(1:7) 12'4 J B ** ’M««. 5 gttiiaj Qrin. seine W brauch. heran,;u- wunderlich, e'ther das rc>5 wird ir. bereits )einlid) in Jungsküer bie Spie(, wallturnier hamtsleiler beitstagung froh, noch und somit t zu haben, r zum säl« hier ihren verdient. n-!inden (0:2). sie zum fab tonnte zwei teimßinben t) halb die luf 0:2 er« slets leicht geweichten nes Stur* r weiten nehr vom , als vmrarvlvrn MnTchutz . 5:1 (1:0). ltte den för« Gastgebern r entgegen- Die Schöler wn BsB.-R. g- 0:2. Sportplatz el die ein« von Launs- ie Gäste aus erger Stur- j wertvollen unsbach gt' igen niupten rgänz^fl 3:L Verbands- Ilten-Busecks ibringer von en sich. ^*ie jnb Ettings- endete w >ren.____ \ 2.60 an , 1.00 an tpfanneo billigt >ßen Br. 259 Srffes Blaff 186. Jahrgang Mittwoch, g. November 1956 Giehener Anzeiger < G Annahme von Unze.ge, Ä‘r: 3®minM: ▲ AA idu AA| K Heimat im Bild Die Scholl. ■ ■ 1 W ■ 7 Sg W j| W MV ■ ■ HD W H A U Grundpreise für l mm höhe Monatr-Vezug5pret§: ■ ■ W H HLz Bz H ■ BZ W F WWW Jbk WL< WWW Bz W für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 ■ W W W UM lllf W W Br W WWW Hf WWW Hf W Breite 7 Rps.. für Text- Ohne Illustrierte 1.80 M W Bk. M W W. ■ M . M ■ M W A _ ■ ■■ Hk W anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr .. , -.25 W ■ W W W TmK W^ WWW W WWW W< 50Rps.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen B ■ ™ vorh Vereinbg.25°/„ mehr. T.gr"^7-re?«^ WZ M V -rmählgle ®run6pret|(: -WM General-Anzeiger für »berufen ^ankfurt am Main 11686 vruck und Verlag: vrühl'sche Unwerfitats Such- und Zteindruckerei R. Lange In Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 9^engenab^^^?ü^e9sta^I)^ Lleberraschend großer Wahlsieg Roosevelts. er Präsident führt in 45 von insgesamt 48 Staaten der Union. — Mehr als 400 demokratische Wahlmänner von insgesamt 534 gewählt. Neuyork, 4. Nov. (DNB. Funkspr.) Nach den lihten Meldungen führt Roosevelt mit einer Wahlmänner st immenzahl von insgesamt 401 (bei einer Gesamtzahl von 531 Vahlmännern beträgt die Mehrheit 266) nunmehr i folgenden Bundes st aalen: Alabama. Srizona, Arkansas, Colorado, Lonnecticul, Dela- rare, Florida, Georgia. Illinois, Indiana, Kansas, Lentucky, Maryland, Michigan, Missouri, Neu- Nexiko, Nordkarolina, Nord-Dakola, Ohio, Oklahoma, Pennsylvanien, Süd-Karolina, Süd-Dakola, Zennessee, Texas, virginien, Wesl-Virginien, Wis- Onsin, Neuyork, Alah und New Jersey. Landon fegte mit nur 81 Wahlmännern in be n Staaten: Maine, Massachusetts, Nebraska, lewhampfhire, Rhode Island, Vermont, Kalifor- ren, Montana, Idaho und Minnesota. Im Staate Neuyork führt Roosevelt sogar ii den sonst stark republikanischen Landgebieten. der Stadt Neuyork hat er einen Vorsprung t>n nahezu 3:1. Dagegen erhielt der Präsident im Bezirk hydepark, wo sein Sommersih liegt, nur 11'57 Stimmen gegen 1233 Stimmen für Landon. Der Wahltag Washington, 3. Nov. (DNB.) Der Wcchl- jnpf, der als der erbittertste seit der dem Bürger- ieg vorangegangenen Wahl von 1860 angesehen ürb, erreichte erst am Montag nach Mitternacht !ün Ende. Roosevelt und Landon sorder- m beide die 55 Millionen Wahlberechtigten auf, an Dienstag ihre Wahlpflicht zu erfüllen und zu eitscheiden, welche Art von Regierung in den nächsten vier Jahren die Geschicke der 128 Millionen Menschen der Vereinigten Staten lenken soll. Ilt Dienstag fand Neuyork für den ausge- .li f f e n st e n Wahltag seiner Geschichte gerüstet, lie Stimmung am Abend einer amerikanischen ^räsidentschaftswahl kann mit europäischen Der- hrltnissen kaum verglichen werden. Hunderttau- smde von Menschen, die meisten in angeheitertem Einstande, alle mit Pfeifen, Trompeten und Jahrmarktsknarren ausgerüstet, vollführen einen Höllen- liirm. Auf dem Times-Square und den Neben- flraßen des Neuyorker Theaterviertels schieben und h ängen sich die Menschenmassen. Der Verkehr k. mmt völlig zum Stillstand. Auf der Spitze des Zümes-Square-Turmes leuchten jeweils rote, blaue mb grüne Lichter auf und verkünden den augen- t icklichen Vorsprung der einen oder anderen Par- tii. Riesige lausende Lichtbänder an den Häuser- fsnten der großen Zeitungen melden die letzten (wgebnisse. Der Wahlvorgang ii den Vereinigten Staaten ist äußerst kompliziert, veil außer dem Präsidenten und außer Kongreß- vitgliedern auch Abgeordnete und Senatoren der bundesstaatlichen Parlamente und selbst städtische Beamte, wie Stadtrichter und Kämmerer, gewählt ti erben. Es würbe nach Wahl männern gell ählt, bereu Zahl 531 beträgt und sich aus der Summe der 96 Senatoren und 435 Abgeordneten ergibt. Die Zahl der Wahlmänner ist in jedem Staat verschieden, da jeder Staat zwar zwei Senatoren hat, die Zahl der Abgeordneten sich aber nach bar Einwohnerzahl richtet und durch die alle zehn >ohre vorgenommene Volkszählung neu festgesetzt vird. Daher haben viele kleine Staaten nur drei Stimmen, während Neuyork über 47 Stimmen versagt und demgemäß von beiden Parteien stark urn- corben wurde. Immerhin entscheidet auch in Neu- rorf, wie in allen anderen Staaten, d i-e einfache Mehrheit über den Sieg der betreffenden Wahl- nännerlifte, die darauf geschlossen zu ihren Kandi- taten geht. Es gibt weder eine Verhältniswahl, noch müssen den in dem einen Staat siegenden Kündigten, die die einfache Mehrheit übersteigenden Stimmen zugeschlagen werden, da bei dem Gesamtergebnis lediglich die Zahl b er Wahl- männer ft immen ausschlaggebend ist. Nie Abstimmung s-lbst erfolgte mit Hilfe einer Maschine, auf der d e Namen der Kandidaten verzeichnet fmb. Durch Mrfen eines kleinen Knopfes über jedem Namen vird die jeweilig für diesen Kandidaten abgegebene Stimme registriert. Auf den Wahlmaschmen, die die Neuyorker Wähler zu betätigen hatten, waren nicht a-eniger als 7 9 Namen eingetragen. Seit Tagen : [gon veröffentlichen die Neuyorker Zeitungen aus- fi hrliche Gebrauchsanweisungen und Abbildungen b-efer Wahlmaschinen. Dennoch gab es zahlreiche Diähler, die sich mit dieser Einrichtung nicht zurecht- fiiben konnten und fremder Hilfe bedurften. Das Hit schon zu zahlreichen Wahlbekrügereien geführt, be freilich von einem aus der Bürgerschaft heraus ^bildeten unparteiischen „Verein für ehrliche Ab- \t mmunq" bekämpft werden. In den verschiedenen Wahllokalen Neuyorks hatte bieser Verein nicht we- nger als 10 000 Beauftragte postiert, bie bafur sor- g n, daß bie Wahl geheim bleibt. Die ersten Wahlberichte heben bie auheror- b-ntlich große Wahlbeteiligung hervor. Lus Wetter am Wahltag war in den verschiebe- kn Lanbesteilen sehr unterschieblich. Wahrenb in dm Oststaaten veränderliches Wetter mit Regenschau- ?m herrschte, gab es im Mittelwesten und in ben Rorfy Mountains Dauerregen bzw. Schneefälle. Nach ben bisher oorliegenben Meldungen ist die Wahl ruhig verlaufen. Es gab lediglich zahlreiche Verhaftungen wegen Wahlbetrugs und einige Schlägereien. Große Vegeisteruiig in Neuyork. Mehr als eine halbe Million feiern inderWahlnachtdenSiegRoosevelts. Neuyork, 4. Nov. (DNB. Funkspruch.) Gegen Mitternacht drängen sich über eine halbe Million Menschen im Vergnügungsviertel Neuyorks vom Broadway und der 8. Avenue bis zur 5. Avenue. Auf dem Times Square stauen sich die Menschenmassen, die nur von berittenen Polizisten und zahlreichen Tonfilmapparaten und Lautsprecheranlagen überragt werden. Menschen aus allen Schichten der Millionenstadt erwarten in fieberhafter Spannung die Wahlergebnisse, und die Unterhaltung dreht sich nur um Roosevelts „E r d r u t s ch", wie bie Amerikaner einen großen Wahlsieg bezeichnen. Ein Erfolg bes bisherigen Präfibenten ist zwar von ben meisten erwartet worden, trotzdem kam ein derartig durchschlagender Erfolg völlig überraschend. Erwartungsvoll starrt die Menge aus die lausenden Lichtbänder über den Kinos und Theatern, die teilweise in Wolkenkratzerhöhe angebracht sind, und die den Sieg Roosevelts verkünden, was mit begeisterten Jubelrufen ausgenommen wird. Obwohl aus mehreren Staaten bie Wahlergebnisse einzelner ländlicher Bezirke noch nicht vortiegen, führt Präsident Roosevelt um 1 Uhr morgens Neuyorker Zeit (7 Uhr WEZ.) in 45 von ben 48 Staaten ber Union. Besonders in den dicht besiedelten hochindustrialisierten Oststaaten Pennsylvania, Ohio und Neuyork scheint er eine gewaltige Stimmenzaht auf sich vereinigt zu ha^n. So Roosevelt z. B. im Staate Neuyork, der früher als ausgesprochen republikanisch galt, beinahe doppelt soviel Stimmen erlangte wie Landon. Präsident Roosevelt hat ben Wahlausgang im Kreise seiner Familie unb einigen Freunben auf seinem G u t im Hybepark abgewartet. Er hat das Ergebnis ber Wahl mit großer Be- friebigung entgegengenommen unb gegenüber einigen Nachbarn zum Ausdruck gebracht, daß er sich über „den größten Wahlsieg d e r Ge- s cy i ch t e A m e ri f a s" aufrichtig freue. In der 5. Avenue hat man an dem gewaltigen Gebäude der Rockeseller Radio City eine r i e- sige Landkarte der Vereinigten Staaten angebracht, auf der alle Staaten, die Roosevelt ihre Stimme gegeben haben, grün aufleuchten, während die Staaten, in denen Landon siegte, in rotem Licht erscheinen. Schon um Mitternacht ist diese Landkarte f a st vollständig grün. Nur ein kleiner roter Zipfel im Gebiete der nördlichen Neu-England- Staaten erinnert an die Kandidatur der schwer geschlagenen republikanischen Partei. Nach den bis jetzt eingegangenen Wahlergebnissen wird die demokratische Mehrheit im Kongreß vielleicht noch diejenige von 1934 übertreffen. Roosevelt verfügt bereits über mehr Stimmen als im Jahre 1932 im Wahlkampf gegen Hoover, wo es nicht nur um den damals noch unerprobten neuen Kurs, sondern auch um die Abschaffung der Prohibition ging. Auch großer Wahlerfolg Borahs. Neuyork, 4. Nov. (DNB. Funkspruch.) Senator B o r a h wurde von seinem Staat Idaho mit großer Mehrheit zum sechsten Mal in den amerikanischen Senat gewählt. Wie groß das Ansehen des 71jährigen Senators ist, geht daraus hervor, daß Borah als progressiver Republikaner ebenso viel Stimmen erhielt w i e Präsident Roosevelt. Kabinettsumbildung in ren Sier Minister aus der Regierung Schuschnigg ausgeschieden. Wien, 4. Nov. (DNB.) Um 0.30 Uhr wurde folgendes amtliches Kommunique ausgegeben: Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat am Dienstag dem Bundespräsidenten die Gesamt- demission der Bundesregierung und der Staatssekretäre vorgeschlagen, die dieser an- genommen hat. Zugleich hat der Bundespräsident Dr. Schuschnigg zum Bundeskanz- l e r und auf dessen Vorschlag den Generalkommandanten der Frontmiliz Feldmarschalleutnant Ludwig H ü l g e r t h zum Vizekanzler, den Rat des Bundesgerichtshofes Dr. Adolf Pilz zum Bundesmini st er für Justiz, den Sektionschef Dr. P e r n t e r zum Bundesmini st er für Unterricht, den Hofrat Dr. Joseph Resch zum Bundesminister für soziale Verwaltung, den Obersenatsrat der Gemeinde Wien Dr. Rudolf Neumayer zum Bundes- minister für Finanzen, den Oefonomierat Peter Mandorfer zum Bundesmini st er für Land- und For st wirtschaft, den außerordentlichen Universitätsprofessor Dr. Wilhelm Taucher zum Bundesmini st er für handel und Verkehr ernannt. Ferner hat der Bundespräsident mit der Leitung des Bundesministeriums für Landesverteidigung den Bundeskanzler Dr. Schuschnigg betraut und den Gesandten in Budapest Neu - ftäbter-Stürmer sowie den Generalstaatsarchivar Dr. h. c. Edmund Glaise-Horstenau zu Bundesmini st ern ernannt, wobei in Aussicht genommen ist, dem ersteren die Angelegenheiten der öffentlich en Sicherheit, dem letzteren die übrigen Angelegenheiten der inneren Verwaltung zu übertragen. Schließlich hat der Bundespräsident dem Bundeskanzler als Staatssekretär Dr. Guido Schmidt für die Auswärtigen Angelegenheiten, den Bundeskulturrat Guido Zer- n a 11 o für die Angelegenheiten der Vaterländischen Front, den General der Infanterie Wilhelm Zehner für die Angelegenheiten des Bundesministeriums für Landesverteidigung und dem Bundesministerium für soziale Verwaltung den Bundeswirtschaftsrat Hans Rott als Staatssekretäre beigegeben. Die Minister Pernter, Mandorfer, Resch und Glaise-Hprstenau gehörten bereits dem bisherigen Kabinett an, Glaise-Horstenau war jedoch nur Minister ohne Geschäftsbereich. Von den neuen Ministern waren hülgerth und Neustädter-Stürmer Mitglieder der heimwehr. Sie ziehen in das jetzige Kabinett als Fachminister ein. Vier Minister sind aus der Regierung ausgeschieden, und zwar der Vizekanzler B a a r - B a r e n s e l s, der Finanzminister Draller, der Handelsminister Storfinger und der Justizminister hämmerst ein-Equord. (Staatöfetretär Schmidt kommt nach Berlin. BefriedigendeAuswirkung desAbkommens vom 11. Juli. W i e n, 3. Nov. (DNB.) In einem Dortrag sprach Staatssekretär bes Auswärtigen Dr. Guibo Schmidt über bas beutsch-österreichische Verhältnis seit dem 11. Juli unb teilte mit, baß er auf Anregung bes beutschen Außenministers in -ber zweiten Novemderhälfte nach Berlin reisen werde. Die in bie neuen Vereinbarungen gesetzten Hoffnungen hätten sich erfüllt. Eine allgemeine Entspannung sei sichtlich festzustellen. Durch eine befriebigenbe Regelung ber Frage ber Führung ber Hoheitszeichen, befonbers im Reiseverkehr, sei es auch gelungen, biefen günstig zu beeinflussen, ber leiber noch burch bie valutarischen Schwierigkeiten gehemmt werbe. Zwischenfälle beim Besuch reichsbeutscher Gäste seien nicht Schuld bieser Besucher, sondern auf das Konto jener Kreise zurückzuführen, die den Sinn des Abkommens noch immer verkennen würden. Die Mailänder Rede Mussolinis habe Oesterreichs Unabhängigkeit dogmatisch unterstrichen. Das verständnisvolle Entgegenkommen Italiens auch in wirtschaftspolitischer Hinsicht sei ein Aktivum für Oesterreich. Die kommenden Besprechungen der Staaten der Römischen Protokolle hätten in erster Linie den Sinn, die Uebereinstimmung in grundsätzlichen Fragen sinnfällig der Welt vor Äugen zu führen. Äuf eine Zwischenfrage, ob Oesterreich beabsichtige, sich zum Mittler der ung rischen Revisionswünsche zu machen, erklärte Staatssekretär Schmidt, daß diese Frage Budapest allein angehe, daß aber begreiflicherweise in Oesterreich größte Sympathie für solche Wünsche des befreundeten Nachbarvolkes, mit dem man jahrzehntelang unter einem Dach gewohnt habe, beständen. Auf der Rückreise von Ankara nach Belgrad traf der jugoslawische Ministerpräsident Stojadino- witsch in Pritschim ein. Er wurde vom bulgarischen Ministerpräsidenten K j o s s e i w a n o f f erwartet und begab sich in das in der Nähe gelegene Jagdschloß des Königs Boris, wo dieser von dem Sommersitz Euxinograd eingetroffen war. Stojadinowitsch erklärte: Ich konnte bei meiner Unterredung mit dem König feftfteüen, daß Bulgarien von dem gleichen friedfertigen Geiste beseelt ist wie wir. Die Beziehungen zwischen Bulgarien und Jugoslawien waren niemals so gut unb freunbschaftlich wie heute. Der Irak. Die Militärbiktakur, bie jetzt im Irak unter Ausschreibung von Neuwahlen zum Parlament ausgerufen worben ist, wirb burch zwei fast anekdotisch anmutende Tatbestände ungewöhnlich gut charakterisiert. Der bisherige Kriegsminister Dschaf- f a r Pascha (nach englischer Schreibart Jafar), dessen Erschießung berichtet wirb, ist in seiner Art ein Unikum gewesen. Er trug nämlich sowohl bas Eiserne Kreuz, wie bas Britische Kriegsverbienft» kreuz unb zwar beibe Orben wegen seiner Leistungen im Weltkrieg. Unb bas kam also: Dschaffar Pascha erwarb sich als aussichtsreicher türkischer Offizier schon während des italienisch-türkischen Krieges um Libyen Verdienste; während des Weltkrieges wurde er wieder auf diesen Kriegsschauplatz geschickt und bekam das Eiserne Kreuz, weil er den Engländern in Aegypten unangenehm wurde; dann aber schnappten ihn die Engländer unb brachten ihn als Gefangenen in bie Zitabelle von Kairo. Mit Hilfe von Streifen aus Pferbebecken suchte er aus biesem Gefängnis zu entkommen, fiel aber in ben Wassergraben unb würbe roieber herausgefischt; ber berühmte Lawrence gewann ihn bann für bie arabische Sache. Später war Dschaffar wieberholt Kriegsminister unb Minister- präfibent bes nach bem Krieae gebilbeten Staates Irak unb auch zweimal Gesanbter seines Lanbes in Lonbon. Unb bie anbere Anekdote: Der eigentliche Führer des Umsturzes urs als neuer Kriegsminister Nachfolger von Dschaffar Pascha ist ebenfalls ein früherer türkischer Offizier. General B e k r s i d k i ist seiner Herkunft nach Kurde. Und darin liegt der Witz der Anekdote. Im Vertrag von Sevres, der den Krieg zwischen den Alliierten und der Türkei beenden sollte, aber dank d^s heldenhaften Widerstandes von Kemal Atatürk immer nur auf dem Papier stehen blieb, war bie Errichtung eines eigenen kurbischen Staates vorgesehen. Das hatte seine guten Grünbe. Damals wollte Englanb noch den Kaukasus zur Grsnzscheide gegen Rußland und Kurdistan zur zweiten Linie machen. Die Oelfelder von Mossul gehören teils zu Kurdistan, teils liegen sie in unmittelbarer Nachbarschaft. Von dem Gebirgsmassiv wird sowohl bas anatolische Hochlanb, wie bas alte Mesopotamien (Zwischenstromlanb), eben bas heutige Irak, strategisch beherrscht. Von Kurbistan aus läßt sich mit Änstauungen ber Wasserstanb von Euphrat unb Tigris regeln, und außerdem fallen hier, wo die zum Teil schneebedeckten Hochgebirge Wind unb Wolken eine Grenze setzen, so erhebliche Niederschläge, daß Kurdistan und feine Randgebiete b i e heutige Kornkammer Mesopotamiens darstellen. Die englische Liebe für die Kurden war also zugleich hervorragend „realpolitisch". Sie ging nur schief. Die Türken setzten es durch, daß das kurdische Gebiet zu reichlich drei Vierteln bei der von Kemal Atatürk neu aufgebauten Türkei verblieb, der Rest kam teilweise an Persien unb teilweise an Irak. Ein kurbischer Aufstanb wurde von den Türken unter Bedauern der englischen Presse 1925 unterdrückt. Und nun die Ironie der Weltgeschichte: Jetzt ist es ausgerechnet ein früher türkischer, jetzt irakischer General kurdischer Abstammung, der den englandfreundlichen Dschaffar Pascha seines Amtes entsetzt und einen anscheinend unnachgiebigeren Kurs steuern will. Für den näheren Kenner der Dinge ist dieses Zwischenspiel freilich nicht sonderlich wunderbar. Die Kurden sind ein mohammedanischer Stamm ohne Schriftsprache, fo sehr auch bis in die letzten Jahre hinein die englischen „Ratgeber" im Irak bemüht waren, kurdische Schulen zu schaffen. Wie bei ben Albanesen unb Tscherkessen fanben bageqen auch bei ben Kur- ben talentierte unb tüchtiqe Männer in ber räumlich sehr großen alten Türkei ganz andere Aufstiegsmöglichkeiten als in ihren Hochgebirgs-Tälern. Der Staatsgedanke hat hier einfach über den Dolks- gedanken den Sieg davongettagen. Die Auswirkung der Regierungsänderung im Irak ist noch nicht zu übersehen. Der unmittelbare Eindruck ist ber, baß ber Hanbstreich von langer Hand vorbereitet wurde. Der große Unsicherheits- faktor ist der Herrscher Arabiens Ibn Saud, der von einer Art mohammedanischen Puritanertums herkommt, auch wiederholt die panarabische Bewegung scharf in den Vordergrund stellte, aber durch viele Jahre von England merkliche Vorteile erhielt. Inzwischen ist die panarabische Bewegung zu einer starken eigenständigen Kraft geworden unb die Erinnerung an den schweren Betrug der arabischen Erwartungen im Weltkriege durch England und Frankreich ist eher stärker als schwächer geworden. Heber die vermutlichen Auswirkungen zitteren mir den „Temps", der zu dem Thema schreibt: „Die Regierungsänderung im Irak droht, eine Entwicklung einzuleiten, wenn man sie unter dem besonderen Gesichtspunkt betrachtet, der für die ganze panarabische Bewegung eigentümlich ist. Dieser Regierungsumsturz zeigt sich als eine mehr ober minber unmittelbare Folge ber Krise in Palästina und wie eine Einleitung zu einer umfassenden Umgruppierung der arabischen Länder — eine Umgruppierung, auf bie seit einiger Zeit schon bie vereinigten Bemühungen ber Staaten gerichtet sinb, bie aus ben Trümmern ber alten Türkei entstauben". Die Streikbewegung in LISA, dehnt sich aus. Neuyork, 4. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Hafenarbeiterausstanb führte am Dienstag zu weiteren Sympathiestreiks. Nach ben letzten Melbungen finb etwa 300 Schiffen in ben verfchiebenen Häfen festgelegt. Insgesamt etwa 80000 Ärdeiter finb von dem Streik betroffen, darunter Arbeiter in den Industriezweigen, deren Betrieb zum großen Teil von der Schiffahrt abhängig ist. Der Streik in Neu- york wird von der internationalen Seemannsgewerkschaft nicht gebilligt. Diese versucht, den Atlantikdienst aufrechtzuerhalten, und erklärt, sie werde ihre Leute mit allen Mitteln gegen kommunistische Gruppen schützen, die mit Zwangsmaßnahmen drohen. Vettiebsappelleamy. November. Das schaffende Deutschland gedenkt der Toten vom 9. November 1923. NSG. Am 9. November jährt sich wieder der Tag, an dem die erste nationalsoziali- stische Erhebung in München das Signal gab zum Kampf in Deutschland. Am 9. November jährt sich der Tag, an dem die Bewegung ihre er st en Toten verlor. Das Opfer der Gefallenen der Feldherrnhalle ist nicht umsonst gewesen. Aus ihrem Sterben hat die Nation die Kraft gewonnen, die Zeit des Niederganges zu überwinden und zu kämpfen für einen neuen Aufstieg unseres Volkes Der deutsche Arbeiter weiß das Opfer dieser Helden der Bewegung zu würdigen. Er weiß, daß sie es waren, die durch ihr Sterben das Fundament legten zum Dritten Reich. Am 9. November 1936 wird deshalb das gesamte schaffende Deutschland ger Toten vor der Feldherrnhalle gedenken. In allen Betrieben werden sich Betriebsführer und Gefolgschaft zu einem Betriebsappell vereinigen. Im Mittelpunkt dieses Appells steht das Gedenken an die Toten der Bewegung und die Würdigung des Werkes unseres Führers. Die Schlußworte des Führers auf dem Hitler-Prozeß 1924 werden dabei verlesen; Worte, die prophetisch den Kampf um den Sieg der nationalsozialistischen Bewegung ausgezeichnet haben. So werden die Schaffenden unseres Volkes ihren Dank abstatten an die Männer, die ein neues und freies Reich schufen. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat zu Ehren dieses Tages ihr Monatsheft dem 9. November gewidmet. In ihm sind die Richtlinien für die Betriebsappelle enthalten. Das Schlußwort des Führers beim Prozeß 1924 leitet das Heft ein. Zum Tode des Treuhänders Schwarz. Ein Nachruf der Deutschen Arbeitsfront. Frankfurt a. M., 3. Nov. (NSG.) Der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Willi Becker, hat folgenden Nachruf erlassen: Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen, SS., - Standartenführer Schwarz, fiel tinem schweren Unglücksfall zum Opfer. Die Deutsche Arbeitsfront, Gau Hessen- Nassau, hat mit ihm ihren besten Freund verloren. Der Verlust, der uns getroffen hat, ist so schwer, daß wir ihn noch kaum ermessen können. Die Deutsche Arbeitsfront steht erschüttert an der Bahre dieses Mannes, der im Rhein-Main - Gebiet Kamerad und Führer zum Wirtschafts- frieden war. Franz Josef Schwarz, der seit dem 1. Juli 1934 Treuhänder der Arbeit in unserem Gebiet war, war einer von denen, deren offener und grundehrlicher Charakter sich allseits größter Beliebtheit erfreute. Dem Arbeiter war er ein wahrer Treuhänder und uns ein ehrlicher Kamerad. Die Deutsche Arbeisfront wird dich, Franz Josef Schwarz, nie vergessen. Mit der Geschichte des Wirtschaftsgebietes Hessen wird dein Name immer verbunden sein. * Im Namen der Motorgruppe Hessen des NSKK. erläßt Brigadeführer Richard Prinz von Hessen folgenden Nachruf: „Die Nachricht vom Tode des SS.-Standartenführers Schwarz Feierliche Parlamentseröffnung in England. Oie Grundlinien der britischen Außenpolitik. London, 3. Nov. (DNB.) König Eduard VIII. uhr am Dienstag trotz strömenden Regens ohne das feit zwei Generationen geübte Zeremoniell im Auto zum Oberhaus, um die erste Parlamentseröffnung feiner Regierungszeit vorzunehmen. Die Eröffnung erfolgte in dem bei dieser Gelegenheit üblichen, prunkvollen Rahmen. Außer den Lords und den weiblichen Oberhausmitgliedern in ihren pelzverbrämten Roben und prächtigen Kleidern war das gesamte diplomatische Korps, darunter auch der deutsche Botschafter von Ri b b e n t r o p, anwesend. Der König trug unter seinem purpurfarbenen und goldverzierten Samtmantel die Admiralsuniform. Da der König noch ungekrönt ist, trug er während der Zeremonie nicht die Krone, sondern den Admiralshut. Als er in feierlicher Prozession das Oberhaus betrat, wurden die Reichskrone, das Staatszepter und der Reichsapfel vor ihm hergetragen. Da König Eduard unverheiratet ist, stand zum ersten Male seit langer Zeit nur ein einziger Thronsessel auf der Empore. Nachdem der „schwarze Herold" die Unterhausmitglieder und die nicht dem Oberhaus angehörenden Minister herbeigerufen hatte, verlas der König zunächst das prote st antische Glaubensbekenntnis und verpflichtete sich, nachdem er eine purpurfarbene Bibel geküßt hatte, die Gebote einzuhalten, die die protestantische Thronfolge erfordern. Hierauf verlas der König die Thronrede. Sie beginnt mit der Feststellung, die Politik der britischen Regierung stütze sich auch weiterhin auf die Mitgliedschaft Englands beim Völkerbund. Die Regierung habe in Genf bereits Vorschläge eingereicht, die ein besseres Funktionieren und eine Stärkung der Autorität des Völkerbundes bezwecken. Die Regierung werde auch weiterhin alles tun, um die Befriedung Euro- pas zu fördern. Mit diesem Ziel vor Augen werde ie auf ihren Bemühungen bestehen bleiben, eine Zusammenkunft der fünf Staaten, die Unterzeichner des Loocarnovertrages waren, zustandezu- bringen. Er vertraue darauf, so fuhr der König fort, daß der Vertrag zur Begrenzung der Flotte n r ü ft u n g e n , der von Amerika, Frankreich und dem Britischen Reich unterzeichnet worden sei, die Grundlage einer internationalen Abmachung bilden werde, an der sich alle Flottenmächte beteiligen würden. Mit Sorge habe die britische Regierung die politische Lage im Fernen Osten verfolgt. Er hoffe, daß die jetzt zwischen China und Japan eingeleiteten Verhandlungen zu einer friedlichen Lösung führen würden. Der König gab der Erwartung Ausdruck, daß der mit Aegypten abgeschlossene Bündnisvertrag noch vor Ende des Jahres ratifiziert werden würde. Er hoffe, daß sich dieser Vertrag als ein Mittel loyaler Zusammenarbeit zwischen den beiden Völkern erweisen würde, deren Schicksale durch gemeinsame Ziele und Interessen untrennbar miteinander verbanden seien. Im kommenden Mai werde in London eine Reichskonferenz stattfinden, die Gelegenheit zur Aussprache zwischen den Vertretern der Regierungen des Empire biete. Er hoffe, nach Beendigung der Krönungsfeiern Indien zu besuchen und dort den Fürsten und Völkern Indiens auf die gleiche Weise die Thronfolge kundzutun, wie es sein Vater getan habe. — Tiefes Bedauern drückte der König über die blutigen Unruhen in Palästina aus. Er begrüßte die Wendung zum Besseren. Die königliche Untersuchungskommission werde noch in dieser Woche England verlassen. Die britische Aufrüstung werde mit äußerster Tatkraft vorwärtsgetrieben. Die Regierung sei überzeugt, daß Maßnahmen ebenso zur Verteidigung des Reiches wie um der internationalen Verpflichtungen Englands willen erforderlich seien. Sie werde iedoch darüber hinaus keine Gelegenheit vorübergehen lassen zur Begrenzung der Rüstungsausgaben, die einer Besserung der internationalen Beziehungen naturgemäß folgen würde. Der letzte Teil der Rede war ausschließlich innerpolitischen Angelegenheiten gewidmet. Die Regierung sei zu der Erkenntnis gekommen, daß die bestehenden Gesetze zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung abänderungsbedürftig seien. Dem Parlament werde daher ein Gesetz vorgelegt, das die bestehende Rechtsordnung sichere, ohne der Rede- und Versammlungsfreiheit Abbruch zu tun. DieWreßdebatte Nach kurzer Vertagung trat das Unterhaus wieder zusammen, um die Dankadresse an den König entgegenzunehmen. Sie wurde zum ersten Male von einer Frau, nämlich der konservativen Abgeordneten Miß Horsbrugh, eingebracht. Die Abgeordnete gab ihrer Befriedigung darüber Ausdruck, daß die englische Regierung den Völkerbund stärken wolle. Das englische Volk danke der Regierung, daß sie es vor kriegerischen Verwicklungen bewahrt habe» Es wolle in Zukunft nicht mehr darunter leiden, daß feine Streitkräfte nicht genügend stark gerüstet seien. England müsse stark sein. Der nationale Labour-Abgeordnete Harold Nicholson erklärte: Das deutsche Volk habe den Engländern in den letzten Monaten ein Maß der Sympathie und Freundschaft gezeigt, das jeden ermutigen müsse, der eine Vereinbarung zwischen dem deutschen und dem englischen Volk zu freundschaftlichen und gleichen Bedingungen wünsche. Das englische Volk sei sich in drei Dingen einig, nämlich, daß es keinen Krieg und keine Diktatur wünsche, und daß es das nicht verlieren wolle, was es jetzt besitze. Er begrüße die Versicherung, daß sich die englische Außenpolitik nicht auf Bündnisse stützen werde, die sich gegen einzelne Mächtegruppen richten wurden, sondern auf frei ausgehandelten regionalen Abmachungen. Der Oppositionsführer Attlee erklärte, die Thronrede sei über die Arbeitslosigkeit und Unterernährung hinweggegangen, obwohl es in England zur Zeit 1,5 Millionen Arbeitslose und 4,5MillionenunterernährteMenschen gebe. Attlee begrüßte die angekündigte Gesetzgebung über politische Kundgebungen und meinte, die Regierung trage einen Teil der Verantwortung für die Verschlechterung der internationalen Lage. Ministerpräsident Baldwin kündigte u. a. an, daß am Donnerstag eine allgemeine außenpolitische Aussprache stattfinden werde. Baldwin wies auf den zunehmenden Ueberschuß derEinfuhrüberdieAusfuhr hin, betonte aber, daß die Erzeugung ebenso wie der Kleinhandel eine Besserung aufweise. Eine wirklich wesentliche Besserung des Überseehandels werde nur dann ein» treten, wenn die internationale Lage dies zulasse. Der Ausfuhrhandel sei ein internationaler Handel, an dem alle Länder teilhaben müßten. Die Bemühungen im Interesse des Friedens müßten fortgesetzt werden in der Hoffnung, daß die Klugheit schließlich die Oberhand behalten werde. Zur Aende- rung des Gesetzes über die öffe n t li ch e Ord« nung erklärte Baldwin, die Stabilität des Regierungswesens, so wie England es kenne, hänge von der Freiheit der Kritik ab, aber die Freiheit ihrerseits sei von der Toleranz abhängig, die gegenseitig sein müsse. Alle britischen Bürger ohne Unterschied seien berechtigt, ohne Furcht vor Gewalttätigkeiten ober Einschränkungen ihrem Beruf nachzugehen. Die Regierung werde auch nicht einen Augenblick lang die Einschüchterung irgendwelcher Gruppen dulden. ff Lord Halifax im Oberhaus. Im Oberhaus erklärte Lord S n e l l (ßabour Party), daß die Lage im Fernen Osten ungewöhnlich unbefriedigend sei. Es gehe nicht an, daß man einfach China und Japan sich selbst überlasse. Lord Halifax, der Lordsiegelbewahrer, betonte, daß die Regierung stärksten Anteil an den Vorgängen im Fernen Osten nehme und wandte sich dann schart gegen das Gerede von einem kommenden Kriege. Ein solches Gerede sei ebenso gefährlich wie unerwünscht. Es sei zuzugeben, daß die internationale Lage schwierig sei, aber sie sei keineswegs verzweifelt. Tlad) englischer Ansicht habe es niemals irgend- welche englisch-italienischen Meinungsverschiedenheiten gegeben. Die Schwierigkeiten, die sich ergeben hätten, rührten allgemein daher, daß Großbritannien versucht habe, loyal seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen. England sei jederzeit bereit, die volle Freund- // schäft mit Italien wieder aufzunehmen, die traditionell zwischen beiden Ländern bestehe. Er sehe keinen Grund, warum nicht eine volle Verständigung erzielt werden könne, wenn es über gewisse Gegenstände Mißverständnisse gegeben habe. Sowohl England als auch Italien hätten Interessen im Mittelmeer. Es bringe keinen Ruhen, wenn darüber gestritten werde, wessen Interessen wichtiger seien, weil man darüber endlos streiten könnte. Die Geschichte beider Länder zeige, daß die Interessen nicht auseinandergingen, sondern sich ergänzten. Das größte gemeinsame Interesse beider Länder bestehe in der Erhaltung des Friedens. Der Fehlschlag des Völkerbundes habe bewiesen, daß die Methoden der Anwendung der Dölkerdundssatzung eine Revision erforderten, damit die Satzung den Tatsachen entspreche, Tatsachen, die außerordentlich verschieden seien von denen, die die Schöpfer der Satzung vorausgesehen hätten. Es gebe keinen Widerspruch zwischen einer Völkerbundspolitik und einer Politik der Aufrüstun g. Eine erste Antwort an Mffolini Oie Mittelmeerintereffen beider Länder ergänzen sich. erfüllt die Männer des NSKK. im Gau Hessen- Nassau mit ernster Trauer. Schon im Jahre 1931 gehörte er dem damaligen NS.-Automobilkorps führend an. Als mannhafter Kämpfer und echter Nationalsozialist galt er bei den Männern des Kraftfahrkorps als Vorbild eines Führers. In ihren Herzen wird fein Andenken unvergessen weiterleben." Oie Ueberfiihrung nach Frankfurt a. M. LPD. Frankfurt a. M., 3. Nov. Am Dienstag fand die Ueberführung der Leiche des auf so tragische Weise verunglückten Treuhänders der Arbeit SS.-Standartenführers Schwarz von Gotha nach Frankfurt a. M. statt. Dor den Toren der Stadt übernahmen Partei und Behörden das Ehrengeleite. In Vertretung des Gauleiters und Reichs- ftatthalters Sprenger schritt der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Reiner neben Kreisleiter Oberbürgermeister Dr. Krebs und Gauamtsleiter G. W. Müller. Weiter folgten u a. Gruppenführer Beckerle, SS.-Oberführer Ludwig, Brigadeführer Prinz Richard von Hessen, Landesobmann Becker, Landesbauernführer SS.-Standartenführer Dr. Wagner, SS.-Sturmbannfüh- rer Morreth. der Führer der 2. SS.-Standarte. Hinter dem Sarg, der von acht SS.-Führern mit Fackeln eskortiert war, folgte ein Ehrensturm der 2. SS.-Standarte, geführt von dem früheren Adjutanten des Standartenführers Schwarz. Die HI., die Werkscharen der DAF., das NSKK., die SA. und die SS. des Standortes Frankfurt a. M. bildeten ein Fackelspalier vom Ostbahnhof bis zur SS.-Unterkunft in der Bockenheimer Landstraße, wo unter einer von vier SS.-Führern gestellten Ehrenwache bis zu seiner Beisetzung am Freitag der Sarg öffentlich aufgebahrt wird. Eine dichte Menschenmenge entbot ihrem Freund und Helfer den letzten Gruß. In der SS.-Unterkunft, wo Frau Schwarz und Frau Sprenger den Toten erwarteten, ließ Gauleiter Sprenger an dem mit der Hakenkreuzflagge geschmückten Sarg einen Kranz niederlegen. Staatsrat Reiner gab der tiefen Trauer und auch der menschlichen Liebe für den Entschlafenen Ausdruck: „Parteigenosse Schwarz ist noch lebendig in unseren Reihen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten". Am Grabe der Eltern des Führers. Wien, 4. Nov. (DNB.) An den beiden Totengedenktagen am Sonntag und Montag haben zahlreiche Volksgenossen in rührender Weise auch der Eltern des Führers und Reichskanz- l ers gedacht. Ihr Grab auf dem kleinen von uralten Cyprefsen und Ulmen beschatteten Friedhoi von Leonding bei Linz, bei dem die Mitglieder des Bundes der Reichsdeutschen drei Tage lang Totenwache hielten, war in einen wahren Blumenhügel verwandelt worden. Schon am Samstag traf ein Sonderzug mit 1000 Reichsdeutschen in Linz ein; am Sonntag folgte ein Zug mit 800 Personen. Unter der Führung des Konsuls in Linz Kastner begaben sich die Gäste aus dem Reich nach Leonding. Sie legten zahlreiche Blumengebinde nieder, deren Schleifen jeweils den Namen der Stadt trugen, aus der die Besucher stammten. Der Bürgermeister von Berchtesgaden legte einen Kranz nieder mit der Inschrift: „Den Eltern unseres Führers — vom Berchtesgadener Lande". Prag zur Muffolini-Rede. Die Kleine Entente und die Revision. Prag, 3. Nov. (DNB.) Im Außenausschuß des Abgeordnetenhauses wandte sich Außenminister Dr. Krofta gegen Die von dem ungarischen Abgeordneten Szüllö vertretene Ansicht, daß die Bündnisverträge der Kleinen Entente ein Hindernis für die Verständigung im Donauraum öarfteüten und stellte fest, daß die Kleine Entente schon längst aus dem Raymen der mitteleuropäischen Interessen herausgewachsen sei und daß ihr Zusammenarbeit vor allem von g esamteuropäischen Frage n b e ft i m m t werde. Dr. Krofta betonte, daß tot Kleine Entente besonders ihre Beziehungen zu Oe st erreich und Ungarn regeln solle, „deren Rechte, Souveränität, Selbständigkeit und volle Gleichheit mit anderen zu respektieren" sie als ihre erste Pflicht ansehe. Die Mailänder Rede Mussolinis enthalte vieles, was im Gegensatz zur tschechoslowakischen Außenpolitik stehe. „Doch kann", so sagte der Minister, „keine derartige Erklärung uns dazu veranlassen, irgend etwas an unserer bisherigen Politik zu ändern, die den Revisionismus auf das entschiedenste ablehnt." Die Worte Mussolinis an Jugoslawien dürften nicht so ausgelegt werden, als ob eine Spaltung der Kleinen Entente im Bereich des Möglichen liege. Die rumänischen und jugoslawischen Verbündeten der Tschechoslowakei wüßten sehr wohl, daß jede auf Kosten eines der drei Staaten durchgesührte Revision früher oder später auch bie übrigen Staaten in Mitleidenschaft ziehen würde. Der Besuch des rumänischen Königs in Prag habe erneut bie Einheit der Kleinen Entente unterstrichen. polnischer Pressefeldzug gegen Danzig. „Ein Oorfkrach als Gegenstand der Großen Politik." Berlin, 3. Nov. (DNB.) Unter ber lieber» schrift „E i n Dorfkrach als Gegenstand der großen Politik?" läßt sich der „Völk. Beobachter aus Danzig melden: In den letzten Tagen hat fast die gesamte polnische Presse einen regelrechten Pressekrieg mit Danzig geführt. In Danzig mußte die Vermutung aufkommen, daß die polnische Oeffentlichkeit durch Polens Genfer Auftrag in Danzig tatsächlich in Versuchung geführt worden ist und daß die Angriffe der polnischen Presse dem Zweck der Einleitung irgendwelcher polnischen Forderungen dienen sollten. Nachdem nun der Polizeipräsident von Danzig sich gezwungen sah, eine Reihe polnischer Blätter zu verbieten und zu beschlagnahmen, haben die Warschauer Blätter zu einem neuen Schlage ausgeholt. In ihren Sonntagsausgaben bringen sie unter großen Schlagzeilen Meldungen über einen 2) o r f ft r e i t, der sich in Schöneberg an ber Weichsel im Freistaat abgespielt hat. Die Tatsache, daß drei Dorfbewohner während der Nacht zum Samstag von bisher völlig unbekannten Tätern in ihren Häusern belästigt, jedoch nicht verletzt wurden, wird zu einem „Ueberfall von Nationalsozialisten auf Polen" umkonstruiert. Die Untersuchungen haben ergeben, daß d i e drei überfallenen Mitglieder der Danziger Arbeitsfront, einer nationalsozialistischen Organisation, sind und als Polen im Dorf nicht bekannt waren. Die Ueberfallenen selbst können über die mutmaßlichen Täter keine Aussagen machen. Das Vorhandensein einer polnischen Minderheit in diesem deutschen Dorf ist bisher von niemanden behauptet worden. Von 1043 Wahlberechtigten haben bei den Dolkstagswahlen im Jahre 1935 nur 4 für die polnische Liste gestimmt. Polnischerseits konnte immerhin vermutet werden, daß der Ueberfall auf den einen Einwohner des Dorfes Schöneberg darauf zurückzuführen ist, daß er feine Wohnung für einen heimlichen, unangemeldeten polnischen Schulunterricht zur Verfügung gestellt hatte, was doch nicht unbekannt geblieben zu fein scheint. Aber falls auch solche Zusammenhänge bestehen sollten, ist die scharfe Sprache der polnischen Presse zu diesem Fall vollkommen fehl am Platze. Der Eindruck in Danzig. Danzig, 3. Nov. (DNB.) Zu dem polnischen Pressefeldzug gegen Danzig nimmt derDanziger Pressedienst wie folgt Stellung: Die Vermutung, daß Polen den Völkerbundsauftrag gegenüber Danzig zur Stärkung seiner eigenen* Position ausnutzen möchte, wird leider verftärkt durch den systematischen Pressefeldzug, den Polen in diesen Tagen gegen Danzig zu unternehmen für richtig gefunden hat. Wenn es sich dabei nur um die Blätter der Opposition handeln würde, die gewohnheitsmäßig gegen Danzig Stimmung machen. könnte man darüber hinweggehen. Die Tatsache aber, daß Blätter wie der „K u r j e r Poranny" die Führung in diesem Pressefeldzug übernommen haben, hat in Danzig Besorgnis hervorgerufen. Der „Kurjer Poranny" hat eigens einen Berichterstatter nach Danzig entsandt mit dem bestimmten Auftrag, Danzigden Vorwurf der Illoyalität gegenüber Polen z u machen und diesen Vorwurf durch Greuelmärchen, deren Absurdität eine sachliche Entgegnung von selbst verbietet, zu „stützen". Dieser Korrespondent hat seinen Auftrag dadurch zu erfüllen gesücht, daß er gegen die Danziger Regierung die ungeheuerlich st en Angriffe erhoben hat, so daß sich der Polizeipräsident von Danzig genötigt gesehen hat, die betreffende Nummer des polnischen Blattes beschlagnahmen zu lassen. Dabei hat die polnische Presse auch wieder zu der Methode zurückgegriffen, innere Gegensätze zwischen Partei und Staat in Danzig zu konstruieren und aus der Tatsache, daß der Präsident des Senats Greiser zu einem mehrwöchigen Kuraufenthalt nach Bad Wildungen fahren mußte, die kühnsten Kombinattonen herzuleiten. Der „Danziger Vorposten" weist alle diese Gerüchte mit der Erklärung zurück, daß Senatspräsident Greiser das unverminderte Vertrauen der NSDAP, besitzt und daß nach der Verengung der Beziehungen zwischen Partei und Staat niemals ein besseres Verhältnis zwischen* dem Führer der Partei und dem Führer der Regierung hat herrschen können als gegenwärtig. Die polnische Pressepolemik erleichtert zweifellos nicht die Zusammenarbeit zwischen Danzig und Polen, an der beide Teile in gleicher Weise interessert sind und zu der die Danziger Regierung stets loyal die Hand gebo- t e n hat. Die polnische Regierung mühte deshalb selb st ein Interesse daran haben, derartige Ausfälle der Presse zu verhindern. Die Lage, in die Polen durch den Auftrag des Völkerbundsrates gekommen ist, ist ohnehin schwierig genug. Die polnische Regierung muß also ein Interesse daran haben, diese Lage nicht noch mehr zu komplizieren durch eine Spannung zwischen Danzig und Polen, wie sie ganz offenbar von einem Teil der polnischen Presse gewünscht oder doch veranlaßt wird. Was sagt man in Warschau dazu? Seit Tagen gibt sich die polnische Presse alle Mühe, in Polen eine böse Stimmung gegen Danzig heraufzubeschwören. Um dieses Ziel zu erreichen, bedient sie sich höchst anfechtbarer Me* thoden. Die Geschichte kennt Beispiele genug, daß derartige Pressefeldzüge durchaus nicht spurlos an GANG 9 PROZENT Universitäten des Auslandes sind ausgelegt. Erne chinesische Universität ließ als Geschenk eine rotseidene Fahne mit goldenem Hakenkreuz überreichen, ein alter Heidelberger Schüler übersandte die älteste buginesische Dichtung, die er auf Celebes fand. Sie ist auf Streifen von Palmblättern geschrieben, die wie auf einer Filmspule aufgerollt sind. Die Ausstellung zeigt anschaulich, welch großen Anteil die gesamte wissenschaftliche Welt an der 550-Jahr-Feier der Universität Heidelberg genommen hat. Der Präsident des Internationalen Jagdverban- -.5 D u c r o c q dankte dem Reichsjägermeister und der deutschen Jägerschaft in einer überaus herzlich Englands hervorragendster Dirigent' Der bekannte englische Dirigent Sir Thomas B e e ch a m wird mit dem von ihm vor vier Jahren gegründeten Orchester der Londoner Phil- h a r m o n i k e r im Laufe des Novembers eine Konzertreise durch Deutschland machen. In folgenden Orten werden Konzerte des Orchesters stattfinden: in Berlin am 13.11. (Philharmonie), in Dresden am 14.11. (Oper), in Leipzig am 15.11. (Gewandhaus), in München am 17.11. (Tonhalle), in Stuttgart am 18.11. (Liederhalle), in Ludwigshafen am 19.11. (Feierabendhaus der JG.-Farben), in Frankfurt a. M. am 20.11. (Saalbau) in Köln am 21.11. (Messehalle). Die Internationale Zagdausstellung wird in Berlin stattfinden. Der S ch w e i z e r i s ch'e B u n d e s r a t hat einstimmig das Verbot der politischen Betätigung für die „Rote Hilf e" beschlossen. * Die Einführung der 40-Stundenwoche in den verschiedenen Betrieben bringt für ganz Frankreich eine neue Preis st eigerung mit sich. Der Preis des Brotes, das im französischen Haushalt die Kartoffeln ersetzt, wird erneut um 10 Centimes das Kilo erhöht werden. — Josef Hofmiller: „Bayernbüch, lein", Verlag Albert Langen - Georg Müller in München. Aus der Sammlung „Die kleine Bücherei", Band 65, Preis geb. 0,80 Mark. — (310) — Bayerisches Land mit seinen Menschen, fränkische Kunst in Kirchen und Städten und pfälzischer Wein — das sind die unerschöpflichen Themen, über die Josef Hofmiller, der gründliche Kenner seiner bayerischen Heimat, klug und anmutig plaudert. Wohl nirgendwo wird das bäuerliche Wesen und die barocke Eigenart des Bayerntums so anschaulich zu unmittelbarem Leben erweckt, wie in diesem schmucken Büchlein, in dem alle guten und frohen Geister dieser gesegneten Land-1 schäft zuhause sind und sich äußern, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist von alters her bis auf den heutigen Tag. Und da es nicht nur mit dem Verstände, sondern frisch und natürlich aus dem Herzen heraus geschrieben ist, wird es sehr bald bei alt und jung viele Freunde finden. — Arthur Maximilian Miller: Ursula von Mindelberg. Eine Erzählung aus I dem ritterlichen Schwaben. 120 Seiten. Kart. RM. 1,80; Leinen RM. 2,80, Verlag Haas & Grabherr, Augsburg. — (283.) — Das Burgfräulein Ursula von Mindelberg ist zum Leidwesen ihres streitbaren Vaters „aus der Art geschlagen" und spürt! einen lebhaften Drang nach Wissenschaft und Bildung in sich; sie setzt auch ihren Willen durch und! geht zum Studium ins Kloster. Das Leben und Treiben auf der heimatlichen Ritterburg, der Gang ins Kloster, die Rückkehr, die Begegnung mit dem gefangenen Bischof von Augsburg und dessen Se- kretarius, der Besuch bei Ritter Heinrich aus dem Mindelberg, der entscheidende Ritt nach Augsburg und das glückliche Sichfinden zu echtem Frauentum ist anziehend und fesselnd geschildert. Wetterbericht des Reichswetlerdlensles. Ausgabeork Frankfurt. Am Mittwochmorgen breitete sich über das Reich ein ausgedehntes Dunst- und Regengebiet aus. Es wird durch anhaltende Zufuhr feuchter Meeresluft hervorgerufen, die nur bei schwacher Windbewegung über dem Festland zur Abkühlung kommt und ihren überschüssigen Wassergehalt ausscheidet. Neben nur gelegentlichen kurzen Aufheiterungen wird auch in der nächsten Zeit das meist dunstig-trübe Wetter anhalten, das ganz im Zeichen der vorgerückten Jahreszeit steht. Aussichten für Donnerstag: Vielfach dunstiges und meist bewölktes Wetter, zeitweise auch mit Niederschlägen, bei mäßigen westlichen Winden Temperaturen wenig geändert. Aussichten für Freitag: Bei westlicher Luftzufuhr Fortdauer der vielfach dunstigen und zeitweise zu Niederschlägen geneigten Witterung. Lufttemperaturen am 3. November: mittags 7,9 Grad Celsius, abends 6,2 Grad; am 4. November: morgens 5,4 Grad. Maximum 7,9 Grad, Minimum heute nacht 5,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. November: abends 6,7 Grad; am 4. No-! vember: morgens 6,4 Grad. — Niederschläge 0,4 mm. Kleine politische Nachrichten. Der ungarische Reichsverweser von Horthy wird in Begleitung des Ministerpräsidenten D a r a n y i und des Außenministers von K a n y a Ende des Monats der italienischen Regierung in Rom einen Besuch abstatten. ♦ Der Chef der deutschen Ordnungspolizei General Daluege ist in Warschau vom polnischen Ministerpräsidenten Skladkowski empfangen worden. Der Ministerpräsident zeigte besonders Inter- esse für die deutsche Verkehrsunfallbekämpfung. öftuneljmen, dem bestehe, hi eine volle wenn cs iändnisse ge- auch Italien - bringe feilsten werde, weil man ’ie Geschichte ereffen nicht ergänz» resse beiher s Stiebens, es habe be* Denbunff bet Mch verW ir der Sch-; en Mdrchnh nb einer W Der Reichsjägermeifler aus dem Hemberg. Ausländische Gäste bei der Hnbcrtusfcier. Kunst und Wistensckaft Haus Wahnfried veröffentlicht den Briefwechsel zwischen Richard Wagner und König Ludwig II. . Eine lang erwartete Dokumentensammlung von historischer Bedeutung wird in Kürze erscheinen. Dom Hause Wahnfried wird noch vor Ablauf dieses Jahres der gesamte, unveränderte und ungekürzte Briefwechsel zwischen Richard Wagner und König Ludwig II. der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das aus vier Bänden bestehende Werk enthält größtenteils bisher unveröffentlichte Dokumente, die viele Züge in Wagners Schaffen aufhellen werden und zugleich die enge künstlerische Freundschaft beider durch neue wertvolle Zeugnisse belegen. Die Herausgeber smd Frau Winifred Wagner und der Wittels- bacher Ausgleichsfonds. Die Bearbeitung ist durch den Wagner-Forscher Dr. Strobel, Bayreuth, erfolgt. Line Jubiläums-Ausstellung der Universität Heidelberg. In der Universität Heidelberg ist der OeffenMch- kett eine kleine Ausstellung zugänglich, in der zahlreiche Glückwunschschreiben und Geschenke gezeigt werden, die der Universität zur 5 5 0 - I a h r - Feier übergeben wurden. Neben dem Telegramm und einem Schreiben des Führers sieht man das Bild des Generals L i tz m a n n , das dieser kurz vor seinem Tode der Universität gewidmet hcrt. Diele kostbare und künstlerisch bedeutsame Glückwunschschreiben der deutschen Hochschulen und der tige Gastspiel der Dresdener Staatsoper unter Generalmusikdirektor Karl Boehm, der sich, wie an- chließend berichtet wird, zu einem triumphalen Erfolge gestaltete. Diese Gastspielreisen nach England mid nach Deutschland sind ein höchst erfeuliches Merkmal wechselseitig befruchtender Gemeinschaftsarbeit und für beide Nationen bestimmt nicht weniger wichtig als politische Annäherung und diplomatische Verständigung. Das Londoner Gastspiel der Dresdner Oper. Auch der zweite Abend des Gastspiels der Dresdener S t a a t s o p e r hat sich mit der Aufführung von „Tristan und Isolde" unter der Stabführung von Karl Boehm zu einem vollen Erfolg gestaltet. Die Riesenoper im Covent Garden war wieder bis auf den letzten Platz gefüllt, und immer wieder riefen die großen Leistungen dieses unübertrefflichen Ensembles die Zuhörer zu wahren Begeisterungsstürmen hin. Die Kunst der Dresdener Staatsoper findet auch in den führenden Blättern der Londoner Morgenpresse volle Anerkennung. Richard Strauß hat in London sein Werk „Tod und Verklärung" diri- giert, das von dem Studentenorchester in der Royal Academy of Music gespielt wurde. bin Leine * l &MN f® eir L.5 N* f. wußten. jj P b'e «Mk r; 4ur Aech. suche or6i V e.5 Regit. Le' bange doi recheit ifjrer gegen Eger ohu ucht vor ihrem Beni ach nicht eilig irgendwelche Bedeutsamer deutsch-englischer Kulturaustausch Nie Konzertreise der Londoner Philharmoniker. Der Präsident der polnischen Republik als Oberster Befehlshaber der bewaffneten Macht, hat dem General Rydz-Smialy die Würde eines Marschalls von Polen verliehen in Anerkennung der seit Wiedererlangung der Unabhängigkeit von dem Generalstabschef als Nachfolger des ersten Marschalls von Polen erfochtenen Siege und feiner großen Verdienste um Volk und Staat. Die feierliche Uebergabe des Marschallstabes wird am 10. November im königlichen Schloß in Warschau vor den Fahnen der Wehrmacht erfolgen. Sir Thomas B e e ch a m, Englands bedeutendster und volkstümlichster Dirigent, wurde 1870 als Sohn des 1916 verstorbenen Baronet Joseph Beecham in Liverpool geboren, ist also heute 66 Jahre alt. Sir Thomas Beecham, der Dirigent des von ihm begründeten Londoner Philharmonischen Orchesters, ist heute einer der hervorragendsten Dirigenten der Welt und gilt mit Recht als die Seele des englischen Musiklebens; seine Stellung und sein Einfluß können am besten durch einen Vergleich mit der Bedeutung Wilhelm Furtwänglers im deutschen Musikleben gekennzeichnet werden. Beecham, der seit 1905 als Komponist und Dirigent in London tätig ist, zeichnet sich als Musiker durch eine erstaunliche Vielseitigkeit aus; er brachte beispielsweise das russische Ballett nach London, gründete ein Orchester in Birmingham und das Orchester der Londoner Philharmoniker, mit dem er jetzt feine große Konzertreise durch Deutschland antreten wird. Beecham, der sich vor allem durch die Aufführung klassischer Musik in England außerordentliche Verdienste erworben hat, ist ein warmer Freund Deutschlands und hat in unserem Lande seit langem zahlreiche Anhänger und Bewunderer; er weilte übrigens schon vor dem Kriege, 1912, mit einem großen Orchester in Berlin und wirkte auch bei den Opernfestspielen in Köln mit. Beecham ist als Dirigent von ausgeprägter Eigenart; er dirigiert sein Orchester ohne Taktstock, nur mit den höchst ausdrucksvollen Bewegungen seiner Hände; er war auch einer der ersten, der völlig frei aus dem Gedächtnis dirigierte. So hat er beispielsweise den „Rosenkavalier" von Strauß nach dreitägigem intensivem Studium mit geschlossener Partitur dirigiert. — Als Beecham im Dezember 1933 nach Berlin kam, wurden ihm die gleichen Huldigungen entgegengebracht wie bei feinen früheren Gastspielen in Deutschland. * Die Konzertreise der Londoner Philharmoniker darf als ein bedeutsames und verheißungsvolles Beispiel deutsch-englischen Kulturaustausches angesehen werden. Sir Thomas B e e ch a m s Konzerte werden ohne Zweifel in Deutschland dem gleichen Interesse begegnen wie die vorausgegangenen Gastspiele Jurtwänglers in London und das gegenwär- Empfang. Den Burgplatz umsäumten die Ehrenformationen der Bewegung sowie eine vielhundert- köpsige Menschenmenge. Der Reichsjägermeister trat auf den Balkon der Burg, um die vorn Jagdgau Braunschweig erlegte Strecke dem Winterhilfswerk zu übergeben. Während des ganzen Winters werde die deutsche Jägerei einen Teil der Strecke dem WHW. zuführen. Jeder möge daran erkennen, daß, wer Freuden hat, auch Pflichten übernehmen müsse. In der Burg ging der Reichsjägermeister noch einmal auf die internationale Jagdausstellung in Berlin ein. Deutschland habe seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus sehr viel für die Belange der Jägerei getan und werde es noch weiter tun. Ich fühle mich berechtigt zu der Hoffnung, so fuhr er u. a. fort, daß, wenn die Ausstellung eröffnet wird, nun auch d i e Jägerschaft der anderen Nationen zu uns kommen wird, um unser Gast zu sein, damit wir einander kennenlernen und durch das gemeinsame Band, das alle Jäger umschlingt, mit dazu beitragen, daß auch das V e r - ständnis der Völker füreinander sich vertieft. So kann auch die Jägerschaft aller Nationen mit dahin wirken, den für alle Volker so wichtigen Frieden zu festigen. Zu dem Präsidenten des Internationalen Jagdverbandes D u c r o c q gewandt, fuhr der Reichsjägermeister fort: Ich bin Ahnen besonders dankbar, daß Sie Ihre bewährten Kräfte auch hier wieder in den Dienst der großen Sache stellen. Das allein bürgt mir schon dafür, daß die Ausstellung in Berlin ein voller Erfolg werden wird. Als sichtbares Zeichen unseres Dankes und der Hochachtung vor dem Weidmann Ducrocq bitte ich Sie, hie Ehrenmitgliedschaft der deutschen Jägerschaft zu übernehmen. Ich danke auch den Vertretern der anderen Nationen, die uns ihr Können zur Verfügung stellen wollen, um die Ausstellung durchzuführen. Sie soll über eine reine Trophäenschau hinaus auch in Gebräuchen und Handwerkszeugen, in Kunst und Literatur beweisen, daß seit Jahrtausenden die Jagd eine hohe Bedeutung sowohl wirtschaftlich als auch ethisch und moralisch gehabt hat. So kann die Ausstellung zu einem wahrhaften Olympia derJägerschaft der ganzen Welt werden. Büchertisch. — Botho Graf Keyserling!: Monte, der Rebell (Auf st and in Preußen um 1 2 60). Verlag Dr. Fritz Bokämper, Görlitz. Leinen 4.— Mark. — (266) — Wir erleben den zielbewuhten Kampf des Deutschen Ritterordens um die Eroberung eines Bollwerks im Osten, um die endgültige Bekehrung und Unterwerfung der sich tapfer wehrenden freiheitsliebenden Pruzzen (Preußen). Im Mittelpunkt der Handlung steht ein preußischer Edeling, der in der christlichen Taufe den Namen Hercus Monte erhalten hat. Seit langem lebt Hercus Monte, als Geisel der Obhut des Ritters Hirzhals anvertraut, in Magdeburg. Es kommt der Tag, da er in die Heimat zurückkehren darf. Sein Vater fällt mit zahlreichen Gauführern der Bluttat eii^s Ordensvogts zum Opfer. Diese Tat gibt das Zeichen für einen Aufstand der Preußen. Hercus Monte wird zum Führer auserfe^en. Wir erleben, wie es dem jungen Monte gelingt, die zahlreichen Gaue der Preußen zum gemeinsamen Widerstand zu einen. Aber er wird gezwungen, den einstigen väterlichen Freund, der gefangen in feine Hände fällt, einem schrecklichen Tode zu überantwor-1 ten. Aber dann erlahmen die Kräfte der Preußen. Uebermächtig wird die Macht des Ordens. Hercus Monte fällt, noch im Tode ahnend, daß einst ein neues Preußen das vergossene Blut rechtfertigen wird. den Beziehungen der Staaten zueinander vorüber- zugehen pflegen. Wir brauchen nur an das nahe- Iiegenöe Beispiel des deutsch-polnischen Verhältnisses aus der Seit vor dem Abschluß des d e u t s ch- p o l Nischen Abkommens zu erinnern. Durch ote)es Abkommen, aber auch noch bei sehr vielen anoeren Gelegenheiten späteren Datums, ist von Warschau her immer wieder zum Ausdruck gebracht worden, daß man nichts so sehr als gute Beziehungen des polnischen Staates zu feinen Nachbarn, zu Deutschland ebenso wie zu Danziq wünscht. Gerade darum mochten wir die W ar- schauer Regieruna, die offenbar von dem seit Mitte der vorigen Woche anhaltenden Treiben der polnischen Presse noch nichts gemerkt hat fragen, was sie zu dem Verhalten ihrer Zeitungs- |nb K Ls S I »eri* FS -W H Die $ Die r Poranist j übernonM heroorgerW einen Berich em bestimmte- jderÄlloy zu mache! Buhen, dem ma von selbj refponbent he qejücht, dah«- ingeheuev so daß sich k iffji Dabei M ’ Wff- ff' m tonftriff Präsident ® lödjige" I» •en m** Der „WF mit der id Kreiser»' er 51S®?- 6er la ein beff r Partei •rschen fett 1”* in gl* lie V-nff ndS* mW * aran ff* n-rhind-* ist ff“” 5 dick C * Daff« $ ei* ’ et doch äs 5 männer sagt. Wir können uns nicht denken, daß sie es auch nur andeutungsweise billigt, eben weil sie sich bisher stets fürdenJnteressenaus- gleich und für ein verständnisvolles Zusammenwirken auch mit Danzig ausgesprochen hat. Wir glauben zu wissen, daß Polen nicht das geringste Interesse an Spannungen irgendwelcher Art hat. Darum muß der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß sich die Warschauer Regierung nunmehr schleunigst über das Verhalten ihrer Presse, das sie unzweifelhaft nicht billigen dürfte, durch ihre bisher recht gut arbeitende Pressestelle informieren läßt und die Schritte alsbald ergreift, sie nötig find, um das Verhältnis zu Danzig wieder zu entgiften. JB ocfenem (Hannover), 3. Nov. (DNB.) Zum vierten Mal feit der Erneuerung des Deutschen Reiches trafen sich am Hubertustag deutsche dager bei der Hubertuskapelle auf d e m Hein- derg bei Ringelheim, um im Beisein des Reichszagermeisters Göring den traditionellen Hubertustag gemeinsam zu begehen. Unter den Saften der Hubertusfeier sah man u. a. den Präsidenten her Internationalen Jagdvereinigung, Ducrocq (Frankreich), ferner Jagdabordnungen aus Aegypten, Bulgarien, Polen, Luxemburg, Frankreich, Jugoslawien, Italien, Oesterreich, Un- Dänemark, Schweden und der Tschechoslowakei. Ferner waren anwesend Stabschef Lutze, die braunschweigischen Minister K l a g g e s und Alpers, Öberstjägermeister Scharping Staatssekretär von K e u d e l l und zahlreiche Vertreter der Wehrmacht. m Rahmen eines Festspiels erschien zunächst St. Hubertus und sprach zu den deutschen Jägern. Dann begrüßte Gaujägermeister Alpers-Braunschweig den Re i ch s jägermeister, der daraus betonte, daß die Gäste gekommen seien, um darüber zu beraten, in welcher Weise die Interna- , „o n a l e I a g d a u s st e l l u n g gestaltet werden soll die im nächsten Jahr in Berlin stattfinden nurb sei selbstverständlich gewesen, daß mit bem Augenblick, da Adolf Hitler die Fackel des deut- chen Erwachens entfachte, auch die deutsche Jäger- chast einschwenkte in das deutsche Geschehen. Es E /olgenchtig gewesen, daß die deutsche Jäger- schast ihre Satzungen so gestaltete, wie es der Nationalsozialismus erheische und daraus sei wieder ei^ deutsche Jägerschaft hervorgegangen, die das Weid werk edel gestaltete und aus pflichtgemäß lebenden deutschen Weidmännern bestehe. Der deutsche Jäger betrachte den Wald als Gottesboden, m dem er die Tiere als Gottesgeschöpfe ehre und aus dem er die Kraft ziehe, die er an anderer Stelle zum Segen von Volk und Vaterland einsetzen solle. In das Siegheil auf den Füh- IerViba5rj.ber Reichsjägermeister abschließend aus-! brachte, stimmten die vielen Tausende von Festteil- des Duc 3ulU?£"in^?e»rt,,5feier- —statteten Ä ÄS 0PEL6 Prüfen Sie die nüchternen Zahlen, die mehr bedeuten als jeder Nimbus I Denn diese Zahlen sind der höchste Ausdruck einer klaren, unbestechlichen Beweisführung für Überlegenheit von Leistung und Preis. • OPEL »6< mit dem geschmeidigen 6 Zyl. 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Schöner als je deucht uns die Natur im bunten Herbstwald. Seit Wochen leuchtet der Wald in seinem wechselnden farbigen Schmuck. Langsam fing es an, an einzelnen höheren Lagen verfärbten sich die obersten Wipfel des Waldes zu hellem Gelb. Nach und nach weicht das Grün des Sommerlaubs, in den letzten Oktoberwochen erst entsteht die große Pracht der Lauboerfärbung in vollem Umfang. Goldgrün, gelb und goldbraun schimmern die Knonen der großen Buchen, braun, braunrot bis zum brennenden Rot verbrämt das lockere Laubwerk der alten Eichen, das knorrige Geäst, heller, gelblichgrün stehen die jungen Eichenbäumchen davor, blutrot sieht der junge Ahorn aus und flammend gelb der alte, dazwischen das dunkle Grün des ernsten Fichtenwaldes, dort drüben braunrote Hainbuchen, fahlgelbe Weiden. Tiefrot leuchtet der wilde Wein, und gelblichgrün glänzen die Lärchen. Wie ein flimmerndes Gespinst weht das schüttere Laub der schlanken Birken und der zierlichen Espen goldgelb oder in hellem Blaßgelb vor dem farbensatten, dunklen Hintergrund des Herbstwaldes. So war es schon Mitte Oktober, und zu Anfang des Monats November wird es auch noch so sein. Gewiß haben viele Bäume schon viel Laub verloren und manche Arten stehen schon früh blattlos da, beginnt doch der Laubfall eigentlich schon am 21. Juni mit der Sommersonnenwende. Mit dem sinkenden Licht sinkt der Bedarf des Baumes an arbeitenden Blättern, und so läßt er das erste Blatt freiwillig fallen, aus dem innersten, dunkelsten Teil der Krone. Tag für Tag rieselt dann eines herab, aber erst im Oktober setzt der Laubfall merklich ein. Oft sieht man, wie auf einmal gleichzeitig an einem frostigen Morgen ganze Scharen von welken Blättern an Kastanien und Platanen oder die noch grünen an Eschen zu Boden regnen. Im Ablauf weniger Augenblicke wird so aus einer herrlich verfärbten Krone ein kahler, leerer Baum, plötzlich strecken ganze Alleen nur noch leere Aeste in den Wind. Aber nicht immer beendet so schlagartig ein Morgenfrost oder ein heftiger Regen den lange vorbereiteten Blattabwurf. Lange stehen viele noch im bunten Laub, und erst die mächtigen Novemberstürme reißen das letzte Blatt vom Geäst. Daß Erlen und Eschen ihre grünen Blätter fallen lassen, haben wir früher schon erwähnt; umgekehrt halten andere Arten wieder hartnäckig am; rotbraunen, trockenen Laub fest, so die Rotbuche und vor allem die Eichen, selbst die eisigsten Winterstürme überdauern sie, und erst kurz vorm Aufbrechen der jungen Knospen im Mai lassen die Eichen die alten Blätter fallen. Lange grün bleiben vor allem die Baumbüsche, besonders Linden, Eichen und Buchen und auch die Ahorne, viele Sträucher sehen ihren Ehrgeiz gleichsam darin, arün zu bleiben, bis der Frost das Blattwerk schwärzt und knickt, wie zum Beispiel der Hollunder und die Brombeere. Mit dem Anfang des November setzt der Laubfall heftig ein, merkwürdigerweise aber doch weitgehend unabhängig vom zufälligen Wetter, es ist dann einfach „an der Zeit", und bis Mitte November stehen die Laubbäume mit kahlen Aesten und Zweigen vor dem grauen Himmel. Aber damit ist es noch lange nicht kahl und leer und tot draußen in der Welt. Die stärkste Anziehung auf unser suchendes Auge übt zwar das bunte Laub aus, und im Feld ist es auf den ersten Blick wirklich leer und eintönig, über die Aecker geht der Pflug, und die Herbstbestellung wird bald beendet, aber überall finden wir noch Blumen. So erstaunlich es wohl manchem klingen mag, man kann im November oft noch 30 und mehr blühende Pflanzenarten auf einem Spaziergang finden. Im Oktober sagten wir schon einiges über die abgehärteten Lang- und Jmmerblüher, aber nicht nur solche harren noch aus, sondern es gibt tatsächlich noch neue, frisch entfaltete Blüten. Man denkt zuerst wohl an die C h r i st r o s e (Helleborus niger), die ja oft schon im Oktober in unseren Gärten ihre großen, weißen Blumenblätter entfaltet. Aber die Heimat der wilden Pflanze sind die Bergwälder Süddeutschlands, und da blüht sie regelmäßig erst im Dezember auf, deshalb wollen wir sie uns auch bis dahin aufsparen. Inmitten der reichen Blütenfülle der frühherbstlichen Gärten, neben den vielen Arten von Dahlien, Georginen, Astern und Herbstastern und Chrysanthemen standen bisher üppige Stauden ohne Blüten, aber mit großen, gelblich-grünen Knospen die W inte r a st e r n (Aster laevigatus), die letzt um die Novemberwende ihre vielen, weißen Blüten entfalten, ungeachtet der vorgeschrittenen Jahreszeit. Auch in den Gärten und im Freien auf Wiesen und in lichten Wäldern leuchten jetzt die frischen, weißen Blüten der Winter-Chrysantheme, der großen Maßliebe (Chrysanthemum leucanthe- mum). Aber noch überall treffen wir alte Bekannte vom Sommer und Frühherbst wieder, besonders an Waldwegen, Buschhecken, Feld- und Wiesenwegen, aber auch auf Wiesen und in den Ackerfurchen. So, um nur einige zu nennen, die Schafgarbe, das unverwüstliche Gänseblümchen und das schon seit Februar unermüdlich blühende Gemeine Kreuzkraut, weiter das Stiefmütterchen mit seinen vielen Farbunterschieden, die gelbdoldige Fenchel (Foenicum vulgare) und der Knoblauch (Allium sativum) auf Aeckern, Feldern und Brachen. Dort und auf sandigen Waldstellen stehen noch die hellpurpurnen Blütenstände des Feld- q u e n d e l s oder Wilden Thymians (Thymus serpyllum) und an Wegrändern, auf Abhängen und ähnlichen Stellen der Gamanderquendel (Thymus chamaedrys). Auf bebautem Boden, an Wegen und auf Schutt blüht fast das ganze Jahr die Bogelmiere (Stellaria media). Am Wasser hält der gelbe Gifthahnenfuß (Ranunculus sceleratus) noch lange aus. Im Walde, vor allem an seinen Rändern und im Gebüsch leuchten die violetten Blütentrauben der Z a u n w i ck e (Vicia sepium) und die auch violetten oder roten allbekannten Blüten des Stinkenden Storchschnabels, des Ruprechtskrau- t e s (Geranium robertianum) mit feinem unangenehm riechenden roten Stengel. Abet noch viele andere werden wir sehen, nur ist es nicht gut möglich, ein allgemein gültiges Ende der Blütezeiten zu nennen, wie es für den Beginn des Blühens ja genau festgestellt ist. Im Oktober blühten noch häufig und werden noch einige Zeit ausharren: die Veilchen, das Löwenmaul, die Habichtskräuter, der Ackersenf, der Gundermann, die Glockenblumen, die Herbstform der Ri n g e l b l u m e, die Wolfsmilch, die auch neue Knospen treibt, die rote Flockenblume und der gelbe Steinklee. Springkraut und Augentrost verlieren zwar schon ihre Blätter, halten aber die Blüten noch lange fest. Und noch mehr in bunter Fülle Kohl- und Kratzdistel, Ranunkeln, Erdbeeren, die Zieste, die Fingerkräuter und Kleearten, das Tausendschönchen, das Labkraut, die Grundfeste und die verschiedenen Glockenblumen. Manche, von denen man es kaum erwartet, überdauern noch die ersten Fröste, wie der R o t e K l e e , die Purpurne Taubnessel, die Lichtnelke, Margueriten, Stiefmütterchen, der Wiesenbocksbart und manche andere. Sogar R o s e n in mannigfaltigen Farben erinnern an warme Sommertage, während die Da h l i e n schon lange verwelkt sind, und die Bäume kahles Astwerk tragen. Sa reich und unerschöpflich ist die Kraft der Natur noch jetzt, in der Zeit der sinkenden Sonne. Kurze, trübe Regentage mit heftigen Stürmen und kalten Nächten stehen bevor, und noch immer blühen so viele Pflanzen, viele alte Freunde, manche, die man im Sommer ganz übersah vor der großen Fülle, viele mit durch Wind und Wetter zerzausten und verblaßten Blütenköpfen, manche immer wieder mit frischen Farben. Es gibt viel zu sehen auch im November noch, wenn das letzte Blatt der bunten Herbstpracht vom Baume wehte. Gewiß ist der einsame Herbstwald das schönste und erhabenste, aber wir wollen nicht nur das Große schauen, sondern auch das Kleine sehen. Denn wer auch die Einzelheiten beachtet, schaut tiefer, erlebt mehr und empfindet größere Freude. Walther Neurath. Kreisfilmstelle. Von der Gau-Filmstelle Hessen-Nassau wird der Groß-Tonfilm „Grüß mir die Core noch einmal“ im Kreise We11erau an folgenden Terminen vorgeführt: Dienstag, 3. November, in Allendorf a. d. Lda. Mittwoch, 4. November, in Reiskirchen. Donnerstag, 5. November, in Steinbach. Freitag, 6. November, in Klein-Linden. Samstag, 7. November, in Heuchelheim. Sonntag, 8. November, in Großen-Bufeck. Dienstag, 10. November, in Watzenborn-Steinberg. Mittwoch, 11. November, in Großen-Linden. Donnerstag, 12. November, in Lang-Göns. Freitag, 13. November, in Gambach. Samstag, 14. November, in Münzenberg. Sonntag, 15. November, in Rockenberg. Montag, 16. November, in Dorheim. Dienstag, 17. November, in Assenheim. Donnerstag, 19. November, in Nieder-Wöllstadt. Freitag, 20. November, in Ober-Erlenbach. Seit Jahren klingt das Lied aus Millionen Kehlen. Kaum ein anderes Lied hat fo schnell seinen Weg durch alle deutschen Gaue genommen. Seine Poesie zieht sich durch den ganzen Film, der mit seinem ländlichen Stoff und feiner urwüchsigen Fröhlichkeit alle Besucher in feinen Bann zieht. Vorverkauf der Eintrittskarten findet jeweils durch die Ortsgruppen statt. Sochschulnachrichten. Der frühere langjährige Vertreter des römischen und deutschen bürgerlichen Rechts an der Universität Heidelberg, Geheimrat Professor Dr. jur., Dr. med. h. c. Friedrich Endemann ist, 79 Jahre alt, gestorben. In Fulda geboren, habilitierte er sich 1886 an der Universität Königsberg und kam 1904 als ordentlicher Professor von Halle nach Heidelberg, wo er bis zu seinem liebertritt in den Ruhestand im Jahre 1924 wirkte. 1917/18 bekleidete Geheim» rat Endemann das Rektorat der Universität. Der Verstorbene, der Ehrenmitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und Ehrendoktor der Heidelberger Medizinischen Fakultät war, ist besonders bekannt geworden durch sein fünfbändiges Lehrbuch des deutschen Bürgerlichen Rechts, das, in vielen Auflagen erschienen, zu einer grundlegenden Arbeit für das Rechtsstudium wurde. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 M mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. aus vollem, blühendem Leben, im Alter von 30 Jahren, jäh genommen. Gießen, Dortmund, den 3. November 1936. 7009 D Gießen (AUcenstraße 26 p), den 3. November 1936. 6999 D Gießen, Wetzlar, den 3. November 1936, 05099 Am 1. November 1936 wurde uns durch einen Flugzeugunfall unser einziger, innigstgeliebter Sohn. Bruder, Schwager, Onkel, Neffe u Vetter Um stilles Beileid bitten: Franz Reinschmidt Henriette Flöring Wwe, Für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen, besonders den Schwestern des Evang. Schwesternhauses für ihre liebevolle Pflege und dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte unseren herzlichsten Dank. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 5. Nov., nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Montag mittag 1V, Uhr erlöste Gott der Herr meine innigst geliebte Gattin, meine liebe Tochter Herr Dr. med. Adolph Lyncker Assistenzarzt am städt Krankenhaus in Delitzsch In tiefer Trauer: Adolph Lyncker und Frau Elisabeth Woenckhaus, geb. Lyncker Professor Woenckhaus und 4 Kinder Die Beisetzung findet in aller Stäle statt Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Fritz Klinkei Familie Ludwig Kronenberg. Milli Reinschmidt geb. Flöring von schwerem Leid durch einen sanften Tod im 54. Lebensjahre. f Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar. 6878 V Für leicht- I Verschiedenes Freitag Darum brennt 19.30—22.15 Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 1.20-4.00 RM. 6981 D 3 Zimmer m.Küche ab l.Dezemb.zu vermieten, »sose Wieseck, Eichen- röderweg 18. Anfrag, zwischen 18 und 20 Uhr. Bvaui- MZeiev verloren (Licher Str., Kaiserallee Neuen Bäue). 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Dazu gehören zunächst die verschiedenen Dienstgrade des Unteroffiziers, des Unterfeldwebels (-Wachtmeisters, bei den berittenen Truppen), des Feldwebels (Wachtmeisters), Oberfeldwebels (-Wachtmeisters) — und diejenigen Angehörigen des Unteroffizierkorps, die sich in besonderen Dienstoerwendungen oder Zweiglaufbahnen befinden. Die Offiziere und die Unteroffiziere sind , B e r u f 5 so ld a t e n , d h. sie dienen in der Wehrmacht nach Wahl und Berur, sie gehören der Wehrmacht länger als die Manner an die der allgemeinen Dienstpflicht genügen; die Zeit ihrer jahrelangen Zugehörigkeit zur Wehrmacht ist gesetzlich geregelt. Dabei müssen - rote bei den Offizieren - Unteroffiziere des aktiven Dienstes und des Beurlaubtenstandes (nach der erfolgreichen Zurücklegung der Uebungen) unter.chle- den werden; für die Regel des Friedens sind die Oberfeldwebel (Oberwachtmeister) ausschließlich Angehörige des aktiven Dienstes. Die Dienstgrad-Abzeichen der aktiven Unteroffiziere und deinigen „d.B." (früher Reserve) sind Zleich Im Gegensatz zur gewöhnlichen aktiven Dlenstzelt des Wehrpflichtigen ist der Dienst als Nnteroffizler Dienst i n einer „Laufbahn". DerForstchrltt m dieser erfolgt nach dem Ausmaße der Befähigung und VÄÄÄ 'em Name befaßt, Unte r©ebilfe unb Stütze der OM-re, das Bindeßtied zwischen diesen und der Mannschaft: oder, wenn er sich in einer Sonderlaufbahn befindet, mit jeweils besonderen Sachkenntnissen in der Wehrmacht bedienstet. Die fortdauernde Ausbildunß der Unterosstziere ist Sache ihrer Lorßesetzten, der Offiziere: bis zum Au-ßanß der ,zwölfsährißen Dienstzeit dauer diese Fortbildung ,an. Das ßilt für den Unteroffizier genau so wie Mr jeden Offizier. Man ist nie „fertig und immer Iheitz es: lernen. Das verlangt geistige Frische und — die erste aller Bedingungen zum Wehr und Waffen. Italiens neues Heer. Don Major im Generalstab Schörner. Aus der weltanschaulich gleichartigen Staatsform Deutschlands und Italiens hat sich eine gewisse gleichgerichtete äußere Politik ergeben. Eine Art Schicksalsgemeinschaft beider Staaten, in denen sich der autoritäre Gedanke siegreich durchgesetzt hat; eine gemeinsame Verteidigungsfront beider Systeme. Unabhängig von dieser erfreulichen Tatsache muß die militärische Lage Italiens nüchtern beurteilt werden, wozu der deutsche Soldat erzogen ist. Für uns Soldaten ist Italien aus anderen Gründen als politischen oder ideologischen aktuell: Italien hat als einzige Militärmacht nach dem Weltkrieg einen Feldzug gewonnen; der Begriff eines „Kolonialkriegs" darf nicht darüber Hinwegtäuschen, daß Aufwand an Material und Menschen in Aethiopien manche Eigenschaften des großen und totalen Kriegs zeigte, der militärisch, wirtschaftlich und politisch die ganze Nation erfaßte. Auf Grund wertvoller Kriegserfahrungen ist die Armee zur Zeit in Umbildung begriffen, vor allem hinsichtlich Ausrüstung und Bewaffnung. Der überraschend schnelle Sieg ist nur zum Teil ein Sieg der Organisation. Die harte Schule faschistischer Erziehung und der Ideengehalt des Faschismus haben starke Teile des Volkes schon tiefer erfaßt, als ein konservatives Urteil es wahrhaben will. Solche Momente werden künftighin bei Beurteilung des Kriegsinstrumentes eines Landes eine wesentlich andere Rolle spielen als bisher. Diese Tatsachen warnen, den italienischen Soldaten nur nach allgemeiner früherer Anschauung einzuschätzen, das bedeutet die Gefahr einsr Verkennung des heutigen faschistischen Italiens. Jedoch bestehen wertmäßig in Volk und Heer noch st a r k e Unterschiede, die sich auf die einzelnen Heeres- körper übertragen. Diese Momente müssen bei einer Aufzählung der Heeresverbände Italiens berücksichtigt werden. Das italienische Heer zählt heute 13 Armeekorps; 32 Infanterie-Divisionen (dabei motorisierte Divisionen Trento und Piacenza); 5 Alpini-Dioisionen; 3 schnelle Divisionen und vorerst eine motorisierte mechanische Brigade. Zur Zeit stehen noch sieben „2. Divisionen" (für Ostafrika) und einige Schwarz- Hemden-Dioisionen. Dazu kommt das neuzeitliche Kolonialheer mit Kolonialmiliz. Eine Mobilisierung von acht Millionen Menschen ist durchaus möglich. Zwei Drittel der Armee stehen in Norditalien. Die Spitzengliederung der Wehrmacht; ist klar und auf den Krieg zugeschnitten; Mussolini — Badoglio — Pariani (als Nachfolger von Bai- strocchi). Dazu u. a. ein Generalkommando für die Kriegsindustrie (wirtschaftliche Mobilisierung am weitesten durchgeführt). Unter den einzelnen Waffengattungen steht in Italien die Infanterie oben an: entsprechend ihrer erhöhten Bedeutung im neuzeitlichen Krieg. Sie soll aber nicht nur in der Vorschrift mit ehrenden Worten „Königin des Schlachtfeldes" genannt werden, sondern jetzt auch modernste Bewaffnung erhalten. Gefordert wird die Befähigung der Infanterie, aus eigener Kraft die „letzten 300 Meter" am Feind, die sogenannte „blaue Zone", zu überwinden. Bei der kriegsmäßigen Ausbildung zeigen sich auffallend gute Marschleistungen und — Zucht. Die Mannschaft ist sehr anspruchslos und dienstwillig. Alpini rmd Bersaglieri sind die Elite. Die Einstellung des gesamten Heeres auf den G e b i r g s k r i e g ist durchgeführt. Ein Mangel ist: Der durchgebildete Unteroffizier nach deutschem Begriff fehlt; unterschiedlich ist der Bildungsstand der Mannschaft; zu bemerken vor allem bei der feldmäßigen Ausbildung. — Ausgezeichnete junge Offiziere find vorhanden. Beachtenswert ist bei allen Waffen die fortschreitende Motorisierung und Mechanisierung: Bersaglieri Reiter, Regimenter. Artillerie (schwere Feldartillerie und Luftabwehrartillerie) sind vollständig motorisiert. Nachschub; daneben die typischen Verbände der „schnellen Truppen". Als weitere Reformen sind zu nennen: Die Um- aestaltung des Programms an den Militärschulen: Mehr Praxis und Feldausbildung. Dazu kommt die Umgestaltung und Verjüngung des G e n e r a l st a b s. Die neue „nationale Doktrin" findet in einer grundlegenden Aenderung der Vorschriften ihren Ausdruck; eine neue den Verhältnissen des Landes angepaßte Kriegsführung ist im Werden. Grundsätzlich wird eine freiere Art der Führung angestrebt, ein beweglicheres Kampfverfahren, ein Äbgehen von der früheren starken Betonung französischer Grundsätze. Im einzelnen erfolgt eine Erziehung zum Bewegungskrieg; stärkere Selbständigkeit der Unterführer; Zusammenwirken der Waffen; auffallende Betonung aller moralischen und kriegsmäßigen Faktoren. Die Miliz ist bedeutungsvoll für die Pflege des Wehrgedankens und die vormilitärische Iugend- ertüchtigung vom 8. bis 21. Lebensjahr. Sie bringt eine Entlastung der Armee von zeitraubenden Ausbildungsgebieten. Beachtenswert ist die grundsätzliche militärische Leitung, wozu der Duce neuerdings zahlreiche Offiziere der Armee abkommandierte. Die „S ch w a r z h e m d e n - D i v i s i o n e n" sind eine Aushilfe. — Außerdem bestehen als Berufstruppen Carabinieri und Finanzer. Der König und Faschismus: Re soldato — Re saggio; in diesen beiden Bezeichnungen des Königs, sind Ansehen und Stellung des Königtums gekennzeichnet. Früher bestanden mehr zweckmäßige, in der letzten Zeit jedoch engere Beziehungen. Das alte Italien ist nicht mehr zu finden: Militarisiert sind jetzt das politische Denken, der junge Italiener überhaupt. Dazu kommt die seelische Mobilmachung, das rückhaltlose Vertrauen zum Duce, der in kurzer Zeit und in konsequenter Arbeit ein Werk geschaffen hat, das seiner Staatsschöpfung und seinen außenpolitischen Zielen die nötige Stütze gibt und uneingeschränkte Anerkennung verdient. Italien ist jetzt ein Machtfaktor, mit dem zu rechnen ist. Die Massiere von morgen. Von Oberstleutnant a. O. Benary. (afp) — Novembernebel wallen über den Feldern von Roßbach. Die französische Armee marschiert auf Tagwerben. Ihre Hörner gellen, ihre Fahnen wehen. Sie wähnen sich schon kampflose Sieger über den verzagten „Marquis de Brandbourg". Da braust es von dem Janushügel herab: Blitzende Kürasse, leuchtende Degen, Schwadron auf Schwadron, Regiment auf Regiment. Brausendes Hurra füllt die Luft, dampfende Pferdeleiber schnellen nach vorwärts. Unmöglich, noch einzuschwenken, unmöglich die Geschütze noch in Stellung zu bringen! Ehe ein Kommando erfolgen kann, sind die Panzerreiter des Großen Königs, die Kürassiere S e y d l i tz s unter den überraschten Franzosen. Kaum daß sie begonnen, ist die Schlacht verloren, ist das französische Heer, ist die deutsche Reichsarmee in alle Winde zerstreut. Jahrhunderte lang war der Panzerreiter der gewichtigste Trumpf in der Hand des Führers, hing an seinem überraschenden, kraftvollen Einsatz die Entscheidung des Tages. Mit Recht konnte ein Rittmeister von Wakenitz sagen: „Ich halte eine Schlacht noch nicht für verloren, in der die Garde du Corps des Königs noch nicht attackiert hat." Die Technik erst gebot seiner Herrschaft Halt. Den Feuergarben der Maschinengewehre, den Giftschwaden der Gasgranaten war er nicht gewachsen. Wo immer im Weltkrieg Reitergeschwader mit der blanken Waffe in der Hand das Glück der Schlachten zu wenden suchten bei Haelen, bei Lagarde, bei Borsymie, war es vergebens, büßten sie ihr Wagen mit Vernichtung. Die Zeit der Massenattacken war unwiderruflich dahin. Aber mit dem Reiter schwand vom Kampffelde das Element der Bewegung. Der Krieg erstarb in Unterständen und Gräben. Vergebens versuchte der Infanterist, der Artillerist ihn aus den Fesseln des Stellungskampfes zu befreien. Die Wucht des Materials heftete sie immer wieder an den Boden. Doch des Menschen Geist verzagte nicht. Er ließ das Material selber zur Bewegung werden. Er ersetzte das Pferd durch den Motor, er schuf den Panzerreiter der neuen Zeit: den Tank. Stahlplatten schützten seinen Leib, Raupenbänder trugen ihn über jedes Gelände, Maschinengewehre und Geschütze drohten aus seinen Türmen. Der Bann war gebrochen. Als im Frühnebel des 20. November 1917 das Königlich Britische Tankkorps bei Cambrai gegen die deutschen Linien oorbrach, war dis Siegesgöttin mit ihm, wurden die überraschten deutschen Divisionen in wenigen Augenblicken zerschlagen, wäre bei größerem Führergeschick der englischen Generale der Durchbruch der deutschen Front gelungen. Genau so war es ein Jahr später am Walde von Villers Cotterets, an der R ö m e r st r a ß e , am Hang der Argon- nen: Der Tank hatte sich an des Reiters Statt zum Herrn des Schlachtfeldes gemacht. Wenn Wagen auf Wagen von künstlichen Nebelschleiern umwallt, feuerspeiend sich gleich Ungeheuern der Vorzeit heranwälzte, kein Drahthindernis, kein Graben sie aufzuhalten vermochte, die Spitzkugeln der Gewehre, die Splitter der Handgranaten ohnmächtig an ihrer Panzerhaut zerschellten, dann war es um die Widerstandskraft, den Widerstandswillen der Infanterie geschehen, dann erlag sie den Neuschöpfungen der Technik, die Feuer und Bewegung zu vereinen verstanden. Wir Deutschen hatten den Schaden davon. Wir hatten das Gebot der Stunde nicht erkannt. Wir hatten aus mancherlei berechtigten und unberechtigten Erwägungen mit dem Bau von Panzerwagen gezögert. Als endlich ein Anfang gemacht wurde, war es zu spät, war die Entscheidung schon zu Deutschlands Ungunsten gefallen, war der Opfermut der wenigen Versuchstanks, die ins Feuer geschickt wurden, umsonst. Die Feinde aber dachten folgerichtig, wenn sie im Friedensdiktat Deutschland die Tankwaffe verboten. Sie wußten, sie nahmen ihm damit das beste Mittel, eine Entscheidung im Materialkrieg herbeizuführen. Sie selber aber setzten alles daran, die neue Waffe weiterzuentwickeln. Aus der schwerfälligen Kampfmaschine des Stellungskrieges wurde eine hochwertige Waffe des Bewegungs- k r i e g e s. Nicht mehr kriecht der Kampfwagen mit 10 bis 12 Stundenkilometer über das Brachfeld, mit 30 ja 40 Stundenkilometer braust er daher, unterläuft das feindliche Artilleriefeuer, weiß sich ihm wendig zu entziehen. Gleich geschickt bewegt er sich über Trichterfelder und auf Straßen. Stärker wurden die Panzer. Gegen Infanteriegeschosse, Granatsplitter sind sie längst gefeit, haben nur noch das panzerbrechende Vollgeschoß zu fürchten. Hindernisse kennen sie nicht mehr. Durch Wüstensand kriechen sie, die Hänge des Hochgebirges kriechen sie hinauf. Sumpfboden überwinden sie dank ihres geringeren Bodendruckes besser als Reiter und Fußgänger. Durch Bäche und Flüsse schwimmen sie als Ämphibientanks. Nicht nur Waffen tragen sie, Geschütze und Maschinengewehre, sondern auch Kriegsgerät mannigfaltiger Art: Funkgerät zum SendeN und Empfangen, Pioniergerät zum Bauen und Zerstören, Abblasevorrichtungen für Nebel und Gas. Ueberdruck im Innern des Wagens macht sie selber gassicher. Vom Zwerg bis zum Riesen finden wir alle Größen. Da sind zunächst die Einmannliegetanks, die kaum noch Zielfläche bietenden, wandelnden Maschinengewehrnester, alsdann die Einmann- und Zweinmanntanks von 5 bis 7 Tonnen Gewicht, schwach bewehrt, stark gepanzert, aber schnell und wendig, die Organe der Aufklärung und Sicherung. Es folgen die leichten Kampfwagen von 5 bis 7 Tonnen, noch immer genügend beweglich, aber doch schon solider gepanzert und mit einem Maschinengewehr oder mit zwei Maschinengewehren bestückt, die Kürassiere von morgen, die mittleren Kampfwagen, wuchtig und mächtig mit ihren 10 bis 15 Tonnen mit einem Geschütz, 4 bis 5 Maschinengewehren in drehbaren Panzertürmen, die Bah n- brecher der Infanterie und am Schluß die schweren Kampfwagen, die wandelnden Festungen von 20 bis 50 Tonnen mit drei Geschützen von 7,5 bis 15 cm Kaliber mit zwölf Maschinengewehren und 6 Reservernaschinengewehren. Freilich auch die Panzerabwehr hat in der Nachkriegszeit Fortschritte gemacht. War es schon 1918 für nervenstarke Geschützbedienungen und wagemutige Handgranatenwerfer nicht aussichtslos, den Kampf mit dem Tank aufzunehmen, so sind auch heute in der Tat (Tankabwehrkanone) mit ihren stahlbrechenden Panzerkopfgranaten und in der Tankmine höchst wirksame Abwehrwaffen geschaffen, wird eine Überraschung und Ueberrum- pelung der mit der Kampfweise der Panzerwagen vertrauten Infanterie nicht mehr so leicht möglich sein, ist der uralte Kampf zwischen Geschoß und Panzer aufs neue entbrannt und wird nicht so bald entschieden werden. 17 Jahre stand Deutschland dieser Entwicklung ohnmächtig gegenüber. Der Wille des Führers gab ihm die Handlungsfreiheit wieder. Auf den Vorführungen der Wehrmacht am Parteitag in Nürnberg 1935 haben wir die ersten Tanks, oder wie man sie jetzt gut deutsch nennt, die e r st e n Panzerwagen des Heeres gesehen. Sie bilden einen Teil der Kraftfahrkampftruppe, die außer ihnen noch Kraftfahrverbände, Panzerspähwagen und mo- torisierie Panzerabwehrabteilungen umfaßt. Die deutsche Panzertruppe ist eine junge Waffe. Sie wird noch viel zu lernen, noch manche Kinderkrankheit zu überwinden haben. Auch in den Nachbarländern, die über eine weit größere Erfahrung verfügen, sind noch lange nicht die Ansichten über den Aufbau und den Einsatz der Panzerwaffe geklärt. Mögen aber Fragen des Materials und der Kampfform noch umstritten sein, eins steht fest: der G e i st, der die Besatzung der Panzerwagen beseht, muß der gleiche sein, der i n den Kürassieren des Großen Königs lebte, der Geist des rücksichtslosen Einsatzes von Person und Mat-rial, wenn die taktischen Voraussetzungen für ein Gelingen des Angriffes gegeben sind,'wenn es die Lage der Schwesterwaffen erfordert. Die deutsche Panzertryppe trägt als Gefechtskleid die Farbe des Todes, den schwarzen Anzug und die schwarze Baskenmütze über der Sturzkappe. Sie trägt auf den Kragenpatten den Totenkopf, das Zeichen der Selbstaufopferung für das Ganze. Wir sind gewiß, daß jene Sinnbilder, wenn es sein muß, Wirklichkeit werden, daß für die Panzertruppe heute und morgen die alte Reiterparole gilt: „Drauf und durch!" Uniformen ^Wehrmacht in feinster Maßarbeit! — Erste Spezialkräfte — Garantie für tadellosen Sitz. Reparaturen. Effekten. WM Herren-Bekleidungshaus Gießen G. m. b. H. Marktplatz Vertragsschneiderei der Heeres - Kleiderkasse soldatischen Dienst — Gesundheit; Gesundheit bedeutet aber bei der Wehrmacht nicht nur das Nichtzutagetreten einer Krankheit, sondern einen an große Anstregungen gewöhnten, gestählten und bis zuletzt den Anforderungen des kriegsmäßigen Dienstes gewachsenen Körper. Wer dieser Anforderung nicht genügen kann, der taugt nicht für diese Laufbahn. Der Unteroffizier ist Mittler zwischen der Führung und der Mannschaft; er ist der Kamerad und der Erzieher des jungen Soldaten. Der Beruf des Unteroffiziers ist nicht bequem; seine Ehre hängt daran, daß er recht unbequem ist. Ohne die Unermüdlichkeit, Unverdrossenheit und ohne die dauernd festgehaltene Bejahung des soldatischen Dienstes mit allen Beschwerden und mit aller Ehre verdiente der Unteroffizier nicht die Achtungserweisung des Mannes der ihm gehorchen muß. Der Unteroffizier, der — wie jeder Vorgesetzte — Strenge mit Gerechtigkeit und Fürsorge verbinden soll, muß selber ein Muster im unbedingten Gehorsam und tadelloser, unerschütterlicher militärischer Haltung sein: dann erst darf er dasselbe von der Mannschaft verlangen. Unteroffizierdienst und Erzieher sein sind dasselbe; immer ist nach dem eigenen Ausweise des Führers gefragt. Ob einer von einer schönen Dienstzeit spricht, die in des Mannes Brust fortwirkt, oder ob man jene eine schlimme Weile nennt, das ist, einen guten und dienstwilligen Charakter des militärischen Zöglings vorausgesetzt, oft vom Unteroffizier mitbedingt gewesen. Daran sieht man die große politische Bedeutung, die ihm zufällt. Mit Verständnis und Geduld, mit überlegenem Können und Wissen, mit Vorbild und Strenge, mit unaufhörlicher Fürsorge ist er Führer und Kamerad. Wer dem nicht genügt, schädigt das Ganze. Unteroffizierdienst — ist Dienst am Dritten Reich, oder er ist verfehlt. Der Unteroffizier ist der nächste Erzieher der Mannschaft, Blut von ihrem Blute; er darf die eigene Zeit in den Reihen der Mannschaft mit allen Lehren, guten Vorbildern und Fehlern, niemals vergessen. Die D i e n st f r e u d i g k e i t, ohne die alles verfehlt ist, hängt am Unteroffizier. Er muß ihr erster Träger sein. Darum ist der Dienst eine durch alle Wechselfälle der Jahre hindurch stolz bejahte Wahlentscheidung, Pflicht zwar und Ehre, und doch mehr, schön im Vergleiche zu allen anderen. Aus der Unteroffizierlaufbahn können folgende Zweiglaufbahnen eingeschlagen werden: Heeresbeamten- (Einheits-) Laufbahn (nach Abschlußprüfung Zahlmeister-Anwärter), Truppensattlermeister, Bekleidungsunteroffizier, Festungsbaufeldwebel, Feuerwerker (Waffen und Gerät und Munition), Funk- und Brieftaubenmeister, Geräteunteroffiziere (Gerätfeldwebel), Hufbeschlagpersonal (Oberbeschlagmeister, Hufbeschlaglehrmeister mit Vollendung des 12. Dienstjahres), Musiker (Musikerfeldwebel, Trompeten-Wachtmeister, Korpsführer, Vertreter des Musikmeisters), Musikmeister (nach mindestens vierjähriger Dienstzeit als Musiker bei der Truppe; über die 12jährige Dienstzeit hinaus dienend), Rechnungsführer, Sanitätspersonal (bis zum Sanitätsoberfeldwebel), Schirrmeister (bis zum Oberschirrmeister), Waffenmeisterpersonal Waffenoberfeldwebel bis zur Waffenmeister-Laufbahn), Wallmeister (bis zum Oberwallmeister). Das sind siebzehn verschiedene, sämtlich aus der Unteroffizierlaufbahn abzweigende Sonderlaufbahnen; in ihnen widerspiegelt sich die ganze Vielfalt des Dienstes in der Wehrmacht. Der einzelnen besonderen Begabung und beruflichen Vorbildung sind damit viele Wege eröffnet. Ein Teil dieser Sonderlaufbahnen geht in die B e - amtenlaufbahn über. Nur fürsorglich sei darauf aufmerksam gemacht, daß hier wie sonst im beruflichen Leben der Ausweis überdurchschnittlicher Leistungen und — Glück, wie es der Soldat im Frieden und im Kriege braucht, Bedingungen zum Erfolq sind; seine Grundlage ist die Begabung und die Fortbildung des einzelnen. Ehrgeiz — im edlen Wortsinne — gehört zum rechten Unteroffizierdienst. Für die Regel dauert die („gewöhnliche") Unteroffizierlaufbahn zwölf Jahre; der Dienst wird „lebenslänglich" — stets vorbehaltlich der vollen Diensttauglichkeit — wenn die Beamtenlaufbahn aus der Unteroffizierlaufbahn erstrebt und erreicht worden ist. Neben dem Umgang mit Menschen, jungen deutschen Männern, ist der Dienst Umgang mit kostbarem Material, das Staatseigentum ist; darum ist der Unteroffizierdienst immer verantwortungsvoll. Im Gefecht fallen auf den neuzeitigen Unteroffizier heute Aufgaben, die früher Offizieren übertragen gewesen sind; der Unteroffizier bringt mehrere Waffen an den Gegner heran. Der Einsatz ist schwieriger geworden. Ganze Männer sind verlangt. Bevor der Mann in der Front auf den Offizier sieht — und oft kann er ihn nicht sehen! — blickt er auf „seinen" und „den" Unteroffizier. Er ist der nächste Führer am Platze. Das bedeutet eine hohe Verpflichtung für den Unteroffizier; es ist auch der schönste männliche Stolz, eine kleine Gefolgschaft von Männern zu haben, die getreu, mutig, kampfgeschult, zuverlässig und stark sind. Deutsche Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwiffenschasten. Die unter dem Ehrenpräsidium des Reichsstatthalters General d. Inf. Ritter von Epp stehende Deutsche Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaften hat es sich zur Aufgabe gemacht, wehrpolitisches Verständnis in allen Kreisen unseres Volkes zu verbreiten. Don dem Gedanken durchdrungen, daß heutzutage die Landesverteidigung nicht mehr allein eine militärische Angelegenheit, sondern eine Angelegenheit des ganzen Volkes ist, vertritt sie die Auffassung, daß jeder an. leitender Stelle stehende Volksgenosse über die großen tragenden Probleme der Landesverteidigung unterrichtet sein muß, wenn er sich in der Stunde der Gefahr als nützliches Glied in sie einspannen will. Neben der Unterrichtung ihrer Mitglieder strebt die Gesellschaft an, die wichtig st en Wehrfragen au f a II e n Gebieten durch gemeinsame Arbeit ständig zu vertiefen. Diesen Aufgaben entspricht Me Arbeitsform der Gesellschaft, die sich seit drei Jahren wie folg;- gestaltet: Es finden Allgemeine Vorträge über wehrpolitische und wehrwissenschaftliche Fragen statt. In einer größeren Reihe von A r b e, t s- geme in schäften werden an regelmäßigen Ausspracheabenden kürzere Vorträge mit anschließender Aussprache gehalten. Im laufenden Arbeitsjahr werden hierbei folgende Gebiete behandelt: Kriegsgeschichte, Kriegsphilosophie, Wehrpsychologie, Wehrtechnik, Wehrwirtschaft, Luftschutz, Gasschutz, Marinefragen, Wehrpublizistik, Wehrverkehrsfragen, Bevölkerungsentwicklung und Wehrkraft. Mit besonderem Interesse verfolgt die Gesellschaft die Entwicklung der noch im Fluß befindlichen Frage über die künftige Behandlung der Wehrwiffenschasten bzw. der Wehrpolitik auf den Hochschulen. Vielfach sind bereits besondere Seminare oder Kurse bei den entsprechenden Zweigen der einschlägigen Fakultäten eingerichtet worden. Auch auf den Mittelschulen und, in mehr elementarer Form, auf den Volksschulen wird dem wehr- kundlichen Unterricht erhöhte Bedeutung beigemessen. Oberhessen. erfahrens auf. Wirtschaft Monaten der Untersuchungshaft verurteilt, H a r - n i f ch erhielt eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Der 18jährige Heinrich Groll aus Ober- Breidenbach wurde wegen widernatürlicher Unzucht im Sinne des § 175 b StGB, sowie wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an einem Mädchen unter 14 Jahren unter Zubilligung des § 51 2lbf. II StGB, zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten, abzüglich drei Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Amtsgericht Gießen. Wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung erhielt der I. F. aus Grohen-Üinden durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen eine Geldstrafe in Höhe von 20 Mark, eventuell vier Tage Hast, auferlegt. Gegen diesen Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. Die Hauptverhandlung fand gestern statt. Die Anklage legte dem I. F. zur Last, als Führer eines Personenkraftwagens am 28. Mai, gegen 11.55 Uhr, mit seinem Fahrzeug durch die Liebigstraße gefahren zu sein. Beim Einbiegen in die Frankfurter Straße verletzte er das Vorfahrtsrecht eines die Frankfurter Straße fahrenden Kraftwagens und verursachte einen glücklicherweise glimpflich verlaufenen Zusammenstoß. Die Beweisaufnahme ergab eindeutig die Schuld des Angeklagten. Wegen seines Verhaltens in der Hauptverhandlung und wegen der großen Gefährlichkeit des Verhaltens des Angeklagten höhte das Gericht die im Strafbefehl ausgesprochene Geldstrafe auf 30 Mark, eventuell sechs Tage Haft, und legte dem Angeklagten die Kosten des Ver- Erfolgreiche Stenographen. • Wieseck, 4. Nov. Den Abschluß des vor mehreren Wochen unter Leitung des staatlich geprüften Kurzschriftlehrers K i r s ch b a u m - Gießen eröffneten Umschulungs-Lehrganges, nach der nunmehr ministeriell endgültig festgelegten Deutschen Kurzschrift vom 30. Januar dieses Jahres, bildete ein von der örtlichen „Deutschen Stenographenschaft" abgehaltenes Richtigschreiben. Von insgesamt 37 Lehrgangsteilnehmern unterzogen sich 30 Kurzschriftler dieser freiwilligen Prüfung. Die abgegebenen Arbeiten, von den vier mit „Hervorragend" und die meisten übrigen mit „Sehr gut" beurteilt werden konnten, hatten ein überaus erfreuliches Ergebnis. Es erhielten bje Note hervorragend" Margot Kreiling, Werner Deibel, Walter Reuter, Willi Schäfer, „Sehr gut" Helmut Stephan, Albert Ostwald, Erwin Römer, Hans Post, Otto Deibel, Erna Dech, Alfred Leyerer, Wilhelm Dapper, Erna Bellof, Otto Erb, Erwin Schäfer, Irma Schneider, Hertha Euler, Ewald Schäfer, Otto Mank. Bei diesen ausgezeichneten Leistungen unserer erfolgreichen Kurzschriftler verdienen vor allem die hervorragenden Arbeiten der beiden Dreizehnjährigen, Margot Kreiling und Werner Deibel,' besonders erwähnt zu werden. Richtfest auf dem Hoherodskopf. * Schotten, 3.Nov. Der Erweiterungsbau am Klubhaus des VHC. auf dem H o h e r o d s k o p f ist nach etwa IVsmonattger Bauzeit nun soweit gediehen, daß der Rohbau als Anbau an das bestehende Klubhaus unter Dach und Fach gekommen ist und das Richtfest begangen werden konnte. Nunmehr wird mit größter Energie daran gearbeitet, daß der Innenausbau schnell fertiggestellt wird, damit beim Beginn der Wintersportzeit erheblich mehr Unterkunftsräumc für die Wintersportler und Wanderer als bisher zur Verfügung stehen. Landkreis Gießen. [t] Heuchelheim, 3. Nov. Der Gesangverein „L i e d e r k r a n z" hielt am Samstag im Vereinslokale von Friedrich Volkmann feine Herb st Versammlung ab. Gleichzeitig wurde im engen Kreise der Sänger und Sangesfreunde das 65jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Vereinsführer Fritz B e p l e r leitete die Versammlung. Es wurde beschlossen, auch in diesem Jahre wieder eine Weihnachtsfeier zu veranstalten. Das Winterfest findet im Januar statt. Nach dem geschäftlichen Teil folgte die Feier des 65jährigen Bestehens. Der Vereinsführer gab Jnen kurzen Ueberblick über die Geschichte des Verein, der im November 1871 gegründet wurde und heute noch einen Gründer, das Ehrenmitglied Philipp Löb er, in seinen Reihen hat. Gesangsvorträge des Männerchores und Musikeinlagen der Hauskapelle brachten reiche Abwechslung. # Mainzlar, 3. Nov. In den Orten der hiesigen Ortsgruppe wurden bei der Sammlung für das WHW. am vorigen Sonntag von der SA. folgende Beträge gesammelt: Daubringen 39, Mainzlar und Staufenberg je 35 Reichsmark. I Hausen, 3. Nov. Am Sonntagnachmittag starb die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Katharina Schmandt Witwe, geb. Müller. Sie war geboren am 24. Dezember 1884 als Tochter des Ackermanns Philipp Müller und seiner Ehefrau Katharina, geb. Engelhardt. Die Verstorbene hat also ein Alter von nahezu 93 Jahren erreicht. Sie hatte eine Tochter und durfte 5 Enkel und 7 Urenkel erleben. Sie war die noch einzig lebende Mitbegründerin des Turnvereins 1864, indem sie damals als Festdame mitwirkte. Wenn auch ihre Kräfte in den letzten Jahren nlerklich schwanden, so konnte sie doch bis zuletzt beinahe den ganzen Tag außerhalb des Bettes verbringen. Eine besondere Freude war es ihr, als sie an ihrem letzten Geburtstag die Glückwünsche des Rundfunkes hören konnte. Uebrigens ist es auffallend, wie verhältnismäßig viele alte Leute es in Hausen gibt. So gibt es im Verhältnis zur Größe des Dorfes viele Achtzigjährige. Das hängt wohl zusammen mit der günstigen klimatischen Lage von Hausen; einerseits grenzt Hausen direkt an den Wald, andererseits liegt das Dorf oberhalb von den leicht nebelnassen Wiesen des unteren Tales und doch in einer von Hügeln eingeschlossenen geschützten Mulde, die hauptsächlich Schutz bieten gegen rauhe Nord- und Ostwinde, so daß die besten Vorbedingungen für eine gesunde Lage gegeben sind. Deshalb würde sich die Waldecke hinter dem Dorfe auch ausgezeichnet zu einer Villensiedlung eignen. 5! A l t e n - B u s e ck , 3. Nov. Am Montag wurden bei der ersten Treibjagd in der Gemarkung Alten-Buseck 42 Hasen, 3 Fasanenhähne, 3 Füchse und ein Dachs geschossen. = Steinbach, 4. Nov. Wie bereits gemeldet, ist der hiesige Rohrmeister der Steinbacher Wasserleitung und Arbeiter im Steinbruch Görlach der im 63. Lebensjahre stehende Karl Lang einem Betriebsunfall zum Opfer gefallen. Er hatte einen Arbeitskameraden während dessen Frühstückszeit abgelöst und wurde in dieser Zeit von dem Getriebe erfaßt, seine Kleider wurden ihm vom Rücken abgerissen und er erlitt Verletzungen am Kopf und im Rücken. Wie sich der Unfall eigentlich zutrug — Lany ist ein sehr zuverlässiger erprobter Arbeiter — ist bisher unaufgeklärt. * Ober-Bessingen, 3. Novembe-r. Bei der Straßensammlung für das WH W. am vorigen Sonntag kamen in unserem Orte insgesamt 15,50 Mark ein. I Nieder-Bessingen, 3. Nov. Die am vergangenen Sonntag durchgeführte Straßen- sammlung für das WHW. erbrachte in unserem Dorfe den Betrag von 11,50 Mark. * Hungen, 3. Nov. Im Nachmittagsgot- tesdienst um 13.30 Uhr am nächsten Sonntag wird in der hiesigen Stadtkirche Landesbischof Lic. Dr. Dietrich predigen. Preußen. Kreis Wetzlar Q Groß-Rechtenbach, 4. Nov. Die Brotsammlung der NSV., die in unseren Gemeinden überall vom Jungvolk durchgeführt wurde, hatte in unserem früheren Amt Rechtenbach folgendes Ergebnis: Lützellinden 139, Klein-Rechtenbach 48, Hochelheim 93, Groß-Rechtenbach 107, Hörnsheim 48, Vollnkirchen 33, Volpertshausen 53, Weidenhausen 37, Dornholzhausen 65, Münchholzhausen 64, Niederkleen 76, Oberkleen 61, Ebersgöns 44, Reiskirchen 72 Brote. Insgesamt wurden 945 Brote gesammelt. * Niederkleen, 4. Nov. Der 42 Jahre alte Schneider Max Hildebrandt von hier, der gestern mit seinem Motorrad unterwegs war, erlitt einen Unfall. Er mußte mit einem Schä- d e l b r u ch in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert werden. Autoberaubungen in einerGroßgarage. Die Täler gefaßt. — Mehrere Zentner Diebesgut sichergestellt. Frankfurt a. M., 3. Nov. (LPD.) In den letzten Monaten wurden fortgesetzt in einer hiesi- aen Großgarage untergestellte Autos ihres Inhalts beraubt. Nach längeren Ermittlungen gelang es nun, drei langjährige Angestellte, die das volle Vertrauen ihres Arbeitgebers besaßen, der Tat zu überführen. Bei den Haussuchungen wurden mehrere Zentner Diebesgut, darunter mehrere Lichtmaschinen und Anlasser, Originalpackungen Oel, mehrere Werkzeugkasten, eine größere Anzahl Autozubehörteile, einige Dutzend Scheuertücher, Schrubber, Bürsten und dergleichen mehr vorgefunden. Das Diebesgut wurde nachts mit einem in der Nähe abgestellten Auto fortgeschafft. Es konnte jetzt zum größten Teil wieder beigebracht werden. Im Laufe der Ermittlungen würbe weiter festgestellt, daß der Vater eines Täters, der bei der Stadtverwaltung angestellt war, fortgesetzt an seinem Arbeitsplatz Diebstähle ausgeführt hat. Auch dieses Diebesgut konnte zum Teil wieder herbeigeschafft werden. Die Täter wurden sämtlich dem Richter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Große Strafkammer Gießen. Die Verhandlungen vor der Großen Strafkammer fanden gestern wieder sämtlich unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Gegen den K. Sch. aus Gießen war das Hauptverfahren eröffnet worden mit der Anschuldigung, sich an einem minderjährigen Knaben unsittlich vergangen zu haben. Der Angeklagte ist unzurechnungsfähig im Sinne des § 51/1 StGB. Der Antrag der Staatsanwaltschaft, die Unterbringung in eine Heil- und Pflegeanstalt auf Kosten der Staatskasse anzuordnen, wurde jedoch abgelehnt, da das Gericht eine Gefährdung der öffentlichen Ncherheit durch den Angeklagten nicht für vorliegend erachtete und es für möglich hält, den Angeklagten bei sorgfältiger Beaufsichtigung seitens seiner Angehörigen vor weiteren strafbaren Handlungen zu bewahren. Der Otto Dörr aus Wieseck, 43 Jahre alt, war angeklagt, in den Jahren 1935 und 1936 unzüchtige Handlungen oorgenommen und ferner mit dem gleichfalls angeklagten Wilhelm Harnisch aus Wieseck, 42 Jahre alt, widernatürliche Unzucht getrieben zu haben. Dörr wurde zu einer Gesamtzuchthausstrafe von einem Jahr drei Monaten unter Anrechnung von drei Mein-Mainische Börse. INiktagsbörse still. Frankfurt a. M., 3. Nov. Auch heute lag die Börse durchweg sehr still, da Kundenaufträge nahezu fehlten und die Börse selbst in ihrer bisherigen Zurückhaltung verblieb. Die Grundtendenz war weiterhin freundlich und widerstandsfähig, auch die Kursveränderungen hielten sich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in sehr engen Grenzen. Am Aktienmarkt lagen Auslandsaktien weiter schwach in Erwartung einer weiteren Arbitrageerschwerung. Kunstseide AKU. gaben auf 87,25' bis 86 (89,50), Chade A—C auf 395 (417) nach. Auch Schweiz. Bahnanleihen erschienen erneut mit „Minus-Zeichen". Inländische Aktien erfuhren nur geringe Abweichungen. Von Montanwerten lagen Verein. Stahl 0,40 v. H., Rheinstahl 1 v. H. und Harpener 2 v. H. höher, Hoesch, Klöckner und Mannesmann bröckelten bis 0,40 v. H. ab. IG. Farben blieben mit 178 unverändert, ebenso Deutsche Erdöl mit 148. Am Elektromarkt befestigten sich Siemens von 208,25 auf 211 (208), AEG. plus 0,40 v. H. Gesfürel minus 0,40 v. H., Bekula behauptet. Zellstoff Aschaffenburg erholten sich um 3 v. H. auf 147, weiter schwächer lagen Bemberg mit 115,75 (117). Im einzelnen eröffneten Reichsbank, Daimler, Junahans und Westdeutsche Kaufhof je 0,50 v. H. niedriger, Deutsche Linoleum 0,25 v. H., Rheinmetall 0,50 v. H. höher. Otavi Minen 43,75 (45). Der Rentenmarkt lag sehr still. Altbesitz 119,50, Kommunal-Umschuldung 90,35, Zinsvergütungsscheine 93,85. Zertif. Dollar-Bonds bröckelten 0,25 bis 0,50 o. H. ab, 6 v. H. Preußen 78,50, 6,50 v. H. do. 79,25. Auslandsrenten lagen sehr still, 5 v. H. Rumänen 7,80 (7,90). Nach den ersten Notierungen ergaben sich am Aktienmarkt vielfach mäßige Erhöhungen, das Geschäft vermochte sich aber nicht zu beleben. Hoesch 123,75 nach 122,75, Verein. Stahl 127 nach 126,50, Klöckner 130,50 nach 130, IG. Farben 177,75 bis 178,50 nach 178, AEG. bei etwas lebhafteren Umsätzen 41,13 nach 40,90, Kunstseide AKU. 85,75 bis 86,50 bis 87 bis 86 bis 86,50 nach 86, Jung- hans 112,75 nach 112,25. In der zweiten Börsen- stunde herrschte wieder starke Geschäftsstille, die Kurse konnten sich jedoch behaupten. Von Renten gingen Kommunal-Umschuldung auf 90,25 zurück, auch zertif. Dollar-Bonds noch leicht abbröckelnd. Goldpfandbriefe, Kommunal-Ob- ligationen und Stadtanleihen blieben meist unverändert, Liquidationspfandbriefe etwas gefragt und 0,13 bis 0,25 v. H. höher. Auslandsrenten lagen überwiegend etwas schwächer, 4 v. H. Ungarn Gold 12,65 bis 12,50 (13), 1914er do. 10 (10,13), 4 v. H. Rumänen 6,60 (6,85). Der Freiverkehr lag still. Angeboten waren Dyckerhoff-Wicking mit 125, sonst nannte man u. a.: Wayß & Freytag 128,50, Growag 91 Geld, VDM. 156,50, Adlerwerke 106,50, Ufa 65, Pokorny 123,75, Kali Wintershall 147, Auto-Union 124, NSU. 155. — Tagesgeld etwas leichter mit 2,75 (3) v.H. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 906: Verkehr mit Briefmarken und internationalen Antwortscheinen. — 907: Weiter» führung der ASKJ. im ersten Halbjahr 1937. — 908: Neues Verzeichnis der Verrechnungskonten. — 909: Entgegenkommen des niederländischen Clearinginstitutes an die Importeure deutscher Waren. — 910: Anordnung B 13 der Ueberwachungsstelle für Baumwolle. (Äenderung der Anordnung B12 vom 10. Dezember 1935; Einschränkung der Verarbeitung von Reißbaumwolle). — 911: Anordnung Nr. 38 der Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest (Verbot der Verwendung von Kautschuk). — 912: Anordnung Nr. 7 der Ueberwachungsstelle für Mineralöl (Zapfsäulen-Meldepflicht). — 913: Anordnung 21 der Ueberwachungsstelle für Bastfasern (neue Fassung der in Anordnung 8 erlassenen Dorschristen für die Regelung des Ein- und Verkaufes von neuen Jute- und Jutemifcherzeug- niffen). — 914: Anordnung 22 der Ueberwachungs- stelle für Bastfasern (Neufassung der in der Anordnung 8 erlassenen Vorschriften für die Regelung des Ein- und Verkaufs von gebrauchten Säcken und Geweben einschließlich Planen). — 915: Anordnung Nr. 12 der Ueberwachungsstelle für Tabak (Verarbeitungsregelung für Rauchtabak). — 916: Äenderung des Bürgersteuergesetzes. — 917: Beachtung der Vorschriften für den Güterverkehr nach Frankreich. — 918: Anordnung 38 der Ueberwachungsstelle für unendle Metalle betr. Verwendung von unendlen Metallen im Bauwesen. — 919: Anordnung 39 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle betr. Verwendung von unedlen Metallen im Maschinenbau und auf'verwandten Gebieten. — Abendbörse behauptet. Die Abendbörse war sehr ruhig; bei sehr kleinen Umsätzen konnten sich die Kurse fast durchweg behaupten. Soweit Abweichungen eintraten, betrugen sie gegen den Berliner Schluß nach beiden Seiten 0,25 bis 0,50 v. H. Von Montanaktien gaben Hoesch auf 123 (123,75) und Mansfelder 1 v. H. auf 160,50 nach. Bemberg ermäßigten sich noch 0,50 v. H. unter den Berliner Stand auf 113,50 (116), auch Aku mit 87 bis 86,75 nicht ganz gehalten. Niedriger waren noch Südd. Zucker mit 205,50 (207), dagegen lagen BMW. 1 v. H. fester mit 141,50. JG.-Farben blieben zu 178,75 voll behauptet. Am Einheitsmarkt liegen Frankfurter Hypotheken-Bank auf 101 (100). Die Rentenmärkte lagen nahezu geschäftslos, Kommunal - Umschuldung nannte man mit 90,20 bis 90,25. Von Auslandsrenten blieben Ungarn Gold mit 12,60 (12,50), 4proz. Steg v. 83 mit 22,50 und 5proz. äußere Mexikaner mit 14,50 (14,40) gut behauptet. U. a. notierten: 6proz. JG.-Farben 136,65, Schutzgebietsanleihe alle 10,90, 4proz. Ungarn Gold 12,60, 5proz. äußere Goldmexikaner 14,50, 4proz. Goldmexikaner 10,75, 4proz. Rumänen 6,60, Commerzbank 109,25, DD-Bank 110,50, Effektenbank 87, Dresdner Bank 108, Franks. Hyp. Bank 101, Pfälz. Hyp. Bank 89, Reichsbank 193,50, Buderus 128, Ilse Genuß 152, Hoesch 123, Mannesmann 120, Mansfelder 160,50, Rheinstahl 157,50, Verein. Stahl 126,25, Aku 87 bis 86,75, BMW. 141,50, Bemberg 113,50, Cement Heidelberg 164, Deutscher Eisenhandel 146,75, Licht & Kraft 161^0, IG.Farben 178,75, Felten 141,50, Gesfürel 144,50, Goldschmidt 133,50, Holzmann 138,50, Junghans 113,50, Muag 133,50, Schuckert 164, Westdeutsche Kaufhof 62,75. Frankfurter Obst- und GemüfemacN. Frankfurt a. M., 3. Nov. Gemüse: Zufuhren allgemein reichlich. Geschäft nicht befriedigend. Preise für Feldsalat, Rosenkohl und Spinat weiter nachgebend, sonst unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl St. 20—40, Eskarol 5—10, Feldsalat groß 28—32, klein 35—45, Karotten 3—5, gelbe Kartoffeln 50 Kilogramm 3,00—3,20, Kohlrabi 3—5, Kopfsalat (unter Glas) 5—12, Meerrettich 40—45, Rosenkohl 15—18, Rotkraut 2—4, Sellerie je n. Gr. 8—35, Spinat 10—15, Schwarzwurzel 15—25, Tomaten Freiland 20—30, do. Haus 35—45, Weißkraut 2—3, Wirsing 2V-—5, Winterkohl 8—10, Zwiebeln 6. Obst - und Südfrüchte: Aepfel- und Birnenangebot weiterhin sehr stark. Absatz langsam. Birnen im Preise rückläufig, sonst unverändert. Ausl. Trauben geringer angeboten, Geschäft lebhaft. U. a. notierten: Aepfel I 30—35, II 20—28, Goldparmänen I 30—35, Renetten 22—26, Schafsnase 16—18, ital. Aepfel 18—22, Ungar. 24—28, Birnen I 20—28, II 15—18, Mollebusch I 15—16, II 12—13, Pastoren 10—12, Bananen 12,5-Kilo- gramm-Kiste netto Westind. 6,00—6,50, Kranz- Feigen 25 Kilogramm 10,50—11,50, Haselnüsse 30 bis 35 ital., Trauben 48—50 holl., 21—26 ital., 30—35 bulg., Walnüsse 35—38, 42—45 Sorrento, Zwetschen 18—22. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Frankfurt a. 2JI. Serhn Schluß- turS Schluß!. Abend- börse Schluß« kurs Schluß!. Mittag« börse Datum 2.11. 3.11 ■ 2.11. 3.11. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,5 101,5 101,4 101,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,4 98,3 98,4 98,3 5/2 % Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Ant.-Ablös.-Schuld mit 103 103 102,9 103,4 AuSlos.-»liechten ............ 4 y2% Deutsche Reichspostschatz an — 119,5 — 119,4 Weisungen von 1934, 1...... 93,13 93,13 — — Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An 130,5 130,5 — — leihe Serie 1 mit Ausloj.-Rechten 4’/2% ehem.8% Franks. Hyp.-Bant 122,25 122 122,25 123 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 b-/2% ehem. 4y2% Franks. Hyp. 97 97 97 — Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 6y2% ehem. 4y2% Rheinische 100,5 100,65 — — Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... "r unebk J getanen Gebieten. lebr kleinen irchweg be. -n, betrugen ^den Seiten Ben hoesch )• auf 160,50 i v- 5). unter lB Aku mit 'üger waren Bgen lagen .Mben blie. inheitsmartt af M (100). ftslos, Korn« it 90,20 bis Ungarn Golb üt 22,50 und WO) gut be- 36,65, Schuh« n Golb 12,60, 4proj. Golb- W, Commerz- ektenbank 87, if 101, Pfalz. Buderus 128, esnwnn 120, Verein. Stalfi 50, Lemberg ■r Eifenhan- rben 178,75, M 133,50, jag 133,50, 1,15. cnadl mü\e; > lücht befriebi- 1 unb Spinat U. a. notier' l 5—10, karotten 3-4 0-3,20, Äo& 5-12, Mes Rothaut 2-4 -15, Schwarz- 20-30, do. irsing 2Vh, pfel- unb Lik' lbfatz la* t unoeränbert , s-M i* Ä, n 20-28. >2-26, Schck uns«; 24--J dusch l lo-lv. inen 12,^ -6A *«! -afelnulse R 21—26 iiaii ^45 Sorrent», ,$$ ,02 fftid ,02 ,145 .047 1,33 7,04 2,17 5,37 1,58 4,4 3,09 ,709 ,654 1,14 18,95 Sä 52- 57, I? I.*» 0,691 42,1» 0,141 3,053 54,43 47,14 Ä! u.z 'Ä S 6b$ 49-Z 11- 62,85 51-J $ i7» elf .J. —' Rr. 259 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Mittwoch, ^.November 1956 Hubertustag — Hubertusjagd. Die Reiter unserer Garnison und die Angehörigen des Reit- und Fahroereins Gießen hatten gestern einen großen Tag. Der Dienstag, der Hubertustag, brachte den Reitern die Hubertusjagd: die für unsere Stadt Tradition ist und außerdem an Bedeutung gewonnen hat, seitdem eine reitende Truppe hier ihren Einzug gehalten hat. Die glanzvolle Veranstaltung der vorjährigen Hubertusjagd ist noch in guter Erinnerung, die diesjährige Jagd verlief in gleich großartiger Form. Die Hubertusjagd nahm wieder von der Artilleriekaserne ihren Ausgang. Die hiesige Abteilung des Artillerie-Regiments richtete sie unter Leitung des Abteilungskommandeurs, Oberstleutnant Dör'ing, aus und sicherte der Jagd den eindrucksvollen und reibungslosen Verlauf. Für alles war auf das Beste gesorgt, allen stolzen und schönen Traditionen der Reiter wurde entsprochen. Stunde im Stabsstall. Zunächst trafen sich gestern um die Mittagsstunde alle teilnehmenden Damen und Herren, die Offiziere, Vertreter der SA., Mitglieder des Reit- und Fahrvereins Gießen am Stabftall, vor dem Iras Musikkorps der Abteilung konzertierte. In gemeinsamem Zuge betrat man dann den Stall, in 2>em alles auf das Schönste hergerichtet war. 'Prächtige Pferde, ausgezeichnet in Haltung und Pflege, füllten den Stall bis zur letzten Bor, und Die Augen der Reiterinnen und Reiter hingen bewundernd an den schönen Tieren. Die Wände waren mit frischem Tannengrün geschmückt; an der Stirnseite des Raumes prangte 'das schöne Symbol des Tages, der Kopf eines Hirsches, über dem ein magisch glänzendes, erleuchtetes Kreuz zu schweben schien. Im breiten Mittelgang des Stalles war eine lange, einfache Tafel hergerichtet, auf der ein kräftiges Eintopfgericht aufgetragen wurde. Die Reiter faßen dabei — ebenfalls einer Tradition entsprechend — auf Sätteln, die über kurze Holzböcke gestülpt waren. In angeregter Unterhaltung verging beim gemeinsamen Mittagessen die Stunde bis zum Aufbruch. Die Gäste besichtigten kurz die L-tälle und die vorbildlichen Reitbahnen. „Frisch auf Kameraden.. Das Musikkorps war inzwischen aufgesessen. Hell klang das Signal „Frisch auf, Kameraden, □ufs Pferd, aufs Pferd". Reiterinnen und Reiter aßen auf und pünktlich zur vorgesehenen Zeit verließ die stattliche Kavalkade die Ärtilleriekaserne. Worauf ritten drei Rotröcke mit den Jagdhörnern, Das Musikkorps zu Pferd folgte, dann die große L-char der Reiter, an deren Spitze Generalleutnant O ß w a l d. Der repräsentative Auszug der etwa 200 Berittenen erregte in den Straßen berechtigtes Aufsehen, bot sich den Augen der Einwohnerschaft doch nicht nur ein schönes Schauspiel, sondern gleichzeitig der Beweis der ausgezeichneten Verfassung unserer jungen Wehrmacht. Das leuchtende Rot der Jagdröcke belebte dabei das Bild ungemein. Im weiten Feld. Das Wetter war nicht zum Besten. Als die Reiter und viele Zuschauer im Heuchelheimer Feld anlangten, wurde ihnen erst so recht bewußt, wie herbstlich grau und trübe sich der Hubertustag darbot. Gleiberg und Vetzberg waren von der diesigen Luft schier verborgen und nur schemenhaft zu sehen. Die Bäume im weiten Flächenfeld reckten ihre Aeste nackt und kahl gegen den Himmel. Der Stoppelberg schloß im Westen die Szenerie für das schöne reiterliche Schauspiel. An vielen Stellen im weiten Feld südlich von Heuchelheim waren Hindernisse verschiedener Schwierigkeit aufgebaut worden, die von den Pferden mehr oder weniger willig genommen wurden. Als sich das erste Feld, das Feld der Offiziere und Gäste, in Bewegung setzte, verfolgte jedermann den scharfen Ritt über die weite Fläche und über die Hindernisse mit großer Aufmerksamkeit. Viele hatten sich mit Feldstechern bewaffnet und konnten so die Reiter besonders weit beobachten. Bald folgte das zweite Feld, das sich aus den Wachtmeistern, Unteroffizieren und Gefreiten der Artillerie-Abteilung zusammensetzte, die ebenfalls in stürmischem Galopp über das Feld jagten. Ihnen folgte in kurzem zeitlichen Abstand das dritte Feld, das die Infanterie stellte, die durch kaum weniger gute Reiter vertreten war. Kaum waren die Infanteristen außer Sicht, als bereits in ziemlich geschloffener Kolonne das erste Feld im Blickfeld auftauchte und im gestreckten Galopp ankam. Schweißbedeckt waren die Pferde — auch den Reitern war warm geworden von dem scharfen Ritt Aber noch wurde nicht abgesessen! Jetzt erst und nach einer Pause von nur wenigen Minuten folgte die Fuchsjagd, der kämpferische Höhepunkt des Tages. ,Hagd frei V* Hauptmann Dr. Brantz preschte als Fuchs, mit dem Fuchsschwanz an der linken Schulter, voraus, und kaum eine halbe Minute später setzte ihm das stattliche Feld nach, das in breiter Linie — wiederum ein eindrucksvoller und begeisternder Anblick — zur Verfolgung an der hochgespannten Leine angetreten war und auf das Kommando „Jagd frei!" losbrach. Der Fuchs war bald von seinen vielen Verfolgern gestellt; sie hatten ihm den Weg abgeschnitten und ihn umzingelt. Richt lange blieb dem „Fuchs" die Trophäe, Oberleutnant Rolle gelang es nach kurzem Kampf, dem „Fuchs" sein Kennzeichen von der Schulter zu reißen und sich selbst anzuheften. Während das Feld zum Sattelplatz zurückritt, klang das „Halali" der Jagdhörner über das weite Feld und schließlich beendete Generalleutnant O ß w a l d mit dem „Halali"-Ruf die Jagd für das erste Feld. Während die Pferde des Offizierskorps rasch versorgt und mit warmen Decken versehen wurden, stand schon das zweite Feld zum Start zur Jagd bereit. Hier ritt Unteroffizier G ö t t n e r von der 7. Batterie als „Fuchs" voraus, und dem Wachtmeister Pallowitz gelang es, sich die Trophäe zu sichern. Auch hier gab es einen scharfen Wettbewerb, der sich in gleicher Form auch im dritten Feld wiederholte. Im dritten Feld ritt Unterfeldwebel Alteholz als Fuchs, und Feldwebel W o i t f ch e w s k y war es, der ihm das Jagd» zeichen entriß. GeneralieutriantOtzwald verteilt dieBriiche. Den schönen Abschluß der Hubertusjagd bildete die Verteilung der Brüche, die Generalleutnant O ß w a l d vornahm. Kleine Tannenzweige mit grünen Schleifen geschmückt, bildeten für jeden der Jagdteilnehmer das Erinnerungszeichen. Zuerst wurden die Damen damit bedacht, schließlich die zahlreichen Offiziere, Feldwebel, Unteroffiziere und Gefreiten — allen überreichte der General den Tannenzweig und manchem der Reiter leuchteten die Augen, als er die Auszeichnung in Empfang nehmen durfte. Rach einer kurzen Ruhepause, die durch Musik des Musikorps der Artillerie-Abteilung verschönt wurde, brach man zur Rückkehr in die Stadt auf, angeregt und belebt von der forschen Jagd alle aktiven Teilnehmer — befriedigt von dem gebotenen Schauspiel die vielen Zuschauer. N. Aus her provinzialhauptstaht. Verdunkelung. Zwei Verdunkelungsübungen haben wir in Gießen bereits erlebt. Bei der ersten, die den südöstlichen Stadtteil und eine Reihe von Straßen um die Ludwigstraße herum umfaßte, war schon viel Verständnis für die Aufgaben der Verdunkelungsübungen zu bemerken, immerhin mußte auf der Kontrollfahrt der maßgebenden Männer der Polizeidirektion und ihrer sachkundigen Mitarbeiter die Wahrnehmung gemacht werden, daß noch mancherlei Mängel bestanden, die an sich nicht hätten zu sein brauchen. Die Besprechung dieses Uebungsver- laufes in der Presse auf Grund der Erfahrungen und Beobachtungen bei der Kontrollfahrt gaben der Bevölkerung in den übrigen Stadtteilen Hinweise darauf, wie es bei der Verdunkelung richtig gemacht werden muß, und was man dabei nicht tun darf. Der Erfolg dieser Aufklärung zeigte sich bei der zweiten Verdunkelungsübung im östlichen und nordöstlichen Stadtteil, wo die Kontrollorgane auf ihrer Fahrt nur noch wenige Anstände zu erheben hatten, die Hebung als ganzes vielmehr als ausgezeichnet verlaufen bewerten konnten. Man kann also wohl sagen, daß der Luftschutzgedanke und die in ihm enthaltenen Verpflichtungen bei unseren Volksgenossen in Gießen bereits stark verwurzelt sind. Nunmehr wird am morgigen Donnerstagabend die dritte Verdunkelungsübung stattfinden. Sie wird diesmal den südlichen und den südwestlichen Teil der Stadt, sowie die Straßen jenseits der Lahn in „Sachsenhausen" umfassen. Die Hebung wird von 20 bis 21 Hhr dauern. Um ein durchaus vollwertiges Ergebnis der Hebung zu ermöglichen, seien hier noch einmal die wichtigsten Erfordernisse und zweckdienlichen Maßnahmen für die Verdunkelung verzeichnet, damit alle Volksgenossen sich rechtzeitig vor der Hebung auf eine gänzlich einwandfreie Herrichtung ihrer Wohnungen vorbereiten können. Zunächst ist es geboten, daß der Luftschutzhauswart sich nicht erst am morgigen Donnerstag, etwa einige Stunden vor dem Hebungsbeginn, mit seinen Hausgenossen über die erforderlichen Maßnahmen bespricht, sondern daß er schon im Laufe des heutigen Tages alle Maßnahmen in die Wege leitet, die der Aufklärung der Hausbewohner und der praktischen Handhabung der Verdunkelungsmaterialien dienen. Dazu gehört insbesondere die Anwendung von schwarzem Verdunkelungsstoff, da sich der bisher benutzte blaue nicht als zweckmäßig erwiesen hat. Sowohl in den Wohnräumen, wie auch in den Treppenhäusern, den Hauseingängen usw. müssen die Glühbirnen der Beleuchtung sorgfältig mit schwarzem Stoff umgeben werden, damit kein Lichtstrahl nach außen bringen kann, im Hause selbst aber das Leben seinen gewohnten Fortgang erfährt. Wer an den Fenstern seiner Wohnung absolut dicht schließende Rolläden hat, braucht diese Verdunkelungsoorrichtung nicht anzuwenden, nur muß unter allen Hmständen die Gewißheit bestehen, daß nach außen hin nicht der geringste Lichtstrahl sichtbar ist. Insbesondere ist auch darauf zu achten, daß die Fenster in den hochgelegenen Räumen, die in be» Links : Nach scharfem Ritt zurück zum Sattelplatz. — Rechts: Generalleutnant O ß w a l d verteilt die Brüche. (Aufnahmen [2]: Pfaff, Gießen.) MH i ' A , M' I, V I * - Ä Z. '4 —.............. leuchtetem Zustand einen weithin sichtbaren Richtpunkt für feindliche Flieger darstellen würden, absolut lichtundurchlässig verdunkelt sind. Die Fenster wird man am besten ebenfalls mit schwarzem Stofs ober mit schwarzem Verbunkelungspayier verbecken, eine Maßnahme, bie nur geringen Arbeitsaufwand erforbert unb auch bie Gelbausgaben in bescheidenen Grenzen hält. Wichtig ist ferner, baß man nicht nur Schnellkurbei GrMung, Grippe! Man rühre je einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker in einer Tasse gut um, gieße kochendes Wasser hinzu und trinke möglichst heiß zwei Portionen dieses wohlschmeckenden Gesundheits-Grogs (Kinder die Hälfte) vor dem Schlafengehen. Darauf schläft man gut, wacht häufig wie neugeboren auf und freut sich: Erkältung und Grippe gehen rasch zurück. Wer dieses ausgezeichnete Mittel erprobte, fürchtet Erkältungskrankheiten nicht mehr. Lassen Sie sich deshalb nicht von einem Anfall überraschen, sondern verlangen Sie heute noch eine Flasche Klosterfrau- Melissengeist bei Ihrem Apotheker oder Drogisten zu RM. 2.95, 1.75 oder 0.95. Nur echt in der blauen Packung mit den drei Nonnen! 7005V Worten und dem Schweigen beschlossen, und nur sie, die Frau, verstand es nicht, sie sand den Schlüssel nicht zu dem, was die Männer erst gar nicht auszuschließen brauchten? Vielleicht waren Männergespräche nichts Besonderes, vielleicht gerade etwas sehr Besonderes? War des Geheimnisvollen nicht noch mehr, statt weniger geworden? Später, als sie das Licht ausgeknipst hatte, lag die junge Frau noch lange mit offenen Augen wach. Gestand sie sich ein, daß sie sich auf einmal sehr, sehr schämte, schämte nicht vor sich selbst, sondern vor einem Ferneren, das da einst gelautet hatte in der Antwort ihres Mannes: „Männergespräche — das kann man nicht erzählen; das ist eben da ober nicht ba, unb hinterher gibts baran nichts hinzuzufügen ober wegzunehmen, noch viel weniger etwas davon auszusagen"... Unb erst als sie ihren Mann spät in ber Nacht behutsam unb leise kommen hörte, schloß sie bie Augen unb tat so, als schliefe sie schon lange. "Zeitschriften. —Mit bem Oktober-November-Hest ber „Deutschen Zeitschrift" (Verlag Georg D. W. Callwey, München) beginnt ber von Ferdinand 21 Dena r i u s begrünbete „Kunstwort" seinen 50. Jahrgang. Ein Rückblick bes Herausgebers Hermann Rinn roürbigt bie Bebeutung biefer Tatsache; ber alte „Kunstwort" war, was'vielen Heutigen nicht mehr ober überhaupt nicht bekannt ist, eine Zeitschrift, wie sie Deutschland kaum je besessen hat: ihr Einfluß war, mindestens vor dem Kriege, ganz außerordentlich; er ging zugleich in die Breite und in die Tiefe. Der „Kunstwort" und die anderen Veröffentlichungen des gleichen Kreises haben ganze Generationen unseres Volkes gebildet unb kulturell erzogen. Viele unter ben heute 40 unb 50jährigen verbanken bem „Kunstwort" (samt ben Meister- bilbern, ben Notenbeilagen, ben Mappenwerken unb Anthologien) entscheibenbe unb unoerlieroare Einbrücke unb Erlebnisse, innere Bereicherung und Festigung ihres Wesens. Wir wüßten unter ben heutigen Zeitschriften keine zu nennen, bie mit annähernd bem gleichen Anspruch auftreten könnte. — Das Jubiläumsheft, reichhaltig unb würbig ausgestattet, enthält neben bem Einleitunqsoufsatz bes Herausgebers eine Reihe wertvoller Beiträge, von denen wir die über ben späten Hölberlin von Winkler, über Grabbe von Petzet unb ben erschüttern- ben Tatsachenbericht „Der Hntergang" von Kalten- boeck, ber über ben Zusammenbruch ber alten öfter- reichischen Armee berichtet, heroorheben wollen. Im Bilberteil findet man Reprobuktionen nach Greco unb Goya unb aus bem Clouet-Kreise; bazu Holzschnitte von H. O. Schoenleber im Text. Männergespräche. (Sine Geschichte von Eberhard Meckel. Die junge Frau hätte gar zu gern einmal er- ; sichren, wie es sich eigentlich mit ben sogenannten Männergesprächen" verhielte, von benen ne wußte, d aß ihr Mann beren mit Vorliebe pflog, wenn er I mit einem Freunb ober guten Bekannten zusarnrnen- oß, ja, baß er ihr nachher einen Abend besonders । lobte, wenn solche Gespr.ciche umgegangen waren. Wie beschaffen aber diese waren, davon sagte er •nie etwas. „Das kann man nicht erzählen", gab I r zur Antwort, als sie sich einmal danach er- : unbigte, und schnitt damit alle weiteren Fragen ; liurzerhand ab, „das ist eben da oder nicht da, und I interner gibts daran nichts hinzuzufügen ober weg- jiunehmen, noch viel weniger etwas bavon auszu- >ogen." Seither umgab biefe Männergespräche ein Geheimnis; nicht baß bie Frau davon gestört wurde i über auf den Gedanken kam, es ginge ihr, ihrer Lhs oder dem Zusammensein mit Dem Mann dadurch etwas ab, nein, sie war erfahren genug, dem Mann solche Abende und Gespräche zuzugestehen, iie er brauchte, wie sie, die Frau, schließlich ihre Freundinnen und ihre Frouengesprache brauchte. sT'och Frauengespräche — man durfte sie nicht als (Gegenstücke zu den Männergesprächen betrachten; im diese schwebte noch etwas anderes, em Unbe- jimmhares, das mit der Sache der Männer über- loupt zusammenhing, das merkwürdige Fluidum stdwedes Männlichen mitbildete und von dem die i rau ja doch sich irgendwie ausgeschlossen fühlte. I m so lieber natürlich hätte sie es einmal naher c-grünbet... ... m Eines Abenbs bot sich nun eine befonbere Ge- Itgenijeit bazu. Ein Freund ihres Mannes, em Änggeselle, ben er lange nicht gesehen hatte, war zu Besuch gekommen, man aß erst zu brüt Abenb- trot, saß bann noch, bis es zehn Hhr schlug, ploubemb unb sich mit bem unb jenem angeregt inb unverbinblich unterhaltenb, zusammen, bann ; q sich bie Frau, bie wußte, baß es nun bazu Zeit war, zurück, unb bie beiden Manner gingen ins andere Zimmer hinüber. 2Inftatt jedoch sich icidafen zu legen, wie sie es eigentlich vorhatte unb triie sie es auch sonst an ähnlichen Abenben immer Ritan, kam es plötzlich über bie Frau, für heu^ einmal bie Rolle einer Lauscherin zu spielen. Sich diswegen selbst fremd, im Grunbe verwirrt bar- A er, ihre ihr sonst selbstoerstanbliche Großzügigkeit jr-b Heberlegenheit vor sich selbst aus einmal bahin- idiroinben zu sehen, stand sie bald reglos unb mit hichciltenem Atem, aber herzklopfenb in einer klei- W dunklen Kammer, die als Abstellraum diente und sich neben dem Zimmer befand, wo die Männer nun waren. Da die beiden Räume eine Art Tapetentür auch verband, konnte die Frau jedes Wort verstehen, das drüben gewechselt wurde, und jedes Geräusch, das zum Beispiel durch ein Räkeln auf bem Stuhl ober Sessel entstaub, vernehmen. Eine ganze Weile hörte bie Lauscherin nichts. Ihr Mann unb sein Freunb saßen sich anscheinenb zunächst wortlos gegenüber, unb nur ein feines, beinahe unmerkliches Klirren von Gläsern verriet gelegentlich, baß ba irgenb etwas getrunken, auch roieber eingeschenkt würbe. Das Geräusch bes Einfüllens, kemlerhaft auf ber Zunge prüfenben Einschlürfens, enblich ein mehrmaliges Ratschen zum Streichholzonzünben, kurzes unb heftiges Saugen (nun würben die kurzen Pfeifen in Brand gefetzt) unterbrachen die Stille. Schließlich sagte eine Stimme — es war bie bes Freunbes: „Der Wein ist gut". Nach einer längeren Zeit kam als Bestätigung: „Hm, man kann ihn trinken". Abermals vergingen danach einige Minuten, ohne baß ein Wort gewechselt würbe, bis bie Frage bes anbern erklang: „Was macht bein kleiner Sohn?" Es erfolgte jeboch keine Antwort, statt besten brang es wie Papiergeknister zu ber Frau an ber Tapetentür herüber; unb biefe wußte nun sogleich: Jetzt halte ihr Mann bie Photographien bes Kinbes aus dem kleinen Album, bas er immer bei sich trug, unb zeigte sie scheinbar gleichgültig, aber boch von innerem Stolz bis zum Raub gefüllt, vor... Dann ließ sich erneut bie Stimme bes Freunbes, unb Zwar mit unverkennbar berounbernbem Ton, vernehmen: „Er sieht bir sehr ähnlich". Darauf nach einer Pause beutlich ber Mann: „Aber bas Beste hat er boch von meiner Frau". Unb roieber ber Freund, diesmal mit einem Unterton gemischt aus Einsamkeit, Enttäuschung und Verzicht: „Du kannst überhaupt zufrieden fein". Und noch einmal der Mann: „Ja, sie ist die beste Frau". Leises Gläser- klingen. Die beiden Männer tranken sich roohl zu. Stille. Die Zuhörerin im dunklen Abstellraum fühlte sich über und über rot werden, als sie das über sich selbst hörte. Nicht, daß sie ein solches Lob noch nie aus dem Munde ihres Mannes vernommen hätte, aber eben schwang noch etwas anderes darin mit, das sich in einer Tonart ausdrückte, die sie noch nicht kannte, eine besondere Wärme, Sicherheit und Gelöstheit, aber doch im Grunde wieder verhalten — und sie ahnte, daß es etwas völlig Verschiedenes sei, wenn ein Mann zum Mann von seinem Glück und seiner Liebe spricht... Doch bie Frau hatte nicht lange Zeit, über biefe neue Erkenntnis nachzudenken, denn ihre Aufmerksamkeit wurde von Schritten nebenan roieber gefangen. Es schien aber nicht einer zu fein, ber ba I nun plötzlich ging, sondern beide mochten wohl aufgestanden sein und wanderten ein wenig im Zimmer hin und her. Von den Gesprächen, welche in der Folge fast stoßweise zwischen den Männern liefen, konnte die Frau ohne genaue Unterscheidung der Stimmen nicht immer alles, sondern meist nur ein paar Sätze verstehen: es war, als gelte das, was der eine jeweils fragte und antwortete, auch ebenso für den andern. „Und was machst du sonst?" — „Man schlägt sich so durch." — „Es ist nicht leicht." — „Merkwürdig, wie das Leben verschlungen läuft." — „Je älter man wird, um so mehr muß man allein mit allem fertig werden." — „Aber es gibt doch eine ganze Menge Schönes, um das es sich lohnt." — „Weißt du es noch, wie es damals war?" — „Wenn der Umschwung nicht gekommen wäre..." — „Da hast du ja das Buch auch stehen." „Ja, ich lese und liebe es immer wieder von Neuem." — „Unser früherer Klassenkamerad, den wir immer Pepi nannten, ist gestorben." — „So holt es einen nach dem andern." — „Wir werden für feine Kinder etwas tun" ... So wechselten, immer wieder von längeren Pausen unterbrochen, manchmal von zustimmendem Gebrumm, Gläserklirren, kurzem Auflachen, hastigem ober ruhigem Ziehen an ber Pfeife ober wohligem Ausatmen bes Rauches begleitet, wie es gerabe paßte, bie Reben unb Worte, eine ganze Zeit hinüber und herüber, bis sie schließlich ziemlich unvermutet abbrachen. Es hatte ben Anscheiy, als mußte nun roohl alles gesagt sein, roas unter Männern Sagensroertes für biefen Abenb war, benn es folgte brühen im Zimmer, nachbem auch bie Schritte sich gelegt hatten, fast eine Totenstille. Nur baran, baß ab unb zu ein Stuhlknacken ober Zurechtrücken vernehmbar war, ließ es sich ahnen, baß ba sich etwas Lebendes befand. „Nun schweigen sie, trinken und rauchen nur noch", buchte bie Frau unb wußte plötzlich, baß bies sehr wesentlich zu ben Männergesprächen gehörte, ja baß Männergespräche im Grunbe erst begannen, wenn nichts gesprochen wurde. Aber brachte sie dieses Wissen der Enthüllung des Geheimnisses näher? Unb bei ber nächsten sich bietenben Gelegenheit, als es brühen beim Entkorken einer neuen Flasche roieber etwas mehr Geräusch gab (boch bas war erst nach breiviertel Stunben, während deren sie sich nicht rühren durfte), machte sich die junge Frau leise aus der Kammer und ging ins Schlafzimmer. Sie fühlte sich ein wenig enttäuscht und doch wieder befriedigt von dem, dessen ungebetene Zeugin sie eben gewesen. Trotzdem, sie hatte unter Männer- gesprächen etwas anderes erwartet. Vielleicht Allgemeineres, mehr ihr Geläufiges oder vielleicht auch Tieferes, Gültigeres, Schöneres, Edleres, Ungewöhnliches? Oder lag dies vielleicht alles hinter den daran denkt, die Fenster nach der Straßenseite gut abzublenden, sondern auch darauf bedacht ist, die Fenster der rückwärtigen Hausfront, sowie der Seitenfronten in der gleichen Weise zu verdunkeln, insbesondere die kleineren Fenster an Toiletteräumen -der Speisekammern, die mancher Mitbürger bei den bisherigen Hebungen anscheinend als weniger bedeutsam angesehen hat. Wenn alles in der richtigen und völlig einwandfreien Weise durchgeführt sein soll, sobald die Hebung beginnt, werden die Hausbewohner zweckmäßigerweise ihre Maßnahmen schon einige Minuten vorher in Gang bringen, damit der Luftschutzhauswart die Möglichkeit hat, noch vor dem Hebungsbeginn das seiner Obhut anvertraute Haus von außen nach allen Seiten hin in Augenschein zu nehmen, um etwaige Fehler rechtzeitig abstellen zu können. Oberster Grundsatz sämtlicher Prüfungsmaßnahmen muß immer der sein, im Innern des Hauses den Fortgang des täglichen Lebens uneingeschränkt zu ermöglichen, aber nach außen hin alles in tiefste Finsternis zu hüllen. Hnbedingte Notwendigkeit ist es auch, daß alle diejenigen, die keine Aufgabe bei der Derdunke- lungsübung zu erfüllen haben, von der Straße wegbleiben, aber nicht etwa, wie bei der vorigen Hebung der Meinung sind, sie müßten unbedingt die Straße hinauf- und hinabwandern, um zu sehen, wie sich die Hebung abwickeln werde. Das ist nicht nur völlig gegen den Sinn einer solchen Veranstaltung, sondern auch gefährlich für den einzelnen, der dabei durch Fehltritt leicht stürzen kann, oder auch Gefahr läuft, von einem der völlig abgeblendet fahrenden Fahrzeuge angerannt und verletzt zu werden. In solchen Fällen wird selbstverständlich niemand da sein, der für den Schaden haftet, denn es ist ja ausdrücklich von der Polizeibehörde das Verbot ergangen, sich bei solchen Hebungen unbefugter Weise aus der Straße aufzuhalten. Ebenso ist es unstatthaft, aus den Fenstern der Wohnung sich herauszubeugen, um auf diese Weise etwaigen Regungen der Neugier nachzugeben. Im Ernstfälle wird ja auch niemand die Lust verspüren, bei einem Besuche feindlicher Flieger von der Wohnung aus durch das offenftehende Fenster zuzuschauen, was sich da ereignet, sondern jedermann wird sich nach bester Möglichkeit innerhalb des Hauses in Sicherheit bringen, um den vielfältigen Wirkungen eines Fliegerangriffes zu entgehen. Die Verounkelungsübung wirb aber erst dadurch wirklich sinngemäß erfüllt, wenn sie in allen Teilen weitgehendst dem Ernstfall angepaßt wird, denn nur dadurch kann das hohe Maß von Schulung erreicht werden, auf das für den Fall des Ernstes im Interesse jedes einzelnen unbedingt Gewicht gelegt werden muß. Vom Straßenverkehr sind während der Hebung die Aerzte, Krankenpfleger, Hebammen, Feuerwehrmänner, Polizei und Wehrmacht nicht ausgeschlossen, soweit sie die Straße aus beruflichen Gründen betreten müssen. Entgegenkommenderweise hat die Polizei das Betreten der Straße am morgigen Donnerstagabend auch den Besuchern des Theaters und der Lichtspielhäuser gestattet, aber für diese Volksgenossen dürfte es sich empfehlen, möglichst schon vor 20 Uhr das Ziel ihres Ganges zu erreichen, damit sie in den verdunkelten Straßen nicht etwa zu Schaden kommen. Wenn alle Teile der Bevölkerung die hier darge- legten Gesichtspunkte genau befolgen und es mit ihrer Mitwirkung bei der Hebung f o ernst nehmen, wie die Sache es erfordert, dann wirb zweifellos die morgige dritte Luftschutzübung ein voller Erfolg werben und dahin führen, daß die Luftschutzschulung unserer Gießener Bevölkerung für einen etwaigen Ernstfall weitere gute Fortschritte erfährt. B. Bornotizen. Tageskalender für Wittwoch. NS.-Lehrerbund, Kreis Gießen, Fachschaft „Körperliche Erziehung", Arbeitsgemeinschaft für Mäd- chenturnen, 16 Hhr, in der Neuen Pestalvzzischule. — Kundgebung des Iungbannes 116, 18 Hhr, auf dem Brandplatz (Siegerehrung für Fähnlein 21 „Gorch Fock".) — Stadttheater: 19.30 bis 22.45 Hhr, „Figaros Hochzeit". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Schabernack". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Jana". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Hhr, Ausstellung von Oel- gemälben, Aquarellen und Tempera. Sladttheater Gießen. Heute Abenb geht bie heitere Oper „Figaros Hochzeit" von W. A. Mozart in Szene. Die musikalische Leitung hat Paul Walter. Spielleitung: Der Intendant. Anfang 19.30 Hhr, Ende 22.45 Hhr. Mittwoch-Miete 7. Vorstellung. Goethe-Bund und kaufmännischer Verein. Am morgigen Donnerstagabend spricht Kapitänleutnant u. D. Freiherr von Buttlar-Brande n f e I s über „Vier Jahre im Zeppelin gegen den Feind. Meine 26 Angriffsfahrten im Weltkriege" mit Original-Lichtbildern. Der Vortrag bringt einen Bericht von dem heldenmütigen Kampf der deutschen Luftschiffe, von Wagemut, Entschlossenheit und Opferbereitschaft. (Siehe heutige Anzeige.) Deutsche Arbeitsfront. Fachgruppe Gaststätlengewerbe. . Alle Arbeitskameraden und -Kameradinnen, die in der Alters- und Invalidenhilfe, ober in ber freiwilligen Sterbeunterstützung-Berlin (Nachfolge der Hnterstützungskassen Genfer Verband, Bund I. V. K. und Z. V.) noch Mitglied sind, können ab sofort ihre Beiträge zu diesen beiden Unter« stützungseinrichtungen auf der Dienststelle der DAF., Gießen, Schanzenstraße 18, 1. Stock, Zimmer 12, bei dem zuständigen Kreissachgruppenwal- ter für das Gaststättengewerbe Pg. Bittner an den Tagen: Mittwoch- und Samstagvormittag in der Zeit von 8 bis 10 Hhr entrichten. Auskünfte, Neuaufnahmen, Wiederaufleben alter Mitgliedschaften usw. werden ebenfalls bortfelbft geregelt. , X Die deutsche Rrbeitefront S** N.S.-öememschaft „Kraft durch fteudc" v.'t/tSr. ' ’‘v . '1. -v Ü . Arn Donnerstag, 5. November, 20 Hhr, findet in der Aula der Universität ein Lickstbildervortrag in Verbindung mit dem Goethebund von Kapitän- Leutnant a. D. Freiherr von Buttlar-Brande n f e I s statt über „Vier Jahre im Zeppelin gegen den Fein d". Eintrittskarten für DAF.-Mitglieder sind auf der Kreisdienststelle „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, zum Preis von —.50 Mark erhältlich. Von der Universität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wirb uns mitgeteilt: Der Dozent an ber Universität Königsberg Lic. Vogelsang ist beauftragt worben, ben Lehrstuhl für Kirchengeschichte an ber Universität Gießen vertretungsweise zu übernehmen. Dr. phil. habil. Oskar Wagner ist beauftragt worben, vom Wintersemester 1936/37 ab an ber Veterinärmebizinischen Fakultät ber Universität Gießen das Lehrgebiet „Parasiten als Krankheitserreger" und „Pelztierkrankheiten" in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Die Mietpreisfestsehung bei Neuvermietungen. Im „Gießener Anzeiger" Nr. 233 vom 5. Oktober veröffentlichten wir eine Briefkasten-Auskunft, die sich mit ber Frage ber Mietpreisfestsetzung bei Neuoermietungen beschäftigte. In biefer Sache wurden aus unserem Leserkreise neue Gesichtspunkte geltend gemacht, bie uns Veranlassung gaben, die Angelegenheit unserem juristischen Mitarbeiter erneut zur Prüfung vvrzulegen. Daraufhin erhielten wir nachfolgende Aufklärung: Bei Erörterung der Frage, ob eine Erhöhung der Miete zulässig ist, muß davon ausgegangen werden, daß ein grundsätzliches Verbot jeglicher Mietsteigerung nicht besteht. Eine wesentliche Beschränkung in der Preisbildung für Mieträume ergibt sich jedoch aus dem Reichsmietengesetz. Hiernach kann sowohl der Mieter als auch der Vermieter jederzeit von dem anderen Vertragsteile verlangen, daß von dem ersten Termin ab, für den Gedenkfeier derRSDAp.ain s. November Die Gedenkfeier findet um 20.30 Uhr in der Volkshalle statt. Alle Volksgenossen der Stadt Gießen werden hiermit zu dieser Feierstunde eingeladen. Alle Gliederungen und angeschlossenen Verbände der NSDAP. nehmen geschlossen teil. Die Führer der Gliederungen und angeschlossenen Verbände wollen jetzt schon alles Erforderliche veranlassen, damit ihre Formationen geschlossen zur Volkshalle marschieren. Ankunft spätestens 20.20 Uhr. Um 20.30 Uhr wird die Volkshalle während der Feier geschlossen. Die Fahnen der Gießener Ortsgruppen, der SA., des NSKK.» der DAF., des NS StB. und der HZ. sind um 20.20 Uhr vor der Volkshalle angetreten. Alle anderen Veranstaltungen fallen an diesem Abend aus. Kreisleitung Wetterau der NSDAP. Arn Sonntag, 8. November, 11.30 bis 12.30 Hhr findet im Stadtthectter Gießen eine Morgenfeier von Eberharb Wolfgang Möller „Kantaten" statt. Eintrittskarten zu 30 Pfennig sind auf ber Kreisbienftftelle „Kraft burch Freube", Schunzen- ftraße 18, erhältlich. Wir fahren in die schönsten Winkerfporlgebiele! Schlierfee — Fischbachau vom 25. Dezember 1936 bis 3. Januar 1937. Preis 38 Mark. Nirgenbs ist es um Weihnachten und Neujahr schöner, als in ben oberbayerischen Bergen. An- meldeschluß 10. Dezember. Schwarzwalb — Kniebis vom 13. bis 17. Januar 1937. Preis 26,50 Mark. Mit modernen Omnibussen in den winterlichen Schwarzwald mit seinen schneebedeckten Tannen und seinem herrlichen Wintersportgelände. Anmeldeschluß 10. Januar 1937. Röhn —Gersfeld vom 23. bis 30. Januar 1937. Preis 18,50 Mark. Für jeden Wintersportler und jeden Erholungssuchenden wird diese Fahrt ein unvergeßliches Erlebnis. Anmeldeschluß 15. Januar 1937. Schwarzwald — Kniebis vom 30. Januar bis 5. Februar 1937. Preis 33,50 Mark. In ben schmucken und sauberen Pensionen auf bem Kniebis in herrlicher Winterlandschaft werden bie Ferientage zu einem Feiertag. Anmeldeschluß 27. Januar 1937. Allgäu — Pfronten vom 13. bis 20. Februar 1937. Preis 30,50 Mark. Am Rande der Hochalpen liegt das durch die vielen „KdF.-Fahr- ten bekannte Pfronten mit seinem herrlichen Wintersportgelände. Anmeldeschluß 5. Februar 1937. Schwarzwald — Kniebis vom 21. bis 28. Februar 1937. Preis 36,50 Mark. Wieder geht es über die Autobahn, durch stille Täler hinaus auf die Höhen des schneebedeckten Schwarzwaldes. An- meldeschluß 7. Februar 1937. Reit im Winkel vom 27. Februar bis 9. März 1937. Preis 53 Mark. Unmittelbar an der Tiroler Grenze, ganz in Hochgebirge versteckt, liegt in schönster Winterlandschaft das schmucke Reit im Winkel. Anmeldeschluß: 20. Februar 1937. die Kündigung zulässig sein würbe, bie gesetzliche Miete (= Friebensmiete 4- 12 v. H.) an bie Stelle des vereinbarten Mietzinses tritt. Eine weitere Einschränkung erfährt der oben aufgestellte Grundsatz durch die Bestimmung über Mietwucher. Danach wird derjenige, welcher für bie Heber» lassung von Räumen einen Mietzins fordert, beri unter Berücksichtigung ber gesamten Umstände als1 unangemessen anzusehen ist, mit Geldstrafe ober mit Gefängnis bestraft. Nachdem von maßgeblicher Seite des öfteren darauf hingewiesen worden ist, daß die Mieten unbedingt auf dem derzeitigen Stand gehalten und ungerechtfertigte Mietsteigerun- gen mit allen Mitteln unterbunden werden sollen, ist bei Prüfung der Frage, was als unangemessene Miete anzusehen ist, ein strenger Maßstab anzulegen. Praktisch führt das dahin, daß eine Steigerung der Miete nur in ganz besonderen Fällen statthaft ist. Das ändert jedoch nichts daran, daß ein allgemeines Verbot der Mietsteigerung nicht besteht. Der Herr Reichsarbeitsminister hat sich in einer Rede vom 25. September 1935 dahin geäußert, daß ungerechtfertigte Mietpreissteigerungen verhindert werden müssen, daß das aber nicht heißt, daß jede Mieterhöhung schematisch unterbunden werden soll. Sitzung des provinzialausschuffes. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde ein Disziplinarverfahren gegen den bei ber Stabt Friedberg beschäftigten Adam Gondolf, geboren 18. Oktober 1881 in Friedberg, verhandelt. Gondolf wurde eines Dienstvergehens jür schuldig befunden und gemäß Artikel 17, Abs. II und III, und Artikel 24, Abs. II, des Gesetzes die Rechtsverhältnisse der Gemeindebeamten betreffend vom 22. März 1929 aus dem Dienst der Stadt Friedberg entlassen. Die Kosten des Verfahrens wurden Gondolf zur Last gefetzt. Dem Kaufmann Hubert Timmer in Butzbach wurde auf feine Klage gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 21. Juli 1936 die Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein im Hause Weiseler Straße 5 in Butzbach erteilt. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Kläger unter Zugrundelegung eines Streitwerts von 500 RM. zur Last. äamerabfcfviffeabenb der Arbeilsgemeinfchafl Gießener Soldalenkameradschasten. Man schreibt uns: Am Samstag hält Dr. Kraft im Cafe Leib in der Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften einen Lickstbildervortrag über die Eindrücke, die er auf einer Fahrt über bie Schlachtfelder Verduns und der Argonnen gewonnen hat. Der Vortragende, ber selbst zweimal in ber Hölle von Verdun gekämpft hat, verbindet alte Kriegserinnerungen und frische Erlebnisse zu einem Ganzen. Dabei werden auch die französische Landschaft, französische Wesensart und Willensrichtung, deutsches und französisches Soldatentum behandelt. Drei Musiker wirken am Kameradschaftsabend mit. Die Familien der alten Kameraden, die jungen Kameraden der Wehrmacht und andere Gäste sind herzlich eingeladen. Man beachte bie heutige Anzeige. Die Eintopfgerichte für die Gaststätten am 8. November. DNB. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherberqungsgewerbe teilt seinen Mitgliedern mit, daß für ben zweiten Eintopfsonntag am 8. November folgende vier Eintopfgerichte für die Gaststätten vorgeschrieben sind: 1. Löffelerbsen mit Einlage. 2. Hammel- ober Rindfleisch mit Weiß- ober Wirsingkohl. . 3. Gemüsekost, vegetarisch ober mit Fleischemlage. 4. Fischeintopfgericht nach freier Wahl. Die Festlegung biefer Eintopfgerichte gilt nur für Gaststätten. Den Hausfrauen bleibt bie Wahl ber Eintopfgerichte selbst überlassen. Rhön — Gersfelb vom 3. bis 10. März 1937. Preis 18,50 Mark. Noch einmal geht es in die schneebedeckten Höhen der Röhn, und jeder Teilnehmer wird neue Kräfte für sein Tagewerk sammeln. Anmeldeschluß 25. Februar 1937. Wendelsteingebiet vom 14. bis 22. März 1937. Preis 35 Mark. Mit der letzten Winterfahrt noch einmal in bie schneebedeckten Alpen, in bas deutsche Winterparadies. Anmeldeschluß 5. März 1937. Die Preise bei diesen Fahrten verstehen sich einschließlich Fahrt und volle Verpflegung! Bei allen angesetzten Hrlaubsjahrten finden Skikurse und Wandertouren statt. Eingehenden Aufschluß gibt das monatlich erscheinende Programmheft der NSG. „Kraft durch Freude", welches man auf ber Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße, zum Preise von 10 Pf. erhalten kann. Die Ausstellung „Weltfeind Jlr. V im Gau Hessen-Nassau. NSG. Der Antikomintern-Zug mit seiner Ausstellung „Welffeind Nr. 1, ber Bolschewismus", der überall auf seiner Fahrt durch die deutschen Gaue in den Ausstellungsstädten Zehntausende von Besuchern anzieht, wird am 10. November in Frankfurt a. M. eintreffen und vom 14. bis 19. November einschließlich auf dem Roßmarkt seine sehenswerte Ausstellung zeigen. In einer Zeit, wo Moskau bie bolschewistische Zersetzungsarbeit in ber ganzen Welt mit verdoppelter Energie betreibt, wird dieser Zug in unserer Gaubauptstadt im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stehen. Winterschlußverkauf 1937. Fwd. In einer im Reichs- und Preußischen Staatsanzeiger erscheinenden Anordnung gibt der Reichswirtschaftsminister die Waren bekannt, die in den am 25. Januar 1937 beginnenden Winterschlußverkäufen nicht zum Verkauf gestellt werben bürfen. Es handelt sich durchweg um Waren, bie Modeschwankungen so wenig unterworfen sind, baß ein Bedürfnis nach beschleunigter Lagerbereinigung nicht besteht. ** Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Landstraßenstrecke Gießen— Leihgestern wird ab 5. November aufgehoben. ** Marinebesuch in Gießen. Am morgigen Donnerstag erhält bie Marine-Kamerabschaft Gießen ben Besuch einer Wanberstreife bes Kreuzers „Leipzig", bestehenb aus einem Offizier (Kapitänleutnant Iäcke I), zwei Unteroffizieren unb elf Mann. Zu Ehren dieses Besuches veranstaltet bie Marinekameradschaft Gießen gemeinsam mit der Marine-SA. am Donnerstag im Bootshaus ber Marinekameradschaft einen Begrüßungs- unb Kamerad- schaftsabenb. ** Verkehrsunfall. Gestern wurde in die hiesige Klinik die Gattin eines Wetzlarer Industriellen eingeliefert, bie bei einem Verkehrsunfall Hautabschürfungen, sowie Prellungen erlitt. Auch ber Kraftwagenführer, ber Chauffeur bes Hauses, erlitt Prellungen unb Hautabschürfungen. Der Unfall kam, unweit von Marburg, dadurch zustande, baß bem Wetzlarer Auto ein Kraftfahrzeug auf ber linken Straßenseite entgegenkam, unb ein Zusammenstoß unvermeidlich wurde. ** D er Geflügelzuchtverein Gießen hielt seine fällige Monatsversammlung bei Mit» glieb Seniler ab. Es wurde über bie Erfahrungen ber Junggeflügelausstellung in Hannover durch ben Vereinsführer Fr. Bauer berichtet. Ferner würben bie Mitglieder mit ben Allgemeinen Aus- ftellungsbebingungen vertraut gemacht. Die bevorstehenden beiden Gau-Ausstellungen von Marburg und Frankfurt a. M. standen im Mittelpunkt der Beratungen. Im Anschluß an diese Monatsoer- sammlung ließen die Mitglieder des Vereins ihre Tiere durch den Preisrichter Kolter (Bad-Nauheim) begutachten. Zu ber Marburger Schau würben daraufhin zirka 50 Tiere angemelbet. Der Verein hofft mit ebenso viel Nummern auch in Frankfurt a. M. vertreten zu sein. Der Rocker-prozeß abgeschlossen. 8 Jahre Zuchthaus. LPD. Mainz, 3. Nov. Nachdem die Verhandlung im Rocker-Prozeß einige Tage ausgesetzt war, fand sie am Dienstag ihr Ende. Vor der Zeugenvernehmung wandte sich ber Vvr- sitzenbe noch einmal an die Rocker mit ber Frage, ob sie heute bem Gericht etwas Neues mitzuteilen habe. Die Rocker ermiberte, sie wüßte nichts. Ihr sei lediglich eingefallen, daß sie doch einmal für eine Heiratsvermittlung 50 Mark Honorar bezogen habe. Sie leugnet nach wie vor, mit ber Vogler jemals über Verkalkungstabletten, bie bas Blut dick machen, gesprochen zu haben. Sie leugnet auch, daß sie die Vogler in bem Glauben gelassen habe, ihre Tabletten, bie sie für ihren Mann gegeben habe, seien giftig. Der Vorfitzenbe hält ihr ihr Eingeständnis beim Hntersuchungsrichter und in ber Hauptverhandlung vor. Die Rocker erklärt aber, sie könne sich an nichts mehr erinnern. Als erster Zeuge wurde der 57jährige Iwanowski aus Wiesbaden vernommen. Er hat im Frühjahr 1932 ben Hoch kennen gelernt. Hoch erklärte Iwanowski, daß eine Gesellschaft zum Vertrieb pharmazeutischer Präparate gegründet werbe. In biesem Unternehmen, besten Grünber ber Chemiker Müller war, könne er eine Stellung als Provisionsreisender finden. Den Müller hält der «-Musik* "Challier ,'X Gegr 18 57-Gl 6SS6H • Neuenweg1(J Zeuge, der, wie er selbst sagt, von chemischen unb pharmazeutischen Dingen keine Ahnung hat, auf bem Gebiet der Pharmakologie als außerordentlich beschlagen. Charakterlich war ihm ber Mann immer unklar geblieben, ba sich bei biesem Mann großer Egoismus mit Unfähigkeit in geschäftlichen Dingen oerbanb. Auf die Frage des Vorsitzenden, welche Präparate der Zeuge bei bem Müller kennen gelernt habe, gibt er an, daß er mit Tabletten, Pulver unb Salben für Keuchhusten bzw. Erkältungskrankheiten reifte. Müller habe aber auch davon gesprochen, daß er ein Heilmittel für Rheuma unb Gickst erfunden habe, bas in Pulver- und labtet- tenform in den Handel gebracht werden sollte. Heber bie Zusammensetzung dieses Präparates hat der Zeuge nichts erfahren. Müller hat ihm lediglich erklärt, daß man dieses Pulver auch für besam bere Zwecke, vor allem für Frauenkrankheiten, verwenden könne. Interessant ist auch die Aussage des Zeugen über bie Versuche, die Müller machte, um ein Heilmittel für Krebskrankheiten zu finden. Es handelt sich dabei um bie zwei konzentrierten säuregetränkten Tonkügelchen, von denen im Laufe des Verfahrens öfters bie Rebe war. Wie ihm Müller mitteilte, habe er biefe Versuche eingestellt, ba bie Aerzte Bebenken gegen dieses Mittel hatten. Als nächste Zeugin würde eine Witwe Dienstbuch aus Wiesbaden vernommen. Heber ihre Bekanntschaft mit der Rocker gibt sie an, baß sie sie 1932 burch ihre Schwägerin kennengelernt habe. Beide Frauen ließen sich dort bie Karten schlagen. Die Zeugin Dienstbuch! wollte wissen, ob sie Aussicht für eine Wiederverheiratung Hube. Die Rocker Hube ihr den „China-Feldwebel" empfohlen; sie Hube den Munn über nicht zu sehen bekommen unb später erfuhren, büß er malariakrank sei. Die Rocker Hut ihr für ihre Vermittlungsgebühren eine Rechnung von 50 Murk gesund!. Wegen dieser Rechnung betumen die beiden Frauen Streit. Die Zeugin fugte weiter aus, daß sie von der Tochter der Frau Rocker bei irgendeiner Gelegenheit eine Schnupfensalbe bekommen Hube. Die Tochter Hube dabei gefügt: „Dus bekommen wir von unferm Onkel (der Nume ist der Zeugin entfullen). Er fängt erst un und macht mit diesem Zeug Reklume." Als weitere Zeugin wurde bie 26jährige Fruu Leidenbuch uus Wiesbuden gehört. Sie ist eine Schulfreundin der Tochter von Fruu Rocker. Anläßlich des Prozesses Vogler Hube sie sich einmal mit ber Zeugin Dienstbuch über bie dunkle Persönlichkeit des „Onkel Ehrhurd" unterhulten. Sie Hube zuerst ungenommen, duß Herr Müller der Onkel Ehrhurdt sein könne. Die Mutmußungen hätte sie aber verworfen. Darauf trat dieTochterder Angeklagten Rocker als Zeugin auf. Der Vorsitzende machte sie ausdrücklich darauf aufmerksam, daß sie von ihrem Recht oer Aussageverweigerung Gebrauch machen könne. Die Zeugin erklärte aber, aussagen zu wollen. Ihre Angaben sind recht unklar und undurchsichtig. Besonders was das Verhältnis ihrer Mutter zu Müller angeht, will sie die Suche so hinstellen, uls wäre ihre Mutter mit Herrn und Fruu Müller nur wenig begannt gewesen. Sie gibt an, daß im Hause ihrer Eltern niemals von irgend jemand als „Onkel" gesprochen worden war, sie hätten lediglich einen alten Untermieter so bezeichnet. Mit der Vernehmung der Tochter der Angeklagten Rocker war die Beweisaufnahme abgeschlossen. In der Nachmittugssitzung plädierte der Stuats- anroult, der eine Zucksthuusstrufe wegen Beihilfe zum Mord beuntrugte. Noch 2'/.'stündiger Beratung fällte das Gericht folgendes Urteil: Die Angeklagte Rocker aus Wiesbaden wird wegen Beihilfe zum Word zu acht Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. In feiner Urteilsbegründung stellte ber Vorsitzende fest, duß es uuf Grund der Verhundlung unbedingt notwendig sei, den Verkehr mit T ul- l i u m erneut zu überprüfen und zu verschärfen, und duß weiter dus Wuhrsugen mit Hilfe von Kurtenlegen uus kriminulpolitischen Erwägungen mit ullen Mitteln schärfstens unterdrückt rperoe. Mit Rücksicht uuf die bisherige Unbeftruftheit Der Angeklugten sei dus Gericht unter dus beuntrugte Strufmuß gegungen, jedoch Hube es duvon abgesehen, die gesetzliche Mindeftstrufe von drei Jayren Zuchthaus zu verhängen. KZ O n '1d ^ö°t' Ks Sst M-L 2°U g,u lbtl- le, " °»-h „ soffen. !° ®et!nnb. ? QU5«- “t> d-r 5)or> b" Sroge, ’ Wfiile» ■ n,|t)l5. 9hr für eine ' S'" bebe. , "Jemals bii mo. " "mf), baj " bebe, jh„ eäeben f,Qbe, ®'»»e|tänb. ,d-r Jiaupf. ‘ "der, (j; Ir’(k Jwa, • ®r M im e ernt. i jum Sßer« Jnbet werde. °er der Che- Stellung a[5 Her hält der Mischen uni ung hat, auf ußerordentlich Mann immer Mann großer tlichen Dingen leniien, welche er kennen ge» abletten, Pul. >. Erkältungr. ' auch davon Rheuma und und Tablet« «erden faßte. iparates f>at im lebiglid) für befon• ikrankheiten, b\t Nn mMe, en M smden konzentrierte» >nen im ßauie oar. Wie ihm uche eingeM Mittel HM itwe Di er"' lebet ihre in, daß sie j ngekrnt hm arten schlage», i ob sie Au;- b'e. Die Ro-l« empfohlen; \’’ hen bekomm^ itränt sei. sgebühren eine Wegen dies« en Streit. on der W lelegenheit em- e Tochter W t von unfern entfallen). 6 reug Reklame. Mhrige rt. Sie ist * iu Rocker. » sie sich e'M . dunkleFers^ allen. Sie W Iler Der Dn5 angen hatte I brauch ausfage" V sS coesen-b1 L .als oon irden ® f sieter 1° Na- Gieße- Kamener Fechter sehr gut ab. Für das Fachamt Schießen berichtete DNB. Der Reichsnährstand erläßt an die Hausfrauen folgenden Aufruf: „Denkt daran, daß Ihr in erster Linie immer die Speisen auf Euren Speisezettel seht, die jahreszeitlich bedingt sind, die die deutsche eigene nationale Produktion int Augenblick hervorbringl." Diese Worte aus dem eindringlichen Appell Hermann Görings in seiner mitreißenden Sportpalast-Rede wenden sich an die deutschen Hausfrauen, denen bei der Ueberbrückung von Versorgungs- schwierigkeiten die bedeutendste Ausgabe zusällt. Wenn jede Hausfrau mit- hilft, das zu verwenden, was der Tag bringt, werden wir auch über kleine Einschränkungen Hinwegkommen. In diesen Wochen hat uns der deutsche Boden in reicher Fülle den Kohl beschert, der schon in dem Speisezettel unserer Wütter eine vorherrschende Stellung einnahm, und der auch heute wieder geeignet ist, unsere Ernährung vielgestaltig zu machen und unsere Versorgung sicherzustellen. Zeht ist es Zeit, sich von dieser reichlich angebotenen Feldsrucht Vorräte hinzulegen, die in den gemüsearmen Wintermonaten den Küchenzettel abwechslungsreich gestalten. 3m Herbst und Winter ist der Kohl eine der wichtigsten, wertvollsten und billigsten Vltaminquellen, die der deutsche Boden uns schenkt. Ruht diesen Erntesegen aus, solange noch reichliche Vorräte vorhanden sind und deckt Euch ein mit dem, was der deutsche Bauer und Landwirt für Euch geerntet hat. Fachamt Radfahren und stellte erfreuliche Erfolge heraus. Dezirksmeisterschaften und Gaumeisterschaften konnten errungen werden; im Radballsvort entfaltete der Radfahreroerein von 1885 rege Tätigkeit, der Saalsport konnte allerdings in Gießen nicht mehr ausgeübt werden, weil hohe Saalmiete den Verein zu stark belastet. Das Training mußte nach Wieseck verlegt werden. Der Gießener Fahrer Neumann konnte sich geraume Zeit in der “ Kaust Kohl! (Sin Aufruf des Reichsnährstandes. Tv. 1846 gehören der Gausonderklasse an. Bei den Gaumeisterschasten im Fechten schnitten die M -Ortsgruppe Gießen hält Rückschau! Reges sportliches Leben in unserer Stadt. Für das Fachamt K r a f t s p o r t sprach Kamerad Klotz, der über die Tätigkeit des hiesigen Vereins, des Kraft- und Sportklubs 1893, berichtete. Er er- wähnte, daß durch mangelnde Gegnerschaft der Kraftsport als Wettkampf nur in beschränktem Maße ausgeübt werden könne, immerhin habe der Verein einen regelmäßigen Trainingsbetrieb unterhalten. Bei auswärtigen Veranstaltungen, wie auch bei eigenen, konnte der Verein beachtliche Erfolge erzielen. Leider stellte eine hohe Turnhallenmiete den Verein vor große finanzielle Anforderungen. Auch für das Fachamt Fechten berichtete Kamerad hergenröther über mangelnde Gegnerschaft, konnte aber doch von sehr erfreulichen Erfolgen berichten, insbesondere davon, daß bei einem Gau- kämpf Hessen gegen Mitte die Gießener Fechter die stärksten Teilnehmer stellten. Sechs Fechter des tionalmannschaft bewähren. Der Wandersport wurde gut gepflegt. Die Jugend beteiligte sich erfreu» lick) stark. Ein Bahnrennen verlief sehr gut und erfolgreich. 100 Prüfungen wurden für das Jugend- Radsportabzeichen abgelegt. Drei Prüfungen wurden für das Reichssportabzeichen bestanden. Für das Fachamt Rudern konnte Kamerad Levermann nicht viel Erfreuliches mitteilen. Es stand kein Nachwuchs zur Verfügung. Die Gießener Nudergesellschast, die 1935 als Olympiazelle geführt wurde, konnte keinen Mann für 1936 mehr verfügbar haben. Der Städte-Achter wurde mit einer kombinierten Mannschaft älterer und jüngerer Ruderer erfolgreich bestritten. Der Ruderklub Hassia hatte einen guten Junioren-Achter, der aber der Auflösung verfiel. Die Sommer-Regatta soll in Zukunft nur alle zwei Jahre stattfinden. Die Vereine müssen sich um die Neuausbildung junger Ruderer bemühen. Die Ortsgruppe Gießen des Reichs- Sundes für Leibesübungen vereinigte Hestern abend im Gartensaal des Hotels „Prinz Tarl" die Vertreter der hiesigen Leibesübung treibenden Vereine und die Vertreter der Fachämter zur Generalversammlung. Der kommissarische Lei- •er der Ortsgruppe, Dr. Lotz, hieß die Teilnehmer willkommen und begrüßte besonders die Vertreter =>er Wehrmacht, der SA. und des Reichsarbeits- Dienftes. Er gab sodann einen kurzen Jahresbericht jber bie Tätigkeit der Ortsgruppe. Er erinnerte n diesem Bericht an die erste vom Reichsbund für jeibesubung getragene Veranstaltung, den Groß- ^taffellauf „Rund um die Anlagen", zu dem etwa ^.Läufer angetreten waren. Er sprach von der .eabsichtigten Verbesserung der Sprunganlagen im itadtlschen Hallenbad, die allerdings noch nicht )mrchgeführt werden konnten, da einige technische -rchwierigkeiten noch zu überwinden sind. Die Ortsgruppe RsL. gab Zuschüsse für verschiedene sportliche Veranstaltungen, ermöglichte die Teilnahme zweier jugendlicher am Zeltlager bei den Olympischen Spielen und bemühte sich ferner um die Einsüh- ung einer besonderen Uebungsstunde für Sport» chwimmer, in der die Sportschwimmer aller hie- ogen Vereine zusammengefaßt werden sollen. Zum Abschluß des Berichtes wies Dr. Lotz darauf hin, »aß für die Zukunft der Sportgruß, der von Mann- «haften ausgebracht wird, einheitlich „Sieg-Heil!" «ute, daß für die Begrüßung „Heil Hitler!" gelte «nd die Bezeichnung „Kamerad" als Anrede der --portkameraden gebräuchlich werden solle. Es solle also in Zukunft nicht mehr heißen „Skifreund" .Turnbruder" usw. Oie Berichte der Fachamtsleiter. Im weiteren Verlauf der Versammlung berich- «ten die einzelnen Fachwarte über die sportliche Tätigkeit in den einzelnen Fachämtern und gaben amit einen anschaulichen Ueberbticf über das portliche Leben in unserer Stadt. Für das Fachamt Turnen sprach Kamerad n e 1 n in g , der zur Kenntnis gab, daß sich die icfigen beiden Turnvereine an allen Veranstal» ungen des Fachamtes zahlreich beteiligten und da- ei hervorragende Erfolge erzielten. Bemerkenswert fei der 50. erste Sieg, den Erika Röhmig eim Hoherodskopffest errang. Gute Erfolge wur- en auch bei den Sommerspielen erzielt. Die Faustallabteilung des Turnvereins 1846 errang sich wieder die Meisterschaft im Gau. Der Fachamtsleiter für Leichtathletik, nlchtberg, wies darauf hin, daß sich das Fach- cmt Leichtathletik auf die Durchführung amtlicher Veranstaltungen beschränkte. Kreisjugendmeister- chaften, Waldlauf-Meisterschaften und Wettbewerbe m die deutsche Vereinsmeisterschaft wurden aus» erichtet und bestritten, verschiedene Prüfungen für l'as Reichssportabzeichen wurden durchgefuhrt. Kamerad Sauer vom Fachamt Schwimmen führte aus, daß der Schwimmsport durch die Un- cunst der Witterung etwas ins Hintertreffen geraten sei. Leider mache sich immer wieder das Feh- l-n einer sportgerechten Schwimmbahn hemmend lEmerkbar. Immerhin wurden einige Schwimmoer- ünstaltungen abgehalten. Saarländer Schwimmer- Tugend und Offenbacher Schwimmer weilten in ließen zu Gast, die Gaujugendmeisterschaften wurden ausgetragen, Lehrgänge im Springen und Wasserballspiel wurden abgehalten. Er wies darauf in, daß die Bemühungen um die Schaffung einer 1 Portgerechten Schwimmanlage im Interesse des Zießener Schwimmsports fortgesetzt werden Taüßten. ein herzliches kameradschaftliches Verhältnis. Schießen fei zum Volkssport geworden. Beide Vereine stellten ihre Schießanlagen den verschiedenen Organisationen der Partei, des Kyfshäuserbundes usw. zur Verfügung. Auf den Ständen herrschte jeden Sonntag reger Betrieb. Vom Fachamt Tennis lag ein kurzer Bericht von Kamerad Engisch vor, aus dem zu ersehen war, daß reger Spielbetrieb gepflegt wurde, und sich besonders die Jugend eifrig am Tennisspiel beteiligte. Der Tennisklub 1922 bestritt die Medenspiele im Gaugebiet. Kamerad Deibel berichtete über die Arbeit im rad G o n d n e r. Das Schießjahr nahm, so führte er u. a. aus, einen normalen Verlauf. Größere Veranstaltungen fanden nicht statt. Die Vereine richteten ihre internen Schießen in der traditionellen Form aus. Für das Winterhilfswerk wurde ein Opferschießen veranstaltet. Gießener Schützen waren sehr erfolgreich und konnten sich Kreis- und Bezirksmeisterschaftsehren erringen. Unfälle waren keine zu verzeichnen. Einzelne Schützen erzielten Hervorraaende Ergebnisse; eine Anzahl goldener, silberner uno bronzener Schießabzeichen konnte errungen werden. Beide Vereine hatten einen erfreulich starken Mitgliederzuwachs zu verzeichnen. Zwischen dem Schützenoerein und der Schützengesellschaft herrscht Kamerad Alkhaus konnte für das Fachaml Skilauf davon berichten, daß der Skiklub Gießen mit zu den stärksten Ski-Vereinen Deutschlands zähle und zu Weihnachten sein 500. Mitglied zu begrüßen hoffe. In Berlin fei der Stiklub im Zeltlager mit mehreren Jugendlichen beteiligt gewesen, die starke Eindrücke mit nach Hause brachten. Der Skiklub sei in der vergangenen Zeit mit Skifilm- vorführunaen an die Oefsentlichkeit getreten. Beabsichtigt sei, die Hoherodskopf-Sprungschanze umzubauen und „Wilhelm-Wodaege-Schanze" zu benennen in der Erinnerung an den Wegbereiter des Skisportes in Gießen. Auch solle ein kombinierter Abfahrt, und Torlauf unter dem gleichen Namen alle Jahre gestartet werden. Für den Umbau der Schanze erbat Kamerad Alchaus einen Zuschuß der Ortsgruppe des RfL. Zum Abschluß der Berichte sprach Kamerad W e l l h a u s e n noch über den Kanusport. Er konnte mitteilen, daß die Paddler der Paddlergilde Gießen im vergangenen Jahre auf Wasserwanderungen insgesamt 9000 Kilometer zurücklegten. Der Rennsport sei allerdings in den Hintergrund getreten. Don der Paddlergilde nahmen vier Jugendliche und sieben Aktive am Olympia-Zeltlager teil. Dr. Lotz dankte den Fachamtsleitern für ihre Berichte und gab der Meinung Ausdruck, daß man aus den Berichten sehr wohl habe ersehen können, daß in unserer Stadt ein sehr reges sportliches Leben herrsche. Er gab der Versammlung zur Kenntnis, daß an den früheren Leiter der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen, an Dr. Möckelmann, ein Erinnerungsbild (Gleiberg und Vetzberg darstellend) übersandt worden sei. Der Versammlungsleiter kam dann auf die bevorstehende Werbeoeranstaltung der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen zu sprechen, die ein sehr anregendes Programm bringen werde. Vor allem dürfte ein Film interessieren, der vom Reichsbund für Leibesübungen geschaffen wurde und der den Ablauf der Olympischen Spiele vom Fackel-Staffellauf aus Griechenland bis zur Schlußfeier in der Olympischen Kampfbahn bringen werde. Ferner werde ein Film über die Arbeit der Deutschen Sporthilfe gezeigt. Die Musik stellt der Musikzug der SA.-Standarte 116. Or.König/OrtSgmppenführerdesRfL. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde Dr. König, der zukünftige Leiter des Instituts für Leibesübungen an unserer Universität, zum Führer der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für ßeibesübunaen bestimmt, eine Maßnahme, die von allen anwesenden Sportkameraden gutgeheißen wurde. Dr. König versprach, sich ganz für die Arbeit des Reichsbundes einzusetzen und bat um gute Zusammenarbeit. Nachdem Schrift- und Kassenwart Gerhardt noch einige organisatorische Fragen behandelt hatte, nachdem auch noch in einer regen Aussprache über das Abkommen des Reichsjugendführers mit dem Reichssportführer über die zukünftige Sporterziehung der Jugend manche Frage geklärt worden war, fand die Versammlung mit einer Ehrung des Führers Adolf Hitler ihren Abschluß. 'immuner.vwuändetlich, ? | Dann tst's höchste Zeit, 1 daß Schaumwein auf dm 7 Tisch kommt, um drohmde Wolken zu verscheuchen! SCHAUMWEIN fcingt Jvohsinn! MMMMM Roman von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag GmbH.. Berlin SW 68 (Schluß.) „Ich! Jawohl! Und du hast fein Herz im Leibe, J Denn du ihm nicht davon abrätst! Ist das über» aupt ein Leben, was die Beiden führen? Da hockt I Mun jeder auf feiner Bude, da wird gestrichelt und erechnet, mal sauft der Ludwig zum Leonhardt I mb knallt die Tür und mal umgekehrt. Das kleine I Fräulein Kratt ist auch schon ganz verschüchtert iinb hat genau so eine Angst rote ich vor diesem . Juni. Sie sagt, sie macht schon immer bie Fenier in ber Schule zu, wenn bas Geknatter losgeht. Die Kinber passen überhaupt nicht mehr auf." Die Kartoffeln klatschen in bas Wasser, daß es spritzt. .Hanna hat ein sehr schüchternes Lächeln um bie ülunbroinfeL „Unb wie ist bas mit bem Essen! Saft jeben Abenb trage ich bie Schüsseln so wieber herunter, wie ich sie auftrage. Nur sämtliche erreichbaren Schalen, Blumentöpfe und Vasen sind I notier Zigarettenasche. Das hält doch kein Mensch us! Da muß doch was unternommen werden!" „Du lieber Gott, ja", meint Hanna ganz er- 'chrocken. „Das geht natürlich nicht so weiter. Das habe ich ja gar nicht so gewußt." „Und warum hast du das nicht gewußt?" Ida liotft vor dem Ofen und macht ein Höllenfeuer. Sie ■i Ft nicht sehr für Gas, vor allem bei einem zarten Kalbsbraten, ber gute Oberhitze braucht, bamit er Ichön braun glasiert ist. „Weil bu zuviel mit btr »Iber beschäftigt bist. Das hast bu aber schon zu Hause so gemacht. Im Garten mit bem Schneferl feen, in ben Wald rennen, ein bißchen Küchen- ' iirbeit — na warte nur, wenn der Sommer kommt, wenn die Gäste eintrubeln, wird's anders werden." „Sag mal, was fällt dir denn eigentlich ein, Ida? IDu lieft mir hier bie Leviten unb vergißt ganz, !«ß ich im Haus mit ben Zimmern reichlich zu Lm habe, ist bas vielleicht nichts?" Iba brummelt etwas vor sich hin unb schiebt bie Bratpfanne in bie Röhre. Natürlich hat sie jetzt suustb^ck übertrieben, aber das schadet nichts, .'nannu *$1 endlich mal nach außen, statt nach innen jfijauen, Ous will sie. Sie wäre zufrieden, wenn sie bie Wirkung ihrer '-Sorte ahnte. Hanna ist wirklich erschrocken, sie löort nun auch auf bas Geknatter und hat allerlei Vorstellungen dabei. Als es Abend wird und bie leiben Freunde heimkommen, steht sie in ber Tür. <5ie finb braun wie bie Neger, lachen unb brücken ixr bie Hanb, baß sie bie Zähne zusammenbeißen nutz. Dann poltern sie mit ein paar Sätzen bie Treppe hinauf unb kurz barauf plabbert bas JBaffer im Babezirnrner. Hanna geht in bie Küche zurück, setzt den Teekessel auf unb schlägt Eier in die Pfanne. Ida reißt die Augen auf, sagt aber nichts. Auch nicht, als das Mädchen sich alles auf bas Tablett stellt und nach oben geht. Auf Leonhardts großem Tisch, ber säst bas kleine Zimmer ausfüllt, liegen taufenberlei Dinge. Sie schiebt bas Ganze auf bie Seite, deckt über Die eine Tischhälfte ein Tuch, setzt sich auf einen Stuhl unb wartet, bis Leonharbt hereinkommt. „Fräulein Hanna — welch eine Ehre für meine Bube!" Dann sieht er erst den Tisch. „Nanu?" „Jetzt wird gegessen, rufen Sie Herbegen, ich gehe nicht eher wieber weg, bis bie Teller leer sind. Und das wird jetzt jeden Abend so fein, wenn Sie keine Vernunft annehmen können. Wie die kleinen Jungen!" Leonhardt im Wolde sagte nicht gleich etwas. Er freut sich diebisch, es wird ihm großartig sckmecken, bas weiß er, nur sitzen muß sie hier bleiben. Mit Donnerstimme wirb Herdegen herüber- gerufen, auch der sagt: „Nanu?" Während sie essen und wirklich die Schüsseln leer kriegen, fragt Hanna nach der Arbeit und dem Rennen. Für Herbegen unb seinen Kameraben steht ber Sieg bombenfest. „2lber was hat denn nun Ihr Autobahnwagen mit bem Rennen zu tun — das ist doch gar kein Rennwagen?" „Nee, ist er auch nicht. Der Autobahnwagen interessiert uns gar nicht mehr so toll, der ist gebaut unb kommt jetzt als Serienwagen heraus. Man zahlt unb beschäftigt uns boch nicht umsonst, Fräulein Hanna. Das Werk beteiligt sich zum ersten» mal an einem Rennen. Da ich an ber Konstruktion nicht ganz unschulbig bin unb nun seit Wochen trainiere, läßt man mich mitfahren." „Unb Sie, Herbegen?" „Ach guck zu. Gerabe wie Sie. Hoffentlich", sagt der Ingenieur unb langt nach ben Zigaretten. Sie rauchen alle brei. Hanna läßt immer wieber ihre Blicke von einem zum anbern gehen, aber sie fifeen da, als wäre das gar nichts. Man fetzt sich in einen Rennwagen und fährt los. Man macht natürlich auch einen Preis — klar. Daß man habet ums Leben kommen könnte, daran denken die Beiden wohl nicht... Sie nimmt ihr Tablett unb verfchwinbet, als sie merkt, baß die Gedanken ber beiben Männer schon wieder abirren. Sie hat ein unruhiges Herz bekommen und macht sich auf einmal Sorgen. Herongen und Leonhardt — sie gehören so zu ihrem Dasein, sie kann sich auf einmal nicht oorftetien, oaß einer von ihnen weggehen könnte — sie sind zwei so gute, zuverlässige Kameraden... Die nächsten Tage kommt Herdegen öfter allein, Leonhardt hätte zu tun. Manchmal kommt er auch nachts nicht heim — dann liegt sie mit offenen Augen unb hört zuweilen vom Werk her Ge- rausche. Einmal schreibt sie an bas Aepfelchen nach Birkenhöhe, unb in bem Brief steht, baß sie bocy recht froh sein könne, so ohne Sorgen leben zu können: „Du glaubst nicht, wie ich mich wegen bieses schrecklichen Rennens aufrege, aber merken lassen darf ich es ja auch nicht..." Wenige Tage vorher ist es, baß Ida ihr gut zureden muß. „Aber wenn nun ein Unglück geschieht, Ida?" „Es wird schon nicht. Nun mache dich nicht noch ganz krank, Hanna. Du siehst ja aus wie cm Gespenst." Das ist ja nun auch wieder übertrieben, aber Ida liebt Uebertreibungen und hält sie stets für angebracht, abschwächen kann man immer, wenn es nottut. — Für Leonhardt vergehen die Tage bis zum Rennen viel zu langsam, für Hanna zu schnell. Eine eigentümliche Unruhe ist über sie hergefallen, der sie nur schwer Herr wird. Dazu kommt ein Brief ihres Vaters an Leonhardt, worin er ihm für bas Nennen Hals- und Beinbruch wünscht. Diese kleine Aufmerksamkeit hat sie sehr gefreut, es sieht ihrem Vater eigentlich so wenig ähnlich — sie hat auch im Laufe ber Wochen festgestellt, baß Leonharbt außer seinem Freunb Herdegen unb Fritz Labegast, ber ihm rührenb-anhängliche Berichte schickt, bie auch beantwortet werden, keine Men- schenseele hat, bie an ihn benft. So allein kann ein Mensch fein — unb boch ist Leonhardt nicht allein. Er ruht ganz sicher in sich selbst, arbeitet unb lebt in Hannas Haus ganz unauffällig unb unbemerkt. Er verlangt nichts unb ist für jebe kleine Handreichung dankbar. Sie hat sich so sehr an ihn gewöhnt — Gewöhnung. Ist es wirklich nur Gewöhnung — Sie ist ein sehr starker Faktor in ben Beziehungen ber Menschen zueinanber — sie macht bas Ausein- anbergehen oft sehr schwer unb täuscht Gefühle vor, bie nicht immer echt finb — bas merkt man erst, wenn man allein ist unb ein paar Wochen oorübergehen — bann fängt man meistens schon an, sich an ein anberes Gesicht zu gewöhnen — Aber wie töricht bas alles ist — Leonharbt im Wölbe wirb nur auf ein paar Tage weggehen, ein Rennen fahren unb wieberkommen. Warum oll er benn nicht wieberkommen, es gefällt ihm Doch bei ihr, und außerdem ist er an die Werke gebunden — „Du siehst blaß aus, Hanna, leg dich hin, dir liegt der Frühling in ben Knochen. Deine Gebauten finb auch ganz moanbers, sonst würbest bu enb- lich mit ber sinnlosen Rührerei im (Suppentopf aufhören. Gestern abenb erzählte übrigens Fräulein Kratt, daß Herr im Wölbe morgen schon abfährt." „Nein, bas tut er jetzt schon!" Leonharbt steckt plötzlich ben Kopf zur Küchentür herein, er strahlt wieber einmal. „In einer Stunde, ich geh vorher nochmal ins Werk, es genügt ein Teller Suppe, wenn der Rest noch nicht fertig ist." Aber Ida sorgt schon dafür, daß er fein ordentliches Stück Fleisch bekommt, er mutz sich auch Zeit dazu nehmen, sie steht wie ein Polizist Daneben. Hanna auch — sie friert trotz ber Wärme. Sie sieht, wie Leonhardt noch einmal auf fein Zimmer geht und dann mit dem Köfferchen wiederkommt. Er setzt es ab, hat die Mütze in der Hand unb kommt nun auf sie zu. Groß unb schlank sieht er aus. „Daumen halten, Fräulein Hanna unb noch einmal versprechen, hier im geruhsamen „Walbeck" zu bleiben. Sonst ist Herbegen ja noch unglücklicher, daß er hierbleiben muß." Er brückt ihr beibe Hänbe und schüttelt sie auch Ida, der jämmerlich zumute ist. Dann setzt er sich die Mütze wieder auf, nimmt ben Koffer unb geht. Draußen klappt bie Gartentür — „Du hast ja überhaupt keinen Ton gesagt, Hanna —!" Aber da geschieht etwas Sonderbares. Das Mädchen reißt die Flurtür auf — rennt durch ben (Barten — „Leonharbt!" Sie rennt weiter — Der Mann hat sich jäh um» gebreht — Er läßt ben Koffer fallen unb breitet bie Arme aus — Dicht vor ihm bleibt sie stehen — Tränen stürzen ihr übers Gesicht — „Hanna —!" „Ach hab so Angst — Leonhardt —" „Um mich — um mich — Hanna —" Er hat sie fest im Arm unb sieht ihr in bie Augen — „Meine Hanna — immer meine Hanna —" Den Mann wirft bas Glück halb um — „Ach kann boch nicht — Leonharbt — es war alles so schlimm unb tut oft noch so weh —" „Es wirb nicht mehr weh tun — Hanna — wir werben nie bavon sprechen unb nie mehr daran denken — ich helfe dir ja dabei —" Seine Stirn liegt auf ber ihren, feine Hänbe um- klammern ihre Schultern — bann hebt er ihren Kopf unb küßt bie Tränen fort-- Am grünen Gras sitzt blinzelnb unb weiß bas Schneferl. Es rounbert sich nicht allein. Iba steht am Küchenfenster unb hat bie Hänbe über bem Rockbunb gefaltet. Nun schüttelt sie ben Kopf, benn bie Zwei ba braußen gehen auf einmal fort — bem Walb zu, unb ber Koffer liegt vergessen am Weg. Langsam, bebächtig unb tief zufrieben geht sie burch bie Sonne unb holt ihn ins Haus. Das Schneferl macht einen Buckel unb schreitet zierlich hinter ihr her, benn es weht ein nicht zu verach- tenber Bratenbuft um bie Röcke ber Iba — Warum es in ber Küche ein unwahrscheinlich großes Stück Fleisch gibt, bleibt bem Schneferl ewig ein Rätsel. Als Leonharbt im Wölbe auf ber Avus unter braufenben Heilrufen als Zweiter burchs Ziel schießt, sind es nicht nur Dr. Mittelstäbt unb die alten Kameraden, bie ihm heftig unb spürbar gratulieren. Eine ihm nicht unbekannte Stimme ruft ihn an: „Bravo, mein Junge!" „Herr Doktor! Ich möchte es schrecklich gern feltj — Hanna hat nichts bagegen .. .r Der Rechtsanwalt Dr. Herbert Brandes lacht elrt befreites, gutes Sachen unb während fein Schwis* gersohn sich die Ehren gefallen lassen muß, big ihm zukommen, telegraphiert er an seine Tochter« „Es starten nach Waldeck Vater, Melanie und 6of)n/* Iachaml Handball im Dienst des Wmlerhllfswerks 1936/37. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen steht nach dem Willen des Reichssport- führers und aus eigenem Antrieb heraus auch in diesem Jahre mit allen seinen Gliederungen im Dienste des großen Winterhilfswerkes. Genau so wie in den vergangenen Jahren werden sich alle Deutschen Turner und Sportler restlos und mit ganzem Herzen und ganzem Können dieser Aufgabe widmen. Sie rechnen dabei auf die Mitarbeit und Unterstützung aller deutschen Volksgenossen und sind davon überzeugt, daß es ihnen dann gelingen wird, durch ihren Einsatz einen ansehnlichen Beitrag zur Linderung der Not, die durch Hunger und Kälte hervorgerufen werden könnte, beizutragen. Als erste Gliederung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen wird das Fachamt Handball am 8. November 1936 in den Kampf gegen Hunger und Kälte eintreten. Die Front wird dann geschlossen durch alle anderen Fachämter. Das Fachamt Handball hat alle seine Mitarbeiter, alle Vereine, alle Schiedsrichter und alle aktiven Handballkameraden eingesetzt und ist überzeugt aus der Erfahrung heraus, daß keiner versagen wird. Das Gaufachamt Handball im Gau 12 hat eine umfangreiche Spielfolge vorbereitet und wird sie in den nächsten Tagen in den einzelnen Kreisen bekanntgeben. Alle 12 Kreise des Gaues sind weitaehend daran beteiligt. Wir richten an alle deutschen Volksgenossen, vor allem in unserem Kreisgebiet, die Bitte, sich ebenso wie unsere Handballkameraden in diese Arbeit durch zahlreichen Besuch der ausgeschriebenen Veranstaltungen einzuschalten. Alle müssen daran interessiert sein und durch ihr Erscheinen und ihre Mithilfe ihr Scherflein dazu beitragen, daß der Winterhilfssonntag der Handballer ein großer Erfolg wird. Handball im Dienst der Winterhilfe. Spiele im kreis VIII. Tv. Garbenheim — Tv. Wetzlar Tuspo. W.-Niedergirmes — To. Nauborn Tv. Dutenhofen — Tv. Lützellinden 1. Tv. Dorlar — Tv. Münchholzhausen Tv. Heuchelheim — Spvgg. 1900 Gießen 1. To. Lang-Göns — Tv. Grüningen To. Holzheim — Mto. Gießen 1. Tv. Atzbach — Tv. Wißmar. To. Hörnsheim — Tv. Hochelheim To. Lich — Tv. Hausen (Pflichtspiel) To. Allendorf (Lahn) — To. Lützellinden komb. Tv. Herborn 1. — Herbornseelbach, Dillenburg und Straß-Ebersbach Tv. Katzenfurt — Tv. Herborn 2. Tv. Oberscheld — Tv. Dillenburg. Jugend. To. Krofdorf — Atzbach Tv. Garbenteich — Tv. 1846 Gießen Tv. Holzheim — Mto. Gießen Tv. Lollar — Spvgg. 1900 Gießen Oberkleen/Ebersgöns — Lang-Göns Burgsolms — Wetzlar Tuspo. W.-Niedergirmes — Tv. Nauborn (Pflichtspiel) To. Garbenheim — To. Wetzlar. Sportlicher Zusammenschluß Bad-Nauheims und Friedbergs. In einer Aussprache zwischen dem Vertreter des Reichsbundes für Leibesübungen und den Führern der sportlichen Vereinigungen Bad-Nauheims wurde die Zusammenfassung aller in Fri^iberg und Bad-Nauheim Leibesübungen treibenden Vereine erwogen, die vom Landessportamt in Darm- Der Einlopf ist das Gericht der deutschen Kameradschaft, die jede Not überwindet. Zeder opfert am 8. November! stadt angeregt wurde. Danach sollen künftig die Vereine der beiden Städte auf einem großen noch zu errichtenden Stadion zwischen Friedberg und Bad-Nauheim ihre sportlichen Aufgaben erfüllen. Die Sportanlage selbst solle in ihren Ausmaßen und Zweckmäßigkeiten für ganz Oberhessen vorbildlich sein. Falls der große Plan Wirklichkeit wird, ist damit zum erstenmal im Gau Hessen-Nassau ein unter einheitlicher Führung stehender Sportbund zweier Städte geschaffen. Iugendspiele der Sp.-Äg. 4900. 1900 1. Jgd. — Sportverein 05 Wetzlar 1. Jgd. 5:6 (3:4). Eine hervorragende Leistung vollbrachte die 1. Jugend in Wetzlar gegen den als sehr spielstark bekannten Sportverein. Bald nach Beginn gelang es dem Mittelstürmer seine Mannschaft in Führung zu bringen. Zur Halbzeit war es allerdings Wetzlar gelungen, ein Tor Vorsprung herauszuholen Nach der Pause hatten beide Mannschaften noch je zwei Erfolge zu verzeichnen, so daß die Gastgeber als Sieger den Platz verlassen konnten. Die Blau-Weißen hinterließen den besten Eindruck. 1900 2. Jgd. — Sportverein 05 Wetzlar 2. Jgd. 5:0 (3:0). Die 2. Jugend rechtfertigte die in sie gesetzten Hoffnungen und schlug den Gegner nach einem schönen Spiel eindeutig mit 5:0 Toren. Hintermannschaft, Läuferreihe und Sturm zeigten sich von der besten Seite. 1900 3. Jgd. — Sportverein Lollar 2. Jgd. 3:11 (1:3). Die 3. Jugend mußte zum fälligen Pflichtspiel nach Lollar. Da ein Schiedsrichter nicht anwesend war, einigte man sich auf ein Freundschaftsspiel, daß die Lollarer eindeutig für sich entschieden. Bis zur Halbzeit konnte das Spiel noch offen gehalten werden. Dann aber machte sich bei den Blau- Weißen das Fehlen einiger Spieler sehr bemerkbar. 1900 1. Schüler — Wieseck 1. Schüler 7:0 (4:0). Die Platzbesitzer waren den Gästen körperlich und technisch zu sehr überlegen, um bei den Kleinen von Wieseck eine Hoffnung auf Sieg aufkommen zu lassen. Das Spiel der 2. Schülerelf fiel aus; das Spiel der 3. Schülermannschaft gegen Schüler des Turnvereins 1846 endete unentschieden 0:0. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik: 20.30 bis 21.45 Uhr: Lyzeum, Dammstraße 26, nur für Frauen. Kleinkinder-Gymnastik : 15 bis 16 Uhr: Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Schwimmen: 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr, Volksbad, Seltersweg. Boxen: Anmeldungen für den neuen Boxkursus werden auf der Dienststelle, Schanzenftraße 18, entgegengenommen. Trocken-Skikurfe: Anmeldungen werden auf der Dienststelle, Schanzenftraße 18, entgegengenommen. Aus aller Welt. Erdbeben in Japan. Die Einwohner Tokios wurden am Dienstagmorgen durch mehrer heftige Erdstöße, die etwa zehn Minuten andauerten, aus dem Schlaf geweckt. Selbst in den aus Stein gebauten Häusern war das Erdbeben sechs Minuten lang deutlich zu bemerken. Die Bewohner der Häuser eilten auf die Straßen, um sich in Sicherheit zu bringen Das Erdbeben, das den größten Teil der Nordhälfte der japanischen Insel heimsuchte, verursachte in den Meßapparaten Ausschläge von 15 bis 25 Millimeter. In der Stadt Fukuschima wurden zahlreiche Häuser schwer beschädigt und die Fernsprechkabel und die elektrischen Leitungen unterbrochen. Aufsehenerregender Raubmordprozeh in Leoben. Vor einem Schwurgericht der steirischen Stadt Leoben begann ein Mordprozeß, der weit über die Grenzen Oesterreichs Aufsehen erregt. Angeklagt wegen Raubmordes an der Gattin des rumänischen Obersten Farcasanu ist der 24 Jahre alte in Ungarn geborene Karl Strasser. Am 29. September 1935 fand ein Streckenwärter neben den Gleisen der Eisenbahnlinie Wien—Innsbruck in der Nähe der Station Admont die Leiche einer Frau, die sofort als Gattin des rumänischen Obersten Farcasanu erkannt wurde. Aus verschiedenen Anzeichen war zu schließen, daß die Unglückliche einem Mörder zum Opfer gefallen war. Die Nachforschungen der österreichischen und Schweizer Behörden führten schließlich zur Verhaftung des Karl Strasser in Zürich. Strasser, der zunächst leugnete, verwickelte sich bald in Widerspräche und legte dann Teilgeständnisse ab. Es besteht kaum mehr ein Zweifel daran, daß der Mörder, der den Zug in Wien bestiegen hatte, sein im Besitz wertvollen Schmuckes befindliches Opfer plötzlich Überfällen hak und nach hartem Kampf durch das Abteilfenster auf den Bahndamm schleuderte. Im Laufe der Untersuchung ergab sich auch der Verdacht, daß der inzwischen nach Oesterreich ausge- lieferte Straffer im Auftrage des berüchtigten bulgarischen Eisenbahnräubers Trajan Teodorescu gehandelt habe. Bisher ist es aber nicht gelungen, dieses Mannes habhaft zu werden. Das Opfer der Hüffelsheimer Bluttat gestorben. Der neunjährige Sohn des Landwirts Philipp Thomas aus Hüffelsheim, der, wie gemeldet, vor etwa 8 Tagen von dem arbeitsscheuen Jakov Ries in Hüffelsheim in dessen Wohnung gelockt und dort ohne Grund niedergeschlagen wurde, ist jetzt in einem Kreuznacher Krankenhaus Jemen Verletzungen erleg en. Der Täter hatte sich nach dem Verbrechen nach Bad Kreuznach begeben, wo er sich zur Verbüßung einer Gefängnisstrafe stellen mußte. Den Junten ließ er in seinem Blute liegen. 1400 Diamanten im Papierröllchen. Vor einigen Tagen wurde bei Wasserbilligerbrück (Kreis Trier) ein Diamantenschmuggel aus- gedeckt. Es handelt sich um 1400 Steinchen, die nur knapp 100 Gramm wogen. Der Schieber hatte die Steinchen in ein kleines Papierröllchen eingepackt, das er in seiner Geldbörse untergebracht hatte. Der Wert der Diamanten beträgt rund 1000 Mark. Die Steine wurden beschlagnahmt; außerdem hat der Besitzer eine empfindliche Strafe zu erwarten. „Zuckerwaffer" aus der THofeL Das Bernkafteler Lastschiff „Susanne Remisch" des Schiffers Damian Hammes, das sich mit einer Ladung von 4000 Zentner Zucker auf der Fahrt von Koblenz nach Bernkaftel befand, zog sich im „Gänsefürtchen" ein Leck zu, so daß Wasser in die Zuckerladung drang, ohne daß die Schiffsbesatzung davon bemerkte. Erst in der Nähe von Enkirch wurde der Schaden bemerkt, als sich das Vorderschiff schon stark mit Wasser angefüllt hatte. Bis Bernkaftel mußte dann ständig gepumpt werden; das Wasser war unterdessen zu Zuckerwasser geworden. In Bernkaftel überließ man dieses Zuckerwasser, das in dickflüssiger Lösung der Pumpe entquoll, der Bevölkerung, die mit Eimern, Bütten und Fäßchen anrückte, um sich mit dem süßen Stofs zu versorgen. Der Sachschaden dürfte, da durch die Auflösung des Zuckers ein Gewichtsverlust von 50 bis 60 v. H. zu verzeichnen war, sehr erheblich sein. Srieffaften der Redaktion. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) E. Sch. In G. Bitte teilen Sie uns Ihre genaue Anschrift mit, sonst können wir Ihnen nicht ant» Worten. Gute Möbel bei Koos Giess en Schulstr 6 .1 MD 1 S $o -und tohoUw. vtMwc lind unsere modernen, molligen Winter- Mäntel! Ob mit, ob ohne Pelz — alle unsere schönen Formen machen gute Linie und kosten nicht viel. 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Nichtmitglieder 1 Mk. 6993D ———— —■ JOCH HE IFA. / <_P // b (Ein herrliches Sommerbuch voll spannender Erlebnisse Elche zwischen Meer und Memel von Marlin Kakies Z Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen 2» des Verfassers auf 56 Kunstdrucktafeln. In Leinen gebunden RM. 3,60. _ Aus dem Inhalt: Parade im Frühlina-Ein Elchkalb torkelt — ins Leben-Im Sommerglühen - Elk, der Schaufler vom Meer — Die hohe Zeit — Der Kapitalschaufler von Helenawerder — Der Stark« und der Dolchendige-Auf der Hochdune-Elche im Schnee. Oie glückliche Geburt eines gesunden Sonntags-Mädchens zeigen m dankbarer Freude an 3ife Silbereisen, geb. Burger Dr. phil. Karl Silbereisen Äerlin-Steglih (Brentanostr. 20), 1. November 1936 Zentral-Heizungen, Sanitäre Junger 7008 V 099gv Der Verfasser ist in seiner Heimat bekannt als ein ausgezeichneter Elckkennrr. Sein Leben lang hat er dieses urwüchsige Tier der heimischen Landschaft auf der Kurischen Nehrung und im nördlichen Teil der Memelniedcrung beobachtet und bietet nun aus feiner umfangreichen Lichtbildsammlung die schönsten Ergebnisse leiner jahrzehntelangen Kamerajagd in einer überraschenden Fülle und Vielseitigkeit. Daß er aber nicht mir einer unserer besten Naturlichtbildner, sondern auch ein außergewöhnlich begabter Schrift- steller ist, der seine Erlebnisse spannend und unterhaltsam zu berichten weiß, wird die Freude am Besitz dieses schönen Buches virdoppeln. Alle Jager und Freunde der Natur müssen dieses schöne Elchbuch besitzen. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-W"' Anlagen, Reparaturen UolUÄerW. Ludwigstraße 40 Fernruf 3355 ...und zum Bauen Abe r mann Kaufmann mit Buchführungskenntniffen und Führerschein (Tabak- und Zuckerwaren) für Büro und Reise sofort gesucht. Ortskenntnisse der Bezirke Hessen-Nassau u. 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Mpshire unb Pei Ito insgesamt 48 ccMigen Ergebt Mik des New D- Wischen Geschicht ted) ben wieder ei H fiaufen geworj UIs vor einigen tc ^epublitaner, bemann gegenük h Reden unseres ti ren wir Sieger, t [ftDre Stimme Roos iTi iore Landons eig Mgnalion ausgegeb Roosevelt trotz ßgner ich vorwerfer kmrnensänger ist. ( a Aachs, London kß m w \emer ' TfachyMon dar ilirislide" nach den ll'drutsch oder M Et wird nach ein tu Ansehen und Mn konnte, der 1 n wird auch in j $.ort Woodrow $ tetü hat nach Reck bo starker Ma Was wirkte, in G gegen Rooseo bie drei groß ®efeiffgung |W) und die Be -'iformgesetzgebung M öie Entscheit Ms mit einen ™ Die vom K. * EnWdigungek ff"?« Lezahlun Ca J alfo eir Ks, Anwa Dollar; ^2, dAes N LS Heimatsta ft* (bie get 1 Stimmer W» 2t|i9en H- f)oS!n mit e BNern beqc fc ■ D- Stoofeo! B S-! Ä""9 l-in ** iie !,e’e( ijhps bi, S t? j’**, ßW"J des 58, Ns 2" unb Oc Hr?nh..y .hl Der»«. h Hibe*9eri B^ «je beim ersten, ! ^'V Mal unter n eines aW onn n ttne- 11 '