186. Jahrgang Eichener Anzeiger Nr. 208 Erster Blatt 186. Jahrgang Samstag, 5. September 1936 Sonntags* unö feiertags W G ® Annahme oon Unzetgen Ä: ÄK 13a 44UA44ÄAA E®=5 Heimat im Bild - Die Scholle ■ HNBk W M BaESt WV BH MB^k Ws Grundpreise für 1 mm höhe Monatr-Vezugrprets: M |H SB B Jr W ■ W X H Jr B B B ® B ■ B ■Jr HB für Anzeigen oon 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 ■■■I ■< BW Br B B B /BBS Br B B B » B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 «U W «Bk ■ BI Bk ■ H wük H JBB ■ B W W ■ BÄ H Bk B anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr.. , -.25 WM' B B B §gp Bly B WM W wh/ W MM 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ■ ^F ^F ^F M ^F ■ ^F vorh. Dereinbg.250/g mehr. fn°°.gNL»r^wÄ LF ff NF arntäfeigte Srundpre.,.: MM General-Anzeiger für Oberhesfen po#fd)e die Reihe kommen, bis zu dem Tage, an , dem Caballero seinerseits durch die ibe- } rischen Anarchisten verurteilt würde. ; Der sozialistische „Populaire" erklärt daß die i neue Regierung Caballero eine ausgesprochene Re- ( gierung des Kampfes bis zum Ende sei. Sie werde, ( so hofft das Blatt, den „Rebellen" eine schmähliche , Niederlage beibringen. Vorher aber werde fie öie , Aufgabe'haben, die Kommandoeinheit tn < die Tat umzusetzen, die bis jetzt zum Nachteil der^ militärischen Operationen gefehlt habe. , Das Echo in London. ; Die Kommunisten drängen an die Macht. I London, 5. Sept. (DNB. Funkspruzh.) „Daily | Mail" fdfreibt, der Erzbolschewik Caballero habe den Strohmann Giral verdrängt, und eine „Regierung schamloser und g emo b tätiger Kommunisten gebildet. Cngland werde mit Ausnahme jener sonderbaren Minder - heit, die vor Begeisterung für die "Ischew.ken vergehe, den bemerkenswerten Sieg von Jrun s u r bas Christentum, die Ordnung und, d>e I Kultur begrüßen. — Die englische L,n k s - . prelle ist durch die Regierungsb ldung m . Madrid und die überwiegend ^kommunistische Far bung des neuen Kabinetts sichtlich «, genheit geraten. Die liberale „News Chromcle , I die die verfassungsmäßige Regierung in Madrid . mit größter Begeisterung unterstützt hat, scheint von der neuen Entwicklung nicht seh r b e g stert zu fein. Sie erklärte, daß jetzt die ent . schlosseneren aber weniger mäßigen . Leute an die Macht gekommen seiemDaur . seien jedoch nur die Nationalisten verantwortlich. Das Blatt versteift sich sogar zu der kühnen Behauptung: Wenn letzten Endes d i e r?t e F h . über Spanien wehen würde, dann wäre das dem - General Franco zu verdanken. Der „Da i I q Telegraph" lchrecht, durch den i Regierungswechsel in Madrid werde die Macht oon . Frontkämpfer die Sicherheit auf französischem Boden dem „heldischen Kampf" in Spanien vor. Die auf der spanischen Seite der internationalen Brücke postierten Zollsoldaten und Rotgardisten sind in der Nacht ebenfalls auf französisches Gebiet geflüchtet. Ihre Stellen haben französische Kommunisten, die schon während der letzten Wochen mit den spanischen Marxisten zusammen gegen die nationalistischen Truppen gekämpft haben, besetzt (!). Sie verteidigen den Brückenkopf mit Maschinengewehren. San Sebastian vom gleichen Schicksal bedroht. Rote Ueberläufer erzählen in Hendaye, daß i n San S e b a st i a n bei den Volksfrontlern Munitionsmangel herrschen soll. Die Anarchisten seien entschlossen, auch diese Stadt, ebenso wie Jrun, zu zerstören, bevor sie sich in Sicherheit bringen. Die französische Hilfe, d. h. die Hilfe der französischen Volksfront, sei nicht genügend gewesen; man habe noch viel mehr von ihr erwartet. Nachdem die Versprechungen nur zum Teil erfüllt worden seien, hätte man den Widerstand Irans nicht mehr aufrechterhalten können. Leber 100 Auguslinermönche des Escorial von denRoten ermordet. Paris, 5. Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie der „Jour" aus Burgos meldet, sind 114 Augustiner- Mönche des Escorial von den roten Milizen e r - schossen worden, ohne daß vorher em Urteil gefällt worden wäre. Dieses schreckliche Drama habe sich trotz des formellen Versprechens des Präsidenten der Republik, A z a n a , abgespielt, der ein ehemaliger Schüler dieser Klosterschule gewesen ist. Azana hatte erklärt, solange er an der Macht sein würde, brauchten sie nichts zu befürchten. Wie man sieht, ein leeres Versprechen, denn der Präsident hatte nicht die Möglichkeit, es zu halten. Es ist nur ein neuer Beweis, daß der erste Mann der spanischen Republik nicht ein Zipfelchen Autorität mehr besitzt. Oie europäische Gorge. Die Lage auf dem Schauplatz des spanischen Bürgerkrieges hat in der vergangenen Woche bemerkenswerte Veränderungen erfahren. Vor allem ist es den Truppen der nationalen Bewegung gelungen, eines der stärksten Widerstandsnester der Roten im Rücken der nationalen Nordarmee des Generals Mola, die Grenzstadt Jrun, nach heftigem Kampf in die Hand zu bekommen. Die roten Verteidiger haben nach erbitterter Gegenwehr schließlich das Heil in der Flucht über die nahe französische Grenze gesucht. Der Volksfront in Frankreich ist damit Gelegenheit gegeben, ihren spanischen Genossen, die trotz der tatkräftigen französischen Unterstützung durch Flugzeuge, Waffen, Munition und Freiwillige, die grabe hier vor Jrun besonders kraß in Erscheinung getreten ist, im Kampf unterlegen sind, nun ein Asyl zu bieten. Vielleicht wirken ihre Berichte etwas abkühlend auf die kriegslüsternen Gemüter der französischen Kommunisten. Das nächste Angriffsziel der nationalen Nordarmee dürfte das Jrun benachbarte berühmte Seebad San Sebastian an der Biscaya fein, das von nationalen Truppen auch bereits vollständig eingeschloffen ist. An der aragonesischen Front, wo die nationalen Truppen gegen die rote Miliz Kataloniens im Kampfe stehen, scheint sich nichts verändert zu haben. Dagegen meldet das nationale Hauptquartier in Valladolid Erfolge in der Guadarrama. Die nationalen Truppen rücken immer enger an Madrid heran und häufige Bombardements nationaler Flugzeuge auf Kasernen und Ministerien haben das ihrige dazu beigetragen, die Hauptstadt in ein Chaos zu verwandeln. Die Volksfrontregierung hat offenbar die Zügel völlig aus der Hand gleiten lassen. Rote Revolutionstribunale haben sich nach bekannten Mustern überall etabliert. Der Besitz von Kreuzen und Heiligenbildern oder die Zeiö^n bürgerlicher Wohlhabenheit sind heute in Madrid bereits todes- würdige Verbrechen, die von der roten Tscheka mit sofortigem Erschießen geahndet werden. In den Berichten, die Augenzeugen, die dem Blutbad entrinnen konnten, französischen und englischen Korrespondenten über die entsetzlichen Metzeleien in Madrid gegeben haben, wird besonders deutlich der abgrundtiefe Haß, mit dem der Bolschewismus auch hier in Spanien die Kirche und die christlicher Gesinnung verdächtigen Bevölkerungskreise verfolgt. Die Volksfrontregierung führte nur noch ein Schattendasein. Das gleiche Schicksal, das heute Minister der bürgerlichen Rechten vor das Exekutionspeloton zerrt, kann morgen den Männern der Volksfrontregierung blühen, wenn der Kommunismus den Augenblick für gekommen erachtet, offen die Herrschaft zu übernehmen, die er tatsächlich ja schon ausübt. Das neue KabinettCaballero, das bereits einen stärkeren Einschlag von Sozialisten und Kommunisten zeigt, deutet schon an, wohin die Reise gehen soll. Angesichts der völligen Anarchie in der spanischen Hauptstadt erschien es für die in Madrid verbliebenen diplomatischen Vertretungen — die meisten befinden sich bereits feit langem in der französischen Grenzstadt Hendaye — als ein Gebot der Pflicht, nachdem die meisten Ausländer an die Küste und von dort in die Heimat zurückgebracht worden waren, nun auch ihre Beamten in Sicherheit zu bringen, da die Volksfrontregierung keinerlei Gewähr für ihren Schutz übernehmen konnte. So find die Botschaften Deutschlands und Italiens nach dem Mittelmeerhafen Alicante übergefiedelt, die Botschaft der Vereinigten Staaten erwägt den gleichen Schritt. Auch hier im Süden spitzt sich die Lage immer mehr zu. Freilich haben die nationalen Truppen in Andalusien seit der Einnahme von Badajoz keinen durchschlagenden Erfolg mehr zu verzeichnen gehabt. Das von allen Seiten umzingelte Malaga hat sich überraschend lange gehalten. Aber trenn es nun den nationalen Luftstreitkräften gelungen sein sollte, den Hafen von Malaga von roten Kriegsschiffen zu säubern, dürfte der Fall Malagas unmittetbar beoorftehen. Damit würde einer Schreckensherrschaft ein Ende bereitet, die den bedeutendsten Ausfuhrhafen für spanischen Wein in wenigen Wochen in eine Wüste des Grauens verwandelt hat. Die Schuldigen scheinen, ganz ähnlich wie in Jrun, schon die Rettung vor dem ihnen drohenden Straf- aericht auf dem neutralen Boden des britischen Gibraltar zu suchen. Daß die Operationen der nationalen Generale im Süden nicht so vorankommen, wie nach der Einnahme der Schlüsselstellung Badajoz erwartet werden konnte, scheint auf Vorgänge in Marokko zurückzuführen zu fein, über die französische Linksblätter freilich hier ganz un- kontrollierbare Berichte veröffentlichen. Danach soll in Marokko, wo ja General Franco, der jetziae Oberkommandierende der nationalen Armeen, mit der spanischen Fremdenlegion den Aufstand gegen die Volksfrontregierung in Madrid begonnen hatte, eine Eingeborenenrevolte der nationalen Regierung schwer zu schaffen machen und namentlich die Anwerbungen für die in Andalusien kämpfenden nationalen Truppen sehr ins Hintertreffen geraten lassen. So wenig wie hier an diesem Einzelpunkt der mangelnde Einblick in die inneren Verhältnisse der Fronten ein abschließendes Urteil erlaubt, so wenig gestattet die lückenhafte Ueberstcht über die Gesamt- lage, eine Prognose für den Ausgang des Bürgerkrieges zu stellen. Schon über die zahlenmäßige Stärke der im Kampfe stehenden Truppen läßt sich keine genaue Angabe machen. Daß fie auf beiden Seiten nicht sehr groß fein kann, geht aus den Frontberichten hervor, die immer nur für moderne Begriffe kleine Zahlen nennen. Der größere Teil der reaufären Armee mit der besonders fampffräf» tigen Fremdenlegion steht mit den bewaffneten An- an und erzählte, daß im Fort Guadalupe daye und t M kreide dagegen erbrachte fast überhaupt keine Lrnte, weil sich in vielen Fällen nicht einmal das Blähen lohnte, hier seht jetzt der Alarm der bolschewistischen Partei und Regierung ein, die zur Aberntung auch der spärlichsten Reste auf solchen vertrockneten Feldern aufruft. Die Sowjetunion steht zum erstenmal in ihrer Geschichte vor der Rotwendigkeit, den Versuch zu machen, aus eigener Kraft eine Dürrekatastrophe zu überwinden. Als Hilfsmittel stehen etwa zehn Millionen Tonnen Getreide zur Verfügung, die als Reserve für die Rote Armee aufgestapelt wurden. Die Sowjetregierung will der vom hunger bedrohten Bevölkerung diese verfügbare Reserve vorenthalten. Moskau ist entschlossen, lieber Millionen der arbeitenden russischen Bevölkerung dem hunger zu opfern, als durch Angreifen der heeresbestände die Schlagkraft der Roten Armee zu gefährden, die man besonders mit Rück- aßgabe gestattet, daß 1. die Bezeichnung des Abzeichens und seiner sigen Gebiet hat das widerstandsfähige Winter- sicht auf die anwachsenden inneren Unruhen getreide durchschnittlich nur die Hälfte der nicht entbehren zu können meint. Rormalernle erbracht. Das 5 ommerge-j ------- oder in ein Konzentrationslager über« gewiesen worden waren. Die Verwaltungsstrafen konnten auch zusätzlich zur gerichtlichen Strafe verhängt werden. Auch diese werden getilgt. Im ganzen dürften etwa 5000 Personen von der Amnestie erfaßt werden, so daß mit der schon seinerzeit durchgeführten Amnestierung der gerichtlichen Häftlinge im ganzen 10000 politische Häftlinge in Freiheit gesetzt werden dürften. Warschau, 4. Sept. (DRB.) Heber die Lrnte- katastrophe in der Sowjetunion liegen nun Einzelheiten vor. Das Fahr 1936 war für Sowjetrußland ein ausgesprochenes Dürrejahr. Ein Gebiet, das ast die Hälfte der Aussaatfläche der Sowjetunion umfaßt, hat eine Mißernte gehabt wie seit 1 5 Fahren nicht mehr. Damals setzte nach der letzten Mißernte im Fahre 1921 die Hungerhilfe Nansens ein, die heule nach Lage der Dinge nicht wiederholt werden kann. Bereits in der Umgebung von Moskau fallen auf den Straßen Hunderte von Bauern auf, die ihr Vieh wegen Futtermangels zum Schlachten in die Stadt treiben. Die gleiche Erscheinung beobachtet man in der Umgebung der Städte Tula, Minsk, Twer, Kirow, Saratow u. a. Das Dürregebiet umfaßt dieses Fahr fast das gesamte europäische Rußland mit nur kleinen Ausnahmen. 3n diesem rie- VoMronMen in England. London, 5. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der am Montag zusammentretende englische, Gewerkschaftskongreß wird sich u. a. mit den wiederholten Bemühungen der kommunistischen Partei Englands befassen müssen, eine „Einheitsfront" zwischen der Arbeiterpartei und den Gewerkschaften sowie den Kommunisten herzustellen. Es besteht kein Zweifel, daß die Annäherungsversuche der Kommunisten auch in diesem Jahre wieder abgelehnt werden. Die „Times" weist auf die Gefahr der kommunistischen Machenschaften hin. Die gegenwärtige Taktik ziele auf die Einheitsfront hin, die Strategie bleibe die des K l a s s e n k a m p f e s , der Zersetzung des orthodoxen Sozialismus und des Gewerkschaftswesens und die Einführung revolutionärer Methoden. Der Kommunismus werde sich heute mit dem Sozialismus verbinden, um das politische System des Faschismus zu stürzen. Dabei rechne der Kommunismus jedoch damit, daß er in absehbarer Zeit den Sozialismus vernichte und die Führung des Proletariats antreten werde. Lloyd George vom Führer empfangen. Berchtesgaden, 4. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat am Freitag Lloyd George in seinem Landhaus in der Nähe von Berchtesgaden empfangen. Lloyd George traf gegen 16 Uhr mit Botschafter von Ribbentrop ein, beide Herren verließen das Haus zusammen gegen 19 Uhr. Im Laufe der Unterhaltung wurde die allgemeine politische Lage in Europa besprochen. Besonders stark haben Lloyd George die Mitteilungen des Führers über die in Deutschland in Angriff genommenen wirtschaftlichen Aufbaupläne wie Straßenbau und Siedlung usw. interessiert. Das Tragen des Stahlhelm -Tradilionsabzeichens. Im Ministerial-Blatt des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern, Ausgabe vom 26. August 1936 Nr. 37, wird der nachstehende Runderlaß des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern vom 17. August 1936 an die Nachgeordneten Behörden veröffentlicht: I. Auf Grund des § 1 Abf. 2 der DO. zur Ausf. des Gef. über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 14. 11. 1935 (RGBl. IS 1341) habe ich das Tragen des Stahlhelm-Traditionsabzeichens mit der Paris, 4. Sepk. (DRV.) Wie havas aus hen- daye meldet, sollen mehrere Hundert mar- xi st i s ch e Vl i l i z s o l d a t e n, die von 3run über die Grenze nach Frankreich geflüchtet sind, in Extrazügen nach der anderen Seife der Pyrenäen an die Grenzstation Eerb^re befördert werden, um sich dort den katalanischen Anarchisten anschliehen zu können. Am Freitagabend ist der erste Sonderzug mit einem Teil der marxistischen Vlilizen, die aus 3run auf französisches Gebiet geflüchtet waren, a u f der Durchfahrt nach Barcelona in Bordeaux eingelroffen. 3n dem Zuge befanden sich rund 800 wann, die noch am Vormittag in 3run gegen die Rationalisten gekämpft hatten. (!) Sie wurden auf dem Bahnhof verpflegt, und gegen 20 Uhr fetzte sich der Zug unter dem Gesang der 3ntemationale und der Earmagnole in Richtung Perpignan und Katalonien wieder in Bewegung. England gibt nicht nach. London, 5. Sept. (DNB. Funtspruch.) „Daily Telegraph" meldet, daß die Truppenverstär- Jun gen, die die britische Regierung nach P a - lästina entsenden werde, voraussichtlich 10000 Mann betragen würden. Dadurch werde die Gesamtzahl der britischen Truppen in Palästina auf rund 17 000 Mann erhöht. Diese Stärke werde für notwendig erachtet, um nötigenfalls die durch einen Belagerungszustand erforderlichen Maßnahmen in Kraft zu setzen. Vorläufig hoffe man aber, die Araber durch die Entfaltung einer größeren Truppenmacht einzuschüchtern und dadurch die Ausrufung des Belagerungszustandes zu vermeiden. öffnet die spanische Affäre auch einsichtigen Franzosen die Augen für die Erkenntnis, daß die politische Initiative längst von Paris auf Moskau übergegangen ist und nicht mehr das französische Sicherheitsbedürfnis, sondern der revolutionäre Machtwille des Bolschewismus befiehlt. Wir wissen nicht, ob die heute in Frankreich Regierenden noch die Kraft finden, aus dieser veränderten Lage entschlossen die Folgerungen zu ziehen. Die grauenerregenden Vorgänge in Spanien, wo Moskau allen offenkundig für das große Spiel um die Weltherrschaft die Karten mischt, sollte den Franzosen zu denken geben. Nicht müde Resignation und fatalistisches Treibenlassen können Europa vor dem bolschewistischen Chaos retten, sondern nur das Zusammenstehen der europäischen Nationen, denen ein Gewissen schlägt für ihre Verantwortung an der Erhaltung der gemeinsamen abendländischen Kultur. VestiaWe Greueltaten feer flöten in Andalusien. Frauen und Kinder hingemordet. London, 5. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die „Daily Mail" veröffentlicht einen Bericht eines in Spanien ansässigen Engländers, der furchtbare Einzelheiten über die Greueltaten spanischer Marxisten gegenüber Frauen und Kindern enthält. So haben die Roten in B ae n a in Andalusien Hunderte von kleinen Kindern ermordet, indem sie sie mit den Köpfen nach unten an Balkonen aushängten. Andere seien an Haustüren gekreuzigt worden. Zahlreiche Frauen seien an Pferde gebunden und von diesen durch die Straßen geschleift worden. In San Roque bei Gibraltar hätten die Roten die Frau und die Tochter des Garnisonkommandanten als Geiseln festgenommen. Ihre Leichen seien später mit schrecklichen Verstümmelungen aufgefunden worden. In A r a h a l schlossen die Roten 47 Personen in einen kleinen Raum, übergossen sie mit Benzin und verbrannten sie bei lebendigem Leibe. In Cazalia de la Sierra wurden 87 Personen lebendig in eine tiefe Grube gestürzt, in die die Marxisten alle drei Minuten eine D y n a • mi tpatrone warfen. „Daily Expreß" meldet, daß die Roten in Jrun kurz nach der Erstürmung der Stadt durch die Nationalisten 510 Geiselnerschossen haben. Unter ihnen befand sich der Erzbischof von Valladolid. Nach einer Reuter-Meldung aus Gibraltar haben die Kommunisten in Almeria den 72 Jahre alten Bischof von Almeria erschossen. Vor einem neuen Geiselmord der flöten. Em Geretteter aus dem Fort Guadalupe. Die Sowjetunion vor einer £ ungerkatastrophe. WeiieGebiete von Mißernte betroffen. -Heeresbeständewerden nicht angegriffen Vor durchgreifenden Maßnahmen in Palästina. 1OOOO Mann werden zur Verstärkung der englischen Besatzung bereitaestellt. In dem auf einem Höhenzug hinter Barcelona liegenden berühmten Kloster und Wallfahrtsort Montserrat wird, wie Havas meldet, zur Zeit v o n d e n R o t e n a l l e s z e r st ö r t, was irgenb wie an den r e l i g i ö s en Charakter der historischen Stätte erinnert. U. a. sollen bereits die Passionsgruppen der bolschewistischen störungswut zum Opfer gefallen sein. In Durchführung des Beschlusses, die Manöver der 1. Division im Hinblick auf die Lage in Palästina abzubrechen, wurden am Freitag 12 000 Mann in Kraftomnibussen aus der Grafschaft Sussex nach der Garnison st adt Aldershot zurücktransportiert. Sämtliche Urlauber der 1. Division erhielten Befehl, sich umgehend bei ihrem Truppenteil zurückzu- melden. Als Zeitpunkt für die Verschiffung nach Palästina wird der nächste Freitag angegeben. Bisher stehen in Palästina insgesamt 11 britische Bataillone, in erster Linie Infanterie, Tanks und Flieger. Entschließt sich England zur Verhängung des Kriegszustandes über Palästina, so würde mit diesem Augenblick die Zivilverwaltung auf die militärischen Behörden übergehen. Ebenso Ungeheuerliche AeulrMAsverletzung der französischen Volksfront. Zruner Marxisten werden durch Frankreich nach Katalonien geschafft. ZnnereVefriedung in Oesterreich. Amnestie für Verwaltungsstrafen. Wien, 4. Sept. (DNB.) Die infolge der Ereignisse des 29. Juli nicht zur Durchführung gekommene Derwaltungsamnestie wird in Anbetracht des Umstandes, daß im Monat August tMe innere Befriedung weitere Fort- chritte gemacht hat, vom 1. September d. I. an schrittweise durchgeführt werden. Die Verwaltungsamnestie betrifft alle jene poli - gehörigen der faschistischen, karlistischen und roya- 1 listischen Verbände im Lager der nationalen Be- i wegung, während die Marxisten sich auf einen Teil der gut ausgebildeten Zioilgarde, einer Polizei- ! truppe, und auf die aus Kommunisten und An- ! archiften gebildeten roten Milizen stützen, die freilich trotz ihres Fanatismus häufig lieber in den Kaffeehäusern von Madrid herumlungern und ihr • Heldentum bei Straßenmetzeleien und Hinrichtungen unter Beweis stellen, als an die Front gehen. Die größere Disziplin, Waffenübung und Kriegserfahrung haben zweifellos die nationalen Truppen, auch fehlt es den Roten fast völlig an Berufsoffizieren. Die Schwäche der nationalen Regierung ist dagegen ihr Mangel an Geld zum Ankauf von Waffen, denn der Goldschatz der spanischen Staatsbank befindet sich in Madrid in Händen der Volksfrontregierung, die von ihm für den Ankauf von Waffen, Munition und namentlich von Flugzeugen im Ausland reichlich Gebrauch macht. Damit berühren wir einen besonders wunden Punkt der ganzen Affaire, der den spanischen Bürgerkrieg zu einer ernstlichen Gefahr für den Frieden macht: die Frage der Nichteinmischung der fremden Mächte. Obwohl nach England auch das Deutsche Reich, Italien und eine Reihe anderer Staaten dem französischen Vorschlag zum Abschluß eines Neutralitätsabkommens zugestimmt und als dringendste Maßnahme ein Waffenausfuhrverbot erlassen haben, fehlt bisher jedes Anzeichen dafür, daß nun endlich auch Frank- re i ch, von dem doch die Anregung ursprünglich ausgegangen ist, sich zu dem gleichen Schritt entschließen wird. Statt dessen sind die Pariser Blätter täglich voll von Meldungen über Waffen- und Munitionstransporte, Flugzeuglieferungen, Freiwilligenwerbungen und Geldsammlungen zu Gunsten der spanischen Volksfrontregierung. Die französischen Kommunisten fordern täglich in Massenversammlungen ihre Regierung zu tatkräftiger Unterstützung der spanischen Genossen in ihrem „Kampf gegen den Faschismus" auf, und eine Reihe französischer Minister betätigt sich bereits in dieser Richtung ohne Rücksicht auf den offiziellen außenpolitischen Kurs ihres Kabinettschefs. Unter diesen Umständen ist es begreiflich, daß die Verhandlungen über einen Neutralitätspakt nicht vorankommen. Auch die Bemühungen des in Hendaye befindlichen diplomatischen Korps um eine Humanisierung des Bürgerkrieges scheinen nicht den geringsten Erfolg gehabt zu haben, weil in Madrid überhaupt keine verhandlungsfähige Regierung mehr vorhanden ist, die imstande wäre, iraendwelche Pflichten zu übernehmen. Bei dieser Sachlage dürfte auch der Vermittlungsaktion, die man einigen südamerikanischen Diplomaten zuschreibt, kaum ein (Erfolg beschieden sein. Der französische Außenminister Delbos hat warnend von einem Zerfall Europas in zwei feindliche Fronten gesprochen und sein Heilmittel, der Vorschlag eines Nichteinmischungspaktes ist nirgends begieriger aufgegriffen worden als in England, wo man alles in Bewegung fetzen möchte, damit das Wort von Delbos nicht furchtbare Wahrheit werde, wo man aber hermetisch die Augen schließt vor der Tatsache, daß der Kampf der Weltanschauungen, der so schlecht in das politische Rezept der Bürokratie des Foreign Office paßt, tatsächlich schon im Gange ist. Ein englischer Journalist, Herr Ward-Price. war es, der in diesen Tagen darauf hinwies, daß sich bereits eine große Staatengruppe, die mit dem Bolschewismus schon ihre praktischen Erfahrungen gemacht hat, zu bilden beginne und zur Abwehr des Bolschewismus in nationaler Geschlossenheit bereit stehe, wahrend in Frankreich und auch in England der Riß der weltanschaulichen Fronten mitten durch das Volk gehe. Denn wenn auch die britischen Gewerkschaften und die britische Arbeiterpartei in ihren Sympathieäußerungen für die spanischen Marxisten erheblich vorsichtiger sind, als ihre Pariser Genossen, so ist doch die Spaltung auch in der öffentlichen Meinung Englands deutlich. Die englische Regierung tut also auch im innerpolitischen Interesse durchaus recht daran, wenn sie sich bemüht, den spanischen Bürgerkrieg zu neutralisieren, wie auch das Kabinett Blum, wenn es gut beraten ist, der Gefahr des eigenen Abrutschens in den Kommunismus nur begegnen kann durch eine aufrichtige Neutralitätspolitik, von der man allerdings heute weiter entfernt ist denn je. Hier zeigen sich die Folgen des Militärbündnisses mit Moskau. Man glaubte in Paris zu schieben, und man wird geschoben. Als die französische Diplomatie in kurzsichtiger Verblendung dem Bolschewismus in Genf in den Steigbügel half und den Militärpakt mit Moskau ein» ging, glaubte sie, als Preis für den Verrat an der gemeinsamen Sendung der abendländischen Völker, ein für die französischen Interessen stets einsatzbereites Schwert eingehandelt zu hgben. Aber heute geschritten und hgbe die Straßen dem Heulen Toben der Menge überlassen. Die royalistische „Action Fran^aise" schreibt, daß der Vorbeimarsch an dem Kranz unter den Rufen ftatt« gefunden habe: „Die Sowjets überall! Kanonen für Spanien! Keine Rede, sondern Säten! Luftfahrtminister Pierre Cot, Flugzeuge her!" usw. Ferner seien Plakate in dem Umzug mitge» tragen worden, auf denen drei ab geschnitten e Häupter, von denen noch dicke Blutstropfen herunterliefen, zu sehen gewesen seien. Darüber standen drei Namen: Queipo de Llano, Caba- nellas und Franco! Kein einziger Polizeibeamter sei gegen die Herausforderung zum Mord eingeschritten! Die Straßen von und zum Republikplatz hätten noch spät bis in die Nacht von dem Geschrei der Kundgeber widergehallt, die die Internationale und andere revolutionäre Lieder gesungen und Rufe ausgestoßen hätten: „Die Faschisten an den Pfahl!" noch 160 Manner als Geiseln säßen, die heute wahrscheinlich sämtlich erschossen werden würden. Die ersten Wächter, in der Mehrzahl baskische Separatisten, seien am Freitag früh geflohen. An ihre Stelle feien anarchistische Wach ter getreten, die sofort zwei Geiseln, den Monarchisten Honorio M a u r a (Sohn des verstorbenen spanischen Ministerpräsidenten und Bruder des republikanischen ehemaligen Ministers Miguel Mau- ra) und den Abgeordneten von Navarra B e u n z a erschossen hatten. Die Anarchisten hatten beabsichtigt, auch alle anderen Geiseln zu erschießen, doch sei es einigen baskischen Landsleuten gelungen, sie im letzten Augenblick davon abzuhalten. Die Unmenschen hätten darauf die „Angelegenheit bis auf Samstag „d e r t a a f. Der Geflüchtete ist der festen Ueberzeugung, daß die Geiseln den heutigen Tag nicht überleben werden. pariser Volksfront im radikalen Fahrwasser. Neue Massenkundgebungen gegen die Neutralität. Paris, 5. Sept. (DNB. Funkspruch.) Auf dem Republikplatz fand am Freitagabend für die spanischen „Freiheitskämpfer" eine Kundgebung der Volksfront statt. Das „O e u v r e" schreibt, eine riesige Menge hat ihre Solidarität mit den Kämpfern Spaniens bekundet, in dem sie vier Stunden vor dem Kranz vorbeidefilierte, der von der französischen Volksfront denen gewidmet ist, die für die Freiheit gefallen sind. Der rechtsgerichtete „Ami du Peuvle" hebt hervor, daß Die Veranstaltung den Cnarakter einer „Demonstration gegen bie Regierung und d i e Neutralität" angenommen habe. Der Ordnungsdienst sei befehlsgemäß nicht ein« Träger als „Alte Gard e" unterbleibt, 2. der Beliehene über das Abzeichen eine ordnungsgemäß ausgestellte Urkunde besitzt, 3. nachträgliche Verleihungen des Abzeichens nicht mehr stattfinden dürfen und 4. das Abzeichen nur zum Zivilanzug getragen werden darf. II. Auch gegen das Tragen der den Mitgliedern des früheren Stahlhelm-Frauenbundes verliehenen Schleife als Brosche habe ich keine Einwendungen erhoben. Oie Veichsncihrstandsschau in Goslar. Der Reichsbauernführer erließ im vorigen Jahrs einen Architektenwertbewerb zur Erlangung eines Entwurfs für die Reichsnährstands-Verwaltungs« Hendaye, 5. Sept. (DNB. Funkspruch.) Heute früh hatte der DNB.-Dertreter eine Unterredung mit einem aus Jrun stammenden Spanier namens Vallejo, der aus dem Fort Guadalupe geflüchtet ist, wo er als Geisel der R o - t e n einen ganzen Monat festgehalten worden war. Es ist ihm gelungen, über die dreifache Stacheldrahtumzäunung zu klettern, ohne von den anarchistischen Posten bemerkt zu werden. Völlig er« schöpft, mit zerschundenen Händen und Fußen und mit zerrissener Kleidung kam der Mann in Hen- würden Kriegsgerichte an Stelle der gewöhnlichen Gerichte treten. Daß England die palastmische Frage wenigstens vorübergehend nut allem Nachdruck zur Ruhe bringen will, schließt man m London auch aus einem Brief des Kol onialmi« n i ft e r s an den Zionistenführer Welzmann, worin jede noch so kleine englische Konzession gegenüber dem Vermittlungsversuch des irakischen Außenministers rundweg bestritten wird, ebenso ein Nachgeben in der Einwanderungsfrage gegenüber beii Arabern. * Vor einigen Tagen sah es fast so aus, als würde nun doch der innere Friede Palästinas hergestellt werden. London hat es aber abgelehnt, auf die Vorschläge bes irakischen Außenminl- fters, der als Vermittler aufgetreten ist, emzu- gehen. England hätte dann nämlich ferne bis- herige Grundeinstelluna ändern müssen, die dahm ging, daß e r ft das Kriegs bei! zu begraben fei, bevor man über die Wunsche und Beschwerden der eingeborenen Bevölkerung reden könne. Die Araber wiederum sagten: er ft Ein« Wanderungssperre für bie Juden, dann Einstellung der Feindseligkeiten. Der Kleinkrieg geht also weiter, er geht sogar in verschärfter Form weiter, wie die neuesten Berichte über Angriffe auf das reguläre englische Militär zeigen. Wenn man wegen Palästina die englischen Manöver vorzeitig abbrach, und sofort einige Formationen an den Jordan schickte, bann steckt in diesem Abbruch mehr Drohung als Furcht vor einem Generalaufstand der Araber. England ist stark genug, mit den Eingeborenen Palästinas fertig zu werden, auch wenn sie von der anderen Seite der Grenze her Unterstützung erhalten sollten. Tatsächlich ist ja auch ein nicht unerheblicher Teil des arabischen Widerstandes versackt, da die arme Bevölkerung auf die Dauer einen Zustand nicht ertragen kann, der die arbeitenden Schichten am schärfsten trifft. Gehalten haben sich aber die Aktivisten, die heute als in sich geschlossene Einheit im ganzen Lande operieren, bald hier bald dort auftauchen, bann roieber in der Bevölkerung verschwinden, um sogleich wieder von Einzelaktio- nen zu größeren Kampfhandlungen überzugehen. Unzweifelhaft hat man aber in London jetzt doch den Entschluß gefaßt, mit größerem Truppenauf- aebot radikal durchzugreifen, wie man ja schon seit längerem rücksichtslos Häuser, aus denen geschossen worden ist, einreißt oder Stadtteile in bie Luft sprengt, wenn aus ihnen die Aufständischen kamen. Den längeren Atem hat England, aber Palästina bleibt doch eine harte Nuß. Oer König von England in Istanbul. Istanbul, 4. Sept. (DNB.) Der König von England traf mit der Jacht „Mahlin" in Istanbul ein. Die ganze Stadt trägt Flaggenschmuck. Um 12 Uhr ging Der König unter dem Geheul aller Schiffssirenen an Land, wo er durch den Staatspräsidenten Atatürk, begleitet vom Ministerpräsidenten General Ismet Jnoenue und dem Außenminister A r a s u n d begrüßt wurde. Nachmittags wird König Eduard dem türkischen Staatspräsidenten im Palast von Dolma Bätsche einen Besuch machen, während Atatürk gegen Abend den König auf dessen Jacht besucht. Man mißt dem englischen Königsbesuch trotz seines privaten Charakters große politische Bedeutung bei. ischen Häftlinge, bie non ben Poli- zeistellen ober Bezirkshauptmann- chaften zu sogenannten Verwaltungsstra- f e n in ber Höchstbauer von einem Jahr verurteilt Der Obi tember n c ÜJlanÖDern ©eneralob des II. A Mm Wrn drÄM bleiben, düng r der W Hergeste Der Fü tages 1936 gadesührer Gruppe rer hildebi Partei und haben (e: tages und 2In L traf ber Hoare besuch fe London i reise des Seeoertei deutung i . Kann der Rückr« ['Mes ju JJ Slower Welegenhei unö Auße Audienz. Ku 3. Jni Sn SBfes »«le Ko ,,erten l0 E« A Lrch L- Krond .Königs >en' $r- !:r»S Mni 7, Apte" der -aup den einzei spräche" des Rech AnitsKitel j durch d>e im । ß mit her U I filme „• '] M", bei ; chen wird sarner Bes 11 der W Die fit B»rl Hörigkeit 15. Mai Gegenüber eine Intel nämlitt) 8 Ä D" k. Die Herrn1 | niszahlen । Klein Der Fü | Gauleiter „Ihnen i !i versammelt !i und ber de h t^nraphilc widere Ihi ' dag die !)t auch weite Ausland c ! wird. Mol! Adlung in der Reichsbauernstadt. Das Preisgericht hat sich dazu entschlossen, vier Architekten zur wei- Enttvrcklung ihrer Entwürfe auszuscheiden. Die Architekten smd: Otto Firle (Berlin), Pro- ftssor Paul Schmitthenner (Stuttgart), Dietz Brandl (Göttingen) und Professor Kurt Frick lKomgsbergV - Ler in der Reichsbauernstadt zu errichtende Gebaudekomplex soll eine Reichshaupt, abteüung des Reichsnährstandes, eine Bauernhoch, schule und eine Beamtenakademie beherbergen 2)adUm9,e?.öLene Wirtschaftsräume, eine Ehrenhalle eine Bibliothek usw. 1 ' Reichstagung des Amtes »Schönheit der Arbeit". Nürnberg, 4. Sept. (DNB.) Vom 4. bis 7. September 1936 findet in Nürnberg die Reichs- tagung des Amtes „Schönheit der Arbeit" statt In der Hauptsache werden Berichte der Referenten aus den einzelnen Gauen des Reiches erstattet und be- sprachen. Am Samstag finden eine Besichtigung des Reichsparteitaggeländes unter Führung von Amtsleiter Pg. Speer und am Abend ein Empfang durch die Stadt Nürnberg statt. Am Sonntag steht im Mittelpunkt die Festveranstaltung im Ufa-Palast mit der Uraufführung der beiden Ton- filme „Wir und das Werk" und „Musterbetrieb AG.", bei der Gauleiter Julius Streicher spre- chen wird. Zahlreiche Besichtigungen, ein gemein- samer Besuch der Oper usw. runden das Programm der Tagung ab. Oie Religionszugehörigkeit der Kinder. Berlin, 5. Sept. (DF.) Die Religionszuge. Hörigkeit der Schulkinder in Preußen ist am 15. Mai 1935 statistisch erhoben worden und zeigt gegenüber der vorletzten Zählung im Jahre 1931 eine interessante Veränderung. Damals wurden nämlich 87 800 konfessionslose Kinder gezählt; vier Jahre später aber nur mehr 34100. Die Verminderung von 53 700 macht in Verhältniszahlen 62 v. H. aus. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat an Gauleiter Bohle folgendes Telegramm geschickt: „Ihnen und den zur 4. Reichstagung in Erlangen versammelten Parteigenossen aus dem Auslande und der deutschen Seefahrt danke ich für Ihr mir tel-'arapdilch überpiitteltes Treuegelöbnis. Ich er- widere Ihre Grüße herzlich in der Ueberzeugung, baß Die Nationalsozialistische Auslandsorganisation auch weiterhin ihre Ausgabe, die Deutschen im Ausland als Einheit zusammenzufassen, erfüllen wird. Adolf Hitler." * Der Führer hat aus Anlaß des Reichsvartei- tages 1936 den Führer des SS.-Abfchnitts Xi, Bri- gadeführer Richard Hildebrandt zum S S. • Gruppenführer befördert. SS.-Gruppenfüh- rer Hildebrandt trägt das goldene Ehrenzeichen der Partei und führt den SS.-A b s ch n i t t XI, Wiesbaden feit April 1935. Er ist Mitglied des Reichs- tages und des Landesbauernrates. ♦ Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, wird sich am 7. September nach O st preußen begeben und dort den Manöoern des I. AK. beiwohnen. Anschließend wird Generaloberst Frhr. v. Fritsch an Schulübungen des II. AK. teilnehmen. * Gutem Vernehmen nach leidet der britische Außenminister Eden an Windpocken. Er wird deshalb für kurze Zeit dem Foreign Office fernbleiben, aber in ständiger telephonischer Verbindung mit seiner Abteilung sein. Bis zum Beginn der Völkerbundsversammlung wird er völlig wiederhergestellt fein. An Bord des britischen Kreuzers „A r e t h u s a" traf der Erste Lord der Admiralität, Sir Samuel Hoare, inHaifa ein. Nach einem kurzen Land- besuch setzte er die Reise nach Cypern fort. In London wird ausdrücklich betont, daß die Palästinareise des Marineministers ausschließlich Fragen der Seeverteidigung gelte und keinerlei politische Be- deutung habe. König Boris von Bulgarien traf auf der Rückreise von seiner Auslandsreise im Sommersitz des jugoslawischen Prinzregenten Paul in Slowenien ein. König Boris empfing bei dieser Gelegenheit den jugoslawischen Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Stojadinowitsch in Audienz. Kunst und Wissenschaft. 3. Ipternationaler Lichtforscher-Kongreh. In Wiesbaden behandelte der 3. Internationale Kongreß für Lichtforschung am vierten Tage besonders Lupus, Kehlkopf- und Internationale Krast-Tagung. Vom 7. bis 12. September wird in Washing - ton die Internationale Kraft-Tagung veranstaltet, deren Bedeutung umso größer ist, als rund fünfzig Länder Sachverständige und Vertreter angemeldet haben. Schon die Uebersicht der Fragen, die zur Verhandlung stehen, läßt erkennen, daß das Gesamtgebiet der Kraftwirtschaft erfaßt werden soll. Es wird nicht nur über die natürlichen und statistischen Grundlagen der Kraftwirtschaft in den einzelnen Ländern verhandelt, es werden auch Unter» suchungen angestellt über die technische und wirtschaftliche Entwicklung, soweit sich diese aus dem nationalen Wirtschaftsaufbau erkennen läßt. Besonders reizvoll mutz der Teil der Tagung sein, der sich mit der Nationalen Energiepolitik beschäftigt, also damit, welche Formen der Energiewirtschaft sich in den einzelnen Ländern bewahrt haben. Das neue Deutschland wird gerade hier wichtige Mitteilungen und Aufschlüsse geben können, denn es ist unverkennbar, daß nach der Macht- ergreifung ein ungewöhnlich starker Auftrieb der Kraftwirtschaft eingesetzt hat. Allein es ist nicht die Aufgabe der Tagung, die zweckmäßigste Form der Energiewirtschaft herauszustellen, sondern es kommt darauf an, die Voraussetzungen zu untersuchen, weshalb und warum die Entwicklung der Energiewirtschaft in bem einen ober anbern Lande besonders fortgeschritten ist. Das kann von Tatsachen abhängen, die mit dem geologischen Aufbau eines Landes Zusammenhängen, also etwa damit, daß England und Belgien wohl über die schwarze Kohle verfügen, aber nicht über die weiße Kohle. Umgekehrt liegen die Dinge bei den skandinavischen Ländern. Denn hier ist es die weiße Kohle, die überwiegt, die also auch bestimmt, welche Entwicklung die Kraftwirtschaft als solche zweckmäßig nehmen kann. Bei Ländern aber, die wie Deutschland und die Vereinigten Staaten über eine Mischung beider Kraftquellen verfügen, also sowohl über weiße als auch über schwarze Kohle, ergeben sich wieder neue und andere Möglichkeiten der kraft- wirtschaftlichen Entwicklung. Wieder ist es das neue Deutschland, das durch das Energiewirtschaftsgesetz die einzelnen Kraftquellen als solche nicht nur verbunden, sondern auch die Entwicklung den Voraussetzungen technischer und natürlicher Art ange- paßt hat. Bei der Energiewirtschaft handelt es sich ia nicht nur um verkehrstechnische und verkehrswirtschaftliche Fragen, auch nicht mehr darum, wie die Versorgung mit Kraft und Licht für die einzelnen Gebiete je nach Wohndichte und wirtschaftlichem Ausbau zu gestalten ist, vielmehr auch darum, daß es die Entwicklung der Energiewirtschaft ist, von der die Entwicklung großer Wirtschaftsgrup- p e n abhängt. Es fei hier nur an die Landwirtschaft erinnert, die, wenn sie allgemein oder doch soweit überhaupt zulässig, Kraftquellen einspannt und ausnutzt, nicht nur zu einer höheren Ertragfähigkeit, sondern auch zu einer Senkung der Erzeugungskosten kommen muß. Das gilt auch für die Behandlung der R o h st o f f f r a g e n , das gilt aber auch dafür, das Vorkommen der Naturkräfte, soweit sie der Kraftwirtschaft dienen, übersichtlich und planmäßig zu nutzen. Schon die Tatsache, daß die Kraftwirtschaft in den einzelnen Ländern sich verschieden geartet entwickelt hat, läßt auch die Möglichkeit zu, Erfahrungen auszutauschen, die sich auf den technischen Aufbau sowohl wie auf Tariffragen beziehen. Es braucht nicht ausdrücklich erwähnt zu werden, daß auch dis Erdöl frage sowie die Gewinnung von Treibstoffen überhaupt auf dieser internationalen Tagung erörtert werden soll, also Fragen, die nicht nur den Fachmann angehen, sondern alle Völker. Lungentuberkulose. Heber die planmäßige' Lupus- bekämpfung in Deutschland berichtete Professor Dr. S t ü h m e r-Freiburg. Nur durch großzügige Vorbeugungsmaßnahmen könne die Krankheit bekämpft werden. Dem deutschen Bekämpfungssystem liege die planmäßige Erfassung möglichst aller vor- handenen Lupuskranken zugrunde, weiter die Registrierung und Ueberwachung der Kranken sowie schließlich eine planmäßige Behandlung bis zu einem gewissen Abschluß, der in den meisten Fällen die Heilung bedeute. Weitere Vorträge beschäftigten sich mit der planmäßigen Lupusbekämpfung. In seinem Vortrag über „Lupusbehandlung und Licht" kam Professor Dr. G a v a l o w s k i zu dem Ergebnis, daß in der lokalen Behandlung das Licht jeder anderen Behandlung vorzuziehen sei, wenn glatte, wenig auffällige Narben wünschenswert seien. Dagegen seien in der allgemeinen Behandlung die Kohlebogen - Lichtbäder den Ultraviolett- Lichtbädern vorzuziehen. Der Vortrag von Professor Dr. Zang e-Jena befaßte sich mit der biologischen Behandlung der Kehlkopf-Tuberkulose. Im weiteren Verlaufe der Tagung beschäftigten sich die Lichtforscher mit der Frage des Lichtes in der inneren Medizin. Internationaler Kongreß der Sozialversicherungsfachleute in Dresden. Zur Eröffnungssitzung des 2. Jnternatio- nalen Kongresses der Sozialversiche- rungsfachleute hatten sich in Dresden die Vertreter der Sozialversicherungsanstalten, Wissenschaftler, Derwaltungsmänner und Wirtschaftler aus 20 Ländern zusammengefunden. Auf der Tagesordnung stehen u. a. Fragen der praktischen Auswirkung der Einrichtungen und Maßnahmen der Sozialversicherung auf das Leben des Volkes, besonders auf den Gesundheitszustand der schaffenden Volksschichten. Staatssekretär Dr. Krohn übermittelte die Grüße de.r Reichsregierung. Die Sozialversicherung sei ein wesentlicher Bestandteil der nationalen Volkswirtschaft geworden. Mit besonderer Freude müsse man es begrüßen, daß eines der hauptsächlichsten Probleme der Sozialversicherung, ihr inneres Verhältnis zum Volk, in das Tagesprogramm ausgenommen worden sei. Die Vorträge des ersten Tages waren den Fragen der zwischenstaatlichen Zusammenhänge und der Sozialversicherung gewidmet. vollbehr-Ausstellung auf dem Reichsparteitag. Auf Anregung des Führers findet im Rah - men des Reichsparteitages eine Ausstellung von Gemälden und Aquarellen des Malers Ernst V o l l b e h r statt. Vollbehr ist als Kriegsmaler hervorgetreten. Nach Kriegsende führten ihn weite Reifen in südliche Länder. Seit 1934 ist Vollbehr damit beschäftigt, das gewaltige Geschehen der Arbeitsschlacht im Kun st werk zu bannen. Insbesondere bilden die Straßen des Führers in allen Phasen ihrer Entstehung ein Haupt- thema seiner Kunst. Jedes seiner Bilder ist erfüllt von der großen Idee, deren künstlerischer Vermittler er ist. Er hat auch die später nicht mehr sichtbaren Arbeitsleistungen, wie Bau von Wasserleitungen, Arbeit der Krane und Bagger usw. fest- gehalten. Aus aller Welt. Drei verschüttete Bergleute glücklich geborgen. Auf der Zeche „Waltrop" bei Recklinghausen wurden drei Bergmänner in einer zu Bruch gegangenen Strecke verschüttet. Es gelang zunächst, mit ihnen Verbindung durch Klopfzeichen herzustellen. Nach 24ftünbiger unermüdlicher Rettungsarbeit gelang es, die drei Bergleute lebend und unverletzt zu bergen. Die Bergleute hatten auf der 610-Meter-Sohle gearbeitet, als plötzlich eine Strecke von 25 Meter zu Bruch ging. Drei Bergleute tödlich verschüttet. Auf dem Kaiserin-Augusta-Schacht der Gewerkschaft „Gottes Segen" in Oelsnitz im Erzgebirge find vor einem Kohlenort durch plötzlich herein- brechendes Dachgebirge drei Bergleute v e r f ch ü t - t e t worden. Einer davon konnte nach drei Stunden geborgen werden. Die angestellten Wiederbelebungsversuche waren leider ohne Erfolg. Die beiden anderen Bergmänner wurden erst nach mehrstündiger schwieriger Bergungsarbeit ausge- funden. Auch bei ihnen Dürfte der Tod sofort eingetreten sein. Alle drei Bergleute sind verheiratet. Vertreter des Bergamtes und der Reichsbetriebs- aemeinschaft Bergbau fuhren sofort an die Unfallstelle, um die Bergungsarbeiten mit zu überwachen und an der Aufklärung des Unglücks mitzuarbeiten. Dieder ein Vergwerksunglück in Bochum. Auf der Zeche „Dahlhauser Tiefbau" der Essener Steinkohlenbergwerke AG. in Bochum ging eine Strebe zu Bruch. Unter den hereinbrechenden Gesteinsmassen wurden die beiden Bergmänner Wilhelm P l ö g e r und Heinrich Hohaus aus Dahlhausen begraben. Die Rettungsmannschaften fuhren sofort ein, doch nahmen die Bergungsarbeiten längere Zeit in Anspruch. Man konnte die beiden Knappen nur noch als Leichen bergen. Das Dynamitlager des Einsiedlers. In Bayshore auf Lang Island (USA.) fand die Staatspolizei bei einer Razzia m der Hütte eines Einsiedlers ein Spreng st offlager, das genügt hätte, eine ganze Stadt zu vernichten. Der amerikanischen Staatspolizei gehen Beschwerden der Einwohner von Bayshore zu, daß sie zu nächtlicher Stunde durch Detonationen, die von Sprengungen herrühren müßten, gestört werden. Bei einer Razzia, die die Staatspolizei daraufhin einstellte, fand man in der Hütte eines 67jährigen Einsiedlers, Der als SonDerling gilt, ein Lager von 42 Dynamit- ft a n g e n , unD großen Vorrat selbst hergestellter B o m b e n In einem weiteren Versteck entDecfte man Schußwaffen und Munition In ziemlicher Menge. Bei Der Vernehmung gab Der Hüttenbewohner in wirren, unzusammenhängenDen Aussagen an, er sei Anarchist. Er behauptete. Das LanD werDe nicht orDnungsgemäß verwaltet und oerftieg sich zu Drohungen gegen bekannte Persönlichkeiten Der Regierung. Der Ortsrichter verurteilte Den offensichtlich Geistesgestörten zu 30 Tagen Haft. Inzwischen gehen Die Untersuchungen über Die Persönlichkeit Des Verhafteten weiter. Landungsmeldungen vom Gordou-Bennett-Rennen. Der am Gordon-Bennett-Rennen beteiligte Deutsche Freiballon „DeutschlanD" ist am 1. September in Karelien im WalDe in Der Nähe Der Station NaDwoizy Der Kirow-Bahn gelanget. Die Drei Insassen wurDen am 3. September von Jägern aufgefunDen unD nach NaDwoizy geleitet. * Von Den Drei polnischen Ballons, über Die man seit ihrem Start noch ohne Nachricht war, ist jetzt Die erste LanDungsmeldung eingegangen. Der Ballon „W a r s z a w a II" lanDete am 1. September östlich von ßeningrab etwas süDlich Des Onega- Sees. Englische Fliegerin zum Alleinflug über den Ozean gestartet. Die englische Fliegerin Beryl M a r k h a m startet am Freitag vom Militärflugplatz Abingdon zu einem Alleinflug über den Atlantischen Ozean. Das Flugzeug hat Brennstoff für 3800 Meilen an Bord Raubmörder zum Tode verurteilt. Der 1895 in Gröditz geborene Ernst Arthur Rie - d e l wurde vorn Schwurgericht Freiberg in Sachsen zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Riedel hatte am 25. Oktober 1935 den Viehhändler Ewald Rösler aus Dresden nach einem bis ins Kleinste vorbereiteten Plan ermordet und um 3000 RM. beraubt. Er hatte sein Opfer nach Ostrau bei Riesa gelockt, überfallen und durch 40 Hammerschläge getötet. Nach der bestialischen Tat war er nach Wien geflohen, konnte aber bereits sechs Tage nach dem Mord verhaftet werden. Bergrutsch in der Schweiz. Bei Schüpfheim (Kanton Luzern) ging nach schwerem Unwetter in Entlebuch am Schüpferberg ein Erdrutsch nieder, Der Das Anwesen Des ßanDmirts Alfred Rösli an Der Ernenegg verschüttete. Die Hausbewohner, Das Ehepaar Rösli und fünf Kinder, wurden unter den Trümmern begraben. Bis jetzt konnten der Familienvater und fein ältester Sohn als ß e i ch e n , eine Tochter schwerverletzt geborgen werden. Die Mutter und drei Töchter liegen noch verschüttet. Schlingpflanzen fordern zwei Todesopfer. Beim Baden im Bischofssee bei Kaufbeuren geriet die 34jährige Rosa W a g e n p f e i l von Kaufbeuren in Schlingpflanzen und ertrank. Ein Badegast aus Nürnberg, der 29 Jahre alte Brauereisyndikus Dr. R e u h, wollte sie retten, geriet aber ebenfalls in die Schlingpflanzen und ertrank. Welterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch den über England liegenden Wirbel werden fortgesetzt feuchte, aus den verschiedensten Gebieten stammende ßuftmassen auf das Festland verfrachtet. Die Witterung behält daher auch roeiter» hin ihren wechselhaften, aber nicht durchweg unfreundlichen Charakter. Aussichten für Sonntag: Nach verbreiteten Regenfällen wieder mehrfach veränderliche Bewölkung mit Aufheiterung unD einzelnen Schauern, bei lebhaften westlichen WinDen etwas schwül. Aussichten für Montag: Bei ßuftzufuhr aus West FortDauer Der wechselhaften Witterung mit einzelnen Regenfällen. ßufttemperaturen am 4. September: mittags 20,7 GraD Celsius, abenDs 15,8 GraD; am 5. September: morgens 16,2 GraD. Maximum 21,5 GraD, Minimum heute nacht 14,1 GraD. — (ErDtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. September: abenDs 20 GraD; am 5. September: morgens 16,9 Grad. — Niederschläge 1,8 mm. — Sonnenscheindauer 4 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für Die BilDer: Dr. Fr. W. ßange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für Den Inhalt Der Anzeigen: TheoDor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck unD Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unD SteinDruderei R. ßange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit Der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unD Samstags 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. von RM 3 25©o= an ab Werk Ist wirklich sparsam, dieser Sechszylinder, — abgesehen davon, daß er aus der größten Automobilfabrik des Kontinents stammt und sein Anschaffungspreis daher niedriger sein kann als der mancher Vierzylinder — bietet er darüber hinaus noch Vorteile wie: • Die OPEL Synchron-Federung,die alle Unebenheiten auffängt — sanft gleitet der Wagen selbst auf schlechtesten Straßen dahin. • Die zugfreien Frischluftfenster der 4tür. Lim. u. des 4 fenstr. Cabr., die ständige Entlüftung sichern, ohne daß es jemals zieht. • Diesen starken Sechszylinder-Motor mit dem leisen Lauf, seiner einsatzbereiten Kraftreserve, die ihn überlegen macht. • Den OPEL-Schnellstart-Fallstrom-Vergaser mit Beschleunigerpumpe — wirtschaftlichste Ausnutzung des Betriebsstoffes bei allen Geschwindigkeiten, überraschende Beschleunigung. • Die formschöne Karosserie, ausgestattet für den verwöhntesten Geschmack, reichlicher Raum, bequeme Sesselsitze. 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Die Vergebung unterliegt als Vergebung einer öffentlichen Stelle den Bestimmungen der Verordnung über Preisbindungen und gegen Verteuerung der Bedarfsdeckung vom 29.3.35 Eröffnung der Angebote am ^.September 1936,10 Uhr. 5530D Reichsbahnbetriebsamt Gießen 2. Hochventabl. (Sxificns bietet der Generalvertrieb unseres erstklass. patent. Markenhaushaltsartikels. Bish. Riesenumsätze werd, nachgewiesen. Mit Betriebsmitteln von einig, hundert Mark ist monatl. Einkomm. v.RM.500.-u.mehr zu erziel. Anfr. u. 1*. 119 an D. Schär- mann, Anz.-Mittl., Düsseldorf. 5503V 4-3NMl- MMU zum 1. Oktober zu vermiet. [03995 Walltorstr. 4 I. Heute ab 20*30 Uhr auf der „Karlsruhe" Tanz- und ünterhallungsabend Ausgabe der Urkunden v. Gauleistungsschreiben und der Leistungsabzeichen für Handelskamm.- Prüflinge. 5483V vertraut mit allen Büroarbeit., Stenographie u. Schreibmaschine, sucht per 1. Okt., auch früher, passend. Wirkungskreis. Schrift!. Angebote unter 04009 an den Gieß. Anzeiger. 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Warum sollte es auf diese Weise nicht weiter gutqphen^ Warum leben wir nicht mehr im freudigen Taumel des Fortschritts, wo es doch in der Tat auch heute nicht an großen Leistungen der Wissenschaft gebricht? Sind nicht unsere Vorfahren zu beneiden die, beglückt darüber, daß sie Wahn und Aberglauben, Not und Armut bekämpften und mit klarer Tatkraft den Weg in ein neues Zeitalter bahnten, den Sieg der Wissenschaft als das höchste Ereignis der Weltgeschichte priesen? Aber die unentwegte Wirksamkeit von Wissenschaft und Technik erschütterte die überkommenen Grundlagen von Gesellschaft. Kultur und Politik. Zwar hat sich die moderne Wissenschaft alsobald selbst als eine, und wie sie meinte, vernünftigere und bessere Grundlage empfohlen. Dabei übersahen ihre Vertreter, daß das Leben zu vielgestaltig ist, als daß es sich allein den Anweisungen der Wissenschaft fügte. Unter dem Gespinst der freien, ewig sich wandelnden Wissenschaft, welches das Leben überzog, verblieben Unsicherheit und Unbehagen. Diese Wissenschaft hatte dem Zustand der Menschheit großartige Züge aufgedrückt, vermochte aber nicht alles Erwartete oder Versprochene zu leisten, — auf all den Gebieten nämlich nicht, die ihrem Wesen nach sich der Einordnung und Beherrschung durch die eigentümliche Denkweise der modernen Wissenschaft entziehen. Zudem war ihre Entwicklung so geschwind, ihr Selbstvertrauen so grenzenlos, daß sie übersah, wie oft das seelische 'und soziale Leben im Widerspruch stand mit den Zuständen, die sich unter den ungehemmten Wirkungen der wissenschaftlich-technischen Arbeit einstellten. Nach dem Weltkriege, der in seiner politischen und militärischen Eigenart ebenfalls den Einfluß des verwissenschaftlichten Lebens nicht verleugnet, begann dann die Beunruhigung über den neuen Weltzustand zu jener Erscheinung beizutragen, die man die Weltkrise nannte. Man brachte die offenbar drohende Gefahr eines Zrsammenbruchs unserer Kultur in Zusammenhang mit der schrankenlosen Wirksamkeit von Wissenschaft und Technik. Man sprach damals bewundernd von der Weisheit früherer Epochen, etwa des Mittelalters, das in bewußter Voraussicht der zerstörenden Folgen einer ungehemmten Wissenschaft gewandt und damit jahrhundertelang eine feste, und, wie man meinte, der unseren überlegene Lebensform bewahrt habe. Aber der mittelalterliche Widerstand gegen den wissenschaftlichen Weg und die Freiheit des Geistes mar ganz einfach der Ueberzeugung entsprungen, daß die herrschenden Mäche und Dogmen bedroht seien. Es handelte sich um einen fast politisch bedingten Machtkämpfer, der dann schließlich zugunsten der Wissenschaft entschieden wurde. Wer von uns bereut im Ernst, daß jener über der Menschheit liegende Bann und Zwang gebrochen wurde? Nein, der »wissenschaftliche „Aufbruch" der vergangenen Jahrhunderte ist und bleibt eines der großartigsten Ereignisse der Weltgeschichte. Seine beispiellosen Ergebnisse, sein unzweideutiger Sieg sind nur zu begreifen, weil er als tragende Idee ein Geschlecht nach dem anderen erfüllte und weil diese Idee im geistigen Wesen des Menschen begründet ist. Nun führte freilich die fast hemmungslose Ausnutzung dieses Sieges das herbei, was sich nach großen Siegen fast immer einzustellen vflegt: die Hybris, das heißt die Ueberhebung, die Maßlosigkeit, die Ueberzeugung, daß man die letzten Zauberformeln schon in der Hand habe oder bald gewinnen werde. Es stellten sich Totalitätsansprüche der Wissenschaft ein. Auf allen Lebensgebieten, auch dort, wo sie nichts zu suchen hatten,' wollten nun die Wissenschaften I —— I ■lllllll II UH ■lirilWIlWITBWWMIWIIMWg^mMIHIIIW"IWI IH herrschen, so daß eigentlich nur das wissenschaftlich begrundbare galt und nunmehr soziale und politische Zustände angestrebt wurden, die sich auf das freie Spiel der Wissenschaften und ihre Ergebnisse gründen sollten. Dieser maßlose Herrschaftsanspruch der Wissenschaft auf das gesamte Dasein hat, wie wir alle wissen, Gegenkräfte erweckt, die entweder berufen sind, das wissenschaftliche Zeitalter zu beenden (womit auch unser ganzer Kulturaufbau zusammenbräche), oder aber die Wissenschaft zu den anderen Mächten des Lebens und der Völker ins rechte Verhältnis zu fetzen und überhaupt ein neuartiges wissenschaftliches Leben zu begründen. Man hat inzwischen auch philosophische Ausschau gehalten nach Mitteln, mit denen der schrankenlosen Zerfaserung des Geistes und des Willens der Zersplitterung der Gesellschaft und des Lebensgefühls durch die Folgen der Wissenschaft und der Technik Einhalt geboten werden könnte. Man verkündete die höhere Bewertung des Charakters, die Vereinfachung der geistigen Haltung, die Zurückdrängung des Fortschrittglaubens. In Deutschland vor allem proklamierte man die Vorherrschaft des Grundsatzes der Nation vor dem der „objektiven" Wissenschaft und der unbedingten, also nicht an den nationalen Werten ausgerichteten Freiheit des Geistes. Natürlich ist man weit davon entfernt, den Wert der Wissenschaft überhaupt zu leugnen; aber ihr Herrschaftsanspruch im Sinne des 19. Jahrhunderts wird nicht mehr anerkannt. Das heutige Verhältnis zur Wissenschaft in Deutschland ist ferner durch folgendes bestimmt: Eine von der objektiven Wissenschaft abhängige Haltung kann nicht die Kraft zu einem politischen Durchbruch liefern. Eine solche Kraft mußte aber zur Erzielung des Erfolges in Bewegung gebracht werden. Die Revolution konnte sich also nicht auf den wissenschaftlichen Typ stützen, sie benötigte den unbelasteten Glaubens- und Willenstyp. Unsere Zeit bekennt sich ja auf ihre Weise ebenso stark zur Wissenschaft und zur Technik wie das 19. Jahrhundert. Die Freude an der Wissenschaft ist freilich gedämpfter. Dazu errichtet die Not des Zeitalters Hemmnisse und Schranken. Aber eine seelische Gegenbewegung gegen den Totalanspruch der Wissenschaft begrüßen wir fast alle. Wir treffen sogar auf hervorragende Leute aus dem traditionellen Lager der Wissenschaft, der Technik, der Industrie, die von Zweifeln geplagt sind und nunmehr in der negativen Beurteilung von Wissenschaft und Technik übers Ziel schießen; dabei lassen sie der trotz allem geliebten Wissenschaft und Technik ihre geistige und materielle Förderung angedeihen und könnten auch gar nicht sagen, wie man anders verfahren sollte. Darum wenden sie sich heftig gegen die Angriffe oder Schädigungen der Wissenschaft von anderen Lagern und von anderen Standorten aus. Diese anderen wenden sich gefühlsmäßig und aus-einer unklaren politischen Haltung heraus in gewissem Sinne gegen die Wissenschaft. Aber auch ihre innere Stimme ist nicht zu beschwichtigen. Sie wissen genau, daß es ahne Wissenschaft nicht geht, daß trotz allem und allem auch die Zukunft unter dem Zeichen der Wissenschaft stehen wird, ja, daß man aus nationalen Gründen gar nicht anders kann, als die Wissenschaft zu fördern. Es handelt sich also um sehr seltsam verschränkte psychologische Lagen, um Widersprüche und Uneinigkeiten, die allen vertraut sind, die heute in der Wissenschaft stehen. Da aber alle sich darin einig sind, daß nach wie vor auch unser Zeitalter ein wissenschaftliches und technisches ist, so heißen die Schlachtrufe nicht: Hie Wissenschaft, hie Gegner der Wissenschaft! Vielmehr herrscht eine psychologische Verstrickung, die einen klaren Kampf nicht recht ermöglicht, obwohl allerhand Kampfesstimmungen umherschwelen Die Fronten mißverstehen sich. Es bleibt vieles im Gefühl stecken und wird nicht ausgesprochen. Gedanken von der Vorherrschaft der Politik sind mißverstanden worden und bringen Unsicherheit und Mißbehagen in den geistigen und praktischen Gang der Wissenschaft. Dabei geht, wie es ja nicht anders sein kann und wie es auch niemand anders wünscht, in den Hörsälen, den Laboratorien, den Werken die Arbeit weiter. Der Mensch der Wissenschaft aber ist oft genug von großer Sorge und Unsicherheit ergriffen. Der psychologische Krampf ist noch nicht gelöst. Man fühlt den wissenschaftlichen Betrieb gefährdet und führt ihn doch im nächsten Augenblick weiter, und es geht weiter und muß weiter gehen. Man diskutiert. Man reibt sich aneinander. Warum? Zweifelt irgendwer an dem Gesetz, wonach wir die Straße der Wissenschaft weiterzuschreiten haben? Liegt denn nicht das Problem verzweifelt einfach? Ist es wirklich so schwer, Wissenschaft zu betreiben und den Willen, den Charakter des Volkes hierbei nicht zu vernachlässigen? Leugnen wir es nicht: Die Wissenschaft ist in psychologische, aber auch praktische Nöte geraten. Das ist eine mißliche Angelegenheit, gerade in nationaler Hinsicht. Denn in diesen Jahren machen viele Staaten, so besonders Amerika und England, unerhörte Anstrengungen, um mit allen zu Gebote stehenden Mitteln die wissenschaftliche Forschung zu fördern. Sie sind davon überzeugt, daß die kulturelle und politische Macht der Zukunft in unmittelbarstem Zusammenhang steht mit den Ergebnissen der Forschung von heute und morgen. Nur auf dem Wege der Wissenschaft, der Forschung, der Technik sind ja Größe und Selbstbehauptung eines Volkes denkbar. Die Anspannung, die zur höchsten wissenschaftlichen Leistung führt, ist der politischen Anspannung ebenbürtig. Wissenschaft und Politik sind in vieler Hinsicht gar nicht zu trennen. Aber freilich dürfen wir nicht vergessen: Das Zeitalter hat sich verändert, die Stimmung des 19. Jahrhunderts ist dahin. Der Rückschlag gegen den Fortschrittstaumel des 19. Jahrhunderts ist keineswegs eine Barbarei, sondern ein Zeichen der Selbstbesinnung und der Suche nach neuen Wegen. Wenn wir uns zur Wissenschaft bekennen, dann gerade müssen wir vermeiden, sie im Sinne des 19. Jahrhunderts zu propagieren, und nichts anderes zu wollen als die Wiederherstellung alter Zustände, nämlich die Verwissenschaftlichung des Lebens, die Verkennung von Mächten und Gesetzen, die außerhalb der Wissenschaft stehen. In Deutschland soll ja die Verschmelzung aller Lebensgebiete zu einer höheren Einheit vollzogen werden. Das Neue kann sich nicht ohne Spannungen und Kämpfe vollziehen. Darum erleben wir Schwierigkeiten und die Wissenschaft ist manchem Stoß ausgesetzt. Sehen wir zu, daß die Wissenschaft nicht Schaden leidet, ehe wir die neuen Wege deutlich erblicken. Wir bekennen uns also zur Wissenschaft! Wir bekennen uns auch zu einer neuen Zeit! Ganz nüchtern sehen wir, daß die höchsten Wirkungen und Möglichkeiten der Nation durch die Wissenschaft ermöglicht werden, aber die Wissenschaft dient nicht sich selbst, sie hat nicht den Auftrag, die Völker zu verwissenschaftlichen unfrxaüe Lebensgebiete unter ihren Zwang zu stellen, sondern den, dem Volk, dem Menschen, der höheren Zukunft Europas und der ewigen Sehnsucht des erkennenden Geistes zu dienen. Wiedersehen mit Nürnberg. n Blick von der Burg auf die Sfabf der Reichsparteilage. (Scherl-Bilderdienst-M.) .7 X- . < : i 3 I Wehmütiger Gcha k. Zum 100. Todestage Ferdinand Raimunds am 5. September. Er wollte ein großer Tragiker werden, wenigstens ein großer Vermittler der Tragik, ein tragischer Mime! Aber sein Talent, seine Stimme, seine mimischen Ausdrucksmöglichkeiten entsprachen seiner Sehnsucht nicht. Er litt schwer darunter; auch noch zu der Zeit, als er auf anderem Gebiete der Dichtung und Darstellung, besonders auf dem Gebiet? zarter Komik, außergewöhnliche Erfolge hatte, sah er in diesen Erfolgen keinen tieferen Sinn, glaubte hier an keine Sendung, an keinen Beruf ^und sagte beispielsweise zu einem Kollegen: „Es ist seltsam. Je höher die Wogen des Beifalls mich umrauschen, je stürmischer mich die Gunst des Publikums erhebt, desto unzufriedener werde ich mit mir selber. Ich fühle in meiner tiefsten Brust, was ich mir selber lDum zu gestehen wage, wie unzulänglich mein Genre ist, wie er in demselben ganz und gar unmöglich ist, Großes zu leisten. Es ist recht traurig! Mit der letzten Scholle, die man einst meinem Sarge nachwerfen wird, ist auch mein Name de Vergessenheit anheimgefallen. Ihr Glücklichen, denen Mutter Natur ein Organ in die Brust gelegt, volltönend und kräftig genug, um Shakespeares, Sch l- lers und Goethes herrliche Worte auf der Buhne erklingen zu lassen, jedes warme Zuschauerherz - hebend und begeisternd. Warum gerade mir die es schnarrende, mi'ßlautige Instrument zu meiner g u- henden Seele passend wie eine Straßenorgel zum Kirchengesang?" . , Von Anfang an prallten bei R aim u n d Wahn und Wirklichkeit bös aufeinander. Schon de' Bub übt sich im Grimassenschneiden (selbstverständlichen im tragischen Grimassenschneiden!) vor bew> gel; auch als der Vater, der ehrsame^ Drechsler nebenan mit dem Tode rang, konnte er m lassen, so daß die letzten Worte, die der Alte aus- 'chrie, ein Fluch waren über die brotlose s Kleinen. Der kam nun zu einem Zu die Lehre, wohlgemerkt, zu dem > Hauptlieferant fürs Burgtheater war und mußte in den Zwischenakten gemischtes Eis anb'eten Aber was war das HWn fein Serlanflen, 'fefber su Jpte- en? Er bildete sich aus: im Smgen und Aq eren, 'o aut wies aina __ bei dem einen Schmieren Direktor fiel er schändlich ab, bei dem eren durfte er (endlich) auftreten . • - abetb efe -öul)nc 'ein ungarisches Wandertheater) fl^o •en trostlosesten Brettern, die jemals die We bedeuteten: sie faßten nämlich ,/festen Fuß Städtchen, wo ein verwaistes Hochgericht als Stätte Thalias diente: wirklich, auf alten Galgenpfosten war dort die Bühne errichtet! So oder schlimmer ging es weiter: Raimund hat es in seinem tragischen Ehrgeiz soweit gebracht, daß er als Franz Moor, als Geßler im „Teil" ausgelacht wurde. Den Hamlet hat er nicht in der Shakespeareschen Fassung, sondern in einer Bühnenparodie gleichen Namens gespielt! Erst als er in der Wiener Lokalposse „Die Musikanten vom Hohenmarkt" als ulkig-nervöser Vorstadtgeiger Kratzer! und in Bäuerles „Bürgern von Wien" als Regenschirmmacher Staberl herausgestellt wurde, war — nicht für ihn, den ewig Unzufriedenen, aber für die Geschichte des Theaters und auch für die Dichtkunst Raimunds Schicksal im Sinne der Unsterblichkeit, besiegelt. Er selbst vollendete sozusagen „mit einem heiteren einem nassen Auge", die Ausgabe, er dichtete, im Anwachsen und Ansteigen seiner Wirksamkeit, im Wiener „Theater in der Josephstadt" und weit darüber hinaus auf vielen Gastspielreisen bis nach München und Berlin, nach Hamburg, sich seine Komödien, seine Rollen selbst, — natürlich nie °dank- bar genug für diese Doppel-Begabung, die so selten ein Schauspieler hat. Er dichtete und spielte den „Bauern als Millionär", und gerade hier gelang ihm eine Szene, die in ihrer Art vielleicht einzig dasteht, nämlich den Abschied des Alters von der Jugend: wie der unbekümmerte Frohsinn in wehmütiger Erfassung des abklingenden, Daseins übergeht, das ist meisterhaft gestaltet, da steht eben vor den Zuschauern und Zuhörern ein Lebensnarr, der zu hoch griff und umpurzelt, ein Kerlchen, über das man vielleicht lachten müßte und dennoch beinahe weint. Gerade diese Zwischenstimmung, diese Abart eines stillen Humors, wurde Ferdinand Raimunds besondere Kunst. Sie kehrt wieder im Hobellied „Da streiten sich die Leut' herum", das Raimund selbst komponiert hat (wie auch die Melodie des Abschieds von der Jugend, „Brüderlein fein.." von ihm stammt), und sie kehrt wieder in der tragikomischen Gestalt des Rappelkopf in dem M"rchen- spiel „Der Alpenkönig und der Menschenfeind", dessen Lied „So leb denn wohl, du stilles Haus!" in Raimunds Text und Musik Weltberühmtheit erlangt hat. Aber vielleicht konnten diese Szenen und Lieder nur darum so reif und schlicht fein, weil Raimund sich nicht etwa freute, nun seine Spezialität gefunden zu haben und nun in dieser Richtung dichtete, sondern weil sie eigentlich ganz unbewußt und, man möchte sagen: nebenbei entstanden. Als sein Hauptziel verfolgte Raimund immer noch und zeitlebens die hohe Dichtkunst, an Schiller wollte er heranreichen, als hochgebildet, als gelehrt hätte er gern gegolten. Daher die überschwenglichen Szenen und Vers-Partien, die uns öfter in seinen dramatischen Werken befremden! Auch als Geschöpf, als Mensch, ist Raimund seines Lebens nie froh geworden. Zu wiederholten Malen hat ihm das Glück einen Strich durch feine Rechnung gemacht. So hatte er sich schließlich daran gewöhnt, ein Narr zu fein, und als das Narrentum ausblieb, als ihm ein liebender Mensch das Leben verschönte in kummerlosen Jahren, da zauberte er die Sorge herbei. In unglücklichsten Wahnvorstellungen machte er seinem Leben ein Ende, seinem „verpatzten Leben", wie er selber „bekannte"; aber als sehnsüchtigen Widerruf dieses übertreibenden, undankbaren Bekenntnisses kritzelte der Sterbende aufs Papier: „Zu — Gott — beten!" Dr. Johannes Günther. Zeitschriften. — „Der Natursorsche r", vereint mit „Natur und Technik" (vierteljährlich 2,50 Mark, Einzelheft 1 Mark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde) bringt seine September-Nummer als Herbstheft heraus. So erzählt Dr. Heck über das Photographieren von Rotwild in freier Wildbahn und bringt damit für alle Naturfreunde und Lichtbildner willkommene Anregungen. Besonders zeitgemäß ist auch der bebilderte Aufsatz des bekannten Pilzkenners Stndjenrat Br. Hennia über unsere heimischen Giftpilze, der eine übersichtliche Liste der zahlreichen, viel zu wenig bekannten giftigen Arten bringt. Professor Dr. Haempel veröffentlicht zum ersten Male seine Entdeckung, wie man Fische als Testobjekte für Hormone verwenden kann. Zum Thema der menschlichen Erbforschung spricht Oberarzt Dr. meä. Hans Bürger-Prinz in seiner aufschlußreichen Abhandlung über hohe Begabungen und Erbbiologie. Der Physiker Dr. Erich Schneider berichtet unter Beifügung übersichtlicher Zeichnungen über die neuesten Ergebnisse der Kernphysik. Aus dem Gebiete der Technik und Wissenschaft behandelt Direktor Storch an Hand aufschlußreicher Abbildungen das neue Siemens-Farbfilmverfahren für Kinoprojektion. Forschungsergebnisse und kleine Beiträge enthält das neue Heft wieder aus allen! Gebieten der Naturwissenschaften, so daß der Leser dauernd auf dem Laufenden bleibt. Eine herbstliche Anregung zur Naturbeobachtung bringt diesmal Professor Dr. Schoenichen. Die Bücherschau, die Zusammenstellung der Neuerscheinungen, sowie die Preisfrage schließen das schön ausgestattete Herbstheft des'„Naturforschers" ab. Gastspiel Henny Porten im Gießener Stadttheater. Im Stadttheater gab gestern abend Henny Porten ihr zweites Gastspiel in diesem Jahre. Wir und mit uns gewiß viele Freunde der liebenswürdigen Künstlerin würden es begrüßt haben, wenn sie mit einem neuen Stück, in einer neuen Rolle bei uns erschienen wäre. So sahen wir nochmals das Schauspiel „Maria Garland" von Zdenko von Kraft, mit dem sie sich im Januar hier vorgestellt hatte, im wesentlichen, d. h. von einigen Umbesetzungen abgesehen, auch die gleiche Aufführung (Regie: Carl Heinz K l u b e r t a n z), die übrigens im ganzen diesmal nicht so frisch und geschlossen wirkte wie beim ersten Male, sondern stellenweise etwas schleppend und zuweilen im Gefühlsmäßigen ein wenig überbetont. Im Mittelpunkt natürlich, weich und sehr weiblich in Ausdruck und Haltung, anmutig und gewandt in der Führung des galanten und diplomatischen Dialogspiels, die Porten. Den Herrn von Fagerau gab diesmal, an Stelle von Bäuerle, knapp, männlich, Fred Döderlein; Carl L a m b e r t i n machte mit verbindlicher Ritterlichkeit den französischen Obersten, Annemarie M ö r i k e, in herber Verhaltenheit, die Dame des Hauses. — Sehr herzlicher Beifall, besonders zum Schluß, galt in erster Linie dem berühmten und beliebten Gast. hth. Robert Schumann aks „Nassauer". Im Mai 1829 reifte Robert Schumann im Postwagen von Leipzig, wo er studiert hatte, mit Willibald Alexis an den Rhein. Er hielt sich in Frankfurt auf, wo er am 13. Mai ankam, nach seinen eigenen Worten „freilich etwas ärmlicher als die Deutschen Kaiser zur Krönung, aber im Herzen ebenso reich wie alle". Gleich am ersten Morgen nach feiner Ankunft fühlte Schumann eine unbezwingliche Sehnsucht, Klavier zu spielen. Da aber in seinem Gasthause natürlich kein Klavier vorhanden war, und ihm auch sonst feins zur Verfügung stand, begab er sich zum ersten besten Jnstrumentenhändler. Dort gab er sich für den Hofmeister eines jungen englischen Lords aus, der sich einen Flügel kaufen wallte. Angeblich um den Flügel auszuprobieren, spielte Schumann hier drei volle Stunden lang, begafft und beklatscht von einer sich allmählich ansammelnden Zuhörerschaft. Dann sagte er, er würde in zwei Tagen Antwort geben, ob der Lord ihn kaufen würde. Da war er aber schon längst in Rüdesheim und trank Rüdesheimer. Das Programm des Reichsparteitages 1936. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Die NSK. teilt mit: Das Programm des diesjährigen Reichsparteitages der NSDAP , der vom 8. bis 14. September in Nürnberg stattfindet, sieht für die einzelnen Tage folgenden Ablauf der Veranstaltungen vor: Dienstag, den 8. September. 15.30 Uhr: Empfang der Presse im Kulturvereinshaus durch den Reichspressechef der NSDAP. Pg. Dr. Dietrich. 16 Uhr: Einholung der Fahnen der alten Armee und Marine zum Wehrmachtslager. 17.30 bis 18 Uhr: Einläuten des Parteitages durch die Glocken sämtlicher Kirchen Nürnbergs. 18 Uhr: Empfang des Führers und Reichskanzlers in Anwesenheit der Vertreter der NSDAP, und der Reichsbehörden im Großen Rathaussaal. 19.30 Uhr: Im Opernhaus F e st a u f f ü h r u n g: Die Meistersinger von Nürnberg. Mittwoch, den 9. September. 9.30 Uhr: Vorbeimarsch der HI. - Bann - fahnen vor dem Führer am „Deutschen Hof". 12 Uhr: Feierliche Eröffnung des Partei- kongresses der NSDAP in der LuitpoldHalle. 16 Uhr: Eröffnung der Ausstellung: Das politische Deutschland. — Schirmherr: Pg. Rudolf Heß. 16 Uhr: Tagung des Hauptamtes NSBO. und des Hauptamtes „Handwerk und Han - d e l" im Großen Rathaussaal. 16 Uhr: HI. - Führertagung im Sitzungssaal des Rathauses. 16 bis 20 Uhr: Das Zeltlager des Reichs- a r b e i t s d i e n st e s ist zur Besichtigung frei- gegeben. 20 Uhr: Kulturtagung im Opernhaus. 20 bis 20.30 Uhr: Standkonzert am Adolf- Hitler-Platz. Donnerstag, den 10. September. 10 Uhr: Vorbe imarsch und Appell des Reichsarbeitsdienstes vor dem Führer auf der Zeppelinwiese. Anschließend Abrücken zum Marsch durch die Stadt. 18 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. 20.30 Uhr: Antreten zum Abrücken der Politischen Leiter. 22 Uhr: Vorbeimarsch des Fackelzuges vor dem Führer am „Deutschen Hof". Freitag, den 11. September. Sondertagungen: 7.30 Uhr: Reichsrechtsamt der NSDAP, im Kulturvereinshaus. 8 Uhr: NS. - Studentenbund im Katha- rinenbau. 8.30 Uhr: Hauptschulungsamt im Opernhaus. 9 Uhr: Weihestunde der Auslandsorganisation im Herkulessaal. 11.30 Uhr: Fortsetzung des P a rtei kongresses. 20 Uhr: Tagung der Presseamtsleiter und Pressereferenten im großen Rathaussaal. 14.30 Uhr: Hauptpersonalamt im Katharinenbau. 14.30 Uhr: NSKOV. im Kulturvereinshaus. 14.30 Uhr: Finanzwesen und Verwaltung im Sitzungssaal des Rathauses. 14.30 Uhr: Parteigerichtsvorsitzende im Opernhaus am Ring. 14.30 Uhr: Hauptamt für Volksgesundheit im Herkulessaal. 17 Uhr: NS. -Frauenschaft in der Kongreßhalle. 20 Uhr: Appell der politischen Leiter auf der Zepelinwiese vor dem Führer. Samstag, den 12. September. 8 Uhr: Tagung des Hauptorganisationsamtes im Katharinenbau. 10 Uhr: Appell der HI. in der Hauptkampfbahn des Stadions vor dem Führer. 11.30 Uhr: Vierte Jahrestagung der Deutschen Arbeitsfront in der Kongreßhalle. 12 Uhr: Tagung der NS. »Dolkswohlfahrt im Herkulessaal. 15 Uhr: Fortsetzung des P a r t e i k o n g r e s s e s. 14 Uhr: Einlaß zum V o l k s f e st im Stadion- gelände. Ab 18 Uhr: Veranstaltung der NSG. „KdF.". In der Hauptkampfbahn, auf der Zeppelinwiese und auf der Mittelwiese Sportvorführungen und Wettkämpfe. Auf der Waldwiese und den anderen Plätzen: Vorführungen und Volksbelustigungen. 20 Uhr: Feuerwerk. Sonntag, den 13. September. 8 Uhr: Appell der SA., SS. und des NSKK. in der Luitpoldarena vor dem Führer. 11.30 Uhr: Vorbeimarsch am Adolf-Hitler- Platz. 18.30 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. Montag, den 14. September. 8 Uhr: Vorführung der Wehrmacht. Sondertagungen: 8.30 Uhr: Gauamtsleiter des Amtes für T e ch - nik im Sitzungssaal des Rathauses. 9 Uhr: Gau- und Reichs p r o p a g a n d a l e i - ter im Herkulessaal. 9 Uhr: Agrarpolitisches Amt im Katharinenbau. 9 Uhr: Kommission für W i r t s ch a f t s p o l i - t i k im Kulturvereinshaus. 9 Uhr: Gau - und Kreisleiter im Opern- haus am Ring. 10 Uhr: Amt für Kommunalpolitik in der Kongreßhalle. 10.30 Uhr: Amt für Technik im Großen Rathaussaal. 12 Uhr: Amt für Beamte im Kulturvereins, haus. 14 Uhr: Vorführung der Wehrmacht. Der Führer spricht zu den in Paradeaufstellung angetretenen Truppen. 17 Uhr: Vorbeimarsch der Truppen vor dem Führer auf der Zeppelinwiese. 19.30 Uhr: Fortsetzung und Schluß des Parteikongresses. 24 Uhr: Großer Zapfen st reich der Wehrmacht, ausgeführt von sämtlichen am Reichspartei, tag teilnehmenden Musikkorps vor dem Führer am „Deutschen Hof". Anschließend Abtransport aller Formationen. Mnberg in neuem Gewände. Ä * vy/z' WF 'MS' .. Diese Luftaufnahme vermittelt einen lebendigen Eindruck von der Größe der Zeppelinwiese und der schönen Wirkung ihrer Bauten. Im Hintergrund die Tribüne, an deren Mittelbau sich die hohen Pfeilerhallen anschließen. Hohe Wälle mit Sandstufen umgeben den anderen Teil des Feldes. Zwischen den turmartigen Bauten führen Treppen zu den Tribünen hinauf. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M. — Freigegeben durch RLM. am 3.9.36.) Nürnberg hat sich im Laufe der letzten Jahre unter beip Einfluß der Parteitage ohne Zweifel schon verändert Es ist außer Frage, daß diese Veränderung des Stadtbildes auch künftig weiter fortschreiten wird, und ein Wiedersehen mit Nürnberg ist nun wohl von Jahr zu Jahr mit der Feststellung der zunehmenden Wandlung verbunden. Während draußen, vor der Stadt, das Reichsparteitaggelände ständig ausgebaut und ausgestaltet wird, gehen auch innerhalb des Stadtbezirkes und der alten Stadtmauern ständig Umgestal- t u n g e n vor sich. Wer jetzt, nach drei, vier Jahren, die alte Reichsstadt wiedersähe, würde schon bei seiner Ankunft am Hauptbahnhof ein anderes Bild vor sich haben als früher. Der Bahnhofsplatz ist weit und übersichtlich geworden, und die Ringstraßen, die nach beiden Seiten von ihm wegführen, sind breit und übersichtlich gestaltet; ihr Baumbestand fehlt, die Vorgärten der Häuser sind gewichen, der alte Stadtgraben ist in seiner architektonischen Wirkung erhöht. — Der Nürnberger Flughafen ist erst in den letzten drei, vier Jahren vollends ausgestaltet worden; auch hier bestimmen Uebersichtlichkeit und Weite das Geländebilü. Ob Nürnbergs Güste nun das Opernhaus oder Zielen. (Sine Anekdote von Wilhelm Schäfer. . Der Freigeist von Sanssouci hatte das siebenjährige Schicksal des großen Krieges erfahren, fein Rücken war krumm von der grausamen Last so vieler Schlachten, die Zähne waren ihm ausgefallen und eisengrau starrte das Haar an den trockenen Schläfen: Aber der zahnlose Mund hatte den bösen Spott nicht verloren und keiner war sicher, daß sich der Witz des Königs nicht an ihm versuchte. So hatte er einmal den General Zielen auf einen Karfreitag zur Tafel geladen, aber der alte Husar hatte in schuldiger Ehrfurcht um Urlaub gebeten: Er könne und werde nicht kommen, weil er zum Abendmahl ginge. Als sie zum nächsten Mal wieder in Sanssouci saßen, alle die lockeren Geister, die von den Kerzen des Königs beleuchtet das leckere Mahl übermütig genossen, als Zieten ihm gegenüber saß, statt zur Seite, die Ungnade zu spüren, reizte den König sein Teufel der Bosheit gegen den Alten: „Wie ist Ihm, Zieten", rief er über die Tafel und ließ die Augen der spöttischen Frage schon das Schellenspiel läuten, „wie ist Ihm das Mahl am Karfreitag bekommen? Hat Er den Leib und das Blut Christi ordentlich verdaut?" Das war ein Wort für die günstigen Herren unter den Kerzen des Königs; von ihrem frechen Gelächter und von dem Hohn ihrer Blicke begossen saß der alte Haudegen da und konnte nichts tun, als den Eisenkopf schütteln. Wie aber der Lärm sich nicht stillte und die Herren einander zutranken auf das Spottwort des Königs, hob sich der Zieten von seinem Platz, trat einen Schritt zurück von der Tafel und beugte sich tief vor dem König: „Majestät wissen", sagte er fest und senkte die Stimme, weil Stille um seine Kühnheit entstand, „Majestät wissen, daß dieser Kopf heute dem König gehört, wie er bei Liegnitz und Torgau dem König gehörte. lieber dem König aber steht Er, an den ich glaube; ihn darf ich mir nicht so verhöhnen lassen. Da Eure Grenadiers in der kalten Nacht auf dem Schlachtfeld von Leuthen: Nun danket alle Gott fangen, hat ihnen kein Spott die Wachtfeuer gelöscht. Der bet uns war in der Not, ihn zu verleugnen im Glück, das will mir Hundsföttisch scheinen. Halten zu Gnaden!" Das war ein kühnes Wort, an der Tafel des Königs von Preußen gesprochen, und die es hörten, traf es so hart, daß nur noch die Uhr im Saal tickte, so totenstill war es um den, der da stand. Der aber, den sie den Spötter von Sanssouci hießen und der auch der Alte Fritz war, blitzte den Sieger von Torgau an mit seinem blauesten Blick, als wären noch einmal Wachtfeuer da statt der Kerzen und Kugeln statt Worten: „Halten zu Gnaden!" sagte auch er und schwieg, als wollte der Aerger über den Hundsfott den Blick dennoch erlöschen. Aber ein anderer als der, den die Herren in Sanssouci kannten, hob sich auf von der Tafel und hinkte an seinem Krückstock hin zu dem Alten, gab ihm die Rechte ganz in die Hand und legte die Linke auf seine Schulter: „Glücklicher Zieten!" sagte er seltsam und sah nach den Tränen, die dem alten Husaren über die Schnüre in seinen Pelz rollten. Dann aber vergalt er den treuen und großen Mut mit dem seinen und war nicht karger als er: „Es soll nicht wieder geschehen!" sprach er laut und frei in die Beklemmung der andern und war wieder König unter den Kerzen. Winkte den Herren, sie wären entlassen, indessen er Arm in Arm mit dem Alten ins Kabinett ging. Abendliche Ltrlandschast. * Von Friedrich Schnack. Aus der weiten Steppe war ein Wolkenbruch nic- bergegangen. Noch im peitschenben Regen eilte ich zum Fluß Sakatovo, sein blitzschnelles Anschwellen zu beobachten. Aber ich kam zu spät, bas Hochwasser raste bereits in bem felseingesägten Flußbett mit urweltlicher Wucht. Die trübe, weißkochende Flut, steigend und steigend, führte entwurzelte Bäume, Sträucher, Trümmer von Eingeborenenhütten, Blätter, Zweige und Blumen weither. Sie krachte, toste und grollte: ich schrie und brüllte in bas Orgelbrausen — der Lärm übertäubte meine Mausestimme. Als der Regen aufhörte, arbeitete ich mich durch klatschnasses Gras und Büsche, vollgesogen wie Schwämme, auf eine hochliegende Gneisbarre hinauf und sah von oben in das wilde, drachengleiche Strombild. Noch ein kurzer Regenschauer stob heran, ein paar Blitze schlugen blendend in der Nähe ein — so rasch wie das Unwetter gekommen war, verschwand es nun wieder. Aber es war nun auch Zeit heimzugehen, ehe die Nacht hereinbrach. Wie seltsam der Himmel! Im Westen nahe am Horizont leuchtete er schwefelgelb, als hätte die Erde vor seiner durchsichtig gläsernen Scheibe eine fiebrige Ausstrahlung angenommen, lieber dem gelben Vulkanlicht lagerten, schnurgerade abgeschnitten, langhingedehnte, schwarze Wv'lkenbänke. Diese Tintenwolken schienen einer schwarzen Landschaft zu entstammen, einer Steppe aus dem Hades. Der Weg leitete mich geradeaus nach Osten, hohen, schönen Wolfsmilchbäumen entgegen. Während ich heimschlenderte, rutschte die Sonne hinter den dunklen Wolkenriffen herunter und goß roeitum in die Landschaft durchdringendes Schwefellicht, elektrisch hell und etwas unheimlich. Gleich ungeheueren Schwefelbrocken schimmerten die mächtigen, sonst weißen Ouarzfelsen, auf denen ich entlang» turnte. Und leuchtend gelb, wie aus Schwefelqua- bern herausgehauen, stauben bie schönen Wolfsmilchbäume, nun ganz weltunwirklich vor bem ultramarineblauen Regenhimmel. Darin wölbte sich ein flammenber Doppelregenbogen. Völlig ausgebil- bet schwang er sich klar über bie abenbliche Urlaub» schäft, ein siebenfarbiges Tor, in bas ich hinein- schritt. Dann und wann fegte noch ein Blitz burch den Raum. Das ferne Donnerrollen unb bas leise, beftänbige Klatschgeräusch ber von ben Zweigen nie- befallenden Tropfen klangen wie eine sonderbare Naturmusik, deren Tonfall erregend und zugleich besänftigend wirkte. Ich hockte mich auf einen der Schwefelfelfen und schaute über das Land. Der fremdartige Eindruck war überwältigend schön. Die Erde hatte noch ihre Wunder. Das Fabelgesicht der Dämmerung strahlte mich Einsamen an, gleich dem Spiegelbild einer meuschenlosen Sternenlaubschaft. Die Sonne sank, ber Regenbogen stieg empor, unb wie er sich langsam hob, büßte er an Leuchtkraft ein unb verging. Der Abeubwiud begann zu wehen, leises, schlangenhaftes Zischeln unb zitterndes Flüstern durchstrich das hohe Buschgras, geheime Stimmen durchirrten die Wildnis, als raunten die Seelen der Tropenpflanzen. Schlüpften kleine Tiere durch die Dickichte? Leben regte sich, wie von schweifenden Buschgeistern. Plötzlich spürte ich an meinem Fuß eine leichte Berührung. Es war jemand da unb in Eibechseu- gestalt. Eine große Eidechse, an denen das Land außerordentlich reich ist, hatte sich zu mir herau- gewuuden. Ihr schlanker, braungrüner Drachenleib lag auf dem Schwefelstein, unb ihr spitzer Kopf ruhte auf meinem Schuh. Sie hatte sicherlich noch nie einen Leberschuh gesehen, unb es mochte ihr auch gleichgültig sein — mein Schuh war für sie ein Stück Holz ober Stein, Totes im Eibechsenlanb. Ahnungslos unb weltfremb waren ihre blinkenden Perlaugen auf mich gerichtet, kleine Glasknöpfe voll bläulich grauem, gelbdurchblinktem Schimmer. Ich rührte mich nicht und wagte kaum zu atmen. Die Eidechse blickte mich an, unb ich bie Eibechse. Dann, ehe ich noch bie unschulbsvolle Eintracht zwischen die Kaiserburg, ob sie den Marktplatz, ber heute Abolf-Hitler-Platz heißt, aufsuchen, sie werben ein neues Gesicht ber Stabt fest, stellen; auch insofern, als bie Alt-Stadt nur in dem Sinne erneuert wird, daß wieder ihr schöner ursprünglicher Charakter sichtbar wird. So werden etwa die Fassaden alter Häuser, ob Fachwerk oder nicht, neu hergerichtet. So wurde im Laufe der lebten Jahre auch das Wohnhaus der Eltern Albrecht Dürers unterhalb der Burg wieder in seinem ursprünglichen Fachwerk-Charakter hergestellt. Das Opernhaus ist im letzten Jahre anläßlich des Reichsparteitages neu eröffnet, es ist gründlich umgestaltet worden. Der Adolf-Hitler-Platz, auf dem die großen Vorbeimärsche stattfinden, hat etwas von seiner alten architektonischen Schönheit wiedergewonnen, nachdem der in der Mitte des Platzes thronende Neptunbrunnen verschwunden ist. Arbeitet mit im Luftschutz! Ihr dient Eurer Familie, Ihr dient Heimat, Volk und Vaterland! Bist du im Reichsluftschuhbund? Der weltbekannte „Schöne Brunnen", der seit alters in reizvoller Weise abseits der Mitte steht, kommt dadurch wieder voll zur Geltung. Eine besondere Freude aber wird der Besucher Nürnbergs an der umgestalteten Kaiserburg erleben. Das Schloß, das aus der Zeit der Hohenstaufen-Kaiser ftammt, ist der merkwürdigen Ritterromantik entkleidet, die ihm vor hundert Jahren angehängt worden war. Seine monumentale Einfachheit, feine ruhige und beruhigende Nüchternheit, die alle Elemente eines tiefen, klaren, deutschen Wesens hat, kommt erst heute wieder zur Erscheinung und erweist eine eigenartige Verwandtschaft zu unserem heutigen Empfinden. Wenn der Besucher den Schloßhof betritt, wird ihm die Klarheit ins Auge fallen, die ihn aus der ganzen Burg-Anlage anspricht. Wenn er die Räume durchwandert, die nun erneuert sind, wird er erkennen, daß bie Schüben ber Erneuerung bes 19. Jahrhunberts heute übermunben ftnb. Die Ueberlabenheit mit falschen Stilelementen ist Der- schwunben. Kennzeichnen!) für bie sachliche Gestaltung ber mittelalterlichen Baumeister ist bie Tatsache, die der Leiter ber Wieberherstellungsarbeiten auf ber Burg, Oberregierungsrat Rub. Esterer ausspricht: „3mmer roieber gingen wir zunächst von zweckhaften betriebstechnischen Forderungen bes Bauprogramms aus, unb meistens fanben wir ba« für bauliche Lösungen, bie sich mit früheren Bau- zuständen irgendwie trafen, sei es, daß sie uns auf solche führten oder daß vorhandene sich auch für neuzeitliche Zwecke als tauglich erwiesen." Unter derselben Leitung wird in diesem Sommer noch der mittlere Teil ber Burg-Anlage erneuert. Die Gebäube bes äußeren Burghofes, kleine Wohnhäuser, erhalten burch Wieberherstellung ihres Fachwerks ihr altes Gesicht roieber. Auch werben bie verschwundenen Teile des alten Wehr- ganges auf der Burg neu erbaut, so daß auch hier das ursprüngliche Bild heraustritt. Durch geschickte Unterbringung unb Einpassung ber Laternen ist die Beleuchtungsfrage glücklich gelöst. Wenn ber Besucher ben alten „W assenhost" am Künigstor betreten sollte, wird er auch ihn vom einem späteren, ungeschickten Einbau befreit unb im feiner alten Gestalt oorfinben. Gelegentlich ver - schwanben Denkmäler, Brunnen — unb fanben am anberen Plätzen Aufstellung, ober werben sie finden. So hat sich manches geändert unb änbert sich noch. Nicht unerwähnt soll schließlich fein, baß auch bas Nürnberger Stabtwappen, ober vielmehr das, das als das älteste der Stadt gilt, ein« Veränderung erfuhr: Der sogenannte „Jungfrauen- Adler" ist auf Grund historischer Feststellungen wieder in den Adler mit dem Kaiserkopf zurück- verwandelt worden. Die alten Darstellungen des Jungfernadlers an Gebäuden, Brunnen ufw. find aber verblieben, denn auch sie gehören zu jenem Erbe der Tradition, das in Nürnberg gewahrt wird. _______________ Wilhelm Kunze. mir und dem stummem Wesen recht begriff, war sie auch schon zerstört. Die Eidechse mußte ein verdächtiges Geräusch gehört haben, sie hob den Kopf und war verschwunden. Im gleichen Augenblick ging bie Sonne unter, bie Farben erblinbeten, unb bie Steppe lag, eilt flaches, stumpf bunFelgrünes Land vor mir, bas sich rasch mit Finsternis sättigte. Kleine Rede auf das Rauchen. Von K. H. Waggerl. Rauchen, Freunbe, ist ein geistiger Genuß, fein Akt ber Verbauung wie Essen unb Trinken. Wer hat jemals Austern gut vertragen, wenn er schlechter Laune war? Aber kein Kummer bes Herzens halt ben Tröstungen ftanb, bie man aus bem krausen Rauch ber Zigarette lesen Fann. Rauchen entgiftet bie Seele. Die Zigarette ist ein Branbopfer, bas ber hilflose Mensch ben bunflen Machten bes Alltags barbringt. Er beschwichtigt da- mit bie Dämonen ber Langeweile, der Unruhe, des heimlichen Grolles, des unterdrückten Aergers, et beschwört aber auch bie guten Geister bes Wohlbehagens unb ber Persönlichkeit. Ist es ein Zufall, daß bie kriegerischesten Völker ber Welt, bie Indianer, ben Rauch ihrer Pfeifen zum Symbol der Friebens erhoben? Ein rauchenber Mann ist keiner Untat fähig. Eine Zigarette, zur rechten Zeit an- geboten, kann Duelle verhinbern unb Ehescheibun- gen unmöglich machen. Und manche Entscheidung ber hohen Politlk hing mehr von ber Qualität der Zigarren ab als von ber Qualität ber Argumente. Rauchen zerstreut bie unnützen Sorgen unb sammelt bie guten Gebauten. Die Zeit für eine Zigarette ist niemals oergeubet, sie erspart übereilte Entschlüsse unb verfehlte Entscheibungen. Man kann Kultur unb Temperament ber Völker an der Art erkennen, wie sie ihren Tabak zubereiten und genießen. Den Angelsachsen, der kühl uitb reserviert feine Pfeife zwischen die Zähne klemmt (beiläufig gesagt, die englische Sprache ist die einzige, die man mit der Pfeife im Mund sprechen kann), — den Engländer also trennt eine Welt vom Südländer, der nachdenklich unb genießerisch feine Zigarette selbst zwischen ben Fingern breht. Ich aber lobe mir ben Tabak, ber in meiner Heimat geraucht wirb, er ist natürlich ber beste bec Welt. Aus bie Kunst ber kleinen kultivierten Genüsse versteht sich niemanb besser als ber Laubs- mann jenes Nestrvy, ber von sich gesagt hat: Herrgott, ich möcht so leben können, wie ich leb. ENZ '^LORENZ ffenbof* d) if)n uon i eit und in ! Mch vn«- \«*w d "jft wenn er v ier des ZS; “i'W, VS ^nden, u 1 Mitte be, Kunden in begriff, M ftö| flÄÄl , FgW d^in a**S vor inn,lU7J ich den herU*,5 ten •ifter der st es tu* j ! fielt uw M (|i^ (plann >'jf u«| «•& der ö \j^r rorgtn r«i5»| .HS Oi"d , Djm ,s?'" > bttl ' gr" fti* daß auch te v ober d:6 - fahl gilt «’ ,DngfraMe Feitstellunonui edopf zuE Hungen W men u(w. W wen zu jenem , aemhrt mirao m Sinzt. sich 5. 7. .Ich wollte dich nicht beleidigen. Es Willst Ochsen unt) gegen dummer Esel, du lauten Stimme sarnrnen, aber dann verzog sich sein Gesicht Geschichten aus aller Welt 1. 2. tut mir leid, du nun bei seit der not be- des In stadt Tage alten dich Hund genannt zu haben, mir bleiben?" „Ja, Herr." „Hast du übrigens etwas Esel?" „Du verdammter Ochse, du Rindvieh!" Der Mann schrak wegen der zu- zu Volksgemeinschaft. Jeder Deutsche muß lernen, daß er mit dieser Gemeinschaft unlöslich verbunden ist. Die Frage der Zugehörigkeit zu einer Es ist unangebracht, wenn eine Person versucht, einen Sitz für zwei einzunehmen, besonders dann, wenn der Zug überfüllt ist. Das wird häufig versucht, indem man Gepäck auf den zweiten Platz legt oder so tut, als ob man auf einen Freund warte. Ganz besonders verwerflich ist es, zu tun, als Die Michsiagung der Ausländsdeutschen man einsah, daß sie nur zur Beunruhigung Fahrgäste und zur Beschleunigung der Atem- beitrugen. Die Garbo in der Südsee? (eh) Hollywood. Knecht Ruprecht in Person. (rm) Sydney. der Cardigan-Street in Carlton, einer Vor- von Melbourne, mußte die Polizei dieser mit Hilfe eines Schlossers in das Haus eines Mannes eindringen, weil dieser seit Tagen VI. Kleine Valak-Geschichten. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) P r a p a t (Sumatra), August 1936. Teilt man die große Sundainsel Sumatra — die Betonung liegt übrigens auf der zweiten Silbe — in zwei Teile, so liegt genau in der Mitte der nördlichen Hälfte die Bataklande. Die Bewohner sind in ihrer Mehrheit seit längerer Zeit C h r i st e n. Sind sie es? Für jeden Bataker ist das Prozeß führen und das Schreiben von anonymen Briefen der zweite Beruf. Nicht selten versucht er durch einen unmittelbaren Appell an die holländische Königin zu seinem „Recht" zu kommen. In dem vorliegenden Fall war er bei der dritten Instanz angelangt. Hier sollte er beschwören, eine bestimmte Zahlung geleistet zu haben. Der Richter übergab ihm eine Handvoll Reis und meinte: „Während der tote Frosch geholt wird, kannst du dir noch einmal überlegen, ob das alles richtig ist, was du gesagt hast." Die heidnischen Bataker schwören noch heute mit dem Reis in der einen und dem toten Frosch in der anderen Hand: „Ich will zermahlen werden wie dieser Reis und tot sein wie dieser Frosch, wenn ich nicht die Wahrheit spreche." Die holländische Regierung läßt diesen Eid auch vor den ordentlichen Gerichten zu. Unser Bataker rief bei jenen Worten aus: „Herr, ich bin ein Christ!" „Ach so, dann mußt du natürlich anders schwören." Und so geschah es. Inzwischen wurde aber der Frosch gebracht. Dem Richter kam eine Idee. Er wandte sich an den Mann und sagte: „Schade, ich bin noch ganz neu hier in dieser Stadt. Wie gerne hätte ich einmal den anderen Schwur gesehen. Willst du nicht noch einmal schwören? Selbstverständlich hat das nichts zu bedeuten, denn du bist ein Christ und deinen Prozeß hast du ja unter allen Umständen durch deinen christlichen Eid gewonnen!" Zögernd nahm der Mann Reis und Frosch in die Hand, dann aber stieß er hervor: „Herr, wenn ich es mir jetzt überlege, werde ich unsicher. Ich will lieber doch noch einmal bezahlen!" Sprach's und verließ den Gerichtssaal. Dieser Mann war schon bei der Geburt getauft! Bei einem bekannten Rechtsanwalt in Medan waren vier eingeborene Schreiber beschäftigt. Zwei von ihnen gaben das Christentum als Glaubensbekenntnis an. Von den beiden anderen war einer ein Hadji, ein Mekkapilger, die man in der gesamten Inselwelt an ihrer weißen Kopfbedeckung erkennt. Dem Rechtsanwalt fiel nun eines Tages auf, daß einer der christlichen Schreiber auffallend blaß und elend aussah. Aber der Mann arbeitete weiter und ließ sich auch sonst nichts anmerken. Gegen den zwanzigsten des Monats trat er plötzlich unangemeldet bei feinem Chef ein und bat chn um Urlaub: „Herr, ich fühle mich krank. Ich habe bis heute gearbeitet, nun kann ich vor Hunger nicht mehr!" „Hunger? Du verdienst doch genug." „Ja, aber wir sind doch jetzt im Monat des Fasten s!" „Ich denke, du bist Christ?" „Ja, das bin ich auch; aber der Hadji sagte, daß die Zeit des Fastens gekommen sei, und daß wir alle genau so wie er nicht essen dürften. Dem Gebot sind wir gefolgt." Dabei war dieser Mann ein kluger und zuverlässiger Angestellter, der seit langem in dem schwierigen Beruf nach Stichworten arbeiten konnte. Man ist in den Tropen rasch nervös, und als der gleiche Anwalt eines Tages nach fortgesetztem Suchen merkte, daß sein Schreiber einen großen Unsinn angestellt hatte, brüllte er ihn an: „Dummer Hund!" Einen Augenblick stutzte der Mann, sah seinen Chef an und richtete sich dann auf: „Ich möchte auf der Stelle um meine Entlassung bitten, Herr! Du hast mich einen Hund genannt." Dem Anwalt ging die ganze wohlüberlegte Levitenpredigt verloren. Er kannte seinen Schreiber von der empfindlichen Seite noch gar nicht und überlegte deshalb lange, ehe er die Antwort fand. ob man schliess, wenn dek Zugschaffner das Abteil betritt und den Reisenden auffordert, für einen anderen Passagier Platz zu machen. 3. Alle Eltern werden dankbar sein, wenn man ihren Kindern, die ja noch wachsen müssen und die Zukunft Japans sind, einen Platz anbietet. Genau so empfehlenswert ist es, älteren Leuten zu helfen. 4. Schmutzige Kleider sind nie eine Empfehlung für die Reise und machen auch anderen den Besinnliche Weltreise Von unserem E. M.-Sonderberichierstatier. einem zufriedenen Grinsen, schließlich verbeugte er sich und sagte: ..Tarima kassi, toewan!" (Danke schön, Herr.) Der mohammedanische Bataker schüttelt sich angesichts eines Hundes, für den christlichen ist der Vergleich eine Beleidigung, nur der heidnische-- frißt, Verzeihung, ißt ihn. Erlangen, 4. Sept. (DNB.) Am Freitag gann die Reihe der Vorträge mit dem Bericht Hauptamtsleiters Selzner Über Leistungen der Auslandsorganisation. Der Vorsitzende des Obersten Parteigerichts der NSDAP., Reichsleiter Buch, sprach dann zu den Ausländsdeutschen. Wenn wir die verschiedene Art der einzelnen Völker und ihre Daseinsberechtigung bejahen, werden wir erkennen, daß es auch kein allgemein gültiges Recht für alle Menschen geben kann, sondern daß jedes Volk nach seinen Artgesetzen leben und seine eigenen Rechtsgrundsätze zur Erhaltung feiner Art sich geben muß. Unsere Pflicht ist es, nach unserer Art zu leben, und für uns ist recht, was der Erhaltung der Art des deutschen Volkes dient, und unrecht, was ihr abträglich ist. Wir betrachten den einzelnen nicht als eigenes Ich, sondern nur als Gied der „Bitte... Sie lieben Nippon?" Anna May Wong erwiderte auf die erste Frage, daß sie nur mit ihrer Kunst verlobt sei, worauf sich die japanischen Reporter gemeinsam verbeugten, zum Abschied ihr Lächeln aufsetzten und daooneilten. Als die Filmschauspielerin am Abend in einer Spätausgabe einer Jokohamer Zeitung blätterte, las sie zu ihrem nicht geringen Erstaunen, daß sie mit einem reichen Kaufmann namens Kunst verlobt fet. Die sieben Regeln. (th) Tokio. Recht amüsant erscheint eine wörtliche Wiedergabe jener sieben Regeln, die die japanische Eisen- bahnverwaltung in diesen Tagen in allen Zügen ihres Gebietes anschlagen ließ: (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Das mißglückte Interview. (rb) P o k a h a m a. Eine luftige Geschichte erzählt die bekannte chinesische Filmschauspielerin Anna May Wong. Es handelt sich um ein Erlebnis mit japanischen Reportern, das sie bet ihrer Ankunft in Jokohama hatte. Kaum hatte der Dampfer angelegt, als eine Gruppe junger Japaner eilfertig die Brücke herauf und ihr entgegenstürmte. Es war ein richtiges Mastern interview nach amerikanischem Muster, das sich allerdings durch das echt japanische Zeremoniell von diesem sehr vorteilhaft unterschied. Jeder einzelne japanische Reporter trat nämlich mit einer tiefen Verbeugung an die Filmschauspielerin »heran, überreichte seine Visitenkarte, verbeugte sich nochmals tief und schöpfte zischend Lust, was als Gipfel japanischer Höflichkeit gilt. Dann entspann s^..folgendes Gespräch: „Bitte... Sie haben Brau l° aam?" Wieder tiefe Verbeugung, zischendes Luftholen. „Glauben Sie... Japanerinnen sollen Dauerwellen tragen?" Das gleiche Zeremoniell. DeMe Ware im Ausland.: Von Dr. Paul Rohrbach. ; Man folgt einer Einladung auf die Leipziger ' Herbstmesse, und man sieht in Gedanken über 1 allen ihren eindrucksvollen Veranstaltungen und l Auslagen das Wort von Wilhelm Dibelius aus dem ' Vorwort zu seinem Buch über England stehen: 1 „Deutschland wird auf auswärtigen Märkten nur ( von zwei Dingen leben können, von der überlegenen 1 Qualität seiner Ware und von seiner überlegenen Kenntnis des Auslandes." Die vorläufigen Berichte von der Messe sprechen befriedigt von einem verhältnismäßig guten Besuch ausländischer Käufer. Südost-Europa, Südamerika und England werden besonders genannt. Eine Unterhaltung mit Sachverständigen ! gibt allerlei Aufschlüsse auf dem wichtigen psycho- ; logischen Zwischengebiet zwischen Handel und Po- ' litif. Wer fragt, wofür sich der ausländische Messe- besucher besonders interessiert, bekommt die Ant- i wort: Für Neuheiten und für Qualität! Man kennt die natürlichen und die gemachten ' Widerstände, mit denen es der deutsche Auslandshandel zu tun hat. Die beiden Worte „Neuheit" und „Qualität" bedeuten zwei Mittel, sie- zu überwinden. Neuheit heißt in der Regel: Ich möchte es haben. Qualität heißt: Ich muß es haben. Der ausländische Einkäufer auf der Messe denkt daran, daß er zu Hause Liebhaber für die aus Deutschland bezogene Ware finden muß. Die sogenannten Neuheiten sollen in der Regel die Laune, das augenblickliche Interesse ober den Geschmack des Käufers ansprechen. Es können Kleinigkeiten, Spielereien, aber auch wertvolle Luxusdinge sein, bei denen sich Qualität und Neuheit vereinen. Dies ist besonders das Gebiet, auf dem die Auslandskunde im kaufmännischen Sinne not tut. Ein erfolgreicher Exporteur muß zugleich ein guter Auslandspsychologe fein, und daran merkt man die Gefahr, die unserem Export davon droht, daß durch die Devisenschwierigkeiten jede Reise ins Ausland so stark erschwert ist. In den Jahren vor dem Kriege gehörte es zu meinen stärksten Eindrücken im Ausland, daß ich schlechthin überall, von den Cordilleren bis in die persische Steppe, den deutschen Geschäftsreisenden traf, der Material über den Geschmack und die Bedürfnisse exotischer Kundschaft sammelte. Wie oft habe ich auf fremden Märkten gehört: Der Amerikaner und Engländer bringt uns seine Muster auf Nehmen oder Nichtnehmen, so wie sie sind; der Deutsche fragt, was man haben möchte und kommt nach einem Jahr wieder mit einer Sache, die gefällt. Ein Leipziger Gespräch drehte sich um die Pariser Messe vom Mai nächsten Jahres, bei der das Kunstgewerbe im Vordergrund stehen soll. Deutschland ist eingeladen, sie zu beschicken. Die Frage ist nur: Was sollen mir ausstellen? Es gibt ältere gute Sachen, aber damit würden wir in Paris nicht viel Eindruck machen, auch dort wird Neues verlangt. Das gehört zum modernen Emotionismus, aber wir haben hier nicht über die Zeit zu philosophieren, sondern Dinge nach Paris zu schicken, die Eindruck machen und Bestellungen bringen. Reichsminister Goebbels hat eine wichtige und wirksame Maßnahme getroffen, um unsrer Kunst und unserm Kunsthandwerk aufzuhelfen dadurch, daß bei Bauten der öffentlichen Hand ein bestimmter Prozentsatz der Bausumme auf dekorativen und künstlerischen Bauschmuck verwendet wird. Das wird mit der Zeit ein großes Stück vorwärtshelfen. Für Paris haben unsere schaffenden Kräfte aber meist nicht das Geld, um kostspielige und eindrucksvolle Arbeiten in edlem Material auszusühren und auszustellen, ohne Gewähr dafür, daß sie auch gekauft werden. Hier könnte durch schleunige öffentliche Aufträge vielleicht noch soweit geholfen werden, daß wir uns beteiligen und gut abschneiden können. Es gibt ‘ in Leipzig eine Sonderschau „K unst und Kun st Handwerk am Bau", zusammengestellt im Auftrage der Reichskammer der bildenden Künste vom Deutschen Werkbund. Manches davon ist nur auf deutsche Verhältnisse berechnet, viele Objekte würden aber durch ihre durchdachte Originalität und die Qualität ihrer Ausführung auch das Ausland interessieren. Das gilt z. B. von dem mächtigen Innenausbau der großen Ausstellungshalle, das gilt ganz besonders von der , W o h n h a l l e", in der jedes Stück, vom Fußboden bis zu den Sitzmöbeln und dem wundervollen handgeknüpften deutschen Teppich das Verlangen wachruft: So etwas möchtest du besitzen. Es ist möglich, daß ein romanischer Geschmack durch den ausgesprochen deutschen Charakter mancher Stücke nicht getroffen wird, aber internationale Messen und Ausstellungen werden von Gasten aus vielen Völkern besucht, und auch für eine fremde Geschmacksrichtung bleibt der frappierende Em- druck einer außerordentlichen und geschlossenen gewerblich - künstlerischen Leistung bestehen. Es lohnt, sich nicht nur für die Wirkung nach innen, sondern auch für die nach außen, auf diese Dinge zu konzentrieren. . , , it „ Staatssekretär i. e. R. Dr. £r enb f. J? n? ? * % zur Zeit Leiter der Reichsgruppe Jndustrie, hat auf dem Presseabend der Leipziger Herbstmesse einen in mehrfacher Hinsicht bedeutsamen Vortrag über Zwischenstaatliche Wirtschaftsfragen gehalten Er machte dabei eine wichtige Mitteilung, daß die Internationale Handelskammer und be ^rriegie- Stiftung ein Gutachten wirtschaftswissenschaftlicher Sachverständiger aus verschiedenen Landern darüber veranlaßt haben, was geschehen für einen neuen weltwirts ch a ft l i ch en Anstieg freiere Bahn zu Waffen Es sind auch Won praktische Empfehlungen eines Kre'es Wen der Geschäftsleute ausgearbeitet worden, deren Veröffentlichung bald zu erwarten■ . annehmen, daß diese „Empfehlungen sich unter anderem auf das Gebiet internationaler B« 6- rungsfragen beziehen werden, Vermutung liegt nahe daß die Jtei|e o s Greta Garbo, die Weltberühmte, sehnt sich nach Einsamkeit. Sie, die selten oder nie Besucher empfängt, die Unnahbare mit der dunklen Brille, hat den Wunsch geäußert, noch einsamer zu sein. Und wo könnte sie mehr Ruhe und Frieden finden, als auf einer einsamen Südseeinsel. Greta hat von ihren Freunden alle erreichbaren Auskünfte über die Inseln der Südsee eingezogen. Sie hat sich auch nach dem Preis des Hauses erkundigt, das der deutsche Filmregisseur Frank Murnau vor Jahren auf einem der abgelegensten und unbewohntesten Atolle der Tahiti-Gruppe bauen ließ. Murnau drehte, wie sich manche vielleicht noch erinnern werden, den unvergeßlichen Südsee-Film Rasse tft nicht eine Frage des Willens, sondern eine Frage des Blutes. Jetzt erst nach Ueberwindung der klassenkämpferischen Gedankengänge, der Eigenbrötelei und des Standesdünkels ist das deutsche Volk auf dem Wege, sich bewußt zu werden, daß es ein Volk ist. Am Nachmittag sprachen wiederum die A m t s * [eiter d e r AO. über ihre Arbeitsgebiete. Frau Vera Behr sprach über Aufgaben der deutschen Frau im Aus lande. Ihre wichtigste Aufgabe sei es, die Kinder zu deutschen Menschen zu erziehen, ihnen die deutsche Sprache und deutsche Art zu erhalten und die Liebe zur Heimat zu wecken. Der stellvertretende Landesgruppenleiter von Argentinien, Dr. Kraneck, hob hervor, daß dem Verlangen der Reichsdeutschen, die Verbindung mit dem politischen und geistigen Leben in der Heimat aufrechtzuerhalten und sich in nationalsozialistischen Gliederungen zusammenschließen zu können, in der überwiegenden Mehrzahl der fremden Staaten Rechnung getragen worden sei. Haupt- stellenleiter Schwarz forderte, daß der deutsche Außenhandel wieder reinen Händen übergeben werde; nur wenn im In- und Auslande durchaus lautere Charaktere die Führung in den Händen haben, werde es unmöglich werden, daß Organisationen, die zur Förderung des Außenhandels im Auslande bestimmt sind, zu Instrumenten einer Boykottendenz herabsinken, und erst dann werde sich die deutsche -Ware im Auslande wieder einen ihr gebührenden Platz erobern können. Hauptstellenleiter Weidenft raß berichtete über das Ergebnis des Winterhilfswerks im Auslande. Mit dem Referat des Amtsleiters Dr. K l i n g e n f u ß über Fragen deutscher Kulturpolitik fanden die öffentlichen Arbeitstagungen ihren Abschluß. Reichsbankpräsidenten nach Paris etwas mit diesen Dingen zu tun hat. Das ist ,,große" Wirtschaftspolitik. Man soll aber darum oie Neuheiten, die Qualitätsarbeit und die Bearbeitung des Auslandes auf diesem Wege, wie es die vielseitige Organisation der Herbstmesse in Leipzig zeigt, nicht als bloße Politik der „kleine n" Mittel bewerten. Man muß dem Ausland nicht nur etwas anbieten, man muß es auch an« Ziehen. Dazu muß man es studieren und “ auch vor Studien-Experimenten nicht scheuen. Wagen unangenehm. Frauen werden ganz besonders ermähnt, ihre Kleider nicht im Zug und ihre Wäsche zu Hause zu wechseln. Passagiere, die in ganzen Gruppen erscheinen und des Nachts zu fingen wünschen, sind nicht willkommen. Reisende im Schlafraum sollten sich immer ruhig benehmen und niemals fingen. Auf keinen Fall sollten sie in ihrer Schlafkleidung in anders Wagen gehen und auch nicht im Speisewagen auftauchen. von seinen Nachbarn nicht mehr gesehen worden war. Man fand den Greis tot auf seinem primitiven Feldbett auf: er war schon drei Tage vorher aus dem Leben geschieden. Das aber, was die Polizei in dem zweistöckigen Hause außer seinem toten Besitzer vorfand, war recht eigenartig und rechtfertigte den Beinamen, den der stadtbekannte Mann seit über einem Jahrzehnt trug. Die Leute — namentlich die Kinder — nannten den Greis, der sich durch langes Haupthaar und einen mächtig wallenden Bart auszeichnete, nicht anders als „Knecht Ruprecht". Vor vielen Jahren nämlich einmal schwor der Mann, der einmal sehr begütert gewesen ist, zu Weihnachten müsse jedes Kind der Vorstadt Carlton, auch das ärmste, sein Spielzeug haben, und beschenkte tatsächlich im selben Jahre auch jedes Kind. Seit diesem Augenblick wurde der Sonderling zum fanatischen Spielzeugsammler und kaufte Tag für Tag Pupsten, Spieleisenbahnen, Baukästen, Bleisoldaten, Bälle usw. usw. Als die Polizei in sein Haus eindrang, konnte sie sich innerhalb der riesigen Spielzeug-Stapel, dis jeden Raum des Hauses füllten, kaum bewegen. Bis, an die Decke hin war jedes Zimmer mit Spielsachen vollgepfropft, während die allernotwendig- ften Möbel fehlten. Lediglich in einem Raume hatte der Sonderling ein paar Quadratmeter ausgespart, wo er sein Essen kochte und auch schlief. Der Wert seiner Spielzeugsammlung betrug mehrere tausend englischer Pfund. Sie wurde von der Behörde beschlagnahmt, da weder ein Testament noch Verwandte vorhanden sind, und wird dies Jahr zu Weihnachten an arme Kinder Melbournes verteilt werden. Märchenhaftes Fest. E. Bl. Bombay. Der Nizarn von Haiderabad feiert im September sein Regierungsjubiläum, Mehr als hundert indische Fürsten werden daran teilnehmen, gekleidet in die prachtvollsten Gewänder, die es gibt, und auf Elefanten reitend, die über und über mit Edelsteinen geschmückt sind. Das Fest wird das glänzendste sein, das Indien seit 25 Jahren gesehen hat, und wird sich durchaus mit der Prunkfeier messen können, die 1911 zu Ehren des Königs Georg V ftatt» fand. Das Fest soll die Kleinigkeit von rund 30 Millionen Mark kosten. Der Nizarn kann sich das allerdings leisten, ohne ruiniert zu werden, denn er ist bei weitem der reichste Mensch der Welt. Gelegentlich der Jubiläumsfeier wird das Volk den berühmten Pfauenthron zu sehen bekommen, dessen Wert in zahllosen Juwelen besteht und der sicher das kostbarste Möbelstück ist, das die Erde je gekannt hat. Während des Festes wird jede Nacht durch ein gewaltiges Feuerwerk erhellt werden, für das bereits eine Summe von einer Million Mark bereitgefteüt worden ist. Ueberall werden Gold- und Silbermünzen unter das Volk verteilt werden. Atemnot in der Anden-Bahn. (n) Valparaiso. Wenn sich der Zug von Chile aus die steilen Berghänge mühsam emporwindet, beginn mancher Reisende plötzlich erschreckt nach seinem Herz zu tasten. Denn der Sauerstoff wird knapp. Man muß schneller und häufiger atmen. Es ist keine Lust mehr, zu leben. An den Wänden hängen in spanischer und portugiesischer Sprache und meist auch noch in englisch die notwendigen Gebrauchsanweisungen für oie Sauerstoffgeräte, die man vorn beim Zugführer gegen mäßige Gebühr mieten kann, yrürjer gab es Anschläge, die die Mitreisenden ermahnten, achtzugeben, wenn einer der Passagiere Neigung zu Tobsuchtsanfällen habe oder Epileptiker sei. Man verwies auf den Gebrauch der Notbremse. Doch diese Vorschriften sind verschwunden, Die LORENZ-SUPER mit dem RADIO-HERZ Lassen Sie sich von Ihrem Funkhändler das Lorenz-Radio-Herz erklärenI Es handelt sich hierbei um eine wertvolle technische Neuerung, die den Rundfunkempfang verbessert und die Betriebssicherheit erhöht. . Höchstleistungen auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik sind seit 50 Jahren mit dem Namen Lorenz verknüpft. Die vier Lorenz-Kurzwellen-Richtstrahlsender in Zeesen mit denen die Funkberichte über den Verlauf der Olympiade nach allen Ländern der Erde verbreitet .wurden, sind jetzt wieder ein Meisterwerk der Lorenz- Nachrichtentechnik. Lorenz-Rundfunkgeräte in den Preislagen von RM 76,— bis RM 395,— in allen guten Fachgeschäften. „Tabu*. Kurze Zelt danach kam er bei einem Autounfall in Kalifornien ums Leben. Weil er jenes Tabu verletzt habe, sagten die Eingeborenen. — Und so munkelt Hollywood, daß Greta Garbo sich bald ganz auf eine der letzten paradiesischen Inseln zurückziehen wird, vielleicht, um hin und wieder nach Hollywood zurückzukehren oder ihre schwedische Heimat zu besuchen. Schöffen gesucht. (e. a. h.) Neuyork. Recht ungewöhnlich für unsere Begriffe ist ein Vorfall, der sich dieser Tage im Neuyorker Bundes- aericht abspielte. Dort sollte ein Prozeß des U. S. Government gegen die Buchmacher Oscar und Lincoln Stevenson wegen verbotenen Glückspiels beginnen. Schöffe um Schöffe wurde aufgerufen, aber nach drei Stunden war erst die halbe Bank voll. Geschworener konnte nämlich nur sein, wer noch nie in seinem Leben ein Los gekauft hatte. Der Vorrat an Geschworenen war erschöpft, guter Rat war teuer. Da entsann sich der Richter eines alten, seit vielen Jahrzehnten nicht mehr angewandten amerikanischen Gesetzes. Er schickte seine Saaldiener auf die Straße und ließ sie kurzerhand dreißig Fußgänger zusammentreiben. Im Nu war der Saal von Arbeitern und Büroanae- stellten gefüllt, die, weil die Mittagszeit gerade begonnen hatte, beinahe alle auf dem Wege von ihrer Arbeitsstätte zum Restaurant gewesen waren. Ihre Proteste halfen nichts. Wer nie ein Los gekauft hatte, wurde zur Schöffenbank geführt, die bald gefüllt war. Dort faßen sie, hungrig und zähneknirschend, bis in die Nacht hinein; denn dem Schöf- senamt darf sich niemand entziehen. Alte Liebe. G. Montreal. In Rothwell bei Kettering in England haben zwei Leute geheiratet, die beide das stattliche Alter von 75 Jahren erreicht haben. Damit erhält ein Liebesroman endlich seinen Abschluß. Das Brautpaar ging zusammen auf die Dorfschule von Rothwell, und es entwickelte sich eine richtige Kinderliebe. Aber der junge Tebbutt wanderte aus, nach Kanada, um dort sein Glück zu machen und er hatte es auch, denn er wurde ein wohlhabender Goldminenbesitzer. Erst jetzt kehrte er besuchsweise in die alte Heimat zurück, und dort sah er seine Jugendfreundin Kitty wieder. Sie war seit acht Jahren Witwe, und Tebbutt fand sie wieder so anziehend wie als junges Mädchen. Er machte ihr kurz entschlossen einen Antrag, und so verheirateten sich die alten Liebesleute in Leicester und sind nun schon auf dem Wege nach Kanada, um ihr Heim in der Nähe von Quebec zu beziehen. Auch der Ehemann ist Witwer und bringt fünf Kinder in die Ehe mit. Die verrückte Wette. (s) Marseille. Zwei Tage, ehe Robert Blair seinen Heimatort Freemantle in Australien verließ, schloß er mit seinen Freunden eine interessante Wette ab. Robert Blair hatte beschlossen, sich eine Gattin aus Europa mitzubringen. Er wettete nun mit seinen Freunden, daß er die erste Frau heiraten werde, mit der er in Marseille zusammentreffe. Von beiden Seiten wurde eine Summe von 1000 Pfund Sterling auf diese Wette eickgezahlt. Blair kam nach Frankreich. In Marseille richtete der Zöllner die üblichen Fragen an ihn. Der Australier zuckte mit den Schulter und verstand nichts. Aber er schaute hilfesuchend umher. Seine Augen blieben an einem jungen Mädchen haften, das sich freundlich erbot, für ihn Dolmetscher zu spielen. Man kam ins Gespräch. Kaum lag das Zollgebäude hinter Blair, als er die junge Dame auch schon mit einem Heiratsantrag überraschte. Die junge Dame, die Tochter eines reichen Kaufmanns in Marseille, zauderte zunächst begreiflicherweise. Drei Tage später, nachdem Kabel- Informationen über Blair eingezogen worden waren, stimmte sie zu. So kam Robert Blair wirklich zu der Hand jener ersten Frau, die mit ihm auf europäischem Boden sprach. ZuchtviehauSstellung und -Versteigerung in Wetzlar. * Wetzlar, 4. Sept. Heute fand hier wieder eine Ausstellung und Zuchtviehver- steigerung der Abt. 5 — Mitteldeutsches Rotvieh — des Reichsverbandes der Rinderzüchter Deutschlands statt. Diesmal waren überwiegend Zuchtbullen des Kurhessischen und des Lahn-Dill- Verbandes, aber auch solche aus Oberhessen und Westfalen, auch aus dem Odenwald aufgetrieben. Mit 41 zur Auktion gestellten hochwertigen Jungbullen bot auch diese Herbstveranstaltung ein Bild von Ausgeglichenheit der Formen, der Entwicklung und der Typcntreue. Bei den Wettbewerben wurden die gleichmäßigen Formen und die mütterliche Milchfettleistung zusammengefaßt. Das Ergebnis der Bewertung zeigte wiederum bei einer großen Anzahl von Jungbullen eine gesteigerte Milchfettleistung der Muttertiere, aber ließ hinsichtlich der Formen und der Entwicklung zu wünschen übrig. Infolge der durchschnittlichen Hochwertung des aufgetriebenen Materials konnten wiederum 3 erste, 7 zweite und 13 dritte Preise ausgegeben werden. Der Verlauf der angeschlossenen Versteigerung war bei dem geringeren Angebot und den zahlreich vertretenen Käufern flott und zufriedenstellend. Die 14 prämiierten Vatertiere erreichten einen guten Durchschnittspreis von 735 RM. Insgesamt wurden für rund 27 000 RM. Umsätze erzielt, die einen befriedigenden Durchschnittspreis von 685, gegenüber 645 RM. bei der Juliauktion brachten. Die Hauptmasse der Jungbullen ging wieder in die oberhessischen, rheinischen und Lahn-Dill-Zucht- gebiete. Den Spitzenpreis von 1000 RM. erzielte der Züchter Gg. Kaiser II., Airlenbach i. O. für ein mit dem 1. Preis ausgezeichnetes Tier, das die Gemeinde Dutenhofen bei Wetzlar erstand. Die angegliederte 8. Zuchtschweineversteigerung des Landesverbandes der Schweinezüchter Hessen-Nassau verlief glänzend. Die aufgetriebenen 13 Eber, die vorwiegend aus den Zuchtgebieten Hörnsheim, Dornholzhausen, Altenberg und Niederkleen stammten, zeigten die bekannte hohe Zuchtqualität. 6 Tiere wurden mit Preisen ausgezeichnet. Bei guten, wenn auch nicht so wie bei der Juli-Auktion hohen Preisen wurden alle Eber abgesetzt. Der Mittelpreis betrug gegenüber 178 RM. im Juli nur 169 RM., die Preise zwischen 160 und 180 RM. waren aber für die Pflege einer guten Zucht angemessen. Der Spitzenpreis, erreichte nur die Höhe von 190 RM. Die Prämiierung. Dullen. la-Preis Balth. Weber, Niederwald (Kurhess.); 1. Preise: Heinrich Garthe II., Rodenbach (Kurhess.); Gg. Kaiser II., Airlenbach (Odenwald). 2. Preise: Konrad Schweinsberger, Niederwald (Kurh.); Will). Alt, Eschenrod (Oberh.); Konrad Steinhaus, Heskem (Kurh.); Hch. Pfeiffer III., Wiesenbach (Lahn-Dill); Joh. Bornscheuer, Röddenau- (Kurh.); Christ. Meißner, Niederhörlen (Lahn-Dill); Karl Ferdinand Guntrum, Reiskirchen (Oberhessen). 3. Preise: Ludwig Rausch, Romrod (Oberhessen); Wilh. Bepler I., Hörnsheim (Lahn-Dill); Ludw. Pladt, Kombach (Lahn-Dill); Hch. Kaletsch, Niederwald (Kurh.); Wilh. Hermann, Oberweidbach (Lahn- Dill); Friedr. Bender I., Neukirchen (Lahn-Dill); And. Briel, Wollmar (Kurh.); Johs. Gerte II., Rodenbach (Kurh.); Karl Franz, Hochelheim (Lahn- Dill); Wilh. Lehnhardt, Reiskirchen (Lahn-Dill); Wilh. Gerber, Großseelheim (Kurh.); Wwe. Jak. Bastian, Oberweidbach (Lahn-Dill); Georg Reitz III., Klein-Gladenbach (Lahn-Dill). Eber. 1. Preis: Anton Engel V., Hörnsheim; 2. Preis Wilh. Köster III., Oberwetz; 3a-Preis Heinrich Jung, Hörnsheim; 3b-Preis Karl Schneider, Altenberg; Anerkennungen: Wilhelm Süß, Niederbiel; Heinrich Mack IV., Niederkleen. Illllllllllllllllllllllllllll INTENDANT: H. S CH U LTZE - 6 RI ES H EI M PLATZ-MIETE PLATZ-MIETE PLATZ-MIETE PLATZ-MIETE PLATZ-MIETE SPIELZEIT-ERÖFFNUNG Dienstag, Mittwoch und Freitag 32 Opern, Operetten, Schauspiele bietet stärkste Anregung durch regelmäßigen Theaterbesuch gibt Freude am Leben, gibt Freude an der Kunst Bestellen Sie umgehend Ihren Platz bei der Theaterkasse Bis 50 Prozent Preisermäßigung ermöglicht nur die STADTTHEATER GIESSEN Freitag, den 18. September, mit „Donna Diana“, Lustspiel von Moreto 5481D Gloria-Palast - Lichtspielhaus 2 herrliche Filme! Einstimmiges Lob in der ganzen Stadt! Eskapade der Versuchung Gustav Fröhlich Lida Baarova in Renate Müller Georg Alexander in 5482 A Bis Sonntag, den 6. September einschließlich! Täglich: 4, 6, 8.30 Uhr — Sonntags: 3, 5.30, 8.30 Uhr Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Bernhard Eroon und Frau Gertrud, geb. Appell Gießen Greifswald 29. August 1936 04021 Tanzschule Mers-Meusel Sonnenstr. 19 / GIESSEN / Fernruf 3393 Sprechstunden täglich 11—12.30; 2.30—3.30 Beginn der Kurse Ende September Bitte Prospekt anfordern! 5435V DRL Fachamt Schwimmen Gau XII Sonntag, den 6. September 9.30 und 15.00 Uhr in der Müllerschen Badeanstalt Gau-Jugendmeisterschaften im Schwimmen verbunden mit einem Gau-Wasserballturnier durch geführt vom Gießener Schwimm verein Eintritt 25 Pfennig. * 5519D Morgen Sonntag, 6. Sept., und Montag, 7. Sept.: Kimes 1. Sleinbach Es laden ein: 04084 Die Burschen. Der Wirt Lndw. Hahn, Zum Einhorn Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten schnell und zu mäßigen Preisen BrQhl'sche Druckerei. Schulstralle 7. 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September 1936 .................... -............. 5514D Statt Kartenl Otto Schardt Marie Schardt, geb. Freitag geben ihre Vermählung bekannt Hausen, den 5. September 1936 '04026 Sonntag, den 6. September Nachkirmes BCleiHi-IiirasHeEE Gasthaus zur deutschen Eiche ______Anfang 4 Ohr 04007 WBESIECIK Sonntag, den 6. September 1936 TANZ t bei Gastwirt Wilh. Dorfeld Gustas tat Berlin Heute Samstag, den 5.September Groller rheinischer Abend Stimmungs -Kapelle [5523D Anstatt Karten! Otto Walter Else Walter geb. Kornmann Vermählte Großen-Äuseck Gießen Bahnhofstraße 60 I. 03999 Sonntag, den 6., n. Montag, den 7. 9. Kirmes in Ottenhofen Es ladet ein: 55250 Gasthaus ziim Gambrinus £eib Dienstag, den 8. September 1936, 20.15 Uhr: Großer Gastspiel-Abend des meistberühmten deutschen Experimentalkünstlers tßcllafftini Sensationelle Vorführungen • Neues Programm • Magische Künste • Phänomene • Das neue Personen verseh winden • Geheimnisvolle Luftfahrt« Gold u.Silberin derLuft-lndische Fakirspiele • Das urkomische Orchester usw. • Außerdem: M036 • Magisches Hellsehen • ^anUa?=Bf:^Gtatis-Horoskop 1936/37 Karten: Nurn. Sperrsitz 1.- Mk., 1. Platz 75 Pf., 2. Platz 50 Pf. Vorverkauf: Musikh. Challier. Abendkasse 20 Pf. Aufschlag so iil es doch mit dem Zuviel an Gewicht, das alle Korpulenten aul Schritt und Tritt milschleppen müssen. Abwaden kann man diesen unnötigen Ballast leider nicht, aber sich allmählich davon befreien, das geht, Gott sei Dank, durch den altbekannten Dr. Richters Früh- slückskräuferlee: er bekämpf! das überflüssige Feit, sorgt für einen gesunden Körper, steten Stoffwechsel, frische Blulzirkulation. — Packung RM 1.80 und 2.25. — Auch als Drix-Tabletten erhältlich. DreErml Richters Frühstückskräutertee XHD 2 < Hr.208 Drittes Blaff Samstag, 5. September M6 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Aus der Provinzialhaupistadi Verdunkelung in Gießen Nachdruck verboten! 33 Fortsetzung. er» Derber schen Zeichen englische Da derartige Vorbereitungen für den Selbstschutz eine unbedingte Notwendiakeit zur Erhaltung des deutschen Volkes und Volksvermögens im Ernst« falle sind, ist es Pflicht eines jeden Deutschen, die Anordnungen im vollen Umfange zu befolgen. er weg. Nerven nicht verlieren", sagte „Es kennt uns hier an Bord sehen Gespenster!" nen Jacke?" „Ja, jetzt schaut „Abwarten. Die Rudolf Terbrügge. kein Mensch. Wir Schriftzüge. „Weiße Wolke", war aber forschender, ganz anders entstandener Blick schreckte ihn, störte ihn zumindest." „Mensch, Rudolf, du machst uns womöglich dächtig mit deinen Menschenstudien!" „Unsinn. Ich zog mich sofort zurück und n.9.=0emeinfthaft „Kraft durch freude luftschutzbundes durchgeführt. Wir machen darauf aufmerksam, daß gegen diejenigen, die durch ihr Verhalten die Maßnahme stören oder die Anordnungen nicht befolgen, mit aller Schärfe vorgegangen wird. Damit nicht die Meinung auftaucht, einzelne Bewohner würden zu solchen Verdunkelungsmaßnahmen gezwungen, während andere verschont bleiben, geben wir zur Kenntnis, daß in allernächster Zeit weitere Stadtgebiete verdunkelt werden. Wir empfehlen der übrigen Bevölkerung, schon jetzt üie erforderlichen Vorbereitungen zu treffen, damit keinerlei Verzögerungen eintreten. „Der Bursche ist aus Fleisch und Blut, Rudolf. (Fortsetzung folgt!) heute der General Chung Tang mit demselben Boot nach Kanton. Da sind Heizer und Maschinisten besonders eifrig bei der Arbeit, und Sie werden vielleicht eine gute Stunde eher in Kanton sein. Machen Sie sich aber deswegen keine Gedanken. Es ist alles vorgesehen. Sie tun, wie ich Ihnen sagte, dann ist alles in Ordnung." Er kannte europäische Sitten gut und schüttelte ihnen die Hände. „Gute Fahrt", wünschte er. Sein Blick war offen und ehrlich; dafür, daß er bernsteingelbe Augen hatte, konnte er nicht. Sie verließen das Hausboot und fuhren zum Anlegeplatz des Dampfers, der stromaufwärts fahren sollte. Ein Irrtum war nicht möglich, alle Schilder und Hinweise zeigten neben den chinesi- genaue Kontrollen Bord zu kommen. Mit ihnen reiften zahllose Chinesen. Handwerker und kleine Kaufleute in bunten, baumwollenen Jacken und Hosen; Reichere im seidenen, weiten Dberneroanb mit Tütenärmeln, protzig mit Silber- und Goldseide bestickt. Alle längst ohne Zöpfe, höchstens baß ein paar unverheiratete Mäbchen ihn noch trugen. Auch Frauen waren an Bord. Sie liefen umher, von weitem wie die Männer anzuschauen; waren sie näher heran, sah man bie stark geschminkten Augenbrauen, Wangen unb Lippen, bas pechschwarze, hochgesteckte Haar. Keine verkrüppelten Füße mehr, sondern gefunbe Zehen, bie in Sanbalen ober europäisch gearbeiteten Leberschuhen steckten. Die brei sahen ihre Mitreisenben an. Es gab genug zu schauen. Dann suchten sie, kurz ehe der Dampfer abging, eine ruhige Ecke am Heck auf unb schlugen ihre Klappstühle nebeneinander auf. „Hast du den General gesehen, von dem Tsai Tan Wang uns erzählte?" „Nenne keine Namen, John. Man kann nicht vorsichtig genug sein." Ein Kellner, oder hieß es hier an Bord besser Steward, ging vorüber und balancierte ein Tablett. Er bot warme Hirse unb Neisbrannt- roein an. die Kaiserallee, Ludwigsplatz, Gartenstrahe, Neuen Säue, Sonnenstraße,' Kreuzplatz, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebigstraße zum Bahnhof. Abmarsch ber Abteilung vom Lager unter bem Kommanbo des Unterfeldmeisters Weigel gegen 8.15 Uhr. Die Arbeitsdienstmänner werden auf dem Marsch ihre von den Volksgenossen immer wieder gern gehörten frischen Marschlieder fingen. Am Freitag, 11. September, gegen 16 Uhr, wird die Gießener Arbeitsdienstabteilung auf der Rückkehr von Nürnberg am hiesigen Bahnhof wieder eintreffen. Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen - Ost. Vetr.: Lebensmittel-Opferring der Ortsgruppe Gießen-Oft. Die Sammlung wird am Dienstag, 8., und Mittwoch, 9. September, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. NSLB. Abteilung: höhere Schule, Fachschaft „Neuere Sprachen. Die nächste Sitzung der Arbeitsgemeinschaft findet am Montag, 7. September, um 16 Uhr, in der Oberrealschule statt. Der Dampfer hieß grau gestrichen, recht schmutzig und hätte besser Rauchfahne geheißen. Die Besatzung, der Mann, ber bie Fahrkarten nachsah, sprach englisch. Die brei Deutschen hatten keine Schwierigheit, an „Er hatte nicht das Gesicht eines glücklichen Menschen, ber Herr General Chung Tang", sagte Rubolf Terbrügge nachdenklich und war nicht abgelenkt worden. „Die prächtige Uniform schien ihn nicht zu befriedigen, auch nicht die Verbeugungen ber anbern. Ich sah ihn eine Weile an, unb einmal trafen sich unsere Blicke. Ich kann mich irren, aber mir schien, er zuckte zusammen. Ich glaube, der Mann fühlt sich bedroht. Mein General wurde dann auch gleich von seinen Leuten weiterkomplimentiert. Er hat die Begegnung längst vergessen." Das Wasser rauschte. Vorn schnatterten die Chinesenfrauen. Wenn ein Mann vorüberging, schwiegen sie. Es war sehr heiß. Hans Lorenzen wandte seine großen blauen Augen der Sonne zu, die einmal am Himmel stand unb bas anbere Mal auf bem breiten Fluß zu schwimmen schien. Der Dampfer fuhr schon geraume Zeit. Die Ufer waren zurückgetreten. Man erkannte nichts mehr, keine Einzelheiten ber Küste. Alles war in glitzerndes Licht getaucht, Himmel, Wasser und Erde. Hans Lorenzen blinzelte. Sein Tropenhelm schützte die Augen doch nicht ganz. Oder war es, weil er scharf etwas überlegte? Er sagte recht unerwartet: „Es mag ja Einbildung fein, Kameraden, aber wo Rudolf jetzt erzählt hat, daß ber General auf ihn aufmerksam geworben ist, bilde ich mir ein, man beobachtet uns. Seht euch einmal unauffällig um. Was hat der gelbe Kerl auf dem Oberdeck dauernd zu uns herzuschauen? Nicht erst jetzt und nicht mit Blicken, bie roeiterroanbern, sondern so, als beobachte er uns. Man kennt biefe Blicke." „Der lange Mensch mit der blauen, verschösse- Rumpelkammer oder Schatzkammer? Von Reinhold Braun. An einem Vormittag konnte ich in das Innere dreier grundverschiedener Besucher schauen. Es geschieht wohl zum Klarwerden über sich selbst, daß einem Menschen nicht von ungefähr Hindernisse in den Weg gestellt werden. Der Erste war einer von denen, die man rundheraus mit dem Namen „Folterkammer-Menschen" bezeichnen kann. Gibt es nicht Menschen, die in ihrem Inwendigen mancherlei Folterdinge für ihre Mitmenschen bereit haben? Es bedeutet ihnen eine Lust, anderen wehe zu tun. Sie lieben den Hieb im Nebel. Sie kommen meist mit verstellter Gebärde. Ost mit schönen Worten. Jener Mensch suchte allerlei Geistesblitze sprühen zu lassen. Und einer unter ihnen erhellte fein Inneres bis auf den Grund, so daß ich erschrak. Er wird seine Unvorsichtigkeit später sicher bereut haben. Solchen Menschen gegenüber gilt es Selbstschutz, Zugriff, Entlarvung, nicht zuletzt zum Heile anderer. Und die zweite Art von Menschen? Nennen wir sie die Rumpelkammer-Menschen. Sie sind im allgemeinen harmlos, ja gutmütig, können allerdings zu einer Plage werden. Das geschieht dann, wenn sie uns mit ihrem Jahrmarkt zuzudecken drohen. Sie kommen vom Hundertsten ins Tausendste, sind Fanatiker der Unwesentlichkeit. Sie lieben die Grellheit der Neuigkeiten, es liegt bei ihnen inwendig alles durcheinander. Nichts können sie wirklich in sich verarbeiten. Manchmal staunt man, wie unter dem Gewirr plötzlich eine Kostbarkeit aufleuchtet, um aber im nächsten Augenblick vorn Geröll des Unwesentlichen wieder verdeckt zu werden. Es ist zuweilen allerlei Wert vorhanden, aber er kann nicht wirken, weil das Unwertige ihn in Klammern hält. Da gilt es nun, sich nicht abzuwenden, sondern mit aller Geduld und großem Takte sie zum Wesentlichen zu führen, bei jeder Gelegenheit, sofern sie sich helfen lassen wollen! Und die dritte Art von Menschen? Nennen wir sie die Schatzkammer-Menschen! Sie wissen am besten, daß man einen langen, dornenvollen Weg gehen muß, bis zum eigenen Klarwerden, bis zur rechten Menschlichkeit. Sie wissen, daß viel Demut gefordert wird, viel Starksein, viel Gutsein, viel Sehnsucht auf Gott und das Ewige zu. Niemals drängen sie sich auf. Aber wenn man sie ruft, sind sie da, zu helfen und zu dienen. Sie suchen nie das Ihre, sondern nur das Heil der anderen und das ihres Volkes. Wo sie erscheinen, geht ein festes, klares Licht von ihnen aus. Ihre Atmosphäre bedeutet Wohltat, Heilung für verzagte Gemüter. Sie sind sparsam mit Wort und Gebärde. Glücklich sind sie, sich zu verschwenden, wenn sie eine Idee als groß erkannten, wenn sie Menschen helfen können, die zu edlen Zielen strebten. Um die Schätze wissen sie, die nicht Motten noch Rost fressen, lieber» all sind sie zu finden; denn ihre Art ist nur gebunden an das Herz und die Klarheit des Geistes. Kirmes im Dorf. Unter den verschiedenen Festen nach der Ernte steht die Kirmes an erster Stelle. „Es ist nur einmal Kirmes im Jahr!" heißt es im Volksmund, und darum beginnt man frühzeitig, meist schon einige Wochen vorher, mit der Vorbereitung für das Fest. Haus und Hof werden einer Erneuerung und Säuberung unterzogen. Nebenher läuft das Sparen des Kirmesgekdes, das je nach den Bedürfnissen der einzelnen Altersklassen für verschiedene Vergnügungen bestimmt ist. So sparen die Kinder das Karussellgeld, die jungen Burschen Tanzgeld, die jungen Mädchen aber sorgen für Putz und Kleider. -Vielleicht riecht es im Hause nach nach Farbe und Kalk, da durchzieht alle Räume schon em würziger Duft von Gebackenem. Denn drei Tage vor dem Fest beginnt in der Küche ein großes Schaffen und Wirken. Die Hausfrau steht am Backofen, bis die verschiedenen Kuchenarten gebacken sind und alle hübsch nebeneinander in Reih und Glied in der Vorratskammer liegen; Zimt-, Bunt-, Käse- und Kranzkuchen, Streusel-, Apfel- und Zwetschenkuchen werden gebacken. Die Kmder aber treiben sich in ihrer freien Zeit auf dem Festplatz einer, den wir nicht kennen, zählen, wieviel Päckchen wir ins Wasser werfen." „Immerhin..." „Immerhin. Ja, da hast du recht. Der Chinese vertraut uns absolut. Das ist eine Ehre. Offenheit gegen Offenheit. Wir werden Herrn Tsai Ta Wang nicht enttäuschen." Sie waren Deutsche; mit allen Wassern gewaschen, von allen Hunden gehetzt; weit in der Welt herumgekommen. Aber im Kern waren sie Deutsche. Nicht die leiseste Ahnung warnte sie vor Tsai Ta Wangs unfaßlicher Gemeinheit. Gegen Abend kam der Chinese zurück. Er glänzte von einem strahlenden Lachen. „Bewilligt!" rief er, „glatt bewilligt. Drei Fahrten nach Kanton, und wir belegen für Sie drei bei der Hamburg-Amerika-Linie oder beim Norddeutschen Lloyd zur Ueberfahrt nach Europa." „Nach Hamburg, alter Freund, sonst sitzen wir in Genua fest!" „Nach Hamburg, wie Sie es wünschen." Sie schliefen tief und fest in dieser Nacht, der letzten auf dem Hausboot. Am Morgen weckte sie ihr Wirt sehr zeitig. Er schien die Nacht unterwegs gewesen zu sein. Sein Gesicht war etwas eingefallen und er sah aus, als habe er sich mit Mehl- ftaub gepudert. Drei Pakete legte er auf den Tisch. Jedes war nicht viel größer als eine quadratischgeratene Zigarrenkiste; gleich hoch; gleich lang. Rudolf Terbrügge hob eines der Pakete auf. „Metall", stellte er fest. „Gutes Gold?" Tsai Ta Wang verzog das Gesicht. „Pstst!" „Hier hört uns niemand", wiederholte Rudolf Terbrügge des Chinesen gestrige Beruhigung. Sie lachten. Die Pakete waren innen mit Oelpapier verpackt, es knisterte und schimmerte an manchen Stellen durch die äußere Sackleinenumhüllung. Sie begriffen. Die Pakete blieben ja ein paar Stunden im Wasser. Jeder nahm ein Paket. Sie hatten nicht schwer zu tragen, eine gleichgroße gefüllte Konservendose wog nicht viel anders. Ihr Gastgeber händigte ihnen die Fahrkarten ein. Sie sahen sie an. „In Ordnung", bestätigte Hans Lorenzen, „Rückfahrkarten". Wir sehen uns also morgen nachmittag hier wieder, Mr. Tsai Ta Wang." „Gewiß. Sie nehmen in Kanton das Nachtboot." Er zögerte. „Sie haben Glück. Es fährt Unbekannte Macht Roman von Sranf z.vrann Der Chinese sagte: „Vielleicht werden Sie, wenn Sie gemerkt haben, wie leicht alles geht, bie Reise noch ^einige Male machen.finb oie! halb in der Lage, Passage nach Europa belegen zu fon- n%X iOgSenü8fr,turn®,a^n5 ' L°r°nz°n -achte. „Für drei solche Reisen nach KaNwn drei Wtat- ten nach Hamburg, wie wäre es, Mr. -L|ai -La ^D^r Chinese versank in SsNsien Wir mußten Golddollar schicken, damit es sich loh«, „Was Sie uns mitgeben, soll uns Zie.cy |em. Wir handeln nach Aren Instruktwnen „Lassen Sie mir Zeit" bat der ,,M) muß noch eine andere Per °n D-r weiß rusällig, daß auch nacht-- em Damp,er oen 91^^TaU&ng"I,«r.einte ;6Uumüneng morgen KmMn 'Er sah K^euwn^an. „Wegen der Boote, die m a Leute merken platz liegen und Bescheid wmo Waller fallen " SteUe n,0 die PU- «mHBaflet faUen.^ „Verstehe. Alles gut. jüsij i morfd)laae brin- 7ar «TeUamms.il geworden. dolf Terbrügge aus; „wäre es beinahe unfaßlich ist!" j. . un5 wirklich gut "Der General We.schch t mid) an Tsai Ta empfohlen zu haben. Ich ^„mben so blinblings Wangs Stelle sehrhu , ein Vermögen Zu vertrauen. Er scheint us nun bamit burd)s mitgeben zu wollen. Wenn - brennen!" . ' r sind an Bord nicht „Glaubst du denn wirklich' ' @be^0 mirb überwacht? Das ist doch <3 ’ lung werden fortlaufend durch Polizeibeamte unb Amtsträger bes Reichs- herum und verfolgen den Aufbau der kleinen Buden- und Zeltstabt. In manchen Gegenden wird die Kirmes durch Pflanzen eines Kirmesbaumes bereits am Samstag eröffnet; meist geschieht die Eröffnung aber erst am Sonntagnachmittag, nachdem am Vormittag feierlicher Gottesbienst war. Die jungen Burschen unb Mäbchen ziehen unter bem Geschmetter ber Musikkapelle burch bas Dorf; ber Kirmeskranz wirb vorangetragen und unter passenden Ansprachen am Hauptwirtshaus des Dorfes aufgehängt, wobei in Weingegenden vor allem ein guter Umtrunk nicht fehlt. Die Kirmes ist auch ein Familienfest, und es gehört sich, daß man die Verwandtschaft, einschließlich der Stadtleute, einläbt. Einige von ihnen sind bereits zum Mittagessen erschienen, andere kommen erst zum Kaffee. Nack bem Kaffee geht man zum Kirmesplatz; Karussell unb Schiffsschaukel finb besetzt von großen und kleinen Kindern. Die jungen Burschen stehen an der Schießbude und zeigen ihre Kunst, unb nachher geht's mit den Mäbchen zum Tanz. Der bauert bis spät in die Nacht, ja bis zum Morgen, und wird nur durch ein gutes Abendessen und einen guten Trunk zwischendurch unterbrochen. Vielleicht graut schon der Morgen, vielleicht hängen schon die ersten herbstlichen Morgennebel über der Landschaft, wenn die letzten Paare heimwärts ziehen, nachdem die müden Musikanten ihre Instrumente eingepackt haben. Am Montagvormittag werden in Haus und Hof nur die notwendigsten Arbeiten getan; am Nachmittag entwickelt sich auf bem Kirmesplatz fröhliches Leben unb Treiben. Aus ben Schießstänben knallt es; heiser quietschen bie halbverstimmten Orgeln bes Karussells unb der Schiffsschaukel. Der billige Jakob preist seine Sachen an unb senkt ruckweise bie Preise, baß bie Kinber Munb und Augen aufsperren, weil alles „fast verschenkt" werben soll. Von bem nahen Gasthause her bringt bas Geschmetter ber Musikkapelle, denn roieber ist Tanz unb nun gehen auch die Alten auf den Tanzboden. Am Dienstag ist ber Betrieb schon ruhig geworben. In manchen Gegenben wird bereits an Die Polizeidirektion Gie- ßen teilt uns folgendes mit: Wie bereits mitgeteilt, findet am Mittwoch, 9. September, in der Zeit von 21 bis 22 Uhr eine Verdunkelung in dem auf dem nebenstehenden Plan, näher bezeichneten Stadtgebiet statt. Es werden nur diejenigen Sra - ßen verdunkelt, in denen auf dem Plan Kreise (rote Lampen darstellend) eingezeichnet sind. Wir fordern die Bevölkerung nochmals auf, bis zum Mittwoch alle Vorbereitungsarbeiten durchzuführen, damit eine einwandfreie Verdunkelung gewährleistet mirb. Als geeignetes Verbunke- lungsmaterial hat sich bei ben früheren Versuchen bas in ben Papierhanb- lungen erhältliche Ver- bunfelungspapier sehr gut bewährt. Währenb ber Verbunke- Omnibusfatjrf in den Vogelsberg. Am Sonntaa, 13. (September, finbet eine Fahrt in ben Vogelsberg von Klein-Linben über Gießen, Grünberg, Mücke, Alsfelb, Lauterbach, Hoherobs- kopf, Bab Salzhausen statt. Der Fahrpreis beträgt einschließlich Mittagessen 5,30 Mark. Die Teilnehmer können in Klein-Linben unb Gießen einsteigen. Melbeschluh 7. September. diesem Tage, in anderen erst am Mittwoch — je nach Temperament — die Kirmes begraben. Die jungen Burschen nehmen ben Kirmeskranz ab unb ziehen mit ihm vor das Dorf, wo eine Flasche Wein in den Boden vergraben wird. Am Sonntag darauf ist Nachkirmes. Auch die Musikanten spielen noch einmal zum Tanze auf. Wenn aber der Tag graut, ist das Fest aus, und es währt ein ganzes Jahr, bis bie Kirmes roieber „ausgegraben" unb im Triumph in bas Dorf gebracht wirb. H. V. Dornoiizen. Tageskalender für Samstag. NS.-Lehrerbunb Gießen-Land: 15 Uhr Familienfeier in der Bergfchenke, Gießen. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Eskapade — Seine offizielle Frau". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Stunde der Versuchung". — Artillerieverein: 20.30 Uhr Kame- radschaftsabend im „Hessischen Hof". — Verein ehern. 116er Gießen: 20.30 Uhr Kameradschaftsabend im Gasthaus „Zum Andres". Tageskalender für Sonntag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 Uhr Gastspiel von Willy Reichert in der Volkshalle. — Gloria- Palast, Seltersroeg: „Eskapade — Seine offizielle Frau". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Stunde der Versuchung". Beltachini kommt. Der von früheren Gastspielen in Gießen bekannte Experimentalkünstler B e 11 a ch i n i kündigt in unserem heutigen Anzeigenteil ein Gastspiel am kommenden Dienstagabend im Cafe Leib an. Auf die Anzeige sei besonders hingeroiesen. Die Fahrt der Gietzener Arbeitsdienstmänner »ach Nürnberg. Am kommenden Montagvormittag, 7. Sept., aegen 9 Uhr werden die Arbeitsdienftmänner des Arbeitsdienstlagers „Justus von Liebig" in Gießen vom Gießener Bahnhof aus die Fahrt zum Reichsparteitag antreten. Die Arbeitsdienstkameraben, bie unter ber Führung ihres Dberfelbmeifters Lösch fahren, marschieren in geschlossener Abteilung vom Lager am Philosophenwalb aus burch das Eich- | gärtengebiet, dann an der Persil-Uhr vorbei über /fC 1 -'3000. Oie Herbstübungen am 11. und 12. September. Sonderzüge zum Reichsparieitag. Die Herbstubungen der 9. Division finden am 11. und 12. September als durchlaufende Hebung im Raume Homberg—Alsfeld—Neukirchen—Neustadt und am 14. September im Raume Neukirchen— Treysa—Neustadt statt. Zuschauern wird empfohlen, sich am 11. September, ab 7 Uhr, zunächst in Gegend Appenrod (vier Kilometer nordostwärts Homberg) und am 14. September, ab 5 Uhr, zunächst in Gegend Zella (fünf Kilometer südostwärts Ziegenhain) am Schwalm- Abschnitt einzufinden. Es wird darauf hingewiesen, daß die Zuschauer den Weisungen der im Uebungsgebiet eingesetzten Gendarmen Folge zu leisten haben und jede Behinderung der Truppe, sowie Versperrung von Straßen und Wegen zu vermeiden haben. Kranzniederlegung am Grabe des Altmeisters der Physiologie. Aus Anlaß der Tagung der Deutschen Physiologischen Gesellschaft in Gießen wurde am vergangenen Sonntag ein Lorbeerkranz am Grabe des Altmeisters der Physiologie Conrad Eckhard auf dem Neuen Friedhof von Prof. B ü r k e r namens der Deutschen Physiologischen Gesellschaft niedergelegt. Oie Organisation der Kriegsblinden. In Deutschland gibt es etwa 3200 Kriegsblinde, die in ihrer Gesamtheit in der einzig in Deutschland bestehenden Schicksalsgemeinschaft der deutschen Kriegsblinden vereinigt sind, welche Rechtspersönlichkeit besitzt und unter der genauen Bezeichnung: „NS. - Kriegsopferversorgung e. V., Fachabteilung: Bund erblindeter Krieger e. 23., S i tz Berlin" unter der Nummer 2001 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Berlin als rechtsfähiger Verein eingetragen ist. Durch das Reichsarbeitsministerium ist diese Schicksalsgemeinschaft, so z. B. im Erlaß vom 21. September 1934, amtlich als d i e Organisation der gesamten deutschen Kriegsblinden anerkannt. Die Geschäftsstelle der NS.-Kriegsopferver- sorgung e. 23., Fachabteilung Bund erblindeter Krieger e. 23., Sitz Berlin befindet sich in dem vom Führer und Reichskanzler den deutschen Kriegsblinden geschenkten und seinen Namen tragenden Adolf - Hitler - K r i e g s b l i n d e n h a u s , das in jeder Beziehung die Zentralstelle des gesamten deutschen Kriegsblindenwesens darstellt. Von hier aus werden jederzeit Auskünfte über Kriegsblindenfragen erteilt. Die genaue Anschrift ist: Adolf - Hitler - Kriegsblindenhaus, Berlin SW. 61, Wilhelmshöhe 18. Von hier aus werden die Kriegsblinden einheitlich betreut. Neben dem Bund erblindeter Krieger besteht noch die Deutsche Krie^blinden-Stiftung für Landheer u n dH lotte , Berlin SW. 61, Wilhelmshöhe 18, Adolf - Hitler - Kriegsblindenhaus, als selbständige Einrichtung. Sie ist in der Kriegszeit gegründet worden und betreut seitdem die Kriegsblinden zusätzlich durch Unterstützung, bei Erholungsreisen, Geburten und Todesfällen in der Familie, oder bei wirtschaftlicher Bedrängnis, soweit die öffentliche Fürsorge nicht eingreifen kann. Der Kriegsblinden-Stiftung fließen regelmäßig Mittel aus Werbungen zu, die vom Reichs- und Preußischen Minister des Innern genehmigt werden. Hsuch Vermächtnisse und sonstige Spenden aus Nachlässen kommen hier in Frage. Polizeibericht. Ein Sittlichkeilsverbrecher feskgenommen. Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt mit: In Gelnhaar (Kreis Büdingen) wurde am 3. September der 41jährige Karl Hünergarth wegen Sittlichkeitsverbrechens, begangen an einem schulpflichtigen 13jährigen Kinde, festgenommen und dem Amtsgericht in Ortenberg zugeführt. Gegen Hünergarth wurde Haftbefehl erlassen. Gießener Dochenmarktpreife. * Gießen, 5. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, Vt kg 1,57 Mark, f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Kochbutter 1,43, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 13, Klasse B 12, ausländische 12, Wirsing, % kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 5 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 10 bis 18, gelb 10 bis 18, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 10 bis 12, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, 5 kg 40 bis 45 Pf., 50 kg 3,70 bis 4 Mark, Frühäpfel, XA kg 10 bis 25 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Birnen 10 bis 25, Zwischen 8 bis 12, Mirabellen 20, Pfirsiche 35 bis 60, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 30 bis 42 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 8 bis 20, E^machgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 4 bis 10, Lauch 5, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bündel 10 Pf. * ** Internationaler Lichtkongreß besucht G Ue ß e n. Der gegenwärtig in Wiesbaden tagende Internationale Lichtkongreß wird am morgigen Sonntag nach Gießen kommen und dabei besonders der Lupus-Heilstätte und der Universitäts- Hautklinik einen Besuch abstatten. Die Besucher werden durch die Universität im Studentenheim empfangen. Geheimrat Professor Dr. Sommer wird voraussichtlick die Begrüßungsansprache halten. Die Gäste interessieren sich besonders für die Einrichtungen und die Anwendung der Strahlen-Thera- peutik in den beiden erwähnten Instituten. Die Teilnehmer der Exkursion stammen vorwiegend aus den nordischen Ländern Schweden, Norwegen und Finnland. Auch einige französische Gelehrte befinden sich unter den Kongreßteilnehmern. ** D i e Bezahlung der Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet betrifft eine Bekanntmachung der Direktion der städtischen Betriebe in unserem heutigen Anzeigenteil. Säumige Zahler seien auf diese Bekanntmachung besonders hin^ewiesen. Feuer durch Blitzschlag. (Z S t o r n f e l s (Kreis Schotten), 4. Sept. Bei dem schweren Gewitter in der vergangenen Nacht schlug der Blitz hier in die H o f r e i t e des Landwirts Heinrich Karpf ein und zündete. Die Scheuer und die Stallungen, sowie die bereits eingefahrenen Getreide - und Futtervorräte wurden ein Raub der Flammen. Der eifrigen Arbeit der Ortsfeuerwehr, sowie der Feuerwehren von Ulfa und Einartshausen gelang es, das Wohnhaus und die übrigen Nachbargebäude zu retten. NSG. Sämtliche Sonderzüge der Politischen Leiter, Zuschauer und Frauen kommen im Nürnberger Hauptbahnhof an. Sonderzug 746 für die kreise Mainz, Schotten, Büdingen, Gelnhausen. Am 10. September ab Schotten 15.45 Uhr, ab Nidda 18.04 Uhr, ab Stockheim 18.23 Uhr, ab Büdingen 18.38 Uhr, ab Gelnhausen 19.09 Uhr, ab Aschffenburg 20.02 Uhr, am 11. September an Nürnberg Hbf. 1.14 Uhr. Zurück ab Nürnberg Hbf. am 16. September um 10.38 Uhr, an Schotten am 16. September an 19.25 Uhr. Sonderzug 747 für die kreist Biedenkopf, von Wellerau der ehemalige kreis Gießen, Alsfeld, Lauterbach und Schlüchtern. Am 10. September ab Marburg 15.03 Uhr, ab Niederwalgern 15.15 Uhr, ab Lollar 15.29 Uhr, ab Gießen 16.08 Uhr, ab Grünberg 16.47 Uhr, ab Mücke 16.57 Uhr, ab Nieder-Ohmen 17.03 Uhr, ab Burg- und Nieder-Gemünden 17.12 Uhr, ab Ehringshausen 17.22 Uhr, ab Zell-Romrod 17.40 Uhr, ab Alsfeld 17.58 Uhr, ab Lauterbach 18,25 Uhr, ab Salzschlirf 18.33 Uhr, ab Fulda 19.23 Uhr, ab Elm 20.03 Uhr, an Nürnberg Hbf. am 11. September um 1.29 Uhr. Zurück ab Nürnberg Hbf. am 16. September um 14.14 Uhr, am 17. September an Marburg 0.21 Uhr. Sonderzug 750 für die kreise Dillenburg, Wetzlar, von Wetterau der ehemalige kreis Friedberg, Wiesbaden. Am 10. September ab Dillenburg 19.38 Uhr, ab Herborn 19.51 Uhr, ab Sinn 19.57 Uhr, ab Ehringshausen 20.09 Uhr, ab Wetzlar 20.27 Uhr, ab Butzbach 21.06 Uhr, ab Bad-Nauheim 21.22 Uhr, ab Friedberg 21.34 Uhr, ab Hanau-Nord 22.07 Uhr, ab Aschaffenburg 22.53 Uhr, an Nürnberg Hbf. am 11. September um 4.14 Uhr. Zurück ab Nürnberg Hbf. am 16. September ab 11.54 Uhr, an Dillenburg 19.59 Uhr. 1000 Frauen des Gaues Heffen- Aaffau beim Reichsparteitag. NSG. Für insgesamt tausend Frauen unseres Gaues ist Gelebenheit geboten, am Reichsparteitag in Nürnberg teilzunehmen. Die Organisation und Meldung der Teilnehmerinnen hat die Abteilung Organisation der Gau- Frauenschaft übernommen. Dort laufen alle Wünsche der einzelnen Teilnehmer zusammen. Je nach der Größe der Kreise des Gaues find die Teilnehmerkarten zugewiesen und werden weitergegeben von der Kreis- und endlich der Ortsgruppen- leitung der NS-Frauenschaft. Dor Wochen schon haben die Vorbereitungen für den Reicksparteitag begonnen. Jetzt laufen täglich viele Anfragen, Abmeldungen usw. ein. Für eine Frau und Mutter läßt sich die Teilnahme nicht immer so leicht ermöglichen, und man kann oft hören, wie eine Mutter etwas betrübt verzichtet, weil sie ihre Kinder nicht allein lassen kann, oder weil ein Krankheitsfall ihre Familie betroffen hat. Es ist selbstverständlich, daß alle Mitglieder der NS-Frauenschaft sich bemühen, den Frauen die Teilnahme am Reichsparteitag zu ermöglichen, die seit vielen Jahren all ihre Kraft in den Dienst der Bewegung stellten. Die, die das große Erlebnis selbst nicht teilen können, helfen doch gern, es anderen zu ermöglichen. Tausend Frauen des Gaues Hessen-Nassau sind nun schon voll freudiger Erwartung auf die großen Tage in Nürnberg, die ihnen neue Kraft und neuen Mut zur Arbeit geben sollen. Das Spiel kann beginnen. Aus dem Büro des Gießener Stadttheaters wird uns geschrieben: Früher als in den Vorjahren hat diesmal die Arbeit im Theater begonnen. In allen Abteilungen wird fieberhaft gerüstet, der neuen Spielzeit einen würdigen Auftakt zu geben. Der Aufbau, der in der vorigen Spielzeit so erfolgreich einsetzte, soll auch in der kommenden Spielzeit fortgesetzt werden. Das kommt rein äußerlich schon darin zum Ausdruck, daß der Kreis der Darsteller durch weitere Kräfte von führenden Bühnen ergänzt worden ist. Dadurch wird eine weitere Stabilität des Ensembles erreicht. Chor und Tanzaruppe wurden gegründet. Dem äußeren Aufbau folgt der innere Aufbau, lieber die baulichen Veränderungen im Theater während der Sommermonate haben wir bereits berichtet. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Jahr der frühe Spielzeitbeginn. Diese Vorverlegung der Eröffnung der Spielzeit gegenüber den früheren Jahren hat ihren künstlerischen und wirtschaftlichen Vorteil. Unser Theaterorchester schied am 15. Mai aus seiner hiesigen künstlerischen Tätigkeit, um der ehrenvollen Wiederverpflichtung als Kurorchester in Bad Homburg Folge zu leisten. Dies bedingt nun, daß unser Orchester erst im Anschluß an die Homburger Konzertzeit in wohlverdienten Urlaub gehen kann. Die Intendanz hat sich daher entschlossen, die Zeit, in der das Orchester dem Theater nicht zur Verfügung steht, mit einem ausgewählten Schauspielplan auszusüllen. Diese Zeit des „Nur-Schau- spiels" lag bisher vom 15. Mai bis 31 Mai, bildete also den Spielzeitschluß. Dieses Jahr wollen wir die Spielzeit mit dem Schauspiel eröffnen und im Gegensatz zu früher mit allen drei Kunstgattungen Mitte Mai die Spielzeit beenden. Durch diese Neuerung ist die Spielzeit des Stadttheaters Gießen auch der der meisten anderen Theater angeglichen. Oberster Gesichtspunkt für eine gewisse Einheitlichkeit des Ensembles und einen einheitlichen Stil in Oper und Schauspiel ist der Grundsatz: Ueb erzeugen durch Leistung! Dem Spielplan kommt daher eine besondere Bedeutung bei; er erfordert eine Aufstellung auf weite Sicht. Auf der neuerrichteten Drehbühne probt bereits das Schauspiel-Ensemble unter der Leitung des Intendanten „Donna Diana", das bezaubernde alt- spanische Lustspiel von Moreto. Mit diesem Werk wird am 18. September die Spielzeit eröffnet. Gleichzeitig laufen die Proben zu dem Lustspiel „Der Kampf mit dem Tatzelwurm" der beiden bekannten und beliebten Lustspielautoren Leo Lenz und Ralph Arthur Roberts, das unter Wolfgang Kühnes Spielleitung am Sonntag, 20. September, in Gießen erftaufgeführt wird und nicht durchs Abonnement geht. Fertiggestellt und aufführungsbereit lind die beiden Stücke „Der Sprung aus dem Alltag , eine rheinische Komödie des Dichters Zerkauten, und das erfolgreiche, heiter-besinnliche Spiel mit dem altmodisch klingenden Titel „Gustav Kilian, Manufakturwaren en gros & en detail, gegründet 1821, Obere Gasse Nr. 19" von Harald Bratt. Das froh-beschwingte rheinische Volksstück und die reizende „Kattun"-Komödie rechnen zu den erfreulichsten Unterhaltungsstücken der letzten Zeit. Ebenfalls in den ersten Wochen sollen die beiden großen Publikumserfolge „Towarisch" und „Krach im Hinterhaus" in neuer Besetzung außer Abonnement wieder auf dem Spielplan erscheinen. Die erste Inszenierung des neuverpflichteten Oberspielleiters Theodor H a e r t e n ist die bedeutende Dichtung aus dem Kriege „Reims" von Friedrich Bethge. Gleichzeitig mit diesen Vorbereitungen im Schauspiel haben such die musikalischen Einzelproben der Solisten der Oper und Operette begonnen. Millöckers berühmte Operette „Der Bettelstudent", sowie ein Hauptwerk Mozarts und zugleich eine seiner beliebtesten Opern „Figaros Hochzeit" werden in neuer Einstudierung und Bearbeitung die Opern- und Operettenspielzeit eröffnen. Der günstigste Weg an den bedeutenden künstlerischen Ereignissen der Spielzeit teilzunehmen, ist die Platz miete. Denn außer den bekannten Vorteilen des regelmäßigen Theaterbesuchs erhalten die Platzmieter weitere Ermäßigungen für alle Vorstellungen und Veranstaltungen, die außer Abonnement gegeben werden. Erholung und Freude soll das Theater bringen; doch nur der kann von der Kunst und dem Theater etwas fordern, der bereit ist, sich für Kunst und Theater einzusetzen! Es tyennen uns noch zwei Wochen vom Spielzeitbeginn! Wir rufen daher alle Theaterfreunde zur tätigen Mitarbeit auf! Was wäre Gießen ohne sein Theater? Was wäre Gießen, wenn nicht jedem die Möglichkeit gegeben würde, durch den Theaterbesuch am deutschen Kulturleben teilzunehmen? Oberhessen. Ratsherrensihung in Alsfeld. £ Alsfeld, 4. Sept. Nach längerer Pause fand am gestrigen Donnerstag wieder eine Sitzung der Ratsherren statt. Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung die Regelung der für das Pachtjahr 1936 zu gewährenden Pachtgeldermäßigungen. Gemäß den Beschlüssen in den Vorjahren soll auch für das Pachtjahr 1936 für die verpachteten Stadt- und Hospitalgrundstücke eine prozentuale Herabsetzung von 20 v. H. bis 5 v. H. der ursprünglichen Pachtsumme für die bis zum Jahr 1930 und früher verpachteten Grundstücke eintreten. Im Herbst dieses Jahres findet die Neuverpachtung statt. Antrag der P r o v i n z i a l - D i r e k t i o n Oberhessen wegen Gelände st ellung zur Verbindung der Lauterbacher Straße und der Ziegenhainer Straße. Die Provinz Oberhessen beabsichtigt, anläßlich der Erbauung der Reichsautobahn, durch die eine Verlegung der Lauterbacher Straße notwendig wird, eine direkte gradlinige Verbindung dieser Straße mit der nach Ziehenhain führenden • Straße herbeizuführen. Zu diesem Zwecke hat die Provinzialdirektion Oberhessen bei der Stadt den Antrag gestellt, das erforderliche Gelände, soweit es nicht von der Reichsautobahn gestellt wird, auf Grund des hessischen Gesetzes über das Straßenwesen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich um etwa 10 000 Quadratmeter. Die Ausscheidung des Gelän- des soll im Wege der gegenwärtig stattfindenden Teilfeldbereinigung anläßlich der Reichsautobahn erfolgen. Die Ratsherren lehnen dieses Ansinnen ab, weil die Stadt Alsfeld von der beabsichtigten Maßnahme, die lediglich im Interesse des Durchgangs- Verkehrs auf den beiden Straßen, die Alsfeld überhaupt nicht berühren, geschieht, keinerlei Vorteil hat und in keiner Weise daran interessiert ist. Für die Räume der Landwirtschaftsschule, die seither von der Stadt unentgeltlich zu stellen waren, ist nunmehr nach Errichtung eines Erweiterungsbaues der Reichsnährstand bereit, eine Miete zu zahlen. Der hierüber vorgelegte Mietvertrag, der eine jährliche Miete von 800 Mark vor- sieht, wurde genehmigt. Heber die Räume des Wehrmeldeamts Alsfeld im Weinhaus ist ein neuer Mietvertrag erforderlich geworden. Infolge Vergrößerung des Dienstbetriebs des Amtes beansprucht dieses weitere Diensträume, wofür die Diensträume des Stadtbauamtes in Frage kommen. Der neue Mietvertrag über die gesamten Diensträume in Höhe von 1 440 RM. jährlich, einschließlich Heizung und Reinigung, wird genehmigt. Der für die Instand- setzung der neuen Räume der Stadtbau - amts, welches die freigewordenen Räume der Arbeitsamtsnebenstelle Alsfeld bezieht, erforderliche Kredit in Höhe von 923 RM. wird zu Lasten des Reservefonds bewilligt. Für die Herstellung des Daches der Dreifaltigkeitskirche — die ehemalige Klosterkirche —, deren baulicher Zustand nach Mitteilung des Stadtbauamtes infolge ihres Alters Ansätze zum Verfall zeigt, ist ein größerer Betrag, etwa 1500 RM., erforderlich. Die gesamten notwendigen Jnstandsetzungsarbeiten werden etwa 8000 RM. erfordern. Im Hinblick auf die Höhe der Kosten wird die Wiederherstellung zu Lasten der Stadt abgelehnt; die entstehenden Kosten sollen aus dem Hospitalvermögen gedeckt werden. Gegen den vorgelegten Entwurf des Kaufvertrages zwischen der „G e w o b a g", der Trägergesellschaft der neuen Kleinsiedlung und der Stadt hinsichtlich der Uebertragung des Siedlungsgeländes in der Rambach wird nichts zu erinnern gefunden. Unter Mitteilungen gab Bürgermeister Dr. D ö l s i n g bekannt, daß von dem testamentarischen Vermächtnis des Prof. Dr. Georg Martin Kober an der Universität Washington, ein geborener Alsfelder, seiner Vaterstadt in Höhe von 10 000 Dollar für wohltätige Zwecke zugewendet hat, bis jetzt 9000 Dollar eingegangen sind, die mit einem Betrag von 22422 RM. verzinslich besonders angelegt sind. In dankbarer Anerkennung des edelmütigen Vermächtnisses soll an dem Geburtshaus von Professor Kober am Roßmarkt in Alsfeld eine Gedenktafel für den Stif- t e r angebracht werden. Der Stadtbaumeister wurde mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Entwurfes beauftragt. Für zwei Opernaasti spiele der Deutschen Musikbühne Ber« l i n in der kommenden Winterspielzeit 1936/37 in Alsfeld wurde die Garantiesumme auf der seitherigen Dertragsgrundlage bewilligt. Die beiden Operngastspiele finden im Oktober und im Januar statt. Landkreis Gießen. cf Staufenberg, 4. Sept. Bei dem heftigen Gewitter in der vergangenen Nacht schlug der Blitz in die Scheune des Landwirts Ludwig Becker II., zündete aber glücklicherweise nicht. Das Dach und die zum Teil mit Schiefer bedeckte Giebel» wand wurden beschädigt. — Bei der gestern hier abgehaltenen Frühovstversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Zwetschen 2 bis 2,50 Mk., Aepfel 2 bis 3 Mk., Birnen 1 bis 2 Mk. je 50 kg am Baum. # Odenhausen a. d. Lumda, 4. Sept. Die Ernte ist auch in unserer Gemarkunb restlos ein- gebracht. Der Vordrusch ist beendet. Dre Landwirte mit kleinerem Besitz haben bereits alles gedroschen. Das Ergebnis ist zufriedenstellend. Das Grummet hat mengenmäßig und nach der Qualität eine Rekordernte gebracht. Grünfutter und Stoppelklee find reichlich vorhanden. Bei den Kartoffeln tritt verschiedentlich Fäulnis auf. Ober-Hörgern, 4. Sept. Vor einigen Tagen haben die Arbeitsdienst männer vom Lager in Wetter, die bei der Bergung der Ernte seit einigen Wochen den hiesigen Landwirten behilflich waren, unsere Gemeinde verlassen. Man sah die jungen Leute ungern scheiden. Nicht allein, daß sie in den Erntewochen vollauf ihren Mann stellten, darüber hinaus hatte sich mit ihnen, die an der Mosel beheimatet sind, ein gutes Verhältnis herausgebildet. kreis Schotten. cv> Oderschmitten, 4. Sept. Im Kirchspiel Eichelsdorf-Ober-Schmitten hat der Konfirmanden-Unterricht in der ersten Septemberwoche begonnen. Es beteiligen sich daran insgesamt 35 Kinder. 10 Mädchen und 5 Jungen sind aus Ober-Schmitten, 8 Mädchen und 12 Jungen aus Eichelsdorf. Wie üblich, begehen am nächsten Sonntag Eltern und Konfirmanden den Unterrichtsbeginn in gemeinsamem Gottesdienst. > E i ch e l s d o r f, 2. Sept. Heute kam hier der in diesem Jahre angebaute Flachs zur Verladung. Mancher ältere Volksgenosse mag voll Wehmut der Zeiten gedacht haben, da unser Dorf sehr starken Flachsbau trieb und große Mengen Flachs, Garn und Tuch absetzte. Der Rückgang dieses Nebenerwerbs war der Hauptgrund für die Auswanderung vieler Dorfg^nosien nach Ueberfee, zunächst nach Brasilien (1823 bis 1827), später nach Nordamerika. * Eichelsdorf, 4. Sept. Am 1. September hat Bürgermeister Karl Knodt II., der im Jahre 1923 erstmalig gewählt wurde, sein Amt n i e b e r g e I e g t. — Der reiche Ertrag, den die Zwetschen bäume wiederum in diesem Jahre bringen, muß für jeden einsichtigen Bauern Ansporn sein, diesem etwas vernachlässigten Obstbaum wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken, denn seine unbedingt erforderliche Neuanpflanzung ist eine zu erfüllende Ausgabe der Erzeugungsschlacht. Ehedem trug hier jeder Feldrain eine Reihe Zwetschen- bäume. Der kalte Winter 1928/29, die Schildlaus und Altersschwäche haben jedoch in den letzten Jahren große Lücken gerissen, die aus volkswirtschaftlichen Gründen geschlossen werden müssen. Die Nachpflanzung wurde hier unterlassen oder falsch durchgeführt. Nicht Zwetschenbaumwildlinge aus Hecken sind nachzupflanzen, sondern schöne Stämmchen wertvoller Sorten aus guten Baumschulen. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 4. Sept. An einem Sander z u g der NSG. „Kraft durch Freude" art den Rhein (Oberlahnstein) nahmen etwa 500 Mann der Belegschaften aus den Basaltw er- f e n N i e d e r-O fl e i d e n und der „Rothen Kuh" mit ihren Angehörigen teil. Die Firma Mittel- deutsche Hartstein-Jndustrie ermöglichte finanziell diese Fahrt. Die Ausflügler wurden in Oberlayn- stein mit Musik einer Arbeitsdienstabteilung willkommen geheißen, sie besichtigten anschließend die Burgen Lahneck, die Marksburg und Stolzenfels. Ferner wurden Dampferfahrten nach dem Deutschen Eck, nach Ehrenbreitstein und nach der Loreley unternommen. Die Freude über die starken Eindrücke war groß. Der Abend vereinigte die Ausflügler bei einem Rheinischen Abend. Frohgestimmt kehrte man nach Hause zurück. Amtsgericht Gießen. Der einschlägig vorbestrafte M. St. von Gießen erhielt durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen eine Haftstrase von drei Wochen wegen Unterhaltspflichtentziehung auferlegt. Gegen diesen Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte in der verflossenen Zeit nickt in ausreichendem Maße für seine drei unehelichen Kinder gesorgt hat, obwohl er in Arbeit stand und zum Unterhalt derselben hätte beitragen können, so daß das Wohlfahrtsamt einspringen mußte. Da sich der Angeklagte in der gestrigen Hauptoerhandlung zur monatlichen Bezahlung von 8 Mark als Unterhalt für die Kinder bereiterklärt hat, blieb es bei der im Strafbefehl festgesetzten Strafe. Die Strafvollstreckung hängt nun davon ab, ob der Angeklagte fein Versprechen hält und seinen Verpflichtungen nachkommt. Der »Schrecken von AheinhefferS vor Gericht. LPD Mainz, 4. Sept. Seit März 1935 versetzte eine dreiköpfige Diebesbande ganz Rheinhessen und die benachbarten Orte durch ihre frechen Einbruchsdieb st ähle in nicht geringen Schrecken. Die Methode war immer die gleiche. Die Türen wurden angebohrt, die Türfüllungen herausgebrochen, die Ladenkassen erbrochen. Wenn es möglich war, nahmen die Diebe noch Waren an sich. Dorwieaend Lebensmittelgeschäfte wurden mit ihrem Besuch bedacht. Mit einem Auto wurde die Ware weggeschafft und später verteilt. Die Seele des ganzen Unternehmens, ein gewisser Stutz, be- findet sich augenblicklich in der Tschechoslowakei in Strafhaft. Die Zweite Große Strafkammer in Mainz verurteilte den 29jährigen Ludwig Schwindt wegen Bandendieb st ahl in vier Fällen und eines einfachen Diebstahls zu zwei Jahren Gefängnis, den 24jährigen Philipp Oswald wegen Bandendiebstahls in fünf Fällen und eines einfachen Diebstahls, sowie eines versuchten Bandendiebstahls zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis, den 21 jährigen Eduard Koch wegen Bandendiebstahls in fünf Fällen zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden den Dieben auf je zwei Jahre aberkannt. SJlXfpOTt Ballon ^Sachsen" flog 1200 km. Erst am Donnerstag bekam die Flugleitung in Warschau von der glücklichen Landung des deut- schen Ballons „Sachsen" mit Otto Bertram- Chemnitz und Fritz Schubert (Mittelsbach) als Führer Kenntnis. Die beiden Piloten selbst über- brachten die Meldung, aus der hervorging, daß sie am Montagabend bei dem Dorf Wolga im Kreis Rybinsk (nördlich von Moskau) den Flug beendet hatten. Das genaue Ergebnis dieser famosen flie- gerischen Leistung liegt zwar noch nicht vor, aber die Flieger dürften rund 1200 Kilometer durchflogen haben und gute Aussichten auf einen Platz in dem diesjährigen Gordon-Bennett-Wettbewerb haben. Peter ORiebd und Kurt Schmidt bei Meiningen gelandet. Die beiden Segelflieger Peter Riedel und Kurt Schmidt hatten bei ihrem ersten Versuch, den Fern- ^ielflug von der Wasserkuppe nach Berlin durchzuführen, insofern einen Mißerfolg, als sie am Rande des Thüringer Waldes ungünstige Wetterverhältnisse antrafen, die sie unweit Meiningen zur Landung zwangen. Die beiden Bewerber um den Preis der „B. Z. am Mittag" sind zur Wasserkuppe zurückgekehrt, um einen zweiten Versuch zu unternehmen. Heimische Leichtathleten beim Gaulampf Nordheffen-Mitte. Kilo und Herrmann beim Gaukampf in Erfurt. Mit der Vertretung des Gaues Hessen in dem am kommenden Sonntag in Erfurt gegen ©au Mitte stattsindenden Leichtathletikkampf wurden vier 1900er beauftragt, nämlich A. Kilo im Diskuswerfen, H. Herrmann im 110-Meter-Hürden- lauf, I. Rudolph im Hochsprung und H. Jung im Stabhochsprung. Leider können die beiden Letztgenannten der Beorderung keine Folge leisten. Rudolph ist durch einen Muskelriß außer Gefecht gesetzt und Jung dienstlich nicht abkömmlich. Was Kilo und Herrmann angeht, so werden sie einen schweren Stand bekommen. Sie müßten schon über ihre Jahresbestleistungen kommen, um vorn zu sein. Das Leichtathletik-Jugendsportfest des Gaues XII in Kassel sieht voraussichtlich von feiten der Spieloereinigung 1900 nur Hun - gerlanb im 100-Meter-Lauf und Stabhochsprung der Klasse A am Start. Die übrigen Jugendlichen, die Aussichten in Kassel gehabt hätten, sind zum Gebietssportfest der HI. in Darmstadt abgestellt. Turnverein Heuchelheim. Bei den 13. Rationalen Junioren- und Jugendwettkämpfen des Sportvereins 1898 Darmstadt konnten die Gebrüder Reidel zu schönen Erfolgen kommen. Beim 1500-Meter-Lauf konnte Hans Reidel den 3. Platz in persönlicher Bestzeit von 4:18,9 Min. und Franz Reidel den 4. Platz in 4:19,6 Min. hinter Held (98 Darmstadt) 4:10 Min. und Müller (Eppershausen) 4:15,2 Min. belegen. Erwin Reidel mußte infolge Muskelzerrung aufgeben. Erwin, Franz und Hans Reidel mußten sich in der 3X1000- Meter-Staffel mit dem 2. Platz in 8:32,9 Min. hinter der A-Mannschaft des SV. 98 Darmstadt begnügen. Für den Gaukampf Nordhessen — Mitte in Erfurt sind die Gebrüder Hans und Franz Reidel für 5000 Meter aufgestellt. Sie treffen dabei auf die Wittenberger Langstreckengarde. Fußball der heimischen Mannschaften. Zweimal Ligakampf bei 1900. 1900 — SpB. Wetzlar. Am Samstag empfangen die Blauweißen den SpV. Wetzlar zum Rückspiel. Das Vorspiel in Wetz- lar sah die Domstädter 3:0 erfolgreich. Ob es diesmal wieder zu einem solch glatten Sieg für die Gäste kommt, ist fraglich, denn die Platzbesitzer haben in der Aufstellung Fischer, Zeiler, Lippert, Erhard, Heilmann, Garth, Schellhaas, Ranft, Jäger, Lehrmund, Henkelmann ihre stärkste Elf zur Stelle, die gegen früher insofern eine Aenderung aufzuweisen hat, da Lehrmund im Sturm erscheint, wodurch dieser Mannschaftsteil eine Verstärkung erfahren wird. Auch die Wetzlarer kommen in anderer Aufstellung. Die Gäste haben am vergangenen Sonntag gegen Union-Niederrad ein Experiment versucht, indem sie Wohlgemuth auf den Mittelläuferposten gestellt haben. Dieser Versuch hat sich zum Besten gewandt, denn Wohlgemuth war der beste Mann auf dem Platze. Das heutige Spiel wird also neben den beiden interessanten Versuchen ein Vorgeschmack auf die kommenden Derbandsspiele abgeben. 1900 — Germania 94 Frankfurt a. M. Am Sonntag ist Germania 94 bei den Blauweißen zu Gast. Mit dieser Mannschaft ist ein gut Stück Frankfurter Fußballgeschichte verknüpft. Be- sonders in den Jahren 1922/25 waren es die Leute von den Sandhöfer Wiesen, die dem Frankfurter Fußballsport mit zu feinem heutigen Ruf beitrugen. Und hier war es ein Mann, der auch bei uns nicht unbekannt ist. Fritz Schnürle. Dieser war es, der die damaligen Spieler der Germanen zu formen und zu prägen mußte, die dann über sich selbst hinauswuchsen und die Hegemonie der beiden Groß- vereine Eintracht und Fußballsportverein durchbrachen. Die Mannschaft mußte aber später in die Bezirksliga absteigen. Verschiedene Versuche, wieder in die erste Klasse zu kommen, sind bis jetzt fehl- geschlagen. Im vergangenen Jahre war es nahe daran, und in diesem Jahre hofft man, daß es end- lich glückt. Man hat die letzten Mängel beseitigt und hofft mit der Mannschaft, die noch verschiedene Verstärkungen erfahren hat, sich die frühere Stel- lung wieder zurückzuerobern. Man wird also die Germanen in der Aufstellung zu sehen bekommen, wie sie die kommenden Verbandsspiele bestreitet. Die Blauweißen treten in derselben Aufstellung vom Vortage an, so daß auch hier wieder mit einem vielversprechenden Kampf zu rechnen ist. 1900 A. H. — Collar A. H. Vor dem Ligaspiel treffen obige A.-H.-Mannschaf- ten zusammen. Es wird wohl das letztemal fern, daß ein A.-H.-Spiel auf dem Programm steht. Die Blauweißen werden aus dem Grunde alles versuchen, die Niederlage aus dem Vorspiele wieder wettzumachen, um sich hiermit einen guten Abgang für die nächste Saison zu^ sichern. Am Sonntag werden die ersten.Augend-Pflichtspiele ausgetragen. Die 1. Jugend ist fPie^L 2. Jugend hat gegen die 1. Jugend^von^Allendorf^ anzutreten. Das Spiel wird auf dem Platz der Spielvereinigung ausgetragen. Die Platzbesitzer sollten das Spiel gewinnen können. Die 3. Jugend spielt am Vormittag gegen die 4. von DfB.-R. auf eigenem Platze. Die Schülermannschaften ler des VfB.-R. an. treten gegen die Schü- DfB.-Reichsbahn Gießen. Die Cigamannfchaft in Steinberg. Die Liaamannschast trägt am Sonntag ein Rückspiel bei den Steinberger Teutonen aus. Die Steinberger Mannschaft, die aus der Bezirksklasse aus- geftiegen ist, konnte in den letzten Spielen wieder- holt zeigen, daß sie ihre vorjährige Krise über» wunden hat. Die Mannschaft hat wieder die Spielstärke erreicht, die sie zu der gefürchteten Mannschaft der Bezirksklasse machte. Weiterhin wird für die Teutonen Gelegenheit gegeben fein, zu zeigen, daß sie auch den Bezirksklassenmannschasten spielerisch die Waage hält. Es wird daher auch in diesem Spiel den Gießenern, die in Steinberg immer schwer kämpfen mußten, schwer fallen, zu einem Siege zu kommen. Die überragende Hintermannschaft der Steinberger, Happel im Tor und Fett in der Verteidigung, sollen den Gießener Sturm öfter vor unlösbaren Aufgaben stellen. Wenn Lang den Sturm führt, wird auch der Steinberger Sturm seine Gefährlichkeit zeigen. Die Aufstellung der Gießener Mannschaft wird wahrscheinlich die gleiche des Dorsonntags, abgesehen von Mund, sein. Sie wird unbedingt ein besseres Spiel als am vergangenen Sonntag liefern müssen, wenn sie nicht eine Ueberraschung erleben will. Sportfreunde Dehlar II — DfV.-R. II. Die zweite Mannschaft fährt zum Rückspiel nach Wetzlar. Wenn sie auch am vergangenen Sonntag ihren Geaner mit Klassenunterschied schlagen konnte, so wird sie doch dieses Mal schwerer um den Sieg kämpfen müssen. Jugendsuhball. Die DfB.er bringen am Sonntag sieben Jugend- und Schülermannschaften auf das Feld. Die erste Jugend spielt gegen Watzenborn-Steinberg auf eigenem Platze. Die Steinberger, die in der vergangenen Spielserie der schärfste Gegner der Gießener um die Jugend-Gruppenmeisterschaft waren und erst in einem Entscheidungsspiel ausgeschaltet wurden, werden auch dieses Mal ein beachtlicher Gegner der Gießener fein. Der Ausgang des Spieles ist offen. DfV. R. 2. Jugend — Garbenteich 1. Jugend. Da die 2. Jugend zur Zeit sich in einer guten Spielform befindet, so ist es nicht ausgeschlossen, daß sie die Garbenteicher schlagen. Die 3. Jugend fährt nach Lollar und spielt gegen die dortige 2. Jugend. — Die 4. Jugend spielt gegen die 3. Jugend des Lokalgegners auf dem Trieb. . .. Alle drei Schülermannschaften spielen gegen die gleichen des Lokalgegners auf dem Waldsportplatz. Die DfB.er haben dabei den Vorteil des eigenen Platzes, der für den Ausgang der Spiele vielleicht ausschlaggebend ist. Spielabteilung Tv.lSSS Klein-Linden Klein-Cinden I — Leihgestern I. Am morgigen Sonntag kommt Leihgestern einer früheren Rückspielverpflichtung nach. Das Vorspiel konnte Klein-Linden für sich entscheiden, doch sollte dies kein Grund sein, den Gegner leicht zu nehmen, zumal die Gäste zu kämpfen verstehen. Vielleicht wissen die Gastgeber den Vorteil des eigenen Platzes auszunutzen. Vorher werden die 2. Mannschaften beider Vereine die Kräfte messen. Oie Handballer des Turnvereins Lang-Göns in der neuen Spielzeit. Nachdem der Tv. Lana-Göns in der Spielzeit 1935/36 zwei Jugendmannschaften in die Verbandsspiele geschickt hatte, wird in diesem Jahre die einst- maligs 1. Jugend als erste Mannschaft spielen. Die bisherige 2. Jugend wird Lang-Göns in der Jugendklasse vertreten. Die erste Mannschaft, die in der letzten Spielzeit Kreisjugendmeister werden konnte, spielt in der 2. Kreisklasse und trifft in der Staffel 1 auf die starke Mannschaft aus Allendorf (Lahn) und die zweiten Garnituren vom To. Wetzlar und von der Spogg. 1900 Gießen. Es ist klar, daß die Lang-Gönser hier vor einer fast unlösbaren Aufgabe stehen, denn die Gegner sind sehr spielstark. Aber da sich die Mannschaft fast ganz aus Jugendlichen zusammensetzt, gehört ihr die Zukunft. Bessere Aussichten kann man der Jugend einräumen. Sie trifft in der Staffel 2 der Jugendklasse auf die Mannschaften aus Garbenteich, Lich, Holzheim und ©rüningen. Im vorigen Jahr waren dieselben fünf Mannschaften schon in einer Staffel und damals wurde Lang-Göns Staffelsieger. Vielleicht können es die Jungen in diesem Jahr wieder schaffen und sich bis in vie Endkämpfe durchsetzen, Sie Saumeisterschasten der lugendschwimmer in Gießen. Zum Abschluß der Freiwasserschwimmzeit 1936 hält der Gau XII (NordHessen) des Fachamtes Schwimmen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen am morgigen Sonntag in der Müller- fchen Badeanstalt die Gaujugendmeisterschaften ab. Zu der Veranstaltung, die dem Gießener Schwimmverein zur Durchführung übertragen wurde, haben elf Vereine aus Kassel, Marburg, Fulda, Wetzlar, Hanau, Alsfeld, Groß-Auheim und Gießen (Frank- surt und Offenbach gehören nicht mehr zum Gau Nordhessen) zu den 21 ausgeschriebenen Wettkämpfen 185 Nennungen abgegeben. Ein schönes Meldeergebnis und gleichzeitig ein Beweis dafür, daß die Schwimmerjugend Nordhessens auf dem Posten ist; sie will nunmehr nach dem Sommertraining in den einzelnen Disziplinen die Besten unter sich ausmachen. Oie Wettbewerbe des Vormittags. Die Wettkämpfe werden am Sonntagvormittag eingeleitet mit einem Kraulschwimmen für die männliche Jugend über 2 0 0 Meter, das in der Klasse 2 einen Teilnehmer und 7 Teilnehmer in der Klasse 3 aufweist. Wer das Rennen für sich entscheiden wird, ist im voraus nicht zu sagen. Den 2. Wettkampf, 50-Meter-Frauenjugendrücken, werden 9 Schwimmerinnen bestreiten; die besten Erfolgsaussichten haben hier Ruth Fiedler vom Marburger SV. und Elisabeth Plank vom Gießener SV. In der 4X100-Meter-Knaben-Kraul- staffel stehen sich 3 Mannschaften gegenüber. Darauf folgt die 4X 100-Meter-Männerju- g e n d - B r u st st a f f e l, die die Mannschaften des Casseler SV. 1898 und des Gießener SD. zusammenbringen wird. Bei der Vormachtstellung, die die Gießener Brustschwimmer schon seit Jahren innehaben, dürsten sie als die Sieger aus dem Rennen hervorgehen. In der 3X100-Meter- Frau enjugend-Bruststaffel treffen sich zwei Mannschaften und im gleichen Wettkampf drei Mannschaften von Vereinen ohne Winterbad. Alsdann wird das Schwimmen durch das Kunst- Schach-Ecke. Gearbeitet von K. Selling. 8 5 2 Matt nach Doppelopfer. Die abgebildete Stellung entstand beim Turnier zu Swinemünde in einer Partie Richter — W ä ch - t e r. Der Weiße konnte durch ein Figurenopfer die schwarze Dame ablenken und dann mit einem zweiten Opfer in wenigen Zügen das Matt erzwingen. Was zieht der Weihe am stärksten? 8 2 Ä— a b Versäumtes Matt. In der abgebildeten Stellung einer Partie Dr. Dührssen — Tröger aus dem Turmer in Bad Elster schlug der Weiße den schwarzen Turm mit dem Springer, verlor aber später noch die Partie. Wie hätte der Weihe in der abgebildeten Stellung rasch einen glänzenden Sieg erringen können?______ Cöfung der Schachaufgabe „Damenopfer". S. Loyd. Matt in zwei Zügen. Weiß: Ka2, Dd4, Tb6, Sd6 (4). Schwarz: Ka5, Db5, Ta7, Lc7, Ba4 (5). 1. Dd4—e5 (droht DXD matt), Ka5Xb6. 2. De5 Xb5 matt. 1. ... Db5 beliebig; 2. Sd6—c4 matt. 1. ... Ka5—b4. 2. Tb6Xb5 matt. 1. ... LXT oder LXS; 2. De5Xb5 matt. Cöfung der Schachaufgabe „Turm gegen Cäufer“. Wilhelm Gudehus. Matt in drei Zügen. Weiß: Kh5, Tg2, Le2, Lei, Bb3, c5, 15, h4 (8). Schwarz: Ka5, Lh6, Bb4, e3, f7, 16 (6). 1. Tg2—g7, Lh6Xg7. 2. Lei—g3 nebst 3. Lg3—c7 matt; 1. ... Lh6—g5, 2. Tg7—g8 nebst 3. Tg8—a8 matt; 1. ... Lh6—f4. 2. Tg7—g4 nebst 3. LelXb4 matt Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Friedrich diktiert einen Brief. König Friedrich der Zweite von Preußen fand einst auf dem Tisch feines Kammerlakaien einen angefangenen Bries, der folgenden Wortlaut hatte: „Liebe Rieke, gestern konnte ich wieder nicht zu dir kommen, weil der Alte große Gesellschaft hatte und mir keine Stunde Urlaub gönnt." Friedrich las und schüttelte ärgerlich den Kops. Die Geschichte von der großen Gesellschaft war völlig erlogen. Der König ließ den Lakaien rufen, führte ihn am Ohr zu dem Tisch und diktierte ihm den Brief zu Ende: „Heute kann ich leider auch nicht kommen, weil der Alte mir böse ist, und die nächste Zeit auch nicht, weil ich wegen meiner Lügenhaftigkeit auf acht Tage nach Spandau muß." Mildernde Umstande. In einer uralten Nummer der „Augsburger Allgemeinen Zeitung" fand ich den Aufsatz „Curiosa der Gegenwart" und darin den folgenden Bericht: „Der Bürgermeister des oberbayerischen Marktfleckens Obing rügte am 12. Mai 1851 in einem Erlaß die zunehmende Trunksucht der Einwohnerschaft und stellte alle jene unter Strafe, die von der Ortspolizei „in das übliche Maß übersteigender Trunkenheit" angetroffen werden. Die Strafen betragen: an gewöhnlichen Tagen 3 Mark, an Sonn- und Feiertagen 2 Mark, an Tagen mit Maibock-Ausschank 1 Mark." W. v.H. verschwinden durch IDeDijinol fierba-Stife St. 58 Pfg„ verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung Herba-Creme Sanitäre Anlagen HvlLi>ns«ra,H6paratarva nur bei Withofi Selters weg 63 1 Telefon 20. Nervös-Erschöpfte und rheumatische Leiden 191Jv Spezialkuranstalt Hofheini 7 (Taunus) Mäßige Preise. Dr. M. Schnlxe-Kahleysi, Nervenarzt Kennen Sie den Goldfeder-Seffel? D. R. p. 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Tanzschule Paul Will Gießen / Bahnhofstraße 53 04073 _neutscWD=ntisVen ttictisiertianüe ° 9 9.i936 IO* 2°‘ ■ ..„Uoniietiy! springen der männlichen und weiblichen Jugend unterbrochen. Die Schwimmwettkämpfe eröffnen hierauf die Knaben im Rückenschwimmen über 50 Meter. Den Schluß der Wettkämpfe am Simntagmorgen macht die männliche Jugend im 400-Meter-Kraulschwimmen. Unter den 5 Schwimmern, die dieses Rennen bestreiten werden, ist ein Zweikampf zwischen Zimmer, Gießener SV., und Zimmermann, Kurhessen Kassel, zu erwarten. Die Wettkämpfe am Nachmittag werden mit einer Kraul staffel 4X100 M e - ter der männlichen Jugend eingeleitet, in der die Mannschaften des Gießener SV. und Kurhessen Kassel aufeinandertreffen. Dann folgt für die Frauenjugend ein Kraulschwimmen über 10 0 Meter, das 7 Schwimmerinnen an den Start bringen wird. Im Männerjugend- Brust schwimmen über 200 Meter (Kl. 2) sind es nur drei Gegner. Dafür ist aber gerade hier ein schöner Wettkampf zu erwarten zwischen Deutschmann, Kasseler, SV. 1898, und Ortwein, Gießener SV. Die Klasse 3 über die gleiche Strecke weist eine Nennungszahl von 13 Teilnehmern auf, und weitere 4 von Vereinen ohne Winterbad. Das 10 0- Meter-Knaben - Bru st schwimmen wird von 15 Jungen bestritten werden. Für das 100- Meter- M ä dchen-Bru st schwimmen haben sich 11 Schwimmerinnen gemeldet. Zum Frauen- jugend-Bru st schwimmen (Klaffe 3) über 10 0 Meter liegen 6 und von Vereinen ohne Winterbad 11 Nennungen vor. Das Männerjugend - Rückenschwimmen über 10 0 Meter (Klasse 2) bestreiten Krenzien vom Gießener SV. und Köhlinger vom Turnverein 1846 Gießen, die sich voraussichtlich einen harten Kamps um den Sieg liefern werden. In der Klasse 3 des gleichen Wettkampfes wird man 9 Jungens am Start sehen. 15 Knaben treffen sich im 100 Meter Knabenkraulschwimmen. Vier Jugendschwimmer bestreiten das 100-Meter- Jugend-Kraulschwimmen der Klasse 2, die alle über ein fast gleichwertiges Können verfügen. In der Klasse 3 des 100-Meter-Jugend- Kraulschwimmens sind es 14 Teilnehmer und zwei Teilnehmer von Vereinen ohne Winterbad. Zum Mädchen-Kraulschwimmen über 50 Meter haben sich 6 Mädchen gemeldet. In der Knaben-Bruststasfel 4 X100 Meter stehen sich die Mannschaften des Kasseler SV. 1898 und des Gießener SV. gegenüber. Die Männerjugend- Lagenstaffel (100, 200, 100 Meter) wird von drei schwimmstarken Mannschaften bestritten. Aus den vorstehenden kurzen Hinweisen ist zu erkennen, daß sich fast die gesamte, für sportliche Wettkämpfe geeignete Schwimmerjugend des Gaues Nordhessen, einer harten Leistungsprüfung unterziehen will. Zur Aufklärung über die Bezeichnung „Klasse 2" und „Klasse 3" sei noch gesagt, daß die Schwimmer der Klasse 2 bei früheren Wettkämpfen bereits Erfolge erzielt haben und die der Klasse 3 noch als Anfänger zu betrachten sind. Die Vereine ohne Winterbad werden deshalb in besonderen Wettkämpfen zusammengefaßt, weil ihren Schwimmerinnen und Schwimmern im Winter keine Möglichkeit zum Training gegeben ist und sie nur auf die Sommermonate im freien Wasser angewiesen sind. JRunOfunfproflrümm. Sonntag, 6. September: 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.45: Turmblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. Veranstaltet von dem Amt für Kirchenmusik der Landeskirche Nassau-Hessen. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. Fritz Nonnenbruch: „Wir und die Technik: Entscheidende Wende". 10: Morgenfeier der HI., „Wir formen mit schaffenden Händen das Volk" Dichtung von Wolfram Brockmeier. 10.30: Chorgesang. 11.15: Dichter im Dritten Reich: Martin Luserke. 11.30: Segen der Arbeit. Eine Funkfolge. 12: Mittagskonzert. 12.30: Sang und Klang aus Kurhessen. 13.30: Mittagskonzert. 14: Kinder am Mikrophon. Die große bunte Kinderstuüde vom Volkssender aus der Rundfunk-Ausstellung 1936. 15: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagkonzert. 18: HJ.-Funk. 18.30: Zum Sonntags-Dämmerschoppen laden ein: 19: Verkündung der Sieger und Preisverteilung im Rundfunksprecher-Wettbewerb. Ausklang des Volkssenders auf der 13. Großen deutschen Rundfunkausstellung 1936 und Zapfenstreich. 19.45: Von München (aus Nürnberg): Nürnberg-Echo des Reichsparteitages 1936. 20: „... und sagt der Welt ade". Ein bunter Abend mit Sang und Klang von Erich Fortner. Zum Gedächtnis an Ferdinand Raimunds 100. Todestag. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportspiegel des Sonntags. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24—2: Nachtmusik. Orchesterkonzert. Zum 150. Todestag Friedrichs des Großen. Montag, 7. September. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Wunsch-Automat. 15: Volk und Wirtschaft. Bessere Nutzung der bäuerlichen BSden. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Unterhaltungskonzert. 16.45: Erzähler unserer Zeit. Arnold Krieger: „Der Sieger". Eine Novelle um Beethoven. 17: Lieder und Balladen. 17.30: Ruf an die Mosel. Von Alex A. Thiel, Plütscheid. 18: Fröhlicher Alltag. Ein buntes Konzert. 19: Kompositionen von Hans Fleischer. 19.45: Nürnberg-Echo des Reichsparteitages 1936. 20: Nachrichten. 20.10: Frohe deutsche Musik. Den 4. September, vormittags 11 Uhr, entschlief sanft nach kurzer schwerer Krankheit, unsere liebe, gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau AnnaWallwaey, geb. Sternberg im 63. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Die Kinder und Angehörigen. Gießen, Philadelphia, Biebrich am Rhein,Wilhelmsburg an der Elbe, den 5. September 1936. Die Beerdigung findet am Montag, dem 7. September, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt ___________________________________________________________________04064 Wieseck, den 5. September 1936 03997 04040 Für die beim Heimgang unseres lieben Vaters erwiesene Teilnahme sowie die vielen Kranzspenden sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank Karl Erb im Namen aller Hinterbliebenen Wir beklagen den Tod unseres lieben Alters bruders Konrad Keuscher und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Alters Vereinigung 1870 — 1920 Mein ausgedehntes Mobeilager in zwei Stockwerken steht jedem Interessenten unverbindlich zur Besichtigung offen! Eigene Möbelschreinerei. Anfertigung von Möbeln aller Art in jeder Ausführung nach eigenen und gegebenen Entwürfen. 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September 1936 Gießen,Neustadt 5,Ruf 4165 5000 RM. 293735 389324 3n der heutigen Nachmkttagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 148843 Tanzunterricht 110 Gewinne zu 500 RM. 3218 3327 4529 6803 300 RM. 94254 100324 101333 103204 Tanzschule Bäulke Im Gewmnrade verblieben: Einzelmöbel u. 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Ich entbehre lieber sonst etwas, aber Melissengeist geht bei mir nicht auf und ist stets mein Helfer in der Not." Dann Frau Wwe. Mathilde Grohmann, Offenbach-Main, Taunusstraße 65, am 7. Juli 1936: „Melissengeist habe ich mit Erfolg bei Schlaflosigkeit genommen." Ferner berichtet Frau Johanna Zilken, Rölsdorf bei Düren, am 20. 9. 1934: „Durch eine schwere Krankheit wurde ich von starker Herzschwäche befallen, verbunden mit Herzwasser, Herzbeklemmung usw. Seitdem ich nun Klosterfrau-Melissengeist durch Einnehmen bzw. Einreiben der Herzgegend anwandte, ging das Master zurück und die Schwäche mit ihren Folgen ließ nach. Mit aufrichtigem Dank kann ich bestätigen, daß mein schweres Herzleiden behoben eine Höchstleistung mod. Akustik! — Künstlerische Gestaltung! -Vorbildliche Qualität! - Ueberraschende Preis Würdigkeit! Beispielloser Erfolg! Von führend.Künstlern er- pro bt und glänz, beurteilt! Alleinverkauf: Pianohaus R. 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Meister Albach» Die Lormlinae werden M Trocknen Ma-Ü-Lt. und ver- sorn- schon seit einiger Zeit erloschen und nur ein aufgeschichteter Haufe gebrannter Steine zeugt davon, in welcher Art man hier an der Arbeit war. Jene Ziegelei, von der wir zuerst sprachen, die Feldbrandstelle am Attenberg über Großen-Buseck, liegt hoch über dem Tal, und der Meister Alb ach und seine sieben Helfer, die da oben schaffen, haben Wir entsinnen uns nur weniger Stellen unserer engeren Heimat, an denen wir Feldbrand antrafen: bei Ostheim, unmittelbar an der Eisenbahn, an der S.traße zwischen Rodheim und Bieber und an der Straße zwischen Lich und Grünberg, im Schatten der großen Alleebäume, die die Straße vom Kreuz ab bis auf die Höhe säumen. Die Glut ist dort aber tig am Hohen Berg und Attenberg solche Feldbacksteine im Auftrage einer Großen-Busecker Firma (Rühl) gebrannt werden, erzählte, daß es möglich gewesen sei, in Alten-Buseck einen ganzen Straßenzug zu bauen, für den die Steine, viele hunderttausend Steine, unmittelbar an den Baustellen gebrannt werden konnten. Das gleiche geschah für mehrere Die moderne Technik ist in siegessicherem Zug über manches altväterliche Handwerk und Gewerbe hinweggegangen, weil sie häufig billigeres, rascheres und mengenmäßig größeres Schaffen von Gütern ermöglichte. Es geschah sicherlich zur Erleichterung unserer Lebenshaltung und die Industrialisierung förderte das, was wir unter „Zivilisation" verstehen Häufig aber mußte die Erleichterung und Verbilligung unserer Lebenshaltung mit dem Preis des Verzichts auf das Persönliche, das Eigenschöpferische bezahlt werden. Meist ging damit die völlige Ablösung mancher bisher geübten handwerklichen Technik einher, häufig gingen Gemütswerte verloren. Der Töpfer hat der „Keramik" und ihrer hochentwickelten Industrie weichen müssen; der Beruf des Seilers ist selten geworden, der Drechsler bekommt zu einer Zeit, in der die Klarheit in der Formgebung setzen Schnörkel verdrängte, immer weniger Arbeit und der Kachelosensetzer ist auch nicht mehr so beschäftigt, nachdem Zentral-, Warmwasser-, Heißluft- und Dampfheizung immer mehr zur Selbstverständlichkeit werden. Die Reihe der Ber.ufe ließe sich lange fortsetzen, die durch die Industrialisierung in ihrer Bedeutung beeinträchtigt wurden. Hier hilft es nicht zu trauern, sondern manche wirtschaftliche Notwendigkeit muß eingesehen werden. Um so größer ist die Freude, wenn man hin und wieder einmal einem Gewerbe begegnet, das man vielleicht längst versunken und verschollen wähnte, oder wenn man einmal einen Handwerksmeister in einer Werkstatt besuchen kann, in der handwerkliche Tradition und altväterliche Gediegenheit aus jebem Stück Werkzeug sprechen. So etwa werden auch in jedermann die Gedanken sein, der auf einem Spaziergang oder auf einem Weg von Dienstes ober einer Pflicht wegen auf ber Höhe am Hohen-Berg, in ber Nähe bes Attenbergs über Großen-Buseck, auf jene Stelle stößt, an ber seit einer verhältnismäßig kurzen Zeit ein altes Gewerbe ausgeübt wirb, bas man in unserer Heimat zwar noch an manchen Orten vorfinbet, bas aber doch selten geworden ist: die Herstellung von Ziegel st einen im Feldbrand! An der Formpresse. Die gepreßten Steine werden aus der Form genommen. Zeiten, da es anhaltend regnete, daß die Steine zu viel Luftfeuchtigkeit und Regenwasser aufnahmen, anstatt sie an die Luft abzugeben. Die Folge war, daß einige Reihen solcher zum Trocknen ausgestellter Formlinge zusammenbrachen, weil sie zu weich geworden waren. Viele hundert Steine gingen zu heimatlichen Tals vor Augen und über sich unbeschränkt den weiten Himmel, der in den gangenen zwei Wochen oftmals im schönsten merlichen, in dunklem Blau erstrahlte. Es ist ein stilles Arbeiten auf dieser Höhe, hin und wieder ratterte ein hochbeladener Erntewagen über den holprigen Weg, der dicht an der Ziegelei vorbeiführt, hin und wieder klingt ein Gruß vom Bauern, der des Wegs geht, zu den Arbeitern hinüber und die Antwort zurück. Es ist aber auch eine schwere Arbeit, die Ziegelsteinfabrikation auf die hier gepflegte Art! Alle Arbeit an der Erde ist schwer, gleichgültig, ob es Unter Hebeldruck wird das Erdreich gepreßt. Bruch, mußten mühsam zur Seite geräumt werden und alle Arbeit war umsonst geleistet. Sicherlich mutete manchem, der auf dem Wege an einer solchen Feldziegelei vorüberkam, der hohe sorgfältig aufgeschichtete Haufe von Feldbacksteinen fast geheimnisvoll an. Wo brennt eigentlich das Feuer? Wie werden die Steine gebrannt, wie wird die Hitze gehalten? Die Technik der Herstellung dieser „Feldback - stein e", wie die eigentliche Bezeichnung lautet, ist schon sehr alt. Der „Meiler" der für das Brennen aus den getrockneten Steinen gebaut wird, ist auf eine sinnvolle Weise von der Länge und der Breite nach geführten Kanälen durchzogen, von Kanälen, die teils mit Kohle gefüllt, zum Teil aber auch für die Luftzuführung geschaffen sind. Außerdem wird jede Schicht der getrockneten Steine mit klein zerschlagener Stückkohle bestreut, so daß also überall zwischen die Steine Kohle zu liegen kommt. Als Feuerungsmaterial dient die Steinkohle. Einer der Kanäle, fast ganz mit Kohle gefüllt, wird unter Zuhilfenahme von Stroh in Brand gesteckt und — da die Luftkanäle Luft zuführen — beginnen bald überall im Meiler in den Kanälen und in den Zwischenschichten die Kohlen zu brennen. Sie brennen aber nicht mit heller Flamme, sie glimmen vielmehr nur und teilen ihrer Umgebung, den Steinen, alle Wärme, alle Hitze mit. Selbstverständlich soll die hohe Temperatur, die sich im Meiler entwickelt, nicht entweichen, bevor die Arbeit getan ist. Aus diesem Grunde wird der fertig aufgebaute Meiler mit einer dünnen Lehmschicht bedeckt, die die Hitze staut. Es dauert verhältnismäßig lange, bis der Brennprozeß beendet ist und die Steine abgebaut und verwandt werden können. Nun ist es aber nicht üblich, den Meiler aufzubauen, zu brennen und wieder abzubauen, foiern ständig an einem Platz Feldbacksteine hergestellt werden sollen. Vielmehr wird da, wo es die Platzverhältnisse gestatten, immer wieder an den Meiler angebaut, während in einem Teil des Meilers das Brennen im Gange ist ober gar am anderen Ende schon Steine abgetragen werden. So rückt also der Meiler immer weiter. Es ist interessant, zu hören, daß Feldbacksteine überall da an Ort und Stelle hergestellt werden können, wo sich das vorhandene Erdreich auch t ur einigermaßen als geeignet erweist. Es wäre ein Irrtum, zu glauben, daß nur vorhandener Lehm Voraussetzung sei. Vielmehr können alle möglichen Erden verwandt werden, wenn sie auch nur zu einem Teil Lehm ober Sanb aufweisen. Aus reinem Kies etwa Felbbackfteine machen zu wollen, wirb an sich schon ntemanbem einfallen. Meister Asbach, unter besten Leitunn aeqenroär- an ber Reichsautobahn, in ber Melioration ober in ber Baugrube ist. Die feste lehmige und sandige Erde dort oben will abgestochen sein und verlangt festes Zupacken. Sv wie die Erde abgehoben wird, kann sie verwandt werden; es bedarf kaum eines Zusatzes und nur wenn sie zu trocken sein sollte (was gegenwärtig nicht der Fall ist), wird etwas Wasser gesprengt. Die Herstellung der Steine ist denkbar einfach. Für die Formung stehen zwar Maschinen (zwei an der Zahl) zur Verfügung, zu ihrer Bedienung sind aber jeweils zwei Mann nötig, die dabei erhebliche körperliche Arbeit leisten müssen. Diese Formmaschinen sind von kräftiger gedrungener Konstruktion, deren Kernstück die beiden Steinformen sind. Die beiden Formen entsprechen in Länge und Breite den Abmessungen des fertigen Steines, in der Stärke jedoch etwa dem doppelten des erforderlichen Maßes. Diese Formen sind unten mit kräftigen beweglichen Platten versehen und werden von oben mit einer Deckplatte geschlossen, sobald sie mit dem Erdreich angefüllt sind. Unter starkem Druck über einen langen Hebel werden dann die beweglichen Platten nach oben und gegen das lockere Erdreich gedrückt und auf diese Weise der „Stein" geformt. Jeweils zwei Steine werden gleichzeitig geformt, ausgehoben und zu Reihen auf den Schubkarren gestellt. Originell ist die Art, wie an den Formmaschinen der eigentliche Preßprozeß vor sich geht. An einer der dort in Betrieb befindlichen Pressen muß sich ein Mann (möglichst schwer) an den Hebelbalken hängen und ihn so weit herabbewegen, daß Hebelbalken und Arbeiter fast waagerecht über der Erde liegen. An der zweiten Formpresse wird der Hebelbalken etwas anders bewegt, und zwar muß dort der Arbeiter eine tiefe Rumpfbeuge machen und dabei den Balken niederdrücken. Das gibt am Tage viele hundert Rumpfbeugen, die eine zusätzliche Gymnastik überflüssig machen. Mit Hilfe des Schubkarrens, auf dem etwa jeweils bis zu 70 Steine geladen werden (ein Stein — noch feucht — wiegt etroä- 4 kg; 70 Steine also etwa 280 kg) werden die Formlinge bann zum Trocknen ausgestellt und zwar so, daß möglichst viel Luft Zutritt hat und damit der Trockenprozeß überhaupt möglich und außerdem beschleunigt wird. Zum Teil und soweit es möglich ist, werden die feuchten Steine unter luftig gebaute Hüttchen gebracht, ober aber bie ganz im Freien aufgestellten Reihen mit Stroh — geneigt nach ber Wetterseite — abgebeckt. Nicht immer vollzieht sich bie Trocknung reibungslos. So geschah es vor einigen Wochen, zu Der fertiggebaute Meiler wird noch einmal überprüft. Wirtschaft Kirchliche Nachrichten Die Lage an den Schlachlviehmäkklen Luftschutz ist Verantwortung und Ehre! ucd jiuii[itmanoenunter» — Hausen. 13: Gottesdienst zur Eröffnung des Mittwoch, den 9. September. Srantfurt a. DL 25erhn Deviseninarkl Berlin - Irankfurl a. 211. lurd börse Datum Datum c-9. | 4.9. 98,75 Reichsbank li 119,5 119,5 Phtltvp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. 123,5 Banknoten. 170 | 94 | 32^| I -I 207,5 I Die hinter den angeführten Ziffern n 63,25 87 143,5 101,25 98,2 102,5 114,75 100 98,75 97 100,9 93,4 127 119,25 97 101 100,75 97,5 95,5 109,6 101,25 98 102,5 114,2 101,25 98,2 102,5 114,65 100,13 98,5 0 0 6 13,25 13,65 114 122 100 98,75 98.75 182 36 152,5 126,9 146 130 135 130 151 185 139 13,4 13,75 114,5 122 100 98,75 98,75 183 36,13 152,25 125,25 145 128,5 133,5 126 129,75 149 185,25 138,5 109 123,25 128 106,9 165,5 132,5 110,25 105,5 35,9 152,13 126,5 146 130,25 134,9 131,5 151 187,5 138,25 158,9 273 111,25 129 130,25 119,25 170 53,25 199 170,5 64,5 86 148,25 161 272,5 110,75 129 131 158,9 111,25 128 130,75 123,25 I 161 110,25 129,5 131 36 152 124,75 '145,25 128 132 126 129,5 149 185 139 107,75 122,5 128 106,5 134 109 104,5 13,5 13,75 113,5 122 100 98,75 98,75 182 13,65 13.9 114,75 122 100 98,75 98,75 182,65 7 9 5 6 5 33 93,25 207 220 132,5 104,65 32,5 117 174 105,5 63,25 87,5 144 117,5 106 118,65 169 83,75 52,25 149 128 220 133 104,65 32,5 118,25 117 173,5 148,5 128,5 220 134 105,65 32,4 119 117,5 105,5 63,65 86 147,75 119,5 106,5 119,5 169,5 83,25 53,25 198 170,13 33,25 101 97,5 95 109,65 109 123,75 128 106,25 133 109,5 105,65 ey, .. 6 . 12 .. 4 sy, 0 . 6 .. 6 ?y. 108,75 122,5 128 106 ' 165,5 134,5 109 104,5 3,25 9,6 8,85 8,9 14 119 169 52,5 395 199 170 I 101 97,5 95 109,7 30,5 3,3 9,6 9 9-1 13,75 4% vesgt. Serie ii 5% Numan, vereinh. Rente v. 1903 ^^""'"."-"breinh.Rentev.lgiZ 4 /o Rumänische vereinh. Rente . 2 y*% Anatolier Unternehmer schon vorher den Stift in die Hand nahm und die Unkosten für Landerwerb, für 21 ar» schaffungen, Lohn und Fuhrgeld mit dem Preis der Steine in das richtige Verhältnis gebracht hat. Für denjenigen, der mit wachen Sinnen durch das Land geht, wird es, da ihn keine Frage der Wirtschaftlichkeit berührt (es fei denn, er wolle sich ein Haus aus Feldbacksteinen bauen lassen) eine Freude sein, solche Arbeit zu sehen und den Gang der Dinge zu beobachten. Die Feldbrandstelle ist dadurch, daß sie so selten geworden ist, fast zu einem romantischen Bestandteil der dortigen Landschaft geworden. Wohl kennt unsere Wirtschaft manches gigantische Werk mit nach Tausenden zählenden Gefolgschaften — nicht vergessen darf man aber, daß auch solche Feldbrandstellen Arbeitsstellen sind, an denen Volksgenossen Verdienst oder wenigstens zusätzlichen Verdienst haben. 3,4 9,3 8,8 8,85 14 den wir auch hier auf verschiedenen Bildern sehen brennt schon seit 40 Jahren Feldbacksteine auf die beschriebene Art, eine Tätigkeit, die allerdings nur in den Monaten von April bis Oktober ausaeübt werden kann, weil die Witterungsverhältnisse' (für das Trocknen der Formlinge) doch eine wichtige Nolle spielen. Immerhin, in dem halben Jahre einer möglichen Arbeit vermögen acht Mann mit den ihnen zur Verfügung stehenden Fließmitteln doch über eine halbe Million Steine zu machen Normalerweise werden für ein Bauernhaus, wie sie m rber. ®.r°6e unserer heimischen bäuerlichen An- wesen üblich sind, etwa 35 000 Steine gebraucht. Die Frage der Wirtschaftlichkeit des Feldbrandes zu erörtern, kann nicht die Aufgabe dieses Aufsatzes sein Man darf wohl annehmen, daß da, wo Steine im Feldbrand hergestellt werden, der betreffende Gießen. S^dlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 10. September ,N ente n lagen spater still und unverändert, fest aber Altbesitz mit 114,60 nach 114,13, zertif. Dollar-Preußen 68,25 nach 68,50. Pfandbriefe lagen überwiegend unverändert, auch Stadtanleihen zumeist wie gestern. Von Auslandsrenten zogen Ungarn von 1913 und 1914 auf je 8,85 (8,60) an biegen waren 4proz. Rudolf Salzkammergut angeboten, Taxe 12 (am 1. 9. 13,50). Der Freiverkehr lag still und behauptet. U. a. nannte man Torpedo-Werke 111, NSU. 147 eröffneten durchweg 0,25^0,5o"°'t)7lHchier. 1 1561 156 Harnburg-Amertka-Pakel .. o Hamburg-Südam. Dampfschiff ’ O Norddeutscher Lloyd - •21.®. für Verkehrswesen Akt. ..' Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deustche Banl und Disconto- Gesellschaft.......... Dresdner Bank .. Mittag- Abschließend möchten wir noch darauf Hinweisen, daß z. Zt. auf den Großmärkten so viel erstklassiges Gemüse und Obst zu sehr billigen Preisen an- geboten wird, daß es den Hausfrauen nicht schwer fallen dürfte, ihren Küchenzettel nicht nur billig, fonbern auch abwechslungsreich zu gestalten. Von dieser Seite her ist es auch möglich, eine schließlich doch nur mäßige und vorübergehende Einschränkung im Verzehr von Fleisch und Wurst ohne nennenswerte Schwierigkeiten hinzunehmen. Zuletzt sollte man nicht vergessen, daß wir in unserem deutschen Vaterlande einen großen Reichtum an Fischen aller Art für jeden Geschmack und Geldbeutel haben, wie überhaupt ein Fischgericht nicht nur nahrhaft, sondern auch äußerst bekömmlich ist. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 726: Anordnung Z 1 der lieber- wachungsftelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle (Einkaufsregelung für zellwollene Spinnstoffe). — 727: Kölner Herbstmesse vom 20. bis 22. September hiefes Jahres. Von der Deutschen Reichsbahn wird den Messebesuchern eine Fahrpreisermäßigung von 33VS v. H. gewährt. — 724: Neuer Runderlaß über Aski und private Verrechnungsgeschäfte. — 725: Zahlungen im Warenverkehr mit Oesterreich. — 728: Neuregelung der Rohstoffdevisenbewirtschaftung in der Tschechoslowakei. — 729: Ergebnisse der Leipziger Herbstmesse 1936. - . , . gen Beschaffenheit der Tiere ausgerichtet, so haß h w e der Schweinean- beste, insbesondere norddeutsche Kälber immer noch ekt. einen sehr guten Preis behaupten, während geringere Tiere Schwankungen ausgesetzt sind. u Ganz ähnlich haben sich die Hammel- und Schafmärkte entwickelt, an denen die gan,e Zeit über mehr Tiere zum Verkauf standen, als in den für den Absatz von Schaffleisch ausersehenen Wintermonaten. Die steigenden Zufuhren wurden bei verhältnismäßig guter Qualität zu erhöhten Preisen ebenfalls flott geräumt, wie überhaupt der Verzehr von Schaffleisch große Fortschritte gemacht hat. Auch die Schafzucht nimmt eine für unsere Rohstofflage sehr erfreuliche Entwicklung. Muag später auf 114,50 nach 114 erholt. Don Zell- /lÄo/tien erhöhten sich Waldhof auf 145,25 (143,50), dagegen gingen Aschaffenburger etwas zurück. Von Kunstseidenwerten gewannen Aku 0,50 Sil"He6en dagegen weiter nach auf 86,50 (87). 3m einzelnen lagen Reichsbank 0,50 o- H., Nordd. Lloyd 0,13 v. H. höher. Arn R e n t e n m a r k t war die Tendenz bei nicht Wx großen Umsätzen freundlich. Altbesitz 114,13 114) Reichsbahn-VA. 123,25 (123), Zinsvergü- tungsscheme 93,13 (93). Zertif. Dollar-Bonds, spate Schuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung blieben unverändert. Von Auslandsrenten eröffneten 4proz. Ungarn Gold mit 9,30 (9,25), 4proz mi\5'90 (6), 4proz. Gold-Mexikaner mit 4,2proz. Oesterreich. Silber-Rente mit 3,25 (3,20). Im Freiverkehr lagen Quoten und Reste etwas schwächer. Ohne daß die Umsätze wesentlich größer geworden waren, war die Haltung für A k t i e n im Verläufe fest Meist erstreckte sich die Nachfrage auf einige Speaialpapiere, doch wurden auch die übrigen Markte etwas mitgezogen, so daß gegen die Anfangskurse überwiegend Besserungen von 0,50 Lebhafter waren IG. Farben mit 160,50—161,50 nach 159,50—160, ferner Schlickert feft mit 151,50 nach 149,25, ebenso Felten mit 130 Senftoff Waldhof mit 148 nach 145,25. Montanwerte lagen dagegen recht still Von spater notierten Werten büßten Junghans 2,40 v.H. auf 95,65 ein, Kaliaktien lagen bis 1,25 v. H. hoher. her als zur gleichen Zeit des Vorjahres, eine w e • sentliche Zunahme der Schwei l i e f e r u n g e n einsetzt. Der Rückgang des Auftriebs an Rindern ist. immer noch eine Folge der ungewöhnlich hohen Abschlachtungen in den Jahren 1934 und 1935. wo die knappen Anfälle an Futter diese Maßnahme erforderten. Dieses Fleisch ging jedoch keineswegs verloren. Die Hausfrauen werden sich noch dankbar daran erinnern, daß dieses Fleisch in ganz hervorragender Qualität und zu recht billigem Preis als „Fleisch im eigenen Saft^ auf den Markt kam und sehr oft den Küchenzettel auf die mannigfachste Art erweiterte. Daß in den letzten Wochen das Angebot an Rindern noch keine ausreichende Zunahme erfahren hat, ist darauf zurückzuführen, daß die sehr günstigen Verhältnisse auf den Weiden in diesem Jahre die Viehhalter geradezu anregen, das Vieh solange wie nur irgend möglich auf der Weide zu belassen, um einmal einen hohen Ausmästungsgrad herbeizuführen, zum andern das wirtschaftseigene Futter für die kommenden Wintermonate zu sparen. Diese zeitliche Verzögerung des Weideabtriebs macht sich zwar jetzt in immer noch nicht ausreichenden Zufuhren zu den Diehmärkten bemerkbar, um so größere Quantitäten und vor allem bessere Qualitäten werden aber später zur Verfügung stehen. Auch auf den Rindermärkten verausgabt die Reichsstelle zusätzliche Lieferungen von Frisch- und Gefrierfleisch, um die bestehenden Schwierigkeiten nach Möglichkeit zu steuern. Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hoch- amt mit Predigt. — Dich. 7.30: Hochamt mit Pre- — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 9. September. Hungen. 6.30 Uhr: Messe. veffentlicher Sonntagsdienst. 13 V; tIeIef°n 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf leit» fön Uu* ° H-uptpostamt: Beschrankter Schalterdienst o vis 21 Uhr. -.^'udtpastamt: Für Schli-tzfachabhol-r I 013 io Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: A e r z t e : Dr. Malech, Dr. Neumann-Spengel. Zahnarzt: Dr. Hinrichs. Apotheke: Engel-Apotheke. A.E.G................ n Bekula............. g Elektr. LteferungSgelellschaft' * ’ e Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilieaume 4 Aiellsch.f.Elektr.Untemehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ a Rhein. Wests. Elektr g Schuckert L Co g Siemens L Halske g Lahmeyer L Co.............. 7 Amerikanische Roten.............. Belgische Noten............... Dänische Noten . Englische Noten Französische Noten ** Holländische Noten * Italienische Noten Norwegische Noten ""esterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten.............. Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Schluß!. Abend- börse 4-9. 149 220 134 106 32,25 120 118 174 Gießen. Sladlkirche. 8 Uhr: Kandidat Coroinus; 9.30: Pfarrafsiftent Wolf; 11: Kinderkirche der Mat- thäusgemeinde. — Zohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfarrassistent Zschau; 11: Kmderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtols- Heimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs wegen Herrichtung geschloffen. Kinderkirche für die Luther- gemembe: Waldgottesdienst: Treffpunkt 9.30 Uhr an her Volkshalle. — pelruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; verbunden mit der feierlichen Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Petrusgemeinde; anschließend daran Christenlehre für die Neukonfirmierten. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfr. Ausfeld. — Dieseck. 9.30: Gottesdienst. — Allen-Buseck. 10: Gottesdienst; 11: Chri- — Albach. 9: Gottesdienst; Kollekte. — Steinbach. 10: Kirchweihgottesdienst; Kollekte. — Annerod. 14: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottes- b'enst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte für die deutschen Spanien-Flüchtlinge; Eröffnung des Konfirmandenunterrichts; 11: Christenlehre. — klein Linden. 9: Gottesdienst; Christenlehre bis gesamte Jugend; 10.30: Kindergottesdienst- 20.30: Frauenhilfe. — Watzenborn.Steinberg. 10.30: ftmöergottesbienft; 13: Hauptgottesdienst mit Chri- stenlehre; 20.15: Zusammenkunft der Frauenhilfe. — sichte; 9.30: Stiftspfarrer Naumann; hl- Abendmahl; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Er- offnungsgottesdienst für den Konfirmandenunter- ncht; Stiftdechant Kahn. — Rieder-Bessingen. 13.30: Stlftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Haupt- ^"^bienst; Feier zur Eröffnung der Konfirmanden- 2 Kollekte; 20.30: Christenlehre. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Feier zur Eröffnung der Konftrmandenzeit; Kollekte. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst; Pfr. Lenz, Vorsteher des Diakoniffen- haufes m Darmstadt; Kollekte für die Bekennende Ki/che. — Trais-Wünzenberg. 10.30: Gottesdienst; P'r-Lenz Vorsteher des Diakonissenhauses in Darm- ph 1 ’ Kollekte für die Bekennende Kirche. — Hungen. Christenlehre; 10: Gottesdienst; 13.30. Gotte" Zur Eröffnung der Konfirmandenstunde. — " 19 G2tt:sd::nst zur Eröffnung des Kon- ftrmandenunternchts. Kollekte. — Garbenleich 10- Schultheis Patzenhofer 4 Mhi cAllgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg............ 5 Zellstoff Waldhof ......... g Bellftoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ............... Daimler Plotoren Deutsche Linoleum........... g Orenstetn & Koppel ....... 0 Westdeutsche Kaufhof 0 Chade...................... tz Accumulatoren-Fabrik’12 Eontt-Gummt.............. 11 Gritzner oi Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker io| R«chsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse Schweine emgefuhrt. P- . au5 den vorsorglich abgeschlossenen S ch w e 1 n e m a st v e r t r ä g e n stehen Schweine zur Verfügung obwohl diese nicht immer in dem Umfange erfüllt werden, wie es für eine bessere Versorgung erforderlich ist: bisher zeigten aber diese ausgezeichnete Qualität. Außerdem Kulten d'e Großmärkte zusätzliche Lieferungen der Reichsstelle von geschlachteten Schweinen, um den jeweiligen Spitzenbedarf auszugleichen. Inzwischen mis ß l 1 aou e£n ein Wirtschaftsabkommen getroffen, das im Laufe eines Jahres die Lieferung von etwa 50 000 Fettschweinen vorsieht und zwar werden zunächst nur Tiere mit einem Lebendgewicht von über drei Zentner angekauft: die erste Ladung mit 1500 Stück wurde bereits gelöscht. !N°g"ch. die knappe Futtergetreide-rn^e durch ent- I3.M: Gottesdienst sprechende Einfuhren aus dem Auslande zu er- ^.rmandenunterrichts. Kollek^. — vuuruenieiqj. iu: gangen. Dazu kam in diesem Jahre das ungünstige ^"llesdienst zur Eröffnung des Konfirmandenunter. Erntewetter, so daß der Landwirtschaft Schweine- Ä.' ..... ' w Mastfutter aus der neuen Ernte später als sonst Konfirmandenunterrichts. üblich zur Verfügung stand. Die diesjährige Futter- n ' unV5 hDerkPri^r"ln l^rey Gesamtheit gut zu werden, da der Schweinebestand an sich völlig aus- reichend ist, wird in Fachkreisen damit gerechnet, wiene, daß bereits im nächsten Monat, also wesentlich frü- Ausfeld. Fronkiun ü. M. 3erhn Schluß- kurs Echlußk. Abenb- bcfrfe Schluß« kurs Echlußk. Miliaq. börse Oatum 3.9. 4.9. 39. 4-9. Frankfurt a.M. flerlm Schluß« kurs Schlußi. Abend« Mrf- Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse 3.9. 4.9- 3.9 4.9. — — 9,2 9,4 7 7 7,1 7 10,25 10,2 10,4 10,2 — 5,9 6 6 44,75 44 43,65 3. September 4. September Am liche Geld Notierung Sri rf Amtliche Geld Notierung Edr jueno» Alle Brüssel .... Wo de Ian. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelsingforS. Paris ..... Holland ... Italien .... Japan ..... Jugoslawien OSlo..... : Wien...... Lissabon... Stockholm... Schweiz ... Spanien... Prag...... 0,702 42,02 0,146 3,047 55,90 46,80 12,52 5,524 16,375 168,97 19,57 0,732 5,654 62,92 48,95 11,375 64,55 81,07 30,22 10,27 0,706 42,10 0,148 3,053 56,02 46,90 12,55 5,536 16,415 169,31 19,61 0,734 5,666 63,04 49,05 11,395 64,67 81,23 30,28 10,29 0,700 42,04 0,146 3,047 55,94 46,80 12,53 5,524 16,375 168,90 19,57 0,732 5,654 62,97 48,95 11,385 64,60 81,07 29,97 0,704 42,12 0,148 3,053 56,06 46,90 12,56 5,536 16,415 169,24 19,61 0,734 5,666 63,09 49,05 11,405 64,72 81,23 30,03 Budapest .. | 10,27 10,29 Neuyork .. 2,488 2,492 2,488 2,492 2,44 2,46 41,92 42,08 55,74 55,96 12,485 12,545 16,325 16,385 168,48 169,16 ■ 1 II» —— 62,75 63,01 — — _ 64,38 64,64 80,89 81,21 28,94 29.06 —— —• M Wunder der bunten Welt. Was erwarten wir vom deutschen Farbfilm? Schon seit Jahren ist das Problem des Farbfilms immer wieder aufgetaucht und Hut die Gemüter der Filmschaffenden und des Publikums gleichermaßen bewegt. Es schien lange Zeit, als sollte das in USA. ausgearbeitete Verfahren das Technicolor-Farbensystem, die bis auf weiteres letzte und endgültige Entwicklungsstufe langer und ernsthafter Bemühungen darstellen. Dieses Verfahren war bis zu einem Grade gediehen dem zunächst nichts Vollkommeneres mehr zu 'folgen schien, und diese Kurzfilme grotesker, märchenhafter und humorvoller Art wurden als endgültige Gestaltungsform dessen angesehen, was auf diesem Gebiet überhaupt möglich war. Hin und wieder hörte man indessen von neuen Versuchen und Erfahrungen, aus Amerika, aus Frankreich und schließlich aus den deutschen Filmlaboratorien. Nun ist in Berlin der erste deutsche Farbfilm angelaufen, eine Rokokogeschichte um die Pompadour: „D a s Schönheitsfleck- ch e n". Dieser Kurzfilm, der schon in Dresden auf der Tagung der Theaterbesitzer angekündigt worden war, ist von der Tobis-Rota nach dem Berthon- Siemens-Verfahren hergestellt. Hans W e i bemann, der Vizepräsident der Reichsfilmkammer, wies bei der Uraufführung im Ufa-Pavillon darauf hin, daß hier ernster deutscher Forschergeist am Werke war und daß es heute nicht mehr möglich ist, dem Farbfilm seine künstlerische Bedeutung abzusprechen. In der Tat: Der Film zeigt eine überraschende Naturtreue und geht weit über alles bisher Gesehene hinaus. Daß das neue Verfahren noch gewisse Unzulänglichkeiten untergeordneter Natur zu überwinden hat, hat es schließlich mit allen technischen Fortschritten gemein. Wesentlich ist, daß wirklich eine unaufdringliche Natürlichkeit des gesamten Bildeindrucks geschaffen wurde, ohne jede Bilderbogen-Farbigkeit, die alle, auch die besten Farbfilmschöpfungen bisher kennzeichnete. Und so wird der bunte Film als besonderes künstlerisches Prinzip den filmischen Planungen eingefügt werden. Ob nun freilich der Farbfilm mit der Zeit den Schwarzweißfilm überhaupt im wesentlichen verdrängen wird, wie das hier und da zu hören ist, ist vorerst mehr als zweifelhaft. Es handelt sich hier nicht, wie einst beim Tonfilm, um eine Erweiterung nach einer bisher fehlenden und schmerzlich vermißten sinnlichen Mitteilungsform hin, sondern um eine willkommene Bereicherung der filmischen Ausdrucksmittel, die zunächst nur vorsichtigt für bestimmte Filmstoffe verwendet werden wird und die nach ihren künstlerischen Wirkungen erst noch ernstlich geprüft werden muß. Denn der Erfolg in dem jetzt gezeigten Kurzfilm beweist lediglich, daß eine weitaus größere Natürlichkeit als bei allen bisherigen Farbfilmoerfahren erreicht werden konnte. Für welche Gattungen großer Spielfilme jedoch der farbige Film unbeschadet seiner künstlerischen Gesamtwirkung Verwendung finden kann, das wird erst zu Überblicken sein, wenn derartige abendfüllende Filme mit dem neuen Verfahren vorliegen. Jedermann weiß, wie ein und dieselbe Postkartenaufnahme im allgemeinen ungleich künstlerischer wirkt, wenn sie in der üblichen Schwarzweiß- Photographie ausgeführt wird, gegenüber der nur sehr selten wirklich harmonisch und künstlerisch wirkenden farbigen Ausführung. Das wird wohl zum mindesten auch für Filmszenen ernsterer, vor allem solche ausgesprochen tragischer Stimmung gelten. Der absolute künstlerische Grundsatz, daß allzu krasse Naturalistik dem Kunstwerk den Charakter schöpferischer Umdeutung und ideeller Verkündung des Lebens nimmt, wird vielfach auch bezüglich der Farbe zu gelten haben. In der Wiedergabe starker Gemütsbewegungen, in der suggestiven Wirkung von Schatten und greller Beleuchtung wird der Farbenfilm die zwingende Vollendung des Schwarzweißbildes kaum erreichen können. Endgültiges sagen läßt sich indes über die Möglichkeiten der neuen Erfindung, die eine Großtat deutschen Forschergeistes ist vorläufig nicht. Fest steht - und das gerade hat der vorliegende Film bewiesen —, daß für eine besondere Filmgattung (die historische) der Farben- stlm eine wesentliche Mission haben wird. Die Aus der Wett des Films. leuchtenden Farben des Rokoko, des Barocks August des Starken usw. werden im Filmbild nun erst ihre ganze Pracht entfalten können. Aber auch die Schönheit deutscher und manch fremder Landschaft wird in der natürlichen Farbenwirkung uns vielleicht auf ganz besondere und geheimnisvolle Weise in ihren Bann zwingen. Hinzu kommt, daß eine mit wirklichem Künstlersinn vorsichtig gehandhabte farbige Abwandlung (gegenüber der reinen Natur) ein künstlerisches Mittel ersten Ranges werden kann, daß z. B. bei Filmen, die einen Traum- und Märchencharakter tragen, ungeahnte Wirkungen heroorzaubern würde. Es ist zu erwarten, daß das deutsche Farbfilm- verfahren befruchtend auf unsere Kurzfilmproduktion wirken wird, auch hinsichtlich einer völlig neuen Stoffwahl. Ein farbiger Max- und Montzfilm — und jedes andere Wilhelm-Busch- Motiv — würde sich nicht hinter den amerikanischen Micky-Maus-Filmen zu verstecken haben. Ohne Zweifel werden gerade die bestehenden festen Auslandsbindungen des deutschen Films, also vor allem mit Italien, Ungarn und Japan, durch die nun sich ergebenden neuen Produktionsmöglichkeiten Da geht man über einen weiten Hof und streift plötzlich eine kleine Tür, auf der in weißen, warnenden Buchstaben die Worte stehen: „Eintritt strengstens verboten!" Man vernimmt Maschinengeräusch, hört Musik und aufgeregte Stimmen, ein Schlagerlied übertönt das Surren der Maschinen, man steht erregt und lauscht, öffnet die Tür, schleicht einen schmalen, gewundenen, von matten Glühbirnen erleuchteten Gang entlang und steht vor einer zweiten, einer eisernen Tür. Auch hier warnt eine Schrift vor dem Eintritt. Maschinenlärm, Stimmenlärm und ein süßlicher Aethergeruch bringen in den Gang. Man klopft heftig und öffnet einen Spalt weit die Tür. Da sitzen zwei Männer in weißen Kitteln in einem kleinen, dunkel gestrichenen Raum vor zwei Apparaten, die wie riesige schwarze Maschinengewehre aussehen. Das eine davon ist in Betrieb und schießt Lichtstrahlen durch ein kleines Fenster: aha, ein Kino. Man stellt sich vor. Man möchte etwas über den Beruf des Vorführers erfahren. „Das ist aber nett", sagte der Mann im weißen Kittel, dem ich mich zuerst vorstelle, „daß jemand auch an uns denkt." Es erweist sich, daß er einer der ältesten Vorführer ist, ein freundlicher Mann mit klugen Augen. Mit den ersten Pathe-Filmen ist er bereits herumgereist und hat sie in den „Bios" gezeigt, nennt Namen wie „Apollo-Theater" und „Welt-Biograph". „Früher", sagt er, „war der Beruf eines Vorführers weit gefährlicher als heute. Da hatte man noch Leuchtgas oder Azethylen als Lichtquelle. Wenn da mal ein Brand ausbrach — ich kann Ihnen sagen.. Leider hat sich noch aus jener Zeit im Publikum eine Furchtstimmung erhalten, die ganz und gar unbegründet ist, denn bei den heutigen Apparaten, polizeilichen Schutzoerordnungen und Kontrollen kann dem Publikum absolut nichts geschehen. Das Publikum würde es nicht einmal merken, wenn ein Film in Brand geriete, weil sich in diesem Augenblick automatisch die schweren Eisenklappen, die Sie hier sehen, schließen würden." „Wie sind die Kinobrände zu erklären, die nach Zeitungsberichten zuweilen in Spanien, in Portugal oder in Rußland geschehen?" „Einfach daraus, daß es dort nicht die vielfachen und für jeden erdenklichen Fall vorgesehenen Sicherungen gibt, wie wir sie in Deutschland haben. Hier ist jeder Vorführraum hermetisch vom Zuschauerraum getrennt. Außerdem sind wir Vorführer durch eine strenge Schule gegangen, haben eine Reihe von Prüfungsaufgaben lösen müssen, bevor man uns die Ausübung unseres Berufes gestattete. Dort aber, in den erwähnten Ländern, erzeugen die häufigen Brände bei der mangelhaften Schulung des Personals und den unzureichenden polizeilichen Maßnahmen zum Schutze der Kinobesucher sehr leicht Panikstimmungen, halten diese sogar immer wieder wach, und das gerade ist das Schlimmste. Denn der größte Teil der bei solchen einen außerordentlichen künstlerischen und gleichermaßen wirtschaftlichen Auftrieb erfahren können. Also: Ans Werk! Max Ingolf. Vesuch bei einem Schnittmeister. Was der Filmbesucher nicht zu sehen bekommt. 25 000 Meter Film brachten Richard Angst und Baron von P l e s s e n von Borneo mit, wo sie für die Tobis - Rota einen Spielfilm „Die Kopfjäger von Borneo" drehten. Ein normaler Film hat eine Länge von etwa 2500 Meter. 22 500 Meter müssen also von 25 000 Meter weggeschnitten werden. Viele Szenen wurden drei- und viermal gedreht. Die meisten Szenen sind länger, als sie im Film sein sollen. Das Filmmaterial muß also erst zu einem Film gemacht werden: das ist die Arbeit des Schnittmeisters, der am Tisch sitzt und Meter um Meter prüft, schneidet und aneinanderfügt. Der Kameramann Richard 21 n g ft selbst sitzt neben ihm und sieht zu. Der Tisch des Schnittmeisters hat vier rotierende Scheiben, auf denen die Filmbänder laufen, und Unfällen zu Schaden Gekommenen verunglückte nicht eigentlich durch den Brand, sondern durch die unbesonnen heroorgerufene Panik. Es ist noch nicht lange her, daß eine Platzanweiserin in einem hiesigen Kino mitten in der Vorstellung .Feuer' rief. Die Leute erschraken zunächst, dann lachten sie. Was war geschehen? Ein Bursche, der übrigens Ohrfeigen verdiente, hatte im Zuschauerraum ein Streichholz angezündet. Aufregender, wenn auch Gott sei Dank mit tragikomischem Ausgang war ein Fall, der einmal lange vor dem Kriege einem Kollegen passierte. Er führte in der Turnhalle einer kleinen Stadt einige Filme vor — damals noch bei Azethylen-Beleuchtung —, als plötzlich ein Mann während der Vorstellung in den Zuschauerraum drang und ,Feuer' rief. Alles stürmte zu den Türen, obwohl der Film ruhig lief, wovon sich das Publikum überzeugen konnte; damals nämlich wurden die Apparate noch im Zuschauerraum aufgebaut. Nachdem sich die Leute unnötig gequetscht hatten, um ins Freie zu gelangen, stellte es sich heraus, daß irgendwo in der Stadt ein Brand ausgebrochen war und jener Unruhestifter nichts anderes als die Feuerwehrleute zusammenrufen wollte. Mir selber ist, unberufen, außer kleineren Bränden, von denen das Publikum nie etwas gemerkt hat, nichts Derartiges unterlaufen." „Hier sehen Sie", fährt der Mann im Kittel fort, „all die Sicherungen, die heute im Falle eines Filmbrandes jede Gefahr für das Publikum ausschließen. Durch diese Vorrichtung hier wird der abrollende Film luftgekühlt. Gerät er aber wirklich einmal in Brand — hier sehen Sie einen stets feuchten Scheuerlappen und einige Asbestdecken bereitliegen —, so stößt ihn eine Federung dem Vorführer entgegen, sobald er die Kapsel öffnet, in der der Film ab- bzw. aufrollt. Man wirft ihn dann in diesen Wasserbehälter." „Würden Sie mir Ihren Apparat wohl erklären?", beginnt der Besucher. „Gern", entgegnet der Porführer. „Zunächst wird Sie wohl die Tonlampe interessieren. Der Ton läuft, was Ihnen gewiß neu sein wird, 19 Bilder vor dem Bild. Bei Tonfilmen rollen 24 Bilder in der Sekunde ab. Der Ton kann sowohl von der Kabine, als auch vom Zuschauerraum aus gesteuert, das heißt verstärkt oder verringert werden. In der Tonlampe werden die durch den Tvnstreifen auf die Tvnzelle fallenden Lichtteilchen zu Tonen umgewandelt, ein Vorgang, der dem Laien schwer zu erklären ist. Es ist für ihn auch nicht sonderlich wichtig, es zu wissen, Er kommt ja auch nicht aus diesem Grunde ins Kino, sondern um sich zu unterhalten. — Wir wechseln gleich die Maschinen, da muß ich achtgeben, um den Start nicht zu verpassen", sagt er, als der Besucher sich zum Gehen wendet und „Grüßen Sie Ihre Leser von mir", ruft er dem in der Tür Stehenden noch zu. Was hiermit geschieht. Adolf Nowakowsky. .hinten eine abgeschirmte Mattscheibe, die das Filmbild zeigt. Der Schnittmeister kann an diesem Tisch etwas, was man im Leben sonst nicht kann: das Leben anhalten. „Verweile doch, du bist so fd)ön!* — für ihn ist das nur eine Schaltung mit dem linken Fuß, dann „steht" das Bild, das Leben hört auf zu leben, die Bewegung erstarrt, der Augenblick ist gebannt. Er kann noch mehr an seinem Tisch: er kann sich das Leben rückwärts ansehen, er kann das Leben irgendwo wieder anfangen lassen, wo er immer will, er kann es wiederholen, so oft er will. Diese technischen Möglichkeiten erleichtern ihm natürlich seine 21rbeit sehr. Der Anteil des Schnittmeisters am Gelingen eines Films ist nicht unwesentlich, vor allen Dingen dann nicht, wenn es ein Film wie „Die Kopfjäger von Borneo" ist, der von vornherein nicht so exakt nach einem Drehbuch ausgenommen wurde wie ein Atelier-Film, in dem jede Einstellung vor der Aufnahme berechnet ist. Die Arbeit des Schnittmeisters ist (hier weit mehr noch als sonst) keine rein technische und handwerkliche, sondern eine Arbeit, die ein sicheres Gefühl für künstlerische Wirkung verlangt. Er verbessert nicht nur und glättet an einem fertigen Werk — er arbeitet an der künstlerischen Vollendung mit. Richard 21 n g ft hat es sich nicht nehmen lassen, beim Schnitt seines Films dabei zu sein. Er sitzt neben dem Schnittmeister Waldemar G a e d e, und sie kommen prächtig miteinander aus. Der Kameramann freut sich darüber, was der Schnittmeister aus seinen Filmmetern herausbringt, und der Schnittmeister nimmt den Reporter einmal heimlich beiseite und erzählt ihm, wieviel Freude es ihm macht, aus dem herrlichen Filmmaterial, das Angst mitbrachte, den Film zu schneiden. Ein Schnittmeister muß nebenbei eine harte Natur haben, er muß die schönsten Aufnahmen, wenn es not tut, dennoch wegschneiden können, daß der Film nicht zu lang und nicht zu episch wird, es hilft nicht. Und Waldemar Gaede schneidet in diesem Borneosilm manchesmal wehen Herzens etwas weg, was er lieber nicht wegschnitte. Launen der Kinobesucher. Ein englischer Kinobesitzer teilte unlängst einige Beobachtungen mit, die er bei seinem Publikum gemacht hat, und die manches Merkwürdige enthalten, manches auch, was an anderen Orten auch gelten dürfte. Im allgemeinen ziehen die Besucher es vor zu warten, bis der Nachbar die neue Aufführung besucht hat und ihnen feine Meinung mitteilt. Bisher haben die Versuche mit Farbenfilmen keine größere Anziehungskraft bewiesen, als die Schwarz-Weiß-Filme. Das Publikum bezahlt sein Geld, um den Stahr zu sehen, nicht um eine Geschichte kennenzulernen. Wenn aber ein Star in einer unfreundlichen Geschichte auftritt, so besteht große Gefahr, daß er bei dem nächsten Film, in dem er erscheint, abfällt, nur weil das Publikum das vorige Mal enttäuscht war. Tricksilme scheinen keine große Anziehungskraft mehr zu besitzen, dagegen gewinnt die Darstellung der Zeitereignisse immer mehr an Beliebtheit. Merkwürdig ist, daß namentlich in der Provinz die Kinobesucher gradezu einen Abscheu dagegen zu haben scheinen, am Montag ein Kino zu besuchen. Daß andererseits der Freitag und der Samstag besonders geeignete Kinotage sind, ist leicht zu verstehen, da viele Leute am Freitag ihren Wochenlohn bekommen. Eine ganze Reihe von Kunden läßt sich abschrecken, ein Kino zu besuchen, wenn der Andrang nicht so groß ist, daß die Leute in langer Reihe anstehen müssen; sie finden, daß ein solches Stück niemals gut sein kann. Der Verkauf von Schokolade und anderen Erfrischungen im Kino nimmt regelmäßig zu, wenn Lustspiele gezeigt werden, und er geht bei ernsten Stücken merklich zurück. Dagegen ist es bei den Zigaretten umgekehrt; sie werden mehr verlangt, wenn das Hauptstück ein ernstes Drama ist. In den vornehmen Stadtteilen Londons bilden die Kinder nur einen verschwindenden Bruchteil der Zuhörerschaft, in den ärmeren Bezirken überwiegt ihre Zahl jedoch bei weitem die der Erwachsenen. Historische Schauspiele haben merkwürdigerweise unweigerlich die Wirkung, die jugendlichen Zuschauer fern zu halten. Der Mann in der Kabine. Hinter dem Fensterchen des Lichtspieltheaters.—Volksgenossen in unbekannten Berufen. - Kinobrand in Deutschland ausgeschlossen. Ieetdodeas „tonte" im Siitffang her Kamera. „Echlußakkord" wird gedreht. Drei Jahre vor seinem Tode schuf Beethoven seine unsterbliche IX. Sinfonie m d=moll. Seit Jahren dem Leiden völliger Taubheit verfallen, wachsen aus diesem furchtbaren Martyrium seine letzten großen Werke, die, himmelwärts strebend, zwischen dem Kyrie eleison und dem Hosianna kreisen Ohne alle Theatralik, ohne Pathos und Pose, lut'ieHt im Mythos der Schöpfung verwurzelnd, K er Tn ber „Neunten" die Offenbarung der Musik als schicksalgestaltende Macht des Sehens. Aus der Ohnmacht all der unzähligen durch sein Leiden geschaffenen Hemmungen brechen hier mit unbezwingbarer,^ elementarer Gewalt zum letzten- sWsra« «sssä durch, der, all- Grenzen des Irdtzchen Iwer 'S- -w;„ -L B-°th°°-n- silmisch zu erfaf etrönten neuen °-ben m , Venedig P „„ 8 bie „Neunte" ^rnmchtm^^t^ vens ist, und unter Mttw.« »kannten Kitte,sch-n Grenzen Deutschlands h ^^^risches Fundament, Chores schuf man c^sossenheit nicht zu über- dessen musikalische ® J'a erwuchs gerade afts bieten ist. Für bie f( « nI)ßit die schwierige und dieser fugenlosen ^sch 0si ny (gesamtkomposi- verantwortungsvolle und dem Film tion der Sinfonie op s«h aJ'^tungroeifenb für die harmonisch Thematik der Kamera war dabei die. wu, Wertes, entscheidenden Einsatz bßd Orchesters, den Aus der gewaltigen T t, Datschen, Celli, ersten und 3roel*cn $ oboen, Klarinetten und Kontrabässen, den 6wlen, teu, Posaunen und ÖÄVta »IW““1“' flro6en $auti' der Trommel, dem Triangel und Glockenspiel ergab sich für die Kamera das Gesetz der optischen Individualisierung der einzelnen Instrumente. Der Kameramann Robert B a b e r s E e, der für die optische Bildkunst dieses Ufafilms verantwortlich zeichnet, brauchte zahlreiche Nahaufnahmen der verschiedensten Instrumente, um ihren Einsatz rhythmisch zu erfassen. Unter Aufhebung aller physikalischen Begriffe des Schwergewichts arbeitete die entfesselte 'Kamera aus allen nur erdenklichen Blickwinkeln, um nicht nur die instrumentale Vielgestaltigkeit des Orchesters, sondern auch die kompositorische Ueberschneidung der Instrumente optisch einzufangen. Eine unerhörte kameratechnische Arbeitsleistung, die aber dank der willigen Hingabe jedes, einzelnen in allen künstlerischen Nuancen so gelöst wurde, daß man hoffen darf, daß das unvergängliche Meisterwerk Beethovens in der Optischen Magie des Lichts eine filmische Synthese findet, die an Leidenschaftlichkeit des künstlerischen Bekenntnisses ihm in nichts nachsteht. Me sag ich's meiner Tante? Episode von den Aufnahmen zum „Kaiser von Kalifornien". Luis Trenker dreht einzelne Kopfe aus der Masse von Goldgräbern, die im soeben in Venedig preisgekrönten Tobis-Nota-Filrn „D er K a . f e r von Kalif 0 rnien" bei einer festlichen Versammlung in ungeheurem Tumult für und gegen den General Suter Stellung nehmen. Die Reaktionen einzelner sollen nachher im fertigen Film als Streiflichter das Gesamtbild vervollständigen. Trenker hat eine Anzahl Leute ausgesucht, die er als Typen in der stark gemischten Gesellschaft näher zeigen will, und die werden jetzt gerade ausgenommen. Zum Beispiel ein harmloser Mann, der erst ganz friedlich, behaglich dasitzt, und den er dann allmählich immer ängstlicher werden läßt, bis er ihm schließlich zuruft: „Sso!! Und jetz wirst d erschossen!! Worauf der Mann nur ganz demütig feinen IHut abnimmt Fertig. Es folgt eine Halbnegerin, die auch zuerst neu- gierig-interessiert ist, und die bann, als er unvermutet einen Schreckschuß abgibt, wie ein geölter Blitz aus bem Bild flüchtet. Fertig. Nun kommt ein Mann an bie Reihe, der steht da nur so, und blinzelt schläfrig, und läßt ab und zu ein wenig Vertrauen erweckendes Grinsen sehen. Marke: Nähere Bekanntschaft nicht zu empfehlen! „Sso!! Fertig!! Wen Hammer noch?!" sagt Trenker. Eine winzig kleine alte Dame macht sich bemerkbar. „Aja, Tante!! Natürlich! Dich müssemer ah Hamm!! Komm, Tante, do setzst Di her!! Sso, ja!! Jetz freust Di, ja!! Freu Di amal!! Sso, als wenn dös Dein Sohn wäre, da oben, ja!! Da sixt hin und jetz freust Di, nett!! Ja!! Gut! is!! Sso, fertig!! Dös Hammer!! Unn jetz, Tante, jetz weinst amal!! Na?! Tante!! Weinen sollst!!" Die Tante weint nicht. „Ja, sakra, Tante, Du sollst meinen!!" Wie sag ich's meiner Tante?? „Weinen sollst!! Sso, wiehsses in Kino machen, d'Weiberleit!!" Was „mochte" die Tante nun wohl? Sie lachte! Wurde aber trotzdem „net verschossen"! Zunge Menschen vor dem Film. psychologische Untersuchungen der Universität Hamburg. Immer wieder macht man in Gesprächen mit Jugendlichen die Erfahrung, daß diese ganz andere Eindrücke vom Film mit nach Haus nahmen als die Erwachsenen. Zunächst wirkt auf sie die ganze Atmosphäre noch stärker; bie Verbunkelung bes Raumes, uns eine gewohnte Erfahrung, spornt ihre noch in romantischen Gefilben sich tummelnbe Phantasie weit stärker an als bas bei Erwachsenen ber Fall ist. Die Folge zeigt sich halb; benn das Gehirn der jüngeren Zuschauer arbeitet nun viel rascher bei Szenen, die ihrem Lebensalter näher stehen, besonders in Kriminalfilmen sind sie. wie pfychologijche Untersuchun« gen ber Universität Hamburg erwiesen haben, viel eher „im Bilbe" als anbere Filmbesucher, bie ihrerseits wieber bei betaillierten Liebesszenen schneller verstehen, um was es sich hanbelt, währenb die Jugenblichen oft gar nicht wissen, was ba vor sich geht. Wirb nun ber Filmbesuch vorsichtig basiert, so behält ber Jugenbliche einen weit besseren Geschmack als anbere Lebensalter; so zeigte es sich z. B. bei einer Klasse junger Mäbchen aus besten Familien, baß burch wahllosen Besuch aller möglichen Vorstellungen ihr Geschmack zwar völlig verbilbet war, baß er sich aber innerhalb kurzer Zeit burch geeignete Hinweise entwickeln ließ. Spätere Versuche bewiesen, baß bie Mäbchen nun nicht mehr in ihrem Urteil über schlechte Filme schwankten, ein Beweis, baß sich in biesem Alter wirklich ber Geschmack formen läßt, wozu es bei Erwachsenen meist zu spät ist. Bemerkenswerterweise gibt ber Jugenbliche auf Fragen über Filme weit schneller unb bereitwilliger Auskunft als ber Erwachsene; bem jüngeren Menschen ist ber Film anscheinenb noch Erlebnis, bas ihn bewegt unb bas er mitzuteilen wünscht; ber Aeltere hat schon ben Hintergebanken, daß er ein Kunstwerk beurteilen soll, was ihn unsicher unb zögernb tm Urteil macht. Ueberhaupt ist bie Welt bes Jugendlichen ja meist noch frei von irgendwelchen Hintergründen, er geht deshalb an jedes Filmerlebnis frischer heran als etwa der mit Wert- und Vorurteilen bespickte intellektuelle Großstädter. Daß die Jugend nicht einheitlich empfindet, wurde schon bei jener Mädchenklasse ersichtlich; weit schärfer prägt sich ber Unterschieb noch aus bei Vorführungen von Unterrichtsfilmen vor frischen Zwölf- bis Vierzehnjährigen unb vor älteren Großftabt-Primanern. Den Jungens blieb es gleichgültig, ob Spiel- ober Unterrichtsfilm, sie liehen sich burch bas Verdunkeln bes Raumes schon verzaubern unb folgten fast atemlos einfachen Naturschilberungen wie etwa ber Flucht eines Tieres vor bem Räubertier, bem Kampf eines Muttertieres um feine Jungen. Die Primaner würben zwar auch noch durch den filmischen 2lp parat beeindruckt, erwarteten jedoch nach dem Finsterwer« den etwas ganz anderes als das Gezeigte, sie Der« banden mit dem Wort Film den Begriff „Sensation", einfaches Geschehen ließ sie kalt, und sie ließen sich auch picht metzx zu.einet anberea Haltung erziehen. Der Schießsport im Kreisverband Wetzlar des Deutschen Reichskriegerbundes. Im letzten Jabre hat der Schießsport im Kleinkaliberschießen innerhalb des Kyffhäuserbundes überall einen starken Aufschwung genommen. Der Bundesführer, SS.-Oberführer und Oberst a. D. Reinhardt, hat zur Erhaltung der Wehrfähigkeit des deutschen Volkes und besonders seiner alten, gedienten Soldaten dem Schießsport im DRKB. besonderen Wert zugesprochen und angeordnet, daß er in jeder Kameradschaft aufzunehmen ist. Dieser Am im Kreisoerband Wetzlar haben die Kameradschaften diesen Anordnungen weitgehendst Folge geleistet. Dank der unermüdlichen Arbeit des Kreisschießwarts, Lehrer A r m b r e ch t, Kinzenbach, haben von 79 Kameradschaften des Kreisverbandes 75 Kameradschaften Schützengruppen gebildet. Innerhalb derselben gliedert sich der Schießbetrieb in Pflichtübungs-, Ehrennadel- und Wettkampfschießen. Etwas Abwechslung wird durch gelegentliches Preisschießen in den Schießdienst gebracht. Die Pflichtübungen wurden im vergangenen Jahre von 85 v. H. aller Schützen erfüllt. Beim Ehrennadelschießen haben bis jetzt erworben: Goldene Ehrennadel 1 Schütze, silberne Ehrennadel 16 Schützen, bronzene Ehrennadel 158 Schützen. Den Höhepunkt des ganzen Schießbetriebs bildeten die Wettkämpfe im Kleinkaliberschießen innerhalb des Kreisverbandes. Sie wurden in diesem Jahre vom 2.7. bis 16.8. allsonntäglich in 10 Teilvorkämpfen durchgeführt. Daran beteiligten sich 141 Mannschaften und 603 Einzelschützen. Welch ungeheure Arbeit und Liebe zum Schießsport liegt doch darin, wenn ein Kreisschießwart an einem Tage über 300 Schützen zum Wettkampf ordnungsgemäß antreten und durchschießen lassen kann. Die Durchschnittsleistungen je Mannschaft betrugen in den einzelnen Bezirken: Bieber 405 Ringe, Katzensurt 378 Ringe, Wetzlar 376 Ringe, Ehringshausen 368 Ringe, Wißmar 352 Ringe, Kraftsolms 348 Ringe, Altenkirchen 348 Ringe, Braunfels 338 Ringe, Biskirchen 297 Ringe, Münchholzhausen 297 Ringe. Sämtliche drei Hebungen wurden freihändig geschossen. Das Ergebnis der besten Mannschaften. Kam. Wetzlar, 523 Ringe, Kreismeisterschaft mit 1. Wanderehrenpreis und 1. Preis = 1000 Patr. Kam. Naunheim, 516 Ringe, 2. Wanderehrenpreis und 2. Preis = 800 Patr. Kam. Bieber, 514 Ringe, 3. Preis =.700 Patr. Kam. Katzenfurt, 483 Ringe, 4. Preis = 600 Patr. Kam. Ehringshausen, 483 Ringe, 5. Preis = 500 Patr. Kam. Wetzlar, II. Mannschaft, 483 Ringe, 6. Preis = 400 Patr. Kam. Kinzenbach, 475 Ringe, 7. Preis = 300 Patr. Kam. Wißmar, 474 Ringe, 8. Preis = 200 Patr. Außerdem erhielten 10 v. H. der Mannschaften Ehrenurkunden. 3m Einzelwettkampf waren Sieger: I.Klasse: Rudolf Axt, Kam. Wetzlar, 152 Ringe, Kreismeisterschütze und 1. Preis. O. Melching, Kam. Bieber, 146 Ringe, 2. Preis. D. Maas, Kam. Wetzlar, 144 Ringe, 3. Preis. F. Antonioli, Kam. Wißmar, 139 Ringe, 4. Preis. H. Krämer, Kam. Werdorf, 138 Ringe, 5. Preis. W. Loth, Kam. Wetzlar, 137 Ringe, 6. Preis. W. Schmidt, Kam. Ehringshausen, 137 Ringe, 6.Pr. R. Esch, Kam. Ehringshausen, 137 Ringe, 6. Preis. II. Kl ässe: Hch. Schäfer, Kam. Naunheim, 147 Ringe, Kreismeisterschütze und 1. Preis. E. Hemming, Kam. Wetzlar, 134 Ringe, 2. Preis. Hch. Volk, Kam. Biskirchen, 128 Ringe, 3. Preis. Karl Muskat, Kam. Aßlar 1926, 128 Ringe, 3. Pr. F. Rehorn, Kam. Neukirchen, 127 Ringe, 4. Preis. W. Küster, Kam. Werdorf, 127 Ringe, 4. Preis. $). Sattler, Kam. Neukirchen, 126 Ringe, 5. Preis. O. Pfeifer, Kam. Blasbach, 126 Ringe, 5. Preis. O. Dietzel, Kam. Kröffelbach, 125 Ringe, 6. Preis. $). Wambach, Kam. Werdorf I, 125 Ringe, 6. Preis. III. Kl affe: Josef Schütze, Kam. Bieber, 153 Ringe, Kreismeisterschütze und 1. Preis. W. Herpel, Kam. Erda, 136 Ringe, 2. Preis. H. Eckhardt, Kam. Biskirchen, 132 Ringe, 3. Preis. W. Schupp, Kam. Bellersdorf, 132 Ringe, 3. Preis. W. Lehnhardt, Kam. Reiskirchen, 131 Ringe, 4. Pr. P. Fuchs, Kam. Braunfels, 130 Ringe, 5. Preis. F. Schmidt, Kam. Stockhausen, 126 Ringe, 6. Preis. Es erhielten die silberne Ehrennadel: Hch. Schäfer (Naunheim), Otto Melching (Bieber) und Richard Esch (Ehringshausen. Die bronzene Ehrennadel erhielten: Ferd. Schmidt (Stockhausen), Otto Raabe (Waldgirmes), Hch. Rink (Klein-Altenstädten), Alex Gondolf (Wetzlar), Hch. Wagner (Bieber), August Brück (Naunheim), Otto Mandler (Kinzenbach), Georg Weber (Lützellinden), Karl Heiland (Steindorf), Christian Daniel (Kraftsolms), August Stahl (Griedelbach), Valentin Jahn (Klein-Altenstädten), Peter Fuchs (Braunfels), Fritz Stroh (Wetzlar), Wilhelm Lehnhardt (Reiskirchen), Josef Schütz (Bieber), Heinrich Eckhardt (Biskirchen). Außerdem erhielten 5 v. H. der Schützen Ehrenurkunden. Am Sonntag, 23. 8., traten von den Kreisverbän- den Gießen, Oberlahn, Limburg, Dillenburg und Wetzlar die besten Mannschaften und Schützen zum Vorausscheidungskampf auf den Schießständen in Wetzlar an. Als beste Mannschaft und Einzelschütze des Kreisverbandes Wetzlar beteiligten sich daran die I. Mannschaft der Kameradschaft Wetzlar und Oberförster Schütze (Bieber). Den Wettkämpfen wohnten bei: Landesschießwart Jünge (Kassel), Bezirksführer Dr. Knöppler (Limburg), der Adjutant des Bezirksverbandes Wetzlar Berns (Dillenburg), Kreisführer Haus und mehrere Kreisschießwarte. Unter Leitung des Kreisschießwarts Armbrecht wickelten sich die Kämpfe flott ab, so daß der Kreisschießwart schon um 13 Uhr die Ergebnisse bekanntgegen konnte. Der Kreisverband Wetzlar ging mit der Mannschaft der Kameradschaft Wetzlar mit 525 Ringen als Sieger hervor. Unter den fünf Einzelschühen erzielte die höchste Ringzahl Karl Kehler (Annerod), Kreisverband Gießen. Beide Sieger beteiligen sich an dem Ausfcheidungskampf innerhalb des Landesverbandes, der am 6.9. ebenfalls in Wetzlar durchgeführt wird. Der Landesführer, Generalleutnant Fett (Frankfurt) und ein Vertreter der Bundesleitung werden diesem Endkampf beiwohnen. So beweisen die alten Soldaten des Deutschen Reichskriegerbundes durch ihren Eifer im Schießdienst, daß sie unserem Führer A d o l f H i t l e r für seine Taten durch rege Mitarbeit am Wiederaufbau und der Wiedererstarkung unseres Vaterlandes aus vollem Herzen dankbar sind. Wir werden weiterhin daran mitabeiten, daß der Schießsport zum Volkssport wird! inunsi GIESSEN SELTERSWEG 81 rZlmr fottnuei Hause.das heißt deifthönen datdietoie Drinfl Wen zur zwanglosen BesichtMein! M M -Ä'DMW -MM GIESSEN • PLOCKSTRASSE 14-16 5466 A Klariere neue u. gebr., i zu verkauf, u. r zu oerniieten. r Reparaturen | n. Stimmungen 1 fachgemäß u. | vreisw. 463D r Uel'S; Gieren. t Ludwißstra6e5p. t Teleph. 2403.4 Von der Reise zurück HrmeölScheerharlh Homöopathischer Arzt Bahnhofstraße 50 5470 d BERNÄRD-STOFFE für Herbst und Winter Lebensmiiiel-pp.-Verdmgung. Die Lieferung des Bedarfs an: 1. Fleisch-, Wurst- und Fettwaren, 2. Backwaren, 3. Milch, Butter, Käse, Eier, 4. an sonstigen Verzehrungsgegenständen (Del, Essig, Zucker, Reis, Erbsen, Linsen, Bohnen, Margarine, Kaffee-Ersatzmischung usw.), 5. an Verbrauchsgegenständen (Reinigungsmaterial wie Kernseife, Seisenschnitzel, Soda, Putzmittel, Bohnerwachs usw.), 6. Rauchwaren * soll unter Zugrundelegung der Verdingungsordnung für Leistungen (VOL.) im Wege der öffentlichen Ausschreibung für die Zeit vom 1. Oktober 1936 bis 31. März 1937 vergeben werden. Die Lieferungbedingungen liegen vom 5. bis 10.9. 36, vormittags von 9 bis 11 Uhr, auf unserer Verwaltung aus. Sie sind nebst den Angebotsformularen daselbst gegen Zahlung einer Gebühr von 50 Rpf. erhältlich. Angebote und Warenproben sind getrennt, verschlossen und mit der Aufschrift „Angebot zu der am 31.8.36 ausgeschriebenen Lieferung" zu versehen und bis Dienstag, den 15.9.36, vormittags 10 Uhr, nur durch die Post an die Verwaltung der hiesigen Anstalt einzureichen. In den Angeboten sind auch die Lieferungsbedingungen anzuerkennen, andernfalls das Angebot keine Berücksichtigung finden kann. Bieter sind nach der Verdingungsordnung bei der Oeffnung der Angebote nicht zugelassen. Wenn Bewerber bis zum 25.9.36 nicht benachrichtigt worden sind, mußten die Angebote unberücksichtigt bleiben. Weiter bleibt eine etwaige Teilung der Mengen in Lose und Vergebung der Lose an verschiedene Bieter vorbehalten. 53980 Gießen, den 31. August 1936. Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen. Waagen Gewichte all.Art Reparaturen. Karl Schmidt 5473OLöberstr.l9 Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Heber- landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasaelder noch innerhalb 10 Tagen ohne kosten an die Kasse der Städtischen Betriebe, Gartenstraße 3, oder auf Postscheckkonto 27707 Frankfurt a. M., gezahlt werden. Bei Heberschreiten der Zahlungstermine müssen die Beitreibungskosten berechnet werden. Vom 15. September 1936 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für Juli 1936 einschließlich Kosten noch nicht entrichtet haben. 5487A Gießen, den 2. September 1936. 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