Donnerrtag, 5. März 1936 Nr. 55 Erster Blatt 186. Jahrgang Gietzener Anzeiger 5 Man (DNB. Funkspruch.) Diel machte nicht mehr dem Völkerbund angehörten. In wundern dürfen wenn Frankreich neue Burg. Genf wird von der englischen Presse diesem Falle müsse eine Volksbewegung schäften u r L o c a rn o fort) er n werde, da es 1. 2. gegen den Völkerbund befürchtet werden. Die radikalsozialistische „Republique" fürchtet vor allem Rückwirkungen einer Weigerung Italiens auf Locarno. Wenn sich Frankreich seiner Einstellung zur kollektiven Sicherheit getreu, an den Sühnemahnahmen beteilige, dann würde sich England nicht die italienischen Bürgschaften verliere. Es werde dann England fragen, ob es bereit fei, die etwas unbestimmte Sicherheit durch zweiseitige Abkommen zu verstärken. Man habe Grund zu der Annahme, daß diese Fragen bereits zwischen Flandin und Eden aufgeworfen worden seien. gerichtshofes zur Aburteilung der an dem Ausstand Schuldigen beschlossen. Dem Kriegsgerichts- Hof wird der Kriegsminister vorstehen. Dor diesem Sonderkriegsgerichtshof werden sich über 1400 Offiziere und Mannschaften zu verantworten haben. Kür sofortige Prüfung der Vorschläge des Führers. London, 5. März. (DRV. Funkspruch.) Das Rothermereblatt „Daily Mail" schreibt zu der im „Paris Midi" erschienenen Unterredung mit dem Führer, daß die Wiederbelebung der Sühnepolitik in Genf durch Eden leider die Aufmerksamkeit von der eindrucksvollen Erklärung Hitlers abgelenkt habe. Für den Frieden Europas und das Wohlergehen Frankreichs und Deutschlands sollten seine Vorschläge ohne weiteren Aufschub aufgegriffen und freundschaftlich geprüft werden. Ein großer Teil der französischen öffentlichen Meinung fühle, daß der Pakt mit Räterußland ein schwe- rer Fehler war. Einflußreiche Kreise in Paris glaubten, daß eine offene Besprechung der Vorschläge Hitlers zwischen englischen, französischen und deutschen Vertretern nur Gutes tun kön- nen. Im schlimmsten Falle würden sie eine undurchsichtige Lage a u f k l ä r e n. Im besten Falle £Önn* ten sie hofnungsvolle Ergebnisse in der Förderung des Weltfriedens haben Asmara, 5. März. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) Man ist im italienischen Hauptquartier der Auffassung, daß die abessinische Nordfront infolge des italienischen Sieges in der Schlacht im Schire-Gebiet, der über den westlichen abessinischen Flügel gegen Ras Jmru erfochten wurde, endgültig zusammengebrochen ist. Der abessinische Häuptling hat zweifellos einen taktischen Plan nach europäischem Muster gehabt. Man glaubt, daß sich Ras Mulu- g e t h a am Amba Alatschi eine neue V e r - teidigungsstellung hätte schaffen können, wenn er auf dem rechten abessinischen Flügel nach der strategisch nicht ungeschickten Schlacht am Amba Aradam die Gewalt über seine Truppen hätte behalten können. Auch Ras Jmru auf dem linken Flügel ist geschickt genug gewesen, sich auf keinen Entscheidungskampf einzulassen, der zur völligen Vernichtung geführt hätte, sondern nach einem Eingangsgefecht den Rückzug zu wählen, der allerdings auch in eine wilde Flucht ausartete. Völlig versagt haben Ras K a s a und Ras S e y o u m im mittleren Frontabschnitt. Sie bissen sich in ihre Stellungen fest und erlagen so den vernichtenden italienischen Schlägen. Voraussichtlich werden die italienischen Truppen in den nächsten Tagen die Takazze-Linie besetzen. Sie bildet eine natürliche Verteidi- gungs- und Angriffsbasis. Hier können die Italiener ruhig abwarten, ob und wie die Abessinier sich zu den nächsten Kämpfen verhalten werden und ob vielleicht von Europa aus in irgendeiner Form eingegriffen werden wird, um die völlige Zertrümmerung des abessinischen Reiches zu verhindern. Die Diplomaten haben jetzt das Wort. Von ihnen und von der Einsicht des Negus hängt es ab, ob die italienische Kriegsmaschine nur vorläufig zum Stillstand kommt. Abessinien bestrettei die Niederlage. Addis Abeba, 4. März. (DNB.) Die abessinische Regierung behauptet, daß die Armee des Ras Kasa völlig intakt sei. Die Gesamtoerluste der Abessinier in Tembien, bei Makalle und am Amba Aladschi betrügen nicht einmal dreitausend Tote. Die italienischen Siegesmeldungen seien aus politischen Gründen übertrieben, wohl im Hinblick auf die bevorstehenden Völkerbundsverhandlungen. Die Verluste der italienischen Eingeborenen- Armee, abgesehen von den Heimattruppen und Aska- ris, betrügen über tausend Mann. Die Italiener hätten außerdem durch Abschuß vom Boden aus zwei Flugzeuge verloren, die einen Angriff durch Bombenwürfe unterstützen wollten. Beim Absturz Die neue strategische Lage in Abessinien Dor Besetzung der Takazze-Linie durch die Italiener. Wird Mussolini sich in Verhandlungen einlaffen? Genf in Erwartung der italienischen Antwort. Eine Warnung der Schweiz. Ernste Folgen eines Austritts Italiens aus dem Völkerbund. Paris, 5. März. (DNB. Funkspruch.) „Oeuvre" meint, Mussolini werde vielleicht erklären: „Wir verhandeln nicht unter den Sühnemaßnahmen. Hebt die Sühnemaßnahmen auf, dann können wir verhandeln". Aber wenn diese Schwierigkeit ausgeräumt wäre — so urteile man in Völkerbundskreisen — würden die Friedensoussichten nicht größer sein, denn nach seinen Siegen könne Italien auf Gebietsabtretungen nicht verzichten. Matin" meldet, Flandin habe den französischen Botschafter in Rom beauftragt, Mussolini zu erklären daß der Appell an die Kriegführenden aus dem Gefühl aufrichtiger Freundschaft geboren sei. Sollte er aber erfolglos sein, so werde seine Wi^ derholunq unmöglich sein o h n e F r a n k r e t dj politisch ernsthaft b l o ß z u st e l l e n Falls Italien glaube, jede Aussöhnung zuruckweisen zu müssen, dann müsse sich Frankreich an die Bestimmungen des Dölkerbundsvertrages und an die tn Genf beschlossenen internationalen Entscheidungen Jour" will aus zuverlässiger Quelle von einem Schritt des Schweizer Bundesrats für auswärtige Angelegenheiten, M o t t a, erfahren haben, der mehrere Mitglieder des Achtzehner- Ausschusses auf die Rückwirkungen eines Oel- verbotes und eines Austritts Italiens aus dem Völkerbund auf die Schweiz hmgewlesen haben soll. Die Stellung der Schweiz werde außerordentlich h e i k el, wenn zwei seiner großen Nachbar- seien die Flugzeuge durch Explosion völlig zerstört worden. Ihre Besatzungen — insgesamt 14 Mann — seien getötet worden. Auch die Heeresgruppe Ras Mulughetas sei nur mit knapp einem Drittel an den Kämpfen beteiligt gewesen. Unter der Wucht des Ansturmes mußte sich die Heeresgruppe Mulughetas unter für beide Teile verlustreichen Kämpfen zurückziehen. Das Gros der Armee Mulughetas hat an den Kämpfen überhaupt nicht teilaenommen. Die Italiener versuchten, das Heer Ras Kasas einzukreisen, was jedoch nicht gelungen sei. Nur ganz kleine, in sehr weit vorgeschobenen Stellungen liegende abessinische Abteilungen seien abgeschnitten worden. Sie seien aber bisher noch nicht gefangen genommen worden. Die von den Italienern gemeldete Rückeroberung Tem- biens durch italienische Truppen wird bestritten, da diese am Burifluß westlich von Abaro ständen. Die Schlacht im Schire-Gebiet. Ras Jmru entzieht sich durch den Rückzug einer Umklammerung. Asmara, 5. März. (Funkspruch des Kriegsbe- richterstatterts des DNB.) lieber den Verlauf der großen Schlacht im Schire-Gebiet wurden jetzt vom italienischen Hauptquartier nähere Einzelheiten bekanntgegeben. Danach begannen am 26. Februar die Vorbereitungen zu dem großen militärischen Schlag, der zur Vernichtung der 30 000 Abessinier, die unter Führung des Ras Jmru bei Selaklaka, westlich von Aksum standen, führen sollte. Am 29. Februar begann das II. Korps von Selaklaka a u s in westlicher Richtung vorzustoßen, während das IV. Korps, dem Reiterabteilungen der Eingeborenentruppen und Schwarzhemden angehörten, den Marebfluß überschritt und den Vormarsch in nordsüdlicher Richtung antrat. Eine kleinere abessinische Abteilung zog sich vor dem IV. Korps zurück und stieß zur abessinischen Hauptmacht, die durch ständige Angriffe aus dem Hinterhalt den Vormarsch des II. Korps aufzuhalten versuchte. Nichtsdestoweniger erreichte das Korps sämtliche vorgezeichneten Stellungen und traf Vorkehrungen für den entscheidenden Schlag. Der Gegner, der die italienischen Linien zu durchstoßen versuchte, wurde unter schweres Artillene- und Maschinengewehrfeuer genommen, das bei ihm schwere Verluste verursachte. Als die Italiener am 3. März früh zum Gegenstoß ausholen wollten, zog der Feind es vor, sich zurückzuziehen. Sein Ruckzug endete schließlich mit einer wilde n Flucht über den Takazze, da die italienischen Flugzeuge sofort die Verfolgung ausgenommen hatten und sich außerdem berittene Einge- borenen-Abteilungen auf die Spuren des fliehenden Gegners hefteten. Nur der schleunige Rückzug des Gegners v e r- gtere. Das hermetisch vom Ausland abgeschlossene Sowjetparadies erlebte jedoch furchtbare Hungersnöte, die Millionen hinwegrafften, während die Regierung das russische Getreide zwangsmäßig erfaßte und exportierte. Die Lage der russischen Landbevölkerung wurde den Ausländern künstlich verschleiert, so daß kaum eine Stimme aus dieser Masse herausdrang. Nur daß der Klaffenkampf aufs Land getragen worden war, die Bauern in den marxistischen Genossenschaften zusammengepfercht und verproletarisiert wurden, ist durch die Anordnungen der Sowjets, bekannt geworden. 3egt scheuen sich die Machthaber im Kreml mäst, auch die äußerste Konsequenz zu ziehen und bie Landbevölkerung völlig zu entrechten. Ehemals gehörte der Russe einzelnen Herren. Heute gehört er Den Tschekisten, die ihm die Art und das Maß der Arbeit vorschreiben, die er unentgeltlich zu leisten hat. Ja, er muß sogar noch die Arbeitsmittel stellen und erhält nicht einmal Lebensmittel für die Dauer dieser Zwangsarbeit geliefert , Kein Land der Welt, nicht einmal orientalische Staaten, kennt diese Form der Versklavung eines ganzen Volkes. Für die moskowltlschen Despoten aber ist bezeichnend, daß sie mit einem Federstrich nicht nur die Bauernbefreiung, die erst 1861 m Rußland durchgeführt wurde, beseitigen, sondern die graue Masse des Muschiks und ihrer Weib r in eine Versklavung hineinwerfen, die Wimmer ist als es die Leibeigenschaft war. Das Rad der russischen Geschichte ist gründlich nach rückwärts gedreht worden. Als im 18-Jahrhundert Katha- rina II., die Semiramis des Nordens die aufgeklärte Despotie einführte und immerhin mem9' stens die gröbsten Erscheinungen zeitig ging ber Bolschewwmus russische Bauerntu m an. . rr Interesse kräftigen B-u-rnstanb zu fch^ffem Hf Voden UN- mit dem privaten Besitz an Gru ftiaffenfamp zertrennbar nerbunben ist, würbe d°r KlatzMt p, auch aufs Land getragen. Die sogenanme Japan. Hirota mit der Kabinettsbildung beauftragt Tokio, 5. März (DNB. Funkspruch. Ostasien- bienft.) Außenminister Hirota wurde im Laufe des Donnerstag vom Kaiser mit der Regierungsbildung beauftragt. Der Prinz Kvnvye, der vor ihm diesen Auftrag erhalten hatte, hat die Kabinettsbildung endgültig a b g e l e h n t. Hirota bekleidet seit dem Jahre 1934 den Posten des Außenministers. Da er früher Botschafter in Moskau war, gilt Hirota als guter Kenner der Sowjetunion und Ostasiens. Aus politischen Kreisen verlautet, daß die Betrauung Hirotas mit der Kabinettsbildung bereits die Zustimmung der militärischen Kreise gefunden habe. Jedenfalls ist es bekannt, daß der Außenminister zu der Armee in ungetrübter Beziehung stand. Man glaubt daher, daß sich Hirota mit Erfolg fernes Auftrages entledigen werde. Allerdings ist die Frage der B e s e tz u n a d e s Kriegsministeriums noch nicht geklärt. Hofminister Yuasa wurde zum Siegelbewahrer ernannt. Das Amt des H o f m i n i st e r s übernimmt Botschafter Matsudeira. Yuasa ist 63 Jahre alt. Er studierte Jura und war bann später Polizeipräsident von Tokio und Zivil- gouoerneur in Korea. Er gehört zum Kreis des Genro Saionji. Matsudeira ist 60 Jahre alt. Er vertrat Japan in China, Frankreich unb Englanb. Dann war er 24 Jahre lang Botschafter in Washington unb bann in Lonbon. Seine Tochter ist mit dem ältesten Bruder des Kaisers, Prinz C h i c i b u, verheiratet. Unter dem Vorsitz des Kaisers hat der Kran- rat bie Einsetzung eines besonberen Kriegs- Tote Seelen. Am 3. März 1936 hat die b o l s ch e w i st i s ch e Regierung der Sowjetunion einen Ukas erlassen, der die Zwangsarbeit für die Männer und Frauen des ländlichen Proletariats festsetzt. Und zwar eine unentgeltliche Zwangsarbeit. Zudem müssen die zu den Wegebauten Herangezoge- nen noch Zugtiere, Transportmittel und ähnliches Inventar mitbringen, sie müssen zweimal, im Frühjahr unb im Herbst, sich zu bieser Zwangsarbeit stellen, unb bem Kulaken, also ben Bauern, b»e vielleicht eine Kuh besitzen, wirb bie hoppelte Zeit der Zwangsarbeit auferlegt. Es ist bezeichnend, daß die Aufsicht über die Durchführung dieses Zwanges ber G P U., der Nachfolgerin der alten Tscheka, übertragen wird, die durch ihre barbarischen Methoden berüchtigt ist. In asiatischen Despotien — und Sowjetrußland ist eine Despotie — gilt das Volk nichts. Aber dieser Rückfall in die Zeiten, da der Russe je nach Belieben von dem Herrn verschachert und verkauft werden konnte, ist doch in unseren Zeiten etwas Unerhörtes. Die roten Zaren im Kreml haben dem demokratischen Westen gegenüber in Worten allerlei Konzessionen gemacht. Um in den Völkerbund zu gelangen hieß es sogar, man wolle in den Sowjets ein demokratisches Wahlrecht einführen. Der Russe sei endlich frei geworden und keiner Klasse mehr untertan. Die jahrtausendalte Knechtschaft des Volkes sei verschwunden, und natürlich haben sich die kommunistischen Lobhudler in aller Welt bemüßigt gefühlt, das heutige Rußland geradezu als ein Paradies hinzustellen, in dem es keinen Zwang und keine Klassenunterschiede mehr gäbe, sondern der Wille des Volkes souverän re- heute 1 gibt' es" in? weite? "russischen Mich"' keine e»s. “ $ " ‘i Sw“ - asiaticus trennt Der B°l,ch°wwmus .st d. Knech- tung unb Verkümmerung der Mayen icyiecyrym. Der Kommunismus in Nordchma. -SW-M-MS shBStk Nennwerten W.ärstand gefunden Der Kampfwert °efchM°d°°'f^wegen d-rBezahlung her Löhnung ' - - M i l iionare sind aus den bedrohten a?be rufen worden und versammeln sich in Taiku Man befürchtet, daß die roten Trup- ?" *"?"• SM ÄWte Äiml. U bie Verteidigung der Unabhängigkeit Chinas sei. Erscheint täglich, außer Ä ä Annahme von Anzeigen Sonntags unb Feiertag» für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte M A A ▲ AA ▲ ▲ ▲ ▲ ▲ A. ▲ AA bis 8l/,Uhr des Vormittags KM fliiChCiicr ziiKCiQCt MZ- NM-ÄZ ^LzIVIJvl^VA IIVV<- sss« von einzelnen Nummern U\Jt WX Ermühigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt 1 < < Stellen-, Vereins-, gemein« MZM General-Anzeiger für Oberhessen poftscheckkonto: _ behördliche Anzeigen6Rps. Zrantturt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitätZ.Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel ö London, L ____v. x_-. - v Entwicklung in Genf wird von ber englischen Presse aufmerksam verfolgt. „Daily Telegraph" melbet aus Genf, Flanbin habe versucht, ein Tauschgeschäft mit Englanb abzuschließen. Er sei bereit, Englanb in ber Frage ber Oelsperre zu unterstützen, wenn Englanb Zusicherungen in der Frage der Nheinlandzone gebe. Eden kehre mit einem Schriftstück in der Tasche nach London zurück, das die französischen Forderungen aufzähle. Flandin habe noch vor seiner Reise nach Genf b e i bem Duce vorgefühlt, wie Friedensvor- schläge von Italien ausgenommen werden würden. Mussolini werde bereit sein, in Verhandlungen über eine Beendigung der Feindseligkeiten einzutreten unb bie Bebingungen mit dem abessinischen Vertreter in Genf zu besprechen, jedoch nur bann, wenn im voraus anerkannt würbe, baß Italien bie Herrschaft über bie abessinischen G e - biete behalte, bie von seinen Armeen besetzt sinb. Sollte die Antwort des Duce sich auf dieser Linie bewegen, dann werde der Dreizeh- ner-Ausschuß in Genf am Dienstag vor einer schwierigen Wahl stehen. Er werde zwischen zwei Dingen wählen müssen: J Aufgeben der Sühnepolitik und V-such, eine Regelung des Abessinien-Konfliktes mittels Bedingungen herbeizuführen, die den Völkerbund in seinem gegenwärtigen Zustand a l s unfähig bloß st eilen würden: Versuch, Italien zur Annahme gerechterer Bedingungen zu zwingen, indem weitere Sühnemaßnahmen, insbesondere eine Oelsperre verhängt werden. Sollte der Völkerbund eine weitere Zwangsmaßnahme beschließen, dann laufe er Gfahr, daß Italien den Völkerbund verlasse. I alle drei Abordnungen dem Beratungsprotokoll zu. X)cv Anteil der Großmächte am Außenhandel des jUonau - JRaumes (in %; - Gnfut)\ - J-lusfutjr - Der Wirtschaflsrat der Kleinen Entente des des Als den das den lich v. H. 16,60 38,27 40,33 30,51 31,01 17,24 18,75 Tschechoslowakei Oesterreich Ungarn Jugoslawien Rumänien Bulgarien Griechenland v. H. 22,88 31,16 35,10 35,74 26,40 18,30 9,95 unter sich: Einfuhr aus Ausfuhr nach dem Donauraum terzeichner des römischen Abkommens selbst die Initiative ergreifen würden, die in eine wirtschaftliche Zusammenarbeit der Donaustaaten einmünden könnte, werden wir gern unsere Anstrengungen auch mit einer solchen Anregung verbinden. Wir stellen neuerdings fest, daß es ohne die Kleine Entente und ohne die Länder des römischen Protokolls, ohne Deutschland und ohne die Großmächte keine ernste wirtschaftliche Festi- gung in Mitteleuropa gibt. Als eine der Hauptaufgaben bezeichnete Ministerpräsident Dr. Hodza den Absatz der überschüssigen Produktion der mitteleuropäi- schenn Länder auf den westlichen Märkten. „Im Einvernehmen mit den übrigen Regierungen der Kleinen Entente-Staaten werden wir das Statut eines Organs ausarbeiten, das diesem Ziele dienen soll". Im mitteleuropäischen Rahmen allein könne diese Frage jedoch nicht befriedigend gelöst werden: denn Mitteleuropa, auch mit Deutschland und Italien, sei nicht imstande, die Getreideüberschüsse der Agrarländer des Donaubeckens zu verbrauchen. Nachdem die Vertreter der rumänischen und ju- Konfliktes bzw. die Völkerbundsanktionen. Paris beharrte auf der Losung, ein organisiertes Mitteleuropa dürfe es nur ohne das Deutsche Reich geben. Die Folge war, daß nichts zu- tande kam, nicht etwa deshalb, weil das Deutsche Reich es hätte verhindern wollen, sondern deshalb, weil es ohne das Deutsche Reich nicht geht. R u - mänien, Südslawien und Ungarn litten unter dem Ueberfluß ihrer A g r a r p r 0 d u k t e, die unverkäuflich wurden, die Preise drückten und die Landbevölkerung verarmen liehen. Die einzige Aushilfe war immer wieder das Deutsche Reich als Abnehmer. Heute hat sich zu den Staaten mit Aus diesen Zahlen geht hervor, daß die Handelsbeziehungen der Donauländer unter sich zwar sehr lebhaft sind, daß sie aber doch nicht über ein Drittel des gesamten Außenhandels dieser Länder hinausgehen. Den Hauptanteil am Außenhandel der Donauländer tragen die Großmächte und, wie unser Schaubild zeigt, vor allem Deutschland. Erst in einem größeren Abstand folgt Italien. Der Anteil von England und Frankreich ist erheblich niedriger, ganz zu schweigen von den Handelsbeziehungen zu Sow- jetrußland. Der Versuch einer wirtschaftlichen Neuordnung im Donauraum ohne Berücksichtigung Deutschlands könnte also den wirtschaftlichen Erfordernissen niemals Rechnung tragen. — (Zeichnung Alf Luschnat. — Scherl-M.) bezeichnete als wichtigsten Teil des Arbeitsprogrammes den Handelsaustausch zwischen den Staaten der Kleinen Entente. Das Jahr 1935 lasse in der Einfuhr von Jugoslawien nach der Tschechoslowakei und in der Einfuhr aus Rumänien in die Tschechoslowakei eine Erhöhung von 50 v. H. erkennen, was bei der Wirtschaftskrise als unstreitig wertvolles Ergebnis bezeichnet werden könne. . Ministerpräsident Hodza bezeichnete die Kleine Entente und den römischen Block als die Kristallisationspunkte der weiteren Entwicklung. Es handle sich eines Teiles darum, verläßliche Verfahren für die Annäherung zwischen der Kleinen Entente und dem römischen Block zu finden, anderer- P r a g, 3. März. (DNB.) Unter dem Vorsitz Außenministers Krofta fand die Schlußsitzung Wirtschaftsrates der Kleinen Entente statt. Krofta Das neue Heft des „Deutschen Volkswirts" veröffentlichte soeben umfangreiches statistisches Material über die Handelsbeziehungen im Donauraum. Danach beträgt die Gesamteinfuhr bzw. -ausfuhr der einzelnen Donauländer Vizekanzler Starhemberg in Rom. Rom, 4. März. (DNB.) Der österreichische Vizekanzler Starhemberg traf in Rom ein und wurde auf dem Bahnhof von Staatssekretär Su- v i ch , Baron A l 0 i s i und dem österreichischen Gesandten beim Quirinal und beim Vatikan empfangen. Unterrichtete italienische Kreise erklären, daß der Aufenthalt Starhembergs keinerlei offiziellen Charakter trage. Starhemberg halte sich in erster Linie als Führer der Vaterländischen Front in Rom auf, in welcher Eigenschaft er reges Interesse für die faschistischen Organisationen, besonders die Jugendverbände, zeige, deren Studium sein Aufenthalt zum größten Teil gelte. landwirtschaftlichen Erzeugungsüberschüssen auch noch die Tschechoslowakei gesellt. O e st e r - reich aber, das grundsätzlich verarmte, konnte weder von den übrigen kaufen noch seine Jndustrie- artikel dorthin absetzen. Der Umfang des Handels der Donaustaaten untereinander fiel in erschreckendem Maße. Da kam der österreichische Kanzler Schuschnigg stersDr. Frick eingeleitet über das Thema: „Die ; Polizei im nationalsozialistischen Staat". Am nachfol, genden Sonntag um 19.30 Uhr senden dann eine Reihe deutscher Sender ein Zwiegespräch zwischen Staatssekretär Dr. Freister und Generalleutnant D a l u e g e über „Verbrechensbekämpfung im nationalsozialistischen Staat". Im übrigen hat General- ■ leutnant Daluege, um den einheitlichen Rahmen der Woche zu gewährleisten, jedem Tag eine besondere Losung gegeben: 15. März „Publikum und Kriminalpolizei", 16. März „Verkehrsunfälle und ihre Verhütung", 17. März „Wie schütze ich mich vor Betrügern", 18. März „Kampf dem Dieb und Einbrecher", 19. März „Schutz dem Kinde", 20. März 1. „Kampf dem Kommunismus" und 2. „Wer ist der Mörder" (Kapitalverbrechen). Der Rundfunk wird täglich eine Anzahl lebendiger anschaulicher Funkberichte über die polizeiliche Arbeit senden. Erfahrene Kriminalisten werden i n d i e Schulen gehen, um über Themen, die die Jugend besonders angehen, ausklärende Vorträge zu halten. Außerdem wird die Polizei ein Leseheft für die Schulen herausgeben, das anschaulich von der Arbeit und den Aufgaben der Polizei erzählt und auf die Gefahren des Alltags hinweift. Auch die Justiz hat sich zur Verfügung gestellt, um aufklärend und vorbeugend zu wirken. Im ganzen Reiche werden Hauptverhandlungen angesetzt, die besonders kennzeichnende Strafsachen behandeln. Der Presse werden volkstümlich gehaltene Abhandlungen und Aufsätze von Richtern und Staatsanwälten zur Verfügung gestellt, und in allen größeren Städten sollen besondere Vortragsveranstaltungen durchgeführt werden, auf denen Richter und Staatsanwälte sprechen. In Berlin ist eine Rede von Reichsminister Dr. Goebbels zur Berliner Polizeibeamtenschaft und eine große Parade der uniformierten Polizei vorgesehen. Die Altersgliederung der Arbeitslosen. Für den Stichtag vom 31. Oktober 1935 wurde von der Reichsanstalt eine Erhebung über die Arbeitslosigkeit durchgeführt, die darauf gerichtet war, die Arbeitslosen nach ihrer Altersgliederung festzustellen. Die Erhebungsergebnisse lassen erkennen, daß es auf Grund der Anordnung über die Verteilung von Arbeitskräften möglich gewesen ist, die altersmäßige Gliederung der Gefolgschaften i m Interesse der älteren Arbeitslosen mehr nach staatspolitischen Gesichtspunkten u m zugestalten. Allerdings bleibt auf diesem Gebiet, vor allem zur Entlastung der älteren Ange- stellten über 40 Jahre, noch manches zu tun, da bisher die Gruppe der.über 25- bis 40jährigen arbeitslosen Angestellten den größten Vorteil von dieser gesetzlichen Regelung gehabt hat. Immer wieder muß daher dem Wunsche Ausdruck gegeben werden, daß sich die Wirtschaft auch der älteren Arbeitslosen, vornehmlich der Angestellten annimmt und ihnen die Möglichkeit gibt, für sich und ihre Familie den Lebensunterhalt selbst zu erarbeiten. Nicht der privatwirtschaftliche Vorteil, sondern die st a a t s p 0 l i t i s ch e Notwendigkeit einer solchen Hilfe müssen für diese Frage bestimmend sein. 0,86 0,92 o,?8 o.z* der Prager Burg, sondern in tschechisches Wirtschaftskreijen, erst einmal auf Grün» tatsächlicher oder verdeckter Vorzugszölle das Do» naukonsortium zusammenzubringen. Ginge es nicht mit, so zunächst ohne Ungarn. Unter dem Titel der Entschädigung für entstandene Sanktionsverluste würden die Westmächte, vielleicht der Völkerbund, ein Einsehen haben und doch etwas f ü t d e n landwirtschaftlichen Absatz des Konsortiums sorgen müssen. Dann hätte man nuk dafür zu sorgen, daß die sich daraus entwickelnden zusätzlichen Geschäfte unter den Partnern verteilt und keinen Außenstehenden zugutekämen. Wenn man dabei das deutsche Geschäft überhaupt verringern bzw. unter sich aufteilen und außerdem auch auf Grund wachsender Kaufkraft der Bevölkerung die österreichische und tschechische Industrie fördern könnte, wäre es um so besser. Das Deutsche Reich mochte sich dann fein Meistbegünstigungsrecht suchen. Ginge das Geschäft, so würde man sowohl in Budapest als auch in Belgrad'schon zustimmen. Dann würde man auch wieder kreditfähig werden — wobei auch dann noch nicht an Staatsanleihen, sondern zunächst an I n d u st r i e k re- dite, namentlich für die Rüstungsindustrie, etwa auch an Warenvorschüsse, die die Weststaaten leisten müßten, gedacht ist. Wenn Franzosen das rumänische Petroleum belehnen können, allerdings nur zu dem Zweck, um die rumänische Aufrüstung mit französischen Waffen besorgen zu können, so müßte doch eigentlich auch die dann zu gründende Getreidezentrale der Donausöderation belehnungsfähig werden, und man könnte die mit Schneider-Creuzot verbündeten Skoda- Werke ebenso ins Geschäft bringen wie die Waffenwerke in Steyr. Um es zu wiederholenr Das Primäre sollte das Konsortium sein, die Geschäfte würden sich dann schon finden. Das Betriebskapital könnte unter den obwaltenden Umständen nicht durch Anleihen beschafft werden, die Ankurbelung des Ganzen sollte durch die Sanktionsentschädigungen erfolgen. Wie man sieht, war der Plan rund und schön. In diesem Augenblick funkte Mussolini dazwischen. Seine Erklärung, die bisherigen Pläne einer Donauföderation hätten sich, trotzdem es immer abgeleugnet wurde, doch gegen Jtalien gerichtet, wirkten in Prag wie eine Sensation. Freilich nicht auf der Prager Bura und nicht beim neuen Außenminister Dr. Krofta, der einen solchen Ausgang überstürzter Aktionen schon längst geahnt oder vielleicht befürchtet hatte. Die Rolle Schuschniggs wird jedenfalls in diesem Zusammenhang immer unklarer. Immerhin, ob er nun als reuiges Baldwins Aufrüstungsvorschlag. Wie wird sich dieArbeiterPartei entscheiden ? London, 5. März. (DNB. Funkspruch.) Die englische Regierung hat beschlossen, in der Unter- Haus-Aussprache über das Rüstungsweißbuch am kommenden Montag oder Dienstag die Vertrauensfrage zu stellen. B a l d w i n will einen Antrag einbringen, in dem die Abgeordneten aufgefordert'werden, den Aufrüstungsplänen zuzustimmen. Der Führer der Arbeiteropposl- t i 0 n wird einen Gegenantrag stellen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, daß der extreme Flügel der Konservativen, der das Programm als unzulänglich empfindet, seinerseits einen Antrag gegen die Regierung einbringt. Führende konservative Blätter bemühen sich, die Opposition von der Notwendigkeit des Aufrüstungsprogrammes zu überzeugen. Sie versuchen dabei, die Gewerkschaften gegen die politische Arbeiterpartei auszuspielen. „Daily Telegraph" meldet, daß sich der Gewerkschaftskongreß und die Arbeiterpartei bisher noch nicht über eine gemeinsame Stellungnahme zu den Regierungsvorschlägen einigen konnten. Die Gewerkschaften neigten der Ansicht zu, daß das Programm in feiner i n b u ft r i e j » len Auswirkung große Vorteile für die Arbeiterschaft mit sich bringe. Die „Morning Post" schreibt, ein großer Teil der Arbeiterbewegung einschließlich der Gewerkschaftler sehe inderdeutschenWiederaufrüstung eine so ernste Drohung, daß er geneigt sei, die parteipolitischen Erwägungen zurückzustellen. England wird allmonatlich ein neues Lustgeschwader in Dienst stellen. London, 5. März. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" meldet, daß im Rahmen des neuen Aufrüstungsprogramms während des neuen Finanzjahres wöchentlich über 12 neue Kriegs- flugzeuge gebaut werden. Das bedeute, daß monatlich rund 50 neue Maschinen, also mehr als ein volles Geschwader, in Dienst gestellt würden. Die Polizei Aufklärunqswoche Berlin, 4. März. (DNB.) Auf einer Pressekonferenz im Innenministerium wurden nähere Mitteilungen über die Polizeiaufklärungswoche gemacht. Die Aufklärungswoche wird bereits am Samstag, dem 14. März um 20.10 Uhr mit einer Rundfunkansprache des Reichsinnenmini- auf eine Idee: Italien wäre, so meinte er, be- chäftigt und kann nichts tun. Prag hingegen, der Liebling der Westmächte, könnte vielleicht den Weg zu Geldgebern in Paris und London ebnen. Es wäre, meinte er, nützlich, nach Prag zu fahren und ich dort der Kleinen Entente anzuschließen. Ein Bündnis zwischen der Tschechoslowakei und Oesterreich — welch ausgezeichneter Gedanke, um die berühmte „Selbständigkeit" Oesterreichs aufrechterhalten zu können! Aber die Tschechoslowakei kann nicht allein handeln, sie muß ihre Partner- taaten der Kleinen Entente fragen. Oesterreich 1 aller interessierten Großmächte in vollkommene ollte, so wollte man in Prag, Zugeständnisse! Uebereinstimmung gebracht werden. Wenn die Un- in d e r Habsburger Frage machen. Bindungen in dieser Richtung paßten aber den Wiener Machthabern nicht. Hodza, damals nicht nur tschechoslowakischer Ministerpräsident, sondern auch Außenminister, dem der Gedanke Schuschniggs sehr zusagte, fuhr nach Paris und veröffentlichte eine Unmenge von Unterredungen, worin er seine und Schuschniggs Danaupläne klarzumachen versuchte. Ein Teil dieser Interviews mußte widerrufen werden. Was Hodza sonst noch dort getan hat, wird erst später bekannt werden. Aber es war doch so viel deutlich geworden, daß Hodza eine Donauöderation mit Vorzugszöllen und vor allem zu dem Zweck anstrebte, die Getreide- Überschüsse dieses Staatenblockes irgendwie im Westen anzubringen. Es fragte sich nur, wer sie übernehmen und wie sie bezahlt werden sollten. v ... Südslawien, das eben erst den italienischen Markt verloren hatte, machte Schwierigkeiten. Es wollte nicht auch noch seine Ausfuhr nach Deutschland unterbinden, um unsichere Hoffnungen dafür einzutauschen. Also fuhr Hodza nach Belgrad. Dort mußte er offenbar seine Hoffnungen bedeutend zurückschrauben. Denn was er von Belgrad mitbrachte, wurde nur noch als ein „Notprogramm" bezeichnet und lief schließlich darauf hinaus, zu verhüten, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse unter den Donaustaaten selbst sich nicht noch mehr verschlechtern. Man sah nun auch in Prag, daß man das, was man als Wirtschaftseinheit vor 18 Jahren zerstört hat, nicht über Nacht wieder unter einen Hut bringen konnte, so wenig wie ein einmal in Scherben gegangener Krug je wieder ganz wird. Hodza mußte das Außenministerium an den vorsichtigeren Dr. Krofta, den langjährigen Stellvertreter Dr. Beneschs, abgeben. Das bedeutet nun keineswegs, daß die alten Pläne Prags vollständig ins Wasser gefallen sind. Das Blatt des Ministerpräsidenten Hodza, der tschechisch-agrarische „Ven- kow", schrieb mit Recht, daß auch Krofta d i e Politik H 0 dzas fortsetzen und trachten werde, zu einer wirtschaftlichen Einigung mit den Donaustaaten zu gelangen. Nur wird Krofta nach bewährteren Methoden handeln. Es ist weder seine noch Dr. Beneschs Gewohnheit, Hals über Kopf in ein Abenteuer hineinzugeraten. So schwierig gewordene Probleme, wie die Donaufrage, fordern sorgfältige und langdauernde Vorbereitungen, wenn man sie überhaupt auf diesem Wege — ohne das Deutsche Reich — jemals verwirklichen kann. Man wird es aber gewiß trotz aller gegenteiligen Versicherungen versuchen. Die Hauptsache wäre, so meinte man nicht in hlnvrrre fftiH vollständige Umklammerung, die das inzwischen durch das unwirtliche Gebirgsland von Addi Abo vorstoßende IV. Korps vollziehen sollte. Wenn der italienische Plan, hie Heeresgruppe des Ras Jmru vollständig zu vernichten, auch nicht völlig gelungen ist, so zählt diese Armee für den Kampf vorläufig nicht mehr mit. Die abessinischen Verluste in der Schlacht von Schire waren, wie in den vorhergehenden Schlachten, sehr hoch. Die Zahl der Toten und Verwundeten zählt nach Tausenden. Die italienischen Verluste werden auf etwa 700 Tote beziffert. Die Wasserversorgung des IV. Korps während des Marsches durch das Wüstengebiet von Addi Abo wurde durch Flugzeuge gesichert, von denen zwei vermißt werden. Die Bevölkerung der von den Italienern neu besetzten Gebiete hat sich sofort unterworfen. Mussolinis Velo. Von unserem Ao.-Äerichierstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Prag, 3. März 1936. Als die Armee Franchet d'Espereys im November 1918 die Donau überschritt, wurde ein großes altes Reich zerstört: Die österreichisch-ungarische Monarchie, die bis dahin für nicht weniger als 56 Millionen Menschen der verschiedensten Völker von Bodenbach bis Banjaluka und von Bregenz bis Czernowitz Dach und Wirtschaftseinheit gebildet hatte. Es hat heute weder Sinn noch Zweck, darüber nachzusinnen, ob dieses Ereignis, vom deutschen Standpunkt aus betrachtet, hätte verhindert werden könne oder sollen. Genug, es ist geschehen, und an Stelle des wirtschaftlich geeinigten Donauraums sind drei kleine sog. „selbständige" Staaten entstanden, den Rest des Gebietes hat man an Nachbarstaaten (mit Ausnahme des Deutschen Reiches) zugewiesen, alles, ohne daß die Bevölkerung auch nur nach ihrem Willen gefragt worden wäre. Dem Selbstbestimmungsrecht der kleinen Völker wurde ausreichend Rechnung getragen, dasselbe Recht des deutschen Volkes wurde nicht berück- 1935 ä* bedeuten: (D UscZtec/ia-S/owaAei (2) Ö/ZerreicZi sichtig!. Selbstverständlich entwickelten sich nun die voneinander getrennten Gebiete in wirtschaftlicher Beziehung auseinander. Das ging ganz gut, solange die Nachkriegskonjunktur andauerte oder die Siegermächte bereit waren, die von ihnen geschaffenen Staatsgebiete ausreichend mit Anleihen zu versorgen, wenn sie auch größtenteils von vornherein „ä fond perdu" gegeben wurde. die allgemeine Wirtschaftskrise aber auch nach Siegerstaaten griff, hörte das auf. Etwa um Jahr 1929 herum empfand man plötzlich in Nachfolgestaaten dringend, daß man wirtschaft- ro e 0 eT a u f Anleihe stelzen noch auf eigenen Beinen stehen könne und sah sich nach Hilfe um. Der einzige Staat, der dazu bereit war, war das Deutsche Reich. Es schlug Oesterreich, um es zu retten, ein Zollbündnis vor, das von Frankreich verhindert wurde. Frankreich brachte dafür den sogenannten Tardieu-Plan aufs Tapet, den wieder Italien durchkreuzte. Dr. Benesch erfand nach dem Ostpakt den Plan eines Donaupaktes, in Rom wurden die römischen Protokolle unterfertigt. Hier eine Brücke zu schlagen verhinderte der Ausbruch des italienisch-abessinischen ___________.-01 Gro/3 - tfritanna. leinet Zbeutfchfand Sei Wie iE'1 sehr äugen" Mente Das i|i Auch n nicht a Plane: Scha^ kehrt' r F« *Ä für e»" nicht b. außen nieder Krofta Ber Ziehung über di chabe n 6000 in bie M stieg bet turgeme Reiche von der hundert, Leben u hundert Zerstc die Jdic Wahnsil funden, und Ku turlofigf Seit etwa di viele § Kunstth« Mit der Volk sich und an streichen habe al rade in zel fein, dieses ( heit sei und na uns di Staat 1 Gestalt bann e sichert, M grö Re Jung der irdisch, 8er ®o ebbe, politi{fy ollen E schichten: Erziehur betten untersche den Unti Zungen I jede Rill ausgenon des Sch, «nd zah Haltung Malter und die unterstell ganzen .Der $ Jre ($r, Meres t'sche <51 sondern D-uW, Enterbe Island wie itzjz S°g-N 1)! «W w fi? II °b-, au Ls 3n »9 $6« ist t* • tn Verrat Die Probefahrt des neuenZeppelinMschiffes glanzend gelungen Schäflein oder als Unschuldiger nach Rom zurück, kehrt, Oesterrelch muß seine Extratouren aufgeben. weise gehandelt, daß man den Wechsel im Außenministerium vorher ein- treten lieh, bevor die römische Bombe platzte. Auch damit sind, wie Mussolini sagte, die Pläne fu^ eine Neuordnung des Donauraumes noch immer nicht begraben. Auch wenn diese Widerstände von außen beseitigt werden sollten, es wird immer wieder solche von innen geben. Wenn es nach Krosta geht, wird nicht nur Italien, sondern überhaupt jede europäische Großmacht außer acht gelassen werden. Das Konzept Hobza ist so wie Ser Tardieu-Plan am italienischen Widerspruch gescheitert. Ohne Italien geht es jedenfalls nicht, dazu hat es, wie man sieht, Oesterreich zu sehr an der Strippe. Mit Italien geht es aber augenblicklich auch nicht, solange die Kleine Entente an den Völkerbundssanktionen teilnimmt. Das ist, soweit man heute sieht, der Sachverhalt'. Auch nach der Erklärung Mussolinis ist zunächst nicht abzusehen, wie alle diese alten oder neuen Pläne plötzlich über Nacht ein Ende nehmen und greifbare Ergebnisse heranreifen sollen. Weltanschauung und Kultur. Alfred Rosenberg vor der NS.-Kulturgemeinde. B e r (i n , 4. März. (DNB.) Vor der NS.-Kultur- gemeinde sprach in der Deutschlandhalle der Beauftragte des Führers für die gesamte geistige Erziehung der NSDAP. Reichsleiter Alfred Rosenberg über das Thema „Weltanschauung und Kultur". Vorher gab der Leiter der NS.-Kulturgemeinde Dr. Walter Stang einen zahlenmäßigen Rückblick über die Tätigkeit der NS.-Kulturgemeinde seit 1933. Habe man damals mit einem Mitgliederbestand von 6000 in der Reichshauptstadt begonnen, so betrage die Zahl der Mitglieder heute rund 70 000. Der Aufstieg beweise, wie folgerichtig die Idee der NS.-Kulturgemeinde gewesen sei. Reichsleiter Rosenberg zeichnete dann ein Bild von der Kunstentwicklung der vergangenen Jahrhunderte und deren Auswirkungen auf das politische Leben und wies auf die „Entfaltung" im 19. Jahrhundert hin, die schließlich bei der absoluten Ausstieg zur ersten Wettslättensahtt. Friedrichshafen, 4. März. (DNB.) Das Luftschiff „LZ 12 9" ist am heutigen Mittwochnachmittag bei bedecktem Himmel um 15.19 Uhr zu seiner ersten Probefahrt aufgestiegen. Wie ein Lauffeuer eilte die Kunde durch die Stadt. Im Nu eilten Tausende zum Werftgelände. In majestätischer Ruhe lag das Schiff noch in der Halle, Dr. Eckener richtete an seine Arbeitskameraden eine Ansprache. Das Schiff, an dem vier Jahre gebaut worden sei, liege klar zur ersten Ausfahrt. Die Welt erhoffe von diesem Schiff eine erhebliche Weiterentwicklung der Luftschiffahrt. Es sei das Beste hergegeben worden, um das stolze Schiff so gut wie möglich zu bauen. Der gleiche Gücksstern, der dem „Graf Zeppelin" be- schieden war, möge auch über dem neuen „LZ 129" leuchten. Nachdem das Luftschiff noch ein letztes Mal ausgewogen worden war, ertönte hell das Kommando: „Luftschiff marsch!" Langsam wird das Schiff aus der Halle gezogen. Auf dem Werftgelände wirkt es noch gigantischer als in der Halle. Laut erteilt Dr. Eckener die letzten Befehle; das Schiff wird gegen den Wind gelegt. Punkt 15.19 Uhr erhebtsichdas stolze Schiff in dieLuft, begleitet von den Heilrufen der begeisterten Menge. Erst in etwa 100 Meter Höhe springen die Motoren an, zuerst auf der Steuerbord — dann auf der Backbordseite. Dröhnend singen sie ihr ehernes Lied und entführen das glückhafte Schiff unseren Blicken. Nach kurzem Kreuzen über dem Werftgelände nimmt „LZ 129" Kurs in westlicher Richtung. Leber dem Vodensee. Das Schiff kreuzte über drei Stunden über dem Werftgelände, über dem Bodensee und über dem Bodensee-Hinterland. Das Wetter war während der ganzen Zeit ziemlich diesig und die Dämmerung brach bereits nach 18 Uhr ziemlich rasch herein. Um so eindrucksvoller war dann der Augenblick, als das Schiff im Schein seiner Lichter zur Landung anfuhr und nach den üblichen Manöver» um 18.21 Uhr zur Landung ansetzte. Die Taue wurden abgeworfen, Wasserballast abgegeben und die Haltemannschaft, die durch Arbeitsdienstmänner verstärkt worden war, zog das Schiff auf den Boden. Um 18.25 Uhr war b t e Landung glatt vollzogen. Vollste Zufriedenheit. DieErwartungennoch in vielemübertroffen. lieber den Fahrtverlauf und die Ergebnisse der Werkstättenfahrt äußerte sich Kapitän Lehmann in begeisterten Worten. Die Versuchsfahrt sei über die eigenen Erwartungen der Werft hinaus hervorragend ausgefallen. Zunächst seien die Steuer- e i g e n s ch ä f t e n des Schiffes durchgeprüft worden. Man habe nicht ohne weiteres Voraussagungen in dieser Richtung machen können, das das neue Luftschiff ganz andere Ausmaße habe als der.„Graf Zeppelin" und weil die Steuerung vollkommen anders konstruiert sei. Trotzdem sei nicht nur die gleich gute Manövrierfähigkeit erreicht worden, sondern man habe den bestimmten Eindruck gewonnen, daß das neue Schiff, darüber hinaus noch besser zu steuern sei. Auffallend sei, was man übrigens von unten ebenfalls mit Erstaunen bemerkte, die beinahe vollkommene Geräuschlosigkeit der Motoren. Dies ist vor allem in der Führergondel außerordentlich angenehm, und zwar nicht nur für das Ohr, sondern auch bezüglich der kaum mehr bemerkbaren Vibration. Weiter mürben b i e Maschinen nach allen Richtungen und Arten hin durchgeprüft und Umsteuerungen vorgenommen. Die Motoren seien, wie erwartet, ohne die gerin gste Störung gelaufen, wie denn überhaupt alles ohne jegliche Beschwerde geklappt habe. Besonders angenehm sei auch der Umstand, daß das neue Luftschiff einen viel kürzeren Bremsweg habe, was sich hauptlächlich bei den Landungen sehr vorteilhaft auswirke. Zusammenfassend betonte Kapitän Lehmann nochmals, daß die an sich kurze Probefahrt zur vollen Zufriedenheit durchgeführt worden sei, und daß von Seiten der Werftleitung keine weiteren Probefahrten mehr für nötig erachtet würden. Falls es die Wetterlage erlaubt, wird bereits am Donnerstagmorgen eine etwa achtstündige Fahrt mit 'Behördenvertretern durchgeführt. Nach Abnahme des Schiffes durch die Zeppelin- Reederei soll dann die Deutschlandfahrt und gegen Ende des Monats März der große Tauf- a k t stattfinden. Leistungen unserer Zeppelin-Mannschaft. 300000 Kilometer an Bord des Luftschiffes! Don Dr. Wolfgang Mejer, z.Z. Friedrichshafen. Zerstörung aller Formen anlangte und die Idiotie als Schönheit bezeichnete. Der politische Wahnsinn habe so seine künstlerische Darstellung gefunden, und auch das zeige, wie eng Weltanschauung ■ und Kultur und Weltanschauungslosigkeit und Kulturlosigkeit miteinander zusammenhingen. Seit dem Zusammenbruch des Mittelalters, also etwa vom 15. bis zum 20. Jahrhundert, habe es viele Konfessionen, philosophische Schulen, viele Kunsttheorien, aber keine Weltanschauung gegeben. Mit dem Nationalsozialismus erst hat das deutsche Volk sich eine gesicherte, schöpferische Stunde erkämpft und an uns ist es jetzt, diese Stunde nicht verstreichen zu lassen. Das furchtbare Erlebnis von 1918 habe alle aufrechte Charaktere mobilisiert, daß gerade in der Tiefe des Sturzes Deutschland die Wurzel seiner Kraft wieder entdeckt habe, und der Führer dieses Erlebnis zu einer Einheit formte. Diese Einheit sei dann 14 Jahre im Kampfe erhärtet worden, und nach dem Siege stehe nunmehr als Aufgabe vor uns die Gestaltung des Willens und der Idee in Staat und Kultur. Wenn diese innere Einheit äußere Gestalt und weiterstürmende Kraft geworden sei, bann erst ist bie nationalsozialistische Revolution gesichert, bann erst wirb sie nicht Episobe sein, sondern die größte Epoche der deutschen Geschichte. Der Nachwuchs. Reichsminister Dr. Goebbels spricht zu Jungen der nationalpolitischen Erziehungsanstalt Potsdam. Berlin, 4. März. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing 22 Angehörige der nationalpolitischen Erziehungsanstalt Potsdam. Jungen aus allen Gauen Deutschlands und aus allen Volksschichten; denn wenn auch die 12 nationalpolitischen Erziehungsanstalten aus den ehemaligen Kadettenanstalten hervorgeaangen sind, so unterscheiden sie sich doch von diesen nicht nur durch den Unterrichtsplan, sondern auch dadurch, daß die Jungen lediglich nach ihrem persönlichen Wert ohne jede Rücksicht auf die soziale Stellung der Eltern ausgenommen werden. Eine stärkere Staffelung des Schulgeldes nach den Dermögensverhaltmssen und zahlreiche Freistellen ermöglichen diese Gestaltung einer wahren Volksgemeinschaft in den Anstalten, die vom Führer selbst begründet wurden und die dem Reichserziehungsminister Rust direkt unterstellt sind. Eine scharfe Auslese wahrend der ganzen Schulzeit sorgt dafür, daß hier ein erstklassiger Führernachwuchs herangebildet wird. Der Minister wies die Jungen darauf hin, daß ihre Erziehung sie darauf vorbereiten solle, ein schweres Leben zu meistern. Der nationalsozlali- stische Staat sei keine bequeme Versorgungsanstalt, sondern man müsse sich in ihm durch Tüchtigkeit durchsetzen. Allein schon die geopolitische Lage Deutschlands zwinge jede Generation, sich aus die Hinterbeine zu setzen, um den Wettkampf mit dem Ausland zu bestehen. Dr. Goebbels erinnerte daran, wie Bismarck sich keinen geeigneten Nachfolger erzogen habe, so daß er nach seinem Abgang nicht ersetzt werden konnte. Der Nationalsozialismus dagegen sei dafür, daß ihm ein gleiches Schicksal nicht begegne. Die Jugend müsse sich immer klar sein, daß es ihre Aufgabe sei, bas, was bie heutige Generation an geschichtlichen Werten geschaffen habe, zu erhalten unb weiter zu entwickeln und o die Ewigkeit der Nation zu gewährleisten. Die romantische Gefühlswelt der Vorkriegsiugend> fei abgelöst worden von einer realistischen, männlichen und heroischen Lebensauffassung. Jeder Junge sch habe heute eine Möglichkeit zum Emporstieg, aber nur der werde sie ausnützen können, bi f Jugend nicht verplempere in Genuß, sondern der heroisch, sparsam und männlich lebe. In den provinzialkirchenausschuß für Westfalen berufen. Berlin, 4. Marz. (DNB.) Der R°ichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten hat nachdem Superintendent Niemann (Herford) u■ Michern (Bielefeld) aus dem Provinzialt rchen ausschuß für die Provinz Westfalen ausgesch^e. den sind! an ihrer Stelle P Er Heilmann (Gladbeck) und Rechtsanwalt und Notar D . Lütje (Bielefeld) in den Provinzialkirchenaus schuß berufen, die mit den bisherigen Mitgli dem Pfarrer V i e b i g (Münster i. W.) un . , kant Kisker (Bielefeld) nunmehr den Provinzial kirchenausschuß bilden. _____ Unruhig fegt der Südwest über die stattliche Uferpromenade, die an strahlenden Sommertagen den von der städtischen Fremdenwerbung gern geübten Vergleich mit den Straßen der Riviera tatsächlich nicht zu scheuen braucht. Eigentlich ist auch jetzt, im heurigen unnatürlich warmen Winter eine Aehn- lichkeit der Küste des Ligurischen und des Schwäbischen Meeres durchaus vorhanden. Hier wie dort jagt ein feiner, durchdringender Sprühregen über vereinsamte Parkanlagen und Klubhäuser, reiten weiße Schaumkronen aus zähtriefendem Nebelbrei in die weitgeschwungenen Buchten. Aber ein merklicher Unterschied ist da: Dort im Süden liegen die prächtigen Städte und Badeorte jetzt in stillem Winterschlaf. Hier aber in dem alten Reichsstädtchen am Bodensee pulst trotz des trübseligen Wetters emsiges Leben, fanden auch in den kurzen, ungastlichen Win- tertagen die Fremden den Weg zu der Stätte, auf die nicht nur Deutschland voll Erwartung blickt. Hier ging das neue Zeppelinschiff „LZ 129" seiner Vollendung entgegen. Auch der ruhmreich bewährte „Graf Z e p p e l i n", der nun schon 1 350 000 Kilometer, fast den 34fachen Erdumfang, auf mehr als 500 Fahrten überflogen hat, wurde von fleißigen Händen für bie neue Fahrzeit gründlich überholt. Stille Tage beschaulicher Ruhe gibt es nicht bei ben Zeppelinleuten, auch wenn Schiff unb Besatzung einen so starken Einsatz ber Kräfte hinter sich haben wie im vergangenen Jahr. Sofort mit ber Grün- bung ber „Deutschen Zeppelin-Reeberei" im vergangenen März setzte ein scharfer Fahrtrieb ein, ber bis zum 10. Dezember ununterbrochen mit beispielloser Zuverlässigkeit burchgehalten würbe. Montags ben ganzen Tag über Vorbereitungen für Ne weite Reise, abends Aufstieg in Friedrichshafen. Drei Nächte und fast drei Tage über Länder und Meere, Donnerstag nachmittags Landung in Pernambuco. Während die Schiffsgäste für einige Stunden Gelegenheit haben, der Ruhe zu pflegen oder einen Urwaldausflug zu unternehmen, muß die Zeppelinmannschaft hurtig schaffen, Gas nachfüllen und den Luftriefen für die Weiterfahrt fertigmachen. Das ist keine leichte Arbeit bei solch vielgestaltigem Mechanismus. Dann geht es gleich weiter über die Küstenwälder Brasiliens nach Rio de Janeiro, das am Samstag morgens erreicht wird. Ohne Aufenthalt steigt das Luftschiff nach dem in wenigen Minuten erledigten Wechsel der Fahrgäste sofort wieder hoch und ist schon am Sonntagabend wieder in Pernambuco. Wieder nur eine kurze Zwischenlandung. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag schwebt das Luftschiff schon wieder über dem Bodensee Dom Freitag bis zum Sonntagabend darf sich dann der Zep- pelinsahrer (einer Familie, seiner Ruhe und (einen eigenen Angelegenheiten widmen — ->Ue vierzehn Tage nur, denn am nächsten Wochenende st das Schiss auf Fahrt über Südamerika! Fast die Hälfte der gesamten vor,ahrigen Fahr,astan hat die Zeppelinvesatzung in der Luft verbracht. Dazu ist noch die Arbeitszeit wahrend der Liegezeiten des Schiffes zu rechnen. Nur zwei Reifen hat jedes Mitglied der Besatzung durchschnittlich ausgesetzt, also nicht weniger als 3 0 0000 Kilometer an Bord zurückgelegt. Und der Dienst war für die Luftschisfmannschast, die ,m vergangenen Jahr etwa 40 Kopse be, ftd-r R st- stark war, nicht leicht; wenn auch an, ®ort> rote in der Schiffahrt, die diensttuende Schicht alle vier Stun- den abgelost wird. Aber d,e Dienftstunden stnd Stunden höchster Anspannung. Unter ■ allen Umständen, auch bei schwerem Wetter, wurde der Zeppelinverkehr über den Sudatlantik mit der : Regelmäßigkeit eines Eisenbahnbetriebes durchge- [ührt — 16 Südamerikareisen brachte das erste Jahr im Betriebe der Deutschen Zeppelm-Reedere,, und noch drei Pendelsahrten »wstch-n den Küsten Afrikas unb Sübamertfas für bie reine Postbefor derung! Mehr als 30 Klimawechsel machte jeber Zeppelinmann im vergangenen Jahre burd), neben bem verantwortungsvollen Dienst allein fd)on eine starke Beanspruchung bes Körpers. Auch ist bie 1 Freiwache in ben Mannschaftsraumen natürlich • längst nicht so bequem wie ber Aufenthalt m den Kabinen ber Fahrgäste. Im "euen Luftschiff wirb : auch bie Besatzung angenehmer untergebracht fein. Drei Männer nur, Koch, 0 $ u n b - S t e w a r b , müssen bie oft recht anspruchsvollen ° Wünsche ber Gäste erfüllen Es gehört schon bie - in jahrzehntelangem Dienst als Luftschiffkoch er- : worbene Meisterschaft dazu m ber zwar äußerst zweckmäßigen, aber natürlich recht kleinen Küche täglich sechs stattliche Mahlzeiten entstehen zu lassen, auf Verlangen sogar einzelnen Gästen vegetarische Speisen ober Diät- ko st zu bereiten! Dabei mußte vielfach, wie in stark besetzten V-Zügen, in zwei Abschnitten gespeist werben. Denn erfreulicherweise waren tm „Graf Zeppelin" in ben letzten Monaten immer sämtliche Plätze ausverkauft; wegen zu starken An- brangs mußte sogar eine Anzahl Reisenber auf „Wartelisten" für bie nächsten Fahrten vorgemerkt werben! Das ist ein Zeichen dafür, baß ber Einsatz eines zweiten Schiffes in ben Sübamerikabienft sehr zu begrüßen wäre. Aber vorerst wirb ber brave „Gras Zeppelin", ber in seinen sieben Dienstjahren ben Ozean nun schon lllmal überquert hat, hauptsächlich ben fahrplanmäßigen Sübamerikabienft versehen müssen. Der neue große Gruber „LZ 12 9" soll ihn nach Beenbigung ber Werkstattfahrten auf einigen Reisen nach Sübamerika ablösen, bann aber eine Anzahl von Fahrten nach USA ausführen. Voraussichtlich werben jeboch auch bie Besucher ber Olympischen Spiele in Berlin im fommenben Sommer Gelegenheit haben, bas neue Luftschiff über bem Reichssportfelb begrüßen zu können. Der Einsatz bes zweiten Schiffes stellt bie Deutsche Zeppelin-Reeberei vor keine leichte Aufgabe. Müssen doch nun zwei Zeppeline mit erfahrenen Kräften, bie auch ben schwer st en Anforberungen bes Ueberseebienstes gewachsen sinb, bemannt werben. Dann aber bringt bie Eröffnung bes Weltluft fcbiffhafens Frankfurt am Main eine einschneidende Veränderung in bas Leben ber Zeppelinleute. Gar mancher, ber hier unten im Parabiesgärtlein bes beutschen Vaterlan- bes fein schmuckes Häuschen hat, ber vielleicht noch zu Lebzeiten bes Grafen Zeppelin hier heimisch würbe, muß jetzt bas liebgeworbene Bobenseegestabe verlassen unb in bie Großstabt ziehen. Für manchen Arbeitskameraben, für manche Familie wirb bie Lösung aus bem gewohnten Lebenskreise nicht leicht werben. Auch für bie ehrwürbige Stabt Friedrichs- hafen bebeutet es einen Verzicht, roieber aus bem großen Weltverkehr zu verschwinben. Er wirb ihr inbesfen baburch erleichtert werben, baß bie Werft hier verbleiben unb burch bie Besichtigung ber künftig hier entstehenben Luftschiffe weiterhin viele Frembe anziehen wirb. Auch soll bie historische Zep- pelinstabt in stärkerem Maße Ausgangspunkt für Probe- unb Sonberfahrten werben. Schließlich bient auch biefe Umstellung ber großen Sache, für bie unsere Zeppelinleute ihre ganze Kraft einsetzen: Deutschlands Führung im Weltluftschiffoerkehrl Neues von Photo und Radio. Sonderbericht von der Leipziger Messe. So vollzählig wie in biefem Jahr ist wohl bie beutsche Photoinbustrie lange nicht mehr auf ber Leipziger Messe angetreten. Aber selten hat sie auch so viele interessante Neuschöpfungen oorzu- legen gehabt wie in biefem Frühjahr. Natürlich gibt es eine Unmenge von Dingen, bie nur ben ausgekochten Fachmann locken, aber auch ber sogenannte Amateur-Photograph kommt bei ber Suche nach Neuerungen auf seine Kosten. Auf jeden Fall wirb ihm die Abkehr von den Liliput-Formaten auffallen. Die gangbarste Filmgröhe ist heute 6X9 Zentimeter. Der Grund hierfür ist darin zu finden, daß man sich mit Bildern dieses Formats begnügen kann, ohne Vergrößerungen vornehmen zu müssen. Und dann sind die Aufnahmegeräte handlicher und preiswerter geworden. Allerdings ist die Lichtstärke in diesem Fall nicht überragend, aber die Erhöhung der Empfindlichkeit des Filmmaterials gleicht diesen Schönheitsfehler wieder aus. Wenn man sich die billigen Kammern betrachtet, weiß man bald kaum noch, welche Fehler man machen könnte, um ein Bild mißlingen zu lassen. Die gerade von den Amateuren immer wieder gestellte Forderung, vor der Aufnahme im Apparat bas Bilb verfolgen zu können, ist jetzt fast überall burch Herstellung von Klein -Spiegelkame- r a s verwirklicht worben. Aufnahme- unb Sucherobjekt sinb nicht nur hier, ionbern auch an größeren Ausführungen voneinander getrennt. Interessant ist, baß auch ber schon so oft totgefagte Schlitzverschluß (aus Metall) roieber ba ist unb sogar lange Belichtungen von einer Sekunbe ermöglicht. Die obere Belichtungsbauer liegt bei Viooo Sekunbe. Zu ben Besonderheiten ber neuen Kameras gehört auch ber Einbau von Belichtungsmessern. Sie arbeiten photo-elektrisch unb sinb ungemein empfinblich geworben. Hin unb roieber sinb außerbem eingebaute Entfernungsmesser zu finben. Trotz ber Bevorzugung der größeren Filmformate hat sich aber auch die Vergrößerungstechnik verbessert. Sv werden die Geräte beispielsweise mit selb st tätiger Scharfei n st e 11 u n g gebaut. Dadurch wird die Arbeit sehr verkürzt und ein Ausschuß vermieden. Denn: ist die Vergrößerung einmal richtig eingestellt, fo ändert sie sich in der Schärfe nicht mehr, so viel Abzüge auch davon hergestellt werden. Für die Leistung dieser Geräte spricht, daß man in ihnen Dort 2,4 mal 3,6 Zentimeter großen Originalen Vergrößerungen von 13 mal 18 Zentimeter erhoffen kann. Ferner wäre noch darauf hinzuweisen, daß die Projektionsapparate für Filmbilder oder Glasbilder dank der großen Nachfrage durch Schulen und Vereine sehr gut und preiswert geworden sind. Die Bildbandwerfer werden auch mit einer Projektionsvorrichtung Aufammengebaut, die eine Verwendung von Buchseiten, Papierbildern usw. gestattet (Epidiaskop). Man kann von der Photoausstellung nicht scheiden, ohne nicht auch einen Blick auf die für den Amateur bestimmten Kino-Aufnahme - und Wiedergabegeräte geworfen zu haben. Für die Aufnahme kommt nur das Schmalfilmgerät in Frage. Man hat es zum schnellen Auswechseln der Optik eingerichtet, ihm bequem schaltbare Einrichtungen für den Wechsel zwischen Stand-, Zeitlupen- und Zeitraffer-Aufnahmen verliehen sowie bie Lichtstärken ber Objektive bis zu f: 1,5 bei einer Brennweite von 2 Zentimeter erhöht. Noch besser sinb bie Schmalfilm-Wiebergabegeräte durchgebilbet worben, bie größtenteils auch mit Tonwiebergabe gefertigt werben. Unb ist bas nicht eine besondere Leistung unserer Hanb- unb Kopfarbeiter, baß sie für ben Familien-Kintop ein Schmalfilmgerät schufen, bas noch nicht einmal 30 Mark kostet! Das projizierte Bilb hat eine Größe von 30mal 40 cm. Wer sich also bisher mit bem Heimkino nicht an- freunben konnte, weil er bie Ausgabe für ben Wiebergabeapparat scheute, ist bieser Sorge jetzt enthoben. Unb man werbe weiter mit bem schönen Spruch: „Wer photographiert (ober filmt) hat mehr vom Leben. Aber auch, wer R a b i o hört, stärkt mitunter seine Lebensgeister. Leipzig bietet biesmal eine richtige Funkausstellung, auf ber ber Superhet bas Felb beherrscht. Erfreulicherweise sinb bie Typen nicht baburch geändert worden, daß man an Stelle von braunen Hölzern rote verwendete oder andere Aeußerlichkeiten als „Saison" Herausstellen zu müssen glaubte. Man hat das verdiente Geld vielmehr zur Verbilligung der bewährten Empfänger benutzt. Sie haben auch „Schikanen" bekommen, wie z. B. eine Einstellung der Sender durch eine Wählerscheibe oder einen zweiten Lautsprecher. Ferner besaßt man sich mal wieder ernsthaft mit der Fernbedienung der Empfänger. Man will nicht immer von seinem Ruheplatz aufstehen, wenn ein anderer Sender zu Gehör kommen soll. Aber so ganz gelungen sind diese Fernbedienungen noch nicht. Der einfachere Empfänger ist aber keineswegs vom Superhet erdrückt worden. Er hat nämlich auch seine Vorzüge, nicht nur den des geringeren Preises, sondern er ist auch nicht so empfindlich oder „nervös" wie der große Bruder. Darum bringt er manche Störungen manchmal weniger bis zum Lautsprecher. Zum erstenmal ist in Leipzig der schon bekannte DA F. - Empfänger ausgestellt, ber vor allem in ben Betrieben Ausstellung gefun- ben hat. Für ben Volkse yi p s a n g e k sind weiter neue Zusatzgeräte wie Sperrkreise, Wellenanzeiger, Supervorsätze unb dsrgl. ausgestellt. Größere Ausbehnung nehmen auch bie tragbaren Empfänger unb bie für ben Einbau ins Auto bestimmten ein. Von beiben kann man sagen, baß sie heute tatsächlich gebrauchsfähig unb nicht mehr wie bis vor kurzem als Spielerei anzusehen sind. Job. Trauerbeflaggung am Helöengedenktag. Berlin, 4. ffiürj. ($BB.) Für den Helden- gcöenftag ist vom Herrn Reichs- und Preußischen Minister des Innern mit Erlaß vom 8. Juni 1935 die Beflaggung sämtlicher Dien st ge- bäude auf halbmast angeordnet. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich diesem Vorgehen anzuschliehen. Oie russischen Vorkriegsschulden. Paris, 5. März. (DNB. Funkspr.) Der Finanzausschuß der französischen Kammer beschäftigte sich erne« mit dem Antrag des Abgeordneten d e L a - st e y r i e, sofort Verhandlungen mit der Sowjet- regierurrg über die Vorkriegsschulden aufzunehmen und inzwischen jeden neuen Kredit an Mos-kau zu verweigern. Wenn man erkläre, daß es sich gegenwärtig bei den Handelsgeschäften mit Sowjetrußland nur um eine Kreditversicherung des französischen Staates und nicht um eine Anleihe handele, so sei diese Kreditversicherung eben zugunsten des sowjetrussischen Staates eingegangen worden. Der französische Staat müsse das Risiko tragen, wenn Moskau nicht zahle. Es sei nicht Aufgabe der Konsignationskasse, einen Teil der Kreditversicherungssumme in einem Augenblick flüssig zu machen, in dem die Kasse nicht einmal ausreichende Mittel für nationale Arbeiten bereitstellen könne. Wieder Zuchthausurteile in Oesterreich gegen Nationalsozialisten. Wien, 5. März. (DNB.) Nach dreitägiger Verhandlung ging in Wien ein Schwurgerichtsprozeß gegen sieben Nationalsozialisten zu Ende, die beschuldigt waren, nach dem Juli 1934 SA.- Forma t i o n e n neu auf gestellt zu haben. Drei Angeklagte wurden zu je 2%, zwei Angeklagte zu je 2 und zwei Angeklagte zu je 1% Jahren schweren Kerkers (!) verurteilt. Kunst unD Wissenschaft. Gau-Ausstellung „Kunstschaffen in Hessen-Rassau". NSG. Als Glied völkischer Kultur muß die Kunst stärkster Ausdruck sittlicher Willensbildung und Gestaltungskraft rassischer Werte sein. Aus den Werken der deutschen Kunst muß deutsche Wesensart sprechen. Diese Forderung unserer nationalsozialistischen Kulturpolitik zu verwirklichen, ist Aufgabe der NS.-Kulturgemeinde. Ein Gesamtbild des Erreichten 'wird die von der NS.-Kulturgemeinde, Gau Hessen-Nassau, vom 19. April bis 10. Mai 1936 in Frankfurt veranstaltete Gau - Ausstellung „Kun st schaffen in Hessen- Nassau" vermitteln. Alle Künstler und Kunsthandwerker, die Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste sind, werden hierzu aufgefordert. Anmeldeformulare sind bei der NS.-Kulturgemeinde, Abteilung Bildende Kunst, Frankfurt a. M., Neue Mainzer Straße 50 II, erhältlich. Weitere Ausgabestellen sind die Kreisobmänner von Darmstadt, Worms, Mainz, Wiesbaden und Gießen, nicht nur für diese Kreise, sondern auch für die weitere Umgebung. Letzter Anmeldetermin: 10. März 1936. Reue Filme der Reichspropagandaleitung. In München fand gelegentlich der Tagung der Propagandisten der NSDAP, eine interne Vorführung der neue ft en Filme der Reichspro - pagandaleitung statt, die demnächst durch die 'Gaufilmstellen der NSDAP, im ganzen Reich herausgebracht werden, hierzu gehören „K u m - p e l s" (Gestaltung: Dr. Grieger), „Fahrtenbuch Albanien" (Idee und Gestaltung: Walter F r e n tz), „Die Rho n" (Gestaltung: Gernot B o ck - S t i e b e r), „B ü ck e b e r g" (Schnitt: Krüger) und der Film vom 9. November „Ewige Wache" (Idee und Gestaltung: Dr. Grieger). Die Filme fanden lebhafte Anerkennung. Aus aller Welt. Die Sieger im Friseur-Wettbewerb. Im Rahmen der Reichsfachschaftsveranstaltung des deutschen Friseurhandwerks wurde in Berlin der große Wettkampf zu Ende geführt. Die Meisterschaft von Berlin und die Ehrenurkunde der Stadt Berlin erhielt Paul N i e s w a n d (Berlin). Den Preis von Deutschland mit einem Wanderpreis des Reichshandwerksmeisters und der goldenen Medaille des Reichsinnungsoerbandes erkämpfte sich Oettinger aus Frankfurt a. M. Weitere Preise erhielten Werner R e u l i ck e (Berlin) und Stich (Nürnberg). Trauerfeier für Botschafter Dr. Solf. In der Berliner Dreifaltigkeitskirche fand ein Trauergottesdienst für den am 6. Februar verstorbenen Staatssekretär und Botschafter a. D. Dr. Wilhelm Solf statt. Der Gedenkstunde wohnten die Familie des Verstorbenen, sowie zahlreiche Angehörige des Diplomatischen Korps bei. Von japanischer Seite waren im Hinblick auf die langjährige Botschaftertätigkeit des Verstorbenen in Tokio der Geschäftsträger der Botschaft, der Militärattache, der Marineattache, der Handelssekretär sowie fast alle Mitglieder der Botschaft erschienen. Von deutscher Seite wohnten der Trauerfeier u. a. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, General von Hamme r st e i n , die Admirale a. D. B e h n ck e und Groß, der Stabsleiter des Deutschen Kolonialkriegerbundes und Oberst a. D. von Boemcken bei. Pfarrer' R ö r i ch t gedachte in einem Rückblick auf Leben und Wirken des verstorbenen Botschafters, dessen Name für immer mit der Blüte der deutschen Kolonialgeschichte verknüpft sei. Seine unschätzbaren Dienste seien dankbar anerkannt worden. Bis zu seinem letzten Atemzuge habe Dr. Solf für das Vaterland gewirkt. Der Raubmörder Grämens zum Tode verurteilt. In dem Prozeß gegen den 30jährigen Georg Grämens, der, wie gemeldet, zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Vetter Konrad Nürnberg am 29. Januar d. I. den Kassenbotcn Helmut Schröter vom Mitteleuropäischen Reisebüro in Berlin niedergeschossen und um 15 000 Reichsmark beraubt hat, verkündete das Berliner Schwurgericht das Urteil. Der Angeklagte wurde entsprechend dem Antrag des Staatsanwaltes wegen gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Grämens, der bereits dreimal — wegen Diebstahls, BetriHs und Unterschlagung — vorbestraft ist, hatte Schröter überfallen, als er sich mit den Tageseinnahmen von etwa 15 000 RM. zur Bank begeben wollte. Als der von Nürnberg niedergeschlagene Schröter um Hilfe schrie, gab Grämens zwei Schüsse ab. Einer davon traf Nürnberg am Fuß. Da Schröter noch weiter im Hilfe schrie, feuerte auch Nürnberg auf den am Boden Liegenden und verletzte ihn tödlich. Darauf flohen die beiden Banditen mit dem Gelde. Der Kassenbote erlag am Kilben Tage seinen schweren Verletzungen. auch Nürnberg ft a r b später an der ihm von Grämens beigebrachten Schußwunde, die er aus Angst vor Entdeckung nicht sachgemäß behandeln ließ. Drei Todesopfer eines Kraftwagenunglücks. Auf der Chaussee zwischen Luckenwalde und Kloster Zinna (Brandenburg), kam es zu einem furchtbaren Unglück, dem drei junge Menschen zum Opfer fielen. Ein aus Luckwalde kommender Personenwagen, der in scharfem Tempo in Richtung Jüterbog fuhr, geriet beim Versuch, einen anderen Kraftwäaen zu überholen, auf dem schlüpfrigen Asphalt ins Schleudern und schlug in rasender Fahrt um. Er prallte mit einer entgegenkommenden Kraftdroschke zusammen. Die 21jährige Elli Hoffmann aus Luckenwalde wurde acht Meter weit geschleudert und sofort getötet. Der Fahrer des Wagens, Oberwachtmeister Scheier von Jüterbog, und die 16jährige Irmgard Pfaff aus Luckenwalde, stürzten durch den Anprall auf die Straße. Ihre Schädel- und Körperverletztungen waren so schwer, daß auch hier ärztliche Hilfe zu spät kam. Beide verschieden auf dem Transport ins Luckenwalder Krankenhaus. Ein vierter Insasse kam mit leichteren Verletzungen davon. Don den Insassen der Droschke erlitt der Beifahrer Schnittwunden im Gesicht. Schweres Autounglück in Holland. In Sneek in der holländischen Provinz Friesland ereignete sich ein schweres Autounglück, das fünfTodesopfer forderte. Ein Kraftwagen aus Leuwarden, dessen Führer dieStraßenverhältnisse in Sneek nicht kannte, fuhr im Nebel mit voller Geschwindigkeit in eine Gracht. Der Wagen ging sofort unter. Obwohl das Unglück sich in unmittelbarer Nähe einer Polizeiwache ereignete und zahlreiche Polizeibeamte mit Rettungsgeräten sofort zur Stelle waren, gelang es nicht, die Insassen zu retten. Alle fünf, vier Männer und eine Frau, konnten nur als Leichen geborgen werden. Schwere Explosion im kaukasischen Erdölgebiet. In Grodny, dem Mittelpunkt der kaukasischen Erdölindustrie, hat sich ein schweres Explosionsunglück ereignet. Auf der zweiten Erdölraffinerie von Grodny geriet aus bisher ungeklärter Ursache ein Großbehälter in Brand, der mit einem leicht entzündbaren Destillat gefüllt war. Das Feuer, das mit einer Riesenftichflamme zum Himmel loderte, griff schnell auf einen zweiten Großbehälter über. Nach kurzer Zeit flogen beide Behälter in die Luft. Zur Unterstützung der Stadtfeuerwehr von Grodny, die des Brandes nicht Herr werden konnte, wurden die Feuerwehren aus der Umgebung eingesetzt. Erst nach acht Stunden gelang es, das Flammenmeer einzudämmen und die größte Gefahr für die umliegenden Fabrikobjekte abzn- wenden. Der Sachschaden ist sehr groß. Die Verluste an Menschenleben konnten noch nicht fest- gestellt werden. Autolastzug gegen einen Baum gerannt. Bei dem Dorfe Domnitz im Saalekreis stieß offenbar infolge Versagens Der Steuerung und der Bremsen ein Lastzug gegen einen Baum. Der Motorwagen fing sofort Feuer, das auch auf den angehängten Möbelwagen Übergriff. Eine die Unfallstelle passierende Motorstaffel aus der NSKK.-Führerschule Schloß Gänsefurth leistete die erste Hilfe. Der Brand konnte rasch gelöscht werden, doch war der Führer des Lastkraftwagens bereits tot, während der neben ihm sitzende Beifahrer sich schwer verletzt aus dem Wagen retten konnte. Im Führerhaus des Möbelwagens saßen zwei weitere Beifahrer und eine Hausangestellte. Die beiden Beifahrer wurden getötet, das schwer verletzte Hausmädchen mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Der Fahrstuhlführerstreik in Reuyork. Während die Stadtbehörde und die Vertreter des Arbeitsamtes in Washington fieberhaft bemüht sind, den Aus st and der Fahrstuhlführer und der verwandten Berufe beizulegen, hat der Präsident der Neuyorker Gewerkschaft des Hausdienstpersonals, Bamdrick, bekanntgegeben, er werde mit den Führern anderer Gewerkschaften eine Zusammenkunft haben. Er deutete die Möglichkeit an, daß ein Generalstreik erklärt werden könnte. Die Zusammen st öße zwischen den Streikenden und den Arbeitswilligen dauern an. In einer der letzten Nächte zogen etwa 5000 Streikende durch die vornehme Park Avenue. Sie schlugen zahlreiche Fensterscheiben ein und versuchten Arbeitswillige aus den Wohnhäusern herauszuzerren. Die Polizei ging mit starkem Aufgebot gegen die Kundgeber vor und zerstreute sie. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch einen kräftigen Mittelmeerwirbel werden zur Zeit milde Luftmassen über den Balkan nach Deutschland verfrachtet, die heute früh die Temperaturen in Schlesien bereits über 10 Grad Celsius ansteigen ließen. Dom Westen strömt dagegen vom Südrand eines bei England liegenden Wirbels kältere Meeresluft nach Deutschland ein. Auch wir befinden uns dabei im Bereich einer feuchten Mischluft, die nebelig trübes Wetter bedingt. Da sich im Ostseegebiet ein stärkerer Teilwirbel zu entwickeln scheint, wird sich die Zufuhr kälterer Meeresluft aus Westen bei uns stärker durchsetzen, wobei in den höheren Luftschichten wieder kräftige Abkühlung zu erwarten ist. Aussichten für Freitag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung und auch vereinzelten Niederschlägen, bei lebhaften westlichen Winden noch mild. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. 11.36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Am 4. März entschlief nach schwerem Leiden unsere gute Mutter, Schwiegermutter,Urgroßmutter, Schwester und Schwägerin Frau Kath. Weber, Wwe. geb. Gatzert im 74. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Großen-Linden, den 5. März 1936. Die Beerdigung findet Freitag, den 6. März, nachmittags 3 Uhr statt. __________________________________________________________________01028 Alferwvereinigung 1866 —191 <> Den Alterskollegen geziemend zur Kenntnis, daß unser 1b. Alterskamerad Karl Euler nach kurzer Krankheit sanft entschlafen ist.-Die Beerdigung findet Donnerstag, den 5. März, nachmittags 2.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. _____________________________________________01023 3-u.4-Z.-Wohnung mitBad,Zentr.- Heiz. (Friedrich- ftratze) zu verm. Schrift!. Ang. u. 01015 a.d.G.A. | Mietgesuche~| Werkstatt zu mieten gesucht in Gießen, evtl, mit Wohnung. Schrift!. Angeb. m.Preis u.01022 an denGietz.Anz. Wir suchen tüchtigen Vrrtveter und sicher wirklich guten beachtet und gelesen. Wohnung in guter Lage, perl. April 1936 Verdienst Kernhäuser. HeiUechn. Neu- beiten, Frankfurt am Main, P^,tt.e^tt5Iei9,cn TöngezgHeL^ LLL-uSn der beim Lebensmittel-Handel K 7jm Uffihn out eingeführt ist. Angebote mit d~üllUi* "Ullll. iheferenaen an mit allem Zube- W.Tollgveve &<£o* (aU Arzt- Vertrete« LMD die mit aktuellem Hauswirt- Q Qtttittiet* schafft. Artikel D.R.P. schnell - Aachläffe von z vis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Ameise Keine Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnis, abschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müssen zur Ver- meidung von Verlusten auf der Rückseite Hamen und Anschrift des Bewerber« tragen I Wegen Verheiratung des jetzig, nicht schulpflicht. Iajß«ttn gesucht. Vorzust. mit Zeugn. nach 6 Uhr bei oiois Fr. Tr. Schwarz, Franks. Str. 1II. Auto-Kaufmann Me SlmWW Ingenieur oder Verkauf)01’ mit eigenem Wagen für den y erkauf erstkl. Marken-Wagen, ais stiller Teilhaber gesucht, Off. ui- ^r- 86^ Weber, Gießen, Plockstr.3* 01027 in Dauerstellung per sofort oder später gesucht. Schriftliche Angebote unter 1393 D an den Gießener Anzeiger Marktsraße 23 1394A Tel. 2417 ^isC-HHÄUS1 PUX-HAVE Feinste Filets Pfd.v. 35^ an Kochfische große Auswahl Pfd.v.30<9 an Merlan grüne Heringe Heilbutt Rotaugen Haustochter ges. d.rn.d. Hausfrau alle Arbeit, in kl. Einfarnil. - Haus verricht. Vorort Frankfurt a. AL, Fam.-Anschl. u. Taschengeld. Bewerb.rn.Foto an FranL.Waldecker Snlzbach/Ts.110 p Aelteres Mädchen das alle Hausarbeiten versteht u. Kochkenntnisse hat, zur Aushilfe sofort ges. Krug, Marktpl.23.140^0 Verkäufe Verkaufe Vogelsberger Milch-und Fahrkuh im Avril kalbend. Hattenrod Erbseng. 4.li3vsv SXl-Zinimer- Jf€aus Heiz. u. Garten, ruh. zentr.Lage, für 30 000 RM. zu verkaufen. Schrift!. Ang. u. 01021 a.d.G.A. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 Für Wanderer und Naturfreunde! Gin Sünden« und Siiienbuch. Mit 64 Kunstdrucktafeln u. viel. Textabbildungen. Preis broschiert JtUl. 2.85, gebunden AM. 3.60. Zu beziehen durch jede Suchhandlung. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Konfirmandenanzüge aus reinwollenen Stoffen RM. 23.- 28.- 32.- aus reinem Kammgarn. .RM. 38 - 42,- 48.- vorrätig in allen Größen, mit Einschlag zum Länger- und Weitermachen En GIESSEN, das gr. Spezialhaus f. 11 leGrx gute Herren- u. Knabenkleidung 129 A IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHII Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nutzen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache t sie Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist die billigste! Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 IIIIIIIIUIIllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Gewinnauszug 5. Klasse 46. Preußisch-Süddeutsche (272. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 22. Ziehungstag 4. März 1936 8n der heutigen Vormittagszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 215162 6 Gewinne zu 6000 M. 48644 86835 128030 14 Gewinne zu 3000 M. 34536 61060 157096 183888 220464 277386 394124 18 Gewinne zu 2000 M. 20026 49354 1 0163'2 106319 135006 141118 195351 201701 351641 46 Gewinne zu 1000 M. 16896 24689 24964 30004 40974 50070 77961 118904 144706 163044 171020 173448 189270 210946 224193 235425 242880 269633 269724 317847 325030 330141 380596 102 Gewinne zu 500 M. 1220 14691 14796 17426 24886 33513 43025 46164 53815 55099 61365 77210 82096 85556 94093 100113 106559 134729 134814 138232 156886 171053 174969 183091 183364 190978 193667 199131 202948 207863 212172 222387 240301 241603 248840 263529 267813 292540 293751 314060 320213 321945 326605 331693 336424 340331 351065 351685 358685 359536 374713 374 Gewinne zu 300 M. 2280 5162 5198 7812 9437 11297 11929 16189 16341 18283 18815 21700 23004 24875 29318 30908 32757 34773 34826 37071 39392 44940 47164 51219 51375 51501 51703 53132 59438 60432 62759 65214 66283 69197 70666 71373 76606 78432 81799 83128 83647 86302 92278 94465 99033 107747 108679 112336 113456 116882 118799 131510 131761 146207 149426 151367 156275 157204 157407 157759 158535 164991 165016 167179 168178 173301 174441 177081 177217 191300 193128 193979 193994 197763 198298 201107 201142 205292 205573 211968 212057 222730 222956 223550 226794 231034 233027 236379 237130 243744 243829 249512 252532 258671 259693 267682 268753 273191 274494 275335 278988 283785 285504 286393 287529 295331 295399 295402 298382 302780 306648 307532 307781 314247 314583 319904 321321 333368 333515 335639 339994 341188 342410 346545 348147 357690 359743 362398 364086 371578 374107 379080 379218 382002 383939 384744 385646 399402 399596 100202 114016 134390 156387 159357 171366 179536 196058 204174 217350 227414 238362 254334 269797 280190 288082 298738 308242 330269 340094 350091 364375 379385 388119 106778 114371 136172 156439 160005 172007 188981 196159 204991 218874 229673 242565 257672 271651 282524 293670 302754 314053 332415 340634 357131 366633 380107 389886 Verschiedenes Ein größerer Garten auf dem Sand zu verpachten, ev.in zwei Teile. Näheres umD Bahnhofstr. 83. Gelegenheit Laden in bester Lage(Kreisstadt) mit vollständiger Drog.- Einricht., Geschäft z. Zeit geschlossen, sofort an tüchtig. Fachmann mit nachweisbar. Kapital von RM.8000- bisl0000.-vreis- wert zu vermiet. (Evtl. Wohnung dab.). Schr.Ang. U.1401D a.d.GA. Zweck-Beiampsvngoer Schwarzarbeit können Arbeits-Aage- bote von Handwerkern nur mit Tlamensneo- nung u. unter Vorlage desSewerbenachweises ausgenommen werten. Verlag »«Sieben erAnzeigers gibt es nicht lose Zum ; Bohnern SeiflX Inder Dose Dose ca.1theM.75 •2- - 1A0> V +Damenbarl (fieslchlshaare) u.al.läst.Haarew nurd dievonmir angew.,einz.sich Meth. unt. Gar imm.mitd.Wurz. schmerzl.entferni Frau B. Gulden. Sprechstd. jeden Freitag,Gießen. Alicensfratze40p 0-7 Uhr durchg. Stummer Gieften 12730 Freit., 6. März, 20-22.30 Uhr. 21.i>reit.-Abonn. Preise von 0.40 H.2.30RM. Erstaufführung Die Insel. Schauspiel von Harald Bratt. Spielleitung: Anton Neuhaus. Ln der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 346862 8 Gewinne zu 5000 M. 36003 43646 214811 363978 4 Gewinne zu 3000 M. 258174 372070 28 Gewinne zu 2000 M. 14677 68424 87393 91144 132067 164115 238669 258316 269669 289339 296485 361776 362018 380139 42 Gewinne zu 1000 M. 3259 29395 35837 40149 46574 65641 70695 120109 137463 139532 144510 177919 190598 217740 253668 264310 317739 328089 337611 350274 375640 86 Gewinne zu 500 M. 6593 17643 21961 29221 29711 32028 50468 61376 56203 58353 69878 64112 78728 91149 120025 124954 128124 134949 148927 169782 174753 178336 180444 184212 189879 197543 198363 202704 208805 213724 234192 234298 239248 268172 292082 293618 298965 304803 305588 309345 314842 332624 278 Gewinne zu 300 M. 300 3770 8689 13891 13920 14136 14498 15713 17140 23975 26525 26918 27398 30499 31325 39883 40780 44210 44282 48068 60850 68864 60197 62506 70862 74963 76307 77069 88422 88998 93019 93022 94042 101636 103501 105148 106451 113382 122511 124875 127024 132349 133822 140765 141610 144463 144951 149812 151644 154913 156209 166898 157912 163077 163684 173420 175007 180824 194754 196430 196599 197728 198135 215399 217474 218166 219801 222382 223421 227081 228007 231702 235676 248241 252530 264041 264948 265561 270917 272944 283069 283336 290064 291960 300741 301353 301556 305327 306920 308949 311042 311810 312481 319627 325963 327053 329757 337054 339171 340603 347114 352088 356840 363652 364597 366079 366640 370635 371291 376609 376844 379459 381210 382568 386300 393593 393719 10481 23080 38240 64097 76612 95999 113725 137439 150489 160803 191532 208912 223078 243514 267063 290127 306754 314030 337869 362975 370952 381757 Im Geunnnrade verblieben: 2 Gewinne iu fe 1000000, 2 zu je 50000, 2 zu je 30000, 4 zu je 20000, 80 zu je 10000, 54 zu je 5000, 100 zu je 3000, 242 zu je 2000, 702 zu je 1000, 1254 zu je 600, 4662 zu je 300 Mk. Nr. 55 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Donnerstag, 5.Mrz M6 Fragen an Sven Hedin. Konkurrentin oder Kameradin? — Die Stellung der Frau in der Welt. Von Lrmgard von Stein. Der berühmte schwedische Asienforscher Sven Hedin wird beim Goethe-Bund in Gießen sprechen. ,'Frvgen Sie, meine Herrschaften, ich will Ihnen nach Möglichkeit alles beantworten," sagte Sven Hedin, der große Forscher und gewinnend liebenswürdige Mensch, als er kürzlich bei seinem Aufenthalt in Berlin von den Vertretern der in- und ausländischen Presse besucht wurde lieber seine Expeditionen und Reisen gab er ohne einen Augenblick des Nachdenkens Bescheid (Scherl-Bilderdienst-M.) So verwachsen ist er mit seinem Lebenswerk, daß die Fülle des Erlebten ihm einen nie zu erschöpfenden Stoff zum Berichten und Antworten gibt. Auf meine Frage aber: „Wie denken Sie, der die Welt und die Menschen kennt, über die S t e l- lung und Entwicklung der modernen Frau?" stutzte er einen Augenblick, aber dann erwiderte er lächelnd: „So wie Meister Ibsen es seinen „Peer Gynt" sagen läßt: eines Mannes Tun wird von dem Glauben und dem Empfinden einer Frau geleitet. Ich glaube, die Entwicklung und Stellung der Frau wird immer die Aufgabe haben, den Mann als ihren Lebenspartner zu ergänzen, zu unterstützen und auch ein wenig zu führen. Und die Frau — sei sie auch noch so modern, wird ihr größtes Glück in der Gemeinschaft mit dem Mann finden, ebenso wie dieser sein bestes Fühlen der Frau schenkt." „Ich könnte mir mein Leben nicht ohne meine vier Schwestern denken. Sie sind seit frühester Kindheit unzertrennlich von mir und meinem Lebenswerk, und ihnen habe ich unendlich viel zu verdanken. Sie bauten für mich vieles auf — sie erwarten mich stets in der Heimat, wenn ich von den weiten Wegen durch diss noch unbekannte Welt nach Hause komme. Meine Schwestern sind die Hüterinnen all meines Besitzes und die nie ermüdenden Mitarbeiterinnen meines oft recht unruhigen Lebens. Schon als Kinder unterstützten sie all meine Pläne und halfen mir bei jeder Gelegenheit. Später übernahm eine Schwester die Dienste eines Managers, eines Privatsekretärs und wurde so völlig meine rechte Hand. Die andere verwaltet die Kasse — eine sorgt für unser Haus, das angefüllt ist von unzähligen seltenen Dingen aus aller Herren Ländern. Und die vierte denkt liebevoll an unser leibliches Wohl.. Es ist eine schöne große Lebensgemeinschaft, die diese vier Frauen um mich schlossen. Und trotz meines Wandertriebes bin ich doch tief in meiner schönen Heimat Schweden verwurzelt und in meinem Heim, das die Schwestern für mich verwalten und pflegen." „Ja, sehen Sie", meinte Sven Hedin mit strahlenden Augen, „darum bin ich wohl kein alter Hagestolz und Sonderling geworden, habe mir die Liebe und Verehrung für das weibliche Geschlecht erhalten, weil ich es von daheim von der besten Seite kenne. Durch die rosige Brille der Freundschaft sehe ich die Frauen aller Welt an — aber natürlich gibt es auch Entwicklungen und unweibliche Einstellungen, die man trotz aller Verehrung nicht gutheißen kann. Doch im allgemeinen finde ich, führt das Gefühl die Frauen immer wieder auf den richtigen Weg. Bei uns in Europa war die ganze Frauenbewegung in den letzten 40 Jahren etwas sprunghaft. Der Wunsch nach Unabhängigkeit, der in den Jahren vor dem Kriege immer lauter wurde, gestaltete sich in den Kriegsjahren zur eisernen Notwendigkeit. Die Frau mußte in die Breche springen, den Mann an der Maschine, im Geschäft und bei der Landarbeit ersetzen. Und es wurde zur Pflicht, Herz und Gemüt unter die tatvolle Energie zu zwingen, damit so viel wie möglich geschafft werden konnte. Ein Teil der Frauen emanzipierte sich innerlich und äußerlich, und ein Zurückfinden war schwer. Die andern aber — vielleicht die kraftvollsten — hatten eingesehen: es ist gut, zugreifen zu können. Aber unsere Stärke und wirkliche Begabung liegt doch auf weiblichen Gebie- t e n. Aus dieser Erkenntnis heraus wächst das neue Frauengeschlecht, bei dem die Devise gilt: Tüchtig sein und doch weiblich. Und wenn sie es noch verstehen, die Güte und den Liebreiz nicht zu vergessen, wird die Frau Europas zu einer noch höheren Entwicklung gelangen. In Asien, dem Land der unendlichen Entfernungen und noch unerschlossenen Strecken, ist die Stellung der Frau so verschieden wie Tag und Nacht. In Zentralasien ist das weibliche Wesen noch völlig recht- und oft sogar kulturlos. Zu den niedrigsten Arbeiten verdammt, und ohne jeglichen Einfluß auf das Gemeinschaftsleben im Staatskörper. Dagegen hat nirgends in der Welt die Frau eine so bevorzugte Position wie im Reich der Mitte. Die chinesische Frau baut sich aus der unendlichen Kultur alter Tradition und der geballten Energie des heutigen Fortschrittes ihr Arbeitssystem, indem sie Gefühl und Verstand vereinigt und ihre soziale Stellung formt. Die Frau des großen asiatischen Reiches ist die vollwertige Konkurrentin des Mannes — ja, sie überflügelt ihn oft. Sie hält die Fäden mancher gewaltiger Unternehmungen in den Händen — sie bestimmt in Betrieben und gibt die Richtung bei wissenschaftlichen Arbeiten an, aber ohne dabei unweiblich zu werden. Zu tief liegt die jahrtausendalte Bindung in ihrem Blute, und tritt die Frau auch vielfach aus dem Rahmen ihres noch nach ältesten Vorbildern geführten Elternhauses, ist ihr Tageslauf auch in amerikanischem Geschäftstempo, ihre Seele und ihr Herz bleiben weiblich und voll Liebe zur Poesie ihres Geschlechtes Anders ist das Bild der modernen I a p a n e - r i n. Auch sie steht den Anforderungen der Zeit nicht fern, auch sie nimmt teil an allem Geschehen — aber nicht so aktiv wie die Frauen Chinas. Die Japanerin steht mehr hinter dem schaffenden Mann. Religion und Weltanschauung gebieten ihr, im Stillen, aber darum nicht weniger einflußreich zu wirken. Das Heim ist dem japanischen Mann alles, die Stätte, wo er seine lächelnde Maske ablegt und seine Empfindungen, Gedanken und Pläne erkennen läßt. Die Frau versteht es, schweigend zuzuhören und später — fast unbemerkt — ihren Rat zur Geltung zu bringen, ihr Können in den Dienst der Sache zu stellen. Sie erzieht die Kinder 3n den Londoner Docks Don Wilmont Haacke. Die Londoner Docks sind eigentlich !° unbeschreiblich grosi und weitgedehnt, so grau, häßlich, interessant und voller Gegensatz-, daß sich -m Jour- Sie sind redende Bilder von dem riefl9?n reichtum Englands, von der Unzahl und von der Weltbedeutung ferner Hauptstadt. Auf der breiten grauen und innerhalb der Stadt p träaen Themse liegen Schiffe, die von vielen Meeren Leumund die Zlaggen aller N°ti°n.n w-h-n °°n ihren Masten. Neben einem Hamburger derze Tannen von Säcken schluckt liegt em russischer H lz dampser. Von seinem H'Nterdeck packen die Rrane schneeweiße Balken. von Häuslla Nudelte in einen Speicher, daß ste von u » . Streichhölzer aussehen. Auf d°s Vorderdeck legen währenddessen drei andere Krane mit b°hu-,am-r Verbeugung Dutzende von h°'bs°rt'g°nAutos Die ohne K^erie ütarttummjmtan. lampen von intensiver L-uchtkr°ft d°°°r^°u^°°n Dunkelheit sind nur Kulissen, keine Statisten. Hinter Tower Bridge. Die grobe Hängebrücke. di° neb°n dem Tomer, der alten Burg, die zwischen tausend jrgenbein samt schläft, teilt sich m der M , Husten und großer Dampferkasten ^^^Arts miü. Für dickem Zigarrenqualm themseauf ^rkehrs- zehn beängstigend lange, langwe g Verkehr störende Minuten hält er den wichtigen L-rr-Y -wischen den Ufern auf. Z" beide . unge- Aespaltenen Brücke bildet sich eme■ Ecrf! $ ' ^mni- vuldiae Schlange von roten, zw i sRieftern— .ulst>f-sch°-rsällig°n, gweiräderigen Kohlenkarren mit dazwischen, den davor und eleganten Privatautos. vazwi^ Aus b-id-n S-it-n Lachst der Wurm rasch an. All- Querstraßen leiden mit an der Derst pl 6 Geduld ist noch in keiners Großstadt vom gefallen. Aber kein Mensch ch'mpst $ter.■ «“ejnao?^ iSfSEÄti— von Fußgängern, die sich allmählich und ganz von selbst gruppieren, um später rascher wegzukommen. Wenn der Startschuß fällt, das heißt wenn die Brückenbeamten die Sperrketten lösen, nachdem die Brücke sich in der Mitte wieder festgeschlossen, wandert der Strom der Menschen über den Strom unten. Zwischen den Speichern Man kann auf beiden Seiten der Themse kilometerweit ganz flußnah zwischen acht- bis zehnstöckigen Speichern umherwandern. Das stets andere Bild ist eigentlich stets das gleiche. Die lichtlosen Gassen zwischen den roten Mauern sind viel zu schmal. Ein Auto kann sich durchschlängeln, ein Lastwagen durchquetschen, aber vor jedem Speicher stehen schon Wagen, die beladen werden. Wie wird man sich einigen? Das Laden wird unterbrochen. Der halbvolle Wagen fährt für Minuten in eine Toreinfahrt, läßt den andern vorbei. Die Speicher, die auf dem teuersten Boden Englands stehen, müßten sämtlich umgebaut und abgerissen werden, um breite Straßen zu schaffen. Aber wer sollte das unternehmen wollen und können? „Beware of the cranes!“ Nimm dich vor den Kränen in Acht! Von jedem Hausdach kommen aus den verschiedensten Stockwerken Flaschenzüge mit schweren, eisernen Haken daran. Sie heben Wagenladungen wie Stroh nach oben. Der Mann an der Maschine kann nicht dauernd auf die Straße sehen. Der Mann im Wagen weiß das, deshalb tritt er stets, wenn der Wagen nach unten schwirrt, eng an die Wand zurück. Spaziergänger, die hier völlig überflüssig wirken, und denen die Arbeiter gern mit der schweren Schiebekarre „mal nur so aus Versehen" (So sorry. Sir!) Über die frischgeputzten Schuhe fahren, haben eben aufzupassen. Treppen an der Themse. Wer geglaubt hat, er könnte bei dieser Gelegenheit einmal einem solchen weitgereisten Ozeankahn tief in den Bauch sehen, seine Haut befühlen, um garantiert echte Tropenluft zu spuren, der irrt sich. Man kommt nirgendwo an die Schisse heran. Entweder liegen Speichergebäude oder wenigstens zweistockwerkhohe chwarze Planken dazwischen. Hie und da sieht man mal eine Mastspitze Zwischen Häusergiebeln hervorragen. „Das Betreten der^ Kaianlagen ist Unbefugten verboten! Wer als Unbefugter zur Welt gekommen ist, hat auch in England, das nicht einmal auf Trinkgelder reagiert fein Glück. Nur wer sich dumm stellt, erreicht schließlich beim Hafenwächter des Zollhauses die Erlaubnis, sich an einen der Kähne heranzustellen. Von unten den rostroten Leib eines Batavia-Llner nut kindlichem Staunen anzublinzeln. Schiffe sind wie Tiere. in der Gedankenwelt des Vaters, der wieder ein Teil des Staates, ein Teil des unerschütterlichen Glaubens an Japan ist. Eine alte japanische Weisheit lautet: Je schmaler das Händchen, desto tiefer bringt es in alle Falten des Gewandes. Das bezieht fidh auch auf die seelischen Einflüsse der empfindsamen Frau. Ganz rasch, fast ein wenig gewaltsam, ging die Frauenentwicklung in der Türkei voran. Von dem weltabgeschiedenen, verschleierten Dasein bis zur modernen Berufskonkurrenz war es doch nur ein einziger Schritt, der in höchster Eile und mit Am 8. TNärz, am Tage des Eintopfs, stehen wiederum alle opferbereiten Volksgenossen in einer Front gegen hunger und Kälte. gesteigerter Willenskraft ausgeführt wurde. Es war eine Probe auf die Kraft der Frau in geistiger, körperlicher und moralischer Hinsicht — und sie gelang im großen und ganzen. Die junge Türkin stürmt im Tempo der Zeit wacker mit, sie erobert sich viele Stellungen, schult ihren Geist und Körper, hat eine Stimme im Staat. „So sehe und verehre ich die Frauen aller Länder", sagte Sven Hedin, nachdem er mir seine Eindrücke über die Frauenentwicklung geschildert hatte. „Bestimmt geht der Kurs des weiblichen Geschlechts nach oben," versicherte der Weitgereiste. „Denn sie messen ihre besten Kräfte mit uns und sind doch meist klug genug, ihr Frauentum nicht zu vergessen. Ihr Frauentum und die Mutterschaft — und wenn ich so in den Tausenden von Kinderbriefen, die ich aus aller Welt bekomme, blättere und die kleinen Geschöpfe, die kommende Generation, aus ihren Zeilen lieben und verstehen lerne, so fühle ich immer wieder: Eine der besten Schöpfungsgaben ist die Frau, denn sie trägt das größte Geheimnis der Welt in sich und wird es immer hüten, weil ihr gesundes tiefes Empfinden über alle Verwirrungen und Spannungen der Zeit siegen wird." Das neue Koppelschloß Für Unteroffiziere und Mannschaften des Heeres wird an Stelle des bisherigen Koppelschlosses mit Schließhaken ein neues Koppelschloß aus Leichtmetall zur Einführung gelangen, das in der Farbs der Feldblusenknöpfe gehalten ist. Das neue Koppelschloß trägt das Hoheitsabzeichen wie am Stahlhelm mit der Umschrift „Gott mit uns" und Eichenlaubzweigen. Auf unserem Bilde sieht man oben das neue und darunter das bisherige Koppelschloß. —. (Presse-Jllustration-Hofsmann-M.) Amerikas größter Gtaudamm. ■■ k 'M Der berühmte Boulderdamm, Amerikas größter Staudamm, der in vieljähriger Arbeit an der Grenze zwischen den Staaten Nevada und Arizona errichtet wurde, um die gewaltigen Wasserkräfte des Colorado-Flusses auszunutzen, wurde vor kurzem fertiggefteUt. Das Wasser beginnt nun das riesige Tal zu füllen. Unser Bild gibt einen geradezu phantastischen Blick über die ausgedehnte Anlage. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Sie atmen auf dem Wasser der ruhigen Themse noch in leisen Atemstößen und zerren wie Hunde an der Kette. Es ist so schwer, ganz an das Wasser zu kommen. Mitunter ist plötzlich zwischen den hohen Wänden ein schmaler Einschnitt, der ins Nichts zu führen scheint. Wenn man dieser Gasse folgt, die Schultern streifen rechts und links an, steht man plötzlich vor einer steilen Treppe, die schmal und glitschig im Wasser endet. Nur das Wasser gluckst leise. Drüben das andere Ufer ist fern und bleibt grau und still, wenn man ruft. Unten sitzt manchmal ein Kerl mit einer Brandy-Pulle, der ins Wasser stiert und einen gar nicht bemerkt. Ober, was noch viel trauriger wirkt, aber oft zu treffen ist, Kinber, ganz verschmutzt unb zerlumpt, die sich mit einer rührenden Geste frierend umarmt halten. Sie haben feines, rotes Haar unb meist sehr stumme, blaue Augen, unb knabbern billigste Krabben, vom Wagen gestohlen, aus der Schale. Omnibus 18 2 Die Linie 182 scheint an das Ende der Welt zu fahren. Sie verkehrt im dunkelsten London. Die Wagen sind schmutzig, verbraucht, ungefedert und riechen wie Fischkörbe. Für London ist die Entfernung zwischen den beiden Entstationen auf der rechten Themseseite an den East India Docks unb auf ber linken Themseseite an den India Docks gering. Ader ber Bus 182 braucht für die unheimlich interessante Strecke, in deren Mitte er die Themse im Rotherhithe Tunnel unterfährt, immerhin anderthalb Stunden. Wer „on the top of the bus“, das heißt oben unb vorn sitzt, macht eine Rundreise, wie sie allerdings von Cook & Son nicht empfohlen wird. Häfen, Speicher, verfallene Hänser. Spelunken, kilometerlange schwarze haushohe Bretterzäune machen eine melancholische Begleitmusik. Manchmal tauchen zwischen all dem Dreck unb ber Düsternis schneeweiße Schiffe auf mit einem silbernen Bug, ber weit leuchtet, bis ber Bus wieder vom Bogen einer der tausend Brücken in eine Gasse sinkt, deren Wände mit politischen Drohungen in robuster Weise beschmiert sind. So ein weißes Schiff ist wie eine Vision in all dem verrußten Grau. Die Reise beginnt in Chinatown. Armselige Gelbe in europäischen Lumpen wohnen, vegetieren in Häusern ohne Fenster und Türen, die' von Papieren und Fetzen ersetzt werden. Irgendwo mitten in einer Pfütze weit hinter Redriffe Road, mitten zwischen den sogenannten russischen Docks, bleibt der Bus stehen, um wie erschreckt umzukehren. Niemand ist bis hierher gefahren. Zwischen Teerplanken gibt es nur eine Kneipe auf zerfallenden Mauern. An einem windschiefen Pfahl hängt ein Schild: „Odessa Street“. Die Straße fließt wie die Pfützen sickernd in die Themse. Dieselmotoren erobern die Wüste. Die infolge der geologischen Eigenheiten des Landes bestehenden Verkehrsschwierigkeiten zwischen Ost- unb Westaustralien, zwischen benen sich riesige Wüstenkomplexe ausbehnen, in benen nicht einmal ein Eisenbahnverkehr möglich ist, hat nunmehr bie Verwaltung ber australischen Staatseisenbahnen zu bem Beschlüsse veranlaßt, eine quer burch biefe Wüste führenbe Bahnlinie einzurichten, beren Züge burch Dieselmvtore gezogen werben. Die in Aussicht genommene Strecke, bie nur wenige Haltepunkte mit vierteljährlich abzulösenbem geringen Personal vorsieht, ist bie größte Strecke, bie jemals hinterem» anber von einer Diesellokomotive gefahren worben ist. Im Zusammenhänge hiermit ist bemerkenswert, baß jüngst auch bie inbische Regierung zwei Diesellokomotiven für bie Durchquerung ber berüchtigten Sinbh-Wüste in Dienst gestellt hat. Zeitschristen — Oberstleutnant a. D. Dr. Wilhelm Solger gibt in ber Märzfolge von Westermanns Monatsheften Aufschluß über bie operative Be- beutung des deutschen Angriffs auf Verdun, ber vor 20 Jahren begann. Zum Helbengebenktag 1936 erinnert Werner Beumelburg m feiner Novelle „Herr Leutnant, ich glaube .. " an bie unvergeßlichen Taten ber Frontkämpfer bes Weltkrieges. Ernst Kammerer erzählt in bem Aufsatz „Vier malen bie Autobahn" von vier Münchener Malern, bie ben Bau ber Autostraßen in mehreren Gemäl- ben, besonbers im Hinblick auf bie Umgestaltung ber Lanbschaft, festgehalten haben, „Das Auto von morgen" betiteln bie Ingenieure B. & H von Römer ihre Abhanblung über neue Bauformen unb neue Treibmittel in ber Autoinbustrie. Von unter» haltenben Beiträgen finb zu erwähnen: „Der Wolf", eine Erzählung von Martin Naschte unb bie Novelle „Nelsons Offiziere" von Alfons von Czibulka. Elf farbige Wiedergaben nach Aquarellen von Leo Nyffen schmücken ben Aufsatz „Essen" von Karl Sabel, in bem bie Jnbustriestabt auf ihre lanbschaftliche Schönheit untersucht wirb. Auch die Beiträge „Vom Recht ber Ehefrau" von Dr. jur» Alexanber Elster, „Sübafnka, bas Lanb der Ge« gensatze", von Dr. Marc. R. Breyne und „Die guten Räuber" (Nützlinge unserer Gärten) von 0. Nebelthau werden Interesse finden. SJl.-^POTt cht gut ab. .5, Körner, Wirtschaft Die Deutsche Reichsbahn im Januar. Fwd. Die Betriebseinnahmen für Januar stellen sich auf insgesamt 278,4 Millionen Reichsmark, sie sind damit um 23,4 Mill. RM. höher als im Januar 1935. Im einzelnen wurden im Personen- und Gepäckverkehr mit 67,2 Mill. RM. gegenüber Januar 1935 eine Mehreinnahme von rund 5 Mill. RM. erzielt. Der Güterverkehr wies in der gleichen Zeit eine Einnahmeverbesserung um 18,3 Mill. RM. auf, die sich zum Teil aus einer gewissen Verkehrsbelebung und aus dem am 20. Januar 1936 eingeführten Frachtzuschlag von 5 v. H. ergibt, darüber hinaus aber darauf zurückzuführen ist, daß in dem Ergebnis des Monats Januar 1935 noch nicht die anteiligen Einnahmen aus dem Saarland enthalten waren. Die Ausgaben der Betriebsrechnung betrugen im Berichtsmonat 264,7 Mill. RM. Dazu treten noch die übrigen monatlichen Ausgabeverpflichtungen. Die Reichsautobahnen Ende Januar. Fwd. Im Januar 1936 find bei den Reichsautobahnen 7 Kilometer neu in Betrieb genommen worden, so daß damit insgesamt 115 Kilometer in Betrieb sind. Neu in Bau genommen wurden 32 Kilometer, damit sind Ende Januar 1891 Kilometer in Bau gewesen. Bei den Unternehmern wurden im Januar 67 305 (Vormonat 66 953) Mann beschäftigt. Im Berichtsmonat wurden bei den Unternehmen 1,53 Tagewerke, seit Beginn der Arbeiten also 38,57 Mill. Tagewerke geleistet. An Ausgaben für den Bau der Kraftfahrbahnen sind im Januar 28,4 Mill. RM. verrechnet worden, seit Baubeginn insgesamt 729 Mill. RM. Vertraglich vergeben, aber noch nicht ausgeführt sind Leistungen und Lieferungen im Gesamtwert von 215,8 Mill. RM. Insgesamt sind Unternehmerarbeiten seit Beginn des Baues bis Ende Januar 1936 im Werte von 799,3 Mill. RM. vergeben worden. Unter Berücksichtigung von 5,9 Mill. RM. ver»echneten Einnahmen ist bis Ende Januar 1936 über insgesamt Im Anschluß an die berühmten Holmenkol-Ren- nen wurde auf der Großen Hannibalschanze bei Kongsberg ein Sprunglauf durchgeführt, an dem sich auch 'deutsche und japanische Springer beteiligten. Die Deutschen schnitten.diesmal ree'1 Paul Krauß wurde Achter, Meergans, Körner, Hechenberger und Kratzer belegten den 10: bis 13. Platz. Als Sieger beendete mit gleicher Punktzahl Birger Ruud und Arnold Kongsgaard das Springen. — Innerhalb des Wettkampfes wurde ein 'Städtekampf Kongsberg-Norwegen und Ottawa-Japan ausgetragen, den die Norweger mit 1137,5:890 Punkten für sich entschieden. 938,9 Mill. RM. verfügt worden. Der Personalbestand bei den Geschäftsstellen der Reichsautobahn erhöhte sich im Januar von 6388 auf 6528 im Zusammenhang mit der Arbeitssteigerung. Rhein-Mainische Börse. Aktien etwas erholt, Renten knapp behauptet. Frankfurt a. M., 4. März. Die Börse brachte am Aktienmarkt nach den gestrigen Abschwächungen überwiegend eine leichte Erholung, die aber nur von kleinen Umsätzen begleitet war. Die Kulisse schritt auf ermäßigter Basis zu kleinen Rückkäufen, auch von der Kundschaft lagen kleine Aufträge vor. Die weltpolitische Situation wurde heute etwas weniger gespannt beurteilt, trotzdem bleibt eine gewisse Zurückhaltung bestehen. Etwas lebhafter waren vorübergehend Verein. Stahlwerke mit 84 (83,40), ferner erholten sich Rheinstahl um 0,50 v. H. und Harpener um 1 v. $)., die übrigen Papiere lagen gut behauptet. IG. Farben bei kleinem Umsatz 152 (151), Scheideanstalt 211,50 (211), Deutsche Erdöl 110 bis 110,25 (110). Elektroaktien lagen durchweg freundlich, Licht & Kraft 135 (134,25), Gestiftet 129,25 (129), Schuckert 132,75 (132), Siemens unv. 170,75, Bekula uno. 141. Fest notierten Conti Gummi mit 186 (184), mäßig höher lagen außerdem Deutsche Linoleum, Holzmann, Kunstseide AKU. und Hapag. Gut behauptet eröffneten Reichsbank, Cement Heidelberg, Südd. Zucker, Hanfwerke Füssen, Muag und Rheinmetall. Dagegen blieben Daimler etwas angeboten und gaben auf 98,50 (98,75) nach, auch Zellstoff Waldhof bröckelten noch 0,75 v. H. ab. Nach den ersten Kursen war das Geschäft wieder sehr ruhig und die höchsten Kurse vermochten sich nicht immer ganz zu behaupten, insbesondere am Montanmarkt, wo Verein. Stahlwerke zum ersten Kurs angeboten waren. Der variable Rentenmarkt lag nur knapp gehalten. Altbesitz 110,80 (110,90), Kommunal-Um- schuldung zuerst 87,20, dann 87,13 (87,25), Zinsoer- schwimmen, wo er seinen eigenen Rekord von 1:12,5 auf 1:12,4 Minuten verbesserte. Balke holte sich auch den Sieg über 200 Meter in der ausgezeichneten Zeit von 2:44,2 vor dem bekannten Dänen Finn Jensen, der 2:48 Minuten benötigte. In großer Form befand sich auch die deutsche Re- korthalterin Martha Genenger, die sich das 200-Meter-Brustschwimmen nicht nehmen ließ und in 3:01,8 Minuten siegreich blieb. Zweite wurde die Duisburgerin Trude W o l l s ch l ä g e r in 3:06,8 Minuten vor der Dänin Christensen (3:09,2). Gisela Arendt ging nur einmal an den Start, sie gewann das 100-Meter-Kraulschwimmen in 1:09,8 Minuten vor ihrer Vereinskameradin Ruth Halbs- guth. Deutsche Skispringer bei Kongsberg. Birger Ruud sieg! aus der hannibalschan,e. Kurze Sportnotizen. Beim Frankfurter Hallensportfest am Samstag, 7. März, wird der Sprinter-Vierkampf zwischen den beiden deutschen Kurzstrecklern Borchmeyer, Neckermann, Leichum und Hornberger einen der sportlichen Höhepunkte bilden. Für das Kugelstoßen hat Woellke Starterlaubnis. S e p p l Fath, der erfolgreiche deutsche Fußball- Nationalspieler, hat am Mittwoch in Worms geheiratet. Das Goldene Reiterab^eichen des Reichsverbandes für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts erhielt der Chefreiterführer SS. Sko- wronski für seine Verdienste um das Jagdreiten in Deutschland. Einen Schwedensieg gab es in Magdeburg. Der Kapsimming,Klubb Stockholm schlug Hellas Magdeburg im Wasserball überlegen mit 11:5 (4:2) Toren. Dagegen verloren die Schweden alle Schwimmwettbewerbe. Der Reichssportführer unternimmt Ende der Woche eine Reise nach Schweden, wo er in Stockholm einen Vortrag bei der Schwedisch-deutschen Vereinigung über den deutschen Sport und die Olympischen Spiele halten wird. einer 5:4-Führung. Kurz vor Schluß konnte der aut freigespielte Halblinke mit dem sechsten Tor für seinen Verein erfolgreich sein. Mit 6:4 für die Männerturner nahm dieser äußerst spannende Kampf seinen Abschluß. INtv. 2. Igd. — Tv. Lang-Göns 2. 3gb. 1:6 (1:1). Vor dem Treffen der ersten Jugendmannschaften standen sich die zweiten Jugendmannschaften beider Vereine im Freundschaftsspiel gegenüber. Die neu zusammengestellte zweite Jugend der Männerturner trat mit diesem Spiel zum erstenmal auf den Plan; sie ließ sich trotz dieses Resultates sehr gut an. Neuer Schwimm-Weltrekord. In Newhaven (Connecticut, USA.) wartete der bekannte amerikanische Schwimmer John Higgins mit einer neuen Glanzleistung auf. Er verbesserte den Weltrekord im 100-Meter-Brustschwimmen, den er selbst erst vor kurzem von 1:10,8 auf 1:10,2 Min. gedrückt hatte, diesmal auf 1:10 Minuten. Bei dieser Gelegenheit holte er sich auch noch gleich zwei weitere amerikanische Bestleistungen. 100 Pards Brust legte er in 1:04,2 und 300 Meter Brust in 3:28,8 Minuten zurück. In Indianapolis hat allerdings der amerikanische Student Jack K a s l e y die 100 Parbs Brust noch schneller geschwommen. Er benötigte nur 1:02,7 Minuten und erzielte damit amerikanischen Rekord. Zweifellos sind Amerikaner auch für die olympische Bruststrecke ausgezeichnet gerüstet. Drei neue deutsche Schwimmrekorde in Krefeld. Im Krefelder Hallenbad kam vor ausverkauftem Hause am Dienstagabend das erste der drei westdeutschen Dänen-Schwimmfeste zur Abwicklung. Es gab dabei ausgezeichnete Leistungen zu sehen. So wurden im Laufe des Abends drei deutsche Rekorde unterboten. Ruth Halbsguth schwamm über 4 0 0 Meter Kraul hinter der in 5:30,2 Minuten siegenden dänischen Weltrekordlerin Ragnhild Hveger in 5:43,4 Minuten einen neuen deutschen Rekord heraus. Den zweiten Rekord gab es in der Lagen st affel der Frauen durch „Nixe" C h a r l o t t e n b u r g in der Besetzung Halsguth-Engelmann-Salbert mit 5:52,2 Minuten. Allerdings konnten die Deutschen auch hier hinter der Mannschaft der Kopenhagener Schwimm-Union, die in 5:44,4 siegte, nur Zweite werden. Den dritten deutschen Rekord schuf Hans Balke (Westfalen Dortmund) im 100-Meter-Brust- Die deutsche Fußballelf gegen Ungarn. Zum Läuderkampf am 15. TNärz in Budapest. Der Deutsche Fußball-Bund wird den Länderkampf gegen Ungarn am 15. März in Budapest mit folgender Mannschaft bestreiten: Sonnrein (Hanau 93); Münzenberg (Alemannia Aachen), Munkert (1. FC. Nürnberg); Janes (Fort. Düsseldorf), Sold (FV. Saarbrücken), Kitzin- ger (Schweinfurt 05); Elborn (Bonn-Beuel), Gel- lesch (Schalke 04), Lenz (Bor. Dortmund), Szepan, Urban (beide Schalke 04). Die Aufstellung der deutschen Mannschaft gegen das spielstarke Ungarn überrascht auf den ersten Blick. Wenn man aber bedenkt, daß Spieler wie Grämlich, Jakob, Lehner, Fath usw. nach den schweren Kämpfen in London, Barcelona und Lissabon unbedingt eine Ruhepause brauchen, außerdem von ihren Vereinen zu wichtigen Meisterschaftsund Aufstiegsspielen benötigt werden, so kann man die Zusammensetzung der Mannschaft nur begrüßen. Der DFB. verfolgt hier weiter die große Linie, möglichst vielen „Neulingen" Gelegenheit zu geben, sich international zu bewähren, um zum Olympia- Fußball-Turnier dann mit einer Streitmacht aufwarten zu können, die gegen alle Zufälligkeiten wie Verletzungen usw. gefeit ist. Im einzelnen ist aber auch gegen die Besetzung der „Ungarn- Mannschaft" nicht viel einzuwenden. Sonnrein ist ein Torhüter, der Buchloh in nichts und Jakob nur sehr wenig nachsteht. Münzenberg-Munkert ist die Verteidigung, die uns den Sieg in Barcelona zu erringen verhalf. Janes und Kitzinger haben sich ebenfalls in Barcelona und Lissabon vollauf bewährt. Und Sold-Saarbrücken zeigte im Bundespokal-Endspiel Sachsen-Südwest, daß er die Aufgabe eines Defensiv-Mittelläufers erfüllen kann. Im Sturm kommen drei Schalke-Stürmer — Gellesch, Szepan und Urban — zu Wort, was bei dem Re- kordtorverhältnis der Schalker Mannschaft in der Meisterschaft bestimmt kein Mißgriff sein wird. Lenz bewährte sich erneut in Barcelona und Elbern wurde als Ersatz für den etwas abgespielten Lehner schon öfters in Vorschlag gebracht. Zwei .Aufstiegsgruppen in Nordheffen. Der großen Entfernungen wegen sind die acht Anwärter auf den Aufstieg zur Gauliga im Futz- ballgau Nordhessen in eine Gruppe Nord und eine Gruppe Süd eingeteilt, die je vier Mannschaften umfassen. Die beiden Gruppensieger, die in doppelter Runde ermittelt werden, steigen dabei auf. Nach den Ergebnissen des letzten Sonntags stehen sieben Bezirksmeister fest. Es fehlt lediglich der Meister des Bezirks Meißner, der aber am kommenden Sonntag ermittelt werden wird. Esch- wege und Groß-Allmerode streiten hier noch um die Teilnahmeberechtigung an den Aufstiegsspielen. Die übrigen sieben Meister sind: Gruppe Nord: Bezirk Kassel: SV. Niederzwehren, Bezirk Fulda: Reichsbahnsportverein Elm, Bezirk Marburg: SV. Wallau; Gruppe Süd: Bezirk Hanau: Kewa Wachenbuchen, Bezirk Oberhessen: VfR. Büdingen, Bezirk Lahn-Limburg: VfR. 07 Limburg, Bezirk Gießen: SD. Naunheim. Fußball im Turnverein Großen-Linden Am Sonntag war Heuchelheim mit zwei Mannschaften in Großen-Linden. Die 2. Jugend von Großen-Linden, verstärkt durch den Rechtsaußen aus der 1. Jugend, konnte gegen die Heuchelheimer Jugend ein beachtenswertes Unentschieden erringen. Änschließend lieferten sich die 2. Mannschaften beider Vereine ein schnelles Spiel. Die Platzelf, den Gästen technisch überlegen, konnte sich aber gegen das Spiel der Heuchelheimer Hintermannschaft nicht durchsetzen. Das Spiel endete mit 1:2 für Heuchelheim. HandballimKreisLahn-Dill(GauXII) 2Mv. 1. 3gb. — Tv. Lang-Göns 1. 3gb. 6:4 (3:4). Die erste Handballjugend des hiesigen Männer- turnvereins konnte am vergangenen Sonntag auf eigenem Platze den diesjährigen Tabellenersten, die Lang-Gönser erste Jugendelf, nach einem äußerst spannenden, schnellen und abwechslungsreichen Kampfe mit 6:4 Toren besiegen. Beide Mannschaften boten ein interessantes Derby. Schöne Leistungen boten auf beiden Seiten die Torleute. Abwechselnd brachten beide schußfreudigen Stürmerreihen die gegnerischen Tore in Gefahr. — Mit zwei schön eingeleiteten Kombinationen gingen die Männerturner schon in den ersten Minuten mit 2:0 in Führung; aber bald hatten sich auch die Lang-Gönser gefunden. Das Halbzeitergebnis lautete aber 3:4 für Lang-Göns. Nach dem Wechsel dasselbe Bild! Zwei sicher verwandelte Strafwürfe brachten die Männerturner im Anschluß an hartes Angehen der Lang-Gönser Hintermannschaft zu aütungsscheine 93,20 (93,25) und späte Schuldbuch. Forderungen 97 (97,13). Städte-Altbesitz bleiben zu unv. 108,25 gefragt. Von Mexikanern gaben 4pro- zentige Gold auf 7,90 (8,13) rrach. Im Verlaufe hielt sich das Geschäft am 21 tt i e n- markt in engen Grenzen und im allgemeinen traten Veränderungen zum Anfang kaum ein. Weiter fest waren bei allerdings sehr kleinem Umsatz Conti Gummi mit 190 nach 186. In Montanwerten war das Geschäft etwas belebter, Verein. Stahlwerke 83,75 bis 84,13 nach 84, Rheinstahl 115 nach 114,50. Von später notierten Werten stiegen RWE. um 1 v. H. auf 127,25, dagegen gaben BMW. auf 121,50 (122) nach. Am Kassamarkt erhöhten sich Schramm Lack auf die Wiederaufnahme der Divi- dendenzahlung mit 5 v. H. auf 93 (91,50). Der variable Rentenmarkt brachte später keine Aenderungen. Auch am Pfandbriefmarkt und für Stadtanleihen wurden meist die gestrigen Kurse wieder notiert. Von Liquidationswerten Pfälz. Hyp. Liquid. 101,25 (101,50). 4,5 Reichsbahn-Schätze von 1935 unv. 99, dagegen 4,5 Reichspost-Schätze von 1934 100,10 (100,20). Ausländsanleihen lagen geschäftslos. — Im Freiverkehr Bürbach Kali 56 (55,50), Ufa-Aktien 54,50 (55). Tagesgeld war heute leichter und wurde auf 3,5 (4) ermäßigt. 21benbbörfe behauptet. Die Abendbörfe wurde von starker Zurückhaltung und Gefchäftsftille beherrscht, hatte im ganzen aber keine unfreundliche Tendenz. In den meisten Fällen blieben die Kurse im Vergleich zum Berliner Schluß behauptet, soweit Abweichungen eintraten, betrugen sie nach beiden Seiten etwa 0,13—0,25 v. H. Rheinstahl allerdings nur bei 114,75 (115,50) und Junghans nur auf der hiesigen Mittagsbasis von 85 (86,25) gefragt. Am Rentenmarkt zeigte sich etwas Nachfrage nach Kommunal-Umfchuldung zu 87,20—87,25 (87,13), auch Zinsvergütungsscheine mit 93,30 und Städte-Altbesitz mit 108,25 blieben beachtet. Ferner bestand noch Interesse für zertis. Dollar-Bonds, 6proz. Preußen 61,75—62. Altbe- sitzanleihe unv. 110,75. Am Kassamarkt erhöhten sich Schramm Lack auf 93,25 (93). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. März. Am Getreide- großmarkt blieb das Weizenangebot ausreichend. Für Roggen besteht die schwierige Versorgungslage für Landmühlen weiter. Am Futtergetreidemarkt bringen die Verteiler zum Ausdruck, daß die beschränkte Handelsspanne bei kontingentfreiem Roggen und Weizen die Kleinversorguna auf weitere Entfernungen äußerst erschwert. Futterhafer wird nur in kleinen Mengen angeliefert und reicht für den Bedarf nicht aus. Futtergerste bleibt weiterhin ohne Angebot. Die Lage am Kraftfuttermittelmarkt ist unverändert. Das Mehlgeschäft liegt still. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177, R18 181, R 19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Braugerste —, Hafer —. Weizenmehl W 13 28,35, W16 28,60, W19 28,60, W 20 28,95. Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizennachmehl 16,75 bis 17, Weizenfuttermehl 13 bis 13,25. Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soya- schrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Ei dnußkuchen m.M. 18,30, Treber 18,50 bis 18,75, Trockenschnitzel 9,16 Großhandelspreise ab Fabrik- station, Heu 7,90 bis 8, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,50 bis 3,70, do. gebündelt 3,30 bis 3,60. Tendenz: ruhig. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 4. März. Der Pferdemarkt hatte den gleichen starken Auftrieb wie im Februar, rund 300 Pferde aller Gattungen. Bei volljährigen Tieren zogen die Preise merklich an. Es wurden bezahlt für schwere belgische Arbeitspferde 1700 । bis 1800 Mark, für ostfriesische Qualitätspferde 1500 bis 1600 Mark, für Arbeitspferde aus der Tschechoslowakei 1100 bis 1200 Mark, für leichtere Arbeitspferde 1000 bis 1200 Mark, für ältere Laufpferde 700 bis 900 Mark je Stück. Auch für Schlachtpferde bestand Nachfrage, 1. Qualität, fette Ware, erreichte 46 bis 48 Mark, 2. Qualität 37 bis 39 Mark je 50 Kilogramm Schlachtgewicht. — Der nächste Markt findet am 24. März statt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 708 Kälber, 274 Schafe, 679 Schweine. Es kosteten: Kälber 40 bis 70 Mark, Härnrnel 44 bis 50, Schafe 34 bis 45, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kälber, Härnrnel und Schafe mittelmäßig, Schweine wurden zugeteilt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franliuri a. 2)1. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schluß» furd Schlußk. Abend» börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Schluß» kurs Schlußi. Abend» börsc Schluß» kurs Schlußk. Mittag- börie Datum 33. 4-3. 3 3. 43 Datum 3.3. 4.3. 3.3. 4.3. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100,75 100,5 100,75 | 100,75 4% vesgl. Serie 11 ............ — 9 — — 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,25 97,25 97,25 97,25 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,13 6,13 6,10 6 5/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 103 103 103,4 4'/2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,05 9 9 9 Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4*/i% Deutsche Reichspostschatzaw 110,9 110,75 110,9 110,75 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 y4% Anatolier ............. 5,2 37,5 5,3 37,5 5,3 37,5 5,35 37,75 Weisungen von 1934, I....... 6% el)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahib. 102%)............ 100,2 98,25 100,1 98,25 100,13 98,25 100,13 98,25 Hamburg-Amerika-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O 16,25 16,5 16,4 26 16,4 26 *Vi% ehem.8% Hessische Landes' bank Darmstadt Gold R. 12.... 96,4 96,4 96,4 Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 18,5 108,5 18,25 108,5 18,25 108,4 18 108,75 5yt% ehem. sy2% Hess. Landes-- Hypothekenbank DarmstadtLiaui 101,05 101,4 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... O 117 92,75 117,25 93 117,5 92.75 117,25 92,9 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverichr. R.6 92,25 92,25 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................0 93 93 93 93 Oberhessen Provinz-Anleihe mil Auslos.-Rechten ............. Dresdner Bank..............O Reichsbank ................12 93 186,5 93,25 186,5 93 186,25 93,25 186,5 Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4*/2% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 114,65 96,5 96,5 114,75 114,75 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 36,75 141 37,13 141,5 37,13 141,13 37 141,65 6y2% ehem. 4y2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 101,45 101,4 Elektr. Lieserungsgesellschaft... b Licht und Kraft ........... ey2 120 134,25 119,75 135 119 134,65 119,75 135,5 6y2% ehem. 4y2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 101,75 101,5 101,75 101,65 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 113,5 129 113,5 129 113,5 129 113,5 128,75 /2% desgl. von 1913.......... 8,5 8,5 8,55 8,4 13,2 Ilse Bergbau ............... — 159 6% abgest. Goldmexikaner von 99 13,25 13,13 13,4 Ilse Bergbau Genüsse........ 127,25 127,5 127,75 127,65 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... 9 9,13 9,5 — Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhren........C 85 83,75 85 83,5 85 83,4 84,5 83,5 Frankfurt 0. M. Berlin Schluß» kurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag» börse Datum 3.3. 4-3. 3.3. 4.3. Mansselder Bergbau....... .. 6 131,75 132 132 132 Kokswerke................ .. 6 — — 120,25 120,4 Rheinische Braunkohlen .... . 12 — — 222,5 218,75 Rheinstahl ................ .. 4 114 114,75 114,25 115,5 Vereinigte Stahlwerke...... .. O 83,4 83,9 83,5 83,75 Otavi Minen ............. .. 0 18,4 18,75 18,4 18,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 126 127 126 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 —— 121,5 120,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7y2 — I G. Farben-Jnbustrte..... .. 7 151 151,75 151,4 151,9 Scheideanstalt............. .. 9 211 211,5 — — Goldschmidt .............. .. 5 105,75 105,5 105,5 105,5 Rütgerswerke ............. .. 6 120,5 120,5 120,4 121 Metallgesellschaft........... .. 4 115 114,5 114,5 — Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... .. 4 .. 7 96,25 130 97 130 96,25 97 Cementwerk Karlstadt....... .. 6 130 130 Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — _ 99,4 99,4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 49,75 50,4 50 50,65 Bemberg................. .. 6 93,5 93,25 93,5 93 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 121 120,5 120,25 120,75 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 85,75 85 85,5 85 Dessauer Gas ............. .. 7 —— — 127,25 126,75 Daimler Motoren.......... .. O 98,75 98,5 99 98,25 Deutsche Linoleum......... .. 8 159 160 159,5 159,5 Orenstein S Koppel ........ .. O — — 77,5 77 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 31 31,13 31 31,25 Chade.................... 7l/i 298,25 302 298,5 202,5 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 —— 175,25 175 175 Conti-Gummi............. .. 8 184 188,5 184,75 188,75 Grltzner....................o| Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ........ 101 — I 28,5 I 28,75 1 28,13 198 I 1981 -| 198 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 3.März 4-März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld I Brief Buenos Atre 0,678 0,682 0,678 0,682 Brüssel .... 41,92 42,00 41,93 42,01 Rio de Jan. 0,140 0,142 0,140 0,142 «3,053 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 Kopenhagen. 54,77 54,87 54,81 54,91 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,265 12,295 12,275 12,305 HelsingforS.. 5,405 5,415 5,41 5,42 Paris ..... 16,415 16,455 16,40 16,44 Holland .... 168,86 169,20 168,93 169,27 Italien .... 19,76 19,80 19,76 19,80 Javan ..... 0,714 0,716 0,716 0,718 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,64 / 61,76 61,68 61,80 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,13 11,15 11,13 11,15 Stockholm... 63,24 63,36 63,29 63,41 Schweiz ... 81,24 81,40 81,18 81,34 Spanien.... 34,02 34,08 33,99 34,05 Prag....... 10,295 10,315 10,29 10,31 Budapest ... — — — — Reuyork ... 2,458 2,462 Banknoten 2,459 2,463 Berlm,4-März 0)elO Briei Amerikanische Noten.............. 2,411 2,431 Belgische Noten.................. 41,76 41,92 Dänische Noten ................. 54,55 • 54,77 Englische Noten ................. 12,24 12,28 Französische Noten............... 16,35 16,41 Holländische Noten............... 168,51 169,19 Italienische Noten................ — — Norwegische Noten .............. 61,47 61,71 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — — Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,07 63,33 Schweizer Noten................. 81,00 81,32 Spanische Noten................. 33,65 33,79 Ungarische Noten................ — Nr. 55 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fürGberheffen) Donnerstag, 5. Marz 1956 Die großen (privaten!) amerikanischen Ueber- landlinien geben täglich gegen Mittag ein bestimmtes Läutezeichen, bas bedeutet, daß jedermann herhören soll. Dann wird die genaue Zeit durchgesagt und sämtliche Mitteilungen, die irgendeiner der zerstreut wohnenden Farmer unter die Leute gebracht wissen will. „Wer etwas zu verkaufen hat oder tauschen will, wende sich an die Zentrale. Ebenso wer geschulte Arbeitskräfte sucht und wer etwas verloren oder gefunden hat. Wenn es brennt oder sonst ein Unglück eingetreten ist, Anruf beim Amt! Dringende Fälle werden sofort durchgesagt; andere am darauffolgenden Tag." * Amerikanischer Snobismus bedient sich sehr seltsamer Symbole der Vornehmheit. Eine möglichst kleinstellige Autozulassungsnummer zu haben ist ein gesellschaftlicher Vorrang. Eine Loge in der Metro- politan-Oper hat ihre Geschichte so gut wie ein Sitz in der Akademie der Künste. Bei Wohltätigkeitsoeranstaltungen, wenn sämtliche Logen zum Verkauf stehen, dünkt es einem Neureichen glorreich, in der Loae der Familie Astor zu sitzen. So wie bekanntlich die Neuyorker große Summen dafür geboten haben, um die Autonummer 1 zu besitzen, gibt es dort auch Leute, die ihren Ehrgeiz darein setzen, als Letzte im Telephonbuch zu stehen. Neben dem Originalitätswert versprechen sie sich davon wohl auch geschäftliche Vorteile. Nur so ist es erklärlich, daß man Namen wie Zzyns, Zzyx, ja sogar Zzzyzyvos dort lesen konnte. Bei näherer Nachprüfung erwiesen sich alle mit Zz beginnenden Namen als erfunden. Zur Entstehungsgeschichte des „Traumulus". Es wird nicht allgemein bekannt fein und die Besucher des gegenwärtig in Gießen laufenden Syndicat-Films „T r a u m u l u s" interessieren, daß die Tragikomödie, welche die Grundlage für das Drehbuch bildete, auf eine tatsächliche Begebenheit zurückging. Arno Holz hatte zusammen mit dem Straßburger Verteidiger Oskar I e r s ch k e einen Fall dramatisiert, der sich seinerzeit in der kleinen Stadt Schlettstadt im Elsaß zugetragen hatte. Dazu bemerkt die „Deutsche Allgemeine Zeitung": „Ehe das Theaterstück „Traumulus" seinen Rundlauf über die deutschen Bühnen angetreten hatte, hatte die Oeffentlichkeit die Vorgänge durch den Gerichtsbericht erfahren. Oskar Jerschke hat sie in seiner Eigenschaft als Straßburger Verteidiger aus unmittelbarer Nähe erlebt, und es war die Außergewöhnlichkeit der psychologischen Verflechtungen, die ihn nicht mehr losließ, sondern ihn zwang, nach seinem glänzenden Plaidoyer im Gerichtssaal sich ein zweites Plaidoyer vor der Weltöffentlichkeit von der Seele zu schreiben. So entstand sein 1904 gemeinsam mit Arno Holz verfaßtes Drama. Die Vorgänge aber, die sich im gesellschaftlichen Rahmen der kleinen Gymnasialstadt Schlettstadt zy- getragen hatten, wurden schon in den benachbarten Gymnasialstädten Colmar, Hagenau, Buchsweiler usw. als etwas ganz Ungewöhnliches und Einmaliges empfunden... Niemand hat weniger als der alte VDSt.-er Oskar Jerschke daran gedacht, die Schilderung eines nur durch seine ausnahmsweise Einmaligkeit erregenden und ergreifenden Falles zu einem gemeingültigen Urteil über die damalige Lehrer- und Schülerschaft zu erweitern." Zwei Schimpansen gehen in die Schule. Mick und George, zwei drei Jahre alte Schimpansen, sind der Stolz des Londoner Zoos, und alle Besucher freuen sich an dem klugen Spiel der beiden Tiere. Jetzt aber beginnt auch für sie der Ernst des Lebens, denn ihre menschlichen Betreuer und Erzieher haben sich entschlossen, Mick und George in die Schule gehen zu lassen, damit einmal was Tüchtiges aus ihnen wird, wie man so schön sagt. Vor allem soll den gelehrigen Tieren eine bestimmte Art der Zeichensprache beigebracht werden. Sir Richard Paget, eine Autorität auf dem Gebiet der Sprech- und Stimmkunde, ist eigens dazu ausersehen worden, das Experiment mit Mick und George zu überwachen. Natürlich wird das mit aller nur erdenklichen Geduld geschehen, und den Schimpansengehirnen sollen keine allzu großen Anstrengungen zugemutet werden. Zunächst will man sich auf die Erlernung zweier einfachen Zeichen beschränken. Das eine kündet an, daß sich die ersehnte Nahrung bereits auf dem Wege befindet und daß bald Essenszeit ist. Die Freunde von Mick und George zweifeln nicht daran, daß dieser Teil des Experiments sehr schnell Erfolg haben wird, während man wegen des zweiten Teils noch einige Zweifel hegt. Die beiden Schimpansen sollen nämlich auch noch lernen, ein Zeichen zu verstehen, das ihnen befiehlt, die Tür zu schließen. Es werden noch mehrere Monate vergehen, ehe man sagen kann, ob diese Versuche gelingen werden und ob Mick und George gute Schüler sind. Aus der Provinzialhauptstadt. Die Friedenspfeife. Volksgemeinschaft beim SA -Eintopf! Es gab einmal einen Mann — wie er hieß, weiß ich nicht mehr, und es war auch schon vor dem Kriegs glaube ich — der vertrat die Ansicht, man müsse sich in die gute Literatur hinauflesen. Schade, daß ich die einzelnen Stufen dieser Literaturleiter nicht mehr aufzählen kann, aber daran erinnere ich mich noch sehr gut, daß es dabei auch eine „Stufe Karl May" gab. Ob allerdings alle Buben und Mädchen, die heimlich und mitunter auch unheimlich ihren Karl May lajen, das in dem Bestreben taten, sich hinaufzulesen, möchte ich vorsichtshalber ein wenig fraglich lassen; wahrscheinlich wären wir Deutsche in die- ,sem Falle eine so ziemlich komplett und einmütig hinaufgelesene Nation. Aber daß der Karl May, genannt „Old Shatterhand", immer sehr spannend war, das weiß ich nun wirklich bestimmt. Dieser Ansicht müssen wohl auch die vier Buben meines Freundes T sein, denn sie haben ihren gutmütigen Vater — dieweil der Kleinste nur erst gerade die Sütterlinschrift lesen kann — so weit gebracht, daß er ihnen gelegentlich einmal einen „Karl May" vorlieft. (Zur Zeit sind sie an „Winnetou", Band III.) Nun spielt — wie jeder gebildete Mensch weiß — in Karl Mays Jndianerbüchern die Friedenspfeife eine große Rolle. Sie macht unter viel Rauch- und Redewolken die Menschen im Handumdrehen zu Freunden und Brüdern. Sind die Buben meines Freundes T nun zwar auch Brüder „vom Blut her", so machen sie gleichzeitig dem schönsten Jndianerstamm alle Ehre, sind wie Hund und Katze gegeneinander, ober wie Sioux und Apachen, und das Kriegsbeil ist gewissermaßen immer ausgegraben und hat keine Zeit zum Ein- roften. Weshalb ich mir so dachte: „Und denen liest der alte Schote ausgerechnet noch Karl May vor!" Aber siehe da: eines Tages sind die Buben brav und noch bräver, sind sogar am allerbrävsten, einig, einmütig, hauen sich nicht, spielen zusammen usw. — Was alles der Mutter T natürlich auffällt, so daß sie am Abend den Jüngsten ihrer Lieblinge (Jndianername „Der duftende Hirsch") entsprechend lobt und sich freudig darüber ausläßt, daß sie heute alle vier so brav gewesen seien. Da führt sie der „duftende Hirsch" an den Ofen und zieht hinter ihm eine von Vaters alten Pfeifen hervor, deren Kopf vollgestopft ist mit zerhackten abgebrannten Streichhölzern. „Weißt du, Mutti", sagt er, „wir haben doch heute auch die Friedenspfeife geraucht." ... Als mir die Mutti X das erzählte, fiel mir der Mann mit feinem „Hinauflesen" wieder ein. Sollte dieser Karl May vielleicht doch ...? Schön, ich werde mal abroarten, ob der Friedenszustand unter den Jndianerstämmen der Familie T anhält. Tut er das, dann werde ich als verantwortungsvoller Vater sehr wahrscheinlich ... Denn wir haben zu Hause auch so ein paar „Jndianerstämme", und eine alte Pfeife habe ich — soviel ich weiß — auch noch irgendwo umherliegen. D. Bornotizen. Tageskalender für Donnerslag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr fröhliche Gymnastik (nur für Frauen) im Lyzeum; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Traumu- lu5". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebesleute". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 15 bis 17 Uhr Gedächtnis-Ausstellung Hans-Ewald Kleine. Der Spielplan des Sladttheaters am heldengedenkiag. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Der Spielplan des Stadttheaters am kommenden Sonntag ist der Würde und der Bedeutung dieses Tages in Erinnerung an die gefallenen Helden des großen Krieges angepaßt: Am Sonntagoormutag findet von 11.30 bis 12.30 Uhr im Rohmen der Telephon von A bis Z. Unsere Gießener SA. versammelt sich am kommenden Sonntagmittag geschlossen in den Stürmen zum Eintopfessen in zahlreichen Gaststätten unserer Stadt. Die SA.-Kameraden erwarten dazu viele, möglichst alle Volksgenossen und Volksgenossinnen, um gemeinsam mit ihnen das letzte Eintopfgericht des Winterhilfswerks 1935/36 zu verzehren. Dieses Gemeinschafisefsen der SA. und der Bevölkerung soll allen Teilnehmern einige Stunden der Kameradschaft bringen. nicht nur ein gutes, schmackhaftes Eintopfessen auf den Tisch zu bringen, sondern sie werden sich auch bemühen, der Tischgemeinschaft von SA.-Uniformträgern und Zivil die Zeit ihres gemeinsamen Erlebens des letzten Eintopfsonntags so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Gaststätten, in denen die SA.-Kameraden und die Männer und Frauen aus allen Schichten der Bevölkerung gemeinsam speisen werden, sind durch grüne Plakate von auhen- hcr sichtbar kenntlich gemacht. Denn man will nicht nur in der kurzen Essenszeit die guten Beziehungen zwischen unserer Gießener SA. und der Bevölkerung erneut sichtbar zum Ausdruck kommen lassen, sondern man hofft auch auf feiten der SA.-Kameraden, daß sich an das Mittagsmahl noch eine Stunde kameradschaftlicher Unterhaltung anschließen wird. Die SA. wird es sich dabei», angelegen sein lassen, die in ihrer Mitte weilenden Männer und Frauen den vorbildlichen Kameradschaftsgeist in den Stürmen der SA. eindrucksvoll erleben zu lassen. Der kameradschaftliche Opfergeist der SA.- Männer wird u. a. auch darin feinen Ausdruck finden, daß einigen hundert besonders hilfsbedürftigen Männern, Frauen und Kindern unserer Stadt die kostenlose Teilnahme an dem Essen ermöglicht wird. Die Gastwirte werden alles tun, um den Eintopf- Mittagsgästen zu dem Preisevon75 Pfennig Beim Eintopf der SA. wird es Erbsensuppe mit Fleischeinlage geben. Es wird angestrebt, dieses schöne Gericht in sämtlichen Gießener Gastwirtschaften auf den Tisch zu bringen. In den nachstehend verzeichneten, von der SA. besuchten Gaststätten wird diese Erbsensuppe mit Fleisch gegessen: CafL Ebel; Frankfurter Hof; Caf6 Leib; Gambrinus; Stadt Wetzlar; Zum Auerhahn; Zum Löwen; Schützenhaus; Germania; Pvftkeller; Bayrischer Hof; Boller; Soldan; Krokodil; Hopseld; Hotel Schütz. Männer und Frauen, die sich an dem Mittagessen beteiligen wollen, mögen sich sofort in einer der vorgenannten Gaststätten anmelden. Die Parole für den nächsten Sonntag lautet also: Alle treffen sich mit den SA.-Kameraden beim Eintopf- Essen und bekunden dadurch in schöner Geschlossenheit ihre Verbundenheit mit den politischen Soldaten des Führers Adolf Hitler und ihre Gefolgschaftstreue zum Führer selbst! regelmäßig wiederkehrenden Sonntag-Morgenveranstaltungen des Stadttheaters eine Erinnerungsund Weihestunde für die Gefallenen des Weltkrieges statt. Diese zweite Morgenveranstaltung sieht an Darbietungen vor: Vorspruch, Sonate X für Violine und Klavier in c-moll von L. van Beethoven op. 30 Nr. 2, Dichtungen von E. W. Möller, Hch. Lersch, E. Bertram, W. Flex, Kriegsriefe gefallener Studenten, vier ernste Gesänge von Joh. Brahms op. 121. Ausführende: G. Bley (Bariton), A. Neuhaus und H. Rosenthal (Rezitation), A. Rein (Violine), E. Bräuer (Klavier). Für die Stammabonnenten ist der Eintritt frei! — Abends von 19 bis 21.30 Uhr das historische Schauspiel „Der Kanzler von Tirol" von Josef Wenter. Die Spielleitung liegt in den Händen von Kurt L ü p t e. Die Vorstellung ist außer Abonnement. Kleine Preise. Handarbeitsausstellung in der Aliceschule. Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes wird eine Handarbeitsausstellung in der Aliceschule angekündigt. Näheres in der Anzeige. NE>B., Ortsgruppe Mitte. Betr.: Kohlen-Abrechnung. Die Kohlenhändler werden ersucht, die für den Monat Februar 1936 gültigen Kohlen-Gutscheine der Serie E sowie der Serie S (Sonderausgabe 30. Januar 1936), und zwar beide getrennt, am Donnerstag, 5. März 1936, abends 8.30 Uhr, bei der NSV.-Geschäftsstelle, Kaplans- gasse 18, mit Firmenstempel versehen, unter Beifügung gleichfalls getrennter Rechnungen einzureichen. Der Termin ist unbedingt einzuhalten, da eine Ablieferung nach dem 5. März strengstens untersagt ist und die Scheine ihre Gültigkeit verlieren. Die deutsche Arbeitsfront xy#. N.6.-6emeinfehaft „Kraft Öurth frcuöc" Urlaubsfahrt 6/36 nach Allgäu—Pfronten vom 21. bis 29. März. — kosten 36 Mark. Die Allgäufahrten des Gaues Hessen-Nassau sind schon zur Tradition geworden. Wo gibt es aber auch einen schöneren Urlaub, als im Reich der bayerischen Berge. Stolz aufragend blicken Roßberg, Schlicke, Himpel mit ihren schneebedeckten Häuptern auf die lieblichen Häuser im Tal. Kleine und große Ausflüge führen die Teilnehmer in das seltsame Reich phantastischer Bergriesen. Die Fahrt bietet einen selten schönen Urlaub. Schluß der Anmeldung: 17. März. Feierstunde der Arbeit am Heldengedenktag. Am Heldengedenktag, 8. März, 16 Uhr, hält die Deutsche Arbeitsfront, NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Cafe Leib, Gießen, eine Feierstunde der Arbeit ab. Der bekannte Arbeiterdichter Max Barthel erzählt aus seinem Leben und lieft aus eigenen Werken. Die Feierstunde wird umrahmt durch Sprechchöre und Gesang der Werkscharen. Eintrittspreis 20 Pf. Vorverkauf: Kreisdienststelle „KdF.", Schanzenstraße 18. Monatsprogramm März 1936. Das neue Mvnatsprograrnrn ist auf der Kreisdienststelle zum Preis von 10 Pf. erhältlich. Sportamt „Kraft durch Sreube". heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele (Frauen). Von 20 bis 21 Uhr und von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Reiten. Don 21 bis 22 Uhr, Univerfitäts-Reit- inftitut, Brandplatz. ♦ Achtung! Einrichtung von Schachkursen! Volksgenossen, welche Interesse an der Erlernung des Schachspiels haben, melden sich auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18. Schachturnier! Von Karfreitag bis Ostermontag findet in Frankfurt im Palmengarten ein Schachturnier statt, an dem alle Volksgenossen teilnehmen können. Es wird in folgenden Klassen gespielt, in die sich die Teilnehmer selbst eintragen können: 1. Anfänger; 2. Fortgeschrittene; 3. gute Spieler; 4. starke Spieler. Anmeldungen zu diesem Turnier nehmen die Geschäftsstelle sowie die Sportwerbewarte der Ortsgruppen und Betriebe entgegen. Fahrtkosten werden nicht vergütet. Als Preise stehen Ehrenpreise zur Verfügung. hineinsprechen und durch die Muschel am anderen Ende die Stimme der Hauptstadt hören konnten. Laßt Euch die Handwerkskarte zeigen! Das Handwerk hat jahrelang einen fast aussichtslosen Kampf gegen die kämpfen müssen, die ohne Fachausbildung, ja ohne geringste Kenntnis von handwerklichen Dingen ein Handwerk begannen und bann als Pfuscher und Nichtskönner ihre Kundschaft schädigten. Dazu kam die unsichtbare Armee der Schwarzarbeiter, jener Auchhandwerker, die unter restloser Mißachtung aller für den selbständigen Handwerker bestehenden Vorschriften durch ihre Schundarbeit den Ruf des Handwerks gefährdeten. Dem Wunsch des Handwerks nach einem Gesetz, das den Beginn eines handwerklichen Betriebes von der Ablegung der Meisterprüfung als höchstem und letztem Beweis handwerklichen Könnens abhängig machte, wurde in der liberalistischen Zeit stets der Grundsatz völliger Gewerbefreiheit entgegengesetzt. Erst der Führer gab dem deutschen Handwerk eine neue, auf dem Leistungsgrundsatz aufgebaute Zukunft. Er bestimmte durch die 3. Handwerksoerordnung vom 18. Jan. 1935, daß ab 24. Jan. 1935 nur der ein Handwerk beginnen kann, der nach abgelegter Meisterprüfung oder im Besitz der Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen in die bei jeder Handwerkskammer geführte Handwerksrolle eingetragen ist. Jeder, auch der vor dem 24. Jan. 1935 Eingetragene, erhält als Beweis feiner Eintragung die Handwerkskarte ausgefertigt, deren Besitz ihn als selbständigen Handwerker ausweist. Wer die Handwerkskarte nicht besitzt, ist kein selbständiger Handwerker. Führt er gleichwohl handwerkliche Arbeiten aus, so tut er das als Schwarzarbeiter, als Saboteur an der 3. Handwerksoerordnung. Er hat empfindliche Strafen — Geld- und Hafstrafen — zu gewärtigen. Wer einem solchen Schwarzarbeiter einen Auftrag erteilt, macht sich der Beihilfe am Verstoß gegen die 3. Handwerksoerordnung schuldig. Deshalb muß sich jeder davon überzeugen, ob sein Handwerker, dem er einen Auftrag erteilen will, die Handwerkskarte besitzt. Wer die Handwerkskarte nicht vorweisen kann, darf keinen Auftrag bekommen! Nur wer die Handwerkskarte besitzt, ist berechtigt, handwerkliche Arbeiten auszuführen. Verlangt daher in jedem Falle die Vorzeigung der von der Handwerkskammer ausgefertigten, mit Lichtbild versehenen Handwerkskarte! Ruhegeldanspruch für Gemeindearbeiter! § 1 der Ruhegeldordnung des Rhein-Mainischen Bezirksarbeitgeberoerbandes der Gemeinden und Kommunalbehörden e. V. gibt dem Arbeiter nach zehnjähriger ununterbrochener Dienstzeit Anspruch auf Ruhegeld, wenn er u. a. wegen eines körperlichen Gebrechens oder wegen Schwäche feiner körperlichen oder geistigen Kräfte dauernd arbeitsunfähig im Sinne des § 1255 Adf. 2 RVO. geworden ist und deshalb aus dem Arbeitsverhältnis ausfcheidet. Der Anspruch des Arbeiters auf Zahlung von Ruhegeld entsteht sonach in dem Augenblick, in dem er wegen dauernder Arbeitsunfähigkeit aus dem Arbeitsoerhältnis ausscheidet. Anderseits löst der Eintritt der dauernden Arbeitsunfähigkeit nicht schon für sich allein den Ruhegeldanspruch des Arbeiters aus. Es ist denkbar, daß beide Teile trotz eingetretener Invalidität des Arbeiters das Arbeitsoerhältnis zunächst noch weiter bestehen lassen. Der Arbeiter genügt unter Umständen noch einigermaßen den Anforderungen feines Arbeitsplatzes und wird weiter beschäftigt, obgleich er schon „dauernd Invalide" ist und womöglich schon den Jnvalidenrentenbescheid erwirkt hat, oder er setzt die Arbeit zunächst nur tatsächlich aus, ohne förmlich entlassen zu werden. § 1 der Ruhegeldordnung schreibt ausdrücklich als weiteres Erfordernis des Ruhegeldanspruches vor, daß der Arbeiter aus einem der angegebenen Gründe aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist. Hierfür genügt es noch nicht, daß der Arbeiter 23on Dans B Wogenseil. Als in Afrika die ersten Ueberlandlinien gelegt wurden, verursachten nicht nur die Giraffen beträchtlichen Schaden dadurch, daß sie sich an den Drahten schuerten oder auf ihren fluchten mitten hineinrannten, sondern auch in Mittelarabien erhoben religiöse Eiferer heftigen Einspruch geaen dieses „Teufelswerk". Sie wandten fid) mi(L^,ehr Bitte um Beseitigung an den König Ibn Saud. Der König fällte daraufhin folgenden salomonsichen Urteilsspruch: „Wenn der Fernsprecher wirklich em Werk des Scheitans ist, so soll er "er chwmden. Aber wir wollen erst die Probe darauf machem Ist er Teuielswerk, o werden die heiligen Worte des Korans sicherlich nicht durch di- Drahte weit», geleitet werden. Lassen sich tue fldligen_ ffiort «Der burchfaaen so kann er eben o gewiß fein Teufels- werk lein'" Also wurden zwei Mullah- ausgewahlt und der ein- ans Ende der Leitung in den Saud- schen Palast gesetzt, der andere ans andere Ende Jeder Mullah vernahm eene ihm durch> den^Dr^h vom anderen Ende her oorgelesene K°r°nsielle Ach diese Weise wurde jedermann siberzeugt, daß d Fernsprecher eine nützliche Einrichtung sei. * Das kleine spanische Dorf Viela am Südhang der Pyrenäen sollte auch eine Fernleitung bekommen. Ingenieure und Facharbeiter legten b e Drahte über gefährliche Pässe, die selbst gew . SU begehen sch-ch-w ^e Bewunderung und^B°E geifterung war darob einhellig, cm i 9 Einweihungsfeierlichkeit wurde Mtirn . vorher schon bewegten sich ganze Pi g; z g. die schneebedeckten Höhen und ergofl f rf) $ ins Dorf — es waren Bauern aus der Umgegenu, die gekommen waren, um das TSu^berwer ^zu sehen Am Morgen des auserwahlenTag » « ten sie, die Dörfler und dle Schuljugend eine feier^ liehe Prozession, die vom Bürgermeister un Priester in ihren prächtigen Gewändern an^h^ wurde. Die Prozession marschierte durch den. tojn bis zu der Lelephonzentrale, wo nur ^ie wemg n Bevorzugten, für die genügend SßlaÖ war, sehen konnten, wie der Pnester App mjt Schaltanlage mit Weihwa ser besprengte und^ m feierlichen lateinischen Worten segnet Dann >muroe gefeiert und getanzt. Die Leute werntenvor Freuoe und umarmten einander auf ben Str B 'Trichters weil sie in das eine Ende eines schwarzen Trichters Der Dienst am Kunden ist jetzt in Berlin fo weit gediehen, daß man unter anderem das Amt anrufen und bitten kann, Tage später daran erinnert zu werden, daß die Frau Gemahlin Geburtstag hat, ober baß man eine wichtige Verabrebung einhalten muß, ober daß bie Einkommensteuer-Abrechnuna fällig ist. Auch in Englanb kann man telephonisch beim Amt anfragen, wie ber Wetterbericht lautet; man kann sich zur oorbeftimmten Stunbe telephonisch wecken lassen; es wirb einem auf Anruf vom Amt ein vertrauenswürdiger Mann ins Haus geschickt, der Hund ober Baby ausführt. Oesterreich hat eine begrüßenswerte Einrichtung bahin getroffen, baß an den einzelnen Apparaten eine Schaltscheibe angebracht ist. Verläßt ber Teilnehmer sein Haus ober Büro, so stellt er die Scheibe mittels einer besonderen Vorrichtung auf bie Stunbe seiner vermutlichen Rückkehr. Jeber Anrufenbe erfährt so automatisch, wann der Abwesende wieder zu Hause ist. Amerika geht — wie könnte es auch anders fein! — noch weiter. Der Kundendienst hört nicht mit ber Verbindungsstrecke auf. Ein Beispiel: Es ist Samstag abenb. Ein Telephonteilnehmer in Winnipeg, im Staate Manitoba, möchte unter allen Umftanben seinen Sohn erreichen, ber am anberen Tag, am Sonntag, sich in San Franzisko nach bem Fernen Osten einschiffen will. Das Fernamt beginnt bannt, bei ben verschiedenen Hotels in San Franzisko Umfrage zu halten; bann erscheint in ben Lichtspieltheatern ein Aufruf auf ber Leinwand: Achtung! Achtung! Ist Mr. Soundso aus Winnipeg anwesend? Sämtliche Radios wiederholen die Anfrage. Tags darauf, am Sonntag, soll sie auch in den Kirchen von den Kanzeln herunter verkündet werden... Aber das ist nicht mehr nötig. Denn kurz vor Mitternacht hat das Fernamt das Handgepäck des jungen Mannes in einem kleinen Hotel der Altstadt entdeckt. Jetzt scheint alles einfach Wenn der junge Mann heirnkornrnt, um fein Gepäck zu holen, soll ihm ber Portier sagen, er machte bas Amt m Winnipeg anrufen. Aber unglücklicherweise vergißt ber Portier, seinen Auftrag rechtzeitig auszurlchten. Er erinnert sich seiner erst, als ber junge Mann bas Haus schon verlassen hat. Em Pollzelauto jagt bem Mietauto mit dem vielgesuchten Hotelgast nach bis zum Hafen, wo er gerade noch vor zlbgang des Schiffes der Stimme feines Vaters lauschen kann! Landesbischof Dr.Dieirich spricht in Gießen Frauen und Lustschuh trug bräunliche Joppe oder bräunlichen lieber« zieher. Vermutlich führt er ein Fahrrad bei sich, i Handarbeiten, Bastel- und Wertarbeiten, sowie der Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminal- Spielsachen und Beschäftigungsgegenstände findet Polizeistelle Gießen. demnächst statt. Der Artitteristentag in Gießen so 1870 1000 Aus bäum züchten kann, selbst wenn man noch kunstvoll Dünger daran verschwendet. Die rassenpolitische Lage war so, daß wir ** Straßensperre. Wegen starker Beschädigung werden die Landstraßen I. Ordnung Rodheim—Nidda und Borsdorf—Ulfa bis zum Abzweig nach Unter-Schmitten bis auf weiteres für jeglichen Durchgangsverkehr gesperrt. Der lokale Waldverkehr auf beiden Straßen ist nur auf eigene Gefahr gestattet. Umleitung erfolgt über Hungen—Berstadt und Nidda—Bad Salzhausen bzw. Nidda—Unter- Scbm'Uen. ** Baulandumlegung im Eichgärten- gebiet. In einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil wird die Zusammensetzung des Umlegungs-Ausschusses für die Baulandumlegung im Eichgärtengebiet bekanntgegeben. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Examen i m Fröbelseminar. Die Abschlußprüfungen im Fröbelseminar sind beendet. Neunzehn Seminaristinnen bestanden das Examen als Kindergärtnerinnen und zehn als Kinderpflege- und Haushaltsgehilfinnen. Die Ausstellung der wird. ~ . Die Sachbearbeiterin für den Frauenluftfchutz der Landesgruppe Hesfen-Rheinland-Süd des Reichsluftschutzes und Gauluftschutzreferentin der NS.- Frauenschaft, Frau Elisabeth Seidel (Darmstadt) gab in einem einstündigen Vortrag einen Einblick in die Vielseitigkeit des zivilen Luftschutzes und stellte die Aufgaben der großen Organisation vor Augen, die bis in das kleinste durchgeführt und reibungslos funktionieren muß, wenn sie von Wert sein soll. Das Ziel des Schutzes von Volksvermögen und die Bewahrung des Einzelnen vor Schäden seiner Gesundheit wird eine solche Organisation aber nur dann erreichen können, wenn jeder einzelne Volksgenosse sich dem großen Werk anfchließt und tatkräftig mithilft! Der Frau erwächst dabei eine besonders große und ernste Aufgabe, für die sie sich nicht frühzeitig und gründlich genug schulen lassen kann. Nur wenn sie ihre Aufgabe erkennt, wird sie auch die ihr und ihren Angehörigen im Ernstfälle drohende Gefahr übersehen können und sie furchtlos zu bannen wissen. Wenn sie sich mit den ihr zufallenden Aufgaben vertraut macht, wird sie im Ernstfälle schnelle Arbeit leisten und durch entschlossenes Begegnen die Gefahr bannen und ihre Angehörigen vor Schaden sichern. Sie wird sich dadurch bewußt an die Seite des Mannes stellen, dem sie nicht nur im Leben, sondern auch im Ernstfall ein rechter und mutiger Kamerad fein wird. Sie wird die Front der Abwehr des Volkes schließen und ihren Platz voll ausfüllen, den chr die Volksgemeinschaft zuweist. Nach einer Musikeinlage wurde an einem längeren Film die praktische Arbeit gezeigt, die der Frau in Land und Stadt zufällt. In eingehender Weise wurden die technischen Vorbereitungen behandelt, die notwendig sind, um den umfangreichen Apparat der Organisation schlagkräftig und erfolgreich anwenden zu können. Dabei wurde sehr anschaulich die Entrümpelung gezeigt, bei der eine Unmenge von noch verwendbaren Sachen für die NSV. zum Vorschein kamen, die einfache Handhabung bei der Einrichtung der Schutzkeller, und schließlich eine Luftschutzübung in Berlin. Aufnahmen vom Appell des Reichsministers Hermann Göring mit einem verbindenden Wortlaut, der neben dem Aufruf des Volkes zur Mitarbeit und zur Opferbereitschaft auch die Hinweife auf die entsprechenden Gesetze enthielt, beschlossen den Film. Die interessante Veranstaltung wurde mit d^m Treugruk an den Führer und dem Gesang der Nationallieder beendet. das nicht einmal die Bevölkerungsziffer erreichte und zwangsläufig abnehmen mußte. Dieser Zustand wäre schon 1945 eingetreten. Unser Volk wächst nur, weil der Lebensdurchschnitt der alten Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 50, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bund 15 Pf. Gesunde Sippen wurden durch fremde Rassen und artfremde Menschen verseucht. In zehn Jahren sind die Erbkranken in Anstalten von 170 000 auf 300 000 angewachsen: wir haben 450 000 Schwachsinnige und 80 000 Hilfsschüler. Die Kosten für die Ernährung und Unterhaltung solcher Kranken waren 1933 auf 1,5 Milliarden Mark angewachsen, während kinderreiche und gesunde Menschen und Familien nicht das nötige Auskommen hatten. Selbst dem Verbrechertum wurden Paläste gebaut. Gleichzeitig herrschte das Einkinderlnstem. Wir brauchen von gesunden Familien mindestens vier Kinder, wenn das Volk gesund bleiben soll. Der Nationalsozialismus, der mit der neuen Weltanschauung dem Volke wieder neuen Glauben an die Zukunft brachte, schuf das Ehestandsdarlehen und ein Gesetz, das die Kinderreichen-Veihilfe bestimmte. Der Erfolg war, daß die Geburtenziffer um 25 v. H. an- wuchs, ein großartiger Erfolg, der sogar den Neid Italiens erweckte. Die Ziffer müßte aber um insgesamt 45 v. H. steigen, wenn wir 1960 noch ein Volk von 60 Millionen Deutschen fein wollen. Wir werden dieses Ziel erreichen, wenn dem ersten auch die weiteren Kinder in jeder Familie folgen. Der Redner besprach dann die Regierungsmaßnahmen zum Schutze kinderreicher Familien und die Gesetze zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Zum Schluß setzte er sich mit den Gegnern, besonders mit denen aus konfessionellen Kreisen auseinander, deren widersprechende Gedankengänge er aufzeigte. Die eindrucksvollen, von starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen unterstrich der Redner durch zahlreiche Lichtbilder. stattet hat, versteht sich bei den herzlichen kameradschaftlichen Beziehungen zwischen der I. Abt. Art.- Regt. 9 und dem Artillerie-Verein Gießen natürlich von selbst. Ferner ist für die Stunden nach dem Besuch der Artillerie-Kaserne, die als kameradschaftliches Beisammensein gemeinsam im Cafe Leib verbracht werden, ein genußreiches Unterhaltungsprogramm nach echter alter Soldatenart vorgesehen. Nach alledem kann den allen Soldaten, die zum Artilleristen-Tag am 15. INärz nach Gießen kommen, heute schon ein Tag der schönsten Soldatenkameradschaft zugesagt werden. Anmeldungen von allen — das sei noch einmal besonders betont — ehemaligen Artilleristen sind bis spätestens zum 9. März an Kamerad Wilhelm Stephan, Gießen, Bahnhofstr. 24, Fernsprecher 3729, zu richten. Dorthin sind auch die Kosten des Beitrags, einschließlich Mittagessen in der Kaserne, von 1,50 Mark pro Mann einzusenden. Das Festabzeichen zur Erinnerung an diesen Waffentag der Artilleristen wird den Teilnehmern bei ihrer Ankunft in Gießen ausgehändigt werden. Im Saale des Cafe Leib fand am gestrigen Mittwoch ein von der Kreisleitung der NS.-Frauenschaft | in Verbindung mit dem RLB. veranstalteter Vor- § tragsabend über d i e Aufgaben der Frau im zivilen Luftschutz statt. Nach dem von Mitgliedern des Musikzuges der SA.-Standarte 116 gespielten „Einzug der Gaste aus „Tannhäuser" begrüßte die Kreisleiterin der NS.-Frauenschaft Frau Wrede die zahlreich Erschienenen, unter denen sich auch der Kreisreferent für den zivilen Luftschutz der NSDAP., Rehberg, und der Bezirksgruppensuhrer des Relchs- luftschutz-Bundes für Oberhessen und Gießen, Poppe, befanden. Die Sachbearbeiterin für den Frauen-Luftschutz der Bezirksgruppe Oberhefsen und Kreisreferentin für den Frauenluftschutz, Frau Hummel, wies einleitend auf die Notwendigkeit des zivilen ßutt= schutzes hin, zu dessen Förderung auch in Gießen helfende Hände und opferbereite Menschen in großem Umfange erforderlich sind, um die Arbeiten so weit vorwärts zu treiben, wie es gewünscht Leute von 47 auf 58 Jahre angestiegen ist. In den Jahren 1950 bis 1960 wird das große Sterben einsetzen, weil dann die Jugend fehlt. Wir haben 10 bis 14 Millionen Kinder zu wenig, eine Zahl, die praktisch nicht mehr aufgeholt werden kann. Zwei Millionen der wertvollen Menschen gingen im Weltkrieg verloren. Das ist bei den anderen Völkern auch nicht anders, und das nordische Blut hat die größten Verluste erlitten. Das deutsche Volk hat 32 Millionen Menschen an Amerika abgegeben und die Tragik erlebt, daß 40 v. H. aller amerikanischen Offiziere deutschblütig waren und gegen ihr Volk kämpften. Das ist ein unerträglicher Zustand. Darum ist der Friedenswille unseres Führers absolut ehrlich: denn wie wir, haben sicher auch die anderen Völker nicht die Absicht, wieder die besten Menschen zu verlieren. Der Geburtenrückgang bei uns war katastrophal. Aber er war nicht in allen Ländern so, besonders nicht bei den slawischen Völkern. Europa wird bald zu 50 v. H. von Slawen bewohnt sein. Rußland hat ein riesiges Menschenreservoir, und da dies Asiaten sind, läuft jetzt die asiatische Grenze an der polnisch-russischen Grenze entlang. Im Osten ist auch Japan von 30 auf 65 Millionen angewachsen, und China zählt 460 Millionen Menschen. Auch im Westen wächst durch die Vernegerung Frankreichs eine Gefahr, so daß die Grenze Afrikas bald am Rhein entlang laufen wird. Der Vortragende brachte erschütternde Zahlen über die Ver- bastardisierung Frankreichs, an der Deutschland kein Interesse hat. Französische Hygieniker sind mit Hochachtung erfüllt über dieRassenpolitik in Deutschland. In Deutschland mußten wir seslstellen, daß das Volk immer erbkranker wurde. Schöffengericht Gießen. Wegen Diebstahls wurde der H. M. aus Assen- heirn zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte, der bereits vorbestraft ist, hatte ein Fahrrad entwendet. Der I. M. aus Butzbach wurde wegen versuchter Umsatz- und Einkommensteuerhinterziehung zu 2000 Mark Geldstrafe verurteilt, die im Uneinbringlichkeitsfalle mit je einem Tag Gefängnis für je 5 Mark zu verbüßen ist. Der Angeklagte wurde von einem Geschäftsmann mit der Ausfüllung dessen Steuererklärung beauftragt. Dabei machte er Angaben, die dem tatsächlichen Umsatz des Geschäftsmannes bei weitem nicht entsprachen. Wegen Widerstandes wurde der E. St. aus Gießen zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Gleichzeitig wurde die Verbringung in eine Trinkerheilanstalt angevrdnet. Der Angeklagte, ein notorischer und erblich belasteter Trinker, stand am 11. Oktober 1935 ebenfalls unter dem Einfluß des Alkohols. In der Kirchstraße kam es zwischen ihm und einem Zeugen zu einer Schlägerei. Der Aufforderung eines herannahenden Polizeibeamten leistete er keine Folge, so daß er mit Gewalt zur Wache gebracht werden mußte. Der K. B. aus Friedberg wurde an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einer Woche ju 35 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Anas- klagte batte einen Tagesausweis der Musikkammer gefälscht. Strenge Strafen für Fahrraddiebe. Zu unserem gestrigen Bericht über eine Anklage wegen Fahrraddiebstahls, die am Dienstag vor Dem Amtsgericht Gießen gegen den Heinrich W e der und den Heinrich Schmidt, beide aus Gießen, verhandelt wurde, ist ergänzend und berichtigend mitzuteilen, daß der Heinrich Schmidt trotz ferner bisherigen Unbestraftheit wegen der Gemeingefahr- lichkeit derartiger Diebstähle sechs -Wo n a t e (nicht einen Monat) Gefängnis erhalten hat. Heinrich Weber wurde bekanntlich wegen Diebstahls im erschwerenden Rückfall zu eine i n b a 1 b Jahren Zuchthaus verurteilt. Diese strengen Strafen wirken hoffentlich auf Fahrradmarder in abschreckender Weise. (Siebener Dochenmarktpreise. deren Verbleib die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, der Eigentümerin zurückgegeben werden. Für den vorgenannten Einbruch kommen drei Täter in Frage. Auch in Marburg haben sie einen Personenkraftwagen entwendet. Wäschediebslahl. Aus einer Waschküche in der Händelstraße wurden 4 wollene Bettücher, 3 Ueberschlaglaken, 1 großer Ueberzug, 2 weiße Tischtücher, 1 Herren-Schlafanzug und sonstige weiße Leibwäsche entwendet. Der Täter iÜ etwa 1.62 bis 1,65 Meter groß und auf 1000 Volksgenossen 42 und 1930 auf Volksgenossen nur noch 15 Geburten hatten. dem Volke des Wuchses war ein solches geworden, wegen Krankheit tatsächlich nicht mehr arbeitet, es genügt also nicht ein tatsächliches Ausscheiden aus der Arbeit, sondern es wird ein Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis, also eine rechtliche Losung oenangt. Dieses Ausscheiden tritt aber dann ohne weiteres ein, wenn „dauernde Invalidität" vorliegt, und entweder der Arbeiter seine Zurruhesetzung verlangt oder der Betriebssichrer die Zurruhesetzung ausspricht. In beiden Fällen genügt die einseitige Erklärung, ohne daß der andere Teil ihr zuzustimmen braucht, und die Erklärung Wirkt sofort, wenn sie nicht etwa selbst eine Befristung enthält. Eine Kündigung bedeutet einen Verstoß gegen die guten Sitten und bleibt unwirksam, wenn sie allein den Zweck verfolgt, einen Ruhegeldanspruch dadurch zunichte zu machen, daß man dem mit Sicherheit erwarteten und aller Voraussicht nach begründeten Zurruhesetzungsoerlangen des Arbeiters zuvorkommt. Nicht zu beanstanden wäre sie dagegen, wenn außer der vorhandenen oder vermuteten Invalidität des Arbeiters ein gerechtfertigter Grund zur Kündigung Vorgelegen hätte. Oer Echreibmaschinendiebstahl in der Bahnhofstraße oufacfiärf. Von der Kriminalpolizeistelle der Polizeidirektion Im Rahmen einer Abendveranstaltung der DAF., l Fachgruppe Hausgehilfinnen, hielt am gestrigen - Mittwochabend nach einleitenden Worten des Kreis- t fachgruppenleiters O. Pipper der Gauamtsleiter : des Rassenpolitischen Amtes, i 0r. Kranz, Gießen, einen rassepolitischen Vortrag, durch den er die < angehenden Hausfrauen und Mütter mit den , grundlegenden Fragen der Erhaltung unseres Volkes vertraut machte, die zugleich mitentscheidend ' über Glück, Ehre und Gesundheit unserer Kinder 1 und Kindeskinder sind. Er ging diesen Fragen nach ' dem Fortbestand eines Volkes gleich auf den Grund und wies an dem geschichtlich erwiesenen Untergang großer Kulturvölker vergangener Jahrhunderte nach, daß in der Geburtenverhütung zur Zeit der Blüte solcher Völker das Grundübel ihres Unterganges zu finden fei. Dadurch wurde das organische Wachstum unterbunden, und es drangen artfremde Dolksmasfen, die nicht über die gleich-hohen erblichen Qualitäten verfügen, in das Volk ein, vermehrten sich rascher und überwucherten die gesunden und starken Erbmassen solcher Kulturvölker. Diese art- und rassefremden Kräfte setzten sich an die Führung des Staates, machten ihren Einfluß auf allen Lebensgebieten geltend, und so wurde das gesunde Volk nicht mehr befähigt, solche Leistungen zustande zu bringen, wie vorher. Diese Feststellung kann man bei allen Kulturvölkern machen, die zu- gründe gingen. Zur Durchführung einer Rassen- und Vevölke- rungspolikik gehören eine Führung und die Geführten, der Dille und die Ausnahmebereit- schatt, also eine Gefolgschaft, die nicht aus Rassegemengsel besteht. Als Grundlage ist eine geistig-seelische Grundhaltung erforderlich. In der Zeit des Marxismus, Individualismus und Egoismus, in denen der einzelne glaubte, sich über die Naturgesetze Hinwegsetzen zu können, die ewige Geltung haben und seit Anfang der Welt bestehen, haben auch wir gegen die Gesetze der Fortpflanzung, Auslese, Ausmerzung und Rassereinheit verstoßen. Eine Weltanschauung, wie die des Marxismus und Liberalismus, die beide letzten Endes zum Bolschewismus führen, ist irrig und wahnsinnig. Sie predigte die Gleichheit alles dessen, was Menschenantlitz trägt. Es gab die Lehre von der Umwelt, und meistens jüdische Wissenschaftler versuchten zu beweisen, daß man den Menschen formen könne, wie man ihn haben wolle, und daß man erworbene Eigenschaften vererben könne. An Beispielen aus dem Weltkriege wies der Vortragende nach, daß es dem entgegengesetzt ohne Gemeinschaft kein Leben gibt. An Stelle der irrigen Weltanschauung mußte eine neue Idee treten, die biologisch richtig ist und den eroi-gen, ehernen Gesetzen entspricht. Das ist der Nationalsozialismus. Der Nationalsozialismus machte mit der Umweltlehre Schluß und bewies, daß z. V. der Jude immer ein Jude bleiben muß, wie man auch aus einem Pflaumenkern keinen Kirsch- Die Rassen- und Bevölkerungspolitik Vortragsabend in der DAF., Fachgruppe Hausgehilfinnen. Der Führerrat des Artillerie-Vereins Gießen hat die Vorbereitungen für das A r t i l l e r i st e n - Treffen in Gießen am 15. März schon in weitgehender Weise oorangebracht. Die Anmeldungen von alten Artilleristen zu diesem Tressen sind bis heute bereits ganz erheblich umfangreicher, als man angenommen hatte. Fortgesetzt kommen dazu immer neue Anmeldungen, so daß man mit Gewißbeil auf eine sehr starke Beteiligung an diesem Waffentag der Artillerie in Gießen rechnen kann. Zur Beseitigung von Zweifeln sei betont, daß nicht etwa nur die in Artillerie-Vereinen oder in einer anderen Organisation ehemaliger Soldaten stehenden alten Artilleristen zu diesem Tage der Artillerie erwartet werden, sondern daß alle ehemaligen Artilleristen zur Beteiligung an diesem Kameradschaftstag der Männer vom schwarzen Kragen herzlich eingeladen sind. Für den Empfang der von auswärts nach Gießen kommenden Waffengefährten ist in umfassender Weise Vorsorge getroffen. Ferner hat die Führung des Artillerie-Vereins Gießen es sich auch angelegen sein lassen, für den geschlossenen Marsch der ehemaligen Artilleristen vom Oswaldsgarten nach der Gießener Artillerie-Kaserne Maßnahmen sicherzustellen, die den Marsch der alten Soldaten zu einem eindrucksvollen Erlebnis werden lassen; das berittene Trompeterkorps des Artillerie-Regiments 9 wird die Marschmusik stellen. Nicht marschfähige Kameraden, insbesondere Kriegsbeschädigte, werden von der Leitung des Kameradschaftstages zwei Freifahrtscheine zur Benutzung der Gießener Straßenbahn bis nach der Artillerie-Kaserne und von dort zurück bis zum Cafe Leib zum kameradschaftlichen Beisammensein erhalten. Für die mit Kraftwagen, Krafträdern ober Fahrrädern von auswärts kommenden Kameraden ist die Möglichkeit zum Parken der Fahrzeuge auf dem Brandvlatz vorgesehen. Die Führung des Artillerie-Vereins Gießen sieht es als selbstverständlich an, daß die an dem Treffen teilnehmenden Vereine mit Fahnen erscheinen. Unsere aktiven Gießener Artilleristen, die I. Abt. Art.-Regt. 9, werden es sich angelegen fein lassen, den alten Kameraden ihrer Waffe in der Kaserne schone Stunden der soldatischen Kameradschaft zu bereiten. Zu Mittag werden sich die aktiven und die alten Soldaten gemeinsam durch ein kräftiges Soldatenessen stärken, anschließend werden das Geschützexerzieren und das Reiten auf dem weiten Kasernenhofe das lebhafte Interesse aller Besucher Hervorrufen. Daß der Kommandeur der Abteilung, Hauvtmann Welte, den ehemaligen Artilleristen die Besichtigung aller Kaserneneinrichtungen ge- sich früher „Deutschgläubigkeit" genannt habe unb in sich eine ganze Anzahl von Richtungen enchalte. Alle diese Richtungen bekämpften sich gegenseitig und seien nur einig in dem völkischen Ausgangspunkt ihrer Lehre und im Kampf gegen ua» Christentum. Sodann behandelte der Redner in großer Ausführlichkeit die Zielsetzung und die Ta- tigkeit der Deutschen Glaubensbewegung einerseits, die Grundlagen und das Wirken der evangelischen Kirche anderseits. Bei dieser Gegenüberstellung und dem Gegeneinanderabwägen zahlreicher^ Argumente von der einen und von der anderen ©eite betonte er als besonders wichtig für die evangelischen Menschen, daß für sie das beste Mittel 9e9en Deutsche Glaubensbewegung immer noch das Leden d-s Christen im ©tauben fei. Das Christentum gründe sich auf Offenbarung, die Deutfchglaubigkett dagegen kenne keine Offenbarung und sie kenne auch keine Bibel. Der Vortragende fetzte sich hierauf mit dem Schrifttum der Deutschen Glaubensbewegung und den darin ausgestellten Hauptargumenten gegen das Christentum eingehend auseinander, wobei er als Ergebnis seiner umfassenden Betrachtung kelt- ftellte, daß die Argumente der Deutschen Glaubens- b.wcgung gegen das Christentum nicht stichhaltig seien. Er warnte das deutsche Volk eindringlich davor, durch den Bruch mit dem Christentum sich die Hauptlebensader zu durchschneiden und daran zu verbluten, um dann auf dem Boden, der Selbstbespiegelung zu verkümmern. Für das deutsche Volk könne es kirchlich auch für die Zukunft nur eins geben: Das Bekenntnis zu Jesus Christus. Der Vortrag wurde von der großen Versammlung mit starker Spannung entgegengenommen. Am Schlüsse wurden gemeinsam der erste und der letzte Vers des Luther-Liedes gesungen. * G i e ß e n, 5. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Handelsklasse-Eier, Gütegruppe 1, Kl. S 11, Kl. A 10V2 Kl. B 10, Kl. C 9V2, Kl. D 9, ungezeichnete 8, Wirsing (gelb), das Pfund 12 bis 15, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 8 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 40, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 35 bis 40 Pf., Zwiebeln 10 bis 18, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln, das Pfund 4 bis 4V2, 10 Pfund 43 Pf., Am gestrigen Mittwochvormittag weilte der evangelische Landesbischof Lic. Dr. Dietrich zu einem Vortrag in Gießen. Die Vortragsveranstaltung sollte im Johannessaal ftattfinben, da dieser Saal aber schon lange vor der festgesetzten Zett voll besetzt war und immer neue Besucher hervei- strörnten, wurde der weite Raum der Johannes- kirche zur Stätte des Vortrags bestimmt. In kurzer Zeit war auch die Kirche bis zum letzten Platz von Männern und Frauen aus Stadt und Kreis Gießen besetzt. r f . Landesbischof Dr. Dietrich sprach m etwa em« einhalbstündiger Rede über das Thema: „Warum Evangelische Kirche und nicht Deutsche Glaubensbewegung?". Er gab einleitend seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß man diesen Kampf führen müsse, weil ja auf der anderen Seite auch deutsche Volksgenossen stünden und es im Hinblick auf die Volksgemeinschaft schmerzlich sei, sich gegen deutsche Volksgenossen zu wenden. Aber von diesen Volksgenossen sei die evangelische Kirche angegriffen worden, und deshalb müsse sie sich verteidigen. Sodann betonte der Redner, die Deutsche 'Glaubensbewegung dürfe nicht mit den Deutschen Christen verwechselt werden. Die Deutschen Christen wollten eine Gruppe evangelischer Christen sein, die sich Deutsche Christen nenne, weil sie die Au>- rechterhaltung der Verbindung von deutscher Geschichte und evangelischer Kirche fordere. Die Deutsche Glaubensbewegung dagegen sei etwas ganz anderes, sie habe mit der evangelischen Kirche nichts mehr zu tun und wolle mit ihr auch nichts mehr zu tun haben, sondern sie sei eine Bewegung außerhalb und gegen die evangelische Kirche. Im weiteren Verlaufe feiner Rede erklärte der Landesbischof, daß die Deutsche Glaubensbewegung Gießen wird uns berichtet: Der in der Nacht zum 23. Januar in der Gießener Verkaufsniederlage der „Rheinmetall-Schreib- mafchinen" verübte Schaufenstereinbruch, bei dem 1 tV||fclA' tv^ 3'50‘frte 370 Mk'., Äepfe'l 18 bis 35, sich die Täter eines Personenkraftwagens bedienten der Zentner , PI und Schreib- und Rechenmaschinen im Werte von g ,rXnhiihnPr 85 bis% Blumenkohl das Stück 4344 Mark entwendeten, hat seine Aufklärung 9«-Suppenhühner 85 bis , (£Sen 10 bis 25, fanden. Die Täter und Hehler - es handelt sich 25 bis ^50, Salat^5,bis öO.^nDwien^ * um sechs Personen — konnten m Köln und Kaiserslautern durch die dortige Kriminalpolizei ermittelt und festgenommen werden. Es handelt sich um „Kölner Jungens", die ihre nächtlichen Diebesfahrten teils mit Leihautos, teils mit gestohlenen Personenwagen ausführten. Sie kommen für eine große Anzahl von Einbrüchen in Frage und zeigten ein besonderes Interesse für Radio-, Manufakturwaren-, Gold- und Silberwarengeschäfte usw. Die in Gießen entwendeten Rechen- und Schreibmaschinen kannten bis nuf eine Schreibmaschine, über Preise, die der Sübrer stiftete. 4. 5. 6 7. i den durch die Kurzschrift Arbeit und Brot ge- h l kreis Friedberg. ur, analog zu ein und eit in der Form der 2 Stock fällt weg. Oberheffen Ifuf der Kellertreppe tödlich verunglückt ui wuinuiuyui 1 komstagabend Lreppe ab fördert fäui&i&i NIVEA CREME „jgeftürgt, wobei der Tod durch $ r u d)r d e s Genicks auf der Stelle eintrat Von den festen Kürzungen sind eine Reihe weg- gefallen, andere aus der Eilschrift hinübergenommen worden. Die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront, als Träger der Weiterausbildung aller schaffenden deutschen Menschen, hat sofort ihre Lehrgänge in Deutscher Kurzschrift auf die neue Schriftform umgestellt, so daß alle Teilnehmer bereits bis Ostern mit der vereinfachten deutschen Kurzschrift vertraut der, per, usw fällt weg Die Ausnahmeregel über eien, eier, eies fällt weg. Die Regelfassung über das Undeutlichkeitshäkchen ist vereinfacht und verschärft worden. Die Kürzung der Vorsilbe er fällt weg, die Kürzung zu wird von unten nach oben ohne Schleife geschrieben. hiesigen evangelischen Frauenhllfen vom 14. Februar bis 3. März einschließlich ein Saug- ■ lings- und Kinderpflegekursu s durch- i geführt Die Leiterin des Kursus, Frl. Jula Kliss- müller, verstand es, allen Teilnehmerinnen die von ihr in langjähriger Tätigkeit als Säuglingsund Kinderpfleger-, wie auch als Krankenschwester gesammelten Erfahrungen auf dem Gebiete moderner Säuglings- und Kleinkinderpflege an Hand praktischer Hebungen und leichtfaßlicher Darlegungen nahezubringen und wertvolle Winke und Anregungen für das praktische Leben zu vermitteln. Nachdem der Kursus am Dienstagabend beendet war, versammelten sich noch einmal alle Teilnehmerinnen und die Mitglieder der NS.-Frauenschaft und der Frauenhilfen gestern abend im „Löwen zu einer schlichten Abschlußfeier, bei der alle Anwesenden in froher Kameradschaft einige schone Stunden verlebten. _ H Hungen 5 März. Am vergangenen Sonntag veranstalteten das hiesige Jungvolk und die Jungmädelgruppe des BDM. im vollbesetzten Saale des „Darmstädter Hof einen volksdeutschen Abend, der dem Grenz- und Auslandsdeutschtum gewidmet war Die mit viel Liebe und Geschick zum Vortrag gebrachten Lieder und Sprechchöre, die einen tiefen Einblick in den seelischen Kampf unserer Brüder im Auslande gewährten, fanden den lebhaften Beifall der zahsi reichen Zuhörer. Jungbannführer T a e s l e r sprach im Verlaufe des Abends über die Arbeit der nationalsozialistischen Jugend und ihre hohe Zielsetzung. Stammführer Bücher schloß mit dem Gruß an den Führer und dem Liede der deutschen Jugend „Vorwärts, vorwärts!" in der üblichen Weise die Veranstaltung. — Die vom Reichsluftschutzbund innerhalb der Ortsgruppe Hungen — einbegriffen sind in derselben 15 benachbarte Gemeinden — durchgeführte Werbung brachte ein sehr an- i sehnliches Ergebnis. Die Mitgliederzahl hat sich von 950 Mitgliedern auf 2700 Mitglieder - erhöht, also nahezu verdreifacht den Tage den Pfarrassistenten Fritz Metzler zu Alzey zum Pfarrassistenten für Kirchberg mit dem Sitz in Lollar ernannt. Anlage eines Silos sei viel Arbeitsersparnis verbunden. Zum Schluß wurden noch die Dungstätten besichtigt, die als mustergültig bezeichnet wurden. Der Ortsbauernführer dankte zum Schluß dem Redner für seine aufschlußreichen Erläuterungen * Rüddingshausen, 5. März. Der 18 Jahre alte Knecht Adolf L o t h erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Ellenbogenbruch und mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden gemacht werden Arbeitskameraden! Die neue Schriftform der Deutschen Kurzschrift bietet euch große Vorteile. In Zukunft darf nur noch diese Schriftart gelehrt werden, Prüfungen werden nur noch in der neuen deutschen Kurzschrift abgehalten Die Arbeitsschule der DAF eröffnet am Dienstag, 10. März, 19 Uhr, im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, Saal, einen Umschulungslehrgang in der neuen Schriflform der Deutschen Kurzschrift. Der Unterricht findet Dienstags und Freitags von 19 bis 20 Uhr statt und dauert bis Ostern. Unterrichtsgebühr 1 Mark Dieser Sonder-Umschu- lungslehrgang wird sofort in Angriff genommen, damit in dem Sommerausbildungsplan keine Un- ch Dorf-Gill, 4. März. Im Gemeindesaal fand die Generalversammlung des Konsurnver- eins statt, der in diesem Jahr der Genossenschaft angegliedert wurde. Aus Anlaß seines 45jährigen Bestehens wurde die Versammlung mit einem Kaffeekränzchen verbunden, wozu alle Mitglieder mit ihren Frauen einaeladen waren. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Heinrich Grieb IV, eröffnete die Versammlung und begrüßte die Mitglieder aufs herzlichste. Sodann erstattete der Direktor des Vereins, Heinrich Schäfer, den Jahres- und Rechnungsbericht. Der Umsatz erreichte fast dieselbe Höhe wie im vorigen Jahr. Es wurden noch mehrere Ansprachen gehalten. Das anschließende Kaffeekränzchen verlief in sehr schöner Weise. Es trug in erheblichem Maße dazu bei, die Volksgemeinschaft zu stärken. Beim Gesang alter Volkslieder blieb man noch einige Stunden beisammen. — Im Rahmen der neuen Welle der Erzeugungsschlacht fand auf dem Rathaus eine gut besuchte Bauernversammlung statt. Der Ortsbauernführer Gustav Games gab in einer Ansprache ausführliche Anleitungen über Frühjahrsarbeiten, Saatgutwechsel, Zwischenfruchtbau usw. Es schloß sich eine rege Aussprache an. Anschließend fand die Schweinezählung statt. _L Lich, 5. März. Im Rahmen des Mütterschulungswerkes des Reichsmütterdienstes wurde von der Ortsgruppe Lich der NS. - Frauenschaft in Gemeinschaft mit den beiden 3. Die Benutzung der Zeichenverbindungen dr, pr, ufw., hr, chr, usw., in der tonlosen Endsilbe Die „Deutsche Kurzschrist" vereinfacht Arbeitsschule der DAF. Ksaßt. So ist der 30. Januar nicht allein der große historische Tag des deutschen Volkes, sondern auch der Geburtstag der neuen Schriftform der Deutschen Kurzschrift. Die Neuregelung der Deutschen Kurzschrift stellt I )iglich eine Vereinfachung und Verbesserung des ' ufbaues dar, nicht etwa eine völlige Umgestaltung irr Schriftform. Einige der wesentlichsten Aende- Landkreis Gießen L Lollar, 5. März. Ein lobenswertes Vor- jaben führt am kommenden Samstag die hiesige : ängeroereintgung, den Turn- und \ esangverein und die Kapelle Lynker j einem Bolksliederabend zusammen. Der ieinertrag soll zur Verfügung des Winteröl fsw er ks gestellt werden. In Anbetracht des uten Zweckes der Veranstaltung darf von der Be- oIEerung erwartet werden, daß sie durch zahl- >ichen Besuch den Gewinn erhöhen hilft. Es dürfte rinem Volksgenossen schwer fallen, diese gute Sache u unterstützen, zumal der Eintrittspreis recht ge- T.ng gehalten ist und die Darbietungen aller Be- tiltgten auf hoher Stufe stehen. + Beuern, 4. März. Unter Leitung des Orts- lauernsührers Hermann hielt die Bauern- fich a f t unseres Ortes einen H o f - undStall- l u n d g a n g ab, zu dem sich Landwirtschaftsrat Lau von der Bäuerlichen Werkschule Gießen als Referent zur Verfügung gestellt hatte. Der Redner ijprad) eingangs über die Bedeutung der Viehzucht im Rahmen der Erzeugungsschlacht, an Hand von Beispielen über Vorzüge und Mängel der vor- tnnöenen Stallungen, ferner auch über die Vorzüge t er Rassevieh-Haltung für unseren Bezirk, die sich ausschließlich auf Simmenthaler und Vogelsberger Sieh beschränken sollte. Bei Landwirt Hens wur- ten die Siloanlagen besichtigt, die der Referent als die Sparbüchse des Landwirts bezeichnete. Mit der geschrieben wird teilung für Arbeltsfuhrung und Berusserzleyung 2. Das Häkchen bei den Selbstlauten e, o, i, ei der DAF.. Gießen Schanzenstraße 18, Zimmer 5, - Butzbach, 4. März. Der hiesige Reichs- luftschutzbund hat eine neue Mitgliederwerbung durchgeführt, die einen großen Erfolg gebracht hat. Bei einer Einwohnerzahl unserer Stadt von 5700 beträgt der Mitgliederstand des RLB. gegenwärtig rund 1600. Zur hiesigen Ortsgruppe gehören 18 Gemeinden der Umgegend. D Gambach, 4. März. Die hiesige K r \ e g e r= kameradschaft feierte dieser Tage im Saale Mohr ihr 60jähriges Bestehen. Neben den Kameraden von hier und einigen umliegenden Orten beteiligte sich auch die Einwohnerschaft sehr zahlreich. Am frühen Nachmittag wurde der Gottesdienst gemeinsam besucht. Pfarrer Christian würdigte in feiner Predigt den Sinn der Jubiläumsfeier. Nach dem Gottesdienst fanden Gedenkfeier und Kranzniederlegung am Kriegerehrenmal statt. Gemeinsam marschierten dann die Teilnehmer zum Saale der festlichen Veranstaltung. Nach herzlicher Begrüßung durch den Führer der Kameradschaft Heinrich B o l l e r V. sprach der Propagandawart der Kreiskriegerkameradschaft Dr. Todt (Bad-Nauheim) und überreichte eine Hitler-Plakette. Das Kyffhäuser-Ehrenzeichen 2. Klasse erhielten die beiden Mitbegründer Th. Bernhard und Konrad Boller, ferner die Kameraden Konrad Zöller und Heinrich Boller V. Dreißig ältere Mitglieder erhielten das Hindenburgbild überreicht. Der Abend des festlichen Tages brachte ein Konzert, das von der Musikkapelle des Standorts Butzbach * Nidda, 4. März. In dem Nachbarorte B l o - ? l d wurde am Sonntag früh eine 7 0 Jahre 11 e Einwohnerin am Fuße der Kellertreppe 3 t .aufgefunden. Die bedauernswerte Frau wurde it Samstagabend vermißt. Vermutlich ist sie am ' ') in der Dunkelheit auf der ausgeführt wurde. Kreis Alsfeld. < Deckenbach, 4. März. Bei der am Sonntag von den Mitgliedern der Arbeitsfront durchgeführten ©elbf ammlung für das Winter- hilfswerk wurden in Deckenbach 15,90 RM. und in Höingen 3,60 RM., zusammen also 19,50 RM. aufgebracht. ä , * Dannenrod, 5. März. Die etwa 45 Jahre alte Landwirtsehefrau Elise Friedrich von hier zog sich durch einen Sturz schwere innere Verletzungen zu, die ihre Ueberführung tn die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machten. weg durch" Einführung der Zwifchenverbindung terbrechung eintritt ur analog zu ein und eit in der Form der Alle Arbeitskameraden, die die deutsche Kurzfrüheren Vorsilbe ur, die jedoch nur halbstufig schrift erlernt haben, melden sich sofort bei der Ab- " • - ' 1 teilung für Arbeitsführung und Berufserziehung Kircke und Schule. (D Lollar, 5. März. Der Landeskirchenausschuß hat mit Wirkung vom 1 d. M. dem Pfarrassistenten Ernst Damerau, dahier, die Verwaltung der Pfarrei Groß-Eichen, Dekanat Grünberg, übertragen und mit Wirkung vom sel- f nben. _ r, ,r Nachbem sich nun bie Deutsche Kurzschrift als em dirchaus brauchbares System erwiesen hatte, war e an ber Zeit, an bie weitere Vervollkommnung hranzugehen In ben letzten beiben Jahren würbe c 3e Überprüfung ber Kurzschrift in engster Zu- s nmenarbeit mit bem Reichsinnenministerium, bin Reichserziehungsministerium, ber Reichsamts- : tung bes NS.-Lehrerbunbes unb bebeutenber ^ftemfenner burchgeführt. Die Ergebnisse mürben am 30. Januar 1936 in einer Urkunbe zusammen- t.ngen: 1. Tiefstellung bes r zur Einbeulung bes u fällt Der Führer unb Reichskanzler hat für bie Deutfchlanbschau ber Kaninchen Leipzig 1936 einen Preis gestiftet (Bilb oben), besten Ausführung von Professor Lettre stammt. Ferner stiftete er einen von bemfelben Künstler geschaffenen Ehrenpreis f ü r b i e R e i ch s f i e g e r - A u s st e I - lung für biß Hunbe aller Raffen «n Köln 1936. — (Deutsche-Preste-Photo-Zentrale-M.) Preußen. „DeutschephotographischeAusstettung" in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 4. März. Der Reichsinnungsverbanb bes Pholographenhanbwerks veranstaltet anläßlich feiner diesjährigen Reichsta- gung unb bes „Deutschen Photographentaaes" m der Zeit vom 26. September bis 11. Oktober auf dem Festhallengelände zu Frankfurt a. M. bie „Deutsche Photographische Ausstel - lung". Gleichzeitig finbet bie „2.Internationale Schau ber Amateurphotographen" anläßlich ber Tagung bes Verbanbes Deutscher Amateurphotogra- phen-Vereine in ben gleichen Ausstellungshallen statt. Freilegungsarbeiten an ber Burgruine Blankenstein. LPD. Glabenbach, 4. März. Glabenbach soll wiederum eine Arbeitsbienstabteilung erhalten, bie u. a. bie Scheidersau roben unb bie Ruine ber Burg Blankenstein freilegen soll. Die Burg, bereu Erbauungsjahr nicht bekannt ist, wirb ums Jahr 1000, zur Zeit ber Frankenkönige, erstmalig erwähnt. Am 20. September 1924 würbe in Uebereinftiny ntung mit ben ßänberregierungen eine einheitliche Kurzschrift für bas gesamte Reichsgebiet geschaffen: d- Deutsche Einheits-Kurzschrift, bie am 1. Vto= d mber 1933 burch ben Reichslnnenminlster „Deutsche Kurzschrift" benannt würbe Es finb nunmehr fast 12 Jahre, baß bieje Kurz- fdmft im Reich gelehrt wirb In dieser Zett hat fin bie Deutsche Kurzschrift nicht allein nn Schul- u?fen bestens bewährt, sondern Behörden, Handel, 3-buftrie, kurz das gesamte Wirtschaftsleben sieht i der Deutschen Kurzschrift einen unentbehrlichen tylfer, dem man mit Recht ine gebührende Wert- fdähung zollt Tausende von Arbeitskameraden Nachdruck verboten! 4. Fortsetzung. Lavon?" Heßlings Gesicht war sehr ernst geworden: „Ich kann mir vorderhand gar keinen Vers auf Liefe Sache machen, Frau Annina. Wer weih, ob Liese Behauptungen des großen Unbekannten aus Wahrheit beruhen ober nicht. Auf alle Falle ist «65 mißlich, Familiengeheimnisfen nachzuforschen, bie «Prinz Bonaglia selbst nicht enthüllen wollte, isvey- Heicht hat biefer Unbekannte alles erfunben. Zu Welchem Zweck allerbings, ist mir noch nicht klar. !Jch weiß auch nicht, was ich Ihnen ba raten soll, Hrau Annina." Annina atmete wie erlöst auf. „Sehen Sie, Doktor Heßling, diese Sache drückt inÄ schon lange. Ich tarn nur, um Sie zu fragen: Die Tippgräfin. JRotnan von Klothilde v Gteqmann tlrheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68. Annina zuckte die Achseln. Ironisch gab sie zurück: „Offenbar hat Graf Hagen eben doch Eigenschaften, bie eine Frau reizen können. Uebrigens, wenn Mariella nicht gewesen wäre — Hagen hätte auch mir gefährlich werben können. Aber Mariella sehen, als sie aus ber Schweizer Pension zurückkehrte, unb sich Hals über Kopf in sie zu verlieben, war eins für Hagen. Da Mariella balb münbig wirb, kann ich meine Einwilligung zu ber Ehe nicht verweigern." „Aber glauben Sie benn, baß Hagen ber richtige Mensch ist, eine Frau zu behüten unb zu beschützen?" Verzweifelt fragte es Heßling. Wieber zuckte Annina bie Achseln: „Das kann ich nicht beurteilen, mein lieber Doktor! ^ebenfalls hat Mariella einen sehr festen Willen unb wirb nicht von ihm lassen. Daß ich selbst froh bin, wenn sie versorgt ist, kann mir me- manb Derbenfen. Denn sie steht boch, nun bas Kapital restlos verbraucht ist, vollkommen mittellos ba. Sie hat niemanben, ber sonst für sie sorgen könnte." , . In tiefstem Nachdenken stanb Heßlmg an feinem Schreibtisch. Plötzlich sagte er: Frau Annina, ist es benn wirklich unb gewiß, daß der Prinz Bonaglia tot ist? Sie sprachen davon, daß er zu einer Afrika-Expedition ausgezogen ist. Er könnte doch auch verschollen sein — nicht tot! Man hat Beispiele, daß Menschen gerade aus dem Innern Afrikas nach Jahren roiebertamen, selbst wenn man sie nicht mehr unter den Lebenden glaubte. Vielleicht kehrt Mariellas Vater eines Tages doch zurück." . Annina unterdrückte mühsam ein triumphierendes Lächeln. Sie zog aus ihrer Handtasche ein umfangreiches Schreiben, bas ben Postftemvel einer Station im Innern Afrikas trug. Sie reichte es dem Anwalt — es war der Totenschein Giovannis di Bonaglia: „Sehen Sie selbst, dieser Schein wurde mir aus Timbuktu zugesandt" „Arme kleine Mariella!" sagte Doktor Heßling leise vor sich hin. Aber dann stützte er sich schwer > auf feinen Schreibtisch. Annina von Gellern war > für ihn nicht mehr vorhanden. i Starr sah er auf das Schriftstück, das Annina chm gereicht hatte. Die Frühlingssonne glänzte auf Mariella? Entschlossen warf er ein: „Da wir gerade bei Ihrer Pflegetochter finb, Frau Annina, lassen Sie mich Ihnen erklären: ich liebe bie Principessa Mariella unb habe seit langem vor, Sie um bie Hanb ber Principessa zu bitten! Die Eröffnung, bie Sie mir heute gemacht haben, hat meinen Entschluß nur beschleunigt Es scheint mir nach allebem sehr notroenbig, baß bie Prm- cipessa burch bie treue Sorge eines Mannes geschützt wirb Eines Mannes, ber sie auch vor allen bunflen Anschlägen bewahren kann. Denken Sie, wenn biefer unbekannte Briefschreiber bie -Irer- dächtigung eines Tages gegen ben Prüfen £ona= güa auch Mariella gegenüber äußerte. Welch mrcht- baren Einbruck müßte bas auf ihr weiches Gemüt machen! Vertrauen Sie mir aber Mariellas Geschick an, so glaube ich mich stark genug, alles lieble von ihr abzuwehren." Annina würbe dunkelrot vor Aerger. Da hatte sie geglaubt, Heßling liebte sie immer noch. Nun hatte er sich längst einer anderen zugewanbt! Unb diese andere war Mariella! Die Niederlage schmerzte sie tief. Aber sie verstand sich zu verstellen: „Wie leid mir das tut, Doktor sie sanft. „Sie kommen aber zu spät. Mariella hat sich gegen meinen Willen bereits gebunben. Graf Erharb von Hagen heißt ihr Erwählter. Heßling war zurückgetaumelt: Graf Hagen?" fragte er tonlos. „Dieser Mensch? Er hat einen schlechten Ruf. Er ist soviel alter. Wie kann ein so wunbervolles Mäbchen wie Mariella chn erwählen?!" Kann man mir irgenbeine Fahrlässigkeit vorwerfen? Hätte ich in biefer geheimnisvollen Angelegenheit anbers hanbeln müssen, als ich gehanbelt gäbe t Hätte ich vielleicht boch bie Sache ben italienischen Gerichten übergeben müssen? Es guält mich immer ber Gebaute, baß Mariella burch mich um em wertvolles Erbteil gekommen fern konnte. Was soll aus ihr werben, wenn ich einmal sterbe? Sie ist zart unb wirb niemals auf bie Dauer m ber Tretmühle eines Berufs existieren können. Ihre Zukunft macht mir große Sorge." Sie sprach es sehr liebevoll unb nachbenklich. Heßling beobachtete sie gespannt. Hatte er sich doch in Annina getäuscht? Fühlte sie boch etwas für „Haben Sie biefen Brief noch in Händen, Frau Annina?" „Ja! Er liegt bei mir zu Hause. Ich wollte ihn chon mitbringen. Aber das ist nicht nötig. Wort iir Wort ist in mein Gedächtnis geradezu einge- xämmert. Mir ist es heute noch nach Jahren so, als »äre dieser Brief eben erst gekommen." „Und was haben Sie auf diesen Brief hin ge- '»an?" Ich habe mich an die deutsche Botschaft ge- «anbt und gebeten, mir einen besonders guten Detektiv in Rom zu nennen. Diesen Mann habe ich mit der Nachforschung betraut. „Unb was ist herausgekommen? Annina schüttelte traurig mit bem Kopfe. „Nichts, Doktor Heßling. Dieser Massagm m ber Hafengasse war überhaupt nicht vorhanben. Das Haus, bas man mir bezeichnet hatte, war meber= griffen. Die Nachbarn wußten überhaupt nicht- von ber Existenz biefes Manne. Ich mußte schließ- llich annehmen, baß biefer Brief mit ber Verbach- tigung Giovannis ein Racheakt von irgendeinem sfchlechten Individuum fein müßte. Was denken öie dem graugelben, zerknitterten Papier und auf ben unbeholfenen Schriftzügen, mit benen es beschrieben war. Man sah bem Schein an, baß er eine weite Reise hinter sich hatte. Er war schmutzig und unscheinbar geworden. Dennoch las Heßling das Schreiben immer unb immer wieber. Dann nahm er es in bie Hanb, besah es aufmerksam aus ber Nähe unb legte es wieber in Anninas Hänbe. „Dies ist also ber Totenschein bes Prinzen Bonaglia, ben Sie aus Timbuktu erhielten?" fragte er, jebes Wort betonenb. „Natürlich " Mit einem raschen Blick sah Annina zu ihm auf. Ein tiefer Atemzug hob Heßlings Brust. „Verzeihen Sie, Frau Annina", sagte er jetzt leichthin, „ich war zerstreut. Das war natürlich eine bumme Frage. Mich beschäftigt nur bas traurige Schicksal Ihrer Pflegetochter, bie ich so liebe. Ja, bann ist wirklich kein Zweifel baran: Der Prinz bi Bonaglia ist tot!" „Unb fo kann ich wohl auch bie Nachforschungen nach bem Familienerbe ruhen lassen?" „Das können Sie, Frau Annina. Und darf ich Sie um eins bitten? Kein Wort davon verlauten lassen, daß ich hoffte, Mariella zu gewinnen? Sie hat sich ja doch schon anders entschieden. Und ich muß sehen, zu vergessen." Triumphierend verabschiedete sich Annina von Heßling, bei sie höflich zur Tür begleitete. Er versucht es noch, ihr liebensroürbig bie Hanb zu küssen. Kaum aber war Annina verschwunben, so ver- änberte sich Heßlings Gesicht. Ein brohenber Aus- bruck verfinsterte seine freunblichen Züge. Ein Zug eiserner Entschlossenheit lag um seinen Munb. „Marielle", sagte er leise vor sich hin, „arme kleine Mariella, bu bist nicht verlassen!" Drei Tage später wußten bie Zeitungen von bem Verschwinben einer bekannten Persönlichkeit zu berichten. Der bekannte unb von ber Verbrecherwelt gefürchtete Strafverteibiger Doktor Walter Heßling war mittags aus seinem Büro fortgegangen und nicht wieber aufgetaucht. Er mußte wohl einem Verbrecher zum Opfer gefallen fein, denn er hatte sein ganzes Bankkonto abgehoben und trug eine Riesensumme bei sich, als er verschwand (Fortsetzung folgt!) ' M K v - " . v"1| ■ < I X x / Am St. David-Tage, dem Tage des Schutzheiligen von Wales, besichtigte König Eduard VIII. in der Uniform der walisischen Garde den Tower in London. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Hessische Truppen eroberten die in mainzischen Besitz befindliche Burg 1248, 1255 erstand auf den Trümmern eine neue Burg, von der noch ein Kupferstich von Merian erhalten ist. In den nachfolgenden Jahrhunderten wechselte sie noch oft ihre Besitzer und ist 1647 von den Niederhessen endgültig zerstört worden. kreis Wetzlar. ]) Dutenhofen, 4. März. Die Gemeinde hat zum Zwecke der Schädlingsbekämpfung im Obstbau eine O b st b a u m s p r i tz e a n g e s ch a f f t Die Spritzungen werden bereits durchgeführt. Die Maßnahme ist im Hinblick auf eine Steigerung und Qualitätsverbesserung der Obsternte auch in unserer Gemeinde sehr zu begrüßen. — Auch in unserer Gemeinde ist die Sitte der Spinnstube erhalten geblieben und wird in der Zeit von Mitte November bis Ende Februar gerne gepflegt. Neben Ge- Jupiter als Morgenstern. Der Sternenhimmel im März. Wer zu den Frühaufstehern gehört und an einem klaren Märztage vor Sonnenaufgang den Blick zum Himmel richtet, wird hoch im Südosten ein auffallend helles Gestirn bemerken. Es ist Jupiter, der größte aller Planeten, der nun als Morgenstern erscheint, nachdem Venus unsichtbar geworden ist. Seine Helligkeit ist zu Beginn des Monats gleich der des Sirius, steigt aber weiterhin merklich an, da sich der Planet der Erde im Laufe des Monats von 800 Millionen auf 730 Millionen Kilometer nähert. Von den unruhig funkelnden Fixsternen unterscheidet sich Jupiter durch sein gleichmäßiges Licht. Nehmen wir ein lichtstarkes, etwa zehnmal vergrößerndes Fernglas zur Hand, so erkennen wir neben der Planetenscheibe die Ju- pitermonde als winzige Lichtpünktchen, welche ihre Stellung von Tag zu Tag ändern. Rechts vom Jupiter und nur wenig tiefer steht der rötliche Stern erster Größe Antares im Skorpion. Am 15. und 16. März wandert der abnehmende Mond an Antares und Jupiter vorüber, wodurch eine besonders schöne Konstellation entsteht. Am Abendhimmel ist von den Planeten nur Mars tief im Südwesten zu sehen. Seine Sichtbarkeitsdauer nimmt jedoch ab, zuletzt geht er 1^ Stunden nach der Sonne unter. Merkur, Venus und Saturn bleiben unsichtbar. Uranus im Widder und Neptun im Löwen sind nur im Fernrohr erkennbar. Um so prächtiger erscheint dafür der abendliche Fixsternhimmel, der gegen 22 Uhr noch die glänzenden Wintersternbilder im Südwesten zeigt. Orion mit den ihn umgebenden Bildern des Großen und Kleinen Hundes, der Zwillinge, des Stiers und Fuhrmanns beherrschen diesen Teil des Himmels. Im Osten find nunmehr die Frühlingssternbilder Großer Löwe, Bootes und Jungfrau heraufgekommen, in denen Regulus, Arkturus und Spica als Sterne erster Größe strahlen. Regulus und Spica stehen fast genau in der Ekliptik und sind sehr heiße Heliumsterne von rein weißer Farbe, während Arkturus ein kräftiges Gelb zeigt. Regulus, der Königsstern der alten Aegypter und Babylonier, besitzt eine Außentemperatur von 13 000 Grad und übertrifft unsere Sonne 70 mal an Leuchtkraft. Sein Abstand ist mit 56 Lichtjahren 3 k? Millionen mal so groß wie derjenige der Sonne von der Erde. Zwischen Regulus und Prokyon erblicken wir das unscheinbare Sternbild des Krebses, das jedoch durch einen Sternhaufen, die Krippe oder Prac- sepe, unsere besondere Aufmerksamkeit erregt. Mit dem Opernglas finden wir leicht diesen schönen Sternhaufen, in dem etwa 50 Sonnen zu gemeinsamer Wanderung durch das Weltall vereint sind. Der Abstand des Sternhaufens beträgt 550 Lichtjahre, fein Durchmesser 10 Lichtjahre zu je 10 Billionen Kilometer. Im Südosten bezeichnet eine gewundene Sternreihe das Bild der Wasserschlange oder Hydra, die ihr Haupt unter dem Krebs gegen Prokyon emporreckt. Am Nordhimmel ist der Große Bär höher gestiegen. Der Himmelswagen steht jetzt rechts vom Polarstern, seine Deichsel zeigt nach unten. Um das Bild des Kleinen Bären, das vom Polarstern nach rechts unten verläuft, schlingt sich der Drache, dessen durch ein Sternviereck bezeichneter Kopf ebenfalls nach unten gerichtet ist und auf die dicht über dem nordöstlichen Horizont funkelnde Wega weist. Links vom Polarstern erkennen wir in der Milchstraße den Perseus und die W=förmige Cas- berühmten Doppelsternhaufen im Perseus auf, der siopeia. Mit dem Fernglas suchen wir uns den berühmten Doppelsternhaufen im Perseus auf, der zwischen diesem und dem oberen Eckstern des W der Cassiopeia steht. Jeder der beiden nach innen stark verdichteten Sternhaufen enthält über 300 Sterne im Abstande von 3000 Lichtjahren. Der veränderliche Stern Algol im Perseus hat günstig 311 beobachtende Lichtminima am 17./18. März um Mitternacht und am 20. um 21 Uhr. Jrn Nordwesten neigen sich Andromeda, Dreieck und Widder dem Horizont zu. Da 1936 ein Schaltjahr ist, fällt Frühlingsanfang bereits auf den 20. März, an welchem Tage die Sonne den Himmelsäquator um 20 Uhr überschreitet und der Nordhalbkugel den Frühling bringt. In keinem Monat geschieht das Emporschrauben der Sonne so rasch, wie im März. Ihre Mittagshöhe wächst um 12 Grad oder 23 Sonnendurchmesser und die Tageslänge nimmt um mehr als zwei Stunden zu. Die Lichtgestalten des Mondes fallen auf folgende Tage: 8. März Vollmond, 16. letztes Viertel, 23. Neumond, 29. erstes Viertel. Etwa vom 10. März'an bietet sich an klaren Abenden Gelegenheit, den zarten, schräg nach links oben steigenden Lichtkegel des Zodiakal- oder Tierkreislichtes am Westhimmel zu beobachten. sang, Spiel und Scherz wird fleißig gestrickt, gehäkelt usw. (D Lützellinden, 4. März. Gestern fand im hiesigen Markwald die diesjährige erste Brenn- holzversteigerung statt. Bei großem Andrang von hiesigen und auswertigen Käufern wurden außergewöhnlich hohe Preise erzielt. Es kosteten: Kiefernscheit 18 bis 22 Mark, Kiefernknüppel 12 bis 14 Mark, Fichtenscheit 13 bis 14 Mark, Fichtenknüppel 10 bis 12 Mark pro 2 Raummeter, Kiefernwellen 5 bis 6 Mark pro 50 Stück, Kiefernreisig in Haufen von 5 Raummeter 5 bis 7 Mark je Haufen, Fichtenwellen 12 bis 14 Mark pro 50 Stück. * Odenhausen (Lah n), 4. März. Die hiesige seit etwa einem halben Jahr bestehende Freiwillige Feuerwehr hielt in der Gastwirtschaft Karber ihre Generalversammlung ab. Der Brandmeister berichtete über die einzelnen Uebungs- stunden, der Schriftführer erstattete den Jahresbericht, der Kassenwart gab Kenntnis vom Stand der Vereinskasse. Die Rechnung würde in Ordnung befunden; dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde Wehrmann Becker zum Gerätewart ernannt. Ferner wurde beschlossen, den Kassenbestand bei der Spar- und Darlehenskasse anzulegen. Der Bürgermeister sprach der Wehr für ihre ausgezeichneten Leistungen herzlichen Dank aus. Er wies gleichzeitig auf die Wichtigkeit des gegenwärtig laufenden Luftschutzkurses hin und ermahnte die Wehrleute, mit ganzer Kraft für die Sache einzu- 4500 Mk. in Gießen für das WHW.. Die Sammlung der Deutschen Arbeitsfront für das Winterhilfswerk am letzten Sonntag ergab in der Stadt Gießen 4500 Mark. stehen. Mit dem Gesang des Feuerwehr-Liedes und mit dreifachem „Sieg-Heil" auf den Führer fand die Versammlung ihren Abschluß. Wegen Reichsfluchtsteuerhinterziehung bestraft. LPD. Frankfurt a. M., 4. März. Das Schöf- ’ fengericht verhandelte in Abwesenheit der Angeklagten gegen den früher in Frankfurt ansässigen Uni- I versitälsprofessor Dr. Max Wertheimer und • seine Ehefrau wegen Hinterziehung der R e i ch s f l u ch t st e u e r. Die Eheleute begaben sich 1934 nach Neuyork und hätten entsprechend ihrem Vermögensbesitz eine Reichsfluchtsteuer in Höhe von 45 649 RM. entrichten müssen. Das Schöffengericht verurteilte die Eheleute zu je einem Jahr Gefängnis und 20 000 RM. Geldstrafe und erließ Haftbefehl. Rundfunkprogramm. Freitag, 6. März. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30; Frühkonzert. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 10.45: Nachrichten. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14:, Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Marburger „Dipperchen". Don Tellern, Töpfen und Krügen aus altem hessischen Hausgewerbe. 15.35: Am Rande der Großstadt. Die Tankstelle. 16: Konzert. 17: Kleines Konzert. 17.30: Das Bild des Tages. Aus der Arbeit des Bildberichterstatters. 18: Musik zum Feierabend. 19.45: Tagesspiegel des Neichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: „Und heute wird getanzt". Samstag, 7. März. 6 Uhr: Choral, Morqenspruch. Gymnastik. 6.30k Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf zum Staatsjugendtag. BDM.-Sporb 10.15: Schulfunk. 10.45: Gaunachrichten. 11: Haus* frau hör zu? 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Buntes Wochenende. 14.10 „Allerlei zwischen Zwei und Drei'" 15: Wirtschaftsbericht^ 15.15: HI.-Funk. Jungzug 2 weiß sich zu helfen) Ein Hörspiel von Wolfram Lang-Lendorff. 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Heiteres aus den Schwarzwaldbergen. Geschichten und Musik aus dein Volk. 18.20: Zeitfunk. 19: Blasmusik. Alte Soldaten wünschen. 19.55: Der Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: „Der Bettelstudent" Operette in 3 Akten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) £. L. in D. Um zur Ausführung Ihres Gewerbes berechtigt zu fein, bedürfen Sie einer sog. Handwerkskarte, die Ihnen bei der Handwerkskammer in Darmstadt ausgestellt wird. Da Sie Ihr Nebengewerbe bereits feit über 40 Jahren betreiben, brauchen Sie irgendwelche Prüfungen zur Erlangung der Handwerkskarte nicht mehr zu machen. Voraussetzung ist lediglich Ihre Angehörigkeit zu Ab heute Donnerstag Das künstlerische Ereignis! W A- ’Ä: ■/: VW U FT PUSHER Stellvertreter: LICHTSPIELHAUS GIESSEN Ein Lebensschicksal aus unseren Tagen! RENATE MULLER / GUSTAV FRÖHLICH zum erstenmal im Zusammenspiel In weiteren Bollen: GINA FALKEN BERG. HARRY LIEDTKE, II. SCIIROTH, HANS A. VON SCHLETTOW, JULIA SER DA Spielleitung: Erich Waschneck Musik: Prof. Clemens Schmalstich Ein Film, der für jeden Menschen zu einem tiefen Erlebnis wird! Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche meA Täglich 4 Uhr, 6 Uhr u. 8.30 Uhr Sonntags 3 Uhr, 5.30 Uhr u. 8.30 Uhr Bekanntmachung. Briefumschläge bei Brühl, Gießen Detr.: Daulandumlegung im Eichgärtengebiet der Gemarkung Gießen ; hier: Bildung eines Llmlegungs-AuSschusses. Gemäß Artikel 28 Absatz 3 des Gesetzes über die Umlegung von Bauland in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Oktober 1927 mache ich die Aamen der Mitglieder des ümlegungä» Ausschusses und deren Stellvertreter öffentlich bekannt: Mitglieder des Umlegungs-Ausschusses: a) Vorsitzender: Bürgermeister Dr. Hamm b) Vertreter der Stadt: Ratsherr Aicolaus c) Vertreter der beteiligten Grundeigentümer: Otto Launspach d) Höherer Dermessungsbeamter: Dermessungsrat Karle e) Bausachverständiger: Baurat Gravert f) Sachverständiger für die Bewertung: Gärtnereibesiher Rudolf Schneider Beigeordneter Sudheimer Ratsherr Grahlmann Fritz Schmidt Vermessungs-Inspektor Lang Bau-Amtmann Wettläufer (Ein Quell d. Freude für den Naturfreund VelMles Eenen Kleine Kreatur in Wasfer, Dusch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunter, fchriften, Namensan- gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bildfolgen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgeschehen zu erwecken. Gebunden RM. 4,80. Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! HugoBermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Handarbeits- Ausstellung 1387 D des „Technischen Seminars“ der Aliceschnle, Steinstraße 10 Freitag, 6. März, 14—18 Uhr Samstag, 7. März, 11—18 Uhr Sonntag, 8. März, 11—18 Uhr Freitag, den 6. März ab 10 Uhr verkaufe ich Neuenweg 28 in meinem Lokal (Eingang d.d.Hof): Ein- u. zweitür. Kleiderschränke, Büfett (L g. erb.), Näh-, Schreibtische, 4 Anszieh-, 5 Zinnn.-Tische, 3 Nähmaschinen, 3Sofasm.Sessel, Kommoden, 3 Kinderbetten, zwei Küchenwaagen,4Regulatorewsechs Spiegel, 1 Kredenz, Waschtische, 1 Wäschemangel, Badewannen, 2 Einmachschränke, 2Kinderschreib- vulte, 1 Sekretär, Pferdegeschirre, 1 verschließb. Obstschrank, 1 Leiter (18 Svross.), Glas-Ausstellschränke, 1 Flurgarderobe, 2 Herde, 1 Trev- venstuhl, 1 Bücherschrank, Lampen, 1 Bügeltisch, Bilder, Vertiko?, Küchenschränke, Betten von 50-) an, 1 Schuhmachernähmaschine u.v.a. Mein Lokal ist zu jeder Tageszeit geöffnet. 1402 a L.Sartmeh,Aeuenwegl8 Architekt Fischer Gießen, den 4. März 1936. 1392 c Der Vorsitzende des Umlegungs-Ausschusses: Bürgermeister Dr. Hamm saia Anzeigen - Aktiengesellschaft Annahme von Anzeigen für alle Bettungen u Heincbntten Gietzen-SrbulftvaSeS General-Versammlung Samstag, 7. März, abends 8.30 Uhr, im Restaurant „Bayerischer Hof“, Bahnhofstraße 45 Tagesordnung laut Rundschreiben Männerbadeverein e.V.1836 DER VORSTAND 1386D Bekanntmachung. In der Zeit vom 9. bis 31. März 1936 werden sämtliche städtischen Straßcnkanäle gespült. Während dieser Zeit sind die Rückstauverschlüsse an den Grundstücksentwässerungen verschlossen zu halten. 13910 Gießen, den 4. März 1936. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. Gravert. Eichenstammholzverkauf. Die Gemeinde Oberweh, Kreis Wetzlar, bietet zum Verkauf an: 1398D 50 Eichenstämme 2. Klasse, 16,38 fm 38 „ 3. „ 21,13 „ 7 „ 4. „ 5,36 „ 2 „ 5. „ 1,76 „ Angebote werden bis zum 15.3.36 bei dem Unterzeichneten entgegengenommen. Oberwetz, 4.3. 36. Der Bürgermeister: D e s ch. .. .und zum Bauen Abermann STADTTHEATER GIESSEN Sonntag, den 8. März 1936 anläßlich des Heldengedenktagcs 11.30-12.30 Uhr II. Sonntag - Morgenveranstaltung! Gesang, Lesung, Rezitation, Musik. Preise: RM. 0.20, 0.30, 0.50. Abonnenten freier Eintritt. 19-21.30 Uhr „Der Kanzler von Tirol“ Schauspiel von Josef Wenter. 1395D Spielleitung: Kurt Lüpke. Außer Abonnement. — Preise von 0.30—1.50 RM. glorir ■ Täglich mit großem Erfolg Emil Jannings Meisterwerk 1390 a ] ‘J?QL.P'ST Giessen Hierzu: ab heute1 Fred Balsams auf der Büliiic | und sein Medium Mahonie die Dame mit dem 6. Sinn Beiprogramm /Wochenschau Täglich 4. 6, 8.30, Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr