?ö o = g " o > ö . S v 55 5 _ s ’r o n 9 -K 3 K' s 2. Ö 2 il 5 m o 3 n o < 51 >» 2 - 3 7 2 » ** c * = s o r» l» " v - s s * . o -* r5F [)*» ß 2 6— 'M"3 »s« = 2 Z c 2 2 y 2 23 P^J-p 2 p c ö’ » ? 5> 2 J* f1 2j* ?5 £ Dienstag, b. Oktober 1936 Ur. 234 Erstes Blatt 186. Jahrgang Eriche,m tögitd), aufier jmbv ä A Annahme von Br.jeigen Sonmaqe und iVetertag» jÄEEMr V py ” für die Mittagsnummer Betloatn T>i. JDu|tnert. /JT ▲ hA Ak A A Ak AA AA Ak A JA Ak AA bi58',.Ut>r0e5-Bormittag, ©knenei 'Nen blätter M M j>Wy 1BHH ■ ■ M W /WU !■ 1% Grundpreise für 1mm höhe •zste* inirnPIIrr zl IllPIlIr I k-xä Tiit 4 ‘Beilagen NM 1.95 ■ R BL R UK B R K R JH R R HB HB R WM R BL R anzeigen von 70 mm Breite Ohne lUuftnerte . 1.80 M M H W H Mu R BL H W1 RBLM 50Rpf.,Plahvorfchrist nach JTCWä v I ■ welv v rT'TT^T von einzelnen Nummern fV^p Ermäßigte Grundpreise. infolge höherer Gewalt f .. Stellen-, Vereins», gemein- MM General-Anzeiger für ®bcrl)tffeit DZM m noftifhldfonto behördliche Anzeigen6Rpf. Kronkfurt am main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts Buch- und Stembniderei R. Lauge in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabfchiusse Staffel 8 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Die italienische Lira um 41 Prozent abgewertet. Angleichung der italienischen Währung an Pfund und Dollar Der ungarische Mnisterpräschent Gömbös t erwecken. innere La, Frankreich konkurrieren kann. Nebenbei wird der Gewinn aus der Abwertung des Goldfonds der Zentralnotenbank dem Staatshaushalt erhebliche Erleichterung verschaffen. Italien sowohl wie die Tschechoslowakei haben Devisenzwangswirtschaft. Preiskontrolle und Zollsenkungen für die Einfuhr unentbehrlicher Lebensmittel und Rohstoffe sollen eine Verteuerung der Lebenshaltung verhindern. Wird es mit dieser Abwertung auf breiter Front (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, 4. Oktober 1936. Die Tagung der Konservativen Partei Englands ist zu Ende. Zwei Reden insbesondere haben Klarheit über den künftigen Kurs der englischen Politik, nach außen ebenso wie nach innen, geschaffen, die des Schatzkanzlers Neville Chamberlain und des Ersten Lords der Admiralität, Sir Samuel Hoare. Denn in dem England von heute ist es so, daß die Konservative Partei, wenn sie auch nicht alleinige Trägerin der Verantwortung und der Macht ist, doch den Kurs bestimmt. Die englische Politik nach Margate aber läßt sich eigentlich in einem Wort zusammenfassen: R ü - st u n g ! England führt seine Aufrüstung in einem Tempo und einem Ausmaß durch, wie das Weltreich' sie in der letzten Epoche seiner Geschichte nicht mehr erlebt hat. Und dieses Tempo und dieses Ausmaß sind den verantwortlichen Männern immer noch nicht schnell und nicht groß genug. Gewiß: London hat Sünden der Vergangenheit n a ch z u h o l e n. In der Nachkriegszeit hat das Empire seinen Rüstungsstand vernachlässigt: darüber kann kein Zweifel bestehen. Man hat sich etwas zu sehr auf die Wirksamkeit internationaler Abkommen verlassen, man hat vor allem aber in Genf mehr gesehen, als es tatsächlich in der harten Wirk- München, 6. Oft. (DNB. Funkspruch.) Der ungarische Ministerpräsident Gömbös ist heute um 8.20 Uhr im Kurhaus Neu-Willelsbach verschieden. 3m Laufe des gestrigen Nachmittags war von den Münchener Aerzten in Budapest eine Mit- Die Abwertung der Tfchechen-Krone. Soll es bei 16 Prozent nicht bleiben? Prag, 5. Okt. (DRV.) Der Wirtschaftsausschuß der Prager Regierung konnte erst am späten nachmittag zusammentreten, weil vorher Beratungen der 'Mehrheitsparteien über den Inhalt der den Parteien vorzulegenden Gesetzentwürfe über die Abwertung der Tschechenkrone stattfanden. Der Ministerrat, der über den Entwurf Beschluß fassen soll, wird voraussichtlich Dienstag zusammentreten. Wie aus unterrichteten Kreisen verlautet, haben die Nachrichten über die Entwertung der Lira die Verzögerung verursacht. Namentlich die tschechischen Sozialdemokraten befürchten, daß durch die italienische Maßnahme der Zweck der Abwertung der Tschechenkrone, nämlich für billige Waren einen größeren Absatz zu finden, unwirksam werden könnte. Sie verlangen daher entschieden eine viel höhere als die ursprünglich in Aussicht genommene Abwertung der Tschechenkrone. Infolgedessen müssen die Unterlagen, die zu dem früheren grundsätzlichen Beschluß einer Abwertung um 16 v. H. geführt haben, neu üb er prüft werden. Es scheint nicht ausgeschlossen, daß noch weitergehende Entscheidungen getroffen werden. Laut Anschlag der Börsenkammer wurde der Handel auf der Prager Devisen- und Vatu t a b ö r f e am Montag bis auf weiteres eingestellt. Die Devisenbörse wird erst voraussichtlich in acht Tagen nach Erledigung des neuen Währungsgesetzes wieder eröffnet werden. Der Aktienmarkt hingegen fand wie gewöhnlich statt. Der königlich ägyptische Ministerpräsident Exz. Nahas Pascha stattete in Begleitung des königlich ägyptischen Finanzministers und des königlich ägyptischen Gesandten dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels in seinen Dienfträumen einen längeren Besuch ab. Die angeregte und in sehr freundschaftlicher Form geführte Unterhaltung bezog sich auf Fragen der deutsch-ägyptischen Beziehungen, die immer angenehme gewesen sind. der Revision des Vertrages von Trianon, durch den Ungarn zerstückelt worden ist. Die römischen Protokolle führten Ungarn in eine enge Verbindung mit Italien und Oesterreich. Zu Deutschland wurden die freundschaftlichen Beziehungen aus dem Weltkriege erneuert und den auf gegenseitigen Warenaustausch angewiesenen wirtschaftlichen Interessen beider Länder die Bahn geebnet. Mehrfach war der verstorbene Ministerpräsident in Deutschland zu Gast. Vielleicht trug dazu auch die Tatsache bei, daß seine Mutter Eva Gömbös, geb. Weitzel, deutschen Blutes war. Ein Vorfahr von ihr, Johann Weitzel, war in Storndorf im jetzigen Kreise Alsfeld ansässig und ist von dort im zweiten Jahrzehnt des 18 Jahrhunderts in das ungarische Komitat Tolna ausgewandert. Der verstorbene Ministerpräsident hat sich stets als überzeugter Anhänger guter deutsch-ungarischer Beziehungen erwiesen. Seine Erkrankung vor einigen Monaten, von der er in einem Münchener Sanatorium Heilung suchte, fand in Deutschland das lebhafteste Bedauern, sein plötzliches Hinscheiden wird auch in Deutschland tiefes Mitgefühl mit der Familie und dem von dem Tod seines führenden Staatsmannes schwer betroffenen ungarischen Volke Kredite sind nur zu haben, wenn die Verhältnisse beim Kreditnehmer vertrauenswürdig sind. Wie läßt sich das unbedingt notwendige Vertrauen Herstellen, wenn nicht zuletzt von der politischen Seite her gegen die Wiederher st ellung des Vertrauens gearbeitet wird? Vielleicht wird man aber aus Anlaß der nächsten Sitzung der Bank für den internationalen Zahlungsausgleich in Basel hören, wie sich die hier zusammenkommenden Notenbankpräsidenten die weitere Entwicklung denken, die man bestimmt nicht sich selbst überlassen darf. Oie österreichisch-italienischen Handelsbeziehungen. Wien, 6. Okt. (DNB.) Die österreichische Regie- runa wurde ebenso wie die ungarische von der italienischen Regierung v e r st ä n d i g , daß die Handelsbeziehungen zwilchen den Staaten der römischen Protokolle trotz der Lire-Abwertung unverändert aufrechterhalten und noch gesteigert werden sollen. Der Staatssekretär für Aeußeres Dr. Schmidt erklärte, schon in den nächsten Tagen würden Verhandlungen mit der italienischen Regierung ausgenommen werden, um die Bedingungen des künftigen Handelsverkehrs festzulegen. Auch die Wiener Zusammenkunft der Außenmini st er der Staaten der römischen Protokolle, die Anfang November stattfinden wird, gewinne angesichts dieser Sachlage eine besondere Bedeutung. Heute Eröffnung des Winterhilsswerks durch den Führer. Berlin, 5.Off. (DRV) Die Eröffnung des Winferhilfswerkes 1936/37 durch den Führer und Reichskanzler erfolgt am Dienstag, dem 6. Oktober 1936, um 20 Uhr in der Deutschlandhalle. Die Veranstaltung wird auf alle deutschen Sender übertragen. kehr werde die Abwertung Erleichterung bringen. Diese Vorteile könnten nur durch ein Ansteigen der Preise im Inland beeinträchtigt werden. Zur englisch-französisch - amerikanischen Währungs- abmachung erklärte Mussolini, er fei gleichfalls der Ansicht, daß der wirtschaftliche Wiederaufbau in der Welt eine der notwendigen Voraussetzungen für d i e Zusammenarbeit der Völker zugunsten des Friedens sei. Man müsse jedoch aus dem provisorischen Zustand heraus zu einem dauerhaften gelangen. Der vom Ministerrat angenommene Gesetzentwurf bestimmt: Nachdem im Jahre 1927 die B e - Ziehung zwischen der Lira einerseits und dem Dollar und dem Pfund Sterling andererseits auf der Grundlage von 19 bzw. 9 2,46 fe ft gefegt worden war, wird zwecks Wiederherstellung dieser durch die Entwertung dieser Valuten gestörten Relation der Goldgehalt der Lira proportional Herabgesetz, und zwar im Verhältnis zum Dollar, der um 40,93 v. H. abgewertet worden ist. Die Lira wird nunmehr als Goldgehalt 4,677 Gramm Feingold für 100 Lire Nominalwert enthalten im Vergleich zu 7,919 Gramm Feingold der Parität von 1927. Da das amerikanische Gesetz zur Stabilisierung des Dollars die Möglichkeit weiterer Schwankungen im Rahmen von 10 d. H. vorsieht, und da a u ch andere wichtige Länder, darunter Frankreich und die Schweiz, sich die Möglichkeit von Schwankungen vorbehalten haben, so sieht auch das italienische Gesetz vor, daß in den Grenzen von lO v.H. weitere Maßnahmen getroffen werden können. Aus dem Abwertungsgesetz geht noch hervor, daß bezüglich des Umlaufs und der Einlo- f u n g s p'f l i ch t des Geldes und der Noten keine Aenderung eintritt. Die Goldreserve der Bank von Italien wird aus die Basis der neuen Liraparität festgesetzt, wobei die entsprechenden Ueberschüsse dem Staatsschatz z u r V e r f ü g u n g gestellt werden. Ferner erhielten der Ministerpräsident und der Finanz- minister besondere Vollmacht, um gegebenenfalls die geltenden Beschränkungsmaßnahmen auf dem Gebiet her Kapitalsbewegung und des Finanzverkehrs mit dem Ausland durch andere Ausführungsbestimmungen zu ersetzen. m .. Das Gesetz zur Kontrolle der Preise verbietet den Verkauf von Waren zu höheren Preisen als sie für den September dieses Jahres, bzw. bei Inkrafttreten der heutigen Maßnahmen festgestellt wurden. Die Mieten, die Preise für Elektrizität Gas und öffentliche Verkehrsmittel, dürfen für die Dauer von zwei Jahren nrcht erhöht werden. Für die Preise der Hot^s Pensionen und Gaststätten werden besondere Bestimmungen erlassen. Ein weiteres Gesetz steht die A b schaff un g der Einfuhrwertzolle von 15 bzw. 10 v. H. vor, die im Gesetzentwurf vom 24. September 1931 festgesetzt worden waren. Er gibt ferner dem Ministerpräsidenten die Vollmacht, im Einverständnis mit dem.Fwanz-, Landwirt, schasts- und Korporationsminlster weitere Aend^- rungen der Zollbestimmungen vorzunehm°n. Durch ein anderes Gesetz wird die E.mlslion einer SoroAentiqen jestverzinsl, ch-n Anleihe^ verfügt die vom I m m o b I l l e n b e s > tz /u reich ne n ist in Höh- Don S Prozent des Netto- wertes ^des Jmmobilienkapitals SchU-ßl^ wird noch in einem Gesetz die IM September d.S). rage führte Beschränkung in der Verteilung der Dim Wen während bei abessinischen Krieges aufgehoben, dafür aber eine progE°e Dividenden (teuer eingefiihrt. Neben Maßnahmen «egen Spekulationsversuche beschloß der M'msterrat ferner, den Staatssekretär für die Demsenbewirtschastung zur Abänderung dern'n »rk-nt.n gente für lebenswichtige Der brau ch s waren und zur Abschaffung des Systems der Privatkompensationen zu ermächtigen. Schließ ch Kaufkraft der Lira Mit systematischer Energie auf allen Gebieten verteidigt weroe. lichkeit bedeutet. Abessinien und der damit zusammenhängende italienisch-englische Konflikt haben den verantwortlichen Männern in Westminster die Augen geöffnet und sie erkennen lassen, daß die britische Stellung in der Welt die Erfordernisse des Weltreiches bei einer so schwankenden Lage wie sie Europa heute aufweist, ein Schwert braucht, das jederzeit oerwendungsfähig ist. So hat denn die Aufrüstung begonnen, und sie wird fortgesetzt werden. Sir Samuel Hoare hat auf dem Parteikongreß in Margate bereits Einzelheiten wiedergegeben, wie in seinem Ressort, in der Flotte, Versäumtes nachgeholt werden wird. Rüstung, Rüstung und nochmals Rüstung, das ist der Leitsatz der Manner, die in ihren Händen das Schicksal fast der halben Welt halten. Wenn man diese Rüstungspolitik in ihrer Rückwirkung auf Europa ab auswertet, dann kann man die Erkenntnis nicht beiseite schieben, daß das England von heute keine allzu großen Hoffnungen mehr auf das fetzen kann, was früher eigentlich das A und O der gesamten Außenpolitik war, auf die kollektive Sicherheit. Auf dem Konservativen Parteikongreß hat die Völkerbunds-Politik zwar auch eine Rolle gespielt. Aber doch nur am Rande. Man hält auch in der Konservativen Partei am Völkerbund fest, weil er gerade für die Empire-Politik ein wertvolles Hilfsmittel sein kann. Aber die bitteren Erfahrungen des Vorjahres haben doch gelehrt, daß Genf im Ernstfall eine morsche Krücke ist, auf die man sich nur wenig stützen kann. Darum die Besinnung auf die eigene Stärke, darum aber auch von feiten der Opposition das bewußte Jn-den-Vordergrund-schieben einer Außenpolitik, die mit dem Ziel von Genf und mit denen einer kollektiven Sicherheit in Einteilung eingetroffen, aus der man auf eine unerwartete Verschlechterung seines Gesundheitszustandes schließen muhte. Die ungarische Regierung hatte daraufhin den Unlerrichlsminkster Romann an das Krankenlager des Ministerpräsidenten entsandt. Die Familie des Verschiedenen war an seinem Krankenlager versammelt. ♦ Julius Gömbös von Jacfa entstammt einem alt-ungarischen Adelsgeschlecht. Er war 1886 geboren, besuchte die Honved-Kadettenschule in Fünfkirchen, den Offizierskurs in Budapest und die Kriegsschule in Wien. Er wurde dann Hauptmann im Generalstab und für tapferes Verhalten vor dem Feinde während des Krieges mehrfach ausgezeichnet. Nach dem Zusammenbruch der Donau- Monarchie stellte er sich gegen die Regierung des Grafen K a r o l y , sammelte nationale Offiziere und Reserve-Offiziere in dem Verein „Move" und organisierte das antibolschewistische Komitö unter dem Grafen Stephan B e t h l e n. 1920 wurde er Mitglied des ungarischen Parlaments, und 1923 Führer der ungarischen nationalen Unabhängigkeits-Partei. 1928 trat die Partei mit wenigen Ausnahmen der Einheitspartei des Grafen Bethlen bei. Gömbös wurde Staatssekretär im Honved- Ministerium und 1929 Honved-Minister im Kabinett des Grafen Bethlen. Nach dem Rücktritt der Regierung und einem kurzen Zwischenregime des Grafen Julius Karoly wurde Gömbös Ende September 1932 selber Ministerpräsident. Am 4. März 1935 bildete er ein neues Kabinett. Seine innere Politik zielte auf eine Reform der alten ungarischen Verfassung im Sinne einer Verstärkung des politischen Einflusses des Reichsverwesers hin. Daneben liefen Bestrebungen auf eine großzügige Agrarreform durch umfassende Siedlungen. Außenpolitisch vertrat auch Oömbös, wie (ein Vorgänger Graf Bethlen, energisch eine Politik st i sch e , . . Zwange und der Notwendigkeit einer Aufrüstung nicht entziehen, und so greift sie denn zu dem einzigen, was sie der Regierung glaubt vorwerfen zu müssen: mangelnde Übereinstimmung mit den Zielen,bes Völkerbundes, Rüstung um ihrer selbst willen, sollen die Gefahr eines Krieges nicht vermindern, sondern erhöhen. Der Kampf, den die Opposition gegen die Regierung führt, ist außerordentlich scharf, aber man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß es ihm doch an innerem Gehalt fehlt; denn, wenn man eine starke Rüstung für notwendig hält, dann muß man selbst einige Zweifel an der kollektiven Sicherheit haben. Das gesteht die Opposition zwar nicht ein, das kann man aber doch aus ihrer Einstellung zum Rüstungsprogramm herauslesen. Der Parteikongreß von Margate hat in der Frage der Rüstungen eine völlige Einstimmigkeit erbracht. Wollte man Reden und Anträge rein nach den Worten und dem Inhalt werten, dann hätte es aber doch verschiedenes gegeben, was auf gewisse Verschiedenheiten in der Auffassung innerhalb der Partei hindeuten könnte. Das ist zunächst d i e Mandatsfrage. Die Regierung hat sich aut • diesem Gebiet zurückgehalten. Auch Sir Samuel Hoare hat in seiner Rede nichts gesagt, was das Kabinett in entscheidendem Sinne binden fönnte. Aber gegen seinen und gegen den Wunsch öe* Kabinetts haben die Konservativen doch einem An* trage zugestimmt, der eine Festlegung unter dem Motto: „Halte, was du hast!" verlangt. Im ersten Augenblick mußte das wie em kleine Partei- Revolte wirken. Die Opposition hat es auch dahm ausgelegt. Aber es bleibt doch die Frage offen, ölefein Bewenden haben oder kommt das, was man verhindern wollte, ein allgemeiner Abwertungswettlauf? Italien hat sich jedenfalls ähnlich wie Amerika, die Schweiz und Holland einen Spielraum von 10 v. H. gelassen. Das kann der Anstoß zu neuen Maßnahmen sein. Aber vorerst muß man an die zwischen England, Frankreich und Amerika getroffenen Abmachungen glauben, daß nichts beabsichtigt ist, was eine Wiederher st ellung des internationalen Währungsgleichgewichts durchkreuzen könnte. Die Weltwirtschaft kommt aber aus ihrer Erstarrung nicht heraus, wenn man lediglich abwertet und im übrigen alles so läßt, wie es bisher war. Man kann nicht die Währungen entwerten, ohne an das internationale Schuldenproblem in einschneidender Weise heranzutreten, man kann nicht mit abgewerteten Währungen operieren, ohne dafür gesorgt zu haben, daß nun die Völker mehr Waren als zuvor aufnehmen und mehr Waren als bisher absetzen. Denn wenn etwas Luft verschaffen kann, dann ist es doch nur der vermehrte Warenumlauf. Aber jedes Warengeschäft beruht wieder auf Krediten. Rom, 5. Okt. (Fwd.) Auf Anregung Mussolinis beschloß der am Montadvormittag zusammengetretene italienische M i n i st e r r a t die Lira um vorläufig rund 41 v. H. abzuwerten, wobei ein weiterer Spielraum von 1 0 v. H. o f f e n bleibt. Im Ministerrat sprach Mussolini als Berichterstatter über die voraussichtlichen Rückwirkungen der italienischen Währungsmaßnahmen. Er führte u. a. aus, daß gegenüber dem Ausland die Lage geklärt werde. Für die italienische Ausfuhr und den Fremdenver- Die Abwertungswelle ist noch nicht im Abebb-n begriffen Prag hat sich entschlossen d t e -L Ich e chenkröne an den Franken an^angen. 3t a- lien hat seine Währung abgewertet. Die Grunde dafür sind bei beiden Ländern vorwiegend handelspolitischer Art. Beide wünschten, ihrer Exp ort i n d u st r i e die Absatzmärkte zu erhalten, die durch die Sprengung des Goldblocks gefährdet sind, Italien hat dansben natürlich auch das ®^reben, sich den Fremdenverkehr zu erhalten, was nur möglich ist, wenn es mit dem durch die Frankenabwertung zu einem billigen Reiseland gewordenen klang steht. Denn — das ist bezeichnend für die " ge Englands — auch d i e soziali- Arbeiterpartei kann sich dem Bolschewistische Barrikaden in London Gegen die Kommunisten in Paris Wachsende Unsicherheit in Madrid Es den Ein Hungermarsch unterwegs nach London. den wird. In Margate hat die Koniervative Partei und damit auch praktisch die Regierung die Meilensteine für den künftigen Weg abgesteckt. Und dieser Weg soll enden in einem britischen Weltreich, das stark genug ist, seine Dinge nach außen und innen allein zu meistern, das nicht mehr auf die Krücken eines Völkerbundes anaeroieien ist, wenn man ne auch gern in Anspruch nehmen wird, falls sich die Gelegenheit dazu bietet. Das Wichtige und Entscheidende aber bleibt der Umstand, daß dem britischen Löwen die Krallen wieder wachsen, und daß er sich der Notwendigkeit seiner Stärke bewußt wird. Studentenhöchstziffern für Großstadt- Llniversitäten. könne. * Reichserziehungsminister Rust hat an die Hochschulen den nachstehenden Erlaß gerichtet: „Ich weise nachdrücklichst darauf hin, daß a l l e in der Führer der Deutschen Studentenschaft befugt ist, in studentischen Angelegenheiten verbindliche Anordnungen für die Gesamtheit der deutschen Studierenden herauszugeben. ^Gez. Rust." Reichserziehungsminister Rust hat für die aus Anlaß des Geburtstages des verstorbenen Gauleiters und Staatsministers Hans Sch e mm am Dienstag, dem 6. Oktober, um 10 Uhr stattfindende Ueber - rragungausBayreuth „Hans Schemm zum Gedächtnis" G e m e i n f ch a f t s e m p f an g für alle Schulen angeordnet. Man könnte noch die Frage der Reform des Oberhauses anführen, wollte man dem Par- teikongreß von Margate mangelnde innere Einigkeit nachsagen. Wenn die Linksopposition das auch tut, jo darf das alles nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Konservative Partei geschlossen ist, daß sie sich vollkommen hinter die Regierung stellt, und daß sie sich stark genug fühlt, die Dinge auch in der Zukunft zu meistern, sogar allein. Bedürfte es hierzu noch eines Beweises, so genügt der Hinweis darauf, daß die Konservativen es abgelehnt haben, i h r e n N a m e n z u ändern und daß man darauf verzichtet hat, die Verbündeten aus dem Kreise der Liberalen und nationalen Arbeiter mit in das große Sammelbecken der Partei e i n z u s ch l i e ß e n. Ja, man kann wohl sagen, daß die Partei geschlossener ist denn je. Die Opposition des rechten Flügels macht sich kaum noch bemerkbar, und es sprechen nicht unwesentliche Anzeichen dafür, daß, sie im 93 er = schwinden begriffen ist. Das ist für den künftigen Kurs, den die englische Regierung einschlagen wird, naturgemäß von Bedeutung, denn man kann daraus schließen, daß sich linker und rechter Flügel auf einer gemeinsamen Linie gefun - d e n haben — ein Umstand, der seinen Niederschlag in der englischen Politik nach außen und innen fin- d i e spanischen Marxisten aufgebracht hat. wurde jedoch bestritten, daß diese Gelder für Kauf von Waffen verwendet worden seien. Oie Gonniagskrawalle im Londoner Ostend-Vieriel. Marxisten, Kommunisten und Juden im Kampf mit der Polizei. - Oie englischen Schwarz- Hemden kündigen verstärkte Propagandatätigkeit an. ißbräuliche Benutzung zu ver- oes ganzen Sonntags fuhren Vor Auflösung der Partei de la Rocques? Paris, 6. DEL (DNB.) Das Innenministerium erklärt, der Aufmarsch der Partei de la Rocaues habe ausgesprochen militärischen Charakter gehabt und sei von Drohungen begleitet gewesen, die die Regierung nicht hätte unbeachtet lassen können. Die Wahrungsangleichung und die wirtschaftliche Wiederankurbelung, von deren Gelingen der allgemeine Wohlstand abhänge, könne nur Erfolg haben in einer Atmosphäre der Ruhe und Ordnung. Die Regierung sei deshalb entschlossen, Unruhen zu verhindern. Deshalb werde sie bis auf weiteres in Paris und Umgebung keine Kundgebungen undj beworfen. Als die Schwarzhemden Mosleys tn Tower Hill auf das Zeichen zum Abmarsch warteten, erschien auf dem Dach eines Gebäudes em Mann, der eine rote Flagge mit Hammer und Sichel schwenkte. Etwa um diese Zeit entschloß sich der Londoner Polizeichef zur Vermeidung blutiger Zusammenstöße den geplanten Demonstrationszug der Faschisten nach dem Westen der Stadt abzulenken. Als sich die Schwarzhemden m Marsch setzten, feuerte ein Unbekannter einen Revolverschuß ab, wodurch sich der Menschenmenge eine große Erregung bemächtigte. Vor vier Polizeigerichtshöfen fanden am Montag die Londoner Sonntagsunruhen ein gerichtliches Nachspiel. Die meisten Angeklagten kamen mit Geldstrafen zwischen 2 und 40 Schilling davon. Eine Blütenlese der Namen gibt Aufschluß über den Kreis, aus dem sich die Täter zusammensetzen. Dor dem City-Gericht mußte sich u. a ber Jude Moritz Goldstein verantworten, der bei Dem Versuch, zwei Faschisten die Armbinden abzurei- hen, verhaftet worden war. Mit jüdischer Unverschämtheit versuchte sich Goldstein durch die Behauptung herauszureden, die beiden Faschisten seien Deutsche gewesen. Er habe ihnen ihre Armbin- den abnehmen wollen, um sie v o r w e i ter e n Betz e l l i g u n g e n z u s ch ü tz e n. Nach Zahlung einer Geldstrafe von 10 Schilling konnte Goldstein das Gebäude verlassen. Eine Strafe in gleicher Hohe zahlte der Jude Lionel Churfl an wegen beleidigender Aeuherungen. Sam Jacobs wurde belangt, weil er die Menschenmenge zu einem Angriff auf die Pol i z et au f zuputschen versucht hatte. Aehnlich lautete die An- klage gegen seinen Bruder Jacob Jacob 2. Dagegen glückte es dem Juden Moischir Ben Ä r o a n , einen Freispruch zu erzielen. Samuel Rose mußte sich gegen die Anklage verteidigen, im Besitz von A n g r i f f s w a f f en gewesen zu sein. Fay Markowitsch hatte Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet. Die meisten übrigen Angeklagten waren englische Ma r r i ft e n. Die Unruhen werden in politischen Kreisen und von der Presse lebhaft erörtert. Während die Linksparteien und ihre Presseorgane der Regierung nahelegen, uniformierte Kundgebungen der Faschisten m Zukunft zu verbieten, wird von den der Regierung nahestehenden Kreisen betont, daß d a s R e ch t d e r Redefreiheit und Kundgebungsfrei, heit unter allen Umständen aufre ch t - erhalten werden müsse. Die Faschisten seien da- her vollkommen berechtigt gewesen, einen Kund- gebungszug zu veranstalten. Anderseits wird das Vorgehen des Polizeikommissars Sir Philip Game gebilligt, der die Fortsetzung des faschistischen Marsches verbot, als er feststellte, daß sich die Kommunisten und Juden in Ostende zu Straßenkämpfen rüsteten. Preß Association meldet, daß die Regierung möglicherweise gewisse Einschränkun- n e n für öffentliche Kundgebungen beschließen werde, um eine Wiederholung der Unruhen zu vermeiden. Zu diesem Zweck müßten jedoch dem Parlament neue Gesetzesmaßnahmen vorgeleyt werden. Auf jeden Fall halte man es für unmöglich, faschistische Kundgebungen in irgendeinem Teil Londons ober Englands einfach zu verbieten, weil dies einer Einteilung Englands in politische Zonen gleichkommen würde Die British Union of Faszifts erklärt daß sie im Hinblick auf das Verbot ihres gestrigen Demon- trationszuges beschlossen habe, ihre Propaganda im Londoner O st ende zu v e r - türken. Sämtliche bereits vorher geplanten Der- ammlungen würd.en mit einem Zusatzprogramm durchgeführt. Am Montagabend würden allein tm Londoner Ostende wahrscheinlich zehn V e r a n - st al tun gen stattfinden. Auf einer großen Ver- Sammlung im Victoria-Park, der ebenfalls im Osten liegt, wird Sir Oswald Mosley der Versammlungen mehr dulden, die geelg» net wären, die öffentliche Ordnung zu erschüttern. Die Erklärung wird als eine eindeutig gegen d i e Sozial-Partei de la Rocques gerich. tete Maßnahme betrachtet, um so mehr, als der In« nenminifter die „militärischen Methoden" dieser Par» teil zur Rechtfertigung des Versammlungsverbots anführt. Die marxistische Presse läßt durchblicken, daß in einer Besprechung des Ministerpräsidenten mit den Ministern der Justiz und des Innern Dor» kehrungen dafür getroffen worden sind, der Partei de la Rocques und anderen rechtsstehenden Bunden den Prozeß zu machen, d. h. sie a u f z u l ö s e n und wenn möglich, ihre Führer ins Gefängnis zu bringen. London, 5. DEL (DNB.) Die englische Presie berichtet eingehend über die Unruhen m den marxistisch durchsetzten Stadtteilen Londons am Sonntag. Nach dem Bericht des „Daily Telegraph waren im Ostende der Stadt P o l i z e i a b t e l- lungen in noch nie d aaewe jenem Umfan g zusammengezogen worden. Insgesamt bUOU Polizisten sowie die gesamte berittene Polizei hatten zwischen Tower Hill und Whitechapel die wichtigsten PunEte besetzt. Kraftwagen mit Funkanlage hielten den Londoner Polizeichef S i r Philipp Game über die Bewegungen der Menschenmenge, die allein in diesem engen 93yirE auf über 100 000 angegeben wird, ständig auf dem laufenden. Außerdem leistete e i n F 1 u g z e u g der Polizei Beobachtungsdienste. Jeder Feuermelder des Bezirks wurde von einem Feuerwehrmann bewacht, um eine mifcbräuliche Benutzung zu verhindern. Während o-..u— -----. - Kraftwagen der Marxisten die Straßen, durch die der Dernonftrationszug der englischen Schwarzhemden ursprünglich gehen sollte, auf und ab. Lautsprecher und Plakate forderten die wartenden Menschen zum Widerstand gegen den Faschismus auf. In der Cable-Straße stürmten die Marxisten den Hof eines Bauunternehmens. Bausteine, Gerüftpfähle und anderes Material wurden auf die Straße geschleppt und ein Lastkraftwagen umgestürzt. Um ein Einschreiten der be- rittenen Polizei zu verhindern, streuten die Kommunisten Glasscherben auf die Straßen. Ein dutzend- mal mußte die Polizei mit dem Gummiknüppel vorgehen, ehe es gelang, die Straßen zu säubern und die Barrikaden zu beseitigen. Hierbei wurden die Polizisten mit Ziegeln und Steinen Berlin, 5. DEL (DNB.) Der Reichserziehungsminister hat auch für das Winter-Semester 1936/37 Studentenhöchstziffern für Die Universitäten Berlin, Frankfurt a. M., Köln, Leipzig, Hamburg, München, Münster, die technischen Hochschulen Berlin, Dresden, München, die Tierärztliche Hochjchule Hannover und die Medizinische Akademie in Düsseldorf festgesetzt. Studenten, die an diesen Hochschulen studieren wollen, wird empfohlen, rechtzeitig einen Antrag auf Einschreibung zu stellen Dabei wird darauf hingewiesen, daß infolge der außerordentlich erhöhten Aufnahmefähigkeit der Industrie und Wirt- jchaft für Ingenieure in letzter Zeit ein großer Abgang von den Technischen Hochschule n zu verzeichnen ist. Ein Zugang zu diesen Studienfächern ist daher durchaus erwüns ch t. Selbst bei einem verstärkten Zugänge besteht kein Anlaß zu der Befürchtung, daß eine Zulassung zum Studium auf Technischen Hochschulen nicht erfolgen Hauptredner fein. Zahrestaaung der Labour-Pattei London, 5. Dtt. (DNB.) Die Jahresta- gung der englischen Arbeiterpartei wurde am Montag in Edinburgh in Anwesenheit von etwa 700 Personen eröffnet. Der Versammlung wurde sofort eine Dringlichkeitsentschließung vorgelegt, die die Schuld an d e n Ereignissen am Sonntag den F a s ch i st e n zu schiebt und von der Regierung ein Verbot des Tragens politischer Uniformen verlangt. Diese Entschließung wurde angenommen, nachdem der Vorsitzende des Londoner Stadtrates und Unterhausmitglied Herbert M o r ri s o n den Innenminister der Schwäche und Feigheit beschuldigt und die britische Schwarzhemdenbeweaung verdächtigt hatte, von fremden Regierungen ober fremden po- 1 Mischen Drganifationen Geldmittel zu erhalten. Ferner wurde em Dringlichkeitsantrag angenommen, der sich in der spanischen Frage für die Politik des nationalen Arbeiterrates, d. h. also für eine Politik der Nichteinmischung, aussprach. Für den Antrag wurden 1836 000 und gegen ihn 519 000 Stimmen abgegeben. Der Führer der Arbeiterpartei Major A 111 e e erklärte, der nationale Arbeiterrat sei niemals von der Annahme ausgegangen, daß die spanische Regierung nicht jedes Recht auf Einfuhr von Waffen habe. — Der Abgeordnete Baker erklärte, die britische Regierung müsse, wenn sie sich überzeugt habe, daß der Nicht- einmischungspakt verletzt worden sei, das Ausfuhrverbot auf eigene Verantwortung aufheben. Eine solche Politik würde sehr schnell ein Ende des Krieges in Spanien herbeiführen. Aehnlich äußerte sich der Unterhausabgeordnete Greenwood. Im Laufe der Sitzung wurde bekannt, daß die britische Arbeiterbewegung 16000 Pfund für150 v. H. der Bevölkerung arbeitslos sind, ersuchen. Seit 79 Tagen vonderrotenLebermachtbelaaert Pans 6. Dkt (DNB. Funkspruch.) Die heldenhafte Verteidigung des Alkazar von Toledo ist nicht das einzige Beispiel für den Opfermut und den zähen Siegeswillen der nationalistischen Kämpfer. Ein Sonderberichterstatter der französischen Nachrichtenagentur Havas teilt mit, daß sich 150 Z i - vilgardisten mit ihren Familien, 100 Mitglieder der nationalen Phalanx und einige Familien aus Andujar fett 79 Tagen in dem 30 Kilometer von Andujar gelegenen, eine natürliche Festung bildenden Kloster gegen eine rote lieber» macht halten. Unter den Belagerten befanden fid) die Frau und die Tochter des Obersten Iglesias. Ein Flugzeug der Nationalisten aus Sevilla habe vor drei Tagen über dem „neuen Alkazar" Le» weit Partei und Regierung sich hier gegen eitig 'Bälle zugespielt haben, wieweit man sich nicht schon vorher über den Gang der Dinge einig war. Die Möglichkeit besteht, wenn damit auch noch nicht gesagt fern soll, daß es tatsächlich so gewesen ist. Auf alle Fälle muß sich die Regierung darüber klar fein, daß sie im eigenen Lager keine Gefolgschaft findet, falls sie geneigt fein sollte, in dieser, England so sehr interessierenden Frage irgendwelche Zugeständnisse zu machen. So ist die Lage trotz der Warnungen einflußreicher Männer, die sich darüber klar waren, daß das koloniale Unrecht an Deutschland in irgendeiner Form wieder gut gemacht werden müsse. Kann man in der Frage der Mandate auch darüber verschiedener Meinung fein, ob die Partei sich tatsächlich gegen ihre führenden Männer aufgelehnt hat, so scheint es doch ziemlich sicher, daß m der Frage der Agrarpolitik ein Konflikt zwischen Lanowirtschaftsminifter und Konservativer Partei besteht. Der Landwirtschaftsminister hat eine überaus schwere Aufgabe. Er soll die Eigenerzeugung des englischen Eilandes schützen und fördern: er soll aber gleichzeitig auch gebührend auf die Wünsche und Absatz bedürf- nisse der Dominien Rücksicht nehmen; denn das ist ja einer der wesentlichen Punkte des ganzen Ottawa-Abkommens. Die Vergangenheit hat zweifellos gelehrt, daß dieser Einklang nur schwer oder gar nicht herzustellen ist. Denn die Statistik zeigt, daß die englische Landwirtschaft aus einer gewissen Notlage heraus dazu übergegangen ist, ursprüngliche Ackerflächen in Weiden umzuwandeln, um so Betriebskosten zu sparen. Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche nimmt ab, die Arbeitslosigkeit unter den Landarbeitern steigt, die Eigenerzeugung geht zurück. Ein Umstand, der vor allem für den Kriegsfall von Bedeutung ist. Auf Sondergebieten hat dabei England ähnliche Zustände w i e Deutschland früher. Man verzichtet beispielsweise in einzelnen Gebieten heute auf die Obsternte, weil die Erntekosten die später zu erzielenden Preise übersteigen. Wenn heute die Konservative Partei gegen ihren Landwirtschaftsminister eine Agrar-Schutz- politif fordert, so trägt sie diesen Umstanden Rechnung. Wenn der Landwirtschaftsminister sie aber in diesem Umfange verweigert, so aus der einfachen Erkenntnis heraus, daß der wirtschaftliche Zusammenhalt des über die ganze Welt zerstreuten britischen Riesenreiches wichtiger ist, als eine Schutzzollpolitik, die in den Tochterländern Unruhe, Mißtrauen und wirtschaftliche Schwierigkeiten Hervorrufen müßte. Wenn es hieß, daß der Landwirt- fchaftsminister im ersten Augenblick habe zurück- treten wollen, als die Haltung des Parteikongresses klar war, so ist das vielleicht übertrieben. Sicher aber ist, daß sich in weiten Kreisen der Konservativen eine sichtliche Unruhe wegen der mangelnden Schutzmoglichkeit für die eigene Landwirtschaft bemerkbar macht. Sevilla, 6. DEL (DNB.) Nachrichten aus Madrid melden, daß die Unruhe der Bevötterung stündlich steigt. Die Enttäuschung der Bevölkerung, die immer deullicher merke, wie sehr sie betrogen worden ist, zeige sich in Protestkundgebungen und Anschlägen gegen Volksfrontpoli- t i E e r So soll der Landtagspräfident Martinez B a r r i o, als er sich im Kraftwagen in das Parlament begeben wollte, von einer wütenden Volksmenge überfallen worden fein. Nur das jchnelle Eingreifen feiner Leibwache habe ihm das Leben retten können. Mehrere Personen wurden bei diesem Zwischenfall getötet. Zur Verteidigung der Stadt werden drei Reihen Schützengräben und Befestigungen angelegt. Flugblätter fordern die Republikaner und Marxisten auf, sich an der Verteidigung Madrids zu beteiligen. Wer der Anordnung nicht Folge leistet, werde zum Staatsfeind erklärt und erschossen. London, 5. DEL (DNB.) Von Jarr ow aus, der nordenglischen Industriestadt am Tnne-Fluß, setzten sich am Montag über 2 0 0 A r b e i t s l o s e zu einem Hungermarsch nach London in Bewegung. VierStadträte werden den Zug bis nach London begleiten, das man Anfang November erreichen will. Sie werden die Regierung in einer von 12 000 Personen unterzeichneten Bittschrift um Hilfs- Imahnahmen für Jarrow, wo zur Zeit über 150 v. Sk der Bevölkerung arbeitslos find, ersuchen. Zum ersten Male hat man in London die bolschewistische Bürgerkriegstaktik in den eigenen Mauern beobachten können. Unser Bild zeigt eine kommunistische Barrikade m der Cablestreet, bte von der Polizei gestürmt werden mußte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) e.n Maris batten die Kommunisten im Prinzenpark eine Demonstration veranstaltet, zu der etwa 100 000 Menschen zusammengkkommenwaren^ Mitglied« der sranzosischen Sozial-Partei d°oVb°rstendeaRocq^ die früheren Feuerkreuzler, veranstalteten eine Gegenkundgebung^Unfer Bild zeigt einen Ausschnitt aus einem Zug der französischen Sozial-Partei. — (Scherl-Bilderdienst-M.) i V U 1 a W Oer Mgen-amm -em Eisenbahnverkehr übergeben Rögen ist keine Insel mehr! des ■iwieiBini den Bei die Ar- des Stralsund, 5. Oft. (DNB.) Seit drei Jahren arbeiten Tausende von fleißigen Händen an dem Riesenwerk des Rügendammes, der in einer Länge von fast drei Kilometer den Strelasund überbrückt und den Eisenbahn-, Kraftwagen und Personenverkehr vomFestland nachRügen über- nehmen soll. Der erste Teil dieses gewaltigen Werkes, die Eisenbahnverbindung über den Rügendamm, ist f e r t i g g e st e l l t. Sie ermöglicht eine Beschleunigung des Eisenbahnverkehrs umdreiviertelStunden. Hinzu kommt dann noch die durch die E l e k t r i f i z i e r u n g der schwe- vertretenden Generalsekretär des Völkerbundes handeln, so ist die Regierung hiermit voll einverstanden und sieht davon ab, einen Delegierten zu entsenden." Prooinzialverbandes der angrenzenden Gemeinden usw. mitgewirkt. Die ungeheure Arbeitsleistung tue» ses Bauwerkes ist der Tüchtigkeit deutscher Snge- nieure und Arbeiter zu verdanken, von denen viele Arbeitslose beim Bau des Rügendammes beschäftigt wurden. Jetzt ist das Bauwerk fertig. Bald auch werden die Wagenkolonnen und die Fußgänger nach Rügen gelangen, und weiter wird der Damm dazu beitragen, daß sich der deutsch-skandinavische Reise- und Güterverkehr wesent» Wegeunterhaltspflichtigen aufgebracht werden, der Beschaffung dieser Mittel hat vor allem Oeffa unter Beteiligung der Reichsanstalt für beitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Zur Abberu unq Lesters Em Briefwechsel zwischen Avenol und Greiser. Steine einzufassen, aber es zeigte sich, daß eiserne Spundwände besser waren. Die größte Höhe des Dammes beträgt 9,5 Meter über Mittelwasser. An der Sohle ist der Damm 100 Meter breit, die Kronenbreite beträgt 13,5 Meter, von denen 5,5 Meter die eingleisige Eisenbahn einnimmt, da eine eingleisige Bahn für den Verkehr vollständig genügt; weiter kommt eine 6 Meter breite Krait- fahrstraße und ein 2,25 Meter breiter Fuß- gängersteig hinzu, die jedoch noch nicht Der- kehrsfertig sind. Die beiden bisherigen Privatfähr» schiffe werden überflüssig. Der Bau der beiden Brücken erforderte besondere Konstruktionen. Bei der Ziegelgrabenbrücke mußte ein Durchlaß für die Schiffahrt geschaffen werden. Sie hat zwei Öffnungen von 52 Meter Spannweite und eine bewegliche De ff. nung von 29 Meter Stützweite zwischen den Reib- hölzern, die den Druck der Schiffe aufnehmen, falls sie gegen die Brückenpfeiler getrieben werden. Das Gewicht der Brücke wird bei dem Waagebalken durch eine entsprechende Betonlast ausgeglichen. Die andere Brücke, die über den Strelasund, ist 550 Meter lang und hat den Zweck, dem S?e- wasser die Möglichkeit des Ausgleichs zu geben. Würde man den Damm ohne diese Ausgleichs- Möglichkeit errichtet haben, so setzte man ihn er- heblichen Gefahren aus, da das Hochwasser der Ostsee durch den Wind gegen die Konstruktion getrieben wird. Allein beim Bau der Strelabrücke wurden 27 000 Raummeter Beton und 5000 Tonnen Stahl eingebaut. Die Finanzierung des Baues des Rügen- dammes ist ausschließlich aus deutschen Mitteln erfolgt. Das Projekt sah einen Kostenaufwand von insgesamt etwa 26,9 Millionen Reichsmark vor, von denen rund 16 Millionen Reichsmark auf die Deutsche Reichsbahn entfielen. Die rest- wohnern der Stadt Stralsund und der Rügenschen Ortschaften eingefunden, um dem Eintreffen des ersten Zuges beizuwohnen. Der Präsident der Reichsbahndirektion Stettin, Lohse, bezeichnete den Rügendamm als ein Friedenswerk deutschen Lebens- und Aufbauwillens, als Werk deutscher Technik und deutschen Fleißes. Er dankte dem Füh- rer und Reichskanzler, der die Voraussetzungen dieses Baues überhaupt erst geschaffen habe. Der Rügendamm werde reichen Segen bringen Ober- Präsident Gauleiter Schwede- Koburg dankte der Deutschen Reichsbahn, allen Arbeitern, Eisenbah- nern und Werkleuten, die an diesem Werk mitgeschaffen haben, für ihre hingebende Arbeitsleistung. Für die am Bau beteiligten Kameraden gab ein Arbeiter der Freude aller Ausdruck, daß sie Mithelfer fein durften an dem großen, weithin sicht- baren Werk des Führers. Generaldirektor Dr. Dorpmüller hob noch einmal die große Be- deutung dieses Bauwerkes hervor. Die große Völkerstraße nach dem Norden habe durch den Rügendamm ein neues Bindeglied erfahren. Er sprach der Stadt Stralsund, der Provinz Pommern, dem Staat und dem Reich Dank für ihre Unterstützung bei dem Bauwerk aus und schloß mit einem freudig aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer. In dem gleichen Augenblick, als die Hellrufe er- Vom Ziegelgraben mit der Klappbrücke über die Insel Dänholm, führt der neue große Rüdendamm und erreicht bei Altefähr, dickt an der bisherigen Fähranlegestelle, die Insel Rügen. — (Scherl-M.) dischen Anschlußbahnen ermöglichte weitere Zeitersparnis, so daß der internationale Verkehr insgesamt eine Beschleunigung um 2% Stunden erfährt. Der Kraftwagen- und der Personenverkehr wird zu einem späteren Zeitpunkt ausgenommen. Zur feierlichen Eröffnung trafen in der festlich geschmückten Stadt Stralsund ein: der Oberpräsident und Gauleiter der Provinz Pommern, Schwede (Koburg), Generaldirektor Dr. Dorpmüller, Staatssekretär König vom Reichsverkehrsministerium. die Mitglieder des Internationalen Kongresses für Brückenbau und Hochbau, unter ihnen auch Generalinspektor Dr. Todt. Besonders zahlreich war die Beteiligung aus den skandinavischen Ländern. Mit dem deutschen Gesandten in Stockholm, Prinzen zu Wied, nahm der norwegische Gesandte in Berlin, Exzellenz Scheel, und der schwedische Gesandte in Berlin, Exzellenz a f Wirsen, an der Eröffnungsfeier teil. Mit einem Sonderzug fuhren die Gäste nach Stralsund- Hafen und von dort mit dem Fährschiff „Altefähr", das an diesem Tage seine letzte Fahrt macht, nach der Insel Rügen. Dabei bot sich Gelegenheit, das stolze Bauwerk des R ü g e n d a m m e s , das in seiner technischen Vollendung ein erhebendes Zeugnis von deutscher Schaffenskraft ablegt, zu besichtigen. Nach der Rückkehr nach Stralsund-Hafen hielt Generaldirektor Dr. Dorpmüller an die angetretenen Fährschiffbesatzungen eine Ansprache. Er begrüßte die r#)teranen und die aktiven Männer vom Fährdienst und dankte ihnen für ihre aufopfernde Arbeit während langer Dienstjahre. Dann wurde die Flagge vom Portal des Fährschiffbettes niedergeholt. Nachdem der Vorstand des Bauamtes die Fertigstellung des Eisenbahntelles des Rügendammes gemeldet hatte, fuhren die Gäste mit dem Sonderzug nach Stralfund-Hauptbahnhof zurück. Hier bestieg Generaldirektor Dr. Dorpmüller die Lokomotive eines Zuges, der alle offiziellen Vertreter und Ehrengäste zum ersten Male über den Rügendamm führte. Dor dem Ueberfahren der Brücke wurde ein zwischen zwei Fahnenmasten aufgespanntes weißes Band von dem Zuge durchschnitten. Auf dem Bahnhof Altefähr hatten sich die dienstfreien Eisenbahner, die Gefolgschaft der am Bau beteiligten Stellen und Tausende von Ein- lichen 10,9 Millionen entfallen auf den Straßenbauanteil. Dieser Anteil mußte von tönten, fuhr der erste von Skandinavien kommende O-Zug in den Bahnhof Altefähr ein. Die zahlreichen Insassen des Zuges erwiderten herzlich die Grüße der großen Feftoersamm.'ung. Dann wies der Generaldirektor der schwedischen Eisenbahnen G r a n h o l m auf die Vorteile hin, die der Rügendamm Deutschland und den skandinavischen Ländern bringen werde, betonte d i e enge Freundschaft, die Schweden und Deutschland verbinde und sprach der Deutschen Reichsbahn die herzlichsten Glückwünsche zu diesem neuen großen Werk aus. Er sei sicher, daß auch der König mit lebhaftem Interesse dieses neue Werk verfolge, das der Besserung des Verkehrs zwischen den beiden Völkern diene. Dem schwedischen Gast antwortete Generaldirektor Dorpmüller mit herzlichen Worten des Dankes und mit einem freudig aufgenommenen Hoch auf den König von Schweden. Bald nach Beendigung dieses Festaktes erfolgte die Durchfahrt des ersten planmäßigen Schnellzuges von Deutschland nach Skandinavien. Den Abschluß der Festlichkeit bildete ein kameradschaftliches Beisammensein der Eisenbahner, der Gefolgschaft der Baufirmen des Rügendammes und der geladenen Ehrengäste in einem riesigen Festzelt, das mehrere tausend Menschen faßte. seinem Schreiben dem Senatspräsidenten mit, daß auf die Tagesordnung des Völker- bundsrates folgende Fragen gesetzt worden seien: 15a: Bericht des Ratsausschusses; 15b: E r - nennung eines Hohen Kommissars des Völkerbundes in Danzig. Wenn die Regierung der Freien Stadt Danzig an der Prüfung dieser Fragen durch den Rat teilzunehmen wünsche, so würde er dem Präsidenten dankbar sein, wenn er ihm rechtzeitig den Namen des Delegierten mit- tellen würde. Das Schreiben des Generalsekretärs Avenol trägt das Datum des 2. Oktober und ist erst am 5. Oktober in Danzig eingetroffen. Aus Genf verlautet jedoch, daß die Danziger Fragen bereits am 5. b. M. abends vor dem Rat behandelt werden sollen. Senatspräsident Greiser beantwortete das Schreiben des Generalsekretärs sogleich. Er bestätigte dem Generalsekretär, daß er dessen Schreiben erhalten habe und teilte u. a. folgendes mit: „Ich erlaube mir, darauf zu antworten, daß es sich bei Punkt 15a der Tagesordnung augenscheinlich um den Bericht des Herrn Hohen Kommissars handelt, der erft am 16. September d. I. hier eingegangen ist. Ich bedauere, einen Vertreter nicht entsenden zu können. Zu Punkt 15b der Tagesordnung beehre ich mich zu bemerken, daß die Regierung der Freien Stadt Danzig naturgemäß das größte Interesse daran hat, an der Ernennung eines Hohen Kommissars des Völkerbundes in Danzig mitzuwirken. Es wurde jedoch dem Vertreter Danzigs, Herrn Staatsrat Dr. Böttcher, unzweideutig zum Ausdruck gebracht, daß nicht beabsichtigt sei, schonwährend der 94. Tagung des Rates einen Hohen Kommissar zu ernennen, sondern lediglich den amtierenden Hohen Kommissar a b z u b e r u f e n. Sollte es sich nur um die Abberufung des Herrn Lester von Danzig und um seine Ernennung zum stellAus der Kundgebung der Danziger NSDAP., über die wir schon berichteten, erklärte der Senatspräsident Greiser u. a.: Der Völkerbund und seine Mitglieder haben sich damit abfinden müssen, daß das deutsche Danzig natio- n a l i st i s ch i st u n d bleibt. Unser Nachbar und Vertragspartner Polen wird damit zu rechnen haben, daß nationalsozialistische Zusagen auch gehalten werden und keines bekräftigenden neuen Beweises bedürfen. So sehr die Ereignisse der letzten Tage in Genf der Danziger Bevölkerung mit Recht die Möglichkeit geben, sich darüber zu freuen, um so mehr müssen mir auf de r Hut fein und bas dort offensichtlich gewordene Bestreben, das heiße Eisen Danzig durch eine Mandatspolitik abzukühlen, mit größtem Mißtrauen betrachten. Die Danziger Bevölkerung wird erst dann wieder das Wort Genf ohne üblen Beigeschmack empfinden, wenn der Völkerbund sich z u einer T a t aufrafft. Dies könnte nach dem Wunsch der Danziger Bevölkerung nur darin bestehen, den Beschluß zu fassen, überhaupt keinen Kommissar mehr zu schicken." b e n s mittel für die Verteidiger ab- werfen können. Die Eingeschlossenen seien vor längerer Zeit aus den Provinzen Jaen und Cor- dvba wegen unsicherer Haltung gegenüber der JJcabnber Regierung nach diesem Kloster ver- bannt und scharf bewacht worden. Bei Ausbruch der nationalen Erhebung hätten sie von sich aus den Kampf gegen die Roten ausgenommen und sogar versucht, sich der Ortschaft Andujar zu bemächtigen. Infolge der Uebermacht der Gegner hätten sie sich aber zurückziehen müssen Die in dieser Gegend operierenden nationalen Truppen ständen gegenwärtig etwa f ünfnia Kilometer von Andujar entfernt. 6 9 Marxistische Greuestatrn. Burgos, 5. Okt. (DNB.) Die nationale Regierung in Burgos veröffentlicht einen Bericht über die Mordtaten, Plünderungen, Schändungen und Brandstiftungen, die die marxistischen Horden in mittelspanischen Städten verübt haben So sind in Arahal 23 Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt worben. In Amal- collar würben 20 Einwohner bestialisch abae- s ch l ach t e t. Aus ber Stadt Baena liegt eine Na- menslifte von 91 Menschen vor, die auch unfaßbare Einzelheiten über die Art ihres Todes enthält. In La Campana fanden die nationalen Truppen d i e verkohlten Leichen vieler Einwohner. In Campillo wurden zehn Menschen ermordet aufgefunden. In Cazalla wurden 60 Morde fest- gestellt. Hier, wie in allen Orten, waren die Kirchen geschändet und zerstört, Banken und Wohnhäuser ausgeraubt. In Lora del Rio wurden 138 Priester und Nationalgesinnte zu Tode gequält. In Moguer zerstörten die Marxisten unersetzliche Kunstdenkmäler. In Moron wurden 25 Einwohner siinaerichtet. In Palma del Con- dado sind 18 Gefangene mit Handgranaten getötet worden. In Palma del Rio fanden 41 Personen einen grauenvollen Tod. 105 Menschen wurden in Posadas hingemetzelt, groß rst hier besonders die Zahl der Frauen, die von den roten Bestien vergewaltigt wurden. In Puente Senil wurden 154 Morde verübt und 7 Kirchen angezündet, und in Utrera sind 17 Menschen hin- gemorbet worben. Der mit unwiberleglichen Beweisen belegte Bericht ber nationalen Regierung in Burgos enthüllt nur einen Teil ber bolschewistischen Verbrechen in Spanien. Er genügt aber, um bas bhittriefenbe Antlitz des Bolschewismus zu erkennen. D e Rückzuqslime der roten Regierung P a r i s, 6. DEL (DNB. Funkspruch.) Der Sender Sevilla tellt mit, daß die Madrider Regierung Gold im Werte von mehreren Millionen Mark nach Sow- jetrußland verfrachtet habe. Das Pariser Blatt „Le Jour" schreibt, die Goldbarren seien in Cartagena an Bord eines sowjetrussischen Dampfers geschafft worden. Der sowjetrussische Botschafter in Madrid, Rosenberg, habe persönlich die Verladung geleitet. Der Sowjetdampfer werde in Cartagena noch Passa - g i e r e an Bord nehmen. Sobald die Lage in Madrid unhaltbar werde, würden die Regierungsmitglieder auf dem Dampfer Zuflucht nehmen. beibehalten wollten. Auch die Amerikaner müßten ihre Einrichtungen erhalten und den Kommunismus ausrotten. Auch Amerika müsse Schritte unternehmen, um den Niedergang der Vaterlandsliebe aufzuhalten. Präsident Brundage zollte weiter der deutsch-amerikanischen Unterstützung für die Olympiamannschaft der Vereinigten Staa» ten Anerkennung Dank der Unterstützung Der Menschen deutschen Stammes in Amerika sei es möglich gewesen, die amerikanische Mannschaft nach Berlin zu entsenden. Bei der Entscheidung über die Teilnahme ber Vereinigten Staaten an ben Olym« pischen Spielen in Berlin habe es sich Darum ge- hanbelt, ob eine großschnäuzige, hochorganisierte und gut finanzierte Minderheit 120 Millionen Men- schen ihren Willen aufzwingen könne. Oberbürgermeister Strölin überreichte den 12 besten Schülern und Schülerinnen aus den Reihen der Amerikadeutschen im Namen der Stadt des Auslandsdeutschtums bas Zeppe - linbuch, eine Einrichtung, bie jährlich wiederholt wird. Die neugeschaffene Pastorius-Plakette wurde dem 81jährigen deutsch - amerikanischen Schriftsteller Rudolf Cron au verliehen. In der Neuyorker Turnhalle fand noch die Ueberreichung von Silberplaketten der Stadt Stuttgart an 25 besonders verdienstvolle Deutschamerikaner statt. Mit der llebergabe des Rügendamms für den Eisenbahnverkehr ist ein gewaltiges Werk der neuen Regierung der Öffentlichkeit übergeben worden. Rügen i ft keine Insel mehr, denn der Damm, der Rügen mit dem Festlande verbindet und eine Breite von 15 Metern hat, auf dem nebeneinander die Eisenbahn fährt, der Kraftwagen eine besondere Straße findet und der Fußgänger ebenfalls, geht in einer Länge von 2,54 Kilometern zum Festlande und verbindet Stralsund mit der Insel. Rügen, die Perle der Ostsee, wird durch dieses gewaltige Friedenswerk einen neuen Aufschwung erleben. Die Bäder der Insel werden durch den Bau des ,Kraft durch Freude"-Bades bei Mukran auf Rügen, in dem 20 000 Volksgenossen Erholung finden sollen, vermehrt. Die Notwendigkeit dieses monumentalen Bauwerkes war also gegeben. Hinzu kommt, daß die Verbindung nach Schweden dadurch leichter gestaltet wird. Für den Bau des Rügendammes waren viele Pläne ausgearbeitet worden, bie sich u. a. bamit befaßten, ob nicht anstelle des Dammes ein Tunnel gebaut werben solle. Aber bas scheiterte an ben allzu hohen Kosten. Im Jahre 1931 wurden bie Pläne für ben Bau fertiggestellt, eine Beteiligung bes schwebischen Kapitals, bie ursprünglich vorgesehen war, kam aber infolge ber Entwertung ber schwebischen Krone nicht zustande. Im Jahre' 1934 wurde mit dem Bau begonnen. Zunächst mußte eine Fahrrinne von etwa 6 Meter Tiefe gebaggert werben, bamit der Stralsunder Hafen von Süden zu erreichen ist. Es entstand die Fahr- st raße durch den Ziegelgraben, der zwischen ber Insel Dänholm und dem Festlande läuft und über den die fertiggestellte Ziegelgrabenbrücke führt. Schon diese Arbeit stellte an die Erfahrung der Ingenieure und Arbeiter große Ansprüche, denn es mußten nicht weniger als insgesamt 2,5 Millionen Raummeter Schlick und Meeresboden beseitigt werden. Diese gewaltigen Mengen wurden durch große Maschinen an Dänholm und anderwärts angespült. Es entstanden so neue L a n d s l ä ch e n, die allein für die Stadt Stralsund 380 Morgen groß sind. Dann wurde eine stählerne Mole für den neuen Stralsunder Hafen gebaut und mit der Errichtung des eigentlichen Dammes begonnen. Der Damm selbst ist durch zwei Brücken von zusammen 700 Meter unterbrochen worden, und zwar beiderseits der Insel Dänholm. Es sind moderne Klappbrücken mit 50 Meter weiten Flut- öffnungen, so daß bie größten Schiffe u n - behinbert passieren können. Ursprünglich hatte man vorgesehen den ganzen Damm durch Der „Deutsche Tag" tu Aeuyork Neuyork, 5. Okt. (DNB.) In einer wuchtigen Kundgebung feierte das Deutschtum in Neuyork gleichzeitig mit dem Erntedankfest in dem 25 000 Menschen besetzten Madison Square Garden den „Deutschen Tag''. Der Veranstaltung kam diesmal besondere Bedeutung zu, da sich zum e r st e n Male in der vieljahrigen Geschichte dieses Tages nach dem Vorbild der Heimat alle deutschen und deutsch-amerikanischen Verbände von Neuyork zusammengefunden hatten. Botschafter Dr. Luther überbrachte die Grüße ber Heimat. Er betonte den deutschen Friedenswillen und verwies auf die in Nürnberg vom Führer wiederholte Erklärung, daß der Nationalsozialismus keine Exportware sei. Die Tatsache, daß das deutsche Volk voll Vertrauen zu seinem Führer nunmehr den geschichtlichen Weg kenne, ber ihm gewiesen sei, habe auch bet ben Menschen deutschen Ursprungs fern der Heimat die Flamme äes Glaubens an das eigene Volkstum höher entfacht. Der Präsident des amerikanischen Olympiaaus- schusies, Avery Brundage, führte u. a. aus, daß die Vereinigten Staaten vom nationalsozialistischen Deutschland lernen müßten, wenn sie ihre bestehenden Einrichtungen Danzig, 5. Okt. (DNB.) Die Pressestelle ... Danziger Senats veröffentlicht einen Briefwechsel zwischen dem Generalsekretär des Völkerbundes Avenol und dem Präsidenten ber Freien Stabt Danzig Greiser. Generalsekretär Avenol teilt in iliÄII ALTEFÄHR, dänholm M. KLA^f RUCK StrAll Sun g^SAHNHOP fahr, land hatte Kunst und Wissenschaft 1912 1862 Herr Ludwig Schäfer IV im Alter von 62 Jahren. |Stellenangebote| MDHtzst Annerod (Anneröder Mühle), den 5. Oktober 1936. D4573 Nach langem, schwerem Leiden ist gestern früh meine liebe Frau, unsere gute Mutter Frau Berta Möller, geb. Göckel von uns gegangen 20.00-22.00 K’ein'Linden, Giefien, Darmstadt, den 6. Oktober 1936 Reims MüeMMß Lustspiel von 3 ZIhi. Wohn. Erfolgsicherer, tüchtiger ngl^NäheWald' Retkendev Heinrich Zei- tn 0.60 — 3.00 RM. kaferne. Schrift- 63110 63050 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 7. Oktober, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen liebe Angeb. unt. 6309D an den Gießen. Anzeig. H Möller, Lehrer Dr. E. Möller, Rechtsanwalt Dr. W. Möller, Gerichtsassessor Annemarie Möller, geb. Dombrowsky kaulen. Preise von 0.60-3/0 RM. Ur» Re- Mittwoch, 10.30-22.60 3. Mittwoch- Miete: Oie Goethemedaille für Professor Richard Haupt. Richard Haupt wurde am 6.Oktober 1846 in Büdingen geboren, besuchte Volksschule und Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte dann in Bern und (1864 bis 1867) in Gießen Theologie und Klassische Philologie. Richard Haupt war nach Beendigung seiner Studien im höheren Schuldienst tätig, zunächst in Hessen, später in Eutin, Durlach und Schleswig, wo er sich als Provinzial-Konser- oator hohe Verdienste erwarb. Von Richard Wir beklagen den Heimgang unseres lieben Alterskameraden Herrn Heinrich Hof dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. — Beerdigung Dienstag, <-en 6. Oktober, nachmittags2 Uhr. Um zahlreiche Beteiligung bittet Gießen, 5. Oktober 1936. der Vorstand. 6318V sucht Stellung. Schriftliche Angebote unter 04583 an den Gießener Anzeiger erberen. gezeigt werden. Aus aller Welt. „Reichsbund der Freien Schwestern und Pflegerinnen" gegründet. täten und Schulen waren Pflegestätten einer geistigen Macht, die nicht den Geist der Ahnen atmet. Daraus erwächst eine doppelte Aufgabe: Das, was uns eine fremde Macht und fremde Weltanschauung an völkischen Eigenwerten zerstört hat, wieder aufzubauen und zu neuem Leben zu erwecken und das, was wir so neu auigebaut haben, unter keinen Umständen von dem neuen tfemö, dem Bolschewismus, wieder zerstören zu lassen. So lege ich, schloß Dr. R e i s ch l e, nut zuversichtlichem Mut hier an einem altheiligen deutschen Ort zu Detmold, dem alten Dietmall, inmitten des ruhmreichen Teutoburger Landes, im Auftrage des Reichsführers SS Heinrich Himmler den geistigen Grundstein zur Pflegestätte für Germanenkunde. Ich weihe sie dem deutschen Volke. Ich empfehle sie dem Schutze aller unserer Ahnen Möge aus ihr dem deutschen Volke eine reiche Kraftquelle fließen zur Behauptung unseres Volkes, allen Feinden, den alten und den neuen, zum Trotz. * Bei der Feier im lippischen Landestheater hielt Wilhelm Teudt einen Vortrag über die Auf- aaben der Pflegestätte für Germanenkunde. Im Mittelpunkt stand die Festansprache von Prof. Dr. Walter W ü st. Rach einer Betrachtung der geschichtlichen Ereignisse auf dem althistorischen Boden Detmolds und des Problems der Erbverwandt- schaft schloß Prof. Wüst seine Ausführungen mit dem Appell: „Wir wollen sein, was wir sind. Ich rufe die Mannschaft, die völkisch in der Haltung, stolz auf die edle Abkunft mit voller wissenschaftlicher Verantwortung sich in Art und Taten der Ahnen vertieft. Wir'wünschen, wie der Führer es will, daß diese Mannschaft nicht entartet in haltlose Träumerei und hohle Deutschtümelei. Wir wollen, daß diese Mannschaft in der schimmernden Wehr des Nationalsozialismus dem Ritter zwischen Tod und Teufel, dem Ritter ohne Furcht und Tadel nachreitet in das Land der Heimat und in den germanischen Staat deutscher Nation. sellschaft mehrere Ankäufe für ihre Sctmmlungen vorgesehen. Bei dem Künstlerwettbewerb wurden solgende Preise verteilt: 1. Preis: RM. 3000 Hans Schmitz, Wiedenbrück: zweite Preise: [e RM. 1000 Egon von Lüder, Berlin (Generalseldmmschall von Blomberg), Dieses Bild erhielt zugleich den Ehrenpreis der Stadt Berlin, RM. 500 _ unb 3ofef Pieper, Düsieldors. Die preisgekrönten Porträts sollen als Wanderausstellung m Deutsch» TORPEDO nur RM. 186«— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen IU85a Bahnhofstraße Kommandierende Generäle in der Luftwaffe. Durch eine Verfügung des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generaloberst Göring, ist den Befehlshabern in den Luftkreisen die Dienststellenbezeichnung „Kommandierender General verliehen worden. Für den Befehlsbereich des Lust- kreifes IV lautet demnach die Bezeichnung: „Der Kommandierende General und Befehlshaber im Luftkreis IV". Die Eröffnung der Jahresschau für das Gaststätten- und Beherbungsgewerbe und das Bäcker- und Konditorenhand- werk am Mittwoch, dem 7. Oktober, in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm wird vom Deutschlandsender in der Zeit von 11 bis 11.40 Uhr Übertrags. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hält die Eröffnungsansprache. Schöne 3 Molli). m. Badezimmer, Bodenkammer und Gartenanteil sofort zu vermieten. 6321D öaugenosseiMlM 1894 e.G m.ö.O. Gletzkn.Miveo2k Holzhauer. Für die Abtriebe im Gießener Stadtwald werden geübte Holzhauer gesucht. Eintritt kann ab 11. Oktober oder spater erfolgen für den ganzen Winter oder für kürzere Zeit. Meldungen an Unterzeichnete. öölbJJ Hessisches Forstamt Gießen, Moltkestraße 3.__________________ Pflegestätte für Germanenkunde in Detmold. Eröffnungsansprache des SS.-Brigadeführers Dr. Heischte. Haupts zahlreichen gelehrten Arbeiten sind neben der Baugeschichte seiner Vaterstadt Büdingen zahlreiche Untersuchungen über die Bau- und Kunstdenkmäler Schleswig-Holsteins zu nennen. — Geh. Rat Haupt gehört seit langem auch zu den geschätzten Mitarbeitern des Gießener Anzeigers. Wettbewerbe der Deutschen Gesellschaft für Goldfchmiedekunsl. In Bremen tagten zwei Preisgerichte der Deutschen Gesellschaft für Gold- schm i e d e k u n st für die Wettbewerbe um einen „Liebes- oder Hochzeitsring" und den Künstlerwettbewerb „Bildnisse deutscher Männer als Trager von Orden, Ehrenzeichen, Parteiabzeichen, sportlichen Abzeichen und Amtsketten". Für beide Wettbewerbe waren viele Arbeiten aus dem ganzen Reich eingeganqen. Für das Preisausschreiben für schaffende Goldschmiede standen drei Preise zur Verfügung: Der 1. Preis entfiel auf Elisabeth Treskow, Essen; der 2. Preis auf Adolf Heinz, Pforzheim; der 3. Preis auf K. S ch m r d t, Schwäb. Gmünd. Außerdem hat die Deutsche Ge- 1.2 LH. Opei Spez.-Limousin 4-Gcmggetriebe, Baujahr 1933, gut in Crbmtng, teuerfrei, gegen bar zu verkauf. Schriftliche Anfragen u.6322D an den Gießener Anzeiger erbet. 3Önmag 2/2 Sitzer zu verkauf. O45so E. 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Ein Volk hängt ohne Ahnenverbundenheit völlig in der Luft. Es ist geistig gesehen nichts anderes als eine auszubeutende Provinz eines fremdvölkischen Reiches. Ein Volk aber, das auf seinen eigenen Wurzeln wächst, hat uneingeschränkte Hoheit s- rechte über seine Weltanschauung wie über sein Blut, über seine Kultur, über sein Land und Reich. Ein solches Volk hat im Kreise der Volker der Welt seine eigene Wertung und laßt es nicht zu, daß fremde Mächte sich Grenzverletzungen zu Schulden kommen lassen und Widerstandsmachte im eigenen Lande oder aus eigenen Volksgenossen eine Fremdenlegion für ihre volkszerstörerischen Absichten unterhalten. Jetzt erst schicken wir uns an Grenzfesten und Landwachten zu bauen, wie Rom es in seinem Vatikan und der Engelsburg und wie Moskau im Kreml getan haben. Zu einer solchen Trutzburg in deutschen Landen wider alle Feinde legen wir heute den Grundstein. Wenn wir erst heute, 1936, im Stande sind, die Pflegestätte für Germanenkunde zu gründen, so ist es nicht nur bezeichnend für die weltanschauliche Lage in Deutschland, daß wir dies erst heute tun können, sondern daß wir dies heute noch tun müssen. Man müßte doch meinen, daß ein Volk mit einer vieltausendjährigen Geschichte seit Urzeiten solche Pfleqestätten hätte, aber nicht eine einzige das deutsche Volk. Kirchen, Klöster, Universt- Der führt Ende Oktober m. Laüzug 0. Last-' wagen iwm Murg und kann einige Kisten mitneb- men? Schrift!. Angeb. U.0317D an d. Gieß. Anz. In seiner Eigenschaft als Leiter der Arbeitsge« meinfchaft der freien Wohlfahrtspflege Deutschlands vollzog im Einvernehmen mit dem Reichsminifte- rium des Innern Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d t die Gründung des „Reichsbundes der Freien Schwestern und Pflegerinnen E. V." Der Reichsbund wird es sich zur Aufgabe machen, den Arbeitseinsatz der freien Schwestern zu verbessern sowie brennende organisatorisch-wirtschaftliche Fragen zu lösen. Die Reichsgeschäftsstelle des Reichsbundes liegt bei der Reichsleitung der NSDAP., Hauptamt für Dolkswohlfahrt, Berlin SO. 36, Maybachufer 48—51. Die Mitgliedschaft können alle diejenigen freien Schwestern und Pflegerinnen erwerben, die den Bedingungen zur Erlangung des Reichsbürgerrechts entsprechen, die ledig sind, nicht vorbestraft und die keiner der bei den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege bestehenden Schwesternschaft angehören. 2®dferfrmi)t des Reichswetterdienstes. Ausladeort Frankfurt. Die Ueberflutung des europäischen Festlandes tntt polarer Kaltluft hat weitere Fortschritte gemacht. Die Temperaturen lagen bereits am Montag 7 Grad unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt, in der vergangenen Nacht ist es zu weiteren Strahlenfrösten gekommen, in Nord- und Mitteldeutschland kam es auch zu Schauern und in den Niederungen zu Schneefällen. Wenn auch eine Umgestaltung der Großwetterlage jetzt im Gange ist, so wird sich doch der bei uns bestehende Witterungscharakter noch nicht wesentlich ändern. , .. Aussichten für Mittwoch: Teilweise Frühnebel, sonst veränderlich bewölkt mit Aufheiterung, aber auch verschiedentlich Schauer, im Gebirge Schneefall, bei um Nord drehenden Winden für die Jahreszeit zu kalt. Aussichten für Donnerstag : Fortdauer der für die Jahreszeit zu kalten und unbeständigen Witterung. n 4 _ Lufttemperaturen am 5. Oktober: mittags 8,4 Grad Celsius, abends 4,8 Grad; am 6. Oktober: morgens 1,7 Grad. Maximum 9,1 Grad, Minimum heute nacht 0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Oktober: abends 8,5 Grad; am 6. Oktober: morgens 5,7 Grad. — Sonnenscheindauer 5,2 Stund en. — Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrwt; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich m Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. > Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. lich beschleunigt, so daß sich die Transportkosten senken. Der Bau des Rügendammes ist cm erneuter Beweis für die kulturelle und wirtschaftliche Tätigkeit Deutschlands unter der Führung Adolf Hitlers. H.uregeluna auf dem Gebiete des A lieaerrechtes. Berlin, 5. Oft. (DNB.) Die Reichsregierung sieht in der Förderung des Wohnungs- und Siedlungsbaues eine ihrer wichtigsten innerpolitischen Aufgaben. Sie hat sich dabei von Anfang an von der reinen Subventionspolitik früherer Jahre ab- aewandt und die Finanzierung des Wohnungs- und Siedlungsbaues immer mehr auf private Geldquellen umgestellt. Um dem privaten Kapital seine Beteiligung am Wohnungs- und Siedlungsbau in weitem Umfange zu ermöglichen, hat die Reichsregierung schon Maßnahmen getroffen, welche die private Geldhergabe erleichtern. Das soeben verabschiedete Gesetz über die Zahlung und Sicherung von Anlieger beitragen bedeutet einen weiteren Schritt auf diesem Wege. Die Anliegerbeiträge, das sind Beiträge anläßlich der Erstellung zum Einbau bestimmter öffentlicher Straßen und Plätze, stellen einen wichtigen Teil der Gesamtbaukosten eines Gebäudes dar. Sie sind in den meisten deutschen Ländern öffentliche Grundstückslasten und als solche in der Zwangsversteigerung gesetzlich bevorrechtigt. Diesen Umstand mußten bie privaten Geldgeber, jedenfalls soweit sie Geldinstitute sind, welche die vorgeschriebenen Beleihungsgrenzen innehalten müssen, bei der Da r- lehensgewährung berücksichtigen. Das bedeutet aber in der Regel eine Verkürzung der privaten Mittel, die zur Verfügung gestellt werden könnten. Die Gemeinden haben vielfach schon von sich aus auf den gesetzlichen Vorrang der Anliegerbeiträge verzichtet. Die rechtliche Zulässigkeit solcher Vereinbarungen war aber zweifelhaft. Das Gesetz beseitigt nun die Schwierigkeiten der Finanzierung dadurch, daß es die Stundung der Beiträge in der Form einer An- lieqerrente, die bis zu zehn Jahren laufen kann, zuläht. In der Zwangsversteigerung gemeßen dabei den gesetzlichen Vorrang nur die laufenden Teilbeträge und die Rückstände aus den letzten zwei Jahren vor der Beschlagnahme. Im übrigen läßt das Gesetz landesrechtlich zulässige Erleichterungen für die Zahlung von Anliegerbeiträgen unberührt. Eine endgültige einheitliche Regelung der Anliegerbeiträge für das ganze Reich wird voraussichtlich erst im Zuge der Vereinheitlichung des gesamten Baurechtes möglich sein. für einige Stunden in der Woche zur Aushilfe gesucht. 63i 4D Klinikstraste 21 (EckeFrcmkfurter Straße.) AeUeres Fräulein oder Frau (evtl. Köchin) sofort gesucht. 6320D Rühl, Wichen Kantine „Neue Kaserne". Mädchen für tagsüber gesucht. 04576 BöflerelEaige Neustadt 37. Mündlich können Sie e§ nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Büro 3 Räume Zentralheiz., eigene Toilette per 1. Nov. 36 zu vermieten. Moeser,Se4ersw.38 KIclneAnzeigen m (Siebener Anzeiger worben von Tauienven bportüPt unb nelei-n | Mietgesuche"] Unterfeldwebel sucht auf sofort ober 1.11.36 eine [Vermietungen | r-Wm EMM Badezimmer, gr. Balkon, ev. Gar- tenanteil,zu vermieten. 04577 Näher. Hinden- burgwall 16 Him-Mii. 1. Stock zuml.Nov.1936 zu vermiet. 6307V Horst-Wessel- Wall 44 unten. 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Ehrlich.,sauberer junge v.l4bisl5Iahr. am liebsten vom Lande, bis Aprll Maigesucht.6302v UWlUWoltier Mäusburg 15. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Schäfer, geb. Hammel Familie Ludwig Schäfer V. Familie Karl Kissel Frau Katharine Hammel, geb. Menget Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 7. Oktober, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Hausener Straße 14, aus statt. Todes-Anzeige. Nach kurzer, schwerer Krankheit entschlief sanft in dem Herrn am Sonntag, dem 4. Oktober, nachmittags 4‘i, Uhr, mein lieber, guter Mann, unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Stadttheate I B Heute I Mittwoch Nr. 234 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen) Dienstao. 6 Oktober (936 K ? i W 1 mie auf jenem riesigen Feld, das für die chilenische Geschichte von gleicher Bedeutung wurde, wie das Tempelhoferfeld für Preußen-Deutschland, findet die alljährliche Heerschau der chilenischen Wehrmacht statt. Schon in den Morgenstunden beginnt die Völkerwanderung zur " Paradestätte. Hunderttausende lagern auf dem riesigen Platz, den „Gieziocho de Septiembre" zu feiern. Ist die Parade verrauscht, der stramme Gleichschritt der oorüber- ziehenden Einheiten verklungen, beginnt das Vol k zu feiern, die ganze Nacht hindurch und oft auch noch den Nationalfeiertag in Chile. Don unserem W.Sz -Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Santiago de Chile, 20. September. Die alte Plaza de Armas im Herzen der chilenischen Hauptstadt wird nun nicht mehr ausschließlich von Stiefelputzern und Zeitungsjungen beherrscht Die Fähnchenverkäufer haben sich das Feld erobert, Händler, die jetzt gute Geschäfte mit den chilenischen Farben machen, dem Rot-Weiß-Blau mit dem funfgezackten Stern. Das Volk steht begeistert zu seinen Festen und auch begeistert zu den Farben der Republik. An Festtagen wie heute Jft die Stadt e in einziges Flaggenmeer. Und die Menschen, die in breitem Strom durch die Straßen fliehen, schwenken festlich die kleinen Fähnchen, die sie soeben bei den Straßenhändlern erstanden haben. Man kann hier auch das Sternenbanner, die Trikolore, das Hakenkreuz oder die italienischen Farben kaufen und sie ebenso begeistert schwingen lassen wie es die Chilenen machen. Chile ist ein gastfreies Land, das weiß, was es den Ausländern verdankt. An Feiertagen wie heute darf auch der Ausländer neben den chilenischen Farben das Hoheitszeichen seines Vaterlandes ausweisen. In der heiteren Frühlingsatmosphäre dieser Tage beging Chile die Erinnerung an den 18. September 1810, dem Tag der Unabhängigkeit des Landes. Das sind wahre „Fiestas patrias“, diese Tage um den Nationalfeiertag, wo das Volk drei Tage hindurch aus dem Jubeln und Feiern nicht herauskommt. Seit dem Gründungstag haben sich die Zeiten gewandelt. Auch hier hat der Fortschritt die Wege geebnet: Eisenbahnen fahren im Norden und Süden, moderne Straßen sind gebaut worden, an Stelle der Kolonialgebäude sind hohe Wolkenkratzer und moderne Villen getreten, die Petroleumlampen in den Straßen haben elektrischer Beleuchtung Platz gemacht, anstatt Pferde- und Ochsenkarren fahren Automobile und Lastkraftwagen über das Land, während Flugzeuge die Lüfte durchkreuzen. Wehmütige Betrachtungen dieser Art stellt heute der Chilene an, denkt an die Zeit zurück, da Santiago noch als alte Kolonialstadt träumte, und auch die Erinnerung an jene Zeit wird wach, wo Mut und Entschlußkraft der Vorfahren dem Land die Freiheit eroberten. Das junge chilenische Staatsleben hat seine festeste Grundlage in der vaterländischen Begeisterung des Volkes, die an Festtagen wi" diesen svontan"n Aufdruck findet. folgenden und nachfolgenden Tag. Zunächst beherrschen noch Volkstänze und Gesänge das Bild, dann kriegt sie alle der Alkohol unter. So tritt neben den Glanz auch das Elend eines Feiertages. Der Alkohol treibt den chilenischen Arbeiter ins Elend. So ersteht neben dem Glück, ein Volk so geschlossen am nationalen Geschehen beteiligt zu sehen, auch das tiefe Leid einer sich langsam zermürbenden Masse. Innerhalb der letzten sieben Monate wurden allein beim Staatlichen Leihhaus Gegenstände im Werte von 25 Millionen Pesos versetzt (bei einer Bevölkerung von viereinhalb Millionen). Aber Feiertage wie diese zeigen, daß das Volk sorglos in die heiteren Frühlingstage hineinzuleben versteht. Und wenn das letzte Bett versetzt wird, zum Nationalfest muß gefeiert werden. Neue 1000-Mark-Neichsbanknoten Von der Reichsbank werden neue Taufendmark-Reichsbanknoten ausgegeben, deren Vorderseite unser Bild zeigt. Die Noten sind auf leicht gelblich getöntem Papier gedruckt und haben sowohl im Kopfwasserzeichen wie auf der rechten Seite das Kopfbildnis des berühmten Baumeisters Karl Friedrich Schinkel. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Gewaltige Natur am Südpol. Schönheit in den Schrecken des ewigen Cises. MMO A-000019 Und der alte Prunk südamerikanischen Staats- lebens ersteht an diesen Tagen von neuem. Glanzvolle diplomatische Empfänge, die festliche Vorstellung im Teatro Municipal, das sind gesellschaftliche Ereignisse, die den Lauf eines ganzen Jahres überschatten können. Die etwas historisch gewordene Aulfassung, daß ein ausländischer Diplomat den Reichtum, den Glanz, das Ansehen seines Landes durch die blendende Ausstattung seiner Figur auch nach außen hin zu vertreten hätte, ist hier Wirklichkeit geblieben. Gerade die Vielzahl der Diplomaten der zahlreichen kleinen südamerikanischen Staaten erscheint in glänzendem Aufzug. Lurus- wagen fahren vor, denen prunkvoll gekleidete Männer, mit viel-n Orden und Ehrenzeich-n geschmückt, entsteigen. Militär hat in den Straßen des Regierungsviertels Aulstellung genommen. Schneidige Marschmusik ertönt. Und wenn nun der Zug der Galakutschen vorüberzieht, die historischen vierspännigen Waoen, die den Präsidenten Alessan- dri und die Mitglieder des Kabinetts zu den großen Deranstaltunaen brinaen bann bricht b«”* Jubel durch, dann gibt es ein begeistertes Fähnchenschwingen und Händeklatschen und Vivatrufe füllen die Straßen. Die Begeisteruna erreicht ihren Höhepunkt am Tao der großen Militärparaden. Im Park Cousine, zu Füßen der chilenischen Militärakade - In dem Bericht über die großangelegte Expedition des Admiral Byrd in das Gebiet südlich vom Roß-Meer, der unter dem Titel „M i t Flugzeug, Schlitten und Schlepper" bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschienen ist, stehen die Männer, die in knappster Zusammensas - sung eine Fülle von Tatsachen und wissenschaftlichen Ergebnissen geben, auch unter dem überwältigenden Eindruck der grandiosen Natur und ihrer wilden Schönheit, wie sie sich sonst nirgend auf der Erde findet. Schon bevor die Forscher das Land erreichen auf dem sie ihr Hauptlager aufgeschlagen, hat ihr Schlitten das gefahrvolle (3ebief der Eisberge zu durchfahren. Es ist nahezu Mitternacht See, Himmel und Eis vereinigen sich zu farbenprächtigen Stimmungsbildern. Vergeblich suche ich nach Worten. P a i g e, der Maler ist, steht auf Wache. „Warum malen Sie das nicht?" frage ich. „Ich könnte schon", erwiderte er lächelnd, „aber wer wird es glauben. Solch ein Himmel ist einfach unmöglich." Wie körperlos breitet sich die Wasserfläche, ins Rot edler Weine getaucht, darinnen die blendend weißen Eisberge schweben. Ein Himmel wie zartestes Porzellan, als ob er beim nächsten schrillen Laut in Scherben gehen müsse. Die Welt ist still. Wir befanden uns in des Teufels Friedhof, dem wir den Namen geben und an den wir ewig zurückdenken werden. Im Sonnenschein durften wir des Teufels Eisflotte mustern. Fast verdeckten sie alles Wasser; kein Ende war abzusehen. Wie die Wolkenkratzer einer Riesenstadt stuften sie sich auf und ab. Verwunderung wurde überwältigendes Staunen. Gewaltigere Eismacht ward wohl noch nie geschaut. In vierundzwanzig Stunden schätzten wir ihre Zahl auf achttausend, das sind neunzehn- mal mehr, als der weltweite Eisbergdienst in durchschnittlichen Jahren meldet. Einmal fuhren wir mit zehn Knoten zwei Stunden lang an einem Tafelberg vorbei, der somit 30 Kilometer lang war. Aus genauen Winkelmessungen ergab sich eine Breite von 16 Kilometer und eine Höhe von 75 Meter vom Wasserspiegel zum Klippenrand. Nach Dr P o u l t e r s Berechnungen enthielt er 4*/2 Milliarden Tonnen Eis. Viele andere waren mindestens ebenso groß; zwei oder drei können gar größer gewesen fein. Bei klarer Sicht durften wir diese Horden mit Gleichmut betrachten. Abends zauberte die Sonne warme Bernsteintöne ins zarte Blau und Grün der ziehenden Gestalten. Manchmal gemahnte das Farbenspiel ans Licht, das durch die bunten Glasfenster einer Kirche fällt. So schenkte uns des Teufels Friedhof zuletzt doch noch eine sanftere Laune des Wesens..." * „Ich empfand die Winternacht als Born geruhsamer Freuden. Die Sonne brachte Unruhe und Hall. Während der dunklen Monate durfte man aulatrnen. Trat man ins Freie, so leuchtete der er- havene Frieden der Schneenacht unter funkelnden Gestirnen oder im Glanz des Mondes. Im Strahlenspiel mit Eiskristallschleiern zauberte der Mond seine Ringe hervor oder die Mondhunde oder die seltene Farbenhülle, die ihn als silberne Scheibe in blaßblauen, grünen und brandroten Kreisen zeigte. Unwillkürlich denkt man an die letzten Tage dec Menschheit. Am nächsten Tag kommt ein Schneesturm und verwirbelt die erhabenen Gedanken zu einem Höllengebräu. Die Windrosse bäumen sich in den Brandungswellen der Schneefluten. Die Welt brüllt auf. Ins tiefe Dröhnen des Sturmes mischen sich die Saitentöne gespannter Drahtseile. Und wenn man im Bett lauscht, so spürt man auf einmal etwas anderes, etwas Ungreifbares, das wuchtend heranschleicht, die große, die knackende, die krampfende Kälte .. * „Langsam hob sich der Tag aus der Nacht. Am 21. August huschten die ersten Strahlen wirklichen Lichtes durch die Luftschächte. Erstaunt und fast verzückt blickten wir vom Waschbecken auf. Die Fachleute stritten darüber, ob heute oder morgen der amtlich zu beglaubigende Tag des Sonnenaufganges sei. Einige meinten, daß die Sonne heut über dem Roßmeer auftauche. Die Haarspalte behaupteten, daß die Sonne am nächsten Tage Kleinamerika scheinen werde, weil sie erst über d, Geländerücken steigen müsse. Jedenfalls feierte P e l t e r, Petersen und B r a m h a l l de heutigen Tag, indem sie auf Skiern an die Wal fischbucht fuhren und die Sonnenscheibe über bei Eisfläche stehen sahen. Opalene Wolken schwammen in Rosenglut. Das kalte blaue Licht drang in die Höhlen der Hundestadt und weckte das Geheul von 121 Ueberlebenben. Es war ein erfrischenber Frühlingstag mit 57 Grab unter Null .. * „Man strebte bem Hainesberg zu, um von ihm aus die Nordflanke des Gebirges entlang zu wandern. Die herabfließenden Gletscher bilden Brüche am Gebirgsfuß. Zwisechn den Bergen Haines und Woobward überschritten bie Reisenben einen breiten Talgletscher. Die Sübseiten ber Berge finb bicht in Eis und Schnee gehüllt, wohingegen sich bie Norbseiten felsig unb steil emporrecken. Aus ben Erzählungen bieser Männer leuchtete ber Zauber, ben bas Gebirgslanb auf sie ausübte. An klaren Tagen würben sie von ber Schönheit ber Lanb- schaft überwältigt. Farbige Granite unb schwarze Kegel ragen aus weißem Glitzerschnee unb blauem Gletschereis. Weiße unb grellrote Flechten malen bunte Flecken hinein. Von schwarzen Felsen scheint rote Farbe herabzurinnen. In allen Ritzen verbirgt sich Lebenbiges. Die älteren Gesteine scheinen hauptsächlich von ben Pflanzen zersetzt zu werben, bie sich sogar unter bie Verwitterungskruste drängen. Es "gibt Moospolster in der unglaublichen Dicke von fünf Zentimeter... Mittlerweile wanderten S i p l e unb Göret) an ben kühnen Alwm- gestalten ber Berg Rea unb Saunbers (1335 Meter) vorbei. Zwischen ihnen unb den Fosbick- bergen überschritten sie einen achtzehn Kilometer breiten, zerklüfteten Talgletscher. Sie gewannen langsam eine Höhe von 600 Meter unb gelangten schließlich ins Herz ber Fosbickgruppe. Dunkle Gipfelformen am östlichen Enbe erregten ihre Aufmerksamkeit. Dorthin roanbten sie sich am nächsten Tag und fanden die schon erwähnten Zackenbrüche eines erloschenen Kraters. Auf einer Seite fielen die Klippen fast senkrecht ab. In ben Lavabänken sah man bie Flecken glänzenbgrüner Olivinkristalle. In Lee zogen sich Aschenkämme kilometerweit ba- hin. Es staubte, wenn man mit bem Fuß hinein- Uhr vor bem und ver- bei ihrer Mark geschimpfte Zwei Brötchen mit (Si Don O. G Roerfier neben. „Sind ja nette Zustande bei Ihnen!" der Gast. Der Geschäftsführer trat an bie Saffe, nahm eine Mark heraus und gab sie dem Herrn. „Bitte, entschuldigen Sie den Irrtum! sagte er. Inge kämpfte mit den Tränen. In diesem Augenblick trat der Chausseur heran. „Das Fräulein hat sicher richtig herausgeqeben , sagte er, „vielleicht hat sich der Herr geirrt! Der kaum beschwichtigte Gast geriet neuerlich in Selbst Inge, die jeden lag ein paar hundert Brötchen verkaufte, fiel es auf, wie pünktlich unb regelmäßig bieser Gast erschien. Aber sie hatte nicht Zeit genug, um sich über ihn ben Kopf zu zerbrechen Bis bie Kollegin vom Würstchen-Büfett eind Tages sagte: „Der kommt boch nur beinet- roegen her! Merkst bu benn gar nicht, wie er bich immerfort anfieht?" r ... Inge fanb das unverschämt. Kommt so ein wildfremder Mensch daher und starrt einen an, wenn man bei der Arbeit ist! Sie vermied es fortan geflissentlich, den Gast anzusehen, wenn sie ihm Brötchen verkaufte. „ . ro... .. Eines Nachmittags kam ein Herr an das Bufett und verlangte zwei Brötchen mit Ei. Er zahlte mit einem Markstück. Inge gab ihm acht Groschen zurück, ber Herr ließ sie in bie Westentasche gleiten unb aß die Brötchen. Plötzlich faßte er wieder in die Tasche, holte das Gelb heraus, zahlte es unb kam zum Büfett zurück. . „Sie haben zu wenig herausgegeben, Fraulein! sagte er. „Ich gab Ihnen vorhin zwei Mark und Sie haben mir nur achtzig Ps-nmg wied-rg-geb-n, „Sie irren sich, mein Herr!" erwiderte Inge hos- lich, „Sie gaben mir nur eine Mark, ich weiß es noch genau." . .. Der Gast geriet in Zorn. „Horen Sie, ich bin doch kein kleiner Junge, der nicht eine unb zwei Mark unterscheiden kann! Ich hatte ein Zweimarkstück in meiner Westentasche, das kann ich beschwören! Und das gab ich Ihnen. Schon sammelten sich die Neugierigen Büfett. Der Geschäftsführer eilte herbei nahm die Klage des Gastes. Inge blieb Behauptung, ber Herr habe ihr nur eine Jeden Nachmittag zwischen zwei unb brei kam ber junge Chauffeur in bas große Speisehaus, ging gerabeswegs auf bas Brötchen-Büfett zu, er- ftanb zwei belegte Brötchen unb verzehrte sie stehenb an einem ber nächsten runben Tische. Seine Taxe stanb gleich gegenüber vor bem Fernbahnhof. Entrüstung. „Was mischen Sie sich benn hier ein?" fragte er. „Wollen Sie etwa behaupten..." „Behaupten will ich gar nichts!" unterbrach ihn ber junge Mann. „Aber ich würbe an Ihrer Stelle lieber noch einmal genau nachsehen, ob Sie wirklich eine Mark zu wenig in Ihrer Tasche haben, ehe Sie das Fräulein verdächttgen!" Nur mit Mühe gelang es dem Geschäftsführer schließlich, ben Streit zu schlichten und den Gast, der sich noch immer geneppt fühlte, hinauszukomplimentieren. ♦ Einige Tage später vernahm der Chauffeur Franz Mantey, als er durch eine belebte Geschäftsstraße fuhr, einen scharfen Pfiff und ben Rus: „Taxe!" Er brachte ben Wagen zum Stehen. Ein Herr mit Aktentasche unb Schirm riß bie Tür auf, befahl kurz „Steinstraße 18" unb ließ sich auf ben Sitz fallen. Franz betrachtete ihn finster, benn er hatte in seinem Fahrgast auf ben ersten Blick ben Herrn roiebererfannt, ber neulich von bem hübschen blon- ben Fräulein im Speisehaus eine Mark zu wenig zurückbekommen haben wollte. Die Taxe bog nach bem Westen zu ab unb hielt nach einer oiertelftünbigen Fahrt vor bem Hause Steinstraße 18. Der Fahrgast stieg aus unb faßte mit zwei Fingern in die Westentasche. „Macht?" fragte er kurz. „Drei Mark und neunzig. Der Herr zog einige Geldmijnzen hervor, betrachtete sie kopfschüttelnd und wühlte nervös tief in der Tasche herum. „Verstehe ich nid)!" sagte er ärgerlich, „ich habe doch eben noch ein Fünfmarkstück hier drin gehabt!" Franz wartete vergnügt und geduldig. Der Fahrgast riß wütend das Futter der Westentasche heraus. „Nichts!" stellte er brummend fest. „Doch?" sagte Franz. „Ein Loch!' Wirklich? Ein ansehnliches Loch zierte die Westentasche an ihrer Futterseite. Der Herr angelte mit spitzen Fingern tief im Westenfutter herum und zog schließlich triumphierend ein Fünfmarkstück hervor. „Da ist es!" rief er und reichte es dem Chauffeur. Franz sah ihn ernst an. „Ich wette, Sie finden auch noch ein Zweimarkstück dort unten!" „Ausgeschlossen, mein Lieber!" lachte der Herr und fühlte den unteren Westenrand ab. „Das heißt... Donnerwetter! Da scheint wirklich noch was drin zu fein!" Das Zweimarkstück stieg aus feinem dunklen Versteck ans Tageslicht. „Nun sagen Sie mir bloß, woher wußten Sie das so genau?" fragte sein Besitzer. Franz kam sich wie ein Untersuchungsrichter vor, als er die Frage stellte: „Haben Sie vorgestern nachmittag kurz vor drei Uhr im Speisehaus Edinger zwei Brötchen mit Ei gegessen ...?" Plötzlich ging dem Herrn ein Licht auf. „Sie sind ja der..." begann er. „Jawohl!" sprach Franz, „und wie wollen Sie das Fräulein von dem Verdacht befreien, eine Mark unterschlagen zu haben?" Der andre wußte keinen Rat. Aber Franz gab ihm einen. * Der Geschäftsführer machte große Augen, als er die beiden Männer zusammen eintreten sah. Sie gingen geradeswegs zu Fräulein Inge, und als er besorgt herbeieilte, überreichte der eine der beiden ihm eine Mark und erzählte bann bie ganze Geschichte. „Ich möchte nun bas Fräulein um Verzeihung bitten", schloß er unb sah Inge babei ein wenig verlegen an. „Ich habe Sie durch meine Nachlässigkeit in eine peinliche Lage gebracht, unb ber junge Mann hier hat mich mit Recht herzitiert, um bies Unrecht roieber gut zu machen." Inge war froh, baß bie bumme Angelegenheit eine so befriebigenbe Lösung fanb. Der Herr mit bem Loch in ber Westentasche zog ab, unb Inge lächelte Franz bankbar an. „Bitte geben Sie mir zwei Brötchen mit Ei!" sagte Franz. Währenb er sie aß, unterhielten sie sich ein wenig, benn es war Mittagszeit, unb Brötchen waren nicht gefragt. Am Sonntag barauf hatte Franz bienftfrei. Er hatte sich feinen Wagen ausgeliehen unb fuhr mit Inge ins Grüne. In einem Gartenrestaurant tranken sie Kaffee unb verzehrten dazu Brötchen mit Ei. Oioria-palast: „Moral" Das Hübscheste an diesem Film ist die kurze, aber äußerst einleuchtende Rede des Polizeipräsidenten der großherzoglichen Residenz Gerolsheim über die Moral mit doppeltem Boden. Wenn man sich hierüber ausgeschmunzelt hat, wird man (spätestens) auch die Abstände erkannt haben, die uns von der Fabel dieses Lustspiels trennen. Die Vorlage bot Ludwig Thomas bekanntes Stück, das in manchen Zügen gewiß noch immer feiner Wirkung sicher ist, obwohl sich über die satirischen Kernstellen mitt- lerroeile auch schon eine leichte Staubschicht gelegt hat. Die Motive zu einer Verfilmung können nur rein stofflicher Natur gewesen sein: man wollte wohl noch einmal, mit etwas geräumigeren Mitteln, bie Situationen des Sturmes im Wasserglas auskosten, ber sich in einer kleinen Vorkriegsrefidenz ereignet haben könnte. Der Verein gegen bie Sittenlosigkeit atta^ert grimmig anstoßnehmend die volksverderberischen Frivolitäten einer im Apollo-Theater Cakewalk tanzenden Tänzerin Ernina Lapomme aus Paris, in Wirklichkeit Erna Appel aus Köln. Das ist mit allen Folgerungen und peinlichen Komplikationen unter Hans H. Zerle11s Regie freundlich und mit angemessener Pikanterie ausgesponnen. Fita Benkhoff hat sich keineswegs auf prüde unb schockierte ältliche Fräuleins spezialisiert, sondern sie kann auch, wie man sieht, genau das Gegenteil: sie schwenkt ihre wohlgewachsenen Beine unb wechselt nach bem Einschreiten ber Polizei munter vorn Französischen ins heimatliche Kölsch hinüber. Aus ber schmählich abgeschlagenen Gegenseite: Stein beck unb S t o e ck e l, bei Hole: G. H. Schnell (ein Großherzog von großzügiger Bon- bommie), Roma Bahn unb Arthur Schröder; bie Polizei: Klein-Rogge unb Jupp Hussels, ber zugleich mit Ursula Deiner! bas obligate Liebespaar stellt. — (Synbikat-Film.) * Im Beiprogramm sieht man in ber Wochenschau interessante Bilber von ben Vorführungen der Wehrmacht in Nürnberg, einen Kulturfilm von ben ostfriesischen Inseln unb einen Vorspann zu , Ave Maria" mit © i g I L hth. Zeitschriften. Die Oktoberfolge von Westermanns Monatsheften bringt Dr. Curt Gravenkamp über „Käte Lassen, eine Malerin ber beutschen Nord- mark". Die Flensburger Malerin bringt in ihren iarbenfreubigen, klaren Silbern burch bie Wahl ber Motive bie Derbunbenheit zu ihrer Heimat zum Ausbruck. Don ben Schönheiten ber Eifel erzählt Dr. K. Karos. Den Aufsatz schmücken sechs farbige Wiebergaben nach Oelbilbern von Josef Steib. Die Abhandlung von Gartenbauinspektor Georg Karen „Pflege ber Zimmerpflanzen" mit neun Aufnahmen von F. C. Heinemann wirb bas befonbere Interesse ber Hausfrau finben. Einen Einblick in die Altertumsforschung vermittelt ber Aufsatz von Wilhelm Köhler „Verjüngtes Altertum", bem 7 Aufnahmen von Carolus beigegeben finb. Durch sorgfältige handwerkliche und wissenschaftliche Aroeit werden wertvolle Kunstgegenstände, Schriftstücke usw. ber Öffentlichkeit zugänglich gemacht unb ber Nachwelt erhalten, lieber bie Nachwuchsschu- lung ber Hanbelsmarine berichtet Eugen Keng. Eine köstliche Novelle bringt Bert von Heiseler: „Das nächtliche Mahl". Edwrd Schumann ist mit ber Erzählung „Das letzte Geschick", zwei Tage aus bem Leben eines Kaisers, vertreten. Eine Beschrei- bunq ber Gestalt unb Werke Rudolf Paulsens gibt Erich Bockemühl. Viele farbige Einschaltbilder ver- oollständigen das Heft.. (tiefe. Acht solcher Wälle reihten sich nebeneinander au' wie Kohlendämme längs einer Laderampe. Man konnte sich leicht Güterzüge daneben denken. Die durch schmälere Aschengrate verbundenen Einzelkegel ragten etwa fünf Meter über dem Eis auf.. .* ♦ „Das Pflan^enleben des Festlandes beschränkt sich auf die niedersten Arten. An erwärmten Felsen haltend, erwachen Moose, Flechten und Kleinpilze für wenige Wochen. Dann erstarren sie wieder während langer Monate bei einer Kälte, die oft auf minus 56 Grad finkt. Dazu gesellen sich einige Algen und Mikrophyten, die ihr Dasein im Schnee fristen. Abgehärtet und ausdauernd, stellen sie kühne Bahnbrecher des Lebens vor. An den Hängen des Ferrargletschers fand Priestley eine gelbe Flechte in 900 Meter Höhe, eine schwarze in 1140 Meter und schließlich eine grüne Flechte oder ein Moos in 1260 Meter. Bisher entdeckte man im Südland nur zwei Blütenpflanzen, eine Grasart und ein Taubenkropfgewächs, diese aber auch nur auf den vorgelagerten Inseln. Farne kommen nicht vor. Don den hundert Flechtenarten und dreiundsechzig Moosarten bevorzugt die Mehrzahl ebenfalls das mildere Klima der Inseln..." * „Am 19. April ging die Sonne endgültig unter. Das Thermometer zeigte 47 Grad. Wenn auch dieser Untergang durch den Nebel an großer Prachtentfaltung verhindert wurde, so hatten doch einige der vorhergehenden Abende ein wunderbares Schauspiel geboten. Der Tag erstirbt in einem Farbenrausch. Dann löst ihn die Nacht ab mit dem Glanz der Gestirne und dem bunten Schimmer des Südlichtes. Wer die Kälte nicht scheut, wird diesem farbigen Erlebnis immer neue Reize abgewinnen, denn das Bild ist reich an unerschöpflichen Verwandlungen. Alle Farben des Regenbogens ordnen sich zu neuen Gestaltungen. Dein Schatten dehnt sich zu übermenschlicher Größe und verbindet sich mit den blauen Tiefen des Staueises.. C. W. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Millagsbörse Aktien meist schwächer. Frankfurt a. M., 5. Oft Die Warnungen her Presse vor übertriebenen Kurssteigerungen haben bereits am Samstag einen Einfluß auf die Kursentwicklung genommen. Zum Wochenbeginn prägten sich diese Hinweise einmal in einer ganz erheblich verminderten Geschäftstätigkeit, zum ande- *ren in durchschnittlichen Abschwächungen von 1 bis Q o. H. am Aktienmarkt aus. Die Kunden- ft-ufträge waren heute sehr klein und betrafen neben Wenigen Käufen vorwiegend Abgaben, während sich leie Kulisse absolut abwartend verhielt. Don Mon- hanwerten ließen Verein. Stahl insgesamt 1,90 v. H., Mannesmann unter leichten Schwankungen 2,50 D. H., Hoesch 1,40 v. H. nach, dagegen waren Har- pener gefragt und 1,13 v. H. fester. Don chemischen Werten blieben IG. Farben mit 171 (171,25) behauptet, dagegen verloren Deutsche Erdöl 2,25 v. H., Metallgesellschaft 1 v. H. Don Elektroaktien gingen RWE. 2,25 v. H., Lahmeyer 2 o. H., Schuckert und Siemens bis 1,75 v. H. zurück, während AEG., Betula und Gesfürel sowie Rhein. Elektro behauptet blieben. Stärker abgeschwächt waren Zellstoffaktien, Aschaffenburg 132 (135), Waldhof 156,50 (158,25). Sonst lagen noch schwächer: Reichsbank 188,50 (190,50), Daimler 118,75 (120,50), Deutsch- Atlanten-Telegraf 116,50 (118,25), Moenus 96,50 (97,13), Deutscher Eisenhandel 130,50 (131). Etwas fester lagen AKU. mit 95 (94) und Süüo. Zucker 213 (212). Nach den ersten Notierungen unterlagen die Kurse leichten Schwankungen. Der Rentenmarkt war recht fest, das Geschäft aber klein. Altbesitz 117,13 (116,25), Kommu- nal-UmschuLung etwa 88,60 bis 88,70 (88,40), Zinsvergütungsscheine 93,50 (93,45). Der Auslandsrentenmarkt lag still und schwächer: Ungarn, Mexikaner und Rumänen gaben von 0,25 bis 0,50 v. H. nach. Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt öerlMtnismlißig klein, die Kurse waren hn allgemeinen nicht stärker verändert. Rückgänge und Besserungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. hielten sich die Waage. IG. Farben wieder 171 nach 170,50, dagegen Scheide anstatt 275 bis 274 (277). AKU. 94,50 bis 96 nach 95, Montanwerte meist 0,25 bis 0,50 v. H. höher, ferner Zement Heidelberg 150,50 bis 151 (149,50), andererseits Buderus 115 (116,50), Otavi Minen 38,40 bis 38,75 (39,50) und Mainkraftwerke 95 (96,50). Am Rentenmarkt stiegen Ungarn Gold bei lebhaften Umsätzen auf 14,60 nach anfangs 14, sonst lagen Auslandsrenten ruhig. Deutsche Anleihen blieben behauptet, fest waren Mannheimer Altbesitz mit etwa 118,50 bis 119 (117). Der Pfandbriefmarkt war bei kleiner Nachfrage nahezu unverändert. Auch Stadtanleihen wiesen nur geringe Abweichungen auf. Im Freiverkehr wurden u. a. genannt: Adlerwerke 102 bis 103, Wayß & Freytag 124 Brief, NSU. 149, DDM. 136, Pokorny 110. — Tagesgeld unverändert 2,50 o. H. Abendbörse freundlich. An der Abendbörse war die Haltung eher fester. Gegen den Frankfurter Schluß ergaben sich durchweg leichte Befestigungen, während die noch etwas darüber liegenden Berliner Schlußkurse nicht immer erreicht wurden. Das Geschäft war nicht besonders lebhaft. Größere Umsätze hatten jedoch Mannesmann mit 112,25 bis 112,65 bis 112,25 (111,90), Kunstseide AKU. mit 98,50 (97.50) und Verein Stahl mit 113,40 bis 113,25 (113). Auch sonst er- gaben sich bei einer Anzahl anderer Papiere Erhöhungen von etwa 0.50 v. H., Hoesch plus 1,25 v. H. mit 116,50, dagegen lagen Deutsche Erdöl 0,75 v. H., Gesfürel, Schuckert, Lechwerke, Muag, Holzmann, Goldschmidt, AG. für Verkehr und Bekula bis 0,50 vom Hundert niedriger. Am Kassamarkt kamen Vereinigte Glanzstoff in Anlehnung an Berlin vierzehn Punkte höher mit 200 zur Notiz; Dresdner Bank notierten uno. 101,50, nicht wie heute mittag irrtümlich 100,50. Deutsche Renten lagen still und behauptet. Von Auslandrenen waren Ungarn Gold mit 15 (14,80) lebhafter, auch Stücke-Ungarn, sowie Rumänen und Mexikaner notierten bis 0,25 v. H. fester. Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke mit 101,50 Geld und DDM. mit 137 Geld. U. a. notierten: Altbesitz 116,90, 1947er Verein. Stahl 95,75, 4,5proz. Franks. Hyp. Gold R 8—10 97, 5,5proz. Rhein. Hyp. Liquid. 100,75, 1914er Ungarn 12,90, 4proz. do. Gold 15, 1914er Ungarn 12,25, 5proz. Rumänen 9,20, 4r do. 8,10, 5proz. innere Mexikaner 6,70, 5proz. do. äußere Gold 15,75, 4.5proz. do. Irrigation 10,65, Commerzbank 100,50, DD-Bank 101,25, Dresdner Bank 101,50, Reichsbank 191, Buderus 116,50, Harpener 145,50, Ilse Genuß 142, Mannesmann 112,25 bis 112,65 bis 112,25, Hoesch 116,75, Rheinstahl 149, Verein. Stahl 113,40 bis 113.25, AKU. 98,50, AEG. 37,40 bis 37,50, Bekula 160, Bemberg 98.50, Daimler 119,25, Deutsche Erdöl 141,50, Scheideanstalt 275, Licht und Kraft 159, Elektr. Lieferungen 130,75, IG.-Farben 172,50, Gesfürel 143, Goldschmidt 117 65, Tolzmann 130, Lechwerke 114 50, Lindes Eis 160,50, Muag 119,50, Metallgesellschaft 140, Schu- fert 158.50, Verein. Glanzstoff 200, Südd. Zucker 212, Reichsbahn-VA. 123,50, AG. für Verkehrswesen 119, Hapag 14,75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. Okt. Obwohl die Weizenlieferungen aus unserem Gebiet im neuen Monat naturgemäß wieder zugenommen haben, können die Kaufwünsche der Mühlen infolge des Ausbleibens des norddeutschen Angebots z. T. nickst voll be- ftiedigt werden. In Roggen hat sich die Versorgungslage bei den Mühlen im allgemeinen gebessert, die Anlieferungen sind aber verhältnismäßig klein. Futtergerste bleibt ohne Angebot, auch in Hafer haben noch keine größeren Lieferungen eingesetzt, weil die Hauptanbaugebiete noch nicht gedroschen haben. Der Mehlmarkt ist ausgeglichen. Weizenmehl neuer Ernte hat gute Backfähigkeit, da ber Klebergehalt besser ist als im Vorjahre. Auch die Qualität des Roggenmehls befriedigt. Die erste Oelkuchenzuteilung ist im Gange. Die Versorgung mit Mühlennachvrodukten war im September zufriedenstellend. Für Oktober ist unser Gebiet auf Zuteilungen von niederrheinischer Roggenkleie dringend angewiesen. In den nächsten Tagen beginnt die Ablieferung vollwertiger Zuckerschnitzel neuer Ernte. In Trebern und Malzkeimen kann der Bedarf gedeckt werden. Rauhfutter still. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übriae |e 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 201, W 16 204, W 19 208, W 20 210. Roggen R 12 164, R 15 167, R 18 171, R 19 173. Futtergerste —, Braugerste 232, Futterhafer ohne Angebot. Weizenmehl Type 790 W 13 28, W 16 28,10, W19 28,10, W20 28,45, Roggenmehl Tyve 997 R 12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R 19 23.50. Weizen^uttermebl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10.90, W19 11,10, W 20 11.20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R 19 1050. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 16 50, Trockenschnitzel —, Heu 4,50 bis 5,00, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebunden 2,00. Kartoffeln: G'lbfleischige hiesiger Gmend 2,70 Mark, weißschalige hiesiger Gegend 2,40. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlocßtmebmarkt Frankfurt a. M., 5. Okt. Auftrieb: 551 Rinder (gegen 393 am letzten Montagsmarkt) darunter 76 (54) Ochsen, 104 (96) Bullen, 273 (179) Kühe, Das Amt für Technik. 6 n weniger bekanntes Amt der Partei. NSG. Das Amt für Technik ist die zur Vertretung der technischen Angelegenheiten berufene Einrichtung der Partei, in der Reichs-, Gau- und Kreisleitung und somit innerhalb des ihm zugewiesenen Wirkungsbereiches führend in der Technik. Der Auftrag z u r Führung der Tecy- n i k, unterscheidet Das Amt für Technik von den bisherigen behördlichen Stellen, die mit technischen Aufgaben betreut sind. Die schöpferische Initiative des Amtes für Technk ist also der behördlichen Behandlung der Technik mit vorwiegenden Verwaltungskennzeichen übergeordnet. Die Initiative und die Führung des Amtes für Technik erstreckt sich uneingeschränkt auf alle vorkommenden technischen Probleme. Ein Ausbau ohne Technik ist nicht denkbar. Wenn man so die wichtige Stellung, die der Technik beim Wiederaufbau Deutschlands gestellt ist, betrachtet, bekommt man gleichzeitig auch einen Begriff von den Aufgaben des Amtes und davon, warum der Führer sich dieses Parteiamt geschaffen hat. In der bisherigen Weltauffassung ist die Technik angewandte Materialistik. Es gilt deshalb, sie frei zu machen von ihren liberalistifchen Bindungen und ihrem eogistischen Einsatz. Deshalb Beobachtung allen technischen Schaffens, ob dieses in seinen Zielen und Wirkungen nationalsozialistischen Gesichtspunkten entspricht. Das Amt für Technik steht an erster Stelle dem Hoheitsträger der Partei zur Beratung in technischen Dingen zur Verfügung. Darüber hinaus werden alle Parteistellen, Parteigenossen und Volksgenossen, Behörden und Industrie bei der Neuordnung des Arbeits- und Wirtschaftsaufbaues, soweit dieser durch die Tecknik beeinflußt wird, beraten. Große Aufgaben sind der deutschen Technik gestellt, die von ihr zum Besten des Vaterlandes gelöst werden müssen. Das Amt für Technik, welches in Gemeinschaft mit dem ihm angegliederten NS.-Bund Deutscher Technik (NSBDT.) die Pflicht zu erfüllen hat. die Technik im nationalfozialistischen Sinne in den Staat einzubauen, ist zur Lösung dieser Aufgabe berufen. Die Technik ist wie alle ausübende Tätigkeit den Wirts chaf tsgesetzen Des Staates unterworfen. Die heute noch gültigen Wirtschasts- aesetze, welche auch die Technik mitbeftimmen, entflammen noch einer Auffassung, die wir verwerfen. Infolgedessen ergeben sich Zwiespältigkeiten, die sich nur durch Aenderung der Gesetze beseitigen lassen, um zu einer Technik im nationalsozialistischen Sinne zu gelangen. Es ist daher Aufgabe des Amtes für Technik, geeignete Gesetzesvorfchlage auszuarbeiten. Zur Bearbeitung der einzelnen Fachgebiete, ganz gleich ob es die Bodenschätze oder den Bergbau, die Elektrizität oder Gastwirtschaft, den Straßenbau, die Wasserversorgung, oder Bauangelegenheiten betrifft, stehen erwählte, meist ehrenamtlich arbeitende Fach- oder Sachbe« a r b ei ter zur Verfügung. Erfinder erhalten fachmännische und patentrechtliche Beratung und falls mittellos, Wege gewiesen, ihre Erfindung, wenn wertvoll, zu verwirklichen. Dieser kurze Abschnitt aus allen Arbeitsgebieten des Amtes für Technik zeigt, welch große Aufgaben in technisch-wirtschaftlicher Beziehung, unter Beachtung nationalsozialistischen Denkens täglich neu zu erfüllen sind. Diese Feststellung soll zeigen, mit welchen Dingen sich das Amt für Technik befaßt und daß es neben der Ausarbeitung eigener Vorschläge, jedem Volksgenossen zur Beratung zur Verfügung steht und Anregungen entgegennimmt. Es ist jedoch nicht notwendig, mit einem Anliegen das Amt für Technik der (Bauleitung aufzusuchen, da genau wie für andere Parteiangelegenheiten bei den Kreisleitungen der NSDAP ein Kreisamtsleiter bestellt ist, dessen Aufgaben für den ihm zugewiesenen Wirkungsbereich die gleichen sind, wie die des Gauamtes. 98 (64 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 75 (79) Ochsen, 1 (1) Bulle, 36 (38) Kühe, 45 (48) Färsen. Kälber 402 (548)), Hämmel und Schafe 130 (402), Schweine 2338 (3496). Notiert wurden pro 60 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 (am 28. 9. 43—45), b) 39—41 (41). Bullen a) 41 bis 43 (41—43), b) 39 (39). c) 34 (—). Kühe a) 40—43 (40—43), b) 35—39 (35—39), c) 28—33 (28—33), d) 25 (25). Färsen a) 41—44 (41—44), b) 37—40 (40). Kälber andere a) 69—78 (72—80), b) 60—68 (63—71), c) 52—59 (53—82), d) 42—51 (45—52). Hammel b2) 52—56 (56—60), c) 45—51 (50—55). Schafe e) 40—47 (45—50). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), dl) 51 (51). Sauen gl) 56. Marktoer- lauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Käl- ber langsam, ausverkauft. Hämmel und Schafe, langsam, Ueberftanb (13). Fleischgroßmarkt. Beschickung: 892 Viertel Rindfleisch, 122 ganze Kälber, 56 ganze Hämmel, 8 halbe Schweine, 12 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in RM.: Ochsen- fteisch a) 80. Kuhfleisch a) 77, b) 65. Kalbfleisch b) 95—110, c) 85—95. Hammelfleisch b) 95—115 (am 1. 10. 105—115). Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren nicht notiert. Marktverlauf: lebhaft. Die Industrie, und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 797: Wiederaufnahme des niederländischen Geldoerkehrs mit dem Ausland. — Neue Kurse und Umrechnungssätze. — 798: Lockerung der Schweizer Einfuhrbeschränkungen. — 799: Abänderung und Vervollständigung des Gesetzes über den Zolltarif der Einfuhrwaren in Bulgarien. — 800: Wiederaufnahme des Verrechnungsverkehrs Frankreichs mit Deutschland. — 801: Ergänzung der türkischen Devisenverordnung. — 802: Die italienischen Einfuhroorschriften für das 4. Vierteljahr 1936. — 803: Die französischen Einfuhrkontingente für Industrieerzeugnisse für bas 4. Vierteljahr 1936. — 804: Anordnung 17 der Ueberwachungsstelle für Eisen und Stahl (Schrottmarktregelung). Hoheitszeichen ans La^nmarmor für die O densbnrg Crössinsee. Lpd. Wetzlar, 5. Okt. Irn nassauischen Marmorgebiet an der Lahn wird seit etwa vier Monaten nach den Entwürfen des Kölner Kunstbildhauers Willi Meller ein Monumentalwerk aus dem heimischen bunten Marmor hergestellt. Es ist ein über vier Meter großes Hoheitszeichen für die neue Ordensburg C r ö f- f t n f e e. Dieses Hoheitszeichen wird aus dem bei Gaudernbach gewonnenen Marmor, „Auberg grau" von Bildhauern und Steinmetzen ausgehauen. Am weitesten ist bis jetzt der 1,80 Meter hohe Adler gediehen, der in wundervollem Mattschliff gehalten ist. Durch die zahlreichen, vollkommen unaufdringlichen Farbtöne des „Auberg grau" wirkt der Adler ungeheuer lebendig. Das Gewicht des flügelspannenden Adlers beträgt 60 Zentner, wahrend ein Steinmetz ein Hakenkreuz im Kranz bearbeitet, das 70 Zentner schwer und gleichfalls 1,80 Meter hoch ist. In etwa zwei Monaten wird das Hoheitszeichen fertiggestellt sein und mit Dem 75 Zentimeter hohen Sockel, Der in einer Villmarer Werkstätte bearbeitet wirb, Die Fahrt nach Der Ordensburg Crössinsee antreten. Kunst und Wissenschaft. Das Kunstwerk des Monats im Hessischen Landesmuseum. Das Hessische Landesmuseum in Darmstadt hat als Kunstwerk des Monats Oktober ein farbenprächtiges Glasgemälde gewählt. Es handelt sich um ein Kunstwerk aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, Das mit ziemlicher Sicherheit zu Der~ früheren Verglasung Des Frankfurter Doms gehörte. Dargestellt sind unter einem Rundbogen Zwei knieende Stifterfiguren, links wahrscheinlich der Schultheiß Ludolf von Braunheim, Der 1230 bis 1235 Schultheiß Der Stadt Frankfurt war. und rechts feine Frau. Beide halten ein Grifaille-Fenster empor mit Den Gestalten Der Kirchenlehrer Augustin unD Nikolaus. Rundfunkproaramni Donnerstag, 8. Oktober: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In Der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Das Spiel kann beginnen. Werbeveranstaltung Des Stadttheaters Koblenz. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. Liederblatt 13. 11.30: Sauern- funk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Die schöne Stimme. Walther Ludwig. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 16: Don Koblenz: I. Unterhaltungskonzert; II. Klassische Lieder und Klaviermusik von Johannes Brahms. 17.30: Das aktuelle Buch. 17.40: „Ein Fliegerheld". Erzählung von Thor (Boote. 18: Konzert. 19: „Erde, du oist der Leib, Der Geist unD Der Glaube..." Don Der Bestimmung Des Bauern. 19.40: Der Zeitfunk bringt Den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Glück muß man haben... Operetten» unD Tanzmusik, gespielt unD gesungen. 22: Nachrichten (auch aus Dem Sende» bezirk). 22.30: Tanzmusik. 24—2: Nachtkonzert des StäDt. Orchesters Ulm a. D. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L Oaium 172,5 171,9 172 135 | 140 I 130,5 130,5 37,25 Banknoten. 55,25 55,25 174,5 175 o| 33 । 34 id 212 Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. - Relchsbankdiskont 4 o.H.. Lombardzinsfuß 5 v H. 198 174 s 98,5 98,5 158 132 0 8 6 7 116,5 141,5 145,5 116,75 177,5 142 122,5 112,25 130 137,5 158,13 197,25 150,25 116,5 142,25 145,5 115,5 179 142 122,5 111,9 v 6 6 5 120,5 168,65 131 149,5 156,5 119,25 168,5 130 151 156,5 34 95 212 134 140 118,4 134,5 139 0 8 0 0 9 12 11 0 6 6 C 107,4 93,65 97,75 157 135 113,5 119,5 169 86,5 55,25 431 107,75 97,5 98 159 133,5 114,75 119,13 168,5 87,25 55,75 422 199 174,5 6 6 8 8 141 123,5 113 118,5 135 139 116 140 145,5 115,75 179 141,5 123,4 112.75 37,13 160 130 157,9 137,25 141 128,5 138,75 158,5 197 150,5 37,5 160 130,75 159 136,5 143 128,65 136,5 158,5 198,25 148,5 94 98,25 158,25 135 3. ®. ssarben-Jnvustrie Srheibeanftalt....... ©olbidimibt . Rütgerswerke M «Ballgesellschaft ! Gritzner.................. Mainkraftwerke Höchst a.9JL Süddeutscher Zucker ...... |. 6 6 s 128,65 I 138 159 ,197,25 I 148 171,25 I 277 ! 4% Oesterreichische ®olbrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *V2% desgl. von 1918......... 6% abgest. GoivMexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l.................... Buderus . Deutsche Erdöl .............. 4 Harvener................ 2/2 Hoeicli Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Philipp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. 158 158,75 135,75 136,25 140,75 I 143,5 2LS.®...................... Bekula Elektr. Lieferungsgelellichaft ... L'ldit und Kraft ............. selten & Guilleaume sjeiellsch.s.Elektr. Unternehmung. Rheinische Elektrizität ........ Mein. Wests. Elektr 5diuden & Go............... -io mens & Halske............ 'ahmeyer &l£o Z(i i 275 119 J 117,65 SchultbetS Payenhofer ’21 tu (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldkwf Zellstoff Aschaffenburg Deiiauer Gas .............. Daimler Motoren .......... Deutsche Linoleum Crenitent & Koppel Westdeutsche Kaufhof Cbave ...................... Accumulatoren-ffabrik Eonti-Gummi Zlse Bergbau ....... Alse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke Mannesmann-Röhren 37,13 I 160,4 1160,25 129 130,75 6% Teupche Reichsanlethe o. 1927 4% Deutsche Reich-anl. von 1934 6y»% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Slnl.-Ablös.-Schuld mti Auslo>.-Rechten ............ 4H% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I rag...... 10,26 10,28 ——- Budapest .. _ steuyork 2,489 2,493 2,489 2,493 21eim.,5.Duob r (577b 2"rief Amentannche Avten.............. 2,451 2,471 Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. 41,76 54,61 41,92 54,83 Englische Noten ................. 12,24 12,28 irranzonsche Noten............... 11,58 11,62 Holländische Noten............... 130,14 130,66 .Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 61,48 61,78 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten.............. _ Schwedische Noten............... 63,07 63,33 Schweizer Noten................. 57,06 57,28 Spanische Noten................. 25,95 Ungarische Noten................ ttr.234 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 6. Oktober 1936 Hessen-Nassauische Trachtengruppen aus dem Bückeberg. Das Alte Führerkorps der Partei im Gau Hessen-Nassau. M' Jvj . r i IB M Daraus erklang unter Begleitung unserer mit- genommenen Dorfkapelle das Lied: Der Bauer ist ein Ehrenmann, Er bauet uns das Feld. Wer eines Bauern spotten kann, Der tft ein schlechter Held; Noch eh' die liebe Sonne kommt. Geht er schon seinen Gang Und tut, was alle Menschen frommt, Mit Lust und mit Gesang. Heß: Und wenn die schwere Alltagsarbeit ist vollbracht, Der Sonntag uns in heller Festesfreud' anlacht, Wenn Erntedank wir feiern unter'm Erntekranz, Dann schwingt sich uns're Jugend auch beim frohen Tanz. Nun zeigt auch heut', wie ihr nach Vätersart, Der Heimat Tänze habt verwahrt. Nachdem von der Gruppe zwei hessische Volkstänze getanzt waren, erklang nach den nachstehend gesprochenen Worten das Lied vom trauten Heimathaus: „Im schönsten Wiesengrunde". Heß: Wo Bauernjugend froh zum Tanz sich dreht Da pflanzt sich auch des Liedes Welle fort. Es braust empor in wundersamen Klängen Der Jubelgruß der Frühlingssymphonie Und lieblich tönt in herrlichen Gesängen Der Liebe wundersame Melodie. Und hört ihr in der Fremde jene Lieder, Die man euch in der Heimatflur einst sang, Dann trägt in's Vaterhaus zurück euch wieder Weit über's Meer der Heimatklang. Reichen Beifall erntete die hessen-nassauische Trachtengruppe für ihre Darbietung nach den von (9g. Heß gesprochenen Schlußworten: Deutsche Tänze, deutsche Lieder, Deutscher Brauch und deutsche Art! Was die Väter uns verwahrt, Soll uns teures Kleinod bleiben, Laßt's uns in die Herzen schreiben: „Deutschland wird nie untergehn, Solang sein Volkstum bleibt bestehn". Zn der Nähe des Führers. Aufn.: NS. - Gaudienst. rauben. Aus Wir Daß Bauernstand, Vaterland, Die Gedenkmünze der Fahrt des Alten Führerkorps der NSDAP, durch den Gau Hessen - Nassau, die gleichzeitig als Teilnehmer - Abzeichen gilt. Er schafft für alle Brüder Brot, Wie litten uns're Städter Not, Wenn er nicht wär', der Bauernstand! Ihr Städter habt ihr's all' erkannt? Nur Hand in Hand, dann wird's gelingen, Ihr sollt's mit uns im Liede singen. Ist Dauerpflicht, Die deutsche Art Das ist es, was Mag auch das Im Schlager feinen „Käs zum Bahnhof rollen". Bauernburschen und Mädchen vom Land, Sie haben nie Schimmy noch Charleston gekannt, Sie sind es, die nach Urväterart Die deutschen Tänze haben verwahrt. Sie haben für heimische Bräuche und Sitten Wie ihre Ahnen gelebt und gestritten. Gebunden an Blut und Heimatschollen, Werden nun sagen, was sie wollen! heut' und auch immerdar. in Tanz und Lied zu pflegen, wir Bauern wollen, Stadtvolk sich beim Charleston bewegen, Entwurf: H. Winter, Oberursel. Ich grüß' euch all, aus uns'rem deutschen Vaterland, Besonders euch, aus uns'rem lieben Nassau-Hessen. Die Heimatlaute, schon als Kind gelallt, Sind in dem Herzen mir noch nicht verklungen, Die Heimatliebe hat mit Allgewalt Mich immer wieder in den Bann gezwungen. Die Heimat ist's, sie gibt uns Kraft, das zu erhalten, Was Brauch und Sitte uns'rer Väter war. Und dieses Kleinod immer zu verwalten, Die kann uns niemand Heß: Dem Schwure treu der Er nährt das Volk im Halten zur Heimat, zur Erde. pflügen den Acker, wir bauen das Land Zum Strome ewig deutscher Art. Gruppe: Wir haben Brauch und Sitte uns'rer Ahnen, Die Mundart, Lied und Tanz verwahrt. Der bäuerlichen Kleidung treu. Ob Tausende uns einst verlachten. Und heute tragen wir auf's neu, Mit Stolz der Heimat Trachten. Frucht und Brot daraus werde! Heß: Blut und Boden springen frisch die Quellen Heß: Aus Blut und Boden ist aufs neu geboren. Der Ahnen bestes Erbe — Treu' und Gauben ... Gruppe: Treu' und Lieb' zum Heimatschollen, Die Gruppe im Sprechchor: Wir Bauern draußen vom Land Der Führer inmitten der Trachtenträger. Am Sonntagmorgen ertönten in Unsen, einem am weitesten von Hameln abgelegenen Bauerndorfe, wo ein Teil unserer hessen-nassauischen Trachtengruppen in sehr guten Quartieren bei Bauern untergebracht war, 5 Glockenschläge vom Kirchturm, als sich unser Autobus mit diesen Trachtenträgern in Bewegung setzte, um über Haddessen, Wellich- hausen, Pötzen und Höfingen zu fahren, wo die übrigen Teilnehmer zustiegen und nunmehr die ganze Trachtengruppe gemeinsam nach dem Bückeberg fuhr. Graue Regenwolken hingen am Himmel und drohten zu jeder Minute mit einem tüchtigen Guß. Tausende von Volksgenossen hatten sich auf dem mit FHnen reich geschmückten Bückeberg versammelt, a* unsere Gruppe gegen 9 Uhr an der Sammelstelle für Trachtenträger eintrat. Der größte Teil der Trachtenträger wurde sofort in das Spalier eingereiht, während etwa 10 Trachtengruppen aus dem ganzen Reich auf das untere Podium geführt wurden, von wo aus sie durch Lieder und Tänze die wartenden Volksgenossen unterhalten sollten. Unsere hessen-nassauische Trachtengruppe erfreute mit einer kleinen Spielfolge von Gg. Heß, die reichen Beifall fand. Wort, Lied und Tanz wechselten in dieser Darbietung einander ab. Zunächst begrüßte (9g Heß am Mikrophon die auf dem weiten Platze versammelten Volksgenossen mit folgendem Gruß: Ich grüß' euch alle, die mir stammverwandt Und die mit mir am Heimatherd gesessen. Unter Führung unseres Heimatdichters Georg Heß, Leihgestern Sonderdericht des Gießener Anzeigers*). * Dgl. Gießener Anzeiger Nr. 233 vom 5. Oktober 1936 Angehörige einer Trachtengruppe aus allen Gegenden des Reiches. — (Aufnahme [2]: Pfaff, Gießen.) Nach dem Abschluß der Darbietungen, kurz vor der Ankunft des Führers, wurden die Tanz- und Hutten, der politische Dichter. Von Robert Hohlbaum. Ursprünglich zum Mönch bestimmt, in Fuldas Klosterschule erzogen, blieb Hutten weltlich und wurde ein Gelehrter. Sein Leben gestaltete sich zuerst wie das anderer adeliger Herren der Zeit, aber schon, als er seine Fehde gegen den Herzog Ulrich von Württemberg begann, lauschte die deutsche Oeffentlichkeit auf. Dieser hatte Huttens Vetter umgebracht, und Hutten trat als Rächer der Sippe auf, mit dem ganzen Rüstzeug feiner gerechten Sache, mit seiner Klinge und mit feinem in Huttens Leben, feine B e t a nn i. w mit Luther. Der stolze Ritter beugt sich vor dem Mönche, der geniale Dichter stellt ihm ferne Waffe, das zündende Wort, zur Verfügung, er imrb em anderer. Hat er sich vordem mit kleinen Gegnern abgegeben, so findet er jetzt em 6^3 Ziel, dem er sich selbst, sein ganzes Wesen weiht. Nicht mehr lateinisch schreibt er, in dieser Stunde wird der nationale Hutten geboren, der sich dem> großen^deutschen Vaterlande unterorbnet; d^t er früher sein ,/acta est alea" gerufen, so singt er letzt sein hin reifendes ^rh han’s gewagt Mit Sinnen und trag deknöch kein Ne^' Vo'n nun ab schreibt und fingier nur mehr in deutscher Sprache. Ein abenteuerliches Leben rollt sich voruns ab* mit feinem Freunde Sicki n g e nfampft er als heiliger Rebell. — Aber er fallt nicht im Kampf. Dieses Leben endet traurig m einem furchtbaren Grau. Die Schweiz, die Insel Ufenau, bietet dem Wort. . . 6. Die Zeit, in der er lebte, war em Wendepunkt, auch er stand an der Grenze eines deutschen Zeitalters Wie heute entstand ein neues Deutschland aus Kampf und Not, wie heute ging es um bie Befreiung des deutschen Geistes aus feindlicher Gewalt. Seine ersten Schriften schrieb Hutten m lateinischer Sprache. Er schrieb ein schone^ elegantes Latein, er war eine der leuchtendsten Zierden des Humanismus, er war voll treffenden geistvollen Witzes, der namentlich in den sogenannten „Dunkelmännerbriefen" seinen Ausdruck fand. Hier finden wir eines der ersten Beispiele knoderner Satire. Die Gegner werden auf geniale Weise verspottet, m ihrem eigenen Ton, in i^rem (*Wnen JW*« Latem sind diese Briese geschrieben, so wie spater Ludwig Thoma in den „Briefen eines bayrischen Landtagsabgeordneten" seine Gegner auf so wirksame Weise bekämpfte. In diese Zeit fällt der entscheidende Wendepunk in Huttens Leben, feine Bekanntschaft mit Heimatlosen, Kranken, Verfolgten eine Heimstatt, und allein, in tiefster Verlassenheit stirbt der größte Kampfdichter des Deutschlands der beginnenden Neuzeit, nach Walter von der Vogelweide und vor Heinrich von Kleist der größte nationale Dichter deutscher Zunge. Darin liegt seine ungeheure Bedeutung. Deutschland war immer reich an stillen Lyrikern, reich an großen Erzählern, aber der Typus des „politischen Dichters" in des Wortes edler Bedeutung war bei uns nur sehr spärlich anzutreffen. Der Deutsche hat immer eine gewisse Scheu vor jenen Dichtern gehabt, die nicht nur Sänger, sondern in erster Linie „Rufe r" sind. Diese Dichter weihen sich einer Idee, die größer ist als sie, und dahinter tritt ihr Selbst zurück, trotzdem eben unter ihnen sehr starke und kraftvolle Persönlichkeiten zu finden sind. Ein Dichter hat uns Huttens Bild überliefert und erneuert, farbiger, monumentaler, als es die getreueste Lebensbeschreibung vermöchte, Conrad Ferdinand Meyer, der Schweizer, in dem herrlichen Gedichtzyklus „Huttens letzte Tag e". Es umfaßt nur Huttens letztes Lebensjahr, fein Vergehen, fein Erinnern, fein letztes Aufflammen und Sterben. Dieser Zyklus gehört zu den herrlichsten Dichtungen deutscher Sprache, er ist etwas ganz Eigenartiges, Einmaliges, gleich groß in seiner Kunst wie in seiner lauteren deutschen Gesinnung. Die Dichtung ist unter dem Eindruck der alorreichen Siege des Jahres 1870 entstanden, die Meyer selbst aus langer Untätigkeit zu genialem Schaffen weckten. Und was er dort über unseres Volkes Schicksal sagt, ist so groß und tief, daß es zu den unvergänglichen Merksprüchen nationaler Weisheit gehört. Hutten wird hier aus seiner Zeit gehoben ins Ewige, allgemein Gültige. Er ist der nationale Sänger, der deutsche Dichter, dessen Worte nicht mehr an sein Jahrhundert gebunden sind, die weithin tönen in die Gegenwart und Zukunft. Im Bilde Meyers werden wir künftig Hutten sehen, und wenn wir auch heute noch fein eigenes Kampflied mir Genuß und Ergriffenheit lesen, so klingt uns gleichzeitig das wundervolle Gedicht Meyers „Deutsche Libertät" im Ohr, das Tragik und Hoffnung deutschen Geistes und Werdens so wunderbar vereint: Geduld, ich kenne meines Volkes Mark, was langsam wächst, das wird gedoppelt stark. Geduld, was langsam reift, das altert spat; wenn andre welken, werden wir ein Staat. Unsere Sinne im Traumerlebms. Von A Turat. Versuche haben gezeigt, daß manch rätselhaftes Traumerlebnis auf die Einwirkung unserer Sinne zurückzuführen ist. Gerüche spielen in unfern Iraumerlebniffen im allgemeinen eine sehr nebensächliche Rolle. Wir träumen von einer herrlichen Blumenwiese oder von einer reich besetzten Tafel, riechen aber dabei weder die Blumen noch die Speisen. Aber gerade da haben Versuche gezeigt, daß solche Träume in der Regel durch Geruchseindrücke hervorgerufen werden. Ein Forscher benützte in einer Sommerfrische ein ganz eigenartiges Parfüm, das er dann ein Jahr ungebraucht hegen ließ, nachdem er heimgekehrt war. Nach Ablauf des Jahres beauftragte er seinen Diener, ihm in einer der nächsten Nächte während seines Schlafes etwas von dem Parfüm auf das Kopfkissen in der nächsten Nähe der Nase aufzuträufeln, wobei der Diener ihm nicht vorher sagen durfte, wann er dies tun würde. Nach dem Träufeln des Parfüms sollte ihn der Diener nach einer kurzen Weile wecken, damit er sich an seinen Traum erinnern könnte. Richtig träumte der Forscher von der vorjährigen Sommerfrische, als der Diener das Parfüm aufträufelte. Ein anderer Forscher machte ein ähnliches Geruchsexperiment mit zwei Parfüms. Das eine benutzte er, während er im Atelier eines Malers arbeitete, das andere, wenn eine junge Dame in das Atelier auf Besuch kam. Als er sich bann während des Schlafens von feinem Gehilfen die beiden Parfüms einzeln oder gleichzeitig aufträufeln ließ, träumte er prompt von dem Maleratelier und der jungen Dame, je nachdem die betreffenden Parfüms in den Riechbereich kamen. Der Geruch erzeugte also bei jedem Versuch einen Traum, der mit der unterbewußten Erinnerung an denselben Geruch zusammenhing. In gleicher Weise verursacht der Tastsinn Träume. Ein Forscher ließ sich in einer kalten Nacht während des Schlafens die Füße aufdecken und träumte sogleich von einer kalten Nachtfahrt, die er in einem Postauto gemacht hatte. Ein anderer legte an das Fußende eine Wärmeflasche und träumte von einer Aetnabesteigung, bei der er an der Bodenhitze gelitten hatte. Ein Aegyptologe wurde bei einer Forschungsreise von dem landesüblichen Augenleiden befallen, das nach feiner Heimkehr geheilt wurde. Zehn Jahre später träumte er von der damaligen ägyptischen Forschungsreise und erkrankte nach einigen Tagen an einem Rückfall in das Augenleiden. Hier wurde der leise Reiz, der als Vorläufer der kommenden Erkrankung auftrat, im wachen Zustand nicht empfunden, weil das Gehirn des Gelehrten anderweitig stark beschäftigt war. Im Schlaf dagegen spannte das Gehirn aus und damit stieg der Reiz der kommenden Krankheit genügend stark über die Schwelle des Unterbewußtseins herauf, um als Traumbild Gestalt zu finden. Zur Prüfung der Wirkung des Geschmackssinnes las ein Forscher mehrmals eine sehr anschauliche Stelle eines Gedichts und malte dann die betreffende Szene. Dabei hielt er ein Stück Jriswurzel im Mund. Nach einer Weile mußte ihm der Gehilfe während des Schlafes eine Jriswurzel sachte, zwischen die Lippen schieben, und dadurch entstand ein Traumbild, bei dem die gelesene und gemalte Szene lebhaft erschien. Gehörseindrücke sind sehr ausgesprochene Traumerreger. Irgendein jähes Geräusch, das Schlagen eines Fenster- oder Türflügels, das Knacken der Bettstatt, ein umfallendes Tischchen, erzeugen Träume, in denen Kanonen- oder Gewehrschüsse die Hauptrolle spielen. Ein Forscher tanzte mit zwei Damen mehrmals je einen bestimmten Walzer und ließ sich dann während des Schlafes die beiden Walzermelodien durch Spieluhren Vorspielen. Bei jedem der beiden Walzer träumte er von der betreffenden Tänzerin. Im Schlaf wird jene Gehirnseite stärker durchblutet auf der unser Kopf liegt. Dadurch werden auf dieser Kopfseite die Hirnzellen stärker angeregt und die darin enthaltenen Vorstellungsbilder treten im Traum stärker hervor. Infolgedessen wechselt jäh das Traumbild, wenn man sich während des Schlafes auf die andere Seite dreht. So endet manchmal plötzlich ein angenehmer oder ein widerlicher Traum, um sich in das Gegenteil zu verwandeln, weil wir uns schlafend umgewendet haben. Bei diesen Versuchen ist die physiologische Einwir- Fung auf unser Hirn und damit auf unsere Traumvorstellungen deutlich erkennbar. Unglaublich ist die Schnelligkeit, mit der Traumbilder abrollen. Man träumt in Sekunden Traum- erlebnisse, die sich scheinbar auf Stunden, ja Tage erstrecken. Dgs Gehirn arbeitet im Schlaf mit einer fieberhaften Geschwindigkeit, weil unsere bewußte Kontrolle über unfern Denkapparat ruht. Ein Zusammenhang zwischen den wachen Erlebnissen und den Träumen ist selten gleichzeitig. Träume schweifen meist zurück in eine weite Vergangenheit und verwirren sich dabei zu Erinnerungsvermischungen, die einen grotesken und unwahrscheinlichen (9et fanttausdruck finden. .. .. Spielgruppen ebenfalls in das Spalier eingereiht, wo unserer hessen-nassauischen Gruppe das Glück beschieden war, im Spalier gegenüber dem Stufen- aufgang zu stehen, von wo aus der Führer den Mittelweg betrat. Sie hatte die große Freude, den Führer, der sich besonders lange bei den Trachtengruppen aufhielt und vielen die Hand reichte, zweimal begrüßen zu können, und zwar einmal auf seinem Wege nach der oberen, dann auf feinem Gang nach der unteren Tribüne. Unvergeßlich wird allen Trachtenträgern der langersehnte Augenblick bleiben, in dem sie dem Führer in die Augen schauen, oder sogar von ihm einen Händedruck erhalten konnten. Strahlende Freude leuchtete aus allen Gesichtern der Volksgenossen, als der Führer mitten unter ihnen weilte. Hochbefriedigt von dem großen und unvergeßlichen Erlebnis dieses Tages fuhr unsere Trachten- aruppe nach dem Abschluß der Feier vom Bücke- berg wieder nach ihren Quartieren zurück. Am gestrigen Montag früh trat ein großer Teil der Trachtengruppe im Autobus die Rückfahrt nach den Heimatorten an, während unser Heimatdichter Gg. Heß und 8 Trachtenpaare aus dem Schlitzerland bis zum Donnerstag mit den Landarbeiterurlaubern aus Hessen-Nassau einige Fahrten nach dem Teutoburger Wald unternehmen, um auf diesen Fahrten und bei einem Kameradschaftsabend mit ihren Darbietungen aus dem heimatlichen Volkstum zu unterhalten. Aus der Provinzialhauptstadt Neue Saat. Das Erntedankfest ist vorbei. Das gesamte deutsche Volk hat es in Gemeinschaft mit den Bauern gefeiert. Wohl war es ein nasses und mühevolles Jahr, aber wir brachten Gott doch unseren Dank dar für die Ernte. Mit Zuversicht können wir in die Zukunft schauen. Kühl wehte schon der Wind, und dunkle Wolken zogen am Himmel dahin. Doch lag auf allen Gesichtern Freude und der Abglanz eines frohen Tages. Das Erntedankfest ist für unsere Bauern ein großer Feiertag. Aber noch ist viel zu tun. Im Felde warten die letzten Kartoffeln und die Dickwurz. An den Bäumen hängen noch Aepfel und Birnen. Eine Ruhepause gibt es nicht. Die Nächte werden kalt. Es friert. Aber unverdrossen schirrt der Bauer feine Pferde am frühen Morgen an und fährt hinaus in den dämmerigen Morgen. Er sitzt nicht auf dem Wagen, er geht nebenher, denn eisige Lust weht ihm entgegen. Sein Pfeifchen brennt, und der Atem der Pferde mischt sich wie Dampf mit dem Rauch des Tabaks. Der Acker ist leer. Noch vor wenigen Tagen ratterte hier die Maschine und schleuderte die Kartoffeln aus der Erde. Willige Helfer lasen die Knollen auf und füllten die Säcke. Lachen und stohe Zurufe schwirrten über das Feld. Dann wurde der Segen heimgesahren. Nun ist die Erge genügend abgetrocfnet. Knecht und Magd sind drüben auf dem Acker und ernten die Dickwurz und Kohlraben. Der Bauer aber spannt die Pferde vor den Pflug. Dem Boden wird keine Ruhe gegönnt. Die blinkende Pflugschar reißt die Erde auf. Sie ist noch feucht, und der Pflug geht tief. Am Ende des Ackers rastet der Bauer für kurze Zeit, holt tief Atem und überschaut die stisch gezogene Furche. Wie angewachsen steht er, wie mit der Erde verwurzelt. Dann wendet er geruhsam, und wieder schneidet das glänzende Eisen tiefe Furchen in das Land. Die Ernte wurde geborgen. Neues Leben soll sich im Erdenschoß regen. Es gibt keinen Stillstand. Ringsum liegt die dampfende, erwartungsvolle Erde, von schweren Nebeln bedrückt, kalter Wind reißt die bunten Blätter von den Bäumen. Der Herbst ist da, und der Winter folgt bald. Aber unbezwingbar ist das Leben. Neue Saat soll keimen und neues Brot bringen. Die Sonne schaut für kurze Augenblicke hinter den Nebelfetzen und Wolken hervor. Der Acker ist fertig gepflügt. Während einer kurzen Rast am schützenden Wagen wird bas Frühstück eingenommen. Dann kommt die angehängte Säemaschine zu chrem Recht. Ihr Bauch wird mit goldenen Körnern gefüllt. Schon ziehen die Pferde die Maschine übers Land. Gleichmäßig, in schnurgeraden Rillen werden die Körner in bas Erbreich versenkt. Zur Mittagszeit hat ber Bauer seine Arbeit beendet, hängt Wagen und Maschine wieder zusammen MMliesiillsiiAii Vornan von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 16. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Leonhardt und Herdegen flitzen ab, und ©unter» mann nimmt die Zigarre aus dem Mund, als er den funkelnden Wagen vor sich sieht. Der sieht ja fast noch besser aus als damals, als er ihn verschenkt hat. Da könnte sich Herder eine Scheibe von abschneiden und sich ein Beispiel dran nehmen. „Wenn es nicht unbescheiden ist und es Ihre Zeit erlaubt, bitte ich Sie um eine kurze Fahrt, Herr ©Untermann. Die ist nötig, damit ich weitersprechen kann." ©Untermann ist belustigt, er hat auch nichts weiter vor, als die Abendzeitung zu lesen, seine Frau ist im Theater, ein Männergespräch in der Abendstunde ist nicht zu verachten. Außerdem hat er für den Retter seines Jungen noch immer eine Menge übrig. Er setzt sich in den Wagen und harrt der Dinge, die da kommen sollen. Es geht erst ganz gemütlich durch ein paar Straßen, aber als sie ins Freie kommen, erlebt er ein blaues Wunder. Sie rasen los, daß er sich unwillkürlich sesthält, er wartet daraus, daß der Wagen irgend etwas tut: entweder zerknallt oder durch die Luft fliegt. Es ist doch nicht möglich, daß das — „He, junger Mann! Anhalten! Sie haben ja den Teufel im Leib!" Im Wolde stoppt. Er dreht sich um und fragt: „Hübsch, was? Aber es ist Ihr alter Wagen, Herr ©Untermann, ich habe mir ein bißchen den Motor hochgekitzelt, und wenn es recht ist, fahren wir wieder nach Hause." „Aber bitte etwas dusemang! Mir bleibt hier hinten ja die Lust weg", bittet ©Untermann. Im Stillen freut er sich über den blonden Schopf am Steuer. „Ich lasse was Kräftiges anfahren, meine Herren. Setzen Sie sich unter die Linde, ich bin sofort zurück", sagt er geschäftig, als sie wieder aussteigen. „Halt den Daumen, Julius!", knurrt Leonhardt. und fährt heimwärts. Er hat fein Werk getan. Er hat neue Saat ausgelegt für das kommende Jahr. Nun kann der Winter kommen. Der Bauer weiß, daß die Körnchen wohlgeborgen in der Erde liegen, daß sie keimen und wachsen werden, daß auch der rauhe Ostwind ihnen nichts anhaben kann. Und im ©eiste sieht er schon seinen Acker mit den hochgewachsenen Halmen im Winde sich bewegen. H. Jahrgang 1915. Zur Einstellung des Jahrgangs 1915 in die Wehrmacht richtet ein Angehöriger des Jahrgangs 1914 ein Wort an seine jungen Kameraden: NSG. An einem Tag im Manöver, irgendwo auf einem Sturzacker, mitten im Gefecht des Regiments, fand ich ein stark verrostetes Hufeisen. Glück auf dem nächsten Manöverball? Keine halbe Stunde war ich Besitzer dieses eisernen Glückbringers, als uns in einer Ruhepause die Verlängerung der aktiven Dienstzeit auf zwei Jahre mitgeteilt wurde. Seien wir ehrlich — diese Nachricht schlug in der Kompanie wie eine Bombe ein. „Zivile" Hoffnungen und Wünsche mußten auf ein Jahr zurückgestellt werden. Nur einer, unser Pferdehalter und Blitzdichter, erfaßte sofort die neue Lage. Auf Anhieb aktualisierte er sein schon vor Wochen verfaßte Reservelied, das das ganze Bataillon mit Begeisterung sang: uns an, daß er es „seelisch" nicht aushalte. Er hat es „seelisch" ausgehalten — die Einzelausbildung, Truppenübungsplatz und Herbstmanöver. Auch er hat gelernt, daß es beim preußisch-deutschen Kommiß nicht darauf ankommt, ob man mit den neuen Eindrücken, die allenthalben auf einen einftürmen, „seelisch" fertig wird. Kommiß heißt Gemeinschaftsleben, Unterordnung, sich bedingungslos fügen. Wer die Voraussetzungen für ein männliches Leben aus dem Dienst in der Bewegung mitbringt, findet sich schnell zurecht, den anderen hilft die Kameradschaft. Das was wir nach einem Jahr Dienst in der Wehrmacht den jungen Kameraden vom Jahrgang 1915 zu sagen haben, soll nüchtern und sachlich fein. Prahlerei ober Angeberei ist ebenso töricht, wie die Verbreitung von Fabelgeschichten. Wir wollen dabei nicht verschweigen, daß uns der Dienst manchmal schwer gefallen ist. Wir wollen unsere neuen Kameraden nicht im unklaren darüber lassen, daß wir oft die Zähne zusammengebissen haben. Für persönliche Wünsche ist bei der Erfüllung der Wehrpflicht kein Raum. Aber der Rekrut soll sich immer vor Augen halten, daß er niemals allein steht, daß neben ihm Kameraden marschieren, die ebenso empfinden wie er, und die einspringen, wenn es not tut. Als Nationalsozialisten haben wir nach den Worten des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht zu denken und zu handeln, die er 1935 auf dem Parteitag der Freiheit den jungen Soldaten des neuerstandenen Volksheeres zurref: „Wenn ihr meint, euer Opfer wäre zu groß, Komödie „Gustav Kilian, Manufakturwaren en gros und en detail, gegr. 1821, obere Gasse Nr. 19* von Harald Bratt, unter der Spielleitung des In« tendanten, in Szene. Das Stück fand bei feinen Aufführungen in Gießen herzhaften Beifall und löste ungeteilte Heiterkeit aus. Dauer von 20 bis 22.45 Uhr. Vortragsabend der Klavierschule Korner. Die Klavierschule Minna Körner veranstaltet am Sonntag, 11. Oktober, im Saal ihrer Schule einen Vortragsabend. Zur Ausführung kommen deutsche und norwegische Werke. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Nord. Betrifft: Gemeinschaftsempfang der Eröffnung des Dinterhilfswerkes 1936/37 am Dienstag, 6. Oktober 1936. Der ©erneinschaftsernpfang findet für die Ortsgruppe Gießen-Nord pünktlich um 20 Uhr im Eaf6 Leib, Walltorstraße, statt, HJ.-Gefolgschaft 2/116, BDM.-Mädelgruppe 2/116, sowie die Amtswalter der DAF., Ortsgruppe Gießen-Nord, müssen spätestens um 19.45 Uhr vor dem Caf6 Leib anae- treten sein. Die Amtswalter und Helfer der NSV. und NS.-Frauenschaft, Ortsgruppe Nord, müssen ebenfalls bis spätestens um 19.45 Uhr ihre Plätze eingenommen haben. Die Politischen Leiter der Ortsgruppe Nord treten um 19.30 Uhr pünktlich vor der Geschäftsstelle, Walltorstraße 16, an. Alle sonstigen Partei- und Volksgenossen, die dem Gemeinschaftsempfang beiwohnen wollen, haben pünktlich im Caf6 Leib anwesend zu fein. Thomas, Ortsgruppenleiter. Amt für Dolkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Ost. Vetr. Lebensmittel-Opferring. Die Sammlung wird Dienstag, 6., und Mittwoch, 7. Oktober, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen oereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung oorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Ab 1. Oktober kommt die Sammlung dem Winterhilfswerk flupute. Es wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern. Gießen-Mitte. Bett. Pfundfammlung. Am Mittwoch, 7. Oktober, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS. Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarte zur Quittungseinzeichnung bereitzuhalten. Die Sammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. wieder auf alle Volksgenossen. * Der Führer eröffnet das Winterhilsswerk 1936/37 Heute, Dienstag, 6. Oktober, 20 Uhr. An jeden Volksgenossen wird das Mnkerhllfswerk des deutschen Volkes herantreten. Für jeden Volksgenossen wird es daher von Bedeutung fein, die Rede des Führers zu hören. Die Rede des Führers wird über alle deutschen Sender übertragen. Die Gießener Ortsgruppen führen anläßlich der Rede einen Gemeinschaftsempsang durch: 1. Gießen-RNtte im Großen Hörsaal der Universität. 2. Giehen-Rord im CasL Leib. 3. Gießen-Ost im Schühenhaus. 4. Gießen-Süd im Studentenheim. Alle politischen Leiter, alle NSV.-Waller und -Helfer, alle DAF.-Valter, die RS.-Irauenschaft, HI. und BD2IL nehmen an dem Gemeinschaftsempsang teil. Die Beteiligung der 52L, SS. und RSKK. wird folgendermaßen eingeteilt: Die gesamte Gießener SA^ außer Marine-SA., im Lass Leib. RSKK. im Großen Hörsaal der Universität. Marine-SA. im Studentenheim. SS. im CafL Leib. Die Volksgenossen werden zu diesem Gemeinschaftsempsang eiageladen. Kreisleitung der NSDAP. Dettersv. Mutter, laß den Anzug da, denn wir dienen noch ein Jahr. Klopp Parademarsch und Griff, Noch ein Jahr der stramme Schliff ... Wir vom Jahrgang 1914 dienen ein zweites Jahr. Die älteren Kameraden ziehen den Waffenrock aus, um ihn den „Neuen" zu geben, die in diesen Tagen in die Kasernen einrücken. Sie wissen von vornherein, daß sie für zwei Jahre das Zivil mit der Uniform vertauschen. Sie finden in uns, den „Alten", Kameraden, die erst vor knapp zwölf Monaten die Schmerzen und Nöte des Rekruten am eigenen Leib erfahren haben. Die Erinnerung daran, wo uns in den ersten Wochen der ©Hefei drückte, ist bei uns noch frisch. Sie weckt in uns kein Gefühl der Ueberlegenheit, sondern verpflichtet uns zur Kameradschaft. Soldatenleben — Soldatendienst sieht in Wirklichkeit häufig ganz anders aus, als cs den jungen Wehrpflichtigen geschildert wird. Ich weiß nicht, in welcher Welt der Kamerad, der sich auf unserer Stube zunächst völlig von uns abschloß, bis zum ersten Antreten auf dem Kasernenhof gelebt hatte. Als er allein nicht mehr weiter kam, vertraute er dann denkt an die Taten eurer Väter im Weltkriege. In einer Stunde Trommelfeuer haben sie größere Opfer gebracht, als ihr sie in eurer Dienstzeit im Frieden bringt." Schütze Georg Wallmann. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr, „Reims". — Gloria- Palast: „Moral". — Lichtspielhaus: ,Hilde und die 4 PS". Stadttheater Gießen. Heute abend findet die erste Wiederholung von „Reims" statt. Drama von Friedrich Bethge. Spielleitung: Theodor H a e r t e n. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Die Vorstellung findet als 3. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. = Stadttheater Gießen: Spielplan- änberung für die NS.-K ulturgemeinde. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die für die erste Vorstellung des Theaterrings der NS.-Kulturgemeinde am Samstag, 10. Oktober an» gekündigte Aufführung von „Donna Diana" findet nicht statt. Dafür geht die entzückende „Kattun"- ** Medizinische Fakultät der Universität Gießen. Der vom 11. bis 17. Oktober angesetzte allgemeine Fortbildungskurs der Medizinischen Fakultät Gießen fällt aus. Der Kurs über Unfallbehandlung und Unfallbegutachtung am Freitag, 16. Oktober, und Samstag, 17. Oktober, findet statt. ** Sonntagsrückfahrkartenzum Bauerntag der K r e i s b a u e r n s ch a f t >Oberhessen-West in Friedberg. Für den Besuch des Bauerntages der Kreisbauernschaft Ober- Hessen-West, der bekanntlich vom 10. bis 14. Oktober in Friedberg stattfindet, ist seitens der Reichsbahn insofern eine Erleichterung gewährt worden, als von Samstag, 10. Oktober, 0 Uhr bis Dienstag, 13. Oktober, 24 Uhr von allen Stationen im Umkreis von 75 Kilometer um Friedberg Sonntagsrückfahrkarten nach Friedberg gelöst werden können. Die Sonntagsrückfahrkarten-Ausgabe ist jedoch beschränkt auf die Stationen des Volksstaates Hessen und des Regierungsbezirkes Wiesbaden. ** Von einem Motorradfahrer u m gern n n t. Am gestrigen Montagabend ereignete sich an der Ecke Goethestraße—Hindenburgwall ein Verkehrsunfall. Dort wurde ein Gießener Einwohner beim Überschreiten der Fahrbahn von einem Motorradler umgefahren. Der Mann mußte mit einem komplizierten Knöchelbruch am rechten Bem von der Sanitätskolonne der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. Der Motorradler blieb unverletzt. ** Zusammen st oß zwischen Lastauto und Motorradler. Am gestrigen Montag gegen 15 Uhr ereignete sich auf der Landstraße „Das Debüt war gut, rede nun verständlich und nicht wie ein Buch mit sieben Siegeln, sonst versteht er es nicht. Guck dir mal den dort an." "Das ist der Chauffeur, der ist mir damals auch ausgefallen, nicht wegen seiner schicken Uniform, sondern wegen seiner erschütternden Sachkenntnis, der fährt dir mit Anstand jedes Jahr einen Wagen zu Klump. Den sticht jetzt sein alter Patient in die Nase, der Junge wird sich wundern, was aus dem für ein feuriger Knabe geworden ist." „'n Abend, Herr Kollege! Kennen Sie chn wieder? Probefahrt gefällig?" „Ich habe vorhin schon ein bißchen was gesehen, allerhand Sachen!" „Lassen Sie sich das mal erklären, Herder, das lohnt sich." ©Untermann ist mit einer Kiste Zigarren miebergefommen und winkt Leonhardt und Herdegen heran. „Ich möchte ja nun auch gerne wissen, was da passiert ist!" Bereitwillig gibt ihm Wolde Auskunft. Er macht es ausführlich und hat Spaß daran, den eleganten Chauffeur ein bißchen aufs Glatteis zu führen. Der macht es ja mit „3a, ja" und „Sicher" und „Ganz richtig" und hat im übrigen außer verheimlichter Hochachtung für den „Nichtfachmann" roeni-g Verständnis. Es geht seinem Herrn nicht viel anders, für ihn ist aber entscheidend, was er selber erlebt hat, und das war allerhand. „Und Sie sagen, daß man das mit jedem Wagen machen kann?", will er wissen. "Mit jedem. Auch mit Ihrem!", versicherte Herdegen. „Wie wärs, Herder?" Der bekommt einen dunkelroten Kops und fängt an zu stottern. „Haben Sie keine Angst. Ich bin schon zufrieden, wenn Sie mir den Wagen gut behandeln und endlich mit mehr Gefühl schalten würden. Und nun ihre Frage, Herr im Wolde, deshalb kamen Sie doch hauptsächlich? Aber bitte gemütlich unter dem Lindenbaum!" „Wie geht es Ihrem Jungen, Herr ©Untermann, ich hätte ihm gern einmal guten Tag gesagt," fragt Leonhardt, ehe er sich setzt. „Er ist früh in die Falle gegangen, weil er zeitig hoch muß. Ausmarsch mit der HI. Und nun legen Sie mal los!" Es bleibt ein paar Minuten ganz still, der Rauch der Zigarren ringelt sich in die laue Abendluft, ein paar Mücken summen mit hellem Ton um die Köpfe der Männer, und in den Gläsern perlt ein spritziger Mosel. „Wenn ich es kurz machen darf, Herr ©Untermann: ich brauche Geld. Nicht für mich, sondern für den Wagen. Den Beweis, daß ich etwas davon verstehe, habe ich Ihnen erbracht. Jetzt geht es mir aber um mehr, das war nur ein Privatspaß, und ich bin gern bereit, mir Ihren Wagen daraufhin auch einmal anzusehen. Wir haben nun bald in ganz Deutschland die fertigen Autobahnen. Dazu brauchen wir auch die richtigen Wagen. Die Straßen verringern durch ihre Ausmaße und Anlagen die Gefahr auf ein Minimum, sie ermöglichen eine Reisegeschwindigkeit von 200 Stundenkilometer. Mit den augenblicklichen Konstruktionsprinzipien schafft das kein Wagen, ohne empfindlichen Schaden zu erleiden." Leonhardt macht eine kurze Pause, damit ©Untermann sich mit dem, was er zu sagen hat, etwas vertraut machen kann. Verstohlen blickt er zu seinem Kameraden Herdegen hinüber. Der nickt kurz und zustimmend zurück. „Man kann vielleicht auf zwei ganz verschiedenen Wegen zur Erledigung des Zieles und somit zum vorteilhaftesten Autobahn» wagen kommen: durch die richtige Konstruktion des Fahrgestells und seiner Maschinenanlage, einschl. Kraftübertragungsorgane, oder eine andere Formgebung des ganzen Fahrzeuges, abweichend von der heutigen. So gibt es einen Weg, beides zu vereinen. Mein Kamerad Herdegen baut auf die Formgebung, ich auf das Fahrgestell. Man könnte versuchen, die augenblicklichen Konstruktionsgegen- sätze zwischen Heckmotor und Frontantrieb auszugleichen, sodaß beide Prinzipien gleichzeitig angewendet werden." „Augenblick!", sagt ©Untermann interessiert und wiederholt die letzten Sätze. Ingenieur Herdegen hat mit steigendem Interesse ßugehört, was der Kamerad da entwickelt, ist per» Dämmt aktuell. Soviel Kenntnisse und Einfühlungsvermögen in die Materie hätte er ihm nun doch nicht zugetraut. Er schaltet sich fast erregt in die Ausführungen Leonhardts ein. „Da könnte man ja auch bei zwei Motoren ein stark übersetztes Getriebe anwenden und braucht bei hohen Endgeschwindigkeiten keine Angst zu haben, daß die Maschinen überdreht werden. Dazu kommt eine ideale Gewichtsperteilung. „Verzeihen Sie, Herr ©Untermann, aber was da mein Kamerad anregt, ist mir selber neu und überrascht mich. Das — ist nämlich — allerhand Leonhardt." ©Untermann raucht dicke Wolken. Er ist immer ein guter Geschäftsmann gewesen und hat es mehr mit dem Fortschritt als mit dem Rückschritt gehalten. Er rechnet schon, aber da er mit Motorbau nicht ganz vertraut ist, kommt er nicht weit. „Was wollen Sie nun von mir, Herr im Wolde? Geld, sagten Sie vorhin. Wozu?" „Ich muß erst mal eine Werkstatt haben, ich brauche das vorhandene Konstruktionsmaterial, wie Motoren, Antriebsorgane für Heck- und Frontantrieb. Ich muß jetzt erst einmal ein ganz neues Chassis bauen, und das kostet eben, mein Werkzeug reicht auch nicht ganz aus." „Die Summe?" fragt knapp ©Untermann, das Projekt hat ihn, es wäre eine Chance, um zu verdienen. „Ein paar tausend Mark, Herr ©Untermann, vielleicht Pier". Leonhardt ist blaß geworden, das Herz dröhnt ihm wie ein Hammer gegen die Rippen, aber keiner merkt es, weil keiner feine wahre Besessenheit für Maschinen kennt. „Kommen Sie mal mit, meine Herren!" Schweigend gehen sie hinter dem Hausherrn her. Der führt sie durch den Garten, auf einen freien, unbebauten Platz. Ein Holzhäuschen steht da, eine Pumpe, Gartengeräte liegen herum und Kinder- spielzeug. „Hier sollte vor einem Jahr mal ein Tennisplatz her, ich habe den Plan dann aufgesteckt. Jetzt toben die Kinder herum, und Herder hat einen kleinen Geräteschuppen hergesetzt. Ich stelle Ihnen den Platz für Ihre Werkstatt zur Verfügung, mich interessiert Ihr Problem, meine Herren, und ich hätte mich dann auch gern hin und wieder von der Arbeit und ihren Fortschritten überzeugt. Außerdem sparen Sie die Miete. Ich bewillige das Geld, die Werkzeuge kann ich ergänzen, soweit es notwendig istt Einverstanden?^ (Fortsetzung folgt.) Der Bauerntag in Friedberg. Vom Kreisbauernsührer der Kreisbauernschasi Obechessen-West, Ott. Der vom 10. bis 14. Oktober in Friedberg stattfindende Bauerntag der Kreisbauernschaft Ober- Hessen-West mit der damit verbundenen Heimctt- und Lehrschau ist ein Rechenschaftsbericht der geleisteten Bauernarbeit eines Jahres, zugleich aber auch ein Ansporn zur freudigen weiteren Mitarbeit am Aufbau unseres Vaterlandes auch in kommenden Zeiten. TNilliardenwerte gehen alljährlich der deutschen Volkswirtschaft verloren durch Verderb wertvoller Nahrungsgüter. Auch du sicherst die deutsche Nahrungsfreiheit, indem du der Parole folgst: Kampf de.m Verderbt Dauernarbeit ist hart und schwer, ihr Erfolg hänat mit von den unbestimmbaren Witterungs- einflussen ab. Wird, wie schon so oft, diese harte Arbeit einmal am Ende eines Jahres durch eine schlechte Ernte nicht gelohnt, so hält das doch unser Landvolk nicht davon ab, im nächsten Jahre mit demselben Fleiß und mit derselben Zähigkeit wie vorher seinen Boden zu bestellen, zu säen und zu schaffen im festen Glauben an eine neue Ernte. Es tut dies nicht um des Gewinnes willen, etwa nur um Geschäfte zu machen und zu verdienen, sondern weil in ihm das Bewußtsein verankert ist, der Nährer und Erhalter des Volkes zu sein. Wir können mit Stolz heute sagen, daß sich in unseren Tagen das Landvolk dieser hohen und heiligen Aufgabe voll bewußt ist. Wie der Bauer heute an diese Aufgabe herangeht, um sie zum Wohl der Gesamcheit zu lösen, wie ihn der Reichsnährstand dabei unterstützt und belehrt und ihm die Ziele und Richtlinien weist, und wie der Führer unser deutsches Landvolk zur Grundlage des Wiederaufbaues unseres ganzen Volkes bestimmt hat, das zeigt der Bauerntag unserer Kreisbauernschaft Oberhessen-West und die Heimat- und Lehrschau. Alle Männer und Frauen, die Jugend der Dörfer unserer schönen Kreisbauernschaft, werden durch ihre Teilnahme am Bauerntag in Friedberg beweisen, wie sehr sie mit den ihnen gestellten Aufgaben verbunden sind und wie tief sie in der heiligen Volksgemeinschaft wurzeln, die wir unserem I Führer zu verdanken haben, und der ihre Lebensarbeit gilt. Flugzeuge bedrohen den Viehbestand. Diele deutsche Bauern können sich nicht vorstellen, daß im Kriege auch ihr Heimatdorf von feindlichen Fliegern bedroht ist. Sie glauben nur an Gefahren für die große Stadt. Das ist falsch. Im Ernstfall sind Stadt und Land bedroht. Der Gegner wird sich nicht scheuen, seine Flugzeuge zu vollem Einsatz zu bringen, um die Widerstandskraft des Volkes zu erschüttern und zu brechen. Er kann es tun, weil die Flugzeuge viel leistungsfähiger find als 1918, und er wird es tun, weil er durch Vernichtung von Viehbeständen die Ernährung des Volkes in Frage stellen kann. Deshalb muß auch der Bauer in vollem Umfang an der Vorbereitung des Selbstschutzes in der Heimat teitnehmen und schon im Frieden alle erforderlichen Maßnahmen treffen. Man kann nicht früh genug beginnen. Jrn letzten Augenblick ist es zu spät. Selbstverständlich ist das wichtigste die Sorge um die Erhaltung des Viehbestandes, weil die größte Gefahr durch Brände und Rauch entsteht. In vielen Fällen wird es möglich sein, Pferde, Rinder, Schweine, Schafe usw. nicht in den Ställen, sondern auf den Weideplätzen und in den Wäldern unterzubringen. D i e plötzliche Ueberführung der Tiere muß geübt sein. Das notwendige Personal muß genau eingeteilt sein; Räumungstrupps müssen zusammengestellt werden. Futter- und Tränkestellen sind anzulegen; man kann auch — wenn örtliche Verhältnisse es erlauben — daran denken, das Vieh in Kriegszeiten in abgelegenen Stallungen unterzubringen. Die Hauptsache ist, daß die Anweisungen zur Räumung der Ställe frühzeitig gegeben werden und jeder seine Aufgabe genau kennt. Gleichzeitig muß dafür gesorgt werden, daß Tiere, die in den Wintermonaten dem Aufenthalt im Freien nicht gewachsen sind, auf die vorhandenen Ställe verteilt werden. Alles muh von dem Standpunkt betrachtet werden, daß angreifende Flieger unter dem Vieh möglichst wenig Schaden anrichten können. Da in vielen Fällen eine Unterbringung des Viehes im Freien nicht möglich ift, muß auch der Sicherung der Ställe besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Vor allem ist Schutz gegen Splitter und chemische Kampfstoffe nötig. Meist wird die Abdichtung der Stallöffnungen durch Stroh oder Mist in ähnlicher Weise, wie sie bei strenger Kälte üblich ist, genügen. Auch das Benageln oer Türen und Fenster mit dicken Säcken, die öfters angefeuchtet werden, ist vorteilhaft. Wichtig ist auch die Abblendung des Lichts in den Ställen; keinerlei Lichtstrahlen dürfen nach außen fallen. Da die ernsteste Gefahr im Entstehen von Bränden liegt, muß überall dem Feuerlöschwesen größte Beachtung geschenkt werden, hier kann und muß in allen Dörfern wesentlich mehr als bisher geschehen. Ueber die Wasserversorgung bei besonderer Brandgefahr muß man sich schon im Frieden klar werden. Die Anlage von Teichen und die Wiederinstandsetzung von Brunnen kommt in Betracht. Die Dorfbewohner müssen zu Hebungen zusammengefaßt werden. Frauen und Kinder sind schon im Frieden weitgehend auszubilden, damit sie im Kriege die abwesenden Männer ersetzen können. Neue große Aufgaben treten an Deutschlands Bauern heran. Sie müssen gelöst werden, wenn die Zukunft des Reiches gegen alle Angriffe von außen gesichert sein soll. Gießen—Marburg in der Kurve dicht hinter Lollar, bei Kirchberg, ein schwerer Verkehrsunfall. Dort stieß der auf seinem Motorrad fahrende Heinrich Letsch aus Groß-Seelheim bei Marburg mit einem kleinen Lastwagen zusammen. Dabei erlitt Letsch am Kopf und an den Beinen schwere Der- letzungen, die seine Heberführung in die Chirurgische Klinik erforderlich machten. Gondergericht in Gießen. Der 42jährige Karl Schmidt aus Butzbach war angeklagt, über die Wehrmacht abfällige Äußerungen gemacht, sowie ruhestörenden Lärm verursacht zu haben. Die Schuld des Angeklagten konnte bezgl. der Beleidigung nicht einwandfrei erwiesen werden weshalb der Angeklagte freigesprochen werden mußte. Wegen der Ruhestörung erhielt er eine Geldstrafe von fünf Mark, Hilfsweise ein Tag Haft auferlegt. Wegen Beleidigung der Reichsregierung verurteilte das Sondergericht den 59jährigen Max N a - lenz aus Danzig zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei. Monaten sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens. Der aus Hemelingen gebürtige 39 Jahre alte Wilhelm Heus hatte sich wegen Betrugs, Unter« fchlagung, sowie eines Vergehens gegen § 1 des Heimtückengesetzes (Beleidigung von Regierungsmitgliedern) zu verantworten. Der mehrfach, auch einschlägig vorbestrafte Angeklagte wurde zu 2'/- Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte ist im Laufe dieses Jahres in verschiedenen Städten Deutschlands herum- aereist, hat auf seinen Reisen angegeben, er sei holländischer Kaufmann, seine im Auto mitgeführ- ten Waren seien in Deutschland beschlagnahmt worden, er stünde zur Zeit ohne Geld da, und verlangte von den angegangenen Volksgenossen einen gewissen Betrag als Darlehen, den er, wie er an» gab, sofort nach seiner Rückkehr nach Holland beschaffen wolle. Bei diesen Gelegenheiten erzählte er in vielen Fällen Greuelmärchen und beleidigte Regierungsmitglieder. Oberhessen. 40 Jahre im Dienst. Der Gendarmeriemeister Georg von der Au in Lollar konnte am 3. Oktober auf eine vierzigjährige Dienstzeit zurückblicken. Der Jubilar war am 3. Oktober 1896 bei dem Dragoner- Regiment Nr. 23 in Darmstadt eingetreten und hatte dort bis zum 30. April 1909 gedient. Am 1 Mai 1909 trat er zum hessischen Gendarmerie- Korps über, wo er angestellt wurde. Er bestand dann die Gendarmeriemeisterprüfung und ist seit einer Reihe von Jahren als Gendarmeriemeister in Lollar stationiert. Von seinen Vorgesetzten wird er als gewisserhafter und tadelloser Beamter sehr geschätzt, ferner erfreut er sich infolge feiner vortrefflichen Charaktereigenschaften und seiner ausgezeichneten kameradschaftlichen Gesinnung bei seinen Kameraden, wie auch in weiten Kreisen der Bevölkerung großer Beliebtheit. ßbrung eines altenBanernqeschiechtes. dem alt- seit * U tf a (Kreis Schotten), 6. Okt. Am Dienstag, 6. Okt., feiern Herr Georg Schmidt und seine Ehefrau Elisabeths, geb. Döpfer, in Ulfa das seltene Fest der Eisernen Hochzeit. Schmidt ist Altveteran von 1870/71 und wurde bei Gravelotte schwer verwundet. Wie wir hören, beabsichtigt die Gemeinde, am Hochzeitstage der lieben Alten eine besondere Ehrung dadurch zuteil werden zu lassen, daß ein Gottesdienst in der Kirche abgehalten wird, an dem die ganze Gemeinde teilnehmen wird. Herr Schmidt ist 86. seine (Ehefrau 90 Jahre alt. Beide sind chrem Alter entsprechend noch sehr rüstig. 3n der Sandgrube tödlich verunglückt. * Butzbach, 5. Okt. Der Fuhrmann Häuser aus Hausen bei Butzbach war am heutigen Montagnachmittag in der Sandgrube bei Griedel mit dem Ausladen von Sand auf sein Fuhrwerk beschäftigt. Plötzlich kam eine umfangreiche Schicht des Erdreichs rasch in Bewegung und verschüttete den Mann vollständig. Sofort eingeleitete Rettungsarbeiten führten erst nach etwa Inständiger Ausgrabungstätigkeit zu dem Erfolg, daß man den Verunglückten aus dem riesigen Sandberg herausbringen konnte. Leider war inzwischen der Tod durch Ersticken eingetreten. Der bedauernswerte Mann hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. Seqelfluqzeua^ause in Schotten. Don der Michsautobahn im Kreise A'SkelV A Alsfeld, 5. Okt. Bei den Arbeiten an der Reichsautobahn an der Baustelle zwischen Alsfeld und Eifa sollte eine der dort eingesetzten Baggermaschinen nach einer anderen Stelle verbracht werden. Bei dem Transport über eine Wiese brach das 100 Tonnen schwere Gerät an einer sumpfigen Stelle fast zwei Meter tief ein. Die sofort eingeleiteten Arbeiten zur Hebung des Baggers führten bis jetzt zu keinem Erfolg. Es soll mit Hilfe besonders zu diesem Zwecke herbeizuschaffender Maschinen versucht werden, das schwere Gerät wieder zu heben und transportfähig zu machen. Das ungewohnte Schauspiel hatte am bauernführer L. Großhaus überreichte Landwirt Otto Z ö ck l e r die Ehrentafel für eingesessene Bauerngeschlechter, da feine Sippe 17 3 3 auf ihrem Hofe erbeingefeffen ist. Eiserne Hochzeit. anwesenden Ortsgruppen zur Parade vor dem verhüllten Flugzeug an. Der Propagandaleiter der Landesgruppe Richter sprach in eindringlichen Worten über die hohe Bedeutung des Segelflugsportes. Eine ungeheure Klein- und Vorarbeit werde durch diese Nachwuchserziehung für unsere Luftflotte geleistet. Der erste Arbeitsabschnitt, die Werkstattleistung, sei glücklich vorüber, nun beginne die Hauptarbeit, der Flugbetrieb und die Wehrfreudigkeit. Begeistert sprach er über die hohen, edlen Ziele der Fliegerei. Er nahm dann die Weihe und Taufe des Flugzeuges vor. Eine Flasche Sekt zerschellte, die Hülle des Flugzeuges fiel. Es führt den Namen der Heimatstadt Schotten. Bürgermeister Menge! überbrachte dann die Glückwünsche der Stadt Schotten und knüpfte dabei an das Stadtwappen an, den weißen Falken auf blauem Grunde, der auch auf das neue Flugzeug aufgemalt ist. Er richtete einen Appell an die Jugend, sich im Interesse der großen nationalen Sache freudig diesem herrlichen Sport hinzugeben. Der Leiter der Ortsgruppe Gedern Engel überbrachte die Glückwünsche der Ortsgruppe Gedern. Hierauf hielt Ministerialrat Ringshausen eine längere Ansprüche, deren tiefere Bedeutung darin lag, daß nicht der Mensch zu einer toten Maschine werden solle, sondern mit freudiger Hingebung an die Nation seine Seele und seinen Willen für sein Volk einsetzen muß. Reicher Beifall folgte den Ausführungen. Kreisleiter K r o m m sprach in seinem Schlußwort, im Hinblick an die Einweihung des Panzerschiffes „Scharnhorst", über die Bedeutung der Fliegerei für die nationalsozialistische Jugend. Sein Sieg-Heil galt dem Führer. Die deutschen Lieder wurden aefunqen. Danach folgte der gemütliche Teil. Der Stützpunkt Schotten wurde durch 4- Grünberg, 5. Okt. Die hiesige Erntedank- feier am Sonntagabend in der Turnhalle, die gut besucht war und im wesentlichen Darbietungen von HI., BDM. und Turnverein brachte, erhielt dadurch eine besondere Bedeutung, daß mit ihr die Ehrung eines über 200 Jahre alten Bauerngeschlechtes verbunden war. Orts- y. Schotten, 4. Okt. Der Segelflieger- Verfügung der Landesgruppe zur Ortsgruvpe Stützpunkt Schotten hatte gestern einen erhoben, die damit einen erneuten Auftrieb erfährt, großen Tag: Das von ihm erbaute Segels lug-, zeug wurde e i u g ° w - i h t Die Turnhalle war festlich geschmückt und sehr gut besetzt. Viele benachbarte Segelslieger-Ortsgruppen, so Gedern, Nidda, Ulrichstein, Butzbach, waren sehr stark vertreten. Die Landesgrupp- Hessen war durch ihren Prvpa- aandaleiter Richter vertreten Besondere Freude löste es aus, daß auch Ministerialrat Rings- hausen erschienen war. Nach einleitenden Musikstücken begrüßte dir Letter des Stützpunktes Schotten, Dr. Paul W e b e r, tue Gäste und teilte mit, daß an dem Flugzeug von der Schar 2267 Arbeitsstunden bis ^ Fertigstellung m freudiger Hingabe an die edle öadye geleistet worden feien. Sofort am nächsten Montag werde mit dem Bau des zweiten Flugzeuges begonnen. Alsdann traten sämtliche aktiven Flieger aller gestrigen Sonntag eine große Menschenmenge an die Hnfallstelle gelockt. Im Raum der Gemarkung Alsfeld ist nunmehr auch das große Bauwerk der Heberführung der Schwalm an der Straße Alsfeld — Altenburg in Angriff genommen worden. Landkreis Gießen. x» Watzenborn-Steinberg, 5. Okt. Eine Versammlung des Obst- und Gartenbauoereins fand am Samstagabend bei Mitglied Wilhelm Pfaff statt. Der Vorsitzende, Lehrer Rätter, sprach über den Obstbau in der Erzeugungsschlacht. Im vergangenen Jahre hat der Verein 140 Obstbäume für seine Mitglieder zum Verkauf gebracht. Auch in diesem Jahre soll ein gemeinsamer Bezug der Bäume stattfinden. Die vom Verein an- geschaffte Obstkelter wurde in diesem Herbst bereits von 30 Mitgliedern benutzt. Der Verein zählt 128 Mitglieder, eine Neuanmeldung kam hinzu. Für den kommenden Winter ist ein Vortrag geplant. Nach reger Aussprache wurde die Versammlung geschlossen. * Leihgestern, 6. Okt. Gestern abend wurde hier der auf dem Fahrrad von feiner Arbeit heimkehrende Walter Arnold von einem Viehtransportauto angefahren. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei eine Gehirnerschütterung und einige weitere Verletzungen, die seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik erforderlich machten. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 5. Okt. Die Bauern beginnen nun mit der Aussaat der Winterfrucht. Infolge der steten Feuchtigkeit gibt es Heuer zahlreiche Schnecken, doch haben die letzten kalten Nächte wohl ihrem Schädlingswerk Einhalt geboten. Eigentümlich ist es, daß es auch verhältnismäßig viel Feldmäuse gibt, die doch sonst nur in trockenen Sommern Vorkommen. Die Kartoffeln sind zum größten Teil geerntet. Im allgemeinen ist man recht zufrieden mit dem Ergebnis. Ganz versagt hat allerdings die Sorte „Industrie", die den vielen Regen nicht vertragen konnte. Alle andern Sorten dagegen brachten eine gute Ernte. Ganz vorzüglich sind in diesem Jahre die Dickwurz und vor allem die Kohlraben geraten. Zu der reichen Heu- unb Grummeternte, sowie zu dem vielen Grünfutter treten nun diese Hackfrüchte, sodaß es den Bauern leicht gemacht ist, chr Vieh durchzuhalten. Man sieht Aecker, auf denen kaum eine Dickwurz unter 5 kg zu finden ist. Allerdings handelt es sich hier um nur bestes und gut gedüngtes Land.— Trotzdem fast täglich mehrere Eisenbahnwagen und zahlreiche Lastautos mit Zwetschenladungen abgingen, hängt immer noch ein beträchtlicher Teil Asf Sonntag tim vier wäre ein großes Fußball-Spiel, halle Frau Knufsel gesagt, eine entfernte Bekannte von Hase's. Sie wußte es von ihrer Tochter Anni, und die wieder von einer Freun- I bin, die mit einem Sportler so gut wie verlobt roati Eine nette Gelegenheil, dachte sich Hase, den vielen Arger der letzten Tage zu vergesien . . . Aber draußen am Sportplatz - gähnende Leere! „IS um 8 Tage verschoben", sagte der Wachter, „hat ja extra drin gestanden!" Hase weiß mal wieder von nichts. Tja — hätte er Zeitung gelesen! Aus dritter Hand gibt'S „lange Leitung". Die r i ch 1' g e Nachricht bringt die Zeitung! Zwetschen. Der Preis für gepflückte Früchte ist im Ansteigen begriffen. Zur Zeit werden 8 RM. und mehr für den Zentner Zwetschen bezahlt. Alle Obstbaumbesitzer, die chre Bäume vorschriftsmäßig ge- spritz hatten und deshalb gutes Obst ernteten, können in diesem Jahre sehr zufrieden fein, wenn sie Aepfel verkaufen. Die Händler zahlen für tadelloses, schorffreies Obst sehr hohe Preise. So kosten zur Zeit bessere Tafeläpfel, wie Boskop, Landsberger, Blenheim usw. 15 bis 19 RM. je Zentner. Wirtschaftsäpfel kosten etwa 11 bis 12 RM. je Zentner. Das sind Preise, wie man sie in den letzten Jahren nie erhalten hat. — In den Gärten haben die letzten Frost nächte — es wurden drei Grad unter Null gemessen — die schönen Herbstblumen, wie Dahlien, Begonien usw. zerstört. Ebenso erfroren alle Tomaten und Bohnen. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg (Kr. Schotten), 5. Okt. Mit herzlichen Dankesworten und Glückwünschen konnte unser Ortsbauernführer Wilhelm Horst im Namen des Reichsnährstandes bei unserer Erntedank- feicr im Schlärbschen Saale an drei Arbeiter und Angestellte in unserem Dorfe für langjährige treue Arbeit schöne Anerkennungsdiplome überreichen. Alle drei sind im Forstbetriebe des Grafen Solms-Laubach tätig, und zwar Friedrich P a r r 29, Wilhelm Graf I. 26 unb Förster Karl Becker 24 Jahre. Kreis Alsfeld. § Alsfeld, 5. Okt. Am vergangenen Donnerstag fand auch hier ein Konzert der Luftwaffe zum Besten der NSV. statt. Der große Saal des „Deutschen Hauses" war bis auf den letzten Platz besetzt. Vor Beginn des Konzertes richtete der Kreisamtsleiter der NSV. Götz (Alsfeld) herzliche Begrüßungsworte an die Erschienenen und das Musikkorps der Luftwaffe. Rektor H f i n • g e r (Alsfeld) als Vertreter des Kreisleiters widmete ebenfalls der Kapelle und ihrem Leiter herzliche Begrüßungsworte namens der Partei. Er wies auf die Volksverbundenheit des neuen deutschen Heeres mit dem deutschen Volke hin. Das Konzert brachte allen Zuhörern einen ausgezeichneten Genuß. Bewunderung erregte die exakte musikalische Leitung und die hervorragende Klangfülle des Mu- sikkorps. Während der erste Teil des Konzertes sorgfältig ausgewählte Konzertstücke brachte, kam im zweiten Teil vorwiegend der militärische Charakter des Konzertes mit Militärmärschen zur Geltung. Den Abschluß des Konzertes bildete der große Zapfenstreich. Die künstlerisch hervorragenden Leistungen, die das Musikkorps unter der Leitung von Obermusikmeister Knauth bot, fanden stürmischen wohlverdienten Beifall. Gießener Vochenmorktpreise. * Gießen, 6. Okt. Auf dem heutigen Wochen markt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Matte 20 bis 25, Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 8, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8, Bohnen (grün) 15 bis 20, Hnterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 30, Rosenkohl 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 15 bis 18, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Kürbis 5 bis 6, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken 2 bis 5, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, Bd., 10, Aepfel 15 bis 28, Birnen 10 bis 15, Zwetschen 9 bis 10, Falläpfel 3 bis 6, Kartoffeln, 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,50 Mark. 'wAwutMAGGIs WÜRZE J Ihre Vorzüge sind: Feinheit des Aromas, hervorragende Würzkraft, vielseitige Verwendbarkeit und unbegrenzte Haltbarkeit. psjjä Im Laufe von 5 Jahrzehnten hat MAGGI3 Würze sich das Vertrauen von Millionen Hausfrauen erworben. II IJ Schottland Den Länderkampf Deutschland Abschluß der dkutsch-unganschen VesuchMrt HAUSFRAUEN! ACHTUNG! mittags 4 Uhr bis abends S'i2 Uhr. 6289P Hessisches Forstami Gießen. 6315V 6310 V Lebende Zur Bekämpfung guten des Frostspanners O .. .und zum Bauen Frische Fische SCHADE & FÜLLGRABE das alle er- Ein furchtbarer Unfall beendete die Rekordfahrten des Italieners Radice F o s s a t i auf der Mailänder Monza-Bahn vorzeitig. Der 27jährige italienische Rennfahrer, der sich in seiner Heimat schon verschiedentlich hervorgetan hatte, wollte mit einem 1100 Kubikzentimeter-Maserati die Weltrekorde über 1000 Meilen und 12 Meilen auf der Monza-Bahn verbessern. Schon bald nach Beginn der Jagd auf den Rekord wurde Fossati bei einer Geschwindigkeit von 150 km/st aus der Bahn geschleudert; der Wagen zerschellte und geriet in Brand. Schwerverletzt wurde Fossati aus den rauchenden Trümmern geborgen: Erstklassigen Violinunterrichl erteilt wieder in vollem Umfang leitet der englische Schiedsrichter H. Rattras (New Seaham), der auch beim letzten Pokalendspiel zwischen Arsenal und Sheffield United als Unparteiischer wirkte. In Dublin wird der bekannte Schotte Webb das Schiedsrichteramt übernehmen. Beide Begegnungen beginnen nach deutscher Zeit um 16 Uhr Frank gegenüberstanden. Für jeden Kegler standen zehn Kugeln zu werfen. Nach spannend-m Kampfe blieb „Bahn frei" mit 666 Holz gegen „Gut Holz" mit 622 Holz Sieger. Es wurden einige ffhr m-fuffni» opm-ir^n. von d-nen besonders ber- Am Sonntag, 27. September, hatten die deutschen Ungarnfahrer von Berchtesgaden aus unter Führung von Korpsführer Hühnlein ihre Besuchsreise nach Ungarn angetreten. Nach einer Woche sind sie nun am letzten Sonntag gegen Abend in München eingetroffen. Eine Fülle von neuen Eindrücken umschließt diese Woche für die Fahrer, eine Fülle von Erlebnissen im österreichischen Bruderland und in Ungarn. Rund 2500 Kilometer haben die Wagen zurück- qelegt. Ueberall, wo die lange Auto-Kolonne hin- kam. wurden die Fahrer herzlich begrüßt. Das gilt sowohl von der Rundfahrt durch Ungarn, wie auch von der Fahrt durch Ober- und Niederösterreich, die sich auf dem Rückwege zu einer wahren Triumphfahrt gestaltete. Die Teilnehmer wurden auf den Straßen von der Spalier bildenden Bevölkerung mit Blumen überschüttet. Am Sonntagmorgen nahmen die Ungarnsahrer, an ihrer Spitze Korpsführer Hühnlein, der Ehrenführer des NSKK., Herzog von Sachsen, Coburg und Gotha, Stabsführer von Bayer - Ehrenberg und der Präsident des DDAC., Frhr. von E g l o f f st e i n , Abschied von Wien, wo sie tags zuvor so gastlich ausgenommen worden waren. In Linz wurde ihnen vom oberösterreichischen Automobilklub ein warmer Empfang bereitet. Auf der Weiterfahrt legte dann Korpsführer Hühnlein am Grabe der Eltern des Führers in Leonding einen Kranz nieder. Auch in Braunau am Inn, dem Geburtsort des Führers, wurde den Vertretern des deutschen Kraftfahrsports von der Bevölkerung ein herzlicher Willkomm bereitet. An der Grenze wurden die Teilnehmer schließlich von einem Ehrensturm des NSKK in der Heimat begrüßt. Gegen 20.30 Uhr trafen die Ungarnfahrer mit ihren 25 Sport- und Tourenwagen aller Marken an der Münchener Stadtgrenze ein, wo sie von NSKK-Gruppenführer Oldenbourg herzlich willkommen geheißen wurden. Der Lehrsturm der Fuchs von „Gut Holz" überreichte den im vergangenen Jahre gewonnenen Wanderpreis d-m Sieger, um Schluß sprach Svortskam-'rad Barschel die fioffnunq aus, daß auch fernerhin die sehr guten beid-rn Klubs untereinander wei- Ziel der Lrzeugungsfchlacht: Deutschlands Nabrunasfreiheit! hilf dieses Ziel erreichen durch Schuh der Nahrungsgüter vor Verderb! Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstrabe / Telefon 3403 Ein Vorkämpfer des Fußballsporis gestorben. >h(h rqer, 70 Holz von R. Koblberger und Svortkam'"'ad iulcIi muß drei gute Eigenschaften haben: er muß sparsam arbeiten, er muß sauber heizen, j er muß leicht und schnell zu 1 bedienen sein. Neuzeitliche 8 Ofen — mit Union - Briketts beheizt — erfüllen alle diese Anforderungen! jetzt Leimringe an legen! Raupenleim in den bewährten Fabrikaten von Hinsberg und Schacht Unterlagepapier Drahtkordel sowie die neuen Leimringe „Fix-Fertig" und „Record" erhalten Sie im kel gelang ein 6:8-, 6:3-, 6:4-Sieg über den Tschechoslowaken Cejnar und steht nun in der Schlußrunde, wo er auf den Oesterreicher Metara trifft. Im Schlußspiel des S-rnioreneinzels war Dr. Klein- schroth mit 6:0, 6:3 über den Italiener Balbi erfolgreich. Im Nationen-Dopvel unterlagen Henkel- Denker den Ungarn Szigeti-Dallos überraschend mit 6:3, 4:6, 4:6, 4:6. Einen neuen deutschen Staffel-Rekord aab es in Hamburg bei den Jugend-L'icbt- athletik-Bereinsmeisterschaften. Die Jucnditaffel von St. Georg Hamburg lief die 4 mal 100 MKer in 45,3 Sek. und stellte dabei einen neuen deutschen Jugendrekord auf. Sieger im Mannschaftskampf wurde St. Georg vor VfB. Königsberg, Hamburger Lebrer-Verein und Post München. Deutsche Olymvia-Kämpfer gingen nm Samstag in Aussig (Böhmen) an den Start. Sie gewannen fast alle von ihnen bestrittenen Wettbewerbe. W ö l l k e blieb im Kugelstoßen mit 15,68 Meter siegreich vor dem Tschechen Douda. Vetter Qualitäts- Möbel und Preise sind Leistgs.-Beweise Verkauf und großes Lage nur GIESSEN Wiesenstr. 6. Ehesten s. Da I. Zah . Erieicht r. MfficMMinit Sonntag, 11. Oktober 1936, 1 'Uhr. im Saal der Klavierschule, Horst-Wess.-Wall48 Vortragsabend Karten zu Mk 1.00 (num.) und 50 Rf bei E. Cb al her, Neuen weg »0,u. and. Kasse 6300D terbestehen mögen und beschloß den Kampf. ^tin*>*urn 'N Am kommenden Sonntag, 11. Oktober, findet in Kassel ein großer Kunstturn-Städtekampf zwischen Berlin, Hannover und Kassel statt, zu dem die drei Städte mit sehr starken Mannschaften antreten wer- ben Außerdem wird am Sonntag der traditionelle Staffellauf Kassel—Wilhelmshöhe ausgetragen. Hurze Gportnotizen. Beim Tennis-Turnier in Meran unterlag Frl. Marieluise Horn der Französin Mathieu in der Vorschlußrunde des Fraueneinzels erst nach 7:9, 14:16. Frl. Zehden schlug dagegen N'lly Adamson mit 6:3, 1:6 zurückgezogen. Henner Hen- Äugust V. Rein jetzt: Schiffenberger Weg Nr.351 Holzabfuhr. Letzter Termin für die Abfuhr von Holz aus Staats- und Gemeindewaldungen 1. November 1936. Motorbrigade Hochland gab den Fahrern das Ehrengeleit bis zum Hotel „Bayerischer Hof", vor dem eine Ehrenwache der Motorstandarte 86 Posten stand. Noch einmal sammelten sich die Ungarn- fahrer vor dem Korpsführer, der nun die deutschungarische Besuchsfahrt für beendet erklärte und in einer kurzen Ansprache die einzelnen Etappen dieser herrlichen Fahrt ins Gedächtnis ihrer Teilnehmer zurückrief und die Fülle schöner Eindrücke, die sie ihnen vermittelt hatte, in lebendiger Schilderung zusammenfaßte. Er nannte die Ungarnfahrt des deutschen Kraftfahrsports das Hohelied der Kraftfahrt Aber über all die schönen Eindrücke hinweg hätten die Fahrer, so betonte Korpsführer Hühnlein zum Schluß, ein Empfinden mit nach Hause genommen: daß keine Nation über eine solche Geschlossenheit, Kameradschaft und Ju- gcndfrische wie Deutschland verfüge, dank unserem Führer, auf den der Korpsführer und die Fahrtteilnehmer em begeistertes Sieg-Heil ausbrachten. Am Abend vereinten sich die Ungarnfahrer im „Bayerischen Hof" in geselliger Kameradschaft. Aus ihren Gesprächen war die Zufriedenheit über gute Gelingen der Ungarnfahrt zu erkennen, die in sie gesetzten Erwartungen voll und ganz füllt hat. TodeSNurz in Monza. Leichtatb'ettk in Weilbura. Lelchtathletik-rNannschaftskampf Tralningsgemein- schafl Weilburg gegen Trainingsgemeinschasl Gießen 58:52 Punkte. Zum Rückkampf standen sich am Sonntag in Weilburg die Mannschaften der Trainingsgemeinschaften Weilburg und Gießen gegenüber. Der Dorkamps zeigte die Gießener Vertretung siegreich. Diesmal behielten die Weilburger das bessere Ende iür sich. Beide Parteien hatten nicht ihre stärkste Besetzung zur Stelle. Die Hauptstützen der Weilburger Mannschaften waren die beiden Lehrerhochschulstudenten Kermer und Krück (beide Mitglieder von Hessen-Preußen Kassel), sowie der gute Diezer Sprinter Jung. Bei den Gießenern taten sid; Kilo (1900) und die Gebrüder Reidel (Tv. Heuchelheim) hauptsächlich hervor. Auch die beiden Lollarer Vieh! und Moos schlugen sich gut. Die Kämpfe verliefen durchweg spannend und hatten, da die Veranstaltung im Rahmen des Weilburger Marathonlaufs stattfand, ein zahlreiches Publikum. Nachstehend die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Jung (W.) 11,2 Sek., 2. Krück (W ) 11,4 Sek., 3. Moos (G.) 11,6 Sek., 4. Mieritz (G ) 11,8 Sek. 2 0 0 Meter: 1 Jtmg lW.) 23.3 Sek., 2 M'->rin (G.) 24,1 Sek., 3. Krück (W.) 24,2 Sek., 4. Adam (G ' 25,2 Sek. 4 0 0 Meter: 1. Bepperling (G.) 55,2 Sek., 2. Albishausen (W.) 56,4 Sek.. 3. E. Neide! (G.) 57 6 Sek. 800 Meter: 1. Albishausen (W.) 2:11,5 Min., 2. E. Neide! (G.) 2:12,5 Min., 3. Bepperling lG ) 2:13,7 Min. 1 5 0 0 Meter: 1 Kle»mann iG > 4 ?3 4 M-i, 2 F. Neide! (G.) 4:25,2 Min., 3. Crecelius (W.) 4:314 Min., 4. Pontani (W.) 4:493 Min 3000 Meter: 1. H Neide! (G.) 9:20 Mm., 2. F. Neide! (G.) 9:22,5 Min., 3. Crecelius (W.) 10:05 Min. 4X 100-Meter-Staffel: TRG. Weilburg 45,8 Sek., TRG. Gießen infolge Stabverlustes au'gegeben. Weitsprung: 1. Kermer (W.) 6,52 Meter, 2. Vieh! lG.) 6 42 M^ter. 3. Werner (W.) 6,12 Meter, 4. Deiker (G.) 5,93 Meter. Hochsprung: 1. Werner (W.) 1.65 Meter, 2. Kermer (W.) 1,60 Meter, 3. Hopfenmüller (G.) 1,55 Meter, 4. Moos (G.) 1,55 Meter Diskuswerfen: 1. Kilo (G.) 43,04 Meter, 2. Kermer (W.) 34,40 Metpr, 3. Werner (W.) 30.64 M'ter, 4. Hopfenmüller (G.) 30,22 Meter. Speerwerfen: 1. Kermer (W.) 50,68 Meter, 2. Gitter (W.) 45.95 Meter, 3 Himmelmann (Gl 44,04 Meter, 4. Hopfenmüller (G.) 42 Meter. Kugelstoßen: 1. Kilo (G) 12,13 Meter, 2. Werner (W.) 11,72 Meter, 3 Kermer (W.) 11,10 Meter, 4. Moos (G.) 9,86 Meter. DeuMands Elf aeaen Schottland. 17 Spider machen die Reise mit Für den Fußball-Länderkampf Deutschland gegen Schottland, der am Mittwoch, 14. Oktober, im Jbror-Park zu Glasgow durchgeführt wird, ist die deutsche Mannschaft wie folgt aufgestellt worden: Jakob (Jahn Regensburg) Münzenberg Muntert (Alemannia Aachen) (1. FC. Nürnberg) Rodzinski Goldbrunner Kitzinger (Hamborn 07) (Bayern München) (Schweinfurt 05) Elbern Gellesch Siffling Szepan Urban (Bonn-Beuel) (Schalke) (Waldhof) (beide Schalke 04) Ferner machen die Reise noch folgende sechs Spieler mit: Sonnrein (FC. Hanau 93), Janes Ein Griff am Morgen und Sie haben wieder Feuer im Herd. Täglich Feuer anmachen ist in einem modernen Dauerbrand-Herd überflüssig. Nie geht das Feuer aus — und doch ist der Kohlen- verbraucn geringer als bisher. Sehen Sie sich diesen Herd an bei J. B. Häuser Gießen '>549 * Am Oswaidsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Frische Seefische lebende Kurvten 500 Gr. 85 Pi. <£. G.rMelnhenn Bahnhofstraße 61 63260 er starb auf dem Wege zum Krankenhaus. Fossati hatte den ganzen abessinischen Feldzug ohne eine Verletzung mitgemacht. Kegel-Lokalkampf in Lollar. Am vergangenen Sonntag wurde in der „Germania" zu Lollar der in Keglerkreisen mit großer Spannung erwartete Klubkampf im Kegeln zwischen den beiden Kegelklubs „Bahn frei" und ,,Gut Holz" ausgetragen. Da es sich bei diesen beiden Kampfparteien um diejenigen handelt, die bei dem Verbandskegeln im Verein der Kegler „Lahn-Buseckertal" an der Spitze lagen, wurde diesem Lokalkampf das größte Jnteresie entgegengebracht. Sportkamerad Borschel von „Bahn itT 2oüar begrüßte die zum Kampf angetretenen Mannschaften und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich der diesmalige Kampf den Kämpfen der Dor- icmre würdig anschließen möge. Der Kegelklub „Gut Holz" Lollar wurde mit folgender Mannschaft ver- t n: M. Schupp, R. Wissemann, H. Hammel, R. Groß, Gg. Schnell, H. Sehrt, W. Butz, Oto Scher- ° Schmidt und H. Fey, denen die Kegler von „Bahn frei" W. Borschel, L. Koblberger, R. Kohlberger, F. Scherb, R. Scherb, M. Läufer, s rc Wnkrhnd), K Schachn^ unh A. Zur Aufstellung der deutschen Fußballelf für Glasgow ist kurz zu bemerken, daß man richtigerweise die Hintermannschaft und Deckungsreihe aus dem siegreichen Prager Länderkampf gegen die Tschechoslowakei unverändert gelassen hat. Im Sturm stehen diesmal drei Schalke-Spieler, dar- ■ unter auch wieder Fritz Szepan, dessen Aufstellung in Verbindung mit seinem gewohnten Vereins-1 Linksaußen Urban nur zu begrüßen ist. Elbern; und Siffling waren die besten deutschen Stürmer in ' Prag und auch Gellesch erfüllte dort die in V gesetzten Erwartungen zum größten Teil Im Alter von 73 Jahren starb Georg Leux, der vorgehoben seien 72 Holz von M. Läufer, 71 Holz im Jahre 1885 von Frankfurt a. M. nach Berlin “ . , "" rV*L übersiedelte und hier als Erster den Berlinern auf i 70 H"lz nnn Sy Hammel, dem Tempelhofer Feld das Fußballspiel zeigte, das r--< u s. nachher einen so gewaltigen Aufschwung genommen ■ in । hat. Leux wird in der Geschichte des deutschen Fuß- ihn ballsports als einer seiner ersten Förderer einen I Ehrenplatz erhalten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die KA\)F)F)E)ESTIU'NO]E im Hotel Hindenburg am Mittwoch, dem 7. Oktober 1936. beginnt nachmittag* 4 Ehr und abends 81 ? Uhr In der gestrigen Anzeige hieß es irrtümlich nach- (Fortuna Düsseldorf), Lehner (Schwaben Augsburg), Hohmann (VfL. Benrath), Kobierski (Fortuna Düsseldorf), Sold (FV. Saarbrücken). Die Aufstellung für das Länderspiel gegen Irland am Samstag, 17. Oktober, erfolgt erst nach Ankunft der Mannschaft in Dublin. Die deutsche Mannschaft tritt am Montag, 12. Oktober, von Köln aus die Reise an. Offiziell begleitet werden die 17 Spieler von Felix Linnemann, Gaugruppensportwart Rave (Hamburg). Dr. Nerz und Dr. Bauwens (Köln). Die 17 für die Reise ausgewählten Spieler sind für alle Kämpfe am kommenden Sonntag gesperrt. Mittwoch von der See eintreffend Kabeljau ohne Kopf.............500 g 36 im ganzen Fisch ......500 g 34 Filet Zsoog 56 Zur 5936Ö MMignv u ßodenverbesserung emvfehle Dungkalk Torfmull iamtliche Sorten Düngemittel 1. Mister Steinstr. 73, Tel. 3581 Pelze billig! Pelz-Reparaturen billig bei I5957D M.Liebler Asterweg 16. öeschättsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschöftskarten bei Brühl, SohulstrJ Baumpfähle Rosenstäbe Latten Dachpappe Karbolineum Happel&Co. Kl. Muhlgasse 4 u.6 Ruf 3925 Tin herrliches Sommerbuch voll Spannung Elche zwischen Meer und Memel von Martin Kakies Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers auf 56 Kunstdrucktafeln. In Leinen gebunden RM. 3,60. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde solange Vorrat reicht 6323A 500 Gramm nur 85H Sl.rttochrra bzw. an Ort und Stel!e,zwangsw.gegenBarzabl.: Büro-, Haus- und Ladenmöbel, Schreib- u. 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