Rr.M Erstes Blatt 186. Jahrgang Dienstag, 5. Mai 1956 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oie Großmächte vor einer neuen Lage. Wie wird der Völkerbund sich nun mit dem Abessinien-Problem abfinden. Vermutungen in London. London, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die englische Morgenpresse berichtet übereinstimmend, daß das britische Kabinett sich noch nicht entschieden habe, welche Politik bei der kommenden Ratstagung in Genf in der abessinischen Frage eingeschlagen werden soll. „Daily Telegraph" teilt mit, daß voraussichtlich noch einige Kabinettsbera- tunaen stattfinden werden und daß die endgültige Stellungnahme der englischen Regierung im Unterhaus am Mittwoch vielleicht noch nicht bekanntgegeben werden könne. Ebenso übereinstimmend ist die Mitteilung in den Blättern verschiedener politischer Richtungen, daß die englische Regierung schwerlich an der A u f r e ch t e r h a l t u n g der Sühnemaßnahmen gegen Italien fest- halten werde, nachdem keine verantwortungsvolle abessinische Regierung mehr bestehe. „Es ist frag- lieh", meint der „Daily Telegraph", „ob Abessinien erwarten kann, eingeladen zu werden, als ein unabhängiger souveräner Staat am Ratstisch Platz zu nehmen." Dieser Punkt könne vom Völkerbundsrat entschieden werden, da es keinen Präzedenzfall dafür gebe. Alan rechnet damit, daß Italien, noch ehe der Völkerbundsrat über die Lage in Abessinien beraten wird, eine provisorische Regie- runginAddisAbebaeinsehen werde, ähnlich der in Französisch-Marokko, und General Graziani zum Gouverneur ernennen werde. V a d o g l i o, so vermutet das Blaff weiter, werde nach Italien zurückberufen werden, sobald die gegenwärtigen militärischen Operationen beendet seien. Das Blatt glaubt, daß die französische Regierung Mussolini dazu drängen werde, einen beträchtlichen Teil seiner Truppen sowohl aus Abessinien als auch aus Libyen zurückzuziehen. Mussolinis nächstes Ziel, nachdem er seine Absicht in Abessinien erreicht habe, sei, d i e Spannung zwischen Italien und Großbritannien zu beseitigen, soweit das in seiner Macht liege, und zu versuchen, wieder gute Beziehungen zwischen den beiden Rationen herzustellen. Die konservative „Morning Post" ist der Ansicht, daß weder Großbritannien noch Frankreich besonders dazu bereit feien, dem Völkerbund die Beseitigung der Sühnemaßnahmen vorzuschlagen. Die kleineren Staaten andererseits seien gewöhnlich nicht gewillt, die Initiative zu ergreifen; nichts desto weniger nehme man an, daß Mittel und Wege gefunden würden, die es möglich machten, wieder normale Beziehungen zu Italien aufzunehmen. Lediglich Vernon Bartlett versucht im liberalen „News Chronicle", die Gründe für die Aufrechterhaltung der Sühnemaßnahmen gegen Italien seinen Lesern darzulegen, obwohl er selbst zugibt, daß niemand mehr daran glauben könne, daß die Aufrechterhaltung der bestehenden Sanktionen, selbst wenn es möglich wäre, die Italiener aus Abessinien heraustreiben würde. Frankreichs Vorbehalte für die Zukunst Abessiniens. Paris, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das „Oeuvre" erklärt, die englische Regierung habe erfahren, daß die italienische sich um eine Abdankung des Negus bemüht hätte, um den Urenkel Mene liks schleunigst auf den abessinischen Thron zu erheben und ihn bereits am 1. Mai in Genf m i t dem italienischen F r i e d e n s e n t w u r f unter dem Arm vor den Völkerbund treten zu lassen. Um dies zu vereiteln, hätten die Engländer dahin gearbeitet, daß Halle Selassie bei Verlassen des Landes nicht abdankte. Der starke Hebel, den nun Frankreich und England bei den kommenden Verhandlungen gegen Italien ansetzen könnten, sei die Finanzfrage, denn Italien Hobe sich buchstäblich finanziell zugrunde gerichtet, und wenn es aus der Eroberung Nutzen ziehen wolle, sei es vor allem auf finanzielle und wirtschaftliche Erleichterungen angewiesen. Im übrigen bezeichnet das Blatt Frankreichs Wünsche hinsichtlich der Zukunft Abessiniens wie folgt- 1. Italien dürfe in Abessinien keine Vergünstigungen erlangen, die über die hinausgehen, die Frankreich bei der weniger blutigen Eroberung M a r o k - k o s dort für sich erlangt habe. Frankreich wünsche in Abessinien also keine statistischen Experimente, die dem wirtschaftlichen Grundsatz der offenen Tür für den Handelsverkehr zuwlderlaufen. 2. Es müsse Italien untersagt werden, in Abessinien ein Kolonialheer auszuheben, das über die Ausmaße einer Polizeitruppe hinausginge. 3. Dor allem müßten die Unabhängigkeit und Sicherheit des französischen So- malihafens Dschibuti gewährleistet und Belange der französischen Eisenbahn von Addis Abeba nach Dschibuti durch einen Vertrag gewahrt werden, der einen Schleuderwettbewerb gegen diese französische Eisenbahn durch etwa von italienischer Seite einzurichtende Beförderungsmittel unterbinde. V | UM I * In den letzten Stunden spielten sich in Addis Abeba, das der Negus fluchtartig verlassen hatte, unbeschreibliche Szenen ab. Die Menge stürmte den Kaiserpalast und ging gegen die Europäer in dem Geschäftsviertel vor. Dies Bild zeigt die Ras-Makonnen-Straße, einen der Mittelpunkte der Plünderungen. (Scherl-Bilderdienst-M.) Immer noch bedrohliche Lage in Addis Abeba. Oie amerikanische Gesandtschaft besonders gefährdet. London, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach den in der Nacht zum Dienstag eingelaufenen Meldungen aus Addis Abeba ist die Sage für die in den dortigen Gesandtschaften eingeschlossenen Europäer nach wie vor beforgniserrege.nb, da der Pöbel plündernd und brennend die Stadt beherrscht Nach Berichten, die das Foreign Office Montag abend erhielt, befinden sich im Lager der britischen Gesandtschaft 2 0 0 0 Flüchtlinge, die 23 verschiedenen Nationen angehören. Dr. Thomas Lambie, der Führer des abessinischen Roten Kreuzes, hat sich in seinem Missionshaus verbarrikadiert, das plündernde abessische Soldaten während der Nacht zu stürmen versuchten. Der amerikanische Gesandte in Addis Abeba, Engert, hat über Washington das Auswärtige Amt in London gebeten, indische Soldaten mit Maschinengewehren zur Verteidigung der amerikanischen Gesandtschaft zur Hilfe zu schicken. Obwohl die britische Gesandtschaft nur etwa zwei englische Meilen von der amerikanischen in Addis Abeba entfernt ist, scheint es doch nicht möglich gewesen zu sein, zwischen diesen beiden Stellen eine unmittelbare Verbindung herzustellen. Nach dem Funkbericht des amerikanischen Gesandten ist die Lage der Amerikaner besonders gefährdet, da die amerikanische Gesandtschaft u n - auf hörlich von Banditen angegriffen wird. Mehrere Mitglieder der amerikanischen Kolonie, darunter der amerikanische Vizekonsul (Tramp verließen am Montagmorgen in Begleitung einiger zum Schutze mitgenommener bewaffneter Eingeborener das Gesandtschaftsgebäude, um sich in einem Hospital zu betätigen. Zwei amerikanische Berichterstatter und ein Pilot verließen gleichfalls das Gesandtschaftslager, um mit den italienischen Truppen die Fühlung aufzunehmen. Dadurch ist die amerikanische Verteidigungskraft stark vermindert worden, so daß die Gefahr besteht, daß es den Plünderern gelingen kann, in die ame- kanische Gesandtschaft einzudringen. Auch die französische Gesandtschaft von Plünderern umzingelt Paris, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Havas meldet aus Dschibutt, die französische Gesandtschaft, wo 2000 Personen Unterschlupf gefunden haben, sei Sonntagabend von plündernden Eingebo- renen-Truppen umzingelt. Es mache sich bereits Mangel an Lebensrnitteln bemerkbar. Der französische Gesandte habe erneut um Hilfe gebeten. Man erwarte in Addis Abeba ungeduldig das Eintreffen der ersten französischen Eingeborenen- Kompanie aus Diredaua. Von den beiden aus Dschibuti abgegangenen französischen Kompanien würde dann die eine auf halbem Wege in Diredaua bleiben und dort den Dienst der inzwischen nach Addis Abeba abgegangenen Kompanie übernehmen, die andere würde nach Addis Abeba weiter reisen. Allerdings verlaute, daß die Eisenbahnstrecke bei Modjo, 50 Kilometer von Addis Abeba entfernt unterbrochen sei. Washington in gespannter Erwartung. Washington, 4. Mai. (DNB.) Das Staatsdepartement ist zur Zeit die einzige Nachrichtenquelle für die amerikanische Presse über die Begebenheiten in Abessinien. Vier amerikanische Marinefunker haben sich in ihrer Gesandtschaft in Addis Abeba einguartiert und berichten ständig über die abessinischen Ereignisse. Alle anderen Verbindungen sind unterbrochen. — Im Staatsdepartement haben die Journalisten förmlich ein Zeltlager errichtet, das sie Tag und Nacht nicht verlassen, um sofort jede Funkmeldung weitergeben zu können. Außenminister Hüll äußerte sich überaus anerkennend über das umsichtige Verhalten des amerikanischen Gesandten, der die Frauen und Kinder in der britischen Gesandschaft unterbrachte und mit wenigen Männern das amerikanische Gesandtschaftsgebäude in Addis Abeba gegen Banditen und Plünderer verteidigt. Eine Funkmeldung besagt, daß er mit zehn Gewehren, sechs Pistolen und einem leichten Maschinengewehr ausgerüstet ist. Drei deutsche Männer und eine deut- s ch e Frau haben Zuflucht im Gebäude der amerikanischen Seventh Day Adventist Mission gefunden Der Negus auf der Reise nach Jerusalem. London, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der englische Kreuzer „Enterprise", auf dem sich der Kaiser von Abessinien mit seiner Frau und seinen sechs Kindern befindet, wird voraussichtlich am Freitag in Haifa eintreffen. Die „Enterprise" wird zu den schnellsten Schiffen der englischen Marine gezählt. „News Chronicle" berichtet, der Kaiser beabsichtige zunächst, seine Familie in Jerusalem unterzubringen, und sich darauf nach Genf zu begeben, um beim Völkerbund persönlich die abessinische Sache zu oertreten. Einige Zeitungen berichten, daß nach Aeußerun- gen des abessinischen Botschafters in London der Negus endgültig sich in London niederlassen werde. ♦ London, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Reuter berichtet aus Dschibuti, daß Ras Nasibu, der Befehlshaber der abessinischen Südarmee, der bis vor kurzem dem General G r a z i a n i einen so energischen Widerstand geleistet habe, zusammen mit dem türkischen Ratgeber Wehib Pascha, von Diredaua kommend, in Dschibuti eingetrof- f e n sei. Keine Verluste unter den Deutschen Addis Abeba, 4. Mai. (DNB.) Dank den umfassenden und vorbildlichen Maßnahmen, die der deutsche Gesandte Strohm zum Schutze der deutschen Kolonie getroffen hat, sind bei den Unruhen unter den hier ansässigen Deutschen keine Verluste eingetreten. Was nun? Von Dr. Hans von Malottki. Der Zusammenbruch des organisierten abessinischen Widerstandes hat die europäische Gesamtsituation mehr belastet, als zu ihrer Erleichterung und Beruhigung beizutragen. Ob man die neue Lage in ihrer Wirkung auf den Völkerbund betrachtet oder im Hinblick auf die Stellung der drei W e ft m ächte, — es sind viel mehr Konfliktsstoffe angehäuft, neue Fragen aufgerollt, als schon bestehende geklärt oder gar aus der Welt geschafft worden. Dies ist weder verwunderlich noch zufällig, sondern liegt in der Natur der Sache. Das italienische Unternehmen in Ostafrika ist — gegen Absicht und Willen des Duce — viel zu kompliziert geworden, es hat im Laufe feiner Entwicklung zu viele Aspekte erhalten und seinerseits ausgelöst, als daß es mit dem Abschluß der militärischen Operationen beendet sein könnte. Der Sieg der italienischen Waffen, so gewiß er Italien mit Stolz erfüllt und die italienische Politik ihrem Ziele näherbringt, führt auf der anderen Seite doch noch keinen vollen Abschluß, sondern nur eine Veränderung im Charakter des Konfliktes herbei. Was für Italien, militärisch gesehen, der entscheidende EEpunkt einer im letzten Herbst eingeleiteten Entwicklung ist, kann von der diplomatisch-politischen Ebene her gerade umgekehrt zum Ausgangspunkt neuer europäischer Verwicklungen werden. Es kann, aber es muß nicht. Denn hier hängt sehr viel, wenn nicht alles, von den Entschlüssen der englischen Politik ab. Der Zwang Zur Stellungnahme wird in London sicherlich mit Unbehagen empfunden; sie ist aber jetzt wohl kaum mehr zu vermeiden, und damit wird die Frage wieder akut, die London bisher in der Schwebe lassen konnte: ob nämlich England im weiteren Gang der Dinge als Mitglied des Völkerbundes oder als individuelle Macht wirksam werden will. Mit anderen Worten: ob die englische Politik als Verfechterin der Genfer Grundsätze und der kollektiven Sicherheit auftreten oder sich auf die Wahrnehmung ihrer eigenen Interessen beschränken will. Diese Unterscheidung ist freilich rein formal Denn die englische Völkerbundsfreudigkeit hatte ja ihren stärksten Antrieb in der Tatsache, daß der gegen Italien in Gang gesetzte Genfer Mechanismus den englischen Interessen — gelinde gesagt — nicht zuwiderlief. Dieser G l e i ch k l a n g, der es England gestattete, feine eigenen Wünsche und Ziele hinter dem kollektiven Vorgehen des Genfer Bundes zu verbergen, kann sich nun sehr bald feinem Ende nähern. Es kann jetzt der Augenblick eintreten, da England die weitere Einhaltung der Genfer Linie unbequem, ein Ausgleich mit Italien dagegen um so ratsamer schiene. Welchen Weg auch die englische Politik wählen wird, — in jedem Falle wird es nicht um hohe Rechtsgrundsätze, sondern um die Wahrnehmung der eigenen Interessen gehen. Ein Beharren Englands auf dem Genfer Verfahren gegen Italien wäre kein Gegenbeweis, sondern nur ein Beleg dafür, daß England auf diesem Weg auch jetzt noch besser zu fahren glaubt. Dies wäre die indirekte, auf langsame aber, wie England glaubt, sichere Wirkung abgestellte Methode. Man ist in London nach den bisherigen Rückwirkungen der Sanktionen zu der Ansicht gekommen, daß Italien auf diese Weise allmählich doch auf die Knie gezwungen, wirtschaftlich und finanziell lahmgelegt werden könnte. Man verweist außerdem darauf, daß die militärische Eroberung Abessiniens noch nicht gleichbedeutend sei mit einem gesicherten sorgenfreien Besitz, ganz abgesehen von den finanziellen Aufwendungen einer großzügigen Erschließung des Landes. Die Idee, Italien so nachträglich — vielleicht nach Jahr und Tag — durch das langsam wirkende Gift der Sanktionen abzuwürgen, ist phantastisch und erscheint schwer realisierbar. Andererseits ist sie typisch für das Denken einer Macht, die schon manche Schlacht verlor, nach einem Wort Sir Samuel Hoares in ihrer Geschichte aber stets die letzte Schlacht zu gewinnen verstand. Wird England diesen Weg gehen, und wenn es ihn gehen will, wird der Genfer Völkerbund Folge leisten, all die Mächte, die auch am eigenen Leibe die Folgen des Wirtschaftskrieges mit Italien spüren? Würde die italienische Verbitterung nicht einen explosiven Charakter annehmen? Das „Giornale d'Jtalia" schrieb dieser Tage, England hätte sich diese italienische Verbitterung sparen können, wenn es die unterzeichneten Verträge geachtet hätte. Dies ist in der Tat richtig. Hier liegt jener jähe Bruch innerhalb der englischen Politik, der auch heute noch in seinen Motiven und Hintergründen in Dunkel gehüllt ist. In dem Dreiervertrag von 1906 und in dem englisch-italienischen Geheimabkommen von 1925 hatte' England italienische Ansprüche in Abessinien anerkannt und gebilligt. Beide Abkommen waren typische koloniale Teilungsverträge. Warum hat England aber dann das Kolonialunternehmen des Duce in einen völkerrechtlich gebrartbmarften Krieg aus- weiten lassen? Diese Frage ist noch immer ebenso wesentlich wie sie unbeantwortet geblieben ist. Italien selbst glaubt sie mit um so größerem Recht stellen zu können, als ja die Aufnahme Abessiniens in den Genfer Bund England nicht an dem Abschluß der Aufteilungsvereinbarung von 1925 gehindert hat. Wird England jetzt unter dem Zwang der neuen Verhältnisse sich zu dem bequemen, was es aus freien Stücken bisher verweigert hat? Der Duce hat, bisher wenigstens, der englischen Politik diesen Weg zur „Vertragstreue" offen gehalten. Ob tatsächlich eine Lösung des Konfliktes auf bei? Grundlage der früheren Teilungsabkommen gesucht Das Kabinett Garraui und die neue Mehrheit mer bekannt. Es haben von Wer wird in der Volksfront führen? leiden an der falschen Einschätzung des deutschen Position im europäischen Wertes der Kräftespiel, Das Echo des Wahlansgangs in England. Wenig Hoffnung auf eine Aenderung der französischen Außenpolitik. den Besuch Herriots in Moskau und den Abschluß des französisch-sowjetrussischen Paktes eine Aenderung der Politik der Kommunisten einqetreten sei. Der „Daily Expreß" meint unter der Ueberschrift „Frankreich wird rot", einige Dinge in der Welt änderten sich nicht: der Tag, die Nacht und die französische Politik. — Die „Daily Mail" meint, daß die Kommunisten trotz ihrer 80 Sitze tatsächlich eine Minderheit darstellten. Die wirkliche Gefahr für Frankreich bestehe in der B i e l h e i t d e r Parteien, die die Bildung einer starken und stabilen Regierung, wie sie das Land nötig habe, sehr erschwere. Der liberale „News E h r o n i c l e" schreibt, die Engländer wünschten heute vor allem die Einstellung der kommenden Lmtsregierung in Frank- Zeichen dafür, daß er versuchen wolle, sich auch in der neuen Kammer zu behaupten. Der „Matin" fragt sich, welche Haltung d i e Radikalsozialisten, die aus Dummheit eine beispiellose Niederlage erlitten hätten, einnehmcn werden. Die Sozialisten könnten kaum enttäuscht sein, wennn die Radikalsozialisten einem Kabinett unter sozialistischer Führung nur dieselbe Unterstützungspolitik ohne Eintritt in das Kabinett gewähren würden, wie sie die Sozialisten verschiedentlich radikalsozialistischen Kabinetten bewilligten. Das „Echo de Paris" behandelt die kommunistische Gruppe als den vorwichtigen mäßigenden Teil der Volksfrontmehrheit. Es sei sehr wohl möglich, daß die Kommunisten einige Zeit lang mäßigend wirken. Moskau scheine für den Augenblick eine Schwächung Frankreichs zu fürchten, die einen europäischen Krieg entfesseln könnte, auf den die Sowjets sich nicht vorbereitet fühlen. Es sei aber fraglich, ob die Kommunisten ihre Anhänger bremsen können. Da das Land nun einmal für die Volksfront gestimmt habe, müsse es diese Erfahrung nun auch machen. Nur so könne man es dazu bringen, diesen Versuch bald zu bedauern. Das „Journal" fragt sich, womit die Volksfrontleute die Staatskassen füllen wollten. Es gebe nur zwei Mittel, entweder das Geld und seine Eigentümer zu beruhigen oder sie zur Flucht zu zwingen. Das erste Mittel sei vielleicht nicht sehr demokratisch. Das zweite aber lasse die Demokratie des Hungers sterben. Wenn die künftige französische Volksfront-Regierung sich für den ersten Weg entscheide, verleugne sie sich. Wenn sie den zweiten Weg einschlage, begehe sie S e l b st m o r d. Wenn die Sieger der Kammerwahlen nicht wahnsinnig seien, dann könne Man erwarten, daß sie eine geradezu liebenswürdige Artigkeit und Mäßigung an den Tag legen werden. Seien sie aber „verrückt", dann würden sie es für lange sein. pariser preffestimmen. Paris, 5. Mai. (DNB. Funspruch.) Die Größe des Wahlsieges trifft, wie man aus den Stellungnahmen der Morgenpresse entnimmt, die Linksparteien für die Regierungsbildung nicht genügend vorbereitet. Zwar werden Kommunisten und Sozialisten unverzüglich Fühlung nehmen, um ein Mindestprogramm aufzustellen, aber noch ist nicht einmal die wichtige Frage entschieden, ob die Kommuni st en nicht doch in die Regierung eintreten mit der Begründung, daß es ihrer Stärke nicht entsprechen würde, wenn sie sich mit der anfänglich geplanten Unterstützung einer links betonten Regierung begnügten. Der sozialistische „P o p u l a i r e", den man schon jetzt als das Sprachrohr einer Volksfront-Regierung ansehen kann, schreibt: Man spricht von Kapitalflucht, von Goldausfuhr, von Börsenma- növern im Sinne einer Panik, die die finanzielle Verlegenheit des Staates vergrößern soll. Die Franzosen, die diese verbrecherischen Rat- schlage befolgen, spielen ein gefährliches Spiel. Die Regierung von Morgen wird solche Handlungen sicher nicht ungestraft lassen. Der „Populalre" will wissen, daß Postminister 7N a n d e l den Ministerpräsidenten Sarrauf zn dem Versuch dränge, auch nach dem Amtsantritt der neuen Kammer am Ruder zu bleiben. Rach den Berechnungen Wandels soll das Kabinett Sarrauf Aussichten haben, mit 40 Stimmen Mehrheit an der Regierung zu bleiben. Sarrauts Beschluß werde man nach dem Kablnettsrat vom Dienstag erfahren. Behalte er die bei den Wahlen unterlegenen fünf Minister im Kabinett, so deute das darauf hin, daß er ln den er st en Iunitagen den Gefamtrücktritt des Kabinetts einreichen werde. Ersehe Sarraut aber seht einen Teil der fünf nicht wieder gewählten kabinettsmitglieder, so wäre dies ein Ordnung. Man glaubt, das schon das Erscheinen italienischer Flugzeuge am Montag über Addis Abeba beruhigend gewirkt habe, und nimmt an. daß die italienischen Truppen, die nach den letzten Nachrichten vorn Montagabend noch etliche 30 bis 40 Kilometer von der abessini- schen Hauptstadt entfernt sind, wohl am Mittwoch in Addis Abeba einziehen werden. Englische Marinetruppen für Addis Abeba? London, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach Meldungen aus Aden sind am Montag die bei- den britischen Zerstörer „Decoy" und Dainty" von dort mit dem Ziel Dschibuti in See gegangen. In Aden ist das Gerücht verbreitet, auf den Zerstörern befinde sich britische Marineinfanterie, die als Hilfstruppe nach Addis Abeba gehen solle. Obwohl dies amtlich nicht bestätigt werde, werde es auch nichtbestrit - t e n ; das ganze Unternehmen werde äußerst geheimgehalten. London, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die englische Moryenpresse äußert sich mit sorgenvoller Ungewißheit über das Ergebnis der französischen Wahlen. Die „Time s" meint, es sei zu früh, die Zusammensetzung der nächsten französischen Regierung vorauszusagen. Das hauptsächlichste Interesse der Welt sei, welche Wirkung die Wahlen auf die französische Außenpolitik haben werden und ob Frankreich nun leichter oder schwerer zu einer Verständigung mit Deutschland gelangen werde. — Der „Daily Telegraph" ist der Ansicht, das Problem für die neue französische Regierung werde darin bestehen, erträgliche Beziehungen mit Deutsch- land herzustellen, ohne die neue Freundschaft mit Sowjetrußland in Gefahr zu bringen. Die „Morning Post" meint, daß durch den zum entwaffneten Frieden zu gelangen, und sieht die Möglichkeit zur Erreichung dieses Zieles in einem Abkommen über die Rüstungsbeschränkung und einer allgemeinen, gleichzeitigen und kontrollierten Abrüstung. Sie fordert ferner die Verstaatlichung der Kriegsindustrie und das Verbot des privaten Waffenhandels. Sie verneint die geheime Diplomatie und fordert ein internationales Vorgehen und öffentliche Verhandlungen, um alle Mächte nach Genf zurückzuführen. Einer der wichtigsten Punkte des außenpolitischen Programms der Volksfront ist die Forderung auf eine geschmeidigere Gestaltung der im Völkerbundspakt vorgesehenen Maßnahmen für die friedliche Angleichung von Verträgen, die für den Weltfrieden gefährlich werden könnten. In dem wirtschaftlichen Programm der Volksfront steht an erster Stelle die Abkürzung der Arbeitswoche ohne Kürzung des Lohnes. Andere Forderungen betreffen den Schutz des Sparers, eine bessere Organisierung des Kreditwesens und Maßnahmen für eine durch- • greifende Finanzgesundung. Bei eingehender Prüfung aller dieser Punkte, über deren praktische Durchführung einstweilen noch keinerlei tiefgreifender Meinungsaustausch unter den Mitgliedern der Volksfront stattgefunden hat, wird man feststellen müssen, daß sie entgegen der Ankündigung oft im Widerspruch zu m Pro- grarnm der einzelnen Parteien stehen. Es ist daher auch nicht von vornherein als eine Illusion anzusprechen, wenn man in Rechtskreisen gerade wegen des zu erwartenden kommunistischen Einflusses auf die Volksfront ein langsames Auseinanderfallen der Linksmehrheit erhofft und damit rechnet, daß sich der größte Teil der Radikal- sozialisten schließlich von dem Gespenst des Marxismus und Kommunismus abwendet und einen Mehrheitswechsel zugunsten der Rechten hervorruft. rung die beste sein werde und die ausschließlich von der souveränen Autorität Italiens abhängen werde. In der Kammer wandte sich der Präsident Graf C i a n o unter immer neuen Begeisterungsausbrüchen mit folgenden Worten an Mussolini: „Die Nation hat Ihren Appell gehört und das Blut ihrer besten Söhne dahingegeben. Sie e r - wartet jetzt die volle Belohnung für den vollständig errungenen Sieg. Keine menschliche Kraft, keine Koalition wird Italien die Frucht dieses großen Triumphes entreißen können. Niemand möge glauben, daß dem faschistischen Italien die Frucht dieses neuen glänzenden Unternehmens noch einmal aus den Händen gespielt werden kann. Aus den Krieg, der im Namen des Königs und unter der Regierung Mussolinis geführt wurde, muß der Friede folgen, wie wir ihn machen werden." Mussolini teilte mit, daß er bereits Befehl z u einem neuen G e - neralappell des italienischen Volkes gegeben habe. „Ich werde die Nachricht, die Ihr erwartet, dem italienischen Volke geben wie seinerzeit am 2. Oktober. reich auf günstigen Boden gefallen sein muß. Sonst wäre das Rechenexempel nicht aufgegangen. Mehr als je ist diesmal „g e g e n" bestimmte Personen und Vorstellungen und Schlagworten als „für" die einzelnen Kandidaten gewählt worden. Was nun weiter? Nach der parlamentarischen Gepflogenheit müßte der Präsident der Republik der stärksten Kammerfraktion, also den Sozia- l i st e n, die Führung der Regierung an- vertrauen. Läon Blum hat mehrfach erklärt, daß seine Partei sich nicht scheuen würde, die Verantwortung zu übernehmen. Die Kommunisten würden sie unterstützen, desgleichen die gemäßigten Sozia l i st en und die Mehrzahl der radikalsozialistischen Abgeordneten. Theoretisch kann das Programm der Volksfront also in Angriff genommen werden. In der Praxis werden sich freilich einige Schwierigkeiten ergeben. Denn es steht außer Zweifel, daß die Kommunisten, gestützt auf ihren Wahlsieg, versuchen werden, ihren Einfluß mehr und mehr geltend zu machen. Das Programm der Volksfront, das nur als ein Mindestprogramm angesprochen werden darf, setzt sich aus drei Hauptpunkten zusammen: Verteidigung der Freiheit, Verteidigung des Friedens und wirtschaftliche Forderungen. Unter den ersten Punkt fällt eine allgemeine A m ne stie, ferner die Entwaffnung und die Auflösung der sogenannten saschi st ischen Bünde, Abschaffung gewisser Gesetzeserlasse über die Beschränkung der Pressefreiheit und Neuorganisierung des Presse- und Rundfunk- wesens. Der zweite Punkt weist vor allen Dingen auf eine engere internationale Zusammenarbeit im Rahmen des Völkerbundes und die kollektive Sicherheit, auf die Bestimmung des Angreifers sowie automatische und solidarische Anwendung von Sühnemaßnahmen im Falle eines Angriffs hin. Die Volksfront fordert ferner dazu auf, alle Anstrengungen zu machen, um vom bewaffneten Frie- Der Vormarsch Vadoglios. Die Besetzung Addis Abebas wird morgen erwartet. Rom, 4. Mai. (DNB.) Marschall Badoglio meldet: Unsere Kraftwagenkolonnen haben den Paß von Termaber überschritten und D e - bra Brehan, die frühere Hauptstadt von Schoa, besetzt. Unsere Vortrupps befinden sich 40 Kilometer südlich von Debra Brehan. An der S ü d f r o n t geht trotz heftiger Regenfälle unser Vormarsch rasch weiter. Unsere Abteilungen, die 80 Kilometer über Dagabur hinaus vorgestoben sind, zerstreuten die Krieger Omar Sa- mantars, der 1925 den Kapitän Carolei ermordete und daraufhin vom Negus in Sold genommen wurde. Omar Samantar wurde schwer verletzt. Sein Sohn wurde getötet. Die Völkerschaften von Ogaden nehmen mit Freude unsere Truppen als Befreier auf. Das erste Problem, vor das sich Italien nach Erreichung von Addis Abeba gestellt sieht, ist die Wiederherstellung von Ruhe und Die Kommunisten haben nicht nur Paris und den roten Gürtel um die Hauptstadt zum großen Teil erobert, sondern sind auch in den Jndustriegemeinden des Nordens erheblich vorgerückt. Sie haben mit 62 Gewinnen die Spitze des Vormarsches, und in Zukunft werden nicht weniger als 72 Jünger Moskaus im ranzösischen Abgeordnetenhaus Sitz und Stimme haben. Die R a d i k a l f o z i a l i st e n haben durch ihr Bündnis mit den Marxisten ihre langjährige zah- lenmäßige Überlegenheit in der Kammer eingebüßt, und künftig sind sie hinter den Sozialisten nur noch die zweit stärk st e Partei. Die Sozialisten haben bei dieser Gelegenheit nicht nur die in der alten Legislatur abgesplitterten neusozialistiscken Sitze zum großen Teil wiedergewonnen, sondern können die Niederlage einiger der bekanntesten Führer des Neusozialismus wie des Luftfahrtministers D 6 a t und des Abgeordneten Montagnon verzeichnen. Ueberhaupt fehlen in der neuen Kammer viele bekannte Abgeordnete: von aktiven Mit- gliedern der Regierung sind nicht weniger als fünf ausgeschieden. Beachtenswert ist ferner die Wahlniederlage des ehemaligen Kriegsministers Fabry, ein Schicksal, das er mit so manchem ehemaligen Kabinettsmitglied teilt. Auch drei stellvertretende Vorsitzende der Kammer sind diesmal geschlagen worden. Kurz die Erneuerung der Kammer ist u m f a \ • Untier als bei der vergangenen Wahl, wo sie runti 38 v. H. ausmachte. Nickt nur auf der Rechten sind bekannte Namen zu streichen, wie der des ewigen Deutschenfressers Franklin - Bouil- l o n und seines Gesinnungsgenossen F e r r y und des Vorsitzentien des Nationalverbandes der Frontkämpfer Jean Goy; auch die Radikalsozialisten werden viele erprobte Parlamentarier aus ihren Reihen vermissen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, daß der Unabhängig-Radikale und vielgerühmte Henry Torrös, der als Berichterstatter für den französisch-sowjetrussischen Pakt so nachdrücklich für seine Ratifizierung eintrat, van den Wählern nun als zu leicht befunden worden ist. Im ganzen genommen war der zweite Wahlgang und, ba er für das Gesicht der neuen Kammer entscheidend ist, eigentlich die ganze Wahl 1936 weniger eine Auswahl von Persönlichkeiten als eine Z u - fammenballung von Massen nach einer kühlen Berechnung. Man darf allerdings nicht verkennen, daß der Gedanke der Volksfront in Frank- Frankreick sucht krampfhaft nach neuen Stützen für den aus Den Fugen geratenen Bau von Versailles. Durch die neue Zuspitzung der Abessinien-Krise ist die Situation nicht leichter geworden. Wer kann ein Interesse daran haben, all diese Belastungen des europäischen Lebens noch um neuen Streitstoff zu vermehren, der allein von dem schlechten Gewissen Frankreichs provoziert wird? Die Stimmung in Rom. Italien wird sich die Frucht des Sieges nicht entreißen lassen. Rom, 4. Mai. (DNB.) Unter dem Eindruck tier Flucht des Negus und des Zusammenbruches seines Reiches gibt die römische Presse am Montag mehr oder weniger deutlich zu erkennen, daß die Neuordnung Abessiniens allein Italien zustehe. Der Negus habe durch seine Flucht die kriegerische Tradition seines Hauses verraten. Unter diesen Umständen könne es auch niemand geben, der zu Ver- Handlungen des Friedens ermächtigt werde. Nach Ansicht des halbamtlichen „Giornale d'Italia" hat der Negus mit seiner Flucht Abessinien tatsächlich Italien überlassen. Halle Selassie habe aus- gehört, als verantwortliches Oberhaupt des früheren abessinischen Kaiserreiches gelten zu können. Die moralische Autorität des Negus fei ein für allemal verschwunden. Seine Flucht gleiche einer Vertrei- bung auf Grund einer gegen ihn ausgefallenen Volksabstimmung. Die Besetzung Addis Abebas durch die italienischen Truppen werde heute von den Eingeborenen, soweit sie an den Plünderungen nicht teil- nahmen, von den verschiedenen ausländischen Gesandtschaften und von mehr als einem Außenminister tier Sanktionsstaaten geradezu herbei- ?ewünscht. So erlebe die Sanktionspolitik ihre lare und endgültige Widerlegung, während die Gegengründe Italiens, wonach fein E^pansionsrecht mit dem Schutze der abessinischen Stamme zusam- menfalle, ihre volle Bestätigung erfahren. Der Direktor der „Tribuna" betont, der Völkerbund habe eine ganz einfache Operation vorzunehmen, indem er aus der Liste feiner Mitglieder Abessinien streiche. Italien habe jetzt die volle Befugnis, Abessinien jene politische Neuordnung zu geben, die für fein Gebiet und für seine Bevölke- (Dle Gewinne überschreiten die Verluste um drei Einheiten, weil drei neue Wahlbezirke ge- chassen worden find.) Der Sieg der Volksfront. Orahtbericht unseres v.G.-Korrespondenien. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, 4. Mai 1936. Der zweite Gang der französischen Kammerwahlen hat doch eine größere Verschiebung gebracht, als man nach dem ersten Wahlsonntag annahm. Zwar ist eine Stärkung beider Flügel der Kammer zu verzeichnen, aber der Ruck nach links ist wesentlich bedeutender als die Zunahme des: äußersten rechten Flügels. Die Kommunisten der Dritten und die Sozialisten der Zweiten Internationale haben im ganzen 111 Sitze gewonnen, während die Rechtsrepublikaner und Konservativen jich mit einer Zunahme von 17 Abgeordneten begnügen muhten. Die Veränderungen haben sich auch nicht, wie anfangs erwartet, lediglich innerhalb tier beiden Seiten der Kammer abgespielt. Wohl trifft es zu, daß die Radikalsozialisten mit 43 verlorenen Sitzen den Löwenanteil tier Zeche tier Volks- ront zu bezahlen haben und die gemäßigten Sozialisten ihnen mit einer Einbuße von 31 Volksvertretern wenig nachstehen. Aber tier Ruck nach links hat auch die Mitte mitgenommen. Nicht weniger als 31 Unabhängige Radikale sind auf der Strecke geblieben, und 236 Sitzen der Rechten stehen jetzt 378 Sitze der Linken gegenüber. Es müßten also über 70 Radikalsozialisten gegen die Volksfront stimmen, um die linke Mehrheit zu brechen, die an sich regierungsfähig fein könnte. werden wird, hängt von zweierlei ab: von der Bereitschaft des Duce, auch jetzt, nachdem er Abessinien in der Tasche hat, die in den Abkommen fest- gehaltenen englischen Interessensphären zu respektieren; von tier Bereitschaft Englands, sich damit zu begnügen. Erweisen sich beide Wege als nicht gangbar, d. h. ist der Völkerbund nicht mehr gegen Italien mobil zu halten, und scheitert andererseits ein englisch-italienischer Ausgleich in Anlehnung an die früheren Teilungsverträge, bann rückt ein Zusammenprall tier englisch-italienischen Gegensätze in bedenkliche Nähe. Ohne die Pufferwirkung tier kollektiven Genfer Aktion müßte sich em direkter englisch-italienischer Kolonial- und Mittelmeerkonflikt entzünden; es sei denn, es gelingt der englischen Politik — wenn sie dies für richtig hält — den ganzen Komplex ungelöst in der Schwebe zu lassen, in tier Hoffnung auf einen späteren Austrag tier Gegensätze unter günstigeren Bedingungen. Kein Zweifel, daß Versöhnungsbestrebungen hüben und drüben tier eifrigsten Unterstützung Frankreichs gewiß sind. Es war sehr aufschlußreich und bezeichnend für den moralischen Tiefstand der französischen Völkerbundspolitik, daß die Flucht des Negus in Paris „als bedeutende Erleichterungder Lage" empfunden wurde. Dies entspricht durchaus der von Frankreich in dem ganzen Verlauf des Konfliktes eingehaltenen Lime. Immer wieder hat das Sprachrohr des Quai d'Orsay, der „Temps", versichert und ermahnt, daß dieser Konflikt nur eine „Episode" sein dürfe, allen- falls eine Generalprobe für jene „kollektive Aktion' gegen Deutschland, die ja gewisse Kreise in Paris allein interessiert. Nun glaubt man neue Hoffnung zu schöpfen, die Flamme von Stresa endlich wieder entzünden zu können. Freilich, in England hat man sich um dieses Gebilde inzwischen seine eigenen Gedanken gemacht. Die englische Politik, dies erkennt man heute auch in London, hat im letzten Jahr keinen größeren Fehler begangen, als Frankreich auf dem Weg nach Stresa zu folgern Indem sie sich dort zu den gegen Deutschland gerichteten Bindungen hergab, begab sie sich der deutschen Karte in ihrem diplomatischen Spiel. Die Folgen lagen auf der Hand. Hatte England die französisch-italienische Annäherung vom Januar 1935 zunächst mit einem Seitenblick auf Deutschland gebilligt und gefördert, so machte man sehr bald die Erfahrung, daß diese lateinische Freundschaft auch eine andere Seite hatte, die die englischen Interessen im Mittelmeerraum betraf. Man machte außerdem die Erfahrung, dOß Frankreich, durch die enge Verknüpfung mit Italien, in tier Stresa-Konftruktion gegenüber England ein einseitiges Uebergewicht besaß, England also im Grunde der Verlierer und Leidtragende tier ganzen, auf die französischen Sonderinteressen zugeschnitte- nen Veranstaltung war. So dürsten die von Paris aus betriebenen Wiederbelebungsversuche der Stresa-Front in England heute auf wenig Gegen- liebe stoßen. Vielleicht tragen diese Erkenntnisse dazu bei, daß England sich überhaupt über den Unfug und Widersinn der von Frankreich inszenierten Frontbildun- gen gegen Deutschland klar wird. Denn England kann damit weder seinen eigenen Interessen noch denen des europäischen Ausgleichs dienen. Diesen Ausgleich aber braucht es, ganz abgesehen von grundsätzlichen und mehr moralischen Erwägungen, schon um seiner überkontinentalen Belange willen. Der Fragebogen an Deutschland, der ein neues europäisches Gespräch einleiten soll, wird Aufklärung darüber geben, inwieweit all diese Erkenntnisse und Erfahrungen im politischen Urteil der englischen Diplomatie Gestalt und Gewicht gewonnen haben. Das deutsche Interesse an einem wahrhaften europäischen Ausgleich und Gleichgewicht in eine Realität, die auch durch die ermüdenden französischen Verleumdungs- und Verdächtigungsmanöver nicht zu erschüttern ist. Hier findet die englische Politik einen Anknüpfungspunkt von wirklich konstruktivem, europäischen Wert. Herr Baldwin hat, mit einem Seitenblick nach Deutschland, von „unberechen baren Fak- t o r e n" sprechen zu müssen gemeint. Das ist weder ermutigend, noch, vom englischen Standpunkt aus gesehen, ein Zeichen staatsmännischer Klugheit. Es ist in diesem letzten Jahr auf dem Felde der europäischen Politik sehr viel in Trümmer gegangen. Der Völkerbund ist auf tier Strecke geblieben, die kleinen Staaten zeigen sich besorgt unti suchen nach neuer Sicherheit, die Beziehungen der Großmächte Das vollständige Wahlergebnis. I Paris. 5.2Hai. (DRV.) Das Innenministerium gibt am spaten Abend des Wonlag das vollständige Wahlergebnis für die neue kam- den 618 Sitzen er- Sitze Ve- Häuptel Gewinn Verlust Kommunisten 72 10 62 0 llnabhäng. Kommunisten 10 9 1 2 Sozialisten 146 73 73 24 Gemäß. Sozialisten 26 22 4 23 llnabhäng. Sozialisten 11 8 3 14 Radikalsozialisten 116 92 24 67 llnabhäng. Radikale 31 24 7 42 Linksrepublikaner 84 56 28 43 Volksdemokraten 23 18 5 5 Rechtsrepublikaner Konservative und 88 58 30 19 llnabhängige 11 4 7 2 Insgesamt 618 374 244 241 reich zum Völkerbund, zum kollektiven Sicherheitssystem kennenzulernen. Sollte das britische Volk endgültig zu der Ueberzeugung gelangen, daß Frankreich kein ehrliches Spiel treibe, so dürfe die Haltung Englands nicht nur gegenüber den Völkerbundssagungen, sondern auch gegenüber Locarno und den sonstigen Bindungen eine gefährliche Krise durchmachen. Lord Lothian schreibt in der „Times", die Wurzel der gegenwärtigen Schwierigkeiten des Völkerbundes sei, daß er eine Vereinigung von souveränen Staaten sei. Die einzige Methode, durch die der Völkerbund einen souveränen Staat gegen seinen Willen von einem Angriff abhalten könne, sei der Krieg. Es sei daher dringend notwendig, aus den Dölkerbundssatzungen die Verpflichtungen herauszunehmen, unter gewissen Umständen zum Kriege zu schreiten. Der nächste Schritt müsse darin bestehen, die Sicherheit auf regionaler Grundlage au organisieren, denn man sehe nun, daß die berühmte Redewendung Litwinows, „der Friede ist unteilbar", folgerichtig bedeute „alle Kriege müßten „W e l t k r ie g e fein . Er sei gezeigt zu glauben, däff ein starkes Deutschland die beste Gewähr für den Frieden und für gesicherte Verhältnisse bedeute und daß vor allem ganz gewiß keine Ruhe in Europa oder Afrika hergestellt werden könne, solange man versuche, das Einkreisungssystem gegen Deutschland aufrechtzuerhalten. Wenn die Kommunisten die französische Republik niederreißen sollten, so würden sie damit einen Verbündeten vernichten. Unruhiges Spanien. Madrid, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Unruhen in Spanien dauern weiter unvermindert an. General st reit und Teilstreiks in den Provinzen, Brandschatzungen und Ueber- fälle auf Kirchen, die von den Kommunisten nach einem festliegenden Plan durchgeführt werden, sind an der Tagesordnung. In San Sebastian streiken die Bauarbeiter, die Arbeiter des Hafens Pasajos haben sich angeschlossen. In Malaga herrscht Generalstreik, den der sozialistische Gewerkschaftsverband in Verabredung mit den Landarbeitern ausgerufen hat. Am Montagabend erschienen keine Zeitungen. Der gesamte Verkehr ruht. Kaffeehäuser und Geschäfte einschließlich der Lebensmittelläden sind geschlossen. In Sevilla streiken die Bahnarbeiter. Sie verhinderten, daß zwei Personenzüge und ein Schnellzug nach Madrid ausfahren konnten. Güterzüge wurden am Montag überhaupt nicht abgefertigt. In K a r t a - Sena dauert der Hafenarbeiterstreik weiter an; ie Besatzungen der Handelsschiffe haben sich solidarisch erklärt und die Arbeit ebenfalls niedergelegt. In Madrid haben die Marxisten, nachdem sie am Montag sieben Kirchen und mehrere Klosterschulen n * rbrannten, wieder Ruhe gegeben. Die Madrider Montagspresse veröffentlicht jedoch infolge der scharfen Pressezensur weder Einzelheiten noch Kommentare über die Sabotageakte der Kommune, die genau nach den Anweisungen der Komintern am Tage nach den französischen Wahlen erfolgt sind. Generaloberst von Falkenhausen gestorben. Görlitz, 4. Mai. (DNB.) Nach langem Leiden ist Generaloberst a. D. Dr. h. c. Ludwig Freiherr von Falkenhausen gestorben. Freiherr von Falkenhausen wurde 1844 in Guben geboren. Im Weltkrieg 1914 führte er die nach ihm benannte Armeegruppe auf dem linken Heeresflügel im Elsaß. Im April 1916 wurde er zum Oberbefehlshaber der Küstenverteidigung in Hamburg ernannt, im August des gleichen Jahres zum Oberbefehlshaber der 6. Arme e. Im Januar 1917 erhielt Freiherr von Falkenhausen den Schwarzen Adlerorden und war von April 1917 bis zum Kriegsende Generalgouverneur in Beltz ie n. Den Feldzug 1866 machte er als Adjutant des Gardereserve-Jnfanterieregiments mit und war im Kriege 1870/71 Adjutant des 1. Garderegiments zu Fuß. Neuer Chef der Gendarmerie. Berlin, 4. Mai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat am 30. April den bisherigen stellvertretenden Chef der Gendarmerie, Oberst der Gendarmerie von Kamptz, zum General der Gendarmerie ernannt. General der Gendarmerie v. Kamptz übernimmt damit endgültig die Dienstgeschäfte des C h e f s der Gendarmerie, die er bisher vertretungsweise inne hatte. General der Gendarmerie v. Kamptz ist 1891 geboren, machte den Weltkrieg als Infanterie- offizier und Regimentsadjutant an verschiedenen Fronten mit und trat nach dem Zusammenbruch der alten Armee 1919 in den Dienst der preußischen Schutzpolizei. 1927 trat er in den Gendarmeriedienst über und wurde 1933 nach der nationalsozialistischen Machtergreifung in das preußische Ministerium des Innern berufen.________________ Oer Grundstein für das erste KdF.-Seebad Auf der Insel Rügen legte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley den Grundstein zum ersten Seebad der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", wo 20 000 Erholungsuchende Unterkunft finden werden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) MF EI -/* H MM '■zO * ? i D ■ -v _ •>*• .<-v-» v 14<.>/ x.$ Dankopfer der Nation. Oer Appell des Stabschefs Luhe im Rundfunk. Berlin, 4. Mai. (DNB.) Am Montagabend sprach Stabschef Lutze über alle deutschen Sender zum Dankopfer der Nation. In seiner Rede führte er u. a. aus: Inmitten einer Ideenwelt, die in kühler und geschäftstüchtiger Richtung an materiellen Dingen liebte, wuchsen die Sturmabteilungen des Führers heran, die den materiellen Begriffen der damaligen Zeit solche mit ethischem Gehalt und sittlichem Wert gegenüberstell- ten. Der Opfermut, die Einsatzbereitschaft und die Selbstlosigkeit der SA. waren nie leere Worte, diese Begriffe fanden immer ihre Krönung durch die Tat. Und so muß auch dieses Dankopfer nicht von der materiellen Seite her, sondern nach der ethischen Seite hin seine Wertung erfahren. In ihm soll der freiwillige und uneigennützige Aktivismus zum Ausdruck kommen, der in den Reihen der SA. seine Geburtsstätte fand und der längst von den Männern der SA. hinausgetragen wurde ins Volk und dort die Resonanz bildet für die ungeheure Arbeit, die der Führer Tag und Nacht zum Wohle seines deutschen Volkes leistet. Der Nationalsozialismus braucht keine Menschen, die ihn in tausend Thesen zerlegen, er braucht Männer des ehrlichen Wollens und des kräftigen Handelns. So hat die SA. im Vorjahre, im Jahre der Wehrfreiheit, dem Führer als Wehrgabe ein Jagdgeschwader zur Verfügung gestellt, beseelt von dem unbändigen Willen, mitzuhelfen an den großen Zeitaufgaben, die an den Führer und das deutsche Volk herantreten. Wir sehen im „Dankopfer" die Möglichkeit, durch eine verschworene Kampf- und Opergemeinschaft neue Werte zu schaffen, die einen Teil des Fundaments zur Ewigkeitswerdung der deutschen Nation bilden. Wir sammeln nicht, mir fordern nicht, mir zeigen, daß mir da sind! Und die kämpferi- scken Elemente des deutschen Volkes werden nicht abseits stehen, wenn es gilt, dem Führer durch praktisch angewendeten Sozialismus einen Bruchteil von dem abzustatten, was er jedem Einzelnen täglich in so überreichem Maße gibt. Des Führers Kraft ist die unsere, aber unsere ist auch die seine. Und so wollen wir ihm helfen, neue Werte zu schaffen und neue Werke zu bauen. Wir wollen ja nichts für uns, nichts für die SA, nichts für die Gegenwart, sondern für das ganze deutsche Volk, für die Zukunft, für die Nation, und übergeben wollen wir es dem ersten Arbeiter Deutschlands, unserem Führer Adolf Hitler!" Staatssekretär Reinhardt eröffnet die ReichsfinanzschnleLlmenan. Ilmenau, 4. Mai. (DNB.) Als neue Dienststelle der Reichsfinanzverwaltung wurde die Reichsfinanzschule bei Ilmenau durch Staatssekretär Reinhardt eröffnet. Die Aufgabe dieser Schule ist die Durchführung vierwöchiger Lehrgänge für Beamte des Kassen- und Vollst reckungsdien st es. Leiter der neuen Schule ist Regierungsrat Rogge aus Königsberg. Staatssekretär Reinhardt sprach über die Steuerpolitik des nationalsozialistischen Staates und gab Kenntnis von neuen Richtlinien über die Ausbildung des Nachwuchses in der Reichsfinanzverwaltung. Jede Steuerzahlung, so führte Reinhardt aus, erfolgt durch den einzelnen Volksgenossen nicht fremder Interessen wegen, sondern mittelbar um seiner felbft willen. Steuer zahlen heiße nicht Opfer bringen, sondern seine Pflicht tun. Vergehen gegen die Steuerpflicht seien Vergehen gegen die Volksgemeinschaft und gegen die Nation. Dec Finanzbedarf der Arbeitslosenhilfe sei im Jahre 1935 um rund zwei Milliarden Mark kleiner gewesen als 1932. Auf der anderen Seite ft i e g das Steueraufkommen des Reiches trotz der Steuervergünstigungen, Steuerbefreiungen und -fenfungen um rund drei Milliarden Mark gegenüber 1932. Dies ist das Ergebnis des erfolgreichen Kampfes um die Verminderung der Arbeitslosigkeit. Das Steueraufkommen im März 1936 fei um 156,3 Millionen größer gewesen als in der gleichen Zeit des Vorjahres, und im gesamten Rechnungsjahr 1935, also in der Zeit vom 1. April 1935 bis 31. März 1936 um 1445,2 Millionen größer als im Rechnungsjahr 1934, ein Ergebnis, das alle Erwartungen übersteige. Staatssekretär Reinhardt gab bann davon Kenntnis, daß die Liste der säumigen Steuerzahler erstmals im Sommer 1936 aufgelegt werde. Grundsätzlich sollen in diese Liste alle diejenigen Säumigen ausgenommen werden, die am 31. Januar 1936 mit den Steuerzahlungen oder Vorauszahlungen im Rückstand waren, die vor dem 1. Januar 1936 fällig gewesen und nicht gestundet worden sind. Die Zahl sei wesentlich kleiner als vorauszusehen war, ein Beweis dafür, daß die Steuer ehrlich keit und -Pünktlichkeit sich erheblich gebessert habe. Den in der Liste genannten Steuerpflichtigen soll eine letzte Frist von zwei Wochen zur Beseitigung ihrer vor dem 1. Januar 1936 fällig gewesenen Steuern gegeben werden. Diejenigen Steuerpflichtigen, die ihren Rückstand innerhalb von zwei Wochen beseitigen, sollen in die endgültige Liste nicht ausgenommen werden. Es könne denjenigen Volksgenossen, die mit Steuerzahlungen aus d e r Z^it vor dem 1. I a - nuar 1936 noch im Rückstand sind, nicht dringend genug empfohlen werden, diesen Rückstand unverzüglich aus der Welt zu schaffen. Unter bestimmten Voraussetzungen solle im nächsten Winter die Aufhebung der Sperre für den Beruf des Steuerberaters in Aussicht genommen werden. Das Wort „Steuersupernume- r a r" ist vom 1. Mai d. I. beseitigt worden. Von diesem Zeitpunkt ab gebe es nur noch „Finanzschüler" und „Finanzanwärter". Bürgermeister Walther dankte für die Errichtung der Reichsfinanzschule in Ilmenau. Staatssekretär Reinhardt wurde im Rathaus der Ehrenbürgerbrief seiner Heimat st a d t in An- erkennung seiner Verdienste um die Neugestaltung des deutschen Vaterlandes überreicht. Elly Beinhorn in Riga. Die deutsche Sportfliegerin Elly Beinhorn traf, aus Königsberg kommend, auf dem Rigaer Flugplatz ein. Es hatte sich eine große Menge zum Empfang der Fliegerin eingefunden. Am Abend sprach Elly Beinhorn vor ausverkauftem Haus über ihre Erlebnisse als Fliegerin in Afrika, Indien und Australien; der Vortrag wurde vom Reichsdeutschen Verein in Riga im großen Saal des Rigaer deutschen Gewerbevereins veranstaltet. Mit ihrer fesselnden, durch Lichtbilder wirkungsvoll ergänzten Rede rief Elly Beinhorn wahre Beifallsstürme, besonders unter der reich vertretenen deutschen Jugend, hervor. Die lettländische Presse schenkt dem Besuch Lettlands durch die bekannte deutsche Fliegerin starke Beachtung. Elly Beinhorn wird auch in Libau einen Vortrag halten. Wie fleht es in der Wirtschaft aus? Der Arbeitseinsatz im Frühjahr hat sich nicht nur für einzelne Wirtschaftsgruppen besonders ausge- wirkt, vielmehr hat der Arbeitseinsatz auch zu einer Verbrauchs st eiaeruna geführt, die durch die Besserung der Lebenshaltung sowie durch die allgemeine Einkommenserhöhung bedingt ist. Aus dem Baumarkt sind es vornehmlich öffentliche Aufträge, die in den einzelnen Baustoff-Industrien einen Beschäftigungsgrad herbeigeführt haben, wie er selbst in den sogenannten Konjunkturjahren nicht erreicht worden ist. Aber auch private Bauaufträge, die sich auf den Wohnungsbau erstrecken, haben infolge der von Woche zu Woche wachsenden Nachfrage gewisse Spannungen am Ziegelmarkt erzeugt, weil die Nachfrage nicht immer gedeckt werden kann. Es bestätigt sich also, daß im Baumarkt selbst ein großer Arbeitsoorrat steckt, dessen Einsatz freilich in der Hauptsache eine Frage der Kapitalbeschaffung ist, eine Frage übrigens, die nicht nur durch die wachsende Kapitalbildung als solche gelöst werden kann. Der Umschichtungsprozeß in der ganzen Wirtschaft, der durch Die Machtergreifung bedingt ist, kann sich nicht sprunghaft vollziehen, wird aber an keiner Stelle eine Hemmung inden, die sich, vom Nationalsozialismus aus ge- ehen, nicht überwinden läßt. Für den National- ozialismus ist also auch der Baumarkt oder der Wohnungsbau an sich nicht etwa nur eine Frage der Raumbeschaffung, sondern der Menfchensiedlung. Wie stark der Auftrieb der innerdeutschen Wirtschaft ist, wird auch durch die Vorgänge auf dem Kapitalmarkt bestätigt, Vorgänge, die als solche den Schluß aufzwingen, daß der Kapitalmarkt nicht nur flüssig ist, sondern daß auch Kapitalien vorhanden sind, die stürmisch zu langfristiger Anlage drängen. Die Börsenwerte haben fast durchweg einen Höchststand erreicht, der Ende April für alle Werte an der Berliner Börse einen Durchschnitt von 118,9 betrug, während der Höchststand im Vorjahre bei 115 lag. Wenn Direktor Harter von der Commerz- und Privatbank in der Generalversammlung dieser Großbank darauf hinwies, daß vom Bankgewerbe aus gesehen, alle Erwartungen des Wirtschaftsaufstiegs erfüllt worden feien, so drückt sich darin nicht nur die Genugtuung darüber aus, daß im Bankgewerbe endlich wieder gesunde Zustände eingetreten sind, sondern auch die Genugtuung darüber, daß der Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft sich von Jahr zu Jahr reibungsloser vollzieht. Dabei hat auch das Bankgewerbe Sorgen, denn Direktor Harter konnte auch darauf Hinweisen, daß es nicht immer leicht sei, flüssige Gelder zweckentsprechend anzulegen, weil das Kapital allgemeinen volkswirtschaftlichen Zwecken und Aufgaben dienen soll. Fast jede Woche bringt eine Mitteilung, die an und für sich nicht viel besagt, die aber heute deshalb doppelte Bedeutung hat, weil es sich um den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft handelt. Wenn wir uns daran erinnern, daß die wichtigsten Jndustriegruppen nach dem Zusammenbruch der Scheinkonjunktur schwach geworden waren, daß die Kraftwagen-Industrie, daß sogar die elektrotechnische Industrie nicht nur vor, sondern in einer schweren Krise standen, so können wir heute ermessen, wie sehr Machtergreifung und Wiederaufstieg der Wirtschaft eng miteinander verzahnt sind. So ist dieser Tage gemeldet worden, daß die bekannte elektrotechnische Firma Mix & Genest wieder ertragsfähig ist, nachdem sie jahrelang durch die Krise hart mitgenommen war. Bei Mix & Genest war der Rückschlag deshalb besonders zu bedauern, weil die Firma in der Vergangenheit zu den Pfadfindern und Bahnbrechern der elektrotechnischen Industrie gehört hat. Allein der allgemeine Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft, dieser überlegte Vorgang, der sich stufenweise vollzieht, der nach und nach jedes Rad und Rädchen wieder in Gang bringt, nachdem einmal das große Schwungrad überhaupt wieder in Gang gekommen ist, läßt Brachland in der deutschen Wirtschaft nicht mehr zu. Wir können das mit um so größerer Genugtuung feststellen, als jede Woche aus dem Auslande Mitteilungen bringt, die allerdings nichts von Wirtschaftsaufstieg zu melden wissen. So sind die Kaffeesorgen der brasilianischen Regierung heute größer als jemals zuvor, so daß wieder eine neue Regelung gesucht werden muß. Neuerdings hat sich in Deutschland ein sehr hoher Getreideoerbrauch ergeben, der aber gedeckt werden konnte, weil große Bestände vorhanden sind. Dieser hohe Getreideoerbrauch läßt wieder den Schluß zu, daß mit dem Beginn des Frühjahres auch der Arbeitseinsatz zugenommen hat, ohne daß das immer gleich statistisch zu erfassen ist. Wenn die Aprilziffern für den Arbeitseinsatz vorliegen, so wird sich auch die Erklärung da- für finden, warum schon Anfang April der hohe Getreideverbrauch einsetzte. Soweit sich übersehen läßt, ist der Saatenstand verhältnismäßig günstig, was auch für andere Zweiae der Landwirtschaft gilt. Die Baumblüte, also die Obsternte, hat unter der Aprilwitterung nicht wesentlich gelitten, wozu beigetragen hat, daß die Baumblüte diesmal später eingesetzt hat als in früheren Jahren. Die in Dresden eröffnete große Gartenbauausstellung ist die erste Ausstellung dieser Art, die als Reichsschau veranstaltet wird. Arge Rückschläge hatte auch dieser Wirtschaftszweig, der als eine der wesentlichsten Brücken zwischen Stadt und Land anzusehen ist, erlitten. Durch eine kurzsichtige Handelspolitik, die in Mengen ausländische Erzeugnisse ins Inland brachte, wurde der Bauer vielfach um feine Absatzmöglichkeiten gebracht. Das Reichsnährstandsgesetz bot auch dem Gartenbau, der weiterhin durch Preisschleuderei und ein wildes Unterbieten in feiner Entwicklung gefährdet worden war, die Grundlage, die Erfüllung feiner Aufgaben unter Sicherung feiner Existenz zu gewährleisten. Dazu brachten ihm auch andere Schöpfungen des neuen Staates Beschäftigung und regten den Absatz seiner Erzeugnisse an. Erwähnt sei in diesem Zu- sammenhange nur die Förderung des kulturellen Lebens, wie sie z. B. in der Arbeit des Amtes „Schönheit des Arbeitsplatzes" der Deutschen Ar- beitsfront oder durch die Anlage der Reichsauto- Verlangen Sie stets ausdrücklich MAGGIS Würze und achten Sie genau darauf, daß Ihr Fläschchen aus der großen MAGGI- ^riginalflasche gefüllt wird. In dieser darf nach dem Gesetz nichts anderes feilgehalten werden als MAGGPWURZE „MAGGI** Ist nicht eine allgemeine Bezeichnung für Suppenwürze, sondern die gesetzlich mehrfach geschützte Fabrikmarke für alle MAGGI-Produkte bahnen, die einen schnellen Transport der Gartenbauerzeugnisse ermöglichen, gegeben sind. Heute betreiben rund 190 OOO Kleinbetriebe regelmäßig zu Derkaufszwecken Gartenbau. Bei all diesen Betrieben kommt es heute im Rahmen der Erzeugungsschlacht weniger auf eine Erweiterung der Anbaugebiete an als auf eine Steigerung der Qualitäten. Besonderes Gewicht wird auf strenge Auslese der Sorten gelegt. Die wichtigste feldbaumäßig angepflanzte Gemüsesorte ist heute der Weißkohl, eine Tatsache, die sich vor allem aus der Preiswürdigkeit dieses Erzeugnisses erklärt, das es besonders geeignet für den Massenverbrauch macht. Die zweite Stelle im Gemüseverbrauch nehmen heute in Deutschland Gurken und Kürbisse ein. Es folgen Mohrrüben und Rotkohl, deren Bedarf heute fast völlig aus deutscher Scholle gedeckt wird, Tomaten, die erst zu 67 o. H. aus der Jnlanderzeu- gung kommen, dann ferner Wirsingkohl, Salate, Blumenkohl, Erbsen, Spargel, Kohlrabi und eine Reihe Küchengewächse. Insgesamt werden heute im Deutschen Reich etwa 2 Millionen Tonnen Gemüse verbraucht, wovon nur 250000 Tonnen aus dem Ausland stammen. Die Reichsbahn hat sich in die Bestrebungen zur Förderung des deutschen Gartenbaues durch eine Reihe von Tarifvergünstigungen, von Ausnahmetarifen und durch die Einlegung besonderer Schnellgüterzüge eingeschaltet. Kleine politische Nachrichten. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, besichtigt am 5. und 6. Mai Standorte des Heeres und der Luftwaffe im Bereich des Wehrkreises II Stettin. * Reuter berichtet aus Moskau, daß die Sowjetregierung die britischen Vorschläge für ein Flottenabkommen im Grundsatz angenommen habe. Es bestätige sich damit die bereits in London ausgegebene Erklärung, daß Sowjetrußland mit den britischen Vorschlägen einverstanden ist. Die in Belgrad tagende Bal-kan-Konferenz hat den griechischen Standpunkt gebilligt, wonach Griechenland als Mitglied der Balkan-Entente nicht in der Lage ist, Verpflichtungen außerhalb des Balkans einzugehen. Uniform und Ehre des GA.-Mannes müssen verteidigt werden. Heidelberg, 4. Mai. (DNB.) Ein Scharführer der SA. war wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt, weil er einen körperlich stärkeren Mann, der ihn tätlich angriff und mehrmals zu Boden geworfen hatte, mit seinem SA.- Dolch sich vom Leibe zu halten versuchte und ihm im Handgemenge dann einen Stich beibrachte, der noch am gleichen Tag den Tod zur Folge hatte. Das Schwurgericht stellte sich auf den Standpunkt, daß jeder SA. - Mann seine Uniform vor Beleidigungen zu schützen hat und er als politischer Soldat in der Notwehr von der Waffe nicht nur Gebrauch machen darf, sondern daß es geradezu seine Pflicht ist, sich ganz energisch zur Wehr zu setzen. Aus diesen Gründen stellte das Gericht das Verfahren gegen den Scharführer ein, da er höchstens wegen einer Ueberschreitung der Notwehr hätte bestrast werden können, er aber für dieses Vergehen nach dem Amnestiegesetz straffrei bleibt. Der Angeklagte hatte sich am 23. März d. I. in Malsch spätnachts auf dem Heimweg mit einem SA.-Kameraden befunden, der einige Meter mit seinem Rad vorausfuhr. Plötzlich hörte der Angeklagte eine wüste Schimpferei, als er seinen Kameraden eingeholt hatte, belegte auch ihn der wegen Verfehlungen aus der SA. ausgeschlossene Jos. B ö s mit wüsten Schimpfnamen. Es gelang den beiden SA.-Männern, den Streit zu vermeiden; da aber Bös sich nicht auf den Heimweg, sondern Oie Beisetzung des Königs von Aegypten. ■ I I' : ■ W f,« ’ Unter großer Beteiligung der ägyptischen Bevölkerung wurde König Fuad l. von Aegypten in einer von ihm erbauten Moschee bei Kairo beigesetzt. Man sieht auf dem Bilde den Trauerzug, den Matrosen flankierten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) in einer anderen Richtung davonmachte, beschlossen die beiden, ihn zu beobachten, weil in dem Ort in letzter Zeit Plakate beschädigt worden waren. Vor dem Rathaus trafen sie wieder auf Bös, der sofort zu schimvfen begann und, als sich der Angeklagte die Beleidigungen verbat und darauf hinwies, daß er in Uniform und SA.-Mann sei, gegen diesen tätlich vorging. Dreimal warf er den viel schwächeren Angeklagten zu Boden, als dieser in höchster Notwehr seinen Dolch zog und als Bös immer noch nicht von ihm abließ, zustieß, wobei er Bös den tödlichen Stich beibrachte. Kunst und Wissenschaft. Berliner Kunstwochen eröffnet. — Musikpreis der Stadt Berlin. Die Berliner Kun st wochen haben mit einer Mozartwoche eingesetzt. Die Bedeutung, die die Reichshauptstadt dieser festlichen Reihe musikalischer Veranstaltungen beilegt, kam in einem Empfang zum Ausdruck, den der Staatskommissar der Hauptstadt im Rathaus gab. Staatskommissar Dr. Lippert wies darauf hin, daß Berlin alles daran setzen wolle, daß es den Ehrennamen einer Musikstadt mit Recht weitertragen darf. Die Verbundenheit der Reichshauptstadt mit den nachschaffenden Künstlern komme in der S t i f't u n g eines Musikpreises von 5000 Mar k zum Ausdruck. Der Zweck dieses Preises sei in der Förderung von begabten Künstlern zu sehen. Darauf verkündete Dr. Lippert die Preisträger. Der Musikpreis der Stadt Berlin für 1936 wurde verliehen: dem Geiger Siegfried Borries, Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters in Berlin, dem Pianisten Richard Laugs aus Kassel, dem Zernick-Quar- t e t t in Berlin, das unter Führung des Konzertmeisters des Landesorchesters Hellmut Z e r n i ck aus Theodor S ch w i n n , Heinz Kirchner und Hellmut Reimann sowie Joachim L o e s ch - mann (als Vertreter) besteht, dem Sänger Hans Eggert aus Königsberg, der Sängerin Lore Fischer aus Stuttgart. Aus aller Wett. Maifeier eines deutschen Großbetriebes. Die Arbeitskameraden der Continental Gummi-Werke in Hannover begingen den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes geschlossen in einer Werksfeier, die von der kürzlich in diesem Werk ins Leben gerufenen Kultur-Abteilung vorbereitet war. Die Besonderheit dieser neuartigen und vorbildlichen Werksfeiergestaltung lag in der einzigen Erlebnisgemeinschaft, zu der hier schaffende Volksgenossen durch die Aufteilung des Tages in eine Feierstunde, in ein Gartenfest und einen Kameradschaftsabend ausgerufen und verbunden wurden. Das hannoversche Opernhausorchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Prof. Krasselt brachte im Kuppelsaal der Stadthalle das Allegro moderato aus Schuberts unvollendeter Sinfonie und vor Beginn des Gemeinschaftsempfanges der Führerrede das Vorspiel zu Richard Wagners „Meistersiingern von Nürnberg" zu Gehör. Der Betriebsführer, Direktor Gehrke, gab die Stiftung einer silbernen und goldenen Ehrennadel für 1012 Jubilare der Arbeit bekannt, nahm die Auszeichnung von erfolgreichen Reichsberufswettkämpfern der Continental vor und verteilte 300 Ferienfahrten mit „Kraft durch Freude" an besonders verdiente Werkmänner. Nach zwei Mozart- Arien hielt der Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter der Fachgruppe Chemie Pg. Karwahne eine Ansprache über den Sinn der marschierenden Kolonnen am 1. Mai früher und heute. Zu einem geschmackvollen Gartensest kamen am Nachmittag die Arbeitskameraden mit ihren Familien im Park der Stadthalle zusckmmen, wo das Kinderballett des Opernhauses tanzte und bis zum Abend ausgelassene Fröhlichkeit herrschte. Auf einem Kameradschaftsabend erfreute Gustav Jacoby die Herzen, Charlotte an der Heiden brachte lustige Lieder, Tanzdarbietungen der Tanzgruppe des Opernhauses fanden begeisterte Zustimmung, Barnabas von Geczy spielte mit seinem Orchester zum Tanz auf. Tagung der Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes. Vom 12. bis 14. Mai findet in Bad Homburg unter dem Vorsitz von Professor Dr. Stahl (Berlin) die Tagung der Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes statt. Während der dreitägigen Dauer der Tagung werden eine Reihe von bedeutsamen Referaten gehalten. So sprechen Professor Dr. Freiherr v. Verschuer (Frankfurt a. M.) über „Die Feststellung von .erbkrank' und ,erb- gesund'", Professor Dr. Platzhoff (Frankfurt am Main) über „Rheinische Geschichte", Frau F ü r- sti n zu Wied über „Die Frauenarbeit im Deutschen Roten Kreuz", Generaloberin v. O e r tz e n (Berlin) über „Schwesternwerbung". Professor Dr. L a c r o i x (Heidelberg) über „Völkische Bildung", Professor Dr. Reinwein (Gießen) über „Tu- berkulose und Tuberkulosebekämpfung", Professor Dr. Stahl (Berlin) über „Aus der Geschichte der Krankenpflege", Professor Dr. Schmieden (Frankfurt a. M'.) über „Chirurgische Operationen bet gleichzeitig bestehender Schwangerschaft", Professor Dr. H o l f e l d e r (Frankfurt a.M.) über „Praktische Fragen der Krebsbekämpfung auf Grund des gegenwärtigen Standes der Strahlentherapie" und Professor Dr. W e i n h a n d l (Kiel) über „Schwestern- dienst an der Nation". Gleichzeitig feiert die Schwesternschaft Frankfurt a. M. von 1866 ihr 70jähriges Bestehen. Es findet eine Festvorstellung im Neuen Theater statt, an der die Besucher der Homburger Reichstagung teilnehmen. Hinrichtung eines Giftmörders. Am 4. Mai ist in Münster i.W. der 1904 geborene Leopold Weitert aus Freckenhorst hin- gerichtet worden, der vom Schwurgericht in Münster wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Weitert hatte 1932 seine 30jährige Ehefrau durch Gift ermordet, da er ihrer überdrüssig war und in den Besitz einer bei ihrem Tode fälligen Lebensoersicherungssumme gelangen wollte. Wetterbericht des Reichswetterdiensies. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage hat sich wenig geändert. Im Bereich einer gleichförmigen Luftdruckoerteilung führte die kräftige Erwärmung über dem europäischen Festland zu den ersten Wärmegewittern. Die Neigung zur Ausbildung gewitteriger Störungen verstärkt sich. Aussichten für Mittwoch: Im ganzen freundlich, besonders nachmittags Ausbildung örtlicher Gewitter, in Richtung veränderliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Nach weiterer Gewittertätigkeit wieder etwas unbeständigeres und kühleres Wetter. Lufttemperaturen cm 4. Mai: mittags 18,8 Grad Celsius, abends 12,2 Grad; am 5. Mai: morgens 12,9 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum heute nacht 8,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Mai: abends 14,7 Grad; am 5. Mai: morgens 11,3 Grad. — Sonnenscheindauer 4,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Meine Praxis befindet sich jetzt Gießen Frankfurter Straße 6 Eingang Alicenstraße Dr. med. Gerster, Nervenarzt Fernruf 3830 2870 D Verkäufe ] I Kaufgesuche Gebrauchte Wässer eiä I i,__- .______I DurrbVersetzung Vermietungen I des Herrn Priv.- 1.....1 Doz.Dr.Möckel- SchvNe nutnn rnirh in Verschiedenes] mann wird in zu kauf, gesucht. Schr. Ansr. unt. 02044 and. G.A. von 3 bis 20 v. 6. erhalten Sie bet wiederholten Auf, nahmen einer Anzeig» Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Verm&hlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. ? als Wasserfässer geeignet, billig abzugeben. 02038 Ludwigstr. 31 v. Aalt neuer fiinöerroagen für NM. 20- zu verkaufen. 02043 Wo, sagt die Ge- schäftsst. d. G.A. Garage in unmittelbarer Nabe d. 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Musik. Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: iDer Intendant. D-Motorrad 500 ccm, steuerfrei, zu verkauf. Lollar Bleichstr. 24♦ 02041 «Kameradschaftliche Vereinigung ehemaliger Leibgardisten / GieBen Unser lieber Kamerad Wilhelm Nagel Postinspektor i. R. ist nach langer Krankheit im 70. Lebensjahre zur großen Armee ab berufen worden. Die Beerdigung findet Mittwoch nachm. 2 Uhr statt und erwarten wir zahlreiche Beteiligung. Der Kameradschaflsführer. __________________W D ÜHolö auch Tilbergeld kauft ständig Erich Beyer Juwelier 02030 Bahnhofstraße 1 Spezialität: Umarbeitung von alten Tranringen. A-ast neuer Kinder-Sportwagen zu verkauf. 02032 A.d.Kaserne 171. iks. Keine Zeugnisse in Urschrift wndern nur Zeugnis- abjchrtften dem Be- werbungsjchreiben beilegen 1 — Lichtbilder undBewerbungSunter- lagen müssen zur Äer- metdung von Verlusten aus der Rückseite Warnen und 'Anschrift des Bewerbers tragen I Selbständiges IW in kleineren Ge- Uchäftsbausbalt sofort gesucht. 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Mai, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt ____________________________________________________02046 talorislin mit allen vork. Büroarbeiten vertraut, an selbständig.Arbeiten gewöhnt, in un- gekündigt.Stell., sucht sich zu verändern. Schriftliche Angebote unter 02039 an denGieß.Anzeig. Gebr.,gut erhalt. Damen-FahFrad zu tauf, gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 02026 an d. Gieß. An;, erbet. Gebr.,gut erhalt. Sofa zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt 02029 a.d.G.A. Herrschaft, schön. 6-Zimni.-wohnung (Liebigstraße 39) Erdgeschoß, mit Balkon,Veranda und allem Zu- behörzuml.Iuli od. später zu vermieten. Schriftl. Ansr. unt. 2879D an d. Gieß. Anz. 4 Zimm.-Wohn. m.Zentralheizg., Bad(Südv.),sof. vd.svät.zuverni. Schr. ding. unt. 2771Da.d.G.A. | Mietgesuche"j l-2-Zimmer-Wohn. von ölt. kinderl. Ehepaar für sofort gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02037 an denGieß.Anzeig. Seit Ijc die führende deutsche Gpezialmarkenschuhfabrik für Herrenschuhe hat den Alleinverkauf der Marke L/ngel der Firma Schuhhaus 2886 0 Weidemann Gießen, Seltersweg 59 übertragen. Ala Anzeigen-Aktiengesellschaft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen, Schulstraße 7 Hr.104 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 5. Mai (936 Bilder aus Neapel Von unserem Dr. V.-Sonderberichterstaiier. Neapel, im April 1936. Der Gesang der ausziehenden Truppen, die vom Bahnhof an die großen, eben fertiggestellten Auswanderhallen rückten, schallt herüber. Hier läßt einer aus voller Brust einen langen Sologesang unbekümmert in die staubige Luft des Bahnhofsvorplatzes steigen. Schallendes Gelächter ringsherum. Die Männer hier sind, scheint's, gewohnt, Regimenter nach Afrika ziehen zu sehen. Sie unö die Gassenjungen von Neapel — Legionen wimmeln davon überall herum — staunen nur die hoch- gewachsenen, pechschwarzen Askaris an, die zur Feier des Marsches auf Rom vor Mussolini salutiert hatten und jetzt wieder auf dem Rückweg zu ihren Truppenteilen sind, die sie in Rom als Abordnungen vertreten hatten. Abschied von ausziehenden Truppen ist etwas Alltägliches geworden! Alltäglich wie die Sanktionen! „S a n c t i o n i s t i“ schreien die bettelnden Kinder nach, wenn ihr Geschrei keinen Erfolg hatte. Es ist also bereits ein neues Schimpfwort entstanden. „Sanctionisti!“ Es stört die Karawanen von Engländern wenig, die nach wie vor an ihr altes Lieblingsziel, den Golf von Neapel, wandern. Aber ihre Flagge hat aufgehört, hier wie in Genua, Venedig oder Livorno die erste Rolle neben der italienischen zu spielen. Dieser wundervolle Naturhafen liegt tot wie der von Genua. Es ist schon ein Ereignis, wenn der „General von Steuden" mit der deutschen Flagge hier auftaucht wie vorher die „Monte Rosa" und die vielbegehrten Scharen deutscher Touristen durch Neapel wandern, den Vesuv besteigen und die schweigenden Ruinenstädte von Pompeji und Her- culanum bevölkern. Fremdenführer und Hoteliers jammern. Die Front der großen Hotelpaläste in Santa Lucia träumt mit herunteraelassenen Jalousie über einem Hafen, in dem ein paar blendend weiße Segeljachten einsam kreuzen und nur hier und da eine Barkasse zu den großen Dampfern prescht. Wenn der ständige Küstenverkehr und die Post- und Handelslinien nach Salerno, Amalsi, Capri und Ischia nicht wären, läge alles hinter den schützenden Molen still und reglos wie ein großer Schiffsfriedhof. Welcher Schwung dabei in dieser tollen Stadt! Mitten im Hafen ragen noch Baugerüste über der riesigen, neuen Auswandererhalle, modernste Bauformen! Wir marschieren durch endlose Gassen der Altstadt. Man reißt sie ein, wie überall in der Welt in Hamburg und London die „Gänge- viertel" den modernen Geschäftspalästen weichen. Ein ungeheurer, glatter Bau mit flachem Dach, „Bauhausstil", wächst zusammen mit gemäßigter entworfenen Geschwistern in der Hauptstraße empor. An seiner Seitenfront hat man unbekümmert einen herrlichen Palazzorest mit vier Renaissancebogengängen übereinander eingebaut! Mit derselben Unbekümmertheit, mit der vier Jahrhunderte vordem ein paar Gassen weiter die Dominikanermönche in ihre alte, strenge gotische Kirche die barocke Pracht einer gold- und gemäldeüberladenen Kassettendecke hineinbauten. Jahrhunderte scheinen an der Vitalität dieser Stadt spurlos vorübergegangen zu sein, in deren Wappen die Roßköpfe stehen. Jahrhunderte! Karawanen von dreispännigen, hochrädrigen Karren rasseln langsam durch die Gassen. Stolz trägt das mittelste Roß den goldgeschmückten Pferdekopf als Ziersattel unter der Deichsel, die hoch über die Pferdeköpfe ragt. Soldaten ohne Zahl mit hellgelben Tropenstiefeln und Tropenhüten mit Sonnenbrillen drängen sich durchs Gewühl von Menschen, die keine Eile kennen. Nirgendwo sah ich Menschen so verschiedener Rasse dieselbe Sprache reden! Mattbraun getönte Maurengesichter treffen blonde, hochgewachsene Menschen, dicke, schwarzhaarige Mittelitaliener, die hageren lässigen Gestalten von Piemont und Friaul. In keiner italienischen Stadt drängt sich das Gefühl, einer armen, sehr armen Bevölkerung gegenüberzustehen, so auf wie hier, wo die Scharen nach Zigarettenstummeln suchender Kinder sich wenig um die sonst so relativ streng inngehaltenen Bettelverbote Mussolinis kümmern. Sechsspännige Leichenkutschen dagegen auf der anderen Seite und maßloser Prunk in den unzähligen Kirchen. Stadt unglaublicher Kontraste. Barcelona, Alt-Marseille- und Neugenua zusammengenommen — das ist Neapel! Wir stellten unser Motorrad in Genua in der Empfangshalle eines alten Renaissancepalazzos unter, wo die verblichenen, goldeingefaßten Deckengemälde an den edlen Tonnengewölben sonderbar mit dem blitzenden Nickel der Autos kontrastierten. Del und Benzindünste stiegen da hoch, wo einst der gemessene Schritt stolzer Nobili hallte. Und hier in Neapel dehnten und streckten sich junge Körper zum Gongschlag des Trainers im Refektorium eines alten Klosters mit dem Blick auf die verwilderten Anlagen eines gotischen Kreuzganges: eine Boxschule in einem alten Kloster, in dessen Kirche nebenan immer noch Kerzen vor denselben Altären brennen, vor denen schon Generationen vorher knieten! Die Orangenbauern von Sorrent undCastelarnare bringen in ihren Körben und Säcken auf hochrädrigen Karren nach wie vor ihre erlesenen Früchte auf modernen Autostraßen zum Hafen. „Portugalis" nennt man sonderbar genug die Sorte, die hier dieses Jahr selbst die zähen Zweige der Orangenbäume zum Brechen bringt. Aber nicht mehr auf Schiffen, sondern meist auf Schienen wandert jetzt ihr Erntesegen in die Länder der „Sanctionisti!“ Kein Auswanderer mehr winkt mit dem kärglichen Bündel unter dem Arm von den schönen, modernen Schiffen, die im Quai liegen. Die Hunderttausende, die einst Jahr um Jahr hier zum letzten Male ihre geliebte Heimat sahen, bevor sie zur harten, zermürbenden Erntearbeit in die endlosen Felder der Pampas von Argentinien fuhren, kämpfen heute in Abessinien oder stehen arbeitslos in den Gassen ihrer Städte umher. Neapel ist als Passagierhafen zur Zeit ohne Bedeutung. Die Truppentransporte sind ein schwacher Ersatz. Als Exporthafen für Südfrüchte, Nüsse, Feigen spielt es keine Rolle mehr. Dafür heulen die Sirenen doppelt laut in ben Marinewerk st ätten von Caftelamare. Dafür senden jetzt doppelt unangenehm die Schornsteine der riesenhaft ausgebauten chemischen Kunstseidefabriken von Torre Annunziata und Torre del Greco ihren üblen Qualm in diesen berühmten Golf, den die bizarren Umriffe von Capri, der Steil- abftieg von Sorrent, der Doppelkegel des Vesuvs zu einem der schönsten der Welt gemacht haben. Neue Industrien schießen wie Pilze an der Küste aus dem Boden. Sie haben längst die idyllischen Plätze verdrängt, an denen in der prallen Sonne die gelben Makkaronis trockneten und die Schleifer ihre hübschen Andenken, Ketten, Armbänder und Gemmen aus Perlmutter, Korallen, Muscheln und Glas für die Reiseandenken bedürftiger Touristen aus aller Welt fertigten. Nirgendwo wirkt die Zusammenballung von Menschen auf so kargem Raum in Italien eindrucksvoller als hier in Neapel. Nirgendwo darum aber auch die gewaltige Anstrengung in Italien selbst und in Afrika Raum und Arbeit zu schaffen! Arbeit für alle die und Rcrum zugleich, die einst diesen Hafen passierten, um das bittere Brot der Fr emo e zu essen. Fern vom spitzen KegeL des Vesuvs, dem blinkenden Leuchtturm des Monte Posi- lipo, dem bizarren Zacken von Capri. DasIayr -er Blumen. Oie Pflanzenwelt im Mai. In den vergangenen Wochen hat sich die Natur zwar langsam, aber wesentlich verändert. Wir erinnern uns gut, daß wir schon lange den heran- nabenden Frühling draußen spürten, aber wie sich das für einen echten April gehört, war das Wetter durchaus nicht eitel Wärme und Sonnenschein. Auf einmal waren die Wiesen und jungen Saaten aber doch frisch und grün. Langsam und schrittweise ging es in der Pflanzenwelt voran und oft war man überrascht, da blühten schon Obstbäume und Sträucher, hier und dort waren schon Büsche mit jungen, grünen Blättchen zu sehen. Nun ist die eigentliche Vorbereitungszeit vorbei. Die Blattenfaltung fast aller Holzgewächse geht jetzt schnell voran. Anfang Mai vollendet sich die Belaubung des Buchenwaldes. DieRoßkaftanie schmückt sich mit ihren prächtigen Blüten, und viele Laubbäume und die Nadelhölzer blühen in ihrer unscheinbaren Art. Acker und Wiese sind soweit abgetrocknet, und der Boden beginnt sich zu erwärmen, so daß jetzt das große Heer der Blumen den Vortrupps der Frühjahrsblüten folgen kann. Viele Waldblumen beeilen sich, ihre Blüten zur Frucht zu bringen, ehe sich das lichtabschirmende Blätterdach über ihnen schließt. Die anderen dagegen, die gerade das gedämpfte Licht und die feuchtschwüle Luft des belaubten Waldes lieben, schicken sich zur Blüte an. Gleich zu Beginn des Monats gesellt sich das allbekannte und beliebte Maiglöckchen (Conval- laria majalis) zu den Blumen des Vormonats. Die phänologischen Tabellen geben den 2. Mai als Stichtag für fein Aufblühen an. Dann folgt es in allen Farben und verwirrender Fülle. Nur einige wollen wir herausgreifen. Mit weißen Blüten entdecken wir z. B. das zierliche Schattenblümchen (Majan- themum bifolium), die losen Dolden des Bärenlauchs (Allium ursinum) und den für die Maibowle wichtigen Waldmeister (Asperula odo- rata). Geschützt sind die beiden sonderbaren Liliaceen, die vielblütige Maiblume (Polygonatum multiflorum) und das ihr ähnliche Salomonssiegel (P. off.). — Die Aehrige Rapunzel (Phyteuma spicatum), die hübsche Graslilie (Anthericum Liliago), die Hainmiere (Stellaria nemorum) und andere blühen ebenfalls weiß. Von den gelben blüht zuerst der w o l l i g e H a h - nenfuß (Ranunculus lanuginosus), ihm folgen das Kreuzlabkraut (Galium cruciatum), die Mauer-Nelkenwurz (Geum urbanum), verschiedene Habichtskräuter, vor allem das Wald-Habichtskraut (Hieracium silvestre), der seltene, eigentümliche Frauenschuh (Cypri- pedium calceolus) und schließlich die verschiedenen G i n st e r , der dornige Deutsche Gin st er (Ge- nista germanica), der geflügelte ©in ft er (G. sagitalis) und der bekannte Besengin st er (Sa- rothamnus scoparius). Die zottig behaarte Wald-Lichtnelke (Mel- andrium rubrum) hat große, hellrote Blüten. Rot ober rötlich sind auch einige Orchideen, das g e - meine Knabenkraut (Orchis morio), das purpurrote, das gefleckte und das breit- blättrige. Andere Vertreter dieser eigenartigen, nicht überall häufigen Pflanzen sind die Bleiche Orchidee (Orchis pallens), die Nestwurz (Ne- otna Nidus avis), die Riemenzunge (Himan- toglossum hircinum), die Zweiblätter (Listera ovata) und L. cordata) und das bleiche und das großblütige Waldvögelein (Cephalan- thera pallens und grandiflora). Die blauen und violetten Blüten sind nicht so zahlreich. Da wären zu nennen die Teufelskralle (Phyteuma nigrum), die Wald-Akelei (Aqui- legia vulgaris), die offene Glockenblume (Campanula patula), der echte Ehrenpreis (Veronica off.) und andere. Zwei sonderbare Pflanzen sind noch erwähnenswert, die einzigartige Einbeere (Paris quadrifolia) und der A r o n st a b (Arum maculatum). Nicht viel geringer ist im Mai die Zahl der Blumen, die auf Wiesen, auf Weiden, an Rainen und Abhängen und ähnlichen Plätzen wachsen. Wir wollen nur kurz einige wesentliche Vertreter dieser völlig anderen Standorte herausgreifen. Der wilde Kerbel ober Kälberkropf (Anthriscus Silvester), der Taubenkropf (Silene inflata), der gemeine Kümmel (Carum carvi), der weiße Klee (Trifolium repens), die Maßliebe (Chrysanthemum leucanthemum) und das Acker-Hornkraut (Cerastium arvense) blühen weiß. Mit gelben Blüten folgen dem L ö - wenzahn und den ersten Hahnenfüßen der scharfe und der Gold-Hahnenfuß (Ranunculus acer und auricomus), die zweijährige Grundfeste oder P i p a u (Crepis biennis) und der große Klappertopf (Alectorolophus major). Seltener als diese „Unkräuter" ist die geschützte Trollblume (Trollius europaeus) und die Wilde Tulpe. Gegen Ende des Monats erscheinen auch rote Blüten auf der Wiese. Etwa die Rote Licht- n e I f e (Melandrium rubrum), die Kuckucks- nelke (Lychnis flos cuculi) in großen Scharen. Stark verbreitet ist auch der r v t e K l e e (Trifolium pratense) und schließlich der Sauerampfer (Rumex acetosa) und der blutrote Storchschnabel (Geranium sanguineum). Dazwischen stehen noch der blaue Wiesensalbei (Salvia pratensis), die Zaun-Wicke (Vicia sepium) und die beliebten Glockenblumen etwa (Campanula rotundifolia). Grünliche Blüten trägt der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) und der Mittlere und der Spitz-Wegerich (Plantago media und lanceo- lata) beginnen jetzt zu blühen. Auf Aeckern, in Gärten, auf Schutt und an Wegrändern sehen wir außer den beiden letzten z. B. die weißen Blüten des Ackerrettichs (Raphanus rapnanistrum), der echten Kamille (Matricaria chamomilla), weiter den gelbenAckersenf ober Hederich (Sinapis arvensis), bas Schöllkraut (Chelidonium majus) unb die O st e r l u z e i (Aristo- lochia clematitis). Dann noch ben rotblühenben Erdrauch (Fumaria off.) und viele andere neben denen, die Ende April erscheinen. Auf trockenen Standorten, wie Sand, Fels und Mauern, auf Heide ufw. steht z. B. das weiße Nickende Leimkraut (Silene nutans), der gelbe Hornklee (Lotus corhiculatus), der Wundklee (Anthyllis vulneraria), der Hufeisenklee (Hippocepis comosa) und schließlich der Färberweid (Istatis tinctoria). Der kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor), die Pechnelke (Viscaria vulgaris) und die Hundszunge (Cynoglossum off.) tragen rote Blüten. Die Kugelblume (Globularia vulgaris) und das Leinkraut (Linaria cymbalaria) blühen blau. Außer diesen gedeihen dort noch Steinbrecharten, Habichtskräuter und andere mehr. Schließlich finden wir in diesem Monat Blüten an Standorten, an denen bisher fast gar nichts zu sehen war. Auf sumpfigem Gelände, an Ufern und im Wasser ist jetzt auch der Frühling eingezogen. Das bittere Schaumkraut (Cardamine amara), der Beinwell (Symphytum off.), das Löffelkraut (Cochlearia off.), die gelbe Was- ferfchwertlilie (Iris pseudacorus), die rote Bach-Nelkenwurz (Geum rivale), das Sumpf-Vergißmeinnicht (Myosotis palustris) und das Sump f-Veilch en (Viola palustris) find hier die ersten. Auf Vollständigkeit macht diese Aufzeichnung, wie schon früher betont, feinen Anspruch. — So blieben auch alle Bäume und Sträucher ungenannt. Wir wollen nur auf die Schönheit und den Reichtum der blühenden Pflanzenwelt aufmerksam machen und an- regen, selbst hinauszugehen in den blühenden Mai. Walter Neurath. Deutsche Zägerschast. Iagdgau Oberhessen. Die Pressestelle des Gaujägermeisters teilt uns mit: Die Wildmarkierung findet im Jahre 1 9 3 6 einheitlich im ganzen Reich durch weiße Wildmarken im rechten Lauscher oder Löffel statt. Diese Anordnung ist unbedingt zu beachten, wenn die Markierung nicht einen erheblichen Teil ihres Wertes einbüßen soll. „Hauptmann Gorrell und sein Gohn." Gloria-Palast. Von den Romanen des Engländers Warwick D e e p i n g ist bei uns in Deutschland wohl die Geschichte des Hauptmanns Stephen Gorrell am bekanntesten geworden. Der Stoff dieses Romans braucht an sich nicht als typisch englisch zu gelten, denn ein Schicksal, wie es hier beschrieben wird, konnte sich, in ähnlichen Entwicklungslinien, auch in einem andern Lande abspielen: es wird berichtet, wie ein Frontoffizier nach Beendigung des Weltkrieges den Boden unter den Füßen verliert; der ehemalige Hauptmann Sorrell sieht feine Existenz vernichtet, es gelingt ihm nicht, eine feiner Erziehung und Bildung angemessene Stellung zu finden. Seine Frau, egoistisch und falt, ist nicht gewillt, den Kampf fameradschaftlich an der Seite ihres Mannes mit ihm zu führen: sie läßt sich scheiden, er läßt sie ritterlich fliehen — aus seiner brüchig gewordenen Existenz in die Ehe mit einem wohlhabenden, älteren Mann; aber seinen Sohn, Kit, den sehr geliebten Jungen, behält er bei sich. Er hat Pech, der arme Sorrell, das Schicksal verfolgt ihn, er muß alle Bitternis eines grausamen sozialen Abstiegs auf sich nehmen, und er trägt alle Demütigung und Würdelosigfeit eines subalternen Daseins wie ein Mann. Sein Leben hat jetzt nur noch den einen Sinn, seinem Sohn eine neue Welt aufzubauen, ihm eine Zufunft, eine gesicherte Existenz ein schöneres und glücklicheres Leben zu schaffen. Das gelingt auch: Sorrell gewinnt den Kampf um die einzige große Chance, die ihm das Schicksal noch zu geben hat in diesem Leben: der Junge wird ein richtiger, tüchtiger Kerl, der in seinem ärztlichen Beruf Hervorragendes leistet und der auch (nach einiaen Schwiengfeiten) das Mädchen zur Frau gewinnt, das ihn glücklich machen wird. Was er als Arzt zu leisten vermag, kann er freilich an dem geliebten Vater nicht mehr bewahren: als sie erfahren, wie es um ihn steht, ist es zu spät; Hauptmann Sorrell hat sich verbraucht und aufgerieben in dem Kampf um das Gluck feines Sohnes. — Man wird bereits aus diesem fluchtigen Handlungsaufriß entnommen haben, daß die englische Filmproduftion (British and Dominions Film Corporation Ltd.) mit denselben Problemen zu fämpfen hat wie unsere eigene: die Grundgesetze des Films sind, wie man an diesem in mehrfacher Hinsicht lehrreichen Beispiel sieht, durchaus übernational. Schon aus der flüchtigen Andeutung wird man den ganz epischen Charafter der Fabel erfannt haben, und es gibt in Deepings Roman, wie in den meisten andern Romanen auch, nicht sehr viel, was sich zu einer wirklichen Umgestaltung durch Drehbuch und Kamera anböte ober gar aufdrängte. Dabei folgt das Drehbuch dem Roman in allen wesentlichen Teilen, besonders zu Anfang, genau. Wir sagten es schon: fein typisch englischer Lebens- ausschnitt, den Deeping schildert, sehr englisch aber, wie er ihn schildert; sehr englisch auch die wichtia- ften Gestalten, welche die Handlung bewegen ui>- tragen. Und es scheint uns ein unbestreitbarer Vorzug des Films zu sein, daß er das eigentliche Englische — auch durch die deutsche Bearbeitung (Dialog: Richard Busch; Regie: R W. N o a ck) deutlich durchschimmernd — auf eine glückliche und liebenswürdige Weife bewahrt; gerade in der britischen Wortkargheit beispielsweise in diesem Roman, dessen stärkster innerer Antrieb aus einem großen und zärtlichen Gefühl kommt; und aerabe auch bas menschlich zarte, von Deeping entzückenb geschilderte Verhältnis zwischen Vater unb Sohn ist im Film erhalten geblieben, obgleich natürlich vieles von bem, was bas Buch sehr reizvoll aus- geftaltet, schon aus äußeren unb räumlichen Grün- ben fallen mußte; man spürt bie Konzentration unb auch bie Sprünge unb Nahtstellen innerhalb des übertragenen Erzählungsablaufes sehr beutlich, unb ber Leser, bet bieses Buch lieb gewann, wirb manches im Film vermissen. Der Spielleiter Jack R a y - m o n b arbeitet geschickt unb mit kultivierter Verwaltung ber ihm gegebenen Mittel; er hatte ein paar filmisch brauchbare Einfälle unb war im übrigen bemüht, aus ber Vorlage nach feiner Weise bas Beste zu machen, ohne bie Eigenart unb bie menschlichen Qualitäten bes Originals zu zerstören. Daß fein Film auf beträchtliche Strecken eine photographierte Erzählung würbe, konnte er kaum ver- meiben; boch gelang es ihm, in manchen Augenblicken (während ber großen Operationsszene zum Beispiel) eine nicht nur äußere Spannung zu erzielen, fonbern eine Verbichtung unb Beseelung bes geschilberten Vorganges ganz aus bem Menschlichen heraus. Dazu half bem Regisseur in erster Linie bie noble Darstellung bes Sorrell burch H. B. Warner, ber, wie uns scheint, ben Menschen, ber hier gezeigt werben sollte, wirklich in feiner Totalität unb vollen Spannweite erfaßt: biefer Hauptmann ist eine echt englische unb babei ganz menschliche Gestalt, ein Gentleman, ber auch als Schuhputzer ben ehemaligen Offizier nicht verleugnet, ber immer bleibt, was er war; eine leise rüh- renbe, burch unb burch liebenswerte Erscheinung. Gut gezeichnet, sehr glaubroürbig, wirkt auch Hugh Williams (Kit in späteren Jahren) und Margot G r a h a m e in ber nicht besonbers bankbaren Rolle ber Mrs. Stephen Sorrell. Winnifreb S h o 11 e r (Molly) hingegen erreicht mit ihrer Rolle nicht ganz bie Geräumigkeit unb innere Dichtigkeit ber Roman- figur. Donald Ca11hrop (Drange) unb Ruby Miller (Frau Palfrey) möchten wir noch erwähnen. Arthur S ch r ö b e r spricht ben Sorrell in der deutschen Fassung sehr angemessen. * Es wird — um des verhältnismäßig selten möglichen Vergleiches mit einer ausländischen Produktion willen — nicht nur den Lesern von Deepings Roman wertvoll sein, diesen englischen Film kennenzulernen. — Im Beiprogramm findet man u. a. einen sehenswerten Kulturfilm aus dem Wefterwälder „Kannenbäckerland". —r— Wie die Vögel Heimfinden. Daß die Brieftauben auch auf weiteste Entfernung hin imstande sind, wenn sie verschickt wurden, den heimatlichen Schlag wiederzufinden, ist bekannt und wird oft genug benutzt. Aber die Erfahrung hat gezeigt, daß derartige Versuche auch mit wildlebenden Vogelarten in weitem Umfange gelingen. So wurden in Amerika Seeschwalben rus Florida verschickt, in Bayern Blaukehlchen und Gartenrotschwänze, die durch Aluminiumringe gekennzeichnet waren und die zum Teil schon nach 2 bis 3 Tagen in die heimatlichen Brutgebiete zurückfanden. Nachdem nun auch Stare aus Winsen bei Hamburg nach Hannover und Göttingen verschickt und richtig wiedergekehrt waren, nahm sich die Wissenschaft der Sache an, und so wurde im Jahre 1934 ein großzügiger Verschickungsversuch mit Staren über ganz Deutschland ausgeführt, über dessen Ergebnisse in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" näher berichtet wird. Es wurden 350 Stare aus allen Teilen des Reiches, aus Hessen, Bremen, dem Rheinland, aus Schlesien, Ostpreußen und so weiter mit der Eisenbahn nach Berlin geschickt, wo sie gekennzeichnet, gefüttert, getränkt und sofort wieder freigelaffen wurden ... Ein großer Prozentsatz von diesen Staren erschien überraschend schnell wieder in der alten Heimat und konnte, nachdem er abermals eingefangen war, die Reise von zum Teil über mehr als 400 Kilometer wie eingeflogene Brieftauben nochmals zurücklegen. Im vorigen Jahre wurde nun die Flugzeugverbindung in den Dienst dieser Versuche gestellt und nur Stare und Schwalben verwendet, die in Scheeßel und Winsen an der Luhe beheimatet unb eingefangen waren. Man konnte bie Vögel so auf größere Entfernungen verschicken; so würben zwölf Stare nach Gleiwitz, 700 Kilometer entfernt, gebracht, unb es kehrten zwei Stare aus Winsen nach 6 unb 7 Tagen zurück, nach Scheeßel in ber gleichen Zeit alle mit Ausnahme von breien, bie vielleicht unt'erroegs verunglückt finb. Nach Malmö in Schweben würben 63 Vögel geschickt, von benen bie Hälfte zurückkamen. Sieben Rauchschwalben würben nach Lonbon gebracht, von benen 5 zurück- kehrten; Mehlschwalben kamen aus Gleiwitz unb Lonbon schon am übernächsten Zage wieber in ihre Heimat. Nicht nur bie Brutplätze, fonbern auch bie Winterquartiere finben bie Vögel in wenigen Tagen wieber, wie sich aus Versuchen in Zusammenarbeit mit ber Schweizer Vogelwarte Sempach kürzlich ergab. Im Dezember 1935 würben Lachmöven aus Berlin borthin verschickt unb halb barauf auf ber Rückreise beobachtet; eine Lachmöve würbe schon zu Neujahr an ber gleichen Brücke in Berlin, wo sie ergriffen worben war, einmanbfrei festgestellt. Umgekehrt blieben in ber Schweiz eingefangene schwarze Wasserhühner nicht bei ihren zahlreichen Artgenossen, bie auf den Havelfeen überwintern, sondern wanderten zum Genfer und Vierwaldstätter See zurück. Der unglaubliche Orientierungssinn der Zugvögel ist durch diese Versuche erwiesen; worauf er beruht, bleibt vorläufig noch ein ungelöstes Rätsel. Gefährlicher Triebsand. An der englischen Küste gibt es Strecken, in denen wie bei uns an der Kurischen Nehrung der Triebsand erhebliche Gefahr bringen kann. Das zeigte sich, wie aus Liverpool berichtet wird, dieser Tage wieder, als eine siebzigjährige Frau hilflos in bem Trieb- fanb zu versinken brohte unb nur baburch gerettet würbe, baß ein Polizist ihre Hilferufe hörte unb zu ihrer Befreiung herbeieilte. Er kannte bie Gefahr aber genügenb unb wußte, baß er sich nicht aufrecht ber Stelle nähern konnte: er warf sich also zu Boben unb rollte sich borthin, inbem er möglichst in Bewegung zu bleiben suchte. So gelang es ihm, an bie alte Frau heranzukommen unb sie auf festen Boben zurückzubringen. Die Frau, bie völlig erschöpft war, erzählte, baß sie, um frische Luft zu schöpfen, am Strande entlang roanberte, als sie plötzlich ihre Füße versinken fühlte. Immer tiefer glitt sie hinein, und sie war schon bis zu den Hüften im Sande, der eine ganz schwarze Färbung hatte, versunken, als der Nettes sie erreichte. Oie Jagd im Mai Wirtschaft Am 11. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt Bank-Ltqu.»Psandbriese....... 101,25 101,25 _ Clektr. LteferungSgelellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6 V» 127 146,5 128 145,5 128,13 146,75 127,5 146 6y.% ehem. sy,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 101,65 101,5 101,5 101,5 Felten L Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 123 138,4 121,5 138 123 138 121,5 137,9 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Eleltr..........6 132,25 131,75 131,5 134 131,75 131,75 130,5 t war, in j) auch in d im Ebs- nit grünen und Hernan werden i der M den Kühen saft wurde kalbenden April den An MU' man dicht er dadurch er gut be- reude dar« iuseck eine nzahl von ' schon DO« 3m Saale dann noch nd Kaffer urzen An. I Uhr fand enden eine !S, des Ar- Die Bor. tattete den ich hervor« len Jahre, ib sozialer getan hat und DOP rrs. Möge leroäljrten bten Bor« imirt Bf Kawer^ >erew (hin wo ntag hielt n Saale sabend jjck einge« haft Frau inftaltung. lichte, vor- Ft. 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Frühlingssturm brauste über die kleine Insel. Die Bäume oben am Norderende seufzten und bogen ihre laublosen Zweige. Das Meer brüllte gegen die Klippen. Es war ein ewiges Sausen und Dröhnen. Alles Leben auf Oeveshöe schien erfüllt von diesem Sausen, das unablässig und gleichmäßig durch die herbe Luft schwang. Jens Petersen stand in hohen Schaftstiefeln, Windjacke, den Schal um den Hals, in seinem Gärtchen hinter dem Schulmeisterhause. Kraftvoll und unermüdlich stieß er den Spaten in das Erdreich. Ein paar halbwüchsige Jungens, flachshaarig, blauäugig, waren hinter ihm ebenfalls eifrig an der Arbeit. Auch sie senkten die Spaten mit gleichmäßigem Schwung in die aufbrechende Scholle. Dom Turm der kleinen Dorfkirche hoch oben auf dem Hügel über dem Dorfe klang die Mittagsglocke. Fast verlor sich der Schall in dem Sausen des Windes und dem Dröhnen des Meeres. Aber Jens Petersen mit seinen scharfen Sinnen hatte den Klang doch vernommen. Er formte die Hände zum Sprachrohr: „Mittagszeit, Jungens", rief er, „schönen Dank, Kameraden! Wir haben heut ein ordentliches Stück geschafft." Malte Gau, der größte unter den sechsen, lehnte sich auf den Spaten, prüfte die umgegrabene Erde: Jedenfalls hatte man niemals gehört, daß Josua irgendwie krank geworden wäre' Aber nichtsdestoweniger war seine Abneigung gegen das Wetter auf Oevenshöe abgrundtief. Besonders Herbst und Frühling mit ihren Stürmen konnte er nicht ver- tragen. In jedem Jahre behauptete er erneut, daß niemals Frühling würde, das war so sicher wie ein Regen im April. „Nur ein bißchen Geduld, Josua", tröstete Jens Petersen, „paß mal auf, in vierzehn Tagen sitzt du schon in der Sonne und schmorst." „Schmoren?" fragte Josua in tiefer Verachtung, „kann fein Mensch schmoren in dieses Land. Müßtest du kennen Sonne im Busch, Mr. Schulmeister, da kannst du dir schmoren Seele aus Leib! Josua manchmal wünschen, zu sein das Stück Schweinkotelett in Topf von Missis Giesecke, da sein es wenigstens schön warm." Jens Petersen lachte laut auf. Josuas Vergleiche waren unbezahlbar. „Wie wär's denn zur Erwärmung mit einem Korn, Josua?" Josua grinste über das ganze Gesicht: „Bin ich gleich drüben", rief er und rannte am Zaun entlang zur Gartentür heraus, um sofort vor Jens Petersens Schulmeisterhaus zu landen. „Korn fein sehr gut für Erkältung", versicherte er. „Und zwei Korn sind noch besser", lachte Jens Petersen. Er nahm Josua in die Küche und schenkte ihm von dem Stralsunder Korn ein Doppelglas ein. „Was wird denn nun aus euerm Hause, Josua?" fragte er, nachdem Josua sich so recht behaglich auf die Bank neben dem glühenden Herd niedergelassen hatte. Josua zuckte die Schultern: „Wissen ich nicht, was wird werden. Master Zedlitz große Testament machen. Sollen kommen Verwandte von ihm. Aber wer wird kommen auf dieses Insel, wo immer sein Wind, schreckliche Wind? Keine Katze wird kommen, das ich schwören, Mr. Schulmeister!" Jens Petersen klopfte Josua auf die Schulter: „Man soll nicht so herumschwören, Josua! Siehst du, mir könntest du euer ganzes Afrika mit allen Palmen, Affen und Kokosnüssen anbieten, ich würde nicht von meiner Insel heruntergehen. Ich liebe alles hier, so wie es ist, sogar den Wind." (Fortsetzung folgt!) „Wird auch Zeit, Schulmeister, es wird Frühling! Bald werden wir säen und pflanzen können." Jens Petersen schaute nach dem Horizont, wo eine zarte Sonne immer wieder für wenige Minuten die Wolken zu durchdringen versuchte. Ja, es wurde Frühling. Man spürte es sogar yier auf dieser Insel, die spät erst und karg zum Blühen erwachte. Die Jungens hatten ihre Spaten zusammengestellt: „Nach dem Mittag kommen wir wieder", versprachen sie, einer nach dem andern schüttelte Jens Petersen die Hand. Er sah ihnen nach, wie sie mit dem schweren Seemannsschritt, den alle Kinder hier auf der Insel schon jung annahmen, über die Wiese stapften. Da gingen sie alle: Malte Gau, Heinrich Schliefer, Wilhelm Hübner, alle einstmals seine Schüler, jetzt seine jungen Kameraden — mit ihm verbunden, wie die ganze Insel miteinander verbunden war. Ohne, daß er sie zu bitten oder zu fragen brauchte, traten sie im Frühling Morgen für Morgen an, um ihm zu helfen, bis fein Garten und fein Stückchen Feld in Schuß war. Ja, es war auch Zeit, es wurde Frühling! „Wird es nie Frühling werden in diese abscheuliche Land?" hörte er eine frächzende Stimme. Lachend schaute er über den Zaun. Da stand Josua, das Faktotum des alten Hubert Zedlitz, stand da in einem Aufzug, der unwillkürlich an die Kleidung einer Vogelscheuche erinnerte. Er trug den Diel zu langen und viel zu weiten Lodenmantel seines verstorbenen Herrn, den er nach eigenem Geschmack auf eine phantastische und farbenbunte Art geflickt hatte. Die Flicken schien er der Mottenkiste von Fräulein Giesecke entnommen zu haben. Rot, blau, gelb prangten sie auf dem Mantel. Dazu hatte Josua sein braunes Gesicht bis zu den Ohren in einen lila-weiß gewürfelten Schal eingehüllt. Eine alte Schiffermütze saß auf seinem Wollkopf. Unter der Mütze schaute sein braunes, verrunzeltes Gesicht kläglich und verschnupft in die Welt: „Wird niemals Frühling in dieses Land, Mr. Schulmeister", wiederholte er eigensinnig, „immer kalt — hu." Er zog die Schultern ein. Jens Petersen mußte über dieses Bild des Jammers lachen. Es war drollig mit Josua. Seit vielen Jahren lebte er nun schon auf Oevenshöe und hatte sich eigentlich ganz gut an das Klima gewöhnt. „Was wird aus deinen Händen werden? Du wirft unmöglich fein, Benedikte!" Da fühlte Benedikte wieder, wie unendlich weit der Abgrund war zwischen ihr und der Mutter. „Unmöglich? Vielleicht, um bei deinem Bridge- Tee herumgereicht zu werden!" Es klang herb, beinahe scharf. „Aber für Oevenshöe werde ich nicht unmöglich sein. Und das, was Onkel Hubert von mir erwartete, als er fein Testament machte, das werde ich hoffentlich in seinem Sinne tun!" Da schwieg die Mutter. Aber ihr Mund war schmal und abweisend. So oft Benedikte es auch in Den letzten Tagen versuchte, die Mutter verschloß sich vor ihr wie ein eigensinniges Kind, dem man entgegen war. So gab Benedikte die Versuche auf, die Spannung zwischen ihr und sich zu beseitigen. Da konnte wohl nur die Zeit helfen. Wenn die Mutter sehen würde, wie man in dem neuen Leben wurzelte und daß man um keinen Preis zurück wollte, dann würde sie sich mit den Tatsachen vielleicht abfinden. Dann würde es zwischen ihr und der Mutter vielleicht wieder gut werden. Hans-Hermann nahm ihr an Laufereien und Besorgungen ab, was er konnte, aber so eifrig er auch war, Benedikte mußte in manchem bremsen. Sowie er Geld in der Hand hatte, wurde er em wenig leichtsinnig. Er behauptete, „dies brauchen wir", und „jenes müssen wir haben", obwohl Benedikte solche Notwendigkeiten nicht immer einsah. Dann mußte sie ihm predigen: „Vergiß nicht, Hans-Hermann, wir sind keine großen Gutsbesitzer. Wir werden ganz, ganz kleine Bauern dort, ach, noch nicht einmal Bauern — kleine Besitzer! Wir müssen jeden Groschen Zusammenhalten, Hans-Hermann. Ich habe keine Ahnung, was wir dort noch vielleicht hineinstecken Müssen." Dann fügte sich der junge Mann imt der chm Mmei»ksSklWAIM Vornan von Marlise Köllinq. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. alsdann dem Vorstand Entlastung erteilt. Der seitherige Direktor Heinrich Becker III. lehnte eine Wiederwahl infolge seines vorgeschrittenen Alters ab. Es wurde hierauf als 1. Direktor Ludwig Becker I. und als 2. Direktor der Ortsbauernführer Heinrich Braun IV. gewählt. Der Rechner Ludwig Jung V. blieb in feinem Amt. Für den verstorbenen Lagerhalter Heibertshaufen wurde dessen Ehefrau bestimmt. 3 v. H. des Reingewinnes wurden an die Mitglieder verteilt. Der Rest wird der Betriebsrücklage gutgeschrieben. Zum Schluß wurde dem ehemaligen Direktor herzlich für die hervorragenden Dienste gedankt. △ Allendorf a. d. L d a., 4. Mai. Gestern nachmittag fand im Saale der Gastwirtschaft von Horn eine A b s ch i e d s f e i e r für die aus Gesundheitsrücksichten am 1. Januar dieses Jahres in den Ruhestand getretene Handarbeitslehrerin Fräulein Merkel statt. Es nahmen an der Feier neben der hiesigen Gemeindevertretung und dem Schulvorstand auch die Vertreter der Gemeinden Treis und Climbach teil, da diese Gemeinden ebenfalls zu dem Wirkungskreis der Gefeierten zählten. Die hiesige Ortsgruppe der NS.-Frauenschaft war fast vollzählig erschienen, um an der Ehrung von Fräulein Merkel, die als Vertreterin der Ortsgruppenleiterin noch tätig ist, teilzunehmen. Außerdem waren die Schulkinder der ersten Klasse sowie auswärtige Schüler und andere Personen anwesend. Schulrat N e b e l i n g, der sein Erscheinen in Aussicht aestellt hatte, war noch im letzten Augenblick am Kommen verhindert worden. Der Schulleiter Lehrer Strack eröffnete die Feier und hielt dann eine Ansprache, in der er in humorvoller Weise den Dienst von Frl. Merkel besprach. Besonders hob er ihr großes Pflichtbewußtsein, ihren kameradschaftlichen Sinn und ihren Diensteifer hervor. Fräulein Merkel, so führte der Redner weiter aus, habe in den 30 Jahren ihrer Wirksamkeit selbst bei schlechtestem Wetter und trotz ihrer manchmal recht angegriffenen Gesundheit keinen Weg zu ihren auswärtigen Wirkungskreisen gescheut, sobald der Dienst rief. Am Schlüsse feiner Rede überreichte Lehrer Strack im Auftrage des Schulvorstandes und der Gemeindevertretung als sichtbares Zeichen der Dankbarkeit und der Anerkennung für die treu» geleisteten Dienste der Gefeierten einen von der Stadt gestifteten Ruhesessel mit dem Wunsche, daß es ihr vergönnt sein möge, ihn noch lange benutzen zu können. Passende Gedichte und Liedervorträge der Schulkinder sowie gemeinsame Gesänge der Erwachsenen unter Klavierbegleitung durch Lehrer Schone, und insbesondere auch Einzelgesänge der Frau Albert (Climbach) verschonten die Feier. Reichliche Geschenke, besonders an Blumen, wurden Fräulein Merkel auch von den Gemeinden Treis und Climbach zuteil. Von der hiesigen Frauenschaft wurde ihr außerdem das Buch Adolf Hitlers „Mein Kampf" mit entsprechender Widmung überreicht. Nach dem Gesang je eines Verses des Horst-Wessel- Liedes und des Deutschlandliedes wurde die Feier mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler geschloffen. J_ Odenhausen a. d. Lda., 4. Mai. Die hiesige Landwirtschaftliche Bezugs» und Absatzgenossenschaft hielt ihre Diesjährige Generalversammlung unter Leitung des Aufsichtsratsoorsitzenden Hch. Nachtigall bei Gastwirt Belling ab. Zunächst erstattete Rechner Werner den Jahres- und Geschäftsbericht und den Bericht über den Abschluß des Gewinn- und Verlustkontos. Aus dem Bericht war zu entnehmen, daß der Geschäftsgang der Genossenschaft sich in stetiger Aufwärtsentwickelung befindet. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes bzw. des Aussichtsrates Otto Konrad b,fD. Nachtigall wurden einstimmig wiedergewählt. Sodann wurde die Versammlung mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer geschlossen. Don der Versammlung der hiesigen M i l ch a b - satzgenossenschaft sind die gleichen Feststel- jungen wie bei der Bezugs- und Absatzgenossenschaft zu berichten. — Am gestrigen Sonntag hielt Die hiesige Kriegerkameradschaft ihr erstes Preisschießen nach einer Reihe von Jahren ab, nachdem der Schießstand neu hergerichtet worden war. Die Beteiligung an dem Schießen war sehr gut, die Ergebnisse wurden als sehr zufriedenstellend bewertet. 00 Klein-Linden, 4. Mai. Am Samstagabend hielt der G e f l ü g e l z u ch t v e rein Klein- Linden im Cafe Lutz eine Mitgliederversamm- lung ab. Vereinsführer August Lenz erstattete Bericht über die letzte Kreisversammlung. U. a. wurde beschlossen, am 7. und 8. Januar 1937 im Saale der Wirtschaft „Zur Burg" eine örtliche Werbeschau durchzuführen. Ferner wurde über die Anschaffung eines Brutapparates beraten. Der Vereinsführer warb noch für den Weltkongreß im Sommer und gab die Bedingungen zur Ausstellung von Tieren dafür bekannt. Schließlich wurde noch über die Beringung der jungen Tiere mit dem A-lRing gesprochen, ohne den die Tiere nicht mehr auf Ausstellungen gezeigt werden dürfen. § Garbenteich, 4. Mai. In unserem Dorfe wurde ein Kirchen chor ins Leben gerufen. Zu diesen haben bereits eine große Anzahl von Frauen und Mädchen unserer Gemeinde ihren Beitritt erklärt. Der Chor, der unter dem Namen Frauenchor der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich sich dem Landesverband Hessen der evangelischen Kirchenchöre anschließt, wird namentlich an kirchlichen Feiertagen bei dem Gottesdienst mitwirken. Die Leitung des Chors als Dirigent hat Herr Schäfer von hier übernommen. * Grüningen, 5. Mai. Zum Bürgermeister unserer Gemeinde wurde Otto M a r ft e 11 e r ernannt und verpflichtet. = Cid), 4. Mai. Die Stadtverwaltung Bad-Nauheim hatte gestern ihre ganze Gefolgschaft 3u einer Betriebsfeier eingeladen, die als ein Ausflug in die nördliche Wetterau durckgeführt wurde. Es nahmen daran nahezu 400 Personen teil, die mit einem Sonderzug der Wetter t a l b a h n morgens nach L i ch fuhren. Nach Besichtigung unseres Städtchens ging es über die Hardt und durch das schone Gottesackertal nach Kloster Arnsburg, das zu längerer Rast einlud. Die Klosterruine wurde besichtigt und anschließend aus einer Feldküche das gute und reichliche Mittagsmahl dargereicht. Dann führte die Fußwanderung nach Münzenberg, wo am Spätnachmittag der Sonderzug die Teilnehmer zur Heimfahrt aufnahm. Alle waren hochbefriedigt von den vielen Sehenswürdigkeiten, die der Ausflug geboten hatte. T Lauter, 4. Mai. Wie es bereits in anderen Orten Sitte ist, soll auch hier am zweiten Pfingst- feiertag zum ersten Male die Feier der goldenen Konfirmation stattfinden. — Auch in diesem Jahre scheint hier eine rege Bautätigkeit einzusetzen. Neben kleineren Jnstand- setzungsarbeiten und Umbauten werden demnäckst die Arbeiten an zwei neuen Wohnhäusern in Angriff genommen. Außerdem wird ein hiesiger Geschäftsmann eine neue Werkstatt errichten. # Obbornhofen, 4. Mai. Im Gemeindehause wurde die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr beschlossen, der sofort 43 junge Leute beitraten. Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Kammer machte Regierungsrat Grein vom Kreisamt Gießen längere Ausführungen über Bezuschussung für Ausrüstungsgegen- ftänqe durch die Brandoersicherungskammer und begrüßte Die Neugründung der Wehr, der im neuen Reiche neue Aufgaben harren und deren vornehmste Pflicht es sei, sachliche Werte der deutschen Volkswirtschaft zu erhalten. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier besprach die organisatorischen Maßnahmen bei der Schaffung der freiwilligen Feuerwehr. Zum Brandmeister wurde Richard Hahn bestimmt. 8 Obbornhofen, 4. Mai. In Begleitung von Pfarrer Schäfer unternahmen unsre diesjährigen Konfirmanden mit einem Omnibus der Firma Lehmann (Hungen) einen Ausflug an den Rhein. Die Fahrt ging über Frankfurt a. M., wo man ein Stück Wegs die Reichsautostraße benutzte, zuerst nach Rüsselsheim zur Besichtigung Der Opelwerke. Mit Staunen sah man hier die Fabrikation dieser technischen Wunderwerke am laufenden Band; von der Niete bis zum gebrauchs- ertigen Wagen. Nach einem kleinen Imbiß in Der dortigen Werkskantine ging die Fahrt weiter über Hochheim, Mainz-Kastel, am schonen Rheinufer entlang bis Rüdesheim, dem eigentlichen Reiseziel. Den markantesten Teil des Reiseprogramms, das Niederwald de nkmal, erreichte man mit der Zahnradbahn. Begünstigt durch schönstes Frühlingswetter hatte man von hier einen wundervollen Ausblick über das Rhein- und Nahetal. Nach dem Abstieg machte man auf einem Motorboot noch eine kurze Rheinfahrt von Rüdesheim bis Bingen und zurück. Ein Gang durch die Drosselgasse in Rüdesheim beschloß den Tag. Von allen Teilen der Fahrt sehr befriedigt, traten Die Teilnehmer, auch einige Erwachsene, in fröhlichster Stimmung gegen Abend die Heimreise an. Das Erlebnis des Tages wird allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben. Kreis Schotten. um eine Der „fliegende Mensch Kreis Alsfeld. csd Alsfeld, 4. Mai. Der Vorsteher des hiesigen Bahnhofs, Reichsbahninspektor Luh, ist * Laubach, 5. Mai. Im Anschluß an den Bericht über die Eröffnung des B DM.-Sommer- l a g e r s in Laubach ist, wie uns der Reichsverband der Jugendherbergen, Gau Main-Rhein-Lahn-Fulda mitteilt, Die irrtümliche Meinung aufgetaucht. Daß die JugenDherberge Laubach nur Den Zwecken des BDM.-Sommerlagers dient. Demgegenüber ist fest- zustellen, daß es sich bei Dem Hause Jugendherberge handelt, die als solche nad) wie vor besteht, in Deren Räumen aber lediglich für den Sommer das BDM.-Lager untergebracht ist. W z-Mv 1 > ,/'"7--- als Leiter des Güterbahnhofs nach Gießen versetzt worden Er war seit dem Jahre 1927 in Als- seid tätig und hat sich um die Ausgestaltung des lokalen Verkehrswesens große Verdienste erworben, insbesondere bei der Errichtung Der Haltestelle Auerberg auf der Strecke Alsfeld—Niederaula, die heute schon zu einem beliebten Ausflugspunkt geworden ist. Dem Verkehrsverein gab er viele wertvolle Anregungen. * Alsfeld, 4. Mai. Mit feinem Motorrad tödlich verunglückt ist auf der Fahrt von Eifa nach Rainrod Der 30 Jahre alte Schuhmacher Lorenz Karl Küster von Rainrod. Der bedauernswerte Mann erlitt bei dem Sturz einen schweren Schädelbruch, an dem er im hiesigen Krankenhause verstarb. Legen Sie Wert auf ein gepflegtes Aussehen? Dann sollten Sie Nivea-Zahnpasta benutzen. Der außerordentlich feine Putzkörper schont den Zahnschmelz und reinigt gründlich. Regelmäßige Pflege mit Nivea-Zahnpasta erhält die Zähne weiß und gesund. r" x ~ Auffliegspiele zur Bezirkskiaffe. Burg — Sportfreunde Wetzlar 7:1; Aßlar — Lollar abgebrochen. Durch diesen unerwartet hohen Sieg scheinen die Burger gegenüber Aßlar durch das Torverhältnis die Entscheidung über den Aufstieg herbeiführen zu wollen. DfB.-Reichsbalm Gießen. Egelsbach I — VfVR. I 4:2 (1:1). Nachdem auch L. Schmidt und Anthes nicht nach Egelsbach mitfuhren, war eine Niederlage sicher. Aber Die Gießener Mannschaft enttäuschte roieDer einmal nach Der angenehmen Seite. Trotzdem die ungewohnten Platzverhältnisse, der Boden bestand aus lauter Sand, an die Gießener Mannschaft die höchsten Anforderungen stellte, so war sie doch mit Begeisterung bei ihrer Aufgabe. Der Gegner hatte ihnen an Stellungsspiel, Spielauffassung und Technik viel voraus, konnte sich aber gegenüber Der letzten Hingabe Der Gießener nicht entfalten. Bei Den Gießenern war Balser diesmal der Held des Tages, fein Spiel war in jeder Hinsicht fehlerlos. Hintermannschaft und Läuferreihe waren wie gewohnt gut. Der Gießener Sturm, von Wlodareck geführt, zeigte ein gutes Zusammenspiel und vergaß auch nicht, im richtigen Moment zu schießen. Dem Schiedsrichter stellten sich die Gießener mit Balser; Lehrmund, Leutheuser II; Hauptfeld, Knaus, Feuster; Lotz, Fehling, Wlodareck, Heß und Szponik. Die Egelsbacher hatten Anstoß. In der zweiten Spielminute legte Hauptfeld den Ball steil zwischen die gegnerische Verteidigung. Wlodareck war zur Stelle und schoß unhaltbar ein. Durch diesen Erfolg ermutigt, griffen die Gießener immer wieder an, konnten aber die jetzt aufmerksam spielende Hintermannschaft des Gastgebers nicht überwinden. In der Mitte der 1. Halbzeit übernahmen Die Gastgeber das Spiel und drängten stark. Aber gerade in dieser Drangperiode zeigte die Gießener Hintermannschaft überragendes Können. Nachdem ein gut vorgetragener Angriff Der Gießener im Aus gelandet war, erhielt vom Abstoß an der Halblinke den Ball, umspielte zwei Gießener und schoß unhaltbar in die rechte untere Ecke. Dieser Erfolg bildete zugleich das Ende der Drangperiode des Gastgebers. Wollen Sic einen guten Einbruch machen? 3m Auftrage einer Londoner Zeitung gab ein junger Amerikaner auf einem Flugplatz bei London eine Vorführung des ersten Menschenfluges. Er hatte einen Anzug mit Schwingen und Schwanzflügeln, die mit Armen und Beinen bewegt wurden. Aus 3000 Meter Höhe sprang er ab und vollführte bann einige Spiralen. Erst in 300 Meter Höhe öffnete er feinen Fallschirm und landete wohlbehalten. — Unser Bild Zeigt ben Flieger vor bem Start. — (Scherl-Bilberbienst-M.) 9 Stöck wirst 66/21 Meter Speer. 1885 Gießen Gaumeister im 6er-Rasenradball schnelles Spiel. Nach mehrmaligem Drängen ge-i in Essen stattfinden, teilzunehmen, lang den Gießenern das Führungstor. Doch diel ------- sprechen I 2873 D ALTHOFF UR G1O die zu an Haushaltungen und Gewerbetreibende täglich vormittags wie vermeintliche Kleinigkeiten zur Verschönerung unseres Heims beitragen. Versuchen Sie es zum Beispiel nur einmal mit einer unserer reizvollen Tisch-Decken aus Seide oder Baumwolle, die wir bedruckt und gewebt in einer Auswahl bringen, von der Sie begeistert sein werden Zhre im April in Bremen vollzogene Ver- mählung geben hiermit bekannt Aparte Tischdecken sind vorrätig in den verschiedensten Größen. Preislagen: Billige Preise! Kinder nachm. ab 30 Pf. Erwachsene abends ab 60 Pf. 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Gießen mit 4:1 Toren hoch- Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 1. Jgd. — Großen-Linden 1. 3gb. 3:1 beseitigt 1.60, 3.00, 3.50. jetzt auch B. extra verstärkt in Tuben _________RM 195. Gegen Pickel, Mitesser Venus Stärke A. Äjztlich empfohlen Drogerie Winterhoff. Kreuzpl.9/10 Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BießenerAnzeiger Erbsenreiser Baum- und sRosenPfähle Bohnenstang. empfiehlt billigst 253oD s. Trechsler St6lnstr.73.Tel.3581 e Der einzige Großzirkus Althof f=t Gießen, Oswaldsgarten Girmeser vermochten bald den Ausgleich und bis zur Halbzeit sogar noch zwei Tore zu erzielen, während die Gießener, etwas überrascht, keinen Erfolg mehr buchen konnten. Mit 3:1 Toren für Niedergirmes wurden die Seiten gewechselt. Die Gießener versuchten nun das Spiel für sich günstiger zu entscheiden. Es gelang ihnen auch. Nach dem zweiten Tor vermochten die Gießener auch noch den Ausgleich zu erzielen. Sie spielten weiter überlegen, doch ein schneller Durchbruch des Niedergirmeser Sturmes konnte die Gießener Hintermannschaft nicht aufhalten und mit 4:3 Toren lag Niedergirmes wieder in Führung. Wenige Minuten vor Schluß konnten die Gießener gleichziehen. Die letzten Minuten drängten die Gießener nochmals stark, doch die gutgemeinten Schüsse gingen an die Torlatte oder ins Aus. Beim Schlußpfiff stand das Spiel 4:4. Die Verlängerung sah die Gießener Mannschaft überlegen. Sie gewann mit 2:0 Toren und sicherte sich den Titel des Gaumeisters im öer-Rasenradball. Die Spiele wurden von dem Bezirksführer Bitte n d o r f (Freiendiez) gut geleitet und fair ausgetragen. Die beiden Mannschaften von Wetzlar-Niedergirmes und Gießen sind nun berechtigt, an den G r u p p e n s p i e l e n um die Deutsche Meisterschaft, die am 31. Mai und 1. Juni Gerichisreferendar Emst Eckardt Günther und Frau Anneline, geb. Zürgensen uc GIESSEN Cafe und Restaurant, Plockstrafee 5 Ab 1. 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H o ch s p r u n g: 1. Adolph, 1900, und Korell, 1900, 1,40 Meter; 2. Volkert, 1900, und Vaubel, Fritzlar, 1,35; 3. Ortwein, 1900, und Huhne, Fritzlar, 1,30 Meter. Kugelstoßen: 1. Goß 1900, 13,33 (!) Meter; 2. Vaupel, Fritzlar, 9,98; 3. Huhne, Fritzlar, 9,55; Adam, 1900, 8,05 Meter. G - Jugend 1922/23. 100 Meter: 1. Schneuker, 1900, 13,8 Sek.; 2. W. Adolph, 1900, 14,0; 3. Weber, Marburg, 14,2 Sekunden. 800 Meter: 1. Brinkmann, 1900, 2:46 Minuten; 2. Gebauer, 1900, 2:47; 3. Dinges, 1900, 2:53 Minuten. 4 mal 100 Meter:1. Spvgg. 1900, 58,3 Sek.; 2. Tuspo Fritzlar, 59,0; 3. VfB. Marburg, 60,2 Sekunden. Ballweit: 1. Schulgen, Fritzlar, 67,0 Meter; 2. Ritter, Fritzlar, 64,25; 3. Schars, Marburg, 61,10; Schneuker, 1900, 58,50; Dinges, 1900, 56,20; Theis, 1900, 54,70 Meter. Weitsprung: 1. Schneuker, 1900, 4,39 Meter; 2. Adolph, 1900, 4,35; 3. Amend, Marburg, 4,31 Meter. v-Jugend 1924 u. j. 100 Meter: 1. H. Schmück, 1900, 14,7 Sek.; 2. H. Adolph, 1900, 15,0; 3. Krüger, Fritzlar, 15,0; Funk, 1900, 15,2 Sekunden. 4mall00Meter: 1. Spvgg. 1900 Gießen, 60,9 Sek.; 2. Tuspo Fritzlar, 62,8 Sekunden. B a l l w e i t: 1. Gerhold, Fritzlar, 65,0 Meter; 2. E. Schneuker, 1900, 53,0; 3. H. Adolph, 1900, 49,50 Meter. Weitsprung: 1. H. Schmück, 1900, 4,09 Meter; 2. H. Adolph, 1900, 3,99; 3. E. Schneuker, 1900, 3,94 Meter. - wie unschön - werden schnell BirooOlüflcSeeW zum Kochen beste Qualrtät i. Ausschn.Pfd. 45 <3 Filet.........Pfd. von 40 -3 an R.-Zungen, Schollen, Heilbutt im Ausschnitt u. alle übrigen Sorten empfiehlt billigst 288oA A. -Koch Nachfolge«! Mäusburg 15 Televbon 3612 Mk. 1.95 Mk. 2.45 Mk. 3.50 Mk. 4.75 usw. Am Sonntag fanden in Wetzlar-Niedergirmes die Meisterschaften des Gaues XII Hessen im 6er-Rasen- radball statt. Die Mannschaften von 1885 Gießen, Wetzlar-Niedergirmes und Kassel-Nordhausen waren startberechtigt. Im ersten Spiel standen sich die Mannschaften von Wetzlar-Niedergirmes und Kassel-Nordshausen gegenüber. Die Kasseler waren-den Niedergirmesern bei weitem unterlegen. Wenn sie auch manchen schönen Angriff auf das gegnerische Tor vortrugen, so konnten sie doch nie an die Balltechnik der Wetzlarer heran. Mit 8:1 Toren wurden die Niedergirmeser sicherer Sieger. Das zweite.Spiel sah 1885 Gießen und Kassel- Nordshausen am Start. Auch hier vermochten die Kasseler den flinkeren Gießenern keinen ernsthaften Widerstand zu leisten und mußten sie sich mit 9:1 Toren geschlagen bekennen. Das entscheidende Spiel wurde deshalb wiederum die Begegnung der Mannschaften von 1885 Gießen und Wetzlar-Niedergirmes. Die beiden Mannschaften stellten sich in folgender Aufstellung: Gießen: O. Von-Eiff; Deibel, Hauck; Stommel, W. Von-Eiff, Baum. Niedergirmes: Nolte; W. Göbel, Gemmer; ALTHOFF Deutschlands ältester Zirkus Wichtige Neuerscheinung für Pflanzenfreunde! Pflanzengeographie Deutschlands Dargestellt nach eigenen Beobachtungen und unter Berücksichtigung der Karten und der Literatur von Dr.Kurttzueck, Privatdozent an der Universität Berlin. Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Staat!. Stelle für Naturdenkmal?siege in Preußen. 160 Seiten Text mit etwa 100 Karlen und Abbildungen im Tert, etwa 150 Abbildungen auf 180 einfarbigen Tafeln in erstklassigem Kunstbuchdruck und 10 mehrfarbig. Degetationskarten Auf zahlreichen und ergiebigen Forschungsreisen durch alle Teile der deutschen Landschaft und bei der Durchführung umfangreicher Kartierungsarbeiten konnte der Derfasser sich mit eingehenden Studien, Untersuchungen und Fest, stellungen über die Deqetationsverhältnlsie aller deutschen Landschaitsgebiete jeweils an Ort und Stelle beschäftigen und so einen umfangreichen Wisiensstoff auf ffintnb eigener Beobachtungen ansammein, wie er noch in keinem Werke dargestellt worden ist. 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Jedoch wären die Blauweißen wohl auch Sieger geblieben, denn die Mannschaft hat in letzter Zeit sehr an Spielstarke gewonnen. 1900 1. Schüler — Lollar 1. Schüler 4:0 Wer am Sonntag auf dem Sportplatz am Trieb war, bekam ein Spiel der ersten Schüler zu sehen, wie es sein soll, aber wie man es selten zu sehen bekommt. In dieser Elf hat 1900 eine Mannschaft, die zu den größten Hoffnungen berechtigt. Die Gäste gaben sich wohl die größte Mühe, konnten aber gegen das schöne Spiel der Blauweißen nicht ankommen. 1900 2. Schüler—VfB. Marburg 1. Schüler 1:3. Die zweite Schülerelf war zu Gast bei den Kurhessen in Marburg und hatte gegen die ersten Schüler keine große Aussicht. Daß das Spiel trotzdem so knavp ausging, ist für die Kleinen ein schöner Erfolg. Bei etwas mehr Glück der Stürmer hätte das Ergebnis leicht anders lauten können. Die Ergebnisse des Zugend-Leichtathleiik-Wettkampfs. A. Jugend 1918/19. 100 Meter. 1. Brüll, Marburg, 12,0 Sek.; 2. Deiker, 1900, 12,1; 3. Kuhl, 12,2 Sekunden. 4 0 0 Meter: 1. Ritter, Fritzlar, 57,5; 2. Kauz, Marburg, 58,1; 3. Brüssing, Marburg, 58,8; 4. Kgch, 1900, 59,8; Hungerland, 1900, 63,1 Sekunden. 8 0 0 Meter: 1. Rohm, 1900, 2:18 Min.; 2. Rudolf, Fritzlar, 2:21; 3. Koch, 1900, 2:22 Minuten. 4 mal 100 Meter: 1. VfB. Marburg, 51,0 Sekunden; 2. Spvgg. 1900 Gießen, 51,2; 3. Fritzlar, 51,4 Sek. Weitsprung: 1. Brüll, Marburg, 5,85 Meter; 2. Deiker, 1900, 5,83; 3. Janson, Fritzlar, 5,35; Koch, 1900, 5,16; Weihrauch, 1900, 5,04 Meter. Hochsprung: 1. Janson, Fritzlar, 1,55 Meter; 2. Meuschke, Fritzlar, 1,50; 3. Brüll, Marburg, 1,50; 4. Zimmer und Deiker, 1900, 1,40 Meter. Kugel- stoßen: 1. Brüll, Marburg, 12,03 Meter; 2. Janson, Fritzlar, 11,58; 3. Zimmer, 1900, 10,87; Weihrauch, 1900, 9,75 Meter. Speerwerfen: 1. Nach Halbzeit verursachte ein Egelsbacher einen Strafstoß, der von Knaus steil vor das Tor getreten wurde. In dem Gedränge erwischte Heß das Leder und schoß entschlossen ein. Jetzt machten sich bei den Gießenern Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Der Halbrechte des Gastgebers erzielte nach einem Alleingang den Ausgleich. Sofort waren die Gastgeber erneut im Angriff. Einen Eckball für sie, der zu ihrem Mittelläufer getreten wurde, schoß dieser zum schönsten Tor des Tages ein. Kurz vor Schluß war es wieder der Halbrechte, der das Endergebnis durch unhaltbaren Schuß herstellte. Die 3. Mannschaft wurde von den Gästen aus Alten-Buseck mit 5:1 Toren wider jedes Erwarten überfahren, da ihr jeder Zusammenhalt fehlte. VfB.-R. 1. Jugend — Leihgestern 1. Jugend 8:0. Ein Lehrspiel der Gießener Jugend, die sich zur Zeit in einer ganz überragenden Form befindet! Diesem Können gegenüber nützte die Gäste auch aller Eifer nichts. Bon dem Spielgeschehen ist nur soviel zu sagen, daß die Gießener bis zur Halbzeit sechs Tore vorlegten und in der zweiten Spielhälfte durch zwei weitere Tore das Endergebnis herstellten. Die 2. Jugend brachte aus Lich einen unerwarteten Sieg von 2:1 Toren mit nach Hause. Die- 3. Jugend siegte mit dem gleichen Ergebnis gegen Allendorf. Einen 4:1-Sieg erfocht die 1. Schülermannschaft gegen die gleiche von Watzenborn-Steinberg. Sportverein 1920 Lollar. Aufstiegspiel: Lollar I —Aßlar 1 0:0, abgebrochen. Am Sonntag sollte das Aufstiegspiel Lollar — Aßlar ausgetragen werden. Die Aßlarer begannen das Spiel sehr druckvoll. Als Lollars Hüter hart angegangen worden war, und der Schiedsrichter daraufhin zwei Lollarer Spieler vom Platze weisen wollte, verließ die ganze Lollarer Mannschaft den Platz. Bei dem Spiel der zweiten Mannschaften ging es auch hart her. Nachdem der Lollarer Hüter kurz nach Halbzeit das Feld verlassen mußte, konnten die Aßlarer zu vier Toren kommen. Die Jugend fertigte ihre Gäste aus Alten-Buseck mit 5:0 Toren ab. Die Schüler hatten einige Spieler ersetzt und verloren unverdient hoch mit 4:0 gegen 1900 Gießen. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — Großen-Linden I 6:3 (3:2). Am Sonntag gastierte die erste Mannschaft der Spvgg. in Großen-Linden. Die Blau-Weißen hatten einen ihrer besten Tage. Durch einer. Ueber- raschungstreffer gingen die Einheimischen in Führung. Aber Leihgestern holte nicht nur uuf, sondern errang mit 3:1 die Führung. Kurz vor Halbzeit kamen die Einheimischen zum Halbzeitstand. Nach der Pause glich sogar Großen-Linden durch einen Deckungsfehler der Leihgesterner Hintermannschaft aus. Dann drehten die Blau-Weißen mächtig auf und konnten noch drei Tore erzielen. Die Blau- Weißen erschienen ebenso wie die Einheimischen in stärkster Besetzung. Leibgestern Jgd. — VfB.-R. Gießen I. Jgd. 0:8 (0:6). Die Jugendmannschast trat ersatzgeschwächt in Gießen an und mußte eine haushohe Niederlage hinnehmen. 8:0 lautete das Endresultat. „FC.Teutonia"Watzenborn-Steinberg Heuchelheim I — Watzenborn-Steinberg I 0:8 (0:5). Die erste Elf der Teutonen fuhr ohne Schäfer und Jung nach Heuchelheim und trug ein Gesellschaftsrückspiel aus. Heuchelheim war auch nicht komplett. Aber trotzdem will es etwas heißen, m Heuchelheim 8:0 zu gewinnen. Es traten die Teu- Baumpfähle Rosenstäbe Latten Dachpappe Karbolineum Happel&Co. Kl. Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 Emil Schmall Biergroßhandlung und Eisfabrik / Fernruf Nr. 3883 Frankfurter Straße 7 2881 D Der deutsche Rekordmann Stock erreichte bei dem Frühjahrs-Eröffnungssportfest des SV. Charlotten- bürg im Speerwurf die hoffnungsvolle Weite von 66,21 Meter. — (Schirner-M.)