Montag, 5.®ttobet 1056 186. Jahrgang Ht. 255 (Eriks Blatt Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen SfSSS ÄLXa€*a**a**AAi» He,mm im Bild Dieücholle ■ MW M M HZ M H H M ■ M WWW M V WWW ■ JF W für Anzeigen von 22 mm M-Z WnvHU 4llljvlUvl WUZ S? Än2*ÄS Kr V 'Nr ^undpr-tk- s“=ä General-Anzeiger für Oberhesfen SZWZ richten Anzeiger Glehen V behördliche Anzeigen 6Rpf. StanöSn llGse vruck und Verlag- vrühl'sche UnwerfitStsvuch- und Steindruckerei H. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 M-Ug°nabichmn° Staffel 8 Des deutschen Volkes Erntedank. Der Führer spricht beim Staatsakt auf dem Bückeberg zum deutschen Bauern. cheinen Flugzeuggeschwader, Jagdflugzeuge, Sturzbomber und schnelle Heinkel-Maschinen. Nun steigt haben tehen Unter einem Sturm des Jubels und des Ausbruchs der herzlichen Freude entsteigt der Führer am Fuße des Bückeberges seinem Wagen. Er schreitet die Front der Ehrenformationen ab. Die Batterien feuern Salut von 21 Schuß, aber lauter noch als die Schüsse dröhnen die Freudenrufe derHunderttausende vom Berge hinab in das Tal Hunderttausende von Händen recken sich zum deutschen Gruß. Am Himmel er- des Feldes, die sie mitgebracht haben, sich ansieht, Blumen entgegennimmt. Der Führer geht mit seinem Gefolge weiter bergan. An seiner Seite befindet sich der Reichsobmann des Reichsnährstandes, Staatsrat M e i n b e r g. Es ist das erstemal, daß der Reichsbauernführer, Reichsernährungsminister D a r r e , an diesem Feiertage des deutschen Bauern nicht zugegen ist. Er leidet noch an den Verletzungen, die er sich bei einer Sportübung zugezogen hat. In der Begleitung des Führers sieht man den Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, die Reichsminister Dr Goebbels, Dr. Frick, Rust, Graf von Schwe rin»Krosigk und Freiherrn von Eltz-Rübenach, den Stabschef der SA. Lutze, SS.-Reichsführer Himmler usw Auf der Tribüne begrüßt der Führer die Diplomaten, die unter der Führung des Chefs des Protokolls des Gesandten von Bülow-Schwante, gekommen sind. Unter den Ehrengästen befindet sich auch der italienische Propagandaminister A l f i e r i. Auf der Höhe des Bückeberges überreichte eine saarländische Bauernabordnung dem Führer eine Erntekrone, als Symbol des Dankes, von dem das gesamte deutsche Bauerntum erfüllt ist. — (Scherl°M.) Der Wang in Hannover. Hannover, 3. Okt. (DNB.) Wie in den vergangenen Jahren wurden auch diesmal die Bauern- und Landarbeiter-Abordnungen aus dem ganzen Reiche am Vortage des großen Aufmarsches am Bückeberg von Dr. Goebbels im Namen des Führers und der Reichsregierung in Hannover begrüßt, der damit jene enge und herzliche Fühlungnahme zwischen der Führung der Nation und den deutschen Bauern bekräftigte. In den Sälen der Stadthalle hatten sich die Vertreter der Bauern- und Landarbeiter-Abordnungen eingefunden. Mit jubelnder Begeisterung wurde Dr. Goebbels begrüßt. Dr. Goebbels nahm zwischen den Bauern und Landarbeitern Platz, mit denen er sich in seiner gewinnenden und herzlichen Art angeregt unterhielt. Im Laufe des Nachmittags ergriff der Minister das Wort zu einer Ansprache, in der er dann u. a. ausführte: Meine deutschen Bauern! Sie haben in der Zeit vor dem Nationalsozialismus manchmal mit im Jahre 1936 vor dem Führer mit Stolz und Freude feststellen, daß es ihnen gelungen ist, das deutsche Volk satt zu machen und daß wir auch für die nähere und weitere Zukunft die Sicherheit haben, daß das deutsche Volk sein tägliches Brot besitzt. Dieses Ergebnis ist aber nicht nur ein Erfolg der Landwirtschaft, sondern vor allem und in erster Linie ein Erfolg der Politik oder, besser gesagt, ein Erfolg der Führung des Reiches. (Lebhafter Beifall!) Sie, mein Führer, haben dem deutschen Bauern und darüber hinaus dem ganzen Volk die Grundlage unseres nationalen und wirtschaftlichen Lebens wieder zurückgegeben. Wir fühlen uns heute wieder sicher an den Maschinen und auf der Scholle, weil über uns das Schwert ist, das Sie, mein Führer, für die Nation geschmiedet und geschliffen haben, ein Schwert, das nicht zum Kriege, sondern zur Bewahrung des Friedens dient. Darum ist dieser Erntedanktag für das ganze Volk und vor allem für das deutsche Bauerntum ein Festtag. Während die ganze Welt von Krisen sozialer und politischer Natur erfüllt ist, ist Deutschland unter Ihrer Führung, mein Führer, ein Hort der Ordnung und der Disziplin geworden. Die Arbeiter pflegen Ihnen das am 1. Mai zu danken, die Bauern treten vor Ihr Angesicht beim Erntedankfest. Und so gibt es auch für uns an diesem Tage keinen anderen Auftakt bei diesem großen Bauernfest, als daß wir uns vereinen in dem Rufe: Unser Führer, Sieg heil!" sandten und Geschäftsträger der fremden Staaten stiegen den Berg empor und nahmen auf der großen Ehrentribüne ihre Plätze ein. Der Führer auf dem Festplah. Die dauern des Saarlandes Lberreichlen dem Führer den Erntekranz der Führer den Berg empor. An dem Wege stehen zu beiden Seiten die Trachtengruppen. Jeder möchte )em Führer die Hand drücken Viele von ihnen ' ' das große Glück, daß der Führer vor ihnen bleibt, das Wort an sie richtet, die Gaben Staatsrat Aremberg, der Vertreter des Reichsbauernführers, erstattete dann den Rechenschaftsbericht des R e i ch s - nährstandes und übergab dabei dem Führer die Flachsspende des deutschen Bauerntums. Dabei führte er u. a. aus: Ein Jahr voll Anstrengung und Arbeit mit all ihren kleinen, aber auch großen Sorgen liegt wiederum hinter uns. Aber es war für unser Bauerntum auch ein Jahr des Glückes und der Freude, wenn wir es heute rückschauend überblicken. Während in Sowjetrußland das Bauerntum enteignet und die Masse des wurzellosen Proletariates um Millionen heimatlos gemachter Bauern vermehrt wurde, während dort eine Clique erbarmungsloser Machthaber die Hungerpeitsche über das gequälte Volk schwingt, während in anderen Ländern der Segen der Arbeit weder dem Bauern noch dem Verbraucher zuteil wird, sondern durch Börsenmanöver und jüdische Handelsspekulationen der Bauer um den Ertrag dieser Arbeit gebracht und dem Arbeiter in seiner Gesamtheit das Brot verteuert wird, konnten wir in unserem Va- t e r l a n d e in Ruhe und Ordnung unter dem starken Schutz unserers Führers unserer Arbeit nachgehen. Der Ertrag unserer Heimaterde aber sichert der deutschen Landwirtschaft ihre Lebensmöglichkeit und gibt dem deutschen Verbraucher zum gerechten Preise das, was er zum Leben notwendig hat. Vor einem Jahre verkündigte der Reichsbauernführer Darrä von dieser Stelle aus das lieberem» kommen der Arbeitsteilung zwischen der Deutschen Arbeitsfront und dem Reichsnährstand. Und heute können wir sagen, daß dieses Uebereinkommen sich so gut und günstig auswirkte, wie es unter zwei nationalsozialistisch geführten Organisationen selbstverständlich ist. Und wenn Hunderttausende unserer Volksgenossen hier unten stehen, dann sind sie nicht auf irgeneinen Befehl hierhergekommen, auch nicht, um eine Sensation zu erleben, sondern sie sind gekommen, unserem Führer aus treuem, ehrlichen Herzen Dank zu tagen für das, was er für uns getan hat. Als erstes hat der nationalsozialistische Staat der Landwirtschaft ihre Lebensmöglichkeit gegeben und die Scholle gesichert, daher haben auch wir die erste und größte Pflicht, soweit es überhaupt möglich ist, die Ernährung unseres Volkes, den Bestand der deutschen Nation sicherzustellen. Und der Aufruf, die Erzeugung unserer Nahrungsmittel zu vergrößern, er genügte, um vom Norden bis Süden, vom Osten nach Westen die gesamte deutsche Landwirtschaft in diese Linie hineinzubringen. Nur zwei Zahlen aus einem Gebiet, dessen Anbaumethoden in weitesten Kreisen Deutschlands schon fast unbekannt geworden waren, der O e l f r u ch t a n b a u ist gestiegen von rund 5000 Hektar im Jahre 1933 auf rund 60 000 Hektar im Jahre 1936. Der Flachsanbau stieg von rund 4800 Hektar im Jahre 1933 auf rund 45 000 Hektar in diesem Jahre. Wir stehen erst in den Anfängen unserer Arbeit. Manche Maßnahme wird sich bei der Struktur der Landwirtschaft erst in den Jahren voll auswirken können. Daher werden wir das Tempo unserer Erzeugungsschlacht noch mehr steigern: denn das Wort . „Volk ohne Raum" ist für uns kein Schlagwort, sondern eine bitter ernste Realität. Wir ha- ( den, um 100 Menschen zu ernähren, nur 45 Hektar . landwirtschaftlich genutzter Fläche, von denen noch ■ ein riesig großer Teil minderertragreicher Sand- . baden ist. Wir mußten, wenn wir unserer Aufgabe, , die Ernährung zu sichern, nachkommen wollten, dir , gesamte Wirtschaftsstruktur der deutschen Land« wirtschaft mit dem gewaltigen, großen Apparat der Erzeuger, Verarbeiter und Verteiler nach dem einen Grundsatz ausrichten, der der wirtschaftliche Lebeiisgrundsatz unserer Weltanschauung ist und , den unser Führer in Nürnberg mit den Worten DieVorfuhrungen der Wehrmacht Eine Knallbombe kündigte den Beginn des Staatsaktes an, der mit den Vorführungen der Wehrmacht feinen Anfang nimmt, an. Zunächst überfliegen Fleugzeuggeschwader das Feld. Vor der Tribüne fahren die 2. und 3. Batterie des Artillerieregiments 73 sowie die 1. und 3. Kompanie der Panzerabwehrabteilung 37 und des Pan- zerregiments 1 auf. Die roten Truppen beziehen Dann ihre Verteidigungsstellungen in dem im Tale gelegenen „Meckerer-Dorf". Eine Flugzeugstaffel und einige Flugzeugketten auf der einen Seite, nturzbomber auf der anderen Seite leiten das Gefecht ein. Insgesamt sind 2000 motorisierte Fahrzeuge an den Hebungen, die unter dem Kommando des Generalmajors V i e t i n g s h o f stehen, beteiligt. Nun gehen bei den blauen Truppen die Kraftradschützen vor. Eine rote Batterie eröffnet das Feuer auf die angreifenden Kraftradschützen, und es kommt zu einem lebhaften Feuerkampf. Die heranbrausenden Panzerwagen der blauen Truppen durchfahren die vorderen Linien des Gegners. Aus den blauen Flugzeugen sieht man einen MG.- Zug mit Fallschirmen abspringen und die Nordflanke von rot angreifen. Der Kampf nimmt immer heftigere Formen an. Das Panzerregiment bringt durch das brennende Dorf weiter vor, und unter dem Schutze des MG.-Feuers der Fallfchirmabsprm- ger greift das Kraftradschützenbataillon von Norden her die Flanke von Rot an. Neue Reserven greifen in den Kampf em, Geschütze, MGs., i>laks und Flugzeuge feuern. Die blauen Truppen brechen schließlich in die feindlichen Stellungen em, so daß Schmerz, Ingrimm und innerer Verbitterung feststellen müssen, daß der deutsche Bauer in der deutschen öffentlichen Meinung nicht die Ehre und die Würdigung erfahren hat, die ihm eigentlich gebührt. Das lag daran, daß Deutschland ein industrieller Grohstadt-Staat geworden war und daß man glaubte, es genügte, wenn man Brot, Eier und Fleisch aus dem Auslande einführte und damit das deutsche Volk ernährte. Wir begannen einzusehen, daß ein Volk eine wahre, nationale, wirtschaftliche und soziale Freiheit nur besitzt, wenn es sich auch auf seiner eigenen Scholle ernähren kann. Wir sind unter Aufbietung unserer ganzen nationalen und völkischen Kräfte daran gegangen, unsere Ernährungsfreiheit im weitesten Sinne des Wortes für unsere agrarpolitische Situation in jeder Beziehung sicherzustellen. Sie haben mit Ihrem Pflügen und Eggen dasselbe getan wie unsere Soldaten mit ihren Kanonen und Maschinengewehren tun. nämlich die Sicherheit und die Freiheit unseres Volkes zu garantieren. Das deutsche Volk sieht heute ein, daß die kleinen Opfer, die wir auf ernährungspolitischem Gebiet bringen und bringen müssen, nur dazu beitragen, uns jene innere und äußere Sicherheit zurückzugeben, die das deutsche Volk von 1918 bis 1933 sehr zu seinem eigenen Schaden auf das bitterste entbehren mußte. Deshalb haben wir allen Grund, beim Erntedankfest das ganze deutsche Volk aufzurufen und den Bauern zu danken und weiter uns mit dem ganzen deutschen Volk zu vereinen und in gemeinsamem Dank vor das Schicksal hinzutreten und uns bei diesem Dank zu unserer Nation und unserem Volk zu bekennen. t v Für Bauern und Landarbeiter dankte dann der Obmann des Reichsnährstandes, Staatsrat Meinberg, dem Minister mit herzlichen Worten, m denen er unterstrich, daß es gerade dem Minister zu verdanken sei, wenn heute die naturgegebenen Schwierigkeiten, die sich aus dem Gegensatz zwischen Stadt und Land unvermeidlich ergeben hätten, der Vergangenheit angehören. Minister Goebbels der sich noch längere Zeit mit seinen Gästen unterhielt, verlieh gegen 18 Uhr die Stadthalle, nachdem er nach einem kurzen Schlußwort ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer ausgebracht hatte. Anschließend Überreichte Staatssekretär Backe die den m diesem Jahre besonders in der Erzeugungsschlacht verdienten Bauern und Landarbeitern gespendeten künstlerischen Holzteller. DerAusmarschausdemSülkebero Auf dem Bückeberg, 4. Oktober. (DNB.) Deutsche Männer und Frauen aus Stadt und Land legen alljährlich, wenn die Felder abgeerntet und die Scheuern gefüllt sind am Buckeberg ein Bekenntnis zur deutschen Volksgemeinschaft ab, ein Treuebekenntnis zum Führer, der dem beuttf) n Volk die Nahrungsfreiheit gegeben und dem deutschen Bauern die Stellung wieder verschafft hat, die ihm als Ernährer des Volkes gebührt. In fast ununterbrochener Reihenfolge waren am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag die Sander z Ü g e auf den Bahnhöfen rund um den Buckeberg eingetroffen. Allen Festteilnehmern die von weither gekommen waren, wurde "°ch die Möglichkeit gegeben, sich auszuruhen und sich zu ver- pflegen. Schon vor Tagesanbruch ertönte der Maricktritt Musikklänge weckten die letzten Waldes schmückten den ganzen Weg. Jn Gottes d i e n st e n unter freiem Himmel und m den Hir- d)en rourbe zunächst bet Dank sur ffrnte °bg°- ftattet Dann ging es weiter äutn -Butfeeerg äh r.' »s s Ä»w Ä“ VS ä! erschienen. Zu Taustnb-n blMen fi(ein un Xe Ve7SSü Ve* Sie "rügen rote immer bie Fruchte ihres Laubes mit fid).hinten au( bem Bahnhaj Diplomatenzug em. Die Botschaster, Ge die rote Artillerie sich zurückziehen muß. Damit hat die Uebung ihren Abschluß gefunden. Dr. Goebbels spricht. Nach dem Abschluß der militärischen Hebungen begab sich der Führer in Begleitung der Reichsminister und Reichsleiter zu der Redner-Tribüne am Fuße des Bückebergs. Wieder setzte em Begeisterungssturm ein. Von der Rednertribüne nahm dann zunächst Reichsminister Dr. Goebbels das Wort: Mein Führer! Zum vierten Male, seitdem Sie das Reich führen, ist das deutsche Bauerntum vor Ihnen am Bückeberg und im ganzen Lande aufmarschiert, um vor Ihnen und mit Ihnen das Erntedankfest zu begehen. Diese vier Jahre sind für die deutsche Bauernschaft, aber auch für das ganze deutsche Volk eine große Lehre gewesen Sie Bauern und wir alle haben in diesen vier Jahren gelernt, daß die Freiheit und Sicherheit der Nation nicht nur durch Kanonen und Maschinengewehre, sondern auch durch das tägliche Brot gewährleistet werden muß. Des- halb haben die deutschen Bauern in diesen vier Jahren eine große politische Aufgabe darin gesehen, die Ernährungsfreiheit des deutschen Volkes mit allen Mitteln sicherzustellen und Deutschland damit, soweit das überhaupt im Bereich des Möglichen lag von allen anderen ausländischen Einflüssen auf diesem Gebiete frei zu machem Das hat in diesen vier Jahren ungeheuer viel Muhe und Sorge gekostet, aber die deutschen Bauern können WUW:JN aussprach. „Die Wirtschaft ist für das Volk und nicht das^Volk für die Wirtschaft da." Mein Führer, uns Bauern eint nicht so sehr die gleiche Art der Berufsarbeit, uns eint nicht so sehr die Zugehörigkeit zur selben Organisation, sondern was uns eint, und Sie finden es, ob Sie hinkom- men in die einfache Stuoe des Bergbauern in den höchsten Bergen, ob Sie hinkommen in das einsame o)aus des Moorbauern in dem tiefsten Moor, ob Sie nach Osten oder Westen kommen, vom Reichsbauernführer bis zum letzten Landarbeiter, uns eint viel stärker als alle äußere Bindung ein Ge- danke und eine Tatsache, das ist die ungeheuer große Liebe zu Ihnen, unserem Führer Adolf Hitler. Wir glauben, dieser Liebe am besten dadurch Ausdruck geben zu können, daß wir als Treuhänder deutscher Heimaterde der Gesamtnation mit ganzem Herzen dienen. Als kleinen äußeren Beweis aber möchte ich Ihnen heute hier namens und im Auftrage des leider erkrankten Reichsbauernführers die Flachsspende des deutschen Bauerntums überreichen. Der Ertrag von 2000 Hektar Flachs ist es — etwa im Werte von 800 000 RM. — der unentgeltlich und freiwillig mehr angebaut wurde, oft genug nach Feierabend noch bearbeitet und geerntet worden ist: der Ertrag von 2000 Hektar ist es, wofür Deutschland keine Devisen auszuwenden braucht, sondern den wir — das heißt die gesamte deutsche Landwirtschaft — mehr er« z e ugt haben, um ihn als Ausdruck unserer Liebe und Verehrung Ihnen heute zu überreichen. Außerdem haben unsere Frauen und Mädchen in ihrer bestimmt karg bemessenen Freizeit rund 120 00 0 Paar Strümpfe aus eigener Wolle im Werte von rund einer Viertelmillion Reichsmark gestrickt und unseren Soldaten zur Verfügung gestellt. Reichsobmann Meinberg überreichte dann dem Führer die Urkunde über die Flachsspende des deutschen Bauerntums. Neuer Jubel brach los, als der Führer dann auf die Rednerkanzel trat. Minutenlang hallten brausende Hellrufe über das Feld. Dan endlich konnte der Führer das Wort zu seiner Rede nehmen. Das deutsche Volk ein Iels der Ordnung, Sicherheit und Stetigkeit. Die Rede des Führers. Meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen! Deutsche Bauern! Zum vierten Male treffen wir uns auf diesem Berg. Und wenn ich die heutige Kundgebung überschaue, so kommt sie mir vor, wie eine der vielen Versammlungen der Kampfzeit, da es oft regnete und wetterte und trotzdem Hunderttausende zusammengekommen waren, alle erfüllt von dem einen Gedanken: Wie können wir Deutschland aus der Not, aus dem Elend und der Verzweiflung wieder erlösen? Vier Jahre sind nun bald seit dem Sieg unserer Bewegung vergangen, und ich spreche vor Ihnen, meine Bauern, kein Geheimnis aus, wenn ich sage, daß diese vier Jahre ebenso reich an Erfolgen, an schönen wie auch an schweren gewesen sind, wie sie aber auch reich an Sorgen waren. Und jeder von Ihnen, der auf seinem Hof sitzt, weiß, daß .kein Jahr vergeht, in dem nicht diese Sorgen über den einzelnen hereinbrechen und auf ihm lasten. Wie oft stehen Sie mit prüfendem Blick vor Ihrem Hofe, sehen empor zu den Wolken und versuchen das Wetter zu erraten, damll Sie Ihre Arbeit auch richtig bestellen. Und es geht im großen nicht anders! Wir alle sehen um uns in eine dräuende und drohende Welt, sehen dort Unruhe und Unsicherheit, haß und alle Ausbrüche menschlicher Leidenschaften, ja menschlichen Wahnsinns. Und inmitten dieser Welt der Unruhe und der Unrast liegt unser Deutschland eingebettet. Wer könnte von sich sagen, daß ihn diese Zeichen der Umwelt nicht bewegen oder kalt lassen? Jeder von uns empfindet es: die Welt geht vielleicht tragischen Schicksalen entgegen — wir aber stehen mitten in dieser Welt! Deutschland kann sich nicht aus ihr entfernen. Wenn wir aber den Blick in diese Welt richten, dann wissen wir erst recht den Wert unserer inneren Ordnung zu würdigen. Das ist uns allen L-r: Denn heute Europa im Wahnsinn des Bolschewismus versinken würde — niemand könnte uns helfen, wir wären auf uns allein angewiesen. Entweder wir werden dann die Not meistern, oder die Not muh uns überwältigen! Werden wir uns dabei einer Tatsache bewußt: Wenn in Deutschland einmal die Ernte nur um 20 Prozent sinkt, dann ist das für unser Volk eine Katastrophe. 20 Prozent weniger Getreide würde für unsere deutsche Ernährung von furchtbaren, kaum vorstellbaren Auswirkungen sein. Was Menschen tun können, um eine solche Katastrophe zu vermeiden, das tun wir in Deutschland. Allein, um so mehr empfinden wir darum das Gebot, alljährlich dem zu danken, von dem schließlich diese letzten 20 Prozent abhängig sind. Wir wissen, daß erst die ewige Vorsehung ihre gnädige Zustimmung geben muß zu dem, was menschlicher Fleiß und menschliche Arbeit zu leisten vermögen. Und deshalb vereinen wir uns an diesem Tage, um dem Herrgott zu danken, daß er die Arbeit eines ganzen Jahres nicht vergeb- l i ch sein ließ, sondern daß uns aus der Arbeit dieses Jahres wieder das tägliche Brot für unser Volk gekommen ist für das folgende. Wenn wir in dieser Zeit in einen Teil unserer Umwelt blicken, dann wird uns vieles für deutsche Augen befremdlich, ja unverständlich vorkommen. Die Menschen scheinen sich einander nicht mehr zu kennen: Bürgerkrieg, Mord, Plünderung, Brandschatzung, Streiks und Aussperrungen! Eine fast babylonische Sprachverwirrung ist über unsere Mitwelt gekommen. Wie sehr wird uns heute erst recht die Notwendigkeit bewußt, gerade in Deutschland die Ordnung unseres Lebens und unserer Arbeit, von der wir so sehr abhängig sind, unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Und so wende ich mich nun an Sie alle und über Sie hinaus an das ganze deutsche Bauerntum und an das ganze deutsche Volk: Niemals darf in Deutschland — was immer auch woanders geschehen kann und wird — diese innere Ordnung — die Voraussetzung unseres Lebens — eine Störung erfahren! Weder politisch noch wirtschaftlich. Wir sind nicht in der Lage, es dem einzelnen sreizustellen, zu tun, was er tun will. Heber uns allen steht der große Befehl: Du muht im Dienste deines Volkes deine Pflicht erfüllen! Du kannst dich nicht toslösen von den Aufgaben und Lasten, die die Gemeinschaft dir auferlegt! Du, deutscher Bauer, kannst nicht sagen: Ich streike jetzt, ich arbeite nicht mehr! Du kannst nicht sagen: Wich kümmert jetzt der deutsche Volksgenosse und Witbürger nicht mehr. Genau so aber kann auch der deutsche Arbeiter nicht erklären: Was geht mich der Bauer, was gehen mich die anderen Berufsstände an! Wir Deutschen können uns das nicht erlauben. So wenig wir uns politisch voneinander unabhängig machen können, so wenig auch wirtschaftlich. And so wenig als wirtschaftlich, so wenig auch politisch. Gerade in der heutigen Zeit, da scheint es mir notwendig, den Appell an die Nation zu richten, mehr noch als bisher aneinander 3 u rücken und Tuchfühlung miteinander aufzunehmen. Denn: Wir werden um so stärker sein, je enger wir zufammenrücken! Ein Volk sind wir — und niemand kann uns brechen! Ein Volk bleiben wir — und keine Welt kann uns jemals bezwingen! And indem wir diese Kraft der Gemeinsamkeit in uns selbst alle erleben, wächst auch die Kraft zur Behauptung des Lebens auf allen Gebieten der menschlichen Arbeit! Stabiles VechällniS zwischen Lohn und preis. Es gibt heute auch bei uns vielleicht Leute, die das nicht verstehen können oder nicht verstehen wollen. Wenn aber jemand sagt: Ich beurteile meine Tätigkeit nach meinen eigenen Interessen, ober: Ich ermesse den Nutzen meiner Arbeit nach meinem eigenen Vorteil, so muß ich ihm antworten: Mein lieber Freund, du bist ein ganz gemeiner Egoist! Wenn andere Volksgenossen das genau so machten, wo kommen wir dann in Deutschland hin? Du hast nicht mehr Recht als der andere Volksgenosse neben dir! Ich halte es nicht für ein Glück — weder für den einzelnen noch für die Gesamtheit —, die Wirtschaft in eine spekulative Finanzauffassung ausmünden zu lassen, sondern ich glaube, daß es nur eine produktive Arbeitsleistung gibt, von der wir leben und die die Grundlage der Existenz aller Volksgenossen ist. Wenn daher einer sagt, ich bestimme meinen Lohn selbst, der andere aber: Und ich bestimme den Preis für meine Waren, wenn wir das so gehen ließen, dann wären wir in kurzer Zeit dort, wo andere Völker auch hingekommen sind. Dann zerbricht jede Odnung und jede Voraussetzung für die innere Stetigkeit und damit für die gemeinsame Existenz aller! Sehen Sie daher in mir, meine Volksgenossen, den Mann, der mit rücksichtsloser Entschlossenheit die höheren, gemeinsamen, in der Vernunft und der Wirklichkeit begründeten Interessen der Nation wahrnehmen wird gegenüber dem Wahnsinn und dem Egoismus der einzelnen. Ich werde nicht buloen, baß irgendeiner kommt unb sagt: Den Preis für meine Ware ober ben Lohn für meine Arbeit bestimme ich mir selbst. Mein lieber Freunb! Wenn Dich bieser Wahnsinn aber selbst bebroht, beschützt Du Dich bann auch f e I b ft ? Dann wirst Du auch einmal bie Notwenbigkeit erkennen, baß über Dir eine ftarfe Autorität steht, bie auch Dich in ihren Schutz nimmt. Sehen Sie heute nach Spanien, sehen Sie in andere Länder — glauben Sie nicht bei solchen Beispielen selbst, daß es besser ist, wenn wir unsere Wirtschaft so aufbauen, daß zwischen Lohn und Preis ein stabiles Verhältnis besteht, als daß wir Lohne und Preise einfach laufen ließen und am Ende dann durch Abwertungen versuchen, wieder den alten Zustand herzustellen? Wir wollen das nicht tun. Ich glaube, daß in unserem Staat die Vernunft Regentin zu sein hat und daß das deutsche Volk einsichtsvoll und diszipliniert genug ist, um die Notwendigkeiten dieser Vernunft zu begreifen. Dann aber erkennen wir: 1., daß wir nur bestehen können, wenn wir den sozialen Frieden besitzen, d. h.: wenn nicht jeder tun kann, was er will. Der einzelne muß sich der Gesamtheit, einem höheren, gemeinsamen Interesse unterordnen. Ls können daher der Arbeiter nicht nur seine Interessen und ebenso wenig der Bauer und der Städter nur die ihren wahrnehmen, sondern alle müssen gemeinsam aufeinander Rücksicht nehmen! 2., daß wir unsere Lohn - und damit aber auch unsere Preispolitik st a- bil und stetig erhalten müssen. And wenn einer meint, daß er sich dagegen versündigen kann, glauben Sie mir: Solange ich lebe und an der Spitze des Reiches siehe, werde ich die Vernunft der allgemeinen nationalen Selbsterhaltung solchen Wahnsinnigen gegenüber erfolgreich verteidigen! Ich tue damit nur etwas, was für Millionen und aber Millionen Menschen in Deutschland ein großes Glück ist. Wir könnten ja auch ähnliche Manöver wie andere machen: ich gebe heute dem Arbeiter 15 oder 20 v. f). mehr Lohn, morgen erhöhe ich dann die Preise um 15 oder 20 v. h.» dann wieder die Löhne und bann wieder die Preise, und nach zwei Monaten werten wir die deutsche Mark ab und betrügen die Sparer, und dann erhöhen wir wieder die Löhne und so fort — glauben Sie, daß das deutsche Volk damit glücklicher würde? Ich richte an Sie alle den Appell: Ermessen Sie das Glück unseres inneren deutschen Wirtschafts-, sozialen und poll- lischen Friedens! Wie ist es doch in Deutschland heute schönt Sehen Sie dagegen hinaus in andere Völker, die diese Autorität der Vernunft verloren haben! Wir dürfen uns dieses Glück und diesen Frieden niemals nehmen lassen, und ich weih, es wird dies auch niemals geschehen! Wo in der Welt wäre bas möglich, baß an einem Tage wie bem heutigen — an einem Tage, ber so kalt ist, ba ber Wind bie Wolken über bie Berge peitscht unb man jeben Augenblick erwarten muß, baß es roieber regnet — wo wäre es möglich, baß an einem solchen Tage Hunberttausenbe unb Hun- berttaufenbe, ja fast eine Million Menschen zusam- menftröjnen zu einem gemeinsamen Bekenntnis! Das ist ber große Ausdruck bes Gemein- schaftsempfinbens unseres Volkes unb ba» mit einer weisen unb hohen inneren Vernunft. Millionen haben dasselbe Gefühl: Wir gehören zusammen, bann sind mir alles! Zerrissen sinb wir nichts! Die heutige Welt, sie erforbert es, daß wir auf unserer Hut sind unb uns fest auf unseren Boben stellen. Wir wissen nicht, was um uns noch alles vorgeht, aber über Deutschlanb, ba halten wir ben ft arten Schilb unserer Wehr unb Waffen, getragen von unserer Vernunft unb von unserem Mut! Dieser Schirm unb Schild beschützt uns alle. Er beschützt den Arbeiter auf seinem Werkplatz, den Techniker unb Konstrukteur im Büro, ben Kaufmann im Geschäft unb auch ben Bauern! Er beschützt das Ergebnis unserer Arbeit. Wir wissen: was mir in Deutschland produzieren, kommt unserem beut- s ch e n Volk zugute. Was ber Bauer erntet, fließt roieber in bie Sabt, unb was ber Stäbter produziert, strömt wieder hinaus auf bas breite flache Land. So Haden wir eine Wirtschaft der Vernunft, ber Drbnung unb ber Stetigkeit aufgebaut. Unb am heutigen Tage wollen wir es uns roieber geloben, baß wir gerabe diese Wirtschaft aufrecht erhalten. Dann kann es uns ganz gleich sein, was bie anbere Welt um uns herum macht. Dann mögen sie abwechselnd alle 14 Tage ober brei Wochen bie Löhne erhöhen, die Preise steigern, um bann roieber abzuwerten — wir werden feststehen auf unserer Erbe, sicher geführt von unserer Vernunft! Sie Hoden vor wenigen Wochen ein großes Programm vernommen, ein Programm, das dazu bienen soll, bie Unabhängigkeit Deutschlanbs unb bamit bie Sicherheit ber Erhaltung unseres Volkes noch zu verstärken. Es ist ein Programm, das nur durchführbar ist mit einem Volk und in einem Volk, das heute so wie das deutsche geschlossen auf ein Ziel hingelenkt werden kann und das seinen gesamten Arbeitseinsatz nach einer Richtung vor nimmt. Und während Sie nun, meine Bauern, jetzt auf den Feldern sind und die Bestellungen vornehmen für das nächste Jahr, und wenn Sie im Frühjahr diese Arbeit weiterführen, bann, seien Sie überzeugt, arbeiten viele Hunberttausenbe von beutschen Menschen anderwärts schon an ber Durchführung biefes neuen Programms. Ueberall wirb gearbeitet unb wird geschafft. Ueberall in Deutschland hat man erkannt, daß das Leben nicht ein Problem von Finanzspekulationen, sondern immer nur eines der Arbeit ist. Sie, meine Bauern, Sie werden bas verstehen. Es ist kein Bauer zu etwas gekommen, ber glaubte, spekulieren zu können. Man muß bie Hacke in die Hanb nehmen und den Pflug, man muß arbeiten, um etwas zu erreichen. DieinnereOrdnungVoraussetzungunseresLebens Das tun wir in Stabt unb Laub unb haben angesichts bieser großen devorsiehenbea Arbeit nur einen einzigen Wunsch unb eine einzige Bitte an bie Vorsehung: baß sie uns auch im fommenben Jahr ihren Segen nicht versagen wirb. Wenn wir bann fest zusammenstehen, bann werben wir in einem Jahr roieber weiter fein als jetzt. Zahllose gewaltige R o h- stoffabriken werben uns bann schon mit bem versorgen, was uns vielleicht heute noch fehlt. Die beutschen Aecker werben roieber ihre Frucht getragen haben, unb roir werben uns bann wieder hier treffen unb uns wieder Rechenschaft ablegen: bie Stäbter unb bie Arbeiter über ihr Schaffen unb bie beutschen Bauern über ihre Arbeit. Unb ich glaube, wir werben bann nach einem Jahr in einer vielleicht noch unruhiger geworbenen Welt wie ein granitener Felsen ber Orbnung, ber Sicherheit unb ber Stetigkeit aus bieser roten Flut herausragen! Das ist meine Aeber- zeugung: Wenn um uns herum alles zu brennen anfinge, wenn überall ber Wahnsinn sich burchsehen sollte, so wie er es in Spanien versucht — in Deutschland wird das niemals mehr gelingen! hier steht die Front des deutschen Volkes, Arbeiters, Bauern und Geistesschaffenden als eine große nie zerstörbare Gemeinschaft! So will ich Ihnen, meine deutschen Bauern und Bäuerinnen, und Ihnen allen, die Sie Arbeiter sind an unserer deutschen Landwirtschaft, am heutigen Tage danken für das Jahr der Müh.e, des Schweißes und des Fleißes. Ich kann Ihnen nur versichern, daß dank des Wirkens der nationalsozialistischen Bewegung auch der Städter eine andere Einstellung zu Ihnen und zu Ihrer Arbeit gefunden hat. Sie, meine Bauern, werden heute in der Stadt nicht mehr so angesehen wie noch vor 5 oder 10 Jahren. Das ganze deutsche Volk wird wieder erzogen zur Scholle hin, zum eigenen deutschen Boden. Und wenn ich Sie bitte, das Höchste zu leisten und die große Aufgabe zu verstehen, die Ihnen gestellt ist, dann seien Sie überzeugt, daß Sie damit sich auch bei denen das meiste Verständnis erringen und erzwingen, die das Schicksal vom Lande weg in die Stadt geführt hat. Aus dieser gegenseitigen Ach- tu na heraus wird die nationalsozialistische Gemeinschaft immer mehr wachsen, und aus dieser Gemeinschaft heraus wird unser Reich und unser Staat immer stärker werden und aus dieser Stärke von Reich und Volk wird immer wieder kommen das Leben für uns und unsere kommenden Generationen! Ich freue mich auf die Arbeit, die dieses Jahr uns allen bringen wird. Ich freue mich auf die Arbeit, die es mir beschert. Ich bin glücklich, an meinem Platz für mein deutsches Volk tätig sein zu dürfen. Und ich freue mich besonders auf jede Stunde, in der id) aus meiner Arbeit wieder zurückkehren kann in das Volk hinein. Deshalb freue ich mich auf jeden solchen Tag wie den heutigen, da ich mitten durch euch, meine deutschen Volksgenossen, gehen kann, euch wieder sehen, euch in die Augen blicken und wenigen von euch die Hand zu geben vermag! Ihr seid hierhergekommen, um euch hier wieder zu stärken. Aber ich, ich gehe von euch stets wieder fort, doppelt und dreifach stärker, als ich gekommen bin. Denn wer sollte nicht glücklich sein, ein solches Volk hinter sich zu wissen! Eure Augen und euer Blick sind für mich der schönste Lohn, den es auf Erden für meine Arbeit geben kann! So gehen wir in dieser Stunde wieder auseinander, um uns ein Jahr später auf diesem Berg wieder zu treffen, um uns wieder in die Augen zu sehen und wieder das neue Gelöbnis abzulegen des Kampfes und der Arbeit für unser Deutschland. * Als der Führer geendet hat, erheben sich die brausenden Stürme bes Beifalls und der Zustimmung, die fast jeden seiner Sätze begleitet hatten und bei ben Höhepunkten seiner Rebe nicht enben wollten, zu einem unbeschreiblichen Orkan bes Jubels ber Hunberttausenbe. Immer roieber brausen die Heilrufe unb bie Kunbgebungen ber Liebe unb ber Verehrung bem Führer entgegen, bie ihn begleiten, bis er ben Augen ber Massen, bie hier mit ihrem Führer bas Erntebanksest bes beutschen Volkes erlebten, entschwunben ist. Festlicher Ausklang in Goslar. Triumph-Fahrt durch Aiedersachsen. Als ber Führer roieber am Bahnhof Tündern eintraf, strömten die Massen, die bie Anfahrtstraßen umsäumt hatten, querfeldein auf ben Bahnhof zu, um ben Führer noch einmal zu sehen unb ihm noch einmal zuzujubeln. Unter brausenden Heilrufen verließ der Zug die kleine Station. Noch einmal grüßten die deutschen Bauern und vor allem die niedersächsische Jugend den Führer. Die Fahrt gestaltete sich zu einem wahren Triumph- 3 u g, ber roieber einmal so recht zeigte, wie bie deutschen Menschen in Stabt unb Lanb ihren Führer lieben. Währenb aus ben Ortschaften bie Fahnen bes Reiches herübergrüßten, waren bie Bahnhöfe, an benen ber Zug vorüberkam, mit ben Symbolen bes Erntebanktages, ben Felbblumen, Kränzen unb Aehren reich geschmückt. Ueberall erkannte man bie Liebe, mit ber biese Ausschmückung vorgenommen worben war — ein äußeres Zeichen bes Dankes bem Manne gegenüber, ber dafür gesorgt l)at, baß ber beutsche Bauer roieber ruhig seinen Acker bestellen kann, sicher vor ber Gefahr, burch volksfrembe Spekulanten von Haus unb Hof vertrieben zu werben, unb nach außen geschützt burch bie stählerne Wehr ber neuen Wehrmacht. Aus ben größeren Stationen, auf benen ber Zug hielt, hatten sich Tausenbe angesammelt, bie in Sprechchören immer roieber ben Führer zu sehen verlangten. „Das Lanbjahr will ben Führer sehen! rief z. B. in Derneburg eine Gruppe bes Jungvolkes aus bem Saargebiet immer unb immer roieber, als hier ber Zug einen längeren Aufenthalt hatte. Hell leuchteten bie Augen ber Jungen, als ber Führer ihren Wunsch erfüllte. In H i 1 b e s • heim kannte bie Begeisterung der Wartenden ebenfalls keine Grenzen, als sich auch hier der Führer am Fenster feines Wagens zeigte. Alles eilte ihm entgegen, um ihm zuzujubeln. So begleiteten bie Liebe unb bie Dankbarkeit des Volkes den Führer auf ber ganzen Fahrt unb gaben ihm bie Gewißheit, baß bas beutsche Volk in unerschütterlicher Treue zu ihm unb zu seinem Aufbauwerk steht. In der Kaiserpfalz zu Goslar. Der Sitz des Reichsnährstanbes, das tausendjährige Goslar, bot am Abend des Erntedanktages ein wundervolles Bild. Alle Straßen und Plätze waren mit Girlanden und Fahnen förmlich verhangen. Auf bem Bahnhofsvorplatz und auf dem Wege in bie Innenstadt loderten von rot beschlagenen unb mit Golbgirlanben verzierten Säulen mächtige Feuer. Wie eine Perlenkette zogen sich weiße unb bunte Lämpchen an ben Häuserfronten entlang, bie Linien ber Patrizierhäuser unb ber Fachroerkbauten nachziehend. Die steinernen Zeugen ber Geschichte bieser alten unb trabitions- reichen Stadt waren von mächttgen Scheinwerfern angestrahlt. Hinter der dichten Absperrkette der SA standen die Menschen in vielen Reihen. Als kurz nach 18 Uhr ber Führer eintraf, war in allen Straßen an ein Durchkommen nicht mehr zu denken. Die Sprache ist zu arm, um den Jubel wie- berzugeben, ber ben Führer burch die Straßen begleitete. Ein herrliches Bild bot das Rathaus, dessen eherne Torbogen in flammendem Rot glühten, während bie bunten Fenster die Vielheit ber glühenden Farben vermehrten. Zauberhaft schön bot sich die Kaiserpfalz dar. Matter Lichtschein fiel aus den Rundbogen ber hohen Fenster. Bleichenbe Scheinwerfergarben Überschütteten die große Freitreppe, auf ber eine Ehrenkompagnie Des Goslarer Jägerbataillons angetreten war. Beim Erscheinen bes Führers spielte bas Musikkorps bie Lieder ber Nation, währenb ber Führer die Front abschritt. Die Vauernaborduungen beim Führer. Die große Sj a l l e der Kaiserpfalz ist mit Wand, tepplchen geschmückt, die bas Hoheitszeichen der Bewegung und bas Symbol bes Reichsnährstanbes trogen. Zwischen ihnen rankt sich Tannengrün hoch 3^ Decke hinauf. Im offenen Rechteck finb bie suhrenben Männer des Reichsnährstanbes und die Bauernabardnungen aus allen Teilen bes Reiches angetreten. Der Obmann bes Reichsnährstanbes Meinberg überreicht bem Führer eine von einem Münchener Künstler geschaffene Schatulle, bie eine Urfunbe mit bem Spruch birgt: „Hanbele ajs Deutscher stets so, daß dich dein Volk als Vorbild erwählen kann!" Auf diesen Spruch werden jeweils die Mitglieder bes Reichsbauernrates vereidigt. Der Führer dankt dem Reichsobmann unv begrüßt dann bie leitenben Männer des Reichsnährstandes, bei denen die Verantwortung für ole vielen Aufgaben der Ernährungswirtschaft, der Erzeugungsschlacht und der Marktordnung liegt. Eine Erinnerungsgabe für den Führer MäajSSääÄsss Sg,a;»'i£S£.as>: »»-°»....» PALMOLIVE, die SEIFE, die Ulke ich dem Bundeskanzler Dr. Schuschnigg Kenntnis gegeben. Wien, 4. Okt. (DNB.) Die Verlautbarung der Bundesführung des Heimatschutzes hat die österreichische Presse nicht veröffentlichen dürfen. Das amtliche Organ des Heimatschutzes mußte die Verlautbarung im letzten Augenblick aus dem Blatt herausnehmen und ist mit einem aroßen weihen Strich erschienen. Deutschsprachige Blätter in der Tschechoslowakei, die mit der Verlautbarung in Wien eingetroffen sind, wurden beschlagnahmt. Major Fey hat der ausländischen Presse eine E r - w i d e r u n g zur Verfügung gestellt, in der es heiht: „Bei der letzten Führerbesprechung des Wiener Heimatschutzes habe ich die Zersetzungserschei- nungen im österreichischen Heimatschutz aufgezeigt. Ich wiederhole vor aller Oeffentlichkeit die vollkommene Interessenlosigkeit des Bundesführers Star- Die Wasserverdrängung des neuen Schlachtschiffes „Scharnhorst" ist 26 000 Tonnen, die Länge in der Wasserlinie beträgt 226 Meter, die größte Breite 30 Meter. Das Schiff hat einen mittleren Tiefgang von 7,5 Meter. Das größte Kaliber ist 28 Zentimeter. heim, Bodenheim Laubenheim, Mainz, Biebrich, Schierstein, Niederwalluf, Eltville nach Rüdes- heim, wo ein geselliges Beisammensein den Abend Auf einer Tagung des niederösterreichischen Heimatschutzes in Wiener-Neustadt erklärte Fürst Starhemberg, der gesamte österreichische Heimatschutz und er selbst seien bereit, dem Bundeskanzler Schuschnigg die treueste Mitarbeit zur Verfügung zu stellen, unter der Voraussetzung, daß der Bundeskanzler dem österreichischen Heimatschutz und seinem Führer Treue entgegenbringe und beweise. Major Fey hat einen Landesführerbefehl erlassen, daß er auf Beschluß der Wiener Hennat- schützer vom 14. September zum Landes führet von Wien wiedergewähltjmirbe und demzufolge mit heutigem Tage die Führung des Wiener Heimatschutzes wieder übernehme. Jt u r seinen Befehlen dürfe Folge geleistet werden. Damit ist die Spaltung in der österreichischen Heim- wehr-Bewegung vollzogen. beschließt. Die Ausläufer eines der herrlichsten deutschen Mittelgebirge, des Taunus, werden die Alten Parteigenossen, die an Jahren ja meist noch verhältnismäßig jung sind, am dritten Tag erfreuen. Von Rüdesheim fahren sie über Aßmannshausen, Lorch, durch das waldreiche Wispertal in Richtung Nassau (Lahn). Bad Ems, die berühmte Kur- stadt, ladet zu kurzer Mittagsrast. Oberlahnstein, Braubach, St. Goarshausen und Kaub sind die nächsten Stationen, die das Rheintal offenbaren werden dessen schönster Abschnitt jedoch von Kaub rheinaufwärts in Dampfern zurückgelegt wird. In Biebrich werden wieder die Omnibusse bestiegen; die Weltkurstadt Wiesbaden ist der Abschluß des dritten Tages. Eine Stadtrundfahrt leitet den vierten und letzten Tag ein. lieber die Vororte von Mainz wird Rüsselsheim erreicht; die größte Automobilfabrik Europas, die O p e l w e r k e , ein glanzvoller Repräsentant der hochstehenden Wirtschaft des Rhein-Maingebietes, enthüllen den unabweisbaren Zauber des modernen Industriebetriebes. Ein weiteres Prunkstück des Gaues Hessen-Nassau wird zum Schluß besichtigt: der neue Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main! In ihrem Ausgangspunkt in Frankfurt a. M findet mit einer Verabschiedung durch Reichsorgam- fationsleiter Dr. Ley im Römer die Fahrt des Alten Führerkorps der NSDAP, durch den Gau Hessen-Nassau ihr Ende. mo ‘ Hohe italienische Auszeichnung für ^eichsm nister Dr Goebbels. er u. a. ausführte: Die im letzten Jahr vollzogene Indienststellung von U-Booten und anderen Gattungen kleiner 1 Stück \ 324 5 3 Stück J Das Schlachtschiff „Scharnhorst" inAnwesenheit desWrers vom Stapel gelaufen Symbol deutscher Gleichberechtigung und Zeugnis deutscher Friedensliebe. Blumengruß der Kinder des Kreises ein kleines Mädel. Der Führer und Reichskanzler hat an den Reichsbauerniührer nachstehendes Telegramm gerichtet: Nach Abschluß des Erntedank- estes sende ich Ihnen, lieber Parteigenosse Darre, meineherzlich st enGrüße. Indem ich Ihnen meine besten Wünsche für Ihre baldige Wiederherstellung sende, bin ich in alter Freundschaft und Verbundenheit Ihr Adolf Hitler." Der im österreichischen Heimaiütmtz Frucht des deutsch-engllschen Flottenabkommens. Der Reichswehrminister hält die Taufrede. Wilhelmshaven, 3. DEL (DNB.) Der Tag, an dem mit dem Neubau „D" das erste Schlacht- Symbol praktischer Gleichberechtigung und völliger Wehrhoheit der Kriegsmarine des Dritten Reiches. Es ist das erste deutsche Schlachtschiff, das seit Weltkriegsende gebaut wurde. Es ist ein Sinnbild wiedererweckter deutscher Seegeltung, gleichzeitig aber auch ein sichtbares Zeugnis unserer Friedensliebe und unseres Verständigungswillens. Denn das Schlachtschiff D ist eine F r u ch t d e s d e u t sch- eng l i s ch e n Flottenabkommens vom 3uni 1935, jenes Vertragswerkes des Führers, das unserer Kriegsmarine die Wehrfreiheit gab und sie dabei auf eine Verhältnisgröhe zur britischen Flotte festlegte, die den Lebensnotwendigkeiten beider Völker gerecht wird. Deshalb gilt unser Dank am heutigen Tage dem Mann, dem die neue Wehrmacht und mit ihr und in ihr die neue Kriegsmarine ihr Dasein verdanken. Ls gilt unserem Führer und Obersten Befehlshaber. Auch dieses Schiff ist ein Werk Adolf Hitlers! Anschließend nahm die Taufpatin F r a u S ch u l z < die Gattin des gefallenen Kommandanten der ehe- maligen „Scharnhorst", des Kapitäns zur See Schulz, die Taufe vor mit den Worten: „Auf Befehl des Führers taufe ich dich auf den Nomen „Scharnhorst". Klirrend zerschellte die Flasch« deutschen Schaumweines an den Bugplatten, der Inhalt rieselte in weißen Streifen langsam herunter. Oberwerftdirektor Konteradmiral v. Nordea gab dann das Signal zum Ablauf. Wuchtig dröhnten die Hammerschläge, während die Bremskeile unter den Schlitten fielen. Lanasam setzte sich die 6chnrn. horst in Bewegung. Schneller und schneller werdend glitt das stolze Schiff unter dem Gesang der Lieder der Nation in sein Element. Den Arm zum Gruß erhoben, blickte der Führer dem jüngsten Schlfs der deutschen Kriegsmarine nach, das als Wunderwerk modernen Kriegsschiffbaues der beste Zeugs für Erfindergeist, deutsche Werkmannsarbeit und deutschen Fleißes ist. Auch beim Verlassen der Werft brachten die Massen dem Führer begeisterte Huldi- gungen dar. Durch ein Spalier von Zehntausenden begab sich der Führer a u f d e n Aviso „Grill e". schiff nach dem Weltkrieg in Wilhelmshaven vom Stapel läuft, begann mit einer feierlichen Flaggenparade. Ununterbrochen rollen Kraftwagen, marschieren Kolonnen aus der Umgebung der Marinewerft zu, von der die stolzen Banner des neuen Reiches wehen. Stolz und mächtig reckt sich aus dem Helling der massige Schiffsleib des Täuflings, geschmückt mit der Reichskriegsflagge. Vor dem schlanken Bug des Schiffes steht die festlich geschmückte Taufkanzel. Dahinter hat die Ehrenkompanie der 2. Marineartillerieabteilung Aufstellung genommen. Seitlich von der Taufkanzel haben die Kriegsbeschädigten einen Ehrenplatz erhalten. Wenn auch die Hoffnung bestand, daß der Führer selbst diesem Tage das festliche Gepräge geben würde, war es doch bis zur letzten Stunde ungewiß. Um so größer war die Begeisterung, als der Führer kurz nach 11.30 Uhr mit einem Sonderzug in Wilhelmshaven ein traf. Auf dem Bahnhofsvorplatz und in den Anfahrtstraßen zur Werft mürben dem Führer von einer nach Taufenden zählenden Menge begeisterte Huldigungen dargebracht. Als Adolf Hitler mit feiner Begleitung die Werft betrat, reckten sich Zehntausende von Armen zum Gruß empor und brausende Heilrufe ertönten. Unter den Klängen des Deutschlandliedes schritt der Führer die Front der Ehrenkompanie ab und begrüßte herzlich mit Handschlag die Ueberlebenben des Kreuzergeschwaders des Grafen Spee. Auch den Kriegsbeschädigten galt sein besonderer Gruß. Nachdem der Führer die Taufkanzel betreten hatte, unterbreitete Schiffbaudirektor Lottmann dem Führer auf der unteren Plattform der Kanzel die Baupläne des neuen Schiffes. Als sich die Wogen der Begeisterung gelegt hatten, nahm der R e i ch s k r i e g s m i n i st e r und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, das Wort zur Taufrede, in der Dann stellt der Reichsobmann dem Führer die Abordnungen des Landvolks, und zwar aus jeder Landesbauernschaft vier Bauern bzw. Landarbeiter, vor, die im Hinblick auf ihre lange Seßhaftigkeit auf dem gleichen Hof, ihre besonderen Leistungen in der Erzeugungsschlacht, ihre große Kinderzahl oder auch die Dauer ihrer Parteizugehörigkeit dieser Ehre teilhaftig wurden. Den Beschluß bildet eine besondere Abordnung der Gefolgschastsmitglieder des Reichsnährstandes. Unter ihnen find Bauern, deren Geschlechter seit vielen hundert Jahren auf ihrem Boden sitzen, und es sind Landarbeiter und Bauern unter ihnen, deren Familien die kinderreichsten in Deutschland sind, Fischer, Gärtner, Schäfer, Melker, Forstbeamte u. a. m. Jedem dieser Männer drückt der Führer die Hand, für jeden findet er Worte des Dankes und der Anteilnahme. Als Adolf Hitler wieder in die Mitte der Halle tritt, umdrängen ihn die Bauern, um von ihm noch einmal in überaus anschaulichen und überzeugenden Worten die Grundsätze und die bestimmenden Prinzipien nationalsozialistischer Landwirtschaftspolitik zu hören. Aus jedem Satz verspüren sie, welchen Antell der FühBerlin, 3. Okt. (DNB.) Der König von Italien hat dem Reichsminister für Dolksaufkla- rung und Propaganda Dr. Goebbels das G r o tz- kreuzdesSanktMauritius-undLaza- rus-Ordens und dem Staatssekretär im Reichs- rninisteriurn für Dolksaufkläruna und Propaganda F u n k das G r o ß k r e u z d e r K r o n e von I t a- l i e n verliehen. Jrn Auftrage des italienischen Re- qierungschefs Mussolini überreichte der stalienische Propagandaminister A l f i e r i persönlich diese Aus- Zeichnungen. Erntedanktag am Krankenlager des NeichSbaueniführerS. Bei der Echlußkundgebung des Erntebankfestes in der Kaiserpfalz zu Goslar überreichte der Reichs- obmann des Reichsnährstandes, Wilhelm M e i n b e r g , dem Führer diese Erinnerungsgabe. Das von dem Münchener Künsller Max Bletschacher geschaffene Kunstwerk enthalt den: Vereidlgungsspruch des deutschen Reichsbauernrates: handle als Deutscher stets so, daß dich dem Volk zum Vorbild erwählen kann." — (Scherl-Bilderdienst-M.) Das affe Führerkorps der NSDAP, im Gau Hessen-Nassau. Oie 550 dienstältesten Kämpfer der Bewegung sind unsere Gäste. rer an ihren Sorgen, welche Freude er über ihre Erfolge hat. Erfüllt von neuem Glauben, neuem Vertrauen und neuer Stärke stimmen sie begeistert in das Sieg-Heil ein, das der Reichsobmann auf den Führer ausbringt. Der Zapfenstreich. Als der Führer mit feiner Begleitung uich den Bauernabordnungen auf die große Freiter- raffe der Kaiserpfalz tritt, bietet der von alten Bäumen umstandene Vorplatz ein zauberhaft schönes Bild. Fackelträger der Wehrmacht sind aufmarschiert. Ueber der Pfalz steht, auf riesigen Scheinwerfern gebildet, ein gewaltiger Stern. Unter den Klangen des Hohenfriedberger Marsches reiten fünf Musikkorps in den großen Vorhof zum Zapfenstreich der berittenen Truppen. Dann locken die Trommeln und klingen die herrlichen alten Reitermärsche empor, um durch das Gebet abgelöst zu werden und mit den Liedern der Nation ausmklingen. Kanonenschlage künden den strahlenden Abschluß dieses Tages durch ein Prachtfeuerwerk an, das den Zauber dieser Nacht noch vertieft. Kriegsschiffe hat der Welt gezeigt, daß auch für unsere Seetüffung die Ketten von Versailles zerrissen sind. Wehr aber als diese Vorläufer ist das mächtige Schiff, das wir heute feinem Element übergeben, das stolze I Wie man von gut unterrichteter Seite hört, dürfte der Dizebürgerrneister von Wien Major Lahr die Rückkehr des Bürgermeisters Schmitz, der augenblicklich in Rom weilt, abwarten und dann zurück- treten Als sein Nachfolger wird der Führer der christlich - sozialen Arbeiterorganisation, Staatsrat K u n s ch a k, genannt. Dieser ist als scharfer Geg- ner des Heimatschutzes bekannt. Durch diese Personalveränderung würde der Heimatschutz in der obersten Verwaltung der Gemeinde Wien nicht mehr vertreten sein. Hohenlychen, 4. Oktober. (DRB^ Eine Bauernabordnung aus dem Kreise Templin, in welchem das # Sportsanatorium NSG. Eine verschworene Gemeinschaft von Männern, die dem Führer und sich gegenseitia unverbrüchliche Treue halten, der eherne Grundblock im Gefüge des Nationalsozialismus, auf dem und aus dem sich alles, was ist, herausentwickelte, das ist das alte Führerkorps der NSDAP. Die 550 dienstältesten Kämpfer der Bewegung erleben, wie jedes Jahr im Herbst zu Beginn des Monats Oktober, wieder ein Stück der deutschen Landschaft, die sie in vorbildlichster Kameradschaft gemeinsam in sich aufnehmen. Diesmal ist d e r G a u He s s en- Nassau für würdig befunden, die Fahrt der alten Garde durchzuführen. Bereits zum viertenmal wird ein solches Treffen veranstaltet: 1933 durfte der Gau Baden die 400 ältesten Kämpfer willkommen heißen; 1934 waren sie im Gau Sachsen zu Gast. In aller Erinnerung ist noch die Triumphfahrt durch das arune Herz Deutschland, Thüringen, »m vongen Jahr^ Den Sinn dieser Fahrten hat Dr. Ley bereits 1934 in seiner Schlußansprache auf der Fahrt durch Sachsen mit folgenden Worten formuliert. „Zwei Gründe sind es...: Einerseits Ihnen immer wieder zu danken für die Zähigkeit, für die Ausdauer für Ihr Werk am Neuaufbau Deutschlands. Auf der anderen Seite sollen diese Tage dazu beitragen, daß Ihnen trotz der Last der täglichen Arbeit der innere Schwung durch Erlebnisse, wie es diese Tage sind stets erhalten bleibt und zu einer geistig gen Kraftquelle für bas gesamte Führer orps wirb. Die Vorbereitungen des Gaues Hessen-Nassau xiptp, stkahrt find derart umfassend, datz wirklich alle Gewähr gegeben Ist. die ^»e Garbe der Führer» wüt big i u e tnp f an g en. Das Land um Rhein unb Main ist ia 1° reich an Schönheiien unb Reizen, b e wir gerne den,» zeigen unb erschlichen, bie den ersten Anspruch auf unsere Dankbarkeit erheben können. In ben späten Nachmittagsstunben bes 7^Okwb-r 1936 treffen bie Teilnehmer aus dem 9°»^ Reich in bet Gauhauptsta 3 Reichsorganisations- Gauleiter Sprenger und mr.rnprfaal des Ratleiter Dr. Lev werden sie im Bu gerfaal des Hauses em^^arr?g" " ben unter Kameradschafts ab eno h martei und sich ia längst bekannten F Beisammensein Gliederungen das erste zwangw,r im Gau Hessen-Nassau. über die Reichs- Der zweite Tag bringt oie .fi ber Dran: autobahn nach Darm st ad, wo Qber bie gerie empfangen we^en Die 6 d um bas B"rg straße wird ^.„^[nflebietes, Niederste Erbhöfedorf des Nibelungenstadt rode, zu besichtigen. cinhrhunberte alte Ge- Worms h°t di- Ehrs, ihr M Stäbtebaukunst schichte unb die Schönheitten b üf)er ble zeigen zu dürfen. Die 3hr zdtchen beg rh,Inwellbekannten Dörfer un tot* ß f e 3 „ach: Gun- (ersblum, Unjjimöppenbeim.. TOerftein, Ra-ken- M 1 Z MW "Diese Inseln sind Eigentum König Edu- a r d s VIII." In London wird erklärt, daß die Phönixgruppe englischer Besitz sei und daß es sich lediglich um die Geltendmachung englischer Ansprüche handle. Die Phönixinseln liegen etwa 950 Meilen nördlich von Samoa. Es handelt sich um insgesamt acht Inseln mit einem Gesamt- flacheninhalt von 16 Quadratmeilen. Da sie an einem bedeutenden Handelsweg des Stillen Ozeans liegen, glaubt man, ihnen auch eine gewisse strategische Bedeutung zusprechen zu können. Es ist anzunehmen, daß die Verwaltung der Inseln in Zukunft von dem Dominion Neuseeland ausgeübt wird. Aus aller Wett. Zahlreiche Ehrungen für den Fliegerdichter Peter 5upf. Der Fliegerdichter Dr. Peter Supf hat zu sei- nem 50. Geburtstag von dem Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch, folgendes Telegramm erhalten: Zu Ihrem 50. Geburtstag übermittle ich Ihnen herzliche Glückwünsche der gesam- ten deutschen Luftfahrt. Ihre ausgezeichneten schriftstellerischen Werke haben in besonderem Maße zur Weckung und Vertiefung des Luftfahrtgedankens in unserem Volke beigetragen. Möge Ihre weitere Ar- beit ebenso erfolgreich wie bisher der Erfüllung öie» ser großen und schönen Aufgabe dienen. — Äußer- welcher Nation gegenüber Angriffsabsichten habe, sie bedeute, daß die Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen die wirkungsvollste Form der Verteidigung in der Luft sei. Der Reichsverteidigungsausschuß hätte sich zu dem Grundsatz bekannt, daß England bei der Wiederaufrüstung m i t der stärksten Nation der Welt Schritt halten müsse. Die kollektive Sicherheit sei nach Auffassung des Kabinetts gescheitert und ein Verlaß auf sie sei nicht mehr möglich. Aus diesen Gründen sei damit zu rechnen, daß das britische Wiederaufrüstungsprogramm Anfang nächsten Jahres eine weitere Ausdehnung erfahre. Die englischen Wiederaufrüstungspläne müßten von jetzt ab als unbeschränkt angesehen werden. Ihre Durchführung erfolge ohne jede Rücksicht auf die Kostenfrage. Oie Phönix-Inseln britischer Besitz. L o n d o n , 2. Okt. (DNB.) In London wird bestätigt, daß vor einiger Zeit zwei kleinere Kriegs- fahrzeuge der neuseeländischen Flotte Anweisung erhielten, gewisse Inseln der Phönixgruppe im Stillen Ozean zu besuchen und den britischen B e s i tz a n s p r u ch auf diese Inseln erneut zu bestätigen. Dieser Auftrag ist in der ebenso primitiven wie überzeugenden Weise durchgeführt worden, daß der Offizier an den Palmen Schilder an- schlagen ließ mit der lakonischen Inschrift: Danzig und Polen. Danzig, 4. Okt. (DNB.) Auf dem Parteitag der Danziger NSDAP, befaßte sich Gauleiter F o r° st e r auch mit der Haltung Polens gegenüber der jüngsten Entwicklung in Danzig und führte hierzu u. a. folgendes aus: „Polen wird nicht in der Lage fein, den Nachweis zu erbringen, daß in den vergangenen drei Jahren auch nur der Bruchteil eines seiner Rechte verletzt worden wäre. Im Zusammenhang mit dem Vorstoß der nationalsozialistischen Regierung gegen den Kommissar des V ü lkerbundes, der ein für allemal jede Einmischung des Völkerbundskommissars in die inneren Verhältnisse Danzigs unterbinden sollte, möchten wir den Eindruck gewinnen, als ob Polen neue Garantien und Rechte in Danzig zu erhalten wünsche. Man begründete das mit der Erklärung, der Vorstoß Danzigs in Genf sei ein Angriff auf das Statut der Freien Stadt, an dem auch Polen Interesse habe. Aus diesem Grunde denke Polen an die Sicherung seiner Rechte. Ich möchte noch einmal zum Ausdruck bringen, daß die Rechte Polens in Danzig, soweit sie vertraglich festgelegt sind, von uns in keiner Weise angetastet werden. Unser Kampf gegen die Oppositionsparteien ist unsere ureigenste Angelegenheit und hat mit den Rechten der Polen gar nichts zu tun. Aufmarsch -er britischen Gchwarzhemden in London. London, 4. Okt. (DNB.) Ein Demonstrationszug der britischen Schwarzhemde n-Bewegung durch das jüdische und kommunistische Ostende Londons am Sonntagnachmittag ist von den Polizeibehörden in letzter Minute untersagt worden. An Stelle der abgesagten Demonstration marschierten daher die Faschisten in geschlossenem Zuge durch einen Teil der Eity am nördlichen Themseufer entlang zum Westen der Stadt, wo der Riesenzug aufgelöst wurde. An den Sammelplätzen kam es zu blutigen Zusammenstößen. Im Stadtteil Stepney warfen kommuni st ische und jüdische Elemente einen Lastkraftwagen um, so daß die Straße blockiert war. Zu wilden Auftritten kam es, als ein Teil der Menge versuchte, einen von der Polizei verhafteten Mann wieder zu befreien. Steine und andere Wurfgeschosse wurden geschleudert, so daß schließlich Polizei zu Pferde und zu Fuß mit dem Gummiknüppel eingriff. Der Sekretär der Unabhängigen Arbeiterpartei, der sich mit dem Innenministerium telephonisch in Verbindung gesetzt hatte, um ein Verbot der Kundgebung zu erwirken, erklärte einem Pressevertreter, wenn der Demonstrationszug nicht zum mindesten abgeleitet werde, müßte das Ministerium die Verantwortung für alle Folge tragen. Die „Union britischer Faschisten" hat eine P r o - testerklärung herausgegeben, in der sie u. a. sagt, daß sich die britische Regierung mit dem polizeilichen Äerbot des Aufmarsches offen dem roten Terror gebeugt habe. Marxisten, Kommunisten und Juden hätten sich offen organisiert, um die Straßen Londons gewaltsam zu sperren. Die Regierung habe gegen die Organisatoren dieser Gewalttätigkeiten und Ungesetzlichkeiten keine Schritte unternommen. Die Korruption und Dekadenz der Regierung hätten nicht klarer demonstriert werden können. Grundsätze -er englischen Rüstungspolttik. London, 4. Okt. (DNB.) „Sunday Expreß" behauptet, das britische Kabinett habe die Schaffung einer für A n g r i f f s z w e ck e bestimmten Luftflotte von noch nie dagewesener Schnelligkeit, Reichweite und Zerstörungskraft beschlossen. Die neuen Luftstreitkräfte würden : Maschinen besitzen, die Schnellfeuergeschütze und j mehrere Tonnen Bomben mitführten, dabei aber I die Geschwindigkeit erheblich leichterer Maschinen ( entwickeln könnten. Mit Hilfe dieser Luftflotte könne ! eine in Feindesland gelegene Stadt innerhalb zwei j Stunden nach einem feindlichen Luftangriff auf eine > britische Stadt zerstört werden. Die Durchführung i dieser Politik bedeute nicht, daß England irgend j Berlin, 3. Okt. (DNB.) Die Reichsgtuppe Hochschullehrer des nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes veranstaltet in Berlin eine Tagung, die der wissenschaftlichen Vertiefung und Klärung des Problems „Das Judentum in der Rechtswissenschaft" gewidmet ist. Der Reichsinspekteur des NS - Rechtswahrerbundes, Reichsamtsleiter Dr. R a e k e, M.d.R., überbrachte die besonderen Grüße des Reichsrechtsführers, Reichsministers Dr. Frank, der plötzlich durch andere dringende dienstliche Verpflichtungen verhindert war, persönlich an der Tagung teilzunehmen. Dr. Frank ließ seine Eröffnungsansprache durch Amtsgerichtsrat Dr. Gutbrod aus feinem Ministeramt vortragen. Das Thema „Das Judentum in der Rechtswissenschaft", so betonte Dr. Frank, bedeute die bekenntnishafte Zusammenfassung alles dessen, was wir zur Verwirklichung des Nationalsozialismus auf dem Gebiete der Rechtswissenschaft zum Zwecke der Ausschaltung fremdrassigen Geistes verstehen, gehe es doch darum, einen nunmehr endgültigen Schlußstrich unter die Entwicklung der deutschsprachigen jüdischen Rechtsliteratur in Deutschland zu ziehen. Wir nationalsozialistischen Rechtswahrer bauen das Recht auf auf den Erlebenselementen unseres deutschen Volkstums. Wir wollen dieses deutsche Recht schaffen, ausbauen und verwirklichen in Ansehung der deutschen Lebensnotwendigkeit und unserer völkischen und volksgenössi- schen Lebensbedürfnisse, aber ausschl. in deutschem Geiste durch deutsche Menschen. Es ist selbstverständlich, daß für die deutsche Rechtszukunft eine irgendwie geartete schöpferische, auslegende, lehrende oder kommentierende Arbeit am deutschen Recht im Interesse des deutschen Volkes durch Juden unmöglich ist. Die deutsche Rechtswissenschaft ist deutschen Männern vorbehalten, wobei das Wort deutsch im Sinne der Rassengesetzgebung des Dritten Reiches allein auszulösen ist. Für die Neuauslage deutsch geschriebener Rechtswerke jüdischer Autoren besteht kein Bedürfnis mehr. Alle deutschen Verleger sollen derartigen Neuauflagen unverzüglich Einhalt tun. Aus sämtlichen öffentlichen oder den Studienzwecken dienenden Büchereien sind die Werke jüdischer Autoren soweit irgendwie möglich, zu beseitigen. Diese Werke sind aus dem Gebiet der deutschen Rechtswissenschaft auszureißen und in die Abteilungen der Büchereien, die das Wirken der Juden und des jüdischen Volkes aufzeichnen, überzuführen. Mit Die deuische Rechtswissenschaft ist deutschen Männern Vorbehalten. Reichsminister Krank an die Hochschultagung des NS.-Rechtswahrerbundes deutscher Rechtswissenschaft haben die Rechtswerke jüdischer Autoren nicht das geringste zu tun. Unmöglich ist, daß deutsche Lehrmeinungen künftig auch nur irgendwie auf Lehrmeinungen, die von jüdischen Wissenschaftlern vertreten werden, aufge- baut werden." Dr. Frank mahnt, nicht zu vergessen, daß der gigantische Kampf um die Durchsetzung des deutschen Geistes zwar auf deutschem Boden damit gewonnen sei, daß aber der Weltfeind Jude lauere, daß dieser Kampf nunmehr gegen die vereinte Weltinternationale des Bolschewismus oder anders firmierenden Weltjudentums zu führen fein wird. „Von Ihnen, meine Herren Professoren, verlangen wir Nationalsozialisten, daß Sie in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit sich zu Repräsentanten wahrsten Geisteskämpfertums der wiedererwachten völkischen Genialität entwickeln. Sie sollen die geistigen Vorkämpfer des kämpfenden nationalsozialistischen Deutschland um Frieden, Ehre, Freiheit und Rasse des Deutschtums sein. Der Nationalsozialismus verlangt von Ihnen eine Wissenschaft, die, aus dem Volke kommend, dem Volke dient." Möge diese Tagung, so schließt die Ansprache Dr. Franks, das völlige Ende des Judentums in der deutschen Rechtswissenschaft und zugleich den Fanfarenstoß in eine neue große Zeit der deutschen Rechtswissenschaft bedeuten. Schreiben Sie Ihre Werke in die Herzen unseres Volkes, dann werden Sie wirkliche Professoren, wirkliche Bekenner des nationalsozialistischen Reiches, werden Sie Männer sein, wie wir sie für unsere Zeit brauchen." Die lange Reihe der Fachreferate eröffnete dann Dozent Dr. Rath (Göttingen) mit einem Vortrag über „Das Judentum in der Wirtschaftswissenschaft". An das interessante Referat schloß sich der Vortrag von Professor Dr. Tatarin-Tarn- Heyden (Rostock) über „Das Judentum in Staatsrecht und Staatslehre". Professor Dr. Theodor Maunz (Freiburg i. Br.) sprach über „Das Judentum in der Verwaltungsrechtswissenschaft". Rechtsanwalt Dr. Rilk (Berlin) sprach über den „Einfluß des Judentums im Wettbewerbsrecht". Es folgten die weiteren Referate von Dr. Bartho- lomeyczik (Breslau) über „Das Judentum im Zwilprozeßrecht", und Professor Dr. Wuerdin- ger (Breslau) über „Das Judentum im Handelsrecht". dem hat die Deutsche Zeppelin-Reederei GmbH. Dr. S u p f zu einer Luftschiffreise nach Südamerika ein- geladen, um den unermüdlichen Werber für die deutsche Luftfahrt zu ehren. — Auch von zahlreichen anderen Stellen sind dem Dichter Glückwünsche zu» aegangen. Dr. Peter Supf, der im Weltkrieg als Fliegeroberleutnant abgeschossen und verwundet worden ist, hat bereits damals in seinen „Liedern aus den Lüften" das Erlebnis des Fliegers als Dichter zu gestalten gewußt. Seitdem hat er in vielen Gedichten und Prosawerken diesen Gedanken immer weiter vertieft. Große Verdienste als Wissenschaftler hat Dr. Supf sich mit seinem „Buch der deutschen Fluggeschichte erworben, zu dem der Reichsminister der Luftfahrt, Generaloberst Göring, ein Geleitwort gegeben hat. 21 Todesopfer der Katastrophe von La Bouverie. Die Zahl der Todesopfer bei der Berg- werkskatasirophe in La Vouverie bei Mons hat sich auf 21 erhöht, nach dem am Samstag noch zahlreiche Schwerverletzte in den Krankenhäusern gestorben sind. Die in der Grube noch vermißten Arbeiter werden als tot angesehen. Die Bergungsarbeiten sind eingestellt, und der Unglücksstollen ist vermauert worden. Heber 30 Verletzte liegen noch in den Krankenhäusern. Eisenbahnunglück in Italien. Zwischen den Stationen Rieti und Contigliano südlich von Terni ereignete sich ein Zusammenstoß zwischen einem Güterzug und einem Triebwagen. Bei dem Unglück wurden 7 Personen getötet. Unter den Toten befinden sich zwei Eisenbahnangestellte. 35 Personen wurden verletzt, darunter 2 schwer. Der Unterstaatssekretär des Ver- kehrsministeriums hat sich an Ort und Stelle begeben, um eine Untersuchung einzuleiten. Luftschiff „Hindenburg" in Frankfurt gelandet. Das Luftschiff „Hindenburg" ist am Samstag von seiner neunten Nordamerikafahrt kommend, auf dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main glatt gelandet. An Bord befanden sich u. a. Reichsstatthalter Ritter von Epp und der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Dr.-Jng. Dorpmüller. Wetterbericht des Reichswetterdienfkes. Ausgabeort Frankfurt. Der über Skandinavien vorgestoßene Wirbel liegt heute früh mit seinem Zentrum über Polen. Er brachte am Sonntag Deutschland eine Zufuhr feuchter Meeresluft, die aber nur östlich der Weser ausgedehnte Niederschläge lieferte, während West- und Süddeutschland bei absteigender Luftbewegung vielfach trockenes Wetter hatten. Von der Nordseite des Wirbels sind inzwischen kältere Luftmassen vorgestoßen, die bei wechselnder Bewölkung einzelne Schauer bringen. Auf unseren Bergen herrscht heute früh Frost, im Ostseegebiet Sturm. Zunächst kann wieder mit Beruhigung gerechnet werden, auch wird der über Skandinavien vorgestoßene Wirbel keinen stärkeren Einfluß auf unser Wetter gewinnen. Aussichten für Dienstag: Stellenweise Frühnebel, sonst wolkig bis heiter und im allgemeinen trocken, nachts kalt, nördliche bis östliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Vielfach auf- heiternd, doch leicht unbeständig, nachts kalt, Winde um Nord. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; jur den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 04571 Familie Christian Volkmann Heuchelheim, im Oktober 1936 6290 D Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß wurde heute unser lieber Vater und Großvater DANKSAGUNG Allen die unserer lieben Entschlafenen in so reichem Maße ihre Anteilnahme entgegenbrachten, sagen wir unseren innigsten Dank 0*111!* für vormittags gesucht. 04668 Korsettmoden „Rekord" MarthaBierans Gießen 04568 Seltersweg 59. Keine Zeugnisse in Urschrift 'vnvern nur Beugnüt- obid) ritten Dem Be- werbungsichr-tben bet» •egen — Lichtbilder unotBeroerbnnqauntec» lagen müflen ,ur Äe» meidung oon Verlusten aut oer rtüdfeite Warnen und Anschrift oä Bewerbers tragen! Herr Heinrich Hof im Alter von 74 Jahren von uns genommen Er folgte unserer lieben Mutter wenige Wochen später in die Ewigkeit nach In tiefer Trauer: Familie Richard Hof Familie Hch. Nachtigall Famil e Georg Lindenstruth Gießen (Wilsonstraße 10), 3. Oktober 1936 Die Beisetzung findet Dienstag, 6 Oktober, nachmittags 2 Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir höil Abstand zu nehmen Eisenbahn - Fahrbeamten - Verein Der Zugführer l r. Heinrich Hof ist gestoi ben. - Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Oktober, um i4 Uhr auf dem Neuen Erie hof statt. Alle dienstfreien Kollegen werden gebeten, recht zahlreich und in Uniform zu erscheinen. Der Vereinsführer. --- 6298P| Geschäfts karten oei Brühl, Gießen PMietgesuche"| Beamter sucht f. sofortod.15.Okt. MM«? 3.10. Datum 3-10. 2-10. 2-10. 160 160 14,5 Hamburg-Amertka-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 172,13 171,9 4 130,5 Gesellsch.s.Eleltr.Unternehmung. 6 55,75 55,25 173,5 173,75 174,5 175 33 120,5 168,65 101,25 100,75 186,75 0 8 6 7 6 6 6 8 7 141,5 124,75 113,25 7 9 5 6 5 118,5 135 139 149,25 113,4 39,5 127,4 127 183 131 149,5 156,5 118,5 136,75 139,5 u 0 6 107,4 93,65 97,75 157 135 113,5 119,5 169 86,5 55,25 431 118,75 141 143,5 116 96 98,75 159 134.75 94 98,25 158,25 135 122 167,25 171,25 277 119 135 140 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert LCo...... Siemens & Halske... ».«ahmeyer LEo..... 14,65 118,5 122 100,25 37,4 161 129,25 158 137 143,5 127,75 139 157,5 197,5 150,75 230,5 149,25 114 39,13 127,65 125,5 183 160,5 137 229,75 148,5 113,5 38,65 126,5 126 182 sy, . 0 5 160,75 137,25 227 148 113,25 38,9 126,5 126,5 181,25 A.E.G.............. Bekula Elektr. Lieferungsgesellschaft Licht und Kraft .......... gelten & Guilleaume F. G. ffarben-Jndustrte Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke MetaUgesellschaft 172,5 276 118,25 136 139,75 Norddeutscher Lloyd ......... ’2I.@. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Geiellschaft Dresdner Barll lieichsbank ................ Manssewer Bergbau .. Kokewerke........... Rheinische Braunkohlen Rhetnstabl Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth 6% . 6 12 8,9 13,65 8 Phtltvp Hol, mann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. uuenu» All Brüssel ... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... Helstngsors. Baris ..... Holland ... .Italien .... .Wan..... .liiQoilatoien Oslo..... Wien Liiiabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Jleugod ..■ 4% oesgc. Serre h 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4yr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 y4% Anatolier............. 107,75 94,25 98,5 158,25 135,5 111 120 167,5 86,25 55 431 6 3 3 41 130,5 | 7 151 6 156 I angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klockneriv.-rke Mannesmann-Röhren Buderus ................... *- Deutsche Erdöl < Haroener................. sy2 Hoesch Eisen—Köln-Reuessen .. ö «ffi* ä; Schultheis Patzenhoser ...... 4 Atu cAllgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldbof 6 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ...........7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum ..... 8 Orenstein 8 Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof 0 Cbade............. 9 Accumulatoren-Fabrll 12 Conti-Gummi.............. 11 Gritzner O| — I — I 34,5 I Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4i 96,5 —I — Süddeutscher Zucker ........ 10- 210 I 2121 210 I Fraaklun a. M. Berlin Schluß- turs SchlUdi. Abend- börs- Schluß« lurs Schloßt. Mlttag- t>örfe Datum 2-10. 3 10. 2-10- 3.10- r.O.tober 3.Oktober Am liche Tlollerun Geld | Srif Amtliche Notierung Geld | Ärle 0,697 0,701 0,694 0,698 42,04 42,12 41,88 41,96 0,144 0,146 0,144 0,146 3,047 3,053 3,047 3,053 54,80 54,90 54,80 54,90 47,04 47,14 47,04 47,14 12,27 12.30 12,27 12,30 5,415 5,425 5,415 5,425 .1,615 11,635 11,62 11,64 134,37 134,63 131,83 132,09 0,716 0,718 0,716 0,718 5,654 5,666 5,654 5,666 61,67 61,79 61,67 61,79 48,95 49,05 48,95 49,05 11,15 11,17 11,15 11,17 63,27 63,39 63,27 63,39 57,29 57,41 57,24 57,36 27,22 27,28 27,22 27,28 10,26 10,28 10,26 10,28 — 1 - — — 2,490 2,494 2,489 2,493 Banknoten. 9,2 13,75 8 44,25 9,13 13,65 8 44,9 8,9 12,9 7,8 42,65 14,75 14,4 14,9 — 39,5 38,5 14,9 14,5 15 118,5 118,9 118,75 —- 122,5 124,25 100,5 100 100,5 101,75 100,5 101,75 101,75 100,75 101,75 190,5 187,75 191,4 37,13 37,13 37,13 160 160,4 160,4 130 130 129 157,9 158 158 137,25 137 135,75 141 142 140,75 128,5 127,25 130 138,75 137,5 137,5 158,5 157,5 158,13 197 198 197,25 150,5 150,75 150,25 116,5 117,5 116 140,5 141 140 144 143 145,5 115,9 115,5 115,75 — 179,5 179 141 141,5 141,5 123,5 124 123,4 113 112,25 112,75 Äerlm,3.Oktob> r Grl? Ms Ämenlanuche Roten............ 2,441 2,461 Belgische Roten.................. 41,76 41,92 Dänische Roten ................. 54,59 54,81 12,235 12,275 Französische Roten............... 11,57 11,61 Holländische Roten............... 131,45 131,97 Italienische Roten................ — Norwegische Noten .............. 61,46 61,70 Deutsch Oesterrelch, i 100 Schilling — —- Rumänische Noten......... ..... —- —— Schwedische Noten............... 63,05 63,31 Schweizer Noten................. 57,09 , 57,31 Spanische Roten................. 26,20 26,30 Ur. 235 Drittes Blatt Montag, 5. Oktober 1936 (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Schöne Handwerkskunst im Lichtbild. Dankbare Motive für den Heimatphotographen. Von Walther Appelt. Es • ist ein dankbares Gebiet der Heimat- Photographie, auf Wanderungen oder daheim die Erzeugnisse alter Handwerkskunst in guten Bildern sestzuhalten. Denn vieles von diesen treu bewahrten Ueberlieserungen ist kaum noch zu retten. Ost verschwindet es beim Abbruch alter Häuser. Wenn es dann bei den Neubauten manchmal in irgendeiner Form wieder verwendet wird, so ist das zwar erfreulich für den Heimatfreund, aber der ursprüngliche Eindruck kann nur selten wieder erzielt werden. Fast in allen Städten und erst recht auf den meisten Dörfern gibt es noch Motive, an die hier gedacht ist. Aber sie wollen aufgespürt sein, denn wir wollen uns nicht damit begnügen, nur die sehr bekannten Wirtshausschilder in Schmiedearbeit zu photographieren oder das kunstvolle vornehme Parkportal, kurz Dinge, die schon tausend andere knipsten. Uns ist ein eisernes Geländer an einem Treppenaufgang, der nur aus ein paar Stufen zu bestehen braucht, ebenso willkommen als photographisches Motiv. Wir bringen die Geduld auf, zu warten, bis einmal die wuchtige Türklinke oder das gewaltige Schloß oder Metallbeschlag und Riegel der Holztür gut zum Photographieren beleuchtet sind. Uns ist ein st e i n e r n e r Torbogen entweder als Bauwerk interessant, oder wegen des Spruches, der vielleicht unter der Jahreszahl steht, und dessen besonders primitiv oder besonders kunstvoll gemalte Buchstaben uns reizen. Dasselbe gilt für Fenstergitter, bei deren Schaffung der Kunsthandwerker nicht nur den praktischen Zweck bedachte, sondern dessen Nüchternheit durch einen vielleicht noch so bescheidenen Schmuck belebte. Aber es gibt sowohl in Metall wie Holz, in Stein oder den knetbaren Erdarten (Lehm, Ton) viele Arbeiten, die selbst in ihrer nur Zweckbestimmten Einfachheit schön sind. Ein G r a b st e i n, der nur ein schlichtes Kreuz ist und gar keinen figürlichen Schmuck hat, oder eine Urne von strengen, schönen Linien, kann künstlerisch und stimmungsmäßig bedeutender sein als die anspruchsvollste Arbeit eines phantasiebegabteren Steinmetzen oder Metallgießers. Es kommt hierbei auch auf das Alter der Dinge an, und auf ihre heimatkundliche Bedeutung, um die wir eben Bescheid wissen müssen. Hauptsache aber ist die Gediegenheit der handwerklichen (kunst- handwerklichen) Arbeit, die niemals mit Großartigkeit verwechselt werden darf. Eine Viehtränke am Gasthof für die Pferde der haltenden Fuhrleute oder der rastenden Fremden, oder eine Tränke im Gutshof für das Großvieh kann roh aus Stein gehauen viel wertvoller fein als ein zwar weniger bemooster und weniger brüchiger, dafür aber aus Zement gegossener und mit einem Allerweltsornament verzierter Bottich jüngeren Alters. Mit diesen Erwähnungen sind wir bei denjenigen Erzeugnissen alten Handwerks oder alter Handwerkskunst angelangt — und für die neuzeitlichen gilt dasselbe —, die auch photographisch besonders aufgefaßt sein wollen. Wir sollen gewiß nicht durch „Auffassungen", das heißt raffinierte Beleuchtungs- und Schatteneffekte das eigentliche Werk überschwänglich behandeln und in einen Gegensatz zu seiner schlichten Klarheit stellen. Aber es gibt da Unterschiede. Der Schatten, den ein Gitter oder die Säulenreihe eines Treppenaufganges an heller Wandfläche wirft, kann ein ebenso reizvolles Bild geben wie die Arbeit selbst, und das gilt auch für eine Ampel überm Tore, für die Glocke im Hofe, die auf alten Gütern noch manchmal anzutreffen ist. Wissen sollen wir aber auch, daß es Motive der erwähnten Art gibt, die erst in der Umwelt und vielleicht sogar mit lebendiger Staffage ihre rechte Wirkung erhalten. Ein altes Apo- t h e k e n f ch i l d kann für sich betrachtet ein kleines Kunstwerk, ein Wirtshausschild an langer Stange kann ein köstliches Dokument vergangener Tage sein, das noch heute seine Aufgabe erfüllt, ebenso wie die alten Handwerkerzeichen. Aber wenn es möglich ist (was nicht immer der Fall sein wird!), das eine so zu photographieren, daß auch die Fenster der Apotheke mit ihrer hoffentlich gleichfalls altertümelnden Ausstattung oder das alte Wirtshaus selbst mit auf das Bild zu bekommen, so sollen wir das mindestens andeutungsweise tun. Das hat nichts zu schaffen mit einer künstlichen Romantik, die verlogen und wirkungslos ist. Gedacht ist nur an Gelegenheiten, wo harmonisch noch alles Ueberlieferte beisammen ist. Oft allerdings wird auch der Gegensatz zwischen e i n ft und heute ein Bild geben. Es sind meist Bilder, in denen eine stille Wehmut liegt. — Beispiel: alter Meilenstein und daneben ein modernes Kraftverkehrsschild, — aber was wäre das Leben ohne Fortschritt, auch wenn er im einzelnen manches zerstören muß? Die erwähnten Viehtränken werden selten für sich allein große bildhafte Wirkung haben. Aber mit einem Gespann, das vor der Dorfschänke hält, oder mit ähnlicher lebender Staffage erreichen wir Können Sie zählen? Lächerliche Frage, zumal wenn man nur bis... ja bis wohin denn?... zählen soll! Aber probieren Sie es doch selbst einmal, die kleinen Zwergtaucher auf dem Teich an der Schlageterallee richtig z^ zählen. Sie werden sehen, daß man da an seiner Zählkunst irre werden kann. Es sind wohl Taucherchen oder „Duckentchen", wie der Gießener sagt, auf dem Zug, die hier sich zusammensinden. Erst waren es sieben; die konnte man noch gut zählen. Dann Kampf dem Verderb ist auch ein Beitrag zum Vierjahresplan des Führers. waren es einmal elf und jetzt sind es... doch halt, das wollen Sie ja doch selbst feststellen! Sie halten sich immer schön dicht zusammen, so daß das Zählen eigentlich gar nicht schwer ist. Also Sie fangen am rechten Flügel an: Eins, zwei, drei, vi... halt... ja halt, das hilft nichts, der kleine Schwimmer ist getaucht. Sie suchen einen neuen Anfang, da schwuppschwupp — 1, 2 sind weg. Teufel noch einmal! Aber jetzt geht es bestimmt! 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, da taucht zwischen 2 und 3 so ein kleiner Federbalg auf, der sich beim Abzählen gedrückt hatte, und während Sie ihn rasch mit Blick und Zahl festhalten, merken Sie gerade noch, wie ein anderer am linken Flügel wegtaucht, So geht es ohne Unterlaß, nur ganz kurz sind die Augenblicke, in denen alle oben sind. Heute allerdings glaubte ich das Patent gefunden zu haben. Da kamen nämlich auf der anderen Seite Leute und da gab es einen ganz großen Schwupp — und dann war niemand mehr da. Kurz darauf begann das Auftauchen wieder, aber nicht mit einem Schwupp, sondern da ein Köpfchen und da eins — .ha, gewonnen! Jetzt werden sie mir alle richtig ovr- gezählt! Doch kaum ist Nr. 4 oben, da ist Nr. 1 schon wieder weg! Es ist" eine wirklich amüsierliche die Wirkung wohl immer, wenn wir dem Thema mit unserem photographischen Können gewachsen sind. Es gilt aber hier wie überall, die geeigneten Motive z u suchen ober abzuwarten, sie jedoch niemals ausbauen zu wollen. Ein alter, vielleicht sehr schöner Brunnen im modernen Stadtbild kann als Fremdkörper wirken, da doch fast nirgends mehr die Märkte und Hausreihen so unberührt stehen, wie vor zwei-, dreihundert Jahren. Aber der Photograph, der dem Brunnen — der nur als Beispiel für manches andere genannt wird — fein Eigenleben im Bilde gibt, der wird zufrieden sein. Aber kommt hoffentlich niemand auf die kitschige Idee, etwa durch ein hingestelltes Dirndl Volksliederromantik vortäuschen zu wollen. . . lieber» Haupt ist davor zu warnen, Motive der hier geschilderten Art als wirksamen Hintergrund für Aufnahmen von Personen zu verwenden, die zu den Dingen gar keine innere Berührung haben. Diese Motive sind an keine Jahreszeit gebunden. Auch hier gilt sogar, daß der Blätterfall des Herbstes manches erst freilegt, was sonst verborgen ist. Und mancher Säulenkopf wird im Winter, wenn er eine weiße Haube trägt, noch reizvoller wirken, wie auch die Plastik eines Grabsteinreliefs ober einer Zierplatte an alten Amts- gebäuben burch ben Schnee oft erst bie richtige Plastik erhält. So sollen die gegebenen Anregungen zugleich dazu ermahnen, auch im Winter dem Photosport treu zu bleiben. Gesellschaft, diese kleinen muffeligen Kerlchen. Gehen Sie nicht achtlos an ihnen vorüber. Sie mögen bie Vorboten von allerlei Wasservögeln sein, die in der kommenden Zugzeit sich dort einstellen. Enten sind schon wiederholt eingefallen, auch Möwen gaben Gastrollen. An die stolze Vornehmheit der Schwäne kommen sie alle nicht heran, aber die putzigsten sind doch die „Duckentchen"! Und wieviel sind es? Dornotizen. Tageskalender für TNonlag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Moral". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hilde und die 4 PS". — Deutsches Frauenwerk, Abt. Volkswirtschaft = Hauswirtschaft, 20.15 Uhr, Einkochkursus der Frauenschast der Ortsgruppe Gießen-Süd. Tl S.'kutturgemeinde. Im heutigen Anzeigenteil wird der Spielplan des Theaterrings der NS.-Kulturgemeinde für Oktober bekanntgegeben. Insbesondere werden auch die Termine für die Kartenausgabe mitgeteilt, die am heutigen Montag beginnt. Auf die Anzeige fei besonders hingewiesen. Oie Tollkirsche, eine gefährliche Giftpflanze. Gegenwärtig findet man in unseren Wäldern massenhaft die schwarze Beere der Tollkirsche. In diesem Jahre hat sie wieder besonders reichlich gefruchtet. Da die verlockend schwarz glänzende Beere eine täuschende Aehnlichkeit mit einer mitteldicken Herzkirsche hat, ist sie für Kinder besonders leicht angrifflich. Sie ist ungemein giftig. Auch alle anderen Teile des Tollkirschenstrauches enthalten ein sehr gefährliches Gift (Atropin). Die ganze Pflanze riecht betäubend und schmeckt bitter. Der Genuß der Beeren bewirkt Mattigkeit, Kopfweh, Schwindel, Jrrereden, heftiges Fieber und schließlich den Tod. Als Gegenmittel bis zum Eintreffen des Arztes ist dem Vergifteten nach vorherigem Erbrechen des Mageninhaltes starker Kaffee zu verabreichen. 16 000 reihen sich ein! Jungmäbeloerpstichtung im ganzen Obergau 13 Hessen-Nassau. NSG. Am Geburtstag bes Führers haben wir ie gerufen, bie 10- unb 11- unb 12jährigen Mäbel, )ie noch nicht zur Jungmäbelschaft gehörten — und ie kamen. 16 000 Mäbel standen am vergangenen Samstag nach ihrer halbjährigen Probezeit in allen kleinen und großen Standorten des Obergaues Hessen-Nassau angetreten, um nach Ablegung der Jungmädelprobe am Vormittag feierlich auf den Führer, dessen Namen sie von nun an tragen, verpflichtet und damit in bie Jungmäbelschaft in der Hitlerjugenb aufgenommen zu werben. Die jüngsten stehen zum Dienst bereit, mit frohem Glauben unb froher Zuversicht. Amt für Dolkswohlsahrt. Ortsgruppe Gietzeu-Ost. Betr. Lebensmittel-Opferring. Die Sammlung wirb Dienstag, 6., und Mittwoch, 7. Oktober, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Ab 1. Oktober kommt die Sammlung dem Winterhilfswerk zugute. Es wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, bie in der Lage sind, das WHW. zu fördern. Schweres Motorradunglück in Gießen. Zwei Tote. Am gestrigen Sonntagmorgen gegen 3.30 Uhr ereignete sich in der äußeren Frankfurter Straße ein folgenschweres Motorradunglück, dem zwei junge Männer zum Opfer fielen. Von Klein-Linden her kam in Richtung Gießen mit großer Geschwindigkeit ein Motorrad gefahren, das von dem verheirateten, etwa 30 Jahre alten Robert Buthe aus Wetzlar gelenkt wurde, während auf dem Soziussitz der etwa 20 Jahre alte ledige Otto Dönges, ebenfalls aus Wetzlar, saß. Die Maschine streifte bei der schnellen Fahrt den Bordstein der Fahrbahn unb geriet babei auf ben Bürgersteig, wo sie mit großer Wucht gegen einen Baum anprallte. Bei bem furchtbaren Stoß gegen ben Baum erlitten bie beiben Motorradler Schädelbrüche unb anbere schwere Kopfverletzungen, so baß sie halb nach ihrer raschen Einlieferung in bie Klinik verstorben. Das Motorrad würbe zertrümmert. Wohnungsumzug und Tierschutz. Es geschieht immer noch, baß bei Umzügen ben Tieren gegenüber nicht bie ersorberliche Sorgfalt angeroenbet wirb. Tiere werben in ber alten Wohnung hin unb mieber zurückgelassen, ohne baß man sich barum kümmert, wer in Zukunft ihre Pflege unb Wartung übernimmt. Dieses Los trifft in ber Hauptsache bie kleinen Tiere, unb unter ihnen insbesonbere bie Katzen. Der neue Wohnungsinhaber hat keine Lust, bas frembe Tier zu behalten unb zu pflegen, er jagt bie Katze hinaus unb überläßt sie ihrem Schicksal, unb so werben biese Tiere heimatlos unb elenb. Scheu unb ohne Obbach schleichen bie verstoßenen Katzen umher. Der Hunger quält; um sich das Leben zu erhalten, stehlen sie unb fangen Vögel. Sie sind durch Menschenschuld zum Wildern verurteilt, richten in der Jagd Schaden an, werden verfolgt, gehetzt und finden ein qualvolles Ende. Verantwortlich hierfür ist ber Mensch, der es unterlassen hat, bie Pflichten zu erfüllen, bie bas Gesetz bezüglich ber Haltung, Pflege unb Unterbringung eines Tieres vorschreibt. Nach den Bestimmungen des Reichs- und Tierschutzgesetzes ist es verboten und strafbar, ein Haustier auszusetzen. Das Aussetzen eines Haustieres liegt vor, wenn es von dem Tierhalter, um sich seiner zu entledigen, in eine Lage gebracht wird, in der es sich selbst überlassen und ohne Pflege ist. Aus der Provinzialhauptstadt. Die pauke von Striegau. Von Wilhelm Auffermann. Das war einst, als die Pauke noch das beliebteste unb wichtigste Musikinstrument ber Reiterei war. Bis zum Umfang eines ungeheuren Gärbottichs baumelte sie links unb rechts vom Sattelknopf des Spielmanns und machte Mann und Roß stark zu schaffen. Ihr Dröhnen war von wahrhaft kriegerischer Mirkung und hat in alter Zeit so manchen Feldzug entschieden. Wie eine historische Chronik berichtet, hätten die Preußen durch einen solchen Spielmann beinahe die Schlacht bei Striegau verloren. Ein sächsischer Pauker war mit seinen zwei silbernen Heerpauken, die er wie leibliche Kinder liebte, gleich im Anfang der Schlacht in die Gefangenschaft der Preußen geraten. Aus Eile und Unvorsichtigkeit versäumten die Preußen, ihn absitzen zu heißen. Diesen Fehler nützt? der Pauker heldenhaft aus. Denn als das Schlachtgetümmel heftiger wurde, und die preußische Kavallerie im vollen Einhauen war, schlug er in bem Augenblick Retraite, als sich ber Sieg auf preußische Seite neigte. Das heftige Rühren ber Schweinshaut nach preußischer Art unb sein wechselndes Rufen: „Halt. Halt! Zurück!" verursachte bei einigen preußischen Schwadronen eine Stockung unb hätte bie ernsthaftesten Folgen nach sich ziehen können; aber plötzlich entbecfte ein junger Offizier, baß es der gefangene fächische Pauker war, welcher die faljcffe Melobie spielte. Empört über ben verräterischen Streich sprengte er auf ihn zu unb trennte ihm mit wuchtigem Hieb bie Nase vom Gesicht, so daß der wackere Sachse schwerverletzt vom Pferd stürzte. Mit lautem Knall ging babei bie kleinere ber bei» ben Pauken in Trümmer. „ . . Nach beendigter Schlacht wurde im Kreis um den verwundeten Spielmann ein provisorisches ^ieqs- gericht gehalten. Sowohl derbe Flüche als auch Bewunderungen seines Mutes flogen ihm zu, dis em preußischer Kürassier dem Auftritt ein Ende machte. „Ei was", sagte er, „wir haben nicht lange Zelt, Kriegsgericht zu halten. Er ist ein Sachse und fein Herz schlug danach, wenn er auch preußisch trommelte. Er ist ein braver Soldat. Und wer den Mut hat, im andern Fall gleich ihm zu tun, der Jaffe mit Qn. Wir wollen ihn nach Striegau zum Feldscher bringen." t Schnell hob man ihn auf einen mit Verwunde- «n vorbeifahrenden Wagen und brachte ihn nach Striega, wo man sich seiner annahm, daß er wieder geheilt und ausgewechselt werden konnte. Zur Erinnerung an feinen Streich behielten aber die Preußen die heilgebliebene große Pauke, so sehr auch der Spielmann dagegen jammerte. Nach einigen Wochen heimgekehrt, belohnte der! sächsische Hof seine Geistesgegenwart unb Treue mit einer guten Einnehmerstelle, und er genoß in seiner Vaterstabt so großes Ansehen, baß man ihn zeitlebens „bas trommeinbe Herz" nannte. Wie aber eine Mutter ihr Kinb nicht vergessen kann, so verlangte ber Einnehmer stündlich nach seiner Pauke. Ihr Fehlen bereitete ihm weit mehr Kummer als die abgehauene Nase. Es erstaunte daher niemand, als eines Tages der Hohe Rat beschloß, dem wackeren Sohn der Stadt die große Trommel von den Preußen zurückzukaufen, zumal die Kriegsfehde längst beendet war. Zweihundert Taler wurden ausgesetzt, und ein Staatsratsmitglied, ein angesehener Gürtlermeister, erhielt den Auftrag, die Trommel zu besorgen. Dem Gürtler siel es ein, daß eigentlich eine Trommel der andern gleiche und er für das schöne Stück Geld das Musikinstrument auch selbst liefern könne. Heimlich machte er sich in feiner Werkstatt an die Arbeit. Defteren Nachfragen, ob die Trommel noch nicht angekommen sei, wußte er stets mit trefflichen Ausflüchten zu begegnen, bis er fertig war. Da machte er die Anzeige, sie wäre nun endlich aus Preußen angekommen und stehe zur Abholung bereit. Der Rat beschloß, daß das Instrument am nächsten Tag im feierlichen Aufzug in Empfang genommen und öffentlich auf dem Marktplatz vor versammelter Bevölkerung vom „Trommelnden Herzen" geschlagen werden sollte. Pünktlich erschien die Stadtbehörde mit den Offizieren der Nationalgarde und dem Einnehmer im Haus des Gürtlers. Von gefallenerregenbem Aussehen thronte die mächtige Trommel inmitten ber Werkstatt, unb ihr versengtes Fell wußte gar manche Geschichte vom Treffen bei Striegau zu beachten, benn bas pfiffige Gürtlerweib hatte sie wohlweislich wie einen fetten Schinken mit Wachol- ber geräuchert. Der Einnehmer aber hatte kaum bie Pauke erblickt, als er vor Enttäuschung in Helles Schluchzen ausbrach unb steif unb fest behauptete, es fei gar nicht feine Trommel. Darüber große Verwunberung. Der Gürtler, in ben Sitzungen stets eine gewichtige Stimme, schwor Mark unb Bein, baß ein Irrtum ausgeschlossen fei unb verwahrte sich als Rat ernstlich gegen jebe weitere Zweifel. Die übrigen Räte mochten wohl längst im geheimen den Einnehmer für einen Sonderling halten, denn als sich dieser auch weiterhin weigerte, die Trommel anzurühren, forderten sie ärgerlich den stärksten Mann ber Garbe auf, sich biese umzuhängen. Es ging nicht an, bas versammelte Volk noch länger warten zu lassen. Als ber gewählte Tambour zur Tür hinaus wollte, ergab es sich aber, baß diese viel zu eng war. Aufs höchste erstaunt, fragten die Stadträte erhitzt den Gürtler, wie denn eigentlich die Trommel aus Preußen hereingekommen fei, da sie nun nicht mehr hinaus wollte. Der betroffene Gürtler antwortete mit rotem Kopf, er habe sie durchs Fenster heben lassen. Man wählte das größte Fenster. Doch auch dieses, obwohl um etwas breiter als die Tür — war nicht weit genug. Nun lag der Betrug offensichtlich fest. Augenblicklich wurde der Gürtler dem Gericht eingebracht unb wegen Amtsmißbrauch unb Betrug noch selben Tags verurteilt. So kam es, baß viel Volk statt ber erwarteten Ehrung bes Einnehmers, ber Hinrichtung bes Gürtlers auf bem Marktplatz beiwohnte. Der Einnehmer schlug aber boch bie große Trommel. Er schlug sie im Hause bes Gürtlers in tausenb Stücke. Die Gürtlerin soll allerhand abbekommen haben. Das Wunder. Von Peter (^cher. Roswitha umkreiste das Schaufenster von Stups & Sohn. Da lag ein Hut. Roswitha drückte ihre Tasche ans Herz. In der Tasche befand sich kein Geld. Roswitha trat dennoch in den Laden. Sie war hübsch und gut genug angezogen, um den Hut besichtigen zu dürfen. Die Verkäuferin nannte ihn ein Gedicht. Roswitha preßte die Tasche ans Herz. Sie wünschte, das Gedicht probeweise aufzusetzen. Es geschah. Die Verkäuferin faltete die Hände wie zum Gebet. So etwas wie dieser Hut war noch nie dagewesen! Roswitha sah in den Spiegel, biß sich auf die Lippe und richtete die Augen zur Decke empor: Lieber Gott — ein Wunder! Dann öffnete sie den Mund und fragte lachend nach dem Preis. Ein Abgrund tat sich auf. Jede andere wäre kopflos hinuntergesprungen. Nicht so Roswitha. Sie stand, die Tasche an sich gedrückt, einen Augenblick wie in leichtem Nachdenken, als überlege sie, ob sie so weit gehen solle. Im selben Augenblick trat ein gutaussehender junger Herr ein. Er bat um eine Auskunft und sah, während er mit dem Fräulein sprach, Roswitha bewundernd an. Roswitha gab den Blick so zurück, daß es ihn herumriß. (Es riß ihn herum, man kann es ni£i anders sagen. Eine einzige Handbewegung Roswithas, ein kleiner scharfer Blick nach dem Hut und nochmals ein funkelnder in seine Augen genügten, ihn alles begreifen zu lassen. Er unterbrach das Gespräch mit der Verkäuferin, hielt die Hand über die Augen, als sähe er nicht recht, ging rasch auf Roswitha zu und sagte mit der sicheren Gewandtheit eines Schauspielers: „Ah — wie nett!" Roswitha schrie leicht auf: „Sie hier?" Sie gab ihm lachend die Hand und sagte, auf den Hut zeigend: „Ist er nicht bezaubernd? Ich habe ihn eben ge« • kauft." Er bewunderte den Hut, und als sie mit einem Blick in ihre Tasche so erschrocken schien, daß sie die Hand auf den Mund legen mußte, ergab es sich von selbst, daß er mit einem Scherz das Geld hinlegte. « Sie verließen den Laden wie ein fröhliches Gespann. Die Verkäuferin sah ihnen beglückt nach. Und wenn auch keiner es glauben sollte — zwei Monate später heirateten sie. Und wenn es auch jeder bezweifeln sollte — längst vor der Hochzeit hatte Roswitha ihm den kleinen Schwindel mit dem Hut gestanden. Und wenn auch niemand es für möglich halten sollte — gerade dieser Streich und wie sie ihn erzählte, war der entscheidende Anstoß geworden, daß er sie zur Frau begehrte. Klassische Briefmarken. Die neue Briefmarkenserie, die Griechenland sich anschickt, herauszugeben, wird für die Briefmarkensammler der ganzen Welt eine besondere Freude bedeuten, nicht nur, weil sie eine Bereicherung ihrer Sammlungen darstellt, sondern auch, weil sie Zeichnungen von hervorragendem künstlerischem Charakter aufweisen. Für die kleinen Werte werden die neuen Marken die vier Typen der antiken griechischen Säulen bringen, minoische, dorische, jonische und korinthische. Andere Darstellungen werden die Venus von Milo zeigen, die Schlacht bei Salamis und Paulus auf dem Marktplatz von Athen. Auf einer Marke zu einer Drachme, die sich durch besondere Schönheit auszeichnet, wird man eine der packendsten Szenen der Geschichte bewundern können: den Achilles, wie er die Leiche Hektors um die Mauern Trojas schleift. Der Reichs-Tierschutzbund fordert deshalb alle Volksgenossen auf, jede derartige Vernachlässigung eines Haustieres unnachsichtlich beim Orts-Tier- schutzverein, oder bei der zuständigen Polizeibehörde zur Anzeige zu bringen. Jedermann ist hierzu berechtigt. Führerratssitzung des Kreisverbandes 0it^ Hungen, 4. Okt. Ein Verkehrsunfall, der noch glücklich verlief und sehr leicht zu bösen Folgen hätte führen können, ereignete sich hier in der Gießener Straße. Ein kleines Mädchen lief direkt in ein Auto hinein, von dem es ersaßt unb einige Meter mitgeschleift wurde. Zum Glück konnte der Führer des Wagens, der sehr mäßig gefahren war, sofort anhalten. Das Kind trug nur einige Hautabschürfungen davon, und wurde nach Anle- gung eines Verbands von dem in der Nähe wohnenden Arzt sofort wieder entlassen, da eine weitere Behandlung erfreulicherweise sich nicht als erforderlich erwies. — Die Kartoffelernte geht hier ihrem Ende zu. Wenn auch einzelne Sorten an Ertrag etwas geringer sind und unter Faulen gelitten haben, so kann man doch im allgemeinen den Ertrag im Ganzen als befriedigend anfehen. G Hungen, 4. Okt. Die Feier des heutigen Erntedanktages mußte infolge der hier herrfchenoen Scharlachepidemie ausfallen. Bereits am vorigen Sonntag konnte aus diesem Grunde das alljährlich an diesem Tage stattfindende Kirchweihfest nicht gehalten werden. Bis jetzt werden über fünfzig Erkrankungen dieser Art gezählt. Mit wenigen Ausnahmen nimmt die Krankheit bis jetzt einen leichteren Verlauf, jedoch hat sich in einem Falle eine Ueberführung in die Gießener Universitätsklinik als notwendig erwiesen. — Verschiedenen Anliegern von Baumstücken in den sog. Bergen wurde dieser Tage der nicht unerhebliche Behang der Apfelbäume, die insbesondere bestes Tafelobst trugen, gestohlen, hoffentlich gelingt es der Polizei die Täter zu ermitteln. — Nachdem die Reichsbahn vor kurzem die Außenseiten des hiesigen Bahnhofsgebäudes einer Neuherrichtung unterzogen hatte, wurde nun auch der angrenzende Güterschuppen mit einem neuen Außenanstrich versehen. 00 Weickartshain, 4. Okt. Gestern abend zeigte die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Saale des Gastwirts hock den Film „Die elf Schillfchen Offiziere". Die Vorführung war gut besucht und hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Kreis Friedberg. Aus der mittleren Wetterau, 4.Okt. Die Bäuerlichen Werkschulen und Wirt- schaftsberatungs st eilen zu Nidda und Friedberg haben im Laufe des Sommers in verschiedenen Gemeinden Bodenuntersuchungen auf Kalkgehalt durchgeführt. Nur etwa ein Viertel bis ein Drittel der Proben ergab einen normalen Kalkzustand der Ackerkrume, der größere Teil des Bodens muß als fchwachfauer und ein nicht geringer Hundertsatz sogar als starksauer bezeichnet werden. Da der Kalk nicht nur einer der Hauptnährstoffe ist, sondern auch ein vorzügliches Bodenverbesserungsmittel, haben die zuständigen Stellen die in Frage kommenden Bauern und Landwirte zur Abhilfe auf» gefordert. Denn es ist im Interesse der Erzeugungsschlacht gelegen, nicht nur mehr, sondern auch richtig zu düngen. — In den meisten Gemeinden kommt gegenwärtig der F l a ch s zur V e r l a d u n g. Durch die schlechte Wttterung im Sommer hat die Güte der Stengel etwas gelitten, so daß nur ein Mittelpreis für 50 Kilogramm von 4,50 bis 6,50 Mark vergütet wird. Der zur Adolf-Hitler-Spende angebaute Flachs wird gesondert verfrachtet und entriffelt angeliefert. Das Äroßfeuer in Frankfurt. Mehrere Familien obdachlos. LPD. Frankfurt a. M., 3. Okt. Das Großfeuer, das in der Nacht zum Samstag ein altes Wohnhaus in der Großen Eschenheimer Straße hermsuchte, konnte nach mehrstündigem Einsatz von sechs Loschzügen auf seinen Herd beschränkt werden. Das Dachgeschoß und die zwei unteren Stockwerke sind völlig ausgebrannt bzw. durch die gewaltigen Wassermassen schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Brandstätte bietet ein Bild trostloser Verwüstung. Unten auf der abgesperrten Straße liegen der Brandschutt, verkohlte Balken und altes Gerümpel. Die Bewohner des Hauses, die durch diesen Brand zum größten Teil obdachlos wurden, fanden vorläufig in den Nachbarhäusern Aufnahme. — Seit vielen Jahren hatte Frankfurt keinen derartig gefährlichen Wohnhausbrand mehr zu verzeichnen. Die Feuersgefahr war hier um so größer, als die Häuser in dieser engen Straße sehr dicht stehen, und so mit einem schnellen Umsichgreifen des Bran- des zu rechnen war. Das betroffene Haus ist schon rund 300 Jahre alt und beherbergte in früheren Zeiten ein Kloster. Tagung der oberhessischen Handwerker in Gießen Nachdruck verboten! 15. Fortsetzung. „Ich will eben wieder zu ihr, bis sie Ihnen die Milch wieder selber bringen kann, wird wohl noch ein Weilchen vergehen, aber unser Mädchen ist bei ihr, da brauchen wir uns keine Sorge zu machen." Sie hebt die Hand und geht weiter. „Moment mal, du! Das war ein bißchen viel auf einmal. Fräulein Gottschalk — Milch bringen — unser Mädchen — und wir brauchen uns keine Sorge zu machen —, versteh ich nicht ganz ohne Erläuterung?" „Das ist auch nicht nötig. Besieh' dir lieber mal, wie schlecht der Kerl anfährt. Ich ginge aus meinem Sitz senkrecht in die höhe, wenn ich daneben sähe. „Na, nun bin ich beruhigt, da hast du sa neben deiner Braut noch ein kleines anderes Interesse. „Wenn du mit der Braut den Wagen meinst, hast du recht, wenn du mit dem kleinen Interesse ein Mädchen meinst, biste auf dem Holzweg. Los, zahlen! Brausen wir hinterher!" Sie haben den Roaster, den John heromg fett zwei Tagen erst fährt, schnell überholt. Aber auch Yier ist jemand neugierig. „War das nicht der Mann aus der Lechbucherei, Fräulein Brandes?" „$a." „Ist das nicht ein etwas weiter Weg, sich Bücher zu besorgen?" , ... „Es war ein Zufall, ich ging hauptsächlich für meine Freundin hin. Sie müssen mich aber wirklich noch einmal in der Augsburger Siraße absetzen, ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, daß ich vorhin i° auf und davon bin." ... „Ihr Mädchen ist ja dort. Sollten Sie nicht für Aren Herrn Vater noch etwas erledigen, Fräulein Brandes?" Hanna erschrickt. , , _ . , „Der Koffer! Bin ich denn von allen guten Geistern verlassen —natürlich muß ich heim. Ich will nur schnell bei Liefe! Bescheid sagen, ich muß sie bitten, mich bann heimzufahren, Herr Herbing." MMMMlsW Vornan von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. h., Berlin SW 68 So geschieht es auch. Und der Zufall will, daß Rechtsanwatt Brandes vor seinem Hause steht, als seine Tochter ausfteigt. Sie kommt sofort auf ihn zu und stellt Herbing vor. „Das freut mich, Herr Herbing. Meine Tochter hat von Ihnen gesprochen. Aber wollen Sie nicht mit ins Haus kommen? Hanna wird sich für eine halbe Stunoe entschuldigen müssen, aber wir können uns indessen bei einem Glas Wein etwas erzählen. Herbing nimmt an, es paßt herrlich in sein Programm, denn er lernt den bekannten Anwalt nun viel schneller und zwangloser kennen, als er es sich gedacht und gewünscht hat. Er wird in den Garten geführt, dort wird Wein und Gebäck gereicht, und John Herbing genießt das, was er feit langem doch vermißt hat: einen gut geführten haushalt. Er ist fast zwei Jahrzehnte lang im alten Europa herumgereist, hat Völker und ihre Eigenheiten — vor allem ihre oft seltsamen Küchen — kennen gelernt und keine Ermüdung gespürt. Jetzt merkt er doch, daß er eine Grenze erreicht hat. Nicht die fast oienig Jahre sind es, sondern die Fülle der Erlebnisse, die sie umschließen. Es geschieht ihm jetzt oft, daß er an seine früh verstorbene Mutter denken muß, dann hat er den Eindruck einer guten Hand, die ihn streichelt, er empfindet fast körperlich die Atmosphäre, die seine Kindhett umgab, und die Frauen, mit denen er in den letzten zwei Jahren zusammen war, mußten oft eine Prüfung bestehen, von der sie nichts wußten. Meistens ließ er sie bann stehen, wie er auch Thea Blandt stehen gelassen hatte. Nun ist da Hanna Brandes. An ihr reizt nicht nur die Klugheit, das einnehmende Aeuhere, das ist noch etwas Undefinierbares, ein hauch von Schwermut vielleicht, der die glückliche Mischung ausmacht, die ihm an dem Tag ihres Kennenlernens aufgefallen war. „Das ist ja ein kleines Paradies, das man dem Haus von außen nicht zutraut, Herr Doktor." Herbing siebt sich um. Letztes Tageslicht macht die bunten Farben des Gartens matt, kein irisierender Sonnenstrahl blendet die Augen, das ruhige Grün des weiten Rasens tut wohl. Brandes stimmt zu. „Er ist meine Erholung nach oft mehr als zehnstündigem Arbeitstag. Morgen will ich an die See, es ist feit mehr als drei Jahren mein erster Urlaub. Ich freue mich darauf, wie das Kind auf die Sommerserien. „Ich hörte, daß Fräulein Brandes dahelmbleibt. Ich verstand sie sogar so, daß sie Fräulein Gottschalk auf ein paar Tage aufnehmen wollte, bis das Schlimmste vorüber ist." Da Brandes keine Ahnung von den Geschehnissen hat, kann er sein erstauntes Gesicht nicht verhehlen. Er fragt, was passiert sei, er habe seine Tochter feit heute morgen nicht gesprochen, allerdings habe sie ihm da auch erzählt, daß — „Sie hat da auch noch nichts gewußt, Herr Doktor. Ich hatte mich ursprünglich mit ihr zum Tee verabredet, sie sagte mir anscheinend ohne Grund ab, und da ich nicht gern im Dunkeln tappe, zog ich Erkundigung ein. Die führte mich über Ihr Personal nach Der Augsburger Straße zehn, wo ich Fräulein Brandes mit der Pflege ihrer Freundin beschäftigt fand. Das arme Hascher! hat sich empfindlich verbrüht." „Das tut mir recht leid. Selbstverständlich kann Hanna ihr helfen, wo sie kann." Brandes beobachtete Herbing unauffällig, aber gründlich. An seinem Benehmen ist nichts auszusetzen, erstaunlich ist nur, wie schnell Hanna sich ihm angeschlossen hat. „Ich holte Ihre Tochter zu einer kurzen Spazierfahrt ab, und da ich bei der Gelegenheit die Freude habe. Sie kennen zu lernen, Herr Doktor, gestatte ich mir die Frage, ob ich mich um die Damen während Ihrer Abwesenheit ein bißchen kümmern darf." „Das ist eine gute Idee, Herr herbing. Meine Tochter lebt das Leben einer Einsiedlerin, es ist an sich schon bemerkenswert, daß sie sich einer Schulkameradin erinnert und mehr als einmal in der Woche zum Tennis geht. Meistens zieht sie die Gesellschaft ihrer stummen Angorakatze der der Menschen vor." „Darin könnte ich sie sogar verstehen, Herr Doktor. Tiere sind oft ein besserer Ersatz. Katzen sind dazu verschwiegener als Hunde, es haftet ihnen viel ihrer ägyptischen Urheimat an, daher haben sie sich viel erhalten, was wir klugen Leute erst verstehen müssen." „Sie sind der erste Mensch, der meiner Katze gerecht wird, Herr herbing." Hanna ist zurückgekehrt, es hat niemand bemerkt, weil sie nicht den Weg, sondern den Rasen benutzt hat. „Friedel wird uns das Abendbrot richten. Ich hoffe, Sie haben nichts vor und können uns Gesellschaft leisten." Der Anwalt hatte viel Gelegenheit, sich über seine Tochter zu wundern. Sie ist von einer nie deod- > achteten Aufgeschlossenheit, sie führt die Unterhal»! tung meisterhaft, und er kann sich nicht erinnern, sie jemals so gesehen zu haben. Sie entwickelt Schlagfertigkeit, pariert der erstaunlichen geistigen Wendigkeit des Gastes, daß es dem Zuhörer Ver- gnügen macht. Die Stimmung ist recht aufgeräumt, und als sich John herbing kurz nach 11 Uhr verabschieden will, wird er vom Hausherrn noch einmal zum Wiederkommen aufgefordert. Hanna bringt ihn bis zur Gartentür. „Gute Nacht, herbing — es war ein sehr netter Abend, für den ich Ihnen danke." „Das wäre doch wohl mein kleines Dankgebet an Sie, Hanna. Ich märe glücklich, wenn ich wiederkommen dürfte." „Mein Vater lud Sie ja ein." „Und — Sie, Hanna?" Er steht noch immer dicht vor ihr, er sieht sie nur an und wartet auf Antwort. „Kommen Sie bald wieder! — Genügt Ihnen Das?", will sie scherzen. „Vorläufig — ja." Wieder steht Hanna Brgndes und horcht Dem Klang seines Motors nach. Aber diesmal ist keine Verwunderung in ihr, es ist auch nichts, was sie heute nicht verstünde... es ist ein gleicher Rhythmus, der sie bewegt, er ist neu in ihrem Leben, neu und ganz stark... 8. Kapitel. „Wir hätten gern Herrn ©Untermann gesprochen. Ich heiße im Wolde, Herr ©Untermann kennt mich." Das Mädchen verschwindet im Haus, die beiden Kameraden warten vor der Tür. Es dauert nicht lange, da kommt sie zurück und sagt, daß Herr ©Untermann bitten ließe. Aber sie hat es kaum herausgebracht, als er schon neben ihr steht. „Das ist ja nett, daß Sie mich mal aufsuchen, wollen Sie nicht hereinkommen. Aber joir können auch im Garten eine Zigarre rauchen." „Wie es Ihnen am liebsten ist, Herr ©unter» mann, ich ziehe ja frische Luft vor, und Ingenieur Herdegen auch", sagt im Wolde sehr offen. Er hat Die Mütze in Der Hand und bittet sein Schick- al, daß es ihm die richtigen Worte geben mochte. „Ich wollte Ihnen nicht nur einen Besuch abjtai- tcn Herr ©Untermann, ich wollte Ihnen vor allem etwas zeigen. Darf ich den Wagen hereinfahren „haben Sie ihn immer noch? Das nenne ich -in» hänglichkeit! Also rein mit ihm!" (Fortsetzung folgt) 9 Jl.-'Sport Erfolgreiches Molorfporljahr 1936 Oie Knappen revanchieren sich. HAUSFRAUEN! ACHTUNG! GLORIr Ab heute Montag: Täglich 4, ß. 8.30 Ehr Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er. mäßigttn Grund. Preis von 5 Pf. für die Millimeter« rette veröffentlicht berger ging vom Platz, für ihn trat ein Ersatzmann ein. Halbzeit 0:0. Sofort nach Wiederanstoß legten die Schalter ein mörderisches Tempo vor. Schüsse von Urban, Pörtgen und Kalwitzki gingen knapp daneben oder wurden von Köhl gehalten. Auch Szepan und Gellesch hatten mit ihren Kopfbällen kein Glück. Nachdem der „Club" zwei Ecken vergeben hatte, drehten die Knappen wieder auf und endlich in der 32. Minute fiel dann auch der lang ersehnte Treffer. Der Schiedsrichter verhängte gegen Nürnberg einen Freistoß, weil an Pörtgen ein Foul begangen worden war. Bornemann gab das Leder vor das Gästetor, nach einem großen Durcheinander wehrte Köhl zunächst ab, dann paßte Szepan zu Kalwitzki, der das Leder über die Linie drückte. In der 38. Minute stand es 2:0 für Schalke. Nach mehreren Schüssen kam der Ball zu Urban, der kurz entschlossen einschoß. Der Jubel der 50 000 Zuschauer war groß. Bis zum Schluß gab es dann offenes Feldspiel. Nach dem Abpfiff dankten die Zuschauer beiden Mannschaften für ihr gutes Spiel durch großen Beifall. Max Gyrina lief wieder Rekord. Bei einem Sportfest in Gotha, das der FC- Ar- noldi anläßlich seines 35jährigen Jubiläums veranstaltete, gingen am Sonntag noch einmal einige der besten deutschen Leichtathleten an den Start. Im Mittelpunkt der Wettbewerbe stand der Rekordkampf dem Verderb heißt: unsere Einfuhr entlasten und damit Devisen spare« Der folgende Aufruf zur Beteiligung an den Sportkursen der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" richtet sich an alle Volksgenossen: „Deutscher, wir rufen dich! Die XI. Olympischen Spiele waren ein gigantisches Fest des Friedens und der Freude, ein Triumph der Lebenskraft und Leistung. Das ganze deutsche Volk nahm an dem gewaltigen Wettstreit der Besten der Welt begeisterten Anteil und bewies damit seine sportliche Veranlagung und tiefes Verständnis für die Idee der Leibeserziehung. Die körperliche Ertüchtigung des deutschen Menschen ist einer der Grundpfeiler nationalsozialistischer Erziehung. lieber die Sportkurse der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freud e" führt der Weg zu Gesundheit, Lebenskraft und Leistungsfähigkeit. Leibesübungen müssen zu einer Lebensform unseres Volkes werden." (gez.) D r. Goebbels. (gez.) von Tschammer und Osten, (gez.) D r. Ley. Ludwig Thomas Komödie jetzt auch im Film mit /)Fita Benkhoff Ursula Deinert Joe Stoeckel Walter Steinbeck Jupp Hussels nach dem gleichn. Bühnenstück von Kurt Seilnick das über fast alle deutschen Bühnen ging. Hauptpersonen: Lndwin Manfred Lommel, Hilde Schneider, Breie Weiser, Friedel Haerlin, Walt. Steinbeck 2 Stunden Lachen Beiprogramm und Fox-Ton-Woche aus der deutschen Marathon-Garde auf, darunter den Sieger des Vorjahres. Diesmal gewann der Stuttgarter Bertsch vor Jahn (Spmt-Club Hota-Berlin) und Knuth (Berlin) in 2:46,05 Std. Ergebnis: 1. Bertsch, VfB. Stuttgart 2:46,05; 2. Jahn, Sport-Club Hota 2:46,53; 3. Knuth, Berlin 2:53,03; 4. Seeland, TV. Jahn Eisenach 2:5343; 5. Orbans, Dresden 2:54,43; 6. Franzcok, VfB. Rathenow 2:57,16; 7. Annweiler, Saarbrücken 2:58,51; 8. Hornung, Wiesbaden 3:02,12; 9. Hersel, SV. 98 Darmstadt 3:03,57; 10. Kreglinger, Marine-Sportschule Wilhelmshaven 3:04,49. Deutsche Geher im Kampf über 40 Kilometer. Die besten deutschen Geher nahmen am Sonntag an der Prüfung Koblenz—Bonn über 40 Kilometer teil. Der Leipziger SA.-Mann P r e h n war auch hier seinen Gegnern überlegen. Bei Niederbreisig (nach 28 Kilometer) stieß er vor und beendete den Kampf mit großem Vorsprung. Dabei erzielte er mit 4:31,32 Stunden eine neue deutsche Bestzeit. Lichtspielhaus Gießen, Bahnhofstraße Ab heute Montag: Ein volks- tüm'..ches Lustspiel Olympia 1936 in Wort und Bild. Der Samstagabend brachte im Stadttheater eine Dortragsveranstaltung. Thema des Abends waren die Olympischen Spiele 1936. Der Sprecher des Reichssenders Berlin Rolf Wernicke war leider durch seine Teilnahme an der Erntedankfestfeier auf dem Bückeberg am Erscheinen verhindert. Für ihn sprang sein Frankfurter Kollege Werner, der Sportreferent des Reichssenders Frankfurt ein, der ebenfalls während der Olympischen Spiele in Berlin als Sprecher mitwirkte. Der Redner ließ noch einmal vor dem geistigen Auge seiner Zuhörer die Fülle der Ereignisse von Berlin vorüberziehen, er führte an die verschiedenen Kampfstätten des Reichssportfeldes, erinnerte an einzelne besondere spannende Kämpfe, stellte einige der heroischsten Kämpfer in Wort und im Lichtbild vor und gab damit einen gedrängten Ueberblick über die Ereignisse. Eine Anzahl Bilder unterstützten das gesprochene Wort. Fußball der Sauliga-Mannschasten. Gau Südwest: Eintracht Frankfurt — FK. Pirmasens 5:0; Wormatia Worms — FSV. Frankfurt 6:2; Spfr. Saarbrücken — Union Niederrad 2:1; Borussia — Neunkirchen — Kickers Offenbach 0:1; SV. Wiesbaden — FV. Saarbrücken 2:0. Gau Bayern: Bayern München — Wacker München 3:3; VfB. Jngolstadt-Ringsee — FC. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll (Ein Buch für den Naturfreund! Waldweben Die Lebensgemeinschaft de« deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleden des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, mit lebendigem und auf>chluhreichem Einführung-text von ft. Berhard u.G.Wolff. Preis Rvk.4,80. (Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgewordenen Naturfchdnheiten in sich auf« -unehmen, dem singen und hl ng n die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclam» Universum Verlangen SU kostenlos unser« bebilderten Werbeblüttevtz 3u beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde iiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Rings von Schloten umgeben hat sich der FC. Schalke 04 eine Kampfstätte zugelegt, die man wohl zu den schönsten des ganzen Reiches zählen kann. Zum Einweihungsspiel zwischen den Meistermannschaften des 1. FC. Nürnberg und der „Knappen" hatten sich 50 000 Zuschauer eingesunden. Nachdem die Nürnberger im letzten Jahre die Schalter dreimal bezwingen konnten, gelang den „Knappen" diesmal die Revanche für die Niederlagen in wichtigen Meisterschafts- und Pokalspielen. Sie siegten nach einem schönen Spiel verdient mit 2:0 (0:0). Die Mannschaften traten in folgenden Aufstellungen an: Nürnberg: Köhl; Billmann, Muntert; Uebe- lein I., Carolin, Oehm; Guhner, Eiberger, Friedel, Schmitt, Uebelein II. Schalke: Mellage; Bornemann, Schweißfurt; Gellesch, Tibulski, Valentin; Kalwitzki, Szepan, Pörtgen, Kuzorra, Urban. Kurz vor 16 Uhr gab der Duisburger Schiedsrichter B r o d e n den Ball frei. In den ersten 20 Minuten zeigten beide Mannschaften ein forsches Spiel, die flüssigen Kombinationszüge fanden begeisterten Beifall. Bis zum Wechsel ließ das Spiel dann etwas nach, Schalke erzielte vier. Nürnberg eine Ecke. Beide Hintermannschafte waren auf dem Posten, besonders Köhl im Nürnberger Tor. Kurz vor dem Wechsel mußte Guhner durch ein Foul von Schweißfurt kurze Zeit ausscheiden Auch Ei- Unter dem Leitwort „Kraft durch Freude ist das Lebensbekenntnis des nationalsozialistischen deutschen Menschen" veröffentlicht die DAK. einen Artikel des Reichsamtsleiters der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude", Horst Dreßler-Andreß, in dem es u. a. heißt: „Leibesübungen sind die erste Voraussetzung für die sichere Erhaltung der Gesundheit unseres Volkes. Die „NS.-Gemeinfchaft ,Kraft durch Freude' hat die große Aufgabe übernommen, den deutschen Arbeiter für Leibesübungen zu begeistern, und sie darf heute mit stolzer Befriedigung auf die großen Erfolge auf diesem Arbeitsgebiet zurückschauen. Wir stehen erst am Anfang dieser herrlichen, der Erhaltung und dem ewigen Bestand unseres Volkes dienenden Aufgabe. Wir lassen nicht nach in unserer Arbeit, und weil wir das Gute, das Gesunde, das Schöne und das Edle für das leibliche Leben des deutschen Arbeitsmenschen wollen, und weil wir ewig streben, dieses Lebensglück zu erkämpfen, wird der Sieg immer bei uns fein." versuch Max Syrings über 7500 Meter. Die bisherige Bestleistung stammt aus dem Jahre 1929 und wurde von Dieckmann mit 23:26 Min. aufgestellt. Mit 23:05,9 Minuten gelang es Syring, einen neuen deutschen Rekord zu schaffen. Allerdings ist zu bemerken, daß diese Strecke selten gelaufen wird, sonst hätte sich der alte Rekord wohl kaum 7 Jahre lang halten können. Die meisten Wettbewerbe gewann der SC. Charlottenburg, der unter Führung Stücks bei dem Sportfest erschienen war. Stöck allein gewann drei Konkurrenzen. Marathon-Meisterschast im Gau Hessen. Bettfd) (Stuttgart) siegte in 2:44,03 Std. Der Gau XII Hessen führte am Sonntag den 2. reichsoffenen Marathon-Lauf durch, der in Weilburg gestartet wurde. 64 Läufer fanden sich auf dem Marktplatz Weilburgs ein. Die 42 Kilometer lange Strecke führte ins Weiltal über Weilmünster bis vor Emmershausen. Das Feld wies gute Namen Vornehm i Geschmackvoll! Persönlich! Oteee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Famlllen- Drucksache nietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die BrUhl'sche Druckerei Schulst 7. Ruf 2251 Hauptgegner. Die Fahrer dieser Marken stellten auch die neuen Straßenmeister, wobei DKW in diesem Jahre besonders günstig abschnitt. Die „Zschopauer" gewannen von vier Straßenmeister» chaften drei, während NSU mit Fleischmann in der 350 ccm-Klasse den Titelträger stellte. Wie gut es mit dem Fahrer-Nachwuchs beschaffen ist, zeigt der Erfolg H. P. Müllers, der in diesem Jahre zum ersten Male auf festen Vertrag bei DKW fuhr und den Titel „Deutscher Meister" in der Halbliter-Klasse errang. Die BMW-Leute sind im Kommen. Ley fuhr beim Solitude-Rennen die beste Zeit, war auf dem In Nebel und Regen wurde am letzten Septem- . ber-Sonntag beim 11. Feldbergrennen das Motorsport-Rennjahr 1936 abgeschlossen. Es war ein nasses Finale. Den eindrucksvolleren Ausklang des Rennjahres, den gab es beim Training, zwei Tage vor der Veranstaltung, als die Teilnehmer dieses Rennens, allen voran der junge Bernd Rosemeyer, einen unerhörten Generalangriff auf die alten Feldberg-Rekorde unternahmen. Man kennt den Erfolg dieses Angriffs, man kennt vor allem die unerhört schnelle Zeit, in der Rosemeyer den Feld- bergkurs hinaufjagte. Noch einmal sah man in diesen paar Stunden des Feldbergrennens die ganze stolze Entwicklung des deutschen Kraftfahrsports auf engem Raum vereinigt: Die schnellen Rennfahrzeuge, Fahrer, die zu den besten der Welt zählen, eine störungslos arbeitende Organisation und eine große Zuschauermenge, die leidenschaftlichen Anteil an den Rennen nahm. Wenn wir nun Rückschau halten auf die Rennzeit 1936, also auf die sechs Monate, in denen sich die großen motorsportlichen Veranstaltungen zusammendrängen, so muß man zunächst darauf Hinweisen, daß die Kampfparole des Führers: „Wir müssen motorisieren" weiter getragen worden ist. Deutlicher als im Rennjahr 1935 zeichnen sich in diesem Jahre die Fortschritte auf den einzelnen Gebieten des Kraftfahrsportes ab. Die großartigen Erfolge unserer Rennwagen, der zähe und unnachgiebige Kampf unserer Motorradfahrer mit den großen ausländischen Gegnern, die Breitenarbeit und der hohe Stand unseres Geländesports, die Geschwindigkeitsfahrten auf der Autobahn und die unzähligen technischen Versuche — das alles kann uns nur mit Stolz und Zuversicht erfüllen. Die Bilanz des Rennjahres 1936 kann sich sehen lassen. Sei den Nennwagen sieht diese Bilanz besonders erfreulich aus. Nicht weniger als acht von zwölf der wichtigsten internationalen Veranstaltungen wurden von deutschen Wagen gewonnen. Den Hauptanteil an den Erfolgen hatte in diesem Jahre die Auto-Union und hier wieder Bernd Rosemeyer, der fünf der bedeutendsten internationalen Preise gemann. Unerhört rasch hat sich der junge Emsländer an die Spitze der besten Fahrer der Welt gesetzt. Seine Laufbahn als Rennfahrer ist ohne Beispiel in der Geschichte des internationalen Rennsports. Dor zwei Jahren stieg er zum ersten Male in einen Rennwagen, nachdem er allerdings vorher schon auf dem Motorrad yervorragende Proben feines fahrtechnischen Könnens bewiesen hatte. Mercedes-Benz war durch Caracciola zweimal in den Großen Preisen erfolgreich. Das Untertürkheimer Werk zog sich aber schließlich für dieses Jahr von den Rennen zurück, um sich mit Ruhe und Gründlichkeit der Vorbereitung des neuen Sportjahres widmen zu können. Kein Zweifel herrscht darüber, daß mit dem Startschuß des neuen Sportjahres auf den großen internationalen Rennen neben den vier Ringen der Auto-Union wieder der dreizackige Stern von Mercedes aufleuchten wird. In der Rennwagen-Verfuchsabteilung von Mercedes wird übrigens ein neuer Zwölfzylinder entwickelt, mit dem der deutsche Automobil-Rennsport eine neue und sicher scharfe Waffe erhalten wird. Der Motorrad-Sport wurde in der Hauptsache von den drei führenden deutschen Marken DKW, NSU und BMW getra- gen. Die Rennställe von DKW und NSU, die zu Beginn der Saison eine Reihe neuer Fahrer verpflichtet hatten und mit diesen „Neuen" zum Teil besonders gute Griffe machten, stellten wie in den voraufgegangenen Jahren in allen Rennen die Mittwoch,7.0kt.,nachm.4Uhr bis abds.SVtUhr KAFFEESTUN DIE im Hotel Hindenburg verbunden mit der großen Korsett- und Wäsche-Modenschau Mitwirkende Firmen: Korsettmoden „Rekord6* Mar hi Bierans, Seltersweg 69 Salon und Parfürmerie Koch, Seltersweg 63 Brüder Schmidt, Fachgeschäft f Haus u. Küche, Seltersw.77 Gesamtleitung und Modeplauderei: CHARLOTTE HERBST, BERLIN Unkostenbeitrag 20 Pf