186. Jahrgang Metzener Anzeiger Nr. 128 Erstes Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 4-Juni 1936 Sonntags1 mrt^iertags M M Annahm« »on Anzeigen »SÄ /3ZJ AUAUA44 llU4A4AA44 KÄ8Ä Helmat im Dlld Die Scholle B ■ JwM / JW M M JT ■■ T| yjWT B Grundpreise mm höhe «S2SS!» ■ J11 11y I /■ ||4t7lllt^l Ohne Illustrierte 1.80 B B B B B B B MW Bk B ^B B B von 70 mm Breite Zustellgebühr .. ■ B B Ä- B M- B HB^ WwA W W 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen B vorh.Dereinbg.250/., mehr. ?ns°Igk"^öh?rer^^G-w'a» EF SrmSHIgle Srundpreist: MM General-Anzeiger für Gberhessen ZW jironffurt am Main 11686 vruck und Verlag: vrühl'sche UniversttStsvuch- und Steinömdcret R. Lange In Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Abschied von General Litzmann. Der „Löwe von Brzeziny" und alte Kämpfer Adolf Hitlers wird zur letzten Ruhe gebettet. Die sterbliche Hülle des Generals Litzmann ist zur letzten Ruhe bestattet worden. Wieder ist einer der Führer des großen Krieges von uns gegangen, ein Mann, gewohnt zu befehlen und gewohnt, daß ihm Gehorsam entgegengebracht wurde. Nicht allein seinen Feldherrngaben hatte er es zu danken, daß sich Siegesruhm an die Fahnen seiner Regimenter heften konnte, es war auch die eiserne Manneszucht, die seine Waffengefährten zusammenschmiedete und sie zu militärischen Höchstleistungen befähigte. Auch ihn traf der unglückliche Ausgang des Krieges schwer, mehr noch der Niedergang der deutschen Nation. Freudigen Herzens begrüßte er es, daß sich in der Person Adolf Hitlers ein Mann fand, der aufstand und alle Kräfte an- fpannte, um die Schicksalswende zu erzwingen. Ein Junger war es, der für fein Volk eintrat und dem sich die enttäuschte Jugend in wilder Leidenschaft anschloß. Und ein Alter wiederum war es, der sich nicht scheute, zu Adolf Hitler zu stoßen, sich ihm zur Verfügung zu stellen und sich ihm in dem nun einsetzenden schweren Ringen um die Seele des Volkes bedingungslos unterzuordnen. Politik war nicht das ursprüngliche Aufgabengebiet des Generals Litzmann, aber feine militärische Vergangenheit sagte ihm, daß auch in der Politik nur dann Großes geleistet werden kann, wenn jeder, ohne Rücksicht auf Herkunft und Vergangenheit, sich neidlos dem unterordnet, der politisch zn führen vermag. Zwei Generationen trafen sich in diesen beiden Männern, in Adolf Hitler und General Litzmann. Und beide Generationen brachten schließlich für ihr Volk und seine Zukunft Herrliches zustande. Wie es für Litzmann stets schmerzlich war, wenn einer seiner Wasiengefährten für immer dahin ging, so ist es nicht minder schmerzlich für den Führer, wiederum am Grabe eines seiner besten Mitkämpfer zu stehen. Doch in diesem Abschied liegt mehr als ein Scheiden für immer. Er ist ein Erinnern an die Zeiten des Kampfes um die Wiedererstarkung unserer Nation. Und dieses Erinnern kann kein Tod überschatten, denn es hat Ewigkeitswert und bleibt ein Quell der Erkenntnis, daß Deutschland stets stark ist, wenn es sich willig dem vom Schicksal berufenen Führer beugt, ihm unterschiedslos folgt und die Treue hält. Das Staatsbegräbnis Neu-Globsow, 3. Juni. (DNV.) Schon am frühen Morgen sind die Ehrenabordnungen der nationalsozialistischen Formationen und die Trauergäste nach der kleinen märkischen Gemeinde geeilt, um an dem Staatsbegräbnis für General Pg. Litzmann teilzunehmen. Auf der Kowno-Höhe haben bereits um 9 Uhr die Ehrenabordnungen Aufstellung genommen. Eine Ehrenkompanie der Wehrmacht, ein Ehren sturm der S A. und ein Zug der LeibstandarteAdolfHitler stehen angetreten. Hinter ihnen ist die ganze Höhe umsäumt von den Fahnen der politischen Leiter, der SA. und den Traditionsfahnen der Wehrmacht. Auf dem Sarge ruhen der Helm und der Ehrendegen des *<>, W 'Ä B P, 4 | ? F t D w. * W' r '*** WM WäA , MH MH. > wwM WM M fz ? M k i X ■ -.-.x. 1*. * : . - ’ i Aß 7 L* v Auf dem Friedhof von Dagow senkten sich, während das Lied vom guten Kameraden erklang, die Fahnen über dem Grabe. — (Scherl-Vilderdienft-M.) Generals. Auf dem Wege zur Anhöhe bilden Arbeitsdienst und SS Spalier. Um 11 Uhr traf der Führer und Reichskanzler auf der Kownohöhe ein. In seiner Be- Steitung befand sich der Sohn des Verstorbenen, bergruppenführer Litzmann. Auf der Kownohöhe standen die Reichs- und Gauleiter der NSDAP., der Oberbefehlshaber der Wehrmacht und die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile, Reichsminister und Staatssekretäre, Mitglieder des Reichstages, Generale der Wehrmacht und des alten Heeres, Gruppenführer der SA und SS, Gebietsführer der HI. und zahlreiche Amtsleiter der Reichsleitung und Gauleitungen. Der Trauermarsch aus der As-2)ur=©onate von Beethoven — gespielt von einem Musikzug der Wehrmacht — leitete den Staatsakt ein. Dann sprach der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall v. Blomberg Worte des Gedenkens. Blombergs Gedenkrede. Er war sich selber treu. „Im Namen der deutschen Wehrmacht lege ich diesen Kranz am Grobe unseres alten Kameraden, des Generals Litzmann, nieder. Jeder deutsche Soldat ist Leidtragender beim Tode eines Kriegers aus großer Zeit. Und dieser Entschlafene war e i n ganzes langes Leben hindurch Soldat und Krieger. Im Kriege 1870/71 stritt er als junger Offizier mit. Trotz feiner Jugend wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. In den langen Friedensjahren, die folgten, zeichnete er sich in der Armee aus. Er wurde in hervorragenden Stellen ve r w endet. Ich selber hatte die Ehre, unter seinem Kommando die alte Kriegsakademie zu besuchen. Im Jahre vor dem Kriege nahm er seinen Abschied. Seine ganze Kraft und Tätigkeit setzte er weiter ein für feine vaterländische Arbeit. Als der Weltkrieg ausbrach, war er durch fein Alter über die gesetzmäßige Kriegspflicht längst hinaus. Aber es duldete den weißhaarigen Feuerkopf nicht in der Heimat. Er hat d e n K r i e g von Anfang bis zu Ende ander Spitze wichtiger Kommando st eilen mitgemacht. Brzeziny und Kowno leuchten auf feiner Ruhmestafel. Hier durchbrach er die feindliche Umklammerung an der Spitze feiner Division, den Degen in der Faust, dort bemächtiote er sich, allen Bedenken zum Trotz, der Festung Kowno und öffnete so den Weg auf Wilna. Sein Name wurde durch diese Waffentaten berühmt in seinem Vaterland. Wieviel mehr noch empfanden die Soldaten, die seinem Kommando unterstanden, die Wucht seiner Führerpersönlichkeit. Es besagt die große Gabe des militärischen Füh- - | i * £ »' ■ || 4 A M * 4 'W< . 4? 1 8ZWOP 11 1 Führer im Trauerzuge. Links von ihm Reichskriegsminister Generalfeldmarschall vonBlombergund rechts der Stell- Unjer Bild zeigt den f5unter nn xra guB » zweiten Reihe von rechts nach links: Reich-Minister Dr. Goebbels, General. Vertreter des FührersR°.ch-mmstttr - v Fritfch, Generaloberst Goring und Reichsminister Dr. Frick. Dahinter der aüm.ral Dr.h.c. Raeder, Generaiooerii u ' Führers. - (Scherl-Bilderdienst-M.) rers, nicht nur fein Handwerk zu verstehen, sondern seine Soldaten zu begeistern, ihre soldatische Phantasie im rechten Sinne anzufachen, vor allem sich verstanden und beliebt zu sehen, kurz, durch das Herz den Soldaten zu führen, durch alles Schwere des Krieges bis zum Opfertod. Die Soldaten folgten ihm gern, weil sie ihn verstanden und ihm vertrauten, so' war dieser greife Soldat ein Krieger, so war dieser General ein Frontkämpfer! Als der Schmachfriede kam, hörte für ihn der Krieg nicht auf. Als ein neuer Kampf anhub, ein Kampf um die Seele und den Gemeinschaftswillen des deutschen Volkes, den Kampf, den Adolf Hitler und feine Männer führten, da war der alte Krieger wieder zur Stelle. An Jahren alt, im Herzen jung, reihte er sich ein in die jungen Sturmkolonnen, lieber diese Zeit wird ein berufener Mund sprechen. Aber wir Soldaten der neuen Wehrmacht müssen ihm wenigstens danken, daß er uns zeigte, wie man den Weg zu Adolf Hitler geht und an feiner Seite in unverbrüchlicher Treue ausharrt. Sein langes und erfolgreiches Soldatenleben hat er durch dieses Tun gekrönt. Wir Soldaten können nicht weichlich trauern, wenn solch langes Kämpferleben erlischt. Er ist sein ganzes Leben lang s i ch treu gern e f e n. Gibt es etwas Besseres für einen Mann? Aber fein Andenken wird in uns fortleben. Wir wissen ihn nun in einer anderen Welt, in der auch der Krieger seine ewige Heimstätte hat. Wir senken unsere Fahnen in Ehrfurcht vor dem Entschlafenen. Sein Leben war gesegnet, denn er konnte seine irdische Sendung ganz erfüllen und er läßt einen großen Namen als Beispiel und Antrieb zurück. Rudolf Heß danttdematteuKämpserderpattei „Die nationalsozialistische Bewegung — an der Spitze ihr Führer — nimmt Abschied von dem General des Weltkrieges und von dem Parteigenossen Litzmann. Sie nimmt Abschied von einem ihrer Besten, von einem, der innerlich einer der Jüngsten blieb, der sein Deutschland über alles liebte wie kaum einer, und der stritt und kämpfte für fein Deutschland bis zum Ende. Der General Litzmann wurde Parteigenosse Litzmann in einer Zeit, da der Erfolg der Bewegung nicht nur unsicher, sondern für Außenstehende unglaubhaft schien. Er glaubte an ihren Erfolg, wie er einmal bei Brzeziny von Anfang an an den siegreichen Erfolg geglaubt hat. Er glaubte an die schicksalhafte Notwendigkeit des Erfolges der nationalsozialistischen Bewegung, weil er der Ueberzeugung war, daß allein diese Bewegung unter ihrem Führer Deutschland retten könnte. Er hatte diese Ueberzeugung, weil er selbst seinem innersten Wesen nach Nationalsozialist war — Nationalsozialist schon einst feinen Untergebenen gegenüber und feinen Vorgesetzten gegenüber. Seine Soldaten nannten ihn „Vater Litzmann", so wie er später feinen nationalsozialistischen Kampfgenossen als Vater erschien. Er brachte der Bewegung seinen Namen allen Anfeindungen zum Trotz, seinen Namen, den er sich im Weltkriege geschaffen hatte und den er nun einsetzte für den Sieg der Bewegung. Aber er gab der Bewegung mehr als seinen Namen: er gab der Bewegung sich selbst. Den ganzen Mann, den Kämpfer, den weißhaarigen Feuerkopf. Er setzte sich mit seiner ganzen bezwingenden Persönlichkeit immer von neuem ein in unzähligen Versammlung gen und Kundgebungen, gegen das Verbot seines Arztes, als er bereits schwer leidend war. Er warf seine Person rücksichtslos für den Führer in die Waagschale. Er ging auf in der Bewegung, die für ihn Deutschland geworden war. Oester als einmal äußerte er in der Kampfzeit, daß er nur den einen sehnlichen Wunsch habe, es noch zu erleben, daß der Führer an die Macht komme. Das Schicksal hat ihm diesen Wunsch erfüllt — mehr noch: es ließ ihn Zeuge sein des Wiederaufstiegs seines über alles geliebten Deutschland. So ist uns in der Trauer der Gedanke ein Trost, daß sein strahlendes Auge sich sorglos schließen konnte, nachdem es das neue Deutschland gesehen. Wir nehmen Abschied von dem großen Soldaten und unermüdlichen Kämpfer für Deutschland, von dem prachtvollen Menschen. Sein Geist der Treue, der Opferbereitschaft, der Vaterlandsliebe wird unter uns und den Kommenden leben: Vater Litzmann, du kannst in Frieden ruhen!" Des Führers letzter Gruß. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied beendeten die schlichte Feierstunde auf der Kownohöhe. Dann fuhr die Lafette vor und/der Trauerzug setzte sich in Bewegung. Voran schritt der Musikzug der Wehrmacht. Es folgten acht Regimentsfahnen und eine Kompanie Infanterie. Hinter der Lafette mit dem Sarg, an deren Seite Offiziere der Wehrmacht gingen, schritt der Führer, begleitet von Generalfeldmarschall v. Bl o m b e r g und Reichsminister Rudolf Heß. In der nächsten Reihe folgten Generaloberst Göring, Generaloberst v. Fritsch, Generaladmiral Raeder und Reichsminister Dr. Goebbels. Es schlossen sich die Familienangehörigen an, unter ihnen in der ersten Reihe der älteste Sohn des Verstorbenen Oberarup, penführer Litzmann, die Reichs- und Gauleiter der NSDAP., ein Ehrensturm der Leibstandarte Adolf Hitler und die übrigen Trauergäste. In langsamem Zuge schritt die Trauerparade auf dem Wiesenweg durch das Spalier von SA., Politischen Leitern und SS. zum Friedhof. Die Gauleiter Kube, Streicher und Wagner, SA.-Obergruppen- fiihrer Schöne, SS.-Grup'penführer Jeckeln sowie die SA.-Gruppenführer Kasche und Meyer-Oüade hoben vereint den Sarg von der Lafette und trugen ihn zum Grabe. An der Stirnseite des Grabes ltand der Führer, rechts und links von ihm Generalfeldmarschall v. Blomberg und Rudolf Heß. Obergruppenführer Litzmann und der älteste Enkel des Generals, Hauptmann Litzmann, nahmen Helm unb Säbel vom Sarg, der nun von 10 Politischen Leitern langsam ins Grab gesenkt wurde. Mit erhobener Rechten erwies der Führer seinem Kampfgenossen den letzten Gruß. Schweigend stand die Trauergemeinde um das Grab auf dem kleinen Friedhof. Ergriffen wohnte die Trauergemeinde dieser letzten stummen Zwiesprache des Führers mit dem alten General und nationalsozialistischen Kämpfer bei. Langsam senkte sich der Sara. Eine Kompanie schoß den Eyrensalut und der Musikzug intonierte das Lied vom guten Kameraden. Nun legte der Führer den riesigen Kranz nieder, den letzten Gruß an den treuen Kampfgenossen, mit der Inschrift: „Dem alten Soldaten und tteuesten Kämpfer für Deutschlands Größe und Wiederauferstehung Pa. General Litzmann". Nach dieser feierlichen Ehrung spielte der Musikzug den Lieblingsmarsch des Generals, den König- Karl-Marsch. Dann verließ der Führer mit seiner Begleittwg den Friedhof. Die Trauergemeinde grüßte chn noch einmal schweigend mit erhobener Rechten und dachte voll Ergriffenheit daran, daß wieder einer der Besten aus der Kampfgarde der nationalsozialistischen Bewegung zu Grabe getragen wurde, der sein ganzes Leben lang nur den Dienst für Deutschland kannte, und der nun in seinem 87. Lebensjahre eine würdige letzte Ruhestätte in der befreiten deutschen Heimat gefunden hat. Oer Volksgerichtshof. B e r l i n, 3. Juni (DNB.) Im großen Sitzungssaal des Volksgerichtshofs fand die Einführung des Präsidenten und der übrigen Mitglieder des zum ordentlichen Gericht erhobenen Volksgerichtshofes statt. Im Sitzungssaal hatten sich neben Reichsjusttzminister Dr. G ü r t n e r il a. die Staatssekretäre und Ministerialdirektoren des Reichs- justizminijteriums eingefunden. Mit dem Präsidenten des Volksgerichtshofes, SA.-Oberführer Staatsminister a. D. Th i e rack, waren erschienen die Senatspräsidenten beim Volksgerichtshof E n g e r t und Dr. Springmann, der Leiter der Reichs- anwaltschaft beim Volksgerichtshof, Reichsanwalt I o r n s sowie die übrigen Volksgerichtsräte, Staatsanwälte und ehrenamtlichen Mitglieder des Volksgerichtes. Der Reichsjusttzminister gedachte zunächst des Todes des großen Heerführers und Kämpfers für das Dritte Reich, General Litzmann, dessen Sohn ebenfalls diesem Gerichtshof angehöre, und führte dann u. a. aus: Das Jahr 1918 war das Jahr des großen Hochverrats. Der Landesverrat wurde salonfähig. Man versuchte sein Gesicht nicht mehr zu tarnen, sondern nahm für sich in Anspruch, den Landesverrat sittlich zu rechtferttgen. Der Hochverrat wurde in all den folgenden Jahren in Deutschland offen und schamlos betrieben. Es ist kein Wunder, daß, nachdem der Nattonalsozialismus die Macht ergriffen hatte, schon nach kurzer Zeit der Grundsatz der nattonalsozialistischen Staatsauffassung war, daß Treubruch am eignen Volk das r u ch - lose st e und fluchwürdig st e Verbrechen ist, in Rechtsgrundsätze gefügt wurde. Die zweijährige Wirksamkeit des Volksgerichtshofes hat keinem ernsthaften Krittker Veranlassung geben können, an der Rechtmäßigkeit und Gesetzmäßigkeit seiner Urteilsfindung zu zweifeln. Wenn heute der Volksgerichtshof ein echtes Glied der deutschen Gerichtsorganisation wird, so geben wir damit den Inhalt seiner Tätigkeit die Rechtsform. Der Minister sprach allen für ihre bisherige Arbeit aufrichtigen Dank aus, besonders auch dem verstorbenen ersten vorläufigen Präsidenten des Volksgerichtshofes Senatspräsidenten Rehm und dem zweiten vorläufigen Präsidenten Senatspräsidenten Brunne. Dann überreichte der Minister den Richtern die Bestallunasurkunden und nahm von ihnen das Gelöbnis der Treue entgegen. Der Präsident des Volksgerichtshofes SA.-Oberführer Staatsminister a. D. Dr. T h i e r a ck dankte dem Minister für seine Worte. Die Aufgabe des Volksgerichtshofes sei es, d a s V o l k z u s ch ü tz e n, allein gestützt auf Gesetz und Recht. Eine Wanderjoppe für die Handwerksgesellen. 1 r. ... . Für die wandernden Handwerksgesellen wurde von der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk, Abteilung Gesellenwandern und -austausch, in Zusammenarbeit mit der Fachschaft Schneiderhandwerk eine besondere Kleidung geschaffen. Die Kleidung darf nur von Handwerksgesellen getragen werden, die das Wan- derbuch der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk besitzen. Die Joppe besteht aus graublauem Loden und hat an der rechten Brustseite eine Abzeichenkombination der DAF. mit den deutschen Handwerkszeichen auf blauem Grunde. Ein farbiges Band gibt die Möglichkeit, die Zugehörigkeit des Wandergesellen zur entsprechenden Fachgruppe zu erkennen. Grün bedeutet Fachgruppe Bau, rot: Metall, braun: Holz, gelb: Nahrung, blau: Bekleidung. (Scherl-Bilderdienst-M.) Worum geht es bei dem Streik m Frankreich? Von unserem (—pp)-Äerichterstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, Juni 1936. Die etwas sensationelle Form des Stteiks in der Pariser Metallindustrie, der in etwa 40 Betrieben 70 000 Arbeiter umfaßte, erklärt sich vor allem daraus, daß die französischen Arbeiter nicht so sehr Gewerkschaftler, sondern mehr Syndikalisten sind. Sie ziehen das unmittelbare Vorgehen dem Verhandeln vor und wollen durch zielbewußtes Auftreten eine solche Lage schaffen, daß sie diktieren können. Die Voraussetzungen für eine derartige „d i r e k t e A k t i o n" sind nach Ansicht der Arbeiter zur Zeit günstig, weil die marxistischen Parteien einen großen Wahlsieg errungen haben und weil trotz der 43 000 Arbeitslosen die Pariser Metallindustrie, die vor allem große Rüstungsaufträge hat, Mangel an Qualitäts- und Spezi alarb ei lern hat, denn die in den letzten Jahren aus Frankreich ausgewiesenen 600 000 Fremd arb eiter konnten nur zum Teil ersetzt werden. Die „direkte Aktion" beschränkt sich allerdings darauf, daß die Arbeiter in den Betrieben blieben, während sie nie daran gedacht haben, diese „Besetzung" zu einer Inbesitznahme werden zu lassen. Die von den Arbettern gestellten Forderungen sind überaus weitgehend. In einigen Betrieben wird die Wiederaufnahme der Arbeit abhängig gemacht von der Erfüllung der Sonderbedingungen, die insbesondere die bessere Bezahlung der Jungarbeiter und der ungelernten Arbeiter betreffen. Doch über alle Forderungen soll gemeinsam entschieden werden. Die allgemeinen Forderungen beziehen sich auf Probleme, die in Deutschland schon längst geklärt sind, wie die Gewährung eines bezahlten Urlaubs und die Mitwirkung von Arbeitervertretern bei der Gestaltung sozialer Fragen des Betriebes. Doch darüber hinaus verlangen die Arbeiter die Einführung der vierzig stündigen Arbeitswoche bei ungekürzten wöchentlichen Bezügen. Sie begründen dies damit, daß zwischen den verbesserten Erzeu- gungsmetHoden und dem Angebot an Arbeitskräften nur bei Herabsetzung der Ar- beitszett auf 40 Stunden in der Woche eine neue Gleichgewichtslage herbeigeführt werden könne. Sie wollen nicht abwarten, bis die anderen Länder den gleichen Schritt tun, sondern hoffen, daß auf der kommenden Tagung des Internationalen Arbeitsamtes durch entsprechende Beschlüsse zugunsten einer vierzigstündigen Arbeitswoche ihre Bemühungen erleichtert werden. Die Unternehmer sind über diese radikalen Forderungen entsetzt und weisen darauf hin, daß die Arbeiter sich selbst ins Fleisch schneiden, wenn sie so wichtige Fragen, wie die der Einführung der vierzigstündigen Arbeitswoche bei gleichbleibendem Wochenoerdienst, sofort lösen wollen. Auch betonen sie, daß im großen und ganzen die Arbeiter mit ihrer Stellung zufrieden sein können, insbesondere mit den gezahlten Löhnen, denn diese seien nach der Statistik nur um 7 o. H. seit Beginn der Krise zurückgegangen, während die Lebenshaltungskosten um ein Fünftel gefallen seien. Die französischen Arbeiter seien wohl die einzigen der Welt, die heute höhere Reallöhne bezögen als vor der Krise. Doch es sei fraglich, ob dies sich zugunsten der französischen Arbeiter ausgewirkt habe, denn infolge der hohen Löhne würden französische Waren immer mehr vom Weltmarkt verdrängt, müßten die Unternehmer zur Rationalisierung des Betriebes übergehen. Auf diese beiden Punkte sei vor allem die Arbeitslosigkeit zurückzuführen, so sei zum Beispiel die Zahl der beschäftigten Kohlenarbeiter bei einer wenig veränderten Förderung feit der Hochkonjunktur^ infolge Rationalisierungsmaßnahmen von über 300 000 auf 240 000 zurückgegangen. Trotz dieser Beweisführung werden die Unternehmer zunächst weitgehend den Forderungen der Arbeiter zustimmen müssen, denn sonst müßten sie infolge des Mangels an Arbeitskräften den Betrieb schließen. Eine andere Frage ist, wie sich der zu erwartende Sieg der Arbeiter langfristig auswirkt, und wann die unvermeidlichen ungünstigen Rückwirkungen eine Aenderung erzwingen. Diese und andere Erwägungen deuten darauf hin, daß die kommenden Jahre in sozialpolitischer Hinsicht sehr unruhig sein werden, und auch von dieser Seite manche Störung auftreten wird. Fraglich ist allerdings, ob die wichtigste Forderung, die der vierzig st ündigen Arbeitswoche, jetzt schon durchgefetzt werden kann. Wenn ja, würde damit eines der bedeutendsten weltwirtschaftlichen Probleme ausgerollt werden. Hierzu kann im Rahmen dieses Berichtes nicht weiter Stellung genommen werden; doch sei noch kurz erwähnt, daß es zur Gesundung der Weltwirtschaft nicht so sehr darauf ankommt, die Arbeitszeit zu verkürzen, sondern neue Absatzmöglichkeiten zu erschließen. Dem steht aber vor allem d i ö französische Zoll- und Kontingentpolitik gegenüber, durch die die Ausfuhr aller Länder nach Frankreich auf ein Mindestmaß herabgesetzt wurde, während andererseits die erwarteten günstigen Rückwirkungen auf die französische Erzeugung und auf den Arbeitsmarkt ausblieben. Wichtige Pionierarbeit würde zum Beispiel geleistet werden, wenn etwas zum Ausbau der internattonalen Wirtschaftsbeziehungen geschehen würde, wenn die einzelnen Länder Hand in Hand arbeiteten, um durch Austausch zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Doch von derartigen Bestrebungen ist leider in Frankreich immer noch nichts zu merken. Ausdehnung des Streiks aus Zeiiungsvertneb und Venzinversorgung. Paris, 4. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Streik hat in der Nacht zum Donnerstag auch auf hie Zeitunas-Vertriebsfirma Hachette übergegriffen, die eine fast monopolartige Stellung einnimmt. Er erstreckt sich vor allem auf die Last- kraftwagenfahrer, die nachts die Zeitungspakete auf die Bahnhöfe befördern, von wo aus die Belieferung an die Provinz erfolgt. Am Mittwochnachmittag war zwischen den Angestellten und der Leitung von Hachette ein Abkommen getroffen worden, das den Arbeitnehmern eine lOprozenttge Lohnerhöhung und die Wiedereinstellung der Arbeiter, die wegen politischer Gründe oder wegen Streiks entlassen worden waren, sicherte. Offen war noch die Frage der Lastkraftwagenfahrer. Um 2 Uhr nachts fuhren die Zeitungsautos von Hachette wie gewöhnlich in die enge Straße ein, wo die Verteilung der Bahnpakete erfolgt. Sie begannen dort einen Streik an Ort uno Stelle und machten es den außerhalb des Betriebes angeforderten Lastkraftwagen anderer Unternehmungen, die die Firma Hachette zur Abwicklung der Zeitungsbeförderung als Reserven einsetzen wollte, unmöglich, an die Verteiler stelle zu kommen. Beim Schichtwechsel in der Nacht versammelte sich eine große Anzahl Arbeiter in den Straßen des Zeitungsviertels nahe der Börse, überwacht von einem durch Kraftfahrer verstärkten polizeilichen Ordnungsdienst. Auch ein Teil der Großlieferanten von Brennstoff ist von dem Streik betroffen. Eine Pariser Großvertriebsgesellschaft von Benzin, die 30 Hauptlager hat, teilte mit, daß 2 7 ihrer Lager von den Arbeitern besetzt sind, und keinen Brenn st off mehr abgeben können. Die Vorräte der Kleinverteilerstellen seien ganz verschieden. In manchen Tankstellen verfüge man über Vorräte, die die Versorgung der Kunden auf acht Tage sichern, in anderen könne bereits heute ein Benzinmangel eintreten. Auch die Kraftwagenfahrer der Gesellschaft, die die Beförderung der Unter f u ch ungsgefange n e n vom Gefängnis nach dem Justizpalaft und zurück übernommen hat, haben am Mittwoch g e - streikt. Die Gefangenen mußten in offenen Polizeiwagen befördert werden. Das „Oeuvre" bringt auf der ersten Seite folgende Mitteilung: Wir entschuldigen uns bei unseren Lesern, daß wir heute nur auf sechs Seiten erscheinen, aber der Verkehrsstreik, der Gasstreik und der Streik in der Druckereibelieferung zwingt uns zur Einsparung unseres Papierverbrauchs. Die sozialistische Zeitung „P o p u l a i r e" warnt vor übertriebenen Streikgerüchten; an der Arbeitsbörse sei das Gerücht im Umlauf gewesen, daß es keine Milch, kein Gas und keinen elektrischen Strom mehr gebe, und daß am nächsten Tage der Verkehr stilliegen würde. Das seien lügnerische Behauptungen Man müsse wissen, so fährt das Blatt fort, daß von morgen ab unter der Volksfrontregierung diejenigen, die derartige Gerüchte in die Welt fetzen oder verbreiteten, nicht ungestraft bleiben würden. Der Streik in der französischen Provinz. Paris, 4. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Streik hat sich auch auf die Provinz immer stärker ausgedehnt. In Rouen werden die meisten großen chemischen Werke Saint Gobain, Maletra, Kulmann, bestreikt. Die Arbeiter haben zum Teil Forderungen gestellt, die bis auf eine 50prozentige Lohnerhöhung hinauslaufen. In den meisten Fällen hat die Belegschaft die Fabriken besetzt und erklärt, sie nicht eher zu verlaßen, als bis die Forderungen angenommen sind. Die Textilindustrie in L i lle ist seit Mittwoch ebenfalls in großem Umfange von der Ausstandsbewegung betroffen. In einer Möbelfabrik verlangen die Arbeiter eine Lohnerhöhung von 35 v. H. Auch die großen Stahlwerke Forges et Acieries de Denain et Anzin, die 3700 Arbeiter beschäftigen, liegen seit Mittwoch nachmittag sttll. Die Werksleitung hat sich zur Prüfung der Forderungen der Arbeiter eine 24stündige Bedenkzeit ausgebeten, aber die Streikleitung antwortete, wenn die Arbeiter nicht unverzüglich Genugtuung erhalten würden, würden sie die Hochöfen ausgehen lassen In Le Havre haben unbekannte Täter nunmehr schon zweimal eine rote Sowjetfahne mit Hammer- und Sichelabzeichen auf einem Lichtmast gehißt, die die Polizei stets wieder entfernte, ohne den Tätern auf die Spur kommen zu können. Moskaus Saat geht auf. EnglischeBetrachtungenzurStreikbewegung in Westeuropa. London, 4. Juni. (DNB. Funkspruch.) „Daily Mail" weist auf die Erfolge der von Moskau geleiteten kommunistischen Wühlarbeit in Frankreich, Spanien und Belgien hin. Moskau arbeitet Tag und Nacht, um in allen Teilen der Welt Unheil anzurichten. In Frankreich seien Zahlreiche Streiks von den roten Agenten herbeigeführt worden und es sehe so aus, als ob ein allgemeiner Zusammenbruch der Industrie bevorstehe. Moskau habe die Gelegenheit, die sich durch die Erfolge der Linken bei den französischen Wah- l e n ergeben fjabe, geschickt ausgenutzt. Frankreich lerne jetzt die Gefahr kennen, die jenes Liebäugeln mit Sowjetrußland mit sich bringe. Die soziale Ordnung sei in Gefahr, und das sei eine große Gefahr in der gegenwärtigen unruhigen Lage Europas. Ein ähnliches (Ergebnis hätten die kommunistischen Erfolge in den belgischen Parlamentswahlen gezeitigt. Der Streik in den Docks von Antwerpen, der sich am Mittwoch zu einem allgemeinen Streik ausgewachsen fjabe, sei auf kommunistische Anstiftung zurückzusüh- ren. In Spanien erinnere die Lage sogar an die zu Beginn der bolschewistischen Revolution in Rußland. Die Zustände in Spanien zeigen, daß Sowjetrußland und seine Werkzeuge nichts als U n ■ heil und Unordnung anrichteten. Unruhiges Spanien. Madrid, 4. Juni. (DNB Funkspruch.) Aus einigen spanischen Provinzen werden wieder Zwischenfälle gemeldet. In Santander wurde der Direktor der sozialdemokratischen Zeitung „Region" in einem CafL von einem Unbekannten überfallen und durch mehrere Sttche niederge st reckt. Die Gäste des CafLs verfolgten darauf den Täter und erschossen ihn. Auf ähnliche Weise wurde der Gefängnisdirektor in Sevilla von Linksradikalen ermordet, als er sich mit mehreren Freunden in einem Kaffeehaus aufhielt. In Alora überfiel eine Gruppe streikender kommunistischer Landarbeiter^ einen Gutshof in der Absicht, bas Grundstück zu enteignen und selbst z u bewirtschaften. Als die Besitzer den Angreifern eiitgegentraten, entstand eine Schießerei, in deren Verlauf eine Person getötet wurde. In Malaga wurde ein Geistlicher, der 3000 Peseten Ge- palter bei sich führte, von Kommuni st en überfallen, beraubt und durch Pistolenschüsse 3n 6 a r a g o f f a legten Anarcho-Syndi- kausten in ben Geschäftsräumen des radikalfozia- listischen Verbandes eine Bombe, bei deren Gjplofion erheblicher Sachschaden verursacht und zwei Personen verletzt wurden. In Madrid sind von der Polizei umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, da man von den Anarcho-Syndikalisten, die im Gegensatz zu den Marxisten den Kellnerstreik weiter aufrechterhalten wollen, Sabotageakte erwartet. An einigen Stellen der Stadt explodierten bereits Feuecurerkskorpe., die jedoch keinen großen Schaden anrichteten. Generalstreik der Bergarbeiter in Asturien. M adrid, 4. Juni. (DNB. Funkspruch.) Da das asturische Grubenarbeiter-Syndikat bei den Schlichtungsverhandlungen mit dem Minister für Handel und Industrie zu keiner Verständigung gelangt ist, beginnt Donnerstag in sämtlichen Bergwerken der sog. „Generalstreik". Die Ursache für den Streik ist in erster Linie die Tatsache, daß eine Reihe von Bergwerksdirektionen mit den Lohnzahlungen bis zu fünf Monaten im Rückstand ist. Die den Arbeitern geschuldeten Beträge belaufen sich auf zwölf Millionen Peseten. Gegen die Dienstzeitverlängerung in Belgien. B r ü s s e l, 3. Juni. (DNB.) Die am 28. Mai in Kraft getretene Verlängerung der Dienst - 3 e i t bei einzelnen Truppenteilen der belgischen Armee hatte zu Zwischenfällen im Truppenlager B e - v e -r^o ^gesührt. In den letzten Tagen sind ähnliche Zwischenfalle m verschiedenen Antwerpener Kasernen gefolgt. Etwa 30 Soldaten haben sich geweigert, zum Appell zu erscheinen. Soldaten des 6. Infanterie-Regiments fragen die Regierung, weshalb die Dienstzeitverlängerung vom Kriegsminister befohlen fei, weshalb nur das 2. Armeekorps von dieser Maßnahme betroffen werde, und wie lange die Verlängerung der Dienstzeit gültig sein solle. Lloyd George fordert den deutschen Friedensplan als Verhandlungsgrundlage. London, 3. Juni. (DNB.) Der Aktionsausschuß für Friede und Wiederaufbau, dessen Präsident Lloyd George ist, spricht sich scharf gegen das Vorgehen Italiens in Abessinien aus, das „ein Verbrechen gegen das Weltgewissen" sei, und fordert verschärfte Sühnemaßnahmen sowie die Schließung des Suezkanals für Oel und Giftgastransporte. Er fetzt sich sodann für die baldige Einberufung einer internationalen Konferenz ein, auf der Fragen der kollektiven Sicherheit und der Völkerbundsverpflichtungen sowie die wirtschaftlichen Ur- fachen der Unzufriedenheit und die Kolonial- und Mandatsprobleme erörtert werden sollen. Die Entwicklung des deutschen Problems sei auf die Tatsache zurückzuführen, daß Europa das System der überwältigenden m i - litärischen Vorherrschaft Frankreichs und seiner Verbündeten über ein entwaffnetes Deutschland verlasse und in einen Zustand eintrete, in dem Deutschland seine Gleichheit durch Wiederaufrüstung wiedergewonnen habe. Der einzig aangbare Weg zum Frieden bestehe darin, diese Lage ehrlich und offen zu behandeln. Der Ausschuß verurteilt die deuffchen „Vertragsverletzungen", betont jedoch, daß die Alliierten nichts getan hätten, um ihren Verpflichtungen nachzukommen, und daß der französisch-sowjetrus- sische Vertrag dazu angetan fei, den deutschen Verdacht einer Einkreisung zu bestätigen. Es sei notwendig, die deutschen Friedensoor- lchläge zu untersuchen und als Verhand- Jun gsgrundlage zu benutzen. Die wirtschaft- jichen und territorialen Beschwerdegründe Deutsch- lands sollen so bald wie möglich geprüft werden, um sie zu mildern oder zu beseittgen. Deutschland lolle seinerseits Versicherungen abgeben, daß es feinen Versuch machen werde, Aenderungen mittels Gewalt durchzuführen. „Times" fordert filarffellung der englischen Außenpolitik. London 4. Juni. (DNB. Funkspruch.» Di- 7-rlmeL teüt bret Hauptforderungen für die eng- U'che Außenpolitik auf. Eine deutliche Erklärung an die Welt über die Verpflichtungen, zu denen Großbritannien steht; eine energische Inan- griffriahme der Verhandlungen mit De u t s ch l a n d und die schnellst-mogliche Durch- ^ung der Verteidigungsplane für das britische Weltreich. Wenn die Zivilisation am Leben bleiben solle dann müsse ei n n e u e s S y st e m geschaffen werden. Tatsächlich sei es gegenwärtig an drei Mächten, einen Anfang in Westeuropa zu machen, ^oml'ch an E nglan d, Frankreich und Deutschland. Zum erstenmal seit Kriegsende fCArSeÄanb lrl ber ^ge, sein volles internationales Recht zu fordern, und daher könne es von Anfang an feine eigene Rolle im Neubau der^riedensgrundlage spielen. Eine negative Politik sei für Deutschland ebenso wenig möglich, wlS Hitler glauben, wenn er n-n' r£»«llne ®rci?e b“5 ßfben von zwei Millionen Deutschen wert wäre, die tatsächlich sterben Bolschewismus die Erbschaft « “"trcIte.n konnte Zwar könne es keine le^chle Arbeit fein, eine Einigung zwischen den deutschen und französischen Ansichten über die Or- gamsation Europas zustande zu bringen. Eine tau- sendiahrige Geschichte liefere jedoch den Beweis oatz es für keinen der beiden Staaten Gesundheit oder Sicherheit geben könne, solange diese Kluft nicht überbrückt fei. . Angesichts dieser Merkmale der politischen Lage dnrfe kein Zweifel über die Erfordernisse der britischen Politik bestehen, die Verhinderung des Angriffes und des Krieges fei der leitende Grundsatz des britischen Vorgehens. England dürfe keiner Verletzung dieses Grundsatzes gleichgültig gegenüberstehen. Andererseits könne " keine Macht einen unbegrenzten Anteil der Verantwortung an allen Stellen, wo eine Verletzung vorkomme, übernehmen und England dürfe keine derartigen Verpflichtungen eingehen. Auf zwei Gebieten könne jedoch England besondere Verpflichtungen übernehmen. So würde jedem Vorstoß gegen die gebietsmäßige U n- Versehrtheit Frankreichs und Belgiens ein sofortiger und uneingeschränkter Widerstand entgegengesetzt werden. In ähnlicher Weise sollte den Mittelmeermächten die Versicherung abgegeben werden, daß jeder Versuch, sich in die Derkehrsfreiheit des Seeweges nach dem Osten einzumischen, sofort die volle und rückhaltlose Anwendung britischer Machtmittel zur Folge haben werde. Was das Friedensangebot Hitlers anbetreffe, so sei eher eine Aktion als eine Erklärung erforderlich, und zwar gegenwärtig in erster Linie eine Aktion Deutschlands, das seinerseits d i e Entwicklung in Frankreich abwarte. Es fei unter diesen Umständen die klare Pflicht Englands sobald wie möglich eine Verständigung über den deutschen Friedensplan herbeizuführen. England weist den Duce an den Völkerbund Keine zweiseitigen Verhandlungen. London, 4. Juni. (DNB. Funkspruch.) In politischen Kreisen wird es als sicher angenommen, daß der Forderung der argentinischen Regierung ous Einberufung der Völkerbundsversammlung Folge geleistet wird und die Vollversammlung auf einen Tag in der letzten Woche dieses Monats einberufen werden wird, und gleichzeitig die ursprünglich auf den 16.Juni anberaumte Ratssitzung bis auf wenige Tage vor diesem Zeitpunkt vertagt werden wird. Die neuerliche Unterredung zwi- schenGrandi und Eden wird als eine Fortsetzung der von Mussolini eingeleiteten Annäherungsversuche betrachtet. Mussolini hatte seinen Wunsch nach einer freundschaftlichen Verständigung mit Großbritannien zum Ausdruck gebracht und ferner seinen Entschluß, die britischen Interessen zu achten und seine Bereitschaft, einem Mittelmeer - Abkommen beizutreten, und sich an einer gemeinsamen Anstrengung zur Stabilisierung Europas zu beteiligen, sobald die Sühnemaßnahmen aufgehoben worden seien. Wie die Times schreibt, wisse man die italienische Bekräftigung voll zu würdigen, jedoch dürften nach englischer Ansicht derartige Besprechungen nicht zu getrennten zweiseitigen Verhandlungen führen. Die Beilegung des Abessinien- Konfliktes müsse durch den Völkerbund erreicht werden. Ebenso müßten die Versicherungen nicht einer einzelnen Völkerbundsmacht, sondern dem ganzen Völkerbund in Genf übermittelt werden. „Daily Telegraph" meint, daß auch die wahrscheinlichste Form und das Ausmaß der italienischen Zusammenarbeit mit dem Völkerbund durch Wiederherstellung der normalen Beziehungen zur Sprache gekommen sei. „News Chronicle" berichtet, daß in englischen Regierungskreisen der Plan eines M i t t e l m e er» pattes erörtert werde, in dem England und Italien gegenseitig ihre Sicherheit garantieren würden. Von Baldwin und einigen feiner politischen Freunde fei dieser Plan ernstlich erwogen worden. Man glaube jedoch, daß Eden an dieser Erwägung nicht beteiligt sei. Italiens Dank an Vadoglio. Triurnphaler Empfang in Rom. Rom, 3. Juni. (DNB.) Marschall B a d o g l i o , Vizekönig von Abessinien, traf in Rom ein. Er wurde von sämtlichen Regierungsmitgliedern und den Spitzen der Partei mit allen militärischen Ehren feierlich empfangen. Der Duce umarmte den Sieger des abessinischen Feldzuges und küßte ihn. Dann schritt er mit ihm zusammen die Front der Ehrenkompanien ab. Eine nach Zehntausenden zählende Menschenmenge huldigte dem siegreichen Marschall mit Beifallsstürmen. In N e a - p e l waren bei dem Einlaufen seines Schiffes in den Hafen 21 Salutschüsse abgegeben worden. Der Kronprinz hatte als erster den Sieger von Abessinien begrüßt. Der Aegus in London. London, 3. Juni. (DNB.) Halle Selassi von Abessinien ist in England eingetroffen. Bei der Ankunft des Dampfers „Oxford" im Hafen von Southampton hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Da der Negus inkognito reift, vollzog sich die Ausschiffung ohne jedes Zeremoniell. Hatte Selassi begab sich erst unmittelbar vor der Abfahrt des Zuges an Land, um in dem für ihn reservierten Pullmanwagen Platz zu nehmen. Das umfangreiche Gepäck des Negus, unter dem sich mehrere Kisten mit Gold befinden, wurde auf einem besonderen Güterwagen untergebracht, der von einigen Kriminalbeamten bewacht wurde. Halle Selassi soll aus Abessinien Silbermünzen im Werte von 22 000 Pfund mitgenommen haben, die inzwischen in Barrengold umgetauscht worden sind. Auf dem Londoner Bahnhof Waterloo wurde Haile Selassi von dem Privatsekretär des Außenmini st ers als einzige amtliche Persönlichkeit, empfangen. Dies ist das übliche Verfahren beim Empfang von inkognito reisenden Persönlichkeiten. \3n der Umgebung des Bahnhofes hatte sich eine schier unübersehbare Menschenmenge eingefunden, die den Negus mit Jubel begrüßte. Immer wieder brach die stark von Negern durchsetzte Menschenmenge in Beifallskundgebungen aus. Der Negus begab sich im Kraftwagen zu dem für ihn im Westen Londons bereitgestellten Haus. Palästina. Anschlag auf einen britischen Truppen transport. London, 4. Juni. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung aus Jerusalem ist ein Anschlag auf den Truppentransport au gedeckt worden, der zwei britische Bataillone v o n A e g y p t e n n a ch I e r u s a l e m beförderte. Alle vor dem Transportzug fahrenden Lokomotiven wurden zum entgleisen gebracht. Nachdem die Gleise wieder hergestellt waren, .konnten die Truppen sicher nach Jerusalem befördert werden, wo sie durch die Stadt marschierten. Auf der Straße von Jerusalem nach Hebron sind 3 m e t Drucken in die Luft gesprengt worden. In Jerusalem wurden 5 jüdische Kommunisten verhaftet. Bemerkenswert ist, daß den in jüdisch Kolonien verbannten kommunistischen Hetzern von der Bevölkerung die Hergabe von Lebensrnitteln verweigert wird, so daß sie aus der Gefängnisküche verpflegt werden müssen. Einer der Streikstihrer in Jerusalem, Rechtsanwalt Hassan Sidki Najani, der vor kurzem nach Betjibrin verbannt worden war, ist jetzt in ein Konzentrationslager in der Wüste gebracht worden. Auch andere arabische Führer sind verbannt worden. Die Einwanderung der Juden ist im Laufe des Monats Mai gurücfgegangen. Sie belief sich nur auf 2158 Personen gegenüber 3095 im April und 3646 im März. Die Vorzensur ist jetzt z. T. auch auf die jüdische Presse ausgedehnt worden. Ein Zeichen, daß auch in Syrien die judenfeindliche Stimmung immer stärker wird, ist die Tatsache, daß es am Montag in Damaskus zu Zusammenstößen mit Polizei kam, weil die Bevölkerung die Lebensmittellieferungen jüdischer Kaufleute nach Palästina verhindern wollte. (Spannung in China. Tokio, 3. Juni. (DNB.) Wie die Agentur Domei meldet, beschäftigt man sich in japanischen militärischen Kreisen mit angeblichen Spannungen zwischen Nanking und Kanton. In Kanton sollen Bombenflugzeuge in nördlicher Richtung gestartet sein. Ferner ist von Truppenbewegungen und der Anforderung rollenden Materials der Kanton-Hankau-Eisenbahn sowie von Munitions- und Materialtransporten nach der nördlichen Grenze die Rede. Die Nanking-Regierung werde beschuldigt, eine zu nachgiebige Haltung in ihrer Japan-Politik einzunehmen. Man fordere den Zusammenschluß der gesamten Nation gegen Japan. Marschall Tschiang- k a i s ch e k soll im Begriff sein, die Provinzen K w a n t u n g und Kwansi mit seinen Truppen einzukreisen. Bis Mitte Juni werde er gegen 400 000 Mann zusammengezogen haben. Von Kanton aus seien 190 000 Mann unter dem Kommando des Generals Tschentschitang mobilisiert worden zu einem Einfall in d i e Provinz Hunan. Dortruppen seien bereits in diese Provinz eingedrungen, während die Truppen Marschall Tschiang- kaisch'eks von Kweitschau aus die Provinz Kwansi bedrohen. In Schanghhai werden diese Meldungen der japanischen Agentur über eine Kriegserklärung Kantons an Nanking entschieden in Abrede g e- [teilt. Trotzdem sanken die Staatspapiere an der Schanghaier Börse um einen Dollar. Man bezeichnet die Meldungen als „Zweckmanöver" und behauptet, daß es sich um die „Verschleierung geheimer Beziehungen^ handele, die die Japaner zu den Führern der F u k i o n - R e o o 11 e vom Jahre 1932 hergestellt hätten um mit deren Hilfe vielleicht eine Regierungsumbildung in Kanton zur Bekämpfung der antijapanischen Stimmung durchzusetzen. Zusammentritt des ständigen Siedlungsbeirates. Berlin, 3. Juni. (DNB.) Der durch den Erlaß des Führers und Reichskanzlers über das Sied- lungs- und Wohnungswesen ins Leben gerufene ständige Siedlungsbeirat ist zum erstenmal in Berlin zusammengetreten. Er befaßte sich mit allen Fragen der Entwicklung der Kleinsiedlung und ihren bevölkerungspolitischen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Staatssekretär Dr. Krohn verbreitete sich über die Aufgabe des Siedlungsbeirates, während der Vorsitzende des Beirates, Dr. Ludovici, Vorschläge zur Ausgestaltung des Siedlungswerkes und des Arbeitsprogramms des Siedlungsbeirates machte. Die Einberufung des Siedlungsbeirates steht in engem Zusammenhang mit der Vorbereitung des kommenden Siedlungswerkes, dessen Erfolg von sorgfältiger und umfassender Planung abhängt. Der Iestzng des deutschen Handwerks in Frankfurt. NSG. Der große Handwerkerfestzug, der am näch sten Sonntag durch die Straßen der Stadt Frankfurt a. M. ziehen wird, wirft eine Reihe verkehrstechnischer Probleme auf, die von der Stadtverwaltung in enger Zusammenarbeit mit der Polizei gelöst worden sind. Auf dem Hohenzollernplatz wird die Tribüne für die Ehrengäste des deutschen Handwerks errichtet. Der Festzua bewegt sich durch die Zeppelin- und die Diktoriaallee, am Hohenzollernplatz vorbei, über Hauptbahnhof, Kaiserstraße, Zeil, Alte Gasse, Eschenheimer Anlage zum Opernplatz. Hier findet im Anschluß eine Kundgebung statt, bet der bekannte Männer des politischen Lebens spre- chen werden. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Im Berliner Baugrubenunglücks-Prozeß wurde eine Reihe von Zeugen gehört, die in der Unglücksgrube gearbeitet haben. Der Zeuge A p e 11 sagte u. a., der Vorarbeiter P a u e r s fei zwar fein Leuteschinder gewesen, doch habe er die Arbeiter sehr gehetzt und angetrieben. Ein weiterer Zeuge namens Gottschalk teilte mit, daß nach den starken Regenfällen vor dem Einsturzunglück jeder Rammträger, nachdem er eingefchlagen war, ein 1 bis 2 Meter tiefes Loch hinterlassen hatte. Er habe auch den Angeklagten Noth darauf aufmerksam gemacht, der dieser Angelegenheit aber keine Fliegertod Generalleutnants etter •iv Oer Chef des Generalstabs der Luftwaffe in Dresden tödlich abgestürzt. Berlin, 3. 3unL (DNB.) Das Reichsluflfahrk- minifferium gibt bekannt: Am 3.Juni, vormittags, ist auf dem Dres bener Flughafen das zur Flugberettfchafl des Reichsluftfahrlminlsteriums gehörige Flugzeug D-UZON unmittelbar nach dem Statt abgestürzt. Die Bejahung des Flugzeuges, bet Chef b e s General siabes b e r Luftwaffe Generalleutnant Wever als Flugzeugführer unb ber Obergefreite kraus als Bordmechaniker kamen habet ums Leben. Generalleutnant Walter W e v e r wurde in Berlin geboren. 1905 trat er als Fahnenjunker beim Grenadierregiment Nr. 10 in Schweidnitz ein. Bei Kriegsausbruch rückte er als Oberleutnant und Regimentsadjutant ins Feld. Von 1916 an war Hauptmann Weoer im Generalstcrb tätig. Schon 1914 erhielt Wever das Eiferne Kreuz 1. Klasse und 1918 den Hausorden von Hohenzollern. Nach dem Kriege war Hauptmann Wever in verschiedenen Front- und Generalstabsstellungen der Reichswehr tätig, bis er 1921 zum Generalstabsoffizier bei der 8. Division in München ernannt wurde. Nach kurzer Dienstzeit als Kompaniechef im Jnf.-Regiment Nr. 4 wurde er 1926 Major und tarn 1927 zum Reichswehrminifte- rium. 1929 zum Bataillonskommandeur im JR. 12 ernannt, wurde Wever Ende 1929 Oberstleutnant und kam 1931 zum Reichswehrministerium zurück, wo er 1932 Abteilungsleiter wurde. In dieser Stellung erfolgte feine Beförderung zum Oberst. Mit der Errichtung des Luftsahrtministeriums trat Oberst Wever als Amtschef zu diesem Ministerium über und wurde bei der Schaffung der Luftwaffe als Generalmajor ihr Chef des General st abes. In dieser Stellung wurde er am 20. April 1936 zum Generalleutnant befördert. Generalleutnant Wever war feit 1919 mit der Tochter des Geheimen Oberbaurats a. D. Suadicani verheiratet und hinterläßt zwei Söhne. Tagesbefehl Görings. Kampfgeschwader „General Wever". Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generaloberst Göring hat folgenden Tagesbefehl an die Luftwaffe erlassen: Kameraden! Bis ins Innerste erschüttert stehen wir heute an der Bahre unseres ©eneralftabs- ch e f s. Mitten aus rastloser Arbeit im fliegerischen Einsatz für feine Waffe ist er auf dem Felde der Ehre geblieben. Einer unserer Allerbesten ist von uns gegangen. Es ließ ihn nicht am Schreibtisch, er wollte auch im fliegerischen Einsatz das Vorbild sein. Unfaßbar erscheint uns allen der Verlust dieses hochherzigen Menschen und edlen Offiziers. Wir aber, Kameraden, wollen in dieser schweren Stunde geloben, in unauslöschbarer Dankbarkeit stets seiner zu gedenken, und bestrebt sein, seinem leuchtenden Vorbild nachzueifern. Unser oberster Befehlshaber, der Führer und Reichskanzler, hat in Würdigung der einzigartigen Verdienste um den Aufbau der jungen deutschen Luftwaffe genehmigt, daß in alle' Zukunft das Kampfgeschwader der Gotha den Namen „General We-> oer" tragen soll. Das Geschwader wird sich dieser hohen Ehre stets würdig erweisen und eingedenk fein, daß es den Namen eines Mannes trägt, der vorbildlich war in rastloser Arbeit, in hochherzigem Denken, in nationalsozialistischer Treue und einzigartiger Hingabe für Führer, Volk und Vaterland. Wir senken die Fahnen: Unser bester Kamerad geht ein in Walhall!" Erfinderschutz und Wirtschaft. In Berlin tagt der Internationale Kongreß für gewerblichen Rechtsschutz. Er soll die vielfälttgen Bestimmungen vereinheitlichen, die im internationalen Recht für die Wertbedeutung schöpferischer Ideen erlassen wurden. Die schöpferische Leistung des Erfinders ist oft durch die wirtschaftlichen und technischen Verhältnisse ihm nicht voll zugesprochen worden. Sehr häufig gab der Erfinder die Idee, aber den Profit hatten andere. Hinzu kam, vor allem während des Weltkrieges, ein skrupelloser Patentdiebstahl, Und neuerdings macht sich störend bemerkbar, daß eine große ost- asiatische Macht überhaupt kein Patentrecht hat und auch die Patente der übrigen Staaten nicht anerkennt. Das Erfindungspatentrecht war während der früheren Zeit ein Privilegium des Herrschers, der die einzelnen Erfinder mit Vorrechten für die Ausnützung ihrer Patente bedachte. Erst Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Frankreich, den Vereinigten Staaten und in England die Anfänge eines modernen Patentrechtes. Im Jahre 1877 wurde für das Deutsche Reich die Patent-Gesetzgebung vereinheitlicht, 1883 wurde der Pariser Unionsvertrag geschlossen, dem die meisten Kulturstaaten beitraten und der bestimmt, daß binnen eines Jahres seit der Anmeldung eines Patentes dieses Patent im Ausland so behandelt wird, als sei es zur gleichen Zeit dort ebenfalls angemeldet worden. Die Mängel des Patentschutzes führten in Deutschland am 5. Mai 1935 zum Erlaß eines neuen deutschen Patentgesetzes, das sich den Bestimmungen der anderen Länder möglichst angleicht und den Erfindern den größtmöglichsten Rechtsschutz gewährt. Der Patentschutz wird vom Reichspatentamt in Berlin gewährt, das die Berechtigung des Anspruchs prüft und ihn bei Gewährung im Patentblatt veröffentlicht. Das erteilte Patent hat die rechtliche Wirkung, daß vom Tage der Bekanntmachung an nur der Erfinder bzw. die von ihm Beauftragten die Erfindung gewerblich verwerten dürfen. Zusatzpatente und Kombinationspatente, Bestimmungen über Lizenzen ergänzen dieses Recht. Auf dem Kongreß wird nun zunächst die Frage des Patentrechtes in allen ihren Besonderheiten erörtert. Für die Dauer der Patente wird angeregt, diesen Schutz auf 20 Jahre feftzusetzen, weiter soll international gültig geregelt werden die Frage der Veröffentlichung der Erfindung vor der Anmeldung. Bis jetzt war die Sache so, daß die meisten PatentHesetze eine zur Anmeldung gelangte Erfindung nicht patentierten, wenn der Gegenstand der Erfindung vor der Anmelduna irgendwie bekannt geworden war. Neuerdings haben das deutsche, das amerikanische und italienische Patentrecht solche Veröffenllichung nicht als neuheitsschädlich angesehen und daher das Patent erteilt. Da aber andere Länder eine abweichende Rechtsprechung haben, ist hier eine Vereinheitlichung notwendig. Ferner soll der A u s ü b u n g s z w a n g gemildert werden. Im Falle der Nichtausübung eines Patentes sah die ursprüngliche Fassung des internationalen Unionsvertrages die Zurücknahme des Patentes vor. Aber man konnte dock) nicht unter allen Umständen verlangen, daß der Erfinder im Auslande seine Erfindung selbst ausführte. Man beabsichtigt daher, das Patent nicht zurückzunehmen, aber eine Zwangslizenz zu erteilen, so daß der ausländische Erfinder das Patent wenigstens der einheimischen Industrie zur Ausbeutung anbieten muß. Einen breiten Raum wird die Frage des W a r e n- zeicdens einnehmen. Während einige Länder, wie Deutschland, die Schweiz und die Vereinigten Staaten, vor Erteilung des Warenzeichens eine fachliche Prüfung vornehmen, tragen andere Länder ohne weiteres das Warenzeichen ein, fo daß die Länder mit Prüfungsverfahren benachteiligt sind. Hier soll ein gewisser Ausgleich geschaffen werden. Weiter beschäftigt sich der Kongreß mit falschen Herkunftsbezeichnungen und der sog. „sklavischen Nachahmung". Wenn nämlich ein Patent abgelaufen war, wurde es oft bis in das Genaueste kopiert, ohne daß der Erfinder dagegen einschreiten konnte. Alle diese Fragen sind auch für die Volkswirtschaft von ganz besonderer Bedeutung. Daß der Rechtsschutz für den Erfinder in den Kulturländern immer mehr ausgebaut wird, ist der Zweck des Berliner Kongresses. Bedeutung beigemessen habe, weil er glaubte, daß diese Löcher durch das Umlegen des großen Wasserrohrs verursacht würden. Weiter gibt der Zeuge an, daß Noth immer sehr darauf bebadjt gewesen sei, daß fein Unglück passierte. Die Frage des Vorsitzenden, ob sich auch der Angeflagte Hoffmann des öfteren auf der Baustelle sehen ließ, bejahte der Zeuge. Kunst und Wissenschaft. Lilienthal-Gesellschast für Lustforschung Der Ausbau der Luftfahrtforschung nach der nationalsozialistischen Erhebung hat auch organisatorisch wesentliche Aenderungen zur Folge gehabt. Die Luftfahrtwissenschaft wurde bisher nach den Weisungen des Reichsministers der Luftfahrt von der „Vereinigung für Luftfahrtforschung" (VLF.) betreut. Daneben hatte die „Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt" (WGL), deren Name in der Luftfahrt der ganzen Welt wohlbekannt ist, die Aufgabe der Unterrichtung weiterer Kreise über Luftfahrttechnik wahrgenommen. Diese Zweiheit ist durch Zusammenlegung beider Stellen vereinfacht worden. Auf Befehl des Reichsministers der Luftfahrt Generaloberst Göring wurde die „Lilienthal-Gesellschaft für ßuft« f a h r t f o r s ch u n g", kurz Lilientyal-Gesellschaft genannt, gegründet. Durch die Wahl des Namens wird derjenige deutsche Mann geehrt, der vor 40 Jahren bei der Erforschung des Vogelsluges als erster für diese Aufgabe sein Leben in den Stöllener Bergen bei Nauen hingegeben hat. Reichsminister Generaloberst Göring, hat die Schirmherrschaft übernommen. Nach der Satzung sind die Aufgaben der neuen Gesellschaft: Mitarbeit an den Aufgaben der Luftfahrtforschung, Förderung von Forschungsarbeiten, wissenschaftlicher Erfahrungsaustausch der Forscher untereinander und Herstellung der Verbindungen zur Luftfahrttndustrie, Luftverkehr und Behörden, Verbreitung allgemeiner luftfahrtwissen- schaftlicher Erkenntnisse in der Öffentlichkeit und Betreuung des technischen Nachwuchses. Die Littenthal-Gesellschaft wird für ausgezeichnete Leistungen auf dem Gebiete der Luftfahrttechnik Denkmünzen verleihen, zur Förderung des erfinderischen Geistes in Forschungsstätten und in der Industrie technische Ausschreibungen und Wettbewerbe veranstalten sowie für hervorragende Einzelleistun- aen Prämien gewähren. Der Reichsminister der Luftfahrt hat den weltbekannten Wissenschaftler und Industriellen Carl Bosch (Heidelberg), dem Deutschland im Weltkriege u. a. die Anwendung des Verfahrens zur Gewinnung des Luftfttckstoffs verdankte, zum Präsidenten der Gesellschaft gemacht. Neben ihm wird Professor Brandt! (Göttingen), der hervorragende Strömungstheoretiker, das Präsidium der Gesellschaft ausüben. Zu Ehrenmitgliedern sind Generalmajor Thomsen, im Weltkriege Chef des Generalstabes ber Luftstreitkräfte, ferner Oberstleutnant a. D. W a g e n f ü b r, im Felde Leiter der gesamten Luftfahrzeugtechnik, und Geheimrat Prof. Dr. Schütte, bisher Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt, ernannt worden. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat dem Präsidenten der Polnischen Republik aus Anlaß der heutigen Feier seines 10jährigen Amtsjubliäums als Präsident der Polnischen Republik seine und der Reichsregierung Glückwünsche telegraphisch übermittelt. * König Gustas von Schweden traf an Bord des schwedischen Panzerkreuzers „Gotland" in dem finnischen Badeort Nadendal ein, um den Besuch des finnischen Staatspräsidenten Svin- h u o f u d zu erwidern. König Gustaf ist Gast des finnischen Präsidenten auf dessen Sommerschloß Kindetkaac nickt nut, waschen, - sondern richtig pflegen, ist sehr wichtig. Nicht die Sauberkeit allein macht die Gesundheit des Haares aus, sondern es müssen ihm auch entsprechende Aufbaustoffe zur Kräftigung und Weiterentwicklung zugeführt werden. Das neue Kinder-Schaumpon Schwarzkopf „Extra-Zart" berücksichtigt alle diese Erfordernisse und bietet außerdem den Vorteil, je nach Zustand des Haares, ob Schinnen oder Schrwpen vorhanden find usw., eine daraus besonders abgestimmte Haarpflege durch das Spezial- Kräuterbad vorzunehmen. Wie „Extra-Mild" und „Extra-Blond" ist auch Schwarzkopf „Extra-Zart" seifenfrei und nicht-alkalisch. Regelmäßige Pflege mit Schwarzkopf „Extra-Zart" sichert Ihrem Kinde schönes, gesundes Haar für alle Zukunft. vicMiniörnjK-i nm ui iiiiii m M v- E Sei war. 3? der bere des gefü mut uni Habern i Prozeh. i ging es länger [( sch ü)ne Revvlut grünbli' geschlos lichen ( gen len M ten, d waren, dikta Ts w diese 21m prange Staa Leranl Jahres niarxlsl Parlan ritär tugal $ reits i geheur gen & schichte ren ly gungen macheri angehbl Natur dacht is welchen Politike Willen Lage m und Re ein gro zu fönn höhere einer gi mente t Regieru es sei l So kl von Po das, au heit aul gehe- T Erschlaf einstiger die Dich nie fehli stimmun teilten 2 der ®en nungslo| 3m 3 Gewiß diese Re wo die ihr Unr Landes, gen, bä Kaum geschriebi Flavier । stellen sr gesicht in einem qi Weltwun Delias do von eine gossen, Mensch, - Drechus Minder Q goldenen Qls Son- ?Qn znn bas Der nannte r errichtet ' Die z sonderen eherne 8 Man ka ße'9en । *?u9enbei ?er Fr ?ex höh ®‘rö 86 ^rechnet! 'S,' ‘Hin sacer u tz.' Sm der V; 'lc - 11 Oes 2 Eullbranda. Die Presse Finnlands schenkt dem Besuch als Zeichen der finnisch-schwedischen Annäherung große Beachtung. Der ungarische Minister des Innern Hut die meliere Tätigkeit der Sensenkreuzpartei verboten. da die Partei ihre Mitglieder militärisch organisiert und sich den Umsturz der staatlichen Ordnung zum Ziele gesetzt habe. Die verbotene Partei ist erst vor kurzer Zeit in Erscheinung getreten und hatte bisher weder politische Bedeutung noch stärkere Verbreitung erlangt. Aus aller Wett. Gräfin Llano in Berlin. Gräfin Edda C i a n o , die Tochter des Duce und Gattin des italienischen Presse- und Propagandaministers, ist dieser Tage in Berlin eingetrofsen. Hier hält sie sich bei ihrem Schwager und ihrer Schwägerin, Graf und Gräfin Magistrat!, auf. Graf Magistrati ist Botschaftsrat an der Berliner italienischen Botschaft. Die Reise der Gräfin Ciano wird voraussichtlich einige Wochen dauern. Rachspiel zum Hauptmann-Prozeß. In Mount Holly (New Jersey) wurde Ellis H. Parker, Amerikas bekannter Meifterdetektiv, der Gouverneur Hoffman in der privaten Untersuchung des Lindbergh-Falles zur Seite gestanden yat, überraschend verhaftet. Seine Auslieferung an die Strafoerfolgungsbehörden des Staates Neuyork ist beantragt worden. Parker wird beschuldigt, bei der Entführung des Rechtsanwaltes Wendel, dessen erzwungenes Geständnis, er habe das Lkydbergh-Kind ermordet, seinerzeit Hauptmanns Hinrichtung noch einmal hinausschob, eine führende Rolle gespielt zu haben. Parkers Verhaftung dürfte nach Ansicht vieler auch die politische Stellung des Gouverneurs Hoffman erschüttern, der wegen der Handhabung des Hauptmann-Falles stark ängefeindet wird Gattenmord nach fünf Jahren aufgeklärt. Der Mord an der Ehefrau H. Bremer aus Sebbenhausen bei Hoya im Jahre 1931 konnte jetzt aufgeklärt werden. Als Täter wurde der Ehemann der Ermordeten auf Grund von Mitteilungen seiner Schwiegermutter, die diese auf dem Sterbebett dem Pastor machte, verhaftet. Schon damals richtete sich der Verdacht gegen Bremer, dem jedoch der Mord nicht nachgewiesen werden konnte. Der Festgenommene unterhielt noch zu Lebzeiten seiner ersten Frau ein Verhältnis mit einer anderen, die er später heiratete. Auch sie wurde unter dem Verdacht der Mitwisserschaft verhaftet. Ein Jugendverderber vor Gericht. In Stuttgart begann vor der Großen Strafkammer das Hauptoerfahren gegen den 1883 in Ellwangen geborenen Franz Konrad Ioannis, katholischen Pfarrer von Rosenberg, wegen 45 Verbrechen der Unzucht mit Kindern in Tateinheit mit 44 Verbrechen der Unzucht mit minderjährigen Schülern und in einem Falle auch mit dem Vergehen der Verübung beschimpfenden Unfugs in einer Kirche. Der Angeklagte muß auf Grund seiner Taten als gefährlicher Sittlichkeitsverbrecher und gefährlicher Gewohnheitsverbrecher angesprochen werden Ioannis war vom Frühjahr 1914 an Pfarrverweser, dann vom Dezember 1915 Pfarrer in Reichenbach, Oberamt Gmünd, seit Oktober 1927 Pfarrer in Rosenberg, Oberamt Ellwangen. Er hatte in diesen beiden Gemeinden den religiösen Unterricht in der katholischen Volksschule und auch Kommunionsunterricht zu erteilen. Schon in Reichenbach beging der Angeschuldigte an einer großen Anzahl von Mädchen unter 14 Jahren im Religionsunterricht in der Schule und auch im Kommunionsunterricht, teilweise in der Kirche, un- lnnungsmeister Franrols eröffnete Ne Kundgebung mit herzlicher Begrüßung und nahm zu den großen Problemen seines Standes Stellung; er gab ein Bild der intensiven Arbeit, die vom Reichsinnungsverband geleistet rourbej es sei danach gestrebt worden, die Innungen zu wirklichen Arbeitsgemeinschaften zu formen und den Grundsatz der Leistungssteigerung durchzusetzen. Die Darlegungen des Reichsinnungsmeisters sprachen auch von dem Bemühen, zu einer verständnisvollen Zusammenarbeit zwischen dem Schlosserhandwerk, der Industrie und den bauvergebenden Stellen zu gelangen. Gauwirtschaftsberater Dr. Kentrup Süber nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, ^Handwerksmeister Naeher über das Füh- rertum im Handwerk. Nach einem Bericht des Schulungsleiters Gewerbeoberlehrer Hahn über die Höhere Schlosserschule in Boßwein faßte der stellvertretende Reichsinnungsmeister Franke das Ergebnis der Reichstaguna in einem Schlußwort zusammen. Mit der Vorführung eines Lehrfilms aus den Werkstätten der Höheren Schlosserschule nahm die Hauptversammlung ihr Ende. kleines Kind im Badewasser tödlich verbrüht. In Weyerbusch (Sieg) hatte eine junge Mutter heißes Badewasser zurechtgestellt und ihr kleines Kind auf den Tisch gesetzt. Ohne daß die Mutter es bemerkte, kletterte das Kind an den Rand des Tisches und stürzte in dem Augenblick in den Kübel mit heißem Wasser. Die Verbrühungen des Kindes waren so schwer, daß es den Verletzungen erlag. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Bei anhaltendem Luftdruckfall über Mitteleuropa hat sich der bisher über England liegende flache Tiefdruckwirbel nach Süddeutschland verlagert. Er ließ an seiner Vorderseite wärmere und vor allem feuchtere Luftmassen von Süd heranströmen, die am Mittwochabend und auch am Donnerstag besonders im Gebiet der Westalpen zu sehr erheblichen Regenfällen führten. Der Westen des Reichs gerät nunmehr an die Vorderseite der Strömungen des Wirbels, die uns mehr wechselndes, bewölktes, etwas lebhafteres und auch kühleres Wetter bringen werden. Aussichten für Freitag: Wechselnd bewölkt mit einzelnen Schauern, wieder kühler, um Nordwest schwankende Winde. Aussichten für Samstag: Teilweise aufheiternd und noch kühl, nicht unbeständig. Lufttemperaturen am 3. Juni: mittags 15,3 Grad ' Celsius, abends 11,8 Grad; am 6. Juni: morgens 12,7 Grad. Maximum 17,6 Grad, Minimum heute nacht 9,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juni: abends 16,2 Grad; am 4. Juni: morgens 14 Grad. — Niederschläge 0,9 mm. Sonnenscheindauer 1,8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Danksagung. Gießen, den 4. Juni 1936. 3595D Limburger Käse 20% Fett i. t. 125 g 15 Limburger Käse o.Rinde 2o°/0Fett lt.,1 25g 16 Bratheringe in Burgundersoße ... 250-g-Dose 36 3583D Deutsches 6eschäftl 3587A Wilhelm Zimmer und Angehörige. Neue Kartoffeln Matjesheringe.. .. 2 Dosen 49 .. 2 Dosen 57 265-g-Dose 35 KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Taulenden beachtet und q tiefen. Für die vielen Beweise herzlicher und wohltuender Teilnahme an unserem schweren Verluste danken wir herzlichst Oelsardinen 25 mm........ Oelsardinen so mm........ Fettheringe in Tomatensoße hiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel undVerkehr.lnduetrle und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch Brllhl'sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 IIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU ......kg 24 3 Stück 34 RABATT eingenommen einige Artikel Für alle Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgänge unserer lieben Entschlafenen sagen wir innigen Dank. Im Namen der Hinterbliebenem Familie Wilhelm Kahl Familie Ludwig KahL Gießen, den 4. Juni 1936. Wer gibt Motorrad ab gegen Weih- binderarbeit? Schriftl. Angeb. unter03660 an den Gieh. Anzeiger. stellt ein Willi. Stroh, Zigarrenfabrik, Großen-Linden. 02540 Keine Zeugnisse in Urschrift wildern nur Zeugnis- abichrtften dem Be- werbungslchreiben beilegen — Lichtbilder undBewerbung sunter- lagen müssen zur Ber- meidung oon Verlusten aus der Rückseite iRo men und Anschrift veS Bewerber- tragen! Tüchtige Mglerin welche gut Kleider büyelnund etwas nähen kann gesucht. 3591 d Färberei Croon Marburger Str. Sommersprossen» Lionin ra. Lioninseife. Pelikan Apotheke +Waren alle laüig.Haare, Leberflecken Pickel, Sommer- ivrosi. usw. entf. u. Gar. f. immer Frau B. Gulden Sprachst, rsreitaa Bleßen, Alicen- Straße 40 p. 9 — 7 Uhr dnrehgehemL Etagenhaus mit 3-Zimmer- Wohnungen bei hoherAnzahlung oder Bauplatz zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote untLölBD an d. Gieß. Anz. Mln Ausfertigerin gesucht. Schriftl. Angebote unter Nr.02551 an den Gieß. Anzeiger. Vereine ßanerscher Gesangverein e.V. Samstag,6Huni abends 8.30 Uhr im Vereinslokal Aauarium 3593D Kommers Wir laden hierzO alle Sänger, insbesondere unsere passiven Mitglie» der herzlichst ein. Mädchen, 21 I., i.a.Hausarb.erf., m.4-u.2j.Zeugn., s.i.g.H.lmogl.kdl. Ehev.) Stelle b. gut.Beh.Anfr.u. 02547 a.d.G.A. Sienoivvifitn (keine Anfängerin) von größerem Industrieunternehmen am Platze für sofort gesucht. Schr. Angebote unter 3588D an den Gieß. Anzeig, erbeten. Kataloge bei Brühl, Gießen Zwe«ks»efamvmag ort Schwarzarbeit rönnen SlrbeiisAnqe bott von Handwerkern nur mit Tiamensnen- nnng u. unter Vorlage btt Sewerbenachweistt ausgenommen werden. Verlag kttStebenerüinzetger» Gesucht tüchtig. AlleiDarädchen das alle Hausarbeit versteht. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle desGieß.Anzeig. Suche für sofort ein tüchtiges Wen das auch melken kann. 3592D Seinr. 5ommeria0 Butzbach Weislerstraße 34. Heugrasversteigerung der Stadt Gießen. Montag, den 8. Juni 1936, soll das Heugras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar: um 8 Uhr (Zusammenkunft an der Anneröder Strafte) von den Wiesen im Utersbrunnen; um 9 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) oon den Wiesen in den Gemarkungen Großen-Buseck und Rödgen sowie der Wiesen am Bügeeck und Schinderseck; um 10 Uhr (Zusammenkunft am Schwarzlachweg, Ecke Marburger Strafte) von den Wiesen in der Schwarzlach in 7 Abteilungen; um 11 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen auf der Hohleich, bei dem Schlachthof und Insel; um 14 Uhr (Zusammenkunft an der Restauration „Zur Stadt Lich-, Llcher Strafte 59) von den Wiesen im Heegstrauch, Ohleberg, am Weiher, * Throms Garten, eine Wiese hinter der Kläranlage, von den Wiesen im Wiesecktal und an der Eselswiese. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen wünschen, wollen sich an den Wiesenmeister Klos, Bückingstraße 4, wenden. 3582C Gießen, den 2. Juni 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Junger Bäcker- u. Konditor ZUM 15.9uni ge- iucht.Schriftliche Ang. unt.3563D an 0. Gieß. Anz. Suche für sofort jungen 3589Ü Echmiede- gesellen Heinr. Wigand, Schmiedemeister Burg-Solms. Aelteres Mädchen füriofort gesucht. Hessischer Sos Gießen. 368iD Rechnungen bei Brühl, Gießen | Mietgesuche~| Ehepaar m.zwei Kindern sucht Wochenendhaus o.Aehnl.i. Stadtnähe ab17Junib. 20.Juli. Schriftl. Angeb.u.oÄ>4« an d.Gieß.Anzeiger. WiGkel-o.ZigarrenmaGlier LZEEEZ) 3 Anbanger 2,5 t Fabr.Käßbohrer fast neu, Unr Sol. Dauermiel, sucht per sofort ob. 15. Juni eine 3-Zimni.-Wohnung Schriftliche Angebote u. 02542 an b. Gieß. Anz. loä.2 leere Zimmer mit Küche von jungem Ebevaar gesucht. Schriftl. Angebote unter 02538 a.b.G.A stände halber zu verkaufen. Schr. Anfr. unt. 02537 an b. Gieß. Anz. Triumpf-Motorrad 200com,neuwertig, billig zu verk. Wo?, sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 0254s Volksempfänger Gleichstrom,bill. zu verkauf. 02545 Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers. Zirka 30 bis 50 Zentner prima Ro^enstrob zu verkauf. 02543 Salzböden Haus Nr. 5. | Kaufgesuche [Vermietungen | Schöne sonnige 5-ZimmJolnning mit Badezimmer und Zubehör am 1. Oktober evtl. 1. September zu vermieten. 02541 Näheres Liebigstratze761 4-Z.-Wohnung mit Bad, Klosett u.Speisekammer sowie Garage in d.Nähe Gießens ab 1.7. 36 preiswert zu vermiet. Schriftl. Ang. u. 3590D a.d.G.A. Sonnige 3-Zimm.-WohnöDg Balkon u. Bade- raum für l.Juli oder später, auch vorübergehend, zu vermieten. Schr. Anfray. u. 02539 a.d.G. A. Stellenangebote] Klempner und Installateurmeister bei auch selbständig Heizunysan- lagen ausführen kann, zum sofort. Eintritt gesucht. Zu erfragen 1. d. Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 3573!) OieHeichsfchule -er Techm'schenNoihilfe. V Dose cd. 1 Pfd. 0.75 x27b „ 2 1.40 Auf Burg Eisenhardt bei Belzig wurde — wie schon auf der der Führernachwuchs ausgebildet wird, sittliche Handlungen. Die Verhandlung wird unter Ausschluß der Oeffentlichkeit durchgeführt. Der Angeklagte erklärt sich des Tatsächlichen schuldig, nur will er sich an manche Einzelheiten nicht mehr erinnern. Er gibt zu, mit unsittlichen Handlungen schon in Reichenbach um die Zeit gegen Kriegsende begonnen zu haben. Sein gemeines Verhalten will er dadurch abschwächen, daß er behauptet, er habe es nicht „zu weit getrieben". Auch bestreitet er im Gegensatz zu seinen früheren Vernehmungen die unzüchtigen Beweggründe seines Vergehens. Der Südexpreft in Flammen. Der Südexpreß, der die Verbindung zwischen Paris über Bordeaux nach Spanien versieht, ist zwischen den Stationen Saint Maure und Port de Piles im französischen Departement Jndre-et-Loire in Brand geraten. Der Zug, der zur Zeit des Unglücksfalles mit etwa 120 Stundenkilometer dahinraste, konnte rechtzeitig zum Stehen gebracht und die wenigen Reisenden in einen noch nicht von den Flammen ergriffenen Wagen geschafft werden, der zusammen mit dem Packwagen nach Poitiers geleitet wurde. Niemand von den Reisenden ist zu Schaden gekommen Beim Aufspringen auf den fahrenden Zug tödlich verunglückt. Die 19jähnge Aenni Lauermann aus Leutesdorf bei Neuwied, geriet bei dem Versuch, auf den fahrenden Zug zu springen, unter die Räder. Mit furchtbaren Verletzungen wurde das Mädchen unter dem Zug heroorgezogen und ins Krankenhaus Neuwied gebracht, wo sie bald darauf starb Schweres Autobusunglück in Aegypten. Auf der Straße von Kairo nach Zagazig ereignete sich ein furchtbares Autobusunglück. Ein Omnibus raste in voller Fahrt gegen einen Baum und stürzte nach der Explosion des Benzintanks in Flammen gehüllt in einen Kanal Vier ägyptische Insassen ertranken, vier weitere gemeldet— die Reichsschule der Technischen Nothilfe, eierlich eingeweiht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Personen, darunter zwei Regierungsbeamte, wurden schwer verletzt geborgen. Italienisches Bombenflugzeug abgestürzt. Bei einem Uebungsflug über dem Ligurischen Apennin kam ein italienisches Bombenflugzeug in 5000 Meter Höhe in einen furchtbaren Gewitter- [türm, wobei der Pilot die Kontrolle über das Flugzeug verlor. Die aus fünf Mann bestehende Besatzung versuchte sich mit dem Fallschirm zu retten, wobei jedoch drei Mann den Tod fanden. Internationaler hebammenkongreft in Berlin. In Berlin findet in diesen Tagen der 7. Inte x» nationale Hebammenkongreß statt, der unter der Schirmherrschaft des Reichsinnenministers Dr. Frick steht. Zu diesem Kongreß werden 1000 Hebammen aus allen Teilen des Reiches und aus 20 fremden Staaten erwartet. Auch eine Reihe namhafter in- und ausländischer Aerzte wird zugegen sein. Es ist das erste Mal, daß ein Internationaler Hebammenkongreß in Deutschland durchgeführt wird; der letzte tagte vor zwei Jahren in London. Der Kongreß wird durch die Präsidentin Frau Nanna Conti, die Leiterin der Reichsfachschaft Deutscher Hebammen, eröffnet. An den Kongreß schließt sich eine Tagung der Reichsfachschaft Deutscher Hebammen an, zu der auch die ausländischen Kongreßteilnehmerinnen eingeladen sind. Auf dieser Tagung werden u. a. der Leiter des Rassenpolitischen Amtes Dr. Gro ß, der Reichsärzteführer Dr. Wagner und Ministerialdirektor Dr. G ü t t sprechen Reichstagung des Schlosserhandwerks in Heidelberg. In Heidelberg begann die zweite Jahres- ta gu n g des Reichsinnungsoerbandes des Schlosserhandwerks mit einer Versammlung sämtlicher deutscher Obermeister der dem Verband angeschlossenen Innungen. Der Wille des deutschen Schlosserhandwerks, seine Aufgaben innerhalb der deutschen Wirtschaft verantwortungsbewußt zu erfüllen, kam dabei zum Ausdruck. Reichs- sagt sie: Man muO mit Selflx bohnern. die bewohnt 4Zimmer und hat sie schnell In Ordnung Immer. Be- k tragt von andern S&F-Kaffee S & F-Spezial...............125-g-Paket 55 S & F-Rekord................125-g-Paket 65 S & F-Kaffee reinschmeckend, 125-g-Paket 50 Verschiedenes GEGRÜNDET 1878 Nr. 128 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 4-Mi 1956 Wahre autoritärer Regierung in Portugal. Don unserem ständigen W.B.-Lenchterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Lissabon, Mai 1936. Am 28 Mai beging Portugal mit feierlichem Gepränge das zehnjährige Bestehen des „Neuen Staates" und gedachte in großen öffentlichen Beranstaltungen der nationalen Revolution des wahres 1926, die den entscheidenden Umschwung von marxistischer Verhetzung und verantwortungslosem Parlamentarismus zu der zielbewußten und autoritären Staatsführung des heutigen Portugal mit sich brachte. So selbstverständlich ist bereits die jetzige Ordnung geworden, daß die ungeheure Aufbauarbeit bis zur Erreichung der heutigen Lage nur allzu leicht vergessen wird. Die Geschichte der portugiesischen Republik in den Jahren 1910 bis 1926 stellt eine Kette von Demütigungen dar. Geführt von eigensüchtigen Geschäftemachern, die zum größten Teil der Freimaurerei angehorten, verarmte das Land, welches von der Natur mit hervorragenden Lebensbedingungen bedacht ist, in steigendem Maße. Der Weltkrieg, in welchen das Volk von seinen verantwortungslosen Politikern ohne Notwendigkeit und gegen seinen Willen hineingezogen wurde, verschlimmerte die Lage nur. Im Inneren lösten sich die Revolutionen und Revolutiönchen ab. Jeder vermeinte plötzlich, ein großer Politiker zu sein und das Land retten Zu können. Doch fehlte diesen Aufrührern jegliches höhere Ziel. Keine dieser Bewegungen ging von einer großen Volksgruppe aus. Unzufriedene Elemente brachten mühselig einen Angriff gegen die Regierung zustande, ohne ein festes Ziel zu haben, es sei denn den eigenen persönlichen Vorteil. So kam in Europa eine bestimmte Vorstellung von Portugal auf, als eines lebensmüden Landes, das, auf den Lorbeeren feiner großen Vergangenheit ausruhend, langsam dem Untergang entgegen» gehe. Tatsächlich hatte sich des Volkes eine gewisse Erschlaffung bemächtigt; die stolzen Bauten des einstigen Erdteile beherrschenden Reiches verfielen; die Dichter, an denen es diesem eigenartigen Volke nie fehlte, schwelgten in Weltschmerz und Verzichtstimmung! Die große Masse des Volkes nahm keinen Anteil mehr an den Dingen des Staates und der Gemeinschaft und gab sich einer müden Hoffnungslosigkeit hin. Im Jahre 1926 brach eine neue Revolution aus. Gewiß war das nichts Außergewöhnliches. Doch diese Revolution ging nicht von der Hauptstadt aus, wo die Intriganten und Volksverhetzer von jeher ihr Unwesen trieben, sondern brach im Norden des Landes, in Braga, der Hauptstadt einer fleißigen, bäuerlichen Provinz aus. Die Träger des Umsturzes waren Soldaten, junge Leute meist, in Denen ein Gefühl für die Größe Portugals lebendig war. Ihr Führer war General Comes d a C 0 sta, der bereits im Weltkrieg die Truppen seines Landes geführt hatte. Diese Soldaten, in denen Wagemut und Abscheu vor den marxistischen Machthabern des Landes sich paarten, machten kurzen Prozeß. Ihnen ging es nicht um das System, ihnen ging es um das Land, das auf diese Weise nicht länger leben konnte. Die schwache Regierung ergab sich ihnen in fliegender Hast. Doch das genügte den Revolutionären nicht. Sie räumten erst einmal gründlich im Lande auf. Das Parlament wurde geschlossen. Die Verwaltung wurde einer gründlichen Säuberung unterzogen. An Stelle der einstigen Geschäftemacher traten Soldaten, die den Willen mitbrachten, zum Wohle des Landes zu arbeiten, die Ordnung und Pflichterfüllung gewohnt waren. Aus Portugal wurde eine Militärdiktatur, die das Heft fest in Händen führte. Es wäre trotzdem ein Irrtum zu behaupten, daß diese Entwicklung von der Bevölkerung mit Sym- ©er Koloß von Nom. Don unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, im Juni. Kaum ist der Wettlauf mit dem Kolosseum ausgeschrieben, der dem mächtigen Amphitheater der Flavier ein noch gewaltigeres Bauwerk gegenüber» stellen soll, und zwar buchstäblich gegenüber, Angesicht in Angesicht, da rückt das Rom Mussolinis einem anderen Koloß zu Leibe, einem der sieben Weltwunder: dem Koloß zu Rhodos. Der stellte Helios dar, den griechischen Sonnengott, das Haupt von einem Strahlenkranz umgeben. Aus Bronze gegossen, war er zwanzigmal so hoch wie em Mensch, 34 Meter. Dreihundert Jahre später fühlte sich Nero nicht minder groß; in dem trockengelegten Teich seines goldenen Hauses stellte man seine Statue auf, auch als Sonnengott, zwölf Paar Elefanten brauchte man zum Transport. Die Bronze war vergoldet, das Werk 36 Meter hoch. Und nach diesem Koloß nannte man schließlich das Theater, das hinter ihm errichtet wurde, Kolosseum. Die zwanzigfache Menschengröße muß ihren besonderen Reiz haben, denn auch die Bavaria, das eherne Wahrzeichen Münchens, hat ihre 30 Meter. Man kann im Innern eine Wendeltreppe hinaufsteigen und droben im Kopf sitzen und mit den Augendeckeln klappern. Auch die Amerikaner gaben ihrer Freiheitsstatue an der Einfahrt in Neuyork eine Höhe von 32 Meter. Der Koloß von Rom aber wird 86 Meter hoch werden, den Sockel nicht mit» gerechnet! „ ri, . Nicht ohne Sorgen sehen die Kunstfreunde einer solchen Himmelstürmerei entgegen, stellt der Ttann doch sämtliche Hügel Roms in den Schatten. Und nicht bloß die sieben des Altertums die ja mit ihren paar Dutzend Metern nicht mehr als sanfte Anschwellungen sind, obwohl sie alle Monte heißen, Berg. Der Montecitorio, auf dem das Parlamentsgebäude steht, ist überhaupt nur em antiker Schutthaufen von ein paar Metern „Hohe , der Mons sacer, auf den seinerzeit die Plebsauswandorte mißt 36 Meter, das Kapitol, der stellste aller Hügel, 49 Meter. Das neue Kapitol, das Viktor-Emanuel- Denkmal mit dem Altar des Vaterlandes unb bem Grab des unbekannten Soldaten, ist etwas hoher als das alte und wurde schon deswegen viel angefochten, abgesehen davon, daß nach den Jtrengen Kritikern diese „Riesenhochzeltsschaumtorte m die Umgebung passe wie die Faust aufs ^ge.• ' her hat sich hier allerdings durch den Durchbruch der Via dell’Impero, die das Kolosseum mit dem Palazzo Venezia verbindet, viel geändert und eingangs erwähnte Monumentalbau wird das Gesicht des Zentrums abermals umgestalten. 9 Jl.-'Sport rung seines körperlichen Wohlbefindens auf dem Spielfeld. In diesem Falle verdient das Faustballspiel die Bezeichnung „Altherrenspiel" mit Recht, ja sie ist ein Ehrentitel daftir. Um dem Spiel aber vollauf gerecht zu werden, muß man sich auch die Spiele der Meisterklasse ansehen. Erst die auf dieser Stufe vollbrachten Leistungen werden ein gerechtes Ur- til über das Faustballspiel gestatten. Denn was hier an einem Spieltag von jedem Spieler an ganzem Einsatz verlangt wird, das macht das Spiel wert, daß man es in die Reihe der großen Kampsspiele einreiht. So groß die Unterschiede im spielerischen Können und in der körperlichen Leistung zwischen Meisterklasse und Altersklasse sind, so gleich groß ist die Freude, die durch nichts getrübt wird. Wer möchte da nicht daran teilhaben? Dr. Wilhelm Loh, Wetzlar. „FC.Teutoma*Watzenborn-Steinberg Die erste Mannschaft weilte am ersten Feiertag bei dem Sportverein Buchenau und trug ein fälliges Gesellschaftsrückspiel aus. Trotzdem die Teutonen auf eigenem Platze mit 5:1 gewannen, waren diesmal die Siegesaussichten sehr schlecht, zumal ohne Burger und ohne Lang angetreten werden mußte. Und doch wurden die Buchenauer knapp, aber sicher mit 2:1 Toren geschlagen. Die erste Halbzeit waren die Teutonen ihrem Gastgeber überlegen und führten auch mit 2:0. Nach der Halbzeit war das Spiel ausgeglichener und die Buchenauer kamen zu ihrem einzigen, aber verdienten Treffer. Die erste Jugend der Teutonen weilte ebenfalls in Buchenau und schlug sich sehr gut. Obwohl das Spiel bei Halbzeit nur 1:0 stand, mußten sich die Buchenauer bis zum Schluß noch vier weitere Tore gefallen lassen, so daß das Endresultat verdient mit 5:0 lautete. Eine kombinierte Elf der Teutonen fuhr am zweiten Feiertag nach Großen-Linden und trug dort gegen die erste Mannschaft ein Rückspiel aus, das mit einem klaren Sieg von 7:0 ausging. Es gelang bem Gastgeber nicht, das Ehrentor zu erzielen. Die zweite Jugendmannschaft trug ihr erstes Spiel gegen die erste Jugend von Allendorf (Lahn) aus. Es dauerte lang, bis sich die neuaufgestellte Jugend einigermaßen gefunden hatte, und daher ist auch wohl der niedrige Halbzeitstand von 2:1 zu im eigenen Lande wenig fanatische Anhänger hat und ein großer Teil der Jugend eigene Wege geht. Dem Auslande gegenüber betreibt der Neue Staat eine außerordentlich geschickte Politik, die wesentlich dazu beigetragen hat, das internationale Ansehen Portugals bedeutend zu erhöhen. Einer besonderen Beachtung sind die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Portugal wert, die in den letzten Jahren sich außerordentlich verstärkt haben, vor allem auf Grund einer häufigeren persönlichen Fühlungnahme, wozu die Reisen der „Kraft-durch-Freude"- Flotte nach Lissabon und Madeira in starkem Maße beigetragen haben und wobei deutsche und portugiesische Arbeiter miteinander bekannt wurden, und dann auch durch die regere Pflege der Kulturbeziehungen, deren sich besonders die Lissaboner Deutsch-Portugiesische Gesellschaft angenommen hat. So konnte nicht nur eine Zunahme der gegenseitigen Achtung festgestellt werden. Auch die Maßnahmen des neuen Deutschland, vor allem auf sozialem Gebiet, stoßen in Portugal auf ein wachsendes Verständnis, was besonders daraus hervorgeht, daß die sozialen Maßnahmen der portugiesischen Regierung weitgehend den deutschen Einrichtungen entsprechen. Salazar möglich wäre, auch das Wirken Salazars nicht ohne die Militärdiktatur denkbar ist. In dem Augenblick, wo die Aufbauarbeit Salazars ihre Früchte zu zeitigen begann und wo der Erfolg feiner Politik, im Gegensatz zu den Mißerfolgen seiner Vorgänger, klar zutage trat, erfolgte in taktisch geschickter Weise die Rückwandlgng der Diktatur in einen Dolksstaat. Beeindruckt von den äußeren Erfolgen der Politik des Neuen Staates, hauptsächlich auf dem Gebiet. der Finanzen, dem Ressort Salazars, gab das Volk dem Regime seine Zustimmung, indem es den General Carmona zum Präsidenten wählte und so das politische System billigte und der Regierung freie Hand für die weitere Entwicklung gab. Im übrigen kommt die Regierung wenig mit dem Volk zusammen, für dessen Wohl sie sorgt. Daß es der geistig bewegliche Portugiese, der zudem seiner ganzen Veranlagung nach liberal eingestellt ist, an Kritik nicht fehlen läßt, ist der Regierung bekannt, doch vertraut sie darauf, daß am Ende die Tatsachen stets für sie sprechen werden. Im Vertrauen hierauf beschränkt sie sich lediglich auf die Abwehr der unmittelbaren staatsfeindlichen und kommunistischen Propaganda, wogegen sie mit den strengsten Mitteln kämpft. So erklärt sich die eigentümliche Tatsache, daß die Regierung Faustball als Lluierhattungs- und als Kampsspiel. Der Grundgedanke des Faustballspiels ist zunächst der, einen in der eigenen Spielfeldhälfte befindlichen Ball über eine zwei Meter hohe Leine ins gegnerische Feld zurückzuschlagen, ohne hierbei einen Fehler zu machen. Der Ball darf dabei von jeder Mannschaft hintereinander höchstens dreimal geschlagen werden und höchstens einmal vor jedem Schlag im eigenen Feldteil den Boden berühren. Unter diesem einfachen Spielgedanken kann man sich anfangs recht unterhaltsam vergnügen, ohne körperlich allzu hohe Anforderungen an sich stellen zu müssen. Man muß natürlich etwas von Ballberechnung verstehen und das Ballschlagen soweit beherrschen, daß der Ball dahin fliegt, wo man ihn hinbefördern wollte. Ganz anders wird es, wenn auf der nächsten Stufe spielerischen Könnens die Erweiterung des Spielgedankens kommt, nämlich den Ball derart zum Gegner zurückzuschlagen, daß er dort nur mit viel Mühe oder überhaupt nicht ausgenommen wird. Sofort kommen erhöhte Anforderungen an die Körpergewandtheit, an blitzschnelles Denken und Handeln und eine noch größere Fertigkeit im Ballschlagen zu dem Können der vorher skizzierten Grundstufe hinzu. Besonders der Rückschlag über die Leine verlangt große Vollkommenheit in zwei neuen Schlagarten, dem Hau- und dem Zielschlag. Mit dem unterhaltsamen, gemütlichen Spiel hat das nun nichts mehr zu tun. Nur sportlich durchgearbeitete Körper schaffen den restlosen Einsatz auf dieser Spielstufe. Don der Grundstufe spielerischen Könnens bis zu den Leistungen der Meisterklasse sind nun die Uebergänge, sowohl was die Fertigkeit betrifft, wie auch in bezug auf die körperliche Leistung, derart fließend, daß man jederzeit dem Spiel mit gleicher Begeisterung nachgehen kann. Ja, dieser Umstand hat'es gerade mit sich gebracht, daß das Faustballspiel in allen Lebensaltern von Mann und Frau mit derselben Freude und mit gleichem, allerdings dem Alter entsprechendem körperlichem Einsatz ge- spilt werden kann. Wenn der Fußballer unb Handballer schon lange hinter den Schranken als Zuschauer steht, weil er bei seinem Spiel nicht mehr so recht mitkann, dan tummelt sich der Faustballer noch Jahre lang zu seiner Freude und zur Förbe- pathie begrüßt wurde. Zu sehr war das Land in die Lehren des Liberalismus verstrickt. Immerhin mußten die Einsichtigen den guten Willen der Diktatur anerkennen. Diese stand vor einer äußerst schweren Aufgabe. Portugal stand vor dem finanziellen Ruin. Wenn es gerettet werden sollte, mußten zunächst die Finanzen des Landes in Ordnung gebracht werden. Es schien zeitweilig, als ob die Militärdiktatur vor dieser Aufgabe die Waffen strecken müßte. Auch die Einsichtigen begannen wieder zu zweifeln: Kann Portugal noch gerettet werden? Nach zwei Jahren ging die Staatsgewalt von General Gomes da Costa, der bei feinem Abschied zum Marschall ernannt wurde, auf General Carmona über. Dieser, von der Erkenntnis ausgehend, daß die Militärdiktatur auch der Mitarbeit der intellektuellen Kreise des Landes bedürfe, berief als Finanzminister einen jungen, bisher unbekannten Universitätsprofefsor, Salazar, der bereits einmal, ganz im Anfang her Diktatur, den gleichen Posten einige Tage lang innegehabt hatte, aber dann feinen Abschied nahm, da man ihm nicht genügend Handlungsfreiheit zubilligte. Salazar wußte, daß von seinem Ministerium Wohl und Wehe des Landes abhing. Mit der ihm eigenen Bescheidenheit und Geräuschlosigkeit, aber mit rücksichtsloser Energie und Strenge, begann Salazar sein Werk der finanziellen Gesundung und Festigkeit. Mit drakonischen Sparmaßnahmen und unter Verzicht auf Ausländsanleihen gelang ihm in erstaunlich kurzer Zeit das für unmöglich gehaltene Werk der inneren Sanierung und darüber hinaus ging er sogar an die Tilgung der Auslandsverschuldung. Ihm ist in erster Linie die überraschende Wandlung in der Entwicklung Portugals zu verdanken. Der Name Salazar wurde bei seinem Volk und in der Welt ein Begriff. Er, der die Oeffentlichkeit scheut und den man sich schlecht anders, als am Schreibtisch sitzend vorstellen kann, wurde der bekannteste Mann seines Landes. Salazar war ursprünglich lediglich und ausschließlich Finanzminister, allerdinas mit außergewöhnlichen Vollmachten, die ihm von Ser Diktatur übertragen wurden. Trotzdem gehen von ihm die wertvollsten Anregungen für den Aufbau des neuen Portugals aus, und er wurde der eigentliche Schöpfer des „Neuen Staates". Die Diktatur, die nach Salazars eigenen Worten nur eine vorübergehende Erscheinung sein kann, da auf die Dauer jede Staatsgewalt im Volke verankert sein muß, macht dem Stände st aat Platz. Das Volk mußte die Verdienste der Regierung schließlich anerkennen und tat dies, indem es den einstigen Diktator General Carmona mit großer Mehrheit zum Staatspräsidenten wählte. An Stelle des einstigen Parlaments trat die N a - tionalversammlung, in welcher nur eine Partei, die einzige Portugals, die Nationale Union, vertreten ist. Salazar, der seit acht Jahren das Finanzministerium verwaltet, wurde im Iahte 1933 außerdem zum Ministerpräsidenten ernannt. Aus einem Lande, dessen Verfall allenthalben spürbar war, wurde ein aufblühender Staat, dessen Bedeutung ständig im Wachsen ist. Portugal, das über kurz ober lang dem Bolschewismus zu verfallen schien, wurde ein ausgesprochen nationaler Staat, der im Vertrauen auf seine Kraft, mit ruhiger Zuversicht in die Zukunft schaut. Es ist eine verlockende und lehrreiche Ausgabe, einmal den Gründen, die zu dieser gewiß bemerkenswerten Entwicklung führten, nachzugehen. Eine Tatsache, die einen zunächst in Erstaunen setzt, ist, daß der Neue Staat ohne die Mitarbeit des Volkes geschaffen wurde. Salazar begann sein Werk unter der Herrschaft der Militärdiktatur, deren Stütze in der bewaffneten Macht lag. Er brauchte somit keine Rücksicht auf die öffentliche Meinung zu nehmen und hat dies auch nie getan, sondern er handelte so, wie er es für richtig hielt. Es bedeutet keine Schmälerung seines Verdienstes, wenn man feststellt, daß, so wie der Neue Staat nicht ohne Würde sich der Koloß von Rom hier ansiedeln oder überhaupt innerhalb der Altstadt, so wäre ihm kein Kirchturm gewachsen, keine Triumphsäule, keiner der ägyptischen Obelisken, die doch schon ansehnliche Himmelsnadeln sind, nicht die Engelsburg, nicht das Schiff der Peterskirche. Nur die Peters- kuppel darf künftig noch größer sein als Mussolini — wenn der Koloß tatsächlich ihn darstellen soll, wie man sich erzählt. Genaues weiß allerdings niemand zu berichten, es heißt, daß Ingenieure und Bildhauer Tag und Nacht über dem Problem sitzen. Manche stellen sich den ehernen Duce als Herkules vor, mit einem Löwenfell bekleidet, andere sehen in dem Standbild zunächst nur die Verkörperung des neuen Imperiums, des faschistischen Italiens. Eines steht fest: einen dritten Sonnengott werden wir nicht erleben. Und vom persönlichen Geschmack Mussolinis, der unter den Statuen, die für das nach ihm benannte Stadion bestimmt waren, so fürchterlich Musterung hielt, darf man die rechtzeitige Verhütung von Uebertreibungen und Stilwidrigkeiten erwarten. Die faschistische Jugendorganisation „Balilla“ ist es, die das Standbild aus den von ihr gesammelten Mitteln auf dem Forum Mussolini errichtet, wo bereits der schneeweiße Mussolini-Obekisk steht. Link vom historischen Ponte Milvio, wenn man die Via Flaminia hinausgeht, im Gelände der Farne- sina (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Villa in Irafteoere),. am Fuße eines 116 Meter hohen Berges, der mit dem höchsten der nun bebauten 13 Hügel zusammenhängt, dem Monte Mario, mit einem Gipfel von 139 Meter. Da nun aber das Forum schon ungefähr 30 Meter über dem Meeresspiegel liegt und der Koloß auch einen Sockel haben muß, läßt sich voraussehen, daß er über sämtliche Berge weit und breit hinwegschauen wird. Und das ist wesentlich für den Anblick der ewigen Stadt, denn das Titanenhaupt muh somit selbst das Reiterstandbild Garibaldis auf dem Gianicolo überragen, von dem man als dem scheinbar höchsten Aussichtspunkt auf das Tibertal hinabzuschauen pflegt. Es läßt sich heute noch gar nicht beurteilen, wie die Wirkung eines solchen Kolosses sein muß: Peterskuppel neben Herkuleskopf, alles andere drunten in der Tiefe ... Eine Zeitlang ging man mit dem Gedanken um, auf dem Gianicolo oder Monte Mario ein gewaltiges leuchtendes Liktorenbündel zu errichten, höher als der Eifelturm, den eigenartigsten Leuchtturm der Erde, daß er den Schiffen schön von weitem künde: Hier ist Rom! Vielleicht wird man sich nun mit dem Koloß begnügen, vielleicht auch das eine tun und das andere nicht lassen. Einige Zahlen: Der Kops allein mißt vom Kinn bis zu den Haaren 12 Meter. Auf den Fingern kann man reiten. In jedem Bein ist ein Auszug eingebaut, so daß auch bequeme Leute die Reise durchs Innere des Riesen bis hinauf zu dem Balkon unternehmen können, der irgendwo in das Löwenfell hineingeschmuggelt wird. Das Gewicht der Statue wird auf fünftausend Tonnen Bronze geschätzt, im Innern befindet sich natürlich ein starres Eisengerüst. Sanktionen und Rohstoffmangel wurden offenbar nicht in die Rechnung eingestellt. Möglicherweise erleben nun die zahllosen Medaillen und Metalle aller Art, die in den letzten Monaten zum Einschmelzen auf dem Altar des Vaterlands geopfert wurden, in dem Jmperiumskoloß eine tatsächliche und sinnbildliche Auferstehung. Kinderzeichmmg an der Wand. Eine Lerche steigt jubelnd hoch und singt. Der kleine Vogel will vor Gesang fast zerspringen. Und wie er singt, da ist's, als ob das Feld, die Landstraße den Atem anhalten. — Und dann ist der Gesang verweht, und doch ist's, als ob ein heimlicher Schimmer aus der Ewigkeit heruntergeweht ist. Es ist nur ein kleiner Schimmer, aber er ist da: das Menschenherz fühlt ihn. Da bin ich gestern in ein Kleinstadthaus gekommen. Darin war alles sauber, licht und hell, jedes Ding hatte seinen Platz und wurde geehrt und geachtet. Aber man fühlte auch sofort: in diesem Haus gibt’s keine Kinder. Und wie ich mich auf das samtgepolsterte Sofa setze, da seh' ich plötzlich, dicht überm Sofa, an der schöntapezierten Wand: eine Kinderzeichnung, ungelenk, lustig und übermütig. — Es soll vielleicht ein Gesicht sein. Ja, ja, das soll es wohl. Aber das Gesicht ist eckig, ulkig verzerrt. Und diese Kinderkrakelei auf der schönen hellen Tapete, eigentlich schade ist das. Die Hausfrau sieht, wie ich das törichte Wunder betrachte, und sagt mit trauriger Freude im Gesicht: „Ach ja, das ist noch von unserem kleinen Jungen. — Das ist schon lange her. Er war damals so klein, daß er beim Schlafen nicht einmal bis zum Kopfkissen heraufreichte. Und dort, wo Sie fitzen, hat er sich hingestellt und hat das Bild auf die Tapete gezeichnet. — Ich sehe ihn noch: eine unordentliche Haarsträhne hing ihm in die Stirn. — Ach, wie lange ist das schon her." — Sie dachte traurig nach. — „Acht Jahre ist er nun tot. Wir hatten ihn nur fünf Jahre." — Und als ob sie sich entschuldigen wollte, sagte sie: „Ich hätte ja die Zeichnung wohl längst abwischen können. Aber ich kann's nicht. — Nein, ich will's nicht. Die Stube sieht gerade so schön durch die Zeichnung aus. Vielleicht für uns nur: für meinen Monn und für mich. Und dann habe ich so meine Gedanken dabei: Jedesmal, wenn der Kleine Geburtstag hat, dann ist mir's, in den Abendstunden, als ob ein Engel, ein weißer Engel durch die Stube geht, aufs Sofa hinkniet und die Zeichnung anhaucht. Und wenn er sie angehaucht hat, dann legt er seine Stirn auf die Zeichnung, lange, lange. Und dann geht er wieder davon. Und die Zeichnung hat wohl etwas abgefärbt, so ein bißchen nur. Und mit dem kleinen, närrischen Schatten auf der Stirn fliegt er wieder zurück in den Himmel. Und der kleine Junge droben sieht den Engel mit seiner Zeichnung auf der Stirn. Und er freut sich darüber und entsinnt sich vielleicht: daß er mal auf der Erde war, bei uns. — Aber entschuldigen Sie nur, daß ich Ihnen das erzähle, ich kann den kleinen Kerl nun einmal nicht vergessen." Ist das nicht wie mit dem Liede der Lerche? — Ein Gesang, der bis an die Pforte des Himmels stößt, der Menschenhände voller Andacht faltet und dann verweht und eine kleine Verklärung auf alle Dinge haucht? Max Jungnickel. Zeitschriften — Das neue Heft der im Verlage F. Bruckmann AG., München, erscheinenden Monatsschrift „D i e Kun st" zeigt das Bestreben, sich immer breitere Volkskreise zu erobern. Der vielseitige Inhalt der Juni-Ausgabe macht uns zur Einführung mit dem Schweizer Bildhauer Hermann Hubacher bekannt, dessen Werke ein ausgesprochenes Gefühl für das Naturhafte erkennen lassen. Ulrich Christoffel vermittelt uns tiefe Eindrücke über seine künstlerische Entwicklung und eigenartige Formgebung. Von be« sonderem Reiz ist die Wiedergabe des Selbstbild- nisses „Meister Anton Pilgram, um 1500", am Fuße der Kanzel des Stefansdornes in Wien. Ein Artikel von Hans Pels-Leusden beschäftigt sich mit bem Düsseldorfer Landschaftsmaler Theo Champion. Zu den aus bäuerlichem Stamm entsprossenen Künstlern gehört der Graphiker Rudolf Scheller, dessen wertvolle Arbeiten Dr. Franz Hofmann würdigt. Der zweite Teil des Heftes mit feiner Fülle von Darbietungen über Architektur, Wohnkultur und Kunsthandwerk bietet dem Leser vielfache Anregungen für seine wohnlichen Bedürfnisse. „Ein Landhaus in Risch am Zuger See" von Architekt Ernst Rentsch (Basel), „Raumkunst an Bord des Dampfers ,(9neifenau‘ des Norddeutschen Lloyd, Bremen" von Rob. Kain (Bremen). Kunsthondwerklich in bestem Sinne sind die Entwürfe zahlreicher Hausgegenstände aus bekannten Werkstätten. Nachrichten über Ausstellungen, Auktionen und andere künstlerische Zeitereignisse beschließen diele umfassende Rundschau über neuere und neueste Kunst. Prächtiges itnb gut ausgewähltes Bildmaterial ist ihr besonderer Vorzug. verstehen. Die zweite Halbzeit war lebhafter, die Einheimischen konnten noch vier weitere Tore erzielen, denen die Gäste nur eins entgegensetzen tonnten. Der Spielausgang mit 6:2 Toren war durchaus gerecht. Fußball im Turnverein Großen-Linden Grohen-Linden 2. Jod. — Klein-Llnden 2. Igd. 0:2 (0:1). Die 2. Jugend lieferte gegen Klein-Linden ein lahmes Spiel und mußte dadurch den Gästen den Sieg überlassen. Grohen-Linden 1. Igd. — SB. 1920 Lollar 1. Igd. 9:0 (4:0). Die 1. Jugend zeigte sich wieder einmal von ihrer besten Seite und schlug die gleiche des SV. Lollar mit 9:0. Grohen-Linden I — Grohen-Buseck I 4:3 (3:3). Im anschließenden Spiel Großen-Linden I gegen Großen-Buseck I hatten die Gäste das Pech, auf einen in Hochfvrm spielenden Gegner zu treffen. Trotzdem gingen die Gäste jedesmal in Führung, die die Platzelf bis Halbzeit ausglich. Ein Foulelfmeter wurde vom Gästehüter gehalten. Nach Halbzeit versuchten beide Mannschaften, das Siegestor zu erzwingen, welches der Linksaußen von Großen-Linden, als man schon mit einem Unentschieden rechnete, doch noch für seine Farben buchen konnte. , Grohen-Linden I — „Teutonia" Watzenborn-Steinberg I 0:7. Die „Teutonen" trugen in Großen-Linden ein Werbespiel aus. Gegen diesen Gegner, der ein sehr gefälliges Spiel vorführte, hatten die Platzbesitzer nie eine Ehance und mußten sich eindeutig geschlagen bekennen. Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Atten-Bufeck I — Sportfreunde Wetzlar komb. 3:1 (1:0). Alten-Buseck spielte bei diesem Spiel mit Ersatz. Die Gäste stellten eine kampfkräftige Mannschaft ins Feld. In der ersten Halbzeit konnte Alten- Buseck ein Tor erzielen. Nach der Pause stellte Alten-Buseck um und konnte dann auch das Resultat auf 3 erhöhen. Die Gäste kämpften unverdrossen weiter und konnten das Ehrentor erzielen. Die Gäste hinterließen einen guten Eindruck. Die Jugend spielte in Allendorf a. d. Lahn und mußte eine Niederlage von 2:5 einstecken. Die Schüler errangen gegen die Schüler aus Baubringen einen 5:0-Sieg. Hier sah man ein sehr schönes Spiel. Handball-Endspiele verlegt. Die Endspiele um die Deutsche Handball-Meisterschaft der Männer und Frauen, die am 21. Juni in der Dortmunder Kampfbahn „Rote Erde" vor sich gehen sollten, wußten wegen des am gleichen Tage in Dortmund stattfindenden Gauparteitages der NSDAP, um eine Woche verschoben werden. Die Kämpfe kommen nun am 2 8. Juni zum Austrag. Schauplatz bleibt Dortmund. Die Olympia-Turnerinnen in M-Nauheim. Oer olympischeSchulungslehrgang für die HeichSkernmannschast ist eröffnet. Die deutschen Olympia-Turnerinnen haben gestern früh in der Turnhalle der Turngemeinde Bad-Nau- Heim die viertägige Schulungsarbeit ausgenommen. Reichsfrauenturnwart Carl Soges (Hannover), der die Ausbildung der Olympiaturnerinnen leitet, begrüßte die aus allen Teilen des Reiches vollzählig erschienenen Mitglieder der Reichskernmann- fchast, wies sie auf die Bedeutung dieser vorletzten gründlichen Schulung hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Lehrgang erfolgreich und fruchtbringend verlaufe im Dienste der großen nationalen Aufgabe, die der Mannschaft gestellt sei. Nachdem der Vereinsführer der Turngemeinde, Sturmbannführer Rektor Walter, die Olympia- Gäste in herzlichster Weise begrüßt und dem Lehrgang besten Erfolg gewünscht hatte, setzte die Schulungsarbeit ein, der auch eine Anzahl Turnfreunde mit großem Interesse beiwohnten. Man bekam einen Einblick in die Schwierigkeit der Hebungen, gewann aber den Eindruck, daß die Nauheimer Tage Sicherheit und Können der Mannschaft weiter steigern werden. In der kurzen Frühstückspause erschien Kurdirektor Freiherr von Wechmar, um den Gästen der Badestadt den Willkomm des Hessischen Staatsbades zu entbieten. Gestern abend wurde von der Ortsgruppe des Deutschen Neichsbundes für Leibesübungen in kurzer, eindrucksvoller Feier durch Studienrat Dietz und Sturmbannführer Walter auf der Turnhalle, in der die olympische Schulung durchgeführt wird, erstmals in Bad-Nauheim die neue Reichsbundflagge gehißt. Ab heute zeigt auch das Hotel, in dem die Turnerinnen-Mannschaft wohnt, die Reichsbundflagge, und vom Fahnenmast des Staatsbades weht die Olympiaflagge. Eine ehemalige Heffenlurnerili unter den Olympiatnrnerinnen. An dem Schulungslehrgang der Deutschen Olympia-Turnerinnen und dem damit verbundenen Ausscheidungsturnen am 7. Juni auf der „v o n Tschammer und Osten-Kampfbahn nimmt auch, wie wir vor einiger Zeit schon mal kurz mitteilten, eine ehemalige Hessenturnerin teil: Käthe Sohnemann, jetzt in Hamburg. Die Hamburger Turnerin Käthe Sohnemann, die sich bei dem in Hannover durchgeführten ersten Prüfungsturaen unserer Olympia-Kernmannschaft der Frauen als die derzeit beste deutsche Gerätemeisterin erwiesen hat, ist im Gau Hessen nicht unbekannt; sie hat ihre Ausbildung auf dem Gebiete der Leibesübung zum Teil in Gießen genossen, und zwar am Turnseminar der Alicefchule und am Univerfitätsinstitut für Leibesübungen. Diele Hessenturnerinnen haben Käthe Sohnemann, die als Mitglied des Turnvereins 1846 Gießen rege an der Lehrgangsarbeit des Gaues und an Wettkampfveranstaltungen teilnahm und als ausgezeichnete Turnkameradin von allen geschätzt wurde, noch in bester Erinnerung. Dom Mittelrheinischen Kreisturnfest 1932 in Trier und vom Deutschen Turnfest in Stuttgart 1933 brachte Käthe Sohnemann ihrem Gießener Verein einen namhaften Sieg mit nach Hause. Käthe Sohnemann ist 22 Jahre alt und zur Zeit Turn- und Sportlehrerin in Hamburg. Tagung Oer Zugendturnwarte in Bad-Nauheim. Unter Leitung des Gau-Jugendturnwarts des Gausachamtes Turnen im Gau Hessen des RRL., Heiner Geiß, Hanau a. M., findet am 7. Juni in Bad-Nauheim eine Tagung der Kreisjugendturnwarte des südlichen Gaubezirks (Gießen) statt. Ende Juni treffen sich dann die Kreisjugendturnwarte des nördlichen Gaubezirks in Kassel zu einer gleichen Tagung. „Olympia-Splitter." Fechtsport. 1906 war eine deutsche Säbelmannschaft auf der Athener Olympiade siegreich. Diesen großen Erfolg konnten wir leider nie mehr wiederholen. Im Fechten wurden die Italiener, Ungarn, Schweden stark, während dieser Sport bei uns vernachlässigt wurde. Unser bester Mann war noch immer Erwin C a s m i r, der 1932 im Säbel Vierter und im Florett Fünfter werden konnte. Das Abschneiden unserer übrigen Teilnehmer ersehen wir am besten aus der Olympia-Heftreihe, Heft 14. In letzter Zeit ist hier ein gewisser Wandel geschaffen worden. Der Fechtsport tritt wieder mehr in den Vordergrund, vor allen Dingen überraschen hier die SS.-Fechter durch gute Leistungen. Es wäre der Wunsch der Vater des Gedankens, wollten wir schon in diesem Jahre einen unserer Männer, sei es Schröter oder Lerdon, unter den Olympia-Siegern sehen. Aber daß ihr Ab- schneiden ehrenvoll sein wird, das glauben wir auf jeden Fall. Schließlich kann ja immer nur einer siegen, aber an diesem Sieger und durch den Kampf mit den Besten der Welt werden unsere Leute lernen. Der Weg zu einer neuen Blütezeit des deutschen Fechtsports hat begonnen, der erste Rechen- scyaftsbericht wird das Fechten bei den Spielen in diesem Sommer sein. * Boxen! Harter Mannessport, der Mut und Disziplin verlangt, Sport, der zum Kerl erzieht. 1932 hatten unsere Jungens Pech. Trotz guter Kämpfe konnte keiner die „Goldene" mit nach Hause bringen. Aber sie haben sich Achtung errungen, und das ist ja mehr wert als ein umzwei- felter Sieg. Systematisch werden unsere Leute geschult, und die schönsten Früchte dieser Arbeit waren die Siege in den letzten Lünderkämpfen. Namen wie Stasch, Murach, Kampe, Fluß und Runge sind weit über die Grenzen des Landes bekannt. Wir können beruhigt sein, wenn unsere Kämpen durch die Seile klettern. Wie oft wird der Boxsport noch als roh, ja als Rowdysport hingestellt Da soll man sich einmal die Bilder der Olympischen Heftreihe, Heft 12, ansehen, dann soll man einmal den Text nachlesen und manch einer wird erkennen: Selten gehört so viel Disziplin zu einer Kampfart wie zum Boxen, selten ist ein Sport so sehr wirklicher Mannessport wie der Boxsport. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Die Mannschaften der Spielvereinigung Leihgestern schnitten an den Pfingstfeiertagen recht gut ab. _ __ . , Die 1. Mannschaft gastierte am ersten Feiertag beim SD. Bad-Nauheim und konnte ein achtbares 3:3 erzielen. Wenn man berücksichtigt, daß die Leih- gefterner mit Ersatz antreten mußten und die Nauheimer durch Hereinnahme einiger Ligaspieler verstärkt antraten, so ist das Unentschieden noch weit höher einzuschätzen. Mit Recht kann man noch auf recht achtbare Resultate hoffen. Die Jugendmannschaft war am ersten Feiertag Gast bei dem Rasensportverein Germania Marburg und konnte den Platzherren ein 2:2 abtrotzen. Auch die Jugendmannschaft mußte einige Spieler ersetzen. Am darauffolgenden Tage gastierte sie beim FV. Ockershausen. Trotzdem sie hier bei der Pause mit 2:1 im Rückstand lag, hieß es doch am Schlüsse 5:3 für die tapferen Blau-Weißen. Fußball in Oaubringen. Am ersten Feiertag weilten die erste Mannschaft und die Schülermannschaft, welche die Kreismeisterschaft der Volksschulen errungen hatte, beim Sportverein in Lich. Beide Mannschaften konnten mit 5:1 und 3:2 als Sieger die Heimreise antreten. Die Jugend spielte zu Hause gegen eine Hitlerjugendmannschaft von Stockheim bei Nidda und siegte klar mit 4:1. Arn zweiten Feiertag war als Gast eine Mannschaft Der nächsthöheren Spielklasse, Sportverein Heuchelheim, in Daubringen zu Gast. Daubringen siegte leicht mit 4:2 Toren. Borchmeyer lief 100 Meter in 10,3 Sekunden. In Schwenningen starteten am Pfingstmontag die Leichtathleten der Stuttgarter Kickers gegen die besten Leute des Kreises Schwarzwald. Die Stuttgarter stellten in allen Wettbewerben die Sieger, zum Teil mit ausgezeichneten Leistungen. Den Vogel schoß Erich Borchmeyer ab, der die 100 Meter zweimal (!) in je 10,3 Sek. durchlief, wobei Jetter-Balingen in 10,6, Sumser-Stuttgart in 10,7 und Dockenwald-Schwenningen in 11,2 Sekunden die nächsten Plätze besetzten. 73,2Z Meter im Speerwurt! Bei einem in der polnischen Hauptstadt durchgeführten leichtathletischen Städtekampf zwischen Warschau und Posen wartete der polnische Speer- wurf-Meister L o k a j s k i mit einer Glanzleistung auf. Mit einem Wurf von 73,27 Meter verbesserte er den von ihm selbst gehaltenen Landesrekord ganz erheblich. Zum Vergleich sei die beste Leistung unseres Meisters und Rekordmannes Stöck angeführt, der mit 73,96 Meter deutscher Rekordhalter ift Sportamt „Kraft durch Freude". Heule folgende Kurse: Leichtathletik und Waldlauf, Frauen und Männer. Don 17.30 bis 19 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Wirtschaft. * Konkurse und Vergleichsverfahren im Mai. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurde im Mai durch den „Reichsanzeiger" die Eröffnung von 234 Konkursen und 60 gerichtlichen Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 181 und 38. Mein-Mainifche Börse. Wiklagsbörse: Sehr fest. Frankfurt a. M., 3. Juni. Die Börse setzte ihre Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt weiter fort, da weitere Aufträge der Privatkundschaft Vorlagen und auch Käufe von Großanlegern erfolgt sein sollen. Andererseits war das Angebot wieder klein, fo daß vielfach wieder starke Erhöhungen eintraten. Das Geschäft war recht lebhaft, zumal da etwas Angebot der Kulisse vorlag. Später wurden weitere Teilrealisationen vorgenommen, doch zeigte sich auf ermäßigter Basis sogleich wieder Nachfrage. Sehr fest notierten vor allem wieder Montanaktien, Buderus 108 (105,75), Harpener 132,40 (130), Mannesmann 102,25 bis 102 (101), ferner zogen Hoesck, Verein. Stahlwerke und Klöckner bis 1 v. H. an, Ilse Genuß plus 2 v. H., Kali Aschersleben plus 2,25 v. H. Von chemischen Werten machten Th. Goldschmidt einen größeren Sprung auf 116,50 (113,65), JG.-Farben, Scheideanstalt und Rütgerswerke gewannen bis 1 v. H., nur Metallgesellschaft setzten 1 v. H. niedriger ein. Von Elektrowerten waren AEG. infolge der Erörterungen über die Sanierungsfrage noch etwas gedrückt auf 37,50. (37,75), dagegen lagen Geffürel 1,13 v. H., Siemens 1,65 v. H., Schlickert 0,50 und RWE 2,75 v. H. fester. Sehr fest lagen ferner wieder Zellstoffaktien, Aschaffenburger plus 3,40, Waldhof plus 2,65, Feldmühle plus 1,75 v. H. Von Maschinenwörter! notierten Daimler mit 120,25 bis 119,75 (119,75), Muag mit 106,50 (107), dagegen Moenus 94 bis 94,50 (93,50). Don Bauaktien stiegen Berger um 5 v. H. auf 140, Holzmann etwa 130 (127,50), Cement Heidelberg 140,25 (139). Sehr fest lagen ferner Bank für Brau- industrie mit 142 (138,75), Reichsbank unv. 194,50. Im einzelnen eröffneten Westdeutsche Kaufhof etwas ruhiger und 0,40 v. H. leichter, AG. für Verkehr 0,40 v. H. und Hapag 0,65 v. H. freundlicher. Deutsche Renten lagen verhältnismäßig still, lebhafter nur Kommunal-Umfchuldung mit 89,20. Sonst galten Altbesitz 114,75, späte Schuldbuchforderungen 98,50 und Zinsvergütungsscheine 92,75. Von fremden Werten lagen Ungarn erneut fest, Goldrente 10,40 (10,13), ferner Anatolier I und II 46,65 (46,20). Im Verlaufe setzten sich die Realisationen am Aktienmarkt zunächst fort, so daß gegen die Anfangskurse zumeist Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. eintraten. Das Geschäft blieb recht lebhaft und später trat wieder Nachfrage auf. Von erst später zur Notiz gekommenen Papieren stiegen BMW auf 142,25 bis 143 (139,50), Deutscher Eisenhandel auf 137,50 (133) und Rheinmetall - Borsig auf 144,75 (140,50), auch sonst ergaben sich meist Erhöhungen, etwas schwächer waren nur Kunstseide Aku, Felten (—1,50 v. H.) und Rheinstahl (—0,50 v. H ). Der Freiverkehr war ebenfalls fest bei Kurserhöhungen von 1 bis 2 o. H. Tagesgeld weiter ermäßigt auf 2,50 (2,75) v. H. Abendbörfe fest. Nachdem im Sch lichte il der Mittagsbörse überwiegend leichte Rückgänge eingetreten waren, zeigte sich an der Abendbörse erneut Kaufneigung der Kundschaft, so daß der Aktienmarkt wieder in fester Haltung verkehrte. Gegen den Berliner Schluß ergaben sich bei lebhaften Umsätzen in JG.- Farben und einigen Montanwerten sowie in Westdeutsche Kaufhof durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Stärker erhöht waren BMW. mit 143,50 bis 144 (142) und Kaufhof trotz der Der» waltungserklärung mit 48,50 (47,25). Der Rente n m a r k t lag ruhig. Kommunal-Umschuldung blieben zu 89,35 gefragt. Ausländische Werte lagen heute abend erheblich ruhiger und zum Teil etwas leichter. Sranffurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Juni. In Roggen und Futtergetreide finden mangels Angebots kaum noch Umsätze statt. Weizen ist aus der Provinz wie auf dem Wasserwege, aber bei Ausnutzung der erhöhten Handelsspanne, etwas besser angeboten. Mehl hat bei ausreichendem Angebot unvermindert flotten Abzug. Futtermittel, mit Ausnahme von Kleie und Oelkuchen, liegen ruhig. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 217, W 16 220, W 19 224, W 20 226, Roggen R 12 180, R 15 183, R18 187, R19 189 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Hafer —. Weizenmehl W 13 28,65, W 16 28,90, W19 28,90, W 20 29,25, Roggenmehl R12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl W13 13,15, W 16 13,30, W19 13,50, W 20 13,60. Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W 19 11, W20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Soyaschrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,30, Erdnußkuchen m. M. 17,85 ab südd. Fabrikstationen. Treher 15,75 bis 16, Trockenschnitzel 9,52 ab südd. Fabriken. Heu 6,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3 bis 3,30, gebündelt 2,80 bis 3. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 18 Rinder (1 Bulle, 14 Kühe, 3 Färsen), 502 Kälber, 31 Schafe, 1385 Schweine. Es kosteten: Kälber 45 bis 78 Mark, Hümmel 42 bis 47, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe ruhig, Schweine wurden zugeteilt. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 477: Devisenvorschriften für den Post- verkehr. — 478: Umsatzsteuerumrechnungssätze auf Reichsmark für Mai 1936. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Fiankiun a. 31. .Berlin Schluß- kurS Echlußk. Abend- bflrfe Schluß« furd Schluß!. Mittag- börfe Oainm 2-6- 3.6. 2.6 36 6% Teuiiche Reichsanleihe v. 192'< 101,13 1 101,13 101,4 1 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,5 ! 98,75 98,75 98,75 6‘/i% Dvung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.»Schuld mii Anslos.»Rechten ............ — 1 103,75 103,5 114,9 114,75 114,75 114,75 4 yx°ö Deutsche RetchSpostschatzan Weisungen von 1934, l...... 100,4 100,3 100,3 100,3 R. 12... 96,9 97 97 iy2°/o ehem 4y,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLigu 101,25 101,25 4Yi% ehem. 8% Darmst. Komm Laiioesb.Gvldjchuldverichr R.G 93 93 Lberhejsen Provinz-Anleihe ml 2>ilslol.»Rechten ............ 123,5 123,5 122 122,75 Deursche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Ausloj.»Rechten 118,13 118,13 118,5 *’/i°/o efcem.8% Franks. Hyp.°Bam Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 6*/$% ehem. 4y,% Franks. Hyp. Bank-Ligu.»Pfandbriefe...... behem. 4 yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 101,55 101,65 _ 101,65 101,65 101,75 102 4yz% ehem. 8% Pr. Landespsanb briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 V/»% ehern. 7% Pr. Landeöpfand briefanst., Gold Komm. Obl.20 94,75 94,75 94,75 94,75 kteuergutfch.Verrechnung«!. 34-38 109,4 109,4 109,4 109,4 4% cesterrelchische Goldrente... 4,20% Oesterceichische Silberrente — — 32,5 _ 2,75 3,55 3 3,3 4% Ungarische Goldrente ....... 10,13 10,25 10,3 10,3 x% Ungarische Staatsrente v. 1910 9,55 10 9,8 9,9 4*-i% desgl. von 1913......... 9,75 10,13 9,9 10 6°ö abgelt. Goldmexikaner von 99 14,4 14,4 14,5 14,25 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l.................... — — — Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mii tag- börie Dalum 2.6. 3.6. 2.6. 3.6. 4% oesgi. Serie h ............ — — 10,75 — 5% fliumän »ereinh. Rente v. 1903 7,3 7,35 7,4 7,45 4yr%Ruman.vereinh.Rentev.l918 10,4 10,4 10,4 10,25 4% Rumänische vereinh. Rente . 2%% Anatolier............. 6,05 6,13 6,13 6,2 46,2 46,75 45,75 46,75 Hamburg-Amertka-Paket .....O 15,13 15,75 15,5 15,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O —— — 30,25 norddeutscher Lloyd .........0 16,9 17 17 16,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 124 124,5 123,75 123,13 Berliner Handelsgesellschaft ... ß 118,25 118,5 118,75 118,75 Commerz» und Privat Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- 93,75 94,25 93,5 94,25 Aesellschast................ 4 96 96,25 96 96,25 Dresdner Bank.............. 4 96,25 96,5 96,25 96,5 Reichobank ................ 194,5 194 193,75 194,25 a.®.®...................... o Bekula..................... g ®Icltr. Lteserungsgeielllchast ... 6 Licht und Kraft ............. 7 Selten & Guilleaume......... 4 Gefellsch.s.Glektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... ß Schuckert L Co............... ß Siemens L Halske............8 Lahmeyer L Co.............. 7 BuderuS ................... Deutsche Erdöl .............. 4 Harpener................. 2% Hoejct) (ti|en—Röln-g?eueHen .. 3 Ilse Bergbau ............... g Ilse Bergbau Genüsse........ ß Klöcknermerke ............... 3 Mannesmann-Röhren........ ß 37,75 37 37,9 37 151 151 150,9 151 137 135,5 137 135,25 161 160,25 161,5 160 141,5 140 140,5 139,9 144 145,5 144,25 145,75 — — 138 138,5 —— 134,75 132 134,5 153,5 153 153,65 152,75 194 195,25 193,25 195 143,5 142,75 145 143,5 105,75 108 105,25 107,4 132,5 132,75 132,5 132,25 130 131,75 131 132 m IN 111 111,4 171 172 136,25 138 137 137,75 107,25 107,13 107 106,75 101 102,5 101,4 102,13 Aramfun a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- lurs Schlupf. Mittag» börfe Datum 2-6. 3-6. 2-6. 3.6 Mansselder Bergbau....... ey. 142 143,25 143,65 141,75 Kokswerke ................ .. 6 — —— 138,25 138,5 Rheinische Braunkohlen .... 12 238,5 239,25 238,5 239,5 Rheinstahl ................ .. 4 137,5 136,13 135,5 136,13 Vereinigte Stahlwerke...... sy, 98,25 98,9 98 98,5 Ltavi Minen ............. .. 0 23,5 23,4 23,13 23,13 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 130 132,25 130 131,75 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 129 130,5 129,75 128,25 182,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7 H — 182 181 3. G. Farben-Jndustrte..... .. 7 174,5 175,25 173,9 174,5 Scheideanstalt............. .. 9 257 258 — — Goldschmidt .............. .. 6 113,65 116,5 115 117 Rütgerswerke ............. .. 6 130,5 130,65 130,75 130,4 Metallgeielllchaft........... .. 5 145,5 144 145 143 Philipp Holzmann......... - 4| 127,5 129,5 128 128,75 Zementwerk Heidelberg .... Zementwerk Karlstadt....... .. 7 139 140,25 — .. 6 - - — Schultheis Pakenhoser ..... .. 4 — — 111,75 113 Aku «Allgemeine Kunstseide) .. O 54,65 54,25 54,5 53,75 Bemberg................. .. 6 92,5 92,5 91,25 91,65 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 145 147,25 144,5 147,13 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 103,5 105,9 103,75 105,5 Dessauer GaS ............. .. 7 — —— 125,75 122,25 Daimler Motoren.......... .. O 119,75 119,75 119,9 119,13 Deutsche Linoleum......... .. 8 187,5 188,5 187,5 188,5 Lrenstein & Koppel ........ .. O — — 90,5 90,13 Westdeutsche Kaushof....... .. 0 49,25 48,5 49 47,25 Chade .................... .. 9 466,5 482 467 Accumulaloren-Fabrü...... . 12 191 192,5 191 192 Conti-Gummi............. . 11 186 188 186,5 187 Grttzner.................. .. O 33,65 32,75 33,25 Mainkrastwerke Höchst a.M.. .. 4 99 99 Süddeutscher Zucker....... . 10 225 220 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. Banknoten. 2-Inni 3Zuni Amtliche Roiierung Amtliche Geld | Dotierung Brief Geld Brief Buenos liltn 0,686 0,690 0,688 0,692 Brüssel .... 42,05 42,13 42,02 42,10 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,47 55,59 55,60 55,72 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,425 12,455 12,455 12,485 Heljingfors. 5,48 5,49 5,49 5,50 Paris ..... 16,365 16,405 16,36 16,40 Holland ... 167,93 168,27 167,83 168,17 Italien.... 19,48 19,52 19,48 19,52 Japan ..... 0,728 0,730 0,730 0,732 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Lslo..... . 62,44 62,56 62,59 62,71 Men...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,29 11,31 11,315 11,335 Stockholm.. 64,06 64,18 64,21 64,33 -chweiz ... 80,30 80,46 80,29 80,45 Spanien... 33,92 33,98 33,90 33,96 Prag...... 10,265 10,285 10,26 10,28 Budapest .. — — Reuyork 2,487 2,491 2,486 2,490 Berlin, 3. .Umi 1 <5775 S5F? Amerikanische Roten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,88 42,04 Dänische Noten ................. 55,35 55,57 Englische Noten ................. 12,42 12,46 Französische Noten............... 16,31 16,37 Holländische Noten............... 167,41 168,09 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 62,38 62,62 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... — _ Schwedische Noten............... 63,99 64,25 Schweizer Noten................. 80,11 8(L43 Spanische Noten................. Ungarische Noten................ Nr. 128 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 4. Juni 1956 Ein Blick auf die Versammlung. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Der Bauer im Dritten Reich Gin Vortrag des Landesbauernführers in Gießen. dentenhauses vor den Mitgliedern der Studentenkameradschaft, Angehörigen der Universität, Vertretern der Partei, der Wehnmacht und der Behörden, der Bauernschaft und vieler anderer Volksgenossen über die Stellung des deutschen Bauerntums im Dritten Reich und über die Aufbauarbeit, die vom Bauerntum her zum Nutzen der Volksgesamtheit geleistet wird. Der interessante Vortragsabend wurde mit einem Chorgesang der Studentenkameradschaft eingeleitet. Danach sprach ein Student ein eigens für diesen Abend von dem Studentenkameraden Salomon verfaßtes Gedicht „Deutsche Erde", in dem ein glühendes Bekenntnis zur deutschen Muttererde, 3um deutschen Blut und zur Einigkeit und Einheit des deutschen Volkes abgelegt wird. Sodann be- §rüßte der Führer der Gießener Studentenschaft krank den Landesbauernführer und alle übrigen Besucher, dem Landesbauernführer überreichte er als äußeres Zeichen der dankbaren Verbundenheit der Gießener Studentenschaft mit ihm als Andenken ein Bild der Stadt Gießen. Landesbauernführer Or. Wagner, mit außerordentlich starkem Beifall begrüßt, sprach dann in etwa einstündigem Vortrag. Er erinnerte einleitend an das Wort des Führers von 1930: „Es gibt keinen Aufstieg, der nicht beginnt bei der Wurzel des nationalen, völkischen und wirtschaftlichen Lebens: bei dem deutschen Bauern". Dieses Wort des Führer ist die Grundlage für den Aufbau des deutschen Bauernstandes im Dritten Reich. Sodann schilderte der Vortragende die Aufgaben und Verpflichtungen, die sich aus diesem Führerwort und aus dieser Aufbaugrundlage für die praktische Arbeit ergaben und immer aufs neue ergeben werden, wobei er klar hervorhob, daß es sich grundsätzlich darum handelt, bei aller Arbeit den Bauernstand in den Rahmen der Gesamtheit des deutschen Volkes hin- einzustellen, denn ohne das deutsche Volk sei der Bauer nichts, genau so wiedasdeutscheVolkohnedenVau- ern nicht sein könne. Der deutsche Bauernstand sei eben der Blutsquell des gesamten deutschen Volkes, und auf diese Grund- legende Tatsache müsse alle politische Arbeit abgestellt werden. Weiter betonte der Landesbauernführer, daß es sich vorn Anbeginn der Arbeit zum Aufbau des deutschen Bauernstandes im Dritteln Reich um zwei große Aufgaben handelte: dem Bauern zu helfen, weil von seinem Wirken und Schaffen das Leden des Volkes abhängt, von dieser Grundlage aus die Ernährung des ganzen deutschen Volkes sicherzu- ftellen, da angesichts der geopolitischen Lage Deutschlands die Ernährungsgrundlage unseres Volkes eben nur auf einem leistungsstarken gesunden Bauerntum als gesichert angesehen werden kann. In diesem Zusammenhänge erinnerte der Redner daran, daß es in den Jahren des Weltkrieges nicht gelungen sei, unser Volk ausreichend zu ernähren, obwohl wir damals nicht nur den ganzen Heimat- boden, sondern auch noch große Flächen eroberten Gebietes in Feindesland in Besitz gehabt hatten und landwirtschaftlich nutzten. Der Fehler lener 3eit sei darin zu erblicken gewesen, daß innerhalb der Regierung nicht erkannt worden war, wie außerordentlich und auch dringend erforderlich neben dem Soldaten und dem Munitionsarbeiter vor allem die vollständige Mobilisierung des gesamten Volkes war. Ferner sei an jenem Mangel in erheblichem Maße die Tatsache mitschuldig gewesen, daß unter der Führung des Juden Rath en au mehr Gewicht gelegt wurde auf die Versorgung der diesem besonders angelegenen Volksteile in den besetzten Gebieten, als auf die ausreichende Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes. Aus jenen Fehlern der Vergangenheit habe man erkannt, welche Aufgaben für die Sicherung der deutschen Volksernährung zu lösen seien. Der Vortragende schilderte nunmehr in großen Qüaen die Leistungen des Nationalsozialismus für den Aufbau des deutschen Bauerntums, und damit für den Wiederaufbau des deutschen Volkes Über- bauvt feit der Machtübernahme durch Adolf Hitler. Er beschäftigte sich dabei in erster ßtme mit dem Reichserbhofgefetz, dessen außerordentlich seaen?reiche Wirkungen sich natürlich heute noch nicht zeigen konnten, aber für d,e künftigen Generationen gewiß seien. Das R«ichs--bk,°fg°feh fei für das d°°' ch-Volk lebensnotwendig, und es hab« bisher schon be- wiesen, dah es geeignet fei, die Verbindung des Bauern mit seiner Scholle wiederherzustellen, die Zersplitterung und Verschuldung der Erb- Höfe zu verhindern und auch d i e Triebe, die keine Erbhofgröße haben, zu einer gesunden Vodenverwaltung zu bringen. Das Gelett habe anfangs verschiedene Lücken gezeigt, die aber Elerweise geschlossen wurdem Gegenwärtig werde versucht, eine J?*"1 zu schließen daß man durch eine TrgSnzungsbe° ffimmuna die Bildung neuer Ervyllse ^ei fartgeseßten heiraten Su erwog- Die Hochschulgruppe Gießen desNSDStB. hat es sich zur Aufgabe gemacht, denStudierenden undallen Angehörigen der Universität, sowie Gästen aus der Gießener Bevölkerung durch eine Reihe von Vortragsabenden einen wertvollen geistigen Gewinn zu oerfdyaffen. Im Rahmen dieser Arbeit sind im Verlaufe der letzten Monate schon manche Vorträge gehalten worden, von denen die Hörer vielfältige neue Erkenntnisse und Erweiterung des geistigen Blickes gewannen. Ein weiterer bedeutsamer und aufschlußreicher Vortrag wurde am gestrigen Mittwochabend in diesem Kreise geboten. Der Landesbauernführer Dr. Wagner sprach in dem voll- besetzten Saale des ©tu- lichen suche. Diese wichtige Ergänzung sei besonders in unserer engeren Heimat von Hessen und Hessen-Nassau bedeutsam. Der Vortragende vermittelte aus seiner Schilderung über die wichtigsten Einzelheiten des Erbhofgesetzes zahlreiche neue und wichtige Erkenntnisse, die für die Aufklärung im Lande wichtig sind und geeignet sein dürften, mancherlei falsche Ansichten über dieses Gesetz richtigzustellen. Im Rahmen einer umfassenden Betrachtung über die Aufgabe der Sicher st ellung der Ernährung des deutschen Volkes hob der Landesbauernführer die großen Anforderungen hervor, die für unser Bauerntum aus dieser Aufgabe erwachsen. Das Ziel aller Arbeit bestehe darin, das deutsche Volk jo ausreichend zu ernähren, daß jeder Volksgenosse leben kann, ohne irgendwie und irgendwann von hunger bedroht zu werden. Zur Erreichung dieses großen Zieles fei im Reichsnährstand eine Organisation geschaffen worden, die sich mit größter Energie für das Gelingen der großen Aufgabe auf allen Gebieten der deutschen Nahrungsmittelversorgung einsetze. Nach einer Schilderung des organisatorischen Aufbaues des Reichsnährstandes, wobei der Redner besonders betonte, daß der Reichsnährstand keine Gliederung der Partei sei, sondern eine öffentlich-rechtliche Körperschaft darstelle, wies er auf zwei große Arbeitsabschnitte zur Sicherung der deutschen Volksernährung hin: die Marktordnung und die Erzeugungsschlacht. Die Marktordnung sei notwendig gewesen und stets erforderlich, um das deutsche Volk zu einem volkswirtschaftlichen gerechten Preis mit Lebensmitteln ausreichend zu versorgen und auch die Verteilung der Lebensmittel in gerechter Weise sicherzustellen. Aus dem Wege der Erzeugungsschlacht, die in jedem Jahre immer wiederkehren werde, gehe es darum, dah von der Seite des Bauerntums her die Lücke geschlossen werde, die heute noch bei der Versorgung unseres Volkes mit Lebensmitteln bestehen. Sodann schilderte der Redner mancherlei Einzelheiten der Marktordnung, wobei er von der Regelung der Milchoersorgung ausging und deren bisherige große Erfolge klarlegte. Wie wertvoll und erfolgreich diese Ordnung bisher schon geworden ist, könne man daran erkennen, daß sich in Hessen die Milchproduktion seit 1933 um 100 v. H. erhöht habe und damit auch das Fettproblem seiner Lösung wesentlich nähergebracht worden sei. Die Marktordnung sei dann auch auf andere Erzeugungsgebiete mit gutem Erfolge übertragen worden. Ferner sei es auch erforderlich, eine gesunde Vorrats- wirtschaft zu treiben und den Weg der Lebensmittel vom Erzeuger zum Verbraucher auf das denkbar kürzeste Ausmaß zu verringern, wobei aber der Handel nicht ausgeschaltet werden soll, weil er eine volkswirtschaftliche wichtige Mission zu erfüllen hatte. Der Vortragende wies weiter auf die Anordnungen zur Kennzeichnung der Ware und zur Beschränkung der Sorten hm, die sich gleichfalls als vorteilhaft für die Gesamtheit erwiesen hätten. Mit besonderem Nachdruck hob er hervor, daß es durch die Maßnahmen des Reichsnährstandes gehmaen sei, den für die Nahrungsmitlelversorgung befon- ders wichtigen Vrotpreis im Verlaufe der letzten drei Jahre stabil zu erhallen Die Brotversorgung des deutschen Volkes fei absolut gesichert. ebenso auch die Fleischversorgung und die Versorgung mit Lein. Weitere Anstrengungen seien insbesondere auf dem Gebiete der Fettversorgung erforderlich: nach dieser Richtung hin müßten alle Kräfte angespannt werden um noch mehr Erzeugnisse als bisher aus der eigenen deutschen Wirtschaft zur Versorgung unseres Volkes herauszuholen. Alle Arbeit, die bisher für den deutschen Bauer geleistet wurde, gelte nicht diesem allein, sondern werde vollbracht im Dienste und zum Vesten des gesamten deutschen Volkes, um auch von der Seile der bäuerlichen Seite her das Schicksal des deutschen Volkes immer mehr zu bessern. Dazu sei auch in jedem Jahre eine neue Erzeugungsschlacht notwendig. Diesen tiefen Sinn der Arbeit des Reichsnährstandes müsse der deutsche Bauer immer wieder erkennen, und wenn er ihn erkenne und danach handle, dann werde ihm die Liebe des ganzen deutschen Volkes gehören. Der Landesbauernführer schloß mit den mitreißenden Worten: Wir tun nichts für den Bauer allein, sondern alles für unser liebes Deutschland! Die Versammlung dankte dem Vortragenden mit außerordentlich starkem Beifall für seine aufschlußreichen und packenden Darlegungen. Nachdem der Kameradschaftsführer Frank dem Redner den Dank der Hörer zum Ausdruck gebracht hatte, wurde der Abend mit dem Gruß an den Führer als Dank und Treugelobms geschloffen. GA.-E>porttag in Gießen. Rund 1OOOO SA.-Männer werden an der großen Veranstaltung teilnebmen. Am kommenden Samstag und Sonntag wird Gießen imZeichen derSA. derProvinz Oberhessen stehen. Ein großer Sporttag der Brigade 147/Oberheffen wird dem Leben und Treiben in unserer Stadt vom Samstagnachmittag ab bis zum Sonntagabend sein besonderes Gepräge geben. Zu der Veranstaltung werden rund 10 000 SA.-Wänner sich in Gießen versammeln. Die Einheiten der Standarte 116 werden geschlossen zugegen sein, von den übrigen SA.-Standarten der Brigade 147 werden starke Teile zu der bedeutsamen Veranstaltung erscheinen. Den Auftakt des großen SA.-Treffens wird eine Eröffnungskundgebung des Brigade-Sporttages am Samstagabend in der Volkshalle bilden. Hier wird Gruppenführer B e ck e r l e zu den versammelten SA.-Kameraden und zu den übrigen Volksgenossen und Volksgenossinnen sprechen. Diese Eröffnungskundgebung ist nicht nur für die SA.- Männer bestimmt, sondern auch alle deutschen Männer und Frauen aus Gießen und Umgegend werden hier erwartet und sind herzlich willkommen. Die Kundgebung wird mit der gewohnten Pünktlichkeit der SA. um 20.30 Uhr eröffnet werden. Eintrittskarten zu dieser Kundgebung sind zum Preise von 0,30 RM. bei jedem SA.-Angehöri- gen zu haben. Die sportlichen Darbietungen am Sonntag beginnen morgens um 7 Uhr und wickeln sich im Verlaufe des Vormittags bis weit in den Nachmittag hinein auf dem Trieb und auf dem Uni- verfitütsfport platz ab. Eine Fülle von interessanten Wettkämpfen wird die Pflege des Sports innerhalb der SA. in vielseitiger Weise zeigen. Dabei ist zu beachten, daß es sich bei dem SA. - Sport, und mithin auch bei dieser Veranstaltung, nicht etwa um Einzelkönner und um Spitzenleistungen einzelner Sportler handelt, sondern daß der Sport durchweg als Mann- s ch a f t s k a m p f durchgeführt wird. Selbstverständlich wird jeder einzelne Teilnehmer an diesen Manschaftskämpfen seine höchste Kraft entfalten und Geschicklichkeit einsetzen, aber nicht etwa um dadurch sich selbst herauszuheben, sondern um in kameradschaftlicher Gesinnung und Handlung das bestmöglichste Ergebnis für die Gesamtheit sein er Mannschaft anzustreben. Unter diesem grundlegenden Gesichtspunkt ist von den Zuschauern die gesamte Abwicklung der sportlichen Wettkämpfe anzusehen. Von den mancherlei sportlichen Darbietungen seien heute nur einige erwähnt. Da ist als besonders bedeutsam ein 20-km-Mannschaftsgepäck- marsch hervorzuheben, der vom Trieb aus über Wieseck, Wißmar, Launsbach nach Gießen zurück führen wird. Auf diesem Marsche wird es mancherlei interessante Geländesporteinlagen geben, u. a. ein Ballonschießen in der Nähe des Schießstandes der SA.-Reserve beim Steinbruch am Unteren Hardthof. Die Marschteilnehmer werden etwa in der Zeit von 10.30 Uhr bis 12 Uhr von der Rodheimer Straße her über den Wernerwall, den Hitlerwall, die Moltkestraße, Kaiserallee, zum Ausgangspunkt des Marsches bei der Volkshalle zurückkehren. Ein interessanter Mannschafts-Fünfkampf, bestehend aus 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Keulenweitwurf, 3000 - Meter - Geländehindernislauf und Kleinkaliberschießen, wird ebenfalls die ganz besondere Aufmerksamkeit der Zuschauer verdienen. Daneben gibt es noch Kampfspiele, Staffelläufe und mancherlei weitere Vorführungen der verschiedenen Standarten. Hm die Wittagszeit wird auf den Stellplätzen auf dem Trieb und bei der Volkshalle aus zahlreichen Feldküchen die Verpflegung der SA.- Wänner vor sich gehen, vier Wusikzüge werden bei dieser Gelegenheit und auch sonst im Verlaufe des Tages ihren Anteil beitragen zum guten Gelingen der Veranstaltung. In den Wettkämpfen des Sporttages sollen sich die besten Sturmmannschaften der Standarten im ehrlichen Kampf messen, um den Brigadesieger zu ermitteln, der bei dem Gruppensportfest die ober- hessische SA. vertreten wird. Die nicht an den sportlichen Wettkämpfen teilnehmenden SA.-Männer und SA.-Führer sollen aus dem Brigadesporttag die Anregung und den Ansporn gewinnen, in ihren Einheiten einen möglichst hohen Leistungsdurchschnitt zu erreichen. Durch den Rahmenaufmarsch, verbunden mit Paradeaufstellung und Besichtigung durch den Gruppenführer, soll ein eindrucksvolles Bild der Geschlossenheit der oberhessischen SA. gegeben werden. Durch die Kundgebung in der Volkshalle und den Marsch durch die Stadt Gießen soll die Bevölkerung einen wuchtigen Eindruck von der SA. gewinnen. Nach dem Schluß der sportlichen Wettkämpfe und der Siegerehrung werden die SA.-Einheiten von der Volkshalle aus durch die Kaiserallee, Ludwigs- platz, Gartenstraße, Neuen Bäue, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Hindenburgwall, Bleichstraße, Ludwigstraße marschieren, wo an der Universität der Vorbeimarsch vor dem Gruppenführer Veckerle den Tag der SA.- Wänner beschließen wird. Zu den Veranstaltungen auch am Sonntag werden alle Volksgenossen und Volksgenossinnen aus Gießen und Umgegend, wie auch aus ganz Oberhessen und den angrenzenden preußischen Kreisen erwartet. Da der SA.-Sport als Volkssport im besten Sinne des Wortes angesehen wird, ist der Eintrittspreis von 20 Pfennig zum Eintritt bei allen Veranstaltungen am Sonntag auf dem Trieb und im Universitätssportplatz so niedrig bemessen worden, daß jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau diese interessanten Ereignisse besuchen können. Eintrittsausweise sind bei allen SA.-Angehörigen zu haben. Erziehung zu veutscher Qualitätsarbeit. Bei der Zwischenprüfung in der Schuhmacherfachschule in Gießen. AM Die Bestrebungen, einen beruflich tüchtigen Nach- wuchszu erziehen, machen sich überall in letzter Zeit verstärkt bemerkbar. Nicht nur dieHeranziehung eines tüchtigen Facharbeiters ist Aufgabe der gesamten Berufserziehung, sondern die Erziehung eines deutschen Qu ali - tätsarbeiters im allgemeinen wird immer wieder in den Vordergrund gestellt. In der Erkenntnis, daß nur ein beruflich tüchtiger Nachwuchs in der Lage fein wird, Aufgaben zu meistern, die der Gemeinschaft auch in der Zukunft gestellt werden, sind alle Stellen, die sich mit Berufserziehungbefassen, bestrebt, immer wieder neue, vollkommenere Formen der beruflichen Ertüchtigung auszuprobieren und zu verwirklichen. Neben dem Reichsberufswettkampf, der jährlich einmal die gesamte schassende Jugend erfaßt und dieser die Möglichkeit gibt, im friedlichen Wettkampf über ihre Leistungsmöglichkeit Rechenschaft abzulegen, werden für einzelne Berufsgruppen jährlich Zwischenprüfungen durchgeführt. Wenn sich die Berufsberatung des Arbeitsamtes bemüht, die deutsche Jugend bei der Berufswahl so zu lenken, daß jeder Beruf den notwendigen und geeigneten Nachwuchs erhält, so wird bereits bei dieser Berufslenkung eine Auslese vorgenommen. Aber nicht allein der Abschluß einer psychotechnischen Eignungsprüfung soll einem jungen Menschen schon das Bewußtsein geben, für einen bestimmten Beruf geeignet zu sein, sondern er muß nach Eintritt in den Beruf durch immer wiederkehrende Beweise seiner Leistungsfähigkeit sich dis Zugehörigkeit zu dieser Berufsgemeinschaft sichern. In letzter Zeit wurden in Gießen Zwischenprüfungen im Bau- und Zimmerer- Handwerk durchgeführt. Am 3. und 4. d. M. sind alle Schuhmacherlehrlinge aus dem Kreis Gießen zusammengekommen, um sich in der Schuhmacherfachschule, Liebigstraße, der im Ausbildungsplan des Schuhmacherhandwerks vorgesehenen Zwischenprüfung, die sich über die gesamte Dauer der Lehrzeit erstreckt, zu unterziehen. Neben der Erledigung praktischer Aufgaben steht im Rahmen der zweitägigen Prüfung genügend Zeit ^ur Verfügung, um theoretische Aufgaben lösen zu lagen und gleichzeitig eine Ausrichtung des Berufsnachwuchses durch entsprechende Fachvorträge vorzunehmen. (Aufnahme: Photo-Pfaff) „Wir tragen die Fahne in das Land!" NSG. Freude und Frohsinn der Pfingsttage gaben den festlichen Rahmen für den Einzug tausender Pimpfe in ihre Zeltlager. Freude und Frohsinn leuchteten aus ihren Augen, die nun acht Tage lang die Sonne über den Baumwipfeln am blauen Himmel schauen dürfen, statt in den Straßen und Dörfern, in den Werkräumen und Schulen ihr Dasein nur an ihrem Schatten zu spüren. Der gleiche Dienst, die gleiche Kost, dasselbe Zelt, das gleiche Erlebnis unter der gleichen Fahne schweißt eine Jungengemeinschaft stolzer selbstbewußter Kerls, die Zagheit und Unentschlossenheit, Eigendünkel und Selbstsucht über Bord geworfen haben. Ihre frohen Lieder füllen nun Talgrund und Bergeshang und die Lagerfahne leuchtet über der jungen Mannschaft. An Pfingsten wurden die Zeltlager eröffnet für die Banne und Jungbanne 80 (Wiesbaden) im Rödelbachtal bei Bad Schmalbach 88 (Wetzlar) am Altenberg bei Hohensolms, 117 (Mainz) am Rochusberg bei Bingen, 254 (Wetterau) am Gederner See, 304 (Vogelsberg) bei Ulrichstein. Auf der Fahrt zu diesen Lagern begegnen wir auf allen Straßen marschierenden oder am Rain zu kurzer Rast verweilenden Hitlerjugend- oder Jungvolkeinheiten. Stramm grüßen sie zurück, und die Führer erzählen von ihrem Ziel und von ihrem Vorhaben. Manche sind auf der Suche nach einem schönen Lagerplatz, um die wenigen freien Tage in froher Zeltgemeinschaft zu verbringen. Andere, die viel sehen und erleben wollen, sind auf Mehrtagesfahrt begriffen, oft zu Rad, und ihr Herz strömt über vor Freude und Begeisterung. Im Taunus und im Westerwald, im Vogelsberg und im Odenwald, überall treffen wir sie und bemerken unter ihnen auch viele Jungen aus dem benachbarten Gebiet Kurhessen, Westfalen, Westmark oder Ruhr« Niederrhein, Me Ne Schönheiten unserer Jugend kennenlernen motten. „Heil Hitler!", „Gute Fahrt", und schon sind wir weiter. In den Zeltlagern, die der Eröffnung harren, überall das gleiche Bild: das weite Runde der 20 bis 30 Spitzzelte innerhalb der Lagerumfriedung, abgeschlossen vom mächtigen schützenden Lagertor aus Fichten- oder Birkenstämmen. Davor die Wache. Innerhalb des Lagers angetreten der erste Lehrgang, vom Lagerleiter in seiner Stärke gemeldet. Gegenüber die Ehrengäste, Vertreter der Partei und ihrer Organisationen, die Führer der Parteigliederungen und der Wehrmacht, die Vertreter des Staates und der Behörden und viele, viele Eltern. Ihre Gegenwart bekundet das aufrichtige Interesse für die ernste und fröhliche Arbeit der Jugend, die sich für den Staat stärkt und stählt, um die Zukunft des ewigen Deutschen Reiches zu sichern. Fanfarenklänge und Trommelwirbel leiten die Feiern ein, hell erklingt das Lied der Jugend und das Gelöbnis der Treue und steten Bereitschaft. Gebietsjungvolkführer Paul Wagner spricht zu den Pimpfen, die nun tn den Zeltlagern zur Einfachheit, Schlichtheit und Geradheit erzogen und zu lebensbejahenden, stolzen Kameraden geformt werden. Seine Worte gelten besonders der NSV. und allen Stellen, die am Zustandekommen der Lager mitgearbeitet haben. Der Stellvertreter des Gebietsführers, Oberbannführer Brandt, betont bei der Eröffnung, daß die Zeltlager der HI. und des Jungvolks in Deutschland schon zu einem Begriff geworden sind. Der Dienst in den Lagern bedeute die beste Erholung, weil er aus verweichlichten Jungen harte kräftige Kerle, aus arbeitsmuden, erholungsbedürftigen jungen Menschenkindern wieder arbeitswillige, ge- sunde Jungarbeiter mache. Sie seien zugleich ein Erziehungsmittel und schieden die Nationalsozialisten von denen, die es erst in harter Zucht werden können. Beim Gruß an den Führer steigen die Lagerfahnen hoch, und das Kampflied der Hitlerjugend leitet ein weiteres Werk deutscher Jugenderziehung und deutscher Iugendformung ein. Aus der Provinzialhauptstadt. Familienglück. Wir haben auf unserm Balkon, ganz oben, dicht an der Decke, ein Rotschwänzchennest. Schon seit einigen Jahren kommt immer ein Pärchen und siedelt sich hier an. Einmal lagen vier Eier im Neste, dann aber erschienen die alten Vögelchen nicht mehr. Im nächsten Jahre war wieder ein Pärchen da, aber Lunge haben wir nie zu sehen bekommen. Ob da ein Räuber hinter die Eier geraten war? Wir brachten nun zum Schutz eine kleine Leiste an, darunter einige spitze Abwehrstacheln. In diesem Jahre hatten die Vögelchen mehr Glück. Aus den vier Eiern sind vier junge, nackte Schreihälse geschlüpft. Wie oft habe ich den Kindern das Nestchen gezeigt. Sie durften auch hineinschauen, wenn das alte Vögelchen ausgeflogen war. Scheu vor uns kennen die Rotschwänzchen nicht. Sie fliegen ein und aus, selbst wenn wir Kaffee auf dem Balkon trinken. Eines Tages waren die Jungen da! Das gab eine große Freude im ganzen Hause. Bei jedem Fluge brachten die Vögelchen ein Räupchen oder ein Käferchen mit. Beim Zurückfliegen nahmen sie den Kot der Jungen mit. Kein Schmutzfleckchen ist auf der Erde zu sehen. So blieb es nun eine ganze Zeit. Als ich es mir am Sonntag gerade bequem gemacht hatte auf dem Liegestuhl und anfangen wollte zu lesen, gab es da oben in dem Nest ein Geschrei und eine Unruhe, wie ich sie noch nie gehört hatte. Ganz aufgeregt flogen die Alten von einer Ecke des Balkons zur andern, die Jungen schauten zum Neste heraus und schrien. Plötzlich verließ eins von ihnen das kleine Nest und versuchte, ein wenig auf dem oberen Balken zu hüpfen, dann kam noch eins heraus, dann noch eins. Nur ein kleines schwaches Nesthäkchen zeigte wenig Mut. Aber die Alten lockten und lockten, bis auch es erschien. Nun saßen sie in einer Reihe auf dem Balken und hatten wohl Hunger, denn die Allen flogen weg und kamen mit Nahrung wieder. Das ganze war so schön und unterhaltend, daß ich vor lauter Schauen überhaupt nicht zum Lesen kam. Wie sie hüpften, schrien und sich freuten! Dann aber kam die Hauptsache. Das alte Vögelchen flog vom Balken hinüber zum nahen Birnbaum und setzte sich auf einen weit hervorragenden Ast. Dann folgte der Rotschwänzchenvater. Nun saßen sie da und lockten, aber keins der Kleinen getraute sich, hinüberzufliegen. Sie schrien nur und wollten zu ihren Eltern. Dann flog aber die Mutter fort und holte ein Räupchen. Sie brachte es aber nicht den Vögelchen, die auf dem Balken tobten, sondern blieb ruhig mit dem Räupchen im Schnabel auf dem Birnbaum sitzen, und das Männchen lockte von neuem. Da — ein Junges flatterte hilflos ein Stück in die Luft und setzte sich bald wieder auf den Balken. Es hatte schon etwas Mut, aber es schien ihm doch zu weit zu sein. Dann kam der zweite Versuch, und siehe! es glückte. Wie ein Pfeil schoß das kleine Ding auf den Birnbaum. Wie mag sein Herzchen geklopft haben! Und es erhielt das Räupchen zur Belohnung! Die drei anderen machten einen Höllenlärm. Und wieder lockten die Alten, wieder holten sie Räupchen und schienen ihnen zuzurufen: Nur zu uns! Wer zuerst kommt, wird belohnt! Und dann setzte sich das zweite in Bewegung und kam auch glücklich hinüber, etwas später das dritte. Nur das jüngste der Vögelchen war nicht zu bemegen, sich vom Balken zu lösen. Es konnte nur schreien. Die besorgte Mutter brachte ihm nun doch auch noch einige Fliegen und Käferchen und zwitscherte und sprach ihm gütlich zu, während sich die andern drei gar munter im Birnbaum tummelten. Das jüngste und kleinste wagte den entscheidenden Flug nicht. Es kroch wieder in das Nestchen zurück. Die beiden Alten setzten sich nun zwischen die Jungen und flogen und hüpften von Ast zu Ast. Ich konnte mich nicht satt sehen an diesem munteren Treiben und vergaß Zeit und Stunde, vergaß den Rundfunk und das Buch. Erst nach vielen Stunden beruhigten sich die jungen Vögelchen. Sie kehrten müde, aber doch wohl auch stolz in ihre Wohnung zurück zu ihrem Schwesterchen. Und dann saßen sie wieder still und schauten mit ihren dunklen Aeuglein hinaus in den Abendsonnenschein. Die beiden Alten aber flogen fort und brachten immer wieder neue Nahrung. Ob das jüngste Vögelchen morgen den ersten Flug wagen wird? Äch bin sehr neugierig. Man sagt, daß ein Nest am Hause Glück bringe. Mir hat es jedenfalls viel Glück und Freude an diesem Tage gebracht. Pp. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Volkstanzkreis: 20 Uhr Uebungsftunde im Haus der Arbeit, Schanzenstraße. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Stenka Rafin (Wolga-Wolga)". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Broadway-Melodie". /lSOAp. - Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Süd. Am Montag, 8., und Dienstag, 9. d. M., findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Opferringsammlung durch die NS.-Frauenschaft statt. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten. ^7 Die deutsche Rrbcitofront N.S.-üemeinschakt „firaft durch frcuöc' Sonderzug nach Frankfurt a. IN. Am Sonntag, 7. Juni, fährt ein Sonderzug zum Reichshandwerkertag nach Frankfurt a. M. Der Fahrpreis beträgt 1,40 Mark. Die Abfahrzeiten der Hin- und Rückfahrt sind so gelegt, daß die Anschluß- züge erreicht werden. Anmeldungen müssen umgehend bei der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, erfolgen. Votkstanzkreis. Am Donnerstagabend, 20 Uhr, Uebungsftunde im Haus der Arbeit, Schanzenstraße, Großer Saal. Es können sich noch einige Angehörige der DAF., HI. oder BDM. beteiligen. Achtung Wanderwarte. Am Sonntag, 7. Juni, findet eine Radwanderung statt. Wir fahren über Grünberg — Homberg (Ohm) — durch den Ebsdorfer Grund — Dollar Gießen. Abfahrt 7 Uhr ab Dolkshalle. Rucksackverpflegung. Die Führung hat Wanderwart Peter. Bei stärkerer Beteiligung wird in mehreren Gruppen gefahren. Rückkehr der Marine-Kameradschast 1892 e. V. Gießen. Dom Marine-Derein e. D. Gießen wird uns ge- schrieben: r, Der größte Teil der Marine-Kameradschaft Gie- ßen kam am Mittwoch früh, nach siebentägiger Abwesenheit, von der Teilnahme an der Einweihung des Marine-Ehrenmals in Kiel-Laboe wieder in Gießen an, im Herzen noch das große Erlebnis. Einem großen Teil der Gießener Kameraden war am Ehrenmal ein günstiger Platz beschieden, so daß sie die Feier aus nächster Nähe erleben konnten. Den Eindruck der Flotten- parade zu schildern, ist nicht möglich, denn nur wer einst selbst die blaue Uniform getragen hat, vermag die Gefühle zu begreifen, die das Herz bewegten, als unsere schöne Flotte an den Zuschauerdampfern vorüberzog. Vermerkt sei nur, daß alle diese Dampfer starke Schlagseite hatten: Freude und Begeisterung zwang alle Kameraden auf die Schiffsseite, an der in Kiellinie unsere Kriegsmarine vorüberzog. Es war der Gießener Marine-Kameradschaft möglich, 18 Jungen der Gießener MHI. mit nach Kiel zu nehmen und ihnen so ein Erlebnis zu geben, das ihre Herzen mit ewiger Dankbarkeit für den Führer und sein Werk erfüllen wird. Die dritte Torpedobootshalbflottlle, die im vergangenen Jahr mit einer Wanderstreife in Gießen war, ließ es sich nicht nehmen, die Jungen zwei Tage mit allem, was das Bordleben zu bieten vermag, zu bewirten. Betreut wurde die MHI. von ihrem Führer Ernst R u p p e l, der wie auch Schlossermeister Ferdinand Link und Werkmeister Sommer als Skagerrakkämpfer an der Feier teilnahmen. Eine kleine Episode, die den Marine- aeist im allgemeinen und Ernst R u p p e l, der sich heute mit Lust und Liebe der MHI. widmet, im besonderen kennzeichnet, zeigt folgender Zeitungsausschnitt aus dem Jahre 1916: In der Seeschlacht vor dem Skagerrak stand der Matrose Ernst Ludwig Ruppel aus Gießen als Winkflaggenposten auf der achteren Brücke eines Linienschiffes ungeschützt im schwersten feindlichen Artilleriefeuer. Er hatte durch Flaggensignale dem Hintermann die Bewegungen des eigenen Schiffes anzuzeigen. Ungeachtet der zahlreichen Einschläge rechts und links vom Schiff und der vielen Sprengstücke, die überall herumflogen, versah er seinen Dienst. Selbst als durch die Stichflamme einer feindlichen Granate seine Kleider und Haare Feuer fingen, blieb er auf seinem Posten. Er steckte lediglich seinen Kopf in eine in der Nähe stehende mit Wasser gefüllte Balje und begoß sein Zeug mit Wasser. Im übrigen ließ er sich durch den „kleinen Zwischenfall" in der Erfüllung seiner Pflicht nicht weiter stören. Durch sein kaltblütiges Verhalten hat er wesentlich zum Gelingen des Ganzen beigetragen. Er wurde daher zum Obermatrosen ernannt und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Vortragsabend der Bekenntnisgemeindc. Die Bekenntnisgemeinde Gießen veranstaltete gestern einen Vortragsabend, bei dem Dr. jur. von Thadden-Triedlaff über „Werdende Gemeinden in der Not der Kirche" sprach. Nach allgemeinen Ausführungen über das Verhältnis der Kirche zum Staat versuchte der Redner zunächst die Ursachen der bestehenden Entchristlichung festzustellen. Er wies dabei auf die allgemein bestehende Ahnungslosigkeit der christlichen Kirche gegenüber hin. Nur wenige Menschen wüßten heute noch etwas vom Christentum, von Luthers Katechismus und dergleichen, von den großen Grundbegriffen des christlichen Glaubens. Sehr stark sei aber auch die Glaubenslosigkeit, die Gott und den Mitmenschen nichts mehr zutraue. Weiter bestände froh brt großen Zusammenfassung bei vielen eine furchtbare seelische Einsamkeit, eine innere Hoffnungslosigkeit. Diele Menschen würden den Sinn ihres Lebens nicht erkennen, weil ihnen das Licht der Ewigkeit nicht scheine. Aus dieser Not heraus entstünde die werdende Gemeinde. Innerhalb der christlichen Kirche hätten seither viele Organisationen bestanden, die dem Ansturm der neuen Zeit gewichen, weil für sie kein Platz mehr in der Jetztzeit sei Es fehle die lebendige Gemeinde. Die Stunde der Gemeinde komme, es fti notwendig, schon jetzt zu rüsten. Die christliche Kirche habe sich in früherer Zeit nicht genügend um die sozialen Nöte gekümmert. Wenn echte Gemeinden vorhanden seien, würden sich die Menschen, ohne Rücksicht auf Standes- unterschiede, finden, sie würden dann auch erkennen, welchen Sinn ihr Leben habe. In der Gemeinschaft gebe der Beruf erst Sinn. Eine lebendige Gemeinde könne aber nur entstehen, wenn sich die Christen nicht md)r ihres Glaubens schämen würden. Die christliche Gemeinde brauche Menschen, die ihres Glaubens froh feien. Der Dortrag war umrahmt von Gemeindegesängen. Anschließend an den Vortragsabend fand noch eine geschlossene Mitgliederversammlung statt, in welcher der Redner über die kirchliche Lage berichtete. Selbstmord. Die Justizpressestelle Darmstadt teilt uns mit: Anfang April wurde in der Tagespresse über das unter auffälligen Umständen erfolgte Ableben des Landwirts Heinrich Engel aus L o r b a ch in Oberhessen berichtet. Die Angehörigen Engels sanden ihn mit schweren Kopf- und Armverletzungen, die nach den zweifelsfreien Tatortfeststellungen durch Axthiebe verursacht waren, tn sterbendem Zustand in der Scheune des Anwesens auf. Das Ermittlungsverfahren des Oberstaatsanwalts in Gießen hat nunmehr die anfängliche Vermutung bestätigt, daß Selb st mord vorliegt. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 4. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, Y-i kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11 Pf., Klasse B 10, Enteneier 9, Wirsing, V» kg 10 bis 12, gelbe Rüben, das Bündel 15, Spinat, % kg 10 bis 12, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen, grün, 30 bis 60, Spargel 30 bis 50, Erbsen 30 bis 35, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 14, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,90 Mark, neue, V» kg 15 bis 20 Pf., Aepfel 30 bis 70, Kirschen 45 bis 50, Erdbeeren 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 25 bis 70, Salat 8 bis 10, Salatgurken 35 bis 45, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 Pf. * ** Sonntagsrückfahrkarten. Dom Bahnhof Gießen werden Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben: Zur Dillkreis-Schau in Dillenburg vom 30. Mai bis 7. Juni. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 6.6. 0 Uhr bis 7.6. und zur Rückfahrt vom 6. 6. 12 Uhr bis 8. 6. 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Zum Reichshandwerkertag in Frankfurt vom 6. bis 10.6. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 5.6. 0 Uhr bis 14. 6. und zur Rückfahrt vom 5. Juni 12 Uhr bis 15. Juni 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Die Karten werden nur gegen Vorzeiten der Teilnehmerkarte oder des Ausweises des Reichshandwerkertages ausgegeben. ** Heimatvereinigung Staufenberg. Der Vorstand der Heimatvereinigung Staufenberg hielt im „Hessischen Hof" eine Sitzung ab. Aus den Verhandlungen ist als von allgemeinem Interesse zu erwähnen, daß am Sonntag, 21. Juni, das diesjährige Sommerfest der Vereinigung auf der Burg Staufenberg stattfinden soll. Falls die Witterung einigermaßen günstig ist, wird es ein schönes Fest deutscher Volksgemeinschaft im Sinne des Bundes Köstlich und nahrhaft zugleich - das allgemeine Urteil über Schrams Pudding 1 \ ' '.-J Der Tippfehler. on Erich Grisar. Der Chef der Firma Sodlinger u. Co. ging in seinem Arbeitszimmer aufgeregt auf und ab. Er wußte nicht, was seit einiger Zeit mit seinem Betrieb los war, aber daß etwas los war, das spürte er auf Schritt und Tritt. Wenn das so weiter ging, würde er schließlich noch Leute entlassen müssen. Während die Konkurrenz jeden Tag neue Leute ein» stellte. Der Teufel mochte wissen, wie das zuging. Dutzende von alten Kunden waren in der letzten Zeit abgesprungen. Es mußte einer im Hause sein, der denen da drüben Tips gab. Aber wer? Er hatte eigentlich nur zwei Leute, die den Betrieb von Grund auf kannten. Surkamp und Towitzky. Was wußte er von den beiden? Nicht viel, mutzte er sich gestehen. Nun, das mußte er bald nachholen. Es war schon zwei oder drei Stunden nach Büroschluß, als Sodlinger sein Arbeitszimmer verließ, um nach Hause zu gehen. Als er an dem dunklen Büro vorbeigina, sah er, daß auf Surkamps Arbeitsplatz noch Licht brannte. Nanu, dachte er, was macht denn der Surkamp so lange im Büro? Schafft der sein Pensum nicht mehr und muß es nach Feierabend nachholen oder spioniert er vielleicht im Betrieb? Nun, das mag sein wie es sein will, ich habe für solche Leute jedenfalls keine Verwendung. Einschränken muß ich den Betrieb ja sowieso. Am nächsten Morgen schon lag ein blauer Brief auf Surkamps Arbeitsplatz. Luise Hellborn, die kleine Stenotypistin, von der es hieß, daß sie in Surkamp sterblich verliebt sei, hatte den Brief getippt und auf feinen Tisch legen müssen. Sie war es auch, an die Surkamp zuerst dachte, als er las, daß man ihm wegen Einschränkung des Betriebes zum nächsten Ersten kündigen müsse. Er hatte ihr immer noch etwas sagen wollen. Nun war es zu spät. Denn was sollte er ihr nun noch sagen? Und was würde sie ihm darauf antworten? Bekümmert ging Surkamp an seine Arbeit. Gegen Mittag steckte er bereits wieder so tief in Kalkulationen und Diktaten, daß er die Kündigung fast schon vergessen hatte. Nur, wenn er zu Towitzky herüber sah, war er ein wenig bekümmert. Was würde der Kollege, der nie mit seiner Arbeit fertig wurde, machen, wenn er erst nicht mehr da war? Aber vielleicht würde er sich zusammenreißen und es würde gut für ihn sein, wenn ihm keiner mehr half. Kurz vor Feierabend kam Luise Hellborn an Surkamps Arbeitsplatz und legte ihm wie an jedem Tag die Briefe vor, die unterschrieben werden mußten. Als sie sah, daß ein Schatten über Surkamps Augen lag, fragte sie: „Ist es so schwer? Kommen Sie doch heute abend mit. Wir wollen noch eine Stunde zum Wäldchen. Im Bergschlößchen ist heute Tanzmusik." In Surkamps Augen leuchtete es für einen Augenblick auf. Er dachte an die Frage, die er Luise immer hatte vorlegen wollen und die er nun für sich behalten mußte. Dann sagte er: „Gerne wäre ich mitgegangen, aber gerade heute geht es nicht. Sehen Sie, Der Towitzky hat heute wieder gebummelt, und es ist nicht nötig, daß ihm schließlich auch noch gekündigt wird." „Was Sie nur immer mit Ihrem Towitzky haben. Der legt sich doch nur auf Ihre Knochen. Ich an Ihrer Stelle hätte ihn längst auffallen lassen, statt hier jeden Abend bis in die Nacht hinein zu sitzen und seine Arbeit mitzumachen." Surkamp legte seinen Finger auf die Lippen. „Was haben Sie gegen Towitzky", sagte er. „Nichts", anwortete sie, „aber er ist ein Schuft, der dauernd mit dem Chef von der Konkurrenz herumsäuft, und wer weiß, was da alles gesprochen wird." „Er hat eine alte Mutter zu ernähren", sagte Surkamp leise. „Der und seine alte Mutter ernähren. Der nimmt ihr ja die halbe Rente, die sie bekommt, noch weg und versäuft sie." „Woher wissen Sie das", fragte Surkamp. „Ich weiß noch viel mehr", sagte die Stenotypistin und blickte fort. Surkamp überflog die Briefe, die vor ihm lagen. „Wie oft habe ich Ihnen schon gesagt, daß Gebaren nicht mit h geschrieben wird", sagte er nach einer Weile. Zwei blaue Augen sahen Surkamp bittend an. Das mit blonden Zöpfen umflochtene Haupt der Stenotypistin senkte sich ein wenig. Da nahm Surkamp schon den Gummi und ließ den über» zähligen Buchstaben verschwinden. „Aber das nächstemal passen Sie auf", sagte er freundlich und blickte in die beiden blauen Augen, in denen es seltsam zuckte, als wäre ein Feuer darin angezünoet worden. Surkamp tat, als sähe er es nicht. Einige Wochen später, es war kurz vor dem Tage, an dem Surkamp seine Stelle verlaßen sollte, rief ihn der Chef in sein Zimmer. Surkamp blieb neben der Tür stehen und wartete aus das, was man ihm sagen wollte. „Sagen Sie mal, Surkamp", meinte der Chef, haben Sie sich schon nach einer neuen Stelle umgesehen?" Surkamp verneinte. „So, das ist gut. Ich kann Sie nämlich gar nicht gehen lassen am Ersten. Ich brauche Sie nötig." Surkamp blickte fragend hoch. „Ja, es sind da nämlich Schweinereien passiert, hinter die ich jetzt erst richtig hintergekommen bin. Die Konkurrenzfirma war nämlich plötzlich im Besitz unserer Kundenliste. Und weil ich Sie häufig lange nach Feierabend noch im Büro gesehen habe, hatte ich Sie ein wenig im Verdacht... Na ja, müsien Sie mir nicht übel nehmen. Wenn sowas passiert, sieht man natürlich Gespenster." „Nun, wenn Sie mich schon verdächtigt haben, ist es wohl besser, wenn ich auch gehe." „21 d), Unsinn, Surkamp. Ich sage Ihnen doch, ich say Gespenster. Nur Gespenster. Und nun, wo ich die Beweise in der Hand habe und den Kerl kenne, der die Firma um Tausende geschädigt hat, ist von Entlassung natürlich gar keine Rede mehr. Ich wäre ja ein Esel, wenn ich einen Mann wie Sie laufen liehe. Ja, ja, ich weiß ganz genau, was ich an Ihnen habe. Und daß Sie dauernd für zwei gearbeitet haben. Na, es soll Ihr Schade nicht gewesen sein. Wie ist es, sind Sie zufrieden, wenn ich Ihnen fünfzig Mark zulege? Ich denke. Sie wollen auch mal heiraten. Oder nicht? Na alfo." Paul Surkamp wußte nicht sogleich, was er darauf sagen sollte. Zuviel war in diesen Minuten auf ihn eingestürzt, aber soviel Besinnung blieb ihm doch noch, zu fragen, wem er dann diese plötzliche Aenderung seiner Lage verdanke. „Ja", sagte Sodlinger, „das kann ich Ihnen auch nicht sagen. Ich bekam vor einigen Tagen diesen Brief hier, der enthielt alle Angaben über Sie und Ihren Kollegen Towitzky. Ich hatte nur nötig, die Angaben nachprüfen zu lassen. Das ist inzwischen geschehen. Surkamp warf einen Blick auf den Brief. Der war mit der Maschine geschrieben und trug keine Unterschrift. Auf einer Stelle des Brieses jedoch blieben seine Augen haften. Dann dankte er kurz und verließ das Zimmer seines Chefs. Am Abend dieses Tages verließ er zum ersten Male seit langer Zeit pünktlich mit den andern feinen Arbeitsplatz. Luise Hellborn wartete schon auf ihn. Zusammen gingen sie in den nahen Stadtwald. Dort fragte er sie etwas, auf das sie sich die Antwort schon lange zurechtgelegt hatte. Sie waren beide sehr glücklich, als sie endlich nach Hause gingen und standen schon in der Haustür, um Abschied voneinander zu nehmen, als er plötzlich sagte: „Ja, und was ich noch sagen mollte. Wenn du wieder mal einen Brief ohne Unterschrift schreiben solltest: Gebaren wird ohne h geschrieben. Ich habe es dir schon einmal gesagt." Oie Jagd nach dem weißen Rhinozeros. Selbst in Afrika haben wenige Menschen jemals ein weißes Rhinozeros gesehen. Es ist eine jener seltsamen Launen der Natur, wie der weiße Elefant oder der weiße Tiger, die in Indien gelegentlich beobachtet werden. Aber ein weißes Rhinozeros ist eine solche Seltenheit, daß die Stadt Johannisburg, die in diesem Jahr ihr fünfzigstes Jubiläum als Goldstadt der Welt mit einer großen Ausstellung feiern wird, es sich in den Kops gesetzt hat, so ein kostbares Tier den Ausstellungsbesuchern wenigstens ausgestopft vor Augen zu fuhren. Darum hat sie fünf Männern, Großwildjägern und Kennern der Dickhäuter, Vollmacht und Anweisung gegeben, in die für Großwild bestimmten Naturschutzgebiete Natals einzudringen und eins von den wenigen noch existierenden Tieren dieser Art zu erjagen. Kein Zoologischer Garten der Welt besitzt ein weißes Rhinozeros. Man hat zwar hin und wieder versucht, ein paar junge lebend zu fangen, aber sie sind zu empfindlich, um die Gefangenschaft länger ZU ertragen. Gar ein ausgewachsenes weißes Rhinozeros lebendig zu erjagen, scheint ein unmög- lidjes Unternehmen. Wenn sie angegriffen werden, fo packt sie eine so wahnsinnige Wut, daß sie blindlings auf alles stürzen und niedertrampeln, was sich ihnen in den Weg stellt. Don einer früheren Jagd nach dem weißen Rhinozeros erzählt ein afrikanischer Jäger: „Einst jagte ich mit einem Amerikaner, der durchaus ein weißes Rhinozeros fangen und lebendig zu Schiff nach Neuyork bringen choltte. Vergeblich wurde ihm von allen Seiten die Unmöglichkeit feiner Absicht klargelegt, wir mußten zu diesem Abenteuer losziehen in Das Tal von Umfolosi, wo es noch eine kleine Herde dieser Tiere geben sollte. Nach langem Suchen durch Gegenden, die von Sonnenbrand und jahrelangem Mangel an Regen vollkommen verdorrt waren, trafen wir endlich Spuren der Herde und dann — nur die Gerippe der verhungerten Tiere, die die Raubvögel alles Fleisches beraubt hatten..." Merkwürdig genug: man kann weiße Rhinozerosse nur in der Nacht suchen, da man nur dann unterscheiden kann, ob sie auch wirklich weiß sind. Bei Tageslicht sehen sie so grau aus wie die übrigen. Das weiße Rhinozeros haust bei Tag im Busch und geht nur nachts zur Tränke. str Volkstum und Heimat werden, dem die Hettnat- Vereinigung als Mitglied angehört. **HeugrasversteigerungenderStadt Grehen werden in unserem heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. Bücherhalle. Im Mai wurden 1841 Bande ausgeliehen. Davon kamen auf- Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 24, Gedichte und Dramen 11, Erzählende Literatur 1175, Iuaend- schriften 269, Länder- und Völkerkunde 102, Kultur- geschichte 3, Geschichte und Biographien 157, Kunst- geschichte 1, Naturwissenschaft und Technologie 52, Heer- und Seewesen 12, Haus- und Landckirt- Bast 8, Religion und Philosophie 7, Staatswissenast 14, Sprachwissenschaft 2, Sport 1, Frernd- .achliches 2 Bände. Sporttqg des Obergaues 13 in Frankfurt. Am 14. Juni werden die Mädel des BDM.-Ober- gau 13 (Hessen-Nassau) wieder, wie im vergangenen Jahr, auf einer größeren Sportveranstaltung ihre Arbeit auf sportlichem Gebiet der Oeffentlich- keit beweisen. Wir wollen mit unserer sportlichen Arbeit an jedem Mädel — und hier liegt der Ton eben besonders auf jedem — den Grundstock und die Grundlage zum Aufbau eines gesunden, wider- standskräftigen Volkes bilden, das aus gesunder Freude an der körperlichen Betätigung und am Sport auch fähig ist, aus sich Höchstleistungen zu erzielen. Jedes Mädel im BDM., das Mädel, das am Tag über hinter der Maschine steht oder tm Haushalt schafft, kommt einmal in der Woche mit seinen Kameradinnen zum Sportabend, regt und bewegt die Glieder und bekommt Freude an der gesunden Bewegung. Das ist unser Ziel! Das Wort des Führers, vom Widerstandsfähig-, Geschwind- und Geschmeidig, und auch Hart-Wer- den, das gilt auch uns; durch unsere Sportarbeit soll jedes Mädel frisch und gesund werden, um seine Aufgaben im Volk, die von Jahr zu Jahr größer und ernster werden, voll und ganz meistern zu können. Daß ein Jahr uns weiter bringen kann in unserer Arbeit, das soll der S p o r t t a g des BDM. am 14. Juni in Frankfurt zeigen. Schöffengericht Gießen. Der G. H. aus Rüddingshaufen hatte sich wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Rückfallbetrug zu verantworten. Der Angeklagte war bei einem Maurermeister beschäftigt. Eines Tages zeigte er der Frau seines Poliers eine mit falschem Namen unterzeichnete Quittung vor, die ihm dar- aufhin einen Betrag von 5 Mark aushändigte. Das Gericht billigte dem Angeklagten, der an sich eine Zuchthausstrafe verwirkt hatte, noch einmal mildernde Umstände zu und verurteilte ihn zu fünf Monaten Gefängnis. Wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug wurde der R. P. aus Gießen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte, der als Vertreter eines Verlags in Essen tätig war, unterzeichnete eine Anzahl Bestellscheine mit falschem Namen und verstand es, sich auf diese Weise eine Provision von 15 Mark zu verschaffen. Oberheffen. Großfeuer in Vilbel. LPD. Vilbel, 3. Juni. Dienstag abend brach auf dem Grundstück der Mayen-Quelle in der Hermann-Göring-Straße in nächster Nähe des Nordbahnhofs Feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit ausbreitete. Der Brandherd befand sich in der Scheune, in der sich auch Maschinen für die Wasserabfüllung, sowie Autos und geringe Benzinvorräte und Kohlensäureflaschen befanden. Es gelang, das Vieh, sowie die feuergefährlichen Stoffe mit Hilfe von Nachbarn noch rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Als die Feuerwehr an der Brandstätte erschien, hatte sich das Feuer, das in den Stroh- und Heuvorräten reiche Nahrung fand, bereits so weit ausgebreitet, daß sich ihre Aufgabe darauf beschränken muhte, ein Uebergreifen der Flammen auf benachbarte Grundstücke zu verhindern. Landkreis Gießen. * Wieseck, 4. Juni. Die Eheleute Postschaffner Heinrich Schäfer und Frau Katharine, geb. Mank, feiern am 5. Juni das Fest der Silbernen Hochzeit. —Wieseck, 3. Juni. Der Kälterückschlag in der Nacht zum letzten Pfingsttage hat in der Gemarkung Schaden gebracht. In manchen Gärten sind Busch- und Stangenbohnen erfroren, so daß sie zum zweitenmal gelegt werden müssen. Auch den Gurken sind die Keimblätter vollständig zerstört worden, und selbst das zarte Grün der Dahlien ist geschwärzt, ein Zeichen, daß es ein Opfer der Kälte wurde. Auf den Kartoffeläckern im zugigen Wiesecktale ist auch einiger Schaden entstanden. Die nicht getroffenen Kulturen in Garten und Feld stehen gut bis sehr gut. # Mainzlar, 3. Juni. Von der hiesigen Ortsgruppe, die sich um die Unterbringung von auswärtigen Kindern im Rahmen der Kinderlandver- s ch i ck u n g eifrig bemühte, kommen sechs Kinder zum Landaufenthalt nach der K u r m a r k. Je zwei Kinder werden aus Mainzlar, Daubringen und Staufenberg an dieser Erholungsfahrt teilnehmen. ! Lollar, 3. Juni. Der Werkmeister Adam K r e u t e r war dieser Tage vierzig Jahre auf der Main—Weser-Hütte beschäftigt. Aus diesem An- laß veranstalteten Werksleitung und Arbeitskame- raden eine Jubiläumsfeier, bei der die Beliebtheit des Meisters zum Ausdruck kam. Schon am Vormittag des Jubiläumstages waren ihm sowohl durch seine Arbeitskameraden als auch durch die Werksleitung große Ehrungen zuteil geworden. Die Halle, in der er beschäftigt ist, war festlich geschmückt, ein Arbeitskamerad trug ein selbstverfaßtes Gedicht vor, und mehrere Geschenke, darunter auch ein solches der Werksleitung, wurden dem Jubilar überreicht. Q] Allendorf a. d. Lda., 3. Juni. Wie bereits seit einer Reihe von Jahren, so fand auch am zweiten Pfingstfeiertag in der hiesigen Kirche wieder die goldene Konfirmation der vor 50 Jahren Konfirmierten statt. Don den 18. Teilnehmern der ersten Konfirmatton konnten an der goldenen Konfirmatton 5 Männer und 8 Frauen — worunter drei auswärts konfirmierten — teilnehmen. Um 10 Uhr fanden sich die Teilnehmer im Pfarrhof zum gemeinschaftlichen Kirchgang nut Kirchenvorstand und den beiden Pfarrern ein. Ortspfarrer Andres hatte feiner Predigt dasselbe Bibelwort, das den goldnen Konfirmanden vor 50 Jahren als Geleitwort mit auf den Lebensweg gegeben worden war, nämlich „Gehet ein durch Die enge Pforte", zugrunde gelegt. Nach Gesang der Gemeinde sowie der Konfirmanden und nachdem die Einsegnung unter Glockengeläute stattgefunden, wurde nach der Abendmahlsfeier der Vormittagsgottesdienst, der überaus stark besucht war, beendet. Der Nachmittagsgottesdienst wurde auf dem alten Friedhof an der Gruft des verstorbenen Kon- firmators Pfarrers Heberer abgehalten. Anschließend wurde auch das Andenken der bereits verstorbenen Konfirmanden durch Kranzniederlegung an deren Gräbern geehrt. Auf besondere Einladung von Frau Andres fanden sich dann die goldnen Konfirmanden mit ihren Angehörigen im Pfarrhause zu einer gemütlichen Nachfeier bei Kaffee und Kuchen ein. CO Klein-Linden, 3. Juni. Frau Klara Honig, ged. Schüler, eine der ä l t e st en Fr a u en unserer Gemeinde, wurde am Mittwochnachmittag zu Grabe getragen. Sie war aus Beuern gebürtig und hatte das hohe Alter von 86 Jahren, 5 Monaten und 26 Tagen erreicht. A Trais-Horloff, 3. Juni. Auf dem hiesigen Teich im Bereiche des stillgelegten Braunkohlenbergwerks hat sich am dritten Feiertage ein Schwan eingefunden. Es gelang nicht, ihn einzufangen. Jedenfalls ist er einer künstlichen Wasseranlage, wo er eingesetzt worden war, entflohen. <£ Steinheim, 3. Juni. Da in der Nacht zum dritten Feiertage die Temperatur unter Null fiel, entstand in den Gärten Schaden an Gurken und Bohnen. In ungünstigen Lagen sind auch die Frühkartoffeln dem Froste zum Opfer gefallen, so daß die Stöcke vollständig schwarz aussehen. Vereinzelt Haden auch die späten Kartoffelsorten Schaden gelitten. Nachdruck verboten! 31 Fortsetzung as wollte er noch auf der Welt? / Wie eine gespenstische Hand reckte sich ab und zu das Licht des Leuchtturms über das Land, dann war wieder Dunkelheit. Plötzlich hörte er leichte Schritte hinter sich. Er sah Licht irt seinem Zimmer, wandte sich um, schon war Peggy b