186. Jahrgang Gießener Anzeiger 'S«“—_ MZahrgan, Samstag, 4. Juli 1956 Sonntags und Feiertags A Annahme von Anzeigen vettagen: Die Illustrierte M A W» ▼ für die Mittagsnummer Gießener Familienblätter I hA A j^k Ak ..Ak, AA WH A _A A ▲▲ bis 8^/,Uhr des Vormittags i@ MtzenerAMMr sZ infolge höherer Gewalt ^*81^ Ermäßigte Grundpreise: Zernsprechanschlüsse W V &99 zflA < < ** Stellen-,Vereins-.gemein« iBE» General-Anzeiger für Oberbesen bä# Postscheckkonto: V ' gen, Bäder-, Unterrichts- u. Stonifttrt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Vuch- unö Zteindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Genfer Tragikomödie. Aus dem Hin und Her der Genfer Verhandlungen, sowohl der offiziellen Beratungen des Rates and der Vollversammlung wie der diplomatischen Gespräche hinter den Kulissen sich ein auch nur einigermaßen zutreffendes Bild zu machen, ist um o weniger leicht, als man noch mitten in der Genfer Tagung steht. Soviel steht jedoch bereits fest, daß von den großen politischen Problemen, die in Genf zur Erörterung stehen, im besten Falle nur ein verschwindend kleiner Bruchteil einer Lösung entgegengeführt werden, der weitaus größte Teil aber das in Genf übliche Schicksal der Vertagung und Verschleppung teilen wird. Der Völkerbund durchlebt peinliche Tage. Er soll die von ihm beschlossenen Sanktionen liquidieren und einen Schlußstrich unter jene Politik des Abenteuers setzen, in das er sich mit der Verhängung der Sanktionen eingelassen hat, und das von England selbst als „P r o b e f a l V* auf die Wirksamkeit der Genfer Einrichtung der kollektiven Sicherheit bezeichnet worden war. England, das seinerzeit die Führung der Sanktionsfront übernahm, ist auch bei ihrer Aufhebung in Führung gegangen. Frei und offen hat Eden erklärt, „daß unter den bestehenden Umständen die Fortführung der Sanktionen keinen nützlichen Zweck verfolgen kann". In diesem Sinne wird auch die Völkerbundsoersammlung beschließen. Abessinien ist auf dem Genfer Altar geopfert. Daran kann der letzte Appell des Negus in seiner Genfer Rede an das Gewissen der 52 Dölkerbundsnationen nichts mehr ändern. Genf muß sich vor der Gewalt der von Italien geschaffenen Tatsachen beugen. Mit dem Verschwinden der Sanktionen ist der abessinische Konflikt, die Stellung Italiens zum Völkerbunde und ebenso zu den anderen Mächten, besonders England und Frankreich, aber noch nicht bereinigt. Die Verurteilung Italiens als Angreifer durch den Völkerbund vom Herbst vorigen Jahres bleibt bestehen. Eden hat ausdrücklich erklärt, daß die Eroberung Abessiniens durch Italien von Genf nicht anerkannt werden wird, und ebensowenig wird das Hilfeler- ftungsab kommen, das England mit den Ostmittelmeerstaaten Ende vorigen Jahres abgeschlossen hat, vorläufig nicht außer Kraft gesetzt: „Die britische Regierung erklärt, daß sie bereit ist, diese Verpflichtungen aufrechtzuerhalten, wenn eine Lage entstehen sollte, die diese Verpflichtungen bei der Durchführung der Aktion unter Artikel 16 in Kräft gesetzt hätte". Wie sich Italien mit den Genfer Beschlüssen avfinden, ob ihm die Aufhebung der Sanktionen genügen wird oder nicht, bleibt abjuroarten. Gewiß, die Aufhebung der Sanktionen ist ein großer Erfolg Mussolinis, aber es muß Italien jetzt darauf ankommen, die Anerkennung der Besitznahme Abessiniens und die Rückgängigmachung der Mittel- meer ab fommen durchzusetzen. Auch die englische Ankündigung, daß im Mittelmeer eine stärkere englische Flotte stationiert bleiben wird, als vor dem italienisch-abessinischen Kriege, muß Italien zu denken geben. Kein Wunder, daß Rom in dieser Polittk Englands einen Versuch erblickt, Italien im Mittelmeer lahmzulegen und einzukreisen. Und das um so mehr, als die in Montreux zwischen England und Sowjetrußland aufgetauchten Schwierigkeiten im wesentlichen behoben sind, und zwar dergestalt, daß der russischen Flotte weitgehend der Zugang zum Mittelmeer geöffnet wird. Ein römisches Platt sieht bereits das Gespenst eines englisch- jfranzösisch-russischen Kriegsbundes, ähnlich dem der Vorkriegszeit, nur mit Dem Unterschiede, daß er nicht in erster Linie gegen Deutschland, sondern «egen Italien gerichtet ist. Die Frage der Rückkehr Italiens in das europäische Mächtespiel bleibt im Augenblick noch offen. So sehr Frankreich, dieses Ichon mit dem Hintergedanken des Wiederauflebens Iber „Stresa-Front", und England die Wiederbeteili- •gung Italiens an den europäischen Dingen auch Wünschen mögen, so wollen sie anscheinend doch den «Eindruck eines Nachlaufens Italien gegenüber vermeiden. Eine Tatsache aber schält sich aus den Genfer «Gesprächen zweifelsfrei heraus: eine wieder engere englisch-französische Zusammenarbeit, nachdem diese während des Abessimen-Kon- sstiktes mehr als einmal nicht ganz geklappt hatte. «Sowohl von französischer, wie von englischer -Seite, ist in den letzten Tagen die Notwendigkeit und Nützlichkeit der Zusammenarbeit zwischen den Seiden westlichen Mächten besonders stark be- tont und unterstrichen worden. Man kann dabei ganz absehen von der Rede des englischen Knegs- ininisters Duff Cooper in Paris, der sich für eine englisch-französische Einheitsfront aegen Deutsch- Hand einsetzte und das Reich als Störenfried für 8)ie Ruhe Europas anzuprangern versuchte. Daß derartige Äußerungen dem Frieden dienen, wird niemand behaupten können. Auf der anderen Seite darf man allerdings an Baldwin 2 Wort von einer „Arbeitsgemeinschaft zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien" erinnern und an feine Feststellung, daß „die Befriedung der Lage in Europa" das Ziel der britischen Politik sei. Aber man kommt über eine gewisse Unsicherheit unö -Zwiespältigkeit der britischen Polittk nicht hinweg. Alle Regierungen und alle Volker Europas^wollen den Frieden. Nur über die Mittel und Wege, über die Methoden gehen die Auffassungen auseinander. Hier spielt in erster Linie die -a e 10 r m des Völkerbundes, die Frage der ko lief- tioen Sicherheit hinein, lieber die Notwendigkeit der Völkerbundsreform ist man sich ml we- fentlichen überall einig. Uneinigkeit herrscht nur über die Frage des Wie. So ist es erklarstch, datz man sich Zeit lassen und die Reform bis Zum des ersten Reichsparteitages in Weimar. Führer vor allem anderen für den Glauben zu danken, den Sie uns zu Beginn des Wiederaufstieges der Bewegung kraft Ihrer Persönlichkeit in die Herzen pflanzten. Dieser Glaube an Deutschland, der immer identisch war mit dem Glauben an den Führer, und dazu Ihr Vertrauen auf unsere und unseres Volkes Kraft haben uns überhaupt erst die Fähigkeit zu kämpfen und zu siegen gegeben. „Wie wir uns vor zehn Jahren bemüht haben, ups d i e Ehre des ersten Reichsparteitages durch unausgesetzte Bemühungen auch noch nachträglich zu verdienen, so sind wir unablässig und fanattsch am Werk gewesen, das damalige Notstandsgebiet Thüringen möglichst schnell unter den einheitlichen Willen einer rein nationalsozialistischen Regierung zu bringen. Mit Ihrer einzigartigen Hilfe, mein Führer, ist uns im Sommer 1932 dieser Schritt gelungen, und nun erleben wir die glückliche Stunde, daß Sie uns durch Ihre Gegenwart eine höchste, wenn auch eigentlich unverdiente Anerkennung zollen. Denn wir haben nichts anderes als unsere Schuldigkeit dem Allmächtigen gegenüber getan, der Sie, mein Führer, befähigt hat, Ihre. Sendung an Deutschland zu erfüllen." Sieg der Treue und des Glaubens. Der Führer spricht zu seinen alten Kämpfern von 1926. Der Führer und Reichskanzler dankte dem Gauleiter S a u ck e l und dem Ministerpräsidenten M a r s ch l e r und bezeichnete es als ein Glück, die Tage dieses wundervollen Wiedersehens erleben zu dürfen. Pefonders freue er sich darüber, mit den alten Kam pf genossen zusammen zu fein, die damals vor zehn Jahren in Weimar aufmarschierten. Manche leben nicht mehr; andere sind unterdes grau und viele auch schon weiß geworden. Allerdings ist eins gleichgeblieben: Die Erinnerung und der fanatische Entschluß, die Prinzipien und die Grundsätze, die uns damals beherrschten, für alle Zukunft aufrechtzuerhalten! Dieser Entschluß, den alten Grundsätzen uns auch jetzt, da wir durch ein wundersames Schicksal die Macht in Deutschland besitzen, erst recht zu verschreiben, um sie auf diejenigen zu übertragen, die nach uns kommen werden. Damals im Jahre 1926 unternahmen wir einen Angriff auf diese Stadt, einen Angriff auf dieses Land und damit einen Angriff auf Deutschland. Heute, kaum zehn Jahre später, befinden wir uns schon in der Vollendung. Der Glaube, der damals wenige Hunderttaufende erfüllte, ist heute zum Glauben des ganzen deutsch en Volkes geworden! Dieser Erfolg wurde uns nicht geschenkt, denn diese zehn Jahre sind Jahre unzähliger Kämpfe und unzähliger Opfer gewesen. Was wissen alle diejenigen, die erst nach dem Siege auf unsere Bewegung aufmerksam wurden, was wissen sie von dem, was diese Jahre vorher an Opfern und an Kämpfen gefordert hatten? W i e viel Sorge wir tragen mußten, wie viel Glaube notwendig war, um aus dieser kleinen Bewegung am Ende die beherrschende Macht in Deutschland zu entwickeln? Was wissen sie davon, wie viel an Gehorsam verlangt werden mußte — an schwerem Gehorsam, obwohl dieses Gehorchen nur zu oft gegen alle Regungen des Gefühls, ja sogar gegen Die Vernunft zu gehen schien. Wie oft mußten wir in diesen zehn Jahren unsere jungen Kämpfer ermahnen, niemals die Nerven zu verlieren, niemals unklug zu handeln, sondern immer bauen auf die Zukunft, die Zeit reifen zu lassen! Mögen die Jungen von heute aus dieser Zeit des Verzichts und des Gehorsams lernen für sich und die deutsche Zukunft. Alles aber konnte nur erreicht werden durch die grenzenlose Treue und Anhänglichkeit meiner Mitkämpfer. Dafür mochte ich Ihnen an dieser Stelle und an diesem Tage heute besonders danken: Ihnen, mein lieber Gauleiter, der Sie — ich weiß es — einer meiner treuesten sind; Ihnen, meine Parteigenossen in der Regierung, Ihnen allen, die Sie hierhergekommen sind aus dem übrigen Deutschland als Führer der einzelnen Organisationen; und nicht zum letzten allen den unzähligen bekannten und auch namenlosen kleinen Parteigenossen, die in den Jahren, in denen die Verführung von der anderen Seite so groß und die Wahrscheinlichkeit des Sieges so klein war, standhaft geblieben sind. Ich möchte Ihnen danken, daß Sie in diesen Jahren so treu und anständig zur Bewegung gehalten haben, daß Sie ihr nicht den Rücken kehrten, wenn es manchmal so zu fein schien, als werde unser Werk doch nicht gelingen, sondern daß Sie sich dann erst recht fanatisch zu mir bekannten und sich fanatisch vor mich stellten. Wohin wären wir gekommen, wenn sich diese Anhänglichkeit nur in den Zeiten der Erfolge gezeigt haben würde? Mr Miede, Shre und Freiheit. Das, was unsere Bewegung so groß werden ließ, war nicht die Treue und Anhänglichkeit nach Siegen und Erfolgen, sondern die Treue gerade nach unseren Niederlagen. Wenn sich alles Glück von uns abzuwenden schien, dann sind Hunderttausende kleiner Menschen e r st recht hinter die Bewegung — und ich darf wohl sagen, vor meine Person getreten. Nur deshalb konnten wir zusammen diesen einzigartigen Kampf der deutschen Geschichte durchkämpfen und erfolgreich bestehen. Und so wie wir dank Hunderttausenden unser großes Ziel der Erringung der Macht in Deutschland erreicht haben und wir seit 3V2 Jahren erfolgreich mit dieser Macht für Deutschland abeiten können, jo werden wir, wenn wir uns zu den gleichen Grundsätzen auch in der Zukunft bekennen, auch stets den Weg nach vorwärts finden. Möge die deutsche Ration nie vergessen, daß die Härte eines Volkes nicht dann erprobt wird, wenn die Führung sichtbare Erfolge aufzuweisen hat, sondern in Stunden scheinbarer Mißerfolge. Solange eine Führung von Glück gesegnet ist, kann sich jeder Schwächling zu ihr bekennen. Erst in den Stunden, in denen das Glück sich abzuwenden scheint, scheiden sich die wirklich wertvollen Menschen. Dann erst wird die Treue mitgeroo- gen! Möge in der Zukunft das deutsche Volk sich diese Tugenden bewahren! Es wird mit diesen alten Prinzipien und Grundsätzen unserer Bewegung in eine große Zukunft hineinmarschieren! Ich kann an diesem Tage neben dem Dank nur die eine Bitte an den Allmächtigen aussprechen: Daß er unser Volk segnen möge in unserer Bewegung. Denn das ist meine heiligste Ueberjeugung: Solange die nationalsozialistische Bewegung fest und stark in Deutschland steht, solange wird Deutschland hart und fest fein! Wenn jemals diese Bewegung sinken sollte, dann wird auch Deutschland wieder sinken. Viele Jahre Kampf liegen hinter uns. Die Vorsehung hat es uns ermöglicht, unserem Volke neben den Erfolgen auf dem Gebiet der Arbeit vor allem den Frieden zu bewahren. Ich glaube wir können auch an diesem Tage an die Vorsehung keinen anderen Wunsch richten als den, auch in Zukunft diesen Frieden unserem Volke zu schenken. Vor diesen Frieden aber wollen wir stets schreiben das Wort: Ehre, und unter diesem Frieden wollen wir stets verstehen den Begriff: Freiheit! Wir wollen überzeugt sein, daß ohne diese Ehre und ohne diese Freiheit es auch keinen Frieden geben kann. Das weiß unser Volk, und das mag auch die Welt zur Kenntnis nehmen. Ich glaube, daß diese Klarheit am ehesten geeignet sein wird. Nie Zehnjahresfeier .Weimar, 3.3uli. (DNB.) Am Freitag um 15.20 Uhr traf der. Führer in Weimar ein. Damit wurden die Veranstaltungen zur Erinnerung an den 1. Reichsparteitag nach der Neugründung der NSDAP, eröffnet. Zum Empfang des Führers und Reichskanzlers hatten sich eingefunden Reichsstatthalter S a u ck e l, Ministerpräsident Marschler und Staatssekretär Ortlepp als Vertreter der thüringischen Regierung, Korpsführer Hühnlein, SA.-Gruppenführer Staatsrat Günther, NSKK.-Gruppenführer Ponn- darf, SS.-Brigadeführer Staatsrat H e n n i ck e , SS.-Brigadeführer Staatsrat P f l o m m. In Begleitung des Führers befanden sich u. a. Stabschef Lutze und Reichsminister Dr. Goebbels. Auf dem Bahnhofsplatz begrüßten ihn Tausende mit jubelnder Begeisterung. Mit einem feierlichen Staatsempfang der Spitzen bet Partei und der Behörden im Schloß zu Weimar wurden die Veranstaltungen eingeleitet. Der große Festsaal war durch lange von der Empore herabhängende rc*-1 Samttücher und schlichten Blumenschmuck zu einer würdigen Emp- fangsstätte ausgestaltet worden. In der Mitte des Saales hatten alle Reichsleiter und Gauleiter der NSDAP., die Gruppen- und Obergruppenführer der SA., die Staatssekretäre der Reichsregierung und Staatsminister der Länder, die Ehrengäste der Wehrmacht und der thüringischen Parteidienststellen und Staatsbehörden Platz genommen. Wenige Minuten vor 17 Uhr verließ der Führer das Hotel „Elefant" am Marktplatz und begab sich zu Fuß in das nahegelegene Schloß. Wieder umbrandete ihn auf diesem kurzen Weg der Jubel der Weimarer und der Gäste von nah und fern. Auf der letzten Strecke standen die mehr als 4000 Teilnehmer des er ft en Reichsparteitages nach der Neugründung der Partei, die sich hier nun zum ersten Mal wieder geschlossen versammelten. Unbeschreiblich fast war ihre stürmische Begeisterung, als sie den Führer grüßten in Erinnerung an jene denkwürdigen Tage, da sie noch die einzige Gefolgschaft des Führers bildeten. Ohne Rangabzeichen im schlichten Braunhemd waren sie angetreten. Aber unter ihnen war kaum einer vHne das Goldene Parteiabzeichen, und sehr viele trugen den Blutorden. Begleitet vom Stellvertreter des Führers, vom Gauleiter Sauckel und den Reichsleitern, Stabschef Lutze, Dr. Goebbels, Dr. Frick und Dr. Ley schritt der Führer durch ihre Reihen. Der Führer schritt dann durch ein Spalier des Bundes Deutscher Mädel die mit Samt aus- geschlagene Schloßtreppe zum Festsaal empor. Die weihevollen Klänge der 5. Symphonie von Beethoven leiteten den feierlichen Staatsempfang ein. Dann richtete Reichsstatthalter und GauleiterEauckel an den Führer und Reichskanzler das Wort. Er führte u. a. aus: Ueberglücklich in grenzenloser Dankbarkeit und Liebe begrüße ich Sie, mein Führer, und Ihre hervorragenden Mitarbeiter und Mitkämpfer im Namen aller Volksgenossen und Volksgenossinnen im Gau Thüringen, tief ergriffen danke ich aber auch der allmächtigen und gütigen Vorsehung, die Ihren unvergleichlichen Kampf um Deutschlands Ehre und Freiheit so wundervoll segnete. Dieser Gau hieß einst das „rote Thüringen". Es war damals der Wille der marxistischen Volkszerstörer, dieses Herz Deutschlands zu einem Bollwerk des Klassenkampfes, ja sogar bolschewistischen Zersetzungswahns zu machen. In der ganzen schweren Kampfzeit sind sich aber die Thüringer Nattonalsozialisten treu geblieben. Ein herrliches Wunder ist geschehen, Deutschland ist zu neuer Gesundheit und zu neuem starken Leben und Schassen auferstanden. Jetzt wird jene damalige Zeit des unerbittlichen Kampfes und größten Opferns der Bewegung neu in uns lebendig und zwingt ganz Deutschland wieder in ihren Bann. Wie vermöchten Worte des Dankes, der Versicherung der Treue das auszudrücken, was Ihre Alte Garde, Ihre Mitkämpfer und Ihr Volk empfinden, und wie wir alle an Ihnen hängen, Ihnen vertrauen, und nur den einzigen Wunsch haben, daß der Herrgott Sie gesund erhalten und schützen möge, um Deutschlands willen. Ministerpräsident Marschler erklärte dann u. a.: In diesem feierlichen Augenblick, der die Führerschaft der Partei und des Reiches in diesem traditionsreichen Saal zu einem Auftakt versammelt, drängt es uns, Ihnen, mein Herbst vertagen will. Schwere Bedenken allerdings verursachen die Auslegungen Leon Blums in seiner Rede vor der Völkerbundsversammlung im Sinne einer Verschärfung der Genfer Strafsatzungen und der Bildung regionaler Mächtegruppen mit dem Zwange zu bestimmten Militarab- kommen. Wohin solche Militärabkommen schließlich führen haben wir 1914 erlebt. England hat sich bisher in der Frage der Reform des Völkerbundes noch nicht festgelegt, aber gewisse Wendungen m der Rede Edens lassen Anklänge an die französische These erkennen. Jedenfalls weichen die Methoden der Anderen zur Friedenssicherung in verschiedenen Punkten von der von Deutschland vorgeschlagenen wesentlich ab. _ e £ Für Mitte Juli ist eine Locarnokonferenz geplant: Ob die Version, daß zu ihrer ersten Phase Italien, zu der zweiten auch Deutschland hinzugezogen werden soll, den Tatsachen entspricht, muß man abwarten. Eine offene Aussprache wäre an sich nützlicher als eine Fortsetzung der Politik der Fragebogen und Denkschriften, aber eine solche Aussprache bedingt, wenn sie irgendwelche Aussicht auf Erfolg haben soll, die Gleichberechtigung der Verhandlungspartner, also die Unteilbarkeit der Verhandlungen im Sinne der Rede des Führers vom 21. Mai 1935, in der er erklärte: „Wir werden an keiner Konferenz mehr teilnehmen, an deren Programmaufstellung wir nicht von vornherein mitbeteiligt gewesen sind. Wir denken nicht daran, wenn zwei oder drei Staaten ein Vertragsgericht entwerfen, als Dritter dann die erste Kostprobe vorzunehmen." Auf den gegenwärtigen Fall angewandt, heißt dies nichts anderes, als daß es Deutschland ablehnen müßte, in einer zweiten Konferenzphase hinzugezogen zu werden, um etwa einen Plan entgegenzunehmen, über den England, Frankreich und Belgien sich vorher bereits einig geworden wären. „Deutschland verlangt", so fabelt der Berliner Berichterstatter der „Times" vollkommen richtig seinem Blatte, „daß, wenn internationale Verhandlungen erfolgen, seine eigenen Gedankengänge mindestens ebenso berücksichtigt werden, wie die der anderen, und daß man sie nicht nur einfach zur Kenntnis nimmt, nachdem man vorher gemeinsame Pläne anderer Deutschland als „unteilbar" übermittelt fyat". Eine solche Methode würde in der Tat schwerlich zu der von Baldwin so nachdrücklich gewünschten Verständigung und vertrauensvollen Zusammenarbeit Deutschlands, Englands und Frankreichs führen. Wird die britisch- Diplomatie gegenüber Pariser Gedankengängen trotz aller niederschmetternden Erfahrungen noch immer nicht genug Selbständigkeit aufbringen, um eine wahrhaft faire und deshalb auch einzig Erfolg versprechende Verhandlungsmethode sicherstellen? Die Reichspost ist gerüstet aftion und eine dauernde staatliche Unterstützung aller bedürftigen Kleinbauern versprochen werden. Zusammenarbeit der Kommunisten nicht nur mit der Zweiten Internationale, sondern auch mit den Demokraten jeglicher Richtung. Die kommunistische Propaganda muß in die legalen Organisationen eindringen. Ankauf gezogener Auslosungsrechte der Anleihe-Ablösungsschuld. Berlin, 4. Juli. (DNP. Funkspruch.) Die bei der Auslosung am 3. Juni 1936 gezogenen Aus- losungsrechte der Anleihe-Ablösungsschuld des Deut- schen Reiches sind bestimmungsgemäß am 1. Oktober 1936 einzulösen. Wie in früheren Jahren werden die gezogenen Auslosungsrechte bereits vor dem Fälligkeitstag unter Abzug eines zum jeweiligen Reichsbankdiskontsatz zu berechnenden Diskonte frei von Provision an« gekauft werden. Der Ankauf der Auslosungsscheine erfolgt durch die R e i ch s b a n k - Anstalten, in Berlin durch die Rostro-Börsen-Abteilung der Reichshauptbank, Jägerstraße 551. Die Inhaber der Auslosungsscheine, die vor dem 1. Oktober 1936 in den Besitz des Einlösungsbetrages gelangen wollen, können schon jetzt ihre Stücke der nächstgelegenen Reichsbank-Anstalt zum Ankauf übergeben, die die Auszahlung des Einlösungsbetrages unter Abzug des Diskonts nach Prüfung der Stücke vornehmen wird. Der vorzeitige Ankauf der Schuldforderungen der Anleihe-Ablösungsschuld des Deutschen Reiches erfolgt zu denselben Bedingungen durch die Reichsschuldenoer« w altun g. Gudetendeutsche Antwort an Hovza. Die Reichssportfeldverwaltung teilt mit: Eine am Sonntag, dem 5. Juli 1936, im Olympia-Stadion stattfindende Probe macht es notwendig, das Reichssportfeld von 12 Uhr abfürBe - ichtigungen zu sperren. Die letzte Führung geht um 11.30 Uhr vom Olympischen Tor aus ab. Dafür wird im Gegensatz zu den Wochenführungen, die erst um 8.30 Uhr vormittags beginnen, die erste Führung am Sonntag bereits um 7.30 Uhr vor sich gehen. Gautag Hessen-Nassau 8 —-12.Juli in der Gauhauptstadt Frankfurt a Main. Dr. Frank; 14 Uhr: Schumann-Theater, Hinden- burgplatz. DAF.: DAF. - Walter und KdF. - Warte bis Ortsgruppe; Leiter: Gauwalter der DAF. Willi Becker; Redner: Hauptamtsleiter Claus S eigner, Amtsleiter Horst Dreßler-Andreß; 16 Uhr: Hippodrom, Saarallee 21. Erzieher: RS.-Lehrerbund; Leiter und Redner: Gauamtsleiter Ringshausen; 14 Uhr: Volksbildungsheim, Großer Saal, Eschenheimer Anlage 40/41. Für die Amtsleiter des Amtes für Erzieher: siehe Kommunalpolitik; 16 Uhr: Schumann-Theater, Hindenburgplatz. Frauenschaft: Kreis- und Ortsfrauenschaftsleiterinnen; Leiterin: Gaufrauenschaftsleiterin We- sternacher; Redner: Propagandawalter der Reichsdienststelle des Hauptamtes für Volkswohlfahrt, Maierhofer; 16.30 Uhr: Ufa-Palast, Am Eschenheimer Turm. Handwerk und Handel: Kreis- und Ortsgruppenamtsleiter; Redner: Hauptamtsleiter Dr. v. Rente ln; 14 Uhr: Neues Theater, Mainzer , Landstraße 55. Hitler-Jugend: HJ.-Führer bis einschließlich Gefolgschaftsführer. Leiter: Oberbannführer Brandt. Redner: Stabsführer der RIF. Hartm. Lauterbacher, Obergebietsführer Cerff. 14 Uhr: Saxophonsaal, Festhallengelände. Volksgesundheit: Amtsleiter und Aerzte ltzes NSDAeB. Leiter: Gauamtsleiter Dr, Beh« Zudenfeindliche Zwischenfälle in Tunis. Paris, 4. Juli. (DNB. Funkspruch.) In der tunesischen Stadt Gafsa waren ein Jude und ein Tunesier in Streit geraten. Der letztere rief „Nieder mit den Juden!" Ein vorübergehender Gendarm wollte den Tunesier deswegen festnehmen, aber andere Tunesier schlugen auf den Gendarmen ein. Vor dem Gefängnis wurde die Lage für den Gendarmen so bedenklich, daß er seinen Revolver zog und seinen Häftling niederschoß. Auf die Nachricht von diesem Vorfall sammelten sich die Muselmanen der Stadt, zogen vor die jüdischen Läden und plünderten sie. In einem Laden feuerten zwei Juden auf die Menge und verletzten einen Mohammedaner. Militär mußte eingreifen, wobei ein Senegalschütze schwer verletzt wurde. Der „Figaro" unterstreicht, daß Unabhängig« keitskundgebungen veranstaltet worden seien. Dabei sei die tunesische Flagge gehißt worden und die angehende Menge habe be- aeistert „Hoch lebe das freie und unab- hLugige Tunis" gerufen. BrfUi SÄ Srohmutter, chr mi können. einp gegen de Der Jhmpf bildet bas Them die TrMöfe ur non Nordamenk ^reibens. Das i Wtlichte Schrei lich starken W schlechten Sinne, auch im Hinblick uud fiaridt notm M bas ftino ke f«. Der Papst «' mt Semigtmmg reils lobenswert! getroffen hätten, für die Fochetzu ten Film. 5roei lobe An dem schro f des Dorfes 6te, ein 3er/^r. Wtnljenltbtn zi florn.tr< lim rens. Redner: Reichsärzteführer Dr. Wagner. 16 Uhr, Opernhaus. Wirtschaft: Kreiswirtschaftsberater. Führende Männer der Wirtschaft. Leiter: Gauwirtschaftsberater E ck a r d t. Redner: Bernhard Köhler. 14 Uhr, Volksbildungsverein, Eschenheimer Anlage 40/41. Kasse: Kreiskassenleiter. Leiter: Gauschatzmeister E ck. 14 Uhr: Sitzungssaal Adolf-Hitler-Haus. Kommunalpolitik: Amtsleiter des Amtes für Beamte, Erzieher, Kommunalpolitik und des Rechtsamtes mit Fachberatern bis einschließlich Kreis. Leiter: Gauamtsleiter Linder. Redner: Staatssekretär Stuckart. 16 Uhr: Schumann- Theater, Hindenburgplatz. Kriegsopferversorgung: Kreisamtsleiter und Hauptstellenleiter des Amtes für Kriegsopferversorgung, Ortsgruppenobmänner der NSKK. Leiter: Gauamtsleiter Ziegler. Redner: Reichskriegsopferführer Oberlindober. 16 Uhr: Dr. Hochs Konservatorium, Eschersheimer Landstraße 4. N S.- B e r a t e r : bis Ortsgruppe. Leiter Gauamtsleiter Bickendorf. 14 Uhr: Ufa-Palast, Am Eschenheimer Turm.. NSV.: Amtsleiter bis Ortsgruppe, Amtswalter und Helfer. Leiter: Gauamtsleiter Haug. Redner: Propagandawalter der Reichsdienststelle des Hauptamtes für Dolkswohlfahrt Maierhofer. 14 Uhr: Hippodrom, Saarallee 21. Organisation: Organisationsleiter bis einschließlich Ortsgruppe. Leiter: Gauamtsleiter Bickendorf. 16 Uhr, Schauspielhaus. Parteigericht: Kreisparteirichter und Beisitzer. Leiter: Gaugerichtsoorsitzender Frhr. von Lyncker, Redner: Pg. Knop und Pg. Schneider vom Obersten Parteigericht. 16 Uhr, Sitzungssaal Adolf-Hitler-Haus. Personalamt: Kreispersonalamtsleiter. Lei- ter: Gauamtsleiter H e y s e. 15 Uhr, Storch, Saalgasse 1 (am Dom). Presse: Presseamtsleiter bis Ortspresse, Rest- renten der Gliederungen, Schriftleiter der Partei- presse. Leiter: Gauamtsleiter G. W. Müller, Redner: Der Leiter des Pressepolitischen Amtes der Reichspressestelle Sündermann. 14 Uhr: Schauspielhaus. Propaganda: Propagandaleiter bis Ortsgruppe, Propagandawalter der DAF. Gauring für nationalsozialistische Propaganda und Volksaufklärung, Gau- und Kreisredner. Leiter: Gaupro- pagandaletter Müllaik-ScheLd. Rednen Leiter Ans aller Well. Zwei hauptlreffer bei den braunen Glücksmännern. Nachdem in den letzten Tagen schon vier Haupttreffer der Arbeitsbeschaffungslotterie nach Berlin gefallen sind, kam jetzt die Nachricht, daß abermals zwei 500-Mark-Gewinne gezogen worden seien. In einem Bierlokal des Westens feierte man im Kreise von Berufskameraden und Berufskameradinnen Urlaubsabschied. Der Feier wohnte auch der Abteilungschef bei, der für jeden Beteiligten ein Los nahm. Den Haupttreffer, der zum Urlaub gerade recht kam, zog eine junge Sekretärin, der hiermit der Abschiedsschoppen zum Glücksschoppen wurde. — Der zweite 500-Mark- Gewinn hat eine nicht alltägliche Geschichte: Ein Gast des Hotels Kaiserhof kaufte sich ein Los bei dem braunen Glücksmann. Es war ein Freilos. Er nahm hierfür ein zweites. Wieder war es ein Freilos. Und nun folgte, was bisher wohl einmal fein dürfte, eine ununterbrochene Serie von insgesamt neun Freilosen! Das zehnte Los aber, das er für das neunte Freilos eintauschte, erhielt einen 500» Mark^Gewinn. Unverantwortlicher Leichtsinn. Durch Nachlässigkeit eines Ehepaares entstand in einem Hause in Niederlahnstein ein Zimmerbrand. Eine dort in Untermiete wohnende Familie hatte einen Topf Teer auf den Ofen gestellt, neben dem in einem Kinderwagen ein krankes Kind lag. Das Ehepaar hatte die Wohnungstür abge- : schlossen und sich außerhalb des Hauses begeben, I während das Kind schlief. Der flüssige Teer kochte in Abwesenheit der Eltern über. ffeuer entstand und griff schnell um sich, erfaßte den Fußboden und | den Kinderwagen. Durch das entschlossene Eingreifen eines Nachbarn, der in das brennende Zimmer eindrang, konnte das Kind gerettet werden. Mit schweren Brandwunden und einer starken Rauchvergiftung liegt es jetzt im Krankenhaus danieder. Eine andere Hausbewohnerin, die in dem verqualmten Treppenhaus ihre Wohnung zu erreichen suchte, kam zu Fall und erlitt einen Knöchelbruch. Gerichtliches Nachspiel des schweren verkehrsunglückt bei Reefen. Das schwere Verkehrsunglück auf der Ben liner Chaussee bei Reefen (unweit von Burg bei MagdeburaL dem vier SS-Männer vom Musikzua der SS-Leibstandarte zum Opfer gefallen sind, wir» ein gerichtliches Nachspiel haben. Wie die Bürget Polizei mitteilt, wurde der Krastwagenfthrer M unsere tiefste Verehrung und unsere herzlichsten Wünsche für eine glückliche Zukunft aus." — Anschließend begaben sich die japanischen Gäste zu ihren Trainingsstätten. sche^Auffa^ungkn zu bestitigen und ^bamit einem I Japans Olympiamannschaft eingetroffen Festvorstellung im Weimarer Aationaltheater. Heller Jubel bricht los, als gegen Abend der Führer vor dem Nationaltheater vorfahrt. Das Theater ist bis auf den letzten Platz besetzt. Mit einem freudigen Heil Hitler! wird der Führer auch hier empfangen und dann erfüllen die Klänge des „Tannhäuser" den schönen Raum, der in der Geschichte des deutschen Volkes durch so manche Ereignisse Bedeutung erlangt hat. Die Vorstellung stellte eine Glanzleistung dar, insbesondere aber durch die vom Führer dem Deutschen Nationaltheater geschenkte vollständige Neuinszenierung und Ausstattung. Weimar und sein Theater schätzen sich glücklich, ihren Dank für die Spende des Führers bei dieser Gelegenheit entgegenbringen zu dürfen: Die Künst- ler und alle am Werk Mitwirkenden durch Vergabe der höchsten Leistung, die Weimarer Bevölkerung dadurch, daß sie sich erneut zum Werk des Führers bekannte. Kurz vor Mitternacht mar es, als dem Führer beim Verlassen des Theaters wieder ein unbeschreiblicher Jubel entgegenbrauste. Durch ein einziges Spalier begeisterter Menschenmassen fuhr Adolf Hitler langsam seinem Quartier im Hotel „Elefant" zu. In der schönen Sommernacht aber herrschte in den Straßen Weimars, das wahrend des Parteitages die Polizeistunde aufgehoben hatte, stöhliches Leben und Treiben. des Amtes Aktive Propaganda kn der Reichs. Propagandaleitung Walter Schulze, Leiter des Reichsrings Tiehler. 14 Uhr, Opernhaus. Schulung: Schulungsleiter und -beauftragte bis Ortsgruppe. Leiter: Gauamtsleiter W. Ruder, Redner: Dr. Walter Groß. 16 Uhr, Saxophonsaal, Festhallengelände. 19.30 Uhr: Tagung des Führerlorps der NSDAP. Sau Hessen-Nassau in der Festhalle. Es sprechen: der G a u l e i t e r. Dr. Johann von Seers. Der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der Reichsleitung Dr. Walter Groß. Es nehmen teil: Gauamtsleiter, Hauptstellenleiter und Stellenleiter der Gauleitung, Kreisleiter, Ortsaruppenleiter und Stützpunktleiter, Kreisstäbe und Ortsgruppenamts, (eiter. Führer der SA., SS. und des NSKK. bis ein« chliehlich Sturmführer, Führer der HI. und Führe- rinnen des BDM. bis einschließlich Gefolgschaftführer bzw. Mädelgruppenführerin. Kreis- und Ortsfrauen- chaftsleiterinnen. Führer des Reichsarbeitsdienstes bis einschließlich Gruppenstäbe. Oie Olympiabesucher sind Deutschlands Gäste. Aufruf des Neichsministers Dr. Goebbels. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Der Reichs Minister für Bolteaufflärung und Propaganda erläßt folgenden Aufruf: Rach dem Willen des Führers Hal Deutschland für die Olympischen Spiele 193 6 Vorbereitungen wie kaum ein anderes Land zuvor getroffen. Die hunderttaufende ausländischer Gäste sollen würdig empfangen werden und ein besonders glänzendes Beispiel deutscher Gastfreundschaft erleben. Ich bin gewiß, daß jeder Deutsche seine Ehre darin sehen wird, den ausländischen Besuchern, die alle unter dem Schuh des Deutschen Reiches stehen, zuvor- f o mm end gegenüberzutreten und, wenn sie einer Hilfe bedürfen, ihnen mll Rat und Tat Beistand zu leisten. Berlin, den 1. Juli 1936. Gez.: Dr. Goebbels. fe*.> SA", w* Werner Rnapp waö von e und so schwer vei Berlin, 3. Juli. (DNB.) Fast vier Wochen sind es noch bis zum feierlichen Beginn der XL Olympischen Spiele 1936. Seit dem 1. Juli steht die Olnmpia-Stadt, das Reichssvortfeld, das mehr als 600 000 Teilnehmer und Zuschauer auf seinen zahl- reichen Anlagen unterbringen kann, zur Besichtigung frei. Die in- und ausländische Presse, die durch das Reichssportfeld geführt wurde, inter- essierte sich vornehmlich für Die von der Reichs- p o st geschaffenen Einrichtungen. Es sind insgesamt dreizehn Sonderpostämter, davon vier auf dem Reichssportfeld vorgesehen, die 90 getrennte Schalter für Post-, Telegraphie- und Fernsprechzwecke, sieben Bildtelegraphen- send er, 22 Fernschreiber, 215 Fernsprecher und Wertzeichengeber, Stempelstellen und dergleichen enthalten. Daneben sind fahrbare Postäm- t e r eingerichtet. Sonderbetriebsstellen befinden sich überall dort, wo olympische Wettbewerbe durchgeführt werden. Das gesamte Fernamt Berlin mit seinen rund 1200 Fernsprechdoppelleitungen nach dem In- und Auslande wird ganz auf den Olym- pia-Derkehr eingestellt. Nach Möglichkeit soll der Anmelder seine gewünschte Verbindung innerhalb Deutschlands und des europäischen Auslandes mit dem Hörer am Ohr abmarten können. Für Ueberfeeoerbinbungen ist die Zahl der Kurzwel- l e n s e n d e r erheblich vermehrt. Im Reichssportfeld sind bis zu 18 Rundfunkübertragungen allein an das europäische Ausland gleichzeittg möglich gemacht. Die Reichspost plant auch, ihre Fernseheinrichtungen bei den olympischen Wettkämpfen einzusetzen. Die Zahl der Fernsehspiegel wird auf 25 erhöht. erfolgreich fortzuschreiten. Die Mitteilung des Schatzkanzlers hat beträcht- liches Aufsehen hervorgerufen. Es wurde die Vermutung ausgesprochen, daß die weitere Erhöhung der Rüstungsausgaben nicht weniger als fünf Millionen Pfund erfordern werde. I SondeNagunqen amGamstag,! 1.3uli auf rund 25 Millionen Pfund stellen. $ßjs 13 Uhr: Eintreffen der Sonderzüge mit den I Tagungsteilnehmern; 14 bis 18 Uhr: Sonder- Kommunistische Wühlarbeit tagungen. Agrarpolitik: Landwirtschaftliche Kreis- IN *jKircrrviu/e und Ortsfachberater; Leiter: Gauamtsleiter Dr. Wien, 4. Juli. (DNB.) Der Bundeskommisiar W °3ner; Redner: a r r 6; 14 Uhr: für Heimatdienst, Oberst Adam, hat die für die Dr. Hochs Konservatorium, Cschersh. Landstr. 4. Werde- und Aufklärungsarbeit zuständigen Stellen. Beamte: Kreisamtsleiter und -fachberater (siehe von dem Inhalt eines Rundschreibens in Kenntnis Kommunalpolitik); 16 Uhr: Schumann-Theater, gesetzt, in dem das Politische Büro des Zentral- Hindenburgplatz. komitees der Kommunistischen Partei in BDM.: BDM. - Führerinnen bis einschließlich Moskau neue Weisungen für die kommuni- Mädelgruppenführerinnen; Leiterin: Obergaufüh- stische Wühlarbeit in Oesterreich erteilt. Die wich- rerin Else Riese; Redner: Stabsführer der RIF. tigsten Weisungen sind: Unerfüllbare F 0 r - Hartmann Lauterbacher, Obergebietsführer derungen, um dadurch die Massen auszuput- Cer ff, Oberbannführer Brandt; 16 Uhr: schen. Der Bauernschaft muß eine allgemeine, aus Neues Theater, Mainzer Landstraße 55. öffentlichen Mitteln zu bestreitend^ Entschuldungs-| Bürgermeister: Leiter: Gauamtsleiter ... v. ' Sind n e r; Redner: Voraussichtlich Reichsminister kenhaus ftarb. Ujähriger Sunfl Der Im Petru« hie pcb das T h Niederrhein Petrusheim na winnbringende länglichem ßei win Becker ° gen mit Bru! desgleichen au aus Weeze. Di Handlung Lei mckelt. Seit «ev jährlich Eheim. Die 1932 hat Leer l*e Zu viel 7 horstmanr Schmugg« °b diesen die Mitangeklagte Itechungen ur aorgenommen jungen in h Wen. Das ^wendet k $QNe kL Ansatz zu 1 'W verbuch . Werten t «Hm, „iift iDi. PÄ te- 9r das K N öiej Prag, 3. Juli. (DNB.) Jrn Senat erklärte auf die Ausführungen des tschechoslowakischen Minister- Präsidenten der Sudetendeutsche P r 0 n e r: Henlein Sinks: Die japanische Olympiamannschaft beim Empfang im Rathaus. Rechts: Kinder der japanischen hat klar zum Ausdruck gebracht, daß die Sudeten-1 Kolonie, die ihre Sandsleute auf dem Bahnhof begrüßt hatten. — (Scher-Bilderdienst-M.) deutsche Partei d e n K r i e g zur Lösung der mittel- europäischen Probleme a b l e h n t. Sie sieht viel-1 mehr ihre Aufgabe darin, eine dauernde Ver- Berlin, 3. Juli. (DNB.) Nach der australischen (tänbigung zwischen den Völkern anzubahnen, und der argenttnischen ist heute vormittag als dritte Wir müssen davor warnen, die sudetendeutsche Frage geschlossene Mannschaft die japanische Abord- durch die Ernennung eines weiteren deutschen Mi- nun g für die Olympischen Spiele in Stärke von Nisters ohne Geschäftsbereich und ohne 21 n - 150 Köpfen in der Reichshauptstadt eingetroffen. Hängerschaft lösen zu wollen, nur um vor Ihnen wurde ein herzlicher Empfang zuteil. Aus dem Auslande die Tatsache zu verkleinern, daß dem mit Flaggen und Girlanden geschmückten Bahn- durch die sudetendeutsche Einheitsbewegung das Hof Friedrichstraße waren von deutscher Seite er- fudetendeutsche Problem in der Weltöffentlichkeit jur schienen der Präsident des Olympischen Orgamsa- Erörterung gestellt worden ist. Eine Sösung des ttonskomitees, Exz. S e w a l d, mehrere Mitglieder fudetendeutschen Problems wird solange unmöglich des Komitees mit Dr. Ritter von Halt, der fein, als der Ruf erschallt, die Sprachgrenze Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Exz. an die Staatsgrenze vorzutragen. Die Behncke, der japanische Botschafter, Exz. Forderung nach kultureller und wirtschaftlicher M u s h a k 0 j e. Exz. Sewald sprach in seinen Gruß- Autonomie ist eine unbedingte Notwendigkeit. Worten angesichts der Hervoragenden Seistungen der Es genügt nicht, daß man uns zwar das Recht auf Japaner bei den letzten Olympischen Spielen die die kulturelle Verbundenheit mit dem deutschen Erwartung aus, daß auch diesmal sehr oft die ja- Muttervolk zugesteht, die Fäden zum deutschen panische Flagge am Siegermast hochgehen möge. Geisteswesen jedoch zerreißt. Wir verwahren uns Er schloß mit eidem Hoch auf die Mannschaft, auf aufs schärfste gegen die Unterstellung, daß wir von Japan und seinen Kaiser. Dann erfüllten die choral- dem Haß des tschechoslowakischen Staates und ähnlichen Klänge der japanischen Nattonalhymne Volkes gegen bas Deutsche Reich leben. die Halle. -------- Darauf ging es durch ein Spalier der olym- pischen Ehrendienstjugend zu den Omnibussen der Englands Rustungsanfwand. PMutW, Sämpf« uni> Sämpferinnen aus ö ö dem Fernen Osten unter herzlichen Willkommens- Der Schatzkanzler kündigt Haushalts- rufen der Berliner zum Rathaus brachten, fehlbetrag an. Dort hieß Staatskommissar Dr. Lippert die Mannschaft willkommen. Als Erinnerungsgabe London, 3. Juli. (DNB.) Im Unterhaus er= übergab er dem Mannschaftsführer wie auch dem klärte Schatzkanzler Neville Chamberlain, die japanischen Botschafter die O l y m p i a m e \a i l [ e Erhöhung der Steuern sei erfolgt, weil das R ü = h)er Smdt Berlin. Jedes Mitglied der Abordnung ftungsprogramm dies erforderlich mache. Er bekam ferner ein Buch über Berlin. Der japanische erwarte einen Fehlbetrag im Haushalt für Mannschastsführer dankte herzlich. „Mit Begeiste- das nächste Jahr. Die Vermehrung der Ausgaben rung", so betonte er, „erfüllt uns die Tatsache, daß für die Rüstungen werde sich zwar nicht ununter- Deutschen unter Leitung des großen Mannes, brachen fortsetzen. England habe jedoch a u f 3 u -- h)er mit solcher Tatkraft die Führung seiner Ratz 0 l e n und müsse während einer kurzen Zeit un- tton in die Hand genommen hat, zielbewußt am gewöhnliche, ja phänomenaleSummen aus- Wiederaufbau ihres Reiches arbeiten. Diesem grogeben. Sobald aber der für notwendig gehaltene ^en Führer und mit ihm dem gesamten Deutschland Standard erreicht sei, würden genügend Gelder zur sprechen wir unsere volle Hochachtung, Perfügung bleiben, um auf wirtschaftlichem Gebiet t-nö ri" I litiw1 p«1 Ä' iM,* Dom , Lusbre^ W . Whrenb 11^ IthtDtrt1 * ,Ü5e”ad) - litw KVttun iSunti' **•»*«' I I Die Restlocarnomächte beraten in Genf den ^.Goebbels. l_4jähriger Junge war auf der Stelle t o t. Der Pelrusheim-Prozeh in Cleve. Oer Prozeß gegen die Franziskanerbrüder M- : Zunächst stärker Witterungsbesse- des Schmuggels im Petrusheim ließ er gekostet haben. . lUHt» JLL. IV IHU Win * * i *--- dar. Danach hat sich diese Doranschlagssumme von bewölkt mit Regenneigung, dann rung, aber nicht durchaus regensicher, wieder etwas wärmer, südwestliche Winde. Lufttemperaturen am 3. Juli: mittags 18,3 Grad Celsius, abends 16,3 Grad; am 4. Juli: morgens 15,3 Grad. Maximum 20,8 Grad, Minimum heute nacht 11,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juli: abends 22,1 Grad; am 4. Juli: morgens 19 Grad. — Niederschläge 1 mm. — Sonnenscheinen Film. Zwei Todesopfer eines Verkehrsunglücks. An dem schrankenlosen Bahnübergang außerhalb des Dorfes Steinhagen (Kreis Halle) ereignete sich e in Verkehrsunglück, dem zwei blühende Menschenleben zum Opfer fielen. Der Sportlehrer Koblenz, 3. Juli. (DNB.) Am Freitag standen in dem Sittlichkeitsprozeß gegen die Franziskanerbrüder der 30jährige Bruder F o r k a s und der 62jährige Bruder E m i l i a n u s vor Gericht. Bruder Forkas entstammt einer Beamtenfamilie von 9 Kindern. Er erlernte den Gärtnerberuf, arbeitete einige Jahre in verschiedenen Betrieben, wurde in Berlin arbeitslos und kam dann schließlich in das Kloster nach Waldbreitbach durch Vermittlung eines Bekannten. Der Angeklagte hat sich mit den Brüdern Emeran und Alexander eingelassen und sich an zwei schwachsinnigen Anstaltszöglingen vergangen. Zwei Zöglinge geben als Zeugen ruhig und sachlich eine Reihe von Brüdern an, die mit ihnen Unzucht getrieben haben, darunter besonders Bruder Forkas. Als der Angeklagte darauf vom Vorsitzenden befragt wird, ob es nicht ganz entsetzlich sei, mit solchen armen Menschen derartige Schweinereien getrieben zu haben, weiß der Angeklagte nur zu erwidern, daß damals die Zöglinge geistig mehr auf der Höhe gewesen seien. Die weitere Vernehmung des Angeklagten ergab, daß er 1934 in eine Niederlassung nach Südafrika kam, Ende des Jahres zurückkehrte und dann im August 1935 freiwillig aus der Ordensgenossenschaft ausgetreten sei. Der Staatsanwalt beantragte schließlich gegen Bruder Forkas 2 Jahre 6 Monate Zuchthaus. Das Gericht schloß sich diesem Antrag an und verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzter Verbrechen gegen § 174,1 und 175 StGB, zu der genannten Strafe sowie 3 Jahren Ehrverlust. In der Urteilsbegründung heißt es, der Angeklagte habe sich nach seinem ersten Fall mit einem Ordens- runfiprud).) Die bei 36 gezogenen Aus- Msschuld des Deut- lemäfc am 1. Ob Die Völkerbundsreform. Norwegens Außenminister macht auf Revisonsartikel aufmerksam. Genf, 3. Juli. (DNB.) Die Völkerbundsversammlung setzte die Aussprache über die Aufhebung der Sanktionen und die Völkerbundsreform unter allgemeiner Teilnahmslosigkeit fort. Der franaö» fische Außenminister Delbos betonte, daß die französische Regierung gegen Aenderungen sei, die an die Struktur und den Geist der Völkerbundssatzung rühren würden. Es handele sich nicht darum, die Grundlagen des Paktes umzuwandeln, sondern seine Anwendung zu verstärken. Auch sei es ein schwerer Irrtum, wenn man den Grundsatz der Universalität aufgeben wollte. Es dürfe keiner der Grundsätze des Artikels 16 aufgegeben werden. Es sei vergeblich, wenn man einen Krieg aufhalten wolle, mit dem Erfolg wirtschaftlicher und finanzieller Sanktionen zu rechnen; es genüge auch nicht, die Länge eines Konfliktes in Rechnung zu stellen. Von Anfang an müßten die in Artikel 16 vorgesehenen Maßnahmen einschließlich der militärischen Sanktionen ergriffen werden. Zu diesem Zweck müsse man nach den besten Methoden suchen, um in der Anwendung des Paktes eine enge Verbindung zwischen den wirtschaftlichen und finanziellen Druckmaßnahmen und den nülitärischen Sanktionen herzustellen. Die französische Regierung sehe die Lösung in der H e r - stellung neuer regionaler Zusammenschlüsse oder in der Verstärkung der bereits bestehenden. Unter solchen regionalen Zusammenschlüssen verstehe die französische Regierung jede Gruppierung von Mächten, die eine geographische oder Interessengemeinschaft bilden. verhüten können. Das Büro der Völkerbundsversammlung beriet über einen Entschließungsentwurf für die Aufhebung der Sanktionen und beauftragte den Präsidenten van Zeeland, einen Entschließungstext auszuarbeiten. Die Versammlung wird Samstag vormittag über diese Entschließung abstimmen. An der Sitzung des Büros hat der Vertreter der mexikanischen Regierung, die wiederholt für die Beibehaltung und sogar Verschärfung der Sanktionen eintrat, nicht teilgenommen. Er hat dem Generalsekretär des Völkerbundes mitgeteilt, daß er die Einstimmigkeit nicht gefährden wolle, und sich deshalb an den weiteren Verhandlungen des Büros und der Vollversammlung über den Streit zwischen Italien und dem Völkerbund nicht mehr beteiligen werde. Mexiko habe aber nicht die Absicht, aus dem Völkerbund auszutreten, solange sein Grundsatz der Unteilbarkeit des Friedens aufrechterhalten werde. Zwischenfall in derMkerbundsversammlung. Selbstmord eines tschechischen Bildberichterstatters. Genf, 3. Juli. (DNB.) Zu einem Zwischenfall kam es am Freitag in der Dölkerbundsversamm- lung. Während die Rede des spanischen Außenministers übersetzt wurde, ertönte plötzlich von den unteren Tribünen her ein Schuß. Ein tsche- bruder in keiner Weise zusammengenommen, sondern sich kurz danach an einem Zögling vergriffen. Im gleichen Monat, in dem er die ewigen Gelübde ablegte, habe er sich an einem anderen Zögling vergangen. Milderungsgründe seien nicht angebracht. Der zweste Angeklagte, Bruder Emilianus, stammt aus Westfalen, wo er 1874 geboren wurde. Er erlernte nach seiner Schulentlassung das Schmiedehandwerk, war dann 16 Jahre lang, in Hannover als herrschaftlicher Diener tätig. Der Angeklagte sagt, er sei immer ein frommer Mann gewesen und im Jahre 1912 aus religiösen Gründen in das Kloster gegangen. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, mit Anstaltszöglingen in der Niederlassung in Linz widernatürliche Unzucht getrieben zu haben. Bruder Emilianus bestritt jedoch sämtliche ihm zur Last gelegten Straftaten. Die Aussagen der Anstaltszöglinge stehen dem jedoch gegenüber, die im einzelnen eine Reihe von Vorgängen, die den Angeklagten belasten, schildern. Das Gericht verurteilt den Angeklagten unter Freispruch in den übrigen Fällen wegen widernatürlicher Unzucht zu 1 Jahr Gefängnis. Vier Monate der Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Das Gericht war, so heißt es in der Urteilsbegründung, überzeugt, daß der Angeklagte nicht die volle Wahrheit gesagt habe und daß er sich in mehreren Fällen strafbar gemacht habe. Es besteht aber sein Bestreben, nur solche Angeklagte zu verurteilen, bei denen der einwandfreie Schuldbeweis erbracht ist. Auf Grund der Beweisaufnahme mußte der Angeklagte in zwei Fällen mangels Beweises freigesprochen werden. 6s bet und Sen teil:; lruPPenIeSenleiler «SS ZK 'sucher s Gäste. Goebbels, ele 1936 I0t. t"nb juoot nslanbifdjer «z», Wrte« uni> em "spiel beut- * bl, tatin lefjen \öie alle unter 1 "Hen, zuvor. etcn und. wenn ®tt Rat unb ursprünglich 1 000 000 auf rund 2 618 000 RM. erhöht. Der Voranschlagsposten für Kartenverkauf mit 490 000 RM. im Finanzbericht Nr. 1 hat sich auf rund 929 000 RM. im Finanzbericht Nr. 10 gesteigert An Ausgaben sind ausgewiesen für Skisport 426 000 RM., Bobsport 238 100 RM., Eissport 593 500 RM., für Verwaltung 1 099 000 RM. (Propaganda 37 900 RM.), Barackenbau 86500 RM Garaqenzeltbau 30 000 RM., Rundfunk 159 000 RM., Dispositionsfonds 10 000 RM., Aufräumungsarbeiten 20 000 RM., Unvorhergesehenes 40 000 RM., Amtswerk und offizielle Ergebnis- listen 27 000 RM. An E i n n a h m e n .sind ausgewiesen: Zuschüsse der Gememde Garmisch 100 000 RM. der Marktgemeinde Partenkirchen 100 000 RM' der Stadt München 50 000 RM., des Landes S™ern 80 000 Ä., des Reich-- 899 831,45 RM., des Reichssportführers 24 000 BM. Die Ein - trittsgelder erbrachten 946071 RM., der Verkauf von Programmen usw. erzielte 64^47 RM. Die Einnahmen aus dem laufenden Betrieb der Sportanlagen betragen 1«191k! RM Die Summe 2 618 25bS Mag L ein restlicher Zuschußbedarf von 202 890 RM. ergibt, der durch das Reich gedeckt wird. )etmolder Lastzuges unter dem Verdacht der lahrläffigen Tötung festgenommen und dem Serichtsgefängnis in Burg zugeführt. Flugzeugabsturz in Thorn. In Thorn ereignete sich ein Flugzeugun- Io II. Auf ein Militärflugzeug, das sich über der Deichsel befand, stieß von oben herab ein zweites Mitärflugzeug. Die untere Maschine stürzte ab. Dabei fand ein Unteroffizier den Tod. Ein zweiter Sieger wurde in schwerverletztem Zustand ms Krankenhaus gebracht. Das Flugzeug, das diesen Absturz verursachte, konnte leicht beschädigt landen. Der Tod in den Bergen. Zwei Münchener Touristen, der 24jährige Hans Teufel von der Sektion Garmisch des Deutsch- Desterreichischen Alpenvereins, und der 25jährige illbert H e r b st von der Sektion München sind leim Abstieg vom Schneehorn im Berner Oberland in olge Ausbrechens eines Eishakens abgekürzt. Während Teufel nach wenigen Minuten einen schweren Verletzungen erlegen konnte Herbst, der nur leichte Verletzungen erlitten hatte, nach einem Biwak auf dem Schneehorn pon einer Rettungskolonne geborgen werden. Der Berichte und die Leiche des tödlich verunglückten Touristen wurden nach der Station Eigergletscher gebracht. Großmutter auf der Wanderschaft. '»Itaun et bls unb lh‘Ä r^trlotb« Haltung teilt 5. Juli 1936, im wbe macht es not« 2 Uhr ab fürBe> Die letzte Führung schen Tor aus ab. Wochenführungen, beginnen, die erste 17.30 Uhr vor sich Bon einem unverhoftten Besuch wurde in dem Rreisort Biersdorf (Westerwald) eine aus Wallbeck f ei Hannover stammende, vor einigen Jahren nach Jiersdorf verheiratete Frau überrascht. Ihre Mutier, die im vorigen Jahr die Wanderung von ihrer Heimat Wallbeck nach Biersdorf schon einmal zu Fuß zurücklegte und nun inzwischen Großmutter ßeworden ist, trat zur Tür ein. Da sie die Fahrt mit der Eisenbahn nicht verträgt, das Heimweh nach chrer Tochter und dem Enkelchen aber nicht überwinden konnte, ging die schon über 60 Jahre alte IFrau wieder auf die Wanderschaft. Ganze 15 Tage brauchte sie für den Weg, und eine große Freude war es für die junge Frau, ihre Mutter umarmen ju können, Und groß war auch die Freude für die idroßmutter, ihr Enkelchen auf den Schoß nehmen ;u können. (Ein päpstliches Rundschreiben gegen den schlechten Film in USA. Der Kampf gegen den schlechten Film bildet das Thema eines unter dem 29. Juni an die Erzbischöfe und Bischöfe der Vereinigten Staaten ton Nordamerika gerichteten päpstlichen Rund- threibens. Das vom „Osservatore Romano“ ver- >ffentlichte Schreiben besagt, bei dem außerordent- lich starken Einfluß des Kinos im guten und im Ichlechten Sinne, besonders auf die Jugend, fei es «uch im Hinblick auf die Verkoppelung van Kino »nd Varietö notwendig, Richtlinien einzuhalten, damit das Kino kein Werkzeug der Demoralisation lei. Der Papst erkenne in diesem Zusammenhang mit Genugtuung an, daß „einige Regierungen begreife lobenswerte Maßnahmen" zu diesem Zwecke chischer Bildberichter st atter hatte versucht, Selbstmord zu begehen. Saaldiener und Polizei bemühten sich sofort um den Verletzten und sorgten für seine Ueberführung in ein Krankenhaus. Nach den bei ihm vorgefundenen Ausweispapieren handelt es sich um einen Tschechen Lux Stefan. Er ist abends seinen Verletzungen erlegen. Aus Briefen, die bei Lux gefunden wurden, scheint heroorzugehen, daß es sich um einen geistesgestörten Menschen gehandelt hat. Aus der Tatsache, daß der Verstorbene am Vormittag noch seine Hotelrechnung beglichen hat, bevor er sich zur Völkerbundsoersammlung begab, will man allerdings auch schließen, daß er seine Tat auch mit einer gewissen Ueberlegung begangen habe. Kleine politische Nachrichten. Der Kommandeur der Leibstandarte veröffentlicht folgende Danksagung: „Für die aus allen Teilen des Reiches anläßlich des schweren A u t o u n f a l - les in überaus großer Zahl eingetroffenen Beileidskundgebungen spreche ich auf diesem Wege für das Zeigen der Teilnahme am Tode der vier SS.» Kameraden als Kommandeur der Leibstandarte SS. Adolf Hitler meinen herzlichen Dank aus. (gez.) Sepp Diftrich, Obergruppenführer." Nach dem Hinscheiden des SS.-Brigadeführers Schreck wurde der SS.-Sturmbannführer Erich Kempka, der bisher der zweite Fahrer des Führers war, an diesen verantwortungsreichen Posten berufen. Erich Kempka ist das siebente von zehn Kindern einer Bergmannsfamilie in Alstaden. * Wie von der Pressestelle des Danziger Senats mitgeteilt wird, ist der Präsident des Senqts Greifer nach Genf a b g e r e i ft. Der österreichische Ministerrrat beschloß ein Bundesgesetz zum Schutze des Staates, das ähnlichen Gesetzen, die in der Schweiz und in der Tschechoslowakei aeschaffen wurden, nachgebildet werden soll. Das Gesetz soll die Verordnungen, die zur Bekämpfung der politischen Gegner geschaffen wurden, sowie die Paragraphen des Strafgesetzbuches über Hochverrat, Geheimbündelei usw. in einem einzigen Gesetz vereinigen. Wetterbericht des Relchswetterdienftes. Ausgabeort Frankfurt. „Als Ergebnis der Besprechungen, die zwischen den Führern der englischen, französischen und belgischen Delegation stattgesunden haben, wurde die Vereinbarung getroffen, daß eine weitere Z u - sammenkunft der Mächte, die die Abkommen vom 19. März in London abgeschlossen haben, zu einem nahen Zeitpunkt wünschenswert sei, um die augenblickliche Lage zu prüfen, lieber den Zeitpunkt und den Ort der neuen Zusammenkunft wurde kein endgültiger Beschluß gefaßt. Man ist jedoch üvereingekommen, die Einladungen nach weiteren Beratungen zwischen den Betreffenden ergehen zu lassen." » In Ergänzung dieser amtlichen Mitteilung verlautet aus englischen Delegationskreisen, daß die Zusammenkunft gegen Ende d. M. stattfinden solle. Es wird betont, daß die Ansichten der drei Delegationen bisher noch nie so weitgehend in Uebereinstimmung gebracht worden seien, wie in der Freitagbesprecyung. Man wünsche diese grundsätzliche Uebereinstimmung auszunutzen, um zu einem „neuen Locarnoabkommen unter Teilnahme Deutschlands" zu gelangen. Der norwegische Außenminister betonte, daß die folgerichtige Anwendung des Artikels 16 3U kriegerischen Konflikten führe. Es fei jedoch kein Zweifel, daß der Völkerbund nicht gegründet worden sei, um Krieg zu führen. Er müsse ein Instrument des Friedens sein. Deshalb sei es zunächst notwendig, daß der Dölkerbundspakt in seiner Gesamtheit beachtet werde. Die größte Kriegsgefahr sei im Augenblick der Rüstungs- ro e 11 La u f. Das von Frankreich in Aussicht genommene System der regionalen Pakte sei eine Gefahr, weil es leicht zu militäris ehe n Bündnissen ausarten könnte. Für die Verhütung von Streitfällen noch nicht ausgenutzt sei Artikel 19 der Satzungen. Dieser Artikel werde oft mit Furcht und Mißtrauen angesehen, weil man darin den Ausgangspunkt für einen radikalen Revisionismus erblickt. In diesem Artikel sollte man eher eine Sicherheitsmaßnahme und einen großen Vorteil erblicken. Man dürfe nicht zu sehr vor der Revision zurückschrecken. Wenn man bereit gewesen wäre, rechtzeitig entsprechend den Empfehlungen des Artikels 19 zu handeln, dann hätte man vielleicht die Maßnahmen Deutschlands Warum Schlaflosigkeit? Trinken Sie abends ein Likörglas, enthaltend ein Teil Klosterfrau-Dtelissenaeist und zwerTelleWasier, und Sie werden von Schlaflosigkeit ment rasch befreit sein 1 Klosterfrau-Melissengeist beruhigt Herz und Nerven und erleichtert das Einschlafen aus gesunde Weise. Als rem natürliches ^Erzeugnis (Heilkräuter-T)estillat) völlig giftfrei, unschädlich und ohne die Nebenwirkungen mancher chemischer^.a» bletten, deshalb dauernd wirksam und bekömmlich. Also sichern Sie sich einen besseren Schlaf durch den echten Klosterfrau-Melissengeist! Erhältlich m der blauen Packung mit den drei Nonnen m Apotheken und Drogerien von 95 Pf. an. Ausstellung vorgeschichtlicher Kun st. Sie will aus den großen Ergebnissen und Sammlungen der verschiedenen Expeditionen von Ge- i heimrat Leo F r o b e n i u s mit einer prähistori- l schen Bildergalerie in großen Linien vorgeschicht- . liche Kunst zeigen. Mit Kunst im modernen Sinne y hat diese alte Kunst nichts zu tun. Sie verdient ' diesen Namen nur in seinem ursprünglichsten f Sinne: Kunst ist hier noch ein Vermögen der Le- ; bensgestaltung, Menschen haben mit der Hand diese > Bilder gemalt oder mit den für unsere Begriffe groben Werkzeugen aus Stein in die Wände gemeißelt, nicht als Augenweide für betrachtende Zuschauer, sondern weil die Bilder ein Mittel, ja wohl das älteste und damals einzige Mittel waren, das Lebensnotwendige zu wahren und zu pflegen. Bofanifer tagen in Erlangen. Kunst und Wissenschaft. Heidelberg zwischen den Festen. Die 550-Jahrfeier der Universität Heidelberg, ein Fest von internationaler Ausstrahlung, ist verklungen, und schon rüstet man in Heidelberg zu den diesjährigen Reich sfest- spielen, die am Sonntag, 12. Juli, mit einer festlichen Aufführung von Hebbels „A g n e s Verna u e r" eröffnet werden. Wenn es auch in den Straßen der Stadt wieder etwas ruhiger geworden ist, so begegnet man doch nach wie vor Besuchern aus aller Herren Ländern. Neben den landschaftlichen Reizen der Stadt und ihren zahlreichen geschichtlich bedeutsamen Sehenswürdigkeiten finden vor allem die beiden Ausstellungen „Heidelberg, Vermächtnis und Aufgabe" und „Deutsche Kunst der Gegenwart" große Aufmerksamkeit. Alle Besucher werden sich am 5. Juli bereits wieder an dem unvergeßlichen Schauspiel einer Schloßbeleuchtung erfreuen können. Frobenius-Ausstellung in Frankfurt a. 211. Vom 16. Juni bis 30. August veranstaltet die Stadt Frankfurt a. M. gemeinsam mit dem For- ! schungsinstitut für Kulturmorphologie eine große Noch immer setzt sich die vom Ostatlantik ausgehende lebhaftere Wirbeltätigkeit fort. Eine von Westen heranziehende langgestreckte Regenfront über- schritt am Samstagmorgen unseren Bezirk. Auch für die Folge setzt sich bei Zufuhr feuchter Meeresluft das unbeständige Wetter fort. Doch kann mit der Nordwärtsverlagerung der Wirbeltätigkeit für uns lanasam fortschreitende Besserung erwartet werden. AussichtenfürSonntag: ~ P1 ri--e — In Erlangen sind in diefen Tagen die namhaftesten Männer der botanischen Wissenschaft versammelt. Die Tagung wird getragen von den Haupt- organifationen der botanischen Forschung, nämlich der Deutschen Botanischen Gefellschaft, der Vereinigung für angewandte Botanik und der ^Bereinigung für Pflanzengeographie und systematische Botanik. Die Eröffnung der Tagung erfolgte durch deren Präsidenten Universitätsprofessor Dr. Schwemmte. Drei Hauptreferate füllten den ersten Tag aus. Weitere Referate finden aus dem Gebiete der Der- erbungswissenschast statt. Die Berichte von Professor Dr. Brockmann-Jerosch aus Zürich und Dr. Berger-Landefeld werden mit Spannung erwartet. Eine große botanische Exkursion führt die Erlanger Tagungsteilnehmer ins Altmühl- und Donautal, anschließend in den Bayerischen Wald. Die innere (Erneuerung unseres Musiklebens. Mit einer eindrucksvollen Kundgebung wurde das Fest der deutschen Chormusiker in Augsburg eröffnet. Reichskultursenator Heinz Jhlert-Berlin, der Geschäftsführer der Reichsmusikkammer, sprach über die Aufgaben der Reichsmusikkammer zur Erneuerung unseres Musiklebens. Er stellte fest, daß die freiwillige Tätigkeit der deutschen Sängerschaft heute schon zu beachtlichen Erfolgen geführt habe. Ohne diese treue Mitarbeit hätte die Reichsmusikkammer ihre schwere Aufgabe niemals in Angriff nehmen können. Deshalb gelte fein Dank den Hunderttausenden von unbekannten Sängerinnen und Sängern, die sich in den Dienst der deutschen Singbewegung gestellt haben. Der Redner sprach von der Sehnsucht unserer Zeit nach einem neuen monumentalen Stil. „Laßt das Volk mitwirken und ihr schafft ein Stück Leben. Strebt nach Deutlichkeit und Klarheit in eurem Werk, uni) ein ganzes Volk versteht und empfindet euren Stil. Schöpft aus dem Leben für das Volk, und ihr werdet Dank und neuen Antrieb empfangen." ® ß n f, 4. Juli. (DNB.) Am Freitagabend haben der belgische Ministerpräsident van Zeeland, der französische Außenminister D e l b o s und der englische Außenminister Eden gelegentlich eines gemeinsamen Abendessens eine neue politische Besprechung abgehalten, die den Fragen gewidmet war, die seit dem 7. März zwischen Deutschland und den Restlocarnomächten in der Schwebe sind. Um Mitternacht wurde von der englischen Delegation folgende amtliche Verlautbarung aus- gegeben: dauer 5,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. V.: HL. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlick für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. MttnndrofM Betroffen hätten. Er gibt zum Schluß Richtlinien luiuuyyrrujie |jjr bie Fortsetzung des Kampfes gegen den schlech- ingöschuld. „en (Slülsmönnera Nunyslotleri jetzt die Nachr'ch m>orf‘®eö,\n ft®«! eher W 1 zu yuuciu Itein em be usloncrgenoffenfcbaft rffliete aeft^ »en Schmuggelgeschäf^,. .... —, mif den Os? § And raloberen Mitteilung gemacht, dieser unternahm 1 ein fraJ nber nichts gegen Bruder Sigisbert, Nach Auf- 9$ohnu?95 Mebe11' deckung des Schmuggels im Petrusheim vn 'w f)aU'eLerW vielmehr das Genosfenschaftsarchio verlegen. gj Was die Olympischen Winterspiele Die Abrechnungen über die IV. Olympischen Winterspiele Garmisch-Partenkirchen - n und. 2enh^ ssind nunmehr beendet. Generaldirektor Friedrich 1 d eh? im bei* Döhlemann, Müncken, nahm als ^bprasi^nt ' '^hnerii1- w .u unb Schatzmeister der IV. Olympischen Winterspiele Lhnu^ "Gelegenheit, auf der Pressekonferenz der Relchs- hre 5 einen (Pressestelle der NSDAP, die bisher veröffentlichten in6er Ausführungen über verschiedene organisatorische 'Gebiete zu ergänzen. Die Schwierigkeiten einer zu- 'verlässigen Festsetzung gewisser ^vranschlagsposten , e,r W II*8te Generaldirektor DöhleIN ° nn durch -inen ^»gleich des am 17. April 1936 abgegebenen 3i- “"l» »fl’ .5°nzberichtes Nr. 10 mit dem ersten Doranschlag '’r’t p, lbat' Danach hat sich biefe Doranlchlagslnmm- von Wie in früheren . . - ... . Auslosuutznechtr I Werner Knappte aus Bielefeld wurde mit feinem t e i t s t a g unte Motorrad von einem Personenzug erfaßt eitobantbisMog I «nd so schwer verletzt, daß er bald darauf im Kran- >on Provision an-! kenhaus starb. Em auf dem Motorrad sitzender ,f der AuslosMi. «♦-«-*** chsbank-Mal' w-Börsen-Meilung ße 551 Die 3n- iie vor dem 1.05 Einlösungsbetragtt i jetzt ihre » -Anstalt zum Am unq des Fonts nach W Jet Dorjeihm ™ ■ «ttnte erfolgt f/sljuliinDetl Im Petrusheim-Prozeß in Cleve befchäf- ligte sich bas Gericht mit den unter Anklage stehenden nieoerrheinifchen Getreibehänblern, die mit dem Petrusheim namentlich in den fahren 1931/32 gewinnbringende Geschäfte getätigt haben. Nach anfänglichem Leugnen bekannte der Angeklagte Goswin Beckers aus Goch, rege Gefchäftsverbindun- jen mit Bruder Sigisbert unterhalten zu haben, desgleichen auch der Angeklagte Matthias Dicks »us Weeze. Die über 100 Jahre bestehende (Betreibe- Handlung Leew in Kalkar ist in den Prozeß verwickelt. Seit 1928 bezog ber Angeklagte Lubwig lieero jährlich rund 5000 Zentner (Betreibe vom Pe- irushelm. Die gesamten Geschäftsbücher bis Ende 11932 hat Leew verschwinden lassen, angeblich, weil sie zu viel Raum beanspruchten. Der Angeklagte Horstmann bestätigte die Lieferung von Schmuggelware an Leew, ließ jedoch offen, Db diesen die Herkunft bekannt gewesen sei. Die Mitangeklagte Ehefrau Maria Leew will keine Be- ickechungen und Beeinflussungen von Angestellten vorgenommen haben, doch mußte sie fingierte Buchungen in Hohe von 15 000 bis 20 000 RM. ein» gestehen. Das Gelb will sie für wohltätige Zwecke verwenbet haben. Der bei ber Firma Leew be- chäftigte Angeklagte Karl M i n g e l s betunbete im Gegensatz zu früheren Auslaffungen, daß alle mit Dem Petrusheim getätigten Geschäfte ordnungsgemäß verbucht worden feien. Die Verhandlung wirb fortgesetzt. Am vierten Verhandlungstag wurde die Beweis- »ufnahme eröffnet. Immer klarer trat der Ange- Maate Adolf Keller, genannt Bruder Sigisbert, »Is Hauptschuldiger hervor. Der Zeuge Henkel war 114 Tage mit Bruder Sigisbert zusammen im Petrusheim. In diesem Zeitraum hat er beobachtet, daß Rinder, die erst auf holländi cher Seite geweidet hatten, sich später auf deutscher Seite befunden hatten. Bruder Julius gab zu, damals .rtKlant> 1" ünf Tiere nachts über b i e (B r e n 3 e_ g e • c -tner' Iriebenzu haben. Der Generalsekretär der Fran- ~ von Waldbreitbach hatte von Schmuggelgeschäften im Petrusheim dem Gene- r._____ cmiVi<_________,4.1 sinior nnfprnnhm zu erlangen. 03102 Gießen, den 4 Juli 1936. Leibniz-Keks 698, Ordentliches Erfahr., ehrlich. Haupt-Mädchen Mädchen m. Kochkenntn. 1 in Einfamilrenh. Schiffenberger IS . 7 "llSonnige l"ssv Vermietungen L«. . stockiges BRAUEREI JHRING - MELCHIOR, LICH Bei der Anmeldung sind folgende Papiere vor- 1. 2. billig zu fachen gesucht. 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Ein Anspruch auf Entschädigung für Lohnausfall und Reisekosten besteht nicht. VIII. Bekanntmachung. Bett.: Die Bürgersleuer der Lohn- und Gehaltsempfänger usw. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer für feine Arbeitnehmer haftet. Kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, so wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben. 4261C Gießen, den 2. Juli 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Doppelherrmist bewährteNerve« kräftigungsmitte F. Wöchnerinnei* Schwache, Nej vöse. Erschöpft end alle, die sidj matt und elenä fühlen, als KräftB gungsmittel ori entbehrlich. 1,95 RM, 370 RN Wer seiner Anmeldung nicht oder nicht pünktlich nachkommt oder den vorstehenden Anordnungen zuwiderhandelt, wird, wenn feine fyöfyere Strafe Der« wirkt ist, bis zu 150 RM. ober nut Haft bestraft. Evtl, werben sofortige Zwangsmaßnahmen gegen 4290D Schönes ruhige 4-Zimmerwobnung Gutenbergft.141 (Bab,Zentr.-H., Wohnbiele, zwei Balk.) ah 1. 10. zu verm. (ososo Näh. Ludwigs- vlatz 3, 1. Stock. Bekanntmachung. Dienstag, den 7. Juli 1936, finbet in Gießen Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt statt. Auftriebszeit von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzaeimpft. Nächster Lchweinemarkt: Mittwoch, den 22. Juli 1936. 4262C Gießen, den 4. Juli 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. m. groß. Balkon, Ludwigstraße 81, sofort zu verm. Näh.: A. Becker, Kevlerftrahe 9. Wohn., 4 Zimm, m. Bad, Z.-Hzg. u. 3 Nebenznn., Garage (Süd- oiertel) zu verm. Schr. Ang. unt. 03064 a.d.G.A. 4/20 Opel noch gut erhalt., billig zu verkauf. Schriftl. Angeb. unter 03095 an den Gieß. Anz. Kleine Anzeigen Im Gießener Anzeiger werden von Taulenden beachtet und geleien. Eine gute Mlngtt mit Mutterkalb zu verkauf. 42510 tfarkh rdstelden, Kirchenplatz 4. 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August 1936, von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr bei der Polizeidirektion Gießen, Landgraf-Phllipp-Plah 1, Zimmer 26, zur Wehrstammrolle persönlich anzumelden: a) die Offiziere und Beamten aller Gattungen, Die dem aktiven ober Beurlaubtenstanbe bes früheren Heeres, der Schutztruppe, der Kaiserlichen Marine, der Reichswehr (des Reichsheeres und der Reichsmarine) angehört haben; b) alle seit dem 1. Januar 1921 aus der Wehrmacht ober ber Landespolizei ausgeschiedenen Deckoffiziere, Unteroffiziere und Mannschaften sowie alle Männer, die durch eine von der Wehrmacht oder Landespolizei veranlaßte kurzfristige Ausbildung geschult sind, sofern sie einem älteren Geburtsjahrgang als 1913 angehören. II. Auskunft über die Zugehörigkeit zu dem unter I bezeichneten Personenkreis erteilt das Wehrbezirkskommando Gießen, Liebigstrahe 16. III. Die Anmeldung findet nach folgendem Plane statt: Es melden sich tue Wehrpflichtigen, deren Familien- GESCHÄFTS-ÜBERNAHME! 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Die Feldwebel gehen bie bessern. Die Rast ist kurz. Es geht weiter. Wenigstens sehen lassen wird russisch sein und das bedeutet gefügig, langsam, schwach in eigener Verantwortungsfreudigkeit. Dieses russische Soldatentum ließ, letzten Endes, Rennenkampf nicht marschieren. Feldgrauen aus dem Getümmel der Materialschlachten in die Heimat zeigt. Als die Musik dann „Ich hatt' einen Kameraden" spielte, erhoben sich die 30 OOO spontan von ihren Plätzen, um die Gefallenen zu ehren. In einem erhebenden Schlußbild sah man dann die Soldaten des Alten Fritz, die Soldaten des Weltkrieges, die braunen Bataillone Adolf Hitlers und die im Kyffhäuferbund vereinig, ten alten Krieger gemeinsam aufmarschierem 4000 Mitwirkende, 2000 Sänger und 120 Musiker waren zu diesem großen Festspiel aufgeboten. Äon Hauptmann a. O. Or. Gerhard Scholh. „Das Armeekorps" ist der größte Verband, bet im Frieden alle Waffen des Heeres umfaßt — der „Kommandierende General" ist sein Befehlshaber^ Infanterie, Artillerie (aller Arten), Kavallerie, Nachrichtentruppen, Panzertruppen, Transport- und Nachschuboerbände, Sanitätsformationen und die übrigen Zubehör-Einrichtungen des Heeres sind im Armeekorps verbunden. Seine Befehlsbehörde heißt Generalkommando. Es ist eine hohe Kommandostelle des Heeres, deren Dienst durch einen umfangreichen Stab von Führergehilfen versehen wird. Er umfaßt den General st ab mitd em Chef des Generalstabes, dem der gesamte weitere Stab untergeordnet ist und der eine Zwi. schenstelle zwischen diesem und dem Kommandierenden General einnimmt — die Adjutant u r, die Waffen- und die Hilfsoffiziere (Sanitäts- und Veterinäroffiziere) sowie die Hee- resbeamten. Kommandierender General ist ein Generalleutnant oder ein General der Waffen (In. fanterie, Artillerie, Kavallerie). Die Truppenteile des Armeekorps, das gewöhnlich aus zwei (in besonderen Fällen aus drei) Divisionen besteht, sind in Standorten untergebracht, deren Verteilung über ein bestimmtes Gebiet des Reiches den örtlichen Befehlsbereich des Kommandierenden Generals bezeichn net. Er ist über dies Gebiet — soweit die Wehr- macht in Frage steht — der dem Führer und Reichskanzler und dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht verantwortliche Treuhänder für die Sicher- ■ heit. Unbeschadet der Kriegsoerwendung der Kommandierenden Generale und der Armeekorps bearbeitet der Kommandierende General die Landesverteidigung des ihm anvertrauten Gebietes nach den Richtlinien des Reichskriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht. Der Kommandierende General ist der oberste dienstälteste Offizier der im Armeekorps vereinigt ten Truppen und ihrer Führer; er ist Gerichtsherr über diese. Er selber ist den Oberbefehlshabern der Gruppen (1, 2, 3) zunächst untergeordnet. Auf den Schultern des Kommandierenden Generals ruht die persönliche Verantwortung für die kriegsmäßige Ausbildung der Truppen. Er überzeugt sich von den Fortschritten bei deren Schulung für die Landesverteidigung. Ihm ist die Anlage und Beaufsichtigung der Uebungen der gemischten Verbände nach den Weisungen des Oberbefehlshabers des Heeres übertragen. Im Falle großer, vom Führer besonders verlangter Uebungen führt er sein Armeekorps gegen den Verband, der ihm kriegsmäßig gegenübergestellt wird. Gleichzeitig ist dem Kommandie- renden General die Aufgabe der engen Verbindung mit der staatlichen Verwaltung und mit der polittschen Bewegung angewiesen. Der Rang des Kommandierenden Generals kennzeichnet eine Spitzenstelle in der Führerlaufbahn im Heere. Was der Oberbefehlshaber des Heeres für das Reichsgebiet ist: der Hüter der Landes- ° Verteidigung im Bereiche der Streitkräfte des Hee- - res, das ist der Kommandierende General für den- i jenigen Landesbereich, der durch die Standorte sei- - ner Truppen besetzt und abgegrenzt wird, seinen l „Wehrkreis", in dem er Befehlshaber ist. Ihm ist - dabei auch die leitende Dienstaufsicht über das : Heeresersatzgeschäft übertragen. ,,DerKommandjerendeGeneral" Von dieser Erkenntnis aus ist es erlaubt, zu verallgemeinern, bestimmte seelische Normaltypen hinzustellen. Es ist notwendig, bis in diese Tiefe der seelischen Schau zu gehen, da man nur dann zu praktischen Ergebnissen kommt. Die nordische Seele schaut auf das Werk, die Tat. Die w e st i s ch e gleichsam von außen auf die eigene Person und Haltung. Die o st i s ch e schaut nur in ihr eigenes Innere. Man mag diese Schematisierung für allzu einfach halten, sie bewährt sich aber, wenn wir Deutsche, Franzosen und Russen unter diesem Blickwinkel betrachten, was allerdings in einem kurzen Aufsatz nur andeutungsweise geschehen kann. Beim Deutschen steht also das Werk über der eigenen Person. Er spricht von der „Schlacht" bei Dannenberg, nicht vom „Sieg" oder gar „Ruhm" Er will den genommenen Graben, die eroberte Höhe sehen. Die Defensive liegt ihm au die Dauer nicht. Daraus spricht ein aktiver Wille, der sich nicht leicht beugt und den Einzelnen zu einer „Persönlichkeit" macht, also zum eigenwilligen Menschen. Jeder will seine eigene Meinung haben und durchsetzen. Das führt zur deutschen Uneinigkeit. Anderseits ist dieser Selbständigkeitsdrang die Ursache der hervorragenden Eignung des Deutschen als Einzelkämpfer und E i n z e l f ü h r e r. Selbständigkeit der Unterführer ist deutsch, ebenso allerdings ’ ihr mangelndes Einordnungsvermogen (Steinmetz 1870). Insgesamt ergibt sich ein — nach unseren Begriffen - typisch männliches Bild. Männlich ist der Schlag. Der Deutsche schlägt, der Franzose sticht. Dem entsprechen Umfassung und Durchbruch Wir Im reich geschmückten Festsaal der Stadthalle zu K a s s e l wurde der Reichskriegertag eröffnet. Der Stellvertreter des Bundesführers, Generalmajor a.D. von Kuhlwein überbrachte hterber die Gruße des Bundesführers. — (Scherl-Bilderdienst-M.) haben wohl alle im Kriege ein französisches Seitengewehr in der Hand gehalten und das Gefühl gehabt, es sei eigentlich „unmöglich", einen Menschen mit solch einem dreieckigen Stück Stahl zu stechen. In diesem Gefühl sehen wir die „Scheidung ‘ Geister". Der Franzose ist tapfer, wenn er beobachtet weih. Er ist also weniger Einzel- Massenkämpfer und bevorzugt den massierten Kräften vorgetragenen Durchbruch, liegt etwas Defensives darin. Einer schützt den .... dern. Napoleon und Nivelle sind eine Linie, inso- Von dieser Erkenntnis rassisch bedingten Soldatentums aus wenden wir den Blick in die Zukunft. Viele Fragen türmen sich auf. Nur eine soll hier herausgegriffen werden: der Panzerwagen. Er ist ein Geschenk der Technik des 20. Jahrhunderts an die Franzosen. Der Panzer besiegt das Maschinengewehr. In dem für Umfassungen zu eng gewordenen Westeuropa wird der Durch bruch wieder möglich. Das „System Napoleon-Nivelle" der enggeballte Massenstoß, ist neugeboren. Panzer- und Nebelschutz entsprechen zudem dem defensiven Gefühl. Die strategischen Entschlüsse werden dem Rechnung tragen, Motor und Panzer das Skelett aller Gedanken sein. Man hat die Waffe, die dem Geist der Rasse entspricht! Und dennoch: In der ungeheuren Nervenprobe einer modernen Tankschlacht mit all ihrem Wirr- war, mit dem blitzschnellen Wechsel ihrer Lagen ist letzten Endes die Entschlußkraft des Unterführers und des einzelnen Mannes entscheidend. Auf den Augenblick der Fortführung des ersten Stoßes kommt es an, auf das Entwirren und Neu-Ansetzen mitten im Bereich der Artillerie und der eintreffenden Reserven. Vor der brodelnden Masse steht der Kanonier am Geschütz. Wohl uns, daß wir ein Volk der Einzelkämpfer sind! Seit wann gibt es Feldzeitunaen? KWK. Walter Kaulfuß berichtet im,Kyffhäuser", dem Reichsblatt des Deutschen Reichskriegerbundes, über seine Sammlung der ältesten deutschen Soldatenzeitungen. Wir entnehmen dem Aufsatz folgendes: Die älteste Schrift, die als Soldaten- oder Feldzeitung anzusprechen ist, führte den Titel „Geprüfte Tagschrift der gesamten com- binirten Armeen". Sie wurde in den ersten vier Monaten des Koalitionskrieges 1794 vom „Generalkommando der kaiserlich königlichen Armee in den Niederlanden" herausgegeben. Im Jahre 1809 erschien die „Oesterreichische Zeitung", hie von Friedrich Schlegel im Hauptquartier geleitet wurde. Auch 1812 kam eine Feldzeitung heraus, es war die von dem Dorpater Professor Hambach geleitete, in deutscher und russischer Sprache im russischen Feldlager erscheinende Zeitung „Der Russe . 1813 gaben die Oesterreicher die „Armee- Nachrichten" heraus, die Preußen die „Preußische Feldzeitung aus dem Hauptquartier" und die „Zeitung aus dem Feldquartier". Dann erst erscheinen in meiner Zusammenstellung 1815 die „Deutsche Feldzeitung aus Paris" und „Die Feldzeitung", welche von dem Verleger Bartholomäus Herder herausgegeben wurden. lieber die letztere teilte Franz Meister in dem Jahresbericht 1915 der Herderschen Verlagsbuchhandlung in Freiburg i. Br. mit, daß durch Erlaß der Wiener Geheimen Hof- und Staatskanzlei vom 30. Mai 1815 der Verlagsgründer Bartholomäus Herder als Feldbuchdrucker und Herausgeber einer Feldzeitung beauftragt wurde, „auf der Stelle eine mit allen erforderlichen Requesiten versehene Felddruckerei, die auf einem Wagen transportiert werden kann, in den Stand zu fetzen und solche so schnell als möglich in das k. k. Hoflager zu schaffen". Vier Pferde und zwei Trainknechte wurden dem Feldbuchdrucker für den Transport zugewiesen. Nun mochte er sehen, wie er den ihm zuteil gewordenen Auftrag durchführte. In dem Vertrage ward ausbedungen, daß er „einen geschickten Factor und zwei taugliche Subjecte anzustellen" habe. Die Herausgabe der Feldzeitung sollte „nach einem von ihm einzureichenden Plane und unter jedesmaliger Zensur der kaiserlich-königlichen Behörden" erfolgen. Die erste Nummer trägt das Datum „Hauptquartier Heidelberg, Samstag, den 24. Juni 1815 . Soldatentum und ORoffe Äon Hauptmann (E> Egon Hundecker Ist der hebe Gott wirklich mit den „stärkeren Bataillonen?" Hat der Große Friedrich nicht selbst bei Leuthen und Liegnitz das Gegenteil gelehrt? Man spricht bisweilen von den „Berechnungen" der Feldherren. Sind das kalte mathematische Exempel? Warum marschierte Rennenkampf nicht? Warum griff Nivelle mit übergroßen Massen auf so schmaler Front an? Warum siegte der Kronprinz in der reinen Frontalschlacht bei Longwy mit 119 gegen 193 Bataillone Das sind alles Fragen, die beweisen, daß hinter den Zahlen noch anderes steht. Es ist die Verschiedenartigkeit des Soldatentums, die den Schlüssel zu so manchen Geschehnissen der Kriegsgeschichte gibt. Daß die Artverschiedenheit der Völker und damit ihrer Heere nur der Ausdruck ihre rassischen Besonderheiten ist, wissen wir heute. Es ist nun eine der schwierigsten Aufgaben des Krieges, sich im vorhinein ein richtiges Bild von den voraussichtlichen Absichten des Gegners und dessen Verhalten auf dem Schlachtfeld zu machen. Die Schwierigkeit liegt darin, daß wir geneigt sind, uns selbst in die Rolle des anderen zu versetzen und damit die Lage aus einer ganz anderen Seelenhaltung heraus zu betrachten. Dies muß notwendig oftmals zu Trugschlüssen führen. Anders, wenn man die Seelenhaltung, das rassisch bedingte Soldatentum des Gegners kennt, sich hineinfühlt und von dieser Plattform aus die Frage nach dem Kommenden stellt. Der Einwand, daß dies gerade in Mitteleuropa, in diesen rassisch uneinheitlichen Völkern schwierig ist, ist nicht stichhaltig. Heere sind einheitlicher als ihre Völker. Der Soldat ist ein geformter Mensch: Jugenderziehung, Tradition, einheitliche Vorschriften und Ausbildung, der Abgleich innerhalb der Kameraden und der „Drill", die (Schulung des Instinktes also, haben ihn zu einem Menschen gemacht, der annähernd dem Wunschbild des herrschenden Rassenteils entspricht. Das französische Heer ist westischer, das deutsche nordischer als ihre Völker. Daß die Erziehung des deutschen Gesamtheeres von Berlin ausgegangen ist, ist von gar nicht abzuschätzender Bedeutung. D?e kleine Garnison! Äon Oberleutnant von dem Knesebeck „Menschenskind! Da müßt ihr hin?" Mitleid und stilles Grauen klingen mit. Die Frage wird so oft an den Soldaten gerichtet, wenn er auf Urlaub seine Freunde und Bekannten trifft und von seinem Leben und seinem Dienst berichten muß. „ „Ihr armen Kerls — m diesem Nest in Gar- ni on — —" . ,, . r Es ist nämlich [o, daß in den Köpfen all dieser mitfühlenden Menschen die „andere' Stadt sich ganz unglaublich kümmerlich und tot malt Wahrend der eigene Heimatort — na, überhaupt kein Vergleich: Natürlich gebe ich stets gerne zu daß mein Standort keine Großstadt sei und Berlin zweisello- mehr Einwohner habe. Und dann erzähle ich, was eine Garnison - und gerade die im handlichen Taschenformat — für den Soldaten ift. Die Technik verändert und formt das äußere Gesicht jeder Wehrmacht ständig neu. Durch die Jahr- hunderte und Jahrzehnte ist sie die Große „Ve.- änderlich" in einer ewig alten Gleichung. Es bleibt der Mann und fern Boden konstant. Der Boden des Soldaten ist seme Garnison: D'e kleine Garnison. r , __.. Sie nährt ihn und wärmt sein Herz. Sie macht ihn zum Bürger und zum Menschen Sie ist. sem Spiegel: Stolz, selbstbewußt und stattlich steht er ^Des Morgen? schont tönt der Hornruf des Spiel- manns: 5 Uhr Wecken! Durch die lange leere Straße schwingt sich das Signal: klopft an die Fenst ' kriecht in die Schornsteine, wirbelt um den Mark t- platz und bleibt dann weit — weit am Ende Der Stadt an einem Dachfirst hangen. Der Hornist setzt ab und steht noch einen Augenblick in eiserner Grundstellung Er tritt weg. Gut hat er geblasen. Hat es nicht jeder gehört? ,„rück Befriedigt poltert er in die Wachtstube zuruck. Er hat nicht lange zu warten, b Ujr. Ss ereianet sich etwas. Seine Kompanie yar Ausmarsch^ Boller Muße stühstuckend beobachte^ er die ausrückenden Kameraden und lauscht dem schepperndem Marschtritt nach, bis er durch ihren Ma ^chgesang übertönt wird ftnmnrt hit» Schwer, ein gewaltiger Körper, s P „beste" durch die morgenkuhlen Straßen und sing. fern, als sie die artentsprechende Taktik suchten. Nur daß Nivelle an der Technik — am Maschinengewehr — scheitern mußte. Das defensive Grundgefühl liegt in dem Streben nach Sicherheit. Begegnungsgefechte waren in den Vorschriften nicht vorgesehen. Als man sie dennoch schlagen mußte (Longwy) war man trotz Uebermacht sofort in der Verteidigung. Joffre spricht von dem geringeren Wert des französischen Soldaten „für den Angriff in freiem Felde" Daß dieser tapfer war im Halten, haben wir alle erfahren. Geltungs- und Sicherheitsbedürfnis sind die Pole, zwischen denen das Soldatentum und damit die Geschichte Frankreichs pendelt. Der Russe endlich, ein in sich gekehrtes Kind der Steppe, hat keinen nach außen strebenden persönlichen Willen. So läßt er mit sich geschehen, was von ihm verlangt wird. Kriege oder Revolutionen. Sein Heer wird immer so sein, wie es geführt wird. An seiner Spitze kann einmal ein dem Tataren Lenin kongenialer Mann stehen, eine asiatische Eroberernatur. Die Masse der Unterführer aber schauer füllten die großen, vor dem Orangerie- Schloß aufgebauten Tribünen. Das Festspiel vermittelt in einer farbenprächtigen Bildfolge einen Ueberblick über die Geschichte des Reichskriegerbundes vom Entstehen der ersten Kameradschaften im Jahre 1786 bis auf den heutigen Tag. Tief ergreifend war das Bild, das die Rückkehr unserer Und die Soldaten sehen sich in ihnen. Sie fühlen sich wieder, sie wachsen. Ganz in der Ferne taucht schon die Kaserne auf, kommt näher und näher. Na — siehste wohl — schon ist's geschafft. Die Knarre ist herunter- von der Schulter — im Marsch, Marsch springt alles auf die Stube. Vorbei ist die Qual: Wir sind doch Kerle. Jeder hat es gesehen. Des Abends, gegen einhalb neun Uhr regt es sich in den Straßen. Zu Zweien und zu Dreien kommen sie: Die Mütze keck aufgesetzt, den Anzug adrett und sauber blitzblank das Koppel. Soldaten gehen aus. Wenn es auch kurz vor Ultimo ist und die letzte Mark längst angerissen — das spielt keine Rolle! Im „Ortskrug" gibt es das beste und billigste Bier und für Zigaretten reicht es noch. Heute abend wird gelebt, Teufel auch — was kostet die Welt? Am besten Biertisch sitzen sie dann und lachen und erzählen. Der Wirt kommt dazu und freut sich an den frischen Jungens. Kinders, Kinders, wird da geschwungen: Man reißt die Augen auf und blickt wild. Die Straßen werden Wüstenwege, die Sonne zur Mörderin und der Wind zum Taifun mit bösen Schikanen. Die alte Theke — in Ehren ergraut — beginnt zu wanken, der Stuck platzt von der Decke, die Wände neigen sich. Teufel auch! Heute war der Dienst aber ganz besonders verrückt, muß man schon sagen! Ehrlich erschüttert berichten die Kameraden. Der Wirt sieht ergriffen in sein Glas und sagt bieder: „Tja, was heute alles so verlangt wird —" „Na, meine Herren, wie ist's noch mit 'nem kleinen Korn?" Hart klappen die Gläser auf den weißgescheuerten Tisch. Bis sich einer von ihnen erhebt, zahlt und lässig sagt: „T'schuldigung, hab' noch ne kleine Verpflichtung. N'Abend!" Breit geht er hinaus. Verständnisvoll nicken die andern. Zum Zapfenstreich findet sich dann alles wieder auf dem Wege zum Kasernentor, eilig strebend. Auch die mit Verpflichtung. Gedankenschwer kehren sie zurück. Man hat sich gezeigt und alles ist befriedigt. Jeder hat uns gesehen. Nachtruhe senkt sich über Kaserne und Garnison. Unsere kleine Garnison. Aus der Karlswiese sand am Donnerstagabend für die Kasseler Bevölkerung die öffentliche Hauptprobe des Fr e i l i ch t f e st s p i e l s „150 Jahre Soldatentum und Kyffhäuferbund" statt, das am kommenden Sonntagabend für die von auswärts kommenden Landesverbände des Kyffhäuserbundes zur Aufführung gelangen wird. Neber 30 000 Zu- Schräg ruhen die Gewehre in lässiger Ruhe. Die Morgenstille weicht durch Höfe, durch die Gassen in die entlegenen toten Winkel der Stadt und versteckt sich bis zum nächsten Frühdämmern. Fensterscheiben summen, die Melodie mit Vorhänge rauschen zurück. Die Männer füllen ihre Lungen, lassen die Kehlen dröhnen. Die Augen wandern hin und her: „Na? Wer hat Recht behalten!" — Erich und Karl stoßen sich an und grinsen. Natürlich ist „Sie" hinter der zitternden Gardine und Karl hat seine Wette gewonnen. So sind die Männer nun mal — treiben mit dem Heiligsten Spott und verwetten die keusche Morgenruhe der geliebten Kleinen für eine Zigarette und eine Molle. Da biegt die Kompanie auch schon ab und im Zuge einer schmalen Gasse verklingen Marschtritt und Gesang. Alle haben wir geweckt! Ein Marsch verliert auf die Dauer seinen Reiz — auch für ganz wilde Soldaten. Wenn es dann auf Mittag geht und der — Magen leer ist — also übertriebenen Wert legt keiner mehr auf die Fortsetzung dieses zweifellos sehr militärischen Unternehmens. Aber es geht noch weiter, und zur Kaserne muß man erst durch die Stadt — eine volle halbe Stunde m . Mit drückendem Affen und bleischwerem Gewehr werden die vordersten Häuser erreicht denkt jeder. Noch eine kurze Strecke, —.... o--,- - ; zierorbnunq! Di- Gewehre mb ungezogen und stumm wirb sie nun in Angriss genommen - bie lebte halbe Stunbe —, bie große ..Durststrecke durchs Städtchen. Verfluchter Mist! Doch es vollzieht sich ein Wunder: Die Hauser die Mauern, die Zäune werden zu Stutzen. Der Gleichschritt fängt sich und zittert von chnen zuruck^ flatterte er zuvor kraftlos in die Felder. Jetzt ttägt sein Klang! Fenster und Spiegelscheiben von Kaufmannsläden sind tausend neugierige Augen Und dazu die vielen Bürger ln der Straße, die Bauern auf dem Wochenmarkt: Alle sind em stren- ■ gnügen daran. Donnerstag, den 8. Eben kehre ich vom Lido zurück. Das Meer war stark bewegt, gleichmäßig und dunkelstahlblau mit weißen Kronen, das Wasser lau, das Bad köstlich. Wie immer war der Kontrast zwischen Meer und Lagune frappierend, ja heute sogar mehr als sonst. Es ging mir sonderbar: Als ich schnell dem Meere zuschritt, der herben Luft entgegen, und als über dem graugelben Sand die große blaue Weite sich öffnete, empfand ich einen gewissen Jubel in mir. Und ich badete mit Lust und lieh meine Blicke lang über die metallisch glänzende Weite gleiten. Bei der Rückkehr nun sah ich der Lagune mit dem Vorgefühl einer Ernüchterung entgegen. Ich konnte nicht glauben, daß auf den Anblick des stürmischen großen Meeres hin ihre blasse, stille Fläche mich anmuten würde. Ich hatte mich getäuscht. Ich sah diesmal deutlich, daß man Meer und Lagune nicht miteinander vergleichen darf, daß beider Schönheit eine innerst verhauchten, warmen Blaugrün, Venedig lag weiß und rosig in einem transparenten goldenen Dunst, jen« seits der Insel lag das freie Meer in schwerem Blau. Ich sah Schiffe und Barken von Süden her meine Blicklinie schneiden und plötzlich in den goldenen Rebel tauchen, der sie wie eine zarte Gloriole umhüllte. Ich weiß kein Gleichnis dafür als das des Traumes, der Dichtung, der Kunst — so, als wären die sichtbaren, gewohnten Dinge plötzlich in den Kreis einer selig schöpferischen Schönheit getreten und zur Poesie und schöner Sage geworden. Ich weiß wohl, daß diese Verwandlung der Dinge sich auch auf jedem Acker und jeder Landstraße vollziehen kann, wenn man sie plötzlich zwischen Blick und Sonne bekommt. Aber hier war das Wunder schöner, merkwürdiger und hinreißender, und ich weiß außer dem leichten, vergoldenden Wasserdunst der Lagune keine Erklärung dafür Mittwoch, den 7. Als ich heute von Murano zurück über das irisierende Wasser fuhr, glaubte ich plötzlich die Entstehung der garten eigentümlichen Muraneser Glaskunst in diesem Meerwinkel zu verstehen. Es war eine Täuschung, und die Dinge liegen nicht so einfach; dennoch mag man auch hier die feinen Vergeistigungen des Natürlichen ins Kulturschöne fühlen. Immerhin ist es einleuchtend, wie die mit so wenig Sinn für Plastik und Linie begabten Venezianer mit Freude das aparte Material ergriffen; auch zeugt es von Tüchtigkeit, daß sie bei aller Freiheit der Phantasie nur selten das Material vergewaltigten, sondern stets ein vornehmes Stilgefühl bewahrten, dessen Tradition sogar heute noch auf Murano nicht ganz erloschen ist. Schiff, frisch mit Zinnober gestrichen und im lichtesten Sonnenlicht. Dennoch ist das Spiegelbild des Schiffes in der Lagune, so regungslos sie ist und so blank sie scheint, nur als unfester rötlicher Fleck zu erkennen. Die Farbe ist im Spiegel merkwürdig verblaßt und hat eine köstlich delikate Nüance bekommen. Noch seltsamer ist der Anblick des Wassers selbst. Solche Färbungen habe ich weder im Meere noch in Binnenseen je gefunden. Vorherrschend ist ein zuweilen ins Grüne spielendes Hellblau, das aber ohne die Tiefe und Leuchtkraft des Meerblaus ist. Es erinnert vielmehr an die Farben von gefärbtem Glas oder von Steinen, namentlich an das Milchblau des Opals, eine Farbe, die scheinbar stumpf und dennoch erstaunlich lichtempfindlich ist, die fast ein eigenes Licht zu besitzen und jeden Augenblick im Uebergang zum Irisspiel begriffen scheint. Ganz rätselhaft sind mir gewisse Farbeninseln, namentlich gegen Süden, die mit roten Tönen die Fläche unterbrechen und zuweilen von einem Silberanflug wie von einem leichten Schauer überlaufen werden. Ich muß dem nachspüren. Was für Wunder! Sonntag, den 4. Mittags ein Uhr. Turmhöhe von San Giorgio. Zeit und Licht sind ziemlich genau die gleichen wie vorgestern. Das rote Schiff liegt noch immer da. Jene rötlichen Flecken gegen Süden sind Schlammbänke. Ich kann sie heute noch besser als vorgestern beobachten. Schlammbänke. Das klingt wie etwas unerfreulich Häßliches; was ich aber sehe, sind schöne, zarte Farbenkreise, die fernsten von einem fast lodern- ben Purpur. Eine direkt vor mir liegende Bank sieht trübe bräunlich aus, die nächste ist schön rotbraun, die ferneren purpurn. In den Verbindungen dieser roten Flecken mit der bläulichen Lagune ist ein Schwelgen von Schattierungen und Kombinationen ohnegleichen. Wohl hat das offene Meer diese Farben alle auch sogar weit leuchtender und flammender, aber es ist ein Unterschied, gewissermaßen eine andere Seele, eine ganz andere Art von Farbe und Schönheit. Auf dem Meere die prahlend gewaltigen Feuerbrände, von der Sonne im klaren Wasser erzeugt, von Wolkenflug und Wagenschlag verändert. Hier dieselbe Sonne über einem stillen, ungleich tiefen, zum Teil schlammigen Wasser, das Meer und doch nicht Meer ist; die Rückstrahlung ist schwächer, erscheint gemildert, delikater, süßer. Ich werde immer > fester im Glauben, daß diese Lagune selbst eine far- 1 benschöpferische Kraft in sich hat. Ich weiß jetzt auch, - daß das die Farben Tizians sind, wie ich sie in der • Pitti-Galerie damals zuerst sah und mißverstand. ■ Welche Welt für sich! Ich denke an gestern abend, an die „goldene Stunde". Ich war nicht weit von , Malamocco. Die Lagune war von einem golbüber« Venedig, den 2. Mittags zwölf Uhr; ich bin aus der Höhe des Glockenturmes von San Giorgi Maggiore. Der Horizont ist dunstig unklar, alle Nähen aber in Farbe und Umriß klein und scharf. Zum erstenmal fällt mir die schwache Spiegelung der Lagune auf, die ich mir nachher vom niederen Ufer aus noch betrachten muß. Ganz nahe bei San Redentore liegt ein Keines Venetiamsche Erinnerungen. Don Hermann Hesse. Es sind jetzt viele Jahre her, seit ich das erste Mal in Venedig war. Es war meine erste italienische Reise, auf die ich mich lange gefreut und auf die ich so lange gespart hatte. Zuerst war ich über Mailand nach Florenz gefahren, hatte ein paar Wochen in Toskana zugebracht, Bologna und Ravenna besucht und war nach einem kurzen Aufentschiedene ist. Ich fand die Lagune von einem leisen. Wellenschlag verschleiert. Fast alle Farbe war Der« schwunben, das Blau war bis ins Blasseste verflüchtigt. Dafür aber erregte der Wellenschlag ein rastloses, unendlich feines Spiel von perlmutterfarbenen. Schimmern, die auf der Lichtseite jeder Wogenhöhe: rapid und flüchtig aufglänzten. Und ich wußte nur plötzlich, woher Tintoretto und der große Paolo Veronese den rätselhaft süßen Schmelz ihrer Lichtes und Farbenschatten genommen hatten. Zeitschriften. — „D er Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik". Einzelheft 1.— Mark. Hugo- Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — Das Juli- Heft der bebilderten naturkundlichen Zeitschrift „Dec Naturforscher" enthält wieder eine Reihe wertvollster Aufsätze aus den verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebieten von ersten Sachverständige» und bekannten Forschern und weist wieder eins vorzügliche Ausstattung mit hervorragenden Bildern und Natururkunden auf. Martin Kakies, Memel, einer unserer besten Elchkenner, veröffentlicht Natururkunden von großer Schönheit aus den» Leben des Elches und gibt dazu ein fesselnde» Stimmungsbild von seinen Erlebnissen mit Elchen, Professor Dr. Lange behandelt die äußeren uni» inneren Entstehungsursachen der Tuberkulose, bere» Bedingtheit durch Erblichkeitsverhältnisse und Umwelteinflüsse immer klarer wird und für deren Bekämpfung und Verhütung immer wirksamere Waffen gefunden werden. Der bekannte Rasseforscher Dr. L. F. Clauß legt auf Grund seiner Studien im Wüstenland und an Hand seiner ausgezeichneten! Porträtaufnahmen die seelischen Unterschiede der Germanen und Ursemiten dar. Dr. Klein-Krautheim, Gießen, berichtet an Hand von Bildern von seinen Forschungen über die Nahrung der Feuern wanze. Drollige Aufnahmen von jungen Eisvögelfi bringt Fritz Wenkel nebst seinen Beobachtungen über das Brutgeschäft der Eisvögel in Ostpreußen. D. Wattenberg, Berlin, schildert in einem allgemeinverständlichen Aufsatz die neueren Forschungen über den Bau des Weltalls. Der Direktor der Reichsstellr für Naturschutz in Berlin, Professor Dr. Wal'her Schoenichen, gibt Erläuterungen zu der neuesten Naturschutzverordnung. Dr. Franz Weil schrieb eine Abhandlung über Farbenphotographie für Photoliebhaber. Kleine Beiträge aus allen Gebieten, Forschungsergebnisse, eine Anregung zur Natur»« beobachtung, sowie die Bücherschau, die Liste her Neuerscheinungen und die immer beliebte Preisfrage schließen das wertvolle Heft ab. halt nach Venedig gekommen. Damals führte ich auf allen Reifen kleine Notizbücher bei mir, in Die ich fast jeden Abend Eintragungen zu machen pflegte, und in denen ich mir einen schwachen Nachglanz solcher Reisezeiten in die nüchterne Welt der Heimat und Arbeit mitzunehmen hoffte. Die beiden kleinen wackstuchenen Notizbüchlein jener ersten Venedigreise hatte ich nun in Händen, da ich eben wieder auf einer Italienreife begriffen bin und erinnere mich mit wunderlichen Gefühlen jener Zeit und jener Reisen. Wie schmal ging es da zu. Wie abhängig war ich, wie ängstlich rechnete ich den Rest meiner italienischen Tage mir oft am Rest meiner kleinen Barschaft vor! Aber es ging doch immer noch eine ganze Woche, und je sparsamer ich lebte, desto vergnügter war ich eigentlich, da ich dabei Venedig weit besser kennenlernte, als die wohl- fituierten Gondelfahrer. Ich mußte zu Fuß gehen und lernte in drei, vier Wochen mich einigermaßen in dem verzauberten Netz der venezianischen Gas । auskennen, und statt der Hotels und Speisehäu er der Touristen dienten mir die populären, lustigen Garküchen, Fischhändler und Wurstläden, wo ich für wenige Soldi meine Mahlzeiten hielt und das bequeme, gutmütige Volk aus aller Nähe kennenlernte. Beinahe noch mehr als die rätselhafte Stadt reizte und beschäftigte mich damals die Lagune, das geheimnisvolle, stille Wasser, auf dem die Stadt und Die Inseln schwimmen, und in meinen Heften finde ich darüber ein paar Stellen mit schlichten Beobachtungen, die mich lebhaft an die Entdeckungslust jener Reise und an die täglich neue Erlebensgier und Empfänglichkeit jener Iugendjahre mahnen. Vielleicht findet da und dort noch ein Naturfreund Der- Erinnerung an die Schlacht bei Köniagräh wählt ist, das zwischen den beiden großen Strömen, Die Ausgaben des Kommandierenden Generals sind vielseitig; ihre Beherrschung verlangt die Kenntnis aller unterstellten Waffen, reiche Erfahrung im Truppendienst, Befähigung in der großen Führung unter kriegsmäßigen Bedingungen einer- seits — politisches Verständnis und Takt, Strenge und Gerechtigkeit, Fürsorge für Truppe und Volk, und die volle Uebersicht über alle ihm angewiesenen Friedensaufgaben sowie die allgemeinen Verhält- nisie im Raumgebiete seines Wehrkreises andererseits. Bei der Derantwortungsschwere dieses hohen Amtes sind die Kommandierenden Generale eine Führerauslese. Die Einführung des Ranges des Kommandierenden Generals fällt in der deutschen Wehrgeschichte mit der Einrichtung der Armeekorps zusammen. Der Urheber dieser großen Verbände, in denen alle Waffen schlag- und widerstandskräftig vereinigt und schon zur friedensmäßigen Ausbildung auf einem geschlossenen Raumgebiet unter- gebracht sind, ist Napoleon 1. Bis dahin waren solche Verbände nicht bekannt. Als das preußische Heer den Waffengang des unglücklichen Jahres 1806 angetreten hat, war es — in der Planung auf dem Papier — eben erst in Divisionen aufgeteilt worden. Die Gliederung in Korps erfolgte auf Scharnhorst Betreiben beim Beginn des Befreiungskrieges; die Vorbereitung dazu ist schon von „Kommandierenden Generalen" geleitet worden. Danach sind die Armeekorps eine ständige Art der Heeresgliederung geblieben, die nur durch das Diktat von Versailles vorübergehend und gewaltsam unterbrochen worden ist. Während der Jahre von 1919 bis 1935 haben die Wehrkreiskommandos (mit beschränkten Mitteln, Aufgaben und Befug- niffen) zeitweilig und behelfsweise die Stelle der früheren Generalkommandos wahrgenommen Die Wiederherstellung der Armeekorps-Gliederung des Heeres stellt einen wichtigen Schritt zum Ausbau der Wehrkraft dar. I. Der Sturz eines verbrauchten Systems. Asuncion, Mitte Juni 1936. Den „Garten Südamerikas" hat einmal ein beutGute Fahrer schonen die pserde Don Major Bieringer, Kavallerie-Schule Hannover. Paraguay, der Garten Südamerikas Don unserem Dr. M.I.-Korrespondenien. dem Rio Parana und dem Rio Paraguay, gebettet, ein Eigenleben führt, das sich von dem der übrigen südamerikanischen Länder svürbar unterscheidet. Die Staaten an der atlantischen Küste sowohl, also Argentinien, Uruguay, Brasilien, Venezuela und die kolonialen Gebiete Guayanas wie Die Staaten an der pazifischen Küste, also Chile, Peru, Ecuador, Kolumbien nebst dem in diesem Zusammenhänge hierher gehörenden Bolivien, sind nicht nur infolge ihrer geographischen Lage, sondern auch aus unzähligen anderen Gründen auf5< engste mit der großen, weiten Welt außerhalb des- Kontinents verknüpft. Südamerika ist wie ein gro>j ßes Haus, in dem ein reges Treiben herrscht, in dem Weltpolitik und Weltwirtschaft die Lebensformen bestimmen, aber Paraguay ist der stille Garten, der von Mauern umschlossen fast ein verträumtes Dasein zu führen scheint; unberührt von den großen Fragen, die die Welt erschüttern. Ein Land mit ausgeprägtem Eigenleben, ein Staat, dessen Gesicht nach Innen gekehrt ist, ein Volk, das auf allen Gebieten um die Ausprägung einer eigenen Volksperfönlichkeit bemüht ist; das ist Paraguay. Die sprichwörtliche Fruchtbarkeit diese; „Gartens Südamerikas" ist für die Dafeinsbedin- Der rechtzeitige Einsatz einer pferdebespannten Einheit, einer Batterie einer f. MG.-Schwadron, einer Minenwerferkompanie, Fernsprechkompanie, eines Nachrichtenzuges usw. hängt in entscheidendem Maße von der Zu gfestigkeitder Gespanne und der Fahrfertigkeit ihrer Fahrer ab. Die bestausgesuchteste Feuerstellung, die schönste Beobachtungsstelle und die gründlichste Vorbereitung des Schießens durch den vorausgeeilten Führer verlieren ihren Wert, wenn die Batterie, MG.-Kompanie usw. durch Versagen der Gespanne oder durch Unfähigkeit ungenügend ausgebildeter Fahrer mit großer Verzögerung oder überhaupt nicht in Stellung kommt. Zum Einsatz der Beobachtungs- und Nachrichtenmittel, zur Ergänzung der Munition, des Geräts und der Verpflegung der fechtenden Truppe brauchen wir g e - wandte Fahrer vom Sattel und vom Bock, sowie zuverlässige Gespanne, solange der Motor das Pferd vom Gefechtsfeld nicht verdrängt fcit. Bei der Artillerie, den Begleitzügen der MG- Kompanie, Minenwerferkompanie u. a. muß das Fahren schon aus dem Grunde geübt werden, weil die betreffende Einheit sonst unbeweglich wäre und gar nicht zum Schießen käme, was auf einer kriegsmäßigen Hebung der besichtigende Vorgesetzte sicherlich sehr übel vermerken würde. Im Kriege wird nicht nur auf einer flachen Grasnarbe ober festgetretenem Boben bes Exerzier- und Truppenübungsplatzes, und das nur stundenweise, gefahren. Nein, der Krieg kann Monate und Jahre dauern, verlangt Dauermärsche bei Tag und Nacht, in besonderen Lagen täglich wechselnden Einsatz einer Batterie und der mit schweren Waffen ausaeftatte» ten pferbebespannten Einheiten. Die Versorgung dieser wie auch aller Schützenkompanien mit Muni- tion und Verpflegung erfolgt auch größtenteils durch pferdebespannte Fahrzeuge. Im Frieden könnte vielleicht, um Zeit für andere Ausbildungszweige zu sparen, auf die Fahrausbil- bung vom Bock verzichtet werben. In ber Vorkriegszeit fuhr man ja auch bie Heeresfahrzeuge — ausgenommen bie Krümperwagen — allgemein vom Sattel, schon bes militärischen Bilbes wegen, aber — wir bilben bie Fahrer nicht für Frieden, sondern für den Krieg aus. Hier brauchen wir bie Fahrer v o m B o ck für bie ber Truppe unmittelbar auf bas Gefechtsfelb folgenben Gefechtsfahrzeuge ber Infanterieregiments- unb Ba- taillonsstäbe, ber Schützenkompanien, der MG - unb MW.-Kompanien, ber Nachrichtenzüge, ber Pionier- Kompanien usw., bie alles bas, was bie Truppe vorne für ben Kampf braucht, ihr zuführt: Munition, Verpflegung, Tarnungs-, Leucht- unb Signalmittel, Hanbgranaten, Stacheldraht, Waffenmeister- und Stellungsbaugerät usw. usw. Alles dieses wird fast ausnahmslos durch pferbebespannte Fahrzeuge zur Truppe gefahren, durch Fahrer vom Bock, die ihren Weg abseits ber großen Straßen, meist auf sich allein gestellt, querfeldein über Stock unb Stein, burch Löcher, Trichter unb Gräben, im Artillerie- unb Fliegerbeschuß, ben Schreckgeräuschen einer vorgeschriebenen Fahrweise das Satteln unb Schirren, Wartung unb Pflege ber Pferbe, Geräte- kenntnis usw. voll beherrschten. Die sog. „natürliche F a h r w e i s e", bie barin besteht, Zugpferbe durch Zupfen und Reißen an der Leine, Hüh und Hott, Peitschenknallen und Peitschenschlagen, ohne Sinn und Verstand zu fah- rn und anzutreiben, mag für bas Pserb, das täglich seinen selben Trott auf der Straße ober im Acker geht, angehen; für bie Armee, die auf allen Gebieten führend unb bahnbrechenb sein muß, ist ie unbrauchbar. Die Kriegserfahrungen sprechen hier eine beutliche Sprache. Es muß, wie für Paraguay barf von allen sübamerikanischen Län- bern gegenwärtig wohl bas meiste Interesse bei uns beanspruchen. Die politische Entwicklung zeigt bort Tenbenzen, bie Parallelen mit ber Entwicklung in Europa gestatten, wo bie Wendung von der parlamentarischen Demokratte zum autoritären Volksstaat immer mehr Länder erfaßt. Was sich heute in Paraguay abspielt, ist ein Neues auf dem südamerikanischen Erdteil. Allerdings ist alles noch in Bildung begriffen. Um fo interessanter ist es, an Ort unb Stelle zu beobachten, wohin der Weg in Paraguay führt. Unser Dr. M. F.-Berichterstatter in Buenos Aires hat eine mehrwöchige Reife durch Paraguay gemacht. Seine interessanten Beobachtungen und Erfahrungen hat er in fünf Aufsätzen nieberaefdjrieben, mit deren Veröffentlichung wir heute beginnen. motorisierter und mechanisierter Waffen ausgesetzt, lag für Tag ober Nacht für Nacht suchen müssen. In Friebenszeiten folgt auf einer Hebung ber Kompanie, dem Bataillon unb bem Regiment nur ein Bruchteil der für den Krieg vorgesehenen Gefechts- fahrzeuge. Die leichten Kolonnen und die Fahrzeuge des Verpflegungstrosses (bespannt) fehlen in der Regel ganz. Die Nachschub-Kolonnen find in allen modernen Heeren motorisiert, scheiben also für biefe Betrachtung hier aus. Im Kriege können in einem einzigen Infanterie-Regiments-Abschnitt zeitweise über 100 Fahrzeuge herumwimmeln, bie, unsachgemäß von ängstlichen ober unausgebilbeten, in schwierigen Lagen ihr Gespann nicht beherrschenden Fahrern gelenkt, ein heilloses Durcheinanber unb sehr empfinbliche Ausfälle in ber Versorgung ber Truppe bringen können. Solange also — unb vielleicht wird bas immer so bleiben — die Kraft des Pferdes die bes Menschen zum Kriegführen ergänzt, solange Gefchütze, Maschinengewehre, Minenwerfer u. a. m. burch Pferdezug zur vollen Ausnutzung ihrer Feuerkraft beweglich gehalten werden und solange pferbebe« spannte Fahrzeuge in die Versorgung, ben Nach- und Abschub der Truppe eingeschaltet sind, solange müffen auch in einem neuzeitlichen Heere für bie Stäbe, Kompanien, Batterien unb Schwabronen Fahrer vom Sattel und Fahrer vom Bock kriegsmäßig ausgebildet werden Der Chef der Heeresleitung hat alle Zweifel durch die Verfügung entschieden, Die besagt, daß in Zukunft im Heere das Zweigespann grundsätzlich vom Bock, das Mehrgespann vom Sattel zu fahren ist. Ist der Fahrer vom Sattel im Fahren vom Bock ausgebildet, so ist er in der glücklichen Lage, sein Mehrgespann zur Schonung der Pferde auf längeren Märschen, solange keine Feindberührung besteht, mittels ber Kreuzleine vom Bock zu fahren. Die Erfahrungen bes Weltkrieges, die auch in den Kriegs-Deterinärberichten bes Jahres 1914/18 festgelegt sinb, haben ben Beweis erbracht, daß ein großer Teil unserer vierbeinigen Kameraben burch unsachgemäße Behanblunq, Mangel an Pflege unb gänzich falschem weil systemlosem Fahren „b. u." geworden sinb ober infolge Erkrankungen unb Verletzungen für wichtige Kriegshanblungen ausfielen. Man spricht von einem Verlust von über 500 000 an Erschöpfungs- usw Erscheinungen eingegange- nen Pferben im Weltkriege. Selbstverstänblich sprachen mangelhafte Fütterung, schlechte Unterbrin- gungsmöglichkeiten Ueberforberungen auf Grunb ber Lage usw sehr mit, aber das Fehlen einer gründlichen und sachgemäßen Ausbildung der Fahrer hat an den verhältnismäßig großen Verlusten wertvoller, im weiteren Verlauf des Krieges aus dem eigenen Lande nicht mehr ersetzbarer Zugpferde ausschlaggebend bei getragen. Gerade weil es vor dem Kriege unb für ben Krieg selbst keine eigentliche Fahrvorschrift gab, hat man schon in ben letzten Jahren bes Krieges versucht, ein System aufzustellen, eine Vorschrift auszuarbeiten, nach ber zugfeste Pferde unb zuverlässige Fahrer auszubilben waren, also Solbaten, die außer jeden Ausbildungszweig, ein festgelegtes System geben. Wie ber Reiter, so muß auch ber Fahrer vom Sattel und vom Bock die Hilfen er» lernen, um sein Gespann an den befohlenen j Platz hinzubringen Wenn auch im Ernstfall einer bespannten Einheit eine gewisse Zahl im Landwirtschaftsbetrieb oorgebilbeter Leute als Fahrer zugeteilt werben, so muß der Chef unbedingt über einen Stamm kriegsmäßig ausgebildeter Unterom- ziere und Fahrer verfügen, die, selbst vorbildlich im Fahren, gleichzeitig als Lehr- und Aufsichtspersonal im Fahren, in der Pferdebehandlung und der Gerätekenntnis wirken können. Am 3. Juli 1866 siegten die Preußen über bie Oesterreicher unb Sacksen in ber Schlacht bei Koniggratz. Das Gemälbe von Professor Emil Hünten zeigt bie Begegnung Wilhelms I. mit Kronprinz Friedrich Wilhelm auf dem Schlachtfeld von Königgrätz. (Original in der Ruhmeshalle des Berliner Zeughauses.) (Scherl-Bilderdienst'M.) scher Schriftsteller die Republik Paraguay genannt; gungen richtunggebend gewesen bis heute. Leiderein Name, der überaus glücklich für das Land ge- ist der Garten verwahrlost, unb bas überall wuchernbe Unfraut hat ben Lebensstil stark beehr- WM M HG Der Reichsarbeilsdienst auf der DeuWandschau Von -er Arbeit und vom Geld du Umlauf aber in nur der bis die die die die gekommen. Im Möbelgeschäft Otto Krause kauften diesen Tagen nach dem Monatsersten nicht Lagardes Leben umfaßt die Zeit von 1827 1891, er reicht also tief ins Biedermeier und in moderne Entwicklung hinein, er sah als Kind Großen der Freiheitskriege, erlebte als Student Arbeitsdienstmänner sind auf dem Gelände der Deutschlandschau in Berlin damit beschäftigt, e i n k e r a 8e r &e 5 Reichsarbeitsdienstes aufzubauen. Die Besucher aus aller Welt werden sich hier ein Bild von dem Leben des deutschen Arbeitsdienstes machen können. (Scherl-M.) glaubte durch diese Maßregel den Spuk beschworen zu haben und fühlte sich nun vollkommen sicher. Wie sehr hatte sie sich getäuscht! Nur zwei Wochen später brach in Asuncion der Aufstand aus, der in wenigen Stunden die Regierung, die völlig überrascht wurde, hinwegfegte. Staatspräsident Dr. Eusebio A y a l a und die Mitglieder der Regierung wurden gefangen gesetzt, mit ihnen der der Regierung treu ergebene General Josö Felix Estigar» r i b i a, der siegreiche Feldherr im Chacokriege. Und mit der Regierung stürzte am 17. Februar 1936 ein ganzes System zusammen. (Weitere Aufsätze folgen.) der alte Bismarck sehr richtig als Zickzackkurs kennzeichnete. Lagarde war Schüler Rückerts und gibt in seinen Erinnerungen an den Dichter und an das Sprachgenie Memoiren aus seiner Vaterstadt Berlin, die die Hauptstadt Preußens als Provinzstadt schildern. „Berlin war bis 1840, wenn man will bis 1848, eine Stadt voll Poesie. Ueberall ist Poesie, wo der . Mensch eine Heimat hat; eine solche zu haben, war damals noch möglich... Dabei ein ruhiges Wohnenbleiben in denselben Räumen. Der Vater meiner lieben Stiefmutter war bei dem alten Doyen Arzt; so war dieser vielverehrte Mann, der die Schwerter für den Befreiungskrieg geschmiedet, uns persönlich nahegerückt. Ich denke den alten Löwen stets in demselben Hause und sehe das frische, rote Gesicht und die weißen Haare noch jetzt über das eiserne Geländer seiner Treppe oder seines Balkons gebeugt, wie er uns zunickte und zurief, wann wir bei ihm vorfuhren. Cha- m i f f o hat, soweit meine Erinnerungen aufwärts reichen, in denselben Räum-n seinen mächtigen Husten ertönen lassen." Als Gelehrter, der erst 1869 eine Professur für orientalische Sprachen in Göttingen erhielt, gab Lagarde zahlreiche Schriften über semitische und armenische Sprachen, theologisch- sprachwissenschaftliche Werke über den Psalter und den Pentateuch heraus, und auch die italienischen Werke seines Lieblingsphilosophen G i o r b a n o Bruno, der wegen seiner Lehren, die den modernen Vorstellungen vom Weltall entsprechen, durch die Inquisition 1600 auf dem Campo Fiori in Rom verbrannt wurde, wurden von ihm veröffentlicht. Dabei schaute Lagarde immer wieder auf das Schicksal des deuffchen Volkes. Er selbst hatte erlebt, daß 1848 nicht weniger als 1500 Petitionen der Nationalversammlung übermittelt wurden, die sich mit der elenden Lage der Arbeiter, einige Hundert mit der nur dem Namen nach abgeschafften Hörigkeit der Bauern befaßten, er hatte den großen na- erste Nationalversammlung, und danach sah er Schöpfung des Bismarckreiches sowie dessen Ablösung durch den „neuen Kurs" Wilhelms II., den geben wird." — „Wir find es müde, mit Geschaffenem und Gemachtem abgefunden zu werden; wir wollen Geborenes, um mit ihm zu leben, um du." — dem Ankauf dieses Wechsels war ja erst unser Zwanzig-RM.-Schein C 07 826 787 in den Dachdeckergeselle Meier, sondern auch andere Volksgenossen Möbel. Ebenso kamen die Käufer der vergangenen Wochen und Monate und leisteten wettere Zahlungen. Krause war damit sehr zufrieden. Es nahte ja bald der Tag, wo der Wechsel über die 980 Mark fällig war. Als ihn Krause vor drei Monaten unterschrieb, konnte er die Möbellieferung nicht bezahlen Inzwischen waren aber die Möbel so weit verkauft und bezahlt, daß er jetzt seine Verpflichtungen erfüllen kann. Als nun ein Kassenbote der Reichsbank kommt, empfängt Krause seinen Wechsel quittiert zurück. Der Kassenbote trägt in seiner Geldtasche den Zwanzigmarkschein wieder zur Reichsbank. Dort kommt er in einen Geldschrank und bleibt für längere Zeit liegen. Denn auch andere Wechsel werden jetzt nach dem Vierteljahrsbeginn eingelöst und zur Mitte des Monats, als die Wechselbestände der Reichsbank stark zurückgegangen und enffprechende Beträge an Banknoten wieder in die Kassen der Reichsbank geflossen waren, heißt es in den Zeitungen: „Die Beanspruchung der Reichsbank ist zur Monatsmitte zurückgegangen". So ist die Reichsbank als das zentrale Kreditinstitut eine sehr wichtige Einrichtung. Wie sie durch ihre Kredithilfe den Wirtschaftsumlauf fördert, schränkt sie auch den Geldumlauf wieder ein. Denn: „es ist die Aufgabe der Reichsbank, den Geldumlauf den jeweiligen Erfordernissen des Wirtschaftslebens anzupassen". (Forffetzung folgt.) hC, n Ofsizi-renlln ber Spitze bi- (tu- für 3 U fl ?' ?,e lQ stets unb überall für revolutionäre Gedanken empfänalid) ist unb ftitoern' r-eiterfl6atm' ,oroeit ste in bolfchewi- 16. Sinne von Moskauer Senblingen b-ein. [iußt war. Die sich auf die verhältnismäßig starke Polizei der Hauptstadt Asuncion und einen Teil der Trup- pen stutzende Regierung sah die Dinge sich ent- wickeln und griff durch. Die Häupter der revolutionären Bewegungen wurden des Landes ver- wiesen und gingen in die Verbannung. Das war in den ersten Februar-Tagen 1936. Die Regierung flu&t unb ihm seinen besonderen Stempel aufge- druckt. Am auffälligsten vielleicht in der Doli- Vu' ar?cr °uf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet spurt man, wie vieles noch der Pflegsamen Hand des gewissenhaften, liebevollen Gartners bedarf, um Frucht zu tragen. In politischer Beziehung ist Paraguay im Augenblick vielleicht das interessanteste Land des "süd- amerikanischen Kontinents, denn die heutige Poli- tlk Paraguays ist trotz gegenteiliger Behauptungen ein Versuch, politische Ideen, die sich im deutschen Nationalsozialismus und teilweise auch im italie- nischen Faschismus verkörpern, übergangslos auf ein Land zu übertragen, das bisher äußerlich von liberalistifchen Gedankengängen beherrscht war in- nerlich aber in durchaus patriarchalischen Verhält- niffen lebte und von Demokratie, Freihandel und anderen Erscheinungsformen des Liberalismus kaum etwas wußte, noch wissen wollte. Der Versuch darf beanspruchen, durchaus ernst genommen zu werden, denn die Männer, die heute an der Spitze des paraguayschen Volkes stchen unb feine Regierung bilden, find glühende Patrioten, denen das große Erlebnis des Chacokrieges die Weltanschauung geformt hat, für die sich die Begriffe „Volk" und „Vaterland" auf blutgetränkter Walstatt im Donner der Kanonen gestaltet haben. Die Politik, die die Regierung verfolgt, will bewußt an die Tradition von Solano Lopez anknüpfen, jenem großen Marschall-Präsidenten, der den Tod auf dem Schlachtfelde fand. Unter ihm war Paraguay- ein stolzes, freies großes und rei- ches Land. Gewiß, Lopez' Herrschaft war nicht gerade milde, schwer ruhte seine Hand auf den Landesbewohnern, aber sie folgten ihm willig, ja freu- dia und vieles, sehr vieles, was vor sieben Jahrzehnten geleistet und geschaffen wurde, ragt in die Gegenwart hinein als ein Denkmal der Größe jener Zeit und ein Mahnmal an das heutige und die kommenden Geschlechter. Als 1870 der fünfjährige erbitterte Krieg Paraguays gegen die drei Nachbarn Argentinien, Uruguay und Brasilien zu Ende gegangen, als Solano Lopez bei Cerro Cora am 1. März 1870 unter den Lanzenstichen brasilianischer Reiter gefallen war, als Paraguay den Frieden aus der Hand des siegreichen Dreibundes entaegennehmen muhte, da war es verwüstet und verarmt; verarmt auch an Menschen, insonderheit an Männern. Die Zahl der Einwohner war von 1 Million auf 250000, also auf runb ein Viertel zusammengeschmolzen. fyute wird die Bevölkerung auf 1200 000 Seelen geschätzt. Das Land hat in über 60 Jahren die schweren Verluste an Menschen wieder ausgleichen können, sonst aber hat es sich von feinem Sturz von der einstigen Höhe nicht wieder zu erholen vermocht trotz aller Aufbauarbeit, die in den langen Jahrzehnten geleistet oder wenigstens zu leisten versucht worden ist. Der Aderlaß war zu blutig, die Schwächung zu gewaltig gewesen, und innerer Parteihader und zahlreiche Bürgerkriege störten die Friedensarbeit auf das Empfindlichste. Trotzdem war Paraguay im Begriff, wieder zu erstarken und aufzublühen, denn die Grundlagen seines Staatswesens waren gesund, unb die Zeit hatte manche Wunde sich schließen lassen. Es waren nicht mehr Silberstreifen, die am Horizont sichtbar wurden, sondern es waren bereits goldene Sonnenstrahlen, die über dem Lande leuchteten unb seine Bewohner mit berechtigter Hoffnungsfreudigkeit und Zuversicht erfüllten. Da kam d e r K r i e g m i t Bolivien, lieber die eigentlichen Ursachen des Chacokonflikts wird wohl erst eine spätere, von der Parteien Haß unb Gunst unbeeinflußte Geschichts- fdjYeibung Klarheit schaffen. Das Ende des blutigen Ringens ist bekannt: Es ist im Grunde eine Remis-Partie geworden, und beide Gegner haben sich die Versöhnungshand gereicht in dem Gefühl, daß die Feder ber Diplomaten in Buenos Aires verdarb, was das Schwert erftritten. In Paraguay jedenfalls herrscht das Gefühl vor, um die Früchte des opferreichen Kampfes betrogen 3U sein. Und dieses Gefühl ist eine der tiefsten Ursachen für die innerpolitische Entwicklung, die sich tn Paraguay seit dem Friedensschluß vollzogen hat. Kriege, selbst wenn sie aus den edelsten Beweggründen und mit heißer Hingabe geführt werden, zeitigen immer unerfreuliche Nebenerscheinungen unb häßliche Begleitumstände. Filzige Bierbankpolitiker uno Stammtischkrieger; Schieber in lebensnotwendigen für die fechtende Truppe unentbehrlichen Dingen; Kriegsgewinnler, die sich auf Kosten des Opferwillens und der Opferbereitschaft mästen und im Kriege lediglich das sie bereichernde Geschäft sehen; alles das gab es in Paraguay während des Feldzuges genau so wie in Europa und anderwärts. Und die Erbitterung der Soldaten wuchs, als sie ausgemergelt, verdreckt, zu Krüppeln geschossen nach Hause kamen und dort so manches vorfanden, was sie sich anders vorgestellt hatten. Die Kassen waren leer, die teilweise seit vielen Monaten, ja Jahren den Frontsoldaten schuldig gebliebene Löhnung konnte nicht gezahlt werden, das Geld hatte auch keinen Wert. Teuerung und Knappheit an vielen notwendigen Dingen des Lebens war fühlbar. Das alles zusammen schuf im Verein mit der Enttäuschung über den Kriegsausgang eine Atmosphäre, die schwüler und schwüler wurde und allmählich zur Entladung drängte. Was anfänglich Verstimmung, Mißmut, Ver- ' ärgerung war, wuchs sich aus zu einem wilden Haß; zu einem Haß gegen jeden und gegen alles. Der Krieger haßte den Daheimgebliebenen, der ■ Soldat den Politiker, der Bauer den Städter, der ' Arbeiter den Fabrikherrn, die Jugend das Alter, : ber eingeborene Paraguayer ben Auslänber. Die ! bei ihrem fübamerikanifchen Temperament leicht ? entzünblichen Gemüter waren einer Verhetzung | mehr benn je zugänglich, unb lanb- unb volks- < fremde Agitatoren waren in großer Zahl am Werk 1 die verhaltene Glut zu schüren, und hatten dabei i unschweres Spiel. Schon schälten sich einzelne < Gruppen heraus, die die Idee einer allgemeinen i Volkserhebung zunächst versteckt, bann von Tag > zu Tag offener propagierten. Die Frontsolda- s DL Mrtschafisbelebende Kraft der Lohntüte. Als am Freitagabend ber Werkmeister Karl Neumann bie Möbelfabrik Schulz & Lehmann verließ, hatte er bei seiner Gehaltszahlung unter anderen den Zwanzig-RM.-Schein C 07826787 erhalten. Am Morgen dieses Tages mar der Schein noch in den Kassenschränken ber Reichsbank gewesen, bann in einem Banknotenbündel von bem Kassenboten ber Bank zur Hauptkasse ber Bank getragen worben und noch am Vormittag zur Firma Schulz & Lehmann gekommen, als diese Gelb abhob. Karl Neumann bezahlt auf bem Weg nach Hause feine Miete. Am Spätabend kommt ber Dachdecker- meister Wilhelm Friedrich zum Hauswirt und bittet um eine Teilzahlung für die Dachreparatur. Unser Zwanzig-RM.-Schein wandert auf diesem Wege weiter und ist mit dabei, als der Dackdeckermeister am andern Morgen, also am Ersten des neuen Vierteljahres, seine Hypothekenzinsen bei der Sparkasse bezahlt. Dort geht es zu wie auf einem Taubenschlag. Beamtenfrauen heben Geld ab, denn feit gestern sind die Gehälter auf ihren Gehalts-Girokonten gutgeschrieben worden. Unser Schein liegt mit obenauf, wandert in eine Geldtasche, aber kaum eine Stunde später wechselt er schon wieder den Besitzer. Auf dem Markt verkauft ein Bauer Geflügel und Eier. Er freut sich über das gute und schnelle Geschäft. Denn er hat es eilig. Auch er muß Hypothe- kenzinsen an die Sparkasse befahlen und, noch kurz vor Schalterschluß kann er seinen Markterlös zu diesem Zweck mit einzahlen. Unser Zwanzig-RM.- Schein C 07826787 liegt damit schon wieder bei dem Sparkassenschalter. Hier haben sich im Laufe des Vormittags die Banknoten gehäuft. Denn wenn auch die Beamtenfrauen abhoben, Sparer zahlten neue Einlagen ein und die fälligen Hypothekenzinsen kamen diesmal schneller als sonst herein. Am Nachmittag führt die Sparkassenleitung ein Telephongespräch mit dem Drogisten Willi 'Kleemann. Der hatte schon vor einiger Zeit um ein Darlehen nachgesucht, weil er sein Geschäftsgrundstück gründlich wieder instandsetzen lassen wollte. Der Kreditausschuß hatte nach Prüfung aller Unterlagen bereits das Darlehen genehmigt. Aber jetzt erst konnte, und das ist das Wichtigste, dem Drogisten mitgeteilt werden, daß ihm ab sofort der Darlehensbetrag 3ur Verfügung steht. Kleemann ist Darüber sehr erfreut. Seit zwei Tagen hat er den Dachdeckermeister Wilhelm Friedrich mit Gesellen im Hause, um die wichtigsten Schäden zu beseitigen. Nun kann er gleich den Auftrag geben, das ganze Dach neu zu decken. Am anderen Morgen hebt Kleemann von dem Darlehn etwas ab und gibt dem Dachdecker eine Teilzahlung. Dabei ist unsere Zwanzig-Reichsmark- Note wieder dazwischen. Sie, bie vor 24 Stunden schon einmal burch die Hände des Meisters gegangen war, kommt bis zum Abend in die Lohntüte des Gesellen Otto Meier. Er war bis vor kurzem noch arbeitslos. Als er nach Haufe geht, trägt er eine freudige Nachricht heim. Denn er war bisher nur zur Aushilfe angenommen, ber neue Auftrag von bem Drogisten Kleemann aber setzt ben Meister in ben Stand, ihn nun für dauernd ein- Paul de Lagarde. 23on Eugen Siebert. 3m Jahre 1886, also vor fünfzig Jahren, erschienen in Göttingen die „Deutschen Schriften" des berühmten Orientalisten Paul de Lagarde. Sl, waren mehr als ein auch in ber Form großzügige» politisches Bekenntnis. Paul be ßagarbe fetzte sich mit allen Erscheinungsformen eines zersetzenden Zeitalters auseinander, aber nicht als Parteimann konservativer oder liberaler Färbung, sondern als Deuter der Zeichen der Zeit und Künder eines neuen Reiches. Er sah die Schäden des von Bismarck geschaffenen Kaiserreiches, er erkannte, daß die überstürzte industrielle Entwicklung, die Entwurzelung der Massen, die schroffe Scheidung unseres Volkes in Klassen und Konfessionen, kurzum, das alle Verhältnisse revolutionierende 19. Jahrhundert von einem Jahrhundert der Anarchie gefolgt würde, wenn es nicht gelänge, die besten Kräfte einer Nation für ein neues Ziel einzusetzen. Für diese Idee kämpfte er. Aus der klaren Erkenntnis, daß feine Zeit das Prinzip des Individualismus überspitzt hatte, kam er zum Begriff „Volk". „Der Wert eines Volkes", lehrte er, „liegt in der organischen Vereinigung der in einer Reihe von Menschen eigentümlichen natürlichen Kraft mit einer ihnen allen genehmen geschichtlichen Aufgabe", und an einer anderen Stelle: „Das Volk spricht gar nicht, wann die einzelnen Individuen sprechen, aus denen das Volk besteht. Das Volk spricht nur dann, wann die Volkheit — es freut mich, diesen sehr passenden, aber vergessenen Ausdruck Goethes zu benutzen — in den Individuen zu Worte kommt: das heißt, wann das Bewußtsein der allen einzelnen gemeinsamen Grund- unb Stammnatur wach unb sich über ihr Verhältnis zu großen Tatsachen ber Geschichte klar wirb." Während ber Schweizer Jakob Burckharbt als Geschichtsphilosoph aus Abneigung gegen ben vulgären Liberalismus trostlosen Kulturpessimismus predigte unb somit die absolute Negation, der ein Friedrich Nietzsche nicht entging, formte Lagarde den Begriff „Volk" nach seiner Ursprünglichkeit, nicht nach den durch die geschichtlichen Ereignisse bewirkten Standesunterschieden, die in fast jedem Denken eine so große Rolle spielten, daß ber Begriff Volk fast zum Klassenbegriff wurde, ganz einerlei, welcher Schicht der Denker angehörte. Laaarde setzt dieser Weltuntergangsstimmung unb diesem Kastenstolz einen freudigen und klaren Begriff gegenüber: „Ein Vaterland gehört in die Zahl der ethischen Mächte, und darum können seine Angelegenheiten nicht vom Regierungstische aus, sondern nur durch das ethische Pathos aller seiner Kinder besorgt werden. Deutschland ist die Gesamtheit aller deutsch empfindenden, deutsch denkenden, deutsch wollenden Deutschen: jeder einzelne von uns ein Landesverräter, wenn er nicht in dieser Einsicht sich für bie Existenz, bas Glück, die Zukunft des Vaterlandes in jedem Augenblick feines Lebens persönlich verantwortlich erachtet, jeder einzelne ein Held und Befreier, wenn er es tut." Und den Weg, den das deutsche Volk unter Adolf Hitler gefunden hat, zeichnet er vor: „Deutschland kann nur einig werden durch gemeinsame Arbeit, vorausgesetzt, daß diese Arbeit die ganze Nation in Anspruch nimmt. Denn nur diese Arbeit wird alle Kräfte wecken und alle nicht zum Wesen der Deutschen gehörigen, sondern durch ein beispielloses Mißgeschick ihnen aufgebürdeten fremden Stoffe abstoßen." Und schließlich, um noch einen Beariff von ber zukunftweisenden Tiefe des Volksgedankens Lagardes zu geben: „Möge Deutschland nie glauben, daß man in eine neue Periode des Lebens treten könne ohne ein neues Ideal. Möge es bedenken, daß wirkliches Leben von unten auf, nicht vön oben her wächst, daß es erworben, nicht qe- 3 u ft e U e n. Otto Meier ahnt nicht, daß er dieses im Grunde genommen nur ber Schnelligkeit verdankt, mit ber ber unscheinbare Zwanzig- Reichsmarkschein in ben letzten Tagen gewandert ist. Aber das weiß der Dachdeckergeselle Otto Meier: Arbeit bringt Belebung der Wirtschaft und einen schnelleren Geldumlauf. Der schnellere Geldumlauf fördert die Wirtschaft und schafft Arbeit. I. Der Zwanzig-RM.-Schein kehrt zur Reichsbank zurück. Der Dachdeckergeselle Otto Meier ist jung verheiratet. Da er nun für dauernd Arbeit hat, kann er sich mit seiner jungen Frau etwas Neues anschaffen. Sie gehen am Samstag zum Möbelhändler Otto Krause unb kaufen einen neuen Küchenfchrank. Es ist einer von der Sendung aus der Möbelfabrik Schulz 8t Lehmann. Als erste Rate zahlt Otto Meier 20 RM. an und gibt den Schein Nr. C 07 826 787 aus seiner Lohntüte hin. Als dieses zerknitterte Stück braunes Papier in ber Ladenkasse des Möbelhändlers lag, sah niemand diesem Schein an, welchen Weg er in dieser Woche schon zurückgelegt hatte. Der Möbelhändler ahnte nicht, baß dieser Schein nur erst seine Reise hatte antreten können, weil ber Wechsel der Möbelfabrik Schulz 8t Lehmann, über 980 RM., gezogen auf Otto Krause für die Lieferung der Küchenmöbel, über die Jndustrie- unb Handelsbank zur Reichsbank kam. Denn bei Bei Hitze und Ermattung, auf Reisen, bei Sport und Spiel schenkt Odol lss jenes einzigartige Gefühl-der Erfrischung und Belebung. Darüber hinaus wirkt Odol L83 vorbeugend gegen Infektionen der Mund- und Rachenhöhle. XiHex Heleel CeXto UD1|I@ tionalen Aufschwung und dann die Jämmerlichkeit der Reaktion erlebt. Als Bismarck das Reich schuf, erkannte Lagarde den soldatischen Geist durchaus an, aber gleichzeitig sah er die Unfähigkeit des Adels, die Sattwewung des Bürgertums, die Unmöglichkeit, die Ansprüche des vierten Standes zu befriedigen, und zudem kam die utilitaristische Lehre, wonach das Geld alles und die Verzinsung des Leihkapitals das Primäre wäre, sollten auch Bauern und Bürger darüber verderben. Mit der Herrschaft des Kapitalismus und der Maschine, dem Zerfall der deutschen Kultur, kam jener Fortschrittsschwindel, der doktrinär zum Beispiel den Freihandel als weltanschauliches Prinzip hinstellte, und je mehr die Entstehung großer, dem mobilen Kapi- talverkehr dienenden Institute, die Entwicklung des Effektenhandels und die Großindustrie sowie der Handel aufkamen, um so stärker verließ der Liberalismus die Höhen der politischen und philosophischen Ideologie. Damit aber kam der Bruch in die deutsche Kultur und Entwicklung. Wir hatten in knapp einem Menschenalter nachzuholen, wozu man in England und Frankreich vier gebraucht, wir hatten zudem um die politische Form des neuen Staates noch gegen Gewalten wie den Klerikalismus, den Konservatismus der ostelbischen Prägung, die DynaMsonderheiten, den Liberalismus und den Marxismus sowie das immer stärker sich ausbrei- tende Judentum anzukämpfen, die die anderen Staaten in diesem Ausmaß nicht kannten. Die sehr angesehene liberale Nationalzeitung schrieb bereits im Jahre 1856: „Im Gefühle der Unbefriedigung über verfehlte ideale Zwecke, in der Trostlosigkeit über mißlungene ideale Bestrebungen hat die intelligente und materielle Kraft des Volkes sich auf das Gebiet des Erwerbes konzentriert ..." Von Jahr zu Jahr nahm dieser Kampf um den Erwerb zu, Seele und Blut der Nation verdarben dabei trotz aller scheinbaren Fortschritte. Eine Umkehr durfte nicht die alten Zustände vor den Freiheitskriegen, nicht die Versklavung großer Teile des deutschen Volkes, wie sie vor 1813 durch Adel und Klerisei, nachher durch den Kapitalismus bewirkt worden war, zum Ziele haben, sondern ein schöpferisches Neues galt es zu gründen. In den „Deutschen Schriften*' setzte sich Lagarde mit allen Erscheinungen seiner Zeit auseinander und verwarf den Liberalismus sowohl wie den Marxismus als volksfremd, dafür stellte er aber das Ziel auf, daß das ganze Volk, nicht einzelne Schichten, zunächst seelisch und religiös — nicht konfessionell — zu erneuern fei. Er kämpfe gegen die Verstädterung und Verproletarisierung — so schrieb er: „Wir sind ein Bauernvolk!' — und trat für eine verantwortungsbewußte Erziehung namentlich der Jugend ein. Dieses Bekenntnis zum Deutschtum aber machte auch eine Auseinandersetzung mit dem Judentum und dem Geiste notwendig, der das Judentum dem Deutschtum nach der Sprache der Zeit „assimilieren", also angleichen wollte. Lagarde, der von der Theologie herkam, erkannte, daß zwischen beiden Völkern aus ethischen und religiösen Gründen, die sich natürlich auch auf die Staatsgesinnung und die wirtschaftliche Auffassung erstreckten, keine Ver- bindungsbrücke bestände. Und auch darin zeigte sich Lagarde als Künder und Seher, wenn er, nach der Neuformung des Begriffes „Volk", eine weitgehende Formung dieses Volkes verlangte, wie es schließlich der Nationalsozialismus durchführt. „Möge Deutschland", so schrieb er, „nie seine Gröhe und fein Glück aufbauen wollen als auf der Gesamtheit aller seiner zur vollsten Ausbildung der in jedes einzelne von ihnen gelegten Anlagen und Kräfte erzogenen Kinder, also auf so vielen Grundlagen, als es Söhne und Töchter hat." Oer Mainzer Gistmord-Prozeß. Am fünften Verhandlungstage wurden die Versicherungen erörtert. Eine frühere Mieterin von Frau Vogler bestätigte, daß diese im Besitz der Versicherungspolice des ermordeten Seitz gewesen sei, was die Angeklagte bestreitet. Die Versicherung des alten Vogler, die 3500 RM. betrug, wurde nicht ausbezahlt, da beim Tode'des Gastwirts die Karenzzeit noch nicht abgelaufen war. lieber die Versicherung, die Frau Vogler für ihren Stiefsohn abgeschlossen hatte, will ein heute stellungsloser Versicherungsagent mit Georg Vogler mehrfach gesprochen haben. Georg Vogler stellt energisch in Abrede, von dieser Versicherung irgend etwas gewußt zu haben. Der Vorsitzende ermahnt den Zeugen: „Sie scheinen mit Frau Vogler unter einer Decke zu stecken. Vielleicht haben Sie die Unterschriften unter den Verträgen selbst gefälscht!" Der Zeuge beharrt auf seiner Aussage, bleibt jedoch zunächst unvereidigt. Schriftsachverständiger Dr. Graff aus Mannheim berichtet: Es wurden vier Unterschriften in der Dersicherungssache des Georg Vogler geleistet. Die beiden ersten sind plumpe Fälschungen. Bei den beiden anderen, unter denen sich auch jene befindet, die die Versicherung auf Frau Vogler im Todesfälle ihres Stiefsohnes überschrieb, äußerte der Sachverständige sehr starke Verdachtsmomente, ohne allerdings eine Fälschung direkt nachweisen zu können. Er gibt an, der Fälscher bzw. die Fälscherin könne in der langen Zeitspanne ihre Handschrift der des jungen Vogler sehr ähnlich angeglichen haben. Verantwortlich für die Fälschung könne ebensogut Frau Vogler sein wie der Versicherungsagent. Frau Vogler behauptet unentwegt, ihr Stiefsohn habe in ihrer Gegenwart die Unterschriften geleistet. Es sei aber sonst niemand dabei gewesen. Der Zeuge Johann Schneider, der lange in Kostheim gewohnt hat, gibt scherzhafte Zärtlichkeiten, auch Küsse beim Pfänderspiel zu. Er schilderte die Vorgänge in der Sterbenacht des alten Voglers. Er fei gegen 1 Uhr nachts in die Wohnung der Angeklagten gekommen. Ab 2 Uhr fei er mit Frau Vogler allein gewesen. Er will die Todesanzeige aufgesetzt und anderen Schriftwechsel für die Angeklagte erledigt haben. Sie habe sehr über die Schulden geklagt, die ihr Mann hinterlassen habe. Der Zeuge habe sie getröstet und sei gegen 5 Uhr morgens roeggeangen. Lange Zeit danach will er noch nichts von einem Mordverdacht gewußt haben, obwohl die Polizei bereits Untersuchungen angestellt hat. Nachdem ein Photograph bestätigt hatte, daß Frau Vogler ihn beauftragt habe, Bilder ihre» Stiefsohns anzufertigen, die sie angeblich für das Totbeten durch 9rau Schneider gebraucht habe, bekunden eine ganze Reihe von Zeugen über das Leiden des jungen Vogler im Krankenhaus. Sie lagen mit ihm im Krankenzimmer und konnten nächtelang nicht schlafen, so sehr habe er geschrien und gejammert. Zu einer Zeugin hat Georg Vogler klar geäußert, seine Stiefmutter hätte ihm etwas in das Essen getan, deshalb müsse er jetzt so leiden. Mehrere bekunden, daß die Angeklagte ihren Schwiegersohn in der Zeit, in der er bei ihr war, vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten hielt. Ein Krankenwärter sagt aus, daß die Leitung des Hildegardis-Krankenhaufes ihn gewarnt habe, von den Speisen und Getränken etwas zu genießen, die Frau Vogler für ihren Stiefsohn brachte. Er lag damals mit Georg Vogler im Krankenzimmer und lieferte das von der Angeklagten gebrachte Essen regelmäßig an die Pflegeschwestern ab, so daß Georg Vogler nichts davon erhielt. Die als „Mohrs Babett" bekannte Vorbeterin bei Kostheimer Beerdigungen, an die die meisten Briefe gingen, die Frau Vogler aus der Haft schrieb und die mit der Angeklagten eng befreundet war, erklärt, Frau Vogler sei eine gute Frau gewesen, sie glaube nicht an ein Verbrechen. Auflösung des Deutschen und des preußischen Philologenverbandes e. D. Am 14. Juni d. I. haben sich der Deutsche und der Preußische Philologenverband e. V. a u f g e l ö ft. Der Deutsche Philologenverband wurde 1904 gegründet und vereinigte in sich als Spitzenorganisation die Philologenverbände der deutschen Länder, deren größter der Preußische Philologenverband war. Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Eine wichtige Frage? Mittwoch Telephon 3525. 4292A [03101 Für rfiUt Rektor Georg (Mitbegründer Erektor Emil ' Bücherrevisor Franz -an« r Karnbach und größeren Lehrgänge in schon 1865 in Tropen-Linden, Klein-Linden, 8., Watzenborn, »en Gießener ! gehoben. »inenschrei. en mit in den in Kurzschrift f, der Berufs- j , der Rapiä' esiachschule ß Mierkränzchen nun, der 05er- itenographenver- begeisterten Ml» -rvereine hielten Vereinen. Ende •gegangen, auch ie zu erteilen, ikränzchen', der nqegliebert, und als' selbstständig den Rhein. Alle Eltern und Schüler, die an der in Kürze stattfindenden Rheinfahrt teilnehm-en, wurden bereits die herrlichsten Burgen und Orte am Rhein in vortrefflichen Bildern gezeigt. Eine Anzahl Gedichte und dreistimmige Chöre umrahmten die Ausführungen, die mit besonderem Beifall ausgenommen worden waren. Nachdem Rektor Bach zum Schluß nochmals allen Mitwirkenden für die Ausgestaltung des Abends gedankt hatte, schloß er in der herkömmlichen Weise den Abend. — Gestern unternahm die hiesige Weidig - Werner - Oberrealschule einen Ausflug an den Rhein. Mit einem Sonderzuge, an dem noch eine Reihe Schulen und Eltern des Kreises teilnahmen, fuhren die Schüler bis Mainz, dann mit dem Dampfer bis Rüdesheim zur Besichtigung des Niederwalddenkmals und St. Goar. Erst in den späten Abendstunden brachte ein Sonderzug die vielen Fahrgäste, die von dem Gesehenen und Erlebten sehr begeistert waren, wieder zurück. — Aus der Wetterau, 3. Juli Die Heuernte ist beendet. Das Ergebnis war befriedigend. Der Raps ist herangereist gnd wird geschnitten. Wo es sich um frühe Sorten handelt, ist der Raps schon eingefahren und schon ausgedroschen worden. Der Körnerertrag ist befriedigend. Die Wintergerste ist mittelerweile gelb geworden und geht ihrer Reife entgegen. Die letzten schweren Gewitter mit Schlagregen haben fast die gesamte Frucht zum Lagern gebracht. Die Hackfrüchte zeigen einen guten Stand. Der zweite Kleeschnitt bringt eine gute Ernte. Jetzt erst läßt sich der Fruchtansatz der Obstbäume einwandfrei überblicken. Während die Kernobstbäume, darunter besonders Aepfel, recht gering fruchten, hängen die Steinobstsorten sehr voll, so daß die Ernte befriedigend ausfällt. Einzelne Sorten hängen zum Brechen voll und müssen gestützt werden. Die Kirschenernte ist in den Hauptanbaudörfern der Wetterau in vollem Gange. + Gambach, 4. Juli. Der Landeskirchenausschuß der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen bestätigte nach Aufhebung entgegenstehender gesetzlicher Bestimmungen die bereits vor Jahresfrist erfolgte Präsentation unseres Ortsgeistlichen Pfarrverwalter Christian auf die hiesige Pfarrstelle und ernannte ihn zum definitiven Pfarrer der Pfarrei Gambach und Oberhörgern. Kreis Bübingen. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 8. Juli. Hungen. 6.30 Uhr: Messe. OeffentNcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf leie» fon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließsachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Aerzte: Dr. Hofmann; Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Schüttler. Apotheke: Engel-Apotheke. Rundfunkprogramm. __Homberg a. d. Ohm, 2. Juli. In dieser Woche wurden 23 Mitgliedern der F r e l w i l l l g e n Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Alsfeld, Halbzug HombergI a. d. Ohm m Anerkennung ihrer vorzüglichen Dienstzelt lM Namen des Kommissars der freiwilligen Krankenpflege $ Nidda, 3. Juli. Vielerorts führt über das häufige Auftreten der Werre wurfsgrilte. Namentlich in den nahe Wie en grenzenden Gärten richtet sie pflanzen aller Art durch Abfressen der Wurzeln und Knollen großen Schaden an. Zur erfolgreichen Bekämpfung dieses Schädlings wendet man Kar- bolineum, Petroleum, Karbid und andere Mittel an. Außerdem tritt die Schmer- oder Wühlmaus in der hiesigen Gemarkung wieder in ausgedehntem Maße auf. Wenn man in der Jetztzeit auch nicht besondere Schädigungen durch Rmden- abnaqung an Wurzeln und Absterben der Baume feststellen kann, so jedoch an Kartoffeln, Karotten, Sellerie u. a. Knollengewächse. Zur Vernichtung dieses gefährlichen Nagers wendet man einerseits Gift an, anderseits stellt man Fallen zu ihrem Fang. Besonders verdient machte sich m dieser Beziehung ein Kriegsinvalide dahier, dem es innerhalb drei Wochen gelang, etwa 50 Wuhlrat- ten zu fangen, wofür ihm von der Gemeinde sowohl, als auch von den Grundstücksbesitzern em festgesetzter Geldbetrag je Stück gezahlt wird. Kreis Alsfeld. Kreis Dehlor * Oberkleen, 1. Juli. Die 44jährige Frau eines hiesigen Arbeiters kam im Stall beim Füttern Iber Ziegen zu Fall und erlitt einen Unter- schenketbruch des rechten Beines. Die Verunglückte wurde nach Gießen in die Klinik gebracht. ie leist und senkte i ®’ oÄ unb-stim" KiuL-ch- sss® s@s n Montag, 6. Juli. 6 Uhr: Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Allerlei heitere Musik auf Schrammeln, Welte-Flügeln u. a. 9.45: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert I. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (XI). 15: Volk und Wirtschaft. Wem gehört die Firma? Die verschiedenen Unternehmungsformen. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Unterhaltungskonzert. 16.45: Erzähler unserer Zeit. Hans Friedrich Blunck: „Don der Klette Unsichtbarkeit". Eine Fabel. 17: Musik für zwei Klaviere. 17.30: „Der Werktag". Aus dem Arbeiterleben. Von Karl Matthis. 18: Fröhlicher Alltag. Ein buntes Konzert. 19: Wenn alle Brünnlein fließen. Ein Volks- lieder-Reigen um den deutschen Brunnen. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Unterhaltungskonzert. Dienstag, 7. Juli. 6 Uhr: Choral; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Süddeutsche Volksmusik. 10: Schulfunk: Vorbereitungen zu den olympischen Segelwettkämpfen in Kiel. Funkberichte. 11: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienft. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musika zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. Vom Eisen zum Stahl. Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Unterhaltungskonzert. 17: Kompositionen von Johanna Senster. 17.30: Deutsche Kaufleute einst und jetzt! Eine Hörfolge von deutschem Unternehmungsgeist. 18: Unterhaltungskonzert. 18.30: „Olympiahoffnungen — Olympiaoorbereitungen m aller Welt." 9. Norwegen, 10. Schweden, 11. Finnland. Ein Funkbericht von den Vorbereitungen der nordischen Athleten auf die XI. Olympischen Sommerspiele. 19: Die verliebte Tante. Ein heiteres Hörspiel. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Unter- haltungs-Doppelkonzert. 22: Nachrichten. 'tteuilöf. » Mi" er Än W pH •Eä 'Qnöespo|jJ 'll als 1913 °bn. und "ekannt. An. Wttieu und tzb, Nehmer das. Laicht nach. j?agsbeschejd ^envültungz. ^utzvieh.) ftatt. hu», |ei Eine neue 220000 Volt-Leitung wird in Betrieb genommen. LPD. H e r b o r n, 3. Juli. Die neugebaute Hochspannungsleitung von Limburg quer durch den Westerwald nach Kreuztal wird am kommenden Sonntag in Betrieb genommen und mit 220 000 Volt unter Spannung gesetzt. Ehrenpreis des Führers zur Frankfurter Regatta. LPD. Frankfurt a. M„ 3. Juli. Der Führer und Reichskanzler hat auf Bitte des Frankfurter Oberbürgermeisters, Staatsrat Dr. Krebs, für die diesjährige Frankfurter internationale Ruder- Regatta einen Ehrenpreis gestiftet. Oie Zubiläums-Hunde-Ausstellung in Frankfurt a. M. Heber 50 Rassen sind vertreten. Kurzschriftunterricht an der Heeresfachschule erteilt. . Umsteht ein Stab ausgezeichneter Unterrichtsleiter zur Verfügung, die sämtlich staatlich geprüfte Stenographielehrer sind. Das Unterrichtswesen lag in den letzten Jahren in der Hauptsache in den bewährten Händen der bereits genannten Herren Hanstein, Karnbach, Balken und Graf und außerdem der Herren Dipl.-Handelslehrer Paul D e h - m e r, Justizinspektor Andreas Merle, Studienreferendar K i r f ch b a u m, Verwaltungsanwärter Wilhelm Momberger und Kaufmann Hans Werner. Die Kassengeschäfte einer so großen Ortsgruppe von über 500 Mitgliedern erfordern natürlich sehr viele Mühe und Arbeit, und das Verdienst, diese mit der größten Genauigkeit und Geschicklichkeit schon seit vielen Jahren in vorbildlicher Weise xu führen, gebührt dem treuen Rechner, dem Verwaltungssekretär Karl H e ß. ^Der Prüfungsausschuß für die Durchführung der Stenographenprüfungen an der Industrie- und Handelskammer in Gießen ist ebenfalls aus den Reihen der staatlich geprüften Kurzschriftlehrer der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft schon seit 1921 gebildet. Es sind im ganzen während dieser Zeit 355 Bewerber um das wichtige Zeugnis der Handelskammer über den Befähigungsnachweis als Gefchäftsftenographen der Prüfung unterzogen worden. Dieser kurze Rückblick beweist schon, welche Fülle von segensreicher Arbeit und Jugendbildung von der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft während der 75 Jahre geleistet worden ist. Mögen sich auch in Zukunft immer weitere Erfolge würdig an die alten reihen, und es ihr vergönnt sein, immer so tatkräftige Männer, wie in den verflossenen Jahrzehnten, an der Spitze zu haben, damit auch dereinst bei dem hundertjährigen Bestehen besonders günstige (Ergebniffe geschichtlich festgelegt werden können. Die fetzige Führung in den bewährten Händen von Heinrich Graf berechtigt zu den größten Hoffnungen. Jubiläums. Der genaue Zeitpunkt der Feier steht noch nicht fest. In Aussicht genommen ist die Auf- führung eines Heimatsestfplels und ein großer historischer Festzug. LPD. Rüsselsheim, 3. Juli. Bei den Ar- beiten am Bau eines neuen Mainhafens für die Opelwerke wurde Brandschutt entdeckt, der von dem seit Jahrhunderten verschwundenen Dorf Seil- furth herrührt. Dieses Dorf wurde im Jahre 1 49 2 durch eine Feuerkatastrophe, bie auf einen Blitzschlag zurückzuführen war, völlig in Schutt und Asche gelegt. werden auch diesmal die größte Spannung auslösen. Bei den Länderausscheidungskämpfen werden die besten Hunde der deutschen, englischen und anderen ausländischen Rassen ermittelt, wovon die zwei besten besonders ausgezeichnet werden. Aber auch die Dienst- und Gebrauchshunde kommen zu ihrem Recht. Am Sonntag, 14 Uhr, versammeln sich am Tiergarten die Schutz-, Reichs- bahn- und Feldpolizei sowie die SA. und die Dressurvereine mit ihren Hunden, um unter klingendem Spiel geschlossen nach dem Ausstellungsgebäude zu marschieren. Hier zeigen die vorgenannten Formationen nach kurzer Rast von 15.30 bis 17.30 Uhr, was der Dienst- und Gebrauchshund bei richtiger Behandlung heute in bezug auf Bewachung, Derbrecherverfolgung usw. leisten kann. Sonntag, 5. Juli. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnaftik. Morgenmusik. 9: Katholrsche Morgenfeier. Bekenntnisse zur Zeit. 10: Hände am Pflug. Chorgesang. 11.15: Dichter im Dritten Reich. „Ich kenne ein Grab." Eine Begebenheit vom großen Krieg. Von Ulf Uweson. 11.25: Mittagskonzert. 12: Eine Botschaft des olympischen Komitees der Welt an Deutschland zur XI. Olympiade. 12.30: Mittags- konzert. 14: Kinderfunk. „Kasperl im Seebad." Von Herbert Reymann. 14.45: Aufmarsch der 150 000. Funkbericht vom VI. Deutschen Reichskriegertag in Kassel. 15: Deutsche Scholle. 16: Volkssender 1936! 18: HJ.-Funk. 18.30: Es zogen drei Regimenter... Bilder hessischen Soldatentums in aller Welt. 19: Deutsches Volk auf deutscher Erde (VIII): Von der ländlichen Arbeit in Geest und Marsch, vom Lied der Fischer und Seeleute. 20: Sportbericht. 20.10: Wir tanzen und fingen! 22: Nachrichten. fireis Friedberg. = Butzbach, 3. Juli. Gestern abend veranstaltete die Volksschule in der Aula des Stadtschulgebäudes einen gut besuchten Elternabend. Nach einem Eingangsmarsch des Schülerorchesters sprach zunächst der Leiter der Schule, Rektor Bach, über den Zweck der Zusammenkunft, stellte weiterhin König Heinrich I., dessen 1000jähriges Gedächtnis am gestrigen Tage in allen Schulen begangen wurde, als ersten Dolkskaifer und Erbauer des Reiches heraus und zog Vergleiche mit unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Lehrer Günther hielt nun einen Lichtbildervortrag über Gängerfest in Londorf. * Londorf, 4. Juli. Unser in der schonen Rabenau im stillen Lumdatal gelegenes Dörfchen mit seinen rund 1100 Einwohnern, ist zum Empfang der vielen Sänger und Sängerfreunde zu dem am 4., 5. und 6. Juli stattfindenden Jubelfest des Gesangvereins „Frohsinn" gerüstet. Mit dem Jubiläum des Vereins ist das Wertungssingen des San g erkre iise s Ohm-Lumdatal verbunden. Am heutigen Samstagabend findet ein Kommers in der geräumigen Volkshalle statt, mit dem gleichzeitig die Jubelfeier des Vereins verbunden ist. Eine stattliche Anzahl Vereine und Sänger werden schon an diesem Abend in Londorf weilen. Der Sonntagvormittag bringt das Wertungssingen des Sängerkreises Ohm-Lumdatal; am frühen Nachmittag bewegt sich ein Festzug durch das Dorf. An der Dorflinde wird bann die große Sänger- kundgebung stattfinden. Der Gesangverein „Frohsinn" Londorf und die gesamte Einwohnerschaft machen es sich zur Aufgabe, dafür zu sorgen, daß sich diese Feier an frühere Sängerfeste würdig anreihen wird. SOZahre Freiwillige Feuerwehr Lollar. £ Lollar, 4. Juli. Am 13. Juni d. Js. konnte die Freiwillige Feuerwehr Lollar auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß findet am 1. und 2. August eine Jubiläumsfeier, verbunden mit dem Herbstverbandstag der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Gießen statt. Von den 84 Gründern der Wehr lebt das Ehrenmitglied Philipp Geißler noch, während alle anderen zur großen Armee abberufen sind. Der Weltkrieg, an dem 47 Kameraden teilnahmen, forderte 10 Opfer aus den Reihen der Wehr. Der um die Freiwillige Feuerwehr Lollar sehr verdiente erste Kommandant Hüttenbeamte F. W. F e l l e r führte die Wehr von der Gründung bis 1904. Ihm folgten von 1904 bis 1913 Joh. Rau, von 1913 bis 1919 Friedrich Deibel und ab 1919 bis heute noch Oberbrandmeister Gerhard Rohrbach. Die Lollarer Wehr, die immer eine der besten Wehren im Kreis war, verfügt über einen guten Gerätepark. Als eine der ersten Wehren auf dem Land verfügte sie über eine Motorspritze. Auch stärkenmäßig ist Lollar führend. Die Wehr zählt zur Zeit 153 aktive Mitglieder, außer den bereits erwähnten vier ersten Kommandanten hat sich besonders Altbürgermeister Schmidt, der 30 Jahre aktiver Feuerwehrmann war, um die Wehr und deren Ausbau verdient gemacht. Für seine Verdienste wurde er im Jahre 1932 mit dem hessischen Ehrenkreuz ausgezeichnet. Weiter sind im Besitz des Ehrenkreuzes: Oberbrandmeister Gerhard Rohrbach, der langjährige 2 Kommandant Ehrenmitglied Robert Heinrich und das älteste aktive Mitglied Löschmeister Otto Mickel, der auch im Jahre 1935 für 50jähnge aktive Dienstzeit vom Führer und Reichskanzler ausgezeichnet wurde. Seit dem Jahr 1925 verfügt die Wehr über eine leistungsfähige Kapelle. Alles in allem: die Freiwillige Feuerwehr Lollar wetteifert heute in allen ihren Leistungen mit den besten Wehren des Kreises. Das hohe Ideal der Freiwilligen Feuerwehren „Einer für alle, alle für einen ist und bleibt oberster Grundsatz zum Wohle für Volk, Vaterland und Führer. Vom Blitz getroffen Wahrend in früheren Jahren der Unterricht meistens in den Vereinslokalen abgehalten wurde, wie z. B. Caf6 Ebel, Kaufmännisches Vereinshaus, Röhrles Bierhalle (Gießener Brauhaus), Postkeller, Restaurant Bavaria (Rote Kreuz-Station, Sonnen- straße), Frankfurter Hof, Metropol (UC), ©am- orinus (Kirchstraße), Wirtschaft Sauer, Stadt Lich, wird jetzt nur noch in den Schulen unterrichtet, und zwar in Kurzschrift in der Alten Pestalozzi-Schule (Wernerwall) und im Maschinenschreiben in der Oefsentlichen Handelslehranstalt (Liebigstraße). Selbstverständlich waren die Gießener Vereine auch schon zeitig der großen stenographischen Organisation angeschlossen. Bereits im Jahre 1868 fand in Gießen die Wanderoersammlung des „Rheinischen Stenographenbundes" statt. Dieser Bund löste sich aber bald wieder auf, und im Jahre 1875 trat man dem Deutschen Stenographenbund, im Jahre 1892 auch dessen Untergliederung, dem Hessen-Nassauischen Stenographen-Verband bei. Die Leitung des Bezirks Gießen, später genannt Kreisgebiet Gießen der Deutschen Stenographenschaft, liegt schon seit Jahrzehnten in den Händen der Vorstandsmitglieder der Gießener Ortsgruppe. Hier find befondes zu erwähnen die Verdienste des Vorsitzenden und Kreisgebietsführers Prokurist K. H. Kuhl, des Wettschreibeleiters Prokurist August Siebert und dtzs Rechners Ludwig G r a v e l i u s. Den Ehrenbrief der Deutschen Stenographenschaft mit goldener Nadel erhielten der Kreisgebietsführer K. H. K u h l, der Rechner des Kreisgebiets Ludwig G r a v e l i u s und die langjährigen 1. Vorsitzenden der Vereine Franz Hanstein und Alex Karn- b a ch, die sich um die Verbreitung der Stenographie besondere Verdienste erworben haben. Nach der Vereinigung der Stenographenvereine in die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Steno- araphenschaft wurden die Geschicke meisterhaft von vem Ortsgruppenführer Derwaltungsinspektor Georg Wahl und nach dessen Versetzung nach Worms von dem Fachlehrer Heinrich Graf in vorbildlicher und erfolgreicher Weise geleitet, der auch den Evangelische Gemeinden. Sonntag, 5. Juli. 4. nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Propst Knodt; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusgemeinde; 9.30: Studienrat Reinhardt; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Studienrat Reinhardt. — Johanneskirche. 8: Pfr. Bech- tolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfarrasfistent Wolf; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrasjiftent Wolf; 20: Bibelbesprechung im Jo- hannessaal, Pfr. Anthes. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; zugleich Christenlehre für die neukonfirmierte männliche Jugend der Luthergemeinde; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfr. Anthes. — Pelrnskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Missionar Walther; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde, Missionar Walther. — Gemeindesaal (Liebigstraße 56). 14: Taubstummengottesdienst, Pfr. Bechtolsheimer. — wieseck. 9.30: Gottesdienst. — Allen-Buseck. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre; 13: Kinder- gottesdienst. — Albach. 8: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10.15: Hauptgottesdienst; 11.15: Kinder- gottesdienst, 1. Abtlg.; 13: Kindergottesdienst, 2. Abtlg. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre. — Baubringen. 8.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinder- gottesdienst. — fUetn-Cinben. 8.45: Gottesdienst mit Christenlehre für. die männliche Jugend, anschließend Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10: Gottesdienst mit Christenlehre; 11.30: Kindergottesbienst. — Garbenleich. 9.30: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — hausen. 11: Gottesdienst. — Lich. 10: Gustav-Adolf-Festgottes- dienst, Pfr. Trapp (Gießen), Frauen- und Mad- chenchor Klein-Linden, Festkollekte; 11.15: Gustav- Adolf-Kindergottesdienst, Kollekte. — Kloster Arnsburg. 9.30: 'Stiftsdechant Kahn. — Bieber-Bef fingen. 8.30: Gustav-Adolf-Feftgottesdienst, Pfr. Trapp (Gießen), Festkollekte. — Langsdorf. 11: Hauvt- gottesdienst, Kollekte für bas Frauenwerk; 13.30: Kindergottesbienst. — Bettenhaufen. 8.45: Jugenb- gottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — TNünzen- berg. 10.30: Gottesdienst. — Trais-Rlünzenberg. 8 30- Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — TBirberg. 10: Gottesdienst. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst mit Christenlehre. — Harbach. 14: Gottesdienst mit Christenlehre. — Bdfsberg. 10: Lesegottesdienst. Mittwoch, 8. Juli. Gießen. Stadtkirche. 20.30 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, 9. Juli. Gießen. Johanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde Evangelische Stadlmiffion, Löberstrahe 14. Sonntag, 5. Juli. 8.30 Uhr: Morgenandacbt: 9.45: Sonntagsschule; 15: Gemeinschaftsstunde für Mitglieder; 20.30: Evangelisations-Vortrag. Mittwoch 8. Juli. 20.30 Uhr: Bibelstunde. ,, Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchl. Gemeinschaft!. Gutenbergstraße 9. Sonntag, 5. Juli. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, 9. Juli. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde. , Christliche Gemeinde. Gießen, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 5. Juli. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. Dienstag, 7. Juli. 20.30 Uhr: B'del- und Gebetstunde. Vaptistengemeinbe, Gartenstraße 13. Sonntag, 5 Juli 11 Uhr: Kindergottesdienst: 20.30: Predigt. Donnerstag, 9. Juli. 20.30 Uhr: Bibelstunde Reuapostolische Gemeinden, handelstr. 1, Eder- straße 13. Sonntag, 5. Juli. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, 8. Juli. 20.30 Uhr: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 4. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 5. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten. - Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion t der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- - digt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — i Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. , 17.30: Vortrag und Andacht; — Laubach. 10: Hoch- ; amt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. t fie! Oet (Du1 [tfw sich wieder. Landkreis Gießen ©berftabt, 4.Juli. Die hiesige EDange- lische Frauenhilfe machte einen Auto bus- Rückweg wurde dis Frankfurt n. M. die Jieicy autobaDn benützt. Di- schon- Fahrt tmtbben T-.l- nehmern noch lange in Erinnerung bleiben. Bad-Nauheim, 3.Juli. (LPD.) Als in benachbarten Dorf Steinfurth zwei »ruber dem Felde vom Gewitter überrascht würben im nahen Walde Schutz suchten, würbe ber ber Brüber vom Blitz getroffen unb verlor übergehend die Sprache. Glücklicherweise erholte er ■ W G und Reifen,Bäderund Sommerfrischen Weilburg — Merenberg — Löhnberg. noch ein prächtiger Blick in das Lahntal, auf die lichen Kreisstädtchen Sch- benachbarten hohen und das zu Füßen liegende Wanderung fünf Stunden, Städtchen mit feiner hoch über der Lahn ragenden I schönste 20. Juni bis 12. Juli aeisD „Kraft As ins schöne Maintal Zur Erholung wohin? Freudenbern Perle des Maintals , , . J?. ?n , , ,, Anker“ nach Kleinheubach am Main u1 Mfarvnc Fi-Qrhönfte Flenfungerhof Mücke ■ ■■■iiiimiiiiitiiinu 1^1” ■ V wwl Ivpiiy Christ!. Erholungsheim. Herrliche Höhenluft, ländl. 19U, und rheumatische Leiden ’v (Strandbad) preiswert und gut. Telefon 429 Amt Miltenberg v erlangen Sie Prospekt. 425sD Gesundes Wandern Was die ^rau bedenken sollte Marburg a.d.Lahn 10 Jahre Marburger Festspiele Von unserem Ausgangspunkt Hungen wandern wir blauen Strichen nach die Schottener Straße entlang, die fast bis zum Ende durch prächtige Waldung führt. Wir kommen an einigen Eisensteingruben vorbei über die Hubhöhe, hinter der wir die von Laubach nach Nidda führende blaue Kreuzmarkierung überqueren. Beim Schnittpunkt der beiden Zeichen bietet sich ein überraschender Blick aus das hochgelegene Stornfels Die Straße weitergehend kommen wir am Schellnhof vorüber und stoßen bald darauf auf rote Kreuze, denen wir ein kurzes Stück nach rechts folgen, um von Reipperts die herrliche Aussicht auf den hohen Vogelsberg zu genießen. Nunmehr gehen wir denselben Weg wieder zurück nach unserem alten Zeichen, das uns, jetzt gemeinsam mit den roten Kreuzen durch das Giersbachtal und den Spießwald nach unserem Endziel, dem freundlichen Kreisstädtchen Schotten bringt. Dauer der fragte sie. Es war häßlich, meinem Reinfall öffentliche Bestätigung zu geben. Der Alte zeigte blödsinnig landeinwärts. Ich vernahm einen freudigen Ausru meiner Gefährtin, schaute, und da lag wirklich vor meinen Augen eine weite, unmeßbare, grenzenlos dunkelblaue, bewegte und ruhende Fläche geheimnisvoll ausgebreitet, in der Farbe wie ich sie ersehnt hatte.'Nur viel, viel schöner und großartiger. Hier war das Ende der Welt Hier begann die Unendlichkeit und verriet sich. Lange Wellen mit weißen Kämmen liefen und zogen feierlich gleichmäßig rauschend im Blau daher, uns entgegen, und Möwen waren da, wie es sich gehörte. Das andere fei bloß ein kleiner Süd- massersee, erklärte verzeihend lächelnd der alte Schäfer, der für mich nicht mehr von einem Ber- kebrsverein hierher gestellt war. Jubelnd rannten wir dem farbigen, tiefbewegenden, beseligenden Gesänge der Ewigkeit zu, dem unenbenben Kommen unb Gehen der Wasser des Lebens Das schöne, brausende, unbegreifbar Wunder der Welt begann. Frische Heringe das ganze Jahr? Di- G-I-hrten bcr Fischerei - Forschungsstation Aberdeen in Schottland haben kürzlich eme w-cht-ge Entdeckung gemacht, die wesentliche Veränderungen in der Behandlung des Heringfangs herbeifuhren können Sie haben ein Verfahren entwickelt, frische Heringe, die rasch zum Gefrieren gebracht sind, in einer Temperatur, die nicht höher als minus 18 Grad Celsius ist, lange Zeit in ausgezeichnetem Zustand zu erhalten. Man hat viele Jahre geglaubt, daß es wegen des Oelgehalts der Heringe nicht Spezialkuranstalt Hofheim 7 (Taunus) Mäßige Preise. Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt Schloßruine. Don Löhnberg erfolgt nach insgesamt dreistündiger Wanderung die Heimfahrt. Hungen — Reipperts — Schotten. fl.Wasser, gute Verpst.Pens.-Preis v.3 .3O an.Oes Hugo Will.Prosv.b.GA. Auch Dickhäuter fühlen sich bei dieser Hitze tm Wasser am wohlsten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Wanderfahrten. blem von Malta. Es ist erst ein paar Monate her, daß em englischer Fachmann, allerdings saß er dabei in London erzählte, die Engländer hätten Wmd bekommen von den auf der Lauer liegenden italienischen Unterseebooten und daher einige Wasserbomben hin- untergesch'ckt, woraus die Italiener rote Korken hochgingen. Eine Fabel, die aber recht drastisch die Achillesferse der gewaltigen Seefestung verrät. Man braucht nur von den Zinnen der veralteten Festungswerke (unter denen sich die modernen befinden) auf die Hafeneinfahrt hinunterzuschauen,, dann erkennt man, daß es zwar leicht ist, in den Grand Harbour hineinzukommen, aber schwierig, miober herauszukommen. Können sich feindliche Tauchboote wirklich hier in den Hinterhalt legen, fn schießen sie die ausfahrenden Schiffe ab rote Gipsvleifen in der Schießbude. ifiit Rührmichnichtan ist diese Seesperre, dieser ungeheuerliche Feuerfels — g e w e s e n, solange es feine Unterseeboote und feine Bombenflugzeuge gab. Merkwürdig die Frauen. Sie sehen wie schwarzgekleidete Madonnen aus, die ihre Nstche mit herumtragen wie die Schnecke ihr Haus. Faldetta heißt dieses typische steife Gewand in das man sich hineinkuscheln kann, sowie einen der um | bequeme Blick eines Mannes trifft. Mittelding zwischen arabischer Verschleierung und kokettem Europa. Wie ganz Malta ein sonderbarer Zwitter ist mit einer Sprache, die nicht englisch und nicht italienisch ist, mit einer Kultur, die aus der Summe zahlloser fremder Völker besteht. Schon Odysseus ist hier von der Kalipso arretiert worden und bis zu dem Tage, an dem Engländer und Neapolitaner gemeinsam Napoleon hinauswarfen, hat die Wiege des Mediterranismus ein Heer von Insassen geschaukelt. Belastungsprobe für die Fußmuskulatur, als bei der leichtbeschwingten Jugend, außerdem liegt, wenn auch oft noch unbeachtet, bei den meisten Frauen schon Neigung zu allerlei Fußbeschwerden vor: Senk-, Knick- und Spreizfuß. Die Sandalen lassen bei längeren Wanderungen das Fußgewölbe einsinken und ermüden den Fuß. Auch gut sitzende Strümpfe oder Socken sind unbedingt anzuraten. Bei schwachen Füßen trage man nur den stützenden Schnürschuh. , Vor Erkältung, wie sie durch plötzliche Abkühlung so leicht auch bei schönstem Sommerwetter entsteht, schützt man sich durch leichte, luftdurchlässige Wäsche die die Feuchtigkeit der Haut aufnimmt. Rock und Bluse sind zlim Wandern weniger angenehm, als ein durchgehend gearbeitetes Kleid, da die bei der Zweiteilung unvermeidliche Verdoppelung in der Taillenlinie lästig ist. Am besten eignen sich zu Wanderkleidern leichte, wollgemischte Stoffe, die nicht knittern. Unbedingt soll auch immer eine Schutzhülle — Mantel, Cape oder eine leichte Decke — den Wanderer begleiten, damit er sich bei Wetterumschlag schützen kann. Sie behelligt nicht, da man sie dem Rucksack aufschnallt. Selbstverständlich unternimmt die mit Verstand wandernde Frau zuerst kleinere Wanderungen, um sich „einzulaufen". Aber fie darf auch nicht m den Fehler verfallen, alle halbe Stunde eine Raft- pause einzulegen und gar noch sich dabei an den mitgenommenen Vorräten zu stärken. Zwei bis drei Stunden sollten unbedingt in möglichst gleichmäßigem ruhigem Schritt hintereinander gewandert werden. Das erfrischt den Körper weit mehr als öfteres Ausruhen, von dem man oft ermüdeter auffteht, als man sich hingefetzt hat. Auch die Ernährungsfrage verlangt große umqeb.v.Laub-u.Tannenm.,schön. Freib.biet.herrl.Somrneraufenth. Gaslh u. Pens. „Zur Rose“. Sch.Fremdz. Wenn auch durch die NS.-Organisation durch Freude" dafür gesorgt wird, daß möglichst viele Volksgenossen wenigstens einmal im Jahr eine Reise machen können, gibt es doch noch eine große Zahl von Menschen, die ihre Ferien zu Hause verbringen, und denen Wanderungen in der engeren Umgebung ihrer Heimat einen Ersatz für einen Ortswechsel bieten müssen. Das können sie auch durchaus sein, wenn man mit Verstand wandert, d. h. die Voraussetzungen für eine wirkliche Erholung und Entspannung gegeben sind. Daß das nicht immer der Fall ist, kann man | oft genug, namentlich an Frauen, beobachten. Um Genuß und Erfrischung vom Wandern zu haben, ist zweckmäßige Kleidung notig. Auf das Schuhwerk wird nicht immer genügend geachtet. Diese Unterlassung rächt sich durch Brennen, Blasenbildung und übermäßige Schweißbil- duna Es ist mehr und mehr in Mode gekommen, in Sandalen zu wandern. Davor sind „ältere Se- I mester" zu warnen, ihr Gewicht ist eine andere atmete krampfhaft sehr tief. „Ja", gab die Gefährtin demütig zurück. „Wir werden uns hier prächtig erholen!" betonte ich herrisch und schämte mich arg über den großen Reinfall, denn ich fand die eigenartige Entdeckung meiner Gefährtin bestätigt, als auch ich einen Finger mit Wasser benetzte und ihn zum Munde hob: das Ostseewasser schmeckte wie jedes andere Wasser, das ich bis nun kannte. Schließlich erhoben wir uns und gingen verstimmt in weitem Bogen wieder dem Gasthofe zu, denn die Zeit des Mittagessens kam heran. Der Boden stieg landeinwärts an und erinnerte an eine Art Düne. Ja, er rourbe,~ wenn nicht alles erlogen war, was ich bisher gehört und gelesen hatte, tat« । sächlich zu einer Düne, mit wehenden Grashalmen unter dem blauen Himmel und den schnell segelnden weißen Wolken, die genau wie die auf Marine- bildern aussahen. Diele Schafe weideten da und wurden von einem alten Schäfer gehütet mit einem weißen Kränzleinbart um das Kinn, wie die Seeleute und Fischer aussehen sollten, wenn den bildlichen Darstellungen in den Zeitschriften zu trauen war. Ich war mißtrauisch und hoffnungslos verbittert. Wir stelzten im hellen, feinen Sande auf den Schäfer zu und die Gefährtin konnte es meinem bisher stolz verborgenen Aerger nicht ersparen, ein Gespräch mit dem alten Kerl zu beginnen, der sicherlich von einem schwindelhaften Verkehrsverein hierher gestellt war. Meine Gefährtin verriet und demütigte mich: „Sagen Sie, wo ist eigentlich die Ostsee? Der Sturm“ — „Käthchen von Heilbronn“ — „Die Hammelkomödie“. Täglich außer Montag und 24.6. und 3.7. Spielplan durch Verkehrsamt Marburg. Besuch auf Malta. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Malta, im Juni. Das erstemal fuhr das Schiff um die Insel herum: Ein einzigartiger Naturhafen! Die Schiffe darin sind sicher wie in einer Badewanne. Das nächste Mal schaut man aus dem Flugzeug herunter: Eine verdammte Mausefalle! Kein Schiff darin kann den Fliegerbomben entrinnen. Beim drittenmal als harmloser Spaziergänger: Eine recht aktuelle Gelegenheit! Es riecht nach Pulver. ♦ Ich will die Pointe gleich vorwegnehmen und sagen, was ich auf stundenlangem Bummel gesehen habe: Schiffe, Speicher und Kanonen. Kanonen, I Speicher, Schiffe. Nicht gesehen: Malteserritter, Malteserhünbchen, Maltakartoffeln. Kanonen gibt es in zwei Sorten. Die einen stehen auf der Promenade, und man darf durch die I „Seele" hindurch aufs Meer hinausschauen. Die andern sind unsichtbar. Ebenso wird bei den Schiffen unterschieden. Die harmlosen ankern beim Zollamt, Boote flitzen heran mit Andenkenhändlern, man läßt sich ausfchiffen und denkt an Capri. Den englischen Kriegsschiffen hingegen ist ein eigens vom lieben Gott für feine Flottenlieblinge erschaffener Ruheplatz Vorbehalten, den man erst gewahr wird, wenn man mit den Ziegen die steilen Gassen nach Valletta hinaufqekraxelt ist, der Hauptstadt. So hoch und wandsteil stehen die Felsmauern um die Badewanne herum. Beim Anblick der Speicher aber wachen in dem Weltkriegsberichterstatter Erinnerungen an Helgoland auf. Wie erstaunte ich damals, als mir Admiral Scheer, der Sieger vom Skagerrak, plötzlich den Felsen öffnen und einen Blick ins Innere des Felseneilands tun ließ! Die Insel war hohl. Nicht etwa leer, nein, der Hohlraum erwies sich höchst sachlich und wissenschaftlich ausgefüllt, ungefähr wie die Brusthöhle eines Menschen oder der Bauch eines Unterseeboots, mit lebenswichtigen Organen und einem für den Laien unverständlichen, scheinbar wirren, um nicht zu sagen konfusem Gekröse. Da gab es, wie in einem Anatomiebuch, blaue und rote Adern und Venen, ansehnliche, robuste Nervenstränge und feinoeräftelte, halboerlorene, die sich schließlich im Unbestimmten verliefen. Man hörte ein Ticktack da, ein geheimnisvolles Gebläse dort, dann rollten auf einmal „Hunde" heran wie in Bergwerken, Klauen fielen gespensterhaft von oben herunter und griffen un-1 widerstehlich zu, Granaten wurden hochgesaugt wie die Postsäcke im Londoner Hauptpostamt. Und schließlich führte mich der Gouverneur ins Allergeheimste, zeigte mir — der Atem stockte — es mir unfaßlich — das Herz vom Helgoland Sie hatten dem Felsen ein Herz eingesetzt. Und da- her kam es, daß ich dann in aller Seelenruhe baden gehen konnte, ohne daß nur das „Britannia rules the waves" ernstlich zum Bewußtsein gekommen wäre. Mitten im Krieg, unmittelbar nach der größten Seeschlacht aller Zeiten, spielte ein kleines, nur mit einer Haarschleife bekleidetes Fräulein im Sand an der Nordsee Genau so friedlich geht es, scheinbar, auf Malta zu. möglich sein würde, sie kalt zu laaern Wenn die notwendige Temperatur erzielt werden kann, ohne daß die Kosten besonders hoch anfteigen, so roer- den Kältespeicher bald in den Hauptheringshasen errichtet werden, in denen Fänge, die den augenblicklichen Bedarf übersteigen, gelagert werden kon- nen. So wird es vermieden werden, daß die Fi|cher, wie es heute öfter a-schieht, geringe m ine 6« zurückfchütten müssen, um die Preise zu halten. Es würde aber auch möglich werden, Heringe, die so gut wie frische sind, das ganze Jahr über auf den Markt zu bringen. Christ!. Erholungsheim. Herrliche Höhenluft, ländl. Stille, viel Wald, gute Verpflegung, 4 Mahlz., Nad i.Hse. Biele Ausflugsmöglichkeiten.Tägl. Andachten. Werbeschrift auf Verlangen. Bolle Pension 3-4 Mk. Beachtung, da von ihr das Wohlbefinden sehr abhängig ist. Vor dem Aufbruch ist ein kräftiges Frühstück angebracht, dessen Wert aber nicht m der verzehrten Menge, sondern im Nährwert der einzelnen Speisen besteht. Sehr gut ist ein kleiner Teller Haferflocken, gekocht oder nur mit kalter Milch zum Quellen gebracht, dazu em Butterbrot aus Vollkornbrot und eine Tasse Tee ober Kaffee, der möglichst heiß getrunken wird, weil dadurch sich erst spät ein Durstgefühl meldet. Durch diese mengenmäßig knappe Mahlzeit wird der JDtagen nicht überfüllt und doch dem Körper die Nahrungs- Hoffe geboten, die ihn leistungsfähig machen. Wieviel und was man an Eßbarem auf die Wanderschaft mitnehmen soll, ist Sache des persönlichen Anspruchs. Zu viel ist immer vom Hebel weil man unterwegs zu häufigerem E en ner eitet wird. Zu vermeiden ist alles, was Durst verursacht, also scharf gesalzene Wurst und bergt. Auch Süßigkeiten sind zu vermeiden, weil fie trotz augenblicklicher Erfrischung auf die Dauer doch durstreizend sind Dagegen ist eine Tafel bittere Schokolade als Reserve sehr angebracht. Ebenso eine Zitrone, eine Aluminiumflasche Pfefferminztee (ungefußt). Butter nimmt man am besten in einer kleinen Aluminium- dose mit (es geht auch ohne den beschwerenden Glaseinsatz, wenn man sie mit nassem Pergament« papier auslegt); am frühen Morgen zurechtgemachte Butterbrote verlieren untertags an Ansehen und eins: unser Mundvorrat sei appetitlich verpackt — er schmeckt und bekommt dann viel besser. Und zum Schluß: keine Papiere, Sardmenbuchsen, Zigaretten- und Filmpacks wegwerfen, sondern vergraben. Wir sind beim Wald zu Besuch und haben uns anständig zu benehmen ... S.-H. Jedermann wird verstehen, warum mich nach solchen Erlebnissen die Deckel fesselten, mit denen die Straßen auf Malta sozusagen zugeknöpft sind. Wer würde diesen Anzug aufknöpfen? Ich stellte mich vor die Deckel, Scheiben oder Knöpfe, wie man will, und wartete. Drei Kutscher versuchten mich mit einem bemerkenswerten Sprachenpotpourri in die Landschaft zu entführen, ein Policeman, den ich fragte, verfiel in ein starres, in andere Richtungen I weisendes Lächeln, aber meine Neugierde ließ sich nicht warnen. Und siehe, die Sache klärte sich auf, die Wagen wollten nicht länger warten, einer nach dem andern rollte überfrachtet heran und Ladung auf Ladung rutschte den Schlund hinunter, in den Bauch von Malta, in seinen unergründlichen Magen, in die Magazine, Vorratskammern, Speicher jeglicher Art. Auch Malta wird außer einem wohldurchdachten Leibesinneren ein schlagendes Herz haben, das Herz eines Riesen, viel gewaltiger noch als das von Helgoland. . Die Italiener sagen: unsere Flugzeuge, ,ebes einzelne eine lebende Bombe, ein menschliches Todestorpedo, stürzen sich steil herunter mitten auf die Kriegsschiffe. Es gibt kein Entrinnen. Die Engländer sagen: unsere Abwehrgeschütze er-1 zeugen einen derartigen Hagel, daß sich kein Flugzeug der Insel überhaupt nur nähern kann Wie aber, wenn Nebel herrscht und ein durch Funkpeilung gelenktes Flugzeug seine Eier m die Badewanne fallen läßt? Das ist sicher, zu zielen braucht hier kein Schütze; es genügt, daß so ein Ungeheuer in den Felstrichter fällt. Dann wird er zum berstenden Vulkan. Militärtechmsch zufammengefaßt: Das Pro- In den letzten hundert Jahren wurden sie dann — um den Vergleich des letzten deutschen Kaisers zu gebrauchen, als er Helgoland gegen Sansibar emtauschte — zu dem Hosenknopf, der den ganten englischen Anzug im Mittelmeer zusammenhält. Wird ihn das junge römische Imperium auf die Dauer dulden? Eine höchst aktuelle Frage, die einem von Fels zu Fels in die Ohren gellt, wenn man auf der sturmumtobten, daher baumlosen Insel, über den unterirdischen Munitionskammern Warenspeichern spazieren gebt. Von unserem Ausgangspunkt, dem reizvoll an der Lahn gelegenen Weilburg (Sonntagskarte) wandern wir die von alten Bäumen umsäumte Limburger Landstraße ziemlich steil aufwärts schwarzen Strichen nach, unterwegs hübsche Blicke genießend. Nach einiger Zeit teilt sich der Weg; der linke Arm geht zum Limburger Becken, während der rechte, den wir einschlagen, uns alsbald nach Merenberg bringt. Hier versäumen wir nicht, der auf steiler Basaltkuppe gelegenen Burgruine einen Besuch abzustatten, um von deren Turm die hervorragend schöne Aussicht auf den Hohen Westerwald, die Lahnberge und die nähere Umgebung zu genießen. (Schlüssel zum Turm in der am Fuße der Ruine liegenden Gastwirtschaft.) Der Weitermalfch geht zunächst auf her Straße nach Barig, das wir indes links liegen lassen, und durch herrlichen Waldbestand aus gut gepflegten Wegen in der Richtung nach Löhnberg. Kurz vor dem Endziel bietet sich Zum erstenmal die Ostsee! .öon Walter von Molo Spät kam ich, der ich im Gebirge aufwuchs, an die deutsche See. Endlich war es soweit. In großer Erwartung fuhr ich los. Eine Bimmelbahn, Strandbahn genannt, wie das schon klang, brachte uns noch in der Dunkelheit vom Zuge in das kleine Seebad. Als meine Gefährten und ich in der Finsternis durch den geheimnisvollen Sand dem Gasthause zugingen, wehte bereits ganz anders der Wind und die Luft roch und schmeckte salzig. Morgen, morgen sang es in mir Kurz war die Nacht. Erwartungsvoll und feierlich zogen wir dem nahen Wasserspiegel zu, wir setzten uns an seinem Rande nieder. Bedeutsam und ergriffen sprach ich: „Siehst du, das ist die Ostsee!" Keines von uns beiden sah das andere an, mir schwiegen lange, bis meine Gefährtin etwas ehr- furchtlos sagte: „Das ist wohl nur der Anfang? Das betrübte mich noch mehr. Meine Erwartungen waren gewaltig enttäuscht, da ich eine Art langgestreckten See erblickte, der nur nach einer । Seite hin kein Ufer wies, sonst sich jedoch in keiner Weise von anderen bekannten Wasserflächen des Binnenlandes unterschied. Bloß daß hier die Ufer flach und baumlos waren. Aber immerhin das Wasser hob und senkte sich, wie es doch eben nur am Meeresstrande sein kann. „Ja", quetschte ich bedrückt aus meiner enggeroorbenen Kehle; ich war zu traurig, um mehr zu sagen. Meine Gefährtin schonte meinen Kummer, der wohl auch der ihre war und schwieg von jetzt ab ober stimmte mir in allem höflich unb gütig zu, wenn ich fühlte, baß ich roieber etwas Bewunbe-. rung laut werben lassen mußte, wie: „Das ist eben ein Babeort, der an einer Art Meerbusen liegt (wie hilft in solchen Fällen die Schulbildung in I Geographie), wir werden nachmittags die Küste entlang wandern unb bann ein größeres Stück vor uns haben". „Ja", hauchte gefährlich ergeben die Gefährtin. „Aber es riecht hier famos", stellte ich fest und ItnhiK.Krholungsaufenthalt bietet kleine, gute Privatpension i. schönst '-‘esterwaldgegend, Berge, Wald, Wasser. Höhenlage. Gute, reichliche Verpflegung (4 Mahlzeiten) Tagespreis 3 RM. Neuzeit lieh eingerichtete Zimmer 42ßor* Al ert K<*nz u. Müller, E bekhansen Bergstraße 70, über Dtllenbnrg. Weilburg - Lahn Besucht die Sommerfrische bUm- tcrsau. Herrlich gelegen, bestgeführt, 4 Mahlzeiten, 3.50. Tel. 383. Tr. Bad, Liegewiese._______w d Beluctii öle ichöne Lahn Ä Lahngold Anmenan, Tel. 44. Herrl. a. Wald u.a.d. Lahn geleg. Liege w.u. Freibad dir.b.Hs..Garag Zim.m.fl. W. Pr. 3.50.X 4 M ahlz. K. N ebk. 8963i > V , * '' M--MWWWWWW Kr. 154 vierter Blatt Samstag, 4Juli 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) -IVVZahre Männerbadeverein Gießen eibienftO In der Folge entstanden Ankleidehallen für Kinder, eine große Ankleidehalle für Frauen, eine gleiche für Mädchen, 40 Kabinen für Frauen usw. Eine große Liegewiese mit gutem Grasbestand steht zur Verfügung, ein vierteiliges Turngerät wurde geschaffen, für Kinder gab es Sandkasten und Wippschaukel-, heute kann außerdem Tischtennis und Lochbillard gespielt werden. Die Jugend macht von all diesen Betätigungsmöglichkeiten in diesen schönen Tagen des Sommers ausdauernd Gebrauch. Dem Verein blieben etliche Schicksalsschläge nicht erspart. Manches Hochwasser richtete Schaden an. Im Jahre 1923 schwammen einmal alle Brucken fort. Aber 'es wurde immer wieder aufgebaut. Heute bieten sich die Einrichtungen des Vereins in vorbildlicher Ordnung und Zweckmäßigkeit dar. 100 Jahre des Bestehens eines solchen Vereins sind eine lange Zeit. Aus den ersten 40 Jahren, wie auch aus der Gründungszeit sind nur noch wenige Namen bekannt, da kaum schriftliche Aufzeichnungen gemacht worden waren. Das Geschick des Vereins lag immer in verantwortungsbewußten Händen. Den älteren Mitgliedern, deren manche — wie wir noch hören werden — über 50 Jahre dem Verein angehören, sind die Namen der Vereinsvorsitzenden Dauernheim, Fritz Kuhn, Mitgliedern, und zwar wiederum jener, die sich den Nimbus erworben haben, im Frühjahr, wenn das Wasser noch kalt ist, die ersten in der Lahn zu sein, im Herbst aber die letzten, die das Wasser verlassen. Unter den Eisbären befindet sich mancher hochbetagte Mann, dem das Baden in kühler Flut anscheinend viel Lebensfrische vermittelt hat. In dem schon erwähnten Liederbuch des „Eisbärenklubs" haben sich die „Eisbären" Hermann Elle und Michael K e ß - l e r mit vielen lustigen Liederversen verewigt. Den Höhepunkt im Ablauf des Jahres stellten beim Männerbadeverein jeweils die im Hochsommer abgehaltenen Strandfeste dar, für die ja der schöne Platz an der Lahn die ideale Stätte ist. In biefepi Drei jugendliche Schwimmerinnen zaghaft auf dem Weg in das Wasser. (Aufnahmen [6]: Neuner, Gießener Anzeiger.) des Weltkrieges nahm der rasche Entwicklung, in erster Linie darin zu Die Badeanstalt vor der Erweiterung. Das Bild (aus dem Besitz des Vereins) stammt aus dem Jahre 1922. .stilles ! Oer ein. -’n kleiner L'k kalter Butterbrot ? Kaffee, A dadurch M dich JtQbrunos. lachen. ■m auf die K des per. Dom liebel, Jen verleitet I verursacht, "Uch Süßig. ) augenblick. du/streizend Wabe alz Arone, eine !ußh. Butter Aluminium' eschwerenden Pergament- echtgemachte Wen und 'peMch ver« n viel besser« 'dinenbüchsen, sondern ver» ch und haben S,H. I.Lahn r S-Z Der derzeitige Bademeister Seitz und seine Helferin sind in bester Laune. Jahre soll das Fest eine besondere Ausgestaltung erfahren. Die über 25 Jahre dem Verein angehörenden Mitglieder werden mit Diplomen geehrt. Im Rahmen des Festes werden verschiedene sportliche Wettkämpfe ausgetragen, an denen sich insbesondere die Jugend beteiligen soll. Selbstverständlich gibt es auch das beliebte Büttenfahren und das Schiff erstechen zu sehen. Außerdem ist mancherlei Kinderbelustigung vorgesehen. Auch an Musit und Tanz wird es nicht fehlen. Die Schwimmwett- kämpfe werden schon am Vormittag ausgetragen. Der Männerbadeverein wird mit diesem Strandfest, das im Zeichen herzlicher Volksgemeinschaft begangen wird, die Feier des 100jährigen Bestehens würdig begehen. Das Wirken des Vereins im Dienste der Volksgesundheit verdient alle Anerkennung und dürfte auch im Aufbau für das Dritte Reich als ein wertvoller Baustein zu erachten sein. Mancher gute Wunsch wird den Verein in das zweite Jahrhundert seines Bestehens begleiten. Nach der Beendigung Verein eine ungemein Der Grund dafür war sehen, daß von der Stadt ein beträchtlich größeres Gelände in Pacht genommen wurde, daß die Auskleidehallen und die Zahl der Kabinen vergrößert wurden, ferner kam Hinzu, daß im Zuge der Zeit das Bad zum Familienbad umgewandelt wurde, nachdem bis dahin nur den männlichen Mitgliedern und ihren Söhnen bis zum 14. Lebensjahr (ohne Beitragserhebung) die Möglichkeit zum Baden gegeben war. Da stieg nun die Mitgliederzahl steil an und heute zählt der Verein nicht weniger denn 50 0 Vollmitglieder; mit deren Angehörigen aber etwa 1200 Badeberechtigte. I ?• °to >° met. F? köv. ieM toten. $. et to bei Die Bade-Einrichtungen des Vereins in der da- maligen Zeit waren sehr einfach. Große Geldmittel stunden nicht zur Verfügung. Eine Bretterbude nut etlichen Sitzbänken, eine Anzahl Kleiderhaken - das wa» alles, was die Badeanstalt ausmachte Leider fehlen schriftliche Aufzeichnungen aus der Fruhzeit des Vereins. Nach mündlicher Ueberl^ferung in Gießener Familien befand sich nach der Grundungs- zeit die Badeanstalt auf dem jenseitigen Ufer an Der Einmündung des Lahnmuhlsbaches m die Lahn, Zu denrechts nebenstehenden Bildern. Links oben: Mitglieder des „Eisbärenklubs im Männerbadeverein. Reihe oben (von links nach rechts): Wilhelm Möhl, (der Name des Zweiten von links war nicht festzustellen), Fritz Weber, Ge g Todt. — Mitte: Heinrich Junker, Hermann Zulch, Wilhelm Hilgardt, Wilhelm Best, Hermann Elle, Wilhelm Kinzenbach sen., Bademeister Schmal!. Reihe unten: Julius Bräutigam, Wilhelm Erle, Wl beim Loh (im Weltkrieg vermißt), Fritz Jung. Das Bild aus dem Bestand des Vereins stammt aus dem Jabre 1903. R e ch t s o b e n : Die Jugend beschäftigt sich gern mit dem unterhaltsamen Tischtennisspiel. Links unten: Blick über den großen Wiesen- plan des Männerbadevereins. ■R echts unten: Blick über die Lahn zu dem von schönen Bäumen bestandenen Platz vor den Austleidehallen. nach M*11 ihrt. chotten. «* "S r;s.s» , ; bas hoch' ÄKS -M Ms lei Unzuträglichkeiten führte, wie man sehr wohl auch heute noch der Meinung sein kann, daß das wilde Bad nicht als die glücklichste Lösung der Erholung am Wasser betrachtet werden kann. Ereignen sich doch die meisten Unfälle, des Ertrinkens in der freien Lahn, außerhalb der Badeanstalten da ja keine ständige Möglichkeit einer Aufficht besteht, wenngleich die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft ihre vorzüglich ausgebildeten Wächter ausftellt. Mußten wir doch erst zu Beginn dieser Woche von einem Opfer der freien Lahn berichten, oon einem jungen Menschen, der versank und ertrank. In den Badeanstalten sind Falle des Ertrinkens denkbar selten denn der kundige Bademeister ist zur Stelle und kaum ein Badegast könnte versinken ohne bemerkt zu werden. • Die erste öffentliche Kunde von der Existenz des Badevereins Gießens" ist im „Gießener Anzeige- blatt" (dem heutigen „Gießener Anzeiger ) vom Samstag, 2. Januar des Jahres 1836 noch zu lesen: „Die verehrlichen Mitglieder des hiesigen Badeoereins werden hierdurch zu der auf Sonntag, 3. Januar nachmittags 4 Uhr auf der Pulvermühle stattfindenden Rechnungs- Abhör höflichst eingeladen. Der Vorstand des Badevereins." also kurz unterhalb der Pulvermühle. Der ur- prüngliche kleine Kreis der Mitglieder erweiterte ich im Laufe der ersten Jahrzehnte mehr und mehr und so wurde eines Tages die Frage nach einer Erweiterung der Anlage wichtig. Die Badeanstalt wurde auf das linke Ufer der 2 a h n verlegt. Noch immer waren die An- prüche bescheiden. Man begnügte sich mit einem mäßig großen Platz am Wasser, der von der Stadt gepachtet wurde. So blieb zunächst, gegeben durch die Raumverhältnisse der Badeanstalt, die Mitgliederanzahl immer noch beschränkt, betrug aber immerhin um die Jahrhundertwende etwa 135 Badefreunde. Viele unter ihnen waren ständige Gäste an der Lahn und benützten die Badegelegenheit gern. Die Geldmittel, die dem Verein aus Mitgliedsbeiträgen zur Verfügung stand, waren nicht allzu reichlich. Große Aufträge konnte der Verein nicht vergeben. Deshalb griffen schon immer die Mitglieder selbst zu, erweiterten die vorhandenen Auskleideräume und hielten sie in Ordnung, schufen höchstselbst die Uferbefestigung und taten mit Hammer, Zange und Säge in der Hand, was zu tun notwendig war. Der Platz auf dem linken Lahnufer konnte schon immer als schön gelten. Einige mächtige Pappeln gereichten der Badeanstalt zur Zierde' und heute hat der Platz in mehreren Bäumen dieser Art seinen schönsten Schmuck. Der Weltkrieg beeinträchtigte zwar den Badebetrieb, die älteren Mitglieder, soweit sie nicht im Felde standen, suchten die liebgewordene Erholungstätte aber immer wieder auf. Von denen jedoch, die in den besten Jahren standen, kehrten etwa 12 nicht mehr zurück. Sie fielen auf dem Felde der Ehre. * Es ist nichts Alltägliches, wenn ein Verein das Jubiläum eines 100jährigen Bestehens feiern kann. Hauptsächlich für einen Verein, der der Leibesübung und der Gesunderhaltung des Menschen förderlich sein will, stellt ein solches Jubiläum ein stolzes Ereignis dar. Nicht zu aller Zeit war das Verständnis für Leibesübung und Körperpflege so ausgeprägt, wie es heute der Fall ist. Sicherlich schwebte den Männern und Gießener Bürgern, die im Jahre 1836 den Gießener Männerbadeverein gründeten, nicht nur eine lose gesellschaftliche Vereinigung vor, sondern sie mögen zweifellos auch von Gedanken der Förderung der Volksgesundheit geleitet gewesen sein. Anderseits geht aus spärlichen Ueberlieferungen hervor, daß man dem wilden Baden an der Lahn steuern wollte, das zu mancher- Julius H o o s, Julius Bräutigam und Georg \ Todt bekannt und geläufig. Von ihnen leitete \ Georg Todt allein 20 Jahre lang die Geschicke 5 des Vereins. In Anbetracht seiner Verdienste wurde i er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Der gegenwärtige Vereinsführer ist Ortsgruppen- ■ leiter Hermann Thomas. Viele Mitglieder des : Männerbadevereins erinnern sich gern des vor einiger Zeit im Alter von 84 Jahren verstorbenen i Mitgliedes Lüdeking, der etwa 75 Jahre lang dem Verein angehörte und bis in sein hohes Alter hinein eifriger Gast an der Lahn war. Nicht weniger denn 35 Mitglieder gehören dem Verein meist weit über 25 Jahre an. Sieben Mitglieder halten dem Verein seit 50 Jahren die Treue. Wir lassen hier die Liste dieser langjährigen Mitglieder folgen (die in Klammer gesetzte Zahl kennzeichnet die Jahre der Mitgliedschaft): Georg Christian, Teufelslustgärtchen 28 (52 Jahre); Fritz Adami, Mäusburg 14 (50); Heinrich Balser, Kaiserallee 45 (50); Adam Bender, Schützenstraße 15 (50); Karl Faber, Marktplatz 1 (50); Wilhelm Michel, Ebelstraße 12 (50); Wilhelm Erle, Frankfurter Straße 45, (50); Heinrich Scherz, Weserstraße 2 (46); Heinrich Noll, Mäusburg 7 (46); Emil Geismar, Bahnhofstraße 18 (46); Josef Hebert, Jheringstraße 9 (42); Fritz Jung, Walltorstraße 10 (40); Wilhelm Kinzenbach, Diezstraße 8 (40); Heinrich Rau, Neuen Bäue 21 (40); Georg Todt, Blockstraße 11 (40); Christian Weeg, Neuenweg 11 (40); Karl Zülch, Bleichstraße 32 (40); Karl Flohr, Wilhelmstraße 60 (39); Louis Vogt, Neuenweg 19 (35); Heinrich Marx, Seltersweg 34 (35); Wilhelm Horn, Kreuzplatz 15 (35); Fritz Nennstiel, Seltersweg 52 (35); Heinrich Ruger, Kreuzplatz 4 (35); Erwin Semmler, Walltorstraße 15 (35); Dr. Kurt Spohr, Neuen Bäue 25 (35); Theo Heimes, Schanzenstraße 8 (33); Wilhelm Plank, Mühlstraße 3 (30); Willi Schwan, Mäusburg 16 (30); Professor Carl Bernbeck, Schanzenstraße 22 (30); Fritz Jullmann, Horst-Wessel- Wall 19 (27); Theodor Baumann, Neuenweg 7 (25); Theodor Keßler, Senckenbergstraße 13 (25); Friedrich Ost, Jheringstraße 7 (25); Professor Th. Schaumann, Stephanstraße 9 (25); Karl Heinrich ’ Kuhl, Roonstraße 25 (25 Jahre). ’ Im Rahmen des Männerbadevereins gibt es feit langer Zeit eine kleine Gruppe von Mitgliedern, die : sich der „Eisbärenklu b" nennt. Der Klub wurde ; im Jahre 1895 gegründet, wie auf einem uns vor- ’ liegenden eigens gedruckten Liederbuch zu lesen ist. . Mancher mag fragen: „Eisbärenklub"!? Was ist - das? Die Frage ist rasch beantwortet. Der Eisbaren- klub ist eine lose Vereinigung der ältesten unter den SJi.-tfpoit Neues für den Büchertisch acht Vereinsplätze benötigt. OieGeneralprobe im Olympia Stadion Am Tage nach den Deutschen Meisterschaften findet im Olympia-Stadion unter Ausschluß der Oefsentlichkeit eine Generalprobe für die Leichtathletik-Wettkämpfe statt, für die der ganze Apparat, wie er für die Olympischen Spiele erforderlich ist, eingesetzt wird, angefangen bei den Kampfrichtern und endend bei der Sportkapelle. Die Aktiven werden in diesem Falle durch Leichtathleten des Gaues Brandenburg vertreten, sonst probt alles in „Originalbesetzung". Zeit-Ziel, Film, Olympia- Film, Rundfunk, Ansager, Anzeigetafeln, alles wird in Betrieb sein bzw. auf seinem Platze stehen, nicht zu vergessen Ordner, Wachmannschaften und Olym- pia-Ehrendienst. Rach der Uhr werden in der Zeit von 17 bis 19.50 Uhr zehn so groß ist seine Fähigkeit, alle diese Erscheinungen zu deuten. Aber seine Berichte fesseln nicht nur vom ärztlichen Gesichtspunkt aus, sondern ebenso in kulturgeschichtlicher, psychologischer und religiöser Beziehung. Ueberall leuchtet der hohe Idealismus des Verfassers durch, der gegen eine Zeit öden Materialismus das Ideal des wahren Arztes suchte und fand. und Menschheitsdämmerung." — Conan Doyle: Sherlock-Holmes- Serie. Der Hund von Baskerville. Kart. 2,40 RM., in Leinen geb. 3,— RM. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart. — (197) — Man kann zum Kriminalroman stehen, wie man will — wer einen Sherlock-Holmes-Roman in der Hand hat, kommt von ihm nicht los. Nichts Grausiges oder Häßliches ist in den Erzählungen und Romanen, was abschrecken könnte; aber jeder Fortschritt in der Handlung erhöht die Spannung, die kurz vor dem Schluß ihren Höhepunkt erreicht, und es ist ein Genuß, diese klassischen Kriminalromane zu erleben, sich durch den erfindungsreichen Scharfsinn überrumpeln zu lassen. Nichts bleibt unklar, niemals wird ein Sprung über eine Lücke gewagt, stets ergibt sich eines aus dem anderen. Der Hund von Baskerville ist die Geschichte eines Aberglaubens des Besitzers Charles von Baskerville, der sich von einer alten Familienüberlieferung nicht losreißen konnte, nach der seiner Familie von einem (f)unb ein fürchterliches Schicksal drohen sollte. Diesen Aberglauben macht sich ein entfernter Verwandter der Familie zunutze, die zwei lebenden Erben zu beseitigen, um sich in den Besitz der ausgedehnten Ländereien zu setzen. Sherlock Holmes nimmt den Kampf mit dem raffinierten Verbrecher auf und bezwingt ihn auf seine Art. Zwischen Beginn und Schluß der Handlung liegt eine Fülle von packenden Spannungsmomenten und Ueberraschungen, bis sich zum Schluß die Fäden allmählich lösen. — Erwin Bälz : lieber d i e Todesverachtung der Japaner. Kart. 1.— RM. 9. Engelhors Nachf., Stuttgart. — (170) — Geheimrat Erwin von Balz, der bedeutende schwäbische Mediziner, war Professor an der Universität Tokio und jahrzehntelang beratender Art am Kaiserlich japanischen Hofe, wo er den Aufstieg Japans zur Großmacht, den Japanisch-russischen Krieg und die ganze Modernisierung des östlichen Jnselreichs aus nächster Nähe miterlebte. Die aus dem Nachlasse von Bälz veröffentlichten drei Aufsätze sind eine Bestätigung des Klarblicks dieses Mannes, der fük seine Heimat viel zu früh gestorben ist. Dies» Seelenanalyse des japanischen Volkes, die vor mehr als 30 Jahren niedergeschrieben wurde, ist noch । heute für uns ungemein interessant und aufschluh' , reich. Perry und Gottfried v. Gramm den Platz. Herzlichster Beifall rauschte auf, der besonders unserem Meister für fein tapferes Durchhalten danken wollte. Der Kampf begann mit Perrys Aufschlag. Gramm machte alle Anstrengungen, seine Nerven zusammenzuhalten, aber vergebens! Nur im ersten Spiel des ersten Satzes reichte es zu einigem Widerstand; dann war es aus! Ein Muskelriß im rechten Oberschenkel, eine Folge des Verkehrsunfalles, machte dem Deutschen schwer zu schaffen. Er verschlug die leichtesten Bälle ins Netz ober plazierte zu weit. Jede Ballkontrolle fehlte. Gegen einen Perry, der seiner eigenen Ansage nach in Hochform spielte und nichts verschenkte! Nach neunmaligem Einstand (!) ging Perry schließlich 1:0 in Führung. Dann hatte der Engländer leichtes Spiel. Er befand sich körperlich in bester Verfassung. Hinter seinen Schlägen lag ungeheure Wucht. Großartig war sein Grundlinienspiel und kaum zu nehmen seine wuchtigen Flugbälle. Er hatte es sehr eilig, allerdings in dem verletzten Gramm auch keinen nennenswerten Gegner. Der Deutsche Meister litt stark unter den Verletzungen am rechten Bein, ließ schließlich alle Bälle, die er nicht direkt erreichen konnte, laufen, 6:1, 6:1 stand es bereits nach knapp 20 Minuten. 2Hit weißem Gesicht und zusammengebissenen Zähnen trat Gramm zum dritten Sah an. Die Zuschauer spendeten dem Deutschen Beifall über Beifall, um ihm für fein tapferes Durchhalten zu danken. Noch einmal riß er sich zusammen, das fünfte und sechste Spiel konnte Perry erst nach hartem Kampf gewinnen. Aber nach mehrfachem Einstand holte Perry 6:0 den dritten Satz, mit' 6:1,6:1,6:0 die dritte Wimbledon-Meisterschaft im Männereinzel. Der Kampf dauerte nicht länger als 30 Minuten. Endlos war der Beifall, als Perry und Gramm Arm in Arm den Meifterschaftsplatz verließen. Gramm außer Gefecht? Dr. H. Kleinschroth, der Kapitän der deutschen Daoispokalmannschaft, erklärte dem DNB.- Vertreter in London, es sei leider damit zu rechnen, daß G. v. Gramm in Agram nicht mit von der Partie sein könne. Der Deutsche Meister verlasse London am Samstagnachmittag und treffe am Sonntag in Berlin ein. Erst dort könne entschieden werden, ob Gramm in Agram eingesetzt werden könne oder nicht. Für den Fall, daß Gramm in Agram nicht spielen könne, werde Deutschland Kaj Lund oder W. Menzel als zweiten Mann für die Einzelspiele einsetzen. Lund werde auf jeden Fall zusammen mit H. Henkel das Doppel bestreiten. Auch Borotra Brugnon geschlagen. Wettbewerbe abgewickelt. Die Gesamt- leitung hat Dr. Karl Ritter von Halt. Oie Kampfplätze für die technischen tlebungen. SÄ; & Ws isfe Atz Ä; ■äs* K D ZK K: a,' Olympia-Kämpfer im Training. Hauptproben. - Oie technischen Vorbereitungen der Wettkämpfe. Der Gentre-Eount war schon eine Stunde vor Beginn des Endspieles restlos ausverkauft. Englands Tenniswelt erwartete einen Kampf, wie man ihn eben nur in Wimbledon erleben kann. Einige Minuten vor dem angesetzten Beginn verkündete dann der Lautsprecher zum Entsetzen der 15 000 ,-a—. - ~ Menschen, daß Gramm einen Autounfall erlitten das amerikanische Hollenmeisterpaar Andrus-Henro- habe. Mit einer kleinen Verspätung betraten Fred tin 6:0, 6:4. Auch die Turner proben. Nach dem Hamburger Ausscheidungsturnen, mit welchem die Auslese für die Olympischen Turnwettkämpfe beendet wird, veranstaltet das Reichsfachamt Turnen am Montag, 6. Juli, auf der D i e t • rich-Eckart-Freilichtbühne eine technische Probe für die Olympischen Kämpfe. Reichsmänner- turnmart Martin Schneider hat für diese Probe folgende Turner nach Berlin bestellt: Frey, Friedrich, Kleine, Schmelcher, Schwarzmann, Stangl, Volz und Winter. Das Probeturnen geht unter Ausschluß der Oefsentlichkeit vor sich. Japans Schwimmer im Sportforum. Nun, da sich die Olympiakämpfer in immer größerer Zahl einstellen, wird auch das Training mehr und mehr Aufmerksamkeit erregen. Im Schwimmbecken des Sportforums sieht man die Japaner bei der Arbeit. Acht Bohnen sind von den japanischen Ausreichende Trainingsmöglichkeiten. Die Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen stehen vor dem Abschluß. Gewaltig ist die Arbeit der Männer, die sich mit der vorbereitenden Organisation befaßen. Bis ins Kleinste muß alles durchdacht sein, wenn später alles reibungslos kloppen soll. Nicht weniger als 45 Nationen hoben für die leichtathletischen Wettkämpfe gemeldet. Do ist es nicht möglich, für die vielen Hunderte von Wettkämpfern das Olympische Stadion zu Trainingszwecken freizugeben. Aber für Trai- ningsmöglichkeiten ist ausreichend v o r g e f o r g t. Auf dem Reichssportfeld selbst stehen die Aschenbahnen des Hons-Braun-Platzes und des August-Bier-Platzes zur Der- füaung, die nach dem Vorbild der Stodion-Bahn gebaut sind, dieselben Ausmaße und Grundlagen besitzen. Ebenso ist die Bahn im Olympischen Dorf in gleichen Ausmaßen gehalten. Das find drei ideale Trainingsbahnen, von denen die auf dem Hans-Braun-Plotz gleichzeitig zum „Warmmachen vor den Kämpfen dienen soll. Durch einen Tunnel ist der neben dem Olympia-Stadion gelegene Hans- Braun-Platz von den Wettkämpfern, unmittelbar von ihren Umkleideräumen aus, schnell zu erreichen. Diese Trainingsstätten reichen aber bei weitem nicht aus, und da bei einer so großen Anzahl von Teilnehmern ohne einen genau ausgearbeiteten Zeitplan für das Training nicht auszu- kommen ist, wird ein solcher den Nationen sofort bei ihrem Eintreffen überreicht. Für das Training werden neben den obengenannten Sportstätten noch — Platon als Hüter des Lebens. Pla- \ tons Zucht- und Erziehungsgedanken und deren ; Bedeutung für die Gegenwart. Von Prof. Dr. Hans i F. K. Günther. 2. Auflage 1936. Preis fort. I 2 Mk., Lwd. 3 Mk. I. F. Lehmanns Verlag, Mün- ' chen. — (194.) — Professor Günthers Schrift über i Platon zeigt diesen aus tiefster, rassisch gebundener ' Seele schöpfenden Seher und Gestalter als einen Mann, der dem bevölkerungspolitischen Willen und Handeln unserer Zeit eng verbunden ist. Platon, ; dem nordischen Blut des Hellenentums entstammend, , starb als Achtzigjähriger vor 2283 Jahren. Es ist überraschend, wie klar dieser überragende Denker die Bedeutung der Erbanlagen für Erziehung und Staat erkannt und ernstlich gelehrt, wie er also vor so langer Zeit die Gedanken des Dritten Reiches vorausgedacht hat. Günther hat aus Platons Schriften alle die Stellen zusammengetragen, in denen der große Hellene die Grundsätze der Erb- lehre und damit der Staatserhaltung mustergültig ausgesprochen hat, deren wichtigste sind: Förderung der Hochwertigen, damit Aufzucht von Kindern unter dem Ziel der Bildung vollkommener Menschen, Führung des Staates durch eine Auslese- gruppe solcher Art und Ausschaltung der Minder- wertigen. Aeußerst anregend ist es, wie Günther die platonische Lehre vom Schönen und Tüchtigen als lebensgesetzlich begründet nachweist und die platonischen Grundanschauungen auf ihren Wert für die Gegenwart prüft. Dem Rassenbiologen ist Platon so ein wertvoller Bundesgenosse über Jahrtausende hinweg geworden. — „Werkleute singen." Lieder der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Mt einem Geleitwort des Reichsleiters der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, herausgegeben von Heinz Ameln, Bärenreiter-Verlag Kassel, 64 Seiten, kart. 50 Pf., in Leinen gebunden 90 Pf. — (191) — Das im Gau Hannover entstandene in seinem Liedgut erprobte und bewährte Liederbuch soll hinausgehen in das schaffende Volk, um Freude und Frohsinn zu bringen den Menschen der Arbeit bei Singen in den Betriebsgememschaften, auf Reisen und Wanderungen mit „Kraft durch Freude", beim Sport und Spiel und bei allen festlichen und geselligen Stunden. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Reichsleiter Dr. Robert Ley hat persönlich dem Liederbuch ein Geleitwort mit auf den Weg gegeben und darin Bedeutung und Aufgabe eines solchen rechten und froben Singens gekennzeichnet. Das zweckentsprechend und gut ausgestattete Liederbuch enthält rund 90 Lieder meist einstimmig, einige auch in schlichtem, wehr- stimmigen Satz in folgenden Abteilungen: Kampf und Bekenntnis, Landsknechts- und Soldatenlieder, Handwerk und Stand, Fest und Feier Totengedenken, Morgen und Abend, Jahreslauf, Frohes Wandern und Jagen, Spiel und Scherz. — Das Wunder in der Heilkunde. Don Dr. E. L i e k. 3. Auflage. Geh. 3,20 Mark. Lwd. 4,50 Mart. 1936. I. F. Lehmanns Verlag, München — (195) — Als Dr. Erwin Liek vor Jahren in der ersten Auflage dieses Buches an vielen Zeiterscheinungen Kritik übte, wurde es ihm vielfach verübelt, aber heute zeigt es sich, daß er feinem Volke und der Aerzteschaft kernen besseren Dienst leisten konnte. Liek befaßte sich eingehend mit der Heilweise der so verschrienen und doch so viel ausgesuchten „Kurpfuscher". Er fand^daß deren Gegner durchaus recht hatten: Die Mittel und Wege ihrer Heilkunst waren meist primitiv, oft sogar recht bedenklich. Wundertäter gibt es viele in der Welt; Liek sucht sie auf und erzählt davon fesselnd und oft mit Humor. So zeigt er an zahllosen Beispielen, die eine ungewöhnliche Kenntnis aller neuen und älteren Kuren und Heilmethoden verraten, wie Wunderheilungen — echte und unechte — zustande kommen. Und so wenig Liek sich zum Anwalt von Pfuscherei und Betrug machte, Schicksalhafte Entscheidung in Wimbledon. v. Gramms Autounfall vor dem Gndspiet.-perry zum 3. Mai Wimbtedon-Melster Nächst Gramms Mißgeschick war die Niederlage der ftanzösischen Musketiere Brugnon - Borotra im Männerdoppel die größte Überraschung. Die bei» den Franzosen, von denen allerdings auch Borotra unter einer Muskelzerrung litt, unterlagen gegen Hare-Wilde 1:6, 6:4, 1:6, 4:6. Im Frauendoppel stehen die Schlußrunden-Teilnehmerinnen fest. Die Amerikanerinnen Fabyan-Jacobs schlugen Ingram- King (England) 6:4, 6:3, in der anderen Hälfte belegten die Titelverteidigerinnen Stammers-James 0* ' fSime»" Durch - Nein*1* »es &ss ess allein) , (80 MM in W* M-Ä1, W«VäS. jjdjnit m«n «i nur ine ■ «• jriintitn fur Stage l‘"nm btt h-uMN tn« w? . „ bet M-l den tonnt s an Di! Las« unö im oll, mangel Um kaum mehr bestrebt, die Händen der über hinaus beutschland s vorliegt. 3ed zur Ernte di ihre Pflichtlc Losern aber Aeichsstelle r Lücken aus. Mitte diese- chen Geyen Auch in Nur Hafer bei das Ai Nielfach st oder aber der Reich nortöeiM etwa 19 M Honen. Zn Fut Kleie ist au unteryibrin ist. Schnitze den zur Ze land bezog frage stetn steigenden berungen hier. Bier so daß bi nur fttien den mir fi Zuteilung mittel ab( einigem^ noch fyn Fischmehl guter Dual 3n Ra klein. Die Stroh ist n Slot Stantfu , Die 283 fat aufg Achstage Dies roa Qualität sämtliche. Bevor am Samstag, 11. Juli, dle Gausportwarte die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften besuchen werden, spricht der Generalreferent des DRL., von M e n g ö e n , über die Reichs- und Gauoeranstal- tungen des DRL. Weiterhin werden die Gausport, warte in die organisatorischen und praktischen Fragen der Gau-Schulung sowie die Tätigkeit der Wander-Sportlehrer im Gau eingeführt. Den Schluß der Arbeitstagung bildet eine Besichtigung des Reichssportfeldes und des Olympischen Dorfes. Es handelt sich bei der Tagung der Gau- Sportwarte darum, daß die Lehrarbeit in den Gauen einheitlich ausgeübt wird und mit dieser Arbeit sogleich nach den Olympischen Spielen begonnen werden kann. Deutsche Kunstflugmeisterschast 1936 15 Flieger im Wettbewerb in München. Die Deutsche Kunstflug-Meisterschaft, die am 11./12. Juli in München durchgeführt wilD, hat ein sehr gutes Meldeergebnis gefunden. Folgende 15 Anwärter auf den Titel haben sich in die Startliste eingetragen: 1. Förster, Dortmund (Fokke- Wulf „Stieglitz"): Elfbein, Königsberg (Fokke-Wulf „Stieglitz"): Kränkle, Fürth (Bücker-Jungmeister), Achgelis, Berlin (Fokke-Wulf „Stösser"): Hofmann, Neuhausen b. Königsberg (Fokke-Wulf „Stieglitz"); Stör, Augsburg (BFW 35 b); Fritsch, Paderborn (Fieseler F 2 „Tiger"); Resch, Kaufbeuren (Fokke- Wulf „Stieglitz"); Lehmann, Leipzig; Maier, Zelle; Lochner, Dresden; Wendel, Dresden: Graf von Hagenburg, Dresden; Friedrich, Breslau; Klaus, Leipzig (alle Fokke-Wulf „Stieglitz"). Neuer Weltrekord von Ragnhild Hveger Bei den olympischen Prüfungen der dänischen Schwimmerinnen in Kopenhagen bewies die erst 17jährige Ragnhild Hveger erneut ihre protze Klasse, lieber 800 Meter Kraul schwamm sie m 11:11,7 Minuten einen neuen Weltrekord heraus; die ‘ Amerikanerin Leonore Knight hielt mit 11:34 den alten Rekord, so daß also die Dänin, die mit großen Aussichten nach Berlin geht, eine recht wesentliche Verbesserung der alten Höchst' leistung vornahm, lieber 200 Meter Brust siegte die erst 12jährige Inge Sörensen in 3:08 Minuten. Sportamt „Kraft durch Freude^. Heue kdF.-Sportkurse. Mit dem Beginn des neuen Vierteljahres werden in allen Uebungsarten neue KdF.-Sportkurse ein- gerichtet, lieber alles Wissenswerte dieser Kurse unterrichtet das neue Vierteljahres-Sportprogramm, das in allen Ortsgruppen und Betrieben, sowie auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, kostenlos erhältlich ist. Für die Kurse Reiten, Tennis, Kindergymnastik werden Neuanmeldungen auf der Geschäftsstelle, Schanzenstrahe 18, angenommen. Für die Zuschauer bei den leichtathletischen Wettkämpfen der Olympischen Spiele ist es von größtem Interesse, zu wissen, an welcher Stelle des Olympia-Stadions sich die Entscheidungen in den technischen Hebungen abspielen werden. Hoch- prung für Männer und Frauen kommen auf den beiden Sprungbahnen der Westseite des Stadions, also vor dem Marathontor zur Abwicklung. Der Vorkampf zum W e i t s p r u n g geht auf zwei Bahnen an der Nordseite, die Entscheidung dann auf der Südseite vor der Ehrentribüne vor sich. Das gleiche gilt für den Dreisprung. Das Stabhochspringen wird nur auf der Bahn der Südseite abgewickelt. Gesprungen wird von Westen nach Osten. Für den Speerwurf der Männer wird die Bahn der Westseite, am Marathontor, benützt. Beim Diskuswerfen der Männer und Frauen erfolgt die Qualifikation aus den Wurfkreisen an der Südseite (von Süden nach Norden), während Vorkampf und Entscheidung von Norden nach Süden, also von der Nordseite aus, zur Durchführung gelangen. Das Kugel st oßen kommt auf beiden Anlagen an den Kurven der Ostseite zum Austrag. Nicht im Olympia-Stadion durchgeführt werden Qualifikationen und Vorkampf für das Hammerwerfen. sich eine stark schmerzhafte Kniever- ! e tz u n g am rechten Bein zu. Gottftied v. Gramm setzte aber nach der ersten Auftegung äußerlich ge- faßt die Fahrt nach Wimbledon mit einem anderen Wagen fort. Hier stellte er sich trotz des Handicaps durch den Unfall Fred Perry zum Entscheidungs- kämpf im Männereinzel. Eramms Energieleistung. Kraulschwimmern besetzt. Mit unerhörtem Tempo brausen sie durch das Wasser, schwimmen Lange um Länge. Man muß schnell gehen, um ihnen am Beckenrand entlang folgen zu können. Das Olympische Dorf gefällt den Japanern ausgezeichnet, sie schlafen gut, und das Essen bekommt ihnen auch. Auch Australien bei der Arbeit. Während wir noch mit dem japanischen Trainer sprechen, kommt eine neue Gruppe an. Deutsche Offiziere führen sie. Großgewachsene, blonde, kräftig« Mädchen, denen man die englische Herkunft ansieht, und einige typische englische Eolleae Boys mit ihren weitgeichnittenen Jacken, die goldbestickte Wappen tragen. Es ist fast die ganze Mannschaft aus Australien. Mädchen des Ehrendienstes begleiten die Frauen. Diese Ehrendienst-Mädchen wissen wirklich mit allem Bescheid. Sie zeigen die Umkleidekabinen, eine andere macht sich auf und besorgt für die Hochspringerin Garter eine Latte. Und dann beginnt ein Training, das dem japanischen an Härte nicht nachsteht. Der deutsche und ftanzösische lennismeifter Gott- - fried von Gramm hat großes Pech gehabt. Es । scheint, als ob er in Wimbledon unter gar keinen Umständen das Einzel gewinnen könne. Das Schick- ' fal hat sich gegen den sympathischen Deutschen ver- schworen. Wieder einmal gegen den Engländer F Perry stand Gramm in diesem Jahre im End- < spiel, nachdem er Maier, Erawford und Austin — um nur die spielstärksten Gegner zu nennen — in großartigem Stil ausgeschaltet hatte. Und wenn je, so hatte man dem Deutschen diesmal gegen Eng- lands Tennis-Stolz Gewinnaussichten eingeräumt, hatte er den Briten doch auch in Paris schon verdient bezwungen. Da legte das Schicksal sein Veto ein. Auf der Fahrt zum Wimbledon-Tennisstadion erlitt Gramm durch Verschulden eines frem- be n Wagens einen Autounfall und dabei eine Knieverletzung. Er setzte zwar in einem anderen Wagen unverzüglich die Fahrt nach Wimbledon fort, aber trotz seiner Tapferkreit hatte er natürlich unter diesen Bedingungen keine Ehance mehr gegen Perry. 6:1, 6:1, 6:0 siegte der Engländer über von Gramm, der sich kaum mehr recht vom Fleck bewegen konnte. Die 15 000 Zuschauer würdigten die Energieleistung des Deutschen rückhaltlos. Als Perry und Gramm nach dem Spiel Arm in Arm vom Platz gingen, raffen die Range um den Eontre-Eourt in einem Begeisterungstaumel für den Deutschen, der als echter Sportsmann zum Kampf angetreten war, ohne auch nur im geringsten auf einen Sieg hoffen zu dürfen. Perry aber erklärte, er fei noch nie fo gut in Form gewesen, wie in diesem Kampf. Und trotzdem gewann Gramm zwei Spiele! Oer verunglückte Endkampf. Dor zwei Jahren hatte Gramm in Wimbledon das Pech, mit einer schweren Angina gegen Quist antreten zu müssen. Gramm spielte als kranker Mann; er verlor nach tapferem Widerstand. Diesmal meinte es das Geschick noch böser mit dem Deutschen. Auf der Hinfahrt von London nach dem Vorort Wimbledon wurde Gramm beinahe das Opfer eines Autounfalles. Mit feiner Frau und zwei Freunden im Wagen nahm er eine Straßenkreuzung im Westend Londons, als ein Personenauto in voller Fahrt auf den von dem Deutschen gesteuerten Wagen zubrauste. Nur Gramms Fahr- Zunft verhinderte durch plötzliches, starkes Bremsen um Haaresbreite einen schweren Zusammenstoß. Die Folgen dieses Zwischenfalles waren bitter. Frau von Gramm erlitt einen Nervenschock, ihr Gatte zog — Zickzackwege in der Entwicklung des Menschen. Von Professor Dr. Hans Wei- n e r t. 161 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, ßeinenb. 4,80 Mark. Quelle & Meyer, Leipzig. — — (209) — Weinert gibt an Hand zahlreicher Abbildungen einen Einblick in den heutigen Stand unseres Wissens um die Frage nach dem Woher, die den Menschen immer wieder bewegt. Er wählt dabei den Weg, daß er an einzelnen Körpereigentümlichkeiten Die verschlungenen Pfade aufzeigt, welche die Natur ging, bis der heutige Zustand erreicht war. Die Kapitelüberschriften enthalten zugleich die Problemstellung und zeigen schon in ihrer Abfassung, daß es dem Verfasser darum 311 tun ist, den Leser in anregender, nicht alltäglicher Form in das Gebiet einzuführen: „Wie der Mensch zu seinen Beinen kam", „Wie der Mensch zu seiner Stimme (am", „Hand und Mund als Vorstufen zur Menschwerdung", „Wie der Mensch den Schwanz verlor", „Feuer und Schwert als Vorbedingungen zum Ausstieg der Menschheit", „Rassenhygiene im Wandel der Anschauungen", „Mensch der Zukunft Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. B. Goß siegt in Frankfurt. Kilo und Peters beim Gaukampf Westfalen gegen Hessen in Korbach. Die vom JG.-Sportverein auf seiner mustergültigen und gut gepflegten Anlage durchgeführten Jugendwettkämpfe waren auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Hervorragende Ergebnisse drückten der Veranstaltung ihren Stempel auf. Mit eine der besten Leistungen vollbrachte der 1900er» Jugendliche Berthold Goß mit feinem Sieg im Kugelstoßen der Klasse B mit der ausgezeichneten Leistung von 14,28 Meter. Damit übertraf Goß sogar seine Kameraden aus der A»9ugenb. Zum Gaukampf Westfalen gegen Hessen sind A. Kilo und H. Peters beordert. Beide befinden sich in aufsteigender Form, wie die Ergebnisse des Sonntags bewiesen. Während Kilo gegen den alten Hoffmeister und Buschey, Westfalen, sowie gegen den zweiten hessischen und Gießener Vertreter O. Luh wohl zum Siege kommen dürfte, hat H. Peters gegen die ausgezeichneten Saake und Keim keine Aussichten. Für ihn gilt es, seine Zeit von Kassel weiter zu verbessern. Arbeitstagung der Gausportwarte. Für die Zeit vom 1. bis 10. Juli sind die Gau- sportwarte des Deutschen Reichsbundes für Leibes- Übungen nach Berlin gerufen worden. Der Stellvertreter des Reichssportführers, Breitmeyer, wird über die Aufgaben der Reichsbund-Schulung sprechen, der Generalreferent der Reichsakademie, Wetzel, über die Reichsakademie in der Schu- lungsarbeit, und der Jugendreferent Seidemann über die Jugendarbeit im DRL. * 1936 '“"dien. fc,»l V,lF°kke. Jokke-Wuls i «meifter)' .'-Hofmann Herborn TSfcÄ ■Tr-tW, 's®rai von ’5la“; S(au5, eine stz. *«%8 ber dänischen ™es die'lrst 1 'dre große wonrat sie in /Eord heraus; 91 hielt mit dl« Dänin, *ln geht, eine alten Höchst. .Blust siegte m 3:08 Mi. Strobe*. Wes werden Sportturfe ein» e dieser Kurse Sportprogramm, betrieben, sowie ge 18, kostenlos is, Kinder- en auf der Genommen. ie Erscheinungen n nicht nur vom dern ebenso in und religiöser >ohe Aealisms eine Zeit öden en Arztes suchte 1 ui ntwiLlm; r. Hans W e'.- i Abbildungen yer, Leipzig. - zahlreicher 21b- heutigen Banb ich dem Woher, wegt. 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M. 1* 125 119,65 119,75 Banknoten. > 01 33,13 | , 4 95,25 10 2301 Die hinter den 106,25 129,75 126,5 114,65 171 135,75 109,25 104,25 168,9 114,25 129,75 137,25 64,28 81,35 33,86 98 102 112,5 100,2 98,75 36,4 156,5 132,5 159 132,5 141,5 137,25 156,5 207,5 142 14,5 16,65 117,5 118 94,5 95,75 96 198 37,13 155,5 134 157,5 132,5 142,5 130,5 138 158 208,75 142,5 14,5 16,4 117 95,5 97,5 97,5 198 36,4 156 132 159 132,65 141,25 130,5 137,5 157 207 142 14,75 43 16,25 117,5 120,5 94 95,5 95,75 197,5 170 270 113,75 138,75 169 272 113 129,4 138,75 52,25 87 148 109 123,5 191,5 48 426 195 169,75 114 129 138,5 98 101,5 112,5 100,3 98,75 106 129,75 126,5 114,5 135,5 109,5 104,5 106 129,75 128,5 114,5 135,5 109 104,5 36,9 156 133,5 157,5 131,5 142,25 138 157 206,5 143 106 129,75 129 114,5 173 135,5 109 103,75 14,75 44 16,25 117 121 95 97,25 97,25 197 7 9 5 6 6 112 52,5 87 148 108,75 121,75 123,13 191,9 83 47 425 215 195,5 113,25 53 86,5 147,75 107,25 121,75 123 191 82 44,25 433,25 212 194,5 98 101,65 112,5 100,2 98,75 97 101,25 93,5 123,5 119,5 97 101,25 101,65 97,5 95 I 109,5 i/i . 3 6 . 6 8 2,55 9 8,5 14,25 2,525 9,2 8,65 8,7 14,65 Motorisierung erschlossen könnten. Geringe llmsahtätigkeit an den Getreidemärkten. Arbeitskräften legt. Neben wirklich voll ausgenutzten Industrien gibt es noch immer zahlreiche Kapazitätsreserven, die angesichts der knappen Kapitalbasis einzusetzen gilt, bevor an Neuinvestitionen gedacht werden sollte, die sich vielmehr auf Spezialgebiete, wie insbeson» dere die Verbesserung der deutschen Rohstoffbasis zu konzentrieren haben. Für den weiteren Fortgang des deutschen Wirt« schaftsaufschwunges kommt den Vorrats-, den Außenwirtschafts- und den Preisproblemen als einer dreifachen und in sich wechselseitig verflochtenen Problemkette eine grundlegende Bedeutung zu. 53,25 86,5 147 108 123 190,75 44,5 434 194,5 Deutschlands wirtschaftliche Entwicklung im elften Halbjahr 1936. Abendbörse freundlich. Die Abendbörse lag ruhig aber ausgesprochen freundlich. Westd. Kaufhof auf die HD.-Mitteilun- oen hin auf 48,40 (47) erhöht, auch AEG. wieder beachtet und bei 37 also 0,13 v. H. höher gesucht. Montanwerte waren zu Mittagschlußkursen gefragt teilweise etwas darüber, so Mannesmann bis 104.50 GeseUichaft.. Dresdner Bant Retchsbaak ... 101,5 97,5 95 109,5 30,25 2,55 9,2 8,75 9 14,65 I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft o 5 6 0 7 0 8 0 0 S 12 11 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. bis 28, do. III 12 bis 18, Bohnen 33 bis 35, Erb- en, Sack 10 bis 12, do. Gärtner 15 bis 18, Gewürze!, gr. Bdl. 30 bis 40, Salatgurken, Treib la 18 bis 32, do. Kasten 10 bis 25, Einmachgurken 10, Karotten Bdl. 4 bis 5, do. 1/$ kg 7 bis 8, Kartoffeln, Erstlinge 8.00 bis 8.25, Kohlrabi 2 bis 4, Kopfsalat 3 vis 6, Steinpilze 30, do. Pfifferlinge 32 bis 35, Radieschen 4 bis 5, Rettich Bdl. 8 bis 10, St. 3 bis 10, Rhabarber 5 bis 6, Römischkohl 5 bis 8, Rote Rüben 5 bis 6, Rotkraut 12 bis 14, Spinat 14 bis 20, Schnittlauch 25 bis 30, Tomaten, Treib 30 bis 36, do. Kistchen zirka 5 kg netto holl. 2,20 bis 2,50, dto. holl. 2 — bis 2,20, Weißkraut 5 bis 8, Wirsing 4 bis 5, Zwiebeln m. Schlotten 3 bis 5, Erdbeeren e nach Sorte 18 bis 32, Monats-Erdbeeren 60 bis 55, Heidelbeeren 22 bis 25, Himbeeren 28 bis 35, Johannisbeeren 15 bis 18, Kirschen 15 bis 28, dto. sauer 16 bis 22, Stachelbeeren, reife 18 bis an Rindfleisch wurde durch Belieferung von aus- i ländischem Frisch- und Gefrierfleisch auf allen Markt- ' Plätzen sichergestellt. In Kälbern war in Frankfurt (1132, in der . Vorwoche 1168) und in Darmstadt knapperer Auftrieb bei steigenden Preisen. Spitzentiere gewannen um 3 Mk., mittlere und geringe Tiere um 4 Mark. In Mainz und Wiesbaden genügten die Anfuhren der Nachfrage, der Preis ging bis zu 2 Pf. zurück. Der S ch a f m a r k t hatte in Frankfurt einen Auftrieb von 64 (102). Die Preise blieben hier gegenüber der Vorwoche unverändert. Der Auftrieb in Schweinen hatte in Frank- rrrt eine Zunahme von rund 600 Tieren gegen die Vorwoche zu verzeichnen. In Frankfurt betrug bie» er 4900 (4346), Wiesbaden 1090, Mainz 1129, Darmstadt 766. Qualität war auf sämtlichen Märkten gut, der Bedarf der Metzger wurde restlos durch Zuteilung gedeckt. Die Fleischgroßmärkte auf sämtlichen Plätzen waren ungenügend mit Rindfleisch beschickt. Die Zufuhren an Schweinefleisch genügten der Nachfrage, die Zufuhren an Kalbfleisch in Frank- urt, Mainz und Wiesbaden genügend, in Darm- tadt ungenügend. Die Preise waren gegenüber der Vorwoche unverändert. * Butzbacher Werke für Eifenverarbeitung AG., Butzbach. Dem dieser Tage mitgeteilten Abschluß für das erste volle Geschäftsjahr dieser der Bamag-Meguin AG. gehörenden Gesellschaft mit einer nach 151 000 RM. (44 300 für sechs Monate) Abschreibungen verbliebenen ausgeglichenen Gewinnrechnung ist aus dem Bericht nachzutragen, daß der Geschäftsgang den Erwartungen entsprechend sich 1935 entwickelt hat. Man konnte den der gesteigerten Beschäftigung entsprechenden Abschreibungserfordernissen voll Rechnung tragen. In das neue Geschäftsjahr fei man mit einem wesentlich höheren Auftragsbestände eingetreten. Der Auftragseingang war auch seitdem befriedigend, fo daß bis auf weiteres mit einer ausreichenden Beschäftigung gerechnet wird. Die Gefolgschaft umfaßte Ende Mai über 500 Köpfe. Hamburg-Amertka-Paket..... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .® -21.®. für Verkehrswesen Akt. .. v Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Diskont». Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörfe: Spezialmärkle beachtet. F r a n k f u r t a. M., 3. Juli. Die Börse lag insge- samt freundlich. Wiederum traten einige Spezialmärkte in den Vordergrund, und zwar in Ablösung des bisherigen Montanmarktes Auslandsrenten. Mexikaner durch Presse-Veröffentlichungen stark belebt, auch Ungarn und Caisse-Comune-Werte durch höhere Auslandskurse anziehend. Außerdem scheint eine bisherige große Verkaufsorder erledigt zu fein. 5 o. H. Gold-Mexikaner zogen 0,50, 4 v. H. do. 0,55 o. H., Irrigation 0,25 v. H. an. Ungarn Gold bis 9,20 (9) gehandelt. Auch deutsche Renten durchweg freundlicher, Altbesitz 112,55 (112,50), Kommunal-Ümschuldung 88,40 (88,20). Von Aktien setzten Montanwerte recht fteundlich wieder ein, Harpener holten 2,25, Verein. Stahlwerke 0,40, Buderus 0,75 v.H. auf. Otavi weiterhin lebhaft und auf angeblich 5 v. H. Dividende in Form von Bauxit-Aktien weiter auf 29,25 (28) erhöht. Der Farbenmarkt lag ruhiger und bewegte sich von 169,75 bis 170 (170), Scheideanstalt 1 v. H. fester. Am Elektrvmarkt zogen AEG. weiterhin auf 37 (36,40) an, Gesfürel lagen um 0,75, RWE. 0,75, Schuckert 1,50, Siemens 1,25 v. H. höher. Auch Zellstoffwerte wieder beachtet, Waldhof um 1,75, Aschaffenburger um 0,50 v. H. gebessert Von Maschinenwerten Daimler 0,50 v. H. höher, 3ung» Hans 0,40 v. H. gebessert. Die meisten Nebenmarkte lagen ruhig, aber zumindest gut behauptet. Reichsbank lagen um 0,90, AG. Verkehrswesen 0,75 v. H. gebessert. Im freien Markte Preußen-Dollar ebenfalls wieder eine Kleinigkeit freundlicher mit 69,75. Im Verlauf änderte sich an der Grundhaltung der Börse nichts mehr. Mexikaner und Otavi blieben bevorzugt und gut gehalten. Aktien lagen ruhiger, teils traten leichte Befestigungen noch ein, so bei RWE., AG. Verkehrswesen, Rheimnetal Reichsbahn-Vorzugsaktien um je 0,25 v. H., Kau Hof um 1,50 v. H. Später festgesetzt wurden Julius Berger um 3, Deutsche Linoleum um 0,75 d H höher. Andererseits lagen auch Abschwächungen um 0,25 bis 0,75 v. H. vor, so bet Verein. Stahlwerke um 0,50 v. H., Betula 0,75 v. H., IG. Farben 0,50 v. H. Einige Prozente schwächer lagen Schweizer Bundesbahn. Die Festigkeit der Großbank-Aktien hielt an, Kursbesserungen von wieder 1 bis 1,25 v. H. traten hier ein. gen« und gütemäßig zu erhöhen. Durch die mit der Intensivierung der Betriebe verbundene Steigerung der Roh- und Reinerträge kann zweifellos der Kauf eines Lastkraftwagens erheblich gefördert und erleichtert werden, zumal sich in der Praxis Schlepper und Lastkraftwagen in der besten Weife ergänzen. Aus diesem Grunde ist es denkbar, daß Bauernschlepper und Bauernkraftwagen zusammen (unter Umständen allerdings wohl auch nur der Klemschlepper allein) in Betrieb, die größer sind als 20 Hektar (80 Morgen), und bei günstigen Verhältnissen sogar in Betriebe, die größer sind als 10 Hektar (40 Morgen), in größerer Zahl Vordringen können. Nun gibt es rund 360 000 Betriebe über 20 Hektar und rund 450 000 Betriebe von 10 bis 20 Hektar. Rechnet man — ganz grob — daß von den ersteren nur die Hälfte und von den letzteren nur em Drittel aus den verschiedenen obenerwähnten Gründen für Schlepper oder Lastkraftwagen in Frage kommen, so würde das bedeuten, daß bei der heutigen landwirtschaftlichen Struktur immerhin rund 250000 bis 300000 Betriebe der den schäft bietet heute das Bild eines auf hohen Touren laufenden binnenwirtschaftlichen Jnoestitionsauf- schwunges mit primär öffentlichem Antrieb. Nach einer Gesamtanalyse der die Weltwirtschaft gegenwärtig bestimmenden ökonomischen Kräfte heißt es über Deutschland: Die entscheidende Grundlage des deutschen 'Aufschwungs ist nach wie vor die primär von der öffentlichen Hand in Gang gebrachte Investitionstätigkeit, wobei sowohl nach dem Volumen als auch nach dem Grad der Steigerung gleichzeitig die öffentliche Verwaltung an der Spitze steht. Deren Anlageinvestitionen dürften 1935 etwa 6,5 Mrd. betragen haben gegen 2,2 Mrd. in 1933, während die Anlageinvestitionen insgesamt in der Wirtschaft auf 11,5 Mrd. in 1935 gegen 5,1 Mrd. in 1933 beziffert werden. — Die Tendenz aller wirtschaftspolitischen Mahnoh« men ist die einer neuen organischen Rationalisierung, die sich von überspannten Neuprogrammen und Maschinierungstendenzen fernhält und das Schwergewicht auf die bestmögliche Kombination von vorhandenen Produktionsanlagen mit den 101,5 97,5 95 109,5 | 30,5 2,5 8,95 8,55 14,25 25, dto. unreife 12 bis 14, Pfirsiche, brutto itat 30 bis 35, Bananen, Kiste 12Vt kg netto, je nach Herkunft 5 bis 6V2. Frankfurter Vultergrotzmarkt. Frankfurt a. M., 3. Juli. Die Buttererzeuguna hat infolge des Rückganges der Milchgewinnung und des gesteigerten Trinkmilchverzehrs abgenommen, doch ist die Dersorgungslage durchaus befriedigend. Es notierten in Reichsmark per 50 kg frei Frankfurt a. M. (Verkaufspreise vom Großhandel an den Kleinhandel): deutsche Markenbutter 148, feine beut- sche Molkereibutter 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125, holländische Butter 148, Margarine a) 97, b) 86, c) 56, deutsches Schmalz 95 bis 100. Frankfurter Eiergroßmarkk. Franksurt a. M., 3. Juli. Mit Beendigung der Einkühlung zu Vorratszwecken kommen seit dieser Woche wieder mehr Eier zum Frischverzehr auf den Markt. Die Dersorgunaslage wird dadurch in nächster Zeit etwas gebessert. Auslandeier kommen zur Zeit aus Dänemark und Finnland herein. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhan- delsverkaufspreife an den Kleinhandel): deutsche Handelsklasseneier S 12%, A 11%, B 11, C 10, D 9%; dänische Handelsklasseneier S 12%, A 11%, B 11, C 10, D 9%. Mainzer Getreidegrohmarkt. Mainz, 3. Juli. (Großhandelspreise per 100 kg): Weizen W 19 22,40 frei Mühle, Roggen R18 18,70 frei Mühle, Futterhafer H14 17,60 ab Station, Erzeugerfestpreis, Futtergerste G 11 18,50 ab Station, Erzeugerfestpreis, Weizenkleie W19 11,—x Mühlenpreis, Roggenkleie R18 10,40, Mühlenpreis^ Biertreber 15,— bis 15,25, Malzkeime 13,50 bis 14,—, Weizen-Futtermehl 13,40, Mühlenpreis, Luzerneheu, lost, neue Ernte 5,—, do. gebündelt 5,30 bis 5,40, Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 2,70 Hafer- und Gerstenstroh, gebündelt 2,50. Allgemeine , Tendenz: ruhig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen Fwd. Berlin, 3. Juli. In der üblichen Halbjahresübersicht der Reichs-Kredit-Gesellschaft ist wiederum ein sehr reichhaltiges statistisches Material mit ausführlichen und zusammenhängenden textlichen Erläuterungen zufammenge- tragen, das einen ausführlichen Ueberblick über die Entwicklung aller wichtigen Wirt- fchaftszweige im In- und Auslande gewährt. Einleitend wird in einem zufammenfasfenden Ueberblick u. a. festgestellt, daß die Weltwirtschaft dem ökonomischen Betrachter nach ihrem gegenwärtigen Stand ein Bild noch immer großer, aber sich allmählich in wichtigen Teilbereichen verringernden Spannungen bietet. Wenn die Welt- proouftion gütermäßig bereits wieder den Kriseneinbruch überwunden hat, so ist das allein der Aktivität der Nationalwirtschaften zu verdanken. Der Wiederanstieg der industriellen Weltproduktion hat sich im ersten Halbjahr 1936 auf verbreiteter Basis fortgesetzt. Sie lag im ersten Quartal 1936 um rund 6 v. H. über dem Vorjahresstand und überragte damit nicht nur das Krisentief vom Frühjahr 1933 um rund 40 v. H., sondern sogar den weltwirtschaftlichen Höchststand von 1929 um einige Prozente. Der Bericht geht sodann auf die Krisenbekämpfung in verschiedenen Ländern ein und stellt in bezug auf Deutschland fest, daß dieses angesichts der spannungsreichen Struktur eines rohstoffarmen, auslandsverschuldeten Industriestaates folgenden Weg zur Krisenbekämpfung einschlagen mußte: Zur Schonung der beschränkten Rohstoff- und Devisenreserven war eine umfassende Abschirmung der eigenen Volkswirtschaft gegenüber dem Auslande unumgänglich. Die deutsche Wirt- Äries-- 2,452 42,00 55,60 12,465 16,445 169,36 62,67 101,4 97,9 101,75 ' 112,5 100,2 98,75 97 101 93,5 123,5 119,5 97 101,5 101,75 97,5 95 109,5 I Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg .... Dessauer Gas ............. Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstetn L Koppel Westdeutsche Kaufhof Chade ................... Accumulatoren-Fabrü .... Conti'Gummt............ Gritzner.............. Matnkraftwerke Höchst a.M. Süddeutscher Zuck« Heber % Million Bauernbetriebe können noch „motorisiert" werden. Eine Betrachtung des Institutes für Konjunkturforschung über die Aufnahmefähigkeit der Landwirtschaft für Motorschlepper und Lastkraftwagen kommt zu folgender Schlußfolgerung: Je mehr der „Bauernschlepper", also ber kleine Universalschlepper, für alle oorfommenben Hof-, Felb- und Transportarbeiten verwendet werden kann, um so eher wird es gelingen, nicht nur Menschen- und Pferbekraft zu sparen, sonbern auch bie Fruchtfolge zu verbessern, bie Betriebe zu intensivieren und den Ertrag von der Flächeneinheit men- A.E.G...................... 0 Betula.................... ® Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. * Felten & Guilleaume .....♦ Gesellsch.f.Elettr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität 6 Rhein. Wests. Elektr. ° Schuckert L Co............... ® Siemens L Halske ® Lahmeyer L 7 gibt Auskunft: 558: Unveränderte Häute-Kontin- gente für die Lederindustrie. — 559: Höchstzulässige Preise für Felle und Haute der Zolltarif Nr. 153. — 560: Verordnung zur Regelung des Marktes für Nadelgrubenholz. — 561: Neufassung ber Bestimmungen über Rohstoffkreditgeschäfte. — 562: Die Behandlung von Devisenanträgen ber ber Reichspressekammer, Reichsschrifttumskammer ober ber Reichsfilmkammer unterstehenden Gewerbezweige und Einzelpersonen. — 563: Neuregelung der Bestimmungen über die Zulassung von Devisenberatern. — 564: Bekanntmachung KP 158 ber Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 565: Festsetzung der französischen Jndu- striekontingente für das 3. Vierteljahr 1936. — 566: Kontingentierung von Toiletteseifen in den Niederlanden. — 567: Die Derarbeitunaskontingente für industrielle Fette. — 568: Neue Verarbeitungsoor- schristen für Baumwollgespinste. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5Yi% Young-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mll Auslos.-Rechten *yt% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 4Vi% ehem. 8% Hessischer Volksstaat 1929 (rückzahw. 102%) ... 4%% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold R. 12.. - b/2% ehem. 4yt% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4y2% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R.b Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten .....••••••• Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5%% ehem. 4-4% Franks. HYP. Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 6yt% ehem. 414% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe. -.. <%% ehem. 8% Pr. Landespfant^ briefanstalt, Pfandbriefe R- 19 4y9% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Obl.2O Steuergutsch.Berrechnungsk. 84-38 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913........ • 5% abgest. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Gerte I ................— Schlußk. Mittag- börse 3.7. 141 130 240,75 143,25 99,13 29,13 127,5 126,75 (103,75), Verein. Stahlwerke 99,50 (99,13). IG.- ‘ Farben 169 (168,90). Auslandventen, vor allem ! Mexikaner, ruhig bei gehaltenen Kursen. Deutsche : Anleihen lagen freundlich. Der Verlauf blieb allgemein freundlich, AEG. und Kaufhof noch 0,13 fester. Bankaktien zogen weiter mäßig an, Commerzbank , um 0,50, DD-Bank und Dresdner Dank je 0,25 o. H. ; erhöht. Luxemburger Internationale Bank mit ; 10,50 (8,60) kräftig gesteigert. JG.-Farben schlossen 169, Kaufhof leicht abgeschwächt bei 47,90 bis 48. Der R e n t e n m a r 11 hatte keine bemerkenswerte Veränderungen mehr zu verzeichnen. Es notierten u. a.: Altbesitz 112,50, Farbenbonds 130,40, 4proz. Ungarn Gold 9,20, 4proz. Ungarn-Kronen 2,80, 4proz. Rumänen 5,65, 5proz. Mexikaner innere E 6,65, 5proz. äußere Mexikaner 14,65, 4'/2proz. dto. Irrigation 9,50, Lissabon Stadt 75 Adca 78,13, Commerzbank 95,50, DD-Bank 97,50, Deutsche Ueberseebank 166, Dresdner Bank 97,50, Frankfurter Hyp. Bank 97, Psälz. Hyp. Bank 83,50, Buderus 106, Harpener 128,50, Mannesmann 104,25 bis 104,50, Otavi 29,25, Rheinstahl 143,75, Laurahütte 22,50, Verein. Stahlwerke 99,40 bis 99,50, Aku 52,25, AEG. 37,13, BMW. 143,50, Be- kula 155,50, Conti Gummi 194, Erdöl 129,75, Scheideanstalt 272, Deutsche Linoleum 191,50, Licht und Kraft 157,50, IG.Farben 169, Gesfürel 142,50 Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt, 3.Juli. Der Gemüsemarkt war in allen Arten reichlich beschickt, der Verkauf war aber im Vergleich zum Angebot ungenügend. Mit Ausnahme von Erbsen waren rückläufige Preise zu verzeichnen. Ausländische Tomaten ausreichend angeboten, der Absatz war befriedigend bei rückläufigem Preis. Am Obst- und Südfrüchtemarkt waren Erdbeeren nachlassend, Kirschen, Heidelbeeren und Johannisbeeren gut- angeliefert. Die Nachfrage war nicht befriedigend. Erdbeeren hatten erhöhte, Kirschen und Johannisbeeren fallende ; Preise, im übrigen lagen sie unverändert. Jtalieni- i sche Pfirsiche hatten ausreichendes Angebot bei be- ■ friedigendem Absatz und rückläufigem Preis. Es notierten: Blumenkohl I 32 bis 38, do. II 20 Buderus ............. Deutsche Erdöl ^sch^BIen—Köln-Neuessen S! Bergbau ; Bergbau Genüsse cknerwerke •••/•••...... ytenc-smann-Röhreri •••••« Die Lage an den Getreidemärkten ist unverändert und im allgeme-inen sehr still, da infolge Warenmangel Umsätze in diesen Wochen vor ber Ernte kaum mehr erfolgen können. Die Mühlen sind zwar bestrebt, bie letzten Bestände in Weizen aus den i Händen der Erzeuger zu erhalten, können aber bar- i über hinaus kaum Mahlgut erhalten, ba aus Nord- 1 deutschlanb selbst am Oberrhein kein Angebot mehr i vorliegt. Jedoch ist ihre Versorgung in Weizen bis zur Ernte völlig ausreichend, um so mehx, als sie । ihre Pflichtlagerbestände z. T. vermahlen können. Sofern aber wirklicher Mangel besteht, füllt bie Reichsstelle mit Abgaben, besonbers in Roggen, bie Lücken aus. Ueberdies erwartet man noch gegen Mitte bieses Monats ben Roggenschnitt in man- eben Gegenben unseres Bezirkes. 2 Auch in Gerste ruht bas Geschäft vollkommen. Nur Hafer wirb in kleinen Mengen gehandelt, wobei das Angebot die Nachfrage zur Zeit übersteigt. Vielfach sind die Verbraucher genügend eingedeckt, oder aber sie erwarten noch ben Eingang der von der Reichsstelle ausgegebenen Zuteilungen. Für norddeutschen Hafer lauten die Forderungen auf etwa 19 Mark je 100 Kilogramm frei hiesigen Stationen. In Futtermitteln ist es still geworden. Kleie ist ausreichend vorhanden, aber doch laufend unterzubringen, was bei Futtermehl nicht ber Fall ist. Schnitzel finb bagegen lebhaft gefragt und werden zur Zeit in mäßigen Mengen aus Nordbeutsch- lanb bezogen. Für Kartoffelflocken bleibt bie Nachfrage stetig, während das nachlassende Angebot zu steigenden Preisen führt. Zur Zeit lauten bie For- berungen auf 20,80 Mark je 100 Kilogramm frei hier. Biertreber findet noch kein großes Interesse, so daß die Brauereien für das reichliche Angebot nur sttten ben Höchstpreis erhalten. Malzkeime fm- den nur selten Abnehmer. Mit der letzten Oelkuchen- zuteilung ist bas Geschäft in diesem Kraftfutter- mittel abgeschlossen. Die Landwirtschaft ist aber einigermaßen versorgt, so baß auch für Mischfutter noch f$jn großer Bebarf besteht. An Stelle von Fischmehl wirb zur Zeit Walmehl preiswert m guter Qualität angeboten. In Rauhfutter bleiben bie Umsätze sehr klein Die Preise sind bei gutem Angebot gedrückt. Stroh ist nach wie vor schwer abzusetzen. Marktübersicht der Viehmärkte. Frankfurt, Mainz, Wiesbaden und Darmstadt. Die 283 (gegenüber ber Vorwoche 187) in Frankfurt aufgetriebenen Rinb er genügten nicht der Nachfrage. Das Vieh mürbe ben Metzgern jugetedt. Dies mar auf ollen vier Märkten ber Fall. Die Qualität bes aufgetriebenen Großviehs war auf sämtlichen Märkten mittel Der notroenbige Bebarf Schluß- lurs 2-7. 14? 130 241 144,25 99,13 27,9 128,4 126 183,5 Schlußk. Abend« börse 3.7. 141,5 240,5 143,75 99,5 29,25 127 Philipp Holzmann 4| 125 Zementwerk Heidelberg 7 141 Cementwerk Karlstadt.........6| 150 I 124,5 1 125 1 141,5 - 150| -I 32,9 1 32,9 1 225 | 228 I I Schluß- I kurs Datum | 2.7 Mansfeld« Bergbau.......6yt\ 139,5 Kokswerke .................. 6 — Rheinische Braunkohlen 12 — Ryetnstahl............ 4 144,13 Bereinigte Stahlwerke 3Vi 99,4 Otavi Minen ...............O 28 Kaliwerke Aschersleben 5 128,25 Kaliwerke Westeregeln 6| 125,5 Kaliwerke Salzdetfurth 7%| — angeführten Frankfurt a.M. Berlin Gchluß- kurs Schlußk. Abend- börsc Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 2.7- 3.7. 2.7. 3.7. 4% oeflflL Serie h ............ 5% Rumän. veretnh. Rente tt. 1903 4>4%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vercinh. Rente . 2%% Anatolier .............. 6,7 9,85 5,6 6,6 9,8 5,65 42,5 6,7 9,8 5,7 42,75 6,7 9,95 5,7 42,25 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 2.7 37. 2.7 3.7. 2.Juli 3.3ui Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief 0,660 0,664 0,658 0,662 Brüssel .... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia 7.... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,56 55,68 55,63 55,75 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,445 12,475 12,46 12,49 Helstngfors. 5,485 5,495 5,49 5.59 Parts ..... 16,44 16,48 16,435 16,475 Holland ... 169,12 169,46 169,10 169,44 Italien.... 19,53 19,57 19,53 19,57 Japan ..... 0,727 0,729 0,728 0,730 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,54 62,66 62,63 62,75 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,31 11,33 11,32 11,34 Stockholm... 64,16 64,28 64,24 64,36 Schweiz ... 81,20 81,36 81,21 81,37 Spante»... 34,05 34,11 34,06 34,12 10,295 10,315 10,29 10,31 Budapest .. Reuyork... 2,480 2,484 2,480 2,484 Bertm.Z.Zuii Geld Amertkantfche Roten........-..... 2,432 Belgische Noten.................. 41,84 Dänische Noten ................. 55,38 Englische Noten ................. 12,425 Französische Noten............... 16,385 Holländische Noten............... 168,68 Italienische Noten................ —— Norwegische Noten .............. 62,41 Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling — Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 64,02 Schweizer Noten................. 81,03 Spanische Noten................. 33,72 Ungarische Noten •••••••••••••••• An unsere Mitglieder! Unsere Mitglieder werden gebeten, ihre e. G. m. b. H. 4260D 3.75 3.90 Elnkochenrj. CARLNoWACK GIESSEN SELTERSWEC? öl Sehr schöne und preiswerte Gießen (Steinstraße 27), im Juni 1936. 03087 Damen-Unterzeuge I 430 D Unterkleider.... 3.50 1.90 Schlüpfer Hemdhosen ... 3.80 1.80 Hemden Herren-Unterzeuge herzlich. Kinzenbach, den 4. Juli 1936. 4286D Sporthemden Familie Ed. 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Auf Wunsch besucht Sie unser Bezirksleiter Herr Fritz Danksagung. Für die überaus herzliche und aufrichtige Teilnahme und für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir unseren tiefgefühltesten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Belloff. Dürerhaus Kühn Neues Kunstgewerbe jetzt Kreuzplatz 8 Ecke Kaplansgasse 02999 Umsatzmarken nebst Anteilkarte vom 6. bis zum 2 0. Juli 1936 zwecks Verrechnung der Rückvergütung in ihrerVerteilu ngsstelle abzuliefern Schuheinlagen zur rechten Zeit - steigern die Leistungsfähigkeit! L.Thöt Gießen 46d Friedrichstr. 7 (assenlieferant Rcichslottotic Es wird alles gelingen, wenn Sie einen guten Einkoch-Apparat benutzen und die erprobten Einkochgläser von J. B. Häuser Gießen 3870 a Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 I/-NH; W/lHflM HORN UND SOHN Nachruf! Am 2. d.M.verstarb nachlängerem Kranksein unser Mitarbeiter Herr Heinrich Leinberger in Gießen. Wir verlieren in dem Verstorbenen nicht nur einen treuen Mitarbeiter, sondern auch einen lieben Arbeitskollegen, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Gießen, den 3. Juli 1936. Betriebsführer und Gefolgschaft der Genossenschaft für Häute- und Fettverwertung e. G. m. b. H. zu Kassel, Nebenstelle Gießen. _________ 4271D Für die uns bei dem Heimgange unseres lieben Vaters Ludwig Peusch, Gastwirt erwiesene zahlreiche undherzlicheTeilnahmedanken wir Adreßbuch der Stadt Friedberg in Hessen mit einem neuen Stadtplan und in fünf Abschnitten bearbeite! Abschnitt I: Lehöfden, Schulen, Religionsgemeinden, öffentliche Einrichtungen, Anstalten usw., Feuer- und Unfallmeldung, Aerzteschafi, Apotheken, NSDAP., Deutsche Arbeitsfront, Kreishandwerker- schast, Innungen, Verbände, Vereine und Kaffen Abschnitt II: Alphabetisches Einwohner- und Firmenverzeichnis Abschnitt III: Straßen und Häuser von Friedberg Abschnitt IV: Handels- und Gewerbeverzeichnis der Stadt Friedberg Abschnitt V: politische Hoheitsträger u. Bürgermeister des Kreises Friedberc Lieferpreis 7.50 Oberhessischer Adreßbuchverlag • Gießen Praktisch reis n, meine Herren! Viel nimmt man ja heutzutage nicht mehr mit, aber einen guten flotten Sportanzug oder den so beliebten „Kombinierten“ werden Sie unterwegs doch gebrauchen. Kommen Sie recht bald — wir bedienen Sie gut und preiswert: Sportanzüge mit langer oder Golfhose, in feschen Formen.......... 24 — 28.— 34.— 44.— und höher Sommeranzüge aus tragfähigen Stoften in grauen u. grünlich. 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