186. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Kr. 30 Erstes Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 5. Zebruar 1956 W • *■ W • »nn-hm« °°n »nzelg.n Äer: ^rnmÄr* 4 A || A AA ▲ A ▲ A A4 Heimat rm Bild - Die Scholle ■ |j8Bh M W 2^ J W BH |T ■ ■ MM vfw H M^M «▼ Grundpreise für 1mm höhe m>?On^t$:Bc3U9Sprcts: M M Ms M Bz bÄ 8/ M M Wy M W M M M M InH Uz M für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Verlagen RM.1.95 HM M M M Bm Hl ■ M HT M M M M Br I | I Br H Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte . L80 V M ■ W M ■ W H M W H JH | H VK H Ä H Ä B anzeigen von 70 rnrn Breite Zustellgebühr „ ^M< W M ^M< M M M Wf 50Rpf.,Platzvorschrist nach Auch bei Nichterscheinen ” ■ M ^F ^F H ^F^Ä ^F vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Mol9enÄVUS KZ V 6-mäBigt, 6run»prdf.: MK Seneral-Nnzeiger für Nberhessen WZ gtanifurt am Main liess Prüft und Verlag: vrühl'sche Unlverfilütr Such und Steindruckerei H.£onge in Liehen. Sftriftleitung und SeschSfirftelle: Schulstrahe 7 M°ng-n°b|chivsi^St°ffeM Die Utopie der Kleinen Mrlschafls-Enlente. 43on unserem C.G.-Lierichierstaiier (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) B u d a p e st, 26. Januar 1936. Durch die Sanktionspolitik des Völkerbundes Italien gegenüber ist wieder einmal eine Frage aktuell geworden, die schon oft zu mancherlei Diskussionen Anlaß gegeben hat, die Frage nämlich, ob eine wirklich enge Zusammenarbeit zwischendendrei StaatenderKleinen Entente auf wirtschaftlichem Gebiete, womöglich bis zu einer gewissen Selbstgenügsamkeit möglich ist oder nicht. Gerade jetzt, wo besonders Südslawien, dann aber auch Rumänien und die Tschechoslowakei durch die Sperre des Ware n- austausches mit Italien eine nicht unbeträchtliche Einbuße erleiden, gerade jetzt taucht von neuem die Frage auf, ob es für die drei Staaten der Kleinen Entente nicht möglich ist, den Ausfall aus dem verhinderten Italien-Geschäft durch eine Intensivierung des gegenseiti- gen Handelsverkehrs auszugleichen. Damit ist aber wieder das schon so ost erörterte Problem „Kleine Wirtschafts-Entente" aufgerollt, und es wird notwendig, an Hand der gegebenen Tatsachen und Zahlen die augenblickliche Lage der Kleinen Entente, was ihren gegenseitigen Handelsverkehr anlangt, genauer zu betrachten. Kein anderer als Herr B e n e s ch, der ja seit jeher die treibende Kraft für den Ausbau und die Untermauerung der politischen Kleinen Entente war, hat seinerzeit mit bemerkenswerter Offenheit die eigentlichen Gründe für das Mißlingen der wirtschaftlichen Bestrebungen der Kleinen Entente aufgezeigt, als er im Januar 1934 erklärte: „Gerade auf wirtschaftlichem Gebiete ist der Egoismus des einzelnen am stärksten, gleichzeitig aber auch am berechtigsten". Damit hat Benesch freilich auch den Bestrebungen, die Kleine Wirtschafts-Entente fruchtbar zu gestalten, selber das Urteil gesprochen. Es ist in der Tat so: am Egoismus des einzelnen, und zwar nicht nur des Individuums, sondern auch des einzelnen Staates, scheitern immer wieder die Versuche, den Warenaustausch zwischen den Staaten der Kleinen Entente zu beleben. Als die Tschechoslowakei durch ihre Vertreter auf der letzten Wirtschaftskonferenz der Kleinen Entente in Belgrad den ausgearbeiteten Plan einer Zollunion zwischen den drei Staaten vorlegte, schrieb das Blatt der rumänischen Industrie zu diesem Projekt: „Der Vorschlag der Tschechoslowakei hat in rumänischen Jndustriekreisen große Erregung hervorgerufen. Man findet, daß die Tschechoslowakei übertreibt, wenn sie die rumänische Industrie ganz übersieht und Rumänien als reinen Agrar st a a t behandelt. Unsere Jndustriekreise sind entschlossen, auf den tschechoslowakischen Vorschlag mit Statistiken zu antworten." Kein Wunder, daß der Zollunions-Vorschlag der Tscheche.owakei auf diese Kritik hin völlig unter den -l > fiel. Dasselbe Run. nien aber, das diesen tschechischen Lösungsvorschlag mit solcher Entrüstung zurückwies, beklagt sich jetzt bitter über das Versätzen der Zusammenarbeit im Rahmen der Kleinen Wrrt- schafts-Entente. So hat kürzlich die Bukarester Kammer für Handel und Industrie ein Memorandum ausgearbeitet, in dem unter anderem dargelegt wird, daß beispielsweise auf dem südslawischen Markt der unangenehmste Konkurrent niemand anders als die Tschechoslowakei fei. Und wenn man die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Rumänien und der Tschechoslowakei prüfe, so müsse man mit Betrübnis feststellen, daß seit Bestehen der Kleinen Entente überhaupt, also seit 1920, der rumänisch-tschechische Handel für Rumänien ein Paffivsaldo von insgesamt rund 17 Milliarden Lei gebracht habe, wobei die aus dem Skoda-Vertrag resultierenden Waffen- und Munitionslieferungen noch nicht einmal einbegriffen seien. Für Rumänien sei also die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Rahmen der Klemen Entente mehr als problematisch. Wenn beispielsweise die Petroleumtrans- porte von Rumänien nach der Tschechoslowakei statt auf dem kürzesten und billigsten Wege donauaufwärts bis Preßburg, über Konstanza und dann um ganz Europa herum über Hamburg nach der Tschechoslowakei geleitet wurden, so sei es nicht verwunderlich, wenn durch völlig überflüssige Erhöhung der Transportspesen die tschechische Kauflust herabgemmdert werde^ Diese rumämschen Klagen sind bezeichnend sur das V-r- lagen der Kleinen Wirtschafts-Enten- Unter den Käufern des rumänischen Maises steht b IP weise die Tschechoslowakei erst an neunter Stelle. Und auch di-anderen hauptsächlichsten runmmschen Tsch-Nawakd E .einen (jan3 be-' !LA. ’ÄÄ? ssrÄr.SB im Warenaustausch mit der Tschech I aerr ^ÄMnT^en^ = Das Bild, das der südslawische Au y en 3S5 »MÄ SKffi.?. Gtarhembergs Fühlungnahme in Paris. Oie Kleine Entente, Oesterreich und der Oonaupakt. Paris, 4. Febr. (DNB.) lieber die Unterredung, die der französische Außenminister F l a n- din mit dem Für§ten Starhemberg gehabt hat, glaubt man in diplomatischen Kreisen zu wissen, daß die österreichische Regierung, yhne auf das monarchische Prinzip zu verzichten, gewillt zu sein scheine, in einem mit den Staaten der Kleinen Entente vorgesehenen Abkommen zuzugestehen, daß keine Regieänderung in Oesterreich eintrete, ohne vorherige Einigung mit den Teilnehmern des Abkommens. Man fragt sich, ob die Bundesregierung die monarchistische Forderung überhaupt fallen lassen werde, wenn die Nachfolgestaaten Oesterreich wirtschaftliche Erleichterungen zugestehen würden oder ob die Bundesregierung im Gegenteil durch diese Versicherung erreichen wolle, daß Verhandlungen ausgenommen würden, um die Kleine Entente zu überzeugen, daß die Wiedereinsetzung der Habsburger in Wien keinen Nachteil für sie haben werde. Die Tatsache, daß Außenminister Flandin am Dienstagabend auch den italienischen Botschafter empfangen hat, und ihn über die mitteleuropäischen Verhandlungen unterrichtete, gibt einem Teil der Presse Veranlassung, mit einem Anflug des Bedauerns auf Italien hinzuweisen, das wegen der nordafrikanischen Beanspruchung in Mitteleuropa noch nicht dieRolle übernehmen könne, die ihm eigentlich zukomme. Der „Matin" erklärt, Europa müsse die große internationale Verständigung anstreben, um die politische Unsicherheit zu beseitigen. Wien halte die Beteiligung Italiens an einem Donau- Abkommen zur Verbürgung der österreichischen Unabhängigkeit für n o t w e n d i g. In der heutigen unsicheren Zeit brauche das österreichische Kabinett äußere Stützen. Nach dem „Petit Parisien" bemüht man sich zwischen Oesterreich und der Kleinen Entente engere wirtschaftliche und diplomatische Bande zu schaffen, wo hingegen die Wiener Regierung bereit wäre. den hauptsächlichen Stein des Anstoßes, den Gedanken einer demnächstigen Wiedereinsetzung der Habsburger, auszuschalten. Em unbequemer Besuch. Wird Otto von Habsburg in Paris auftauchen? Paris, 5. Febr. (DNB. Funkspruch.) Das „Journal" ofaubt zu wissen, daß der österreichische Throns nt Otto von Habsburg am Mittwoch aus Belgien zu einem mehrtägigen Besuch nach Paris kommen werde. Der stellvertretende österreichische Bundeskanzler, Fürst Starhemberg, beabsichtige jedoch n i ch t, in amtlicher oder halbamtlicher Eigenschaft mit Otto von Habsburg in Verbindung zu treten. Fürst Starhemberg habe zu verstehen gegeben, daß er um geachtet seiner monarchistischen Einstellung es für feine Pflicht halte, nicht an einer Handlung teilzunehmen, die seinem Vaterland gefährlich werden könnte. „Bisher kein greisbares Ergebnis." Ohne Ungarn und Bulgarien kein Oonauabkommen. Das Echo in London. London, 5. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" schreibt: Oesterreich habe anscheinend auf feine früheren Forderungen nach einer R e - vision der österreichischen Grenzen verzichtet. Es sei bereit, sich auf die Seite der Länder zu stellen, die den Status quo aufrechterhalten. Diese Haltung Oesterreichs werde wahrscheinlich sehr zur Förderung freundschaftlicherer Beziehungen zwischen Oesterreich und der Kleinen Entente beitragen. Sie könne auch einen wichtigen Einfluß auf Ungarn ausüben, das sich bisher geweigert habe, mit der Kleinen Entente zu verhandeln, bevor eine Grenzrevision angenommen worden ist. Reuter meldet dagegen aus Wien, der ungarische Außenminister von Kanya habe in seiner Unterredung mit dem österreichischen Außenminister Berger-Waldenegg ganz klar zum Ausdruck gebracht, daß Ungarn entschlossen sei, s i ch an keinerlei Donau-Abkommen zu beteiligen, ohne die volle politische und militä- | rische Gleichberechtigung zu erhalten. Jedes Donauabkommen sei ohne die Beteiligung Ungarns selbstverständlich von vornherein zum Scheitern verurteilt. „Daily Mail" berichtet aus Paris, daß die diplomatischen Besprechungen bisher zu keinem greifbaren Ergebnis geführt hätten. Bulgarien und Ungarn könnten nicht a u f die Revision verzichten. Die Hauptschwierigkeit liege aber im Osten. Polen sei sich der Gefährlichkeit eines räterussischen Einflusses bewußt und sei daher endgültig einem Ostpakt abgeneigt. „Daily Herald" äußert Befürchtungen darüber, daß die Pariser Besprechungen zu einem Wiederaufleben des alten Bündnissystems führen werden. Die Bestrebungen, die Völkerbundssatzung durch Sonderabkommen zu ersetzen, seien besonders gefährlich und müßten eine Schwächung des Völkerbundes zur Folge haben.Besonders groß aber fei die Gefahr, daß die ganzen Pariser Paktgespräche die Aufmerksamkeit von der wichtigsten und hauptsächlichsten Ausgabe a b I e n 11 e n, nämlich den Frieden in Abessinien herbeizuführen. Der Landesgruppenleiler der ÄSDAP. in der Schweiz von einem jüdischen Studenten in Davos ermordet. Davos, 4. Febr. (DNB.) Der nationalsozialistische Landesgruppenleiter Wilhelm G u st l o f f ist am Dienstagabend um 20 Uhr in Davos in seiner Wohnung erschossen worden. Bei dem Mörder handelt es sich um den 1909 geborenen Juden David Frankfurter, der zuletzt die jugoslawische Staatsangehörigkeit besah. Er hat sich nach der Tat der Polizei freiwillig gestellt. Frankfurter hielt sich in Bern als INidizinstudent auf. Don Bern aus begab er sich am Dienstag nach Davos. Er erklärte, er habe die Tat aus politischen Gründen ausgeführt und wolle mit ihr das gegenwärtige Regime in Deutschland treffen. Der Mörder Gustloffs hatte kurz vor der Tat in der Wohnung Einlah begehrt und war in das Büro geführt worden. Rach dem Eintreffen Gustloffs gab Frankfurter fünf Schüsse auf diesen ab, die alle trafen und Gustloff auf der Stelle töteten, hierauf floh der Täter, wobei er die Anwesenden mit der Schußwaffe bedrohte. Später meldete er sich telephonisch bei der Polizei und wurde in haft genommen. Der kantonale Untersuchungsrichter von Graubünden ist sofort nach Davos abgereist. Wilhelm Wilhelm Gustloff war der dienstälteste Lam desgruppenleiter der Auslandsorganisation der NSDAP. Er wurde am 30. Januar 1895 i n Schwerin in Mecklenburg geboren, war zunächst Bankbeamter und Oberseroatoriumssekre- tär und zuletzt Leiter der amtlichen meteorologischen Stationin Davos. Der NSDAP, gehörte er seit Juli 1929 an, nachdem er schon 1921 dem Deutsch-völkischen Schutz- und Trutzbund beigetreten war. Im September 1930 gründete er den Stützpunkt Davos der NSDAP, und ein Jahr später die Ortsgruppe Davos. Gleichzeitig wurde er zum Landesgruppenleiter für die Schweiz ernannt. Wilhelm Gustloff war verheiratet. Die Nachricht von der Ermordung Gustloffs hat auf die in der Schweiz lebenden Reichsdeutschen um so erschütternder aewirkt, als seit geraumer Zeit ein ausgesprochenes Kesseltreiben der mar- Davos, 5. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der jüdische Mörder des Landesgruppenleiters Gustloff, David Frankfurter, war in dem Hotel, in dem er abgestiegen war, nur dadurch ausgefallen, daß er kein Gepäck bei sich hatte. Er hatte sich Dienstag abend in die Wohnung Gustloffs begeben, wo er etwas vor 20 Uhr an der Flurtür läutete und Gustloff zu sprechen wünschte. Frau Gustloff führte ihn ins Empfangszimmer, wo er Platz nahm und einige Minuten auf den Landesgruppenleiter wartete. Als dieser in der Tür erschien, schoß Frankfurter sofort mit einer Browning-Pi st ole a u f i h n. Er hat fünf Schüsse abgegeben, von denen die meisten den Kopf und die Halsgegend des Opfers trafen. Der Mörder bedrohte die herbeieilenden Hausbewohner, die durch die Schüsse aufgeschreckt wor- x i st i s ch e n und linksbürgerlichen Presse der Schweiz gegen Gustloff zu beobachten war. Es verging kaum ein Tag, an dem Blätter dieser Richtungen unter Berufung auf die „demokratische Freiheit" nicht gegen den Landesgruppenleiter hetzten und seine Ausweisung verlangten. Dabei muß festtzestellt werden, daß Gustloff seine Tätigkeit völlig legal ausführte und sich i n gewissenhaftester Weise nach den Landesgesetzen richtete. Erst kürzlich wurde von Nationalrat und Chef des Eidgenössischen Polizeidepartements Baumann dieses korrekte Verhalten Gustloffs ausdrücklich anerkannt. den waren, mit der Pistole und entfloh. Er ging dann, durch den Schnee watend, in ein Nachbarhaus und meldete sich von dort telephonisch der Polizei als Täter. Ohne die Ankunft der Polizei abzuwarten, ging er von dort a u f das Rathaus und meldete sich als derjenige, den man suche. Bei der sofort vorgenommenen Gegenüberstellung erkannte ihn Frau Gustloff als den Täter. Unterdessen war der Untersuchungsrichter in Chur, Dr. Dedual, benachrichtigt worden. Gegen Mitternacht fand das erste Verhör statt. Frankfurter erklärte, er fei der Sohn eines Rabbiners und in Jugoslawien aufgewachsen. Seit dem Jahre 1929 habe er in Leipzig und Frankfurt Medizin studiert. Er habe sich dort auch zu einem medizinischen Vorexamen gemeldet, es aber nicht Das erste Verhör des Mörders Frankfurter. mehr als ein Fünftel der gesamten südslawischen Ausfuhr aufnimmt. Es folgen dann Oesterreich und Deutschland und erst in weitem Abstande die Tschechoslowakei mit nur 11 v. H. Rumänien gar folgt erst an vierzehnter Stelle im Warenaustausch mit nur 1 v. H.! Für Südslawien bedeuten, vom Standpunkt der Ausfuhr betrachtet, die beiden anderen Staaten der Kleinen Entente Rumänien und die Tschechoslowakei zusammen nur 12 v. H. der Gesamtaussuhr. Fast genau so liegen die Dinge für die Tschechoslowakei, die ihrerseits nach Rumänien und Südslawien ebenfalls nur 12,5 v. H. ihrer gesamten Ausfuhr schickt. Die tschechische Ausfuhr nach Südslawien zeigt sogar einen auffallenden Rückgang. Während tschechische Wollwaren im Jahre 1929 noch in einer Menge von 909 Tonnen nach Südslawien gingen, betrug die Ausfuhrmenge im Jahre 1934 nur noch 346 Tonnen. Nach Rumänien schickte die tschechische Wollindustrie 1929 nur noch 151 Tonnen, und im Jahre 1934 gar nur noch 3 Tonnen. In umgekehrter Richtung aber — darüber beklagen sich wieder Belgrad und Bukarest abwechselnd — machen sich bei der Eroberung des tschechischen Ab- satzmarktes Südslawien und Rumänien so starke Konkurrenz, daß keiner der beiden Lieferanten auch nur annähernd auf feine Rechnung kommen kann. Diese Zahlen ließen sich noch beliebig vermehren. Auf fast allen Gebieten des Warenaustausches zeigt es sich, daß die Staaten der Kleinen Entente untereinander nicht imstande sind, sich gegenseitig das zu geben, was sie eigentlich brauchen. Und mit wie großen Hoffnungen war man doch an die Bildung der Kleinen Wirtschafts-Entente herangegangen! Da hatte man Ausschüsse gebildet, die sich viermal jährlich versammeln sollten, um die Förderung des gegenseitigen Handels zu sichern. Da wurden zwischenstaatliche Handelskammern gegründet und Be- rufsoerbände zwischen den entsprechenden Industrien gebildet. Auch die jüngsten Vereinbarungen auf dem Gebiete des Postverkehrs sowie die Versuche, die Wirtschaftsgesetzgebung und die Zoll- Nomenklatur zu vereinheitlichen, und schließlich auch die Bestrebungen, Freizonen in den verschiedenen Häfen der einzelnen Verbündeten einzurichten — alles das hat nichts an der Tatsache zu ändern vermocht, daß der Handelsverkehr dieser drei Länder doch eine andere Richtung genommen hat, eben ine Richtung, die den wirtschaftlichen Tatsachen und Gegebenheiten entsprach. Als die Kleine Wirtschafts-Entente geschaffen wurde, da sollte sie, nach einem Wort des damaligen tschechischen Außenministers Benesch „eine neue internationale Einheit" werden. Durch die Schaffung eines ständigen Wirtschaftsrates sollte sie den Charakter einer Wirtschaftsgemeinschaft erhalten. Wie ganz anders sieht diese Wirtschaftsgemeinschaft aber heute in Wirklichkeit aus! Statt sich aufeinander einzustellen, haben sich die verschiedenen Nationalwirtschaften der drei Staaten sogar immer mehr voneinander weg entwickelt, so daß man heute von der angestrebten Autarkie der Staaten der Kleinen Entente weiter entfernt ist denn je. Mit jedem Jahre geigt sich jedenfalls immer deutlicher, daß es eben doch unmöglich ist, das Wirtschaftsleben in eine Zwangsjacke zu stecken. Mögen politische Interessen Die Staaten der Kleinen Entente zusammengeführt haben, die wirtschaftlichen Interessen lassen diese drei Staaten immer wieder auseinanDerftreben. Will man zu einer Einigung und zu einer Einhelk im Donauraum kommen, dann wird man andere Wege beschreiten müssen. frül . b o\ j 12(1. ' So • der beit' Ao- . . bat: 3,2(1 St,.' Wo, • Sor geb, St ft i e £ bo» bep Pf? i bif? "W. v ■ ba - Bk./ Dikk l Br M fret DO AV* D bat, '| .. Zusa . m a klärt allei sei- . recht nüge ferne ohne 1 gung nach t e n Zusa als e fumn Stell ten ' häng,', Bezu>" der 6 ’ die 2 mel, * , beteili sagen, X überp b o n s börbei angeb Das New ®nnbt... ’ianbli., I o b C| , )anbli j - )es II Mittel i 115 bi - - )as sic' ;ekami' jesuche 1 Wege: >urch (, nal 3C, , i e s 2; ' veism. b 15. e w, m. 1. inft f s' ‘ I G. Eh en ine ze iem hrif dun n r )MI be:J in । wk nl . Sei V bestanden. Seit Oktober 1933 stubiere er in Bern. Er sei lediglich mit der Absicht, Gust- loff zu ermorden, nach Danos gekom - m e n. Gustloff bade er weder persönlich gekannt, noch ihn je gesehen. Seine Wohnung habe er aus dem Telephonbuch ersehen. Der Mörder bestätigte, daß er sofort auf Gustloff geschossen habe, als dieser ins Zimmer getreten sei. Er habe ihn ermordet, weil er ein „nationalsoziali- sttscher Agent" sei. Die Auslandsorganisation derASDAP. zurGrmordungGustloffs Berlin, 5. Febr. (DNB.) Der Gauleiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Ernst Wilhelm Bohle, erläßt aus Anlaß der Ermordung des Lanbesgruppenleiters Schweiz ber Auslanbsorga- nisation ber NSDAP., Wilhelm G u st l o f f. folgenden Nachruf: An das Auslandsdeutschtum! Wilhelm Gustloff, Landesgruppenleiter Schweiz der Auslandsorganisation der NSDAP., ist nicht mehr. Fünf Schüsse eines jüdischen Meuchelmörders machten seinem Leben (wenige Tage nach seinem 41 Geburtstage) ein Ende. Wilhelm Gustloff war der dienstälteste Landesgruppenleiter im gesamten Auslande. Lange oor der Machtergreifung gehörte er der Bewegung des Führers an und hat bis zur Stunde seines Todes nur dieser Bewegung gelebt. Wer Wilhelm Gustloff kannte, weiß, daß er zu den großen Idealisten gehörte, die des Führers treueste Gefolgsleute find. Der unermüdliche, glaubensstarke Vorkämpfer für den Führer war zugleich der beste, uneigennützige Kamerad seiner reichsdeutschen Volksgenossen in der Schweiz. Nahezu zwei Jahrzehnte hat Wilhelm Gustloff G a st recht in der Schweiz genossen, wo er Heilung oon einem schweren Lungenleiden suchte und fand. Dieses Gastrecht hat W. Gustloff niemals verletzt. Das Ansehen dieses aufrechten Mannes war gleich groß bei Schweizern und Deutschen. 1930 begann er, damals als Gründer des kleinen Stützpunktes Daoos, die Weltanschauung seines Führers in die reichsdeutschen Kreise in der Schweiz hineinzutragen, lieber elf Jahre hat er nur dieser Aufgabe gelebt, — nie verzagend bei den zahlreichen Angriffen politisch Verhetzter, immer hilfsbereit gegenüber seinen reichsdeutschen Landsleuten. Erschüttert stehen wir an der Bahre unseres Landesgruppenleiters Gustloff. Die Fahnen der nationalsozialistischen Bewegung senken sich in Treue und nie endender Verbundenheit vor einem Manne, dessen Leben Dienst am Führer war. Tiefste Entrüstung in Deutschland. Das Echo der Berliner Presse. Berlin, 5. Febr. (DNB.) Zu der Ermordung des Landesgruppenleiters Gustloff schreibt der „Völkische Beobachter", daß die Ermordung Gustloffs durch einen Juden ein grelles Schlaglicht auf die zersetzende Tätigkeit der Juden in aller Welt werfe. Aus diesem nichtswürdigen Mord des Juden David Frankfurter erhelle mit geradezu schlagender Deutlichkeit, wie notwendig die durch den Nationalsozialismus für Deutschland herbeigeführte reinliche Scheidung zwischen Deutschen und Juden war. „Und wenn es noch einer Rechtfertigung für die Einstellung des Nationalsozialismus 3ur Judenfrage bedurfte, so wäre es diese schändliche Tat." Das Blatt weist darauf hin, daß Deutschland durch die Juden bereits Hunderte feiner besten Männer verloren hat und daß es jüdische Drahtzieher waren, die fick einer irregeführten, kommunistisch verhetzten Arbeiterschaft als Vorspann bedienten. „Der Mord als politisches Kampfmittel", so schreibt der „2323." dann weiter, „blieb den Juden Vorbehalten. Das nationalsozialistische Deutschland sieht in dem meuchlings erschossenen Landesgruppenleiter Wilhelm Gustloff ein Opfer jüdischen Hasses. Es erneuert an seiner Bahre das Gelöbnis, kompromißlos seinen Weg weiterzugehen, um dadurch das deutsche Volk für alle Zeiten oor einer neuen Knechtung durch das überstaatliche Judentum zu bewahren. Durch nichts in ber Welt wird dieser Mord beschönigt werden können. Das Blut Gustloffs wäre nicht umsonst geflossen, wenn seine Ermordung bei allen Volkern oie Einsicht stärkte,,daß nicht nationale Lebensrechte den Frieden der Welt gefährden, sondern allgemein die hinterhältige Hetzarbeit wurzelloser Juden." Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" erinnert dar- an, daß der politische Mord seit undenklichen Zeiten von allen zivilisierten Volkern a l s das schändlichste Verbrechen angesehen wird. Das Blatt spricht die Erwartung aus, daß alle irgendwie an dem feigen Verbrechen des jüdischen Mörders Beteiligten eine der Schwere der Tat entsprechende Verurteilung erfahren werden. — Der „Berliner Lokalanzeiger" schreibt: Ein feiger Meuchelmörder hat eine nur aus kommunistischer und marxistischer Gesinnung heraus erklärliche verwerfliche Tat begangen. Wieberum ist in Europa der politische Mord als Mittel zum Zweck der Bekämpfung eines Gegners benutzt worden. Als oor knapp anderthalb Jahren in Marseille politische Mörder den König von Jugoslawien und den französischen Außenminister niederschossen, hat die ganze Welt ihren Abscheu über diese gemeine Tat zum Ausdruck gebracht. Man muß erwarten, daß die ganze Welt sich mit gleichem Abscheu nicht nur gegen den Mörder oon Davos, sondern gegen alle wendet, welche die moralische und vielleicht auch die direkte Verantwortung für diese gemeine Mordtat zu tragen haben. — Die „Sermani a" sagt: Hinter diesem Mord und hinter dem Mörder steht d i e Hetze der Emigranten. Die intellektuellen Urheber dieses Verbrechens sind in jenen Kreisen zu suchen, die Tag für Tag Kübel des Unflats über das deutsche Volk und feine Regierung ausgießen. Der Führer an Frau Gustloff. Berlin, 5.Febr. (DRV.) Der Führer hal an Fran Gustloff folgendes Telegramm gerichiel: „Au dem schweren Verlust, der Sie betroffen, spreche ich Ihnen im Jiamen des ganzen deutschen Volkes meine aufrichtige Teilnahme aus. Das ruchlose Verbrechen, das dem blühenden Leben eines wahrhaft deutschen Mannes ein Ende setzte, hat in der ganzen Jlation Hefe Bewegung und Empörung hervorgerufen. Adolf Hitler." ♦ Reicksminister Dr. Goebbels hat an Frau Gustloff folgendes Telegramm gerichtet: „ Zu dem furchtbaren Verlust, den Sie durch die feige Untat eines jüdischen Mörders erlitten haben, spreche ich Ihnen meine herzlichste und roärmfte Teilnahme aus. Mit Ihnen steht ganz Deutschland trauernd, aber auch er« füllt oon Gefühlen tief st er Empörung über diesen erbärmlichen Meuchelmord an der Bahre Ihres Mannes. Dr. G o e b b e I s." Kommunistischer Militärputsch in Paraguay vereitelt. Asuncion, 5. Febr. (DJIB. Funkspruch.) Das Kriegsministerium teilt mit, daß zur Aufrechterhaltung der Ordnung die Heeresleitung den Direktor garribia ermorden wollte. General Lstigar- ribia nahm an der Spitze einer Kompanie persönlich die Rädelsführer fest. Unter ihnen befinden sich Sozialdemokratischen Partei Ungarns auf kommunistischer Grundlage organisieren und das sozialdemokratische Parteiblatt leiten. Wieder andere hatten kommunistische Feierlichkeiten und Straßenkundgebungen zu organisieren zur Erinnerung an Lenin usw. Die gesamte Arbeit lief bei dem Leiter der Gruppe K i h zusammen, der mit den einzelnen Gruppenmitgliedern nur in Geheimschrift verkehrte und in dessen Händen allein der regelmäßige Kurierdienst nach Moskau lag. Die einzelnen am Kurierdienst beteiligten Personen konnten bisher noch nicht ermittelt werden. Die für den Kurierdienst nach Moskau benötigten f a l- schen Pässe wurden von dem verhafteten Chefarzt Dr. Weil hergestellt. Die verhafteten kommunistischen Rädelsführer sind sofort einem eingehenden polizeilichen Verhör unterzogen worden, das bestätigte, daß die Moskauer ungarische Zentrale von dem berüchtigten Rätekommissar Bela Kun geleitet wird und die oberste Moskauer Propagandaleitung eine Verstärkung der kommunistischen Agitation im Südosten Europas angeordnet hat. Nach dem Verhör beging Kiß einen Selbstmordversuch, der jedoch infolge der Aufmerksamkeit der Polizei mißlang. Wirtschaftlich fahren heißtDevisen sparen Ein Aufruf der Automobilindustrie an alle Automobilisten. Berlin, 4. Febr. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf H e ß, hat bei dem kürzlich abgehaltenen Generalappell des NSKK. in Berlin auf die zwingende Notwendigkeit hingewiefen, durch vernünftige Fahrweise und Vermeidung übermäßig schnellen Fahrens die Reifen zu schonen und dadurch zur Devisenersparnis beizutragen. Hierzu teilt der Leiter der Fachgruppe Automobilindustrie I. Werlin folgendes mit: Diese Aufforderung des Stellvertreters des Führers sollte nicht nur von den Angehörigen des NSKK., sondern von sämtlichen Kraftfahrern beachtet werden, da der Reifenverbrauch bekanntlich mit zunehmender Geschwindigkeit unverhältnismäßig schnell a n ft e i g t. Das haben nicht zuletzt auch die Erfahrungen der großen Rennen bewiesen. Jeder deutsche Kraftfahrer sollte den Ehrgeiz haben, g u t und wirtschaftlich zu fahren, ohne das Letzte aus feinem Fahrzeug herauszuholen, fei es in Bezug auf Höchstgeschwindigkeit, Beschleunigung, Bremsen oder Kurvenfahren. Er schont dadurch nicht nur sein Fahrzeug, sondern spart auch für sich an Betriebkosten, ferner aber — und das ist für die Allgemeinheit heute ganz besonders wichtig, — an Devisen, da wir R o h g u m m i bekanntlich e i n f ü t) r e n müssen. Der Motor behält bei wirtschaftlichem Fahren immer eine gewisse Kraftreserve, die dem Fahrer wiederum die Möglichkeit gibt, einen angemessenen Reisedurchschnitt einzuhalten. Eine vernüftige Fahrweise wird sich zweifellos auch sehr schnell in der Unfallstatistik günstig auswirken. Im Jahre 1933 (eine neuere Statistik liegt noch nicht vor) wurden nicht weniger als 4700 Menschenleben durch Kraft- fahrzeugunfälle vernichtet. 1935 hatten die Versicherungen einen Zuwachs von 50 v. H. bei den schweren Schadensfällen zu verzeichnen, woraus man ohne weiteres schließen kann, daß die Zahl der tödlichen Unfälle im gleichen Verhältnis gestiegen ist. Die traurigen Ueberrefte von Kraftwagen, die täglich nach Unfällen in die Werkstätten eingeschleppt werden, sollten jedem Kraftfahrer eine eindringliche Mahnung sein, durch freiwillige Selbstdisziplin den Hinweis des Stellvertreters des Führers zu beherzigen. Gesunde Vorratswirsschast im Haushalt. Oie Aufgabe der Krau in der Erzeugungsschlacht. Berlin, 4. Febr. (DNB.) Im Derwalkungs- amt des Reichsnährstandes findet eine gemeinsame Schulungstagung des Reichsnährstandes und der NS.-Frauenschaft statt, auf der der Reichsernäh- rungsminifter und Reichsbauernführer 2) a r r ä über die Aufgaben der Frau im Rahmen der Erzeugungsschlacht sprach. Deutschland befindet sich ernährungspolitisch in einer Zwangslage. Wir haben eine größere Bevölkerungszahl auf einer kleineren Fläche im Vergleich zum Vorkriegsdeutschland zu ernähren. Die sich daraus ergebenden besonderen Aufgaben müssen durch die Erzeugungsschlacht gelost werden. Das tann die Landwirtschaft nicht allein erreichen: Wenn dauernde Erfolge erzielt werden sollen, ist die Ernährungswirtschaft besonders aus die Mitarbeit der Hausfrauen angewiesen. Geht doch alljährlich dem deutschen Volke rund eine Milliarde Mark an Lebensrnitteln nur dadurch verloren, daß sie i m H a u s- halt unsachgemäß behandelt werden. Während unsere Mütter und vor allem unsere Großmütter ihren Stolz noch in einer guten hauswirtschaftlichen Vorratswirtschaft erblickten, war es modern geworden, sich um eine vernünftige Vorratswirtschaft im Haushalt überhaupt nicht mehr zu kümmern. Man bestellte und kaufte einfach beim nächsten Händler. Die Frau besitzt vielfach gar kein Gefühl mehr dafür, daß sie an die Voraussetzungen der naturbedingten Erzeugung gebunden ist, daß also durch Jahreszeit- j und Witterungseinflüsse Schwankungen in der Versorgung austreten. Hier setzt die Aufgabe der Vorratswirtschaft ein, hier liegt auch! die Mitarbeit der Hausfrau in der Erzeugungsschlacht. Nur durch ein wirkliches Verständnis der Hausfrau für diese Erscheinungen, nur durch ihre tatsächliche Mitarbeit ist die Erzeugunasschlacht vollständig zu gewinnen. Daraus ergibt sich eine freiwillige Verbrauchslenkung. Vorratswirtschaft bedeutet, Erzeugnisse einer bestimmten Jahreszeit bann billig zu kaufen und zu lagern oder haltbar zu machen, um sie in den Monaten des natürlichen Mangels aur Verfügung zu haben. Verbrauchslenkung und häusliche Vorratswirtschaft sind die beiden wichtigen Pfeiler unserer deutschen Ernährungswirtschaft. Der Reichsbauern- führer wandte sich bann an die Architekten und Baumeister, die auch bei den städtischen Neubauten diese Dinge beachten müssen. Leider ist heute in den meisten Fällen eine Bauweise eingerissen, daß es der Hausfrau fast gar nicht mehr möglich ist, eine vernünftige Vorratswirtschaft zu treiben. _Die Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink führte u. a. aus: Jeder muß sich klar fein, daß es nicht darum geht, was ihm persönlich genommen wird, sondern was er bej Gemeinschaft, dem Volk und damit dem Führer 'bringen kann. Es beißt heute, diesen Gemeinfchaftswillen zu formen. Auch die letzte Frau muß einsehen, daß sie zu dieser Nation und zu diesem Volke gehört, daß sie über ihr Leben als Mutter ber Familie zur Mutter der Nation hinauswachsen muß. Viele Gesetze können nur zum Segen für das Volk werden, wenn die Frau die innere Bereitschaft und restlose Bejahung dazu hat. Drei Jahre nationalsozialistischer Kulturpolitik. Beichskutiurwalter Hinkel in Frankfurt. der Militärschule, Oberst Rafael Franco, und den Kommandeur des 1. Pionier-Regiments, Major Caballero 3 rala, zum Rücktritt aufgefordert hat. Major Antonio Gonzalez wurde von der Rangliste gestrichen. Die Genannten stehen in Verdacht, Beziehungen zu aufrührerischen Elementen zu unterhalten, die ihrerseits von kommunistischen Organisationen gestützt werden. Die Polizei hat alle öffentlichen Versammlungen verboten. Major Gonzalez hat bereits Paraguay verlassen. Es ist aus verschiedenen aufgefundenen Schriftstücken nachgewiefen, daß er den Staatspräsidenten Dr. A y a l a und den General Estl - auch verdiente Militärs. Ihr Zufammen- arbeiten mit den Kommunisten, von dem die Oef- fentlichkeit überrascht wurde, erklärt man sich nur so, daß sich die Offiziere in ihrer Eitelkeit gekränkt fühlten. Sie versuchten vergeblich, weitere Offiziere für ihr Vorhaben zu gewinnen. Am Dienstag wurden Flugblätter verteilt, in denen zum Generalstreik aufgefordert wurde, um die Freilassung des verhafteten Oberst Franco zu erzwingen. Franco, so hieß es in den Flugblättern, sei nur festgenommen worden, da das „Volk" ihn zum Präsidenten habe ausrufen wollen. Franco würde Freiheit, Glück und Geld bringen. 3n Stadt und Land herrscht völlige Ruhe. Kommumfiische propagandazentrale in Ungarn ausgehoben. Reger Kurierdienst zwischen Budapest und Moskau. - Bela Kun wieder an der Arbeit. — Ein weitverzweigter Agitationsapparat aufgedeckt. Die NS.-Kulturgemeinde, Ortsgruppe Frankfurt, veranstaltete eine Kundgebung, auf bei Reichskultur- walter Hinkel zu dem Thema „Drei Jahre nationalsozialistische Kulturpolitik" prach. Der Reichskulturwalter begann mit ber Fest- tellung, baß bas, was in ben vergangenen brei Jahren auf kulturellem Gebiet geleistet worben ist, alles übersteigt, was bisher geschaffen worben sei. Dann ging er barauf ein, wo wir jetzt auf kulturellem Gebiet stehen, und was in der Zukunft noch zu leisten ist. Wenn jemand kritisieren wolle, habe er nur bann bazu bas Recht, wenn er in ber Vergangenheit den Nationalsozialismus erlebt und in ich ausgenommen habe. Die Kulturpolitik kann nur ber verstehen, ber von ber Jbee vollkommen burch- brungen ist, bie mit Abolf Hitler ihre Aufer- tehung gefeiert hat. Darauf setzte sich ber Redner ausführlich mit bem Zustand auseinander, wie er am 30. Januar 1933 bestanden hat, wo der Abel oerjubet und bie Juben geadelt waren, wo ber Stubent verhöhnt und bas Militär in Witzblättern in ben Schmutz gezogen würbe. Adolf Hitler hat ich bamals nicht nur als ber erste Deutsche erroie« en, sondern auch als ber erste Künstler ber Nation. Der unbekannte SA.-Mann, der sich in den Jahren des Kampfes, ohne die Idee des kulturellen Schaffens vielleicht richttg begriffen zu haben, für diese einsetzte, ist für uns der Träger des kulturellen Schaffens und auch heute noch wertvoller als alle, die sich Künstler nennen, aber bis heute noch nicht ben Weg zur wahren deutschen Kunst gesunden haben. „Ich stelle fest, daß es uns gelang, alle Theater zu erhalten, und daß wir auch junge produkttve Kräfte förderten. Wir haben ihnen die große Chance gegeben, unter bie Vergangenheit einen Strich zu machen und sich in bie nationalsozialistische Weltanschauung hineinzuleben." Das Jahr 1934 zeigte, baß viele, benen wir die Möglichkeit gegeben hatten, sich in das nationalsozialistische Kulturleben einzufügen, wieder arrogant und frech geworben sind und bamit zeigten, baß sie nicht gewillt waren, sich bie Jbee des Führers zu eigen zu machen. 1935 mußte eine große Reinigung vorgenommen werben. Wir ließen uns aber auch jetzt nicht irgenbwelche „Köpfe" aufreben, sondern es wurde scharf geprüft, und im Herbst 1935 konnte Dr. Goebbels verkünden, daß das kulturelle Gebiet vollkommen bereinigt fei. Das war besonders auf bem Gebiete ber Musik außerordentlich schwierig, weil hier 70 bis 80 v. H. ber Künstler Juden waren. Italien auf verschärfte Sanktionen vorbereitet. Beschlüsse des Grohen Faschistischen Rats. 23 uba pest, 4. Febr. (DNB.) Die Bubapester politische Polizei hat eine kommunistische Pr^paganbazentrale auf gedeckt, wobei 15 kommunistische Rädelsführer verhaftet werden konnten. Unter ben Verhafteten befindet sich ber Kommunist Sigmund K i ß (Klein), der während der ungarischen Ratediktatur im Jahre 1920 eine führende Rolle gespielt hatte, damals zu Gefängnis verurteilt wurde und später nach Sowjetrußland ausgewandert war. Kiß war kürzlich von dem rüheren Rätediktator Ungarns Bela Kun, ber eit 1920 in Moskau weilt, nach Budapest gell n b t worden, um bie kommunistische Propaganda zu leiten. Aus bem aufgefunbenen Material ergab sich, daß Bela Kun in Moskau mit ber Leitung ber kommunistischen Propaganda für Ungarn beauftragt worden ist. Die Leitung der eben aufgedeckten kommunistischen Zerstörung lag in den Händen des ange- sehenen Ehefarztes eines großen Budapester Sanatoriums namens Dr. Emil Dell. Jn feiner Privatwohnung wurden unter dem Parkettfußboden umfangreiche kommunistische Propagandaschriften, eine große Anzahl falscher Pässe, die Liste der kommunistischen Agenten, die Abschriften der ständig von Budapest nach Moskau gesandten Berichte und größere Beträge gesunden. Aus dem Material ergab sich, daß zwischen Budapest und Moskau ein ständiger Kurie r d i e n st besteht. Man befaßte sich auch weitgehend mit militärischer Spio- n a g e. Unter den verhafteten Kommunistenführern, die meist Juden sind, befinden sich ein Kunstmaler, der Prokurist einer bekannten Versicherungsgesellschaft, ein Lehrer der technischen Hochschule und eine Aerztin. Die kommunistische Parteileitung arbeitete nach Dem bekannten kommunistischen Zellensystem. Die Mitglieder der Gruppe kannten einander ü !^er h"tte fein eigenes unabhängiges Tätigkeitsfeld. So hatte einer ber verhafteten Korn- mumften ben Auftrag, ben ungarischen Verband Der Privatbeamten und den Verein der Finanz- und Bankbeamten auf kommunistischer Grundlage ju organisieren. Ein anderes kommunistisches Parteimitglied sollte die linksradikalen Mitglieder der Rom, 5. Febr. (DNB. Funkspr.) Ueber eine Nachtsitzung des Großen faschistiscken Ra- t e s heißt es in ber amtlichen Mitteilung: Der Duce setzt seinen Bericht über bie militärische unb politische Lage fort. Nach Schluß seiner Aus- ührungen würbe eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Der große faschistische Rat sieht die letzten Siege der italieni- chen Truppen an der Erythräa- und Somali- ront als für die Lage ausschlaggebende Faktoren an. Der Rat erneuert feinen festen Entschluß, die Ziele zu erreichen, für die militärische Anstrengungen beschlossen wurden. Er ist habet überzeugt, ganz nach bem Geist der kämpfenden Truppen und nach dem Willen des italienischen Volkes zu handeln. Der Rat hat sodann die Innere Lage geprüft, wie sie sich im dritten Monat der Wirtschaftsbelagerung bartut. Nach Würbigung bes ruhigen unb berounberungsroürbigen Wiber- ftanbes bes italienischen Volkes setzte ber Rat bie italienischen Gegenmaßnahmen im Falle einer weiteren Verschärfung der Sanktionen fest. Der Finanzminister sprach über die Notwendigkeit, den Handelsverkehr mit dem Auslande in festgeordnete Bahnen zu lenken. Der Rat sieht im Handelsaustausch mit dem Auslands eine Funktion von öffentlichem Interesse, die eine unmittelbare Kontrolle durch den korporativen Staat rechtfertigt. Dec Duce entbot sodann dem Kameraden Flugblc der 2 droht Godjair 60t1 l->". dem Mr Diol inerad Si M- zldd dem ö Schwär sollen- mich-. und be der 6“' nun v sandte die bed> An i wieder Setit-S Ferner Die Ab überroll auch ei' haben. gtaln Sto Tidning fW bis A Wederli ist. K r rung! Abessin habe 9 oezählt, legen. Mala M find Was Präside für die Wirts tragt, bisher sideni I bisher Mill Frage heim kuna c würde. $räfi nung n des Fei seien a schäft belung i Ha gei nahesteh nähme des W> die Ben Wirtscho wesen tt Verl Stellv Anordnu Die 5 Mitali der ihr schen Fr genug Gl Dl 6 schon von RM 3120 an ab Werk wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen. Brucheinklemmung kann zur Todesursache werden. Fragen Sie Ihren Arzt. Durch meine Spezial-Bandagen nach Maß u. ärztl. 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Ein Weißkrautkopf wird kleingeschnitten, in Salzwasser einige Minuten gekocht und auf ein Sieb zum Ablaufen gegeben. 125 Gramm würfelig geschnittenen Speck läßt man aus, röstet darin eine gehackte Zwiebel und 80 Gramm Mehl hellgelb, setzt einen guten Viertelliter Würfelbrühe zu, kocht die Tunke auf und schmeckt sie mit Salz, Pfeffer und Essig ab. 1 Pfund in Scheiben geschnittene Kartoffeln werden in einer Kasserolle mit einer ganz kleinen Menge Salzwasser bis zum Kochen gebracht, 100 Gramm Butter, zwei in Würfel geschnittene Aepfel, das Kraut und die Specktunke darüber gegeben und das Gericht zugedeckt 35 Minuten lang- sam gedämpft. ♦ Linsen von der Waterkant. Die eingeweichten Linsen werden mit Sal^ und Zwiebeln gekocht. Man nimmt 1 Pfund Linsen dazu! Und man nimmt auch 1 Pfund Backpflaumen und kocht sie ohne Zutaten in dem Einweichwasser. Die kurzeingekochten Linsen werden mit der Backpflaumenbrühe und Essig, Sirup und Salz gewürzt. Dann wird Speck in Würfel geschnitten, ausgebraten und über die Linsen gegossen. Garniert werden sie mit den Backpflaumen. * Nürnberger Peterli. Die ganz jungen Petersilienwurzeln werden geschabt, in fingerglied- lange Stücke geschnitten, mit kräftiger Fleischbrühe übergossen uno unter Zugabe von frischer Butter weichgekocht. Die Suppe wird nunmehr mit Butter und Mehl sämig gedickt, vor dem Abrichten mit einigen verquirlten Eigelben und etwas süßer Sahne abgezogen und mit einem Strich Muskatnuß gewürzt. Als Einlage gibt es die beliebten Schwemmklöße, die wie folgt bereitet werden: Man rührt nach Bedarf Butter schaumig, fügt 4 Eigelb hinzu, gibt drei gehäufte Löffel recht feinen Grieß hinein, würzt und kocht die mit dem Löffel abgestochenen Klößchen in kochender Brühe, um sie beim Anrichten in die Suppe zu tun. Zur Sättigung können auch noch gekochte Salzkartoffeln hineingegeben werden. Und natürlich, auch das in kleine Stücke geschnittene Fleisch, von dem die Fleischbrühe gekocht wurde. * Rote Hanne. Etwas Suppengrün und 2—3 rote Rüben schneidet man fein, ebenso einige Pilze und Tomaten, röstet das Ganze in Speiseöl etwas an, gießt bann mit Wasser Brühe auf, gibt 2 Eßlöffel ganz kleine Linsen dazu und läßt alles zusammen langsam garkochen. Kurz vor dem Garwerden gibt man rohe geschälte, würfelig geschnittene Kartoffeln und nach Geschmack Salz und Kümmel dazu. Dann reibt man eine halbweichgedämpfte rote Rübe fein, mischt einige Löffel sauren Rahm und nach Geschmack einige Tropfen Zitronensaft dazu und rührt das ganze vor dem Anrichten in die Suppe. Hinein gibt man kleine Fleischklößchen, die vom gewiegten Fleisch zu bereiten sind. Pommersches Herzel. 1 Pfund Rinderherz, 1 Pfund Mohrrüben, 1 Sellerieknolle, 1 Pfund Kartoffeln, feingehackte Petersilie undZwiebeln, Rindermark oder Speck, Salz, Gemüse und Fleisch werden in kleine Würfel geschnitten. Der Topfboden wird ntit gut gewässerten und enthäuteten Rindermarkscheiben oder mit Speckscheiben belegt. Darauf folgen je eine Lage Fleisch, Mohrrüben, Sellerie und Kartoffeln sowie die Gewürze, alles leicht gesalzen, und sich so oft wiederholend, wie die Menge reicht. Den Abschluß bildet eine Lage Mark oder Speck. Mit wenig Wasserbeigabe wird das Gericht in gut verschlossenem Topfe in IV2 Stunden langsam fertig gekocht. ♦ Hamburger Herr. 2 Pfund Schellfisch, 1 Pfund gekochte, abgezogene Kartoffeln, 3 große Zwiebeln, '/< Liter saure Sahne. 3 Eier, Pfeffer, Salz, Fett. Den gesäuberten, gesalzenen Fisch 1 Stunde ziehen lassen, in Stücke schneiden. Dann eine Backform einfetten, lagenweise Fisch und die in Scheiben geschnittenen Kartoffeln einfüllen. Mit den in Fett hellgelb gebratenen Zwiebeln, Pfeffer darüber stäuben und Eier mit der Sahne verquirlen und über das Ganze geben. 45 Minuten backen: E. Th. Der Stuhl in der Küche erleichtert die Arbeit. Leider weiß nicht jede mit Küchenarbeit beschäftigte Frau, wie sehr ihr das viele Stehen schadet. Stehen ist weit ungesunder als gehen, und wenn die Hausfrau auch zahllose Schritte machen muß, bevor sie einen Teil der Küchenarbeit vollendet hat, so ist sie dadurch dennoch weniger angegriffen. In der Küche gibt es ein einfaches und nicht zu unterschätzendes Mittel, um die Hausfrau vor lieber» müdung zu bewahren. Das ist ein angenehmer und guter Küchen st uh l. Er soll handlich, fest sein, sich leicht tragen lassen, möglichst ein Sitzkissen aufweisen. Wie viele Arbeiten lassen sich i m Sitzen verrichten, die einer unzeitgemäßen Überlieferung zufolge stets im Stehen ausgeführt werden! Gemüse putzen, Kartoffeln schälen, Speisen vorbereiten, und vor allen Dingen bügeln. Das lange etwas gebückte Stehen beim Plätten greift die Hausfrau daher so sehr an, weil ihre Füße das Körpergewicht ungleichmäßig verteilt tragen müssen. Der Rücken beginnt zu schmerzen, und oft sind auch Kopfschmerzen, ja, vielfach Migräne die Folgen der ungewohnten und sich häufig wiederholenden Tätigkeit. Man braucht das Plättbrett nur entsprechend niedriger zu stellen, um bei der Bügelarbeit sitzen zu können. Auch die Uebersicht ist dann besser. Ferner gelingen das Ausziehen von Spitzen, das sorgfältige Behandeln der Säume beim Sitzen. Neben dem Bügelbrett stehe der Korb, in dem die fertige Wäsche Aufnahme findet, und auch beim Weglegen wird die Hausfrau sich dann viel weniger anstrengen müssen als beim Stehen. Niemand hat etwas davon, wenn die Hausfrau ihre Kräfte überanstrengt, vielmehr ist die ganze Familie glücklich, wenn Mutter trotz Arbeit und Sorgfalt nicht übermüdet ist. Schü. FASCHINGSKOSTÜM ZUM M EIDERN Mas sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Meine Tochter schreibt aus dem Arbeitsdienstlager: „Hoch oben im Westerwald liegt — abgeschnitten Don dem bewegten Leben und Treiben — unser geues Lager. Das hat seinen ganz besonderen Wir fragen uns, warum sind es hier Mädels, d" vor eine so gewaltige Aufgabe gestellt werden? Ä b,ea aU5J?e™ °lten Fachwerkhaus ein gemütliches Heim schaffen wollten, wußten noch nichts von jener großen Aufgabe. Aber schon nach den ersten Tagen, tn denen wir Land und Leute kennen lernten wußten wir: Hier ist eine noch unübersehbare Aufgabe zu erfüllen. Wir müssen ganz von vorne anfangen, erst die Grundlage schaffen auf denen weiter aufgebaut werden kann <5^ Öie arme ßanbfcf)aft hat uns von der Not des Westerwalder Bauern erzählt, ehe wir ihn selbst kennen lernten. Er muß einen harten Daseinskampf fuhren, der durch die schlechte Ertragsfähigkeit des Bodens und durch das rauhe Klima bedingt ist. Wer von uns Stadtmädel hatte je nach dem Bauern draußen gefragt? — Und plötzlich standen wir Seite an Seite mit ihm! Der Führer hat uns hierher gestellt und wir wollen uns einfetzen für feine große Idee. Schon auf dem Weg in die benachbarten Dörfer (unser Lager ist Bauernhilfslager) wollen wir den Bauern draußen im Feld durch unsere frohen und luftigen Lieder sagen: Wir kommen und wollen euch helfen! Im Dorf trennen wir uns und jede geht zu „ihrem Bauer", wo jede wieder vor eine andere Aufgabe gestellt ist. Hier fehlt die Mutter, die Kinder sind vernachlässigt — dort lebt eine alte Frau, deren Glieder von der jahrlangen, anstrengenden Arbeit in Haus, Hof und Feld müde und steif geworden sind — und wieder in einem anderen Bauernhaus erwartet die Frau einen kleinen Stammhalter und bedarf ganz besonderer Pflege. Hier tritt an das Mädel eine Aufgabe heran, die seinem Wesen am meisten entspricht und es kann feine nationalsozialistische Haltung und Einstellung am schönsten zeigen. Wir anderen, die mit dem Bauer aufs Feld gehen, Kartoffeln setzen, hacken, disteln, Mist fahren oder Heu machen, sehen wieder eine andere Aufgabe vor uns. Der Bauer soll das Mißttauen, das er uns Stadtmädels zuerst entgegenbrachte, überwinden — verlieren. Gerade die Art, w i e wir an eine Arbeit Herangehen, unsere Haltung und Einstellung zu ihr wird ihm dazu helfen. Er wird fühlen, daß er in einer Gemeinschaft lebt, die zu jedem Opfer bereit ist, und die Brücke zwischen Stadt und Land ist geschlagen. Eine weitere Aufgabe sehen wir in der Entlastung der kinderreichen Familien. Im Kindergarten, den wir selbst eingerichtet haben, finden die Kinder „unserer Bauern", wenn die Eltern draußen im Feld sind, eine zweite Heimat. An jede Aufgabe gehen wir mit Lust und Liebe heran — mit dem Vertrauen und dem Glauben an den Führer. Und wenn „unser Bauer" den Glauben an Führer und Volk gefunden hat, dann dürfen wir stolz sein, daß wir Mädels vom Arbeitsdienst ihm den Weg dazu bahnen durften. Ph. H. Vorratskontrolle im Haushalt. Es darf nichts umkommen! Die Hausfrau schafft gewöhnlich zur Zeit der Ernte Vorräte ins Haus und verwahrt sie in der Speisekammer, im Keller ober wo sonst gerade Platz ist. Wichtig ist, daß diese Vorräte v 0 n Z e 11 zu Zeit kontrolliert, also sorgfältig durchgesehen werden, damit sie nicht unbemerkt verderben. Die Gefahr, die unseren Vorräten droht, ist immerhin recht groß. Nicht nur Fäulniskeime und Schimmelpilze siedeln sich gern an, sondern auch tierische Schädlinge, Gärungserreger und dergl. mehr. Linen besonderen Platz unter den Vorräten nehmen die eingemachten Früchte und Gemüse em Sie werden sehr oft aus Platzmangel nicht sehr günstig aufbewahrt z. B. oben auf Schranken stehend, was die Nachprüfung naturgemäß er- schwert. Die Nachprüfung der Vorräte ist aber besonders wichtig, denn es kommt immerhin vor daß ein Verschluß nicht dauerhaft halt. Manchmal ist an einer Stelle der Gummiring etwas beschädigt ober es ist am Glasrand em ganz kleines Stückchen ausgeplatzt, was man nicht bemerkt hat, unb an solchen befetten Stellen bringt bann nach unb nach bie Außenluft ins Glas, wodurch der Verschluß locker wirb. Wenn man bas offene Glas rechtzeitig bemerkt, kann man es mit einem neuen Gummiring roieber sterilisieren unb ber Schaben ist behoben. Wirb aber bas Lockerwerben bes Verschlusses nicht gleich bemerkt, so gelangen mit der Außenluft auch Schimmelpilze unb Faulmskeime in das Glas unb balb ist ber Inhalt verdorben. Bei Marmeladen und Obstmus ist em D-rd-rb-n weniaer 311 befürchten, wenn ste richtig zubereitet wurden trotzdem follte man auch öfter nachf-h-m Macht sich wider Erwarten A ch > m m e l b , l d u n g bemerkbar so wird sosort d,e befallene Oberfch^t ar7ndlich entfernt, bis kein Schimmel mehr sichtbar ift Dann kocht man das klebrige am besten S”VÄ S&iMmSÄtt «-.1 te.'SWfirS mstäure hiernach wird das Glas wieder gut ge- jESSS* undlLpr! °°Schlimm°r als di- Schimmelbildung ist stir die die Klei- Im Wollene Wasche Eine wichtige Modefrage Im Winter ist sie beinahe bas wichtigste bungsstück, bie wollene Wäsche, benn sie ist es, bie uns hauptsächlich vor Erkältungen schützt. Es gibt heute alle Arten von Höschen, Unterziehhemdchen, Strümpfen, bie mit so viel Rücksicht auf bie Wahrung unserer „s ch l a n f e n Linie" in ber Wahl bes Materials unb ber Art ber Ausführung von der Wollindustrie herausgebracht werben, baß sie wirklich jebem Geschmack gerecht werben. Für ben Tag bie Wollkombmation! Sie ist bie ibeale Verbindung von Hemd unb Höschen, bie sich vollkommen ber Figur anschmiegt. Bei ben Unterziehhöschen, bie meistens unter ber Wäsche allein getragen werben, haben wir viele Formen. Die gebräuchlichsten sinb bie windelarti- gen, bie wie ein Dreieck aussehen unb bie bis zu ben Strümpfen gehenben, bie sich eng an bie Schenkel legen. Sie werben burch einen kleinen geknöpften Sattel ober burch Gummiband gehalten. — Die Strümpfe, bie man an kalten Tagen unter bie seidenen ober funftfeibenen zieht, sinb so fein unb trotz ihrer Durchsichtigkeit eng ge- webt, daß sie beim Tragen nicht sichtbar sind Richtig zu schätzen weiß man sie erst bei regnerischem Wetter! denn nasse Fuße zu bekommen, ist bei ihnen so gut wie ausgeschlossew Das waren erst einmal bie Maichinenerzeug- nsise -aber wir sind auch selbst in ber Lage, be. genügend Zett, Ausdauer und Lust wollene Sachen zu Handarbeiten, zu stricken oder zu häkeln. Außerdem sollte man da nur diese Dinge arbeiten, die sich auch lohnen. Ich denke an Bett- jäckchen und Schuhe. Hier können wir unsere Kunstfertigkeit und Phantasie betätigen. Hier können wir in allen zarten Farben. Pastelltönen schwelgen und immer neue Muster erfinden. Man häkelt oder strickt sie lose und weich, kann Blumen plastisch auf- oder einarbeiten. Man kann Wolle mit Seide verarbeiten, beispielsweise die kleinen gehäkelten Spitzenkanten aus Seide, die das Jäckchen oder den Schuh einsäumen, oder die Blütenkelche des Blumenmusters mit farbiger Seide aussticken. Die Formen der Jäckchen sind verschie- Am nettesten sind alle Handarbeiten in Wolle in möglichst einfacher und fester Maschenhäkelei. Durch Luftmaschen unterbrochen erhalten sie das duftige unb luftige Aussehen. Bei Höschen unb Hembchen beschränkt man sich meistens auf Maschinenarbeit. Die anberen Sachen werben, wie gesagt, in allen zarten Tönungen gehalten; man kann sie auch zwei» unb breifarbig arbeiten. Hier können wir auch ohne weiteres ben zweiten ober dritten Farbton in Seide ober Kunstseide wählen. Nur müssen wir beim Einkauf danach fragen, ob die Zutaten auch waschbar und waschecht sind. Bei gutem Material und richtiger Behandlung (lau und nur mit Seifenflocken waschen, niemals kochen) werden sie weder einlaufen noch sich dehnen. — Wenn man diese Vorsichtsmaßregeln einhält, dann kann man seine wollenen Sachen mit der Gewißheit tragen, daß sie nicht nur nicht dicker machen, sondern warm und damit gesund erhalten. r Schü. Faschingskostüme zum Selbstschnei - bern zeigt unser heutiger Vorschlag, und zwar sind die Kostüme entweder aus Porhandenem, einem Abendkleid, einem Strandanzug zum Beispiel, ober aus Stoffen zu arbeiten, die im Sommer wieder zu ähnlichen Zwecken verwandt werden können. Sv ist etwa das erste Modell „Schäferin" aus kleingeblümtem Kretonne oder Chintz herzustellen. Die Rüschen und Aermelgarnituren sind cremefarbiger Tüll, die Bänder schwarzer Samt und der kleine Hut helles Stroh. Das zweite Modell „Tfchinelle" ist aus einem einfarbigen Strand- ober, am schönsten, aus einem schwarzen Hausanzug zu arbeiten unb wirb ergänzt burch vier große Scheiben unb ein paar Golbverschnürungen. Die Scheiben sinb auf ber oberen Seite mit Golbstoff unb auf ber unteren mit schwarzer Seibe bespannt. Die beiben kleineren Teller an ben Handgelenken sind an zwei kurze schwarze Stulpen genäht. Zu dem dekorativen Kostüm der „Spanischen Tänzerin" (3) kann gut ein altes schwarzes (oder weißes) Abendkleid verwandt werden, dessen Rock sechs Rüschen aus schwarzem (oder weißem) Tüll aufgesetzt werden. Die großen roten Blumen an Rock und Schultern sind aus Taft geschnitten. Ein großer Fächer und ein Kamm vervollständigen das Kostüm. Die beiden Anzüge des „Holländischen Pärchens" (4 und 5) sind leicht aus blau-weiß gestreiftem und einfarbigem Satin herzustellen. Die Kragen, die Schürze, die Stulpen und das Häubchen aus weißem Nessel ober Seinen. Für die beiden Jacken mit den großen Silber« knöpfen sowie die Mütze ist auch schwarzer Samt geeignet. H. Aus dem Reiche der Krau. Flüssigkeit abgießt und mit etwas doppeltkohlensaurem Natron gründlich aufkocht. Ist die Gärung aber schon vorgeschritten und haben die Früchte schon einen unangenehmen Geschmack angenommen, dann ist es kritisch. Man kann dann mit einer kleinen Probe versuchen, ob sie durch Aufkochen mit Natron den Geschmack verlieren, also wieder genießbar werden. Wenn der unangenehme Geschmack aber nicht völlig verschwindet, dann sind die Früchte ungenießbar. Die nach dem Aufkochen wieder gut schmeckenden Früchte muß man auf alle Fälle gleich verbrauchen, also nicht weiter aufbewahren. Durch das Aufkochen verlieren die Früchte stets an Aroma und Aussehen, aber das ist schließlich das kleinere liebel. Vorräte von Kartoffeln, Gemüse und Obst müssen gerade am Ausgang des Winters öfter sorgfältig nachgesehen und von allen angefaulten Teilen befreit werden. Die Fäulnisherde breiten sich gerade um diese Jahreszeit besonders schnell aus. Schließlich sollte die Hausfrau noch ein besonders wachsames Auge haben für bie Vorräte an Mehl, Grieß, Graupen und dergl. Hier sind es weniger die größeren Vorräte, die verderben, als die kleinen Reste, die man in Porzellantonnen oder sogar in Tüten verwahrt. Diese Kleinvorräte werben sehr oft von Milben usw. befallen und dadurch dem Verderben ausgesetzt. Es muß aber der erste Grundsatz der Hausfrau fein, alles zu verbrauchen, ehe es schlecht wird. Bemerkt man, daß Mehl ober Grieß zur Klumpenbildung neigt, dann muß man den Vorrat sofort gut durchsieben und dann hintereinander verbrauchen. Im gut geleiteten Haushalt darf nichts umkommen, deshalb öfter die Vorräte kontrollieren! E. G. und Schach-Ecke Bearbeitet von K. Helling. s e l l s ch a f t" kaufte den „Parseval I" an übernahm die Patente des Erfinders. Schachaufgabe Nr. 122. Die abgebildete Stellung entstand in einer durch Briefwechsel gespielten Partie Keres — Verbot. Der Schwarze zog in dieser Stellung den König nach e8 und verlor nach D X e5 + eine Figur und die Partie. Wie hätte der Weiße elegant gewonnen, wenn der Schwarze seinen König nicht nach e8, sondern nach Ein Pionier der deutschen Lustfahrt Zum 75. Geburtstag August von parsevals am 5. Februar. Die abgebildete Stellung entstand im Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft zu Amsterdam zwischen Dr. A l i e ch i n und Dr. E u w e. Der Weiße hat soeben mit b2 —b4 die schwarze Dame angegriffen. Daß Schwarz den Bauern nicht mit der Dame schlagen darf, ist klar, denn das würde den Springer e5 kosten. Warum aber darf Schwarz den Bauern b4 nicht mit dem Läufer schlagen? Nun ging die Entwicklung schneller voran. In den nächsten Jahren wurde eine größere Anzahl von Parseoalluftschiffen gebaut, wie die Behörden dem Bau von lenkbaren Luftschiffen nun überhaupt größere Aufmerksamkeit ^uwandten, allerdings mit dem Ergebnis, daß aus dem Wettbewerb der verschiedenen Systeme das starre Luftschiff des Typs Zeppelin, mit dem die ersten Fahrten auch bereits 1900 gelungen waren, schließlich vor dem halbstarren und später dem unstarren Parseval- luftschiff als Sieger hervorgingen. Lösung E. Löbel. Matt in drei Zügen. Weiß: Ke4, Tg6, Se8, Be5, g2 (5). Schwarz: Kh4, Be6, g3, h6 (4). 1. Tg6—g8 h6—h5 2. Se8 o7 K beliebig 3. Sg7—f5; 1. . . . Kh4—h5 2. Se8—16+ Kh5—h4 3. Tg8—g4 matt. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch, Die Gummischuhe des Landrals. Die schwedische Tageszeitung „Svenska Dag- bladet" hat ein Preisausschreiben zur Erlangung von guten Anekdoten veranstaltet. Die folgende wurde als eine der besten belohnt: Der bekannte Landrat Bergström, ein Hüne von Gestalt, mußte öfters Dienstreisen nach Noedland unternehmen, die sich manchmal wochenlang hinzogen. Einmal kehrte er in einer kleinen Stadt in einem Hotel zum Uebernachten ein, aber er hatte die Rechnung ohne die Gäste gemacht. An Schlaf war nämlich nicht zu denken, denn unten feierten einige Herren, und das pflegt auch in Schweden ziemlich laut zuzugehen. Endlich wurde es dem Landrat zu dumm. Er läutete nach dem Hausburschen, zeigte auf seine Gummischuhe und sagte: „So, mein Lieber, jetzt nimmst du diese Gummischuhe und gehst damit hinunter und zeigst sie den Herren und sagst, wenn sie nicht augenblicklich mit ihrem Radau aufhören, käme derjenige persönlich hinunter, dem diese Schuhe passen." Es wurde schnell ruhig im Hotel. Die Sintflut Ein Maler lud den alten Meister Moritz von Schwind in sein Atelier, um die ziemlich umfangreiche Skizze eines Gemäldes, das „Die Sintflut" darstellen sollte, zu betrachten. Schwind erschien und saß eine Weile still und nachdenklich vor der Leinwand, bis er endlich langsam begann: „Das freut mich — nein, das freut mich —" Der Kollege fühlte sich bereits geschmeichelt: „Im Ernst, Herr Professor?" „Ganz im Ernst: das freut mich — daß das Luderzeug alles versaufen muß!" — kindliches Gemüt In der ersten Klasse der Volksschule sind die Kinder eifrig mit Malen beschäftigt. Vor jedem liegt ein Zeichenheft, in das sie mit Bleistift ein kleines Haus malen mit Tür, Fenstern und Schornsteinen. Karlchen beugt sich neugierig zum Heft seiner Nachbarin und ruft entsetzt aus: „Was die macht! Das gibt's ja gar net, grünen Rauch!" Worauf Mariechen schüchtern einwendet: „Wenn's aber doch bei uns heut Spinat gibt!" lleberwältigendes Erlebnis auf der Hochzeitsreise. Die Jungvermählten sind auf der Hochzeitsreise an der Riviera und blicken in einer schönen Mondnacht auf das Meer. Der junge Ehemann zitiert in einer poetischen Anwandlung Byron: „Roll an, du dunkler, tiefblauer Ozean, roll an!" worauf die junge Frau mit verklärtem Lächeln den Arm ihres Mannes packt und ausruft: „Oh, Richard, Liebling, sieh nur — wie wundervoll: er tut es!" Parsevals Verdienst um die Anerkennung des lenkbaren Luftschiffes durch die Regierung ist jedenfalls unbestreitbar. Im Jahre 1907 richtete das preußische Kriegsministerium bei dem schon länger bestehenden Luftschifferbataillon, dessen Beschäftigungsfeld bisher nur der Fesselballon war, eine besondere „Versuchskompanie für Militärflugzeuge" ein. Damit war das Lenkluftschiff als Heereswaffe eingeführt, eine Entwicklung, die kurz vor dem Weltkrieg mit der Vereinigung sämtlicher Luftschifferbataillone in einer „Inspektion für die Luftschiffertruppen" zu einem gewissen Abschluß kam. Major von Parseval hat noch die große Freude gehabt, den gewaltigen Aufschwung der deutschen Verkehrsluftfahrt zu erleben. Das ist für einen Mann, dem es immer um die Sache ging und nicht um persönliche Ehrungen, der reichste Gewinn. C. K. Wenn wir die gewaltigen Fortschritte der deutschen Luftfahrt, die Ergebnisse einer Entwicklung von wenigen Jahrzehnten schon mit einer gewissen Selbstverständlichkeit hinnehmen, so beweist das nur, welches Vertrauen diesem jüngsten Zweig der Verkehrstechnik bereits entgegengebracht wird. Wir danken das neben der unermüdlichen Tätigkeit der Piloten, Bordmonteure, Funker und zahlreichen Hilfskräften auf den Flugplätzen, der zähen Arbeit einer Reihe von Erfindern und Konstrukteuren, vor allem aber denjenigen, die sich durch keine Fehlschläge entmutigen liegen und die allen Schwierigkeiten zum Trotz unbeirrbar an ihrem Ziel festhielten. Das Verdienst jedes einzelnen nur an feinem sichtbar bleibenden Erfolg zu messen, ist gerade auf diesem Gebiet nicht berechtigt, auf dem es so entscheidend auf die Geduld und den Mut zu immer neuen Versuchen ankonmit. Graf Zeppelin wurde als hoffnungsloser Phantast verlacht, ehe sich das von ihm vertretene Sy st em des starren Luftschiffes durchsetzte. Andere wiederum sind der Vergessenheit verfallen, nachdem ihr Name in aller Munde war. Das Gedächtnis der Menschen ist voller Launen. Zu jenen Männern, deren Pioniertaten unvergänglich im Buch der G e - schichte der Luftfahrt einen ehrenvollen Platz gefunden haben, auch wenn ihre Leistungen gegenüber den neuen Erfindungen und anderen Konstruktionen in den Hintergrund getreten sind, gehört der Major August von Parseval, der noch heute in stiller Bescheidenheit unter uns weilt. Im Jahre 1889 erschien ein Buch „Die Mechanik des Vogel flugs"; es gipfelte in einem Satz, daß der Mensch nur die Gesetze des Dogel- flugs auch auf sich anzuwenden brauche, um den alten Traum des Ikarus, den Vögeln gleich durch die Luft zu fliegen, zu verwirklichen. Das Werk erregte in der Öffentlichkeit beifälliges Aufsehen urtb trug dem Verfasser einen zweijährigen Urlaub in seinem Offizierdienft ein, um seine Forschungen auf diesem noch gänzlich brachliegenden Feld weiterzuführen. Der Verfasser war der junge Leutnant August von Parseval vom 3. bayrischen Infanterie-Regiment in Augsburg, der sich schon in seiner frühesten Jugend für Fragen der Technik interessiert hatte und der eine hervorragende mathematische Begabung geiate. Mitarbeiter bei seinen Bemühungen um die Lösung des Flugproblems war Leutnant Bartsch von Sigsfeld, der sich später ebenfalls als Luftschiffer großen Ruhm erwerben sollte und der zu Beginn dieses Jahrhunderts auf einer Ballonfahrt an der belgischen Küste auf tragische Weise ums Leben kam. Der Begründer der weltbekannten Augsburger Ballonfabrik August Riedinger unterstützte die ersten Arbeiten dieser beiden Pioniere der deutschen Luftfahrt mit beträchtlichen Geldsummen. Die Versuche zum Bau eines Eindeckers mit automatisch reguliertem Dordersteuer verliefen erfolglos. Parseval beschäftigte sich dann mit Ballonkonstruktionen, die zur Erfindung des Drachenballons führten. Nach fünfjähriger Arbeit wurde ein solcher Drachenfesselballon 1897 bei der Berliner Lustschifferabteilung vorgeführt, diesmal mit glänzendem Ergebnis. Der Parsevalsche Drachenballon fand in fast allen Staaten Eingang und erfuhr feine erste ernste Bewährung im russisch-japanischen Kriege. Den jungen Erfinder aber ließ die Frage des lenkbaren Luftschiffes nicht ruhen. Das erste Fahrzeug dieser Art konnte er, diesmal mit finanzieller Hilfe des Grafen Ernst Moy, im Jahre 1900 fertigstellen, es erwies sich jedoch besonders in den Motoren noch verbesserungsbedürftig, und so gingen die Versuche noch viele Jahre weiter. Endlich im Jahre 1906 führte Parseval, der inzwischen zum Major und Bataillonskommandeur befördert worden war, der Luftschifferabteilung das Slug» schiff „P. 1" über dem Tegeler Schießplatz bei Berlin in einer Reihe wohlgelungener Flüge vor, die bei der Militärverwaltung ungeteilten Beifall fanden. Die im Dezember des gleichen Jahres gegründete „M otorfchiffahrt-Studienge- Lö fu n 0 Philipp Klett. Matt in zwei Zügen. Weiß: Kd3, Del, Sc8, Bb4, d6 (5). Schwarz: Kd5, Bb6, b5, d7, e6 (5). 1. Del—h6 KdS—c6 2. Dh6—hl matt; 1. . . . Kd5—e5 2. Dh6—g5 matt; Lee» e6—e5 2. Sc8—e7 matt. a b d 8 7 6 5 4 3 2 Schachaufgabe Nr. 124. 8 7 6 5 4 3 2 g/ gezogen hatte? t b a b b c «__L 6 f 6 8 7 6 5 2 i4 3 Gesellenwandern 1936. (NSG.) Der Reichshandwerksmeister hat jetzt die Richtlinien für das Gefellenwanoern 1936 in der Deutschen Arbeitsfront erlassen. Die zur Wanderung zugelassenen Handwerksberufe sind erheblich erweitert worden. Vom Bauhandwerk sind zugelassen: Die Dachdecker, Glaser, Tapezierer, Stukkateure, Gipser, Maler und Zim- merer, vom Metallhandwerk: die Schmieder, vom Holzhandwerk: die Tischler und Stellmacher, vom Nahrungsmittelhandwerk: die Bäcker, Fleischer, Konditoren und Müller, weiter die Friseure, Schnei- der, Schuhmacher, Buchdrucker und Buchbinder. Einzig bei den Friseuren und Schuhmachern ist die Anzahl der zur Wanderschaft zugelassenen Gesellen beschränkt. Das Gesellenwandern wird grundsätzlich nur in Form des Austausches durchgeführt. Zwei Gesellen mit den gleichen beruflichen und sonstigen Voraussetzungen werden ausgetauscht. Der Besitz eines festen Arbeitsplatzes ist also die Voraussetzung für die Zulassung. Die Handwerksmeister, die einem Gesellen die Zustimmung zur Beteiligung an der Wanderschaft geben, übernehmen damit die Verpflichtung, den Austauschge- fetten bei feinem Eintreffen unbedingt einzustellen. Für die Dauer der zwei Monate währenden Wanderschaft müssen Aushilfen beschäftigt werden. Nur charakterlich und politisch einwandfreie, sowie fach- Am 9. Februar ist Einlopfsonnlagk Wiederum ist es deine Pflicht zu opfern! lich tüchtige und ledige Gesellen sind zur Wanderschaft zugelassen. Für Notfälle muß der Geselle bei Beginn der Wanderschaft mindestens 20 Mark vorweisen. Die Mitnahme von Fahrrädern ist verboten, ebenso wird es den wandernden Gesellen untersagt, auf der Wanderschaft Autos und andere Fahrzeuge um Mitnahme anzurufen. Während der Wanderschaft ist der Geselle verpflichtet, in seinem Beruf zu arbeiten. Dauer und Art der Arbeit werden im Wanderbuch bestätigt. Die Austauschzeit beträgt 9 Monate. Während der Wanderschaft soll der Geselle Unterkunft und Verpflegung möglichst bei den Meistern feines Handwerksberufes finden, wo dies nicht möglich ist, stehen die Jugendherbergen zur Verfügung, die durch ein Abkommen für die Wandergesellen freigegeben sind. Jeder Wander- geselle erhält von der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk ein Gutscheinheft mit 60 Gutscheinen zu je 50 Pf., deren Einlösung durch die Kreisbetriebs» gemeinschaften erfolgt. Llmsahsteuerveranlaoung und Umsatzstatistik 1935. Mit der Umsatzsteuerveranlagung dieses Jahres wird eine Umsatzstatistik verbunden werden. Die Statistik soll dazu dienen, über die Umsatzgrößen in den verschiedenen Gewerbezweigen in den verschiedenen Reichsstellen, auch über die Verteilung der Gewerbezweige innerhalb des Reiches ein möglichst klares Bild zu bekommen. Die so gefundenen statistischen Zahlen sind von großer Bedeutung für die wirtschasts- und finanzpolitischen Erwägungen der Reichsregierung. Es ist daher selbstverständliche Pflicht jedes Volksgenossen, die Arbeit der Finanzämter auf diesem Gebiet nach Kräften zu unterstützen. Hierzu gehört — neben der richtigen Angabe des steuerpflichtigen Umsatzes — nur zweierlei: Erstens die sorgfältige Austeilung der steuerpflichtigen Umsätze in die verschiedenen Umsatzsteuersätze (II g der Umsatzsteuererklärung) und die zutreffende Einreihung der steuerfreien Umsätze in die verschiedenen Arten. . Hierfür ist fast die ganze Rückseite der Umsatzsteuererklärung vorgesehen. Zweitens die richtige Angabe der Gewerbe- oder Berufsart und der Berufsorganisation, welcher der Unternehmer ange- hört. Hierzu ist der Umsatzsteuererklärung 1935 ein besonderes Merkblatt beigefügt, in dem eine größere Anzahl von Beispielen aufgeführt ist, wie es falsch gemacht wird, und wie es richtig zu machen wäre. Dieses Merkblatt muß jeder Unternehmer vor Abgabe der Steuererklärung genau durchlesen. Gießener Stadttheater. Gastspiel Ludwig Linkmann: „Die große Chance." Es war eine schöne und fröhliche Wiedersehens- feier. Das Gießener Stammpublikum bereitete Herrn ßintmann vom Hessischen Landestheater in Darmstadt, der sich bei uns die Sporen verdiente, an dessen frühere Tätigkeit im hiesigen Ensemble wir uns mit Vergnügen erinnern, einen überaus herzlichen Empfang und feierte ihn nach Gebühr und Verdienst mit manchem Zeichen alter Anhänglichkeit. ♦ Etliche Besucher werden übrigens auch mit dem Stück, das er sich mitgebracht hat, Wiedersehen gefeiert haben, d. h. sie werden sich vielleicht des Films entsonnen haben, der nach dem Lustspiel von Alfred Möller und Hans Lorenz gedreht worden und vor längerer Zeit auch bei uns gelaufen ist: in beiden Fällen ganz die gleiche Sache, ein bißchen unwahrscheinlich, wie Lustspiele meistens sind, nicht ohne das bekannte Körnchen Ernst und Wahrheit, recht wirksam und angenehm zu sehen und zu hören. Die große Chance oder der liebenswürdige Zufall oder das richtige Glück, das gewöhnlich nur einmal kommt oder gar nicht: ein kleiner Schlosser hat eine fabelhafte Erfindung gemacht, das Perpetuum mobile oder eine ähnlich phantastische Angelegenheit — aber er kann natürlich den reichen und sachverständigen Mann nicht finden, der das Ding finanziert. Der kommt nicht, aber die nette Tochter von einem solchen, die ausgerechnet vor dem Hause des jungen Mannes vom Pferd und in Ohnmacht fällt. Auf diese, immerhin ungewöhnliche Art (es ist nicht einmal Zufall, sondern pures Glück) wird die erste Verbindung hergestellt. ♦ Die so plötzlich gewonnene „Beziehung" würde aber noch gar nicht weiter helfen — denn der junge Mann hat seinen Stolz, und die junge Dame ist ein ziemlich oberflächliche Pute — zum Glück ist jedoch der alte Kuhlmann von nebenan auch noch da, hat gleich die Finger dazwischen und arrangiert mit einem kleinen Schwindel die ersehnte Einladung im Hause des großen Mannes indem er feinen Schützling gesellschaftlich unter der Hand ein bißchen avancieren läßt. Er stiftet dem Jungen auch einen Fracks unerläßliches Möbel, und der Junge macht darin eine ausgezeichnete Figur, findet sogar einen Kenner, der die Erfindung zu würdigen versteht, das kleine Fräulein macht überraschende Wandlungen durch und dem Erfinder die dicksten Liebeserklärungen — aber leider kommt der Schwindel vom alten Kuhlmann vorzeitig raus, und die Einladung endet mit einem Mihklang. ♦ Inzwischen hat der Junge aber das nötige Selbstvertrauen gewonnen, er ist auf die Vorschläge der „Jnteressentengruppe", die ihn heftig übers Ohr hauen wollte, nicht eingegangen: er weiß genau, wer er ist und was er kann. Er kann jetzt sogar warten, bis man zu ihm kommt, und sie kommen wahrhaftig, eine höchst lustspielhafte Szene, wie das komische Terzett gewichtiger Männer sich bei dem Jungen an den Verhandlungstisch setzt, dieweil das Fräulein schon im Nebenzimmer auf das Ergebnis wartet: das wird, geschäftlich, teuer, aber mit Recht, und zum Schluß geht die Tür auf, und es gibt die längst fällige Verlobung, und der alte Kuhlmann von nebenan lacht sich ins Fäustchen und erteilt großmütig feinen Segen. * Der alte Kuhlmann: das ist Herr L i n f m a n n , und es ist eine Rolle, die ihm, wie man sagt, auf den Leib geschrieben scheint: eine Spitzweg-Figur, wie sie im Buche steht, mit Großvaterpfeife, Hängehosen und krummen Knien, aber auch mit einem Köpfchen begabt und mit einem Svarkassenbuch, was beides wichtig und nützlich ist. Dieses kauzige Original, ehemaliger Eisenbahner, ist ein lächelnder Philosoph, der die Welt aus der Bahnwärterhäuschen-Perspektive betrachtet; er hat ein goldenes Gemüt und einen verschmitzten Humor, wenn er sich mit Kuckuckruf auf die Brusttasche klopft, wo das Sparkassenbuch sitzt, oder wenn er der Mutter des Jungen, den er in fein Herz geschlossen hat, die Weltläufte, philosophisch betrachtet, etwas einleuchtender macht. Das ist eine Sache für Ludwig ßinfmann, eine recht tüftelige, behäbige und humorige Angelegenheit; er macht das ganz betulich, läßt sich Zeit, setzt Pünktchen an Pünktchen, und wenn es fertig ist, steht da eine Figur wie aus dem Bilderbuch; sehr luftig. Dabei ist es nicht einmal eine Paraderolle, die alle andern an die Wand drückt. Die andern haben auch noch was zu spielen (im ganzen zweiten Akt ist der alte Kuhlmann überhaupt nicht zu sehen), und es wird unter der verständnisvollen, ein wenig geflissentlich unterstreichenden Regieführung des Herrn von Spallart auch sonst munter und angeregt gespielt. Zum Beispiel gibt Herr Lindt den jungen Mann mit Schwung und aus dem Dollen, er hat „die Wut im Bauch", wie sichs versteht, und er sagt seiner Braut und seinen Partnern gehörig Bescheid; dann ist ihm gleich leichter. Das „komische Terzett": die Herren Kühne, Frickhoeffer und Hub, der besonders gut aufgelegt und bei Humor schien. Fräulein Henckel! konnte zwar keine psychologischen Verwandlungen zaubern, aber sie trug mit Naivität, Frische und Natürlichkeit einen gerechten Sieg davon. Die Damen Schubert und Markgraf und Herr Schorn rundeten das Ensemble angenehm ab. — * Vom strahlenden Erfolg war schon die Rede. Der Beifall war gestern abend von besonderer Ausdauer und Lautstärke. hth. Kleinigkeiten. Von Jo Hanns Rösler. Zock sitzt im Zug. Plötzlich sticht ihn ein Floh. Zock hascht ihn und öffnet das Fenster: „So eine Frechheit! Geh doch zu Fuß!" „Ich habe auf der Friedrichstraße in Berlin ein Weekendhaus!" „Auf der Friedrichstraße?" „Ja. Ein achtstockhohes Weekendhaus. Unten sind Geschäfte darin, oben Büroräume." „Aber das ist doch dann kein Weekendhaus!" „Und ob! Den ganzen Tag denke ich: Wie kennt ich das Haus wieder los werden!" — (Au!) ♦ Plüsch und Plumm haben ein Duell. Das Duell steigt. Plüsch und Plumm stehen sich gegenüber. „Einer von uns muß am Platze bleiben!", schreit Plüsch. Plumm nickt: „Wir werden ja sehen, wer es ist." Brüllt Plüsch: „Du natürlich! Ich geh jetzt schnell nach Hause." Busse geht in ein Kaffeehaus. Plötzlich fetzt sich ein Herr zu ihm. „Wir kennen uns doch?" „Woher?" „Hier aus dem Kaffeehaus." „Aber —" ,Hch erkenne Sie an dem Schirm." „Damals hatte ich doch gar keinen Schirm!" „Sie nicht. Aber ich." Buffe und Bamm streiten sich. Brüllt Bamm: „Wenn es ein Domino gäbe von Ochsen, dann wärst du dort die Doppelsechs!" * Busse erzählt Räubergeschichten. ,Hch bin viel gereift im Leben. Einmal war ich sogar am Nordpol!" „Busse! Ehrlich, war es wirklich der Nordpol?" „Vielleicht war es auch der Südpol", gesteht Busse. „Na, na!" Sagt Busse verlegen: „Na, ja — aber kalt war es wenigstens." ♦ Busses aus Borna fahren nach Rom. Verwundert stehen sie auf dem Forum Romanum. Frau Busse seufzt klassisch: „Ja, ja — Rom ist nicht an einem Tage erbaut worden!" Brummt Busse und zeigt auf die Trümmer: „Es sieht aber so aus, als ob!" ♦ Busse war im Zirkus gewesen. Eine Löwendressur war die Hauptattraktion. „Ich war auch schon einmal in einem Löwenkäfig!" „Sie, Busse?" „3a!", sagt Busse stolz. Ehrfürchtiges Schweigen ringsum. „Haben Sie keine Angst gehabt, Busse?" „Angst? Wovor?" „Vor den Löwen." „Unsinn! Wo ich im Käfig war, waren doch keine Löwen darin." Ein Echwein fällt vom Himmel. Zu einem seltsamen Zwischenfall kam es während des Transports eines preisgekrönten amerikanischen „Rekordschweines" mit dem Flugzeug zu einer landwirtschaftlichen Ausstellung in Los Angeles. Gerade über der Stadt Brainville konnte das Schwein sich aus seinem Kasten befreien, fiel, als das Flugzeug schwankte, gegen ein Fenster, zerbrach es und stürzte aus 800 Meter Höhe auf das Dach eines Hauses. Das zentnerschwere Tier durchbrach das Dach und landete im Schlafzimmer einer Wohnung in einem Bett, in dem glücklicherweise niemand lag. Natürlich war das Schwein sofort tot Nr. 30 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. 5. Zebruar Mb Die Viehverweriungsgenossenschast auf dem Gießener Viehmarkt. In^hpn ^änh ^fd)Q^5tDefen' bas feit vielen Jahren Gemeinden eine wichtige Rolle »edeütuna Ä «der Gegenwart immer mehr an Bedeutung Der Warenbezug und -absak ist eine »Ä? 4 yrbei"flebiele der ländlichen Nur aus einem Gebiet kam das Genasienschafts- JlS» °us dem GeÄ 'der Rutzvlehbeschaffung und der Nutzvieh- oder der S ch l a ch t ° i e h o e r w e r t u n g Erst di- veranderten Verhältnisse im Dritten Reich führten d°»u, daß bäuerliche V i e h v e r w e r t u n m n° !° « Ich °st en als Gegengewicht gegen ’n udisch-n Viehhandel gegründet wurden, d e nun seit einiger Zeit nut wachsendem Erfola an dar Arbeit sind Diese Genossenschasten, die sich der b-> anderen Forderung des Reichsnährstandes erfreuen wallen in erster Linie dem Bauern dienen S,e rechnen van vornherein nicht damit, aus ihrer Arbeit Kap.tal.en auszuhauftn, sondern sie wallen dem Bauern gerechte Preise sichern bzw. ihm -u Achten Preisen seinen Viehbestand vermehren Die Zentralgenasienschaft für Viehverwertung Huuuaver, Geschäftsstelle Gießen, trat am gestrigen Viehmarkt m Gießen zum zweiten Male aus und erschien dabe, bereits mit etwa 90 Tieren der verschiedensten Rassen. Be,m ersten Austreten der Ge- nossenschaft auf dem Gießener Viehmarkt standen 30 Tiere zum Verkauf die olle abgesetzt werden konnten. Der gestrige Viehmarkt gestaltete sich für biß Genossenschaft wiederum zu einem beachtlichen Erfolg, denn der größte Teil der Tiere konnte wieder abgesetzt werden. Der Verkauf des Viehes das zum Teil von Herdbuchgesellschaften und aus anerkannten Zuchtgebieten, aber auch aus den Stallun- $au!rn stummte, geschah durch den Ge- schaftsfuhrer der Zweigstelle Gießen der Viehverwertungsgenossenschaft und vier weiteren Herren die mit der Materie bestens vertraut sind. Allerdings vollzog sich der Handel in den Ständen der Genossenschaft erheblich anders als an den übrigen Ständen des Viehmarktes. Der Bauer, der sich für die eine oder die andere Kuh interessierte, wurde nicht bedrängt und nicht gedrängt, und es gab keine Der Käufer eines Tieres erhält den Schlußfchein ausgestellt. (Aufnahmen |2|: Neuner, Gießener Anzeiger.) langatmigen Anpreisungen und kein wiederholtes Rühmen der vielen Vorzüge gerade dieser oder jener Kuh, sondern es wurde der Dreis genannt, der dem reellen Wert des Tieres entsprach und dieses Tier dann ohne wesentliche Preiskonzessionen verkauft. Im übrigen waren für viele der Kühe Stammbaumauszüge vorhanden, soweit sie aus anerkannten Zuchten, oder von HerdbuchgesellschafDer Stand der Zentralgenossenschaft für Viehverwertung auf dem Gießener Rindviehmarkt. ten stammten. Der Bauer als Käufer oder Interessent konnte Einsicht nehmen und sich von der Milchleistung usw. überzeugen. Für tragende Tiere waren außerdem besonders ausgestellte Karten vorhanden, in denen der Tag der Deckung eingetragen war, so daß es dem kaufenden Bauern leicht fiel, sich zuverlässig auszurechnen, wann die Kuh kalben würde. Es wurde gegen Schlußschein verkauft, d. h. der Käufer erhielt eine schriftliche Bestätigung seines Kaufes, mit der in diesem Falle eine Reihe von Garantien gegeben ist. Die Tatsache der schriftlichen Anerkennung dieser Garantien verdient besonders erwähnt zu werden, denn gerade diese Form der Garantie kannte der Viehhandel aus anderer als genossenschaftlicher Basis bisher nicht. Aus dem Modus, wie er außerhalb der Genossenschaften heute noch üblich ist, ergaben sich manche Differenzen, bei denen meist der Bauer der Leidtragende war. Die Diehverwertungsgenossenschasten sind bemüht, dem kaufenden Bauern weitgehende Sicherungen zu verschaffen, so daß er es in keinem Falle nötig hätte, mit den fremdrassigen Händlern Geschäfte abzuschließen. Leider aber — und das bewies der gestrige Viehmarkt erneut — laufen viele Bauern auch heute noch hinsichtlich des Diehhan- dels in den alten Geleisen. Der genossenschaftliche Gedanke in der Viehverwertung wird nicht aufzuhalten sein. Das bewies der Verlauf des gestrigen Markttages, wie er sich in den Ergebnissen der Viehverwertungsgenossenschaft spiegelte, wiederum sehr deutlich. Aus der provinzialhauptstadt. Artillerie-Scharfschießen zwischen Daubringen und Alten-Buseck. Das Kreisamt Gießen bringt folgende wichtige Bekanntmachung zur öffentlichen Kenntnis: Am Donnerstag, 13. Februar, von 9 bis 16 Uhr, findet in der Gegend zwischen Daubringen und Alten-Buseck und Gelände östlich davon em Artillerie-Scharfschießen durch die 1. Abteilung des Artillerie-Regiments 9 in Gießen statt. Die Feuerstellung befindet sich am Jagdhaus, etwa 400 Meter südlich vom Lollarer Kops (südlich von Lollar), das Zielfeld zwischen Daubringen — Alten-Buseck — Grvßen-Besuck — Treis. Das gefährdete Gebiet wird im allgemeinen begrenzt durch die Luftlinie Daubringen — Treis — Climbach — Beuern — Grvßen-Buseck — Alten-Buseck — Hangelstein — Straße Gießen — Lollar — Lollarer Kops. Während der Dauer des Schießens werden die Straßen Gießen — Daubringen, Daubringen — Alten-Buseck und Alten-Buseck — Großen-Buseck von morgens 8 Uhr ab gesperrt. Umleitung erfolgt über Lollar bzw. Wieseck nach Gießen und umgekehrt. Die Hauptzugangsstraßen in das gefährdete Gebiet sind durch Posten ab 8 Uhr abgesperrt. Das Betreten des abgesperrten Geländes sowie der durchführenden öffentlichen und privaten Wege ist für die Dauer des Schießens wegen Lebensgefahr verboten. Den Anordnungen der Absperrposten ist unbedingt Folge zu leisten. Ferner wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht: Blindgegangene Zünder mit Zündladungen, einzelne Zündladungen oder blindgegangene Geschosse dürfen keinesfalls berührt werden, weil dies mit Lebensgefahr verbunden ist. Nachgraben oder Freilegen tief in die Erde eingedrungener Geschosse ist verboten. Dabei ist es gleichgültig, ob das Geschoß eine Mine, Granate oder Schrapnell ist, ob es einen Zünder hat ober nicht, ob der Finder von der Ungefährlichkeit überzeugt ist oder nicht. Der Finder hat nur die Stelle zu kennzeichnen und den Fund der Ortsbehörde oder der Gendarmerie unverzüglich anzuzeigen. Plätze für Zuschauer am Steinbruch hart östlich des Lollarer Kopfes. Der Platz ist auf Zugangswegen nördlich des Lollarer Kopfes zu erreichen. Dornotizen. lageskalender für Mittwoch. NSG. „Kraft durch Freude": Ab 20.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum. — NSLB. Kreis Gießen, Fachschaft „Körperliche Erziehung": 15.30 Uhr in der Neuen Pestalozzischule Pflichtarbeitsgemeinschaft für Mädchenturnen. — Stadttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr Gastspiel von Ludwig Linkmann „Die große Chance". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der höhere Befehl". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Klosterjäger". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Josef Steib-Berlin. — Damen 1886/1936: 16 Uhr im „Württemberger Hof" Zusammenkunft. — Sladtthealer Gießen. Heute abend Gastspiel Ludwig Linkmann vom Hessischen Landestheater Darmstadt als Kuhlmann in dem Lustspiel: „Die große Chance" von A. Möller und H. Lorenz. Spielleitung: Hans von S p a l l a r t. Dauer von 19.30 bis 21.30 Uhr. Die Vorstellung gilt zugleich als 16. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. konzerlverein Gießen. Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Im Februar werden zwei ganz besonders hervorzu« hebende Konzerte des Gießener Konzertvereins stattfinden. Am Sonntag, 16. Februar, Georg Kulenkampff, der große deutsche Geiger, und am Samstag, 29. Februar, der weltberühmte deutsche Pianist Wilhelm Backhaus, welcher in Gießen ein immer gern gesehener Gast ist. Wissenschaft im Dienst am deutschen Volk. Der nächste Vortrag dieser Reihe findet am Donnerstag, 6. Februar, um 20.15 Uhr, im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße 34, statt. Es spricht Professor Dr. Dietz über: „Deutsches und Römisches Recht." Eintritt frei. Veichsgrundsteuer und VeichSgewerbesteuer. Der Reichsfinanzminister hat verfügt: Das Reichsgrundsteuergesetz wird am 1. April 1937 in Kraft treten. Nach ihm werden die auf den 1. Januar 1935 für den Grundbesitz festgestellten Einheitswerte ab 1. April 1937 für die Steuergegenstände der Grundsteuer allgemein die Bemessungsgrundlage bilden. Das Reichsgewerbesteuergesetz wird — ebenso wie das Reichsgrundsteuergesetz — am 1. April 1937 in Kraft treten. Für die Frage, ob und inwieweit eine Zerlegung der Einheitswerte der gewerblichen Betriebe für die Zwecke der Gewerbesteuer erforderlich ist, muß die Regelung im Reichsgewerbesteuergesetz abgewartet werden. Es ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß sich danach eine Zerlegung der Einheitswerte für gewerbliche Betriebe überhaupt erübrigt; auch das Gewerbesteuerrahmengesetz sieht bekanntlich nicht eine Zerlegung der Einheitswerte, sondern nur eine Zerlegung der Steuermeßbeträge vor. Eine Zerlegung der Einheitswerte, die für die gewerblichen Betriebe auf den 1. Januar 1935 festgestellt sind, kommt also — jedenfalls vorläufig — für die Gewerbesteuer ab 1. April 1937 nicht in Betracht. Oer Eintritt in die Landespolizei. Durch Verordnung des Reichsinnen- und des Reichsfinanzministers sind die Rechtsverhältnisse der Angehörigen der Landespolizei unter Aufhebung entgegenstehender Bestimmungen des Reichs- und Landesrechtes jetzt einheitlich geregelt worden. Angehöriger der Landespolizei kann nur werden, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, deutschen oder artverwandten Blutes ist, feine aktive Dienstpflicht bei der Wehrmacht erfüllt hat, die für feine Ellsworths Güdpolarsiug. Von unserem H-p.-Verichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Melbourne, im Januar 1936. Ebenso wunderbar wie die Rettung des amerikanischen Polarforschers Lincoln Ellsworth, eine Woche bevor feine Lebensmittelvorräte zu Ende gingen, ebenso bewundernswert ist auch fein eigentlicher Flug über den antarktischen Kontinent. Man stelle sich eine Fläche von 5000 Ouadratmeilen vor, etwa ein Viertel großer als ganz Europa, nur mit ewigem Eis und <5d)nee bedeckt. Die (Entfernung von der Dundee-Insel bis zur Walfischbucht entspricht ungefähr der Strecke Oslo—Athen. Im Innern dieses Kontinents liegt der Südpol, nach unserem Vergleich etwa in der Lage von Bukarest. Was dazwischen liegt, ist unerforscht. Man weiß nur, daß Blizzards über diese Eiswüsten fegen, von rasender Wildheit, daß sie rostiges Eisen blankreiben, Holz abscheuern und vollgepackte Kisten wie Pappschachteln durcheinander wirbeln. Es gibt keine Landungsplätze, nur Gletscher, Schneemassen, Gebirgsketten van unbekannter Höhe und vielleicht zugefrorene Meeres- enqen unter denen das Verderben m anderer Form lauert Ungefähr 3500 Kilometer weit entfernt liegt das Ziel, die Walfischbucht, Klein-Amerika unser Athen. Gegenüber diesem Unternehmen erscheint die Ueberguerung des Atlantik beinahe noch als harmloser Sonntagsausflug... Lincoln Ellsworth und feinPilot H o 111 ck- K o n y o n legten die Strecke m 22 Tagen zurück. Ellsworth erzählt, er habe das Gelingen seines Plans von Anfang an auf zwei Faktoren aufgebaut. Erstens: nur solange zu slicen, als Wetter und Sichtbarkeit gut waren, am Rande der Wo - kenbänke zu landen upd klares Wetter zum We - terfhig abzuwarten. Zweitens: auf der Bauart seines Flugzeuges, eines Eindeckers mit tiefliegenden Flügeln die leicht im Schnee verankert werden tonnten’ unb fo ben Stürmen weiger Widerstand boten. Die 6 r g e b n i | f e bes F>ug°s können kurz dahin zusammengefaßt werden: EU sw h sich tete eine Reihe neuer Gebirgsketten die m Hochebene austaufen, die wiederum gegen bas Roh- Sieer und die Wal i chbucht sanft abfallt. Die neu entdeckten Bergketten sind nach der -Meinung des Forschers sedimentären UrsprungsyUiid eine Fortsetzung der amerikanischen Anden, Durch den Flug hat sich weiterhin die Zunahme bestätigt, daß der antarktische Kontinent zwischen Roß-Meer und Wedell-Meer zusammenhängend ist und nicht, wie vielfach behauptet, von einer Meerenge geteilt. Ellsworths Flug gestaltete sich im einzelnen wie folgt: am 23. November verließen er und Hol- lick - Kenyon das Proviantlager „Wyatt Earp" und stiegen von der Küste der Dundee-Jnfel auf. Das Gewicht ihres Flugzeugs „Polarstern" betrug etwa 8000 Pfund. Sie folgten zunächst über 500 Meilen der bereits erforschten Ostküste von Graham-Land bis zur StefanssonMeerenge. Dabei fanden sie zwar die Entdeckung von Sir Hubert W i l k i n s bestätigt, daß die Meerenge Graham-Land vom antarktischen Kontinent trennt, stellten jedoch fest, daß der Wasserarm nur eine Meile breit ist, also sehr viel schmaler, als auf den bisher vorliegenden Karten angegeben. Nach vierstündigem Flug befanden sie sich in 13 400 Fuß Höhe über dem Festland. Die Temperatur betrug 22 Grad Celsius unter Null. Zur Linken verschwanden bereits die kegelförmigen schwarzen Berge von Kap Eielson, als Die Flieger schon vor sich eine neue Gebirgskette aufsteigen sahen. Ellsworth berichtet: „Mit einem Gemisch von ehrfürchtigem Staunen und Neugierde starrten wir auf die rissigen, zerklüfteten Bergspltzen, die sich in unseren Wea schoben. (Einige von ihnen schienen beinahe senkrecht 4000 Meter hach aus der (Ebene emporzusteigen, und sie reichten, soweit wir sehen konnten. Ich nannte diese Kette die „Eternity Range", das Ewigkeits-Gebirge, und die drei höchsten Gipfel „Hoffnung", „Glauben" und „Barmherzigkeit" Was Ellsworth besonders an diesen Bergen auffiel, war, daß im Gegensatz zu der Queen Maud Range keine gletschergefüllten Täler ober Abhänge mit riesigen Gletscher-Spalten zu sehen waren. Nach ungefähr dreistündigem Flug nahm das Gebirge an Steilheit ab, die Gipfel wurden seltener, bis die Dorberge schließlich in ein großes Hochplateau ausliefen, das sich in 6000 bis 7000 Fuß Höhe über dem Meeresspiegel ausdehnten. Gegen 4.45 Uhr nachmittags, 8% Stunden nach dem Aufstieg von der Dundee-Insel, sichteten die Flieger am rechten Horizont ein neues G e- birge, dessen höchste Erhebungen sich schwarz gegen die blendend weiße Fläche der Hochebene abhoben. In den folgenden Stunden erschienen rechts und links in größeren Abständen Gebirgsketten, deren Beobachtung aber dadurch erschwert war, daß die Luft immer diesiger wurde. Gegen 8 Uhr überflogen der Forscher und sein Pilot ein neues Bergmassiv, dessen Kuppen alle kreisförmig um einen etwa 4300 Meter hohen Gipfel herum gruppiert waren. Nach den Seiten fielen die Berge ab und verloren sich schließlich in der (Ebene Ellsworth nannte diese Gruppe die „Schildwach-Berge" und den mittleren Kegel nach seiner Frau den „Mary-Louise-Ulmer"-Berg. Von da ab nahm die Sichtbarkeit, die bis dahin 120 bis 150 Meilen betragen hatte, rasch ab Um 21.55 Uhr, nach 13 Stunden und 50 Minuten in Luftreise, führten die Flieger ihre erste Landung durch, der in den folgenden zehn Tagen noch drei weitere (Etappen folgten. Nach der dritten Landung war die Hochebene schon auf 320 Meter Höhe abgefallen. Der Boden bestand aus körnigem, festem Schnee, teilweise von breiten Gletscherspalten durchzogen. Einmal brach ein Blizzard über sie herein, als sie gerade ihre Maschine am Boden festmachten. Drei Tage lang lagen sie in ihren Schlafsäcken, ehe der Sturm nachließ. Dann dauerte es zwei Tage, bis sie das Flugzeug aus den Schneewehen geschaufelt hatten, einen Tag allein, um das Innere der Maschine vom Schnee zu säubern, der durch die feinsten Ritzen bringt. Zum Schluß wollte der Motor nicht anlaufen, bis Hollick-Kenyon auf den rettenden Gedanken kam, den Starter mit der Radio-Batterie zu verbinden. Während der zwei Monate ihrer Polarexpedition lebten die Flieger von Pemmikan (Indianer- Dörrfleisch), Speck, Hafergrütze und Zucker mit getrockneter Milch und Biskuit. Die Rationen waren auf zwei Mahlzeitien täglich eingeteilt. Die Abdrift während des Fluges war nie mehr als 5 Grad und immer in der gleichen Richtung. Der Wind kam ständig aus Osten und Südosten, nur einmal aus Norden und auch dann nur wenige Stunden lang. Am 13. Tage schließlich ging ihnen der Brennstoff aus. „Langsam, sanft und müde", schreibt der Forscher, „glitt unsere Maschine nieder." In 19 Flugstunden hatten sie beinahe mühelos erreicht, was vor ihnen ein Scott ober Amund- fen in vielen Wochen schwerster Mühen unb Entbehrungen erkämpfen mußten. Ellsworth unb fein Begleiter wußten, baß sie sich in ber Nähe von Klein-Amerika, bem verlassenen Lager ber Byrd- Expebition befanben. Wie sich später herausstellte, war bas Lager nur 20 Meilen vom Lanbungs- platz entfernt. Trotzbem irrten sie, zwei kleine Hand- schlitten hinter sich herziehenb, noch neun Tage am Rande bes Roß-Meeres entlang, teilweise in bichtem Nebel, bis sie enblich von einer kleinen Anhöhe aus bie Telegraphenstangen unb Rabiomasten von Klein-Amerika vor sich sahen! Ellsworth schildert bieses bentroürbige Erlebnis folgenber- maßen: „Der Atem schien zu stocken, fo groß war unsere Freube, als wir nach Wochen in ber enb- losen weißen Wüste plötzlich bie langersehnten Stangen sahen." Ellsworth unb Hollick-Kenyon schlugen nun nacheinanber bie Lichtschächte ber im Schnee vergrabenen Unterftänbe ein, trugen zusammen, was sie an Eßbarem noch oorfanben (Konservenfleisch, Marmelabe unb Mehl), unb machten es sich schließlich in einer ber Hütten bequem. Der Rest ber Geschichte: bie Rettung ber Flieger burch bas englische Schiff „Discovery II." unb ihre Rückkehr an Borb ber „Wyatt Earp" ist inzwischen burch Kabelmelbungen bekannt geworben. Eine reiche Ausbeute an topographischen Messungen, photographischen Aufnahmen unb anberem Material wartet jetzt ber wissenschaftlichen Verwertung. Wie die Söhne des Himmels vorzweitausendZahren Fußball spielten. Es erscheint uns recht oerwunberlich, baß ber Fußball ein uralter chinesischer Sport ist, ber bort für bie (Erfinbung eines mythischen Kaisers angesehen wirb. Jebenfalls sollen zur Zeit ber Han- Dynastie, etwa ums Jahr 200 vor Chr. bie Söhne des Himmels bereits eifrige Fußballspieler gewesen sein. Der englische Sinologe Prof. Giles glaubt, baß biefer Sport ursprünglich zur militärischen Aus- bilbung gehörte unb eine Probe auf bie Kräfte und Geschicklichkeit ber Krieger sein sollte Balb war bas Spiel auch unter ben Zivilisten sehr beliebt, unb es scheint, baß gerabe bie gelehrten Kreise sich von ihm befonbers angezogen fühlten. Es gab selbst leibenschaftliche Spieler unter ben Kaisern, unb von bem Herrscher Cheng-Ti wirb berichtet, er habe fo eifrig Fußball gespielt, baß seine Minister bies für „unvereinbar mit ber kaiserlichen Würbe" erklärten. Aber als sie bei bem Herrscher vorstellig würben, sagte er: „Wir lieben bas Spiel unb was ein Kaiser liebt, ist seiner nicht unroürbig". Man steckte sich bann hinter bie Kaiserin, aber es wirb uns nicht oermelbet, was sie ausrichtete unb was er Ibf ermiberte. Der chinesische Fußball war ursprünglich ein runber, mit Haaren gefüllter Lebersack, ben ein Dichter also beschreibt: „Acht spitz zulaufenbe Leberstreifen zu einem Ball gefügt". Später würbe ber Ball bann mit Luft gefüllt. Das Spiel selbst wirb folgenbermaßen geschilbert: „Zwei große Bambusstäbe würben aufgestellt unb mit einem {eibenen Netz oerbunben, über bas ber Ball gestoßen werben mußte. Die Spieler bilbeten zwei Parteien, unb bas Spiel wurde nach Punkten entschieden". boj: dem pffi bij? »t ba « Be - Di. frejt DO - ’ 6? frü: . do^ ... 12(1. So- der beit' 21 n» hat - ’ ■ 3,20..;“ St. 2ßa. . \ Sor , geb, ;• St f‘i£ ; £ D hat, , Zusa . m a klärt allei sei. . recht nüge ferne ohne ' gung nach t e n - Zusa als e fumn Stell . ten V ! häng,. Bezu< der G 1 * * * * * * * * * * * * * * * * * * * die 2 mep . beteilig1 * sagen, überp bon! Hörde, angeb Das New Gnade. bandle. I 0 b Ci banbli । Des U Mittei iis bi. )as fit’ ;ekom,^ Gesuche Wege: )urd) ( nal 3C les 2, veismi Eh eil r eih . ine ! ze ’ )em f hrif bun ' nl i Bei । n I 3 UH | be: i f m t tot ’ Laufbahn vorgeschriebene Vorbildung und sonstige Eignung besitzt, sowie die Gewähr dafür bietet, daß er jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintritt. Ausnahmen von dem Erfordernis der deutschen Staatsangehörigkeit kann die oberste Dienstbehörde zulassen. Auf die Dienstzeit in der Landespolizei ist die Militärdienstzeit und die Dienstzeit im Polizeivollzugsbienst anzurechnen. Die Dienstzeit der Wachtmeister der Landespolizei beträgt in der Regel vier Jahre. Sie können sich ebenso wie die Oberwachtmeister zu einer längeren Dienstzeit bis zu zwölf Jahren verpflichten. Oie Anschriften entlassener Soldaten. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht hat verfügt: Es bestehen keine Bedenken dagegen, daß Dienststellen der SA., der SS. und des NSKK. die Namen und Anschriften derjenigen Soldaten mitgeteilt werden, die nach ihrer Entlassung in eine dieser Gliederungen eintreten wollen. Für die Beantwortung derartiger Anfragen kommen demnach nicht die Wehrbezirkskommandos, sondern die entlassenden Truppenteile in Frage. Aufruf an die Kameraden der ehemaligen Flandern-Torpedoboote Der Kommandierende Admiral der Marinestation der Ostsee, Albrecht, erläßt als ehemaliger Chef der Zerstörer-Flottille Flandern einen Aufruf an die Kameraden der ehemaligen Flandern-Torpedoboote. Es soll anläßlich der Einweihung des Marine- Ehrenmals Laboe am 30. Mai ein erstes Kamerad- schaftstreffen in Kiel die Besatzungen vereinigen. Der Aufruf wendet sich an die Kameraden der ehemaligen Zerstörer-Flottille Flandern, der VII. Torpedoboots-Flottille und der Torpedoboots-Flottille Flandern (A=23oote). Die Vorbereitung des Treffens liegt in den Händen des Kameraden Hans Persi- gehl, Wanne-Eickel i. W., Florastraße 7, der um baldige Uebermittlung der Anschriften bittet. Ausgabe der Arbeitsbücher für Hausangestellte. Das Arbeitsamt Gießen teilt uns mit: Die von den Hausangestellten beantragten Arbeitsbücher sind fertiggestellt und können während der Dienststun- ven (täglich von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, außer Samstags) abgeholt werden. Die Ausgabestelle befindet sich im Arbeitsamt Bahnhofstraße 92, Haupteingang, erste Türe rechts. Amt für Beamte, Kreis Gießen. Abk. Beamte des technischen Dienstes. Fachversammlung der Beamten des technischen Dienstes am Sonntag, 9. Februar, vormittags 10 Uhr. Es wird ein Vortrag über Fernsprech- und Telegraphenwesen gehalten. Anschließend hieran findet eine Besichtigung der Fernsprech- und Telegraphenanlagen des Postamtes Gießen statt. Sämtliche Berufskameraden, die dienstfrei haben, werden erwartet. Zusammenkunft im Hofe des Postamtes in Gießen, Bahnhofstraße 91. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Am Mittwoch, 5. Februar, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft ein- Sesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den nhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Quittungseinzeichnung bereitzuhalten. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. wieder auf alle Volksgenossen. Die deutle Rrbciiofront. j ? N.S.-öemeinschakt „firaft öurdi Freude" Laienspielschar. Bei unserer Paienspielschar können noch einige Arbeitskameraden und -kameradinnen mitwirken. Wir bitten diejenigen, die Interesse an dem Laienspiel haben, sich umgehend auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 8, zu melden. Telephon 2919. Geschäftsführung. Wir haben ab 1. Januar 1936 unser Bankkonto gelöscht. Zahlungen sind in Zukunft auf das Post- scheckkonto 48961 Frankfurt a. M. zu überweisen. Alles Hilst dem WHW.! Kaust Wohlsahrtsbriesmarlen! Von den zur Zeit im Handel befindlichen deutschen Wohlfahrtsbriefmarken — der Trachtenreihe deutscher Volksstämme — ist auf der Kreisamtslei- tuna der NSV. nur noch ein kleiner Restbestand vorhanden. Alle Kreise der Gießener Bevölkerung werden nochmals aufgefordert, für ihren privaten, sowie geschäftlichen Briefverkehr sich dieser Marken zu bedienen, und so mitzuhelfen in kleinen und kleinsten Beträgen, die Mittel der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt im Kampf gegen die Not und für die Gesunderhaltung unseres Volkes zu stärken. Bestellungen auf die Marken nimmt jede NSV.- Dienststelle im Kreisgebiet zur Vermittlung an die Kreisamtsleitung gerne entgegen. lleue Geldspenden. Gesamtsumme der bisher eingegangenen Spenden: 47 855,07 Mark. Weitere Geldspenden gingen ein: 28. Januar: NSKK. M 147 10,— Mark; Gesangverein Frohsinn Londorf 5,-t; Deutsche Frauenkultur Gießen 3,—; Turnverein Großen-Linden 10,— Mark. 29. Januar: Radfahrerverein Burkhardsfelden 5,— Mark; P. H. Zachais, Darmstadt, 5,— Mark. 30. Januar: Gesangverein Liederkranz Heuchelheim 10,— Mark; NSKK. Motorsturm 62,95; W. Friedrich, Gießen, 10,— Mark. 31. Januar: Männerchor Grünberg 5,— Mark; Männergesangverein Grünberg 3,—; Höhere Prioat- schule Gießen 5,—; Deutsch-Oesterreichischer Alpen- verein 50,—; Altersvereiniaung 1881—1931 10,—; F. v. Hanneken, Gießen, 10,—; Spar- und Kreditverein Steinbach 30,—; Konsumverein Steinbach 20,—; Dr. Hahn, Hungen, 5,— Mark. Lohnspenden von Arbeitnehmern. 28. Januar: DAF. Gießen-Süd 112,45 Mark; DAF. Dillingen 26,90; DAF. Heuchelheim 51,65; Reisende Jürgens van den Bergh 10,55; Beamten AOK. 28,85 Mark. 29. Januar: Buderus Lollar 159,32 Maick; Bezirksspartasse Gießen 86,65; W. Döring, Ersenhauer, Haas 5,—; DAF. Lich 55,40 Mark. 30. Januar: Universitäts-Kliniken 152,76 Mark. 31. Januar: Jhring-Melchior Lich 22,25 Mark; städt. Beamten, Angestellten und Arbeiter 9,65; Heilstätte Seltersberg 17,10; Bär und Wetterhahn i. 21. Reichsstelle für Getreide 96,—; Arbeitsamt Gießen 31,45; Lupusheilstätte 17,17; Gail, Fabrik Gießen 45,10; RLB. Gießen 5,45; Ortsgruppen Kreis Gießen 2422,18 Mark. Gesamtsumme: 51 469,90 Mark. Tischgememschast der Nation. (NSG.) Wenn am kommenden Sonntag die vielen tausend Helfer und Helferinnen von Haus zu Haus gehen und die Eintopfspende sammeln, dann gilt es, eine neue Stellung im Kampf gegen Hunger und Kälte zu nehmen. Welche Bedeutung gerade die Eintopfsammlung innerhalb des WHW. hat, ist oft genug beschrieben worden. Und das war gut so, denn zu schnell ist von den Unbelehrbaren vergessen worden, daß zu einer Zeit, an die wir nicht mehr erinnert werden wollen, ein Heer arbeitswilliger Volksgenossen hungernd und frierend umherstand und im gezwungenen Nichtstun die Straßen und Plätze der Stadt füllte, und als Folge des dauernden Elends alle moralischen Werte zusammenbrachen. Gewiß hat man sich hier und dort bemüht, diese große Not zu lindern, die ein verrottetes System verschuldet hatte. Das waren aber nur lächerliche Versuche einer ungeeigneten und verantwortungslosen politischen Führung, ober kleine Hilfe von privater Hand, bie sicherlich gut gemeint war, aber an ber Lösung bes Problems vorbeiging. Klopften nicht täglich ungezählte arme Menschen in unverschulbeter Notlage an bie Türen? Abgesehen von dem heute ebenfalls verschwundenen Heer der Verufsbettler waren es keine arbeitsscheuen Menschen, sondern zum Feiern verdammte Volksgenossen. Was sind dort an Haß unb Verbitterung aufstaute, bas mußte bas beutsche Volk burch treues Einstehen für jeben einzelnen erst roteber gutmachen. Am Eintopfsonntag wird es sich immer wieder beweisen, wer zur Stange hält. Oder haben wir jene Menschen vergessen, die weiter keinen Wunsch hatten, als wieder schaffen zu können; haben wir vergessen, daß es Familienväter gab, die täglich heimkehrten, ohne bas Notwenbige für ben Unterhalt von Frau unb Kinb beschafft zu haben. Allein der Wille, das Bekenntnis zur gemeinsamen Tat, ist das wertvolle dieser Sammelaktionen. Erst als Ausdruck echten sozialistischen wollens wird die Hilfe für den Unterstützten annehmbar. Deutsche Volksgenossen! Zeigt auch am 9. Februar, daß der Opferwille nicht erlahmt, sondern unendlich größer und tiefer geworden ist. Beweist bei der Tischgemeinfchaft der Nation, daß auch der kommende Eintopf- sonntag ein neuer Wegstein im Kampf gegen Hunger und Kälte fein wird. Laßt keinen Sammler vergeblich an eure Türen klopfen und macht ihm auch kein unfreundliches Gesicht! Bedenkt immer, daß es auf eure Eintopfspende ankommt, und daß diese Spende keine Sammelaktion ohne Inhalt ist, sondern eine mannhafte Tat aller, für jene, die nicht mit irdischen Glücksgütern gesegnet sind! Gebt mit Freude am 9. Februar. Lichlbildervortrag: „Die nordischen Cänbet“ von Kurt Hlelscher. Zu diesem Vortrag hat uns ber Goethe-Bund Gießen verbilligte Eintrittskarten zur Verfügung gestellt, bie auf ber Kreisbienststelle erhältlich finb. Bund deutscher Mädel, Untergau 116 Gießen. Unsere Dienststelle befindet sich ab heute Ludwig- straße 12. Sprechstunden der Mädel- unb Jungmäbel-Unter- gauführerin: Montag norm. 10—12 Uhr, nachm. 16—18 Uhr. Mäbel- unb Jungmäbeluntergau 116 Gießen. Eine Warnung für junge Mädchen. Vom Ortsverein Gießen der Freundinnen junger Mädchen wird uns geschrieben: Auf Grund trauriger (Erfahrungen weisen wir die deutschen Frauen und Mädchen darauf hin, keine Stelle im Ausland anzunehmen, ober sich nach dem Ausland zu verheiraten, ohne vorher sorgfältige Erkundigungen über die ausländischen Lebensbedingungen einzuholen. In vielen Ländern sind die Verhältnisse denen in Deutschland ähnlich, so daß Frauen unb Mädchen sich leicht eingewöhnen können. In anberen Ländern sind aber Religion, Sitte unb Stellung ber Frau ganz anbers als in Deutschland Da kommt es immer roieber vor, daß Frauen unb Mädchen sehr enttäuscht werben, sich gar nicht einleben und rat- und hilflos die deutschen Konsulate ober bie „Freunbinnen" aufsuchen. Sie in die früheren Verhältnisse zurückzuführen, ist oft sehr schwierig, mitunter kaum möglich, beson- bers wenn sie burch bie Ehe die deutsche Staatsangehörigkeit verloren haben. So werden sie selbst unglücklich und schädigen noch unter Umständen bas Ansehen der deutschen Frau im Ausland. Der „Deutsche Verband der Freundinnen junger Mädchen" bittet darum, bekanntzugeben, daß alle Mädchen, die als Verlobte ober als Stellungsuchende ins Ausland gehen wollen unb dort nicht auf die Hilfe von Verwandten oder Freunden rechnen können, sich zuvor in Deutschland entweder an bie örtlichen Frpunbinnenvereine (in Gießen an Frau F. Hotz, Marburger Straße 14) ober un bie Geschäftsstelle des Deutschen Verbandes der Miö te Woiinei Roman von H. von Hellermann. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Nein", sagte Grete mehr offen als höflich, „mit ber Grammatik sieht's windig aus." Unb stockte er- glühend. So sprach man boch nicht zu einem Fremden! „Ich meine, man muß ba einiges änbern, wenn es ein gut verständlicher Vortrag werben soll, nicht wahr? Für einen Auslänber sprechen Sie ganz nett Deutsch." Das klang nun roieber recht unverschämt gönnerhaft. Sie schwieg bestürzt. In ben Mannes Augenwinkel, bie ein ganzes Netz von Krähenfüßen umgab, ftanb ein Lachen. „Danke, baß Sie so ehrlich finb, Fröken Mervius! 3cf) mag Menschen gern, bie bie Wahrheit sagen." Zweifelnd blinzelte sie ihn an. „Ich weiß nicht — es macht mir eigentlich mehr Vergnügen, die Wahrheit zu sagen, als sie zu hören." Da legte der Schwebe sich in seinen Stuhl zu- ruck unb lachte herzlich. Er sah nett aus, wenn er lachte, biefer Herr Sellbsn, fanb Grete, bie nun Mut genug in sich verspürte, ihn ein wenig genauer ju betrachten. Gar nicht so alt, wie sie zuerst ge- bacht. Sein Gebiß hätte sich gut für eine Zahn- paftaretlame geeignet, wenn es fo echt war, wie es schien. Irgendwie sah er aus nach Luft unb Sonne, nach Wasser unb Seife. Gesunb, sauber. Merkwürbigerweise gingen bes Mannes Gedan- fen gleiche Wege, als er bem Mäbchen nun mit einem lachenben „Das geht wohl allen Menschen fo!" zunickte So blonb unb frisch wirkte sie, fo blank ber Blick, fo straff unb beherrscht bie jungen ©lieber. Das war eine anbere Art Weiblichkeit als bie vier zurechtgemachten Dämchen, bie ihn heute vormittag mit ihrer Bewerbung um ben Posten beehrt hatten, die nicht gerade sitzen konnten und ihn unter verrückten kleinen Kappen, die ihnen im Schwips auf ein Ohr gerutscht zu fein schienen, sehr eingehend und sehr einladend betrachtet hatten. Er hatte die Fenster öffnen müssen, um ben billigen Parfümgeruch loszuwerben. Nein, diese kokett und selbstbewußt einherstöckelnden Wodefräuleins waren nichts für einen jungen Mann, ber an bie Natur unb ihre enblofen Weiten gewöhnt war. Dieses Mädchen gefiel ihm besser. Nicht einmal einen Bubikopf hatte sie, sondern eine himmlisch altmodische Flechtenkrone, wie man sie auf alten Bildern sah. Das vergnügte Schmunzeln saß noch in den Augenwinkeln, als Herr Sellben nun ganz geschäftsmäßig fragte: „Also Fröken Mervius, Sie wissen nun, was ich brauche. Wollen wir es zusammen versuchen?" „Sehr gern, Herr Sellbsn", antwortete die helle Mädchenstimme prompt. „Gut. Sie kommen jeden Tag außer Sonntag von neun bis ein Uhr. Das geht?" „Jawohl!" „Und für bas Sie erhalten zweihundert Mark das Monat." „Wie meinten Sie, bitte?" Ganz groß unb runb, ja betroffen fahen bie blauen Augen ben Herrn am Schreibtisch an, ber kaum merklich bie Brauen runzelte. „Zwei —" „Zweihunbert", wiederholte er etwas kurz. „Das bekam meine letzte Sekretärin. Es ist Ihnen zu wenig?" „Um Gottes willen —" Fräulein Mervius schnappte hörbar nach Lust. „Zu viel ist es, Herr Sellben, viel zu viel! Das kann ja kein ehrlicher Christenmenfch für bas bißchen Arbeit annehmen!!" „Soo, meinen Sie?" Der Schwebe erhob sich. »Dann gibt es sehr, sehr wenige „ehrliche Christenmenschen" auf der Welt, Fröken Mervius, Denn ich habe gefunden, baß sie alle unb überall unb alles au nehmen bereit finb." Das Lachen war für einen Augenblick gewichen, aber nun funkelte es schon wieder listig in dem rotbraunen Gesicht, da Sellben Grete bie Hanb reichte: „Sagen Sie um Gotteswillen nie, daß etwas ,zu viel' ist, es ist sehr unmodern, bescheiden zu sein. Und kommen Sie mor- gen um neun, aber pünktlich, bitte!" •M die Minute", versprach Grete, den festen Händedruck ebenso fest erwidernd. Sie mußte ben Stopf ein wenig in ben Nacken legen, um ihren neuen Chef ansehen zu können. Herrje, war der Mensch groß! Unb eilte dann nach Hause, fo schnell ihre Füße sie tragen konnten. 15. Kapitel. „Nun, wie roar’s, Kindel, hast du den Herrn angetroffen?" fragte Frau Margret, energisch die Kaffeemühle zwischen ihren Knien drehend, weil bas Wasser im Kessel schon ungebulbig brobelte. „Hm", nickte Grete unb schnupperte ben würzigen Duft ein, „er war ganz von Bewerberinnen umlagert." Die Mutter hielt inne unb sah ihre Tochter for- schenb an. So kleinlaut klang es ... Erhob sich bann unb trat an ben Gasherd. „Das kann ich mir wohl denken, solche Stellungen finb rar heutzutage. Kamst bu zu spät?" Der braune Trank wellte auf. „Ja", sagte Grete bekümmert unb ließ den Kopf hängen. „Ich habe es halb und halb befürchtet. Laß gut fein, liebes Herz, und gräme dich nicht deswegen —" Liebevoll zog Frau Mervius die Tochter zu sich heran unb küßte bie weiche Wange. „Frau Loh- roenb wird bir gewiß etwas anberes verschaffen, sie interessiert sich ja für bich. Es wäre nett, wenn bu ihr persönlich Bescheid sagtest und ihr ein paar Blümchen brächtest, als Dank für die freundliche Empfehlung. War doch sehr lieb gedacht von ihr. Am besten gehst du gleich morgen." „Das kann ich nicht, erwiderte Grete. „Warum denn nicht?" fragte die Mutter erstaunt. „Weil ich um neun Uhr bei Herrn Selldsn fein muß", flüsterte Grete ihr ins Ohr unb lachte ju- belnb auf ob bes verblüfften Gesichts. „Um neun bei — bas ist doch nicht--" „Jawohl, Frau Mervius, das ist der neue Chef deiner hochverehrten Fräulein Tochter, die morgen ihre Stellung antritt, hurra!!" „Was gibt es denn hier zu hurra'n?" erkundigte sich Hans Mervius, den Kopf aus der Kammertür steckend. „Hat wer was gewonnen, oder Onkel Kuno sich endlich das versprochene Freßpaket von der Seele gerissen?" „Nein, Hänschen klein, Onkel Kunos Würste und Schinken baumeln noch friedlich im Rauchfang", [adjte Grete, „aber laß sie nur selig ruhen, wir stopfen uns auf eigene Rechnung den Magen, jawohl, mein Sohn! Komm, ber Kaffee ist fertig, Mutti trägt bie Kanne, du Milch und Butter, ich die Semmeln — denn bei dir oerschwirckren sie Freundinnen junger Mädchen, Heidelberg, Mit- mentalstraße 7, wenden. Vorbildliche Ieierabendgestaltung. Wie wir am Samstag bereits berichteten, bat die Firma Bänninger in Gießen bie gesamten Sitzplätze des Zuschauerraumes unseres Stadtthea» ters für eine geschloffene Werkvorstellung vor ber gesamten Betriebsgemeinschaft am Samstagabend gekauft unb baburch allen Mitarbeitern ben kostenlosen Besuch ber Operetten-Aufführung „Die Flebermaus" geboten. Diese vorbildliche Gestaltung bes Feierabenbs erfolgte burch bie Firma in Gemeinschaft mit ber NS. - G. „Kraft burch Freuo e". Zu Beginn bes Abenbs richtete ber Betriebsführer Bänninger herzliche Worte der Begrüßung an die Betriebsgefolgschaft, bann sprach ber Kreis- roalter ber DAF., Pg. Wagner, ber biefes mustergültige Beispiel von Betriebsgemeinschaft beson- bers rühmte unb zur Nachahmung empfahl. Die Ansprache bes Kreiswalters ber DAF. leitete bann au ber Aufführung über. Von ber Betriebsgemeinschaft würbe es bankbar anerkannt, daß ber Betriebsführer in Gemeinschaft mit „Kraft burch Freube" biesen schönen Theater-Abend veranstaltet hatte. Die NS.-G. „Kraft burch Freube" hat auch baburch roieber in vortrefflicher Weise befunbet, baß sie auf ben verschrobensten Wegen unablässig bestrebt ist, eine vorbilbliche Feierabenbgestaltung au unterstützen unb zu förbem unb baß sie sich dazu ben Betrieben gerne zur Verfügung stellt. Löschwasser-Versorgung auf dem Lande Die 2krforgung mit Löschwasser für die Fälle der Not ist nicht überall bie gleiche, weil es wasserreiche unb wasserarme Gegenben gibt. Die bei einem zukünftigen Kriege aus ber Luft auch den Dörfern drohenden Gefahren zwingen dazu, schon in Friedenszeiten gewissenhaft jede Möglichkeit der Wassergewinnung zu prüfen. Je nach ben vorliegenden Verhältnissen muß bie Errichtung von Stauanlagen in Angriff genommen werben. Verschlammte Feuerlöschteiche müssen instanbgesetzt, ober neue Teiche angelegt werden. Zurückhaltung und Gleichgültigkeit gegenüber diesen Fragen müssen auch in Oberhessen schwinden. Das Gebot der Gegenwart ist: Handeln und nicht abseits stehen! Ausbildungskurse für Baumpfleger. Im Laufe des Winters werben von ber ßanbes« bauernfdjaft vorgesehene Ausbildungskurse für Baumwärter, Baumpfleger, Baum- unb Obstgärtner, Lanbschaftsaärtner, Gärtnergehilfen, Lehrlings im letzten Jahr usw. burch bie Fachbeamten der Landesbauernschaft und die Kreisobstbaubeamten abgehallen. Hierzu gehören auch die Prüfungen der Baumpfleger und die im Anschluß an Wiederholungskurse stattfindenden - Prüfungen der Dollbaumwärter. Alle Personen, die sich gegen Entgelt mit Obstbaumpflegearbeiten befassen, gehen diese Ausbildungskurse an. Es muß damit gerechnet werden, daß in absehbarer Zeit auch für diese Berufsgruppen Berufsausweise eingeführt werden, um das Pfuschertum mit der Zeit in der Obstbaumpflege auszumerzen. Schon im Laufe des Winters werden die Namen derer, die die vorgeschriebenen Prüfungen mit Erfolg bestanden haben, in den Fachzeitschriften usw. bekanntgegeben, damit die Baumbesitzer davon Kenntnis nehmen. Die Gartenbauinspektionen und die Kreisobstbaubeamten geben jedem Interessenten nähere Auskunft. » ** D a s Fundsachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat Januar gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangs- berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb von zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. ** Oeffentliche Bücherhalle. Im Januar wurden 2093 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 5, Zeitschriften 15, Gedichte und Dramen 6, Erzählende Literatur 1255, Iugendschrif- ten 332, Länder- und Völkerkunde 125, Kulturgeschichte 6, Geschichte und Biographien 216, Kunstgeschichte 15, Naturwissenschaft und Technologie 56, Heer- und Seewesen 16, Haus- und Landwirtschaft 6, Religion und Philosophie 5, Staatswifsenschaft 29, Sprachwissenschaftlich 3, Sport 1, Fremdsprachliches 2 Bände. Nach auswärts kamen 3 Bände. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12J0 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. unterwegs. Und bann sollst du erfahren, welches Glück diesem Hause zuteil geworden." „Verrückt wie immer!" stellte Hans fest. Was ihn nicht hinderte, Gretes Schilderung ihres Besuches bei dem berühmten Schweden höchst interessiert zuzuhören. „Alt ober jung?" „Na, fo alt, wie ich zuerst dachte, ist er nicht, aber immerhin hochbetagt", erwiderte Grete, sich eine Semmel mit Butter bestreichend, ^mindestens vierzig muß er fein. Unb groß genug, um sich ohne Schaben zwei Knoten in bie Beine machen zu können. Rotes Haar hat er auch, wie frischgeputzte Möhren sah er aus, als er in ber Sonne saß." „Also häßlich", lächelte Frau Margret, ihrem Sohn bie bittend hingehaltene Tasse füllend. Wie bie Jugend boch alles Aeußerliche kritisch unter die Lupe nahm! Später wurde man milder in feinem Urteil-- Aber Grete, im Begriff in die Semmel zu beißen, hielt inne und dachte mit gerunzelten Brauen nach. „Häßlich? Nein. Ober boch, eigentlich ja, aber — nett häßlich, weißt bu? Man benft nicht daran, wenn man mit ihm spricht." „Das klingt schon annehmbarer", gab Frau Margret zurück. „Jedenfalls sind seine Bücher febelhaft", stellte Hans fest, nach der letzten Semmel langend, ehe die Schwester es tun konnte. Was Grete nach stummem Kampf um die ihr rechtlich zukommende Hälfte zugeben mußte. „Zahlt er anständig?" „Na, so leidlich — zweihundert Mark monatlich für vierstündigen Arbeitstag." Hans sah sie groß an. „Zweihundert--bei bem piept’s wohl", erkundigte er sich liebevoll. „Das ist aHerbings viel", meinte auch Frau Margret nachdenklich, „er wird sich in ber Valuta verrechnet haben." „Dachte ich auch, stimmt aber doch", triumphierte Grete. „So viel sind meine Dienste eben wert, verehrte Anwesende." „Der kennt dich boch nicht", warnte Hans. Und verstummte. Es hatte geklopft. (Fortsetzung folgt & gn i beruf^ fplal 1 W- gen Zähre- Innung fterer- che" k M-- jeiM Ä K lveltsw den, brauch^ getiM s wisse" Gütearl scheu 21 Der ber Lei so nenn Arbeite! rveckt tt bessere Ziel. L der Srl CD? nachmit verletzm unter i Grabe < schildert gut bet Daterla lag, bei Schuld' und bi Harmw schahun legten l am Grc u Kl Hub 9 terhaltu Vereins! men ui deutsche! Sieg-He nommei der Mi chronik < 9rönbet ' Achten i S Müll gliedsch ihnen! der Gi tivführ meister durch b uni) Ion fall. So lang et meinsan stücke de wähnt Größi der Gei begleitet (/) W beroerfa verhand! oerfitäts] Nürnber stützt dui stelluna, Reichsbü deutschen Vortrog Ortsgrup Dank bet in der ül ,„0 M hier den sanitnl Lebensm .?Do für da erbrachte Atharir torperüc burts .M hier Q{ unter 1 S-ngkr. feier Q luhrun. der Äm Volkslik .Gemein Jeiters j Frc suchen. x°unf der, fi 8, 'Vor ne, ?°hre d, & Ma .r9el[pie LT Ahn h Gütezeichen und Reichsberufswettkampf Oberhessen Der dies- Turnverein 1883 Lollar. Turnverein Lollar kann auf ein Jahr er- SeaerMrfanunlmlgen der heimischen Tum- und Sportvereine Turnverein Mainzlar. ■ Der Turnverein versammelte bei Gastwirt Müller seine Mitglieder zur Jahresversammlung. Der Vereinsführer K. Grölz gab einen kurzen lieber» blick über das vergangene Vereinsjahr. Anschließend folgten der Bericht des Schriftführers sowie die Rechnungsablage durch L. Becker, die einen günstigen Stand zeigte. Hieran schloß sich die Vorstandsernennung. Die beiden Vereinsführer wechselten im Amt, d. h. August Kern wurde 1. und Karl Grölz 2. Vereinsführer, sowie E. Speier Schriftführer und K. Burgsteiner Turnwart. Der übrige Vorstand blieb unverändert. Mit dem Turnerlieö und einem folgreicher Arbeit zurückblicken. Diese Tatsache ging aus den in der Hauptversammlung am vergangenen Sonntag erstatteten Berichten der einzelnen Fachwarte deutlich hervor. Die Berichte ergaben einen umfassenden Ueberblick über die Erfolge des Jahres 1935, vor allem beim Feldbergfest, bei den verbandsoffenen leichtathletischen Wettbewerben des eigenen Vereins, beim Gaufest in Gießen, bei den Mannschaftskämpfen in Heuchelheim und Kinzenbach und beim Kreisfest in Sinn. Auch die Erfolge der Jugend bei den Wettkämpfen aus dem Wald- sportvlaß des VW. in G'esi"n wurden klar herausgestellt. Die Kassenverhältnisse des Vereins befinden sich, wie aus dem Bericht des Rechners her- vorging, in bester Ordnung. — Am Samstag hielt der Verein außerdem sein Winterfest ab, bei dem die Iranerinnen und T"rn"r ihr Können erneut unter Beweis stellten. Die Turnerinnen erfreuten durch Freiübungen, Tänze und Ballgymnastik. Die Juaendturner bewiesen an den Geräten, daß sie lleißiq übten. Im Zusammenhang mit der Veranstaltung konnte auch ein Jubiläum gefeiert werden. Oberturnwart Karl A g e l blickte auf eine 25jährige oktive Tätigkeit zurück. Er leitet noch heute den gesamten Männer- und Frauenturnbetrieb. Er wurde zum Ebr-n-Oberturnwart ernannt und durch eine Gabe geehrt. Turnverein Staufenberg. Kreis Schotten. □ Laubach, 3. Febr. Der S A. - S t u r m 4/254 veranstaltete am Samstagabend im „Solmser Hof" einen gutbesuchten Kameradschaftsabend. Nach der Begrüßungsansprache durch Obersturmbannführer V ö ch e r (Ruppertsburg) wurde ein reichhaltiges Programm unter dem Motto: „Der Soldat im Lied^ geboten. In einer Folge von 21 Liedern wurde gezeigt, wie der Soldat in vier Jahrhunderten gedacht und wie sich das Soldatentum vom Landsknecht und Söldner zum Wehrpflichtigen und Freiheitskämpfer entwickelt hat. Die jeweils von SA.-Kameraden gesungenen Lieder und von der SA.-Kapelle gespielten Märsche stammten aus den betreffenden Zeitabschnitten. Jeder Teil wurde durch einen Vorspruch von SA.- Mann O st h e i m eingeleitet. Nach Beendigung des Programms brachte Obersturmführer B ö ch e r ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer aus. Anfchlie- Am Samstag hielt der Turnverein feine jährige Generalversammlung ab. Der erste Vor- sibmde Ernst Karber gab einen Bericht über die Tätigkeit des Vereins im vergangenen Jahr. Nachdem der Kassenwart die Rechnung verlesen hatte, wurde ihm Entlastung erteilt. Zum zweiten Turnwort und Schriftführer wurde Ludwig Fink gewählt. Der übrige Vorstand blieb in seinem Amt. Der Antrag auf Erbauung eines Geräteschuppens wurde angenommen. Eine freiwillige Spende für den Bau ergab 75 Mark. NESTLE kinderMahrung Deutsches Erzeugnis___________ Wochen der Vorbereitung für den Reichs- berufswettkampf, der in diesem Jahr zum dritten Mal durchgefuhrt wird, fällt ein Handwerksjubi- 7^°!' oas nicht ganz ohne Beziehung zu dem Rin- ^anöroerfsjugenö ist. Am 31. Januar dieses ^Q9' an dem für den Reichs- innungsverband für das Tapezier-, Sattler-, Pol- sterer- und Dekorateurhandwerk das Gütezei- ch e n eingefuhrt wurde. »i*r,nalimhmmr-ruDieI? was haben Güte- Zeichen und Reichsberufswettkampf miteinander zu -Hortung dieser Frage ist ebenso ro-D e^rrtld)V^5 Tüteabzeichen hat bekannt- e(J' .?urd) Herausstellung handwerk- l'cher Gutearbeit zur Berufserziehung des Hand- werksmelsters beizutragen. Es soll verhindert wer- den, daß bei dem scharfen Wettbewerb die Der- braucher durch schlechte Ware in guter Aufmachung getauscht werden. Die Verwendung des Güteab- zeich^ns ist kein Zwang, sondern der fteiwillige Entschluß des Handwerksmeisters. Sie stellt im ge- wissen Sinn das Bekenntnis zur Lieferung von Gutearbeit dar und ist durchaus als Zeichen völki- schen Aufbauwillens zu werten. Der Reichsberufswettkampf hat u. a. das Ziel der Leistungssteigerung und, man kann es ruhig io nennen der Propaganda gegen den ungelernten Arbeiter. Abgeflautes Berufsinteresse soll wieder ge- weckt werden, und mangelnde Erfahrung durch eine bessere Lehrlingsausbildung zu beseitigen, ist das Ziel. Leistungssteigerung und die weitere Weckung der Freude am handwerklichen Schaffen, Derständ- chend körperlicher Gesundheit begehen. Ihr Ehegatte ist schon seit 15 Jahren nicht mehr unter den Lebenden. — Der Turnverein „Gut Heil" hielt gestern abend in Wills Saal seinen diesjährigen Familie n a b e n d ab. Nach der Begrüßungsansprache des Dietwartes, Lehrer Schädel, folgten mehrere schön gestellte Pyramiden und dann folgte ein flott gespieltes, mehraktiges Theaterstück, das den Bauernstand verherrlichte. Den Dank für das Gebotene sprach Lehrer Walter aus, und er betonte zugleich die hohe Bedeutung der Leibesübungen für jeden jungen Menschen. Die Kapelle Becker (Treis) erfreute die Zuhörer durch ihre Weifen. Tanz hielt dann die jugendlichen Teilnehmer noch bis zum frühen Morgen beisammen. <£ Odenhaufen, 5. Febr. Die Holzhaue- re i in unserer Gemeinde ist beendet. Bei der Holzoer st ei gerung wurden höhere Preise erzielt, als im Vorjahre. Es kosteten Buchenknüppel 12 bis 14 Mark, Stöcke 11 bis 13 Mark je zwei Raummeter, Reifer 1 bis 2 Mark pro Raummeter. — Die Holzhauerei in den Freiherrlich von Rabenaufchen Waldungen ist ebenfalls beendet. — Die Pfundfammlung der Volksschüler ergab 43 Pfund Lebensmittel. Landkreis Glehen. CO Klein-Linden, 2. Febr. Am Samstag, nachmittag wurde der an den Folgen einer Kriegsverletzung verstorbene Beigeordnete Wilh. JungXI. unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen. Der Ortsgeistliche Pfarrer König schilderte in feiner Gedenkrede den Verstorbenen als gut deutschen Mann, dem allezeit das Wohl seines Vaterlandes und seines Volkes besonders am Herzen lag, der auch als Christ und Glied feiner Kirche feine Schuldigkeit tat. Die Männergesangoereine „Arion" und die „Nationale Sängeroereinigung Einttacht- Harmonie" fangen Lieder am Grabe. Von der Wertschätzung, deren sich Beigeordneter Jung erfreute, legten die vielen Nachrufe und Kranzniederlegungen am Grabe Zeugnis ab. u Klein-Linden, 3. Febr. Der Schützen- klub Roland hatte für Sonntag zu einem Unterhaltungsabend in das Turnerheim eingeladen. Bereinssiihrer W. Erle hieß die Besucher willkommen und sprach dann über die Bedeutung der deutschen Schützenvereine für unser Vaterland. Sein Sieg-Heil auf den Führer wurde begeistert ausgenommen. Weiter nahm Herr Erle die Ehrung der Mitglieder Heinrich Friedrich und Walter Müller vor, die beide auf eine 25jährige Mitgliedschaft zurückblicken können, und überreichte ihnen Plaketten. Herr Friedrich dankte im Namen der Geehrten. Die Gesangsabteilung der Lokomotivführer Gießen und Umgegend, geleitet von Chormeister Konrad Nicolai (Großen-Buseck) erfreute durch den Vortrag einer Reihe von Jäger-, Wald- und sonstigen Volksliedern und erntete reichen Beifall. Sangesbruder Uhde von der Gesangsabteilung erstellte durch humoristische Vorträge. Gemeinsam gesungene Jagdlieder und gute Konzertstücke der Musikkapelle füllten den Abend aus; erwähnt sei noch ein Trompetersolo von Herrn Größer (Steinbach), von Herrn Nicolai auf der Geige und Herrn Nicolai jr. am Klavier begleitet. , . „ (/) Wieseck, 4. Febr. In der gestrigen Mitglie- derversarnrnlung der NSDAP, bildete den Haupt- verhandlungsgegenstand ein Dortrag von Pg. Hni- versitätsprofessor S tintz in g über oosThema„Die Nürnberger Gesetze". In anschaulicher Weste, unter- stützt durch eine gut kennzeichnende graphische Darstellung, behandelte der Vortragende besonders das Reichsvürgergesttz und das Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre An Den Vortrag schloß sich eine lebhafte Besprechung an. Ortsgruppenleiter Bürgermeister Euler gab Dem Dank Der Zuhörer Ausdruck. Der Abend wurde Dann in Der üblichen Weise geschlossen. 0 Mainzlar, 3. F-br. Di- Sammlung sürDasWHW. am gestrigen Sonntag erbrachte hier Den Betrag von 38,60 Mark. Bei der P f u n d- fammlung Der Schule kamen 130 Pfund Lebensmittel zusammen. , = Baubringen, 3. 3ebr. Di- Sammlung für das WHW. am Sonntag in unserem Orte erbrachte Den Betrag von 40,30 Mark. _L Staufenberg, 3. Febr. Frau Anna Katharine Jung, geb. Zecher, beging heute m körperlicher und geistiger Frische ihren 8 0. Geburtstag. A 91 e i 5 M r d) e n , 4. Febr. Die Teilnehmer des hier abqehaltenen Säuglingskurses gelten unter Mitwirkung der NS.-Frauenschaft und des Singkreists im Saale „Zur Krone" ihre Schlutz- feier ab. Lieder des Singkreists unter der Stabführung von Christian Möbus, Gedichtvortrage der Kursusteilnehmer und gemeinschaftlich gesungene Volkslieder gestalteten die Feier zu einem echten Gemeinschaftsfest. Nach einer Ansprache des Zellen- leiters Lehrer Roth erfreute man sich an dem von Den Frauenschaftsmitgliedern gestifteten Kaffee und Sudjen. Am Schluß d-r Feier dankt-^Bura-rm-ist-r ßaunf p ad) Der Leiterin des Kurses, Frl. L u d G'B^U'?r n AZb°Febr. Der hiesig- Kirchen- ch ar veranstaltet- am Sonntagabend >nder Kirche eine Ehrung Derjenigen Mitglieder, die über 25 Jahre dem Chor angeharen Die Feier, an der auch der Mannergesangverein teilnahm, " Oraellviel und ©emembegefang einqelejtet. --cacy einer Ansprache von Pfarrer S ^PiD fang besten Gattin das „Saterunfer" non Men^f* schließend brachten der Kirchenchor und der Man nergesangoerein mehrere Chore Schmidt berichtete dann -,mg-s aus ber SBemns chrhnik. D-r Chor wurde am 1. Mwmt 1885 gegründet und wirkt- zum ersten Male an We>h nachten 1885 im Gottesdienst mit Von ben ©tun bcrn konnten noch °cht der S-i-r t«'lnehmem SÄaMVÄa.S'.s Der Chor stK unter der StabsÄrung von Chor- "fTr^°"d Aa.A."'^. Frau E-,sab°tha Katharine M ich e l, geb. Hofmann konnte h°ute im Kreise ihrer Kinder und Enkel ihreni 8 5. burtstag in geistiger und dsm Alter entspre I Allertshausen, 4. Febr. Bei der hiesigen Holz Versteigerung im Gemeindewald kosteten Buchenscheiter 15 bis 17 Mark, Buchenknüppel 12 bis 14 Mark, Tannen- und Fichtenknüppel 10 Mark je 2 Raummeter. 3) Harbach, 4. Febr. Der hiesige Gesangverein „Germania" hielt am Samstagabend im Vereinslokal Keil seine diesjährige Generalversammlung ab. Dem Kassierer Karl Jakob konnte für seine gewissenhafte Kassenführung Entlastung erteilt werden. Zum Schriftführer wurde Erwin Keil bestimmt. Außerdem kamen Karl Sch epp und Philipp Häuser in den Vorstand. Dereinswalter Otto Münch begrüßte sodann Die inzwischen erschienenen Frauen unD Mädchen. Dann sang der Verein Den Chor „Deutschland, heil'ger Name". Anschließend trug Erwin Keil ein vackendes Gedicht über das deutsche Lied vor. Es folgten sodann Die Chöre „Abschied am Tore" und „Heute scheid ich". Darauf hielt Lehrer Söhn- gen eine längere Ansprache. Er betonte, daß der Verein als Mitglied des Deutschen Sängerbundes verpflichtet sei, jederzeit als Kulturträger und Kul- turoermittler zu wirken. Dies koste zwar Opfer an Zeit und Geld, bringe aber innerhalb der Dorfgemeinschaft reichen Segen. Dann gab er einen Ueberblick über die Geschichte des Vereins, um damit namentlich die jüngere Generation für die künftige Arbeit anzuspornen. Nach diesem Rückblick und dem Sieg-Heil auf den Führer folgten die Chöre „Für Deutschland" und „Deutschland, dir, mein Vaterland". Damit war der erfte Teil des Programms beendet. Nach der Kaffeepause leiteten Ernst S ch e p p und Heinrich Frey mit lustigen Gedichten den heiteren Teil des Programms ein. Nachdem mit Schwung und Humor die beiden Chöre „Des Morgens zwischen drei und vieren" und .Kapitän und Leutenant" von Hans Heinrichs oorgetragen worden waren, folgten in buntem Wechsel humoristische Darbietungen, Duette, Couplets und gemeinsam gesungene Lieder. Besonderen Beifall fanden die Mundartgedichte von Peter Gei- bel und Rudolf Dietz. Daß das Tanzbein gehörig geschwungen wurde, versteht sich von selbst. Karl Jakob verstand es meisterhaft, seiner Klubharmonika die altüberlieferten Tanzweisen zu entlocken. Die Veranstaltung war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg des Vereins. # Ettingshausen, 4. Februar. Bei der P fu n d s a m m l u n g für die Winterhilfe wurden im Bereich der Ortsgruppe Ettingshausen rund 170 Pfund Speck und Wurst gespendet. + Grünberg, 4. Febr. Am Montag fand in der Turnhalle ein D o l k s b i l d u n g s a b e n d statt, der zahlreich besucht war. Studien-Assessor Szczech (Gießen) sprach über „Heimische Vorgeschichte unter Berücksichtigung von Grünberg". Der Redner gab in einem einftünbigen, leicht verständlichen und stets fesselnden Vortrag ein klares Bild von der Vorgeschichte unserer engeren Heimat, wie die heutige Wissenschaft auf Grund der zahlreichen Funde bei Ausgrabungen in der Lage ist, sie festzustellen. Er besprach im einzelnen die vier wichtigsten vorgeschichtlichen Perioden: ältere und jüngere Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit und die damals hier lebenden Menschen, deren Werkzeuge, Beschäfttgung, Kultur und anderes. Reicher Beifall ' wurde dem Redner zuteil der am Schluffe feines Dorttages noch eine Reihe Lichtbilder von ausgegrabenen Fundstücken geigte. Ein vierhändiger Klaviervortrag (Mehrer R o t h und G-ngnagek), zwei Gesänge derNS-Frauenschast und zwei Lieder, gut oorgetragen von Junglehrer Kraushaar, umrahmten den Vortrag. Berufsschullehrer Genanagel als „Beauftragter des Dolksbildungswerkes, dankte allen Mitwirkenden für den wohlgelungenen Abend. ßend fanden eine Verlosung zugunsten des Winter- Hilfswerkes sowie Tanz statt. Der Abend brachte den SA.-Männern und ihren Angehörigen genutz« reiche Stunden. Kreis Alsfeld. t Mücke, 3. Febr. Am Samstag ging hier ein oierzehntäaiger Lehrgang für Gesund« heitsleyre und häusliche Kranken« pflege zu Ende. Der Kursus war von der NS.» Frauenschaft in Verbindung mit dem Reichsmütterdienst im deutschen Frauenwerk, Gau Hessen-Nassau, veranstaltet. Die Beteiligung war sehr zahlreich. Es mußten sogar ein Nachmittags- und ein Abendkursus eingerichtet werden. Schwester Magdalene wußte in natürlicher und schlichter Art die große Bedeutung der vorbeugenden Maßnahmen Der Erhaltung Der GesunDheit aufzuzeigen und schulte in praktischen Hebungen erste Selbsthilfe bei Verletzungen unD Verbrennungen. Als sinnvoller Abschluß Des Lehrgangs fanD ein Gemeinschafts- abenD statt, bei Dem Die Kursusteilnehmerinnen in praktischen Vorführungen Die erworbenen Kenntnisse zeigten. Musikvorträge unD allerlei Kurzweil gaben Den Rahmen. Dankbar würbe Dabei auch Der Schwester gedacht, Die sich so außerorDentliche Mühe gab. # Ober-Ohmen, 4. Februar. Ein dreister D i e b st a h l wurde dieser Tage hier in den Abendstunden im Hause des Wirtes und Spezereihändlers M a g e l ausgeführt. Während der Besitzer urtb Dessen Ehefrau sich in Der Gaststube aufhielten. Drang Der Dieb in die Räumlichkeiten des oberen Stockes und stahl dort aus einem Schrank einen Geldbettag von über 300 Mark. Die polizeilichen Ermittlungen find im Gange. <£ Nieder-Ohrnen, 3. Febr. Der gestrige Verkauf von Plaketten für das WHW. ergab in unserem Dorfe den Betrag von 62 RM. T Nieder-Ohmen, 4. Februar. Dieser Tage feierte der hiesige Turnverein im Döllschen Saale sein 25jähriges Bestehen und verband damit einen Werbeabend für das Turnen. Nach einem einleitenden Marsch der Kapelle marschierte die stattliche Turnerschar im Saale auf. Vereinsführer Theiß begrüßte die zahlreichen Gäste. Nach dem Totengedenken sprach der Vereinsführer über die Gründung des Vereins und die wichtigsten Begebenheiten im Turnbetriebe in den darauffolgenden Jahren und ermahnte die Eltern, ihre Jungens in den Turnverein zu schicken. Die Ansprache klang aus in ein begeistert aufgenommenes Sieg-Heil auf den Führer. Sodann begannen die turnerischen Darbietungen der einzelnen Abteilungen. Die Jüngsten, die Schüler, zeigten Frei- und Bodenübungen, Die Mädchenriege Keulenübungen, die Zöglinge warteten mit Hebungen am Reck und Pferd auf. Die älteren Turner, eine Riege, die sehr gut gefallen konnte, zeigten Hebungen an Barren und Reck. Interessant waren auch die Bodenübungen Der Zöglinge. Die Vorführungen bewiesen einen beachtlichen Fortschritt Besondere Anerkennung und Dank gebührt Den rührigen Turnwarten Otto Klug unD Lehrer Nickel, sowie allen Helfern. Die Gäste geizten nicht mit ihrem Beifall. In längeren Ausführungen sprach dann das Ehrenmitglied des Vereins, S ch e l l h a a s (Orünbergi, über die Gründung und das Werden des Vereins. Der Kreisführer, Turnbruder Ebeling (Alsfeld), überbrachte Glückwünsche des Kreisverbandes Als- ’ feto, sprach über Wert und Bedeutung des Tur- : nens und bat auch Die Eltern um Hnterstützung. " Lehrer i. R. Schäfer, Mitbegründer und heute noch Mitglied des Vereins, erzählte Ernstes und t Heiteres aus dem Vereinsleben. i —er. Homberg, 4. Febr. Die Reichspostdirek- ! tion Frankfurt a. M. hat angeordnet, daß mit Wir» - kung vom 1. Februar ab das Postamt Hom« > berg (Oberhessen) in ein Zweigpostamt des f Postamts Grünberg umgewandelt wird. Die i bisherigen Betriebseinrichtungen bleiben jedoch un- - verändert weiter bestehen. nis für die Berufsehre und die volkliche Bedeutung des Handwerksstandes für die Nation, das alles sind kurz zusammengefaßt Ziele und Aufgaben des Reichsberufswettkampses. Aus der Gegenüberstellung der beiden Ziele ergibt sich ganz einbeutig die Beziehung zwischen Gütezeichen und Reicbsberufswettkampf. Die Leistung vollwertiger Handwerksarbeit ist ein Ziel, das im Interesse der Weltgeltung des deutschen Handwerks erreicht werden muß. Die Schaffung des Güteabzeichens ist ein beachtlicher Schritt hierzu. Es zeigt dem kaufenden Publikum den Meister, der es mit feiner Arbeit wirklich ernst nimmt. Hnd gerade dieser Meister wird berufen sein, einen fachlich und menschlich wertvollen Handwerksnachwuchs heranzubilden, Das Güteabzeichen gibt also nicht nur dem Käufer die Gewähr dafür, daß er für sein Geld den größtmöglichen Gegenwert erhält, sondern es zeigt auch dem Vater, der seinen Sohn in eine Handwerkslehre geben will, den Meister, der ihm Die Gewähr Dafür bietet, Daß Der junge Mensch eine Berufsausbildung erfährt, mit der er für das Handwerk den Volksgenossen gegenüber Ehre ein» legt. Besonders im Hinblick Darauf, Daß Das Güteabzeichen, bas bis jetzt nur für ben Reichsinnungs- üerbanb Des Tapezier-, Sattler-, Polsterer- unb De- korateurhanbwerks besteht, auch für anbere Hanb- werkszweige in Aussicht genommen ist unb wahrscheinlich schon in kurzer Zeit herauskommen wirb, haben Reimsberufswettkampf unb Gütezeichen eine besonbers starke innere Verbinbung. A Annerob, 5. Febr. Heute (5.2.1936) feiern bie Eheleute Karl Weller unb Marie, geb. Euler, Borngaffe 1, bas Fest bersilbernenHochzeit. s. Lang-Göns, 4. Febr. Bei ber gestrigen Brennholzoer st eigerung waren bie erzielten Preise gegenüber ben andern Versteigerungen fast unoeränbert. Es würben besonders viel Buchenscheiter verkauft. Je 2 Raummeter kosteten 18 bis 19 Mark, Knüppel 14 bis 15 Mark. Stöcke unb Wellen waren sehr billig. * Lang-Göns, 3. Febr. Durch bie Büchsensammlung und den Verkauf der Leberabzeichen für bas WHW. burch die SA. gingen in ber Ortsgruppe Lang-Göns runb 142 Mark ein, bavon in unserer Gemeinbe 72 Mark. * Ober-Hörgern, 4. Febr. Das Ergebnis ber Sammlung für das WHW. am letzten Sonntag betrug hier 16,90 Mark. * Holzbeim, 3. Febr. Beim Verkauf der A b- zeichen für das WHW. am gestrigen Sonntag wurde hier die schöne Summe von 52,50 Mark erzielt. > Holzheim, 3. Febr. Am Montag wurde der Zellenleiter der NSDAP., Pg. Heinr. Martin Kuhl, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen. Pg. Kuhl war einer der ersten von Holzheim unter ben Fahnen Abolf Hitlers. Noch bis vor kurzem versah er sein Amt als Zellenleiter, bis ihn eine tückische Krankheit nieber- roarf. Ein großes Trauergefolge gab ihm bas letzte Geleite. Der Gesangverein unb ber Gemischte Chor fangen je ein Lieb. Pfarrer Launharbt sprach bann am Grabe. Der Kriegerverein feuerte eine Ehrensalve. Es folgten bann zahlreiche Kranznieber- legungen unb Ansprachen, in denen hervorgehoben wurde, daß der Verstorbene sich voll und ganz für die hohen Ideale unseres Führers einsetzte. Die Gemeinde Holzheim wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren, denn über zwei Jahrzehnte war er in der Gemeinde als Beigeordneter, Gemeinderatsmitglied und Ortsgerichtsmitglied tätig. )—( Steinheim, 4. Februar. Während die Bautätigkeit in unserem Orte im abgelaufenen Jahr in normalen Bahnen verlief, ist für das laufende Jahr mit einer starken Belebung zu rechnen. Sobald es die Witterung erlaubt, wird mit dem Neubau eines Hauses begonnen, das an Stelle eines noch niederzulegenden errichtet wird. Der neue Besitzer des von Der Gemeinde gekauften Hirtenhauses plant eine Vergrößerung durch einen Anbau. Außerdem wird ein Saalanbau durchgeführt. Für verschiedene Neu- und Umbauten landwirtschaftlicher Betriebs- und Wirtschaftsgebäulich- keiten werden bereits die Baumaterialien angefahren. — Im hiesigen Gemeindewald wurde in diesem Winter ein verhältnismäßig geringer Holzeinschlag vorgenommen. Durch Gerade- legung des stark benutzten Holzabfuhrweges in Weides in Richtung der verlängerten Jakobsschneise mußten eine größere Anzahl hiebreife Fichten gefällt werden, die gutes Nutz- unb Werkholz abgaben. „Sieg-Heil!" auf den Führer schloß die Dersamm» lung. Sportklub 1921 Daubringen. Der hiesige Sportklub 1921 hielt seine Jahresversammlung ab. Der Verein konnte unter Leitung des Dereinsführers Hofmann im vergangenen Jahre einen guten Fortschritt erzielen. Der Rechner Heinrich Hofmann erstattete die Rechnungsablage. Vereinsführer Hofmann berief folgende Mitarbeiter: Dr. B u d i n g zweiter Dereinsleiter; Heinr. Hofmann Kassenwart; W. Jahres Schriftführer; W. Vogel Stellvertreter; Heinr. Michel Werbewart; Heinr. Weiß Presse. Zu Beisitzern wurden ernannt: L. Walter und W. Michel. Spielausschuß: Otto Weiß Obmann; Jugendleiter: Albert O p p e r. Turnverein 1907 Allenborf (Cba.). Der Turnverein 1907 hielt in ber Gastwirtschaft Bergen seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vereinsführer Lehrer Heil erstattete ben Jahresbericht. Das Geräte- und volkstümliche Turnen wird eifrig betrieben. Die Handballmannschaft hat auch im vergangenen Jahre wieder den Tabellenführer behauptet. Heber die Tätigkeit in der Jungmannschaft erstattete der 1. Turnwart Kaufmann Heibertshausen Bericht. Die Turnstunden werden von feiten der Knaben eifrig besucht. Mancher Sieg war der Lohn. Die Kassenverhältnisse, durch den Kassenwalter W i e ß n e r vorgetragen, sind geordnet. In ber Führung bes Vereins ist eine Aenberung nicht eingetreten. Beschlossen würbe u. a. am 21. März einen Werbeabenb zu veranstalten. Turnverein Holzheim. Der Turnverein Holzheim hielt feine Generab Versammlung bei Gastwirt Sarnes ab. Zunächst gedachte bie Versammlung der Verstorbenen des vergangenen Jahres. Den Jahresbericht erstattete Schriftwart E. Ze iß II., den Kassenbericht der Kassenwart Karl Reitz. Den Spielbericht gab Spielwart Otto Ohly bekannt. Nachdem Die Kasse 325 V Reichsbemsswetikamps, Sport und Freizeit Verleihung der HI.-Abzeichsn. WANDERER Jto1 749 D G. Hauptgewinn einer Serie 314 A bei ab **90.- RM ab Werk Werbe-Drucksachen liefert Brdhl'sche Druckerei e w. m. 1. inft Masken-Anzüge unö olle gornenai-llrtirtiöUlign Del Karnbach, Kaplansg. 29 । b 15. Stadt-Cafe Heute Mittwoch ab 8 Uhr N Don unftf1 für richtig befunden rourt)?, konnte dem Gesarnt- vorstand Entlastung erteilt werden. Der seitherige Vereinsführer wurde einstimmig wiedergewählt. Er ernannte sodann seine seitherigen Mitarbeiter wie- oer für ein weiteres Jahr. Der Haushaktsvoran- schlag für 1936 wurde einstimmig angenommen. Der Familienabend wird am 15. Febr. abgehalten. Verlobungsanzelgen Vermahlungsanzeigen Geburtsanzeigen Vogtsche Privat-Haridelsschule Gießen, Goethestr.32 Nächste Woche Weh- - Unterricht L Webrahmen C.RÖhfdCo. Bahnhofstr. 44 Wir wissen, daß wir das Problem der Freizeit des Jungarbeiters nicht gegen, sondern mit der eine Erziehung der Jugend führen kann, die lediglich auf eine berufliche Ausbildung beschränkt wird. Es muß hierbei einmal mit aller Deutlichkeit gesagt werden, daß zur Ergänzung der beruflichen Ausbildung die körperliche Ertüchtigung eine unbedingte Notwendigkeit ist. Die Voraussetzung für eine derartige Körperschulung der werktätigen Jugend ist jedoch eine angemessene Freizeit. Diese Körperschulung dient gleichzeitig der Gesundheit der Betriebsjugend. Sie zu erhalten ist mit die größte Aufgabe. Stets werden sich daher die verantwortlichen Stellen der Deutschen Arbeitsfront und der Hitler-Jugend für eine angemessene Freizeit des deutschen Jungarbeiters einsetzen aus der richtigen Erkenntnis heraus, daß die Freizeit des Jungarbeiters von heute die Gesundheit der Arbeiterschaft von morgen sein wird. Diese Freizeitforderung ist daher kein unbilliges Ansinnen, das an die Betriebsführer und Lehrmeister gerichtet wird. Allerdings müssen die Betriebsführer und Lehrmeister die Gewähr haben, daß diese Freizeit von den Jugendlichen nicht verbummelt wird, sondern vernünftig angewandt wird. Das Mehr an Freizeit soll nicht in Kaffeehäusern. sondern auf dem grünen Rasen der Sportplätze oder in der freien Natur zugebrachk werden. Wer erteilt Fortgeschrittene VioliD-DDtBrricht Schr. Angeb. mit Preiscmg.u.0527 andenGießLlns. Berlin, 4. Febr. Wie der Reichs-Jugend-Pressedienst mitteilt, hat der Stabsführer der Reichsjugendführung eine Verordnung erlassen, nach der in Zukunft die Abzeichen der Hitler-Jugend bei der Aufnahme in die HI. durch den Formationsführer verliehen werden. Die Verleihung wird für die neuaufgenommenen Jungen und Mädel nach einer bestimmten Probe- ze i t im Rahmen einer kurzen Feier durchgeführt, " biß innerhalb der Gefolgschaft oder Gruppe (bzw. Fähnlein oder Jungmädelgruppe) stattfindet, und die die Bedeutung des Eintrittes in die HI. besonders betonen soll. Durch diese feierliche Verleihung soll noch mehr als bisher erreicht werden, daß die Abzeichen der HI. den neueintretenden Jungen und Mädeln nicht als etwas Selbstverständliches oder als etwas alltäglich Käufliches gelten, sondern als etwas Erarbeitetes und als ehren- voller Besitz. In ähnlicher Form wurden bisher 9 Z Wohnwagen weitergezogen und nicht mehr zu finden. Der Zigeuner soll sich Philipp S t e r t u g u m genannt haben, aus Frankfurt a. M. stammen und in Darmstadt wohnhaft sein. Er reist mit zwei Wohnwagen. Der Zigeuner Philipp Stertugum hält sich, wie der Frankfurter Kriminalpolizei inzwischen bekannt geworden ist, in der weiteren Umgebung von Darmstadt auf und ist an seinem verkrüppelten rechten Ohr sehr gut zu erkennen. Bei der Verlogenheit der Zigeuner, die auch als Zeugen selbst in unwesentlichen Dingen die Unwahrheit sagen, ist die Polizei auf Mitteilungen aus der Bevölkerung angewiesen. Die Verlogenheit der ausländischen Zigeuner, die in Deutschland Pferdehandel treiben, dürfte wohl mit den Sippengesetzen in Verbindung zu bringen sein, die eine richtige Auskunft an Richt- zigeuner verbieten. Es wird daher nochmals darum gebeten, daß alle Personen, die mit Zigeunern in geschäftliche Verbindung getreten sind und hierbei die Betrogenen waren, ihre Wahrnehmungen umgehend der nächsten Polizei- ober Genbarmeriestation zur Weitergabe an bie Landes« kriminalpolizeistelle Frankfurt am Main Mitteilen. Werbe-Aus st ellung einen Umzug. Der Spielmannszug ber Feuerwehr marschierte voran. Durch einen Sprechchor würbe auf die Bedeutung der Ausstellung hingewiesen. T Lützellinden, 4. Febr. Im hiesigen Gemeindewald fand am gestrigen Montag die diesjährige erste Brennholzoersteigerung statt. Es kosteten: Buchenscheit 10 bis 14 Mark, Buchenknüppel 10 bis 12 Mark, Kiefernscheit 6 bis 8 Mark, Kiefernknüppel 5 bis 6 Mark, Eichenscheit 7 bis 9 Mark, Eichenknüppel 6 bis 8 Mark, Eichennutzscheit 8 bis 10 Mark pro Raummeter, Buchenwellen 8 bis 13 Mark, Eichenwellen 6 bis 8 Mark, Weichholzwellen 3 bis 7 Mark, Kiefernwellen 5 bis 6 Mark pro 50 Stück. CD Hörnsheim, 3. Febr. Am Samstag konnte Frau Christine Mandler, geb. Hinkler, das Jubiläum einer 40jährigen Dienstzeit als Hebamme feiern. Die Jubilarin hat bei rund 660 Geburten Hebammendienste geleistet. Sie steht im 65. Lebensjahre und erfreut sich noch aller körperlichen und geistigen Frische. Ihren verantwortungsvollen Beruf hat sie stets pflichteifrig und gewissenhaft ausgeübt. Durch ihr freundliches Wesen ist sie über bie Grenzen ber Gemeinde hinaus beliebt. Daher wurden ihr auch zahlreiche Ehrungen, Geschenke und Blumenspenben zuteil. Kreisarzt Dr. Schulte (Wetzlar) überbrachte bie Grüße ber Regierung und überreichte ihr einen Fliederstrauß sowie eine Ehrenurkunde. Im Namen der Gemeinde Hörnsheim übergab Bürgermeister Volk als Zeichen ber Anerkennung einen Ruhesessel. Kreis Bieöenfopi Suche alten.gute Bretter auch Kisten zu kaufen. Schrift!. Ana. u. 753D an b. Gieß. Anzeig. 5000MARK bo« bert.i Pflf > bie nu: , dal' ■' B- i Vick L Willy Letsch, Gießen Ruf 3235 MnlMtnell-GeWsl mit gut. 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Am Samstag, dem 29. Februar 1936, abends 8 Uhr Wilhelm Backhaus der weltberühmte Pianist. Eintrittskarten Mk. 1.25 bis 3.50 bei Challier. 744d Musikwissenschaftliches Seminar der Universität Dienstag, 11. Febr., 20.15 Uhr, im gr. Hörsaal Offener Abend „Deutsche Lieder des 15. und 16. Jahrhunderts“ Solovorträge und a-capella-Chöre. 0533 Eintritt frei. Oie Zähne des Pferdes gefärbt. Immer neue Betrügereien der Zigeuner werden aufgedeckt. — Oie Bevölkerung zur Mitarbeit aufgefordert. Mercedes Mk. 186.- schonf.montLM.8J0 FranzNMo., Gießen Selters weg 44 3M sä Preußen. Kreis Wetzlar = Wißmar, 3. Febr. Im Rahmen ber Er- zeuaungsschlacht ist man in unserer Gemeinbe be= nwtjt, Gelänbe urbar zu machen. In unserer Gemarkung liegt bas Wißmarbachtal, eine große Wiesenfläche, bie jeboch infolge ungenügend den Wasserabflusses stark versauert ist. Die Gemeinbe hat sich nun entschlossen, im Wege ber Notstanbsarbeit bie Fläche trockenlegen zu lassen, um guten Wiesengrunb zu gewinnen. Diese Maßnahme wirb um so mehr begrüßt, als hiesige kleinere Lanbwirte bisher barauf angewiesen waren, in fremden Gemarkungen Futter zu kaufen. Auch im Hinblick auf bie Arbeitsbeschaffung wirb bas Vorhaben ber Gemeinbe sehr begrüßt. Der Weg, ber im vergangenen Jahre zum größten Teil ausgebaut würbe, soll einige hunbert Meter weiter bis zur Gemarkungsgrenze ausgebaut werben. Auch biefe Maßnahme wirb sich günstig auswirken, ba ber Weg für bie Holzabfuhr aus ber Gemeinde und aus staatlichen Waldungen von großer Bedeutung ist. — Am Samstagabend fand im Wolffchen Saale ein Lichtbilder-Vortrag des Reichsnährstandes statt. Ortsbauernführer Wagner begrüßte bie Teilnehmer. Stabsleiter Fischer von ber Kreisbauernschaft Wetzlar sprach über bas Reichserbhofgesetz, bie Marktregelung, bie Ansied- lung von Jungbauern unb bie Milchversorgung. Der Vortraa würbe aufmerksam verfolgt. — Der Reichsluftschutzbunb, Ortsgruppe Wißmar, veranstaltete am Samstag als Auftakt für seine rabe bie Wirtschaft an ben burchaus berechtigten Forderungen ber beutschen Jugenb nicht vorübergehen wirb unb bei ber Gewährung eines bezahlten Erholungsurlaubes nicht kleinlich verfährt. Wirb so burch ben Sportwettstreit im Reichsberufswettkampf bas Freizeitproblem ber beutschen Jugenb noch einmal entscheidend berührt, werben anberseits burch biefe Sportkämpfe eine Million fdjaffenber Jugenblicher eindringlich auf ben Wert unb bie Bebeutung ber körperlichen Ertüchtigung hingewiesen. Herrenfahrrad gut erhalt., billig LbZugeben 0513 «wottstraßel8 v Hünche" leiten >hn s ler bem D*9r ’ 8*?,, Wer über «inqe trügen wenige Mn werken W\ ber an den. unb die die zu dm i Welt zusamn sen unb i unb hollanbe unb unfern Mit elellns bes„Merne" das feit Man feierlichen En gen fein Fes ist geschmuck Triumphbage! Sinnbild der Fülle der Fl und zusammc Der Derlei nommen, die gemacht. Po stabten tun l alle Kräfte o Anspruch nehi bie offiziellen eingetroffen, i tiere, bie Zak Sie genießen weit, bie eher dieses Kurort baulichen Zer Vergangenhei bie deutsche Tal führten, seinen früher Im übrig Denn das D anderswo, so führung tzer M Di? T Grab, es gab in ben höher Propheten flöt ! Umschlag, der Eislöcher lach falls bie Kun terungseinflüfj ftabions werd riefelt unb bi zuverlässig ein Schnee angefii entwickelt sich fen hoffen, ba Alltäglich zj Portenkirchens Uebung unb fi düng ist mobif "au zusehen, । Auch^Sportler Garnicht-Sport nerrät bas Obiger Leber Xraming ift b Es abenblichei B y,e «""3' slube mit Mas l,m Großstadts häufe, s^lbtägljch p Kunstläufer J ihr- ( rulauser nad des Ka konnten und Z>N"-«r do ^uste, die n 8u ihrem De & Fast zu xch°nzen ui ?/euzeckb ^°hn fährt i »Stunde, K?"' °°n! te ? •' boten bi W ?re m" Kund oen n,enn er „ wird ü re Arten 7?^er, dem ^hmi dum wach^ k n9> selbst \ ^rte »raS i. a lchZ?pir„ie bie e (rRte Ütle^jenbe der Zr»», .d 1 SÄ Gymnasium,Realgymnasium Oberrealschule und Lyzeum zu Gießen Me ^"Meldungen für das neue Schuljahr werden Freitag, den 7. Februar 1936, vormittags von 9 bis 1 Uhr, im Direktor- ?inhmmpnnr*arerlre^enrie21 ^nÄaIt entgegengenommen. Hierbei öoräulTgenC^etn/ etiter Impfschein und Abgangszeugnis AU die c^L^bme in die Sexta ist der vierjährige erfolg- reiche Besuch der Grundschule erforderlich, doch können beson- ders leistungsfähige Schulkinder nach Anhören des Grundschul- nnA ? Genehmigung der Schulaussichtsbehörde auch schon nach drenahrigem Schulbesuch ausgenommen werden. Aufnahmeprüfung: Montag, den 2. März, 8 Uhr. 662d Die Direktionen: Dr. Wolkewitz. Angelberger. Leonhardt. Schelborn. erreicht hat, wird von der weiteren Teilnahme am Reichsberufswettkampf, also den Endentscheidungen, ausgeschlossen, mögen seine beruflichen Leistungen eine auch noch so hervorragende Qualität aufweisen. Diese Bestimmung zeigt deutlich, welcher Wert gerade den sportlichen Leistungen beigemessen wird, um zu verhüten, daß „geistreiche Schwächlinge" im Reichsberufswettkampf besonders gefördert werden. Die verlangten Hebungen waren für die männliche Jugend 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Keulenweitwurf; von der weiblichen Jugend wurde der 75-Meter-Lauf, Hochsprung und Schlagballweitwurf erwartet. Die bei den Wettkämpfen ermittelten Leistungen zeigten teilweise ein recht niederschmetterndes Ergebnis auf. Soweit die Jugendlichen nicht der Hitlerjugend, der SA., SS., dem BDM. oder einem Turn- oder Sportverein angehörten, hatten sie z. B. keinen 100-Meter-Lauf mehr gemacht feit ihrer Schulentlassung; die fest- gestellten Ergebnisse waren entsprechend. In fast allen Berufsgruppen zeigte sich das gleiche Bild, wobei noch betont gerben muß, daß in der Gruppe Landwirtschaft die Ergebnisse, vor allem bei den Mädchen, am schlechtesten erschienen und unter allem Durchschnitt lagen. Diese wenigen Beispiele zeigen deutlich, wohin I Verkäufe | Einige schöne EkagelilWser nut 5-, 6- und 7- Zirnmer- Wohnungen in gutem Zustande und schöner Lage per sofort preiswert zu verkauf. Schr.Angeb.unt. 0431 a. d. G. A. Gebrauchtes Dnimmoö zu verkaufen. 053» Asterweg 3. Frankfurt a. M., 3. Febr. (LPD.) Die von der Frankfurter Kriminalpolizei in letzter Zeit an- gestellten weiteren Untersuchungen der Lebensweise der Zigeuner haben eine Fülle von Betrugsfällen zur Kenntnis der Polizei gebracht. Mit welcher Lift und mit welchem Geschick die Zigeuner beispielsweise beim Pferdehandel Vorgehen, beweist ein Fall, der sich Mitte November des vergangenen Jahres in Heppenheim zugetragen hat. Ein Landwirt besaß ein altes und nicht mehr oerwendungsfähiges Pferd, das er gegen ein jüngeres Tier eintauschen wollte. Er fiel nun in die Hände der Zigeuner und erhielt auf dem Tauschwege und unter Zuzahlung eines Betrages ein angeblich jüngeres Pferd. Die gesetzliche Garantie bezüglich des Gesundheitszustandes der Tiere wurde beiderseits zugesichert. Der Landwirt stellte jedoch schon am nächsten Tage fest, daß das eingetauschte Zigeunerpferd dämpfig war. Außerdem hatte man die Zähne des Tieres abgebrannt und gefärbt, wodurch der Bauer in dem Alter des Tieres getäuscht worden war. Das eingetauschte Pferd war tatsächlich viel älter, als das alte Tier des Landwirts. Als sich der Bauer nun wieder mit dem Zigeuner in Verbindung setzen wollte, war dieser bereits mit feinem WWW Gesangverein Heiterkeit Maskenball I am Samstag, dem 8. Februar, 20.11 Uhr, ™ ™ ■ in der Turnhalle am Oswaldsgarten [742d Zwei Kapellen! • Eintritt 1.50 Mark • Zwei Kapellen! Vorverkauf: Modehaus: Nowack, Seltersweg, Schneberger, Schulstraße, Volz, Bahnhofstraße; Offenb. Lederwaren C. Röder, Kirchenplatz u. Lieber Straße, Zig.-Haus Schomber.Ludwigstraße (Ecke Riegelpfad), Zig.-Haus Sonntag, Schulstraße u. Seltersweg Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene m. 8 jähr. Schulbildung. Ziel : Mittlere Reife (früher Einjähr. - Exam. genannt). Für Mädchen auch Kochen und Nähen. Schulgeld RM 17.—, keine Nebengebühren. Ein u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM 19.-, keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige i. Maschinenschreiben, Stenographie und allen Handelsfächern. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte in Gießen jederzeit im Schulgebäude Uoethestraße 32. ,NSG. Durch den Reichsberufswettkampf sollen keine beruflichen Rekorde geschaffen werden, wie es leicht durch eine Ueberspitzung der Wettkämpfe geschehen könnte Keinem beruflichen „Strebertum" soll Vorschub geleistet werden, sondern statt dessen soll im Reichsberufswettkampf die gute Durchschnittsleistung anerkannt und herausgestellt werden. In dieser Durchschnittsleistung werden sich jedoch weltanschauliche Gesinnung, berufliches Können und körperliche Leistungsfähigkeit zu einem harmonischen Dreiklang verbinden müssen. So wird auch im kommenden Reichsberufswett- fampf nicht eine besonders geschickte Handfertigkeit oder ein besonders überragender Geistesblitz bevorzugt bewertet werden, sondern die körperliche und geistige Ausgeglichenheit, der gesunde Geist in einem gesunden Körper Der sportliche Wettkampf nimmt daher auch innerhalb des Reichsberufswettkampfes eine ganz besondere Stellung ein. In die Gauzwischenentscheidung des Berufswettkampfes eingeschoben, bildet er bei der Gesamtbewertung der Leistungen das Zünglein an der Waage. Wer bei den Sportwettkämpfen der Gau- zwischenentscheidung eine gewisse Mindestzahl nicht Boom zirka 500 qm möglichst Stadt- innere zu kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. m. Preis u. Bedingungen unt.0531 an den Gießener Anzeig. | Empfehlungen,] Anerkannte 5001- lotion Industrie Ovalgelbe Ackersegen Nach erteilt. Genehmigung: Gelbe Frühe Zwickauer Quitte 748d verkauft nach den feitgesetzt. Preisen des Reichsnährstandes Ernst Köhler Bettenhausen über Lich Teleph. 383 Lich Familiendrucksachen m. Biedenkopf, 4. Februar. Im Bezirk des Kreisjägermeisters Biedenkopf lieferten die Jäger 1 Hirsch, 76 Rehe und 58 Hasen für das Winterhilfswerk ab. Außerdem wurde der Betrag von 66,20 Mark gespendet. Der Kreisjägermeister sagte in einem Aufruf den Jägern herzlichen Dank. Trockenes kurz- geschnittenes Tannen- ssssv MukhMI] liefert Sägewerk Weller,Leihgestern llllllllllllllllllllllllllllll Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dieVerblndung her zu Ihren Erzeug* niesen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 llllllllllllllllllllllllllllll T • £ «egen fonoern mit der v o l 1 e r Ä e 11 tz. In ähnlicher Form wurden bisher Azirtschaft und den sie betreuenden und schützenden die goldenen Ehrenzeichen der HI. durch den Bann- Organisationen der Bewegung und des Staates führer verliehen. losen können. Die Jugend erwartet jedoch, daß ge- KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Taulenden beachtet und geleien. ANiNlWch abzugeb. Bestell, erb. wir v Vostk. DamplsägewerkLollar B.NuhnA.6.,Lollar. Gebr. brauner Röder-Herd Gr. 105X70 cm zu verkaufen. 0524 Walltorstr. 4 p Msleliauzilg Pierrot, fast neu, bA/u verk. 0529 Bleirlntr.l3tt. | Kaufgesuche | Haus am Kugelberg o. in derNähe, geg. Kaffe zu kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 0517 an o. Gieß. Anz. -Moderner gebr., guterhaltener Kinderwagen billig zu kaufen gesucht.Wo?sagt d. Gieß. Anz. 75iv Ala Anzeigen-Aktiengesellschaft ■unsanzeigen Annahme von Anzeigen für r ~ r TC. r - Brühl, Schuistr.7 alle Zeitungen und Zeitschriften Kletzen, Schulstraße 7 Nr. 30 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, 5. Februar Mb Das Spiel kann beginnen. Don unserem W. B.-Sonderberichterstatier Garmisch, 4. Febr München entbietet den ersten Gruß Seine Kopsstationen fangen den Strom der Gäste auf leiten ihn zum Starnberger Bahnhof unter dem Olympiazeichen des Eingangs in die ae- schmückte Vorhalle, die durch lange einfarbige Wimpel gegliedert ist, und an die Züge, deren Streckenschilder über dem Ziel die fünf verschlungenen Ringe tragen. Auf der Hinfahrt unterbrechen nur wenige Menschen die Reise in München und bemerken den vielsprachigen Willkommensgruß der an den Hotels, Restaurants und Läden hängt und die Gastfreundschaft der Stadt allen anbietet, die zu dem bedeutenden Ereignis aus der ganzen Welt Zusammentreffen: den Angelsachsen, Franzosen und Belgiern, den Italienern, Skandinaviern und Holländern, den Balten, Griechen und Türken und unfern östlichen Nachbarn. Mit elektrischen Bahnen, mit den Aussichtswagen des „gläsernen Zuges" fahren sie nach G a r m i s ch, das seit Monaten gerüstet hat, seit Wochen zum feierlichen Empfang vorbereitet und in diesen Tagen sein Festgewand angelegt hat. Der Bahnhof ist geschmückt und über die Straßen werden Triumphbogen aus Tannengrün gezogen, die das Sinnbild der Olympischen Spiele tragen und die Fülle der Flaagen und Fahnenmasten vergrößern und zusammenfassen. Der Verkehr hat großstädtischen Umfang angenommen, die Bahnhofstraße wurde zur Einbahn gemacht. Polizisten aus den bayerischen Großstädten tun hier Dienst während dieser Tage, die alle Kräfte von Verwaltung und Organisation in Anspruch nehmen. Nach den Aktiven sind nun auch die offiziellen Vertreter der teilnehmenden Länder eingetroffen, die Journalisten beziehen ihre Quartiere, die Zahl der Schlachtenbummler mehrt sich. Sie genießen die einzigartige Schönheit der Bergwelt, die ebenso sehr wie der Wintersport den Ruf dieses Kurortes begründet hat, sie bewundern die baulichen Zeugen seiner reichen und kunstsinnigen Vergangenheit, die Frucht der vielen Kaiserzüae, die deutsche und italienische Kultur durch dieses Tal führten, die Frucht der Kaufmannszüge, die seinen frühen Wohlstand schufen. Im übrigen wird vom Wetter gesprochen. Denn das Wetter ist kein Verlegenheitsthema, wie anderswo, sondern eine Lebensfrage für die Durchführung her Spiele und also wichtigster Gesprächsstoff. Di* Temperaturen bewegten sich um Null Grad, es gab Regenfälle, und Schnee hielt sich nur in den höheren Lagen; die einheimischen Wetterpropheten flöteten in Moll oder sprachen von dem Umschlag, der gewiß kommen würde. Einzig die Eisläufer lächelten überlegen, denn sie sind (jedenfalls die Kunstläufer) autark gegenüber allen Witterungseinflüssen: die Betonplatten des Eislaus- stadions werden chemisch gekühlt, mit Wasser überrieselt und bieten auch bei höheren Wärmegraden zuverlässig eine gute Eisfläche. Im Rundfunk wurde Schnee angekündigt, und es gab Schnee; das Wetter entwickelt sich wie im vorigen Jahre, und wir our- fen hoffen, daß es in olympischer Hochform bleibt. Alltäglich zieht die Gast-Bevölkerung Garmisch- Partenkirchens hinaus an die Stätten J.Pprtim)er Uebung und kommenden Kampfes. Sportliche Mei- duna ist modisch geworden und man mutz oft g nau zusehen, ob einer der Aktiven ober einer der Auch-Sportler (und -Sportlerinnen) oder etwa em Garnicht-Sportler demselben Ziel zustrebt. Und das verrät das Gesicht; gelockert, ausgeruht von gleichmäßiger Lebensweise, konzentriert, beherrscht Training ist der Ausdruck der Olympiareifen die alle abendlichen Zerstreuungen meiden deren Garmisch Die ganze Spanne von der einfachen। 6^ stube mit Maßkrügen bis zu Tanzcafes und Bars im Großstadtstil bietet, manchmal alle in einem ^Mtäglich proben und arbeiten fie, feilen bie Kunstläufer an ihrer Leistung, eilen dieJ^eü- läufer, ihre Geschwindigkeit zu halten suchen Die Skiläufer nach allen Abfahrtsmoghchkelten die am Tage des Kampfes zur Strecke bestimmt werden könnten und nach den Langlaufwegen gleiten Di Springer von den Schanzen. Der Andrang allen Plätzen ist groß und wird vermehrt durch Gäste, die nicht an den Kämpfen teilnehmen und au ihrem Vergnügen in Garmisch Winter port treiben S zu jeder Tages- und Nachtzeit ist an den Schämen und im Eisstadion Betrieb, und die Kreuze ckb ahn, die erste bayerische Schwebe- bobn fahrt unter Tag ununterbrochen, sechsmal in der Stund zur 900 Meter höher gelegenen Berg- ftntinn oon der man so ohne den Zeitverlust eines W ti”", S» ■«! £ >SS» ««s*R WÄÄ wenn er so reichhaltig und Schlager, alle wird. Walzer, Tango, So g ... aus Arten rhythmisch ausgeprägter upt 9 dem Lautsprecher, um allen ^benDen 9^^ werden. Manchmal freilich Läuferinnen zum Verhängnis und die lungsten^ -Q a ck Du nn" konnte einmal gerade noch selbst Jack -0 u n n lonn« bei emer Kr°tz°r^?°le°rllckL.s m» dem^rh°b°n°n Schlitt- fdjut Haarschar, an der Nase mler ist Der größte Reiz für derSchlachtenvuwi die erregende Spannung der 9Ausdauer xi Meter und hegt damit b Jiceier vut « « Ruud (Norwegen), von dem man aber weiß, daß er sich wegen seiner Kopfverletzung von Kitzbühel noch zurückhält. Die Stetigkeit und Ruhe der Wettkämpfer ist bei diesen nicht nur körperlichen Beanspruchungen zu bewundern. Während überall eifrig trainiert wird, ist bie Bobbahn fertig vereist worden, mußte aber wegen Regens, der die Oberfläche aufgeweicht hatte, nach einigen Versuchen unbenutzt bleiben; gleichzeitig weihte Staatsminister Wagner das neue Rathaus von Garmisch-Partenkirchen, das die Zusammengehörigkeit der beiden Gemeinden auch nach außen hin zeigt. Ein Festsaal wurde eröffnet, der bei einer Ausdehnung von 32 zu 76 Meter 1100 Sitz- und 500 Stehplätze enthält; er wird auch in späterer Zeit repräsentativen Veranstaltungen des Wintersport- und -kurortes dienen, vor allem aber in den nächsten Wochen von größter Bedeutung sein. Reichsärzteführer Dr. Wagner übergab das Olympia-Aerztehaus feiner Bestimmung, das auseinandernehmbar aus Stahl hergestellt ist und im Sommer nach Berlin gebracht werden soll Es enthält moderne Krankenräume und Laboratorien mit Röntgenapparaten und Kurzwellenapparaten für Hitzebehandlung. Wie bei allen großen Veranstaltungen hat die P o st für Publikum, Presse und Nachrichtenübermittlung reichlich Möglichkeiten geschaffen und für die Zeit vom 6. bis 16. Februar einen Olympiastempel in Garmisch-Partenkirchen eingeführt. Die Dienststunden der Aemter sind verlängert, und ein besonderes Pressepostamt ist eingerichtet worden, ein Sender f ü r Bildtelegraphie steht bereit, und aus zahlreichen Sendekabinen werden die Ergebnisse der Kämpfe gleichzeitig in verschiedenen Sprachen verbreitet werden. Garmisch ist gerüstet. Es sorgt für eine Zahl von Gästen, wie es sie noch nie beherbergt hat. Es spricht und antwortet in über zwanzig Sprachen. Es wartet. Alle warten in Garmisch. Die Welt wartet — auf den Augenblick, da die Spiele eröffnet werden, die sie sich geschaffen hat, auf den Augenblick, da Deutschlands Skimeister Willy Bogner den Olympischen Eid leistet für alle, die eintreten wollen in den friedlichen Wettkampf der Völker. Führende Mnner der Olympischen Spiele. M KM l .-SA-^y , MM r läjK I Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Gras Baillet-Latour (Zweiter von rechts), traf in diesen Tagen in Garmisch-Partenkirchen ein. Rechts neben ihm sieht man Ritter v o n Halt, den Präsidenten der IV. Olympischen Winterspiele. Links Baron le Fort, den Generalsekretär des Winter-Olympia, ferner Exzellenz Lewald, den Präsidenten des Deutschen Olympischen Ausschusses, und ganz links Dr. H a r st e r, den Leiter des Olympischen Presseamts in Garmisch-Partenkirchen. — (Scherl-Bilderdienst-M) Karimsch-Partenkirchen im Zeichen der fünf Hinge Hund um die Wettbewerbe. Zusammenkunft im Geiste echter Kameradschaft. Der Deutsche Olympische Ausschuß hatte durch seinen Präsidenten, den Reichssportführer von Tschammer und Osten, die ausländischen Mannschaftsführer und Begleiter sowie Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees zu einem kameradschaftlichen Beisammensein im Olympia- Haus des Skistadions geladen. An der Spitze sah man den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Graf de Baillet-Latour. Der Hauch von der völkerverbindenden Idee des Sportes war an diesem kameradschaftlichen Beisammensein deutlich zu spüren In einer kurzen Begrüßungsansprache legte der Reichssportführer Sinn und Zweck der Zusammenkunft klar. Er sprach den Wunsch aus, daß die Gäste sich in Garmisch-Partenkirchen recht heimisch fühlen mögen und stieß zum Schluß auf gute Kameradschaft an. Im Namen des IOK. dankte Graf de Baillet-Latour, der zugleich den Wunsch ausdrückte, daß die in einzigartiger Weise vorbereiteten IV. Olympischen Winterspiele' einen gleichguten Verlauf nehmen mögen. 15 Zentimeter Neuschnee im Tal. Zur rechten Stunde ist der Winter ins Werden- felser Land eingezogen. Die Schneefälle, die am Montag vorwiegend den höheren Lagen zugute gekommen waren, haben im Laufe des Dienstag auch im Tal eine dauerhafte Schneedecke geschaffen. 15 Zentimeter hoch liegt der Neuschnee in Garmisch- Partenkirchen. Die Temperatur sank auch im Laufe des Tages nicht unter Null Grad Auf die Ersatzstrecken für die Skiwettbewerbe wird man also erfreulicherweise doch nicht zurückzugreifen brauchen. Ausscheidungslaufe und Abschlußtraining. Am Dienstag sind nun auch die amerikanischen Eishockey-Spieler an der Stätte der Winterspiele eingetroffen. Die Spieler begannen sofort mit dem Training. .. .. Die Leitung der schwedischen Olympiamannschaft hatte am Dienstagvormittag eine Ausscheidung für die 18-Kilometer-Langläufer angesetzt. Auf einer zwischen dem Gudiberg und Klais oorgefpurten 5-Kilometer-Strecke, die dreimal zu runden war, machten sich 17 Läufer auf den Weg, Dänin er auch einige für die Kombination und den Dauerlauf gemeldete Vertreter. Die beste Zeit lief Ivar Lmd- qren mit 1:02:55 Stunden heraus. Aehnlich wie die Schweden machten auch die amerikanischen Tellnehmer am Dauerlauf, Langlauf und für die nordische Kombination einen Traimngslaus. Sie suchten sich hierfür eine 5 Kilometer lange Strecke aus, über die sie dreimal gingen. Als bester Mann erwies sich Magnus Satxe. Am Nachmittag waren beide Schanzen gleichzeitig für das Trainina freigegeben worden. Auf der Kleinen Olympiaschanze übten die Kombinationsspringer, auf der Großen die Spezialsprungläufer vor mehreren tausend Zuschauern. Zum ersten Male stellte sich auch wieder die deutsche Nationalmannschaft vor, die nach einem zehntägigen „Heimurlaub" wieder bas Hospiz neben dem Skistadion bezogen hat. Auf beiden Schanzen entwickelte sich ein mächtiger Uebungsbetrieb. Von den Deutschen hinterließen Franz Haselberger (Traunstein), Hans Marr (Oberhof) und Paul Krauß (Jo- hann-Georgenstadt) den besten Eindruck. Eifrig an der Arbeit waren auch die Polen, Norweger und Schweden. Die Oesterreicher hatten ihr einheimisches Trainingsgebiet verlassen und gingen ebenfalls über die Schanzen in Garmisch-Partenkirchen. Die berühmte Neuner-Strecke, die Olympische Abfahrt, wurde von sehr vielen heimgesucht. Fast den ganzen Tag über wurde von dem Trainingsrecht reger Gebrauch gemacht. Die ersten Sternflug-Teilnehmer Aus Dem Flughafen München-Oberwiesenfeld, dem Ziel des „Internationalen Sternfluges zur Winter-Olympiade 1936", trafen am Dienstag bereits die ersten Teilnehmer dieses vom Aero-Club von Deutschland ausgeschriebenen Sternfluges ein. Bis Mittwoch mittag 17 Uhr müssen alle Teilnehmer in München-Oberwiesenfeld gelandet sein, am Donnerstag 6 Februar, vormittags 11.30 Uhr, wird dann der Gemeinschaftsflug nach Garmisch- Partenkirchen gestartet. Die Schnellsten starten zuerst! Die Reihenfolge der Startplätze wurde erfreulicherweise nicht dem blinden Zufall überlassen, sondern man einigte sich dahingehend, das Feld in drei Gruppen nach Leistung und Können einzuteilen und innerhalb dieser Gruppen wurde die Auslosung Dorgenommen. Bei den Männern umfaßt die Leistungsklasse I die Nummern von 1 bis 8, in der mit Ausnahme von Rudi Cranz alle Deutschen vertreten sind. Guzzi Lantschner führt mit Startnummer 1 den Reigen an, Franz Pfnür folgt als Fünfter und Roman Worndle als Achter. Bei den Frauen zählt die Spitzenklasse bis zur Startnummer 13. Die Startplätze Der deutschen Läuferinnen Zilmvortrag des Deutschen Reichs- bundeö für Leibesübungen. Am Donnerstag veranstaltet der RfL. in Gießen einen Filmvvrtrag über das Thema „Die Fuß ball- regeln". Der Film wird an Hand von Beispielen und Vorfällen auf den Plätzen die Anwendung der Regeln zeigen. Einleitend spricht der Kreisfachamtsleiter für Fußball Hugo Henkel. Der Film ist derart zufammengestellt, daß er auch den Nichtschiedsrichtern ein klares Bild über die Regeln und ihre Anwendung vermittelt. Anschließend läuft der Film „Technik des Fußballspiels". Fußball in den Volks- und Höheren Schulen. In den einzelnen Klassen der Schulen unserer engeren Heimat wird in diesen Tagen das Fußballspiel in geordnet durchgeführten Spielreihen aufgenommen. Die Fußballkämpfe werden jeweils Dienstags und Donnerstags ausgetragen. Es werden von Schulen der verschiedenen Landorte untereinander, aber auch mit den Mannschaften der Schulklassen der Stadt Fußballspiele ausgetragen. Die Spiele beginnen bereits am morgigen Donnerstag, und zwar sind folgende Begegnungen vorgeseh"n: Allendorf — Hausen; Oppenrod — Rödgen; Alte Pestalozzischule; Gießen — Wieseck; Lollar — Al- ten-Buseck und Watzenborn — Goetheschule Gießen^ sind: Grasegger Nr. 6, Resch Nr. 8, Cranz Nr. 10 und Pfeiffer Nr. 12. Die ersten Auslosungen! Für die ersten Skiwettbewerbe, die am 7. Februar auf der Neuner-Strecke vom Kreuzeck-Joch bis zur Kreuzeck-Talstation zur Durchführung kommenden Abfahrtsläufe für Männer und Frauen, fand am Dienstag im Neuen Rathaus die Auslosung statt. Die für beide Prüfungen abgegebenen Meldungen erhielten auf Grund der im Training gezeigten Leistungen einige Abstriche. So sind von 125 gemeldeten Männern nur noch rund 70 Teilnehmer aus 21 Nationen übriggeblieben. Bei den Frauen sind von 59 Gemeldeten noch rund 40 Teilnehmerinnen aus 14 Nationen am Start zu erwarten. Der Deutsche Skiverband hat als seine Vertretung bei den Frauen Christi. Cranz, Käte Grasegger, Liess Resch und Hadi Pfeiffer, bei den Männern Franz Pfnür, Roman W ö r n d l e , Rudi Cranz und Gustav L a n t s ch- ner bestimmt. Auslosung zum Olympia-Eishockey-Turnier. Im Rathaus zu Partenkirchen wurde Montagabend unter dem Vorsitz von Baron le Fort und im Beisein einer Vertretung der Internationalen Eishockey- Liga die Auslosung für das Olympische Eishockeyturnier Dorgenommen. Von 17 gemeldeten Mannschaften werden nur Jugoslawien und Finnland fehlen. Die übrigen wurden in vier Gruppen ein» geteilt, drei zu vier Mannschaften, eine zu drei Mannschaften. Die vier stärksten und die vier schwächsten Mannschaften wurden „gesetzt". Die übrigen sieben für Die einzelnen Gruppen ausge» lost. Es spielen also in: Gruppe A: Kanada, Oesterreich, Polen, Lettland, Gruppe B: Schweiz, Italien, Deutschland, USA, Gruppe C: Tschechoslowakei, Ungarn, Frankreich, Belgien, Gruppe D: England, Schweden, Japan. Die beiden Ersten aus jeder Gruppe gelangen in die Zwischenrunde, die vier Besten der Zwischen- runde spielen in der Endrunde jeder gegen jeden, wobei jedoch Spiele der Zwischenrunde angerechnet werden, so daß also Nationen, die bereits in der Zwischenrunde gegeneinander gespielt haben, in der Endrunde ihren Kampf nicht zu wiederholen brau» chen. Hier wird vielmehr das Ergebnis aus der Zwischenrunde gewertet. Aus Sicherheitsgründen wird sich die Vorrunde über vier Tage erstrecken. Am ersten Tage werden vier Spiele, am zweiten und dritten Tage je sieben Spiele und am vierten Tag drei Spiele durchgeführt. Gespielt wird auf dem Riessersee und im Olympischen Kunsteisstadion. Am Eröffnungstage spielen gegeneinander: Kanada — Polen, USA — Deutschland, Ungarn — Belgien, Schweden — Japan. Die genaue Auslosung Der Abfahrts-Spitzengruppe. Bei der Auslosung der Platznummern für die Abfahrtsläufe der Männer und Frauen in Garmisch-Partenkirchen erhielten die Läufer und Läuferinnen der Spitzenklasse folgende Startnummern: Nr. 1: Gustav Lantschner (Deutschland); Nr. 2: Allais (Frankreich); Nr. 3: Birger Ruud (Norme- gen); Nr. 4: James Riddel (England); Nr. 5: Franz Pfnür (Frankreich); Nr. 6: Per Fossum (Norwegen); Nr. 7: Lunn (England); Nr. 8: M. Wörndle (Deutsch- land). Frauen. Nr. 1: Pinching-England; Nr. 2: Anni Rüregg-Schweiz; Nr. 3: Weikert-Oesterreich; Nr. 4: Wiesinger-Jtalien; Nr. 5: v. Schimmelpen- inck-Holalnd; Nr. 6: Käte Grasegger-Deutschland; Nr. 7: Liegh-Boughton-England; Nr. 8: Reid Butler-Kanada; Nr. 9: Lisa Resch-Deutschland; Nr. 10: Jeannette Keßler-England; Nr. 11: Christ! CranA- Deutschland; Nr. 12: Hadi Pfeiffer-Deutschland. (Startnummern zu Frauenabfahrt berichtigt!) Die Schweizer Meisterin und im Vorjahre gefährlichste Rivalin von Christi Cranz, Anni Rüegg, stürzte am Dienstag beim Training. Sie zog sich eine Muskelzerrung zu, so daß es fraglich ist, ob sie ihrer Startverpflichtung bei den Olympischen Spielen wird nachkommen können. Ausländisches Lob für die Organisation. Der Sonderberichterstatter Des „Jour" meldet seinem Blatt aus Garmisch, man glaube sich in das Paradies Der Journalisten versetzt. In Garmisch seien 350 Journalisten aus allen fünf Erdteilen zusammengekommen, aber ein jeder werde beraten und erhalte Auskunft, als wenn er allein anwesend wäre. Alles Notwendige habe man der Presse zur Verfügung gestellt, und besonders auf dem Post- amt, Das bis Mitternacht offen sei, werde man mit einer Freundlichkeit empfangen, die sich erheblich von der Behandlung unterscheide, die die französischen Journalisten in Frankreich gewohnt seien. Die Organisation fei so, daß ein jeder zehn Minuten nach einem Kampf das schriftliche Ergebnis in einem eigenen Exemplar in seinen Händen haben könne, man fei wahrhaftig undankbar, wenn man dazu nicht ein „Bravo!" sage. Das Entgegen- kommen und die Liebenswürdigkeit der Offiziellen und der Bevölkerung — so hebt der Mitarbeiter Des „Jour" noch befonDers hervor — seien ganz außergewöhnlich. n 3( (5 Handball im Kreis Lahn-Oill(Gau XII) Londorf I — Haufen I 1:4 (1:1). Die in neuer Aufstellung spielende Hänfener Mannschaft konnte, nachdem sie gegen Beuern am Dor- lonntag in Hausen 11:2 siegreich blieb, ihren Sieges» zug in Londorf fortsetzen. Während Londorf das Spiel in der ersten Halbzeit noch unentschieden halten konnte, stand die 2. Halbzeit ganz im Zeichen der Gäste. Fußball der Kreisklaffen. Pokalspiel: Oberbiel — Philippstein 2:0. Verbandsspiele: Rodheim — ßoLar 1 *3; Burgsolms — Bissenberg 2. 2:2; Albsharisen — Spfr. Wetzlar 1:3; Wetzlar 2. — Herrnannstein 8:2; Werdorf — Ehringshausen 2:1; Steinberg 2. — DfB.-R. 3. 7:2; Grüningen — Steinbach 5:4; Tv. 1846 — Wißmar 3:2; Flensungen — Rüd- dingshausen 0:6; Niedergirmes 2. — Spfr. Wetzlar 2. 2:0; Wetzlar 3. — Naunheim 2. 0:4. Gesellschaftsspiele: Garbenteich — Klein- Linden 5:2; Grohen-Linden — Fellingshausen 7:1. Sportverein 1920 Lollar. Rodheim I — Lollar I 1:3. Die erste Mannschaft traf am Sonntag im letzten Punktspiel auf die erste Mannschaft von Rodheim und zwar auf des Gegners Platz. Das Spiel selbst endete 3:1 für Lollar. Rodheim ging bereits nach einigen Minuten in Führung und Lollar brauchte einige Zeit, um sich zusammenzufinden und das Spiel überlegen zu gestalten. Nachdem in der ersten Halbzeit der Ausgleich gefallen war, setzte sich Lollar in der zweiten Halbzeit vor des Geg- ners Tor fest, brachte es aber nur zu zwei Treffern, die wohl den Sieg sicherstellten, aber keinesfalls den gerechten Ausgang darstellten. Dem Spielverlauf nach hätte Lollar höher gewinnen müßen. FEI. Rüddingshausen. Flensungen 3gb. — Rüddlngshaufen 3gb. 2:0 (1:0). Die Jugend verlor am Sonntag ihr letztes Pflichtspiel gegen die körperlich stärkeren Flensunger knapp mit 2:0 Toren. Flensungen I — Rüddingshausen I 0:6 (0:3). Die erste Mannschaft bewies erneut ihre Spielstärke. Trotz Ersatz wurden die Flensunger hoch geschlagen. Fußball im Turnverein Großen-Linden Grohen-Linden I. — Fellingshausen I 7:1 (2:0). Am Sonntag weilte Fellingshausen zum Gesell- schaftsspiel in Großen-Linden. Trotz der schlechten Bodenverhältnisse lieferten sich beide Mannschaften in der ersten Halbzeit einen ausgeglichenen und spannenden Kampf. Nach der Pause fielen die Gäste ab und mußten sich noch fünf Tore gefallen lassen, denen sie nur das verdiente Ehrentor entgegensetzen konnten. Winterschießen in Lützellinden. Bei dem gestrigen Winterschiehen der Kleinkaliber- Schützenvereine des Kreises Wetzlar um den Wanderpreis des Kreises errang die 1. Mannschaft des hiesigen Kleinkalibervereins Lützellinden diesen Preis zum zweitenmal mit dem guten Ergebnis von 388 Ringen, vor ungefähr 15 anderen Mannschaften. Die 2. Mannschaft des Vereins kam an vierter Stelle. Außerdem stellte der Verein mit seinem Schützen Ludwig Zörb den besten Einzeljchützen mit 93 Ringen. Kurze Sportnotizen. Baron Coubertin, der Schöpfer der modernen Olympischen Spiele, ist vom norwegischen olympischen Ausschuß für den Friedens-Nobelpreis 1936 vorgeschlagen worden. Hilde Sperling gewann bei den Dänischen Hallentennis-Meisterschaften, die jetzt beendet wurden, zusammen mit Anker Jakobsen das Gemischte Doppel gegen Fr. Willemoes/Malfroy mit 8:6, 6:1 und holte sich damit eine weitere Meisterschaft. ♦ Albert Richter hat sich jetzt von seiner in Basel erlittenen Sturzverletzung wieder erholt und wird am 9. Februar auf der Pariser Winterbahn erstmals wieder an den Start gehen. Nach den Olympischen Witttersvie- l e n werden Ende des Monats noch die Weltmeisterschaften im Eiskunstläufen abgewickelt. Tazio Nuvolari hat für die nächsten Tage Eekordversuche angekündigt und zwar will der italienische Rennfahrer die in deutschem Besitz befindlichen Automobil-Welttekorde über einen Kilometer (Hans Stuck) und eine Meile (Rudolf Caracciola) mit stehendem Start verbessern. Saalsportsest des Lahn-Dill-Kreises im DRV. Am Sonntag fand in Niedergirmes die erste Saalfportoeranftaltung des Lahn-Dill-Kreises statt. Eine stattliche Zahl von Zuschauern hatte sich ein- gefunden. Bereits vormittags begannen die Vorspiele im Radball. Fünf Mannschaften in der Schüler-, 8 Mannschaften in der Jugendklasse und 4 aktive Mannschaften kämpften um den Sieg. Insgesamt wurden 30 Spiele ausgetragen. Für die Entscheidungsspiele, die am Nachmittag abgewickelt wurden, hatten sich folgende Mannschaften placiert: In der Schülerklasse Krofdorf und Niedergirmes, in der Jugendklasse Krofdorf und Niedergirmes, bei den Aktiven Aßlar und Niedergirmes. Die Nachmittagsveranstaltung begann mit einer Begrüßungsansprache des Kreisführers Hauck (Gießen). Sodann fuhren die Jüngsten vom RV. Niedergirmes einen exakten Schülerinnen-Reigen. Das ler-Schülerkunstsayren vom RV. Niedergirmes and bei den Zuschauern reichen Beifall. Im End- piel um den dritten Platz der Jugendklasse standen ich die beiden Mannschaften von Wieseck gegenüber, den die zweite Mannschaft nach schönem Kampf gewinnen konnte. Ununterbrochen wickelte sich das reichhaltige Programm ab. Nach einem Jugendreigen von Niedergirmes folgte das Endspiel um den dritten Platz der Aktiven zwischen 1885 Gießen und Aßlar I, in dem die Gießener knapp mit 2:3 Toren die Oberhand behielten. Im 2er-Schülerkunstfahren zeigten die Jüngsten vom RV. Niedergirmes ganz beachtliche Leistungen. Der Jugendreigen vom RV. Wieseck gefiel sehr. Die Wiesecker konnten damit auch einen Sieg mit nach Hause nehmen. Das Endspiel um den ersten Platz im Schüler- Radball sah die Mannschaften von Krofdorf und Niedergirmes am Start. Die Krofdorfer, körperlich und technisch denen von Niedergirmes überlegen, konnten das Spiel für sich entscheiden. Auch im Jugend-Radball gab es einen Sieg von Krofdorf. Der Juqendreigen von Klein-Linden fiel vor Schluß zusammen; scheinbar lag ihnen der Platz nicht. Im 2er-Schülerkunstfahren konnten die Aßlarer gut gefallen und landeten damit einen Sieg über die Jüngsten von Niedergirmes. Das Endspiel der Aktiven wurde eine sichere Sache für die Mannschaft von Niedergirmes, die die Aßlarer 2. Mannschaft nach hartem Kampf mit 10:3 Toren abfertigen konnte. Den Schluß der Veranstaltung bildete die Siegerehrung. Die Ergebnisse: Schülerradball: 1. Krofdorf, 1. Mannschaft; 2. Niedergirmes; 3. Aßlar; 4. Gießen 1885; 5. Krofdorf, 2. Mannschaft. Jugendradball: 1. Krofdorf, 1. Mannschaft; 2. Niedergirmes, 1.; 3. Wieseck, 2.; 4. Wieseck, 1.; 5. Krofdorf, 2.; 6. Niedergirmes, 2.; 7. Niedergirmes, 3.; 8. Krofdorf, 3. Aktive: 1. Niedergirmes; 2. Aßlar, 2. Mannschaft; 3. Gießen 1885; 4. Aßlar, 1. Mannschaft. Schülerreigen: 1. Niedergirmes. Juaendreigen: 1. Wieseck, 184,3 Punkte; 2. Niedergirmes, 178 Punkte. Einer-Schülerkun st fahren: 1. Niedergirmes. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenleich I — Klein-Linden I 5:2 (3:0). Bei denkbar schlechten Bodenverhältnissen kamen drei Spiele in Garbenteich zum Austrag. Die erste Elf vom Sportverein zeigte wieder einmal ein hervorragendes Spiel. Sie war dem bisher ungeschlagenen Gegner in Ballbehandlung und Stellungsvermögen weit voraus. Gleich von Anfang an entwickelte sich ein flotter spannender Kampf, bei dem die Platzbesitzer bis zur Halbzeit mit 3:0 die Führung übernehmen konnten. Die Gäste setzten des öfteren großen Widerstand entgegen, vermochten aber nicht, an diesem Resultat etwas zu ändern. Nach dem Seitenwechsel kam Klein-Linden überraschend zu einem Gegentor, das jedoch erst Ansporn für Garbenteiechs erste Mannschaft bedeutete. Der Sportverein oerbefferte das Resultat auf 5:1, demgegenüber die Turner durch ein Selbsttor des rechten Verteidigers die Einheimischen das Schlußergebnis herstellten. Die Jugendmannschaften beider Vereine trennten sich mit einem Unentschieden von 1:1. — Ganz hervorragend schlugen sich die Jüngsten von Garben- teiech, die im Pflichtspiel ihren Gegner (Klein-Linden) mit 4:0 das Nachsehen gaben. Sportamt »Kraft durch Freude". heule folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. । Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Unioersitätsreit- I schule Schömbs. . Wirtschaft. Rindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder - (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 765 Stück Großvieh, 183 Fresser und 138 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 480 bis 620 Mark, 2. Qualität 340 bis 450 Mark, 3. Qualität 200 bis 300 Mark. Rinder, bis ^jährig 130 bis 200 Mt., X- bis 2jährig 200 bis 280 Mk., tragend 270 bis 500 Mark. Kälber bis 3 Wochen 24 Mk., bis 4 Wochen 38 Mk., bis 6 Wochen 52 Mark. Marktverkauf: Schleppend. — Nächster Markt: 18. Februar. Rhein-Mainische Börse. TNittagsbörse abbröckelnd. Frankfurt a. M., 4. Febr. Die Börse hatte heute überall geringes Geschäft. Nach der lebhaften Aufwärtsbewegung in den letzten Tagen des Monats Januar zeigt sich jetzt allgemein etwas Ermüdung. Insbesondere die Bankkundsckast hat sich stark zurückgezogen; auch heute laaen Aufträge nicht vor. Infolgedessen schritt die Kulisse zu leichten Abgaben, so daß am A k t i e n m a r k t die Kurse Überwiegend etwas abbröckelten. Die gegenwärtige Diskussion in der Außenpolitik dürfte zu der Zurückhaltung beigetragen haben. Von chemischen Werten notierten IG. Farben mit 153—152,50 (153,25), Scheideanstalt mit 213 (214), Deutsche Erdöl mit 109,75 (110,90), nur Goldschmidt zogen noch etwas an auf 115,13 (114,75). Elektrowerte lagen fast geschäftslos und gaben etwa 0,25—0,50 v. H. nach, Siemens waren 0,40 v. H. höher. Am Montanmarkt kamen die ersten Kurse überwiegend 0,50—1 o. H. niedriger an, Mansfelder Bergbau gaben 1,25 v. H. nach, lediglich Harpener notierten mit 113,25 nach 112,75. Im einzelnen eröffneten u. a. Jul. Berger 1,25, Deutsche Linoleum 0,40, Westdeutsche Kaufhof 0,50, Holzmann 0,50 und AG. für Verkehr 0,40 v. H. niedriger. Etwas fester lagen BMW. mit 125 (124,50), Deutscher Eisenhandel mit 118 (117,75), Cement Heidelberg mit 124,75 (124,50), Bemderg mit 94,65 (94,50), Reichsbank mit 186,50 (186,25), Kunstseide Aku mit 53,50 (53) und Haufwerke Füssen mit 92,50 (92,40). Moenus Maschinen, Feldmühle Papier und Bank für Brauindustrie lagen behauptet. Der Rentenmarkt lag zwar still, aber freundlich. Etwas schwächer eröffneten allerdings Reichsaltbesitz mit 110,13 (110,30). Höher lagen 5vroz. Verein. Stahlwerke mit 99 (98,75). Späte Schuldbuchforderungen (96,65), späte Wiederaufbauzu- scklage (67,65), Kommunal-Umschuldung (87,15) und Zmsvergütungsscheine (93) lagen unverändert. Am Auslandsrentenmarkt erhielt sich für Mexikaner bei behaupteten Kursen etwas Interesse; 5proz. innere Silber 6 (6), 4proz. Gold 8,30 (8,40). Im Verlaufe blieb das Geschäft sehr klein und nennenswerte Kursveränderungen traten kaum ein. Niedriger waren jedoch AEG. für Verkehr mit 106,25 nach 107, Holzmann mit 96 (97), ferner zeigten die später notierten Werte meist leichte Rückgänge. Hoher lagen Licht & Kraft mit 133,75 (132,65) und Löwenbräu München mit 196 (195), Südd. Zucker mit 198,50 (198). Arn variablen Rentenmarkt ergaben sich kaum Veränderungen, Kommunal-Umschuldung etwa 87,10 nach 87,15. Industrie-Obligationen lagen uneinheitlich, 6proz. Hoesch 104 (104,25), 1951er Verein. Stahlwerke 94,13 (93,50), 6proz. bergt. 103,50 (103,50). Goldpfandbriefe, Stadtanleihen und Kom- munabDbligationen lagen unverändert. Liquidations-Pfandbriefe notierten uneinheitlich. Mexikanische Anleihen lagen im Verlaufe etwas leichter. Im Freiverkehr ermäßigten sich Wayß & Freiy- tag auf 95,50 (96) und Grvwag auf 79,50 (80). Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörse still. Die Abendbörse hatte auf allen Marktgebieten nur geringes Geschäft. Im Anschluß an den Mittags- verkehr bröckelten die Kurse teilweise noch geringfügig ab, gegen den Berliner Schluß blieben sie meist unverändert. Stärkere Abweichungen hatten nur Metallgesellschast mit 117,25 (118), Gebr. Jung- Hans mit 88,13 (88,90) und Licht & Kraft mit 132,75 (133,75). JG.-Farben notierten mit 152,13 bis 152,25 (152,40) und Vereinigte Stahlwerke mit 80,50 bis 80,75 (80,90). Schwächer waren auch Aku mit 53 (53,65), obwohl Amsterdam erneut fester lag. Am Kaffamarkt blieben Großbankaktien unverändert, Adca noch hoher mit 75,50 (75,25). Am Rentenmarkt waren Zinsvergütungsfcheine zu 93,15 (93) und 6,5proz. Dollar-Preußen mit 63,50 (63,40) etwas beachtet. Don Auslandwerten kamen 4proz. Schweiz. Bundesbahn mit 179,50 (gestern abend 182) zur Notiz. Frankfurter Obst- und ©emüfemarft Frankfurt a. M., 4. Febr. Der Gemüse- markt hat weiterhin reichliche Zufuhren. Das Geschäft gestaltete sich im ganzen etwas freundlicher. Preise wenig verändert. Ausländischer Blumenkohl und Eskarol haben Ueberangebot, bei fallenden 5 Preisen war das Geschäft lebhaft. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 12 und 18 Stück 2,50 bis 3,00 (ital.), Eskarol, Steige 24 und 32 Stück 2,25 bis 2,60 (ital.), Feldsalat, groß 18 bis 30, klein 40 bis 70, Karotten 4 bis 5, Kopfsalat, Steige 24 Stuck 5,00 bis 5,75 (span.), Meerrettich 35 bis 45, Rosen- kohl 15 bis 18, Rotkraut TVz bis 10, Sellerie je nach Große 10 bis 30, do. 50 Kilogramm 8 bis 12, Spinat (Gärtner) 8 bis 12, do. (Pfälzer) 6 bis 8, Schnittlauch, Bündel 40, Schwarzwurzel 14 bis 22, do. 20 Pfund netto 4,50 (holl.), Tomaten, Steige 20 Pfund 4,00 bis 4,50 (Canar.), Weißkraut 4 bis 6, Wirsing 4 bis 8, Winterkohl 6 bis 8, Zwiebeln 8V2 bis 10. Am Obftmarft blieb das Aepfelangebot gut; bei leicht gebessertem Geschäft lagen die Preise unverändert. Apfelsinen und Mandarinen sind reichlich am Markt, bei fallenden Preisen Geschäft befriedigend. U. a. notierten: Aepfel I 24 bis 30, II 18 bis 22, III 14 bis 18, Boskop 24 bis 30, Schafsnase 14 bis 18, Kiste 40 Pfund rote 16,00 bis 17,00 (amerif.), Apfelsinen blond 11 bis 16 (span.), 15 bis 18 (ital.), Blut 13 bis 20 (span.), 18 bis 22 (ital.), Mandarinen 15 bis 18, Eßbirnen 22 bis 25, Kochbirnen 12 bis 18, Kranz-Feigen, 25 Kilogramm Sack 8,00 bis 8,50, Faß-Trauben 45 bis 50 (Almeria), Zitronen, Kiste 300 bis 360 Stück 6,00 bis 6,50. Große Strafkammer Gießen. Der K. Sch. aus Merlau wurde zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte bekleidete feit 1919 das Amt eines Gemeinderechners. Bei einer Revision im Jahre 1935 wurde ein Fehlbettag von 3600 Mark feftgeftettt. Der Ange« klagte war geständig, dieses Geld nach und nach vereinnahmt, jedoch iticht abgeliefert zu haben. Strafmildernd kam in Betracht, daß er das Geld nicht für sich verbrauchte, sondern für feinen Sohn verwandte und daß der Betrag ersetzt ist. Die Marie Göllner aus Ortenberg wurde zu einem Jahr und zwei Wochen Zuchthaus sowie 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagte behielt eingezahlte Gelder, die sie in amtlicher Eigenschaft empfangen hatte, für sich. Um die Unregelmäßigkeiten der Entdeckung zu entziehen, unterdrückte sie Zahlkartenabschnitte und buchte falsche Daten. In einem Fall vernichtete sie auch einen Brief. Bei der Strafzumessung wurde berücksichtigt, daß die Angeklagte nicht aus unehrenhaften Motiven handelte. Amtsgericht Gießen. Der I. G. aus Gießen fuhr im November vorigen Jahres mit einem Lieferwagen abends durch die Kirchfttaße und rannte in einer Kurve unbewußt einen RÄfiahrer an. Durch Strafbefehl wurde G. mit einer Geldstrafe von 30 Mark belegt. In der gestrigen auf feinen Einspruch hin anberaumten Hauptverhandlung war der Angeklagte in vollem Umfange geständig. In Anbetracht dieser Tatsache und des guten Eindrucks, den er auf das Gericht machte, sowie seiner Unbesttastheit routbe die Strafe auf 15 Mark ermäßigt. Im Juli vorigen Jahres stießen durch beiderseitiges Verschulden der Fahrer ein Postomnibus und ein Lastzug in Watzenborn-Steinberg an der Straßenkreuzung nach Grüningen zusammen. Sowohl der Führer des Omnibusses, A. Z. aus Krofdorf, als auch der Führer des Lastzuges, A. V. aus Watzenborn, erhielten je 25 Mark Geldstrafe. Dagegen verfolgten beide Anspruch. Während Z. mit 3 Mark Geldstrafe belegt wurde, verblieb es bezüglich V. bei der erkannten Strafe. Jtunbfunfproqromm. Donnerstag, 6. Februar: 6 Uhr: Choral, Morqenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 10.45: Gaunachrichten. 11: (Eröffnungsfeier der IV. Olympischen Winterspiele 1936 im Olympia-Ski-Stadion in Garmisch- Partenkirchen. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13. Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Beliebte Klänge von einst und jetzt. 15: Wirtschaftsbericht. Ein Glas Tee woher? 15.15: Kinderfunk. 16: Konzert. 17.40: Olympia-Echo. 18: Nachmittagskonzert. 19.45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Europäische Tänze. 21: Friedrich Kayßler lieft aus eigenen Werken. 21.15: Meisterkonzert (9). Max Trapp dirigiert eigene Werke. 22.15: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.20: Die letzten Meldungen und Funkberichte der IV. Olympischen Winterspiele 1936. 1. Tag. 22.40 Abschluß der Kraftfahrzeug- Winterprüfung am Ziel (Titisee) 23: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 0. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franttun a. JJl. | Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schluß» kurs Schluß!. Abend» börse Schluß» kurs Schlußk. Mittagbörse Schluß» kurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse 'Datum 3.2. 4.2. 3.2. 4-2- 'Datum 3.2, 4-2. 3.2. 4-2. 6% Deutsche ReichSanlethe v. 1927 100,5 100,5 100,5 100,5 4% desgl. Serie II ............ 9,65 9,65 — —- 4% Deutlche Retchsanl. von 1934 97,65 97,5 97,65 97,5 5% Rumön. vereinh. Rente v. 1903 6,75 6,9 — 6,75 5%% Doung-Anlethe von 1930 .. — 102,9 102,9 4!4%Ruinän.vereinh.Rentev.l913 9,4 9,35 9,4 9,25 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 4% Rumänische vereinh. Rente . 5,35 5,4 5,4 5,45 Ausloi.»Rechten ............. 110,3 110,3 37,9 37,9 <*/•% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 99,05 90,05 6% e^ern.8% Hess. Bolksstaat 1929 Hamburg-Amerika-Paket .....o 16,13 16 16 16 (rückzahlb. 102%) ............ Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 ■ ■ 26,5 —- 4 />% "ehern. 8% Hessische Landes- Norddeutscher Lloyd .........0 17,13 17,13 17,25 17,13 baut Darmstadt Gold R. 12.... 96,4 96,4 96,4 96,4 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 107,4 106,25 107 106,75 6Vi% ehem. 4^,% Hess. Landes- Berliner Handelsgesellschaft ... 6 119,5 118,75 119 118,25 Hypothekenbank DarmstadtLiaui 101,4 101,05 _ Eommerz» und Privatbank ... 0 90,25 90,25 89,75 90,5 4¥i% ehem. 8% Darmst. Komm. Deutsche Bank und Disconw» LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 92,75 92,75 Gesellschaft................0 88,25 88,5 88 88,5 Oberhejsen Provinz-Anleihe mit Dresdner Bank..............o 89,75 89,75 89 89,75 Auslos.»Rechten ............. Reichsbank ................ 12 186,25 186,5 186,5 186,25 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.»Rechten 114,25 114 114 114,25 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank A.E.G......................o 39,25 39 39,13 38,75 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 96 5 Bekula.................... 10 139 139 139,13 139,13 5%% ehem. 4%% Franks. Hyp. Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 115,75 115,5 115,65 115,75 Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 101,7 101,7 Licht und Kraft ........... 6% 132,65 132,75 132,5 133,5 t>¥i% ehem. 4V,% Rheinische Felten & (ttuilleaume......... 4 115 114 114,13 114,75 Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 101,65 101,75 101,65 101,9 Äesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 130 129,5 130 130 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand. Rheinisch? Elektrizität ........ 6 127,5 126 127,25 126,5 briefanstalt, Pfandbriefe R 19 97 97 97 97 Rhein. Wests. Elektr..........6 129,5 129 129,5 129 4^i% ehem. 7% Pr. Landeepsand- Schultert L Eo...............4 132,5 132 132,75 132 briesanst., Gold Komm. Lol.VI 97 Siemens L Halske............7 175 174,75 174,75 174,75 Steuergutsch.Verrechnungsk. 84-38 108,5 108?5 iosÜ 108?5 Lahmeyer S Eo..............7 128,25 128,75 129 4% Oesterreichische Goldrente... — - _ 30,25 Buderus ................... 4 97 97,25 97,25 97 4,20% Lesterreichische Silberrente 1,25 1,25 — 1,25 Deutsche Erdöl ..............4 110,9 109,75 110,65 109,5 4% Ungarische Goldrente ..... 9 9 9 9 Harpener...................0 112,75 112,5 112,75 113 4% Ungarische Staatsrente v. 191C 8,9 9 8.9 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 90,25 89 90,65 89,4 4%% oesgl. von 1913......... 9 8,9 9,15 8,95 hlse Bergbau ............... 6 160 161 160,25 5% abgest. Goldmexikaner von 9£ 14 13,9 14 14,13 Ilse Bergbau Genüsse........6 127,75 127,25 127,65 127,9 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Klöcknerwerke ...............1 87,5 86 87 86,4 Serie 1.................... 9,65 9,65 — — ManneSmann-Röhren........C 84,75 83,5 84,9 83,5 Sranffurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a. ZIL Schluß» kurs vchlußl. Abend- börse Schluß» kurs Schlußk. Mittag» 3.Februar 4-Februar börse Amtliche Notierung Amtliche Notierung fiatum 3.2. 4-2- 32. 4.2. Geld Brief Geld Brief Mansfelder Bergbau....... KokSwerke ................ .. 6 .. 6 125,4 126 121,25 124,5 120,4 Buenos eilte Brüssel .... 0,678 41,89 0,682 41,97 0,678 41,88 0,682 41,96 Rheinisclie Braunkohlen .... 12 220,5 220,5 220,25 220,5 Rio de Ian. 0,139 0,141 0,140 0,142 Rheinstahl ................ .. 4 112,5 111,65 112,5 111,65 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 81,4 80,75 81,4 80,9 Kopenhagen. 54,84 54,94 54,95 55,07 Ltavi Minen ............. .. 0 18 17,75 17,75 17,65 Danzig----- 46,80 46,90 46,80 46,90 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 129 130,75 128,75 London ..... 12,28 12,31 12,305 12,335 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 121 119,5 122 121 Heliingsors.. 5,41 5,42 5,42 5,43 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7K 190 190 189,75 190,5 Paris ..... Holland ... 16,395 168,51 16,435 168,85 16,395 168,48 16,435 168,82 Italien..... 19.80 19,84 19,80 19,84 I. G. Farben-Inbustrie..... .. 7 153,25 152,25 153,13 152,4 Japan ...... 0,716 0,718 0,717 0,719 Scheldeanstalt............. .. 9 214 212,5 — slugoilawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Goldschmidt .............. .. 6 114,75 114,75 114,75 114,75 LSIo..... : 61,66 61,78 61,79 61,91 Rütgerswerke ............. .. 6 121,5 — 122 121,9 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Metallgesellschast........... - 4 118 117,25 118 118 Lissabon.... 11,14 11,16 11,16 11,18 Stockholm... 63,32 63,44 63,44 63,56 .. 4 97 95,5 124,25 97 95,5 Schweiz .... Spanten.... 80,86 34,02 10,28 81,02 34,08 10,30 80,95 33,97 10,28 81,11 34,03 10,30 Zementwert Heidelberg .... Eementwerk Karlstadt....... .. 7 124,5 .. 6 128 128 — Budapest ... Reuyork .. - 2,453 2,457 2,451 2,455 SchultbeiS Payenhoser ..... .. 4 — — 99,9 99,25 Aku