186. Jahrgang Gießener Anzeiger Nr. 31 Erstes Blatt M. Jahrgang Donnerstag, 6. Zebruar 1956 Ä: Ä jjÄ i A 44 M1 44 444 A 44 bis«i.UHrdesLarmittag, Heimat im Bild - Die Scholle B WDHW M IM^F W WW J W BIT B B B B 4 wk W M 4w VT Grundpreise mm hohe Monatr-Vezugspreis: B B W B ET B^k B B B B B B ■ WWW WV W für Anzeigen Mit 4 Beilagen RM. 1.95 ■l|| Wf BW BT ■ B Hf B /I II Br B ■ B Bk B Breite 7 Rpf., für Text. Ohne Illustrierte . WT M ■ Bk W MBL B B B JB B B B B. B BL B fl anzeigen von 70 mm Brette Zustellgebühr .. , W ^W^ W B B VW Mk' B B B W>B W 50Rpf.,Platzvorschrist nach Auch bei Nichterscheinen ■ B ^F B ▼ B ▼ B ▼ ^F vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. ätmäfttgte «runöpnife: MZS General-Anzeiger für (Vberhessen WW nqien. Anzeiger wiegen fj f 4 II gen, Bader-, Unterrichts- u. Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. grantfurt -m Main liess Prüft und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts vllch- und Steindruckerei «.Lauge in Sieben. Sftriftleitung und Seschäftrftelle: Schulstrahe r Mengenabschlüsse Staffel B Die Stellung der Regierung bedeute, schaffen Lloyd George 10 Iah- der Furcht geschaffen zu yaoen. x)« n r sowohl wie in Rußland besteht eine Für Ä Kg-fc» Möglichkeit eines Eingreifens auf wirtschaftlich Einen ersten Bericht über die heutige Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Garmisch- Partenkirchen durch den Führerund Reichskanzler finden unsere Leser im zweiten Blatt unserer heutigen Ausgabe. Die konservative presse lehnt Lloyd Georges Vorschläge ab Gebiet nicht ganz von der Hand zu weisen. I a - pan sei in China aus wirtschaftlichen Gründen eingefallen. Mussolinis Feldzug in Abessinien sei darauf zurückzuführen, daß dieser glaube, Italien werde einen wirtschaftlichen Vorteil von ihm haben. Er, Lloyd George, sei nicht dafür, daß Teile des britischen Weltreiches fortgeschenkt würden. Aber er behaupte ernstlich, daß die unter dem Vertrag von Versailles an England gegebenen Gebiete nicht als Besitzungen gegeben worden feien, sondern an den Völkerbund, wobei dem Völkerbund alle Rechte zustünden. (Austen Chamberlain ruft dazwischen: Rein!). Jedenfalls befinden sich diese Gebiete in einer anderen Rechtslage als Antrag behauptet? Die Regierung wolle den Problemen nicht aus dem Wege gehen. Aber man könne kein Datum festsetzen, bevor nicht die Umstände weitere'Verhandlungen begünstigen. Er hoffe daher, daß das Haus den Antrag Lansbury in der abgeänderten Form annehmen werde. Das Ziel, das allen vorschwebe, sei das gleiche. Alle wünschten ein internationales Abkommen herbeizuführen, das den Nationen den Anreiz nehme, Rüstungen aufzuhäufen, und einen allgemeinen sicheren Frieden in der Welt zu schaffen. 3n der Abstimmung wurde der Antrag L a n s b u r y mit 228 gegen 137 Stimmen a b - gelehnt, aber der vom Abgeordneten Evans abgeänderte Antrag mit 164 gegen 118 Stimmen angenommen. Der Antrag hat nach der Abänderung folgenden Wortlaut: Das haus bewahrt sich feinen tiefen Glauben an die Ruhlosigkeit des Krieges, sieht mit tiefer Besorgnis die in der ganzen Welt betriebenen Vorbereitungen für den Krieg und hat das Vertrauen zu der Regierung, daß sie alte praktischen Schritte unternehmen wird, um den internationalen Wohl st and zu fördern und eine bessere Verstän- digung zwischen den Völkern herbeizuführen. Nationen ihre Forderungen vortragen sollten? Niemand habe eine größere Erfahrung mit internationalen Konferenzen als Lloyd George selbst. Er sollte wissen, daß das Ergebnis ein sofortiges Chaos fein würde. Eine Revisionskonferenz würde wahrscheinlich einen Krieg näherbringen, als den Frieden Herbeiführen. Die konservative „Morning Post" bezeichnet die Vorschläge Lloyd Georges und Landsburys als eines Engländers nicht würdig. Die englischen Staatsmänner würden als Feiglinge betrachtet werden, wenn sie das britische Kolonialreich in dieser Weise benützen würden. Das britische Reich sei eine Erbschaft, deren Treuhänder die Regierung sei. Es sei ihre Pflicht, das Reich nicht zu verteilen, sondern zu verteidigen. Der „Daily Expreß" sagt, es sei traurig, daß Lloyd George, der England in den Krieg geführt und mehrere Millionen Quadratkilometer dem englischen Gebiet hinzugefügt habe, nunmehr Vorschläge, daß ein Teil dieser Erwerbungen zurückgegeben werden solle. die übrigen Besitzungen des Britischen Reiches. Wan fei übereingekommen, diese Gebiete England nur als Wandate zu übergeben und nicht als gesetzlichen Besitz. Er glaube nicht, daß es Frieden in der Welt geben werde, bevor nicht die Wandate neu erwogen worden seien, und er fühle sich verpflichtet, dies als einer der Vertreter zu erklären, die Großbritannien bei der Herstellung des Friedens von Versailles vertreten hätten. Er bitte die Regierung, nicht die Tür zuzuschlagen. Es gebe viele harte Dinge, die man über Deutschland und Italien sagen könne, aber man könne vielleicht auch viele harte Dinge von den Engländern sagen. Die Zeit sei gekommen, um die Zukunft der Menschheit in die Hand zu nehmen. Erzherzog Otto von Habsburg in in P a - ris eingetroffen. Fürst Starhemberg wird am Mittwoch 22UhrnachParisinRichtung Wien verlassen. Aus der Umgebung des Fürsten Starhemberg und des Erzherzogs wird versichert, daß eine Zusammenkunft zwischen beiden nicht stattfinden wird. Titulescu weist alle JiestaurationS- gelüste scharf zurück. Prag, 5. Febr. (DNB.) Das „Vecerni Ceske Slooo" läßt sich aus Paris melden, daß der rumänische Außenminister Titulescu sehr brüst und kurz alle Pläne für eine Rückkehr der Habsburger zur Herrschaft in dem heutigen, auf die Alpenländer beschränkten Oesterreich ab gelehnt habe. Diese Ablehnung gelte, ob eine Restauration nur unter dem Titel eines Herzogs oder anders geschehen sollte. Titulescu erklärte: „Oesterreich kann wählen: Entweder den Verzicht auf den Thron England und die Verkeilung der Rohstoffe und Kolonialmättte. NuremeReuorganisierungderWettwirtschastbeseitigtdieinternationaleAtmosphärederKurcht Lloyd George fordert im Unterhaus Neuordnung der Mandate. Gtarhembergs pariser Besuch Den Thronprätendenten Otto nicht getroffen? Der liberale Abgeordnete Bernay bestritt, daß Deutschland, Japan oder Polen Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Rohmaterialien hatten Die Schwierigkeiten lägen nur in der Bezahlung der Rohmaterialien. Die Rüstungsinteressen in England seien ein Hindernis für ein Übereinkommen mit Deutschland, weil jedes Abkommen, das eine Verminderung der Rüstungen Tausende von Arbeitslosen würde. L o n d o n , 5. Febr. (DNB.) Das Unterhaus behandelte einen Antrag des arbeiterparteilichen Abgeordneten Lansbury, des früheren Führers der Partei, der die Regierung auffordert, mit Hilfe des Völkerbundes eine internationale Konferenz einzuberufen, die die Frage der Rohmaterialien und Märkte behandeln soll, um ein internationales Uebereinkommen herbeizuführen, das den Anreiz für die Völker zur Aufrüstung beseitigt und so den Frieden der Welt sicherstellt. Lansbury führte dazu u. a." aus: Zu keiner Zeit seines Lebens feien so grauenhafte Waffen ange- schafft worden wie jetzt, und zu keiner Zeit seien die Regierungen fieberhafter bestrebt gewesen, Pakte abzuschließen, um ihre Sonderinteressen zu sichern, wie augenblicklich. Die Demokratie sei in Mitteleuropa in den Staub gesunken, und sämtliche Regierungen in der Welt rüsteten auf. Unter diesen Umständen wolle er die Regierung fragen, ob sie nicht die Zeit für gekommen erachte, um auf einer anderen Grundlage eine Anstrengung zu machen. Es komme nicht darauf an, was politische Schreiber über die Bedürfnisse Deutschlands, Italiens oder Japans dächten. Man müsse vielmehr erwägen, was die Staatsmänner dieser Länder für sich selbst zu sagen hätten. Er meine, daß die Deutschen das gleiche Recht in der Welt hätten wie die Engländer. Was hätten alle diese Zusammenkünfte der Staatsmänner Südosteuropas in Paris zu bedeuten? Bedeute es das gleiche wie im Jahre 19 14? Er denke, daß die wirtschaftliche Lage der Welt auf einer Weltkonferenz geprüft werde. Er wünsche keineswegs das Britische Reich aufzu teilen oder Afrika unter dieses oder jenes Volk zu verleiten. Er wünsche aber, daß eine Autorität geschaffen werde, um festzustellen, wie die Rohmaterialien der Welt organisiert und für den Gebrauch aller VölkerderWeltzurVerfügungge- stellt werden könnten, und alle Rationen sollten erklären dürfen, wie das zu, geschehen habe. Wenn die Regierung in der Lage gewesen sei, eine Organisation für die Sühnemahnahmen herbeizuführen, würde es dann nicht viel leichter sein, den menschlicheren Vorschlag anzuwen- dsn, die Reichtümer der Welt zu teilen, um Blutvergießen zu verhindern? Der unabhängige konservative Abg. Emery Evans brachte einen Äbänderungsantrag ein, wonach die Regierung alle praktischen Schritte unternehmen solle, um den internationalen Wohlstand und eine bessere Verständigung der Völker zu fördern. Jedoch wandte er sich gegen die U e b e r g a b e v o n Kolonien. Wenn Italien und Deutschland Klagen wegen Ueberoölkerung hätten, so sollten sie Schritte unternehmen, um diese zu verhindern oder zumindest nicht das Wachstum der Bevölkerung für die Habsburger oder drei Armeen gegen s i ch." Damit habe der Minister den Widerstand der Kleinen Entente gegen die Habsburger ausgedrückt. Diese Auffassung, die Titulescu dem englischen König Eduard VIII. dargelegt habe, wurde von England anerkannt. Das Echo in Paris. Paris, 6. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Petit Parisien" schreibt u. a., wahrscheinlich habe das plötzliche Auftreten des Erzherzogs Otto Fürst Starhemberg eher behindert, da er sich verpflichtet hätte, während seiner Verhandlungen mit der englischen und der französischen Regierung, den Thronprätendenten nicht zu treffen. Dieses Zusammentreffen habe nichtsdestoweniger in den ausländischen Kreisen, die sich für die Frage interessierten, Abkühlung hervorgeruien. Erzherzog Otto habe seiner eigenen Sache sehr schlecht gedient. Das „O e u v r e" spricht von einem „Wiener Film". In seiner Unterredung mit Flandin habe Fürst Starhemberg erklärt, Oesterreich verpflichte sich, eine Wiedereinführung der Monarchie solange aufzuschieben, bis es dazu die schriftliche Genehmigung der Nachfolgestaaten erhalten haben werde. Infolge der Ankunft des Erzherzogs Otto und des Führers der österreichischen Legitimisten, Baron Wiesner, habe sich die Lage von Grund auf geändert. Beide hätten sich sogleich zum Für st en Starhemberg begeben, obwohl letzterer sich noch immer dagegen verwahre, mit dem Erzherzog die geringste Verbindung gehabt zu haben. Der „Jour" beleuchtet noch einmal die Rolle, die Litwinow bei der Entwicklung der Mitteleuropafrage gespielt hat. Litwinow habe Sowjetrußland als Ersatzmann für das zur Zeit in Mitteleuropa ausfallende Italien angeboten. Man behaupte, er habe in London auch hochstehende Persönlichkeiten hierfür gewonnen. Geschichtlich denkende Leute erinnerten sich aber der Rolle, die Rußland in Mitteleuropa vor 1914 gespielt habe. Ihm heute denselben Platz wieder einräumen zu wollen, wäre eine blutige Torheit. Dieser Ansicht seien die französische und die jugoslawische Regie- OerolympischeGedanke hat gesiegt. Als am Nachmittag des 14. August 1932 auf dem Marathonturm der olympischen Kampfstätte zu Los Angeles das heilige Feuer erlosch, als das weiße Banner mit den fünf verschlungenen Ringen der Erdteile zu Boden sank, erschien auf der gewaltigen Anzeigentafel eine Schrift. Die Jugend der Welt und die hunderttausend Zeugen der Schlußfeier lasen ergriffen: „Möge der olympische Gedanke sich seinen Weg bahnen durch die Zeiten!" Zugleich stieg am olympischen Mast die Flagge des Landes empor, dem die Ausrichtung der nächsten olympischen Spiele übertragen war: Es war die Flagge Deutschlands! Nun ist es soweit? Zum ersten Male in der Geschichte der Olympischen Spiele trifft sich die Blüte der Kulturnationen zu ritterlichem Wettkampfe auf dem Boden des Landes, das dem olympischen Gedanken mit einer Inbrunst anhängt, wie kaum ein zweites, dem Gedanken, der in der Eidesformel der Wettkämpfer feinen Ausdruck gefunden hat: „Zur Ehre unseres Vaterlandes, zum Ruhmes des Sporte s!" Deutsche Forscher waren es, die durch ihre Ausgrabungen der klassischen Feststätte in Olympia der Wiedererwckeung der Spiele durch Pierre de Coubertin den Weg bereiteten und in Deutschland erstand der Mann, der das olympische Ideal des an Körper und Geist gleich wohlgestalteten Menschen zur Ehre seines Vaterlandes in das Volk trug. Das neue Deutschland aber erst hat den Sinn des olympischen Gedankens erfüllt, als es ein einiges Vaterland schuf, zu dessen Ehre die besten seiner Jugend kämpfen werden. Das neue Deutsch» land erst hat das olympische Ideal Wirklichkeit werden lassen, als es auf das Geheiß seines Führers der Bildung des Geistes, die Erziehung des Geistes und die Erziehung des Körpers als erste Nation dieser Welt durch Gesetzeskraft gleichberechtigt an die Seite stellte. Weil die Jugend der Welt diese Wandlung des Volkes der Dichter und Denker richtig erkannt hat, weil sie weiß, daß der Ehrgeiz Deutschlands niemals kriegerischen Waffen, sondern dem in friedlichem Wettbewerb errungenen Ruhme gilt, weil sie dem jungen Deutschland und seinem lauteren Wollen glaubt, darum ist sie dem Rufe Deutschlands gefolgt. Und so sind heute im Olympischen Stadion Garmisch-Partenkirchen, auf das die Augen der Welt gerichtet sind, statt der elf Nationen, die an den Winterbewerben der Olympischen Spiele 1932 teilnahmen, 28 Nationen hinter ihren Fahnen angetreten, eine Zahl, die in der Geschichte der Olympischen Winterspiele bisher ohne Beispiel ist. Die Jugend hat sich über das hysterische Geschrei der Feinde Deutschlands im Vertrauen auf die Ritterlichkeit, Kameradschaft und Gastlichkeit des deutschen Volkes hinweggesetzt. Der olympische Gedanke hat gesiegt. Wien, 6. Febr. (DNB.) Vizekanzler Starhemberg erklärte dem Pariser Vertreter der Amtlichen Nachrichtenstelle, er habe Außenminister Flandin mitgeteilt, daß sich Oesterreich in allen innerpolitischen Angelegenheiten, zu denen auch die Frage der Staatsform und die Wieder ei n- setzung der Habsburger gehörten, volle Handlungs - und Entschluß fr eih eit vorbehalte. Don einer Derzichterklärung Oesterreichs auf eine etwaige Wiedereinführung der monarchiichen Staatsform könne nicht die Rede sein. Er habe aber an die von der österreichischen Regierung wieder^ holt abgegebene Erklärung erinnert, ooß sie m dieser Beziehung nichts Entscheidendes unter- nehmen werde, ohne mit den europalschen Mächten in Fühlung getreten zu ,°m Meinungsaustausch zwischen Oesterreich und den Staaten Mitteleuropas habe nur dann ^we- flch wi-»-- lDnEe SiMÄ Ä.fe; von b 15. en — toi ne I re J em f >rtf 1 Hin Dos. ' Rem Znodc * )anbh Lode t janbli »es 11 [Rittei ns bl ’ >as fi<( jefomi lesuche Dege: urch ( lal 3C ■ es 2’; seismi boll der! pflf | die nui bat y Be Sie^' Bä^ - frei- e w. n. 1. inft frül" , do 120'* Soi' heu^ An'-..' hott/ 3,20- . Stil' Was' ' Son >' gebe S t i ft i e Li D( hat, '1 zusai ; m a i klärt atteir, sei. ( redjti lüge ferne. , chne ' lung lach : e n Zusai ils e unirr stellt ' en 5 länge' Be^uc. »er d )ie L, neh »eteili agen, iberp »one »örder mgebi Oer Mord in Davos Eine Erinnerung an Wilhelm Gustloff zum Da 21. De gierur ft a 11 oesreo beftim Rechne Ausgo halt ai 250 00 lichen. in Ein des Hi vom 2 Anleih Sei Luftfat flerrt auf R Deutsch Reich tmpf, Englisck von C eine erhob und Lied teren NS2 fchen vertr @efai Sie Die Schweiz sagt strenge Bestrafung zu Der deutsche Gesandte bei Bundesrat Motta. Das gesamte deutsche Volk steht erschüttert unter dem Eindruck des furchtbaren Mordes, der in Davos an dem nationalsozialistischen Landesgruppenleiter Wilhelm Gustloff von einem Juden namens David Frankfurter aus politischer Rachsucht verübt worden ist. Wieder ist ein aufrechter deutscher Mann, der den Mut hatte, sich offen zur nationalsozialistischen Weltanschauung zu bekennen, ein Opfer seiner idealistischen Gesinnungstreue geworden. Ueberall in der Welt, wo es anständige Menschen gibt, die nicht von irgendwelchen Phrasen verhetzt und geblendet sind, wird das tragische Ende dieses Mannes aufrichtig betrauert werden. Die allgemeine Entrüstung über diese verabscheuungswürdige Tat ist umso größer, als Wilhelm Gustloff, der dem fremden Besucher wehrlos und ungeschützt entgegentrat, ohne von seinen feindseligen Absicht eine Ahnung zu haben, heimtückisch niedergeschlossen wurde. Wer von den politischen Gegnern des Nationalsozialismus im Ausland könnte in Anbetracht dieses Mordes den traurigen Mut haben, sich auf die Seite des Verbrechers zu stellen? Wieder einmal sind die Folgen jener Hetze klar zutage getreten, die in gewissen ausländischen Zirkeln mit aller Sorgfalt und raffiniertester Bewußtheit organisiert wurde: eine Hetze, die unter dem Deckmantel verlogener „demokratischer" und „pazifistischer" Redensarten immer mehr um sich gegriffen hat. hätte, offensichtlich den Boden für den feige n Mord vorbereitet Jabe. Bundesrat Motta gab seinem Bedauern über die Tat erneut lebhaften Ausdruck und versicherte auf das nachdrücklichste, daß seitens der Schweiz alles geschehen würde, um die verabscheuungswürdige Tat aufzuklären und den Mörder seiner g e - rechten Strafe zuzuführen. Ein Mitglied des Bundesrates erklärte dem Vertreter des DNB., daß er über den Mord auf das allerschwerste betroffen sei. Durch die vielen Angriffe sei Gustloff unrecht geschehen. Gustloff hätte selbst schon persönlich im Bundeshaus zu tun gehabt, und man hätte den Eindruck gewonnen, daß er sich durchaus an die vom Bundesrat aufgestellten Richtlinien halte, absolut ehrlich vorgehe und sich keinerlei Spitzeleien gegevoie Schweiz zu Schulden kommen lasse. Die Haltung der marxistischen Presse und eines Teiles der bürgerlichen Presse, die in ihren Angriffen ständig die Ausweisung Guftloffs verlangt habe, sei sehr bedauerlich. Der Bundesrat sei aber dieser Forderung nicht nachgekommen, da keinerlei Grund z u einer Ausweisung bestanden habe. Der Bundesrat verurteile die Tat wegen ihres verwerflichen Charakters und der damit verbundenen Trübung der zwischenstaatlichen Beziehungen auf das energischste. Der Bundesrat lege stets den größten Wert darauf, die Beziehungen mit den Nachbarländern korrekt und freundschaftlich zu gestalten, ungeachtet der verschiedenartigen politischen Einstellung. Die schweizerische Regierung sei stets bemüht, die Regierungsgrundlagen genau einzu- halten. Dieses ruchlose Verbrechen ist zweifellos aus jener Atmosphäre geboren worden, die durch eine verantwortungslose Hetze entstanden ist. Die moralische Verantwortung für diesen Mord werden vor allem jene tragen müssen, die nicht müde werden, gegen die nationalsozialistische Weltanschauung mit den gemeinsten und skrupellosesten Mitteln unterirdisch zu wühlen. Der Mann, der den nationalsozialistischen Landesgruppenleiter ermordete, wollte mit seinen Schüssen die nationalsozialistische Gesinnung ins Herz treffen, jenen kämpferischen Idealismus erschlagen, der sich durch eine grandiose geschichtliche Entwicklung tausendmal siegreicher und stärker erwiesen hatte, als die verbrecherischen Intrigen und Haßgelüste einer innerlich hohlen und immer mehr in sich zerfallenden Welt. Wenn der Mörder bedacht hätte, daß die nationalsozialistische Bewegung nicht zuletzt durch die ethische Kraft ihrer Blutopfer unüberwindlich geworden ist, hätte er sich vielleicht diese Tat überlegt. Wilhelm Gustloff ist zwar tot, aber sein Geist wird solange leben, als es eine nationalsozialistische Bewegung gibt. Nicht nur das deutsche Volk ist von Empörung über dieses Verbrechen erfüllt, sondern die gesamte Kulturwelt, soweit sie noch einen Funken menschliches Gefühl besitzt. Berlin, 5. Febr. (DNB.) Ein Deutscher, der gerade jetzt aus der Schweiz zurückgekommen ist, und der dort in nähere Berührung mit dem Landesgruppenleiter Gustloff getreten war, schildert in folgenden Zeilen den auf so ruchlose Art ermordeten Parteigenossen. Dor wenigen Tagen noch habe ich Wilhelm Gustloff in seinem Heim in Davos, das zugleich seine Arbeitsstätte war, gegenübergesessen. Seine Gattin, von der er sagte, daß sie ihm nicht nur die beste Lebenskameradin, sondern Der nationalsozialistische Landesgruppenleiter der Schweiz, Wilhelm Gustloff. — (Scherl-M.) auch eine unermüdliche und tapfere Mitkämpferin sei, umhegte ihn und veide sprachen von dem Glück, das für sie in der Arbeit für den Führer und in ihrer Ehe läge. Die meisten ihrer deutschen Parteigenossen in der Schweiz kannten sie persönlich; mit vielen verband sie gemeinsame Erlebnisse und mit glücklichem Stolz sprachen sie davon, daß das Winterhilfswerk und die Opferbereitschaft begüterter Deutscher in der Schweiz sie in die Lage versetzt hatte, in so vielen Fällen zu helfen. Das Schönste, was er besäße, sagte Wilhelm Gustloff, sei das Bild des Führers mit der Widmung aus der Zeit vor der Machtergreifung. Beinahe so sehr sei ihm ein schlichtes Schnitzwerk ans Herz gewachsen. Dies Schnitzwerk stelle einen Bergmann dar, der aus der Grube heim kommt und an dem fein kleines Töchterchen glücklich empor» springt. Liebevoll nahm Gustloff die hölzerne Plastik, stellte sie vor uns auf und gab mir ein G e - dicht zu lesen, das mit ihr aus Deutschland gekommen war. Es war eine Danksagung an i d n für eine große Sendung von Rocken und anderen Kleidungsstücken, die mit der Hand von Deutschen in der Schweiz hergestellt waren und a n Bergleute in einem der ärmsten deutschenBerg- charakterisierte, machte er sich schon jetzt seine Aus« Zeichnungen für die Ortsgruppen, und für alle Veranstaltungen wollte er neue, schöne Ideen verwirklichen. Bei der Unterhaltung hierüber sagte er lächelnd, selbst seine Frau könne ihn nicht dazu bewegen, sich einen neuen Mantel zu kaufen, denn vorläufig brauche er sein Geld für die Bewegung und für seine notleidenden Parteigenossen. Er brauche nichts anderes vom Leben, als was es ihm geschenkt habe, seinen Führer und seine Frau. Schweizer preffestimmen. Bern, 5. Febr. (DNB.) Zu der Ermordung des nationalsozialistischen Landesgruppenleiters Wilhelm Gustloff in Daoos schreibt die „Neue Zürcher Zeitung": Der Mörder Gustlosss, David Frankfurter, habe nach feinen eigenen ersten Aussagen das Dritte Reich treffen wollen, dessen Staatsform ihm verhaßt sei. Aber wie sinnlos blind erscheine das Zeigen solchen Hasses in der Seele eines Menschen, wenn es ihn dazu führe, kaltblütig einen Fremden niederzuschießen, dem er selbst fremd sei und den er nur deshalb zum physischen Tode verurteile, weil er in ihm ein politisches System moralisch verurteilen wolle. Womit immer Frankfurter feine Tat zu erklären versuchen möge, für die schweizerischen Rechtsaesühle bleibe der Mord, auch der politische Moro, ein Verbrechen, das aus tiefstem Herzen verabscheut und mit der Schärfe des Gesetzes verfolgt werden müsse. So werde es auch hier geschehen. Der Berner „B u n d" äußert sich wie folgt: Eine Tat, auf schweizerischem Boden begangen, aber nicht aus dem Geist unseres Landes heraus, vergleichbar der Ermordung Wo rowskis durch Conradi, der freilich schweizerischen Stammes, aber in Rußland aufgewachsen und geistig geprägt worden war. Hier wie dort nimmt einer Rache an einem einzelnen Menschen wegen des Systems, das er vertritt. Hier wie dort entspringt die Tat Kreisen, die jenem System besonders gram zu sein Grund haben. Seine jugoslawische Staatsangehörigkeit hat ihn zweifellos persönlich dem Wirken des deutschen Regierungssystems entrückt, sie könnte aber die Frage nahelegen, ob der Täter mit den jugoslawischen Terroristengruppen zu tun hatte, denen am 9. Oktober 1934 König Alexander und Barthou zum Opfer fielen. Gustloff fällt nicht wegen dessen, was er persönlich tat und zu vertreten hatte, sondern einem politischen Mord zum Opfer. Die furchtbare Tat wird überall in der Schweiz nach Gebühr verurteilt. Die „Basler Nachrichten" schreiben: Die Kunde von der Ermordung Gustlofss auf Schweizer Boden wird in allen Kreisen unseres Volkes aroße Empörung Hervorrufen. Der Bundesrat hat die Tätigkeit Gustlofss durch die Organe seines Justiz- und Polizeidepartements andauernd beobachten lassen, hat auch Gustloffs Blatt „Der Reichs-' deutsche" verboten, hat sich aber nicht veranlaßt gesehen, Gustloff auszuweisen. Daraus ist zu schließen, daß dieser d i e Gesetze unseres Landes geachtet hat. Aber wenn er sie auch nicht geachtet hätte, so hätte das einem Landes- fremden noch lange nicht das Recht gegeben, einen meuchlerischen Anschlag gegen Gustloff auszuüben. Einstweilen sind die Bundes- und Kantonsbehörden noch Meister in der Schweiz und nicht ausländische Fanatiker. Nach den vorliegenden Berichten scheint es übrigens auch gar nicht, daß der Täter sich speziell an Gustloff hätte rächen wollen. Seine Tat war eine Kundgebung gegen den deutschen Nationalsozialismus im allgemeinen und vielleicht auch gegen den nationalsozialistischen Antisemitismus im besonderen, und zwar eine feige Kundgebung. David Frankfurter hat si ch nicht nach Deutschland getraut, sondern hat das Schweizer Gastrecht schmählich mißbraucht, um seinen Haß auszutoben, das Schweizer Gastrecht, das nicht nur Gustloff, sondern auch ihm gewährt wurde. Wir hoffen, daß ihm für seine Schandtat die ganze Strenge der graubünbener Strafjustiz treffen wird. Die „N a t i o n a lz e i t u n g" schreibt u. a.: Die Tat rufe in ihrer Sinnlosigkeit und ihrem demonstrativen Charakter den Mord an den Sowjetvertreter Worowski in Erinnerung. Für die fanatische Leidenschaft eines solchen Täters sei die verbrecherische Sinnlosigkeit nicht faßbar. Er vermag auch das Unrecht, das er dem gemeinsamen Gastlands von Mörder und Ermordeten und-dessen Rechtsordnung zufügt, nicht zu empfinden. Das Blatt entblößet sich dann nicht, gehässige Angriffe gegen Gustloff zu richten und den Bundesbehörden den Vorwurf „unbegreiflicher Duldsamkeit" gegenüber der Tätigkeit Gustloffs zu machen. Aehnlich äußert sich dann auch die marxistische „Arbeiterzeitun g", die es für angemessen hält, von einem gewöhnlichen Kriminalfall zu sprechen, zu dem Deutschland „nichts zu melden" habe. Das sozialdemokratische „Volks- red) t" schreibt: „Gustloff ist tot, durch einen ausländischen Studenten der gleichen Nation zugehörig, wie die Mörder König Alexanders und des Präsidenten Barthou. Diesmal ist eine Schweizer Stadt Ort des Dramas, ift unfer Land befleckt durch Methoden politischen Mordes, die wir von jeher scharf verurteilen und als Verbrechen empfinden, auch dann, wenn sie einen Gegner wie Gustloff treffen. Wenn jemand Ursache hat, über den Moro von Davos empört zu fein, dann die Schweizer insgesamt ohne Unterschied der Parteien." Oe Be Stac tag, t Eins kehr preuß Persoi Seite dessen Bahn Der Sams Mo toi l i ch Monti fährt nersta Veranstaltungen des Reichsverbandes jüdischer Kulturbünde bis auf weiteres verboten. Berlin, 5. Febr. (DNB.) Nach der Ermordung des Landesgruppenleiters der NSDAP, für die Schweiz Wilhelm Gustloff durch den Juden David Frankfurter in Davos hat der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda sämtliche Veranstaltungen des Reichsverbandes jüdischer Kulturbünde in Deutschland bis auf weiteres verboten, um etwaigen Zwischenfällen vorzubeugen. Weitere Beileidstelegramme. Berlin, 5. Febr. (DNB.) Reichsaußenminister Frhr. von Neurath sandte an die Witwe des Landesgruppenleiters der NSDAP, in der Schweiz, Gustloff, Daoos, folgendes Telegramm: „Die Nachricht von dem verabscheuungswürdigen Verbrechen, dem Ihr Gatte zum Opfer gefallen ist, hat mich tief erschüttert. Es drängt mich, Jynen meine aufrichtigste Anteilnahme zu dem schweren Verlust, den Sie erlitten haben, auszusprecken. Die Reichsdeutschen in der Schweiz verlieren in bent Ra 1 Leiche I nach ür 6 findet licher ter B Ausla ter de der iliedei ulats iaran bürg i baugebiete als Winterhilfe verteilt worden waren. Einer dieser Bergleute hatte in monatelanger Arbeit nach seinem Tagwerk im Schacht die Szene in Holz geschnitzt, wie fein Töchterchen ihm entgegenkommt und strahlend ihm sagt, daß sie nun endlich ein neues Kleidchen habe und daß dieses Kleidchen von den Landsleuten in der Schweiz gekommen sei. „Für kein Kunstwerk in der Welt würde ich diese Schnitzerei hergeben. Es ist der schonste Lohn für unsere Arbeit, die wir tun dürfen für Adolf Hitler." Wir sprachen davon, daß Wilhelm Gustloff eines Tages vielleicht auf einem bedeutenden politischen Posten in der Heimat gebraucht werden konnte. „Selbstverständlich", sagte er, „würde ich hingehen, wohin mich der Führer befiehlt. Aber es würde mir weh tun, hier meine Volksgenossen verlassen zu müssen, denn ich glaube, ich kann ihnen noch viele Dienste leisten und vieles geben." Er sei selbst als Kranker nach Daoos aefommen, erzählte er, habe hier in einer Landschaft, die er dankbar liebe, seine Gesundheit wiedergefunden und könne auch so recht die kranken Deutschen verstehen, ihnen helfen und so das Seine auch für ihre Gesundung beitragen, soweit das möglich sei neben den Mitteln der Aerzte. Wie nötig herzliche Worte und ein kameradschaftlicher Händedruck manchmal seien, schilderte er dann an einem (Erlebnis. Eines Abends zu Weihnacht oder zu Silvester hätte man ihn i n d i e deutsche Kriegerheilstätte gerufen, weil die Kameraden in ihrer kranken Einsamkeit nach ihm verlangten. Er sei natürlich sofort hin- gegangen, hätte zu ihnen von der Heimat gesprochen und von der Dankbarkeit der Deutschen ihren Frontsoldaten gegenüber, von dem Vorbild, das sie der jungen deutschen Generation seien und von der Pflicht, die sie hätten, ihre Fronterlebnisse als ein heiliges Vermächtnis der Jugend weiterzugeben. Er fei von Bett zu Bett gegangen, hätte den am schwersten Kranken die Hände gedrückt und in die Augen geschaut, und er glaube, daß er Lebenskraft und Lebensfreude habe geben können, er habe jedenfalls seine Pflicht getan. So war Wilhelm Gustloff ein sorgender, väterlicher Kamerad von vielen und weit mehr als gemeinhin ein Mensch hat er herzliche Dankbarkeit empfangen. Nicht zuletzt hat er vielen deutschen Schülern in Daoos, (Eltern, Brüder und Schwestern ersetzen müssen und ersetzen können. Zu ihm kamen die Jungen mit ihren Alltagssorgen, mit ihren Krankheitssorgen, mit ihren Examensnöten und mit ihren Sorgen um Heimat und Vaterland. Noch vor kurzem, so erzählte er, seien Abiturienten bei ihm gewesen und hätten ihn gebeten, doch während der Prüfung anwesend zu fein; denn wenn er dabei wäre, seien sie viel ruhiger und sicherer, sie seien gewiß, wenn sie ihn anschauen konnten und er ihnen Mut mache, dann würden sie es schaffen. Daß Wilhelm Gustloff ihnen versprach, dabei zu sein, war nur selbstverständlich. Seine Pläne, die nun seine letzten gewesen sind, galten schon wieder den Feiern der Deutschen draußen zum 1. Mai. In der rührenden, sorgsamen und edlen Art, die diesen Mann < Stal ; i elegr -lag, rung und auch König Carol von Rumänien. Man habe in Paris daher schon am Samstag Litwinow mit höflichen Worten zu verstehen gegeben, daß er sich nicht weiter bemühen solle; am nächsten Tage sei er dann auch nach Moskau abgereist. Oie Größe der Schlachtschiffe. Britisch - italienische Flotteubesprechnngen. London, 5. Febr. (DNB.) Wie Reuter meldet, fanden am Mittwoch Besprechungen zwischen der britischen und der italienischen Flottenabordnung statt, die sich auf die Frage bezogen, wieweit Italien in der Frage der T v n - nagebegrenzung der Schlachtschiffe auf Seiten Frankreichs steht, das erklärt hat, die Schlachtschifftonnage müsse auf 27500 Tonnen begrenzt werden. Man sei der Ansicht, daß Frankreich angesichts der Wahlen nur nach „langem Kamps" dem sehr teueren 35000-Ton- n e n - S ch l a ch t s ch i f f zustimmen könne. Falls Italien dem französischen 27 500-Tonnen-Schlacht- schiff zustimme, würden England, Frankreich und Italien sich gemeinsam für diese Schlachtschifs- aröße einsetzen, so daß Amerika mit dem Vorschlag eines 35 OOO-Tonnen-Schlachtschiffes allein bleibe. Es sei dann wahrscheinlich, daß Amerika einer Große von 30000 Tonnen zustimmen würde. Gegen den Bolschewistenterror in Mexiko. Große Protestkundgebung von Arbeitgebern und freien Gewerkschaften. Mexiko, 5. Febr. (DNB.) Das Ueberhandneh- men der kommunistischen Hetze in der größten Industriestadt Mexikos, Monterey (mit 132 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Mexikos) im Staate Nuevo Leon, veranlaßte die dortige Arbeitgeberorganisation, gemeinsam mit den freien Gewerkschaften zu einem zweitägigen Brote st aus- ft a n b aufzurufen, der als große Kundgebung gegen den Kommunismus gedacht ist. Da die Kommunisten eine Gegenkundgebung planen, werden Zusammenstöße befürchtet. Die Stadt steht unter M i - 1 itärschutz. Am Dienstagabend zertrümmerten 500 Kommunisten die Lichtreklame der Zeitung „El Porvenir" und wollten in das Gebäude einbringen. Als Truppen herannahten, ergriffen sie die Flucht. In einem Telegramm an Bundespräsident Cardenas erklärte die Arbeitgeberorganisation, die Kommunisten drohten offen, die jetzige Regierungsform durch eine bolschewistische Diktatur zu ersetzen. Der Proteststreik begann mit einer großen Kundgebung, an der sich 60 000 Personen beteiligten. Der Streik wird unterstützt von 42 freien Gewerkschaften. Die Kundgeber führten National-Flaggen mit und fangen die Nationalhymne. Hochrufe auf Mexiko wechselten ab mit Rusen wie „Wir sind Mexikaner und keine Sowjetrussen!". Die Kundgebung verlies ohne Störungen, da der Wehrkreiskommandant General Almazan die Ordnung aufrecht erhielt. Die Menge zog vor das Gebäude des Gouverneurs und verlangte eine klare Stellungnahme des Gouverneurs zu der kommunistischen Hetze. Der Gouverneur teilte aber lediglich über den Innenminister mit, daß die Behauptungen von dem Vorhandensein einer „Roten Welle" unwahr seien. Die Bildung der freien Gewerkschaften habe den Anlaß zur Beunruhigung gegeben. Der Gouverneur mußte aber zugeben, daß „einige rote Wühler" am Werk sind. Oerprozeß der Königsmörder von Marseille. Paris, 5. Febr. (DNB.) Vor dem Schwurgericht in Aix-en-Provence begann zum zweiten Mal der Prozeß gegen die drei Kroaten Kra 1 j, Raitsch und Pospischil, die der Mittäterschaft an der Ermordung des Königs Alexander von Jugoslawien und des französischen Außenministers Barthou beschuldigt sind. Der erste Prozeß mußte schon nach VMägiger Prozeßdauer unterbrochen werden, nachdem es zu dramatischen Auseinandersetzungen zwischen dem Verteidiger und dem Generalstaatsanwalt gekommen war. Die Verteidigung der drei Angeklagten hat jetzt der Vorsitzende der Pariser Rechtsanwaltskammer, Rechtsanwalt Saint 2luban, übernommen. Die Mittwoch-Verhandlung war dem. Verhör des Angeklagten Kralj gewidmet. Kraft leugnete, daß ihm die Ankunft des Königs Alexan- der in Marseille bekannt gewesen sei, gab aber zu, daß er von einem Manne namens Peter zwei Revolver und Handgranaten erhalten habe. Er habe geglaubt, daß er diese Waffen irgend jemand in Kroatien hätte abliefern sollen. Weder Peter noch Kwaternik hätten ihn angewiesen, sich den Befehlen von Kaiemen (des eigent« lichen Königsmörders) unterzuordnen. Sie hätten ihm lediglich gesagt, daß er Kalemen folgen solle. (Er selbst fjabe nicht schießen wollen, weil auf der Straße zu viele Menschen gewesen seien, so baß also Unschuldige hätten getroffen werden können. Im übrigen habe er erst in diesem Augenblick durch Kalemen erfahren, daß es sich darum handele, den König zu töten. Kraft gibt bann weiter an, sich von Kalemen getrennt und im Autobus von Marseille nach Aix gefahren zu sein. Er habe sich dort in sein Hotel begeben, die Granaten und ein Revolver unter das Kopfkissen gelegt und sei in einem Taxi nach Avignon geflüchtet. Er sei schon in Aix gewesen, als der Anschlag begangen worden sei, was ihm der Gerichtspräsident jedoch mit Bestimmtheit abstreitet. Kraft legte ein politisches Glaubensbekenntnis als Kroate ab und erklärte, daß er nur ein politisches Ziel verfolgt habe. Er bedauerte, daß Barthou bei dem Anschlag mit ums Leben gekommen sei, obwohl er von den Ustaschis nicht zum Tode verurteilt worden sei. Auch Kalemen hätte ihn nicht töten wollen. Kleine politische Nachrichten König Gustaf von Schweden, der auf der Durchreise nach dem Süden in Berlin weilt, stattete d e m Führer und Reichskanzler einen persönlichen Besuch ab. Die Königin der Niederlande und ihre Tochter P r i n z e f s i n I u l i a n a, die sich zur Zeit in Jgls oberhalb Innsbrucks aufhalten, werden von dort aus die Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen besuchen. Bern, 5. Febr. (DNB.) Auf die Nachricht von der Ermordung des Landesgruppenleiters Gustloff hat ber deutsche Gesandte in Bern feinen Urlaub abgebrochen und ist sofort nach Bern zurückgekehrt. Bereits bei seiner Ankunft fand er ein Schreiben des Leiters des eidgenössischen politischen Departements Bundesrat Motta vor, in dem dieser namens ber schweizerischen Regierung tief ft e Bestürzung über bas verabscheuungs- mürbige Verbrechen äußert. Der feige Anschlag bes Täters müsse in ber Schweiz überall lebhafte Entrüstung ausjöfen. Die eidgenössische Regierung sei aufs schwerste betroffen von einer Tat, deren Ruchlosigkeit eine Beleidigung ber Tradition ihres Landes bedeute. Das Schreiben schließt mit dem Ausdruck des Bedauerns und der Bitte, der Witwe des Verstorbenen das tief empfundene Beileid der schweizerischen Regierung zu übermitteln. Der Gesandte hat Bundesrat Motta aufgesucht, ihm für sein Beileid gedankt und hat im Auftrage der Reichsregierung ftrengfte Untersuchung des Attentats, dessen politische Motive nicht zweifelhaft seien, auch bezüglich eventueller Hintermänner bes Mörders, gefordert. Er hat hierbei auf den großen Ernst der Angelegenheit hingewiesen und der Erwartung Ausdruck gegeben, baß die schweizerischen Behörden alles zur Aufklärung und Sühne des Verbrechens Erforderliche tun würden. Der Gesandte hat ferner daran erinnert, daß die Hetze, die die schweizerische Linke seit vielen Monaten i n ber Presse gegen den Landesgruppenleiter Gustloff trotz wiederholter Warnung des Gesandten geführt und sogar in das Parlament getragen Die erste Reichssegelstug-Mrerschule f OPEL Denn nur bis 14. Februar gellen die Opel- Preise, die Ihnen beim OPEL »Typ Olympia« 100Mark, beim OPEL»6« sogar bis zu 200 Mark sparen I Wohlgemerkt: es sind die für 1936 maßgebenden Modelle-mit der berühmten »OPEL Synchron-Federung« und den vielen ande- ihm Btti JUte ren einzigartigen Vorzügen dieser Typen. Aber am 14. Februar muß der Wagen auch schon zugelassen sein! Verabreden Sie deshalb sofort eine unverbindliche Probefahrt! Außerdem: wenn Sie sofort kaufen, ist Ihr Wagen auch schon eingefahren, sobald die» ersten schönen Tage kommen! ÄufpasseKL Jfot&f looT/fw/t dtunivi! Der Verkehr nach Ostpreußen. Berlin, 5. Febr. (DNB.) Die polnischen Staatsbahnen haben mit Wirkung vom Freitag, dem 7. Februar 1936, 0.01 Uhr, eine starke Einschränkung des Durchgangsverkehrs auf den Eisenbahnstrecken zwischen Ostpreußen und dem übrigen Reich angekündigt. Im Personen- und Güterverkehr ist daher von deutscher Seite ein neuer Fahrplan in Kraft getreten, dessen Einzelheiten auf den Reisebüros und den Bahnhäfen zu erfahren sind. Der Seedienst O st preußen nimmt am Samstag, 8. Februar 1936, seine Fahrten mit dem Motorschnellschiff „Preußen" dreimal wöchent- l i ch auf. Das Schiff verkehrt ab Swinemünde Montags, Mittwochs und Samstags 18.30 Uhr und fährt von Pillau Sonntags, Dienstags und Donnerstags ab 12.30 Uhr zurück. Zweiter Nachtrag zum heff. Staatshaushaltsplan -1935. Darmstadt, 5. Febr. (LPD.) Durch Gesetz vom ^1. Dezember 1935, das soeben im Hessischen Regierungsblatt veröffentlicht wird, hat d e r R e i ch s - ftatthalter in Hessen als Führer der Landesregierung mit Zustimmung der Reichsregierung bestimmt: In dem Staatshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1935 gehen bei den Einnahmen und Ausgaben weiter hinzu: im außerordentlichen Haushalt an Einnahmen 250 000 RM. und an Ausgaben 250 000 RM. Die Abschlußzahlen des außerordentlichen Haushalts werden hiernach auf 7 409 364 RM. in Einnahme und Ausgabe festgestellt. Die im Art. 3 des Haushaltsgesetzes für das Rechnungsjahr 1935 vom 25.August 1935 auf 5 293 025 RM. festgesetzte Anleihrrrmächtigung wird auf 5543025 RM. erhöht. lord Londonderry in Berlin. B e rli n, 5. Febr. (DNB.) Der frühere britische Luftfahnninister Marqueß of London- derrr, der sich mit seiner Gemahlin und Tochter auf Rksen in diesen Tagen für kurze Zeit in Deutschnd aufhält, ist vom Führer und Reichkanzler zu einem privaten Besuch e m p fm g e n worden. Der Präsident der Deutsch- Englisckn Gesellschaft, Herzog Carl Eduard von 6)bürg hatte die Freunde der Gesellschaft zu eine: Frühstück geladen. Der Einladung hatten u. a. hlge geleistet: Reichsminister Frank, der gdez ‘beim i .her > rank, lQ9en t 5form I Heine I Men, I inen .. elbst | |t|d)en i -Sy. immer möge, e der b r e • rab. hen. : Eine aber 5, Der« i durch aber t war- he an 15, dar t Krei- u sein ehörig. es deut- iber die zoslawi. ien am ou zum en, was sondern rchtbars Gebühr Bor einigen Tagen fiel, wie bereits gemeldet, der Große Staatspreis der Preußischen Akademie der Künste an den erst 26jährigen Göttinger Studenten Ernst Hermann Bockemühl. Die Leistung des jungen Staatspreisträgers ist um so höher zu bewerten, als der Preis seit mehreren Fahren zum erstenmal wieder einem einzigen Wettbewerber voll ausgezahlt wird. — (Scherl-M.) ^verbindliche Probefahrten s MotOfWagCIl - Verkauf SgCSCllSCliaft DL b. H. Frankfurter Strebe 52 - Telephon Nr. 284T en: Die I chweizek H Volker undesrat I le seines beobach- | : Reichs-' I leranlaht I zu schlie- I s Lan- I luch nicht I ander- I d)tge« ld)lag \ lie Bun- i in der V Rach j his auch , Gustloff | Kundge- smus im en natio- eren, und . rantfurter ! kraut, Utrecht Ihaß aus- Inicht nur Irbe. Wir lie ganze men wirb. 1 a.: Die |n bemon* Ijetoertre’ I fanatische Iverbreche- [nag auch iGastlande wechtsord' Wlott ent« [gen Gust« Iben Vor« [über der lußert si« ■ itung, Wohnlichen Kb „nichts ■ Volks' ■'nen aus' ■ugehar.ig' ■es Präs'' ■zer Stadt Id-fl-^ loriie9' linen W liodje ■ein. d°"" I bet P"i Reichsführer-SS. Himmler, der Herzog und die Herzogin von Braunschweig, Botschafter von Ribbentrop und Frau, Staatssekretär Lammers und Frau, Gesandter D u - four-Färonce und Frau, Reichskriegsopferführer Oberlindober, Obergruppenführer von Pfeffer, Staatsrat von Strauß. Lord und Lady Londonderry, die von ihrer Tochter, Lady Mary Stuart, begleitet waren, verweilten noch lange nach dem Frühstück im Kreise der Mitglieder und Freunde der Deutsch-Englischen Gesellschaft. Marschall Badoglio in Mokalle. Asmara, 6. Febr. (DNB. Funkspruch.) Marschall Badoglio stattete am Mittwoch Makalle einen offiziellen Besuch ab. Der Marschall wurde von Ras G u g s a, „dem Herrscher von Ost-Tigre", feierlich eingeholt. Badoglio und sein Stab begaben sich unter militärischem Geleit zur Koptischen Kirche. Dann fand eine Besichtigung der Heimattruppen und der Truppen des Ras Gugsa, die auf dem Marktplatz Ausstellung genommen hatten, statt. Der Marschall hielt eine kurze Ansprache an die Truppen. Kunst und Wissenschaft. Mit dem Großen Staatspreis für Architektur ausgezeichnet w ölen, rin*"’ I für W te tes LubeiW'1, Im- he? B Der Komponist des Badenweiler Marsches gestorben. Der Komponist des Badenweiler Marsches, Obermusikmeister F ü r st, ist in Pasing bei München, wo er seinen Ruhesitz hatte g e st o r b e n. Er hat ein Alter von 66 Jahren erreicht, war in Feuchtwangen (Mittelfranken) als Sohn des dortigen Stadtmusikmeisters geboren und entstammt einer alten Musikerfamilie. Als Obermusikmeister der „Leiber", des Königlichen Bayerischen Jnfanterie- Leibregiments, rückte er 1914 ins Feld und komponierte am 12. August 1914 nach der Schlacht von Badonvillers den so berühmt gewordenen Badenweiler Marsch, den Lieblingsmarsch des Führers. Mit dem 30. April 1935 schied Fürst aus dem aktiven Heeresdienst aus, nachdem er noch am 20. April des gleichen Jahres zum Geburtstage des Führers vor der Reichskanzlei und im Lustgarten konzertiert hatte. Als Komponist war Obermusikmeister Fürst außerordentlich fruchtbar. Neben dem Badenweiler Marsch hat er 46 Militärmärsche geschaffen, außerdem viele andere Musikstücke. „Tod der Antigone" von H. St. Chamberlain. NSG. Die Antigone der hellenischen Antike, so wie sie Chamberlain sah, ist in ihrem Heroismus und ihrer Tragik die große Gegenaestalt zur nordischen Brünnhilde in der „Ring-Dichtung Richard Wagners. Die Aufführung oes Werkes von Chamberlain, die den großen Wegbereiter der deutschen Gegenwart zum ersten Male auf einer deutschen Bühne als dramatischen Gestalter zu Gehör kommen läßt, bedeutet eine wesentliche Erweiterung und Vertiefung der in den Detmolder Wagner-Fe st wochen beabsichtigten Darstellung der Bayreuther Kulturidee. Das Werk wurde im Todesjahr Chamberlains schon einmal im Rahmen einer Gedenkfeier in Bayreuth allerdings vor einem geschlossenen Kreise — es nahmen an der Feier teil: Frau Eva Chamberlain, Siegfried und Winifred Wagner, die Schwestern Eva Chamberlains und Sigfried Wagners, Frau Daniela T h o d e und Gräfin Grivina , der Altbayreuther Hans von Wolzogen u. a. — unter der Regie von Otto Daube aufgeführt, unter dessen Spielleitung es nun seine öffentliche Uraufführung erfahren wird. Die Musik zu der Dichtung schreibt Professor August Weweler; die großen Sprech- und Bewegungschöre werden von der Hitlerjugend ausgeführt, die dadurch unmittelbar in den Dienst des Chamberlainschen Kunstwerkes tritt. Das Bühnenbild entwirft Willibald Mohr, der Oberspielleiter des Lippischen Landestheaters; die musikalische Leitung führt Professor Carl Kittel- Bayreuth. Theaterbrand in Paris. Im Theater Michel in Paris brach ein Brand aus, der sich mit großer Geschwindigkeit aüsdehnte. Der Feuerwehr ist es gelungen, die Bühne und den 400 Plätze umfassenden Zuschauerraum Zu retten, so daß nur die SjaUe des Theaters dem Brande zum Opfer gefallen ist. Der größte Teil der Fensterscheiben ist infolge der starken Hitze geplatzt. Ein genauer Ueberblick über den Sachschaden ist noch nicht möglich. Ein Uebergreifen des Feuers auf die Nachbargebäude konnte verhindert werden. Und ’rToc h ein wertvolles O P E L ■ Angebot: der neue OPEL P4, das Vollautomobil für RM 1650 ab Werk Oer letzte Gouverneur. Der Präsident der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft und der Deutschen Kolonialgesellschaft Gouverneur i. R. Dr. h. c. Hein- r i ch Schnee ist 65 Jahre alt geworden. Er war von 1912 bis 1919 Gouverneur von Deutsch-Ostafrika und es war seiner vorbildlichen Verwaltung im Verein mit der militärischen Führung durch Lettow-Vorbeck zu danken, daß sich die Kolonie bis zum November 1918 gegen eine erdrückende lieber« macht halten konnte. Heute, da Kolonialprobleme die Welt bewegen, ist es besonders aktuell, die Persönlichkeit eines Mannes zu beleuchten, der in der deutschen Kolonialgeschichte eine große Rolle gespielt hat. Gegen Deutschland ist von einer gewissen Seite oft der unbegründete Vorwurf erhoben worden, daß es sich unfähig gezeigt habe, eine erfolgreiche Kolonisation durchzuführen. Man hat diesen Vorwurf nur darum konstruiert, um gegen ein Volk Stimmung Au machen, das für seinen Bevölkerungsüberschuß einen neuen Lebensraum und neue wirtschaftliche Möglichkeiten brauchte. Nicht zuletzt hat der ehemalige Gouverneur von Deutsch-Ostafrika Heinrich Schnee durch seine Haltung in der Praxis bewiesen, wie absurd jene Verleumdungen waren, die künstlich gezüchtet worden sind, um das Deutsche Reich aus dem kolonialen Wettbewerb der europäischen Völker auszuschalten. Heinrich Schnee verkörpert ein Stück deutscher Kolonialgeschichte, wie sie heroischer kaum gebaut werden kann. Er war der letzte Gouverneur von Deutsch.O st afrika, ein Mann, der die Eingeborenen richtig zu behandeln verstand und der unermüdlich bestrebt war, die Entwicklung der Kolonie zu fördern. Als er im April des Jahres 1912 zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika ernannt wurde, ging er mit Energie daran, geordnete und disziplinierte Verhältnisse zu schaffen und die Besiedlung in großem Stil zu organisieren. Es war gewiß keine leichte Aufgabe und zweifellos hätte manch anderer die Flinte ins Korn geworfen, als sich mit dem Ausbruch des Weltkrieges von allen Seiten die Hindernisse und Schwierigkeiten emporzutürmen begannen. Aber Heinrich Schnee war nicht der Mann, der vor einem Gegner den Nacken gebeugt hätte. Als die Kolonie umzingelt wurde, stellte er sich mutig zum Kampf, und man kann ohne Uebertreibung sagen, daß es ein wahrhaft heroischer Kamps war, ein zähes Ringen mit einer vielfachen und gewaltigen lieber« macht, ein heldenhaftes Ausharren auf verlorenem Posten. Mit brutaler Hand griff der Krieg in die friedliche wirtschaftliche Entwicklung der Kolonie ein. Man hatte wichtige Eisenbahnen gebaut und war auf dem besten Wege, eine mustergültige Kolonie 3U schaffen, als die Katastrophe ausbrach: der Krieg warf alle schöpferischen Pläne und Berechnungen über den Hausen. Fern von der deutschen Heimat, abgeschnitten von jeglicher Verbindung, sah ich die Kolonie gezwungen, sich aus eigener Kraft gegen einen übermächtigen Feind zur Wehr zu setzen. Wenn man bedenkt, daß sich unter fast 8 Millionen Eingeborenen nur knapp 6000 Weiße befanden, kann man sich von den ungeheuren Schwierigkeiten der Verteidigung einen klaren Begriff machen. Es besteht kein Zweifel darüber, daß die Kolonie schon beim ersten Ansturm der Gegner zusammengebrochen wäre, wenn Heinrich Schnee es nicht verstanden hätte, das Verbleiben der Eingeborenenbeoölkerung auf deutscher Seite durch entsprechende Maßnahmen und eine richtige psychologische Behandlung zu sichern. Die Treue der (Eingeborenen war in diesem heroischen Kampf auf Biegen und Brechen der überzeugendste Beweis für die Kolomsationsgade Deutschlands. Erst am 14. November 1918 legte die Schutztruppe, an ihrer Spitze der ruhmreiche „letzte Gouverneur" Heinrich Schnee und der tapfere General von Lettow-Vorbeck bei Abercorn in Rhodesien die Waffen nieder, nachdem in Europa die Entscheidung gefallen war. Die erbitterten Kämpfe, die der schließlich erzwungenen lieber« gäbe vorausgegangen waren, werden in der deutschen Kolonialgeschichte unvergessen bleiben. General von Lettow-Vorbeck, der Führer der Schutztruppe, schlug gleich zu Beginn der Feindseligkeiten bei Tanga den Landungsversuch einer achtfachen englischen Uebermacht zurück, wie es ihm auch später, am 18. Januar 1915 gelang, einen großen Angriff auf die Nordgrenze der Kolonie bei I a s s i n i siegreich abzuwehren. Voll von dramatischen Episoden war dieser gigantische Kampf um die Selbsterhaltung. Im Frühjahr des Jahres 1916 wurde die Kolonie von drei Seiten, von Engländern, Belgiern und Portaguiefen in die Zange genommen. Die Engländer unternahmen unter dem Oberbefehl des Burengenerals Smuts in der Gegend des Kilimandscharo einen Hauptangriff, der von langer Hand vorbereitet war und den zähen Widerstand der Schutztruppe brechen Ä90"96™" Cinen unermüdlichen Freund und s Stabschef Lutze hat an Frau Gustloff folgendes /fe^mm gesandt: Zu dem schweren Schicksals- l/chlag, der Sie mit dem durch jüdische Mörder« Iobe ^res Gatten getroffen hat, mein und der gesamten rU? t1 c £ 9 e f uJ) 11 e s Beileid aus. Gerade die qTV in deren Reihen feiger Meuchelmord oft ermenen0eri Cn ^ann bie Größe dieses Opfers Gedenkfeier in Genf. Genf, 6. Febr. (DNB.) Die Ortsgruppe Genf der NSDAP, und die deutsche Kolonie veranstalteten eine Gedenkfeier für den ermordeten Landesgruppenleiter Gustloff im Heim der Ortsgruppe, das Trauerschmuck trug. Nach ^.rauermufif und einer Rezitation des Leiters der Deutschen Studentenschaft in Genf sprach der Ortsgruppenleiter eindrucksvolle Worte des Gedenkens. ; %leles erste Blutopfer der nationalsozialistischen I ^croegung im Auslande fei ein Grund mehr I" r den festen und engen Zusammen- l c ° Deutschen. Die Versammelten I erhoben sich zu Ehren Gustloffs von ihren Plätzen und verharrten in stillem Gedenken, während das d-ied vom guten Kameraden aufklang. Nach wei- ^ren Ansprachen des Landespresseobmannes der RS7MP. und des Vorsitzenden der Genfer deutschen Kolonie sowie nach Schlußworten des Reichsvertreters endete die Feier mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes. Die Ueberführung der Leiche Gustloffs in die Heimat. Basel, 5. Febr. (DNB.) Die Ueberführung der Leiche des ermordeten Landesgruppenleiters Gustloff na ch seiner Geburtsstadt Schwerin ist für Samstag vorgesehen. Am Samstagvormittag findet in der Kirche von Davos ein feier« sicher Trauergottesdienst statt, dem Gauleiter Bohle mit einer Abordnung^ der Leitung der Auslandsorganisation der NSDAP., ferner Vertreter der Ortsgruppen der NSDAP, in der Schweiz, der deutsche Gesandte mit mehreren Mitgliedern der Gesandtschaft und des deutschen Konsulats in Davos beiwohnen werden. Im Anschluß daran wird die Leiche über Chur, Lindau, Würzburg nach Schwerin übergeführt. Bei Dülmen in Westfalen wurde die erste Reichssegelslug-Führerschule durch Reichsluftsportführer Oberst M a h n ck e eröffnet. Man sieht auf unserem Bild den Reichsluftsportführer wäyrend feiner Ansprache vor dem Haupteingang zur Führerschule. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) W sollte. Diese Schuhtruppe zählte nur 16 000 Mann, während die englisch-belgische Streitmacht etwa 100 000 Mann betrug und auch in technischer Hinsicht *ben Deutschen turmhoch überlegen war. Aber trotz dieser erdrückenden Uebermacht gab sich die Kolonie noch immer nicht geschlagen: es entbrannte ein erbitterter Kleinkrieg, der zahllose Opfer forderte, und bei M ah iw a errang Lettow- Vorbeck in den Tagen vom 15. bis zum 18. August 1917 noch einmal einen vollständigen Sieg über die Engländer. Trotzdem mußte er am 25. November 1917 nach Portugiesisch-Ostafrika übertreten, wo er eine Reihe von glänzenden Erfolgen erfocht. Er kehrte dann nach Deutsch-Ostafrika zurück und wandte sich am 1. November 1918 nach Rhodesien. Erst auf Befehl der Reichsregierung streckte er am 14. November die Waffen. Mit diesen heldenhaften Kämpfen wird der Name des letzten Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika für alle Zeiten untrennbar verbunden bleiben. Zu welchen schwerwiegenden Konflikten es kommen kann, wenn ein Volk nicht den notwendigen Lebensraum besitzt, ersieht man heute besonders deutlich am abessinischen Beispiel. Es sind Konflikte, die sich zwangsläufig aus gewissen Störungen und Verschiebungen des europäischen Gleichgewichts ergeben. Das neue Deutschland ist fest entschlossen, diesen Konflikten fern zu bleiben, aber es hat seit jeher das moralische Recht gehabt, sich gegen Vorwürfe zu verteidigen, die durch feine erfolgreiche Kolonialpraxis einwandfrei widerlegt sind. Oie Deutsche Reichsbahn im Dezember 1935. Fwd. Nach den vorläufigen Ermittlungen sind im Dezember 1935 insgesamt 318,3 Mill. RM. Einnahmen aufgekommen, davon 195 aus dem Güterverkehr und 84,2 aus dem Personen- und Gepäckverkehr. Der Personen- und Gepäckverkehr brachte gegen Dezember v. I. eine Mehreinnahme von 6,1 Mill. RM., der Güterverkehr eine solche von 20,9 Mill. RM. Die vorläufigen Abschlußzahlen für die Einnahmen des Geschäftsjahres 1935 weisen tm Vergleich zu 1934 beim Personen- und Gepäckver- kehr eine Steigerung um 72,7 Mill. RM., beim Güterverkehr von 184,3 Mill. RM. und bei den sonstigen Einnahmen von 1,7 Mill. RM. auf, so daß die Gesamteinnahmen eine Erhöhung um 258,7 Mill. RM. zeigen, lieber die Entwicklung der Aus- gabeergebnisie im Dezember 1935 kann im Hinblick auf die im Gang befindlichen Jahresabschlußarbei- ten noch fein vollständiges Bild gegeben werden. Die Bautätigkeit im Jahre 1935. FWD. Wie das Statistische Reichsamt im neuen Heft von „Wirtschaft und Statistik" mitteilt, zeigt der Wohnungsbau in den Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern im Jahre 1935 ein wesentlich anderes Bild, als im Vorjahr Bauerlaubnisse (146 000) und Baubeginne (136 000) haben zwar zugcnommen, die Bauvollendungen (141 000) jedoch um 17 v. H. abgenommen. Darin kommt der Rückgang der Umbautätigkeit zum Ausdruck. Die im November 1935 für Umbauten neu zur Verfügung gestellten Mittel konnten sich bis zum Jahresende nicht mehr auswirken. Durch den Ausfall von Wohnungsumbauten haben die Bauvollendungen in den Großstädten — 83 000 (1934 = 99 000) — besonders stark abgenommen. In den Mittelstädten hat sich die bisher beobachtete ruhige Entwicklung ziemlich unverändert fortgesetzt, während in den Gemeinden mit 10 000 bis 50 000 Einwohnern die Bauvollendungen etwas stärker zurückgingen, weil weniger Kleinsiedlungswohnungen erstellt wurden. In den Groß- und Mittelstädten wurden 96 000 Wohnungen fertiggestellt (15 v. H. weniger als 1934). Die Zahl der durch Umbauten usw. dem Wohnungsmarkt zugeführten Wohnungen war um 55 v. H. geringer, als im Vorjahr. Der gesamte Reinzugang an Wohnungen in den Groß- und Mittelstädten belief sich auf 84 000 (1934 94 000). Die Abnahme der Umbauten konnte durch die um 21 v. H. gesteigerte Neubautätigkeit teilweise ausgeglichen werden. Oeffentliche Mittel wurden nur noch bei 37 v. H. (1934 — 44 v. H.) der Wohnungsneubauten zu Hilfe genommen. Der Bau von Nichtwohngebäuden machte in den Groß- und Mittelstädten gegenüber dem Vorjahr beträchtliche Fortschritte. Aus aller Wett. Der Seefeld-Prozeß. Das Schweriner Schwurgericht nahm bei Lübeck, wie bereits gemeldet, eine Besichtigung des Ortes vor, an dem die Leiche des damals neunjährigen Schülers Hans Korn aus Lübeck gefunden wurde. Seefeld muß zugeben, daß er schon mehrmals in derselben Schonung übernachtet hat, in der die Leiche gefunden wurde. Zwei Jungen, die xu dem Lokaltermin als Zeugen geladen worden find, werden Seefeld gegenübergefteüt. Sie bekunden, daß der Angeklagte derselbe Mann sei, der versucht hätte, sie in die 'Schonung zu locken. Den Jungen kam die Sache aber unheimlich vor. Sie liefen davon. Nach der Besichtigung des Tatortes fuhren die Prozeßbeteiligten nach Lübeck. Der Bruder des toten Korn, ein dreizehnjähriger Schüler, übernahm die Führung bis zu der Stelle, an der er aus einiger Entfernung feinen Bruder zusammen mit einem älteren Mann zum letzten Mal gesehen hat. Es kann aber nicht genau festgestellt werden, ob Seefeld dieser Mann war. Hierauf wurde im Polizeipräsidium die 71jährige Frau Katharina Seefeld vernommen. Sie erklärte sich bereit, in Abwesenheit des Angeklagten auszusagen. Die Zeugin betonte, daß sie seit über 40 Jahren den Angeklagten nicht mehr gesehen habe. Nur einmal habe sie von ihrem Sohn Paul gehört, daß ihn ein Mann in Lübeck mit den Worten „Du kommst jetzt mit mir, ich bin Dein Vater!" angesprochen habe. Durch das Dazwischentreten eines anderen Jungen wurde Seefeld verhindert, den Jungen mitzunehmen. Vor 26 Jahren wurde die Ehe, als Seefeld im Zuchthaus faß, wegen feines lasterhaften Lebenswandels geschieden. Seefeld wurde darauf in das Zimmer geführt. Während die Frau ihm den Rücken zudreht, gibt ihm der Vorsitzende ihre Aussage bekannt. „Ich habe dazu nichts zu sagen", war die einzige Antwort des Angeklagten. Am Donnerstag wird in Schwerin die Beweisaufnahme im Mordfall Zimmermann durchgeführt. Der Streif auf dem Londoner Fleischmarkt. Die Morgenblätter in London sprechen die Erwartung aus, daß der Strei kauf dem Londoner Fleisch markt in den nächsten Tagen zusammenbrechen werde. Durch die rasche Organisation eines Streikausschusses und durch die Errichtung von Fleischlagern in den Bahnhöfen Unb Dockanlagen fei dem Streik die Spitze abgebrochen worden. Die Arbeitgeber erklären nach wie vor, daß sie die Lohnforderungen der Streikenden erst erwägen wollen, wenn diese zur Arbeit zurückkehren. Man hoffe nunmehr, daß der Streik spätestens am Wochenende abgeblasen wird. Nachwuchsfahrer heydel tödlich verunglückt. Bei den augenblicklich stattfindenden Uebungsfahr- ten der Autounion auf der Monzabahn bei Mailand ereignete sich ein Unglücksfall, dem der junge Nachwuchsfahrer Heydel zum Opfer fiel. Heydel, der im Herbst bei der Nachwuchsfahrerprufung auf dem Nürburgring aufgefahren war, faß zum ersten Male wieder feit dieser Zeit am Steuer des Uebungswagens und kannte die Monzabahn noch nicht. Er hatte deshalb Anweisung zu langsamem und vorsichtigem Fahren. Trotzdem scheint er allzu draufgängerisch gefahren zu haben. Man fand ihn in einer am Wald liegenden Kurve der Bahn mit schweren Verletzungen auf, denen er bei der Ueberführung ins Krankenhaus erlag. Der Wagen war schwer beschädigt. Der Fahrer scheint mit zu großer Geschwindigkeit die ihm noch nicht genügend bekannte Kurve genommen zu haben, so daß er den Wagen nicht mehr hatte abfangen können und mit dem Wagen aus der Bahn geschleudert wurde. Heydel war 24 Jahre alt und feit 1930 im Werk Horch der Autounion tätig. Er wurde wegen seiner Begabung 1934 als Volontär für die Rennabteilung übernommen. Der deutsche Sport verliert mit ihm einen der hoffnungsvollsten Nachwuchsfahrer. Zwei Offiziere und ein Gefreiter tödlich verunglückt. Zwischen Staaken und Döberitz' ü b e r f u h r ein Vorortszug zwei Offiziere, einen Feldwebel und einen Gefreiten, die im Anschluß an eine Felddienstübung den Bahnkörper betraten. Die beiden Offiziere und der Gefreite sind getötet, der Feldwebel ist schwer verletzt und schwebt in Lebensgefahr. Es handelt sich um Angehörige der ersten Kompanie des Wachregiments Berlin. Ein Bruder des ehemaligen Bizepolizeipräfidenlen von Berlin zu Gefängnis verurteilt. Nachdem sich vor kurzem der Schwager des früheren Berliner Vizepolizeipräsidenten Dr. Bernhard Weiß in einem großen Verficherungsbe- trugsprozeß als Hauptangeklagter zu verantworten hatte, stand jetzt fein Bruder Konrad Weiß vor der 15. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichtes. Der Angeklagte wurde wegen versuchten Verbrechens gegen § 175 StGB, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte sich im Oktober v. I. in einem Kino an einem 18- jährigen jungen Menschen herangemacht, um ihn für feine homosexuellen Zwecke zu gewinnen. Er kam aber an die falsche Adresse. Der junge Mann lehnte die unerhörte Zumutung mit Entrüstung ab und erstattete Anzeige. hohe Zuchlhaussirafen für Hochverräter. Dor dem in Essen tagenden ersten Senat des Volksgerichtshofes des Deutschen Reiches hatten sich sieben Angeklagte zu verantworten, die des Verbrechens der Vorbereitung zum Hochverrat durch Herstellung und Verbreitung von Druckschriften hochverräterischen Inhalts sowie durch Einführung solcher Schriften aus dem Auslande angeklagt waren. Der Hauptschuldige wurde wegen der Schwere seines verbrecherischen Treibens zu lebenslänglichem Zuchthaus und lebenslänglichem Ehrverlust verurteilt, drei weitere An W geklagte erhielten ebenfalls wegen Vorbereitung zum Hochverrat zwölf, zehn und acht Jahre Zucht, haus, dazu zehn bzw. acht Jahre Ehrverlust. Bei allen diesen Verurteilten wurde außerdem auf Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. Zwei mit» angeklagte Drucker, die fahrlässig eine Prüfung der Druckschriften bzw. eine Meldung an die Polizei unterlassen hatten, kamen mit Gefängnisstrafen von * einem Jahr bzw. drei Monaten davon. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. Drei Menschen verbrannt. Jrn Danziger Werder ereignete sich ein furcht- bares Brandunglück, dem drei Menschenleben zum Opfer fielen. In einem von sechs Arbeiterfamilien bewohnten Haus in Tragheim entstand in der Wohnung des Ehepaares R o n f ch k o w s k i durch einen anscheinend schadhaften Ofen Feuer, das in kurzer Zeit das ganze Gebäude erfaßte. Während sich die übrigen Einwohner rechtzeitig in ** Sicherheit bringen konnten, gelang es dem durch das Feuer im Schlaf überraschten Ehepaar Ron- schkowski nicht mehr, sich und ihr halbjähriges Kind zu retten. Alle drei verbrannten bis zur Un- kenntlichkeit. Die übrigen obdachlos gewordenen Familien, die durch das Feuer ihre gesamte Habe ver- loren haben, wurden einstweilen im Ort untergebracht. , Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Mit der fortgesetzten Zufuhr polar-kalter Luft hat nicht nur die Abkühlung über dem europäischen Festland weitere Fortschritte gemacht, sondern auch die Festigung und Ausdehnung des Hochdruckgebietes. Es erstreckt sich zur Zeit von Spanien bis zum Nordkap und verstärkt seinen Einfluß auf die Witterung Deutschlands noch immer, lieber Osteuropa gehen verbreitete Schneefälle nieder, die. t mit schwachen Ausläufern auch nach Deutschland übergreifen. Aussichten für Freitag: Vielfach heiter, trocken, Fröste weiter zunehmend, schwache Luftbewegung. Wintersport-Nachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: klar, — 8 Grad, 10 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulver- / schnee, Ski stellenweise gut, Rodel mäßig. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —6 Grad, 10 cm \ Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, verweht, Ski und Rodel mäßig. Sauerland. Winterberg: Nebel, — 6 Grad, 20 cm Gesamtschneehöhe, 8 cm Neuschnee, Pulver- schnee, Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: heiter, —10 Grad, 80 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21.1.36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25" Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Ium 1935 gültig. Reste 771 A Für die Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unserer lieben guten Mutter sagen wir allen aufrichtigen Dank Lotte Lehmann Elsbeth Jäger Albert Lehmann Gießen, den 7. Februar 1936. 0540 Goethe-Bund Kaufm.Verein Masken- Freitag, den 7. 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Sammlung und Ernst liegen aus den Gesichtern derer, die auserwählt sind, mit den Besten der Welt um olympische Lorbeeren zu kämpfen. Sie wissen, daß die Kämpfe hart fein werden. Garmisch-Partenkirchen ist tief verschneit. Unerhört rege ist der Betrieb in der Olympiastadt. Der Strom der Neuankommenden erscheint endlos. Die fahrplanmäßigen Züge reichen nicht aus. Die Reichsbahn muß Dor- und Nachläufer einsetzen. Und jeder Zug mit seiner endlosen Wagenkolonne bringt neue Olympiadegäste. Kraftwagen und Omnibusse ergänzen den Zugverkehr. Ebenso bunt wie die Gäste, ebenso vielseitig sind auch ihre Wünsche. Aber die stets höflichen Polizeibeamten und die immer hilfsbereiten Männer mit roten, gelben und gtünen Armbinden geben bereitwillig Auskunft. Dann und wann marschieren auswärtige Sportvereine geschlossen an. Jubel und Trubel beleben die Stadt der olympischen Winterspiele. Lautsprecher, die an allen Ecken und Enden aufgestellt sind, vermitteln alles, was der fremde Besucher wissen soll. In der Barackenstadt drängen sich die Neuangekommenen um die Schalter. Soweit noch Karten für die sportlichen Veranstaltungen erhältlich sind, finden sie reißenden Absatz. Auch die schmucken Festabzeichen werden gern entgegengenommen. Fieberhaft gearbeitet wird zur Zeit an der Kraft-durch-Freude- Halle, die in wenigen Tagen buchstäblich aus dem Boden gestampft wurde. Auch dieses neue Bauwerk verkörpert nationalsozialistischen Gestaltungswillen. Das rasche Werden dieser riesigen 5)aüe hat auch bei den Ausländern Achtung und Bewunderung hervorgerufen. Viele Tausende von Urlaubern werden während der olympischen Spiele in dieser Halle billige und gute Verpflegung erhalten. Bis zum kommenden Sonntag wird der Riesenraum fertig dastehen. Auf den einzelnen Kampfstätten herrschte den ganzen Mittwoch noch einmal angestrengter Uebungsbetrieb. Die letzte Generalprobe! Unzählige Menschenmassen umsäumten das Skistadion. Hier wurde das olympische Eröffnungszeremoniell geübt. Bis aufs kleinste wird alles vorbereitet, nichts soll den großen bevorstehenden Augenblick stören und trüben. Auf dem Rießer See obliegen die Schnelläufer einem letzten harten Training. Im Eisstadion zeichnen die Kunstläufer ihre vollendeten Figuren auf das Eis. Die Tribünen sind immer voll von Zuschauern, die mit kritischen Augen den Uebungen der Besten unter den Gästen folgen. Die schwere und harte Arbeit auf der Bobbahn hat sich gelohnt. Die Bahn ist fertig. Am Mittwochmittag sauste der erste Bob talabwärts. Im offenen Gelände sieht man die Skiläufer eifrig an der Arbeit. Auch hier folgen stets zahlreiche Schlachtenbummler mit regem Interesse den Leistungen. Auf allen Kampfstätten gewinnt der Zuschauer das gleiche Bild, daß sich die an den Wettbewerben Beteiligten mit letzter Hingabe und größter Einsatzbereitschaft ins Zeug legen, um ihre Nationen würdig und ehrenvoll zu vertreten. Den völkerverbindenden Charakter der olympischen Spiele merkt man übrigens immer wieder auf Schritt und Tritt. Wenn nicht die Sprachen verschieden wären und die Abzeichen der Nationalitäten, dan würde man meinen, daß nicht 28 Nationen in Garmisch-Partenkirchen vertreten sind, sondern nur eine einzige große Nation: Das olympische Volk. Bald werden die Fanfaren im Stadion den feierlichen Auftakt geben zum Kampfbeginn. Dann wird auf dem hohen Flaggenmast die weiße Olympiafahne mit den fünf Ringen wehen. DieEröffnunMeierderOIympischenWinterspiele & (Atlontic-M.) Garmisch- Partenkirchen im Festschmuck. Garmisch-Partenkirchen, die Stätte der Olympischen Spiele, bietet sich oen Gästen im Festkleid dar. An d"n Masten flattern die Fahnen der teil-- nehmenden Nationen, und frischer Schnee hat Straßen und Dächer bedeckt. Der Führer in Garmisch-Partenkirchen. München, 6. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Führer verließ heute früh in Begleitung des Reichsministers Dr. Goebbels, des Reichsftatt- halters General von Epp, des Reichsführer^ der SS. Himmler und anderer Angehöriger des Führerkorps der Partei, sowie seiner Adjutanten München und begab sich zur Eröffnung der IV. Olympischen Winterspiele nach Garmisch- Partenkirchen. In Garmisch - Partenkirchen hatte es d i e ganze Nacht über geschneit. Der Schneefall dauert zur Zeit noch an. In dichten Flocken fällt der Schnee, der Himmel ist grau in grau. Das Thermometer steht unter 0 Grad und somit ist Garmisch in ein weißes Winterkleid eingehüllt. Garmisch im Festkleid. Garmisch-Partenkirchen, die Hauptstadt der IV. Olympischen Winterspiele 1936, der Sammelpunkt des olympischen Volkes, die Weihestätte der Besten der Wintersportler von 28 Nationen, hat jetzt das schönste Festkleid angelegt. Kem Haus in dem ganzen Ort, das nicht mit Flaggen, Girlanden und den Symbolen der Winterspiele mit den fünf olympischen Ringen geschmückt ist. Ein Meer von Hakenkreuzfahnen weht von den schneebedeckten Häusern. „ „ Es war eine kurze Nacht für alle Bewohner der olympischen Hauptstadt. Noch hatte der Tag nicht begonnen, da brachten Sonderzüge und Sonderautobusse Scharen von auswärtigen Besuchern nach Garmisch-Partenkirchen. Ein fröhliches Bild entwickelt sich in den Straßen. Vor dem Bahnhof ist der Verkehr fast wie in einer Großstadt. Da rückt unter klingendem Spiel mit Jubel empfangen eine Ehrenkompanie der Wehrmacht ein. Dort kommen in geschlossenem Zuge Formationen der Hitler-Jugend, kommen Volksgenossen, die mit „Kraft durch Freude" aus allen Gauen des Reiches nach Garmisch-Partenkirchen geströmt sind. Auf den Zufahrtsstraßen und Wegen zum Skistadion stauen sich die Menschen und Wagen. Das Skistadion am Gudiberg, eine halbe Stunde entfernt vom Bahnhof Garmisch - Partenkirchen auf dem Wege zur Partnachklamm* am Fuße des Wetterstein, diese gewaltige Anlage prangt im F e st s ch m u ck der Fahnen der 28 beteiligten Nationen, die im Halbrund die gewaltige Anlage umsäumen. Obwohl es noch Stunden sind, bis zum offiziellen Beginn des Festaktes füllen sich schon die Ränge und Tribünen zu beiden weiten des Stadions mit Tausenden von Besuchern. „Jedermann ist fröhlich." Eindrücke englischer Korrespondenten. London, 6. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter veröffentlichen lange Vorberichte über die Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen. Die Zeitungen weisen daraufhin, daß diese Winterspiele d i e größte Winter-Olympiade sei, die je statt- gefunden habe. „News Chronicle" schreibt: Die Winter-Olympiade hat in diesem Jahr mehr Teilnehmer, Zuschauer und Journalisten angezogen, als je zuvor. „Daily Expreß" und andere Blätter berichten, daß Garmisch und Partenkirchen bis zum letzten Platz mit Besuchern angefüllt seien. Jeder Sitz im olympischen Skistadion sei ausverkauft. Auf den Hügeln werde man die größte Menschenmenge sehen, die je der Eröffnung einer Winter - Olympiade beigewohnt habe. Mit Genugtuung wird ferner allgemein festgestellt, daß in letzter Stunde vor Beginn der Spiele starker Schneefall erfolgt und daher eine befriedigende Durchführung der Spiele gesichert sei. Der Sonderberichterstatter der „Daily Mail" schreibt: „Jedermann ist fröhlich". Die Be- E« MH g Der Sprecher des Olympischen Eides. Willy Bogner, der Deutsche Meister im Skilauf 1936, wird heute zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele den Olympischen Eid vorsprechen. fürchtungen eines Schneemangels sind zerstreut worden. Das ganze Gebiet ist in einen dicken weißen Mantel eingehüllt. Jedermann, einschließlich der japanischen Mannschaft, trägt jetzt den grünen bayerischen Trachtenhut mit der Adlerfeder oder den Gamsbart. Die Frauen haben sich Sportkleider zugelegt, die den bayerischen Jägerjoppen nachgeahmt sind. Das olympische Skistadion mit seiner riesigen Sprungschanze, von der Sprünge bis zu 90 Meter ausgeführt werden können, ist als eines der besten der Welt anerkannt. Das Problem der Unterbringung von Taufenden von Besuchern ist in meisterhafter Weise gelöst worden. Man hat Betten für 15 000 Menschen gefunden und Vorbereitungen für die tägliche Ausgabe von 300 000 Mahlzeiten getroffen. Der Beginn der Feier. Oie Rede des Präsidenten des Organisationskomitees. Garmisch-Partenkirchen, 6. Febr. Heute morgen um 11 Uhr begann die Feier der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 1936. Das Skistadion sah aber Tausende von Gästen aus aller Welt versammelt. Nach den ersten Klängen der Musik erfolgte der Einmarsch der Nationen, der Einmarsch der Kämpfer, die um den Olympischen Lorbeer ringen werden. Der Führer und Kanzler Deutschlands, Adolf Hitler, wohnte dem großen Eröffnungszeremoniell bei. Or. Ritter von Halt, der Präsident des Organisationskomitees für die IV. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen, richtete an den Führer und Reichskanzler, an den Herrn Präsidenten und die Kameraden des Internationalen Olympischen Komitees, sowie an die Olympischen Gäste folgende Ansprache: „Mein Führer! Herr Reichskanzler! Herr Präsident und meine Kameraden des Internationalen Olympischen Komitees! Olympische Gäste! Es ist mir eine hohe Ehre und eine besondere Freude, Sie im Namen des Organisationskomitees für die IV. Olympischen Winterspiele 1936 auf das herzlichste willkommen zu heißen! Das Organisations-Komitee hat in engster Zusammenarbeit mit allen zuständigen Behörden und insbesondere mit dem Bürgermeister unseres Olympia-Ortes Garmisch-Partenkirchen mit Begeisterung alle Maßnahmen getroffen, um den Spielen einen würdigen Rahmen zu geben, getreu dem Olympischen Protokoll, getreu dem olympischen Geist, der uns alle beseelt. Und nun sind Sie, meine olympischen Gäste, hier im größten Skistadion der Welt 'versammelt, um den Weiheakt der Eröffnung der Spiele zu begehen. Die Vertreter von 28 Nationen der Erde mit ihren besten Kampfern stehen vor Ihnen und erwarten den woht von uns allen schon seit langem ersehnten Augenblick, in dem das Zeichen zum Beginn des olympischen Kampfes gegeben wird. Sie treffen sich in blühender Jugendkraft zu ritterlichem Wettstreit und guter Kameradschaft. Sie geben ihr Bestes für den Sieg ihrer Farben. Sie sehen hier alles ein zum Ruhme des Sports, zur Ehre ihrer Nation. Jrn olympischen Kampfe sind und bleiben die Kämpfer Freunde, sie ehren die Worte des Begründers der modernen Olympischen Spiele, Baron Pierre de Coubertin, den wir hier in dieser weihevollen Stunde grüßen, wonach nicht der Sieg, sondern die ehrenvolle Teilnahme an den Spielen das Wichtigere ist, wonach es nicht auf die Tatsache des Kampfes sondern auf die Art des Kämpfens an- kommt. In wenigen Minuten wird die Flagge mit den fünf ineinandergeschlungenen Ringen, unsere Olympische Flagge, das Symbol der Verbundenheit aller Nationen, gehißt. In wenigen Minuten flammt oben vom Turm das Feuer auf und leuchtet weit ins Werdenfelser Land hinein. In wenigen Minuten erklingt die Olympische Hymne, das Lied der Gemeinschaft der Nationen. Und dann tönt es in die ganze Welt hinaus, daß die IV. Olympischen Winterspiele ihren Anfang genommen haben. Die Kämpfer der Nationen schwören den Olympischen Eid, daß sie in sportlicher Begeisterung und als ehrliche Sportsleute und gute Kameraden getreu dem Olympischen Gesetz mit aufrichtiger Einsatzbereitschaft und idealer Hingabe um den Sieg kämpfen werden. In dieser feierlichen Stunde ist es mir ein besonderes Bedürfnis, allen meinen Mitarbeitern, allen meinen Kameraden, die sich um die Vorbereitung der Spiele in jahrelanger uneigennütziger Arbeit verdient gemacht haben, herzlich zu danken. Sie find meine Bürgen für das gute Gelingen unseres großen Werkes. Mit freudiger Genugtuung begrüße ich auch Sie, meine lieben Mitarbeiter, als Ehrengäste in unserem Olympia-Ort Garmisch- Partenkirchen. Ferner danke ich allen hier vertretenen Nationen für die noch niemals so zahlreich gewesene Beschickung olympischer Winterspiele. Ich betrachte Ihre Anwesenheit als erfreuliches Zeichen Ihrer engsten Verbundenheit mit der hohen weltumspannenden olympischen Idee wir Deutschen wollen der Welt auch auf diese weise zeigen, daß wir die Olympischen Spiele getreu dem Befehl unseres Führers und Reichskanzlers zu einem wahren Fest des Friedens und der aufrichtigen Verständigung unter den Völkern gestalten werden Und nun, meine lieben, braven Kameradinnen und Kameraden aus aller Welt, rüstet euch zum edlen olympischen Kampf und zum frohen Spiel. Olympia Garmisch-Partenkirchen beginnt! Ich bitte Sie, mein Führer, als Schirmherr die IV. Olympischen Winterspiele 1936 für eröffnet zu erklären! (Fortsetzung des Berichts in der morgigen Ausgabe.) Gin Olympia-Ehrenzeichen. Stiftung des Führers für Verdienste um die Olympischen Spiele 1936. Berlin, 5. Febr. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird eine Verordnung über die Stiftung eines Ehrenzeichens für Verdienste um die Olympischen Spiele 1936 veröffentlicht, die die Unterschriften des Führers und Reichskanzlers sowie des Reichs- Ministers des Innern Frick trägt. In der Verordnung heißt es: Zum sichtbaren Ausdruck meiner Anerkennung und des Dankes des deutschen Volkes für Verdienste A. Deutscher- erster MoFe ü_____ „ ö. «ißt , J UM die Deutschland übertragenen Olympischen Spiele 1936 stifte ich das „Olympia-Ehren- z e i ch e n". Das Ehrenzeichen wird in zwei Klaffen verliehen. Die erste Klaffe ist ein aus fünf Balken bestehender weiß emaillierter goldumrandeter Stern, der von fünf goldenen gerieften Strahlen unterbrochen ist. Die Mitte des Sternes trägt d i e fünf o l y m p ifchen Ringe in weißer goldumrandeter Emaille. Heber dem oberen Strahl schwebt mit ihm verbunden das Hoheitszeichen des Reiches gleichfalls in weißer goldumrandeter Emaille. Das Ehrenzeichen wird an einem fünf Zentimeter breiten ziegelroten, schwarzumrandeten, in der Mitte von fünf weißen Streifen durchzogenen Band am Halse getragen. Die zweite Klasse ist von gleicher Form und Ausführung wie die erste Klasse, jedoch etwas kleiner, und wird an einem drei Zentimeter breiten Band von gleicher Ausführung wie das der ersten Klasse im Knopfloch oder auf der linken Bru st feite getragen. Das Ehrenzeichen wird von mir auf Antrag des Reichsministers des Innern verliehen. Millionen-Aufwendungen für Winter-Olympia. Auf der ersten Pressekonferenz der 4. Olympischen Winterspiele am Mittwochnachmittag richtete Regie- rungsrat Bade vom Reichspropagandaministe- rtum herzliche Begrüßungsworte an die in stattlicher Anzahl erschienenen Vertreter der Weltpresse und schilderte, was in Garmisch-Partenkirchen für die 4. Olympischen Winterspiele geschaffen worden ist. Wir haben, so betonte der DortrayenPe, ein völlig neues KunsteisftaPion gebaut, das über eine halbe Million Mark erforderte, wir haben ein Skistadion geschaffen, wie es zum zweiten Male auf der Welt nicht existiert, und eine Sprungschanze, Die mit HU den schönsten gehört, die es gibt. Wir haben dafür rund 800 000 Mark aufaewandt. Wir haben für 300 000 Mark die Bobbahn unbebaut und für die Olympia-Kämpfer Ausscheidung der deutschen Kombinations-Langläufer. Für die deutschen Kombinations-Langläufer wurde im Gudiberg-Gebiet ein Ausscheidungsrennen über eine sehr schwierige 16-Kilometer-Strecke durchgeführt. Die beste Zeit erzielte Friedl. Wagner mit 1:02.55 Stunden. Zehn Sekunden mehr benötigte Georg von Kaufmann. Die weiteren Plätze belegten Gumpold in 1:05.08 Stunden, Max Fischer in 1:06.45 Stunden, Walter Motz in 1:08.20 Stunden und Toni Eisgrube r. Nach diesen Ergebnissen ist zu erwarten, daß die deutsche Staffel in folgender Besetzung starten wird: Walter Motz, Willy Bogner, Anton Zeller und Toni Eisgruber. Letztes Training auf der Neuner-Strecke. In kürzesten Abständen verkehrte die Kreuzeckbahn von den frühen Morgenstunden des Mittwoch an, um die zahlreichen Läufer aller Nationen zu der letztmalig für das Trainieren freigegebenen Neuner- Strecke zu befördern. Keiner wollte sich die Gelegenheit entgehen lassen, die Olympische Abfahrt erneut zu studieren. Als eifrigste Läufer erwiesen sich die Deutschen Franz P f nür, RomanWö rnd le und Rudi Cranz, denen sich Friedl Pfeiffer anschloß. Viermal gingen sie über die Strecke, die sich auch unsere Ski-Mädels nochmals genau vornahmen. Die Polen, die Amerikaner, Franzosen, Norweger, Schweden, Japaner, Tschechoslowaken, Belgier usw. trainierten ebenfalls. Die starke Beanspruchung der Neuner-Strecke in den beiden letzten Tagen führte dazu, daß ein Teilstück stark vereiste. Um diese Stelle für den Wettbewerb am Freitag zu schonen, wurde sie umgangen. Schwedischer Trainingsunfall beim Abfahrtslauf. Beim Abfahrtstraining auf der Olympiastrecke am Kreuzeck kam am Mittwoch der Schwede Gustaf L a r s s o n so schwer zu Fall, daß er sich eine Knieverletzung zugezogen hat und nicht am olympischen Wettbewerb teilnehmen kann. Die Schweden haben damit nur noch zwei Mann, Sven Eriksson und Bertil Alf P e r f f o n, beim Abfahrtslauf im Rennen. Erstes Training der Bobfahrer. Nachdem die Olympia-Bobbahn am Rießer See nunmehr in allen Teilen fertiggestellt wurde und auch der ersehnte Frost kam, konnte das erste offizielle Training am Mittwochnachmittag stattfinden. Zahlreiche Zuschauer hielten die markanten Punkte der 1600 Meter langen Bahn besetzt. 25 Zweier- Bobs von 13 Nationen gingen über den Kurs und zwar im Renntempo, da die Startfolge auf Grund der gefahrenen Zeiten feftgelegt wurde. Trotzdem gaben sich die Fahrer nicht ganz aus, wohl hauptsächlich auch deshalb, weil Schneefall die Sicht behinderte. Drei Stürze in der Bayernkurve verliefen ziemlich harmlos. Die besten Zeiten erzielten der Schweizer Feierabend, der Engländer McEvoy, Colgate - USA. und der Deutsche ©rau. Schweiz II mit Feierabend am Steuer erreichte die glänzende Zeit von 1:47,11 Minuten. Weltmeister Kilian fuhr verhalten und kam in 2:05,63 Min. zum Ziel. Training auf der kleinen Olympia-Schanze. Auch auf der kleinen Olympia-Schanze konnte man am Mittwochnachmittag einen lebhaften Trainingsbetrieb beobachten. Die Norweger, Polen, Finnen, Japaner und auch die deutschen Mannschaften gingen über die Schanze. Den besten Sprung vollführte der Norweger Kaare Walberg, der auf 56 und 60 Meter kam. Birger Ruud , begeisterte durch seinen wunderbar durchgefeilten Stil. Er stand 56 Meter. Der Finne D a l o n e n Presie eine völlig neue Tribüne an ihrem schönsten Teil errichtet. Wir haben eine olympische Zentrale geschaffen, um für die Presse alle Wege, die sich aus der Einzelunterbringung der Büros ergeben hätten, zu vermeiden. Auf einem Platz von 10 000 Quadratmeter erheben sich sechs große Baracken, die der nationalsozialistische Arbeitsdienst uns zur Verfügung gestellt hat, und die wir mit einem Kostenaufwand von 80 000 Mark zu einer Arbeitszentrale ausgebaut haben, die einen völlig neuen Lürotyp darstellt. Darüber hinaus haben die Deutsche Reichspost, die Deutsche Reichsbahn und der deutsche Straßenbau Millionenbeträge inoesttert, um das Nachrichtenwesen und Verkehrswesen so au vervollkommnen, daß es auch den höchsten Ansprüchen genügt. Anschließend gab der Pressechef des Organisa- ttonskomitees Dr: Harster einen Ueberblick über die presfetechnischen Vorbereitungen für die 4. Olympischen Winterspiele. Er teilte dabei mit, daß insgesamt 500 Journalisten nach Garmisch-Partenkirchen gekommen seien, außerdem noch 55 Hilfs- berichterstatter, 100 Mann vom Film und 100 Rundfunkreporter und Rundfunktechniker von 26 verschiedenen Rundfunkgesellschaften. im letzten Training. zeigte einen 56-Meter-Sprung. Die Polen hatten ihren besten Mann in Stanislaus Marusarz, der 56, 53 und 55 Meter in guter Haltung stand. Von den Japanern war Sekiguchi mit 52' Meter der überragende Springer. Von der deutschen Mannschaft erreichte die größte Weite Andreas Hechenberger mit 55 Meter. Was aber Haltung und Sicherheit anbetraf, war er Willy Bogner, der 54 Meter erzielte, unterlegen. 54 Sportflugzeuge beim Olympia-Sternflug. Geschwader-Flug über Garmisch-Partenkirchen. Der vom Aeroklub von Deutschland ausgeschriebene und von der Luftsport-Landesgruppe 14 München durchgeführte internationale Sternflug zum Winter- Olympia 1936, der am Montagmittag seinen Anfang genommen hatte, ist am Mittwoch um 17 Uhr mit der Erreichung des Zieles München zu Ende gegangen. Insgesamt sind auf dem Flughafen Mün- chen-Oberwiefenfeld 54 Sportflugzeuge eingetroffen, und zwar 47 Maschinen innerhalb der Konkurrenz und sieben außerhalb des Wettbewerbs. Unter den 47 Sportfliegern befinden sich zwölf aus dem Auslande. Nach den Wettbewerb-Bestimmungen errechnet sich die beste Leistung bekanntlich aus zurückgelegter Kilometerzahl mal Kopfstärke der Besatzung mal Stärke des Flugzeugmotors. Die Leitung des Sternfluges ist jetzt mit der Feststellung der Sieger beschäftigt, deren Verkündigung am Samstagabend in Garmisch - Partenkirchen erfolgt. Waren am Dienstag erst vier Maschinen des Sternfluges in München eingetroffen, so landeten am gestrigen Mittwoch nicht weniger als 50 Teilnehmer, die aus allen Himmelsrichtungen eintrafen und weite Strecken zurückgelegt hatten. Don dem Aeroclub von Deutschland, als dem Veranstalter, war lediglich beabsichtigt, einen Begrüßungsflug zu den IV. Olympischen Winterspielen durchzuführen. Entgegen den Erwartungen vollbrachten aber die Flieger in diesen zwei Tagen große flugsportliche Leistungen. Eine ganze Anzahl der Konkurrenten legte 2000 bis 4000 Kilometer in ihren leichten Maschinen und dabei im Schneetreiben und bei winterlicher Kälte zurück. Mit der Erreichung des Zielortes München hat der Olympia-Sternflug sein eigentliches Ende gefunden. Das weitere Programm sieht noch vor: Am Donnerstagmittag Geschwaderflug aller Teilnehmer vom Oderwiesenfeld nach Garmisch- Partenkirchen zur Begrüßung der Olympiakämpfer und ohne Landung zurück nach München. Der Olympia-Sender, ein Meisterwerk. Sechs Sendungen zu gleicher Zeit. Der Olympia-Sender wird seine Tätigkeit am Donnerstag gelegentlich der feierlichen Eröffnung der Olympischen Spiele aufnehmen. Hier wurde im Verlaufe von vier Monaten eine großartige und mächtige Anlage geschaffen. Nicht weniger als 19 Nationen haben ihre Rundfunksprecher in Garmisch-Partenkirchen angemeldet, so daß täglich etwa 35 Sendungen in die ganze Welt hinausgehen werden. Die technischen Anlagen sind so gewaltig, daß zur gleichen Zeit sechs verschiedene Sendungen stattfinden können und daß beispielsweise im Skistadion gleichzeitig vierzehn Sprecher ihre Eindrücke von den Olympiawettkämpfen erzählen können. • Die Anlage des ersten Olympia-Senders, die am Mittwoch von Staatssekretär Funk besichtigt wurde, ist ein Meisterwerk deutscher Radiotechnik. Die WinierpMimg der deutschen KrMchri. Die Winter-Prüfungsfahrt bestätigte wieder, daß diese Prüfung durch die vielen Neuerungen, die neue Wertung und die Straßenwahl, besonders interessant ausgestaltet wurde. War es am Montag eine Art Geländeprüfungsfahren auf schlechten Nebenstraßen bei ungünstiger Witterung, so war es am Dienstag auf der Etappe Bayreuth—Heidel- berg eine Schnelligkeitsprüfung. Keineswegs wurde den Fahrern dadurch aber ihre Aufgabe leichter gemacht, denn die Maschinen mußten bis zum Höchstmaß beansprucht werden. Dazu kam die körperliche Anstrengung des stundenlangen Tempofahrens. Der erste Tag hatte einen Durchschnitt von 67 Stundenkilometer gebracht. Am zweiten Fahrttage waren die Straßen zunächst vereist, gegen Mittag aber schon einwandfrei. Während am Montag 43 Fahrer und fünf Mannschaften ausschieden, sowie neun gesprengt wurden, fielen auf dieser Etappe die Wanderermannschaft des SS.-Hauptamtes Berlin wegen eines Unfalles sowie einige Motorradfahrer aus. Etappenziel Heidelberg. Die Teilnehmer der Kraftfahrzeug-Winterprüfung 1936 fanden in Heidelberg, dem Endziel der zweiten Etappe, einen freundlichen Empfang. Den stärksten Beifall ernteten Die Fahrer unserer Wehrmacht, die zeigten, was mit einem Motorrad, Personenoder Lastwagen alles anzufangen ist. Gegen 19 Uhr erschien Korpsführer Hühnlein, der die Motorgefolgschaft der HI. befichttgte. Ziel: Titisee. Alle drei Etappen der Winterprüfungsfahrt der Kraftfahrzeuge sind nun beendet. Die Fahrzeuge haben am Mittwoch ihr Ziel Titisee erreicht. Auch die Etappe am Mittwoch gestaltete sich zu einer Geschwindigkeitsprüfuna, die an die körperliche Leistungsfähigkeit und die Nerven der Fahrer ebenso gewaltige Anforderungen stellte wie an die Leistungsfähigkeit der Maschinen. Die Leistungen waren im Durchschnitt ganz hervorragend, wenn man auch kurz nach Ankunft der Fahrzeuge noch kein genaues Bild von der Einzel-Placierung oder dem Ergebnis der Fahrt als Prüfung des Marken- materiale erhalten konnte. Die Etappe Heidelberg- Titisee wurde eine reine Winterfahrt, bei der das Wetter und die Beschaffenheit der Straßen den Ausschlag gaben. Fünf Wagen sielen aus. Nach Beendigung der Fahrt folgt eine Sonderprüfung in Form einer Wendeprüfung, einer Bergprüfung und Geschicklichkeitsprüfung. An dieser Sonderprüfung werden sich insgesamt 30 Maschinen beteiligen. Wirtschaft. Khein-Mainische Börse. rNittagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 4. Febr. Die Börse verharrte auch heute in stärkster Zurückhaltung, da jede Anregung fehlte. Die Kulisse setzte, ihre Po- sitionslösungen fort, dazu kamen heute einige Verkäufe der Privatkundschaft. Am Aktienmarkt war die Haltung durchweg schwächer und gegen gestern abend überwogen zum ersten Kurs Abschwächungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Die Aufnahmebereitschaft war außerordentlich klein. Von chemischen Werten gingen IG. Fachen auf 151,50 bis 151 (152,25), Scheideanstalt auf 211 (212,50) und Deutsche Erdöl auf 109 bis 109,13 (109,75) sowie Th. Goldschmidt auf etwa 113,50 (114,75) zurück. Auch Elektroaktien verzeichneten überwiegend Einbußen bis 1 v. H., darüber hinaus ermäßigten sich Siemens auf 173,65 bis 173 (174,75), RWE. auf 127,65 (129), ferner AEG. relativ gedrückt mit 38,25 (39), nur Licht & Kraft blieben mit 133 (132,75) behauptet. Montanwerte standen gleichfalls unter Kursdruck und büßten 0,50 bis 1 v. H. ein, Vereinigte Stahlwerke 79,65 (80,25), Klöckner 84,75 (86), Buderus 95,75 (97,25), Hoesch 88 (89), Rheinstahl 111,25 (111,65), Mannesmann 82,50 (83,50), aber Harpener mit 112,50 behauptet. Schwächer eröffneten außerdem Daimler Motoren mit 101,75 (103,25), Deutscher Eisenhandel mit 116,75 (117,75), Muag mit 80,75 (81,40), Jul. Berger mit 124,50 (125,50), Zellstoff Waldhof mit 118,65 (119,50), Bemberg mit 93,65 (94,25) und AG. für Verkehr mit 106 (106,25). Etwas befestigt waren Reichsbank mit 187 (186,50), Holzmann mit 96 (95,50), Cement Heidelberg mit 124,50 (124,25). Westdeutsche Kaufhof mit 31,75, AKU. mit 53, 25 und Südd. Zucker mit 198,50 blieben behauptet. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an. Die Kursentwicklung war nicht ganz einheitlich, verschiedentlich ergaben sich geringfügige Erholungen, so u. a. für Hoesch, IG. Farben, Daimler. Andererseits ließen Muag, Deutsche Erdöl, AKU., Rheinstahl und Reichsbank bis 0,50 v. H. nach. Feinmechanik Setter 82,50 (84). Am Kassamarkt kamen Siemens-Reiniger nach längerer Notizunterbrechung mit 101,50 (93,50) zum Kurs. Am Rentenmarkt blieben die variablen Werte behauptet. Kommunal-Umschuldung schwankten zwischen 87,10 bis 87,15, Zinsvergütungsscheine zwischen 93,15 bis 93,25 (93,10). Goldpfandbriese und Kommunal-Obligationen sowie Stadtanleihen lagen unverändert, etwas fester 4,5 Darmstadt von 1928 mit 93,50 (93). Liquidationspfandbriefe lagen uneinheitlich, Frank. Hyp. 101,55 (101,70), Meininger Hyp. 101,70 (101,75), Nass. Ldsdk. 101,25 (101,13), Pfalz. Hyp. 101,65 (101,50). Don Reichsanleihen bröckelten 1934er weiter ab auf 97,40 (97,50). Auslandsrenten lagen still, Mexikaner meist etwas nachgebend. Im freien Markt waren Gulden- Ruff en mit 0,80 (0,75) und Warschau-Wiener Mark mit 11,50 (11), dto. Stücke mit 10,50 (10) und Iwangorod Dombrowa mit 10 (9,50) etwas gefragt. II. Türken blieben mit 97,50 behauptet. — Abendbörse behauptet. Die Abendbörse lag bei fast völliger Geschäftsstille behauptet. Nur ganz wenige Papiere wichen gegen Den Berliner Schluß um Bruchteile vom Hundert ab. Conti Gummi ermäßigten sich allerdings auf 166 (167). IG.-Farben unterlagen mit 151,25 bis 151,40 bis 151,13 (151) kleinen Schwankungen, Deutsche Erdöl waren etwas angeboten und endeten bei 108,65 Brief nach vorher 108,75 (109). Von Großbanken gingen DD-Bank noch etwas zurück auf 87,75 (88), die übrigen blieben unverändert. Der Rentenmarkt war ebenfalls sehr still und erfuhr keine Veränderungen. IG.- Farben-Bonds mäßig hoher mit 126,25 (126), ebenso 6proz. Stahlverein mit 103,65 (103,50). Altbesitz unverändert 110. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. Febr. Das Weizenangebot ist erwartungsgemäß angestiegen-, die Aufnahmetätigkeit der Mühlen hält sich aber im bisherigen Rahmen. In Roggen, Gerste und Hafer ergaben sich bei kleinem bzw. mangelndem Angebot keine Veränderungen. Futtermittel werden weiter zugeteilt, bleiben aber darüber hinaus lebhaft begehrt. Brauereiabfälle liegen ruhiger. Futter- und Nachmehle bei starkem Angebot im Preise rückläufig. Der Rauhfuttermarkt hat ebenfalls schwächere Haltung. Das Weizenmehlgeschäft liegt zum Monatsbeginn wieder ruhiger, in Roggenmehl erfuhr der stille Bezug keine Unterbrechung. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 209, W 16 212, W 19 216, W 20 218, Roggen R 12 172, R15 175, R18 179, R19 181, Großhandelspreise der Mühlen Der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Braugerste 225 bis 230, Hafer —. Weizenmehl W13 28,25, W16 28,50, W 19 28,50, W20 28,85, Roggenmehl R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 16,75, Weizenfuttermehl 13,00, Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Müh- lenstatton. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30, Treber —, Trockenschnitzel 9,04, Großhandelspreis ab Fabrikstation. Heu 8,25, Weizen- und Roggenstroh, draytgepreßt 3,60 bis 3,80, gebündelt 3,50 bis 3,80. Tendenz: ruhig. Frankfurter Pserdemarkt. Frankfurt a. M., 5. Febr. Der Februar- Pferdemarkt wies n"ben einem starken Auftrieb (über 300 Pferde) auch einen zahlreichen Besuch auf. Obgleich der Handel nicht die Lebhaftigkeit des Vormonats erreichte, war der Umsatz doch zufriedenstellend. Die Preise zogen für Pferde sämtlicher Gattungen an. Es wurden bezahlt für volljährige Hunsrücker-Arbeitspferde 900—1000 RM., für einzelne Tiere auch darüber. Die aus Der Tschechoslowakei eingeführten Tiere brachten etwa 1100—1200 RM. Schlachtpferde I. Qualität erreichten Preise von 24 bis 26 RM., fette Ware 32,50—34,50 RM. je 50 Kilogramm Schlachtgewicht. — Nächster Pferdemarkt am 3. März. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Febr. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 4 Kühe, 610 Kälber, 233 Schafe, 478 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 68 Mark, Hämmel 45 bis 51, Schafe 38 bis 46, Schweine 50 bis 57 Mark. — Marktoerlauf: Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft, Schweine wurden zugeteilt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen DiviDenDe an. — ReichsbankPiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Fran.iur a. JJL Berim Fianksuri a.JJl. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß« hird Schluhk. Abend« börse Schlußkur« öchlußk. Mittag« börse Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Schluß« lurs Schlußk. Mittag« börie Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 4-2. | 5.2. 4-2- 5.2. Oatum 4.2, 5.2. 42. 5.2. Odium 4.2. 5.2 4.2. 5.2. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,5 100,5 100,5 100,5 4% veegl. eal deutscher Art und dem Land des volksdeutschen Ursprungs. Kamerad Holz, einer von den 200 deutschen Studenten aus Afrika, die zur Zeit das Reich mit dem kolonialen Gedanken vertraut machen wollen, sprach von den Deutschen in jenem Erdteil und schilderte seine Heimat Deutsch-Südwest. Er erinnerte an die Entwicklung des Landes, das sich bis zum Ausbruch des Krieges durch deutschen Fleiß und Ordnungssinn derart entwickelt hatte, daß es dem Mutterlande sehr nützlich wurde. Handwerker, Kaufleute und Farmer hatten sich niedergelassen und konnten mit etwa 4000 Mann Schutztruppe dem 70—100 000 Mann starken Gegner fast ein Jahr trotzen. Dann fing die Bedrängnis der Deutschen an, die nur mit großen Schwierigkeiten und durch Privatinitiative das Schulwesen erhalten konnten. Die wirtschaftliche Lage wirkte sich auch bei den Deutschen stark aus, Die in erster Linie Großviehzüchter sind und auf den Farmen von 20 bis 40 und noch mehr Hektar Land zu Tausenden ihre Rinder züchten. Kamerad Holz wandte sich dann gegen die Kolonialschuldlüge. Das ganze deutsche Volk müsse dieses Land zurückfordern, das ihm große Dienste erweisen kann. Die Jugend würde dort jene Schulung ihres Deutschtums erfahren, die der Engländer feiner Jugend vermittelt. Der sehr anregend verlaufene Abend schloß mit einem Treuebekenntnis zum Führer. «Zeit in das Arbeitsprogramm der KdF.-Sportäm- 1 ter ausgenommen. Im Freizeitwerk der DAF. soll allen Betriebskameraden das Schachspiel und in Sonderkursen auch das Photographieren vermittelt werden. Alle Schachfreunde und alle Interessenten für die i einzurichtenden Photokurfe werden hiermit gebeten, sich schriftlich bei dem Sportsamts-Stützpunkt Gießen, Schanzenftraße 18 unverbindlich anzumelden. Die Schach- und Photokurfe der K. d. F.-Sport- ämter werden Anfang März beginnen. Oefechtsstbiehen fei £