Nr. >82 Erstes Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 6. August 1956 Erschein» tügllch, autzer Svnnlckys und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Gietzen. Schristleitung und Sgchästrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Plahvorschrift nach vorh.Bereinbg.25°/^ mehr. Ermähigte Grundpreife: Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Bericht aus Madrid. Von unserem Ech.-Berichterstaiter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Madrid, 31. Juli 1936. In diesem Augenblick weiß ich noch nicht, auf welchem Wege diese Ausführungen Madrid, den Operationsmittelpunkt der linksrepublikanischen spanischen Regierung verlassen können, um der deutschen Öffentlichkeit ein Bild von der wirklich e n L a g e innerhalb des Machtbereichs der spanischen Kerenski-Regierung zu geben. Sämtliche tele- araphischen und telephonischen Verbindungen mit manischen Provinzstädten und mit dem Auslande stehen, soweit eine solche Möglichkeit überhaupt vor- hnnden ist, unter scharfer Kontrolle der staatlichen Zensurbehörden. Versuche, dem Ausland Mitteilungen zu machen, die nicht genau den von der Regierung ausgegebenen Verlautbarungen entsprechen, ziehen strengste Bestrafung nach sich. Valencia ist zur Zeit das einzige Tor, durch das die Regierung in Madrid einen unregelmäßigen und unsicheren Personen- und Postverkehr mit dem Ausland unterhält. Alle anderen Küstengebiete und Häfen sind, soweit sie sich nicht in Händen der Militärgruppe befinden, durch die unter dem Macht- einsluh der Aufständischen stehenden Landesteile von der Hauptstadt abgeschnitten, so daß zweifellos von einer Einkreisung Madrids gesprochen werden kann. Diese Einkreisung trägt jedoch nicht den Charakter der Planmäßigkeit; sie ist kein fester Sing, vorläufig noch keine Schlinge, die enger gezogen wird und den Madrider Machthabern allmählich den Hals zuschnürt. Die hauptsächlich nach den Landesgrenzen zu liegenden Stellungen der Militärgruppe sind zu sehr zerrissen, die Volksfronthaufen zu stark in den feindlichen Gürtel eingedrun- aen, so daß man zur Stunde einen wirklichen Erfolg där Einkreisungspolitik noch nicht feststellen kann. Madrid hat schwere Tage hinter sich und es ist noch nicht abzusehen, was für ein Schicksal die Bevölkerung und die nicht unter dem Schutz fremder Kriegsschiffe stehenden Ausländer noch erwartet. Die Ungewißheit über den Stand der militärischen Operationen, über den etwaigen Ausgang des Bürgerkrieges, die zahllosen Gerüchte über an- qebliche Erfolge hüben und drüben, über das en> sezliche Morden eines von niedrigen Instinkten geloteten Untermenschentums, die Ungewißheit über das Schicksal zahlreicher rechtseingestellter Personen, die verhaftet, verschwunden sind oder sich versteckt haben, üben einen moralischen Druck auf jeden Menschen aus, der schier unerträglich ist. Man kann erleben, daß ein Mensch dreimal am Tage vollständig in seiner Stimmung umschlägt. Aus Grund irgendwelcher Gerüchte ist er morgens felsenfest von dem Sieg der Militärs und der baldigen Befreiung Madrids überzeugt, mittags hört er im Gespräch mit Freunden genau das Gegenteil und sieht sein Ende nahen, wobei die amtlichen Rachrichten, die die Regierung unermüdlich im Rundfunk verbreitet, das ihrige tun, und einige Stunden darauf gewinnt er durch Berichte, die ihm unter Umständen sogar von den aus der Sierra zlirückkehrenden Milizsoldaten gegeben werden, wieder eine zuversichtliche Haltung. Es ist wohl bei keinem Bürgerkrieg so viel gelogen worden wie in diesem. Die Nachrichten, die über den Madrider und über die Militärsender gegeben werden, sind so widersprechend, daß es fast unmöglich ist, durch Gegenüberstellung der Behauptung ein halbwegs klares Bild zu gewinnen. Es wäre aber falsch, wollte man nur der Madrider Regierung allein den Vorwurf der Verbreitung tendenziöser Nachrichten machen. Nach weinen Erfahrungen beim Abhören der unter Militärkontrolle stehenden Sender kommt diesen auch ein Anteil an den Falschmeldungen zu. Acht Tage nach dem Fall der Madrider Kasernen, von bem die Bevölkerung im Stadtinnern nur das bumpfe Dröhnen der Kanonen und das Einschlagen der Fliegerbomben vernommen hat, wurde von einem Militärsender noch die Nachricht verbreitet, boß sich die vom Norden vorstoßenden Truppen bes Generals Mola bereits mit der aufständischen Garnison der Madrider Kaserne de la Montana vereinigt hätten, daß Madrid in der Hand der nationalen Truppen sei und in der Hauptstadt nur noch in der Nähe des Verkehrspalastes Schießereien flattfänden, wo sich die Ueberreste der regierungs- treuen Elemente verborgen hielten. Die Mimste- riert seien von Militärfliegern in Schutt und Asche gelegt worden. Die Haltlosigkeit dieser Behauptungen konnte jeder Besitzer eines guten Radioapparates in Madrid nachweisen. Derartige Falschmeldungen trugen naturgemäß nicht dazu bei, Die rechtlos gewordenen national eingestellten Bevolke- . rungskreise zu ermutigen. Wie der entsetzliche Bruderkampf in Spanien auch ausgehen mag, so ist der Madrider Regierung ein gewisses Geschick nicht abzustreiten, bas sie in der Beeinflussung der Oeffer.tlichkeit be- öiefen hat. Durch die fortlaufende gesetzgeberische Arbeit, die regelmäßigen, Vertrauen erweckenden Rundfunkberichte über die Lage in ^n Kampfgebieten, ferner durch die zweifellos geschickt av- pefaßten Rundfunkreden einiger Minister und ihres Präsidenten Giral, durch die Einschränkung Der Rechte der roten Miliz und die Schutzbestimmungen gesen rechtswidrige Haussuchungen und Veryas- turgen hat die Regierung Giral eine Kaltblutig- lii: an den Tag gelegt, die sehr stark zur Beruhigung der Bevölkerung und zur Aufrechterhaltung bti Ordnung, soweit das im Rahmen der Verhältnisse möglich war, beigetragen hat. Die Regierung, deren Mitglieder keine Marxisten, sondern Llnks- bürg erliche sind, hat wiederholt betont, daß sie Oie spanische Militärgruppe meldet Beginn des erneuten Vormarsches aus Madrid Lissabon, 6. Aua. (DNB. Funkspruch.) General Queipo de Llano hat im Rundfunk bekanntaegeben, daß er sich persönlich von der vollständigen Ruhe in Cordoba überzeugen konnte. General Mola sei mit den Vor- lereitungen für den Endkampf beschäftigt, der in wenigen Tagen beginnen werde, lieber die Kampftage teilte der General mit, daß nationalistische Abteilungen aus Granada auf dem Weg von Malaga nach Monte Frio marxistische Formationen vernichtet hätten. Nach erbitterten Kämpfen sei es den Streitkräften der Militärgruppe gelungen, die Ortschaft Bra - c a n a zu besetzen, wo zahlreiches Kriegsmaterial und Munitionsoorräte in ihre Hände gefallen seien. Die Roten hätten 200 Tote auf dem Kampfplatz zurückgelafsen. Schließlich gab General Queipo de Llano noch bekannt, daß sich nun 6 0 0 0 Mann Stoßtruppen auf dem spanischenFest- l a n d befänden, die aus Fremdenlegionären zusammengesetzt seien. Wie „Diario Lisboa" erfährt, sollen Madrider Miliztruppen am Mittwoch versucht haben, den linken Flügel der vor der Hauptstadt stehenden Streitkräfte General Molos einzukreisen. Der Versuch sei mißlungen und die rote Miliz sei nach einem heftigen Kampf zurückgeworfen worden, wobei sie 600 Tote verloren habe. In die Hände der Militärgruppe seien 60 Gefangene, zwei Tanks und 14 Kraftwagen gefallen. Der Berichterstatter des Blattes meldet weiter, daß General C a v a l c a n t i zur Verstärkung der vor Madrid stehenden Streitkräfte der Militärgruppe 3500 Mann heranführe. Der Sonderberichterstatter des „Daily Telegraph", Sir Percival Phillips, erfährt aus zuverlässiger Quelle in Gibraltar, daß der Vormarsch der National! st en von Sevilla nach Madrid am Mittwochfrüh begonnen habe. Cine Streitkraft von etwa 5000 Mann habe die Stadt in den frühen Morgenstunden auf Lastkraftwagen und in Prioatautomobilen in Richtung Badajoz als erstem Ziel verlassen. Eine zweite Kolonne schlage zunächst den Weg nach Norden ein, um einige in kommunistischen Händen befindliche Ortschaften zu nehmen. Später sei beabsichtigt, g e - meinfam hie Stadt Merida z u besetzen, die ebenfalls noch in der Gewalt der Kommunisten sei. In dem Bericht heißt es weiter, daß die Säuberungsarbeiten im Tal des Guadalquivir bereits beträchtliche Fortschritte gemacht hätten und daß es gelungen sei, eine ganze Reihe von Dörfern von Kommunisten völlig zu befreien. Francos Truppenverschiffungen aus Marokko. Zwischenfall in Gibraltar. London, 6. Aug. (DNB. Funkspruch.) Nach Berichten aus Gibraltar ist die Verschiffung von Truppen des Generals Franco von Ceuta in Spanisch-Marokko nach Algeciras in vollem Gange. Dabei kam es am Mittwoch während eines Feuer- qefechts zwischen einem Kriegsschiff der Madrider Linksregierung und Flugzeugen der Nationalisten zu einem Zwischenfall, der in England insofern einige Erregung auslöste, als wegen eines ähnlichen Zwischenfalles vor etwa acht Tagen ausdrücklich Protest erhoben und mitgeteilt worden war, daß im Wiederholungsfälle zu besonderen Schutzmaßnahmen geschritten werden müsse. Dieses Mal krepierte eine von einem spanischen Regierungszerstörer abgefeuerte große Granate in unmittelbarer Nähe des Flüchtlingslagers a u f dem Rennplatz von Gibraltar, in dem etwa 800 britische Untertanen untergebracht sind. Weitere 400 Meter von dieser Stelle entfernt befindet sich der Standort des Gordon-Hochländer- Regiments. Die Granate riß einen sechs Meter breiten Krater auf, doch wurde glücklicherweise niemand verletzt. Im Verlaufe des Feuergefechts schlugen die Flugzeuge der Nationalisten den Zerstörer in die Flucht, so daß der Truppentransport, der mit zwei Passagierdampfern durchgeführt wurde, unbehindert oonftatten gehen konnte. Es handelt sich um insgesamt 2000 Mann. Der britische Frachtdampfer „M e d o n" (5900 Tonnen) wurde beim Passieren der Meerenge von Gibraltar durch die Bombenabwürfe eines spanischen Regierungsflugzeuges gefährdet. Vier Bomben fielen in unmittelbarer Nähe des Dampfers ins Meer. Sie galten einem U-Boot der Militärgruppe, das jedoch ungetroffen entkam. Zwei britische Wasserflugboote, die von Algier nach Gibraltar flogen, wurden von Kriegsschiffen der spanischen Regierung beschossen, weil diese die Flugboote für solche der Militärgruppe hielten. In Gibraltar mußte der regierungstreue Zerstörer „Le - p a n t o" Zuflucht suchen, nachdem er von fünf Flugzeugen der Militärgruppe mit Bomben beworfen worden war. Eine Bombe hatte das Luftabwehrgeschütz des Zerstörers getroffen. Nach- dem der Zerstörer einen Schweroerwundeten im Lazarett von Gibraltar abgegeben hatte, verließ er den Hafen wieder, um der Internierung zu entgehen. Einer Hölle entronnen. Furchtbare Erlebnisse deutscher Spanien-Flüchtlinge. München, 5. Aug. (DNB.) Unsere deutschen Flüchtlinge aus Spanien haben in den letzten Tagen und Wochen so viel Grausiges erlebt, daß es uns in unserem neuen Deutschland unglaublich erscheint, daß derartige Zustände in einem europäischen Lande überhaupt denkbar sind. In Spanien macht sich unter dem Einfluß bolschewistischer Propaganda ein hemmungsloses Untermenschentum breit. Im Wartesaal des Münchener Hauptbahnhofes, in dem den Flüchtlingen der erste festliche Empfang auf deutschem Boden bereitet wird, sitzt ein junger Deutscher und ist kaum fähig, einen Bissen zu essen. Vor wenigen Tagen erschien in später Nachtstunde vor dem Hause seiner Familie in Barcelona ein Trupp bewaffneter Anarchisten. Sie schlugen die Haustür ein, ergriffen feinen 65jährigen Vater, seine Mutter und seinen Bruder. Die Frau wird von den verhafteten Männern getrennt, es gelingt ihr, durch die Herausgabe von Schmuckstücken vorläufig noch ihr Leben zu retten. Sie wird auf einen Lastwagen gestoßen und abtransportiert. Bis heute weiß der überlebende Sohn nicht, ob feine Mutter noch am Leben ist. Die überwältigten beiden Männer werden in den Hof geschleppt, der Vater mit drei Schüssen niederge st reckt, sein achtzehnjähriger Sohn mit Gewehrkolben buchstäblich erschlagen. Der Ueberkbenbe mußte diese grauenvolle Szene von einer Dachluke aus mit beobachten. Die Horde plünderte daraufhin das ganze Haus. Zwei Tage mußte sich der junge Deutsche versteckt halten, bis es ihm gelang, den Hafen zu erreichen, um auf einen deutschen Dampfer zu kommen, der unter dem Schutz des Panzerschiffes „Admiral Scheer" die Flüchtlinge aufnahm. Das ist ein Fall unter vielen. Kaufleute, Ingenieure, Angestellte werden wahllos niedergemacht. In der Millionenstadt Barcelona wurden jämtliche KirchenundKlö ft ergepl ändert und angezündet, Mumien an den Gittern aufgespießt, die Sarkophage gewaltsam geöffnet und die Gebeine auf die Straße geworfen. Unsere deutschen Volksgenossen, denen es gelungen ist dieser Hölle zu entkommen, sind dankbar, ihr Leben gerettet zu haben. Sie mußten ihre Wohnungen von heute auf morgen verlassen. Es war ihnen auch nicht möglich, ihre Ersparnisse mitzunehmen, da die Banken meistens seit Wochen geschlossen sind. Vollkommen mittellos kommen täglich ganze Familien in Deutschland an. Gestern mittag ist wieder ein Flüchtlingszug mit 380 Personen, darunter 210 Frauen und Kinder, in München eingetroffen. Es ist eine Ehrenpflicht des deutschen Volksgenossen, diesen Menschen zu helfen. Auch die kleinste Gabe ist ein Beweis deutscher Schicksalsverbundenheit. Gebt Spenden für den Hilfsausschuß für Spanien-Deutsche, Berlin W. 35, Tiergartenstraße 4a ober bei ber nächsten Spar- unb Girokasse. Auch bie Geschäftsstelle bes Gießener Anzeigers nimmt Spenben entgegen. Marxistische Greueltaien. Revolutionstribunale in Madrid. Scheiterhaufen in Barcelona. 2Imfterbam, 5. Aug. (DNB.) Das „Dagblad" von Norbbrabant veröffentlicht einen erfchüttern- ben Bericht über bas Blutbab von Mabrib. In bem Bericht, ber burch einen Sonberkurier über Lissabon an bas Blatt gelangt ist, heißt es, bie Tribunale, beren Mitglieber burch bie marxistischen Gewerkschaften ernannt werben, arbeiten Tag unb Nacht. Der Berichterstatter, ber in unmittelbarer Nähe einer Kaserne wohnt, hört jeben Morgen bas Geknatter ber Salven ber Exekutionskommanbos. Die Namen ber Hingerichteten werben nicht bekannt gegeben, boch werben die grauenhaft verstümmelten Leichen ber Erschossenen zur Schau gestellt, angeblich mit ber Absicht, bie Bevölkerung einzu- schüchtern. An bem Fuße einer hohen Mauer, an ber noch beutlich Kugeleinschläge zu sehen waren, lagen bie Leichen ber Opfer auf einem Haufen, meift in Offiziersuniform ober im Priesterkleib. Die Leichen ber Frauen waren völlig entfleibet. Große Lachen von Blut bebeck- ten ben Boben. Unter ben Anwesenben, bie im stummen Grauen an biefem Leichenfelb Darüber» zogen, befanden sich Frauen, Mütter, Schwestern, ja selbst Kinber von Verhafteten, bie unter ben Toten ihre Angehörigen suchten. Die Wächter, rohe Burschen in offenen Waffenröcken, hatten bie Anweisung, auf Wunsch bie Leichen ber Angehörigen zu zeigen. Mit Fußtritten würben bie entseelten Körper aus bem großen Haufen herausgestoßen. keinesfalls bie Rolle einer Kerenfki-Regierung spielen wolle. Ihre Kalkulation ist jeboch falsch, benn es besteht wohl kein Zweifel barüber, baß sie, wenn bie Jbeale Lenins ober Bakunins siegen sollten, sehr balb von ber Bilbfläche verschwinbet. Die Waffen, bie bie Linksbürgerlichen bem Volk, b. h. anarchosynbikaliftischen Pistoleros, ben halbwüchsigen Burschen unb jungen Mäbchen ber roten Ju- genborganifationen u. a. in bie Hanb gegeben haben, werben sich eines Tages gegen bie Verantwortlichen f e I b ft wenben. Die unglückliche Ehe zwischen ben Anhängern ber Moskauer Umsturzlehre unb ben Vertretern ber gemäßigten Linken, bie nur bas Mittel zum Zweck finb, wirb sich bitter rächen. Ein Sieg ber Regierung würbe noch keine klare Lage schaffen, fonbern e r ft ben Entscheibungskampf unter ben Li n - k e n selbst einleiten, ber sich aHerbings unmittelbar an einen Regierungssieg anschließen unb mit ber enbgüUigen Ausschaltung bes linksbürger- licben Einflusses enb ;ebe Niedenak späten Liens Mnnschafis-l. por Frankrei! Das §re Deutschland, o .teiligte, sch^ jenen gölte « m * tarn die Silbe ien im W Medaillen. SeMrr Reichss; -Führer u »vormittag be nm Olympisci Bern 4. Wett Bem 300 M< igleitung des it> Witzle! Führer bega Keichsminist« -von Tschc Stadion nad (ZewichtskM Echwergewic ffmpfan Berlin, Kes Auswär Veranstalteter IXI. Olympisch tten und des malen Olymp/ W meilenber fäutemänner. geil* Königlio Otaliu, Ä fiPjiiHm Hoheiten Lr W ustav Ad Missionsi Ären Damen Ä “'"i Hi W. nen lassen. Die Nonnen hätten einen noch fürchterlicheren Tod erlitten, doch darüber wolle er nicht sprechen. Leichen seien ausgegraben und mit roten Armbinden versehen auf Den Straßen aufgestellt worden. Dabei habe der Sprecher der katalanischen Regierung im Rundfunk alle halbe Stunde kündet, daß alles in Ordnung und ruhig sei. Fahrt an die Front. Der Sonderberichterstatter des DNB., der vier Tage das nördliche Kampfgebiet bereiste, schildert im folgenden eine Fahrt, die er vom Hauptquartier in Burgos in Begleitung eines Ordonnanzoffiziers an die Front nördlich der Hauptstadt unternahm. Fast 160 Kilometer hindurch war vom Krieg nichts zu sehen. Friedlich und ruhig lag die Gegend, so wie man sie von vielen Fahrten aus früherer Zeit her kennt. Keine Soldaten, kein Geschütz, keine Merkmale vergangener Kämpfe. Die grau-braunen Dörfer, zusammengeschmiegt unter dem Schutz der von altersher festungsähnlichen Charakter tragenden, überragenden Kirchen, zeigten ihr gewöhnliches Leben. Kleine faschistische Posten oder Patrouillen, der Zivil-Garde kontrollieren den Durchgangsverkehr in den Dörfern. Langsam wächst aus der welligen Ebene die mächtige Gebirgskette der Somofierra und der Guadarrama heraus. In schneller Fahrt nähern wir uns dieser Trennungslinie zwischen Alt- und Neu-Kastilien, von deren Höhen aus man in der Ferne die Hauptstadt des Landes liegen sehen kann. Etwa 20 Kilometer trennen uns noch von der vordersten Linie. Die ersten Zeichen des Krieges werden sichtbar: umgestürzte Fahrzeuge, verbrannte Lastkraftwagen, Einschläge von Fliegerbomben und Granaten mittlerer Artillerie, Autos aller Art bringen Munition und Proviant sowie Ablösungen nach vorn. Marschiert wird überhaupt nicht. Die Truppe ist behelfsmäßig motorisiert, und der ganze Krieg hier kann als Krieg der Landstraße bezeichnet werden. Der Grund für diese Eigenart liegt in der Beschaffenheit des Geländes, das schattenlos, ohne Wege und Wasser bei glühender Hitze alle Fußmarschabsichten illusorisch macht. Nach einigen Kilometer ist der Paß der So- mos i e r r a auf einer Höhe von 1440 Meter erreicht. Vorsichtig geht es nach Süden, Madrid zu, bergab, bis ein Dörfchen in Sicht kommt, R o b l e <= gordo, wo in einem der Front zugewendeten Häuschen der Befehlshaber des Abschnitts, Jnfan- terieführer VI, Oberst Garcia Escamez, ein bekannter Marokko-Kämpfer, zweimal ausgezeichnet mit dem höchsten spanischen Kriegsorden „Cruz Laureada de San Fernando“, seine Befehlsstelle errichtet hat. lieber 100 Lastkraftwagen am Rande der Landstraße, so gut wie möglich gegen Fliegersicht gedeckt, reguläre Truppen und Freiwilligen-Forma- tionen warten in den Häusern und Höfen auf den Augenblick der Ablösung. Nach wenigen Minuten kommt der Begleitoffizier vom Befehlshaber mit der Nachricht zurück: Wir könnten so weit vor, wie wir Lust haben! Kurz entschlossen brausen wir in schneller Fahrt durch vom Feind eingesehenes Gelände, sieben Kilometer nach vorn, bis in einen Hohlweg der äußerste Vorposten uns mit der überraschenden Bemerkung stoppt, daß der nächste Meter bereits den Anfang des Zwischengeländes darstelle. Von der anderen Seite knallt die Artillerie 600 Meter halblinks hinter uns in den linken Abschnitt Ehren berec Berlin, ÜQge des !Iührer dur |Qiie Beträgi Rügung geste Arengabe do •Hon Mark Antrag för nhü ^T0T fp üe/i. Zeitschriften. — Dom Besuch des Führers in der Flak - Artillerie - Schule Wustrow berichtet ein großer Bilder-Artikel im neuen Heft der „Sirene". Ein anderer Bildbericht schildert den Luftschutz auf der Insel Scharfenberg. Weiter bringt das Heft die Fortsetzung der technischen Artikelreihe „Schutzräume als Sonderbauten", schildert die Fallschirme und ihre militärische Bedeutung, erzählt von Frauen, die Geschichte machten, von' der Insel Neuwerk bei Cuxhaven und von der Heldenzeit des Stillen Ozeans. Eine Erzählung „Es geht Gold nach Gingapore. Im „Gloria-Palast" wird eben ein Metro-Gold- wyn-Mayer-Film gezeigt, der chinesische Seeräuberromantik unserer Knabenbücher mit einer grob zugeschnittenen Liebesgeschichte im amerikanischen Geschmack verbindet, aber durch fein Tempo, die anschaulichen Bilder vom Leben Ostasiens und ein paar gut charakterisierte Akteure auch unser Interesse finden wird. Der Höhepunkt ist ein Taifun, um dessen Sturzseen die Götter des chinesischen Meeres Herrn Tay Gar nett, den Meister Der Kurbel, ehrlich beneiden dürfen Und kaum haben die Wogen sich wieder geglättet, als der Sturm der Piraten über das Schiff hereinbricht. Im Bunde mit einem als Passagier an Bord befindlichen schurkischen Geschäftemacher suchen sie die geheimnisvollen Goldkisten, die, für eine Bank in Singapore bestimmt, den wertvollsten Teil der Ladung des Schiffes ausmachen. Der Kapitän, mit allen Wassern des Ostens gewaschen und auch sonst ein smarter Junge, hat Das Gold aber statt in die Safes in ein unverfängliches Versteck gebracht und läßt sich sein Geheimnis auch durch Folterungen mittelalterlichen Stils nicht entreißen. Die Piraten ziehen un« Blut, Gedärme und Hirnmasse der Getöteten spritzten dabei in die Höhe. Es ist oorgekommen, so schreibt der Berichterstatter, daß Angehörige der Opfer nach diesen Vorgängen sich in wilder Verzweiflung mit bloßen Fäusten auf die Henker geworfen haben, um gleich darauf den Kugeln der Marxistensoldateska zum Opfer zu fallen. Ein dänischer Ingenieur, der sich vom 19. bis 30. Juli in Barcelona aufgehalten hat, erklärte einem Vertreter der „Berlingske Tidende": Er habe Schrecken erlebt, die seine wildeste Phantasie überstiegen hätten. So habe der Pöbel in den Kirchen aus der Einrichtung große Scheiterhaufen errichtet. Die Geistlichen habe man ins Feuer geworfen und sie lebend verbren- Schaumburger, während Mehlhose ausfiel. Das Fußball-Turnier wurde mit zwei Spielen im Post- und Mommsen-Stadion vor 6000 bzw. 5000 Besuchern fortgesetzt. Im Spiel zwischen Oesterreich und Aegypten siegten die Oesterreicher etwas überraschend mit 3:1 (2:0) und bei Polen gegen Ungarn im Post-Stadion blieb Polen sehr sicher mit 3:0 (2:0) über Ungarn erfolgreich. Polen und Oesterreich müssen nun am Samstag wieder antreten und zwar die Polen gegen den Sieger aus Großbritannien gegen China und die Oesterreicher gegen den Gewinner des Kampfes Peru gegen Finnland. Das Hockey-Turnier gestaltete sich am Mittwoch besonders interessant, da zum ersten Berliner Theaterbries. Festabend im Staatstheater: Die Orestie. Das Staatliche Schauspielhaus feierte den Beginn der Olympischen Spiele mit einer Huldigung an den hellenischen Geist. Es führt eine der großen Mythen aus dem Bezirk des antiken hellenischen Theaters auf, die drei Teile der O r e ft i e des Aeschylos, den Agamemnon, die Choephoren, die Eumeniden. Sie handeln von einem alten sagenhaften Stoff, vom Tode des Agamemnon, der nach feiner Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg von feinem Weibe Klytemnästra und ihrem Buhlen Aegisth ermordet wird, von der Rache, die Orestes, Agamemnons Sohn, an den Schuldigen nimmt, und von feiner Entsühnung durch die Götter. Der Spielleiter Lothar Müthel hat für die Formung des antiken Dramas einen vorbildlichen Stil gefunden. Er vermeidet die künstliche Rekonstruktion des antiken Theaters und seine einheitliche Bühne, die für jeden beliebigen Schauplatz galt. Hier zeigen sich die Szenen in den jeweils gegebenen Räumen. Heimkehr und Ermordung des Agamemnon geschehen in dem engen, bedrückten Hose des Palastes, in dem das fluchbeladene Geschlecht der Tantaliden wohnt. Die Choephoren spielen naturgemäß an dem Grabe des Agamemnon. Hier gibt sich Orest der Schwester Elektra 3u erkennen und beschließt den Muttermord, und die Auftritte des letzten Dramas, das die Entsühnung des Orestes bringt, vollziehen sich in den heiligen Tempelbezirken Apollos und Athenes. Die schönen monumentalen Bühnenbilder entwarf Traugott Müller. Auch in der Darstellung vermeidet Müthel jegliche Nachahmung des antiken Theaters. Der schauspielerische Stil des Abends entspricht ganz den übermenschlich großen Gestalten, die der Dichter mit wenigen kühnen Linien entworfen und umrissen hat, aber er ist trotz aller Einfachheit und Größe leidenschaftlich bis zur prophetischen Raserei, wenn die Kassandra Maria Koppenhöfers von ihren Schreckgesichten gehetzt wird, wenn die Klytemnästra Hermine Körners eine wundervolle Leistung — den Gemahl Agamemnon mit gleisnerischen Worten beroill- fommnet. Den Ton des bisweilen ekstatisch gesteigerten Spiels sinkt bis zur weichen Wehmut herab, wenn die Elektta Pamela Wedekinds am Grabe ihres Vaters opfert, er klingt in Jubel und Jauchzen aus, wenn Die Athene Hilde Weiß, ners das künftige Schicksal ihrer Stadt segnet. Lothar Müthel hat sein Können in der Behandlung des cho rischen Elementes fchon in feiner Der vierte Wettkampf der XI. Olympischen Spiele war in Der Leichtathletik ein Glanztag Der Amerikaner. Von vier EntscheiDungen sicherten sie sich Drei, unD zwar Durch Jesse Owens Den 200- Meter-Lauf, Durch M e a D o w s Den Stabhochsprung unD Durch (£arpenter Den Diskuswurf. Der Erfolg Der Amerikaner rourDe Dadurch noch besonDers groß gemacht, Daß auch Die Silber-MeDaillen Durch Robinson im 200-Meter-Laufen unD Durch D u n n im Diskuswurf für USA. errungen rourDen. Die vierte EntscheiDung Der Leichtathletik gewann Der englische 50-Kilometer-Geher Whitlock, Der Damit Großbritannien zu feiner ersten Goldmedaille bei Diesen Olympischen Spielen verhalf. Der Tag im roieDer von 100 000 Zuschauern besetzten ReichssportfelD — auch Der Füyrer war mit feinem Stabe mieber anroefenD — brafyte als erste EntscheiDung Das Diskuswerfen. Die Amerikaner Carpenter unD Dünn verwiesen mit Würfen von 50,48 Meter unD 49,56 Meter Den Italiener Oberweger, Der es auf 49,23 Meter brachte, auf Den Dritten Platz. Unser Deutscher Welt- rekorDmann S ch r ö D e r war nicht in bester Form und belegte hinter S o r l i e - Norwegen (48,77 Meter) mit 47,93 Meter nur Den fünften Platz. Schröder hatte sogar große Mühe, überhaupt in Die EntscheiDung zu kommen. Die beiDen anderen deutschen Vertreter, Hilbrecht und Fritsch, waren schon vorher ausgeschieden. Der Schwede Harald A n - derson war immer noch verletzt und kam über Die Ausscheidung nicht hinaus. Im 200-Meter- Lauf, Der zweiten Entscheidung Des Tages, holte sich Jesse Owens- USA. seine Dritte GolDmeDaille in Der Olympia-Rekordzeit von 20,7 Sek. vor feinem Raffegenoffen Robinson (21,1) unD Dem Holländer OsenDarp (21,3). Das 50°Kilometer° Gehen gestaltete sich zu einem großen Erfolg für den EnglänDer Whitlock, Der Die Strecke in 4:30:41 StunDen zurücklegte unD Dabei Den bekannten Schweizer Weltrekordgeher Schwab um fast zwei Minuten (4:32:09,2 Stunden) hinter sich ließ. Dritter wurde Bubenko - Lettland. Der Deutsche Bleiweiß hielt sich ausgezeichnet und belegte in 4:36:48,4 Stunden Den sechsten Platz. Heber fünf Stunden zog sich Die Entscheidung im Stabhochsprung hin. Mit erbitterter Leiden- schäft kämpften M e a d o w s - USA., Nishida- Japan, O e • Japan und Sefton - USA. um jeden Zentimeter. Als Sieger ging schließlich Meadows mit 4,35 Meter aus Dem spannenden Kampfe hervor. Nishida, Oe und Sefton trugen dann einen über eine Stunde dauernden Stichkampf um die Plätze aus. Das Ergebnis: 2. Nishida und Oe je 4,25 Meter (Stichkampf je 4,15), 4. Sefton 4,25 Meter (im Stichkampf unterlegen). Vor- und Zwischenläufe gab es für die 8 0 M e - ter Hürden Der Frauen, 110 Meter Hürden Der Männer und 1500 Meter. Bei den Frauen setzten sich die beiden Deutschen Steuer und Eckert für die Entscheidung durch. Frau Le V i se u r schied fchon in ihrem Borlauf aus. In den sechs Vorläufen zu den HO Meter Hürden der Männer brachte sich Welscher nicht zur Geltung, dafür kam Welscher hinter Forrest T o w n s im 5. Vorlaus in die Zwischen-Entscheidung. Für Die Zwischenläufe Der 1500 Meter qualifizierte sich aus Deutschland Böttcher und M Sh auch anders" berichtet von Den Bewohnern eines Hauses, Die Durch Den Luftschutz zur Hausgemeinschaft gelangten. — Die spanische TragöDie behanDelt ein in Der neuesten ,Nummer Der „I l l u st r i r t e n Zeitung Leipzig" (I. I. Weber, Leipzig) veröffentlichter Beitrag von Dr. Stoye. Der Verfasser untersucht Die tieferen Ursachen unD beleuchtet Die historischen Hintergründe Dieses blutigen Bürgerkrieges. Die beigegebenen BilDer vermitteln eine Vorstellung von Dem zähen Ringen Der gegnerischen Parteien. — Im übrigen steht Die Nummer schon im Zeichen Des Olympia. Neben Den ersten Bildberichten vom Beginn Der Olympischen Spiele bringt sie einen ausführlichen, reich bebilDerten Beitrag über Die am 18. Juli in Berlin eröffnete Ausstellung „Deutschland. — Interessant ist ferner Der illustrierte Aufsatz über Die „leuchtenDen Springer" — Olympia-Kandidaten, Die bei ihrem Training im Kunstspringen Leuchtstäbe an ihrem Körper befestigten, so Daß Die Flugbahn Der Springer auf Der photographischen Platte festgehalten roerDen konnte. — „HanDarbeiten aller Art (Stickereien und Spitzen)". Verlagsanstalt Alexander Koch GmbH., Stuttgart, Heft 7: zirka 20 Abbildungen unD naturgroße Pause, reiche Textbeiträge. Einzel- heft 1,50 RM. Jährlich 8 Hefte, im Vierteljahres- bezug 3.— RM. — Der schön geDetfte Tisch wird immer ein Zeichen für Das Wesen unD Den Geschmack Der Hausfrau sein. Heute steht Die gestickte Decke roieDer oben an: feste unD leichtere Gewebe, in heiteren Tönen ober auch einfarbig bestickt, locker über Das Tuch verstreute Blüten, mitunter zusammengefaßt in einen Kreis oDer rautenförmig Die Kante umschließend, wenn nicht Der ganzen Fläche in symmetrischer Verteilung ein Muster aufgestickt roerDen soll. Welch unenDliche Möglichkeiten Da bestehen, zeigt eine künstlerisch-geschmackvolle Zusammenstellung in AlexanDer Kochs neustem Heft „HanDarbeiten aller Art" (Heft 7). Pas- senDe Kaffee- unD Teewärmer, Serviettentaschen, Kissen usw. geben vielfach schone Ergänzungen zu Den in mancherlei Techniken ausgeführten Tisch' geDecfen, über Deren Art Der VerwenDung Professor Emmy Zweybrück, Wien, Beachtenswertes schreibt. Bezaubernde Lingeriekissen, mit feinster Stickerei und Ajour versehene Seidenwäsche, her- Dorgegangen aus der Klasse Reiche Des Lette- Vereins, Berlin, legen zugleich Zeugnis ab für Dis ausgezeichnet künstlerisch unD hanDwerklichen Leistungen Der Schule. Flotte Sommerpullover, gestickte Blusen unD Basttaschen bilden den modischea Teil Des Heftes. Aufführung Der „Braut von Messina" bewiesen. Chöre begleiten auch Die HanDlung Der Orestie, unD hier gelingen rounDerbare EinDrücke, wenn Die Sklavinnen zu (Stabe schreiten, wenn Die Rachegöttinnen im Tempel ruhen unD sich hernach in einem schattenhaften, gespenstigen Reigen bewegen. Das ist Spiel unD Schauspiel zugleich; Der Gehalt des antiken Dramas roirD Durch Die Mittel Der heutigen Bühne ausgeDrüdt, es ist Die Form gefunden, in Der sich Der antike Geist mit Der Anschauung unserer Zeit vermählt. Auf Der Bühne wirken Schauspieler, Die zu unseren besten gehören, lieber» ragenb Die Dämonisch getriebene Klytemnästra Hermine Körners, überraschenD reif unD vielfältig im AusDruck Der Orest Hanns-Georg Lauben- t h a l s , Der erschütternDe Augenblicke hat, wenn er nach Dem MuttermorD zusammenbricht, wenn seine Verfolgung Durch Die Rachegöttinnen beginnt unD er ins Dunkel Der Nacht Davonstürzt. Herb unD männlich Der Agamemnon FrieDrich Kayßlers, kalt unD verschlagen Der Aegisth Walter Francks. Vor Den Erfolg haben Die Götter Den Schweiß gestellt, und Der Erfolg bewies, wie stark Das antike Werk in Dieser Gestalt zu wirken vermag. Als sich Der Vorhang senkt, verharren Die Zuschauer noch lange in ergriffenem Schweigen, bis sich Der Bann löst, Den Dieses große Ereignis auf Die Herzen ge- Sieger L B h lW p S w Im Ein großer Tag der Amerikaner. Amerikanische Leichtathleten holen die Goldenen Medaillen im Niskuswerfen,Gtabhochsprung und 20V-Meter-Lauf.—Englischer Gieg im SO-km-Gehen.—Die Ungarin Schacherer-Elek Olympiasiegerin imFlorettfechten.-GoldeneMedailte für Deutschland im Schwergewichtsheben. i Merun, M er bie 6 °"beiisminisie . -°le Spenbe ^Deutsche« und des -"n. Die er $£ fc N« gÄ s*> SÄ’ ■Ntid, Ä Mib 8,1)'® S« fcMni Ung6*®« n nQ |sr Un°er Ehrengabe für versorgungs berechtigte Frontkämpfer. em 4. Wettbewerb des Modernen Fünf em 300 Meter Freistilschwimmen bei. In es, öe° "T;!1 ’Qben, i» rnJnb hat i tnotWn, leitung des Führers befand sich Generalleutnant . Witzleben und Generalmajor Busch. Der sichrer begab sich gegen 18 Uhr in Begleitung von ^eichsminister Rudolf Heß und Reichssportführer o n Tschammer und Osten vom Olympiastadion nach der D e u ts ch l a n d h a l l e, wo die lewichtsh^ber - Entscheidungen im Mittel- und Schwergewicht stattfinden. Empfang beim Reichsaußenminister. Berlin, 6. Aug. (DNB.) Der Reichsminister ?s Auswärtigen und Freifrau von Neurath ^ranstalteten am Mittwochabend anläßlich der I. Olympischen Spiele Berlin 1936 im Schloß harlottenburg eine Abendtafel mit an» fließendem Empfang zu Ehren des Präsiden- n und des Bollzugsausschusses des Internationalen Olympischen Komitees und zur Zeit in Ber- Jn weilender ausländischer Fürstlichkeiten und taatsmänner. Unter den Gästen befanden sich ein* Königliche Hoheit der Kronprinz von t a l i e n, Seine Königliche Hoheit der Kron- rinz von Griechenland, Ihre Königlichen oheiten Erbprinz und Erbprinzessin ustav Adolf von Schweden, die beteilig- bn Missionschefs und deutsche Persönlichkeiten mit Ören Damen. prung f’QW heben, !'»r nn amPl ein. uern aus fein,. d>° tapp, A t i« !>e Kam, ler siegten Mit an Der (Erfte Meuffo yorm unö W* $un!« absolvieren. Entscheidungen gab es am Mittwoch auch im Gewichtheben der Mittelgewichts- Klasse und im Florett-Fechten der Frauen. Beim Gewichtheben errangen Rudi 3 3 m a 9 r, der Sieger von 1932, die Silberne und Wagner- Essen die Bronzene Medaille. Olympia- Sieger 1936 wurde der Aegypter Touny. Im Frauen-Florett-Einzel-Fechten erwies sich die Uniatin Frau Ilona Schacherer-Elk ihren großen Gegnerinnen Helene Mayer- Deutschland und Ellen P r e i ß - Oesterreich überlegen. Frau Schacherer wurde Olympiasiegerin, Helene Mayer iclegte den zweiten Platz vor ihrer Bezwingerin ,on Los Angeles, Ellen Preiß. Im Florett-Einzelfechten der Männer wurden am Mittwoch die Dor- und Zwi- chenrunde durchgefochten. Aus der Vorrunde kamen erfreulicherweise alle drei Deutschen — Cas - mir, Heim und Eisenecker in die Zwischen- unde. Altmeister Erwin Easmir dabei sogar ohne cbe Niederlage mit 6" Siegen in seiner Gruppe. Am päten Dienstagabend holte sich Italien im Äannschafts-Florett-Fechten die Goldene Medaille or Frankreich, Deutschland und Oesterreich. Das Freistil-Ringen ist abgeschlossen. Deutschland, das sich zum ersten Male daran be- eiligte, schnitt mit einer Silbernen und zwei Bron- enen Medaillen dabei recht gut ab. Wolfgang E h r l ölte sich im Leichtgewicht hinter K a r p a t i - Un» am die Silberne, Herbert und Siebert gewan- en im Bantam- bzw. Schwergewicht Bronzene Medaillen. Oer Führer bei den OlympischenSpielen Reichssportfeld, 5. August. (DNB.) Der führet und Reichskanzler erschien heute ormittag bereits um 9 Uhr mit seiner Begleitung m Olympischen Schwimmstadion. Er wohnte ten vor Oblt. T h o f e l t - Schweden (23V») und Lt. Leonard - U8X. (32 Punkte). Besonders zeichnete sich beim Schwimmen Lt. L e m p - Deutschland aus, der diese Konkurrenz (300-Meter-Freistil) in 4:15,4 Min. vor Orban- Ungarn (4:23,4jr unt) Thofelt (4:34.9) gewann. Lt. Lemp schaffte sich daourch vom 11. auf den sechsten Platz in der Gesamtwertung vor. Vierter im Schwimmen wurde Unteroffizier B r a m f e l d - Deutschland. Er kam damit vom 28. auf den 15. Platz. Die Fünfkämpfer haben jetzt noch als letzte Uebung den Gelandelauf zu lieferten ft -rFührel eralleutn® m (Beneid' dienst-M). ihnern ein« Hausgemei»' lehanöelt ein u {triften Hfl* jtt del-ch-t ii gen W Mitteln"* 5g beb®1'1* -(in eröffn^« «nt W 2 (eudjtenW ;ebd H Dt an $«* e t (6fi TV ? darp, der sich zum zweiten Mal als „schnellster Europäer" erwies, den Ehren»Lorbeerkranz. Das Sternenbanner ging wieder einmal am Siegesmast hoch. 80-Meter-Hirrden der Frauen. Viermal vorlauf. In vier Vorläufen wurden die Frauen über die 80-Meter-chürdenstrecke geschickt. Die drei Besten erreichten Lie noch am gleichen Tage zu laufenden zwei Zwischenläufe. Die Italienerin Testoni geht im ersten Lauf in schönem ruhigen Stil über die Hindernisse und gewinnt unbedrängt in 12 Sekunden vor der (£ng- länderin Tiffen und der Griechin Lanitis. Die deutsche Meisterin Doris Eckert hatte im zweiten Vorlauf die zweite Bahn. Die Deutsche und die Engländerin Webb gehen' auf gleicher Höhe durchs Ziel. Webb siegt in 11,8 Sek. Dritte wurde Pickett-USA. Im d r i t t e n Vorrennen kommt Anny Steuer erst nach der Halste der kurzen Strecke in Schwung und geht als Dritte knapp durchs Ziel, hinter der in 12 Sek. siegenden Kanadierin Taylor und der Amerikanerin O'Brien. Leider gelang es Hilde le Viseur nicht, sich als dritte Deutsche in die Vorentscheidung zu bringen. Die Charlottenburgerin blieb im Mittelfelde stecken. Diesen vierten und letzten Lauf gewann die Amerikanerin Schotter in 11,8. Zwei Zwischenläufe. Bei zunehmender Kühle und dunklen Wolken wurde der erste Zwischenlauf der Frauen über 80» Meter-Hürden ausgetragen. Unsere Anni Steuer hatte einen schlechten Start, holte aber fabelhaft schnell auf und wurde Dritte hinter der in der bestehenden Weltrekordzeit und neuen olympischen Rekordzeit siegenden Italienerin Valla und der Kanadierin Taylor. Den zweiten Lauf gewann die Holländerin Braaketer in 11,8 ganz knapp vor der deutschen Meisterin Doris Eckert und der Italienerin Testoni mit der gleichen Zeit. Damit haben sich erfreulicherweise unsere beiden Mädels in die Endläufe gebracht. lieber 110=2Dlefer Hürden. Eine der reizvollsten leichtathletischen Hebungen, das 110-Meter-Hürdenlaufen, wurde zwischen dem dritten Durchgang der Entscheidung im Diskuswerfen in Angriff genommen. Nur die beiden Schnellsten sicherten sich in jedem Rennen die Teilnahme an zwei Zwischenläufen. Den ersten Lauf gewann mit mäßiger Technik der Südwestafrikaner Lavery in 15 Sekunden gegen den Kanadier O'Connor. Willi Welscher liegt im zweiten Dorlauf auf der dritten Bahn, kommt aber durch zu hohes Springen nicht über den vierten Platz hinaus. Das Rennen holt sich auf der Außenbahn der farbige Amerikaner Pollard leicht in 14,7 Sek. vor dem Baskettball- 16 Uhr: 1. Runde: Estland — Frankreich, Tür- kei — Chile, Schweiz — Deutschland, USA. gegen Spanien, Tschechoslowakei — Ungarn, Italien gegen Polen, Aegypten — Peru, Lettland gegen Uruguay, Brasilien — Kanada, Japan — China, Mexiko — Belgien. (Auf den Tennisplätzen.) 20.30 Uhr: Festaufführung „Herakles". (Dietrich- Eckart-Bühne.) 10.00 und 19.00 Uhr: Ringen (griech.-römisch): Zwischenkämpfe. (Deutschlandhalle.) 17.30 Uhr: Fußball- Zwischenrunde. (Momm- sen-Stadion und Post-Stadion.) 17.15 Uhr: H a n d b all - Vorrunde: Ungarn gegen USA. (Polizei-Stadion); Rumänien gegen Schweiz (BSD.-92-Platz). 18.00 Uhr: Radrennen: l-l