Nr. 105 Erster Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 6. Mai 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechünschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: Brühl'sche Univerfitäts vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/o mehr. Ermühigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oer Duce verkündet: Oer Krieg ist beendet, Abessinien ist italienisch. Generalappell des italienischen Volkes zur Entgegennahme der Siegesbotschaft. Rom, 5. Mai. (DNB.) Der vom Regierungschef am Montag in der Kammer angefagte General - app eil des italienischen Volkes zur Entgegennahme der Siegesbotschaft über den Einzug der italienischen Truppen in Addis Abeba wurde Dienstag abend abgehalten. Seit 17.45 Uhr rief die geschichtliche Glocke des kapitolinischen Turms und riefen mit ihr die Glocken und Sirenen im ganzen Land die Bevölkerung auf, sich in den Parteilokalen einzufinden, um gemeinsam zu den Versammlungspunkten zu marschieren und über den Lautsprecher die Worte Mussolinis zu hören. Der Piazza Venezia in Rom, der noch um 17.30 Uhr den üblichen Nachmittagsverkehr aufwies, war bereits eine Stunde später von weit über 100 000 Menschen angefüllt, und immer neue Massen strömen herbei. Aus allen Anfahrtsstraßen rücken unaufhörlich Abteilungen von Schwarzhemden und Militär mit Musikzügen an. Die Menge stimmt abwechselnd patriotische Lieder an und bricht in Hoch-Ruse auf den König und auf Mussolini aus. Der Jubel kennt keine Grenzen. Immer wieder werden die verschiedenen Abessinien-Lieder von der Menge angestimmt. Gegen 18.30 Uhr wurde unter ungeheurer Begeisterung auf dem Balkon des Palazzo Venezia die Parteiflagge ausgepflanzt. Der riesige Platz ist mit Menschen überfüllt, die von Minute zu Minute ungeduldiger auf das Erscheinen Mussolinis warten. Auch c»"k den übrigen Sammelplätzen der Stadt, die reichem Flaggenschmuck prangen, drängen sich Massen. Mussolini spricht. Kurz vor 20 Uhr erscheint Mussolini auf dem Balkon des Palazzo Venezia, von der nach Hunderttausenden zählenden Menge mit stürmischem Jubel begrüßt. Unter dem tosenden Beifall der Menge verkündet Mussolini: „Hört mich an! Marschall Badoglio telegraphiert: Heute, 5. Mai, bin ich an der Spitze der siegreichen Truppen um 16 Uhr in Addis Abeba eingerücf t." „Während der dreißig Jahrhunderte seiner Geschichte", so führte der Duce weiter aus, „hat Italien viele denkwürdige Stunden erlebt. Aber die heutige ist eine der feierlichsten. Ich kündige dem italienischen Volk und der Welt an: Der Krieg ist beendet. Ich kündige dem italienischen Volk und der Welt an: Der Friede ist wiederhergestellt. Vicht ohne innere Egrissenheit und nicht ohne Stolz spreche ich nach sieben TNonaten harten Kampfes dieses große Work aus. Allein es ist dringend notwendig, hinzuzufügen, daß es sich um unseren Frieden, um den römischen Frieden handelt, der in folgender einfachen, unwiderruflichen, endgültigen Losung seinen Ausdruck findet: Abessinien ist italienisch! Italienisch de facto, weil es von unseren siegreichen Heeren beseht ist; italienisch de jure, weil mit dem römischen Adler die Kultur über die Barbarei triumphiert, die Gerechtigkeit über die grausame Willkür, die Erlösung über die tausendjährige Sklaverei. Wit der Besetzung von Addis Abeba ist der Friede bereits eine vollzogene Tatsache. Die vielfältigen Rassenstämme des Ex-Kaiser- reiches des Negus haben mit ganz klaren Zeichen bewiesen, daß sie ruhig im Schatten der italienischen Trikolore leben und arbeiten wollen. Die Stammesführer und die Ras', die geschlagen und geflohen sind, zählen nicht mehr, und keine Macht der Welt wird sie jemals wieder zur Geltung bringen können. Bei dem Generalappell vom 2. Oktober habe ich das feierliche Versprechen gegeben, daß ich alles in meinen Kräften Stehende tun will, um zu verhindern, daß der afrikanische Konflikt zu einem europäischen Kriege auswachse. Ich haben diese Verpflichtung eingehalten. Mehr als je bin ich davon überzeugt, daß die Störung des Friedens in Europa den Zusammenbruch Europas bedeutet. Ich muß sofort hinzufügen, daß wir bereit sind, unseren glänzenden Sieg mit der gleichen Unentwegtheit und unerbittlichen Bestimmtheit zu verteidigen, mit der wir ihn errungen haben. Wir fühlen, daß wir so den Willen der Kämpfer in Afrika vertreten, den Willen jener, die gestorben ober siegreich gefallen sind und deren Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht bei allen Italienern treu gehütet werden wird, und von jenen Hunderttausenden von Soldaten, die in einem siebenmonati- gen Feldzug solche Leistungen vollbracht haben, daß sie die Welt zu bedingungsloser Bewunderung zwingen. Ihnen gehört der tief empfundene Dank des Vaterlandes, und dieser Dank geht auch an jene hunderttausend Arbeiter, die in diesen Monaten in einem übermenschlichen Rhythmus geschaffen haben. Männer und Frauen ganz Italiens! Eine Epoche unseres Weges ist erreicht. Wir setzen im Frieden den Marsch und die Aufgaben fort, die morgen unserer harren und die wir mit unserem Mut, mit unserem Glauben und mit unserem Willen auf uns nehmen werden." Mit dem Ruf „Es lebe Italien!" schloß Mussolini unter tosendem Beifall seine Ansprache. Eine Unterredung mit dem Ouce. London, 5. Mai. (DNB.) Dem Berichterstatter der „Daily Mail" Ward Price erklärte Mussolini u. a.: „In meiner Politik habe ich niemals iraenbeine Schädigung der Interessen des britischen Weltreiches geplant. Auch jetzt habe ich keine derartige Schäbigung vor. Italien hat nicht bas geringste Verlangen nach Aegypten. Italien bettachtet Aegypten als ein unabhängiges ßanb, bas nicht zu Afrika, sondern zum Mittelmeer gehört, und mit dem Italien stets die besten Beziehungen unterhalten hat und unterhalten wird. Italien hat keinerlei politisches Interesse im Sudan ober in Palästina. Es ist baher völlig unrichtig, ben Italienern irgenbeine Verantwortung für die Zusammenstöße zwischen den Arabern und Juden zuzuschreiben. Dieser Sieg in Ostafrika versetzt Italien in die Gruppe der befriedigten Mächte. England und Frankreich sollten sich der Bedeutung dieses Umstandes bewußt sein." Der Berichterstatter fragte, ob es anderen Ländern möglich sein werde, sich an der wirtschaftlichen Entwicklung Abessiniens unter italienischer Herrschaft zu beteiligen. Mussolini antwortete: „Wir werden nicht die Tür gegen wirisch a s t l i ch e Unternehmungen freundlich gesinnter Staaten schließen, denn es ist unser Ziel, das Wohlergehen der abessinischen Bevölkerung und das Wohlhaben der Welt zu erhöhen." Er fügte hinzu, daß er England und Frankreich zu den freundlich gesinnten Staaten, die sich an der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung Abessiniens beteiligen könnten, rechne. Mussolini erklärte weiter, er wende jetzt feine Aufmerksamkeit der Lage in Europa zu. Man sei sich darüber einig, daß eine Reorganisation des Völkerbundes notwendig sei. Durch die Ereignisse werde die Reform noch dringlicher gemacht. Italien sei bereit, sich daran zu beteiligen. Es sei seine Ueberzeugung, daß der Völkerbund fortbestehen könne und müsse. Der Berichterstatter wies dann darauf hin, daß sich Italien bisher von den Besprechungen ferngehalten habe, die zu Verhandlungen über eine neue Verstän- bigung zwischen Deutschland und ben beiden anderen West möchten führen sollen. Mussolini erklärte, es wären die Sanktionen, die der italienischen Regierung nach der Wiederbesetzung des Rheinlandes eine Stellungnahme der äußersten Zurückhaltung aufgezwungen hätten. Aber Italien fei immer noch bereit, bei der Herbeiführung einer offenen und endgültigen Verständigung zwischen den Großmächten Westeuropas zu helfen. Oie Folgerungen für England. Oie Neuordnung in Afrika.—lleberprüfung der britischen Völkerbundspolitik. London, 6. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der konservative „Daily Telegraph" kündigt die baldige Aufhebung der Sanktionen gegen Italien an. Man werde dabei 'offen zugeben, daß sie ihren Zweck verfehlten. Mit Sicherheit könne man Voraussagen, daß die doktrinären Verfechter der Sanktionspolitik nicht länger das lieber» gewicht haben werden, da sie lediglich die internationalen Spannungen verschärften. In London seien ernsthafte Zusicherungen eingetroffen, daß Mussolini gute Beziehungen zu Großbritannien wieder herzustellen wünsche. Auch sei Mussolini bereit, zu beweisen, daß er die britischen Belange in Aegypten, im Sudan, in Palästina und im Mittelmeer unan« g e t a ft e t lassen wolle. Der britische Botschafter in Rom habe der italienischen Regierung bereits eine klare Stellungnahme Großbritanniens zur neuen Lage in Abessinien übermittelt. Wahrscheinlich habe sich der Botschafter bei dieser Gelegenheit über die beabsichtigten Schritte Mussolinis vergewissern wollen. Die britische Regierung scheine anerkannt zu haben, daß Italien die einzige Macht sei, die in Abessinien Ruhe und Ordnung wieder Herstellen könne. Vielleicht sei sogar der Hoffnung Ausdruck gegeben worden, daß Italien diese Aufgabe möglichst schnell durchführe. Die künftige Einstellung Großbritanniens zum Völkerbund ist nach Mitteilung der „Morning Post" (rechtskonservativ) die wichtigste Frage, die das Kabinett zur Zeit beschäftigt. In der Frage der Sanktionen sei vorläufig keine Entscheidung gefallen. Es sei anzunehmen, daß Eden für Genf die Weisung erhalten werde, sich den allgemeinen Wünschen des Dölkerbundsrates anzuschließen. In Regierungskreisen weise man darauf hin, dpß die Sühnemaßnahmen kollektiv verhängt worden seien, und deshalb nur so wieder aufgehoben werden könnten. Eine Verzögerung könne nur bezwecken, dem Völkerbund bei der künftigen Gestaltung der abessinischen Frage einen Einfluß zu sichern. Für den Vorschlag, unter Mitwirkung des Völkerbundes ein Mandat über Abessinien zu errichten, habe man in London nichts übrig. Es fei auch kaum anzunehmen, daß dieser Plan in Genf allgemeine Unterstützung finden werde. Da Italien niemals aus dem Völkerbund ausgetreten sei, so stehe auch nichts im Wege, daß es feinen Platz im Rat wieder einnehme und eine normale Rolle in den europäischen Angelegenheiten spiele. In der für Großbritannien weit wichtigeren Frage, welche Politik die Regierung dem Völkerbund gegenüber einschlagen solle, werde voraussichtlich nicht sobald etwas entschieden werden. In Regierungskreisen sei man der Ansicht, daß eine Neuordnung der Völkerbundsmaschinerie notwendig sei. Dabei müsse man unterscheiden zwischen allgemeinen Verpflichtungen aus der Völkerbundssatzung und den gemeinsamen Verpflichtungen aus regionalen Pakten. Bei der Neuordnung der Satzung dürfte auch festgelegt werden, daß feine allgemeine Verpflichtung zur Anwendung von militärischen Sühnemaßnahmen bestehen soll. Die Absichten des Neans. London, 5. Mai. (DNB.) Der abessinische Gesandte Dr. Martin teilte der Presse mit, daß der Negus mit seiner Familie und seinen Begleitern voraussichtlich in einem der vielen Klöster bei Jerusalem seinen Aufenthalt nehmen werde, die noch aus der Zeit des römischen Weltreiches stammen. Sie seien auf den Ländereien errichtet, die man den Abessiniern, die nach der „Heiligen Stadt" gepilgert waren, geschenkt hatte. Der Negus werde entweder seine Tage im Frieden eines dieser alten abessinischen Klöster beschließen ober aber er werde, was wahrscheinlicher sei, seine Famllie in Palästina unterbringen und dann nach London kommen. Der Kaiser beabsichtige, bei Großbritannien einen dringenden persönlichen Appell nach „Gerechtigkeit für Abessinien" zu unternehmen. Die Kaiserin werde aber wahrscheinlich nie mehr in der Öffentlichkeit erscheinen. Ihre Gesundheit sei durch die Ereignisse der letzten Wochen zugrundegerichtet. 0er Lustbeirai des Negus wieder frei. Paris, 6. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der französische Flieger Drouillet, früher Beirat des Negus für flugtechnische Fragen, der, wie erinnerlich, mit seinem in Paris beschlagnahmten Flugzeug unerlaubter Weise gestartet war und bei Rom notlanden mußte, war dort zum Kriegsgefangenen erklärt worden. Nach dem Einzug der italienischen Truppen in Abdis Abeba hat der Rechtsanwalt Drouillets in einer Unterredung mit Mussolini jedoch erreicht, daß Drouillet wieder freigelassen wird und über sein Flugzeug verfügen darf. Freudenkundgebungen in Hom. Rom, 6. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach dem großen Generalappell, auf dem Mussolini sprach, zog die begeisterte Menge zum Quirinal, wo sie auch dem König eine große Kundgebung brachte. Der König, die Königin und die Prinzessin Maria mußten sich mehrfach auf dem Balkon zeigen. Mus - solini und der König richteten anläßlich des Einmarsches in Addis Abeba an Marschall B a b o g 1 i o und an die siegreichen Truppen Glückwunschtelegramme. Auf Befehl des Duce wird die ganze Nation während dreier Tage flaggen. Der abessinische Friede. Herr Tafari, wie die römische Presse den Negus jetzt verächtlich nennt, hat zu wiederholten Malen geäußert, er werde sein Land „bis zum letzten Blutstropfen" verteidigen. Die Flucht bei Nacht und Nebel strafte diese heroischen Worte Lügen, und die Italiener zogen aus der Handlungsweise des Kaisers die naheliegende Folgerung, daß ein abessinisches Reich auch im rechtlichen Sinne nicht mehr besteht. Die Einnahme von Addis Abeba und die Flucht des Negus machen es nach italienischer Auffassung überflüssig, daß dieser Krieg nach üblicher Weise durch Friedensverhandlungen beendet wird. Denn der Gegner, mit dem man verhandeln könnte, existiert ja nicht mehr. Das ganze Land wechselt einfach seinen Besitzer. Der Siegesappell des Duce hat bestätigt, daß Italien eine totale Ausnutzung seines Waffenerfolges erstrebt. Aber ein Frieden muß trotzdem geschloffen werden, und zwar ein unsichtbarer Frieden mit einem unsichtbaren Gegner, nämlich mit England. Der abessinische Zusammenbruch kann von allergrößter Wirkung auf die europäische Lage sein. Die Großmächte müssen ihre bisherige Außenpolitik einer Prüfung unterziehen und sie werden gezwungen werden, ihre Stellung zu den großen internationalen Problemen weitgehend zu verändern. Mit einer Ausnahme: Deutschland, das im abessinischen Konflikt von vornherein eine streng neutrale Haltung eingenommen t)at, kann ungehindert jene Politik weiter verfolgen, mit der es vor drei Jahren begonnen hat. Im übrigen aber muß man große Verschiebungen in der Konstellation der europäischen Kräfte und Mächte erwarten. Die ersten Anzeichen werden schon jetzt sichtbar. Mit einer bemerkenswerten Ruhe und Leidenschaftslosigkeit hat die englische Presse den überraschenden Schlußakt des abessinychen Dramas zur Kenntnis genommen. Der realpolitische Sinn des Engländers rechnet trotz aller Begeisterung für Völkerbundsideale nur mit gegebenen Tatsachen. Der italienische Triumph ist eine solche Tatsache. So gelang die Umstellung sehr leicht. Die Londoner Zeitungen erklärten bereits, daß eine weitere Aufrechterhaltung der Sühnemaßnahmen gegen Italien sinnlos sei und daß Abessinien nicht mehr als souveräner Staat am Genfer Ratstisch Platz nehmen könne, da eine abessinische Regierung in Addis Abeba eben nicht mehr vorhanden sei. England scheut sich nicht, die Fehler seiner bisherigen Politik einzugestehen, aber es ist auch klug genug, um aus den Mißerfolgen der Vergangenheit eine praktische Lehre für die Zukunft zu gewinnen. Man wird also in London nicht nur notgedrungen den italienischen Machtzuwachs anerkennen müssen, sondern man wird vielleicht auch das Beste aus dieser Situation herauszuholen versuchen, indem man das Kriegsbeil mit Rom begräbt und eine neue Aera aktiver Freundschaftspolitik mit Italien in die Wege leitet. Das sind zwar einstweilen noch Vermutungen, die aber nach Lage der Dinge bald zu Tatsachen werden können. Dafür spricht auch die reservierte Haltung, die man in England gegenüber der französischen Politik und den Aussichten der französischen Regierungsumbildung einnimmt. Es war ja auch im wesentlichen Frankreich, das den Reinfall der Völkerbundspolitik und somit das Mißlingen des englischen Sanktionsexperiments verschuldet hat. Es ist daher verständlich, daß die englische Stimmung gegenüber Frankreich nicht gerade freudig ist, wozu noch die Ueberlegung kommt, daß nötigenfalls auch ein gestärktes Italien die Rolle im englischen Spiel übernehmen könnte, die bisher Frankreich inne gehabt hat. Das Urteil der französischen Presse über den abessinischen Zusammenbruch ist zwar nicht einheitlich, aber es zeigt gerade an den Stellen, die für die außenpolitische Richtung der kommenden Regierung sprechen können, eine Haltung, die von der englischen stark abweicht, und zwar im Sinne einer schärferen antifaschistischen Politik. Das radikalsozialistische „Oeuvre" stellte bereits eine Liste der französischen Wünsche über die Zukunft Abessiniens auf. Danach lehne Frankreich faschistische Wirtschaftsexperimente, italienische Kolonialheere sowie die Beeinträchtigung der französischen Interessen in Abessinien durch Italien ab. Ob Mussolini sich diese Vorschriften eines Blattes, das oft im Gegensatz zur amtlichen Pariser Politik für eine Ausdehnung und Verschärfung der Sühnemaßnahmen eingetreten ist, gefallen lassen wird, ist aller! dings unwahrscheinlich. Kommt in Frankreich eine Volksfront-Regierung unter Mitwirkung der Kommunisten und damit Moskaus ans Ruder, bann dürfte sich die im „Oeuvre" bereits zum Vorschein gekommene französisch-italienische Spannung zu einer neuen internationalen Tatsache von großem Gewicht entwickeln. Damit erhebt sich aber für Frankreich wiederum die große Gefahr der italie- nisch-englischen Einkesselung, unter der die Pariser Regierungen lange Jahre nach dem Kriege geseufzt haben und die sie durch das mübeselige und keineswegs glücklich verlaufene Strefä-Unternehmen gegen Deutschland zu überwinden hofften. Nun scheinen sich die Franzosen erneut in ihrer eigenen Schlinge gefangen zu haben, und weder Rom noch London noch Moskau sind geneigt, diese Schlinge zu lockern. So können die abessinischen Ereignisse eine Neubildung der polittschen Fronten in Europa herbeiführen. Noch ist die Lage recht verworren und alles wartet auf ein Stichwort, das zugleich eine dauerhafte Lösung der europäischen Krise möglich macht. Die Diskussion um die notwendige Reform des Völkerbund e's spielt dabei eine große Rolle, sie hat in vollem Umfange bereits in England, in Polen und anderen enttäuschten Staaten^ Zwiespältige Stimmung in Paris Addis Abeba, 5. Mai, (DNB.) Tag und Nacht fahren immer wieder deutsche Such - k o l o n n e n auf mit Maschinenpistolen ausgerü- teten Lastwagen in die brennende Stadt, um deutsche Staatsangehörige und Schutzgenossen des Deutschen Reiches, wie Öesterreicher, Schweizer, Ungarn und Bulgaren, von denen einzelne eine wahre Schreckensnacht verlebten, auf die Gesandtschaft zu bringen. Eine deutsche Kolonne unter Führung des besonders unermüdlichen deutschstämmigen polnischen Staatsangehörigen Nadel rettete am Dienstagfrüh den bereits totgeglaubten Abgesandten des Internationalen Roten Kreuzes Dr. Ju not-Genf sowie den französischen Journalisten Sommeres vom „Journal des Döbats", die sich drei Tage lang gemeinsam mit Abessiniern im Keller eines zusammengestürzten Hauses gegen plündernde Banden verteidigt hatten und brachten sie auf die französische Gesandtschaft. Durch Feuer und Raub haben fast sämtliche deutschen Staatsbürger ihr in jahrelanger aufreibender Kolonialarbeit erworbenes Vermögen re ft los verloren, wenn auch noch einige deutsche Privathäuser, die durch eingeborene Diener verteidigt werden, unversehrt sind. Die deutsche Gesandtschaft befindet sich im bestmöglichen Verteidigungszustand und bietet daher den Reichsdeutschen und Schutzgenossen volle Gewähr für Erhaltung von Leib und Leben. Auch fremde Staatsangehörige wie Niederländer und Tschechen sowie viele Griechen und Armenier glaubten auf der deutschen Gesandtschaft besser geborgen zu sein als anderswo und baten u m Aufnahme, die ihnen in weitgehender Weife gewährt wurde. In den Eingeborenen-Hütten, die zum Gesandtschaftsbereich gehören, fanden etwa 300 geängstigte abessinische Frauen und Kinder Unterschlupf. In dem Hause des Geschäftsträgers werden täglich 120 Personen, Deutsche und Nichtdeutsche, verpflegt. Dem österreichischen Feldküchenchef sowie den unermüdlichen, stets hilfsbereiten Frauen der deutschen Kolonie gebührt höchster Dank. Don einigen hartgesottenen Afrikanern abgesehen, die in ihren Zelten wohnen, befinden sich sämtliche Flüchtlinge in den Gebäuden der Gesandtschaft in Notquartieren. Als am Montagnachmittag ein A n griff p l ü n- Keine Sprechchor-Aufführungen bei HZ.-Veranstaltungen. Berlin, 5. Mai. (DNB.) Der Reichsjugend- Pressedienst veröffentlicht folgende Anordnung des Reichsjugendführers: Ich habe, he* sonders in letzter Zeit, einigen Veranstaltungen der Hitler-Jugend beigewohnt, die von S p r e ch - ch ö r e n umrahmt waren. Ich muß leider offen gestehen, daß die meisten dieser Darbietungen u n - zureichend waren. Abgesehen davon, daß der gute Wille des Verfassers solcher Sprechchöre meistens im Widerspruch zu seiner Gestaltungskraft steht, halte ich Sprechchöre dieser Art für u n ■ jugendlich, um nicht zu sagen undeuts^ch. Um zu verhindern, daß Menschen, die an sich tüchtige Volksgenossen sein mögen, sogenannte „Dichtungen" auf die Öffentlichkeit loslassen, obwohl ihnen die Natur jede künstlerische Fähig- k e i t versagt hat, ordne ich für alle Dienststellen der nationalsozialistischen Jugend mit sofortiger Wirkung an: 1. Sprechchöre dürfen bei Veranstaltungen der Hitler-Jugend bis auf weiteres nicht mehr aufgeführt werden. Als Umrahmung unserer Feiern werden in Zukunft nur noch Lieder u n b andere musikalische Darbietungen, die dem Stil der deutschen Jugend entsprechen, verwendet. 2. Dichtungen werden bei den Veranstaltungen der nationalsozialistischen Jugend ausschließlich von Einzelsprechern vorgetragen. Singt die Lieder eurer Vorfahren und eurer lebenden Kameraden und kämpft in der Hitler- Jugend für eine ehrliche deutsche K u n ft. Gez.: Baldur von Schirach. Kein HI-Oienst am Muttertag. Der diesjährige Muttertag findet wie üblich am zweiten Sonntag im Mai, also am 10. d. M. statt. Da das Deutsche Frauenwerk den Muttertag mit starker Betonung des Charakters eines Fa- • rnilienfestes vorbereitet und durchführt, ist der 10. Mai nach einer Mitteilung des Reichsiugend- Pressedienstes für alle Gliederungen und Formationen der HI. d i e nst f r e i. die Warschauer Universität einzudringen. Sie Polizei konnte diesen Versuch aber verhindern. Eine Gruppe der Ruhestörer zog durch einige Straßen und zertrümmerte die Fensterscheiben in bew Schriftleitungen des „Czas" und des „Goniec Warszawski". Die deutsche Kolonie verteidigt sich in vorbildlicher Kameradschaft gegen plündernde Banden. Die Gesandtschaft Zuflucht für viele fremde Staatsangehörige. Das Wahlergebnis und die Währung in Frankreich Oer englische Fragebogen. London, 6. Mai. (DNB. Funkspr.) Ueber den Fragebogen an Deutschland erfährt „Times", er werde voraussichtlich Donnerstag oder Freitag dem britischen Botschafter in Ber - l i n zur Weiterleitung an die deutsche Regierung zugestellt werden. Der Fragebogen werde vorläufig ni'cht veröffentlicht werden. „Daily Telegraph" schreibt, daß Großbritannien die Gelegenheit, von Deutschland eine wirkliche Aufklärung über eine Anzahl von Fragen in bezug auf den deutschen Vorschlag zu erhalten, nicht durch eine rücksichtslose öffentliche Erörterung von vornherein gefährden wolle. Die Regierung habe deshalb beschlossen, das Schriftstück nicht zu veröffentlichen. Oie Meinschiffahrt. Die Zentrallomrnission vereinbart einen Modus vivendi. Berlin, 5. Mai. (DNB.) Die Zentralkommission für die Rheinschiffahrt hat vom 21. April bis 4. Mai 1936 in Straßburg getagt. Abgesehen von der Erledigung laufender Verwaltungs- und Gerichtssachvn ist es der Kommission gelungen, nach langjährigen schwierigen Verhandlungen der Verwirklichung ihrer Aufgabe, die Mannheimer Akte vom 17. Oktober 1868 einer Revision zu unterziehen und den gegenwärtigen Verhältnissen der Rheinschiffahrt anzupassen, erheblich näherzukommen. In Anbetracht gewisser Meinungsverschiedenheiten, die noch nicht völlig ausgeglichen werden konnten und die sofortige Zeichnung einer neuen Akte verhindert haben, ist von der deutschen und der französischen Abordnung ein Modus vivendi vorgeschlagen worden. Er dient dazu, die Anwendung der Bestimmungen der geplanten Akte in Kürze sicherzustellen: ausgenommen sind einige Punkte, die durch die zur Zeit geltenden Vorschriften geregelt werden. Der Modus vivendi ist von den Bevollmächtigten Deutschlands, Belgiens, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und der Schweiz gezeichnet oder paraphiert worden. * Wenn es auf diesem schwierigen Gebiet gelungen ist, einen Schritt vorwärts zu machen, so ist dies dem deutsch-französischen Zusammengehen zu verdanken. Es hat sich auch hier gezeigt, daß nur der beiderseitige gute Wille vorhanden zu sein braucht, um zu Vereinbarungen zu gelangen, die nicht nur für Deutschland und Frankreich von Nutzen find, sondern einem größeren Kreise zugutekommen. der französischen Währung würde als sofortiges Gegengewicht Ueberwachung der Preis- geftaltung, Schaffung eines Währungsausgleichsfonds und Bindung der Währung an ein bestimmtes Goldgewicht erfordern. Derartige Reformen könnten aber von einer Zwischenregierung nicht durchgeführt werden. Französische Goldtransporte nach London. London, 5. Mai. (DNB.) Infolge des starken Linksruckes bei den französischen Wahlen und der damit zusammenhängenden Befürchtungen in der Währungsfrage trafen am Montag ungewöhnlich große Mengen Gold aus Frank- reich in London ein. Allein die in den Lufthäfen Heston und Croydon angekommenen Goldmengen werden auf über zwei Millionen Pfund geschätzt. Vielfach wurden in London Sonderflugzeuge f ü r den Transport von Barrengold von Frankreich nach England gechartert. Eine dieser Maschinen traf mit über einer Tonne Gold an Bord in London em. Zwei andere Ladungen waren schon vorher in Londoner Banken deponiert worden. Auch an dem Transport französischen Goldes von Frankreich nach Belgien und Holland waren britische Flugzeuge beteiligt. Schweizer Besorgnisse Genf, 5. Mai. (DNB.) Zu dem Sieg der Volksfront in Frankreich schreibt die „Gazette de ßaufann e", auch vom außenpolitischen Gesichtspunkt aus könne man diesen Ruck nach links nur beklagen. Denn anstatt Europa zu beruhigen, trage er die Gefahr neuer Spannungen in sich. Frankreich nähere sich immer mehr dem Bolschewismus und werde immer fester entschlossen fein, die Moskau gegenüber übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Stalin könne sich dazu gratulieren. Auch die Schweiz müsse sich allmählich beunruhigen. Die Leute, die noch vor kurzem gemeint hätten, Frankreich würde sich nicht von den bolschewistischen Ideen anstecken lassen, und die noch jetzt darauf vertrauen, daß die Schweiz durch eine besondere Gnade vor der Moskauer Gefahr bewahrt Hiebe, müßten sich allmählich eines Besseren besinnen, seitdem nach Spanien nun auch Frank re i ch den Parteien der roten Revolution die Zügel in die Hand gebe. Oer Oberbürgermeister von Athen beim Führer. Berkin, 5. Mai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing den Oberbürgermeister von Athen Kotzias. Vorher stattete Oberbürgermeister Kotzias in Begleitung des königlich-griechischen Gesandten dem Reichsaußenmini, st e r einen Besuch ab. Anschließend wurde er von Reichsminister Dr. Goebbels und von Ministerpräsident Generaloberst Göring empfangen. Den Montag benutzte der Oberbürgermeister, um die kommunalen Einrichtungen der Reichshauptstadt zu studieren. Am Nachmittag stattete er dem erkrankten Reichssportführer von Tscham- m e r - O st e n in Hohenlychen einen Besuch ab. Dienstag abend war der Oberbürgermeister Kotzias Gast der Stadt Berlin. In einer Unterredung stellte Bürgermeister Kotzias fest: Welch umwälzende Veränderungen zwischen dem deutschen Menschen von heute und dem von vor fünf Jahren. Heute ein frohes, freies, junges und selbstbewußtes Volk, das sich seiner Aufgabe bewußt ist, das — im Herzen (Europas gelegen — seine geschichtliche Mission als Block der Ordnung und des Frie- d e n s vorbildlich erfüllt. In den Augen der deutschen Menschen und der deutschen Arbeiter vor allem, leuchtet die Freude und leuchtet der Stolz, schaffen zu dürfen und zu einer Volksgemeinschaft zu gehören, die zu allen anderen sagen darf: Kommt und seht, was wir geleistet haben! U eber- all in Deutschland wird gearbeitet und man weiß, daß diese Arbeit heute wieder einen Sinn bekommen hat. so wie jü auch der 1. Mai — in anderen Ländern ein Tag der Klassenkämpfe — im Deutschen Reiche mit einem neuen, einem höheren und edlen Sinn erfüllt worden ist. So froh ist der deutsche Mensch in seinen Feierstunden, so ungezwungen glücklich, daß es auf mich geradezu ansteckend gewirkt hat und ich mitgerissen wurde von der Ursprünglichkeit dieser Freude. Und überall ist die Jugend mit dabei und am Werke. Eine Bewegung und ein Volk, die sich so fest auf die Jugend stützen und verlassen können, werden nicht untergehen. Diese große Wandlung, die auf meinet Deutschlandrerse überall sichtbar wurde, verdankt das deutsche Volk allein seinem Führer, ohne dessen klare Erfassung des Notwendigen und ohne dessen zielsichere Leistung das neue Deutschland seinen Weg nicht gefunden hätte und gegangen wäre. Parisien", haben auch die Sanktionen, die den Krieg verhindern oder aufhalksn sollten, keine Daseinsberechtigung mehr. Der Duce beseitigt sie durch seine Erklärung ganz von selbst. Kein Artikel der Völkerbundssatzung laste es zu, die Sühnemaßnahmen gegen ein Volk aufrechtzuerhalten, das sich nicht mehr im Krieg befinde oder nachträglich den Sieger zu bestrafen. Das abessinische Reich Meneliks bestehe nur noch aus Ruinen. Der Gesamtheit der Amharas und der Negerstämme werde Italien seine Schutzherrschaft auferlegen. Der „Petit Parisien" hebt dann besonders hervor, daß die Italiener bei ihrem Vorgehen ausdrücklich auf die Belange d e r französi- schen und der englischen Einfluß zone in Abessinien Rücksicht genommen hatten, und schließt: Frankreich begreife, daß man Italien jetzt in den Kreis von Stresa zurückführen müsse. Und hoffentlich werde England das ebenfalls begreifen. Es fei auch zu hoffen, daß Eden in Genf in der nächsten Woche nicht versuche, einen in Ohnmacht gefallenen Negus wieder auferstehen zu lassen, sondern vor allem daran denke, die Zusammenarbeit mit Italien wieder anzuknüpfen, die das unerläßliche, hauptsächliche Unterpfand einer Wiederherstellung der europäischen Sicherheit sei. Paris, 6. Mai. (DNB. Funkspruch.) lieber die Haltung, die Frankreich in der abessinischen Frage in Zukunft einnehmen wird, gehen die Nachrichten auseinander. Aus der Umgebung des Quai d'Orsay verlautet, daß man die Rede des Duce dort ruhig und kaltblütig betrachte und eine vom Balkon vor einer im Siegesrausch befangenen Volksmenge gemachte Beteuerung — die, daß Abessinien künftig italienisch sei und bleibe — n i ch t wörtlich nähme. Sollte nämlich Italien Abessinien einfach als Kolonialgebiet schlucken, so würde eine derartige Lösung ebensowenig die Z u - stimmung der englischen und der französischen Regierung wie auch des Völkerbundes finden. Man glaube daher in London wie in Paris eher, daß Mussolini in dem Friedensvertrag mit Abessinien die gleichen Beziehungen herstellen wolle, die England und den Irak verbinden. Der Irak habe dabei sogar die Möglichkeit, Völkerbundsmitglied zu werden, wie es gegenwärtig auch Abessinien ist. Während also diese Erklärung das W e i t erbe st e h e n des abessinischen Reiches besagt, stellt sich der halbamtliche „P e t i t P a r i s i e n" auf den Boden der militärischen Tatsachen und nimmt die Mussolinische Erklärung „Abessinien ist von nun ab italienisch" wörtlich. Da Mussolini den Krieg für beendet erklärt hat, so heißt es im „Petit Zwei arabische Gtreikführer verhaftet. Jerusalem, 6. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Oberkommissar von Palästina sprach dem arabischen Streikcomitä seine Mißbilligung des Versuches, die Bevölkerung Palästinas im Sinne des Streikmanifestes der beiden Streikführer Hassan Sidky Dajani und Saleh Abdu zum Steuer st reik aufzurufen aus. Er kündigte die Verhaftung dieser beiden Streikführer an und verlangte ein öffentliches Ab- rücken der übrigen Ausschußmitglieder von dieser Aktion. Alle öffentlichen Versammlungen, die zu Demonstrationen führen würden, würden verboten, und wiederholte das Einverständnis des britischen Kolonialministers zum Empfang einer arabischen Delegation in London. Die beiden Streikführer Hassan Sidky Dajani und Saleh Abdu wurden inzwischen verhaftet. Das restliche Streikcomitö ist zu einer neuen Beratung zusammengetreten. wenn auch noch nicht in Frankreich, eingesetzt. Am 11. Mai soll in Genf die nächste Ratstagung beginnen. Auf dem Programm steht einerseits die Möglichkeit neuer Sanktionen gegen Italien und andererseits die Behandlung der Fragen, die sich aus dem deutschen Schritt vom 7. März ergeben haben. Man sieht, das Programm ist recht veraltet, jedenfalls haben die auf der Tagesordnung stehenden Punkte einen völlig neuen Inhalt bekommen, sowohl durch den italienischen Sieg über Abessinien als auch durch den erweiterten deutschen Friedensplan, der gegenwärtig das englische Kabinett so stark beschäftigt. Vielleicht liegt hier das Stichwort, das nach der Liquidierung des alten Völkerbundes und seines abessinischen Schützlings den europäischen Völkern einen neuen Weg in die Zukunft zeigt. Lord L o t h i a n hat es in der Weise formuliert, daß er die Herausnahme der Kriegsverpflichtungen aus der Dölkerbundssatzung forderte und ein starkes Deutschland als die beste Gewähr für den Frieden und für gesicherte Verhältnisse in Europa bezeichnete. Der Einzug der Staliener in Addis Abeba Asmara, 6. Mai. (Vom Kriegsberichterstatter des DNB.) Der Einmarsch der italienischen Truppen in Addis Abeba vollzog sich, soweit bisher bekannt wurde, ohne Zwischenfall. Bereits zehn Kilometer vor der Hauptstadt kamen den Truppen zahlreiche Bewohner entgegen, die den Soldaten unter Freudenkundgebungen Blumen überreichten, in die Hände klatschten und Trommeln schlugen. Die Bevölkerung begleitete den Marschall Badoglio dann unter Freuderufen bis zur italienischen Gesandtschaft, wo er Wohnung nahm. Der Einzug der italienischen Truppen hat dem Räuberunwesen, unter dem die Bewohner seit Tagen zu leiden hatten, ein sofortiges Ende gesetzt. Es gelang überraschend schnell, die Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Auch die zahlreichen Brände konnten zum größten Teil gelöscht werden. Am Dienstagabend brannte noch das Gebäude der katholischen französischen Mission. Ueber den Umfang der Verheerungen kann man sich noch fein abschließendes Bild machen. Sicher ist, daß die Amerikanerin Sta- bin bei dem Aufruhr den Tod gefunden hat, doch scheint die Zahl der Todesopfer auch unter den (Europäern noch größer zu sein. Kurz vor dem Einzug Badoglios drangen bereits italienische Pioniere in die Stadt ein, um die lebenswichtigen Betriebe sicherzustellen. Sie scheinen jedoch große Verwüstungen angetroffen zu haben. Auch Sie große Rundfunk-Station, die ebenfalls von italienischen Truppen besetzt wurde, ist vorläufig noch außer Betrieb. Während des Einzugs der Truppen überflogen gegen 200 italienische Bombenflugzeuge die Stadt und gingen dann auf dem Flugplatz nieder. Badoglio dankte im Garten der italienischen Gesandtschaft dem Fliegergeneral R a n z a besonders herzlich für die wertvolle Mitarbeit der Luftwaffe nicht nur bei den Kampfhandlungen, sondern auch bei der Versorgung der marschierenden Truppen und der Einnahme der abessinischen Hauptstadt. Paris, 6. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die m- nerpolitische Lage und die Währungsfrage stehen im Mittelpunkt der (Erörterungen der Pariser Morgenpresse. Das Kabinett Sarraut will sich möglichst passiv verhalten, um den Kurs der neuen Kammermehrheit nicht unnötigerweise festzulegen. Wie sich die Regierung Sarraut verhält, falls in der Zeit bis zum Zusammentritt der neuen Kammer und dem dann erfolgenden Uebergang der Regierung an die Volksfront Ereignisse eintreten sollten, die eine Betätigung des Regierungsapparates erfordern, ist noch nicht geklärt. Für das „Journal" stxht fest, daß Präsident Lebrun etwa am 2. Juni eine Persönlichkeit der sozia- l i st i s ch e n Partei mit der Regierungsbildung betrauen wird. Im „Petit Parisien" erklärt der Sozialist Paul Saure : Wir bilden die Regierung mit den anderen Volksfront- Parteien. Wenn nötig, ist die sozialistische Parsei sogar bereit, allein bas Kabinett zu bilden Im „Populaire" erklärt Leon Blum, die Volksfront sei gegen eine Finanz- und Währungspanik. Das „Oeuvre" bezeichnet d i e Höhe b e s Goldabflusses der letzten drei Tage mit IVz Milliarden Franken. Der „Populaire" will wissen, daß nicht nur Kriegsmarineminister PIötri und. Landwirtschaftsminister The liier, sondern anscheinend auch Finanzminister Regnier für den sofortigen Rücktritt des Kabinetts in der Kabinettssitzung eingetreten seien. Offenbar hatten sie den Wunsch, die Verantwortung für die Ereignisse bis zum Kabinettswechsel auch schon der neuen Mehrheit zu übertragen. Aus den Blättern geht hervor, daß die Bank von Frankreich nicht das Vertrauen der Volksfrontkreise genießt. Die Maßnahmen der Regierung Sarraut zur Verteidigung des Franken bis zum Regierungs- roedjfel scheinen auf die Möglichkeiten abgestellt zu sein, die die Bank von Frankreich treffen kann, also Diskonterhöhung, um die mit geborgten Geldern durchgeführten Spekulationen auf Abwertung des Franken abzuwürgen. Finanzminister Regnier ist gegen eine Sperre der Goldausfuhr und eine Devisenkontrolle, da seiner Ansicht nach solche Maßnahmen zur Abwertung führen würden, die die Regierung nicht wünscht. Trotzdem plant man eine Erschwerung des @olöan = f auf es dadurch, daß über die Person des Käufers Auskünfte eingeholt werden. (Eine „Ausrichtung" Oie Ehrengabe der Beamtenschaft dem Führer überreicht. Berlin, 5. Mai. (DNB.) In ber Reichskanzlei fand die Uebergabe des Geburtstagsgeschenkes ber deutschen Beamtenschaft, einer auf Pergament handgeschriebenen Wiedergabe des Buches „M e i n K a m p f", an den Führer und Reichskanzler statt. Der Reichsbeamtenführer, Pg. Herrn. Neef, erstattete dem Führer Bericht über die Entstehung des Werkes und gab künstlerische und technische (Erläuterungen der Ehrengabe. Sie soll die gläubige Gefolgschaftstreue und tiefe Dankbarkeit der deutschen Beamtenschaft zum Ausdruck bringen und den unvergänglichen geistigen Wert des Werkes „Mein Kampf" in unvergängliche äußere Form kleiden. Wie das Buch des Führers ein hohes Lied unermüdlicher Arbeit für das deutsche Volk ist, so wolle die deutsche Beamtenschaft in ihrer Gabe den Geist gläubiger Bejahung ihrer Ausgabe an der Volksgemeinschaft versinnbildlichen. Der Führer sprach dem Reichsbeamtenführer und der gesamten deutschen Beamtenschaft seinen herzlichen Dank aus. (Er besichtigte eingehend das Werk, das im Kabinettssaal seinen vorläufigen Platz erhalten hat, und ließ sich die an der Her- ftellung beteiligten Künstler und Handwerker vorstellen. Der Führer traf die Anordnung, daß das ihm durch die Beamtenschaft dargebrachte Werk einen Ehrenplatz im Führerhaus z u München erhalten soll. beruh er Banden auf die deutsche Gesandtschaft vermutet wurde, war in kurzer Zeit alles abwehrbereit. Aus allen Fenstern schauten Maschinengewehre und Maschinenpistolen. Einzelgruppen versahen den Außendienst in fürsorglich angelegten Schützenstellungen. Trotz höchsten Alarmzustandes sorgten die Frauen ruhig für das Abendessen: Goulasch mit Reis. Ein Angriffsversuch erfolgte jedoch nur auf die benachbarte belgische Gesandtschaft, die mit Leuchtraketen die englische Wachtruppe zu Hilfe rief. Die englische und die französische Gesandtschaft stehen mit der deutschen Gesandtschaft zur gegenfeitiaen Hilfeleistung in ft ä n b i g e r brahtloser Verbi n b un g Die am Westranbe von Abbis Abeba gelegene beutsche Hermannsburger Mission zieht es vor, ihr (Eigentum an Ort unb Stelle zu verteidigen, was tapfer und erfolgreich geschieht. Die Mission wurde in der Nacht zum Dienstag von den bewaffneten Lastwagen der Gesandtschaft, mit ber sie in ftänbiger Botenverbinbung steht, besucht unb in bester Verfassung befunden. Die Derteidi- gungsmannschaft würbe durch einen befonbers erprobten MG.-Schützen ber Gesanbtschaft verstärkt. Im übrigen setzen bie Missionsbrüber ihre Arbeit, die Pflege verwundeter Abessinier, tapfer fort. Dem bereits eingetretenen Mangel an Medikamenten wird aus den Beständen der Gesandtschaft abge- bolfen. Die Hochschulunruhen in Warschau. Warschau, 6. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Senat ber Warschauer Technischen Hochschule beschloß, bie wegen ber Stubentenunruhen am 2. und 4. Mai angeordnete (Einstellung der Vorlesungen' bis auf Widerruf aufrechtzuerhalten und setzte gleichzeitig einen Disziplinarausschuß zur Feststellung der an den Unruhen Schuldigen ein. Don der Studentenschaft wird betont, daß die letzten Zusammenstöße durch bas Auf tauchen jüdisch-kommunistischer Stoßtrupps an der Technischen Hochschule her- oorgerufen worden seien. Dienstag versuchten derartige Stoßtrupps, die nicht nur aus Studenten, sondern auch aus mit Schlagringen und Schlüsseln bewaffneten jüdischen Arbeitern bestanden, auch in Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat von Seiner Majestät König Faruk von Aegypten ein Telegramm erhalten, in dem dieser für die ihm bezeugte Anteilnahme am Ableben seines Vaters, König Fuad I., dankt und zugleich feine besten Wünsche für den Führer und das deutsche Volk zum Ausdruck gebracht hat. ♦ Der Führer und Reichskanzler hat an die Witwe des Generalobersten von Falkenhausen folgendes Beileidstelegramm gesandt: „Zu dem schweren Verlust, der Sie und Ihre Familie durch den Tod des Herrn Generalobersten von Falkenhausen getroffen hat, spreche ich meine herz- lichste Anteilnahme aus. Ich gedenke hierbei dankbar der großen Verdienste, die sich der Verstorbene in feiner langen Friedensrat wie in drei Kriegen um Deutschland erworben hat. Gez.: Adolf Hitler." ♦ Der Führer und Reichskanzler empfing die Delegationsführer des zur Zeit in Berlin tagenden internationalen Hotelierverbandes im Beisein des Präsidenten des Reichsfremdenverkehrsverbandes, Staatsminister a. D. Hermann Esser. Vorher waren die Herren durch Reichsminister Dr. Goebbels im Propagandaministerium empfangen worden. Der Minister wandte sich an seine Besucher mit der Bitte, sich in Deutschland als völlig freie Gäste zu fühlen. Wenn sie unbehindert alles in Deutschland gesehen hätten, was sie interessiere, würden sie zweifellos zu der Ueberzeugung kommen, daß auch wir Deutschen einen wertvollen Beitrag zur Wohlfahrt der Welt liefern. Der Präsident des Verbandes, Sir Francois T o w l e, versicherte ihm, daß alle Teilnehmer die tiefsten Eindrücke vom jungen nationalsozialistischen Deutschland empfangen hätten. * Am Dienstag besuchte der italienische Landwirtschaftsminister R o s s o n i den Adolf- Hitler-Koog und besichtigte die Landgewinnungsarbeiten an der schleswig-holsteinischen Westküste. Der Reichsbauernführer Reichsminister R. W. Darrö hatte die Führung des italienischen Gastes übernommen. Die Besichtigung gab dem Minister Gelegenheit, Vergleiche mit den Siedlungen bewährter Kriegsteilnehmer in Littoria zu ziehen. Nach der Genehmigung des Reichskraft- w a g e n t a r i f s hat der Reichsverkehrsminister jetzt auch die S a tz u n g des Reichs-Kraftwagen-Betriebsverbandes erlassen. Die Satzung enthält Bestimmungen über Mitgliedschaft, Geschäftsführung und Fi- nanzgebaruna. Die Aufsichtsrechte der zuständigen Ministerien sollen der Selbstverantwortlichkeit des Verbandes keine Fesseln anlegen. Bei der Ausübung der wichtigsten Funktionen steht dem Präsidenten ein Beirat zur Seite, der sich aus besonderen Sachkennern zusammensetzen wird. * Der Danziger Volkston lehnte Anträge der Oppositionsparteien auf Auflösung des Danziger Dolkstages in namentlicher Abstimmung mit 40 gegen 29 Stimmen ab. Auch die übrigen Anträge der Opposition verfielen der Ablehnung. ♦ König Eduard VIII. von England empfing am Dienstag im Buckingham-Palast die mehr als 50 Botschafter und Gesandten zur Entgegennnahme ihrer Beglaubigungsschreiben. ♦ Der französische Generalissimus G a m e l i n und der Generalstabschef der Luftstreitkräfte P i ch o t haben am Dienstag eine Informationsreise im Flugzeug unternommen. Sie statteten u. a. den Standorten Metz und Nancy einen Besuch ab. Unruhen in Sevilla. Madrid, 5. Mai (DNB.) Aus Sevilla laufen weiter beunruhigende Nachrichten ein. Der Madrider Schnellzug konnte infolge des Streiks wieder nicht ausfahren. Der Personenzug nach Madrid fuhr mit großer Verspätung ab. Der Streik auf den Handelsschiffen ist beendet: dafür haben die Arbeiter der Zuckerfabrik La Rinconada die Arbeit niedergelegt. Sie weigern sich, die Fabrik zu verlassen, bevor nicht ihre Forderungen anerkannt worden sind. Die Stadt wird von starken Polizeistreifen ständig überwacht. Zahlreiche Prioatautos und Lastwagen sind beschlagnahmt worden. Der Kommandant erklärte, daß er mit allen Mitteln die Ordnung aufrecht erhalten und mit schweren Strafen gegen jeden Ruhestörer vorgehen werde. In verschiedenen Dörfern sollen Landgüter überfallen worden sein. _____________ Japans neuer Kurs. Das Verhältnis zu Sowjetrußland der Angelpunkt der japanischen Außenpolitik. Tokio, 5. Mai. (DNB.) Außenminister Arita erklärte vor dem Reichstag, die außenpolitischen Ziele Japans seien auf die Herstelluna der Sicherheit und des Fortschrittes in der Zusammenarbeit mit allen Nationen auf der Grundlage der U n - trennbarfeit Japans und Mandschu - k u o s gerichtet. Er wolle Sowjetrußland noch einmal entschieden auf diese Sachlage Hinweisen. Japan hoffe, daß die nun zu erwartende Regelung der Ostgrenze der Beginn einer friedlichen Beilegung der strittigen Grenzfragen sei. Mandschukuo habe mit der Außenmongolei direkte Verhandlungen eingeleitet, die zum Austausch von Vertretern führen würden. Das Verhältnis Japans zu Sowie t r u ß l a n d lasse zu wünschen übrig, da Moskau die Stellung Japans im Fernen Osten noch nicht verstehe und grundlose Befürchtungen hege. Die Anhäufung von sowjetrussischen Streitkräften in Ostasien stelle eine ständige Bedrohungdes Friedens in diesem Teil der Welt dar. Japan kann auf die Dauer dieser Lage gegenüber nicht gleichgültig bleiben. Gegenüber China werde Japan eine Zusammenarbeit auf friedlicher Grundlage verfolgen. China müsse sich endlich entschließen, eine entschiedene Haltung einzunehmen. Japan werde dann alles tun, um zur Besserung der Lage beizutragen. Die kommunistische Bedrohung Nordchinas beunruhige Japan sehr. Japan hoffe, daß sich die tra- ditionelle Freundschaft zu England vertiefen werde. Die Schwierigkeiten könnten friedlich gelöst werden, wenn beide Nationen im Be- wußtsein ihrer gemeinsamen Verantwortung für den Weltfrieden zusammenarbeiteten. Die Beziehungen zwischen Japan und Amerika seien der Schlüssel zum Frieden im Stillen Ozean. Japan stelle fest, daß das gegenseitige Verständnis besonders in wirtschaftlichen Fragen wachse. Friedliche Beziehungen zwischen allen Ländern könnten erst dann sichergestellt werden, wenn der internationale Handel auf die Grundlage einer Gleichberechtigung gestellt und von allen Fesseln befreit werde. Der Handelskrieg müßte beseitigt werden. Es sei für Japan eine Lebensfrage, für die Sicherstellung der Rohstoffe und Absatzgebiete für seine Fertigwaren zu sorgen. Japan werde weiterhin friedlich für die Beendigung des Wirtschaftskrieges arbeiten. Aber wenn die Lage sich nicht bessere, dann müsse Japan alle Maßnahmen treffen, um dieser Lage zu begegnen. Und nun auch der Nordatlantik! LZ. »Hindenburg" startet heute abend zum Nordamerikaflug. Friedrichshafen, 5. Mai. (DNB.) Am Mittwoch gegen 20 Uhr tritt das Luftschiff „Hindenburg" in Friedrichshafen feine Reife nach Lakehurft in Nordamerika an. Zwei Tage nach feiner Rückkehr wird es bereits von neuem starten. Damit beginnt eine neue Etappe im transozeanischen Luftschiffverkehr! Wir sind in Deutschland daran gewöhnt, Luftschiffe im fahrplanmäßigen Verkehr kommen und gehen zu sehen. Deshalb ist man vielleicht geneigt, diese Fahrt genau wie andere zu bewerten. Es handelt sich jedoch darum, durch die Fahrten dieses Sommers zu beweisen, daß ein regelmäßiger fahrplanmäßiger Pafsagierverkehr mit Luftschiffen auch über den nordatlantischen Ozean möglich ist. Die Leitung der Fahrt liegt in Händen des Dr. Eckener und Kapitän Lehmann. Diese erste Nordatlantikfahrt des neuen Luftschiffes war schon seit Wochen ausverkauft, und auch für die nächsten Fahrten nach Nordamerika hat eine rege Nachfrage eingesetzt. Außer 50 Fahrgästen wird das Luftschiff erhebliche Postmengen befördern; diese stammen zum weitaus größten Teil aus Sammlerkreisen, für die die erste Nordatlantikreise natürlich das phila- telistische Ereignis des Jahres ist. Es gibt in Amerika recht einflußreiche Persönlichkeiten, die an die Durchführbarkeit eines regelmäßigen Verkehrs mit Luftschiffen nicht glauben wollen. Die Versuchsfahrten dieses Sommers sind dazu bestimmt zu klären, ob diese Skepsis irgend eine Berechtigung hat. Es handelt sich vorläufig immer noch um einen Versuch, wie man in Friedrichshafen bescheiden erklärt. Als Dauer- einrichtung wird der nordatlantische Verkehr erst bann geschaffen werden können, wenn eine ausreichende Zahl von Luftschiffen zur Verfügung steht, denn die nunmehr seit Jahren erfolgreich befahrene Linie nach Südamerika behält ihre unverminderte Bedeutung, gleichgültig, wie die Reisen nach Lakehurft ausfallen. Hier in Friedrichshafen sieht man jedenfalls dem Experiment mit ruhiger Zuversicht entgegen. Es handelt sich nicht um eine Sportfahrt, bei der unter ungewöhnlichen Bedingungen und unter Einsatz letzter Nervensubstanz ein hochgestecktes Ziel ein einziges Mal erreicht werden soll, wie etwa der Transatlantikflug Lindberghs, der von Osten nach Westen flog, also mit der herrschenden Windrichtung, sondern es sollen Reisende mit der Pünktlichkeit befördert werden, die von einem r e - g ul ären Verkehrsmittel, z. B. bei einem O-Zug vorausgesetzt werden kann. Und sie sollen an Bord eine Behaglichkeit finden, die die dreitägige Reise über den großen Teich nicht zu einer Strapaze werden läßt. Dazu ist der LZ 129 geplant und gebaut worden, dazu wird der LZ 13 0 gebaut, das Schwesterschiff des „Hindenburg", das zur Zeit im Entstehen ist. * Draußen in der Halle in Löwenthal wird fleißig an der letzten Vorbereitung zum Start gearbeitet. Es handelt sich um die letzte Toilette des Luftschiffes. Hier wird ein Stück Außenhaut nachgeklebt, dort der Anstrich ergänzt und ausge- beffert. Das Seitensteuer, das, seinerzeit bei der Ausfahrt aus der Halle in Löwenthal leicht beschädigt wurde, ist wiederhergestellt. Das Luftschiff wirkt trotz seiner Abmessungen auch in der Halle nicht erdrückend, sondern leicht und elegant. Erst wenn man sich vergegenwärtigt, daß die senkrecht stehende Schwanzflosse, die das Seitensteuer trägt, recht gut den Bug eines stattlichen Ueberseefrachters darstellen könnte und daß auf der waagrechten Seitenflosse ein hübsches kleines Terrassenrestaurant mühelos Platz finden könnte, wird man sich bewußt, um was für Ausmaße es sich handelt. Alles erstrahlt in heller Silberfarbe; eine Braut, die in Kranz und Schleier sich unter die Besucher gemischt hat, wirkt in dieser freundlichen Umgebung ganz, als ob sie unbedingt hierhergehöre. Aus aller Well. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Der erste Derhandlungsabschnitt im Berliner Bauunglücksprozeß steht vor dem Abschluß. Reichsbahnoberrat K e l l b e r g erhielt noch einmal das Wort. Im Gegensatz zu seiner ersten Vernehmung sprach er ruhig und zusammenhängend; er schilderte die großen Schwierigkeiten, die sich aus der Notwendigkeit einer mehrfachen Projektänderung ergaben, und betonte, daß in seinem Büro ganz erhebliche Ueberftunben gemacht werden mußten, um das Maß der erforderlichen Arbeit zu leisten. Bevor die Bauarbeiten in Angriff genommen wurden, stellte die Reichsbahn neue Bohrungen an, um sich über die geologischen Verhältnisse des Untergrundes zu unterrichten. Weiter betonte Kellberg, daß er sehr überlastet gewesen fei. Trotzdem sei er aber nicht vorstellig geworden, vielmehr stets solange im Büro geblieben, bis die Arbeit geschafft war. Bis zu viermal wöchentlich sei er auch über die Strecke gegangen. Im übrigen verblieb er bei seiner Auffassung, daß er sich hinsichtlich aller Einzelheiten der Bauausführung auf die Vorstände der Bauämter und diese wiederum sich auf ihre verantwortlichen Bauwarte verlassen mußten und dursten. Zum Schluß der Sitzung kam es zu einem Zwischenfall. Noths Verteidiger stellte fest, es sei auffällig, daß alle drei Angeklagten aus der Bauleitung der Reichsbahn übereinstimmend davon gesprochen hätten, sie seien hinsichtlich der Anbringung der eisernen Konsolkonstruktion durch Noth vor eine vollendete Tatsache gestellt worden. Darauf gab es eine erregte Auseinandersetzung. Aus den Fragen und Antworten ergab sich, daß bestimmte Unterhaltungen während der Haft geführt worden sind Es soll sich dabei hauptsächlich um die Behandlung der überaus belastenden Aufzeichnungen auf dem bei dem getöteten Schacht- meister Dümke gefundenen Zettel gedreht haben. Dieser Zettel liefert den Beweis dafür, daß über die vorgesehene Sohlentiefe hinaus geschachtet worden ist, so daß die Rammträger nicht mehr die vorgeschriebene Einbindetiefe hatten. Die Verhandlung wurde vertagt. Die Einweihungsfeier für das Marine-Ehrenmal in Laboe. Am 29. und 30. Mai finden die Feierlichkeiten anläßlich der Einweihung des Marine-Ehrenmals von Laboe, das für die rund 35 000 gefallenen See- Helden errichtet wurde, statt. Am 29. Mai werden vormittags Flottenvorführungen auf der äußeren Kieler Förde gezeigt, während nachmittags eine Flottenparade in der Kieler Förde stattfindet. Den Abschluß dieses Tages bildet der Große Zapfenstreich der Wehrmacht im Kieler Hafen. Am 30. Mai folgt der militärische Staatsakt zur Einweihung des Marine- Ehrenmals von Laboe. Während der Kranzniederlegung wird die im Kieler Hafen liegende Flotte Salut geben. Am Abend findet eine große Kundgebung des NS. - Deutschen Marinebundes in der Nordostsee-Halle in Kiel statt, auf der der Kommandierende Admiral der Marinestatton der Ostsee, Oberpräsident Gauleiter Schwede (Koburg) und Vizeadmiral a. D. Staatsrat von Trotha sprechen werden. Gemeingefährlicher Heiratsschwindler festgenommen. In Bad Wildungen lernte der 32jährige Heizungsmonteur Karl Grau eine Hausangestellte kennen, mit der er, obwohl er verheiratet und Vater von zwei Kindern ist, ein festes Verhältnis einging. Er versprach ihr die Ehe und stattete auch der zukünftigen Schwiegermutter einen Besuch ab, wobei er ihr oorspiegelte, er habe seine Brieftasche mit Geld und Rückfahrkarte verloren. Bereitwillig sprangen Schwiegermutter und Braut ein und halfen mit Geldbeträgen aus. Er verabschiedete sich mit dem Versprechen, bald wiederzukommen und die Vorbereitungen zur Hochzeit, die Pfingsten stattfinden sollte, zu treffen. Wider Erwarten ließ der Bräutigam nichts von sich hören. Eines Tages schrieb ein angeblicher Freund der Schwiegermutter, Grau habe einen Unfall erlitten und sei an den Folgen des Unfalls gestorben. Hierauf wandte sich die Braut an die Kriminalpolizei und bat um nähere Angaben über den Unfall. Es stellte sich heraus, daß sie einem Heiratsschwindler in die Hände gefallen war. Der angeblich Tote wurde von der Kriminalpolizei bald unter den Lebenden ermittelt und festgenommen. Es besteht der dringende Verdacht, daß er noch weitere Frauen betrogen hat. Gegen das Dlulschuhgeseh verstoßen. Mannheim, 2. Mai. (DNB.) Wegen Vergehens gegen das Gesetz über den Rassenschutz wurde von der Großen Strafkammer ein 21.Jahre alter Mann zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr drei Monaten verurteilt. Der arische Angeklagte hat seit der Machtergreifung ein Verhältnis mit einer jüdischen Hausangestellten, die im Januar Mutter eines Kindes wurde. Obwohl er nach seiner Erklärung rechtsgerichtet war, erklärte er in der Verhandlung, nicht gewußt zu haben, daß auch männliche Arier unter das Gesetz fallen. Er hält sich auch heute noch an sein Eheversprechen gebunden, während nach dem Gesetz nur die Verpflichtung zum Unterhalt des Kindes besteht. Der Vorsitzende erklärte dem Angeklagten, daß er bei einer Fortsetzung des Verhältnisses eine Zuchthausstrafe zu gewärtigen habe. Kunst und Wissenschaft. Stiftung eines Max-Eyth-Preises. Der Verein Deutscher Ingenieure und die Max- Eyth-Gesellschaft zur Förderung der Landtechnik im VDJ. stifteten aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Geburtstages des Dichter-Ingenieurs Max Eyth für die besten Leistungen auf technisch-schriftstellerischem Gebiet einen Max-Eyth-Preis, um den sich nicht nur Ingenieure, sondern alle schriftstellerisch tätigen Volksgenossen bewerben können. Der Preis wird alljährlich am 6. Mai, dem Geburtstage Max Eyths, verliehen, erstmalig 1937. Es ist dem Preisgericht überlassen, eine Arbeit mit dem Gesamtpreis von 1000 Mark auszuzeichnen ober diesen unter mehrere Bewerber aufzuteilen. Die Arbeit soll in allgemeinverständlicher, fesselnder Beachten Sie untere Veröffentlichung Freitag'den 8. Mai! .'S Statt besonderer Anzeige. im Alter von 76 Jahren. 02049 Heute entschlief nach schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser treusorgender Vater In tiefer Trauer: Lina Bechthold, geb. Will Selma Jaeger, geb. Bechthold Kurt Bechthold Christian Jaeger Anna Bechthold, geb. Bender. Krofdorf, den 4. Mai 1936. Die Beerdigung findet Donnerstag. 7. Mai. nachm. 2% Uhr statt W und 3u diese Kkiegstai werter, In letz Oeffentlic -eereswe interessan planten der Arm zeit, um entdrann di- M sie zum vor einte zugunstei halb lohi das schn welcher Es gib alters u solche Heer o niemano ausgespr wird. teidigung und Krie stark aus seine hoh Derantwo und das muß. das tralität - Gleiche! schützen, die innig Der S lichen Be dat. Den eine kurz wenn ai maßen ei vor. Jede seine gc schwerem seiner W Übung Leute sei gelegene! der zun Besitz ! risten h Pferd, Bauern gleichzeik Pflege d mäßig kc dronskom ren bei J werden k Schweizei Wien Wien Dienstdi baten v Kunden spräche. Die 1 vier M falle e Milli Alterskl faßt öii fahr be Znfante 220000 (Kaoalle und ist; ei ri T Cs jst 9« den 01875 Gießen (Frankfurter Straße 27), den 5. Mai 1936. Die Beerdigung findet in der Stille statt 2897 D tigt. 29O6D 2903 D Kreuzplatz 15 sucht. 2905 A 02065 Monhläocn von3 bis 20 v.H. erhalten Sie bei wieder- viaCniaSSv holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Im Namen der Hinterbliebenen: Hedwig Pickert, geb. Mentzel zwei Tage vor Vollendung ihres 74. Lebensjahres, nach einem arbeitsreichen und leidvollen Lebensweg von uns gegangen. Nach langem, sehr schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief sanft am Dienstagvormittag mein lieber Mann, unser guter Bruder, Schwager, Onkel und Großonkel Heute ist nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Frau, meine unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Marie Sommerkorn, geb. Pfeiffer Beyer Bahnhofstr. 2III sehr preiswert: Für die Großen den prachtvollen Janker oder Sakko in Leinen, Lüster, Wolle und Baumwoll-Stoffen: 4.95, 6.25, 8.75 10.25, 13.50, 15.75 Große Auswahl finden Sie bei uns auch in einzelnen Hosen wie Golfhosen, Breeches-, Flanell- und Anzugshosen als Kombination zu tragen. Otto Pickert Major der Landwehr a. D. Gustav Sack. Gießen, den 6. Mai 1936. Fahrräder Vertreter: Jakob Schupp Bahnhofstraße 27. "srnsprecher3281. MerslelliW Tagschneider Großslückschneider gesucht. — Nur gewandte Kräfte werd, berücksich- biefen wir Ihnen Für die Kleinen die beliebte Seppi- Kleidung Seppi- und Laufhosen aus Velveton 2.20, 3.95 Seppi Hosen a.Spaltleder. Orig. Bayern, für 14 J ahre___14.— Jankers mit bunten Kragen in- entzük- kenden Farben 2.75, 3.75, 4.50, 5.75 Ein Restposten Tuch-Janker, grau und braun, weit unter Preis Danksagung. Für die erwiesene Anteilnahme beim • Heimgang unserer Entschlafenen Frau ElisaUeth Sack, ged. Plank sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Für die trauernden Hinterbliebenen: ist eine willkommene Abwechslung im Speisezettel. Nochjeder Mahlzeit sind zu empfehlen die extra starken Df HILLERS PFEFFERMINZ Gießen, den 5. Mai 1936. (Ederstrafie 21 und Am Kugelberg 8) Die Beisetzung erfolgt am 7. Mai 1936, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof. General von Lettow-Dorbeck in Alsfeld. '+ Alsfeld, 5. Mai. Auf Einladung des „R o- ten Kreuzes, Frauenoerein für Deut- sche über See" sprach in der vergangenen Woche der heldenmütige Verteidiger Deutsch-Ost- afrikas im Weltkriege, General von Lettow- Vordeck, im großen Saal des „Deutschen Hauses" über seine Erlebnisse im Kampf gegen die eng' nommene Brandstätte (gräfliche Herrnscheuer) zu bringen. m Hierauf marschierten die Teilnehmer unter Vorantritt der hiesigen Feuerwehrkapelle zum „Solm- ser Hos", wo die Derbandstagung stattfand. Kreisfeuerwehrinspektor E b e r h e i m erstattete nach der Begrüßung der Vertreter den Jahresbericht, der einen Einblick in die umfangreiche Tätigkeit der Feuerwehr gab. In acht Brandfällen mußte im vergangenen Jahre von den Wehren eingegriffen werden. Die Feuerwehrfachschule Mainz und die Luftschutzschule Gießen wurden von Vertretern der Wehren besucht. Es konnten zahlreiche Anmeldungen für die Teilnahme an dem im Juli stattfindenden Landesfeuerwehrtag in Nieder-Olm entgegengenommen werden. Regierungsrat Schwan sprach namens des Kreisamts Schotten dem Feuerwehrinspektor und den Wehren für ihre aufopfernde Tätigkeit Dank aus und wies darauf hin, sich jederzeit auch in Zukunft für die gute Sache einzusetzen. Sodann wurden mehrere neue Kommandanten und Stellvertreter vereidigt. Der Vertreter der Aufsichtsbehörde schloß seine Ausführungen mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer, dem der Gesang der Nationalhymnen folgte. Für die Kreisleitung der NSDAP. Schotten, sowie für die Ortsgruppe Laubach sprach Pg. Braun, der der Tagung einen guten Verlauf wünschte. Als Tagungsort des nächstjährigen Kreisfeuerwehrtages wurde Ober-Schmitten bestimmt. Zum Schlliffe machte Verwaltungs-Praktikant Riebel ('schotten) interessante Ausführungen über die Bedeutung des zivilen Luftschutzes. Große Strafkammer Gießen. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde der Otto Nagel aus Gambach wegen Sittlichkeitsverbrechens, begangen an Kindern unter 14 Jahren, zu drei Jahren Zuchthaus unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft verurteilt. Dem Verurteilten wurden außerdem die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Wegen des gleichen Delikts hatte sich der G. H. aus Schwickertshausen zu verantworten. Der Angeklagte wurde freigesprochen. Sodann befaßte sich die Kammer mit dem O. Oe. Der Angeklagte wurde seinerzeit vom hiesigen Schöffengericht wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt Während der zu einem Jahr Zuchthaus verurteilte Mitangeklagte B a ch aus Frankfurt a. M. das Urteil anerkannte, legte Oe. Berufung ein. Der Angeklagte verkaufte im Jahre 1935 zusammen 2-Ziiuef-Wolmöogei (Neubau) mit Wohnküche und eingerichtetem Bad in ruhiger Lage zu vermiet. Schriftl.Anfr. unter 2893D an den Greß. Anzeig. Kerientage nuf^ylt Don Margarete Boie. Mit 20 Abbildungen nach Zeich. nungen Don Helene Darges. Ein frohe» Ferlenbüchlein für alle, di« auf der wunder- reichen Insel Sylt Erholung und Freude suchen. Die bekannte Heimatschriftstellerin erzählt im Plauderlon für jung und alt von Dünen und Strand,Wattenmeer,Pflanzen- und Tierwelt, Dogelfreistätten und Naturschutzgebieten auf Sylt. Für die Jugend, die ihre Ferien am Strande der Nordsee verlebt, ist dieses Büchlein ein reizendes Geschenk. Preis kartoniert Reichsmark 0.90. Durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Dermühler Verlag, Vln.-Lichterfelöe Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 FranzVogliCo., Gießen Seltersweg44 i») a Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Sommerkorn Ernst Sommerkorn. Trachten für Urlaub, Sommerfrische, Wanderung die richtige Kleidung. Viele praktische Formen aus guten, haltbaren Stoffen fische Ueberrnacht. Fanfaren des Jungvolkes und das von der Hitlerjugend vorgetragene Safari-Lied leiteten den Abend ein. Hauptmann Freiherr von Rots mann begrüßte die stattliche Versammlung und besonders den Vortragenden mit herzlichen Worten. Er bat zugleich um tatkräftige Unterstützung des „Roten Kreuzes", das in aller Welt für deutsche Volksgenossen schwere Aufgaben zu erfüllen habe. Dann sprach General Lettow-Vor- beck in interessanter Weise über die unter schwierigsten Umständen durchgeführten Kämpfe der kleinen deutschen Schutztruppe. Die Hauptaufgabe der deutschen Verteidiger habe darin bestanden, möglichst große feindliche Truppenteile zu fesseln. Da die Deutschen aber nicht für einen Kriegsfall vorbereitet und ausgerüstet waren, konnten Beschaffung und Transport der Lebensmittel nur unter größten Schwierigkeiten durchgeführt werden. Die geringen Waffen- und Munitionsvorräte zwangen die Truppe, das notwendige Kriegsmaterial vom Feind zu erobern. Auch die Bekämpfung der Tropenkrankheiten und die Herstellung von Arzneimitteln mußte unter schwierigsten Umständen erfolgen. Neben den aufopfernd kämpfenden Deutschen muffe auch die einheimische Bevölkerung besonders erwähnt werden, die freiwillig Heeres- und Trager- dienfte leistete. Nur der eiserne, unbeugsame Wille aller Kämpfenden und die nie erlahmende deutsche Zähigkeit und Beharrlichkeit hätten diese ungeheueren Aufgaben lösen können, trotz zehn- bis hundertfacher feindlicher Uebermacht. Die zahlreichen Besucher, die sich auch aus der näheren und weiteren Umgebung Alsfelds eingesunden hatten, dankten für "das eindringliche Erlebnis des Vortrags mit begeistertem Beifall. Kreisfeuerwehrtag in Laubach. □ Laubach, 5. Mai. Am Sonntag fand hier der diesjährige Verbandstag der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Schotten statt. Sämtliche Wehren waren vertreten, ebenso waren alle Bürgermeister der zum Kreise Schotten gehörigen Gemeinden erschienen. Zunächst wurde im Schloßhof von Teilnehmern des 23. Lehrganges der Feuerwehrfachschule Mainz vorschriftsmäßiges Geräte- und Fußexerzieren gezeigt. Anschließend führte die unter dem Kommando des Oberbrandmeisters Heinrich Kopp stehende Laubacher Freiwillige Feuerwehr einen großangelegten Brandangriff vor, wobei die Motorspritze, zwei Handdruckspritzen, ein Hydrant und das Pumpwerk der städtischen Wasserleitung in Betrieb gesetzt wurden. Es gelang somit, aus fünf Schlauchleitungen die nötigen Wassermengen an die ange- ÄmÄ. Großwäscherei Edelweiß. | Mietgesuche । 3 4-3innnet- MNW für sof. gesucht. Schriftliche Angebote u. 28941) an den Gießener Anzeiger erbet. 3-4-Zim.-Wohnung mit Balkon, in schöner Lage, sofort oder später gesucht. Schriftl. )lngeb. u. 2910D in d. Gieß. Anz. Sofort gesucht NäbeHotelSchütz: l Zimmer m.2Bett. oder 1 Zimmer mit 1 Bett n. 1 Chaiselongue 0.2 Zimmer mit 2 Betten und 1 Chaiselongue möbliert. Preis- eitert, m. genauen Vermietungen*| Zwei große leere Zimmer in guter Lage, ohne Küchenbenutzung zu verm. Schr. Ang. urtt. 02001 a. d.G.A. M.llWUN 48 Jahre, mit gutenKochkennt- nissen, das sämtl. 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Das Gericht erkannte auf Grund der Beweisaufnahme unter Aufhebung des Urteils des Schöffengerichts wegen eines Verbrechens der schweren Urkundenfälschung auf sechs Monate Gefängnis. Weiterbericht des Reichswelkerdiensies. Ausgabeork Frankfurt. Auch am Dienstag kam es in fast allen Teilen Deutschlands bei weiter steigenden Temperaturen zur Ausbildung örtlicher Wärmegewitter. Da von Westen her kühlere Meeresluft über Frankreich vorstößt, wird voraussichtlich heute der Höhepunkt der Erwärmung erreicht werden. Noch kann mit verbreiteterem Auftreten von Gewittern gerechnet werden. Im Bereich der kühleren Meeresluft wird anschließend bewölkteres Wetter vorherrschen, doch wird der Witterungscharakter keineswegs unfreundlich. Aussichten für Donnerstag: Nach Gewittertätigkeit überwiegend wolkiges und nicht mehr ganz so warmes Wetter, doch nicht unfreundlich, veränderliche Winde. Aussichten für Freitag: Voraussichtlich wieder neue Wärmezunahme und Gewitterneigung. Lufttemperaturen am 5. Mai: mittags 23,2 Grad Celsius, abends 14,9 Grad; am 6. Mai: morgens 15,3 Grad. Maximum 24,5 Grad, Minimum heute nacht 9,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Mai: abends 17,5 Grad; am 6. Mai: morgens 13,1 Grad. — Sonnenscheindauer 11,5 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor KümmeL D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr< < Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Form einen Stoff aus dem Gebiet der Technik behandeln, wobei Arbeiten, die sich mit dem Wirken der Technik in der Landwirtschaft befassen, besonders erwünscht sind. Ohne tiefen Gedanken aus dem Wege zu gehen, soll der Aufsatz doch philosophisch unbeschwert fein. Ohne belehren zu wollen, fall die Technik in ihrer Wirkungs- und Erscheinungsweise als ein ewiges Gut des menschlichen Daseins begriffen werden. Phantastische, überschwengliche oder unrichtige Darstellungen scheiden aus, ferner rein philosophische Betrachtungen, Schilderungen oder Deutungen des physikalisch-technischen Weltbildes, mit dem Ziel, technisch-materialistische Weltanschauungen zu verkünden oder in den Streit für oder wider die Technik einzugreifen. Ein Lehrstuhl für Heraldik an der Offenbacher kunsigewerbeschule. Zur Pflege des im Dritten Reich zu neuer Bedeutung gelangten künstlerischen Schaffensgebietes der Heraldik wurde an der Offenbacher Kunstgewerbeschule eine Fachklasse für Heraldik neu begründet. Als Leiter der Fachklasse wurde der Graphiker Willi Harwerth berufen; er hat sich durch seine Arbeiten, die ihn vielfach mit Rudolf K o ch in Zusammenarbeit brachten, einen bekannten Namen gemacht. Der österreichische PLN.-Klub neu konstituiert. Der österreichische PEN-Klub wurde dieser Tage neu konstituiert. Wie erinnerlich war vor zwei Jahren bei einer bewegten Generalversammlung in Raqusa eine Gruppe arischer und nationaler 'Schriftsteller österreichischer und reichsdeutscher Staatszugehörigkeit aus dem PEN.-Klub ausgetreten. Seit dieser Zeit hatte die österreichische Zweigstelle in Wien keinerlei Tätigkeit mehr entfaltet. Nunmehr hat man zu dem seinerzeit übrig gebliebenen Vorstand, der fast durchweg aus Juden besteht, den Staatssekretär Ham- merstein-Eguord, Graf Coudenhooe- Kaier gi und Professor Gregor ergänzend gewählt. Wt Büglerinnen sofort gesucht. -ssiv Täglich Neueingänge in Seppi-Hosen, Joppen, Hemden, Träger, Hüten, Tüchern, Loferl und Füßlingen für alle Größen. | INH.: WILHELM HORN UND SOHN | Tannen-? ANMWIZ abzugeb. Bestell erb.wir v Postk. DamplsägewerkLollar B.NuhnA.G.,Lollar. Kalk - Zement Schlackernd Rhein-u. Mainsand liefert prompt und billigst [2S38d B.GIalthaar&Sohn Telefon 3144 Frankf.Straßel9 I Mühlstraße 18. Stau E. Sldulke Marktplatz 10. Gesucht ehrliche, ordentl. Hausangestellte die auch kochen kann, per sofort. Frau Wahlig Lieh 02067 Braugasse Nr. 1. Gesucht . ein in allen einschlägig. Arbeit, erfahrenes 2911 d Hausmädchen A. Pelikan, Winnerod über Gießen-Land. Tel. Gr.-Bus. 57 8tsll6Ng68UCdS 21jährig. Mädchen mit allen häuslichen Arbeiten : vertraut, sucht z. 15. Mai Stell, n. , Gießen. Gute Zeugnisse vorh. Schr.Angeb.unt, 02058 a.d.G.A. ^Gchneider- lehrling Junge mit guter Schulbildung a. anständiger Familie ges. 2888V Eduard Bieker Schneidermstr. Klein-Linden Franks. Str.106. 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Deshalb lohnt es sich wohl, einmal zu untersuchen, wie das schweizerische Heer beschaffen ist, und in welcher Weise es „reformiert" werden soll. Es gibt wohl kaum ein Land in Europa, das seit alters und in ununterbrochener Entwicklung eine solche Verbundenheit von Volk und Heer aufwies, wie gerade die Schweiz, obwohl niemand der Schweiz und den Schweizern ihren ausgesprochenen friedfertigen Charakter abstreiten wird. Ein Zeichen dafür, daß Wehrwille und Verteidigungsbereitschaft durchaus nicht mit Angriffslust und Kriegswillen identisch zu sein brauchen. Der stark ausgeprägte Bürgersinn des Schweizers, seine hohe Auffassung von den Pflichten und der Verantwortung des einzelnen gegenüber dem Staat, und das Bewußtsein, daß er in der Lage sein muß, das Schweizer Land und die Schweizer Neutralität — beide Begriffe bedeuten ihm fast das Gleiche! — gegen jeden Angriff von außen zu schützen, haben die alte soldatische Tradition und die innige Beziehung von Volk und Heer geschaffen. Der Schweizer lebt, auch wenn er seinem bürgerlichen Beruf nachgeht sozusagen gleichzeitig als Soldat. Denn das Milizsystem der Schweiz "sieht zwar eine kurze „eigentliche" Ausbildungszeit, dagegen — wenn auch in ungebundener Form — gewissermaßen einen dauernden Uebungsz'ustand vor. Jeder Schweizer hat sein Gewehr, seinen Helm, seine ganze Kriegsausrüstung, abgesehen von schwerem Material (Korpsmaterial), bei sich in seiner Wohnung. Jeden Sonntag finden Schießübungen statt, an denen namentlich die jungen Leute teilnehmen, und selbst im kleinsten und höchstgelegenen Gebirgsdorf gibt es einen Schießstand, der zuweilen Eigentum der Gemeinde, zuweilen Besitz der Heeresverwaltung ist. Die Kavalleristen haben sogar außer ihrer Ausrüstung i h r Pferd, das sie — es handelt sich zumeist um Bauern — bei ihrer Arbeit verwenden dürfen, gleichzeitig aber auch sachgemäß pflegen müssen. Die Pflege des Pferdes und der Waffen wird regelmäßig kontrolliert. Jedes Jahr machen die Schwadronskommandanten eine Inspektionsreise und kehren bei den Familien ihrer Kavalleristen ein. Sie werden bewirtet, wie es der Gastfreundschaft der Schweizer Bauern entspricht, und der Zustand der Waffen und Pferde, sowie die Zahl der absolvierten Schießübungen werden regelmäßig im Dienstbuch und im Schießbuch jedes einzelnen Soldaten vermerkt. Alles dieses schafft jene enge Verbundenheit von Volk und Heer, von der wir vorhin sprachen. Die Schweiz, auf deren Boden etwas mehr als vier Millionen Menschen leben, könnte im Kriegsfälle ein Heer von rund einer halben Million aufftellen. Dieses Heer besteht aus drei Altersklassen. Der „A u s z u g", die erste Klasse, umfaßt die Soldaten vom 20. bis zum 29. Lebensjahr bei der Kavallerie, vom 20. bis 32. bei der Infanterie, und seine Stärke beträgt insgesamt 220 000 Mann. Die Landwehr geht vom 30. (Kavallerie) bzw. 33. (Infanterie) bis zum 40. Jahr und ist 110 000 Mann stark, während der L a n d - st u r m die Männer von 41. bis zum 48. Jahre erfaßt und nochmals etwa 100 000 Soldaten darstellt. Zu diesen Ziffern müssen jedoch noch diejenigen der im Hilfsdienst Verwendbaren, nur teilweise Kriegstauglichen hinzugerechnet werden, die als Handwerker, Träger, Sanitäter und im Bürodienst Ver- Deutsche bluten für fremde Fahnen Von Or. W. Görlitz. Deutschland denkt heute wieder mit Ehrfurcht seiner großen Soldaten, und die Erinnerung an die ruhmvollen Taten der Vergangenheit bildet das unerschütterliche Fundament einer stolzen Tradition, auf der unsere Armee von heute weiterbauen kann. Wer aber gedenkt noch jener, die als Deutsche in fremdem Solde unter fremden Fahnen gefallen sind, die als Deutsche seit mehr als zwei Jahrtausenden mit ihrem BVte die Schlachtfelder der Welt gedüngt haben? Sie sind des gleichen Ruhmes würdig, der unsere Regimenter des Einst umweht, jene Hessen und Braunschweiger in Nordamerika, jene sächsischen Garde du Corps und Zastrowkürassiere in ihren gelben Kollern, die 1812 die Schanzen von Borodino erstürmten, jene verlorenen Söhne der Fremdenlegion, die in Afrika und Ton- king fochten und fielen. Unser Artikel gibt einen kurzen Bericht über dieses ebenso ruhmreiche wie tragische Kapitel aus der Geschichte des deutschen Soldatentums. Es ist ein langer, gespenstig-düsterer Zug, der aus dem Nebel der Vergangenheit vor unserem Auge heraufzieht. Germanen im Linnenrock mit dem Büffelhelm eröffnen ihn, es folgen die Reisläufer der Landsknechtszeit in zerhauener, zerschlissener Pluderhose, es folgen Jnfanterielinien m Dreispitz und blinkender Grenadiermütze, Kolonnen in Tschako und Pelzmütze, und das Ende dieses Zuges bilden Männer im Käppi mit dem weißen Nackentuch, die für die Trikolore in der fonnendurchgluh- ten Wüste marschierten und noch heute marschieren. Die Welt von Indien und Sibirien bis nach Nord- und Südamerika hin ist das Schlachtfeld, auf dem diese Männer kämpften und starben. Vielleicht sind schon in Hannibals Heer unter den keltischen Hilfstruppen Germanensoldner mit durch Italien vor Rom gezogen. Sicher aber stehen im Beginn dieser, tragischen Entwicklung deutschen Soldatentums jene germanischen Reit-erschwadronen Cäsars, die ihm auf den pharsalischen Feldern Thessaliens den Sieg im Wehr und Waffen. wendung finden. Diese Zahl wird auf rund 120 000 Mann beziffert. Die Wehrpflicht im Schweizer Milizheer dauert für Soldaten 29, für Offiziere 32 Jahre, vom 20. bis 49. bzw. 52. Lebensjahre. Der Dienst beginnt mit der „ R e k r u t e n s ch u l e ", die den Zwanzigjährigen die erste, grundlegende Ausbildung gibt. Diese Rekrutenschule erforderte bisher bei der Infanterie 65, bei der Kavallerie, wegen des Reitunterrichts, 90 Tage, bei der Artillerie und der Fliegertruppe 75 Tage. Gemäß der Heeresreform werden jedoch in Zukunft Infanterie 88, Kavallerie 102, Artillerie 88 und Flieger- und Genietruppen 98 Tage im ersten Jahre dienen, d. h., die „Rekrutenschule" besuchen. Jedes Jahr werden etwa 25 000 neue Rekruten ausgebildet. Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Angestellten und Arbeiter bei voller Lohnauszahlung für die W i e d erhol u n g s k u r s e, die auf hie Rekrutenschule folgen, freizugeben. Die Zahl dieser Wiederholungskurse, die zunächst jährlich, später in größeren Abständen erfolgen, ist je nach der Waffe verschieden, außerdem gibt es für Artilleristen und Flieger Spezialdienst. Zu dieser verhältnismäßig kurzen Ausbildungsund Dienstzeit, die aber dank der Qualität des schweizerischen Offiziermaterials gründlich wahrgenommen werden kann, tritt noch die vor- und außermilitärische Tätigkeit der Angehörigen des schweizerischen Dolksheeres. Sie ist zum Teil obligatorisch, die Schießausbildung der Jugendlichen (von 18 bis 20 Jahren) seit der Heeresreform. Bund und Kantone unterstützen die vor- und nebenmilitärische Ausbildung durchweg. Die Turnvereine erhalten jährlich rund eine halbe Million Franken für die Ausbildung von 25 000 Skiläufern. Die Schießoereine, die jährlich 10 000 junge Leute vom 16. Lebensjahr ab im Scharfschießen ausbilden, erhalten 5 Franken und 50 Patronen für jeden Schützen im Jahr. Unteroffiziers- und Offiziersvereine, die sich mit der Ausbildung der jungen Leute im vormilitärischen Alter beschäftigen, erhalten ebenfalls staatliche oder kantonale Unterstützungen, und alle vier bis fünf Jahre findet das große Eidgenössische Bundesschießen statt, zu dem Schweizer aus allen Teilen des Landes zusammenströmen, um ihre Schießkünste zu zeigen. Mit dem 1. Januar 1936 wird nunmehr d i e Schweizer Heeresreform, um die in den ersten Monaten dieses Jahres so erbitterte politische Kämpfe geführt wurden, in Kraft treten. Sie sieht außer den schon erwähnten Dienstzeitverlängerungen eine Erneuerung der Truppenordnung, eine Umgruppierung der Waffenarten sowie eine Modernisierung der Bewaffnung und Vervollständigung der Befestigungsanlagen im Osten und Norden vor. Gründe für diese Reform waren das Sinken der Geburtenzahl, das feit 1902 in der Schweiz ununterbrochen und fortschreitend zu beobachten ist, der veraltete Zustand der Heeresordnung, die aus der Vorkriegszeit stammt, und der Wunsch, das Schweizer Heer, namentlich seitdem der völlige Mißerfolg der Abrüstungskonferenz feststand, dem veränderten Stand der Kriegstechnik anzupassen. Im Rahmen dieser Reform werden künftig von der schweizerischen Infanterie mehr automatische und schwere Waffen verwandt Soldaten mit der Rechenmaschine! Von Kanonier O. Aschebach. Vieles ist bei der jungen Wehrmacht wie früher, als unsere Väter Soldaten und Kämpfer waren. Und von den Soldaten, die ein rotes „B" stolz auf ihren Schultern tragen, von denen soll hier die Rede sein. Nicht Bataillon und nicht Batterie bedeutet dieses „B", wie viele geraten haben mögen, sondern es heißt „Beobachtungs-Abtei- l u n g"! Noch nicht viele dieser „B"-Abteilungen gibt es bis jetzt im Reich, denn diese Truppe ist noch im Aufbau begriffen. Zur Kavallerie gehören die Pferde und zur Artillerie die Kanonen, diese „B"- Abteilungen sind Spezi-altruppen der Heiligen Barbara, die nicht ein einziges Geschütz besitzen. Dafür hoben sie aber eine Anzahl große und kleine geländegängige Fahrzeuge; sie sind voll motorisiert! Vielen werden vielleicht aus den letzten Kriegsjahren noch die Schallmeß - und Lichtmeß- t r u p p s bekannt sein, welche unserer Artillerie hervorragende Dienste geleistet haben. Auf den Grundlagen dieser damals noch vielfach recht primitiv arbeitenden Trupps sind die heutigen modern ausgerüsteten Beobachtungs-Abteilungen aufgebaut. Komplizierte Apparate, Auge und Ohr, Rechenmaschine und Zeichenstift sind die Waffen, mit denen sie dem Feind auf den Leib rücken. Der modernsten Kriegführung sind ihre Kampfmethoden angepaßt! Die Zeiten von 1870/71 sind vorüber! Die Infanterie stellt sich nicht mehr in geschlossener exerziermäßiger Aufstellung dem Feind entgegen, die Kavallerie hat keine Attacken mehr zu reiten, und die Artillerie fährt längst nicht mehr auf dem höchsten Hügel auf, um von dort oben dem Feind ihre stählernen Grüße zu senden. Es ist heut nicht mehr nötig, daß man den Feind sehen muß, um ihn bekämpfen zu können. Unsichtbar für unsere Augen werden die feindlichen Kanonen ihre todbringenden Geschosse in unsere Stellung werfen. Und diese verdeckten und getarnten Feuerstellungen des Feindes zu ermitteln, das ist eine der Hauptaufgaben der Beobachtungs-Abteilung! Recht erstaunlich sind die Reichweiten der modernen Geschütze, und die schweren feindlichen Batterien kommen schon weit hinter der eigentlichen Gefechtslinie zum wirkungsvollen Feuern. Nichts ist von ihnen zu sehen, nur knallen hört man sie und spürt die Wirkung! Hier treten die Schallmeßbatterien in Tätigkeit. Bei den einzelnen Schallmeßstellen wird der Abschußknall ausgenommen, die Unterschiede der Ankunft des Knalles auf den verschiedenen Meßstellen werden gemessen, und weiter zurück werden die Ergebnisse mathematisch ousge- wertet. Aehnlich, jedoch auf optischem Wege wirken die Lichtmeßbatterien. Sie schneiden bei Nacht den Feuerschein der feindlichen Batterien an. Bei Tage schießen sie die eigenen Batterien auf Fernziele ein, durch Anschneiden hoher Sprengpunkte. Aber nicht nur mit optischen Geräten und Rechenmaschinen arbeiten die Soldaten der „B"- Abteilungen. Auch Telephonier tungen müssen sie zu bauen verstehen. Und wer glaubt, daß der Dienst bei dieser Truppe nur aus theoretischem und leichtem praktischem Dienst besteht, der irrt sich gewaltig, denn es ist nicht immer leicht, mit einer Kabelrolle auf dem Rücken über Stock und Stein zu rennen, oder Stangen zu setzen und mit den langen Hochlegestangen den Draht auf den Bäumen zu befestigen. Dann gehört dazu noch die Vermessungsbatterie, die die genauen Unterlagen für die Scholl- und Lichtmeßbatterie gibt, und im gesamten Artilleriegebiet ein Netz von Festpunkten schafft. Ein Wetterzug und eine eigene Druckerei vervollständigten die Einzelteile der „B"-Abteilung. Und alle diese Gliederungen zusammen bilden mit ihren Geräten ein sehr wertvolles Rüstzeug der neuen Wehrmacht. Durch die gesamten Ergebnisse ihrer Arbeit wird es der eigenen Artillerie ermöglicht, die Geschütze zielsicher auf den Feind zu richten. Recht viel geistige Fähigkeiten verlangt der Dienst bei dieser Truppe. Aber auch beim Sport und militärischen Fußdienst steht sie ihren Mann. Wenn sie auch das Waffenhandwerk nicht in dem Maße erlernt wie etwa die Infanterie, so steht jedoch der Kameradschaftsgeist bestimmt nicht hinter dem Opfermut und soldatischem Draufgängertum der anderen Waffengattungen zurück. Bürgerkriege des Jahres 48 v. Ehr. erftritten. Es folgen die Goten, Franken und Vandalen, die Friesen und anderen Germanen, die im Solde S p ä t r o m s dessen Kriege führten, Kriege gegen ihre germanischen Brüder, Kriege gegen Slawen und Sarmaten, Kriege gegen die wilden Stämme der lydischen Wüste, Kriege gegen die Araber und gegen die eisenrasselnden Panzerreiter und Kampfelefanten im Orient. Das Mittelalter sieht deutsche Söldner in fast allen seinen Feldzügen; sie fochten im hundertjährigen Krieg der Engländer und Franzosen, sie verteidigten Konstantinopel gegen d i e Türken (1453) und halfen dem Zaren Iwan dem Schrecklichen die Tartarenstädte Kasan und A st r a ch a n zu erstürmen. Die Hugenotten- kriege des 16. Jahrhunderts in Frankreich bringen die „reitres", die deutschen Reiter im schwarzen Küraß mit den gewaltigen langen Pistolen, sie bringen die deutschen Arkebusiere in alle Schlachten. Das unheilvollste Zeitalter aber, da deutsches Blut nutzlos in der ganzen Welt für schnöden Sold verströmte, ist das 17. und 18. Jahrhundert. Am Ende des 17. fechten Hannoveraner unter dem Grafen Königsmarck im Solde der Republik Venedig gegen öie Türken im Peloponnes und a u f Kreta. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts finden wir Württemberger im Dienste des gleichen Venedig. Frankreich besoldet damals deutsche Fremdenregimenter, die es gegen den großen Friedrich marschieren läßt, ferner d i e Regimenter deutscher Schweizer in ihren farbleuchtenden roten Röcken. Es sind jene roten Schweizer, deren einer, der General Lochmann, dem Prinzen Rohan-Soubise, dem Besiegten von Roßbach, auf feine hochmütige Frage, wozu die Schweizer denn eigentlich angeworben wären, erwidert: „Um Ihre Rückzüge zu decken, Sire!" Das Wort hat prophetischen Klang! Deutsche Schweizer sind die letzten auf dem Schlachtfeld von Roßbach 1757, die letzten, die mit ihren Leibern 1792 den letzten Bourbonen vor der Wut des Pöbels zu decken suchen, die letzten 1802 auf Haiti im Kampf mit den aufständigen Negern, sie sind die letzten 1812 in den Schlachten von P o l o z k gegen die Russen, sind Schulter an Schulter mit Polen die letzten im eisigen Schneesturm an der Beresina. Der Großverbraucher deutscher Truppen in diesem 18. Jahrhundert aber heißt England. England wirbt für seinen Krieg gegen die aufständigen Kolonien in Nordamerika 1775 bis 1783 deutsche Regimenter zu Dutzenden. Sie sind überall dabei, die grünröckigen Hessen-Kasseler, die blauen Braunschweiger, bei Neuyork, bei Princetown, bei Saratoga, die Waldecker gegen die verlotterten Spanier in Florida. Und ihnen gegenüber stehen im F r e i h e i t s h e e r der Amerikaner deutsche Milizen aus Pennsylvanien, kommandieren deutsche Obristen wie ein Hergesheimer, deutsche Generale wie ein Steuben, der einstige Adjutant des Preußenkönigs. England verteidigt gleichzeitig mit hannoverschen Truppen den Felsenklotz Gibraltar gegen Spanier und Franzosen, Hannoveraner kämpfen unter der englischen Flagge a u f den Balearen, hannooeranische Jnfanterie- regimenter gehen nach Indien und bedecken sich bei Cuddalore (1799) mit unsterblichem Ruhm. Deutsche fechten zur gleichen Zeit in holländischen Dien st en im Kapland, auf Ceylon und auf Java. Kein Geringerer als Port befindet sich unter ihnen. Die Gestalt des großen Korsen erhebt sich über Europa, und wieder marschieren Deutsche in seinen Armeen, Westfalen, Bayern, Sachsen, Mecklenburger, Rheinländer, Waldecker und Thüringer. Sie marschieren durch ganz Europa von Spanien bis in die Steppen und Eiswüsten Rußlands. Und i n Spanien stehen ihnen wiederum deutsche Brüder in englischem Sold gegenüber. Hannoveraner bilden die Königlich Deutsche Legion, Braunschweiger reiten als schwarze Husaren unter dem kühnen Herzog von Oels zur Attacke. Ueberhaupt gilt für das 19. Jahrundert der Satz: kein Krieg ohne eine deutsche Legion. Südamerika eröffnet diesen Reigen. Im Befreiungsheer Simon Bolivars ficht 1817 eine deutsch-englische Legion gegen die Spanier in Venezuela und Columbien. Ein schleswig-holsteinisches Korps, alte Kämpfer aus dem Dänenkriege von 1848 bis 1849, marschiert im brasilianischen Solde in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts gegen den Diktator Lopez von Paraguay im fieberdunstenden Urwald des Gran Chaco. England wirbt für den Krim krieg 1845 bis 1856 eine deutsche Legion von 10 000 Mann. Sie kommt zum Eingreifen nicht mehr zurecht, dafür werden Teile von ihr im werden, als bisher, wodurch eine Herabsetzung der Zahl der Bataillone im sogenannten „Auszugs von 110 auf 84 Bataillone ermöglicht wird. Eine selb- ftänbig kämpfende Heereskavallerie, Radfahrer und motorifierte Mitrailleure operieren gemeinsam als „leichte Truppen". Dabei wird die Zahl der Kavallerieschwadronen um ein Drittel reduziert und die Kavalleriebrigade abgeschafft werden. Anstatt der Kavalleriebrigade werden neue Radfahrerregimenter geschaffen und diesen Motorradfahrer, motorisierte Mitrailleure und motorisierte Artillerie beigegeben ... Die neue Truppenordnung in der Schweizer Armee sieht statt der zu schwer- fälliaen bisherigen Form — sechs Divisionen zu 24 Bataillonen — für die Zukunft neun Divisionen vor, zu denen noch die Festungsbesatzung St. Maurice hinzutreten würde. Gebirgsartillerie und schwere Motorkanonenabteilungen sollen neu bewaffnet werden. Das Schweizer Milizsystem, das sich um die Jahreswende in neuer vollkommener Form darbietet, ist eine sinnvolle und bis ins kleinste ausgearbeitete Einrichtung zum Schutze des Landes, zur Verbindung von Volk und Heer und zur Durchdringung auch des privaten Lebens mit dem Wehrgedanken. Der Schweizer, der mit seinem Schießbuch jeden Sonntag auf den Schießstand zieht, empfindet diese Tätigkeit kaum noch als „Dienst", obwohl sie ein Stück des Heeresdienstes ist, — sondern als Spiel und Sonntagsvergnügen. Und ähnlich ist es mit den regelmäßigen wiederkehrenden Waffenübungen und Manövern, durch die jedesmal die in der Rekrutenschule gelehrten Kenntnisse aufgefrischt und erweitert werden. Eine Tradition, die bis in die Landsknechtszeit zurückgeht, lebt in diesem Land noch sichtbar und lebendig fort... Motorisierung in England. Mit echt angelsächsischer Zähigkeit und Folgerichtigkeit sind im englischen Heere die Fortschritte der Kraftwagentechnik verfolgt worden. Eine eigene Versuchsbrigade hat zahlreiche Motorfahrzeuge jeder Art (Panzerspähwagen, d. h. straßengängige Räderwagen und bedingt geländegängige Räderraupenwagen, und geländegängige Raupenwagen, volkstümlich Tanks genannt) Jahre hindurch erprobt und alle Fragen ihrer strategischen und taktischen Verwendung eingehend geprüft. Auf Grund ihrer günstigen Berichte ist eine weitgehende Motorisierung des Heeres für das kommende Haushaltsjahr in Aussicht genommen. Die einzige englische Kavalleriedivision wird in eine Schnelle Division umgewandelt. Sie wird aus zwei motorisierten Kavalleriebrigaden (zu je zwei motorisierten Reiteregimentern, d. h. Schützen auf bedingt geländegängigen Motorfahrzeugen, und einem leichten Kavalleriekampfwagenregiment), einem Kampfwagenregiment zu 4 mittleren und schweren Bataillonen sowie aus motorisierter Artillerie und motorisierten Pionieren und Nachrichtentruppen bestehen. Desgleichen werden die i n Aegypten stehenden Reiterregimenter motorisiert werden. Die Jnfanteriebrigaden werden zu drei Schützen- und einem motorisiertem Maschinengewehrbataillon formiert werden. Die Motorisierung des Gefechtstroß der gesamten Infanterie ist beabsichtigt. Vorläufig wird erst einmal versuchsweise eine Jnfanteriebrigade mit neuartigen, sehr geländegängigen Vierräderfahrzeugen ausgestattet. Als Maschinengewehr- und Minenwerferträger scheinen vorwiegend Carden-Llyod-Schlepper eingestellt zu werden. Die völlige Motorisierung der Artillerie wird nicht lange auf sich warten lassen. Die gesamte mittlere, schwere und Flakartillerie, zwei reitende und acht fahrende Feldartillerie-Abteilungen sind bereits motorisiert. Endlich ist die Motorisierung der Pioniere, der Nachrichtentruppen und der Nachschubkolonnen abgeschlossen. In den Kolonien schreitet die Motorisierung je nach ihrer erdräumlichen Lage und dem Ausbau ihres Wegenetzes schneller oder langsamer vorwärts. By. Grenzkrieg mit den Kaffem im Kapland eingesetzt, und als der Sepoyaufstand 1858 in Indien ausbricht, gehen von diesen Leuten 1000 als Jägerkorps nach Indien, um die Kadres der 3. Bombay-Füsiliere, deren Reihen durch den blutigen Feldzug gegen die Maharani von Jhansi in Zentralindien gelichtet waren, aufzufüllen, so daß dieses Regiment der ostindischen Truppen noch bis in die 70er Jahre hinein einen starken deutschen Einschlag aufwies — Kommandeur und Adjutant waren Deutsche. Die 3. Bombay-Füsiliere führten noch lange in der englischen Armee den Spitznamen „Die Jäger". Der Bürgerkrieg 1861 bis 1865 in den Vereinigten Staaten sieht abermals Deutsche auf beiden Seiten. In ganzen Regimentern fechten sie in der Armee der Nordstaaten. Und nicht nur das, wiederum stellen sie auch Generale und hohe Offiziere, wie Franz Sigel, Louis Blenker, Karl Schurz oder den tollkühnen Prinzen Felix Salm-Salm. Das 19. Jahrhundert aber ist auch das Jahrhundert der Fremdenlegion. Frankreich ruft 1830 für den Krieg in Algier die „Legion Etrangere" ins Leben, in der immer zahlreiche Deutsche gestanden haben, gewiß verlorene Söhne ihrer Heimat, aber stets wußten sie brav zu sterben. Die „Legion" hat Frankreichs Kolonialreich gebaut, mit ihrem Blut in der Schlacht, mit ihrem Schweiß beim Straßenbau, und noch heute hält sie die Wacht in Hinterindien, in Syrien und in Ost- afrika. Auch Spanien organisierte seine Frem- denlegion mit vielen Deutschen für den Kampf gegen die Berber im Rif, und ein großer Teil deutscher Söldlinge stand in den holländischen Bataillonen, die um die Jahrhundertwende die grimmigen Atjeh aus Sumatra unterwarfen. Deutsches Blut allüberall, vergossen für kargen Lohn, für fremden Ruhm, für schnöden Undank. Es sind die vergessenen Toten einer großen und ruhmvollen Armee, die da modern in der sibirischen Taiga, in Rußlands Steppen, in der Wüste Nord- afrikas, unter den Korkeichen Spaniens, im Fiebersumpf des Gran Chaco oder in den dunstigen Herbstwäldern des alten Kentucky und Pennsylva- niens. Wir wollen auch dieser Vergessenen denken — aber das neue Reich wird dafür sorgen, daß dieses tragische Kapitel deutschen Soldatentums für alle Zeiten abgeschlossen ist! Wirtschaft auf Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a. 2TL Zrarmun a. M. Berlin 4-5. I 5-5. 4 5. 116,75 116,5 ■Drir die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 0. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Die hinter den Papieren a rn 113,5 100,2 98,25 96,65 100,75 97,5 103,25 113,5 100,25 98,25 100,75 97,5 101,5 97 97 108,9 100,75 97,5 102,9 113,3 100,1 ! 98,25 96,5 101,05 92,25 120 116,75 96,5 101,25 101,5 97 97 108,9 1,65 9 8,75 8,85 13,8 121 116,5 96,5 101,4 101,65 97 97 108,9 Mein-Mainische Börse. Mttagsbörse ruhig, schwächer. Frankfurt a. M., 5. Mai. Die Börse lag 4% Oesterreichiscye Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4’/,% desgl. von 1913.......... 6% abfleft. Goldmexikaner von 99 4% Tür/ische Bagdadbahn-Anleihe Serie I...... 29,25 | 1,75 9,13 । 9 I 9,1 14 30 1,75 8,9 8,7 8,7 13,8 Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 6. Mai. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Die Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 388: Die Durchführungsbestimmungen zur neuen polnischen Devisenverordnung. Der Wortlaut des Gesetzes. Der Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln. — 389: Bekanntmachung KP 133 der Ueber- wachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 390: Die Olympia-Wertzeichen der Deutschen Reichspost. Ob st und Südfrüchte: Deutsches Aepfel- angebot schwach. Treibhaus-Erdbeeren schwach angeboten, Nachfrage gering. Preise rückläufig. Apfel- sinenangebot noch gut, Geschäft lebhaft. U. a. notierten: Aepfel I 28 bis 38, II 20 bis 26, III 15 bis 20, Tiroler Spitzleder 42 bis 45, Apfelsinen blond 14 bis 20 span., Blut 16 bis 20 span., 26 bis 28 ital., Bananen 12V2-k§-Kifte netto 7,50 bis 8 Braf., Treibhaus-Erdbeeren 2,50 bis 3,50, Zitronen, Kiste 300 und 360 Stück, 6 bis 7,50. Hinöertnorff in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 591 Stück Großvieh, 231 Fresser und 139 Kälber zum Berkaus. Es kosteten Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 480 bis 650 Mark, 2. Qualität 350 bis 460, 3. Qualität 200 bis 300, Rinder Vi- bis Xjährig 140 bis 210, X- bis zweijährig 210 bis 280, tragend 290 bis 500, Kälber bis zwei Wochen pro Zentner 32, bis vier Wochen 52, bis sechs Wochen 74 Mark. Marktver- lauf anfangs lebhaft, später abflauend, Ueberstand. — Nächster Markt am 12. Mai. zwischen Nord und Süd, Ost und West im deutschen Vaterland erzielt werden. Und er wurde erzielt, wie die Entwicklung der DLG. im Laufe von fast 50 Jahren gezeigt hat. Daß sie Anfang 1934 unter Beibehaltung ihrer Ziele und Aufgaben im Reichsnährstand aufgehen konnte, zeigt wohl am besten, daß E y t h einen fundamentalen Grundstein für die nationale Hebung der deutschen Landwirt- chaft gelegt hatte. Im Jahre 1896 überließ er die Weiterfuhrung der DLG. bewährten und jüngeren Kräften. Der 60jährige zog sich nach Ulm in sein geliebtes Schwabenland zurück. Zwar wollte Eyth in Ulm „ausruhen" von der aufreibenden Arbeit seines Lebens, aber nicht die Hände in den Schoß legen. Im Gegenteil: vor über 30 Jahren hatten die herrlichen Tropennächte, die unendliche Wüste und die gewaltigen Steinpyramiden Aegyptens unvergeßliche Eindrücke hinterlassen. Nun konnte er endlich seine beiden großen Erzählungen „Hinter Pflug und Schraubstock" und „Der Kampf um die Cheopspyramide" niederschreiben. Schon in der Stuttgarter Zeit, ehe er nach England ging, hatte sich der Dichter in ihm geregt, aber Eyth sand damals keine Zeit, solchen Regungen nachzugehen. Dann arbeitete er an der Herausgabe feiner vorzüglichen „Brief e", seinen Tagebuchaufzeichnungen aus 37 Reise- und Wanderjahren, die unter dem Titel „Im Strome unserer Zeit" erschienen und eine der schönsten Selbst- 9 9 9 14 DerMann Hinterpflug und Schraubstock Zum iOO. Geburtstage des Oichter-Zngenieurs Max Eytb. Lon Gilbert W. Liinnefeld. 101,5 97 97 108,9 biographien der deutschen Literatur geblieben sind. Auch sein Roman „DerSchneidervonUl m", darin Eyth das uralte Problem des Menschenfluges mit Muskelkraft behandelt, fand großen Anklang. Gewiß standen bei Eyth, weil er Ingenieur und Techniker war, die technischen Probleme und Fragen im Vordergrund, aber feine Bücher, besonders seine dreibändige Selbstbiographie, sind alles andere als „technische" Werken die Technik tritt hier stark in den Hintergrund; wenn sie einmal hervorbricht, dann ist sie für jedermann — auch den Nichttechniker — durchaus verständlich und lebendig geschildert; noch weit mehr aber kommt der hoch über allen Dingen des Lebens stehende Mensch Max Eyth in Poesie und Prosa zum Ausdruck, der das Leben gemeistert hat, der die Welt kennt, der sich selbst immer gleichblieb, und der dem Leben einen köstlichen Humor abgerungen hat. Ein Jahr vor seinem Tode erhielt Max von Eyth — er war inzwischen geadelt und zum Hofrat ernannt worden — die höchste Auszeichnung des Vereins Deutscher Ingenieure, die G r a s h o f - D e n k- münze. Im selben Jahr verlieh ihm die Technische Hochschule seiner Heimat, Stuttgart, den D r. - I n g. ehrenhalber, und zwar, wie es in der Urkunde heißt, „in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste in Bau und Einführung landwirtschaftlicher Maschinen, in Anerkennung seiner großen Leistungen im nationalen Interesse durch die Gründung und Ausgestaltung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und in Anerkennung feiner schriftstellerischen Arbeiten mit dem Ziel, das Verständnis ... für das Jngenieurwesen und damit dieses selbst zu fördern". Das schönste Denkmal aber hat Max Eyth sich selbst in seinem unvergänglichen Schaffen und besonders in seinen Briefen und Büchern gesetzt. börsc 5-5. 100,75 97,5 103 113,65 100,1 98,25 96,65 101 Preußen. Sängerkundgebung in Krofdorf. (D Krofdorf, 4. Mai. Zu den Orten, in denen in diesem Frühjahr die sechs Liedertage des Sängerkreises Solms-Wetzlar im Gau 12 des Deutschen Sängerbundes durchgeführt wurden, gehörte auch Krofdorf. Am vergangenen Sonntag trafen sich hier die Gesangvereine „Frohsinn" Ätzbach, „Eintracht" Erda, „Eintracht" Vetzberg, „Hermanus" Gleiberg, „Fortuna" Kinzenbach, „Liederhain" Bieber, „Eintracht" Rodheim, „Germania" Krofdorf und „Harmonie" Mudersbach. Zu dem Wertungssingen, das in der Turnhalle vor sich ging, hatten sich zahlreiche einheimische und auswärtige Sangesfreunde eingefunden. Bewertung und anschließende öffentliche Kritik nahm Musikdirektor Jos. Knettel (Bingen) vor. Da mit der Krofdorfer Veranstaltung die Durchführung der Kreisliedertage ihr Ende gefunden hatte, sprach der Führer des heimischen Sängerkreises Lehrer Majewski (Oberndorf) der Leitung der Sängerschaft und Dirigenten sowie Musikdirektor Knettel für seine Tätigkeit an drei arbeitsreichen Sonntagen seinen Dank aus. Anschließend zogen die Sänger, voran die Fahnen, mit einem Marschlied zur dörflichen Kundgebung, froh begrüßt von der versammelten Ortseinwohnerschaft. Mit dem deutschen Särrgergruß und einem Massenchor unter Stabführung des Dirigenten Ph. Groß (Wieseck) wurde die Kundgebung einyeleitet. Der Sängerkreisführer entbot den Anwesenden und insonderheit dem Bürgermeister und Ortsgruppenleiter einen herzlichen Gruß und wies auf den Charakter der jährlichen Liedertage hin, die nicht ein Zurfchaustellen von Leistungen, sondern einen Höhepunkt im Sängerjahr darstellen würden. Sie sollen bewußt die geeinte Arbeit im Volksleben zeigen, die nicht an Dereinsgrenzen gebunden ist, die aber als Gemeinschaft das Für- und Miteinander aller bekunde. Verpflichtend der im vorigen Jahrhundert übernommenen Dolksturnsarbeit stehe der Sänger aber auch heute mit der Tat inmitten des Lebens von Volk und Staat, helfend an der Bildung der Ganzheit des Volkes. Wenn es dabei hauptsächlich auf die innere Umwandlung ankäme, so können gerade durch Musik und Lied die edelsten Kräfte der Volksseele geweckt und entfaltet werden. Die einfachen, klaren Volkslieder, gefaßt im weitesten Sinne des Wortes, seien aemeinschastsbildend. In Sängerkreisen bestehe die beste Voraussetzung, das Werk des Führers mit vollenden zu helfen. Nach dem Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes und einem weiteren Massenchor entbot Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Schmidt von hier im Namen der Gemeinde und der Ortsgruppe der NSDAP, sowie namens des verhinderten Kreisleiters Haus der Sängerschaft seinen Gruß. Er betonte die Bedeutung des Liedes in allen Zeiten der Vergangenheit, doch habe das Lied in jahrtausendalter völkischer Zerrissenheit so verschieden geklungen. Vornehmste Ausgabe des Sängerbundes fei es, das Gemeinschafts- und Einheitsbildende des Liedes zu pflegen und damit an Adolf Hitlers Aufbau mitzuwirken. Mit der Bitte an die Bevölkerung, die Sangesarbeit in diesem Sinne nach Kräften zu unterstützen, schlossen die Ausführungen. Nach dem „Sieg-Heil!" auf den Führer und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes war die eindrucksvolle Sängerkundgebung zu Ende. Am 6. Mai jährt sich zum 100. Male der Geburtstag eines der großen Pioniere der Reformierung der deutschen Landwirtschaft, Max von Eyth, den man schlechthin den „Dichter-Ingenieur" nennt. Damit kennzeichnet man aber sein Wirken und Schaffen nicht erschöpfend; denn Eyths Leben zeigt eine sehr klare Dreiteilung: Mehr als zwei Jahrzehnte Wirken zur Förderung der Technik — besonders der landwirtschaftlichen Technik — in aller Herren Ländern, dann vierzehn Jahre lang Gründung und Führung des früher bedeutungsvollsten landwirtschaftlichen Vereins in Deutschland, und als dritten Abschnitt das zehnjährige „Aus- ruhen^ von einem ungeheuer arbeitsreichen Leben voll Abwechslung und Kampf, in dem er endlich die Ruhe und Muße fand, seine schriftstellerischen Neigungen zu verwirklichen und der Nachwelt so einen einzigartigen Niederschlag feines Denkens und Schaffens als Mensch und Ingenieur, als Weltenbummler und als Deutscher zu geben. Geboren wurde Maximilian Friedrich Edward Eyth als Lehrerssohn zu Kirchheim in Württemberg. Als Junge fand er mehr Gefallen an einem in der Nähe liegenden Eisenhammer als an Sprach- und anderen Schulstunden. Er sollte zwar Theologie studieren, verließ aber 1852 das Seminar, um sich auf dem Stuttgarter Polytechnikum seinem Jugendwunsch zu widmen: Techniker zu werden. 1856 war sein Studium beendet; Eyth hatte die Lehranstalt mit drei Preisen verlassen, arbeitete ein Jahr vrak tisch in Heilbronn, ging dann drei Jahre als Zeichner, Monteur und Studienreisender zur Kuhnschen Maschinenfabrik in Stuttgart-Berg. Dann kam der Wandertrieb aller Schwaben zum Ausbruch, Eyth wollte ins Ausland und kam auch wirklich als Schlosser nach England zu dem Pionier des Dampfpfluges, John Fowler in Leeds, wo er überraschend schnell weiterkam und schon als Sechsundzwanzigjähriger dessen Vertrauter und Bevollmächtigter wurde. Nun begann ein mehr als zwei Jahrzehnte dauerndes Wandern von einem Land zum anderen; von Europa nach Indien, von dort nach Aegypten. Hier war er länger als zwei Jahre „Chefingenieur" des Paschas Halim, für den er nicht nur Dampfpflüge beschaffte, sondern auch Fabriken aller Art einrichtete, Schiffe auf Stapel legte, die Orte mit Wasserleitungen versah u. a. m. Don Aegypten aus machte er einen „Abstecher" nach Beirut. 1866 kam er nach England zurück und war hier die wichtigste Stütze der Fowlerschen Fabrik. Dann ging er nach Amerika, um dort die Seilschiffahrt einzuführen. In Neuorleans, Loufiana, Missouri, Illinois, Buffalo und Pennsyloanien war er tätig. Dann führte er die Seilschiffahrt in den Niederlanden und in Belgien ein. 1869 steuerte er — ein einziges Mal so in seinem Daterlande — den ersten Dampfpflug in Deutschland bei Wegersleben. Bald darauf ist er abermals in Indien, muh nach Ungarn, zum zweitenmal nach Aegypten, wegen der Wiener Weltausstellung 1873 zurück nach Europa. Dann wird er nach Rußland geschickt, um es mit Damps- pflünen zu versorgen; von dort gehts nach Italien, weiter nach Panama, Peru und Kalifornien, von hier aus muß er zur 8. Weltausstellung in Paris, dann fährt er zum Bosporus, von dort nach Algier, zum drittenmal nach kurzem Aufenthalt in England nach Aegypten, nochmals nach Italien, weiter nach Rumänien und dann nach England zurück, wo man ihm die ihm gebührende Stellung vorenthalten will. Längst war fein Entschluß gereift, nach dem Vorbild der englischen königlichen landwirtschaftlichen Gesellschaft einen ähnlichen, aber noch umfassenderen Verein in seinem Vaterland zu gründen. 1882 läßt er sich in Bonn am Rhein nieder, um hier — in der Nähe der landwirtschaftlichen Lehranstalt in Poppelsdorf — seinen großen Plan auszuarbeiten. Trotz mancher Schwierigkeit unb. teils schleppenden Verhandlungen mit vielen Behörden, Landwirten, Vereinen gelingt ihm 1883 die vorläufige Gründung der „Deutschen Landwirt- schasts-Gesellschaf t", die Ende 1885 endgültige Formen annahm. Ueber ein Jahrzehnt lang füfyue er die Geschicke dieser Gesellschaft durch vielerlei Hindernisse hindurch und über mancherlei Anfangsklippen hinweg. Draußen in der weiten Welt hatte er jahrelang Pionierdienste für die Technisierung der Landwirtschaft getan und richtig erkannt, daß hier eine große Möglichkeit bestand, die Landwirtschaft wirksam zu heben. Seine über 20jährigen Erfahrungen dieser Art kamen ihm bei der DLG.-Gründung trefflich zugute. Durch die jährliche Veranstaltung von Wanderausstellungen — erstmalig 1887 in Frankfurt a. M. durchgesührt — sollte ein rückhaltloser Austausch aller Erfahrungen in Bezug auf Tierzucht und -pflege, Bodenbewirtschaftung, Maschinen und Geräte usw. allen Gebieten außerordentlich ruhig. Allgemein herrscht mit Rücksicht auf die ungeklärte außenpolitische Lage stärkere Zurückhaltung. Die Grundstimmung war nicht unfreundlich. Die Kulisse schritt teilweise noch zu Realisationen, während die Privatkundschaft sich vom Geschäft fast völlig zurückgezogen hat. . Am Aktienmarkt bröckelten die Kurse bei nicht ganz einheitlicher Haltung überwiegend etwas ab. Einige Spezialwerte bezw. Standardwerte vermochten sich aber gut zu behaupten. So IG. Farben mit 169 (168,75), AEG. mit 35,50 (35,40) und Siemens mit 186,50 (185,50). Höher lagen außerdem Scheideanstalt mit 235 (233,50) und von Aus- landswerten Chade-Aktjen: A bis C 383 (377), D 375 (367). Montanwerte gaben durchweg von 0,50 bis 0,75 v. H. nach, Hoesch verloren 0,90 v. H., Mannesmann konnten sich mit 93,75 behaupten. Am Elektromarkt gingen Gesfürel auf 137 (138) zurück. Maschinen- und Motorenaktien verloren 0,25 bis 0,50 v. H., etwas stärker ermäßigt waren Gebr. Junghans mit 89,25 bis 88,75 (90). Ferner gaben Reichsbank-Anteile um 1,65 v. H. und Zement Heidelberg um 1,25 v. H. nach. Auf den übrigen Marktgebieten hielten sich die Rückgänge innerhalb eines Prozentes. Nach den ersten Kursen stagnierte das Geschäft fast vollkommen, die Kurse erfuhren aber nur geringe Veränderungen, neigten aber doch eher leicht nach unten. Auch der Rentenmarkt hatte nur sehr geringes Geschäft und wenig veränderte Kurse. Etwas lebhafter waren späte Reichsschuldbuchforderungen mit unverändert 98,50. Altbesitz lagen 10 Pfennig höher, Zinsvergütungsscheine und Kommunal-Um- schuldung blieben behauptet. Rhein. Städte-Altbesitz lagen etwas höher mit 109,50 (109,25), zertifizierte Dollar-Bonds ebenfalls etwa 0,25 v. H. freundlicher, dagegen Poung-Guldenanleihe niedriger mit 93 (93,50). Von Auslandsrenten gaben Anatolier auf 41,90 (42,70) und 4 v. H. Ungarn Gold auf 8,95 (9) nach. In der zweiten Börsenstunde setzten sich die Abschwächungen am Aktienmarkt fort. Im Durchschnitt ließen die Kurse 0,50 bis 1 v. H. nach, so u. a. IG. Farben, AEG., Gesfürel, Hoesch, Klöckner, Verein. Stahlwerke, AG. für Verkehr, Kaufhof und Zement Heidelberg. Auch die später zur Notiz Schluß- T'uv'- 6se- SÄ'- Datum 6% Deutsche NeichSanIeihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5*4% Doung-Anleihe von 1930 Deutsche Ani.-Ablös.-Schuld mit AuSIos.-Rechten ............. 4*/i% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 6% ehern.8% Hess. BolkLsiaat 1929 (rückzahlb. 102%)........... 4Yi°/O ehern. 8% Hessische Landes bau! Darmstadt Gold R. 12.... 6%% ehern. 4ft% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiaut 4yz% ehern. 8% Darmsl. Komm Landcsb.Goldschuldverichr. R.6 Oberhesjen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Cammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSIvs.-Rechten 4Ki% ehern.8% Franks. Hyp.-Banl Gvldpse. 15 unkündbar btS 1935 6y,% ehern. 4y»% Franks. Hyp. Banl-Ligu.-Psandbnesc....... 6 y2% ehern. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe..... 4%% ehern. 8% Pr. Landespfcmd- briesanstolt, Pfandbriefe R 19 4%% ehern. 7% Pr. Landespfand briefanft., Gold Komm. £61. VI Steuergutlch.Berrechnungsk. 34-88 gekommenen Papiere lagen niedriger. Am Kassamarkt blieben Aluminium Neuhausen gesucht, Taxe 410 (1. K. am 28. 4. 395). Der Rentenmarkt war im Verlause etwas lebhafter und fester. Altbesitz 113,65 nach 113,40, späte Schuldbuchforderungen 98,50 Geld, Kommu- nal-Umschuldung 87 Geld, Reichsbahn-VA. 126,75 (126,25). Zertifizierte Dollar-Bonds bröckelten dagegen ab, 6 v. H. Preußen 68,25 nach 68,75. Don Stadtanleihen 4,50 v. H. Darmstadt von 1926 91,50 (91), die übrigen unverändert. Goldpfandbriefe wie gestern, Liquidationswerte teilweise bis 0,13 v. H. höher, aber 5,50 v. H. Psälz. Liquid. 101,30 (101,50). Am Auslandsrentenmarkt lagen Schweizer Bahnanleihen etwas schwächer. Der Freiverkehrsmarkt lag bei unveränderten Kursen sehr still. — Tagesgeld wie gestern 2,50 v. H. Abendbörse schwächer. An der Abendbörse setzten sich die Abschwächungen von durchschnittlich 1 o. H. fort, da die Kulisse 'weiterhin realisierte und auch von der Kundschaft einige Verkäufe vorlagen. Die Dividendenerklärung von wieder 6 v. H. bei Gesfürel und die Wiederaufnahme von 2,50 v. H. bei Harpener haben enttäuscht. Gesfürel 135 bis 134,75 (135,75), Harpener 123 (124,50), Deutsche Erdöl 119,25 (120,50); je 1 o. H. verloren außerdem BMW. 129, Hanfwerke Füssen 82,50, Holzmann 115,50, Schuckert 139,25, Buderus 103,50, Rheinstahl 125. IG. Farben 168,50 (168,65), AKU. 50,90 (51,25), Verein. Stahlwerke 90,75 bis 90,65 (91). Am Rentenmarkt blieben deutsche Anleihen bei kleinen Umsätzen gut behauptet. Von Valutapapieren gingen 4 v. H Schweizer Bundesbahn auf 221,50 (223) und 3,50 Gotthard auf 191,50 (193) zurück, ferner bröckelten zertif. Dollar-Bonds etwa 0,25 v. H. ab. 6 v. H. Frankfurter 66 (66,25). Neue Türken waren auf höheres Paris fester II 103 (101,50). Im Freiverkehr VDM. 135,75 (135,50). Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 5. Mai. Gemüse: Gutes Angebot von Gurken, Radies, Kopfsalat, Rettich, Spargel und Spinat, von Frühw-irstng Erstlingsangebote. Zwiebeln sehr knapp. Geschäft in Früh- gemüfe lebhaft. Preise für Spargeln merklich zurückgegangen. Ausländischer Kopfsalat nur schwach angeboten. U. a. notierten: Gelbe Rüben 5 bis 6, Gurken (Treibhaus) je nach Größe 25 bis 45, Treibhaus-Karotten (Bündel) 20 bis 25, gelbe Kartoffeln 50 Kilogramm 4,10, 1 15 bis 19 ital., Kohlrabi (Treibhaus) 14 bis 25, Kopfsalat (Freiland) 5 bis 12, Steige 30 Stück 5,50 bis 6 holl., Kopfsalat (Treibhaus) 14 bis 20, Schlüpfer 25 bis 30, Lattich 20 bis 30, Radies 3 bis 6, Rettich (Bündel) 20 bis 70, Eiszapfen 12 bis 15, Römischkohl 8 bis 20, Rotkraut 20, Sellerie je nach Größe 5 bis 25, Spargel I 0,60 bis 0,65, II 0,50 bis 0,55, III 0,45 bis 0,48, IV 0,29 bis 0,32, Spinat 5 bis 12, Weißkraut 15 bis 16, Früh-Wirsing 18 bis 20, Zwiebeln 14. Frankfurt a.M. Berlin Sranffurt a. M. Berlin Schluß» kurs Schluß!. Abend» börsc Schluß» lurS Schluß!. Mittag- börie Schluß» kurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag» börse Datum 4.5. 5.5. 4-5- 5-5 Datum 4-5- 5-5- 4.5. 5.5. 4% vesgl. Serie 11 ............ 5% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4!4°/oRumän.vereinb.Rentcv.iS13 4% Rumänische vereint). Rente .. 2 %% Anatolier ......... ... Hamdurg-Amerika-Paket .....0 Hamburg.Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ................ A.E.G....................... Bekula.................... io Elcktr. LieserungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... gy, Felten & Guilleaume......... 4 Gelellsch.s.EIektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr........... Schuckert8Eo............. 4 Siemens S Halske........... 7 Lahmeyer 8 Eo..............7 Buderus ................... 4 Deutsche Erdöl ............... Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuesten .. Ilse Bergbau ............... Ulfe Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke ............... 1 Mannesmann-R Hren........C 6,75 9,5 5,5 42,7 15 16,75 117,25 87,25 88,75 88,5 184 35,4 146,5 128 145,5 121,5 138 131,75 131,5 140,5 185,4 134,5 105,4 120 127 102,4 — 132,75 97,75 93.75 6,65 9,6 5,5 41,9 14,75 15,9 116,25 87,4 88,5 88,25 182 35 146 126 145,5 121,75 134,75 133 130,5 139,25 185,25 135 103,5 119,25 123 100,65 131 97 92.9 6,7 9,65 5,6 42,6 15,13 28.65 16.5 117.4 114,4 87,5 88,75 88,5 184 35,4 146,9 127,5 146 121,5 137,9 131,75 130,5 140,75 185,9 135 105 120,4 126,75 102 165 132 97,25 94 9,4 5,55 42,13 14,75 28,75 16,13 116,25 114,65 87,25 88,5 88,25 182 35 146.9 125,75 145,5 121,75 135,75 133 130,25 ।140,25 184 134 104,25 120,5 124,5 , 100,9 165 131,5 97 93,13 RanSfelder Bergbau .........5 kokswerke ................ 6 Rheinische Braunkohlen ..... 12 liheinstabl .................. 4 Vereinigte Stahlwerke........0 ?taoi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 3- G. Farben-Industrie....... 7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ................ 5 Rüigerswerke ............... 6 233 125,5 91,9 23,75 129 128,25 184 168,75 233,5 108,5 129,75 124,75 116,75 138.5 144 52 93,5 131,65 94,75 106,5 174,75 38,5 377 185,75 180 I 30 96,75 I 208 236 125 90,65 23 128,25 128 184 168,5 234,5 108,25 129,5 124,5 115,5 137 144 50,9 92,25 131,25 94,75 105,25 174 38 386 186,5 179,5 I 29,9 1 96,75 210 138,25 132,25 234 125,4 91,65 23,4 129,5 128,75 183,25 168,9 108,25 129,75 124,75 116,75 107 52,5 93 132,13 94,4 132,9 106,75 175 83,9 38,4 380 187,5 180 1 29,65 I 208 137,75 132,25 236 125,75 91 23 128,75 128 183,75 168,65 108,25 129,5 124,5 116,5 106,25 51,25 91 130,25 94,25 132 105,75 174,75 82,25 38,13 386 187 180 30 Metallgesellschaft............. 4 Philipp Holzmann........... 4 gemenlwerk Heidelberg ...... 7 Lementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Payenhofer .......4 ilku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 5 Zellstoff Waldhof ............5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Ga« ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Cbade.................... TI» Accumulotoren-Fabrik....... 12 Eontt-Gummi...............8 Griyner....................0 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker .. ... 10 4.Mai 5 .Mai Amtliche Notierung Amtliche Geld Dotierung Bries Gelb Dries Buenos Ai re 0,683 0,687 0,683 0,687 Brüssel..... 42,16 42,24 42,21 42,29 Rio de 3an. 0,136 0,138 0,136 0,138 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,05 55,17 55,07 55,19 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,33 12,36 12,335 12,365 HellingforS.. 5,435 5,445 5,44 5,45 Paris ...... 16,36 16,40 16,355 16,395 Holland ... 168,48 168,82 168,43 168,77 Italien..... 19,60 19,64 19,60 19,64 Faoan ...... 0,720 0,722 0,720 0,722 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5.666 Oslo..... : 61,97 62,09 61,99 62,11 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,20 11,22 11,21 11,23 Stockholm... 63,57 63,69 63,60 63,72 Schweiz .... 80,82 80,98 80,74 80,90 Spanien.... 33,91 33,97 33,91 33,97 Prag....... 10,265 10,285 10,28 10,30 Budapest .. — — — x. ^nod ... 2,486 2,490 2,485 2,489 Vanknoten. Amerikanische Roten.............. 2,437 2,457 Belgische Noten.................. 42,08 42,24 Dänische Noten ................. 54,82 55’04 Englische Noten ................. 12,30 12,34 Französische Noten............... 16,305 16,365 Holländische Noten............... 168,01 168 69 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 61,78 62,02 Deutsch Lesterreich, i IOO Schilling — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 63,38 6.3 64 Schweizer Noten................. 80.56 80JJ8 Spanische Noten................. 33157 33,7] Ungarische Noten ................ Nr. 105 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 6.M 1956 3. Reichsnährstands - Ausstellung in Frankfurt im Entstehen. Rund 150 Morgen Ausstellungsgelände.—18,5 km Länge der AussteUungsfronten. Rund 800 Gonderzüge. — Bisher über 400000 Llebernachtungen gemeldet. Lehrreiche Leistungsschauen für den Bauer und den Städter. Leistungsprüfungen in ihren heimatlichen £an- deslierzuchlverbänden unter schärfster Kontrolle ausgewählten Spihenleistungstiere zu sehen sein werden. In zahlreichen Richtringen werden diese Tiere täglich zur Vorführung kommen,' um den Besuchern zu zeigen, aus welch hohem Stand die deutsche Tierzucht angelangt ist, zugleich aber auch Anregungen für die Praxis und das weitere Streben nach Höchstleistungen auf die- tEigener Bericht des Gießester Anzeigers.) -l «SM» 'V- * Blick auf den Bauernhof. — (Aufnahme: Reichsnährstand.) Wer in diesen Tagen von Gießen nach Frankfurt fährt, wird zwischen den Stationen Frankfurt- West und Frankfurt-Hauptbahnhof auf dem Gelände der Frankfurter Festhalle, aber auch gegenüber auf der anderen Seite des Bahnkörpers außerordentlich reges Schaffen bemerken. Dort wird von vielen Arbeitskameraden in vielseitigster Weise gebaut. Die 3. Reichsnährstands-Ausstellung wird errichtet. Das weite Festhallengelände wird geradezu völlig umgekrempelt; neben den ständigen Bauten sind große Ausstellungshallen im Entstehen begriffen. Ein vollständig ausgestatteter Bauernhof mit allem, was dazu gehört, ist das Kernstück der großen Bauten. Ferner sind rund um den Bauernhof herum Ackerstücke, Wiesenland, Bauernwald, Feldbereinigungsflächen, bauernwirtschaftliche Betriebsanlagen usw. (die Aecker und Wiesen selbstverständlich nicht in der Normalgröße eines Bauernbetriebs, sondern in kleineren Flächen als zweckmäßige Anschauungsmittel) in Bearbeitung. Das städtische Gelände auf der westlichen Seite des Bahnkörpers, also gegenüber dem Festhallengelände, zeigt einen großen Bau der Elektro-Wirtschaft, ferner riesige Anlagen von Stallgebäuden, Tierständen, Vorführungsring, Tribünen usw., sämtlich dazu bestimmt, im Rahmen der Gesamtschau die große Bedeutung der Tierzucht durch Leistungstiere allererster Qualität zu veranschaulichen, zugleich auch den Nutzen der Elektrizität im Rahmen der bäuerlichen Wirtschaft vor Augen Zu führen. Die Gesamtfläche des Ausstellungsgeländes beläuft sich auf 37 Hektar, also nahezu 150 Morgen. Wer die einzelnen Abteilungen der großartigen Schau abschreitet, hat am Ende seines Rundganges eine Entfernung von rund 18,5 Kilometer zurückgelegt, etwa der Land- strahenstrecke Gießen—Grünberg entsprechend. Natürlich findet eine derart große Schau, wie sie in Frankfurt vom Reichsnährstand gegenwärtig aufgebaut wird, im ganzen Reiche und darüber hinaus in der Welt das größte Interesse, denn diese Reichsnährstands-Ausstellung ist nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa die größte Ausstellung überhaupt. Für ihre Unterbringung können nur Städte mit ganz großen Raummöglichkeiten in Betracht kommen, wie beispielsweise bisher München, Leipzig, Hamburg, Berlin und jetzt Frankfurt, die Mainstadt aber auch nur dadurch, daß sie neben dem Festhallengelände noch eine sehr große Fläche Freiland auf dem gegenüberliegenden Gelände der Ausstellungsleitung zur Verfügung gestellt hat. Zur Bewältigung des außerordentlich starken Massenbesuches hat die Ausstellungsleitung im Zusammenwirken mit der Reichsbahn alle Maßnahmen zur Abfertigung von rund 800 Sonderzügen für die hin- und Rückfahrt, selbstverständlich neben allen planmäßigen Zügen, getroffen. Bisher sind von auswärtigen Interessenten bereits rund 4 0 8 0 0 0 Uebernachtungen angemeldet worden, die natürlich nicht alle in Frankfurt unterzubringen waren, so daß die Ausstellungsleitung alle Vororte und die Rachbarstädte, wie z. B. Darmstadt, Mainz, ja sogar bis nach Koblenz einschließlich als Uebernachtungsorle zu Hilfe nehmen mußte. Von diesen Rachbarplähen aus werden die Besucher in Sonderzügen nach Frankfurt kommen. Die Ausstellungsleitung hatte die Presse des Rhein-Main-Gebietes am gestrigen Dienstagnachmittag zu einer ersten Dorbesichtigung der im Entstehen begriffenen 3. Reichsnahrstands- f di au einqeladen. Dem großen Kreis der auf dem Fcsthallengelände versammelten Schriftleiter wurde auf einem mehrstündigen Rundgang ein umfassender Ueberblick über das außerordentliche Ausmatz der Schau gegeben, der auf alle Besucher einen starken Eindruck machte. Der Generalgedanke dieser Ausstellung ist, wie Landesbauernfuhrer Dr. Wagner vor Beginn des Rundganges erklärte, darin zu erblicken, daß die Schau alle Vorgänge der Erzeugungsschlacht in der Bauernwirtschaft praktisch veranschaulichen soll und dabei an vielen lehrreichen Beispielen gezeigt wird, wie in einem Vauernbetrieb richtig gearbeitet wird und wie der Bauer es nicht machen soll, um sich und die Gesamtheit des Volkes vor Rachteilen zu bewahren. Zu diesem Zwecke wird auf der Ausstellung das Beste vom Besten gezeigt und damit für jeden Bauern, aber auch für die Männer und Frauen der städtischen Bevölkerung der Besuch der Ausstellung lohnend gemacht. Auf dem Rundgang konnten wir denn auch feststellen, daß der ganze organisatorische Aufbau der Ausstellung nicht auf das Landvolk allein zugeschnitten ist, obwohl natürlich die Bauernarbeit mit ihren vielfältigen Erscheinungen überall im Vordergrund steht, sondern daß auch für die in den Städten wohnende Ver- braucherschaft ungemein viel Lehrreiches und Wissenswertes in dieser Ausstellung zusammengetragen wird. Man kann von der großen Zahl der Abteilungen und Unterabteilungen dieser Schau im Rahmen eines Presseberichts natürlich nicht alle Einzelheiten schildern. Der Pressemann kann hier seiner Schilderung nur den einen Rat an alle Volksgenossen voranstellen: Fahrt nach Frankfurt und seht euch diese großartige Ausstellung an, keiner wird diesen Besuch zu bereuen haben! Und nunmehr lassen wir die wichtigsten Abteilungen und Bauten der Veranstaltung vor dem geistigen Auge unserer Leser erscheinen. Die Festhalle selbst, im Rahmen der Ausstellung „Reichsnährstandshaus" genannt, enthält in zahlreichen Abteilungen alle die Dinge, die mit der Ausgabe des deutschen Bauerntums, Erhalter und ewiger Blutsquell der Nation zu sein, zusammenhängen; hier werden in den einzelnen Abteilungen die Fragen des Blutes, der Rasse und der Kultur in mannigfacher Darstellung behandelt. Anschließend folgt das „Haus der Marktordnun g", in dem besonders die Stadtbevölkerung sehen kann, in welch hohem Maße die Versorgung der großen Städte mit Lebensmitteln van einem geordneten Markt abhängt. Eine kleine Ausstellung für sich im Rahmen der Gesamtschau ist der „Bauernhof in der Erzeugungsschlacht", der allein eine Fläche von 12 000 Quadratmeter einnimmt. Für diese Abteilung ist ein besonderer Bauernhof in fränkischem Baustil als Lehrbeispiel errichtet worden. Der Hof ist geschlossen umbaut und gedacht für einen Betrieb von etwa 60 Morgen landwirtschaftlich genutzter Fläche, von denen 30 Morgen für Ackerland, 25 Morgen als Grünland und 5 Morgen als Wald genutzt werden. Die Einrichtungen des Hofes find, wie auch die Anlage der Aecker, Wiesen und des Bauernwaldes nach dem Grundsatz geschaffen worden: Man sieht, wie es richtig sein soll, und es wird daneben gezeigt, wie man es nicht machen darf. Diese unmittelbare Gegenüberstellung in allen Teilen eines Bauernbetriebes ist überaus anschaulich und in hohem Maße lehrreich, dabei mit einer Umsicht und Klarheit der Gestaltung geschaffen, daß unzweifelhaft jedermann von der Besichtigung dieser Schau einen starken Eindruck mitnehmen wird. Selbstverständlich ist in diesem Rahmen nicht nur der bauernwirtschaftliche Betrieb der Durchschnittsart allein veranschaulicht, sondern es find auch alle neuzeitlichen Gesichtspunkte der Betriebsführung sowohl auf dem Hofe selbst, wie auf den Aeckern, Wiesen und im Wald, zur Geltung gekommen. Von den weiteren Lehrschauen sei hier auch auf die Weinbau-Aus st ellung hingewiesen, in der man alle Einzelheiten eines vorbildlichen Winzerbetriebs im Weinbau selbst und in der Behandlung des edlen Stoffes in den Keltereien und Kellereien sehen kann, ferner auch Gelegenheit erhält, Kostproben der deutschen Weine zu genießen und dabei, wenn man sich entschließt, seine Bestellung bei dem Winzer abgeben. Außerordentlich lehrreich wird ferner das „Haus der Düngung" sein, in dem die Düngemittel-Industrie in Gemeinschaft mit dem Reichsnährstand eine Lehrschau aufbaut, die nicht etwa eine geschäftliche Angelegenheit der Aussteller sein wird, sondern einzig und allein unter dem Gesichtswinkel des Gemeinwohls und des Dienstes am Volke stehen soll. Das „Haus der Pflanzenzucht" in einer weiteren Halle wird alle in dieses Fachgebiet gehörigen Dinge und Erzeugnisse zeigen, insbesondere an Hand von lehrreichen Beispielen auch mit dem Märchen aufräumen, daß der ausländische Weizen besser sei als der deutsche. Die Besucher werden Gelegenheit haben, in dieser Abteilung aus rein deutschem Weizen hergestelltes Backwerk, das täglich frisch in einer Bäckerei in der Ausstellungshalle geschaffen wird, genießen zu können, um daran die Güte des deutschen Weizens zu erkennen In dieser Halle wird auch der Tabakbau in Hessen mit einer entsprechenden Schau und mit Kostmöglichkeit in Form von Zigarren und Zigaretten, die in der Ausstellung hergestellt werden, in Erscheinung treten. Für die Hausfrauen in Stabt und Land wirb namentlich bas „Haus ber Milchwirtschaft" von ganz befonberer Vebeutung fein. Zur Unterbringung bieser Abteilung ist bie große Messehalle benutzt unb in brei Sonder- schauen aufgeteilt worben, hier unb auch in angrenzenben weiteren hallen werben bie vielfachen Aufgaben unb Dinge ber Milchwirtschaft vor Augen geführt werben. Milch, Butter unb käse, ferner Dauerwaren, Milchprobukte ber verschiebensten Art, Frischmilchgenuß, Butter- milchausschank, Butterbrote mit käse usw. werben hier täglich frisch unb in vielfacher Aufmachung ben Besuchern nicht nur vor Augen geführt, sonbern ihnen auch zum Genuß zur Verfügung stehen. Maschinenausstellungen, anschauliche Lehrschauen über Unfallschutz rationelle Arbeitsweise, landwirtschaftliche Hilfsmittel, ein Ausschnitt aus der Kleintierzucht mit z. B 60 Bassins für Fische, ferner Bienenwirtschaft und Seidenbau dürften weitere starke Anziehungspunkte für die Besucher sein Jenseits des Festhallengeländes, auf der anderen Seite des Bahnkörpers, mit dem Festhallengelände durch eine besondere Fahnenstraße verbunden, hat die Lehrschau der Viehzucht mit dem „Haus der Elektrowirtschaft" ihren Platz erhalten. Was die Elektrowirtschaft auf dieser Ausstellung bezweckt, ist oben bereits zur Genüge gesagt worden. Zur Lehrschau der Tierzucht ist noch besonders hervorzuheben, daß hier die durch vielfache fern Gebiete der deutschen Arbeit zu geben. Diese Wettbewerbe werden täglich besondere Höhepunkte der Ausstellung sein. Ferner wird den Besuchern dieser Abteilung in dem großen Vorführungsring Gelegenheit geboten, Reit- unb Fahrturniere und ähnliche Wettbewerbe, außerdem Sondervorführungen, z. B. eine P a - raöe der SS.-Verfügungstruppe, eine große Luftfchutz-Uebung mit entsprechendem Fliegereinsatz unter besonderer Berücksichtigung des bäuerlichen Luftschutzes usw. zu sehen. Für die Besucher ist es besonders wichtig, zu hören, daß auch bei der Gestaltung der Preise für Erfrischungen aller Art in weitgehendem Maße der Gedanke des Gemeinnutzes zur Geltung gebracht wurde. Sämtliche Preise für ben verzehr sinb von ber Ausstellungsleitung fest vorgeschrieben worben. Die Erfrischungsstätten unterliegen hinsichtlich ber Einhaltung ber festgesetzten Preise einer stänbigen Kontrolle. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgt am 17. Mai durch den Reichsbauernführer in einem feierlichen Festakt, zu dem etwa 1400 geladene Gäste erscheinen werden. Schon jetzt läßt sich auf Grund der gestrigen Eindrücke sagen, daß man es in dieser Schau mit einem gewaltigen deutschen Ereignis zu tun hat, dessen Durchführung in unserer engeren Heimat besonders zu begrüßen ist. Man darf nur noch wünschen, daß das Wetter während der ganzen Ausstellungszeit vom 17. bis 2 4. Mai günstig sein möge, damit alle Volksgenossen diese überaus lehrreiche und sehenswerte Schau in so gedeihlicher Weise in Augenschein nehmen können, wie sie es verdient. Es sei bei dieser Gelegenheit noch besonders darauf hingewiesen, daß die 54 Sonderzüge aus Hessen-Nassau, also aus unserer engsten Heimat, sämtlich Tageszüge sind, die morgens auf dem Heimatbahnhof abfafjren und am gleichen Abend wieder dorthin zurückkehren. Auf der Sonderzugfahrkarte ist die Nummer des Sonderzuges abgedruckt, die Fahrkarte kann daher nicht für andere Sonderzüge, die zu einem späteren Termin dieselbe Strecke befahren, benutzt werden. Der Musterstall des „Bauernhofes in der Erzeugungsfchlacht". — (Aufnahme: Reichsnährstand.) Aus der provinzialhaupistadi. Erfüllter Wunsch. Oben, quer über die Fensterscheiben meines Erkers hinweg, streckte sich der große Ast des Baumes im Garten meiner neuen Wohnung. Daß ich nicht wußte, was für ein Baum es eigentlich war, beschämte mich bald nicht mehr, da es die verschiedensten Menschen, die ich befragte, auch nicht wußten. So wartete ich gern und gespannt darauf, daß die Sonne es an den Tag bringen würde Und das begann sie zu tun. Knospen entwickelten sich, blank, länglich, rosa-grün gefärbt, und dann sprangen Blättchen heraus, voll und hell die Aeste umschmückend. „Könnte ich sie doch nur einmal in nächster Nähe mit all ihren besonderen Einzelheiten sehen, dann würde ich auch gleich wissen, was für ein Baum meinen Arbeitsplatz im Sommer beschatten wird " So hatte ich oft gewünscht und wünschte es wieder, als es plötzlich einen gewaltigen Krach gab, und der Ast vor meinen erstaunten Augen am Fenster vorbei herunterstürzte. Gleichzeitig aber stieg gellendes Iubelgeschrei aus der Kindergruppe herauf, die ich nun draußen, auf der Straße bemerkte Ja, was war denn nur geschehen? Daß Wünsche Aeste abbrechen, hatte ich noch nicht gehört. So öffnete ich mehr als neugierig das Fenster, sah in die Höhe und erblickte dort, auf langer Leiter hoch oben im Geäst stehend, zwei Männer. Eifrig sägend waren sie dabei, einen weiteren Ast zur Erde zu befördern. „Zurück, Kinder, gleich kommt er runter", riefen sie warnend. Die Säge knirschte, knirschte, dann krachte und prasselte es mächtig, und über den Gartenzaun warf sich eine grüne Last. Inzwischen stand ich längst im Garten und sah wehmütig auf den glatten Stamm, der kahl und gespenstig emporfteilte. „Er verdunkelte die Zimmer zu sehr, darum soll er weg", erklärte der Mann mit der Säge. Nun ja, das hatte ich wohl auch manchmal befürchtet. Und rings umher standen genug andere Bäume auf der Straße. Trotzdem wollte mich eine Traurigkeit überkommen — doch sie wurde überjubelt von den Kindern. Solch feines Maiengrün! Direkt vom Himmel heruntergefallen! Und sie brachen sich Zweig um Zweig ab, knick, knack, mit flinken, emsigen Händchen, und ebenso emsig versorgte sich eine junge Frau. „Da hat man doch auch sein Stückchen Frühling im Zimmer, das gibt Freude", lachte sie mich durch das Gitter an. Da pflückte auch ich mir fröhlich mein Teil. Nun steht der Strauß vor mir auf dem Schreibtisch, und ich kann mich nicht sattsehen an dem Wunderwerk der entfalteten Bergahornblättchen, so Zierlich geformt, geädert und noch fein gefältelt. Zwischen ihnen aber blüht es wie kleine grüne Hyazinthen, je zwischen vier Blättern steht eine Blüte. Mein Wunsch ist erfüllt. Ich kann sie ganz nahe sehen, bis in die kleinsten feinsten Einzelheiten studieren. Ob mich die unerwartete Erfüllung aber glücklich macht? Ob ich all die Zweige nicht lieber hoch und fern über mir gegen den Himmel sähe? Doch dafür tausche ich Licht und Sonne ein. Das ist auch etwas Gutes. Und an das Gute muß man sich halten. Darin besteht schließlich die Lebenskunst. E. v. M. Dornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. SA.-Musikzug der Standarte 116: 18.30 bis 19.30 Uhr Platzkonzert auf dem Landgraf-Philipp-Platz.— NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum. — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr: „Schwarze Husaren". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Hauptmann Sorrell und sein Sohn". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die lusti- gen Weiber". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Werken von Fritz Heidingsfeld (Danzig) und P. A. Böckstiegel (Dresden). — Zirkus Althoff: 16 und 20.30 Uhr Vorstellung, 10 bis 19 Uhr Tierschau. — Bekenntnis-Gemeinde Gießen: 20.15 Uhr Vortrag von Pfarrer Martin Niemöller in der Johannes- kirche. Sladtthealer Gießen. Heute von 19.30 bis 22 Uhr die Operette „Schwarze Husaren" von W. W. Goetze. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Der Intendant. 29. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Bekenntnis-Gemeinde Gießen. Heute, Mittwoch, abend Vortrag von Pfarrer N i e m ö l l e r in der Johanneskirche. (Siehe heutige Anzeige.) Alles für das Hilfswerk „Mller und Kind"! Opfer und Arbeit des Lyzeums und der Irauenschule. Gtandkonzeri -er GA. Am Mittwoch findet von 18.30 bis 19.30 Uhr auf dem Landgraf-Philipp-Plah anläßlich des Dankopfers der Nation ein Platzkonzert des INufikzuges der S2L- Standarte 116 statt. Sturm 5/116 stellt Sprechchöre und singt S A.. L i e d e r. Volksgenosse! Trage auch du an diesem Tage durch Linzeichnung in die Spenden- l ist en einen Teil deiner Dankesschuld an den Führer ab. Gebt freudig und reichlich! SA.-Standarte 116. Standartenführer. Amt für Volkswohlfahrt, Sießen-Nord. Betr.: O p f e r r i n g. Am Mittwoch, 6., und Donnerstag, 7. Mai, findet die Einziehung des Opferringes für den Monat Mai statt. Deutsche Iägerschast. Jagdgau Oberhessen. Die Pressestelle des Gaujägermeisters teilt uns mit: Die Wildmarkierung findet im Jahre 1 9 3 6 einheitlich im ganzen Reich durch weiße Wildmarken im rechten Lauscher oder Löffel statt. Diese Anordnung ist unbedingt au beachten, wenn die Markierung nicht einen erheblichen Teil ihres Wertes einbüßen soll. (Schutz für das hessische Gast- und (Schankstättengewerbe. LPD. Durch eine Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — werden mit Wirkung vom 1. Mai die Bestimmungen des §1 der Verordnung vom 22. Oktober 1934, das Gaststättengesetz betreffend, auch auf die Ausdehnung bestehender Betriebe auf den Ausschank bisher nicht zugelassener Arten von Getränken und auf bisher nicht zuaelassene Räume erstreckt. Der angezogene § 1 besagt, daß auf die Dauer eines Zeitraumes von drei Jahren, beginnend mit dem 22. Oktober 1934, im Volksstaat Hessen Erlaubnisse für neu zu errichtende Gast- und Schankwirtschaften jeder Art grundsätzlich nicht erteilt werden. Ausnahmen dürfen nur in ganz besonders gelagerten Fällen von den Kreisämtern zugelassen werden. Wer zahlt keinen Beitrag zur Angestelltenversicherung? Bei der Angestelltenversicherung besteht die Der- waltungsübung, daß Söhne und Töchter, die im Haushalt des Geschäftsinhabers leben und voraussichtlich später einmal das Geschäft übernehmen, nicht für die Beitragsleistung an die Angestelltenversicherung heranaezogen werden. Dies hat dazu geführt, daß auch Angestellte in Aktiengesellschaften oder G. m. b. H.s den Antrag stellen, von der Beitragszahlung der Angestelltenversicherung befreit zu werden. Sie wiesen bei diesem Antrag darauf hin, daß ihre Eltern als Gesellschafter oder am Kapital der Aktiengesellschaft maßgeblichen Anteil haben. In einer besonderen Entscheidung hat die Angestelltenoersicherung ausdrücklich festgestellt, daß für Das Lyzeum und die Frauenschule hatten sich für die vergangenen drei Wochen seit Ostern eine schöne Aufgabe gestellt: jede Stunde des Handarbeitsunterrichts in dieser Zeit war dem Hilfswerk „M utter und Kind" gewidmet. Jede Schülerin beteiligte sich. Die Schülerinnen brachten zunächst Wollreste und Stoffreste mit und fertigten aus diesem Material ohne großen Kostenaufwand in schöner Bereitschaft zur Hilfe einzelne Kleidungs- und Ausstattungsstücke für Kinder an. Es wurde mit großem Fleiß und mit ebensoviel Liebe gearbeitet und unter den geschickten Fingern der Schülerinnen entstanden viele wertvolle Dinge, die nunmehr in Kürze und aus Anlaß des Muttertages am 10. Mai der NSV. zur Weiterleitung überwiesen werden. Alle Arbeit war nun dieser Tage in einer übersichtlichen Schau im Handarbeitssaal des Lyzeums und der Frauenschule zusammengetragen. Für den Besucher bot sich ein buntes Bild. Welche Fülle der Dinge in dieser dreiwöchigen Arbeit entstand, geht aus der nachfolgenden Aufstellung hervor. Dabei konnte man feststellen, daß alles mit großer Sorgfalt hergestellt war und auch nach der geschmacklichen Seite, in der Zusammenstellung des Materials und in der Harmonie der Farben, sehr sorg- diese Fälle die bisher geübte Verwaltungsübung nicht gültig ist. Diese besteht nur für die engste Familiengemeinschaft, aber nicht für Angestellte von juristischen Personen, wobei es gleich ist, in welchem Verwandtschaftsverhältnis die einzelnen Angestellten zu den Kapitalgebern stehen. Fort mit „Konfektion". Das Reichs- und preußische Wirtschaftsministerium teilt mit: In weiten Kreisen ist bedauerlicherweise noch immer die unschöne Bezeichnung „Konfektion" im Gebrauch. Dieses überaus überflüssige Fremdwort hat weder einen genau abgegrenzten Begriff, noch ist immer zu. ersehen, ob ein Waren- oder Wirtschaftszweig gemeint ist. Im übrigen hat es einen wenig angenehmen Beigeschmack. Es sollte daher künftig allgemein an Stelle des Fremdwortes Konfektion nur noch die Bezeichnung „Kleidung" oder „Bekleidung" bzw. „Bekleidungsindustrie" angewandt werden. Störungen der Ruhe und Ordnung durch Musizieren ufn>. Die Polizeidirektion weist darauf hin, daß anhaltendes Musizieren, insbesondere Klavierspielen, Spielenlassen von mechanischen Musikapparaten (Grammophon, Radiolautsprecher u. dgl.) im Freien oder bei offenen Fenstern meist eine erhebliche Belästigung der Nachbarschaft bildet und häufig den Tatbestand des § 360, Ziffer 11 des Reichsstrafgesetzbuches (ungebührliche Erregung ruhestörenden Lärms oder Verübung groben Unfugs) erfüllt. Die Polizeibeamten sind angewiesen, einzuschreiten. Umtausch alter Jtunöfumgcräec. Zur Belebung des Sommergeschäftes, zur Räumung der Lagerbestände von Industrie und Handel und gleichzeitig mit dem Ziel, veraltete, gebrauchte Rundfunkgeräte aus dem Markt zu ziehen, wird in der Zeit vom 1. Mai bis 30. Juni eine Umtausch- Aktion für Rundfunkempfangsgeräte durchgeführt. Diese Umtausch-Aktion wird auf Grund von Vereinbarungen zwischen der WDRL., der Arbeitsgemeinschaft des deutschen Rundfunk-Einzelhandels und den zuständigen Verbänden des Groß- und Einzelhandels nach Maßgabe folgender Richtlinien vonftatten gehen: In der Zeit vom 1. Mai bis 30. Juni können gebrauchte Rundfunkgeräte von solchen Typen, die bis spätestens 31. Juli 1931 auf den Markt gekommen sind, beim Verkauf fabrikneuer Geräte durch den Einzelhandel auf den Kaufpreis in Anrechnung gefällig gearbeitet wurde. Die Arbeit des Lyzeums und der Frauenschule dürfte für die NSV. eine wertvolle Unterstützung im Dienste des „Hilfswerkes Mutter und Kind" fein. Neben den handgearbeiteten Dingen war auch eine große Anzahl von Sachen gestiftet worden. Das Gesamtergebnis der Spende liegt bei weitem über allen bisherigen Spendeergebnissen. Gearbeitet: 17 Paar Erstlingsschuhchen, 27 Windeln, 19 Moltondeckchen, 34 Hemdchen, 55 Kleidchen, 62 Lätzchen, 2 Ausfahrjäckchen, 14 Schürz- chen, 10 Spielhöschen, 28 Hütchen und Mützchen, 4 Windelhöschen, 1 Nachthemd, 5 Leibchen, 1 Unterröckchen, 1 Höschen, 1 Flaschenhülle, 1 Garnitur (Mütze und Schal), 2 Umhängtäschchen, 2 Topflappen, 1 Puppenbett mit Püppchen. G e st i f t e n : 5 Paar Erstlingsschuhchen, 12 Windeln, 7 .Moltondecken, 53 Hemdchen, 33 Kleidchen, 38 Jäckchen, 33 Lätzchen, 3 Ausfahrjäckchen, 7 Schürzchen, 14 Hemdhöschen, 20 Hütchen und Mützchen, 6 Nachthemden, 2 Leibchen, 9 Wickelbänder, 18 Unterröckchen, 8 Paar Schuhe, 11 Paar Strümpfe, 10 Höschen, 11 Knabenblusen und -Anzüge, 4 Knabenhentdhosen, 1 Kinderbettuch, 1 Kissenbezug, 1 Mieder, 2 Paar Handschuh, 1 Paar Waschhandschuhe, 1 Damenunterrock. bracht werden. Diese Regelung erstreckt sich nur auf solche fabrikneuen Geräte, deren Preise bisher noch nicht herabgesetzt wurden, die also noch zu dem ursprünglichen Bruttolistenpreis gehandelt werden. Bei Rückgabe eines Batteriegerätes wird ein Rabatt von 10 v. H., bei Rückgabe eines Netzgerätes von 15 v. H. auf den Bruttoliftenpreis des neu zu liefernden Gerätes gewährt. Volksempfänger VE 301 und Arbeitsfrontempfänger DAF1011 find hiervon ausgeschlossen. 25 Jahre Kameradschaft ehemaliger L16erGießen Die Kameradschaft der ehemaligen 116er Gießen kann am kommenden Samstag und am Sonntag die Feier eines 25jährigen Bestehens begehen. Vor 25 Jahren, am 11. Mai des Jahres 1911, hatten sich 21 Kameraden zusammengefunden, die im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 gedient hatten und den Wunsch in sich trugen, die Kameradschaft aus der Militärzeit weiterzupflegen und aufrechtzuerhalten. Damals wurde der Verein ehemaliger 116er gegründet. Die junge Kameradschaft hatte zwei Jahre später bereits eine große und ehrenvolle Aufgabe zu erfüllen: die Durchführung der Feier aus Anlaß des 100jährigen Bestehens des Regiments! Die Kameraden sicherten der Veranstaltung einen großartigen Erfolg. Die Kameradschaft der ehemaligen 116er hat sich nun vorgenommen, die Feier ihres eigenen 25jähri- gen Bestehens in entsprechend würdiger Form zu begehen. Die Gründungsfeier sieht eine Reihe von Veranstaltungen vor. Der Samstagnachmittag bringt zunächst eine Kranzniederlegung am Denkmal der ehemaligen 116er auf dem Landgraf- Philipp-Platz. Am Abend.finden sich die Mitglieder mit ihren Familien zu einem großen Kameradschaftsabend im Cafe Leib ein. Für diesen Abend wurde das Musikkorps des Infanterie-Regiments Nr. 36 unter der Leitung von Obermusik- meifter Ernst Krauß e gewonnen; darüber hinaus wird ein unterhaltsames Programm geboten. Für den Sonntagvormittag ist zunächst eine Besprechung von Verbands-Angelegenheiten vorgesehen. Anschließend wird man sich zu einer Besichtigung der neuen Kasernen treffen. Der Nachmittag ist dann wieder dem kameradschaftlichen Beisammensein gewidmet, und zwar wird man sich in Haus und Garten des „Schützenhauses" treffen. Auch hier wird für allerlei Unterhaltung gesorgt sein. Dieses Beisammensein soll besonders die kameradschaftliche Verbundenheit aller Waffengattun- I gen dokumentieren. Auch die jungen Soldaten werden teilnehmen. Außerdem werden Kameraden des Traditionsbataillons erwartet. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Gastspiel Zirkus Alchoff. Wieder einmal drei Stunden Zirkuskunst! Das bedeutete für den Zuschauer drei Stunden anregende Unterhaltung, drei Stunden Bewunderung großer körperlicher artistischer Leistungen und Bewunderung für eine Fülle der Kraft und des Mutes, die sich selten auf kleinem Raum so zusammendrängen, wie gerade unter dem Zirkuszelt. Zur gestrigen ersten Vorstellung war das Zelt fast bis auf den letzten Platz besetzt. Gespannt harrte man der vielfältigen Darbietungen, die das Programm versprach. Musik mehrerer Kapellen leitete den Abend ein. Die vierfache Fahrschule — geritten von drei Damen und einem Herrn, war ein glücklicher Auftakt und brachte schon zu Anfang viel Leben in die Manege. Erstaunliche Leistungen der Kraft in Armen, Beinen und in den Zähnen hatte man bei einer Lufttruppe zu bewundern. Die Sensation war ein Sprung vom Trapez. Eine feine und echt zirzensische Nummer zeigten Frl. A l t h o f f und Herr Williams in einem „Pas de deux“ und auf wunderschönen Pferden. Interessant war es für die Zuschauer, zu sehen, daß sich auch Kamele und Zebras der Dressur fügen, ganz wie Pferde, in der runden Manege Schule laufen. Eine Steigerung erfuhren die Darbietungen in den Althoffschen Freiheitsdressuren. In vielen Figuren wurden vier Trakehner Rappen vorgeführt, man sah die lustige Pony-Kinderstube, schließlich aber noch die der 16 Tigerschecken, die Direktor Franz A l t h o f f zeigte und mit ihnen einen großen Erfolg errang. Mit Begeisterung sah man die gelehrigen, folgsamen, die wendigen Tiere im Ring, in ihren eleganten natürlichen Bewegungen, in ihrer gepflegten Schönheit. Der Abend brachte aber noch einige andere Pferdenummern. So sah man neben den Tigerschecken nicht 'weniger begeistert die herrlichen schneeweißen Araberhengste, dann die famosen Steiger „Monto" und „Orloff", ja, es gab sogar ein seil- springendes Pferd zu sehen. Die Truppe Williams zeigte Reiterkunststücke auf ungefattelten schweren Pferden und errang sich damit Sonderbeifall. Die große Geschicklichkeit, mit der Reiter und Reiterinnen fast ohne Hilfsmittel auf ihre Pferde springen, fordert immer neue Bewunderung heraus. Im Rahmen der vielen schönen Darbietungen mit Pferden bedarf Frl. Netti Althoffs Vorführung des preisgekrönten Turnierpferdes „Ca- price" besonderer Erwähnung. Caprice tanzte unter der geschickten Führung der Reiterin in allen Takten und überraschte dabei mit viel Grazie. Reiterin und Pferd schienen wie miteinander verwachsen. Den Höhepunkt der gestrigen Vorstellung stellte zweifellos R o c a s i m i s neuartige Löwen-Dressur-- Nummer dar. Sicherlich haben die meisten Zuschauer eine Raubtiervorführung dieser Art noch nicht gesehen. Der Dompteur, der sich als Clown zu seinen vier großen schönen Löwen begab, ging mit ihnen wie mit Menschen um. Er scherzte mit ihnen auf alle erdenkliche Weise, gab ihnen laut- schallende Küsse, umarmte sie, legte sich mit ihnen gewissermaßen schlafen, rasierte sie mit Schlagsahne, ja, er hielt sie sogar offensichtlich zum Besten, ohne daß es die Tiere ungnädig aufnahmen. Dabei bediente sich der Dresseur kaum der Peitsche, sondern warf die Löwen mit Sägemehl, wenn sie nicht gleich parieren wollten. Ja, er fauchte sie auch an, als ob er ihresgleichen wäre. Die Vorführung wurde für den Domvteur ein großer Erfolg, nril sie sich so grundsätzlich von allem unterschied, was man bisher auf diesem Gebiet sah. Sehr ansprechend waren auch die Elefanten-Dressurakte, die allerdings ganz auf eindrucksvolle Bildwirkung abgestellt waren und tatsächlich auch starke Eindrücke vermittelten. Es war schön zu sehen, wie hier der Mensch und das riesige Tier in einer herzlichen Kameradschaft zusammenarbeiteten. Neben den zahlreichen Darbietungen mit schönen Tieren gab es noch eine Fülle der artistischen und akrobatischen Kunst zu sehen. Miß M a r t h i s e n Gießener Gtadttheater. Friedrich Lindemann: < „In Luv und Lee die Liebe." Für die Binnenländer, die ja bei uns in der 1 Ueberzahl fein dürften, ist diesem erfreulichen Stück < im Programmheft eine kleine Segelanweisung mit- ! gegeben worden, damit sich die einheimischen Be- 1 sucher in den mancherlei Fachausdrücken und auch sonst in den Vorgängen der drei Akte leichter zurechtfinden. Daß zum Beispiel „Moses" die Gattungsbezeichnung für den jüngsten Schiffsjungen ist, wird allen, die wenigstens in der Literatur zur See gefahren sind, bereits geläufia fein. Steuerbord und Backbord „ist das, was alle Landratten immer verwechseln, nämlich rechts und links". „Luv: von dort kommt der Wind; Lee: dahin geht er." Das erklärt verschiedenes von dem, was sich an Bord und im Hasen ereignet. Tröstlich ist die abschließende Anweisung: „Liebe: heißt auch auf hoher See nur: Liebe." * Damit ist schon viel gewonnen, aber man muß hinzufügen, daß hier, obwohl wir nicht einmal bis zum Auslaufen kommen, außer der Liebe auch noch der Alkohol (besonders in Form von Genever) eine bedeutende Rolle spielt. Der Bremer Friedrich Lindemann hat bereits in seinem Roman „König im Moor" ein ähnliches Thema in ähnlicher Umwelt behandelt. Hier befinden wir uns in einem kleinen Ostseehafen, erst in der Hafenkneipe, dann an Bord eines Schuners, zuletzt im Hafenzollamt. Die Reihenfolge der Schauplätze ist nicht willkürlich, sondern naturnotwendig so und nicht anders. Der Ton ist nicht nur fachmännisch, sondern vor allen Dingen auch sehr klar und deutlich, das Ganze zwar nicht von Problemen übermäßig beschwert, aber lustig, unliterarisch und volksstücksmähig. Auch die Handlung ist, obwohl es im zweiten und dritten Akt je eine Verlobung gibt, kaum konzentrierter, als das bei Volksstücken, die auf Milieuschilderung, Dialekt und typische Figuren Wert legen, der Fall zu sein pflegt; aber sie hat den Vorzug, daß das Pulver nicht zu früh losgcht, sondern erst im letzten Akt, aber da richtig und hochdramatisch, und jetzt handelt es sich nicht meyr bloß um Liebesgeschichten, sondern um einen richtigen Kriminalfall, der zur Freude der Beschauer eine verblüffende Aufklärung erfährt. * Da wird nämlich dem ollen ehrlichen Kapitän Braß, ehe er mit seinem Schiffchen in See sticht, in der Wirtschaft von Mutter Groß, mit der er sich später verlobt, von einem verdächtigen Kavalier eine Schiffsapotheke angedreht, mit welcher man alle Krankheiten und Unfälle kurieren kann, die einen Seefahrer unterwegs Heimsuchen können. Der Käptn ahnt nicht, daß diese Apotheke in Wirklichkeit als ein „Briefkasten für Rauschgiftschmuggel" gedacht ist, und könnte in seiner Unschuld beim Hafenzollamt ziemlich Schiffbruch leiden, wenn nicht der Inhalt des ominösen Lazarettkastens im Laufe des —öeads die wunderlichsten Verwandlungen durchmachte. Daran sind nun wieder die verschiedensten Personen mittelbar und unmittelbar, absichtlich und unabsichtlich beteiligt, und da Lindemann, wie man sich überzeugen kann, entschieden Sinn ur Humor hat, ergeben sich daraus die merkwürdigsten und witzigsten Situationen. * Wenn Käptn Braß sein treuherziges Auge auf Mutter Groß geworfen hat, so hat es die Tochter Groß ihrerseits mit dem Steuermann, obwohl ober gerade weil sie ihm gleich zu Anfang eine Ohrfeige gibt. (Liebe ist eben Liebe, auf hoher See ober im Hafen.) Außerbem fühlt sich bie Tochter, Betty, bewogen, baraufhin bie Flaschen im Medizinschrank auf eigene Faust ein bißchen umzufüllen; das hat nun wieder der Bootsmann Dreefen zufällig bemerkt, und daher kommt es, daß die ganze Besatzung hernach an Bord so überaus munter wird. (Einen Rausch haben sie, aber Gift war es nicht.) Daß der Steuermann sich zum Abschied außer Betty noch ein anderes Mädchen an Bord bestellt hat, war unvorsichtig, denn dieses Mädchen steht wiederum und andererseits in Beziehungen zu jenem verdächtigen „Doktor", der dem Käptn die „Apotheke" angedreht hat. Da sich die „Zollmöpse" begreiflicherweise sowohl für den „Doktor" als auch für dessen weiblichen Anhang interessieren, wird die Derlobungsfeier durch unliebsame und unvorhergesehene Störungen unterbrochen, und der Steuermann hat wegen des doppelten Damenbesuches, der natürlich nicht ohne herbe Auseinandersetzungen bleibt, ohnehin Scherereien genug. Aber die Kapitänskajüte hat ein Oberlicht, durch das man hinuntersehen kann, und die tüchtige Besatzung besteht aus seebefahrenen Männern, die nicht auf den Kopf gefallen sind. Sie haben die Medizinflaschen nicht bloß leerge- > trunken, sondern auch gewissenhaft nachgefüllt. 1 Dies war sehr weise und zeitigt goldene Früchte ' bei der anschließenden Verhandlung im Zollamt. Dort wird dem „Doktor" zwar bas Hanbwerk gelegt, aber beim Steuermann weht jetzt der Wind i von der richtigen Seite. Und daß der zweite Ver- , lobungsschluck so verdächtig und für einen Seemann ) ganz abscheulich nach Wasser schmeckt, statt nach ? Genever — darüber braucht sich nach diesem übersichtlichen Bericht eigentlich niemand mehr zu wundern. * Die Spielleitung hatte Herr L ü p k e. Er inszenierte so, daß die liebenswürdigen Seiten in Lindemanns Stück vollauf zur Geltung kamen: Gemüt und Humor und Stimmung; die Liebe und der Alkohol fetzten sich sozusagen von selber in Szene, und die kriminalistische Spannung im dritten Akt hatte es in sich. Herr Löffler hatte die drei Schauplätze mit verständnisvollem Geschick, in naturalistischer Echtheit aufgebaut: es roch förmlich nach Salzwasser und Genever. * Die lustigste und rundeste Gestalt der kleinen Schiffsbesatzung war Herrn Geigers Bootsmann Dreefen, ein verschmitzter alter Fahrensmann, mit reicher Erfahrung gesegnet, strotzend von Döntjes und plattdeutscher Spruchweisheit von enormer Durchschlagskraft, ein wahrhaft goldenes Gemüt und übrigens offenbar ein naher Verwandter jenes pfiffigen Knechtes auf Hinrichs berühmtem Bauernhof, wo der Hahn kräht. Ein biederer, rotnasiger Käptn war Herr Volck, ein schmucker, schlanker Steuermann Herr Rosenthal; auch Johnny und Moses (die Herren Schorn und F r i tf h ö f f e r) erwiesen sich als gewitzte und drollige Burschen. * Sehr hübsch charakterisierte (landeinwärts) Herr Kühne den gerissenen und zweifelhaften „Doktor"; Frau Schubert erschien als gemütliche, mütterlich-bräutliche Wirtin; Fräulein B i r f m a n n als Betty und Fräulein Decker als Olga spielten die lehr unterschiedlich gearteten Mädchengestalten geschickt und kontrastreich gegeneinander aus. Herr Lüpke (vom Zoll) brachte die etwas undankbare Rolle mit Glück an der schmalen Grenze zwischen Lustspiel und Karikatur vorbei. * Es war ein vergnügter Abend, und der taktfeste Beifall zum Schluß kam offenbar von Herzen. hth. Zeitschriften. — Ein interessanter Aufsatz im neuen Heft der „Sirene" würdigt anläßlich des Wechsels im Präsidium des RLB. die wertvolle Aufbautätigkeit des bisherigen Präsidenten General (Stimme. Die Bedeutung der jüngsten italienischen Siege in Abessinien für Italien und das britische Imperium schildert ein großer Bildbericht aus Ostaftika. Vom übrigen Inhalt: ein Bilderartikel über panamerikanische ßuftpolitif und eine Beschreibung mit vielen Beispielen, wie man Flugzeuge in der Lust er- 1 kennen kann. Uraufführung im Frankfurter Schauspielhaus. Hermann Heinz Ortner, der für seine dramatische Legende „Tobias Wunderlich" mit dem Preis der Stabt Wien ausgezeichnet wurde und uns zuletzt das in Wien, München und Berlin auf- geführte Beethoven-Drama geschenkt hat, unternimmt mit feiner im Frankfurter Schauspielhaus uraufgeführten dramatischen Dichtung „Himmlische Hochzeit" den Versuch, das Thema Mann und Frau neu zu gestalten. In einem Vorwort sagt der Dichter, nicht der Hochzeitstag mache die Ehe aus, die himmlische Vermählung brauche Jahre an Zeit und Geduld. Mit seiner Legende versetzt er uns in die Wallenstein-Zeit. Ein Oberst, der eben von einem Feldzug zurückgekehrt ist, hat seine Frau mit einer Marketenderin betrogen. Wegen eines Zweikampfes um dieser Marketenderin willen wird er vor ein Kriegsgericht gestellt. Aus Erregung über die Untreue ihres Mannes ist die Frau des Obersten gestorben. Er wird vom Kriegsgericht freigesprochen, weigert sich aber, seinen Degen wieder anzunehmen, da er sich am Tode seiner Frau schuldig fühlt. Diese erwacht jedoch aus ihrem Scheintode wieder; es folgt eine glückliche Neuvereinigung, und nun erst fühlt sich der Oberst von feiner Schuld frei. Die Besetzung war mit Hermann Schömberg und Ellen D a u b in den Hauptrollen äußerst glücklich. Daneben bot Robert Taube einen ausgezeichneten Feldmarschall. Nicht nur die Darsteller wurden stürmisch gefeiert, sondern auch der anwesende Dichter und Richard Salz mann, der das Stück wirksam inszeniert hatte. Dr. A. W. Hochschulnachnchien. Der Reichserziehungsminister hat den ordentlichen Professor Dr. Wilhelm Felgentraeger an der Universität Freiburg i. B. zum 1. Oktober 1936 auf den durch das Ausscheiden des Geheimrats Professor Dr. Leonhard freigewordenen Lehrstuhl für privates Recht, Rechtsvergleichung und antike Rechtsgeschichte an der Universität Marburg berufen. Felgentraeger ist 1899 zu Berlin- Friedenau geboren, studierte zunächst Maschinenbau, dann Rechtswissenschaft in Berlin und Göttingen, promovierte dort mit einer Arbeit über „Savignys Einfluß auf die Uebereignungslehre" und habilitierte sich 1930 in Freiburg mit einer Abhandlung über antikes Lösungsrecht. 1934 wurde er auf den Lehrstuhl für Römisches und Deutsches Bürgerliches Recht in Freiburg berufen und kurz darauf zum Kanzler ernannt. Seit der Umwandlung dieses Amtes ist er Prorektor. SJL-'Spoi* iuartete mft Fcmgspseferelen auf, drei Benkos erwiesen sich als sehr kraftvolle Akrobaten von gediegenem Können, Lia Wilke und ihr Partner unterhielten mit ihren Künsten auf Fahrrädern, zwei Ebertys zeigten einen Perchenakt von erstaunlicher Sicherheit und Gadby Rex setzte für Bruch- teue von Sekunden die Zuschauer mit seinem Todessprung aus der Zirkuskuppel in äußerste Spannung. Ein buntes Bild boten die 15 Schamils, die russische Tanzkunst, Musik, Gesang und waghalsige Reitszenen zeigten. Ein römisches Reiten mit drei ungesattelten Pferden beschloß das anregende Programm. jföK ; r *pie deutsche Arbeitsfront N.0.-6emeinschaft „Kraft durch freude Vekriebswarke und Delriebswanderwarle. Die am vergangenen Sonntag, 3. Mai, durchgeführten Betriebswanderungen und Ausflüge sind umgehend zu melden: Angabe des Ausflugsortes und die Teilnehmerzahl ist erforderlich. Termin zur Meldung an die Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, Samstag, 9. Mai 1936. Heidelbergsahrt. Anläßlich der am Sonntag, 10. Mai, stattfindenden Heidelbergsahrt führen wir eine Wanderung durch nach Neckargemünd — Waldhilsbach — Königstuhl. Einige Teilnehmer können sich für diese Wanderung noch melden, unter Umständen gehen zwei Wandergruppen. Gauwanderlag. Am Sonntag, 17. Mai, werden im ganzen Gau Wanderungen durchgeführt. Der Kreis Wetterau veranstaltet eine Sternwanderung nach Kloster Arnsburg bei Lich. Alle Betriebswarte und Wanderwarte geben jetzt schon Anweisungen bekannt und nehmen persönlich mit ihren Kameraden deshalb Fühlung. Spätestens bis 13 Uhr müssen alle Wandergruppen in Kloster Arnsburg eingetroffen sein. Die Wanderung kann zu Fuß oder mit dem Rad durchgesührt werden. Volkstanz. Am Donnerstag, 7. Mai, 20 Uhr, üben wir wieder im Haus der Arbeit, Schanzenstraße 18 (Großer Saal). Wer sich am Volkstanz noch beteiligen will, kann sich dort anmelden. Bedingung ist Zugehörigkeit zur HI., BDM. oder DAF. Pünktliches Erscheinen ist notwendig. Sportamt „Kraft durch Freude". Heule folgender Kursus: Allgemeine Körperschule, Frauen u n d M ä n n e r. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Reichssporlabzelchen. Am Samstag, 16. Mai, beginnt ein Vorbereitungskursus für das Reichssportabzeichen. Die Kosten für den sechsstündigen Kursus betragen für DAF.-Mitglieder 1,80 Mk.; für Nichtmiglieder 3,— Reichsmark. Am Schluß des Kurses wird die Prüfung für das Reichssportabzeichen abgenommen. Anmeldungen an die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, erbeten. * ** Ernennung beim Versorgungsamt Gießen. Anläßlich des Nationalen Feiertages am 1. Mai 1936 ist der Derwaltungssekretär Eduard Pilgram vom Versorgungsamt Gießen zum Verwaltungs-Inspektor ernannt worden. ** Maienblasen am heutigen Mittwochabend ab 19 Uhr vom Turm der I o h a n n e s k i r 'ch e: 1. Choral „Allein Gott in der Höh' sei Ehr', Leipzig 1539; 2. „Die Ehre Gottes" von Beethoven; 3. „Im schönsten Wiesengrunde", Volkslied aus dem 18. Jahrhundert. ** Fundsachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat April gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf-Philipp- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb von zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. ** Unfall a u f der Straße. Der 59jährige Oberassistent i. R. Konrad Lauer von hier wurde, als er gestern durch die Hammstraße ging, anscheinend plötzlich von einem Unwohlsein überfallen und stürzte zu Boden. Er fiel dabei so unglücklich, daß er einen Schädelbruch erlitt und durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Willy Neumann (1885 Gießen) wieder in der Nationalmannschaft. Der Gießener Fahrer Willy Neumann vom Radfahrerverein 1885, der durch Brems- bzw. Lenkerbruch bei den Rennen in Hannover und Köln sich nicht unter den Ersten placieren konnte und deshalb wieder aus der Nationalmannschaft ausgeschieden war, konnte sich bei dem Rennen um den „Großen Straßenpreis des Saarlandes" durchsetzen und wurde von der obersten Radsportbehörde wieder in die Nationalmannschaft berufen. Neumann startet am kommenden Sonntag bei „Rund um Frankfurt". Kunstturn Länverkampf Deutschland—Italien. Deutschland führt in Mailand. Der Kunstturn - Länderkampf zwischen Deutschland und Italien in Mailand wurde bereits am Dienstagnachmittag begonnen. Auf dem Platze des Mailänder Turnvereins „Kraft und Schönheit" wurden die Freiübung und der Pferdsprung abgewickelt; die beiden Wettbewerbe zogen sich über drei Stunden hin. Grund für diese Verzögerung In Hannover. Die deutschen Olympia-Turnerinnen traten am Wochenende in Hannover zum ersten Male vor die Öffentlichkeit. In aller Stille wurden in Hannover in monatlichen Lehrgängen seit dem großen Magdeburger Wettbewerb im Dezember vergangenen Jahres unter Leitung von Reichs-Gymnastikwart Carl Soges Lehrgänge durchgeführt. Fünfzehn deutsche Turnerinnen sind bei dieser Auslese übrig geblieben, die sich jetzt zum ersten Male der Oeffentlichkeit vorstellten. Im Vergleich zu den früheren Lehrgängen konnte festgestellt werden, daß die Turnerinnen in der Gymnastik schon sehr viel gelernt haben Im Kürturnen wurden namentlich am Barren recht gute Leistungen gezeigt. Das Ausschei- dungsergebnis nach vier Stunden Vorführung ergab den Sieg von Käthe Sohnemann (Hamburg), früher Gießen (Universitätsinstitut für Leibesübungen), mit 250 Punkten, gefolgt von Anita Bär wirth (Kiel) mit 237 Punkten und Friedel J b y (Nürnberg) mit 235,5 Punkten. Montag und Dienstag wurde unter Leitung von Reichs-Gymnastikwart Carl L o g e s und Hermann Ohne- sorge (Berlin) ein Schulungslehrgang durchgeführt, um die Feinheiten der einzelnen Hebungen noch weiter herauszuarbeiten und vor allen Dingen die Gruppenübungen zu pflegen. Durch eine Neuanordnung ist die seitherige Kreisbezeichnung grundlegend geändert. Unter diesen Umständen führt der Kreis VIII (Lahn-Dill) in Zukunft die Bezeichnung Sportkreis Gießen. Das spielerische Programm am Sonntag war nicht gerade reichhaltig. Es erfuhr dazu noch durch einige unvorhergesehene Absagen eine wesentliche Verminderung, so daß im ganzen Kreis verhältnismäßig wenig Betrieb herrschte. In der B e z i r k s k l a s s e kam das einzige Treffen nicht zustande, weil der vom Gau 13 zu stellende Schiri ausblieb. Die 2. K r e i s k l a s s e sah nur das Spiel Tv. Allendorf (Lumda) — Tv. Grüningen 7:5 (2:3), das einen vollkommen überraschenden Ausgang nahm. Es ist zwar bekannt, daß die Gast- aeber auf eigenem Platz sehr gefährlich sind, es hätte aber niemand erwartet, daß es ihnen gelingen würde, Grüningen noch sicherer als das Ergebnis besagt, zu schlagen. — Wenn auch bis zur 1. Halbzeit die Gäste noch knapp in Führung lagen, so kam Allendorf nach dieser Zeit immer mehr auf. Als dann Grüningen noch einen Mann durch Herausstellung verlor, war der Widerstand gebrochen. Grüningen hat dadurch erneut zwei Punkte verloren, die es vielleicht nötig hätte. To. Katzenfurt trat in Dutenhofen ohne Grund war, daß sich die Kampfrichter fast nach jeder einzelnen Hebung zu einer Besprechung zurückzogen, um die Uneinheitlichkeit in den beiderseitigen Auffassungen über die Wertungen auszugleichen. Besonders stark trat diese Verschiedenheit der Auffassungen beim Pferdsprung zutage. Bei den Freiübungen sicherte sich die deutsche Mannschaft mit 75.975 zu 73.250 Punkten die Führung; keiner der acht deutschen lutner blieb unter neun Punkten. Die beste Note erhielt der Bremer Steffens mit 9.700 Punkten; bester Mann der Italiener war Olympiasieger Neri mit 9.650 Punkten. Beim Pferdsprung wurden die Italiener etwas zu gut bewertet, so daß sie anfangs die Führung an sich rissen, Becker und Volz holten dann aber auf und als Schwarzmann volle zehn Punkte erhielt, war die Führung der Deutschen wieder hergestellt; die Gesamtleistung am Pferd war allerdings mit je 75.225 Punkten die gleiche. Auch hier war Olympiasieger Neri der beste Italiener mit 9.825 Punkten. Nach den ersten beiden Hebungen stand der Kampf 151.200 zu 184.473 Punkten zugunsten Deutschlands. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. ©ar- benheim 9:1 (6:0): Recht eindeutig mußte sich Garbenheim mit seiner neuen Mannschaft in Groß-Rechtenbach geschlagen bekennen. Groß-Rech- tenbach war allerdings auch in einer Form, die wir noch von den Pflichtspielen her kennen und die der Mannschaft die besten Aussichten gibt. Tv. D u t e n h o f e n II — To. A l l e n d o r f (Lahn): 2:7 (2:2): Nach vieler Mühe ist es Allendorf gelungen, wieder eine Mannschaft zusammenzustellen, die gestern zum erstenmal antrat. Wenn auch die Reservemannschaft von Dutenhofen kein überragender Gegner war, so beweist trotzdem das Ergebnis, daß Allendorf spielen kann. Tv. Lützellinden 2. Jgd. — To. Oberkleen 1. Jgd. 4:6 (2:1): Auch Lützellinden hat jetzt eine zweite Jugend, die am letzten Sonntag zum ersten Male auf den Plan trat. Sie war ihrem Gegner, der recht gut zusammenspielte, zwar ebenbürtig, verstand es aber nicht, auch ihrerseits Tore zu werfen. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Tv. Wetzlar-Niedergirmes Jugend gegen Tv. 1846 Gießen Jugend 2:13. Die Handballjugend löste am Sonntag eine Rückspielverpflichtung in Niedergirmes ein. Durch das Fehlen zweier der besten Leute mußte eine Mann- sHaftsumstellung vorgenommen werden. Die dafür eingetretenen Jungens fügten sich aber schnell in die Mannschaft ein und lösten ihre Aufgaben gut Daß sich die Mannschaft zur Zeit in einer guten Form befindet, konnte sie auch diesmal wieder beweisen. Mit nicht weniger als 13:2 konnte sie die sehr flinke und spielstarke Mannschaft des To. Wetzlar-Niedergirmes schlagen, was man nach dem knapp errungenen Sieg im Vorspiel (6:5) nicht erhofft hatte. Ausschlaggebend für dieses hohe Ergebnis war in erster Linie der Sturm, der sich von der besten Seite zeigte. Das Spiel war durchaus keine so einseitige Angelegenheit, wie man dies aus dem Ergebnis schließen könnte. Beide Mannschaften bemühten sich, den Zuschauern ein faires und sehr schnelles Spiel zu zeigen. Taunus-Geländefahrt der Moiorgruppe Hessen. Die NSKK.-Motorgmppe Hessen veranstaltet mit Genehmigung der Obersten Nationalen Sportbehörde (ONS) am 10. Mai 1936 die Taunus- geländefahrt 1936 für Krafträder und Per- sonenkraftwagen. Zum ersten Male wird eine derartige Geländeprüfungsfahrt in der nächsten Umgebung von Frankfurt a. M. durchgeführt werden. Start und Ziel befindet sich in Kronberg im Taunus. Die Meldungen zu dieser Fahrt sind bisher so zahlreich eingegangen, daß zu befürchten steht, Kronberg wird für die Unterfunftsgebung nicht ausxeichen. Der Hauptteil der Fahrer wird vom NSKK. und der Wehrmacht gestellt, daneben werden die Fahrer der SS., des DDAC., HI. und dergleichen als ernsthafte Mitbewerber eintreten. .Heber die Strecke kann naturgemäß im voraus nichts gesagt werden, da die Streckenführung letzten Endes auch von der Witterung der letzten Woche abhängig fein wird. Dazu kommt noch, daß durch das letzte Unwetter im Taunus starke Verwüstungen durch Windbruch aufgetreten sind, die natürlich die Schwierigkeiten noch erhöhen werden. Die Fahrt beginnt am Sonntag, den 10. Mai 1936, 7 Uhr, in Kronberg und wird gegen Mittag in Kronberg beendet fein. Die Motorgruppe Hessen bittet heute schon alle Ausflügler, die durch Kronberg kommen, auf die Veranstaltung Rücksicht zu nehmen und ganz besonders die Einfahrtsstraßen für den Autoverkehr vollständig frei zu lassen. Mercedes-Sieg in Eng and. I Auf dem Strand von Southport gelangte eine ! Schnelligkeitsprüfung über eine englische Meile zur : Entscheidung. In diesem Rennen war ein deutscher ; Wagen am schnellsten, und zwar ein 7-Liter-Mer- cedes-Benz „SSK", von C. Doyle gesteuert, im Besitz der Prinzessin Mdivani befindlich. Einen neuen Weltrekord fuhr der Engländer George Eyston in den Salzwüsten bei Bonneville im amerikanischen (Staate Htah. Mit einem Dieselmotorwagen erreichte der Engländer über die fliegende Meile einen Stundendurchschnitt von 225,675 Kilometer. Gute Möbel bei Koos ____Giessen Schulstr6 Die Schulung der deutschen Olympia-Turnerinnen Handball im Sporlkreis Gießen. nicht an, so daß die Platzbesitzer billig zu einem Erfolg und zwei weiteren Punkten kamen. Die beiden Jugendspiele nahmen zwar nicht den erwarteten Ausgang, sie stellen aber auch keine Heberraschung dar. Tv. Lang-Göns — Tv. Münchholzhausen 9:4 (6:2). Eindeutiger noch als erwartet, konnte Lang-Göns feinen stärksten Rivalen niederringen. In einem harten, aber spannenden Kampf mußten auch die Gäste die Vormachtstellung von Lang-Göns im Jugendhandball anerkennen. Nach dem gestrigen Spiel zu urteilen, wird wohl keine Mannschatt den Platzbesitzern den Endsieg noch streitig machen. To. Ruttershausen — Tv. Lützellinden 9:7: Eine außerordentlich schwache Leistung boten in diesem Spiel beide Mannschaften. Schwach war vor allem Lützellinden, das keinesfalls den guten Ruf, der ihm vorausging, rechtfertigen konnte. Aber auch die Platzbesitzer waren nicht auf der Höhe, so daß kaum irgendwelche Schlüsse auf die zukünftigen Spiele gezogen werden können. Freundschaftsspiele. To. Münchholzhausen — Tv. Roth 8:4 (6:2): Die Platzbesitzer konnten ihre derzeitige Form erneut unter Beweis stellen. Denn der Sieg über die gewiß nicht schlechten Gäste konnte erst nach Kampf festgestellt werden. Käthe Sohnemann, die derzeit beste deutsche Geräteturnerin, hat ihre Ausbildung auf dem Gebiete der Leibesübung zum Teil in Gießen genossen, und zwar im Rahmen des Turnseminars der Aliceschule bzw. des Instituts für Leibesübungen unserer Unioerfität. Sie gehörte auch dem Turnverein 1846 an und startete damals im Jahre 1933 für diesen Verein beim Deutschen Turnfest in Stuttgart mit gutem Erfolg. Und in Bad-Nauheim. Wie wir in anderem Zusammenhang schon mit- gcteilt haben, findet der nächste Schulungslehrgang der Olympiaturnerinnen vom 4. bis 8. Juni in Bad-Nauheim statt. Damit verbunden ist die zweite öffentliche Vorführung der Olympia-Turnerinnen; sie wird am 7. Juni in einem größeren Rahmen als das Schauturnen letzten Sonntag in Hannover durchgeführt werden und die Vorentscheidung treffen für die Auswahl der acht besten Turnerinnen, die die deutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen bilden werden. Die endgültige Aufstellung der deutschen Turne- rinnen-Mannschast wird nach einem großen Vorführungsschauturnen am 4. und 5. Juli in der Dietrich - Eckart - Freilichtbühne in Berlin vorgenommen. Noman von Marlise Köllinq. Hrheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Josua sah aus seinen schwarzen Kulleraugen Jens Petersen mit einem Ausdruck tiefster Verachtung an. Hätte er nicht den angeborenen Respekt seiner Rasse vor allen Weißen besessen, er hätte eine nicht mißzuoerstehende Bewegung mit dem Zeigefinger gegen seinen Kopf gemacht. „Was sollen Josua dagegen sagen, Mr. Schulmeister? Am besten, Josua schweigen und trinken noch ein Korn." Jens Petersen mußte lachen. Aber der Gedanke, wer nun sein Nachbar werden würde, ging ihm doch mächtig im Kopf herum. Mit dem alten Hubert Zedlitz hatte er geradezu freundschaftlich gestanden. Zuerst hatte es zwar Mord und Totschlag gegeben, denn Hubert Zedlitz schien es darauf anzulegen, sich mit jedem zu verkrachen. Doch an Jens Petersens ruhiger Freundlichkeit war sogar Hubert Zedlitz' Mißtrauen gescheitert, schließlich waren sie beide die besten Freunde geworden. Wie oft hatte Jens Petersen an Winterabenden drüben in dem niedrigen Wohnzimmer Hubert Zedlitz' gesessen, hatte den alten Mann von seinen Reisen und Irrfahrten durch die halbe Welt erzählen hören. Wie oft hatte er im Sommer neben ihm gestanden und bewundert, mit welch reifer Meisterschaft der Maler die herben Motive Oevenshöes auf die Leinwand bannte. Jens Petersen hatte sich nicht allzuviel mit Malerei abgegeben. Aber daß dieser absonderliche Kauz, dieser Hubert Zedlitz, die Seele der geliebten Insel verstand und wiedergab wie kein anderer, das begriff und fühlte Jens Petersen in tiefster Seele. Er hatte den Tod des alten Mannes ehrlich betrauert. Wer würde sein Nachfolger fein? Hoffentlich nicht irgendwelche hergelaufene, unangenehme Städter, die das schöne alte Bauernhaus mit Betriebsamkeit, Grammophonlärm und ähnlichen Scheußlichkeiten erfüllten. * Nachdenklich schaute er zu dem Haus. „Endlich allein" hinüber; trutzig sah es aus und verkörperte treffend die kraftvolle Selbstgenügsamkeit „Endlich allein". Wie fest gefügt es dastand! Wie sicher mit seinem tief herabgezogenen dunkelgrauen Schindeldach. Ein schönes Anwesen: der Garten, die weiten Wiesen, der Rvggenschlag — man mußte es nur zu pflegen verstehen. Hnd das war hier in diesem herben Klima nicht leicht. Wenn das nötige Geld dagewesen wäre, man hätte am liebsten die Felder dazugekauft. Aber das Geld hatte man nun einmal nicht, und es ging auch so. Doch wie schön war es, daß man mit allem hier auf Oeoenshöe so verwachsen war. Man kannte die Familien, war überall gut Freund, die Kinder liebten einen. Man konnte etwas schaffen an diesen jungen Menschen hier. Hnd in den Ferien gab es immer noch genug Gelegenheit, sich weiterzubilden oder Reisen zu machen. Nein, wenn Jens Petersen sein Leben überdachte, so mußte er dankbar und zufrieden sein. Der einzige Schatten auf fein Leben war nun auch verblaßt. Das Grab auf dem windverwehten Friedhof am Norderende, das Grab Marie Krügers, beeinträchtigte mit feinem Dunkel nicht mehr feine Lebenszuversicht. 5. Eine ganze Woche lang hatte der Regen über dem Lande gelegen. Aber zum ersten Dfterfeiertag klärte es sich auf. Die dunkelgraue Wolkendecke wurde immer Heller, und schließlich leuchtete siegreich das erste Zipfelchen blauen Himmels hindurch. Als Benedikte und Hans-Hermann in Stralsund den Zug verließen, lag die volle Sonne auf den schönen alten Backsteinbauten der nordischen Stadt. „Zum Hafen?" fragte Hans-Hermann einen Träger, der mit dem Schubkarren den Bahnsteig entlangfuhr. „Da gehen Sie man immer gerade aus, ich komme dann schon mit dem Gepäck an Bord. Wo wollen Sie denn hin?" fragte der Träger in seinem behaglichen pommerschen Platt. „Mit dem Dampfer „Bismarck" noch Oeoenshöe." „Geht in zweieinhalb Stunden, Herr," erwiderte der Mann. Hans-Hermann gab ihm seinen und Benediktes Gepäckschein. Dann gingen sie dem Ausgang zu. Benedikte wies nach oben. , „Ist das nicht eine gute Vorbedeutung? — Seit sieben Tagen der erste blaue Himmel!" Unb dann faßte sie Hans-Hermann übermütig unter den Arm und sagte: „So", nun gönnen wir uns erst mal ein gutes Mittagessen, ehe wir zur Besichtigung unseres Gutes fahren." Hans-Hermann lächelte: „Gut? — Das klingt mächtig großartig, Benedikte. Paß auf, es ist eine ganz kleine Klitsche, so klein wie meine Zigarrenkiste .Hnd wer weiß wie verwahrlost. Ich habe zu Onkel Hubert in dieser Beziehung nicht das geringste Zutrauen." „Ich um so mehr," sagte Benedikte etwas heftig. Sie ließ auf Onkel Hubert nichts kommen. Hans-Hermann schwieg. Wenn Benedikte dieses Eigensinnsgesicht machte, war nichts mit ihr anzufangen. Er hatte Onkel Hubert niemals kennengelernt, er wußte nichts von ihm, außer daß er das verlorene Schaf der Familie gewesen war. Dazu nun dieses verrückte Testament. Es war ja ganz nett, daß er sich ihrer so großzügig erinnert hatte. Aber der Wortlaut dieser letztwilligen Verfügung sah doch sehr danach aus, als ob Hubert Zedlitz sich einen bösen Witz mit Benedikte und ihm hatte erlauben wollen. Schweigend gingen sie beide der Stadt zu. Benedikte schaute Hans-Hermann von der Seite an: „Freust du dich denn gar nicht ein bißchen, Junge? Ich weiß doch, daß du die Arbeitslosigkeit und die Jurisprudenz bis dahin" — sie machte eine Bewegung zum Halse — „satt hast. Herrgott, Junge, jetzt gibt’s doch etwas zu tun. Jetzt gibt’s doch etwas anzufassen! Ich bin ganz toll vor Freude, wenn ich denke, daß ich nun mein ganzes Leben nicht mehr im Geschäft verbringen muß. Don früh bis abends Geld kassieren, Abrechnungszettel nehmen, Listen führen, Angst haben, daß es nicht stimmt. Nein, ich komm mir vor wie im Paradies!" „Erst mal das Paradies besehen, Benedikte", gab Hans-Hermann etwas skeptisch zur Antwort. „Ich will dir deine Illusion ja nicht von vornherein kaputt machen, aber irgendeinen Haken bat die Sache!" Benedikte wollte etwas entgegnen, aber man war vor dem Hotel „Goldener Löwe" angelangt, der altbekannten Gaststätte der Hafenstadt. Hnd hier konnte Benedikte wieder einmal so recht den Gegensatz zwischen sich und Hans-Hermann feststellen. Während sie, in äußeren Dingen bescheiden, sich mit einer billigen Mahlzeit begnügen wallte, erklärte Hans-Hermann auf einmal: „Zukünftige Gutsbesitzer können sich schon einmal ein feudales Mittagessen leisten. Wenn wir später einmal von unserer Insel herüberkommen, kennt uns hier jede Katze. Da wollen wir doch gleich einen guten Eindruck machen." „Sieh doch einer an", neckte Benedikte den Vetter und Jugendgespielen, „auf einmal gefällt sich hier jemand ganz gut in der Rolle des „Gutsbesitzers", obwohl er eben erst kein gutes Haar an Onkel Huberts Erbe lassen wollte." Hans-Hermann sah Benedikte mit einem verhak- tenen Blick an: „Unb wenn die Erbschaft Onkel Huberts auch keinen Pfennig wert wäre, schon die Tatsache, daß ich mit dir zusammen fein soll, Bena, ist gut und gern eine Million wert." „Nur so wenig?" versuchte Benedikte zu scherzen, aber es kam etwas unfrei heraus. Merkwürdig, sie wußte es schon seit langem, daß Hans-Hermann sie lieber hatte, als ein Vetter eine beliebige Base. Und auch ihr war er der liebste von all den unzähligen Jungen der weitverzweigten Familie. Im Familienrat war oft genug die Rede davon gewesen: Benedikte und Hans-Hermann würden gut zu einander passen. Sie hatte sich innerlich niemals gegen diesen Gedanken gewehrt — kam Zeit, kam Rat. Vorläufig hatten sie beide mit den äußeren Schwierigkeiten des Lebens noch viel zu stark zu kämpfen. Wie kam es nun, daß ihr plötzlich angstvoll zumute wurde vor Hans-Hermanns verhaltenen Worten? Jetzt erst ward ihr so recht bewußt, wie das zukünftige Leben sie ganz eng mit dem Vetter zusammenschließen mußte. Wenn sie sich entschloß, die Erbschaft anzunehmen, dann waren sie Tag für Tag auf engstem Raum miteinander zusammen. Hnd was ihr vor kurzer Zeit noch als etwas Schones erschienen wäre, ließ sie plötzlich unruhig werden, sie wußte nicht warum. (Fortsetzung folgt!) Oberheffen Dein Volk ruft zur Tal. Werde Wilglied der 3XS. Volkswohlfahrt. Der Amtswalter wirbt bis zum 10. Wai um deinen Beitritt. bewies auch hier großes Können, und Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) äußerte sich sehr befriedigend über die gezeigten Leistungen. An der Hebung nahm die Bevölkerung des Ortes großen Anteil, sie verfolgte die Geschehnisse mit großer Aufmerksamkeit. Dies läßt erkennen, daß die Wehr innerhalb der Gemeinde großes Ansehen genießt. Zum Abschluß der Veranstaltung wurde noch Brandmeister Stumpf geehrt, der am gleichen Tage seinen 60. Geburtstag feierte. Kreisfeuer- wehr-Jnspektor Bouffier fand Worte herzlichen Gedenkens für die Treue des bewährten Feuerwehrkameraden und forderte die Jugend auf, sich ebenso selbstlos in den Dienst der Feuerwehr und nach Gießen gebracht werden. * Leihgestern, 5. Mai. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt dieser Tage ihre 10. Jahreshauptversammlung ab und verband damit gleichzeitig einen Uniform-Appell. Brandmeister Wagner gab zunächst den Haushaltsplan des vergangenen Jahres und den Voranschlag für das laufende Geschäftsjahr bekannt. Er teilte ferner mit, daß die Zahl der Mitglieder auf 100 gestiegen sei. 48 Mitglieder seien aktiv und 52 passiv. Rechner Bender erstattete den Kassenbericht, der einen beachtlichen Ueberschuß auswies. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde noch über den Kreisverbandstag in Lollar und über den Landes- feuerwehr-Verbandstag in Nieder-Ohmen gespro- * Hausen, 5. Mai. Am vergangenen Sonntag fand hier eine Besichtigung der Freiwilligen Feuerwehr, wie auch der Pflichtfeuerwehr statt. Im Fuß- und im Gerätedienst wur- damit in den Dienst des Volkes und der Allgemeinheit zu stellen. Im Anschluß an die Hebung fand man sich noch zu einem kameradschaftlichen Beisammensein bei Gastwirt Dörr ein. * Leihgestern, 6. Mai. In unserem Orte ereignete sich gestern ein Unfall. Die Ehefrau des Schuhmachers Bender kam sehr unglücklich zu Fall und erlitt einen Beckenbruch. Die bedauernswerte Frau mußte in die Chirurgische Klinik 40 Jahre im Dienste der Blinden. = Lich, 5. Mai. Ein Sohn unserer Stadt, der Blindenanstaltsdirektor Christian Schmidt in Friedberg, konnte dieser Tage auf fein 4 0 jähri - g e s Dienstjubiläum a l s Blindenlehrer zurückblicken. Als er vor 40 Jahren das Friedberger Lehrerseminar verlassen hatte, war es für den 19jährigen jungen Lehrer eine Auszeichnung, an der Blindenanstalt in Friedberg seine erste Verwendung zu finden. Er blieb bis zum heutigen Tage dieser Wirkungsstätte treu, trotz ehrenvoller Berufungen an auswärtige Anstalten. 1920 wurde Christian Schmidt, der als Blindenlehrer weit über das Hessenland hinaus bekannt ist, Direktor der Anstalt, der einst der überall im Hessenland bekannte „Blinden-Schäfer" und dann Direktor Schwabe vorgestanden hatten. Aus Anlaß des 40- jährigen Jubiläums im Dienste der Blinden fand gestern in der Friedberger Blindenanstalt eine eindrucksvolle Feier statt, bei welcher aus berufenem Munde die Verdienste Christian Schmidts um die Förderung des Blindenunterrichts und der Entwicklung der Friedberger Anstalt ehrend gewürdigt wurden. Landkreis Gießen wg. Großen-Bufeck, 6. Mai. Am morgigen Donnerstag feiern der weit über die Grenzen des Busecker Tals hinaus bekannte Chormeister Konrad Nicolai und seine Ehefrau Elisabethe, geb. Gans, Zeilstraße 33, das Fest der silbernen Hochzeit. Der Jubilar widmete sich schon in frühester Jugend der Musik und diente schon mit dem 18. Lebensjahr bei der Militärmusik des Füsilier-Regiments von Gersdorf. Später schlug er den Chordirigentenberuf ein. Seit dem Jahre 1908 leitete er Gesangvereine, darunter eine Anzahl, mit denen er sein' 25jähriges Dienstjubiläum feiern kann. Am 2. Juni 1929 besuchte der Jubilar einen Gesangswettstreit in Watzenborn-Steinberg, wobei er unterwegs durch einen Motorradunfall das Bein brach. Trotz all dem dirigierte er noch feine drei wettstreitenden Vereine und führte sie zu guten Erfolgen. > Beuern, 5.Mai. Am Samstagabend hielt die hiesige Bezugs - und Absatzgenossen- schäft ihre Generalversammlung ab. Direktor Schwalb gedachte zunächst der verstorbenen Kameraden. Anschließend gab er den Geschäftsbericht bekannt. Der Umsatz belief sich im Jahre 1935 auf 166 000 Mark und lag damit um etwa 23 000 Mark höher als im Vorjahr. Die Genossenschaft, die zwei Verkaufsstellen unterhält, konnte in allen Artikeln eine Steigerung des Hmsatzes feststellen. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. Die Genossenschaft erwarb im vergangenen Jahre eine Saat- gut-Reinigungsmaschine und einen Beizapparat. Beide Neuanschaffungen werden eifrig benützt. Direktor Schwalb forderte auf, die Genossenschaft auch weiterhin zu stützen und schloß die Versammlung mit dreifachem Sieg-H^il auf den Führer Adolf Hitler. In kameradschaftlicher Weise blieb man dann noch geraume Zeit beisammen. § Harbach, 5. Mai. Die von dem BDM. und der Schule gemeinsam durchgeführte HJ.-Wer- bung brachte die denkbar besten Ergebnisse. Es traten 17 Schülerinnen dem BDM. bei. Außerdem konnten alle Knaben, die seither noch nicht organisiert waren, dem Jungvolk zugeführt werden. — Die S p ä t k i r s ch e n sind am Ausblühen. Wenn auch in den letzten Tagen für die Kirschblüte das Wetter gerade nicht besonders günstig war, so kann doch mit einer guten Durchschnittsernte gerechnet werden, falls nicht die Eisheiligen einen Strich durch die Rechnung machen. — Allenthalben beginnen unsere Landwirte mit dem Kartoffel- setzen. Auf den höhergelegenen Aeckern läßt sich der Boden leicht bearbeiten, in den tiefer gelegenen Gemarkungsteilen aber ist er noch sehr feucht und schwer. Hoffentlich hält das warme Wetter einige Zeit an, damit die Kartoffeln trocken in die Erde kommen. weyr Ilan, ^m tfUß= UNv im y)eruieuieri|i u>ui = |eueimtyi=;ot:iuuiiu:>iuy ui den ausgezeichnete Leistungen gezeigt und gute chen. Nach einigen Ausführungen über die Aner- Schulung bewiesen. Im Anschluß daran fand zum1 fennung der Freiwilligen Feuerwehr als Hllss- erften Male ein Brandangriff statt, mit dem gleich-. Polizei wurde die Versammlung in der üblichen zeitig eine Gasabwehr verbunden war. Die Wehr | Weise geschlossen. * Hungen, 6. Mai. Gestern vormittag ereignete sich auf der Straße zwischen Hungen und Rodheim ein schwerer Unfall. Der Beifahrer auf einer Zugmaschine, die zwei Anhänger zu ziehen hatte, der 18jährige Rudolf D ö 11 von Langd, stieg, als es die Straße bergan ging, vom Traktor ab, um eventuell einen Holzklotz unter ein Rad eines Anhängers zu legen, foferne die Maschine nicht durchziehen sollte. Dabei verunglückte der bedauernswerte junge Mann. Er geriet unter das Vorderrad eines Anhängers und erlitt schwerste Quetschungen an einem Fuß. Der Schwerverletzte wurde in das Krankenhaus nach Hungen gebracht. Kreis Schotten. (l) Laubach, 5. Mai. Durch den Präsidenten des Hessischen Landes-Männervereins vom Roten Kreuz, Staatsrat Reiner, wurde Lehrer i. R. Weil zum Vorsitzenden des hiesigen Orts-Männer- vereins vom Roten Kreuz berufen. Lehrer Weil hatte schon seit zehn Jahren die Leitung des früheren Zweigvereins vom Roten Kreuz inne. (D ^Ruppertsburg, 5. Mai. Durch Verfügung des Landeskirchenausschusses wurde die Verwaltung der hiesigen P f a r r ft e 11 e dem Pfarrverwalter Bernhard Wirtz, bisher in Pfungstadt, übertragen, nachdem von Herbst 1935 bis jetzt Pfarrer S c r i b a (Wetterfeld) als Spezialvikar den hiesigen Pfarrdienst mitoersehen hatte. ch Groß-Eichen, 4. Mai. Nachdem unser seitheriger Bürgermeister Otto Fuchs wegen anhaltender Krankheit das Bürgermeisteramt niedergelegt hatte, wurde nunmehr der seitherige stellv. Bürgermeister, Zellenleiter und Ortsbauernführer Ernst Greif zum Bürger- m e i ft e r ernannt und verpflichtet. Bürgermeister Greif führte bereits feit mehreren Monaten als Bürgermeister - Stellvertreter die Bürgermeisterei- Geschäfte. —• Für die Adolf-Hitler-Frei- platzspende wurde hier für einen SA.-Mann eine Ferienstelle geschaffen, während für die Kin - der-Landverschickung drei Stellen bereit- gestellt wurden. Außerdem wurde ein Betrag von 97,50 Mark gezeichnet^ und beteiligte sich die Gemeinde mit einer Spende von 50 Mark. — Die Einzeichnungen für das Dankopfer der Nation in dem Kampfbuch der SA. können bei 621.» Obertruppführer Gustav Schombert noch bis zum 10. Mai von 12 bis 21 Hhr vorgenommen werden. IDab leiblel „ '<' >;z f ul V M O Eine Mutter holt sich Nat bei der NSV. Mitgliedschaft in der NSV. ist soziale Pflicht. Der Amtswalter wirbt vom 2. bis 15. Mai 1936 um deinen Beitritt. von besonderer Preiswürdigkeit Pfd. Mk. 0.80, 1.50, 2.00, 2.75, 3.90, 4.60 nsw. liefert Lassen Sie sich bitte unverbindlich beraten! Ludwig Haas A usstattungsgeschäft Gießen, Plockstraße Nr. 7 Telephon 3305 2908 A CARLNnwÄCK" passende Geschenke LNSll 2909D 2401 A Gerichtsvollzieher in Gienen Ludwigür. 331 Telefon 3239 1935: 17 Stück Rehwild, 85 Hasen, 1 Keiler u.a., Jagdhütte frei, sof. ganz oderanteiligabzugeben. 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