186. ^ay?gang Nr. 128 Erstes Blatt _______ _ ___ __ Zreitag, 5.Juni 1936 Sonntags* mb‘feiertags JBSF • A A. W A Annahme von »nzeigen Ä: LLL /3I 4AMA4AA44 Heimat >m Bild Die Scholl- M M ■■ 7 i« 7 ßrunöpreife für l mm tjöhe monats^Bejugsprets: Hill 18 Z mA ■/ ■ ■ ÄJF H W ■ B ■ A M WWW SF W für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.I.Sb BB ■ ■ BF ■» Wz H ■ »T H WWW WWW Hf W Breite 7 «pf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 ■ MB ■ ■ ■ W^, ■ B H ■ MR M wB K wB W anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr.. -.25 W W W & W M- W BwR V 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ^F vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. ?nfolge^bhöh^er^^wM vJ Ermäßigte Grundpreise: MW General-Anzeiger für Oberhessen ß^W grantfnrt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Unlverfitätr Such- and Steindruckerei «.Lange in Siehrn. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Giessener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Das neue französische Kabineti. Paris, 6. Juni. (DNB.) Der Vorsitzende der Sozialistischen Partei, Leon Blum, hatte eine Besprechung mit dem Präsidenten der Republik Lebrun. Dabei wurde Leon Blum mit der Kabinettsbildung beauftragt. Anschließend besprach er sich mit den Vorsitzenden der beiden Kammern. Darauf begab er sich mit den neuen Kabinettsmitgliedern in das Elysee, um seine Regierung dem Staatspräsidenten vorzustellen. Das Kabinett L6on Blum hat folgende Zusammensetzung: Mnislerpräsidenl: Leon Blum (soz.); drei Slaalsminisler: Lhaulemps (Rad. soz.), Paul Favre und Violette (soz.); Aeußeres: von Delbos (Rad.soz.); Landesverteidigung und Krieg, gleichzeitig stellvertretender Ministerpräsident: D a l a d i e r (Rad. soz.); Kriegsmarine: Gasnler-Duparc (Rad.soz.); Lustfahrt: Pierre Lok (Rad. soz.); Inneres: Salengro (soz.); Justiz: Marc Rucart (Rad.soz.); Rationale Erziehung: Jean Z ay (Rad. soz.); Finanzen: Vincent Auriol (soz.); Rationale Wirtschaft: S p i n a s s e (soz.); handel: B a st i d (Rad. soz.); Oeffentliche Arbeiten: Albert Bedouce (soz.); Kolonien: Marius M o u t e t (soz.); Post: Jarditlier (soz.); Landwirtschaft: Georges M o n n e t (soz.); Pensionen: Albert Ri viere (soz.); Arbeit: L e b a s (soz.); Volksgesundheit: Henry S ellier (soz.). Ferner wurden eine Anzahl Staatssekretäre ernannt, unter ihnen drei Frauen. So wurde Frau I o l l i o t - C u r i e , die bekannte Nobel-Preisträgerin, Unterstaatssekretärin für wissenschaftliche Forschung. Die Regierung Leon Blums, die 102. Regierung der Dritten Französischen Republik, ist die er sie von einem Sozia- listen gebildete Regierung. Sie umfaßt 36 Minister und Unterstaatssekretäre, bzw. Oberkommissare. Fünf Regierungsmitglieder gehören dem Senat an, 27 der Kammer und 4 sind Nichtparlamentarier (der Staatsminister Paul Faure und die drei weiblichen Staatssekretäre). Zum ersten Male nehmen an einer französischen Regierung Frauen teil. Vier Mitglieder des Kabinetts Lson Blum waren bereits Mitglieder des letzten Kabinetts Sarraut (Delbos, Chautemps, Zay und Julien). Alle übrigen Mitglieder des Kabinetts mit Ausnahme von Violette, Daladier, Cot und de Tes- sand sind zum er st en Male Mitglieder einer Regierung einschließlich L6on Blums und aller seiner sozialistischen Parteigenossen. Blum erläutert feine KabMttsbüdung. Paris, 5. Juni. (DNB.) Neben dem Kabinett sind fünf mini st erteile Koordinations- Komitees geschaffen worden: 1. für die Landesverteidigung unter dem Vorsitz des Landesverteidigungs- und Kriegsministers Daladier, 2. für die allgemeine Verwaltung unter dem Vorsitz des Innenministers Salengro, 3. für nationale Wirtschaft unter dem Vorsitz des Ministers für Nationale Wirtschaft Spinnasse, 4. für auswärtige Beziehungen unter dem Vorsitz des Außenminister Delbos, 5. für soziale Solidarität unter dem Vorsitz des Arbeitsministers L e b a s. L6on Blum erklärte der Presse, die Ministerliste enthalte eine Neuheit, der er große Bedeutung beimesse, die Hinzuziehung von drei Frauen. Die Tatsache, daß man eine Regierung aus mehreren Parteien bilde, habe leicht verständlichen Verpflichtungen zur Folge gehabt es sei eine Zahl neuer Amts stellen geschaffen, die nach Maßgabe des allgemeinen Interesses entwickelt werden sollen, so für Spor Feierabendge- staltung, Kinderschutz und Leibeser- tüchtigüng. Es sei sicherlich ausgefallen, daß die Ministerlifte anders zusammengestellt fei als bisher. Das habe er getan, nicht aus der Sucht nach Originalität, sondern aus sehr ernsten Erwägungen. Die logische Verteilung der Betätigung der Minister werde eine tiefgründige Verwaltungsreform dadurch erleichtern, daß die Arbeit vorher zusammengefaßt und richtig eingeteilt werde. Er hoffe, noch mehr machen zu können nach Maßgabe der Dauer seiner Regierung. Die großen Züge des Programms, das er zu verwirklichen beabsichtige, fei bekannt. Die Regierung werde sich am Samstag den Kammern vvrstellen. Am Freitag um 12,30 Uhr werde er eine R und fun V ansprache über die innere Lage und den Streik halten. Herriot Kammerpräsident. P a r i s , 4. Juni. (DNB.) Am Donnerstagnachmittag nahm die Kammer die namentliche Abstiim mung über die Wahl des Präsidenten vor. Danach ist h e r r i o t m i t 3 7 7 S t i m m e n z u m K a m- merpräsidenten gewählt worden. Der rechtsgerichtete Abgeordnete ® a । a * e_r c ! * 5 Stimmen. Bereits einmal, im Jahre 1925, hat her- riot den Vorsitz der Kammer innegehabt. Als Kammerpräsident hat er sogar einmal eine Regierung gestürzt, indem er für kurze Zeit das Präsidium einem Stellvertreter überließ und als Abgeordneter den damaligen Ministerpräsidenten B r i a n d in einer entscheidenden Rede angriff und stürzte. Herriot ist 1872 geboren. 1912 wurde er als Bürgermeister von Lyon in den Senat gewählt. 1915 trat er als Transport- und Ernährungsminister in das Kabinett Briand ein. 1924 wurde er zum erstenmal Ministerpräsident. Nach seinem Sturz 1925 übernahm er den Posten des Kammerpräsidenten und wurde, nachdem er Briand gestürzt hatte, für vier Tage zum zweitenmal Ministerpräsident.— Unter Poincare war er Erziehungsminister. 1928 ging er in die Opposition. Dann bildete er Juli 1932 zum drittenmal ein Ministerium, das aber schon im Dezember über die Frage der französischen Schulden an Amerika stürzte. Bis vor wenigen Monaten war Herriot Vorsitzender der Radikalsozialistischen Partei. Eine Botschaft Blums an England London, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) In einer Unterredung mit dem Pariser Reuter-Korrespondenten, hat der neue französische Ministerpräsident Leon Blum folgende Botschaft an die Bevölkerung Großbritanniens gerichtet: Die neue französische Regierung wird in enger Zusammenarbeit mit der britischen Demokratie bestrebt sein, dem internationalen Recht Achtung zu sichern und die tatsächliche kollektive Sicherheit durch g e - genfeitigen Beistand und eine Beendigung des Wettrüstens zu organisieren. Verschärfte Streiklage in Frankreich. Paris, 4. Juni. (DNB.) Der Streik breitete sich am Donnerstagabend noch weiter aus. Jetzt haben auch die Zeitungskioskbesitzer und Zeitungsverkäufer beschlossen, von Freitagmorgen ab die Arbeit niederzulegen. Der Verband der Pariser Zeitungsverleger beschloß Donnerstag nachmittag, bis Freitag um 24 Uhr keine Blätter erscheinen zu lassen. Ein Warenhaus im Zentrum der Stadt und ein großes Einheitspreisgeschäft sind von den Angestellten „besetzt" worden. Es ist anzunehmen, daß dies noch mit anderen Warenhäusern geschehen wird. In zahlreichen weiteren Geschäften, darunter Lebens- mittelläden mit mehreren Zweigstellen, streiken die Angestellten ebenfalls. Die Verhandlungen zwischen den Benzintransportarbeitern und den Großtankstellen-Unternehmern haben zu keinem Ergebnis geführt. Man versichert, daß Paris für acht Stunden mit Treibstoff versorgt sei, so daß der Kraftwagen- und Autobusverkehr bis zur endgültigen Einigung aufrechterhalten werden kann. Die Vertreter der Arbeiter und Angestellten der Müllabfuhr- Gesellschaft wollen ebenfalls einen Streikbeschluß fassen. Heute in Paris nur 6 Zeitungen erschienen. Paris, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Beschluß der Pariser Zeitungsoerleger, am Freitag keine Blätter erscheinen zu lassen, weil die Möglichkeit dazu doch nicht vorhanden ist, hat bewirkt, daß am Freitag früh von sonst täglich etwa 30 Zeitungen nur 6 erschienen sind. Die großen Pariser Zeitungen sind nicht herausgekommen. Es erscheinen der sozialistische „Popu- laire", das Gewerkschaftsblatt „Le Peuple", die kommunistische „Humanitö", die radikalsozialistische „Republique", die linksrepublikanischen Kreisen nahestehende „Concorde" und die royalistische „Action Franxaise". Von den Nahrungsmittelbetrieben sind 15 Firmen von der Streikbewegung betroffen. In der Nacht zum Freitag wurde in den großen Pariser Markthallen gearbeitet. Zwischen den Arbeitern und der Leitung der Kühlhaus-Gesellschaft ist eine Einigung über Lohnerhöhungen und Urlaubsfragen erzielt worden. Die Arbeit wurde wieder aufgenommen. In den Renault- Automobilwerken hatten die Arbeiter nach Pfingsten die Arbeit wieder ausgenommen, weil sie ihre Forderungen einschließlich eines Rahmentarifs durch gefetzt hatten. Anscheinend infolge der veränderten Lage und der erneuten Ausbreitung des Streiks ist nun aber die Unterzeichnung dieses Rahmenvertrages am Donnerstag unterblieben. Diese Tatsache hat die Arbeiter von Renault bestimmt, einen neuen Streik zu beginnen. Am Donnerstagabend haben die Streikenden sich in den Werken häuslich eingerichtet. Frauen, Kinder und alte Arbeiter wurden über Nacht nach Hause geschickt, werden aber am Freitag früh wieder erscheinen, um sich auch an der „symbolischen Besetzung" zu beteiligen. lieber die Streiklage in d er Provinz ist zu berichten: In Reims haben 1200 Arbeiter und Angestellte von fünf Firmen der Nahrungsmittelindustrie für Freitag den Streik beschlossen, der in seinen Auswirkungen 5000 Arbeitnehmer betreffen wird. Im nordfranzösischen Textilgebiet R o u - baix-Tourcoing sind zahlreiche Firmen still- gelegt. In der Gegend von Valenciennes streiken etwa 12 000 Metallarbeiter und Bergleute. Dagegen kam im Grubenbezirk von Lens nach vierstündigen Verhandlungen eine Einigung zustande. Die Arbeiter der Pariser Autoreifenfabrik Hutchinson, die streiken, haben am Donnerstag auch dafür gesorgt, daß die Zweigstelle der Hutchinson- Werke in Montargis stillgelegt wird. Die Forderungen der Metallarbeiter. Paris, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die kommunistische „Humanite" druckt den Wortlaut des Rahmenvertrages für die Metallindustrie ab, den die Arbeiter am Freitag in den einzelnen Betrieben durchsetzen wollen. Der Vertrag ist auf ein Jahr bemessen und sieht das freie Organisationsrecht der Arbeiter in den Gewerkschaften, die Einführung von Betriebsräten in jedem Betriebe von über 10 Arbeitern, zwei Wochen bezahlten Urlaub bei einjähriger Werkszugehörigkeit, Dienstreisen in der zweiten Wagenklasse und anderes mehr vor. Der geforderte Stundenlohn bewegt sich zwischen mindestens 25 Francs 25 und 8 Francs 50, Arbeiter über 18 Jahren sollen den Lohn der Erwachsenen erhalten. Der,,Temps" fordert Eingreifen BW Paris, 4. Juni. (DNB.) Der „Temps" erklärt, „daß die Anarchie nun lange genug ge- dauert habe". Man müsse den Mut haben anzu> erkennen, daß man vor einer Bewegung stehe, die Revolutionsmanövern ähnlich sehe. Aus vielen Pariser Fabriken wehe die rote Fahne. Die Lähmung der Industrie in der Provinz schreite fort. Die Erregung dehne sich langsam auch aus öffentliche Unternehmungen aus. Aßes gehe vor sich, als ob eine geheimnisvolle und mächtige Regierung neben der lega - len Regierung herrsche. Die Gewerkschafts- Organisationen seien vom Strom überrannt, ebenso die sozialistischen und kommunistischen Unterhändler. Hingegen erkläre sich die Partei der Dritten Internationale mit der Streikbewegung solidarisch, ebenso wie es der sozialistische Parteikongreß getan habe. Das Blatt fragt, was inzwischen d i e legale Regierung unternehme. Diese revolutionäre und anarchistische Lage könne nicht andauern, ohne Frankreich in die Gefahr eines Chaos zu stürzen. Das Land könne nicht warten. In diesem Augenblick handele es sich darum, daß Leon Blum regieren müsse, und daß er die tatsächliche Verantwortung der Macht übenehme. Die Regierung der Volksfront müsse nun wissen, was sie tun wolle. Sie müsse es sagen, und sie müsse handeln. Das Echo in London London, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das Hauptinteresse der Londoner Morgenblätter sind der Frage, wie der neue französische Ministerpräsident die kritische Lage meistern werde, die durch die immer weiter um sich greifende Streikbewegung und den drohenden Währungsverfall noch schwieriger geworden sei. Die „Times" weist daraus hin, daß der Streik dem Vertrauen in die Stabilität des Franc einen schweren Schlag versetzt hätten. Allerdings sei der Währungsverfall durch rasche Hilfsmaßnahmen fremder Währungen aufgehalten worden, eine Besserung von Dauer sei aber nur durch die Wiederher st ellung des Vertrauens in den Franc möglich, die wiederum von der Herbeiführung der finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Stabilität abhänge. Die dringende Aufgabe für das Kabinett Leon Blum heiße: Wiederherstellung der Ordnung und Ankurbelung der unterbrochenen industriellen Arbeit. „Daily Telegraph" schreibt, die Anhänger des Ministerpräsidenten, die „nicht schnell genug" auf die neue sozialistische Herrschaft in Frankreich hätten hindrängen können, seien über die Entwicklung besorgt, niemals habe ein Kabinettschef soviel Veranlassung zu dem Wunsche gehabt, daß er vor seinen Freunden bewahrt sein müßte wie Leon Blum. So wie die Dinge lägen, sei die Regierung gezwungen, ihre ganze Aufmerksamkeit mehr auf die Wiederher st ellung eines normalen Lebens im Lande zu richten als auf die Verwirklichung jener sozialistischen Ideale, die eine so hervorragende Rolle im Wahlfeldzug gespielt hätten. Lieber 11 Millionen Arbeitslose in den Vereinigten Staaten. N e u y 0 r k, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) William G r e e n , der Präsident des amerikanischen Gewerkschaftsverbandes, erklärte in einem Schreiben an die „New York Sun", daß nach einer Schätzung des Verbandes die Erwerbslosenzahl im April 11 506 000 betragen habe gegenüber einer Schätzung dieses Blattes in Höhe von nur 3 393 000 Arbeitslosen. „Sun" erwiderte darauf, sie hätte stets betont, daß ihre Schätzung nicht die Landwirtschaft sowie gewisse andere Berufsstände umfasse. Die Familie als nationaler Faktor. In Köln findet vom 6. bis 8. Juni in Anwesenheit führender Männer von Partei und Staat die Tagung des Reichsbundes der Kinderreichen statt, zu der etwa 50 000 Personen erscheinen werden. Das Bevölkerungsproblem ist heute eine Angelegenheit aller Kulturstaaten geworden. Bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts schien die Bevölkerung ununterbrochen zuzunehmen. Sie stieg in Deutschland im Lauf von 100 Jahren von 20 Mill, auf 65 Millionen. Daraus entstand die Frage des Thomas Malt us, was geschehen könne, um dem Steigen des Geburtenüberschusses zu begegnen. In Deutschland wurden vor dem Weltkrieg jährlich fast zwei Millionen Kinder geboren, eine Zahl, die fast der Einwohnerzahl von Baden entsprach. Der Ueberschuß über die Todesfälle betrug damals 800- bis 900 000 Köpfe. Welcher Umschwung eingetreten ist, beweist die Tatsache, daß 1933 die Geburtenziffer nur noch 970000 betrug. Wenn die Folgen dieses Wandels noch nicht stärker hervorgetreten sind, so ist das allein der längeren Lebensdauer der heutigen Menschen zu danken. In den 70er Jahren betrug das Durchschnittsalter der Männer 35 Jahre, es ist auf 47 Jahre gestiegen. Diese Zahlen stellen einen Triumph der deutschen Sozialpolitik, der medizinischen und hygienischen Fortschritte dar. Sie haben aber d i e sinkende Geburtenzahl nur verschleiert. Es kommt jetzt logischerweise eine Periode, in der die Sterblichkeit prozentual anwachsen muß, womit der Ueberschuß der Todesziffern über die Geburtenziffer offenkundig wird. Auf die andere Seite dieses Vorganges, daß wir ein „vergreisendes Volk" zu werden drohen, hat Professor Burgdörfer in seinen verdienstvollen Schriften hingewiesen. Auch unsere sozialen Versicherungen wissen davon zu berichten, weil die Anwärterzahl auf Renten steigt, während der junge Nachwuchs, der als Beitragszahler in Frage komme, zu gering ist, ein Vorgang, der durch die Arbeitslosigkeit bis 1933 noch verschärft wurde. Jedenfalls hatten wir in Deutschland 1933 nur noch einen Geburtenüberschuß von 233 000, ein Viertel so viel, wie in den Jahren vor dem Kriege. Um das Jahr 1840 entfielen in Deutschland jährlich auf 1000 Einwohner 40 Lebendgeburten, 1933 waren es noch 14,7. Würde die Entwicklung in dieser Weise anhalten, so würde Deutschland infolge der längeren Lebensdauer zwar in einigen Jahren auf 70 Millionen Einwohner steigen, dann aber nach dem Absinken der Reserven aus den alten Jahrgängen um einige Millionen zurückgehen. Die Kurve nimmt keinen einheitlichen Verlauf. So hat z. B. Berlin im Jahre 1933 nur eine Geburtenzahl von 8,7 von Tausend, also erheblich weniger als der Reichsdurchschnitt, die umliegende Mark Brandenburg eine solche von 14 pro Tausend. Im allgemeinen gilt das Wort, daß die Großstädte das Grab der Völker seien. Daß das nicht in jedem Falle zutrifft, beweist aber das Ruhrgebiet, das trotz seines eng besiedelten Raumes über dem Durchschnitt der Geburtenzahl steht. Wie Prof. Most in seiner neuen Schrift über die Bevölkerungspolitik nachweift, ist das liebel aber auch auf das flache Land gedrungen, auf dem in den letzten Jahren die Bevölkerungszahlen immer ungünstiger geworden sind. Zum Glück hat auch auf diesem Gebiete der nationalsozialistische Staat eine neue Entwicklung eingeleitet. Er weiß, daß die wirtschaftlichen Bedingungen allein nicht genügen werden, um die Freude am Kind und an der Familie zu schaffen, daß aber die Beseitigung wirtschaftlicher Hindernisse sehr wohl zur Gründung neuer Familien beitragen werde. Aus dieser Erkenntnis erfolgte die Einführung der Ehestandsdarlehen. Der Erfolg hat denn auch alle Erwartungen übertroffen. Die Folge war, daß das Jahr 1934 und 35 eine erfreuliche Steigerung der Eheschließungen und der Geburtenzahlen gebracht haben. Es folgten steuerliche Maßnahmen zugunsten großer Familien, darüber hinaus die Bereitstellung von Mitteln für bedürftige kinderreiche Familien. Die Wohnungs - und Siedlungspolitik, die Gedanken und Pläne der Auflockerung der Großstadt ufw. haben in erster Linie das Ziel im Auge, einem entwurzelten Geschlecht wieder eine Heimat zu geben, die am besten dort zu finden ist, wo gesunde Wohnung in Luft und Licht vorhanden ist, wo Kinder tummeln können und im Hausgarten die Freude an nützlicher Betätigung finden. Die volkswirtschaftlichen Weisheiten der Malthusianer können heute als überholt gelten. Ein Volk mit wenig Kindern ist ein schlechter Verbraucher, verstärkt also die Arbeitslosigkeit. Die Zunahme der deutschen Bevölkerung im 19. Jahr- hundert dagegen war begleitet von dem stärksten wirtschaftlichen Aufstieg, den die deutsche Geschichte gesehen hat. Die Siedlungspolitik der Städte, wenn sie auch bewußt die Vollfamilie mit mehr als vier Kindern bevorzugt, geht bereits von der Einsicht aus, daß materielle Vorteile an und für sich die Stagnation des Bevölkerungszuwachses nicht aufhalten können. Auch die Ehestandsdarlehen haben ihren rechten Zweck erst dann erfüllt, wenn zu dem ersten ober zweiten Kind das dritte oder vierte getreten ist, wenn aus der Kleinfamilie die Dollfamilie geworden ist. Das ist viel mehr ein sittliches und ethisches Problem als eine materielle Frage. Der Mut zum Leben und zur Lebensbehauptung eines Volkes muß in der Nation wie in der Seele des einzelnen Volksgenossen verankert sein. Dann wird er die scheinbare Behaglichkeit des Daseins geringer schätzen als die Freude an einer zahlreichen und gesunden Familie. Die kinderreiche Familie sott den Ehrenplatz im Volksleben erhalten, das ist das Ziel des Bundes der Kinderreichen, der jetzt in Köln seine große Kundgebung veranstaltet. Die Mutter vieler Kinder sott nicht nur im engen Kreis verehrt und geschätzt, der Vater muß wirtschaftlich gefördert werden. Keinesfalls aber darf eine große Kinderzahl als lästig oder „unvornehm" gelten. Wenn ein solcher Geist überall lebendig wird, dann wird unser Vaterland nicht zu den .^vergreisenden" Ländern gehören, sondern durch eine gesunde und qualitativ hochstehende Bevölkerung der Kulturwelt auch fernerhin ein Vorbild sein. Grüße an das Handwerk. Frankfurt a. M., 4. Juni. (LPD.) Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger hat an das zum Reichshandwerkertag zusammentretende deutsche Handwerk folgende Begrüßungsworte gerichtet: „Wenn sich in diesen Tagen das Führerkorps des Handwerks zu einer Kundgebung unter dem Leitspruch .Arbeit und Ehre' in der Stadt des deutschen Handwerks versammelt, dann freue ich mich, in unserem Gau alle diejenigen zu begrüßen, die in uneigennützigem Einsatz und freudiger Opferbereitschaft an dem inneren Aufbau dieses wertvollen Gliedes unseres Volkskörpers mitgearbeitet haben. Mögen die Veranstaltungen des diesjährigen Reichshandwerkertages die handwerkliche Leist ungsgemeinschaft weiter vertiefen und ihr jene innere Ausrichtung geben, aus der heraus alles Tun und Handeln in den Dienst des gesamten Volkes zu stellen ist im Sinne unseres Führers Adolf Hitler." Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. L e y, hat an das deutsche Handwerk anläßlich des Reichshandwerkertages 1936 zu Frankfurt a. M. folgende Begrüßungsworte gerichtet: „Der diesjährige Reichshandwerkertag wird zeigen, daß das Handwerk immer mehr in d i e Deutsche Arbeitsfront hineinwächst. Ich grüße das deutsche Handwerk in der schönen Stadt Frankfurt und wünsche, daß die Tagung zum Segen des Handwerks verlaufen möge." Totenehrung als Auftakt desReichshandwerkertags Berlin, 4. Juni. (DRB.) Als Auftakt des diesjährigen Reichshandwerkertages fand am Donnerstagnachmittag eine Totenehrung statt, die den Gefallenen der Bewegung und des Weltkrieges galt. Vor dem Ehrenmal Unter den Linden waren eine Ehrenkompanie der Wachtruppe, Ehrenstürme der SA., der SS. und des Arbeitsdienstes sowie Handwerker in Berufstracht aufmarschiert. Auch das Führerkorps der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk war angetreten. Reichsleiter Dr. Ley, Reichshandwerksmeister Schmidt und der Kommandeur der Berliner Wachtruppe legten gemeinsam am Ehrenmal einen Kranz nieder. Anschließend nahmen sie den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie und der Ehrenstürme ab. Sodann begaben sich Dr. Ley und Reichshandwerksmeister Schmidt z u m G r a b e H o r st Wessels auf dem alten Nicolai-Kirchhof, wo sie gleichfalls einen Kranz im Beisein der Ehrenformation der Standarte „Horst Wessel" niederlegten. Im Tannenberg-Nationaldenkmal legten die ostpreußischen Handwerker einen Kranz nieder. Der Präsident der Ostpreußischen Handwerkskammer, Pg. M a g u n i a , traf mit einer großen Anzahl von Amtswaltern im Reichsehrenmal ein und legte in der Gruft des Feldmarschalls einen großen Lorbeerkranz nieder. Der Kranz trägt eine blau-rote Schleife, auf der die Inschrift steht: „Das deutsche Handwerk seinem Chrenmeister." Zum Tode des Generalleutnants Wever (Scherl-Bilderdienst-M.) FMMM! 1 $ ' ■ c / UM M - & > Berlin, 4. Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat der Witwe des tödlich verunglückten Generalstabschefs der Luftwaffe, Generalleutnant Wever, fein Beileid mit folgenden Worten ausaedrückt: „Zu dem schweren Verlust, den Sie durch den Unglucksfall Ihres Mannes, des hochverdienten Generalstabschefs der Luftwaffe, erlitten haben, spreche ich Ihnen meine aufrichtigste Teilnahme aus". — Generaloberst Göring und Frau Göring suchten die Gattin des Generalleutnants Wever auf und sprachen ihre persönliche Anteilnahme aus. — Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmar- schall von Blomberg, hat in einem Hand- schreiben sein aufrichtiges Beileid übermittelt. — Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat eine achttägige Trauer für d i e gesamte Luftwaffe und eine dreiwöchige Trauer für das Reichsluftfahrtmini ft erium und das Fliegergeschwader „Gotha", das künftig den Namen „Fliegergeschwader General Wever" führt, angeordnet. AmlsemfiihM des neuen Landesfinanzamlspräsidenten in Darmstadt. LPD. Darmstadt, 4. Juni. Im stimmungsvoll geschmückten Festsaal des Alten Palais in Darmstadt erfolgte die Amtseinführung des neuen Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt Dr. Werth. Nach dem Adagio aus dem Haydnschen Streichquartett op. 74, gespielt vom Schnurrbusch- Quartett, gab Reichsfinanzmmister Graf Schwerin von Krosigk seiner Freude darüber Ausdruck, in der Anwesenheit des Herrn Reichsstatthalters und einer ganzen Reihe von Vertretern von staatlichen und Parteidienststellen, den Willen zu erkennen zu einer reibungslosen und vertrauensvollen Zusammenarbeit aller staatlichen und Parteidienststellen beizutragen. An den neuen Präsidenten gewandt, erklärte der Reichsfinanzminister u. a.: Als Sie im Weltkrieg an die Front zogen und Jahre hindurch dort Ihre Militärpflicht erfüllten, war dies für Ihr Leben und für Ihren Beruf das vielleicht tiefgreifende Ereignis, denn Soldat zu fein und wie ein Soldat auch im Berufsleben die Pflicht für die Gemeinschaft zu erfüllen, das ist eine bestimmende Richtschnur Ihres dienstlichen Lebens geworden. Nur der Sache zu dienen, in diesem Grundsatz waren Sie Ihrer Gefolgschaft ein Vorbild strenger Pflichterfüllung. Aber Sie wären fein Niedersachse, wenn nicht daneben auch stets das Gefühl des Herzens und der Kameradschaft hervorleuchten würden. Der Reichsfinanzminister unterstrich sodann die Verdienste Dr. Werths in seiner Arbeit im Landesfinanzamt Hannover. Dort galt es, die braunschweigischen Landes st euern zu vereinfachen, ihre Erhebung zu beschleunigen und die Verwaltung auf das Reich zu übernehmen. Aehnliche Aufgaben harrten des neuen Präsidenten in Hessen. Es gelte, die besonders notwendige 23 e r e t n f a- chung durchzuführen. Die Reichsfinanzoerwaltung achte auf die aus Beruf und Boden sich ergebenden Notwendigkeiten der einzelnen Gaue. Das werde eine besondere Notwendigkeit auch hier sein in einem Bezirk, der unter den Sünden der vergangenen Jahre besonders habe leiden müssen. Der ehrliche Steuerzahler könne verlangen, daß die Pfennige, die er an den Staat abführt, bei der Verausgabung so geachtete werden, wie es der Schweiß und die Tränen verlangen, die an jedem solchen Pfennig kleben. Bei der Steuererhebung wie bei der Verausgabung der Steueremnnahmen die notwendige Härte zu zeigen, sei eine der Aufgaben der Finanzoerwaltung. Dazu müsse aber treten wirtschaftliches V erst ä n d n i s und das Gefühl für soziale Gerechtigkeit. Erst die Vereinigung einer notwendigen Energie mit wirtschaftlichem Verständnis und mit sozialer Gerechtigkeit mache den guten Finanzbeamten aus, der sich immer nur fühle als Helfer und Diener der Allgemeinheit. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenqer begrüßte den Reichsfinanzminister herzlich. Alle wüßten, was es bedeute, in einem Staat geordnete Finanzen zu haben, und was es bedeute, im Dritten Reich die Mittel zu schaffen, die notwendig seien zu dem Aufbau aus dem Nichts heraus. Besonderen Dank sprach der Reichsstatthalter dem Reichsfinanzminister aus für das Verständnis, das er auch den kleinen Dingen entgegenbringe. Gerade Hessen sei wie kein anderes Land durch die fremde Besatzung bedrückt worden. In Hessen habe die Systemregierung wie kaum in einem anderen Lande Raubbau getrieben. Darum danke er dem Reichsfinanzminister, daß er ein bereitwilliger Helfer fei. Der neue Landesfinanzamtspräsident werde in seinem Amtsbereich Verständnis finden. Alles fei abge- stellt auf den Zusammenklang der Arbeit innerhalb aller Staatsverwaltungen. Dabei bestehe die Selbständigkeit, die erforderlich fei, um dem schöpferischen Menschen den Antrieb zum Handeln zu geben. Der neue Präsident dürfe auf die volle Unterstützung auch der Partei zählen, um das zu erreichen, was der Führer von allen verlange: die Zusammenschweißung des Volkes zu jener Einheit, von der das deutsche Volk schon seit Jahrhunderten träume und der es nachlebe. Landesfinanzamtsdirektor Müller versicherte dem neuen Präsidenten namens der Beamtenschaft treue Gefolgschaftsarbeit, woraus Präsident Dr. Werth für die Anerkennung und das Vertrauen dankte und versicherte, daß er zusammen mit seinen Arbeitskameraden alles tun werde, um das Landesfinanzamt Darmstadt zu einem immer schlagkräf- tigeren und scharfen Instrument zu machen, welches das Wollen und Wirken der Reichsfinanzverwaltung immer nachdrücklicher unterstütze und durch Erziehungsarbeit ein Heer von ftahlharten Männern zu schaffen, die wissen, wo die sittlichen Grundlagen unseres Volkes liegen, die nicht wanken, wenn der Weg zur Gesundung auch in Zukunft noch einmal steiler und entbehrungsreicher werden sollte, auf die sich der Führer in jeder Lage voll verlassen könne. An fein dreifaches Sieg-Heil auf Führer, Volk und Vaterland schloß sich der Gesang der Nationalhymnen. — Anschließend war der Reichsfinanzminister Gast des Reichsstatthalters auf einer Besichtigungsfahrt in das Ried Am Abend fand ein Kameradschaftsabend statt, wobei dem scheidenden Präsidenten des Landes- finazamtes Dr. Giese eine Erinnerunasaabe überreicht wurde und die Beamtenschaft der Finanz- Verwaltung mit ihrem neuen Präsidenten Stunden harmonischer Kameradschaft verlebte. Oer Beamte im nationalsozialistischen Staat. Oer Stellvertreter des Führers in einer Berliner Beamtenkundgebung. Berlin, 4. Juni. (DNB.) Der Reichsbund der deutschen Beamten hatte zu einer Kundgebung in der Deutschlanühalle gerufen, bei der der Stellvertreter des Führers Reichsminister R u - > olf Heß über die Fragen sprach, die den beut» chen Beamten am meisten am Herzen liegen. Der Leiter des Reichsbundes deutscher Beamten und Hauptamtsleiter in der Reichsleitung der NSDAP. Neef begrüßte den Reichsminister als den ersten Mitarbeiter des Führers und gedachte der zwei alten Kämpfer der Bewegung, die in den letzten Tagen gestorben find, des Brigadeführers Julius Schreck und des Generals L i tz m a n n. Oer Stellvertreter des Führers, mit lang anhaltendem Händeklatschen und Heilrufen begrüßt, widmete dem verstorbenen Chef des Stabes der Luftwaffe, Generalleutnant Wever, ehrende Gedenkworte. Dann stellte er fest, daß die lebendigste Berührung, die es zwischen Volk und Staat gibt, zweifellos der Staatsbeamte darstellt, der feinen Volksgenossen laufend als Verkörperung des Staates gegenübertritt. Heute fei das Verhältnis des Volkes xu feinem Staate dank der Durchsetzung mit nationalsozialistischem Gedankengut so feststehend, daß es nicht sage, der Staat sei schlecht, wenn ein Beamter unnationalsozialistisch handele, jondern es sage, der Beamte sei schlecht. Unter der Einwirkung des Nationalsozialismus habe sich der Begriff vom guten Beamten gewandelt, so wie der Begriff des Staates sich gewandelt hat, der nicht mehr ein über den Wolken schwebendes Gebilde ist, zu dem der „Untergebene" auffchaut, sondern eine Einrichtung, die dem Volke dient. Im gleichen Maße ist der gute Beamte nicht mehr der Borge- etzte, sondern t>er Vertreter des Volkes, wobei der einzelne Volksgenosse mit Recht darüber hinaus erwartet, daß der Beamte ihm gegenüber als Volksgenosse in Erscheinung tritt. Als Mensch mit Verständnis für ihn und seine Sorgen, der innerhalb seines Rahmens ihm Berater und Helfer ist. Diese Forderung gilt nicht nur für den mit dem Volk persönlich in Berührung kommenden unteren Beamten, sondern in höherem Maße noch für den oberen Beamten. Ebenso wie der deutsche Beamte es als selbstverständlich empfindet, daß von ihm eine Grundhaltung, die feinem Amt entspricht und eine Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen verlangt wird, die für fein Aufgabengebiet notwendig sind, ebenso verlangt das deutsche Volk heute von ihm nationalsozialistische Haltung und die Kenntnis des Wesens und Wir-1 kens der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Denn von ihr ausgehend ist der Staat umge- taltet worden und wird weiter beeinflußt in Ueber- ragung des Willens des Führers, der seinerseits der erste Beauftragte des Volkes ist. Ihre größte geschichtliche Leistung, sagte Rudolf Heß den Beamten, heißt Pflichterfüllung. Diese Pflichterfüllung macht der neue festgefügte Staat dem deutschen Beamten leicht, und ich glaube auch, daß alle deutschen Beamten Grund haben, der nationalsozialistischen Bewegung, die einen neuen Beamtentyp sich zu schaffen bemüht, dankbar zu fein. Denn sie hat das Ihrige getan und tut es weiter, dem Volk zu zeigen, wie lebensnotwendig eine gute Beamtenschaft für ein Volk ist, und welches Recht diese Beamtenschaft darauf hat, wenn sie das Ihre tut, auch in Ehren anerkannt und geachtet zu sein. Rudolf Heß führte dann aus, daß die Partei vor allen Einsetzungen und Beförderungen von Beamten, soweit sie vom Führer vorgenommen würden, um ihr Urteil befragt werde. Diese Einschaltung der Partei gelte nicht zuletzt dem guten Beamten selbst, denn es wird verhindert, daß Vorgesetzte, von denen der eine oder andere vielleicht noch immer heimlich dem Nationalsozialismus abgeneigt ist, untergebene Beamte im Aufstieg aus weltanschaulichen Gründen hindert. Dem Partei-Minister steht auch die letzte Entscheidung zu, ob gegen eine Ernennung Einspruch erhoben werden soll oder nicht. Durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums feien wirkliche Schädlinge ausgefchal- tet worden. Bei den im Dienst befindlichen Beamten käme es nicht fo sehr daraus an, daß der eme oder andere Beamte vielleicht früher einmal eine Aeußerung getan hat, sondern entschei - dend ist, wie ersich heute verhält, und w a s er I e i ft e t. Entscheidend ist, ob er loyal feine Pflicht dem neuen Staat gegenüber erfüllt, ob er sich bemüht, in feinem Verhalten Nationalsozialist zu sein, ob er durch sein Wirken die notwendige Einheit von Partei und Staat nach dem Willen des Führers fördert ober nicht. „Volksgenossen", rief Rudolf Heß den Beamten zu, „feien Sie dessen bewußt: Sie erleben Schicksale mit, Sie tragen Entscheidungen von manchmal weittragender Bedeutung in die Familie: Sie können durch Rat Volksgenossen aufrichten, Sie können sie aber aud) quälen, wenn Sie Ihre Pflicht nicht im nationalsozialistischen Sinne tun. Hier entscheidet sich, ob ein Beamter im tieferen Sinne gut ist ober schlecht, ob er wirklich innerlich Nationalsozialist ist ober bestenfalls nur bem Namen nach. Hier entscheidet sich, ob er ein roürbiger Diener bes neuen Staates, ein roürbiger Diener seines Volkes ist. Der beutsche Beamte trägt feinen Teil bei zum Aufbau unseres Deutschlanb, eines Deutschlanb vor- bilblicher Drbnung unb höchster Gerechtigkeit, bas all ben Seinen Arbeit unb Brot zur Genüge geben soll, bas ihnen Schutz angebeihen läßt, eines Deutschlanb wahrhafter Schönheit unb wahrhafter Würbe." Die Rebe bes Stellvertreters bes Führers würbe oft von Beifall unterbrochen, ber sich am Schluß zu stürmischer Zustimmung steigerte. Der Leiter bes Reichsbundes ber beutschen Beamten, Pg. Neef, schloß bie Kunbgebung mit bem Gelöbnis für bie beutschen Beamten, bem Manne, ber Deutschlanb gerettet hat, immer anzugehören in treuer Hingabe. Dr. Oorpmittler 10 Lahre General- biref or der Reichsbahn. Berlin, 4.Juni. (DNB.) Mit bem heutigen Tage ist Generalbirektor Dr. Dorpmüller zehn Jahre Leiter ber Deutschen Reichsbahn. Staatssekretär Dr. Meißner überbrachte ein persönliches Glückwunschschreiben bes Führers mit folgenbem Inhalt: „Sehr geehrter Herr Generalbirektor! Bei ber Wiederkehr bes Tages, an bem Sie vor zehn Jahren bie Führung ber Deutschen Reichsbahn übernommen haben, gedenke ich der wertvollen und erfolgreichen Arbeit, die Sie während dieser Zeit für den Ausbau der deutschen Bahnen und ihre technische Vervollkommnung geleistet haben. Als Zeichen meiner Anerkennung übersende ich Ihnen anbei mein Bild und verbinde hiermit meine aufrichtigen Glückwünsche für Ihr weiteres Wirken. Mit deutschem Gruß (gez.): Adolf Hitler." Anschließend sprachen der Präsident des Verwaltungsrates, Staatssekretär Königs joroie die Gefolgschaft der Reichshauptverwaltung ihre Glückwünsche aus. Der stellvertretende Generaldirektor, Pg. K l e i n m a n n , brachte dem Generaldirektor Glückwünsche und Geschenke der Gefolgschaft und der Wohlfahrtsorganisation der Reichsbahn dar. In den Mittagsstunden vereinte ein kameradschaftliches Beisammensein die Gefolgschaftsmitglieder der Reichsbahnhauptverwaltung, die Vertreter der Reichsbahnbeamtenschaft und der Reichsbahnarbeiterschaft mii der Reichsbahnleitung. Wie sieht es in der Wirtschafi aus? Die Rückblicke der deulschen Erwerbsunternehmen auf das vergangene Jahr lassen erkennen, daß fast überall infolge der aufsteigenden Konjunktur d i e Rücklagen verstärkt werden konnten. Auch im neuen Jahr hält die Besserung an. Die Koh- lenerzeugung stieg ohne die Produktion der Saar auf 49 188 100 Tonnen gegen 44 778 200 Tonnen in den ersten drei Monaten des Jahres 1935; die Mafchinenindustrie führte mehr aus und konnte im April 74 v. H. ihrer Kapazität erreichen. Die Ausfuhr von Maschinen erreichte im ersten Vierteljahr 1936 insgesamt 74 000 Tonnen, vor allem ging diese Ausfuhr nach Südosteuropa und Südamerika. Auch die Ausfuhr von elektrischen Maschinen hat sich weiter günstig entwickelt. Hand in Hand damit geht eine Neubesiedelung deutschen Landes. Drei dieser neuen Siedlungsgebiete liegen im Osten. Im vorigen Jahr war die Anzahl der neu angesetzten Bauern 75 v. H. größer als in den Jahren vor der Machtergreifung. Hinzu kommt, daß die neuen Bauernhöfe vollkommen ausreichend sind, um eine gesunde und zahlreiche Familie zu ernähren, während in früheren Jahren darauf kein Bedacht genommen wurde. Ein Ausweis über das Nationaleinkommen im ersten Vierteljahr 1936 weist die Summe von 7,997 Milliarden gegen 7412 in der gleichen Zeit des Vorjahres und nur 6,079 Milliarden im ersten Vierteljahr 1934 aus. Diese Erhöhung der Gesamtsumme der Löhne und Gehälter beweist am schlagendsten den Rückgang der Arbeitslosigkeit und die Besserung der deutschen Konjunktur. Schon vor einiger Zeit konnten wir an dieser Stelle berichten, daß Die Wintershall-AG. in Berlin-Kassel sich besonders rührig auf dem Gebiete der Schöpfung einheimischer Treibstoffe betätigt. Eingehende Ausführungen hierüber machte in der kürzlich abgehaltenen General- versammlung Generaldirektor Rosterg. Danach hat sich Wintershall nicht nur erfolgreich im deutschen, insbesondere niedersächsischen Erdölgebiet betätigt und auch im Rahmen des Reichsbohrprogramms eine Anzahl von Aufschlußbohrungen niedergebracht, sondern hat sich auch neben der Sicherung einer ausreichenden Verteilungsgrundlage durch den Kauf der Naphtha-Industrie- und Tankanlagen-AG., bekannt unter dem Namen Nitag, an der Erzeugung künstlichen Benzins beteiligt. Gemeinsam mit oem Klöckner-Konzern betreibt Wintershall bei der Gewerkschaft Viktor in Castrop-Raurel eine Treib- mrffgewinnungsanlage größeren Umfanges. Im Geschäftsbericht von Wintershall wurde ausgeführt. daß sich der Konzern auch in Zukunft der Erzeugung künstlicher Treibstoffe, sowohl aus Braunkohle als auch aus Steinkohle, besonders widmen wird. In diesem Zusammenhänge ist e5 nun interessant, daß ein unter Führung der Wintershall-AG. stehendes Konsortium die Aktienmehrheit der Bergbau- S Ihringen in Bochum erworben hat. Neben Wintershall, die etwa 53 v. H. des erhöhten ^o^pitals der Bergbau-AG. Lothringen von 20,8 Millionen Mark besitzen dürfte, hat auch die Gewerkschaft Elwerath, eine der größten ^.M^ungsgefellschaften für Erdöl im niedersächsischen Erdölgebiet, an der ebenfalls Wintershall wieder beteiligt ist, eine Anzahl Aktien von Bergbau Lothringen übernommen. Die Befitzverände- rungen bei Lothringen machen sich selbstverständlich auch in der Neubesetzung des Aufsichtsrates bemerk- Für die westdeutsche Kvhlenindustrie ist ferner nod) interessant, welche Aenderungen sich durch diese Besltzverschiebungen im Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat ergeben, wobei im besonderen an eine höhere Selbstoerbrauchsbeteiligung gedacht werden ^onn, da die vorgeschriebene Höhe von mindestens 51 v. H des Kapitals erreicht worden ist. Wenn es auch heute verfrüht märe, über die Auswirkungen öer neuen Transaktion auf den verschiedenen (Gebieten zu machen, fo ist doch jedenfalls festzustellen, daß gerade die rein private Initiative für die För- öerung heimischer Treibstoffe sehr zu begrüßen ist. Oie Anstrengungen der letzten Jahre zusammenge- nommen werden wahrscheinlich noch im laufenden Jahre die ersten Ergebnisse zeitigen Der d e u t s ch e A u ß e n h a n d e l im April zeigt ^^'Ohrungsgemäß ein abgeschwächtes Bild, wenn auch in diesem Jahr der Außenhandel gegenüber oem gteidjen Monat des Vorjahres aktiv geblieben Ht. ^m einzelnen betrug die Einfuhr 361 Millionen nbergs steht, und so in einem Gegensatz zu Schuschnigg geriet, dessen engster Mitarbeiter er seiner Zeit war. Seinen Posten bei der Miliz wird Generalmajor a. D. Unger einnehmen. Der bedeutendste Vertreter des Heimatschutzes im Gewerkschaftsbund, der Bundeswirtschaftsrat Lichtenegger, hat alle Posten niedergelegt. Seine Aufgaben werden von dem Präsidenten des Gewerkschaftsbundes und dem Obmann des Freiheitsbundes Taud mitübernommen werden. Das Ausscheiden Lichteneggers bedeutet den endgültigen Sieg der christlich-sozialen Richtung im Gewerkschaftsbund. Der Streik in Antwerpen. Brüssel, 4. Juni. (DNB.) Der von den Kommunisten entfachte Streik der Hafenarbeiter in Antwerpen hat sich auf die Arbeiter in der Sackanfertigungsindustrie ausgedehnt. Die Antwerpener Garnison hat Alarmbereitschaftsbefehl erhalten. Es werden schon zahlreiche Zwischenfälle gemeldet. Die Streikenden haben eine aus 150 Radfahrern bestehende fliegende Brigade gebildet, um Arbeitswillige an der Wiederaufnahme der Arbeit zu hindern. Vor einem Lager wurden Arbeiterinnen gezwungen, die Arbeit niederzulegen. Die Polizei mutzte eingreifen-, sie war in einem Falle sogar gezwungen, mit blanker Waffe vorzugehen, um eine Ansammlung von Streikenden zu zerstreuen. Zwei bekannte holländische Kommunisten wurden verhaftet, sie hatten sich unter die Hafenarbeiter gemischt und sie zum Widerstand aufgefordert. Die Antwerpener Schiffsvereinigung beschloß, dem kommunistischen Gewaltstreich schärfsten Widerstand entgegenzusetzen und sich auf Verhandlungen nicht eher ein^ulassen, bevor der verletzte Kollektivvertrag wiederhergestellt sei. Rückwirkungen des Streiks auf das Wirtschaftsleben beginnen sich bereits bemerkbar zu machen. Eine Reihe von Schiffen, darunter verschiedene deutsche Dampfer, haben den Hafen von Antwerpen verlassen. Der Hauptvorteil des Streiks dürfte Rotterdam, der Konkurrenzhafen Antwerpens, haben, um so mehr, als der Hafen von Rotterdam eben erst feine Tarife aus Konkurrenzgründen ermäßigt hat. Zwischenfälle in Minsk. Warschau, 5.Juni. (DNB. Funkspruch.) In dem Städtchen Minsk, unweit von Warschau, 'and am Donnerstag unter riesiger Beteiligung die Beisetzung des vor einigen Tagen von einem Juden erschossenen Wachtmeisters Bujak vom VII. Ulanen-Regiment statt. An dem Trauerzug nahmen neben dem Regiment, dem der Verstorbene angehört hatte, die Belegschaften aller Fabriken und zahlreiche Bauernabordnungen teil. Nach der Beerdigung versuchten Straßenredner die Menge zu Racheakten aufzureizen. Trotz vorbeugender Maßnahmen der Sicherheitsbehörden kam es zwischen Polen und Juden verschiedenlich zu schweren Schlägereien. Drei jüdische Wohnhäuser wurden in Brand gesteckt. Der Chef der polnischen Staatspolizei General Z a m o r f k i traf in Minsk ein. Seit dem Mord an dem Wachtmeister Bujak sollen ungefähr 6000 Juden die Stadt Minsk, die nuna zu werten. In fast allen Vorfahren hat dle Ausfuhr von Marz auf April abgenommen. Neben der Ausfuhr von Halbfertigwaren hat sich hier vor allem der Absatz von Fertigwaren, und zwar sowohl o,,An,nAM "''ch Enderzeugnissen, ver- Rohstoffen war ir' ' Eittlichkeitsverbrechen und Kanzelmißbrauch. Koblenz, 4. Juni. (DNB.) Vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts Koblenz stand der katholische Geistliche Anton Jakobs. Er ist angeklagt, sich an minderjährigen Schülern im Sinne des § 174, 1 vergangen zu haben. Weiter wird dem Angeklagten zum Vorwurf gemacht, in Predigten und bei Versammlungen politische Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise behandelt zu haben. Die Vernehmung des Angeklagten fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Sie ergab, daß er als Lehrer und Erzieher an der Schule des St.- Johannes-Klosters in Niederlahnstein sich mit drei Schülern vergangen hat. Der Angeklagte ist geständig. Bei dem Angeklagten fand man bei seiner Verhaftung Entwürfe zu seinen Predigten. Bei seinen Aushilfspredigten benutzte er diese Entwürfe. In Niederlahnstein und anderen Orten behandelte er in seinen Predigten die staatliche Schulpolitik und verging sich in unsachlicher Polemik gegen den Kanzelparagraphen. Der Staatsanwalt' lckild-'rte das traurige Bild, das der Angeklagte in sittlicher Beziehung biete. Der Angeklagte habe den öffentlichen Frieden in gefährlicher Weise zu stören versucht. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamtzuchthausstrafe von 5 Jahren. Da« Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Zuchthausstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten und zum Verlust der Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren Das Berliner Bauarubenunglück vor Gericht. Im Berliner Bauunglücksprozeß bekundeten mehrere Zeugen, daß die einzelnen Bohlen in der Baugrube mit besonderer Sorgfalt eingezogen wurden. Von Bedeutung ist die Aussage eines Zeugen, der als Tiefbauarbeiter unten im Schacht beschäftigt war. Zufällig habe er sich, wie er erzählt, die Bohlen zwischen den Trägern an der Westseite des Brandenburger Tors angesehen und dabei bemerkt, daß die Bohlen durch die den hat, die meisten Mitglieder dadurch für sein Vorhaben zu gewinnen, daß er ihnen versprach, Arbeit zu besorgen und sagte, daß man sich zu diesem Zwecke zusammenschließen müsse. Als die Mitglieder die von Maniura aufgestellten Ziele des Geheimbundes erfuhren, kehrten sie zum größten Teil der Organisation den Rücken und kümmerten sich nicht mehr um die Angelegenbeit. Für die meisten von ihnen war es jedoch schon zu spät, da die Sicherheitsbehörde bereits die Ermittlungen eingeleitet hatte. Soweit die bisherigen Aussagen dies zulassen, kann gesagt werden, daß Maniura die zum größten Teil arbeitslosen Angeklagten auf das gröblich st e irregeleitet und ihr Vertrauen mißbraucht hat. Er hat sie in dem guten Glauben gelassen, daß die Organisation behördlich angemeldet würde. Wie Litauen das deutsche Wahlrecht in Memel sabotiert. Ko wn o, 4. Juni. (DNB.) Die litauische Staatssicherheitspolizei verhaftete den Leiter der memelländischen Spar- und Darlehenskasse in Saugen, Kreis Heydekrug, K e s l a u. Er wird beschuldigt, seine Stellung bei der Kreditgewährung benutzt zu haben, „das litauische Nationalbewußtsein einzuschläfern". Keslau, der Schwiegersohn des Landespräsidenten B a l d s ch u s , tritt im Kreise Heydekrug als einer der memelländischen Kandidaten für die bevorstehenden Wahlen zum litauischen Parlament am 9. und 10. Juni auf. Durch die Verhaftung verliert er das Recht, gewählt zu rper- den, und scheidet als Kandidat ebenso aus wie drei bereits gestrichene Kandidaten. Von den ursprünglich neun aufgestellten Kandidaten im memelländischen Wahlbezirk bleiben somit nur noch fünf übrig. allgemeine Abberufung der südamerikanischen Vertretungen verhindert werden solle. Die Pläne, Italien wieder seine normale Stellung in Europa einnehmen zu lassen, ohne die Sicherheit der ihm benachbarten Balkanstaaten zu schwächen, hätten auf Eis gelegt werden müssen; die Aussicht auf eine friedliche Lösung m absehbarer Zeit sei beträchtlich verringert. Die Besserung der englisch-italienischen Beziehungen sei zwar ein ermutigendes Zeichen, die Ankunft des Negus in England und feine Absicht, persönlich nach Genf zu gehen, könnten aber vielleicht eine neue Spannung herbeiführen. „News Chronicle" stellt außer Frage, daß Völkerbundsoersammlung und Völkerbundsrat in der Frage der Sanktionen allgemeine Hartnäckigkeit an den Tag legen, und damit eine rasche Aufhebung der Sanktionen schwieriger, wenn nicht unmöglich machen würden. Die Welt erwarte ein Zusammengehen Großbritanniens mit der neuen französischen Regierung, wobei Großbritannien die Führung zu übernehmen habe. Es sei möglich, daß das geschehe. Die Hoffnungen derer, die eine baldige Aufhebung der Sanktionen erwarteten, würden von Tag zu Tag schwächer. Hochverraisprozeß in Kattonntz. Kattowitz, 4. Juni. (DNB.) Vor der Großen Strafkammer begann der Prozeß gegen 119 A n - geklagte wegen Hochverrats. Den Angeklagten wird zur Last gelegt, einen politischen Gehe i m b u n d organisiert zu haben mit dem Ziel, Gebietsteile aus dem polnischen Staatsgefüge loszureißen. Sieben Angeklagten wird vorgeworfen, mit Personen, die sich im Dienst einer fremden Macht befinden, Verabredungen getroffen zu haben. Nach der Anklage ollen die Angeklagten Paul Maniura und Jo- eph Z a j o n z die Gründer dieser Geheimorgani- ation, die zwölf Ortsgruppen mit einigen tausend Mitgliedern gezählt habe, gewesen sein. Die Angeklagten sind sämtlich polnische Staatsangehörige. Als erster wurde der Hauptangekiagle, der 34- jährige arbeitslose Schlosser Joseph Z a j o n z aus Friedenshütte, vernommen. Zajonz erklärte, daß er sich völlig schuldlos fühle. Er sei 1934 von dem aus dem Leben geschiedenen Paul Maniura für die Gründung der Organisation, der dieser eine deutsche Bezeichnung gegeben hatte obwohl er niemals einer deutschen Organisation angehörte und auch innerhalb des Deutschtums nicht bekannt war. gewonnen worden. Den Eintritt in diese Organisation habe er nur vollzogen, weil Maniura immer wieder erklärt habe, er werde die Rechtmäßigkeit der Organisation bei den zuständigen polnischen Behörden durchsetzen. Aus den weiteren Vernehmungen geht eindeutig hervor, daß der Gründer und Leiter des Geheimbundes, Maniura, der im Gefängnis Selbstmord verübt hat, es verstau- MM w Düngung Das C in der Intet ü Intendant $ g-te ??>*» ? Qut einem Mt 2 tefc sprach^ PÄ **«n to* M" n/:^Q.r| ^SQonJ11!^ Gebiet aber daß grundsa die sich be> i nuten Miller lerausstellter cheidungen in der wir hatten auf t schaffene Sit wegung 9an die -and g stehen imme bruch unsen blieben, was bild des geis dernd und ot und die wir gestern nicht wollen, auch bei noch so z Immerhin geschaffen, in Weiten der sauberes Sch oebenheiten leicht. Denn lösung der eine unauss geraten, ang entschieden a konstruktion f festen, weil g war, auf den konnte. Die Reichss gute Schrifttu rung dieser F lese des Q war die Fr< beitsmäßig e danke war Schrifttum ( diesem Zwec vmtzen ausz les fcheinbai wie die friti| Kurzschlüsse -vorhin fprac toürbe bebem K * n Ochern hätt^ Substanz für gekommen wo llon^k ' '«Khrt-°° S« b s (f W* Uh Ssi M D fang der ä dank Sie Reich für Balksa dritte W ein. Man t einer F°nr klar zu we worden ist treu bleibei die der P> chrift.u Auch d-e werden. W °°ch allein entsch man es ans Muster uni konnten: un tums nich gehört, muß vor allem je nommen werden. Aus aller Welt und Jta- „Sieh mal, wenn das nachgibt, haben wir hier ein Massengrab!" Kurze Zeit vor der Katastrophe erhielt dieser Arbeiter den Auftrag, Zementsäcke nach oben zu bringen. Das war seine Rettung. Ein anderer Zeuge ist dem sicheren Tode nur dadurch entgangen, daß er eine halbe Stunde vor dem Einsturz den Auftrag erhielt, einen Kollegen abzulösen, der an seine Stelle in die Baugrube hinunter mußte, während er — der Zeuge — oben befestigt sind, zu erklettern. Italienische Gaste in Vertin. Im Austauschverkehr zwischen Deutschland Italien trafen am Pfingstmontagabend 500 liener im Sonderzug zum Besuch der Reichshauptstadt ein. Die italienischen Gäste, die bereits München einen Besuch abgestattet haben, wurden auf dem mit den deutschen und italienischen Farben geschmückten Bahnsteig von Vertretern des Propagandaministeriums und der Stadt Berlin empfangen. Zur Begrüßung hatten sich weiter Angehörige der italienischen Botschaft und viele Mitglieder der italienischen Kolonie in Berlin eingefunden. Vier Kinder in einem Wohnwagen verbrannt. Ein schreckliches Unglück ereignete sich in der Nähe der sog. Bergmannssiedlung bei Kohlscheid (Rhein- provinz). In einem Wohnwagen lebte ein 32jähri- gtr Berginvalide mit seiner Frau und vier Kindern im Alter von 13, 11, 5 und 3 Jahren. Die Eltern hatten den Wohnwagen verlassen und sich -nach Kohlscheid begeben: als die Kinder allein waren, brach aus ungeklärter Ursache Feuer aus. In wenigen Augenblicken stand der ganze Wagen in Brand. Die vier Kinder wurden ein Opfer der Flammen, bevor Hilfe gebracht werden konnte. Gebt der Kuh einen Schnaps. ZdR. Diese Aufforderung stellt nicht etwa einen unangebrachten Ulk mit dem Vieh dar, sondern sie ist der ernsthafte Rat eines dänischen Tierarztes, der hinzufügt, ein guter Kaffeepunsch könnte unter Umständen auch von willkommener Wirkung sein. In Dänemark sterben, wie übrigens Turbulenter Fußballkampf in Wien. Bei einem Fußballkampf zwischen einer österreichischen und einer italienischen Mannschaft kam es zu Zwischenfällen, die den Schiedsrichter veranlaßten, nach Herausstellung von Mannschaftsmitgliedern aus beiden Lagern das Spiel drei Minuten vor Schluß abzubrechen. Der Wiener Berichterstatter der „Time s" berichtet: Nach einer Reihe offensichtlicher Regelwidrigkeiten der Italiener begannen die Oesterreicher Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Sie erhielten darauf einen Verweis, und es wurde ein Strafstoß gegen sie ausgesprochen. Bevor dieser durchgeführt werden konnte, stürzte sich der italienische Spieler, der das Opfer der Regelwidrigkeit geworden war, auf einen österreichischen Spieler und versetzte ihm einen heftigen Fau st schlag in den Unterleib. Er wurde darauf herausgestellt. Nach weiteren offensichtlichen Fehlern schlug ein anderer italienischer Spieler einem Oesterreicher mit der F a u st u n t e r d a s Kinn. Andere traten nach ihren österreichischen Gegenspielern, und der herausgestellte Spieler und der österreichische Torwächter stürmten auf das Spielfeld. Die Folge war ein allgemeines Handgemenge. Der Schiedsrichter gab das Schlußzeichen. Polizei erschien auf dem Sportplatz, um die Kämpfer zu trennen. Die Italiener verließen unter einem Sturm von Zischen und Pfeifen das Spielfeld. Ausbrüche dieser Art im internationalen Fußballsport waren in diesem Teil der Welt bisher noch nicht dagewesen. Hochwasser und Frost in Oberilalien. Infolge des Unwetters, das feit einigen Tagen in Oberitalien herrscht, ist der Fluß Olona, an dem Mailand liegt, aus den Ufern getreten, und hat die angrenzenden Straßeyzüge unter Wasser gesetzt. Der Spiegel des Como-Sees ist um zwei Meter gestiegen und hat den Hauptplatz in Como zum Teil überschwemmt. Auf dem Simplonpaß liegen 40 Zentimeter Neuschnee. In Novara sank die Quecksilbersäule auf 0 Grad, ein für italienische Verhältnisse im Juni ganz ungewöhnliches Ereignis. Bei Pesaro wurde ein Fischerboot vom Sturm überrascht, wobei ein Fischer ums Leben kam. Eine 200 Meter hohe Windhose verursachte bei Legnago große Schäden. Häuser wurden abgedeckt, Tiere getötet, zahlreiche Personen erlitten Verletzungen. Neuschnee im Allgäu. Am Donnerstagnachmittag setzte im Allgäu bei Regen ein jäher Temperatur st urz ein. Das Thermometer ging von 12 Grad Wärme auf 3 Grad Wärme zurück. In den Bergen setzte schon in den Mittagsstunden Schneefall ein. Die Schneegrenze reichte am Abend fast bis zur Talsohle heran. Merkwürdiges Ende eines Rehbockes. Dieser Tage stürzte ein Rehbock, der sich anscheinend auf der Flucht vor wildernden Hunden befand, den steilen Festungshang des Ehrenbreitsteines herunter und blieb schwer verletzt liegen. Die Keulen des Tieres wiesen mehrere Bißwunden auf. Das Tier machte einen erbarmungswürdigen Eindruck und wurde durch einen Schuß von seinen Leiden erlöst. Olympia-Freimarken und Olympia-Postkarten. Mit Rücksicht auf die ausländischen Teilnehmer und Besucher der Olympischen Spiele wird die Deutsche Reichspost in einem Teil der Olympia- Freimarkenheftchen, die bei den Sonderpostanstalten auf dem Reichssportfeld verkauft werden, die wichtigsten Postgebühren außer in deutscher auch in englischer, französischer und spanischer Sprache angeben. Wie bereits mitgeteilt wurde, rad, der mich ablöste, ist statt meiner in den Tod gegangen." Dem toten Schachtmeister Dümcke und dem Angeklagten Noth stellt der Zeuge das beste Zeugnis aus. Beide hätten sich stets hilfsbereit und kameradschaftlich den Arbeitern gegenüber gezeigt. — Die Verhandlung wurde vertagt. Ein Ende der Beweisaufnahme ist vorerst noch nicht abzusehen, obwohl bereits 80 Zeugen gehört worden sind; es sollen noch etwa 50 Zeugen ver- darunter einen blinden Passagier, an Bord. Obwohl die Jungfernfahrt des Riesendampfers zeitweilig durch Nebel und Gegenwind behindert war und dadurch etwa 200 Meilen verloren gingen, stellte man in Schiffahrtskreisen fest, daß die „Queen Mary“ jederzeit der „Normandie“ das Blaue Band entwinden kann. Der beste Durchschnitt für 25 Stunden betrug 766 Seemeilen gegenüber 754 ber „Normandie“, d. h. etwa 33 Meilen in der Stunde. Der Tod in den Bergen. Am Pfingstsonntag sind an der Kampenwand (unweit von Aschau, Obb.) Dr. Franz Fischer und Josef Gaßner, beide aus München, tödlich a b g e st ü r z t. Die Leichen wurden geborgen. Tanzturnier um die Weltmeisterschaft in Bad-Nauheim. Zum ersten Male in Deutschland wurde im Nauheimer Kurhaus unter Aufsicht der Federation Internationale de Danse pour Amateurs und des Reichs- verbandes zur Pflege des Gesellschaftstanzes die Weltmeisterschaft im Gesellschaftstanz ausgetragen. Den Titelverteidigern Wells- Sissons, England, traten die Meisterpaare von Deutschland, Danzig, Dänemark, Estland, Frankreich, Holland, Jugoslawien, Kanada, Niederlandisch-In- dien, Norwegen, Oesterreich, der Schweiz und der Tschechoslowakei gegenüber. Präsident B ü ch l e r be- grüßte die Länderoertreter und dankte der Kurverwaltung. Das Ergebnis lautete: Weltmeister: Wells - Sissons, England; 2. Preis: Ras- müssen - Pehrson, Dänemark; 3. Preis: Lottersberger - Bößl, Deutschland, 4. Preis: Novotny-Romlerova, Tschechoslowakei; 5. Preis Jailler-Newton, Kanada. Junger deutscher Gelehrter in China ermordet. Ein junger deutscher Dozent an der Provinzial- hochschule in Kaifongfu (Honan), D i l l e n z, wurde am Pfingstmontagfrüh in der verkehrsarmen Nordostecke der Stadt ermordert aufgefunden. Dillenz, der erst im November vorigen Jahres von der Deutschen Akademie in München nach China gekommen war, hatte am Abend seine Wohnung zu einem Spaziergang verlassen, von dem er nicht zurückkehrte. Weitere Einzelheiten über das Verbrechen sind noch nicht bekannt. Die chinesischen Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet. Neue Schneestürme am Hlounf Everest. Die englische Mount-Everest-Expedition ist infolge des frühzeitig eingetretenen Monsurns erneut gezwungen worden, nach dem Ausgangslager zurückzukehren. Schwere Schneestürme haben die Besteigung des Gipfels bis auf weiteres unmöglich gemacht. Die Expedition hat jedoch ihren Versuch noch nicht aufgegeben. Sie will eine Schneeschmelze abwarten oder nötigenfalls sogar versuchen, den über 7000 Meter hoch gelegenen Nordgrat bei Nachtzeit, wenn die schneebedeckten Hänge durch den Frost läßt die Deutsche Reichspost neben den Olympia- Marken auch Po st karten zu 6 Rpf. (+ 4 Rpf. Zuschlag) und 15 Rpf. (+10 Rpf. Zuschlag) Herstellen. Die Postanstalten werden mit dem Verkauf der beiden Postkarten, auf deren linker Hälfte ein Teil der Kampfbahn mit dem Marathon-Tor ab- gebildet ist und deren Wertstempel die olympische Glocke zeigt, ebenso wie mit der Ausgabe der Freimarkenheftchen mit Olympia-Marken am 15. Juni beginnen. Bei einem Zusammenstoß ums Leben gekommen. Am Bahnübergang beim Neuen Strässel bei Wiesloch ereignete sich ein folgenschwerer Z u - s a m m e n st o ß. Ein von Heidelberg kommender Personenkraftwagen fuhr auf den elektrischen Triebwagen der Lokal-Eisenbahn AG. auf. Der Lenker des Kraftwagens wurde am Kopfe verletzt, während fein Beifahrer, der Bademeister Raimund Briede, auf der Stelle tot war. Briede kam gerade aus Heidelberg, wo feine Frau einem Kinde das Leben geschenkt hatte. Ein Jugendverderber vor Gericht. In der weiteren Verhandlung gegen Pfarrer I o a n n i s kam der Teil der Anklage zur Besprechung, nach dem sich der Angeklagte an einem zehn- bis elfjährigen Mädchen nicht nur in der Schule beim Religionsunterricht, sondern auch in der Sakristei der Kirche nach der Beichte des Kindes vergangen haben soll. In diesem Fall steht nicht nur das Unzuchtsverbrechen unter Anklage, sondern auch das Vergehen beschimpfenden Unfugs in einer Kirche. An die Verfehlungen in der Schule will sich der Angeklagte nicht erinnern können, aber die unzüchtigen Handlungen in der' Sakristei gibt er zu. Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß der Angeklagte sich unter dem Schutz seines priesterlichen Gewandes sicher gefühlt habe. Ein 14jähriges Mädchen gibt als Zeugin mit Bestimmtheit die an ihr begangenen Verfehlungen in der Schule und in der Sakristei zu. Weiter mußten Mädchen zwischen 9 und 12 Jahren als Zeuginnen vernommen werden. Hinrichtung eines Mörders. Am 4. Juni wurde in Kottbus der Wladislaus Zelazny h i n g e r i ch t e t, der vom Schwurgericht Kottbus am 13. Dezember 1935 wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Zelazny, der vielfach und schwer vorbestraft war, hatte in der Nacht zum 13. Juli 1935 die 24jährige Lisbeth M e tz i g in Cantdorf bei Spremberg, die ihm bei einem in ihrer Wohnung ausgeführten Einbruchsdiebstahl entgegengetreten war, ermordet. Zweifacher Frauenmord. In Harburg-Wilhelmsburg wurden die Frau des pensionierten Reichsbahnbeamten Schulz sowie dessen Tochter ermordet. Als Täter stellte sich der in Kiel wohnende Bruder der Frau Schulz der Polizei. Er gab an, mit dem Vorsatz zur Ausführung des Mordes nach Wilhelmsburg gekommen zu sein. Der Tat ging ein heftiger Wortwechsel zwischen Frau Schulz und ihrem Bruder voraus, in dessen Verlauf der Mörder seine Schwester mit mehreren Hammerschlägen zu Boden streckte und ihr dann den Hals bis zur Wirbelsäule durchschnitt. Als die Tochter der Ermordeten den Streit wahrnahm und hinzueilte, schlug der Unhold diese ebenfalls mit dem Hammer nieder und durchschnitt ihr die Kehle. „Queen Mary“ in Neuyork. — Eine halbe Stunde spater als die „Normandie“. Der britische Ozeandampfer „Queen Mary“ erreichte das Ambrose-Feuerschiff um 8.50 Uhr Neu- yorker Zeit, d. h. 29 Minuten zu spät, um den Rekord des französischen Dampfers „Normandie“ zu schlagen. „Queen Mary“ hatte 1806 Fahrgäste, auch bei uns zu Lande, in den ersten Wochen der warmen Jahreszeit regelmäßig eine Anzahl Kühe auf der Weide an den Stichen giftiger Mücken. Ein Hofbesitzer bei Silkeborg fand kürzlich nicht weniger als drei seiner Kühe tot auf der Koppel vor. In der Kopenhagener „Politiken" erklärt ein Dr. Spärck, daß die Tiere den Stichen einer Mückenart zum Opfer gefallen seien, deren lateinischer Name Simulier lautet. Sie legen ihre Eier millionenweise in das fließende Wasser der Bäche. Wenn die Larven an den ersten warmen Tagen auskriechen, fallen sie in ganzen Heeren über das weidende Vieh her, ihr Gift wirkt für eine kurze Weile wie ein Serum im Blut. Man muß die Herzen der betroffenen Tiere im Notfall durch Einspritzungen, durch schwarzen Kaffee oder Alkohol vor plötzlicher Herzschwäche bewahren. Ab Juli kann sich das Rindvieh in unseren Breiten wieder ohne Alkohol behelfen. Kunst und Wissenschaft. Die Tagung des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte in Braunschweig. Die Tagung der nord- und westdeutschen Arbeitsgemeinschaft im Reichsbund für deutsche Vorgeschichte, die unter dem Protektorat von Ministerpräsident Klagges in Braunschweig statt- fand, nahm in Anwesenheit zahlreicher Forscher aus allen Teilen West- und Norddeutschlands und im Beisein von Vertretern des Reichsführers SS. und des Reichsbauernführers ihren Fortgang. Sie schloß mit einer Besichtigung der vor kurzem ausgegrabe» neu wiederhergestellten Lübbenstein, jungsteinzeit- licher Großgräber in der Nähe von Helmstedt. Vorher hatten die Mitgliederversammlungen der nord- und westdeutschen Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Prof. Matthes (Hamburg) und die Sitzung der Kreissachbearbeiter für Vorgeschichte des NS.» Lehrerbundes im Gau Süd-Hannover-Braunschweig stattgefunden, die von Gauamtsleiter Staatsrat Schmidt-Bo den ft edt zur Tagung einberufen waren. Prof. Hans Reinerth, der Leiter des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte, entwickelte hier einen Arbeitsplan, der die Ausgestaltung der Schulung und die Verwertung der zahlreichen umwälzenden Erkenntnisse deutscher Vorgeschichts» forschung für die nationalsozialistische Kulturpolitik im Norden und Westen des Reiches zum Gegenstand hatte. Weiterbericht des Reichswetkerdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Der mitteleuropäische Tiefdruckwirbel hat seine Lage seit gestern kaum geändert, doch macht sich in großem Maße die von seiner Rückseite kommende Kaltluftmasse bemerkbar. Sie beseitigte unter dauernden Regenfällen die vorgelagerte feuchte Luft, ' wobei im gesamten Zuflußgebiet des Rheins Wasser- massen bis zu 30 Liter auf den Quadratmeter fielen. Gleichzeitig stellte sich stärkerer Rückgang der Temperatur ein, der in den Höhen des Schwarzwaldes Frost und Schneefälle brachte. Da sich langsam eine mehr weslliche Luftströmung eingestellt hat, ist nach zunächst noch unfreundlichem und naßkaltem Wetter später mit einer gewissen Wetterbesserung und auch Milderung zu rechnen. Aussichten für Samstag: Veränderlich, bewölkt, zeitweise auch aufheiternd, aber im ganzen noch kühl und zeitweise regnerisch, nordwestliche Winde. Aussichten für Sonntag: Bei lebhaften, mehr nach Nordwest drehenden Winden Milderung. Lufttemperaturen am 4. Juni: mittags 19,3 Grad Celsius, abends 11,8 Grad; am 5. Juni: morgens 10,2 Grad. Maximum 19,8 Grad, Minimum heute nacht 9,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Juni: abends 15,1 Grad; am 5. Juni: morgens 13,3 Grad. — Niederschläge 41,7 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Erdmassen eingedrückt waren. Er habe eine andere Arbeitverrichtm^ sollte. „Mein Kame^ darauf noch zu seinem Arbeitskameraden gesagt: ' Wirtschaft mitod.ohneMetz- gerei zu pachten gesucht. Schriftl. Angeb. u. 02557 an d. Gieß.Anz. (Ein Quell d. Freude für den Naturfreund MMtes Eenen Kleine Kreatur in Wasser, Dusch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan» gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werb bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bild- folgen au» dem reichen Leden der zahllosen Kleineren Lebewesen. Aue der Freude am B«. obachten ist ein wertvolle, naturgeschichtliche» Urkundenbuch geworden, da» hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgesetze- hen zu erwecken. Gebunden RM. 4,80. Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. WerbeblStter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! HugoBermühIer Verlag Berlin. Lichterfelde Äüchlässe von r bi» 20 v. s. erhalten Sie bei wiederholten Auf. aaömen dner 8üudw Machen auch Sie einen Versuch I | 00-M1N ist kein Abführmittel. •oodem terlegt das Fett auf natOrflche I Welse. Einfach Im Gebrauch und Ober- I zeugend in der Wirkung. Durchschnittliche I Gewichtsabnahme monatlich 5-8 Pfund. 1 Originalpackung RM 3J3O„ Prospekte und Verkauf Neustadt-Drogerie, Neustadt 28 Einem Teil der heutigen Ausgabe liegt em Werbeblatt des Mittel- deutschenBraunkohlen-Synditats 1932 G.m.b.H., Leipzig, bei.zsi-v Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei P Vereine Samstag,6.Juni 20.3QllHr aeoeD wradschallsabend im Hessisch.Hof. MkkMler (Niesten 335«d Samstag,6.Juni v. 20-22.30 Uhr, lestteVorstellung der Deutschen Bühne. Freier Kartenverkanszu Tagespreisen an der Abendkasse Towarisch Komödie von I. Devalr bearb. von Curt Goetz. 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Landespfand briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4/i% ebem. 7% Pr. LandeSpfänd brieinnst., Gold Komm. Lol. 20 97 97 97 97 94,75 94,75 94.75 94.75 Eleuerguttch.BerrechnungSk. 34-38 109,4 I 109,5 109,4 1 109,5 4% Lesterreichische Goldrente... — 31,13 _ 1 31,5 4,20% Lestcrrcilisssche Stlberrentc 3,55 3,05 3,3 3 10,25 10 10,05 9,65 10,3 9,9 10 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 9,65 41 % beofll- von 1913......... 10,13 9,85 10 9,9 b% abfleft. Gvldmexikancr von 99 4% luttifdis. Bagdadbahn-Anlethe 14,4 1 14,25 14,25 14,1 Serie 1.................... — — — —- Srantiurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend« börse Schluß« kur« Schlußk. Mittag« börse Saturn 3.6 4.6. 36. 4.6. 4% oesgi. Sene n ........... — — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 7,35 7,25 7,45 7,4 4/i%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,4 10,2 10,25 10,25 4% Rumänische vereinh. Rente 6,13 6 6,2 6 2%% Anatolier............ 46,75 45 46,75 45 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 15,75 15,13 15,25 15,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — — 30,25 — Norddeutscher Lloyd ......... 0 17 16,75 16,75 16,25 A-G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 124,5 124 123,13 123,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 118,5 118,75 117,75 Commerz, und Privat-Bank ... 4 94,25 94,25 94,25 94,5 Deutsckie Bank und Disconto« GeseUschaft................ 4 96,25 95,75 96,25 95,75 Dresdner Bank.............. 4 96,5 96,5 96,5 96,5 Reichsbank ................ 12 194 195 194,25 194,5 ■21.6.0..................... 37 36,65 37 Bekula..................... 151 150,5 151 Elektr. LieferungSgeiellichaft ... 6 135,5 133,25 135.25 132,25 Licht und Kraft ............. 7 160,25 158,75 160 158,75 Felten & Guilleaume...... .. 4 140 138,5 139,9 138,25 Äesellsch.f.Elektr.Unternehmung 6 145,5 145,4 145,75 145 Rheinische Elektrizität ........ 6 —— 137 138,5 136 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 134,75 134,25 134,5 134,5 Schuckert & Co............... 6 153 151 152,75 151,25 Ziemens & HalSke............ 8 195.25 193,5 195 192 Lahmeyer LEo.............. 7 142,75 142,75 143,5 142,5 BuderuS .................. 108 107,5 107,4 Deutsche Erdöl .............. 4 132,75 132,25 132,25 132^25 varvencr................. «v. Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . 8 111 110,75 111.4 110,75 Ilse Bergbau ............. 6 172 172,75 Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke ............... 6 138 139 137,75 139 Mannesmann-Röhren........ 8 102,5 101,13 102,13 101,75 Sranrfun a. M. Berlin Schlußkurs Echlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 3-6. 4.6. 3.6. 4.6 Mansselder Bergbau....... 6/i 143,25 142 141,75 142,25 Kokswerke ................ . fi — — 138,5 137,75 Rheinische Braunkohlen .... 12 239,25 239 239,5 239,75 Rheinstahl ................ . 4 136,13 131,65 136,13 131,65 Bereinigte Stahlwerke...... 3/i 98,9 97,13 98,5 97,13 Ltavi Minen ............. . O 23,4 23,25 23,13 23 Kaliwerke Aschersleben...... 132,25 131,25 131,75 131,75 Kaliwerke Westeregeln ...... . 5 130,5 128,5 128,25 128,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7/i 182 181 182,75 180 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 175,25 172,9 174,5 172,9 Scheideanstalt............. . 9 258 258 — Goldschmidt .............. . 5 116,5 115 117 116,25 Rütgerswerke ............. .. 6 130,65 130 130,4 128,5 Metallgesellschaft........... .. 5 144 141,75 143 Philipp Holzmann......... .. 4 129,5 128,5 128,75 128 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 140,25 140,5 - Eemenlwerk Karlstadt....... .. 6 — - - Schultheis Pahenhofer ..... .. 4 — — 113 113,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 54,25 53 53,75 52,9 Bemberg................. .. 5 92,5 85 91,65 86,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 147,25 147,5 147,13 146 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 105,9 105,5 105,5 106 Dessauer Gas ............. .. 7 — —— 122,25 121,5 Daimler Motoren.......... .. O 119,75 119 119,13 118,75 Deutsche Linoleum......... .. 8 188,5 186 188,5 187 Lrenstein & Koppel ........ .. O — —— 90,13 89,25 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 48,5 46,5 47,25 46,75 Cbade.................... .. 9 466,5 467 467 469 Accumulaloren-Fabrik...... . 12 192,5 192,25 192 191 Eontt-Gummi............. . 11 188 188,25 187 188,5 Gritzner.................. .. O 33,65 34 33,25 33,25 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 99 99 Süddeutscher Zucker....... . 10 225 220 225 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. IN. 3-Inni 4Zuni Amtliche Notierung Geld | Sricf Amtliche Notierung Geld | 23rie: Buenos ittm Brüssel.... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelsingforS. Paris ..... Holland ... ."Italien .... Favcm..... Jugoslawien Oslo..... : Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Reuyork ... 0,688 42,02 0,139 3,047 55,60 46,80 12,455 5,49 16,36 167,83 19,48 0,730 5,654 62,59 48,95 11,315 64,21 80,29 33,90 10,26 2,486 0,692 42,10 0,141 3,053 55,72 46,90 12,485 5,50 16,40 168,17 19,52 0,732 5,666 62,71 49,05 11,335 64,33 80,45 33,96 10,28 2,490 Banknoten 0,688 42,03 0,139 3,047 55,85 46,80 12,51 5,51 16,36 167,89 19,48 0,733 5,654 62,87 48,95 11,365 64,50 80,29 33,90 10,26 2,486 0,692 42.11 0,141 3,053 55,97 46,90 12,54 5,53 16,40 168,23 19,52 0,735 5,666 62,99 49,05 11,385 64,62 80,45 33,96 10,28 2,490 äerliu^. ,ium Geld Är 4 — Amerikanische Nvien.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Lesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 2,438 41,88 55,60 12,475 16,31 167,47 62,65 64,28 80,11 33,56 2,458 42,04 55,82 12,515 16,37 168,15 62,91 64,54 80,43 33,70 SA. (Bill Das "Ä S's hie b- kündet. Gleich großen Eröffn Ügabend in d den Terla ist Vorschauen Feldzeicyen d |oöie die St am 20 Uhr erfolgt der Ei iruppe unter Lutter so hnögebu eröffnet w führer Schm dberheffen, eii sichten, anschlii lat einen Kan? tuet des Mu Kreisleiter $)■ jenb wird d heroldsmärfö stn. Sodann 116 Bodentu Sängerchor bes Musikzuc dmdung ban sich gehen. Ni Hebung in bt Anführer narfch der F Ven Abschluß w hat, die t >efe Kundgeb '°gen, daß v //( Abermals, Abenteurer v LSS ^8'gkeit feir tat «•wS 3ta Jotio be s S f^ret Sfff*- 9to >»d »nll5|e । JtejS? 3 N,g, 6 «r Öq« to in ; ihn !chri< dn UMein M Or °de Merals C W in>hrt ,f Rh-,'hfkr Äppen bQiläentQl ‘""•Äs „Gijenka TRofin." Gloria-Palast Abermals, nach „Anna Karenina" und dem „Abenteurer von Paris", ein russisches Thema, diesmal ein berühmtes, historisches aus dem 17. Jahrhundert. Die Handlung sammelt sich um die volkstümliche, in den Kosakenliedern verklärte Gestalt des Stjenka Rasin, der für die Freiheit und Unabhängigkeit seiner zarentreuen Kosaken wider die Üebergriffe und Unterdrückungsgelüste der selbstherrlich-mächtigen Bojaren kämpft und am Ende sollt Diese Kämpfe und die Liebe Stjenkas zu der schönen Tochter seines Feindes, des Fürsten Dol- goruki, machen den eigentlichen Inhalt der Fabel aus. Die auch bei uns durch zahlreiche Gastspiele bekanntgewordene, schwermütig-melodiöse Volksweise „Stjenka Rasin" bildet zusammen mit einer anderen, mehr lyrisch gefärbten, das musikalische Leitmotiv des Films. Der prachtvolle Gesang des Donkosakenchors (Leitung: Dirigent I ar off) gehört für unser Empfinden mit zu den stärksten Eindrücken, welche diese Produktion der Terra vermittelt. Das großartige, naturhafte Stimmenmaterial des Kosakenchors kommt gerade auch in der Tonwiedergabe ausgezeichnet zur Geltung. Daneben muß der Kameramann Franz Weihmayr mit besonderer Anerkennung genannt werden: er hat schöne, qroßlinige und stilvolle Aufnahmen geschaffen, welche sich als die beste Stütze der'Regie erweisen Die Spielleitung hatten Alex Volkoff und Walter Janssen, der, vor Jahren ,ugend- licher Held am Frankfurter Schauspielhaus, als Darsteller in zahlreichen Filmen bekannt wurde Das Buch schrieb der Dramatiker Kurt He y n t ä e. 3m Gesamteindruck (es ist schwer zu entscheiden ob der Autor oder die Regie dafür verantwortlich sind) stören einige durchaus modern gefaßte Dialogpartien und Episoden, deren Ton mit dem Wnst überall gewahrten Stil des historischen Kostumsttms nicht in Einklang zu bringen ist. Im übrigen hat die Spielleitung eine Anzahl größerer Bild- und Szenengruppen zusammengefaßt und diese teils auf repräsentative Wirkung, teils auf realistische Detailschilderung gestellt: so etwa den Ueberfall der Dataren auf die von Stjenka durch die Steppe geleitete Prinzessin: oder die Wolgaschiffer-Szene, em auch filmisch dankbares Motiv: und vor allem die später sich entspinnenden Kämpfe auf der Wolga- Sarke. in deren Verlaufe sich der eiaentlich dramatische Konflikt aus der Liebe zwischen Stjenka und der Prinzessin einfach und glaubhaft entwickelt. Den Stjenka Rasin spielt Hans Adalbert v. S ch l e t - t o w, der für den Kosakenhelden sowohl die stattliche äußere Erscheinung al» auch die männlich- heroischen Züge des Freiheitsführers mitbringt. Als die Prinzessin Dolgoruki sieht man Wera E n - g e l s , eine anmutige und mit sparsamen Mitteln sehr ausdrucksvolle Darstellerin Den Fürsten Dolgoruki spielt George: obwohl die Rolle ihm keineswegs die volle Entfaltung seiner bedeutenden schauspielerischen Persönlichkeit gestattet, gelingt ihm doch auch hier die Gestaltung einer blut- und temperamentvollen, psychologisch scharf profilierten Figur. Gut wirken in kleineren Rollen Anton P ö i n t n e r, Hubert von Meyerinck, Hans Joachim S ch a u f u ß und Philipp M a n n i n g als Alexey Michajlowitsch, der „stille Zar" Eine lebendige und humorvolle Charge bietet der Komiker Rudolf Platte als Filka, doch fallen eben dessen Auftritte wegen ihres saloppen Tones in dem bereits angedeuteten Sinne aus dem Rahmen des Historienfilms —r— Olympische Kücheniorgen Von Annie Juliane sichert. Bald wehen die Flaggen von fast 50 Nationen auf der deutschen Kampfbahn auf dem Reichs- Sportfeld, und weithin ertönt zum erstenmal die Olympiaglocke um die Jugend der Welt zu rufen Sie wird auf der 11 Olympiade in den beiden Augustwochen des Olympiajahres 1936 auf 19 Sportgebieten die Weltmeisterschaft austragen. Hunderttausende werden dem gewaltigen Sportereignis beiwohnen. Sport, ob er nun ausgeübt wird, oder ob man als Zuschauer alle Aufregungen miterlebt, macht gewaltigen Hunger, und so rüstet sich Deutschland als Wirt im gigantischen Maßstabe zur Betreuung seiner Gäste. Allein im olympischen Dorf, das die Wehrmacht des Deutschen Reiches erbaut und verwaltet, muß der Kommandant, Hauptmann F ü r st n e r, eine Familie von 3000 Köpfen und ebensoviel hungrigen Mäulern betreuen. Der Norddeutsche Lloyd hat mit seinen Bewirtungserfahrungen aus der ganzen Welt ihm daher die Sorge um bas Magenwohl dieser kinderreichen Familie abgenommen. Denn außer den 3000 Kämpfern sind auch noch 700 Wirkschaftsanaestellte zu versorgen. Der GA.-Sporttag in Gießen Wett- der Ruhe zu geben. SA.-Gruppenführer B e ck e r l e. (Bildarchiv: SA.-Gruppe Hessen.) Im Beisein des Kreisdirektors Dr. Lotz tagte am gestrigen Donnerstagnachmittag im Unioersitäts- Cafä zu Gießen die Kreisabteilung Gießen der Landesdienststelle Hessen-Hessen-Nassau des Deutschen Gemeindetages. 1900. Der Verpflegungsplatz für sämtliche kampfmannschaften ist an der Volkshalle. Der Marsch der 10 000 SA.-INänner durch die Stabt und Feiertagsruhe, das die Beachtung während des Hauptgottesdienstes regelt. Dann sprach Kegierunq^raf Grein Mannschaften rechnen kann. Während dieser Stunden und im Verlaufe des Nachmittags finden weitere sportliche Wettkämpfe statt, über die in der Zeitfolge (Preis 0,20 Mark, berechtigt zum Eintritt zu allen Veranstaltungen am Universitätssportplatz und dem Trieb) genaue Einzelheiten mitgeteilt werden. Um 13 Uhr am Sonntag findet die Verpflegung der rund 10 000 SA.-Wänner des Sporttages statt. Als Verpflegungsplätze find folgende Orte vorgesehen: Standarte 116 an der Liebigshöhe, Standarte R 116 am Schützenhaus, Standarte 222 an der Wellersburg, Standarte R 22 an der Karlsruhe, Standarte 254 mit Marine 11/34 und Reiter- SA. auf dem Sportplatz der Spieloereinigung wird am Sonntag im Anschluß an die Paradell u f st e l l u n g auf dem Platz an der Grünberger Straße vor sich gehen. Dieser Marsch der braunen Kolonnen wird, wie wir gestern bereits berichteten, durch die Kaiserallee, über Ludwigsplatz, Neuen Säue, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Hin- denburgwall, Bleichstraße, Ludwigstraße zur Universität führen. Am Universitätsgebäude erfolgt der Vorbeimarsch vor dem Gruppenführer Veckerle, wobei alle SA.-Einheiten sich bemühen werden, in schneidigem Marschschritt ihre gute Marschdisziplin und vortreffliche Ausrichtung zu zeigen. Die Einheiten werden vom Vorbeimarschplatz an der Universität aus durch die Gartenstraße in Richtung Stadttheater abrücken und dann entweder zum Bahnhof zur Heimfahrt oder zu ihren Sturmlokalen marschieren. Bürgermeisterversammlung in Gießen Wichtige Aufklärungen über das Fremdenverkehrswesen. Kampf gegen das Frühlingskreuzkraut und gegen die Wildschweinploge. Das Interesse der Gießener Bevölkerung an dem Sporttag der SA..Brigade V7/ L>berhessen, am morgigen Samstag- abenö und am kommenden Sonntag ist allenthalben bereits sehr groß. Zahlreich sind die Fragen, die an die SA.-Manner nach den einzelnen Teilen der bedeutsamen Veranstaltung gerichtet werden. Insbesondere wird dabei starkes Interesse an den sportlichen Wettkämpfen im Verlaufe des Sonntags be- SA. und von den mitwirkenden SA.-Männern mit großem Eifer und mit aller Hingabe für das gute Gelingen sämtlicher Darbietungen gearbeitet wird. Man kann heute bereits mit Gewißheit betonen, daß die Ausgestaltung dieser Eröffnungskundgebung ein besonderes Ereignis im Wirken der SA. unsrer oberhessischen Heimat sein wird. Da keine Numerierung der Plätze vorgesehen ist, sondern jedermann ganz nach Belieben Platz nehmen kann, ist es empfehlenswert, sich rechtzeitig mit Eintrittskarten (0,30 RM. pro Person) zu versehen, die bei jedem SA.-Angehörigen zu haben sind, außerdem am Samstagabend auch frühzeitig in der Vvlkshalle zu erscheinen, da die Veranstaltung pünktlich beginnen wird. Alle Volksgenossen und Volksgenossinnen aus Stadt und Land werden bei diesem Abend erwartet. Aus den Bestimmungen für den Sonntag ist hervorzuheben, daß die an dem 20-kilomeler-!Nannschafts-Gepäckniarsch teilnehmenden Mannschaften im Anschluß an die um 7 Uhr stattfindende Flaggenhissung sofort zur Liebigshöhe abrücken, dort ihr Marschgepäck empfangen und unmittelbar anschließend zum Start an der Volkshalle antreten. Dann wird in Abständen von je drei Minuten eine Wettkampfmannschaft nach der anderen auf die Strecke gehen, die bekanntlich vom Trieb aus über Wiejeck, Wißmar, Launsbach zurück nach Gießen durch die Rodheimer Straße, über den Werner- und den Hitlerwall durch die Moltkestraße und die Kaiserallee zum Trieb führen wird, wo man etwa von 10.30 Uhr ab mit dem Eintreffen der Wettstreit- kundet. Gleiche Aufmerksamkeit wird aber auch der großen Eröffnungskundgebung am morgigen Sams- iagabend in der Bolkshalle entgegengebracht, lieber den Verlauf der Eröffnungskundgebung ist vorschauend folgendes zu berichten: Nachdem die Feldzeichen der SA.-Standarten 116, 222 und 254 sowie die Sturmfahnen des SA.-Standorts Gießen um 20 Uhr vor der Bolkshalle aufmarschiert sind, erfolgt der Einmarsch der Standarten- und Fahnen- flruppe unter dem Befehl des Standartenführers Lutter so zeitig in die Volkshalle, daß die Kundgebung pünktlich um 20.30 Uhr eröffnet werden kann. Zunächst wird Brigadeführer Schmidt, der Führer der Brigade 147, Oberhessen, eine Ansprache an die Versammlung ! richten, anschließend wird gemeinsam das Lied „Ich hat einen Kameraden" gesungen. Nach einem Musikstück des Musikzugs der Standarte 116 wird der Kreisleiter Dr. Hildebrandt sprechen. Anschließend wird der Musikzug der Standarte 116 zwei Heroldsmärsche mit Kesselpauken zu Gehör bringen. Sodann werden SA.-Kameraden der Standarte ! 116 Bodenturnen zeigen. Hierauf wird ein Massen- * Sängerchor von SA.-Männern unter Begleitung des Musikzugs 116 drei Lieder singen und m Verbindung damit eine symbolhafte Aufführung vor ! sich gehen. Nunmehr wird der Höhepunkt der Kund- j gebung in der Ansprache des SA. - Grup- i penführers Beckerle folgen. Mit dem Aus- marsch der Fahnengruppen wird die Kundgebung ihren Abschluß finden. Wer bisher Gelegenheit gehabt hat, die tatfräftigen Vorbereitungsarbeiten für diese Kundgebung zu sehen und zu hören, der muß sagen, daß von den beteiligten Dienststellen der Der Kreisobmann, Bürgermeister Euler (Wie- seck), eröffnete die Bürgermeisterversammlung mit der Bekanntgabe verschiedener dienstlicher Rundschreiben. Anschließend gab er eine Vereinbarung des Deutschen Gemeindetages mit der Deutschen Arbeitsfront bekannt, nach der die Uebertragung der dienstlichen Schreibarbeiten der Gemeinden derart neu geregelt werden soll, daß sie nicht mehr Festbesoldeten, sondern arbeitslosen Volksgenossen, in erster Linie Kriegsbeschädigten, überlassen wird. Heaierungdraf Weber behandelte hierauf gewerbliche Fragen, wie sie an den Bürgermeister herantreten. Ausgehend von der unerläßlichen Anmeldung jedes Gewerbes nach der Art der Beschäftigung beim zuständigen Bürgermeisteramt, hob er die Sondervorschriften für solche Gewerbe hervor, die darüber hinaus noch beim Kreisamt angemeldet sein müssen, wie u. a. Tanz-, Turn- und Schwimmunterricht, Trödelhandel, Altwarenhandel, Handel mit Metallbrüchen, Badeanstalten, Besorgung von Rechtsangelegenheiten für andere, Viehhandel. Weiterhin machte er auf die durch das Kreisamt genehmigungspflichtigen Betriebe aufmerksam, die eine Belästigung oder eine Schädigung des Nachbarn Hervorrufen können, wie das bei Industrieanlagen, chemischen Fabriken, Schlachthäusern oder Dampfkesselanlagen der Fall sein kann. Der Redner machte auch auf die besonderen Bestimmungen für die Ausübung und Ueber- nahme von Handwerksstätten aufmerksam, bei denen die Eintragung des Handwerksmeisters in die Handwerksrolle Voraussetzung ist. Zur Vermeidung von Gründungen neuer Geschäfte verwies der Redner auf das Einzelhandelsschutzgesetz, um dann eingehende Erläuterungen zum Gesetz über die Sonn- über „Das Hamburger Abkommen der Nordwestdeutschen Bezirksfürsorgeoerbände vorn 17. März 1934", das eine Neuregelung der materiellen und finanziellen Grundlagen des Fürsorgewesens der Gemeinden untereinander herbeiführt und nach dem Freistaat Hamburg benannt ist, weil dieser die Anregung hierzu gegeben hat. Nach diesen eingehenden Darlegungen, insbesondere nach der finanziellen Seite hin, wie sie die Gemeinden betrifft, ermächtigte und beauftragte die Bürgermeisterversammlung Regierungsrat Grein, dem Beispiel anderer Bezirksverbände folgend, auch den Bezirksfürsorgeverband Kreis Gießen diesem Hamburger Abkommen anzuschließen. Als dritter Redner machte dann Bürgermeister Dr. Hamm eingehende Ausführungen über „Das neue Ge - setz zur Regelung des Fremdenverkehrs". Er zeigte das Nebeneinanderarbeiten der früheren Organisationen auf und gab dann Erläuterungen zu der Neugestaltung des ganzen Fremdenverkehrswesens, an dessen Spitze jetzt der Reichsfremdenverkehrs-Verband steht, zu dessen Präsident durch den Reichsminister für Propaganda Hermann Esser (München) ernannt wurde. Der Reichsfremdenverkehrs-Verband ist untergeteilt in 24 Landesfremdenverkehrsverbände, denen als Mitglieder die Fremdenverkehrsgemeinden angehören. Die höchste Behörde im Reiche ist allerdings der Reichsausschuß für Fremdenverkehr, dem der Reichsfremdenverkehrsverband als Organisation des öffentlichen Rechts zur Seite steht und der die Aufgaben auszuführen hat, die ihm der Reichsausschuß zuweist. Die Landesfremdenoerkehrsoerbände — für Hessen ist der Landesfremdenverkehrs - Verband Rhein-Main zuständig — unterstehen den zuständi- Mitten im märkischen waldigen Gelände bei Dvbe- ritz ist ein riesiges, eirundes, 11 700 Quadratmeter bedeckendes Wirtschaftsgebäude errichtet, und hier werden m 38 Speisehallen mit 38 nationalen Küchen die Kämpfer so beköstigt, wie sie es zu Hause gewöhnt sind. Allerdings gibt es eine allgemeine Grundspeisekarte, in die geschulte Kenner heimischer Beköstigungsgewohnheiten die tausendfältigen Sonderwünsche einbauen können. Was gibt es nun? Zum Frühstück vor allen Dingen Früchte, aber auch Haferflocken ober Reis in Milch und amerikanische Getreidefrüchte. Butter, Honig und Marmeladen, Brot, Röstbrot, Kaffee, Tee, Milch, Kakao stehen neben zahlreichen Eierspeisen auf der Karte. Sonderwünsche wurden schon laut, ehe die Beteiligung der Nationen fest- stand: Hatten die Brasilianer in bezug auf Obst ihre Eigenwünsche angemeldet, so. glaubten die Franzosen auf ihren guten Rotwein, die Chinesen nicht auf die berühmten eingelagerten Eier verzichten zu können. Die erbetene chemische Analyse des Trinkwassers haben die Amerikaner mit Befriedigung zur Kenntnis genommen Die Grundform des Mittagessens mit Suppe, Fleisch, Frischgemüse, Salat und Obst werden deutsche Köche für die verschiedensten Geschmacksrichtungen mundgerecht machen. Die Söhne des Himmels wissen sich wohl aufgehoben unter der Obhut des Küchenchefs aus einer Berliner chinesischen Gaststätte In die Geheimnisse der Zubereitung anderer Nationalspeisen werden in einem Olympia- Sonderlehrgang in Frankfurt deutsche Koch- und Küchenmeister, die im Ausland tätig gewesen oder dort aufgewachsen sind, eingeweiht. Auch Schiffsköche aus Ueberfee werden den deutschen Kollegen englische, amerikanische, französische, italienische, spanische und mexikanische Nationalgerichte beibringen. Da auch in anderen Großstädten ähnliche Lehrgänge durchgeführt werden, wird es ein Leichtes sein, nicht nur in den 38 Küchen des Olympia- Dorfes. sondern auch in den Gaststätten Deutschlands, die den Besuch von Ausländern erwarten, mit Originalgerichten aus der Heimat zu überraschen. Schon wird überall eifrig die richtige Behandlung eines „Apfel- oder Citronen-Pies" studiert: denn auf diesen Lieblingsnachtisch verzichtet der Amerikaner nur höchst ungern. Außer dieser Armee von geschulten Kochen stellt der Norddeutsche Lloyd noch 200 Mann Küchenpersonal und 250 weitgereiste und sprachgewandte Stewards, dagen Landesregierungen, während der hessisches und preußisches Gebiet umfassende Rhein-Main - Verband dem Reichsstatthalter untersteht. Der Vortragende trat der allgemein verbreiteten Auffassung entgegen, als wenn die örtlichen Verkehrsvereine der Auflösung verfallen wären. Demgegenüber stellte er fest, daß sie, obwohl sie von der Gesetzgebung ausgeschlossen sind, weiter bestehen dürfen und ausdrücklich anerkannt sind. Es sei sogar wünschenswert, daß sie bestehen bleiben, nur sollderBürgermeisterdenVor- fit} der öffentlichen Verkehrsvereine übernehmen, weil die Verkehrsvereine als das Bindeglied zwischen Bürgerschaft und Bürgermeister in bezug auf die Verkehrswünsche und Anregungen angesehen werden. Bürgermeister Dr. Hamm wies weiter darauf hin, daß das Gesetz über den Fremdenverkehr auch die Fremdenverkehrs-Gemeinden bestimmt. Die Sonderausgaben der Fremdenverkehrs- Gemeinden sind, die deutschen Volksgenossen für den Besuch der Landschaft, der Bäder- und Kurorte der Heimat zu gewinnen und in sorgsamer Betreuung und Pflege der Ausländer jener Sendung zu dienen, die ihnen im Sinne der Anordnungen des Führers zugewiesen ist. Gemeinden, die als Fremdenverkehrs- Gemeinden bestimmt sind, können sich der Beitragspflicht nicht entziehen. Aus der Pflichtgemeinschaft ergibt es sich von selbst, daß der Bürgermeister sich nicht den Anordnungen des Landesverkehrsverbandes entziehen darf, sondern mitarbeiten muß und die Beschaffung der notwendigen örtlichen Einrichtungen vorzunehmen hat. In seinen weiteren Ausführungen kennzeichnete der Redner die dem Präsidenten zugeteilten Abteilungen für die Ausarbeitung der Fahrpläne, für die Bestimmung und Einteilung der Badeorte, sowie über den Versand der Werbepläne und Reklamen. Eine grundlegende Begriffsbestimmung ordnet die Orte ein in Bäder, Heilbäder, Klima-, Heilklima-, Luft-, Kneipp- und Kurorte und Seebäder bis zur Spezialisierung in Kur- und Erholungsorte, Sommer- und Winterfrischen usw. Dadurch soll dem deutschen Kranken ein besonderer Schutz gewährt und alle unwahre Anpreisung ausgeschaltet werden. Als besondere Aufgabe, die den Bürgermeistern aller Gemeinden zufällt, kennzeichnete der Redner dann die Aufstellung einer Fremdenverkehr s- st a t i st i k Die Führung solcher Statisttken ist den Gemeinden anbefohlen, und die Bürgermeister haben für die sorgsame und strenge Durchführung Sorge zu tragen. Alle Gasthäuser, Pensionctte und Prioate, die Fremde beherbergen, sind oerpflichtet, die geforderten Angaben zu machen, damit aus dem Ergebnis solcher Erhebungen eine wirksame Werbung in die Wege geleitet werden kann Der Redner machte ausdrücklich daraus aufmerksam, daß diese Angaben nicht zu anderen und oor allem nicht zu Steuerzwecken oerwendet werden dürfen, noch oerwendet werden sollen. Als Beispiel für den Erfolg solcher Erhebungen führte er die Ergebnisse der Gießener Statistik an, die erwiesen hat, daß entgegen allen Annahmen der größte Besucher- Zustrom nach Gießen aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet kommt, so daß dort eine wirksame Propaganda in die Wege geleitet werden konnte. 2Iuf die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen meldeten sich vorerst die als Fremdenverkehrs-Gemeinden in Betracht kommenden Orte Lich, Grünberg, Kloster Arnsburg, Annerod, ferner der Schiffenberg und der Staufenberg. Verschiedenes. Der Bürgermeister von Weiters Hain machte u. a. besonders auf die Wildschweinplage aufmerksam, die in seiner Gemeinde zu 24 Schadenersatzforderungen geführt hat. Er gab an, daß besonders die Wiesen, oft bis zu dreiviertel Morgen, von den in großen Rudeln auftretenden Wildschweinen aufgewühlt werden, so daß die Heu- und Grummeternte vielfach ganz vernichtet ist. Er sprach seine Befürchtungen aus, daß das jetzt unter dem Jagdschutz stehende Wildschwein auch die Kartoffeln vernichten konnte und bat um sofortige Abhilfe. Don mehreren Gemeinden wurde auf die durch mit die intimsten Magenwünsche verständnisvoll entgegengenommen werden. Selbst die vorbildlichste Hausfrau würde angesichts dieser Gästezahl und der damit verbundenen Anhäufung von Lebensmittelvorräten ein gelindes Gruseln überkommen. Sie stellt sich vor, daß in Riesenspeichern die Vorräte aufgehäuft werden. Das ist aber nicht beabsichtigt. Der umfangreiche Be- darf an frischen Lebensrnitteln rollt Tag für Tag am frühesten Morgen, wenn noch der Tau auf dem Gras liegt, auf einer eigenen Zufahrt an das Wirtschaftsgebäude heran, ohne das Dorf selbst zu berühren, so daß die Gäste glauben dürfen, es würde herangezaubert. Sie werden überhaupt ihre hochge- spannten Erwartungen, die sie an die Gastlichkeit Deutschlands stellen, in jeder Weise erfüllt sehen. Dafür sorgen die verantwortlichen Leiter der olympischen Küchen- und Magenfragen. Landkarte^ ans der Lust gemacht. Das Vermessungsamt von Großbritannien hat einen großen Kontrakt für Luftaufnahmen mit einer englischen Firma abgeschlossen, die ein Gebiet von 1200 Quadratkilometer in Mittelengland in sehr großem Maßstabe aufnehmen soll. Es werden etwa 150 Stunden Flugzeit für drei Maschinen nötig sein, die in einer Höhe von 2700 Meter fliegen und etwa 10 000 Aufnahmen machen werden. Diese Methode der Herstellung von genauen Landkarten wird immer mehr angewandt in Fällen, in denen die neuere Entwicklung der Gegend die vorhandenen Karten unrichtig gemacht hat und neue schnell ge- braucht werden. Die Behörden in England brau- chen jetzt allgemein solche aus der Luft aufgenommenen Karten für den Wegebau, für Stadtpläne und ähnliche Arbeiten. Irrtümer sind dabei nur in geringem Maße möglich, wohl aber werden eine Reihe von wichtigen Tatsachen, die dem nackten Auge verborgen bleiben, ans Licht gebracht, wenn die Karten stereoskopisch ausgenommen werden. Man hat auf diese Weise bereits römische Straßen, die nicht mehr an der Oberfläche lagen, feststellen können, ebenso die Umrisse von 2000 Jahre alten Lagerstätten und Befestigungen, alte Wasserläufe, die verschwunden waren, usw. Die englische Firma hat kürzlich einen Auftrag erhalten, 14 000 Quadratmeilen in Persien in dieser Weise aufzunehmen und Karten des Landes herzustellen: die Arbeit wurde von zwei Flugzeugen in vier Monaten bewältigt. das umfangreiche Auftreten des Frühlings- kreuzkrautes entstehende Gefahr hingewiesen. In Lang-Gons und Langsdorf haben die Bürgermeister bereits die Vernichtung dieser Gefahr für Vieh und Ernte angeordnet und die Bauern zur Ausrottung durch Verbrennen aufgefordert. In Lang-Göns sind bereits zwei Schafe diesem Unkraut zum Opfer gefallen. Kreisdirektor Dr. Lotz sagte hinsichtlich des Feldschadens durch das zahlreiche Auftreten der Wildschweine die Unterstützung der Wünsche bei dem Kreisjägermeister zu und gab gleichzeitig bekannt, daß jeder Bürgermeister sich sofort der Bekämpfung des Frühlingskreuzkrautes annehmen müsse, damit keine kostbare Zeit verstreiche. lieber die Planzenschutzstelle und das Botanische Institut der Universität sollen sogleich die notwendigen Belehrungen und Anweisungen her- ausgegeben und mit Hilfe der Tagespresse verbreitet werden, damit dem Bauern wirksamer Schutz zuteil werden kann. Durch die sofortige Inangriffnahme der Vernichtung soll wertvolles Volksgut geschützt und gerettet werden. Mit dem Gruß an den Führer wurde die Tagung beschlossen. Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Holunder blüht! Nun steht er in der ganzen Fülle seiner Pracht da, der Holunderstrauch. Es ist ein Bild von eigenartiger Schönheit, wenn er um die Höhe des Jahres feine herrlichen, weißen Dolden in die Luft reckt, die duftspendend eine große Zahl kleiner und kleinster Kerbtiere anlocken. Wie schön hebt sich da das zartgefiederte dunkle Laub dazu ab! Zu jeder Zeit des Jahres, besonders aber in den Tagen feiner Hochzeit, kann es der starke Holunderstrauch, auch Holder und fälschlich Fliederbusch genannt, mit den ausländischen Ziersträuchern und Blumen aufnehmen! Leider wird aber bei uns allzu sehr das Fremdländische bevorzugt, wenngleich gerade viele dieser Schmuckpflanzen eines besonderen Schutzes gegen die Winterkälte benötigen. Als Deckpflanzung gegen die Sicht von der Straße her ist er besonders geeignet. Trotzdem wird der Holunderstrauch vielfach Der- kannt und als Unkraut vernichtet. Und doch verdeckt er verfallene Mauern und vernachlässigte Gebäudeteile, schafft reizende Bilder an Wald- und Bachrändern, belebt Feldraine und Schutthaufen und gibt größeren Hecken eine besondere Note. Gerade deshalb sollte er an solchen Stellen noch mehr Verbreitung finden. Kein Platz gebührt ihm in Haus- und Gemüsegärten, da er infolge seiner unverwüstlichen Wachstumsfreudigkeit alle benachbarten Sträucher unterdrückt. Wenngleich der Allerweltsstrauch so wenig gewürdigt wird, so kann er doch der Menschheit von Nutzen sein, da er Wildstrauch und Heilpflanze zugleich ist. Kenner sammeln seine duftigen Blüten und bereiten daraus einen Tee (einen Teelöffel auf zwei Tassen), der blutreinigend, beruhigend, schweißtreibend und gelinde abführend wirkt. Holunderblütentee ist auch ein vorzügliches Mittel gegen Erkältungskrankheiten und wird mit Erfolg bei Husten, Heiserkeit und Luftröhrenkatarrh angewandt. Daß die Blüten nur bei trockenem Wetter gesammelt werden, bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung. Beim Trocknen vermeide man die Einwirkung direkter Sonnenstrahlen, weil dadurch ein Teil der flüchtigen, heilkräftigen Bestandteile verloren geht. Ein Umschlag von frischgepflückten Blättern lindert starke Kopfschmerzen. Unsere Altvordern rieben alljährlich ihre Obstholzmöbel mit dem Blättersaft des Holders ein zum Schutze gegen Holzwürmer. Metallgeschirre setzen bei gleicher Behandlung weder Rost noch Grünspan an. Auch in der Poesie wird des Holunderstrauches gedacht. Wenn jetzt in den warmen Sommerabenden die Dorfjugend hinaus zum Anger oder Hag zieht, so klingt in die stille Nacht das zum Volkslied gewordene: Am Holderstrauch, am Holderstrauch, der blüht so schön im Mai, da sang ein kleines Vögelein ein Lied von Lieb und Treu. Beim Holderstrauch, beim Holderstrauch, wir saßen Hand in Hand, wir waren in der Maienzeit die Glücklichsten im Land. Beim Holderstrauch, beim Holderstrauch, da muß geschieden sein, komm bald zurück, komm bald zurück, HerzaUerliebster mein. Beim Holderstrauch, beim Holderstrauch, da weint ein Mägdlein sehr, der Vogel schweigt, der Holderstrauch, der blüht schon lang nicht mehr. B. Bornotizen. Tageskalender für Freilag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Stjenka Rasin (Wolga-Wolga)". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Broadway-Melodie". Deutsche Arbeitsfront. Gau Hessen-Nassau. verwattungsslelle 19 Gießen. Bekanntmachung. Wir fordern hiermit sämtliche Ortsgruppen- und Betriebsgemeinschaftswalter auf, die Mitgliedsbücher bzw. Karten der Deutschen Angestelltenschaft einzuziehen und zur Umschreibung gegen eine Gebühr von 50 Pf. bei uns einzureichen. Zur Deutschen Angestelltenschaft gehören nachstehend aufgeführte frühere Verbände: Verband der Land- und Forstangestellten, Deut eher Werkmeisterverband, Deut cyer Techniker-Verband, Deut cher Büro- und Behördenangestelltenverband, Deut ch-Nationaler Handlungsgehilfenverband, Zentralverband der Angestellten, Gesamtverband der Angestellten, Verband weiblicher Büroangestellten usw. Wir bitten unsere Mitglieder, ihre Mitgliedsbücher bzw. -Karten an den zuständigen Ortsgruppen» bzw. Betriebsgemeinschaftswalter abzugeben. LandschastsbundVolkstum undHeimat. Ortsring Gießen. Sonntag, 7. Juni, 10 Uhr, Führung durch das Hauptpost-, Telegraphen- und Selbstanschlußamt. Treffpunkt auf dem Posthof. NSDAP. - Amt für Aolkswohlfahrt. Ortsgruppe Giehen-Süd. Am Montag, 8., und Dienstag, 9. d. M., findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Opferringsammlung durch die NS.-Frauenscbaft statt. Die Einwohnerschaft wird gebeten. Die Spenden bereitzuhalten. Ministerialrat Löhlein t Am Mittwoch ist der Ministerialrat i. R. Dr. h. c. Konrad Löhlein im Alter von nahezu 60 Jahren verstorben. Der Verewigte ist durch seine Tätigkeit in der früheren hessischen Regierung als Referent der Universität Gießen, der Technischen Hochschule Darmstadt und anderer Bildungsstätten (Museum, Landesbibliothek) in weiteren Bevölkerungskreisen bekannt geworden. Mit besonderem Eifer war er um die Förderung der Belange der Universität Gießen bemüht, die seinem Wirken einen erheblichen Teil ihres Ausbaues nach den verschiedensten Richtungen hin zu danken hat. In Würoiaung dieser fürsorglichen Betreuung der Universitätsinteressen wurde Ministerialrat Löhlein im Januar 1924 von der Universität zum Doktor der Medizin ehrenhalber ernannt, im Juli 1928 erfolgte ferner seine Ernennung zum Ehrensenator der Universität. Der Entschlafene war ein Sohn des von 1888 bis 1901 in Gießen wirkenden Professors der Gynäkologie und Direktors der Universitäts-Frauenklinik, Geheimen Medizinalrats Professor Dr. Löhlein, der aus Coburg stammte. Konrad Löhlein erhielt seine Schulausbildung von Herbst 1882 bis Herbst 1888 am Askanischen Gymnasium in Berlin, von Herbst 1888 bis zum Frühjahr 1894 am Gymnasium in Gießen. Von 1894 bis 1897 widmete er sich dem Studium der Rechtswissenschaft in Jena, Heidelberg, Berlin und Gießen. Nach dem Referendarexamen Ende des Sommersemesters 1897 war er als Referendar am Amtsgericht Groß-Gerau, beim Landgericht, der Staatsanwaltschaft und beim Kreisamt Gießen tätig. Im Herbst 1900 bestand er das Assessorexamen, danach wirkte er bis September 1901 als Regierungsassessor in Heppenheim, anschließend war er bis zum Oktober 1904 im Dienste der Rentkam- mer des Fürsten Carl zu Solms-Hohensolms-Lich. Hierauf war er als Regierungsaffeffor am Kreisamt Lauterbach beschäftigt, sodann in gleicher Dienst- fteUung in Dieburg und in Offenbach. Vom Jull 1907 bis Ende März 1912 war er Kreisamtmann in Offenbach, danach bis Anfang April 1916 Mini- fterialfcfretär im Ministerium des Innern in Darmstadt, hierauf bis Ende April 1919 ständiger Hilfsarbeiter und Regierungsrat im Ministerium des Innern. Vom 1. Mai 1919 bis 30. September 1921 wirkte er als Vortragender Rat im damaligen Landesamt für das Bildungswefen und zwar in der Abteilung für Schulangelegenheiten, als Referent für die beiden hessischen Hochschulen, Museum und Landesbibliothek usw. Zu jener Zeit war er Ober- regierungsrat, ab 1. Oktober 1921 war seine Ernennung zum Ministerialrat in der gleichen Dienststellung erfolgt. Er war ferner geschäftsführender Direktor des Landesmuseums zu Darmstadt und Mitglied des hessischen Verwaltungsgerichtshofs. Vor einigen Jahren trat er in den Ruhestand. Die braunen Glücksmänner sind wieder da. - W W - Am heutigen 5. Juni, 11 Uhr, wird mit einer Ansprache des Reichsschatzmeisters der NSDAP, über alle deutschen Sender die 7. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung eröffnet Darnach ziehen wieder die braunen Glücksmänner in unsere Stadt ein, und bald werden sie an den belebtesten Plätzen der Stadt der Anziehungspunkt für die opfer- und kauffreudigen Volksgenossen sein. Noch ist die Arbeitsschlacht nicht gewonnen, noch ist es notwendig, daß jeder einzelne Volksgenosse, der sich in Arbeit und Brot befindet, über den gewöhnlichen Rahmen hinaus mithilft, das große Werk des Führers zu unterstützen und durch selbstlosen Einsatz zum Gelingen zu bringen. Was während der Sommerschlußverkäufe nichlverkaust werden darf Fwd. In den Sommerschlußverkäufen des Jahres 1936 dürfen nach einer im Reichsanzeiger vom 3. Juni veröffentlichten Anordnung des Reichswirt- schastsministers die nachstehend aufgeführten Waren oes Textilgebiets nicht zum Verkauf gestellt werden: Glatte (ungemusterte) weiße Wäschestoffe jeder Art einschl. Rohnessel, Inletts jeder Art, Handtücher einschließlich Küchenhandtücher, Erstlingswäsche, glatte (ungemusterte) ungarnierte Bettwäsche, auch wenn sie mit garnierter Bettwäsche zu einer Garnitur zusammengestellt wird; Bettfedern, Kapok und sonstiges Bettenfüllmaterial, Matratzen, Matratzenschoner, Reformbetten, Bettstellen, blaue Mützen aller Art, schwarze steife Herrenhüte, schwarze weiche Herrenhüte, Berufskleidung (zugelassen sind jedoch Livreen AU!WAWßkW JRoman von Markise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 32. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Alles auf der „Burg" schlief. Die große Standuhr im Herrenzimmer hatte die zweite Nachtstunde geschlagen. Hans-Hermann lag schlaflos im Bett und lauschte. Alles war totenstill. Nur der Wind draußen heulte und sauste. Wenn das Meer sich, vom Sturm getrieben, gegen die Felsen warf, klang es jedesmal, als würde eine schwere Tür ins Schloß geschlagen. Leise erhob sich Hans-Hermann. Er zog die Hausschuhe an und schlich im Pyjama, nur den Bademantel übergeworfen, aus dem Zimmer. Er wagte es nicht, Licht zu machen. Im Dunkeln tastete er sich vorwärts durch die Gänge bis an die Treppe. Stufe um Stufe schritt er empor. Jetzt wagte er mit der Taschenlampe zu leuchten. Er war nun im zweiten Stock des Hauses. Behutsam öffnete er eine Tür. Hier war das Atelier, in bem Steffens zu arbeiten pflegte, und hier an der Wand standen die Mappen mit den Zeichnungen Hubert Zedlitz'. Leise breitete er die Blätter auf Dem Tisch aus, prüfte die Zeichnungen, zählte sie. Es waren an fünfundfünfzig Stück. Eine Lifte lag nirgends dabei, niemand schien sie bis jetzt nachgesehen zu haben. Peggy hatte recht: niemand würde etwas erfahren. Hatten nicht Steffens und der Kunsthändler Torsion immer wieder betont, wie wertvoll diese Zeichnungen wären? Er war ein Narr, wenn er nicht den einzigen Weg zur Rettung benutzte. Mit zitternden Händen ergriff er acht der größten Blätter. Dann stellte er die Mappe wieder auf ihren Platz. Er band eine Schnur um die geraubten Blätter und schlich mit ihnen langsam um) vorsichtig wieder hinab in sein Zimmer. Der Regen fiel in dünnen Schnüren die ganze Nacht hindurch und trommelte an die Scheiben. Hans-Hermann hatte keine Stunde Schlaf mehr gefunden. Was er getan und was er noch tun mußte, nun er den ersten Schritt vom Wege abgekommen, brannte in ihm wie ein Fieber. Endlich wurde es grau im Osten, dann hell. Meer und Land hoben sich schattenhaft aus dem Regeneinerlei. Auf der „Burg" war noch alles still. Man war hier gewohnt, bis tief in den Tag hinein zu schlafen. So hatten es auch die Hausangestellten nicht so eilig mit dem Arbeitsbeginn. Hans-Hermann hatte sich oft darüber gewundert, wieviel Freiheit den Angestellten hier gelassen wurde. Heute aber war es ihm wie eine Erlösung. Was hätte er sagen sollen, wenn man ihn früh um halb acht Uhr hatte aus dem Hause schleichen sehen, das große flache Paket unter dem Arm? Er wollte die entwendeten Zeichnungen an einen Freund nach Berlin schicken. Gleichzeitig wollte er ihn in einem Ferngespräch veranlassen, ihm um- gehend ein dringendes Telegramm zu senden, daß man ihn zu einer dringenden Geschäftsbesprechung in Berlin erwarte. War er erst in Berlin, dann konnte er sehen, die Zeichnungen zu Geld zu machen. Aus Gesprächen Torssons, Steffens' und Lonnes wußte er ja ungefähr, was die Zeichnungen Onkel Huberts wert waren. Auf jeden Fall würde er feine Schuld an Lonne zahlen können. — Nun war er außer Sicht des Hauses. Er schritt schneller aus. Um acht Uhr mußte das Paket an dem Morgendampfer abgegeben und vorher bei der Post sein. Er eilte durch Den sprühenden Regen über die triefenden Wiesen wie gehetzt dahin. Er würde erst ruhig werden, wenn das Paket von der Insel fort war. — An der Poft herrschte ein ziemliches Gedränge. Das ältliche Postfräulein hatte alle Hände voll zu tun. Es war stillschweigend zur Gewohnheit geworden, daß in den letzten Minuten vor Dampfer- abfahrt jeder mit Hand anlegte, um seine Pakete noch zur Zeit an Bord zu verfrachten. Hans-Her- mann drängte sich in die Reihe Der Wartenden. Endlich hatte er den Stempel auf feinem Paket. ,Hch liefere es selbst ab", rief er dem Briefträger Zu, dessen Karren schon, hochbepackt, bedenklich über eine Pfütze hinwegschwankte. Nun stand er auf dem Laufsteg, der das Bollwerk mit dem Dampfer verband. Da fuhr er zusammen — in der Menschengruppe vor sich erblickte er Benebitte. Um keinen Preis durste diese ihn hier sehen! Ihm war es, als müßte sie ihm bis auf den Grund der Seele schauen und sofort wissen, was er vorhatte, was das flache Paket enthielt. Er drängte zurück, ein paar Fischer wichen schimpfend zur Seite. Drängelei und Eile kannte man hier nicht, hier ging alles immer gemächlich und ruhig zu. Fast war er schon an Land, — da sagte plötzlich eine Stimme: „Nanu, Zedlitz, was machen Sie denn so früh hier?" . Hans-Hermann fühlte, wie er kreideweiß wurde. Lonne? Wie kam Lonne hierher? Wie Steffens? Wann waren die beiden gekommen, was wollten sie hier am Dampfer? Seine Knie zitterten, feine Hände wurden kalt. „Holla", Lonne griff zu, „um ein Haar hätten Sie das Paket fallen lassen — halten Sie doch mal, Steffens, ich habe ja selbst die Hände voll." Wie es geschah, wußte Hans-Hermann nicht zu sagen. Steffens nahm das Paket. War der Bindfaden nicht fest geknotet, hatte ein höllischer Zufall feine Hände im Spiel? Ein erschreckter Ausruf Steffens', während der Dampfer gerade losmachte und sich in Bewegung setzte, während die Menschen auf dem Landungssteg zurückströmten, während Hans- Hermann mehr fühlte als sah, daß Benedikte sich ihnen näherte, riß der Bindfaden, das Papier löste sich —: Im letzten Augenblick gelang es Steffens, die zu Boden gleitenden Skizzenblätter Hubert Zedlitz' aufzufangen. „Was — was ist denn das —?" fragten Steffens und Lonne wie aus einem Munde Hans-Hermann hatte nur einen Wunsch, die Erde mochte sich öffnen und ihn verschlingen. Jetzt tauchte auch Benedikte dicht neben ihm auf. Sie hatte ihn augenscheinlich bisher noch nicht gesehen. Ohne zu begreifen, starrte sie auf die Gruppe. Wie unter einem Zwange hob Hans-Hermann die Augen, sah Benedikte an und wurde glühend rot. Da sagte Lonne, verbindlich den Hut ziehend: „Guten Morgen, Fräulein Zedlitz! Schon, daß wir Sie treffen. Ich wollte eben zu Ihnen. Torsion hat gestern abend telephoniert, er mochte umgehend ein paar Probezeichnungen nach Stralsund geschickt haben, wo er sich für einen Tag auf der Durchreise mit ein paar Kunstfreunden aufhält. Ihr Herr Vetter war so freundlich, es zu erledigen — leider war die Sendung schlecht verpackt. Recht ärgerlich, nun kommt das Paket nicht mehr mit. Torsion wird vergeblich warten. Schlimmstenfalls schicken wir es mit meinem Motorboot hinüber. Kommen Sie nur, Zed- unb Chauffeuranzüge), Pelze, pelzgefütterte Mäntel, Teppiche, Brücken und Verbindungsstücke jeder Art (zugelassen sind jedoch Läufer und Vorlagen), Fah. nen und Fahnenstoffe jeder Art, Herrenschirme und Stocke, glatte schwarze Damenschirme und Garten- schirme. Die Handwerker-Radsternfahrer in Gießen. Am heuttgen Freitag werden die Handwerker- Radsternfahrer, die bekanntlich auf der Fahrt zum Reichshandwerkertag in Frankfurt mit ihren Fahr- rädern unterwegs find, in Gießen eintreffen. Die Sternfahrer werden etwa zwischen 16 und 16.30 Uhr aus Richtung Lollar kommend an der Karlsruhe eintreffen und von dort aus mit Musik eingeholt werden. Der Zug wird durch die Marburger Straße, Walltorstraße, Kirchenplatz, Marktplatz, Schulstraße, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Horst - Wessel - Wall, Bahnhofstraße, Neustadt zum Oswaldsgarten gehen, wo ein Empfang durch die Gießener Innungen mit ihren Jnnungsfahnen stattfindet. Nach der Ausgabe der Quartierzettel werden die Gäste sich zu ihren Quartieren begeben. Heute, um 20 Uhr, wird sich ein von der NSG. „Kraft durch Freude" veran- ftalteter Kameradschaftsabend im Cafö Leib an- fchließen, an dem das gesamte Handwerk unserer Stadt teilnehmen wird. Morgen, um 6 Uhr, werden die Sternfahrer die Fahrt nach Frankfurt am Main fortsetzen. ßitt guter Regen. Nach schwülem Vormittag zog gestern in den Nachmittagsstunden ein Gewitter über unsere Gegend, das endlich den langersehnten Regen brachte Anfänglich gab es nur einige stärkere elektrische Entladungen, dann aber gewitterte es nur noch ab und zu. Um so kräftiger aber wurden die Niederschläge, die zu Beginn des Gewitters mit einigen Hagelkörnern untermischt waren. Schaden hatten diese aber nicht im Gefolge. Bereits beim Einbruch der Dunkelheit zeigte der Niederschlagsmesser eine Regenmenge von über 28 Millimeter an. So hat der einzige Tag mehr als die doppelte Feuchtigkeit gebracht als der ganze Monat Mai mit nur 11,3 Millimeter Niederschlage. Da es auch die Nacht über regnete, so konnten am heutigen Morgen 40 Millimeter Niederschläge gemessen werden, geradezu eine Rekordmenge in einer Zeit von ungefähr 14 Stunden. Dabei sieht der Himmel aus, als ob er noch mehr Naß abgeben wollte. Der Regen kommt vor allem der Sommerfrucht sehr willkommen, aber auch die Hackfrüchte, die Leinäcker und Futter- und Körnermais Durften danach. Die Gartenkulturen, die bereits unter der andauernden Trockenheit zu leiden begannen, werden nun zu neuem Wachstum angeregt. Für die vollbehangenen Steinobftbäume, vor allem für Zwetfchen, Reineklauden, Mirabellen und Kirschen waren die kräftigen Niederschläge sehr willkommen, da in sandig-trockenen Lagen bereits gesunde Früchte mangels der notwendigen Feuchtigkeit abgestoßen wurden. Wenngleich die aerobe begonnene Heuernte unterbrochen und auch erschwert wird und die vielen mit erntereifem Rotklee- und Luzernedörrfutter beladenen Kleeböcke nicht abgerüftet werden können, so freut sich Der Bauersmann doch des durchweichenden Regens, der die Gefahr Der Futterknappheit bannt und Die Möglichkeit zum erfolgreichen Setzen Der Dickwurzpflanzen schafft. Als Folge der heftigen Regengüsse ist bei einzelnen besonders üppigen Roggenschlägen eine teilweise Lagerung eingetreten, die aber keinen Schaden bringen wird, da die Blüte und somit die Bestäubung schon vor einer Woche erfolgte. Die Kartoffelpreise im Juni. Nach der Anordnung des Vorsitzenden der Hauptvereinigung der deutschen Kartvffelwirtschaft ist nunmehr auch für das Gebiet des Kartoffelwirtschafts- verbandes Heffen-Nasiau der Juni-Preis für Speise- Kartoffeln bekanntgegeben worden. Danach sind die im Mai gültigen Erzeugerpreise frei Ort des Verbrauchers auch für Juni gültig; die Preise für gelbe Speisekartoffeln liegen zwischen 3,10 und 3,30 RM., Die Preise für weiße, rote und blaue Speifekartoffeln zwischen 2,70 und 3,— RM. Der Erzeuger hat die Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn6 litz, damit wir es drüben im Gasthaus besser ein« Magen. Auf Wiedersehen, Fräulein Zedlitz, sowie Torssons Leute sich geäußert haben, wird er Ihnen wohl direkt Mitteilung machen." „Ja, vielen Dank", Benedikte sagte es ganz me« r?niU' fte M immer nur Hans-Hermann an. Das alte Gefühl für ihn, das sie in Erinnerung an Die gemeinsam verlebte Jugendzeit immer noch nicht verloren hatte, sagte ihr klar: Lonne redete die Unwahrheit. Niemals hatte Hans-Hermann das Paket auf die Bitte Torffons hin befördert. Das schlechte Gewissen stand Dem Vetter ja auf Die Stirn geschrieben. Aosua hatte ihr ein paarmal von den wilden Spielabenden auf der „Burg" erzählt. Ein Aus- hilfsmädchen hatte nicht dicht gehalten. Benedikte verstand alles. Lonne hatte eine Ausrede erfunden, um Hans-Hermann zu schützen. Aber Lonne hatte sich umsonst bemüht. Hans-Hermann ein Dieb? Hans-Hermann, der Mann, von dem sie einmal gedacht, sie konnte ihm gut sein--! Eine tiefe Traurigkeit ergriff sie. Sie konnte Hans-Hermann nicht mehr ansehen, sie hätte irgend etwas tun müssen; aber sie wußte nicht, was. War er wirklich ganz verloren? Konnte ihm niemand helfen? Wäre Benedikte Zedlitz noch der ungebrochene Mensch gewesen, wie vor der Entfremdung Jens Petersen gegenüber, sie hätte sicherlich irgendein befreiendes Wort gefunden. Vielleicht yätte sie Hans- Hermann bei der Hand genommen und iyn in ihr Hous geholt und ihm allerhand harte und offene Worte gesagt. Und hätte doch hinter diesen Worten ihn ihre Freundschaft, ihre Sorge spüren lallen. Aber seitdem sie selbst mit Mißtrauen und Kummer kämpfte, war diese Kraft in ihr matt geworden. Sie konnte nichts sagen, nicht eingreifen. Sie ließ Hans- Hermann gehen... Wie gejagt floh sie über die Wiesen, sah nicht rechts noch links. Die Scham für den Vetter brannte i^r auf der Seele und die Scham ihrer eigenen Schwachheit wegen. Sie überhörte Die Grüße der Vorbeikommenden. Sie sah auch Jens Petersen nicht, roie er am Fenster seines Schulhauses stand und sehnsüchtig zu ihr herüberspähte. Sie eilte in ihr Zimmer, und hier loste sich ihre Verzweiflung in bitteren Tränen. (Fortsetzung folgt 1) 3? .jjnretf i i Ü 23 A D 21 91 U 2 € 1 € 6 T » TRonfo ttlfb im An ^' das dem in Me« au ®runö6u Anc I, Jit Platz Ar. Airag dl Einheitski SMm Men, Den A 3to Emilio,«, m r« 'M Ar ^•204, d^ *** «M »®runöbu( »Me fetten h /inheL ^ben, bet Fli Ka * Dieses tnerabfN wurde am » bauernsührei 0oi Wir erhiel Zum Abb mittelbar hin einiges ergar des 1893 m Wetterfahne dem!?• W Hauses, trug auf unserem kaufte das fi ür 6000 Gu auth Wwe hundert feir betrieben Studentenbu renden bewc Stocke hatte den Fußbode Wenn der b vom Gymna ließ er sich i: in unserem j waren mit Säule im tle nen trug als tes Gesicht, I tiefe Brunn, Leidwesen rr Trinkwasferi eimer miebe: in der Ties, Wasserkunder weisen könne war die Festst Hauses, die j Eichenbalken i werden mußt, kellert war, \ gewölbe im treppauf unt milien in eri Later strenc mir die Ä daß mit dc unserer M sammelten, rvie bei Der M Glocken wu: Ölungen, ba vnb (Sebärf t ln bie heimi M hl. 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IK Zwangsversteigerung. 52K32 Am IHonfag, dem 15. Juni 1936, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Zimmer Nr. 204, das dem Ingenieur Heinrich Brinkmann in Gießen zugeschriebene Grundstück versteigert: Grundbuch für Gießen, Band 80, Blatt 4614: Flur I, Ur. 871, hofreite in der Scheppeneck (Bahnhofstraße Nr. 58), 928 qm, Betrag der Schätzung .... 60 468,— RM. Einheitswert (1.1.35) ... 40 700,— RM. Gießen, den 14.5.1936. 3600O Für das Amtsgericht Gießen: Karle, Ortsgerichtsoorsteher. Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und lieber« landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasgelder noch innerhalb 10 Tagen ohne kosten an die Kasse der Städtischen Betriebe, Gartenstraße 3, ober auf Postscheckkonto 27707 Frankfurt a. M., gezahlt werden. Bei Ueberschreiten der Zahlungster- !mine müssen die Beitreibungskosten berechnet roeroen. Vom 15. Juni 1936 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, bie öu Strom- und Gasgelder für April 1936 einschliehl ch kosten noch nicht entrichtet haben. dbU2C Gießen, den 2. Juni 1936. Direktion der Städtischen Betriebe. Deutsche Erde, heilge Erde, Du bi t unsres Lebens Kraft, Du bist Heimat, deutsche Erde, Du bist unsre Leidenschaft. Du sahst Freude, du sahst Trauer, Du sahst Deutschlands Schicksalsweg, Du sahst wie der deutsche Bauer Um dich rang auf seinem Weg. Wenn auch Stürme deutsche Lande Weh umbrausten voller Not, Du gehorchtest keinem Stande, Allen Deutschen gabst du Brot. Nun scheint wieder Helle Sonne Heber unser deutsches Land, Wie voll Glück, wie voller Wonne Siehst du unser einig Land. Deutsche Erde, deutsches Blut Sind des deutschen Menschen Gut, Geben deutschen Menschen Mut, Trotzen auch der größten Flut! * Dieses Gedicht, von einem Studenten der Ka- meradschaft des Gießener Studentenhauses verfaßt wurde am Mittwochabend vor der Rede des Landesbauernführers im Studentenhaus gesprochen. Das Haus Kirchenplatz 18. Wir erhielten heute folgende Zuschrift: Zum Abbruch des städtischen Hauses A18, unmittelbar hinter dem Stadtkirchturm, möchte ich noch eimges ergänzend bemerken. Auf dem kleinen Giebel des 1893 medergelegten Hauses stand einst eine Wetterfahne aus Metall, die eine Jahreszahl aus dem 17. Jahrhundert, wohl das Eebauungsjahr des Hauses, trug, sie verbrachte lange ihren Ruhestand auf unserem Speicher. Mein Vater Wilh. Knoll kaufte das für feinen Dienst bestgelegene Haus 1868 für 6000 Gulden von Frau Schreinermeister Mar- g u t h Wwe., deren Mann etwa ein halbes Jahrhundert fein Handwerk im Parterre des Hauses betrieben hatte. Die übrigen Stockwerke waren Studentenbuden, von etwa einem Dutzend Studierenden bewohnt. Eines der Zimmer im zweiten Stocke hatte einen nach der Tür zu etwas abfallenden Fußboden und hieß darum „der Schiffenberg". Wenn der bekannte Theologe Prof. Trump ert vom Gymnasium in Darmstadt nach Gießen kam, ließ er sich immer wieder seine alte Studentenbude in unserem Hause zeigen. Die alten Fensterscheiben waren mit mancherlei Inschriften bedeckt. Eine Säule im kleinen Hof neben dem uralten Ziehbrunnen trug als Kopf ein holzgeschnitztes ornamentiertes Gesicht, das im Museum aufbewahrt wird. Der tiefe Brunnen hatte vorzügliches Wasser, und zum Leidwesen meiner Eltern kamen viele Nachbarn zum Trinkwasserholen. Nur wenn sich der schwere Holzeimer wieder einmal von der Kette gelöst hatte und in der Tiefe verschwunden war, wollte jeder der Wasserkunden für die fragliche Zeit sein Alibi nachweisen können. Wenig erfreulich für meinen Vater war die Feststellung, daß die hinterwand des Haupt- Hauses, die jahrhundertlang auf einem mächtigen Eichenbalken als Fundament stand, neu unterfangen werden mußte. Da nur ein Teil des Hauses unterkellert war, so ging es infolge der starken Kellergewölbe im Erdgeschoß in und aus den Räumen treppauf und treppab. Es wohnten stets sechs Familien in erfreulichster Eintracht im Hause, da mein Vater streng aus Ordnung hielt. Unvergeßlich sind mir die Weihnachtsabende. Es bestand die Sitte, daß mit dem Schlag 5 Uhr die etwa 10 Kinder unserer Mieter sich um unseren Christbaum versammelten, und es war immer erfreulich, zu hören, wie bei dem ersten Glockenschlag auf der Treppe eilende Füße trappelten. Unter dem Geläut der Glocken wurde mit Klavierbegleitung ein Choral gesungen, dann teilte meine Mutter kleine Geschenke und Gebäck aus und befriedigt zog die kleine Schar in die heimischen Gemächer. Da die Anmeldung |um hl. Abendmahl bei meinem Vater erfolgen sollte, kamen zu den fraglichen Zeiten viele Evangelische in unsere Wohnung, meinten natürlich wegen deren Lage: es sei Dienstwohnung. Zwangsversteigerung. 1936 Am IHonfag, dem 8. Juni 1936, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsr,erichtsgebäude in Gießen, Zimmer 204, das dem Möbelschreiner Karl Andreas Schreier in Gießen zugeschriebene Grundstück versteigert: Grundouch für Gießen, Band II, 'Blatt 91: Flur I, Ur. 465, hofreite an der Kirche (Kirchenplah Ur. 11), 279 qm, Betrag der Schätzung 32 000,— RIN. Einheitswert (1.1.1935): 41 600,— RM. In dem Anwesen wird ein Möbelgeschäft betrieben. Gießen, den 30. April 1936. 3307D Für das Amtsgericht Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Interessant ist auch ein Blick auf die Bewohnerschaft des alten Hauses. Zunächst waren Mieter: Lehrer Römer, Prokurist Böß, die Eltern des einstigen Oberbürgermeisters von Berlin, Aktuariats- Aspirant Becker, Aktuar Sartorius und Alicepflegerin Stumpf. Als meine Eltern dreißig Jahre später das Haus an Buchbindermeister heinr. Bourgeois verkauften mieden derartige Familien das Weichbild und wohnten an der neu erbauten Peripherie der Stadt. „Wie sucht ihr mich heim, ihr Bilder, die längst ich vergessen geglaubt!^ Darmstadt. Prof. K. Knoll. ** Sitzung des Provinzialausschus- s € s. Am morgigen Samstag, 6. Juni, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: Klage des Albert Kahn in Lollar gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 9. Dezember 1935 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj. Klage des Ludwig Stern in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 3. Februar 1936 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1936 Kj. Klage des Otto Kl äs in Alten-Buseck gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 13. Dezember 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1936 Kj. Klage des Berthold Bauer in Leihgestern gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 9. Dezember 1935 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj. Klage des Julius I u st u s zu Nieder- Ohmen gegen den Bescheid des Kreisamts Alsfeld vom 28. Januar 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj. Klage des Friedrich Döring zu Büdingen gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 16. April 1936 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1936 Kj. ** Das Fundsachenverzeichnis der Polizei. Das Verzeichnis über die im Monat Mai gefundenen bezw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizei- btrefHon, Landgraf-Philipp-Platz 1, elngesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb von zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. ** D i e Bezahlung der Strom- und Gasgelder betrifft eine Bekanntmachung der Direktion der städtischen Betriebe in unserem heutigen Blatte, auf die wir besonders Hinweisen. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 16. Mai bis 31. Mai verstorben in Gießen: 16. Konrad Dirlam, Lehrer i. R., 79 Jahre alt, Weserstraße 27; 17. Margarete Schneider, geb. Merz o. B., 78 Jahre alt. An der Margaretenyütte 32; 18. Lina Stroh, geb. Krick, o. B., 57 Jahre alt, Sandgasse 11; 19. Karoline Lehr, geb. Hof, 68 Jahre alt, Am Riegelpfad 42; 22. Heinrich Bommersheim, Vertragsangestellter, 37 Jahre alt, Steinstraße 71; 24. Barbara herget, Schneiderin, 81 Jahre alt, Liebigstraße 107; 25. Auguste Wichand, geb. Kahl, o. B., 67 Jahre alt, Johannesstraße 7; 25. Louis Schäfer, o. B.( 85 Jahre alt, Frankfurter Str. 132; 27. Ernst Günter Marquardt, 7 Jahre alt, Bahnhofstraße 27; 28. Adolf Schwarz, Oberpoftsekretär i. 9i., 63 Jahre alt, Döringstraße 3; 29. Margarete Himmler, o. B., 66 Jahre alt, Löberstraße 2; 26. Hermann Stichel, Schauspieler, 73 Jahre alt, Teufelslustgärtchen 14; 31. Johann horst, Schreinergeselle, 58 Jahre alt, Weserstraße 15. **EinbrechervonhJ. -Streifendien st gestellt. Am Mittwochabend bemerkte ein Junge der HI., der im Streifendienst der HI. im Gebäude der Bannführung weilte, einen Einbrecher, der gerade im Begriff war, einen Einbruch in ein Haus im Wartweg auszuführen. Kurz entschlossen ging der Junge auf den Einbrecher los, um ihn zu stellen. Der lichtscheue Besucher zog es aber vor, schleunigst zu flüchten und in einem nahen Getreidefeld zu verschwinden. Da nunmehr eine weitere Verfolgung nicht möglich war, konnte der Täter seinem moderen Verfolger leider entrinnen. Die Polizei wurde benachrichtigt. Oberheffen. Großfeuer in Heuchelheim. Gestern kurz nach 22 Uhr wurde die Gemeinde Heuchelheim durch den Ausbruch eines Brandes alarmiert. In den Scheunen der Landwirte Heinrich Jung und Wilhelm K r ö ck , Bachstraße, war Feuer ausgebrochen, das sehr schnell um sich griff. Die Feuerwehr, die sofort mit einigen Schlauchleitungen den Brand an griff, wurde durch die Kreismotorspritze, die um 23 Uhr alarmiert und um 23.10 Uhr an Ort und Stelle war, mit vier weiteren Schlauchleitungen unterstützt. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier, der mit der Mreis« motorspritze und ihrer Besatzung eintraf, übernahm mit dem Kommandanten der Heuchelheimer Wehr die Leitung bei der Bekämpfung des Brandes. Kaum gelang es ihm, sich einen Weg durch die Neugierigen zu bahnen, ein Zustand, der immer wieder bei größeren Bränden auftritt und die Löfch- arbeiten der Feuerwehrleute erschwert. Schließlich gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Es brannten zwei Scheunen und ein Nebengebäude nieder. Zwei Pferde sowie acht Stück Großvieh wurden gerettet, während einige Hühner den Flammen zum Opfer fielen. Auch kamen landwirtschaftliche Geräte nicht zu Schaden. Gegen 0.30 Uhr konnte die Kreis- motorfpritze abrücken, während die heimische Feuerwehr mit einer Brandwache zurückblieb. Gastspiel der Kölner Oper in Bad-Nauheim. * Bad-Nauheim, 5, Juli. Im großen Bühnensaal des Kurhauses findet am kommenden Montagabend ein Gastfpiel der Kölner Oper statt. Unter Leitung des Generalmusikdirektors Zaun wird „Der Rosenkavalier" von Richard Strauß aufgeführt. Interessenten seien auf die Anzeige in unserem heutigen Blatte hingewiesen. 396 Lahre Laubacher Ausschuß. □ Loubach, 4. Juni. Unser Städtchen rüstet zum sog. „A u s s ch u ß", der vom kommenden Sonntag bis Dienstag wieder in althergebrachter Weise würdig begangen wird. Das Fest, das an den alten Heerbann erinnert, führt feinen Ursprung auf die Gründung der „Boxen-Schützen-Ge- sellschaft" im Jahre 1540 zurück. Der Ausschuß stellte die „ausgeschossene" (ausgewählte) Mannschaft der Laubacher Bürgerschaft dar, die alljährlich am zweiten Sonntag im Juni durch einen Hauptmann besichtigt wurde. Bis auf den heutigen Tag hat das Fest feine. Urform erhalten. Am Montagmorgen, dem Haupttage, stellen sich die 13 Sektionen (Abteilungen) mit ihren Hauptführern auf dem Marktplatz auf und marschieren in den Schloßhof, wo der Hauptmann — in diesem Jahre ist es Wilhelm Leidner I — dem Grafen Georg Friedri ch für den gestifteten Hammel, sowie der Gräfin für die Hammelsgabe (Kleid) dankt und die gräfliche Familie zum Fest einlädt. Sodann setzt sich der traditionelle Umzug mit Hammel und Gaben (Preisen) durch die Stadt nach dem Festplatz in Bewegung. Das Schießen der Sektionen dauert bis gegen Abend. Nach der anschließenden Preis- verteilung wird dem Hammelschützen im Schloßhof eine vom Grafen gestiftete Denkmünze überreicht. Am Dienstagvormittag findet Vieh- und Krämermarkt statt, während am Nachmittag mit Kinderfest und Volksbelustigung das Laubacher Nationalfest seinen Abschluß findet. Landkreis Gießen. X Wiefeck, 4. Juni. Unser Mitbürger, der Invalide und frühere Schuhmacher Adolf Rau I., Philosophenstraße 22, wird am 6. Juni 8 3 Jahre alt. Der Jubilar erfreut sich noch guter Gesundheit und geistiger Frische. T Lollar, 4. Juni. Die Jungenmannschaften des Fähnlein 17 führten am letzten Staatsjugendtag einen Leistungsmarfch durch. Von ihren Standorten aus marschierten sie auf genau festgelegter Strecke, deren Länge dem verschiedenen Alter der Jungen angepaßt war, dem Ziele Lollar zu. Gegen 11 Uhr trafen sie in Lollar ein. hier mußten sie Bericht erstatten über die zurückgelegte Wegstrecke und ihre Beobachtungen, die sie auf dem Marsche gemacht hatten. An der Schule trat das Fähnlein dann an, wo eine kurze, dem Andenken des verstorbenen Generals Litzmann gewidmete Feier stattfand, bei der der Jungbannführer aus dem Leben des großen Heerführers und Kämpfers der Partei erzählte. G Lich, 3. Ium. In den Vormittagsstunden des zweiten Pfingstfeiertages unternahm die Sängeroereinigung „C ä c i l i a" L i ch ihren traditionellen Pfing st rundgang durch die Stadt. An den freien Plätzen bot der Männerchor unter Leitung von Chormeister Ernst I l g e herrliche Perlen aus dem reichen Liederschatz unseres deutschen Volkes dar. Von den Einwohnern wurden die Chörr freudig entgegengenommen und den Sängern und ihrem Dirigenten Dank für den schönen Morgengruß gezollt. Im Anschluß an den Rundgang kehrten die Sänger bei Mitglied Karl Heller in der Hungener Straße zum Frühschoppen ein. OÖ Trais-Horloff, 4. Juni. Am zweiten Pfingstfeiertag wurde auch hier wieder die Feier der goldenen Konfirmation begangen. Von dreißig Konfirmanden des Jahres 1886 find noch 21 am Leben. Zehn davon wohnen heute auswärts, von denen drei an der Feier teilnehmen konnten, so daß vierzehn ehemalige Konfirmanden, neun Männer und fünf Frauen, unter Dorantritt des Geistlichen wie ehemals in das geschmückte Gotteshaus einziehen konnten, wo sie wieder vor dem Altar Platz nahmen. Seiner Ansprache legte der Geistliche Psalm 103, 1 bis 5 und 14 bis 18 zugrunde. Nach Verlesung des Glaubensbekenntnisses gelobten die goldenen Konfirmanden mit lautem Ja vor der Gemeinde von neuem ihren Glauben und ihrer Kirche die Treue. Im Anschluß an den Gottesdienst blieben sie mit dem Kirchenvorstand und ihren Ehegatten, soweit diese dasein konnten, noch einige Stunden in fröhlicher Nachfeier bei Kaffee und Kuchen im Pfarrhaus zusammen. △ Queckborn, 4. Juni. Im Schulhof versammelte sich die ganze Gemeinde, um von unserem langjährigen ersten Lehrer Jochem, der nach Watzenborn-Steinberg versetzt worden ist, A b - schied zu nehmen. Der Gesangverein, dessen Chor- meister Lehrer Jochem war, leitete die Feier mit einem Lied ein. Darauf sprach Bürgermeister horst im Namen der Gemeinde; er brachte unter Würdigung der Verdienste des Scheidenden um unseren Ort den Dank der ganzen Gemeinde an Lehrer Jochem für seine 17jährige segensreiche Tätigkeit als Erzieher der Jugend zum Ausdruck und überreichte ihm als äußeres Zeichen der dankbaren Anerkennung ein großes Bild unseres Dorfes. Weitere Ansprachen hielten im Namen des Schulvorstandes Lehrer Weishaupt, Pfarrer Grünewald namens der evangelischen Kirche, deren Organist Lehrer Jochem 13 Jahre lang war, Zellenleiter Albert für die Partei, wobei er die Verdienste des Scheidenden als örtlicher Leiter der NSV. her- vorhob, Truppführer Albert für die SA.-Reserve und Kameradschaftsführer L i n f m a n n als Vertreter der Kriegerkameradschaft Queckborn. Alle Redner brachten den herzlichen Dank an Lehrer I o ■ chem für fein vorbildliches, uneigennütziges Wirken zum Ausdruck. Mit feinen herzlichen Dankes- Worten für die vielfachen Ehrungen und Abfchieds- funbgebungen verband Lehrer Jochem einen kurzen Rückblick über feine Tätigkeit in unserem Orte, an den er stets gern zurückdenken wird. Im Anschluß an die Feier im Schulhof vereinigte man sich noch zu einem kameradschaftlichen Beisammen- jein bei einem Glas Bier, die Frauen bei Kaffee und Brötchen. Kreis $riebberg. pb. Butzbach, 4. Juni. Gestern gegen 19 Uhr trafen mit zwei Autobussen der heag etwa 6 0 Mitglieder des historischen Vereins für Hessen, Darmstadt, hier ein, die einen Pfingstausflug über Wetzlar, Gladenbach, Biedenkopf, Battenberg, Frankenberg, Wetter und Marburg unternommen hatten. Nach kurzer Besichtigung einzelner Stadtteile begaben sich die Teilnehmer in das Restaurant „Zum Gambrinus", mp das Abendessen eingenommen wurde, hierbei wurde den Wegbereitern der in jeder Beziehung gelungenen Pfingstfahrt namens der Teilnehmer der Dank ausgesprochen. Alsdann fuhren sie weiter nach Friedberg, um dort noch die Stadtkirche zu befiel) tigen. + Butzbach, 4. Juni. Gelegentlich der jüngsten Mitgliederversammlung der Ortsgruppe des V o - gelsberger Höhenclubs wurden die Zahl der Wanderungen und die Wanderziele für das laufende Jahr festgelegt. Danach erfolgen allmonatlich Wanderungen. Für die nächste Zeit sind Früh- und Abendgänge in das benachbarte Taunusgebiet geplant. Darüber hinaus folgen größere Tageswanderungen in den Vogelsberg und zur Hauptversammlung nach Schlüchtern. — Jetzt lassen sich Ist Wäscheschmutz nur Staub? Staub Kann man abbürsten oder absaugen, nicht aber Wäscheschmutz. Wie Kommt das? Im Wäscheschmutz sind Klebende Teile, durch die er sich am Gewebe festsetzt. Das müssen Sie wissen, dann haben Sie leichtes Waschen und sparen Seife und Feuerung. Sie brauchen nur eins zu tun: Ihre Wäsche ins Burnus-Wasser zu legen. Darin Kann der Schmutz nicht mehr Kleben, denn Burnus löst die Klebenden Stoffe auf, und der andere Schmutz hat Keinen Halt mehr, er fällt ins Wasser; ganz dick und dunkel ist es am Morgen. Burnus ist deswegen ein Schmutzlöser besonders gründlicher &rt, man hat damit beim Einweichen den vollen Erfolg. Warten Sie nicht erst bis zur großen Wäsche, probieren Sie Burnus einmal an kleinen Sachen, wie Strümpfen, Hemden usw. Große Dose 49 Pfennig, überall zu haben. 3603V Dem Wetter Rechnung tragen - meine Herren, bei unbeständiger Witterung sollten Sie einen guten, wasserdichten Regenmantel tragen. Lassen Sie sich bei uns doch mal so was zeigen -wir führen darin reiche Auswahl zu sehr niedrig. 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Da das Barometer 2 Grad unter Null zeigte, sind in ungeschützten Lagen (Tallagen) nicht nur hier, sondern in der gesamten Gegend stellenweise die Bohnen und auch vereinzelt die Tomaten und Frühkartoffeln erfroren. Kreis Schotten D Laubach, 3. Juni. Am Pfingstmontag wurde von dem oberbayerischen Bauerntheater „M ü n • chener Heimatspiele", das durch Vermittlung der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hier erst kürzlich einige Veranstaltungen geboten hatte, das letzte Gastspiel gegeben. Es gelangte zur Aufführung das Dolksstück „Almenrausch und Edelweiß". Auch diesmal ernteten alle Mitwirkenden, wie bei den früheren Veranstaltungen, von Seiten der dankbaren Theaterbesucher für ihr flottes und unterhaltendes Spiel wohlverdienten Beifall. Als Einlagen wurden exakte Schuhplattlertänze gezeigt und ausgezeichnete Jodler-Gesänge zu Gehör gebracht. Der gute Besuch dieser letzten Veranstaltung, wie auch der großen Kindervorstellung am Nachmittag, in der das „Märchenspiel vom Zauberwald" gegeben wurde, ist der deutlichste Beweis für das erfolgreiche Auftreten dieser Theatertruppe in unserem Städtchen. — Dieser Tage fand unter Führung des Leiters der bäuerlichen Werkschule Grünberg Dr. D i e n st ein Wiesenrundgang in der Laubacher Gemarkung statt. Dr. Dienst machte den Interessenten lehrreiche Ausführungen über den Graswuchs in den Wiesen und zeigte den Weg zur richtigen Behandlung und Düngung der Wiesengräser. < Laubach,5.Juni. In diesem Sommer findet hier wieder ein Blumenschmuckwettbewerb statt, zu dem die Stadtverwaltung in Gemeinschaft mit der zuständigen Reichsnährstandsstelle aufgefordert hat. Die Sondervorschläge der Obstbau-Inspektion Büdingen-Schotten, die im Anschluß an einen Rundgang der für den Wettbewerb bestimmten Kommission zusammengestellt wurden, sind inzwischen der Einwohnerschaft zugestellt worden. Es liegt nunmehr in ihrer Hand, das Städtchen durch Blumenschmuck so zu verschönern, daß es sowohl jedem Hausbesitzer, der seine Fenster, Balkone oder Vorgärten mit Blumen ziert, als auch den Fremden zur besonderen Freude gereicht. Die Bewertung des Blumenschmucks erfolgt Ende Juli, die Verteilung der Prämien in einer für November vorgesehenen besonderen Volksveranstaltung. — Gestern vormittag erlitt beim Ausladen von Stammholz in den Laubacher Waldungen der Sohn des hiesigen Spediteurs Kreicker Brust - quetschungen, die seine Aufnahme in das Krankenhaus erforderlich machten. 28 Jahre Eleonorenheim in Darmstadt LPD. D a r m ft a d t, 4. Juni. Ein Vierteljahr- Hundert ununterbrochenen Wirkens für einen der am meisten gefährdeten Teile der Volksgemeinschaft, die Säuglinge, sowie die werdenden und stillenden Mütter, bedeutet das 25jährige Jubiläum, das von dem Eleonorenheim zu Darmstadt jetzt begangen wird. Die Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge konnte 1911 dank einer Stiftung den lang gehegten Plan, ein Säuglingsund Mutterheim für das ganze Land Hessen zu errichten, verwirklichen. Die hessische Regierung erhob 1912 das Eleonorenheim als eine der ersten Säuglingsschwester-Ausbildungsstätten in Deutschland zu einer staatlich anerkannten Pflegerinnenschule Es gingen insgesamt 334 Säuglingspflegerinnen und 63 Kinder-Krankenpflegerinnen aus dieser Anstalt hervor Das Darmstädter Heim mit einer durchschnittlichen Belegschaftszahl von täglich 36 Kindern gewährte bisher 5695 Säuglingen Unterkunft und Hilfe Die höchste Belegungszahl wurde im August 1920 mit 80 Kindern erreicht. Nach der Fertigstellung des großen Neubaues des Alice-Krankenhaufes wird das Eleonorenheim in die für feine Zwecke neu zu gestaltenden Räume des bisherigen Alice-Hospitals übersiedeln. Mutter und Gohn mit dem Auto verunglückt. Der Sohn gestorben. LPD. Mainz, 4. Juni. Zwischen Biebrich und Amöneburg wollte das Auto des Direktors der Kalkwerke Schäfer in Diez (Lahn) einen Lastzug überholen. Im gleichen Augenblick bog dieser nach der Güterrampe Amöneburg ein. Der am Steuer sitzende Sohn des Direktors, Axel Schäfer, und dessen Mutter wurden lebensgefährlich verletzt aus dem schwer beschädigten Wagen geborgen. Axel Schäfer ist inzwischen feinen Verletzungen erlegen, während seine Mutter mit dem Tode ringt. Schäfer war jung verheiratet, an seinem Todestage sollte die Taufe seines ersten Kindes erfolgen. S.Jt.-tfport Oer erste Lehrgang der Heichsakademie für Leibesübungen eröffnet. Am Donnerstagvormittag wurde auf dem Reichssportfeld der erste Lehrgana der Reichsakademie für Leibesübungen vom Reichssportführer v. T f ch a m - mer und Osten eröffnet. 200 Studienassessoren und 30 Turn- und Sportlehrer aus dem ganzen Reiche sind zu einem Sechs-Wochen-Lehrgang zusammengerufen worden, um ihre politische Erziehung und fachliche Ausbildung in den Leibesübungen ab» zufchließen. Der Reichssportführer begrüßte die Lehrgangsteilnehmer, die in ihrer Gesamtheit eine Auslese aus der jungen Generation der deutschen Lehrer für Leibesübungen darstellen, und übergab die Reichsakademie für Leibesübungen als erste Hochschule des Reiches im Namen des Kuratoriums, das aus dem Reichsinnenminister, dem Reichserziehungsminister und dem Reichssportführer besteht, dem Führer der Reichsakademie, Ministerialdirektor Professor Dr. K r ü m m e l. In der Eröffnungsvorlesung entwickelte Professor Dr. Krümmel aus den politischen Grundsätzen nationalsozialistischer Weltanschauung den Aufbau politischer Leibeserziehung. Nach gemeinsamem Mittagessen rückten die einzelnen Kameradschaften zum ersten praktischen Dienst auf die neue Uebungsstätte des Reichssportfeldes aus. Deutscher Reiiersieg in Warschau. Einen schönen deutschen Doppelsieg brachte das Warschauer Reitturnier am Donnerstag. Im Mittelpunkt des Tages stand ein Zwei-Pferde-Springen, das große Anforderungen an die Reiter und Pferde stellte. Unter den 36 Bewerbern ritt als einziger der deutsche Rittmeister von Barnekow seine beiden Pferde „Olaff" und „Der Aar" fehlerlos über den Kurs. Im Stechen um den zweiten Platz gewann Oberleutnant K. Haffe mit einem fehlerlosen Parcours auf „Thora" vor dem französischen Oberleutnant Brousiand auf „Exerzife". Oie Oreitage-Mittelgebirgsfahrt Seit zwei Tagen im Gange. Die Dreitage-Mittelgebirgsfahrt, die in diesem Jahre im schlesischen Grenzland — Hauptquartier ist Bad Salzbrunn — durchgeführt wird, nahm am Mittwochmorgen ihren Anfang. 190 Krafträder, 159 Personen-Kraftwagen und 32 Lastkraftwagen — also insgesamt 381 — fanden sich am Start ein. Ungeheuer groß waren die Anforderungen, die der erste Tag an Fahrer und Material stellte; Staub, Morast, Steinbrocken und die überaus schmalen Wege waren es, mit denen alle von Beginn an zu kämpfen hatten. Auf drei Strecken gingen die einzelnen Gruppen auf die Reise. Die Personenkraftwagen hatten die „Strecke Oberschreiberhau" zu durchfahren, die Krafträder fanden ihre ersten Schwierigkeiten auf der „Strecke Landeck", die Lastkraftwagen mühten sich auf der „Strecke Altheide". Die Personenwagen schnitten am besten ab; sie hatten den Krafträdern naturgemäß die größere Sturzsicherheit und den Lastwagen die größere Beweglichkeit voraus. Am zweiten Tage, dem Donnerstag, hatten die einzelnen Gruppen ihre Strecken gewechselt. Die „Strecke Oberschreiberhau" belagerten die Lastwagen, die „Strecke Landeck" war für die Personenwagen vorgesehen, die Krafträder „tummelten" sich durch den Staub und Schlamm auf der „Strecke Altheide". Unsagbar groß waren auch hier die Strapazen in allen Gruppen. Die Sonne schien zwar — wie schon am Vortage — wieder recht munter, aber die Wege... Ein Zeichen für die Schwierigkeiten war das Ausscheiden des Führers unserer National-Mann- schaft für die Internationale Trophäe, E r n ft Henne. Besonders interessant — weil überaus schwierig — gestalteten sich an beiden Tagen die Bergprüfungen. Selbstverständlich hat sich die Zahl der Strafpunktfreien an beiden Tagen stark verringert. Genaue Ergebnisse der beiden ersten Tage liegen noch nicht vor, die Errechnung gestaltet sich erfahrungsgemäß immer schwierig und langatmig „Olympia-Splitter " Eine der schwersten Kampfarten bei den olympischen Spielen ist der moderne Fünfkampf, den die Soldaten der Nationen austragen, aus Reiten, Fechten, Pistolenschießen, Schwimmen und Querfeld- einlaufcn bestehend Den Löwenanteil der Medaillen heimsten bis jetzt die Schweden ein, mit nur 2 Ausnahmen belegten sie alle drei ersten Plätze der letzten Spiele. 1928 konnte Leutnant Kahl (Deutschland) Dritter werden, 1932 war es Mayo (USA), der wenigstens die Bronzene errang, und dies auch nur, weil der spätere Vierte, Thofeld (Schweden), beim Reiten schwer stürzte und mit angebrochener Rippe und geschwollenen Armen zum Fechten antreten mußte. Zur größten Ueberraschung konnten wir vor einiger Zeit bei einem Länderkampf die Schweden schlagen, und es bleibt nur zu hoffen, daß Leute wie H a n d r i ck und Birk auch im Sommer in Form sind. Unsere stärksten Gegner werden auf jeden Fall die Schweden und wahrscheinlich die Amerikaner sein. Wer siegen wird, wissen wir nicht, aber wir wissen, daß hier der Kampf besonders hart sein wird. Sreulichs Bestleistung ' bereits Überboten. Beim Abendsportfest in Königsberg übertraf Erwin Blask (Berlin) Greulichs jüngste deutsche Bestleistung im Hammerwerfen mit 52,55 m um 53 cm. (Schirner-M.) Tv. 1883 e. V. Lollar. Der Turn-Verein Lollar weilte an Pfingsten bei den Jubiläumswettkämpfen der Turngesellschaft Gräfenhausen bei Darmstadt. Sämtliche 13 Wettkämpfer wurden in den einzelnen Konkurrenzen Sieger. In der Klasse A, Fünfkampf, bestehend aus: 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Keulenweitwurf und Hochsprung, siegten: Adolf Klinke! 2. Sieger, Helmut Großhaus 3. Sieger, Otto Dietz 4. Sieger, Willy Munzert 5. Sieger, Helmut Viehl 8. Sieger. Klasse B, derselbe Fünfkampf mit niedrigeren Leistungen: 1. Sieger Wilhelm Moos, 2. Walter Bierau, 4. Albert Seipp, 8. Gerhard Spuck, 8. Ernst Geißler, 9. Fritz Pfaff, 9. Heinrich Fey, 12. Sieger Ernst Deibel. In den Einzelwettbewerbe konnte der Verein besondere Erfolge buchen. Im 100 Meter Lauf konnten alle vier Läufer sich im Endlauf durchsetzen. Sieger wurden: 1. Wilhelm Moos 11,2 Sek., 2. Adolf Klinke! 11,3 Sek., 3. Helmut Viehl 11,6 Sek., 4. Albert Seipp 11,8 Sek. Die Zeit des Siegers ist als ganz vorzüglich anzusehen. 400-Meter-Lauf 1. Alb. Seipp 60 Sek. 3. Walter Bierau 62 Sek. Diese Strecke wurde auf einer sehr schlechten Bahn gelaufen, Rennschuhe konnte man nicht benutzen. Im 3000-Meter-Lauf kamen Pfaff und Fey an 6. und 7. Stelle ein, Zeit 10,22 Min. Der Sieger dieser Strecke benötigte nur 9,28 Minuten. In der 4 mal 100-Meter-Staffel fehlte leider den Lolla- rern eine ernste Konkurrenz. Mit 15 Meter Vorsprung wurde Lollar in der Besetzung Viehl, Seipp, Moos und Klinke! in der Zeit van 47,2 Sek. vor Arheilgen, Braushart, Gräfenhausen Sieger. Diese Zeit entspricht den Bahnverhältnissen (Chaussee). Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I — Steinbach I 3:2 (0:0). Die erste Mannschaft sowie erste Jugend vom Sportverein 1928 Garbenteich konnten an beiden Feiertagen mit ihren Ergebnissen wieder ganz befriedigen. Am ersten Feiertag war der Lokalgegner, Steinbachs erste Mannschaft, Gast der ersten Elf. Steinbach legte von Anfang an eine überaus harte Not« ins Spiel und brachte es dadurch fertig, das technisch weit reifere Können der Einheimischen zu zermürben. Garbentetch konnte sich in der ersten Spielhälfte mit dem hohen Spiel der Gäste nicht abfinden, und so ging man torlos in die Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel war es Steinbach zunächst vergönnt, durch einen Strafstoß mit 1:0 die Führung zu übernehmen und diese bis zehn Minuten vor Beendigung des Spieles zu verteidigen. Aber dann war der Bann gebrochen. In fünf Minuten folgten drei unhaltbare Treffer des Kreismeisters, dem Steinbach noch einen entgegensetzen konnte. Der Sieg hätte für Garbenteich, dem Spielverlauf nach zu urteilen, höher ausfallen müssen. Garbenteich I. Jgd. — Steinbach I. 3gb. 3:3 (2:0). Die Jugendmannschaften beider Vereine trennten sich mit einem Unentschieden 3:3, nachdem es Garbenteich nicht verstand, eine 3:0-Führung zu verteidigen. Garbenteich I — Ockershausen I (Liga) 0:2 (0:0). Am zweiten Feiertag herrschte auf,dem Garben- teicher Sportfeld Hochbetrieb. Man sah mit größter Spannung dem Spiel der Bezirksligisten von Marburg-Ockershausen entgegen. Garbenteich hatte seine komplette Mannschaft zur Stelle und war somit in der Lage, den Gästen einen fast ebenbürtigen Gegner abzugeben. Ockershausen und Garbenteich befleißigten sich eines überaus fairen und in technischer Hinsicht auf hohem Niveau stehenden Spiels. Nach beiderseitigen Torgelegenheiten, die jedoch nicht ausgenützt wurden, ging man mit 0:0 in die Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel waren die Gäste etwas glücklicher und brachten es, nachdem Garbenteichs Halblinker durch unglückliches Fallen das Feld verlassen mußte, zu einem 2:0- Siege. Wenn Fortuna dem Gastgeber bei seinen vielen Lattenschüssen und knapp an dem Posten vorbei getretenen Bällen etwas zur Seite gestanden hätte, wäre ein Unentschieden ober sogar noch ein Sieg leicht im Bereich der Möglichkeit gewesen. Fußball im Tv. Allendorf (Lahn). Tv. Mendorf 2gd. — To. Allenvuseck Jgd. 6:2 (1:1). Die Mannschaften lieferten sich am ersten Pfingsttag in Allendorf ein schönes Spiel. Die Gäste spielten erst mit dem Wind. Nach kurzer Spielzeit konnten sie mit 1:0 die Führung übernehmen. Nicht lange dauerte diese Freude und die Platzbesitzer glichen durch einen placierten Eckball, der eingeköpft wurde, aus. Mit diesem Resultat ging es in die Halbzeit. Nun zogen die Einheimischen mit dem Wind als Bundesgenossen ins Feld. Sie spielten jederzeit überlegen und schossen in gleichen Abständen noch fünf Tore, denen die Gäste nur noch eins entgegenzusetzen vermochten. Am zweiten Feiertag waren die Allendörfer tn Watzenborn-Steinberg zu Gast und mußten von dort mit einer 6:2-Niederlage zurückkehren. DfD.-Reichsbahn Gießen. Egelsbach auf dem Daldfportplah. Am morgigen Samstag tragen die Gießener gegen Egelsbach das Rückspiel aus. Die Mannschaft der Gäste dürfte von allen Mannschaften, die bis jetzt nach der Beendigung der Verbandsspiele in Gießen gastiert haben, den besten Fußball zeigen. Ein klares Bild über die Fähigkeiten der Gästemannschaft ergeben die erzielten Resultate. U. a. konnte die Frankfurter „Eintracht" nur mit Glück einen knappen Sieg erringen. Weiterhin zeigt ihr zweiter Tabellenplatz, daß die Mannschaft etwas kann. Aber am aufschlußreichsten für die richtige Wertung des gegnerischen Könnens war das Vorspiel in Egelsbach. In diesem Spiele zeigten die Egelsbacher eine derartige Leistungsgeschlossenheit, daß die Gießener, die dort bestimmt einen guten Tag hatten, nicht auffommn konnten. Die Gäste verfügen über eine solide Hintermannschaft und eine gute Läuferreihe. Ihr Sturm ist jedoch der eigentliche Träger des gesamten Mannschaftsgefüges. Es war erstaunlich, welches ideenreiche Spiel diese Fünferreihe zeigte. Man hofft daher, daß die Gäste auch in Gießen ihre große Form des Vorspieles erreichen. Auf der anderen Seite sollte die vorsonntägliche Niederlage für die Hiesigen ein An- fvorn fein, mit besseren Leistungen aufzuwarten. Das Können der einzelnen ist vorhanden, es wird nur darauf ankommen, wie sie sich zusammenfinden. Die Gießener stellen: Balser; Lehrmund, Leutheu- ser II; Hauptfeld, Knauß, Fenster; Schmidt, Fehling, Wlodareck, Heß, Szponick. Diese Mannschaft ist die zur Zeit stärkste Waffe des Platzvereins. Man erwartet von ihr, daß sie sich ihrer Aufgabe bewußt ist, und vor allen Dingen auch in kämpferischer Hinsicht nicht enttäuscht. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 dis 12JO Uhr. 16 bis 17 Uhr Samskagnach. mittag geschloffen. 35960 Außerordentliche (ommer sprossen Vermählungs-Anzeigen liefert BrühPsche Druckerei Verwenden Sie vertrauensvoll frucht’» SUZjSW Mitglieder- Kurhaus Bad-Nauheim Am Montag, dem 8. luni 1936, abends 7.15 Uhr, im groben Bühnensaal GASTSPIEL DER KÖLNER OPER Der Rosenkavalier Komödie für Musik in 3 Aufzügen von Hugo von Hofmannsthal / Musik von Richard Straub In erster Besetzung und mit dem gesamten Orchester des Opernhauses Köln Mus. Leitung - Generalmusikdirektor Fritz Zaun Eintrittskarten 2.- bis 7.- M. an derTheaterkasse yfbyhshy Versammlung ’Ä'W Sams tag, 6. Juni, . 2E/> Uhr »m?d im Vereinslokal. Verein für Volksmusik. Der V erein s führ er. Offnen Sie vorher die Poren durch Aphrodite Drog. Winterhof!, Kreuzpl. 10 Fris.-Sal. 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