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Schriftleitung und Seschäftgstelle: Schulstrahe 7 M°ng-n°b,chiüff- Stoff., fr Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen (Scherl-M.) schwedischen Oblt. T h o f e l t an die Spitze der Gesamtwertung. Am Dienstag hatten sich die Teilnehmer dem Pistolenschießen zu unterziehen. Hier belegte der Amerikaner Lt. Leonard den ■'. sten Platz vor Oblt. Weber- USA., Lt. von Bartha- Ungarn und Oblt. Handrick - Deutschland. Handrich verteidigte in der Gesamtwertung seinen ersten Platz nach drei Hebungen (Reiten, Fechten, Schießen) mit IOV2 Punkten vor Oblt. Thofelt-Schweden (20), Lt. Leonard-USA. (26) und Oblt. Abba-Italien (26'/r). Lt. Lemp liegt nach drei Hebungen an elfter Stelle. Bei der Kieler Segelregatta begann der Kampf mit dem Rennen der Olympia-Einheits- jollen. Hier setzte sich der Engländer Scott nut 25 Punkten vor Krogmann- Deutschland (24) und v. Wichmann- Hardeck (Chile) an die Spitze Bei den Starbooten siegte das deutsche Boot „W annsee" vor Schweden und USA., während die Rennen der 6-Meter-k-Klasse und der 8-Meter-^- Klasse mit schwedischen Siegen endeten. In der 6-Meter-Klasse belegte Deutschland den zweiten, in der 8-Meter-Klasse den sechsten Platz. Die Gewichtheber waren am Dienstag frei, es ist aber noch die am Montagabend gefallene Entscheidung im Halbschwergewicht nachzutragen. Mit 372,5 Kilogramm siegte der Franzose Louis H 0 st i n, der bereits in Los Angeles die goldene Medaille errungen hatte, während Eugen Deutsch- Ludwigshafen mit 365 Kilogramm vor dem Aegyp- ter Ibrahim (360) die Silberne Medaille errang. Deutschlands zweiter Vertreter, der Trierer Opschruf, brachte 355 Kilogramm zur Hochstrecke und belegte den vierten Platz. Im Modernen Fünfkampf dauerte am Montag das Degenfechten, in dem 41 Fechter jeder gegen jeden zu kämpfen hatten, vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Bester Fechter war hier der deutsche Leutnant Lemp mit 25 Siegen, 7 Niederlagen und 8 Doppeltreffern. Oberleutnant H a n d r 1 ck placierte sich mit 25 Siegen, 11 Niederlagen und 4 Doppeltreffern als Vierter, während Uff,3. Bramfeld weit zurück endete. Oblt. Handrick setzte sich mit seiner guten Placierung im Degenfechten mit 6,5 Punkten vor dem belgischen Hauptmann Ecuyer de le Court und dem Re ichssport selb, 4. Aug. (DNB.) Auch am Dienstag erschien der Führer wiederum um 15 Uhr mit seiner Begleitung im Olympia-Stadion. Bei ihm befanden sich sein Stellvertreter, Reichsminister Heß, ferner die Reichsminister Dr. Frick und Dr. Goebbels. Das große Interesse, das das neue Deutschland den Olympischen Spielen entgegenbringt, bekundete sich auch dadurch, daß auf der Regierungstribüne wiederum zahlreiche Reichs- minifter, Reichsleiter, Staatssekretäre, Gauleiter und führende Männer des Staates und der Bewegung den Spielen beiwohnten. Der berühmte schwedische Forscher Sven He- din richtete einen begeisterten, stürmischen Widerhall weckenden Appell an die Jugend der Welt. Er führte aus: „Jugend der Welt! Zu edlem und ritterlichem Wettstreit habt ihr euch hier versammelt, um vor den Blicken der ganzen Welt zu zeigen, bis zu welcher Vervollkommnung ihr durch eisenharte Energie, durch felsenfesten Willen und unermüdliche Schulung fähig gewesen seid, eure Kräfte zum Kampf um die olympischen Siegeskränze zu stählen. Es genügt aber nicht der flüchtige Sieg des Tages, euer Ziel i ft ein höheres. Durch Beherrschung eures Körpers und die Anspannung eurer Kräfte, Sehnen und Nerven bis zum äußersten formt ih r auch den Charakter zu großen Taten. Ihr begnügt euch nicht damit, das zu leisten, was ihr könnt, ihr müßt nach dem streben, was ihr nicht könnt, dem Unmöglichen, dem Unerreichbaren. Durch unbeugsame öit- lensstärke und zielbewußte Körperkultur habt ihr Aussicht, die höchsten Ziele zur Ehre eures eigenen Landes und zum Segen und Nutzen für die ganze Menschheit zu erreichen. Als Sophokles vor 2400 Jahren in einem unsterblichen Chorgesang d e n M e n s ch e n als die höchste und gewaltigste Schöpfung pries, wählte er Deutschlands vierte Goldene Medaille. Gisela Mauermeyer stellt im Diskuswerfen einen neuen olympischen Rekord aus. Zweite Goldene Medaille für Owens.-Helen Stephens schnellste Frau der Wett. Deutscher Fußballsieg über Luxemburg 9:0-Obtt. Handrlck führt im Modernen Fünfkampf in der Entscheidung siegte der Amerikaner Glenn Harbin in 52,4 Sekunden vor dem Kanadier Loaring und White (Philippinen). Das Diskuswerfen der Frauen ergab dann den deutschen Leichtathletiksieg des Tages durch Gisela Mauermeyer, die mit der olympischen Rekordweite von 47,63 Meter die vierte deutsche Goldmedaille errang. Hinter der Polin Weiß holte sich Paula Molenhauer (Hamburg) noch die „Bronzene". In der 1 0 0 - M e t e r ° E n t scheid ung der Frauen siegte Amerikas weiblicher Owens" Helen Stephens in 11,5 Sekunden vor der Polin Walasiewicz, während Käthe Krauß (Dresden) in 11,9 Sekunden ebenfalls die Bronzene Medaille errang. In der Entscheidung über 800 Meter, wo sich keine Deutschen mehr im Wettbewerb befanden, gab es schließ- l j ch den vierten amerikanischen Sieg durch W 0 0- druff, der in 1:52,9 Minuten vor dem Italiener Lanzi und dem Kanadier Edwards gewann. Das leichtathletische Programm des Tages wurde mit den 5000-Meter-Vorläufe n beendet, die leider unsere'drei deutschen Vertreter Syring, Stadler und Becker zum Ausscheiden zwangen. Ceratl (Italien), Höckert (Finnland) und Jonsson (Schweden) waren die Vorlaufsieger. Im Polo-Turnier trug Deutschland sein erstes Spiel aus. Gegen Ungarn wurde ein Unentschieden von 8:8 erreicht, wodurch em neues Spiel notwendig wurde, das am Donnerstag stattfindet. —Im Hockey-Turnier gab es drei Spiele, bei denen Deutschland noch nicht beteiligt war. Ueberraschend kommt, daß Belgien den bei Halbzeit 2:1 führenden Holländern ein Unentschieden von 2:2 abrang. Frankreich gewann knapp 1:0 (0:0) gegen die Schweiz und Afghanistan und Dänemark trennten sich mit* einem Unentschieden von 6:6. — Deutschlands Fußballer griffen ntit dem Spiel gegen Luxemburg in die Ereignisse em. In einem durchweg überlegen geführten Tressen sieg- ten die Deutschen in der Aufstellung Buchloh; Münzenberg, Ditgens; Mehl, Goldbrunner, Bernard; (Eibern, Gauchel, Hohmann, Urban, Siemetsrelter vor 10 000 Zuschauern im Poststadion mit 9:0 (2:0). 3n die neun Tore teilten sich Urban-Schalke und Gau- chel-Koblenz mit je drei Treffern, Siemetsrelter« München (2) und Hohmann-Benrath. Das zweite Fußballtreffen brachte die Ueberraschung des Tages, hier siegte Japan vor 5000 Zuschauern mit 3:2 über Schweden, nachdem die Schweden bei der Pause noch 2:0 geführt hatten. Großer Betrieb herrschte in der Turnhalle des Reichssportfeldes bei den Fechtern. 3m Mannschaftsfechten kam Deutschland über -o e 1 - aien, das in der Vorrunde 10:6 geschlagen wurde, in die Schlußrunde. Hier verloren die Teutschen 4:12 gegen Frankreich und dann schließlich mit ersatzgeschwächter Mannschaft 0:16 gegen t a = I i e n. Uns bleibt nun noch die Hoffnung, durch einen Sieg über Oe st erreich die Bronzemedaille zu erringen, während Frankreich unö I t a - I i e n um den ersten Platz kämpfen werden. Bei den Frauen wurden die Florett-Dorrunden aus- getragen, wobei sich erfreulicherweise un.ere Drei Vertreterinnen Olga Deiters, Hedwig Haß und Helene Mayer in die Zwischenrunde durchrrngen konnten. Bei den Ringern wurden die Kämpfe im freien Stil fortgesetzt, wobei nach dem Federgewichtler Böck nun auch Der Mittelgewichtler Schedler ausgeschieden ist. Unsere übrigen Vertreter stehen noch im Wettbewerb, der m allen Klassen am Abend des Dienstags entschieden wird. Sven Hedin an die Jugend der Welt. Aeht wieder hinaus in die Wett als Herolde im Dienste des Anten/' Das wirkliche DenWand. Deutschland hat zur Zeit eine ausgezeichnete in« ternationale Presse. Auch wenn man die Höflichkeiten abzieht, die der olympischen Gastfreundschaft und Ueberüeferung entspringen, werden die Leistungen, die das Dritte Reich dem Gelingen des großen Völkertreffens in Berlin gewidmet hat, überall willig, zum Teil mit überschwänglichen Worten anerkannt. Es mag manchen Schriftleitern im Ausland, die seit Jahren ihren Lesern das Bild eines von inneren Kämpfen geschüttelten, nur mit Zwang niedergehaltenen, vor dem wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch stehenden unglücklichen Volkes und Staates übermittelt haben, sehr schwer geworden sein, nun plötzlich den Ton zu wechseln, und von dem gastfreien, von friedlichen Lebensenergien erfüllten, zu allen Leistungen fähigen und bereiten, ja von einem glücklichen Deutschland zu sprechen. Wir freuen uns dieser Wandlung und hoffen, daß sie, wenn die unmittelbaren Eindrücke der Berliner Festwochen verblassen, wenigstens einige Spuren zurücklassen wird. Gegenüber dem lebendigen Zeugnis der Hunderttausende, die das wirkliche Deutschland gesehen haben, werden es die berufsmäßigen Verleumder und Brunnenvergifter schwerer haben, zu den alten Melodien zurückzufinden. Ein italienisches Blatt hat geschrieben, ein künftiger Geschichtsschreiber unserer Zeit werde an der Berliner Olympiade als an einer neuen Epoche nicht vorübergehen können. Hoffen wir es; es liegt nicht an uns, sondern an den andern, diese frohe Voraussage zu erfüllen. Der klare Wirklichkeitssinn, der das neue Deutschland auszeichnet, fordert, daß wir den wandelbaren Stimmungen der politischen Außenwelt zwar die gebührende Aufmerksamkeit zuwenden, im übrigen aber unbeirrt auf dem Wege weitergehen, der zu einer völligen Wiederherstellung Deutschlands als Großmacht und zu ihrer Sicherung für die Zukunft führt. Dieser Weg ist zu zwei Dritteln und in Ab- chnitten zurückgelegt worden, die auf heftige Gegenwirkungen stießen und erkennen lassen, daß auch die weiteren Abschnitte erkämpft werden müssen. Der zehnjährige friedliche Ausgleich mit Po- I e n wurde von Frankreich mit dem Abschluß eines Kriegsbündnisses mit Sowjetrußland beantwortet, die Wiederher st ellung der deutschen Wehr Hoheit mit der Verlängerung der Dienstpflicht. Dem Flvttenabkommen mit England folgte, begünstigt durch die abessinische Verwicklung, der verstärkte Druck Frankreichs auf England, bei der Ordnung der europäischen Fragen eine einheitliche Front gegen Deutschland $u bilden. Die deutsch-österreichische Einigung verdoppelte den französischen Eifer, die Staaten der Kleinen Entente unter sich und in ihren Beziehungen zu Sowjetrußland zu einer zuverlässigen Hilfstruppe der französischen Politik zu machen und sie in die bevorstehenden Verhandlungen über einen neuen Westpakt einzubeziehen. Jeder „Beitrag" Deutschlands zur Sicherung des europäischen Friedens, indem es die gefährlichsten Gegensätze durch direkte Aussprache und Abkommen von Staat $u Staat, von Volk zu Volk zu beseitigen sucht, sein Angebot, in einem reformierten Völkerbund an der Sicherung des Friedens mitzuarbeiten, stoßen auf den Widerstand der französischen Politik, die mit den Formeln vom „unteilbaren Frieden" und der „kollektiven Sicherheit" die auf dem Versailler Vertrag beruhende Vorherrschaft Frankreichs in Europa und seine Führung im Völkerbund zu verteidigen sucht. Der dritte Wettkampstag. An die Tatsache, daß sich im Olympia-Stadion auf dem Reichssportfeld 100 000 Zuschauer einzu- finöen pflegen, hat man sich bereits gewöhnt. Auch am Dienstag war das Stadion wieder bis auf den letzten Platz befetzt. Mit den Ausfcheibungs- kämpfen der Weitspringer begann der Tag und mit den Vorläufen über 5000 Meter wurde das leichtathletische Programm beendet. Aus den Ausscheidungskämpfen der Weitspringer kamen unsere drei Vertreter Long, Leichum und Bäumle sämtlich in den Vorkampf. Hier gab es schon glänzende Leistungen. Jesse Owens (prang zweimal olympischen Rekord. Don den Deutschen schied Bäumle aus, während Long und Leichum in die Entscheidung kamen. Hier jagten sich Owens und Long in einem wunderbaren Ringen, zweimal sprang Long deutschen Rekord, erreichte bei 7,87 Meter die Weite des Negers, ine dieser aber dann um 10 Zentimeter verbesserte, um schließlich mit 8,06 Meter einen neuen Weltrekord aufzustellen und die zweite Goldmedaille zu gewinnen. Mit dem deutschen Rekord von 7,87 Meter holte Long die „Silberne", ein ausgezeichneter Erfolg des Leipzigers. Leichum kam mit dem Italiener Maffei zusammen auf den vierten Platz. Im 200-Meter-Lauf überstanden die Drei Deutschen Schein, Neckermann und Steinmetz ihre Dorläufe, im Zwischenlauf schieden aber Schein und Steinmetz aus, während Neckermann. in die Vorentscheidung gelangte. Im 4 0 0- Meter-Hürdenlauf blieben unsere Vertreter Nottbrock und Kürten in den Zwischenläufen stecken. Wenn man, wie es zu geschehen pflegt, das deutsch-französische Verhältnis in den Mittelpunkt der gesamteuropäischen Frage stellt, so zeigt diese knappe Darstellung, daß die Schwierigkeiten sich kaum vermindert haben. Auch die an sich zu begrüßende Tatsache, daß die Konferenz der fünf Locarnomächte durch die Zustimmung Deutschlands und Italiens für den Herbst sichergestellt scheint, läßt nach dem übereinstimmenden Urteil der führenden Staatsmänner nicht den Schluß zu, daß die in der Form gewährte Gleichberechtigung Deutschlands nun auch eine inhaltliche Erfüllung finden soll. Dennoch ist nicht zu verkennen, daß von außen her eine allmähliche Lockerung dieser starren Fronten erfolgt. Das Gewicht Der deutschen Rüstung, Das anfänglich nur Gegendruck erzeugte, fängt an, zur Besinnung zu mahnen, und wirkt in der Richtung zur Bildung ettres neuen europäischen Gleichgewichtes, wie es Deutschland erstrebt. Die gleiche Wirkung hat die Rückkehr Italiens von seinem kolonialen Unternehmen nach Europa, wo es nicht mehr als Mitglied der Stresafront gegen Deutschland, sondern als unabhängige, in allen Fragen freie und nur nach ihren Interessen handelnde Macht auftritt. Wenn es Frankreichs Ziel bleiben sollte, den Süd 0 sten Europas zu kontrollieren und damit tatsächlich die europäische Vormacht zu bleiben, so wird es Italien nicht auf seiner Seite haben. Diese Einsicht und dieser Verzicht sind von Frankreich nicht zu erwarten, vielleicht aber von denjenigen Staaten des Ostens und Südvstens, die bisher ihre Sicherheit nur in der französischen Vorherrschaft zw finden glaubten. Man hört in der Pariser Presse in Form von Befürchtungen und Warnungen Andeutungen darüber, daß in Prag die neue europäische Lage, wie sie durch den deutsch-österreichischen Ausgleich und die freundschaftliche Annäherung Italiens an Deutschland geschaffen ist, zur Prüfung der Frage führen könnte, ob sich die Interessen des tschechoslowakischen Staates nicht durch eine, ja angebotene Verständigung mit Deutschland sicherstellen ließen. Wenn man Frankreich zeigen könnte, daß es für den Frieden in Osteuropa entbehrlich ist, so wäre damit in der Tat vielleicht der einzige Weg gefunden, um es von Der Zwangsvorstellung zu heilen, daß seine seine Zuhörerschaft nicht in der Akademie ober im Theater, sondern im Stadion am Fuß der Akropolis von Athen. Dor jungen Kämpfern, Ringern und Diskuswerfern, die einmal die Zukunft des Vaterlandes auf ihren Schultern tragen sollten, besang er die göttliche Macht des Menschen zu beherrschen die Erde, das Meer, die Luft, die Tiere und den Geist — nur nicht den Tod. Damit meinte er, daß die Mauern des Stadions nicht die Grenzen für das Feld darstellten, auf welchem das junge Geschlecht kämpfte. Nein, ihr Wirken sollte d i e ganze Welt umspannen. Sie sollten alles beherrschen und die verborgenen Kräfte der Natur zu ihren gehorsamen Dienern machen. Er meinte, daß der beste Weg zur Erreichung der höchsten Ziele die Formung des Körpers, des Charakters und der Seele zu Größe und Vollkommenheit sei. Hlögen die Gesetze der Olympischen Spiele, die Ausdauer, unermüdliche Arbeit und Ritterlichkeit verlangen, auch zum Vorbild und zum Grundgedanken in einem neuen Bunde der Völker werden, zu einem weltumspannenden Zusammenschluß, dessen mitglieber im Glauben an Gott und an ihre eigene Kraft für gegenseitiges Vertrauen, Wahrheit und Friede unter allen Völkern der Erde kämpfen. Nach vollbrachter Tat und mit Siegespalmen in den Händen kehrt ihr zurück in euer Heim, nah und fern. Geht wieder hinaus in die Welt a l s Herolde im Dienste des Guten. Der Weg, den Ihr beschritten habt, führt durch die brausenden Stürme der Zeit in eine Welt von unvergänglicher Schönheit und zu einer Menschheit, die in Glück, Brüderlichkeit und Harmonie lebt. Nur Die Kämpfer, die mit diesem Ziel im Herzen und auf ihren Fahnen treu im Streben zum höchsten Gipfel des Olymp ausgehalten haben, sind des größten aller Preise würdig: der Hnsterblichkeit." Der Führer nahm nach Der Ansprache Gelegenheit, Sven Hedin herzlich zu begrüßen und ihm für seine Worte zu danken. Keine Veränderung der Lage in Spanien Oie Nationalisten stellen in Marokko weitere Truppenkontingente bereit Der Bürgerkrieg und die Mächte Liefert Frankreich weiter Flugzeuge für Madrid? sei". Re- v o n wor- Mu- Maße aus. Infanteristisch seien seine Leute dem Gegner weit überlegen, weil sie zum größten Teil reguläre Truppen seien und weil auch die gesamten Freiwilligen-Organisatianen über eine durch nichts zu erschütternde moralische Kraft verfügten, die ihnen im Nahkampf den Sieg über ihre Gegner gewährleisteten. Waffen, Munition, Ausrüstung und Geld seien auspeichend vorhanden. Mangelhaft sei lediglich die Flugabwehr-, was auf die systematische Untergrabung der Schlagkraft der Armee durch marxistenfreundliche Regierungen zurückzuführen sei. Die Verbindung zwischen der Südgruppe des Generals Franco und seiner eigenen Nordgruppe sei sichergestellt. befunden, da „zum Beten leider keine Zeit Zum Schluß teilte der General mit, daß d i e g i e r u n g s t r u p p e n in der Nähe Granada empfindlich geschlagen den seien. Sie hätten 200 Tote und mehrere nitionskolonnen zurücklassen müssen. London, 5. Aug. (DNB. Funkspruch.) Nach den letzten Meldungen aus Spanien hat am Diens- herrfchaft mit der Sicherheit und dem Bestand aller kleinen und mittleren Staaten gleichbedeutend sei. Die Angstträume der offiziösen französischen Presse haben sich oft als gutes Barometer für den Verlauf der europäischen Politik bewährt! Mit der Aufgabe, eine solche Lockerung der di- plomatischen Starre zu ermöglichen und zu fördern, geht Deutschland in die letzten Sommerwochen, die der Vorarbeit für die Herbstkonferenz gewidmet sind. Aber wie die Lage dann sein wird, vermag kein Mensch vorauszusagen, denn über Europa hangt, kaum daß sich das abessinische Gewitter verzogen hat, eine neue Wolke. Die Entwicklung der spanischen Frage birgt alle Möglichkeiten in sich, auch die schlimmsten. Bolschewismus unbi westliches Mittelmeer, politische Weltanschauung und Interessen sind von Spanien aus in einem Drehwirbel versetzt, an den sich die Diplomatie nur tastend heranwagt. Präsidenten des kanadischen olympischen Komitees M u l q u e e n und den Ministerialdirektor im kanadischen Handelsministerium W i l g r e ß. Die Abordnung überreichte ein Bruchstück des Leitwerkes des Flugzeuges des Rittmeisters Manfred Freiherr von Richthofen, das dieser zu seinem letzten Flug benutzte. Präsident Mulqueen erklärte, daß auf Wunsch von Kapitän May, der Richthofens letzter Gegner im Luftkampf war, dieses Bruchstück zurück- gegeben werden solle an Deutschland als ein Zeichen der wohlmeinenden und freundschaftlichen Gefühle und der Hochachtung der kanadischen olympischen Mannschaft und des kanadischen Volkes. • General Milch brachte den tiefgefühlten Dank der deutschen Flieger und des deutschen Volkes für diese ritterliche Geste zum Ausdruck. Die deutschen Flieger hätten während des Krieges stets die ritterliche Kampfweise ihrer kanadischen Gegner zu würdigen s O l y m p i a st a d t von 1 928, Amsterdam, vorbehalten, in ihren Mauern eine Ausstellung zu dulden, die den heiligen olympischen Frieden auf das gröbste verletzt. Wenn auch anzunehmen ist, daß diese verächtlichen Me- s thoden marxistischer Dunkelmänner auf die ruhige Ueberlegung des holländischen Volkes keinen Eindruck machen werden, bedürfen sie doch der Erwähnung, da es sich offensichtlich darum handelt, die sich im olympischen Geist anbahnende Völkerverständigung auf das gröblichste zu sabotieren. Kanadische Ritterlichkeit. Em Bruchstück des Flugzeuges Richthofens zurückgegeben. Berlin, 4. Aug. (DNB.) Dienstag nachmittag empfing der Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch im Luftfahrtministerium den Klug der Nationen. Berlin, 4. Aug. (DNB.) Im Fliegerhorst Staaken sanden Dienstag nachmittag im Beisein von Exzellenz Lewald internationale Segelflug- Demonstrationen als letzte Flugveranstaltung des Programms der XI. Olympiade statt. Den Reigen der Segelflug-Vorführungen eröffnete der bulgarische Major D r e n i k o f f, dem der Ungar R o t - t e r folgte. Dann begeisterte die deutsche Segelfliegerin Hanna R e i t s ch. Die Winden-Schlepp- vorführungen der italienischen Segelflieger wurden ebenfalls beifällig ausgenommen. Dann zeigten ihre motorlosen Künste die beiden Oesterreicher' Gum- p e r t und L e r ch , der Schweizer Schreiber und der Jugoslawe Stanojewic auf deutschen „Bussarden". Deutscherseits glänzten schließlich noch die alten „Kanonen", der Weltrekord-Segelflieger Bräutigam und die Segelflugmeister Ludwig Hofmann und Huth. Marxistische Hetze in Amsterdam. Sabotage der olympischen Friedensidee. A m st e r d a m, 4. Aug. (DNB.) Hiesige zweifelhafte Kreise des internationalen Judentums, eines heimatlosen Emigrantenklüngel und des Marxismus aller Schattierungen haben unter der gehässigen Bezeichnung „Olymiade unter Diktatur" eine Ausstellung zustande gebracht, die außer einer Reihe von Bildern äußerst linksstehender Maler das hinlänglich bekannte übel st e Hetzmaterial gegen Deutschland enthält. Die hierbei angewandten Methoden sind die der bolschewsti- schen Internationale: durch Photomontagen, Fäl-! jchungen, bewußte Lügen und unterdrückte Wahr-! beiten wird der Versuch unternommen, beim unbefangenen Beschauer eine völlig falsche Vor- stellung von Deutschland zu erwecken. Das zur Schau Gestellte enthält zahlreiche Beleidigungen und Beschimpfungen des deutschen Volkes und seiner führenden Männer. Während die ganze Welt von dem großen völkerverbindenden olympischen Gedanken beseelt ist, der in so wunderbarer Weise jetzt täglich in der Reichshauptstadt zum Ausdruck kommt, bleibt es der England stimmt dem französischen Aeutralitatsvorschlag zu. Paris, 5. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Antwort der englischen Regierung auf die französische Note über eine gemeinsame Neutralitätserklärung bringt zunächst zum Ausdruck, daß auch die englische Regierung bemüht sei, jede internationale Verwickelung zu vermeiden, die sich aus der Lieferung von Kriegsmaterial an die eine oder andere der beiden sich bekämpfenden Gruppen in Spanien ergeben könnte. Die englische Regierung erinnert ferner daran, daß sie sich an die bestehenden internationalen Gesetze halte, und daß ihre st r e n g e Neutralität bereits gelegentlich der Sitzung des Unterhauses unterstrichen worden sei. Sie habe daher ebenfalls den Wunsch, daß em Neutralitätsabkommen sobald wie möglich zustande- komme. Darüber hinaus fordert die englische Regierung jedoch eine Erweiterung dieses Abkommens auf alle Mächte, die durch ihre geographische Lage oder die Bedeutung ihrer Interessen in Spanien dafür in Frage kommen könnten. Das Neutralitätsabkommen könne auf dem diplomatischen Wege verhandelt werden. Die englische Regierung erklärt sich jedoch bereit, in Erwartung eines allgemeinen Abkommens schon jetzt, hem französischen Wunsche entsprechend, eine Neutralitätserklärung abzugeben, vorausgesetzt, daß sich auch Italien daran beteilige.^ Moskau nimmt eindeutig Partei. Moskau, 4. Aug. (DNB.) Die Einmischung in den spanischen Bürgerkrieg, die in der Sowjetunion in Form von materieller und moralischer Unterstützung für die spanischen Marxisten betrieben wird, nimmt immer größeren Ümsang an. Am Montag fanden auf dem Roten Platz in Moskau sowie in zahlreichen Städten der ganzen Sowjetunion Massenkundgebungen statt. Der Generalsekretär der Sowjetgewerkschaften Schwernik forderte „die werktätigen Mussen der ^unzen Welt" zur Organisation „einer aktiven Unterstützung und Hilfe" für die spanischen Marxisten auf. Aus den Äußerungen der übrigen Redner seien nur folgende Beispiele angeführt: „Arbeiter und Werktätige Spaniens! Kämpft standhaft gegen die faschistischen Verräter! Wir sind entzückt durch euren Kampf! Wir versprechen unsere moralische und materielle Unterstützung! Wir erklären: Denkt daran, daß ihr nicht allein seid. Wir sind mit euch!" tär, von Laroche, Scheschauen und Tetuan seien dauernd Lastkraftwagen mit Militär, Waffen und Munition eingetroffen, die alle nach dem Hafen von Ceuta befördert würden. Drei Schiffe seien mit Militär und Material beladen. Es liege klar auf der Hand, daß ein Versuch gemacht werdey soll, die Ueberfahrt nach Spanien zu erzwingen. Auf dem Flugfeld von Tetuan ständen zahlreiche Flugzeuge startbereit, um den Truppentransport zu begleiten, und gegebenenfalls gegen einen Angriff der Regierungsflotte zu schützen. Der Kamys um Saragossa. Die Nationalisten melden marxistische Niederlage bei Granada. Aerzten und Krankenschwestern, deren Listen der französischen Regierung übermittelt werden müssen. Vor Rückgabe der beschlagnahmten sranzösischenHlugzeuge. Paris, 4. Aug. (DNB.) In französischen amtlichen Kreisen erklärt man zu der Beschlagnahme der drei französischen Flugzeuge, die für die Heim- beförderung französischer Staatsangehöriger aus Spanien bereitgestellt worden waren, es sei falsch, daß die französische Regierung der spanischen Regierung etwa hintenherum drei Flugzeuge habe zukommen lassen wollen. Die Flugzeuge seien Zivilflugzeuge, unbewaffnet und gehörten einer privaten Flugverkehrsgesellschaft. Sie hätten die Verbindung zwischen Madrid und Alicante Herstellen sollen, von wo die französischen Flüchtlinge nach Oran weiter- geleitet werden sollten. Beim ersten Flug am 29. Juli bereits sei ein Flugzeug von den örtlichen Behörden von Alicante beschlagnah m-t worden und 24 Stunden später auch die beiden anderen. Am selben Tage noch habe der französische Konsul in Madrid bei der spanischen Regierung gegen diese Maßnahmen Einspruch erhoben. Die spanische Regierung habe am 2. August beschlossen, dem Einspruch der französischen Regierung stattzugeben und dies dem französischen Vertreter in Madrid mitgeteilt. Mumlionskaufe der Madrider Regierung in Belgien. Antwerpen, 4. Aug. (DNB.) Im Auftrage der Madrider Regierung befindet sich in Brüssel der linksradikale Abgeordnete Bolanos, um für ♦ Der Militärbefehlshaber von Salamanca soll die Einnahme der Stadt Villalba durch Streikräfte der Militärgruppe bestätigt haben. Von Villalba aus, das an der Eisenbahnlinie Avila— Madrid liegt, hätten die Truppen am Dienstag den Vormarsch weiter fortgesetzt, wobei sie b i s T o r r e l o d o n n e s gelangt seien. Der Guardia Civil in Orihuela de Tremedal soll es gelungen sein, einen aus 15 Lastkraftwagen bestehenden Transport von Regierungstruppen abzufangen. Die Truppen seien gefangengenommen und entwaffnet worden. In Guerra de Gallego wurden der Ortsgeistliche, ein Arzt und ein angesehener Bürger von Kommunisten ermordet. Die Ziele der spanischen Rationalisten. Eine Unterredung mit General Mola. Burgos, 4. Aug. (DNB.) Dem Sonderberichterstatter des DNB. wurde im Hauptquartier der Nordarmee vom Oberbefehlshaber, General Mola, erklärt, daß der ganze Aufstand nicht etwa eine multarische Angelegenheit sei, sondern, daß es l u m e * n e Volksbewegung bans öele Das Hauptziel fei die Einnahme Madrids. In Madrid werde ein M i l i t ä r d i r e k t o r i u m aus einem vorsitzenden General und vier Generälen als Mitglieder eine Regierung bilden, die ihre Legitimation nicht wie andere aus geschobenen Wahlen, sondern aus dem für das Vaterland ver- gossenen Blut ableiten werde. Die erste Aufgabe dieser Regierung werde die Säuberung des Staatsorganismus von allen vergiftenden Elementen sein, sowie die Organisierung der bewaffneten Macht und der Polizei. Heer, Marine und Luftwaffe würden mit aller Energie den Erfordernissen der Zeit entsprechend modernisiert und ausgerüstet. Sozialpolitisch sei das erste Ziel die gänzliche Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Selbstverständlich sei jede Par- Kiel, 4. Aug. (DNB.) Abordnungen der an den d°r Stadt verursacht batten Oeneral Kieler Dh)mpia.6egefa>etttämpfen beteiligten aus- ^p° de Llano erklärte daß die Nachrichten über ländischen Mannschaften begaben sich nach Laboe, militärische Ersolge der R-gierungstruppen ,n der um in der Weihehall- des Marineehrenmals zu ®c9'nb D°" Saragossa nicht den Tatsachen Ehren der Gefallenen des Weltkrieges Kränze m°-Ü"' pr°ch°n Im Gegenteil hatten d,° Nat,o- derzuleqen. Unter dumpfem Trommelwirbel beqa. "°l'^n ub°rall den Marxisten erfolg- den sich di- Ehrengäste, an ihrer Seite Konter- "'-h Widerstand leisten können und wich- admiral Gotting, Oberpräsident Lohse sowie di- Ab- P-ü- strategische Stellungen besetzt. teipoütif von diesem Augenblick an erledigt. Ebenso spiele die Frage der Staatsform keine Rolle mehr. Im Gegenteil sei zu unterstreichen, daß die augenblickliche Bewegung rein republikanischen Charakter trage. „Mit einem Wort" — so sprach der General — „wir wollen die Befreiung aus den Klauen des Kommunismus und den Neuaufbau des Staates in Volksverbundenheit und auf autoritärer Grundlage." Nochmals die militärische Seite berührend, erklärte der General, daß er artilleristisch den Roten durchaus überlegen, hinsichtlich der Luftwaffe leider unterlegen sei. Glücklicherweise wirke sich aber die letztere nur in sehr geringem Paris, 5. Aug. (DNB. Funkspruch.) Im Zusammenhang mit den angeblichen Waffenlieferungen Frankreichs an die Madrider Regierung meldet der „Jour", die Zusammenstellung eines aus 14 Dewoitine-Flugzeugen bestehenden Kampfgeschwaders, das über Poitiers und Toulouse an die Madrider Regierung geliefert werden sollte. Die Apparate sollen von französischen Berufsfliegern gesteuert werden, die vertraglich für einen Monat verpflichtet worden seien und dafür eine Entschädigung von 50 000 Franken erhalten. Die Flieger hätten sofort 1000 Franken ausgezahlt erhalten und vor dem Start weitere 14 000 Franken als Teilzahlung. Außerdem werde ihnen ein Scheck über 35 000 Franken ausgehändigt werden. Infolge der Gefahren, denen die Flieger auf kurze Zeit ausgefetzt feien, fei jeder mit 500 000 Franken gegen den Tod oder Verletzungen versichert. Alle diese Einzelheiten gibt der ,Hour" unter Vorbehalt wieder. Wahrscheinlich handele es sich um die Dewoitine-Apparate, die von einem sofort wieder rückgängig gemachten Kaufder litauischen Negierung herstammten. Der Verkauf der Apparate an die spanische Regierung sei von einem gewissen La Barda im Auftrage der Madrider Regierung getätigt worden. Der Kaufvertrag belaufe sich auf 9 Millionen Franken, von denen 4S Millionen Franken bei Abschluß des Vertrages und weitere 250 000 Franken vor dem Start bezahlt worden seien. Das „Journal des Debats" berichtet, daß die Werbebüros für Freiwillige von Dienstag ober Mittwoch an in der spanischen Botschaft in Paris geöffnet werden würden. Die verschiedenen Dolksfrontparteien erhielten bereits Meldungen und hätten schon die Abbeförderung in Autobussen organisiert. Die Internationale Rote Hilfe sammele Meldungen von freiwilligen Englische Vesürchiungen. London, 5. Aug. (DNB. Funkspruch.) In der „Times" heißt es u. a., fraglos habe die britische Regierung mit ihrer zustimmenden Antwort an Frankreich recht gehabt. Es könne für Blum schwierig werden, einer Forderung auf Hilfeleistung für die „hartbedrängte" Regierung zu widerstehen. Auch die Lissaboner Regierung werde sehr fest sein müssen, um nicht in den Wirbel mit hineingezogen zu werden. Es heiße, daß Nahrungsmittel, wenn nicht gar anderes, über die portugiesische Grenze den Nationalisten zukämen. Die portugiesische Regierung sei eine wohltätige Diktatur. Wenn sie in den Kampf mit hineingezogen würde, fo würde der französische Ministerpräsident Blum veranlaßt sein, auf der anderen Seite zu helfen. Die Grundsätze, für die in Spanien gefochten werde, werde von Mehrheiten und Minderheiten in jedem anderen europäischen Land begrüßt werden. Die Linke fechte für Ideale, die schon in anderen Ländern gesichert seien, die Rechte für Traditionen, die Jahrhunderte lang in Spanien verehrt würden, und die kürzlich bei einer Reihe von europäischen Staaten erneuert seien. Europa sei voller Zündstoff und durch einen einzigen Funken könne es in Flammen aufgehen. Der spanische Bürgerkrieg könne sehr leicht ein europäischer werden und das müsse man um jeden Preis verhindern. „Daily Telegraph" schreibt, das ernsteste und schnellste Bemühen aller gutgläubigen Regierungen müsse es sein, ein Ueberqreifen der Flammen von Spanien zu verhindern. Die französische Regierung habe Schritte dazu getan. Die russischeAnt- wort sei durch Massenversammlungen gegeben worden, bei denen ein halb vom Hundert der Arbeiterlöhne für die spanischen „Genossen" versprochen worden sei. Die Gefahr fei, daß, während die interessierten europäischen Regierungen die Grundsätze über Nicht- einmischung bestimmten, ihre Handlungen mit ihren Erklärungen nicht übereinftimmen. Auch „Morning Post" schreibt: Die französische Regierung befinde sich in einer sehr schwierigen Lage, denn sie sei durch einen beachtlichen Teil ihrer Anhängerschaft ge- drängt, der spanischen Regierung Hilfe'zu leisten. Die Berichte aus Moskau gäben Grund zur Beunruhigung. — „Daily Mail" schreibt u. a., daß die Moskauer Sammlungen und Unterstützungs- aktionen eine Gefahr er ft en Ranges für Europa feien. Ueberall frage man sich, „ist das eine offene Herausforderung an Deutsch- land und Italien?" Vegrüßungsabend der deutschen Krafisahtt. Korpsführer Hühnlein ehrt die Lieger der internationalen Sternfahrt. Berlin, 4. Aug. (DNB.) Für die au den XI. Olympischen Spielen in der Reichshauptstadt eingetroffenen ausländischen und auswärtigen Kraftfahrer fand in den mit den Flaggen der an den Olympischen Spielen beteiligten Staaten geschmückten Festsaal von Kroll ein „Begrüßungsabend der deutschen Kraftfahrt" statt. Als Präsident der obersten nationalen Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt und Führer des deutschen Kraftfahrsportes hieß Korpsführer Hühnlein die Kraftfahrer aus allen Ländern der Welt in der Reichshauptftadt willkommen und sprach der „Föderation internationale des Clubs Motor-Cyclistes“ und ihrem Präsi-1 denten Graf Bonacossa seinen Dank dafür aus, daß sie die alljährlich zur Austragung gelangende internationale Motorrad-Sternfahrt in diesem Jahre mit den Olympischen Spielen verbunden und Berlin als Zielort gewählt habe. Dann begrüßte Korpsführer Hühnlein als den Vertreter der Geburtsftätte des olympischen Gedankens, Griechenlands, den Präsidenten des Königlich Griechischen Automobilklubs, der von Athen aus die Fahrt antrat und dafür 3631 Punkte erhielt. Die höchste Punktzahl aller ausländischen Teilnehmer erreichte ein tschechoslowakischer Fahrer, der seinen Weg quer durch Deutschland, Dänemark, Schweden,! Norwegen bis zur nördlichsten Grenze Finnlands nahm. Hier vom nördlichen Eismeer startete er zur Olympia-Sternfahrt und erzielte nach der Zurück- legung von 10 000 Kilometer 4368 Punkte. Er ist damit der Gewinner des vom Korpsführer für den besten ausländischen Fahrer ausgesetzten Ehrenpreises. Die internationale Trophäe des F. I. C. M. errang die aus 14 Teilnehmern bestehende Mannschaft der Motorrad-Klubs von Estland, die mit 15 727 Punkten die höchste Wertungsziffer auf sich vereinigen konnte. Nach der Siegerehrung und der Verteilung der goldenen, silbernen und bronzenen Medaille verblieben die ausländischen Gäste mit den NSKK.° tag keine der beiden Parteien irgendeinen beträchtlichen Vorteil erreichen können. Der Angriff der katalanischen Truppen auf die nationalistischen Stellungen bei Saragossa dauere mit wechselndem Erfolge an. Regierungsflugzeuge sollen über Valladolid Kisten mit Dynamit abgeworfen haben, wodurch vier Einwohner getötet worden seien. Nationalistische Truppen hätten die nordwestlich von Valencia gelegene Stadt T e r u e l eingenommen. Auch Ronda südlich von Malaga soll nach einem heftigen Kampf mit der marxistischen Miliz von den Nationalisten eingenommen worden 1 sein. Etwa 3000 Mann der Militärgruppe seien in Algeciras und San Roque zusammengezogen. Weitere 2000 werden während der nächsten Woche mit Flugzeugtransporten aus Marokko erwartet. Zahlreiche Feldgeschütze und beträchtliche Mengen Munition seien von Cadiz aus herangeschafft worden. Alle wichtigen Stellungen an der Küste von Algeciras nach Tarifa seien stark befestigt worden. Auch die Pariser Agentur Havas meldet aus Tanger, daß den ganzen Dienstag über in der im Besitz der Nationalisten befindlichen Hafenstadt Ceuta reges Leben und Treiben geherrscht habe. Die Straßen der Stadt seien voll von Mili- Männern und ihren Angehörigen noch mehrere Stunden in angeregter Unterhaltung. Zu dem Empfangsabend waren auch führende Männer aus, m f . Partei und Staat, viele Mitglieder des Diploma- $a rJis' ..4- ^g. (DNB.) General Queipo de tischen Korps und hohe Offiziere der Wehrmacht über den Sender von Sevilla heftigen sowie zahlreiche Mitglieder des Internationalen Protest gegen die Bombardierung S a- Olympischen Komitees' erschienen. V ff ° t Vernichtung zahlreicher Kunstschatze m dieser Stadt eingelegt. Der Führer der Gefallenenehrung katalanischen Luftstreitkräfte, Oberst Sanbino, CaAha hatte Pressevertretern erklärt, daß sechs Flugstaffeln am Marmeehrenmal ttt ^anoe. Saragossa mit Bomben belegt und großen Sachordnungen der Olympia-Segelmannschaften in die Bei dem Luftangriff der Regierungsflieger auf unterirdische Weihehalle, wo der Führer der sran- die Kathedrale von Saragossa 'seien 'die Bomben zösischen Segelmannschaft Whitechurch im Namen glücklicherweise nicht explodiert, so daß das herr- aller vertretenen Olympia-Mannschaften Worte liche Bauwerk keinen Schaden genommen habe, ehrenden Gedenkens der im Weltkrieg gefallenen Entgegen den Behauptungen der marxistischen Re- deutschen Seehelden sprach. Konteradmiral Götting gierung hätten sich keine Truppen in der Kathedrale erklärte, daß aus der Kranzniederlegung die größte “ 1 ~ ' " ' • ....... Ritterlichkeit und persönliche Hochachtung spreche. Die deutsche Kriegsmarine danke für die' tiefernste Ehrung ihrer im Weltkrieg gefallenen Kameraden. gewußt. Generaloberst Göring, dem das Erinne- rungsftütf ausgehändigt wurde, sandte an den Stifter Kapitän May in Kanada ein Telegramm, in dem er die freundschaftlichen Gefühle, die die kanadische Abordnung zum Ausdruck gebracht habe, erwiderte und Kapitän May in kameradschaftlicher Verbundenheit grüßte. Der augenblicklich in Kiel liegende englische Kreuzer „H. M. S. N e p t u n e" hat die Schiffsglocke des gehobenen früheren Schlachtkreuzers „S. M. S. Hindenburg" an Bord. Die Schiffsglocke soll auf Weisung der englischen Admiralität der deutschen Kriegsmarine zurückgegeben werden. Die Uebergabe wird voraussichtlich Mitte August in Kiel in besonders feierlichem Zeremoniell vor sich gehen. stehenden Mängel muß durch eine umfassende I Crsahreserve I überwiesen worden sind, ihre aktive Neuregelung für den Gesamtberuf angestrebt * Dienstpflicht in der Wehrmacht aber noch nicht ableisten oder abgeleistet haben; um Hal mit enl- zur Die Kriegsrecht in Griechenland. Die Regierung pariert kommunistischer werden. Zunächst müssen die Schwierigkeiten und Gefahren beseitigt werden, die sich aus der fen kommunistischen Bewegung gegenüber, die das Land in blutige Auseinandersehungen zu ziehen droht. Sie hat sich daher mit voller Zustimmung des Königs entschlossen, das Kriegsrecht zu verhängen. Diese Nachricht ist von der öffentlichen Meinung mit Erleichterung ausgenommen worden. Die griechische Kammer wurde aufgelöst, ohne daß bisher der Zeitpunkt der Neuwahlen festgesetzt wurde. Sämtliche Ministerien werden von Kavallerie-Abteilungen bewacht, um gegebenenfalls Angriffe der Streikenden im Keime zu ersticken. 3m ganzen Lande herrscht vollständige Ruhe. Drohungen. Athen, 5.Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Mitternacht proklamierte General st reik eine derartige Verschärfung der Lage Erhöhung der Neichsbürgschafien für den Kleinwohnungsbau. Berlin, 4. 2Iug. (DNB.) Nachdem die im Februar dieses Jahres bewilligten 100 Millionen Mk. Reichsbürgschaften erschöpft sind, hat der Reichs- Minister der Finanzen weitere 15 0 Mlll» o - n e n Mark Reichsbürgschaften bereitgestellt. In einem Rundschreiben an die Länder hat der Reichs- arbeitsminister allen Behörden zur Pflicht gemacht, auf eine schärfere Auslese der Bauvor- haben hinzuwirken. Die verfügbaren Mittel des Kapitalmarktes sollen vornehmlich für Klein- siedlungen und Volkswohnungen sowie für die W o h n u n g s b a u t e n für b i e B e - dürfnissederWehrmacht eingesetzt werden. Darüber hinaus sollen mit Reichsbürgschaft nur wirklich einfache und billige Bauvorhaben gefördert werden. Es wird daran erinnert, dvß die Wohnfläche bei Geschoßwohnungen in der Regel 75 Quadratmeter und bei Einfamilienhäusern 100 Quadratmeter nicht überschreiten darf. Bei Einfamilienhäusern ist jedoch der Einbau einer Einliegerwohnung bis zur gleichen Größe zugelassen. In jedem Falle müssen die Mieten und Lasten für Familien mit geringem Einkommen auf die Dauer erträglich fein. Neuzugang zum zahnärztlichen Studium einstweilen gesperrt. Berlin, 4. Aug. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister des Innern gibt u. a. folgendes bekannt: Wie die Reihenuntersuchungen und die Beobachtungen der Krankenkassen ergeben, ist die Gesundheit des deutschen Volkes durch die starke Verbreitung von Zahnkronkheiten ernstlich gefährdet. Der Staat muß dafür sorgen, daß die Ausbildung und damit die Leistungsfähigkeit der Zahnärzte und Dentisten eine m ö g - l i ch st gute ist und daß überall im Reich, b e - sonders auch auf dem Lande, die Möglichkeit einer einwandfreien Zahnbehandlung sicher- gestellt wird. Die Beseitigung der vielfach noch be- sich gebracht, daß sich die griechische Regierung schlossen hat, außerordentliche Maßnahmen Aufrechterhaltung der Ordnung zu ergreifen. Regierung sieht sich einer ernsten organisier- panamerikanische Wandlungen Don Otto Eorbach. den Golddollar steigern, das alles bei einer unerbittlichen Zurückführung des Anteils des Außenhandels am Gesamtumsatz auf das für europäische Industrieländer normale Maß von etwa einem Fünftel. Wenn die übrige Welt bei diesen Strukturwand- langen im Wirtschaftsleben lateinamerikanischer Länder zunächst eher zu verlieren als au gewinnen hat, so müßten solche Umgestaltungen doch mit der Zeit auch zum Vorteil aller am internationalen Warenaustausch Beteiligten ausschlagen, besonders derer, die sich beizeiten darauf einzustellen verstehen. Die natürlichen Reichtümer Lateinamerikas sind so ungeheuer groß und noch so wenig angetastet, daß sie über jedes Maß noch so gesteigerter Bedürfnisse einer noch so rasch wachsenden Beoölke- runa hinaus unbegrenzte Möglichkeiten für die Entfaltung eines fruchtbaren, für beide Teile vorteilhaften Gegenseitigkeitsverkehrs mit rohstoffarmen Ländern bieten. Es kommt dabei vor allem viel darauf an, von welcher Seite lateinamerikanische Länder am ehesten Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen bereit sein werden, sobald die Aufgaben, die sie sich gesetzt haben und setzen mußten, um für später ihre Sicherheit weniger verbürgende Zeiten gerüstet zu sein, ihnen über den Kopf zu wachsen beginnen. Das ist, da die Zahl ihrer Bevölkerung zu der gewaltigen Ausdehnung ihrer Gebiete in gar keinem Verhältnis steht, in absehbarer Zeit zu erwarten. Offenbar möchte man sich in der nordamerikanischen Union für diesen Fall gegenüber europäischen und ostasiatischen Wettbewerbern beizeiten die Vorhand sichern. Es soll der letzten Rest alten Miß- altüberlieferter, bescheidener Lebensanschauungen verharren zu wollen. Die Abhängigkeit von überlegenen fremden Machtentfaltungen bedeutete für die Völker Lateinamerikas vor allem den Zwang, ihre Kräfte einseitig für die Entfaltung von „Monokulturen" zur Verfügung zu stellen. Kuba wurde das wichtigste „Zuckerland". Mexiko hatte seit Jahrhunderten die ergiebigsten Silberminen und ging nun dazu über, seinen Reichtum an Del raubbaumäßig auszuschöpfen. Mittelamerika wurde in den der karibischen Küste naheliegenden Strichen Bananenland, während an der pazifischen Küste Kaffee-Pflanzungen vorherrschten. In Venezuela machte die Petroleumerzeugung in dem Maße stürmische Fortschritte, wie in Mexiko die Tätigkeit fremder Gesellschaften eingeengt wurde. Brasilien zeichnete sich als „Kaffeeland", Bolivien als Zinnlieferant, Chile als Stickstoffversorger aus; Argentinien lebte vorwiegend davon, Vieh, Häute und später Weizen auszuführen. Die Wohlstandsentwicklung in allen diesen Ländern war den Launen des Weltmarktes unterworfen; die allgemeine Wirtschaftskrise bedeutete für sie eine umso größere Katastrophe, als die Handelskanäle für Rohstoffe schon vor ihrem Ausbruch verstopft waren. In den wichtigsten lateinamerikanischen Ländern geschah nun das Wunder, daß nationalrevolutionäre Bewegungen organisatorische Kräfte auslösten, die den freien Spielraum, der sich gerade aus der allgemeinen Wirtschaftskrise ergab, mit überraschender Um- und Weitsicht für den Neubau eines echten volkswirtschaftlichen Gefüges ausnutzten. Die Washingtoner Regierung war einerseits durch ihre eigenen, der Wirtschaftskrise entspringenden Nöte, anderseits durch die wachsende Bedrohlichkeit der Machtentfaltuna der fernöstlichen gelben Großmacht vollauf in Anspruch genommen. Sie mußte gute Miene zum bösen Spiel machen.' Um so weniger waren von europäischen Regierungen Einmischungen zu befürchten. Die Lateinamerikaner konnten ohne Rücksicht auf überlieferte weltwirtschaftliche Bindungen in wenigen Jahren nachholen, was in Jahrzehnten für die Weckung schlummernder einheimischer Energien und damit die Hebung des nationalen Wohlstandes versäumt worden war. In Mexiko zog die Regierung, als das Petroleumgeschäft in höchster Blüte stand, drei Fünftel ihrer Einnahmen aus dessen Erträgen, trotzdem sie fremden Gesellschaften den Löwenanteil einräumen mußte. Das Volk hatte das Nachsehen. Heute ist die Qelerzeuglmg nur zu einem kleinen Bruchteil an dem nationalen Einkommen beteiligt. Damals wurden Bahnen durch die ausgedehnte nördliche Wüste gebaut, um nordamerikanischem Finanzkapital die Ausbeutung mexikanischer Rohstoffe zu erleichtern. Für die Allgemeinheit bedeuten sie eine dauernde Belastung. Die drei Bahnstrecken, die teils gebaut, teils mit fieberhaftem Eifer vorwärts getrieben werden, sollen die äußerst dicht bevölkerten tropischen Gegenden von Campeche, Tabasco, Michoa- can und Oaxaca erschließen. Von einem entsprechenden grundsätzlichen Wandel im Verhältnis zwischen Volk und Staat zeugen andere großzügige Maßnahmen, auf Grund eines Sechsjahresplanes die nationalen Produktivkräfte zu entwickeln, wie solche für umfassende Bewässerungsanlagen, neue Industrien, Bildung landwirtschaftlicher Genossenschaften, Ausdehnung der Anbaufläche, öffentliche Gesundheitspflege, modernes Erziehungswesen usw. Die meisten der andern lateinamerikanischen Länder eifern dem mexikanischen Beispiel in dem Bestreben nach, die ihnen gemeinsam vergönnte weltpolitische Atempause nach Kräften für eine beschleunigte unabhängige Entwicklung nationalen Wohlstandes auszunutzen. Die argentinische Regierung will durch planwirtschaftliche Maßnahmen jungfräulichen Boden im Umfange von 600 000 Hektar aufschließen und besiedeln, die Zahl der sinnvoll und gewinnbringend Beschäftigten um 568 000 vermehren und die Aufnahmefähigkeit des Binnenmarktes für Jndustrieerzeugnifse um 1,5 Milliar- Me spanische Volksfrontregierung Waffen und Munition einzukaufen. Bolanos hat einen ansehnlichen 'Barscheck beim Crsdit Anversois einge- zahlt und steht in Verhandlungen mit belgischen Waffenfabriken. Bislang sind seine Verhandlungen zum Abschluß gelangt über den Ankauf von Handgranaten, Maschinengewehren und großen Mengen Munition. Außerdem hat Bolanos Verhandlungen mit privaten Kreisen eingeleitet, die 13 anscheinend ehemalige belgische Militär- und Verkehrsflugzeuge an der Hand haben. Der Transport des Kriegsmaterials soll mit zwei Schiffen unter spanischer Flagge über Antwerpen erfolgen. Die Flugzeuge werden sich auf- dem Luftwege nach Spanien begeben. Wie nicht anders zu erwarten, wird Bolanos durch das belgische Büro der II Internationalen und der belgischen Arbeiterpartei unterstützt. Die leidenschaftliche Ein- stellung der belgischen marxistischen Presse für die spanische Dolksfrontregierung bildet die Begleitmusik zu diesen Vorgängen. Oie deutschen Kriegsschiffe in den spanischen Gewässern. Berlin, 4. Aug. (DNB.) Mn den zum Schutze der deutschen Interessen und deutscher Staatsangehöriger sich in spanischen Gewässern befindlichen deutschen Kriegsschiffen gingen am 4. August das Panzerschiff „Deutsch- land" und das Torpedoboot „Luchs" nach Malaga, das noch in Händen der Regierung und zur Zeit Hauptliegehafen spanischer Kriegsschiffe ist. Das Torpedoboot „Leopard" lief am Montag für einige Stunden Melilla (Spanisch- Marokko) an, um die bei der letzten Beschießung durch Regierungsschiffe verursachte Beschädigung deutschen Eigentums festzustellen. Das Panzerschiff „Admiral Scheer" ging von Almeria über Tarragona nach Barcelona. Der Kreuzer „K ö l n" und die Torpedoboote „Seeadler" und „Albatros" liegen weiter vor Bilbao. Der deutsche Dampfer „Uckermark" brachte von Barcelona weitere 280 Flüchtlinge nach Genua. Der Dampfer „Bellona" ging mit 39 Flüchtlingen, darunter 19 Deutschen, aus San Sebastian. Dijon und Santander nach Bayonne. Außerdem nahm ein englischer Zerstörer 110 Flüchtlinge, darunter 26 Deutsche, von der zu den Balearen gehörigen Insel Ibiza an Bord. Seit dem großen Kriege haben sich auch in der Neuen Welt alle politischen Verhältnisse so grund- türzend geändert, daß man sich hüten muß, die vom Präsidenten der nordamerikanischen Union, Franklin D. Roosevelt, angeregte interamerikanische Konferenz, die im Herbst oder Winter dieses Jahres in Buenos-Aires tagen soll, für eine geradlinige Fortsetzung der auf früheren „panamerikani- chen" Zusammenkünften verfolgten Bestrebungen zu nehmen. Viel eher handelt es sich darum, die panamerikanische Vergangenheit zu liquidieren, um )ie Voraussetzungen für eine ganze neuartige Solidarität aller Staatswesen auf der westlichen Erdhalbkugel zu schaffen. Möglich, daß man aus reiner Pietät ein gemeinsames Lippenbekenntnis zu manchen toten Formeln der panamerikanischen Dor- kriegs-Ueberlieserung ablegen wird: Don praktischer Bedeutung werden sich nur solche Beschlüsse erweisen, die sich auf den Boden unvorhergesehener Tatsachen stellen, wie sie sich aus den revolutionären Ereignissen der jüngsten Vergangenheit ergaben. Sowohl durch die Bezeichnung der geplanten Konferenz als einer „interamerikanischen, statt „panamerikanischen", wie durch die Betonung einer „Politik guter Nachbarschaft" gibt Präsident Roosevelt zu erkennen, daß er den Wandel der Zeiten begriffen hat. „Panamerika" hat für die heutigen führenden Kreise der meisten ibero-ame- rikanischen Länder etwas Anrüchiges. Die Botschaft des Präsidenten Monroe vom 2. Dezember 1823 war der harmlose Keim, aus dem sich der mächtige Baum des nordamerikanischen Imperialismus entwickelte, der schließlich den jüngeren lateinischen „Schwesterrepubliken" Licht und Lust zu normalem Wachstum raubte. Dieser Baum ist in den Stürmen des Weltkrieges und der Weltwirtschaftskrise zum mindesten seines weit ausladenden Astwerkes größtenteils beraubt worden, und die um so kraftvoller emporstrebenden lateinamerikanischen Gemeinwesen möchten lieber künftig auf den Schutz seines schirmendes Daches verzichten. Daher nähert sich ihnen Roosevelt als reuiger Imperialist. Die Union soll hinfort in der Völkerfamilie der Neuen Welt nur mehr als „guter Nachbar", Gleicher unter Gleichen, gelten. Gewiß ist die Washingtoner Regierung auch feit Jahren bemüht, sich in diesem Sinne durch bedeutsame Handlungen zu bewähren. Haiti wurde von ihren Truppen geräumt. Auf das ihr vertraglich und verfassungsrechtlich zustehende Jnterven- tionsrecht in Kuba und Panama hat sie verzichtet. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit betonte Roosevelt gegenüber Lateinamerika den Grundsatz. der Nichteinmischung. Er hat den „großen Stock" des ersten Roosevelt vor den Augen der ganzen Welt zerbrochen. Um die volle Bedeutung dieses Wandels zu verstehen, muß man die geschichtliche Entwicklung der Neuen Welt seit der Kolonialzeit überblicken. Die Masse der Bevölkerung in den lateinamerikanischen Ländern, vorwiegend Farbige oder Mischlinge, geriet zunächst aus dem Joch europäischer Kolonialmächte in die Hände einheimischer aristokratischer Cliquen, die an den feudalen Grundsätzen der früheren spanischen oder portugiesischen Kolonialherrschaft festhielten, und als sich hier und da nach jahrzehntelangen inneren Wirren so etwas wie ein nationaler Elan für eine unabhängige moderne Entwicklung hervorzuwagen begann, hatte sich bereits unversehens fremdes, mit überlegenen Machtbefugnissen ausgestattetes Finanzkapital der Hauptansatzstellen für die Ausnützung natürlicher Reichtümer bemächtigt. Während des großen Krieges und in den ersten Jahren danach wurden in diesen Ländern in großem Umfange europäische „imperialistische" Interessen von nordamerikanischen abgelöst. Die Völker kamen dabei nur vom Regen in die Traufe. Ihre Ohnmacht gegenüber fremden Gewalten im eigenen Lande schien um so hoffnungsloser, als reichlich zwei Drittel von 90 Millionen nicht lesen und schreiben konnten, auf Matten schliefen, Sandalen statt Schuhe trugen, also zu arm waren, um nicht ängstlich im engen Bannkreis 2. die tauglich 1 und 2 befundenen, im 1. Vierteljahr des Jahres 1915 geborenen Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1915, in Ostpreußen alle tauglich 1 und 2 befundenen Angehörigen des Geburtsjahrganges 1915, soweit sie ihrer Arbeitsdienstpflicht bis zum 1. Oktober 1936 genügt haben und sich zur Zeit der Aushebung nicht in Arbeitsdienstabteilungen außerhalb des für ihren letzten Wohnsitz zuständigen Wehrbezirks befinden; 3. in Ostpreußen außerdem die tauglich 1 und 2 befundenen Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1911 einschließlich der bei der Musterung 1935 zurückgestellten Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1910, soweit sie bei der Musterung 1936 als tauglich 1 und 2 befunden und der Ersatzreserve I überwiesen worden sind. Ausgenommen hiervon sind die verheirateten Dienstpflichtigen, soweit sie vor dem 1. April 1936 geheiratet haben. Geburtstagsglückwünsche des Führers an den Oberbefehlshaber des Heeres. Der Führer und Reichskanzler hat den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherrn v o n F r i t f ch, der am Dienstag seinen 56. Geburtstag beging, folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet: „Mein lieber Herr Generaloberst! Zu Ihrem heutigen Geburtstage übermittele ich Ihnen die herzlichsten Glückwünsche in der zuversichtlichen Hoffnung, daß Sie dem Heere noch lange Zeit in Gesundheit erhalten bleiben mögen. Als Ausdruck meiner besonderen Verbundenheit lasse ich Ihnen mein Bild zugehen. Adolf Hitler." trauens gegenüber dem „Pankee-Jmperialismus" durch die Betonung „guter Nachbarschaft" überwunden, durch gegenseitige handelspolitische Bevorzugung die Neue Welt zu einem einheitlichen Wirtschaftsblock zusammengeschweißt werden. Daß dabei auch Kanada nach Möglichkeit einbezogen werden soll, dessen wirtschaftliche Bindungen an das Mutterland und die übrigen britischen Dominien durch den neuen Handelsvertrag mit der Union schon erheblich gelockert wurden, lehrt der angekündigte Besuch Roosevelts in Ottawa. Und daß sich neue wirtschaftliche Interessengemeinschaften von selbst mit der Zeit zu neuen politischen verdichten würden, versteht sich von selbst. Europäische Regierungen, einschließlich Londons, hoffnungslos in ihre eigenen Probleme und Gegensätze verstrickt, werden kaum sobald in der Lage fein, die panamerikanischen Kreise Washingtons zu stören. Es fragt sich gleichwohl, ob die weißen Amerikaner ohne Nachschübe und Hilfeleistungen aus ihren Stammländern auf die Dauer in der Lage sein werden, ihre Vorherrschaft in der Neuen Welt zu behaupten, zumal der rote Mann, den man schon zum Untergang verurteilt glaubte, trotzdem er noch die weiträumigsten und zukunftsreichsten Teile Pan- amerifas besetzt hält, eine wachsende Neigung bekundet, statt von Europäern ober Amerikanern, von Asiaten Dienste anzunehmen, wie sie ihm die Japaner immer verlockender anbieten. Krise des französischen Fremdenverkehrs In der französischen Kammer ist festgestellt worden, daß im Jahre 1927 noch mehr als 2,2 Millionen Fremde nach Frankreich kamen, daß aber im Jahre 1935 nur noch 700 000 Fremde in den französischen Hotels und Badeorten gezählt wurden. Der Fremdenverkehr ist also auf ein Drittel zusammengeschrumpft. Soweit diese Angaben in Betracht kommen, spielen für das Nachlassen des Reiseverkehrs nach Frankreich die Weltwirtschaftskrise und die Verarmung der Völker, dann aber auch die Deoisenschwierigkeiten eine große Rolle. Die Ziffern in diesem Jahre werden für die französische Fremdenindustrie noch schmerzlicher ausfallen. Schon während der Streikwochen machte sich ein plötzlicher Rückstrom aller Reisenden aus Frankreich bemerkbar. Viele Reiselustigen nahmen davon Abstand, französischen Boden überhaupt zu betreten. In der Kammer-Aussprache ist nun vom Minister für nationale Wirtschaft behauptet worden, daß in diesem Jahre 28 v. H. Fremde mehr nach Frankreich gekommen seien als 1935, weil eben Frankreich so ruhig sei wie fein anderes Land. Wir wissen nicht, welche Statistik dem Minister Vorgelegen hat. Die Berichte über den Fremdenverkehr in Frankreich lauteten jedenfalls bisher etwas anders. Der Entrüstungssturm, der den Worten des Ministers auf den Bänken der Rechten folgte, bestätigt unsere Auffassung über den französischen Fremdenverkehr des Jahres 1936. Frankreich gilt heute in den Augen des internationalen Reisepublikums als ein Land, um das man am besten einen Bogen schlägt, schon weil es jedem Fremden passieren könnte, daß er eines Tages genötigt wäre, seinen eigenen Diener in den Hotels zu spielen. Die Streiks haben noch keineswegs nachgelassen, sie flammen immer wieder auf, sie können ganz gewiß nicht als ein Mittel zur Anlockung der Fremden angesprochen werden. Die Abgeordneten der Rechten haben auch in ihren Zwischenrufen auf diese Streiks hingewiesen. Welche Verluste Frankreich durch diese innere Unruhe erleidet, geht am besten aus der Tatsache hervor, daß in den normalen Jahren bis 1927 der Reise- und Fremdenverkehr der französischen Wirtschaft einen Gewinn von 12 bis 15 Milliarden Franken brachte. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. V. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. 2). 21. VII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. augenblicklichen Ueberfüllung der beiden Berufe ergeben. Daher hat der Reichs- erziehungsminifter den Neuzugang zum zahnärztlichen Studium einstweilen gesperrt. Da die Ausbildung zum Dentistenberuf staatlich noch nicht geregelt ist, können nur diejenigen Personen später zur staatlichen Dentistenprüfuna zugelassen werden, die bereits jetzt in der Ausbildung zum Dentistenberuf stehen. Solche Personen, die nach Veröffentlichung dieser Bekanntmachung die Ausbildung zum Dentistenberuf aufnehmen, werden bis auf weiteres weder zur staatlichen Prüfung zugelassen, noch wird ihnen ein Ausweis zur Berechtigung der Berufsousübung als Dentist erteilt werden. Oie Aushebung für den aktiven Wehrdienst im Jahre 4936. Berlin, 4. Aug. (DNB.) Die Aushebung für den aktiven Wehrdienst im Jahre 1936 findet laut einer Anordnung des Reichskriegsministers Inder Zeit vom 17. bis 2 9. August 1936 statt. Zur Aushebung werden nach § 55 Abs. 3 der Verordnung über die Musterung und Aushebung herangezogen: 1. Die tauglich 1 und 2 befundenen Dienst- pflichtigen des G e b u r t s j a h r g a n g e s 1914 einschließlich der bei der Musterung 1935 zurückgestellten Dienstpflichtigen, die bei der Musterung 1936 als tauglich 1 und 2 befunden und der Eg lohnt sofortigen Ölwechsel! In Deutschlands modernster Raffinerie wird nach einem umwälzend neuen Verfahren aus deutschem Rohoel das neue Mobiloel hergestellt — ein Auto-Oel, das seinesgleichen sucht. Aus aller Welt die deutschen Lande getragen wor- Schaden Augen der Mutter totgefahren. wollte ein fünfjähriger Junge d i e Mehl sollen vernichtet worden sein. Der wird auf 100 000 Mark geschätzt. schreibung in den sei. vor den In Trier Am Großen Waxenstein abgestürzt. Am Großen Waxenstein ist der Maler-Gehilfe Franz Donner aus Untergrainau tödlich abgestürzt. Er wollte mit seinem Kameraden den Großen Wa- xenstech von der Nordseite aus besteigen. Die beiden waren am Nachmittag von Grainau fortgegangen. Abends kam der Begleiter des Abgestürzten nach Grainau herab und berichtete, daß sein Gefährte durch Absturz verunglückt sei. Montagfrüh stiegen Bergführer von Grainau zu der Unglücksstelle hinauf, um die Leiche Donners zu bergen. Schweres Autounglück bei Seefeld in Tirol. Dienstag mittag wurde bei der ungeschützten Bahnüberfahrt in Seefeld, die schon wiederholt der Schauplatz schwerer Unglücksfälle war, ein reichsdeutscher Kraftwagen von einem Zug der Mittenwaldbahn erfaßt. Das Auto wurde von Frau Baronin Neurath, einer Schwägerin des Reichsaußenministers, gesteuert. Von den Insassen des Wagens wurde die Mutter der Frau von Neurath auf der Stelle getötet. Batonin Neurath erlitt einen komplizierten Unter- fchenkelbruch, die Tochter komplizierte Brüche beider Schenkel, der Sohn der Frau von Neurath schwere Knie- und Unterschenkelverletzungen. Die Verletzten wurden von der Innsbrucker Rettungsgesellschaft in ein Innsbrucker Sanatorium verbracht. Explosion in einer italienischen Dynamitfabrik. Slraße überqueren, um wieder zu seiner Mutter zu kommen. Er sah jedoch nur nach der einen Seite und bemerkte so nicht, daß aus der anderen Richtung ein Kraftwagen angefahren kam. Die Mutter rief zwar ihrem Kinde zu, stehen zu bleiben, aber umsonst. Der Junge wurde von dem in schneller Fahrt ankommenden Wagen erfaßt, eine Strecke mitgeschleift, er starb bereits in den Armen der Mutter. Ein Mühlenwerk niedergebrannt. In Eggolsheim bei Bamberg brach in der Kunstmühle von Reinwald Zanbelli ein Brand aus, der an den lagernden Vorräten reiche Nahrung fand und sich so mit großer Schnelligkeit ausbreitete. Die ganze Mühle brannte bis auf die Grundmauern nieder. 1500 Zentner Getreide und kalifchen Darbietungen zeichnete Oberstudiendirektor Dr. Manns ein Lebensbild des Mannes, dessen Werk „Die deutsche Rechtschreibung" auf Hersfelds Boden entstand. Im Namen der Familie Duden dankte Professor Dr. Paul Duden, der Sohn des vor 25 Jahren Heimgegangenen, in herzlichen Worten für die Ehrung. Bürgermeister Berger gab dem Stolz der Stadt Ausdruck, daß durch Duden von Hersfeld aus das große Werk der deutschen Rechtlich wurde das Verbrechen doch auf die oben geschilderte Art begangen. Anscheinend wollte sich die Bäuerin in den Besitz des Anwesens ihres Gatten setzen und dieses verkaufen, um ihren Liebhaber heiraten zu können. Auf das Gesuch der Verteidigung hat der Bundespräsident Frau Ferchner zu lebenslänglichem Kerker begnadigt. Einer der beiden Holzknechte wurde zu 20 Jahren schweren Kerkers begnadigt. Der andere Holzknecht wurde um 21 Uhr durch den Strang hingerichtet. Max Schmeling fährt mit „Hindenburgs nach Nordamerika. Max Schmeling wird am Mittwochabend mit seinem Trainer Mac Mahon an Bord des Luftschiffes „Hindenburg" gehen. Er will so auf dem schnellsten Wege wieder nach Amerika, um sich dort für seinen Titelkampf mit dem Weltmeister Braddock oorzubereiten. Weiterhin wird sich an Bord des vollbesetzten Luftschiffes das amerikanische Filmschauspieler-Ehepaar Douglas F a i r- b a n k s befinden. Duden-Gedenkfeier in Hersfeld. Die Hersfelder Stadtverwaltung und der Geschichtsring der NS.-Kulturgemeinde in Hersfeld veranstalteten in der Kulturhalle eine Duden-Gedenkfeier in Anwesenheit von Angehörigen der Familie Duden und ehemaligen Schülern. Nach musi- Die schnellsten Männer der West. Oer Kampf um die Zehntel Sekunde im 100-Meter-Lauf. In Orbetello (etwa 100 Kilometer nordwestlich von Rom am Meer gelegen) ereignete sich in einer Dynamitfabrik aus unbekannten Gründen eine Explosion. Man beklagt fünf Tote und mehrere Schwerverletzte sowie eine Reihe Leichtverletzter. Man vermutet noch weitere Opfer unter den Trümmern. Von dem Unglück wurden drei Abteilungen der Fabrik, die einer Privatgesellschaft gehört, betroffen. Ein grauenhafter vlord vor dem Standgericht. Das Standgericht in Graz verurteilte die 44- jährige Bäuerin Marie Ferchner und zwei Holz kn echte wegen Mordes zum Tode durch den Strang. Der Prozeß hat in ganz Oesterreich großes Aufsehen erregt. Vor knapp einem Monat ging bei Mallnitz in Kärnten auf der 2000 Meter hohen Ochsner Alm die Sennhütte des Bauern Ferchner in Flammen auf. Unter den Trümmern fand man Reste der zerstückelten Leiche des Ferchner. Zwei Holzknechte hatten den Bauern in die Sennhütte gelockt und getötet. Seine Leiche hatten sie dann zerstückelt und die Hütte in Brand gesteckt. Die Anstifterin zu der Tat war die Frau des Ermordeten. Sie hatte ein ganzes Jahr lang versucht, die beiden Holzknechte durch Geldversprechungen zum Mord zu überreden. Dabei ging sie sogar schließlich soweit, daß sie sich den beiden Mördern vor die Füße warf und sie mit erhobenen Händen um die Tat ersuchte. Zuerst sollte die Sennhütte mit dem Bauern mit Dynamit in die Luft gesprengt werden.« Der Sprengstoff wurde auch beschafft, aber schließ-1 Der 100-Meter-Lauf, den am Montag erwarteter Weise der Amerikaner Jesse Owens auf den Olympischen Spielen gewann, ist seit langem der volkstümlichste Sportzweig der Leichtathletik, und das ist erklärlich, denn auf der Strecke von 100 Meter — neben der 200-Meter-Strecke — entwickelt der Mensch seine schnellste Geschwindigkeit. Der Rekordinhaber ist also immer der absolut schnellste Mensch der Welt. Der Amerikaner lief in Berlin 10,4 Sekunden. Diese Zeit bedeutet keineswegs eine wesentliche Verbesserung des ersten Rekordes, der je für den 100- Meler-Laüf aufgestellt worden ist. 1896, auf den er st en Olchmpia-Spielen, brauchte der Amerikaner Burke, der damals als erster den Tiefstart zeigte, 12 Sekunden. Nur ganz langsam wurde die Zeit auf den Weltrekord von 10,3 Sekunden heruntergedrückt. 1900 und 1904 lief man noch 11 Sekunden. Bis 1923 hielt sich dann der olympische Rekord — mit einer Unterbrechung, bei der 10,6 Sekunden erzielt wurden — auf 10,8 Sekunden, um erst 1932 auf 10,3, den jetzt noch bestehenden Weltrekord gedrückt zu werden. Die besten Läufer der Welt bemühen sich seit sechs Jahren, unter 10,3 zu kommen. Erreicht, aber nicht unterboten wurde diese Zeit von dem Kanadier Williams, den Amerikanern Tolan, Metcalfe, Peacock und dem Holländer Berger. Dem amerikanischen Laufwunder und letzten Olympia-Sieger Owens gelang es in einem der Vorläufe auf 10,2 Sekunden zu kommen, eine Zeit, die er schon einmal in Amerika erreicht hatte. In beiden Fällen wurden die Rekorde aber nicht anerkannt, weil der Läufer von Rückenwind unterstützt war. Ist also mit 10,3 Sekunden die Grenze der menschlichen Leistungsfähigkeit erreicht? Wie überall soll man sich auch im Sport vor Prophezeihun- gen hüten. Immerhin scheinen wir in der Nähe des „absoluten Rekordes" angelangt zu sein, was aber den 100-Meter-Läufen nichts an Spannung nimmt. Der Kampf um die Zehntelsekunde war auf diesen Olympischen Spielen und wird auch in Zukunft der erregendste Kampf sein, den die Leichtathletik kennt. Er wird um so erregender fein, als die Kurzstreckenläufer aller Welt sich ein bestimmtes Ziel gesetzt haben, das man rein empfindungsgemäß als die denkbare Bestleistung bezeichnet,. nämlich der 100-Meter- Lauf in 10 Sekunden. Wie schwer dieses Ziel zu erreichen sein wird, wenn es überhaupt zu erreichen ist, ersieht man daraus, daß die besten Leichtathleten der Welt 15 Jahre brauchten, um den damals bestehenden Rekord um nur eine halbe Sekunde, nämlich von 10,8 auf 10,3 herabzu- drücken, und daß trotz verzweifelter Anstrengungen der Sprung in die nächste Zehntelsekunde auch bis heute noch nicht geglückt ist. Olympischer Zeitplan für Donnerstag. Leichtathletik: 10.30 Uhr: 400-Meter-Lauf (10 Vorläufe), Dreisprung (Ausscheidung in zwei Gruppen), Speerwerfen (Ausscheidung); 15 Uhr: 110-Mcter-Hürden- lauf (2 Zwischenläufe); 15.15 Uhr: 400-Meter- Lauf (6 Zwischenläufe), Speerwerfen (Vorkampf und Entscheidung); 16.15 Uhr: 1500-Meter-Lauf (Entscheidung); 16.30 Uhr: Dreisprung (Vorkampf und Entscheidung); 17.30 Uhr: 80-Meter-Hürdenlauf, Frauen (Entscheidung); 17.45 Uhr: 110-Meter-Hür- denlauf (Entscheidung); 18.30 Uhr: Vorführung: Finnland; Siegerzeremonien. (Jeweils im Olympia-Stadion.) 14 Uhr»: Polo (Ausscheidungsspiele) Maiseld. 16.30 Uhr- Hockey-Turnier (Vorrunde) Deutschland — Afghanistan, Spanien — Dänemark, Holland—Schweiz; Hockey-Stadion. 9 Uhr: Fechten, Florett-Einzel (Vorschlußrunde), 15 Uhr: (Endrunde); Turnhalle-Kuppelsaal im Reichssportfeld. 20.30 Uhr: „Das Frankenburger Würfelspiel"; Dietrich-Eckart-Bühne. 11 Uhr und 19 Uhr: Ringen, griechisch-römisch (Dorkämpse); Deutschlandhalle. 17.30 Uhr: Fußball (Vorrunde) England— China, Mommsen-Stadion; Peru—Finnland, Hertha- Platz. 17.15 Uhr: Handball (Vorrunde) Deutschland —Ungarn, Polizei-Stadion; Oesterreich—Rumänien, BSV 92-Platz. 18 Uhr: Radrennen, 1 Kilometer Malfahren (Dor- und Ausscheidungsläufe), 4-Kilometer-Verfol- gungsrennen und Schauvorführungen) Rad-Stadion. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Zufuhr frischer Meeresluft über Westen setzt sich weiter fort, so daß es noch immer vielfach zu Schauerniederschlägen kommt. Gleichzeitig setzt sich der Luftdruckanstieg über dem Festlande fort und hat bereits über Westfrankreich zur Ausbildung eines selbständigen Hochdruckkerns geführt. Mit der Ostwärtsverlagerung des hohen Luftdruckes wird auch bei uns Wetterbesserung mit Aufheiterung und höher ansteigenden Tagestemperaturen eintreten. Aussichten für Donnerstag: Vielfach aufgeheitert und im allgemeinen trocken, etwas höher ansteigende Temperaturen, abflauende westliche Winde. Aussichten für Freitag: Heiter bis wolkig, trocken, wärmer und etwas schwül. Lufttemperaturen am 4. August: mittags 16,9 Grad Celsius, abends 12,4 Grad; am 5. August: morgens 12,5 Grad. Maximum 19 Grad, Minimum heute nacht 11,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. August: abends 17,5 Grad; am 5. August: morgens 15,2 Grad Celsius. — Niederschläge 3,8 mm. — Sonnenscheindauer 4,7 Stunden. Gardinen Stoffe n zu auBergawOhnlich billigen Preisen! Der Verkauf beginnt am Donnerstag, dem 6. 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Die beiden Verfasser der vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnatur- fchuhgeseh haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Na- turschuhverordnung, die nun für da» ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzung»- beslimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, fei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien» u. Herbarien'Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzensamm- ler, Schmuckreisig-Verkäufer, Kranz» bindereien und die mit der über» roachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Dermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Verkauf! Eiserne fccteil- plähle zum Elnbetouieren Mk. 3.50 per Stück Zu erfragen bei Schlosserinsl. Braun Tiefenweg. [4880D | Kaufgesuche | Gulerl). fflotonaö (200 ccm), gesucht. Drehgas, gute Beleuchtg., Baujahr? Bedingungen erw. Schr. Ang. unt. 03547 a.d.G.A. | Empfehlungen | la Naturwein Preis 45 Pf. ver Liter offeriert Friede. Zuckern. Meistveiler and.Weinstraste (Pfalz). 46»aD I Verkäufe | 2 Herde Iweitzer,fastneu, 1 großer schwarz, zu verkauf. 03551 Walltorstraße 4. WMe unö H WWW Seide gefüttert, Größe 44, billig abzugeben. Zu erfrag, im Gieß. Anzeiger. 4875V Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! 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August 1956 Stadtbild Gießen in der „via Iriumphalis" in Vertin Die Strohe in Berlin „Unter den Linden", die repräsentativste Strahe der Reichshauptstadt, ist für die Tage der Olympischen Spiele 1936 zur „via triumphalis“ geworden. Die Strahe prangt imreichenSchmucke vieler Fahnen und bietet ein überaus abwechselungsreiches Bild, da zum großen Teil die Fahnen in den Farben der deutschen Städte gehalten sind und häufig auch die Stadtwappen trogen. Außerdem schmücken Bilder die Fahnenmasten. Auch unsere Stadt Gießen ist in dieser „via triumphalis“ vertreten. An einem der Masten hängt ein Bild zur Schau, dos unser schönes altes Rathaus auf dem Marktplatz zeigt Aber Tausende von Fremden, die diese Strahe passieren, lernen ous diese Weise auch unsere Stadt und unseren schönen Marktplatz ken- nen. Die Aufnahme zeigt das Bild, mit dem Gießen in der Reichshauptstadt vertreten ist (Scherl«Bilderdienst.) *6ie&U' IP V. M £ Stunde mit sicherer Hand und klarem Kops wieder bei der Arbeit bist. 10. Und nun auf pünktliches Wiedersehen bei der Musterung; und dann hoffentlich mit dem Befund tauglich! Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Gold nach Singa- pore". Zum 2. hauptamtlichen Beigeordneten von Gießen ernannt. Der seitherige kommissarische Beigeordnete unserer Stadtverwaltung Adolf Sudheimer ist von dem Herrn Reichsstatchalter im Beigeordnetenamt bestätigt und von dem Herrn Oberbürger- meister durch Urkunde vom 4. August 1936 zum zweiten hauptamtlichen Beigeordne- t e n unserer Stadt mit Wirkung vom 1. August 1936 ernannt worden. Die feierliche Einführung des Beigeordneten Sudheimer in sein Amt findet^ in einer öffentlichen Sitzung der Ratsherren am nächsten Montag statt. Die deutsche Arbeitsfront n.5.=Gcmcinfdiaft „firaft durch freute" Omnibusfahrt der Ortsgruppe Grohen-Linden am 23. August. Am Sonntag, 23. August, findet eine Burgenrundfahrt statt. Sie führt über Leun — Diana- burg — Greifenstein — Braunfels. Der Fahrpreis beträgt einfchl. Besichtigung der Burgen Greifenstein und Dianaburg 3,20 Mark. Anmeldeschluß ist der 8. August. Anmeldungen können bei den Blockwal- tern der DAF. und bei dem Ortswart ,Lraft durch Freude", Pg. Steine! in Großen-Linden, sowie auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstr. 18, abgegeben werden. Oie Derkehrsopfer der Woche. 155 Tote und 4017 Verletzte. Der Reichsverkehrsminister gibt bekannt, daß in der vergangenen Woche im Reiche wieder 155 Tote und 4017 Verletzte als Opfer des Straßenverkehrs zu beklagen find. ** Der Frauenverein für Deutsche über See im Reichskolonialbund. Die Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes, Frauenverein für Deutsche über See, gibt in unserem heutigen Anzeigenteil bekannt, daß die Mitglieder des Vereins in den auf Wunsch des Führers gegründeten Reichskolonialbund übernommen worden sind. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. Große Strafkammer Gießen. Ein Mann von auswärts wurde wegen Verbrechens nach § 175a Absatz 3 und Vergehens nach § 175 StGB, unter Ausschluß der Oeffentlichkeit xu einer Gesamtgefängnis st rafe von sechs Monaten verurteilt. Der Angeklagte hatte in Gießen an Jugendlichen unsittliche Handlungen vorgenommen. Die Kosten des Verfahrens mürben dem Angeklagten auferlegt. Acht-Millionen-Haushalt der Stadt Wetzlar. Erhebliche Mittel für den Bau von Volkswohnungen. Lpd. Wetzlar, 4. Aug. Der Bürgermeister von Wetzlar gibt jetzt den Haushalt der Stadt Wetzlar für das Rechnungsjahr 19 3 6 bekannt, der mit einer Gesamtsumme von rund acht Millionen Reichsmark abschließt. Auf den ordentlichen Haushalt entfallen davon insgesamt 5 135 156 RM. in Einnahme und Ausgabe, auf den außerordentlichen Haushalt kommen tn Einnahme und Ausgabe 2 865 867 RM. Der Haushalt ist in allen Teilen ausgeglichen. Besonders hervorzuheben ist, daß in dem Haushalt die Aufnahme eines Dar- lehens in Höhe von 100 000 RM. vorgesehen ist, die zur Errichtung von Volkswohnungen in Wetzlarer Vororten dienen und an die Nassauische Siedlungsbaugesellschaft in Frankfurt a. M. weitergegeben werden fallen. Em raffinierter Betrüger verhaftet. Lpd. Frankfurt o. M., 4. Aug. Wie der Polizeibericht meldet, wurde in Offenbach der 49 Jahre alte Johann Ott wegen Betrugs fest- genommen. Er suchte mit Vorliebe Missionshäuser und solche Personen auf, die als besonders mildtätig bekannt sind. Diesen schwindelte er vor, im Auftrage der Stadtmission zu kommen. Er hielt fromme Reden, gab an, „von Gott gesandt" zu sein | und versuchte auf diese Weise, Geld zu erlangen. Aus der Provinzialhauptstadt. Kleine Musterungs-Zibel. Don Major ((5.) Pracht, Wehrbezirks-Offizier 1. Komme zur Musterung mit Freude und Stolz, also mit erhobenem Kopf und hellen Augen, in der Erwartung, daß dich der Arzt tauglich schreiben kann: zum „Kopf hängen lassen" ist es immer noch Zeit, wenn körperliche Fehler es dir verbieten. 2. Komme zur Musterung zusammen mit den Kameraden deines Dorfes. Wer sich schon bei der Musterung absondert, tut es meist auch sonst im Leben, er ist kein guter Kamerad. 3. Komme zur Musterung sauber gewaschen, vom Scheitel bis zur Sohle; du willst doch den besten Eindruck hinterlassen. Warmes Wasser, Seife und Bürste (gibt es überall, auch in Orten ohne Badeanstalt. Saubere Wäsche ist eine Forderung gegenüber dem Kameraden, die mit dir denselben An- kleiderauni benützen müssen. 4. Beantworte alle Fragen des Arztes nach bestem Wissen; nenne ihm auch ungefragt ernstlichere Krankheiten, an denen du selber oder deine nächsten Angehörigen erkrankt waren. Es ist dies für den Arzt von großer Wichtigkeit, um sich m der kurzen, verfügbaren Zeit ein sicheres Gesamt- urteil über deinen Gesundheitszustand zu bilden. Bleibe jedoch bei allen deinen Aussagen streng bei der Wahrheit. ri 5. Nenne dem Vorsitzenden der Musterungskommission ungefragt in höflichem Tone deine etwaigen Wünsche bezüglich Zuweisung zu einer bestimmten Waffengattung. Sie werden, soweit die Möglichkeit dazu vorhanden ist, bei der Aushebung Berücksichtigung finden. Bedenke aber, daß du bei motorisierten Truppen nicht die SBebienung des Kraftfahrzeuges erst erlernen kannst; der vielseitige technische Dienst dieser Truppe verlangt gründliche Motorenkenntnisse und sicheres, durch langjährige Hebung erlerntes Fahren. Bedenke ferner: auch andere Waffengattungen benötigen hochwertigen Ersatz. 6. Besorge dir rechtzeitig zwei Paßbilder in Größe 45 X55 Millimeter (Brustbild ohne Kopfbedeckung); lasse sie am Musterungstag aber nicht zu Hause liegen, sondern bringe sie tatsächlich zur Musterung auch mit. 7. Schreibe im Wehrpaß deinen Namen an die dir angegebenen Stellen mit fester Handschrift, sonst hast du zeitlebens den Beweis dafür, daß du bei der Musterung gezittert und gewackelt hast. Und wenn du dies schon brim Schreiben deines Namens tust, wie soll es bann später beim Schießen werden? 8. Verlasse das Musterungsgebäude nicht eher, als bis du deinen Wehrpaß ordnungsgemäß ausge- händigt erhalten hast und über deine Meldepflicht belehrt worden bist. Du müßtest sonst deinen Wehrpaß nachträglich doch noch persönlich abholen. 9. Feiere den Musterungstag altem deutschem Soldatenbrauch gemäß im Kreise deiner Kameraden als Freuden- und Ehrentag. (Hoffentlich war auch dein Dienstherr früher einmal Soldat und gibt dir dazu die Möglichkeit!) Feiere den Musterungstag aber so, daß du am nächsten Morgen zur gewohnten Das Verkehrsunglück am Bahnübergang bei Londorf. M -X EM Unser Bild zeigt den am Montagmorgen verunglückten Lastkraftwagen der Gießener Metzgerei M e i st e r, der am unbeschrankten Bahnübergang zwischen Londorf und Nordeck von einem Zuge erfaßt und 100 Meter weit mitgeschleift wurde. Der Führer des Wagens erlitt — wie wir am Montag berichteten — glücklicherweise keine Verletzungen. (Aufnahme Gg. Baach, Londorf.) Wunder einer Kinderstube. von Paul Eipper Das Känguruh fitzt hoch aufgerichtet auf seinen langen Hinterbeinen im Sand und putzt sich mit den Dorderpfötchen; ein Vorkommnis, das allen Tierfreunden sehr bekannt ist. Vielleicht fällt dem einen oder anderen Beobachter auch ein leichtes Zucken am Leib des Tieres auf: die Känguruhmutter hat ein Junges im Beutel. Wir stellen diese Tatsache mit einer gewissen Selbstverständlichkeit fest; in allen gut gehaltenen Tiergärten bringen die Känguruhs regelmäßig Junge zur Welt — und dennoch enthüllt uns die nähere Beobachtung gerade hier Wunder über Wunder. M . Die Wissenschaft bezeichnet die Beuteltiere als zweitunterste Säugetierordnung; jeder Laie weiß, daß sie alle am Körper eine Hautfalte haben, Die zu einem richtigen Brutbeutel ausgebildet ist; man sieht häufig, wie ein Känauruhkind sein kleines Hasenköpfchen aus der Leibhöhle seiner Mutter hervorstreckt. Aber wenn dies geschieht, ist das Junge schon viele Monate alt und hat mancherlei Veränderungen durchgemacht. Daseinsphasen, die für gewöhnlich uns Menschen verborgen blerben. Wollen wir einmal sehen, was die Forschung und der beobachtende Fachmann über dieses geheimnisvolle Werden einwandfrei künden können. Nach knapp 40tägiger Tragzeit bringt das Känguruhweibchen ein völlig unentwickeltes, blindes und nacktes Geschöpf zur Welt, das winzig klein und dünn wie ein Würmchen ist. Selbst beim uber- mannshohen Riesenkänguruh beträgt Die Korper- länge des Neugeborenen nur 3 bis 5 3ennmeter, wozu noch ein ganz kurzes Schwänzchen kommt. Die später so lang werdenden Hinterbeine finb völlig unentwickelt, gaben noch nicht einmal Zehen- krallen. Dagegen kann man die vorderen Glitt)- maßen als lang und gut ausgebildet ansprechen; auch der Kopf des Tierchens ist unverhältnismäßig ^Diese Bevorzugung von Vorderbeinen und Kopf muß sein, weil jene beiden Körperteile zuallererst beansprucht roerben: Das für sich gllein völlig ledensunsähige „Würmchen" kriecht nämlich gleich nach der Geburt triebhaft am Leib der liegenden Känguruhmutter hinauf, und zwar hakt es sich mit den Kvallen seiner Dordersüßchen am wolligen Bauchfell der Mutter fest, ruckt Zentimeter um Zentimeter aus eigener Kraft vorwärts. Früher meinten die Gelehrten, daß die Känguruhmutter das eben geborene Junge mit den Lippen oder mit den Pfoten in die Bruttasche schiebe; aber dazu'ift die Körperhaut des Jungen viel zu dünn und empfindlich; einwandfreie Beobachtungen aus jüngster Zeit haben nach Mitteilung von Professor Dr. Schmidt in Halle bewiesen, daß die Känguruh- mutter lediglich eine nasse Spurbahn mit ihrer Zunge leckt und dem Kinde so den Marsch erleichtert. Im blutwarmen Beutel angekommen, empfindet wahrscheinlich der winzige Erdenbürger den ersten selbständigen Lebensdrang: Hunger, beziehungsweise Durst. Für seine Stillung hat die Natur meisterhaft vorgeforgt; Zitzen und Milchdrüsen sind im Beutel bereit, an eine davon findet bas Kinb in der Dunkelheit den Weg, und sobald fein Mund bas „Saugrohr" gefaßt hat, wächst er bis auf eine winzige runde Oeffnung zu. Die Zitze schwillt an und formt sich genau nach der Mundhöhle des Säuglings, so daß die kleine Kreatur — ohne Kraft zu gebrauchen — daran hängen bleibt. Aber nicht genug damit; rings um die Milchdrüse befindet sich ein Druckmuskel, Der während der nächsten Wochen geradezu automatisch die lebensnotwendige Menge Milch in die Mundhöhle des Kindes preßt. Ruhe und Wärme, Schutz und Nahrung gibt die Känguruhmutter dem im Beutel liegenden, noch ganz untätigen Jungen, das erst ungefähr nach sieben Monaten der Verborgenheit zum erstenmal sein Näschen an die Luft hervorfchiedt. Aber auch dann verläßt es noch nicht den mütterlichen Beutel, wartet mit diesem aufregenden Abenteuer wohl noch weitere acht bis neun Wochen, betritt also erst drei- viertel Jahre nach der Geburt den Erdboden. Dann allerdings gelingen meist auch schon beim ersten Versuch richtige Weitsprünge, denn die Hinterbeine haben nun die vorschriftsmäßige Heber- länge. Keineswegs unbeholfen sieht dieser Ur« Spaziergang aus; ich fand ihn temperamentvoll und anmutig, erstaunt vergnügtes Hüpfen eines Zwergleins. Nun bekommt die Känguruhmutter dauernd neue Verpflichtungen aufgebürdet. Zärtlich streichelt, leckt und bürstet sie bas Junge während vieler Stunden am Tag, und wenn sie der Ansicht ist, daß ihr Kind Ruhe braucht und Schlaf, dann erleichtert sie ihm den Einschlupf in den Beutel, ja, sie schiebt sein Köpfchen sehr geschickt mit den beiden Vorder- pfoten in die Leibhöhle, wiederholt dies unermüdlich, so oft auch die kleine Schnauze oder eine Ohrspitze wieder auftauchen will. Die Bruttasche der Mutter bleibt überhaupt, zumindest während des ersten Jahres der Selbständigkeit, eine oft ausgesuchte Schutzinsel; wenn man genug gespielt hat, sobald man über irgend etwas erschrickt ober gar Angst bekommt vor Dem riesengroßen roten Vater, dann macht man auf der Hinterhand kehrt und stürzt sich mit einem jähen Kopfsprung in die absolute Sicherheit des mütterlichen Beutels. Ich habe wiederholt gesehen, daß schon reichlich große Känguruhkinder noch immer diese Zuflucht nahmen, gewalttätig mit den Händen den Eingang der Leibfalte auseinanderzogen und solange zwängten und zerrten, bis sie wenigstens teilweise Raum im alten Wohnhaus fanden. Eines der langen Springbeine muß allerdings nun an der Außenwelt bleiben; es starrt wie ein überzähliger Knochen steil hervor. Zuweilen gehen Mutter und Kind gemeinsam auf die Weide, das heißt, die Mutter bewegt sich langsam vorwärts; knabbert mit gesenktem Kopf Graser vom Boden, und bas im Beutel sitzende Kind tut bas gleiche, auch seine Lippen berühren äfenb ben Weioegrunb. Einmal war ich Zeuge eines Mißverstänbnisses, man kann auch sagen: einer frechen Räuberei. Währenb bas Muttertier bes Riesenkänguruhs ben kleinen Sprößling wusch, Schnauze an Schnauze, kam wie von ungefähr ein anberes Jungtier ange- hüpft, bas vorjährige, längst felbftänbig geworbene Kinb. Ob in ihm noch immer bie Lust nach ber Muttermilch wirksam war? Jedenfalls steckte es sofort feinen großen Kopf tief in den Beutel, und die Schluckbewegungen an feiner Kehle verrieten uns zuschauenben Menschen deutlich die unerlaubte Nascherei. Volksunterhaltung in Amerika Die Wirtschaftskrise, die in den Bereinigten Staaten ein großes Heer von Arbeitslosen geschaffen hatte, hat nach einer Richtung günstige Folgen gehabt, sie hat ernsthafte Dolksunterhaltungen im großen Stile ins Leben gerufen. Die Behörden sian- den vor der Aufgabe, die verhältnismäßig besonders zahlreichen arbeitslosen Musiker, Schauspieler und Artisten vor der äußersten Not zu schützen, und die Bundesregierung wie die Lokalbehörden suchten sie zu lösen, indem sie große Programme für Volks« Unterhaltungen aufstellten und von diesen Ardeits« losen ausführen ließen. So sind im Staate Neu« york allein seit dem Beginn dieses Jahres 1839 öffentliche Konzerte von Orchestern gegeben worden, die sich ausschließlich aus arbeitslosen Musikern zusammensetzten. Einundzwanzig Orchester wurden int ganzen gebildet, von denen drei vollständige Symphonie-Orchester sind. Man hatte so nicht nur ben Künstlern geholfen, sondern auch zwei Millionen Personen die Möglichkeit gegeben, gute Musik zu hören. Zweimal in ber Woche spielt im Zentralpark ein Tanzorchester für bas Publikum, und diese Tanzveranstaltungen unter freiem Himmel Haden einen sehr großen Erfolg. Im Staate Neuyork hat man auch feiernde Artisten zu einer Zirkusgruppe zufammengestellt, die abwechselnd in Krankenhäusern, Waisenhäusern und Altersheimen Dorstellun- gen geben, um die Kranken, die Kinder und die Greise zu unterhalten. In fünfundzwanzig Großstädten sollen während des ganzen Sommers Konzerte veranstaltet werden. 15 600 Musiker, die sonst auf dem Pflaster liegen würden, sind so beschäftigt, einem sehr großen Publikum gute Musik zu Gehör zu bringen. Eine gleiche Organisation ist auch für das Theater geschaffen, bald unter freiem Himmel, bald in großen Sälen finden Theateraufführungen statt, in denen nur sonst arbeitslose^ Schauspieler mitwirken; ber Eintritt ist meistens für bas Publikum frei. Hier werben klassische Dramen, aber auch neue Stücke gegeben. In ben letzten fünf Monaten würben 18 Schauspiele von bisher unaufgeführten Dichtern befonbers in Neuyork unb in ben größten Stäbten bes Westens aufgeführt. Bemerkenswert' ist dabei, daß eine Reihe von diesen Stücken einen guten Erfolg bei der Kritik hatten, so daß zwei von ihnen bereits für stehende Theater angenommen worden sind, während zwei andere in einem Drehbuch für den Film bearbeitet werden. In den öffentlichen Parks hat man auch große Spielplätze geschaffen, die nicht nur ben Kindern, sondern den Erwachsenen dienen, gleichfalls im Hinblick auf die Arbeitslosen, denen man helfen will, über die Zeiten der unfreiwilligen Muße hinwegzukommen. Wenn natürlich das Hauptziel auch immer bleibt, die Wirtschaft wieder anzukurbeln und die Arbeitslosigkeit zu überwinden, so wird doch, solange dies nicht erreicht ist, auf die Dolksunterhaltung das größte Gewicht gelegt; es sind erhebliche Mittel dafür bereitgestellt. “• jeder eine Veruntreuung. Unterschlagungen beim Gießener Etadtbauamt aufgedeckt. 3 Personen verhaftet Die Pressestelle der Stadtverwaltung Gießen teilt uns mit: Trotz schärfster Kontrollmaßnahmen gelingt es immer noch einigen für die Volksgemeinschaft untragbaren Elementen, sich auf Kosten ihrer Volksgenossen oder durch Schädigung der Behörden zu bereichern. Herr Stadtbaurat G r a v e r t vom Städtischen Hoch- und Tiefbauamt wurde vorgestern bei gelegentlicher Kontrolle auf dem Lohnbüro des Städtischen Hoch- und Tiesbauamtes auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam. Eine kurze Nachprüfung ergab, daß rund 2 0 0 0 Mark durch Fortführung bereits entlassener oder erkrankter Arbeiter unterschlagen wurden. Baurat G r a o e r t erstattete dem Oberbürgermeister Bericht, der sofort die Verhaftung des Verdächtigen veranlaßte. Durch energisches Zufassen der Kriminalpolizei wurde jede Verdunkelung verhindert. Die Vernehmungen führten zur sofortigen Festnahme von zwei weiteren daran beteiligten Personen, einem städtischen Angestellten und einem Oberassistenten. Der Oberbürgermeister beauftragte sofort das am 1. April neu eingesetzte Rechnungsprüfungsamt mit der Vornahme genauerer Ermittlungen, und es besteht zu befürchten, daß der unterschlagene Betrag sich noch weiter erh ö h e n wird. Die Unterschlagungen scheinen mit größter Gerissenheit vorgenommen worden zu sein, da schon seit Monaten die Prüfung der Lohnbücher vor Auszahlung durch einen Beamten der Hauptverwaltung angeordnet war und durchgeführt wurde. Die Unterschlagungen gehen zurück bis zum Spätherbst Es ist bezeichnend für die Frechheit der drei An- geklagten, daß si diese Betrügereien bis m die letzten Tagen forl,ührten, obwohl sie wissen mußten, daß durch die Nachprüfungen des neueingesetzten Rechnungsprüfungsamtes die Veruntreuungen keinesfalls verheimlicht werden konnten. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Stadtverwaltung müssen abgewartet werden, bis ein abschließendes Urteil über diesen Fall gebildet werden kann. Aufruf an alle Schaffenden in der Landwirffchafi. NSG. Die Landwirtschaft hat die bedeutungsvolle Aufgabe, die Ernährung unseres Volkes sicherzustellen. Diese große Tat kann nur gelingen, wenn alle Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, angefangen beim Bauer und der Bäuerin bis zum letzten Arbeiter auf dem Hof, sich ihrer Verantwortung bewußt sind und sich diesem Dienst an der Gemeinschaft des Volkes nicht entziehen. Die Arbeit auf der Scholle ist hart und schwer. Reichsnährstand und Treuhänder der Arbeit haben auf den verschiedensten Gebieten Maßnahmen ergriffen, um die Arbeitsverhältnisse zu ordnen. Der Treuhänder der Arbeit regelt in Tarifordnungen die Lohn- und Arbeitsbedingungen und wacht über den Arbeitsfrieden. Der Reichsnährstand nimmt die soziale und berufliche Betreuung der Gefolgschaft wahr. Trotz all dieser Maßnahmen mehren sich in letzter Zeit die Klagen aus der Landwirtschaft, daß Gefolgschaftsmitglieder vertragsbrüchig geworden sind und ihre Arbeitsstelle ohne Grund fristlos verlassen haben. Weder der Treuhänder der Arbeit, noch der Reichsnährstand können ein solches Verhalten billigen. Ein Arbeiter, der grundlos seinen Arbeitsplatz verläßt, macht sich einer gröblichen Verletzung der in der Betriebsgemeinschaft begründeten sozialen Pflichten schuldig und hat damit zu rechnen, daß die gegebenen gesetzlichen Vorschriften unnachsichtlich gegen ihn zur Anwendung gebracht werden. Bei Meinungsverschiedenheiten wende man sich daher stets zunächst an die zuständige Dienststelle des Reichsnährstandes, die für die Beseitigung etwaiger Streitigkeiten und Mängel auf gütlichem Wege sorgen wird. Das vorzeitige Verlassen der Arbeitsstelle bringt der Landwirtschaft einen erheblichen Schaden und gefährdet die ordnungsmäßige Einbringung der Ernte und damit die Ernährung des deutschen Volkes. Wir rufen deshalb alle Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, Bauer, Landwirt und Landarbeiter auf, sich gegenseitig die in der Betriebsgemeinschaft begründete Treue zu halten. Dr. Wagner, Landesbauernführer. Schwarz, Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen. Mädel, die Ernte ruft! Aufruf des BDM. Obergau Hessen-Nassau. NSG. Jeder trockene schöne Tag muß jetzt ausgenutzt werden, um das reiche Saatgut, das noch draußen auf den Feldern ist, um die ganze reiche Ernte dieses Jahres in die Scheuern zu bringen. TNädel, der Bauer braucht dringend Hilfe, braucht Hande, Arme, die willig und tatkräftig zupacken! BDAI.-Mädel! Für uns gibt es im Augenblick nur diese eine große Pflicht: dem Bauern mit all unserer Kraft bei der Ernte zu helfen! Die Arbeit dort draußen ist Arbeit, ist Dienst am Bott! Denn Brot ist Leben! Alle Mädel, die sich nur irgend freimachen können, melden sich umgehend bei ihrer zuständigen BDM.-Führerin; diese setzt sich sofort mit dem Ortsbauernführer in Verbindung, der dann die Verteilung der Hilfskräfte vornimmt. Sollte in Eurem Heimatort die Hilfe nicht so dringend nötig sein, so mangelt es bestimmt im Nachbardorf an Arbeitskräften, in solchen Fällen werden die Meldungen an die Bezirksbauernschaften gegeben. Auch die $ f abf mäb el müssen helfen! IBenbet euch an bie nächste Bezirksbauernschaft. Denkt nicht, weil ihr bie Canbarbeit nicht gewöhnt feib, könntet ihr keine Hilfe sein, wer will, kann viel! Unb bah ihr wollt ist Ehrensache! Selbstverständlich ist in Notstandsgebieten unsere Hilfe freiwillig und ohne Entgelt. Mädel, die länger beim Bauern bleiben wollen, bekommen Entgelt. BDM.-Mädel! Ihr wißt, daß es auf uns ankommt. Die Ernte ruft, das Land braucht uns! Wir sind bereit, wie immer, wenn es zu schaffen gibt für unser Land und Volk! Kreis Alsfeld. I. Deckenbach, 5. Aug. Unser Mitbürger Philipp Pfaff wird am morgigen Donnerstag, 6. August, 7 7 Jahre alt. Am gleichen Tage kann der Mitbürger Johannes Keller seinen 7 8. Geburtstag begehen. ______ Oberheffen. Zusammenschluß der beiden Genoffen- schaften in Klein-Linden. CO Klein-Linden. 4. Aug. Im genossen- schaftlichen Leben unserer Gemeinde ist ein beachtenswerter Fortschritt zu verzeichnen. Die beiden Genossenschaften unserer Gemeinde, die Sparund Darlehnskasse Klein - Linden GmbH, und der Spar- und Darlehns- kassenverein Raiffeisen GmbH., haben am Montagabend freiwillig, ohne von einer anderen Seite angeregt oder gedrängt zu werden, ihre Verschmelzung vollzogen. Nachdem sich schon in früheren Sitzungen die Vorstände beider Genossenschaften über die Verschmelzung einig geworden waren, bestätigten die außerordentlichen Generalversammlungen der Genossenschaften, die am Montagabend im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" abgehalten wurden, durch beiderseitige einstimmige Beschlüsse die Verschmelzung. Anschließend an die getrennt abgehaltenen Generalversammlungen wurde die erste gemeinsame Generalversammlung durchgeführt. Bürgermeister Fischer als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Spar- und Darlehnskasse gab die einstimmig gefaßten Beschlüsse bekannt, begrüßte den Zusammenschluß und ermahnte die Genossen, sich nun geschlossen hinter die jetzt einzige Kasse unseres Dorfes zu stellen unb auch die Geldgeschäfte bei der Kasse zu tätigen. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann, der den Versammlungen beigewohnt hatte, gab seiner Freude über den Zusammenschluß Ausdruck. Verbandsoberrevisor Hartmann sprach über die Geschichte des Genossenschaftswesens in unserm Gau unb über die segenbringende Einrichtung der Genossenschaften in den Landgemeinden. Auch er forderte dazu auf, im Geiste echter Volksgemeinschaft für das Wohlergehen der Spar- unb Darlehnskasse zu werben. Mit dem Gruß an den Führer schloß Bürgermeister Fischer die Versammlung. Der Spar- und Darlehenskassenverein Raiffeisen Klein-Linden war in der Inflationszeit gegründet worden, in der Hauptsache wegen gemeinsamen Warenbezugs. Er hat sich unter einer sehr umsichtigen Leitung zum Segen unserer Gemeinde ausgewirkt. Die Spar- unb Darlehnskasse Klein-Linden GmbH, wurde im Jahre 1923 ins Leben gerufen und befaßte sich nur mit Geldgeschäften. Sie ist in den letzten Jahren in ihrem Umfang bedeutend gewachsen und jetzt nach der Verschmelzung mit dem Raiffeisenverein die einzige Sparkasse unserer Gemeinde. Von den seither im Vorstand bzw. im Aufsichtsrat des Raiffeisenvereins tätigen Mitgliedern wurden Heinrich Ufer, Otto Hahn und Ludwig Volk IV. in die Verwaltung der Spar- und Darlehnskasse berufen. Möge sich der Zusammenschluß der Genossenschaften zum Segen für unsere Ge- i je ruswirken. Landkreis Gießen. * Steinbach, 5. Aug. Frau Margarete P i tz, geb. Gerhard, begeht am heutigen Mittwoch in körperlicher und geistiger Frische ihren 7 0. Geburtstag. s. Lang - Göns , 4. Aug. Die NS.-Gemein- fchaft „Kraft durch Freude" veranstaltet nächsten Sonntag einen Heimatabend in der Turnhalle. Spiele und Tänze werden den Abend füllen. Der bekannte „Kunneroad aus de Wear- rcra" wird mit feiner NS.-Spielfchar dabei fein. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr. Eintritt 50 Pf. * Hungen, 5. Aug. Der Gastwirt Wilhelm P l e t s ch I., Hungen begeht am 8. August in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag. Kreis Schotten. □ Laubach, 3. Aug. Die Freiwillige Feuerwehr hielt am Samstag im Gasthaus „Zur Traube" eine außerordentliche Generalversammlung ab. Nach Begrüßung durch Oberbrandmeister Heinrich Kopp gab Bürgermeister Högy bekannt, daß die Wehr von der Aufsichtsbehörde als „öffentliche Feuerwehr" anerkannt unb hiermit als Feuerlöfchpolizei zum Tragen des Hoheitsabzeichens berechtigt fei. Sodann wurden die Bestimmungen der neuen Satzung durch Oberbrandmeister Kopp vorgetragen, die einstimmig Annahme fanden. Der Kommandant der Wehr schloß, nachdem noch einige kleinere Angelegenheiten ihre Erledigung gefunden hatten, die Versammlung mit dem Treuebekenntnis zum Führer. # Groß-Eichen, 4. Aug. Nach vorausgegangener Uebung fand am Samstagabend bei Mitglied Karl Merz eine außerordentliche General- Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt. Der Kommandant, Brandmeister Heinrich Burk, begrüßte die Wehrmänner. Wehr- mann Otto Stamm verlas die neuen Satzungen, die unverändert angenommen wurden. Dann gab der Vorsitzende noch einige Dereinsangelegenheiten bekannt und schloß hieraus die Versammlung in üblicher Weise. = Hartmannshain, 3. Aug. Em durchreisender Autobesitzer, der hier übernachtete, wurde von einem raffinierten Diebstahl betroffen. Zur Sicherung seines Autos, das er an einer leicht zugänglichen Stelle stehen ließ, legte er an Vorder- und Hinterrad des Wagens eine starke Kette mit einem kräftigen Schloß. Jedoch am nächsten Morgen war das Fahrzeug v e r f ch w u n- den. Die Kette war mit einer Ueberfetzungszange durchschnitten worden. Der Täter hatte obendrein am Platze einen Zettel mit einer höhnischen Be- merfung zurückgelassen. Die sofort benachrichtigte Polizei konnte schon an demselben Tage den Wagen in Lauterbach in Sicherheit bringen und den Dieb verhaften. # Ober-Ohmen, 4. Aug. In einer der letzten Nächte hat ein bis jetzt noch unbekannter Dieb einem Arbeiter den größten Teil seiner Kartoffeln auf einem Gartenstück g e st o h - l e n. Derartige Spitzbuben gehören unnachsichtlich an den Pranger gestellt. Kreis Bübingen. ch Bad Salzhausen, 3. Aug. Am Samstag hätte 5Te Autofahrt eines bei einem Niddaer Autogeschäft tätigen Chauffeurs beinahe sehr schlimm geendet. Auf dem Rückweg von hier überführ er auf der Landstraße nahe der Eisenbahnüberbrückung die Außenkurve und rannte gegen einen Baum, wodurch der jugendliche Wagenlenker eine Gehirnerschütterung und mehrere Gesichtswunden davontrug. Das fast noch neue Auto wurde zertrümmert. /X Bleichenbach, 3. Aug. Getreide- und Kartoffeläcker, die an größere Waldungen angrenzen, sind eben häufig der Verheerung durch Wildschweine ausgesetzt. Dieser Tage mähte ein hiesiger Landwirt Weizen in der Nähe des Gemeindewaldes, als auf eine Entfernung von etwa 20 Meter ein Rudel Wildschweine, 12 bis 15 Stück, in dem Fruchtacker die Köpfe reckte und bann langsam den Wald aufsuchte. Kreis Wetzlar. § Dornholzhausen, 3. Aug. Am Samstag ließ ein auswärts wohnender Grundstücksbesitzer seine in der hiesigen Gemarkung gelegenen Grundstücke verpachten. Hierbei wurden folgende Pachtpreise erzielt: Ackergrundstücke der Boden- -klassen IV und V = 2 Mark je Ar, geringere Klassen 1 bis 1,50 Mark je Ar. Bei Wiesen lagen die Pachtpreise um etwa 20 v. H. über denjenigen für Ackergrundstücke. <> Niederkleen, 3. August. Gestern nachmittag trafen 10 Arbeitsdien st männer aus dem Arbeitsdienstlager Straßebersbach hier ein, die bei verschiedenen Landwirten als Erntehelfer eingesetzt werden sollen. Die Arbeitsdienstmänner haben überall eine freudige Aufnahme gefunden. Sport-Photographie. i3on Walther Appell. Schon bei den Ausfcheidungswettbewerden für die Olympischen Kämpfe, die zusammen mit der Suche nach dem unbekannten Sportsmann in vielen Städten abgehalten wurden, versuchte sich mancher auf dem schwierigen Gebiet der Sport-Photographie. Die meisten werden inzwischen gemerkt haben, daß es auch hier ratsam ist, entweder gute oder gar keine Ausnahmen zu machen. Mag einer in der Lage sein, zu den Olympischen Spielen nach Berlin zu fahren, oder mag er bei den vielerorts zweifellos folgenden Sportkämpfen unter Teilnahme ausländischer Olympia-Gäste photographieren wollen — er soll ukld kann sich vor Enttäuschungen bewahren. Dabei sind die Fehlschläge nicht immer in photographischen Fehlern begründet. Die Aufnahme kann freilich auch verwackelt fein — was bei billigen Apparaten und einfachen Verschlüssen mit einem nicht weiter bestimmten „Moment" fast immer der Fall sein wird, wenn es sich um rasche Bewegungen aus nicht zu großer Entfernung hanoelt. Andere haben einen guten Apparat mit einem fabelhaften Schlitzverschluß, der kürzeste Belichtungszeiten erlaubt. Aber gerade die werden ihm zur Ursache seiner Mißerfolge, denn er vergaß, daß zu den kürzesten Belichtungen eben das allerhöchst-empsind- liche Material und meist auch eine besonders angepaßte Entwicklungsmethode gehört. Er vergaß vielleicht auch, daß schon im Oval eines Stadions mit ansteigenden Rängen die Lichtverhälnisse selbst bei hell im Oval liegender Sonne weniger günstig sein können als auf freier, weiter Kampfbahn. Um solche und andere Fehler zu vermeiden, ist es notwendig, daß jeder seinen Apparat recht gut kennt und seine Leistungsfähigkeit beurteilen kann. Deshalb feien in dieser allgemeinen Betrachtung keine Angaben über notwendige oder mögliche Belichtungszeiten gemacht, die von vielen, in jedem einzelnen Fall verschiedenen Einflüssen und oft sogar von Zufälligkeiten abhängen können. Aber einige Ratschläge über die r i cht i g e Auffassung des jeweiligen Motivs seien gegeben — auf die Gefahr hin, daß nun die eine ober andere Sportaufnahme weniger gemacht wird. Nichtssagende oder schlechte Aufnahmen find sowieso entbehrlich. Wie beim Photographieren naturkundliche Motive, so muß auch beim Photographieren sportlicher Kämpfe gefordert werden, daß der Photograph einigermaßen mit den Dingen vertraut ist, um die es sich handelt. Er wird sonst nur ausnahmsweise eine Sportaufnahme zustande bringen, die ihm und anderen Freude macht. Denn es ist bei jeder Sportart wichtig, das Charakteristische zu erfassen. Die wilde Jagd einiger Sportler über eine Wiese braucht noch lange nicht „Fußball" zu sein — aber wer Bescheid weiß, der erfaßt eben doch einen Moment, wo die Bewegungen der Spieler unverkennbar typisch sürdiese eine Sportart sind, mit keiner andern verwechselt werden können. Dabei braucht nicht einmal immer der Ball mit im Bilde zu sein, wenn es auch ebenso erwünscht ist wie bei Tennisbällen usw., und auch bei den Gerätschaften der Wurfübungen: Diskus, Speer, Kugel usw. Ist das nicht möglich, so wird doch in jeder Sportart ein Moment der Bewegung sein, der ihr ganz eigentümlich ist und sie auch im Bilde treffend spiegelt. Dabei ist es gleich, ob wir etwa bei den Üebungen eines besonderen Kräfteeinsatzes den Moment der höchsten Spannung oder die folgende Entspannung, ob wir bei Sprüngen den Anlauf, den Leistungshöhepunkt oder den Absprung photographieren. Schwieriger als Einzelwettbewerbe sind natürlich Rennen und dergleichen aufs Bild zu bekommen. Handelt es sich um weit auseinandergezogene Gruppen, so müssen wir uns mit dem interessantesten Teil begnügen — und müssen im übrigen hoffen, zugleich den spannend st en Teil des Rennens auf die Platte ober den Film bekommen zu haben. Bei den meisten Wettbewerben wird es ohne große Mühe möglich fein, mit dem guten neuen Aufnahmegerät mehrere Aufnahmen zu machen: Start, Kämpfe, Sieg. Niemals dürfen wir vergessen, worum es uns geht: nicht um Bilder (Porträts) von Sportlern, die gewiß auch von Interesse sein mögen. Bei der eigentlichen Sport- Photographie aber geht es um den Einsatz und Siegeswillen, um Kamps und Ehrgeiz, umgesetzt in Bildwirkung, welche uns das spannende und vielleicht sogar aufregende Erlebnis festhalten soll. Nur nebenher sei erwähnt, daß auch die Anteilnahme der Zuschauer den Verlauf und das Erleben eines Kampfes treffend kennzeichnen können. Doch müssen wir uns hierbei besonders geschickt anstellen, wenn unser Photographieren nicht als Belästigung aufgefaßt werden soll. Und wiederum gilt die Forderung, daß nicht nur ein Stadion oder Sportplatz voll Menschen der Inhalt unseres Bildes sein soll, sondern daß die Menschen, vielleicht nur eine kleine Gruppe oder nur ein einziger, in ihrem Ausdruck, in Haltung und Geste Spannung, Jubel oder auch Aerger über einen versagenden, geschlagenen Favoriten erkennen lassen. Daß wir andere mit unserem Photographieren, zumal bei dichtbesehten Tribünen, nicht stören dürfen, ist selbstverständlich. Außerdem empfiehlt es sich, jedesmal sich zu vergewissern, ob das Photographieren erlaubt ist. Für die Berliner Mympischen Kämpfe wurde es unbeschränkt erlaubt — aber das ist nicht immer und überall der Fall. Rekordleistungen im Tierreich. Im Tierreich finden sich fast alle Arten von Sportleistungen vertreten, wie wir sie bei den Olympischen Spielen beobachten, und von manchen Tieren werden Rekorde aufgestellt, die der Mensch niemals erreichen wird. Einige Beispiele im Hoch- und Diefsprung, im Weitsprung, im Laufen, Schwimmen, Tauchen, Klettern und im Fluge stellt Rudolph Schiffel in der Leipziger „Jllustrirten Zeitung" zusammen. Unter den Wirbeltieren gilt allgemein das Riesenkänguruh als bester Springer; es erreicht in der Flucht über zwei bis drei Meter hohes Buschwerk sechs bis zehn Meter. Diese Leistung wird aber noch vom Gibbon, dem Langarmaffen Indiens und der Malaiischen Inseln, übertroffen, der sich bis 13 Meter weit von Ast zu Ast schnellt und dabei noch im Sprunge die Richtung wechselt. Der Guerezaasfe in Ostasrika federt sich bis 15 Meter weit vom schwingenden Ast in die Tiefe und Weite, wobei er von seinem weißseidigen Haarmantel und dem langhaarigen buschigen Schweif getragen wird. Auch unser Eichhörnchen ist ein Meister im Klettern und Springen; wenn es vor dem Baummarder flüchtet, so wagt es Tiefensprünge vom höchsten Wipfel des Baumes-bis 20 Meter hinab auf den Erdboden. In der Not stürzt sich die Gemse vom Felsengrat 13 bis 16 Meter hinunter in die Tiefe oder überspringt sieben Meter breite Schluchten und findet dabei sicher auf kleinstem Stützpunkt Halt. Der Hirsch setzt über Hindernisse von drei Meter Höhe, der Löwe sogar von vier Meter hinweg. Das Rennpferd führt Sprünge von sieben bis acht Meter Weite aus. Aus dem Wasser schnellt sich der Delphin in lustigen Sprüngen in die freie Luft, Lachse schlagen so kräftig gegen das Wasser, daß sie auf der Wanderung nach ihren Laichplätzen in weitem Bogen von vier bis sechs Meter Länge und zwei bis drei Meter Höhe Hindernisse überwinden. Der fliegende Fisch schwebt auf der Flucht vor seinen Verfolgern in Sprüngen aus dem Wasser bis 200 Meter in der Lust. lieber die Schnelligkeit beim Lausen der Tiere liegen nur wenige genaue Messungen vor. Rennpferde, Willlesel, Gazellen, Strauße und auch Kamele sind ganz hervorragende Läufer. Das Pferd leistet im gewöhnlichen Galopp fünf bis neun Meter in der Sekunde, beim Renngalopp bis 15 Meter; als Rekord gilt das Zurücklegen einer englischen Meile, 1608,6 Meter, in einer Minute 22 Sekunden. Der Amerikaner Andrews verfolgte auf einer Forschungsreise in Asien Wildesel und Gazellen mit dem Kraftwagen. Wildesel flohen mit 65 Kilometer Stundengeschwindigkeit 800 Meter lang vor dem Auto her, eine Gazelle lief 400 Meter sogar in einer Stundengeschwindigkeit von 100 Kilometer. Rennkamele im Somaliland leisten mit zwei Soldaten auf dem Rücken 70 bis 80 Kilometer am Tage. Außerordentliche Geschwindigkeiten erreichen die Vögel beim Fliegen. Der Mauersegler zum Beispiel eine Stundengeschwindigkeit von 494 Kilometer. Für die Hausschwalbe nennt Brehm 300 Kilometer als Höchstgeschwindigkeit in der Stunde, für die Taube 117 Kilometer. Merkwürdig ist es, daß es Tiere gibt, die sogar rodeln. Die Gemsen gleiten auf steilen Firnflächen 100 bis 150 Meter in die Tiefe, wobei sie mit den Läufen kräftig rudern und in kauernder Stellung pfeilschnell hinabsausen, so daß der Pulverschnee hoch aufftiebt. 325 000 Mark von „Unbekannt" mit der poft. In dem Dorfe Mize im Staate Mississippi erhielt vor einigen Tagen der Apotheker Ford ein eingeschriebenes Paket, dessen Absender nicht genannt war. Wie groß war sein Erstaunen, als er es öffnete und ihm englische Staatspapiere entnahm, deren Wert sich nach heutigem Kurs auf 375 000 Mark belief! Das Paket kam aus Kanada. Der glückliche Empfänger hat aber nicht die leiseste Ahnung, wer der Absender sein könnte und aus welchem Grunde er es getan hat. Natürlich erregte die geheimnisvolle Sendung im Dorfe das größte Aufsehen, und Ford versuchte seine aufgeregten Mitbürger zu beschwichtigen, indem er ihnen erklärte, daß er, wenn es bewiesen sein würde, daß ihm das Geld wirklich gehört, in Mize zwei Backsteinkirchen errichten würde. Zeitschriften. — Zum 150. Todestag Friedrichs des Großen hat die I l l u ft r i r t e Zeitung Leipzig (I. I. Weber, Leipzig) Persönlichkeit, Leben und Wirken des unvergeßlichen Königs in hervorragenden Beiträgen gewürdigt. An erster Stelle ist der Artikel des bekannten Historikers Professor Brandenburg, zu nennen, der meisterhaft in das schöpferische Werk Friedrichs des Großen einbringt. Mit den letzten Tagen Friedrichs beschäftigt sich ein Beitrag Friedrich v. Oppeln-Bronikowskis. Ein großes und sorgfältig ausgewähltes Bildmaterial veranschaulicht das Leben des Königs. — Außer diesen Beiträgen bringt das Heft wieder eine Fülle von Bildern und Artikeln, unter denen ein Bericht über „Die große Münchener Kunstausstellung 1936" besonders zu erwähnen ist. Hr.181 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 5. August |936 XL OLYMPISCHE SPIELE Q99 Am Dienstag kam Deutschland zu einem neuen Erfolg. Die Weltrekordinhaberin Gisela Mauermayer holte sich das Diskuswerfen der Frauen mit der neuen olympischen Bestleistung von 47,63m vor der Polin Hedwig Weiss. Die Bronzene Medaille errang Paula Mollenhauer-Deutschland Der Amerikaner Jesse Owens errang die zweite Goldmedaille durch einen Sieg im Weitsprung mit 8,06m. Die Silberne Medaille fiel durch Long an Deutschland. BERLIN 1936 x- * 5W 'M * * - -Ai»«" sprang gleich beim ersten Sprung 7,74 Meter, eine Leistung, die bei dem häßlichkalten Wetter dieses Augusttages die höchste Anerkennung verdient. Der Deutsche Lutz Long kam beim ersten Sprung auf 7,54, während der Altmeister Leichum zum Entsetzen der Zuschauer zweimal hintereinander übertrat, so daß seine Sprünge für ungültig erklärt wurden. Erst mit dem letzten Versuch schaffte Leichum fo viel wie nötig war, um in die Entscheidung zu kommen. Jesse Owens sprang beim zweiten Ver- uch 7,87 und Lutz Long kam unter frenetischem Beifall auf 7,74, ein Sprung, der ihm zur „Silbernen" verhalf, nachdem Owens mit 8,06 Meter die „Goldene" errang. Auf dem Rasen wurde unterdessen das Diskuswerfen entschieden. Gisela Mauermeyer holte sich hier die Goldmedaille vor der Polin Waj- sowna, an dritter Stelle landete die Deutsche Mollenhauer. Eine spannende Angelegenheit war der 4 00- Meter-Hürdenlauf, der ohne deutsche Beteiligung ausgetragen wurde. Dieser Lauf gehört zu den schwersten Konkurrenzen der gesamten Leichtathletik überhaupt, denn es gilt ja nicht nur, über die 400 Meter Strecke schnell zu sein, sondern es gehört ein ungeheures Stehvermögen dazu, neben dieser Schnelligkeit die technisch sichere Fähigkeit zu besitzen, 10 Hürden von 91,4 Zentimeter Höhe in Abständen von 30 Meter zu nehmen. Weltrekordmann über diese Strecke ist der Amerikaner H a r d i n , ein langer, blonder Bursche, dessen tVt« ganter Laufstil Bewunderung erregt. Harbin ließ sich auch heute den sicheren Sieg nicht entgehen und siegte auf der Außenbahn laufend in ausgezeichneter Zeit. Als erste Entscheidung in der Mittelstrecke wurden heute noch die 800 Meter gelaufen, zu der man als neunten Mann noch den Polen Kucharski zugelassen hatte, der in diesem Kampf jedoch keine Rolle spielte. Das Feld kam nach einem Fehlstart des Italieners Lanzi gut ab und unter Führung des Negers Edwards ging es in schnellem Tempo in die Kurve. Edwards wird von seinem Rassen- aenossen Woodruff zur Einhaltung dieses mörderischen Tempos gezwungen, während das übrige Feld geschlossen an der Spitzengruppe zu bleiben versucht. Auf der letzten 100-Meter-Geraden entspinnt sich ein aufregender Kampf, als aus dem Mittelfelde mit ungeheurem Antritt der kleine Italiener vorfchießt und den Amerikaner Edwards niederringt. Man hatte den Eindruck, daß Lanzi bei mehr Selbstvertrauen auch noch in der Lage gewesen wäre, den völlig erschöpften Woodruff tm Ziel abzufangen. Die Zeit des Siegers von 1:52,9 ist den Umständen entsprechend recht gut. Im 100-Meter-Endlauf für Frauen gab es eine kleine Enttäuschung insofern, als man auf dem ersten Platz zwar die Weltrekordlerin Helen Stephens-USA. erwartet hatte, nicht aber die Polin Walasiewiczowa auf dem zweiten Platz vor Käte Krauß. Die Amerikanerin und die Polin liefen ein prächtiges Rennen und sie schlugen die Deutsche erst nach harter Gegenwehr. Bei den Fechtern gab es eine erfreuliche Heber« raschung: Die deutsche Mannschaft ist durch den kleinen Frankfurter Eisenecker wieder verstärkt worden und sie schlug Belgien und Argentinien in bet Vorschlußrunde recht sicher, so daß sie mit Jtalie« und Frankreich zusammen in die Schlußrunde einzieht. Hier rechnet man jetzt mit einem zweiten Platz der Deutschen hinter Italien und vor Frankreich, da Frankreich in der Vorrunde die ersatzgeschwächte deutsche Mannschaft nur mühsam schlug. Bei den Frauen-Florettkonkurrenzen setzten sich unsere Fechterinnen sehr gut durch. Gisela Mauermayer bei ihrem Rekordwurf in der Ausscheidung. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Harte Entscheidungskämpfe. Von unserem Or. G. St-Sonderberichterstatter Berlin, den 4. August 1936. Wer ursprünglich angenommen hatte, daß nur die ersten Tage nach der Eröffnung der Spiele ein ausoerkauftes Stadion sehen würden, der hat sich gründlich getäuscht, denn auch heute rollen die Fahrzeuge in ununterbrochener Folge schon seit dem frühen Morgen zum Reichssportfeld. Autobusse und Trambahnen sind überfüllt und dichte Menschenschlangen streben eilig dem Riesenbau des Stadions zu, in dem am Vormittag die Zwischenläufe übar 400-Meter-Hürden gelaufen wurden, und in dem am Nachmittag schwere Entscheidungskämpfe ausgetragen werden Im 800-Meter- L a u f geht ein erlesenes Feld von Mittelstrecklern an den Ablauf. Unter diesen acht Männern befinden sich nur zwei Europäer und zwar der Italiener Lanzi (Meister und Rekordinhaber seines Landes) und der Engländer Mc Cabe. Drei Läufer aus USA., ein Mann aus Kanada, einer aus Australien und schließlich der achte aus Argentinien vervollständigen das Feld, in dem drei Neger laufen. Die Spannung vor dem Lauf ist naturgemäß sehr groß, denn es sind alle Vorbedingungen gegeben, die ein Unterbieten des Weltrekordes wahrscheinlich erscheinen lassen: die Bahn ist nach mehreren Regengüssen sehr schnell geworden, und der Sonnenschein am Nachmittag verbreitet eine wohltuende Wärme auf dem grünen Rasen. Besonders erregt unterhalten sich die Engländer vor diesem Rennen. In kleinen Gruppen sieht man sie beieinander stehen und diskutieren. Die 800 Meter der Olympischen Spiele wurden seit 1920 ununterbrochen von den Athleten des Jnselreiches gewonnen, und immer war der Sieg eine Ueber- raschung. Man erinnert sich des grandiosen Ringens zwischen dem Neger Edwards — auch er steht heute wieder im Endlauf als Favorit — und dem englischen Lehrer Hampson, der in Los Angeles nach mörderischem Kampf diesen Lauf in der unwahrscheinlich klingenden Rekordzeit von 1:49,8 ge- m aiudi auf den anderen Kampfbahnen des Reichssportfeldes herrscht reger Wettkampfbetrieb. Die Basketballspieler sind mit Eifer bei ihrem eigenartigen Kampf, den wir in Deutschland leider nicht pflegen und auch kaum kennen. Die Hockeyspieler begannen mit ihren Vorrundenspielen und die Fußballkämpfe haben auf dem Mommsen-Platz ebenfalls begonnen, wobei es beim Kampf Italien gegen Amerika die erste Ueberraschung gab, denn nur mit Mühe und Not vermochten sich die favorisierten Italiener durchzusetzen. Eine große Anziehungskraft üben die Kampfe der Fechter aus. Dom frühen Morgen bis zum späten Abend klirren die Klingen in der Turnhalle des Sportforums und der Kuppelhalle. Im Mannschaftsfechten der Florettfechter hat Deutschland nach eindrucksvollen Siegen über Belgien und Argentinien die Schlußrunde erreicht. Auch die Florett- Einzelkämpfe der Frauen haben begonnen, und hier zeigten sich unsere drei Teilnehmerinnen von der besten Seite. In Ruhleben draußen hat sich alles eingesunden, was am Schießen irgendwie interessiert ist. Bunte Uniformen von Heeresangehörigen aus allen Landern leuchten auf den idyllischen Ständen hinter den Kiefern dieses Platzes, und mit größter Spannung verfolgt man die Leistungen der Schützen im Modernen Fünfkampf. Nach drei Hebungen — Reiten, Fechten und Pistolenschießen — hat sich der deutsche Oberleutnant H a n d r i ck an die Spitze gesetzt, und erst die Ergebnisse des Schwimmens werden die Gewißheit bringen, ob der Deutsche diese 'nappe Führung halten kann. Leider dürfen wir nicht länger bei den Schützen verweilen, die in ununterbrochener Folge ihre 20 Schuß zu 4 Serien aus die nur 3 Sekunden lang erscheinende Mannscheibe knallen, denn drüben aus dem Olympia-Stadion hören wir das Beifallsgeschrei der Massen, die schon ganz bei der Sache sind, als die 50 Welt- springer ihren Anlauf abmessen, während die Diskuswerferinnen gerade die ersten Probewurse weit in die Luft hinausschleudern. Der K a m p f d e r W e i t s p r i n g e r war spannend und aufregend von A bis Z. Das öprung« wunder — Jefsie Owens — zwischendurch war der Amerikaner wieder einmal 200 Meter in 21,1 Sekunden gelaufen und hatte sich freundlich lächelnd von so vielen Verehrern photographieren lassen — Tag für Tag bezaubert das einzigartige Bild, wenn am Nachmittag die Sonne durchbricht und der graue Steinbau des in seiner Gesamtanlage ebenso zweckmäßigen wie schönen Olympischen Stadions in einen hellen Schein getaucht wirb. Kräfttg weht der Wind aus Südwest. Die Fahnen flattern, fein säuberlich ausgerichtet. Im Jnnenraum ist ein geschäftiges Hin und Her. Die Vorbereitungen für die Wettkämpfe des Nachmittags sind nahezu beendet. Vom Wurfkreis an der Westseite, wo das Diskuswerfen der Frauen entschieden werden soll, laufen in einem rechten Winkel zwei lange weiße Linien bis zum Rand der Laufbahn hinaus. Im Radius sind die Marken von 35 bis 50 Meter aufgestellt. Auf der Laufbahn stehen schon die Hürden, denn der dritte Kampftag wird mit den beiden Vorentscheidungen über die 400-Meter-Hürdenstrecke eingeleitet. Die Schutzplane, die während eines kurzen Regenschauers über die Sprunggruben und letzten Anlaufmeter der Bahn in der Geraden gedeckt worden waren, sind wieder entfernt worden. Auf der Plattform der Anzeigentafel stehen paarweise sechs Matrosen bereit, um die olympischen Symbole für die bevorstehende Siegerzeremonie zu hissen. Im Ausschnitt durch die Eckpfeiler des Marathon-Tores fällt der Blick auf Sonne über dem Stadion. Oie Sorbcreifungen zu den Wettkämpfen. In di-I-m Wettbewerb hotte sich die schnellste Frau der Weih das amerikanische Farmermädel chelen Stephens, die Goldmedaille. Sie schlug die Siegerin von Los Angeles, die Polin Stella Walasiewicz. Von den drei deutschen Teilnehmerinnen erkampste sich die Dresdenerin Käthe Krauß den dritten Platz. — (Scherl-Bilderdienst-M.) das Maifeld, wo Deutschland und Hngarn sich einen rassigen Polokampf liefern. Die gewaltigen Stein- tribünen am Glockenturm sind überraschend stark von Zuschauern besucht. Die hier aufgestellten, adlergekrönten Banner oollführen in dem kräftigen Wind ein lustiges Spiel. In der letzten halben Stunde ist das Stadion wieder wie von unsichtbarer Hand gefüllt. Das Dutzend Hürdenläufer kommt aus dem Marathontor herein, zusammen mit den in kleidsames Weiß gekleideten Kampfrichtern. Das Präsidium des Internationalen Leichtathletik-Verbandes mit dem Schweden Bo Eklund an der Spitze, in roten Jacken und blendendweißen Hosen, geht über den Rasen. Den Wettkämpfen voraus geht die Siegeszeremonie für die am Montag im Gewichtheben der Halbschwergewichtsklasse ermittelten ersten Preisträger H o st i n (Frankreich), Deutsch (Deutschland) und Wasif (Aegypten). Die französische Nationalhymne klingt auf, während die Trikolore am Siegesmast hochgeht, und vom Augenblick mitgerissen singt ein kleiner französischer Block das Nationallied mit. Die auf dem Podest stehenden Athleten — mit dem (Siegerreif um die Stirn — heben den Arm zum Olympischen Gruß. Sieg verkündet hotte, brachte die Menge schon hn« pulsiv ihr „Bravo! Gisela!" auf die tüchtige deutsche Olympiasiegerin aus. Wenige Minuten später schritten die drei Erstplacierten, Mauermayer, Weiß und Mollenhauer, unter Führung von drei Mädels des Ehrendienstes, gefolgt von Exzellenz Lewald und Graf Baillet-Latour, zur Sieger-Ehrung. Mit der Front zur Ehrentribüne grüßen die deutschen Mädels den Führer, während das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied nacheinander von den Zuschauern stehend gesungen werden. Doll Freud« über ihren Sieg, geschmückt mit dem grünen Lorbeer, winken die deutschen Mädels bei ihrem Ab- §ang der immer noch nicht zur Ruhe gekommene» «uschouermenge zu. Wöllke zum Leutnant befördert. Die vierte Goldene Medaille für Deutschland. (Gisela Mauermayer gewinnt das Diskuswerfen. In der zweiten Entscheidung des Tages kam Deutschland zu einem neuen schönen Erfolg Die Weltrekordinhaberin Gisela Mauermayer holte sich das Diskuswerfen der Frauen mit der neuen olympischen B e st l e i st u n g von 47,63 Meter vor der Polin Hedwig Weiß mit 46,22 Meter. Die bronzene Medaille errang Paula Mollen- hauer (Deutschland) mit 39,80 Meter. Den vierten Platz belegte die Japanerin N a f a m u r a mit 38,24 Meter vor ihrer Landsmännin Minneshima (37,35 Meter) und der Schwedin Lundström (35,82 Meter). Von den 20 im Diskuswerfen gemeldeten Mädels fehlte lediglich die Finnländerin Lipasti am Start. In warme Pullover und dicke Wolldecken gehüllt, lagerten sich die 19 Bewerberinnen um den Wurfkreis. Heberaus unruhig und nervös begann die erste deutsche Teilnehmerin Anna Hagemann. Mit 28,48 Meter kam sie nicht einmal über die 30-Meter- Marke. Doch allen anderen, die ihr folgten, ging es nicht viel besser, bis schließlich die frühere Weltrekordlerin Hedwig Weiß (Polen) mit 44,69 Meter als Erste die von einer roten Fahne gekennzeichneten 40 Meter überbot und gleichzeitig damit auch den olympischen Rekord der Amerikanerin Copeland aus dem Jahre 1932 von 40,56 auf 44,69 Meter verbesserte. Endlos war der Jubel der kleinen polnischen Kolonie, die im weiten Rund der hellblonden, technisch ausgezeichneten Polin mit Sprechchören dankte. Doch nicht lange sollte die Freude dauern, denn schon mit ihrem ersten Wurf, wundervoll konzentriert, energiegeballt, mit ganzer Kraft übertraf Gisela Mauermayer aus München um rund drei Meter mit 47,63 Meter die Polin. Die Deutsche Paula Mollenhauer hatte sich vorher bereits mit 38,59 Meter den dritten Platz gesichert. Heberaus wuchtig und kraftvoll schleuderten auch die beiden kleinen Japanerinnen Nakamura und Minneshima den Diskus. Mit einiger Bange verfolgten die über 100 000 Deutschen den immer härter werdenden Zweikampf Mauermayer—Weiß. Während die Polin sich mit ihrem dritten Wurf auf 46,22 Meter verbesserte, kam die Münchner Weltrekord-Inhaberin kaum noch über 44 Meter. Im sechsten und letzten Wurf aber hatte sich Gisela wieder gefunden. Mit Würfen von 43,54 und 44,26 Meter übertraf sie die letzten Weiten der Polin. Noch bevor der Lautsprecher den neuen deutschen Auf Vorschlag des Chefs der Ordnungspolizei, General D a I u e g e, beförderte der Preußische Ministerpräsident Generaloberst Göring den Revier- oberwachtmeister Hans W o e l l k e, der als erster deutscher Leichtathlet im Kugelstoßen eine Goldmedaille errang, zum Leutnant der Schutzpolizei. Leutnant Woellke wird als Sportlehrer in einer geplanten neuen Polizeisportschule Verwendung finden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Swens phantastische Weilsprung-Leistung. Lona gewinnt die „Silberne^ und springt deutschen Rekord. 8m Weitsprung siegte erwartungsgemäß der hervorragende Amerikaner Owens; der Deutsche Lutz Lang (rechts) bestätigte die Erwartungen, die man auf ihn gesetzt hatte, und blieb nur wenige Zenti- Meter hinter dem Amerikaner zurück. — (Scherl-Bilderdienst-M.) * Der von 16 Teilnehmern bestrittene Vorkampf im Weitsprung wurde auf der auf der Nordseite gelegenen Sprungbahn durchgeführt. Bereits im ersten Durchgang setzte sich der tief duckende und tigerhaft anlaufende Jesse Owens mit einer Weite von 7,74 Metern vor dem Japaner T a j i m a mit 7,65 und dem Deutschen Long mit 7,54 an die Spitze und stellte gleichzeitig einen neuen olympischen Rekord auf. (Bisher: j)amm=USA. 7,73 Meter). Im zweiten Durchgang übersprang Jesse Owens zum zweiten Male die olympische Rekordmarke und landete bei 7,87 Meter. Long verbesserte sich auf 7,74 Meter und schob sich damit auf den zweiten Platz vor den Japaner. Großes Pech hatte Leichum, der zweimal bei großen Weiten knapp übertrat. Auch B ä u m l e blieb bei seinem ersten Sprung von 7,32 stehen. Eine großartige Leistung vollbrachte im dritten Gang der Italiener Maffei, der mit 7,73 Metern einen neuen Landesrekord aufstellte und damit ganz dicht zu Long heranrückte. Aber schon kurz daraus setzte Long-Leipzig zu seinem nächsten Sprunge an, erzielte 7,84 Meter und verbesserte damit seine bisherige Bestleistung um zwei Zentimeter. Owens hatte' in diesem Durchgang nur 7,75 erzielt. Dem guten Beispiel von Long folgte Wilhelm Leichum, indem er sich mit seinem ersten gültigen Sprung von 7,52 Meter für die Entscheidung qualifizierte. Dagegen fiel Bäumle aus. Zum Endkampf traten dann folgende sechs Mann an: Owens 7,87 Meter, Long 7,84, Maffei-Italien 7,73, Tajima-Japan 7,74, Clark- USA. 7,60 und Leichum-Deutschland mit 7,52 Meter. Die Entscheidung. Ein dramatischer Endkampf entspann sich dann auf der Nordbahn zu Füßen der Ehrenlogen. Der Leipziger Lutz Long bewies seine große Beständigkeit auch im ersten Sprung der Entscheidung. Mit 7,73 Meter blieb er über dem internationalen Durchschnitt. In diesem Durchgang war er so- garamBesten,daer Owens übertraf. Endloser Jubel galt dem Leipziger, als er im zweiten Durchgang mit 7,87 Meter seinen eben erst aufgestellten deutschen Rekord um weitere drei Zentimeter verbesserte und gleichzeitig mit Jesse Owens zusammen die Spitze hielt. Doch der Amerikaner riß sich zusammen, sprinterte los, und mit mächtigem flachen Sprung erkämpfte er sich mit 7,97 Meter erneut die Führung. Eine weitere schöne Ueberraschung war es für uns, als der nicht recht in Form scheinende Wilhelm Leichum in seinem letzten Sprung alles auf eine Karte setzte und sich mit 7,73 Meter zusammen mit dem Italiener Maffei den 4. und 5. Platz teilte. Den Höhepunkt des großartigen Kampfes aber bildete wieder einmal Jesse Owens, der mit dem letzten Sprung von 8,06 Meter einen neuen Weltrekord aufstellte und damit seinem zweiten Olympiasieg eine besondere Bedeutung gab. Die Siegerehrung. Gleich nach Owens Weltrekord lief Long auf den Amerikaner zu und gratulierte ihm zu seinem zweiten Sieg. Wenige Minuten später folgte die Siegerehrung. Owens erhielt das Eichenbäumchen für seinen Sieg, Long und der Japaner Tajima wurden mit dem schlichten Lorbeerkränzchen geschmückt. Nach dem Verklingen der amerikanischen Nationalhymne verließen Owens und Long Arm in Arm den Jnnenraum . Die Kämpfe aus der Aschenbahn. Helen Stephens dieGchnellste der Welt Die 100-7Neter-Entscheidung der Frauen. Die Ansprache des schwedischen Forschers Sven H e d i n an die Olympiakämpfer verzögert den Start zum 100-Meter-Endlauf der Frauen. Die Startverteilung der Plätze ist von innen nach außen: Dollinger, Rogers, Albus, Stephens, Krauß, Walasiewicz. Die Spannung war nicht geringer, als bei der gleichen Entscheidung der Männer am Vortage. Die Amerikanerin Rogers ist am schnellsten flott, doch schon nach fünf Metern geht Helen Stephens mit ruhigem, fast 2,70 Meter langem Schritt auf und davon. Die junge Amerikanerin ist um eine Klasse überlegen. Den zweiten Platz hält die Polin Walasiewicz nach schärfstem Kampf mit Käthe Krauß, Ebrunq der Sieger im Hammerwerfen WWW W W & In der Mitte Hein, links von ihm B l a s k und im Vordergrund der Schwede O. A. W a r n g a r d, der die Bronzene Medaille erhielt. (Presfe-Bild-Zentrale-M.) die nur ganz knapp unterliegt. Marie Dollinger kommt nach schlechtem Start noch vor der zweiten Amerikanerin Rogers und der Deutschen Albus als Vierte ein. 8 mal Dorlauf über 200 Meter, van Veveren in 21,4. Geschlossen kommt das Feld nach einwandfreiem Start im ersten der acht 200-Meter-Vorläufe weg. Der Holländer van Beveren auf der dritten Bahn schafft sich schon in der Kurve prächtig nach vorne, hat eingangs der Zielgerade einen klaren Vorsprung und gewinnt mit 5 Meter in der hervorragenden Zeit von 21,4 Sekunden vor dem Argentinier Beswick. Ofendarp vor Schein. Schein hat die erste Bahn. Er läuft kraftvoll die ersten 100 Meter, liegt nach der Hälfte an zweiter Stelle hinter dem führenden Holländer Osendarp, der in 21,7 Sekunden leicht gewinnt. Pennington (England) kommt als Dritter auf der Außenbahn. Owens läuft olympische Rekordzeit. Im dritten Vorlauf steht der Deutsche Meister Neckermann auf der vierten Bshn. Der Neger Jesse Owens hat wieder einmal die Außenbahn. Neckermann geht kraftvoll in die Kurve und liegt nur zwei Meter hinter dem verhalten laufenden Neger. Auf der Geraden kommt der Kanadier Orr mächtig auf und überholt den Deutschen. Der Mannheimer muß zum Schluß noch hart mit dem Briten Sweeney um den dritten Platz streiten, den er durch doppelte Handbreite zu seinen Gunsten entscheidet. Wiederum war nichts zu sehen, daß der Olympiasieger Jeffe Owens bei seinem spielend leichten Vorlauf mit 21,1 Sekunden neue olympische Rekordzeit erzielen würde. Er war damit um eine Zehntelsekunde besser als sein schwarzer Landsmann Tolan 1932 in Los Angeles. Humber gewinnt den 4. Vorlauf. Im vierten Vorlauf fehlen der Japaner Suzuki und der Jugoslawe Dremil. Der Kanadier Humber läuft mit dem Ungarn Gyenes auf den Fersen scharf durch und gewinnt in 22,1 Sekunden ganz knapp. Für den Ungarn wird die gleiche Zeit gemessen. Der Oesterreicher Rinner kommt als Dritter, stark angefeuert, noch in den Zwischenlauf. Hänni vor Frangoudis. , • ®ried>e Frangoudis ist auf der Innenbahn ms 100 Meter der Schnellste, dann kommen der Ungar Sir und Hänni stark auf. Hänni siegt sicher in 21,9 Sekunden vor dem Griechen und dem Ungarn, die fast in gleicher Höhe durchs Ziel gehen. Theunissen schlägt TNcPhee. Den sechsten Vorlauf holt sich der Südafrikaner Theunissen in 21,7 Sekunden zusammen mit dem Kanadier McPhee, der bis 150 Meter klar führt, dann aber dem Vertreter des Springbockes den Vortritt läßt. Der Finne Strandvall erobert sich den dritten Platz. Steinmetz wird Dritter. Den vorletzten Vorlauf bestreitet der Deutsche Steinmetz auf der fünften Bahn, da die Innenbahn freigehalten wird. Der Amerikaner Packard läuft innen sehr scharf in der alten olympischen Rekordzeit von 21,2 Sekunden das Rennen nach Hause. Der Deutsche liegt dauernd an zweiter Stelle und läßt erst auf den letzten 30 Meter den Südafrikaner Grimbeck vorbei. Robinson Sieger im letzten Vorlauf. Der amerikanische Neger Robinson gab im achten und letzten Lauf eine Probe seines Könnens zum besten. Auf der Innenbahn liegt der riesige Schwarze sofort an der Spitze und gewinnt mühelos mit drei Meter Vorsprung in 21,6 Sekunden. Hinter ihm entspinnt sich ein erbitterter Kampf, aus dem überraschend der Finne Tammisto um Handbreite gegen den Argentinier Hofmeister als Sieger hervorgeht. Ihre Aussichten haben damit der Ungar Minai, der Oesterreicher König und der Belgier Devrint begraben müssen. Die deutschen Hürdler ausgeschieden. Scharfe Vorenscheidungskämpfe brachte die 4 00- Meter » Hürden st recke. Schon der erste Lauf gibt einen Vorgeschmack von den zu erwartenden packenden Kämpfen. Kürten auf der Innenbahn liegt bis zu 300 Meter glänzend. In der Zielkurve kommt er jedoch an der drittletzten Hürde zum Straucheln und aus dem Rhythmus. Amerikas Weltrekordmann Glenn H a r d i n g läuft auf der Außenbahn souverän und gewinnt in 53,2 Sek. vor dem überraschend schnellen Philippinen White und dem sich ins Ziel werfenden und stürzenden Griechen M a n d i k a s und dem gleichauf liegenden Schofield (USA). Die Ankunft zwischen den beiden ist so knapp, daß zum zweiten Male die Zielphotographie abgewartet werden muß, um festzustellen, wer als Dritter in den Endlauf kommt. Die 800-Meter-Entscheidung. Um den Bewerbern im 800-Meter-Endlauf die Möglichkeit zu geben, mit größter Geschwindigkeit in die Kurven zu gehen, wurden Start und Ziel für die zwei Runden lange Strecke um 40 Meter zurück genau in die Höhe der Führerloge verlegt. Nach einem durch Lanzi verursachten Fehlstart schießt der schwarze Kanadier Edwards nach vorn und führt das dicht geschloffene Feld in sehr mäßigem Tempo durch die erste Runde, die in 57,4 Sek. zurückgelegt wurde. Ueberraschend ist das langsame Tempo, das sich erst nach dem Läuten der Glocke verschärft. Nun übernimmt Woodruff die Führung. Edwards versucht, den Amerikaner zu überholen, aber Woodruff läßt> den Kanadier nicht vorbei. 200 Meter vor dem Ziel geht der Italiener Lanzi vor. Er ist noch völlig frisch, kann aber den mit zwei Metern führenden Woodruff, der nun auch erst ganz ausläuft, nicht mehr erreichen. Edwards ist zurückgefallen und wird nur Dritter vor dem Polen Kucharski, der die berühmten Amerikaner Hornbostel und Wil- liamson sicher in Schach hält. Die Siegerzeit von 1:52,9 Min. enttäuscht, ist aber durch das schwache Anfangstempo erklärt. Nach vier olympischen Erfolgen wurde in diesem Wettbewerb Englands stolze Tradition zum ersten Male durchbrochen. Die 8000-Meter-Vorläufe. Etwas enttäuscht wurden wir von dem Abschneiden unserer 5000-Meter-Läufer. Alle drei deutschen Vertreter, nämlich Becker, Stadler und S y - ring gaben sich zwar in ihren Vorläufen die erdenklichste Mühe, aber zu einem der fünf ersten Plätze, der zur Teilnahme am Endkampf berechtigt, reichte es keinem. Im er ft en der drei Vorläufe sind 15 Läufer am Start. Unter Führung des Ungarn Simon bleibt das Feld lange geschlossen zusammen. Erst vier Runden vor Schluß bildet sich eine aus Cerati (Italien), Lalh (USA.), Stadler (Deutschland) und Siefert (Dänemark) bestehende Spitzengruppe. In den letzten beiden Runden gehen Cerati und Siefert los, Salminen (Finnland), Reeve (England) und Lash folgen in einigem Abstand. Der Italiener gewinnt in 15:01 vor dem Dänen Siefert, Lash (USA), Salminen (Finnland), Reeve (England), Jansson Schweden und Lefevre (Frankreich). Stadler wird Achter. 12 von den 13 gemeldeten Teilnehmern nehmen das zweite Vorrennen auf. Mit Ausnahme des sofort abgehängten Mexikaners Gonzalez bleibt der starke Trupp eng beisammen. Erst auf den letzten 1400 Meter stößt der Finne Gunnar Höckert vor und gewinnt in 15:10,2 vor dem sehr gut gelaufenen Engländer Close, dem Polen Noji, dem Schweden Hellström und dem Norweger Hansen. Der Deutsche Becker hielt sich im ersten Teil recht achtbar in dieser „vornehmen" Gesellschaft, dann gab er sich jedoch geschlagen und belegte schließlich den 10. Platz. Im Zeichen des Schweden „Kalärne" Jonsson stand der dritte Vorlauf. Syring lag nach der Hälfte des Rennens schon an zehnter Stelle; er arbeitete sich auch in schönem Lauf noch zwei Plätze vor, kam aber ebenso wie vorher schon Stadler und Becker nicht in den Endlauf. Drei Runden vor Schluß stürmte der Schwede mit langen Sätzen davon und siegte mit großem Vorsprung in der schnellsten Vorlaufszeit von 14:54. Oberleutnant Handrick hält die Führung! tteberragende Leistungen im Modernen Fünfkampf. Mit die schwerste Prüfung hatten die Teilnehmer am Modernen Fünfkampf am Dienstag zu bestehen. Auf dem Schießplatz in Ruhleben hatte jeder der Fünfkämpfer 20 Schuß auf die 25 Meter entfernt stehende Einmann-Scheibe mit der Pistole abzugeben, wobei für die vier Serien zu je fünf Schuß je drei Sekunden pro Schuß zur Verfügung standen. Zwischen den einzelnen Schüssen war je eine Pause von zehn Sekunden eingelegt. Die Abwicklung ging auf Grund der elektrischen Einrichtung schnell und vor allem fehlerfrei vonstatten. Als bester Schütze erwies sich der Amerikaner Lt. Leonard, der das fast Unmögliche vollbrachte, 200 Ringe bei 20 Treffern zu erreichen. Dadurch hat er zugleich einen neuen Rekord aufgestellt. Oblt. Thofelt-Schweden und Oblt. WeberUSA. konnten anfangs mithalten, kamen aber an die Überragende Leistung Leonards nicht heran. Von unseren deutschen Vertretern war wieder Oblt. Handrick der beste, der in den vier Serien 48, 48, 49, 47 Ringe erzielte. Lt. L e m p kam auf 46, 48, 48, 46 Ringe und Uoffzr. B r a m f e l d auf 48, 45, 44, 46 Ringe. Oblt. H a n d r i ck belegte im Pistolenschießen den vierten Platz und sicherte sich damit in der Gesamtwertung weiterhin die Führung. An die zweite Stelle in der Bewertung des Modernen Fünfkampfes nach Abwicklung von drei Uebungen hat sich nunmehr der schwedische Fünfkämpfer Oblt. Thofelt geschoben, der im Schießen auf den sechsten Platz kam. Der Sieger im Pistolenschießen, Lt. Leon- Hard-USA., hält jetzt in der Gesamtwertung den dritten Platz vor Oblt. Abba-Italien, der den Geländeritt gewonnen hatte. Lt. L e m p sicherte sich im Schießen den 11. Platz und steht damit in der Gesamtwertung an 11. Stelle, während Uoffzr. B r a m f e l d im Schießen die Platzziffer 19 erhielt und damit den 28. Rang einnimmt. Das Olympische Poloturnier. Deutschland spielt gegen Ungarn 8:8. Das zweite Spiel des Poloturniers zwischen Deutschland und Ungarn endete unentschieden 8:8; die Ungarn waren zwar technisch besser, aber die Deutschen spielten überaus eifrig und glichen diesen Vorteil des Gegners durch ihren großen Kampfgeist wieder aus. Die Ungarn führten schon 4:0 in den beiden ersten Spezialabschnitten, aber nach und nach kamen die Deutschen auf. Bei Schluß des letzten Spielabschnittes stand das Treffen 8:8 und mußte so nach den Regeln verlängert werden. Da auch in der Spiel-„Streckung" fein Treffer erzielt wurde, mußte die Begegnung für Donnerstag neu ange- setzt werden. Dann geht es bis zur Entscheidung! M Beim Schießen der Fünfkämpfer überraschte bet amerikanische Leutnant Leonardmit einem neuen Weltrekord. Mit 20 Schuß erzielte er 200 Ringe, die Höchstzahl der überhaupt möglichen Ringe. (Presse-Bilo-Zentrale-M.) L ■ MM Blick auf den Schießstand des III. Bataillons Infanterie-Regiments Nr. 67 in Ruhleben wo bas Schnellfeuer-Pistolenschießen der Fünfkämpfer stattfand. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Peitsche in der Hand. Die Antje — vorbei; nie würde er sie wiedersehen; er spürte das. Was hatte er falsch gemacht? Hatte er ihr nicht jedes Weihnachten ein Geldgeschenk gemacht und zu den Geburtstagen etwas für sie aus dem Krämerladen geholt! Wie sehr merkwürdig war das alles. Jeder Mensch ist allein. Man glaubt den andern zu Fern nen, und plötzlich steht man vor einem Fremden. Er hatte geglaubt, die Antje liebe ihn, sie sei -hm dankbar. Wahrhaftig, das hatte er gedacht. Und nun? Er knallte mit der Peitsche; die Gäule schliefen ja wohl ein! Wie gut, daß er nicht noch das andere gesagt und ausgesprochen hatte, diese Narrheit, die ihm eine Zeitlang im Kopf gesessen hatte, damals, ehe Antje mit dem Rudolf Terbrügge anfing. Eine schöne Geschichte, wenn ihm jetzt nicht die Magd, sondern die junge Frau durchgegangcn wäre! Der Wagen polterte über Kopfpflaster und zerstieß seine Gedanken. Er schob seine Decke unter dem Sitz zurecht und nahm Antjes noch dazu, daß er weicher sitze. Eine Straßenbahn überholte ihn. Sie fuhr stadtwärts flott an ihm vorbei. Saß Antje schon darin? Er schaute nicht auf. Hinter der Markthalle machte er halt. Er war überaus erstaunt, als ein Gepäckträger, an der roten Mütze und der Nummer daran auch ihm erkenntlich, seinen Namen ausrief. „Hier", hielt er den suchenden Mann an. „Was ist los?" „Ich soll da einen Schließkorb von Ihnen abholen und zum Bahnhof bringen", sagte der Dienstmann und er wies einen Zettel vor, auf dem Antjes Schriftzüge erkennbar waren. Dem Bauer wurde der Atem knapp. Was für vornehme Gewohnheiten nahm denn dieses Mädchen an, kaum daß sie vom Hof weg war! Er weigerte sich nicht. „Hier ist dec Korb", sagte er und war heiser. „Wann hat Ihnen denn das Fräulein die Bestellung gegeben?" „Eben am Bahnhof", antwortete der Dienstmann. „Ich muß mich beeilen, sie will noch mit dem Berliner Zug fort." Und er schüttelte sich, als er den Schließkorb schulterte. Dan zog er mit einem fahrigen Gruß ab. — Der Bauer spannte aus. Aber seine Gedanken waren nicht bei der Sacke. Der Händler mußte ihn auf die Schulter klopfen, um sich bemerkbar zu machen. (Fortsetzung folgt!) Deutscher Fußballsieg gegen Luxemburg. Sensation im Olympischen Fuhball-Turnier: Japan schlägt Schweden. Das Olympische Fußball - Turnier wurde am Dienstag mit zwei weiteren Spielen fortgesetzt. Dabei griff auch zum ersten Male die deutsche Mannschaft ein und sie gestaltete ihren ersten Kampf auch gleich zu einem überlegenen Erfolg. Luxemburg mußte sich mit nicht weniger als 0:9 (0:2) geschlagen bekennen. Eine Riesen-Sensation gab es im zweiten Spiel, das Schweden und Japan zusammenführte. Die Japaner siegten mit 3:2 Toren. Deutschland-Luxemburg 9:0. Zum 3. Fußball-Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Luremburg hatten sich im Poststadion über 10 000 Zuschauer eingefunden, die ein überlegenes Spiel der deutschen Olympia-Fußballer zu sehen bekamen. Luxemburg erschien zuerst auf dem Spielfeld, von den Zuschauern lebhaft begrüßt. Der Jubel steigerte sich aber, als Deutschlands Elf in das Kampsfeld einlief. Dem ungarischen Schiedsrichter Her- c z k a stellten sich die Mannschaften in folgender Aufstellung: Deutschland: Buchloh Münzenberg Ditgens Mehl Goldbrunner Bernard Elbern Gauchel Hohmann Urban Siemetsreiter Kemp Geib Mart Menge! ©tarnet Fischer Frisch Kieffer Maserus Mousel Luxemburg: Hoscheid Bis zur Pause 2:0. Luxemburg begann den Kampf mit dem starken Wind im Rücken. Der deutsche Anstoß wurde abgefangen. Ein gefährlicher Vorstoß der luxemburgischen Fünferreihe konnte in der 5. Minute durch Buchloh im letzten Augenblick unschädlich gemacht werden. Langsam machte sich die deutsche Elf frei und begann „ihr" Spiel. Ein schöner Angriff von Elbern schaffte gleich eine brenzliche Situation vor dem Tore Luxemburgs. Urban, der ausgezeichnete Schalter Halblinke, stand richtig und schoß das Leder unhaltbar zum 1:0 ein. Deutschland nahm nun das Spiel in die Hand, ein Mißverständnis zwischen Goldbrunner und Münzenberg yätte aber beinahe zu einem Gegentreffer der Luxemburger geführt. Deutschlands Sturm stand dann einige Male sehr günstig, Schüsse von Siemetsreiter, Elbern und Gauchel tarnen jedoch nicht ans Ziel. Gleich darauf war Deutschlands Sturm wieder einmal gut durchgekommen. Hohmanns Schuß auf das Tor war so scharf, daß Hoscheid nur schlecht abwehren konnte, Siemetsreiter sprang hinzu und köpfte zum 2:0 ein. Das Spiel der deutschen Mannschaft war nun ungemein flüssig und schnell. Sieben Tore nach der Pause. Nach der Pause hatte unsere Mannschaft Den Wind zum Bundesgenossen. Luxemburg wurde sofort in die eigene Hälfte zurückgedrängt und schon in der 3. Minute fiel der dritte Treffer. Eine Ecke wurde von Elbern gut hereingegeben, Siemetsreiter verwandelte mit Kopfball. Drei Minuten später war es Gauchel, der das Leder wuchtig und hoch in die Maschen setzte. 4:0 für Deutschland. Das 5:0 schaffte Urban, der eine Flanke Elberns einköpfte. Deutschland war nun drückend überlegen, die wenigen Angriffe der Luxemburger wurden mit Leichtigkeit abgestoppt. Luxemburgs Hintermannschaft suchte sich der ständigen deutschen Vorstöße durch Abseitsstellen zu erwehren und sie hatte damit auch einige Zeit Erfolg. Bei einem Gedränge vor Hoscheid holte sich Siemetsreiter den Ball uno nach seinem Scharfschuß stand es 6:0 für Deutschland. Luxemburgs Spieler waren jetzt schon sichtlich ermüdet. Innerhalb von vier Minuten stellten Urban und Gauchel das Ergebnis auf 8:0, und eine halbe Minute vor Schluß war es wieder Gauchel, der mit einem neunten deutschen Treffer den Torreigen beendete. Deutschlands Elf konnte sich entfalten. In der Kritik ist zu sagen, daß sich Deutschlands Mannschaft bei dem schwachen Gegner voll entfalten konnte, es aber verstand, die gebotenen Chancen auch restlos auszunützen. Die Mannschaft Luxemburgs hinterließ trotz der hohen Schlappe einen guten Eindruck. Sie spielte mit Eifer und warf die Flinte auch dann noch nicht ins Korn, als ein Tor nach dem anderen für Deutschland fiel. Schiedsrichter H e r c z k a löste seine Auf- aabe zur vollsten Zufriedenheit der Spieler und Zuschauer. Japan schlägt Schweden 3:2 (0:2). Auf dem Platze von Hertha/BSC. fand das vierte Vorrundenspiel des Fuhballturniers statt. Schweden und Japan standen sich gegenüber, und die 5000 Zu- schauer setzten sich daher meist aus den in Berlin anwesenden Landsleufen der beiden Mannschaften zusammen. Schiedsrichter war P e t e r s (Berlin). Im Zuschauerraum ging es bald sehr lebhaft zu. Sprechchöre feuerten die Mannschaften an. Die Nordländer spielten in der ersten Halbzeit mit dem Wind und drängten die Japaner in die Verteidigung zurück. Schon bald nach Beginn des Kampfes verzeichneten die Skandinavier drei Ecken. Die technische lieber» legenheit der Schweden war unverkennbar, aber allmählich fand sich auch die japanische Mannschaft, von der jeder einzelne Spieler mit einem unheimlichen Eifer spielte. In der 24. Minute brachte Persson die Schweden durch einen unhaltbaren 16-Meter- Schuh mit 1:0 in Führung. Jrn weiteren Spielverlauf hatten die Schweden Glück, als sie im letzten Augenblick einen Vorstoß des japanischen Halblinken Takeshi Kamo abwehren konnten. Acht Minuten von Halbzeitsschluß war aber Persson auf eine Vorlage des Linksaußen Hallmann zum zweiten Male erfolgreich. Die überraschende Wendung. Was man nicht für möglich gehalten hätte, trat nach der Pause ein. Die Japaner wurden besser und besser und tarnen bereits in der 9. Minute durch den Linksaußen Shogo Kamo zum ersten Gegentreffer. Große Begeisterung entstand, als dann nach einer Viertelstunde der Halbrechte Ukon für die Japaner den Ausgleich schaffte. Der Ball kam vom linken Flügel gut herein und wurde von Ukon unhaltbar verwandelt. Schweden drehte jetzt auf, Japan überstand alle kritischen Situationen, da Sano im Tor wahre Wundertaten vollbrachte. Aber es hatte doch den Anschein, als ob Schweden noch einen knappen Sieg daoontragen sollte. Da unternahm fünf Minuten vor Schluß der japanische Rechtsaußen einen Vorstoß, der seiner Mannschaft den siegbringenden Treffer einbrachte. Der Sieg Japans ist um so höher einzuschätzen, da die Mannschaft in den letzten Minuten nur mit zehn Mann spielte und es trotzdem gelang, das knappe 3:2 gegen die anstürmenden Schweden zu halten. bische Boot „Jlderim" bald an die Spitze und ließ sich die Führung nicht mehr nehmen. Das deutsche Boot „Germania III" geriet kurze Zeit auf Grund und verlor dadurch kostbare Zeit. Hinter dem Schwedenboot belegten Italien, Norwegen, England und Finnland vor Deutschland die Plätze. In der 6-m-K-Klasse führte zunächst da» deutsche Boot „Gustel V" mit dem holländischen Boot. Dann fiel Holland zurück, dagegen kam das schwedische Boot „May Be" gut auf, das eine Segelhaoacie des deutschen Bootes geschickt aus- nutzte und dadurch an die Spitze kam. „Gustel V" gelang es nicht mehr, den Vorsprung der Schweden aufzuholen und belegte hinter „May Be" den 2. Platz vor England, Finnland und Norwegen. Deutschland siegt in der Star-Klasse. Beim Start der Star-Boote gingen 12 Gemeldete über die Linie. Eine Minute später erlitt das Boot des holländischen Vertreters „Ben II" Mastbruch und mußte abgeschleppt werden. Sehr gut waren das deutsche Boot „Wannsee" und das schwedische „Sunshine" abgekommen. Schon nach der ersten Runde lagen sie vor dem Portugiesen „Dicking". Dr. Bischof von der „Wannsee" konnte seinen Vorsprung weiter ausdehnen. Ausgezeichnet hielt sich der schwedische Vertreter, ohne jedoch dem Deutschen gefährlich werden zu können. Harbin gewinnt400-Meier-Hürdenlauf Unter grau bezogenem Himmel und bei stürmischem Wind wurde der Endlauf über 400 m Hürden ausgetragen. Amerikameister Glenn Har» d i n stürmte auf der Außenbahn mit herrlichen Schritten und einzigartigem Schreitstil über die Hindernisse dahin. Der innen liegende zweite Ameri- kane Patterson hielt sich noch am besten zu seinem berühmten Landsmann, war aber auf dec Zielgeraden klar hinter Harbin, der in 52,4 Sekunden glatt gewann. Auf den letzten hundert Metern kam der Kanadier L o a r i n g noch fein auf und holte sich die Silbermedaille vor dem Philippinen White, während der nachlassende Patterson vor Maaalhaes (Brasilien) und Mandikas (Griechenland) nur Vierter wurde. Oie Olympia-Sieger im Freistilringen Nach den stundenlangen zermürbenden Kämpfen in den zahlreichen Treffen, die jeder Ringer bei der starken Besetzung in seiner Gewichtsklasse auszutragen hatte, graute schon dec Morgen, als endlich die Sieger feststanden. Im Bantamgewicht kam der Ungar Jombort durch entscheidenden Sieg über den Amerikaner Flood in 12:40 Minuten in den Besitz der Goldmedaille. Flood kam auf den zweiten Platz, und H e rb e r t (Deutschland), der in der fünften Runde ausgeschieden war, bekam durch bessere Punktzifsec noch die Bronzene Mebaille. Im letzten Kampf der Federgewichtsklasse errang der Amerikaner Millard einen 3:0-Punktsieg über Joensson (Schweden), dadurch kam der Finne K. Pihlajamoki auf den ersten Rang, während der Amerikaner Zweiter wurde. Im Leichtgewicht sicherte sich K a r p a t i (Ungarn) durch einen 2:1-Punktsieg über Ehr! (Deutschland) die Goldmedaille. Im entscheidenden Kampf um den zweiten Platz zeigte sich bann der deutsche Meister von der besten Seite und besiegte H. Pihlajamoki in 12:21 Minuten entscheidend. Sieger der M i 11 e l g e w i ch t s k l a s s e wurde der Franzose P o i l v e durch entscheidenden Sieg über den Amerikaner Doliva, der damit auf den zweiten Platz zurückfiel. Lewis (Amerika) holte sich im Welter- Gewicht durch Sieg über Angst (Schweiz) nach 6 Minuten die höchste olympische Auszeichnung. Auf dem zweiten Platz landete der Schwede Andersson. Der Deutsche Siebert verlor im Halb schwer- gewicht gegen den starken Esten Neo glatt mit 3:0 Punkten, blieb aber doch noch auf dem dritten Platz und errang sich so eine bronzene Medaille. Sieger dieser Klasse wurde der Schwede Fridell, der den Estländer Neo mit 3:0 besiegte. Den letzten Kampf im Schwergewicht gewann Palusalu (Estland) mit 3:0 Punkten gegen Nystroem (Finnland) und wurde dadurch Olympia- Sieger. Der starke Tscheche Klapuch gelangte damit in den Besitz der Silbermedaille, während Nystroem auf den dritten Platz zurückfiel. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 Italiens Sieg im Mnnschasts-Aoreiisechien. Unerbittlicher Kampf. In einem selten erbitterten, in der Geschichte des Olympischen Fechtturniers bisher noch nicht dagewesenen Kampf stritten am Dienstagabend im Kuppelsaal der Reichsakademie für Leibesübungen Italien und Frankreich um den Olympia- sieg im Florett-Mannschaftsfechten. Beim Stande von 9:4 wurde das Treffen wegen der Aussichtslosigkeit eines französischen Sieges zugunsten Italiens abgebrochen. Die Italiener waren gleich beim ersten Gefecht dieses Entscheidungskampfes in Führung gegangen. Trotz aller Anstrengungen und allen Einsatzes gelang es den Franzosen nicht, diesen Dorsprung aufzuholen. Im letzten und entscheidenden Gefecht — der Gesamtkampf stand 8:4 für Italien — standen sich Bocchino und Gardere gegenüber. Don den unerhörten Nervenanstrengungen ermüdet, wollte der Italiener schon aufgeben. Bei 4:4 gelang ihm aber dann doch noch der Treffer, der sein Gefecht und damit den ganzen Kampf zugunsten Italiens entschied. Deutschland vor Oesterreich. Der Kampf zwischen Deutschland und Oesterreich um den dritten Platz war nicht weniger aufregend. Deutschland hatte gegen Italien seine zwei besten Fechter geschont, trat dafür aber im entscheidenden Gang gegen Oesterreich in stärkster Besetzung an. Sasmir, Serben, Heim unb Eisenecker siegten mit 9:5, da nach dem neunten Punkt für Deutschland die Oesterreicher den aussichtslos gewordenen Kampf aufgaben. Unsere Mannschaft erkämpfte sich damit die Bronze- Medaille, die erste olympische Medaille überhaupt, die deutsche Fechter in einem olympischen Mannschaftstumpf gewonnen haben. Der beste Erste Segeiweiibewerbe in Kiel. Die Segel-Wettbewerbe der Olympischen Spiele begannen am Dienstag mit den Rennen der Olympia-Jollen. Sturm und Regen herrschten am Morgen auf der Kieler Förde. Die Leitung sah sich daher gezwungen, den Start auf 12,05 Uhr zu verschieben. Bis auf das spanische Boot waren sämtliche 25 gemeldeten Nationen vertreten. Das Rennen der Olympia-Einheitsjollen. Bereits auf der ersten Kreuzstrecke zog sich das Feld weit auseinander. So bildete sich eine Spitzengruppe, bestehend aus den Deutschen Krogmann, dem Holländer Kagchelland, dem Engländer Scott, dem Chilenen Wichmann-Harbeck unb bem Finnen Nyman. Auf ber zweiten Runbe klärte es etwas auf, boch hielt ber Südwestwinb mit unverminber- ter Stärke an. Die britte Runbe begann bei burch- drechenbem Sonnenschein immer noch ber Deutsche Krogmann mit klarer Führung 28 Sekunben vor unserer Fechter war in diesem Treffen Erwin Casmir mit vier Siegen. Serben erkämpfte drei Siege, Heim unb Eisenecker je einen Sieg. Bei den Oesterreichern holten Schönbaumfeld zwei Siege, Sudrich einen Sieg, Sofert und Baylon ebenfalls je einen Sieg. Oie Florett-Vorrunde der Frauen. Während die Männer im Kuppelsaal die Mannschafts-Florettkämpfe fortsetzten, fanden in der benachbarten Turnhalle des Sportforums auf vier Bahnen die Dorkämpfe der Fechterinnen statt. Es wurde in sechs Gruppen gestritten und erfreulicherweise konnten alle drei deutschen Teilnehmerinnen sich die Zwischenrunde erkämpfen. Besondere Hochachtung verdient die Seistung unserer Altmeisterin Oelkers, die trotz einer Verletzung am Start erschien und durch ihren vierten Platz in der dritten Gruppe eine Runde weiter kam. Ungeschlagen beendeten die Deutsche Meisterin Hedwig Haß und Helene Mayer die Vorkämpfe. Gleichfalls ohne Niederlage ging die Olympiasiegerin von Sos Angeles, Ellen Preis, und die zweite Oester- reicherin Fr. W e n i s ch hervor. An der Spitze der ersten Gruppe steht mit nur einer Niederlage die Ungarin Hona Elek-Schacherer. Deutschlands Fechterinnen weiter dabei. In den vier Gruppen der Zwischenrunde kämpften 24 Fechterinnen um den Aufstieg in die Vorendrunde. Dabei war die erfreuliche Tatsache zu verzeichnen, daß alle deutschen Fechterinnen die Vorendrunde erreichten, und zwar H. Mayer und H. Haß ohne Derlustgefechte, Frau Oelkers knapp mit drei Siegen, da ihr eine Verletzung noch zu schaffen machte. Kagchelland, dieser 21 Sek. vor Wichmann-Harbeck und 26 Sek. vor Scott, der wieder 39 Sekunden vor dem gut aufgekommenen Christensen lag. Auf der ersten Runde gab ber Vertreter Estlanbs Holst auf. Der Belgier van ben Abeole kenterte auf ber zweiten Runbe. Ueberraschenb gelang es auf ber letzten Kreuzstrecke bem Englänber Scott, ben Deutschen Krogmann auszusegeln unb 17 Sek. vor bie- sem bas Ziel zu passieren. Zwei schwedische Siege in kiel. Kurz vor dem Start auf der Außenjörbe setzten besonders starke Böen bis zu 16 Sekundenmeter unb mehr ein, so daß bas Segeln zu einer wahren Seemannsprobe würbe. Sämtliche Boote waren pünktlich zur Stelle unb zwar in ber 8-m-k-Klasse 10 Jachten, in ber 6-m-k-Klasse alle gemelbeten 12, in ber Starklasse ebenfalls 12. In ber 8-m-k-Klasse setzte sich das schwe- Unbekannte Fracht. Roman von Frank F.vraun 6. Fortsetzung. Nachbruck verboten! „Ich habe wenig Geld, John. Wir sitzen hier herum. Du sagst, ein anderes Schiff bekommen wir nicht. Ich fiele dir bald zur Saft und deine Frau würde ungemütlich werden. Man soll eine Freundschaft nicht allzu sehr auf die Probe stellen. Wenn es nach mir ginge, ich nähme an. John." Schnakenbeck stieß einen Seufzer aus. „Du weißt nicht, wohin du gerätst, Junge", sagte er schwermütig. „Manchmal ist es die Hölle auf Erden. Und es gibt lange Zeit kein Zurück!" „Wir sind zwei, John, wir werden durchkommen. „Dann ist das abgemacht", sagte John Schnakenbeck kurz. Er drehte sich um. „Wir nehmen an, Meßlec", rief er lauter als nötig war. Vielleicht wollte er eine letzte innere Warnung übertönen. „Wie steht es mit dem Reisegeld bis Cuxhaven. „Sie werden doch die paar Mark haben, meine Herren!" „Sie werden uns die paar Mark lieber geben, Metzler", höhnte Schnakenbeck, den Alten im Tonfall nachahmend. Metzler stand auf. Plötzlich überkam ihn Geschäftigkeit. Er holte Papiere, Verträge, Formulare. Hier eine Unterschrift, dort noch einmal. Dann Oie Quittung über das Fahrgeld nach Cuxhaven. — Sie tarnen nicht viel zum Sefen ber Papiere, die sie unterzeichneten. Das war nicht gut; aber jie batten sowieso in ben langen Schachtelsätzen nicht viel entdecken können. Die Fallstricke waren gut versteckt. „Sie müssen gleich fahren, meine Herren »forderte Metzler, unb er zählte bas Gelb auf Den Tisch. 3 Kapitel. Es roch nach Gemüse, Obst unb frifjer (frbe. Der Bauer hatte ben Wagen für bte Stabt für ben Markt ooUgelaben. Zuunterst bie frischen Kartoffeln rochen nach aufgebrochenen Ackerschollen. Antje Oelkens ftanb bei ben Pferben. Der Knecht Johann brachte aus bem Haus ihren Schuehkorb. Sie hatte ben Mann barum gebeten, benn ber Korb war schwer; er enthielt alle ihre Habseligkeiten, Dinge, bie sich im Saufe ber Jahre bei ihr angesammelt hatten unb bie sie nicht im Stich lassen wollte. Sie trug ihr bestes Kleibungsstück auf bem Körper; es war eine Art blaues Kostüm, bas un- mobern geworben war, aber ihr — von ber mv- bifchen Seite abgesehen — gut ftanb. Auch um bies gute, einzige Stück zu schonen, hatte sie ben Johann um bie Gefälligkeit gebeten, ihr ben Korb zu besorgen. Der Bauer sah schon auf bem Bock. Er machte immer noch ein wütenbes Gesicht. Es paßte ihm gar nicht, baß bie Antje ging. Wer hatte sie eigentlich so aufsässig gemacht? Dieser Rubolf Terbrügge etwa? Der alte Terbrügge hatte bieser Tage verkauft unb war in bie Stabt gezogen, nach Hannover. Reist die Antje vielleicht dem Rudolf nach? Er zog eine Fratze. Dann kam sie sicherlich bald wieder. Denn er hatte erfahren, daß Rudolf Terbrügge nicht mehr bei seinem Vater war. Wo ber Junge steckte, wußte niemanb zu sagen. Auf Ter- brügges Hof machten sich schon frembe Seute bereit, ortsfrembe Arbeiter, von Ingenieuren geführt. Der Pferbeberger hatte wieber einen Bauern zur Strecke gebracht. Er knallte grimmig mit ber Peitsche. Die beiben Falben traten an, aber er hielt sie erst noch einmal zurück. Die Antje mußte mit. „Steig auf, ber Schließkorb ist verstaut", sagte er nicht gerabe freünblich. Aber Antje hatte härtere, böse Worte in bieten Tagen von ihm zu hären gekriegt, so störte bie[e barsche Aufsorberung sie nicht mehr. Der Knecht Johann gab ihr bie Hanb „Mach es gut, Antje", sagte er wortkarg unb nickte, eie hielt einen Augenblick bie schwieligen Finger in ihrer Hanb, bann stieg sie zu bem Bauern auf ben Bock. Der Bauer schnalzte mit ber Zunge. „Huh Die beiben Falben zogen an. Der Wagen rollte schwerfällig aus bem Hof. Antje sah sich noch einmal um. Dies war em Abschieb. Sie wußte es. Aber es tat nicht weh. Der Hof war nie unb in keiner Stunbe eine Heimat für sie gewesen. Das Gnabenbrot hatte bitter geschmeckt unb salzig von Tränen. Sie atmete her auf. Dec Bauer sah sie von ber Seite an. War bas ein Seufzer gewesen? Wie war er zu verstehen, Erleichterung ober Bebauern? Er würbe aus der Antje nicht mehr klug. Bruderkind, dachte er Der« bittert, fremdes Kind. Sie schwiegen. Die schweren Pferdehufe dröhnten gleichmäßigen Takt auf der Sandstraße. Der Boden war überall moorig und gab dumpfen Ton, auch wenn er gestampft war unb Sandstraße hieß. Don den Feldern zur Rechten stiegen Schwärme von Nebelkrähen mit mißtönendem kreischenden Geschrei auf. Es war noch sehr früh am Morgen; dieses erste Gefährt erschreckte sie. Später, wenn die Wagen regelmäßig fuhren, würden sie nur mißtrauisch zur Straße hinüberäugen und den Acker weiter absuchen, ohne aufzufliegen. Es war eine sehr sonderbare Fahrt. Sie dauerte Stunden, aber die beiden Menschen hinter den Pferden sprachen kein Wort miteinander. Gleich hinter der Brücke über den Mittellandkanal bat Antje den Bauern, anzuhalten. Sie wollte eine Straßenbahn nehmen. Er sah sie an. „Wohin willst du denn überhaupt?" fragte er. „Zum Bahnhof", antwortete sie ebenso knapp. Er riß die Augen auf. „Zum Bahnhof.. .?* Eine kurze Weile dachte er nach. Dann schien ihm die Frage berechtigt: „Also willst du nicht in der Stadt bleiben?" „In dieser Stadt nicht, nein." Er verfolgte seine eigene Idee. „Hinrich Terbrügge" hob er an, „wohnt in der..." „Ich will nicht zu Hinrich Terbrügge." „So, nun, ich dachte nur, er weiß heute vielleicht schon, wo sein Sohn eigentlich steckt , meinte er lauernd. Sie schwieg. Uebergangslos meinte sie bann- „Ich habe etwas Gelb, beine Geschenke habe ich mir gespart. Ich will nach Berlin." Nach Berlin...", ihm blieb bie Zunge stehen. „Unb in Berlin, was willst bu bort anfangen?" „Arbeiten." „Arbeiten konntest bu bei mir/ Darauf antwortete sie nichts. „Also bann lebe wohl, Antje." Er hielt ihr bie Hanb hin. Sie brückte stumm diese Finger; Dann stieg sie ab. „Hüh...", sagte der Bauer. Die Falben zogen an. Als Der Wagen schon rollte, Jagte Antje halblaut: „Und Dank auch für alles Es war nicht gewiß, ob ber Bauer sie verstauben hatte; er sah sich nicht nach ihr um. Mit zusammenge. bissenen Zähnen saß er auf bem Bock, Zugel unb Das Jahr der Blumen. Oie Pflanzenwelt im August. „Ernting" ist der deutsche Name des August und in der Tat er ist der Erntemonat. Am Schlüsse unserer vorigen Betrachtung sagten wir: die Zeit des Wachsens und Blühens ist vorbei, es ist die Zeit des Reifens und der Ernte — Nun i[t die Ernte zwar nur ein vom Menschen in die Natur hereingebrachtes Ereignis, der Höhepunkt des Jahres für den Bauern, aber doch kennzeichnet die Erntezeit auch einen natürlichen Abschnitt in der Pflanzenentwicklung. Das Größen- und Längenwachstum und das Blühen haben im Wesentlichen aufgehört, es kommt nichts Neues mehr dazu; die Arbeit der Pflanze gilt dem Reifen der Samen — der Früchte, Beeren, Körner und Nüsse — und ihrer Verbreitung. Das ist der Hochsommer. Augenfällig wirkt sich das im Landschaftsbild aus. Zwar bemerkten wir schon im Juli einen gewissen Stillstand in der Entwicklung der Pflanzenwelt, aber es blühten doch noch überall so viel Blumen auf, daß wir wieder nur eine verhältnismäßig kleine Auswahl nennen konnten. Doch jetzt wird es anderes. Wer könnte ohne Besinnen ein halbes Dutzend Blumen nennen, die jetzt erst im Laufe des August mit ihrer Blüte beginnen? Denn was wir hier überall blühen sehen, sind zum größten Teil die Sommerblumen schlechthin; Blumen, die im Juli und August blühen, und noch sehr viele, die im Juni begannen; manche „Dauerblüher" stehen dazwischen, die seit April, ja seit März immer neue Blüten treiben, wie etwa die Vogelmiere. Man könnte also eine recht stattliche Zahl von Pflanzen nennen, die jetzt Blüten tragen, aber trotzdem fällt uns das nicht so recht auf und erfreut uns nicht mehr so wie im Frühjahr oder Vorsommer. Einmal verdeckt das vsel dunkler gewordene Laubwerk vieles dem ersten Blick, dann schwand manchen Blüten die Frische und Leuchtkraft im Laufe des Sommers mit feiner sengenden Sonne und anderen Witterungseinflüssen und dann herrscht noch aus einem anderen Grund bald eine gewisse Eintönigkeit in der Landschaft, besonders auf Wiesen, trockenen Gras- und Schuttplätzen. Es gibt zu viele Pflanzen dort, die sich sehr ähnlich sehen, die nur der Kenner auseinanderzuhalten vermag und oft auch nur nach vorheriger Bestimmung. Der Sommer ist die Zeit der Kompositten — Korbblütler und der Umbellife- ren — Doldengewächse, der Disteln und anderer Gruppen mit vielen, aber nicht augenfällig unterscheidbaren Arten. Es sei nur an das Nebeneinander der weißen Dolden von Bärenklau, Gemeiner Möhre, Sichelmöhre, Kerbel und Hundspetersilie und der vielen Gewürz- und Küchenkräuter erinnert. Doch wenden wir uns nun den eigentlichen Augustblumen zu. Der Uebergang vom Juli zum August ist bei vielen Pflanzen sehr fließend und so werden wir wohl in manchen Gegenden jetzt erst Pflanzen beim Aufblühen antreffen, die schon im Juli genannt waren. Es liegt an dem sonderbaren Wetter dieses Sommers, wenn sich manche Blumen nicht an ihre phänologischen „mittleren Daten" halten. Wir wollen und können sie hier nicht berücksichtigen. Sehen wir uns am Wegrand um, an Hecken und auch an Schuttplätzen, so finden wir vor allem eine überall bekannte, aber wenig beachtete Pflanze, den gemeinen Bei fuß (Artemisia vulgaris). Auf hohem, verzweigtem, ost braunrotangelaufenem Stengel sitzen in langen, traubigen Rispen viele, kleine filzige Blütenköpfchen mit gelben ober rotbraunen Kronen. Eine andere unscheinbare, aber unliebsam sich Darstellende Pflanze gedeiht hier ebenso wie im Buschwerk und im Walde die große Brennessel (Urtica dioica). Sie erscheint mit ihren grünlichen, zweihäusigen Blüten an hängenden Rispen etwas später als die einhäusige kleine Brennessel (Urtica urens). Ein zierliches Ackerunkraut ist das schmalblättrige Mauer-Gipskraut (Gypsophila muralis). Jedes Aestchen trägt nur eine der nelkenartigen, rosa, dunkelrotgeaderten Blüten. Auf feuchten, sandigen kalkarmen Aeckern ist es nicht selten. — Neberall in Wäldern, sonnigen Abhängen ober feuchtem Uferaebüsch erscheinen bie goldgelben Blüten ber Goloruten. Kleine Köpfe aus kleinen, gelben Strahlblüten bilben bie aufrechte, mitunter zusammengesetzte Traube, die sich auf ihrem hohen Stengel mit den elliptischen, gesägten Blättern gut neben den früheren gelben Habichts- und Johanniskräutern ausnimmt. Es ist nicht nur die gemeine Goldrute (Solidago virga aurea), sondern auch drei verwilderte, nvrdamerikanische Verwandte, wie die spätblühende Goldrute (S. sero- tina). die hier prächtig gedeihen. Das wären die Pflanzen eigentlich schon alle, die als Neulinge im Wald, auf dem Acker und den Wegen und ähnlichen Orten zu den „Alten" dazukommen. Von der Wiese und den Weiden ist überhaupt keine zu melden, denn die Herbstzeitlose wollen wir erst im September erwarten. Aber wir können es ähnlich wie im Frühjahr machen und nehmen die vielen Pilze dazu, die besonders tm Wald in großen Massen als einfarbige unscheinbare ober farbenprächtige Flecken die Umgebung aufheitern. Auch einige Farne blühen jetzt: der Wurmfarn (Aspidium filix mas), der Tüpfelfarn (Polypodium vulgare) und der Adlerfarn (Pteridium aquilinum). Farbe bringen auch bie vielen Früchte unb Beeren der verschiedenen Bäume und Sträucher in den Wald, unb als letztes Holzgewächs blüht mit gellichgrünen Dol- ben ber allbekannte Efeu (Hedera helix). Dieser Hinweis auf Pflanzen, die keine Sommerblumen find, soll aber nicht den Anschein erwecken, als ob es sonst gar keine neuen Blüten in dem vollen, üppigen Strauß der Sommerblumen gäbe. Wir hatten bloß noch nicht alle Standorte betrachtet. In den Gärten beginnen zum Beispiel dieAstern ihre schönen, in vielen Arten unb Farben kultivierten Blüten zu entfalten. Von ihnen finden wir im Freien die goldgelbe Goldhaar-Aster (Aster linosyris) unb zwar auf sonnigen, sehr steinigen Hügeln und Kalkhängen. Ebenfalls auf sonnigen Felsen unb in lichten Wälbern versammelt sich in Scharen die Berg- ober Herb st a st er (Aster amellus), beren blauviolette, golbgelbe Körbchenblüten aus unseren Gärten bekannt finb. Damit finb wir auf ein Degetationsgebiet aufmerksam geworben, bas uns im Anfang des Jahres fast gar nichts bat und das auch meistens schwer zugänglich ist. Aber jetzt im Hochsommer lohnt es sich, auf felsige Hänge und steinige Bergwiesen hinaufzuklettern. Dort stehen der violette, selten gelbe ober weiße Deutsche Enzian (Gentiana germanica), ber Gefranste Enzian (G. ciliata) mit feiner großen, blauen Krone ober ber Schwalbenwurz-Enzian (G. asclepiadea) unb bie eigenartige Wetterbistel (Carlina acaulis). Dicht über bem Boden leuchtet ihr großer Kopf mit der gelben Blütenscheibe unb der silberweißen Blütenhülle über der tief fiederspaltigen, dornigen Blattrosette. Auch als Zierpflanze weit verbreitet ist die Große Sebe ober Fetthenne (Sedum maximum) mit ihrer grünlich-gelben Doldenrispe und den fleischigen, eiförmigen Blättern. An kultivierten Pflanzen könnten wir wohl nach mehr finden, aber eigentlich wollten wir uns auf die freilebenden, wilden Blumen in diesen Betrachtungen beschränken. Eine Gartenpflanze, eine ausländische, die aber auch zuweilen verwildert zu finden ist, soll noch genannt werden, weil ihre weithinleuchteüde, gelbe Blütenscheibe geradezu ein Wahrzeichen des sommerlichen Gartens ist: die Sonnenblume. Die Knollige Sonnenblume ober Topinambur (Helianthus tuberosus) hat, abgesehen von anberen kleineren Unterschieden, einen Blütenkopf von 3 bis 7 Zentimeter Durchmesser, während die etwas früher blühende Einjährige Sonnenblume (H. annuus) 40 Zentimeter erreichen kann. — Es wäre nicht recht, wenn wir mit einer Gartenpflanze, auch noch einer fremden, schließen würden ... es fehlt uns noch die wichtigste, bezeich- NLndste Augustpflanze, nämlich das Heidekraut, und zwar beide Arten. Auf torfige, feuchte Heiden und moorige Waldstetten beschränkt sich die Mooroder Glockenheide (Erica tetralix), deren rosenrote, manchmal sogar weiße Blütenglocken von quirlständigbeblätterten' Stengeln herabnicken. Viel weiter verbreitet ist das Heidekraut (Calluna vulgaris). Das dunkelbraune, biegsame, fast unzerreißbare Stengel- und Astwerk mit den enganeinanber- gedrückten, lineal-lanzettlichen Blättchen bildet in seinem eigentlichen Stanbort unentwirrbare Dickichte von einem halben bis zu einem ganzen Meter Höhe. Jetzt von August an schmückt sich biefe unscheinbare, rauhe Pflanze mit ben lockeren Trauen kleiner, glockiger Blütchen aus blasser, rosenroter Krone unb längerem roten Kelch. — An allen trockenen Stand- orten, in Wälbern, besonbers in Kiefernwäldern, an Abhängen, Wegrändern und Eisenbahndämmen oder an feuchten, aber saueren Stellen, also Hochmooren und Heidesümpfen und anderen vegetationsarmen Orten kommt die Heide dank ihrer Gemeinschaft mit einem Bodenpilz vor. Da, wo sie unübersehbare Strecken dicht besiedelt — in der Heide — findet das Heidekraut seine schönste und ureigene Gestalt und die Heidelandschaft ihrerseits durch seine Blüte ihre strenge, hochsommerliche Schönheit. Walter Neurath. Kunff und MNenschast. Geheimrat Pfeilschifter f* Im Alter von 66 Jahren starb in München Geheimer Hofrat Dr. theol. Georg Pfeilschifter, Uni- oersitätsprofessor für Kirchengeschichte an der Universität München. Pfeilschifter ließ sich im Jahre 1900 als Prioatdozent für Kirchengeschichte in München nieder, wurde noch im gleichen Jahre Professor am Lyzeum in Freising. In München hatte er 1922/23 das Amt des Rektors inne. Pfeil- schifter, der am 1. Oktober 1935 wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand trat, war Ehrenpräsident ber Deutschen Aka- b e m i e, Mitglieb ber bayerischen Akabemie ber Wissenschaften, ber babischen unb bayerischen historischen Kommission. Der letzte Sohn Freiligraths f. Im Altervon 88 Jahren starb in Külz bei Simmern ber letzte Sohn des Dichters Ferbinand Freiligrath. Der Verstorbene hat ben größten Teil seines Lebens bei Freunben seines Vaters in einem Försterhaus im Hunsrück verbracht. Neuerscheinung: Das Neichsnaiurschutzgesetz vom 26. Juni 1935 nebst Durchführungsverordnung vom 31.10.35 mit ausführlichen Erläuterungen von Professor Dr.W.Weber und Professor Dr.W.Schoenichen o. ö. Professor der Rechte u. Referent im Reichs- u Preußischen Ministerium für Wissenschaft,Erziehung u.DoIksbilüung Direktor der staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen 160 Seiten, in Leinen gebunden NM. 3.60. — Dieser ausführliche Kommentar des neuen bedeutungsvollen Reichsnaturschuhgesehcs aus der Feder der besten Sachkenner, aufgebaut nach nationalsozialistischen Grundsätzen, wird in besonderem Maße berufen sein, die Auswirkungen dieses Gesetzes jedem verständlich nahezu- bringen, dem die Sicherung deutscher Naturschönheit nicht nur von Berufs oder Amts wegen anvertraut, sondern dem sie auch wirklich Herzensangelegenheit ist.— Heimatpflege und Heimatschuh sind vornehmste Pflicht jedes verantwortungsbewußten Volksgenossen. Das ganze deutsche Volk muß erkennen, daß Naturschutz Dienst an Volk und Vaterland bedeutet. 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TAGESORDNUNG: Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 1935, Vorlage des Jahr sabschlusses (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung). Bericht des Aufsichtsrates. Genehmigung des Geschäftsberichtes und des Jahresabschlusses. Verteilung des Reingewinnes. Entlastung des Vorstandes. Reste und Abschnitte in Gardinen - und Dekorations- stoffen zu wirklich kleinen Preisen Bangenossenschaft 1894 e. G. m. b H., Giefeen Am Samstag, 15. August, abends S1/« Uhr, findet im Gasthaus „Zur Stadt Wetzlar** (Ecke Ludwigstraße-Riegelpfad) unsere ordentliche Jabres-HauDtversamniliint statt, zu der unsere Genossenschafts-Mitglieder freundlichst einyeladen sind. Gebr. Seelbach Gießen — Seltersweg Nr. 2 0 4885A IAb heute Mittwoch Ein Abenteurerfilm von Weltbedeutung I in deutscher Fassung: I Gold nach | ISingapore Tollkühne Piraten ■ und die Liebe einer schönen Frau I Publikum und Presse sind begeistert: Ein flotter Amerikaner, der auch bei uns I einen großen Freundeskreis geschaffen hat. Beifall auf der ganzen Linie. Völk.Beobachter. ■ Tempo u. Spannung in seiner Bildfolge... ■ ... mit erfrischender Naivität gemacht. — Fesselnd in jeder Einzelheit.... Berliner Börsenzeitung. ■ In den Hauptrollen erstklassige Darsteller: I Jean Harlow, Ciark Gable, Wallace Beery I Gates Beiprogramm 4876a Üfa-Ton-Woche I ZnTSc“7® k, RESTE 4878 A DerVerkauf beginnt Donnerstag, 6. Aug. Gießen Schulstr. 4 Rest-Abschnitte, Rest-Paare und Rest-Stücke die sich während der Saison angesammelt haben Die Leitung der chirurgischen Abteilung unseres Evangelischen Schwesternhauses hat Herr Dr. A. GLAHN übernommen. 4884D Allgemeiner Verein für Armen- und Krankenpflege Gießen Donnerstag, den 6.Aug., nachm. 2 Uhr, versteuere ich dahier an Ort u.Stette (Bekannt« abe erfolgt im Bersteigerunaslokal, Neuenweg 28, dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 4891D O Kktrische Kühl', 2 Bücher- und 2 Warenschranke, 1 Sofa, 7 Sessel, 1 Chaiselongue, 1 Grammophon, 3 Särge, 2 Klaviere, 1 Ladenkasse, 1 Kasienschrank, 1 Büfett, 1 Vitrine, 1 Rauchtisch, 1 Aktenrollschrank, 1 Vertiko, 3 Schreibmaschinen, 3 -trsche,1 Personenwagen, 10 Autoreifen, versch. Kannen Autovutz- mittel ufro., 400 Stahlschaufeln, Thermos- u. Wärmeflaschen, Mantelkessel, Waschmaschinen, Zug- u Kuhketten, Bohrknarren, Sensen, Dezimalwaage, Koch- und Milch- tövfe,Milchkannen, Schrubber Na- !,elbürsten, Kohlenkasten, Wand- choner, Löffelbleche, Kartons Betecke, Servierbretter, Konservendosen, Ofenringe, Mov u. Mov- stiele, Besen, Bügeleisen u. a. m. Moll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstr.33I. Telephon 3239. falsch Roles taz Fraoenverein lor Deolscbe ober See Auf Wunsch des Führers wurde derReichskolonialbund gegründet, der alle im kolonialen Interesse arbeitenden Verbände umfaßt. Dadurch sind alle unsere Mitglieder in den Reichskolonialbund übernommen und zwar auf Grund unserer Arbeit in seine karitative Abteilung. [w7d] Die Vorsitzende Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige 1 Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nützen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache i sie Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist die billigste I Brühl’sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Die llb-volLswotilfatirt ftihrfmöoeJeft-Dom Ho.ftuguft- Wb eine Nachwevtmug von 6aff-luMegesteltea fite Dos fieholuiigswßrt das Doutfdjßn Holte und fite öte kkteovstmöooe- Wckung durch. 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M «I m« byN «"he erfn ?en-, ohne | ‘taöer "'•inen Ol »re $16, Al/nd 0, Syrern § °het d 7 b°°°rz bi, S5I bah t W Mej »' L'K ’Ä Nr. 181 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 5. August 1936 Aus dem Reiche der Krau. Sommerliches Kinder Abendesten Die Abendmahlzeit für die kleinen und größeren Kinder muß gerade im Sommer nahrhaft und leicht fein. In der Zeit des frischen Obstes wird die Hausfrau verschiedene Speisen erfinden, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gesund und wohlschmeckend find. Haferbrei mit Fruchtschnee. Aus Haferflocken wird ein Brei gekocht, mit Milch verrührt, ein wenig gesüßt. Dann wird aus Kirschen oder Erdbeeren em Mus bereitet, Zucker kommt hinzu. Das Ganze wird mit dem Schaumbesen gut durcheinandergerührt. Eine Schnitte Vollkornbrot mit Butter ergänzt ein Abendessen. Nudeln mit Früchten. Die Nudeln werden in Salzwasser gekocht, abgetropft, mit etwas Butter vermengt. Schokoladenpulver wird daruntergerührt, ein wenig Zimt, der für die Verdauung sorgt, dazugegeben. Erdbeeren — gewaschen, getrocknet, gezuckert zieren die Speise und machen sie wohlschmeckend. Makkaroni mit Weißkäse in der Form. Makkaroni zerkleinern, kochen, abtropfen. Dann kommen sie in eine feuerfeste Form. Weißer Käse wird mit Milch, ein wenig Salz und Zucker gerührt. Dann eine Schicht weißen Käse auf die Makkaroni geben. Alsdann wieder Makkaroni, wieder Weißkäse. Zehn Minuten die Speise im Ofen backen. Grießbrei mit Kirschen. Grieß wird in Milch mit einem Zusatz von Zucker gekocht, in die Form geschüttet, umgestülpt, mit Zucker und Zimt bestreut. Dazu kommen gedünstete Kirschen als Beilage. Kartoffelspeise mit Salat. Dafür verwendet man Kartoffeln, die vom Mittag übrig« geblieben find, und gibt einen Rest Bratentunke dazu. Die Kartoffeln werden in Scheiben geschnitten, in die Form gegeben, die Bratentunke darunter mischen und im Ofen zehn Minuten dünsten. Als Beilage Blatt- oder Gurkensalat. Die Zusammenstellung dieser Speisen ist daher so wesentlich, weil die Gerichte sämtliche Aufbaustoffe enthalten, die der Organismus des Kindes benötigt. Schü. Krokantspeise. Zwei Eßlöffel Bienenhonig werden mit 25 Gramm geriebener Schokolade und Linern Teelöffel Kakao verrührt. Ein Eßlöffel Butter, ein Eßlöffel Zucker, ein Viertelpfund feingeschnittene Mandeln oder Erdnußkerne werden miteinander geröstet und bis lauwarm abgekühlt. In einhalb Liter fertige Schlagsahne rühre man den mit Schokolade und Kakao gemischten Honig, zum Schluß die gerösteten Mandeln. Don Vanillen- puloer hat man ein halbes Liter Speise gekocht, ine man fast kalt gut mit der fertigen Sahnenspeise vermischt. Kalt anrichten. Auch im Garten ungezogen. Wenn die Hausfrau früher in der Küche oder im Garten tätig war, dann ließ sie sich nicht gern vor ihrem Mann fehen. Es ist unergründlich^ warum maN Küchenschürzen einst so abscheulich häßlich anfertigte, aber man tat es. Heute hat die Frau einen kleidsamen weißen Leinenkittel an, den sie schnell in einen Waschzuber steckt und selbst ohne Mühe plättet. Ein noch dunkleres Kapitel war die Gartenarbeit. Man suchte das Aelteste heraus, was sich im Kleiderschrank sand und lief in reichlich erfundenen Auszügen herum, denn: im Garten macht man ja alles kaput. Inzwischen hat die Wissenschaft jene farbechten herrlich waschbaren Stosse erfunden, die wir stundenlang kochen können, ohne daß sie auch nur etwas ausbleichen, uno damit fand die Mode ein neues Gebiet: Garten- Diefe Gartenkleider haben den Vorteil, daß wir in ihnen angezogen sind und daß vor allen Dingen unsere Männer uns mit Vergnügen m ihnen sehen. Sie find aus farbechtem knitterfreiem, fast unzer- reißbarem Stoff, je nach unserer Waschlust aus hellem oder dunklen Grund bunt gemustert. In diesem Jahr bevorzugen wir Blümchen und Streifen. Die zweckentsprechende Machart strebt der Modelinie nach. Im Olympiajahr sind wir sportlich ge- halten. Der Rock hat eine glatte Lime, das Oberteil ist häufig hemdblusenartig, nut kurzen Vermein, spitzem Ausschnitt und kleinem Kragen^ Wollen wir die Gartenarbeit zu einem Lust- und Sonnenbad benützen, dann lassen wir uns em ärmelloses Kleid machen, dessen Oberteil fast wie e n Dreieckstuch wirkt. Es läßt vorn Arme und Schul- ter frei und schließt direkt am Hals ab, um einen unregelmäßig verbrannten Ausschnitt zu vermeiden. Den ' Rücken können wir ganz ^eilaßen und^das Tuch nur im Nacken nut einem ^sten Verschluß halten, ober wir schützen den ganzen Rucken gegen Sonnenbrand und lassen auch dieses Teil bis fast zu den Schultern laufen. ., ... . , Wichtig ist immer ein breiter weicher Gürtel aus Leder oder Seinen, in einer Farbe, die im Stoffmuster ebenfalls vertreten ist. Gr gibt dem einfachen Kleid die Linie. Sehr praktisch und schon Vernünftiges Spielzeug. Don Dagmar Köhler. In Filmen sieht man öfter unvernünftige Väter, die schon am ersten Lebenstag ihres Sprößlings in den Spielwarettladen stürzen, um ein Schaukelpferd zu kaufen. Mütter lächeln und denken: na ja, was versteht schon ein Mann von Kinderspiel- ze'ug. Und dann heben sie Baby den heruntergefal- lenen Teddybären auf und legen ihn in den Wagen. Soll denn das Baby mit einem Plüschtier spielen, das schon so oft auf den Fußboden fiel? Es ist ja unmöglich, so ein Tier zu waschen, genau so unmöglich, wie dem Baby zu verbieten, fein Lieblingsspielzeug in den Mund zu stecken. Das Kleinkind nimmt unwillkürlich alles in den Munb, angefangen beim Beißring oder dem Veilchenwurz, den unvernünftige Mütter in den Wagen hängen, damit das Baby die Milchzähne durchbeißt. Aber alles, was in den Mund gesteckt wird, muß auch sauber sein — vor allen Dingen das Kinderspielzeug! Nun sind wir in den letzten Jahren immer weitergekommen in bezug auf die Hygiene in der Kinderstube, und der Teddybär aus Plüsch ist dem waschbaren Stofftier gewichen. Auch die „ideale" Puppe, wie man sie sich für das Baby wünscht, die Puppe, die weich und schmiegsam ist, die man immer wieder im Wasser säubern kann, ist in den Spielwarenhandlungen aufmarschiert. Es gibt aber immer noch Mütter, die ihren Kindern das falsche Spielzeug geben. Dor allen Dingen müssen die Spielsachen dem kindlichen Geist angepaßt sein, dem Geist und auch den Körperkräften. Wenn Baby mit einem Stofftier spielen soll, dann darf dieses Tier nicht die körperlichen Kräfte des Kindes übersteigen, ein Riesenbär ist nur eine Last, der Foxterrier in Naturgröße ist dem Kind nur lästig! Das Kleine hat ja nur Spaß an den Dingen, wenn es richtig damit hantieren kann. Verlegungen an unsachgemäßem Spielzeug sind leider in der Kinderstube schon oft vorgekommen. Kinder, die in der Sandkiste spielten, haben die Blechformen mit dem scharfen Rand in den Mund gesteckt oder sich in den Fuß getreten. Schaufeln mit scharfen Blechbeschlägen wurden von den Kindern als „Waffen" benutzt und haben bösen Schaden angerichtet. Es ist unmöglich, daß die Mutter beim Spiel immer als Wächter hinter den Kindern steht, deshalb muß bei der Wahl des Spielzeuges darauf geachtet werden, daß die Kinder sich nicht verletzten können. Kleine Glaskugeln, Knöpfchen oder Tonmurmeln gehören nicht in ein Kinderzimmer, wo noch ein Kleinkind ist, das die Gegenstände in den Mund steckt. Jede Mutter muß deshalb besonders darauf achten, daß die größeren Geschwister den Kleineren nichts von ihrem Spielzeug in den Wagen legen. Eine Anklage wegen „fahrlässiger Tötung" wurde kürzlich erhoben, als ein unbeaufsichtigtes Kleinkind an die Schublade herankonnte, wo die Mut- ter ihre Nähnadeln aufgehoben hatte. Das Kind verschluckte ein Päcken Nähnadeln — und starb daran! Kinder sotten nicht mitKüchensachen herumsvielen? Ein Küchenmesser in Kinderhand, eine Fleischhack- majchine ufw hat schon viel Tränen verursacht. Unter Mutters Anleitung sollen die Kinder wohl im Haushalt helfen, aber von Anfang an müssen sie wissen, daß Haushaltungsgeräte nicht zum Spielen da sind, und daß man sie nur so verwendet, wie sie bestimmt sind. Richtiges Spielzeug für das Baby — das muß immer wieder verlangt werden. Besonders in der 3eit, in der das Kind zahnt, ist es wichtig, die Spiel- Wochen so auszuwählen, daß sie das Kind unbedenklich in den Mund stecken kann. Man muß sie immer waschen können, denn jedes Baby lutscht an seinen Sachen, und es ist ganz unmöglich, den hygienischen Forderungen der Kinderstube nachzu- kommen, wenn man Spielzeug verwendet, das nicht zu reinigen ist. Keine komplizierten Formen — ie einfacher die Spielsachen sind, desto besser, die Phantasie des Kindes ist so reich, daß es aus einem Holzklotzchen sich ein Königreich baut! etwas angezogener wirkt ein Kleid mit spitzem Ausschnitt, einer Faltpaprtie über den Schultern, die als kleines Aermelchen den geringsten Teil des Oberarmes bedeckt, mit vier ober fünf großen Knöpfen, vorn geschloffen und zwei breiten Quetschfalten am Rock. Rechts und links bringen wir zwei große Taschen an, und schon ist das Gartenkleid, der Strandanzug, das Arbeitskleid im Haushalt fertig. Stoffauswahl haben wir reichlich. Riponette, viele andere Kunstseiden und Musseline, Kretonns und Cloques stehen uns zur Verfügung. Mit drei bis vier Meter Stoff ist das Kleid schnell gezaubert und wir sind in jeder Hinsicht angezogen. Oas Ofenloch als Kühlschrank Nichts ist ärgerlicher, als wenn man abends die Entdeckung machen muß, daß die Milch sauer geworden ist. Es sollte einen dran erinnern, daß man Milch, wenn man sie nicht im Kühlschrank aufbewahren kann, im Sommer nur abgekocht aufheben sollte, denn selbst so ist ihre Haltbarkeit nur beschränkt. Auch Butter ist gegen Wärme empfindlich. Butter sollte man grundsätzlich nicht im Papier liegen lassen, sie schmilzt leicht und wird zu schnell abschmeckig. Wenn nicht anders möglich, sollte man sie wenigstens in einer Tonbutterdose mit Wasser- kühlung aufbewahren, damtt sie einigermaßen strich- fest bleibt. Ebenso sehr wie Butter und Milch leidet das Fleisch unter der Hitze. Fleisch muß sofort ausgepackt und auf eine Porzellanschüssel gelegt werben. Will man es erst am nächsten Tage verwenden, kocht oder brät man es zweckmäßiaerweise an, damit es nicht abschmeckia wird. Unmittelbar auf Eis darf man dagegen Fleisch nicht legen, da das Eis nicht keimfrei ist. Grundsätzlich sollte man im Som» mer nicht mehr einkaufen, als man bald verbraucht oder wirklich sicher gegen Verderb schützen kann, gleich, ob es sich um Milch, Fleisch, Obst oder Gemüse handelt. Wer es übrigens noch nicht probiert haben sollte, ein kühler, luftiger Aufbewahrungsort ist das O f e n l o ch. Es muß nur gründlich gesäubert werden. Dann kann man die Lebensrnittel, wenn sie mit Gazeglocken ober Zellophan geschützt sind, getrost hineinlegen, wo sie sich besser als in irgendeiner warmen Speisekammer halten. Was sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS M W ' VÄX Auch für die Sommerkleidung des Herrn hat sich L e i n e n in allen Webarten durckgesetzt. Wir zeigen nun heute eine einfache Jacke aus grobem, weißem Seinen und zwei Sporthemden zum Selbstschneidern. Die Jacke ist vollkommen ungefüttert, hat große aufgesetzte Taschen und breite Steppnähte. Der Rücken ist aus einem Stück geschnitten und wird in der Taille durch einen Gummizug lose zusammen- gehalten. Die Knöpfe sind aus weißer Steinnuß, sämtliche Knopflöcher werden mit Schräg st rei- f e n oerfäubert. Das kurzärmelige Sporthemd links hat den neuen doppelreihigen Westenver- fchluß, schmale Aermelaufschläge und breite Steppnähte. Das Hemd rechts mit den langen Aermeln hat die kurze Knopfleiste der Polohemden übernommen, feine Manschetten sind mit einer Spitze aufgesteppt. Die waschbare Leinenkravatte kann leicht in jeder frischen Farbe selbst hergestellt werden, ihre unteren Ränder werden ausgefranft. H. Frauen kämpfen um den olympischen Sieg Don Heinz (Kavalier Fünf leichtathlettfche Wettbewerbe finden bei den Olympischen Spielen für die Frauen statt. Die jüngste von allen wird wahrscheinlich die Zöpfchen tragende Grete Winkels aus Godesberg sein, die noch dabei ist, sich auf das Abitur vorzubereiten und später Chemikerin werden will. Sie ist bas Baby ber beutschen Frauenmannschaft, in ihrer Leistungsfähigkeit aber gar nicht babyhaft. Zu Beginn bes vergangenen Jahres kannte sie noch niemand. Sie schwamm über den Rhein und turnte und wurde dann ganz zufällig entdeckt. Nach einem knappen halben Jahr wußte sie, daß sie eine geborene Säuferin ist. Von 13,2 hat sie sich im Saufe weniger Monate auf 12,2 Sekunden verbessert, sie wurde in die Kernmannschaft ausgenommen und lief in diesem Jahre mit Krauß, Albus und Dollinger den großartigen Staffelweltrekord von 46,5 Sekunden. Ihre Zöpfe hat sie behalten, der Herr Papa will es so, und sie sieht sehr niedlich damit aus. Die Godesberger Bürger, denen ber Sport zum Teil noch eine zweifelhafte Angelegenheit zu sein scheint, waren zuerst entsetzt, als ihre Grete Winkels unter bie Seichtathletinnen ging; jetzt werben sie wahrscheinlich stolz auf sie sein. Nur wenig älter ist die Amerikanerin Helen Stephens, die auch eine Entdeckung des Jahres 1935 ist. Ihr Aufstieg ist allerdings noch phan» tasttscher. Denn in ihrem ersten Sauf schlug sie bereits die weltberühmte Stella Walsh alias Wala» siewicz. Dabei hatte sie sich eigentlich nie mit dem Sauf beschäftigt. Als Tochter eines Farmers war sie in der Nähe von Fulton, 100 Meilen von St. Souis, aufgewachsen. Sie half dem Vater bei der Arbeit, wenn sie nicht gerade in der Schule war, und wenn sie weder in Der Schule noch bei ber Sand arbeit war, bann spielte sie Baseball. Das ist bas Nationalspiel aller amerikanischen Kinder, unb wie bas auf dem Sande so ist, gab es keinen Sportplatz. Ein Notspielplatz wurde hergerichtet. Jungen und Mädchen spielten gemeinsam, Helen war allen im Sauf überlegen. Ein Trainer beobachtete sie eines Tages und so wurde sie entdeckt. Aber wir sagten schon, daß kein Sportplatz in ber Nähe war, und bis St. Souis waren es 100 englische Meilen. So lernte sie unter schwierigen Verhältnissen die Ansangsgründe des athletischen Saufs. Im März 1935 fanden bie amerikanischen Hallenmeisterschasten statt. Helen Stephens lief, siegte und fuhr wieder nach Hause, während bie Welt die Ohren spitzte. Sie war über Nacht eine Weltberühmtheit geworden, lief Weltrekorde, wie es ihr beliebte und hatte nur ein Seid: daß die geschlagene Gegnerin Stella Wala- siewicz verbreitete, sie hätte ihre Zeiten durch Fehlstarts erzielt. Stella W a l a s i e w i c z hat viel, sehr viel geleistet. Sie ist in Amerika, Europa und Asien gelaufen, 60 Meter, 100 Meter, 200 Meter, 400 Meter, wie es gerade gewünscht wurde, sie stellte Weltrekorde am laufenden Band auf und war Jahre hindurch das schnellste Mädel der Welt, nur einmal von der Deutschen Käte Krauß geschlagen, 1934 in Sondon bei den Frauenweltspielen, sowohl über 100 wie über 200 Meter. Man kann verstehen, daß sie sich nur schwer an den Gedanken gewöhnen kann, daß nun eine Jüngere kommt, die ihr einen Weltrekord nach dem anderen nimmt. Und dabei faßt sie ihren Sport viel ernster auf als die unbekümmerte Amerikanerin. Der Sauf ist Stella Walasiewiczs große Leidenschaft, der Sieg die Erfüllung ihres riesigen Ehrgeizes. Zwischen Arbeit und Sport bewegt sich ihr Seben, zwischen Amerika, ihrer Wahlheimat, und Europa, sie ist Polin, pendelt sie hin und her. Eine Einzelgängerin ist sie, lebt ihr eigenes Leben, bas eingestellt ist auf ben Sieg.. Als sie 1935 mit ihren Kamera- binnen zum Länderkampf Polen—Deutschland nach Dresden kam, sah man sie nur einmal abends in ihrer Gesellschaft. Den Tag verbrachte sie allein. Ein Gefühl großen Glücks hatte sie, als sie im vorigen Jahre an Käthe Krauß für die Londoner Niederlagen Revanche nehmen konnte. Diese Käthe Krauß hat sich ihre großen Leistungen schwer erarbeiten müssen. Sie ist nicht so jung zur Leichtathletik gekommen wie die meisten ihrer Kameradinnen und muß ihre Zeit überdies sehr sparsam verwalten. Sie ist Klavierlehrerin unb muß für ihre Mutter sorgen; deshalb muß sie zuerst an ihren Beruf benfen, an ihren Sport nur nebenbei. Gisela Mauermayer ist eine ber angenehmsten Erscheinungen auf bem Sportplatz. Deutscher Typ, fräftig gewachsen, ganz fraulich. Ein Möbel, bas ihre Aufgabe verdammt ernst nimmt und nur an Deutschland denkt. Eine große Könnerin, aber immer bescheiden. Der Beifall ber Zuschauer ist ihr fast peinlich. Don ber Notwendigkeit des Frauensports ist sie zutiefit überzeugt. Sie ist Studenttn. Hat klein begonnen und ist auf der Stufenleiter des Ruhms schnell heraufgeklettert. Erst war sie Fünskämpferin, dann wurde sie Diskuswerfe- r i n. Warf einen Weltrekord nach dem anderen. Gewann viel Ehre, blieb sich aber immer gleich. Sie ist deshalb ein Dorbild. Bei den Olympischen Spielen ist die Polin Jadwiga Weiß ihre große Gegnerin. Jadwiga Weiß war bie erste große Diskuswerferin ber Welt. Gisela Mauermayer löste sie ab. Fräulein Weiß würbe in ihrem Beruf schwer beansprucht; zum Training blieb ihr kaum Zeit. Darunter litten bie Leistungen. Man hat ihr sicherlich Erleichterungen verschafft, bamit sie sich zu ben Olympischen Spielen in Höchstform steigern konnte. Der Erfolg war großartig; jetzt hat sie schon über 46 Meter geworfen. Kellnerin von Beruf ist bie österreichische Speerwerferin Bauma. Sie ist erst 22 Jahre alt, aber schon eine Könnerin. Ein nettes Möbel ist ferner bie polnische Speerwerferin Kwasniewska, bie sich im Dorjahre beim beutsch-polnischen ßän- berkampf mit ihren beutschen Gegnerinnen so gut vertragen hat. Sie hat sich feitbem beständig verbessert, zuletzt über 43 Meter geworfen. So konnte man noch viel erzählen, von Elfriede K a u n unb Luise Krüger, von Tilly Fleischer und Marie Dollinger. Wo beginnen, wo aufhören? Die Leichtathlettnnen sind alles prächtige Menschen, gegenfeitig in Kameradschaft verbunden, unb bie Leistungen ber Spitzenkönnerinnen so groß, baß man aus beiben Grünben froh Darüber ist, sie auf ber Olympischen Kampfbahn zu sehen. gelegt Wirtschaft Noch viele Erholungsbedürftige warten auf einen Freiplah. Die NS.-Volkswohlfahrt wirbt erneut in der Zeit bis 10. August für das Erholungswerk des deutschen Volkes und die Kinderlandverschickung. Meldungen nimmt jede S.-Dienff ff eite entgegen. 31,75. Ilse Bergbau Stamm kamen nach längerer Pause mit 166,40 (169) wieder zur Notiz. Bon Elektroaktien waren Schuckert stark gedrückt auf 159,50 (163), Licht und Kraft und Siemens büßten 2 v.H., Gesfürel 1,50 o. H., RWE. 1 v. H. ein, AEG., Lähmeyer und Betula blieben behauptet. Bon Maschinenwerten gingen Muag 1,25 v. H., Rheinmetall-Borsig 1,65 v. Sy, Eßlinger 1 v. H. zurück, ferner verloren BMW. 2,25 v. H., Daimler 0,50 d. S). Am Zellstoffaktienmarkt ermäßigten sich Waldhof auf 153,75 (155,25), Aschaffenburger mit 124 (123,75) voll behauptet. Auf den übrigen Marktgebieten hielten sich die Rückgänge innerhalb zu können, und zwar den ersten Landwirtschaftlichen Gau-Fachberater des Gaues Hessen-Nassau und heutigen Hauptschriftleiter des „Frankfurter Volksblatts", SS.-Hauptsturmführer Gustav Staebe, den mit dem Freiheitskampf des hessen-naffauischen Bauerntums eng verbundenen Kreisleiter Schwi nn- Erbach i. O. und den alten nationalsozialistischen Vorkämpfer, den Landarbeiter Bayer- Framersheim (Rhh.). Im Anschluß an die Vereidigung durch den Landesbauernführer behandelte Laydesobmann S e i - p e l in interessanten Ausführungen das Thema: „Bauerntum und öffentliche Meinung". Aufgabe des Bauerntums fei es, u. a. auch die öffentliche Meinungsbildung im Bauerntum fortgesetzt und genau zu beobachten und dafür Sorge zu tragen, daß feigen Verleumdern rechtzeitig das Handwerk würde. Holungen eintraten. Westdeutscher Kaufhof blieben vorerst unerholt. Allgemein bewegte sich das Ge- ' schäft infolge der außerordentlichen Zurückhaltung in sehr engen Grenzen. Der Rentenmarkt lag unverändert sehr still, die Kurse wiesen kaum Abweichungen auf. l Etwas höher 6 v. H. Verein. Stahl mit 103,25 (102,90), dagegen Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,25 (123,65). Im Verlaufe dauerte die Zurückhaltung am Aktienmarkt, verbunden mit nahezu völliger Geschäftsstille, an. Die vorübergehend leichten Er- : Holungen bei Montanwerten gingen wieder ver- : loren, Hoesch 114 nach 113, später 113,25 bis 113,50, ; Vereinigte Stahl 111,65 bis 111 nach 110,75. Auch Westdeutsche Kaufhof wieder nachgebend auf 54,50 nach 55 und anfangs 54,75, ferner ermäßigten sich ZG. Farben auf 170 nach 170,25, Cement Heidelberg auf 149,50 nach 150,50 und AEG. auf 39 nach 39,25. Die später notierten Werte lagen schwächer, so u. a. Zunghans mit 103,25 (104,65), Kunstseide AKU. mit 64,25 (65,40) und Harpener mit 135,50 (137). Am Rentenmarkt ergaben sich keine Veränderungen gegen den Anfang. Goldpfandbriefe, Stadtanleihen und Kommunal-Obligationen lagen behauptet. Liquidationspfandbriefe nicht ganz einheitlich. Auslandsrenten lagen ruhig. Jrn Freiverkehr setzten Restquoten ihre Abschwächung fort: ital.-rumän. Quote zur Oesterr. Eisenbahnanleibe von 1913 0,15 bis 0,20 (0,30), jugoslawische do. 0,30 bis 0,40 (0,55), polnische do. 1,10 bis 1,20 (1,30); jugoslawische Quote zur Rudolf-Silber-Bahn und zu Salzkammergut 1,10 bis 1,25 (1,70). Der Freiverkehr lag geschäftslos, etwas niedriger Adlerwerke 115,50 (116), Kali Wintershall 128 (129), Wayß & Freytag 122,50 (123). — Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Abendbörse guf behauptet. An der Abendbörse blieb die Haltung nach der Abschwächung von heute mittag gut behauptet. Für Montanwerte zeigte sich weitere Rückkaufsneigung, Verein. Stahl 111,90—112 (111,40), Hoesch 113,90 bis 114,50 (113,75), Mannesmann 111,50—112 (111,50). Ferner lagen Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. höher mit 55,25, und auch auf den übrigen Marktgebieten überwogen gegen den Berliner Schluß mäßige Erhöhungen. Schwächer lagen im Einklang mit Amsterdam Kunstseide Aku mit 62,50 (64,25). Der Rentenmarkt lag weiterhin still, zertif. Dollar-Bonds nannte man etwa 0,25 v. H. freundlicher. Restquoten blieben im Freiverkehr auf der ermäßigten Mittagsbasis gehalten. U. a. notierten: 6proz. ZG. Farben 130,50, 4,5proz. Goldrumänen 10,13, 4proz. vereinh. 5,60, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 231, 4proz. Goldmeri- kaner v. 1904 10,65, Commerzbank 101,65, DD.- Bank 104,50, Buderus 115,50, Harpener 136, Klöckner 115,50, Hoesch 113,90 bis 114,50, Mannesmann 111,50—112, Otavi Minen E 31,50, Rheinstahl 148, Laurahütte 21, Verein. Stahl 111,90—112, Aku 62,50, AEG. 39 Brief, Bekula 154,75, Daimler 129, Deutsche Erdöl 131,75, Scheideanstalt 271, Deutsche Linoleum 173, Licht & Kraft 156, Eßkinger 102,50, ZG. Farben 170, Feinmech. Zetter 99, Gesfürel 143,50, Holzmann 130,50, Junghans 103,75, Muag 117, Moenus 98,50, Schuckert 160,75, Westdeutsche Kaufhof 55,25, AG. für Verkehr 118,50, Hapag 15,75, Nordd. Lloyd 16. Frankfurter Obst- und Gemüsemackl. Frankfurt a. M., 4. Aug. Am Gemüse- markt blieben die Gesamtzufuhren reichlich, besonders von Salat und Einlege-Gurken, Bohnen, Wirsing, Weißkraut und Rotkraut. Geschäft sehr schleppend, ziemlich erhebliche Ueberstände. Preise weiterhin sehr gedrückt. U. a. notierten: Blumenkohl I 40 bis 60, II 25 bis 35, III 15 bis 25; Bohnen: Gärtner 10 bis 14, Wachs 16 bis 20, Stangen 20 bis 22; Erbsen 18 bis 20; Eskarol 6 bis 8, Gewürze! großes Bündel 25 bis 35; Gurken (Treibhaus) 10 bis 18, Einmachgurken: Essig 100 Stück 0,60 bis 1,00, Salzgurken 100 Stück 1,10 bis 1,40; Karotten, */2 kg 4 bis 5; Kartoffeln, Erstlinge 4,75 bis 5,00, Böhms 4,60 bis 4,65; Kohlrabi 4 bis 5; Kopfsalat 4 bis 7; Pfifferlinge 23 bis 25, Steinpilze 24 bis 25; Rettich, Bündel 6 bis 12, Stück 3 bis 10; Römischkohl 4 bis 5; Rotkraut 4 bis 6; Spinat: Blätter 12 bis 14, Wurzel 14 bis 15; Tomaten (Treibhaus) 14 bis 22, bulg. 12 bis 14, ital. 11 bis 15, ung. 10 bis 12; Weißkraut 3 bir 1; Wirsing 4 bis 5; Zwiebeln 53/< bis 6. Am O b st m a r k t herrschte starkes Angebot von Birnen, alles übrige genügend am Markts Geschäft schleppend, Preise wenig verändert. In allen Obstarten Ueberstände. U. a. notierten: Sommeräpfel 15 bis 30, Gravensteiner 28 bis 32; Frühbirnen 15 bis 22; Brombeeren 28 bis 32; Heidelbeeren 20 bis 23; Himbeeren (Garten) 40 bis 55; Johannisbeeren 14 bis 15; Mirabellen 28 bis 32; Pfirsiche 28 bis 42, ital. 30 bis 40; Pflaumen 28 bis 30; Preißelbeeren 25 bis 28; Reineclauden grün 16 bis 18, do. frühe 22 bis 25; Spillinge 25 bis 30; Stachelbeeren 12 bis 16; Trauben 34 bis 36 (ital.). Bautätigkeit im ersten Halbjahr 1936. Fwd. Wie das Statistische Reichsamt in „Wirtschaft und Statistik" mitteilt, hat die bisherige gün- S Entwicklung des Wohnungsbaues auch im i angehalten. Der Ueberblick über die Bautätigkeit im ersten Halbjahr 1936 zeigt, daß die Leistungen sowohl im Wohnungsbau, als auch im Bau von Nichtwohngebäuden beträchtlich größer waren, als in der gleichen Vorjahreszeit. Die Zahl der Bauanträge lag um 66 o. H., die der Bauerlaubnisse sogar um 74 v. H. über der des ersten Halbjahres 1935. Bei den Baubeginnen ergab sich ebenfalls eine Steigerung von 74 v. H., während rund 44 v. H. mehr Wohnungen als in der gleichen Zeit des Vorjahres fertiggestellt wurden. Beim Bau von Nichtwohngebäuden waren die Leistungen zum Teil erheblich größer als beim Wohnungsbau. Der umbaute Raum war bei den Bauerlaubnissen und Baubeginnen um je 29 v. H., bei den Bauvollendungen sogar um 121 v. H. größer als im Vorjahre. Rekordleistungen der Krastfahrzeug- industrie im ersten Halbjahr 1936. Fwd. Der starke Auftrieb der Kraftfahrzeugproduktion hat sich auch im neuen Jahre mit von Monat zu Monat steigenden Erzeugungs- und Absatzziffern fortgesetzt. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts in „Wirtschaft und Statistik" belief sich die Zahl der Verkäufe fabrikneuer Kraftfahrzeuge im ersten Halbjahr 1936 auf insgesamt 244 293 Kraftfahrzeuge im Gesamtwert von 549 Millionen Mark. Davon nahm allein der Jnlands- markt für rund eine halbe Milliarde auf. Der Rest von 48 Millionen Mark wurde im Ausland abgesetzt. Das an sich schon beachtlich hohe Produktionsergebnis vom ersten Halbjahr 1935 wurde damit Die neuen Mitglieder des Landesbauernrates. Als neue Mitglieder wurden durch den Reichs- bauernführer W. Walther Darr 6 folgende Parteigenossen in den Landesbauernrat Hessen-Nassau berufen und am heutigen Tage feierlich durch Lan- desbauernführer Dr. Wagner vereidigt: Bezirksbauernführer Adam Albert, Hattenheim (Rh.), Kreisgefolgschaftswart Fritz Bayer, Framersheim (Rhh.), Bezirksbauernführer Singel 4, Singhofen (Unterlahnkreis), Bezirksbauernführer Joh. Hermann B o n i f e r, Jüaesheim (Krs. Offenbach), Bezirksbauernführer Willi Georg, Hellhof b. Alsfeld, Bezirksbauernführer Johann Heid, Waldmichelbach (Odenw.), SS.-Brigadeführer Richard Hildebrand, Wiesbaden, Bezirksbauernführer Bartholomäus Horn 3, Nieder-Olm (Krs. Mainz), Bezirksbauernführer Philipp Jäger, Ockenheim (Rh.), Bezirksbauernführer Paul Klein, Quotshaufen (Krs. Biedenkopf), Kreisobmann Hermann K l e n k, Framersheim (Rhh.), Bezirksbauernführer Wilhelm Koch, Eckartshausen (Krs. Büdingen), Bezirksbauernführer Heinrich Köhler, Heimersheim (Rhh.), Bezirksbauernführer Hermann K ü n k l e r, Höhn (Oberwefterwaldkreis), Bezirksbauernführer Metzger, Röthges (Krs. Gießen), Bezirksbauernführer Wilhelm Schäfer, Wiesbaden-Schierstem, Bezirksbauernführer August Schneider IV., O st h e i m (Krs. Friedberg), Kreisleiter Wilhelm S ch w i n n , Auf der Spreng (Kreis Erbach i. £).), SS.-Hauptsturmführer, Haupt- jchriftleiter Gustav Staebe, Frankfurt a. M., Landesgefolgschaftswart Karl S t e i d l e, Frankfurt a. M., Bezirksbauernführer Adolf Weber, Strinz-Margarethea (Untertaunuskreis), Verbandsleiter des ländlichen Genossenschaftsoerbandes Rhein- Main-Neckar e. V. Adam Weyrauch, Ober- Moffau (Krs. Erbach), Bezirksbauernführer Rudolf Wörner, Anspach (Krs. Ufingen). erneut um mehr als ein Viertel übertroffen. Sowohl dem Wert, als auch der Stückzahl nach liegt die Produktion im abgelaufenen Halbjahr über der Erzeugung der ganzen Jahre 1932 und auch 1933. Die stärkste Produktions- und Absatzsteigerung weisen Liefer- und Lastkraftwagen auf, von denen über die Hälfte mehr hergestellt und verkauft wurden als in der entsprechenden Vorjahreszeit. An zweiter Stelle in der Produktions- und Absatzzunahme der ____________ v....... ,.w „v_9Mliav letzten Jahre steht der Kraftradbau. Erst an dritter eines Prozentes. Nach den ersten Notierungen zeigte Stelle folgt die Produktion von Personenkraft- sich auf der ermäßigten Basis in Montanwerten mögen, die im ersten Halbjahr 1936 — 121 133 etwas Rückkaufsneigung, so daß geringfügige Er- Lpd. Frankfurt a. M., 4. Aug. Im großen Sitzungssaal der Landesbauernschaft Hessen-Nassau war heute unter dem Vorsitz des Sprechers Geiß- Vadenrod der Landes- bauernrat zur feierlichen Vereidigung der neuen Mitglieder durch Landesbauernführer Dr. Wagner zusammengetreten. In seinen der Vereidigung vorausgehenden kurzen Ausführungen wies der Landesbauernführer darauf hin, daß es ihn besonders freue, am heutigen Tage drei um das hessen-nassauische Bauerntum sehr verdiente alte Parteigenossen als neue Mitglieder des Landesbauernrates begrüßen Tagung des Landesbauernrales Heffen-Aaffau Feierliche Vereidigung der neuen Mitglieder. Wagen betrug, gegen 101424 Wagen im ersten Halbjahr 1935. Bei allen Fahrzeuggattungen hat sich der Auslandsabsatz wiederum beachtlich gebessert. Er ist verhältnismäßig sogar noch rascher gestiegen als der Jnlandsabsatz. Rindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 537 Stück Großvieh, 194 Fresser und 137 Kälber zum Berkaus. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 480 bis 630 Mark, 2. Qualität 330 bis 450, 3. Qualität 200 bis 310; Rinder, Vr- bis Vsjährig 120 bis 200, 3/<= bis 2jährig 220 bis 250, tragend 350 bis 520; Kälber bis 2 Wochen 30, bis 4 Wochen 53, bis 6 Wochen 75 Mark. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: schleppend. Nächster Markt: 18. August. Rhein-Mainische Börje. Blittagsbörfe schwach. Frankfurt a. M., 4. Aug. Die Börse lag am Aktienmarkt schwach. Die Verwaltungsäuße- rung der Westdeutscher Kaufhof AG. zu der jüngsten Kurssteigerung führte in diesem Papier zu einer empfindlichen Abschwächung, nämlich auf 54,75 (60,25), obwohl das Angebot hier nicht übermäßig groß war. Die übrigen Marktgebiete wurden hiervon etwas beeinflußt und brachten ebenfalls mehr oder minder starke Rückgänge. In Montanwerken setzten sich die Publikumsabgaben fort, besonders gedrückt waren Hoesch mit 113 (116,25) und Buderus mit 114 (116,75). Mannesmann verloren 1,75 v. H. und Vereinigte Stahlwerke 1,25 v. H. sowie Klöcknerwerke 2 v. H. Rheinstahl blieben mit 147 (147,25) gehalten. Otavi Minen unverändert Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 654: Fahrpreisermäßigungen für die Oftmesse. — 655: Freigabe von Sperr- und Sonderkonten für Aussteller und Besucher von Messen und Kongressen, i— 656: Ausschluß der pravaten Verrechnungsgeschäfte und der Verrechnungen über Aski im Verkehr mit den Vereinigten Staaten. — 657: Wortlaut der polnischen Deoisen- oerordnung vom 24.7.1936. — 658: Bekanntmachung KP 174 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 659: Befreiung von Geschenken und Waren für den persönlichen Gebrauch von der Erhebung von Ausgleichszöllen bei der Einfuhr aus Deutschland nach USA. — 660: Die Umsatzsteuerumrechnungssätze auf Reichsmark für die Umsätze im Monat Juli 1936. * A. Riebecksche Montanwerke AG., Halle. In der GV. wurde beschlossen, auf Grund des IG.-Vertrages mit der IG. - Farbenindustrie 4,2 v. H. Dividende für 1935/36 zu verteilen. Im laufenden Jahre gestalteten sich die Produktionsverhältnisse weiter günstig. * Deutsche GasolinAG., Berlin. In der GD. wurde der Abschluß für das 9 Monate umfassende Zwischengeschäftsjahr (1.4. bis 31.12.35) genehmigt. Im laufenden Jahre halte die Belebung auf allen Gebieten an. Die Verwaltung hofft, den noch bestehenden Verlustsaldo aus dem laufenden Geschäft tilgen zu können. Rundfunkprogramm Donnersfag, 6. August. 6 Uhr: Olympische Fanfaren. Anschließend bis 8: Musik in der Frühe. Dazwischen 6.30 bis 6.45: Früh-Gymnastik. 7.50: 6. Tag der XI. Olympischen Spiele. 8.05: Blasmusik. 9: Stilistisches Musizieren. 10: Unterhaltungskonzert. .Dazwischen Leichtathletik: 400 - m - Lauf - Vorläufe, Dreisprung-Ausscheidung, Speerwerfen-Ausscheidung. Regattabericht aus Kiel. 12: Blasmusik. Dazwischen: Olympische Siegertafel 1896—1936. 12.55: Nur für den Deutschlandsender: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13: Unterhaltungskonzert. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Allerlei — von zwei bis drei! Regattabericht aus Kiel. 15: Unterhaltungs- und Tanzmusik. Dazwischen Leichtathletik: 110-m-Hürden-Zwischenläufe, 400-m- Lauf-Vorläufe, dpeerwerfen-Entscheidnng, 1500-m- Lauf-Entscheidung, Dreisprung-Entscheidung, 80-m- Hürden-Entscheidung (Frauen), 110-m-Hürden-Ent- scheidung. Fechten: Florett-Einzel-Entscheidung. Handball: Ausscheidungsspiele. Hockey: Ausscheidungsspiele. Fußball: Ausscheidungsspiele: England gegen China, Peru — Finnland. Radfahren: 1000- m-Malfahren-Vorläufe, 4000-m-Verfolgunasrennen- Dorläufe. 19: Olympia-Echo: 6. Tag. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Bach — Beethoven — Brahms. 22.15: Olympia-Echo. 22.30: Aus der Staatsoper Unter den Linden, Berlin: Musik anläßlich des offiziellen Empfanges der Reichsregierung und der Preußischen Staatsregierung. 23: Aus der Staatsoper Unter den Linden, Berlin: Offizieller Empfang der Reichsregierung und der Preußischen Staatsregierung in der Staatsoper Unter den Linden. 23.30: Fortsetzung der Musik anläßlich des offiziellen Empfanges der Reichsregierung und der Preußischen Staatsregierung. 24: Fortsetzung der Musik anläßlich des offiziellen Empfanges der Reichsregierung und der Preußischen Staatsregierung. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Freilag, 7. August. 6 Uhr: Olympische Fanfaren. Anschließend bis 8: Musik in der Frühe. Dazwischen 6.30 bis 6.45: Früh-Gymnastik. 7.50: 7. Tag der XI. Olympischen Spiele. 8.05: Unterhaltungsmusik. 8.45: Nur für den Deutschlandsender: Deutscher Seewetterbericht. 9: Solistisches Musizieren. 10: Unterhaltungskonzert. Dazwischen Leichtathletik: Zehnkampf: 10l)-m-Lauf. Regattabericht aus Kiel. 12 bis 13.45: Mittaas- konzert. Dazwischen: Olympische Siegertafel 1896 bis 1936. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Allerlei — öon zwei bis drei! Dazwischen: Polo-Endspiele. Regattabericht aus Kiel. 15: Bunte Musik. Dazwischen Leichtathletik: 400-m-Zwischenläufe, Zehn- kampf: Kugelstoßen, 5000 - m - Lauf - Entscheidung, Zehnkampf: Hochsprung, 400-m-Lauf-Entscheidung, Zehnkampf: 400-m-Lauf. Hockey: Aus'scheidimgs- spiele. Kanu: Kajak-Zweier 10 000 m. Faltboot: Zweier 10 000 m. Kajak: Einer 10 000 m. Faltboot: Einer 10 000 m. Kanadier: Zweier 10 000 m. Fußball: Ausscheidungsspiele. Handball: Ausscheidungsspiele. Radrennen: 1000-m-Malfahren, Zwischen- laufe und Endlauf; 4000 - m - Verfolgungsrennen; 2000-m-Tandem-Vorläufe. 19: Olympia-Echo: 7. Tag. 20.10: Das Frankenburger Würfelspiel von Eberhard Wolfgang Möller. Szenen aus der Festaufführung der Dietrich-Eckardt-Bühne, Berlin. 21: Tänze aus aller Welt. 22: Wetter- und Tagesnachrichten. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 22.45: Nur für den Deutsch- landsender: Deutscher Seewetterbericht. 0.50 bis 1: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. ftranrfuri a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 3-8. 4.8. 3.8. 4-8. 150 150 170,5 170,25 132 । 129,5 Banknoten. 188,13 188 188 14,8 -I ,25 I 36 229,25 228 37,25 | 36 I 99,5 98,5 228 I 227 I 170 271 119 129,5 173,5 60,25 399,5 170,5 273 119,9 55,25 392,25 129 173 119 132 31,65 125,5 124 176 151 134 224,5 148 130,5 149,5 154 224,5 148 112 31,5 125,5 119,5 132 140 147,5 112 31,75 126,75 125,75 62,5 87,4 152 123,75 109,25 64,65 88 155 123,75 114,5 130 174,5 88 59,9 400 151 133,25 224,5 147,5 112,4 31,65 126,75 125 180 65,4 88 155,25 123,75 108,65 63,25 87,25 151,5 123,25 114,5 128,9 172,75 86,9 55 392,75 213 188 Schluß- furd Schluß. turS Gchluyl. Abend- börse 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Lesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*/i% desgl. von 1913......... 6% abgelt. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 2'de I................... 2,7 9,25 8,75 8,95 14,75 Gchlußk. Mittag- börse 2,65 9,13 8,7 8,7 14,75 2,65 9,1 8,65 2,6 9,15 8,7 8,7 132,5 I 150,5 154 I Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Serlin Schluß- kurS Schlußt. Abend- börse Schluß- kurS Schluß!. Mittag, börse Datum 3.8. 4.8. 3.8. 4.8. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,75 97,7 97,7 97,7 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Ant.-Ablös.-Schuld mit 102 102 101,75 102 Aueloj.-Rechten ............ */i% Deutsche Reichspostschatzan 112,65 112,75 112,7 112,7 Weisungen von 1931, I....... 4/i% ehem. 8% Hessischer Volks 100,3 100,2 100,2 100,2 float 1929 (rückzahlb. 102%) .. 4/i% ehem. 8% Hessische Landes 98,75 98,75 98,75 — banl Darmstadt Gold R. 12... 6%% ehem. 4)4% Hess. Landes 97 97 — — Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4/i% ehem. 8% Darm st. Komm 100,9 100,9 — — Landesb.Goldschuldverlckr. R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mü 93,75 93,75 — —■ Auslof.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An 124 124 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4/i% et)em.6% Franks. Hyp.-Banl 119,13 119,13 119,5 119,75 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6y2% ehem. 4/i% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriefe...... 97 97 — — 101,25 101,3 _ 5/i% ehem. 4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. ... 4/i% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 101,25 97,5 101,25 97,5 101,25 97,5 101,4 97,5 4/i% ebcm. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 95 Steuergutich.Berrechnungsk. 34-38 109,5 109,5 109,6 109,6 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börse Schluß- kurS Schluß). Mittag, börse Datum 3.8. 4-8. 38. 4-8. Datum 4% oesgl. Sene n ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4yr%Rumäu.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2/*% Anatolier............. Hamburg-Amerika-Paket o vamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o N.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 Reichsbank ................ A.E.G................. 0 Bekula..................... g Elektr. Lieferungsgesellscha'ft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr. Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... e Schuckert L Co............... g Siemens L Halske............ s Lähmeyer L Co.............. 7 Buderus ................... / Deutsche Erdöl .............. 4 Harpener................. 2/2 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............... 3 Mannesmann-Röhren........ 3 6,7 10,25 5,6 45 15,75 16,9 119 126 102,13 105 105 197 39,13 155 132 157,5 139 145 137,25 163 203,5 143 116,75 132 137 116,25 141 117,5 112,5 6,6 10,13 5,6 45 15,75 16 118,5 125 101,65 104,5 104,5 196,5 39 154,75 132 156 137 143,5 136,25 160,75 201,5 142,25 115,5 131,75 136 114,5 166,4 137 115,5 112 6,6 10 5,6 44,75 15,75 47,75 16,5 119,25 126,9 102,13 105 105 196,5 39,13 155,5 132 157 138,5 145,5 133,75 137,75 162,75 203,5 143,25 116,5 132,13 137,5 116,4 169 139 117,75 112,65 6,75 10,1 5,55 44,9 15,75 45 16 118,65 126,5 101,65 104,5 104,5 195 38,9 155,13 131,75 155,13 137,5 143,65 131,25 136,25 160,5 201,25 143 115,9 131 135,25 113,75 167 137 115,75 111,5 Mansselder Bergbau....... 6 /t Kokswerke.................. 6 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke...... sy, Otavi Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, 3. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 6 Rütgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft............. 6 Philipp Holz mann........... 4| Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt......... 6| Schultheis Patzenhofer .......4 Aku lAllgemeine Kunstseide) .. O Bemberg................... 6 Zellstoff Waldhof ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum...........g Orenstein « Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade...................... 9 Accumulatoren-Fabrik....... 12 Contt-Gummt.............. 11 Gritzner....................0| Mainkrafttverke Höchst 4 Süddeutscher Zucker ........ io| 3.August 4.August Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld Brie uueno» Am 0,685 0,689 0,687 0,691 Brüssel .... 41,94 42,02 41,96 42,04 Rio de Jan. 0,143 0,145 0,143 0,145 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,70 55,82 55,72 55,84 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,475 12,505 12,48 12,51 Heljingfors. 5,504 5,516 5,504 5,516 Paris ..... 16,40 16,44 16,40 16,44 Holland ... 168,95 169,29 168,97 169,31 Italien .... 19,57 19,61 19,57 19,61 Japan ..... 0,728 0,730 0,727 0,729 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,70 62,82 62,72 62,84 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,335 11,355 11,34 11,36 Stockholm.. 64,33 64,45 64,35 64,47 Schweiz ... 81,16 81,32 81,15 81,31 Lpanien... 33,72 33,78 33,62 33,68 Prag...... 10,27 10,29 10,275 10,295 Budapest .. — — Reuyork ... 2,488 2,492 2,489 2,493 Berlln, 4.August Geld Brief Amerikanische Waten.............. 2,441 2,461 Belgische Noten.................. 41,80 41,96 Dänische Noten ................. 55,52 55,74 Englische Noten ................. 12,445 12,485 Französische Noten............... 16,35 16,41 Holländische Noten............... Italienische Noten................ 168,55 169,23 Norwegische Noten .............. 62,50 62,76 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten............... — _ Schwedische Noten............... 64,13 64,39 81,29 Schweizer Noten................. 80,97 Spanische Noten................. 33,28 33.42 Ungarische Noten................