Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags W Ä Annahme von Anzeige» Beilagen: Die Illustrierte M A für die Mittagsnummer s~".g;s:"s: l'aitAHAHAM 11 H4Ai AAH ITT’.T.TS’ sZ Meiner Anzeiger WZ Zernsprechanschlüffe w 䣻 General-Anzelger für Oberhesfen Postscheckkonto: v " • f f gen, Bäder-, Unterrichts- u. Verlag: Vrühl'sche UnloerfitSts-Vuch- und Steinönidcrd R.Lange in Sieben. Schrlstleltrmg und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlü^Staff^ö Nr.l29 Erstes Blatt 186. Jahrgang Samstag, 6. Juni 1936 Eichener Anzeiger Das Kabinett Blum und der Streik Männer, die, wie es in dem Wahlaufruf unserer Heimattreuen Front heißt, „ihr Leben in unserer Mitte zugebracht haben, die unsere Brüder und Landsleute sind, Blut von unserem Blut und Fleisch von unserem Fleisch". So lautet unsere Heimattreue Parole auch diesmal, wo wir nicht mit dem Stimmzettel protestieren, sondern wählen: keine Stimme einer altbelgischen Gruppe! Ja, es gilt nicht nur die Anzahl der Stimmen, die die Heimattreue Front bei den Parlamentswahlen auf sich vereinigte, zu erhalten, sondern sie noch zu erhöhen und „die gewonnene Stellung auszubauen". Die altbelgischen Parteien haben unter dem Eindruck des Heimattreuen Sieges vom 24. Mai ihre Propagandatrommel um so lauter gerührt. Die Sozialdemokraten möchten ihre vernichtende Niederlage wenigstens zum kleinen Teil wettmachen, und die Katholische Union kämpft ja nicht nur in unserem Gebiet um ihren Bestand, sondern auch in Altbelgien, wurde sie doch drüben in der altbelgischen Wallonie durch den Einbruch der Rexisten so erheblich geschwächt, wie sie es sich niemals hat träumen lassen. Kommunisten und Liberale aber schalten bei uns überhaupt aus, ebenso wie die seltsame „agrarische Sonderliste", die es am 24. Mai auf ganze 80 Stimmen gebracht hat. Zahl der Streikenden im Laufe des Freitag von 3000 auf 12 000 gestiegen sein. Am Samstagfrüh sind die meisten PariserZeitungen wieder erschienen. Aber inwieweit die Versorgung der Vororte und der Provinz mit den Zeitungen möglich ist, läßt sich noch nicht übersehen. Der übliche Vertrieb mit den Lieferungswagen der Firma Hachette hat sich noch nicht wieder eingespielt. Die großen Pariser Zeitungen haben für die Beförderungen ihrer Zeitungen nach den Bahnhöfen und den Vororten Lastkraftwagen gemietet. In der Nähe der Zeitung „Journal" überwachen in 50 Meter Entfernung sieben Abteilungen republikanische Garde die freie Zu- und Abfahrt der Wagen. die auch bei uns am jüngsten Wahlsonntag mit rund 2400 Stimmen einen beachtlichen Erfolg erzielte, und deren Führer, Leon D e g r e l l e, soeben eine bemerkenswerte Erklärung zur Frage Eupen-Malmedy abgegeben hat. Die Stimmen, die die Rexisten erhielten, wurden gewiß nicht deshalb abgegeben, weil ihre Träger mit der belgischen Re- gierungspolitik in Eupen-Malmedy einverstanden sind. Sie galten Rex als dem hartnäckigen Be- kämpfer der verhaßten „Union" und waren Ausdruck der gleichen Unzufriedenheit, wie sie auch die Anhänger der Heimattreuen Front, angesichts des Zustandes der Entrechtung, in dem wir Eupen-Malmedyer unter dem Druck des Ausbürgerungsgesetzes leben, bejeett. Aber kann Rex die Interessen unserer Heimat wirklich ehrlich ver- treten? Degrelle erklärte, „die völkische Struktur von Eupen, Malmedy und St. Vith müsse erhalten bleiben, und wenn Belgien dazu nicht imstande sei, müßten die Gebiete an Deutschland zurückgegeben werden". Das war ein Satz, der sich hören läßt, aber warum kam er erst jetzt,nachder er ft en Wahl? Haben die Rexisten gemerkt, daß sie ohne klare Stellungnahme zur Frage Eupen-Malmedy keine größeren Erfolge in unserer Heimat erzielen können, und hoffen sie nun, mit Hilfe der Erklärung ihres Führers am 7. Juni besser abschneiden zu können? Kundgebung der Postbeamten gegen Mandel. Paris, 6. Juni. (DNB. Funkspruch.) Bei der Amtsübergabe im Postministerium kam es zu feindseligen Kundgebungen der Postbeamten gegen den ausscheidenden Postminister Mandel. Weibliche Postangestellte machten sich besonders bemerkbar und riefen Mandel, als er das Postministerium verließ, im Korridor nach: „Schlagt ihn tot! Raus mit ihm! Wir sind froh, dich los zu werden!" Als Mandel im Wagen saß, stimmten die vor dem Ministerium versammelten Postbeamten und Briefträger die Internationale an. kann, daß die neue Volksfront-Regierung auf die Wünsche der Moskauer Sendboten gütigst Rücksicht zu nehmen hat. Die französischen Kommunisten, die eine Beteiligung an dem Volksfront-Kabinett Läon Blums abgelehnt haben, wollen nichtsdestoweniger zur Macht gelangen, aber sie wählen zu diesem Zweck nach bewährter Taktik nicht den legalen Weg über die verfassungsmäßigen Einrichtungen, sondern den Umweg über die „Herrschaft der Straße", wofür der Streik ein treffliches Beispiel ist. Hier konnten sie zeigen, daß sie der Gefolgschaft der Massen sicher sind, daß sie es in der Hana haben, die Situation zu verschärfen oder zu mildern, je nachdem, wie es die Lage erfordert. Der Streit in den lebenswichtigsten Industriebetrieben Frankreichs muß als eine erste unverhüllte Drohung ber Die belgischen Provinzialratswahlen Eupen-Malmedy wählt wieder heimattreu. Von unserem Eupener Berichterstatter. ist entgegen den Erwartungen, die besetzten Betriebe würden am Tage vor der Regierungserklärung des Linkskabinetts Blum geräumt werden, gewachsen. Nicht weniger als eine halbe Million französischer Arbeiter haben die Fabriken besetzt, und zwar nicht nur in Paris, sondern überall in den industriellen Departements des Nordens. Hinzu kommt, daß die Streikbewegung auch auf die Betriebe Übergriff, die dem Fremdenverkehr dienen und der mächtige Beamtenoerband droht ebenfalls mit Streik Die Gewerkschaften sind machtlos. An und für sich zahlt der französische Arbeiter sehr ungern Beiträge. Schon in Friedenszeiten wies Frankreich im Verhältnis zur Gesamtarbeiterzahl den ge- rinaften Prozentsatz Organisierter auf. Auch heute noch hat sich das nicht geändert. Nach dem Ausweis des französischen Metallarbeiterverbandes für 1935 waren z. B. nur 47 000 Angehörige dieser Berufsbranche gewerkschaftlich organisiert, und die Zahl soll sich erst unter den Ereignissen des Mai auf rund 60 000 gehoben haben. Wirtschaftlich ist die „direkte Aktion" der Arbeiter kaum verständlich, denn ihr Realeinkommen ist, während die Lebenshaltungskosten seit 1930 in Frankreich um mindestens 20 v. H. gefallen sind, durchschnittlich nur um etwa 7 v. H. gesunken und durch die letzten Bewilligungen der Arbeitgeber stehen sich die Arbeiter jetzt besser im Gegensatz zu den Festbesoldeten und Beamten, als jemals vorher. Aber die Forderungen sind mehr oder minder ohne Rücksichtnahme auf die Wirtschaftslage Frankreichs politifcherNatur. Paris, 6. Juni. (DNB. Funkspruch.) Im Büro des Ministerpräsidenten fand eine Besprechung statt, an der Ministerpräsident Blum, Innenminister S a l e n g r o , Wirtschaftsminister Spinasse und Arbeitsminister L e b a s , ferner der Generalsekretär des Gewerkschaftsverbandes Jouhaux und eine Abordnung des ständigen Verwaltungsausschusses des Gewerkschaftsverbandes teilnahmen. Wie verlautet, wurde die Ausdehnung des Streiks und das Eindringen nichtgewerkschaftlicher Elemente in die Streikbewegung, die Arbeiterforderungen zum Gegenstand habe, bespro- chen. Es seien Maßnahmen getroffen worden, um die Versorgung von Paris zu sichern und die Verbreitung falscher Nachrichten zu unterbinden. Die Gewerkschaftsvertreter sollen der Regierung ihr Vertrauen erneuert haben. Die Streikbewegung stände nun völlig unter der Aufsicht des Gewerkschaftsverbandes, es feien Verhandlungen angebahnt, um eine möglichst baldige Beilegung des Streiks herbeizuführen. Im Rundfunk verlas der Generalsekretär Jouhaux eine Erklärung, in der er erneut betonte, daß die Streiks nur korpo - rativeArbeiterforderungen zum Gegenstand hätten, aber keinen politischen oder aufrührerischen Charakter trügen. Der Gewerkschaftsführer bezeichnete die Versorgung der Bevölkerung und den Gesundheits- und Sicherheitsdienst als notwendig und fügte hinzu, die Dauer der Spannung hänge nur von dem Willen der Arbeitgeberverbände ab. Er ermahnte zur Ruhe und zum Vertrauen der Arbeiterklasse. Auf feiten der Arbeitgeber hat der Freitag keine Aenderung gebracht. Die Metallindustriellen weisen den Vorwurf zurück, daß sie grundlos die Verhandlungen abgebrochen hätten und teilen mit, daß weitere Fabriken von den Arbeitern besetzt worden seien und daß verschiedentlich leitende Angestellte mit Gewalt in ihren Büros und Werkstätten zurückgehalten würden. In der Citroen-Automobilfabrik hat nach dem Scheitern von Einigungsverhandlungen der Streik und die Besetzung der Werke aufs neue begonnen. — Dagegen soll hie Versorgung der Stadt Paris mit Milch und Fleisch sichergestellt sein und in diesen Zweigen keine Streikgefahr mehr bestehen. Auch soll eine Ausbreitung auf das Gastwirtsgewerbe nicht zu erwarten fein. Verschiedene Pariser Lichtspieltheater haben geschlossen und bei den Filmwerkstätten wird zumeist nicht mehr gearbeitet. Wenn die Bewegung anhält, werden viele Pariser Kinos in der nächsten Woche schließen oder ihre laufenden Filme auf dem Programm behalten müssen. Ergebnislos verlaufen sind die Verhandlungen, die am Freitag über die Belieferung der Stadt Paris mit Treibstoff und Schweröl geführt werden sollten. Die Arbeitgeber-Vertreter sind nicht er- fd)ienen, haben aber eine Zusage für eine neue Sitzung am Samstagfrüh gegeben. Die Zahl der Streikenden in Paris und Umgebung wurde am Freitagabend mit 210 000, die der Streikenden im Norddepartement mit 90 000 (gegen 50 000 am Freitagmorgen) angegeben. In der Gegend von Lille wird die Zahl der Streikenden mit 30 000 beziffert. Vor den chemischen Werken Kuhlmann soll es zu verschiedenen Zwischenfällen gekommen sein. In Rouen soll die fei, und daß nach dem Scheitern seiner Regierung nur der Faschismus übrig bliebe. Inwieweit seine Beweisführung die Parteiversammlung wirklich überzeugt hat, ist schwer zu sagen. Jedenfalls wurde die Tagung nach außen hin in bestem Einvernehmen geschlossen. Leon Blum umarmte sich mit seinen hauptsächlichen Mitarbeitern, während die begeisterte Versammlung fang und Beifall klatschte. Der neue Ministerpräsident hat auch geäußert, daß schleunige und greifbare Erfolge seiner Reaie- rungsarbeit notwendig seien, um ine mißtrauische öffentliche Meinung zu überzeugen. Es sollen daher nicht weniger als vierzig Gesetzentwürfe von entscheidender Bedeutung unverzüglich der Kammer vorqelegt werden, die von ihr noch vor der Sommerpause, mit deren Beginn erst zum 10. August gerechnet wird, zu verabschieden sind. Als vordringliche Ausgaben wurden von Läon Blum aufgezahlt. Die Macht des französischen Faschismus brechen (was wahrscheinlich heißen soll, daß die Rechtsverbände aufgelöst werden), die demokratischen Freiheiten verteidigen (womit die Kommunisten am wenigsten einverstanden fein ® erb en), Oie Herrschaft der Großbanken und Trusts bekämpfen (im heutigen Frankreich zweifellos eine dringliche Aufgabe), die Arbeitslosigkeit beseitigen und die Wirt- Khaftstätigkeit beleben (sicherlich nicht weniger dringlich, aber der marxistischen Dere endungstheorie zuwider), unter der höheren Beamtenschaft republikanischen Geist verbreiten und die Armee demokratisieren (auch dies im Widerspruch zu den marxifti- jchen Leitsätzen), die Militärdienstzeit wieder auf ein Jahr herabsetzen (wie in Deutschland) und Der NM Kurs in Frankreich. di- im Frühjahr 1932 gewählte fron- Solche Kammer und die in ihr zur Führuna be- rusene radikal,oziale Partei herriots gegenüber der wachsenden wirtschaftlichen und sozialen Notlage und den drängenden außenpolitischen Fragen rettungslos versagt hat, ist jetzt di - neue Volks- Vertretung, die aus den Unzufriedenheits- jjafylen vom 26 April und 3. Mai heroorgegangen ift im Begriff, rhre Gefetzgebungsarbeit aufzu- "Ä? IS verfaffungsgeni-iß auf vier Jahre 9re Legierung, der sie ihr Vertrauen schenkt, ist nach parlamentarischen Begriffen, die man m Deutschland nur noch vom Hörensagen kennt, ein Koalitionskabinett von So- Radikalsozialisten unter sozialistischer Führung, das allein über keine Mehrheit verfugt, sondern auf die — allerdings ver- 1Prod)ene — Unter st ützung der Kornmu- n i st e n angewiesen ift. Daß dieses kommunistische Versprechen keine feste Grundlage ist, auf der die dringend notwendige Regierungsarbeit auf weite Sicht aufgebaut werden könnte, darüber wird sich der neue Ministerpräsident, von dem Laval einmal gesagt hat, daß er der klügste Mann in der ganzen Kammer sei, zu allererst im klaren sein. Von seiner parlamentarischen Erfahrung und seiner Geschicklichkeit wird es also abhängen, ob das gebrechliche Schiff der Minderheitsregierung zwischen der kommunistischen Scylla und Charybdis der Rechtsopposition eine Zeitlang heil hindurchgesteuert werden kann. Die neue Regierung, die erste sozialistisch e der Dritten Republik, besteht fast ausschließlich aus neuen Männern, die bisher noch nicht an der Regierung gewesen sind. In dieser Hinsicht ist tatsächlich dem Volkswillen Genüge geleistet worden, der bei aller Unklarheit und Gegensätzlichkeit bestimmt in dem Verlangen einig war, daß die bisherige verhängnisvoll unfähige Regierungsführung abzutreten habe. Von sämtlichen Parteien in Frankreich sind aber allein die Sozialisten und die Kommunisten noch nicht an der Macht gewesen. Die ersteren sind nun durch die Wahlen gezwungen worden, die Verantwortung zu übernehmen. Versagen auch sie, so scheint der Kommunismus in Frankreich unvermeidbar, es sei denn, daß er von den Rechtsoerbänden mit Waffengewalt verhindert würde. Jedenfalls ist es bei der gegenwärtigen Stimmung der Niedergeschlagenheit und Gereiztheit im französischen Volk kaum denkbar, daß nach einem Fehlschlag des sozialistischen Experiments das liebe, alte Spiel des allmonatlichen Kabinettswechsels von neuem einsetzt. Auf dem sozialistischen Parteitag in Paris hat Lson Blum sich angelegen sein lassen, besonders zu betonen, daß das von ihm geleitete Kabinett keine sozialistische, sondern nur eine „Volksfront"- Regierung sei. Er kann aber nicht bestreiten, daß die neue Regierung, zum mindesten in innenpolitischer Hinsicht, ausschließlich unter sozialistischer Leitung steht. Nur auf den Gebieten der Außenpolitik und der Wehrmacht ist den Radikal- sozialen maßgeblicher Einfluß eingeräumt worden. Leon Blum hätte also sehr wohl die Möglichkeit, feine marxistischen Theorien zur Anwendung zu bringen. Wenn man sie in den langen Jahren der Opposition als allein seligmachende gepriesen hat, müßte man, an die Macht gelangt, auch den Mut haben, ihren Wert in der Wirklichkeit zu erweisen. Oder sollte der ganze Marxismus nur theoretische Bedeutung haben und für praktische Regierungsarbeit vollkommen ungeignet sein? An diesem Punkte hat denn auch auf dem Parteitag die heftigste Kritik des linken Flügels eingesetzt. Das Programm der neuen Regierung müsse, so forderte man, eindeutig antikapitalistisch sein; denn sonst werde das Experiment Blum eben nur ein letzter Versuch zur Aufrechterhaltung des parlamentarisch- kapitalistischen Regimes und der Uebergang zur kommunistischen Herrschaft sein. Leon Blum hat das entschieden bestritten und es als unmöglich hingestellt, daß er den französischen Kerenski abaeben werde, auf den kurz darauf der französische Lenin zwangsläufig folgen müsse. Er behauptete, daß der Kommunismus in Frankreich überhaupt unmöglich Allgemein soll die Schulzeit bis zum 16. Lebensjahre ausgedehnt werden, ferner verlangen die Arbeiter, daß nach dem 60. Lebensjahr die Altersversorgung in Kraft tritt und vor allem dreht sich der Kampf um die 40ftünöige Arbeitswoche bei erhöhter Lohnzahlung. Der marxistische Ministerpräsident hat versprochen, für diese Forderung, die vor dem Internationalen Arbeitsamt in diesem Sommer verhandelt wird, einzutreten. Die französische Arbeiterschaft ist nur zu einem Teile fachlich vorgebildet. Die Arbeitslosigkeit erstreckt sich durchweg auf die Ungelernten, während bei den gelernten Arbeitern bereits die Nachfrage das Angebot überwiegt, vor allem infolge der erhöhten Rüstungsaufträge. Zudem weigert sich selbst der ungelernte französische Arbeiter, in gewissen Industrien, z. B. in Steinbrüchen und Gruben, zu arbeiten. Seit 1930 hat Frankreich fast 600 000 ausländische Arbeiter, durchweg Polen und Italiener, ausgewiesen, die in solchen Betrieben tätig waren. Es ift bemerkenswert, daß die noch in Frankreich verbliebenen schätzungsweise 700 000 ausländischen Arbeiter nicht entlassen werden, weil sich der eingeborene Franzose weigert, deren Tätigkeit zu übernehmen. Privatkapital kann also feinen Einfluß dahin ausüben, daß die geplanten Arbeitsbeschaffungswechsel der Bank von Frankreich nicht diskontiert werden. Deshalb verlangen die Linksparteien die volle Gewalt über die Banken und damit über den Mechanismus der Währungsmaschinerie. Ob sie diese Gewalt erlangen werden, steht dahin. Wenn sie in die Hände der Linken gerät, ist es eigentlich selbstverständlich, daß trotz aller Versicherungen der französischen Linken der französische Franken abrutscht. Schon heute ist der Franken z. B. auf dem Haupt- Valutenmarkt in London einem sehr scharfen Verkaufsdruck ausgesetzt. Der französische Sparer und die Londoner City-Leute scheinen der Meinung zu sein, daß eine katastrophale Entwicklung des Frankenkurses bevorstehe, auch aus budgetären Gründen, wenn nicht rechtzeitig L6on Blum eine Abwertung des Franken vornimmt. Die französische Streikbewegung ist zweifellos eine Folge des kommunistischen Wahlsieges, sie kommt gerade jetzt den Bolschewisten außerordentlich gelegen, weil die Komintern damit dokumentieren Eupen, 4. Juni 1936. Am 7. Juni finden die belgischen Provinzial- ratswahlen statt. Demgemäß hat auch nach der Parlamentswahl vom 24. Mai der Kampf zwischen uns Eupen-Malmedyern und den altbelgischen Gruppen, die plötzlich ihr Herz für uns entdeckt haben, nicht aufgehört. Die Fronten sind die gleichen geblieben: hier geschlossen und festgefügt unsere Heimattreue Front, zu der sich am 24. Mai die große Mehrheit der bodenständigen Bevölkerung bekannte, dort sechs altbelgische Parteien, die jede für sich behauptet, sie wolle und werde bestens für uns sorgen, wenn wir sie wählen ... Ja, am 7. Juni werden wir wählen, und zwar unsere Heimattreuen Vertreter. Galt es am 24. Mai durch die Abgabe weißer und ungültiger Zettel dem Protest gegen das uns angetane Unrecht vor aller Welt zu bekunden, so gilt es jetzt, möglichst viele gut Heimattreue Männer nach Lüttich zu entsenden, um dort in der Körperschaft der Provinz unsere Interessen praktisch wahrzunehmen. Das aber können nur „Frankreich an die erste Stelle der friedfertigen Nationen setzen" (aber wo bleibt denn da Sowjetrußland?). Diese Kostproben des Regierungsprogramms zeigen, daß es sich um ein Gemisch von mehr oder minder wichtigen Aufgaben handelt, bei denen von marxistischer Nutzanwendung roenia zu spüren ist, und die zum Teil den kommunistischen Wünschen gradezu widersprechen. Die General st reikgefahr in Frankreich Daß die Rexisten sich so verspätet zur Sache melden, mindert das Vertrauen, das wir in ihre Worte sicher gern setzen möchten. Wir warten daher ihre Taten ab, haben wir doch in der Vergangenheit auch von anderen belgischen Gruppen, die uns nachher bitter enttäuschten, die gleiche liebliche Musik vernommen. Wir zweifeln nicht daran, daß Degrelle es ehrlich meint, aber wir vergessen auch nicht, daß Rex in unserer Heimat den Wahlkampf vielfach so geführt hat, als ob es eine Frage Eupen-Malmedy und eine geschlossene Heimattreue Auffassung nicht gebe. "Rex ist uns als Bundesgenosse im Ringen um das Recht willkommen, aber noch fjat diese neue altbelgische Partei nicht unter Beweis gestellt, daß sie auch noch nach der Wahl für Eupen-Malmedy einsteht. Daher folgt die bodenständige Bevölkerung auch am 7. Juni der Losung der Heimattreuen Front, bekennt sie sich zu den deutschen Männern, von denen sie aus Erfahrung weiß, daß sie Vertrauen verdienen und keinen m x m m . anderen Ehrgeiz kennen, als für das Wohl der Und dann noch em Wort zur R e x - P a r t e i, I Heimat zu arbeiten. lieber die schlechte Lage der französischen Staatsfinanzen und die Unmöglichkeit, die neuen Forderungen mit dem Gange der finanziellen und wirtschaftlichen französischen Konjunktur zu vereinbaren, haben wir bereits früher das Notwendige gesagt. In der letzten Woche konzentrierte sich das französische Interesse daraus, ob eine umfassende Krediterweiterung und Arbeitsbeschaffung durchführbar ist, während gleichzeitig die freie Goldwährung aufrecht erhalten werden soll. Bei der Kapitalflucht der Franzosen ist das unwahrscheinlich. Deshalb geht der Kampf der Marxisten und Kommunisten hauptsächlich um die Beeinflussung bzw. Verstaatlichung der amtlichen Noten- muD ti,«: uiiueiyume ^roijung verdank. Die Bank von Frankreich wählt ihren Gou- Sowjets an die Adresse der bürgerlichen Republik verneur durch 200 dec wichtigsten Aktionäre. Das! angesehen werden. Italien umsubelte den Eroberer von Abessinien. Bel seiner Rückkehr nach Italien wurde der zum Vizekönig ernannte Marschall Badoglio mit einer überschäumenden Begeisterung begrüßt. Unser Bild zeigt den Vizekönig bei seiner Fahrt vom Hasen in Neapel zum Bahnhof. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Volksverbundene Gemeindepolitik. ^eichsminister Sr. Frick auf der Vorstandssihung des Deutschen Gemeindetages. Generaloberst von Seeckt übernimmt sein Regiment. Berlin, 5. Juni. (DNB.) Zum ersten Male nach dem Kriege ist die alte soldatische Einrichtung, einem Regiment einen Chef zu geben, wieder ausgenommen worden. Das I n f a n t e r i e-R e a i- m e n t R r. 6 7 i n Spandau hat als erster Truppenteil der neuen Wehrmacht den Generalobersten von Seeckt zum Regimentschef erhalten, eine Ehrung für den großen Soldaten anläßlich seines 70. Geburtstages. Am Freitagnachmittag übernahm nun Generaloberst von Seeckt auf dem Exerzierplatz Ruhleben sein Regiment. Nach der Begrüßung durch Generaloberst Freiherrn von Fritsch meldete der Regimentskommandeur Oberst Seifert dem Chef des Regiments die angetretene Truppe. Unter den Klängen des Präsen- tiermarsches schritt Generaloberst von Seeckt die Paradeaufstelluna ab. Dann richtete Generaloberst von Seeckt eine kurze Ansprache an sein Regiment: „Mit Stolz und Freude übernehme ich heute als Chef das Infanterie-Regiment 67. Vor 50 Jahren habe ich auch mit dem Gewehr in der Hand in der Front eines eurer Traditionsregimenter gestan- den. Vieles hat sich in den 50 Jahren geändert, aber eines ist geblieben, das ist der deutsche Soldat. Auf drei Säulen ruht die deutsche Armee: auf der Pflicht, der Ehre und der Kameradschaft." Nachdem der Generaloberst das Wesen dieser drei Kardinalpunkte der Armee charakterisiert hatte, fuhr er fort: „Mit diesen dreien bin ich alt geworden, mit diesen dreien sollt ihr auch alt werden. Damit gehört ihr heute mir und damit gehöre ich euch! Das Regiment hört auf mein Kommando! Es lebe das Regiment, die Armee, das Vaterland und sein Führer!" Donnernd hallte das vom Regimentschef ausgebrachte Sieg-Heil über den weiten Platz. Das Mu- ikkorps spielte die National-Lieder. Abschließend ührte Generaloberst von Seeckt sein Regiment an >em Oberbefehlshaber des Heeres, Generalober' von Fritsch, vorbei. „Geschwader General Wever" Dr Führer ehrt das Andenken des ersten Generalstabschefs der neuen Luftwaffe. Berlin, 6. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Führer und Reichskanzler hat folgende Verfügung erlassen: „Der erste Generalstabschef unserer wiedererstandenen Luftwaffe, Generalleutnant Wever, ist von uns gegangen. Mitten aus rastloser Arbeit für seine Waffe ist er, beseelt von dem festen Willen auch in fliegerischem Einsatz voranzugehen, auf dem Felde der Ehre geblieben. In dankbarer Anerkennung seiner hohen Verdienste und in dem Wunsch, seinem leuchtenden Vorbild eine bleibende Stätte in der Luftwaffe au schaffen, befehle ich: Das Kampfgeschwader 253 führt fortan die Bezeichnung .Kampfgeschwader General W e o e r". Die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften tragen am Rock ein Erinnerungsband mit dem Namen „Geschwader General Wever". Nähere Bestimmungen darüber erläßt der Reichsminister der Luftfahrt. Das Geschwader wird sich dieser hohen Ehre stets würdig erweisen und eingedenk sein, daß es Den Namen eines Mannes trägt, der — ein ganzer Soldat, ein edler Mensch — vorbildlich war in seiner Treue für Volk und Vaterland." Aufbahrung des Generalleutnants Wever im Reichslustfahrtministerium. Dresden, 5. Juni. (DNB.) Am Freitagmittag wurde im Dresdener Garnisonlazarett eine Trauerfeier für den Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generalleutnant Wever, und den Obergefreiten Kraus, die am 3. Juni den Fliegertod fanden, abgehalten. An der Feier nahmen u. a. der Befehlshaber im Luftkreis III General der Flieger W a ch e n f e l d, ferner der höhere Fliegerkommandeur III Oberst Volkmann und als Vertreter des Kommandierenden General des IV. Armeekorps der Chef des Generalstabs Oberst O l b - richt teil. Eine Ehrenkompanie der Fliegergruppe Großenhain erwies den auf dem Felde der Ehre Gebliebenen die letzte Ehrung. Die mit der Reichskriegsflagge bedeckten Särge waren im Hof des Garnisonlazaretts inmitten von dunklem Grün aufgebahrt. Hinter den mit Kränzen geschmückten Bahren, die von Ehrenwachen flankiert waren, erhob sich ein schlichter Feldaltar mit dem Kruzifix. Nach einem Choral sprachen der evangelische und der katholische Geistliche den Segen. Unter den leisen Klängen des Liedes vom guten Kameraden wurde der Sarg mit der sterblichen Hülle des Generalleutnants Wever von zehn Offizieren der Luftwaffe durch das Spalier der Ehrenkompanie, die das Gewehr präsentierte, nach dem Wagen geleitet, in dem der Verstorbene nach Berlin in das Reichsluftfahrtmini st erium übergeführt wurde. Während die Wacke des Ministeriums angetreten war, trugen acht Unteroffiziere den Sarg in das Gebäude. Die Amts- und Abteilungschefs des Reichsluftfahrtministeriums waren vor dem Hause angetreten und erwiesen ihrem toten Kameraden bei seinem letzten Einzua in die Stätte seines bisherigen Wirkens die Ehrenbezeugung. Die Leiche des Obergefreiten Kraus wird am Montag in seinem Heimatort Ruhstorf bei Passau mit militärischen Ehren beigesetzt. Kattowitzer Hochverratsprozeh. Kattowitz, 5. Juni. (DNB.) Der dritte Tag im Kattowitzer Hochverratsprozeß zeigte, daß in dem sog. Geheimbund Polizeiagenten und Spitzel eine rege Tätigkeit entfalteten. Der Angeklagte Karl Pielorz sagte aus, er habe im September 1935 in Erfahrung gebracht, daß eine Geheimorganisation unter dem Namen „Schwarze Schar" bestand, die von einem bekannten Polizeiagenten namens Adamus aus Königshütte geleitet wurde. Erst geraume Zeit später habe er erfahren, daß es sich bei der „Schwarzen Schar" um die G e h e i m o r g a n i s a t i o n des Maniura gehandelt habe, den er damals noch nicht kannte. Er habe einmal an einer Sitzung des Gcheimbundes teilgenommen, in deren Verlauf sich Maniura als deutscher Polizeibeamter namens Stein vorstellte und sich mit einer deutschen Verkehrstote auswies. Dieser angebliche Stein habe erzählt, er komme aus Hindenburg und habe den Auftrag, in Polnisch-Oberschlesien einen Geheimbund zu gründen. Schon im Januar 1936 habe Pielorz erfahren, daß Maniura ein ehemali- ger Legionär und Aufständischer war, der den Geheimbund zu dem Zweck gegründet habe, d a s D e u t s ch t u m i n M i ß k r e d i t und in Ge- fahr zu bringen. Pielorz erklärt, über 30 schrift- Berlin, 6. Juni. (DNB.) Zum ersten Male seit der Gründung des Deutschen Gemeindetages im Mai 1933 waren die Vorstände des Deutschen Gemeindetages und seiner Landes- und Prooinzial- dienststellen, und zwar als A u f t a k t z u m 6. I n- ternationalen Gemeindekongreß, am 6. Juni versammelt. Die im Reichstagssaal bei Kroll stattfindende Tagung wurde durch eine Rede des Reichsinnenministers Dr. Frick eingeleitet. „Ich darf", so führte Dr. Frick u. a. aus, „dem Führer heute melden, daß wir alle unser möglichstes getan haben, die uns gestellte Aufgabe zu lösen und daß unserem Einsatz der Erfolg nicht versagt geblieben ist, ich darf dem Führer aber auch melden, daß wir auf dem uns gewiesenen Weg unbeirrt weiterschreiten werden, bis auch die letzte deutsche Gemeinde ein trag- fähiges Glied i m Unterbau des Reiches geworden ist. Die Finanzpolitik der Gemeinden wird auch in Zukunft auf die Lebensnotwendigkeiten unseres Volkes gerichtet sein und bleiben" Billige Gegenwartserfolge um den Preis unmäßiger Belastung der Zukunft lehnte Dr. Frick ab. „Wir lehnen es ab, der Popularität halber auch nur eine Maßnahme zu treffen, über die wir dem Führer unter dem Gesichtspunkt der uns von ihm gestellten Aufgabe nicht jeden Augenblick Rechenschaft ablegen könnten. Das bedeutet manchmal Entsagung, bedeutet Aufschub oder gar Aufgabe von Vorhaben, deren Durchführung an sich wünschenswert sein könnte. Die vornehmste Aufgabe des Bürgermeisters ist es, die ihm in der Gemeinde anvertraute Gemeinschaft zu erhalten und immer fester zusammen- zuschließen. Ein weiterer bedeutsamer Weg der Verwaltung ist die Pflege der Beziehungen zwischen Gemeinde und Presse. Der Bürgermeister und seine Mitarbeiter müssen auch für die Beantwortung von durch die Presse an sie heran- getragenen Fragen zur Verfügung stehen. „G e - wissenhafte Haushaltsführung und Pflege des örtlichen Gemeinschaftsgeistes sind die beiden großen Aufgaben", so schloß Dr. Frick, „deren Erfüllung er von dem deutschen Bürgermeister erwarte." lieber volksverbundene Gemeindepolitik sprach der Vorsitzende des Deutschen Gemeindetages, Reichsleiter Fiehler, Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewegung. Seit dem Jahre 1933 sei, so führte er u. a. aus, ein gewaltiger Neuaufbau der deutschen Gemeinden festzustellen. Der Führer der Gemeinde ist kein Tyrann feiner Mitbürger Er ist nicht unumschränkter Vorgesetzter einer bürokatischen Hierarchie. Volksnahe Verwaltung heißt die ForÜe- liche Berichte über die Geheimorganisation an den ihm bekannten Polizeispitzel Ptok, der in diesem Prozeß als Belastungszeuge (!) auftritt, ausgehändigt. Ihm sei von einem polnischen Kriminalbeamten Arbeit und Geld angeboten worden, wenn er Berichte der Polizei zuführe. Dem Beamten habe er jedoch erklärt, er liefere solche Berichte schon an den Polizeiagenten Ptok Hoare erster Lord der Admiralität. London, 5. Juni. (DNB.) Der frühere Außenminister Sir Samuel Hoare ist an Stelle von Lord Monsell zum Er st en Lord der Admiralität ernannt worden. Hoare trat vor sechs Monaten als Außenminister zurück, da der von ihm gemeinsam mit dem französischen Ministerpräsidenten Laval ausgearbeitete Plan zur Regelung des abessinischen Streites in England auf schärfsten Widerspruch stieß. Er steht jetzt im 55. Lebensjahr und gilt als eine der fähigsten und bedeutendsten Persönlichkeiten der Konservattven. Seit 1922 ist er fast ununterbrochen im Kabinett gewesen. Als fein Hauptwerk gilt die neue Verfassung für Indien, die er im Jahre 1934 im Parlament einbrachte. Die konservative Presse widmet Hoare herzliche Worte der Begrüßung, während die oppositionellen Blätter, allen voran die sanktionsfreundliche „News Chronicle", ihr Bedauern zum Ausdruck bringen. In der „Moming Post" kommt zum Ausdruck, daß unter denen, die es mit der Regierung gut meinten, nur Zufriedenheit über die Ernennung Hoares herrsche. Die Sorge fürben guten Rufder britischen Flotte sei die wichtigste Aufgabe des Tages, und es sei wesentlich, einen Marineminister zu haben, der stark genug sei, sich feinen Kabinettskollegen gegenüber durchzusetzen. Es sei nicht zu befürchten, daß sich Sir Samuel Hoare mit halben Maßnahmen begnügen werde. Die Rückkehr rung! Daher ist es selbstverständlich, daß im Verhältnis zu den Gemeinderäten und anderen Ehrenbeamten niemals ein diktatorischer Ton einreißen darf. Vertrauensvolle, ausführliche, gemeinsame Auseinandersetzung über alle irgend bedeutsamen Fragen ist notwendig. Es ist auch nicht zu billigen, fest in der Bevölkerung verwurzelte Bürgervereine aus unangebrachten Organisationsgelüsten heraus zu zerschlagen. Die nationalsozialistische Idee zeigt an der wichtigen Beziehung zwischen Gemeinden und Staat besonders ihre fruchtbare Kraft. Der Erfolg der Aufbauarbeit liegt offen zu Tage. Beliefen sich z. B. im Jahre 1932 die von Den Gemeinden an den Staat nicht abgelieferten Staatssteuern in Preußen noch auf 223 Millionen Mark, so betrugen sie Ende 1935 nur noch 0,5 Millionen Mark. Für Zwecke der Arbeitsbeschaffung haben die Gemeinden gewaltige Summen aufgebracht. Der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gemeindetages, Oberbürgermeister Dr. Dr. Weidemann (Halle) sprach über das Thema „Die Kulturaufgabe der Gemeinden". Er zeigte, welche überaus bedeutsame Rolle den Gemeinden, Landkreisen und Provinzialverbänden im gesamten Kulturleben zukommt. Er erwähnte dabei, daß die weitaus größte Zahl aller öffentlichen Kunsteinrichtungen von den Gemeinden getragen wird, z. B. 69 Theater, 64 Kulturorchester und Tausende von Museen und Sammlungen. Mehr als 16 000 Volksbüchereien der Gemeinden vermitteln dem Volk das wertvolle deutsche Schrifttum. Dr. Weidemann nahm dann grundsätzlich Stellung zur „Ausbildung des Nachwuch» f e s in Öen Gemeindeverwaltungen" Im Rahmen des Geschäftsberichtes des Gemeindetages betonte dessen Präsident Dr. I e s e r i ch , daß mit der 1933 geschaffenen einheitlichen Spitzenver- tretung aller Gemeinden und Gemeindeoerbände im Deutschen Gemeindetag dieser nicht die Belange irgendwelcher Gruppen von Gemeinden vertritt, sondern gleichermaßen die der Großstädte wie der kleinen Städte, der Provinzen, der Landkreise und der großen Zahl der ländlichen Gemeinden. Selbstverständlich gibt es innerhalb der verschiedenen Größenklassen und Selbstverwaltungsköcper immer noch Interessengegensätze Hier ist der Deutsche Ge- mcinbetaa berufen, diese Gegensätze zu überbrücken und die Kräfte so zusammenzufassen, daß die Interessengegensätze zu einem fruchtbaren gegenseitigen Verhältnis umgestaltet werden. Die Zusammenarbeit aller Dienststellen des Deutschen Gemeindetages mit den Kommunalpolitischen Aemtern der Partei darf als vorbildlich angesehen werden. Hoares ins Kabinett werde den Kreis der Kabinettsmitglieder stärken, die für eine möglichst schnelle Aufhebung der Sanktionen seien. „Daily Expreß" sieht nach der Ernennung Hoares für die nächsten Monate eine neue Reaie- rungspolitik voraus, die in der Zurückziehung der Verstärkungen der brittschen Mittelmeerflotte und, in freundschaftlichen „Gesten" zwischen England' 1 und Italien zum Ausdruck kommen werde. Bölkerbundsversammluna am 30. Juni. Genf, 5 Juni (DNB.) Der Generalsekretär des Völkerbundes hat den Mitgliedsstaaten im Auftrage des Präsidenten der Versammlung mitgeteilt, daß die Völkerbundsversammlung am Dienstag, 3 0 Juni, um 11 Uhr, in Genf wieder zusammentreten wird. In dem Telegramm wird nochmals darauf hingewiesen, daß es sich um die Fortsetzung der im Oktober 1935 vertagten ordentlichen 16. Tagung der Versammlung handelt. Schuschnigg bei Mussolini. Rom, 5. Juni. (DNB.) Mussolini hat am Freitagvormittag in Forli den österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg empfangen. Die nord- italienische Presse beschränkt sich auf eine ausführ, liche Schilderung der Fahrt des Bundeskanzlers zu Mussolini und seine Weiterreise nach Venedig, wo er vom Unterstaatssekretär für das Pressewesen, Alf ieri, und anderen amtlichen Persönlichkeiten empfangen worden war. Dr. Schuschnigg wird am Samstagvormittag von Venedig n a ch Wien zurückfltegen. Annahme der schweizerischen Wehrvorlage. Bern, 5. Juni. (DNB.) Der schweizerische Na- tionalrat hat die neue Wehrvorlage mit 159 gegen 11 Stimmen angenommen. Bundespräsident Meyer erklärte, daß zur Beschaffung der notwendigen Mittel in Höhe von 235 Millionen Franken einer Wehranleihe mit zwölfjähriger Laufzeit vor neuen Steuern der Vorzug zu geben sei. Mit der Festsetzung eines niedrigen Zinsfußes werde dieser Anleihe der Charakter eines Wehropf e r s gegeben. Bundesrat Minger erklärte, von den 235 Millionen sollten etwa 190 Millionen zur Arbeitsbeschaffung dienen. Der Antrag, den Kredit auf 500 Millionen zu erhöhen und 240 Millionen für die wirtschaftliche Landesverteidigung zu verwenden, würde nur eine Verzögerung bewirken. Aus aller Welt. Schnee und Kalle in den bayerischen Bergen. In den bayerischen Bergen ist in der Nacht zum Freitag mit dem bereits gemeldeten Temperatursturz Regen und Schneefall eingetreten. Auf Der Zugspitze herrscht starkes Schneegestöber. Die tiefste Temperatur betrug in der vergangenen Nacht 9 Grad. Freitag früh stand das Quecksilber immer noch auf — 8V2 Grad. Dichter Nebel hüllt alle Berg- spitzen ein und verhindert jede Sicht. — Auch im Allgäu tragen die Berge dicke weiße Hauben. Bei Jrnrnenstadt ist die Schneegrenze in einer Höhe von etwa 900 Meter. Jrn Tal geht unaufhörlicher Regen nieder. — Auch in den bayerischen Ostalpen ist auf der Höhe Schneefall, im Tal Dauerregen eingetreten. Die Berchtesgadener und Reichenhaller Berge trugen Freitag früh bis auf 1200 Meter herab ein weißes Winterkleid. Im Tal herrscht Nebel wie im November. Blitzschlag In eine Arbeitergruppe. In Bischofsheim (Rhön) schlug bei einem Gewitter der Blitz in eine Arbeitergruppe, die auf dem Steinberg mit dem Behauen von Pflastersteinen beschäftigt war. Dabei wurde der 29jäh« rige Lorenz Linden auf der Stelle getötet. Drei weitere Aroeiter erlitten schwere Verletzungen. Eisenbahnunglück bei Oinz. — 2 Tote, 6 Schwerverletzte. Am Freitagabend e n t g l e i st e der aus Frankreich und aus der Schweiz über den Arlberg kommende v-Zug Nr. 122 auf einer zwischen den Bahnhöfen Asten und Ebelsberg (bei Linz) gelegenen Baustelle, wobei die Lokomotive, der Dienstwagen, der Postwagen und drei Personenwagen umstürzten. Nach den bisherigen Erhebungen sind zwei Todesopfer zu beklagen, außerdem sind sechs Schwerverletzte und eine große Anzahl Leichtverletzter gemeldet. Hilfszüge sind von Linz und Wien aus sofort an die Unfallstelle abgegangen. Der Verkehr wird umgeleitet. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung hat das Militärkommando in Linz eine Kompanie des Bundesheeres an den Unglücksort entsandt. Wie von privater Seite berichtet wird, soll die Zahl der Verletzten 25 Personen betragen. Grohseuer im Hasen von Southampton. In einem Bananenspeicher im Hafen von Southampton brach ein Feuer aus. Alle Feuerwehren von Southampton mußten zur Bekämpfung des Brandes aufgeboten werden. Auch ein Güterzug wurde schwer beschädigt. Der Sachschaden ist beträchtlich. 8 Jahre Zuchthaus im Fall Joannis. Im Prozeß gegen den Sittlichkeitsverbrecher Pfarrer I 0 a n n i s verkündete die Strafkammer Ellwangen folgendes Urteil: Der Angeklagte wird als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher wegen 45 Verbrechen wider die Sittlichkeit, in einem Falle in Zusammentreffen mit einem beschimpfenden Unfug in der Kirche zu einer Gesamt st rase von a ch i Jahren Zuchthaus verurteilt. Drei Monate Untersuchungshaft sind anzurechnen. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihm auf 5 Jahre aberkannt. Ferner wird Sicherungsverwahrung angeordnet. Die Kosten des Verfahrens hat der Angeklagte zu tragen. In der Begründung des Urteils führte der Vorsitzende aus, daß die Hauptverhandlung in allen 45 Fällen ergeben habe, daß der Pfarrer mit Kindern unter 14 Jahren unzüch« tige Handlungen vorgenommen habe. Nach dem Gutachten der Sachverständigen fei er als voll zurechnungsfähig anzusehen. Bei der Strafbemessung wurde als strafverschärfend angenommen das lange hemmungslose Treiben, die große Zahl der Fälle und die schweren Folgen der Tat. Das Gericht ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß die öffentliche Sicherheit die Sicherungsverwahrung des Angeklagten verlangt. Da für einen Gewohnheitsverbrecher wie den Pfarrer Joannis kein Platz mehr in der Volksgemeinschaft ist, wurde auch auf Ehrenoerlust erkannt vier Todesopfer bei einem Grubenunglück in Oberfchlesien. Auf der Castellengo-Grube in Martinsau in Oberschlesien hat ein EinsturAunglück vier Todesopfer gefordert. Es handelt sich um den Füller Johann L e p p i ch, den Häuer Maximilian M a i n k a , und die Fördermänner August L i ß und Karl K 0 z y b i k. Welche Brotarten ißt man bei uns? ZdR. Kommt man auf Reisen in andere Landschaften, in andere Städte, gehört es immer zu den ersten Feststellungen, die man macht, daß es dort ganz andere Brotsorten gibt, als man es von daheim gewöhnt ist. Es sind nicht nur Unterschiede in der Form und Größe oder zwischen Land- und Stadtbrot vorhanden, sondern die ganze Zusammensetzung des Brotes ist je nach den Gegenden unseres Vaterlandes verschieden. In ganz Ostdeutsch- land, in der Mark und auch in Mitteldeutschland ißt man vor allem Roggenbrot und Zur Abwechslung gern Kommiß- oder Schrotbrot. In den Küstengebieten der Nordsee dagegen sowie am Niederrhein wird hauptsächlich Schrotbrot bevorzugt, aber auch Roggen- und Wei- zenmischbrot sind beliebt. Im Westen und S ü • den Des Reiches wird meist Roggenmischbrot und daneben Weizenmischbrot gegessen, reines Roggenbrot oder Weizenfeinbrot findet man selten. Daß verhältnismäßig viel Weizenbrotmischungen im Süden Deutschlands gegessen werden, wird aus einem Vergleich der Mehlverwendung ersichtlich. Während der Weizenmehlanteil in Ost- und Mitteldeutschland durchschnittlich nur 2 v. H. beträgt, sind es in West- deutschland 27 v. H., in Süddeutschland sogar 37 v. H. Die Bevorzugung verschiedenartiger Brotsorten ist übrigens nicht etwa eine Sache des Geschmacks, sondern hat tiefere Ursachen. Der Mensch des Nordens, ein anderer Menschenschlag, in einem härteren Klima, braucht eine kräftigere Nahrung als der Mensch südlicher Landesteile. Immerhin findet sich bei uns kein ßanbftrid), in dem nur reines Weizenbrot gegessen wird. n il i c DO en >e« rr« irt- en 'es 19 ate (er- ab« ige* rln« Ur« jpt« daß üch* )ut> ech» irde em* und zu W tge- ner« lehr en« n i« t- in id ib hl 13 n« r r b 5 in mb« den dort da« e in und nen« [eres l-h/ lei; und brat- >egen chl-ch ®ei» §ü' und ;gen' Daß Sü' inein ,rend >la"d •'S orten Dk' teren dek ifii Das internationale Reitturnier in Warschau. Bg-'W WMkil.WMM.liu.ii,!».. ... ............ ........... ...... ..... --ii ' |rei"5 tS MrmeUern®rerlnffiaBar^aV fi,e.9tc b°ut,ch° Rittmeister von Barnekow im Der Gittlichkeitsprozeß gegen -,'e Franziskanerbrüder. Sechs Jahre Zuchthaus für Bruder Linus. Von den schwachsinnigen Zöglingen, die zum Teil, strafrechtlich nicht verantwortlich sind, bekunden die beiden ersten, daß sie von Bruder Linus in seine Zelle befohlen worden seien. Sie erhielten dort Rauchwaren geschenkt und wurden verschiedentlich von ihm mißbraucht. Ein anderer Schwachsinniger, ein schwerer Epileptiker, war 1931, als sich Bruder Linus an ihm verging, erst 16 Jahre alt. Er und ein 19jähriger geben zu, daß Bruder Linus sie mit Wein, Zigarren und Schokolade freigiebig beschenkte, um sie sich gefügig zu machen. Bruder Kellermeister Gaudentius gab den Schwachsinnigen so viel Wein zu trinken, daß sie betrunken wurden. Die Zustände waren derart, daß der Zeuge schließlich aus dem Kloster Ebernach floh und in Saarbrücken einen Einbruch beging, um nicht mehr in das Kloster Zurückgebracht zu werden. Dieser Zeuge hat schließlich dem Landeshauptmann von den skandalösen Zuständen Kenntnis gegeben, so daß auf dessen Veranlassung die Strafverfolgung aufgenommen wurde. — Einem ebenfalls jugendlichen Pflegling, der gleichfalls von Linus mißbraucht worden war, wurde von den Ordensbrüdern wiederholt gedroht, „sie machten ihn in der Anstalt schon kaputt, wenn er irgend etwas erzählen würde!" Dieser Junge hat aus Scham vor dem schändlichen Treiben am 15. Juni 1932 Selbstmord begangen, indem er sich vor einen Eisenbahnzug warf! Der Vertreter der Anklage Staatsanwalt Augustin betonte, was in diesem Prozeß geboten worden sei, stelle alles in den Schatten. Daß dies jahrelang möglich gewesen sei, erkläre sich durch die schlechte Aufsicht. Obwohl zu wiederholten Malen diese Verbrechen gebeichtet und auch die Generaloberen darauf aufmerksam gemacht wurden, hätten sie keinen Anlaß genommen, nach dem Rechten zu sehen und Ordnung zu schaffen. Wie muß die Aufsicht im Kloster Ebernach gewesen sein, wenn die Brüder in ihren Klosterzellen, die doch regelmäßig revidiert werden mußten, Literatur über Nackkultur besaßen, wenn diese Brüder in den Wald gingen, um Nacktaufnahmen zu machen, Photagraphien, die sogar bei den schwachsinnigen Pfleglingen im Kloster später herumgereicht wurden? Der Angeklagte habe mit bodenloser Gemeinheit gehandelt! Er habe als älterer Mann nicht nur jüngere Ordensbrüder verfuhrt, sondern auch Kranke zu seinen Ausschweifungen mißbraucht, so daß von mildernden Umstanden keine Rede sein dürfe. . Unter Freisprechung in zwei Fallen wird der Angeklagte wegen fortgesetzten Verbrechens gegen § 174 Äbs. 1 des StGB, in zwei Fallen und wegen fortgesetzten Vergehens gegen § 175 in fünf Fallen zu einer Gesamtstrafe von sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Dem Angeklagten werden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt. Der Angeklagte hat sich aufs schwerste gegen sein Gelübde, gegen die anvertrauten Kranken und gegen seine eigenen Ordensbrüder vergangen. Völlig ausgeschlossen ist es gewesen, dem Angeklagten nnl° dernde Umstände zuzubilligen. Die Reche seiner Taten zeige, daß er als erwachsener und erfahrener Mann, der das Leben kennengelernt hatte, sich mcyi nur wahllos an seinen Mitbrüdern vergangen hat, Zeitschriften. o — '»D a s innere Reich" (Herausgeber: Paul Alverdes und K. B. v. Mechow. Verlag Alb. Langen- Gg. Müller, München) bringt im Juni-Heft zwölf bisher unbekannte Briefe Adalbert Stifters. Es ist kein Zufall, daß das gleiche Heft einen dichterischen Beitrag Ernst Bertrams bringt, der zu den feinsinnigsten Deutern Stifters gehört, und den Schluß der 'Geschichte aus Süotirol" von Franz Tumler, den die Kritik fast einstimmig unter die echtbürtigen Nachfahren der Stifterschen Kunst rechnete. Ferner findet man die beiden Ansprachen, die der in Wien lebende Vertreter der gesamtdeutschen Geschichtsauf- fassung Heinrich Ritter von Srbik und der Wiener Lyriker Josef Weinheber anläßlich der Ueberreichung: des Mozartpreises hielten. Weinheber eröffnet auch! den Reigen der lyrischen Beiträge mit dem ergreifenden Hymnus „Den Jünglingen" Eine Folge von Gedichten Gerhart Barons vermittelt eine genauere Kenntnis von dem vor kurzem bekannt gewordenen Oberschlesier. Zu einer schönen Erzählung Franz Nabls fügen sich gut die Gedichte Gg. v. d. Vrings. Ein Gedicht Bernt v. Heiselers, eine Platen-Deutung Eugen G. Winklers, und eine von vier Bildbeigaben unterstützte Aeußerung des Bildhauers Gerh. Marcks „Heber Plastik" schließen das Heft ab Goldschmuckfunde in Pompeji. Bei der Ausgrabung eines Wohnhauses in Pompeji wurden dieser Tage einige wertvolle Stücke Goldschmiedearbeit gefunden, die einst zu der Ausstattung einer Frau gehört haben. Die wichtigsten Stücke waren Haarnadeln mit Goldfiligran; die eine Haarnadel zeigte eine Fassung, die in einem win-I zigen korinthischen Kapitell endete, auf dem sich ein kleiner geflügelter Eros mit umgekehrter Fackel erhebt. Ein Paar Ohrringe in Gold in Form einer Waage war mit Perlen und einem kleinen Stück! Goldband ausgestattet. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Kaltluftmassen, die auch am Freitag die Regenfälle anhalten ließen, führen zu einer langsamen Auffüllung des mitteleuropäischen Tiefdruckwirbels. Daher kommt es auch am Samstag noch am Alpenrand zu verbreiteten Niederschlägen, die in höheren Lagen auch aus Schnee bestehen, doch gleichen sich die Luftdruckgegensätze weiter aus. Da gleichzeitig über dem Nordatlantik stärkere Wirbel-! tätigfeit in Gang gekommen ist, stellt sich vorübergehend freundliche und auch mildere Witterung ein, doch läßt bann erneut aus Norden nachströmende kühlere Luft noch keine Beständigkeit auf»! kommen. Aussichten für Sonntag: Wechselnd bewölkt, Aufheiterung und noch vereinzelt kürzere Regenfälle, im ganzen etwas milder Lufttemperaturen am 5. Juni: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 10 Grad; am 6. Juni: morgens 12 Grad. Maximum 13,8 Grad, Minimum heute nacht 9,1 Grad Wegen Gefährdung der Sittlichkeit wurde die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Die Vernehmung des Angeklagten rollte ein entsetzliches Lebensbild eines Wüstlings auf. Bei den Zeugenvernehmungen wurden zunächst die vier Franziskanerbrüder vernommen, mit denen sich Linus vergangen hat. Einer gesteht, sich mit Bruder Linus irn Jahre 1932 in dessen Klosterzelle im Kloster Ebernach bei Cochem wiederholt strafbar gemacht zu haben. Er habe diesen Verkehr auch gebeichtet und darüber nach Hause geschrieben. Für diesen Brief habe er 14 Tage Bußarrest auf feiner Kloster- Zelle erhalten, weiter aber sei nichts erfolgt! Johann Bausch (Bruder Tarcisius), der inzwischen aus dem Orden ausgetreten ist und geheiratet yat, gibt ebenfalls zu, während der Nachtwache in der Wachzelle mit Bruder Linus und einem Franziskanerbruder verkehrt zu haben. Koblenz, 5. Juni. (DNB.) Nach einwöchiger Pause nahm der Prozeß gegen die 276 Ordens- bruber ber Franziskanerbruberschaft seinen Fort- gang. Auf ber Anklagebank staub ber 44 Jahre alte ehemalige Franziskanerbruber Bernharb Schu- fnr£erQ' Gruber Linus. Schulenberg wirb be° schulbigt, durch neun Handlungen 1928 bis 1932 in verschiedenen Franziskanerklöstern widernatürliche Unzucht im Sinne des § 175 getrieben und sich wei- einer Reihe von z. T. schwachsinnigen und toiotischen, z. T. minberjährigen Pfleglingen vergangen zu haben. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. sondern auch an ihm gegenüber hilflos dastehenden Kranken und jüngeren Leuten, auf die er kraft feines Alters und seiner Ordenskleidung einen besonderen Einfluß ausüben konnte. Dazu kommt, daß die jugendlichen Pfleglinge, die von ihren Eltern oder aus einem Krankenhaus in dieses Kloster geschickt werden, niemanden in ihrer Not haben als die Ordensbrüder, denen sie sich anvertrauen können. • Kunst und Wissenschaft. Ernennung zum Professor. Der Reichs- und Preußische Minister für Wißen- fchast, Erziehung und Volksbildung hat dem voll- beschäftigten außerordentlichen Lehrer an der Hoch-, schule für Musik in Berlin Dr. Friedrich Mahling! für die Dauer seiner dortigen Tätigkeit die Amtsbezeichnung Professor verliehen. UW Grötz. oder 2 kl. ^Auch Sie könn. ohne Risiko Geräumige I Geräumige 4-Z.-Wobnuiiq ________ parterre,z.l^uli Zimmer .IHuli 3666A Doppelherz 7y* ist dos bewährte W Q 370RMo^Z5RA\ Doppelherz - Dro- tZttnrZt 3665A 1. iu Derrn. 4 Zinnn.Wohn. mTbctoutsfudu Küchen, Einzel- u. Polstermöbel und Schall' Frankfurt am Main 3633C Hugo Bermühler Verlag - Berlin-Lichterfelde Wohnstatt-Möbel Deytsch in Stil, Holz und Arbeit Ludwig Haas Plockstr. 7, Tel. 3305 Fahrräder Vertreter: Jakob Schupp Bahnhofstraße 27. Fernsprecher 3281. verkäuflich, RM. 19.—. Bitlettonts- nach Vorschrift d. Arztes. v2ssi Frau Lorenz, Staat!, fiept. Schiffenb.Weg 19, Fernruf 3797 Zimmer aller Preislagen und Geschmacksrichtungen in Eiche, Nußbaum, Birke, Mahagoni, Birnbaum . und vielen anderen Holzartenl od.später zu vermieten. Schrift!. in Verbindg. zu tret. Nur direkte ernstgem., aufrichtige schr. Sin- Deutsche WK-Möbel Mustergültig in Form und Arbeitl elend fühlen, ols I Kröftigungsmittel I unentbehrlich. Flo- sdien zo-1,95 RAA, Frankfurts großes Spezialhaus für Wohnungs-Einrichtungen mit seiner vorbildlichen Schau wohnfertiger Räume und seinen preiswerten Angeboten bittet um Ihren Besuch 1 statt. Gießen, den 6. Juni 1936. Der Oberbürgermeisten Ritter. Annahme von Bedarfdeckungsscheinen eetsV Gardinen—Bettfedem Steppdecken - Bettvorlagen gut und billig eins, möbl., mit elektr. Licht zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 02602 a.d.G.A. 3. einem praktischen Schutzhasten (40X26 cm), in dem Textbuch platten sicher vor Beschädigung aufbewahrt werden können. Preise und Bezugsbedingungen: Dar Werk ist nur geschlossen Schallplatten werden einzeln nicht abgegeben. Preis des Werkes: Verlangen Sie kostenlos unser ausführliche, Werbeblatt. Iu beziehen durch jede Buchhandlung! Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 FranzVoSIACo., Gießen Seltersweg 44 39V* 5-Zimm.Wolin. mit Badezimm., gr.Balkon, Lud- wigstrahe 81 zu vermieten. 365sD Näh. A. Becker, Kevlerstr. 9. zum 1. Juli zu vermieten. 362il> Näheres: Seltersweg 691. 2d Zinner m. Küche in gut. Hautangenehm, ruhige Lag., zum Klarere neue u. gebr., zu verkauf, u. zu vermieten. Reparaturen n. Stimmungen fachgemäß u. preisw. «530 Meritt GieBen, LudwifistraBeSp. Teleph. 2403. Kaffee- und Garten-Decken neue Muster, besonders preiswert Stil-Möbel wie Barock, Renaissance, Chippendale usw. Häusl, s. tücht- Mädel, 32 Jahr, welches s. zurück, gezogen lebt und o. elterl. mutter- los.Haush. führt, m. Ausstatt, und spät. Vermögen, wünscht m. solid, charakterf. Herrn (auch Witwer m. 1 Kind) in sicher. Stellung, zwecks Asbest- Platten 1,2,3,4 u. 5 mm, wieder am Lager. 204D CarlSchunck ZU" WM an ruhig. Mieter zu vermiet. 02609 And.Johannes- kirche 6 UL Generalvertretung: H.Wagener, Gießen Frankfurter Straße 45 3614A Ruf 4120 Ein tonendes Dogelbestimmungsbuch! Gefiederte MeistersSnger Das erste tönende Lehr- und Hilfsbuch zur Beobachtung und zur Bestimmung der heimischen DogelweU Mit Unterstützung des Bundes für Vogelschutz E. D., Stuttgart. Herausgegeben von Dr. Oskar Heinroth. Das Werk besteht aus: 1. einem handlichen Textband in Taschenbuchgröhe, der in einer klaren Übersicht alle wichttgen biologischen Angaben und viele Bilder im Text und auf 24 farbigen Kunstdrucktafeln enthält. 2. drei Schallplatten von 25 cm Durchmesser, hergestellt von der Carl Ltndström 2L-®„ mit den Rusen und Besängen der 24 wichtigsten Vertreter der heimischen Dogelwelt nach Aufnahmen aus freier Natur. Jede Dogelsttmm« ist einzeln und ohne störende Nebengeräusch« klar wiedergegeben. Vüroraum in zentraler Lage-nicht unt. 100 qm, zu mieten gesucht. Angebote unter 3652D an den Giehener Anzeiger. 1 großer SchHeBkorb 1 Wäschemangel 1 Tennisschi, mit 8p. 1 3-R.-Radio G.Telef- 6 33 und 1 ausgez. Lautsprech HF.&K. zu verkauf. 02597 Br. Stetnweg 181. regelmäß.u. steig, verdienen I Uebernehm. Sieuns.gewerbsm. Vertriebsstelle für uns.bek.Bremer Röstkaffee, Tee u. Kakao u. schreib, sof. a. d. Hansa-Kaffee •Handel, H.F. Ed. Meyer, Bremen, Langenstr. 23^ Waiiimann mit abgeschlossen. Lehre für einfache Büroarbeiten per sofort gesucht. Schriftl. Angeb. unt 3641D an d. Gieß. Anzeig. Tüchtiges 3662D Mädchen in allen Hausarbeiten erfahren z. 15. 6. gesucht. Max Werner Plockstratzelllll WIRTSCHAFTLICHKEIT UND SCHÖNE LINIE AHLE IE TRUAWr Suche f. baldigst flott.,tücht, ehrl. MW für Haush. und Metzger, m. gut. Vorkenntnüs. im Verkauf. Haus- mädch. vorhand. Schriftl. Angeb. unter 02565 an den Gieh. Anz. Ludwig Haas Plockstraße 7 Telefon 3305 Bremer Kaffee-Großrösterei bietet hoh.Verdienst d. Verteilung v. la Röstkaffee im Bekannten- u. Kundenkreise. Werbeunterstützung Hagens L Schmidt, Bremen 529 A Uniformen für die Wehrmacht, Forst-, Arbeitsdienst, SS., SA. nach Maß in höchster Vollendung Mustervorlage auch nach auswärts gerne Köhler, Giefeen Herren-a Knabenkleidung Eigene Maß Werkstätten im Hause Schöne 5-MM m. Mansarde u. Balk. Nähe Lud- wigsplatzz.1.10. zu verm. Preis RM. 70. Schr. Ang. unt. 02591 a. d. Gieh. Anz. Altangesehene leütungsfah. we,td. Textilwaren-Großhandlung sucht für Oberh., Hellen-Nassau, Sreg- u. Dillkreis, sowie angrenz. Gebiete durchaus tücht., branchekund. ar. Aeiseveviveiev Nur solche Herren, d.i. obigen Geb. bereits erfolgr. tätig waren( Selbst- fahrerswoll.sichm.Zeugmsabschr., Ref.,Lichtb, genauem Berichtuber bisherige Tätigkeit und Prov.-Ansprüchen gefl.umgehend bewerben unt. 36490 an den Gieh.Anzeiger. Preisliste und Proben kostenlos igsg Kqmä ölESSEN-HWOEMBUraWHtJ gees 1,50 RAA C. Seibel, Frankfurter Str., 0. Wlnterhoff, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u.' sämtliche Filialen. Lanbach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. weV Frdl. abgeschl. u. neuhergerichtete 2-Zimin.-Wohnung mit gröh.Neben- raum an ruhige, bestemvf.,pünktl. Fam. für sofort od. spät. z. verm. Näheres: o2so< SchiNerstr.il ll. MW' . iiwTCTUKiöawrar W^rel Für Wöchne- nooen. Nervöse, Erschöpfte e. alle, j die sich mott und | Kaufgesuche | 2-3X5 Zimmerhaus m.Badu.Garten in gut.Lage drch. Vermittlg.gegen Kasse zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. u. 3660V an d. Gieh. Anz. Suche sof. einen kleinen, steuerfr. wagen in nur bestem Zustande geg.Kasse. Schr. Ang. unter 02592 a.d.G.A. Grohe freigeleg. Mim-INohn, mit Bad, Zentralheizung und Balkon in der Alicenstrahezum 1. August evtl, später zu verm. Näheres: 3535V Haute. Verein AlicenstraBe 34N. Sonn., herrsch. Für den Naturfreund ! Bfllöioetien Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier» und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck- tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem EinfLhrungstext von K.Gerhard u.G.Wolff. Preis RM. 4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgeword. Naturschönheiten in sick aufzunehmen, dem fingen u. klingen die Tafeln tausend (Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Für Wirtschaft in kleiner Stadt Fränkin das i. d. einschläg. Arbeiten bewandert ist,per sofort gesucht. Schriftl. Ang. unt. 3646D anoenGieh.Anz. Tüchtig., solides Bta in kleinem Haushalt zum 15. 6. gesucht. 02614 LndwigstraßelOI. Ehrlich, ordentl. Mädchen für tagsüber od. ganz in kl.Priv.- Haushalt gesucht Schriftl. Angeb. unt.02615 and. Gieh. Anzeiger. Beamt.sucht ger. I-L-Hnii m.Bad od.4-Z.- Wohnung 8.1.9. od.1.10.36.Schr. Angeb. unt. l>2562 an d. Gieh. Anz. Dame sucht 2-3-gimmer- Wohnung Part. od.I.Stock, in gutem Hause. Schr. Ang. unt. 02606 a.d.G.A. MW evtl. m.Werkstatt Lagerraum und Büro sofort oder später zu verm. W.Bratherig Seltersweg 69. Laden m.Nebenräumen zu vermiet, 0-586 Neustadt 21. Größerer Posten geor. eisener (Baitenmöüel z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. mit Preis unter 3661V an den Giehen. Anzeig. | Empfehlungen | lannen-r abzugeb. Bestell erb. wir v.Postk. DamptsägewerkLollar B.NuhnA.G.,Lollar. Ä Magenleidendel ■Dl Vk Die schmerzhaftesten ImX ilJ Magenbeschwerden, hervorgerufen aus nervösen Störungen, wurden mit Roba- Salz, dem ersten Kräuter-Magen-Salz, beseitigt. Selbst solche, die schon 20 und 30 Jahre alt waren) Schon ein einziger Versuch wird Sie davon Überzeugen, daß auch Sie wieder ein lebensfroher Mensch werden können. Roba-Salz, ärztlich empfohlen, In Pulver- oder Tabletten-Form RM. 1.20 In d. Apotheken, bestimmt: Univ.- Apoth. z. gold. Engel, Marktplatz; Pelikan-Apoth., Kreuzpl. 2. 3011V Groß.Kaffeeröster 8.- Mk., Antover- deck 4.- Mk., Selterswassermaschine, Briefmarkensammlung n. Münsensamml. bill. zu verk. 02s«» AlteGoldsachen: Ring, Uhrkette, nehme i. Tausch. Kuhn,Kai8erallee20 Pol. Bettstelle m. Sprungrahmen 2 Kommoden kl. Waschtich großer Spiegel m. Goldrahmen Flurgarderobe Elche 02585 Kegnlat. u. sonst, bülig z. verkauf. Landgrafenstr. 2 p 4-Z.-Wohnuig Parterre oder L Stock per bald gesucht(2 Pers.). Schriftl. Angeb. unter 02588 an d. Gieh. Anzeig. Beamter, 3 erwachs. Pers., sucht zum l.Juli MomWn Schr. Ang. unt. 02594 an den Gieh. Anzeiger. Hiesig.Geschäfts- mann, pünktlich. Mietzahler, sucht nn-Wohnung m.Lager,ca.40qm Schr. Ang. unt. 02491 a.d.G.A. | Vermietungen"! Schöne 7-Zimm.-Wohnung mit Bad, Heizg., groher Veranda, Seltersweg 671, zu vermiet. seseD Näh.: A.Becker, Kevlerstrahe 9 Schöne Himmei* in best. Lage m. Etagenh., Badezimmer, Balkon u. sonstig, reichl. Zubehör, ev.mit Garage, 8.1.10. ev.früher zu vermieten. 02581 Zu erfragen im Giehen. Anzeig. Nebenbeschäftigung ' auch Schreibm. als Heimarbeit gesucht. Anfrag, unt 02600 a. 0, Giehen. Anzeig. Vornehm 1 Geschmackvollt Persönlich I 4-Zinnn.WobD. rühm em Hause zu vermiet. Uletill zu vermiet. 02620 Kreuzvlatz 12. Mündlich können SieesnurweuigAN sagen, schrifllich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen | Mietgesuche~| 6-Aimmer- Wohnung zu mieten gesucht. Schriftl. Angebote unter 3645V an den Gieh. Anzeiger. Moderne 5-6-Zimw- Wohnung zum 1. Oktober zu mieten gesucht. Schr. Ang. mit Preis unter 02582 a.d.G.A. Ehepaar m. zwei Kindern sucht Wochenendhaus o.Aehnlü. Stadt- näheabl7.Junib. 20. Juli. Schriftl. Ang. unt. 02595 an d. Gieh. Anz. Gesucht wird: 4-5-Zimmer- Wohnung mit Zubehör in bess. Hause zum 1. 8.36 ev. auch früher.Angebote m. Preis u. Lage unter 3634V an d. Gieh. Anzeig. (Hn erneu», freute für den Naturfreund MMN Men Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseittge und trefflich gelungene Einzelbilder und Bild- folgen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus derFreude am De- obachten ist ein wertvolles naturgeschicht- liches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgesche- hen zu erwecken. Gebunden RM. 4,80. Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde ADLER kammerlSm vertilgtjedes Ungeziefer. 02583 Schomber, Giehen, jetzt Kirch- stratze 20. Sachverständig. i.Ge- richtsangelegenh. Telefon 3983 MeiueAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. [Verschiedenes] Die Teilemeue- rung der Dachdeckung auf dem Empfangsgebäude Giehen soll vergeben werd. Angebotsmuster werden f. 0.80 abgegeben. Verding am 15.Juni 1936,11 Uhr. Reichsbahn j RelriehsanitßieOeil Dam. u. Herren, auch Ehepaare, find, freundlich. „Zuhause“ int Altenheim, Villa Friede, B.-Nauheim,F.- Werner-Str. 3. Bekanntmachung. Dienstag, den 9. Juni 1936, findet in Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Rlarkt statt. Auftriebszeit von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Nächster Schweinemarkt: Rlittwoch, den 24. Juni 1936. 3632C Gießen, den 6. Juni 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Bekanntmachung. Der Herbstmarkt (Schau- und Verkaufsmesse) in Giehen findet vom 20. vis 27. September 1936 statt. Plätze für neuzeitliche Fahr- und Schaugeschäfte, Schieß- und Verkaufsbuden, werden im Wege schriftlichen Angebots vergeben. Bedingungen nebst Angebotsschein sind im Stadthaus, Bergstraße 20 — Zimmer Nr. 18 — erhältlich. Dort sind auch die An- gebotsscheine bis spätestens zum 27. Juni 1936 ein- zureichen. Der Markt ist in der Zulassung von Geschäften ein beschränkter Markt. Grundsätzlich werden nur die Geschäfte (auch Spezialisten) zugelassen, die sich rechtzeitig um Platz beworben und die Zulassungsgenehmigung vor Beginn des Marktes schriftlich erhalten haben; es werden nur Mitglieder der Wirtschaftsgruppe „Ambulantes Gewerbe" berücksichtigt. Eine Verlängerung des Marktes findet nicht DKW, Wagen 02012 2/2 Sitzer la Zustand,bill. abzug. Balser, Panter. 8 DKW.Front Cabriolet 2/2-Sitzerz. verkaufen. Preis 450 RM. Anzusehen Samstag 3 — 4, Sonntag 11—1 Uhr. Stephanstr.24 Hol Verkaufe ein. in best.Zust.befindl. 4/20 PS Kleinwagen (offen) Asterweg 7.02593 Zündapp 200 ccm Viktoria 350 ccm la Zustand, billig z. verkaufen.02613 Balser," ammstr.8 1 Fahrrad zu verkauf. 02303 Weidengasse 7p Gasbadeolen Waschtich f. fliehendes Waller, Bücherschrank wegzugshalb.ab- zugeben. 02539 GoethestraBe301I ©eöroudjt. Sofa ziieiaeseffei ®eot. 2 flammig. (Basfodier zu verkauf. 02322 yinvenvticgw.12u Gasherd weih, mit Bratröhre, komb. mit Kohlenheiz. 3642D Schilling, Franks. Str. 23. Fast neuer weih. Herd mit Kohlenwag. sowie guhemail- lierter und schw. preiswert zu verkauf. 02313 Mühlstr. 28 Haas- Deller (Amerikaner) braun emailliert, m. Unterlagspl., Modell 1935'36, mit Garcmtiesch. wegzugshalb, zu verkaufen. 35550 Schr. Anfr. unt. 3656va.d.G.A. liehen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Schöne, junge Kifctzchen z.verschenken."'^ Neustadt 36 Zwecks»«ttmpwagoer Schwarzarbeit können Arbeits Ango- bote von Handwerken» nur mH Namensnennung u. unter Vorlage besGewerbenachweifes ausgenommen werden. Verlag eesStebenerAuzetgere Vereme^ Wiedersehensleier LR. 390 Wer gibt Kriegskameraden vom 20. bis 21. Juni Freinnartier? Meldung an Stw dienrat 0257s Adolf Schad Im städt. Haus Licher Str. 45II ist ab 1.7.36 eine Wohnung besteh. a.4Zim., Küche m.Sveise- kammer, einger. Bad,Balk.,Mansardenzimmer u. Keller und sonst. Zubeh. zu verm. Anfrag, sind zu richt, an das Vermess.- u. Grundstücksamt Giehen Bergstr.20,Z.16 3- oder Schr. Ang. unt. ■ 02598 a.d.G.A. 2-Zimm.-WohnoD0 Neubau, 1. St., m. 5küche, Korr., u. Zentralheizg., 1 Minute H. d. Elektr., z. l.Juli od. spät, preisw. z.verm.Dauerm. bevorzugt.K.auch n.Z.mehrabgeg. werd.Schr.Ang. u.02580 a.d.G.A. 2 grohe leere Parterrezimmer mit Aussicht auf W ernenn all sof. od.sväter an ruh. Person zu vermieten. Schriftl. Ang. unt. 02584 an d. Gieh. Anz. 2 grohe Zimmer m.Küchenbenutz. Bad u.all.Zubeh. an ält.Dame od. Ehep.z. vermiet. Schr.Angeb.unt. 02596 an d.G.A. Ängeb. u. 02564 an d. Gieh. Anz. Schöne Wohnung 4 Zimm., Küche, Balkon, in bester, sonniger Wohnlage, an ruhigen Mieter,möglichst alleinsteb.Dame, zum 1. August zu vermieten. Schr. Anfr. unt.3581V andenGieh.Anz. Geräum,sonnige 3-Lhtn| v. Beamtenfam. (3 Pers.) gesucht. Schr.Angeb.mit Preisang. unter 02553 a.d.G.A. Schöne 3-Z.-W. mit Bad v. Beamten zu mieten ges. Schr.Angeb. mit Preis unter 02560 a.d.G.A. Suche für sofort ein tüchtiges MW das auch melken kann. 3592V fteinL SommerloO Butzbach Weislerstrahe 34. Tüchttges MM mögl.über 25 I. für 15.6. od.I.7. gesucht. 3829V Oak6 Schwarz Tüchtiges 02599 Tagesmädcben zum l.Juli gesucht. Vorzustel. von 11-20 Uhr. LiedM.« Mädchen für tagsüber gesucht. 02610 Bäckerei Lange, Neustadt 37. 3-4-3imnier VMUM in Lollar zu vermieten. Schrift- licheAngeboteu. 02617 an den Gieh. Anzeiger. Schöne 3-Zimm.-WolinuDy m. Gartenanteil, z. 1. 7. 36 preiswert zu vermiet. Schr. Ang. unter 02597 a. d.G.A. m. Küche u. Zubehör sofort od. später zu verm. Schr. Ängeb. u. 02601 a.d.G.A. Th. Mann Grünberg Schr. Ang. unt. Hitlerstrahe 11. >02478 a.d.G.A. 1-2 Simmet und Klicke z. m. gesucht. Schriftl. Angeb. u. 02621 an 0. Gieh. Anz. Eeeresjlmmer evtl, zum Möbelunterst. für 1.7. z.mietengesucht. Schr. Ang. unt. 02608 a.d.G.A. Möbl. Zimmer in ruhiger Lage, mögl. mit voller Pension von Beamten sofortgc- suchttSchriftliche Angeb. u.364jOD a. d. Gieh. Anz.« Zimmer m. zwei Betten a. Arbeit. (Woche 3.20 Mk.) zu verm. 02619 Frankl. Str. 31II. Laden m.2Schaufemt., mitt. i. d. Stadt, v. 1. Juli billig zu vermieten. [Wohnungstausch] gesucht,ev.Mans. n. 4-Z.-Wohng. steht zumTausch. Schr.Angeb unt. 02611 and.G.A. |Stellenangebote| Keine Zeugnisse in Urschrift lonbem nur Zeugnis- abjchriften dem Bewerbungsschreiben beilegen l — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rücisette Namen und Anschttft des Bewerbers tragen! Kaffee-Han- dels-Haus sucht vellreler n. Betreuet Fritz Linse, Bremen 8.2823D Junger Bäcker- u. Konditor zum 15.Juni ge- sucht.Schriftliche Ang. unt. 3563V an 0. Gieh. Anz. LeW oder Lehrmädchen für Büro sofort gesucht.- Steno- gravh.u.Schreib- maschinenkennt- nisse erwünscht. Schriftl. Angeb. unt. 02605 an d. Gieh. Anzeiger. Tüchtige ältere Milin f. kleinen geordneten Arbeiterhaush. alsb. ges. Spätere Heirat nicht ausgeschlos. Schriftl. Angeb. unt. 02618 a. d. Gieh. Anz. erb. Suche weg. Verheirat. d. jetzigen ein fleih. ehrlich. Mädchen vom Lande aus christlich.Familie Alterl7-20Jhre. bei gut. Lohn z. 15.Juniod.l^)uli etwas Nähkennt- nille erwünscht. HermannUllrich Bäckerei3si3v Wißmar b.Gieh. 4-Zimmerwobmmg (part.) und ztüche, zusammen mit Lager u. Hofräumen, per 1. Juli zu vermieten. Lage in der Nähe Bahn und Post.SchriM.Angebote unt. 3490V a.d.Giehener Anzeiger Moderne WOU-MlUMU 2 Zimmer, Küche u. Bad in bester Wohnlage zumähigenPrersdnzum 1. und 15.Juli zu vermieten. Schr. Anfragen mit Berufsangabe unt. 3616V an den Giehener Anzeiger. Tüchtiges Mädchen das kochen kann sofort gesucht. Caf6 Leib Hießen 3c22D Tüchtiges UlemÄ« mit gut. Zeugn. gesucht. Nachzufragen in d. Geschäftsstelle des Gieh.Anz. 35550 [Stellengesuche] Sriölein 28 I. alt, in allen Hausarb.erfahr., sucht StellL in srauenlos.Haush. Schr. Ang. unter 02572 a. 0. G.A. Mädel 22Jahre,i. allen Hausarbeit, erf. sucht Stellung f. sofort od. später Schr. Ang. unt. 02607 a.d.G.A. Verkäufe | Frischmelkende zu verkaufen?^ Reiskirchen bei Giehen Oberndorfstr. 36 Gute neun Woch. alte Ferkel z.verk. bei 3547V Herrn. Zimmermann, Lieh, Seelenhofg. 8. 3x3 jimmet- Haus mitGarten,Südviertel z.verkauf. Näher. A. Becker Kevlerstr. 9.35570 Neuerbautes 2-Fam.-lm zu verkauf. 02527 Wo?sagtdieGe- schäftsst. d.G.A. Achtung! Haus mit Metzgerei u. Gastwirtschaft i. bester Lage Gie- hens steht zum Verk. Nur gute Fachleutewollen sich melden unter 02549 an den Gieh. Anzeiger. 1 LTR Nr. 129 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, 6. Zum 1936 Handwerk im Aufbruch. führen foU Man konnte dafür auch sagen- fiartb? Arbeit um ihrer f e l b ft ro i 11 e n unb bte Ehre bes Handwerkers ist D i e n st a n b e r 7 eLnl^acLt 2)16 ^beit bes Handwerkers durch den Nationalsozialismus weit über bas Materielle hinaus einen Inhalt bekommen, ber am besten durch die Worte ausgedrückt wird- Arbeit ist des Meisters Ehke ^roeit Eine besondere Note hat der diesjährige Reichshandwerkertag vom 5. bis 10. Juni in Frankfurt am Main durch die Sternfahrt von Meistern Gesellen und Lehrlingen erhalten, die in Beruss- tracht auf Fahrrädern durchgeführt wird. Mehrere hundert Teilnehmer, Angehörige der verschiedensten Berufe haben Pfingsten ihre Fahrt durch die deut- schen Lande angetreten, die nach Bewältigung von etwa 500 Kilometer am Opernplatz in Frankfurt endet. In vielen Städten und Dörfern wird damit m origineller Weise für deutsches Handwerk und sein Brauchtum geworben. Handwerker gestalten aus Freude an der Arbeit und aus Liebe zum Werkstoff. Etwas von dem Wollen des Meisters muß in ben Gegenstanb übergehen, ber unter seinen geschickten Hänben ersteht. Handwerk kann nur da sein, wo eine enge Verbindung mit Heimat und Herd besteht: deshalb können kunstgewerbliche Leistungen nur von einem Handwerkerstand erwartet werden, der die Verbund e n h e it m i t d e r S ch o l l e nicht verloren hat. Das Handwerk weiß dies heute wieder, nachdem durch die großzügige erzieherische Arbeit des Nationalsozialismus in den letzten Jahren die grundlegenden Voraussetzungen für eine handwerkliche Lelstungsarbeit in der Praxis gelegt worden find. Handwerker schaffen wieder aus dem Leben heraus für das Volk, das wie das Handwerk selbst wieder zu den unzerstörbaren Kraftquellen der Scholle zurückgefunden hat. So sind heute die Voraussetzungen gegeben, die die Entwicklung eines neuen Kunsthandwerks, das im Volke wurzelt, in jeder Hinsicht begünstigen. Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat im übrigen gezeigt, daß das Handwerk zwischen Produktion und Verbrauch ein unentbehrlicher Helfer ist. Die Zahl der selbständigen Handwerksmeister ist nach 1900 nicht mehr wesentlich zurückgegangen, nachdem in den beiden Jahrzehnten vorher das selbständige Handwerk einen Rückgang von 30 v. H., gemessen an der Gesamtzahl der Bevölkerung, zu verbuchen hatte. Heute kommen etwa 24 selbständige Handwerksmeister auf 1000 Einwohner, während es vor zehn Jahren nur 21 waren. Die Bildung neuer Handwerksberufe ist besonders durch das Aufkommen der elektrischen Antriebskraft gefördert worden, denn in der Elektroinstallation find etwa 55 000 neue Handwerksbetriebe entstanden. Man sieht daraus, daß das Handwerk auch in der modernen Wirtschaft genügend Lebenskraft bewiesen hat und unter ungünstigen Voraussetzungen bis zu dem Zeitpunkt durchhalten konnte, der dem Handwerk auch vom Staate wieder diejenigen Ausgaben zuwies und sicherte, die es von Rechts wegen im Rahmen einer organisch auf- gebauten Volkswirtschaft zu leisten hat. Wenn in der Stadt des deutschen Handwerks jetzt die Meister aus allen Berufen und aus allen Ga^ien mit ihren Gesellen und Lehrlingen Zusammentreffen, dann werden sie bei ihren ernsten Beratungen mit Freude feststellen können, daß überall ein Anfang gemacht ist, der ihnen das Recht gibt, auf die Leistungen der Zukunft zu hoffen. Ein kurzer Ausschnitt mag dies bartun. Das deutsche Handwerk hat in Zusammenarbeit mit den Handelskammern und Jnnungsverbänden im Anschluß an die Leipziger Frühjahrsmesse eine Ausfuhrförderungsstelle errichtet. Schon zweimal hat die Leipziger Messe eine kollektive Handwerksausstellung gezeigt, die im In- und Ausland Beachtung gefunden hat. Nach den Festftellun- gen der Ausfuhrförderungsstelle gibt es zur Zeit in Deutschland mehr als 1500 exportfähige Handwerksbetriebe. Im letzten Wirtschaftsjahr hat das Handwerk durch das Ausfuhrgeschäft etwa 60 Millionen Mark einnehmen können. — Durch die Zusammenarbeit des Reichsstandes mit dem Statistischen Reichsamt wird übrigens eine regelmäßige handwerkliche Konjunktur st ati st ik errichtet, die für die wirtschaftliche Praxis einmal bedeutsam werden kann. Die notwendigen organisatorischen Arbeiten werden von den Kammern durchgeführt. Für die gesamte handwerkliche Schulung ist neben ber praktischen Ausbildung in ben Werkstätten bie berufliche Schulung in ben Berufsschulen wichtig. Die Ausbilbung ber Gewerbelehrer durch das staatliche berufspäbagogische Institut wirb des- halb im engsten Einvernehmen mit ben maßgebenden Stellen bes deutschen Handwerks durchgeführt. Das Institut hat in jüngster Zeit eine Reihe tüchtiger Handwerker zu Gewerbelehrern ausgebildet, die sich bereits praktisch bewährt haben. Im letzten Jahre konnte nach dem Besuch des Reichshandwerksmeisters Schmidt im berufspädagogischen Institut in Berlin das Verhältnis zur Berufsvertretung des Handwerks so eng gestaltet werden, daß nun von einer Zusammenarbeit Hand in Hand gesprochen werden kann. Was der Gewerbelehrer für das Handwerk bedeutet, kann man ermessen, wenn man weiß, daß jährlich mehr als eine halbe Million Lehrlinge des Handwerks durch die gewerblichen Berufsschulen gehen. — Die handwerkliche M e i st e r l e h r e, die einheitliche Meisterprü- fungsordnung und ihre Durchführung in den einzelnen Berufen sind weitere Gewinne bes letzten erfolgreichen Arbeitsjahres. Einen neuen Abschnitt im beutschen Handwerks» leben hat auch bie Wieberbelebung ber Wanberschaft eingeleitet. Durch bas Handwerk- liche Gesellenwanbern, bas in ben Jahren 1935/36 im größeren Umfange zur Durchführung gekommen ist, sollen bie Grunblagen zu neuer hanbwerklicher Hochleistung unb Wertarbeit gelegt werben. Die Wanberschaft bes Hanbwerkers wirb bie aufrechte beutsche Handwerksgesinnung roieber zu Ehren bringen, sie wirb bas Verständnis zwischen Nord und Süd und Ost und West vertiefen, und sie wird in manchen jungen Gesellen die handwerkliche Schöpferkraft neu beleben. Der ideelle und völkische Nutzen des Gesellenwanderns findet seinen Ausdruck in der Stärkung der Heimatliebe, ein Fundament, auf dem der Handwerker aufbaut, der es einmal in seinem Beruf zu etwas bringen will. Auftakt zum Reichshandwerkertag in Frankfurt a.M. Pressempfang im Römer. ((Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) Der Reichshandwerkertag 1936 in Frankfurt a. M., der Stadt des deutschen Handwerks, hat mit dem heutigen Tage begonnen. Von hohen Masten grüßen in den Hauptverkehrsstraßen Hunderte von farbenfrohen Handwerkerfahnen und geben mit ihrem langen blauen Tuch, von dem sich leuchtend die Wappen deutscher Städte, die Symbole des Handwerks und der Deutschen Arbeitsfront abheben, der Stadt ein farbenfrohes Bild. Immer wieder trifft man frohe Handwerksburschen, die, aus allen deutschen Gauen kommend, durch Frankfurts Straßen ziehen. Als Auftakt zum Reichshandwerkertag empfing am Freitagnachmittag Reichshandw'erksmeister Schmidt in dem mit weißen Pfingstrosen unb rotem Mohn in verschwenberischer Fülle überaus festlich geschmückten Bürgersaal des Römers in Gegenwart des Oberbürgermeisters Dr. Krebs, bes Leiters bes Presseamts ber Deutschen Arbeitsfront Pg. B i a l l a s unb bes Gaupresseamtsleiters G. W. Müller bie Vertreter ber in- unb aus- länbifchen Presse, um ihnen in herzlichen Worten zu banken für bie starke Förberung, bie bas beut« sche Handwerk in den letzten Jahren der Neuorganisation und des Aufbaus durch die vorbildliche Aufklärungsarbeit der Presse erfahren habe. In diesen Jahren habe es gegolten, in 4V2 Millionen deutscher Handwerker, die Mut und Selbstvertrauen im hoffnungslosen Existenzkampf verloren hätten, einen neuen Geist zu formen. So mußte das Jahr 1933 ein Jahr des Tastens und Forschens nach neuen Wegen fein. Daß hierbei die Presse tatkräftig mitgeholfen habe, sei ihr großes Verdienst. Als dann das Jahr 1935 mit der Einführung des großen Befähigungsnachweises die Grundlage für eine Gesundung des deutschen Handwerks gebracht habe, habe wiederum die Presse durch unermüdliche Aufklärungsarbeit mitgeholfen, daß der neue Weg ein voller Erfolg werde. So habe er heute keine neuen Forderungen an die Presse, sondern einzig und allein die Bitte, daß die Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Presse die alte bleiben möge. Wenn der diesjährige Reichshandwerkertag unter der Devise „Arbeit und Ehre" stehe, so deshalb, weil diese beiden die Garanten seien für eine endgültige Behauptung des deutschen Handwerks. Nach der mit herzlichem Beifall aufge- nommenen Ansprache des Reichshandwerksmeisters fand die Uraufführung eines Schmalfilms „Deutscher Handwerksgeist in aller Welt" statt. Der Film zeigt die Bedeutung der Leipziger Messe auch als großes Schaufenster des deutschen Handwerks zur Welt hin. Es wird dann im einzelnen gezeigt, was der Handwerker für feine Betriebsführung auf der Leipziger Messe lernen kann, namentlich in bezug auf Verwendung neuer Maschinen, Rohstoffe und Wer- bunasmittel. Schließlich wird das deutsche Handwerk als Aussteller in feiner ganzen Vielfalt und großen volkswirtschaftlichen Bedeutung als hochwertiges Exportgut gezeigt. Ein kurzes Beisammensein vereinigte bann bie Führung bes beutschen Hanbwerks mit ben Vertretern ber Presse im Kaisersaal bes Rathauses, bei bem auch ber Vertreter bes Reichsverbandsleiters ber beutschen Presse, Hauptschriftleiter Walter Schultz (Berlin) bie Grüße von SA.-Gruppenführer Weiß überbrachte. Er forberte bie Presse auf, in gemeinsamem Bemühen sich für ein Deutschland ber Arbeit unb Ehre einzusetzen. Der Tag würbe beschlossen mit einer roürbigen Festvorstellung von Richarb Wagners „Meistersinger von Nürnberg" im Frankfurter Opernhaus, vor beren Beginn Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs von ber Bühne aus bie Ehrengäste in Frankfurts Mauern begrüßte namentlich ben Reichshandwerksmeister Schmibt unb als Vertreter bes Reichswirtschaftsministers ben Reichskommissar für ben gewerblichen Mittelstanb Ministe» rialbireftor Dr. W i e n b e ck. Richarb Wagners Preislieb auf beutfcher Meister Arbeit unb Ehre fand dann in der ausgezeichneten Aufführung des Opernhausensembles den begeisterten Beifall des vollen Hauses. Grüße an den Reichshandwerkertag. LPD. Frankfurt a. M., 5. Juni. Dem Reichshandwerksmeister ging zum Reichshandwerkertag nachstehendes Telegramm des Ministerprä- fibenten Göring zu: „Dem deutschen Handwerk — Meister, Gesellen und Lehrlingen —• sende ich zum diesjährigen Reichshandwerkertag meine aufrichtigen Grüße und Wü.nfche in dankbarer Anerkennung der Leistungen, die unsere Totenehrung des Reichshandwerkertages. 8W -- Aus Anlaß des in Frankfurt a. M. beginnenden Reichshandwerkertages fand am Ehrenmal Unter den Linden in Berlin eine feierliche Kranzniederlegung durch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und den Reichshandwerksmeister Schmidt statt. Im Anschluß daran schritten Dr. Ley und Reichshandwerksmeister Schmidt die Front der in ihren Arbeitstrachten erschienenen Handwerker vor dem Ehrenmal ab. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Poesie des Handwerks. Zur Reichshandwerkswoche: 4. bis 44.Juni. Ein Dichter schaut das Handwerk; das Wesen, die Gestalt des Handwerks treffen ihn, er sucht das, was da über ihn kommt, mit Rhythmen und Worten wiederzugeben, weil es ihm wichtig und schön zu sein scheint. Wichtiges, schönes Handwerk! Der Dichter will der Mittler sein. Er will uns das wichtige, schöne Handwerk zeigen, er will es uns sehen, hören und würdigen lehren. Die Welt eines Handwerks soll vor uns aufleben. Das wird der Dichter nicht damit erreichen, daß er Bestandteil für Bestandteil beschreibt — dann träfe uns ja am Ende Mephistos Hohn: wir hätten „die Teile in unserer Hand, fehlt leider nur bas geistige Banb". Das geistige Banb, das Lebensbanb, muß ber Dichter schaffen. Ich entsinne mich eines Gebichtes von einem Schneibersohn: ber war ein feingebilbeter Poet geworben, aber bie Ehrfurcht vor seinem verstorbenen Vater lebte in seinem Herzen; so schämte er sich nicht, einmal ganz „subjektiv" zu bichten, er nahm, sozusagen träum« wanbelnb, seine Leser mit in bie verlassene Schneiderwerkstatt, vor jedem Handwerkszeug und vor jedem Schaffensplatz machte er halt und kramte dort liebevoll eine Erinnerung aus an feinen fleißigen braven Vater — wir Leser lernten den Alten mitachten und mitlieben, und gerührt und lebendig gepackt wuchsen wir in die Schneiderwelt hinein. Es gibt eine schöne lyrische Prosa von Hch. L e r s ch : Freude am Werkfeuer": der Meister besorgt das Schmiedefeuer, häuft und lüftet, der junge Geselle zieht das Gestänge des Blasebalgs; beide freuen sich an ber Glut, Gemeinschaft ber Arbeit wirb ihnen gewiß, Freunbschaft verbindet sie ... „wir wissen beibe baß wir aus biefem Feuer glücklich sind , "i* VÄ" Dich." erst lote*, begnabet, ber uns kurz unb bünbig von ber Lebensmacht überzeugt, bie es ihm angetan hat. Eine Erfüllung scheint mir Uhkanbs „Schmied" zu fern: „Ich hör' meinen Schatz, Den Hammer er schwinget. Das rauschet, bas klinget, Das bringt in die Weite, Wie Glockengeläute, Durch Gassen und Platz. Am schwarzen Kamin, Da sitzet mein Lieber, Doch geh ich vorüber, Die Bälge dann sausen, Die Flammen aufbraufen Und lvd*rn um ihn Diese zwei Strophen sind getragen von naiv-lieben- ber Bewunberung: in ber Ungebrochenheit bieses Gefühls teilt sich die Welt des Schmiedehandwerks mit. Und im einzelnen: wie prächtig ist es ausgearbeitet; wie wohlklingend stehen die Selbstlaute in den Worten zueinander „wie Glockengeläute", und die hellen, spitzen Klänge der Hämmer herrschen vor in i und ei und ö. Und doch keine kleinliche Tonmalerei, ebenso wie die Rhythmen dieses Liedes ganz unbeabsichtigt, ganz natürlich die Rhythmen der Schmiedearbeit sind. Ja, der Dichter muß auf der Hut sein, daß er in der metrischen und klanglichen Nachbildung handwerklichen Tuns nicht selber zum Handwerker (im tadelnden Sinn) wird. Auf der Grenze von Kunst und Handwerk, aber noch sehr eigenartig-sprachbildnerisch, sehr drollig einprägsam und treffend sind Kopischs „Heinzelmännchen": „Die Zimmerleute streckten sich Hin auf die Spän' und reckten sich; Indessen kam die Geisterschar Und sah, was da zu zimmern war: Nahm Meißel und Beil Und die Säg' in Eil'! Sie sägten und stachen Und hieben und brachen, Berappten Und klappten, Visierten wie Falken Und setzten die Balken ... Eh' sich's der Zimmermann versah . Klapp, stand das ganze Haus schon fertig da!" Und so wird auch das Tun der Bäcker, der Metzger, der Küfer und der Schneider im Heinzelmännchen-Deutsch konterfeit. Handwerkspoesie — Handwerkshumor! Das braucht durchaus keine Verspottung des Handwerks zu sein. Gutmeinend formen die Dichter der Volkspossen, in Wien ein Raimund, ein N e st r o y, in Berlin ein (Blasbrenner, ein An gely ihre Handwerkergestalten. Hans Müller-Schössers „Schneider Wibbel" hat mehr Courage, als mit feinem Beruf sprichwörtlich verbunden ist — denn sonst wäre er ja gar nicht zu Gefängnis verurteilt worden, und daß er nachher nicht ins Gefängnis geht, sondern den Gesellen schickt, ist auch gut, denn daraus ergibt sich eine solche Fülle von Eulenspiegeleien, daß wir dem Stande der Schneider dankbar sind für diesen Schalk, der aus ihrer Mitte aufftanb. Handwerkspoesie — Hanbwerkstragik! Möglichst nie ausgesprochen, aber oft empfunben: in eng- begrenzter Welt entsteht nicht selten Starrheit unb Bitternis! Der Hanbwerker formt nicht nur ben Stoff, der Stoff formt auch ihn. Ist Hebbels Tischler Anton nicht ein Eichenstamm? Seine feine sehnsüchtige Tochter findet keinen Weg zu feinem Herzen, auch nicht dann, als sie zerbricht. Nur einmal offenbart er es uns: als er dem Leonhard von dem kargen Glück seiner Lehrlingszeit erzählt. Wenn Karl Märtin in einer Hymne vom „Steinmetzen" die Hand des Schmiedes, die Hand des Pflügers, die Hand des Holzfällers, nach Gebühr rühmen muß, dann aber schließt: „Doch wo ist eine Königshand Machtvoll wie deine, o Bildner, Wenn du aus starrem Fels Schlägst den Propheten, Und aufsprüht sein Auge Lebendig Wie das Auge Gottes?!" so heißt das freilich den Handwerker zum Künstler machen, ebenso wie Gerhart Hauptmanns Glockengießer Heinrich und vollends Hauptmanns Schmied Veland keine Handwerker, sondern Künstler sind. Das sprengt also den Rahmen bes Berufs, wenn auch ber Hinweis immer erneut ausgesprochen werben muß. baß ber Hanbwerker schafft, also ein Bildner ist unb Selbstänbiges vollenbet. Wichtiger als bas Künstlertum bes Hanbwerkers ist sein Heldentum. Da ist ein in feiner Art klassisches Merkchen Walter Harlans Schauspiel „Das Nürnbergisch Ei": ber tobkranke Meister nimmt sich nicht bie Zeit zur ärztlichen Behanblung, erst will er seine Erfindung, bie Spiralseber-Uhr, verwirklichen. Es gelingt. Er stirbt. Aber er ist nur tot für ben Mebikus. Für bas neue Zeitalter, bas Uhren braucht, lebt er. Dr. Johannes Günther. Erlebnisse am Fernsprecher. Der Selbstanschluß beim Fernsprecher hat gewiß seine großen Vorzüge, unb man möchte zu ber alten Form beileibe nicht zurückkehren; aber etwas ist mit biefer boch verlorengegangen, was auch seinen Reiz unb oft sehr große Vorteile hatte, die persönliche Verbindung mit den Damen am Schaltapparat, die uns ja nur noch beim Schnellverkehr unb beim Fernverkehr erhalten geblieben ist. Nicht immer war sie sreunblich, aber sie konnte boch auch sehr großen Nutzen stiften. Es hat ben Anschein, als ob in England unb Amerika, wenn man den Mitteilungen einer Londoner Zeitschrift glauben darf, bas persönliche Eingreifen ber Damen am Fernsprecher einen viel größeren'Umfang annimmt, als wir es gewohnt finb; wirb boch berichtet, baß nicht nur Fragen nach bem Wetter unb nach ber Zeit regelmäßig von ihnen beantwortet werben, fonbern daß auch verzweifelte Strohwitwer schon Bescheid erhalten haben, wie sie sich einem Beefsteak gegenüber am zweckmäßigsten verhalten sollten. Aber auch in wirklichen Notfällen haben hier schon oft die Damen des Fernsprechers rettend eingegriffen. Frauen, die sich gerade allein befanden und vor einer Ohnmacht noch rasch das Telephon ergriffen, fanden sich beim Erwachen wohlversorgt wieder, da ihnen vom findigen Amt sogleich Hilfe gesandt wurde. In Amerika wird solche Geistesgegenwart und Besonnenheit im Dienst nicht wortlos hingenommen, die Beamtinnen erhalten Medaillen und Geldbelohnungen. Eine Aufsichtsdame hörte zufällig den Anruf einer furchtbar aufgeregten Frau, deren Kind das Handgelenk gebrochen hatte, und alles deutete darauf hin, daß die Pulsader zerrissen war, worauf die Beamtin ihre Anordnungen mit solcher Genauigkeit und Ruhe gab, daß das Kind bis zur Ankunft des Arztes vor dem Verbluten bewahrt blieb. Belohnt wurde auch Miß Smith in Mittelamerika, die, selbst in Lebensgefahr, bei einer lieber- fchwemmung auf ihrem Posten ausharrte und mit größter Umsicht alle Bedrohten rechtzeitig vor den heranflutenden Wassern warnte oder ihnen Hilfe herbeirief. Ein anderer Beamter rettete durch selbständiges Handeln vier durch Feuer in einem Bergwerk eingeschlossene Männer, die sich schon verlorengegeben hatte, das Leben. Da kein Telephon in der Nähe war, erklomm er einen Telegraphenmast und schaltete sich einfach in den Stromkreis ein, rief nach Schaumlöschern und brachte Rettungsmannschaften noch rechtzeitig herbei. Jetzt versucht man in England neuartige Methoden in der Bekämpfung von Dieben und Einbrechern mit Hilfe des Fernsprechers zu erfinden. Es gibt schon eine wunderbare, doch leider sehr kostspielige Sache: eine Verbindung von Grammophon und Fernsprecher Durch die dem Stromkreis ange- schlossene Alarmvorrichtung an Fenster und Tür wird der Hörer selbsttätig abgehoben und das Grammophon erhebt gleichzeitig seine Stimme: „Hier spricht der Tele-Älarm: Polizei! Einbrecher in Ladbroke-Straße 1435!" Ein Walfisch im Fischerneh. Im Marmara-Meer befanden sich einige Fischer auf ihren Booten in der Nähe der Insel Prinkipo, als sie plötzlich merkten, wie ihr Netz sehr viel schwerer wurde. Ein riesiger Walfisch hatte sich darin gefangen. Das gewaltige Tier schleppte zum Entsetzen der Fischer die Boote über 20 Kilometer weit bis Jalora, dann kehrte es um und zog sie nach Principo zurück. Auf das Hilfegeschrei der Fischer kamen noch andere Boote hinzu, und es gelang schließlich, den Walfisch zu töten. Um ihn an Land zu ziehen, waren die vereinigten Kräfte von 80 Mann nötig. deutschen Messier ehren.* — Der Retchsdauernfüh- rer und Reichsminister R. Walter Darre hat an den Reichshandwerksmeister Schmidt zum Reichs- Handwerkertag das nachfolgende Telegramm gerichtet „Anläßlich des Reichshandwerkertages, an dem teilzunehmen mir aus dienstlichen Gründen leider versagt ist, wünsche ich Ihnen und dem gesamten deutschen Handwerk namens des deutschen Bauerntums ein volles Gelingen dieser bedeutungsvollen Veranstaltung. Möge das wieder erstarkende deutsche Handwerk immer einig gehen mit dem deutschen Bauern, dessen neue Kraft die ideelle Zusammengehörigkeit beider Berufsstände fester denn je zusammenschmiedet zum Wohle unseres deutschen Volkes." „Die Buchdruckerlunst im Wechsel der Jahrhunderte." Ausstellung in Frankfurt a. M. Im Ausstellungsgebäude des Frankfurter Kunstvereins in der Junghofstraße fand die Eröffnung der Buchdrucker-Ausstellung zum Reichshandwerkertag statt. Reichsfachschaftsleiter Räder sprach über Entwicklung, Wesen und Bedeutung der Buchdrucker- tunst. Die Ausstellung habe den Sinn, den Buchdruck als handwerklichen Berufs st and im Wechsel der Jahrhunderte zu zeigen. Alle Bildung sei abhängig von der Vermittlung des ge- druaten Wortes. Deshalb habe der Staat zu allen Zeiten fein Augenmerk auf das Buchdruckergewerbe gehabt. Der Natioualfozialismus habe durch feine Pressegesetzgebung das gedruckte Wort restlos in den Dienst des Volkes gestellt. Der Redner ging dann auf den Inhalt der Ausstellung ein. Die ausgestellten ältesten Zeitungen, Drucke aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Werke des Frankfurter Druckers Gülfferich, Privilegien und Verleihungen von Königen und Fürsten aus der Jugendzeit der Buchdruckerkunst, aus heutiger Zeit die künstlerisch wertvollen Schriften der Frankfurter und Offenbacher Gießereien, alles das lege Zeugnis ab von dem kulturellen Wirken der Buchdrucker. Die Schrift unverfälscht im Volk zu erhalten, müsse eine der schönsten Aufgaben bleiben. Die Ausstellung selbst zeigte eine bunte Vielseitigkeit. Jahrhunderte alte Druckerzeugnisse, wie z. B. „Die alleredelste Erfindung der ganzen Welt, beschrieben und fürgestellt von dem Rüstigen" (Joh. Rist, 1667) oder „Die Ehrenrettung Joh. Gutenbergs" von Joh. David Köhler, „Die Buch-Truckerey in Straßburg", die 42zeilige sogenannte Gutenberg- Bibel, welche noch vor 1455 in Mainz vollendet wurde, zeigten in Schrift und Ausgestaltung viel Interessantes. Ein kleines dramatisches Spiel, betitelt: „Lust- und Freudenspiel, vermittelst welchem junge Personen, so die edle Buchdruckerkunst redlich erlernet, nach Derfließung ihrer Lehrjahre zu Buchdruckergesellen bestätiget und ausgenommen werden, gewidmet", fiel besonders ins Auge. Handschriftliche Auszüge aus dem 17. Jahrhundert wechselten mit feinster und geschmackvollster Gebrauchsgraphik der modernen Gegenwart. Erwähnt seien noch zwei prachtvolle Ausgaben von Hitlers „Mein Kampf" in Leder gebunden. Alles drückte Liebe zum Beruf, Schönheit und ein meisterhaftes Können des deutschen Buchdruckerhandwerks aus. Tagung der Putzmacherinnung. Auf einem Appell der Bezirksinnungsmeister und -Meisterinnen im Kegelsporthaus sprach Reichsinnungsmeister Kaiser sich für die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Putzmachergewerbes ous. Ursprungszeichen, Modellhut-Ausstellungen und Dorbereitungskurse helfen zu diesem Ziel. Der Nachwuchs müsse gefördert und die Putzmacherin aur Hanvwerksstube zurückgeführt werden. — Die Arbeitstagung am Nachmittag brachte weitere Referate zu fachlichen und organisatorischen Fragen des Putzmacherhandwerks. Es sprachen unter anderem der Organisationsleiter des Reichsstandes des Deutschen Handwerks, Dr. Spitz über „das Handwerk im neuen Staat", stellvertretender Reichsinnungsmeister I. H. S ch ä f e r über „Das Meisterproblem im Putzmacherhandwerk", Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Osnabrück Dr. Bäumer zum Thema „Die richtige Kalkulation im Putzmacherhandwer^, und Propagandaleiter des Putzmacherhandwerks Rolf Rose. Der Abend vereinte die Teilnehmer zu einem Kameradschaftsabend im Kegelsporthaus. Durch eigene Kraft vorwärts! Schmidt über die künftige Arbeit. Ikeichshandwerksmeister Frankfurt a. SOL, 6. Juni. (LPD.) Auf der gemeinsamen Arbeitstagung der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und des Reichsstandes des deutschen Handwerks hielt Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt eine richtungweisende Rede. Er führte darin u. a. aus: „Das Handwerk führt die nationalsozialistische Ausrichtung mit allen Mitteln weiter, um seine geschichtliche Bedeutung wiederzugewinnen. Im Handwerk weniger denn sonstwo sei eine Trennung der Aufgabengebiete nach Men- jchen und Wirtschaftsführung denkbar. Ich sehe im Zerschlagen des Begriffes .Handwerk' nach einzelnen Richtungen nicht nur den Abstieg des Handwerks, sondern auch einen nicht wiedergutzumachenden Schaden für das wirtschaftliche und soziale Leben des deutschen Volkes. Die Keimzelle einer wahren Volkswirtschaft war, ist und wird immer das Handwerk sein. Diejenigen, die sich zur Führung im Handwerk eigneten, blieben charakterlich nur gesund, wenn sie mit dem wirklichen Leben des Betriebs aufs engste verbunden seien. Deswegen bleibe der Grundsatz, daß nur der in einer Handwerksorganisation aktiv tätig und führend sein könne, der über den weg des Lehrlings und Gesellen Weister geworden sei. Auf dem Gebiete der Marktwirtschaft habe sich das Handwerk ohne Einschränkung auf den Boden der Richtlinien der Reichsregierung stellen können, da es durch eine stetige Preisgestaltung als Verarbeiter am besten gegen Preissteigerungen, als Hersteller immer mehr gegen Preisschleudereien geschützt werde. Bei der Ausfuhr von Handwerkser^eugnissen hätten sich die Ausfuhrförderungsstellen des Handwerks als erfolgreich erwiesen. Auch auf dem Gebiete der inländischen Wirtschaft gehe das Handwerk immer mehr dazu über, sich durch eigene Kraft vorwärts zu arbeiten und den Weg der Zusammenfassung aller Kräfte in geeigneten Selbsthilfeeinrichtungen mit Erfolg zu beschreiten. Es sei möglich gewesen, den Anspruch des Hand-, werks auf Beteiligung an öffentlichen Aufträgen als gerechtfertigt durchzusetzen. Die Reicyszentrale für Handwerkslieferungen und ihre Landeslieferungsgenossenschaften seien als handwerkliche Abschlußpartner anerkannt. Das Ziel sei, Preisehrlichkeit im Wirtschaftsleben zu erreichen und den Grundsatz zu verwirklichen, daß für eine angemessene Leistung ein angemessener Preis zu zahlen sei. Lebhafte Zustimmung fand eine Ankündigung des Reichshandwerksmeisters, daß mit wesentlicher Unterstützung der Stadt Frankfurt ein „Institut für handwerkspolitik und Handwerkswirtschaft" an der Frankfurter Universität errichtet worden sei, das zugleich Forschungs- und Lehrslätte sein solle. Diese neu gewordene Gemeinschaft zwischen Handwerk und Wissenschaft bedeute einen nicht zu unterschätzenden Fortschritt, der sich später einmal sehr befriedigend für beide Teile bemerkbar machen werde. Bei der außerordentlich großen Anzahl von Klein- und Kleinstbetrieben und bei der Unübersichtlichkeit der Verhältnisse im Handwerk seien überbetriebliche Lohnregelungen notwendig. Ans Tarifordnungen im Handwerk könne vorerst nicht verzichtet werden. Die Nachwuchs frage sei für die weitere Entwicklung des Handwerks geradezu ausschlaggebend. Daher bemühe sich die Handwerksführung, durch eine systematische Heranbildung der Lehrlinge und Gesellen nach wohldurchdachten Plänen für die fachliche Ertüchtigung des gesamten Handwerks zu sorgen. Das Ziel jeder Berufserziehungsarbeit sei in der nationalsozialistischen Volkswirtschaft der meisterliche Betriebsführer des Handwerks. „Wir sind bereit, einem Leistungsmenschen die Ehrenstellung eines Betriebsführers einzuräumen. Wir bringen aber auch den Mut auf, denjenigen, die entweder durch mindere Leistung oder sonstige Mängel nicht zum Betriebsfuhrer geeignet find, den Platz in der Gefolgschaft anzuwei- sen. Die in vielen Handwerkszweigen bereits angewandten Lehrlingszwischenprüfungen müßten reichseinheitlich ausgerichtet und vervollkommnet werden. Der Reichshandwerksmeister wies auf die unter Anwendung einer Stiftung der Stadt Frankfurt jährlich stattfindenden Meisterwertungen hin, die vor Beginn des Reichshandwerkertages in Frankfurt a. M. jeweils vorgenommen werden sollen, ähnlich dem Reichsberufswettkampf. Die jeweils besten Meisterstücke des Jahres würden prämiiert und als bleibendes Andenken handwerklicher Wertarbeit in der Stadt des deutschen Handwerks ausgestellt werden. Wenn so die Handwerksführung die wirtschaftliche, soziale und berufserzieherische Betreuung des Handwerks in jeder Weise ernst nähme, dann könne sie mit Recht von jedem einzelnen Berufsangehörigen verlangen, daß auch er seine ganzen Kräfte in den Dienst des Aufbaues stelle. Der Reichshandwerksmeister schloß seine Rede mit dem Dank an die Reichsregierung, vor allem an den Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht, sowie an Reichsorganisationsleiter Dr. L e y für die wertvolle Förderung des Handwerks in den vergangenen Jahren und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß das deutsche Handwerk sich der Fürsorge durch den nationalsozialistischen Staat würdig erweisen werde. Reichstagung des Schlofferhandwerks. Auf der feierlichen Kundgebung der Reichstagung des deutschen Schlosserhandwerks in Heidelberg begrüßte Reichsinnungsmeister Francois vor allem den badischen Ministerpräsidenten Köhler, die Vertreter der Partei, der Behörden, der Universität und der gewerblichen Organisationen. Er führte dann nach altem Brauch die Vereidigung der neuernannten Bezirksinnungs- m e i ft e r Gütgemann (Rheinland), Kleine (Nordmark) und Berg (Pommern) durch. Ministerpräsi- dent Köhler überbrachte der Tagung die herzlichen Grüße der badischen Staatsregierung. Das Handwerk habe in der Krisenzeit durch seine zähe Selbstbehauptung seine Lebenskraft und seine Notwendigkeit innerhalb der deutschen Wirtschaft bewiesen. Deutscher Handwerksmeister zu sein, bedeutet heute das Tragen eines stolzen Ehrentitels In vollem Selbstbewußtsein könne sich das deutsche Handwerk darauf berufen, daß eine Leistung nur in einer sauberen inneren Haltung geschaffen werden könne. Der Ministerpräsident bewies aber auch sein Verständnis für die Sorgen, die das Handwerk noch drücken und wjes auf die Pläne der Zukunft hin, durch die ein solcher Arbeitsbedarf ausgelöst werde, daß auch das Handwerk voll in die' Belebung des Wirtschaftslebens wird einbezogen werden könne. Tagung des Schmiedehandwerks. Die in Saarbrücken stattfindende 2. Tagung des Reichsinnungsverbandes wurde eingeleitet durch eine gemeinsame Tagung mit der Fachlehrerschaft. Oberschulrat Dr. Heb e l (Frankfurt a. M.) sprach über „Bildunasziel und Dildungsaut der Schmiede- Fachklassen". Berufsverband und Berufsschule müßten aufs engste zusammenarbeiten. Berufskönnen, Berufswissen und Berufshaltung ergebe als Einheit die wahre Berufsbildung. Auch die Körperschule dürfe nicht vernachlässigt werden. Reichs- innungsmeister Bischof wies auf die Bedeutung des Schmiedehandwerks hin. Dieses umfasse nicht weniger als 60 000 Betriebe, von denen sich zwei DrittelaufdemLande befinden. Des- halb sei die engste Zusammenarbeit mit der Landbevölkerung und dem Reichsnährstand dringend not- 1 wendig. 4 Weißes Gift. Von Or. Herbert Mülle*. „Bai-mien" nennt es der Chinese, „weißes Mehl" zwar, aber es ist weißes Gift, dieses Pulver, das er sich aus der Apotheke des Japaners oder aus der Spelunke des Koreaners holt, eine Mischung von Milchzucker und Morphium, Heroin oder sonst einem Opiumderivat. Er erhält es in einem zusammengefalteten Stück Papier, wie Aspirin oder sonst ein Arzeneimittel und sucht sich ein Plätzchen, wo er es ungestört entfalten und etwas davon aus seine Zigarette streuen kann. Ein paar Züge mit rückwärts geneigtem Kopf, damit das weiße Pulver nicht hinunterfällt, und die Zigarette schleunigst wieder ausgedrückt, um sie noch ein zweites, ein drittes, ein viertes und auch noch ein fünftes Mal verwenden zu können: denn der Tabak ist hier nicht das gesuchte Genußmittel, sondern nur der Träger, der durch sein Glühen und Glimmen das weißs Gift inhalierbar macht. An sicherem Ort allerdings, bei dem Verkäufer oder im eigenen Haufe, braucht man sich mit ein oder zwei Zügen nicht zu begnügen: man kann die Zigarettenhülse um ein Drittel ihres Inhalts leeren, um sie dann mit dem weißen Gift wieder aufzufüllen und ein Dutzend Züge hintereinander zu tun, oder man kann das Pulver anfeuchten und zu einer Pille drehen, die man auf einem besonderen Rauchgerät raucht. Das Gefährliche aber und das, was die ungeheure Verbreitung dieses Lasters erst möglich macht, ist die Leichtigkeit, mit der sich — trotz angedrohter höchster Strafen — auch in größter Öffentlichkeit doch hier und da ein paar Züge stehlen lassen, ohne daß es bemerkt oder wenigstens angezeigt zu werden braucht. Die chinesische Polizei hat eine sehr merkwürdige Uebung, die die Mitwirkung des Publikums bei ihrer Aufgabe außerordentlich erschwert. Wer einen andern wegen einer Missetat anzeigt oder wer auch nur Zeuge eines Verbrechens oder eines Unfalls wurde, wird sofort in Haft genommen und Stunden, oft Tage lang in Haft gehalten, bis der Fall restlos aufgeklärt ist. Das erklärt so vieles, für das der Neuankömmling in China sofort seine eigene, natürlich falsche Erklärung findet: die Gleichgültigkeit, ja die Gefühlsroheit der Chinesen. Für den, der lange im Lande ist, ist es gar kein Wunder, daß sich unter Hunderten von Zuschauern bei einem Unfall, einem Verbrechen nicht ein Zeuge meldet. Denn was hat der zu erwarten? Vor einigen Wochen wurde in dem Eingang meines Hauses am hellichten Tage die elektrische Birne aus ihrer Fassung geschraubt und gestohlen. ; Zwei Männer, von denen einer einen Sack trug, waren längere Zeit vor dem Eingang herumgeschlendert. Ein Hausierer mit Süßigkeiten stand mit seinem Handkarren vor dem Eingang, und trotz seines wiederholten Rufens war niemand aus dem Hause gekommen, um seine Waren zu mustern. Die Gelegenheit schien günstig. Schon standen die beiden im Torweg, einer stieg auf den Rücken des andern, und mit geübter Hand war die Birne bald ausgeschraubt. Der Hausierer rührte sich nicht. Aber am Ausgang der Straße standen ein paar Kulis mit ihren Rikschas, und unter ihnen war einer, der mich jahrelang kannte und alle paar Tage jemand aus meinem Hause gefahren hatte. Er erkannte, daß irgend etwas nicht in Ordnung wäre, bat einen andern Kuli, auf feine Rikscha achtzugeben, und kam zu meinem Torweg, um nachzusehen, was die Kerle wollten, die gerade hineingegangen waren. Bei seinem Anblick stieben die beiden davon, der Rikscha- Kuli hinterher. Nach wilder Jagd gelang es ihm, den einen der beiden zu greifen. Es war der mit dem Sack, weil der ihn bei der Flucht behindert hatte. Ein Polizist kam dazu, und man fand mehr ab» dreißig elektrische Birnen in dem Sack, ein deutliches Zeichen, daß es sich um eine gewerbsmäßig arbeitende Diebesbande handelte. Obwohl die Sachlage absolut einwandfrei feststand, und obwohl der Rikschah-Kuli dem Beamten des zuständigen Poli- Schleussner .JMder neue hochempfindliche FEINKORN film! OLYMPAN peterchen streift durch den Zoo. Von Christian Bock. „Peterchen", sage ich am Telephon, „es ist so ein Wetter heute und es geht so ein Wind, und was uns angeht, so meine ich, wir sollten heute selbander in den Zoo gehen." Ich habe niemals recht oeglaubt, daß es das wirklich gäbe; ein Mädchen, das wirklich und wahrhaftig Peter heißt. Ich dachte, so etwas gäb's nur in diesen luftig broschierten Romanen, die man gern an O-Zug-Fenstern lieft, aber es gibt so ein Mädchen also gelegentlich im Leben auch: die so heißt und auch so ist; so rasend nett, so hübsch, so gazellenschlank und so, daß man sich unversehens zwischen dem vierten und fünften Stock im Fahrstuhl in sie verliebt. „Peterchen", wiederhole ich am Telephon (wir hatten inzwischen schon dies und das telephoniert), „es ist so ein Wetter und es geht so ein Wind, und wir gehen mal heute--" „Du hast gesagt »selbander', hast du gesagt." „Ja, — und?" „Wie sollen wir selbander gehen, wo du ha bist und Peterchen ist hier, und es ist alles furchtbar weit auf der Welt." „Also, Peterchen, ich hole dich ab." „Ach, wie du denn die zarteste Andeutung also- gleich verstehst, das ist wunderbar." ♦ „Du", sagt Peterchen vor dem Eingang am Zoo und sieht den steinernen Elefanten an, den es da gibt, „so ein Elefant aus Stein ist ja viel schöner als ein Elefant aus — aus--." „Ja, aus was?" „Na", überlegt Peterchen, „eben aus ---* „Aus Elefant." „Ja, woraus auch sonst? Ich hatte nur vergessen, wie das hieß." Ach. Peterchen lacht so nett, wenn sie lacht! Und dann sind wir drinnen im Zoo, und sie möchte gleich zum Elefanten, der aus Elefant ist, ob der nicht vielleicht doch schöner wäre. Ader dann ist es nur ein kleiner Elefant, der da mit seinem Rüssel in der Frühlingsluft balanciert, das Elefantenbaby. „Der Elefant", fange ich lehrhaft an, wie wir da stehen, „der Elefant, gehört zu den sogenannten Dickhäutern. Diese aber werden so genannt, weil sie im Gegensatz zu anderen--" Aber ich merke schon, daß Peterchen nicht zuhört, was ich da unterrichte, und sage also: „Peterchen, du schenkst dem Unterricht nicht die nötige Auf- merksamkett, und dein Interesse an den Dingen der Zoologie läßt einiges zu wünschen übrig." Aber sie hat wohl keinen Respekt vor mir, sie sagt ohne jede Ehrfurcht: „Nein, so ein richtiger Lehrer wärest du niemals nicht im Leben geworden, ich meine, vor dem man Angst haben würde, und ich hätte bei dir Maikäfer fliegen lassen, das ist gewiß bestimmt." Einstweilen hatte ich meine Würde eingebüßt. Wir gingen weiter durch den Zoo, hierhin und dahin, wir strolchten nur so herum, wohin wir wie von selbst tarnen, und mit einem Mal waren wir bann da, wo die Schafe, die Kälber und die Ziegen sind, und Peterchen war gleich mitten unter ihnen und hatte gleich so ein Bählamm in den Armen, kam und hielt es mir hin, als wollte sie's mir schenken. Aber so ein Städter in feinem städtischen Anzug wie unsereins, der muß doch wahrlich erst seine noble städtische Scheu etwas überwinden, ehe er das Geschenk annimmt. Und Peterchen stürmt gleich weg, wie sie das Geschenk geschenkt hat, und da steht nun der Städter mit seinem Lamm und weiß nicht recht, was er eigentlich damit anfangen soll, und stellt es behutsam wieder auf die Erde. Aber da weiß er dann schon eher, wie er mit Lämmchen umgehen soll und streicht ihm so über das weiche Fell und hockt sich richtig daneben und krault ihm den Wollehals. Und plötzlich steht neben ihm Peterchen wieder, als hätte sie sich unbemerkt hergezaubert, und sagt so vor sich hin: „Das Bählein ja — aber Peterchen krault ja niemand nicht." Wenn man dann will, was sie wollte, geht sie wohlerzogen weg, geht da so vor einem her, hoch, wie auf Stöckelschuhen wippend, und spricht damen- hatt über die linke Schulter nach hinten: „Was bitten Sie sich ein, mein Herr!" Aber die Dame läßt es sick) dann endlich dock) gefallen, daß man ihr den Arm hochherrschaftlicy bietet. So schreiten wir sehr gesittet durch den Zoo, und wo wir an Herrschaften vorüberkommen, sind wir auch welche. Erst vor den Giraffen wird sie wieder das Peterchen, das sie ist, und freut sich über die hochbeinigen Langhälse, die unbegreiflich weit oben ihren Kopf haben und vom Dachtfirst, als wäre das weiter nichts, ein grünes Blatt herunterrupfen. Peterchen hat von chnen weiter nichts zu sagen. aber sie f)at, wie wir weitergehen, die Mütze frech schräg gesetzt und ist auf ihre Art mit sich beschäftigt. „Peterchen will jetzt ein großes Raubtier sehen, sie will jetzt", sagt sie, „vor etwas Angst haben." „Hat sie denn keine Angst vor mir?" „Nein", jagt Peterchen und wartet einen Augenblick und fügt dann doch dazu: „Nicht genug." Ja, wir müssen also ein Raubtier finden. „Löwen?" „Nein, Löwen nicht." „Vielleicht Hyänen?" „Nein." Sie schüttelt den Kopf, als wollte sie nicht die sauren Bonbons, sondern die gefüllten. „Oder einen Bären —" „Auch nicht, nein." „Oder ganz was anderes, einen Raubvogel, einen Seeadler ober —" „Jetzt weiß sie was: einen Tiger will sie sehen!" Wir gehen, Peterchen unb ich, einen Tiger suchen, unb wir finben einen. Der macht feine ewige Runbe hinter ben Gitterstäben, kehrt, immer an genau derselben Stelle, wieder um und geht mit gleichmäßigem federnden Schritt zurück — hin und wieder zurück. Mit dem bunt gefleckten. Fell, unter den Schattenstreifen der Gitterstäbe, die die Sonne zeichnet. lrS)at Peterchen nun Angst genug? „3a." „Und was tun wir bann? „Hause gehn." Peterchen geht mit Kinbern um unb spricht bann manchmal selbst so wie sie: in halben Sätzen. „Du solltest", sage ich, „schieres Deutsch sprechen, nicht so ein Wasweihichfürbeutsch." „Ich spreche das schierste Deutsch, das allerschierste!" „Vielleicht", bin ich da entsetzlich böse, wie ein Deutschlehrer, „aber wenigstens ein halbes Deutsch ist das. Es ist eine her größten Schanden, daß du so--" „Schände", sagt sie da. Ich weiß nicht, was es bedeutet. „Was ist das?" „Schände. Eine der größten Schände--" Und Peterchen lacht und ist, wie sie so zur Zoo- Pforte hinausgeht, ich weiß nicht, wie _ — ihr würdet diesem Peterchen alle miteinander über den Jungenskopf streichen wollen. Wenn ihr's meinetwegen dürftet. Zeitschriften. — Wie man Flugzeuge bereits in der Luft erkennen kann, zeigt unb beschreibt eine interessante Artikel-Reihe in her „Siren e", die im neuesten Heft besonbers ausführlich unb mit vielen Silbern fortgesetzt wirb. In übersichtlicher Form sind hier bie verschiebenen Flugzeug-Typen verglichen unb einanber gegenübergestellt. Weitere Aufsätze befassen sich mit der Arbeit des Reichsluftschutzbundes im Dienste des Führers, mit einer Schilderung der Armee in China, wo soeben die allgemeine Wehrpflicht eingeführt wurde, und mit dem Zusammenbruch des abessinischen Heeres. — Westermanns Monatshefte veröffentlichen in der Junifolge einen Beitrag von Elsbeth Ackermann „Die Sprache her Hand , in dem die Verfasserin an vielen praktischen Beispielen die Handlesekunst erläutert. Gute Wiedergaben nach Pastellen von Curtius Schulten zeigen Bilder aus Norwegen unb Spitzbergen unb verraten ben Zauber her eigenartigen Schönheit unb Herbheit nvrbtscher Lanbschaft. Dr. Walther Linben zeigt, baß in ben brei Jahren bes neuen Deutschlands eine junge Generation völkischer Lyriker herangewachsen ist, bie in verantwortungsbewußter Arbeit am beutschen Schrifttum schafft. Hans Schwarz van Berk schreibt „lieber bie Einsamkeit", unb Ernst Wagner ist mit einem interessanten Beitrag „Wohin reitet her Bamberger Reiter?" vertreten, lieber ben Jnbianerstamm her Maya, her heute in trübseliger Regenerierung nur noch aus etwa 200 000 Köpfen besteht, früher aber ein reiches, mächtiges, auf erstaunlicher Kulturhöhe stehenbes Volk war, berichtet Professor Dr. R. Hennig. In München finbet bie 4. Reichstagung her NS.» Kulturgemeinbe statt, in beren Mittelpunkt eine Aufführung her Reichspuppenbühne stehen wird, die sich „Nationaltheater des Kindes" nennt, lieber sie wird interessant berichtet. — Der Bergsteiger. Sonderfolge „BernerOberlan d". 2 Mark. Verlag F. Bruck- mann AG., München. — Im Umfang von mehr als 150 Seiten bietet die Zeitschrift eine dem Berner Oberland gewidmete Folge, die das Entzücken aller Naturfreunde sein wird. Auf 48 Kunstdrucktafeln finden wir seltene Photos, die uns eine Vorstellung von der Pracht unb Herrlichkeit her Berge unb Gletscher her Viertausenber-Region vermitteln. Es sind in 30 Beiträgen alle Gebiete behanbelt, mit denen der Alpinist vertraut sein soll, wenn er von seinem Urlaub ben vollen Genuß haben will. Es sinb Wan- bermöglichkeiten einschließlich Tourenangaben ausführlich erörtert, ebenso Angaben über Klima, Ge» > schichte, Flora u. a. i fischen Beamten angefaßt werden: er untersteht nur Kulis | seinen eigenen Behörden. wenn nicht auch der laber im Herzen wenig Neigung für das bätsch, „Mythu 5" hätte, I wistische Rußland hegen, und sie wird, was b, französische Philister seinen Krönung aller Schöp- MM Krönun, fungen LXJ Automc WL Unabhängig von allem, was andere der größten Automobilfabrik des einengt und M1' K drangsaliert befreit von all den kleinen Ärgernissen, die sonst das Lebend verbit fröhliche Laune vergrämen - so beherrschen lern, di Sie am Steuer Ihres OPEL Raum, Zeit und Weg, und jedes Ziel ist Ihnen in die Hand gegeben 144. leie« Kontinents ist der Opel »6*. Was der fortschrittliche Automobilbau an wertvollen Errungenschaften, die sich im Großen bewährten, kennt—der Opel >6« stellt sie in IhrenDienst Und dennoch: Dieser wertvolle Sechszylinder kostet weniger als mancher Vierzylinder. X Rufen Sie Ihren Opel-Händ* ler an — er holt Sie zu einer unverbindlichen Probefahrt ab. von r# 3250 an ab wert zige Gemeinschaft rationaler, familiengenossenschaft- kicher Philisterei erscheinen — Die Schwierigkeiten dabei dürfen nicht unterschätzt werden. Die kommende Regierung Frankreichs wird sich stark auf die Sozialisten stützen müssen und zunächst sicher wenig Sympathien für Deutschland zeigen. Gerade wegen ihres „französischen", d. h. unmarxistischen Sozialismus wird sie und erzählte, daß einige Blöcke von mrferm Hause entfernt sich eben eine Frau den Hals durchgeschnitten habe, weil ihr einziger Sohn am Nachmittag von der Straße verschwunden und nicht wiederzuf-inden sei. Das ist die Geschichte eines Tages, wie sie von den Angehörigen eines einzigen chinesischen Haushaltes erlebt wurde. Unverbindliche Probefahrtens MotOrWä^fiH ■ VcrkdlliS^CSCllsclldft HL b« H Frankfurter Strafte 52 — Telephon Nr 2847 Frankreich privat Von Or. Paul Rohrbach. Toulouse, 2. Juni 1936. „Frankreich privat" ist, wenn man will, eine durch- aus politische Angelegenheit, denn man versteht den Franzosen politisch nur halb, wenn man sich nicht bemüht, ihn auch privat zu verstehen. Auch die Religion ist heute in Frankreich, seit der vollkommen durchgeführten Trennung von Staat und Kirche, Privatsache. Die Kirche ift für den Staat, formell genommen, ein ebenso privater Verein wie der Touring Club de France oder ein Kriegerverein. Die wirkliche Religion des Franzosen, gleichviel, ob er „prätiquant" ist, d. h. die kirchlichen Gebrauche mitmacht, oder nicht, ist die Familie, genauer gesagt das Familiengefühl. Von der Festigkeit dieser Millionen von Einzelzellen, aus denen der französische Volkskörper besteht, kann man sich nur einen Begriff machen, wenn man etwas von der französischen Provinz weiß. Selbst Paris ist in seiner breiten, bis in die eigentliche Arbeiterschaft hineinreichenden Mittelschicht, was das Familiengefühl betrifft, viel besser als sein Ruf. Man muß aber die französische Familie als das verstehen, was sie vor allen Dingen ist. Sie ist ihrem Wesen nach etwas anderes als die deutsche, die englische oder vollends gar die amerikanische Familie, nämlich ein fest zusammengeschlossener ökonomischer Körper, die unzerstörbare wirtschaftliche Lebenskraft Frankreichs, feine Spannkraft und seine Fähigkeit, sich immer wieder ökonomisch zu regenerieren. Sie beruhen daraus, daß Eltern und Kinder es für selbstverständlich halten, gemeinsam für die Solidität und das Wachstum des familiären Betriebsvermögens zu arbeiten. Das kann ein Bauernhof sein (die Hälfte der Bevölkerung Frankreichs gehört noch zum Bauernstand), ein Kramladen oder ein Handwerksbetrieb in der Stadt, eine Fabrik, eine Rechtsanwaltskanzlei, eine Spargelzucht oder was man sonst will. Durch die Verheiratung von Söhnen und Töchtern wird daran nichts geändert. Schwiegersöhne und Schwiegertöchter treten eben als Mitarbeiter in die Familien, in die sie einheiraten. Eine gewisse Lockerung dieser urfranzösischen Art findet wohl allmählich statt, aber aufs Ganze ge- sehen ist sie noch erstaunlich gering. Es gibt — man kann das von der spießbürgerlichen wie von der geschäftlichen Seite her nehmen — nichts Solideres, als die französische Familie, die nur mit ihrem, konsequent vermehrten, Eigengesparten wirtschaftet, keine Schulden macht und Stein auf Stein zum Aufbau des familiären Vermögens zusammenträgt. Frankreich privat könnte demnach als eine ein- Die französische Frau hat es bisher immer glanzend verstanden, den Mann als das weniger ernst zu nehmende der beiden Geschlechter hinzu- stellen. Das soll nun anders werden: sie legt neuer« dmgs Wert darauf, sich selbst lächerlich zu machen. Die Pariser Damen haben nämlich die Entdeckung gemacht, daß es in. der Hauptstadt nur vier Denkmäler berühmter Französinnen gebe, alle übrigen seien Männern gewidmet; diesem wahrhaft skandalösen Zustand müsse schleunigst ein Ende bereitet und der Oeffentlichkeit klar gemacht werden, daß die Frauen genau dasselbe Anrecht auf Statuen auf den Plätzen der Städte haben wie bk.e Männer! Erinnert man sich des ungeheuren Einflusses, den die französische Frau seit Jahrhunderten, und zwar durch nichts anderes als ihre weiblichen Eigenschaften, auf das gesamte öffentliche, auch das politische Leben ausübte, so wird man nicht umhin können, diesen Schrei nach dem Denkmal als eine Narrheit zu brandmarken, die kaum geeignet sein dürfte, den Ruf der Klugheit und des Taktes, den die Französin in der Kulturwelt genießt, zu vermehren. Die Männer sind m diesem Falle auch viel klüger gewesen. In einer Stadt wie Paris, so entgegnen sie, die in allen Fragen des Geschmacks und der Mode so empfind- lich sei, könne man schon deshalb den Frauen keine Denkmäler setzen, weil die Kleider, die sie trügen,^ ja schon in wenigen Jahren veraltet sein würden, und die Folaen seien einfach unausdenkbar. Also wird eg wohl bei dem alten Zustand bleiben. Und das ist gut so, denn die modernen Pariser Denkmäler sind im allgemeinen so misera« bel, daß man die französische Frau vor dem Schick- sal, auch ausgehauen zu werden, doch lieber bewah- ren möchte. Wieviel deutsche Kunstwerke gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika? Diese Frage wird in einem kürzlich vom Germanic Mu- Kurz und gut, diese beiden Frauen — eine Ende dreißig, die andere fünfzehn — hatten gerade ihren anderthalbstündigen Gang zur Schule angetreten, als sie eine Nachbarin trafen, die sie anhielt. Sie hatte eine aufregende Geschichte zu erzählen: am Tage vorher sei eine junge Frau ihrer Familie, die gerade vom Lande gekommen und das Großstadtleben nicht gewohnt sei, von einem Rikscha- Kuli, den sie auf der Straße gemietet hatte, nichtsahnend in das Haus eines Koreaners gebracht worden. Man hätte sie dort mit Gewalt festgehalten und erst am nächsten Morgen die Familie'benachrichtigt, wo sie wäre. Als deren Vertreter bei dem Koreaner erschienen, wurde ihnen bedeutet, daß die junge Frau von einem dem Namen nach unkannten Rikscha-Kuli als Sicherheit für dessen Schulden an unbezahltem weißem Gift deponiert worden sei. Die Schulden beliefen sich auf zehn Dollar. Die zehn Dollar wurden bezahlt. Die Frauen meines Haushalts wurden von der Nachbarin gewarnt, sich einem unbekannten Rikscha-Kuli anzuvertrauen. Ganz besonders sollten sie sich hüten, wenn ein Mann mit eingefallenen Backen ihnen eine schmutzige, ungepflegte Rikscha anbiete — und verlange er ein noch so geringes Fahrgeld. Aber die Frauen wollten ja das ganze Rikschageld sparen und liefen ihren anderthalbstündigen Weg unverdrossen weiter. Sie waren nahe Der Wegkreuzung, die vor dem Osteingang zum alten Kaiserpalast liegt, als der jüngeren von ihnen ein Bettler auffiel, der einen Radfahrer um ein Almosen ansprach, während ein gut gekleidetes Kind von etwa 3 Jahren auf dem Bürgersteig daneben spielte. Sie waren nur ein paar Schritte weiter gegangen, als der Bettler an ihnen vorbeitrabte — und auf seiner Schulter saß das kleine Kind! Die jüngere der beiden Frauen machte die ältere darauf aufmerksam, und sie waren sich sofort einig, daß Bettler und Kind nicht zusammengehörten und daß sie Zeugen eines Kindesraubes — in Erinnerung dessen, was sie kurz zuvor gehört hatten — wahrscheinlich durch einen Sklaven des weißen Giftes geworden feien. Wie die ältere der beiden Frauen am Abend mir er» Alte, drückte ihr der Gedanke an die Angst der Mutter, deren Kind verschwunden, fast das Herz ab. Sie mußte erst ein paar Augenblicke Atem schöpfen, ehe sie zum nächsten Schutzmann laufen und ihm sagen konnte, daß nach dem, was die beiden Frauen beobachtet hätten, eben ein offenbar dem weißen Gift verfallener Bettler ein Kind geraubt hatte. Der Schutzmann nahm sofort die Verfolgung auf und hatte bald den Bettler mit dem Kind gefaßt- Die beiden Frauen waren gefolgt und ein zweiter Schutzmann kam dazu. Das Kind, das bis dahin absolut still gewesen war, fing an zu weinen. Der zweite Schutzmann, in dessen Gesicht die beiden Frauen selbst Spuren des weißen Giftes erkannt haben wollen, demonstrierte gegen das Vorgehen des ersten Schutzmanns und ließ den Bettler mit dem Kind laufen, ohne sich nach dem einen oder dem andern weiter zu erkundigen. Die beiden Frauen fetzten erregt ihren Weg zur Schule fort. Als sie am Abend zurückkamen, suchten sie mich auf, um mir ihr Erlebnis zu erzählen und chre Ueberzeugung zu betonen, daß hier sicher ein Fall vorgelegen habe, wo ein dem weihen Gift Verfallener einem andern geholfen habe, zu entkommen, obwohl er sicher wissen mußte, daß der Bettler das Kind schleunigst zu einem koreanischen Rauschglsthändler tragen würde, um dafür ein paar Zuge des weißen Giftes einzutauschen. Sie hätten auch schon von anderen solchen Vorkommnissen gehört. Ein Diener, der in der Nähe stand, fiel ein und erzählte, es sei jetzt schon seit Wochen an der Tagesordnung, daß Kinder auf der Straße geraubt unD gegen das weiße Gift bei koreanischen Händlern in Zahlung gegeben würden, es gebe eine ganze Gruppe von Zwischenmännern, die da- von lebten, die Eltern zu benachrichtigen und ihnen die Kinder geaen Zahlung einer bestimmten Summe — schwankend, nach den Vermögensverhältnissen der Eltern, von wenigen bis zu Hunderten von Dollars — wieder zuzustellen. Nach dem Abendessen kam einer meiner (Ss liegt für uns Europäer nahe zu fragen, was tut der Staat, was tut die Polizei, was tut das Publikum? Wir hier im Lande stellen diese Fragen auch, aber wir wissen im Gegensatz zu denen daheim und zu den Neuankömmlingen, Daß die Antwort ganz anders ausfallen muß, als sie zu Hause ausfallen würde. Was das Publikum angeht, so habe ich schon vorher gesagt, daß es in keiner Weise ermuntert wird, der Polizei seine Hilfe zu leisten, und ich nehme meinen Hut vor denen ab, die — wie die beiden Frauen, deren Erlebnis ich schilderte — jede Rücksicht auf die eigene Person so weit hinansetzen, um freiwillig als Anzeiger und Zeugen aufzutreten, obwohl sie deren trauriges Schicksal kennen. Was die Polizei angeht, so gibt die geschilderte Szene vielleicht auch eine Erklärung: neben tüchtigen, in ihrem Beruf aufgehenden Beamten gibt es auch solche, die selber dem weißen Gift verfallen sind. Und vergessen wir nicht: das Einkommen eines Polizisten liegt zwischen acht und zwölf mexikanische Dollar im Monat, in jedem Fall allo unter zwanzig Mark, was nicht mehr als das Zehnfache eines Abonnements auf eine größere chinesische Zeitung ist. Und der Polizist hängt vom Staate ab, und was kann der Staat tun? Der Staat kann nichts tun, denn die Koreaner und Japaner sind beide Untertanen des japanischen Reiches und als solche im Besitze jener Extraterritorialität, der sich alle Auslänoer in China erfreuen mit alleiniger Ausnahme der Deutschen, der Angehörigen der Nachfolgestaaten Oesterreich-Ungarns, der Russen und noch einiger anderer, praktisch kaum in Betracht kommenden kleinen Staaten, die freiwillig auf die Exterritorialität verzichtet haben. Wer aber exterritorial ist, kann von keinem chine- fonDers wichtig werden kann, mft der Tatsache rechnen, daß im Volk in Frankreich die Friedens st immun g außerordentlich stark ist. Sie wird daher kaum wagen, etwas dagegeU zu tun, daß die deutsche Seite die Politik der direkten Anrede an das französische Volk fortsetzt — sobald dabei das Bemühen um nichts als den Frieden in die Augen springt. Dieser Wille ist auch beim „privaten" Franzosen nicht nur stark, er ist bei ihm eine wirkliche Sehnsucht, gerade wegen der Angst, Deutschland könnte ihn stören. Die entscheidende Kunst der Unterhaltung wird also die sein, den Franzosen davon zu Überzeugen, daß auch die deutsche „Unruhe" nur eine Unruhe um die „Sicherheit" friedlicher Arbeit ist. Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Von Ernst von Niebelschüh. Der „Roboter" spukt wieder einmal durch die Kopse der Menschen, jener vernunftbegabten Spezies von Lebewesen, die ost so wenig vernünftig han- dett und seit vielen Jahren schon ihren ganzen Scharfsinn daran wendet, aus Stahl und Eisen einen Automaten zu konstruieren, der nicht bloß wie em Mensch aussieht, sondern auch gewisse Ar- beiten, wie Fensterputzen, Nägeleinschlagen usw., verrichtet, ja sogar sprechen kann — eben den „Roboter". Auf der Londoner Funkausstellung vor vier Jahren wurde er bereits dem staunenden Publikum vorgeführt, und die Amerikaner hätten kerne Amerikaner fein müssen, wenn sie nicht auf die Idee gekommen wären, der Maschine durch Ernbau von Antennen und elektrisch betriebenen Kreiseln eine technische Vollkommenheit zu geben, bie primitive Gemüter an die Möglichkeit einer Herstellung mechanisch funktionierender Menschen glauben machen könnte. Schon im 18. Jahrhundert hat man sich bekannt- uch mit solchen Homunkulus-Gedanken ganz ernsthaft befaßt, und wenn diese später wieder in den AÄ.ergrund traten, so geschah das wohl Haupt- sachlich unter dem Einfluß der Darwinistischen Ent- Wicklungslehre, die uns mit der erhabenen Vorstellung beglückte, in gerader Linie vom Affen ab- zustammen — ein Ideal, Das so großartige Perspektiven eröffnete, daß der künstliche Mensch dar- über in Vergessenheit geriet. Heute, wo das darwi- msttsche Spielzeug langsam an Anziehungskraft verliert, tritt das maschinell-mechanische wieder an seine Stelle, wie sich Das für ein Zeit- alter, in dem Stahl und Eisen zu Gottheiten erhoben werden, auch so gehört. Bei dem allen spielt die Frage, ob der „Roboter", der in seinen bis- hengen Inkarnationen nur Mumpitz und bewußter Betrug war, überhaupt möglich ist, die geringste Rolle. Aber die offensichtliche Tatsache, daß Der Automatenmensch als WunschbilD, und sei es als noch so fernes, unzählige Köpfe beschäftigen kann und immer wieder Gegenstand von Experimenten ist — das scheint uns allerdings ein bedenkliches Symptom für Die zunehmende Entartung Der Humanität zu fein. an dem er sich tief und aufrichtig begeistern kann. Dieser sein Mythus ift das Vaterland, die Nation. Vor ihm schmilzt alle Kleinlichkeit, die Dem französischen Leben sonst so vielfach anhaftet. Der Ausdruck „Mythus" ist hier absichtlich gewählt, denn um den französischen Patriotismus ist es insofern etwas anderes als um den deutschen, als es ihm selbstverständlich ist, daß Frankreich alle großen und guten Ideen der Menschheit in sich repräsentiert, daß es also im Grunde ein Unding, ja ein Der- brechen ist, seine „Sicherheit" zu gefährden. Der Franzose will das behagliche, von Sorgen nicht bedrückte, nach Heiterkeit verlangende Leben, das er in seinem schönen, reichen Lande führt, bas ifan seine geringe Volkszahl, feine Abneigung gegen Unruhe und Fortschritt und das Fehlen eines Kampfes ums Dasein erleichtern, möglichst ungestört weiterführen. Dies aber ist die Stelle, wo ihm d s r deutsche Nachbar unheimlich wird. „Unheimlich" ist darum der gebotene Ausdruck, weil sich der Franzose den Deutschen in allen Stücken als sein Gegenteil denkt, mit dem er nichts Rechtes an- zwangen weiß, von dem er irgend welcher gefähr- lichen, unberechenbaren Dinge gewärtig sein muß. Man irrt sich bei uns in Deutschland, wenn man glaubt, daß Der Durchschnittsfranzose eine Vorstellung von den zum Erwürgen Deutschlands bestimmten Bedingungen des Diktats von Versailles und von den unlösbaren Schwierigkeiten hat, in die alle europäischen Verhältnisse durch die Friedensdiktate gebracht worden sind. Er ist in feinem Verständnis aufrichtig und von Herzen friedliebend. Er ist davon überzeugt, die Deutschen könnten und sollten es auch sein, und die Sorge, Die er hat, ist Die: Die Deutschen könnten auf einen Bruch des Friedens aus fein! Unter diesen Umständen ift es Der einzig richtige Weg einer positiven deutsch - französischen Politik, den Der Deutsche Führer unD Reichskanzler mit seinem Bemühen eingeschlagen hat, Direkt zum französischen Volke zu sprechen. Das französische Volk muß oerftanDen werden und will verstanden fein. Es wird erfreut reagieren, sobald es fühlt, daß man von einer Basis aus zu ihm spricht, die es als ihm und Den Deutschen gemeinsam empfindet. Diese Basis ist die gegenseitige Anerkennung des Verlangens nach schaffender nationaler Arbeit. zeirevkers persönlich bekannt war und nbmrthf i* b°re.t war, dafür gutzustehen. duß er b7i jn5 Gerichtsverhandlung als Zeuge erscheinen werde wurde der Mann, der wegen feines wenigsten- -in U, 'wenn nicht '°i«°n Cofyn verdient hatte, zur nächsthöheren IW unb MitLrnach^st^^a^^n^L befte Teil feines Tagesverdienstes war ihm ent- gangen, und er hatte noch Stunden zu suchen bis er feftftellte, wo er die in Miete genommene Rikscha fmöen konnte. Der Hausierer, der keinen Ton ae- fagt hatte, hatte richtig, denn in seinem eigenen Interesse gehandelt. Sollten der Diebe wegen^oder meinethalben seine Kinder hungern? Uebrigens erwies sich, daß der Dieb, der sich auf elektrb 5?ir,ncn ,n .Sauseingängen spezialisiert hatte aud) Dem weißen Gift verfallen mnr Diefe Geschichte gehört also doppelt hierher weil sie außer den sehr unpraktischen Methoden der chinesi chen Polizei auch die Demoralisierung der hnnzeichmt SeDOirerUn9 Öurd) dieses weiß? Gift Vor 25 Jahren, als ich zum ersten Mal nach Peking kam, war diese Stadt, die unter ihrer Se? oolferung einen ganz ungewöhnlich hohen Prozent- atz Ortsfremder hat und die damals eine Hen . liche Straßenbeleuchtung überhaupt noch nicht kannte, bemerkenswert frei von Verbrechen. Mord kam kaum vor, Totschlag nur als seltene Affekts- h.vndlung. Die Zahl der Eigentumsverbrechen war -,n Bruchteil solcher Verbrechen in einer eurapüi- scheu Stadt gleicher Größe. Das hat sich in den 25 Jahren seit der Revolution gründlich geändert. Zum Teil ist daran die Lösung vieler früher bestandenen sozialen Bindungen schuld, zum Teil auch ine ungeheuerliche Verelendung des Volkes: in diesem Wmter starben von einer Bevölkerung von knapp einer Million 764 den Tod des Erfrierens. Einen großen Teil der Schuld aber trägt e ® 1 fa- hat ganz neue Klassen von Serbredjern geschaffen Wieder mag eine Geschichte öes Tages, an dem ich Diefes schreibe. Und das, was ich nun erzählen will, ift überhaupt der Anlaß dazu, daß ich dieses schreibe' Der Anlaß, nicht der Grund, weil mich dieses Thema schon lange quält. . U.lebe m einem chinesischen Haushalt, das rlF- l-5Le*n,a?' ma5 .nichts so sehr ähnelt als einer - omischen oder auch altgermanischen Familie mit einer Klientel von unsicherem und wechselndem Ausmaß. Zwei Frauen aus diesem Haushalt — eine davon noch ein Kind von fünfzehn Jahren — gehen jeden Tag einen weiten Weg, um eine Schule zu besuchen, die von der Stadtverwaltung für weibliche Wesen ihrer Art eingerichtet ist, für solche, die Das Bedürfnis empfinden — obwohl in einer an» Deren geboren — mit dieser Zeit zu gehen und außer Lesen und Schreiben auch etwas mehr noch von dem Wissen unserer Zeit zu empfangen. Das gibt es, nebenbei bemerkt, solche Schulen und solches Streben. Es gehört nicht hierher, aber es fei bemerkt, daß diese Schule frei ist, nichts kostet und daß auch Die Lehrmittel von Der StaDt geliefert merDen: Die Schulbücher unD Die Uebungshefte, monatlich ein Schreibpinfel, vierzehntägig ein Blei- Vom 15. Juni ab Olympia-Postkarten. Die Reichspost verkauft vom 15. Juni ab zwei Olympia-Postkarten, und zwar zu 6 + 4 Rps. und 15 d- 10 Rps. Zuschlag. Die linke Hälfte der Karte stellt einen Teil der Kampfbahn mit dem Marathontor dar. Der Wertstempel zeigt die Olympische Glocke. — tScherl-Bilderdienst-M.) Buntes Allerlei. seum zu Cambridge (Massachusetts) • herausgegebenen Katalog aller in amerikanischem Besitz befindlichen deutschen Gemälde kurz und bündig beantwortet. 381, nicht mehr und nicht weniger. Die Zahl ist erstaunlich gering, wenn man bedenkt, daß der Verkauf von Meisterwerken der europäischen Malerei seit der Jahrhundertwende, der unter dem Druck der Nachkriegsnot stellenweise den Charakter eines Totalausverkaufs annahm, den großen Erdteil jenseits des großen Wassers ebenso bereichert, wie er den alten Kontinent, also den Erzeuger aller dieser Kostbarkeiten, kulturell geschwächt hat. Man braucht ja nur an die großen internationalen Versteigerungen nach 1920 zu denken, um sich eine annähernde Vorstellung von dem Umfang dieser Besitzverschiebung machen zu können. Deutschland hat dabei die geringsten Verluste erlitten. Auch quali- tattv, denn abgesehen von vier erstrangigen Bildern von Holbein die von den Amerikanern größtenteils aus englischem Privatbesitz erworben wurden, findet sich in dem genannten Gemäldeoerzeichnis kaum etwas, desien Abgang nicht leicht zu verschmerzen wäre. Man könnte sich dessen freuen, wenn die Sache nicht doch einen Haken hätte, denn unmöglich ist zu übersehen, daß die amerikanische Einschätzung deutscher Kultur durch die relattv ganz unzulängliche Vertretung sehr wesentlich beeinflußt wird. Wo die Beweise, in diesem Falle also die großen Meisterwerke der Malerei, fehlen, läßt sich der Durchschnittsamerikaner nicht leicht eines besseren belehren. Nach Zahl und Wert sind in den amerikanischen Sammlungen Rembrandt, Franz Hals, Raffael, Tizian und Gainsborough, ferner Corot, Manet, Degas und schließlich Greco und Goya wahrhaft glorreich vertteten. Es ist kein einziger deutscher Name darunter, und das gibt doch zu denken. Daß „das Los der Frauen beklagenswert" sei, hat nach Goethe, von dem das bittere Zitat stammt, bereits Iphigenie gewußt. Aber mehr noch als auf Dianens Priesterin schein der Satz auf die moderne Filmschauspielerin passen zu wollen. Greta Garbo, die Göttliche, weiß davon ein Lied zu singen, besonders im Umgang mit Zeitungsreportern, deren Berufspflicht es unter anderem ja auch ist, den Weihrauch, den man der Göttin spendet, in Druckerschwärze zu verwandeln. Nun geschah es vor kurzem, daß Greta Garbo auf der Durchreise nach Hollywood in ihrem Salonwagen auf dem Bahnhof von Chikago von einem Dutzend Pressevertre- tern regelrecht belagert wurde und sich nicht anders zu retten wußte, als daß sie plötzlich mit königlichem Anstand vor ihrem Abteil erschien und ihren Peinigern eine kleine Philippka hielt. Das Leben sei ungerecht, sagte sie (welche Erkenntnis!); Tausende von Menschen liefen herum, die gerne einmal in den Zeitungen erwähnt werden möchten, aber man würdige sie keiner Zeile! warum in aller Welt verfolge man denn nur immer sie, Greta Garbo, die doch nichts anderes als ihre Ruhe haben wolle. Es gäbe Millionen, die viel Größeres verrichtet hätten, als sie selber, Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, lauter Menschen, die verdienten, daß sie in den Zeitungen erscheinen! — Also sprach die Göttliche und nun rauscht es in dem amerikanischen Blätterwald nach der Melodie „Wer sich selbst erniedrigt, soll erhöht werden". Was wohl auch der Zweck der Uebung gewesen ist. Gefährlicher noch als Löwe und Tiger! Nicht Löwe und Tiger sind die schlimmsten Feinde des Menschen in der Wildnis, sondern nach den Angaben verschiedener Reisender und Groß- wildjäger sind der Gepard, der rote afrikanische Luchs und der Honigdachs weit mehr zu fürchten. Der Gepard oder Jagdleopard haust an wenig zugänglichen Orten, und nur des Nachts hört man sein heiseres Pfeifen in der Nähe der menschlichen Wohnungen. Er tötet rasch und schweigend, indem er sein Opfer erwürgt, und ganze Herden von Ziegen werden von einem solchen Untier in einer einzigen Nacht getötet. Die Eingeborenen haben daher vor den „Tschita", wie der Gepard auch heißt, die größte Angst. Man sieht seine Untaten, aber ihn selbst sieht man selten, denn er ist viel zu vorsichtig und scheu. Diese geheimnisvolle Bestie wurde von den Eingeborenen lange für eine Kreuzung zwischen Löwen und Leoparden gehalten, und diese Angaben haben früher zu falschen Beschreibungen der Naturforscher geführt. Der Gepard ist das schnellste aller Jagdtiere. Aber selbst dieser „lebendige Blitz", wie ihn die Eingeborenen nennen, hat seine Nebenbuhler im Urwald. Ein solcher ist der rote afrikanische Luchs, ein Tier, das auf die leiseste Herausforderung hin den Kampf aufnimmt. Mit seinem langen geschmeidigen Körper und seinen nadelscharfen Klauen ist der Luchs ein furchtbarer Feind, der zu packen und festzuhalten versteht, ihil. ist ein unersättliches Verlangen nach Zerreißen und Zerfleischen eingeboren, und selbst in der Gefangenschaft bricht seine Mordlust immer wieder hervor; er weicht dem Menschen nicht aus, sondern greift ihn sofort an und verdient den Namen „der rote Teufel", den ihm der Buschmann gegeben hat. Doch es gibt auch kleinere Tiere, die nichts fürchten, auch den Menschen nicht. Da ist z. B. der afrikanische Honigdachs oder Ratel, der in Begleitung seiner Gefährten die räuberischen Feldzüge unternimmt und dessen seltsamer wie Rasseln klingender Schrei die Eingeborenen sofort zur Flucht treibt. Er kommt nicht schnell vorwärts und deshalb kann man ihm entgehen, aber wo er mit feinen Zähnen, die scharf sind wie ein Rasiermesser, sich festgebissen hat, da läßt er nicht mehr los. Im Angriff ist er unerschrocken und springt auf den Feind immer wieder mit seinem heiseren Schrei zu. Er hat es nicht nötig, um seine Nahrung zu kämpfen, denn mit feinen schaufelartigen Klauen gräbt er mit erstaunlicher Schnelligkeit Ratten und Mäuse aus und verzehrt sogar Schnecken. Aber da man ihn leicht Übersieht, so kann er einem gefährlich werden, wenn man es am wenigsten erwartet. Nicht nur mit langen Zähnen und scharfen Krallen lauern die Bestien des Urwaldes auf den Menschen, sondern auch anderen Waffen, die sie mit strategischer Geschicklichkeit zu gebrauchen wissen. Ein solcher Melsterstratege ist das Stinktter, gefürchtet wegen des entsetzlichen Geruchs, den es verbreitet. Das Stinktier sucht sich friedlich feine Nahrung, aber wehe dem, der sich ihm in den Weg stellt! Da kennt es keine Furcht und keine Gnade; es schleudert über Menschen und Tier seine grausige Flüssigkeit, die durch ihren Pestgeruch einen unheimlichen Denkzettel hinterläßt. Muß man im Fahrstuhl den Hut abnehmen? In Washington ist allen Ernstes ein Streit ent. standen um die Frage, ob ein amerikanischer Mann verpflichtet ist, wie er es gemeinhin tut, den Hut abzunehmen, wenn er zugleich mit einer Frau in einen Fahrstuhl geht. Dagegen erheben sich nun Mitglieder des Kongresses im Bunde mit Berichterstattern der Zeitungen in der Bundeshauptstadt und erklären, daß diese Uebung eine übertriebene Höflichkeit darstelle, und daß man sie beseitigen müsse. Sie haben einen Bund mit dem schönen Namen „Aptohe" gegründet, der gebildet ist aus den Anfangsbuchstaben ihrer Vereinigung „Association of the Prevention of Taking Off Hats in Elevators", wörtlich übersetzt: „Vereinigung für die Verhinderung des Hutabnehmens im Fahrstuhl". Ein Führer des neuen Bundes ist ein Politiker aus dem Westen; der trögt einen Cowboy-Hut, welcher allein breit genug wäre, einen Fahrstuhl mittlerer Größe auszufüllen. Natürlich sind auch weibliche Kongreßmitglieder über ihre Meinung gefragt worden, was die Männer im besagten Fall am richtigsten tun sollten. Die Senatorin Hattie Caraway aus Arkansas erklärte: „Ich würde es vorziehen, daß man mich behandelte wie einen anderen Senator, und nicht wie eine Frau". Caroline O'Day aus Neuyork begrüßt den neuen Bund aufs wärmste, da sie sich durch ihn von der ständigen Gefahr befreit sieht, ein blaues Auge von den Ellbogen eines allzu höflichen Mannes zu bekommen, der in einem überfüllten Fahrstuhl durchaus den Hut abnehmen will. Man sieht, „Aptohe" hat ganz 'ute Aussichten .. Die erste Frau, die geflogen ist. Die erste Frau, von der berichtet wird, daß sie im Luftballon aufftieg, war eine Madame Tibe aus Lyon. Sie hatte gehört, daß der Luftschiffer F l e u r a n t bei seinem Versuch, einen männlichen Begleiter für seine Flüge zu bekommen, kein Glück hatte, und so bot sie sich ihm selbst als Begleiterin an. Am 4. Juli 1784 stieg sie auch tatsächlich in den Ballon „Gustave" in Lyon auf. 14 Jahre später wolle eine Mlle. Henri das Wagnis nachmachen und den Luftschiffer G a r n e r i n bei seinem Aufftieg begleiten, aber diesmal erhob sich ein heftiger Protest von den verschiedensten Seiten gegen dieses Unterfangen einer Frau, und schließlich erließ die Polizei sogar ein Verbot. Erst nach langem Verhandeln erhielten Garnerin und das Mädchen die Erlaubnis, und so konnten sie am 8. Juli 1798 im Ballon aufsteigen. Die erste Frau, die einen Beruf aus dem Fliegen machte, und die auch bei diesem Flug zugrunde ging, war Madame Blanchard, die Witwe des Luftschiffers Blan- chard, der den ersten Flug über den Kanal gemacht hatte. Im Jahre 1819 stieg sie in den Tivoli-Gärten in Paris im Ballon auf. Sie sollte in einer gewissen Höhe ein Feuerwerk abbrennen, das an der Gondel befestigt war. Dabei aber fing der Ballon Feuer und explodierte. Die Luftschifferin wurde getötet. Blumenschmuckwettbewerb 1936 Sonntag, den 7. Juni 1936 TANZ Anfang 4 Uhr •4«L' Es ladet ein: Franz Rathenow iielien Kretzschmar. ^eltersweg 24 NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Anmeldungen für die Teilnahme müssen bis zum 10. Juli 1936 bei uns eingegangen sein. Anmeldeformulare sind bei unserer Auskunftsstelle (Reisebüro), Seltersweg89. erhältlich. Bedürftigen Teilnehmern kann Blumenerde kostenlos abgegeben werden. Näheres hierüber bei unserer Geschäftsstelle Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer 7, erfragen. Gasthaus zur deutschen Eiche Klein-Linden Verkehrs- und Verschönerungs-Verein Gießen e.V. .'6371 > 'Billige COLUMBUS -fabrten •COLUMBUS», Dtntldileehe größte SchM Im Etholoogettl(tno«tbthc Gleichzeitig empfehle ich meine Räumlichkeiten (250-300 Personen fassend) für Veranstaltungen jeglicher Art. — Gut bürgerlicher Mittags- und Abendtisch. 3664ü Um geneigten Zuspruch bitten Gastwirt Dechert und Frau. Milten M“ Vom 7. Juli bis 19. Juli + ob RM 250.- ZchokllanöNormgen 2O.bi927.Juli + 28Julibio4.Aug.+obRM!45.— ÄogS-Gliseesohrt mit dem Lloyööampfer »General von Steuben« d-Lönöer-Fohct + 27.6. bis 13.7.4- ab RM 350.— War Fahrt mit Dampfer »General oon Steuben« 18. Juli bla 12. Augutt ♦ ob RM 500.— 3 Aorökap-Fahrten mit Dampfer »Stuttgart« 26. Juni bie 12. Juli + 13. bla 29. Juli 1. bla 17. August ♦ ob RM 270.- Mnö um England Fahrt 19. bie 30. Aug. ♦ Fabrprele ob RM 220.— Ferner ob August 2 Sommer» Mtlelmeer-ßahrten Fohrprele ob RM 250.— 2 Herba» Maöeira-Fahrten Fohrprele ob RM 270.— 2 Hcrbtt» Mtelmeer-Fahrteii Fohrprele ab RM 270.— MMtüfehtpttilt Md) Meljgebt oortxnüfo« PUm Aoehonft nnö Profpehle bnrd» untere Vertretungen onö $IIc$£qmLJ schon dem Morgenlich Grämliche Züge sind wie graue Morgennebel — ein frisch- strahlendes Gesicht gleicht dem Sonnenschein. Darum greift die kluge Frau schon bei Tagesanbruch zum Wattebäuschchen und der Flasche mit Simi Spe- üal. Ein paar Tropfen, und daS Wunder ist geschehen. Ob Winter — Frühling — Sommer — Herbst — der Erfolg bleibt gleich. Den Teint verjüngt Kampfer mit Hamamelis. Aber nicht nur ihre Wange ist sammetweich — beim Morgen- kutz bemerkt sie es und lächelt schelmisch: Aha! Der eitle Gatte ist zum Dieb geworden. Der feine Dust — die glatte haut verraten ihn. Gepflegte haut gibt gleich am Morgen Appcttt auf einen Kuß. Im Zeichen der Liebe steht nun der ganze Tag — Liebe ist Glück, und Glück teilt gern mit Andern. Darum teilen junge Leute chren Freunden mit: Nach dem Waschen — nach dem Rasieren braucht immer Simi Special mit Kampfer und Hamamelis. Flaschen zu 0,85, 1,40, 2,07 in allen eäw schlagtgen Geschäften. Daunendecken Steppdecken » Neubeziehen uno Auiarbenen n Wolle und Daunen. Umarbeiten von Deckbetten zu Daunendecken, lk ßfhnff Gießen, Walltorstr.24 VJUJUUi Stepvdecken-Näberei Sanitäre Anlagen Heizungen, Reparaturen nur bei Withoff Seltersweg 63 j Telefon 2037. Soeben erschienen: Adreßbuch der Stadt Friedberg in Hessen mit einem neuen Stadtplan und in fünf Abschnitten bearbeitet Abschnitt I: Behörden, Schulen, Religionsgemeinden, öffentliche Einrichtungen, Anstalten usw., Feuer- und ünsallmeldung, Aerzteschast, Apotheken, NSDAP., Deutsche Arbeitsfront, Kreishandwerker- schast, Innungen, Verbände, Vereine und Kaffen Abschnitt II: Alphabetisches Einwohner- und Firmenverzeichnis Abschnitt III: Straßen und Häuser von Friedberg Abschnitt IV: Handels- und Gewerbeverzeichnis der Stadt Friedberg Abschnitt V: politische Hoheitsträger u. Bürgermeister des Kreises Friedberg Lieferpreis RN 7.50 Oberhessischer Adreßbuchverlag • Gießen Schulstraße 7-9 • Fernsprecher 2251 3479D Leibniz-Keks Ein 698. IhrWunsch-ein Eigenheim für Wiederverkäufer ERNST MUTH Ludwigstraße Nr. 42 muß ins Haus soll Ihr Lieferdienst schnell und zuverlässig arbeiten - und wirtschaftlich sein To. rm 1340.-: *«» Kotten RMTIO.- mehr »r*v—»• und führerscheinfrei leülenwfe 76 cm — Hehweüe Ai cm — Obeera Maa — Unterschenkel 38 ae — Hüftweite 90 an BiHe messen Sie noch — dies Schönheitsmai) ist wissenschaftlich le* gelegt. Gehl Ihre Figur darüber hinaus, dann aber schleunigst reg» liert und Dr. Richters FrühslüdcskrMedee getrunken, der Sie schlank und schön macht - im Interesse Ihrer Figur und guten Gesundheit. ,t Packung RM 1.80 und 2-25. — Auch eis D**4eblelten erhältlich. 2 D r. frost Richt geht in Erfüllung durch die Vauwirtring Aktiengesellschaft Bremen Dieses schöne Einfam -Haus im Erstehung swert von RM. 12000.» 4 Zimm.,Küche, Bad u. Zubehör können Sie sdson bei einer Sparleistung von monatl. RM. 20.80 erwerben. Tilg, einsdil. aller Nebenkost, nach Fertigstellung monatl. RM. 55.20 Verlangen Sie sofort Prospekte. Ausk. u. Beratung erteilt unverbindlich Hanptvermittlungsstelle der Bauwirtring A G.: Hans Schätz, Bießen.Bismarckstr.31. Bei sehr. Anfrag. Rückporto beif. ,R2O\ Generalvertretung: <6i5A H.Wagener, Gießen Frankfurter Straße 45, Ruf 4120 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Druckschriften £ Bo°" in gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert! Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiii !tr. 129 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Samstag, 6. Zuni 1936 Maschinengewehre. Von Oberstleutnant a. £). Äenary. Das Bestreben vom Einzelschuß zu einer rasche- ren Folge aus der gleichen Waffe abgegebener Schüsse zu kommen, ist uralt. Es hat über den Mehrlader und die Mehrlaufwaffen zum Maschinengewehr geführt. Als sein geistiger Vater ist der Amerikaner Maxim anzusehen, der in seinem Ausbau die Arbeit seines Lebens gesehen und ihr Arm und Hand geopfert hat. Sein Grundgedanke, eine Waffe zu schaffen, die durch Ausnutzung d e s R ü ck st o ß e s das Zuführen, Laden und Entzünden der Patrone sowie das Ausziehen und Auswerfen der Hulse nach dem Schuß selbständig bewirkt, ist noch heute bei den Maschinengewehren der meisten Staaten, darunter auch Deutschlands gewahrt. Nur wenige Staaten haben anstelle des Ruckstoßladers einen Gasdrucklader gewählt d. h. eine Waffe, bei der ein Teil der Puloerqafe durch einen besonderen Gaskanal nach rückwärts zu einer motorähnlichen Bewegung der Schloßteile geleitet wird. Man unterscheidet leichte, schwere und überschwere Maschinengewehre. Leichte und schwere Maschinengewehre haben, um die Mumtionsfertigung und den Munitionsnachschub zu vereinfachen, meist das Kaliber des Jnfanteriegewehres in Deutschland, also Kaliber 7,9 mm. Das leichte Maschinengewehr-^ l. MG. — vermag den Schützen in jedes Gelände zu begleiten. Sein niedriger Aufbau erschwert die feindliche Beobachtung, sein niedriges Gewicht gestattet seine Verwendung in vorderer Linie in allen Kampftagen durch einen Mann. Mit dem l. MG. sind ausgerüstet: jede Infanterie- und Reitergruppe sowie in beschränktem Umfange die anderen Waffengattungen und Kolonnen. Jrn deutschen Heere sind das l. MG. 08/15 und das l. MG. 13 (Dreyse) in Gebrauch. Das l. MG. 08/15 ist wassergekühlt, d. h. sein Lauf wird von einem röhrenförmigen Mantel umschlossen, der zur Kühlung des durch die schnelle Schußfolge rasch erhitzten Laufes mit Wasser ge- füllt ist. Das l. MG. 13 ist luftgekühlt, d. h. bei ihm ist das Mantelrohr zur Kühlung des Laufes durchlöchert. Die Patronen werden beim l. MG. 08/15 mit Hilfe eines Gurtes, beim l. MG. 13 mit Hilfe eines 25 Patronen fassenden Magazins zugeführt. Das l. MG. ist durch seine große, zeitlich und räumlich zusammenfaßbare Feuerkraft die Hauptfeuerwaffe der Schützengruppe. Seine günstigste Wirkung erzielt es auf nahe und mittlere Entfernungen bis zu 800 Meter. Seine leichte Bauart macht es für Dauerfeuer ungeeignet, zwingt es zu kurzen, Überraschenden Feuerstößen. Die l. MG.s bilden die Angriffsspitzen. Die Mannschaften der l. MG.-Trupps müssen Mordskerls sein. Durchdrungen vom Gefühl ihrer Unentbehrlichkeit, ihrer tadellosen Kenntnis des Baues, der Eigenart, der Wirkung und Bedeutung ihrer Waffe, müssen sie danach trachten, so nahe wie möglich ungesehen ohne Schuß an den Feind heranzukommen und ihn durch einen kräftigen Feuerschlag zu vernichten. Im Gefecht wird das l. MG. von dem Richtschützen (Schützen I) getragen. Außer ihm zählt der l. MG.- Trupp noch vier Schützen als Ersatzleute, Gerät- unb Munitionsträger. Auf dem Marsche werden die l. MG.s auf den Gefechtsfahrzeugen (bei den Kraftradschützen auf den Beiwagen der Seitenmaschinen gefahren, von den Reitern in einem ledernen Gewehrschuh am Pferde getragen. Als schweres Gewehr ist in Deutschland das MG. 08 eingeführt. Sein Aufbau entspricht im wesentlichen den l. MG.s 08/15. Jedoch hat es eine schwerere und standfestere Lafettierung (Schlitten oder Dreifuß), die Dauerfeuer ermöglicht. Das Gewehr ist so schwer, daß es auf längere Strecken von mehreren Leuten getragen werden muß. Zu seiner Bedienung gehören außer dem Gewehrführer im allgemeinen vier Schützen: der Richtschütze, Schütze 2, der beste und entschlossenste Mann der Bedienung, der Patronenzuführer, Schütze 3, der Verbindungsmann zwischen Zug- und Gewehrfeuer, Schütze 1, und der Ersatzmann, Schütze 4, der das Gelände beobachtet und für den Munitionsersatz verantwortlich ist. Selbstverständlich muß jeder Schütze so durchgebildet sein, daß er sämtliche Verrichtungen bei der Bedienung des Gewehres ausführen kann. Hierzu gehören: schnelles Freimachen der MG.s von den Fahrzeugen, ununterbrochenes Tragen auf langen Strecken, Ueberwinden von Hindernissen mit freigemachtem Gewahr, unauffälliges und gewandtes Einnehmen einer Stellung, Befeiti- Der AttillerieoWer. 13on Voaislav von (Melchow Eine Besichtigung durch den Geschwaderchef, den Vizeadmiral Prinz Heinrich von Preußen, war keine Kleinigkeit. Der Prinz war ein ausgezeichneter Admiral. Mit Leib und Seele Seemann, technisch sehr begabt, hatte er von früh auf vor keiner Arbeit zurückgescheut, immer mit Hand angelegt, wenn es irgendwo zuzupacken galt, immer selbst mit seiner Person sich voll eingesetzt, wenn Gefahr im Verzüge war. Der Vorsichtige legt das Ruder nur 10 Grad nach Steuerbord. Der Wagende befiehlt Steuerbord 25. Das kann leicht fchief- aehen. Aber wagen ist Herrenart. Wer sich mit 10 Grad an der Verantwortung vorbeidruckt, ist zum Kärrner geboren, nicht zum König. mrin3 Heinrich hatte als Kommandant fein Schiff vorbildlich gefahren. Seine Manöver waren oit Waaniffe gewesen. Aber nie war ihm eins fehl- ge chlaqen Jung, frisch, begeistert, allem Neuen ausgeschlossen sein Ohr leihend war er em Führer, wie die Jugend ihn liebte Aber l-m B-s.cht - qunqen waren mehr als unbequem. Er netz sich nichts vormachen, griff plötzlich ein, befahl Un- erwartetes, Nicht-Vargesehenes Das buchte 'eicht aus der Fassung. Aber gerade daran wollte er sein- Offiziere und Mannschaften erkennen ob st- sich aus der Fassung bringen ließen. Unser S o m M and ant auf S M. S. Sachsen war m mdem anders als der Gefchwaderches, sehr ruhig sehr überlegt, bedächtig, gar nicht I°rtreißend wie der Prim aber auf seine Art em vorzüglicher Erzieher. Als Lehrer wäre er vielleicht Pauker geworden. Den Offizier bewahrte das streng Soldatische davor der" milUärische^Jmxeratio des Preußentums und Wehr und Waffen. gung von Hemmungen, Laufwechsel auch bei Dunkelheit und mit aufgesetzter Gasmaske. Auf dem Marsche werden die s. MG.s auf zwei- oder vierspännigen Fahrzeugen, bei den Kraftradschützen- Kompanien auf den Beiwagen der Seitenmaschinen oder auf geländegängigen Mehrachsern, bei der Kavallerie auf vierspännigen Protzfahrzeugen oder auf Tragtieren, bei den Gebirgstruppen auf Tragtieren fortgeschafft. Sie sind bei der deutschen Infanterie zu Maschinengewehr-Kompanien (je eine bei jedem Infanterie-Bataillon) oder zu MG- Bataillonen zusamengefaßt. Die s. MG.s bilden mit ihrer großen Feuerkraft im Angriff und in der Verteidigung das Gerippe der infanteristischen Kampfführung. Sie können mit Hilfe von feingearbeiteten Richt-,. Meß- und Beobachtungsgeräten auch als verdeckte Stellung im indirekten Schuß verwandt werden. Die überschweren Maschinengewehre sind Maschinengewehre von 20 mm Kaliber, die panzerbrechende Geschosse zur Kampfwagen- und Luftabwehr verfeuern können. Sie sind meist motorisiert. Alle Maschinengewehre sind so eingerichtet, daß sie auf ein Dreibein gefetzt, auch gegen Luftziele zu wirken vermögen. Die Richtung wird dann mit einem besonderen Fliegeroisier und einem Kreiskorn genommen. Die Maschinengewehre waren bereits im Weltkrieg die beherrschende Waffe der vorderen Kampfzone. Sie werden allen waffentechnischen Neuerungen zum Trotz auch auf absehbare Zeit noch ihre Vormachtstellung behaupten. Wir haben erlebt, daß einzelne brave MG.-Bedienungen nach tagelangem Trommelfeuer ihre leichten und schweren MG.s am Rand eines verschlammten Granattrichters in Stellung brachten und ganze Kompanien und Bataillone stürmender Weißer, Schwarzer und Gelber aufhielten. Wir lesen von den gleichen Heldentaten in den italienischen und abessinischen Heeresberichten der jüngsten Zeit und sind gewiß, daß die MG.- Schützen des neuen Heeres dem Beispiel ihrer Vorväter nacheifern werden. Wir sehen, wie alle Militärmächte der Welt, nach Kampfwaffen aus, die fähig sind, die Vorherrschaft der MG.s zu brechen, und sorgen, daß ohne sie kein durchschlagender Erfolg gegen eine mit MG.s genügend ausgestattete Infanterie im Angriff und in der Verteidigung zu erzielen sein wird. Dreißig Jahre deutsche Feldküche. Im Oktober 1905 schrieb das preußische Kriegsministerium einen Wettbewerb für eine Feldküche aus. Mancherlei Bedenken standen ihrer Einführung entgegen. Dor allem sprach dagegen die Vermehrung der Fahrzeuge. Sie betrug, wenn jede Infanteriekompanie eine Feldküche bekam, 48 Fahrzeuge für die Infanterie-Division, was einer Marschtiefe von über einem halben Kilometer entsprach. Auch die Kostenfrage war zu berücksichtigen. Bei den Abstrichen, die der Reichstag immer an dem Heeresetat machte, erschien es nötiger, alle bewilligten Gelder für Waffen und die neuen technischen Mittel zu verwenden, als für Feldküchen. Im russisch-japanischen Krieg hatten sich die Feldküchen bewährt. Die Russen besaßen schon im Frieden für ihre Sommerlager Feldküchen, die aus dem Wirtschaftsfonds der Truppen beschafft wurden. Während des Krieges wurden über 4000 Feldküchen in die Mandschurei gesandt. Die Russen hatten vielfach die Feldküchen mangelhaft gebraucht: um so bessere Erfolge hatten die Japaner mit erbeuteten russischen Küchen. Bei der deutschen Armee wurden bereits 1902 die russischen Modelle bei zwei Regimentern der Berliner Garnison erprobt; Fahrversuche fanden nicht nur in ebenem Gelände, sondern auch im Harz und im Riesengebirge sowie auf schlechten Wegen in Ostpreußen statt. Die Verwendung derselben Küchenwagen wurde dann während der Herbstmanäver 19 0 5 beim Gardekorps wei- tergeorüft mit dem Ergebnis, daß ihre große Zweckmäßigkeit zwar an sich außer Frage stehe und die ganze Einrichtung für die Truppe von außerordentlichem Werte fei, daß den beiden Wagensystemen jedoch verschiedene Mängel anhaften, die abgefteüt werden müßten. Deshalb erließ das Kriegs- minifterium das Preisausschreiben. Ungefähr 40 verschiedene Fahrzeuge wurden dem Kriegsministerium zur Begutachtung vorgeführt. Als 'diese Feldküchen im Frühjahr 1906 auf dem Hofe be=. Traindevots in Temvelhof auffuhren, ergab es sich, daß die wenigsten den Forderungen des Preisausschreibens entsprachen. Dom einfachen, auf einem Karren aufmontierten Kessel mit offenem Feuer, waren alle möglichen Konstruktionen vertreten, bis zum komfortablen Wohnwagen mit eingebautem Herd, Küchenschrank und sogar dem Bett für den Koch. ' Bei den Versuchen mit den Fahrzeugen in wechselndem Gelände stellte es sich heraus, daß es nicht möglich war, eine brauchbare Feldküche zu bauen, die mit nur einem Pferde bespannt war und der Truppe überallhin folgen konnte. Generalstab und Kriegsministerium forderten, wenn der zweispän- nige Zug nicht zu vermeiden war, daß die dritte eiserne Portion zur Entlastung dem Infanteristen weggenommen und auf der Feldküche mitgeführt werden sollte. Im August 1906 erließ das Kriegsministerium ein neues Preisausschreiben. Nach mancherlei Verbesserungen, die auf Fahrversuchen in verschiedenem Gelände im Sommer und Winter angeftellt worden waren, wurde im Jahre 1 9 0 8 hie Feldküche eingeführt. Mit ihr wurden ausgestattet die Linien- und Reseroe-Jnfanterie- Regimenter, die Pionier-Bataillone und die Sanitätskompanien. Die Einführung der Feldküche erfolgte nach und nach, da die Beschaffung auf einmal zu teuer gewesen wäre. In der Regel wurden im Laufe eines Jahres die Truppen der Armeekorps mit Feldküchen ausgestattet, die im Herbst Kaisermanöoer hatten. Mit der Herstellung wurden nicht nur die beiden Firmen beauftragt, die sich in erster Linie um die Einführung verdient gemacht hatten, vielmehr wurde die Anschaffung auf etwa 20 Firmen verteilt. Das hatte im Frieden manche Nachteile bei der Abnahme; auch waren die Kosten höher, als wenn nur wenige Firmen die Feldküchen serienweise in großer Zahl hergestellt hätten. Im Kriegsfall bewährte sich diese Art der Beschaffung aber ganz hervorragend. Die 20 Firmen verfügten über die Maschinen zum Herstellen der Küchen, und deshalb konnten in kurzer Zeit alle Truppenteile nach dem Mobilmachungs-Beschaffungsplan mit Küchen ausgerüstet werden. Der Leutnant in der deutschen Armee. Von Dr. Gerhard Scholh, Hauptmann a. D. unter.allen Soldatengestalten; kein Geringerer als Bismarck ist der Urheber des verpflichtenden Wortes, daß uns den preußischen Leutnant keiner in der Welt nachmachen könne. Nicht mit Unrecht hat man die zweite Hälfte des Weltkrieges, als Leutnante die Kompanien und Batterien geführt haben, als den „Krieg der Leutnante" gekennzeichnet. Der Leutnant Ernst Jünger, der bekannte Stoßtruppführer und Inhaber des Pour le merite, Verfasser des Buches „In Stahlgewittern", sowie Beumelburg, Schauwecker, von Brandis, der Erstürmer des Douaumont, Walter Flex und viele andere sind vorbildliche Beispiele für das, was „Leutnant fein" heißt. Das Maß von Verantwortung, das auf den Schultern des jungen Offiziers ruht, hält ihn bescheiden. Er weiß den Wert 'der unverbrüchlichen Kameradschaft zur Seit jeher und wohl auch immer ist das Jugendalter mit dem Dienstgrad des Leutnants verknüpft, und der Tag der Ernennung zum Offizier bedeutet einen erfüllenden Augenblick im Leben des jungen Soldaten. Kein alter General hat diesen Tag jemals vergessen; es ist der Tag, an dem eine gewisse einfache Grundlage der allgemeinen Ausbildung abgeschlossen ist und der bisherige Anwärter in den Kreis der Führer in der Wehrmacht ausgenommen wird. Eine richtig begriffene, das heißt, mit Schwung der Seele, mit voller Hingabe an den Beruf, mit Ehrgeiz und Aufgeschlossenheit durchlebte Leutnantszeit ist zuletzt doch die schönste Zeit im Leben jedes Offiziers. Vom Leutnant singt manches Volkslied, er war vor dem Kriege die volkstümlichste Figur nicht zuletzt das große Wohlwollen, das er unterschiedslos jedem seiner Untergebenen entgegenbrachte. Es gibt Vorgesetzte, für die geht man durchs Feuer. Aber durchs Feuer kann man nicht bedächtig gehen, weil man dann verbrennt. Durchs Feuer muß man durchstürmen, muß so gepackt sein von einer Idee, so entrückt von allem, was rings um einen vorgeht, daß man gar nicht merkt, daß die Flammen an einem emporzüngeln, gar nicht fühlt, daß einem die Füße schmerzen vor Brandwunden. Solch ein Mann war unser Kommandant Kapitän zur See Kindt flicht. Er glich mehr dem großen Lehrmeister der Flotte, dem Admiral von K o e ft e r, der bedachtsam und unermüdlich die Grundlage legte für die seemännische und militärische Ausbildung der Schiffsbesatzungen. Die junge Marine bedurfte solcher Männer. Ohne ihre rastlose und selbstlose Vorarbeit wäre Skagerrak 15 Jahre später nicht denkbar gewesen. Unser Kommandant genoß in der Messe eine große Verehrung. Alle waren wir gewillt, für die Besichtigung unser Bestes herzugeben. Eine schlechte Besichtigung konnte leicht seiner Laufbahn ein Ende bereiten. Aber eine Besichtigung durch den Prinzen Heinrich von Preußen war keine Kleinigkeit. Wie es seine Art war, ging der Geschwaderchef während des Klarschiffs persönlich überall herum, stellte Fragen an einzelne Leute, kümmerte sich nicht um den vorbereiteten „Besichtigungstropp". Er kam an ein Geschütz: „Das Geschütz ist unbrauchbar, die Bedienung tot bis auf Sie drei. Was tun Sie?" „Wir suchen uns ein ander Geschütz, Königliche Hoheit." „Gut. Dom dritten 8,8 ist die Bedienung ausgefallen, aber das Kanon ist unbeschädigt." Er ging mit den drei Leuten auf das Aufbaudeck, ließ sie das neue Geschütz bedienen. „Sie haben eine Ladehemmung." Die Ladehemmung wurde beseitigt. „Der Munitionsaufzug ist zerschossen. Was tun Sie?" Die Leute wußten auch hier Bescheid. „Das Geschütz ist ausgefallen. Was machen Sie?" „Wir suchen uns eine andere Verwendung." „Die Leute am Reooloerkanon sind ausgefallen." Die drei Mann liefen zum Reooloerkanon, bedienten es. Der Prinz folgte, legte Störungen ein, schüttelte den Kopf. „Was sollt ihr tun, wenn euer Geschütz ausfällt?" „Uns sofort eine anderes Kanon suchen." „Wer hat das befohlen?" „Der Artillerieoffizie r." „Seid ihr denn an allen Kalibern an Bord ausgebildet?" „Jawohl, Königliche Hoheit!" „Wer sagt euch denn, wo ihr hin müßt?" „Jeder ist selbst verantwortlich, daß er das Richtige tut." „Wer hat euch das gesagt?" „Der Artillerieoffizier." „Die Brücke ist weggeschossen. Was tut ihr?" Einer der drei Mann sprang zum Kommandeur des vorderen Turms. Der übernahm von dort die Schiffsleitung, bis der älteste überlebende Seeoffizier benachrichtigt war und erschien. „Schlagen Sie zu Schotten-dicht an", befahl der Prinz einem Munitionsmanner. „Die Schotten sind geschloffen, Königliche Hoheit." „Aber doch nicht alle. Der Munitionstransport ist doch gestört. Sie haben doch selbst vorhin die beiden Schottüren in Abteilung III Also los." Mannschaft zu schätzen. Die glatten silbernen (oder mattgrauen) Achselstücke und die Silberkordel am Mützenabzeichen sind falsch verstanden, wenn Heber» heblichkeit daraus hervorgeht: zum Vorkämpfer und Führer feiner Mannschaft ist der Leutnant bestimmt. Mit seinem Kopfe, mit seinem Können, mit seinem Willen und seiner entscheidenden Pflichtsatzung haftet er für den Dienst und den Erfolg feiner Gefolgschaft; sein Herz aber gehört vor allem feinen Mitkämpfern, der Mannschaft. Dazu muß der Leutnant jedem ein» Seinen seiner Untergebenen ein Vorbild sowohl art Können und Wissen und Gewissenhaftigkeit im Dienst als auch im Charakter und im außerdienstlichen Leben sein. Mag es einst vielleicht einmal eine Zeit gegeben haben, in der die Leutnantszeit vorzüglich als die zur Annehmlichkeit bestimmte Spanne in der Laufbahn angesehen wurde, um „später" mit ernsterem Streben zu beginnen, so verlangt die Aussicht auf den späteren Erfolg heute die ernste Dienstauffassung und die beharrliche Arbeit vom ersten Tage an. Don den großen Vorbildern des jungen Offiziers, Scharnhorst und Clausewitz, Moltke, Ludendorff und Seeckt, hat keiner seine Leutnantszeit leichtsinnig dahin- gelebt; sie alle haben währenddem mit der Vorbereitung zu ihrem hochgesteckten Ziele begonnen und Jahrzehnte gebraucht, um es mit der Vereinigung von Begabung und rastlosem Fleiß zu erreichen. Neben der Silberkordel an der Mütze, dem glatten Achselstück ist der Säbel oder Dolch das Abzeichen des Offiziers. Der ältere Leutnant wird, vor dem Nachweise seiner Befähigung zum Hauptmann, Rittmeister ober Kapitänleutnant, zum Oberleutnant befördert; ein goldener Stern auf dem Achselstück ist das Abzeichen dieses Dienstgrades, der als einziger in der ganzen Dienstlaufbahn mit dem Dienstalter verknüpft ist. Sonst gilt mit Recht der durch Scharnhorst, den großen Neuschöpfer des preußischen Hee» res nach 1806, begründete Satz, daß beim hohen Maße der beruflichen Verantwortung — „der Gefährlichkeit des Geschäftes", wie Clausewitz treffend den Krieg kennzeichnet — jeder Fortschritt bei den Beförderungen durch Ausweise der dienstlichen Befähigung bedingt ist. Die Ehre der Wehrmacht ist damit verknüpft, daß es in den Reihen ihrer Führer keine Ausnahmebestimmungen oder Bevorzugungsmöglichkeiten gibt. Unter der einzigen Voraussetzung des notwendigen Befähigungsnachweises, zu dem ein Mindestmaß an allgemeiner Bildung und berufliche, erwiesene Eignung gehört, steht die Laufbahn des Osfi» 3,ters und damit auch die Erreichung des Leutnantsdienstgrades jedem deutschen Volksgenossen offen, der Führer werden will und nicht die Berufslaufbahn im Unteroffizier- oder Deckoffizierkorps oder in einer der Abzweigungen wählt. Die Frage nach dem geldlichen Vermögen entscheidet niemals. Immer wieder hat die deutsche Wehrmacht in ihrer langen Entwicklung vielmehr gezeigt, daß gerade unbemittelte, nur begabte, ehrgeizige und charakterstarke Persönlichkeiten die Jahre der notwendigen Einschränkung in den äußeren Bedürfnissen mit Erfolg und Ansehen Überwunden und sich aus oft einfachsten Verhältnissen heraufgearbeitet haben. Der Leutnant von Moltke, der spätere Sieger von Sedan, hat sich durch schriftliche Arbeiten Nebenverdienst gesucht; der Generalfeldmarschall von der Goltz hat als Leutnant unter einem Decknamen Unterhaltungsbeiträge an Zeitschriften geliefert, der Leutnant Ludendorff hat sich jahrelang mit dem bescheidensten, allein auf der Stube verzehrten Imbiß beholfen und «fleißig gearbeitet. Noch niemals ist aus einem minderwertigen Leutnant ein guter Hauptmann geworden: die gebändigte und strebsame Zurücklegung der Leutnantszeit ist vielmehr eine Probe auf die berufliche Zukunft. Dabei braucht eine frohe Lebensbejahung nicht zu kurz zu kommen; sie ist eine Bedingung für die Zuversicht, die der militärische Beruf vom Manne verlangt. Eine frohe Zuversicht auf der Grundlage einer ernsten Berufsauffassung ist eine Charaktereigenschaft, bei deren Mangel vom Ergreifen der Offizierslaufbahn abgeraten werden muß; nichts weniger als die ganze Aussicht hängt daran. Der Leichtsinn ist hier unverantwortlich; die Neigung, die Dinge schwarz zu sehen, das Fehlen von Wage- mut und Vertrauen auf den Erfolg durch Ueberwin- bung von Krisen haben schwere Unglücksfälle zur Folge gehabt; sie sind hier schädlicher als in irgend- einem anderen Berufe. An der Verantwortung, die mit dem Dienstgrade des Leutnants verknüpft ist, kann sich ein strebender Charakter aufrichten, und die Mannschaft folgt dem jungen Führer freudig, der seine Aufgaben begriffen hat. „Kann die Kasematte noch schießen. Königliche Hoheit?" „Ja, die kann noch schießen." „Solange wir noch schießen können, dürfen die Leute nicht durch Schotten-dicht von ihren Gefchützen weggeholt werden. Ich darf den Befehl nicht aus- führen. „Jeder von euch denkt ja selbständig. Wer hat euch denn das beigebracht?" „Der Artillerieoffizier." Durch alle Abteilungen ging der Geschwaderchef, in die Munitionskammern, zu den Schnellfeuergeschützen zum Turm, in die Kasematte, ließ Leute ausfallen, Feuer ausbrechen, Bremsen sich festklemmen, Leitungen zerstört sein. „Was tun Sie?" Jeder hatte eine Antwort, die ihm nicht in den Mund gelegt war, die der Lage entsprach. „Tun Sie das und das." Nein, das dürfe er nicht, das schade der Hauptaufgabe des Schiffes, den Gegner zu vernichten. „Von wem habt ihr denn das alles?" „Vom Artillerieoffizie r." Der Prinz konnte alle Offiziere und Maate und Geschütze ausfallen lassen. Noch der letzte Matrose würde das Kommando zum Rammstoß geben. Das ganze Schiff war ja geladen vom Geiste dieses Artillerieoffiziers. „Ich habe noch keine so vorzügliche Besichtigung erlebt. S. M. S. Sachsen ist das b e st e Schiff meines Geschwaders", schloß der Prinz feine Kritik. 18 Jahre später vollbrachte dieser Artillerieoffizier die letzte große Tat des Weltkrieges. Der die deutsche Flotte vor Scapa Flow versenkte, das war der Kapitänleutnant von S. M. S. Sachsen, nunmehr als Vizeadmiral von Reuter, eingegangen in die Unsterblichkeit. -run' LetN' ren- Sprei °ielem (j ur "°> en ®ünf( Seine »s sicher t?J°n de S*?» •i* Ä Neu Söeba'c »?s- Der Ueberrc Reichsh den dingte rer St diaer ! Abzwe meldet« Zurufe mit fri Kreis handwe deutsche Radfahi stelle, t fommer Marsch' get m umfass« Stadt, Neugie lockten, bereits nen j)« gnügt. Auf obmann ßen will ihre Leis Ausdruci und übe den it)xv abend « ler üb und di daran, handir Rad i fährt, bekund breifad gestim Nach, die sich Gastwir vollzähli Handwe musikali meinsan Kurzwe Friedbe reich v nädjfj Wrk Mittt sich b jamm' rnerab Stadt Vater diesen Uhr, fanteri fferne Urheber 33 Fort , Hans- schen Lc als aus Lvnn »Stei Dor Etesser Paket, wenn. beiden ®asa Das wit im doch toi kein Er würde r Der $ Sl>s Wie e gen Zum sich? Regln Reg'w das 9 6./39O. aerscha für bei tieren an Sti wendei j do kombinierte Haantärkungswasser Entrupal; F UTHI I V"> A I stärkt auch den Haarwuchs, beteiligt _____I gibt den Haaren die ehemalige Farbe wieder, ä fas I I I U I ä Koplschuppen und Haarausfall. ■■■■■Geel Fehlfarben ausgeschlossen/ ■ ■ X I «EL 4.80 M. — In Facbgeschlften. Prospekte kostenlos durch: Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 10. geht danach. Z. B.: Herr i aus bunten Gläsern. — so gut es TXot des beurteilt unter Aurück- SA. zur Rel- Da die nun hierfür nötigen zahlreichen Kräfte fehlen, ist es selbstverständlich, daß wir SA.-Aührer und SA.-TRänner uns opferbereit und einsahfreu- dig zur Bekämpfung dieses Schädlings den Forst- behörden zur Verfügung stellen. Ls war ja immer die Aufgabe der S2L, sich Im Rahmen des Aufbauwerks unseres Führers an den besonders bedrohten Stellen einzusehen, und so wird sich unsere Opferbereitfchaft auch in dieser scheu Waldes zeigen. Ich habe deshalb bestimmt, daß stellung des sonstigen Dienstes die Der Führer der Brigade 147/Oberhessen. (Bey. Schmidt, Vrigädesührer. mittel-Opferring für den Monat Juni eingezogen. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpakete bereitzuhalten. Trieb durch Kaiserallee, Ludwigsplah, Reuen Väue, Sonnenstraße, Kreuzplah, Seltersweg, hindenburg- wall, Bleichstraße, Ludwigstrahe. Am Universitätsgebäude Vorbeimarsch vor Gruppenführer V e ck e r l e Ab 20.30 Uhr in den Sturmlokalen der Gießener SA. Kameradschaftsabende mit der Bevölkerung. Au sämtlichen Veranstaltungen des Sonntags werden ebenfalls alle Volksgenossen und Volksgenossinnen aus Stadt und Land erwartet. Eintrittspreis zu den Sonntags-Veranstaltungen auf dem Trieb und dem Unlversitäts-Sportplatz 20 Pf. Alle deutschen Männer und Frauen bekunden durch ihren Besuch bei diesen Veranstaltungen ihre Verbundenheit mit der SA! LPD. Der Führer der SA.-Gruppe Hessen, Becker le, erläßt folgenden Tagesbefehl! SA.-Führer und SA.-2Nännerl Sie alle haben gehört und gesehen, wie in den letzten Wochen ein unermeßlicher Schaden am Waldbestand größerer Teile unseres Gruppengebleles angerichtet worden ist. Weite Strecken find verwüstet oder zumindest in starke Mitleidenschaft gezogen dadurch, dah durch Windbruch Stämme, Spitzen und Aeste geknickt worden sind. Diese Verheerungen haben ein Maß erreicht, wie es seit Menschengedenken in unserer Heimat noch nicht vorgekommen ist. Leider sind die Auswirkungen einer solchen, seit Jahrhunderten ohne Beispiel dastehenden Katastrophe noch nicht zu Ende. Eine noch größere Gefahr zieht herauf durch einen der furchtbarsten Feinde unserer Waldbestände, den Borkenkäfer. Dieser Schmarotzer hat in riesigem Ausmaße die durch Windbruch geschädigten Gebiete befallen und droht infolge feiner ungeheuren Vermehrung zu einer geradezu vernichtenden Gefahr auch für den gesunden Waldbestand zu werden. Fachleute erheben ihre warnende Stimme und prophezeien die vollständige Vernichtung des Baumbestandes auf Generationen für weite Strecken unserer engeren Heimat, wenn nicht durch ganz schnellen Einsatz in letzter Minute das Aergste vermieden wird. tung des deutschen Waldes eingesetzt werden soll. Ich erwarte darum, wenn von den einzelnen Dienststellen in der nächsten Jett solche Linsahbefehle ergehen, dah jeder einzelne mit allen Kräften freudig hilft, wo nur geholfen werden kann, um auch hier den SA.-Geist der Einsatzbereitschaft und Volks- Verbundenheit in den Dienst der Gefarnthett zu stellen. Unser Dank und Lohn für diesen Einsatz soll die vollständige Beseitigung der drohenden ungeheuren Gefahr fein und das Bewußtsein, für unsere engere Heimat und unser Vaterland mit unferm deutschen Wald eines der schönsten Raturgeschenke und einen kostbaren Besitz des Volkes gerettet zu haben. heil Hiller! B e ck e r l e, Gruppenführer. Hausschlachtungen sind schlachtsteuerpflichtig. P o l i z e i d ire kt i o n Gießen Die \ uns mit: Oer Kreisleiter: Or. Hildebrandt. Oer Führer der Brigade 147/Oberhessen: Schmidt, Brigadeführer. Oer Oberbürgermeister: bitter. SA-Männer -er Brigade -147. wenn sich am Heuligen Tage ein kleiner Teil von euch in Gießen zur affinen Teilnahme am Sportlag der Brigade 147 einsindel, so ist auch dies ein Beweis der steien Linsahbereiischasi der SA. in ihrer Gesamlheil. Wie am heutigen Tage, so wollen wir immer nur der uns vom Führer zu. gewiesenen Ausgave leben und uns ihrer würdig zeigen zum Segen des deutschen Volkes und Vaterlandes. Aus der provmzialhauptstadt. Gäste. Wenn wir mit unseren Bekannten am dritten Ort zusammen sind, fällt oft hie und da eine kleine Bemerkung über Abneigung und Liebhaberei des einen oder andern, oder über Pläne und Gedenktage, von denen man sonst nicht redet. Wenn man dies alles Sonderzug nach Frankfurt a. TR. am Sonntag, 7. Juni. Die Fahrkarten für diesen Sonderzug können am Samstag in der Zeit von 9 bis 12 Uhr auf der Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, abgeholt werden. Die Abfahrt erfolgt in Gießen um 7.39 Uhr. Weitere Anmeldungen werden noch entgegengenommen. Omnibusfahrt nach dem Rürburgring am 14. Juni. Am Sonntag, 14. Juni, findet auf dem Nürburgring wie alljährlich das Autorennen statt. Auch hierzu wollen wir allen Volksgenossen die Gelegenheit geben, auf billige Weise dieses Rennen zu besuchen. Der Fahrpreis beträgt mit dem Omnibus 7 Mark. Fahnen heraus! Am T.Jutti finde« in Gießen der Sporttag der SA.-Brigade 147/Oberhessen statt. Die Gießener Bevölkerung wird gebeten, ihre Verbundenheit mit den politischen Soldaten des Iührers zu zeigen und an diesem Tage zu flaggen. SA.-Einsatz gegen den Borkenkäfer Ccin Tagesbefehl des SA.-Sruppenführers Hessen. Im Gegensatz zu dem seicherigen hessischen Recht unterliegen die Hausschlachtungen nach § 5 der Verordnung zur Durchführung des Schlachtsteuergesetzes vom 24. März 1934 der Schlachtsteuer. Nach den vom Herrn Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt gemachten Beobachtungen sind Anzeichen dafür vorhanden, daß zahlreiche Hausschlach- tungen nicht zur Versteuerung angemeldet werden. Die steuerliche Erfassung sämtlicher Hausschlachtungen ist aber im staatswirtschaftlichen Interesse dringendes Erfordernis. Es wird daher allen Personen, die Hausschlachtungen vornehmen, in ihremJnteresse dringend empfohlen, in jedem einzelnen Falle die Haus- schlachtungen zur Versteuerung anzumelden. Neben behalten könnte! Schon vor vielen Jahren hatte ich mir ein kleines Heftcyen angelegt, in dem ich dies alles aufschrieb. Die Namen sind nach dem Abc geordnet. Kommt nun ein Gast, sehe ich nach, ob er sein eigenes „Konto" in meinem „Wer liebt was?" hat. Und richte mich, so gut es geht danach. Z. B.: Herr L. trinkt nicht gern Wein aus bunten Gläsern. — Frau G. frühstückt morgens im Bett. Herr K. trinkt Kaffee gleich nach Tisch, raucht auch nur nach dem Mittagessen und bemerkt sehr schöne gestickte Tischdecken. — Herr R. liebt derbe, einfache Hausmannskost. Blumenkohl „kommt bei ihm gleich hinter Wasser", und kalte Vorgerichte sind sein Schrecken. Apfelsinenkreme aber erklärt er für ein „Frühlingsgedicht" und Rosenkohl für sein Schönstes. Er dichtet, trägt gut und gern vor. — Frau F. trinkt morgens richtigen Kaffee, nachmittags Kaffee Hag. — Frl. B. darf keine Tomaten essen. — Frau L. friert immer, liebt endlose Kissen im Rücken, sehr helle Beleuchtung, liest leidenschaftlich Zeitungsgeschichten. — Herr D. feiert am 12. 12. 38 seinen 45. Hochzeitstag. Er spricht nur von seinen beiden Enkelchen, alles andere scheint ihm gleich. — Frl. K. ist nur zufrieden, wenn ihr Rheumatismus gebührend betont wird; man darf ihr nur Belangloses erzählen. Sie kann nicht den Mund Halten. — Frau B. ist mit jedem gleich so vertraut, als ob sie sich das Leben lang kennen, versucht alle Kochrezepte, die sie erwischen kann, und „verbessert" sie. — Herr v. I. muß immer jemand haben, den er protegiert, und läßt sich dies auch Zeit und Geld kosten. — Frau Fr. sammelt Kakteenableger und Zigaretten- Bilderschecks, raucht. — Herr B. ist Diabetiker, Nichtraucher. Herr I. mag keine Pilze, Käse, keine grüne Petersilie und keine Fische. Geht gern früh zu Bett. Liebt leidenschaftlich Apfelmehlspeise. — Herr Z. ißt nur Kuchen, den seine Frau gebacken hat. Trinkt nur Süßmost. Niemand wird sich solche Eigentümlichkeiten als Gast in befreundetem Haus merken lassen. Es sind unbefangene zufällige Aeußerungen. Weiß aber die Hausfrau, was los ist, richtet sie sich, so gut es geht, danach. Dem Diabetiker werden keine Zuckerund Mehlspeisen vorgesetzt, sondern Fleisch, Gemüse und Salate. Daß er Nichtraucher ist, kommt der Kasse sehr zugute. — Für Frl. L. sammle ich Zeitungsgeschichten. Für Frau Fr. schröpfe ich andere Leute um Kakteenableger und Bilderschecks. Arn heutigen Samstag 20.30 Uhr in der Volkshalle Eröffnungskundgebungdes Brigadesporttages. Es sprechen: Brigadeführer Schmidt, Kreisleiter Dr. Hildebrandt und Gruppenführer Bewerte. Alle Volksgenossen aus Stadt und Land werden zu dieser Veranstaltung erwartet. Eintrittskarten 30 Rpf. Beginn pünktlich 20.30 Uhr. Am morgigen Sonntag ab 7 Uhr bis gegen 15 Uhr sportliche Wettkämpfe auf dem Trieb und dem Unlversitäts - Sportplatz, ferner am Vormittag 20-Km-TRannschafts Gepäckmarsch und TRannfchafts- Fünfkampf. Gegen 16 Uhr Paradeaufstellung von rd. 10 000 SA-Mnnern auf dem Trieb. Siegerverkündigung, Ansprache des Gruppenführers B e ck e r l e. Anschließend Marsch durch die Stadt vom den Steueraufsichtsbeamten sind auch die Polizeibeamten angewiesen, auf die Hausschlachtungen ein besonders scharfes Augenmerk zu richten und darüber hinaus festzustellen, ob sie auch steuerlich angemeldet worden sind. Wo nicht, werden unnachsichtlich Strafanzeigen erhoben. Wir sind der Ansicht, daß dieser kurze Hinweis genügt, um nicht gegen Volksgenossen, die hiergegen verstoßen, einschreiten zu müssen. Blumenschmuckwettbewerb. Der Verkehrs- und Derschönerungsverein veranstaltet auch in diesem Jahre wieder einen Blumenschmuckwettbewerb. Der Verein ersucht alle Bewohner, durch Bepflanzen der Vorgärten und Balkons und Aufstellen von Blumenkästen an den Fenstern sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. Für die besten Leistungen werden eine größere Anzahl schöner Preise von dem Verein zur Verfügung gestellt. Man beachte die heutige Anzeige. Ausstellung des Oberhessischen Kunstvereins. Der Oberhessische Kunstverein veranstaltet vom 14. bis 28. Juni im Foyer des Stadttheaters eine große Ausstellung, in der die ersten Preise des Wettbewerbs der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst, der den Titel hatte „Frauenbildnisse mit Schmuck", gezeigt werden. Der Katalog weist aus, daß diese Ausstellung neben Gießen, nur noch in Großstädten, z. B. Bremen. Berlin, Magdeburg, Frankfurt a. M., Stuttgart, München, Köln, Karls- ruhe, Leipzig, Königsberg (Pr.), der Oeffentlichkeit zugänglich war, eine Tatsache, die für unsere Stadt von besonderer Bedeutung ist. Ebenso ist es dem Kunstverein gelungen, von der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst die Zusage für die Ausstellung der Ergebnisse des diesjährigen Wettbewerbs zu bekommen, der lauten wird „Bildnisse deutscher Männer als Ehrenträger von Orden, Ehrenzeichen, Parteiabzeichen usw.". Die Ausstellung „Frauenbildnisse mit Schmuck" wird am 14. Juni eröffnet und anschließend jeden Wenn Herr D. kommt, stecke ich die zufällig vorhandenen Bilder seiner Enkelkinder In den Wechselrahmen. Und so geht es weiter. Jeder findet nach ■ Bedarf, ohne etwas zu sagen, sein geliebtes Mittagsschläfchen, seine Kreuzworträtsel, sein Lieb- lingsgesprach und wird nicht behelligt mit Dingen, die ihn ärgern. I Unsere Gäste sollen es merken, daß wir um sie , besorgt sind, und es ihnen so schön und behaglich machen wollen, wie wir können. Und dieser oder jener fragt freudig überrascht: „Woher wissen Sie das nur?" Wir denken still an unser heimliches Notizbuch. Haben wir doch durch solche kleine Mühe das wichtige erreicht: „Beim Feste das Beste sind fröhliche Gäste". F. A. Bornotizen. Tageskalender für Samstag. SA.-Brigade-Sporttag: 20.30 Uhr, Eröffnunas- kundgebung in der Volkshalle. Es spricht SA.- Gruppenführer Beckerle. — NS.-Lehrerbund: 15.30 Uhr Kreisversammlung. Es spricht Sfl. Bereichs- sührer Dr. O u o r i e r über „Segelsport und Schule". — Stadttheater (Deutsche Bühne): „To- warisch". — Gloria-Dalast, Seltersweg: „Stjenka Rasin^ (Wolga-Wolga). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Broadway-Melodie". — Bauerscher Gesangverein: 20.30 Uhr im Vereinslokal Kommers. — Artillerie-Verein: 20.30 Uhr Kameradschaftsabend im ,Hess. Hof". Verein für Volksmusik: 20.30 Uhr im Dereinslokal außerordentliche Mitgliederversammlung. Tageskalender für Sonntag. SA.-Brigade-Svorttag: Ab 7 Uhr Fahnenhissung und sportliche Wettkämpfe. — Landschaftsbund Volkstum und Heimat: 10 Uhr Führung durch das Hauptpostamt usw. Treffpunkt: Posthof. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Stjenka Rasin" (Wolga- Wolga). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Broadway-Melodie". — Oberh. Viehoersicherungs-Anstalt: 15 Uhr Mitgliederversammlung im Hotel Hopfeld. Deutsches Volksbildungswerk. Im Rahmen des deutschen Dolksbildungswerkes finden im Laufe des Monats Juni folgende Vorträge und Veranstaltungen statt: Sonntag, 7. Juni, 10 Uhr: Landschaftsbund Volkstum und Heimat: Führung durch das Post- und Telegraphenamt. Dienstag, 9. Juni, 20.30 Uhr: Privatdozent Dr. Ullrich: Lichtbildervortrag: „Kulturpolitische Bilder aus den Alpen", Aula des Gymnasiums. Mittwoch, 10. Juni, 2 0.30 Uhr: Odenwälder Heimatoereinigung: Lichtbildervortrag von Frl. D. Heberer über ihre Amerikareise. Montag, 15.Juni, 20.15 Uhr: Aula der Universität: Prof. Dr. R e i n w e i n : „Zwischen Weiß und Rot", Erlebnisse in sibirischer Gefangenschaft. Samstag, 27. Juni, 20.15 Uhr: Sing« kreis des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat „Das Sommerlied". Ort wird noch bekannt gegeben. Amt für Dolkswohlfahrt. Ortsgruppe Giehen-Ost. Lebensmittel-Opferring. Die Sammlung wird Dienstag, 9., und Mittwoch, 10. Juni, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereit« halten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vor« legen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gleßen-Rord. Arn Montag, 8., und Dienstag, 9. Juni wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord der Lebens- 0,78 0,68 0,21 1,32 RM 1,32 „ 0,78 „ 0,98 „ 1,08 „ 0,75 „ 1,00 „ 0,85 „ zelnen Fleischstücke fest: Roastbeef, ohne Knochen . . . . » Filet, ausgeschält, ohne Knochen . . . Braten-Schmorbraten, mit Knochen . Braten-Schmorbraten, ohne Knochen . Rouladen, ohne Knochen..... Gehacktes........... Gehacktes Schabefleisch...... Gulasch........... Suppenfleisch (Fehlrippe mit Kamm, Spannrippe)......... Suppenfleisch (Brust-Querrippe). . . Suppenknochen Die vorstehenden Preise beziehen sich, soweit nichts besonderes angegeben ist, oder es sich nicht um Schabefleisch, Gehacktes oder Gulasch handelt, auf Fleischstücke mit eingewachsenen Knochen, nicht dagegen auf Fleischstücke mit besonderer Knochenbeilage. Wer Gefrierfleisch im Kleinhandel feilhält, ist verpflichtet, in seinen Verkaufsräumen und Schaufenstern oder auf Märkten und in Markthallen an seinen Verkaufsständen an gut sichtbarer Stelle ein Preisverzeichnis anzubringen, aus dem die Verkaufspreise der verschiedenen Arten zweifelsfrei ersichtlich sind. Das Preisverzeichnis soll die Preise für. sämtliche feilgehaltenen Teile des ausgeschlachteten Tierkörpers enthalten, und zwar unter Berücksichtigung der Höhe etwaiger Knochenbeilagen. Der Preis ist in Reichspsennigen für Vs Kilo (500 Gramm) anzugeben. Wer Gefrierfleisch im Kleinhandel feilhält, ist ferner verpflichtet, beim Gefrierfleisch die sichtbar ausgestellten Fleischstücke mit einem Preisschild zu versehen, aus dem die Eigenschaft als Gefrier- fleisch, die Art des Fleischstück'es und der Preis für Vi Kilo (500 Gramm) ersichtlich sind. Der Verkauf von Gefrierfleisch durch die Fleischer und sonstige Kleinhandelsgeschäfte ist nur an Einzelhaushaltungen gestattet. Zuwiderhandlungen können neben einem ordentlichen Strafverfahren durch die Preisüberwachungsstelle mit Ordnungsstrafen geahndet werden. Osuksche Zägerschast. Die Pressestelle des Gaujägermeisters für die Pro- oinz Oberhessen teilt mit: Durch das Zoologische Institut der Universität Gießen finden zur Zeit Erhebungen über die Verbreitung des Leberegels in Oberhessen statt. Da dieser Schmarotzer unter Umständen auch in Wildbeständen empfindliche Schäden verursachen kann, liegt es im Interesse der Jägerschaft, diese Erhedun- gen durch Meldungen über Leberegelvorkommen bei Wild zu unterstützen. In Betracht kommt vor allem ein Befall des Rehwildes. Ich richte daher an die Jägerschaft meines Gaues die Bitte, Fälle von Leberegelbefall bei Wild unter Angabe des Revieres, in dem das Wild zur Strecke kam, dem zuständigen Kreisjägermeister zu melden, der die Meldung an mich weiterleitet. Der Gaujägermeister. Gießener Wochenmarktpreise * Gießen, 6. Juni. Auf dem heutigen Wochen» markt kosteten: Molkereibutter, Vi kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse 8 11, Klasse A 10)4, Klasse B 10, Klasse C 9'/r, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 10, Wirsing, % kg 10 bis 12, Weißkraut, neu, 15, gelbe Rüben, das Bündel 15, Spinat, Vi kg 10 bis 15, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün, 45 bis 60, Spargel 30 bis 55, Erbsen 30 bis 40, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 14 bis 15, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, )4 kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,90 bis 4 Mark, neue, V» kg 15 bis 18 Pf., Aepfel 30 bis 70, Kirschen 45 bis 60, Erdbeeren 60, 90 Pf. und 1 Mark, Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 85 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 25 bis 80, Salat 5 bis 10, Salatgurken 35 bis 45, Oberkohlrabi 12 bis 18, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 Pf. ** 8 0. Geburtstag. Am heutigen Samstag, 6. Juni, begeht Frau Witwe Valentin, geb. Nie- bergall, (Bleiberger Weg, ihren 80. Geburtstag. ** Die Springbrunnenanlage a u f dem Trieb beseitigt. Im Zuge der Um» und Neugestaltung des Triebs zu einem großen Aufmarschplatz für Kundgebungen usw. ist am Donnerstag die vor rund zehn Jahren im Zusammenhang mit dem Bau der Volkshalle geschaffene Sprmgbrunnenanlage beseitigt worden. Der Spring- Nachmittag mehrere Stunden zum Besuch offen- stehen. Oie Viehmarkthalle auf dem Viehmarktplatz im Bau. Oberbürgermeister Ritter kündigte bekanntlich vor einigen Monaten in seiner großen kommunalpolitischen Rede im Cafe Leib vor der Gießener SA.-Reserve u. a. auch einen Ausbau des Gießener Viehmarktes durch die Errichtung einer Viehauktionshalle an. Diese Halle soll im Einvernehmen mit der Landesbauernschaft dazu dienen, Dieh- auftionen und Viehmärkte in Gießen zusammenzufassen, weil in dieser Halle für die Marktbesucher und für das Vieh wesentlich günstigere Bedingungen vorhanden sein werden als auf einem Viehmarkt unter freiem Himmel. In den letzten Tagen ist nun mit dem Bau der Viehauktionshalle begonnen worden. Gegenwärtig ist ein umfangreiches Fundament sichtbar, auf dem sich die ausgedehnte Holzkonstruktion erheben wird. Von dem Bauholz ist bereits ein großer Teil an Ort und Stelle. Die Halle soll so groß sein, daß etliche Hundert Stück Vieh und die. Marktinteressenten bequem darin Unterkunft finden können. Die Fertigstellung der Halle soll nach bester Möglichkeit beschleunigt werden, damit sie bereits in nächster Zeit oerfügbar wird. Oie Kleinverkaufshöchstpreise für Gefrierfleisch. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — hat im amtlichen Anzeiger der Landesregierung die nachstehende Bekanntmachung über die . Kleinverkaufspreise für Gefrierfleisch vom 2. Juni 1936 veröffentlicht: Für den Verkauf von Gefrierfleisch im Bereich der Städte Darmstadt, Mainz, Offenbach, Worms, Gießen, Bingen und Oppenheim sowie der an die Fleischgrohmärkte marktgebundenen Gemeinden, soweit diese mit Gefrierfleisch jetzt oder künftig beliefert werden, setze ich hiermit die nachfolgenden Kleinverkaufshöchstpreise je Vi kg (500 Gramm) für die ein- 9e6en graue Haare Die öcuifthe Arbeitsfront =6emeinf(haft „Kraft durch freuöe" ssr .täsä » 8iwa'—»«• ft ** JP e r Gießener Herb st markt lSckau- ^sEnufsmesse) findet vom 20. bis 27 Sept Die Vergebung der Plätze für diese Veran- taltung betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unsrem heutigen Anzeigenteil ^uf die wir die Interessenten besonders Hinweisen' -^»^"hmarkte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet hier Rindvieh-MuKvieb^ Der nächste Schweinemarkt wird am Mittwoch, 24. Juni, abgehalten. ** Wiedersehens feier der ehemali- aen 390er in Gießen. Man schreibt uns: ^».-Erstenmal seit dem Weltkriege versammeln sich die Kameraden des ehemaligen Infanterie- Regiments 390 am 20. und 21. Juni zu einem Regimentstreffen in Gießen. Im August 1916 wurde bas Regiment zusammengestellt, die 9./116 wurde 0-/390. Rach zweijährigem Bestände wurde es aufgelöst Rach 20 Jahren seit der Gründung finden sich die einstigen Offiziere und Mannschaften zusammen, um sich wiederzusehen und der toten Kameraden zu gedenken. Manch tapferer Sohn der Stadt Gießen hat in den Reihen der 390er fürs Vaterland geblutet, sein Leben dahingegeben Aus diesem Grunde findet am Sonntag, 21. Juni 1145 Uhr, eine Totengedenkfeier am Denkmal des Infanterie-Regiments 116 statt. Aus naher und weiter Ferne eilen die Kameraden herbei, mancher unter schwersten Opfern. Daher bittet die Leitung der Wiedersehensfeier die stets opferwillige Gießener Bürgerschaft um Bereitstellung einfacher Unterkünfte für den 20./21. Juni. Wegen Gestellung von Quartieren bzw. Freiquartieren wolle man sich bitte an Studienrat Otto Schad, Gießen, Alicenstr.22, wenden. Große Strafkammer Gießen. Wegen Sittlichkeitsverbrechen wurde W. K. aus Heidelbach zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Der H. O. aus Selters und der L. B. aus Lich, die beide auf einer Domäne tätig waren, fuhren im Winter vorigen Jahres mit zwei Pferdewagen in den Wald, um Holz zu holen. Unterwegs sprachen sie tüchtig dem Alkohol zu, was sie jedoch nicht hinderte, ihre Wagen weiterzufahren. Bei dieser Gelegenheit geriet ein Wagen an einer Böschung ins Rutschen. Als man ihn wieder auf die Fahrbahn bringen wollte, stürzte der Wagen um, wobei ein Arbeiter getötet wurde. Vom hiesigen Schöffengericht wurden die Angeklagten zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Auf Grund der gestrigen Beweisaufnahmen wurde auf die Berufung der Angeklagten O. zu 100.— und B. zu 250.— Mark Geldstrafe verurteilt. Wegen fahrlässiger Körperverletzung war der H. Sch. vom Schöffengericht zu zwei Monaten zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Der Angeklagte fuhr im August v. I. die Kaiserallee hinunter und stieß dabei mit einem Motorradfahrer zusammen, der schwer verletzt wurde. Auf Grund der gestrigen Beweisaufnahme wurde auf seine Berufung der Angeklagte zu 250.— Mark Geldstrafe, hilfsweise 50 Tagen Gefängnis, verurteilt. Amtsgericht Gießen. Wegen Bettelns wurde der bereits einschlägig vorbestrafte K. Sch. aus Langenstein zu vier Wochen Haft verurteilt. Außerdem wurde die Unterbringung in einem Arbeitshaus angeordnet. 20 Tage Untersuchungshaft werden angerechnet. Die Handwerker-Radsternschrer in Gießen. Der gestrige Regen war die einzige unerfreuliche Ueberraschung für die aus Norddeutschland zum Reichshandwerkertag nach Frankfurt a. M. radelnden Handwerker-Sternfahrer. Er bedingte auch eine Verzögerung der Ankunft in unserer Stadt. Als die Radler bann mit etwa einstündiger Verspätung in der Marburger Straße an der Abzweigung der Straße zum Friedhof eintrafen, meldeten sie sich schon von weitem mit freudigen Zurufen, und die Kapelle K r e n g e l empfing sie mit frischen Marschweisen. Kreisbetriebszellenobmann Stein und Kreishandwerksmeister Stühler ließen die mit dem deutschen Gruß und lauten Zurufen grüßenden Radfahrer an sich vorbeifahren bis zu ihrer Haltestelle, tauschten dort mit den Führern den Willkommensgruß aus und besprachen den weiteren Marschweg. Unter Vorantritt der Kapelle Kren- g e l marschierte dann der große, etwa 120 Mann umfassende Zug der Gäste durch die Straßen der Stadt, in der die forschen Marschweisen zahlreiche Neugierige in die Straßen und an die Fenster lockten. Trotz des einsetzenden Regens waren die bereits 500 und teils noch mehr Kilometer gefahrenen Handwerker gut zu Fuß und frisch und vergnügt. Auf Oswaldsgarten hieß Kreisbetriebszellenobmann Stein die Kameraden in der Stadt Gießen willkommen und sprach sich anerkennend über ihre Leistungen aus. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sie in Gießen Aufenthalt nehmen und über Nacht bleiben wollen und machte sie auf den ihnen zu Ehren stattfindenden Kameradschaftsabend aufmerksam. Kreishandwerksmeister Stüh- I e r überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters und die der Gießener Handwerker und erinnerte daran, daß wir auch diese seltene Leistung des Handwerks, das viele hundert Kilometer mit dem Rad durch das Reich zum Reichshandwerkertag fährt, um feine Verbundenheit untereinander zu bekunden, dem Führer verdanken, auf den er ein dreifaches Sieg-Heil ausbrachte, in das freudig eingestimmt wurde. Nachdem sie sich in den zugewiesenen Quartieren, die sich zum Teil bei Handwerkern und zum Teil in Gastwirtschaften befanden, erfrischt hatten, kamen sie vollzählig in das mit dem Hakenkreuzbanner und den Handwerksfahnen geschmückte Caf6 Leib, wo sie bei musikalischen Darbietungen des Trios Krengel, gemeinsam gesungenen Liedern und humoristischer Kurzweil eines Berufskameraden Kremer aus Friedberg einige frohe Stunden im Kreise der zahlreich vertretenen Gießener Obermeister verlebten. Was bereits auf dem Durchmarsch durch die Straßen der Stadt die Handwerkszeichen und die Namen der Gaue erkennen ließen, das wurde hier durch die Dialekte und die Bekanntschaften erst klar und übersichtlich: die Vielfältigkeit der Handwerksberufe und die Zugehörigkeit zu den Gauen Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg, Ost- und Süd-Hannover und Kurheffen. Einige Holsteiner waren bereits feit dem 1. Juni unterwegs, von Hamburg fuhr der größte Trupp am 2. Juni ab, und auf dem Wege durch die schöne Heide, die einen besonderen Eindruck bei ihnen hinterließ, über Celle, Hannover, Göttingen, Kassel, Fritzlar, Marburg, wo sie überall Zuzug erhielten und freundlich aufgenommen waren, blieb Gießen als letzte Station. Mit stolzer Freude meldeten sich ein 64jähriger Mechanikermeister Kurth, der bereits von Kiel aus mit dabei war, und ein öljähriger Schuhmachermeister Denker, der von Hannover kam. Ihnen allen rief Kreisbetriebszellenobmann Stein zu, daß es eine Ehre für Gießen fei, sie hier begrüßen zu können. Der Kreiswalter der DAF. Wagner rief ihnen gleichfalls ein herzliches Willkommen zu und war erfreut darüber, daß der einsetzende Regen ihre Stimmung nicht beeinträchtigt hatte. Er sagte u. a., daß es etwas Herrliches sei, wenn gleichgesinnte Menschen durch die deutschen Lande zum Reichshandwerkertag fahren, um dort ihren Willen zur Volksgemeinschaft zu bekunden. Auf solche Weise bekomme der Handwerker nicht nur die schönsten persönlichen Eindrücke, sondern er werde auch angespornt, es den anderen an Leistungsfähigkeit und Geschäftstüchtigkeit nachzumachen, damit das deutsche Handwerk sich als Glied der Volksgemeinschaft durch besondere Leistungssteigerung wieder den goldenen Boden schaffe, der ihm einstmals die gesunde Grundlage bot. Kreishandwerksmeister Stühler stellte mit Stolz und Freude fest, daß in den Reihen dieser auf so eindeutige Art ihre Auffassung vom nationalsozialistischen Gedankengut bekundenden Handwerker sich neben der Jugend auch alte Handwerksmeister befinden, die beweisen, daß sie trotz grauer Haare sich ein junges Herz bewahrt haben. Diesen Alten sprach er seine besondere Anerkennung aus und stellte sie als .Vorbild dafür hin, daß das Handwerk von solchen Meistern noch viel lernen könne. Er wies auf den großen Dank an den Führer hin, den ganz besonders das Handwerk ihm dafür schulde, daß er ihm wieder Brot und Arbeit und dem Volke Ehre und Freiheit wieder geschenkt habe. Das Handwerk könne dem Führer am besten dadurch danken, daß es sich ertüchtige und dem deutschen Handwerk wieder das alte Ansehen verschaffe. In diesem Sinne grüßte er den Führer und wünschte den HandwHskern eine gute Fahrt zur Stadt des deutschen Handwerks. Am Schluß der Veranstaltung sprach Runge (Kiel) den Dank der Gäste für die freundliche Bewirtung und Aufnahme aus und versprach, Gießen in guter Erinnerung zu behalten. Sein Entschluß, trotz des Regens die Fahrt auf dem Rad fortzusetzen, fand freudige Zustimmung. In bester Laune wurden die Quartiere auiaesucht. Die Verzögerung der Aofahrt am heutigen Morgen war der beste Beweis dafür, daß es unseren Gästen gut in Gießen gefallen hat. Bei schönster Morgenhelle verließen die Sternfahrer gegen 6 Uhr die Stadt und setzten ihre Fahrt über Friedberg nach Frankfurt fort. Das Frühlingskreuzkraut. Auf der Bürgermeistertagung der Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindetages am Donnerstag wurde von verschiedenen Seiten über das massenhafte Auftreten des schädlichen Frühlingskreuzkrautes Klage geführt. Wir haben uns daraufhin an die Hessische Hauptstelle für Pflanzenschutz in Gießen gewandt mit der Bitte, in dieser Angelegenheit geeignete Ratschläge zu geben. Nachstehend geben wir der fachmännischen Auskunft Raum. Die Schriftleitung. Zur Zeit wird vielfach eine Pflanze besprochen, die für den Bauer und Landwirt von Bedeutung ist, das Frühlingskreuzkraut, Frühlings-Greiskraut oder sibirische SBudjerblume (senecio vemalisW.K.). Im Jahre 1781 wurde es zuerst in Rußland erwähnt und scheint von dorther nach Deutschland eingewandert zu sein. Teils kommt es vereinzelt, teils schon als ganz gewöhnliches Unkraut in den ost- und norddeutschen Provinzen vor und verbreitet sich weiter nach dem Westen hin. Vor acht Jahren war von ihm im Kreise Gießen als „Seltener Pflanzenzuwachs in Oberheffen" die Rede. Doch mar es schon seit 1920 im Kreise Friedberg bekannt, ohne daß es merklich in Erscheinung trat. Im südlichen Ried soll man sich bereits vor 30 Jahren gegen den lästigen Eindringling zur Wehr gesetzt haben. Die bis ungefähr V» Meter hohe, behaarte, ästige, gelbblühende Pflanze mit ihren buchtig gezähnten, gelappten Blättern leuchtet von weitem aus dem lückigen Rotklee ober der Luzerne hervor. Hier ist sie nicht zu übersehen. Sie blüht meistens zweimal, das erstemal im Mai und Juni, das zweitemal ab September und bringt die Samen zur Reife. Die Frühjahrskeimer bilden in demselben Jahre noch eine Blattrosette, die überwintert, während die überwinternden Samen der Herbstblüher noch' im Herbst des folgenden Jahres vollentwickelte Pflanzen liefern. Der Same ist wie bei vielen Korbblütlern (z. B. Löwenzahn ober Kettenblume) mit einer Haarkrone versehen, vermöge beren er weit fortgetragen werben kann. Wenn man bebenft, baß eine Pflanze ungefähr 2000 unb mehr Samen zu liefern vermag, so rückt allein diese Tatsache die Möglichkeit einer Massenverbreitung in greifbare Nähe. Dazu kommt noch, daß nicht alle Keimstätten wie z. B. Reine, Graben- und Waldränder, Schuttplätze, Wege- und Bahnstrecken u. dgl. beachtet werben. Es wäre nachlässig, wenn nicht seiner Verbreitung entgegengetreten mürbe. Denn bann hätte ber Bauer außer Heberich und Ackersenf noch ein mei- teres Sorgenkind! Wie bereits vorher erwähnt, findet man das Frühlingskreuzkraut auf Klee- und Luzerne-, seltener auf Roggenäckern. Wie heute — nach dem beiweichenden Regen — ist es leicht aus dem Boden zu ziehen, alsdann sofort in einen Sack zu stecken und bald zu verbrennen! Verkehrt wäre es, es auf den Weg oder in einen Graben zu werfen. Denn feine Samen reifen nach, und die Wei- teroerbreitung würde doch ermöglicht. Auf allen Aeckern, die unter die Hackgeräte kommen, kann es sich nicht behaupten. Neben seines ungünstigen Einflusses auf das Wachstum der Kulturpflanzen soll es bei stärkerem Vorkommen unter dem Futter aesundheitsstörend, ja tödlich, wirken. In Rhein- Hessen will man vor Jahren die Beobachtung gemacht haben, daß sich beim Vieh eine Lebererkrankung eingestellt habe. So sollen — wie mitgeteilt — vor kurzer Zeit in einem Ort in ber Nähe Gießens burch es zwei Schafe unb im Kreise Friebberg brei Kühe eingegangen sein. Jebenfalls bebürfen solche Fälle bes Nachganges unb ber Klärung. Wie bem auch sei, jebermann, in erster Linie ber Bauer, achte auf bieses Unkraut und vernichte es, wo er es auch findet. Dr. H. Heßler. Lehrlinge stellen ihre Kenniniffe unter Beweis. Für die Heranziehung eines geeigneten Berufs- nachwuchfes ist nicht nur die richtige Auswahl durch die Berufsberatung der Arbeitsämter von ungeheurer Bedeutung, sondern darüber hinaus muß die Praxis durch die sich aus der Lehre ergebenden Erfahrungen ihre Auswahl treffen. Neben dem Reichsberufswettkampf, der jährlich einmal die gesamte schaffende Jugend zum friedlichen Wettstreit um die Leistung zusammenruft, werden von den einzelnen Berufsgrupppen für die Lehrlinge jährlich immer wiederkehrende Prüfungen abgehalten, die eine Auslese der geeignetsten und berufstüchtigsten jungen Menschen gewährleisten sollen. Die Handwerker-Innung ber Schuhmacher für ben Kreis Gießen hatte — wie wir am Donnerstag bereits kurz berichteten — ihre Lehrlinge. zu einer Zwischenprüfung zum 3. unb 4. Juni nach Gießen einberufen. 42 Lehrlinge tra- Ien am Vormittag bes 3. Juni in ber Schuhmacherachschule zu Gießen, Liebigstraße, ein, um sich hier er praktischen Zwischenprüfung bes Jahres 1936 3u unterziehen. Es würben Aufgaben, eingeteilt nach ben verfchiebenen Lehrjahren, gestellt. Die Lehrlinge im ersten Jahre hatten ein Paar holzgenagelte Sohlen mit Absätzen fertigzuftellen, während bie Lehrlinge im zweiten Lehrjahre ein Paar genähte Sohlen mit Absätzen anfertigten. Die im letzten Lehrjahre stehenden Prüflinge hatten ein Paar holzgenagelte neue Schuhe anzufertigen. Es war ein schönes Bild, 42 junge Menschen, vereinigt in einem Saal, bei emsiger Arbeit in frieblichem Wettstreit um bie besten Leistungen sehen zu können. Nach gemeinsamem Mittagessen fanben sich bie Teilnehmer am Nachmittag zur theoretischen Prüfung ein, bie in ber Anfertigung eines Aufsatzes: „Wie benfe ich mir meine Zukunft", beftanb. Die Abenbstunden verbrachten bie Teilnehmer ber Zwischenprüfung gemeinsam in ber Jugendherberge an der Hardt, wo sie sich in kameradschaftlichem Verbundensein beim Singen von Liedern unb Darbietungen selbstgespielter Instrumente, zusammen- fanben. Der zweite Tag ber Zwischenprüfung begann in ber Frühe um 6 Uhr mit einem allgemeinen Wecken, anschließenb würben 20 Minuten Sport unb ein Walblauf burchgeführt. Ein gemeinsamer Marsch brachte bie Lehrlinge zurück in bie Schuh- macher-Fachschule. Dort sprach Pg. Sonntag in einem Vortrag „Werkzeugkunbe" über bie richtige Behanblung der zur Ausübung des Berufes not- wenbigen Werkzeuge. Pg. Wertes von ber Abteilung für Arbeitsführung unb Berufserziehung in der DAF. machte anschließenb grunbsätzliche Aus- führungen über bie unbebingt notwenbige Ertüchtigung ber Jugenb Nicht eine Belastung bürste bie berufliche Prüfung, sei es ber Reichsberufswettkampf, ober bie Lehrlings-Jahresprüfung, für bie Jugenb barfteüen, fonbern sie müßten erkennen, baß sich bie älteren Berufskameraben trotz starker Inanspruchnahme gerne im Interesse ber Erziehung eines tüchtigen Berufsnachwuchses zur Verfügung stellen. Immer unb immer wieber muß bas Leben im Rahmen von Prüfungen eine Auslese vornehmen, um so zur Verwirklichung bes Leistungsprinzips zu gelangen. Nur berjenige hat einen Anspruch an ber Gemeinschaft, ber gewillt ist, für biefe Gemeinschaft bie höchsten Leistungen zu vollbringen. Jeber wird in ber Lage sein, zur Höchstleistung zu gelangen, wenn er bie Notwenbigkeit feiner Arbeit im Rahmen ber Gesamtarbeit ber Gemeinschaft erkennt. Nach einigen Ermahnungen bes Lehrlingswartes Pg. Hugo Henkel, Gießen, unter besten Leitung Vier seinen Kindern Freude bereiten will, Gebe zum Nachtisch Schram's Pudding IMiuMWWM Vornan von Markise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werbau. Nachbruck verboten! 33 Fortsetzung Hans-Hermann ging bleich unb schweigenb zwischen Lonne unb Steffens unb hob ben Blick erst, als aus bem Regengrau Lonnes Wagen auftauchte. Lonne machte eine befehlenbe Bewegung: „Steigen Sie ein!" Wortlos gehorchte Hans-Hermann. Lonne unb Steffens folgten. Steffens hielt bas unglückselige Paket. Hans-Hermann würbe es heiß unb kalt, wenn er Steffens' und Lonnes Miene sah. Daß die beiden ihn durchschaut hatten, war ihm sonnenklar. Was aber würde nun kommen? Das Schweigen war unerträglich und legte sich mit immer schwererem Druck auf sein Herz. Und doch wünschte er, die Fahrt bis zur „Burg" möchte kein Ende nehmen. Denn die Auseinandersetzung würde noch tausendfach schlimmer sein! — Der Wagen hielt. Lonne stieg als erster aus, Steffens hinter Hans-Hermann. Wie ein Gefangener, dachte Hans-Hermann verzweifelt. Er ahnte nicht, wie grauenhaft recht er mit diesem Gedanken hatte. „Ziehen Sie sich um, Sie sind ja ganz durchnäßt , sagte Sonne zu dem jungen Mann, „IN zehn Minu- ten wünsche ich Sie in meinem Zimmer zu sprechen. Sein Ton war schneidend. Hans-Hermann zuckte zusammen. Konnte Lonne nicht wenigstens vor dem Kutscher das Gesicht wahren? Was sollte der Mann davon denken? Scheu schaute er auf — und sah ein höhnisches Grinsen in dem sonst so undurchdr ng lichen Dieneraesicht. Ahnte der Mann etwas? Aber das war doch nicht möglich! Warum also lächelte er so unverschämt? — . Ganz zerschlagen ging Hans-Hermann stin Zimmer. Hatte er doch wenigstens Peggy vorher sprechen, ihr erzählen können, wie der gemeinsam ausgedachte Plan so jämmerlich geschelt^t war! Sicherlich hätte sie bei Sonne em gutes Wort für ihn eingelegt, ihr Einfluß auf diesen war j s h groß, wie er wußte. Aber nirgends konnte er sie erblicken. Als er kurz vor Ablauf der zehn Minuten, ehe er sich in Lonnes Arbeitszimmer begab, an ihre Tür klopfte, antwortete niemand. Peggy schien nicht da zu sein. Gerade kam der Diener Martin den Gang entlang. „Wissen Sie nicht, wo Fräulein Trilow ist?" fragte Hans-Hermann hastig. Martin schüttelte den Kopf. „Weiß ich nicht", antwortete er ausgesprochen unhöflich, „aber daß Sie unten im Herrenzimmer erwartet werden, und zwar schleunigst, das weiß ich." „Was für einen Ton erlauben Sie sich", fuhr Hans-Hermann auf. Aber Martin sah ihn nur von oben bis unten an, lachte genau so höhnisch, wie vorhin der Kutscher und ließ Hans-Hermann stehen. Hans-Hermann faßte sich an den Kopf: War er denn verhext? Die Dienerschaft wußte etwas. Ganz bestimmt. Daß aber Lonne ober Steffens sie ihres Vertrauens gewürbigt haben sollten, vermochte er nicht zu glauben. Es überschlich ihn ein unheimliches Gefühl, als tappte er hier im Haufe plötzlich in lauter Dunkelheit. Das Herz schlug ihm hart, wie er jetzt bei Lonne eintrat. Da fuhr er zurück. Lonne war nicht allein. Steffens saß neben ihm unb im Hintergrunbe, in einen Sessel geschmiegt, Peggy. Er starrte sie entsetzt an. Sollte sie vielleicht bei bieser Auseinanbersetzung zwischen Lonne unb ihm babei sein? Unb wie schaute sie ihn an? Die liebevolle Zärtlichkeit mar ganz aus ihrem Gesicht gewichen. In ihren Augen glaubte er benselben höhnischen Spott zu lesen, wie in benen bes Kutschers unb bes Dieners. „Kommen Sie her", sagte Lonne unb zeigte nachlässig auf einen Stuhl. „Los boch", wieberholte er barsch, ba Hans-Hermann unbewußt zögerte. Hans- Hermann setzte sich stumm. Lonne, mit aufreiaenber Langsamkeit, sich eine Zigarette aus ber golbenen Dose ziehenb, begann: „Sie werben sich boch selbst barüber klar sein, was Sie getan haben, Zeblitz. Ein ganz gemeiner Diebstahl, begangen an Ihrer Kusine unb an uns, benen bie Zeichnungen Ihres Onkels zu treuen Hänben übergeben waren. Ich wollte Sie vor Ihrer Kusine nicht blamieren. Darum habe ich Sie mit bieser Notlüge herausgerissen. Aber ich habe mir boch jetzt sehr überlegt, ob ick bie ganze Geschichte nicht ber Polizei anzeigen soll." „Um Gottes willen", Hans-Hermann sah Lonne flehenb an. „Wenn Sie bas tun, bann bin ich ja —" „Geliefert", vollenbete Lonne gleichmütig. „Sinb Sie allerbings, mein Lieber. Es gäbe eine hübsche Skanbalgeschichte. Sie sinb ja — so viel ich weiß — aus sehr guter Familie, haben noch einen alten Vater?" Hans-Hermann stöhnte auf. Er verbarg fein Gesicht in ben Hänben. Er sah nicht, wie Lonne, Steffens unb Peggy sich einen Blick bes Einverstänb- nisfes zuwarfen. Diesen Jungen hatten sie so weit! „Wäre Ihnen wohl höllisch unangenehm, wenn wir bie Geschichte an bie große Glocke brächten, was?" Lonne wartete einen Augenblick. Keine Antwort kam von Hans-Hermann. Er stöhnte nur wieber auf. „Nur unter einer Bebingung wären wir einver- ftanben, bie Sache totzuschweigen." Jetzt hob Hans-Hermann ben Kopf. Flehenb schaute er Lonne an. „Unb bie Bebingung?" fragte er heiser. Lonne lächelte: „Oh, nur eine Kleinigkeit. Wenn wir", er machte eine Hanbbewegung zu Steffens, „uns entschließen, Ihren Diebstahl nicht weiterzu- melben, verlangen wir folgenbes von Ihnen: Völligen Gehorsam in allen Dingen, bie Ihnen auf- getragen werben, völlige Verschwiegenheit über alles, was Sie zu tun haben." „Unb was habe ich zu tun?" flüsterte Hans-Her- mann. Angst kroch ihm über ben Rücken. Waren biefe Menschen hier Wahnsinnige, waren sie Teufel, bie ihn quälen wollten, ober waren sie Verbrecher? Lonne schwieg eine Sekunbe. Dann sagte er so gleichmütig, als hanble es sich um bie Verabrebung zu irgenbünem Spaziergang: „Sie haben in bestimmten Nächten mit einer Motorjacht nach Dänemark ober Schweben hinüberzufahren. Sie haben nicht zu fragen, wer an Borb ist, weber in bezug auf Menschen noch in bezug auf Labung. Sie Haven zu fahren, verstauben?" „Also Schmuggel", kam es tonlos von Hans- Hermanns Lippen. Jetzt lächelten bie brei. Das Lächeln Peggys schnitt bem jungen Mann ins Herz. „Wenn Sie es mit biefem häßlichen Namen bezeichnen wollen", fiel Steffens ironisch ein, „aber behalten Sie Ihre Weisheit für sich. Wir raten Ihnen gut, fügen Sie sich. Seien Sie verschwiegen und gehorsam. Wer einmal in unsere Arbeit ein- geweiht ist und versucht, auszubrechen, ber hat nicht mehr viel vom Leben zu erwarten." Wie ein gehetztes Tier schaute Hans-Hermann auf Peggy. Die beiben Männer bemerkten es. Lonne unb Steffens erhoben sich. „Also, Peggy, unser neuer Freund scheint sich mit dir aussprechen zu wollen. Du wirft ihm schon bc» (tätigen, was wir gesagt haben. Wir lassen euch jetzt allein. Viel Vergnügen." Ein zynisches Lächeln entstellte Lonnes Gesicht. Langsam ging er mit Steffens hinaus. Hans-Hermann sprang auf: „Peggy", sagte er verzweifelt, „ist das wahr? Hast bu falsches Spiel mit mir getrieben? Peqqy, wie konntest bu?" So viel ehrliche Empörung, so viel erschütterter Glaube war in seinen Worten, daß die Frau blaß wurde. „Sei still", flüsterte sie und schaute angstvoll nach der Tür, „ich kann nichts dafür, ich mußte ja auch. Erst war es ein Spiel für mich, aber bann--ich habe bich wirklich gern, Hans-Hermann, aber--" sie legte bie Hänbe mit einer Gebärbe ber hilflosesten Verzweiflung ineinanber — „was soll ich tun? Mich haben sie auch so hineingezwungen, weil ich einmal einen Schritt vom Wege ab getan habe." „Unb warum läßt man sich zwingen?" fragte Hans-Hermann wilb. „Wenn man boch schon 23er- brecher werben soll, ist es nicht besser, bas erste Uv- recht einzugestehen, als immer weiter hineinzugeraten? Laß mich, Peggy, mögen sie mit mir machen, was sie wollen. Lieber soll man mich wegen Diebstahl einsperren, als baß ich biefen Dinqen meinen Arm leihe." Er wollte zur Tür. Da hielt ihn Peggy zurück. Sie umklammerte ihn, ihr Gesicht war kreibeweiß, in ihren Augen war irre Angst. „Tu es nicht, Hans-Hermann, wenn dir bein Leben lieb ist. Sei klug! Die beiben brohen nicht zum Scherz. Ich weiß von vier fünf Ttitgliebcrr. unserer Gesellschaft, bie wollten auck wieber ehrlich werben, sie wollten heraus aus all Dem Jammer. (Fortsetzung folgt!) die gesamte Zwischenprüfung stand, wurde eine gemeinsame Besichtigung der Gerberei Becker, Gießen, Bahnhofstraße, durchgeführt. Viel Anregendes und Belehrendes ko-nte mitgenommen werden. Zum Abschluß der Prüfung sprach noch Pg. Adam von der gewerblichen Berufsschule Gießen, der insbesondere auch auf die notwendige Allgemeinausbildung hinwies. Der Lehrlingswart Pg. Henkel händigte allen Teilnehmern die Bescheinigung über die Teilnahme an der Zwischenprüfung aus. Es war eine erfolgreiche Prüfung, in der sich das Streben nach höherer Leistung ausdrückte und die bedeutend bessere Arbeiten als im vergangenen Jahre aufzuweisen hatte. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer fand die Prüfung ihren Abschluß. W. M. Tonbildsender Feldberg im Taunus. Erfolgreiche Versuche auf dem Feldberg I. T. und auf dem Brocken mit zwei neuen Fernsehsendern für Deutschland. LPD. Frankfurt a. M., 5. Juni. Nachdem im Frühjahr dieses Jahres die Deutsche Reichspost ihre Fernsehversuche auf dem Brocken im Harz mit gutem Ergebni^eenden konnte, wurden nunmehr gleichartige VHffuche auf dem Feldberg i. T. erfolgreich zum Abschluß gebracht. Der Bau zweier weiterer Fernsehsender auf dem Brocken und auf dem Feldberg i. T. wird in nächster Zeit begonnen werden. Die Inbetriebnahme ist für 1937 vorgesehen. Diese geplanten Sender sollen zunächst versuchsweise betrieben werden, da die Frage der endgültigen Versorgung Deutschlands mit Fernsehern heute noch nicht entschieden werden kann. Der Tonbildsender Feldberg i. T. wird eine Reichweite von etwa achtzig Kilometer in nördlicher Richtung und etwa 100 Kilometer in der Rheinebene haben und erfaßt daher eine Reihe wichtiger Großstädte an der Mainmündung. Immerhin kann nach dem Charakter der Ultrakurzwellen und nach den geologischen Verhältnissen keine Sicherheit gegeben werden, daß der Empfang an allen Stellen störungsfrei ist. Zum Abschluß der Dersuchssendungen mit dem zur Zeit auf dem Feldberg i. T. aufgestellten fahrbaren Fernsehsender wurde der drahtlose Tonbildempfang in Frankfurt a. M. am 5. Juni im Rathaus vor geladenen Gästen vorgeführt. Wirtschaft. Nhein-mainischer Getreidemarkt. Am Brotgetreidemarkt ist die Lage im wesentlichen unverändert, wenn auch zu Beginn des neuen Monats norddeutscher Weizen auf dem Wasserwege und auch kleine Mengen Weizen aus unserem Gebiete zum Versand gekommen sind, wobei die erhöhte Handelsspanne bezahlt werden mußte. Die Großmühlen sind an sich noch ausreichend versorgt, während die Vorräte der mittleren Mühlen knapper sind. Roggen kann aus unserem Gebiet fast nicht mehr bezogen werden. Die Mühlen haben jedoch von der RfG. die Genehmigung zum Abbau ihrer Pflichtläger erhalten. Soweit darüber hinaus noch Bedarf vorhanden ist, wird er durch Zuweisungen der RfG. gedeckt. Die Versorgung mit Weizen- und Roggen mehl bleibt daher gesichert. Für norddeutsches Mehl wird der Ost-West- Abschlag nicht mehr gewährt. In Futtergerste finden fast keine Umsätze statt, und auch Gerstenschrot und Gerstenfuttermehl gelangen nur in kleinen Mengen zum Verkauf. Hafer aus unterem Gebiet kommt so gut wie nicht mehr zum Verkauf, auch das nordische Angebot ist weiter zurückgegangen. In der Futtermittel Versorgung ist durch den steigenden Anfall wirtschaftseigener Futtermittel die Lage befriedigend. Futtergetreide wird von der Landwirtschaft kaum mehr begehrt. Aehnlich ist es mit Kartoffelflocken und Melassemischfutter. Nur für Weizen- fiele und O e l k u ch e n besteht weiterhin Kaufneigung. Während in Weizenkleie der Bedarf nicht ganz gedeckt werden kann, ist Roggenkleie durch die zusätzlichen Bezüge vom Niederrhein ausreichend vorhanden. Biertreber und Malzkeime sind reichlich am Markt, doch ist die Aufnahmeneigung nicht groß. Umgekehrt ist es bei Fischmehl. R a u h f u t t e r ist trotz gesunkener Preise schwer abzusetzen. Frankfurter Echlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt verzeichnete auch nach den Pfingstfeiertagen sehr lebhaftes Geschäft, so daß das angelieferte Vieh wieder restlos ausoerkauft werden konnte. In manchen Gattungen war die Qualität etwas geringer, als in der Vorwoche, im Durchschnitt entsprach sie jedoch weiterhin den Anforderungen. Am Rinder markt gingen die Lebendviehzufuhren stärker zurück auf 137 (gegen 289 in der Vorwoche). Die Qualität der zum Verkauf gestellten Tiere war wieder als gut zu bezeichnen. Der Bedarf konnte trotz der geringen Lebendoiehzufuhr gedeckt werden, da den Metzgern ausreichend Fleisch seitens der Reichsstelle zur Verfügung stand. Am Schweinemarkt ging der Auftrieb auf . 4270 (4436) Tiere zurück, die Nachfrage war lebhaft, und es wurde zu den geltenden Festpreisen zugeteilt. Im ganzen war die Qualität etwas schwächer, da in dieser Woche mehr leichte Tiere aufgetrieben worden waren. Angesichts der etwas geringeren Zufuhren von Rindern und Schweinen zeigte sich besonders lebhafte Nachfrage für Kälber, deren Auftrieb ebenfalls ganz merklich schwächer als in der Vorwoche war; es standen für die starke Nachfrage nur 954 (1586) Tiere zum Verkauf. Die Qualität war gut. Die Preise haben sich in allen Klassen beachtlich erhöht, so notierten Kälber a) mit 77 bis 80 (gegen 73 bis 76), b) mit 72 bis 76 (66 bis 72), c) mit 64 bis 71 (55 bis 65) und d) mit 50 bis 63 (40 bis 54) Mark je Zentner Lebendgewicht. Am S ch a f m r k t blieb die Zufuhr mit 31 (39) Tieren bedeutungslos. Nach mittelmäßigem Handel wurden die wenigen Tiere bei etwas höheren Preisen als in der Vorwoche ausverkauft. Nbein-Mainische Börse. Alillagsbörse überwiegend schwächer. F r a n k f u r t a. M., 5. Juni. Die Börse setzte am Aktienmarkt ihre gestern begonnene Abwärtsbewegung fort, doch erreichten die Abschläge kein größeres Ausmaß. Die Kulisse schritt noch überwiegend zu Glattstellungen, auch die Kundschaft stellte einiges Material zum Verkauf. Das Geschäft war verhältnismäßig lebhaft; gleich nach den ersten Kursen zeigte sich auf der ermäßigten Basis etwas Aufnahmeneigung, später bröckelten die Kurse aber erneut ab. Die aus der Wirtschaft vorliegenden, zumeist sehr günstigen Abschlüsse, blieben ohne besonderen Einfluß. Montanaktien setzten überwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. schwächer ein, Rheinstahl lagen jedoch zunächst 1,40 v. H. fester, gingen aber dann im gleichen Ausmaß zurück. In der Farben-Aktie war das Angebot stärker, der Kurs ermäßigte sich auf 171,75 (172,90), auch Scheideanstalt minus 2 v. H., dann um 1 v. H. erholt. Elektrowerte lagen nicht ganz einheitlich, fester waren AEG. mit 36,90 bis 37,25 (36,65), ferner RWE. plys 0,75 v. H., die übrigen Werte ließen meist bis 1 v. H. nach, Ges- fürel minus 1,40 v. H. Don Maschinenaktien büßten MAN 2 v. H., Daimler 1 v. H., Moenus 1 v. H. ein, Muag blieben gehalten. Im einzelnen notierten u. a.: Reichsbank 194,50 bis 195 (195), AG. für Verkehr 123,75 bis 124 (124), Westdeutsche Kaufhof bei lebhafteren Umsätzen 47 bis 47,75 (46,50), Nordd. Lloyd 16 (16,75). Zement Heidelberg, Holzmann, Metallgesellschaft und Zellstoff Aschaffenburg blieben behauptet. Schwach lagen Chade-Aktien, A—C 450 (467). Am Rentenmarkt war das Geschäft gering. Altbesitz wegen der Ziehung ohne Notiz. Kommu- nal-Umschuldung zunächst unverändert 89,65, später 89,55. Variable Industrie-Obligationen lagen überwiegend etwas schwächer. Von Auslandsrenten ließen Ungarn weiter nach, 1914er 9,13 (9,75), Goldrente 10 (10,05). Im Verlaufe bröckelten die Aktienkurse überwiegend weiter ab, besonders gedrückt waren IG. Farben mit 170,50 nach 172 und 171,75 anfangs. Mannesmann ermäßigten sich auf Pari (101), auch sonst ergaben sich zumeist Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. Don später notierten Werten verloren Zellstoff Waldhof, BMW. und Felten je 1,50 v. H., Bank für Brauindustrie 2,50 v. H., dagegen lagen Deutscher Eisenhandel 1 v. H. höher. Lebhaft blieben Westdeutsche Kaufhof mit 48,25 nach 47,75. Der Kassamarkt lag z. T. noch fester, Gebr. Adt 51 (46), Stempel etwa 63 bis 64 (61). Am Rentenmarkt wurden Kommunal-Um- schuldung in größeren Posten zwischen 89,60 bis 89,70 umgesetzt. Goldpfandbriefe und Kommunal- Dbligationen lagen unverändert, Liquidativnspfand- briefe und Stadtanleihen etwas uneinheitlich. Am Auslandsrentenmarkt war die Haltung auch im Verlaufe schwächer, Ungarn Gold bis 9,75 nach 10. In den kleinen Werten bestand weiter Angebot, doch fanden sich auf ermäßigter Basis auch Käufer. Im Freiverkehr lagen NSU. weiter fest mit 138 (135), dagegen Ufa-Aktien 66 nach 67,50 gestern abend und Adlerwerke 105 (106). — Tagesgeld blieb zu 2,50 v. H. unverändert. Abendbörse behanplek. An der Abendbörse blieb die Haltung behauptet. Das Geschäft hatte nur kleinen Umfang. Größere Nachfrage zeigte sich in Erwartung des Ergebnisses der Aufsichtsratssitzung für AG. für Verkehr, die auf 126 (125) anzvgen, auch Westdeutsche Kaufbvf wurden weiter gefragt und stiegen auf 48,65 (48,13). Im Verlaufe waren IG.-Farben auf 170,75 nach 170,40 und Vereinigte Stahlwerke auf 96,90 nach 96,50 erhöht, wie überhaupt seitens der Kulisse eher Nachfrage aufkam. Der Rentenmarkt blieb im ganzen still, Kommunal-Umfchuldung bei größeren Umsätzen 89,70. Lebhafte Nachfrage zeigte sich nach den Abschwächungen im Mittagsverkehr für die kleinen üdöstlichen Renten, Krvnen-Bosnier 7,55 (heute mittag amtlich 6,70, nachbörslich 7,40). 4prvz. Ungarn- Kronen 3,25 (2,90) und 4proz. Defterr. Emheits- (Mai-Juli) Rente 1,75 rat. (1,55). Dagegen lagen neue Türken auf schwaches Paris etwa 1 v. H. schwächer. U. a. notierten: Mannheimer Altbesitz 113,25, 6proz. JG.-Farben 134,25, 6proz. Krupp 104, 4proz. Kronen-Bosnier 7,55, 4prozent. Ungarn Gold 9,75, 4prozent. Ungarn-Kronen 3,25, Aku 53,25, MAN 122,50, BMW. 140, Bemberg 87, Betula 150,50. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 5. Juni. In Gemüse blieb die Gesamtzufuhr sehr gut, nur Spargel waren geringer angeboten. Infolge des kühlen Wetters konnte sich der Absatz für eine Reihe von Gemüsen bessern, und die Preise zogen teilweise etwas an. Für Spargel war das Geschäft infolge merklich höherer Preise ziemlich langsam. Das Angebot von Zwiebeln hat sich wesentlich gehoben. U. a. notierten: Blumenkohl I und II 40 bis 70, III 20 bis 35, Erbsen 20 bis 23, Gurken (T = Treibhaus) 15 bis 30, 22 bis 23 holl., Karotten (T) Bdl. 8 bis 12, alte Kartoffeln 50 Kilogramm 3,80 bis 4,10, neue (runde) 8,50 bis 9,50, (lange) 12,00 bis 14,00 itat., Kohlrabi 8 bis 12, Kopfsalat 3 bis 7, Radies Bdl. 3 bis 5, Rettich St. 6 bis 12, Bdl. 4 bis 6, Römischkohl 5 bis 7, Spargeln I 48 bis 52, II 42 bis 46, III 38 bis 40, IV 22 bis 24, Spinat 10 bis 12, Tomaten (T) 50 bis 55, 30 bis 32 ital., Weißkraut (früh) 10 bis 12, Wirsing 5 bis 7, Zwiebeln 11 ägypt., 30 bis 32 ital. Obst und Südfrüchte: Angebot von Kirschen und Erdbeeren genügend. Infolge höherer Preise war der Absatz in Erdbeeren langsam, von Kirschen weiterhin befriedigend. In Apfelsinen geht das Angebot mehr und mehr zurück. Ausreichendes Angebot von Chile-Aepfeln, ebenso von ital. Kirschen. U. a. notierten: Aepsel 18 bis 20 amerik., 17 bis 19 auftral., 16 bis 18 chilen., Apfelsinen Imperial 19 bis 23 span., Blut 15 bis 18 span., Imperial 26 bis 30 ital., Erdbeeren la 75 bis 85, I 65 bis 70, II 50 bis 60, III 40 bis 45, Kirschen 25 bis 40, 31 bis 36 ital., Stachelbeeren (grün) 18 bis 20, Zitronen 300 bis 360 St. 6,50 bis 7,50. Frankfurter Eiergroßmartt. Frankfurt a. M., 5. Juni. Das Angebot von deutschen Eiern blieb auch in dieser Woche ziemlich klein und war angesichts der weiter lebhaften Nachfrage des Verbrauchs nicht voll zufriedenstellend. Die Versorgung erfolgt fast ausschließlich durch deutsche Eier, während Auslandsware nur in geringem Umfange zur Verfügung steht. Die über die Reichsstelle hereingenommenen Eier werden weiter fast» restlos den Kühlhäusern zugeführt. Da- neben wird ein großer Teil der anfallenden Mengen deutscher Eier eingekühlt, so daß durch diese Maßnahmen die Dorratswirtschaft ein sehr günstiges Bild zeigt. Die bereits jetzt vorhandenen Bestände werden wesentlich dazu beitragen, in der Zeit der geringeren fiegetätigfeit die Versorgung ohne allzu starke Inanspruchnahme ausländischer Zufuhren sicherzustellen. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 10, A 9%, B 9, C 8%, D 8. x Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 5. Juni. Dem Frankfurter Markt standen weiterhin reichliche Mengen deutscher Butter zur Verfügung. Die Nachfrage war während dieser Woche zwar nicht sehr lebhaft, aber immer noch zufriedenstellend. Die Qualität wird im allgemeinen als gut bezeichnet. Es notierten in Mark per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Groß- handelsverkaufspreife an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkerei- butter 143 bis -145, deutsche Molkereibutter 142, Landbutter 125, holländische Butter 145 bis 148. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 7. Juni. Trinitatisfest. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Propst Knodt; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Mat- thäusgemeinde; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Fohannes- kirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbefvrechung im Johannesfaal; Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — Pelruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde. — Wiefeck. 9.30: Pfarrafsiftent Zachau; 10.45: Christenlehre. — Alten-Bufeck. 10: Gottesdienst; 13: Christenlehre. — Grohen-Bufeck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst; 9.30: Christenlehre. — Albach. 8.45: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst (1. Abteilung); 13: Kindergottesdienst (2. Abteilung). ■— Danbringen. 8.30: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Treis a. d. £ba. 10: Festgottesdienst zur Feier des 25jährigen Bestehens der Ev.-kirchlichen Frauenhilfe; Kirchenchor; Posaunenchor; Kollekte; 13.30: Frauentreffen des Kreisverbandes Ev. Frauenhilfen; Festprediger Pfr. Schmidt (Laubach); 16: Nachversammlung (Frau Kreuder, Gießen, und Frl. Wahrendorff, Darmstadt). — Klein- Linden. 9: Gottesdienst mit Christenlehre für die weibliche Jugend; 10.30: Kindergottesdienst; 20.15: Frauenhilfe. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 13: Gottesdienst.— Lich. 9.30: Stists- dechant Kahn; 13: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Haupt- aottesdienst. — INiinzenberg. 10.30: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Trais-Münzenberg. 8.30: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Hungen. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre; 20.30: Frauenhilfe. — Wirberg. 10: Gottesdienst. — Harbach. 14: Gottesdienst. — Bellershain. 12.30: Gottesdienst. — Veitsberg. 10: Lesegottesdienst. — Hausen. 10.30: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Garbenleich. 9: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. Mittwoch, den 10. Juni. Gießen. Sladlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 11. Juni. Gießen. Zohanneski-cye. 20 Uhr: Bibelstunde. Reuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1 und Ederstraße 13. Sonntag, den 7. Juni. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 10. Juni. 20.30: Gottesdienst. Baplislengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 7. Juni. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. — Donnerstag, den 11. Juni. 20.30: Bibelstunde. Christliche Gemeinde Gießen, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 7. Juni. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, den 9. Juni. 2030: Bibel- und Gebetstunde. Evangelische Sladlmission, Löberstraße 14. Sonntag, den 7. Juni. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, den 10. Juni. 20.30: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirche liche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 7. Juni. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 10. Juni. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, den 11. Juni. 20.30: Jugendbundstunde. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 6. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 7. Juni. Dreifaltigkeitssonntag. Gottbekenntnis der Jugend. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Gemeinschaftsmesse mit gemeinsamer Kommunion der Jugend; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 20: Bekenntnisstunde der Jugend, zu der die ganze Gemeinde eingeladen ist. — Grimberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 8. Juni. Feier des Großen Gebets. Gießen. 6, 7 und 8 Uhr: hl. Messen; von 6 bis 20 Uhr sind Betstunden. Die letzte Stunde ist um 20 Uhr; darauf feierlicher Schluß. Oestentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Geyer, Dr. Neumann-Spengel. Zahnarzt: Dr. Hinrichs. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H Frankfurt a. M. Äerim Schluß« kurs Gchlußl. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Dginrn 4.6. 5.6. 4.6 5-6- 5% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 101,25 101,13 101,25 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,75 98,75 98,75 98.75 6‘/i% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mli 103,5 103,25 103 103,2 Ausloj.-Rechten ............ 4 y>% Deutsche ReichSpostschatzan 115 — 114,8 — Weisungen von 1934, I....... 4yt% ehem. 8% Hessischer Bolls 100,3 100,25 100,25 100,4 float 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4V>% ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12... 98,75 98,75 98,9 — 97 97 97 •— 6y:% echem. 4H% Hess. Landes Hypotbekenbank DarmstadtLiau. 4%% ehem. 8% Darmst. Komm 101.5 101,25 — — Landesb.Goldichuldverickir R.' Oberhessen Provinz-Anleihe nti 93 93,13 — — Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Eammelabl. An 123,5 123,5 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4’/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl 118,25 118,4 118,65 118,65 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6*4% ehem. 4*4% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Psandbriese...... 97 97 — — 101,6 101,6 — — ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse. ... 4%% ehem. 8% Pr. LandeSpsand briesanstalt, Pfandbriese R. 19 101,65 101,65 101,75 101,65 97 97 97 97 4y*% ehem. 7% Pr. LandeSpsand briefanst., Gold Komm. Cbl.20 94,75 94,75 94,75 94,75 Steuergutsch.BerrechnungSk. 84-38 109,5 109,5 109,5 109,5 4% Oesterretchische Goldrente... 31,13 _ 31,5 30,75 4,20% Oefterreichische Silberrente 3,05 —— 3 2,75 10,05 9,75 9,25 10 9,9 9,2 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y % vesgl. von 1943.......... 9,65 9,85 14,25 9,65 9,9 14,1 9,25 14 9,4 14 6^5 abgesr Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie i..................... ** MM ■■ 10,5 Frankfurt a. M. Äerlin Schluß« kurs Schluß!. Abend- börte Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 4.6- 5-6. 4.6. 5.6. 4% oesgt. Sene n ........... — — __- 10,75 5% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 7,25 7 7,4 7,3 4%%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,2 10,25 10,25 10 4% Rumänische vereinh. Rente 6 6 5,9 2%% Anatolier............ 45 44,5 45 44,5 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 15,13 15,13 15,13 15,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — 30,4 Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,75 16 16,25 16,13 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 124 126 123,75 125 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 117,5 117,75 117 Commerz, und Prival-Bank ... 1 94,25 94,25 94,5 94,25 Deutsche Bank und Tisconto- Gesellschaft................ 1 95,75 95,25 95,75 95,25 Dresdner Bank............. 4 96,5 96,25 96,5 96,25 Reichebank ................ li 195 195 194,5 194,9 A.S.G.................... O 36,65 37 36,65 37,25 Bekula................... 8 150,5 150,5 150,75 150,5 Elcktr. Lieferungsgesellschaft... 6 133,25 134 132,25 134 Licht und Kraft ............ 7 158,75 158 158,75 158 Felten & Guilleaume......... 4 138,5 137 138,25 138 GeseUsch.f.Elektr.Unternehmuna 6 145,4 145 145 145 Rheinische Elektrizität ........ 6 137 136 135 Rhein. Wests. Eleklr.......... 6 134,25 135,75 134,5 135,65 Schuckert LCo.............. 6 151 151,5 151,25 151,75 Siemens L Halske............ 8 193,5 193,13 192 192,5 Lahmeyer L Co.............. 7 142,75 141,75 142,5 142 Buderus ................... < 107,5 107 108 107,25 Deutsche Erdöl .............. 4 132,25 131 132,25 132,5 yarpener................. 2*/« 130,5 129,5 130,5 129,5 Hoejch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 110,75 109,75 110,75 109,9 Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ 6 6 139 138,5 172,75 139 169 137,5 Klücknerwerke ............... Mannesmann-Röhren........ 3 3 106 101,13 105,75 100,65 106 101,75 105,75 101 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 4-6. 5-6. 4-6. 5.6 Mansfelver Bergbau....... Kokswerke................ 6K .. 6 142 140 142,25 137,75 140 137,25 Rheinische Braunkohlen .... . 12 239 239 239,75 239,75 Ryeinstahl ................ .. 4 131,65 97,13 131,5 131,65 131,65 Bereinigte Stahlwerke...... »'/, 96,9 97,13 96,5 Otavi Minen ............. .. O 23,25 23 23 23,13 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 131,25 129,75 131,75 129,75 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 128,5 127,5 128,75 127,4 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7 y» 181 177 180 178,75 I. G. Farben-Industrie..... .. ? 172,9 170,75 172,9 170,4 Scheideanstatt............. .. y 258 257 — —— Goldschmidt .............. .. b 115 114,5 116,25 115 Rütgerswerke ............. .. 6 130 128 128,5 128,25 Metallgesellschaft........... .. 5 141,75 142,25 142 141,75 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... .. 4 128,5 128 128 127,9 .. 7 140,5 140,25 - Cementwerk Karlstadt....... .. 6 - 147 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 113,75 113,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 53 53,25 52,9 52,75 Bemherg................. .. 6 85 87 86,5 87,75 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 147,5 146 146 146 Hellstoff Aschaffenburg ..... .. O 105,5 105,5 106 104,5 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 121,5 121,75 Daimler Motoren.......... .. O 119 118 118,75 118,13 Deutsche Linoleum......... .. 8 186 184,5 187 185 Lrenstein & Koppel ........ .. O — — 89,25 90,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 46,5 48,65 46,75 48,13 Chade.................... .. 9 467 450 469 451,5 Accumulatoren-Fabrü...... . 12 192,25 190 191 189,65 Conti-Gummi............. . 11 188,25 187 188,5 187 Gritzner................. Mainkraftwerke Höchst a.M>. .. O 34 33 33,25 33 .. 4 I 99 98,5 - Süddeutscher Zucker....... . 10 - - 225 220 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.211. 4.Zuni 5. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld »rief Buenos titte 0,688 0,692 0,687 0,691 Brüssel .... 42,03 42,11 42,02 42,10 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,85 55,97 55,74 55,86 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,51 12,54 12,485 12,515 Helsingfors. 5,51 5,53 5,504 5,516 Paris ..... 16,36 16,40 16,355 16,395 Holland ... 167,89 168,23 167,87 168,21 Italien .... 19,48 19,52 19,48 19,52 Jovan ..... 0,733 0,735 0,731 0,733 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,87 62,99 62,74 62,86 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,365 11,385 11,345 11,365 Stockholm... 64,50 64,62 64,37 64,49 Schweiz ... 80,29 80,45 80,28 80,44 Spanien... 33,90 33,96 33,90 33,96 Prag...... 10,26 10,28 10,255 10,275 Budapest .. — — Reuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Banknoten. Äerlrn,5.Juni (Selb Är es Amertkanyche Noten...... 2,438 2,458 Belgische Noten........... 41,88 42,04 Dänische Noten .......... 55,49 55,71 Englische Noten ......... 12,45 12,49 Französische Noten....... 16,305 16,365 Holländische Noten........ 167,45 168,13 Italienische Noten........ Norwegische Noten ...... 62,52 62,78 Deutsch Oesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten....... — Schwedische Noten........ 64,15 64,41 Scbwetrer Noten.......... Spanische Noten........ ........ Ungarische Noten................ Nr. 129 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, ö.Zuni 1936 ^WW • W W '^3 /»., , , - L e I .3 .fifc * M> -r $ M R •; ' ' 8 X3tp Kunsthandwerk in Stein und Holz Bearbeitung des Sandsteinblocks mit der Gründel. Feinarbeit am Werkstoff Holz. — (Aufn. [9]: Neuner, Gießener Anzeiger./ Auszeichnen der Inschrift. früherer Jahre zunutze Ausmalen der Inschrift. Einmeißeln der Inschrift. kes unbedingt ein großes Interesse hat, schaftlich tragbarer Boden bereitet wird. ein wirt» . kchleifey und Polieren mit der Waschin- Transport eines Blockes Stein geführt wird, um dadurch die Wegnahme feiner Teilchen zu erzielen und den Stein zu glätten. Der Sand wird aber auch im Sandstrahlgebläse zu dem gleichen Zwecke angewandt, die meiste Verwendung findet er jedoch in Steinsägemaschinen Wichtigkeit. Dabei kommt es nicht allein darauf an, welches Steinmaterial für die letzten Ruhestätten verwandt wird, sondern sehr wesentlich ist auch die Art der Bearbeitung und formenmäßigen Gestaltung des Gesteins. Daß in dieser Hinsicht dem aus dem Heimatboden gewonnenen Stein der Vorrang gegeben wird, ist nur recht und billig, denn er ist eben als ein Stück der Heimaterde doch mit dem Empfinden der auf diesem Boden geborenen und lebenden Menschen enger verbunden, als irgendein Kunststein aus einer fernen Gegend, dessen Gebrauch nicht selten wohl nur ein Ausdruck der allem, weil ihm der große Vorteil der Verbundenheit mit der heimischen Erde zu eigen ist. Es soll hierbei jedoch nicht verkannt werden, daß auf unseren heimischen Friedhöfen sowohl aus dem Gestein des Heimatbodens, wie auch aus Steinbrüchen in fremder Erde stammend, noch mancherlei Grab- mäler vorhanden sind, die keine Anerkennung verdienen und vielfach sowohl in der künstlerischen Form, wie auch in der Technik der Bearbeitung allerlei zu wünschen übrig lassen. Erfreulicherweise wird aber gerade in neuerer Zeit von den zur Pflege der Schönheit im Landschaftsbild berufenen Stellen, von den zuständigen Behörden und nicht zuletzt auch von den Berufsschulen und fachlichen Fortbildungseinrichtungen des Handwerks selbst in der künstlerischen Aus- und Weiterbildung auf der Grundlage eines gediegenen handwerklichen Könnens allerlei getan, um die Leistungen im Steinmetzhandwerk und damit die Gestaltung unserer Friedhöfe wesentlich zu verbessern und zu einem vorteilhaften Zeugen unseres Zeitalters zu machen. Ein vollendetes Werk des Holzbildhauers. und zum Schleifen der Oberflächen. Der Preßluftmeißel als neuere Steinbearbeitungsmaschine sei in diesem Zusammenhang nicht übersehen. Neben der maschinellen Arbeit muß die handwerkliche Kunst aber auch ein hervorragendes Stück Arbeit leisten, wenn das Werkstück als ganzes zur machen. Neben der gärtnerischen Arbeit auf den Friedhöfen ist für deren bildhafte Gestaltung der Fried- hofsschmuck in Stein oder >Holz von besonderer Zahlungskräftigkeit seiner Käufer darstellt, vielleicht auch darstellen soll. Es lassen sich auch aus dem heimischen Gestein unter der Hand eines tüchtigen Steinmetzmeisters sehr schöne Grabmäler herstellen, die in keiner Weise den Vergleich mit irgendeinem teuren fremden Stein zu scheuen brauchen, vor Es ist ein schweres Handwerk, in der Tatsache des Materials sowohl wie auch in künstlerischer Hinsicht, das unsere Steinmetzen ausüben. Auf ihren Werkstatthöfen und in ihren Arbeitsräumen kann man viele „schwere Brocken" liegen sehen Da ist wohl nur selten ein Stein, den ein Mann allein fortbewegen könnte. Meist wird es sich als notwendig erweisen, zu zweit oder auch zu dritt an einen solchen Brocken heranzugehen, bis man ihn in der Werkstätte unter den Hammer und den Meißel nehmen kann, oder um ihn nach der Bearbeitung seiner Zweckbestimmung zuzuführen. Die Steinbrüche liefern das Rohmaterial in der Regel in großen Quadern, deren Ausmaß 'das vollendete Werkstück in Länge, Breite und Höhe um ein Stück überragt, das als sogenannter Wertzoll bei der Bearbeitung abfällt. Aus dem Rohblock gestaltet der Steinmetz als geschickter Handwerker -Werkstücke von mannigfachster Art, wobei er durch vielseitige Arbeitsmethodik ein fertiges Erzeugnis schafft, bei dessen Anblick der berufsfremde Mensch wohl kaum den ungefügen Brocken des Rohmaterials wieder erkennen wird. Als Mittel für die Steinbearbeitung benutzt der Steinmetz, der in früheren Jahren alle Arbeiten mit der Hand leisten mußte, heute aber auch maschinelle Hilfe seinem Schaffen dienstbar macht, Stahl, Hartguß und Steine von größerer Härte als das Werkstück selbst, wobei insbesondere der schwarze Diamant eine wichtige Rolle bei der Bearbeitung spielt. Wenn der Stein mittels Handarbeit wenigstens eingermaßen seine be- Lehren und Erkenntnisse schöpfen können, wie wir sie uns aus den Friedhofsüberlieferungen Die Handschleifmaschine als Helfer. Ein Gang über unsere heimischen Friedhöfe ist Immer wieder in mancherlei Hinsicht interessant. Es ist dabei gleichgültig, ob man einen Friedhof in der Stadt besucht oder den Gottesacker eines Dorfes in Augenschein nimmt. Vielfach wird der aufmerksame und für die Regungen des volkstümlichen Empfindens empfängliche Beschauer derartige Besuche auf dem Friedhof nicht bereuen, sondern er wird angeregt werden, auch diese Stätte als Platz der Erholung vom Alltagswerk und der geistigen Sammlung in besinnlichen Stunden in feinen Lebensgang einzuschalten. Denn auf den letzten Ruhestätten kann man mancherlei Eindrücke gewinnen, die nicht an der Oberfläche des Tages haften bleibet, sondern tiefere Erkenntnisse aus dem Zeitgeschehen ober der geistigen Struktur einer bestimmten Epoche vermitteln, die aber auch belehrender Art sind insofern, als sie dem aufnahmebereiten Besucher dartun, wie bestimmte Dinge der landschaftlichen Gestaltung auf den Friedhöfen gut zu vollbringen sind und wie man sie nicht machen soll. Der Friedhof in Stadt und Land ist eben durch feiste Gestaltung einer der wichtigsten Plätze der volkskulturellen Willensäußerung, aus dem unsere Nachfahren ebenso noch Die Forderung der Volksgesamtheit, bei der Ausbreitung und Vertiefung unseres kulturellen Lebens auf dem Wege des künstlerischen Werkschaffens das Handwerk mit vertreten au sehen, wird in der Arbeit der Steinmetzen und der Holzbildhauer nach Maßgabe der Möglichkeiten dieser Handwerkszweige erfüllt. Gewiß gibt es auch auf diesem Arbeitsgebiet Auf der gleichen Grundlage des handwerklichen Schaffens wie im Steinmetzberuf arbeitet auch der Holzbildhauer, allerdings mit dem Unterschied, daß sein Rohstoff nicht das Gestein ist, sondern aus zweckgeeigneten Holzarten besteht, die für die Bearbeitung gefügig genug sind und doch an Festig, feit und Beständigkeit ein so hohes Maß aufweisen, daß sie verwandt werden können. Diese Art des handwerklichen Erzeugnisses ist allerdings auf den Friedhöfen nicht so häufig anzutreffen, wie das Grabmal aus Stein, aber doch kann man es auch an diesen Stätten gelegentlich in mancherlei Gestalt angewandt sehen, um es mit Recht in die Reihe der Friedhofsschmuckarbeiten einzuordnen. Dieser Hand- werkszweig, den man wohl in hervorragendem Maße der Klasse des Kunsthandwerks zurechnen muß, ist seiner ganzen Art nach seltener vorhanden, als das Handwerk des Steinmetzen. In Gießen ist unseres Wissens nur ein Holzbildhauer vorhanden, aus dessen künstlerischer Handwerksarbeit schon viele gute Werke ihren Weg in das Volk hinaus genommen haben. Diese Erzeugnisse finden aber auch viel- fach in Kirchen und in öffentlichen Gebäuden Der- wendung, darüber hinaus bei der Ausgestaltung von Privathäusern, deren Eigentümer in Der glück- liehen Lage sind, nicht mit jeder Mark rechnen zu müssen. Vom Standpunkt der handwerklichen Zukunft aus ist es erfreulich, daß sich immer wieder Liebhaber und Käufer für derartige handwerkliche Erzeugnisse finden, weil dadurch einem Handwerkszweig, an dessen Erhaltung die Gesamtheit des Vol» Zufriedenheit des Käufers und des Herstellers selbst ausfallen soll. Da ist es erforderlich, daß der Steinmetz ein guter Schriftzeichner ist, der es in sauberer Arbeit fertig bringt, einwandfreie Buchstaben auf die Steinplatte, das Steinkreuz oder die Steinkugel oder dergleichen zu zeichnen und sie dann mit Hilfe von Meißeln der verschiedensten Formate mit peinlichster Sauberkeit in dem harten Gestein unter sorgfältiger Abmessung der Stärke des Hammer- schlags einzugraben. Diese Arbeit ist ein außerordentlich disiziles Schaffen, bei dem das Feingefühl der Hand im Verein mit sorgfältigster Ueberlegung und größter Schärfe des Blickes den gewünschten Erfolg ermöglicht. Es ist schon geradezu ein Stück Kunst, das bei dieser Arbeit auch von dem einfachen Handwerksmeister zu vollbringen ist, denn er hat ja unter seinem Hammer und Meißel ein außerordentlich sprödes Material, das natürlich zu Splitterungen besonders neigt und infolgedessen nicht mit der robusten Kraft behandelt werden kann, die man bei manchem anderen Rohmaterial ohne Bedenken anwenden darf. Wenn aber dann nach mühsamer Arbeit das Werkstück einwandfrei beendet ist, so hat wohl vor allem der Meister selbst und nicht minder wohl auch der Geselle seine Freude daran. Dann kann es als ein Beitrag zur Schmückung des Friedhofes die Werkstatt verlassen und an seinem neuen Platze Zeugnis ablegen für seinen Schöpfer, den mit künstlerischem Sinn und geschickter Hand schaffenden Steinmetzmeister. absichtigte Formung erhalten hat, tritt meist Die Steinbearbeitungsmaschine in Funktion. Dieses Hilfsmittel arbeitet etwa nach dem Prinzip der Drehbänke, der Hobel, der Sägen usw., wobei auch mannigfach geformte Messer (z. B. Kreismesser) zur Anwendung kommen. Der Sand ist dabei ebenfalls ein wichtiges Hilfsmittel in der Form des reingewaschenen, gesiebten und scharfen Quarzsandes von möglichst gleichmäßigem Korn, der mit Hilfswerkzeugen von Kupfer oder Eisen unter Zugabe von Wasser unter entsprechendem Druck über den Er mußte die Marburg dort an S.Jt-tfport 1. XX tS».» ®xnnm verbunden war Gleiwitz ist Reichssportfeldes aufge ührt wird. Man sieht aus ° "’ÄTmDSn?*aft unt> es hat in unserem Bild einige her 12 500 teilnehmenden Mädel Dresden^nichts zu verlieren' sondern nur zu g-.,b°i ihren anmutigen und schwungvollen Hebungen, winnen Zu einem „Spaziergang" für die Fortuna! (Prelse-Bild-Zentrnle-M.) Handball im Sporlkreis Gießen Tödliche Blutvergiftung beim Mischen von Kunstdünger. Spiele, von 19 15 Kugelberg. Frauen 19.15 bis Mädel üben für die Einweihungsfeier des Reichssportfeldes. Heue kdA.-Sportkurfe. Allgem. Körperschule und Frauen und Männer. Montags, bis 20.45 Uhr, Unioersitätssportplatz am Leichtathletik u. Waldlauf, tehen können. , ,, Anschließend an das Spiel der ersten Mannschaft findet ein F e st z u g statt, dem sich im Vereinslokal )ie Fahnenweihe mit darauffolgendem Volks- est anschließt. Hierbei werden u. a. auch die Turnerinnen des Tv. verschiedene Reigen zeigen und die beiden Gesangvereine durch den Vortrag von Liedern mitwirken. Bei Musik und Tanz wird das Jubiläum einen fröhlichen Abschluß nehmen. Lokalderby in Leihgestern. Die Liga des FL. Teutonia Steinberg zu Gast. Für den nächsten Sonntag hat sich die Spvgg. 1926 Leihgestern einen namhaften Gegner verpflichtet. Der FC. Teutonia Steinberg wird den Blauweißen gegenübertreten. Die Gäste, die einer höheren Klasse angehören, werden wohl alles daransetzen müssen, um gegen die tapferen Blauweißen einen Sieg zu erringen. Zu diesem schweren Kampfe treten die Einheimischen in folgender Besetzung an, die wohl als die zur Zeit stärkste anzusehen ist: Reitz Funk Laux II. Gremm Brunotte Textor Väth, R. Arnold, Laux II. Sauber Seel H. Da die Gäste ebenfalls mit ihrer stärksten Besetzung antreten, dürfte ein spannendes Spiel zu erwarten sein. Vor diesem Spiel tritt die erste Iugendmann- schaft gegen die erste der Spvgg. 1900 Gießen zum älligen Serienspiel an. Die Leihgesterner, die mit mehrfachem Ersatz antreten müssen, werden wohl um eine Niederlage kaum herumkommen. Die Schülermannschast ist spielfrei. Sportverein 1928 Garbenteich Mit drei Mannschaften wird der Sportverein 1928 Garbenteich kommenden Sonntag auf eige- wegs unterschätzen. Die 1. und die 2. Schülermannschaft stehen in Wetzlar den gleichen Mannschaften vom SV. 05 gegenüber. In beiden Spielen dürften sich die Geg- ner gleichwertig sein. Vielleicht gibt der Vorteil des eigenen Platzes für den Gastgeber den Ausschlag. Sportverein 1920 Heuchelheim. Jugendabteilung. Die 1. Mannschaft stand am Pfingstsamstagabend der 1. Jugendmannschaft von Wiesbaden-Frauen- stein gegenüber und gewann nach überzeugendem Spiel 6:2, nachdem das Spiel bei Halbzeit 2:1 für den Gastgeber gestanden hatte und durchaus nicht nach einem Siege der Gäste aussah. In der zweiten Die Vorschlußrunde um die Deutsche Fußball-Aleisterschast Deutschland führt am ersten Tag des Davispokalkampfes. Die beiden Mannschaften in Stuttgart werden den großen Kampf voraussichtlich in folgender Aufstellung bestreiten: ausgeglichene Spielstärke zu recht guten Leistungen kommen, so daß der Zweck der Werbung sicher gewährleistet ist. Handball im Männer-Turnverein. Die Jugendabteilung des Männerturnvereins tritt am kommenden Sonntag mit drei Mannschaften auf den Plan. Die beiden Jugendmannschaften folgen einer Einladung des Turnvereins Gambach. Dis erste Jugend der Platzbesitzer, eine körperlich kräftige und gut eingespielte Mannschaft, traf schon bei dem Blitz-Turnier in Lich mit den Hiesigen zusammen und konnte hier bei verkürzter Spielzeit einen knappen Sieg landen: lediglich durch Pech wurden die Gambacher Jungens nicht Turniersieger. So werden sich wohl auch am kommenden Sonntag wieder zwei gleichwertige Mannschaften im spannenden Kampfe gegenüberstehen. Vor diesem Spiel treffen sich die zweiten Jugendmannschaften beider Vereine ebenfalls zum Freundschaftsspiel. Auch sie werden sich bemühen, im fairen Spiel schönen Handballsport zu zeigen. Der Ausgang des Spieles ist offen. Die Jüngsten fahren nach Wißmar zum fälligen Rückspiel. Obwohl die Männerturner in Gießen glatt gewinnen konnten, werden sie diesmal wohl einen schweren Stand haben, um auf dortigem Platze Lorbeeren zu ernten. Gportamt „Kraft durch Freude'". heute folgender Kursus: Reichssportabzeichen. Von 17.30 bis 19 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg Uebelein Carolin Oehrn Gußner Eiberger Friedel Schmitt Schwab Urban Kuzorra Szepan Gellesch Kalwitzki Valentin Nattkämper Tibulski Schweißsurth Bornemann Mellage FC. Schalke 04: nem Platz auf den Plan treten. . Die erste Mannschaft wird ein Gesellschaftsspiel gegen die gleiche vom TD. 1846 Gießen austragen. Die Turnermannschaft hat durch ihre letzten Spielergebnisse unter Beweis gestellt, daß sie über ein beachtliches Können verfügt, womit sie auch die erste Elf des Sportvereins zur Hergabe ihrer ganzen Kraft zwingen sollte. Man wird infolgedessen dem Spiel einen offenen Ausgang zufprechen. Vorher wird die erste Jugend eine harte Nuß zu knacken haben, denn gegen Steinbergs 1. Jugend werden auch auf eigenem Platze wenig Siegesaus- sichten vorhanden sein Die erste Schülermannschast dürfte gegen die gleiche vom TV. 1846 Gießen einen leichteren Stand haben, denn hier könnte man ihr einen Sieg zuschätzen. Deutscher Fußballbund Gau XII Nordheffen, Kreis Gießen. Jugendpflichlspiele am 7. Juni. Leihgestern — 1900 (Luh, Allendorf); Großen- Linden I — Klein-Linden I (Henkelmann, Allendorf); Garbenteich — Steinbera (Holzapfel, Lich); Stein- [ bad) — Großen-Buseck (Laux, Leihgestern); Heuchel- Don den Schülermannschaften spielt am kommenden Sonntag nur die zweite Mannschaft und zwar ebenfalls in Watzenborn. Das Vorspiel, auch in Watzenborn, wurde damals gewonnen, doch dürste nun die Spielstärke des Gegners zugenommen haben, so daß mit einem ausgeglichenen Kampf zu rechnen ist. BfB.-Ueichsbahn Gießen. Jugendfuhball. Die 1. Jugend ist spielfrei. Die 2. Jugend fährt nach Großen-Linden, um dort gegen die zweite ihr Pflichtspiel auszutragen. Nach den letzten Resultaten der Mannschaft erwartet man von ihr, daß sie auch auf fremdem Gelände zu kämpfen weiß. Spielerisch gesehen dürften die Gießener dem Gastgeber etwas voraus haben. Die 3. Jugend spielt in Allendorf ebenfalls im Pflichtspiel. In diesem Spiele besteht für die Gast- geber durchaus die Möglichkeit, die Gießener zu schlagen. Allerdings dürfen sie die Gießener keines- Halbzeit drängten die Heuchelheimer jedoch ihren Gegner durch ihr schönes Kombinationsspiel vollständig in die Verteidigung und erzielten in regelmäßigen Abständen noch 5 schöne Tore. Am kommenden Sonntag empfängt die 1. Jugend Rodheim, die 2. Jugend fährt nach Klein-Linden. Zehn Jahre FC 4926 Großen-Buseck. FC. Nürnberg: Köhl Billmann Munkert heim I — Rodheim (Lotz, Launsbach); Wißmar gegen Krofdorf (Wissemann, Lollar); Lollar — Wieseck (Förner, Staufenberg); Saubringen — Alten-Buseck (Bender, Treis); 1900 II — Lich (Bender, Rodheim); Großen-Linden II — VfB.-Reichsbahn II (Henkelmann, Allendorf); Allendorf — VfB.-Reichsbahn III (Arnold, Heuchelheim); Klein-Linden II — Heuchelheim II (Schmitz, Gießen); Saasen — Flensungen (Röhm, Grimberg); Grünberg — Nieder-Ohrnen (Erb, Flensungen); Geilshausen — Rüddingshausen (Pieh, Londorf). Fußbattabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Nächsten Sonntag ist Steinbachs 1. Mannschaft in Alten-Buseck zu Gast. Die Gäste konnten in ihren Durch die große Veranstaltung des SA.-Brigade- Sportfestes in Gießen ist das Programm der Hand- baller des Kreises Gießen nur ganz klein. Da auch alle ülufftiegfpiele abgesagt werden mutzten, finden neben dem Endspiel um den Aufstieg in die Gau. klaffe zwischen Tgd. Dörnigheim und Tv. Wetzlar nur noch zwei Freundschaftsspiele statt. Tv. Dörnigheim — Tv. Wetzl a r. Wie schon ausgeführt, wird dieses Spiel die Ent- scheidung bringen müssen, wer zur höchsten Klasse des Gaues aufsteigt. Die Frage des mutmaßlichen Siegers ist vollkommen offen, zumal die Mannschaft der Wetzlarer bei dem Vorspiel keinesfalls Überzügen konnte. Es wird, wenn die Gaste ihren knappen Vorsprung halten wollen, darauf ankommen, alles herzugeben. Freundschaftsspiele. Tv. Dutenhofen — Spvgg. 1900 G i e ß e n. Es ist nicht bekannt, wie die Gäste aus Gießen ihre Mannschaft zusammengestellt haben. Eines ist gewiß, Dutenhofen wird sich trotz Ersatz zu wehren wissen und alles daransetzen, um ein günstiges Ergebnis herauszuholen. Wir erwarten em Spiel, zu dem beizutragen Aufgabe beider Mannschaften fein wird. Das Dutenhofer Publikum ist etwas verwöhnt, daran sollten vor allem die Gaste denken. To. Lützellinden — Tv. A tz b a ch. Die Platzbesitzer werden dieses Treffen dazu benutzen, einige neue Spieler auszuprobieren. Es wird ihnen nicht schwerfallen, ihre etatsmäßige 1. Mannschaft aus der Jugend entwachsenen Kräften so aufzufrischen, daß sie jederzeit wieder gegen große Gegner bestehen kann. — Auch Atzbach hat neue Leute in seinen Reihen, die sich inzwischen bereits recht gut eingespielt haben. Trotz alledem wird es kaum gelingen, für die im Vorspiel erlittene Niederlage Revanche zu nehmen Wir erwarten Lützellinden klar in Front. Neben diesen Freundschaftsspielen interessiert noch das vom Tv. Groß-Rechtenbach durchgeführte Blitzturnier, t das besonders zahlreich von Jugendmannschaften be- l schickt ist. Es dürfte mit Rücksicht gerade auf die noch mancherlei zu lehren und zu fernen, ist ndch mancherlei alter Kram und überwundener Geschmack über Bord zu werfen, aber in der großen Lime gesehen, muß man doch sagen, daß in diesen Handwerken ein gesundes Streben und eine bodenständige geistige Haltung vorhanden ist, deren Fassung in die gebotene künstlerische Form zur Auswirkung nach den Gesetzen des handwerklichen Kunstschasfens eine Aufgabe darstellt, an der erfolgreich rnttzu- arbeiten wohl die interessierten Handwerkerkrelse selbst als ihre vornehmste Pflicht ansehen. Berliner Schüler und Schülerinnen üben zur Zeit für die Massenkörperschule, die bei der Weibe des Reichssportfeldes aufgeführt wird. Man sieht auf entgegenstellen, denn Me Veranstalter haben Mni Mühe gescheut, eine gute Besetzung an den Start zu bringen. Ganz besonders interessiert dabei vie Auseinandersetzung zwischen Kilo und dem frühe- ren 1900er O. Gugel, der jetzt dem gastgebenden Verein angehört. Die Junioren fahren nach Marburg, um an den Hessen-Juniorenmeisterschaften teilzunehmen. Die Vertretung der blauweißen Farben ist Herrmann, Lehrmund, Jmmel, Rudolf und dem 6-Jugendlichen Goß übertragen. Herrmann bestreitet mit sehr guten Aussichten die kurze Hur» denstrecke (110 Meter), Lehrmund 200 Meter, Imme! 1500 Meter, Rudolf Hoch- und Weitsprung und 100-Meter-Lauf. Goß, der sich prächtig herausge- macht hat, wird erstmalig vor eine große Ausgabe gestellt. Er startet im 100-Meter-Lauf und muh beweisen, daß er der kommende Mann ist. VfB.-Reichsbahn-Leichtachlel». Otto Cuf) startet in Dena. Der Sportverein Jena hält am kommenden Sonntag eine leichtathletische Veranstaltung ab, bei der sich die besten deutschen Werfer ein Stelldichein geben. Im Kugelstoßen sind u. a. gemeldet der deutsche Meister Wöllke, Stöck (Berlin), Sievert, (Hamburg), Lampert (Saarbrücken), Reymann (Berlin). Also die beste Klasse. Der DfB.-R. hat nun auch Luh nach Jena gemeldet, um ihm einmal Gelegenheit zu geben, mit der besten Klasse seine Kräfte zu messen. Luh wird im Kugelstoßen und Diskuswerfen starten. Ein großer Erfolg wäre es schon für ihn, wenn er im offiziellen Kampf die 15-Meter-Grenzs überbieten könnte, ganz egal, was er damit für einen Platz erringt. Im Diskuswerfen wird für ihn die Konkurrenz noch schwerer sein, da hier unbedingt 45 Meter geworfen werden müssen, um sich zu placieren. Hoffen wir, daß auch Luh seine Leistungen steigert und er in guter Form an den Start gehen kann. letzten Spielen achtbare Ergebnisse erzielen Da beide Mannschaften gleich spielstark sind, ist der Ausgang des Spieles offen. Die Jugend von Alten-Buseck spielt in Daubrm- gen gegen die dortige Jugend und wird aus der Hut sein müssen, wenn sie gut abschneiden will. Iugend-Radsportfest in Wieseck. Am kommenden Sonntag tritt der Bezirk Gießen im Deutschen Radfahrer-Verband wieder mit einer größeren Veranstaltung an die Oeffentlichkett. In Wieseck findet eine Jugendsaalsportveranstal- tung statt. Vormittags beginnt die Veranstaltung mit einem 30-Kilometer-Jugendrennen, welches von Wieseck über Trohe, Rödgen, Großen-Buseck nach Reiskirchen und zurück läuft. Daran anschließend beginnen die Dorwettbewerbe im Saale, und Zwar 2er-Radball Jugend- und Schülerklasse. Am Nachmittag werden Die Entscheidungen im Radball, sowie im Reigenfahren ausgetragen. Ferner werden die Jüngsten im Kunstfahren die hohe Schule des Radfahrens zur Vorführung bringen. Die abgegebenen Meldungen lassen ersehen, daß viel und guter Sport bei dieser Jugendveranstaltung geboten Die Nürnberger müssen ihren vortrefflichen Links- außen Spieß ersetzen, während die „Knappen wahrscheinlich den Mittelstürmer Pörtgen noch nicht zur Verfügung haben werden. Spielt aber Pörtgen doch, dann wird Szepan auf den Mittelläuferposten gehen. Der zweite Vorschlußrundenkampf steht naturgemäß im Schatten des großen Stuttgarter Ereig- nisses. Fortuna Düsseldorf ist hoher Favorit, ©let- witz gibt man bei aller Anerkennung seiner Kampfer- quaütäten kaum mehr als eine Außenseiterchance. Ob man sich dabei aber nicht etwas verrechnet? Glei- witz ist ungefähr eine Mannschaft wie Hanau 93, und solche Gegner liegen der Fortuna nun einmal gar nicht. Kampfkraft hat schondes öfteren über Technik gesiegt, besonders wenn die Kampfkraft mit wird. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. Start in Worms und Warburg. Die Spielvereinigung 1900 folgt am Sonntag einer Einladung der Wormser Turngemeinde und beschickt die bekannten Nibelungen-Kampfspiele mit ihren drei besten Senioren. A. Kilo bestreitet Kugelstoßen und Diskuswerfen und wird vor allem in letzterer Hebung versuchen, an seine vorjährigen guten Leistungen anzuknüpfen. H. Jung ist u. a. für Stabhochsprung gemeldet und geht nicht ohne Aussichten auf Sieg in den Kampf. R. Bepper- Ung startet über 800 Meter und wird beweisen, daß er besser denn je in Form ist. Den Gießenern wird sich die gesamte Elite Südwestdeutschlands In diesem Jahre kann der FC. 1926 Großen- Buseck auf sein lOjähriges Bestehen zuruckblicken. Dieses Jubiläum wird heute und morgen festlich begangen. Heute Abend findet ein Fackelzug statt, dem anschließend im Vereinslokal „Gasthaus zum Busecker Tal" (am Bahnhof) ein Festabend folgt. Der Abend wird umrahmt von Musikstücken der heimischen Kapelle und Gesangsvorträgen der beiden Gesangvereine. Das Hauptinteresse des Stiftungsfestes durften die am Sonntag stattfindenden Werbespiele der Jugend und der ersten Mannschaft finden. Die Jugend steht vormittags der gleichen des B. S. C. 1920 Sinn gegenüber. Der Ausgang dieses Spieles ist nicht, vorauszusehen, da über die Spiel- stärke der Gäste wenig bekannt ist. Nachmittags stehen sich B. S. C. Sinn Liga — F. C. 1926 1. Mannschaft gegenüber. Die Gäste sind als eine sehr spielstarke Mannschaft bekannt, konnten sie doch in der letzten Verbandsspielsaison in der 1. Bezirksklasse einen guten Mit- telplatz behaupten. Der Mannschaft geht der Ruf einer anständig und fair kämpfenden Els voraus, der es jedoch an der nötigen Kampfkraft und dem Siegeswillen nicht fehlt. So kannte sie auch auf Grund ihres Eifers selbst gegen die Liga des VfB.-Reichsbahn in Gießen einen bemerkenswerten 2.1-Sieg erringen. Aus diesen Tatsachen geht hervor, daß die Mannschaft durchaus in der Lage ist, ein Werbespiel zu zeigen, um neue Anhänger und Förderer für den Futzballsport zu gewinnen. Für die Einheimischen gilt es, sich im Spiel gegen die Gäste so einzusetzen, daß sie jederzeit ehrenvoll be- morgigen tz schlußrunde um L- -------- ~ „ schäft. Die Wankelmütigkeit des Los-Zufalles hat hier den „Knalleffekt" vorweggenommen :S ch a l k e04 und der 1. F C. N ü r n b e r g heißen die Gegner in Stuttgart; das zweite Vorschluß-Spiel bringt Fortan a Düsseldorf und den „Außenseiter D R. Gleiwitz in Dresden zusammen. Gpielvereinigung 1900 Giehen. Die Blauweißen kommen am Sonntag einer Rück- fpielverpflichtung beim Tum- und Sportverein Butzbach nach. Es ist dies keine leichte Aufgabe, denn die Spiele in Butzbach standen für die 1900er schon von jeher unter keinem günstigen Zeichen. Besonders das harte Spiel der Platzbesitzer war es, das den Biauweißen noch nie so recht behagte. Da es sich diesmal jedoch um ein Gesellschaftsspiel handelt, wird der Erfolgswille wohl nicht allzusehr von körperlichem Einsatz abhängig gemacht, so daß mit Fug und Recht von einem Freundschaftstreffen gesprochen werden kann. . , Die Aufstellung, in der 1900 das Spiel bestreitet, ist folgende: Fischer, Zeiler (Schneider), Lippert, Langsdorf, Heilmann, Günther, Schombert, Ranft, Enders, Garth, Hain (Jäger). Die Mitwirkung von Zeiler und Langsdorf ist noch ftaglich. Schellhaas, der beim Leinberger-Kursus in Bissenberg weilt und in der Kursisten-Mannschast Berücksichtigung sand, wird durch Schombert ersetzt, Hain, dessen Verletzung noch nicht ausgeheilt ist, wird durch Jager vertreten. 1900 Jugend. Zum fälligen Derbandsspiel muß die erfte Jugend nach Leihgestern. Obwohl die Blau-Weißen die letzten Spiele gegen die Leihgesterner Jugend sieg- reich gestalten konnten, sollte man den Kampf seh ernst nehmen, zumal es um Punkte geht. Gewi darf man der Mannschaft mit Berücksichtigung de letzten Ergebnisse schon einiges Zutrauen entgegenbringen. Die Gastgeber werden den Vorteil des eignen Dlatzes auszunützen versuchen, zumal das einheimische Publikum zur Seite steht. Ein Freundschaftsspiel führt die zweite Jugend nach Watzenborn-Steinberg. Die Mannschaft des Gastgebers ist nicht bekannt. Die zweite Jugend muß das Spiel mit Ersatz bestreiten, doch sollte sie trotzdem aus dem Treffen als Sieger hervorgehen. Marburg, 5. Juni. (LPD.) Ein Landwirt aus Langenstein bei Kirchhain hatte sich beim Mischen von Kunstdünger dadurch eine Blutvergiftun g zugezogen, daß ihm Dunger- teile in eine kleine Wunde an der Hand gerieten, zte die Marburger Klinik aufsuchen und ist den Folgen der Blutvergiftung g e ft o r b e n. und Männer. Donnerstags von __ 20.45 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Schwimmen für Anfänger, Frauen und Männer. Montags von 18.15 bis 19.15 Uhr, Müllersche Badeanstalt. Am gestrigen ersten Tage des Davis-Pokal- kampfes Deutschland — Argentinien in Berlin konnte Deutschland in Anwesenheit von Reichsminister Gras Schwerin Krosigk und des argenttnischen Botschafters eine glatte 2d)-Führung erringen. Im ersten Spiel des Davispokalkampfes Deutschland—Argentinien in Berlin siegte Gottfried v. Cramm über DelCastello 6:0, 4:6, 6:4, 6:1. Deutschland führt 1:0. Nach dem Siege v. Cramm schlug Henkel den Argentinier Zappa 6:1, 6:1, 6:3. Unser Bild zeigt Deutschlands Meisterspieler Gott- ftied Freiherrn v. Cramm und die beiden argentinischen Spieler DelCastello (links) u. Z appa nach ihrem Training für die Kämpfe. (Scherl- Bilderdienst-M.) Ein Ereignis ist es, das dem Sportprogramm des dürfte es daher kaum kommen, doch glauben mhr, morgigen Sonntags fein Gepräge gibt: Die Vor- daß es die Düsseldorfer - wenn auch knapp - * die Deutsche Fußball-Meister- schaffen werden. «V » 6 Be' MagenheschwerdenuSodbrennen Sdh \0alT'70Pfl Geschichten aus aller Welt weisen,Bäder und Sommerfrischen Urlaub auf See Nervös-Erschöpfte und rheumatische Leiden 181 Jy Vertretung in Gießen: Hapag- Relsebüro Kreger, Seltersw. 89 Spezialkuranstalt Hofhelm 7 (Taunus) Mäßige Preise. Dr. M. Schulze-Kahl eyaa, Mervenarxt Eine Einladung an Lieser Stelle z. Besuch Ihres Hauseö Mhrt zu Gästen aus Gießen u.Oberh. Sommerfr. Burghain, sch.waldr.Beg.d.V.- Rhön.Schwimmg.mit Liegew., Liegest u. Paddelb., sch.Z., z.T. fl.W.,4 erstkl. Mahlz., per Tag 3 RM., Keine Nebenk. Metzgerei u. Gasthaus zum Engel Teleph. Hünfeld 140. Luft- u. Kneippbade-Kurort Heigenbrücken Hotel Hochspessart Zentralheiz., fließ. Wasser in all. Zimmern,prächt.SUdlage,m.Berggartenu. Liegestühlen. Schönst Ferienaufenthalt zu mäßigen Preisen. - Bekannt beste Verpflegung (Butterküche). - Angel- und Jagdgelegenheit M8sd Besitzer: Jakob Röcklng. Flenfungerhos Mücke mmiimitmniiiiH Christi. Erholungsheim. Herrliche Höhenluft, ländl. Sülle, viel Wald, gute Verpflegung, 4 Mahlz., Bad üHse-Viele Ausflugsmöglichkeiten. Tägl.Andachten. Werbeschrift auf Verlangen. Volle Pension 3-4 Mk. Erholunßsfnchende «äs Privathause liebevolle Aufnahme. Herr!.,ruhige, waldreiche Gebirgsgegend. Stauanlage mit Freibad. 4 Mahlzeiten, gut u.reichlich, herrliche Zimmer u. Betten. Pensions- vreis 3 - bis 3.50 Mk. täglich, ohne Nebenkosten.Paul Fischer, Straß- ebersbach bei Dillenburg, siwd1 besitzt heute Kellereien, die etwa 1,5 Millionen Liter umfassen. Man kann jedem Besucher des Ahrtals empfehlen, diese Anlagen in ihrer riesenhaften Ausdehnung mit den großen Fässern und Bottichen zu besichtigen. Der Besucher darf jederzeit der freundlichsten Aufnahme und Führung versichert sein. Noch an manchen andern Punkten kann man die eigenartige Schönheit dieser Talstrecke bewundern. Am jenseitigen Ufer arüßt von steiler Felshöhe die Sassenburg, vorbei gehts an der vielbesuchten L o ch m ü h l e, und dann führt der Weg in eine Felsenwildnis, aus der man durch ein großes Straßentunnel nach Altenahr gelangt. Auf schroffem Felskegel liegt die Burgruine Altenahr, einst eine kurkölmsche Zwingburg, von der man eine herrliche Fernsicht hat. Gegen den Rhein zu sieht man den zwischen Felswänden sich hindurchwindenden Lauf der Ahr immer wieder aufblitzen, während zu Füßen des Beschauers sich eine ganz großartige wildzerrissene Felslandscyaft ausbreitet. Hinter Altenahr und dem benachbarten Kreuzberg macht sich schon das rauye Eifelklima bemerkbar, das die Rebe nicht verträgt. Die wilde Schönheit des Tales und mit ihr die Weinberge verschwinden und der Fluß eilt durch weite Wiesen und Auen, deren obere Hänge Wald bedeckt. Wer die Eifel besuchen will, kann sich jetzt bis Adenau der Bahn anvertrauen. Dem vom Ahrtal kommen- Wanderfahrten. Wehlar — kühler Grund — Kirschenwäldchen — Honigmühle — Wetzlar. Mit Sonntagskarts fahren wir nach Wetzlar, durchschreiten die alte Reichsstadt bis zur Nauborner Straße, die wir bei den letzten Häusern verlassen, um einen Feldweg nach links einzuschlagen, der in das Heaelbachtal führt, das namenllich in feinem oberen Teil einen lieblichen Charakter aufweist. Am Ende des Tütchens, mitten im Wald gelegen, befindet sich eine überaus idyllische Ruhestätte, Kühler Grund genannt Von der Höhe fällt der kleine Bach in Kaskaden in das Tal und treibt dabei ein Mühlwerk, ein Hammer- und Sägewerk und vieles andere; alles äußerst kunstvoll in Miniatur angelegt Eine bescheidene Gaststätte dabei gewährt Erfrischungen. Unser Wea führt uns nun in stetem Anstieg durch prächtige Waldung hinauf zum hochgelegenen Kirschenwäldchen, einer vielbesuchten Wirtschaft mit weiter Fernsicht. Leider ist die weitere Wanderstrecke nicht markiert, doch ist der Weg, wenn man sich südwestlich hält, nicht zu verfehlen. Wir steigen langsam bergab und kommen nach der reizend im Sieben- müylental gelegenen Honigmühle mit guter Einkehr. Das Tal gehen wir jetzt abwärts bis zu einer Brücke, an der uns ein Fußpfad in die Höhe führt; wir gehen nunmehr auf halber Höhe eines Berges, dem sog. Pfarrweg entlang, immer schöne Blicke in das anmutige Tal, auf Nauborn und später auf Wetzlar genießend. Bei den letzten Häusern von Nauborn erreichen wir wieder die Straße, auf der wir nach unserem Ausgangspunkt Wetzlar zurückkehren. Dauer der Wanderung 3% Stunden. Gladenbach — Hinterländer Schweiz — hünstein —< Dernbach — Wommelshausen — Erdhausen. Vorn Bahnhof Gladenbach (Sonntagskarte) durchwandern wir das schmucke Städtchen, um in nordwestlicher Richtung in wenigen Minuten nach der Ruine Blankenstein zu gehen, von der sich eine hübsche Aussicht bietet. Gleich hinter der Ruine kommen wir in die sog. Hinterländer Schweiz, einen Walddistrikt mit zahlreichen gewaltigen Felsgebilden, die oft die groteskesten Formen und auch ihre entsprechende Bezeichnung haben. Beim Ausgang des Waldes treffen wir schwarze Dreiecke, die uns, zumeist durch freie Gegend, über Runzhausen hinauf zum bewaldeten Hünstein, dem nördlichsten Ausläufer der Alberge (530 m) führen. Prächtig ist der Blick von dem vor einigen Jahren errichteten Holzturm auf die Hinterländer Berge und das weite Land. Dann benutzen wir zunächst blaue Striche über den Racheishäuser Kopf oder Daubhaus (550 m), später blaue Dreiecke, die uns über das Hochliegende Dernbach mit Burgruine und das anmutig gelegene Wommelshausen bei der Station Hütte zur Bahn- strecke leiten. Auf guter Straße gehen wir nun der Bahn entlang über Weidenhausen nach Erdhausen, um von hier über Gladenbach heimzufahren. Wan- derzeit 5% Stunden. Braunfels — Dianaburg —- Greifenstein — Edingen Diese lohnende Wanderung beginnen wir am Bahnhof Braunfels (Sonntagskarte Braunfels—Katzen- furt zurück). Wir gehen zunächst in westlicher Rich- hing den Bahnkörper entlang, überschreiten bei Leun die Lahn und hierauf den Ort und folgen blauen Dreiecken, die uns, meist durch Wald, in 1% Stunden zur hochgelegenen Dianaburg mit gastlicher Försterei bringen. Entzückend ist der Rundblick vom Jagdturm auf das ausgedehnte Wäldermeer und die umliegenden Höhen. Nunmehr führen uns blaue Striche in l1/» Stunden durch den Wald, später an der in einem stillen Tal gelegenen Lungenheilstätte Elgershausen vorüber nach Greifenstein. Von der mächigen Burgruine, die besichtigt werden kann, er- schließen sich weite Blicke in das Land. Interessant ist auch oie Schloßkirche mit reichen, im Barockstil ausgeführten Stuckarbeiten. Der etwas steile, aber kurze Abstieg nach unferm Endziel Edingen, % Stunden, bietet nochmals großartige Blicke in das Dilltal mit zahlreichen Ortschaften. Von Edingen nach Katzenfurt nachlösen. den Eifelwanderer wird tnmttfen der ernsten und herben Schönheit dieses Gebirges der Gegensatz zu der wilden Romantik der Ahr besonders stark bewußt werden. die Lose einer örtlichen Wohlfahrtslotterie feilhiekk. Und so erstand er eines dieser Lose. Dieser Tage, kurz vor dem Pfingstfest, fand die Ziehung der Lotterie statt, und Herr Madiöre gewann den ersten Preis, ein kleines hübsches Einfamilienhäuschen. Und da er nur eine kleine Rente zu verzehren hat, ist der alte Herr überglücklich über fein Haus, von dem er, ohne sich dabei schämen zu müssen, vor aller Welt behaupten kann, er habe es durch Schwindel erworben. Bom Stier geheilt. (mn) Marseille. Auf dringendes Anraten des Arztes beschloß dieser Tage der Vorarbeiter S. des Gutes Trois- ChSnes im französischen Departement (Tantal, feine leidende Frau in das Krankenhaus von Montsaloy zu bringen. Infolge eines bösartigen Nierenleidens war bei ihr eine Lähmung der rechten Hüfte ein- getreten, die voraussichtlich einen chirurgischen Eingriff notwendig machte. Bei jeher noch so leisen körperlichen Bewegung schrie Die Frau vor unerträglichen Schmerzen auf. S. packte die Patientin in warme Tücher, bettete sie in einen größeren vierrädrigen Handwagen und machte fick so, von zwei Freundinnen seiner Frau begleitet, nach Montsaloy auf. Auf dem ganzen Wege wimmerte das arme Geschöpf, da ihr Zustand nicht einmal das Rütteln des Wagens auf den Feldwegen vertragen konnte. Plötzlich aber wurden die vier Men- scken, die drei gesunden und der kranke, einer Erscheinung inne, die ihnen das Blut in den Adern gerinnen ließ: auf ihrem Wege, kurz vor der Stadt, raste ihnen ein wild gewordener mächtiger Stier entgegen, der sich offenbar von einem Transport losgerissen hatte, und stürmte mit blutunterlaufenen Augen, von einer schreienden Menschenmenge verfolgt, geradenwegs auf sie zu. Zuerst ergriffen die beioen Freundinnen hilferufend querfeldein die Flucht; der Mann versuchte vergebens, in aller Eile die kranke Frau aus ihrer dichten Umhüllung zu befreien und roeg^utragen — aber das Verhängnis kam immer näher, und schon war S. bereit, sich aufzuopfern und dem Stier allein gegenüber« zutreten, als die Kranke mit einem gewaltigen Satz aus dem Handwagen sprang und in langen Sprüngen ihren Gevatterinnen nacheilte. — „Sie lief wie eine Ratte", sagte später S. mit einem wenig poetischen Vergleich, „und war, als der (Stier endlich eingefangen wurde, längst in einem Bauernhause in Sicherheit. Und, was die Hauptsache ist: sie ist gesund geworden und kann wieder laufen." Längst ehe sich die Eitel dem Fremdenverkehr erschloß, war bas in ihr Vorland eingescknittene A h r t a l bereits ein beliebtes Wanderziel. Es waren besonders die Musensöhne der benachbarten rheinischen Hochschule zu Bonn, die es gern und oft durchwanderten und in den traulichen Schenken dort fröhliche Einkehr hielten. Heinrich v. Treitschke z. B. — 1851 junger Bonner Student und Burschenschafter — hat in seinen Briefen das Ahrtal und seinen würzigen Wein gebührend zu würdigen ä. Ein eigenartiger Zauber liegt über diesem ich, und jeder, der zum erstenmal die Ahr entlang wandert, ist von den landschaftlichen Reizen und dem wechselvollen Formenreichtum überrascht, die ihn hier erwarten. Von Remagen führt die Bahn durch die fruchtbare von Rhein und Ahr angeschwemmte „Goldene Meile", vorbei an der den Taleingang bewachenden Landskrone, einer steilen von einer Ruine gefrönten Basaltkuppe, nach Neuenahr, dem rheinischen Karlsbad. Durch prachtvolle Kuranlagen, die sich auf beiden Ufern der Ahr hinziehen, gelangt man bald nach Ahrweiler. Diese alte Winzer- und Gerberstadt bietet mit ihren gut erhaltenen Toren und Befestigungsanlagen, alter« tümlicken Häusern und Winkeln ein ungemein anziehendes Bild. Nach kurzem Marsch erreicht man talaufwärts das vielbesungene und weithin bekannte Dörfchen Walporzheim. Der weinfrohe Wandersmann wird nicht versäumen, in einer einst dem Kölner Domkapitel eigenen alten Schenke einzukehren. Ueber dem Eingang grüßt der Schutzpatron, der dem Haus den Namen gab, und schaut — den Himmelsschlüssel in der Haick) — mit mildem Blick auf die vielen durstigen Zecher herab, die jahrein, jahraus zu ihm gewallt kommen, um sich zu laben. Wer je hier im Schutze des Heiligen saß, den Pokal mit dunkelrotem Ahrwein vor sich, umgeben von fröhlichen Wanderern, der stimmt begeistert in die Huldigungen ein, die E. M. Arndt, Kinkel u. a. in ihren Liedern dem Ahrtal dar- gebracht haben. Gleich hinter Walporzheim ändert sich das Bild, das Tal wird enger und die Schieferwände treten dicht an den Fluß heran, nur wenig Platz für Straße und Bahn lassend. Die „Bunte Kuh", eine scharf gegen den Fluß vorspringende phantastisch geformte Felsnase, leitet zu dem malerischsten Teil des Tales über, der sich bis in die Gegend von Altenahr erstreckt. An dem steilen Nordhang reichen die Weinbergterrassen bis zur waldbedeckten Hochfläche hinauf, und man bekommt einen Eindruck von der schweren Arbeit der Winzer, die mühsam Erde und Dünger die steilen Treppenstufen hinauftragen müssen. Der Weinbau des Ahrtales ist alt und geht in seinen Anfängen bis in die Römerzeit zurück. Hier wachst einer der besten Rotweine, die Deutschland aufzuweisen hat. An einer Biegung des Tales kommt Mariental in Sicht, ein früheres Nonnenkloster, das später in den Besitz des preußischen Staates übergegangen ist. Das etwa hundert Morgen umfassende Weingut wurde zu einer Musterwirtschaft ausgebaut, dank deren Versuchen und Erfahrungen es den Winzern möglich ist, die Rentabilität des Weinbaues zu steigern. Es ist hier ein herrliches Wandern, das forellenreiche, rauschende Flüßchen zur Seite! Ueber Dernau und Rech, zwei saubere freundliche Winzerdörfer, kommt man nach Mayschoß. Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde hier der erste Winzer- oeretn Deutschlands gegründet, und der Gedanke eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses der Winzer nahm von hier aus seinen Weg über alle Weinbaugebiete Deutschlands. Wenn es gelang in Zeiten, da Mißernten, Rebkrankheiten und Ungunst des Wetters dem Weinbau schweren Schaden au« fügten, die wirtschaftliche Not der Winzer zu beheben und darüber hinaus im Lauf der Jahre den Weinbau rationeller zu gestalten, so ift dies das Verdienst des unternehmenden Mayschosser Winzers Peter (Tormann und der von ihm ins Leben gerufenen Organisation. Der Mayschosser Winzerverein, stolz darauf, Deutschlands ältester zu fein, (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Mißglückte Volkszählung. (zi) Wellington. Kürzlich fand auf Neu-Seeland eine Volkszijh- lung aud) unter den (Eingeborenen statt. Die von der Regierung mit der Erhebung beauftragten Be° amten jedoch erlitten ausnahmslos in den ersten Tagen bei den Maoris ein völliges Fiasko- die Leute waren nicht dazu zu bewegen, auch nur eine "NMe Angabe über ihren Familienstand usw. zu ^Ue5 Zureden half nichts, bis man schließlich dahinter kam, daß unter den (Eingeborenen das öerudjt ging, diese Erhebungen dienten dazu, die Knegstuchtigen ihres Stammes für den Krieg in Abessinien festzustellen und auszusuchen. Nngewöhnliche Tierfreundschaft. (G.) Melbourne. An den meisten Katzenausstellungen sieht man u. a. auch eine Katze, die in ihrem Käfig eine merkwürdige Freundschaft entweder mit einem Täub- chen oder sogar mit einer Maus geschlossen hat. Fast in all diesen Fallen handelt es sich um das Ergebnis einer mühseligen Dressurarbeit — die Tierfreundschaft jedoch, die heute unzählige Besucher des Zoologischen Gartens in Melbourne in Australien in Verwunderung versetzt, ist ohne jedes menschliche Dazutun zustandegekommen — Die Berberlöwin des genannten Zoos war vor einigen Wochen heftig erkrankt, lag regungslos in ihrem Käfig und verweigerte jede Nahrungszunahme. Selbst als man ein ausgewachsenes lebendes Huhn zu ihr hineinließ in der Hoffnung, daß dieser frische „Happen" ihre Lebensgeister wieder erwecken werde, enttäuschte sie ihr Pflegepersonal; im Gegenteil, sie leckte zärtlich das Federkleid des in den ersten Stunden noch kläglich zeternden Huhnes ab. Und als dieses dann, allmählich beruhigt, der kranken Löwin die sie belästigenden Insekten vom Fell zu schnappen und zu picken begann, entstand in der mächtigen Raubkatze so etwas wie ein mütterliches Gefühl für die Henne, und heute, nachdem die Löwin ihren Appetit und ihr Wohlbefinden wieder erlangt hat, darf das Huhn nachts sogar zwischen ihren gefährlichen Pranken schlafen. Die Trümmer von Quetta. (E. Bl.) Bombay. Nach den letzten Nachrichten über die Aufräumungsarbeiten in der vor einem Jahr durch ein Erdbeben zerstörten indischen Stadt Quetta sind bisher über achttausend Leichen geborgen worden. Eigentum im Wert von 57 Lakh Rupien (etwa 6,5 Millionen Mark) konnte den Besitzern zurückgegeben werden. Ueber 12 000 Häuser wurden gerettet, und 16 000 Besitzansprüche anerkannt. Damit sind die Aufräumungsarbeiten aber noch keineswegs beendet, denn dem Erdbeben fielen, wie erinnerlich, 60 000 Menschen zum Opfer, von denen sich immer noch ein großer Teil in der Stadt befinden muß. Aus Furcht vor Seuchen hatte man ursprünglich die Stadt militärisch absperren lassen und darauf verzichtet, die Leichen zu bergen und die Stadt wiederherzustellen. Von diesem Beschluß ist man abgekommen, da Quetta eine strategisch und wirtschaftlich sehr wichtige Niederlassung war. Fingerabdruck für säumige Steuerzahler. (—) Kapstadt. (Eine Verhandlung vor dem Landeszivilgericht in Salisbury in Englands afrikanischer Kolonie Süd- Rhodesien hat die seit Jahren schon verbreitete Methode enthüllt, mit der sich die (Eingeborenen vor jeder Steuerzahlung drücken. Angeklagt war ein Neger, der eineinhalb Jahre lang seine Steuern nicht bezahlt hatte. Vor Gericht jedoch behauptete er, gar nicht der Mann zu sein, dessen Name in der Anklageakte stehe, und zum Beweise dafür zeigte er einen Patz vor, der allerdings auf einen ganz anderen Namen lautete und in dem sogar vermerkt war, daß der Inhaber bis dato pünktlich und restlos seine Steuern bezahlt habe. Zum Unglück des Negers jedoch war ein englischer Steuerdetektiv in der Verhandlung anwesend, der den (Eingeborenen an Hand seiner Fingerabdrucke überführte, tatsächlich der Angeklagte zu fein. Der Beamte erklärte dem Gericht, dieser Fall fei nicht vereinzelt, und es herrsche unter den Eingeborenen ein schwunghafter Handel mit Pässen und Steuerquittungen, und die Steuerdrückeberger wechselten einfach ihre Identität in dem Glauben, der dumme Europäer könne sie dann doch nicht von seinen Rassegenossen unterscheiden, da ein Neger wie der andere aussehe. Man biete Leuten, die ihre Steuer bereits bezahlt hätten, bis zu zehn Dollars für den Paß mit der Steuerbescheinigung. Der Landesverwaltung seien dadurch in den letzten Jahren ungeheure Summen entgangen. Das geeignetste Mittel, hinter diese Schliche zu kommen, sei eben das Bertillonsche System. Und so geht die Regierung von Südrhodesien jetzt mit dem Plane um, von allen (Eingeborenen den Zwangs-Fingerabdruck für die Steuerverwaltung zu fordern. Allerlei aus Amerika. (A. Z.) Neuyor k. Eine fliegende Spielhölle wurde von der Polizei von Los Angeles entdeckt und konfisziert. Es handelt sich um ein großes Luxusflugzeug, dessen Kabine in einen Spielsalon umgewandelt worden war. Jeder Flug kostete nur 15 Dollar, jedoch war der Unternehmer an dem Spielumsatz, der sehr bedeutend gewesen sein soll,^beteiligt. Einen ausgefallenen Wettbewerb veranstaltete kürzlich die Stadt Houston in Texas. Es ging um die längsten Augenwimpern. Fräulein Minni Clark stellte mit Augenwimpern von mehr als 2 Zentt- meter Länge einen Rekord auf. Hoffentlich mären sie auch echt. * Innerhalb von drei Tagen erhielten sieben prominente Männer in Buenos Aires, meist Politiker, Pakete mit Giftschlangen. Die vermutet daß es sich um einen gemeinen Racheakt handelt, kannte aber die Absender noch nicht ermitteln. Unter Beteiligung von vielen ehemaligen Frontsoldaten wurde kürzlich der Foxterrier Ruggs auf dem Militärfriedhof in Washmg on beigesetzt. Ruggs war der bekannteste amerikanische Knegshund. Er wurde zweimal verwundet und büßte Dabei em Auge ein. Ruggs' Regiment hatte vor einigen Jahren eine Biographie des Kriegshundes erscheinen lassen, die eine hohe Auflage erreichte. „Landhaus für Maharadscha gesucht!" (—) Liverpool. Schon jetzt liest man in den englischen Provinzblättern, die in der Nähe von London herauskommen, große und kleine Anzeigen, in denen für indische Fürsten Landhäuser zur Miete gesucht werden. Das ist die erste Vorbereitung auf die Königskrönung im nächsten Jahr, an der mindestens 200 Radschahs teilnehmen werden. Sie stellen in ihrer Gesamtheit die größte Versammlung östlicher Herrscher dar, die jemals nach Europa kamen. Unter diesen Fürsten wird auch der Nizarn von Haiderabad sein, der schon oft seine Europareise ansagte, dann aber immer wieder verschob. Auch der Gaekwar von Baroda, die Maharadschas von Kaschmir, Bikaner und Patiala werden unter ihnen fein. Soweit die indischen Fürsten die Reise nicht in eigenen Flugzeugen zurücklegen, sind schon mit den verschiedensten Schiffahrtslinien Sonderabkommen getroffen worden. Ganze Schiffe oder das Vorderteil eines Schiffes, ein ganzes Zwischendeck usw. !ind in Pauschale gemietet. Jene englischen Land- läufer werden schon jetzt gesucht, weil seyr oft um« angreiche Veränderungen der Inneneinrichtung notwendig sind. Das kommt vor allem daher, daß die Maharadschas durch religiöse Vorschriften mitunter gezwungen sind, von dieser ober jener Be- quemlichkett keinen Gebrauch zu machen. Eins steht jedenfalls fest: Die Maharadschas werden sehr viel Geld mit nach (Europa bringen und auch hier lassen, — ganz abgesehen von den prachtvollen Geschenken, an denen bereits heute viele Kunsthand- werker in Indien arbeiten. Einträglicher Schwindelanfall. (tp) Paris. Der 69jährige Rentner Louis Madiöre in Auxerre machte kürzlich seinen gewohnten Nachmittagsspaziergang, als er plötzlich auf dem Bürgersteig einen Schwächeanfall erlitt. Es wurde ihm schwarz vor den Augen und er sackte auf dem Gehsteige vor einer Ladentür zusammen. Die Leute im Laden hatten dies beobachtet, holten den Bewußtlosen herein und brachten ihn mit Wasser und Riechsalz bald wieder zur Besinnung. Als Madiöre die Augen aufschlug, fand er sich in einer Verkaufsstelle der Tabakregie, deren Pächter und. Kunden freundlich um ihn bemüht waren. Und so wollte er, nachdem er sich von seinem Anfalle erholt hatte, nicht verschwinden, ohne seinen Dankgefühlen irgendwie Ausdruck verliehen zu haben. Madiöre ist zwar Nichtraucher, aber während er sich in dem Raume umblickte, gewahrte er, daß diese Tabakregie auch Prhr.-Pena. .Haus Schloßblick, im Luftkurort Schönberg i.Odw. bietet Nuhebedürfttgen freundlich. Aufenthalt, dicht am Walde, gute Verpflegung, billige Preise. 2stdl. Postautoverkehr mit Bahnstation Bensheim a. d. Bergstraße. [3337D ROD an derWeil Gaststätte Zum Taunus Neu umgeb. Eig. Schwimmbad a. Haus, la Küchenleitung, fl. Wasser, 4 Mahlz., Mk. 3.50. Prosp.V. Stahl, Tel. 13, oder Schalter Ä. A. ooooD Reisen auf deutschen Schiffen ednd Reisen auf deutschem Boden! 3wochfge Ferierrehe nachAmerika jeden Donnerstag ab Hamburg ca RM 517.- einschließlich Hotel und Verpflegung Vier Nordlandfahrten vom 15. JWI bis 25. Aagust Fahrpreise ab RM 320.- von Hamburg bis Hamburg Es reist sich gut mit den Schiffen der HIMBIRG-AMERIIILIIIE Herrenmühle i. Spass.b.Alzenau (Bahnstat.), herrl. Lage im schönen Kahlgrund, uingeb.von Waldung., Wies., Mass. u.Weinberg. Badegel. ind.Kabl.Pens.-Pr.4^^m.4Drahlz. W.-End5^l.Tel.3182llzenau.^o WnötüflenluiSuefiflit Hotel „<5t Hubertus", Tel. 31 modernstes Haus am Kneipp- und Schwimmbad gelegen.Fliebendes Wasser, W.-C., Zentralheiz., schöne Terrass.u. Liegewiesen. Pensionspreis 4.50 Mk., Hauvtsais. 5 Mk.,,^0 Rhönkurheim Bronnzell bei Fulda. Naturgemäße u.homöo- patische Heilweise. Fastenkuren. Aerztliche Leitung. 3 Häuser mit allem Komfort. Bildprospekt frei. Für Erholungsuchende: II Frei-Schwimmbad, Liege- !■ | wiesen, Park und Wasser |> Wehbad KissinMaritz Landhaus Spengler 3180d Neu, gemütlich, freiliegen d,Bade-, Trink-JLiegekuren, Halle, Spielwiese, Wald, groß. Schwimmbad, Wochenend. Garage. Pro-•> apekt.Ia. V ollverpflegung M. O; VJ • Hodiwaldhausen M 500 Meter (Vogelsberg) " Pension STÜCKEL herrl. Lage, direkt am Walde, frdl. Zimmer mit fließ. Wasser, Bad im Hause, elektr. Licht. Altbek. Küche. Prosp.auf Wunsch. Fernruf Herbstein 64. Bahnstation Ilbeshausen (Oberhessen). Schwimmbad, gsisv ßööemnfthiroti SoWMAen schöner Aufenthalt für Erholungsuchende, Privatpension Waldeslust, direkt am Walde. Ruhige u. staubfr.Lage.Liegewiese amHause im Garten. Gedeckte Veranda. Gut bürgerl. Küche, 4 Mahlz. Prs. 3 50>< Schwimmb., Bahnstat. Jlbeshaus. Erholungsuchende find.liebevolle Aufnahme zu jeder Jahreszeit in freundl.gel.Haus m. neuzeitl.eingericht.Zimmern.Lie- Sewiese m.Liegest. Waldschwimm- ad.Luft- u. Sonnenbad.,ausged. Laub- u.Nadelwälüer,gut bürgerl. Verfleg.(4 Mahlz.)b.mätz.Preisen. Pension L. Schmidt und Sohn Metzgerei, Holzhausen b.Gladen- bach, Kr. Biedenkopf. Tel. 9.3S2°o Das malerische Ahrial Von Dr. W. Rehmann. Oberhessen Landkreis Gießen. I Lollar, 5.Juni. Der jüngste, hier von der Gemeindegruppe des Reichsluftschutzbundes durchgeführte Lehrgang, der besonders der Schulung der Blockwarte galt, fand Mittwoch abend mit einem Kameradschaftsabend im Gasthaus „Zum Löwen" seinen Abschluß. Dabei hielt zunächst der Schulungsleiter Eberle einen Dortrag über „Die Rechte und Pflichten der Selbstschutzktäfte und das Verhalten der Bevölkerung bei Luftangriffen". Anschließend wurden noch eine Reihe von Fragen behandelt, die hauptsächlich die Organisation der Blocks und Luftschutzgemeinschaften betrafen. Ein gemütliches Beisammensein in echter Kameradschaft beschloß den Abend. * Alten-Buseck, 5. Juni. Am Mittwochabend wurde der hiesige Sanitätskursus nach einer Dauer von acht Wochen abgeschlossen. Zwanzig Männer und Frauen hatten sich zur Abschlußprüfung eingefunden. Der Kursus sollte sowohl dem Roten Kreuz, wie auch dem Luftschutz Samariterinnen und Laienhelfer bzw. Laienhelferinnen gewinnen. Rach theoretischer und praktischer Prüfung, die durch die Herren Dr. Schmidt, Wieseck, und Dr. G r o s, Gießen, vorgenommen wurde, erfolgte die feierliche Verpflichtung von vier Samariterinnen durch Frl. Erne st ine von Rabenau, die Kreisbeauftragte der Frauenabteilung des Roten Kreuzes. Besonders anerkennenswert ist es, daß sich am Kursus Männer und Frauen beteiligten, die trotz ihrer dringenden bäuerlichen Arbeiten es sich doch nicht nehmen ließen, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen und ihr gerne manchen Abend opferten. Zum Schluß dankte der Ortsgruppenführer des Reichsluftschutzbundes Dr. Haas, Alten-Buseck, allen Lehrkräften für ihre Arbeit und schloß in der üblichen Weise den Kursus. Lp Großen-Buseck, 5. Juni. Der hiesige Alice-Frauenverein vom Roten Kreuz unternahm seinen üblichen Jahresausflug. Die große Zahl der Teilnehmer (117), die in drei Auto- vussen untergebracht waren, war ein deutlicher Beweis dafür, wie sehr sich die Frauen auf diese Fahrt freuten, und ihre Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden. Diesmal ging es in den schönen Vogelsberg. Rach dem Grundsatz „Morgenstunde hat Gold im Munde" wurde schon früh abTreuebund für das Adolf-Hitler-polyiechnikum. Friedberg, 5.Juni. (LPD.) Die ehemaligen Schüler des Adolf-Hitler-Polytechnikums in Friedberg haben sich bei einem großen Wiedersehens-Treffen zu einem Treuebund zusammengeschlossen, der sein Bestreben in die Förderung der Anstalt setzt. Der Bürgermeister der Stadt Friedberg machte bei dieser Gelegenheit die Mitteilung, daß mit dem Neubau des Adolf- Hitler-Polytechnikums in Kürze begonnen wird. Vater von 9 Kindern vom Blitz erschlagen. LPD. Lauterbach, 5. Juni. Im Kreisort L a n z e n h a i n wurde am Donnerstagnachmittag bei einem schweren Gewitter der Landwirt Jäckel, Vater von neun Kindern, vom Blitz getötet. Er hatte vor dem Regen Schutz unter einer Fichte gesucht. gefahren, so daß bereits um 8 Uhr die erste Station, der Hoherodskopf, erreicht war. Wie freuten sich die Frauen über den herrlichen Rundblick in die von prachtvollem Sonnenschein erleuchtete Landschaft! Dann ging es an dem Ulrichsteiner Schloßberg sowie an dem wundervoll gelegenen Scyloß Eisenbach vorbei auf ausgezeichneten Straßen, auf denen zu fahren eine Lust war, nach Lauterbach. Hier wurde unter sachkundiger Führung das reichhaltige und sehr lehrreiche Heimatmuseum besichtigt und ein kleiner Gang durch die Stadt unternommen. Mittlerweile war es Zeit zum Mittagessen geworden, das gemeinsam eingenommen wurde. Anschließend wurde Bad Salzschlirf einer eingehenden Besichtigung unterzogen und die schönen Kuranlagen bewundert. Der nächste Halt wurde in dem altertümlichen, romantischen Schlitz gemacht. Dank dem Entgegenkommen einer Werkleitung konnte eine im Betrieb befindliche Leinenweberei unter großem Interesse der Frauen besichtigt werden. Rach der Kaffeepause sah man sich die alte Burgkirche an, deren Sehenswürdigkeiten in dankenswerter Weise von dem Oberpfarrer eingehend erklärt wurden. Hochbefriedigt ging es dann nach Alsfeld weiter, wo der Pfingftmarkt mit seinem bunt bewegten Leben, mit den Trachten aus dem Schwalmgrund usw. den Frauen mancherlei Abwechslung bot. Einen schönen Abschluß vor der Heimfahrt bot die Besichtigung der alten Walpurgiskirche, deren edle gotischen Gewölbe in dem Dämmerlicht des Abends besonders feierlich wirkten. Auch hier stand der erste Pfarrer mit sachkundigen Erklärungen bereitwillig zur Verfügung. Die hereinbrechende Dunkelheit mahnte zum Aufbruch. Nach schöner Fahrt durch dunkle Wälder und stille Dörfer kam man kurz vor 22 Uhr wieder in der Heimat an in dem Bewußtsein, einen unvergeßlichen Tag erlebt zu hoben. # Queckborn, 5. Juni. Am zweiten Pfingst- feiertag begingen die vor 50 Jahren konfirmierten Queckbörner ihre goldene Konfirmationsfeier. Von den zehn goldenen Konfirmanden waren zwei Männer und zwei Frauen erschienen, die gemeinsam mit dem Ortsgeistlichen die Kirche betraten. Pfarrer Grünewald predigte über Psalm 73, Vers 23 und 24, und widmete dabei den Konfirmanden-Jubilaren besondere Worte. Nach dem Gottesdienst traf man sich im Pfarrhaus zu einer kleinen Nachfeier, an der auch die goldenen Konfirmanden aus dem Filialdorf Lauter teilnahmen. Im Verlaufe des Gottesdienstes dankte Pfarrer Grünewald auch unserem langjährigen Organisten, Lehrer Jochem, der infolge seiner Versetzung nach Watzenborn-S-einberg zum letzten Male den Organistendienst versah, für sein verdienstvolles Wirken für die Kirche und überreichte ihm als Zeichen der Dankbarkeit und zugleich auch als Andenken ein Bild. ch Lauter, 5. Juni. Die Schafherde unseres Dorfes hat sich im letzten Jahre bedeutend vergrößert. Schon feit Jahren herrschte in unserem Orte reges Interesse für die Schafzucht. Daß aber gerade in dem letzten Jahre eine starke Zunahme eintrat, ist auf die vermehrte Tierhaltung als Förderung der Erzeugungsschlacht zurückzuführen. Die Herde zählt gegenwärtig annähernd 300 Stück. > Lang-Göns, 6. Juni. Die Evangelische F r a u e n h i l f e, der Evangelische Frauenverein, unternimmt am nächsten Sonntag einen Ausflug nach Bad Homburg. Die Anmeldungen sind so zahlreich eingegangen, daß ein kleiner Sonderzug gefahren werden kann. — Zu dem Bericht über die Bautätigkeit in Lang-Göns ist nachzutragen, daß auch in der Holzheimer Straße zur Zeit ein neues Wohnhaus errichtet wird. * Arnsburg, 4. Juni. Das Jahresfest unserer Erziehungsanstalt, das nun schon über 80 Jahre am dritten Pfingstfeiertag gefeiert wird, bewährte auch in diesem Jahr seine alte Anziehungskraft, lieber 1200 Festteilnehmer hatten sich nachmittags unter den herrlichen Buchen des „Pfaffensteins" im Woldesdom versammelt, um den Festansprachen der beiden Redner, Pfarrer H e r r i g (Osnabrück) und Professor Dr. Hertzberg (Caldern bei Marburg), zu lauschen. Ersterer sprach über das Thema „ daß unser Herr Christus noch herrlicher werde" (1. Korinther, Kap. 2, Vers 12), letzter über „den Heiligen Geist, der empfangen wird, der uns nicht knechtet, sondern befreit, der uns die Furcht nimmt und kindliches Vertrauen schenkt" (Römer Kap. 8, Vers 14 u. 15). Darbietungen des Posaunenchors Gambach unter Herrn Mohrs trefflicher Leitung, eine liturgische Einleitung, sowie Gemeinde- lieder umrahmten die Feier, die mit Gebet, Vater- Unser und Segen geschlossen wurde. Nach kurzer Kaffeepause begann im Hof der Anstalt die Nachfeier, bei der ebenfalls der Posaunenchor Gambach mitwirkte. Pfarrer Lenz (Darmstadt) gab hier den Jahresbericht, der von viel Arbeit und Sorge, aber auch von viel Freude und manchem Erfolg berichten konnte. Im Berichtsjahr wurden an 6372 Pflegetogen durchschnittlich 25 Kinder betreut. Anschließend erzählte Professor Dr. Hertzberg in interessanter Weise von seiner Arbeit als langjähriger Propst an der deutsch-evangelischen Gemeinde in Jerusalem und warf auch einige Schlaglichter auf die derzeitigen Kämpfe in Palästina zwischen Juden und Arabern. Der Festtag wurde in üblicher Weise beendet. △ Hungen, 5. Juni. Am zweiten Pfingstfeiertag fand hier für die Konfirmierten des Jahres 1886 die goldene Kon firm ation statt. Ziemlich vollzählig hatten sich Teilnehmer und Teilnehmerinnen auch von auswärts eingefunden. Die Feier war in den Pfingstgotte^dienst eingefügt und wurde durch eine Ansprache des Pfarrers eingeleitet über das Wort aus Psalm 116: „Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohltat, die er an mir tut?" Aus tiefbewegtem Herzen kam das Danklied der Jubilare „Nun danket alle Gott", im Wechselgesang mit der übrigen Gemeinde angestimmt. Die Feier wurde für die Jubilare auf das Erfreulichste verschönt durch die im Laufe des Tages gepflegte Kameradschaft, die viele alte Erinnerungen wieder bei ihnen wachwerden ließ. kreis Schotten. # Groß-Eichen, 6. Juni. Der Bergmann Mathias Seibert von hier, der im Bergwerk in Lardenbach beschäftigt ist, wurde am Donnerstagfrüh bei seiner Arbeit durch einen großen Teil rutschender Erde verschüttet. Zum Glück blieb der Kopf frei und dadurch dem Manne das Leben erhalten. Der Verunglückte wurde sofort von den Kameroden freigelegt und dann in das Krankenhaus zu Laubach verbracht. Mehrere Rippen und ein Bein sind gebrochen. Vreu&en. Kreis Wetzlar. * Wetzlar, 6. Juni. In dem Kreisorte Bon- baden entstand am gestrigen Freitagnachmittag in der Scheune des Landwirts Heinrich Scheid infolge Kurzschluß Feuer. Den Flammen fiel die Scheune vollständig zum Opfer. Mitverbrannt sind auch einige Maschinen und ein Teil der vorjährigen Erntevorräte. Ein anschließender Schuppen wurde teilweise von den Flammen zerstört. Das Vieh konnte gerettet werden. Den Feuerwehren gelang es, das Wohnhaus zu retten. oo Lützellinden, 5. Juni. Die Gemeindeverwaltung hat die Anschaffung einer Klein- Motorspritze f ü r unsere Ortsfeuerwehr beschlossen. Die Kosten belaufen sich auf rund 3500 Mark. Die Nassauische Brandoersicherungsanstalt und mehrere Feuerversicherungsgesellschaften haben Zuschüsse bewilligt, der Restbetrag kann aus laufenden Haushaltsmitteln der Gemeinde gedeckt werden. Rundfunkprogramm Sonntag, 7. Juni. 6.00 Uhr von Hamburg: Hafenkonzert. 8.05 von Stuttgart: Gymnastik. 8.45: Morgenmusik. 9.00: Katholische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit: „Hitler kämpft um den Frieden Europas". 10.00: Aus der Paulskirche zu Frankfurt a. M.: Feierliche Meisterfreisprechung durch den Reichshandwerksmeister anläßlich des Reichshandwerkertages 1936 in Frankfurt a. M. 11.00 von Berlin: Reichssendung: Eröffnung der Ausstellung: Die deutsche Gemeinde. 11.45: Dichter im Dritten Reich! Werner Beurnel- burg liest aus eigenen Werken. 12.00 von Berlin: Musik am Mittag. 13.00: Funkbericht vom Handwerkerzug. 13.15 von Berlin: Musik am Mittag. 14.00: Kinderfunk. 14.45: Handwerksmeister erzählen. 15.00: Deutsche Scholle. 16.00 von Wiesbaden: Volkssender 1936. 17.00: Ausschnitte aus der Großkundgebung des deutschen Handwerks auf dem Opernplatz zu Frankfurt a. M. 17.20 von Wiesbaden: Volkssender 1936. 18.00: HI im Reichsmodellwettbewerb 1936. Funkbericht vom Fliegerlager Wasserkuppe. 18.30 von Kassel: Lieder und Balladen. 19.00 von Freiburg: „S'Knöpfles Logieherr". 20.00: Bunter Operettenwirbel. 22.15: Sportspiegel. THontag, 8. 3ur.i. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Unterhaltungskonzert. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert I. 13.15: Schloßkonzert II. 14.10: Bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Nordland. 16.45: Wer kennt die Meister deutscher Erzählkunst? Ein literarisches Preisrätsel. 17: Klaviermusik. 17.30: HJ.-Funk. Unser Sport im Zeichen der Gemeinschaftsleistung. 18: Fröhlicher Alltag. 19: Konzert. 19.45: Das Eifelrennen 1936. 20.10: „Der blaue Montag". 22.30: Musik zur „Guten Nacht"- Büchertisch. — Der namhafte Haydn-Forscher Geheimrat , Prof. Dr. Adolf Sandberger erweckt mit der in der Reihe „Von deutscher Musik" des Verlages Gustav Bosse in Regensburg erscheinenden Neuausgabe der kleinen Schrift von Joseph Fröhlich über Joseph Haydn — (41) — eine der ersten Haydn-Biographien zu neuem Leben. Der treffliche Franz Joseph Fröhlich war es, der bei der Erkenntnis der Totalität von Haydns Schaffen, der Hervorhebung auch des Romantischen, Leidenschaftlichen, Großartigen dieser Kunst zuerst — seinen Zeitgenossen weit voraus — ins Schwarze traf! Fröhlich (1780 bis 1862) wirkte als akademischer Musikdirektor und Professor der Aesthetik an der Universität Würzburg. Er hat sich auch um die Erkenntnis Beethovens hervorgetan. Die Wiedererweckung seiner grundlegenden kleinen Haydn- Biographie darf als ein besonderes Verdienst des Haydn-Forschers Sandberger anerkannt werden. (Geh. 0,90 Mark, Ballonleinen 1,80 Mark.) Gestreifte Stoffe 2.15 p. m p. m p. m p. m p. m p. m p. m p. m 3.70 weiße Farbstellungen p. m Stoffspezialhaus Bernard & Sohn Gießen, Plockstraße 14-16 3667A 2.35 2.45 2.50 2.70 3.40 Gewebte Georgette-Strelfen, 95 cm breit, dezente schwarz-weiße, blau-weiße und braun- Wollmusselin-Streifen, 80 cm breit, aparte Muster auf bester Grundware Wollcloquö-Streifen, 70 cm breit, entzückende Blusenartikel Flamisol-Streifen, 95 cm breit, bunt bedruckt auf guter Qualität Mattkrepp-Streifen, 95 cm breit, elegante, bunte Ausmusterung Georgette-Strelfen, 95 cm breit, schöne, bedeckte Frauenmuster Mattkrepp-Streifen, 95 cm breit, schöne, zweifarbige Dessins Buntgewebte Mattkrepp-Strelfen, aparte, neue Ausmusterung CotelG-Streifen, 95 cm breit, in sehr aparten, dunklen Mustern Kretonne-Streifen, 80 cm breit, nn echtfarbig, in schönen flotten Mustern p. m "JS Vistra-Streifen, 80cm breit, der begehrte Stoff 4 nn in sehr aparten, neuartigen Farbstellungen, p. m LZU sind bei der diesjährigen sportlichen Mode besonders beliebt Wir bringen Streifen in verschiedensten Stoffarten: 1430 D Standard - Motorräder! Vertretung: W. BALSER Reparaturwerkstatt: Dammstraße 8 Günstige Zahlungsbedingungen, bis 15 Monate Ziel. Die neuesten Modelle stets am Lager. Besichtigung ohne Kaufzwang. Sofort lieferbar! Kücken-Hirse, geschält Kücken-Back futter Kücken-Erstlingsfutter Geflügel-Körnerfutter Konzentra-Standard empfiehlt 3636a Waus H. Hu Bahnhofstr. Telef. 3403 Tante Alma hat es nicht glauben wollen, daß es so etwas gibt Nun hat sie sich selbst davon überzeugt und heute schwört sie, wie jede andere junge Hausfrau auch auf den Röder-Aufbaugasherd. Das ist schließlich zu verstehen, wenn man dieses Prachtstück mit allen seinen eingebauten Schikanen einmal versucht hat. Ein kurzer Handgriff und der angenehme Duft eines saftigen Bratens oder des gut gelungenen Apfelkuchens erfüllt die Küche. Dabei ist dieser Herd sparsam, daß man sich immer wieder aufs Neue freut Geringer Gasverbrauch bei wohlgelungenen Speisen mit gleichzeitig richtiger Wärmeverteilung im Backraum durch den neuartigen Wärmeregler, das ist eben das Wunder des Röder-Aufbaugasherdes. Und dieses Wunder sollten Sie einmal besonders unter die Lupe nehmen. Lassen Sie sich diesen Gasherd einmal vorführen bei J.B. HAUSER, GIESSEN AM OS WAL DSG AR TEN Ü22A wandert sich's auf Erden-- herrlich ohne -ach wie Schuheinlagen zur rechten Zeit- steigern die Leistungsfähigkeit! L.Thöt Gießen 46d Friedri chstr. 7 Kassenlieferant Nachlässe von; bk 20 v. s. erhalten 6fe bet wiederholten Auf« nahmen einer Anzeige 5srn-u.Nahsehjen> die gute Doppelfocusbrille nur von. Magnus Seltersweg 33 Fachm. Beratung Harlbrennhotz, ä Wagen 5 Mt., Anmachholz ä Wagen 6 Ml., 1 Sack Anmachholz 1 9Jit. frei Keller. 983d J. Wellhöfer, Televhon 2313, Marb Str 24. Ihre Geschäfts- Drucksachen •teilen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief umschl&ge, Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl’sche Druckerei Scbulstr.7. Ruf 2251 TOFFE vielen Farbstellungen 1.95 Aparte Streifen, ca. 96 cm breit, die große Mode 4.9V, 3.90, 2.95 in Farben u. Geweben, sind in großer Auswahl beimirvorrätig. Hierein paar Beispiele meiner Preiswürdigkeit: CloquG - Karo, ca. 70 cm breit, in Neue Drucke ca. 96 cm breit, auf Mattkrepp, Cloquö usw 3.90, 3.60, 2.95, 2.25 Organdy, ca. 96 cm breit, für duftige Blusen und Kleider . .2.95, 2.65, 2.50 Voile und Georgette in sehr großer Auswahl, sehr preiswert CARLNowsck |JNHABER•• CARL (HEINZ SCHLÜTER GIESSEN SELTERSWEG 81 g Kerientage auf Äglt DonMargareteBoie. Mit 20 AbbUdungen nach Zeichnungen von Helene Borges. Ein frohes Ferienbüchlein für alle, die auf der wunderreichen Insel Sylt Erholung und Freude suchen. Di« bekannte Heimatschriftstellerin erzählt im Plauderton für Jung und alt von Dünen und Strand,Wattenmeer,Pflanzen- und Tierwelt, Dogelfreistätten und Naturschutzgebieten auf Sylt. Für die Jugend, die ihr« Ferien am Strande der Nordsee verlebt, ist dieses Büchlein ein reizendes Geschenk. Preis kartoniert Reichsmark 0.90. Durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Dermühler Verlag/ Sln.-Lichlerfelöe