Nr. 4 Erster Blatt Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unterSammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zronkfnrt ant Main 11686 186. Jahrgang Montag, 6. Januar 1936 Gießener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UmoerfitätrSuch- und Steindruckerei R. Lauge in Stehen. Schristleltung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen KRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Zehn Zahre Deuffche Lufthansa. Beim Jubiläum der Eisenbahn, das wir im letzten Jahre feierten, empfanden wir es — auch wenn es vielleicht nicht laut ausgesprochen wurde — als verwunderlich, daß seit jenem Tage, an dem die erste deutsche Dampflokomotive von Nürnberg nach dem nahen Fürth ratterte, erst hundert Jahre vergangen waren. Der gewaltige Fortschritt der Technik und die große Zahl umwälzender Erfindungen, die in eben diesem Jahrhundert auf allen Gebieten des Lebens und der menschlichen Betätigung ihren tiefwirkenden Einfluß geltend gemacht haben, ließen neben ihrer Einschätzung nach Nützlichkeit und Erleichterungsmöglichkeiten des täglichen Daseins kaum einen anwendbaren Maßstab zur Bewertung ihrer zeitlichen Entwicklung. So ist es denn auch kaum erstaunlich, daß wir eine gewisse Ueberraschung nur schwer unterdrücken können bei dem Gedanken, daß e r st zehn Jahre verstrichten sind, seit die Deutsche Lufthansa gegründet wurde. Und doch ist es so: Am 6. Januar besteht dieses bedeutende Unternehmen zehn Jahre, nachdem 1926 durch seine Gründung der Zersplitterung des deutschen Luftverkehrs ein Ende bereitet wurde. Bei der Eisenbahn hat diese Konzentration der Kräfte viel länger gedauert. Bis zu jenem 6. Januar 1926, der mit der Gründungssitzung der Deutschen Lufthansa A.-G. einen Wendepunkt in der Geschichte der deutschen Handelsluftfahrt darstellte, war eine wirklich planmäßige Entwicklung schwer feststellbar. Bon zeitweilig annähernd 30 bestehenden Luftverkehrsgesellschaften, die die „Konjunktur" des aufwärtsstrebenden und als zukunftsreich erkannten Luftverkehrs ausnutzen wollten, konnte man das auch schwerlich verlangen. Es bleibt daher das Verdienst aller an der Gründung der Lufthansa beteiligten Männer, daß sie manche Eigeninteressen hinter das Allgemeininteresse stellten und durch Zusammenfassung aller ausbauwilligen Kräfte eine Gesellschaft ins Leben riefen, die durch ihre Leistungen nicht nur für sich selbst, sondern zugleich auch für Deutschland werben konnte. Schon vor der Gründung der Lufthansa hatte eine gewisse Konzentration der Lustverkehrsunter- nehmen stattgefunden, indem sich die verschiedenen Gesellschaften den bis dahin führenden Großbetrieben „Deutscher Aero Lloyd A. - G." (gegründet am 6. Februar 1923) und „Junkers Luftverkehrs A.-G. (gegründet am 13. August 1924) mehr oder weniger fest angeschlossen hatten. Aber das Neben- und Gegeneinanderarbeiten, dessen Schäden größer waren als der Nutzen einer an sich nicht immer schädlichen Konkurrenz, wurde erst behoben, als beide Gesellschaften in der Deutschen Lufthansa aufgingen. Damit war die Möglichkeit eines planmäßigen und einheitlichen Aufbaues der deutschen Handelsluftfahrt geschaffen, die — das muß heute mit großer Dankbarkeit anerkannt und lobend unterstrichen werden — in den bitteren und schmachvollen Jahren, da die in Versailles geschmiedete Schicksalskette sich um die Propeller deutscher Flugzeuge schlang und sie zum Stillstand verurteilte, die im Kriege tausendfach bewährte Fliegertradition hochhielt und weiterpflegte. Wenn unsere junge stolze Flugwaffe in fo kurzer Zeit aufgebaut werden konnte, dann hat unsere Lufthandelsflotte, die in den Jahren der Versailler Diktatknebelung wertvolle Erfahrungen sammelte und den alten kühnen Fliegergeist fortpflanzte, keinen geringen Anteil daran. Denn eines darf man der Deutschen Lufthansa anläßlich ihres zehnjährigen Jubiläums zuerkennen: sie hat ihre verantwortungsvolle Aufgabe, die in der Vertretung gemeinnütziger Interessen bei sparsamer und zielstrebiger Verwaltung liegt, mit bester Bewährung gelöst. Sie hat — was man bei manchen anderen Unternehmen leider nicht immer feststellen konnte — mit allen ihr zugeführten Unterstützungen der öffentlichen Hand stets hausgehalten und sie immer planvoll verwendet. Entscheidend war für die Betriebsführung der Lufthansa, die mit ihrer weitverzweigten Gefolgschaft an fliegendem, technischem und in der Verwaltung beschäftigtem Personal allezeit in bestem Einvernehmen blieb, die Steigerung der Leistungs- fähigkeit des reichswichtigen Unternehmens. Man hat sich dabei freilich, trotz frischen Wagemutes und vorwärtsftrebender Einsatzbereitschaft, niemals zu unüberlegten und vorschnellen Experimenten hinreißen lassen, sondern ist allezeit verantwortungsbewußt und nach solider Erfolgsberechnung zu Werke gegangen. Bereits am 1. Mai 1926 wurde zwischen Berlin und Königsberg die erste Nachtflugstrecke mit Personenbeförderung eröffnet. Arn 23. Juli des gleichen Jahres starteten vorn Flughafen Tempelhof zwei Junkers-Q 24-Flugzeuge zum Fluge über Rußland und Sibirien nach China und landeten am 30. August in Peking, und zwar handelte es sich hier nicht um eine Rekordleistung, sondern um einen Berke h r s f l u g von praktisch weittragender Bedeutung. Im April des nächsten Jahres überquerte zum ersten Male ein deutsches Großflugzeug das Alpenmassiv auf der Strecke München—Mailand. Eine der wichtigsten Maßnahmen war die Einrichtung der Na'chtpostlinie Berlin—Köln- London und Köln —Paris, die es möalich machten, daß die am Abend in Berlin aufgelieferte Flugpost schon am nächsten Morgen in London und Paris den Empfängern zugestellt wird. Ein weiteres Beispiel für diese methodische Leistungssteigerung, die sich auch durch unsichere Augenblickserfolge konkurrierender ausländischer Gesellschaften nicht beirren ließ, war der schrittweise und dem jeweiligen Stand der Technik angepaßte Ausbau Kronigeist im Winierhilfswerk. 1400000 Frontkämpfer und Kriegshinterbliebene im Dienst der vierten Neichsstraßem fammlung des Winterhilfswerks. Berlin, 5. Jan. (DNB.) Im Kameradschaftsgeist der Front stellten sich am ersten Sonntag des neuen Jahres die in der Nationalsozialisti- schen Kriegsopferversorgung zusammengeschlossenen fast anderthalb Millionen Frontkämpfer und Kriegerhinterbliebenen bei der vierten Reichsstraßensammlung dem WHW. Aur Verfügung. Wie einst im Felde, so traten sie auch hier beispielgebend, selbstverständlich, still und ohne viel Aufhebens davon zu machen, für eine Sache ein, die wieder dem Ganzen galt. In einer Reihe von Garnifonstädten beteiligte sich auch die Wehrmacht durch Trompeterkorps, Geschwaderflüge und ähnliches werbend an dieser Hilfsaktion, abgesehen von den Platzkonzerten, mit denen sie zur äußeren Umrahmung wesentlich beitrug. In alter Frontkameradschaft beteiligten sich auch die Angehörigen des Reichsverbandes deutsch e r O f f i z i e r e an der Sammlung. Im Gehen oder sonst behinderte Frontkämpfer wurden von ihren Kameraden abgeholt und ständig begleitet. Insgesamt haben damit in der Zeit von 10—21 Uhr mehr als 1 400 000 Frontkämpfer und Kriegerhinterbliebene, darunter 3000 Kriegsblinde, in Stadt und Land vorbildliche Pflichterfüllung bewiesen. Reichskriegsopferführer Oberlindober, der in den Mittagsstunden in Berlin am Potsdamer Platz und Unter den Linden gesammelt hat, richtete am Nachmitag im Rundfunk noch einmal einen kurzen Appell an die Hörer, des unschätzbaren Opfers der Frontsoldaten eingedenk zu sein und nach der Größe ihres Opfers den Beitrag zu bemessen. In Berlin waren neben den 45 000 Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen und 2000 ehemaligen Offizieren auch rund 50 000 Amtsträger und Hauswarte des Reichsluftschutzbundes, meist gleichfalls aktive Kriegsteilnehmer, eingesetzt. Auch die Mitglieder der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener fehlten nicht. Den ganzen Tag über beherrschten, mit Orden und Ehrenzeichen angetan, die Männer und Frauen in ihrem Ehrendienst an notleidenden Volksgenossen das Straßenbild, viele Schwerkriegsbeschädigte auch auf blumengeschmückten Selbstfahrer- wagen, begleitet von der Hitlerjugend oder einem Kameraden. Auch die vierte Reichsstraßensammlung im Rahmen des WHW. 1935/36 war ein Tag vorbildlicher Volksgemeinschaft. Die MnterhWattwn der Reichsschrifftumskammer. Der Aufruf der Reichsschrifttumskammer an die deutschen Dichter und Schriftsteller, Verleger und Buchhändler zu einer Buchspende für b e - dürftige Volksgenossen hat einen alle Erwartungen übertreffenden Erfolg gehabt. Während in Leipzig, der Stadt des deutschen Buchhandels, noch große Mengen von Bücherkisten ungeöffnet stehen und ihrer Versendung und Verteilung in den verschiedensten Teilen des Reiches harren, fand in Berlin die erste Verteilung von 5000 Büchern im Rahmen einer Morgenfeier mit musikalischen und künstlerischen Darbietungen statt. An ihr nahmen u. a. der Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk, Hauptaiytsleiter Hilgenfeldt, Reichskulturwalter M o r a l l e r und Reichsfrauenführerin, Frau Scholtz-Klink, teil. Buchhändler und Angehörige der Reichsschrifttumskammer betreuten 20 Stände mit je 250 wertollen Büchern. Jeder Volksgenosse, der von der NSV. einen Gutschein erhalten hatte, konnte nach seinem Belieben ein Buch politischen oder unterhaltenden, belehrenden oder technischen Inhalts entnehmen; mancher lange gehegte Wunsch wurde erfüllt. Der Vizepräsident der Reichsschrifttumskammer, Ministerialrat Dr. W i s m a n n , und der Geschäftsführer der Reichsschrifttumskammer, Professor Dr. Suchen- wirth, hielten Ansprachen, in denen sie hervor- hoben, daß die deutschen Dichter und Schriftsteller der Gegenwart mitten im Volk lebten und schafften, daß das Buch eine Waffe des Geistes fei, ein Besitztum, an dem jeder teilhaben solle. Bücher seien die besten Kampf- und Weggenossen, sie dürften nicht fehlen, wo Volksgemeinschaft und brüderliches Hilfswerk für Linderung der leiblichen Not sorgten. - *o~- i . Der Führer der NSKOV., Oberlindober, saHrslt mit feinen Kameraden am Potsdamer Platz in Berlin. — (S cherl-Bilderdienst.) Die Trauerseiern für Botschafter Köster. In der deutschen evangelischen Christus- Kirche in Paris hielt Pfarrer Dahlgrün am Samstagvorrnittaa den Trauergottesdienst für den verstorbenen deutschen Botschafter Roland Koster. Die deutsche Kolonie hatte sich fast vollzählig um den Sarg geschart. Nach Schluß des Gottesdienstes wurde der Sarg zum Ostbahnhof übergeführt, wo die amtliche Feier ftattfanö. Der Sarg wurde auf einen Katafalk aufgestellt, der unter der dem Ehrenhof zugewendeten Halle des Bahnhofs errichtet worden war. Rechts und links von dem Katafalk nahmen Trauergäste Aufstellung, die Familie, die Vertreter des Präsidenten der Republik und der französischen Regierung, Ministerialdirektor Dieckhoff und Geheimrat Äschrnann vom Aus- roärtigen Amt, der deutsche Geschäftsträger und die zahlreichen deutschen und ausländischen Freunde des Verstorbenen. Als erster führte Kriegsmarineminister Pietri im Namen der französischen Regierung und seines Ministerpräsidenten u. a. aus: Der Verstorbene hat mit Intelligenz, mit Takt und Gradlinigkeit seine Aufgabe erfüllt, die Regierung der Republik zollt ihm feierliche Achtung. Er tat dies mit einer Hingabe an sein Vaterland, die ihn in den Augen der Franzosen nicht anders als heben konnte. Als seine Regierung ihn auszeichnete, eines der wichtigsten Aemter der europäischen Diplomatie zu übernehmen, bewies er einen klaren und umfassenden Blick, der es allein gestattet, eine Arbeit des gegenseitigen Verständnisses und der notwendigen Versöhnung zu einem guten Ende zu führen. Der Tod hat ihn in voller Arbeit überrascht, aber nicht, ohne daß er ahnen konnte, daß das Werk, dem er sich mit heißem Herzen hingegeben hatte, es verdiene, seine Hoffnung und seinen Namen daran geknüpft zu haben. Im Namen des diplomatischen Korps sprach der brasilianische Botschafter in Paris. Alsdann erwiesen Truppenteile dem verstorbenen Botschafter die letzte militärische Ehrenbezeugung. Anschließend nahmen Ministerialdirektor Dieckhoff und Botschaftsrat Forster die Beileidsbezeugungen der anwesenden Regierungsmitglieder sowie des Diplomatischen Korps entgegen. Der Sarg wurde darauf in den Trauerwagen des Zuges geleitet, der die sterbliche Hülle des deutschen Botschafters nach Heidelberg brachte. In Heidelberg ging auf dem Bergfriedhof die Einäscherung vor sich. Aus der Fülle letzter Ehrungen sind hervorzuheben die Kränze des Führers, des französischen Präsidenten, des Auswärtigen Amtes, des Diplomatischen Korps, der französischen Regierung, der Städte Paris und Heidelberg, des Deutsch-Französischen Komitees und des Befehlshabers im Luftkreis V, der den Kranz „d e m ehemaligen Fliegerkameraden" widmete. Zur Trauerfeier versammelten sich neben der Familie mit Ausnahme der Gattin des Botschafters, die schwer krank in Paris daniederliegt, zahlreich die Vertreter von Partei und Staat. Reichsaußen- mmifter Freiherr von Neurath führte die Mutter des verstorbenen Botschafters an den Sarg ihres Sohnes. Nachdem der Musikvortrag eines Hornquartetts die Feier eingeleitet hatte, hielt Kirchenrat Professor Dr. Otto Fromme! die der regelmäßigen Flugpostverbindung zwischen Deutschland und Südamerika. Und wenn nun als nächste Aufgabe der Flugverkehr über den Nordatlantik nach Neuyork in Angriff genommen werden soll, so wird man, auf vielfältigen Erfahrungen im Ueberseeflugdienst fußend, behutsam und mit gebotener Gründlichkeit auch hier zu Werke gehen. Die mit den beiden bewährten Flugzeugstützpunkten „Schwabenland" und „Westfalen" im Südatlantik gewonnenen Erfahrungen wird man nutzbringend auch für den nordatlantischen Flugverkehr, zu dessen Durchführung bereits ein drittes Schiff mit Schleudervorrichtung von der Lufthansa in Auftrag gegeben ist, in Anwendung bringen können. Mit einem Aktienkapital von 25 Millionen Mark gehört die Deutsche Lufthansa zu den führenden deutschen Wirtschaftsunternehmen, und mit rund 13 Millionen Flugkilometer jährlich steht sie an vierter Stelle der größten Luftverkehrsgesellschaften der Welt, lieber 175 000 zahlender Fluggäste haben im vergangenen Jahre die Apparate der Lufthansa benutz!, während in der gleichen Zeit die lediglich im europäischen Raum beförderten Post- und Frachtgüter auf nicht weniger als 2000 Tonnen stiegen. Als höchste Gesamtleistung eines Tages konnte die Lufthansa im letzten Jahre eine beflogene Strecke von mehr als 52 000 Kilometer aufweisen. Die Reisegeschwindigkeit betrug auf den regelmäßigen Linien 240 Stundenkilometer, auf den sogenannten „Blitzstrecken" aber kaum weniger als 300 Stundenkilometer. Es ließen sich noch viele Beispiele für die Leistungsfähigkeit der Deutschen Lufthansa aufführen. Man könnte u. a. auch auf die erfreuliche Steigerung der Betriebssicherheit Hinweisen, die durch eine außerordentlich gewissenhafte Siebung der Menschen und des Materials erreicht wurde und der es zu verdanken war, daß im Jahre 1934 (die neuen Ziffern liegen noch nicht vor) auf 1 Million Flugkilometer nur noch 2,6 unvorhergesehene Außenlandungen kamen, bei denen drei Fluggäste unerheblich verletzt wurden. An der Schwelle ins zweite Jahrzehnt wollen wir der Deutschen Lufthansa wünschen, daß sie auch weiterhin zu ihrem und zu Deutschlands Nutzen ebenso vorbildlich wirksam sein möge, wie sie es seit jenem 6. Januar 1926 war, dessen wir heute rückschauend mit Stolz und Dankbarkeit gedenken. Denn wenn die deutsche Fliegerei in der Welt eine hohe Geltung und ein gutes Ansehen genießt, dann hat der Jubilar zu seinem nicht geringen Teil dazu bei- getragen. — Unter der Ueberschrift „Deutsche Lufthansa 19 2 6 bis 1936" hat die Lufthansa aus Anlaß ihres zehnjährigen Bestehens am 6. Januar dieses Jahres eine 96 Seiten umfassende, große und großzügig ausgeftattete Gedenk- und Werbeschrift herausgegeben, die nicht nur einen Rückblick über die Entwicklung der Gesellschaft in diesen zehn Jahren, sondern zugleich auch einen aufschlußreichen Beitrag zur Geschichte des Zivilflugwesens in Deutschland, Europa und Uebersee liefert. Für Entwurf und Gestaltung der Broschüre, deren Text durch reichhaltiges, ' farbiges Bildmaterial wirkungsvoll belebt und veranschaulicht wird, zeichnet Hermann Schneider, Berlin, verantwortlich. Das im Familiengrab wird in der kommenden erfolgen. Trauerrede. Dann senkte sich der Sarg mit der | Allen voran aber muß die deutsche Jugend sterblichen Hülle des Botschafters. Die Beisetzung marschieren. - • ' ' Woche Der R e i ch s b e r u f s w e t t k a m p f der deut- Was wird aus der Oelsperre? Zwiespältiges Echo der Kongreß-Botschaft Roosevelts. Die seit 1923 autonome Sowjetrepublik Ostka- r e l i e n erstreckt sich in einer Fläche von 146 000 Quadratkilometer vom Ladoga- und Onega-See im Süden bis zur Halbinsel Kola im Norden entlang der finnischen Ostgrenze hin. Von den 372 000 Be- wohnern (2 Einwohner auf den Quadratkilometer) sind 37,4 o. H. griechisch-orthodoxe Finnen, 57,1 v. H. Russen. Englischer Paffagierdampfer al« Truppen ransporter für Aegypten. London, 5. Jan. (DNB.) „Sunday Dispatch" meldet, daß der englische 20 000-To.-Luxusdampfer „Scythia" in ein Truppentransportschiff ver> wandelt worden ist, um Truppen, Tanks, Geschütze und andere Waffen nach Alexandrien zu befördern. Die „Scythia" stand im Passagierverkehr mit Amerika. Das Blatt weist darauf hin, es sei dies d a s erste Mal feit dem Weltkrieg, daß ein englischer Atlantikdampfer vom Kriegsministerium für Truppentransporte requiriert worden sei. Voraussichtlich würden mehrere Passagierdampfer der White-Star-Linie für dieselben Zwecke beansprucht werden. Roosevelt der geplanten Oelsperre den Todesstoß versetzt habe, während der andere Teil ebenso bestimmt behauptet, daß der Volke r- bund nun beruhigt zur Anwendung der men schreiten könne. Rom, 5. Jan. (DNB.) Unter der Ueberschrift „Der neue Sanktionsversuch im Schatten des Roten Kreuzes" wendet sich „Voce d'Jtalia" mit größter Erbitterung gegen den „dreifachen Angriff", dem Italien heute von Abessinien, „von England, das über der ganzen Affäre steht", und vom Völkerbund ausgesetzt sei, und mit dem unter Mißachtung der italienischen Zivilisation die europäische Solidarität untergraben und die Grundsätze der Kollektivität endgültig vernichtet würden. Die Genfer Luft werde allmählich unerträglich. Auf die Frage, warum Italien im Völkerbund bleibe, laute die Antwort: Italien werde solange bleiben, als ihm die Kräfte dazu ausreichen, um nicht noch weitere europäische Komplikationen in die Verwirrung der Welt zu bringen, die um den „ärmlichen abessinischen Fall" bereits entstanden sei. „Alles drängt Italien auf diese letzte Grenze hin." Das Blatt verbindet diese Warnung mit scharfen Wendungen gegen die „niedrige Spekulation" auf das Luftbombardement bei Dolo, bei dem zwei schwedische Aerzte verwundet worden seien, was jedermann in Italien bedauere. Es handele sich aber doch nur um einen „zufälligen Zwischenfall von glücklicherweise leichtem Ausmaß", der in Schweden jedoch in einen nationalen Trauertag und eine heftige Auflehnung gegen Italien verwandelt worden sei. Die im voraus festgelegte Stellungnahme der sozialistischen Regierungen der d r e i skandinavischen Staaten sei begreiflich. Weniger verständlich sei schon die Haltung Finnlands, das in seinen Beziehungen mit Sowjetrußland einen schwierigen Augenblick durchmache. Aber über die skandinavischen Länder hinaus sei von neuem eine Sanktionswut entfacht worden, bei der freilich der einzige unschuldige Tote, der italienische Flieger Minniti, dem in barbarischer Weise der Kopf abgeschlagen worden sei, nicht im geringsten berücksichtigt werde. Der ganze Sanktionismus sei darauf aufgebaut, die Angriffe Abessiniens, die Italien 50 Jahre lang hingenom- men habe, zu ignorieren und einzig und allein Abessinien als Opfer zu betrachten. Der ganze Sanktionismus fei auf der gewollten Annahme der Unschuld Abessiniens aufgebaut Mobilisierung zur Höchstleistung. Neichsrninister Darre zum Reichsberufswettkampf. Der Reichsbauernführer R. Walther Darre hat zu dem Reichsberufswettkampf den nachstehenden Aufruf erlassen: Vom Führer sind dem deutschen Bauern- t u m wichtige Aufgaben für die Sicherung des deutschen Volkes übertragen worden. Alle Teile des Landvolkes müssen ihre Kräfte und ihren Willen für die ihnen übertragene Arbeit einsetzen, um dieses Vertrauen des Führers zu rechtfertigen. des Völkerbundspaktes führten. Dank des Stadsche s. Berlin, 4. Jan. (DNB.) Der Stabschef der SA., Viktor Lutze, gibt bekannt: Anläßlich meines Geburtstages und zum Jahreswechsel sind mir aus allen Gauen Deutschlands so viele Glückwünsche zugegangen, daß es mir leider nicht möglich ist, diese einzeln zu beantworten. Ich bitte daher alle diejenigen, die meiner so freundlich gedacht haben, auf diesem Wege meinen b e ft e n Dank entgegennehmen zu wollen. Moskaus Beschwerde in Genf. Ein gefährlicher Präzedenzfall. - Mit gebundenen Händen der bolschewistischen Propaganda ausgeliefert. „Oeuvre" spricht ebenfalls von einer Neutralität mit Vorbehalt. Keine Klarheit. Geteilte Auffassung in England. London, 6. Jan. (DNB. Funkspr.) Die Botschaft Roosevelts anden Kongreß findet in der englischen Presse verschiedene Beurteilung. Ein Teil der Blätter erklärt mit Bestimmtheit, daß und könne auch in keinem Augenblick von diesem Grundgedanken abgehen, weil sonst das ganze Kartenhaus zusammenfallen müsse. Italien werde auch diesem neuen Ansturm des Sanktionismus Widerstand leisten, aber es werde nicht vergessen können. Rol-Kreuz-Slalion bei Dagabur bombardiert. Addis Abeba, 4. Jan. (DNB.) Die Italiener bombardierten am Samstag die Rot-Kreuz- Ambulanz Nr. 1 bei Dagabur, die sich weit entfernt von den militärischen Feldlagern befindet. Nach Abwurf der Bomben wurden die Rot- Kreuz-Zelte mit Maschinengewehren beschossen. Der Sachschaden ist bedeutend. Verwundet wurde niemand. In der bombardierten Ambulanz sind u. a. zwei englische Aerzte tätig. Bei den starken italienischen Bombenangriffen an der Nordfront wurden über dem Berg Aladschi, südlich Makalle, Giftgasbomben abgeworfen. Einige Tote und zahlreiche Verwundete blieben am Platze. Am 2. Januar nachmittags warfen drei italienische Flugzeuge Gift- und Brandbomben über IDebnat und Debra Tabor ab. An der Südfront wurde die Stadt (Sorem bombardiert sowie erneut Dagabur. Chefarzt Dr. Hyiander überdenBombenabwurfbeiDolo London, 4. Jan. (DNB.) Der britische Presse- funk verbreitet einen Bericht des Chefarztes der schwedischen Sanitätsabteilung Dr. H y l a n d e r über den italienischen Bombenabwurf bei Dolo. Danach sollen mindestens 20 Bomben abgeworfen worden sein. Zwei Verwundete, die gerade auf dem Operationstisch lagen, seien sofort tot gewesen. Das Jammern und Schreien der Verwundeten sei furchtbar gewesen. Viele von ihnen seien halb von Erde und Steinen bedeckt gewesen, die durch die Bombenexplosionen hochgeschleudert wurden. Nach dem Aufhören der Bombenabwürfe sei das Dröhnen der Flugzeugmotoren noch lauter geworden Italien gegen die Sanktionspropaganda „3m Schatten des Roten Kreuzes/' - „Oie Genfer Lust unerträglich/' W a s h i n g t o n, 4. Jan. (DNB.) Die Kongreßrede Roosevelts wird von der Presse und der Oeffent- lichkeit als ungewöhnlich bezeichnet. Der innenpolitische Teil der Botschaft Roosevelts wird von den Demokraten als mutige Gegenwehr gegen die Opposition, von den Republikanern hingegen als Mißbrauch seines hohen Amtes für parteipolitische Propaganda gewertet. Allgemeine Zustimmung findet lediglich die Ablehnung neuer Steuern sowie der Standpunkt, den der Prä- dent in der N e u t r a l i t ä t s f r a g e einnimmt. Dieser Standpunkt halte sich fern von Sanktionen und Verwicklungen und ermögliche gleichzeitig doch einen großen moralischen und wirtschaftlichen Druck, den die Vereinigten Staaten zur Förderung des Weltfriedens und zur Behinderung eines Angrei- ferftaates anwenden könnten. Die demokratische „NewYorkTimes" hebt die Schärfe der Ausdrücke hervor, deren sich Roosevelt bedient habe. Die Rede werde denen nicht gefallen, die Mitglieder „willkürlicher Regierungen" seien. Auf sie habe sich die Rede an verschiedenen Stellen bezogen. Die ernsten und schwerwiegenden Worte des Präsidenten über die internationalen Geschehnisse würden zweifellos sofort in ihrem Sinn erkannt werden. Die republikanische „Herald Tribüne" bezeichnet die Rede als ein einzigen politischen Bombast, der sich durch „Uederhitztheit" und einen „offenen demagogischen Aufruf" auszeichnet. Aus der Bot- fchaft spreche eine unbewußte Ironie, die in dem scharfen Gegensatz einer Friedenspredigt für das Ausland zu haßerregenden Worten gegenüber dem eigenen Lande bestehe. Die schwerste Kritik, die jeder fair denkende Amerikaner an der Botschaft üben müsse, sei die Unmäßigkeit der Sprache. Das Blatt sagt zu der in der Botschaft aufgeworfenen Neutralitätsfrage: Neutralität unter einer Staatsführung, die die Welt in böse Angriffslustige und reine Pazifisten einteile, sei „absoluter Unsinn". Eine solche „phantastische Analyse der Weltlage" sei ebensowenig realistisch wie die Vorstellung Roosevelts von Lateinamerika als einem Stück Erde, wo weder Krieg noch Kriegsgerüchte, noch Kriegsgelüste" bestünden. Die Ausführungen Roosevelts ließen keine klare Erklärung zu, auf welche Art und Weise der Präsident die Neutralitätsgesetze anwenden werde. „Neutralität mit Vorbehalt " Paris, 6. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die amerikanische Neutralitätsvorlage wird in der Pariser Margenpresse ausgiebig besprochen. „Journal" sieht keine Aenderung der amerikanischen Außenpolitik voraus. Das neue Gesetz sehe ausdrücklich vor, daß der Präsident und der Kongreß zwischen den kriegführenden Staaten wählen und denjenigen vom Ausfuhrverbot befreien können, der ihnen gefalle. Das bedeute nichts anderes, als daß Amerika von der Neutralität nur Gebrauch machen werde, wenn es ihm paffe. Der „Matin" ist der Ansicht, daß die Neutralitätsvorlage einen schweren Schlag gegen den Völkerbund bedeute, da in Zukunft diejenigen Staaten, die Krieg führten, um dem Völkerbundspakt zur Achtung zu verhelfen, auf die gleiche Stufe gestellt würden wie diejenigen, die diesen Krieg unter Verletzung Litauen hindert Sanierung im Memelland. Beto gegen notwendige Wirtschaftsgesetze. Memel, 4. Jan. (DNB.) Der litauische Gouverneur des Memelgebietes hat gegen das vom memelländischen Landtag am 20. Dezember 1935 verabschiedete Gesetz über Maßnahmen zur Verhinderung der Folgen bei Zahlungs- schwierigkeiten in der Landwirtschaft sein Veto eingelegt mit der Begründung, daß die Regelung dieser Frage nicht zum Zuständigkeitsbereich des Landtages gehöre und daß die berührte Angelegenheit durch ein im Jahre 1934 erlassenes Gesetz der Kownoer Zentralregie' rung geregelt wäre. Damit ist eine der wichtigsten Maßnahmen des neuen Landtages, durch die vor allem zur Erleichterung der großen Notlage der memelländischen Landwirtschaft Zwangsversteigerungen verhindert werden sollten, hinfällig geworden. Das erwähnte litauische Gesetz ist lediglich auf die grotzlitauischen Verhältnisse zugeschnitten und berücksichtigt in keiner Weise die besondere Lage und die ganz anders liegenden Verhältnisse des Memelgebiets. Die übrigen fünf wirtschaftlichen Gesetze des memelländischen Landtages find durch den Gouverneur unterzeichnet und damit bestätigt worden. ___ichsberufswettkampf der deutschen Jugend soll die Jugend zur Höchstleistung in Arbeit, Beruf und Staat mobilisieren. Jeder und jede aus der Landjugend müssen eine besondere Ehre darin sehen, ihr Können vor aller Oeffentlichkeit unter Beweis zu stellen. Landjugend zum Reichsberufswettkampf 1936 heraus! vollständig von einer Verbindung und Zusammenarbeit mit ihm zurückziehen. Das Neutralitätsgesetz sei daher ein Rückschritt und kein Fortschritt. Das Blatt tadelt die Vereinigten Staa- en, daß sie anscheinend die Rolle eines E i n si e d - I e r 5 in der Welt spielen wollten. „Morning Post" meldet aus Genf, viele an den Sühnemaßnahmen beteiligten Länder hätten fest- gestellt, daß diese Maßnahme eine beinahe u n - erträgliche Schädigung ihrer Wirtschaft bedeuten. Diese Länder, von denen einige im Dölketbundsrat vertreten seien, würden aber gerade aus diesen Gründen die Anwendung schärf st er Sühnemaßnahmen fordern, in der Hoffnung, daß dadurch der ganze Fall schnellstens erledigt werde. Die „Times" meint, daß zwar ein himmelweiter Unterschied zwischen der Rooseveltschen Absonderungspolitik und der Völkerbundspolitik bestehe, daß aber im gegenwärtigen Augenblick das geplante Neutralitätsgesetz den Dölkerbundsmächten großen Spielraum bei der Anwendung der wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen gewähre. Bei der Erörterung weiterer Möglichkeiten dürfe man aber nicht etwa von der Annahme ausgehen, daß der bereits ausgeübte Druck wirkungslos fei, denn alle Beweise deuteten auf das Gegenteil hin. Der sanktionsfeindliche „D b f e r d e r" betont, daß die Erklärung Roosevelts jede Hoffnung einer wirksamen Anwendung von Oelsühnemaßnahmen gegen Italien endgültig vernichtet habe. Der ganze Zweck der Sühnemaßnahmen bestehe darin, zwischen Italienern und Abessiniern zu unterscheiden, d. h. den einen Staat zu bestrafen und dem anderen zu helfen. Roosevelt dagegen weigere sich, irgendeinen Unterschied von Italienern und Abessiniern und etwaigen anderen kriegführenden Staaten zu machen. Oelsühnema^. , Der der Regierung nahestehende -,,D aily Telegraph" erklärt: „Der erste Eindruck der Roosevelt-Rede in London ist der, daß es jetzt nicht mehr tunlich für den Völkerbund ist, eine wirksame Oelsanktion gegen Italien anzuwenden." Das neue amerikanische Neutralitätsgesetz stelle eine einschneidende Wendung in der amerikanischen Politik dar. lieber die Auswirkungen der Roosevelt-Botschaft auf den Völkerbund dürfe man sich keiner Täuschung hingeben. Weit entfernt davon, daß sich Amerika dem Völkerbund nähere, werde es sich schewistische Ansteckung mit sich bringen? Sowjetrußland sei trotz gewisser neuer Tendenzen {einer Politik nicht ein Staat wie die anderen Staaten geworden. Seine Stellung als Führer des Weltbolschewismus gebe ihm die Möglichkeit, in die Innenpolitik aller Staaten einzugreifen. Sein revolutionärer Imperialismus, der aus praktischen Erwägungen in gewissen Fällen vorübergehend zurückgehalten werde, sei in anderen Teilen der Welt um so lebhafter und in der Wahl seiner Mittel schamloser denn je. Alle Staaten seien vor dieser Gefahr f oliöarifd). Es fei zu hoffen, daß man das nicht vergesse, selbst in Genf nicht. Oer abgesetzte Präsident der Sowjet republik Ostkarelien ermordet? Helfingfors, 4. Jan. (DNB.) „Uufi Suomi" meldet aus dem Städtchen Joensuu in Nordost- Finnland, daß der frühere Vorsitzende des Räte-Kar eli sche n Volkskommissariats, Dr. Edvard Gylling, ermordet worden sein soll: Gylling, der schwedischer Abstammung und Dozent an der Universität Helsmgfors war, war viele Jahre hindurch Vorsitzender des Vollzugsausschusses der Volkskommissare der autonomen Sowjetrepublik O st k a r e l i e n, wurde aber Anfang November 1935 von den Zentralstellen in Moskau abgefetzt und aus Ostkarelien a u s gern i e f e n , ihm wurde vorgeworfen, er habe die karelische Bevölkerung im finnisch-nationalen Sinne erzogen. Er wurde damals von der Provinzhauptstadt Petroskoi in Begleitung einer starken Wachtmannschaft fortgebracht, um anscheinend im Strafarbeitslager Solovets untergebracht zu werden. Dort fei er jedock nicht angekommen; anscheinend sei er auf dieser Fahrt ermordet worden. 3m Zeichen deutsch-englischer Front- kameradschast. London, 4. Jan. (DNB.) Auf Einladung der Ortsgruppe Swansea des englischen Frontkämpferbundes British Legion trafen fünf Mitglieder des Kyffhäuserbundes in Southampton ein. Sie wurden von Angehörigen der British Legion begrüßt und begaben sich nach Swansea, wo ihnen eine deutsche Fahne überreicht wurde, die im Weltkrieg von den Engländern erbeutet worden war und die bereits den Feldzug von 1870 mitgemacht haben soll. Die Fahne war nach dem Weltkriege der British Legion von einem Waliser Offizier der Shropshire Jnfanteriebrigade übergeben worden. Genf, 4. Jan. (DNB.) Im Välkerbundsfekre- tariat ist die Note der Sowjetregierung eingegangen, in der beantragt wird, das Vorgehen Uruguays gegenüber Rußland auf die Tagesordnung der nächsten Ratstagung zu fetzen. In der Note wird gesagt, der Abbruch der diplomatischen Beziehungen an Stelle des Vorgehens auf dem Wege, der durch Artikel 12 Absatz 1 d e s Pakte s vorgesehen sei, daß nämlich Streitfälle zwischen Völkerbundsmitgliedern einem Schiedsgerichtsverfahren oder einer Untersuchung durch den Völkerbundsrat zu unterbreiten sind, bilde nach Auffassung der Sowjetregierung einen Verstoß gegen einen der wesentlichen Grundsätze des Völkerbundes. Daher betrachte die Sowjetregierung das Vorgehen der Regierung von Uruguay als „unvereinbar mit der Achtung, die Uruguay feinen Pflichten als Völkerbundsmitglied schuldet". Das „Echo de Paris" schreibt, daß dieser Fall die Nationen der ganzen Welt angehe, besonders Frankreich. Moskau habe den Völkerbund angerufen. Das bedeute ein langwieriges und verwickeltes Verfahren, wobei in der Zwischenzeit die regelwidrigen rotey Diplomaten in aller Ruhe die Revolution in Lateinamerika vorbereiten könnten. Wenn diese Auffassung den Sieg davontrage, werde kein Staat mehr, der von inneren Unruhen infolge einer sowjetrussifchen Einmischung in seine Angelegenheiten bedroht werde, das Recht zur Wehr haben, das Recht zur Schließung des Hauptquartiers der Agitation. Ein solcher Staat werde nicht nur den Zsi strom roter Hilfsgelder mit Hilke des diplomatischen Gepäcks dulden müssen, sondern auch die eifrige Regsamkeit der als amtliche Persönlichkeiten verkleideten Moskauer Sendboten. Viele Staaten hätten sich bereits verpflichtet gesehen, mit den revolutionären Unternehmungen, die von den Sowjetrussen durchgeführt würden, Schluß zu machen. Manche unter ihnen, so England und Deutschland, hätten nicht gezögert, die diplomatischen oder wirtschaftlichen Beziehungen zu Sowjetrußland abzubrechen. Würde diese Vorsichtsmaßnahme als ein Vergehen gegen das internationale Recht angesehen werden? AZerde die Zulassung Sowietruß- lands zum Völkerbund eine Schwächung der Verteidigungsmittel der Regierungen gegen die bol- und ein Hagel von Maschinengewehrkugel- sei durch die Zelte gefegt. 28 Verwundete und etwa 50 Helfer seien getötet worden. Italiens bisherige Verluste in Ostasrika Rom, 5. Jan. (DNB.) Nach einer amtlichen Statistik sind bei dem italienischen Feldzug in Ostafrika im Dezember zwölf Offiziere und 63 Unteroffiziere und Soldaten im Gefecht gefallen. Für die Zett vom 3. Oktober, dem Beginn des Feldzuges, bis zum Jahresende werden insgesamt 86 Tote und 14 Vermißte angegeben. An Krankheit oder an den Folgen von Unglücksfällen starben im Monat Dezember sechs Offiziere und 68 Unteroffiziere unö Mannschaften, insgesamt 390. Insgesamt sind rund 61 000 Arbeiter nach Ostafrika verschifft worden. Davon wurden 11 338 wegen Ablaufes ihres Vertrages oder aus anderen Gründen in die Heimat zuruckbefördert, während 259 in Ostafrika gestorben sind. Die lateinischen Schwestern Garibaldiner-Feier in Paris. Paris, 5. Jan. (DNB.) Auf einem der Pariser Friedhöfe fand die übliche Erinnerungsfeier an die Kämpfe der italienischen Garibaldi- ner in den Argonnen statt, wo im Dezember 1914 rund 50 junge italienische Freiwillige gefallen sind. Hauptmann Marabini, der Vorsitzende des Verbandes der Garidaldiner, erklärte, daß die zwischen Mussolini und Laval abgeschlossenen Verträge als eine lebendige Wirklichkeit zu betrachten seien. Die Tatsache, daß ausländische Völker und geheime Mächte der französisch-italienischen Freundschaft einen. unversöhnlichen Haß geschworen hätten, fei Fein ausreichender Grund dafür, daß die beiden Völker auf die Hoffnungen verzichteten, die an die wiedergefundene Freundschaft geknüpft worden seien. Wenn in Frankreich d i e Partei des Hasses gegen das neue Italien siegen würde und französische Soldaten gegen Italien eingesetzt werden sollten, so würden die Garidaldiner ihren ehemaligen Waffengenossen unbewaffnet entgegentreten unter dem alleinigen Schutz ihrer Fahne in den italienischen und französischen Farben, entschlossen, sich niedermetzeln zu lassen, weil sie sicher seien, daß Frankreich es nicht wagen werde, das Opfer der Garibaldiner zu entweihen. — Mit den Rufen: „Es lebe Italien! Es lebe Frankreich!" trennten sich die Teilnehmer der Veranstaltung. England und Aegypten. Besprechungen in Kairo über die Neuregelung der Beziehungen. London, 6. Jan (DNB. Funkfpruch.) Wie „Daily Telegraph" meldet, werden noch in dieser Woche Besprechungen über die Neuregelung der englisch-ägyptischen Beziehungen zwischen dem britischen Oberkommissar Sir Miles Lampson und der ägyptischen Regierung in Kairo ftattfinöen. Der Augenblick f e i noch nicht gekommen, wo Außenminister Eden dem britischen Kabinett Vorschläge für eine neuere und bessere Verständigung zwischen England und Aegypten vorlegen könne. Sir Miles Lampson sei jedoch ermächtigt worden, in Kairo mitzuteilen, daß die britische Regierung der Forderung der ägyptischen Einheitsfront nach Wiederaufnahme der Verhandlungen auf der Grundlage des Vertragsentwurfes von 1 930 wohlwollend gegenübersteht. Insbesondere sei das britische Versprechen neu bekräftigt worden bei den Mächten, die Kapitularrechte in Aegypten besitzen, auf die Uebertragung der Rechtsprechung von den bestehenden Konsulargerichten auf die gemischten Gerichte und die Anwendung der ägyptischen Gesetzgebung auf Ausländer hinzuwirken. Von den scharf nationalistischen Kreisen Aegyptens werde jedoch auch die Abschaffung der gemischten Gerichte gefordert, ein Punkt, der in London ernstlich erwogen werde. Eine kommunistische „Andacht" in einer englischen Kirche. London, 6. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Ein sonderbares Ereignis wird aus Sheffield berichtet. In einer Kapelle der Kirche von England fand eine Begräbnisfeier für ein 13jähriges Mädchen statt, das der k o m rn u n i ft i s ch e n Jugendorganisation angehört hatte. Plötzlich drang ein Kommunistenführer mit mehreren Anhängern, die kommunistische Fahnen und Parteiabzeichen trugen, in die Kirche ein und erklärte, daß er einen „k o m m u n i st i s ch e n Gotte s d i e n st" halten wolle. Der Pfarrer verwahrte sich gegen diesen Eingriff und rief die Polizei herbei. Nach langen Streitigkeiten zwischen dem Pfarrer, der Polizei, dem Kommunistenführer und dem Vater des kommunistischen Mädchens erhielt der Kommuni ft enführer die Erlaubnis, sowohl in der Kapelle wie am Grabe t*es Mädchen eine kommunistische „Andacht" zu veranstalten. Erhöhung der Reichsbahngütertarife auch Arbeitsverhältnis und Wehrpflicht Gesicherte Baumwollversorgung Aus aller Welt. grundsätzlich Lohn oder Gehalt nicht weiter gezahlt. Das einberufene Gefolgschaftsmitglied erhält aber Unterstützung, wenn es eine Familie oder Angehörige, für deren Unterhalt es zu sorgen verpflichtet ist, hat. Wenn der Unternehmer einen Teil des Arbeitslohnes während der Wehrübungen seinem Gefolgschaftsmitglied weiterzahlt, so wird dadurch die Unterstützung — die übrigens durch die Arbeitsämter gewährt werden — nicht beeinträchtigt. Um diese Unterstützung zu erlangen, muß umgehend dem Arbeitsamt ein Antrag oorgelegt werden, dem der Einberufungsbefehl beizulegen ist, ferner sind vor- zulegen: eine Bescheinigung des Arbeitgebers, ob er Arbeitsentgelt weiterzahlt und wieviel, der Mietvertrag über die Wohnung und ein Nachweis über die Familie und die Verpflichtungen zum Unterhalt anderer Personen. Diese Ausführungen gelten lediglich für Angestellte und Arbeiter in der freien Wirtschaft. Für Arbeiter und Angestellte im öffentlichen Dienst — also in öffentlichen Betrieben, bei Körperschaften des öffentlichen Rechts und Behörden — gelten besondere Bestimmungen. Beamte bekommen während der Wehrübungen bis zu 4 Monaten, bei der Luftwaffe bis zu 6 Monaten ihre Gehälter ausgezahlt. Angestellte und Arbeiter in der öffentlichen Verwaltung und Betrieben erhalten ihre Dienstbezüge, wenn sie einen eigenen Hausstand haben. Die Sozialversicherungsbeiträge — soweit sie der Arbeitnehmer zu tragen hat — werden von den Dienstbezügen genau wie sonst abgezogen. Wichtig ist noch die Beantwortung der Frage, welchen Einfluß die Einberufung zum einjährigen Wehrdienst auf das Arbeitsoerhältnis hat. Eine Ansicht ging dahin, daß ganz automatisch mit der Einberufung zum einjährigen Wehrdienst das bis dahin bestandene Arbeitsverhältnis beendet wird. Die andere Ansicht glaubte erst dann das Arbeitsverhältnis als erloschen ansehen zu können, wenn es seitens des Arbeitgebers ausdrücklich gekündigt worden sei. Der Reichsfinanzminister ist der erstgenannten Meinung beigetreten. Mit der Einberufung zum einjährigen Wehrdienst — ebenso zum Arbeitsdienst — erlischt automatisch das Arbeitsverhältnis, eine Kündigung ist nicht notwendig. Angestellte und Arbeiter im öffentlichen Dienst werden nach Ablauf ihres Wehrdienstes oder Arbeitsdienstes wieder in ihre frühere Beschäftigung gebracht. Sie müssen innerhalb von 4 Wochen nach Beendigung ihrer Dienstzeit bei der Wehrmacht oder im Arbeitsdienst einen Antrag bei ihrer früheren Dienststelle einreichen. Der Reichsfinanzminister hat durch einen Erlaß vom 20. September 1935 diese Regelung für Angestellte und Arbeiter im öffentlichen Dienst getroffen. Damit ist ein vorbildliches Beispiel gegeben, dem die privatwirtschaftlichen Betriebe und andere Verwaltungen tunlichst folgen sollten. Ke ne Reisebewittigungen flr Reisen noch der Schweiz. Berlin, 4, Jan. (DNV.) Amtlich. Die Beschränkung des deutschen Reiseverkehrs durch die schweizerische Regierung hat, wie am 23. Dezember v. I. mitgeteclt worden ist, die Prüfung durch die beteiligten deutschen Stellen erforderlich gemacht, ob unter diesen Umständen die gegenwärtig geltenden Vereinbarungen über den Reiseverkehr nach der Schweiz noch aufrecht erhalten werden können. Die Reichsregierung sieht sich nunmehr veranlaßt, die Erteilung von Reisebewilligungen e i n z u st e l l e n, da die Maßnahme der schweizerischen Regierung mit einer grundlegenden Bestimmung des zur Zeit geltenden Reifeoerkehrsabkommens nicht vereinbar ist. Die sogenannten genehmigungspflichtigen Reisen zum Zwecke des Sanatorien-, Studien- und Erziehungsaufenthaltes bleiben von dieser Einstellung des Reiseverkehrs unberührt. Die für solche Zwecke erforderlichen Reisebewilligungen werden durch die zuständigen Devisenstellen erteilt. 1100 Jahre Sf.-(£affor-Dom In Koblenz. Der altehrwürdige St. Castordom in Koblenz, unmittelbar am Deutschen Eck gelegen, kann in diesem Jahr auf die 1100. Wiederkehr des Tages seiner feierlichen Einweihung durch Ludwig den Frommen zurückblicken. Die weithin berühmte andererseits werden diese Bedarfsdeckung künftig gewährleisten. Was leistet die deutsche Kleintierzucht? deutsche Pelztierzucht noch nicht genügend Pelzwerk erzeugt, dürfte nicht überraschen. Immerhin wurden 1934 bei einem Gesamtbedarf von 5 Mill. Stück schon 1,5 Mill, von deutschen Züchtern hervorgebracyt. Viel schlechter sieht es aber b e i der Seidengewinnung aus, die erst wieder in den letzten Jahren bei uns in verstärktem Maße aufgegriffen wurde. Nur 100 Doppelzentner wurden bei einem Bedarf von 26 500 Doppelzentner Rohseide und Kokons in den deutschen Seidenrau- penzüchtereien erzeugt. Aus diesen wenigen Angaben geht klar hervor, wie sehr trotz des Hochstandes unserer Kleintierzucht der einzelne Halter sich bemühen muß, höhere Lei st ungen aus seinen Tieren herauszuholen. Ein ungünstiges Obstjahr. Der Zeitungsdienst des Reichsnährstands teilt mit: Die vom Statistischen Reichsamt durchgeführte Obsternteermittlung für das Jahr 1935, die nun endgültig feststeht, geint wieder einmal, daß die Landwirtschaft kein Industrieunternehmen ist, das nach dem Willen des Menschen am laufenden Band alle gewünschten Produkte liefern kann, sondern in der Herstellung ihrer Erzeugnisse von vielen Faktoren, insbesondere von den Witterungsverhältnissen abhängig ist. So wurden im vergangenen Jahre 34,4 Millionen Zentner Obst (Kern-, Stein- und Schalenobst zusammen, aber ohne Beerenobst) geerntet, während im Jahre 1934 eine Ernte von 60,4 Millionen Zentnern und 1933 eine solche von 38,4 Millionen Zentnern erzielt wurde. Im einzelnen wurden 1935 in Millionen Zentnern geerntet: Aepfel 17,5 (Vorjahr 31,3), Birnen 8,4 (14,6), Kirschen 1,8 (4,4), Pflaumen, Zwetschen, Mirabellen 6,4 (8,9), Aprikosen 0,02 (0,07), Pfirsiche 0,2 (0,6) und Walnüsse 0,1 (0,4). Die Durchschnittserträge je Baum liegen im allgemeinen umdieHälfte niedriger als 193 4, während sie gegenüber 1933 nur ganz wenig abfallen. Hoffentlich gestaltet sich das neue Obstjahr witterungsmähig günstiger. Daneben wird die im Rahmen der Erzeugungsschlacht durchgeführte Schädlingsbekämpfung hoffentlich sehr bald schon erhebliche Werte, die bis jetzt verloren gingen, erhalten. Dazu schreibt der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes u. a.: Die im Jahresrückblick der Deutschen Reichsbahn geschilderte Finanzlage ließ von vornherein die Notwendigkeit erkennen, entweder durch eine Senkung der Ausgaben oder durch eine Erhöhung der Einnahmen den erforderlichen Ausgleich herbeizuführen. Die Reichsbahn selbst hatte vorgeschlagen, den Ausgleich durch eine Verringerung der Abgaben zu erreichen, die sie zu Zeit an das Reich zahlt. Die Deutsche Reichsbahn entrichtet nämlich an das Reich als Entgelt dafür, daß sie von der Reparationssteuer entlastet ist, einen Beitrag für die Verzinsung und Tilgung de'rPoung- und Dawes- Anleihe in Höhe von 70 Millionen Mark. Sie hat weiter für das Reich die Vorzugsdividende für 500 Millionen Mark Vorzugsaktien aufzubringen, die sie in Auswirkung des Dawesplanes dem Reiche hatte unentgeltlich zur Verfügung stellen müssen. Endlich bringt sie die Beförderungssteuer auf, die für das Jahr 1936 auf rund 220 Millionen Mark geschätzt wird. Könnte die Reichsbahn von diesen Verpflichtungen gegenüber dem Reich auch nur zur Hälfte befreit werden, so würde sie ohne Schwierigkeit die im Haushaltsvoranschlag 1936 fehlenden 165 Millionen Mark aus eigenen Kräften decken können. Wenn auch vom Reichsverkehrsminister — wie er bei Bekanntgabe der neuen Maßnahmen ausdrücklich erklärte — anerkannt wird, daß es für ein Eisenbahnunternehmen außerordentlich schwer ist, 9 v. H. der Brutto-Einnahme als Abgabe an den Staat abzuführen, so ist doch die Entscheidung dahin gefallen, daß das Reich beim materiellen Aufbau der deutschen Wehrfreiheit auf diese Einnahmen nicht verzichten kann Da auf der anderen Seite aber unter allen Umständen die Möglichkeit erhalten bleiben muh, daß die Reichsbahn ihren bei Erfüllung ihrer technischen und wirtschaftspolitischen Ausgaben entstehenden finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann, so ist von der staatlichen Auschtsbehörde eine E r - Höhung der Gütertarife um 5 v. H. beschlossen worden, die am 20. Januar in Kraft treten wird. Die Erhöhung soll rund 100 Millionen RM. einbringen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die seinerzeit im Rahmen der Brüningschen Deflationspolitik, die zu der verderblichen Schrumpfung der deutschen Wirtschaft führte, der Reichsbahn auferlegte Tarifermäßigung rund 375 Mill. RM. ausmachte, daß die jetzt eintretende Erhöhung also nur einen Bruchteil der damaligen Senkung ausgleicht. Übrigens hatte diese Senkung keineswegs zu den erhofften Preissenkungen geführt, sondern war, wie Staatssekretär Koenigs vor der Presse erklärte, im wesentlichen in den Handelsspannen verschwunden. Heute besteht die Hofnung, daß durch die im Rahmen des nationalsozialistischen Aufbaus durchgeführte bessere wirtschaftliche Organisation eine derart geringfügige Erhöhung von der Wirtschaft selbst getragen werden kann und daß ähnlich wie es bei anderen Maßnahmen der Fall gewesen ist, auch hier Preiserhöhungen vermieden werden. Dies gilt um so mehr, als lebenswichtige Güter von der Tariferhöhung verschont bleiben und außerdem auch auf wichtige So n d e r b e ° dürfnisse Rücksicht genommen wird. Zu diesen Gütern zählen Getreide, Hülsenfrüchte, Mühlenerzeugnisse und Kartoffeln zur menschlichen Ernährung, Gemüse, Milch und Milcherzeugnisse, Eier, Schlachtvieh nebst Fleisch- und Wurstwaren, Seefische, Kraftfuttermittel und sämtliche Düngemittel, bei denen nach den Worten des Staat-ssekretärs des Reichsverkehrsministeriums auf das vom Reichsnährstand aufgebaute sozialistische Preisgefüge Rücksicht genommen werden muß. Mit dieser Regelung wird also von vornherein jede Preiserhöhung für lebenswichtige Nahrungsmittel und für die im Hinblick auf die Erzeugungsschlacht besonders wichtigen landwirtschaftlichen Betriebsmittel unterbunden. Der Personen-Tarif ist von vornherein nicht in die Erhöhungspläne miteinbezogen worden. Man sieht also, daß alles getan worden ist, um eine möglichst tragbare Lösung zu finden. Die technischen Einzelheiten über die Durchführung der Erhöhung dürften schon in den nächsten Tagen bekannt werden. Dabei wird man mit Recht auch Bestimmungen über die Anpassung der im Fernverkehr mit Lastkraftwagen gültigen Tarife erwarten können, über die bisher noch nichts Näheres bekannt geworden ist. Gerade von der Landwirtschaft ist immer wieder betont worden, daß die Tarifgestaltung im Kraftwagenverkehr unter keinen Umständen zu einer weiteren Schädigung des Reichsbahn-Güterverkehrs führen darf. Dies ist eine wichtige Voraussetzung dafür, wenn die Reichsbahn ihre Aufgaben im Maffengüterverkehr voll erfüllen soll, der bei der Ernährungswirtschaft eine besondere Rolle spielt. Eine ganze Reihe von arbeitsrechtlichen Fragen sind entstanden, seit die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt worden ist. Für beide Teile — Gefolgschaftsmitglied und Arbeitgeber — sind diese Fragen naturgemäß von erheblicher Bedeutung. Das Wehrgesetz vom 21. März 1935 selbst gibt keine Vorschriften über die Behandlung der arbeitsrechtlichen Fragen. Es tauchen immer wieder dieselben Fragen auf, z. B.: Bekommt das Gefolgschaftsmitglied Lohn gezahlt für die Zeit, in der es zur Musterung gestellt wird, ober wie steht es mit der Zahlung des Lohnes, wenn der Arbeitnehmer sich zur Teilnahme an militärischen Hebungen gemeldet hat. Selbstverständliche muß jeder Wehrpflichtige sich zur Musterung stellen, so bestimmt das Wehrgesetz und die später veröffentlichte Verordnung über Musterung und Aushebungen. Der Betreffende kann nun — meistens wohl für einen Tag — seine Arbeit nicht verrichten. Die Zeitversäumnis ist ganz gering. Besteht nun ein Anspruch auf Zahlung des Arbeitslohnes? Hier muß das Bürgerliche Gesetzbuch zu Rate gezogen werden, das im Paragraphen 616 bestimmt: „Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, daß er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in feiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird." Das heißt also — sinngemäß angewandt — der Arbeitgeber muß für die durch die Musterung versäumte Arbeitszeit den Lohn zahlen. Nun ist aber für manche Arbeitsverhältnisse die Anwendung der zitierten Paragraphen ausdrücklich ausgeschlossen, und zwar durch besondere Verträge, wie Einzelarbeitsverträge, aber auch durch Betriebsordnung oder Tarifordnung. Somit würde also für diese Fälle ein Anspruch auf Zahlung des Arbeitslohnes für die durch die Musterung versäumte Arbeitszeit nicht bestehen. Letzten Endes ist es aber moralische Pflicht jedes einzelnen Unternehmers, dennoch unter diesen Umständen den Lohn zu zahlen. Wird aber das Arbeitsverhältnis berührt durch Teilnahme an militärischen Hebungen? Nein, denn der Unternehmer hat den betreffenden Gefolgschaftsmitgliedern zur Teilnahme Urlaub zu gewähren. Das Arbeitsverhältnis darf aus diesen Gründen nicht gekündigt werden. Auch den Angestellten und Arbeitern, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, muß der Urlaub zur Teilnahme an militärischen Hebungen gewährt werden, es sei denn, daß der Betreffende als vollkommen unabkömmlich gilt und eine Vertretung nicht möglich ist. Dann wird der Wehrbezirkskommandeur ihn auf Antrag vorläufig zurückstellen. Für die Zeit der Wehrmachtsübungen werden Die Weltwirtschaft befindet sich mitten in einer tiefgreifenden Umwälzung, deren Auswirkungen sich selbstverständlich auch die deutsche Volkswirtschaft nicht entziehen kann. Die eigentlichen Ursachen der weltwirtschaftlichen Zerrüttung sind die Währungswirren und die handelspolitischen Absperrungstendenzen. Der Leiter der Bremer Kaufmannschaft, Präsident Rollmeyer, hat in seiner Neujahrsansprache, in der er eine Bilanz der wirtschaftlichen Entwicklung im Jahre 1935 zog, darauf hingewiesen, daß durch die Hindernisse, auf die gegenwärtig die deutsche Ausfuhr in den Vereinigten Staaten stößt, nicht etwa nur Deutschland geschädigt wird, daß vielmehr die schädliche Wirkung dieser Absperrungspolitik in gleicher Weise auf die Vereinigten Staaten übergreift. Die ganze Welt hat, so führte der Präsident der Handelskammer Bremen treffend aus, heute den wirtschaftlichen Frieden ebenso bitter nötig wie den politischen Frieden. Aber Deutschland allein vermag diesen Frieden nicht zu schaffen. Es muß sich der handelspolitischen Entwicklung der übrigen Welt anpassen. Daher muß es zunächst einmal seine eigene Volkswirtschaft auf ei ne gesicherte Grundlage st eilen, ohne Rücksicht auf die Wirkungen, die diese nationalwirtschaftlich orientierte Handelspolitik auf die Wirtschaft anderer Länder ausübt. Die Aufgabe des deutschen Handels besteht daher heute in erster Linie darin, die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit denjenigen Gütern zu sichern, die sie selbst nicht ober nicht in genügenben Mengen herzustellen vermag, und die auch nicht ober noch nicht burch bie in Deutsch- lanb erzeugten Güter voll ersetzt werben können. Die Deckung bieses Bebarfs an Auslanbswaren muß gegenwärtig bas Ziel ber beutschen Hanbels- politik sein. Unb in bern Maße, in bem bieses Ziel im letzten Jahre erreicht worben ist, barf unsere Handelspolitik, beren Grunbsätze bekanntlich in bem sogenannten „Neuen Plan" zusammengefaßt sinb, als erfolgreich bezeichnet werben. Betrachten wir unter biesem Gesichtswinkel bte Versorgung ber beutschen Volkswirtschaft m i t Baumwolle, also bemjenigen Rohstoff, besten Beschaffung wohl am meisten von ber Zufuhr aus bem Auslanbe abhängig ist, so barf man feftfteüen, daß bie Aufgabe ber Rohstoffsicherung auf biesem wichtigen Gebiete im Jahre 1935 in überraschen!) befriebigenber Weise gelöst worben ist. Denn ben gemeinsamen Bemühungen bes beutschen Hanbels (insbesondere auch ber Bremer Baumwollbörse) unb der Ueberwachungsstelle für Baumwolle ist es in weitestgehendem Maße gelungen, die Industrie mit den erforderlichen Rohstoffen zu versorgen. Die deutsche Baumwollindustrie ist in dem verflossenen Jahre trotz aller Schwierigkeiten gleichmäßig und ausreichend beschäftigt gewesen. Stockungen in der Produktionstätigkeit sind kaum eingetreten, da die Ueberwachungsstelle ben Betrieben, ob- Derlin, 5.Jan. (DPB.) Mit Wirkung ab 2 0. Januar tritt bei der Deutschen Reichsbahngesellschaft im beschränkten Umfange eine Erhöhung ber Gütertarife in Kraft, bie von bem Reichsverkehrsminister vor ber Presse in längeren Ausführungen eingehenb mit ber Notwendigkeit begründet wurde, bie auf anbere W e i s e nicht zu be- schaffenben Mittel für ben Ausgleich ber Betriebsrechnung ber Reichsbahn in ben fommenben Jahren zur Verfügung zu stellen. Die Reichsbahn rechnet mit einem jährlichen Mehrertrag aus ber Tariferhöhung von runb 100 Millionen Reichsmark. Um eine Verteuerung ber Lebenshaltung für bie minderbemittelte Bevölkerung zu vermeiden, sollen b e - sonders wichtige Lebensmittel von der Tariferhöhung freigelassen werden. Zu diesen Gütern zählen Getreide, Hülsenfrüchte, Mühlenerzeugnisse und Kartoffeln zur menschlichen Ernährung, Gemüse, Milch und Milcherzeugnisse (Butter usw.) Eier, Schlachtvieh nebst Fleisch und Wurstwaren, Seefische, Kraftfuttermittel und sämtliche Düngemittel. Für die genannten Güter bleiben die bisherigen Frachtsätze in Kraft. Weiter werden, um einerseits auf die Bedürfnisse der Wirtschaft, andererseits auf die Belange der Reichsbahn Rücksicht zu nehmen, die Frachten der S e e h a f e n - und sonstigen Ein - und Ausfuhrtarife, der Unter st ützungs- und Notstandstarife, bei denen eine Verteuerung nicht tragbar wäre, sowie der Wettbewerbstarife von der Erhöhung ausgenommen. Die Wettbewerbstarife müssen geschont werden, weil jede Erhöhung ihrer auf die anderen Wege abgestimmten Sätze zu Verkehrsverlusten der Reichsbahn führen müßten und derartige Verluste bei ben Seehafentarifen, bie zugleich zur Stärkung ber heimischen Seehäfen im Wettbewerb gegen bie Auslandhäfen bestimmt sinb, auch bie beutschen Häfen empfinblich schäbigen würden. Endlich wird auch noch freigelassen der Expreßgutverkehr. Aus alle übrigen Gütertarife soll ein gleichmäßiger Zuschlag in Höhe von 5 v. H. erhoben werden. Der Minister gab der Erwartung Ausdruck, daß die deutsche Wirtschaft das ihr damit auferlegte, in seiner praktischen Auswirkung nur als geringfügig an= zusprechende Opfer für bie auf Gebeih unb Verberb mit ihr verbundene Deutsche Reichsbahn mit bem gleichen Verstänbnis aufnehmen wirb, das sie anderen staatsnotwendigen Maßnahmen feit der nationalen Erhebung entgegengebracht hat. wohl Devisen für bie Einfuhr von Baumwolle natürlich nur in beschränktem Maße zur Verfügung stauben, bennoch genügend Rohstoffe zuteilen konnte. Die Deckung des 'Bedarfs erfolgte im wesentlichen auf zwei Wegen: Erstens wurde durch Abschluß von Tausch- und Kompensationsgeschäften die Einfuhr ausländischer Baumwolle ohne Aufwendung von Devisen ermöglicht. Es ist begreiflich, daß sich diese neuartige Form des wirtschaftlichen Austausches nicht immer und sofort glatt abgewickelt hat. Viel Leerlauf mußte in Kauf genommen werben, große Zeit- unb Gelbopfer mußten gebracht werben, um diese gegenüber dem freien Handel zweifellos weniger leistungsfähige Art des zwischenstaatlichen Äerkehrs in Sang zu bringen und wirtschaftlich fruchtbar zu machen. Aber die Schwierigkeiten sind überwunden worden, und das Ergebnis darf als durchaus be- frlebigenb angesehen werden. Man braucht zum Beweise hierfür nur die Ziffern d e r Bremer Baumwolleinfuhr anzuführen, die für die Baumwollversorgung Deutschlands aus überseeischen Ländern von entscheidendtze Bedeutung ist. Diese Ziffern zeigen auch sehr deutlich, wie große und bedeutungsvolle Umlagerungen unserer Baumwolleinfuhr vorgenommen werden mußten, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Wenn z. B. in den ersten elf Monaten des Jahres 1934 rund 806000 Ballen Baumwolle aus ben Vereinigten Staaten bezogen werden konnten, so mußte diese Einfuhr in dem gleichen Zeitabschnitt infolge der bekannten handelspolitischen Absperrungsmaßnahmen der Vereinigten Staaten auf rund 373 000 Ballen, also auf weniger als d i e Hälfte reduziert werden. Aber durch Abschluß von Tausch- und Kompensationsgeschäften konnte die Einfuhr von Baumwolle aus anderen Ländern entsprechend erhöht werden. So stieg gegenüber dem Vorjahre die deutsche Baumwolleinfuhr aus Brasilien von 21 000 auf 223 000 Ballen, aus Argentinien von 9000 auf 25 000 Ballen, aus der Türkei von 14 000 auf 34 000 Ballen, aus Aegyp - ten von 8000 auf 56 000 Ballen, aus dem Kongostaat von 5000 auf 53 000 Ballen, aus Mexiko von 600 auf fast 11 000 Ballen. Auch eine Reihe anderer Länder lieferte auf diese Weise beträchtlich größere Baumwollmengen als früher nach Deutschland, auch wenn diese Mengen an sich noch nicht stark ins Gewicht fallen. Zu diesen Ländern gehören z. B. Paraguay, Chile, Persien, China, Griechenland, Ostafrika, Südafrika, bie ehemaligen beutschen Kolonien Kamerun unb Togo, Haiti unb anbere mehr. Insgesamt betrug bie Baumwolleinfuhr Bremens in ben ersten 11 Monaten bes verflossenen Jahres runb 984 000 Ballen. Sie war also um 13 000 Ballen, b. h nur ganz unwesentlich niebriger als in bem entsprechenben Zeitabschnitt bes Jahres 1934. Der Zeitungsbienst bes Reichsnährstanbs schreibt: Deutschlanbs Kleintierzucht kann sich, wie bie jetzt überall veranstalteten Ausstellungen beweisen, burch- aus mit ber anberer ßänber messen. Trotzbem sinb bie Kleintierhalter aber noch nicht in ber Lage, ben Bebarf bes beutschen Volkes an Erzeugnissen biefer Art im eigenen Lanbe zu becken. Bekannt ist ja, bah wir noch größere Mengen an Eiern einführen müssen. Aber auch an Ge - flügelfleisch genügt bie bisherige Erzeugung noch längst nicht. Runb 30 000 Tonnen (30 v. H.) mußten 1934 noch aus bem Auslanb bezogen werben. Auch an Honig ist unser Bebarf (um etwa ein Fünftel) größer als bie Erzeugung. Die Ziegen liefern zwar Fleisch unb Milch genug, es fehlen bei ihnen aber vor allem bie Felle. Runb 5 Millionen Stück würben mehr gebraucht als her- vorgebracht (3 Mill.). Aehnlich sieht es bei ben Kaninchen aus, bie zwar ben Bebarf an Fleisch unb Wolle becken konnten, bie aber noch 3 Mill. Felle (etwa ein Zehntel bes Bebarfs) z u wenig lieferten. Daß auch bie verhältnismäßig junge Kirche stellt eines ber schönsten unb stimmungsvoll- ften kirchlichen Bauwerke bes Rheinlanbes bar. Bedrohliches Anwachsen des Hochwassers in Frankreich. Die Ueberschwemmungen nehmen in ganz Frankreich von Tag zu Tag ernstere Ausmaße an. Aus allen Provinzen werben ungeheure Sach- schäben gemelbet. In CHLteaubourg in ber Nähe von Rennes würbe ein kleines Mäbchen von ben Fluten fortgeschwemmt unb ertrank. UeberaU ist zahlreiches Vieh umgekommen. Viele Dörfer ragen wie einsame Inseln aus ben Fluten hervor unb sinb von ber Außenwelt vollkommen abge= schnitten. Die Marne ist in 24 Stunben um mehr als einen Meter gestiegen. Stellenweise sinb auch bie Eisenbahnlinien unterbrochen, so in Poitiers. Die Vorstäbte vonNantes sinb großteneils überschwemmt. Der Wasserstanb ber Loire hat bei Nantes 8,5 Meter überschritten. In ber Gegenb von Rochefort- sur-Mer haben bie Staubämme nachgegeben, so baß weite Strecken überschwemmt sinb. Die Bewohner zahlreicher Ortschaften mußten mitten in ber Nacht aus ben Wohnungen fliehen unb konnten mit Mühe unb Not bas nackte Leben retten. Seit 1910 hat man ein berartiges Unglück nicht mehr erlebt. Der Sachschaben geht in bie Millionen. Auch aus ber Normanbie lauten bie Berichte sehr trostlos. Die Kraft- unb Lichtzentralen mußten ihren Betrieb ftillegen. Bei Pontaubemer sind sämtliche Zu« fahrtsstraßen überschwemmt. Der Fluß Risle, Der zweite Weg zur Deckung des deutschen Baumwollbedarfs bestand der Verarbeitung von Zellwolle aus deutscher Erzeugung. Die deutsche Industrie hat diesen neuartigen Textilrohstoff in letzter Zeit in reichlichen Mengen zur Verfügung gestellt, so daß die Textilbetrieb zur Aufrechterhaltung ihrer Produktion bereits nicht mehr ausschließlich auf die einge- ührte Baumwolle angewiesen, waren. Im Jahre 1935 sind in Deutschland schon 15 000 Tonnen Zellwolle hergestellt worden. Das entspricht einer Menae von 75 000 Ballen Baumwolle, deren Einfuhr hierdurch entbehrlich gemacht worden ist. Die deutsche Textilindustrie hat also trotz gesteigerten Verbrauchs ihren Bedarf an Rohmaterial schon im Jahre 1935 in ausreichender Weise sichern können. Die steigende Erzeugung von Zellwolle einerseits und die fortschreitende Ausgestaltung der Tausch- und Kompensationsgeschäfte der ein unwichtiger kleiner Wasserarm ist, hat sich in einen reißenden Strom verwandelt, der Hunderte von Weintonnen und totes Vieh ins Meer wälzt. Aus Lyon lauten die Nachrichten etwas Zuversicht! icher. Die Rhone hat ihren Höchststand erreicht und ist seit Sonntag im S in k e n begriffen. Die Seine steigt dagegen immer weiter und Paris ist bereits in A la r m3 u ft an i). * Ein Kraftwagenunglück ereignete sich in der Nähe von Lyon. Drei junge Leute wollten mit ihrem Wagen in das Ueberschwemmungsaebiet fahren. In dem verhältnismäßig seichten Wasser geriet der Wagen von der Straße ab und stürzte in einen Graben. Zwei Insassen waren auf der Stelle tot; der dritte wurde sehr schwer verletzt. Sowjel-Lisbrecher „firaffin“ in (Eisnot geraten. Der dem gegen das Packeis ankämpfenden Sowjetdampfer „Losowski" zu Hilfe geeilte starke russische Eisbrecher „Krassin" ist selber in den Gewässern bei Sachalin in Eisnot geraten. Der sich in Wladiwostok aufhaltende Eisbrecher „Uritzki" hat Befehl bekommen, den festgefahrenen „Krassin" mit Brennstoff zu versorgen, damit beide Eisbrecher gemeinsam ihre Rettungsarbeit für den Dampfer „Losowski" wieder aufnehmen können. Im Rhein ertrunken. Durch einen U n g l ü ck s f a l l kam ein Schiffer auf einem auf dem Rhein fahrenden Lastkahn zu Tode. Der Lastkahn befand sich in der Höhe von Bad Hönningen, als der Schiffer auf dem vom Regen nassen Laufbord ausrutschte und in den Rhein stürzte. Trotz der Hilfeleistung seiner Kameraden ertrank der Verunglückte. Seine Leiche hat man bisher noch nicht bergen können. Schweres Autounglück bei Bab Witbr'ngen. Bei Bad Wildungen wurde am Bahnübergang ein Kraftwagen von der Lokomotive eines aus Bad Wildungen ausfahrenden Personenzuges erfaßt und über 100 Meter weit mtigefchleift. Einer der Jn- fasier wurde aus dem Kraftwagen geschleudert und war auf der Stelle t 0 t. Eine Frau erlitt schwere Verletzungen, ein dritter Insasse des Kraftwagens wurde ebenfalls erheblich verletzt. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Die Autofahrer stammen aus Allendorf a. d. Eder. Der Kraftwagen wurde völlig zertrümmert. Das Reujahrsunglück in Pirmasens. Der 23 Jahre alte Friedrich H a a g in Pirmasens, der, wie gemeldet, beim Neujahrsschießen in der Silvesternacht die 13jährige Gertrud Schneider aus Unachtsamkeit durch einen Schuß aus einem Flobertgewehr tödlich verletzte, hat, nachdem er wieder aus dem Amtsgerichtsgefängnis entlassen worden war, einen Selbstmordversuch unternommen. Er brachte sich einen Schnitt in den Unterarm bei, um sich so die Pulsader zu öffnen. Seine Verletzung ist schwer, jedoch nicht lebensgefährlich. In einem Brief, den man bei ihm fand, teilte er mit, daß er aus Gram über fein Mißgeschick aus dem Leben scheiden wolle, da auch der Vater des von ihm erschossenen Mädchens ihm die erbetene Verzeihung verweigert habe. UeberfaU auf den INukben-Expreß. Der Schnellzug Peiping—Mukden wurde in der Nähe der Eisenbahnstation Tschantschuan in der chinesischen Provinz Hopei von drei bewaffneten Personen überfallen. Die Täter eröffneten ein Pi- ftolenfeuer auf den Schnellzug, um ihn zum Halten zu bringen. Dabei wurden acht Personen verletzt, unter ihnen auch ein japanischer Gendarm und ein japanischer Fahrgast. Die Täter konnten entkommen. Der Tientsiner Berichterstatter der japanischen Agentur Domei Zusin meldet zu dem UeberfaQ ergänzend, daß die Personen, die den Anschlag auf den Schnellzug verübten, angeblich die Uniform der chinesischen Sicherheitsbeamten getragen hätten. Die japanische Gendarmerie habe eine Untersuchung eingeleitet. Leuchttürme für Flitterwochen. 74ßeud)ttürme wurden an der amerikanischen Küste aus dem Dienst gezogen. Was tut man mit ihnen? Der Staat brauchte sich nicht lange den Kopf zu zerbrechen. Prompt fand sich ein geschickter Kaufmann, der die Leuchttürme erwarb, „um sie abzuwracken" Man war zufrieden, sie loszusein, und ließ sie dem Käufer für einen geringen Preis. Der dachte natürlich nicht daran, die Leuchttürme, die immerhin noch bewohnbar oder für andere Zwecke brauchbar waren, schleifen zu lassen, sondern machte seinerseits Reklame für sie. Und hat ein einsamer, im Meere oder wenigstens auf einer 3. Reichsberufswettkampf 1936. Iungel und TNädel in den Betrieben! Hitlerjugend und Deutsche Arbeitsfront rufen euch zum dritten Reichsberufswettkampf. Hunderttausende haben bereits ihre Meldung zur Teilnahme abgegeben. Auch der letzte Jungarbeiter und die letzte Jungarbeiterin darf da nicht fehlen! Anmeldungen werden bis zum 15. Januar von sämtlichen Kreis- und Ortsjugendwaltungen und den Dienststellen der HI. angenommen. langen Mole gelegener Leuchtturm nicht einen ungeheueren Reiz für die Bewohner der amerikanischen Millionenstädte, die sich, für kurze Zeit natürlich, so gerne in d i e Einsamkeit flüchten? 25 Türme gingen dann auch glatt ab a n junge Pärchen, die sie für das nächste Jahr als Sommerresidenz in Aussicht nehmen. Weitere 33 Türme fanden ihre Käufer in Städten, Museen und historischen Gesellschaften, die die Leuchttürme als Denkmal erhalten wollen. Schließlich haben sich auch einige Bundesregierungen die Sache noch einmal überlegt und „ihren" Leuchtturm zurückgekauft, weil sie ihn für 0 b s e r v a - torische Zwecke umbauen lassen wollen. Natürlich hat auch an diesem Geschäft der tüchtige Kaufmann ein hübsches Sümmchen verdient. Augenblicklich ist der Artikel „Leuchtturm" sogar wieder ganz vom Markt verschwunden. Bücheriisch. — Rasse und Humor. Von Dr. Siegfried K a d n e r Berlin. Mit 50 Abbildungen. Geh. 3,80, Leinwand 4,80 Mark. I. F. Lehmanns Verlag, München. 1935. — (576) — Ein fröhliches Buch, das bis zur letzten Seite von der Heiterkeit beseelt ist, die der Stofs in sich birgt, und doch von dem wissenschaftlichen Ernst der gestellten Aufgabe durchdrungen ist. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung der westisch-romanischen Komik mit dem nordischen Humor. Das Buch ist durchzogen von zahlreichen Proben köstlichen Humors aller Zeiten und schon dadurch mit Genuß zu lesen. Ein Streifzug durch das Werk ergibt folgende Blütenlese: Lachen — Komik — Humor / Wie die Künstler Rassetypen verwenden / Der grimme Humor nordischer Heden / Allerlei Schwänke vom Tollen Bömberg / Allerlei bezeichnende Geschichten von Maupassant / Anekdoten um Shaw / Vom bayerischen Hamur dnarischen Stils / Der Humor der Sachfenwitze. Mancher Leser, dem die eingehende Beschäftigung mit Rassefragen, ohne die eine weltanschauliche Orientierung im Dritten Reich nicht möglich ist, bis heute noch zu streng und mühsam erschien, wird hier einen Zugang finden. Wer aber mit der Rassenkunde in ihren Grundzügen wohl vertraut ist, wird eine willkommene und ergötzliche Ergänzung entdecken. — Hans Dominik: Atomgewicht 500. Roman. Geh. 3,10 RM., Ganzleinen 4,50 RM. 318 Seiten. Verlag Scherl Berlin SW 68, 1935. — (402) — Dominik schildert, wie in zwei großen amerikanischen Jndustriewerken Versuche zur Herstellung eines neuen Elements mit sehr hohem Atomgewicht unternommen werden. Ein deutscher Forscher, der mit zäher Energie in einer dieser Firmen arbeitet, wird durch Intrigen von seinem Arbeitsplatz vertrieben — die Konkurrenz bietet ihm sofort alle Möglichkeiten für eine weitere Tätigkeit! Und tatsächlich gelingt ihm das Experiment: ein neues Element, mit Atomgewicht 500, wird erzeugt. Eine neue Energiequelle ungeheuren Ausmaßes ist erschlossen, es ergeben sich ungeahnte Verwendungsmöglichkeiten für jeden Zweig der Technik — ein neues Zeitalter bricht an! Der Deutsche aber verläßt Amerika, dessen Industrie in der Lage war, die nötigen Gelder zur Verfügung zu stellen, ihm aber doch nicht eine ruhü: Ar^^ gewährleisten konnte. Er geht in die Heimat zurück, um seinem Vaterland mit seiner genialen Erfindung zu dienen. — Das Handbuch der Kulturgeschichte. Herausgegeben von Dr. Heinz Kindermann, Professor an der Technischen Hochschule in Danzig. (Verlag der Akademischen Verlagsgesellschaft Ache- naion Potsdam) bringt in den neuerschienenen Lieferungen 13 bis 16 den Beginn einer Arbeit von Professor Ernst Howald „Kultur der Antike." Wie diese „Beschreibung der Ausdrucksformen des kollektiven Lebens im Atertum" durchgeführt wird, wie die neuen Erkenntnisse der jüngsten Forschung dargestellt werden, das ist ein Beispiel lebendiger wissenschaftlicher Anschaulichkeit. Bis zum letzten Kapitel ist Ermatinqers „Kultur im Zeitalter der Aufklärung" gediehen. Auch hier wird klar, einleuchtend und' packend die Welt des 18. Jahrhun- öerts dargelegt. Das Zeitalter des Rokoko mit allem Licht und allen, oft furchtbar dunklen Schatten wird in vorbildlicher Darstellung lebendig. Eine Fundgrube sind auch die zahlreichen, mit großer Sachkenntnis ausgewählten Abbildungen, die allein schon diesem Handbuch einen besonderen Wert verleihen. Kunst und Wissenschaft. Reichslagung der Geographen im RS. Lehrerbund. In Frankfurt a. O. traten die Reichsreferenten und Gausachbearbeiter der Fachgruppe Erdkunde des NS.-Lehrerbundes zu einer Arbeitstagung zusammen. Der Reichssachbearbeiter, Professor Dr. B u r ch a r t, wies in seiner Eröffnungsansprache auf den Standpunkt Schemms hin, daß die Gegenstände der Sacharbeit bedürften, die den zu erziehenden Menschen durch die ganze Schule und weiter durch das ganze Leben begleiten. Hauptaufgabe der Erdkunde in der Schule sei, die Verbundenheit von Volkstum und Raum ins Bewußtsein zu heben. Daher verlange der Erdkundeunterricht Seitenblick für alles, was die Gegenwart fordert. Pg. Stricker-Bayreuth übermittelte die Grüße der Reichsamtsleitung des NSLB. und wies darauf hin, daß der Führer auf dem Sachgebiet Erdkunde besondere Aufgaben gestellt habe. Die Arbeit müsse nationalpolitisch aus- gerichtet werden. Professor Panzer, Referent für Geographie im Reichs-Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung überbrachte die Grüße des Ministers R u ft. Professor Mecking - Münster und Professor Mortensen Göttingen, waren als Vertreter der Geographie an den Hochschulen erschienen. Im Anschluß an die Tagung wurde an den Reichsamtsleiter des NS.-Lehrerbundes, Pg. W ä ch t l e r, ein Ergebenheitstelegramm gesandt. Tagung der Geologen in Frankfurt. In Frankfurt wurde die Reihe der wissenschaftlichen Arbeiten im neuen Jahr mit der „Hauptversammlung der „Geologischen Verein ig u n g" im Senckenberg eingeleitet. Die Veranstaltung gewinnt an Bedeutung durch die Anwesenheit hervorragender Vertreter aus dem Auslande wie z. B. Professor L. Koch-Kopenhagen, Professor H. Backlund-Upsala und Professor P. E s k 0 l a - Helsingfors. Die Hauptversammlung wurde eröffnet durch eine Begrüßungsansprache von Professor Cloos, der anschließend einen Ueberblick über den heutigen Stand der geologischen Forschungen gab. Dann hielt Professor Rittmann-Neapel einen interessanten Vortrag über seine Forschungen am tätigen: Vulkan (Vesuv). Professor W e g m a n n - Schweiz äußerte sich über die Forschungen auf dem Gebiete der (Erbunierfrufte. Der zweite Tag der Hauptversammlung wurde ein- geleitet mit einer Reihe fachwissenschaftlicher Vorträge, von denen besonders der von Professor Richter über den Stand der Erdöluntersuchungen in Südbayern allgemeines Interesse in Anspruch nahm. Heber Grönland und die Struktur dieses zum größten Teil noch unerforschten Gebietes sprach Professor L. Koch-Kopenhagen, der bereits seit über zwei Jahrzehnten Grönland nach allen Seiten mit Hundeschlitten und Flugzeug durchstreift hat, um die Geologie dieses Erdteils zu erforschen^ Zum Schluß gedachte der Redner auch des deutschen Forschers Alfred Wegener, der bei der Inlands- eisforschung auf Grönland den Tod gefunden hat. Frankfurter Künstler in Rom. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen« schäft, Erziehung und Volksbildung hat dem Frankfurter Maler Wilhelm G e s s e r und dem Bild« Hauer Philipp F l e 11 n e r einen Studienaufent« halt in der Deutschen Akademie (Villa Vassimo) in Rom gewährt. Bildhauer F l e 11 n e r hat feinen neunmonatigen Studienaufenthalt bereits vor einiger Zeit angetreten. Dieser Tage hat auch der Maler G e s s e r von der Bewilligung Gebrauch gemacht. (Ein Humboldt-Denkmal in Lima. Die deutsche Kolonie in Lima (Peru) hat der Stadt ein Denkmal des großen deutschen Südamerikaforschers Alexander von Humboldt zum Geschenk gemacht. Die Einweihung sand in Anwesenheit des Präsidenten der Republik Peru und der Vertretung des Reiches sowie der deutschen Kolonie in Lima und zahlreichen anderen Städten Perus statt. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel 2). 21. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Einladung zu den Heiteren Werbe-Abenden für neu zeitliche Küchenführung am Dienstag. 7. Jan., abds.SUhr, am Mittwoch,8. Jan., abds.8 Uhr, Saale des Cafe Leib Einlaß 1 Stunde früher. Programm: 1. Begrüßung der Gäste. 2. Vortrag mit praktischen Vorführungen: a) Neues Kochen, Braten, Dämpfen im Haushalt * b) Was sagt die Wissenschaft zum neuzeitlichen Kochen? 3. Kostproben-Verteüung. 4. Besichtigung der ausgestellten Geräte. 5. Gratisverlosung vieler Haushaltgeräte. Eintritt frei! Gegen Gutschein von 30 Pf., der am Eingang gelöst werden kann, wird Kaffee mit Kuchen während der Veranstaltung verabreicht. Wir bitten auch um den Besuch der Hausherren. Auch ist die Frauenschaft herzl. eingeladen. Edgar Borrmanm ______________________________83A Gießener Konzert-Verein Sonntag, 12. Januar 1936, 17 Uhr, Universitätsaula 4. Konzert Die Kammennusili - Vereinignng des Stadt. Orchesters: JMeOdiuberi Vorher: Sigfr.W. Müller, Kammermusik In A-Dur Eintrittskarten: RM. 1.—, 1.25, 1.75, 2.50 bei Ernst Challier (Fernruf 2671) und abends an der Kasse. Studentenkarten 80 Pf. bei Herrn Sekretär Ritter und im Studentenhaus gegen Ausweis. Die für das zweite Solisten-Konzert ausgeaebenen Abonne- mentskarten haben Gültigkeit. 8oD Aufforderung. In dem Nachlaß des Fuhrunternehmers Jakob Noll in Gießen, Lindengasse 2, fordere ich hierdurch auf, etwaige Ansprüche an den Genannten 8sD innerhalb einer Woche behufs Berücksichtigung bei der Nachlaß-Regulierung — ebenso innerhalb gleicher Frist etwaige Schuldbeträge bei mir anzumelden, bzw. an mich abzuführen. Gießen, den 6. Januar 1936. L. Althoff, Gießen, Walltorstraße 16. Zwangsversteigerang. Dienstag, den 7. Januar, nachm. 2 Uhr, sollen im „Löwen" dahier, Neuenweg 28 bezw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöhel aller Art, 1 Spiegel, 1 Klavier, 1 Registrierkasse, 1 Motor, eine Mörtelmaschine, 1 Rechenmasch. 4 Herde, 4 Oefen, 2 Eisschränke, 1 Goniometer, 6 Schreibmasch., 1 Bild, 1 Waage, Anzugstoffe. Bestimmt: 1 groß. Posten Damenschuhe, mehrere Flurgarderoben. Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wernerwall 33 79D Tel. 3108. VornehmI Geschmackvoll! PersönlichI Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien - Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus führungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl'sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2261 Dienstag, den 7.Januar 1936, nachmittags 2 Uhr pünktlich, versteigere ich im Hofe und im Saale desJrankfurterHof.Marktlauben, meistbietend gegen Barzahlung: 1 Pierd (br. Wallach), ca. 12 I. alt, kompl. Einspänner-Geschirr, 2 Roll- und 1 Kastenwagen, eine Schrotleiter, 1 Wagenplaner ferner: 2 Kleiderschränke, 1 Vertiko, ein kompl.Bett, 1 Waschtisch,1 Nachttisch, 1 Sofa, 1 Ausziehtisch, 1 Korbsessel,! Pult,! Kommode, 1 Ofen, 1 kleiner Herd, 3 Stühle, 1 Regulator, 1 Barometer, einen Küchenschrank. Versteigerung bestimmt. Gerichtlich beeidigter Taxator für den Landgerichtsbezirk der Provinz Oberhessen £. Althoff Gießen, Walltorstraße 16. Versteigerer für die Kreise Gießen, Lauterbach, Schotten.gen tßLORifll PALRST Giessen Nur 2 Tage! Heute Montag und Dienstag in Neuaufführung: Weift Ferdi und Max Adalbert in ihrem besten und tollsten Lustspiel u. Gustl. Theimer, Hugo Schrader, Joe Stöckel — Regie: Franz Seitz Erslklass. Beiprogramm and Foi-Ton-Woche Gustav Fröhlich Sybille Schmitz Albrecht Schoenhals Regie: Geza von Bolvary Stradivaris Meistergeige, die „Beatrice“, ist die Heldin dieses Spieles. Eine große Liebe beseelt die spannende Handlung Vorher: Erstklassiges Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche — Täglich 4, 6, 8.80 Uhr ___________________________84 A Heute Montag Premiere --------Frisches Aussehen —< .Die Wirkung von Heidekrast ist vorzüalich, Stuhlgang regelmäßig. Appetit sehr gut, fühle mich wie neugeboren und habe wieder frisches Aussehen und viu immer munter, was früher nicht war. Jedem Bekannten habe tch schon die Vorzüge geschildert und werde es weiter tun. Ich bitte Sie, dies zu veröffentlichen, werde jedem Antwort stehen, weil ich glücklich darüber bin." To schrieb uns unterm 4.6. 86 Herr Johannes Reuther, städtischer Arbeiter in Ludwigshafen a. Rhein, LudwtgSplaN 6. Viele Tausende äußerten sich ähnlich. Heber 48000 Dank» und Empfehlungsschreiben I (Die Anzahl von 42 652 wurde am S5. 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Diese Zahlen sprechen für sich. Die deutsche Handelsbilanz mit den Ländern des Nordens ist trotz zeitweiligen Rückganges immer noch aktiv. Sind die einzelnen Staaten auch verschiedenen Einflüssen, Bedürfnissen und Hilfsquellen unterworfen, so bleiben sie doch insgesamt ein Wirtschaftsraum, zu dem das Reich von altersher die engsten Beziehungen unterhalten hat. Dieses Verhältnis, wie auf kulturellem so auch auf wirtschaftlichem Gebiet, zu pflegen und womöglich zu noch stärkerer Entfaltung zu bringen, ist eine Pflicht der nationalen Wirtschaft jedes einzelnen Landes und zugleich ein Dienst am gemeinsamen Interesse aller Staaten, die den Ostseeraum beleben. Die handelspolitische Stellung Deutschlands zu Dänemark, Norwegen und Schweden ergibt sich im Rahmen der heutigen Verrechnungsmöglichkeiten aus einem Ausgleich der Ein- und Ausfuhrwünsche auf beiden Seiten. Dabei spielen die Verhältnisse auf den Binnenmärkten und die Rücksichten auf die nationalen Wirtschaften eine immer größere Rolle. In Dänemark haben vor kurzem Neuwahlen stattgefunden. Sie standen im Zeichen des Kampfes für und gegen die staatliche Valutazentrale. Daß die bäuerliche Sammlungsbewegung auch eine Kronensenkung verlangte, erleichterte der Regierung den Sieg. Mit dem neuen Jahr wird ein neues Valutagesetz das alte ablösen. Wie sich die Opposition benehmen wird, ist noch nicht völlig ersichtlich; sie macht ihre eigenen Vorschläge, kann aber einen Zustand ohne Kontrollinstanz auch vor ihren Wählern nicht verantworten. Dänemark ist nicht ganz selbst Herr über .seinen Außenhandel. Es steht zwischen England und Deutschland. Nach den britischen Inseln geht der Hauptteil seiner landwirtschaftlichen Ausfuhr in der Form von Speck und Butter. Nähme Deutschland nicht die beim Herausschneiden des Specks übrigbleibenden höchst wertvollen Teile ab, so würde die dänische Ausfuhr nach England unrentabel werden. Nun will das englische Landwirtschaftsministerium im kommenden Jahr Einfuhrzölle auf das ausländische Fett legen, um den Aufbau der eigenen Landwirtschaft zu finanzieren; dagegen tritt Deutschland immer stärker a l s Käufer auf dem dänischen Landwirtschaftsmarkt auf. Rinder, Federvieh, Butter, Eier und Käse gehen in gesteigerten Mengen über die Grenze ins Reich. Dafür muß Deutschland Zugang zu bestimmten Teilen des industriellen dänischen Marktes behalten. Dasselbe erstrebt England. Unter dem Schutz der Valutazentrale ist aber die dänische Industrie auch auf Gebieten, die sie früher nicht betreten f)at, üppig emporgeschossen. Ihre Produktion hat sich seit 1913 um 73 v. H. vermehrt. Wie hier der Ausgleich geschaffen werden farm, ist Däne« marfs Problem nach außen hin; auch wenn man zugibt, daß die Industrie in dem Maße in die Bresche springen muß, in dem die Landwirtschaft als Wirtschaftsträger des Landes anteilmäßig verliert. Die dänische Nationalbank treibt eine in die Zukunft schauende Politik Seit diesem Sommer hat sie ihre Valutastellung um rund 20 Millionen Kronen verbessern können. Ihre Obligationsbestände hatte sie Ende November gegen März d. I. um 46 Millionen verringert Der frühere Finanzminister und jetzige Nationalbankdirektor zeigt, daß er den Kern der Lage erkennt, wenn er die Industrie vor Vorstößen auf Gebiete warnt, auf denen ihr eines Tages die Konkurrenz des Auslandes mit besseren Waren und niedrigeren Preisen wieder entgegentreten wird. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres hat Dänemark einen Einfuhrüberschuß von 66 Millionen Kronen gegen 102,1 in der entsprechenden Zeit des Vorjahres gehabt. Das ist eine wesentliche Verbesserung, die auf die straffe Einfuhrhandhabung der Dalutozen- trale hindeutet. Die Drosselung geht freilich auf Kosten des Handels, der hier wie überall unter dem Zwang der verfahrenen und überproduzierenden Weltwirtschaft leidet. DeutschlandsAusfuhr nach Dänemark hat in den ersten zehn Monaten 240,8 Millionen Kronen betragen gegen 242,3 im Vorjahr; feine Einfuhr aus Dänemark ist im gleichen Zeitraum auf 157,2 gegen 138,5 Millionen Kronen gestiegen. Zusätzliche Abmachungen zwischen den beiden Ländern werden das Bild dieser Zahlen in den beiden letzten Monaten des Jahres vervollständigen. Dänemarks Ausfuhr nach England ist in den ersten zehn Monaten auf 609,5 gegen 617,9 im Vorjahre heruntergegangen; feine Einfuhr von dort auf401,5 gegen 329,5 Millionen Kronen gestiegen. Die deutsch-norwegifchen Umsatzmöglichkeiten werden von industrieller Seite als außerordentlich günstig angesehen. Wenn gerade in diesen Tagen eine Verstimmung eingetreten ist über mangelndes norwegisches Entgegenkommen in der Wal öl- und Walfangfrage, so muß immer noch dem Wunsche Ausdruck gegeben werden, daß die Handelsbeziehungen beider Länder nicht getrübt werden. Sie liefen, im großen gesehen, bisher auf den Austausch von Walöl, Fischerzeugnissen, Konserven und Pelzen gegen Schiffe, Maschinen, Chemikalien hinaus. Der verdienstvolle Förderer deutsch-norwegischer Beziehungen, Direktor Vogt vom norwegischen Jndustrieverband, der sich zur Zeit wieder auf einer Reise durch Deutschland befindet, sagt: „Deutschland kann sich einer allgemeinen Sympathie in Norwegen erfreuen. Das verdankt es nicht zuletzt der hervorragenden Stellung seiner Industrie. Man muß berücksichtigen, datz Norwegen an der Meistbegünstigung als Grundlage für seine Handelspolitik festhalten will. Auf dieser Grundlage sollte die Möglichkeit einer Ausweitung des gegenseitigen Handels so gegeben fein, daß Deutschland feine Stellung auf dem norwegischen Markt aus der Zeit vor dem Kriege wieder- gewinnt und Norwegen seinen Markt in Deutschland verbreitert. Eine Verschiebung hat stattgefunden: Textilien und Manufakturwaren sind zugunsten der Einfuhr von Maschinen, technischen Apparaten und Schiffen zurückgetreten. In der norwegischen Ausfuhr sind Metalle und Erze mehr in den Vordergrund gerückt. Im übrigen wünscht Norwegen in erster Linie den Absatz von Fischen und Konserven." Damit sind die Warenaustausch-Fragen zwischen Norwegen und Deutschland von einem Fachmann umrissen. Norwegens Außenhandels- zahlen für den Oktober haben einen Rekord erklommen. Die Ausfuhr ist mit 59,3 Millionen Kronen die seit April 1930 wertmäßig größte, die Einfuhr mit 77,7 die seit November 1931 stärkste. Der Einfuhrüberschuß ist in Höhe von 18,4 um 4,2 Millionen Kronen gegen den Oktober des Vorjahres gestiegen. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres hat Norwegen für 656,3 gegen 607,7 Millionen Kronen im Vorjahre eingeführt und für 484,3 gegen 473 ausgeführt. Das Minus seiner Handelsbilanz deckt Norwegen in der Zahlungsbilanz der Jahresabrechnung ebenso wie Dänemark durch Schiffsgewinne und Einnahmen aus dem Reiseverkehr. Es ist, wenn auch die Bevölkerung des Landes sich ihren Verdienst schwer erarbeiten muß, immer noch Raum für einen Einfuhrüberschuß. Wie die Zukunft sich unter dem Drucke von außen gestalten wird, ist eine Frage, deren Lösung nicht zuletzt von der Entwicklung auf den Weltmärkten Gießener Stadiiheaier. Gastspiel: „Die acht Entfesselten". Am Sonntagabend gastierten vor gutbesetztem Hause die „Acht Entfesselten" mit einem rund zwanzig Nummern umfassenden Kabarett - Programm, das sie als konzentrierte Kleinkunst bezeichnen, und welches, wenn man es mit zwei auch bei uns geläufigen Begriffen auf eine Formel bringen will, etwa auf der Mitte zwischen dem Repertoire der „Vier Nachrichter" und der „Comedian Har- monists1' liegt, dabei aber doch einer eigenen Note nicht entbehrt. Das Ensemble besteht aus drei Damen und fünf Herren und bildet ein sogenanntes Kollektiv, das sich durch Vielseitigkeit wie Individualität der Begabungen auszeichnet. Sie machen, nach bewährtem Muster, alles selbst und ganz allein: sie singen, sprechen, tanzen, spielen Theater, sagen an — Text, Regie, Musik. Ausstattung: die acht Entfesselten. Nach ihrem Auftrittslied, alle acht, kommt ein Solotanz „Die Frau mit dem doppelten Gesicht" (G a r g a), der im Spiel mit der Maske seriöser wirkt als das folgende, ganz aus Witz, Ulk und Parodie gestimmte Programm. Aber schon der Sketsch „Finden Sie, daß meine Frau sich richtig verhält?", gespielt vom Ehepaar Scholz, zeigt, wie es gemeint ist; vier Variationen über ein alltägliches Thema: die Frau hört zu, wie sich der Mann am Telephon für den Abend verabredet; Paraderöllchen für die Partnerin; vier Temperamente binnen zehn Minuten. Das Publikum freut sich verständnisvoll. Dann gibt es Gestalten von gestern und Zeitgenossen von heute, und es erweisen sich als dankbare Objekte für Miniatur-Karikaturen sowohl „Die unnatürliche Ziege", als auch die entzückenden drei ..sonny boys‘‘ und die groteske „Denunziantin". Großer Beifall für Bren, Godden, Scholz, G a r g a und Krock. Dazwischen eine wirklich herzerfreuende Conference über den „Vatertag (S ch o l z), die offenbar allen männlichen Besuchern aus dem Herzen gesprochen war. Für den weiblichen Teil des Publikums, zur Entschädigung, der Song an Madame. * Eine besonders hübsche Nummer war das bürgerliche Trauerspiel „Vater und Sohn", das von Rudi Godden in einer Person, aber sozusagen mit verteilten Rollen, gespielt wurde; man muß es gesehen haben und kann nur sagen: Ei potz! Nur wenig mehr Personal beanspruchte die kleine preiswerte Oper „Das leichtbeschädigte Vaterherz" (Bren und Godden), das besonders musikalisch, mit aanz geringer Anleihe bei Schubert, sehr witzig gesetzt war. (Das Orchester bildete für diesen Abend lediglich ein Flügel; am Flügel: Hannes Haching). * Das Mittelstück, auf die zwei Hälften des Programms sinnvoll verteilt, heißt „Endlich daheim", genormte Expreß-Operette in drei Akten, mit dem gesamten Ensemble. Die Nachrichter haben Aehn- liches zwar schon gedrängter und in der Kürze witziger serviert, aber die durchschnittliche Operette bietet ja besonders textlich noch eine unausgeschöpfte Fülle parodistischer Anregungen: Findelkind, Grafenschloß, Zigeuner, Pußta, Honvedleutnant, Csardas sind ungefähr die Stichworte für das nach bewährtem Kochrezept für genormte Operetten zusammengerührte Libretto, und die. Gesänge von den knallroten Rosen und von der kleinen notwendigen Pause dürfen als die Glanzstücke der Partitur gelten. Im Song leisten sie überhaupt Beträchtliches, zum Beispiel in dem Männerterzett von den möblierten Herren, aber die pikante literarische Note gibt dem Programm erst die erstaunlich vielseitig begabte Gerty von Reichenau; die kleine Szene „Abschied am Bahnhof", leider um ein paar Zeilen zu lang, könnte auf einem beinah ernstgemeinten Programm stehen, und die „35 Jahre Ueberbrett’I", 1893 bis 1928, konferiert von Scholz und Godden, zeigten sie auf der Höhe parodistischer Wandelbarkeit; „Das Mädchen fürs Geld" zum Beispiel (anno 1905) hätte auf die Szene der „Elf Scharfrichter" gepaßt, und die Verulkung des blauen Engels Marlene war ebenso naheliegend wie treff- sicher. # Ein netter Einfall, tänzerisch geschickt ausgewertet: die „Schaufensterpuppe" (©arg a). Etwas schwächer wirkte das Bühnenweihfestspiel „Des Sängers Fluch", sehr frei nach Uhland, aber es gab da zum Schluß einen grotesken Geistertanz (von Krock), der war unglaublich komisch; es wurden wahrhaftig Tränen gelacht. Besondere Freude bereitete unserem Publikum, das sich fei» neswegs getroffen fühlte, das Momentbildchen vom Faschingshochbetrieb in Gießen, das wir leider hier nicht näher beschreiben können. ♦ ^um Abschied haben die Entfesielten sich über Film und Funk hergemacht; hier war entschieden der Höhepunkt „Flachs tönende Wochenschau" mit dem Besuch beim Schimpansen „Gurru" und dem Bericht vom Kriegsschauplatz in Mandschukuo. Den „Schluß mit Jubel" bildete dann der letzte Akt abhängt. Norwegens Staatsfinanzen Haden sich trotz der großen, im Krisenausgleich dieses Frühjahrs festgelegten Ausgaben für die Preisgestaltung auf dem Lande und in der Stadt sowie für die Ankurbelung der Arbeit von der Beschäftigungsseite her erfolgversprechend angelassen. Jedenfalls handelt die Regierung, und sie bemüht sich zugleich, mit dem Vorbild Schwedens und Dänemarks vor Augen, um die Erhaltung des Arbeitsfriedens. Daß ihr die Gewerkschaften dabei Schwierigkeiten bereiten, ebenso wie in den Nachbarländern, bedeutet freilich eine starke Belastung. Eins ist sicher: Auch in Norwegen verlagert sich das Schwergewicht der Wirtschaft auf den Binnenmarkt. Das heißt Förderung der heimischen Industrie und zum Teil auch der Heimarbeit. Die Regierung unterstützt diese Entwicklung mit allen Kräften; sie tut es nicht einer theoretischen Autarkie zu liebe, sondern aus Zwang und darum aus nationalen Gründen. Auch die Schiffahrt muß diesen Gesichtspunkten Rechnung tragen. Das schließt nicht aus, daß sie in steuerlicher Hinsicht diejenige Berücksichtigung erfährt, die sie im Kampf gegen die internationale Konkurrenz benötigt. Auch Schwedens Außenhandel steht im Zeichen eines stattlichen Einfuhrüberschusses. Gestützt auf die natürlichen Reichtümer: Holz und Metalle, kann indessen gerade dieses Land sich eine bedeutende Einfuhr erlauben, besonders dann, wenn die Einkäufe dem Ausbau der Industrie zugute kommen. Es ist dasselbe Bild wie in Dänemark und Norwegen. Schweden freilich ist d a s stärk st e. von diesen drei Ländern, politisch und wirtschaftlich. Es kann jedem Druck von außen mit dem gewichtigsten Gegendruck entgegentreten. Politisch nimmt es eine Schlüsselstellung ein, und wirtschaftlich treibt es dank seiner Bodenschätze bei jeder Konjunktur auf der Oberfläche. Die Konjunktur steht im Zeichen des aufnahmefähigen Binnenmarktes. Die Richtzahl für die Wirtschaft zeigt den seit 1931 besten Stand an; die Beschäftigungszahl hat die von 1920 erreicht. Immer noch kurbelt das Baugewerbe die angeglie« derten Wirtschaftszweige an. Die Ausfuhr in. d u ftr i e hat dagegen an Boden verloren. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres hat der Einfuhrüberschuß 140,3 Millionen Kronen gegen 25,7 in derselben Zeit des Vorjahres betragen. Größere Beachtung als diese Zunahme des Einfuhrüberschusses beansprucht indessen die Steigerung des gesamten Warenumsatzes mit dem Ausland. Deutschland hat in den ersten neun Monaten 1935 für 243,8 Millionen Kronen gegen 252,7 in derselben Zeit des Vorjahres nach Schweden ausgeführt; eingeführt hat es Waren im Werte von 135 gegen 116,1 Mill. Kronen. Die entsprechenden Zahlen für England sind 206,1 gegen 186,4 und 229 gegen 238,8. Bemerkenswert ist die Zunahme des schwedischen Handels mit den Vereinigten Staaten. Es hat in der besprochenen Zeit für 132 Millionen Kronen aus den Staaten herein- genommen gegen 97,8 im Jahre vorher und für 102,3 nach dort ausgeführt gegen 90,9. Das ist eine Sondererscheinung im skandinavischen Außenhandel. Sie beruht auf der im Mai dieses Jahres zustande- gekommenen und zunächst für drei Jahre gültigen Regelung zwischen beiden Ländern, die man auf die Formel bringen kann: Kreuger-Bereinigung gegen Zollfreiheit für Zellulose, die 70 o. H. der schwedischen Ausfuhr nach Amerika ausmacht. Damit ist ein kleiner Rundgang abgeschlossen. Er hätte durch Hinweise auf die Lage der einzelnen Erwerbszweige und tieferes Eindringen in die Wirtschaftsziele der Regierungen im Gegenspiel zu den Anschauungen dieser oder jener Gruppe ausführlicher gestaltet werden können. Das hätte den Rahmen dieser Betrachtungen gesprengt. Es war darauf angekommen, die Bedeutung der skandinavischen Länder für Deutschland auf wirtschaftlichem Gebiet zu umreißen. Die Nase darf nicht austrocknen! Ein Schnupfengespräch mit Professor Or. von Eicken. Von £. B. Spielmann. Jetzt leidet fast jeder „Dritte" an Schnupfen. Alle Welt fürchtet ihn. Prof. Dr. med. Carl von Eicken, Direktor der Hals-, Nasen- und Ohren-Klinik an der Berliner Charite, zuvor in gleicher Eigenschaft an der Universität Gießen, war so freundlich, unserer Mitarbeiterin einige kleine Winke für Schnupfenbekämpfung und Verhütung zu geben. Der Schnupfen dauert acht Tage, wenn man ihn nicht behandelt, und acht Tage, wenn man ihn behandelt, sagt eine alte Bauernregel. Ueberall auf den Straßen, dem Autobus und den Büros, trifft man jetzt Schnupfenkandidaten. Es ist Schnupfenhochsaison. Ueberall flattern aufgeregte Taschentücher, um ein vorlautes „Hatschi" abzudämpfen. „Wohl bekomm's", kann man nur sagen. Aber damit ist den armen Schnupfenkandidaten auch nicht geholfen. Besser ist es, zu wissen, was ein Schnupfen bedeutet, wie man ihm aus dem Wege geht, und wie man ihn bekämpft. Professor von Eicken sagt: „Die häufigsten Erkältungen sind ein einfacher Schnupfen harmloser Art, hervorgerufen durch plötzlichen Wechsel von warm und kalt, oder trockner und feuchter Luft. Wenige sind sich darüber klar, was die Nase bedeutet. Die Nase ist die Nase und damit gut. Sie ist zum „riechen" da, und mancher betrachtet sie als Schmuckstück. Viele Männer sind stolz auf eine recht große Nase. Darum heißt es auch in einem alten deutschen Sprichwort: „Ein großer Giebel ziert das Haus". Wenn aber in diesen „Giebel" ein richtiger Schnupfen einzieht, wird sein Inhaber doch bedenklich und unzufrieden. Wer daher keinen Schnupfen haben möchte, soll sich mal die Nase mit anderen Augen ansehen. So wie die Aerzte das tun, nämlich von innen. Schwellkörper, aus venösen Blutgefäßen bestehend, verleihen dem eintretenden Luftstrom in der Nase die nötige Wärme und Feuchtigkeit. Wenn dieses Organ normal funktioniert, so ist es imstande, sehr beträchtliche Temperaturerhöhungen zu bewirken und große Mengen Wasserdamps an die Luft abzugeben. Außerdem fängt die Nase Staubpartikel ab und säubert die Luft. Die Nasenschleim- Haut selbst ist überzogen mit einer Deckschicht von Zellen, die mit feinen Flimmern versehen sind, und die die Aufgabe haben, kleinste Staubpartikelchen nach rückwärts in den Nasenraum zu transportieren. Auf diesem Wege werden die Fremdkörper mit Schleim umhüllt, der vom Nasenrachen- raum in die Mundhöhle gerät und ausgespuckt oder verschluckt wird. Werden nun an den Mechanismus der Nase besondere Ansprüche gestellt, so versagt er und es treten Reizzustände auf, die als heftige Katarrhe mit Schleimproduktion einhergehen, und zwar in solchen Massen, daß die Flimmern nicht mehr für den nötigen Abtransport sorgen können. Zweifellos sind verschiedene Menschen verschieden empfindlich. Zu enge Nasen, mangelhafte Durchgängigkeit durch Vorhandensein großer Mandeln in den Gaumenbögen und Vorhandensein der dritten Mandel im Nasenrachenraum bilden Gefahrpunkte. Tritt zu dieser Schädlichkeit, die ein Stagnieren in der verschwollenen Nase bedingt, bakterielle Infektion hinzu, so ist einer ganzen Reihe von Krankheiten freie Bahn gegeben: Kiefernhöhleneite- rung, Stirnhöhleneiterung, Bronchialkatarrhen, Lungenentzündung, eitrige Mandelentzündung. Der Laie wird meist das richtige Empfinden haben, ob ein einfacher Schnupfen vorliegt oder sich eine ernsthafte Krankheit entwickelt. Treten Fieber und Kopfschmerzen auf, ist es der Expreß-Operette, der noch einmal das ganze Ensemble vor dem angeregt klatschenden Publikum vereinigte. hth. Oberhessischer Kunstverein. Künstlerbimd Isar, München. Die erste Ausstellung des neuen Jahres ist eine Wanderschau des Künstlerbundes Isar e. 23., München, der, wie man sich erinnern wird, vor Jahren schon einmal (damals im „Einhorn") mit gutem Erfolg bei uns zu Gast war. Es handelt sich hier um eine JSruppe von Malern, nicht allerjüng- ften, aber bewährten und angesehenen Vertretern der Münchener Schule, unter denen man Namen wie Dietz, Erler, Liebermann (Ernst) und H o h l w e i n findet. Greifen wir aus einem lieber» blick, der bei der Fülle des vorhandenen Materials nicht vollzählig fein kann, die wesentlichsten Eindrücke heraus, so wäre etwa folgendes zu nennen: von Korthaus finden wir ein lebhaft getöntes, atmosphärisch bewegtes „Erntegewitter", von M i l» l e r - D i f l o eine pastellzarte, empsindlich gemalte Landschaft „Törwang", von Wolf B l o e m , einem Neffen des Dichters, eine klare, Helle und offene Voralpenlandschaft, auch eine malerische Flußbrücke „Chioggia". Professor W o l f f - F i l s e ck zeigt in einer lebhaften Skala von Blau den „Föhn im Karwendel"; saftige, herzhaft farbige Blumenstücke sieht man von Hoppe und (sehr tonig und blu- menhast die Dahlien) von Bauriedl, den wir bisher nur als Landschafter kannten. Prof. Schrader-Velgen bringt einen behäbigen „Erbhof" hinter hohen, sommerlichen Bäumen. Von S e y l e r sehen wir mit Vergnügen die schweren Gespanne der ackernden Pferde, in einer impressionistisch lockeren Manier gemalt. Prof. Dietz, dessen sich manche Beschauer wohl von der Münchener „Jugend" her erinnern werden, malt eine romantisch heitere „Maskerade", die in ihrer Zartfarbigkeit unh figürlichen Bewegtheit wie eine Theaterszene aus dem Rokoko^ wirkt. Sehr interessant ist die Begegnung mit Hohlwein in dieser Ausstellung, wo man ihn zunächst nicht vermutet hätte: sein prachtvoll plastischer Plakatstil verleugnet sich auch in diesen kleinen Jagdszenen keineswegs. E r l e r s „Sonnige Alm", sehr weiträumig ausgebreitet vor einem hohen, tiefblauen Himmel, weckt lebhafte Erinnerungen an manche Landschaften von Segantini. Am modernsten erscheint unter den Malern dieser Gruppe — in der Umrißschärfe, der Plastik jeglicher Form und den glatten, wie lackiert wirkenden Farbflächen — der offenbar sehr vielseitig begabte C. Th. Protzen: ausgezeichnet das überaus kultiviert gemalte Stilleben mit weißen Rosen; bann eine farblich und figürlich ausgewogene und beseelte Kreuzigungsgruppe; endlich ein ganz großzügig gegliedertes, vor fernen Bergkulissen mächtig hochwachsendes Städtebild „Berchtesgaden", das, wie wir hören, später im „Braunen Haus" aufgehängt werden soll. Don Ernst Liebermann erschließt sich für unser Gefühl die ruhige, klare Dorfpartie unmittelbarer als das etwas düstere, große Waldbild, das nur durch die Kinderstaffage im Vordergrund ein wenig belebt und gelockert wird. Oswald Poetzelberger, ein hochbegabter und phantasievoller Maler, zeigt hier ein wuchtiges Alpenmotiv aus dem Wallis, — ohne die sonst für ihn charakteristischen grünen unh. gelben Töne. Ein sehr schönes, klares und dekoratives Bild von beträchtlichem Format ist das nicht ohne Grund an den repräsentativsten Platz gehängte ,,Jura-Tal" Liebermanns. Don Baurieol nennen wir noch zwei Landschaften, ferner die „Fischbörse" von Otto D. Franz, ein Föhn-Bild von Miller» D i f l o , aus dem einem der warme, feuchte Wind entgegenzuwehen scheint; auch seine „Schnee- schmelze" sei um ihrer linearen Zartheit willen nachdrücklich hervorgehoben. — Die Malerei wird durch eine Reihe guter, kleiner Bronzeplastiken von D a u m i l l e r ergänzt („Stehende", „Unschuld"); nicht zu vergessen der reizende Miniatur-Putto mit Häschen von Prof. Mattes. —y— Die inzwischen noch durch einige Gemälde von Erlex ergänzte Wanderausstellung wurde am Sonntagvormittag eröffnet. Der Vorsitzende des Kunstvereins, Stadtbaurat G r a v e r t, hieß in einer kurzen Ansprache zunächst die Erschienenen willkommen und dankte ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen. Er wies ferner darauf hin, daß diese Ausstellung den landschaftlichen Gegensatz zu der im vorigen Jahre gezeigten friesischen Malerei betone und übrigens vom nächsten Sonntag ab durch neues Material aus der gleichen Künstlergruppe noch ergänzt werden solle. Als eine der nächsten Ausstellungen sei ein Ueberblicf über das malerische Gesamtwerk des Rheinländers Josef Steib geplant, der bei uns im Kunftverein früher schon ausgestellt hat. Ueberhaupt werde der Verein be- müht fein, fein Arbeitsfeld zu erweitern — gerade in einer Zeit, in der die Mitgliederzahl wie auch die Kauffreudigkeit der Besucher zu wünschen übrig lasse. Es solle im kommenden Frühjahr und Sommer der Versuch gemacht werden, Autofahrten zu den Kunststätten der näheren und weiteren Umgebung zu veranstalten; so seien fürs erste Ausflüge nach Fulda und Gelnhausen, auch nach dem volljährigen Hersfeld in Aussicht genommen. — Mit nochmaligem Dank an die Besucher erklärte Baurat @rädert die Ausstellung für eröffnet. Aus Den preußischen Nachbargebieten Gedeutet her hungernden Met! Obecheffen n ewigen Frieden. Wirischast , 1413: Veröffentlichung des Warenabkommens mit * den. Teil Der Leih- Kühe 24 bis 43, Färsen 40 bis 43, Kälber 40 bis 72, Hümmel 45 bis 48, Schafe 30 bis 43, Schweine 51 Es wurden fünf neue Mitglieder ausgenommen; damit zählt die Gesellschaft 27 Mitglieder mit 62 Nächten, ein Zeichen, daß es auch in unserer Gemeinde mit der Schafzucht aufwärts geht. Bei gemütlicher Unterhaltung und dem Gesang alter Volkslieder verbrachte man noch einige schöne Stunden. , ,, _. r, * Lich, 6. Jan. Der 78 Jahre alte Dienst- mann i. R. Paul Keßler kam in seiner Wohnung unglücklich zu Fall und zog sich einen Bruch des linken Oberschenkels zu. Er wurde durch die Freiwillige Sanitätskolonne Lich in die Klinik nach Gießen gebracht. . ch Obbornhofen, 5. Jan. Die Abteufungen nach Bauxit in unserer Gemarkung, die nun schon seit Jahresfrist im Gange sind, werden seit Dritten Reich hin. Ferner brachte Ortsbauernführer H. Schäfer I. im Auftrag der Bezirksbauernschaft dem Geehrten die besten Glückwünsche dar. Der Jubilar dankte für alle Ehrungen und versprach, sich auch weiterhin für die Förderung der Schafzucht einzuseßen. Für das kommende Jahr leitet Landwirt Karl Happel V. als Vorsitzender (Salzmeister) die Geschäfte der Schäfereigesellschaft. die Auswanderung und Betriebsabwanderung. 1415: Umsatzsteuerumrechnungssätze für Dezember. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1409: Anordnung Nr. 29 der Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest (Neuaufnahme der Herstellung von Gummiwaren). 1410: Beschränkungen für Trauringe; weitere Verschärfungen in der Bewirtschaftung von Edelmetallen. 1411: Verlängerung der Abkommen über den Warenverkehr mit Dänemark. 1412: Veröffentlichung des Warenabkommens mit Lettland. 1416: Bekanntmachung KP 84 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 1417: Einfuhr von Lebensmittelpaketen. 1418: Ein- und Ausfuhrbewilligungen in Oesterreich im 1. Vierteljahr 1936. Mein-Mainische Börse. Ruhig. Frankfurt a. M., 4. Jan. Die vorliegenden günstigen Wirtschaftsnachrichten gaben der Wochenschlußbörse gegenüber der großen Geschäftsstille etwas Anregung, so daß die Kurse im großen und ganzen behauptet waren. Der Austragseingang aus dem Publikum hielt sich weiterhin in sehr engen Grenzen, auch die Kulisse zeigte weiterhin Zurückhaltung. Besondere Beachtung fand der Jahresbericht der Deutschen Reichsbahn von 1935. An den Aktienmärkten kamen zunächst nur man zunächst den Schaden auf etwa 4000 Mark geschätzt hatte, stellte sich jetzt heraus, daß er weit größer ist und rund 13 650 Mark beträgt. Man nimmt an, daß der Täter mit der Oertlichkeit vertraut war und besondere Fachkenntnisse besaß. Kreis Wetzlar fährt noch heute jeden Tag dem Nachbardorf Reb- geshain, wo er in einer Holzschneiderei beschäftigt ist. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 6. Jan. Der im Ruhestand lebende Bremser Johann Friedrich Eckardt, der im 87. Lebensjahr stand und kürzlich durch einen unglücklichen Sturz in seinem Zimmer einen Oberschenkelbruch erlitten hatte, erlag am vergangenen Samstag in der Gießener Klinik den Folgen der Verletzung. „(Sud oberhessisch Woar." geführt werden sollte, vorlufig nicht zur Entfaltung gelangen kann. Für etwa 14000 Mark Schmucksachen gestohLen LPD. Frankfurt a. M., 5. Jan. Vor einigen Tagen wurde in einem Hause in der Hanauer Landstraße ein Wohnungseinbruch ausge- führt, bei dem dem Täter wertvolle Schmuck- gegenstände in die Hände fielen. Nachdem Aus dem Vogelsberg, 5. Jan. oberhessische Heimatdichter Georg Heß in gestern spricht in seinen Heimatdichtungen von einer i,guet oberhessisch Woar, wenn er das kernige, wurzelechte oberhessische Bauerntum meint. Eine solch „guet oberhessisch Woar" ist Wilhelm Trapp I. in Feldkrücken (Kreis Schotten), der vor einigen Tagen seinen 7 5. Geburtstag beging und an diesem Tage auf eine Nachkommenschaft'von acht Kindern, 36 Enkeln und einem Urenkel blicken konnte. Der alte Mann einiger Zeit verstärkt betrieben. Gegenwärtig sind zwei Bohrkolonnen mit dem Graben von Versuchslöchern beschäftigt. Bis jetzt sind 65 Schachte aus- gehoben, zumeist im Gemeindewald und in der angrenzenden Feldmark. Wie verlautet wurde Bauxit von guter Qualität festgestellt. Die Arbeiten werden für die Buderuswerke in Wetzlar ausgefuhrt und tehen unter Leitung von Betriebsfuhrer Kirch- Höffer in Hungen. - In diesen Tagen wurde durch den Jagdpächter R ü ck e i s e n von Wohnbach erneut Treibjagd veranstaltet, bei der 96 Hasen ,ur Strecke kamen. Da früher schon einmal bet einem Treiben 60 Hasen geschossen wurden kann das jagdliche Ergebnis hier als gut bezeichnet wer- den, zumal in der näheren Umgehung über geringen Wildbestand geklagt wird. Industrieunternehmen auf dem Westerwald durch Großfeuer vernichtet. LPD. Büdingen.Erbach. 4.Jan. Am Frei- tagmorgen gegen 6 Uhr ist das den Erben Thiel- mann in Dietz gehörende ehemalige Sägewerk Heinrich in Büdingen-Erbach durch ein Groß - feuer, das auf der Westseite des umfangreichen Gebäudekomplexes in einem Seitenraum ausbrach, vollkommen eingeäschert worden. Der leichte Morgenwind fachte das zuerst nur schwelende Feuer zu einem hellauflodernden Flammenmeer an, das das große, jetzt von der Württembergischen Metallwarenfabrik Albert Lange gepachtete Fabrikgebäude, in dem diese Firma am 3. Januar die Fabrikation von Bestecken, Messern usw. aufnehmen wollte, in Asche legte. Auf das erste Feuersignal hin eilten die Feuerwehren von Erbach und Büdingen zur Brandstelle, doch waren die Wehren, denen sich noch die von Unnau, Altenrod und Enspel sowie eine Abteilung des Arbeitsdienstes von Marienberg anschlossen, dem entfesselten Element gegenüber machtlos, da die enorme Hitze eine Brandbekämpfung aus nächster Nähe nicht zuließ. Zudem stellten die großen freistehenden Träger und fortwährend explodierende Benzinfässer eine andauernde große Gefahr für die Löschmannschaften dar. Die gesamte Fabrikeinrichtung, zahlreiche Maschinen und Werkzeuge sowie em wertvoller Nash-Wagen wurden ein Raub der Flammen. Außer dem großen materiellen Verlust, den das Großfeuer verursachte, ist als weitere Folge zu beklagen, daß ein umfangreicher Industriezweig, der im Not- standsgebjet des Westerwaldes neu ein- Sieigerung des Flachsanbaues. * Grünberg, 5. Jan. In einer hiesigen Bauernversammlung teilte der Ortsbauernführer mit, daß im Rahmen der zweiten Erzeugungsschlacht der Förderung des F la ch s a n b a u e s eine große Rotte zukomme. Dem Kreise Gießen sei aufgegeben worden, etwa 200 Morgen F l a ch s anzubauen, d. h. für Betriebe über 20 Morgen je etwa 250 Quadratmeter. Der Samen für den Flachsanbau wird kostenlos geliefert. Jeder deutsche Bauer solle dem Führer zum nächsten Erntedankfest auf dem Bückeberg den Flachs von zwei Quadratmeter Anbaufläche schenken. Die Fracht für diesen Flachs nach Hameln bezahlen die Beamten und die Angestellten des Reichsnährstandes. geriffener Getreidediebstahl aufgedeckt. und der Schnupfen wurde bald durch selbstverständliche Abhärtung abgeschafft. Alles ist nur Gewöhn- ^Wie wird man seinen Schnupfen am besten los? Viele machen es falsch. Der schlimmste Unfug ist das Hochziehen von kaltem Wasser durch die Nase. Wasserleitunaswasser ist schädlich, da es nicht genügend Salz enthält. Am besten ist, erst abzuwarten, zu schwitzen und unmitelbar danach nicht das Zimmer zu verlassen. Sehr wichtig sind immer wieder warme Füße. Kopfdampfbäber mit Kamille helfen meistens. Zweifellos das beste und am schnellsten wirkende Mittel sind K o p f l i ch t - bäder. „Wollen Sie einmal sehen, wie das gemacht wird?" , . Professor von Eicken geht mit mir in em Zimmer der Charite, in dem Schnupfenpatienten behandelt werden. Reihenweise liegen sie da. Es ist Großkampftag. Jedem der Patienten ist ein Kasten über den Kopf gestülpt, der inwendig hell erleuchtet ist. Nur vorne im Kasten ist ein kleines Loch zum „Luftholen" gelassen. Jeder Patient hat auf den Augen eine Lederbrille und auf der unteren Stirn ein weißes Läppchen liegen, als Schonung gegen das helle Licht. Diese Kopflichtbäder sind sehr schnell wirksam und bewähren sich glanzend. Nur die kranken Organe werden hier behandelt. Eine unnötige Anstrengung des ganzen Körpers wird vermieden. Nur Zelluloid-Haarnadeln darf man nicht tragen. Das Lichtbild könnte sonst mit einer Explosion endigen. Kopflichtbader kann man heute fast überall nehmen und sich so einen lästigen Feind zwar nicht vom Halse, aber von der Nase schaffen. T Salzböden, 5. Jan. Hier Verstarb im Alter von 60 Jahren unsere frühere Gemeinde- schryester Katharina Fritz. Von 1906 bis 1932 hat Schwester Käte ihren Dienst in unserer Gemeinde treu ausgeübt. Auch war sie bis zu ihrem Tode Leiterin der hiesigen Evangelischen Frauenhilfe und des Jungmädchenoereins. Pfarrer Lindenborn sprach an ihrem Grabe über Ev. Joh. 12/26 „Wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren." Gott der Herr schenke seiner treuen Dienerin den (X) Daubringen, 5. Jan. Bei den Haus- schlachtungen in der Ortsgruppe Mainzlar wurden bis jetzt für die NSV. ea. 167 Büchsen Fleisch- bzw. Wurstwaren gesammelt, die sich auf die einzelnen Orte wie folgt verteilen: Daubringen 102, Mainzlar 45, Staufenberg 20 LPD. Friedberg, 4. Jan. In dem Kreisort N i e d e r - W ö l l st a d t kam man einem umfangreichen, mit großer Gerissenheit durchgeführten Getreidediebstahl auf die Spur. Mehrere an einer Dreschmaschine beschäftigte Personen hatten in der Hauprdreschzeit systematisch die Bauern, bei denen ihre Maschine arbeitete, bestohlen. Da die Bauern jeweils selbst beim Dreschen helfen und alle Vorgänge genau beobachten konnten, bedienten sich die Spitzbuben zu ihren Diebstählen einer alten Frau, die immer auf den jeweiligen Dreschhof kam und bat, sich das Abfallstroh „für ihre Hasen" mitnehmen zu dürfen. Unter diesen Abfall hatten die an der Dreschmaschine beschäftigten Personen geschickt immer einen Sack mit Frucht verborgen, den die Frau dann mit wegfuhr. Bis jetzt konnten durch die Polizei bei den Dieben acht bis zehn Zentner Weizen beschlagnahmt werden, die auf diese Weise gestohlen wur- Es ist aber anzunehmen, daß schon ein großer des Getreides verarbeitet wurde. Zeit, einen Arzt aufzusuchen. Einen sicheren «chutz gegen Schnupfen gibt e s nicht. Die meisten Menschen malträtieren ihre Nase. Die Nase ist kein S ch o r n ft c i n, durch den man Tabakrauch blasen soll. Büroluft ist ein Feind der Nase, dem aber beizukommen ist In erster Linie muß die Zentralheizung peinlich sauber sein und raglich feucht abgewischt werden. Man muß für die Klimatisation der Raume sorgen. Die Nase darf nicht ausgetrocknet werden. Viel l ü f t e n ist die Hauptsache. Uebertriebene Angst vor Kälte ist genau so schädlich wie übertriebene Abhärtungskunststücke. Heute pflegt man kleine Kinder, die an Lungenentzündung erkrankt sind, bei offenen Fenstern. Jede Abhärtung soll aber vernünftigerweise nicht gerade im Winter anfangen. Am besten fängt inan im Sommer mit kalten Abwaschungen an, und die Hauptsache: Sonne, Sonne, Sonne. Die Winterbälle und Tanzfestlichkei- t e n sind eng mit dem Schnupfen und noch viel schlimmeren Krankheiten befreundet. Manche junge Frau, manches junge Mädchen hat solch ein kleines Vergnügen und eine kleine Eitelkeit mit einer schweren Lungenentzündung büßen müssen. Wenn man schon ein tiefausgeschnittenes Tanzkleid tragen muß, dann bitte auf dem Nachhauseweg ein hochgeschlossenes Wolljäckchen ober einen Wollumhang unter den Mantel gezogen! Für die Männer dagegen verschreibt Professor von Eicken weniger Unterkleidung. „Wir Männer tragen viel zu viel auf dem Leib.' Ein möglichst durchlässiges Oberhemd genügt. Wir brauchen uns nicht wie eine Zwiebel in soundsoviel Unterjäckchen und weiter hüllen. Was war im Schützengraben? Keiner von uns hat an Schnupfen gedacht, unverändert. Montanaktien wurden stark vernachlässigt, etwas niedriger lagen Hoesch mit 84,75 (85,50), im übrigen blieben die Werte behauptet. IG. Farben setzten mit 147,75 (147,50) ein. Sonst eröffneten u. a. Daimler mit 90,25 (90), Cement Heidelberg mit 120 (119,50), Hanfwerke Füssen mit 86,75 (86), Reichsbank mit unv. 180 und Metallgesellschaft mit 110,13 (110,75). Am Rentenmarkt war das Geschäft auch nur klein, Altbesitz etwas fester mit 110 (109,90), . ebenso Zinsvergütungsscheine mit 92 (91,80), dagegen Kommunal-Umschuldung 87,90 (88,10). Von fremden Werten blieben Mexikaner auf der geft.'rn erhöhten Basis nicht ganz gehalten, 5 v. H. äußere Gold 13 (13,13), 4. v. H. Gold 7,70 (7,75). Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft stark ein. Die Kurse am Aktienmarkt waren überwiegend um durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H. schwächer. Darüber hinaus verloren Reichsbank 2 v. H. auf 178. Etwas fester notierten Feinmech. Setter mit 80 (79). Am Rentenmarkt ermäßigten sich Kommunal-Umschuldung infolge einigen Angebots auf 87,80 nach 87,90, auch Altbesitz waren kaum behauptet. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen notierten unverändert. Liguidations-Pfandbriefe lagen durchweg etwas fester, insbesondere Franks. Hyp. Gold Liguid. mit 101,50 (101). Von Stadtanleihen die meist unverändert lagen, gaben Frankfurter nach, 4,5 (7) proz. auf 91,50 (92,25), 4,5 (6) proz. auf 91,25 (91,75). Auslandsrenten lagen still. — Tagesgeld leicht mit 2,75 (3) v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Jan. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 815 Rinder (119 Ochsen, 67 Bullen, 457 Kühe, 172 Färsen), 516 Kälber, 169 Schafe, 2429 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 40 bis 43 Mark, Bullen 43, Büchsen. * Treis a. d. Ld a., 6. Jan. Der 20 Jahre alte Arbeiter Wilhelm Raß aus Mainzlar erlitt gestern beim Fußballspiel einen Bruch des r e ch- t e n Unterschenkels. Der junge Mann mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Q Annerod, 5. Jan. Die diesjährige Jahresversammlung der S ch ä f e r e i g e s e l l s ch a f t fand am Samstagabend im Lokal von Phil. Wächter statt. Die Mitglieder waren fast vollzählig erschienen. Der Salzmeister (Vorsitzende) K. Braun leitete die Versammlung. Im verflossenen Jahre hat sich die Herde um ungefähr 30 Stück vergrößert. Der Wollertrag sowie der Wollpreis und der Erlös für die verkauften Schafe waren befriedigend. Es wurde beschlossen, die Herde weiter zu vergrößern. Ein ortsansässiger Schafhalter soll für die Lieferung der Schafe Sorge tragen. Es besteht die Absicht, die Herde auf das dreifache des jetzigen Bestandes zu erhöhen. Dem neueingestellten Schäfer wurde für seine guten Leistungen eine monatliche Zulage von 10 Mark bewilligt. Außerdem darf er 20 Schafe mitweiden lassen. Es wurde eine Korn-, mission gebildet, um neue Weidenutzung zu erschließen. Da herkömmlicherweise die Versammlung bei dem Mitglied Karl Will abgehalten wurden, sollen diese in Zukunft wieder dort stattfinden. Nach Schluß der Versammlung blieben die Mitglieder noch einige Stunden gemütlich beisammen. ■y Watzenborn-Steinberg, 6. Jan. Die Schäfereigesellschaft Watzenborn hielt| den Niederlanden. bei Mitglied Balth. Sommer ihre Jahreshaupt- 1414: Zusammenfassung der Bestimmungen über Versammlung ab. Der Vorsitzende der Schäfereige- 1" v sellschaft, Schreinermeister Karl Ludwig Philipp, hieß die Mitglieder willkommen und gab den Kassenbericht bekannt, der mit einem Ueberschuß abschließt. Anschließend wurde zwischen der Schäfereigesellschaft und dem Schäfer K. Junker der Lohn für das kommende Jahr vereinbart, der eine Aufbesserung des Schäfers bedeutet. Der Schafzüchter Joh. Georg Philipp V. wurde anläßlich feiner 50jährigen Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt. In seiner Ansprache. gedachte der Vorsitzende der hohen Verdienste, die sich Ehrenmitglied Philipp um die Erhaltung der Gesellschaft zur Förderung der Schafzucht erworben hat, und überreichte ihm als äußeres Zeichen der Anerkennung ein Geschenk. Bürgermeister Schäfer überbrachte im Namen der Gemeinde dem Jubilar seine Glückwünsche, überreichte eine Ehrenurkunde und wies auf die Bedeutung der Schafzucht im wenig Kurse zur Erftnotiz, die nur geringe Veränderungen aufwiesen. Eine Ausnahme bildeten am Elektromarkt Lahmeyer, die mit 125 (121,50) eröff- ...... —--------- netcn; Berlin notierte allerdings am gestrigen bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder sehr lebhaft, Schluß bereits mit 123. AEG. und Gesfürel ge- Kälber, Härnrnel und Schafe mittelmäßig. Schweine wannen je 0,25 v. H., Licht & Kraft lagen mit 127 | wurden zugeteilt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.___________________________ Jranttun a. 2)1. Berlin Frankfurt a.M. | Berlin Sranffurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU. Schluß- kurs Schlußl. Abeno- börse Schluß- kurs Schlußl. Mittag- börse Schlußkurs Schlußt. Abend« börse Schluß« kurs Schlußl. Mitiag- börle Schlußkurs Schlußl. Abend- bSrse Schluß« kurs Schlußl. Mittag« börse g.^a uar 4.Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Datum 3-1. 4.1. 3.1. 41. Datum 3.1. 4.L 3.1, 4.1. Datum | 31. 4-1. 3.1. 4 1. Geld Brief Geld f ' Brief Buenos Aire Brüssel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen. Danzig.... London ..... HelstngsorS.. Paris ..... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien...... Lissabon... Stockholm... Schweiz ... Spanien.... 0,668 41,86 0,137 3,047 54,68 46,80 12,245 5,395 16,41 168,61 19,98 0,715 5,654 61,49 48,95 11,11 63,14 80,69 34,01 10,31 2,486 0,672 41,94 0,139 3,053 54.78 46,90 . 12,275 5,405 16'45 168,95 20,02 0 717 5,666 61,61 49.05 11,13 63,26 80,85 34,07 10,33 2,490 0,668 41,86 0,137 3,047 54,73 46,80 12,255 5,40 16,38 168,55 19,98 0,715 5,654 61,54 48,95 11,115 63,19 80,72 33,97 10,29 2,486 0,672 41,94 0,139 3,053 54,83 46,90 12,285 5,41 16,42 168,89 20,02 0,717 5,666 61,66 49,05 11,135 63,31 80,88 34,03 10,31 2,490 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 571% Doung-Anlelhe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöf.-Schuld mit Ausloi.-Rechten ............. 100,25 97,25 103,5 109,9 99,76 97,25 96,4 101,1 93 119 113,13 96,5 101 101,25 97 97 107,4 29,25 1,2 9 8,95 8,8 — 9,5 100,25 97,25 103,5 109,9 99,9 97,75 96,4 101 93 112,9 96,5 101,5 101,25 97 97 1 108 1,2 9 8,95 8,9 13 100,5 97,25 103,4 109,8 100 97,25 96,4 113,25 101 97 97 1 108 29,75 1,25 9 8,95 8,9 13 100,5 97,25 103,4 109,8 99,9 97,25 113 101,13 97 97 108 29,75 9,05 8,85 12,75 I - 4% vesgl. Serie n ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4yr%Rumän.verelnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 74% Anatolier............ Hamburg-Amertka-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privot-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............O Reichsbank ................ 12 A.E.G......................v Bekula.................... 10 Gleite. LteferungSgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6 7t gelten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Untemehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........6 Rhein. Wests. Elektt..........6 Schuckert L Co...............4 Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co..............7 Buderus ................... Deutsche Erdöl ..............4 Harpener...................C 9,5 5,65 8,5 4,9 39 15 17 85,5 113,5 83,5 83,75 83,75 180 37,25 135,5 112 127 112,5 125 128,75 119 165,5 121,5 1 94,75 106,9 109,25 85,5 152 125,75 81,75 1 78,65 5,65 8,85 4,9 39 15 17 85 113,75 83,25 83 83,5 178 36,75 135,75 111,5 127 112,5 125,25 128,4 119 164.5 125 \ 94,25 106,75 | 109 1 84,5 153 125,75 79,25 78,65 5,65 8,55 4,9 39,2 15,13 17,25 85,25 113,9 83,5 83,75 83,75 180 37,25 135,75 112,25 127,5 112,75 125,25 128,5 119,5 165,5 123 94,4 106,75 109 85 154,5 125,13 81,25 78,65 5,5 8,7 4,8 39,2 15 26 16,5 85,25 114 83,25 83 83,5 175,25 36,5 135,75 111,5 127 112,65 125,13 127 128,5 119,13 164,5 124 94 107 109 83,4 125,25 79,25 77,75 Mansselder Bergbau......... 5 Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke........O Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 17a I. G. Farben-Jnbustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft.............4 Philipp Holzmann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt......... 6 Schultheis Pahenhofer .......4 Aku leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 47i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bant Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5%% ehem. 4y2% Franks. Hyp.- Budapest .. Neuyork ... 57i% ehem. 4>/r% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 47.% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstall, Pfandbriefe R. 19 47i% ebcm. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Cbl.V Steuergutsch.BerrechnungSk. 34-38 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Silberrenti 4% Ungarische Goldrente...... oanrnoien. Herlin, 4.Januar Geld 2)nci Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 1 1OO Schilling 2,438 41,72 54,52 12,22 16,33 168,13 61,38 63,02 80,54 33,61 2,458 41,88 54,74 12,26 16,39 168,81 61,62 63,28 80,86 33,75 4% Ungarische Staatsrente v. 191t