186. Jahrgang Sietzener Anzeiger ■’-'l ?jwy-r-y 2 i folgt lautet: L._ .Exzellenz! sich (Scherl-Bild erdienst-M.) Eichenzweig. und lau1 a n ein wie bei ein 5 2 I Berlin, 3. Aug. (DNB.) Das Reichsgesetzblatt I vom 3. August veröffentlicht folgende Verordnung । des Führers und Reichskanzlers über die Stif- 1 tung einer Erinnerungsmedaille für d i e Olympischen Spiele 193 6: I. In Ergänzung meiner Verordnung über die Stiftung eines Ehrenzeichens für Verdienste um die Olympischen Spiele 1936 vom 4. Februar 1936 (Reichsgesetzblatt 1, Seite 51) stifte ich für verdienstvolle Mitarbeit bei den Olympischen Spielen 1936 die „D e u t s ch e Olympia-Erin- nerüngsmebaiHe". II. Die aus weißem Metall bestehende runde Deutsche Olympia-Erinnerungsmedaille zeigt auf der Vorderseite das Hoheitszeichen des Reiches, hinter dem ein die fünf olympischen Ringe tragender Eckturm steht, I und die Jahreszahl 1936. Auf der Rückseite befinden' w 3 Wb ?5;3 2 •35 = = 13^1 .n- 2 5 oo3 Terlazzo (USA) der Federgewichts- und in Mohamed Mesbah-Aegypten der Leichtgewichts- Olympia-Sieger feftftanoen. Im Leichtgewicht kam der Deutsche Karl Jansen auf den dritten Platz hinter dem Oesterreicher Fein, im Federgewicht wurde Walter L i e b s ch Fünfter. Die Deutsche Olympia-Erinnerungsmedaille wird an einem drei Zentimeter breiten Band von gleicher Ausführung wie das der II. Klaffe des Deutschen Olympia-Ehrenzeichens im Knopfloch oder auf der linken Brustseite getragen. IV. Die Ziffern 5 bis 9 der Verordnung über die Stiftung eines Ehrenzeichens für Verdienste um die Olympischen Spiele 1936 vom 4. Februar 1936 (Reichsgesetzbl. 1, Seite 51) finden Anwendung. Berlin, den 31. Juli 1936 Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Der Reichsminister des Innern Frick. Kiel, 4. Aug. (DNB.) Die olympischen Segelwettkämpfe in Kiel haben mit einer Eröffnungsfeier am Hindenburgufer am Montagabend ihren Auftakt genommen. Zehntausende säumten kilometerweit die schöne Hindenburg- Promenade oder sahen in lampiongeschmückten Booten und Dampfern vom Wasser aus dem Schauspiel zu. Dor drei gewaltigen Säulen mit den goldenen Oelzweigen und den fünf olympischen Ringen, die weithin über die Föhrde leuchteten, sammelten sich viele hervorragende Festteilnehmer. Man sah den Oberpräsidenten von Schleswig-Holstein Gauleiter Lohse, den Kommandierenden Admiral der Marinestation der Ostsee Admiral Albrecht, den Flottenchef Admiral Forster den Befehlshaber im Luftkreis VI Generalleutnant Zander, SS.-Abfchnittsführer Sporrenb e r g, den Gauarbeitsführer Triebe! und andere führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Unter den zahlreichen ausländischen Gästen bemerkte man den englischen Marineattachs Troubridge, den Kommandanten des im Kieler Hasen liegenden britischen Kreuzers „Neptune" Captam Bedford und eine Abordnung der Besatzung. Plötzlich kommt Bewegung in die Massen. Aus der Ferne klingt der Badenweiler Marsch. Unter Führung eines Musikkorps der Blauen Jungen marschieren die Olympia-Segelmannschas- ten zum Festplatz. An der Spitze gehen zwei Fahnenschwinger. Dann folgen die einzelnen Mann- und Favor überlegen in der Entscheidung auf die Plätze. Hein stellte dabei mit der fabelhaften Weite von 56,49 Meter einen neuen olympischen und zugleich deutschen Rekord auf. Vorher hatte Dlask die Rekordmarke schon mit 55,04 Meter überboten. Dritter wurde der Schwede Warngard, der einzige Konkurrent, der den beiden deutschen Siegern mit seinen 54,83 Meter gefährlich werden konnte. Hein und Blafk sind das Beispiel dafür, wieviel man durch intensives Training bei richtiger Anleitung in kurzer Zeit erreichen kann. Im Vorjahre international noch nicht zu beachten — und heute schon Olympiasieger ... das soll den beiden Athleten in einer technisch so schwierigen Uebung einmal jemand nachmachen! Im 100-Meter-Laufen der Männer gab es — wie erwartet — keinen anderen Sieger als den schwarzen Amerikaner Jesse Owens; in 10,3 Sekunden holte sich dieses Laufwunder glatt die Goldmedaille vor seinem Landsmann und Rassegenossen Metcalfe und dem Holländer O s e n d a r p , der hinter den 10,4 Sekunden Metcalfes nur eine Zehntelfekunde langsamer war und noch den weißen amerikanischen Sprinter Wykoffj auf den vierten Platz verweisen konnte. Unser einziger deutscher Vertreter im Endlauf, der Stuttgarter Borchmeyer, wurde Fünfter vor dem Schweden Strandberg. Dieser fünfte Platz Borchmeyers ist eine hervorragende Leistung, wenn man bedenkt, daß der Deutsche bereits im 32. Lebensjahre steht. Jesse Owens aber, der nun seine erste „Goldene" sicher hat (er will im ganzen drei herausholen), wird seinen Sieg mit einem lachenden und einem weinenden Auge empfangen haben. Seine phantastischen 10,2 Sekunden aus dem Zwischenlauf vom Sonntag können nämlich nicht als Weltrekord anerkannt werden, da durch Messung festgestellt wurde, daß ein zu starker Rückenwind herrschte, als diese 100 Meter ge- Kein Mangel an Quartier für jugendliche Olympia-Gäste. B e r l i n , 3. Aug. (DNB.) Gegenüber den im In- und Auslande verbreiteten falschen Nachrichten, daß jugendliche Gäste der Olympischen Spiele i n B e r- linke in Unterkommen finden, teilt die Hauptstelle des Olympia-Jugendunterkunftsamtes mit, daß sowohl große Gruppen als auch einzelne in alten Stadtteilen Berlins gut vorbereitete Unterkünfte finden. Auch kurzfristige Uebernadjtungen sind möglich, doch müssen Schlafsäcke unb Decken mitgebracht werden. Auskunft erteilen alle Olympia-Jugendunter» kunftsämter des Verwaltungsbezirks und die Hauptstelle Berlin C2, Poststraße 12. Oie Reichsbahn befördert in dreiTagen 362000 Fahrgäste nach Berlin. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Wie die Reichsbahn- direktion mitteilt, trafen zum Besuch der Olympischen Spiele am 31. Juli 53 Sonderzuge mit rund 25 000 Fahrgästen ein, außerdem kamen mit den fahrplanmäßigen Zugen schätzungsweise 72 000 Personen an Am 1. August trafen 86 Sonderzüge em mit 52uuu Hein gewinnt im Hammerwerfen die dritte Goldene Medaille für Deutschland. Der Amerikaner Owens (Sieger im ^00 Meter-Lauf. — Drei deutsche Madels im L00-Meter-Endlauf. schäften mit ihren Fahnen, flankiert von deutschen Sportlern als Fackelträgern. Jrn Licht der grellen Bogenlampen und der hellstrahlenden Scheinwerfer leuchten die Farben von 26 Nattonen. Im Halbkreis unter hohen Fahnenmasten nahmen die Vertreter der Länder Aufstellung. Jubel kündet das Nahen des vorletzten Fackelträgers, der das heilige Feuer zum Festplatz bringt Dort tritt der letzte Fackelläufer der Stafette Berlin—Kiel seinen Lauf an. Nach etwa 100 Meter besteigt der Fackelläufer von der Bellevuebrücke aus einen Kutter der Marine-HI., die ihn nut prächtigen Schlägen zur Hansekogge pullt. Ein Schwarm bunt- geschmückter Segel- und Ruderboote folgt dem Kutter. Oer Führer des Deutschen Segeliport- verbandes Oberstleutnant a. 0. Kew »sch ergreift das Wort zur Eröffnungsansprache: „Die besten Segler der Welt sind hier versammel^ um für ihre Nationen um die höchsten sportlichen Ehren zu kämpfen. Immer hat unser Sport als einer der edelsten und lautersten gegolten, denn Segeln bedeutet nicht nur sportlichen Kampf Mann gegen Mann, sondern darüber hinaus Kampf mit Den Gewalten der Natur, der 6ee unb bem Winb. Diese aber geben unserem Sport feu art unb erziehen uns zu ben höchsten Mannes tugenben, Mut unb Einsatz aller Kräfte als letz auch Einsatz des Lebens! Sie schweißen Führer und Mannschaft zu einem Willen und zu fester Kameradschaft zusammen. Aber die Gewalten der Natur, Wind und See, sind zugleich unbestechliche Kampfrichter, die nur dem den Sieg zuerkennen, der ihnen in Wahrheit gewachsen ist. Deshalb erziehen sie uns zu der Ritterlichkeit im Kampf gegeneinander die wahrhafter Sport fordert. Diese Ritterlichkeit zu wahren, den reinen Kampf über den Sieg zu setzen, wird, wie wir sicher wissen, Ihr aller Bemühen sein. Wir eröffnen die 7. Segel-Olympiade! H e i ß t F l a g g e !" Es ist ein erhebender Anblick, als das olympische Feuer vom Mast der Kogge weit über den Kieler Hafen leuchtet. Die Arme recken sich zum Gruße, während die Klänge der Olympischen Hymne zum nächtlichen Himmel emporsteigen. Der Führer aus dem Aeichssporiseld. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Auch am Montag erschien der Führ er gegen 15.30 Uhr wieder zu den Olympischen Wettkämpfen im Reichssportfeld. Er wurde von Reichsinnenminister Dr. Frick und Staatssekretär P f u n d t n e r , dem stellvertretenden Vorsitzenden des Organisationskomitees, empfanaen und zu seinem Platz geleitet. Ferner waren auf der Regierungstribüne anwesend: Staatssekretär a. D. Erzellenz Lewald, Reichssportführer v. T s ch a m • mer und Osten, die Reichsleiter Bouhler, Bormann, Schwarz, Dr. D i e t r i ch , die Reichsstatthalter Mutsch mann und Sau k e l, Generaladmiral R a ed e r , die Gauleiter Ko ch und Streicher, Obergruppenführer Brückner, Staatskommissar Dr. L i p p e r t, der Ches der Ordnungspolizei General D a l u e g e , der Chef der Sicherheitspolizei Gruppenführer Heydrich. Als ein sieghaftes Zeichen wurde es gedeutet, daß gerade in dem Augenblick, in dem der Führer das Reichs- portfelö betrat, der deutsche Hammerwerfer Blast mit 55,04 Meter einen neuen olympischen Rekord im Hammerwerfen aufstellte. Varvn de Wertin dankt dem Führer. Der Erneuerer des olympischen Gedankens bewundert die deutschen Zurüstungen. Während die Heilige Flamme von Olympia . , dem Stadion in Berlin nähert, wo durch Sie selbst die festliche Eröffnung der Spiele der XI. Olympiade neuer Zeitrechnung verkündet werden soll, liegt es mir am Herzen, Ew. Exzellenz meine Bewunderung für die Vollendung, den Willen und das tiefe Verständnis auszudrücken, mit denen diese Feier vorbereitet worden ist. Am Abend meines Lebens ist es mir von hohem Wert, die Größe der Förderung feststellen zu können, die Deutschland, das von jeher den Grundsätzen meines Werkes günstig gesinnt war, ihm heute leistet. Ich bitte Ew. Exzellenz, mit meiner Hochachtung und meinen besten Wünschen für Ihre Person den Ausdruck meiner tiefen und aufrichtigen Dankbar- herzlichen Grüßen . Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler.' $31 i I Der zweite Wettkampstag. Auch der zweite Wettkampftag der XI. Olympischen Spiele nahm — abgesehen von den unkontrollierbaren Launen des Wettergottes — einen mustergültigen Verlauf. Wieder waren zur Leich t- athletik 100 000 Zuschauer ins Reichssportfeld gekommen und wieder hatten sie das Erlebnis, einen großen deutschen Olympia-Doppel s i e g zu sehen. Nachdem nun der Bann, der bei allen bisherigen „Spielen" unsere männlichen Leichtathleten von den Olympia-Siegen aussckloß, gebrochen scheint, glückte schon am Montag unseren Männern der zweite große Schlag. Das Hammerwerfen, das bis noch vor wenigen Jahren das „Stiefkind" der deutschen Leichtathleten war und in dem erst 1935 die internationale 50-Meter- Grenze überworfen werden konnte, aerobe dieses Hammerwerfen brachte Deutschland seinen ersten männlichen Leichtathletik-Doppelsieg ein. Der Hamburger Hein und der Königsberger B l a s k verwiesen den Schweden Warngard, den Finnen K o u t o n e n und die beiden Amerikaner R o v e 2 5 ; 2 2 2 2:» Sg8» Z. cvL 5 d 2? 5 2 « 4 n o 2^ Nach zwei olympischen Wettkampftagen besitzt nun die deutsche Mannschaft schon drei Goldene, zwei Silberne und zwei Bronzene Medaillen. Das ist ein Erfolg, den sich niemand zu erhoffen gewagt hatte. Er ist dafür aber um so schöner und für unsere Athleten, die in die schweren Kämpfe der nach- . I ften Tage gehen, um so wertvoller, da er einen mo- die I ralischen Rückhalt bildet, der Ansporn — aber auch in I Verpflichtung zugleich ist. Auch die Olympischen Segellvestkämpfe eröffnet Die besten Segler der Welt in Kiel. 2^3 2> 9 ;S 8 c-ö test entgegenzunehmen. „ Pierre de Coubertin. Der Führer und Reichskanzler hat dem Baron de Coubertin mit einem Telegramm wie folgt geantwortet: „Für Ihr freundliches Schreiben danke ich Ihnen herzlich. Das deutsche Volk schätzt sich glücklich, mit der Durchführung der diesjährigen Olympischen Spiele in Berlin einen Beitrag zu Ihrem unver- gänglichen Werk, dem olympischen Gedanken, leisten zu können. , Mit den besten Wünschen für Ihr Wohlergehen nr. 180 Erstes Blatt 186. Jahrgang Dienstag, 4. August 1936 __ Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer für Die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags ▲ ▲ ▲ ▲ ▲▲ bis 8>/,Uhr des Vormittags »täees lln rAiiiAr «=== VJivnvIlvi ZllnviUvl Zs-- Auch bei Nichterscheinen B M IV -■<' r Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins-, gemein- ZGM General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen v w 1 behördliche Anzeigen 6Rps. SromNr'ÄSn 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverstlSts-vuch- und Steindruckerei «.Lange ln Gießen. Schristleitung und SesckMrftelle: Schulstrahe r M-Ng-N°dichmn°smff°i8 “SM* 2 y 04^5^ Vo 5 Cf 9 2 S'ä* 3 2 "• fr a i« Erinnerungsmedaille für verdienstvolle Warbest Stiftung des Führers und Reichskanzlers. fahrplanmäßigen Züge brachten etwa 95 000 Fahrgaste. Am 2. August trafen 53 Son- oerzuge mit 27000 Fahrgästen ein. Mit den fahrplanmäßigen Zügen kamen etwa 91 000 Besucher an. Jestaufführung im Staatlichen Schauspielhaus. DNB. Berlin, 3. Aug. Im Rahmen der großen kulturellen Veranstaltungen, die Deutschland seinen olympischen Gästen darbietet, fand am Montagabend im Staatlichen Schauspielhaus eine F e ft» v o r st e l l u n g statt, in der zum ersten Mal d i e ,,L>restie" von Aeschylos in der lieber- setzung von Ullrich von Wilarnowitz-Möl- lendorff zur Aufführung gelangte. Mit der des Schauspielhauses zeigte man den ausländischen Gästen zugleich eine der hervorragendsten in der ganzen Welt bekannten Schinckel-Bauten. Auch die Wohl dieses Bühnenwerks, das große Gestalten alter griechischer Geschichte aufkleben läßt, erscheint dem Charakter der Olympischen Spiele gut angepaßt. Der Festaufführung wohnten außer dem Hausherrn, Ministerpräsident Generaloberst Göring, und seiner Gattin die Reichsminister Dr. Frick, Dr. Goebbels, Generalfeldmarschall von Blomberg, Freiherr von Neurath, D arr6, Schacht und Graf Schwerin-Kro- s i g k, zumeist mit ihren Damen, bei. des Weltkrieges nieder. — Anschließend marschierte der Zua nach der Reichskanzlei und nahm ihr gegenüber Aufstellung. Eine Abordnung des Bundes unter Führung des Bundesführers Friedrich Kuhn wurde dort vom Führer empfangen und übergab ihm als Ehrengeschenk das Goldene Buch, das rund 6000 Unterschriften mit den Grüßen des erwachten Amerika-Deutschtums für das deutsche Volk und seinen Führer enthält. Außerdem überreichten sie ihm eine Spende von 2300 D o (lat für das kommende Winterhilfswerk. Der Führer dankte den Amerika-Deutschen auf das herzlichste für ihre Gaben. Nachmittags legte eine starke Abordnung des Amerika-Deutschen Dolksbundes a m Grabe Horst Wessels ebenfalls einen Kranz nieder. Italienische Gtudenten bei der deutschen Jugend zu Gaff. Auf Einladung des Auslandsamtes der Reichsjugendführung trafen sich die zur Zeit in Berlin weilenden 550 italienischen Studenten mit den Angehörigen der Hitler-Jugend und der italienischen Kolonie am Sonntagabend bei Kroll zu einem Kameradschaftsabend, der im Zeichen der freundschaftlichen Verbundenheit der deutschen und der italienischen Jugend stand. Im Lause des Abends verkündete der Leiter des Auslandsamtes, Gebietsführer Schulze, daß im September d. I. 500 Hitlerjungen eine Jtalienfahrt unternehmen werden. Der Leiter der italienischen Studentenschaft und Vizepräsident der faschistischen Unioersitätsjugend Mezzosoma drückte die Bewunderung seiner Kameraden für die grandiose Organisation der Berliner Olympischen Spiele aus und schloß mit einem Wort Mussolinis, daß gerade die Jugend immer in vorderster Front für ihr Vaterland und für das Wohl der Menschheit kämpfen müsse. Mezosoma überreichte dem Gebietsführer Schulze im Auftrage des italienischen Regierungschefs ein Bildnis des Duce mit der in deutscher Sprache abgefaßten Unterschrift: „Der Hitler-Jugend zum Zeichen meiner herzlichen Sympathie. — Mussolini." Louis Vleriol, der Pionier des Menschenfluges. Zum Tode des ersten Lleberfliegers des Aermelkanals. * Der Festaufführung im Staatlichen Schauspielhaus wohnten weiter bei die Reichsminister Rust, Eltz vonRübenach und S e l d t e, Reichsführer SS Himmler, der Reichsjugendführer Baldur von Schirach, die Reichsstatthalter Ritter von Epp und Meyer, die Staatssekretäre Lammers, Meißner, Funk, Pfundtner und Kröhne. Die Diplomatie war u. a. vertreten durch die Botschafter von Frankreich, England, Polen, der Türkei, Japan, Chile, Brasilien und Sowjetrußland, die Gesandten von Dänemark, Schweden, Finnland, Argentinien, Rumänien, Oesterreich, der Tschechoslowakei, Ungarn, der Schweiz und Jugoslawien. Außerdem waren anwesend die Mitglieder des IOK., weiter sah man unter den vielen geladenen Gästen zahlreiche bekannte Männer aus Politik, Geistesleben, Wirtschaft und Sport. In der Begleitung von Reichsbankpräsident Dr. Schacht befand sich auch der Gouverneur der Bank von Frankreich L a b e y r i e. Als Hauptdarsteller wirkten mit Friedrich Kayßler, Hermine Körner, Walter Frank und Maria Koppenhöfer. Die Spielleitung hatte Lothar MÜthel. Empfänge beim Führer. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing den Besuch des Präsidenten des chinesischen Reichsprüfungshofes T«i- schitao, der sich als S o n d e r b e I e g i e r t e r der chinesischen Regierung auf einer Europareise befindet und sich zur Zeit in Berlin aufhält. Ferner nahm der Führer und Reichskanzler den Besuch des früheren Botschafters der USA. in Berlin Unioersitätspräfidenten Dr. Dr. h. c. Jakob Gould Shurman entgegen. Später empfing der Führer und Reichskanzler den Königlich ungarischen Finanzminister von Fabinyi und den Oberkommandierenden der ungarischen Honveds, General der Infanterie von Shvoy. Mittags stattete seine Hoheit der Maharadscha Gaekwar von B a r o b a dem Führer und Reichskanzler einen Besuch ab. Der Führer empfing alsdann den italienischen Presse- und Propagandaminister Dino. Al- sieri, der bereits Ende der vergangenen Woche nach seiner Ankunft in Berlin dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda einen Besuch abgestattet hatte. Amerika-Deutsche in Berlin. D^ anläßlich der Olympischen Spiele in der Reichshauptstadt weilende Reisegesellschaft des Amerika-Deutschen Volksbundes versammelte sich am Sonntagoormittag am Potsdamer Bahnhof und marschierte unter Vorantritt einer SA.-Kapelle zum Ehrenmal Unter den Linden. Während das Lied vom guten Kameraden erklang, legte der Bundesvorstand einen großen Eichenkranz mit einer Widmung für die Gefallenen Ws W 1 ' 4 Der französische Flieger Bleriot, der als Erster den Kanal im Jahre 1909 überflog, starb in Paris im Alter von 64 Jahren. Dieses Bild zeigt ihn auf dem Höhepunkt seines Lebens: Nach der glücklichen UeberfUegung des Kanals wurde er herzlich von feiner Frau in Dover begrüßt. — (Scherl-M.) * Der Name Louis B l 6 r i o t s , des soeben verstorbenen großen französischen Fliegers und Flugzeugkonstrukteurs, ist für immer verbunden mit einem der ganz großen Fortschritte der Menschheitsgeschichte. Die heute junge Generation ist schon mit dem Wissen um die Möglichkeit des menschlichen Fluges aufgewachsen. Der Anblick des fliegenden Menschen ist ihr von Kindesbeinen an so vertraut wie die Erscheinung der Eisenbahnen oder des Autos. Louis Bleriots Name klang zum erstenmal in eine Zeit hinein, die den Anblick der fliegenden Maschine in der Bläue des Himmels und das Donnern der Motoren aus der Höhe noch nicht kannte. Die ersten Flieger, die ersten Männer, die ihr Leben und ihren Glauben an den Menschenflug einem gebrechlichen Gestell aus Bambus und Leinwand anvertrauten, waren Helden. Geheimnis umwitterte sie, und in dem, was sie unternahmen, war für die Zeitgenossen, die das Neue recht begriffen, etwas tatsächlich „Ueberirdisches": sie eroberten dem Menschen die dritte Dimension, die ihm bisher verschlossen gewesen war, obwohl der Mensch seit Jahrtausenden nicht aufgehört hatte, sich in den Raum hinaufzusehnen. In der Sehnsucht, zu fliegen, verkörperte sich der ganze menschliche Traum von Freiheit, der Drang nach oben war das Symbol des Flugs der Menschenseele in die Regionen außerhalb des Erdenstaubes. Unter den Männern, die als erste den Willen zum Fluge verkörperten, war Louis Bleriot einer der Besten, und das, was ihm gelang, gehörte zu dem Eindruckvollften, was die neuen Flugmenschen den erschütterten Zeitgenossen zu zeigen vermochten. Echter Ersinder, wahrer Pionier einer großen Menschheitsidee, gab es für ihn keine Grenze des persönlichen Einsatzes. 1900 schon hatte er sich der Flugidee zugewendet. 1903 betrat er den Weg, auf dem er, einer unter den Wenigen, deren sicherer Instinkt die Möglichkeiten technischen Fluges richtig erkannten, dem Menschen das Fahrzeug der Lüste mit schuf. Sieben Maschinen baute er, bevor st)M der erste wirkliche Flua gelang. Sechs waren Fehlkonstruktionen und zerschellten. Jedesmal erhob sich Louis Blöriot mit ungebrochenem Mute aus den Trümmern. Als seine Maschine Nr. VII flog, wußte er, daß er gewonnen hatte. Aber noch war der Sieg nicht vollkommen. Wirklich „fliegen" konnte in den Augen der Laienwelt nur bedeuten: über Land fliegen, von Ort zu Ort. So baute Blöriot feine Maschine Nr. VIII und flog von Toury nach Arthenay, 14 Kilometer weit und zurück. Die nächsten beiden Maschinen mißlangen, und um die Jahreswende von 1908 zu 1909 stand Bleriot am kritischen Punkt. Er hatte ein Vermögen geopfert und sah den weiteren Weg nicht. Aber er gab nicht nach und baute Nr. XI. Nach einem halben Jahr war die Maschine slug- bereit. Aber diesmal mußte etwas ganz Großes geschehen. Eine Londoner Zeitung hatte einen Preis von 25000 Francs für den ersten lieber» flieger des englischen Kanals ausgesetzt. Mit einer solchen Tat mußte es gelingen, die Menschheit für die Flugidee ganz zu gewinnen! Es war ganz die Aufgabe, die dem starken Temperament Louis Bleriots entsprach. Und er löste sie auf Anhieb. Am 25. Juli 1909 meldeten die Mittagsblätter, daß Louis Bleriot den Aermelkanal zwischen Calais und Dover in 27 Minuten und 21 Sekunden überflogen habe! Die heutige Zeit kann kaum noch die Bedeutung dieser Tat ermessen. Der erste Flug über das Meer war zugleich der erste Flug von Land zu Land, über eine politische Landesgrenze hinweg. Wir haben seither erlebt, daß Lindbergh von Amerika nach Europa flog; feit seinem großen Sieg sind alle Meere und alle Kontinente überflogen worden, ja, es haben schon Flieger den ganzen Erdkreis durchmessen. Ihrer aller Leistung soll nicht geschmälert werden, aber was sie erreichten, war jedesmal ein Plus gegenüber der Leistung vorher. Don der lieber- fliegung des Aermelkanals zur UeberfUegung des Atlantischen Ozeans war gewiß ein geroaltiaer Schritt, aber ein Schritt auf einem schon gebahnten Wege. Bleriots Leistung erfolgte gleichsam aus dem Nichts heraus. Sie war eine echte, große Pionierleistung. Bevor Louis Bläriot den englischen Kanal überflog, hätte niemand behaupten dürfen, daß der Mensch in wenigen Jahren imstande [ein würde, den Ozean zu überfliegen. Seit Bleriots Kanalflug war der Ozeanflug nur noch eine Frage der Zeit. Louis Bleriot ist gestorben. In wenigen Tagen feiert Deutschland das Andenken seines großen Flugpioniers Otto Lilienthal, dessen Leistung am Anfang aller Fliegekunst steht. Ohne Lilien» thal kein Bleriot; denn auch Blsriots Maschine geht direkt zurück auf Otto Lilienthals Lebenstat. Der Deutsche setzte sein Leben ein und starb den Fliegertod, noch ehe er fliegen konnte. Aber fein Erbe genügte, um die, die nach ihm kamen, das Fliegen zu lehren. Die Flügel, mit denen Bleriot flog, hatte ihm Lilienthal geschenkt. Bleriot setzte sein Leben ein, wie Lilienthal. Ihm aber wurde der volle Erfolg einer großen Leistung. Neidlos erkennt das deutsche Volk, das mit Recht auf Otto Lilienthal stolz ist, dem großen Franzosen Louis Bleriot den Lorbeer zu! Marxistische Provokation. Französische Bolksfrontler demonstrieren an der deutschen Grenze. Saarbrücken, 3. Aug. (DNB.) Während in Deutschland anläßlich der Olympiade die deutsche Jugend für den Frieden der Welt eintritt, eine Kundgebung, an der sich über 50 Nationen beteiligen, laufen undisziplinierte rote Banden an der deutschen Grenze bei Saarbrücken (Goldene Brenn) entlang und provozieren auf eine unerhörte Art und Weise. Am 2. August um 16 Uhr fand auf der Spicherer Höhe bei Saarbrücken eine große Kundgebung der französischen Volksfront statt, an der sich etwa 3000 Personen beteiligten. Nach Beendigung dieser Kundgebung zogen die einzelnen Teilnehmer in aufgelöster Ordnung mit fliegenden Sowjetfahnen, Trikoloren und Volksfrontfahnen an die deutsche Grenze und veranstalteten mit erhobenen Fäusten gegen das deutsche Gebiet und unter Absingen der Marseillaise und der Jnternattonale eine Kundaebung. Außerdem wurden .von der Masse Ballons aufgelassen, die Flugzettel hetzerischen Inhalts trugen und auf deutsches Gebiet flogen. Garde Mobile und Gendarmerie schützten diese Kundgebung. Hohe Offiziere der Garde Mobile nahmen an ihr teil. Angesichts des klar betonten Friedenswillens Deutschlands bedeutet dieses Verhalten, das von Hunderten Deutscher in völlig disziplinierter Haltung beobachtet wurde, eine Herausforderung sondergleichen. Beförderungen in der Wehrmacht. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler, hat mit Wirkung vom 1. August 1936 befördert: Zum General der Kavallerie: den Generalleutnant von Kleist, Kommandierender General des VIII. Armeekorps; zu Generalen der Infanterie: die Generalleutnante B l a s k o w i tz, Kommandierender General des II. Armeekorps; Geyer, Kommandierender General des V. Armeekorps; zu Generalen der Artillerie: die Generalleutnante Grün, Inspekteur der Artillerie, von Kluge, Kommandierender General des VI. Armeekorps; zu Generalleutnanten: den charakterisierten Generalleutnant Muff, Militärattache bei den deutschen Gesandtschaften in Wien und Bern mit dem FideUo-EplsoVe. Don Alfred Gemerau. Der Sommerwind fuhr durch das offene Fenster, packte die auf dem Klavier lehnenden Noten und auf dem Deckel liegenden beschriebenen Blätter und wirbelte sie zu Boden. Beethoven, der, die Hände auf den Tasten, hie und da einige Akkorde ergriffen hatte, fuhr unwillig aus seinem Grübeln auf, sprang vom Stuhl und las die Blätter auf. Er trat ans Fenster, um es zu schließen, sah zu dem nahen Park des kaiserlichen Lustschlosses Hetzendorf hm und sog die würzige Lust in vollen Zügen ein. Wäre er nur schon früher aufs Land gegangen, bann hätte er feine „Leonore" schneller gefördert. Er brauchte Luft, Sonne, Wald, Wiese, Berge, wenn seine Arbeit gedeihen sollte, und in der engen staubigen Stadt hatte er sich nur mühsam, wie auf einem dunkeln unbekannten Weg, vorwärts getastet. Dazu kamen die Verdrießlichkeiten seiner Junggesellenwirtschaft — wenn auch die Freundin Nonette Streicher hilfreich eingriff —, lästige Besuche, auch fand sich der Textdichter Sonnleithner häufig ein, um sich mit dringlicher Verbindlichkeit namens feines hohen Chefs, des Hofoperndirektors Baron von Braun, zu erkundigen, wieweit das Werk gefördert fei, das im Herbst im Theater an der Wien aufgeführt werden sollte. All das hemmte die Arbeit. Endlich entschloß sich Beethoven, mit feinem Freunde Stephan von Breuning, dem treuen „Steffen", in ein nettes saubres Häuschen am Hetzendorfer Park aufs Land zu ziehen. Hier war es still, hier war er von unbequemen Besuchen verschont, „Steffen" störte ihn nie, das Essen wurde gebracht, und hier gab es keine Nanni oder Baberl und wie die vertrackten Dienstboten sonst hießen, die ihm in der Stadt das Leben verbitterten. Hier ging es auch mit der Arbeit rasch vorwärts, so daß er zufriedener als sonst mit sich war und mit (Steffen weniger brummte. Die Partitur konnte in wenigen Tagen beendet sein, dann ging es an die Instrumentierung, „O namenlose Freude — Nach unnennbarem Leide — So übergroße Lust ..." summte er, während er zu den Alleen mit den breit» wipfligen Bäumen des Parks hinsah. So fangen nach ihrem endlichen glücklichen Wiederfinden Leonore und Florestan, und nun kam das letzte Finale. Fernando, der Minister, erscheint, befreit die Liebenden aus der Gewalt des schurkischen Gouverneurs Pizarro, und der Kerkermeister Rocco ruft dem Retter zu: „Nur Euer Kommen rief ihn fort!" nämlich Pizarro aus dem Kerker, wo er die Liebenden erdolchen wollte. Beethoven sah die Szene vor sich, die Bastei vor dem Schloß, mit Wachen, Soldaten, Offizieren, Volk und den beim Erscheinen des Ministers knienden Gefangenen, die Fernando begrüßten: „Heil sei dem Tag '..." Er warf den Kopf empor, lauschte mit halb geschlossenen Augen, schrieb hastig auf ein Blatt, eilte zum Klavier und spielte, ganz der Eingebung hingegeben, die ihn ergriffen hatte. Ein vielstimmiger Jubelgesang stieg auf und füllte das Zimmer mit feiner wundersamen Harmonie. Die Tür ging, Breuning trat ein, ging still zu einem Stuhl und fetzte sich. Beethoven brach ab, nickte ihm zu: „Das Finale! Höre zu! Wenn du was zu bemerken hast, warte bis zum Schluß!" Und er begann beim Chor: »Heil sei dem Tag ..." und endete mit dem freudigen: „Wer ein solches Weib errungen ..." Breuning, der seinen Sitz so nahe herangerückt hatte, daß er den Noten folgen konnte, sprang, als Beethoven die Hände sinken ließ, empor, umarmte stürmisch den Freund und sagte: „Herrlich! Der Schluß ist eine Jubelhymne, wie sie noch nie erklungen ist!" Beethoven sah vor sich hin, die buschigen'Brauen aneinandergerückt: „Also gelungen! Und alles ist dir nach Wunsch? Nichts zu bemängeln?" „Eine Kleinigkeit, ein Nichts!" Breuning suchte das Notenblatt. „Hier! Rocco sagt zum Minister: Nur Euer Kommen rief ihn fort! Du betonst 'Euer', wäre es nicht wirksamer, wenn du den Nachdruck auf das Wörtchen ,nur’ legtest? Denn das Kommen Fernandos gibt doch den Ausschlag." Beethoven sah gedankenvoll auf das Blatt, murmelte unverständlich, wiegte zweifelnd den Kopf und sagte: „Vielleicht. Laß mich jetzt! Geh zum Park, ich bin bald bei dir, ich muß auch hinaus." Als er allein war, saß er brütend, unbeweglich, die Augen starr auf den Noten, murmelte: „Nur Euer Kommen ... Nur Euer Kommen ... rief ihn fort ... Steffen hat recht. Es klingt besser, wirksamer und ist auch richtiger" Er durchkreuzte die Stelle und schrieb sie in der neuen Lesart an den Rand des Blattes. Dann versank er wieder in tiefes Sinnen. Das Werk zog von der ersten muntern Szene zwischen Jaquino und Marcelline bis 3um Schluß an ihm vorbei. Er überhörte das Pochen an der Tür und schrak erst auf, als sie aus- ging. Unwirsch über die Störung auffahrend, erheiterte sich sein Gesicht, als er Frau Nanette Streicher sah, um sich zu verdunkeln, als hinter ihr Sonnleithner erschien. Aber Nanettes lustige herzliche Art ließ kein Mißbehagen bei ihm aufkommen: Sie habe einmal nach dem Freund in feiner dörflichen Einsamkeit sehen wollen, und da ihr Mann sie leider nicht habe begleiten können, habe sie sich sehr gefreut, daß Herr Sonnleithner die Fahrt mit ihr gemacht hätte. Nachdem sie ihre Wiener Neuigkeiten erzählt und Beethoven, so gut es in feiner Art lag, den höflichen Wirt gemacht hatte, sagte er: „Das Werk ist so gut wie fertig. Sonnleithner, ihr beide kommt mir gerade gelegen. Ihr sollt ein Stück hören. Merkt au,i" Nanette setzte sich erwartungsvoll im Sofa zurecht, Sonnleithner, nicht weniger gespannt, stand, die Hand auf Beethofens Stuhl gestützt. Dieser begann mit dem Chor: „Heil sei dem Tag ..." und hob die neue Lesart: „N u r Euer Kommen ..." besonders hervor. „Was gibts?" fragte er unwillig, als er eine Bewegung Sonnleithners am Stuhl verspürte. „Gefällt Ihnen die Kompositton nicht?" — „Doch, wunderbar gelungen. Nur diese Stelle, verehrter Meister ... Des Ministers Kommen allein hat die Rettung herbeigeführt, und da müßte es doch heißen: „Nur Euer Kommen ..." — „Da haben wirs!" brummte Beethoven. „Nun will der wieder recht haben ... und hats vielleicht auch, wie ich von allem Anfang an recht hatte." Dann wandte er sich an Nanette mit einem Anflug von Humor: „Was meinen Sie?" Sie zuckte die Achsel: „Ich hielte es für wirksamer und klarer, wenn der Hauptton auf das „Kommen" gelegt würde. Denn gerade, daß der Minister zur rechten Zeit kam, gibt ja den Ausschlag." Da sprang Beethoven auf und lachte unbändig: dann sagte er, während ihn die beiden verdutzt ansahen: „Ein Tausendglück, daß ihr nur zu zweit kamt, denn wären euer ein halb Dutzend, gäbs mehr Deutungen und Vorschläge als der Vers Silben und Füße hat. Da bin ich in einer schönen Klemme. Wißt ihr, wie ich mir vorkomme? Lest die Fabel von Lafontaine, von dem Bauern und seinem Sohn, die ihren Esel zum Markt führen und dabei auf das Gerede und den Rat der Leute hören ... und danach tun. Nun laßt mich über eure Vorschläge nachdenken. Geht zum Park, dort wartet Steffen auf mich, ich bin auch bald da." Als sie hinaus waren, setzte er sich wieder ans Klavier Wo steckte das Richtige? Aber je länger er nachdachte, desto unschlüssiger und verwirrter wurde er Endlich griff er zur Feder: „Hols der Henker! Ich bringe alle Lesarten an. Eine davon wird gewiß die wirksamste und also die richtige sein.' Das Publikum soll entscheiden?" Die Fahnenschwinger und ihre Kunst. Bei ihrem Einzug in Berlin grüßte die Schweizer Mannschaft mit Fahnenschwingen, und es wird öfter Gelegenheit fein, diese alte Kunst, die bei uns in Vergessenheit geraten ist, während der Olympischen Spiele zu bewundern. Heute wird sie fast nur noch in der Schweiz gepflegt und dort als wirkungsvolles Schaupiel ausgeführt; eine mit kurzem schweren Handgriff versehene Fahne wird in allerlei kunstvolle Schwingungen versetzt, hochgeworfen und wieder aufgefangen. Bei uns wurde die Kunst des Fahnenschwingens vor allem in den Zünften gepflegt, und seitdem diese ihre Bedeutung verloren haben, ist auch das Fahnenschwingen außer Brauch gekommen. Bei großen Festlichkeiten der Zünfte oder sonst, wenn die Zünfte einen öffentlichen Umzug hielten, mußte im Festzug ein Fahnenschwinger sein. Manche Gesellen bildeten sich eigens zu großen Künstlern im Fahnenschwingen und Werfen aus. Sie waren deshalb besonders hoch in der Zunft gehalten und wurden nicht nur wegen ihrer Kunst von den anderen Gesellen be- wundert, sondern bekamen bei solcher Gelegenheit ihre Leistungen gut bezahlt. Noch in den sechziger und siebziger Jahren konnte man bei öffentlichen Aufzügen in Berlin Fahnenschwinger bewundern, so bei dem sogenannten Mottenfest der Schneider, auch bei Erntefesten usw. 1840, bei der Huldigungsfeier für König Friedrich Wilhelm IV. wurden glänzende Proben dieser Kunst von den Fahnenschwingern der Innungen in Berlin abgegeben. Die Leistungen wurden in den Berichten der Zeitungen ausführlich erwähnt und besonders von Ausländern viel bewundert, denn im Auslande war der Brauch völlig unbekannt. Ein altes Nürnberger Büchlein — bekanntlich blühten in Nürnberg besonders die Zünfte, und die Fahnenschwinger sanden dort oft Anlaß, sich zu produzieren — enthielt eine genaue Anweisung, „wie die Fahnen mit Vorteil auch zierlich getragen und geschwungen werden sollen, mit schönen Kup» ferftürfen in Truck verfertigt durch Joh. Renner und Sebastian H ä u ß l e r." Es gab da bis zu 120 verschiedene Touren. So konnte ein Fahnenschwin» ger zum Beispiel eine ganze Anzahl von Fahnen mit der Rechten und Linken in die Lüfte werfen, sie immer wieder auffangend und durcheinander wirbelnd. Ein andermal erschienen die Fahnen in einem Bogen, mit großer Geschicklichkeit von einer Seite zur anderen geworfen, daß es aussah wie ein Pfauenrad. Dann wieder warf der Schwinger mehrere Fahnen hoch in die Lüfte und fing sie mit Sicherheit wieder auf. Um die dabei entwickelte Sicherheit zu beachten, muß gesagt werden, daß alles von den Fahnenschwingern im Marschschritt ausgeführt wurde. Mindestens ist es bedauerlich, daß. den Handwerksgesellen mit diesem Brauche auch eine sehr gute Kraftübung verlorenging, denn es gehörte ebenso Kraft wie Gewandtheit dazu. Es wird behauptet, daß bei den Maurern und Zimmerleuten die besten Fahnenschwinger waren, und die anderen Innungen sich bei Festen diese Gesellen ausborgten. Ser Schauplatz des spanischen Mgerkrieges LIEN • Valladolid. MAUORtA MUROA Helft -en Spanien-Deutschen! Cartagena. dou Orax (Scherl-Bilderdienst-M.) Der em ge- Au Sevilla. V ESTRE- b MAOUftA a C ” ’ GRANADA Aus aller Welt Parforcejagden verboten. tZ fynAdala.jdni tguMadrid NEU-KASTILIEN ) eJb(fdo ( Alle Anfragen über den Verbleib von Flüchtlingen aus Spanien find ausnahmslos zu richten an den Hilfsausschuß für Spanien» Deutsche in der Leitung der Auslandsorganisation der NSDAP., Berlin W 35, Tiergartenstraße 4a. Der Ring um Madrid schließt sich immer enger Oer Sender Sevilla meldet Meuterei der Zlegierungstruppen in Valencia. Oer Hafen Castellon de la Plana in Händen der Nationalisten. e Cordoba. ANDALUSIEN Weitere 4000 Flüchtlinge in Genua. Mailand, 4. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der deutsche Dampfer „Fulda" und das italienische Lazarettschiff „lener e" brachten weitere etwa 1000 Flüchtlinge aus Spanien nach Genua. Die 110 Deutschen von der „Fulda" traten sofort nach der Ausschiffung die Reise nach München an. Die ,,Teuere" hatte außer 225 Deutschen noch 200 ©panier an Bord, meist Mönche und Nonnen, sowie 150 Angehörige anderer Staaten. Nach den Erzählungen der Flüchtlinge lst die £ en der Militärgruppe. Auch in Valencia hätten die Truppen gemeutert, ihre Kasernen verlassen und sich in der Umgebung der Stadt verschanzt. Die Regierung habZbie leeren Kasernen besetzen lassen. Der Oberbefehlshaber der Militärgruppe in Sevilla, General Oueipo de Llano, hat im Rundfunk hierzu unter anderem noch erklärt: „Die Tatsache, daß der spanische Ministerpräsident aus Vorschlag des Kriegsministers zwei Regimenter Infanterie und ein Regiment Kavallerie der Garnison von Valencia a u f g e l ö st hat, beweist genügend den wahren Geist, der in der spanischen Armee herrscht". Der Rundfunksender Sevilla übertrug um Mitternacht wiederum eine Rede des Generals QueiPp de Llano. Der General erklärte u. a., drei Abteilungen der Militärgruppe, die sich aus Angehörigen des Heeres und der Guardia Civil zusammensetzten, hätten am Montag bei Puerta de Santa Cruz einen schweren Zusammenst o ß mit marxistischer Miliz gehabt. Dabei hätten die Nationalisten sechs Wagen mit Kriegsmaterial erbeutet. Auch aus der Gegend von Granada berichtete der General von einem Erfolg der Militärgruppe, die dort sogar einen Panzerwagen erbeutet haben soll. Vombeu aus Granada. Die Nationalisten stehen vor Malaga. Lissabon, 4. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der in den Händen der Militäraruppe befindliche Sender Tetuan teilt mit, daß Regierungsflug- zeuge am Montagnachmittag d i e Stadt (S r a » nada mit Bomben belegt haben. Der Schaden soll bedeutend sein. Der portugiesische Rundfunksender Portoalegre berichtet, daß die Stadt Cedillo in der Provinz Caceres nahe der portugiesischen Grenze, die sich in der Gewalt der Kommunisten befindet, von den national! |t i = scheu Truppen angegriffen worden sei. Dabei (ekm zwölf marxistische Milizsoldaten durch schen Regierung in Empfang zu nehmen. Einer der Apparate, ein dreimotoriges Flugzeug, ist sofort gestartet, ein zweiter mußte auf französischem Boden eine Notlandung vornehmen, während der dritte sich noch in Paris befindet. Der „Populaire" wendet sich gegen die angebliche Werbetätigkeit des französischen Fliegers Michael D e - troyat, der in Frankreich Flugzeugführer für d i e spanische Militärgruppe an» werden soll. Diese Flugzeugführer sollten in den aktiven Militärdienst der spanischen Nationalisten treten. Guglandbegrüßlbeusranzösifcheu Vorschlag ber Aichtemmischung. London, 4. Aug. (DNB. Funkspruch.) Aus die französische Note an Großbritannien, m der der Abschluß eines Abkommens über Nichteinmischung in Spanien vorgeschlagen wird, soll nach einem Bericht der „Times" von der britischen Regierung wahrscheinlich schon Mittwoch beantwortet werden. Die britische Regierung teile die französischen Besorgnisse, daß das Ausland in die spanische Krise mit hineingezogen werden könnte. Vernon Barttett schreibt im „News Chronicle", Frankreichs Vorschläge stimmten \o W mit der von der britischen Regierung empfohlenen Politik überein, daß eine Annahme der Vorschläge durch England kaum in Zweifel gezogen werden könne. Nach Auffassung hiesiger Kreise müsse die spanische Regierung genau so viel von rechts wie von links befürchten, und auf die Dauer wurde sie nicht durch eine Waffenlieferung an Extremisten gestärkt werden, die sie jetzt unterstützten, aber die sich gegen sie wenden könnten, wenn die gegenwärtigen Unruhen beendet seien. Wenn andererseits die nationale Militärerhebung erfolgreich sein wurde, wäre nichts durch eine Waffenlieferung an die verlierende Regierung gewonnen. Sowjetverfassung für spanischeGtädte? Oberst Lindbergh nach Kopenhagen weitergeflogen. Oberst Lindbergh hat am Sonntagmittag Berlin verlassen. Nachdem er in den letzten Tagen die Deutschland-Ausstellung besichtigt hatte, stattete er noch der Deutschen Luftfahrtsammlung einen Besuch ab. Unter Führung von Hauptmann a. D. Krupp vertiefte sich Oberst Lindbergh sehr eingehend in die EinFelabteilungen und gewann einen nachhalti- gen Eindruck von den verschiedenen Sammelgebieten. Am Samstag hat Oberst Lindbergh an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele teilgenommen und ist nunmehr von Staaken aus mit seinem Flugzeug nach Kopenhagen gestartet. Die Trümmer des verschollenen Flugzeuges bei den Kanalinseln aufgefunden. Arn gestrigen Sonntag ist das Wrack des bei den Kanalinseln verschollenen englischen Wasserflugzeuges südlich von der Insel Jersey aufgefunden worden. Ein Ingenieur der Jersey-Fluggesellschaft konnte die Identität zweifelsfrei feststellen. Damit ist alle Hoffnung geschwunden, von den Fluggästen und der Besatzung noch jemand lebend zu bergen. Die Suchaktionen sind eingestellt worden. Französisches Postflugzeug verunglückt. Das Postflugzeug des französischen Südameriko- Luftpostdienstes verunglückte im Nebel in der Nähe von Mazadet. Die Besatzung kam ums Leben. Die für Südamerika bestimmte Luftpost konnte geborgen werden. Die Sendungen wurden durch ein Ersatzflugzeug der „Air France" weitergeleietet. Blutige Streikunruhen in einer algerischen Hafenstadt. In der algerischen Hafenstadt Mostaganem hatte der marxistische Gewerkschaftsverband den Streik der Hafenarbeiter beschlossen, was die nationalen Kreise der Bevölkerung, die unter dem ständigen Streik schwer zu leiden hat, zur Abhaltung einer Protestkundgebung veran- laßte. In der Nähe der Hafenanlagen kam es zu einem Zusammenstoß. Kommunistischer Pöbel und Angehörige der nationalen Parteien bekämpften sich mit Steinen und Eisenstangen, bis die Polizei eingriff und beide Gruppen zerstteute. Wenige Minuten später fiel jedoch ein Schuß, und ein Mitglied der nationalen Front brach tödlich getroffen zusammen. Dies war das Zeichen für eine allgemeine Schießerei, wobei es auf beiden Seiten mehrere Verletzte gab. Erst nach geraumer Zeit konnte die Ruhe wieder hergeftellt werden. Der Mufti von Algier ermordet. Einer der höchsten mohammedanischen Würden- träger von Algier, der Mufti der großen Moschee der algerischen Hauptstadt, Bendali Mahamud, wurde am Sonntagmorgen in einer der Straßen der Stadt ermordet aufgefunden. Man vermutet, daß der 68jährige Geistliche einem politischen An- schlag zum Opfer gefallen ist, weil er sich entschieden gegen die Verquickung von Politik und Religion ausgesprochen hat. In mohammedanischen Kreisen Algiers herrscht starke Erregung. lleberfchwemmung in der Türkei. In der Gegend von Siwas in der asiatischen Türkei haben Wolkenbrüche und Hagelschläge furchtbare Verheerungen angerichtet. Weite Gebiete wurden überschwemmt. Neben zahlreichem Vieh sino 18 Menschen in den Fluten umgekommeu. nerhalb des Gaugebietes burchgeführt. Alle Zahlen, die bis jetzt als unerreichbar galten, werden in dieser einzigen Woche erreicht, nein sie werden überholt. Der Gau Hessen-Nassau führt über 1000 Veranstaltungen im ganzen Gaugebiet durch. Jeder Kreis hat alle nur möglichen Arten von Veranstaltungen durchgeführt, um während der Fest- woche ein umfassendes Bild vom Aufgabengebiet der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu geben. Der Gau selbst hat 4 Ausländergruppen, die auf dem Weltkongreß für Freizeit und Erholung in Hamburg Proben ihres Volks- und Brauchtums gezeigt haben, a l s G ä ft e. Zwei rumänische Singe- und Volkstanzgruppen, eine französische Singegruppe (Basken und Normannen) und eine norwegische Volkstrachten- und Tanzgruppe zeigen inner- halb des Gaugebietes auf verschiedenen Veranstal- langen Proben ihres Könnens. Weiterhin verleben 200 auslandsdeutsche Arbeiter einige frohe Tage am Rhein und Main. Maschinengewehrfeuer getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Der Vormarsch der nationalistischen Truppen auf die südspanische Hafenstadt Malaga ist erfolgreich fortgesetzt worden. Die Truppen stehen nach einer Mitteilung des Senders Tetuan unmittelbar vor der Stadt. Die rote Miliz sei bei einem Ausfallversuch zurückgeschlagen worden und habe unter Hinterlassung von zwei Maschinengewehren und anderem Kriegsmaterial die Flucht ergriffen. Der Kommandant der nationalistischen Truppen erbat sich vom Kriegskommandeur in Tetuan weitere Anweisungen, da die Besetzung Malagas nun durchgeführt werden könne. In der nordwestspanischen Provinz Galicien wurden alle Reservisten von den Nationalisten aus- gchoben und unter Führung des Generals Marquis de Cavalcanti zu einer neuen Gruppe zusammengestellt, die ebenfalls gegen Madrid eingesetzt werden sollen. Nach der Meldung einer französischen Nachrichten-Agentur soll die nordspanische Stadt Oviedo nach einem Angriff bewaffneter marxistischer Grubenarbeiter in Flammen stehen. Französische Flugzeuge im Dienst der Madrider Regierung. Paris, 4. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der „Jour" berichtet, daß vier französische Flugzeuge, und zwar drei Lat6 28 und eine dreimotorige Fokker, die nach Spanien entsandt worden seien, um den noch dort verbliebenen französischen Staatsangehörigen zu Hilfe zu eilen, von der spanischen Regierung beschlagnahmt worden seien, und jetzt zu militärischen Zwecken Verwendung fänden. Das Blatt fügt dieser Meldung hinzu, man müsse sich die Frage oorlegen, ob der französische Luftfahrtminister diese Apparate wirklich zum Schutze der französischen Staatsangehörigen entsandt habe, und in diesem Falle müsse er energischen Protest gegen die Beichlag- nahme erheben, oder ob es sich um ein Man o - oer handele, um den spanischen Kommunisten und Marxisten zu helfen. Falls die französische Regierung nicht ganz energisch vorgehe, müsse man die letzte Annahme für richtig halten. „Mcttin" weist darauf hin, daß die am Montag in Le Bourget eingetroffene Goldsendung aus Spanien bereits bie vierte sei, die seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges nach Paris gelange. Diese eigentümliche Goldbewegung sei bisher ohne Erklärung geblieben. Der „Figaro" will wissen, daß am Montag spanische Flugzeugführer in Paris eingetroffen seien, um drei französische Flugzeuge für Rechnung der fpam- Deutschland auch jetzt, da sie unverschuldet in höchste Not gerieten, den Deutschen aus Spanien zeigen, daß unsere Volksgenossen auf die Dankbarkeit des Vaterlandes um so mehr rechnen können, als ein Geist der Gemeinschaft alle durchzieht und die Ausländsdeutschen eingeschlossen sind in das große Herzgefühl, das alles umfaßt, was den deutschen Namen trägt und sich seiner würdig zeigt. Auch in der Geschäfts st elle des '„G i e ß e n e r A n z e i g e r s", Schulstraße 7, ist deshalb eine Sammelliste aufgelegt, unsere Mitbürger werden aufgefordert, von dieser Möglichkeit durch Zeichnung von Spenden unseren schwer betroffenen Volksgenossen zu helfen, regen Gebrauch zu machen. Die eingehenden Spenden werden an den Hilfsfonds für bie geschäbigten Spanien-Deutschen abgeführt. Gin Ausruf des MSausfchufses. M ü n d) e n, 3. Auq. Die R e i ch s p re s sesie lle der NSDAP, veröffentlicht folgenben Aufruf: Helft den Flüchtlingen aus Spanien! Durch den blutigen Bürgerkrieg in Spanien sind Tausende von deutschen Volksgenossen gezwungen, fluchtartig ihr Gastland zu verlassen. Mehr als 3000 Deutsche sind schon unter dem Schutz unserer Kriegsschiffe auf reichsdeutsche und italienische Dampfer gebracht worden und befinden sich auf dem Wege in die Heimat. Fast täglich laufen in der Hauptstadt der Bewegung Sonderzüge mit Flüchtlingen ein. Das nationalsozialistische Deutschland bereitet diesen unglücklichen Volksgenossen einen herzlichen Empfang. Es gilt, viel unverschuldete Not zu lindern. Der Hilfsausschuß für Spanien-Deutsche unter der Leitung von Gauleiter Bohle der Auslandsorganisation der NSDAP, hat die ehrenvolle Aufgabe übernommen, die Flüchtlinge zu betreuen. Es ist noch nicht abzusehen, wie viele Deutsche gezwungen sein werden, bas Lanb zu verlassen, in bem so viele von ihnen schon seit Jahrzehnten im Interesse beiber fiänber gewirkt haben. Deutsche Volksgenossen! Helft unseren Brübern in ihrer Not. Spenbet für unsere Flüchtlinge aus Spanien! Spenben sind zu richten an ben Hilfsausschutz für Spanien-Deutsche in der Leitung der Auslandsorganisation der NSDAP. Berlin w 35, Tiergartenstraße 4 A. Konto: Berliner Stadtbank-Girokonto 2400, Hilfsausschuß für Spanien-Deutsche. Außerdem nehmen sämtliche Spar- und Girokassen Zahlungen entgegen. Sitz in Wien; bie Generalmajore Raschick, Kommandeur der 4. Division: Kuntze, Kommandeur der 6. Division: Halder, Kommandeur der 7. Division: Hahn, Kommandeur der 5. Division: zu Generalmajoren bie Obersten Stumme, Höherer Kavallerieoffizier I: Renz, Kommandeur der Hee- resbienststelle 6; von Krenzti, Inspekteur ber Wehrersatzinspektion Dortmund, von Schau- roth, Kommanbeur bes Infanterie-Regiments 16: Guberian, Kommandeur der 2.Panzerdivision: von Förster, Inspekteur ber Wehrersatzinspektion Erfurt: zum Generalarzt: ben Oberst- arzt Dr. Passauer, Korpsarzt VIII. OieReichswoche derAG.-Gemeinschast „Krast durch Freude". RSG. Die Reichswoche ber NS.-Gemeinschaft Äraft durch Freube" wirb eine Woche ber Rekorbe 'sein Eine noch nie bageroefene Welle von Veranstaltungen, Fahrten, Wanberungen usw. wirb inlegen hätte. Die Staatssorm bleibt vorerst uuerörtett. Der Thronanwärter Prinz Juan alsFreiwilligernicht zugelassen. f l Ü ch t l i n g e in München an. Zumeist hanbelt es sich um Frauen unb Kinber aus Barcelona und Umgebung. Viele hatten ohne Handgepäck fliehen müssen. Kinder hatten oft als einziges ihre Schul- lasche ober ihre Lieblingspuppe bei sich. Bei einem reichlichen Essen würben bie Flüchtlinge im Namen bes Innenministers unb Gauleiters Adolf Wagner von Stabsleiter Zausboeck begrüßt. Ein Vertreter ber Auslanbsorganisation ber NSDAP, teilte mit, baß ber Leiter ber DAF. Dr. Ley allen Flächt- lingen aus Spanien Erholungsaufenthalt in ber bayrischen Ostmark ober im Schwarzwalb bewilligt hat. Diese Erholungs- zeit sollen bie Flüchtlinge, bie zunächst in brei Münchener Krankenhäuser untergebracht worben finb, bereits am Dienstag antreten. Der Bürgerkrieg, ber seit brei Wochen mit furchtbarer Gewalt in Spanien haust unb bas arme Lanb auszubrennen broht, hat T a u f e n b e von Deutschen gezwungen, bie Stätte ihrer Arbeit zu verlassen unb nach Deutschlanb zu flächten. Sie waren in Spanien als Kaufleute unb Ingenieure, Techniker unb Hanbwerker, Aerzte unb Wissenschaftler tätig, sie hatten bem beutschen Namen Ehre gemacht, Familien gegrünbet unb sich mit jener Tüchtigkeit, bie auch bie Deutschen im Auslanbe auszeichnet, einen bescheibenen Wohlstanb errungen. Die Deutschen in Spanien haben viel bafür getan, um bie guten Seiten bes spanischen Geistes, also bie Ritterlichkeit, Frömmigkeit, ben Stolz auch bes einfachsten Spaniers auf eine große Vergangenheit seines Landes, zu durchleuchten unb in ber Welt bekanntzumachen. Daß Spanien trotz aller Verlockungen im Weltkriege neutral blieb unb sich ritterlich ber überfallenen Mittelmächte annahm, ist nicht zuletzt diesen in Spanien schaffenden Deutsch e n zu verdanken, denn ihre Tüchtigkeit, ihr Fleiß und ihre Geistigkeit hatte Deutschland und Oesterreich den Spaniern bekannter werden lassen, und während die ganze Welt über uns in Haß und Boshaftigkeit hersiel, erkannte Spanien das Notwehrrecht der Mittelmächte an. So verband und verbindet uns sehr viel mit dem spanischen Volke, und mit Bebauern verzeichnen wir bie geschichtliche Tatsache, baß bie innerpolitischen Gegensätze auf ber Iberischen Halbinsel nunmehr mit ber Waffe ausgetragen werben. Im Läum ber Waffen schweigen bie Gesetze. Trotz aller Bemühungen ber beiben ftreitenben Parteien ist es nicht gelungen, ben marxistischen unb anarchistischen Pöbel, ber bie Hefe jeher Nation bilbet, von scheußlichen Taten ber Roheit unb bes Eigentumvergehens abzuhalten, unb bie in Spanien ansässigen Deutschen haben vielfach nicht nur ihre alte Stätte bes Schaffens v e r - I o r e n, sondern Hab und G u t eingebüßt. Sie mußten mit Frauen und Kindern sich auf die Schiffe der Kriegsmarinen flüchten, die von allen maßgebenden Nationen in bie spanischen Gewässer entjanbt würben, unb ber Dank für biefe Rettung des äußeren Lebens gilt nicht nur ber beutschen Kriegsmarine, sonbern allen Nationen, bie baran teilnahmen. Aber bie Sorge für biefe Deutschen aus Spanien, für bie Männer, Frauen und Kinder, die Zuflucht suchten in ihrer äußersten Not bei ber Mutter Germania, ist unb bleibt eine heilige Verpflichtung aller Deutschen. Wie sie im Auslande, in Spanien, für Deutschland eintraten und in deutschem Wesen unb Geist wirkten, s o muß Ceuta. Iraakmchs Gesetz der Zerie«. 23on unterem pp.-Berichtersiaüer. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, Anfang August 1936. Wohl noch nie ist die französische Gesetzgebungsmaschine so produktiv gewesen wie in den letzten Monaten. Die in den Vorzimmern der Minister eingesetzten „Gehirntruste" arbeiten eine Vorlage nach der anderen aus, die sonst als hemmender Faktor wirkende Bürokratie wird bewußt übersprungen, und in Kammer und Senat werden die Gesetzesvorlagen in einem Tempo beraten, das früher diesen Körperschaften fremd war. Nur langsam werden die französischen Bürger sich dessen bewußt, vor welche schwierigen Ausgaben sie durch diese Gesetze gestellt werden, was es heißt, sich in eine völlig neue Wirtschafts- und Sozialordnung einzuordnen, nachdem man es bisher besrußt abgelehnt hatte, etwas zu organisieren, Gesetze zu begehren unb durchzuführen. In den letzten Wochen mußte jeder rechnen und verhandeln, um sich Klarheit darüber zu verschaffen, was künftig verdient werden kann und wieviel man ausgeben kann bezw. muß; in den kommenden Wochen, ja Monaten wird es das gleiche fein, bis endlich Frankreichs Wirtschaft sich auf die neue Ordnung eingespielt hat. Als dies Rechnen und Verhandeln Anfang Juni einsetzte, war oft die Frage zu hören: Werden wohl die Pariser im Hinblick auf diese Umstellungen auf die üblichen Ferien verzichten? Werden sie in Paris bleiben, um die noch kommenden Gesetze abzuwarten und ihre Auswirkungen festzustellen? Diese Fragen sind durch die Entwicklung mit „N e i n" beantwortet. Stärker als alle anderen Gesetze hat sich das erwiesen, daß die Pariser mit dem 14. Juli in Urlaub gehen, um Frankreichs schönen Sommer auf dem Lande oder an der See zu genießen. Wie der Franzose streng die Essenszeit von 12 bis 14 Uhr einhält, sich durch nichts beirren läßt, jede Arbeit, und die noch so wichtige, mit dem Glockenschlag 12 für zwei Stunden des Mittagessens abbricht, wie der Rhythmus des Pariser Tageslaufes bestimmt ist durch diese Essensstunde, so der des Jahres durch diesen 14. Juli. Mag es Mitte, Ende Juni und Anfang Juli noch so drückend heiß sein, der Pariser hält es aus bis zum 14. Juli. Den 14. Juli verlebte er gemäß dem Programm des Tages: morgens sieht er sich die Parade an, nachmittags politisiert er, in den ersten Abendstunden erfreut er sich am Feuerwerk und dann wird in die Nacht hinein auf den Pariser Straßen getanzt und gejubelt. Ab 15. Juli wird für den Landaufenthalt gerüstet. Ende Juli sind alle, die es sich leisten können, irgendwo draußen. So ist es auch in diesem Jahr. Kammer und Senat haben zwar die goldenen Regeln des französischen Lebens durchbrochen, sie tagen noch. Aber jeder empfindet es als eine Sünde wider den heiligen Geist, und alle, vor allem die Journalisten, die auch gern dem dumpfen Paris entfliehen möchten, hoffen, daß die parlamentarischen Körperschaften bald Schluß machen. Die bürgerlichen Wohnviertel sind jetzt, Ende Juli, schon wie ausgestorben. Das Leben ist auf ein Zehntel des normalen gedrosselt. Die Fenster der Wohnungen sind durch die eisernen Jalousien abgedichtet, die Garagen sind leer, der Autoverkehr ist stark zusammengeschrumpft, immer, größer wird die Zahl der Läden, die geschlossen sind und durch einen Anschlag wissen lassen, daß die Inhaber erst im Laufe des September zurückkommen. Auf einen genauen Termin hat sich kaum einer festgelegt. Wenn es nach dem tristen Hochsommer den so ersehnten schönen Nachsommer geben sollte, dann bleiben eben die Pariser Einzelhändler bis tief in den September hinein draußen, denn sie wissen, daß die Mehrzahl ihrer Kunden gleiches tut. Sie wissen ferner, daß es nützlicher ist, wenn sie ihren Verwandten und Freunden bei der Erntearbeit helfen, wenn sie stundenlang sorgenlos an den Ufern der Loire sitzen, um zu fischen, wenn sie so das tägliche Einerlei des anstrengenden Pariser Lebens vergessen und dem so geliebten Lande etwas näher sein können. Bisher konnten nur selten Arbeiter der Großbetriebe auf Urlaub gehen. Nur in mehr „familiären Unternehmungen" war dies möglich; viele Dienstmädchen beanspruchen z. B. einige freie Wochen, Reinmachefrauen erklären Mitte Juli, daß sie für vier Wochen aufs Land gehen, und die Inhaber kleiner Werkstätten haben oft nichts dagegen, wenn ihre Gehilfen wohin fahren, denn in der Ferienzeit ist in Paris nicht viel zu tun. Die Arbeiter der Großbetriebe haben aber erst jetzt durch die neuen Sozialgesetze den bezahlten vierzehntägigen Urlaub erhalten. Viele Unternehmer wollen ab Ende Juli oder Anfang August für 14 Tage den ganzen Betrieb schließen. So ist es z. B. in den Textilstädten des Nordens, in Roubaix und Tourcoing, wo die Arbeiter am 25. Juli für 14 Tage in Urlaub fahren konnten und die Löhne im voraus ausbezahlt erhielten, insgesamt etwa 7 Millionen Mark. Die Stadtverwaltung wollte, daß das Geld gemäß dem Prinzip: „Kaufe im Orte" in den Städten bliebe. Sie haben viel vorbereitet und organisiert, vor allem musikalische und sportliche Veranstaltungen. Einige Arbeiter sind denn auch zu Hause geblieben, um zugleich die Wohnungen gründlich zu reinigen ober ähnliches zu tun, aber bie meisten gehen aufs Lanb, am liebsten zu Verwandten, in Orte, wo sie chre Jugend verbracht haben. Gering ist dagegen bie Zahl derer, bie wandern, um zu wandern, um etwas Neues zu sehen; es sind meistens Jugendliche, die sich in kleinen Trupps zusammengeschlossen, einen alten Wagen gemietet haben und irgendwo campen wollen, was der neueste Sport der Franzosen ist. Das bewußte Wandern und Reisen will der Unterstaatssekretär für Freizeitgestaltung, L a - grange, organisieren. Ihm ist hierbei die deutsche „Kraft-durch-Freude"-Bewegung Vorbild, wie es in Deutschland geschieht, so will Lagrange in Frankreich Sonderzüge unb Sonber- bampfer fahren lassen, bamit bie Pariser Arbeiter an bie Riviera ober burchs Mittelmeer nach ben narbafrikanischen Kolonien zu billigen Preisen reisen können. Er hat es durchgesetzt, daß jeder während seines vierzehntägigen Urlaubs auf den Eisenbahnen 40 v. H. Fahrpreisermäßigung erhält, vor allem will er Jugendherbergen schaffen, damit die junge Generation auf Reisen und Wanderungen sich zerstreuen unb bitben kann. So werben bie französischen Ferien ein anberes Gesicht bekommen. Bisher suchte man den Mann bes Volkes in den Bade- unb Kurorten vergebens. Diese sinb nur auf ben wohlhabenden Franzosen unb auf reiche Aus- länber eingestellt, so daß bas Reisen in Frankreich eine teure Angelegenheit ist. Auch hier muß jetzt neu gestaltet werben. AllMzuwachs bei den hefflschen Sparkaffen. Fwb. Der Hessische Sparkassen- und Giroverband hat nach seinem Bericht für das Geschäftsahr 1935 einen Zuwachs an Spareinlagen bei den hessischen öffentlichen Sparkassen um 14,7 (8,5) auf 303,8 (289,1) Mill. RM. durch einen Einlageüberschuß von 5,5 (5,6) unb burch Zinsgutschreiben von 9,2 (9,5) Mill. RM. zu verzeichnen. Damit sind 72 (69) v. h. des Standes von 1913 wieder erreicht. Bei 2,19 v. H. Anteil der hessischen Einwohnerzahl an der des Reiches gemessen beträgt der Anteil der Spareinlagen gegenüber denen des gesamten Reiches 2,22 (2,34) v. H. Die Giroeinlagen sind auf 30,9 (28,1) Mill. RM. angewachsen. Es entfielen durchschnittlich 502 (466) RM. Guthaben auf ein Sparbuch einschl. der Aufwertungssparbücher. Die Zahl der Sparbücher ist auf 605 000 (620 000) zurückgegangen; sie liegt damit auf 184 (188) v. H. des Standes von 1913. Auf ben Kopf der hessischen Bevölkerung gerechnet entfielen 214 (204) RM. Spareinlagen gegenüber 207 (189) R7N. im gesamten Reichs- burchfchnitt. Die Kreditbewilligungen betrugen 12,59 Mill. RM. durch 7557 Kredite. Darunter sind 9,99 Mill. RM. Arbeitsbeschaffungskrebite enthalten. Die Werbung für ben Spargebanken würbe durch die einzelnen Kassen fortgesetzt, einige haben sich des Schulsparwesens besonders angenommen. Der Zinssatz für normale Spareinlagen wurde ab 1. März 1935 mit 3 v. H. für allgemein verbindlich erklärt. Es bleibe abzuwarten, wie sich diese Maßnahme auswirke, zumal das Publikum in weitem Umfange 4,5prvzentige Wertpapiere und noch höher verzinsliche kaufen könne. Auch das Zinsvvraus von 0,5 v. H. der Genoffenschaftsinstitute könne sich zum Nachteil der Sparkassen auswirken. Entsprechend dem Gemeindeumschuldungsgesetz wurden bis 1. August 1934 von ben angeschlossenen Sparkassen 9,86 Mill. RM. Umschuldungsangebvte angenommen unb 0,56 ober runb 5 v. H. bes Gesamtangebots abgelehnt. Verlängerungsvereinbarungen zu 4 bis 4,5 v. H. Zins würben über 0,8 Mill. RM. außerhalb des Umschulbungsgesetzes bis zu biefem Termin getroffen. Vom 1. August 1934 bis 31. Dezember 1935 mürben weitere Umfchulbungsan- gebote von 2,62 Mill, angenommen unb von 0,17 abgelehnt unb schließlich daneben zum Zinssatz von 4 vis 4,5 v. H. in Höhe von 2,79 Mill. RM. verlängert. In der lanbwirtschaftlichen Entschuldung waren 832 Verfahren anhängig, bavon schweben noch 595. Auch bie zweite Hälfte ber Aufwertungsguthaben würbe auf bem Verorbnungswege inzwischen freigegeben, wobei weitere 20 v. H. ab 1. August 1935 unb bie restlichen 30 v. H. ab 1. April 1936 zur Rückzahlung gekünbigt wurden. Bei der Barliquidität haben von den 36 Sparkassen Ende 1935 7 das vorgeschriebene Soll erreicht, 9 Sparkassen lagen zwischen 80 bis 100 v. H., 4 zwischen 60 und 80 v. H.» 2 zwischen 40 und 60 v. h. und 14 unter 40 v. H. Was bie Gesamtliquibität anbelange, so hätten 11 Sparkassen bas vorgeschriebene Soll erreicht bzw. überschritten, 5 ftanben zwischen 80 bis 100 v. H., 11 zwischen 60 unb 80 v. H., 5 zwischen 40 unb 60 v. H. unb 4 unter 40 v. H. Buntes Allerlei. Der vielgeliebte Storch. Ein englischer Zoologe wirft die Frage auf, warum der Storch, der doch angeblich auch die kleinen englischen Babys bringt, in England selber gar nicht auf die Welt kommen will. Man hat auf alle Art versucht, ihn in England einzubürgern unb heimisch zu machen, boch sinb bie Versuche, von Ostpreußen gesandte Bruteier in Reihernestern aus« brüten zu lassen, leider fehlgeschlagen. Die Reiher wollten durchaus keine Storcheneier ausbrüten. Jetzt hat man zwei Dutzend junge Störche in England ausgesetzt in der Hoffnung, daß sie gedeihen unb nächstes Jahr zum Nest wieberkehren werben. Don jeher hat ber große Vogel allgemeines Interesse unb Liebe gefunben. Die alten Perser unb Araber batierten ihre Kalenber nach ben regelmäßigen Ankunftszeiten ber Störche im Frühling. In ber Bibel schon lesen wir: „Der Storch in ben Wolken bes Himmels kennt feine vorgeschriebene Zeit." In Fez in Marokko war ein Storchhospital errichtet worben, dessen reiche Mittel nur dazu dienen sollten, kranken Störchen Hilfe und Pflege zu verschaffen oder ein ehrenvolles Begräbnis, wenn sie tot waren. Ueberall auf dem Kontinent finden sich die Heimstätten der Störche. Glücklich unb stolz ist überall der Lanbmann, auf dessen Dach ein Storch nistet, denn es ist ein Zeichen dafür, daß bie Glücksgötter ihm halb finb; in manchen Bauerngehöften legt man große Wagenräber auf hohe Stangen, um ben Storch zu verlocken, auf biefem sicheren Funbarnent fein riesiges Nest zu bauen. Unlängst würbe berichtet, mit welche aufopfern» ber Liebe sich bie Störche um bas Leben ihrer Jungen bei Gelegenheit eines Branbes besorgt zeigten. Sie tauchten im nahen Teich unter, bis ihr Gefieber tropfnaß war, unb flogen roieber unb mieber zu ihrem gefährbeten Nest, um bie Jungen mit einem Sprühregen aus ihren Febern zu überschütten. Es gelang ihnen so, ihre Jungen zu retten. Merkwürbig ist auch bie folgenbe Geschichte von einem Storchengericht. Auf einem Dachfirst war ein Storchennest mit fünf Eiern. Diese würben von unbebachten Menschen burch Gänseeier ersetzt unb von ber Störchin ahnungslos ausgebrütet. Der männliche Storch jedoch verließ empört über die Bastarde das Nest. Er kehrte mit einigen Rächern zurück; mit großem Geklapper wurde ber Störchin bas Urteil gesprochen, unb balb starb sie unter Schnabelhieben, währenb bas Nest zerstört unb in alle Winbe verstreut wurde. Da staunen Sie! Es gibt in ben Vereinigten Staaten nicht weniger als elf Spucker-Klubs. Darunter oerfteht man brühen Vereinigungen von „Sportsleuten , bie Wettkämpfe anstellen, wer am weitesten spucken kann. Wenn es Wettkämpfe gibt, muß es natürlich auch Champions geben, bie in ben regelmäßigen Wettkämpfen, bie von ben Klubs ausgeschrieben werben, ihren Titel erwerben müssen. Dabei gibt es sogar noch Unterschiebe bes Kampfes, je nachbem man ein bestimmtes Ziel treffen muß ober nur bie größte Entfernung anstrebt. Der Rekorb steht gegenwärtig auf 19,39 Meter; er ist nach drei Versuchen von John H. Borgston ausgestellt worben, Borgston ist ein alter Seemann; man glaubt nicht, baß fein Rekorb sobalb überboten werben wirb. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. An ber Rückseite bes skanbinavischen Tiefbruck- Wirbels überflutet eine lebhafte westliche Luftströmung bas Festlanb mit kühlen, aus nörblichen Meeresgebieten ftrömenben Luftmassen. Bei noch immer unter bem jahreszeitlichen Normalwert liegenben Temperaturen kommt es neben Aufheiterung vielfach zu örtlichen Nieberfchlägen. Da sich jetzt wieder höherer Luftoruck über bem Festlanbe aufbaut, ist mit langsam fortschreitenber allgemeiner Besserung bes Wetters unb auch roieber etwas höher ansteigenden Temperaturen zu rechnen, wenn auch Bestän- bigkeit für längere Zeit noch nicht abzusehen ist. Aussichten für Mittwoch: Vielfach aufgeheitert unb allgemein trocken, Temperaturen wenig geänbert, westliche bis nordwestliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Fortschreitende Wetterbesserung bei abflauender Luftbewegung, Tagestemperaturen höher ansteigend. Lufttemperaturen am 3. August: mittags 18,4 Grad Celsius, abends 13 Grad; am 4. August: morgens 13,8 Grad. Maximum 19,4 Grad, Minimum heute nacht 10,1 Grad. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik unb für bie Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. V. Dr. Fr. W. Lange; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: i. V. Hans Thein. D. A. VI. 36: 9400. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- unb (Steinbruderei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 von 1. Juni 1935 gültig. 4872D 4862 D Schr. Ang. unt. b ei Brühl,GieBen03504 a. d. G.A. KleineAnzeigen Im Gießener Anzeiger werden von Tausenden unb aelek-n wurde uns nach kurzer, schwerer Krankheit auf der Reise in Birkenfeld a. d. Nahe durch den Tod entrissen. Büdingen, den 2. August 1936. Die Beisetzung findet am Mittwoch, dem 5. August, nachmittags 4 Uhr, von der Friedhofskapelle in Büdingen aus statt. Suche sofort ein braves Küchenmädchen Restauration Voller ier-n Im Namen der Hinterbliebenen: Käthe Senßfelder und Kinder. |Stelfenangebote Kinberliebes Mädchen f. sofort gesucht, ^rau Wiele Restaurant Forstgarten. 4bfl8D kMlM im Nordviertel der Stadt für Weitzbindergesch. zu pachten ges. TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen 1086 a Bahnhofstraße Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verlust sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir nochmals dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte, den Aerzten und Schwestern sowie dem Personal der Chirurgischen Klinik für die liebevolle Pflege an der Entschlafenen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hermann Becher Gießen, den 4. August 1936. TecMer- IMng finbet Stellung im Architektenbüro 4866Ö Nicolaus And. Johannes- kirche 5. Mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, unser guter Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Ludwig Senßfelder Fürstlicher Baumeister Bäcker- Geselle gesucht. 4867V Badetet müllet Qrtifprnnep 9? Keine Zeugnisse in Urschrift lonDem nur Zeugnis ablchritlen vem Be- werbungsichreiven bei- fegen — Lichtbilder unvBewerbunqsunter» lagen müflen tut Vermeidung oon Verlusten aus der Nücljeite -tarnen und Änschrtil Bewerbers tragenl Surrg. Mädchen mit Handelsschulbildung von angesehenem Betriebs- unternehmen in Gießen als gesucht. Bewerbung mit Leistungsangaben in Kurz- und Maschinenschrift, Alter und Eintrittszeit unter 487ID an den GießenerAnzeiger erbeten Speisezimmer moderne Form, NußbaumiMaser pol., besteh, aus: 1 Büfett 240 cm breit 1 Vitrine 130 cm breit 1 Anszugtisch n. 4 Sttth e m. 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Aus dem Inhalt: Parade im Frühling - Ein Elchkalb torkelt ins Leben-Im Sommer- glühen — Elk, der Schaufler vom Meer — Die hohe Zeit — Der Kapitalschaufler von Helenawerder - Der Starke und der Dolch- endige-Auf der Hochdüne-Elche im Schnee. Der Verfasser, Hauptschriftleiter des ,Me- meler Dampfbootes", ist in seiner Heimat bekannt als ein ausgezeichneter Elchkenner. Sein Leben lang hat er dieses urwüchsige Tier der heimischen Landschaft auf der Ku- rischen Nehrung beobachtet und bietet nun aus seiner umfangreichen Lichtbildsammluug die schönsten Ergebnisse seiner jahrzehnte- langen Kamerojagd in einer überraschenden Fülle und Vielseitigkeit. Martin Kaktes hat wirklich das Intimste aus dem Leben der Elche zu ollen Jahreszeiten mit seinem Jau- berkasten belauscht und kann uns nun so ziemlich alle Geschehnisse aus dem Elchgebiet zwischen Meer und Memel in ganz ausgezeichneten Lichtbildreihen vor Augen führen. Datz er aber nicht »ur einer unserer besten Naturlichtbildner, sondern auch ein außer- gewöhnlich begabter Schriftsteller ist, der seine Erlednisie spannend und unterhaltsam zu berichten weiß, wird die Freude am Besitz dieses schönen Buches verdoppeln. Alle Füger unb Freunde der Natur müsien dieses schöne Elchbuch besitzen. Bestellungen nehmen olle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Allen Freunden und Gönnern des Restaurant Forstgarten zur gefl. Kenntnis, daß ich mit dem heutigen Tage die Wirtschaft eröffnet habe Ködie und Heller bieten reichhaltige Auswahl Vorzüglicher Bohnenkaffee - Spezial-Anstich: Dortmunder Union-Bier.- t_t x. ' - T" .V- < < 5 V~-y ; ,A -1 i z,?■'/'■ .7*7.- /***•.;• ch ' MW I ’ » C 7 i c *■ * I * M > & ■■■■ #,.; r:; ■ - UV' K^: .. . ,.<•;- :» r einbrechender Dunkelheit Aus der Provinzialhauptstadt Der Keuerwehrtag in Lollar und einen Teil des Festzuges der Feuerwehren am hren des Kreises Gießen Nachmittag. Links: Steigerübung der Lollarer der zeigen einen Ausschnitt aus Wehr. (Aufn.: Neuner) Rechts: Freiw. Gailsche Feuer- und demnächste auch in Berlin ihr urwüchsiges Spiel zeigen wird. Der weitere Verlauf des Nachmittags brachte neben Musik und Tanz noch eine kühne artistische Darbietung. Der Artist, der einen hohen Mast aufgestellt hatte, zeigte der großen Menschenmenge einen Zahnkraftakt und sorgte abschließend für eine Sensation, indem er sich an einem schräg gespannten Seil von der Höhe seines Mastes, mit den Zähnen das eigene Körpergewicht an einem Knebel haltend, auf langer Bahn rasch zur Erde gleiten Die Aufführung des Laienspiels „Es Kroagekneppche" der Wetterauer Spielschar. (Aufnahme: Pfaff, Gießen.) ließ. Auch er fand starken Beifall. Die Darbietung erinnerte sehr an die Zeiten, da die Familie Knie von Markt zu Markt und von Stadt zu Stadt zog man nicht hinter dem Ladentisch stand. Man konnte Salz- und Tannen- und Höhenluft atmen: man konnte im Moos liegen und sich blaue Finger und rote Münder holen bei den Heidel-, Him- und Erd- beeren: man konnte sich — wenn man welches hatte — den Wind durchs Haar wehen und die Sonne und Sterne auf das Fell scheinen lassen, man konnte die Stunden ausfüllen, indem man Spaziergänge machte und badete und dabei an die nächste Abfütterung dachte und an sonst nichts. Wahrhaftig, ich hatte das fast vergessen. Und nun sah ich auch, daß meine kleine Freundin ganz andere Augen hatte als vorher. Sie sah aus, als hätte sie heute grüne Wiesen und blauen Himmel, rote Dächer und weiße Wolken zu verkaufen. Manchmal fällt es doch verteufelt schwer, nicht neidisch zu sein: da sie wohl sicherlich um sieben Uhr nicht ganz mutterseelenallein vom Geschäft nach Hause geht, so hätte ich mir heute gewünscht, der zu sein, dem sie von all dem Wald und Himmel, von allen diesen Wolken und Wiesen erzählt. Ich hätte ihr ja als Gegengabe von dem erzählen können, was inzwischen in der Stadt geschehen ist. Doch ich denke: der junge Mann, der sie abholt, wird ja wohl noch besser wissen, was er ihr nach so langer Trennung zu erzählen hat. D. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria - Palast, Seltersweg: „Wir sind vom Schottischen Infanterie-Regiment". Personalwechsel im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Außer den bisher genannten Mitgliedern scheidet auch Kurt Lüple nach gütlicher Lösung seines machten. Gestern fand der neue „Gießener Wäldchestag' mit einer Nachfeier seinen Abschluß. M.-Sommerfest - Gießener Mdches-Tag Zur Festwoche „Freizeit und Erholung". Sie war in Urlaub. Ich habe eine kleine Freundin. (D bitte, nicht als ob!) Wenn wir uns sehen, trennt uns ein breiter Derkaufstisch, sie dahinter, ich davor. — „Bitte, Sie wünschen?" fragt sie. — Na schön, und dann wünsche ich mir etwas für mein Geld. Und wenn wir uns auf der Straße begegnen, dann grüßen wir uns freundlich wie gute Geschäftsbekannte; ich aber denke dabei jedesmal angestrengt nach, was ich mir wieder einmal „wünschen" könnte. Vor vierzehn nun war sie plötzlich weg, war einfach nicht da, wohin sie gehörte. — Krank? — Ich wußte es nicht. Eine andere bediente mich, die auch recht nett war, aber meine Wünsche waren nicht besonders lebhaft. Ich hätte fragen können: „Entschuldigen Sie, ist das Fräulein, das sonst immer hier ist, krank?" — Aber ich fragte nicht. Warum eigentlich? Wenn es sich um eine alte Frau gehandelt hätte, dann hätte ich doch sicherlich keine Bedenken gehabt zu fragen ... Komische Welt, das. Ich hatte noch ein paarmal „Wünsche" in der Zwischenzeit, aber es dauerte genau 14 Tage, bis sie wieder so erfüllt wurden, wie ich es wünschte. — „Sagen Sie", meinte ich vorsichtig, „Sie waren doch wohl nicht krank? Sie sind ja so braun." — „Nein, ich war nicht krank." — Sie lächelte. — Pause. — „Ich war in Urlaub", sagte sie dann, „im Schwarzwald." Ja so, richtig, daran hatte ich gar nicht gedacht. Es gab ja auch noch einen Schwarzwald, und es gab einen Odenwald und eine Rhön und einen Vogelsberg, eine Hardt und einen Spessart, und es gab sogar bayerische Berge, und die Ost- und die Nordsee plätscherten und rauschten wohl auch I noch. Man mußte also gar nicht krank sein, wenn In Verbindung mit der Feier des 60jährigen der Herbstverbandstag der Freiwilli Bestehens der Freiwilligen Feuer- gen Feuerweh--"'/'" ®rö,tdS wehr Lollar fand am vorigen Sonntag in statt. Unsere Bilder zeigen ..... ...--v—-- — v v ~ „v ' /Of~t mr Lollar -- wie gestern von uns bereits berichtet — der Uebung der Lollarer Feuerwehr am Vormittag wehr Gießen im Festzug. (Aufn.: Pfaff, Gießen.) Wetterauer Mundart tat ein übriges, um den volksverbundenen Charakter des Spiels zu vertiefen. Die Darsteller spielten ebenso frisch und einfach wie das Stück war, gaben sich so natürlich, daß es eine helle Freude war, dabei zu sein. Das verzweifelte Suchen des Bauern nach seinem „Kroagekneppche", die lustiae Auseinandersetzung der Bäuerin mit den Lebensgewohnheiten in Stadt und Land, die derb-witzigen amtlichen Ankündigungen des Gemeindedieners und der Redeschwall des wahren Jakobs — das alles löste viel Lachen aus tiefstem Herzensgrund und große Freude aus. Dankbarer Beifall wurde der kleinen Spielschar zuteil, die noch am gleichen Abend in Dortelweil auftrat Es war keine Mühe gescheut worden, dem neuerstandenen „Gießener Wäldches-Ta g", in der Form eines Sommerfestes der Volksgemeinschaft, schon von vornherein den Erfolg zu sichern. Die Kreiswaltung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und der Festwirt haben es an nichts fehlen lassen und alles getan, um für die Gäste aus der Stadt und der Umgebung (aus Krofdorf, Wißmar, Launsbach und Heuchelheim hatten sich auch viele Festbesucher mit Kind und Kegel zum Hauptfesttag, Sonntagnachmittag, eingefunden) einen angenehmen Aufenthalt zu schaffen und einige unterhaltsame Stunden zu bereiten. Trotzdem der Wetterbericht für das Wochenende wenig tröstlich lautete, hatte man selbst dieses Risiko auf sich genommen, obwohl man wußte, daß bei schlechtem oder gar Regenwetter nichts zu hoffen gewesen wäre. Der Unternehmungsgeist der Veranstalter wurde aber von Petrus gewürdigt. Ein prächtiger, nicht zu heißer Sonntagnachmittag war der schönen Sache günstig. So setzte auch bald ein lebhafter Zustrom der Besucher ein. Gerne nahm man an den Tischen unter Zelten Platz, lauschte der Musik eines Teils des Musikzuges der Standarte 116, der auch eifrig zum Tanz aufspielte. Von der Gelegenheit zum Tanz machte die Jugend auf den beiden großen Flächen reichlich Gebrauch. Für die Kinder gab es Karussell und Kasperltheater, mit begehrlichen Augen umstrichen sie den großen Zuckerstand, auf dem allerlei angenehme Sachen ausgebreitet waren und guten Absatz fanden. Ein B'atwurststand war ebenfalls gut besucht. Dem zum Volkssport gewordenen Schießen wurde von der männlichen Jugend ausgiebig gehuldigt. Im Mittelpunkt des Sonntagnachmittags stand eine Aufführung der Wetterauer Spielschar aus Friedberg, die den witzigen kleinen Schwank „Es Kroagekneppche" von „Unkel Kuneroad" (Oberstudiendirektor P h i l i p p s - Friedberg) zur Aufführung brachte. Von einer einfachen, aber trotzdem recht originellen Szenerie wurde ein Spiel gezeigt, unmittelbar dem Leben abgelauscht und so lebens- wahr dargestellt, daß wohl kaum einer der nach Hunderten zählenden Zuschauer auch nur den Blick von der Aufführung wenden wollte. In den Versen kam viel schlichter und wahrhafter Humor zum Ausdruck, der weitab von jeglicher „Stimmungsmache" lag. Die hübsche und unverfälschte und ihre Seiltänzerkunststücke zeigte. Der Rest des Tages war ausschließlich dem Tanz gewidmet, der die Jugend bis in die Nacht hinein beisammenhielt, während die Familien sich bei “ ..... auf dem Heimweg machts mi öffentlich — dees ihr verärgerte Großmama wieder die do weiter, Leut unterhalten und mag i net." Am Schnittpunkt zweier Straßen, in den Berten um die Au, vor einem Gaschaus, war es dem Gemischtwarenhändler Dieringer am Mittwochabend geschehen: im Verlauf eines Wortwechsels hatte die Faust eines Betrunkenen seine Nase gestreift. Resultat: ihm blutete die Nase und der andere verschwand blitzartig. Wie es so geht: die hilfreichen Straßengänger, die drei Minuten vorher unsichtbar gewesen waren, milie versteckt sich hinter Zeitungen und gibt sich Mühe, so unhörbar wie möglich zu bleiben. Da wendet sich Ursula, die grübelnd in sich versunken gewesen war, plötzlich zu Großmama und sagt strahlend im Ton treuer Geschäftigkeit: „Das Bohnerwachs hat solche schöne Büchsen! Da werd ich mal die nächste, wenn sie leer ist, zurückstellen — geln's, gnädige Frau?" Sie wartet vergeblich auf die erhoffte Zustimmung. Großmama geht rasch auf ein anderes, mehr gegenwärtiges Thema über. umringten Dieringer plötzlich mit lästigen Teilnahmebezeigungen. Drohungen gegen den abwesenden Täter erfüllten die Luft. Mutmaßungen, wes Standes und Art der — gelinde gesagt — Unhöfliche sein möge, gaben erwünschten Unterhalmeidliche. „Ich lasse mich doch verbrennen!", sagt die alte Dame eigensinnig. Sie sagt es so gereizt, daß ein Unbeteiligter annehmen müßte, die Familie wollte ihr diesen Genuß durchaus nicht vergönnen. Aber die Familie trinkt friedlich Kaffee und denkt nicht entfernt an Maßnahmen solcher Art. Die alte Dame ist empört, daß kein Widerspruch erfolgt. Niemand fleht sie an, das schmerzliche Thema fallen zu lassen. Nicht einmal die alte Ursula, die dienend aus und eingeht und das Recht hat, an der Unterhaltung teilzunehmen, legt gemütvoll Verwahrung ein. Großmama schießt einen grimmigen Blick über die Brille und setzt zu einem neuen Vorstoß an: „Aber eine Urne will ich nicht! Das sage ich gleich! Für eine alte Frau wie ich ist eine Urne nichts als Firlefanz und außerdem —" Jetzt kommt Teils Geschoß. . „— und außerdem soll sich wegen mir niemand Ausgaben machen. Eine gewöhnliche Blechbüchse für das bißchen Asche — und weg damit!' Da, endlich, rührt sich wenigstens die treue Ursula. „Aber gnädige Frau", begehrt sie in ihrem etwas weinerlichen Tonfall auf, „wo nehmen wir denn dann gleich eine Blechbüchse her?" Die alte Dame stutzt. Diese Stimme des Herzens scheint nicht ganz ihrer Erwartung zu entsprechen. Ihr Gesicht verzieht sich ein bißchen. Die Fa- Schwärmerei von einer Atelier-Wohnung. Don Christian Bock Wie ein Kerl, der umhergeht und mit seinem Mädchen prahlt, der jedem, den er in den Straßen trifft, mit Worten, die er aus den Wolken holt, erzählt, wie wundersam sie ist — so gehe ich seit Tagen herum und halte jeden an, den ich sehe, umarme Leute, die ich gar nicht kenne und sage ihnen: „Herr, eine Atelier-Wohnung habe ich gemietet — so eine Wohnung haben Sie noch nicht gesehen!" und wenn ich erst einen Menschen gefunden habe, auf den ich einreden kann, lasse ich ihn nicht mehr weg, ich schleppe ihn an einen Tisch, ich nehme irgendein Papier und Blei und „Setz dich hin, Bruderherz!" — dann male ich ihm den Grundriß der Wohnung auf mit schwärmerischen Strichen. „Dies also", sage ich, „ist der Atelier-Raum, fünf Meter fünfundzwanzig mal fünf Meter siebzig — so groß" (und ich sehe aus meiner Zeichnung auf und mache eine Handbewegung, die die Horizonte mißt). „So — hier vorne," male ich weiter, sind nun drei quadratische Fenster, rundherum von einem einzigen breiten Holzrahmen eingefaßt, und hier oben links also sind die beiden schrägen Atelier-Fenster. Ich will einen Sessel haben mitten darunter — tags, mein Herr, schwimmen die Wolken darüber weg von Ost nach West oder wie der Wind weht, und jeden Tag ein Mal werden Sie mich mit einer Leiter auf dem Dache sehen, die großen Fensterscheiben blank zu putzen, daß der Him- mel herein kann ohne Hindernis, daß nicht alle zwölf Monate des Jahres gleich grau vorubergehn im blinden Glas, daß mich nicht die Jahresmiete ^Und nachts und abends hängt der brüderliche Mond in den Fensterrahmen, man kann ihm Guten Heute hatte es -----n— —.... einmal mit ihrem letzten Willen. Die Familie fitzt beim Nachmittagskaffee und ergibt sich ins Unoer- tungsstoff. Eine unangenehme Geschäfttgkeit umbraust den peinlich berührten Dieringer. Nun gut, eine Weile hielt er, während er mit dem Taschentuch den sprudelnden roten Quell zu dämmen versuchte, dem Ansturm stand. Dann ober wurde ihm soviel Teilnahme unangenehm. Indem er die so geräuschvoll um ihn Besorgten mit dem einen Arm zurückschob, stieß er, immer noch die verletzte Nase betupfend, verdrossen hervor: „Gehts mir Hamm uns ganz privat Grüße aus München. Von Peter Scher. Unerforschte Gebräuche einem Fremden vorzuführen, hat immer besonderen Reiz. Als wir unseren Berliner Freund in Zenzis, der Kellnerin, Ob- Hut hochbeglückt sahen, waren wir gerührt, obgleich wir das schon öfter erlebt hatten. Am zweiten Tag, als wir uns an den Tisch setzten, erinnerte sie sich auf der Stelle, daß er am Tage zuvor eine Brezel, statt einer Semmel genommen hatte. „Wunderbar!", jubelte unser Berliner Freund vor Freude, sich endlich wieder einmal persönlich behandelt zu sehen. , . _. Noch dem Braten zündet er sich eine Zigarette an und rauchte behaglich, um sich für die Süßspeise neuen Appetit zu machen. Als die Kellnerin ihn rauchen sah, tauschte sie einen verständnisinnigen Blick mit ihm und verschwand. „Seht ihr", sagte er vergnügt, „sie bringt den Nachtisch nicht gleich angeschleppt, weil sie sieht, daß ich rauche. In Berlin spielt sich alles maschinell ab. Wirklich angenehm, einmal ganz persönlich behandelt zu werden." Die Zigarette war zu Ende. Wer nicht kam war die Zenzi. Unser Freund wurde unruhig. Jetzt hatte Die Süßspeise wirklich da sein können! Er trommelte nervös auf den Tisch und reckte den Hals. Keine Zenzi war zu sehen. Schließlich steckte er fid) nod) eine Zigarette an. Er rauchte haltig, zusehends verfinsterte sich sein Gesicht. „Mein Appetit ist weg!", sagte er tief gekränkt. Da kam die Zenzi. ,, ,r , . „Was ist denn mit meiner Süßspeise? , begehrte er aust .. . ,, . „Wia dees?", fragte die Zenzi mit dem unschul- digsten Gesicht, ja fast ein wenig beleidigt, „Sie warn doch schon beim Rauchen da hab i mir denkt, Sie rnögn nimmer —" Abend wünschen, so nahe ist er hier, man kann ihm Reden halten, wenn man will, und kann Gedichte auf ihn machen, wenn er aus den Wolken kommt, und ich werde ihn oben am Atelier-Fenster immer mit „Herr" anreden, den Mond: Guten Abend, Herr Mond! — Ja, welcher sentimentale Bursche hat eigentlich diesen Lumpenhund zu einer Frau gemacht?" Und wenn ich mich nun umsehe nach solcher Frage, was der Mitmensch dazu sagt, dem ich hier meine Wohnung erkläre, da hat sich vielleicht der Mitmensch längst hinter meinem Rücken zur Tür hinausgedrückt, weil es ihm zu fade mar, meiner Verrücktheit höflich zuzuhören, aber es tut ja nichts. So einer ist es auch nicht wert, sage ich euch, und ich male schon allein an meinem Grundriß weiter. Er soll ruhig gehen, der Herr Mitmensch, und soll ruhig draußen auf der Straße den Leuten Zeichen machen, daß drinnen einer sitzt, der einen Sparren im Kopf hat. Den Atelier-Raum habe ich euch erklärt, nicht wahr, und nebenan gibt es noch einen Roum, einen kleineren, in dem ich, müde von der Welt, schlafen will. Und es sollen in beiden Räumen, hier und da, sehr alte Möbelstücke stehen, Schränke, die schief vor Alter sind, die in den Angeln knarren, wenn man ihre Türen öffnet, dickbauchige Truhen, die ganz und gar von Würmern zerfressen sind, und Tische mit einer groben rauhen Haut — ich will keine Tische, in denen man seinen Bartwuchs spiegeln kann, und meine Gäste sollen nicht „Euer Gnaden" zu mir sagen, weil alle Tischflächen so vornehm glänzen. Es werden auch manchmal Flaschen daraufstehen mit lustigen runden Bäuchen, und wenn mein Gäste gegangen sind, dürfen sie meinethalben sagen „Der Wein war schlecht" — aber sie müssen es loben, daß man beim Trinken die Beine auf den Tisch legen durfte. Jetzt aber, Bruder Mitmensch, kommt das Wunderbarste. Wir sind hoch im fünften Stockwerk, wie du weißt, und wenn du nun durch das kleinere Zimmer gehst, so kommst du unversehens durch eine □reite Tür auf einen Dachgarten. Man sitzt im Freien mitten unterm Himmel, man sieht beinah den Horizont, die Sonne, wenn sie scheint, spaziert dir geradewegs auf den Schädel, und aus den Blumenkästen ringsherum blühen die Monatsrosen und Pelargonien, falls du Monatsrosen und Pelargonien gepflanzt hast. Und abends kommen die langen Schotten über den Dächern herauf und kühlen deine Schläfen. bereits für die kommende Spielzeit abgeschlossenen Vertrages aus dem Verband des Stadttheaters Gießen aus; Herr Lüpke wurde von Intendant Kurt Gerdes als Spielleiter und Schauspieler an das Stadttheater Oberhausen berufen. Für den ausscheidenden Künstler verpflichtete Intendant Schultze-Griesheim den Schauspieler Hans Geißler vom Neuen Theater Hamburg als ersten Chargenspieler. Die öcutfdic Arbeitsfront / n.S.=ßemcinf(haft „Kraft Ourdi frcuöc Rhelnfahrl. Zu .ber Rheinfahrt am 16. August sind noch eine große Anzahl Plätze frei. Anmeldungen müssen umgehend bis zum 8. August auf der Kreisdienststelle Gießen abgegeben werden. Der Fahrpreis von 4,30 Reichsmark pro Teilnehmer ist bei der Anmeldung sofort zu bezahlen. Erfolgversprechende „Braune Messe^ in Gießen. Die für die Zeit vom 25. September bis 4. Oktober vorgesehene „Braune Messe" und „Deutsche Woche" in Gießen dürste sich, wie wir von der Ausstel- lungsleitung hören, zu einem schönen Erfolg gestalten. Lebhafte Nachfrage nach Ausstellungsraum herrscht bereits aus allen Kreisen der Wirtschaft. Ein großer Teil der zur Verfügung stehenden Ausstel- lunaskojen ist bereits vergeben. Diele Geschäftsleute, die die Ausstellung beschicken, geben ihrer Befriedigung darüber Ausdruck, daß die Grundausstattung der Ausstellungsräume einheitlich sein wird. Auch die Beschriftung soll nach einheitlichen Gesichtspunkten in einer klaren, künstlerischen deutschen Schrift erfolgen. An der großen Schau wird sich neben der Wirtschaft auch das Deutsche Frauenwerk mit seiner Abteilung „Hauswirtschaft — Volkswirtschaft" beteiligen. Durch Beteiligung der Landmaschinenindustrie hofft man, daß sich die Landbevölkerung für die Braune Messe ebenfalls lebhaft interessieren wird. Neue Lehrgänge in Kurzschrift und Maschinenschreiben in der Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront. Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Gießen, schreibt uns: Die Ferienzeit geht ihrem Ende zu. Am 18. August soll die Arbeit wieder ausgenommen werden. Wir wollen nicht warten, bis die letzten Ferientage vorüber sind, sondern bereits heute machen wir erneut darauf aufmerksam, daß es Sache jedes Arbeitskameraden ist, sich beruflich so auszubilden, daß er den Anforderungen im Berufsleben gewachsen ist. Die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront führt im Winterhalbjahr 1936/37 wiederum Lehrgänge in Kurzschrift und Maschinenschreiben durch. Unzählige Menschen haben durch ihre fachgemäße Ausbildung in diesen beiden unentbehrlichen Arbeitsfaktoren wieder Beschäftigung und somit Arbeit und Brot gefunden, aber noch größer ist die Zahl derer, die in der Kurzschrift nur Anfängerkenntnisse besitzen und «uf Ler Schreibmaschine sich immer noch mit zwei oder vier Fingern obquälen. Dies haben die Reichsberufswettkämpfe und die Kaufmannsgehilfenprüfungen bewiesen. Warum also diese Laienarbeit? Von jedem Handwerker verlangt man fachmännische Arbeit, er muß gelernt haben, mit seinem Handwerksgerät umzugehen. Er muß es so zu meistern vermögen, daß seine Arbeit Zweck und Nutzen hat. Die Erlernung des Maschinenschreibens wird in weiten Kreisen immer noch als eine unnötige Sache angesehen und darum nicht zur Genüge unterstützt. Es herrscht hier oft das Vorurteil, daß in der Praxis das Blindschreiben doch nicht angewandt wird. Der Grund ist aber darin zu suchen, daß die meisten überhaupt keine oder nur eine ungenügende Ausbildung genossen haben. Die Blindschreibemethode ist die einzig richtige und zweckentsprechende Bedienung der Schreibmaschine, da eine vollwertige Auswirkung aller Finger oorge- nommen wird und somit eine weit höhere Leistungsfähigkeit erzielt werden kann. Der Gesichtssinn ist immer dem Stenogramm oder der Vorlage zugewandt. Gerade durch die Ausschaltung des Gesichtssinnes wird die Leistungsfähigkeit erhöht, Augen und Nerven geschont. Jede Arbeit bedarf einer Anleitung, darum ist auch die Erlernung des Maschinenschreibens eine sehr berechtigte Forderung. Die Deutsche Kurzschrift ist ebenso wichtig wie die Schreibmaschine, da es zwei Arbeitsgebiete sind, die unbedingt zusammengehören. Wenn man sich überlegt, welche Bedeutung der Kurzschrift in der Wirtschaft und bei den Behörden zukommt, so sollte man nicht glauben, daß es noch Arbeitskameraden gibt, die noch auf dem Standpunkt stehen, ohne Kurzschrift ihren Beruf als Handlungsgehilfe, Büroangestellter usw. ausüben zu können. Die meisten bringen aber nicht den Willen und die Ausdauer auf, sich für ihre Arbeit einzusetzen und so lange auszuhalten, bis sie auch wirklich etwas leisten können. Unsere Wirtschaft braucht Fachkräfte und keine Anfänger, Menschen der Tat, die sich in der strengen Verfolgung ihres Zieles ihre Laufbahn ebnen. Die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront besitzt Fachkräfte der Praxis und des Unterrichts, die durch ihre langjährige Erfahrung die beste Gewähr für einen sicheren Erfolg geben. Wir rufen allen Arbeitskameraden, die ihre Tätigkeit mit dem Schreibgerät zu verrichten haben, zu: Besucht unsere Lehrgänge in Kurzschrift und Maschinenschreiben! Auskunft und Anmeldung bei der Abtlg. für Berufserziehung und Betriebsführung in der DAF., Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 5, Ruf: 3275. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 4. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 13, Klasse C 11)4, Wirsing, Vi kg 8 bis 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 15 bis 25, Erbsen 15 bis 25, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln, neue, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5,50 bis 6 Mark, Frühäpfel, V» kg 20 bis 50 Pf., Falläpfel 7 bis 8, Birnen 20 bis 40, Nüsse 45, Mirabellen 35 bis 40, Renekloden 35 bis 40, Zwetschen 30 bis 45, Pflaumen 25 bis 45, Kirschen 30 bis 35, Pfirsiche 50 bis 55, Himbeeren 25 bis 30, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 45, Heidelbeeren 30 bis 35, Stachelbeeren 10 bis 15, Johannisbeeren 10 bis 15 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Blumenkohl, das S'ück 10 bis 70 Pf., Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1 bis 5, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. ** Fünfundachtzig Jahre alt. Am kommenden Donnerstag, 6. August, wird Frau Antonie Unverzagt, geborene Eigenbrodt, Liebigftr. 62 wohnhaft, 85 Jahre alt. Die Jubilarin ist noch sehr rüstig und hofft, im nächsten Dezember mit ihrem Gatten das Fest der diamantenen Hochzeit feiern zu können. Das Ehepaar Unverzagt ist seit vielen Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Haus- und Straßenfammlungen für das Rote Kreuz. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern hat dem Deutschen Roten Kreuz die Genehmigung erteilt, am 9. August im ganzen Reichsgebiet Haus- und Straßensammlungen durch den Verkauf von Abzeichen zu veranstalten. Mit den Sammlungen darf nicht vor dem 9. August begonnen werden. ** Neubau einer Bedürfnisanstalt am Wernerwall. Schon feit Jahren war an dieser Stelle der Stadt die Errichtung einer Bedürfnisanstalt dringendes Erfordernis. Jetzt wird mit den Bauarbeiten begonnen. Die neue Einrichtung ist für Männer und Frauen gedacht, ferner soll eine Wartefrau untergebracht und der Einbau eines Verkaufsstandes an der Südseite des Gebäudes vorgesehen werden. Das Gebäude soll als Hallenbau, dessen Umfassungen in Klinkeroerblendung und die Dachdeckung in Biberschwanzziegel zur Ausführung kommen. Für die innere Einrichtung werden alle Neuerungen auf hygienischem Gebiet Verwendung finden. Es wird damit zu rechnen fein, daß die Anstalt schon im Herbst in Benutzung genommen werden kann. ** Seinen schweren Verletzungen er- legen. Der Dienstknecht Konrad Reutzel aus Merkenfritz (Kreis Büdingen), der — wie gestern berichtet, — in der Nacht zum Sonntag in Merkenfritz von einem Auto aus Frankfurt a. M. überfahren worden war, ist am gestrigen Montagmittag in der Chirurgischen Klinik in Gießen an seinen schweren Verletzungen gestorben. ** Oeffentliche Bücherholle. Im Juli wurden 1595 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Zeitschriften 6, Gedichte und Dramen 4, Erzählende Literatur 1062, Jugendschriften 258, Länder- und Völkerkunde 86, Kulturgeschichte 4, Geschichte und Biographien 103, Kunstgeschichte 2, Naturwissenschaft und Technologie 38, Heer- und Seewesen 14, Hausund Landwirtschaft 1, Gesundheitslehre 1, Religion und Philosophie 2, Staatswissenschaft 6, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches 2 Bände. Nach auswärts körn 1 Band. ** Neue Leitung in der Forst garten- Wirtschaft. Wie im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben wird, ist das Restaurant Forstgarten unter der Leitung eines neuen Wirtes heute wieder eröffnet worden. Wir sind bei der Arbeit. Von Heini (Sfeufring, Gausachbearbeiier der Gauamtsleitung der NSV. Noch vor wenigen Wochen hat die Gauamtsleitung der NS.-Volkswohlfahrt in einer großen Werbeaktion alle Volksgenossen aufgefordert, sich zur Mithilfe bereit zu erklären und Freiplätze und Kinderpflegestellen zur Verfügung zu stellen. Der Appell war, wie dies von der opferwilligen Bevölkerung unseres Gaues zu erwarten war, von Erfolg. Das Verständnis opferbereiter Volksgenossen hat Kinder- sonderzüge in unseren Gau kommen lassen, hat Tausenden von Urlaubern, alten bewährten Kämpfern des Führers, bedürftigen und würdigen Volksgenossen Erholung gegeben. Frohe Kinderherzen haben in einer mehrwöchigen Aufenthaltszeit hier ein Stückchen Land kennengelernt, sie haben im wahrsten Sinne des Wortes in ihr Kinderland fahren dürfen, in ein Land, das es sich wieder zu eigen macht, sein heiligstes Gut, die Jugend zu schützen und zu schirmen, die Juaend als das kostbarste Kleinod zu betreuen. Diese Aktion sieht ihre Hauptaufgabe darin, erbgefunbe Jugend so zu betreuen, daß sie als erbgesundes Gut erhalten bleibt und aus diesem erbgesunden Gut ein Geschlecht wird, das in der Lage ist, tausendjährige Geschichte zu gestalten. Wir haben sie kommen sehen aus Berlin, Düsseldorf, Westfalen-Nord, Schlesien usw. — sie alle kamen im Auftrage des Führers, im Auftrage der Gemeinschaft des Volkes, und sie sollten und sollen sich bei sozial denkenden Menschen erholen. Dieses hundertfache Heil-Hitler-Rufen beim Abschiednehmen zeugt davon, wie stark und wie innig jenes Kinderherz jetzt schon zu fesseln vermag. Jedes Kind weiß und fühlt es, wenn Menschen ihm gut sind, wenn eine Gemeinschaft versteht, in ihm das Gute zu wecken. Jedes Kind fühlt deutlich die Stärke eines Zusammengehörigkeitsgefühls, erkennt deutlich die Gemeinschaftlichkeit. Alle, die uns geholfen haben, Glück und Freude zu spenden, haben sicherlich schon den Dank abgestattet bekommen von jebem Kind, bas Aufnahme gefunben hatte. Heim fuhren sie mit einem Erlebnis reicher, fuhren zurück unb haben verspürt, daß jenes Land, in das sie als Kinder hinausgefahren sind, ihr Land auch bleiben wird, wenn sie dereinst mithelfen tragen müssen, mit» helfen gestalten müssen, mit verantwortlich sind an dem Schicksal der Nation. Und so wie die Kinderlandverschickung sich segensreich bis jetzt, wo fie auf ihrem Höhepunkt angelangt ist, ausgewirkt hat, so hat sich auch die Hitler-Freiplatz-Aktion, in der die ältere Generation berücksichtigt wird, zum guten Erfolge durchgesetzt. Auch hier sind sie von allen Gauen unseres Reiches gekommen, gleich ob sie der Bewegung angehörten ober nicht. Nur eins ist Bebin- gung, und dies wird vor alles gestellt, die Charakterfestigkeit, die Würdigkeit der Person des Urlaubers und die Bedürftigkeit. Er, der vielleicht jahrelang Not und Elend kennengelernt hat, ja, der heute noch an den Folgen jenes Schreckensregimentes zu leiden hat, er, der sich sozialistisch von keinem Menschen beeinflussen ließ, er fäyrt heute in Hitler-Urlaub, in ein neues Deutschl7 , i Das Laufwunder Jesse Owens zieht unwiderstehlich davon, keiner der Läufer kann mit diesem Neger Schritt halten, nur fein Landsmann und Kamerad Metcalfe auf der Außenbahn löst sich klar vom Felde und sprintet als Zweiter dem Ziele zu. Der Holländer Osendarp rettet die Ehre der euro- nnifrb0*1 (^nrinfpr hpnn mit fchartern Antritt reißt Seife Dmens zerreißt mit 103 Sekunden das Zielband, gefolgt von feinem farbigen Landsmann Metcalfe und dem hErcher Ofendarp. Leffe ro^be Fünfter hinter Wykoff (Amerika) vor Strandberg (Schweden). - (Scherl-Bildertnenft-M.) SroßerdeulscherDoppelersolgimHammerwersen Vor Beginn der Ausscheidungskämpfe im Hammerwerfen gab R i t t e r v. H a l t, der selbst ein großer Sportsmann ist, den Kämpfern eine Erklärung der Kampfregeln. — (Scherl-Bilderdienst-M.) U > ,, 1 - I 54,03 Meter im dritten Gang den zweiten Platt sicher hatte. Der Deutsche Meister Hein (Hamburg) kam mit 52,44 Meter auf den dritten Platt vor Koutonen (Finnland), Rowe und Favor (USA.). Greulich (Mannheim) schied mit 50,61 Meter als Siebter aus. Die Entscheidung des schönen Kampfes um die Medaillen lag nur noch zwischen den beiden deut- schen Werfern und dem seelenruhig und beherrscht, mit glänzender Technik schleudernden Schweden Warngard. Der deutsche Meister Hein fand jetzt erst seine wirkliche Form. Mit 54,70 Meter im ersten Durchgang holte er sich den zweiten Platz. Der gleich hinter ihm werfende Schwede bewies erneut seine große Nervenkraft, denn mit der Weite von^54,83 Meter brachte er sich erneut hinter den noch immer führenden Blask. Die Entscheidung brachte aber erst der dritte Durchgang. Oie Entscheidung. Den nervenaufreibenden Zweikampf Hein gegen Warngard entschied schließlich der große, durchaus nicht körperlich überstarke Hamburger zu seinen Gunsten. Mit oewundernswerter Konzentration und letzter Sammlung schleudert er den Hammer aus dem Wurfkreis und erzielt 56,49 Meter. Damit verbesserte er den wenige Minuten vorher aufgestellten olympischen und deutschen Rekord und sichert sich endgülttg die Goldmedaille vor dem „ewigen Zweitem Blask, der mit 55,04 Meter den Schweden Warngard mit 54,83 auf den dritten Platz verwies. Ein großer Erfolg der deutschen Hammerwerfer, die bis vor rund zwei Jahren noch Mühe hatten, überhaupt über 48 Meter zu kommen. Nickst zuletzt ist dieser wundervolle deutsche Doppelerfolg ein Sieg des deutschen Sportlehrers Christ- mann, der unsere Werfer auf die Olympiade vorbereitete. Olympischer Zeitplan für Mittwoch. Leichtathletik: 10.30 Uhr: Stabhochsprung (Ausscheidung); Diskuswerfen (Ausscheidung); 13.30 Uhr: 50-Kilometer- Gehen (Start); 15 Uhr: 200-Meter-Lauf (2 Vorentscheidungen); Diskuswerfen (Vorkampf und Entscheidung); 15.30 Uhr: 80-Meter-Hürdenlauf, Frauen (4 Vorläufe); 16 Uhr: Stabhochsprung (Entscheidung); 16.30 Uhr: 110-Meter-Hürdenlauf (6 Vorläufe); 17 Uhr: 1500-Meter-Lauf (4 Vorläufe); 17.30 Uhr: 80-Meter-Hürdenlauf, Frauen (2 Zwischenläufe); 18 Uhr: 200-Meter-Lauf (Entscheidung); 18.10 Uhr: 50-Kilometer-Gehen (Ankunft); 19.10 Uhr: Vorführung: Chinesisches Boren; Siegerzeremonien. (Alle Wettbewerbe im Olympia-Stadion). 9 Uhr: Moderner Fünfkampf (300 Meter beL Schwimmen) Schwimm-Stadion. 14 Uyr: Polo (Ausscheidungsspiele) Maifeld. 16.30 Uhr: Hockey-Turnier (Vorrunde) Indien—Ungarn, Japan—USA., Hockey-Stadion. 9 Uhr: Fechten, Florett-Einzel (1. Vorrunde); 15 Uhr: (2. Vorrunde); 20 Uhr: (Zwischenrunde); 17 Uhr: Frauen (Endrunde), Turnhalle-Kuppelsaal im Reichssportfeld. 20.30 Uhr: „Das Frankenburger Würfelspiel", Dietrich-Eckart-Bühne. 20 Uhr: Gewichtheben (Mittel- und Schwergewicht-Entscheidung), Deutschlandhalle. 17.30 Uhr: Fußball (Vorrunde) Aegypten— Oesterreich, Mommsen-Stadion; Polen—Ungarn, Post-Stadion. 10.30 Uhr: Segeln, Kieler Förde. Die Kämpfe auf der Aschenbahn. Oer 400-Meter-Lauf der Frauen. Drei deutsche Läuferinnen qualifizieren sich. Nach den Vorentscheidungen der Männer über die kurze Sprintsttecke kamen die schnellsten Läuferinnen der Welt in die Kampfbahn, um ihre Kräfte in den 100-Meter-Vorläufen zu messen. Die beiden besten jedes Rennens erreichen die Zwischenläufe. Gleich der erste Lauf bringt einen deutschen Sieg. Emmy Albus auf der zweiten Bahn liegt von dem ersten Meter ab vor der Oesterreicherin Vancura in Front und gewinnt leicht in 12,4 Sek. Im zweiten Lauf ist die amerikanische Weltrekordinhaberin Helen Stephens auf der Aschenbahn genau so überlegen rote ihr schwarzer Landsmann Jesse Owens in seinem Dorlauf. Mit mehr als 5 Meter siegt die Amerikanerin mühelos in der neuen Weltrekordzeit von 11,4 Sek. Im dritten Vorlauf kommt die Polin Walasiewicz auf der Innenbahn schwer aus den Löchern. Erst nach 50 Meter arbeitet sie sich nach vorne und gewinnt dann leicht in 12,5 vor der überraschend gut gelaufenen Eßmann (Finnland). Die Engländerin Htscock hott sich den vierten Dorlauf in flüssigem Stil in 12,6 Sek. nach kurzem Kamps gegen die Amerikanerin Rogers. Im fünften Vorlauf hatte unsere Käthe Kraus nur vier Gegnerinnen, vor denen sie spielend einherläuft und in 12,1 vor der Kanadierin Aileen Meagher gewinnt. Marie Dollinger (Deutschland) schafft itn letzten Vorlauf für ihre Farben in glänzendem Stil einen prächtigen Abschluß. In 12 Sekunden siegt sie vor der Engländerin Barbara Burke. In den Jubel der Zuschauer über den großartigen Erfolg im Hammerwerfen mischt sich die Freude, alle drei deutschen Mädchen in den 100= Meter-Zwischenläufen wiederzusehen. Und kommen auch in den Endlaufl Sehr spannend waren die beiden Zwischenläufe der Frauen über 100 Meter. Im ersten Lauf saßen Albus, Meagher, Stephens, Krauß, Vancura und Hiscock in den Startlöchern. Die Deutsche Emmi Albus hatte den betten Start, doch kam Helen Stephens mit ihrem fast männlichen Antritt schon bald an die Spitze, die sie auch bis ins Ziel behielt. In 11,5 Sek. siegte die Amerikanerin glatt vor Käthe Krauß und Emmi Albus, die sich gerade noch vor der Kanadierin Meagher rettend ms Ziel werfen konnte. Rogers, Dolfon, Esfman, Walasiewicz, Dollinger und Burke gingen im zweiten Zwischenlauf in der genannten Reihenfolge an den Ablauf. Es gab ein kraftvolles, gleichmäßiges Rennen. Nach der Hälfte lagen die Polin und die .. ■■ Die 10 000-Meter-Entscheidung brachte einen vollen Triumph der berühmten finnischen Langstreckler. S a l m i n e n gewann die Goldene, A s k o l a die Silberne und Iso Hollo die Bronzene Medaille. Großes Aufsehen erregte bei diesem Kampf der kleine sehnige Japaner Murakoso (an der Spitze), der viele Runden lang das Feld führte und nur fünf Sekunden hinter dem letzten Finnen ins Ziel lief. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Deutsche auf gleicher Höhe; die Ankunft im Ziel war ebenso knapp. Nur um Handbreite kam Marie Dollinger in glatt 12 Sek. vor der Polin ans Band, für die ebenfalls 12,0 Sek. gestoppt wurden. Den dritten Platz und damit die Teilnahmeberechtigung für den Endlauf erkämpfte sich die Amerikanerin Rogers. Alle drei deutschen Mädels haben sich also für den Endlauf durchgesetzt, ein nicht hoch genug zu bewertender Erfolg für den deutschen Frauensport. Unseren drei Mädels stehen zwei Amerikanerinnen und eine Polin gegenüber. Oie Vorläufe über 400-Meter-Hürden Die Deutschen Uottbrock und kürten erfolgreich. Im Stadion ruft der deutsche Meisterstarter Franz Miller die ersten vier Hürdenläufer der insgesamt sechs Vorrennen über 400 Meter zum Start. Der Ungar Kovacs ist stark überlegen, er läßt sich bis zu den letzten 50 Metern Zeit, geht dann aber spielend an dem Belgier Bosmans vorbei und siegt in 53,7. Ein glänzendes Rennen lief im zweiten Lauf der Deutsche Nottbrock auf her vierten Bahn. Er hielt das scharfe Tempo nicht nur durch, sondern hatte zum Schluß noch Kraft genug, den außen liegenden italienischen Altmeister Facelli um zwei Meter hinter sich zu lassen. Mit einem Meter Vorsprung ging er vor dem aus der Innenbahn liegenden Amerikaner Schofield in 54,7 Sek. durchs Ziel. Den dritten Lauf holte sich der Philippine Phite in 53,4 Sek. vor dem Kanadier Loaring. Die übrigen Teilnehmer hatten in diesem Rennen nicht viel zu sagen. Der deutsche Meister Scheele lief bis 350 Meter ein schönes Rennen. Dicht neben ihm lag der Amerikaner Patterson. Beide nahmen auf gleicher Höhe die letzten Hürden. Scheele wiegte sich in Sicherheit und stoppt ab. Da kommt in langen Sätzen der innen liegende Argentinier Lavenas vorgeschossen. Bevor der Deutsche wieder scharf antreten kann, hat er zwei Meter verloren und geht als aus» Sgeschiebener Dritter hinter dem in 54,4 Sekunden legenden Patterson und dem Argentinier Lavenas «urchs Ziel. Der Grieche M a n t i k a s gewann bas fünf te Vorrennen in 53,8 Sekunden vor Padilha Ma- galhaes-Brasilien. Die Überraschung war das Versagen des Schweden Areskoug, der hinter Jvanowic- Jugoslawien und Rushton-Südafrika nur Fünfter wurde. Mit Spannung erwartete man den 6. Vorlauf, in dem Kürten auf der ersten Bahn ein klug eingeteiltes Rennen gegen den amerikanischen Weltrekordmann Harbin lief. Noch bis zum Einbiegen in die letzte Gerade lag er mit dem Amerikaner gleichauf, ließ dann aber den im Schreitstil wundervoll über die Hürden gehenden Amerikaner ziehen, da er den wertvollen zweiten Platz gegen Leitner- Oesterreich stets sicher hatte. Drei Vorkämpfe über 800 Meier. Im ersten Lauf gab der amerikanische Neger Woodruff eine Sondervorstellung. Er lief vom Start weg sein Rennen allein; mit unerhört langen Schritten zog der in den oberen Partten athle- ttsch gebaute Schwarze davon. Nach 300 Meter hatte er bereits einen Vorsprung von 15 Meter, den er immer weiter bis schließlich auf gut 40 Meter ausdehnte. Seine sieben Mitbewerber lagen in einem Rudel zusammen, mitten drinnen der Deutsche Wolfgang Deisecker. Die ersten 400 Meter legte der haushoch überlegene Woodruff in der phänomenalen Zeit von 52,8 Sekunden zurück. Goldene Medaille für LlSA. im Gewichtsheben. ■ e Bei den Hebern übertraf der Amerikaner Ter« lazzo, der sich in ausgezeichneter Form befand, die beiden Aegypter S o l i m a n und Shams und erkämpfte sich mit 312^ Kilogramm die Goldene Medaille. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Während der Amerikaner in 1:52,7 Minuten als Sieger durchs Ziel ging, entspann sich hinter ihm ein erbitterter Kampf um den wertvollen zweiten und dritten Platz, die zur Teilnahme am Endlauf berechtigen. Der Pole Kucharsti und der Argen« Hnter Anderson, nur durch geringen Abstand getrennt, liefen in dieser Reihenfolge vor den dicht dahinter liegenden Szabo und Dessecker ein. Im zweiten Lauf wurde die erste Runde mit 56,4 Sekunden angegangen. Auch diesmal führte wieder ein Neger, der Kanadier Edwards. Aber das Feld blieb diesmal zusammen. Erst eingangs der letzten Kurve gingen der Australier Backhouse, der Engländer Powell und der Amerikaner Williamson mit dem Deutschen Mertens nach vorne. Die Gerade herunter entspann sich ein dramatischer Kampf, den schließlich Williamson mit Brustbreite in 1:53,1 Miputen gegen Backhouse und Edwards gewann, die beide dicht zusammen lagen, so daß für sie mit 1:53,2 Minuten die gleiche Zeit bekanntgegeben wurde. Einen Meter dahinter folgten der Engländer Powell und der Deutsche Mertens, bie beide trotz tapferen Kämpfens nicht den Endlauf erreichten. Ein sehr schönes und hartes Rennen gab es im dritten Zwischenlauf über 800 Meter. Nach 400 Meter führte der Norweger Johannefen in 56,3 Sekunden. Auf der Gegengeraden setzte Hornbostel (USA.) zum Angriff auf die Spitze an, die er Lanzi (Italien) entriß. Beide tarnen mit gutem Vorsprung aus der Kurve heraus. Der Amerikaner lief kraftvoll durch und gewann mit mehreren Meter Vorsprung in 1:53,2 Minuten vor Lanzi, der unbedroht seinen zweiten Platz hielt. Als Dritter kam der Brite MacCabe in die Entscheidung. .... . r- i K $ . Aä ■ * .< .F : ■ •/ ' ft - 'M Einen großen Triumph feierte der Deutsche Woellke (links) beim Kugelstoßen, der mit 16,20 Meter bie Goldene Mebaille bekam. Zweiter würbe B a e r I u n b (Finnlanb) und Dritter S t ö ck (Deutschland). (Scherl-Bilb erbienst-M.) lüü-Mter-EnWeidling - Owens siegt! Oie Vorentscheidungen. Kaum sinb bie Hürden von der Bahn geräumt, kommen bie zwölf Teilnehmer an ben beiben Vorentscheidungen zum 100-Meter-Lauf in ihrer Trai- ningskleiduna auf den Kampfplatz. Im ersten Lauf ist die Startverteilung von innen nach außen: van Beveren-Holland, Strandberg-Schwe- den, Wykoff-USA., Hänni-Schweiz, Pennington- England und Owens-USA. Nach dem Schuß kommen alle blitzschnell aus ihren Löchern, Owens legt sich nach den ersten zehn Meter klar vor das Feld; aber auch sein weißer Landsmann Wykoff geht mit. Der Neger gewann aber sicher mit einem Meter vor Wykoff und dem hervorragend gelaufenen Schweden ©tranbberg, der V« Meter hinter dem zweiten Amerikaner lag. Owens gewann in 10,4. 3m zweiten Lauf wurden die Startplätze wie folgt ausgelost: Osendarp-Holland, «Sir-Ungarn Borchmeyer-Deutschland, McPhee-Kanada,' Sweeney-Großbritannien und Metcalfe-USA. Metcalfe und Ofendarp kamen gut ab und führten auch mit leichtem Vorsprung bas Felb ins Ziel. Im Mittelfeld gab es einen erbitterten Kampf um ben brltten Platz. Borchmeyer läuft mit der ihm eigenen unbeugsamen Energie und es gelingt ihm auch, den Kanadier McPhee auf der Ziellinie um Brustbreite zu schlagen. Owens vor Metcalfe. Das Platzpersonal ist nach ben Vorläufen ber Frauen in eifriger Tätigkett. Die 3000-Meter-Hin- dernisbahn ist abgesteckt, ber Graben an ber Ostseite unterhalb ber Anzeigentafel ist mit Wasser gefüllt; bie in jeder Runde zu nehmenden drei Hürden stehen bereit. Da jedesmal in den Kurven auf der äußeren Rasenfläche gelaufen wird, ist hier die Laufstrecke abgegrenzt. Mit besonderer Sorgfalt wird die 100-Meter» Gerade hergerichtet. Jeoe Bahn wird fein geharkt, die Linien nachgezogen. Inzwischen gehen die drei Amerikaner — noch in ihren blauen Trainingsanzügen — in schnellem Sprint die rostrote Fläche herunter. Die Spannung steigert sich, als der Lautsprecher die Startfolge bekanntgibt. Von innen nach außen starten: Owens, Strandberg, Borchmeyer, Osen- darp, Wykoff und Metcalfe. Unruhig trippelt das Sechserfeld hin und her, unter der tosenden Begeisterung der Menge schütteln sich die Sechs noch einmal die Hände, dann gehen sie in den Startlöchern in die Knie. Atemlose Spannung herrscht, als Miller die Pistole hebt. Endlos lange erscheint die Zeit zwischen dem Kommando und dem Schuß. Wie ein Mann sind alle Läufer aus den Löchern. Owens liegt nach ben ersten Metern an ber Svitze, der außen lausende Metcalfe hat sich ebenfalls etwas vom Felde getrennt, während bie von ben Schwarzen eingeschlossenen Weißen — mit Ausnahme von Strandberg-Schweden, ber sich durch allzu kraftvollen Antritt verletzt hat unb zurückfällt, einen erbitterten Kampf um ben dritten Platz liefern. Fast auf einer Höhe eilen bie beiben Schwarzen vor dem Felde einher. Owens gewinnt schließlich 8lm M Sei titi 3n bei am HJlom Gin betn werben, i seinen Va NÄM in Men? 3m 9 Schebier ken Kir seinen 3 Deutsch, seine A Im Deutsch! ten. De Kampfe schließt 3m [ des Rei bert tci( Griff ar nach 4;5i länber m 3m 6i falb unb HW tzZ US Das1 2. Mt« M4. land);6 0" We s« bie* Lauf"' Xi LN Ä -1 Sei1” 3( 5« dm Msurd jedem 2ai graben -iinme führte sä' 5-Forts "ilbaei Qlaubft i faße bie fad) erge. Mn Ka b-! lch-var, bitteren ß b muht?« ..."^nnih 'einen P'toiürc , $ schl » « ff Sk° Wen SII fief f-°«d ei' Die 3 W'tten/ £le» ft! ta. t« & w mit einem guten Meter Vorsprung vor Metcalfe, der zum Schluß eine fabelhafte Endgeschwindigkeit entwickelt und seinem berühmten Landsmann mehr zusetzt als man das erwartet hatte. Dritter wurde der Holländer Osendarp knapp aber dennoch klar vor dem dritten Amerikaner Frank Wykoff, dem Deutschen Borchmeyer und dem Schweden Strandberg. Das Ergebnis: 1. Owens (USA.) 10,3 Sek.; 2. Metcalfe (USA.) 10,4; 3. Osendarp (Holland) 10,5; 4. Wykoff (USA.); 5. Borchmeyer (Deutsch, land); 6. Strandberg (Schweden). Owens 10,2 Sekunden kein Weltrekord! Wie soeben in Berlin bekanntgegeben wird, kann die Weltbestleistung von Jesse Owens im 100-Meter- Lauf mit 10,2, erzielt am ersten Kampftag der XI Olympischen Spiele im zweiten Zwischenlauf, nicht als Weltrekord anerkannt werden. Durch Messung ist festgestellt worden, daß eine zu st a r ke Begünstigung durch Rückenwind oorlag. 3000 Meter Hindernislauf. In drei Dorläufen wurden die zwölf Endteilnehmer für den 3000-Meter.Hindernislauf ermittelt. In jedem Lauf sind 32 Hürden und sechsmal der Was- graben zu nehmen. Als weitere Zugabe öffnete der Himmel für kurze Zeit seine Schleusen. Lippi führte fast während des ganzen beschwerlichen Weges vor Matllainen, Wihtols, Dompert, dem Schweden Ekmann und Evenson-Großbritannien, ßem Stil davon und führt mit 25 Meter vor dem Spitze vor Wihtols, Matilainen und gewinnt unter ohrenbetäubendem Jubel in 9:27,2 vor Matilainen, Wihtols, Dawson-USA., während der Italiener Lippi erschöpft aussichtslos zurückgefallen ist. Im zweiten Dorlauf gibt der Finne Jsohollo, der Olympiasieger von Los Angeles, das Tempo an. Bereits drei Runden vor Schluß zieht er in großem Stil davon und führt mit 25 Metern vtor dem Amerikaner Manning, dem Schweden Holmqoift und dem deutschen Meister Heyn. Diese drei haben einen beträchtlichen Vorsprung vor der nächsten Gruppe, so daß der Ausgang ziemlich klar war Jsohollo siegte in 9:34 vor dem fast zum Schluß gut aufgekommenen Amerikaner. In fast gleichen, etwa 15 Meter großen Abständen, gehen dann Heyn und der Schwede Holmquist durchs Ziel. Unsere dritte deutsche Hoffnung, Hans-Heinz Raff, blieb beim Start stecken. Durch eine Behinderung verlor er Boden und lag schon nach den ersten 40 Meter zurück. Entmutigt gab der Deutsche in der zweiten Runde auf. Ihm folgt in der vierten Runde der Oesterreicher Simacok. Der Finne Tuominen hatte sich wie vorher schon Jsohollo, frei- gemacht und lief vor dem amerikanischen Meister Mc Cluskey, dem Franzosen Rerolle und dem Schweden Larsson in 9:40,4 Minuten. Hostin am Dienstagabend in der Deutschlandhalle im Olympischen Dreikampf die Goldene Medaille. Er brachte in den drei Hebungen Drücken, Reißen und Stoßen insgesamt 372,5 kg zur Hochstrecke. Für Deutschland errang D e u t sch - Friesenheim mit 365 kg die Silberne Medaille. Dritter wurde der Aegypter Wasif Ibrahim vor unserem zweiten Vertreter Helmut O p s ch r u f - Trier. Mit herzlicher Freude wurde die prächtige Leistung unserer beiden Gewichtheber ausgenommen. Sie wurden von Reichsminister Dr. Frank und dem Reichssportführer, die sich unter den Zuschauern befanden, beglückwünscht. ErsteDegegnungen im Futzball-Turnier Norwegen — Türkei 4:0 (1:0). In der Vorrunde des Olympischen Fußball-Turniers standen sich am Montagnachmittag bei trübem Wetter die Mannschaften der Türkei und Norwegens gegenüber. Das Mommsen-Stadion hatte nur schwachen Besuch. Norwegen stellte die technisch bessere Mannschaft ins Feld, obwohl auch die Türken durch eine gute Spielauffassung und solide Technik Überraschten. Trotzdem konnten die Osmanen den Sieg der Nordländer nicht gefährden. Italien — USA 1:0 (0:0). Wesentlich härter war das zur gleichen Zeit im Poststadion ausgetragene Spiel zwischen Italien und USA. Hier hatten sich rund 5000 Zuschauer eingefunden. Die Italiener spielten mit dem erwarteten Elan. Unaufhörlich stürmten sie in schnellen Angriffen gegen die USA.-Hintermannschaft, die aber unentwegt und mit viel Können abwehrt. Die ganze erste Spielhälfte hält die Ueberlegenheit der Südländer an, ohne daß ihnen ein Erfolg beschie- den wäre. Erst in der neunten Minute der zweiten Halbzeit glückte dem italienischen Rechtsaußen Frossi ein Treffer, der auch der einzige des ganzen Spieles bleiben sollte. Der Kampf im Mannschafts-Florettfechten. Allzu groß war der Unterschied im Stärkeverhältnis zwischen den Nationen, die zum Mannschafts-Florettfechten gemeldet hatten. So kam es, daß bereits nach dem zweiten Gang der Vorrunde die Zwischenteilnehmer ermittelt waren und sich der dritte Gang erübrigte. Es gab durchweg überlegene Favoritensiege. Den nachhaltigsten Eindruck hinterließen die französischen Fechter, die Brasilien mit 16:0 schlugen. Sehr fein fochten auch die Argentinier, die rein italienische Schule zeigten. Die deutsche Mannschaft kam gegen Kanada zu einem überlegenen 15:l-Erfolg. Lediglich der Frankfurter Eisenecker verlor ein Gefecht gegen den Kanadier Boissonault. Casmir, Serben, Heim dagegen errangen nur Siege. Durch diesen Erfolg hat Deutschland bereits die Zwischenrunde erreicht, in der es mit Argentinien und Großbritannien zusammen in der ersten Gruppe liegt. Oblt. Handrick führt im Fünfkampf. Zweite Hebung — Degenfechten. Als zweite Prüfung des Modernen Fünfkampfes wurde am Montag das Degenfechten auf den Tennisplätzen des Reichssportfeldes bzw. in den Turnhallengebäuden der Reichsakademie für Leibesübungen durchgeführt. Don früh um 9 Uhr bis 22.30 Uhr zogen sich die Kämpfe mit kurzen Unterbrechungen hin. Durch die Wertmessung war es möglich, ein einwandfreies Ergebnis sicherzuftellen. Bester Degenfechter war unser fit. fiemp, der es auf 25 Siege brachte; dem gegenüber standen nur sieben Niederlagen und acht „Coup-Doubles". Der zweite Platz wurde zwischen Oblt. Weber-USA. und Hauptmann Ecuyer de le Court-Belgien geteilt, so daß jeder 2'/- Punkte erhielt. Vierter wurde Oblt. H a n d r i ck - Deutschland, während der fünfte Platz wiederum zwischen Scheere - Belgien und Oblt. Thofelt-Schweden geteilt werden mußten. Insgesamt waren zu den Kämpfen 41 Teilnehmer angetreten. Jeder hatte 40 Gefechte zu bestehen. Nach den beiden ersten Uebungen des Modernen Fünfkampfes führt Oblt. H a n d r i ck - Deutschland mit 6,5 Punkten vor Hauptmann Ecuyer de le Court mit 7,5 Punkten und Oblt. Thofelt-Schweden mit 14 Punkten. Beginn des Polo-Turniers. Eine wenig glückliche Auslosung wollte es, daß schon im ersten Spiel des Olympischen Poloturniers zwei der stärksten Nationen, Großbritannien und Mexiko aufeinandertrafen. Die Engländer, die schon im Jahre 1908 das Olympische Turnier gewannen, erkämpften erst vor zwei Monaten im Westchester-Cup gegen USA. mit 10:9 einen großen Erfolg. Vor 10 000 Zuschauern siegten sie diesmal auf dem Maifeld mit 13:11 über die starken Mexikaner. Heute nachmittag begegnen sich Ungarn und Deutschland. Siegerehrungen. Den Wettkämpfen am Nachmittag voran ging die olympische Siegerehrung der am Vortage ermittelten Sieger im Gewichtheben der Feder- und Leich tgewichtsklasse. Das Podest betrat in der Mitte der Federgewichts- Olympiasieger T e r l a z z o (USA.), zu seinen Seiten stellten sich die Aegypter S o l i m a n und Shaws auf. Die Musikkapelle intonierte die amerikanische Nationalhymne, anschließend fand die gleiche Zeremonie für die ersten drei der Leichtgewichtsklasse, für den Aegypter Mohammed Ahmed M e s b a h als Sieger, dem Oesterreicher Robert Fein als Zweiten und dem Deutschen Karl Jansen, der einen Sonderbeifall einheimste, als Dritten statt. Die ägyptische Hymne klang auf. Graf Baillet-Latour und Exzellenz Lewald verteilten die Medaillen. Siegerehrung für die 100 Meter. Die Siegerehrung für die Preisträger im 100- Meter-Laus gestaltete sich — wie immer bei dieser olympischen Zeremonie — ebenfalls zu einer kurzen, aber eindrucksvollen Feier. Jesse Owens, flankiert von seinem Landsmann Metcalfe und dem Holländer Osendarp, wurden aus der Hand von Graf Baillet-Latour die hohen Auszeichnungen zuteil. Die amerikanische Nationalhymne wurde gespielt und stehend, entblößten Hauptes,_ von den Deutschen mit ausgestreckter Hand, angehört. (Siebener Gkijugend in Berlin. Am Freitagabend verließ eine Gruppe jugendlicher Mitglieder vom Skiklub Gießen unsere Stadt, um am Olympia-Jugendlager des Fachamtes Skilauf im Rffi. teilzunehmen. Die Mädchen sind in der Nähe des Reichssportfeldes in der Weftend- schule untergebracht, während die Jungens in einem wundervoll hergerichteten Zeltlager am Stößenfee, gemeinsam mit der Turnerlugend, wohnen werden. Sämtliche Mädels und Jungens find am 7. August am Staffellauf zur Ueberbringung des Olympischen Feuers nach Grünau (Regattastrecke) beteiligt. Täglich werden unsere Gießener Jugendlichen auf den verschiedenen Sportfeldern und Sporthallen den gewaltigen Kämpfen der besten Sportler aus der Welt beiwohnen. So sind sie auch am 1. August (Samstag) Zeuge der Eröffnungsfeier im Olympischen Stadion gewesen, und abends wollten sie gemeinsam das Festspiel besuchen. Gießener Schwimmer in der Drei-Desten-Liste! Die von dem Gießener Schwimmverein bei den diesjährigen Gaumeisterschaften in Marburg überlegen gewonnene Bruststaffel ist in der letzten Ausgabe des Amtsblatts der Schwimmfportler mit der Zeit von 5.49,0 an zweiter Stelle der Jahresbest- leiftungen verzeichnet. Der Gießener S D. steht mitdiefer Leistung vor einem f o guten Verein rote dem Rekordhalter Hellas Magdeburg. Die Staffel wurde in der Besetzung Brüning, Baumann, Pascoe, Mewes geschwommen. Der erzielte Durchschnitt von 1.27,2 ist hervorragend, umsomehr, als der Siege ohne besonderes Kampfmoment errungen wurde. Es ist bedauerlich, daß die Gießener durch die bezüglich des Schwimmsports unglückliche Lage so wenig in großen Kämpfen ihre Leistungen unter Beweis stellen können. Die Bruststaffel hat im ganzen Gau keinen ernsthaften Gegner. Sportamt „Kraft durch Freude"'. Der Kursus für Kindergymnastik, Dienstags von 17.15 bis 18.30 Uhr, in der Frankfurter Straße Nr. 60, Gartenhaus, fällt während der Schulferien aus! Der neue Beginn dieses Kursus wird noch an dieser Stelle bekanntgegeben. Heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele für Frauen von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen (Anfänger und Fortgeschrittene) von 20 bis 21 Uhr (Frauen und Männer), Volksbad; von 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen), Volksbad. Der Kronprinz von Italien im Olympischen Dorf. Am Montag besuchte Kronprinz Umberto vonItalien das Olympische Dorf, wo er von den Olympiakämpfern Italiens begeistert begrüßt wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M.) W. . 4Z Vei den Schwerathleten in der Deutschlandhalle Kämpfe der Freistilringer. In der Deutschlandhalle gab es bei den Ringern am Montagvormittag wieder ausgezeichnete Kämpfe. Ein beträchtliches Programm konnte abgewickelt werden, das die zahlreichen Zuschauer restlos in feinen Bann zog. Besonders stark war die Anteilnahme im oberen Ring, wo Sprechchöre die einzelnen Ringer immer wieder anfeuerten. Im Mittelgewicht mußte der Hallenser Schedler eine glatte Punktniederlage durch den Türken Kirecci hinnehmen. Der Türke konnte mehrfach seinen Beinhebel anbringen und brachte dadurch den Deutschen immer wieder zu Boden, wenn dieser feine Aktionen ausführen wollte. Im Halbschwergewicht besiegte Siebert- Deutschland den Tschechoslowaken Prokop nach Punkten. Der Tscheche kam in der zweiten Hälfte des Kampfes sichtlich ins Hintertreffen und verlor schließlich glatt. Im Bantamgewicht setzte in Anwesenheit des Reichssportführers der junge Stuttgarter Herbert wieder mit ungeheurem Schwung Griff um Griff an und warf den Engländer Cazaux schon nach 4:50 Minuten. Bis dahin hatte sich der Engländer mehrfach aus der Brücke gerettet. Im Schwergewicht waren Gehnng-Deutsch- land und Bürki-Schweiz fast gleichstark. Am Boden war der Deutsche sogar leicht überlegen, doch entschieden sich die Richter mit 2:1 Stimmen für den Schweizer. Frelstttringer beenden die 2. Runde. In der Deutschlandhalle setzten am Montagnachmittag die Freistilringer die Zwischenrundenkämpfe im Feder- und Leichtgewicht fort. Böck »land) mußte sich durch den schwedischen pezialisten Jönssen eine Punktniederlage gefallen lassen, die ihn vom weiteren Wettbewerb ausschließt. Der Deutsche konnte den Kampf zwar lange offen halten, verlor dann aber gegen den besseren Schweden eindeutig. Don den übrigen Begegnungen in der Federgewichtsklasse sind die Siege der Favoriten Pihlajamäki (Finnland) und Toth (Ungarn) hervorzuheben. Im Leichtgewicht setzte sich Ehr (Deutschland) weiter durch und besiegte den Tschechen Brdek in 2:04 durch einen Seitenaufreißer. Im übrigen gab es hier zwei Ueberrafdjungen. Der Franzose Del- porte konnte den Dänen Meier in 12:48 werfen und dem Türken Soganli gelang ebenfalls ein entscheidender Sieg über Melin (Schweden). Französischer Sieg im Gewichtheben. Line „Silberne“ für Deutschland. Zum zweiten Male erkämpfte sich im Gewichtheben der Halbschwergewichtsklasse der Franzose Unbekannte Fracht. Roman von Srant Z.vrann. 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Abgemustert. Da kann man nichts machen. Glaubst du, sonst läge ich hier noch vor Anker und ließe die Erziehungsversuche der guten Beate über mich ergehen? Ich wäre schon längst wieder vor Island, glaube mir das!" Er öffnete die Klappe des falten Kachelofens an der Wand und spuckte in die schwarze Höhlung. Es war, als wollte er einen bitteren Geschmack loswerden. „Hast du dich schon um ein anderes Schiff bemüht?" „Bemühungen, wie du dir das denkst, haben feinen Zweck. Es geht der Reihe nach. Ich mutz jetzt eine Weile ftilliegen, sagte man mir auf den Heuerbüros. Die Tintenfüchse wissen ja nicht, was das heißt für einen richtigen Seemann! Als ich Krach schlug, versuchten sie mich zu beruhigen; es geht Ihnen doch nicht schlecht, Herr Schnakenbeck, Ihre Frau hat die gutgehende Wirtschaft, Sie haben zu leben!" Er lief wütend durch das Zimmer. Die Erinnerung an die erlebte Szene brachte ihn von neuem auf. Die Dielen knarrten unter seinen ungestümen Schritten. Dabei war gar kein Platz in dem Zimmer, sein Trab bestand aus steten Wendungen. „Was habe ich mit Beates Wirtschaft zu tun. Soll ich hier herumsitzen und ihren Grog trinken, den sie besser verkauft? Soll ich Kellner spielen und die Kameraden, die von der Dora bedient werden wollen, vergrämen? Muß ich mir die Gläser von meiner Frau in den Mund zählen lassen! John, trink nicht soviel, der Rum ist teuer! Wissen die Leute nicht, daß man überall, auch bei der eigenen Frau, immer nur ein paar Tage zu Gast sein kann! Denn ich bin doch hier ein Gast, nur kein zahlender. Diese Che ..." Er brach ab. Seine Handbewegung schnitt ben angefangenen Satz mitten in der fiuft durch. „Bist du nicht glücklich oder wenigstens zufrieden, Soim?" ... Schnakenbeck wich aus. Seine Stimme veränderte sich. Er hüstelte, ehe er antwortete: „Ein Seemann ohne Schiff ist nicht zufrieden, noch weniger glücklich, das wäre ein Witz." Hiernach schwieg er eine Weile. Dann meinte er nach einer Pause, die drückend für Terbrügge gewesen war: „Ich allein hätte schließlich noch eine Weile stillgehalten. Aber nun bist du doch noch dazugekommen. Es wird also nichts übrigbleiben, als einmal mit dem alten Meßler zu sprechen. Der hat immer ein Schiff für unsereins. Freilich, was für ein Schiff, darf man nicht fragen." „Es gibt also doch eine Möglichkeit, hinauszukommen?" Terbrügge schöpfte wieder Hoffnung. Er sah seinen Freund groß an. John Schnakenbeck nickte. „Eine Möglichkeit, hinauszukommen, ja; du drückst es ganz richtig aus. Wenn einer durchaus hier hinaus muß, dann geht er zu dem alten Gauner, dem Meßler. Er braucht keine Papiere ober so gut wie keine. Wenn er hur gesunde Knochen hat. verstehst du? Da treiben sich immer ein paar Schiffe herum, die keine Mannschaft bekommen können und immer Ersatz brauchen. Solche Posten vermittelt mit Vorliebe der Meßler." „Weshalb bekommen diese Schiffe keine Mannschaft zusammen, John?" Rudolf Terbrügge erkundigte sich begriffsstutzig. Sein Freund kniff ein Auge zu. Er näherte sich mit zwei Schritten dem Ofen, als wollte er erst noch einmal vor der Erklärung ausspucken; aber bann ließ er es. „Weil sie zu hoch versichert sind, weißt du, weil es unwahrscheinlich ist, daß sie heil und richtig ankommen. Oder weil der Dampfkessel zu alt ist, daß er die Maschinisten verbrüht ober bei nächster Gelegenheit in bie fiuft geht. Du wirst es erleben, Meßler hat gleich ein paar biefer Klapperkästen an ber Hanb. Sie haben alle gutklingenbe Namen. Sie fahren unter irgenbeiner Flagge; nur Nicht unter der beutschen. Deutsche sinb infolgebenen auch kaum barauf. Höchstens solche, bie — rote bu eben richtig sagtest — um jeben Preis hinaus muhten/ , , n „Unb du wolltest trotzdem zu Meßler gehen? „Man kann ja einmal Glück haben", jagte Schnakenbeck fatalistisch. „Wenn wir bis drüben gelangen, hauen wir ab auf Nimmerwiedersehen. Die Brüder wissen bas natürlich unb passen auf wie bie Schießhunbe, aber zwei Kerle wie bu und ich sollten es trotzdem schaffen. Oder hast du es dir überlegt, willst du lieber nicht mit? Sage jetzt nicht ja ober nein, Rubolf, warte bis morgen, überschlafe bie Geschichte." John Schnakenbeck meinte es gut, aber Rubolf Terbrügge wünschte keine Bebenkzeit. Er schüttelte ben Kopf. „Ich habe nichts zu beben« ken, John", sagte er ehrlich, „wenn du mich mit- nimmst, laß uns so balb als möglich zu dem Mann gehen, den du nanntest." John Schnakenbeck nickte. „Gut, Rudolf. Stehen wir also zusammen. — Uebrigens: Meßler heißt der alte Schuft." Dann redeten sie nicht mehr von dieser Sache. Sie gingen hinunter, und der Grog lenkte sie ab. Der Gauner Meßler, wie John Schnakenbeck den Mann gekennzeichnet hatte, wohnte in der Hafengegend. Er hielt in einer Nebenstraße der Reeperbahn eine Art Büro offen. Er war ein langer spindeldürrer Mann, von dem man sich erzählte, er sei in einer französischen Strafkolonie so mager geworden unb ausgebörrt. Deutscher schien er nicht zu sein; er sprach ein hartes, rollenbes R unb flocht Zischlaute in seine Rebe ein, bie bie beutsche Sprache nicht kennt. Sein gelbes Gesicht wirkte pergamenten; so kam es, baß man ihn für recht alt hielt, was eine Täuschung fein konnte. Die Chinesen bes Viertels, bie ihn gut kannten, behaupteten, er sei Ostrusse. Die Nachbarn meinten, er sei Englänber, schon ber Name verrate bas. John Schnakenbeck, mit seinem Freunb nun auf bem Weg zu Meßler, von Rubolf Terbrügge befragt, zuckte erst bie Achseln unb äußerte bann: „Däne ober Schwebe wirb er sein." Meßler saß in seinem Büro. Es befanb sich im ersten Stock eines in nichts ungewöhnlichen Miethauses. Er hockte hinter seinem Schreibtisch, ber mit Papiere bebeckt war. Als bie beiben Freunbe eintraten, hatte er gerabe bas Telephon am Ohr. Ihr Klopfen war ihm entgangen, sie roieberum hatten seine Stimme gehört unb eine 2lufforberung, hereinzukommen, baraus entnommen. Metzler bängte sofort an. „Schluß!" rief er, „ich. werbe gestört." Aber dann lief ein gemachtes Lächeln über fein hageres Gesicht, daß sich die hautüber den Backenknochen spannte. Seine Freundlichkeit war verdächtig rasch da, obwohl er eben noch von einer Störung gesprochen hatte. Er schien John Schnakenbeck zu kennen. „Ah, der Herr Steuermann, rief er und rieb sich die Hände vor dem Magen. „Haben Sie es sich überlegt?" Rudolf Terbrügge sah seinen Freund fragend an, unb John Schnakenbeck bekannte wiberwillig: „Ich habe hier neulich schon einmal nachgefragt." „Sehr richtig. Wie war boch Ihr Name? Schnakenbeck, ich erinnere mich, banke. Ich pries Ihnen bamals ben Dampfer „Queen Elizabeth" an. Ein erstklassiges 5000-Tonnen-Schiff, fährt unter britischer Flagge. Sie können es erreichen in — warten Sie, er sah eine Liste nach, „ja, es reicht gerabe noch mit ber Zeit. Sie mürben in Cuxhaven zu- rechtkommen, wenn Sie sich sofort entschließen. Die „Queen Elizabeth" geht morgen früh in See." „Wohin geht die Reise?" „Mit Stückgut." „Wohin, fragte ich." „Das weiß ich nicht. Aber der Kapitän wird es Ihnen sagen." John Schnakenbeck zog eine Grimasse. „Das muß er wohl." Er sah Rudolf Terbrügge an. „Wie ist es, Rudolf?" und dann zu bem Vermittler: „Haben Sie bort auf ber „Elizabeth" Platz für zwei Leute? Ich gehe nur mit meinem Freunb gemeinschaftlich auf große Fahrt." Der Alte wiegte ben Kopf. „Sie konnten als Heizer ankommen. Ein Heizer wirb noch gebraucht. Ihr Freunb müßte als Trimmer fahren. Aber bas wäre sicherlich vorübergehenb. Die Leute rücken mit ber Zeit immer roieber auf." „Das reben Sie, weil Sie keine Ahnung haben, Meßler!" „Erlauben Sie!" „Nichts für ungut. Aber waren Sie jemals in Ihrem Leben auf einem ber Dampfer, bie Sie an- priesen?" „Ich habe mein Geschäft hier in Hamburg. Es ist ausgeschloffen, bah ich alle bie Schiffe, beten Kapitäne sich an mich roenben, kennen kann." „Genau so bachte ich es mir. Aber lassen wir bas." Er nahm Rubolf Terbrügge ein bißchen beiseite. „Wie ist es, Rubolf, sollen wir anheuern? Ohne zu wissen, wohin bie Reise geht! Als Heizer unb Trimmer! Das ist eine Hunbearbeit auf biefen Kästen!" (Fortsetzung folgt!) Zur Ausstellung im In den letzten Jahren haben sich an den alten Kampfstätten wiederholt Frontkämpfer von hüben unö drüben getroffen und Erinnerungen an die Kriegslage von einst ausgetauscht. Der Begriff Feind existiert nicht mehr, und die Wut des Kampfes ist längst verraucht. Geblieben aber ist die Erinnerung an das gewaltige Ringen des größten Krieges aller Zeiten. In diesem Sinne will auch die neueröffnete Weltkriegsausstellung im Zeugheus zu Berlin aufgefaßt werden, die den Krieg nicht mehr nur zeigt, wie er von deutscher Seite und von feiten seiner Verbündeten geführt wurde, sondern hier sehen wir auch zum erstenmal, wie der Weltkrieg auf der anderen Seite, bei unseren Gegnern, ausgesehen hat. Und so rundet sich das Bild des Erlebens ab. Die neue Ausstellung im Zeughaus wird gerade jetzt in den Tagen der Olympischen Spiele Interesse finden. Was jetzt ein Spiel ist und zu höchster Kraftanstrengung auffordert, das war damals blutigster Kampf und gipfelte in der Preisgabe des eigenen Lebens. Unvermittelt und plötzlich stehen die Schicksalstage von 1914 wieder vor uns, wenn wir die Zeitungsseiten sehen, die den Mord am österreichischen Thronfolger und die spätere Mobilmachung an- kündigen. Ein besonderes Gesicht hatte der Krieg schon damals in den Grenzgebieten. Die Bestimmungen aus Allenstein verboten den Verkehr über die Grenze und in einem Grenzstreifen. Die Binnenschiffahrt in den Flüssen wurde von heute auf morgen zum Stillstand gebracht. Da liegt vor uns auch die Photokopie des schicksalsschweren Mobilmachungsbefehls, dem dann die Kriegserklärungen folgten. 53 Kriegserklärunaen wurden in diesem Kriege insgesamt ausgesprochen, davon allein 41 Kriegserklärungen an Deutschland und seine Verbündeten. Deklarationen der Franzosen kündigen an, daß sie gleich damals Vorsorge getroffen haben, um Engländer, Belgier, Serben und Russen in die französische Armee aufzunehmen. Der Krieg veränderte das Gesicht des Landes von heute auf. morgen. Wie ein Militär-Lokalzug-Fnhr- plan von und nach Nürnberg anzeigt, hatten alle Angehörigen der Wehrmacht damals freie Bahnfahrt, und die Angehörigen des Landsturms brauchten nur eine mündliche Erklärung abzugeben, daß sie einberufen waren, um dann freie Bahnfahrt zu erhalten. In der Hochstimmung von 1914 war nur einer über alle Maßen traurig, der General der Infanterie von Hindenburg. Er mußte unverschuldet zu Hause sitzen und schrieb in einem Brief an den General-Ouartiermeister vonStein: „Ich schäme mich, über die Straße zu gehen." Aber feine Stunde kam bald und wurde historisches S^icksal. Dann kam der Einmarsch der deutschen Truppen in fremdes Land. In einem Armeebefehl des dritten Armeekorps wurden die Truppen aufgefordert, menschlich mit den Gegnern zu verfahren. Generaloberst von Bülow, der Führer der 2. Armee, berichtet in einem eigenhändigen Bries an den Chef des Generalstabs des Heeres, M o l t k e , daß durch das Eingreifen L u d e n d o r f f s der Handstreich auf Lüttich geglückt sei. Wir sehen auch ein Stück der weißen Fahne, die als Zeichen der lieber» gäbe damals vom Fort Flöson bei Lüttich gehißt wurde. Dann kam schweres deutsches Schicksal, und wir sehen den Rückzugsbefehl, den der Generaloberst von Bülow nach der Marneschlacht gab. Wir sehen weiter den Rücktritt Moltkes und die Ernennung Falkenhayns zum Chef des Gene- ralstabs des Heeres. Im Osten brachten die ersten Kriegswochen den f^nmarfd) der Russen. Der General der Kavallerie Rennenkampf machte in einem Tagesbefehl bekannt, daß alle deutschen Frauen verpflichtet seien, gegen Bezahlung die Wäsche der Angehörigen der russischen Armee zu waschen. Dort, wo sich auch nur der kleinste Widerstand zeigte, soll jede Ortschaft sofort niedergebrannt werden. Diese Maß- nahme wurde angewandt, auch ohne daß deutsche Zivilsten in den Kamvs etnnriHen. Der Landrat von ©erbauen forderte in einem Erlaß die im Jahre 1914 ausgemufterten Rekruten auf, sich in kleinen Trupps zu sammeln und zu versuchen, auf dem Fußmarsch Marienburg oder Dirschau zu erreichen. Besonderes Interesse in der Ausstelluna finden auch die Uniformen, die vom Jahre 1914 bis zum Jahre 1918 mannigfache Wandlungen bei all"n Ländern durchgemacht haben und zum Schluß in jenem Grau mündeten, das heute auch die Farbe der jungen deutschen Wehrmacht ist und das sich im Krieg am besten bewährt bat. In einem A n - denkenraum der Feldherren des Weltkrieges finden wir Hindenburgs Uniform, Eichhorns Feldmarschallstab, Klucks sckilichte silberne Uhr und die Erkennungsmarke des Generals von Beseler. Diel Beachtung finden auch der Erinnerung. Berliner Zeughaus. die Kriegsorden der verschiedenen Länder. Das französische Kriegsoerdienstkreuz war mit Löwen und Palmen versehen worden, je nach der Anerkennung, die einzelne Soldaten in Tagesbefehlen gefunden hatten. Ein einheitliches Kriegsehrenzeichen für alle Armeen der Gegenseite war die interalliierte Siegermedaille mit einem Band, das gewissermaßen in allen Farben der Länder schil- lerte. Welche Wandlungen die einzelnen Waffen im Weltkrieg durchgemacht hatten, wie sie immer vollkommener gestaltet wurden, das zeigt auch diese Ausstellung im Zeughaus. Wir sehen, wie im Beginn noch Soldaten durch Brustpanzer und Stirn- schild geschützt wurden, und wir sehen weiter den Werdegang des deutschen Stahlhelms. Da sind Gewehre aller Länder, und auch die Munition aller Länder ist ausgestellt worden. Da sind Nahkampfmittel, Minenwerfer, Handgranaten und was es sonst noch alles gegeben hat. Die Erinnerung an die Tage vor 20 Jahren werden wach bei dem Teil der Ausstellung, der das schicksalsschwere Kriegsjahr 1916 schildert. Da wird das unendliche Grauen lebendig, das über den Schlachtfeldern von Verdun und über den Kampfstätten der Somme lag, und wir sehen die Wandlung des deutschen Schicksals, als auch Falken- h a y n am 29. August 1916 sein Amt als Chef des Generalstabs des Heeres abgeben mußte und als Hindenburg und ßubenborff bie Geschicke ber deutschen Waffen in die Hand nahmen. Diese Schicksale der Armeen sind im Grunde die gleichen wie die Schicksale der kleinen Einheiten. Das sehen wir an dem geschilderten Schicksal einer Fronttruppe, dem Naumburger Jägerbataillon 4. Diese Schicksale inländischer und ausländischer Fronten hat der Maler Engelhardt - Kyffhäuser festgehalten. Er zeigte in seinen eindringlichen Arbeiten, welche Wandlungen auch der deutsche Mensch im Weltkrieg durchmachte. Aus dem jüng- linghaften Kriegsfreiwilligen von 1914 war 1916 ein ernster Mann geworden, der als Melder in Flandern treu feine Pflicht tat. * Konkurse und Vergleichsverfahren im Juli. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Juli durch den Reichsanzeiger 218 neue Konkurse — ohne die wegen Massenmangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — bekanntgegeben, sowie 58 eröffnete Vergleichsverfahren. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 208 bzw. 40. * Besitzwechsel bei Tellus A G. Die aus- schlaggebenoe Mehrheit ber Tellus AG. für Bergbau- unb Hütteninbustrie AG., Frankfurt a. M., ist nach Informationen bes Fwd. aus bem Besitz bes Bankhauses Straus & Co. in Karlsruhe von ber Harburger Chemische Werke Schön & Co. AG. in Harburg-Wilhelmsburg übernommen worben. Die Tellus AG. hat ihr Aktienkapital von 3,9 Mill. RM. bei ber Golbumstellung nach mehrfachen Sanie- rungsmaßnahmen, zuletzt 1933, auf nunmehr 500 000 herabgesetzt. Wie ber Fwb. noch erfährt, ist bie Tellus-Mehrheit wesentlich über ihrem letzten Börsenkurs (111 v. H.) veräußert worben. Rhein-Mainische Börse. VMlagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 3. Aug. Zum Wochenanfang herrschte an ber Börse stärkere Zurückhaltung. Der Drbereingang aus bem Publikum war sehr klein. Die Kursentwicklung für Aktien mar nach ber teilweisen Abschwächung vom Samstag wieder uneinheitlich, im allgemeinen hielten sich bie Abweichungen jeboch innerhalb eines Prozentes. Am Montanmarkt lagen noch kleine Abgaben ber Provinzkunbschaft vor. Hoesch ermäßigten sich um 1,13 v. H., Klöckner um 1,50 v. H., Verein. Stahl um 1,25 v. H., Mansfelber n. P. um 0,50 v. H., bagegen konnten sich Harpener als reiner Kohlenwert um 2 v. H erholen unb Ilse Genuß lagen 3 v. H. höher, ebenso zogen Otavi Minen bei kleinem Umsatz weiter an auf 31,50 (31,13). Weiter fest lagen Kunstseibe AKU. mit 64 (62,90), ber Umsatz blieb hier noch beachtlich. Von Elektrowerten AEG. auf bas Sanierungswerk erholt auf 38,50 (38), auch Gesfürel 0,25 v. H. höher, fest lagen Schuckert mit 165,13 (163,50), bagegen gaben Siemens und Felten je 1 v. H. nach. Westdeutsche Kaufhof bei wesentlich kleiner gewordenen Umsätzen 1 v. H. niedriger mit 59,50. Chemische Werte blieben behauptet, IG. Farben 0,25 v. H. leichter, aber Goldschmidt 1,75 v. H. fester. Von Motorenwerten BMW. ausschließlich 5,4 v. H. Netto-Dividende 142,75 (147), Die Nachrichtenmittel waren schon für den Weltkrieg unentbehrlich und werden bei etwaigen kommenden kriegerischen Verwicklungen noch eine größere Rolle spielen. Immerhin sehen mir, daß ein schweres Blinkgerät schon im Weltkrieg die Möglichkeit hatte, bei Nacht in einer Reichweite von 75 Kilometer Blinkzeichen zu geben und zu empfangen. Laaerzeitungen künden von bem schweren Leib ber Kriegsgefangenen. Hier war bie seelische Not meist immer bei weitem größer als bie körperlichen Entbehrungen. Der letzte Raum bieser eindringlichen Ausstellung ist den deutschen Toten des Weltkrieges gewidmet, und ber Dolksbunb für Kriegsgräberfürsorge zeigt, wie würbevoll an allen Stätten unb an allen Fronten, in Langemarck, in Nazareth unb in Saloniki, jene Friebhöfe gestaltet finb, in denen deutsche Soldaten, die für ihr Vaterland gefallen finb, den letzten Schlaf schlafen. Gäste aus 22 Staaten bei der HI. NSG. Samstag nachmittag verließen fünf große Omnibusse der Reichsbahn mit 200 ausländischen Gästen des Staatsbades Nauheim, um einer Einladung der Hitler-Jugend z'u folgen, die ihnen einen Einblick in das Zeltlager am Gederner See vermitteln sollte. Die Ausländer setzten sich aus Vertreter 22 verschiedener Staaten zusammen. Mit außerordentlichem Interesse besichtigten bie Gäste bas Zeltlager, das einen hervorragenden Eindruck hinterließ. Vor allem fiel die peinliche Sauberkeit auf, die im ganzen Lager herrschte unb in erster Linie die sanitären Einrichtungen unb bie Küche auszeichnete. Die Kurdirektion bes hessischen Staatsbabes Nauheim hatte zum Kaffee 50 große Streuselkuchen gestiftet, die von den ausländischen Gästen gemeinsam mit unseren Hitlerjungen verzehrt wurden. Dieser zweite Zeltlagerbesuch einer größeren Gruppe Ausländer kann, wie aus den anerkennenden Worten der Gäste zu entnehmen war, als voller Erfolg gebucht werden. In Wort und Bild werben bie Ausländer in ihren Heimatstaaten von der Disziplin unb dem Leistungswillen ber nationalsozialistischen Jugenb künden. bagegen Daimler 1 v. H. schwächer. Eßlinger Maschinen voll behauptet mit" 103,25 (103), Moenus 0,50 ermäßigt. Im einzelnen eröffneten Zellstoff Waldhof unb AG. für Verkehr je 0,50 v. H., Rhein- Metall-Borsig 1 v. H. niebriger. Der Rentenmarkt blieb sehr still. Altbesitz- anleihe mit 112,65, (112,75) knapp gehalten, Korn- munal-Umschuldung unv. 88,15, Reichsbahn-Dor- zugsaktien etwas höher mit 123,65, (123,40). Von fremben Werten lagen Rumänen etwas höher, 4,5 o. H. Golb 10,25 (16,10), 4 v. H. vereint). 5,60 (5,50). Im Verlaufe hielt bie Zurückhaltung am Aktienmarkt an. Das Geschäft hatte auf allen Märkten nur sehr kleinen Umfang. In Montanwer-- ten lag noch kleines Angebot, insbesondere am Kassamarkt, vor, so daß hier die Kurse weiter ab» vröckelten. Infolge ber Geschäftsstille ergaben sich auch auf den anderen Marktgebieten kleine Rückgänge. Etwas höher lagen aber Kaufhof mit 59,90 nach 59.50. Von Zellstoffaktien kamen Aschaffenburger mit 123,75 (125,50) zur Notiz, auch sonst wiesen bie später notierten Papiere meist Rückgänge auf. Am Rentenmark t schwankten Kommunal- Umschuldung zwischen 88,10 bis 88,15. Goldpfanb- briefe, Kommunal-Obligationen unb Stabtanleihen lagen unoeränbert, ßiquibationspfanbbriefe über- miegenb 0,13 bis 0,40 v. H. fester. Jnbustrie-Obliga- tionen gaben z. T. bis 0,50 v. H. nach. Auslanos- renten lagen sehr ruhig. Tagesgelb etwas leichter mit 2,75 (3) v. H. Abenbbörse ruhig unb behauptet. Die Abenbbörse lag sehr still unb etwa behauptet. Am Aktienmarkt wichen bie Kurse nur um Bruchteile eines Prozentes gegen die Berliner Schlußkurse ab. Es herrschte allgemein weitere Zurückhaltung. Montanaktien lagen, soweit sie notiert wurden, nicht ganz behauptet. Für Otavi Minen erhielt sich etwas Nachfrage zu 31,75 (31,65). Weiter fest waren Kunstseide AKU. mit 65 bis 65,40 (64,65), ber Umsatz war beachtlich. Interesse erhielt sich außerbem für AEG. zu 39,25 (39,13), sowie für Westbeutsche Kaufhof zu 60,25 (59,90). Etwas schwächer lagen Muag mit 117,75 (118,25). Deutsche Linoleum mit 173,50 (174,25) unb Deutscher Eisenhanbel mit 142,50 (143). Der Einheitsmarkt lag still, Großbankaktien blieben unoeränbert. An ben Rentenmärkten herrschte sowohl für beutsche, wie für auslänbische Werte saft Geschäfts- sttlle. U. a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 130,65, 4 v. H. Oefterr. Einheitsrente 1,67^2, 4 o. H. Ungarn Gold 9,15, 4 v. H. Ungarn Kronen 2^5, 4 v. H. Rumänen 5,60, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 231, Adca 88, Commerzbank 102,13, DD.-Bank 105, Dresdner Bank 105, Harpener 137, Mannesmann 112,50, Otavi Minen 31,75, Verein. Stahlwerke 112, AKU. 65 bis 65,40, AEG. 39,25, Bekula 155. IG. Chemie volle 220, Deutscher Eisenhanbel E 142,50, Deutsche Erböl 132, Scherbeanstalt 273, Deutsche Linoleum 173,50, IG. Farben 170,50, Gesfürel 145, Golbschmibt 119,65, Holzmann, 132,50, Junghans 104,65, Lechwerke 113, Muag 117,75, Moenus 98,50, Schuckert 163, Westbeutsche Kauf- Hos 60,25, AG. für Verkehr 119, Hapag 15,75. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Aug. Auftrieb: Rinder 248 (gegen 339 am letzten Montagsmarkt), darunter 27 (43) Ochsen, 43 (67) Bullen, 156 (189) Kühe, 22 (40) Färsen. Kälber 279 (344), Schafe 31 (52), Schweine 1824 (2371). Zum Schlachthof direkt: 26 (3) Ochsen, 1 (1) Bulle, 10 (8) Kühe, 10 (3) Färsen. Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 27. Juli 42 bis 45), b) 41 (41), c) 36 (36). Bullen a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 39 (39). Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 Die J15. Volkswohlfahrt braucht noch Frei- plähe für das Lrholungswerk des deutschen . Volkes und für die Linderlandverschickung. Die ehrenamtlichen Helfer werben dafür bis zum 10. August. (28 bis 33), d) 25 (25). Färsen a) 41 bis 44 (44), b) 40 (40). Kälber andere a) 77 bis 81 (68 bis 72), b) 71 bis 76 (61 bis 67), c) 63 bis 70 (52 bis 60), d) 52 bis 62 (42 bis 51). Hümmel b2) 49 bis 50 (48). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), Sauen gl) 56 (54 bis 56). Marktver- lauf: Rinder unb Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Hämmel und Schafe flott, ausverkauft. Grvßmarkt für Fleisch und für get-tro a r e n. Beschickung: 1303 Viertel Rindfleisch, 766 halbe Schweine, 72 ganze Kälber, 22 ganze Hümmel. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Bullenfleisch a) 76. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54 (alles jeweils Höchstpreise). Kalbfleisch b) 95 bis 110 (am 30. Juli 95 bis 105), c) 85 bis 95 (unver- ändert). Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster 74. Fettwaren: Roher Speck unter 7 cm 82 bis 85 (75 bis 82). Marktverlauf: flott. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Aug. Auf dem Getreide- markt ist bie Lage noch ziemlich unveränbert infolge ber Ernteverzögerung burch bas regnerische Wetter. Dies gilt sowohl für Brot-, wie auch für Futter- getreibe neuer Ernte. Hafer alter Ernte hat nur geringe Umsätze. Das Futtermittelgeschäft ist ruhig, bie Kleieversorgung befriebigertb. Der kleine Bebarf an Biertrebern kann gebeckt werben; Malzkeime sind ohne Geschäft. Trockenschnitzel würben heute erneut zugeteilt. Kartoffelflocken finb nicht erhältlich. Rauhfutter bei kleinen Umsätzen behauptet. In Mehl hält bie lebhafte Nachfrage an. Es notierten (Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Reichsmark: Weizen W 13 217, W 16 220, W 19 224, W 20 226; Roggen R 12 160, R15 163, R18 167, R19 169, Großhanbelspreife ber Mühlen der genannten Preisgebiete. Futter- gerfte —, Futterhafer 190. Weizenmehl Type 790 W 13 28,75, W 16 29,00, W 19 29,00, W 20 29,35; Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,20 bis 13,50. Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W 19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreife ab Mühlenstation. Sojaschrot, Palm- und Ernußkuchen nicht notiert; Treber 14,75, Trockenschnitzel —, Heu 4,50 bis 5,00, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt ober gebünbelt, 2,00. Kartoffeln: Erstlinge 4,65, Böhms Aller- früheste 4,25, Frührosen 3,85 per 50 Kilo einschl. Sack. Tenbenz: ruhig. Schweinemarkt in Hungen. □ Jungen, 3. August. Auf bem heutigen Schweinemarkt stanben 318 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 12 bis 15 Mark, 7 Wochen alte Tiere 16 bis 18 Mark, 8 Wochen alte 19 bis 22 Mark, 9 Wochen alte 23 bis 25 Mark. Der Hanbel war mäßig, es verblieb trotz bes geringen Auftriebs Ueberftanb. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben bie Höhe ber zuletzt beschlossenen Divibenbe an. — Reichsbankbiskont 4 v.H., Lornbarbzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. | Berlin Franksurt a.M. Berlin Frankfun a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börfe Schlußkurs Schluß!. Abend- börsc Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Schluß« kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse • 31 .Juli Z.August Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Briet Dainm 31-7. 3-8. 31.7 3-8. Datum 31 .7 3-8. 31 -7. 3.8. Datum 31.7 38. 31.7. 3.8. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5Vz% Doung-Anleihe von 1930 . Ternsche Anl.-Ablöj.-Schuld mtf Auslos.-Rechten ............ 4>/z% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 4/2% ehem. 8% Hessischer Bolls final 1929 dcückznhlb. 102%) .. 4>/2"n ehem.8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12... 6*/2% ehe in. 4)4% Hess. Landes Hnpothekenbank DarinstaoiLiau. 4%% ehem. 8% Tarmst. Komm Landesb.Goldichuldverlchr R.6 Lberhesjen Provinz-Anleihe mii Ausloi.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4'/2% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 5/2% ehern. 4l/z% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese...... 6yz% ehem. 4’/z% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. ... 4)4% ehem. 8% Pr. Landesvsand briesanstalt, Psandbriese R. 19 4)4% ehem. 7% Pr. Landespsanp briesanst., Gold Komm. C6L 20 Lteuergutich.Berrechnungsk. 34-38 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 101,4 97,65 101,75 112,5 100,35 98,75 97 101 93,75 119 97 101 101,13 97,5 95 109,5 29,75 2,7 9,3 8,7 8,8 14,5 101,4 97,75 102 112,65 100,3 98,75 97 100,9 93,75 124 119,13 97 101,25 101,25 97,5 95 109,5 2,6 9,15 8,7 8,7 101,4 97,7 102 112,8 100,3 98,75 97 124 119,4 101,4 97,5 95 109,5 2,6 9,3 8,75 8,9 14,6 101,4 97,7 101,75 112,7 100,2 98,75 119,5 101,25 97,5 95 109,6 2,7 9,25 8,75 8,95 14,75 4% oesgi. Serie 11 ............ 6% Rumlin. vereinh. Rente v. 1903 4'/z%Ruman.vereinh.Renlev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2%% Anatolier .............. 6,7 10,15 5,5 45 15,75 16,9 119,5 126 102,75 105,75 105,5 196 38,25 155,5 131,75 157,5 139 146,5 138,5 164,25 205,5 143,5 118,75 133,5 137,5 121,75 137,5 122,5 116 6,7 10,25 5,6 45 15,75 16,9 119 126 102,13 105 105 197 39,13 155 132 157,5 139 145 137,25 163 203,5 143 116,75 132 137 116,25 141 117,5 112,5 10,13 5,55 45,25 15,75 48,25 16,65 119,25 126,75 102,65 105,75 105,5 197 38,13 156 131,5 157,5 139,65 146,4 133,25 138,75 164,25 205 144,25 118,75 133,25 137,5 121,75 138 122,25 115,75 6,6 10 5,6 44,75 15,75 47,75 16,5 119,25 126,9 102,13 105 105 196,5 39,13 155,5 132 157 138,5 145,5 133,75 137,75 162,75 203,5 143,25 116,5 132,13 137,5 116,4 169 139 117,75 112,65 Mansselder Bergbau....... 6yz Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Nheinstahl.................. 4 Bereinigte Stahlwerke...... 8'/, Otavi Minen .............. 0 Kaliwerke Aschersleben........b Kaliwerke Welleregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7)4 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rülgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft............. 5 Philipp Holz mann...........4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 151 150,25 116,75 31,25 127,5 126 172,25 274 119,5 134 140,65 133,25 151,5 62,9 88,4 156,75 125 132,25 174,75 60,75 399,5 189,25 I 36,9 100 1 229,75 150 147,5 112 31,75 126,75 125,75 170,5 273 119,9 132,5 150,5 154 65,4 88 155,25 123,75 129,5 173,5 60,25 399,5 188 I 37,25 99,5 1 228 150,5 134,5 227 150 115,75 31,13 127,5 125,25 182,5 172 119,75 133,25 139,75 132,5 109,4 62,9 88,5 156 124 113,65 132,5 175 88,13 60,4 399,5 189,75 1 E 1 229 151 133,25 224,5 147,5 112,4 31,65 126,75 125 180 170,5 119,5 132 140 132 109,25 64,65 88 155 123,75 114,5 130 174,5 88 59,9 400 188,13 37 229,25 Buenos Aue Brüssel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelsingforS. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... : Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... 0,683 41,96 0,143 3,047 55,67 46,80 12,47 5,499 16,405 168,89 19,57 0,728 5,654 62,67 48,95 11,33 64,30 81,18 33,77 10,27 2,486 0,68/ 42,04 0,145 3,053 55,79 46,90 12,50 5,511 16,445 169,23 19,61 0,730 5,666 62,79 49,05 11,35 64,42 81,34 33,83 10,29 2,490 Banknoten 0,686 41,94 0,143 3,047 55,70 46,80 12,475 5,504 16,40 168,95 19,57 0,728 5,654 62,70 48,95 11,335 64,33 81,16 33,72 10,27 2,488 0,689 42,02 0,145 3,053 55,82 46,90 12,505 5,516 16,44 169,29 19,61 0,730 5,666 62,82 49,05 11,355 64,45 81.32 33,78 10,29 2,492 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconlo- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 Reichsbank ................12 A.E.G...................... 0 Bekula.....................8 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 LahmeyerLCo.............. 7 Cementwerk Karlstadt."........6 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 5 Zellstoff Waldhof ............ e Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade...................... 9 Accu mulatoren-Fabrü....... 12 Conti-Gummi ..'............ 11 Gritzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker........10 Budapest .. Reuyork... Berlin, 3-Au ust i Geld Lrlcf __ Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... 2,44 41,80 55,50 12,44 16,35 168,53 62,48 64,11 80,98 33,38 2,46 41,96 55,72 12,48 16,41 169,21 62,74 64,37 81,30 33,52 Deutsche Erdöl ..............4 Harpener................. 2% Hoesch Eisen—Köln-Reuessen .. 2 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........ e Klücknerwrrke .......... 8 Mannesmann-Röhren........8 •JlUUl'lUlUJt; ’J Norwegische Deutsch Leste rreicki. * 1OO Schilling 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4J4% desgl. von 1913......... 6% abgesl. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagda'dbahn-Anlethe Serie I.................... Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Ungarische Noten ................