damals ein, daß das Gebiet von Alexandrette und Antiochia beim syrischen Mandatsgebiet bliebe. Allerdings war die Voraussetzung hierfür die Einrichtung und Durchführung einer Kultur -und Verwaltungsautonomie für jene 280 000 Türken. (In einer am Sonntag gehaltenen Rede hat der türkische Staatspräsident, wie wir schon meldeten, diese Einwilligung zurückgezogen und die Rückgabe der beiden Vilayets als die einzige ungeklärte Frage zwischen der Türkei und Frankreich bezeichnet.^ So lagen die Dinge damals, als in der Frage von Alexandrette eine vorläufige Entscheidung getroffen wurde. Nun ist aber inzwischen die Zeit weitergegangen und hat zwei für die Weiterentwicklung dieser Frage bedeutsame Ereignisse gebracht. Einmal den Erfolg der Türkei bei ihrem Revisionsvorstoß in der Meeren gen- frage und zum anderen das jüngst abgeschlossene französisch-syrische Abkommen. Mußte der tü rkische Erfolg in der Meerengenfrage die Regierung von Ankara dazu ermutigen, nun nach und nach auch die übrigen, noch ungelösten Probleme aufzurollen, so gibt ihr jetzt — und dies ist der Kernpunkt der Frage — das neue französisch-syrische Abkommen nicht nur einen äußeren Anlaß hierzu, sondern auch eine willkommene rechtliche B e - gründung. Stellt sich doch die Türkei beute auf den Standpunkt, daß durch die Verselbständigung Svriens die Grundlage für die seinerzeitigen türkisch-französischen Vereinbarungen über das Gebiet von Alexandrette völlig andere geworden seien und daß nun eine Neuregelun g getroffen werden müsse. Des weiteren vertritt die Türkei die Auffassung, daß Syrien, bzw. Frankreich die im Vertrag von Ankara übernommenen Vervflichtun- gen nicht erfüllt habe, denn die den Türken von Alexandrette versprochene Autonomie ftehe noch immer nur auf dem Kapier. So schrieb beisviels- roeife das größte türkische Blatt Cumhuriyet dieser Tage, man müsse die Türkei verstehen, wenn sie sich jetzt nicht mehr mit den Beteuerungen und Versprechungen Franklin Bouillons begnüge, sondern wenn sie statt der Worte Taten feben wolle. Es scheint nun außer allem Zweifel, daß die Türkei fest entschlosien ist, dieser neuen Situation in Syrien Rechnung zu tragen und mit aller Entschiedenheit ihre Ansprüche auf das Gebiet von Alexandrette und auf Antiochia geltend zu machen. Nun erschöpft sich aber die Bedeutung Alexandrettes und bi.5 Problem Alexandrette durchaus nicht allein mit diesen türkischen Ansprüchen. Vielmehr besitzt dieser Punkt in Vorderasien noch aus anderen Gründen eine größere Bedeutung. Seit längerer Zeit schon geht zwischen verschiedenen Faktoren ein Kampf um Sie Gewinnung des iranischen Transit Handels. Während sich England darum bemühte, den ganzen iranischen Transithandel nach Basra am persischen Gols zu ziehen, Eine Denkschrift de- Führer- der aufgelösten Eisernen Gardes gehen. Neue Führung in der Studentenschaft Ein Vortragsabend beim Gauleiter sieht. In der Rächt vom 26. zum 27. September J wurde Pfarrer Albert Meier aus Charkow von der GPU. verhaftet. Es ist völlig unerfindlich. warum diese Verhaftung stattfand und was man Pfarrer Meier vorwerfen kann, denn seit Iahren ist er auch seitens der Sowjetbehörden als völlig unpolitischer, ruhiger und zurückhaltender Mann bekannt, dem sogar die besondere amtliche Erlaubnis erteilt wurde, außerhalb seines Amtsbezirkes in anderen Gemeinden Gottesdienste abzuhalten. Der Grund für seine Verhaftung kann nur in der g r u n b- sä hlichen Religionsfeindschaft und dem rücksichtslosen Willen der Sowjets gesucht werden, Religion und Kirche vollständig zu vernichten. Die Verhaftung von Pfarrer Meier stehl in schreiendem Gegensatz zu den Phrasen des berüchtigten Artikels 124 der Sowjetverfassung, wo heuchlerisch von einer „Freiheit der Abhaltung religiöser Kulte" geredet wird. Der Vorgänger von Pfarrer Meier, Propst Birth, schmachtet schon s e i t d r e i I a h r e n i m h o h e n Norden in der Verbannung. Pfarrer Friedrich B r a tz aus Ludwigsthal ist zu zehn I a h r e n Zwangsarbeit verurteilt und befindet sich tm hager Komy in Sibirien. Pfarrer Karl K r e n tz aus Neu-Stuttgart ist b ei d e r Z w a n g s- arbeit in einem Steinbruch im Lager bei Tomsk zum zweiten Male zusammengebrochen. Sein baldiges Ende ist mit Sicherheit zu erwarten. Im selben Steinbruch arbeitet Pfarrer ist verschollen. Nachdem auch Pfarrer Waldemar Reichwald im Juni d. I. zu sieben Jahren Gefängnis und seine Frau zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden sind, ist auch das ganze Sibirien ohne einen einzigen evangelischen Pfarrer. Alle übrigen 33 Pastoren. über deren Schicksal in der Verbannung bis zum Anfang dieses Jahres noch Nachrichten eintrafen, sind gänzlich verschollen. Von den 230 Pfarrern, die vor der Revolution in 539 Kirchspielen und 1828 Gotteshäusern die evangelischen Christen Rußlands betreuten, sind heute nur noch drei bis vier tätig auf einem Territorium, das ein Sechstel der Erde umfaßt! Der Bolschewismus hat sein Zeil, dievernichtungdesevan- gelischen Christentums, restlos erreicht. Ueberslüssig zu betonen, daß das Schicksal der katholischen und der griechisch-orthodoxen Kirchen in der Sowjetunion dem Schicksal der evangelischen Kirche genau entspricht. Rumänien-Jugend gegen ein Bündnis mit dem Bolschewismus. Sutareft, 5. Nov. (DNB.) Der frühere Führer der aufgelösten „Eisernen Garde, Ornenu Zelen C o d r e a n u, hat eine Denkschrift v^offent licht, die sich an den König persönlich wendet und in ganz außergewöhnlicher Offenheit und Sch s die äußere und innere Politik Rumäniens behandelt. Codreanu erklärt darin, die Zeit des Polittkertum fei vorbei, die Zeit der nationalen Jugend gerom- men. Wenn die Jugend Rumäniens genötigt jein sollte, a n d e r S e i t e d e r b o l s ch e w i st ischen Hetzer gegen die V e r t e i d i g e r d e r ch r i st- l i ch e n Weltzivilisation für die Zerstörer von Kirchen und Heldengräbern in den Krieg zu ziehen, so würde sie mit Pistolen au f al le jene schießen, die sie dahin gebracht hatten, und dann, um nicht die Ehrlosigkeit einer Desertion zu begehen, Selbstmord verüben. Niemals werde die Jugend Rumäniens im Zeichen des Teufels gegen Gott kämpfen. Es gebe keine Kleine Entente, es gebe keine Balkan-Entente; wer daran glaube, beweise, daß er noch nicht begriffen habe. Zwei Welten stünden einander gegenüber, unter deren Zusammenprall im Augenblick eines Krieges alle politischen Kombinationen wie Kartenhäuser verfallen würden. Die eine dieser zwei Welten bestehe aus den Staaten der nationalen Revolution, die für das Kreuz und die viel- tausendjährige Zivilisation der Menschheit stritten, Berlin, 5. Nov. (DNB.) Die deutsche Pro- Deo-Kommission, Berlin, hat aus völlig zuverlas,i- aer Quelle Mitteilungen über das Schicksal Der letzten evangelischen Geistlichen aus dem Gebiete der Sowjetunion erhalten. Pfarrer Simon Kludt aus Freudenfeld wurdevor eml- aer Zeit zum Tode verurteilt. Das Urteil soll schon vor Monaten v o l l st r e ck t worden sein. Die verzweifelte Familie aber spannt man auf die Folter, indem man ihr eine endgültige Mittel- luna darüber hartnäckig verweigert. Auch der älteste Sohn war eines Tages verschwunden, es stellte sich heraus, daß er im GPU.-Gefängnis sitzt und seiner Verurteilung entgegenbemühte sich die Türkei darum, Trapezunt als Umschlagplatz zu empfehlen, wobei sie gleichzeitig darauf Hinweisen konnte, daß eine gute Autostraße von Trapezunt wie bei Erzerum bis an die iranische Grenze bereits im Bau sei. Von f r a n z ö s i s ch e r Seite schließlich wurde Alexandrette als der günstigste Umschlagplatz bezeichnet. In der Tat wäre auch Alexandrette eigentlich der gegebene Platz, denn die heute schon bis Nisibin und bald noch weiter ostwärts führende Bagdadbahnlinie erschließ Alexandrette ein gewaltiger Hinterland, das durch eine leicht zu schaffende Verbindung bis nach Iran eine gewaltige Bedeutung erlangen könnte. Trotz dieser günstigen Verhältnisse hat sich Die iranische Regierung doch entschlossen, Trapezunt als Umschlagplatz zu wählen und den größten Umweg über das Schwarze Meer und durch das Mar- mara-Meer in Kauf zu nehmen. Ganz offensichtlich haben hier politische Gründe eine ausschlag- aebende Rolle gespielt. Steht doch der Ab,chluß eines Freundschaftsvertrages zwischen der Türkei, dem Irak, Iran und Afghanistan unmittelbar bevor. Die im Hinblick auf diesen Freuno- schaftsvertraq schon heute zu beobachtende enge türkisch-iranische Zusammenarbeit hat es offensichtlich vermocht, die an sich bessere..französisch-syrische Konkurrenz zu schlagen. Anderseits besteht jetzt die Möglichkeit, darauf hinzuweisen, daß Alexandrette roenn es türkisch wäre sicher gegenüber Trapezunt den Vorzug erhalten hatte, schon aus Gründen der Wirtschaftlichkeit. Aus national- die andere fei der Bolschewismus und l-In- Anhängfel, die für di- Vernichtung der Volker und der christlichen ZivilisaUon kämpften. Titulescu habe das größte Verbrechen gegen sein Land begangen. Auf Befehl d e r F r maurerei und d e s Judent um s habe sich Rumänien zur Teilnahme an den Sanktionen geradezu gedrängt. Italien habe dieses Vorgehen als Verrat empfunden. Wundere sich noch jemand über das, was gekommen sei? Die Rede Mussolini s sei die schmerzliche Antwort auf die Gehässigkeit und Intrige, die die rumänische Außenpoiilir als Werkzeug des Freimaurertums und des JuDen- tums durch 14 Jahre gegen das faschistische Italien angewandt habe. Es sei die Pflicht der jungen G - neration, mit den Fingern auf jene äst weisen, die Rumänien auf diesen Weg gebracht hatten, der es ium Tode führen müsse. , ,, „ . Auf die Innenpolitik übergehend, erhebt Codreanu Anklagen gegen jene, die die fugend Rumäniens aus Haß gegen den nationalen Gedanken und das Christentum auf Befehl des Freimaurertums und auf tägliches Betreiben der Judenpresse an ihrer Entwicklung hindern wollten. Die Denkschrift schließt mit einem Aufruf an die rumänische Jugend, sich von Freimaurertum, Judentum und Bolschewismus frei zu machen und ihren Weg in die Zukunft zu Berlin, 5. Nov. (DNB.) Der stellvertretende i Reichsführer der Deutschen Studentenschaft, Walde- I mar Müller, hat an den Reichserziehungsmim- i (ter Rust folgendes Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Minister! Nach dem Rücktritt des Pg. - Feickert als Führer der Reichsschaft der Stu- _ dierenden und Reichsführer der Deutschen Studen- , tenschaft im vorigen Jahre haben Sie diese Aemter । nicht neu besetzt, sondern in Erwartung der von ihnen erstrebten einheitlichen Führung des deutschen Studententums mich beauftragt, vertretungsweise die Geschäfte zu führen. Sie gaben mir den Auftrag, nach Möglichkeit diese einheitliche Führung auf Seiten der Deutschen Studentenschaft vorzubereiten, bis dahin aber unter allen Umständen ihre sachliche Arbeit fortzuführen. Die Deutsche Studentenschaft steht heute bereit politische Haltung mit beruflicher Leistung zu vollem Einsatz zu verbinden. Ich glaube daher, daß die Stunde gekommen ist, in der ich Sie, Herr Minister, bitten kann, meinen oorbereiten» denAuftragalserledigtzu erklären. Zur Herbeiführung einer einheitlichen Führung des gesamten deutschen Studententums schlage >.ch Jbnen vor, den früheren Kreisführer der Deutschen Studentenschaft, SS.-Obersturmbannführer Pg. Gustav Adolf Scheel, zum Führer der Reichsschaft der Studierenden und Reichsführer der Deutschen Studentenschaft zu ernennen. „ Reichsminister Rust hat an Pg. Waldemar Müller mit folgendem Brief geantwortet: Lieber Parteigenosse Müller! Ihrer Bitte entsprechend en t - binde ich Sie von den Geschäften eines stellvertretenden Reichsschaftsführers und Reichsführers der Deutschen Studentenschaft, nachdem tue ihnen von mir gestellte Aufgabe, die einheitliche Führung des deutschen Studententums auf Seiten der deutschen Studentenschaft vorzubereiten, erfüllt ist. Ich werde aemäß ihrem Vorschläge den Pg. Dr. S ch e e l zum Führer der Reichsschaft der Studierenden und Reichsführer der Deutschen Studentenschaft ernennen, nachdem inzwischen der Stellvertreter des Führers Dr. Scheel auch zum Führer des Studentenbundes ernannt. Daß ich beute diesem Ihrem Wunsche nachkommen kann, ist mit Ihrer Arbeit zu verdanken. Uneigennützig haben Sie, lieber Pg Müller, unter schwierigen Umstanden vertretungsweise die Deutsche Studentenschaft über- Ausrottung des evangelischen Christentums in Sowjetrußland. Don 230 Pfarrern nur noch vier tätig, alle übrigen verbannt oder ermordet, die Pfarrfrauen in Zwangsarbeüsiagern. politischen Erwägungen aber habe man eben darm doch Trapezunt wählen müssen. Hier ist der Turke ein wertvolles Werkzeug m die Hand gegeben, mit dessen Hilfe die Bevölkerung von Alexandrette selbst lA veranlaßt werden kann, ihre Wun che nach Neuregelung ihrer staatlicher Zugehörigkeit ach wirt s ch °stl i ch z u b e g r Ü n d - n und zu unter- "handelt sich a(fo, wie man sieht, bei der jetzt von der Türkei angeschnittenen Frage von Alexan drette nicht um -in Seilproblemi m> n nur wttgtr Bedeutung, sondern um eine Frage, Die eine zin Gelegenheit gang Dorderasiens ist, die für die Entwicklung der zwischenstaatlichen Verhältnisse in btefem °Raum eines Tages °°r. sehr große B deu- hma werden kann. Da man aber auch aravljcher {eits Wert darauf legt, mit der Türkei als einen o überaus wichtigen Faktor in ^er vorderasiatischen Politik in gutem Einvernehmen zu leben, so wird man erwarten können, daß in abfehbarer Zeit eine allseits befriedigende Lösung dieser Frage gefunden werden müsse. Größtes Jnter°si° daran haben schließlich auch die europäischen Keftmachtc und war nicht nur Frankreich, als mit Syrien eng verbundene Macht, sondern auch England, das gerade jetzt an dem Ausbau der Alexandrette vorgelagerten Insel Cy Pern zu einem festen strategischen Stützpunkt schreitet und das daher alles andere eher brauchen tann als einen neuen Konflikt in feiner nächsten Nachbarschaft. Friedrich Deutsch mann aus Hochstadt. Auch er ist a m E n d e s e i n e r K r a f t. Früher arbeitete dort auch der zum Tode verurteilte und dann zu zehn Jahren Zwangsarbeit „begnadigte" Pfarrer Waldemar S e i b aus Dnjepropetrowsk Er ist verschollen. Pfarrer Peter Heinrich Withol aus Lugansk bekam zehn I a hr e 3 w vng s- arbeit und erkrankte bald an Schwindsucht. Er ist höchstwahrscheinlich gestorben. Propst Liborius Behning ist tot. Pfarrer Erbes ist in der Verbannung an Hungertyphus gestorben. Verschollen sind die verschickten Pfarrer Emil und Artur Pfeiffer aus Norka (Wolga) Saratow, Pfarrer Artur Kluck aus Katarinenstadt, der schon vor acht Jahren verbanm wurde, Pfarrer Hansen aus Leningrad, der nach dem hohen Norden verschickt wurde. Das Empörendste jedoch ist, daß auch die Frauen evangelischer Pfarrer in Zwangsarbeitslager verbannt worden sind. Die Frau von Pfarrer Kluck erhielt zehn Jahre und befindet sich im Fernen Osten hinter Chabarowsk. Seine Schwester Selma, die ebenfalls zu zehn Jahren verurteilt wurde und sich zu Anfang des Jahres in Medweshja Gora inKarelien befand. nommen und es verstanden, sie zu sachlicher Lei« stung und nationalsozialistischer Haltung gleicherweise zu führen. Für Ihre Arbeit sage ich Ihnen daher meinen herzlichsten Dank. Anschließend hat Reichserziehungsminister Rust SS.-Obersturmbannführer Dr. Scheel entsprechend zum Reichsfuhrer der Deutschen Studentenschaft ernannt.. Damit sind derNSD. -Studentenbund und die D e u t • sch e Studentenschaft, die or g an isck erhalten bleiben, wieder unter einer F u h - rung zusammengefaßt und ist die Einheit des gesamten deutschen Studententums gewährleistet. Parteigenosse Dr. Scheel, der die Amtsbezeichnung Reichs st udentenführer tragen wird, hat tue große Aufgabe, das deutsche Studententum durch einheitlichen Einsatz zu um so größerer Leistung für Volk und Staat zu führen. SS.-Obersturmbannführer^Pg. Dr. Scheel trat 1930 der SA. und dem NSD.-Studentenbund bei. 1931 wurde er Führer d e r Heidelberger Studentenschaft. Unter seiner Führung wurde die Entfernung des berüchtigten Professors Gumbel von der Hochschule Heidelberg durchgesetzt. Bis 1935 war Dr. Scheel Kreisführer Sud- d e u t s ch l a n d s der Deutschen Studentenschaft und Gaustudentenbundführer Baden. 1934 legte er sein Staatsexamen ab und promovierte zum Dr. der Medizin. Die Universität Heidelberg ehrte ihn wegen seiner Verdienste um den Neuaufbau der Hochschule mit der Ernennung zum Ehrensenator, die erste und einzige Ehrung dieser Art in Deutschland. 1935 wurde Dr. Scheel vom Reichs- führer SS. mit wichtigen Ausgaben betraut. Aeichöminister ZRuft eröffnet das neue Semester. ! Berlin, 5. Nov. (DNB.) Reichserziehungsrnini- fter Rust wird anläßlich der 125-Jahrfeier der , Friedrich-Wilhelm-Universität in Breslau am 7. November 1936, vormittags 11 Uhr, in einer Rede : sich mit Hochschulfragen befassen. Mit dieser : Rede, die durch die Reichssender Breslau, München i und Köln übertragen wird, wird der Minister gleich» : zeitig das neue Semester an den deutschen Hoch- ; schulen eröffnen. Die deutschen Dozenten und Stu» - deuten werden durch Gemeinschaftsempfang an - der Rede teilnehmen. Neichsärzteführer 0r. Wagner spricht in der Gauhauptstadt Hessen-Nassaus. 6.Nov. (DNB. Funkfpruch.) Nach fenai fetzt sich zusammen aus 75 Demokraten 17 echnunaen hat Roosevelt 25 317 591 Republikanern, einem Progressiven emem Unabhan- der aus gigen und zwei Vertretern der Landarbeiter. Die demokratische Mehrheit im Unterhaus ist die größte irgend einer Partei feit dem Jahre 1 8 85 und im Senat seit 1869. Zahlenmäßig ist die demokratische Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses die größte in der Geschichte Ne uy or k, 6. vi.w. u-.-.r- den letzten Berechnungen hat Roosevelt-------- Stimmen, Landon 15 795 236 Stimmen erhalten. Die endgültige Ausstellung dürfte eine Stimmenmehrheit von 10 Millionen für Roosevelt aufzeigen. Roosevelts Wahlsieg ist der größte Sieg eines Präsidentschaftskandidaten seit dem Jahre 1820; damals erhielt James Monroe sämtliche Wahlmännerstimmen, außer einer einzigen. Der eine Wahlmann stimmte lediglich aus dem Grunde gegen Monroe, um ihm nicht den gleichen Sieg wie dem ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, George Washington, zu geben, der sämtliche Wahlmännerstimmen erhalten hatte. Daß Roosevelts Wiederwahl auch größtenteils e i n Persönlichkeitssieg ist, erkennt man daraus, daß die republikanische Hochburg Vermont nur Roosevelt Stimmenmehrheit gab, dagegen alle anderen republikanischen Kandidaten einer verstärkten und verbesserten Ausbildung desNachwuchses, für die alle Kräfte eingesetzt werden müßten. Der Minister werde gerade der Facharbeiterftage sein besonderes Augenmerk zuwenden. Nach einer lebhaften Aussprache machte Dr. Schacht Ausführungen darüber, welche ungeheure Bedeutung für die Gesamtwirt- schaft und das gesamte Volk in der Erhaltung eines gesunden Handwerks und in der Wahrung bester handwerklicher Traditionen und Einrichtungen liege. Die Organisation der gewerblichen Wirtschaft und die Deutsche Arbeitsfront hätten ihre eigenen Aufgaben, die aber fo viele Berührungspunkte enthielten, daß nur eine loyale Zusammenarbeit unter Anerkennung der beiderseitigen besonderen Funktionen zum Gelingen des großen Werkes beitragen könne. den Händen der nationalen Streitkräfte befinden, wurden zahlreiche Brandherde am Rande der Stadt festgestellt, woraus man schließt, daß die Kommunisten und Anarchisten mit der Plünderung und Brandstiftung begonnen haben. Im Verlaufe der Kämpfe, die an den verschiedenen Frontabschnitten stattfanden, fielen wiederum zahlreiche fowjetrussische schwere Tanks in die Hände der Nationalisten. In der Gegend von Chapineria haben die Roten ihre befe'fttigten Stellungen kampflos verlassen. < Die bei Alcorcon stehende nationale Artillerie beschoß Madrid. Das Ziel des Feuers ist die Rassenpolitik des Nationalsozialismus gleichzeitig Friedenspolitik; bereits heute ist im Ausland ein Wandel im Verständnis der Rassenfrage festzustellen: bei den meisten Kulturvölkern beginnt das Rassenbewußtsein zu erwachen, das zur gegen» Zeitigen Anerkennung des arteigenen Rechts zwingt. Bei den zukünftigen Aufgaben der nattonalsozia- listischen Beoölkerungspolitik muß es in erster Linie gelingen, eine innere Umformung der kinderfeindlichen Haltung herbeizuführen. Dabei wird es Sache des Staates fein, die Lasten auszugleichen, während der Partei die noch höhere Aufgabe der Volksführung zufällt. Die politische Tat der nationalsozialistischen Rassenpolitik und Gesundheitsführung ist notwendig, um dem deutschen Volke für alle Zeiten die Ehre, Wehrkraft und Freiheit zu sichern. Noch einmal spricht der Gastgeber, Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger zu den Erschienenen: Die Führerschaft des Gaues Hessen-Nassau wird in den zur Diskussion gestellten Fragen jederzeit vorbildlich vorangehen. Wenn alle in der Rasfen» frage Disziplin wahren, ist jede weitere gesetzliche Regelung nicht vonnöten. Wir sind der deutschen Aerzteschast dankbar, daß. sie mithilft, unser Volk wieder arbeits- und gesundheitsfreudig werden zu lassen. „Denn nur mit einem lachenden Volk kann man eine alte Welt stürzen, und das deutsche Volk wird sie stürzen!" NSG. Frankfurt a.M., 5. Nov. „Wie schon einmal zu Beginn dieses Jahres habe ich die g e • samteFührerfchicht des Gaues Hessen- Nassau zusammengerufen, damit sie sich gegen» fettig näher kennenlernt und so der notwendige Ausgleich bei auftretenden Schwierigkeiten sachlicher Art herbeigeführt wird!" Diese Worte des Gaulei» ter 5 stehen am Anfana eines Abends, an dem im Frankfurter Palmengarten alle maßgebenden Persönlichkeiten des Rhein- Main-Gebietes um bas politische Oberhaupt des Gaues versammelt sind Das letzte Ziel des Führers ist, alle Deutschen zu wahren Nationalsozialisten zu machen. Dabei fallen den Mitkämpfern jeweils verschiedene Aufgaben zu. Neben der Partei steht die Wehr- macht, und auf diesen beiden Säulen baut sich das deutsche Volksleben auf. Staatspolitik und Weltpolitik wird nicht mit dem Vorschlaghammer gemacht; damit die Grundsatzfrage richtig verstanden wird, ist es unerläßlich, etappenweise in die Tat zu gehen. Nach dem Begrüßungswort des Gauleiters spricht der Referent des Abends, Reichsärzteführer Dr. Wagner, über das Thema: Rassenpolitik und Gesundheitsführung im nationalsozialistischen Staat. Es wird behauptet, daß unser Rassenstandpunkt eine Ueberhebung, daß er imperialistisch sei. Die Anschauung ist falsch: wir sagen nicht, daß die übrigen Rassen der Welt schlechter, sondern daß sie anders sind. Wir wissen aber, daß eine Rassen- vermischung zur Bastardierung führen muß. Dabet Sieg der Persönlichkeit. Der größte Wahlsieg in USA. seit hundert Jahren.-Noosevelts erste Ausgabe Ausgleich des Haushalts. war insbesondere der in der Stadtmitte gelegene Platz Puerto del Sol, aus dem sich u. a. auch t>as Innenministerium befindet. Die Roten feuerten zu gleicher Zeit aus 10 5-cm - Geschützen, die im Westen der Stadt, im Volkspark Casa de Campo, stehen, auf bas Dorf Alcorcon und die nach Madrid führende Landsttaße. Die Landeshandwerksmeister bei Schacht. Berlin, 5. Nov. (DNB.) Am 5. November d. I. wurden die Landeshandwerksmeister vom Reichs- wirtschaftsminister zu einer längeren Aussprache empfangen. Dr. Schacht wies auf die großen Aufgaben hin, die der Reichsgruppe Handwerk im Rayrnen des Dierjahresplanes gestellt werden. Insbesondere liegen diese Aufgaben auf dem Gebiete erwählte. , m . Bei feiner Abfahrt von Hydepark nach Washington teilte Roosevelt der ihm zum Abschied zujubelnden Menge mit, er kehre nach Washington zurück und wolle versuchen, den Haushalt auszugleichen, um dadurch den ersten Teil seines Wahlversprechens hinsichtlich des New Deals zu verwirklichen. Am 17. November werde er nach dem Süden abreisen und erst kurz vor Weihnachten zurückkehren. Damit darf angenommen morden, daß Roosevelt nach Buenos Aires fahren werde, um dort am 1. Dezember die panamerikanische Friedenskonferenz zu eröffnen. beispiellose demokratische Mehrheit im Kongreß. Schwere Niederlage der Kommunisten in Neuyork. Neuyork, 6. Nov (DNB. Funkspruch.) Auf Grund der endgültigen Ergebnisse der Wahlen besteht das Repräsentantenhaus des Kongresses aus 334 Demokraten, 89 Republikanern, 7 Progressiven und 5 Vertretern der Landarbeiter. Der Bundes» des Sandes. Bei den insgesamt 33 Gouverneurswah- len sind bisher 26 Demokraten gewählt morden, während in Vermont, Newhampshire und Sud- Dakota die republikanischen Kandidaten den Sieg daoontrugen. Der k o m m u n i st i s ch e Gouverneurskandidat für Neuyork, Robert Minor, erhielt nur 36307 Stimmen. Die kommunistische Partei hat infolgedessen die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzahl (50 000) nicht erreicht, und darf sich daher an künftigen Wahlen nicht beteiligen. Anarchie m Madrid Brandstiftungen und Plünderungen Paris, 6. Nov. (DNB. Funkspruch.) In spanischen Hauptstadt soll nach einer Meldung Teneriffa größte Verwirrung herrschen. Nationale Flugzeuge, die Donnerstag die Stadt überflogen, haben Straßenkämpfe beobachtet, die anscheinend zwischen Anhängern und Gegnern des roten Häuptlings Caballero ftattfinden. Von den Vororten Madrids aus, die sich bereits in Das neue deutsche Strafrecht. Besondere Gesichtspunkte des Entwurfs zum neuen Strafgesetzbuch. „Schutz der Ehre" im neuen Strafrecht ein breiter Raum eingeräumt. Der Vertreter der NSDAP, in der Amtlichen Strafrechtskommission, Rechtsanwalt Staatsrat Graf von der Goltz, der schon in den Fememordprozessen als Verteidiger eine große Nolle gespielt hat, und Prof. Dahm (Kiel) behandelten dieses Thema ausführlich. Graf von der Goltz führte die einzelnen strafbaren Punkte auf: Ehrabschneidung, Verleumdung, Beschimpfungen und Kränkungen unter vier Augen. Der Staatsanwalt wird in Zukunft wegen einer Beleidigung erst nach Anhörung des Beleidigten vorgehen. Sieht er kein kriminelles Unrecht in der erfolgten Ehrenkränkung, so übergibt er die weitere Behandlung einem neu vorgesehenen sriedensrichterli- chen Verfahren, das, nicht öffentlich, auf Versöhnung und gegebenenfalls auf einen Schiedsspruch hinausläuft und sich selbst in einer Instanz erledigt. Damit wird das Gericht von Bagatellsachen befreit und frei für die Beurteilung ernsthafter Ehrverletzungen. Strafe tritt ein, wenn grundlos herabsetzende Behauptungen aus dem Einzel- oder Familienleben öf- Ehrenschlitz der Gemeinschaft. Die Beschimpfung und Verleumdung des deutschen Volkes sind unter schwere Strafen gestellt. Das deutsche Volk ist aber lebendig in seinen Gliedern und Gemeinschaften, vor allem im Führer. Darum soll der Abschnitt über die Angriffe gegen das deutsche Volk mit einer schweren Strafdrohung gegen die Verunglimpfung des Führers beginnen, wobei keinerlei Trennung und Entgegensetzung von Reichskanzler und Parteiführer, von Staatsmann und Privatmann eintreten foll. Jede Beschimpfung bedeutet eine unmittelbare Verunglimpfung des deutschen Volkes. Als besondere Formen der Volks- befchimpfung nennt der Entwurf dann die Verunglimpfung der Partei, von Reich, Wehrmacht und Arbeitsdienst, ohne dam t erschöpfend zu sein. Eine besondere Bestimmung ersaht denjenigen, der die Taten deutscher Heere oder den Heldentod deutscher Soldaten herabwürdigt. Weiter hat die Kommission derjenigen gedacht, die ver- e h r u n g s w ü r d i g e Männer und Frauen der deutschen Vergangenheit öffentlich beschimpfen oder böswillig verächtlich machen. Wer Hindenburg, Schlageier oder horst Wessel beschimpft, kann in Zukunft mit Zuchthaus bestraft werden. Damit ist nicht gewollt, einer ernsthaften Geschichtsforschung Schwierigkeiten zu bereiten, sobald sie etwa von landläufigen Absichten abweicht. Darüber hinaus sollen alle lebendigen Gemeinschaften in ihrer Ehre geschützt werden, die ihr Leben in der Volksgemeinschaft und für sie entfalten, also auch der einzelne SA.-Sturm, das Regiment, die Gemeinde, die Vetriebsaemeinschaft, die Familie, um nur wenige Beispiele zu nennen. Selbstverständlich umfaßt der strafrechtliche Schuh nicht etwa die Ewigkeitswerte der deutschen Kunst. Reichsminister Jtuft eröffnet die Jubiläumsausstellung der preußischen Akademie der Künste. feutlich ausgestellt oder verbreitet werden, die die Allgemeinheit nicht berühren, ober wenn in der Absicht, jemanden zu schmähen, der sich im Leben bewährt hat, zurückliegende Dinge hervorgeholt werden, hier wird bestraft, ohne dah es auf Wahrheit oder Unwahrheit ankommt. Liegen solche Fälle nicht vor, so kann der Wahrheitsbeweis in einem objektiven Feststellungsoerfah- ren erhoben werden, wenn der Beleidiger aus Gründen wie Tod, Amnestie nicht mehr selbst verfolgt werden kann, und der Wahrheitsbeweis muß erhoben werden, wenn der Beleidiger zu berechtigten Zwecken — früher in „Wahrnehmung berechtigter Interessen" — gehandelt hat und an sich deshalb freigesprochen werden mußte. Bei ehrlicher Abbitte, Aussöhnung, oder wenn sich der Täter in verständlicher Erregung über das Benehmen des anderen zu der Beleidigung hat hinreißen lassen, kann von Strafe abgesehen bzw. die Strafe gemildert werden. Zu den Teilen des Entwurfes des neuen Strafgesetzbuches, die den weltanschaulichen und politischen Wandel besonders zum Ausdruck bringen, gehören die Abschnitte über den Drille Jnkernationale ober eine Einbrecherorganisation unb nicht beliebige Geselligkeitsvereine ober solche Weltanschauungsgruppen, bie dem deutschen Volk neutral gegenüberstehen unb keine im Volkstum wurzelnbe selbslänbige Ehre besitzen. Staatssekretär Dr. Freister ergänzte diese Ausführungen dahin, daß man erkennen könne, daß die Achtung der Ehre der Persönlichkeit überall im Strafrecht richtunggebend gewesen sei. Im Gesetzentwurf sei ausdrücklich nichts über den Z w et- kam p f enthalten. Die Ursache dafür sei, daß unser Strafrecht nur ein sittliches Strafrecht sein könne. Der Staat wolle nach dem Ausspruch des Reichsjustizministers Dr. Gürtner keine Moral mit doppeltem Boden pflegen. Man könne nicht in einer Reihe wichtigster Gemeinschaften des Volkes verlangen, daß der Mann gegebenenfalls mit der Waffe für feine Ehre eintrete, um ihn gleichzeitig in diesem Falle auf der anderen Seite vor den Staatsanwalt zu ziehen. Hierfür seien die Ehrenordnungen der Gliederungen der Partei und der NSDAP, selbst sowie der Wehrmacht ein Beispiel. Richter und Recht. Die Vortragsreihe abschließend nahm Reichsgerichtsrat Niethammer Stellung zum Problem Richter und Recht. Das kommende Strafrecht räume dem Richter eine große Freiheit ein. Im Verfahrensrecht seien Beweisregeln beseitigt, es gelte die freie Beweiswürdigung, im sachlichen Recht dringe die Befreiung des Rechts von äußeren Schranken vor. Der Richter müsse auch nach ungeschriebenem Recht bestrafen. Das neue Strafrecht mache die Grenzen zwischen den einfachen und schweren Fällen beweglich und stelle dem Richter verschiedene Strafarten und Strafgrößen zur Wahl. Es faßt die allgemeinen Grundsätze für die Strafbemessung so, daß der Richter eine Anleitung empfängt, aber nicht eingeengt wird. Berlin, 5. Nov. (DNB.) Das neue deutsche Strafrecht ist ein nationalsozialistisches Strafrecht. Von seiner Gestaltung gaben eine Anzahl von Vorträgen Kenntnis, die die Sachbearbeiter auf dem Presseempfang im Reichsjustizministerium hielten. Die Ausführungen ließen erkennen, daß nicht der Schutz des einzelnen, sondern das Volk im Mitelpunkt der Betrachtung steht, daß nicht der gesetzliche Wortlaut der Paragraphen, sondern der Geist, der ihn schuf, zum Richter spricht und daher zum Kern des Einzelfalles wird. Mord und Totschlag. Aus den Ausführungen von Ministerialdirektor Schäfer über das Kapitel „Mord und Totschlag" geht hervor, daß der Entwurf des neuen Strafrechtes den Mörder als denjenigen bezeichnet, der aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlcchts- triebes, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder zu dem Zweck, eine andere Straftat zu ermöglichen, einen Menschen tötet. Die Strafe für den Mörder ist die Todes- strafe; in besonderen Ausnahmefällen kann auf lebenslanges Zuchthaus erkannt werden. Alle übrigen Fälle der vorsätzlichen Tötung behandelt der Entwurf als Totschlag und bedroht ihn mit lebenslänglichem Zuchthaus oder Zuchthaus nicht unter fünf Jahren. Die Tötung auf Verlangen ist als besonderes, aus dem Totschlaastatbestand herausgenommenes Delikt behandelt. Selbstmordversuch und Beihilfe zum Selbstmord sind nicht mit Strafe bedroht. Dagegen wird in Zukunft die Verleitung zum Selbstmord, auch wenn es nur Zum Selbstmordversuch gekommen ist, strafbar sein. Neu ist, daß der zum Mord oder Totschlag fest Entschlossene auch schon bei bloßer Beschaffung oder Bereitstellung von Mordwerkzeugen wegen „Vorbereitung der Tötung" strafbar sein soll, und ebenso der neue Tatbestand der „gewisse n- losen Menschengefährdun a", wonach strafbar ist, wer wissentlich und gewissenlos Menschenleben gefährdet. Schutz des Kindes. Aus der Tatsache heraus, daß der kostbarste Besitz eines Volkes seine Kinder sind, ist der „Schutz des Kindes" im neuen Strafrecht festgelegt. Professor Dr. Kohlrausch erklärte hierzu, daß die öffentliche Verächtlichmachung von Ehe oder Mutterschaft, die öffentliche Aufforderung zur Beschränkung der Kinde r z a h l in der Ehe bestraft wird. A b t r e i - buna und Kindesaussetzung bleiben strafbar. Die schweren Strafen gegen Kindesmiß- Handlung wie auch gegen seelische Mißhandlungen bleiben bestehen. Bei erpresserischem Kindesraub bleibt es bei der absoluten Todesstrafe. Schutz der Arbeit und Wirtschaft. Mit dem „Schutz der Arbeit und Wirtschaft" beschäftigte sich der Vortrag von Ministerialrat Grau. Das neue Strafrecht wird die Arbeitskraft des einzelnen und der Nation unter seinen besonderen Schutz nehmen. Ausgangspunkt des Schutzes wird eine Vorschrift gegen die öffentlich begangenen hetzerischen Angriffe auf den Willen des Volkes zur Arbeit sein, wobei die A n g r i f f e auf den Reichsarbeitsdienst als den lebendigsten Ausdruck des völkischen Arbeitswillens besonders hervorgehoben werden sollen. Streik und Aussperrung werden bestraft, und in einer Reihe von Sondervorschriften wird der Arbeiter vor Verfemung, vor Verdrängung vom Arbeitsplatz durch Verleumdungen, Arbeitsbetrug und Arbeitswucher geschützt. Ebenso ist das gewissenlose Verschleudern von Betriebsmitteln durch den Betriebsführer unter Strafe gestellt, wenn dadurch der Betrieb unterliegen und Arbeiter zur Entlassung kommen sollen. Die grundsätzliche Ausgestaltung des strafrechtlichen Schutzes erstreckt sich auch auf den Schuh der deutschen Wirtschaft. Sie wird vor dem Verrat von Geheimnissen an das Ausland einen starken Schutz erhalten. Bestraft wird aber auch der, der eine böswillige Verknappung von Waren, die zum notwendigen Lebensbedarf des Volkes gehören, hervorruft. Oie Strafen. Neue Gedanken bringt in dem Strafrechtsentwurf das Kapitel, das die Strafen behandelt. Hierzu fprack Professor Graf Gleispa ch. Er wies darauf hin, daß die Strafe so zu bemessen sei, daß sie dem gerechten Sühneverlangen des Volkes entspricht. Hier trete der soziale Gedanke bei den neuen Strafbestimmungen hervor. Es sei selbstverständlich, daß bei der Strafe die Persönlichkeit des Täters, seine Stellung und Bewährung in der Volksgemeinschaft zu würdigen sind. Eine dem Betrag nach sehr hohe Geldstrafe erwecke den Anschein besonders schwerer Schuld, sie sei bisher darum auch in den Fällen nicht verhängt, in denen sie nach den Einkommensverhältnissen trotz gerinnen Verschuldens angemessen gewesen wäre. Künftighin sollen die Geldstrafen in erster Reihe als Bruchteile oder Vielfaches von Tagesbuhen verhängt werden. Tagesbuße ist das tägliche Einkommen des Schuldigen. So wird es vermieden, daß der Reiche zu milde, der Arme zu hart bestraft wird. Für den Armen wird die Erlegung der Geldstrafe durch lange Zahlungsfristen und Teilzahlungsmöglichkeit erleichtert. Kann er trotzdem den Betrag nicht aufbringen, so kann er seine Schuld durch freie Arbeit tilgen, wobei eine Tagesbuße gleich einem Arbeitstag ist. Wer aber nicht zahlen kann ober will, muß die Ersatzstrafe (Haft) absitzen. In den Fällen, in denen es nicht möglich ist, den Arbeitswilligen Arbeit zuzuweisen, kann eine Erleichterung durch den Richter eintreten. Schutz der Ehre Entsprechend den Worten des Führers und der nationalsozialistischen Staatsauffassung, daß, wie es dem Einzelnen nicht möglich ist, ohne Ehre zu leben, auch ein Volk nicht ehrlos zu leben vermag, ist dem Die von der Preußischen Akademie der Künste aus Anlaß des 150jährigen Bestehens ihrer Ausstellungen veranstaltete 2. Jubiläums- Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft des Preußischen Ministerpräsidenten Generaloberst Göring steht, wurde vor einer großen Zahl geladener Gäste eröffnet. Der stellvertretende Präsident der Akademie der Künste, Professor Georg Schumann, begrüßte die Gäste und dankte vor allem dem Schirmherrn der Ausstellung, Reichsminister Göring, der leider am Erscheinen verhindert war. Er gab dann einen Ueberblick über den Aufbau der Ausstellung, die von Schlüter über Schadow und Rauch in die lebendigen Kräfte der Gegenwart einmündete. Dann ergriff Reichsminister R u st das Wort und führte u. a. aus: Es ist fein Zufall, daß der Führer zuerst an einer Stätte, wo der Mythos unserer Zeit begann, auch seine Auffassung von einer neuen monumentalen Baukunst verwirklicht hat: am Königlichen Platz in München. Der Führer will nicht mit Doktrinen, sondern mit großen Aufgaben den Anbruch einer neuen künstlerischen Gestaltung herbeiführen. Er will so gebaut sehen, daß das Werk die neue Auffassung des Lebens kündet, die der Nationalsozialismus in sich trägt. Es kann im Augenblick niemand verlangen, daß wir in der Lage sind, etwa eine neue Kunst zu lehren. Neue Kunst wird von Künstlern geboren unb nicht von Lehrern erfunden. Was wir aber können, das ist, die Voraussetzungen zu schaffen, in denen bie Menschen mit Stift unb Meißel roieber lernen, zunächst die Behanblung des Stoffes und der Form zu bewältigen. Was wir ferner tun können, ist, das Unvergängliche und Ewige in der deutschen Kunst vor Augen zu stellen und aus dem Gesichtsfeld zu nehmen, was dieses Wiedererfassen des Ewigen unb Unvergänglichen zu stören vermag. Nicht ber Zeitgeist ist bas Entscheidend unb nicht bie Mode ist das Lebenbige, sondern bie Sitte. Unb nicht das Gegenwärtige ist bas Lebendige, son- bern das Ewige und Unvergängliche. Aus dieser Erkenntnis heraus habe ich den Entschluß gefaßt, gewisse Erscheinungen einer vergangenen Periode zunächst einmal den Blicken zu entrücken, damit wir zu uns selber kommen. In ber Schulreform, bie bemnächft bas Licht ber Welt erblickt, habe ich zum Grunbsatz gemacht, baß nicht eine große geschichtliche Kontinuität bas Höchstziel bes Geschichtsunterrichts ist, fonbern bie Größe unb Bebeutung bestimmter Zeiten unb Männer. Wer Bebeutenbes überhaupt gestalten will, ber muß in bas Leben seines Volkes greifen unb muß gestalten, was ihm heilig ist. Er 'ist gebunben an Forderungen seines Volkes, benn von ihnen hat er bie Oegcnftänbe feiner künstlerischen Gestaltung erhalten. Das ist ber Sinn, mit bem wir biese Maßnahmen eingeleitet haben, bie sich bemnächst über Deutschlanb erstrecken werben. Der Rebe bes Ministers folgte ein Runbgang burch bie Ausstellung. Große Ehrung für Richc-rd Strauß in London. Dr. Richarb Strauß, ber sich mit der Dresdener Staatsoper in London befindet, wurde gestern (Donnerstag) abend eine große Ehrung zuteil. Von einer riesigen Menschenmenge wurde ihm während einer Konzertpause in Queens Hall Die Goldmedaille der „Royal Philharmonie Society“ überreicht, bie höchste Auszeichnung, bie bie königlich-philharmonische Gesellschaft überhaupt zu vergeben hat. Der Direktor ber Gesellschaft, Sir Hugh Allen, erklärte bei ber Überreichung bieser Auszeichnung u. a.: „Wir möchten heute eine Dankesschulb abtragen, bie bie musikalische Welt Ihnen schulbet für bie großen unb hervorragenben Werke, bie Sie ihr geschenkt haben." Als Richard Strauß die Medaille entgegennahm, durchbrauste ein Beifallssturm bie riesige Halle. In beutfeher Sprache bankte Richarb Strauß für bie hohe Auszeichnung unb überreichte als Zeichen seines Dankes Sir Hugh A l - l e n eine Manuskriptseite seiner symphonischen Dichtung „Macbeth" mit eigenhänbiger Unterschrift. Vor roieber völlig ausoerfauftem Hause führte bie Dresbener Staatsoper am Donnerstag in London Mozarts „F i g a r o" auf. Karl Boehm als Dirigent, S ch o e f f I e r als Figaro und Marts C e b o t a r i als Susanne teilten sich vor allem in den stürmischen Beifall bes begeisterten Hauses. Deutschland als Reiseziel. Präsident Esser über künftige Verkehrs- Werbung. Kassel, 5. Nov. (DNB.) Hier fanb bie Hauptversammlung bes Lanbesfrembenverkehrsverbanbes Hessen-Walbeck statt. Der Präsibent bes Reichssrembenverkehrsoerbanbes Staatsminister a. D. Hermann Esser erklärte: Wir werben künftig ben beutschen Auslanbsoerkehr nicht mehr in bie Staaten lenken, in benen Deutschlanb selbst abgelehnt wirb, sonbern auch im Reiseverkehr m i t ben Völkern Zusammenarbeiten, mit benen wir politisch unb weltanschaulich Zusammengehen. Gewisse Nachbarn Deutschlanbs werben schon merken, wenn wir unsere Volksae- nosscn nicht mehr borthin reisen lassen. Der Reichs- frembenoerkehrsverbanb hat bie Aufgabe, b i e Reiselust im Reiche selbst zu wecken. Wenn heute bie Devisen knapp sinb, weil sie für ben Ankauf von Rohstoffen benötigt werben, so ist es klar, bah künftig nur soviel Devisen für Auslanbsfahr- ten zur Verfügung gestellt werben, wie unbebingt erforberlich (inb. Es wirb in Zukunft scharf kontrolliert werden, wer ins Ausland hinaus reift. Die Auslandsreisen der deutschen Arbeiter haben das deutsche Ansehen im Ausland ungeheuer gefördert, während viele andere, die mit den von uns gegebenen Devisen nach Davos ober Ma- rienbab gefahren finb, ihr Vaterland braußen nicht in ber gebührenden 21 rt vertraten. Auch bei der Deffnung der Grenze nach Oesterreich sah man, daß die Leute, die zu Fuß über bie Grenze wanderten ober mit ihren Rä - bern fuhren, sich burch Tragen ihres Abzeichens oder des Wimpels stolz als Deutsche bekannten, während die Herrschaften, die mit ihren großen Wagen über die Grenze fuhren, an ber Grenze schleunigst ihre Wimpel verschwinben ließen, um möglichst wenig aufzufallen. Diese Leute müßten wissen, baß sie es nur der nationalsozialistischen Bewegung zu verdanken haben, daß sie überhaupt heute noch mit ihren großen Wagen fahren können. Wir ersuchen heute diese Kreise, daß sie nunmehr dazu übergehen, ihre Studienreisen im eigenen Vaterlande auszu- führen. Im nächsten Jahr werden bei der Werbung zwei große Momente herausgestellt, und zwar bie Großwerbung für Deutschlanb als bem kulturellen Mittelpunkt ber Welt unb Deutschlanb als bas Herz der Welt. Deutschlanb ist heute bas Lanb ber größten Stabilität, bas Lanb ber festen Preise unb ber gesicherten wirtschaftlichen Unterlagen, in bem ben Fremben angemessene Leistungen zu angemessenen Preisen zur Verfügung gestellt werben. Wir werden, so schloß Präsident Esser seine mit lebhaftem Händeklatschen aufgenommene Rede, unsere Aufgabe im Rahmen der großen staatlichen Gemeinschaftsarbeit erfüllen. Ium Tode des Treuhänders Schwarz. Der letzte Gruß des Gauleiters. NSG. Frankfurt a. M., 5. Nov. Dor dem Heim ber M o t o r - S S. in Frankfurt a. M. sind Gauleiter unb Reichsstatthalter Sprenger und die Amtsleiter des Gaues zusammen gekommen, um Abschied zu nehmen von ihrem alten Kameraden, der so jäh aus ihrer Mitte geschieden ist. An dem aufgebahrten Sarge des von uns gegangenen Treuhänders der Arbeit, SS.-Standartenführer Schwarz, legt der Gauleiter einen Kranz in ben Farben ber Bewegung nieber. Mit einem stummen Gruß nimmt er Abschieb und mit ihm alle die Männer, bie in vorderster Front des gemeinsamen Kampfes stehen. Von der Wand herab grüßt uns das umflorte Bild des dahingegangenen Kameraden. So hat er unter uns gelebt, so hat er gekämpft unb so wirb er stets in unserer Erinnerung bleiben. Er hat die Liebe aller gewonnen, die mit ihm zu tun hatten. Das zeigt die große Zahl der Kränze, die alle Gliederungen unb Organisationen, Der- bänbe der Wirtschaft unb Einzelfirmen als Zeichen ihrer Derbunbenheit und Dankbarkeit gesendet haben und die nun hier in dem würdevoll ausgestatteten Raum ihren Platz gefunden haben. bn. Beschleunigte Durchführung des Leipziger Abkommens. Berlin, 5. Nov. (DNB.) Angesichts der Dringlichkeit unb Bebeutung der unter bem Vier- jahresplan erforberlichen Arbeiten sinb ber Leiter ber Arbeitsfront Dr. Ley unb ber Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht Übereingekommen, bie Arbeiten für die Ausführung des Leipziger Abkommens beschleunigt vorwärts zu treiben unb in allen ihren Glieberungen gemeinschaftlich alle Arbeiten zu färbe r n, bie zur Verwirklichung dieses Planes führen können. Aus aller Wett. Andre hingerlchtek. Am 4. November ist in Hamburg der 1894 geborene Etkar Anbrä hingerichtet worben,' ber vom 1. Strafsenat bes Oberlanbesgerichtes in Harn- bura am 10. Juli 1936 wegen Mordes in einem Fall, wegen versuchten Mordes in neun Fällen, wegen Landfriedensbruchs und Auftuhrs unb wegen Vorbereitung des Hochverrats zum Tode verurteilt worden war. Heuer Fernsehsender entsteht auf dem Brocken. Aus dem 1142 Meter hohen Brocken, dem höchsten Berg des Harzes, der Mittel- und Norddeutschland in einer Runde von über 100 Kilometer überschaut, entsteht zur Zeit neben Wetterwarte unb Berggasthof ein britter Bau mit einer Höhe von etwa 52 Meter; bas wirb bie neue Fernseh- anlage Deutschlanbs, neben Witzleben bie zweite im Re'ich. Die Neichspost hatte im Laufe ber letzten Jahre bereits mit einer fahrbaren Fernsehanlage auf bem Brocken eingehenbe Reichweitenver- suche angestellt. Im obersten Stockwerk werben bie Antennen, winb- unb wettergeschützt, untergebracht, benn auf bem Brocken sinb starke Böen unb bicker 323 3 Stück 90-5 _ SEIFE. gesetzt werden. 70 Jahre Vaterländischer Frauenverein 7042 D 05143 MWZMWW .lut ka± schon lanat ye/thtt' sogen olle. ,Emefo“ - Bemberg, Naturglanz, der 1.95 2.25,1.75 Brühl’sche Druckerei. Schulstraße 7. Anruf 2251 35.- RM. 59.- RM. und höher Besetzte Mäntel, neue Kragenformen, sehr flott 39.- RM. 32.- 25.- Gebr» Imheuser am Markt 7040 A Stadttheater Geschmackvoll Vornehm Persönlich elegante Strumpf.............. „Tok“Strümpfe, besonders solid, zweifach...................... Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl’sche Druckerei Pelze billig! Pelz-Reparaturen v87ovM.Liebler Asterweg 16. | Mietgesuche^ Aeltere, kleine Beamten-Samilie sucbt 4-Zimm.-Wohnung auchVorort,zum 1. Dezember. Schrift!. Angeb. mit Preis unter 05133 and.G.A. Matrosen Gobel ins Handgemenge kam und Die|en hinterrücks in den Rhein stieß. Als sich dann der Matrose wieder aus dem Wasser herausarbeiten wollte und das Ufer hinaufkletterte, stieß Wilhelm ihn mit Fußtritten wieder in den Strom zurück. Darauf versank der Matrose in den Wellen uno kam nicht mehr zum Vorschein. Der Angeklagte Wilhelm Höfer schilderte jedoch alles ganz anders. In der Zeugenvernehmung stehen die in scharfem Widerspruch zueinander. Die lung mußte zur Ladung eines neuen Zeugen aus- Dleee 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungearten schnell und zu mäßigen Preisen bei der Knrzschrlfiverelnignng der Deutschen Arbeitsfront Beginn 20 Uhr Johann HöfSk aus Miesenheim und dert gleich- eitrigen Wilhelm Höfer aus Homberg. Dl- An- geklagten, die in keinem verwandtichaftllchen Verhältnis zueinander stehen, leugnen, die Tat begangen zu haben, belasten sich aber gegenseitig stark. Am Abend des 6. November 1922 ging der Matrose Gobel mit mehreren Arbeitskameraden von Bord seines in Urmitz .vor Anker liegenden Dampfers an Land, um Einkäufe 3^.tätigen. -P1 Matrosen kehrten anschließend in die Wirtschaft ein. Nach einer Auseinandersetzung im Lokal gab es aus der Straße eine Prügelei, wobei Gobel mit Gewalt in den hochgehenden Rhein geworfen wurde und ertrunken ist. Der Täter konnte damals nicht D TORPEDO SIMPLEX die vollkommene Büromoschine zu niedrigem Preis Alleinverkauf Niederhauten Gießen Bahnhofstrafle Hämorrhoiden sind heilbar! Verlangen Sie Gratis probe ANUVALIN Änuvalinfabrik. Berlin SW 61. Abtlg. 253 Gestern mittag verschied plötzlich nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Luise Weller, geb. Lepper im Alter von 56 Jahren Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Weller 16., Schuhmachermeister Luise Weller Adolf Weller und Frau Gießen,Wieseck,Offenbach, Hörbach, Neunkirchen/Saar, den 5.Nov.l936 Die Einäscherung findet in aller Stille statt Bekanntmachung. Die Bauarbeiten für einen Schmutzwasserkanal im Sandkauterweg sollen auf Grund der Reichsverdingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. 7043D Die Verdingungsunterlagen und Angebotsvordrucke sind ab Montag, den 9. d. 21L, bei uns erhältlich. Die Angebote sind spätestens zum Erösfnungs- termin am Samstag, dem 14. b. 21L, vormittags 10 Uhr, an das Städtische Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg 9, abzugeben, wo die Oeffnung der Angebote erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist vier Wochen. Gießen, den 6. November 1936. Städtisches Hoch- und Tiesbauamt. G r a v e r t. gute K°nd""es«aMCbM- gepftegte A „nd die XuÄ-W-gUet. Aussagen Veryand- „Emefo“ - Strumpf, Kunstseide, Glanz und fialbmatt. in allen modern, yg , g.y8 ÄdR. lieber der Niederung lastet ein schwerer, grauer Himmel. Der Sturm heult und laßt den rasenden Fluß immer mehr anschwellen. Die Wellen lecken am Deich hinauf, die Bauern und Landarbei- er freiwillige Helfer der verschiedensten Organisationen arbeiten fieberhaft, den Deich zu halten. Da plötzlich — ein Schrei, vielstimmig, rauschend schießt das Wasser durch die Einbruchstelle, strömt weiter bis zu den Häusern hinter dem Deich. Balken krachen, Steine fliegen umher, Frauen und Kinder schreien und weinen. In den umliegenden Ortschaften ist Alarm. Jeder freiwillige Helfer des Roten Kreuzes, jede Samariterin und Helferin hat die Arbeit liegen zu lassen, vertauscht das Arbeitskleid mit der grauen Uniform und der weißen Haube mit dem Roten Kreuz und eilt zur Unglücksstätte. Aus der nahegelegenen Stadt fahren die Frauen und Mädchen heran, ihre Arbeit im Betrieb oder Haushalt blieb liegen, denn die Organisation fordert ihren Einsatz, und sie sind bereit. Immer und zu jeder Stunde müssen die freiwilligen Helfer des Roten Kreuzes bereit fein, sich in den Dienst des Volkes zu stellen. Da gibt es kein persönliches oder berufliches Ereignis, das als Entschuldigung für ein Fernbleiben gelten könnte. Bereit sein, immer, und auf jeden Ruf des Roten Kreuzes sogleich an den Sammelplatz eilen, Sonn- und Feiertags und am Alltag, mitten aus dem Beruf heraus. Wir alle kennen die grauen Zelte mit der weißen Fahne, in denen die Frauen und Mädchen in grauweißen Kleidern und weißer Haube still ihres Amtes walten, in denen sie ihren männlichen Kameraden zur Hand gehen, wenn es gilt, einen Verunglückten zu verbinden, zu betten und fortzuschaffen. Ueberall an Flüssen und Seen, an Autostraßen, auf Festwiesen, bei Versammlungen und Aufmärschen treffen wir die Samariterinnen des Roten Kreuzes. Vielleicht haben die wenigstens von uns sich Gedanken gemacht, wie es möglich ist, daß diese Frauen immer sogleich bereit sind, wenn irgendwo ein Unfall geschieht, wenn Ueberschwemmungen oder andere Naturkatastrophen eintreten. Die Samariterinnen und Helferinnen des Roten Kreuzes, die ehrenamtlich ihre nicht immer leichte Pflicht erfüllen, müssen sich verpflichten, auf jeden Ruf der Organisation sofort herbeizueilen. Nur gefaßt werden. Johann Hofer will am Rhelnufer Zeuge gewesen sein, wie Wilhelm Höfer mit dem Matrosen Gobel ins Handgemenge kam und diesen hinterrücks in den Rhein stieß. Als sich dann der w Samst. 2030 Uhr KauierWAsls Wend der Arbeitsgemeinschaft Gie- ßencrSoldaten- kameradschaft. im Caf6 Leib. Mon.-Versamm- lung i. Hess. Hof fällt aus. 7022D sucht z. 15. Nov. Stelle zur Führung des Haushalts oder Pflege bei älter. Dame, Ehepaaro.Herrn Würde auch geg. freie Station u. möbliert. Zimm. Haushalt oder Pflege besorgen. Schriftliche Angebote u. 05138 and. Gieß. Anz. MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachte! und geieipn. Sport-Mäntel in preiswerter Ausführung 23.- 27.- 29.- 32.- Sport-Mäntel in eleganter Ausführung 39.- 42.- 45.- 52.- Frauen-Mäntel, bis in den größten Weiten 32.- 35.- 39.- 42.- 48.- Rauhreif keine Seltenheit. Unmittelbar ünter den Antennen wird der Sender eingebaut. Im Erdgeschoß findet ein Postamt Unterkunft. Bis zum Frühjahr hofft man den Bau fertiggestellt zu haben. Dann werden die Maschinen und Geräte hinaufgeschafft und eingebaut werden. Im Herbst 1937 denkt man den regelmäßigen Sendebetrieb aufnehmen zu können. Gegen den Wahrsage-Unfug. Durch eine bis zum 1. November 1946 in Kraft bleibende Verordnung hat der Polizeipräsident jetzt dem Wahrsageunfug für den Stadtbezirk Wiesbaden ein Ende bereitet. Unter Androhung von Strafen wird das entgeltliche Wahrsagen, die öffentliche Ankündigung entgeltlichen oder unentgeltlichen Wahrsagens, sowie der Handel mit Druckschriften, die sich mit Wahrsagen befassen, verboten. Zu dem verbotenen Wahrsagen gehört das sogenannte Kartenlegen, die Stellung des Horoskops, die Stern-, Zeichen- und Traumdeutung. Die Deutung des Charakters aus der Handschrift «uf wissenschaftlicher Grundlage fällt nicht unter das Verbot dieser notwendigen Verordnung. Günstige Aussichten für die Hebung des Wracks der „Elbe 1 . Die Arbeiten an der Unfallstelle des Feuer- s ch i f f e s „E l b e I" sind soweit gediehen, daß vom Bergungsdampfer „Reiher" aus die ersten Tauchversuche unternommen werden konnten, ote führten zur genauen Feststellung der Lage des untergegangenen Feuerschiffes. Wann mit Der Hebung des Wracks begonnen werden kann, steht im Augenblick noch nicht fest, doch werden die Aussichten, das Wrack zu bergen und emzu- schleppen, bei der gegenwärtig ruhigen Wetterlage als günstig beurteilt. meuteret in einem amerikanischen Zuchthaus. Im Zuchthaus von Montgomery im Staate Alabama drangen zwei zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte Sträflinge mit vorgehaltenen Revolvern in das Zimmer des Oberingenieurs und zwangen ihn, die Schlüssel des Kraftwerkes auszuliefern. Die Sträflinge durchschnitten darauf in einem kleinen Tunnel unterhalb des Kraftwerkes sämtliche L e i t u n g s d r a h t e, darunter auch das Telephonkabel, so daß das Zuchthaus in völlige Dunkelheit getaucht wurde. Bei der allgemeinen Verwirrung sind etwa 10 Sträflinge über die Mauern ent - k 0 m m e n. Die in der dem Zuchthaus angesch offenen Baumwollspinnerei arbeitenden Sträflinge versuchten zu meutern und zerschlugen mit Hammern die Maschinen; sie wurden jedoch durch Maschinengewehrseuer der Wächter am Ausbruch verhindert. Ein Mord nach 14 Jahren vor Gericht. Dor dem Koblenzer Schwurgericht begann die Verhandlung einer Mordsache, die bereits 14 Jahre zurückliegt. Angeklagt sind zwei Manner, die sich seit Januar d. I. unter dem dringenden Verdacht, damals den Matrosen Gobel in Urmitz in den Rhein geworfen zu haben, in Untersuchungshaft befinden. Es handelt sich um den fahrigen Kunstseiden-Strümpfe, 1.50,1.35,1.10 Strümpfe,Wolle m.Kunst- a nc a ne < nr seide plattiert............ t./d, 1.90 Wollstrümpfe, Fuß be- qpa a jc a ac sonders gut verstärkt O.uU, Z.nu, L.L'3 Damen - Handschuhe, Trikot, < en « qr innen gerauht................. LuU, Luu Damen - Handschuhe, imitiert Wildleder, in verschied. Modefarben .. 2.25,1.95,1.75 Strickhandschuhe,reine < nr < rn * qr Wolle, mit und ohne Stulpen Lzu, Luv, Luu, Strickhandschuhe, sehr iaf q ac a nr apart, reine Wolle, zweifarb. i.Zu, u*£u, L.“u Lederhandschuhe mit und ohne Futter, für Damen und Herren in großer Auswahl /Beachten Sie bitte meine Schaufenster 1y/ Samstag Wj 20-22.00 Geschlossene Vorstellung NSG. Kraft durch Freude DerBettelsludODt Operette von Carl Millöcker. 45.- 52.- durch diese straffe Organisation ist es möglich, m kürzester Zeit den denkbar größten Helferstab zur Verfügung zu haben. lieber IV« Million Helfer und Helfe- rinnen sind im Roten Kreuz zusammengefaßt. Von diesen VA. Millionen stehen im Bereitschasts- dienst 66 826 Samariterinnen und 6760 Helferinnen. Die Samariterinnen haben eine Ausbildung von 20 Doppelstunden hinter sich und sind bestimmt, zusammen mit den Sanitätskolonnen im Rettungs-, Sicherheits- und Hilfsdienst eingesetzt zu werden. Die Helferinnen haben zu der Ausbildung der Samariterin noch eine dreimonatige Fortbildung im Krankenhaus durchgemacht und dienen im Bedarfsfall als Ersatz der Schwester im Krankenhaus. Die Helferinnen und Samariterinnen müssen sich verpflichten, den Dienst am Kranken nicht als Beruf auszuüben, sondern nur im Bedarfsfall eingesetzt zu werden. Durch Vereinbarungen mit der NS. - Frauen- schaft und der Reichsjugendführung ist die Nachwuchsfrage für die freiwilligen Helferinnen und Samariterinnen des Roten Kreuzes ficher- gestellt. Die Mädel des BDM., die jungen Mädchen aus der Frauenschaft sollten sich noch mehr, noch geschlossener für die Erste Hilfe heranbilden lassen, damit jede einzelne von ihnen im Ernstfall gerüstet ist und einspringen kann. Am 11.November feiert der Vaterländische Frauenverein, dem das Rote Kreuz angehört, seinen 70. Geburtstag. Viele hunderttausend Männer und Frauen sind durch seine Kurse gegangen und können im Bereitschaftsdienst bei Krankheiten und Notständen eingesetzt werden. Jährlich werden mehrere tausend landwirtschaftliche Betriebshelfer in Deutschland ausgebildet, über 2000 G e m e i nd e p f l e g e st a > Honen werden auf dem Lande vom Roten Kreuz betreut. Viel Segen hat der Dienst der Rote-Kreuz- Schwestern und freiwilligen Helferinnen und Helfer geschaffen. Noch mehr Segen würde er stiften, wenn sich noch mehr Mädel, noch mehr Frauen im Bereitschaftsdienst ausbilden ließen. E. Schulemann. feststes OriOinalkoiieri d. russ. Weißgardisten aus Berlin. Der weltberühmte russische Komponist u. Hofkünstler-Virtuose vom Rundfunk Professor Donskoi spielt auf 10 Hana- harmonikas eigener Konstruktion und Balaleika. Kein Orchester. Am Sonntag, dem 8. Nov., abends 8x/2 Uhr, zum Burghof - Saalbau Caf6 Ebel. Russische Musik, Gesang und Tänze. Karten im Vorverkauf: Musikhaus Challier, Neuenweg, Zigarrenhaus Mo es er. Selters weg, RM. 0.80, an der Abendkasse RM. 1.—. 05137 Dasselbe Programm am Samstag,7.Nov.,i.Saalbau zum Kühlen Grund in Wieseck. Karten i Vorverkauf i. Kühlen Grund 0.60 RM. Abendkasse 0.80 RM. Wß Heute 20.00—22.45 Erstaufführung: Der Zarewitsch Preise von 1.30-4.40 RM. k- Sclmeberöer st Schlafzimmer poliert, echt Birke, Schrank 1,80 m, 2 Bettstellen, 2 Nachtschränke, Frisierkommode, 2 Stühle, Rahmen, Schoner und Matratzen weit unter Preis abzugeben. Möbelhaus 6. Koos Gießen, Schulstraße 6. 7037 a NS/üemeioschaH „Krall durch Freude“ Samstag, 7. November 1936, auf der Karlsruh Fröhliches Wodenende milTanz Besetzte Mäntel in eleganter Ausführung 59.- 64.- 72.- 80.- und höher Besetzte Frauen-Mäntel, beste Verarbeitung 48.- 52.- 64.- 73.- und höher Büchertisch. _ Anna Hilaria von Eckhel: Die Königreiche der Trine Hansen. Roman. In Ganzleinen 3,75 Mark. Bergstadtoerlag, Bres- [au. — (273) — Ein „Soll und Haben des 20. Jahrhunderts, die Geschichte einer Kaufmannsfamilie, ihres Aufstieges und ihres Unterganges. Die Verfasserin wählte als Schauplatz ihrer Handlung den so konfliktreichen Boden Triests. In Glanz und Wärme südlicher Landschaft eine Fülle von Geschehen. Schwer ist der Weg dieser Frau, durch viel Leid und Wirrnis muß sie hindurch, aber ste besteht alle Prüfungen. — Liane von Gentzk0w. Der Condottiere. Verlag B. Behrs-Friedrich Fedderfen, Berlin. — (297) — Auf Grund sorgfältiger Studien der italienischen Renaissance des 15. Jahrhunderts wird hier ein charakteristisches Bild der Söldnerführer dieser Zeit, halb Held, halb Abenteurer, halb Geschäftsmann, halb Soldat und Herrscher farbig und lebendig herausgearbeitet. Die spannende Handlung hält den Leser bis zuletzt m Atem. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Die Wetterlage ist in einer Umgestaltung begriffen. Während das über Osteuropa liegende Hochdruckgebiet weiter an Raum gewonnen hat, setzte gleichzeitig über Frankreich und England Drucksall ein. Hierbei kam bei uns eine verbreitete ©uojtro’ mung in Gang, die erneut Warmluft Bei der fortschreitenden Umbildung der Wetterlage wird wieder mit stärkerer Unbeständigkeit zu rechnen sein, doch wird der Witterungsablauf sich im ganzen etwas lebhafter gestalten, so daß das Wetter zeitweise auch einen etwas freundlicheren Charakter annimmt. Aussichten für Samstag: Veränderlich bewölktes Wetter mit zeitweiligen Niederschlagen, bei auffrischenden südlichen bis südwestlichen Winden ziemlich mild. Aussichten für Sonntag: Bei Luftzufuhr aus Südwest wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen Regenfällen, etwas kühler. Lufttemperaturen am 5. November: mittags 8,5 Grad Celsius, abends 8,2 Grad; am 6. November: morgens 7,4 Grad. Maximum 8,5 Grad, Minimum heute nacht 6,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm > Tiefe am 5. November: abends 7,6 Grad; am 6. No- vember: morgens 6,9 Grad. — Niederschläge 0,2 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. : Verantwortlich für Politik und für die Bilder: ■ Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; . für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- . (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der . Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 36: 10 00& ' Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in : Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich ' 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. • mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 7047 A ttr.261 Zweiter Blatt GleßenerAnzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 6. November (936 Jagd- und Volkswirtschaft. Welche Bedeutung das deutsche Weidwerk für die Volkswirtschaft und für die Ernährung des deutschen Volkes besitzt, wird oft unterschätzt. Nach der landwirtschaftlichen Betriebszählung von 1933 hatten wir in Deutschland 939 282 Betriebe mit forstwirtschaftlich genutzter Fläche in einem Umfange von 12 427 883 Hektar. Was auf dieser Fläche an Holz wächst und verwertet wird, beträgt allein in Preußen 50 Millionen Mark. Dazu kommen die Erträge derIagd. Nach einer Statistik ausdemJahre 1914 betrug die Jahresstrecke des erlegten Nutz- wildes rund 15 Millionen Stück. Man errechnete einen jährlichen Gesamtumsatz durch die Jagd in Höhe von nicht weniger als 231,2 Millionen Mark, und zwar betrug der W i l d e r l ö s 42,1 Millionen Mark, Wert der Decken, Schwarten und Bälge 4,5 Mill. Mark, Wert des Rauchwerks vom erlegten Raubwild 1,6 Mill. Mark, Veredelung des Materials aus Fellen und Rauchwerl **3 Mill. Mark, Gehälter, Löhne und Schutzgeldee 10 Mill. Mark, Treiber- und Führerlöhne 5,6 Mill. Mark, Waffen und Munition 11,4 Mill. Mark, Jagdhunde 14 Mill. Mark, Kleidung und Ausrüstung 64 Mill. Mark, Einnahmen der Bundesstaaten an Jagdscheingebühren 15 Mill. Mark, Jagdpachtverträge 40 Millionen Mark. Durch Krieg, Inflation usw. war der Bestand an Wild allerdings erheblich zurückgegangen, aber unter Reichsjägermeister Hermann Göring wurde eine grundsätzliche Regelung des Jagdwesens in Deutschland durchgeführt, wonach jagdausübende Personen einer jagdlichen Organisation angehören müssen und die nötige Qualifikation nachzuweisen haben. Die Ausführung und Innehaltung des Tier- und Pflanzenschutzgesetzes wird ihnen zur Pflicht gemacht. Aasjägerei gibt es nicht mehr. Der Wald und alles, was darin kreucht und fleucht, erfreut sich der besonderen Liebe nicht nur der Führung, sondern auch des deutschen Volkes, und es ist bekannt, daß nirgendwo in der Welt Wald und Wild größere Hege finden als im neuen Deutschland. So kommt es, daß die Jahresstrecke der deutschen Jagd sich 1935 belief: Stück Wert Elche 57 11 400 2 Kart Rotwild 25 554 1 598 375 Damwild 6 787 254 512 Sauen 18 202 682 575 Rehwild 217 093 3 907 647 Muffel- und Sikawild 179 6 712 Füchse 55 688 556 880 Hasen 1 933 185 7 732 740 Kaninchen 944 297 944 297 Fasanen 499 705 999 410 Enten 176 297 250 945 Hühner 1 570 403 1 884 403 Dabei wird Wild für die Volksernährung auch aus dem Ausland e e i n g e r ü h r t. Der ge- famte Verbrauch an Hafen in Deutschland wird z. B. auf 4 Millionen Stück jährlich gerechnet. Hinzu kommt die Zahl der Forstbeamten, die Ausgaben für Waffen und Kleidung, Haltung von Jagdhunden usw. Die deutsche Jägerei hat sich aber auch in das Winterhilfswerk eingeschaltet. Sie hat bis jetzt 229296 Stück Wild im Gewicht von 1158540 Kilogramm mit einem Werte von 1 145 254 RM. der Winterhilfsspende zugeführt. Die Durchführung der diesjährigen Spende ist auf Veranlassung des Reichsjägermeisters Göring derartig gedacht, daß in der Zeit vom 1. November bis 20. Dezember aus j e - dem Revier mindestens 5 v.H. der Jahres st reckeanNutzwild als Spende abgeliefert werden. Wenn man bedenkt, daß der Reinertrag der deutschen Jagd auf rund 25 Millionen RM. errechnet wurde, während die deutsche Fischerei auf Binnengewässern und auf der See im Vergleich dazu 50 Millionen NM. erbringt, dann ist über die Bedeutung der deutschen Jagd für die deutsche Volkswirtschaft und die Volksernährung kein Zweifel mehr vorhanden. Großversorger unserer Küche. Wir wandern durch eine deutsche Kleischwarenfabrik. Unvorstellbar groß sind die Mengen von Fleisch und Wurst in den verschiedensten Formen der Zubereitung und Verarbeitung, die unser deutsches Volk täglich frisch, geräuchert, gekocht oder als Fleischkonseroe verzehrt. Ja, man kann fast sagen, daß für uns jeweils nur der k l e i n st e Teil des Gesamtverzehrs in dem sichtbar wird, was wir wi den Fleischerläden als Frischfleisch täglich antreffen, was an Wurst und Schinken oben auf der Stange hängt. Der weitaus größere Teil befindet sich teils im Deredelungsgang, teils im großen Vorrat des Volkshaushaltes — den Kühlhäusern und Räucherkammern der großen Betriebe und Hersteller und teils in dem nie abreißenden Kreislauf vom Erzeuger zum Verbraucher. Das Frischfleisch wiederum, mit dem wir unfern täglichen Bedarf bestreiten, ist bei weitem der ge- r i n g st e Teil dessen, was man die Fleischverfor- gung unseres Volkes nennt. Auf Frischfleisch können wir vorübergehend gern einmal verzichten, wenn wirtschaftspolitische Notwendigkeiten es im Gesamtrahmen der Sicherstellung unserer Ernährung fordern. Dafür hat in Zeiten des Ueberflus- ses die Zahl der „Großversorger der deutschen Küche" vorgesorgt und die zahllosen Fleischdauerwaren hergestellt, die in Augenblicken der Verknappung willkommenen Ausgleich schaffen, sei es durch „Fleisch im eigenen S a f t", durch Büchsenschinken, durch Eintopfgerichte, durch Dauerwurst, Speck und was der schmackhaften Herrlichkeiten mehr sind. Solange diese Großoersorger, eine Anzahl anerkannter deutscher Fleischkonservenfabriken neben den Metzgern für uns an der Arbeit sind, kann der Millionenhaushalt deutscher Volksgenossen unbesorgt sein. Es ist für Vorrat gesorgt und wird immer wieder reichlich nachgeschafft. Der Betriebsleiter einer großen deutschen Fleischwarenfabrik steht mit mir am Fenster seines Arbeitszimmers und weift hinaus auf ein Gewirr großer und kleiner, flacher und hoher Gebäude: „Dies Gelände beherbergt eine kleine Arbeitsstadt für sich. Wir beschäftigen wohl alles in allem 15 0 0 Menschen. Unser Werk vereinigt alle Funktionen des Fleischerei-Gewerbes vom Schlachten bis zum Fertigversand- und Lieferungsgeschäft." „Und wie beschaffen Sie die großen Viehmen- gen, die täglich hier verarbeitet werden?" „Unsere natürliche Rohstoffbasis sind heute die bäuerlichen Betriebe. Früher nahmen wir ihnen direkt ab. Sie wissen, daß wir heute die Marktordnung haben, die uns auf den Großviehmarkt beschränkt und daß wir nur im Rahmen der deoisenwirtschaftlichen Möglichkeiten ausländisches Vieh hinzu geliefert bekommen." Wenige Augenblcke später tauche ich mit einem Abteilungsleiter des Werkes in dem verwirrend vielfältgen Getriebe einer riesigen Großflerschküche unter und lasse mich in den Arbeitsgang einwei- hen: „Nur durch die Befolgung einer peinlich einwandfreien Hygiene können wir die empfindlichen Fleischwaren vor Verderbnis hüten", erklärt mein Begleiter, als wir zunächst durch die Dusch- und Baderäume des Werkes gehen. Hier entledigt sich jedes Gefolgschaftsmitglied morgens zuerst seiner eigenen Kleider und legt im dahinterliegenden Raum die saubere, hygienisch einwand- f e i e Werkskleidung an. Während wir über den Werkhof gehen, zählt der Begleiter mir die Nebenbetriebe auf, die das Werk von jeder Stö- Kmdergefchichten Don Irmgard v. Jaber du Sour. Die Blumen. Das Kind geht im Garten, Es ist noch blaß und ein wenig müde. Aber so froh. Es sagt zur schwarzen Amsel: „Amsel, ich war krank und bin wieder gesund." Die Amsel hat einen Wurm im Schnabel und fliegt weit weg. Das Kind sagt zur Hummel: „Hummel, ich war krank und bin wieder gesund." Die Hummel kriecht in eine Blüte hinein und ist weg. Das Kind sagt zur Ameise: „Ameise, ich war krank und bin wieder gesund. Die Ameise hat es eilig. Sie trägt einen Balken zu ihrem Bau. Das Kind sagt zum bunten Schmetterling: „Schmetterling, ich war krank und bin wieder gesund." Der Schmetterling hört nicht zu. Er fliegt in den blauen Himmel hinein. Das Kind erzählt den Blumen seine Freude. Das weiße Maßliebchen, das rote Faullieschen, die blaue Veronika, der zierliche Erdrauch, der stramme Wegerich, die gelbe Königskerze — sie haben Zeit. Sie müssen nicht weg. Sie freuen sich mit dem Kind. Mutters Geburtstag. Die Kinder sagen: „Wir müssen schnell mal weggehen". Und fort sind die Kinder. Vater und Mutter warten, was kommt. Es klopft an die Tür. „rx., , .. , Da kommt ein kleines gebücktes Wichtelmännchen herein mit einem langen grauen Bart. Das Wichtelmännchen sagt zur Mutter: „Ich bin das Zwerglein Rumpelfett. Ich säge dir ein Schlüsselbrett/ Und es legt ein schönes Schlüsselbrett vor die Mutter hin. Und es klopft wieder. Da kommt eine Fee herein, in einem langen weißen Hemd bis auf die Füße und einem Schleier vor dem Gesicht. Und die Fee sagt zur Mutter: „Ich bin die Fee Kakaleiaquappen. Ich strickte dir einen Waschlappen." Und sie legt einen schönen Waschlappen mit einem roten Rand vor die Mutter hin. Und es klopft wieder. Und da kommt wieder ein Wichtelmännchen herein, noch kleiner und gebückter als das erste. Es trägt ein Körbchen voll Blumen. Es schüttet die Blumen der Mutter in den Schoß und sagt dazu: „Ich bin das Zwerglein Wachsnocheinbissel. Ich bring dir Maßliebchen und Himmelschlüssel." Und dann fassen sich die drei an der Hand uni) tanzen um die Mutter herum. Sie singen: „Wir wünschen dir viel Freud und Glück. Wir gehn jetzt in den Wald zurück." Und fort find sie alle drei. Aber bald geht die Tür wieder auf. Die Kinder rennen herein. „War jemand da? Vater, Mutter, war jemand da?" „Ja", sagt der Vater, „warum seid ihr auch gerade weggegangen?" Der Kleine kriecht der Mutter auf den Schoß und sagt ihr ins Ohr: „Wir waren es ja, Mutti. Hast du Angst gehabt?" Die bösen Sachen. „Alles ist bös gegen mich", sagt Hänschen und meint. „Ich will gar nichts mehr tun." „Ich zieh mein Hemd an, da verdreht es sich, daß vorn hinten ist." „Ich will sehen, was für ein Wetter ist, da stößt mich das Fenster auf den Kopf." „Ich kann mein Buch für die Schule nicht finden. Ich suche und suche, aber es hat sich versteckt und will nicht herauskommen." „Dann will ich mir ein Stück Brot nehmen. Du böses Messer! Da schneidest du mich in den Finger." „Ich mag nichts mehr tun." Da sagt das Messer zu Hänschen: „Hänschen, du hast dich selber geschnitten. Ich hätte es gern recht gemacht. Du hast selber dein Buch verlegt. Du hast dich selber am Fenster gestoßen. Du hast selber dein Hemd verdreht. Wir sind nicht bös gegen dich, Hänschen. Wir wollen gern alles richtig machen. Aber du mußt uns helfen, Hänschen." Das alte Stück Holz. „Wirf das alte Stück Holz fort", sagt die Mutter. „Aber Mutter, das ist doch mein Reh", sagt das Kind. „Vor dir verstellt es sich bloß. Vor mir ist es immer lebendig." Das Kissen. „Ich möchte nicht immer ein Kissen sein", sagte das Kissen zum Kind. „Ich möchte auch mal ein Pferdchen fein." Da sagt das Kind: „Du sollst mein Pferdchen fein". Und es spielte mit detn Kiffen Pferdchen. rung von außen unabhängig machen. Da ist eine Schlosserei, eine Malerwerkstatt, eine Tischlerei, eine Elektro- und eine Autoreparaturwerkstätte; werkeigene Wäscherei, Plättstube, Nähstube und eine Kantine für Männer und Frauen kommen hinzu. Dei letzten Worte meines Begleiters gehen in einem Dröhnen und Zischen unter. Vor uns hat sich eine mächtige Flügeltür geöffnet, die in den Maschinenraum führt. Wir stehen vor Maschinenkolossen, die das Werk mit Heizung, Wasser und Licht versehen. Riesige Doppelflammenrohrkessel mit automatischer Bedienung, daneben eine gewaltige Permutitanlage, die das auf Werkgrund aus 50 Meter tiefen Brunnen heraufgeholte Wasser vom Eisengehalt befreit. Auch eine Eisfabrik können wir bestaunen, wo täglich 22 mal ein Schub von 10 stattlichen Eisquadern polternd die Gefrierkästen verläßt. Wir betreten jetzt die Hallenflucht, in der sich die Verarbeitung des Fleisches vom lebenden Vieh bis zur Dauerwurst in übersichtlichem Arbeitsgang vollzieht. Gewaltige Wiegemesser, Neunschneider genannt, wiegen auf riesigen Holzblöcken das schon in der Zerlegerei sorgfältig zerkleinerte und sortierte Frischfleisch zu feiner Wurstmasse. „Unser Gewürzmeister — ein erfahrener Fachmann — ist hier die Hauptperson. Es ist eine fast schon künstlerisch zu nennende Leistung, daß er bei solchen Mengen (das täglich verbrauchte Gewürz wiegt mehrere Zentner!) jeder Wurstsorte das ihr eigene feine Aroma trifft!" In der Darmverarbeitungsabteilung werden alle anfallenden Därme sorgfältig für" ihre verschiedene Zwecke aufbereitet. „Hier sind wir mitten in der Losung einer i n - tereffanten Rohstoffrage. Bisher wurde ein großer Teil Därme aus dem Ausland eingeführt. Jetzt kommen wir mehr und mehr zur Verwendung von Kunstdärmen aus Zellophan und Na- turin, die die konservierenden Eigenschaften des Naturdarmes praktisch erreicht haben. Ein Mißtrauen der Hausfrauen gegenüber der Wurst in Kunstdärmen ist also völlig unberechtigt." Ist das Wurstgut mittels Füllmaschine und großer Handfertigkeit des bedienenden Gesellen in die Därme gefüllt, so kommt sie nicht sofort in die Räucherei. Erst muß sie „sich entwickeln", d. h. in kühlen, luftigen Gestellen abtrocknen. Dann wandert sie in den fünfstöckigen Räucherturm, wo jede Wurstsorte in einem besonderen Rauch- schrank just die Art von Rauch bekommt, die ihr den spezifischen Geschmack verleiht. „Jede Wurstart verlangt ihren besonderen Schmok, ein Feuerungsmaterial aus bestimmten Hölzern, für deren Zusammenstellung wir sogar Geheimrezepte haben. Der Räucherprozeß ist je nach Sorte verschieden lang, zieht sich jedenfalls über Wochen hin. Die Wurst gewinnt in diesen Wochen hren köstlichen Geschmack, verliert aber bis zu 50 Prozent ihres Gewichtes, das sie gegen die satte Farbe, größte Festigkeit und Dauerhaftigkeit eintauscht." Andere Wurstsorten, wie Blut- und Leberwurst werden vor dem Räuchern in doppelwandigen Dampfdruckkesseln gebrüht, ehe sie in der Räucherei verschwinden. Besondere Etappen müssen S ch i n • k e n u n d Speck durchmachen, ehe sie räucherfertig sind. In Betonbottichen von Riesenmaßen ruhen sie zu 80 Zentner und mehr wochenlang in Salzlaken von ganz bestimmter Schärfe und Temperatur, werden dann geschnitten, gewickelt, gepreßt, gedämpft, gebacken, schließlich geräuchert und können endlich als Koch- oder Backschinken, Rollschinken oder Frühstücksspeck hungrige Mäuler reizen. „Ein ganz großer Arbeitszweig für sich ist unsere Brühwürstchenabteilung. Ihre Herstellung aus schlachtwarmem Material ist so durchdacht, daß vom Schlachten am frühen Morgen bis zum Verkauf durch den „Wurstmaxe" draußen nicht mehr als ein Tag hingeht." In der Tat sieht sich die Würstchenfabrikation wie ein Spuk an. Zerkleinern des Fleisches im Wolf, Nachmahlen und Würzen im . Kutter, Füllen und Abbinden, Räuchern und Einfüllen in Dosen, Schließen, Sterilisieren, Etikettieren und Verpacken — dieser komplizierte Arbeitsgang rollt wie ein Filmband vor uns ab. „Nicht wahr, hier gewinnen Sie ein lebendiges Bild davon, welche Bedeutung die Fleischwarenindustrie für das Bauerntum und für unsere Volksernährung hat. Erbsen mit Speck, Gulasch und Grüne Bohnen mit Hammelfleisch, alles dies wird hergestellt in Zeiten, wo Fleisch über den lausenden Bedarf hinaus an den Markt kommt. Die Großfleischereien nehmen es für späteren Bedarf aus dem Markt, konservieren es für die Speisekammer unseres Volkes und werden so zu einem unentbehrlichen Markt- und Preisregler auf dem Gebiete der Viehwirtschaft und der Volksernährung mit dem großen Ziel der Nahrungsfreiheit unserer Nation." Dr. Buresch. S.Jt.-’fpoit Kußballkampf Deutschland—Italien ausverkaust. Die Karten für den Fußball-Länderkampf Deutschland—Italien, der am 15. November im Berliner Olympischen Stadion ftattfinbet, sind, wie nach Ablauf des Vorverkaufstermins feftgestellt wird, restlos vergriffen. Es ist nicht eine einzige Karte aus dem Reich zurückgegeben worden. Dagegen liegen trotz wiederholter Hinweise auf die Zwecklosigkeit Hunderte von Kartenbestellungen beim Fachamt Fußball in Berlin vor. Die noch vorhandenen Restbestände der für unvorhergesehene Fälle zurückbehaltenen Karten sind an die Berliner Vereine abgegeben worden. Auch die 4000 Schülerkarten werden in Berlin vertrieben, so daß die Reichshauptstadt insgesamt etwa 40 000 Zu- ,(Bauer beim Länderkampf stellen wird. Es ist jedenfalls jetzt zwecklos, sich noch um Einlaßkarten zu bemühen. Die 4000 Schülerkarten werden am Tage des Spieles verkauft. Zu diesem Zweck sind die Kassen des Olympiastadions ab 12 Uhr geöffnet. Als Vorspiel zu dem großen Fußballkampf findet ein Juniorenspiel zwischen Berliner Auswahlmannschaften von Berlin-Nord und Berlin-Süd statt. Vor diesem Spiele und in den Pausen wird die Kapelle der SS.-Leibstandarte „Adolf Hitler" konzertieren. VfL. Kachamt 2, Kußball. Jugendgruppe Gießen. Pflichkspiele am Sonntag, 8. November. Watzenborn-Steinberg—Leihgestern (Luh, Allen- borf); Großen-Linden — 1900 Gießen (Krämer, Rodheim); Steinbach — Spvgg. 1900 II (Eckhardt, Großen-Linden); Lich — Großen-Linden II (Röhm, Grünberg); Launsbach — Wißmar (Weil, Vetzberg); Alten-Buseck — Großen-Buseck (Hofmann, Wieseck); Ettingshausen — Lollar (Dietz, Geilshausen); Staufenberg — Lollar II (Wagenbach, Daubringen); 1900 Gießen III — Heuchelheim II (Erb, Daubringen); Londorf—Nieder-Ohmen (Bender, Treis). Die erstgenannten Vereine sind Platz- Heute beginnen wir in den Gießener Familien» blättern mit dem Abdruck einer neuen Erzählung: nach der „Halsbandgeschichte" von Wilhelm Schäfer wird der bedeutende norwegische Dichter und Nobelpreisträger Knut Hamsun mit seiner Erzählung „Victoria" bei uns zu Wort kommen. Diese „Geschichte einer £ie6e", der großen, verzehrenden Leidenschaft junger Menschen, hat vielleicht von allen Büchern Hamsuns den Ruhm des Dichters in der Welt am tiefsten und dauerndsten begründet. ttia» ’ -v „Ich möchte nicht immer Pferdchen fein", sagte das Kissen. „Ich möchte ein Luftschiff fein." Da sagt das Kind: „Du sollst mein Luftschiff sein". „Ich möchte nicht immer ein Luftschiff fein", sagte das Kissen. „Ich möchte ein Kindchen sein." Da sagt das Kind: „Du sollst mein Kindchen fein". Und das Kind spielte mit dem Kissen, bis die Mutter nach Hause kam. „Stärker als Paragraphen." Gloria-Palast. Man würde diesem Film, einer Minerva-Produktion der Tobis Europa, Unrecht tun, wenn man ihn einfach in die umfangreiche Gattung der Kriminalfilme einreihte. Zwar trägt er alle Merkmale eines Kriminalfilmes an sich: es handelt sich um die Darstellung eines Verbrechens, um die Frage nach dem Täter, um die Aufklärung und gerichtliche Sühnung einer schweren Bluttat. Entscheidend ist in diesem Falle aber nicht der äußere Ablauf, die Beschreibung und Aufhellung der Tat als solcher; nicht — mit andern Worten — die aus der schrittweisen Klärung der Generalfragen sich ergebenden Spannungsmomente, die sonst bei Kriminalfilmen für die Wirkung auf den Beschauer und seine Stellungnahme zum Filmvorgang ausschlaggebend zu sein pflegen. Nicht um die Erzeugung einer Spannung im landläufigen Sinne handelt es sich, obwohl auch diese sich dem Beschauer natürlicherweise sogleich mitteilt. Sondern um die Beleuchtung eines menschlichen und rechtlichen Problems, das eine tiefer reichende Anteilnahme von uns fordert: es handelt sich um die Gewiffensfrage der Schweigepflicyt des Anwalts, des Strafverteidigers in einem Mordprozeß. Wie kann, wie darf, wie mutz der Anwalt sich verhalten, dem fein Mandant in einem Augenblick nachlaffender Nervenkraft das Geständnis seiner Täterschaft ablegt, während das Gericht schon gegen einen andern (zwar Verdächtigen, aber Unschuldigen) auf Tod und Leben verhandelt? Das ist die eigentliche Generalfrage, um die es sich hier handelt, die ein tiefer wurzelndes Interesse vom Zuschauer fordert, als es die übliche, von einem derartigen Konflikt nicht beschwerte Frage nach dem Schuldigen in einem beliebigen Kriminalfilm beanspruchen könnte. Schon der Umstand, daß die Blickrichtung des Beschauers immer wieder abgelenkt wird vom Schauplatz und später von der Anklagebank, worauf sich doch in ähnlichen Fällen alle Aufmerksamkeit konzentriert — abgelenkt auf einen Menschen, der mit dem Fall subjektiv gar nichts zu tun hat, gibt dem Fikm eine Sonderstellung, der üblichen Fragestellung eine neue und menschlich wesentlichere Beleuchtung. Das Drehbuch stammt von Curt I. B r a u n , die Inszenierung von Jürgen von Alten; es ist nicht ganz leicht zu entscheiden, auf wessen Konto einige Lücken im Bildablauf zurückzuführen sind, die man gerne ausgefüllt oder weniger andeutungsweise behandelt gesehen hätte; vielleicht laa es aber auch in der Absicht der Hersteller, den Beschauer über einige Einzelheiten im Ungewissen zu lassen, um dem späteren Ablauf der Dinge nicht vorzugreifen. Die Regie wirkt anfänglich ein wenig unruhig und (vielleicht geftiffentlich) verwirrend im schnellen und schroffen Bildwechsel; sie gewinnt zunehmend an Konzentration und gelangt auf den Höhepunkt eindringlicher Bildwirkung in der großen Verhandlungsfzene, die von der Kamera (Georg Bruckbauer) regelrecht nach den Hauptbeteiligten abgetaftet wird, wobei sich in schnellen, kurzen Augenblicksaufnahmen höchst bemerkenswerte Aufschlüsse, Beziehungen und Zusammenhänge ergeben, deren Kenntnis für die juristische wie die psychologische Seite des Falles wichtig sind. Die Spielführung verfügte auch über eine in allen wesentlichen Teilen zweckmäßige und charakteristische Besetzung. Für die Figur der Renate, die als Nichte des Ermordeten und auf Grund ihrer nahen Beziehungen zum Angeklagten wie zum Verteidiger eine bedeutende Rolle spielt, hat man eine junge, im Film bisher unbekannte Darstellerin eingesetzt: Manja Behrens, die vom Dresdener Schauspielhaus kommt. Wir glauben, daß die Rolle ihren Ausdrucksfähigkeiten sehr entgegenkommt, finden auch, daß sie eine in allen Teilen saubere und begabte Leistung liefert, aber man müßte sie wohl erst vor mehreren, anderen Aufgaben gesehen und gehört haben, um den Umfang und die Grenzen ihres Könnens richtig einzuschätzen. Eine unheimlich geschlossene, ausdrucksvolle Gestaltung sieht man von Aribert Wäscher. Mit gleicher Intensität gibt Paul Hartmann den Anwalt Dr. Blrk; seiner ernsten, sympathischen und eindringlich sich äußernden Darstellung gelingt es, ohne Pose und Pathos die volle Verantwortungslast fühlen zu lassen, die sich ihm aus dem geschilderten Gewissens- konflikt ergibt. Sehr gut auch Karl Hellmer als Geldvermittler, Walter Franck als Staatsanwalt; von den übrigen Mitwirkenden nennen wir Karl Stepaneck, Hilde von Stolz und Mana Krahn. Im Beiprogramm sieht man u. a. interessante Aufnahmen von der Treptower Sternwarte und in einem Kostümfilm Theo Lingen als Till Eulenspiegel. hth. Wirtschaft 5,03 v. H. Büdingen Aus der Arbeit des Gießener Eisvereins 3,04 2,25 Friedberg Wiesbaden Beider Mein-Mainische Börse. TNiltagsbörse schwächer. Oie Wintergerste-Anbaufläche stelgt von Lahr zu Lahr. Der Eintopfsonntag des das Symbol nationaler Geschlossenheit, ist anderen Ländern zum Vorbild geworden. Denke daran am 8. November! __ Die Vansaison 1936 Eine Zwischenbilanz. der Getreideernte vorweg, was bei der gegenwärtigen Knappheit an Arbeitskräften sich sehr vorteilhaft für die Arbeitsverteilung auswirkt. Ferner werden rechtzeitig Aecker frei für die Aussaat von Futterpflanzen aller Art. In Bezirken, m denen infolge geringer Niederschlagsmengen m den Sommermonaten die Aussaat von Grunfutterpflanzen stets ein gewisses Risiko darstellt, wird die Wintergerste mehr und mehr Bedeutung gewinnen. zahlreiche Ergänzungs-, Erweiterungs- und Neubauten durchgeführt. Ein großer Teil der Auftrage sind Bauten zur Verbreiterung der heimischen Roy- stoffgrundlage. Im bisherigen Verlauf des Jahres 1936 war der umbaute Raum der in Angriff genommenen Wirtschaftsbauten und öffenttichen Bauten in den größeren Städten um ein Fünftel großer, als 1935. Bei den fertiggestellten Neubauten war der umbaute Raum sogar mehr als die Halste arölier An der Zunahme der Bautätigkeit hatte der Wohnungs- und Siedlungsbau lJ3b einen stärkeren Anteil als im vergangenen Jayre. Der „Ueberhang" an unvollendeten Bauten zu Beginn des Jahres war schon wesentlich hoher nie Anfang 1935. Da gleichzeitig die Planungen neuer Bauten ständig weiter zunahmen, durste sur oas laufende Jahr — noch vorläufigen Schatzungen — mit einem gesamten Wobnungszugang (durch Iceu- und Umbau) von etwa 300 000 ,bis ^0 000 Wohnungen zu rechnen sein, gegenüber rund 2ob vuu im vergangenen Jahre. glieder, sondern in erster Linie für die Öffentlichkeit bestehe. So gesehen ist der Hauptteil der Arbeit em Dienst an der Volksgemeinschaft und er hat daher auch An pruch auf ein reges Interesse der Oessent- lichteir, die durch ihre Mitgliedschaft den Eisverem in guten wie in schlechten Wintern unterstützen mutz. Nur dadurch wird es ihm gelingen, einmal seine weitgesteckten Ziele zu erreichen. Gießen hat in der Eissportbewegung einen guten Namen, die es in erster Linie dem zu früh verstorbenen Vereinsführer Dr. Wodaege verdankt. Die Arbeit des Eisoereins ist schwierig, weil sie im Gegensatz zu anderen Sportvereinen das gemeinsame Erlebnis der Sportausübung nur kurze Zeit im Jahre besitzt. Dennoch soll durch Zusammenarbeit mit dem Skiklub auch in Der Sommerzeit die Vereinsarbeit gepflegt werden. Dem Kunstlauf wird besondere Aufmerksamkeit zu- gewandt werden. Die Benutzung des oberen Teiles der Eisbahn wird nur auf eigene Gefahr zugelassen. Da die Spritzeisbahn sich nicht bewahrt hat, soll ein anderes Verfahren angewendet werden. Die deutschen Meisterschaften im Eisschießen und Kunstlauf im Januar in Hamburg werden besucht Die Meisterschaft im Eishockey wird m Frankfurt a. M., oder in einem Orte des Schwarzwaldes, das Eisschießen des Gaues, der jetzt zum Gau 12/13 vergrößert ist, in Gießen ausgetragen werde? Der Verein will einige Mitglieder zu einem Lehrgang für Eishockey und Eislauf entsenden, weil hier die Trainingsmöglichkeiten fehlen.. Der bisherige Vereinsführer 'Bibliothekar ! Dr. W a l b r a ch wurde wiedergewählt. Frankfurt a. M., 5. Nov. Infolge weiterer ( Verkäufe der Kundschaft setzte sich der Kursabbau an den Aktien Märkten, fort.. Der berufsmäßige Börsenhandel verhält sich völlig abwartend. Kaufaufträge lagen nur in ganz bescheidenem Umfange vor. Bei sehr kleinen Umsätzen eröffneten die ersten Kurse durchschnittlich 1 bis 2 v. H- niedriger' später ergaben sich in den meisten Fallen weitere leichte Rückgänge. Am Montanmarkt verloren Hoesch 2,50 D. S)., Klöckner 2,75 v-H-, Mannesmann 1,50 v.H., Ilse Genuß 1 v.h., Rhein- stahl und Verein. Stahl bis 0,65 v. H. Don chem^ schen Werten ließen IG. Farben auf 175,50 (177,50), Metallgesellschaft auf 152,50 (155) und Scheideanstalt auf 272 (273) nach. Elektropapiere erfuhren überwiegend Abschläge von 1 v. H., Siemens — 2,13 v. H. auf 206,75. Maschinenwerte blieben z. T. gut behauptet, wie Moenus und Junghans, dagegen gingen Daimler unter kleinen Schwankungen auf 122 bis 122,40 bis 122 (123) und Muag auf etwa 129,50 (131) zuruck, Rh.ein- metall —1,75 v. H. auf 148,75. Matt lagen Sudd. Zucker mit 197 (205), fonft eröffneten im einzelnen u. a. Reichsbank 1 v. Sy, AG. für Verkehr 1,13 o. Sy, Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. Sy und Bemberg 0,50 ö. Sy schwächer. Von Schiffahrtswerten zogen Hapag 0,25 v.H. an, Nordd. Lloyd unverändert 15,50. Meist weiter schwach lagen Auslandsw-^e. Chad- A bis C 355,50 (385), Otam 39,75 (40,65). AKU. lagen mit 81,90 (81,50) gut behauptet. Deutsche Renten lagen still und nahezu unverändert, Kommunal-Umschuldung wurden mit 90,13 (90,25) umaesetzt. Ämsvergutungsscheine 94, späte Schuldbuchforderungen 98,50. Don zertif. Dollar-Bonds nannte man 6 d. Sy Preußen mit unverändert 77,50. Auslandsrenten lagen weiter im Angebot und schwächer; eine Reihe von Papieren erschien mit „Minus-Zeichen 4 v.H. Ungarn Gold 11,35 (N,50),1914er Ungarn 9,25 (9,50), 4 v. H. Mexikaner 9,95 (10,13), 4,50 v. H. Irrigation 8,90 (9,25), 5 vH. äußere Mexikaner 13,25 (13,75), Anatolier 33,75 (36,50). Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt klein. Vereinzelt ergaben sich -uiter leichten Schwankungen mäßige Erholungen, nachdem vorher weitere Rückgänge bis 1 o. Sy nngetteten waren. IG. Farben stark schwankend mit 175,90 bis 175 bis 175,50 nach 175,50, Verein. Stahl 12175 bis 122 nach 122,13, Hoesch 120 nach 119, dagegen Scheideanftalt 271 nach 272, AKU. 79,50 nach 81,90, Otavi 39 nach 39,75. Die später notier- ten Werte erfuhren meist Einbußen von 1 bis 2 vH. Muag 129,75 (131), Jul. Berger 143 (145,75) Feldmühle Papier 144,50 (147), Licht & Kraft 158 65 (161,25), auch AEG. mit 40 (40,75) verhältnismäßig schwach. ff Am Rentenmarkt gaben zertif. Dollar- Die Generalversammlung des Gießener Eisver- eins am gestrigen Donnerstag wurde von Studienrat Dr. Fischer geführt. Er erinnerte an die Berichterstattung im Frühjahr, m der Dr. Walbrach zum Vereinsführer gewählt worden war und gmg dann auf die Eigenarten des Eissportes ein. Sportwart Werner gab einen Bericht über Die Kämpfe der Sportabteilung, Die sich im Kunstlauf aut vorbereiten konnte, so daß es ihr gelang in Düsseldorf eins von drei Spielen gegen Mannschaften in ausgezeichneter Form 3" gewinnen. Als Ersatz für den Eislauf war der Besuch der Rollschuhbahn gut. Die Fortschritte im Eishockey waren genügend. Es soll mit frischem Mut an ein neues Training im kommenden Winter herangegan- gen werden. Sportwart Pfeffer berichtete noch über das Eisschießen, wobei er sich auf frühere Berichte berufen konnte. Aus der von Kassenwart D e h m e r vorgelegten Abrechnung war zu entnehmen, daß im Wmter 1935/36 nur an neun Tagen die Laufbahn geöffnet war und zwar an vier Tagen im Dezember und an fünf im Februar. Dadurch sind dem Verein große Einnahmen entgangen. Die Beleuchtung auf der Eis- und auf der Rollschuhbahn konnte verbessert und weitere Anschaffungen getätigt werden. Für Die Sportabteilung wurde eine namhafte Summe zur Verfügung gestellt, damit sie an den Wettbewerben teilnehmen und notwendiges Material anschafsen konnte. Die Ausgaben haben auch die gewünschten Erfolge gezeitigt. ., , .. . Studienrat Dr. Fischer kennzeichnete die Hauptaufgabe des Eisvereins, die in der Bereithaltung einer gepflegten Eisfläche nicht nur für die Mit- vereine und haben den Gegner sowohl den Schiedsrichter über den Spielbeginn zu benachrichtigen. Hermann Kirchner, Jugendgruppenleiter. Olympia-Schanze „genehmigt". Die große Olympiaschanze am Gudiberg in Garmisch-Partenkirchen, als Schauplatz des Sondersprunglaufes der Olympischen Winterspiele bekannt, war bisher von der Internationalen Sprunghugei- Kommisslon der FIS für die Abhaltung von internationalen Wettbewerben nicht genehmigt. Ersl dieser Tage erfolgte die Freigabe, wobei zur ^re- dingung gemacht wurde, daß der sogenannte kritische Punkt sich nicht über 80 Meter befindet. Was werden die Teilnehmer am Olympischen Son- dersprunglauf dazu sagen, daß sie im Februar dieses Jahres über eine Schanze gingen, Die „nicht genehmigt" war? Heereö-Skimeisterschasten in Altenburg. Auch diesmal werden die Deutschen cheeres-Ski- Meisterschaften roieDer mit Den Deutschen Skimeister- Ma ten 1936/37 zusammen in Altenburg durch, geführt. Die Heeres-Meisterschasten die aus die Tage vom 9. bis 14. Februar verteilt sind bestehen aus dem 50-Icm-Dauerlauf, dem 18-Icm-Langlaus, dem Spunglaus und Der Kombination. Ltalien Weltmeister im Tontauben-Schießen. Di- Weltmeisterschaften im T°ntauben-Schi°h-n gingen am Mittwoch in Rom zu Ende. Di!i italie mschen Schützen kamen dabei zu einem Doppel Bonds im Verlause bis 1 o. $)■ noch, 6 ®- Preußen 76,25 bis 76,50, 6 v. S). Spargiro 75,50. Zommunal-Umschuldung schwankten zwischen 90 bi- 90,25. Der Pfandbriesmorkt lag nahezu unv°r änDert, auch Stadtanleihen blieben gut behaupt t. JnDustrie-Obligationen tendierten unregelmäßig. Im Freiverkehr nannte man u. a., 21Dier werke 104, Wayß & Freytag 126,50, Pokorny 123, Growag 91, Ufa 58 bis 60. — TagesgelD unver- ändert 2,50 v. H. Abendbörse etwas erholt. Die Abendbörse brachte an den Aktien m ä r k- t e n überwiegend leichte Erholungen von durchschnittlich 0,25 bis 0,75 v. Sy gegen Den Berliner Schluß. Auf Dem ermäßigten Stand lagen einige Kaufaufträge Der Kundschaft vor, auch der beruf mäßige Börsenhandel zeigte, ohne seine Zurück Haltung völlig aufzugeben, kleine Ruckkaufsneigung. Die Höherbewertung einiger Auslandswerte im Zusammenhang mit draußen mag hierbeii etwas angeregt haben. Aku stiegen auf 82,50 bis 82,75 (81), ferner Otavi Minen bei lebhafter Nachfrage auf 39,75 nach 38,90 (39); ^proZ- Schweiz Bundesbahn 162 (160), 4proz. Ungarn Gold 11,65 (11,40), Fwd. Die Bausaison 1936, die sich ihrem Ende nähert, war außerordentlich günstig. Auf allen Gebieten des Hoch- und Tiefbaues ist in diesem Jahre mehr gebaut worden, als 1935. Die Arbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft, schon seit Herbst vorigen Jahres ständig niedriger als 1929, war Mitte des Jahres praktisch beseitigt. In verschiedenen Geoie- ten des Reiches macht sich Mangel an Facharbeitern bemerkbar. , ... . Soweit sich gegenwärtig die Ergebnisse Der Dau- saifon 1936 überblicken lassen, ergibt sich, nach dem neuesten Wochenbericht Des Instituts für Koniunk- turforschung folgendes Bild: Im Tiefbau waren im bisherigen Verlauf des Jahres 1936 etwa 10 d. Sy mehr Auftrage in Arbeit als 1935, nachdem bereits in Den beiden vergangenen Jahren der Beschäftigungsstand Der bisher günstigsten Jahre 1928/29 überschritten war. Im Hochbau würben die großen öffentlichen Bauten Des Reiches in unvermindertem Umfang fortoeführt. Auch Landwirtschaft und Industrie bauten mehr als 1935. Im industriellen Bau wurden 1914er Ungarn 9,70 (9,50). Am Montanmarkt erhöhten sich Verein. Stahl von 122 50 auf 123,50 und Mannesmann von 116,75 bis 117,2a (116,25), Kali Salzdetfurth 197 (195,50). Am Einheitsmarkt gaben Chemie Basel volleinbez. Stucke noch 2 v^H nach auf 186, DD-Bank lagen 0,25 vH. hoher mit 109,25. Heimische Renten lagen still und unver» ändert. Im Freiverkehr blieben zertif. Dollarbonds auf den mittags eingetretenen Echolungen gut behauptet. U. a. notierten: 6proz. Verein. Stahl 102,75, ßDrox IG -Farben 135,50, 4,5 7)proz. Frankiurt oSM 94,50, Reichsbahn VA 125,90, 1914« Unaarn 9 70, 4proz. Ungarn Gold 11,65, 4,5proz. Rumänen 11, do. 6 30, ^oz. Schweiz. Bundesbahnen 162, 5proz. innere Mexikaner 5,6a, Commerzbank 109/ DD-Bank 109,25 Dresdner Bank 106,50, Meininger Hyp. Bank 102, Reichs bank 191,75, Harpener 157, Salzdetfurth Käst 197, Mannesmann 116,75 bis 117,25, Hoesch Nhem- stahl 154,50, Verein. Stahl 122 50 bis 123,50, Otam 38,90 bis 39,75, Aku 82,50 brs 82,75, AEG 40, MAN 121, Bemberg 112,25, Betula 163, IG. Chemie volle 186, Deutsche Erdöl 145, Licht und Kraft 159, JG.-Farben 176,25, Gesfürel 144,25, Goldschmidt 130, Holzmann 134,50, ^uughans 112,65/ Muag 130,25, Schuckert 163, Westdeutsche Kaufhof 60,50, Südd. Zucker 197,50, Hapag 15,65, Hafenmühle 129. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. Nou Auftrieb: 26 Rinder (gegen 134 am letzten Donner9uiav°,"' Darunter 6 (3) Ochsen, 1 (8) Bulle, 10 (96) Kühe, 9 (27) Färsen; Kälber 532 (470), Hammel und Schafe 562 (286), Schweine 764 (350). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht m Mark: Kälber a) 65 (am 29. Oktober 65), b) 551 (55), c) 40 (40), d) 40 (40); Hammel b2) 45 bis 48 (49 bis 50), c) 41 bis 44 (46 bis 48), d) 36 bis 40 (-), Schafe e) 37 bis 42 (38 bis 40), f) 27 bis 35 30 bis 38), g) 20 bis 26 (—), Schwede al 57 (57), a2) 57 (57), bl 56 (56), b2) 55 (55) c) 53 (53), d) 51 (51); Sauen gl) 56 (56). - Marktverlauf: Kal- ber und Schweine wurden zugeteilt. Hammel uno Schafe langsam, geringer Ueberftanö. Großmarkt für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 811 Viertel Rindfleisch, 260 halbe Schweine, 135 ganze Kälber, 136 Hammel, 10 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80, b) 69; Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54; Färsenfleisch 80; Kalb fletsch a) 107, b) 96, c) 82; Schweinefleisch b) 74 (alles Höchstpreise); Hammelfleisch b) 90 bis 100; Fett waren nicht notiert. — Marktverlauf mittelmäßig. Büdingen 2,24 „ Der Anbau von Wintergerste nimmt einen Teil bei Der geaenwar- erfolge. Sie konnten nicht nur durch ^nano Giardi Den Einzelsieg erringen, sondern sichert sich auch in der Nationen-Wertuna den ersten Platz. Im entscheidenden Kampf traf Giardi 30 von. 3 ,u treffenden Tauben; den .zweiten Platz teilten sich seine Landsleute Zucconi und Berselll mit je 29 Treffern. Als einzigem Ausländer gelang es dem Franzosen Nae gely, ^4). “nter Sieben zu behaupten. Zum Stichkampf um Den ersten Platz bei der Wertung der Nastonen traten Dann Italien, Belgien und Frankreich an. Auch hier blieb Italien Sieger mit 0 Fehlpunkten wahrend sich Belgien und Frankreich mjt gleicher Fehlpunktzahl in Den zweiten Platz teilten. Die deutsche Vertretung war bereits vorher wegen einer irrigen Regelauslegung ausgeschieden. Reform der Stroßen-Weltmeisterschast. Der Internationale Radsportoerband mirb sich bei seiner Sitzung am 4. Dezember in Zürich nut mblreichen Anträgen wegen einer Abänderung Der Besstmmungen Der Straßen-Weltmeisterlchaft zu befassen haben. Die Mehrzahl Der vorliegenden^ Anträge geht Darauf hinaus, Daß künftig Zwischenfälle durch Materialschäden ausgeschaltet werden müssen, um dem wirklich b e st e n Fahrer durch seine Leistung allein Den Titel zu sichern. Man will Zünftig Die Auswechslung einzelner Radteile und auch ganzer Rader aeftatten und auch die Bestimmung, wonach nur in einer bestimmten Runde Verpflegung gereicht werden Darf, streichen. Italien fordert noch, daß die ganze Mannschaft eines Landes disqualifiziert werden soll, wenn ein Fahrer einen Gegner eines anderen Landes im Spurt auf den letzten 300 Meter in gröblicher Weise behindert hat. NSG. Nach Den Mitteilungen von etwa 300 richterstattern für Die betriebswirtschaftstchen Hebungen Des ReichsnährstanDes im Gebiete Landesbauernsch-aft Hessen-Nassau wird die W n- tergerste-Anbaufläche 1936/37 durchschnittlich 7 bis 8 d. Sy erweitert. Es ist erfreulich, Daß nach Dem Vorbild Der größeren Betriebe auch Die bäuerlichen Betriebe dem Wintergerstenanbau mehr uno mehr Beachtung schenken. In Den eigentlichen Vrau- gerste-Anbaugebieten fällt zwar genugenD Gerste Sorte II an und steht zur Verfütterung zur Verfügung, doch hat auch in Rheinhessen und im JaeD der Anbau von Wintergerste zugenommen, Da letztere bekanntlich einen höheren Eiweißgehalt als Die Sommergerste aufweist. Nach Der Bodenbenutzungs- echebunq betrug Die Wintergerfte-Anbauflache Des Erntejahres 1935 = 3679 Hektar und ist im Erntejahre 1936 auf 4514 Hektar angestiegen, d. h. um 17 v. Sy Im Vergleich zur Gesamtgetreideflache Der Landesbauernschaft ist Die Wintergerste-Anbauflache allerDings noch gering. Sie macht nur etwa 1,3 o.H. aus. Am höchsten ist ihr Anteil, gemessen an De. Gesamtgetreide-Anbaufläche, in folgenden Kreisen: Stadtkreis Frankfurt * n9 ” A Schwelnemarkt in Butzbach. * Butzbach, 5. Nov. Auf Dem heutigen Schweinemarkt waren 388 Ferkel dum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten bis zu acht Wochen alte Ferkel bis 14 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Tiere 14 bis 18 Mark, über 10 Wochen alte 19 bis 25 Mark. Der Handel war rege. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse — ReichsbankDiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Devi enmarkl Berlin — Frankfurt a.TR. Berlin $ranlfurt a. M. 5.November 4.Novem er Amtliche Notierung Geld \ griff 5.11. 5-11. 4-11. 4-11. Datum 159 123 122,75 100,2 100,25 98,75 98,75 98,75 178 176 97 97 97 97 100,5 100,4 93 93 129,5 130,75 136,5 135 123 122,75 123 122,75 2,492 2,488 2,493 2,489 97 97 97 97 Banknoten. 100,75 100,5 101,25 101 100,9 100,65 97,5 97,5 97,5 97,5 385 Deutsche Erdöl 171,75 172 11,5 30,13 Genüsse 198 Mannesmann-Röhren die -öh- der zuletz! be^chwtzenen Dividend- an. Den Die 145 157 121 60,25 385 101,4 98,25 103,7 101,4 98,3 103,25 152,25 126,75 117,65 177,5 273 133 141 155 82,25 113 123 168 122 166 130 141,5 152,75 101,5 98,25 103 98,3 103 11,65 9,25 9,25 13,25 144 157,5 121,5 145 158,5 120,75 7 9 5 6 5 233 154,5 122,75 40,65 147,5 138,75 230,5 154,5 123,5 39,75 141,75 136,5 197 60,5 355,5 157 140 231 156 123,5 40,75 143,5 136,5 197 131 142 155,5 0,692 42,02 0,145 3,047 54,32 47,04 12,165 5,37 11,575 134,49 13,09 0,709 5,654 61,13 48,95 11,05 62,72 57,16 22,48 8,771 0,696 42,10 0,147 3,053 54,42 47,14 12,195 5,38 11,595 134,75 13,11 0,711 5,666 61,25 49,05' 11,07 62,84 57,28 22,52 8,789 0,692 42,03 0,145 3,047 54,30 47,04 12,16 5,37 11,565 133,67 13,09 0,709 5,654 61,11 48,95 11,045 62,70 57,15 22,48 8,771 0,696 42,11 0,147 3,053 54,40 47,14 12,19 5,38 11,585 133,93 13,11 0,711 5,666 61,23 49,05 11,065 62,82 57,27 22,52 8,789 l\ 101,5 82,9 113 164 144 111,5 124 167,5 92,75 60,9 95 109,8 95 109,9 95 109,9 151 126,75 117,5 95 109,8 150 125 117,25 82,75 112,25 164 140,5 102 81 112 165 140,75 111,25 122,65 165,5 92,75 60,5 356 205,5 171,75 176,50 271 130 140 152,25 144,5 157,5 120,9 201 149,25 125 116,25 b 6 (i 7 0 8 0 o 9 12 11 sy2 . 8 6 . 6 .. 3 .. 3 155,5 139,75 230,5 154 122,5 39 142,75 136,5 195,5 9,4 13,75 207,5 I 172,65 I Amtliche Notierung Geld I Ärle' Echultbets Patzenhofer 4 Aku «Allgemeine Kunstseide) .. O 6% . 6 M ,. 4 sy, .. 0 .. 5 .. 6 7y, 136 | 134,25 I 163,5 I 163,5 3 11,9 9,4 9 75 14 Grttzner.................. °| Mainlrastwerle Höchst 4 Süddeutscher Zucker 1O| 29 2,9 11,4 9,13 9,7 13,6 I. G. Farben.Jndustrte ScheideanstM........ Goldschmidt Rütgerswerke MelaUgelellschast Phtltvv Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Eementwert Karlstadt. - Bemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Lrenstcin L Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Cbabe .............. Accumulatoren-Aabril Eor.ti-Gummi....... 4% Lesterretchische Golvrenle... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Uxgarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y»% deSgl. von 1918.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I..................... Mansselver Bergbau .. Kokswerke ........... Rheinische Braunkohlen Rheinstabl .......... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke SaUdetfurth Harpener................. Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . Ilse Bergbau nl!e Bergbau Klöcknerwerke juenod iütti Brüssel .... Rio de Ian. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... Helsingsors. Parts ..... Holland ... Italien .... Japan Ingottawien Oslo Eien Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag Budapest .. 'lkeuyork ... 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 b Dvung-Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablvs.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 4%% Deutsche ReichSpostschatzan Weisungen von 1931, I 4%% ehern. 8% Hessischer Doll»- staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4Yt% ehern. 8% Hessische Lande« bank Darmstadt Gold R. 12... 6K% ehem. 4N%Hesf. Landes Hypothekenbank DarmstadtLigu. 454% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R-6 Oberhelsen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4'/,% ehem.8% Franks. Hyp.-Bani Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4*4% Franks. Hyp- Bank-Ltqu.-Psandbriese...... 6y,% ehem. 4 yt% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 4%% ehem. 8% Pr. Landeüpfand- brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehem. 7% Pr. Landcspfand briefanst., Gold Komm. Obl.20 Steuergutsch.BerrechnungSk. 84-38 30,4 1 30,25 1 30,13 99,9 99 - 205 I 197,5 I 202,5 1 Frankfurt a.M. Berlin Schluß« furd Schluß. Abend« bürst- Schlußkurs vchiußk. DWtag« bör'e Datum 4-11- | 5.11- 4.11- 5-11- 4% oesgt. Sene U ......... — — — — 5% Rumün. vereinh. Rente v. 1903 — 7,1 7,4 7,05 414%Rumän.vereinh.Rentev.l913 11,2 11 11,13 10,75 4% Rumänische vereinh. Rente . 6,45 6,3 6,5 6,4 2 yt% Anatolier ............. 36,5 — 36,75 Hamburg-Amerika-Paket .....O Hamburg.Südam. Dampfschiff. 0 15,5 15,65 15,51 15,5 —— —■ 39 | 39,25 Norddeutscher Lloyd .........O 15,5 15,5 15,5 15# 25 A G. für Verkehrswesen Akt. .. O 124,5 123,75 124,75 123,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 127,25 126 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- 109,25 109 109,5 109 Gesellschaft................ 4 109,5 109,25 110 109 Dresdner Bank.............. 4 107 106,5 107,5 106,5 Reichsbank ................12 193 191,75 192,75 191,25 ■21.3.®...................... O Bckula..................... 8 165,13 | — 165 165,75 165,25 Sieht. LieferungSgesellschaft... S 135,75 136,25 136 136,25 Licht und Kraft .............7 161,25 159 160,6 j 158,65 Felten & Guilleaume......... 4 139 138 139,5 | 138,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 142,5 144,25 142,5 144,13 Rheinische Elektrizität ........ 6 135 — 135 134 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 139,75 139 139,5 139,4 Schuckert L Co............... 162,5 163 163 163 Siemens L Halöke............ 208,9 206,75 208 207,5 Lahmeyer L Co.............. 152 148,5 151,5 149 Buderus ................... 126 123 125 124 FranktUN a. 2J1. 3erim Schluß« kurS Schlußk. Abendbörse Schluß« furd Schluß!. Mittag« börse Datum 4-11- 5.11 - 4-11. 5 11 - Aer>in,5 Movcmber i ■'M ‘ “Srlef ' Amenkamsche ‘Jtoten.............. 2,45 2,47 Belgische Noten.................. 41,88 42,04 Dänische Noten ................. 54,14 54,36 Englische Noten ................. 12,135 12,175 Französische Noten............... 11,515 11,555 Holländische Noten............... 133,33 133,87 Italienische 'Noten................ — Norwegische Noten .............. 60,95 61,19 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — —— Rumänische Noten............... —— — Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 62,53 57,00 62,79 57,22 Spanische Noten___ Ungarische Noten............7... — * Nr. 261 Dritter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 6. November 1956 Gießener Verdunkelung ist ausgezeichnet! daß diese Art der Betriebsverdunkelung als vorbildlich anzusehen ist. * Mängel Durch die einwandfreie Frankfurter Straße, B. ausgezeichnete Mitarbeit. Aus der Provinzialhauptstadt wenden Uebungen derartige nicht mehr vorkommen lassen Schubertstraße und Gaffkystraße, dann die Klinikstraße herunter ging es zu dem Wohnviertel An In einer Schlußbesprechung gab Polizeiober- inspektor Beate als derzeitiger Leiter der Polizeidirektion Gießen seiner vollen Anerkennung über die ausgezeichnet gelungene Hebung und die rühmenswerte Mitarbeit der Bevölkerung Ausdruck, ferner dankte er allen Mithelfern am Werk für ihre Die Kontrollfahrt der leitenden Beamten Polizeidirektion Gießen in Gemeinschaft mit Vertretern des Reichsluftschutzbundes, der SA. des NSKK., der Feuerwehr, der städtischen der den und Be- bedauerliche wird. sicher gern wissen, welcher Art diese international preisgekrönten „Rezepte" waren. So seien sie denn hier verraten: Von allen übrigen Straßen ist nichts wesentlich Neues zu melden, als nur die Feststellung, daß man allenthalben tatfroh und geschickt der Hebung zu ihrem großen Erfolg verhalf. Mit Anerkennung sei noch vermerkt, daß die meisten Radfahrer in verständiger Weise im Verdunkelungsgebiet von ihren Fahrrädern abgestiegen waren und die Kraftwagenführer, soweit ihre Fahrzeuge nicht die erforderliche ausreichende Abblendung hatten, die Wagen an den Fahrdammseiten zum Stehen brachten. Die Küche „Sachsen-Thüringen" erhielt einen ersten Preis für ihr fleischhaltiges Eintopfgericht „Hammel-Eintopf": 375 Gramm von Knochen befreites Hammelfleisch wird in Salzwasser weichgekocht; in dieser Brühe kocht man den gewaschenen und geputzten Wirsing weich. Kurz vor dem Fertigwerden setzt man die Würfelkartoffeln zu und schmeckt mit Muskatnuß, Pfeffer und Salz ab. Die Küche „Rheinland-Westfalen" erhielt den ersten Preis für ihr Eintopfgericht „Rotbart- schnitten Hausfrauenart", also ein Fischgericht: In einem flachen Topf läßt man die feingeschnittenen Zwiebeln mit etwas Butter angehen, fügt die in Scheiben geschnittenen frischen Champignons bei und läßt, nachdem man etwas Zitronensaft und Weißwein (ein „Schuß Weißwein"!) beigegeben, zugedeckt dämpfen. Nach ungefähr fünf Minuten die in Stücke geschnittenen Fische dazulegen und wieder dämpfen, bis der Fisch gar ist; den Fond bindet man mit etwas Mehlbutter. Die Kartoffeln können, nachdem diese in kleine Würfel geschnitten sind, gleich mit den Champignons beigegeben werden. Die Küche „Ungarn" bekam für ihr vegetarisches Eintopfgericht „Kohlkraut auf Margarete n a r't" den 1. Preis: Die Kohlköpfe werden auseinander geteilt und abgebrüht. Inzwischen den Kläranlagen. In diesem Stadtteil, wo in den Wohnbaracken annähernd 500 Menschen wohnen, konnte man die außerordentlich erfreuliche Feststellung machen, daß auch an dieser Stelle, wo sich die wirtschaftlich ärmsten Volksgenossen beisammenfinden, auf dem Gebiete des Luftschutzes durch Verdunkelung vorbildlichste Arbeit geleistet worden war. Ein wesentliches Verdienst daran kommt dem Blockleiter zu, der sich sowohl durch Aufklärung, wie auch durch zweckentsprechende Maßnahmen um das volle Gelingen der Hebung besonders verdient gemacht hat. Durch Besuch in einer dieser Wohnbaracken konnte man feststellen, daß die Fenster tatsächlich verdunkelt waren, während innen das Licht brannte. Die Bewohner haben in geschickter Weise ihre Verdunkelung der Fenster durchgeführt und sich dadurch ein Anrecht auf öffentliche Anerkennung erworben. Vollkommen einwandfrei war auch die Verdunkelung in allen Teilen des K l i n i k v i e r t e l s. Wer sich den Umfang dieses Gebäudekomplexes und die vielfältigen Schwierigkeiten einer wirksamen Verdunkelung an solcher Stelle recht vor Augen hält, der wird mit größter Hochachtung das Ausmaß von Arbeit bewundern, das für diese vortreffliche Verdunkelung zu leisten war. Es war für die Teilnehmer an der Kontrollfahrt eines der bemerkenswertesten Bilder, das man hier auf der ganzen Fahrt sehen konnte. Man muß feststellen, daß hier eine Leistung vollbracht wurde, die sehr hoch zu veranschlagen ist. In allen Stadtteilen volles Verständnis und tatfrohe Mitarbeit beim Lustschutzdienst. Nunmehr ging die Fahrt die Bahnhofstraße hinauf zum Bahnhof. Auch hier sah man ein sehr erfreuliches Bild der verständnisvollen Mitarbeit, wobei die Gaststätten und das Bahnhofsgebäude als ausgezeichnet verdunkelt hervorzuheben find. In anerkennenswerter Weise hatte sich die Bahnhofsleitung die Verdunkelung ihrer weiten Räume und des Vorplatzes angelegen sein lassen. Ulan konnte hier die erfreuliche Gewißheit erlangen, daß auch an dieser außerordentlich verkehrsreichen Stelle die Verdunkelung sich sehr wirksam durchführen laßt, sobald das erfreuliche 2Nah von Verständnis und Tatbereitschaft vorhanden ist, das man gestern abend in trefflicher Weise verwirklicht sehen konnte. Eine weitere sehr geschickte Verdunkelung und zugleich wirkungsvolle Verkehrssicherung hatte die Reichsbahn am Bahnübergang in der Frankfurter Straße verwirklicht. Aus naheliegenden Gründen verzichten wir darauf, diese Maßnahme hier näher darzulegen, wir möchten aber doch nicht verfehlen, dieser Anordnung und den mit ihrer Durchführung betrauten Männern öffentlich Anerkennung auszusprechen. Leider muß aber auch ein bedauerliches Versagen in diesem Hebungsabschnitt vermerkt werden. Dieser Versager war bei der R e i ch s p o st festzustellen, die zwar die Parterreräume und einen Teil des Obergeschosses des Hauptpostamtes in Dunkel gehüllt hatte, aber die Fensterreihe im Briefabfertigungssaal hell erleuchtet in die Finsternis hineinscheinen ließ; ebenso hell erleuchtet war auch das Häuschen der öffentlichen Fernsprechstelle am Bahnhof. Man darf wohl hoffen, daß die zuständige Stelle für die kom- Der greisgekrönte Herr Eintopf. Seit kurzem trägt Herr Eintopf den Kopf so hoch, daß man kaum noch wagt, ihn auf der Straße anzureden. Fast kann man es ihm nicht Übel nehmen, denn wer nicht nur im Mittelpunkt Deutschlands, sondern der ganzen Welt gestanden hat und von ihr preisgekrönt wurde, der darf sich wohl schon erlauben, den Kopf hoch zu tragen. Wie es zu dieser Preiskrönung kam, ist rasch erzählt. Im Rahmen der jüngst in Berlin veranstalteten „Iahresschau des Beherbergung- und Gaststättengewerbes und des Bäcker- und' Konditorenhandwerks Berlin 1936" fand auch eine Sonderschau „Die Küche der Welt" statt. Aus aller Herren Länder waren die Meisterköche herbeigeeilt, um unter dem Berliner Funkturm ihre Künste zu zeigen. Alles was recht ist: Noch nie zuvor hat Berlin einen so „geschmackvollen" Wettbewerb erlebt. Und auf diesem internationalen Wettbewerb, bei dem zum erstenmal in der Weltgeschichte viele Köche nicht den Brei verdarben, hat man auch einen internationalen „Eintopf - Wettbewerb" gestartet. (Auch Startschüsse gab es: hier ein Schuß Weißwein, dort ein Schuß Tokayer, den man den Speisen zusetzte!) Als alle Eintöpfe gebrodelt hatten, wurde über diese Gerichte zu Gerichte gesessen. Doch gab es ein „totes Rennen": drei Eintopfgerichte gingen als Sieger mit dem 1. Preis zugleich durchs Ziel! Die Hausfrauen (und wohl auch die Hausherren) wollen Der nächste Besuch galt insbesondere dem Elektrizitätswerk. Hatte sich die Leitung unserer städtischen Betriebe schon bei der zweiten Verdunkelungsübung durch die sehr wirkungsvollen Maßnahmen zur Verdunkelung der Straßenbahnwagen und des Gaswerkes in rühmenswerter Weise hervorgetan, so verdiente sie sich mit der gestrigen ganz hervorragenden Verdunkelung des Elektrizitätswerkes eine weitere Steigerung der gebührenden Anerkennung. Von diesem Betrieb, der als Quelle unseres Lichts sonst selbst in strahlender Helle erscheint, war bei dem gestrigen Besuche von außen her nicht das Geringste zu sehen. Durch sehr geschickte technische Maßnahmen hat die Werkleitung es zu Wege gebracht, daß der große Bau des Betriebes völlig in Finsternis versank. Hier war sehr zweckmäßig schon an den Türen mit Lichtschleusen zur Verhinderung der Lichtstrahlen nach außen gearbeitet worden, außerdem hatte man die großen Betriebsräume auch im Innern so wirkungsvoll in der Beleuchtungsanord- nung gestaltet, daß der Zweck in vorbildlicher Weise erreicht wurde. Einstimmig waren denn auch die Teilnehmer an der Kontrollfahrt der Meinung, triefte und der Presse sowie mehreren leitenden Beamten von der Wetzlarer Polizei, die sich hier ein Bild von der Durchführung der Verdunkelungsmaßnahmen machen wollten, führte zunächst nach dem Stadtteil jenseitsder Lahn. Bis auf eine Stelle, wo das Verständnis für die zwingenden Notwendigkeiten der Verdunkelung (auch bei einer Hebung) erst durch die Androhung einer polizeilichen Strafanzeige herbeigeführt werden mutzte, war in „Sachsenhausen" alles in bester Ordnung. Einige wenige kleinere Fehler, die wohl nur auf mangelnde technische Fertigkeit zurückzuführen waren, wollen wir hier außer Betracht lassen. Im übrigen war der ganze Stadtteil so ausgezeichnet verdunkelt, daß man wirklich die Hand vor dem Auge nicht sehen konnte. Der gestrige Donnerstagabend brachte in der Stadt Gießen die dritte Verdunkelungsübung. Der Hebungsbereich umfaßte diesmal den Stadtteil jenseits der Lahn und die Straßenzüge im südlichen und im südwestlichen Stadtviertel. Konnte man bereits bei der zweiten Verdunkelungsübung — wie von uns am Mittwoch erst wieder betont wurde — einen großen Fortschritt in der Durchführung der Verdunkelungsmaßnahmen verzeichnen, so brachte die gestrige dritte Hebung eine weitere, sehr erfreuliche Steigerung in der Schlagfertigkeit und Wirksamkeit der Luft- schutzmaßnahmn durch die Verdunkelung. Es ist uns eine Freude, hier feststellen zu können, daß das Verständnis für die Notwendigkeit und die technischen Erfordernisse des Schuhes unserer Stadt gegen Ftiegergefahr mit den Möglichkeiten der Verdunkelung bei allen Volksgenossen in vortrefflicher Weise vorhanden ist und eine Mitarbeit zeitigt, die außerordentlich wertvoll ist und den zuständigen behördlichen Stellen ihre verantwortungsvolle Tätigkeit erheblich erleichtert. An der ausgezeichneten Durchführung der gestrigen Hebung haben die Beamten der Polizeidireknon und ihre Helfer beim Sicherheitsdienst, die SA.- und NSKK.-Männer, ferner vor allem die Blockwarte und die Luftschutzhauswarte des Reichsluftschutzbundes wieder ein hervorragendes Verdienst, das hier in aller Öffentlichkeit besonders unterstrichen sei. Blick ins späte Fahr. Von Will Scheller. Das kleine Mädchen, das droben am Waldsaum wohnt in dem halb unter Bäumen vergrabenen Bauernhaus, hat, als es heute früh zum Dorf ging, den Apfel fortgeworfen, der ihm als Frühstück auf den Schulweg mitgegeben worden war. Halb hatte es ihn schon verzehrt, weil es der duftigen Lockung nicht widerstehen konnte; dann aber hat es ihn, wer weiß, warum, achtlos fallen lassen: leicht ist er über den ausgefahrenen Feldweg hingerollt, über ein paar Furchen gesprungen und dann in dem See liegen geblieben, der sich in dem breiten Abdruck eines Pferdehufs gebildet hat, unlängst, als der feine Regen tagelang nicht enden wollte. Da liegt also der Apfel, das gelbliche Fruchtfleisch an den Bißstellen gebräunt, aber nicht eigentlich in dem kleinen See zwischen den Erdfalten drin, sondern über ihm, gleichsam schwebend an die Oberfläche geschmiegt und nicht untergegangen; denn diese Oberfläche ist gläsern, voll spröden Widerstandes gespannt über der Erdvertiefung durch den Pferdehuf, und der Rest des Apfels spiegelt sich in der imaginären Hnendlichkeit, die unter diesem dünnen Eisgebilde die Tiefe der Welt aufzuschließen scheint. Sein Abbild verliert sich da unten, schwächer und schattenhafter werdend, und der Ort, wo es endet, scheint unermeßlich fern von allem, was greifbar ist. Aber der Weg ist noch weich, er hat noch nicht jene winterliche Härte, die den Schritt in metalli- lchem Klang nachhallen läßt; und die weißen Kristalle des Reifs auf den starren Grasern am Wegrand und auf dem letzten Grün der Aecker haben noch nicht das sprühende Leuchten, das ihnen ein Aussehen gestattet, als wären sie dem Schnee verwandt. Vielleicht aber liegt das daran, daß die Sonne den zarten Dunst nicht völlig zu durchdringen vermag, der zwischen dem Land und den Wolken hängt und die Sicht roeitftin wie mit feinen Geweben verschleiert. Sie ist da, die Sonne, ihr Glanz ist noch zu spüren, sogar ein Hauch ihrer Warme teilt sich mit, noch immer, und wer durch die Nebelschichten ihr entgegenblickt, sieht alsbald, wenn er sich wieder abwendet, kleine, grüne, gelbe, violette Scheiben vor sich her tanzen und kann sie lange nicht los werden. Der Fluß, der seinen Bogen zwiefach durch das breite Wiesental zieht, hat die Farbe von gehörte. tem Blei. Die geschorenen Flächen der Wiesen legen sich bald falb um das Dorf, das aus einer Spielzeugschachtel am Rand des Hügels drüben aufgebaut und von dem milchigen Strom nebliger Ferne überfloffen ist; nur die vom Gebälk durchbrochene Helligkeit der Hauswände ist wahrzunehmen, hier und da das dunkle Geviert eines wohl roten Daches, und über allem dort wo das Dunstgewebe schon in die Konturen des Hügels geht, die mahnende Spitze des gedrungenen Kirchturms. Gegenüber, dort hinten, wo der Wasserlauf nunmehr als Furche im Wiesengrund zu erkennen ist, heben sich die Silhouetten der Fabrikanlagen vom weißlichen Grau der nahenden Dämmerung ab, in der die große Stadt schon versunken ist, und aus schlanken Schloten steigen bräunliche Rauchfahnen kerzengerade empor und verlieren ihren Hmriß bald in der Hnsichtigkeit von Gewölk und Nebelschleiern. Die Bäume, die vom Talhang her die nahen Gärten begrenzen, sind Gewirke aus schwarzem Filigran. Die Vögel verweilen immer seltener auf den des Grüns beraubten Schaukeln ihrer schwingenden Lebensfreude. Sie huschen im dorrenden Gesträuch umher oder umflattern menschliche Behausung, aus der ihnen warmer Odem entgegen« braut; auch wissen sie, daß an manchem Fenster Nahrung zu finden ist. Sie fürchten sich auch nicht, in der kleinen Lache einer Dachrinne zu baden, und in ihrem Zwitschern, das, von kurzem Gebell eines Hundes, vom leisen Klagen einer Katze abgesehen, allein die Lautlosigkeit der Stunde unterbricht, ist kein Unterton von Lebensangst. Nein, sie nehmen die Verwandlung der Welt hin, ohne sich darüber zu grämen oder sich stören zu lassen dadurch, daß sie nicht verstehen, wie das kommt; daß nun die wundersamen Gehäuse ihrer umlaubten Lust, die Bäume, mit ihren tausend Kammern von Wärme und Grün, erstorben sind und keine Wände und keine Speise mehr für sie haben, und daß es not tut, andere Schlupfwinkel zu suchen, tief unten an der Erde, und neue Gefilde, den Hunger zu befriedigen; vielleicht aber, wer wüßte es je, sind sie dem Begreifen der Vergänglichkeit näher als irgendeines der Geschöpfe, und eben deshalb so unbekümmert und so unbefangen ...? Das Jahr ist spät geworden: Dämmerung kürzt den Tag; ein flüchtiges, knirschendes Klirren verliert sich ohne Widerhall im Ohr des Mannes, als der Karren, den er schwer atmend durch den Feldweg treibt, den Apfelrest überfährt, den ein kleines Schulmädchen fortgeworfen und töngft vergessen hat. ©er Elefant als Vetter in der Not. Ein Privatauto, das von einem Europäer mit einem Neger als Diener geführt wurde, versank kürzlich in der Provinz Lago in Tanganjika (Ostafrika) im Sumpf. Nachdem die beiden sich lange vergeblich bemüht hatten, den Wagen wieder herauszuholen, zogen sie sich bei sinkender Nacht zurück, um auszuruhen und den nächsten Morgen zu erwarten. Mitten in der Nacht wurden sie durch ein ungewöhnliches Geräusch geweckt, und sie bemerkten, daß der Wagen ein Stück vorwärts geschoben wurde, sodaß er wieder auf trockenen Boden gelangte. Es war ein Eelefant, der neugierig den für ihn seltsamen Gegenstand im Sumpf untersucht, dann mit dem Kopf gegen die Hinterwand gedrückt und den Wagen in Bewegung gefetzt hatte, als ob er seine Kräfte mit dem neuen Ungeheuer messen wollte. Aus diese Weise hatte er ihn nach vorn und auf den festen Boden geschoben. Die beiden Reisenden waren dem freiwilligen und ungewöhnlichen Helfer natürlich sehr dankbar und konnten bald in ihrem wiedergewonnenen Wagen die Fahrt fortsetzen. Zeitschriften. — „D i e Kun st", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur. Verlag Bruckmann AG., München, bringt in ihrem Novemberheft einen bilderreichen Artikel „Fritz Boehle, ein deutscher Maler". Seine Werke sind gleich seinem persönlichen Wesen, von Naturhastigkeit und kraftvoller, deutscher Art erfüllt. Wie Boehle, so ist auch der Bildhauer Ludwig Kaspar ein Eigener in seinem Schaffen. Carl Georg Heise vermittelt dem Leser einen interessanten Einblick in die Eigenart seiner Künstlerschaft. Zu den Bildern von Wilhelm Schnarrenberger bringt Fritz Hellwag lehrreiche Betrachtungen, in einem weiteren Aufsatz wird die Sammlung Paul Kaufmann jo Berlin gewürdigt. Die Ausstellung „Die StraßtzÄAdolf Hitlers in der Kunst" behandelt Dr. Ulrich Christoffel. Der Teil über Wohnkultur und angewandte Kunst bringt schönes Bildmaterial über praktische Wohnräume, Einfamilienhäuser, Möbel, Tischgedecke, u. a. Eßzimmermöbel nach Entwürfen von Professor Adolf G. Schneck (Stuttgart), zwei Arzthäuser von Architekt Schwoderer (Stuttgart), Kunsthandwerkliche Lichtträger, Nachrichten über Ausstellungen, Auktionen und andere künstlerische Zeitereignisse vervollständigen das reichhaltige Heft. schneidet man die Hälfte vom Grünzeug und Zwie- bei auf eine Pfanne, in Würfel geschnitten und in Butter angeröstet. Wenn es Farbe annimmt, etwas Wasser und mit Eiern vermengten Gries dazu tun, salzen und das feingehackte Petersilien- grün hinzu und garkochen lassen. Die Kohlblätter werden ausgebreitet und in 4 Kreisformen mit je ein Viertelteil des Breies in Kugelform belegt. Die Kugeln werden mit den Blättern umhüllt und mit einem Faden zusammengebunden. Inzwischen schneidet man den Rest des Grünzeuges und Zwiebeln in Scheiben und belegt damit den Boden des mit Butter ausgeschmierten Topfes, fetzt die Kohlkugeln darauf, etwas Wasser hinzugeben und fertig schmoren. ♦ Wem ist beim Lesen dieser preisgekrönten Eintopfgerichte nicht das Wasser im Munde zusammengelaufen? Beinahe möchte man wünschen, alle Tage wäre Eintopfsonntag! Diese internationale Preiskrönung der drei besten Eintopfgerichte ist wahrlich eine Auszeichnung! Ich kann es beschwören. Ich habe die solchermaßen ausgezeichneten Eintopfgerichte von meiner Frau kochen lassen und jedes einzeln ausgeprobt. Und ich konnte hinterher nur sagen: „Ausgezeichnet!" Das schönste aber an dieser Preiskrönung ist, daß das Ausland eine Einrichtung des neuen Deutschlands — preisen mußte. Kann man sich da wundern, daß Herr Eintopf jetzt den Kopf so hoch trägt? Borrioirzen. Tageskalender für Freikag. Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr Ortsgruppenversammlung im Studentenheim. Es spricht der Gauredner Pg. Eisentraud, Frankfurt a. M. — Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Der Zarewitsch". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Stärker als Paragraphen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mädchen in Weiß". — Oberheffifcher Kunftverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oel- gemälden, Aquarellen und Tempera. Skadklhealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die Erstaufführung der Operette „Der Zarewitsch" von Franz Lehar statt. Auf allen deutschen Bühnen und auch auf den Bühnen des Auslandes taucht „Der Zarewitsch" mit gleichbleibendem großen Erfolg auf, und man muß wirklich von einem „Welterfolg" dieser Operette sprechen. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Kapellmeisters Hans H. H a m p e l. Die Spielleitung führt Paul W r e d e. Für die Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung zeichnet die Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi Endlich. Bühnenbildner: Karl Löffler. Mitwirkende: Damen: Fornallaz, Las- kus, Schadt; Herren: Bley, Frickhoeffer, Frohherz, Geißler, Lindt, Meyr, Schneider-Oest, Waltz. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Die Vorstellung findet als 8. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Ortsgruppe Gießen-Güd. Minlerhilsswerk des deutschen Volkes 1936/37. Am Montag, 9., Dienstag, 10. und Mittwoch, 11. November, findet in der Ortsgruppe Gießen- Süd durch die NS.-Frauenfchaft die WHW.-Pfundsammlung statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspenden (Pfundpakete) zur Abholung bereithalten zu wollen. Deutsche Arbeitsfront. Gießen-Süd. Am Freitag, 6. November, 20.30 Uhr, findet im Studentenheim, Leihgesterner Weg, eine Ortsgruppenoersammlung der Ortsgruppe Gießen-Süd statt. Es spricht der Gauredner und Kreisobmann der DAF. Pg. Eisentraud, Frankfurt a. M. Hierzu haben sämtliche DAF.-Walter und Warte Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 — „Kriegskunst in Wort und B i l d." Mit der allgemeinen Wehrpflicht ist naturgemäß das Interesse der Öffentlichkeit in immer stärkerem Maße der Militärliteratur zugewandt. Schon der junge Dienstpflichtige kümmert sich um seine zukünftigen Dienstobliegenheiten und Aufgaben. Auch die Angehörigen des Beurlaubtenstandes wollen über militärische Fragen auf dem Laufenden bleiben. Die Zeitschrift „Kriegskunst in Wort und Bild" (Verlag „Offene Worte", Berlin W 35), jährlich 4,60 Mark) bringt planmäßig taktische Aufgaben im Rahmen der Gruppe und des Zuges für alle Waffen; hierzu ist dem ersten Heft jeden Jahrgangs eine vorzügliche Karte beigegeber Da außerdem fesselnde kriegsgeschichtliche Lehren und ausgezeichnete „Falfch-Richtig"-Bilderferien in jedem Heft enthalten sind, ist diese Zeitschrift eine interessante Anregung für -den werdenden Soldaten wie für den Aktiven und den Angehörigen des Beurlaubtenstandes. — Ein großer Bild-Bericht im neuesten Heft der „Sirene" erklärt die Frage, welche Slufgaben der Frau im Luftschutz zufallen und wie sie im Ernstfälle von ihr zu erfüllen find. Das gleiche Heft schildert in Wort und Bild die Verwirklichung neuzeitlicher Luftfchutzmaßnahmen beim Wiederaufbau des ehemaligen Hamburger „Gängeviertels". Nicht zu vergessen die interessante Artikelreihe „Unser Haus wird luftgeschützt!" — Die Novemberhefte der Sprachzeitschriften „Lan- genscheidts English Monthly Magazine“ und „Le Journal fran^ais Langenscheidt“ sind anregend aufgezogen, so wie gute illustrierte Zeitschriften. Die Schwierigkeiten. die das Lesen des fremdsprachigen Textes verursacht, sind behoben durch Vokabelübersetzungen am Rande jeder Seite. Dadurch geht das Lesen flott oonftatten. Nachschlagen im Wörterbuch wird überflüssig. Das English Monthly Magazine bringt im ersten'Artikel die ersten Eindrücke eines Reisenden in London. Ein weiterer Artikel schildert Macao, das Monte Carlo des Orients. Von den Artikeln im Journal fran^ais Langenscheidt feien erwähnt: Les chäteaux de la Loire und die Katastrophe des „Pourquoi-pas“. Außerdem bringt jede Nummer kurze, unterhaltende Erzählungen, Witze, Rätsel usw. Auch die Sprache des Handels ist nicht vergessen. der oberen Fröbelstraße, an zwei Einfamilienhäusern in der Graudenzer Straße, an fünf Häusern am Nahrungsberg, an drei Wohnungsbauten am Wartweg, an einem Wohn- und Geschäftshaus am unteren Aulweg, ferner an Neubauten im Gün- thersgraben und in der Marburaer Straße, an zwei Häusern im Stadtteil über der Lahn und an einem Wohnhausbau in der Ederftraße. Durch die Fertigstellung dieser Wohnungsbauten, die teilweise noch in diesem Jahr bezugsfertig werden, ist ein Neuzugang von ca. 50 Wohnungen zu erwarten. EPNH. Der Vorstand der hessischen Inner en Mission umgestaltet. Der seitherige Vorsitzende des hessischen Landesoereins für Innere Mission, Pfarrer Wagner (Darmstadt), hat sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt. An seiner Stelle wurde der bisherige Direktor des Landesvereins für Innere Mission, Pfarrer Röhricht (Darmstadt) zum Vorsitzenden gewählt. Dieser gibt demnächst sein Amt als Direktor des Hessischen Landesoereins auf, um die Pfarrstelle in Nieder-Ramstadt zu übernehmen. Zu feinem Nach- Marine-Besuch in Gießen. Die Gießener Freunde der Marine hatten gestern einen „großen Tag". Eine Wanderstreife vom Kreuzer „Leipzig" weilte in unserer Stadt! Der Marine-SA.-Sturmbann 11/34 hatte zu Ehren der Gäste zu einem Kameradschaftsabend im Heim der Marine-Kameradschaft Gießen (Marinebootshaus) eingeladen. Zu dieser Veranstaltung waren neuen den unmittelbar mit der Marine verbundenen Einheiten (Marine-Kameradschaft Gießen, Marine-SA.-Stürme 11/34, 12/34, 13/34 Gießen, Marine-Hitler-Jugend Gießen) u. a. auch Vertreter der Kreisleitung, der Wehrmacht, der Stadtverwaltung, der SS.-Standarte, der SA.-Standarte und des Pionier-SA.-Sturmbannes, erschienen. Das Bootshaus war natürlich bald „bumsdicke" voll, aber umso größer war von Anfang an auch die „Stimmung", als die Wanderstreife (bestehend aus einem Offizier, zwei Unteroffizieren und elf Mann) eintraf, sofort „ausschwärmte" und sich überall unter die Erschienenen- verteilte. Angehörige des Musikzuges der Marine-SA.-Standarte leiteten mit begeistert aufgenommenen schneidigen Marinemärschen den Abend ein. Nach einem Vorspruch, vorgetragen von Kamerad Thein, begrüßte der Führer der Marine-Kameradschaft Gießen, Heinrich L i ch, mit herzlichen Worten alle Gäste des Kameradschaftshauses, insbesondere die Kameraden vom Kreuzer „Leipzig". Mit besonderer Freude, so stellte er fest, seien alle Freunde der Deutschen Kriegsmarine heute herbeigeeilt, um mit den Kameraden von der „Leipzig" einige frohe Stunden zu verleben. Anschließend wandte sich der Führer des Marine-SA.- Sturmes 11/34, Scharführer Karl Heß, im Auftrage der Gießener Marine-SA. an die Erschienenen: Gerade die deutsche Flotte und die Marine- SA., so führte er u. a. aus, seien besonders eng verbunden; von der Marine-SA. gehe die Jugend auf die deutschen Schiffe, von dort kehre sie wieder zurück zur Marine-SA. Hier wie dort gelte es, den jungen Menschen zu formen, ihn zu durchdringen mit dem Geist nationalsozialistischer Weltanschauung, ihn wehrfähig zu machen und zu erhalten. Der Abend lasse manche Erinnerung wach werden: man denke an die großen Tage des November 1914, an Tsingtau, an Coronel, an die erste Beschießung der englischen Küste durch die deutsche Flotte, bei der auch der alte Kreuzer „Leipzig" beteiligt war; mit Stolz erinnere man sich aber auch an die jüngste Vergangenheit, wo durch den Einsatz deutscher Kriegsschiffe, darunter wieder der Kreuzer „Leipzig", dazu beigetragen wurde, deutsche Volksgenossen in Spanien vor dem roten Terror in Sicher- Zeppelin-Fahrten in Krieg und Frieden. Kapitänleutnani a. O. von Buttlar-Brandenfels erzählt. folger hat der Landesausschuß der Inneren Mission Pfarrer H e m m e s, bisher in Lehrbach (Ober- hessen), gewählt. EPNH. Neuer Vorstand der Evangelischen Frauenhilfe. Die Vorstände der Evangelischen Frauenhilfe in Hessen und Nassau wählten zum Landesgeschäftsführer der Evangel. Frauenhilfe Direktor Pfarrer Röhricht in Darmstadt. Die Geschäftsstelle befindet sich jetzt in Darmstadt, Bismarckstraße 55. ** Oeffentliche Bücherhalle. Im Oktober wurden 2149 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 33, Gedichte und Dramen 15, erzählende Literatur 1267, Jugend- schriften 360, Länder- und Völkerkunde 133, Kulturgeschichte 14, Geschichte und Biographien 231, Naturwissenschaft und Technologie 39, Heer- und Seewesen 28, Haus- und Landwirtschaft 2, Ge- sunüheitslehre 1, Religion und Philosophie 7, Staatswissenschaft 14, Sprachwissenschaft 2, Sport 2 Bände. heit zu bringen. Mit Stolz und Dankbarkeit gedachte der Sturmführer schließlich des Mannes, dem Deutschland die Wiedererstarkung dieser Flotte verdankte: begeistert ftimmten die Erschienenen in das „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler ein. Von allen Gießenern stürmisch begrüßt, ergriff sodann der Führer der Wanderstreife, Kapitänleutnant Jäckel, das Wort: Als wir vor einiger Zeit hörten, daß man von Gießen aus nach uns ausforschte, da haben wir von der „Leipzig" uns gleich gesagt: Da in Gießen, da muß was los fein, da geht die Sache in Ordnung! Und in der Tat, so meinte der „Kaleu", sie hätten nirgendwo eine schönere engere Kameradschaft angetröffen als im Freundskreis all der Gießener Marine-Leute. Er schilderte in bunter und luftiger Folge verschiedene Erlebnisse der Wanderstreife auf ihrer Fahrt. Den Männern von der „Leipzigs, die ihr Vaterland sonst vielfach nur von der Nord- und Ostfeeküste kannten, würde dieser Vorstoß ins Binnenland, zu den Marine-Kameraden an Rhein und Lahn stetig in Erinnerung bleiben. Zur Freude aller Anwesenden ging der Käpt'nleutnant auch in längerer Erzählung auf die Spanien-Fahrt des Kreuzers „Leipzig" ein. Begeistert wurde die Mitteilung aufgenommen, daß das Ansehen der deutschen Marine und damit des gesamten Volkes in der Welt heute schon fast größer sei denn je vor dem Kriege. In interessanter Weise schilderte der Kapitänleutnant die politischen und militärischen Vorgänge in Spanien. Die Worte des Kapitänleutnants Hangen in Dankbarkeit gegenüber unserem Führer Adolf Hitler aus, der uns wieder die Achtung und Geltung vor aller Welt verschafft habe. Der weitere Verlauf des Kameradschaftsabends, dessen hauptsächliche Leitung in den fänden der Marine-SA. lag, brachte noch eine Fülle guter Unterhaltung. Abgesehen von den Darbietungen des Marine-SA.-Musikzuges, überraschten bald die Kameraden von der Marine-SA., bald die Freunde von der „Leipzig" mit heiteren und lustigen Vorträgen. Dazwischen erklangen gemeinsame SA.- und Marine-Lieder. Bei fröhlichen Seemannsliedern blieb die „große Kameradschaft", in der vor allem auch die. anwesenden Vertreter des Landheeres freudig mithielten, noch lange über den „offiziellen Teil" hinaus beisammen. Mit einer Rundfahrt im Omnibus durch Stadt und Umgebung Gießens werden die Kameraden von der „Leipzig" heute nachmittag ihren Besuch in Gießen abschließen. von Gießen-Sud zu erscheinen. Die Mitglieder der DAF. sind hierzu eingeladen. Vollzähliges Erscheinen wird unbedingt erwartet. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Behr.: Feier des 9. Novembers. Zur Feier des 9. Novembers treten alle Gießener Gefolgschaften und Sondereinheiten, desgleichen der Bannstab, um 19.50 Uhr auf dem Brandplatz an. Fahnen sind mitzuführen; keine Mäntel und Westen. Betr.: Führertagung am 15. November. Sonntag, 15. November, findet in Wiesbaden im Paulinenfchlößchen eine Führertagung des Gebietes statt. Da an dieser alle Gefolgschaftsführer, sowie Stabsmitglieder teilnehmen müssen, ist dieser Tag freizuhalten und evtl, jetzt schon Urlaub zu besorgen. Befr. Abnahme des Schießens für das Leistungsabzeichen. Sonntag, 8. November, 9 Uhr, Abnahme des Schießens auf den Schießständen am Schützenhaus. Dffen für alle Jgg., außer Gefolgschaft 1/116. Antreten 9 Uhr vor dem Schützenhaus. Geld für Munition mitbringen. Deutsches Irauenwerk. Abt. Volkswirtschaft — Hauswirtschaft. Zusammenkunft: Dienstag, 10. November, um 20.15 Uhr, in der NSV.-Küche im Einhorn, Eingang Kirchenplatz. Bitte Schürze und Küchenmesser mitbringen. Polizeibericht. Die Kriminalpolizeistelle Gießen meldet: Wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an einem 6jährigen Mädchen, wurde der 29jährige Erich Rosenthal aus Eving bei Dortmund festgenommen und dem Amtsgericht Gießen zugefüyrt. Rosenthal hausierte in Gießen mit Rasierklingen und hat sich in Abwesenheit der Mutter an einem Kind vergangen. Er wurde in Untersuchungshaft genommen. In der Nacht zum 5. November wurde ein Einbruch in dem Hause Liebigstraße 99 verübt. Der Täter drang nach Entfernung eines Drahtfensters durch das nur angelehnte Speisekammerfenster in die Wohnung und entwendete Fleisch, eine Sparbüchse mit kleinem Inhalt und andere Gegenstände. Aus Gärten rechts und links der Rodheimer Straße wurden in der Nacht zum 5. November aus verschlossenen Ställen vier Hasen und drei Tauben entwendet. Des weiteren wurde aus einem anderen Garten eine grün gestrichene Gartenpumpe gestohlen. Sachdienliche Angaben nimmt die Kriminalpolizei entgegen. Wichtig für jeden Lebensmitteleinzelhändler. LPD. Eine Reihe von Lebensmitteleinzelhändlern hat trotz der persönlichen Aufforderung und der Bekanntgabe in der Fachzeitung die Einzellisten über die Höhe der Fettbezüge im Jahre 1935 noch nicht abgeliefert. Als letzter Tag für die Ablieferung wird der 12. November 19 3 6 festgesetzt. Da der Erhebung große Bebeutung zu- ko mmt, werden die Lebensmitteleinzelhändler in ihrem eigenen Interesse aufgefordert, den Termin einzuhalten und die Listen an die Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Frankfurt a. M., Börse II., zu senden. Die Genehmigung zur Hausschlachtung von Schweinen. LPD. Durch den Viehwirtschaftsverband Hessen- Nassau wurde soeben angeordnet, daß die Genehmigung zur Hausschlachtung von Schweinen durch die zuständige Kreisbauernschaft erteilt wird. Zuständig für die Erteilung der Genehmigung ist diejenige Kreisbauernschaft, in deren Gebiet der Käufer seinen Wohnsitz hat. Preisfestsetzung für Magermilch. Freie Rücklieferung. LPD. Mit Gültigkeit vom 1. November 1936 hat der Milchwirtschaftsoerband Hessen-Nassau angeordnet, daß Magermilch den Milchlieferanten durch die Molkereien frei zurückzuliefern ist; der Preis beträgt 2,5 Pfennig pro Liter und ist von den Molkereien in Rechnung zu stellen. Die Rückgabe von Magermilch zu geringerem Preis, ober ohne Berechnung ist nur mit befonberer Genehmigung zulässig. , ** Seinen 82. Geburtstag kann am heutigen Frettag brr Baumeister Heinrich Winn, Hofmannstraße 14 wohnhaft, in guter geistiger und körperlicher Frische begehen. Um die Stadt Gießen hat sich der alte Herr durch jahrzehntelange ehrenamtliche Mitarbeit sehr verdient gemacht. ** Eine Achtzigjährige. Morgen, Samstag, kann Frl. Emilie Müller, Friedensstraße 47, ihren 80. Geburtstag feiern. Die Jubilarin hat sich durch besondere Treue ausgezeichnet; sie war 53 Jahre lang in einem Hause in Stellung. ** 25 Jahre im Dien ft der Gießener Straßenbahn. Am morgigen Samstag können die Straßenbahnwagenführer Wilhelm Dippel, Bruchstraße 22, und Karl L e s ch, Frankfurter Straße Nr. 81, auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Gießener Straßenbahn zurückblicken. Beide Wagenführer erfreuen sich allen Vertrauens und bester Wertschätzung sowohl bei ihren vorgesetzten Dienststellen, wie auch bei ihren Arbeitskameraben und bei der Bevölkerung unserer Stadt. Wilhelm Dippel hat sich im Gießener Straßenbahnerverein durch eine langjährige Tätigkeit als Schriftführer besondere Verdienste um die Gemeinschaft der Gießener Straßenbahnführer erworben. ** Dienstjubiläum. Am heutigen Freitag, 6. November, kann der Oberpostschaffner Georg Stamm, Wetzlarer Weg 41 wohnhaft, auf eine 40jährige Dienstzeit zurückblicken. Vom Herbst 1896 bis zum Herbst 1898 biente ber Jubilar bem deutschen Volke als Soldat, seit Herbst 1898 steht er im Dienste der Post. Bei feinen Vorgesetzten und seinen Berufskameraden, sowie bei einem großen Bekanntenkreis, erfreut er sich großer Wertschätzung. ** Bauarbeitsvergebung. Das Städtische Hoch- und Tiefbauamt macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß die Bauarbeiten für einen Schmutzwasserkanal im Sandkautenmg zu vergeben sind. Auf die Anzeige sei besonders hin- gewiesen. ** D i e Erhebungder Gas - und Strom- gelber betrifft eine Bekanntmachung ber Direktion der Städtischen Betriebe im heutigen Anzeigenteil. Es sei besonders darauf hingewiesen. ** Rege Bautätigkeit im Wohnungsbau. Trotz ber vorgeschrittenen Jahreszeit werden an einer Reihe von Neubauten die Bauarbeiten fortgesetzt, und zwar an acht Einfamilienhäusern ber Baugenossenschaft 1894 ber Jahnstraße, an sechs Doppelwohnyäusern ber Baufirma Frese in Die Vortragsvereinigung Goe t hebunb/Kauf- männi scher Verein bereitete gestern abend ihren Mitglieder und Gästen wieder einmal zwei sehr unterhaltsame Stunden. Als Redner war Kapitänleutnant von Buttlar-Brandenfels gewonnen worden, der während des Weltkrieges 26 Angriffsfahrten im Luftschiff unternommen hatte und der sich mit der Geschichte des Luftschiffbaues als sehr gut vertraut erwies. Aus reichem Wissen und ebenso reicher prakttscher Erfahrung konnte ber Redner, im Tone frischer Erzählung, viel Unterhaltsames und Wissenwertes vermitteln. Der „verrückte Graf" und seine „fixeJdee^, Er schilderte zunächst, wie die Idee des Grafen Zeppelin, ein lenkbares Luftschiff zu bauen, wenig begeisterten Widerhall gefunden hatte, ja, es gab sogar amtliche Stellen, die unmißverständlich vom „verrückten Grafen", von seiner „sixen Idee" sprachen, während der Graf selbst dieser „fixen Idee" in kurzer Zeit nicht nur sein Vermögen in Höhe von einer Million Mark, sondern auch das seiner Frau, die eineinhalb Millionen Mark mitgebracht hatte, opferte. Bereits im Jahre 1904 war das Geld alle! Der Graf kam sogar in arge Bedrängnis. Die Arbeiter bekamen keine Lohn — er selbst geriet sogar mit der Hotelrechnung in Schwierigkeiten. Echterdingen! Die Situation wandelte sich erst, als vom Kriegsministerium ber Auftrag kam, ein Luslschiff zu bauen. Allerdings wurde zur Bedingung gemacht, daß das Schiff eine 24ftünbige Probefahrt hinter sich bringen sollte. Für den damaligen Stand der Luftschiffbautechnik eine starke Zumutung! Das Luftschiff startete auch, flog 14 Stunden lang, dann aber fingen die Motore an zu „stottern", das Luftschiff mußte (bei Echterdingen) landen; die Landung auf festem Boden glückte — in der Nacht aber fiel das Luftschiff einer Explosion zum Opfer. Aber diese Fahrt brachte dem Grasen Zeppelin die An- erfennung! Sechs Millionen spendete das deutsche Volk! In Friedrichshafen wurde die Werft ausgebaut. 52 Luftschiffe für die Marine! In seinen weiteren Erzählungen schilderte der Redner den Einsatz der Luftschiffe für die Marine, die für die Zukunft in erster Linie als Auftrag- geber auftrat Die Marine nahm nicht mgtfger denn 52 Luftschiffe ab. Diese Luftschiffe dienten der Auf- Härung, hatten die Minensucher zu schützen, den U-Booten den Weg durch Minenfelder zu zeigen und vermißte Flugzeuge auf See zu suchen. „L 6" über England. Kapitänleutnant v. Buttlar-Brandenfels erzählte nun in humorvoller Weise von feinen Fahrten in Marineluftschiften, insbesondere von ber ersten Fahrt eines Luftschiffes, bes „L 6" nach Eng- lanb, bie unter schwierigen, wenn auch glücklichen Umstünden geschah. Mit 18 Stunden Fahrtdauer wurde gerechnet. Für 19 Stunden war Betriebsstoff mitgenommen worden. Allerdings konnte nur mir halber Mannschaft gefahren werden, weil das Schiff der Belastung für diese Fahrtdauer nicht gewachsen gewesen wäre. Alles, was entbehrlich war, mußte von Bord bleiben. Es mußte mit ^oem Gramm gerechnet werden. Ohne viel Aufsehens ju machen, „fhibberte" die Mannschaft los. Aber erst nach 14 Stunden Fahrt konnten die Luftschiffer vermuten, daß sie über England waren. Unten blitzten etliche Mündungsfeuer, Scheinwerfer leuchteten auf und suchten den Störenfried. Nun hielten die Luftschifter den Zeitpunkt für gekommen — ziemlich auf Geratewohl — ihre wenigen Bomben abzuwerfen, die an Bindfaden befestigt waren, bie Leutnant Schiller (der jetzige Führer unserer großen Luftschiffe), mit Hilfe des einzigen Taschenmessers an Bord, auslöste. Als das Schiff — glücklicherweise mit Schiebewind — zurückkehrte und mit einem letzten Rest von nur 7 Litern Benzin bei Hamburg landete, wurde vom Kapitän (dem Redner) ein Bericht verlangt, ber aber, was die Ortsangaben anbetraf, nur sehr lakonisch lauten konnte: „über England gewesen!" Erst ein Extrablatt gab ihm nach einer Meldung des „Rotterdamschen Courier" Auskunft, baß ein beut- sches Luftschiff Bomben über ber Stabt Malton (Grafschaft Yorkshire) abgeworfen hatte. Der „dicke Lau" als Höhensteuer. Nun zeigte ber Rebner eine Anzahl hochinteressanter Lichtbilder, bie bie Entwicklung des Zeppelins veranschaulichten. Er erzählte gleichzeitig von den ersten Starts und Landungen auf dem Bodensee, von den vielen Versuchen um eine ständige Verbesserung ber Luftschiffe, von den Schwierigkeiten der Steuerung ber ersten Luftschiffe, bie noch so unzureichend war, daß sich Graf Zeppelin entschließen mußte, einen seiner Helfer, den zwei Rentner schweren „dicken Lau", wie er allgemein hieß als Höhensteuer zu verwenden. Er schickte den Braven mit seinem großen Gewicht auf dem Laus- gang je nach Bedarf hin und her, um damit bem Luftschiff die Richtung nach oben ober unten geben zu können. ö Weiter hörte man von ben monströsen , Drahtkommoden", den vielverspannten Steuerungsflächen am Heck, und konnte dann an weiteren Lichtbildern ^^^^ortschreitenben Verbesserungen ber Luftschiffe anschaulich ftubieren. Der Redner wies darauf hin daß das Problem ber Steuerungsflächen erst für das Luftschiff „Graf Zeppelin" habe vollkommen gelost werden können. Große Fahrt nach Afrika. Mit nicht weniger großer Aufmerksamkeit verfolgte man bie Darlegungen über bie stetigen ßeiftungsfteigerungen und hörte habet von ber großartigsten Leistung in der Geschichte der Luftschiffe, von dem Flug des L 59, das eine 99stünbige Fahrt von Bulgarien nach dem inneren Afrika hinter sich brachte und dabei den von Lettow-Dorbeck befehligten Schutztruvpen Material, Medikamente usw. bringen sollte. Leider mußte es unverrichteter Sache zurückkehren, da es — durch eine feindliche Falschmeldung veranlaßt — zurückgerufen wurde. Der Redner erinnerte dann an viele andere Luftschiffe, die in Friedrichshafen gebaut wurden und mit denen immer bessere Erfolge erzielt werden konnten. Er sprach von dem Luftschiff „Viktoria Luise", das sehr viele Fahrten startete, von den kleineren Luftschiffen „Bodensee" und „Nordstern" und schließlich von dem Luftschiff LZ 126, das die erste Fahrt über den Atlantik unternehmen konnte, um auf Reparationskonto an Amerika abgeliefert zu werden. Schließlich wies der Vortragende darauf hin, daß das Luftschiff für Kriegszwecke bereits im Jahre 1918 als überyolt angesehen werden mußte. Die Aufgaben des Luftschiffes liegen, so fuhr er fort, lediglich auf dem Gebiete des Verkehrs, und es ist hier wiederum nur für die Strecken von über 3000 Kilometer wirtschaftlich einzusetzen. Zum Abschluß sprach Kapitänleutnant a. D. von Buttlar-Brandenfels in der Anknüpfung an das Wort Görings: „Das deutsche Volk muß ein Volk von Fliegern werden" über die Erziehung ber deutschen Jugend zur Fliegerei und forderte die Erwachsenen in launiger Weise dazu auf, den Jungens dazu zu verhelfen, daß sie Flieger und rechte Kerle werden fönönen. Anhaltender Beifall bankte dem Redner für feine lebensvollen und humorvollen Schilderungen. Deutsche Gesellschaft zue Förderung der evang.-theologischen Wiffenschast. Lanbesgruppe Hessen. Im Anschluß an die Jahresversammlung des Oberhessischen Vereins für Innere Mission fand am Mittwoch die Generalversammlung der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der evangelisch-theologischen Wissenschaft nach einer Pause seit 1933 im Johannessaal zu Gießen statt. Früher stets im Zusammenhang mit der Theologischen Konferenz (Fronleichnamskonferenz) gehalten, soll sie jetzt immer bei diesem Anlaß stattfinden. Die Gesellschaft hat ben Zweck, Studenten und Kandidaten der Theologie Beihilfen beim Bezug von Studienwerken zu gewähren und so den Grund legen zu helfen zu ihrer künftigen Pfarrerbibliothek. In dem Zeitabschnitt, von bem ber Vorsitzenbe Professor D. Dr. Cordier, Gießen, berichtete, machte bie in ihm eingetretene Einengung ber Rabattbestimmungen Nachlässe in ber Höhe von früher unmöglich. Der Rückgang ber Zahl ber Stubierenben kommt ber Leistungsfähigkeit ber Gesellschaft zustatten. Bei einem Zuschuß von 20 v. H. von ihrer Seite kann ber Stubent bei Bestellungen bis zu einem Werte von 50 RM. einen Erlaß von 15 RM. erhalten. Besonberer Dank wurde dem Verlagsbuch- hänbler Dr. h. c. Alfreb Töpelmann, Gießen, ausgesprochen, ber ben günstig abschließenden Kassenbericht gab. Aus dem Vorstand sind ausge- schieden durch Wegzug Prof. D. Bornkamm und Pfarrer Lic. Brunner; ferner Freiherr Heyl z u Herrnsheim; durch Tod Pfarrer B e r n b e ck - Okarben und D. Fritsch- Ruppertsburg. An ihre Stelle wurden gewählt: Professor Dr. Rudolph, Gießen, Professor Lic. Dell, Herborn, Propst Knodt, Gießen und Pfarrer Lic. Flechsen haar, Ulfa. Briefkasten der Mdaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleikung > „16 Jahre heule". Waren Sie sich beim Kauf des Ziegenlammes mit bem Verkäufer barüoer einig, daß das Lamm zu Zuchtzwecken bienen solle, so können Sie von bem Verkäufer, nachbem Sie jetzt festgestellt haben, baß bas Lamm zur Zucht nicht geeignet ist, die Rückgängigmachung des Kaufs, oder bie Herabsetzung des Kaufpreises verlangen. Bestehen Sie auf Rückgängigmachung des Kaufs, so ist ber Verkäufer gegen Rückgabe des Lammes zur Rückgewährung des Kaufpreises nebst 4 v. H. Zinsen und zur Erstattung ber gemachten erforderlichen Verwendungen verpflichtet. — Zwei Ziegen sind unpfänbbar, wenn bie Tiere für die Ernährung des Schuldners, feiner Familie und feines Gesindes unentbehrlich sind. Betreibt der Schuldner Landwirtschaft, gleichgültig ob ausschließlich ober neben einem anderen Beruf, so sind auch weitere Tiere, soweit sie für bie Fortführung des Wirtschaftsbetriebes erforderlich sind, unpfändbar. Tiere, die zu Zuchtzwecken dienen, sind regelmäßig als zur Fortführung des Wirtfchaftsbetriebes erforderlich anzusehen. — Arbeits- und Dienstlohn, sowie sonstige wiederkehrende zahlbare Vergütun- gen für geleistete Arbeiten sind, wenn die zu vergütenden Leistungen die Erwerbstätigkeit des Schuldners vollständig ober zu einem wesentlichen Teil in Anspruch nehmen, bei Auszahlung für Monate ober Bruchteile von Monaten bis zum Betrage von 150 Mark monatlich, bei Auszahlung für Wochen bis zum Betrage von 35 Mark wöchentlich, bei Auszahlung für Tage bis zum Betrage von 5,80 Mark täglich, und, soweit sie diese Beträge übersteigen, bis zu einem Drittel des Mehrbetrages der Pfändung nicht unterworfen. Zugrundezulegen ist jeweils der Bruttooerdienst. Hat der Schuldner seinem Ehegatten, einem früheren Ehegatten, einem Verwandten, oder einem unehelichen Kinde, Unterhalt zu gewähren, so erhöht sich der unpfändbare Teil bes Mehrbetrages für jede Person, der Unterhalt gewährt wird, um ein Sechstel, höchstens jedoch auf zwei Drittel bes Mehrbetrages. Diese Bestimmung finbet jedoch bann keine Anwendung, wenn die Vergütung die Summe von 500 Mark für ben Monat, von 115 Mark für die Woche, von 1? Mark für ben Tag übersteigt. Soll bei dem Schuldner eine Lohnpfändung wegen eines gesetz- nchen Unterhaltsanspruchs vorgenommen werden, i° können die oben angeführten Pfändungsgrenzen 3U Ungunften bes Schuldners überschritten werden. Y. Schl. 63. Die Beantwortung der Frage 1 ist an mehrere Voraussetzungen geknüpft. Ein geschiedener Arbeitnehmer ist nur bann als kinberlos verheiratet 3u betrachten, wenn er bas 55. Lebensjahr vollenbet hat, vorausgesetzt, baß auf ber Steuerkarte kein Kinb als zu feinem Haushalt gehörenb vermerkt ist. In k^ßkerem Falle würbe die Lohnsteuer nach Spalte '.^beitnehmer mit einem Kind" zu berechnen fein. Ohne weiteres gelten aber als kinderlos verheiratet Ledige, die bas 65. Lebensjahr vollenbet haben. — .^age 2: Ist ein als lebig anzufehenber geschiedener Arbeitnehmer zum Unterhalt feiner Ehe» frauunb feines Kindes verpflichtet, so kann ihm auf -Antrag (s. besonderes Antragsformular) vom Finanzamt ein entsprechender Betrag als fteuerfrei auf öer Steuerkarte vermerkt werden. Die Höhe bes Be- hXÄ? Ermessen des Finanzamtes unb ist m t\-terr2Iulroenbun9en und ben wirtschaft. licken Verhältnissen des Antragstellers angepaßL Oberheffen. Das Geheimnis um die Knobeismühle. Oie Kriminalpolizei klärt -ie mysteriösen Brände auf. LPD. Frankfurt a. M., 5. Nov. Der un- Aus -en preußischen Nachbargebieten. Gefängnis verurteilt worden waren, wurde auf Kosten der Angeklagten verworfen, da sie zum gestrigen Termin nicht er,chienen waren. Der Angeklagte K. W. R. aus Lauterbach war durch Urteil des Amtsrichters in Lauterbach wegen Untreue zu sechs Wochen Gefängnis und 3 0 0 R M. Geldstrafe verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte er Berufung eingelegt. Das Gericht hatte auf Grund der Beweisaufnahme die Ueberzeugung erlangt, daß sich der Angeklagte nicht einer Untreue, sondern einer Unterschlagung schuldig gemacht hatte, indem er als Provisionsvertreter einer Bremer Firma Waren dieser Firma in deren und auch in seinem eigenen Namen teils unter Preis verkauft und das Geld für sich verbrauchte. Obwohl ihm von der Firma die Befugnis zum Inkasso entzogen worden war, hatte er trotzdem Beträge einkassiert und für sich verwandt. Da jedoch der Schaden von dem Angeklagten gedeckt ist, glaubte das Gericht, daß eine höhere Strafe als ein Monat Gefängnis oder eine Geldstrafe von 1000 RM. nicht verwirkt sei, und es stellte das Verfahren auf Grund des Straffreiheitsgesetzes ein. fahrene Beamte nach der Knobelsmühle entsandte. Obwohl die Brände zum Teil schon sehr lange zurückliegen, war das Ergebnis überraschend. Es wurde festgestellt, daß der letzte Brand im August 193 6 einwandfrei durch Blitzschlag entstand und der erste Brand im Jahre 1928 offenbar durch eine mangelhafte Lichtleitung hervorgerufen wurde. Bei den Bränden in den Jahren 19 3 0 und 1932 handelt es sich jedoch um vorsätzliche Brand st iftung. Auf dem Erbhof waren damals zwei Stiefbrüder als Knechte beschäftigt. Einer von ihnen hatte einige Tage vor dem Brande im Jahre 1930 feine Stellung ohne Grund aufgegeben, weil es ihm angeblich bei seinem Arbeitgeber nicht mehr gefiel. Ein dritter Bruder, der nicht auf dem Erbhof tätig war, verabredete nun mit feinen beiden Brüdern, aus der Feldscheune Kartoffeln zu stehlen und das Gebäude dann anzuzünden. Dieser Plan wurde ausgeführt. Während des Brandes kehrte jedoch der eine der Brüder, der noch niemals auf dem Hofe tätig war, an die Brandstelle zurück und beteiligte sich hier an den Löscharbeiten. Dabei wurde er durch eine herabfallende Starkstromleitung getötet. Der Bruder, der im gleichen Jahre seine Beschäftigung auf dem Hofe aufgegeben hatte, nahm hier seine Tätigkeit wieder auf und zündete die Feldscheune im Jahre 1932 vorsätzlich an. Vom Pferdestall aus beobachtete er, wie sich das Feuer langsam durchfraß und alarmierte schließlich die Bewohner, als die Flammen zum Scheunendach herausschlugen. Die Täter sind in vollem Umfange geständig. Durch die Aufklärung dieser Brände ist das „Geheimnis der Knobelsmühle" gelüftet und der Verdacht der Täterschaft, der sich im Laufe der Jahre ab und zu gegen unschuldige Personen richtete, vollständig beseitigt. Landkreis Gießen. * Annerod, 5. Nov. Der Zweigverein der Gustao-Adolf-Stiftung feierte in unserer schönen Dorfkirche sein diesjähriges D e - Eanatsfeft. Vor einer Festgemeinde von über 400 Teilnehmern predigte im Hauptgottesdienst, der durch einen eindrucksvoll vorgetragenen Chor „Erhalt' uns Herr bei deinem Wort" der ersten Schulklasse unter Leitung ihres Lehrers, Müller, verschönt war, Pfarrer Weiß aus Darmstadt über Ephes. 2: „Nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger und Gottes Hausgenossen". In der Nachversammlung erstattete Pfarrer Becker aus Gießen als Vertrauensmann den Jahresbericht in Anlehnung an 2. Kor. 5.: „Die Liebe Christi dringet uns also". Pfarrer Weiß sprach nach dem Text 1. Tim. v. 12 über Kampf des evangelischen Deutschtums im Ausland. Für die Kirchenbehörde grüßte Dekan Sattler aus Wieseck mit einer Betrachtung von Luc. 9 v. 60. Begrüßungs- und Schlußwort hatte der Ortsgeistliche. Die Anneröder Hausfrauen, insbesondere die Mitglieder der Evangelischen Frauenhilfe, bewirteten in der Nachmittagspause die auswärttgen Gäste mit Kaffee und Kuchen. Ihnen, sowie allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben, sei herzlich gedankt, ebenso für die Festkollekte von 50 Mark, die dem Gustav-Adolf-Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger evangelischer Gemeinden überwiesen werden konnte. An Schriften konnten für 12 Mark abgesetzt werden. Hoffen war, daß durch das in allen Teilen wohlgeratene Fest der Sinn für die so nötige G.-A.-V.-Arbeit geweckt und gestärkt wird. Eine Reihe Gemeindeglieder meldete sich zur Mitgliedschaft im G.-A.-V. 00 Großen-Linden, 6. Nov. Am morgigen Samstag, 7. Nov., feiern der langjährige Bahnarbeiter Heinrich Klaum und feine Ehefrau Luise, geb. Dutenhöfer, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar hat das 73., die Jubilarin das 72. Lebensjahr zurückgelegt. Das Ehepaar hat acht Söhne, von denen einer im Kriege gefallen ist, die weiteren sieben Söhne mit 21 Enkeln können das schöne Fest ihrer Eltern bzw. Großeltern mit erleben. D Harbach, 5. Nov. Bei einem Gang durch Harbach fallen dem aufmerksamen Beobachter die verschiedensten H o f f o r m e n auf. Mit Ausnahme von einigen Neubauten sind überall die Ställe und Wirtschaftsgebäude von den Wohnräumen getrennt. Die Verteilung im Hofraum und die Richrung der einzelnen Gebäude zueinander sind grundverschieden. Oft wechselt ihre Anordnung nicht nur von Straße zu Straße, sondern sogar von Hof zu Hof. Meistens ist in der Gesamtanlage gewisse Symmetrie gewahrt. Selten kommt es vor, daß die einzelnen Gebäude regellos aufgebaut wurden. Bei den meisten Höfen trifft man die rechtwinklig geordnete Bauform an. Am zahlreichsten vertreten sind die H a k e n h ö f e. Bei ihnen können wir zwei Gruppen unterscheiden: solche, die nach links, und solche die nach rechts geöffnet sind. Sie stoßen jeweils an das Nachbarhaus an und erhalten dadurch einen sicheren Seitenabschluß. An zweiter Stelle stehen zahlenmäßig die H u f eis e n h ö f e. Den Abschluß nach der Straßenseite bildet hier ein Lattenzaun. Oft ist auch dieser nicht vorhanden. Parallelhöfe gibt es in Harbach nicht. Ebenso fehlen die Gevierthöfe, bei denen vier Gebäude in quadratischer, oder rechteckiger Form den Hof umschließen. Dafür kommt aber das in der hiesigen Gegend ziemlich seltene Langhaus zweimal vor. Ebenso trifft man das in der Pfalz und am oberen Main bekannte W o h n st a l l h a u s. Es zeigt insofern Haus, als auch hier die Stallungen unter den Wohnei ne gewisse Aehnlichkeit mit dem Schwarzwaldhaus, als auch hier die Stallungen unter den Wohnräumen liegen. * Allertshausen, 6. Nov. Der hiesige 40- jährige Arbeiter Heinrich Hill gärtner wurde gestern von einem Auto gestreift und erlitt dabei Verletzungen am linken Fußknöchel und am linken Ellenbogen. Der Verunglückte mußte zur Behandlung in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 5. Nov. Am Montag ist in sämtlichen Förstereien des Forstamtes Homberg mit den Holzfäller arbeiten der Anfang gemacht worden. In unserem Kreise herrscht z. Z. eine rege Tätigkeit, die durch die Erbauung der Reichsautobahn noch erhöht wird, so daß sämtliche Volksgenossen nun in Arbeit und damit in Brot sind. Im Rahmen des Vierjahresplanes steigert sich die Arbeit an den Forstämtern. Denn es handelt sich dabei nicht nur um das Fällen des Holzes als Brenn- und Werkholz, sondern indirekt auch um die Gewinnung von Rohstoffen. * Lehnheim, 6. Nov. Der hiesige etwa 44 Jahre alte Landwirt Otto Gauß wurde dieser Tage von einem Kraftwagen angefahren und zu Boden geschleudert. Der bedauernswerte Mann erlitt einen Oberschenkelbruch und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Kleine Strafkammer Gießen. Die Berufung der Angeklagten Chr. K. und A. K. aus Frankfurt gegen das Urteil des Amtsrichters in Alsfeld vom 15. 7.1936, durch das sie wegen gemeinschaftlichen Diebstahls zu je zwei Wochen mittelbar bei Bad Homburg gelegene Erbhof Knobelsmühle wurde lange Jahr hindurch von der Bevölkerung als Unglückshos bezeichnet. Zwar wirtschaftete der Besitzer des Hofes, der Erbhofbauer M i l f e, vorbildlich auf feiner Scholle, aber in den letzten Jahren wurde er immer wieder durch Brandunglücke heimgesucht, die ihn wirtschaftlich stets schwer trafen. Trotzdem ließ er den Mut nicht sinken und arbeitete mit seinen Angehörigen nach ehrbarer Bauernart weiter. Die Brände erfolaten jedesmal dann, wenn i m Herbst bie gesamte Ernte untergebracht war, so daß das Feuer stets reiche Nahrung fand. So brannten im Herbst 1928 die Hos- scheune und die daran angebaute Feldscheune ab. Im Herbst 1930 wurde die neu erbaute Feldscheune ein Raub der Flammen. Bereits zwei Jahre später, also im Herbst 1932, brannte die Feldscheune abermals nieder, und zwar an dem Tage, an dem in dieser Scheune gedroschen worden war. Schließlich wurde die Hofscheune im August 1936 eingeäschert. Nach dem zweiten und dritten Brand beschäftigte man sich in der Oesfentlichkeit sehr eingehend mit den Ursachen der Brände. Es traten Wünschelrutengänger in Tätigkeit, die Wasseradern und Erdgase in dem dortigen Gelände feststellten, und es gab schließlich ein Für und Wider über die Möglichkeit, daß die in dem sumpfigen Gelände vorhandenen Gase durch irgendeine Reibung oder eine Erschütterung des Erdbodens sich entzündeten und die Brände verursachten. Nach dem letzten Brand im August 1936 mürbe die Landeskriminalpolizei Frankfurt a. M. mit der Ermittlung der Brandursachen beauftragt, die er- EchwererVerkehrsunfattaufderStraße Fellingshausen—Frankenbach. * Fellingshausen, 6. Nov. Gestern ereignete sich auf der Straße zwischen Fellingshausen und Frankenbach ein schwerer Verkehrs- Unfall. Ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen aus Wiesbaden geriet auf der regenfeuchten Straße ins Schleudern und fuhr heftig gegen einen Baum. Von den Insassen erlitt der 69jährige Postschaffner i. R. Peter Brück aus Wiesbaden, ein gebürtiger Erdaer, einen Beckenbruch. Seine Frau trug erhebliche Verletzungen im Gesicht und an den Unterschenkeln davon. Der schwer Verunglückte wollte zur Beerdigung seines Bruders nach Wilsbach, mußte nun aber sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Die übrigen Insassen erlitten nur leichtere Verletzungen. Der Wagen selbst wurde schwer beschädigt. Der Unfall ist um so tragischer, als der Wagen vom Schwiegersohn der Verunglückten gesteuert wurde. Denkwürdige Ballonlandung vor 100 Jahren. Der erste Dallonflug von England zum Festlande. LPD. Weilburg, 5. Nov. Am 7. November 1836, also vor 100 Jahren, landete der englische Professor Charley Green aus London, nachdem er zuvor mit seinen zwei Begleitern einen vergeblichen Landungsversuch bei Limburg unternommen hatte, mit seinem tags zuvor bei London gestarteten Kohlenwasserstoff-Ballon bei der Lochmühle bei Dillhausen, zwei Stunden nördlich von Weilburg. Der zu diesem ersten Festlandsflug Greens verwandte Ballon hatte ein Fassungsvermögen von 81 671 Kubikfuß und legte die in der Luftlinie 600 Kilometer betragende Sttecke nach 18ftündiger Flugdauer zurück. Bei der Landung verfing sich der Ballon mit dem Ballonanker in einem Zroetschenbaum und entwurzelte diesen. Einige Arbeiter standen jedoch den roagemutigen Luftreisenden bei, und so glückte diese erste Festlandfahrt Greens ohne weitere Zwischenfalle. Die drei Luftschiffer stiegen in Weilburg ab, während der Ballon in der Reithalle des Weilburger Schlosses, Wege im Nebel. Roman von Käthe Mehner. (Copyright by Auswärts-Verlag, Berlin SW 68.) 1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Das hat lange aufgehört! Wir leben neide im Grunde nebeneinander her. Ich glaubte damals, daß mit etwas gutem Willen alles ganz gut gehen würde, glaubte, mich aus Dankbarkeit an ihn binden zu müssen, dachte, daß ich ihn mit der Zeit vielleicht sogar Heben lernen würde. Es war em Irrtum, ein schrecklicher Irrtum!" „Aber warum geht ihr dann nicht lieber auseinander, wenn ihr euch nicht mehr versteht?" „Ja siehst du, das ist ja eben das Unverständliche, Widerspruchsvolle an Rolf! Einmal in all der Zeit habe ich es gewagt, es ihm nahezulegen, daß wir uns lieber trennen sollten, wenn ich ihm nichts recht machen könne, wenn wir uns in vielen Dingen so gar nicht verstünden. Da ist er fast tobsüchtig geworden vor Zorn. Das also war- der Dank für alles, was er an mir getan hatte! Nie, niemals gäbe er mich gutwillig frei!" „So liebt er dich also trotz allem siach? „Gewiß, nach dieser Szene kann ich ja nicht mehr daran zweifeln. Nur, fast fürchte ich mich ost vor dieser Leidenschaft, die ihn zu solchen Ausbrüchen hinreißt. Mit wirtticher Liebe hat das bet ihm gar nichts zu tun. Alles ist für ihn nur auf die Befriedigung feiner augenblicklichen Laune gerechnet. Din ich bei ihm, so kümmert er sich nicht am mich, will ich ihn aber verlassen, so tut er, als ob er ohne mich nicht leben könne, wirft nur schwärzesten Unbant vor! Daß er mid) mit Eiserricht pemigt und quält, wirst du dir nach alledem leicht denken können. Ach, Olga, ich weiß oft nicht, rote das noch enden soll... Fast schluchzend brach Janna ab. Mit wachsendem Erstaunen hatte Olga zugehort. Don dieser Entwicklung der Dinge hatte sie aller- dings nichts geahnt. Jeder, der Janna kannte, hatte sie nur beneiden können, da sie an der Seite des bekannten Geologen, der allgemein außerdem als ein reicher Mann galt, einem sorglosen, allen Genüssen des Lebens offenen Dasein entgegensah. Nur die wenigsten kannten die traurige Vorgeschichte aus Sannas Leben, daß Janna ihren ersten Verlobten Gerhard Brand durch einen entsetzlichen Unglücksfall verloren, dann Ralf Rammelt nur auf den letzten Wunsch ihres sterbenden Vaters und aus tiefer Dankbarkeit ihr Jawort gegeben hatte. Aber auch Olga Willnoff, die zu diesen wenigen Eingeweihten gehörte, hatte Janna für glücklich gehalten. Und nun war alles ganz anders, vielleicht dachte sie sogar daran, sich von Rammelt zu lösen...? Sinnend blickte Olga Willnoff vor sich hin. Ihre fest zusammengepreßten Lippen verrieten, daß ein eigenartiger Gedanke sie beschäftigte. Doch klug und beherrscht wußte sie ihn wohl zu verbergen. Und schon klang auch Sannas Stimme in ihre Betrachtungen: „Natürlich, über einen Ausflug in die Stadt darf ich ja doch noch verfügen. Wenn du also Lust hättest, Olga, so könnten wir vielleicht noch auf eine Stunde ins ,Casö Zentral* fahren! Es ist sehr hübsch dort, und man kommt doch einmal auf andere Gedanken!" Bereitwillig stimmte Olga zu. „Sehr große Lust sogar! Nichts, was ich lieber täte!" Sanna erhob sich, drückte zweimal auf die Klingel, überlegte kurz, als das Mädchen erschien und sagte bann: „Wenn Frau von Bergmann zurückkommt, richten Sie ihr bitte aus, daß ich mit Fräulein Willnoff noch in die Stadt gefahren bin." ♦ Sm Noten Saal des „Cafe Central" tanzten fünf, sechs Paare. Einschmeichelnde Musik ertönte, während Sanna und Olga den mittelgroßen, geschmackvoll dekorierten Raum betraten. Olga ging mit geübter Sicherheit voran, fand schnell eine seitliche Nische, von der aus man die Tanzfläche gut übersehen konnte, und sie ließ sich dann aufatmend in einen der roten Sessel fallen. Sprang bann schon wieder auf, winkte dem Ober, der bie Bestellung ber beiben Damen mit höflichem Lächeln über Olgas sprunghaftes Wesen entgegen« nahm. Sannas sicheres, ruhiges Auftreten bildete zu ihr einen wohltuenden Kontrast. Doch eben, als die Tanzkapelle von neuem begonnen hatte zu spielen, schien auch die stille fast in sich gekehrte Sanna plötzlich in eine heftige Erregung versetzt. „Da, Olga, sieh nur!" Shre Hand umklammerte den Arm ber Freunbin fast krampfartig, babei beutete sie erregt auf einen großen schlanken Herrn, ber sich zwischen ben Tanzenden bewegte und gerade seine Partnerin an ihren Platz führen wollte. „Olga, sag selbst, sieht er nicht aus wie Gerhard, ist das nicht Gerhard Brand? Wenn ich nicht wüßte, daß er es nicht sein kann, daß er tot ist, ich würde... mein Gott..." „Aber Sanna! So beruhige dich doch! Sei doch vernünftig! Sieh doch nur hin, jetzt! Es ist nichts weiter als eine allerdings verblüffende Aehnlichkeit! Nichts weiter!" „Freilich! Die Toten kommen nicht wieder! Aber diese Aehnlichkeit!"--- Minutenlang verfielen beide in Schweigen. Sebe hing ihren Gedanken nach. Beide Frauen dachten an Gerhard Brand. Wieder zogen wie im Fluge die vergangenen Sahre an Sanna Heller vorbei. Die Sahre vor ihrer Verlobung mit Ralf Rammelt! Die Sahre, in denen sie noch frei, sorglos, unendlich glücklich war! Sie selbst noch in der Schule, fröhlich, ungebunden, zum erstenmal verliebt... verliebt in den jungen Snge- nieur Brand, ber sie zu feiner Frau machen wollte, wenn erst bie große Snfpeftionsreife nach Südamerika, die er im Auftrag feines Bruders und der Brand-Werke unternehmen sollte, geglückt war. Verstohlen wischte Sanna bie aufsteigenden Tränen von ihren Wangen. Zu sehr überroältigte die Erinnerung sie. Wie sie und Gerhard Abschied genommen, wie sie auf ihn gewartet hatte! Wie dann plötzlich die Nachrichten über ihn ausblieben. Wie man endlich die Schreckensbotschaft brachte, er sei vermißt, mit dem Flugzeug abgestürzt in den furchtbaren Niederungen des Amazonas ... Sebe Rettungsexpedition war vergeblich gewesen. Und doch hatte sie lange noch immer gehofft, lange. Aber zuletzt hatte niemand mehr an seine Rückkehr glauben können. Und bann hatte sie, müde und verzweifelt, zuletzt Ralf Rammelt ihr Wort gegeben, ber in der schweren Krankheit des Vaters geholfen, sie alle vor dem Ruin bewahrt hatte... nachdem man ihn mit Hilfe einer Kornfege zum Teil aufgeblasen hatte, zur Besichtigung ausgestellt wurde. Den englischen Gästen verlieh der Magistrat der Stabt Weilburg bas Ehrenbürger- recht. Bis zur Abreise ber Ballonbesatzung am 20. November 1836 roar Weilburg das Ziel Tausender, die ben Ballon eingehend besichtigten. Die Reichsautobahn durch das Dillgebiei. LPD. Dillenburg, 5. Nov. Sn einer Sitzung ber Snbuftrie» und Handelskammer Siegen-Olpe- Dillenburg wurde u. a. mitgeteilt, daß spätestens im kommenden Sahr bie Vorarbeiten für die Reichsautobahn Köln — S i e ge n — Kas - fei ausgenommen werden, während ein Zeitpunkt für bie Einleitung der Vorarbeiten für bie Strecke Hagen—Siegen—Dillenburg—Frankfurt a. M. noch nicht angegeben werben kann. Doch ist im Sahre 1938 mit ber Aufnahme ber Bauarbeiten zu rechnen. Das Projekt sieht bie Linienführung von Olpe über Eiserfeld—Haiger und bann westlich an Dillenburg vorbei nach Gießen vor, wo die Linie Anschluß an die Teilstrecken Gießen — Bab - Nanheim—F r a n k f u r t a. M. bzw. Gießen — Hersfelb finben wird. 2 Landjugend vor der Winterarbeit. NSG. Für bie Jugend auf dem Lande bringt die von Reichsnährstand und Hitler-Jugend getragene Bildungsarbeit eine Fülle neuer Gedanken und Ziele, denn bie neuen Aufgaben des deutschen Bauerntums müssen im Bewußtsein ber heran- wachsenben Generation verankert werben, wenn ber Kampf der Bewegung um eine bessere Zukunft nicht umsonst gewesen sein soll. Um ber Land- jugenbarbeit in unseren hessen-nassauischen Dörfern neue Anregung zu geben, wurde durch die Landes- Wer am 8. November Einlopf lhl, bringt fein Opfer dem Glück der deutschen Ration! bauernschaft ein Schulungslager veranstaltet, das acht Tage hindurch Die Jugendwarie und Jugend- roartinnen der Kreis- und Bezirksbauernschaften im Frankfurter „Haus der Jugend" zusammenhält. Landesbauernführer Dr. Wagner, ber Führer bes Gebietes 13, Oberbannführer Brandt, und Obergauführerin Elfe Riese bezeugten durch ihre Ansprachen Interesse an diesem Schulungslehrgang, der der Erziehung unserer Jugend zu bodenständigen Menschen dient. Herr Hase ver-„Koh1"t uns. Der „Hase" lieft zwar keine Zeitung, Davon weiß heute jedermann. Jedoch vertrete ich die Meinung, Daß man von ihm auch lernen kann! In einer wirtschaftlichen Frage Sind uns die Hasen weit voraus: Ein Hase bringt in jeder Lage Zu jeder Zeit sich Kohl ins Haus. Er ißt ihn gern von ganzem Herzen, Ißt ihn zu feder Tageszeit, Wir aber — ich bekenn's mit Schmerzen — Sind selten mal dazu bereit Gar manche Mahlzeit in vier Wochen Zu unserm eignen besten Wohl So herrlich schmackhaft uns zu kochen Von unferm guten deutschen Kohl! Ich denk, wir machen's wie die Hasen Und essen fortan Kohl zu Häuf, Weil wir es in ber Zeitung lasen: „Nutzt jetzt ben bill'gen Kohlverkauf!" Nicht gleich tragisch nehmen. Ern bißchen Schaumwein fürti wunde Herz — und alles ist halb so schlimm! SCHAUMWEIN Die Musik eines neuen Tanzes schreckte Janna aus ihren Gedanken. Fast mit Staunen bemerkte sie, bah Olgas Gesicht seltsam verändert, beinahe verzerrt erschien. Und in der Tat, auch Olga Willnoff hatte ihre Gedanken, so eigenartige Gedanken, daß es Janna den Atem verschlagen hätte, hätte sie gewußt, womit sie sich beschäftigten! Denn auch Olga dachte an Gerhard Brand! Auch sie liebte ihn auf ihre Weise, hatte ihn Sanna vor Sahren schon nicht gegönnt, als noch die ersten zarten Beziehungen zwischen ihm und ber Schulfreundin sich anknüpften ... Aber nur sie allein wußte jetzt um bas große Geheimnis, das sie in heimlicher Absicht und Berechnung bisher für sich behalten und ber Freundin verschwiegen hatte: Gerhard Brand lebte!! Gerhard Brand war zurückgekommen, war nach unsäglichen Mühen und Qualen dem brasilianischen Urwald entronnen! Sie, Olga Willnoff, war eine der ersten gewesen, die ihn durch einen glücklichen Zufall gesehen hatte! Sm Hamburger Hafen war es gewesen, vor Tagen schon! Voller Ungeduld hatte Gerhard sie sofort nach Sanna gefragt... Unwillkürlich krampfte Olga die Hände ineinander. Wie früher, so hatte Gerhard sie auch jetzt kaum beachtet, auch jetzt noch schien nur Sanna, immer nur Sanna für ihn zu existieren. Wohl hatte sie ihm auf seine Frage nicht offne innere Genugtuung geantwortet, daß Sanna nicht mehr frei sei, sich mit Ralf Rammelt verlobt habe. Aber sie hatte es genau gefühlt, gewonnen roar für sie selber nichts, gar nichts! Wie von Sinnen hatte Gerhard sie nur angestarrt, hatte in dumpfem Ton nur immer roieber gefragt: „Verlobt? Sanna mit Rammelt verlobt?!" Dann roar er fortgestürzt... Sannas Stimme weckte sie plötzlich aus ihrem Sinnen. „Sch halte das nicht mehr aus Olga! Sch muß wissen, wer dieser Herr ist, ich muß mit ihm spre-. chen, muß Gewißheit haben!" Sanna hatte sich bereits von ihrem Litze erhoben. Sn unnatürlichem Glanz strchlten ihre Augen. (Fortsetzung folgt) Stelle HAyS DER GUTEN M MA KM 5 c» £ c Z ZS-LZ e 6 c E C k<3* 3 3 C 3 %'s tS.ä'5 5 0 ti ür ^5^ ^sE e Qo ä44 «•g 3 j. 3 3 K*'5*1? &?ä*g v^L--L o§ Z^r-E h = ® fo: xZM i§ a> e> S-g\S ä-S-Q R3 LL^Zd §§■ 5 •- 3-m -U-P ^Fai I E^T2:3j L3£d £*-- 4» B . .§ tTl-® OCS« k£ X u 3 E «5» £ »2^-2^6 cc^t: «’* SLS§« Backfisch-Mäntel ohne Pelz, sportlich und schön 17.50, 23.-, 26.- Damen-Mäntel ohne Pelz, bis zu den größten Weiten 29- 36.- u. 39.- Jugendliche Mäntel mit Pelz, in verschiedenen Farben 23.-, 29.75 u. 36.- Bieg. Damen-Mäntel aut sitzende Formen mit aparten Pelzen 39.-, 49.75, 56.- Kinder-Mäntel in allen Größen und verschiedenen Farben, stets reichhaltige Auswahl Wir zeigen hocherfreut die glückliche Geburt eines gesunden Stammhalters an Or. rer. pol. Fritz Flimm M'nni Stimm, geb. Philipp Gießen, den S.November 1936 z. A Katholisches Schwesternhaus 7041 D Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Zum guten Ton gehört es, tanzen zu können, wenn Sie in Gesellschaft sind. Tanz gehört nun mal zur Unterhaltung. Zwischen 16 und 20 Jahren lernt es sich am schnellsten. Sie kommen zu mir und erfahren dort alles Nähere. Tanzschule Bäulke Wolf Straße 31 - Ruf 3835 6877 D Oie Märkte dieser Woche Velmeidet Verderb und Schwund bei Kartoffeln! Uniformen Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt folgendes mit: r . „ . , „ Unter den Zahlen, die im „Kampf dem Verderb über Schwunderscheinungen durch ihre erschreckende Höhe in steigendem Maße die Aufmerksamkeit der Hausfrauen, aber auch der zahlenden Hausherren auf diese unnötigen und unverantwortlichen Verluste lenken, fällt besonders der hohe Prozentsatz der verderbenden Kartoffeln auf. Von den etwa 40 Millionen Tonnen deutscher Kartoffelernte gehen durch Verderb und Schwund nicht weniger als 4,1 Millionen verloren, das ist der zehnte Teil der Gesamtmenge und etwa die ganze Erzeugung Pommerns, eines der besten deutschen Kartoffelgebiete. In Geldwert umgerechnet ist der Verlust prozentual noch höher, denn von 622 Millionen Reichsmark, welche die Gesamterzeugung ausmacht, gehen 185 Millionen Reichsmark, also fast 30 v. H. verloren. Ein Beweis dafür, daß besonders die qualitativ hochwertigen Kartoffeln, also Speisekartoffeln, von Schwund und Verderb betroffen werden. Eine einfache Kartoffelfallkiste, die sich im Haushalt sehr bewährt hat und leicht angefertigt werden kann. (Aufnahme: Landesbauernschaft Hessen-Nassau JVE.) werden kann, sollen die Kartoffeln nicht höher als 80 Zentimeter liegen. Von ausschlaggebender Bedeutung ist die K e l • lertemperatur, sie soll im allgemeinen bei 2 bis 3 Grad Celsius liegen und auf keinen Fall unter minus 1 Grad Celsius sinken oder über plus 8 Grad steigen. Solange es die Außentemperatur erlaubt, ist der Keller ständig zu lüften. Die Nachbarschaft von Heizkesseln bewirkt meist im ganzen Kellergeschoß eine zu hohe Temperatur. Sportamt „Kraft durch Freude^. Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule: Lyzeum, Dammstraße 26. Für Männer und Frauen. 20.30 ^S?ch w i m m e n : Volksbad, Seltersweg. 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.30 Uhr. Veränderungen. Für Roagenstroh zeigen die industriellen Verarbeiter Nachfrage. Rhein-mainische Gchlachtviehmärkie. Nachdem das Geschäft in den letzten Oktobertagen etwas ruhiger geworden war, setzte sich mit B ginn des neuen Monats allgemein wieder lebhaftere Kaufneigung durch. Der verstärkten Nachfrage konnte allgemein genügt werden, da sich Die ZU fuhren weiterhin beachtlich erhöht haben. Der Gesamtauftrieb an Großvieh betrug 1714 (1372) Tiere, davon entfielen auf Frankfurt 134Z (1221), auf Mainz 262 (285), aus Wiesbaden 110 (66) Tiere. Außerdem erhielt der Markt in Wiesbaden noch 150 Stück Husumer Weiderinder. Die Qualität der zugeführten Rinder blieb im Zusammenhang mit dem hohen Anteil an Weldemastrm- dcrn befriedigend. Besonders gute Tiere erbrachten Preise über Notiz. Das Großvieh wurde zu den Festpreisen den Metzgern zugeteilt. In der Versorgung mit Schweinen ergab sich eine starke Verbesserung. Auch in qualitativer Hin- Die Hauptursache dafür dürfte in der unsachgemäßen Aufbewahrung der Kartoffeln in den meisten Haushaltungen zu suchen sein. Allgemeingültige Rezepte lassen sich schwer aufstellen, da in den einzelnen Haushaltungen die Möglichkeiten, die Winterkartoffeln unterzubringen, sehr verschieden sind. Der Hausfrau in der Stadt, die Kartoffeln jeweils in Mengen von 3 bis 4 Zentnern kauft, muß ein aus Latten gefertigter Verschlag empfohlen werden, welcher der Luft Zutritt gestattet. Dadurch, daß Kartoffeln durch eine entsprechende Oeffnung immer unten weggenommen werden und der ganze Vorrat täglich nachrutscht, wird eine weitere Durchlüftung erreicht. Ein solcher Verschlag ist auf dem Lande auch da am Platze, wo der Wintervorrat in einer größeren Entfernung vom Hause ausbewahrt wird und die Hausfrau, um den täglichen weiten Weg zu sparen, jeweils einige Zentner sich ins Haus schaffen laßt. Ueberall da, wo der gesamte Vorrat einer mittleren oder größeren Familie im Keller des Hauses lagert und nicht in einem solchen Verschlag untergebracht I hohem Blutdruck, Rheuma, W Gicht, Magen- Darmstörung, ■ Nieren-, Blalenleiden/» vor- n zeitiqenAlterserfcheinungen, ■ Stoffwechlelbelchwerden beugen Sie vor durch: K HnotHaudi- Beeren j „Immer junger“ Geschmack- und geruchlos H Monatspackung M. 1.— Ze haben | Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10 Drog. C. Seibel, Frankfurter Str.39 Drog. E. Kam, Schulstraße a£ standen die angetriebenen Tiere im Einklang mit den Markterfordernissen. Von den insgesamt zugeführten 5782 (4871) Tieren kamen auf Frankfurt 3570 (2592), auf Darmstadt 493 (449), in Mainz und Wiesbaden lagen die Zufuhren mit 668 (944) bzw. 851 (886) etwas niedriger als m Der Vorwoche. Die Tiere wurden den Metzgern zugeteilt. Auch die Zufuhren von Kälbern haben sich verstärkt, nämlich auf 1528 (1328) Stuck, nachdem im Zusammenhang mit der Festsetzung von Höchst' preisen die Anlieferungen sich mehr und mehr vermindert hatten. Die Qualitäten waren durchweg mittel, die Tiere wurden auf allen Märkten zu den zulässigen Höchstpreisen abgefetzt. In F^vnksurt waren 937 (814), in Mainz 215 (191), m Wiesbaden 233 (225) und in Darmstadt 143 (98) Stuck angeboten. . Die Zufuhren von H ä m m e l n und Schafen haben mit Rücksicht auf den Eintopf-Sonntag eine starke Vermehrung erfahren, es standen insgesamt 904 (431) Tiere zum Verkauf. Auf Frankfurt allein entfielen 799 (368) Stück, so daß bei langsamem Geschäftsgang die Preise um etwa 3 Mark je 50 Kilogramm nachgaben und noch etwas Ueberstano verblieb. In Wiesbaden standen 79 (42) und m Darmstadt 26 (21) Stück zum Verkauf. Rhein-mainischer Getreidemarkt. 3m neuen Monat weisen die Zufuhren von Brotgetreide eine leichte Zunahme auf. Die Versorgung der Mühlen mit Mahlgut wird sich nunmehr nach den neuen Vorschriften richten. Dre Mühlen zeigen laufenden Bedarf für Mahl- weizen, sind allerdings im allgemeinen für die nächsten Wochen versehen. Mittel- und norddeutscher Weizen war nicht erhältlich, während aus Kurhessen einzelne Bezüge stattfinden. 3n Roggen zeigt sich eine ähnliche Angebotsentwicklung, jedoch nehmen hier die Landmuhlen den in ihrem Bezirk anfallenden Roggen auf, wahrend die größeren Betriebe an den Wasserstraßen norddeutschen Roggen laufend kaufen können. 3n Braugerste ist das Geschäft größer geworden, aber auch die Nachfrage der Verteiler t|t noch ziemlich lebhaft, so daß auch geringere Qualitäten Unterkommen finden. Die Herabsetzung der Pflichtanlieferunqen von Futtergerste auf 5 Prozent erleichtert die Abwicklung. Industriegerste ist schwer erhältlich, so daß die Versorgung der Malzka ee- fabriken sich noch nicht bessern konnte. In Futtergerste konnte auf Grund der Eingänge der dringendste Bedarf gedeckt werden. Hafer ist ungenügend am Markt. Bayerischer Industriehafer war in kleinen Mengen angeboten, während Futterhafer schwer zu beschaffen war. In Mehl konnte jeglicher Bedarf reibungslos gedeckt werden, um so mehr, als für November eine Erhöhung der Mahlkonginente vorgenommen wurde. Roggenmehl ist aus dem Osten in normalem Umfange zugeführt. Von den Schweine- und Kleintierhaltern war besonders F u t t e r g e tr e i d - fthr begehrt, aber mangels Angebot nur teilweise zu beschaffen. Dagegen standen sonstige Futtermittel wie Kleie, Weizenfuttermehl, ausreichend zur Versu- gunq. Für die Milcherzeugungsgebiete wurden Oel- kuchen ausgegeben. Eine weitere Zuteilung wird noch in diesem Monat zur Abgabe kommen. Biertreber waren schwierig zu beschaffen, dagegen gab es genügend Kartoffelflocken. Schnitzel konnten ausreichend bezogen werden. Fischmehl ist vorläufig noch knapp, wird aber für die nächste Heu erwartet. . .... In Rauhfutter ergaben sich keine größeren Plockstraße 7 Standortvertragsschneider HOTEL SCHUTZ Samstag-Abend ab 6 Uhr als Spezialität Spanferkel Sonntag-Abend Has imTopf mit Kartoffel - Klößen 7046D der Name für Qualität und Preiswürdigkeit Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige) | Verkäufe""") Klavier sehr gut erhalt., zu verkaufen ob. zu vermiet, osui GeorMert Klaviermacher Ludwigstraße 5 Fernruf 2403. 2 warme 5mnenmöntel bill. abzug. obuo LicherStr.lSM. Nachlasse von; bi» 20 v. s. erhalten Sie bei wiederholten Aus. nahmen einer Ameia» Schlafzimmer echt Eiche mit Nuß- QQC w bäum..........Mk. UUÜ. Speisezimmer echt Eiche mit Nuß- QOC w bäum..........Mk. U4U. Herrenzimmer echt Eiche mit Nuß- 07R ■ bäum..........Mk. U I U» Kücheneinrichtung Büfett 1.60 Mtr., Tisch IOC. und Stühle......Mk. 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Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten acht Tage und die Gasgelder noch innerhalb zehn Tagen ohne kosten an die Kasse der Städtischen Betriebe, Gartenstraße 3, oder auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 27707 gezahlt werden. Bei Ueberschreiten der Zahlungstermine müssen die Beitreibungskosten berechnet Tee in gut. Qualität, lose, 50 g 55 u. 65 Pf. Tee in Klotzbeuteln..........25 g 30 Pf. Kaffee, frisch gebr., 125 g 50,60, 65, 75 Pf Kakao, lose. 125 g 25 u. 30 Pf, in Paketen von Stollwerk, Sarotti, Reichardt, Mauxion Feiner Rotwein! AHRBLUT, Flascheo.Glas 1.20RM. Obst-Schaumwein........Fl 1.25 RM Traubensaft, la Qual., Fl. o. Gl. 1.15 RM Apfelsaft, la Qualität, Fl. o. Gl. 0.75 RM. 7039 A UALITAeTEN