186. Jahrgang Giehener Anzeiger Nr. 103 Erstes Blatt M. Jahrgang Montag, 4- Mai 1936 * ▲< e Annahme v°n An,°.g.n ®Ä: FamMenbW« /ST M A ▲ AA A AA g AA. A Ä ▲ A <4 Heimat im Bild - Die Scholle H AI iH HmBT BH ÄjBg H tBGrundpreise für 1 mm höhe Monats-Bezugspreis: HÄ ■ H 8^ ES ■ H A S|Jf WWW fl/F ■ für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 HB W ■ WWW ^Ht WWW H< W Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte ,, 1.80 ™ H HÄ. W HB ■ ■ W .JL W H W w8k H H Hk ■ anzeigen von70mm Breite Zustellgebühr .. „ B W W W'EL W W- WM ÄL 50Rpf.,Plahvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen B ■ ■ W ▼ WU ^F vorh.Dereinbg.25°/g mehr. ?n?ol9rfc’IffieS KF V -rmähigt. grunöpreife: -WIL Seneral-Anzeiger für Sberheffen WW Vostschetttonto. behördliche Anzeigen 6Npf Zranlsurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatsvuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffel» Oer Zusammenbruch Abessiniens. Oer Kaiser auf französischen Boden geflohen.— Brand und Plünderung in Addis Abeba. Oie italienischen Truppen zur Rettung der Europäer herbeigerufen. Der Aegus in Dschibuti. Paris, 3. Mai. (DNB.) Ein Telegramm, das das französische Außenministerium aus Addis Abeba erhalten hat, besagt, daß sich d e r N e g u s , der zunächst angeblich die Absicht gehabt hat, in die westlichen Provinzen zu reisen, um dort ein neues Heer aufzustellen, im letzten Augenblick der Kaiserin und zwei weiteren Mitgliedern der kaiserlichen Familie angeschlossen hat und mit ihnen im Sonderzug nach Dschibuti abgefahren ist. Der Negus und seine Familie ist, wie Havas berichtet, am frühen Nachmittag des Sonntag in Dschibuti eingetroffen. Behördenvertreter erwarteten den Negus auf dem Bahnhof. Eine Kompanie Senegalsoldaten war als Ehrenwache angetreten. In der Begleitung des Negus befanden sich etwa dreißig hohe abessinische Würdenträger. Infolge der drückenden Hitze waren nur wenig Zuschauer am Bahnhof, unter ihnen Journalisten und Sekretäre der ehemaligen italienischen Gesandtschaft in Addis Abeba. Auf dem Bahnhof verließ die Kaiserin als erste den Wagen, gefolgt vom Kaiser, der die Behördenvertreter sofort bat, daß man ihm die Journalisten fernhalten möchte. Als der Negus sich in die abessinische Gesandtschaft begab, kam es zu einem Zwischenfall. Ein Italiener versuchte, von ihm eine Lichtbildaufnahme zu machen. Die abessinischen Begleiter des Negus bemühten sich, den Italiener daran zu hindern, wobei es zu einer größeren Schlägerei kam. Mit dem Negus sind der Ras Kassa und sämtliche Mitglieder der Regierung in Dschibuti eingetroffen. Der Negus hat im .französischen Regierungspalast Wohnung genommen. Schon am Montag wird der Negus mit seiner Familie Dschibuti an Bord des englischen Zerstörers „549" mit unbekanntem Ziel verlassen. Man nimmt an, daß die kaiserliche Familie sich nach dem englischen Aden begeben wird. Anarchie in Add's Abeba. Fahnenflüchtige brennen und rauben in der Hauptstadt. Paris, 3. Mai. (DNB.) Aus den telegraphischen Berichten des französischen Gesandten in Addis Abeba an den Quai d'Orsay geht hervor, daß in der abessinischen Hauptstadt eine planlose Revolution ausgebrochen ist. Fahnenflüchtige Soldaten haben überall Unordnung und Aufruhr gestiftet. Bis zum Sonntagmittaq waren das Handelsviertel, der kaiserliche Palast und mehrere europäische Villen nieder geb rannt und das große Krankenhaus a u s g e r a u b t. Zwischen den Plünderern ereigneten sich ständig Schießereien. Redner hetzen die Bevölkerung auf, alles niederzubrennen und zu vernichten, damit die Italiener bei ihrem Einmarsch nichts mehr vorfinden. Die französische Gesandtschaft hat 1500 Personen, die 16 verschiedenen Nationalitäten angehören, Obdach gewährt. Mehrere Franzosen haben auf dem Bahnhof Unterschlupf gefunden, nachdem sie von der Gesandtschaft abgeschnitten worden waren. Drei Franzosen, die sich noch in der Stadt befanden, haben mit Waffengewalt mehrere Angriffe abweisen müssen, bevor sie von der Gesandtschaft aus in Sicherheit gebracht werden konnten. Auch die französische Gesandtschaft selbst hat mehrere Banden plündernder Deserteure in Stärke bis zu 2000 Mann abweisen müssen. Deutsche Rettungsaktion für Europäer. Addis Ab eb a, 3. Mai. (DNB.) Unter Führung des Attaches von Waldheim wurden nachts von der deutschen Gesandtschaft auf Lastkraftwagen zwei Suchkolonnen ausgerüstet, die in der von den Aufständischen beherrschten brennenden Stadt gemeinsam mit einem gleichen Suchkommando der englischen Gesandt- chaft nach dort noch verbliebenen Europäern ahnden sollten. In einer Pension wurden 15 Europäer, die sich dort unter dem Befehl eines Reichsdeutschen verschanzt hatten, gefunden. Gegen 6 Uhr morgens stießen die Suchkolonnen auf eine zweite reichsdeutsche Gruppe, die ebenfalls wohlbehalten m die deutsche Gesandtschaft gebraut werben tonnte. Die deutschen Suchkolonnen konnten ihr Rettunas- werk durchführen, ohne von den ^ruh^rn schossen zu werden. Die deutsche Gesandtschaft ist in den Verteidigungszustand versetzt worden. 3eftf)leuniafer Dormarsch »er 3laliener. Asmara, 4. Mai. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) Die aus l a n d i j ch e n Gesandtschaften in Addis Abeba haben an das italienische Oberkommando em dring Telegramm aerichtet m bem fe um schnellste Besetzung der Hauptstadt bitten, da die fremdenfeindliche Stimmung völkerung, die nach der Flucht des Negus und der Regierung ohne jede Führung ist und seit M gegen die Fremden aufgestachelt wurde, s ch ch gegen die wenigen Weißen wenden könnte, die noch in Addis Abeba weilen. Das italienische Oberkommando hat daher alle Maßnahmen getroffen, um das Vorrücken der Kraftwagenkolonnen, die gegen ungeheure Geländeschwierigkeiten zu kämpfen haben, z u b e - schleunigen. Marschall Badoglio und sein Stab leiten persönlich die Ueberquerung der Kraftwagenkolonne über den Paß Termaber nördlich von Addis Abeba, der ein großes Hindernis bildet und ungeahnte Kraftanstrengungen erfordert. Bis Sonntagmorgen hatten 1600 Kraftwagen den Paß bereits überschritten. Die Versorgung der Kolonne mit Lebensmitteln erfolgt mit Flugzeugen. Die Askarikolonne steht bereits dicht vorAddisAbeba. General G r a z i a n i rückt weiter gegen Harrar vor. Damit ist die systematische Besetzung und Durchdringung ganz Abessiniens eingeleitet. 24 Europäer in Addis Abeba getötet? Paris, 4. Mai. (DNB.) Havas meldet aus Dschibuti, daß bei den Unruhen in Addis Abeba 24Personen getötet worden sein sollen, und zwgr sämtlich Griechen und Armenier, die ihre Läden gegen die Plünderer zu verteidigen suchten. Die französischen Behörden in Dschibuti haben aus Besorgnis vor weiteren Zwischenfällen in der abessinischen Hauptstadt und vor allem zum Schutze des Bahnhofs beschlossen, zwei Kompanien Senegal-Truppen mit der Eisenbahn nach Addis Abeba zu entsenden. Um das Schicksal Halle Selassies. Französisch-britische Fühlungnahme. London, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Zur Flucht des Negus schreibt der „Daily Telegraph": Die britische Regierung wurde von der plötzlichen Entscheidung des Kaisers, die Regierungsgeschäste niederzulegen und sein Land zu verlassen, überrascht. Die erste Nachricht von dem Entschluß des Kaisers traf am Samstagmorgen m London ein. Außenminister Eden trat nach einer Beratung mit Unterstaatssekretär Vansittart und anderen Beamten des Außenamtes sowie nach einer Fühlungnahme mit dem in Chequers weilenden Premierminister mit der französischen Botschaft in London in einen Gedankenaustausch ein. Die französische Botschaft gab Eden zu verstehen, daß ihre Regierung Anweisung erteilen würde, den Kaiser willkommen zu heißen und während seiner Anwesenheit auf französischem Boden, die ihm zu stehenden Ehren zu erweisen. Die französische Regierung habe zugesichert, alles zu tun, um dem Kaiser und seiner Familie alle Annehmlichkeiten Zukommen zu lassen. Es würde ihm lediglich nicht erlaubt werden, von französischem Gebiet aus die militärischen Operationen in Abessinien zu leiten. Ferner habe sich Paris dahin geäußert, daß es die Weiterreise des Kaisers auf seinen Wunsch zu jedem Bestimmungsort und zu jedem Schiff erleichtern werde. Der britische Außenminister hat daraufhin zum Ausdruck gebracht, daß die britische Regierung gewillt sei, dem Kaiser ein Kriegsschiff zur Verfügung zu stellen, um ihn und sein Gefolge nach Palästina zu bringen, falls er es wünschen sollte. Vor einigen Wochen schon soll der Kaiser einen solchen Vorschlag günstig ausgenommen haben. Der Kaiser öffnete selbst seinen Mast. L o n d o n , 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach den letzten Meldungen des britischen Gesandten Sir Sld- nen Barton in Addis Abeba ist es am Sonntagabend in Addis Abeba ruhiger geworden, die Stadt beginnt sich zu leeren. Zum Schutze der britischen Gesandtschaft steht em Teil des Punjab-Regiments bereit, das Biwak bezogen hat und mit genügend Lebensmitteln ausgerüstet ist, um 3000 Menschen drei Monate lang zu ernähren. Nach Meldungen des „Daily Telegraph" hat der Neous vor seiner Abreise die Tore seines Palastes öffnen lassen und der Bevolke- runq erlaubt, sich daraus zu nehmen, was sie wolle. Daraufhin seien in Strömen Männer und Frauen in den Palast geeilt und mit Waffen aller Art, Decken, Teppichen und Möbeln zurückgekehrt. Auch die Munitionslager seiender Bevölkerung zugänglich gemacht worden. Tausende seien mit Munition zu sehen gewesen. Die wüsten Schießereien in Addis Abeba scheinen darauf zurückzuführen zu sein, daß viele Leute wahllos in die Luft knallten. Da ein Teil der Bevölkerung alkoholische Getränke gefunden hatte, kam es zu Ausschreitungen, bei denen es unter den Eingeborenen auch Tote gab. Der englische Arzt Dr. M e l l y , der eine britische Lazarettabteilung führte, wurde am Sonntag von einer betrunkenen Menge durch einen Lungenschuß schwer verwundet, als britische Sanitäter in den Straßen von Addis Abeba Verwundete sammeln wollten. Ein anderes Opfer der Ausschreitungen ist die Frau eines amerikanischen Missionsarztes. Sie wurde offenbar durch eine verirrte Kugel, die durch das Dach des Hospitals der Adoentiften-Gemeinde drÄng, i m Schlafe getötet. Wo sich derRegus verborgen hielt A s m a r a , 4. Mai. (DNB.) Wie erst jetzt bekannt wird, hat sich der Negus in den Tagen vor seinem letzten Besuch in Addis Abeba ineinemKloster einige Kilometer südlich von Sokota, also indem von den Italienern schon lange besetzten Gebiet verborgen gehalten, nachdem er den ihn verfolgenden Galastämmen entwischt war. Italienische Späher hatten dies Versteck ausfindig gemacht, und italienische Flugzeuge übernahmen, als der Negus mit einem kleinen Gefolge Addis Abeba zu erreichen versuchte, die Verfolgung. Trotzdem gelang es dem Kaiser, der mit dem Gelände und den Oert- lichkeiten sehr vertraut ist, und bei unmittelbarer Gefahr sofort einen sicheren Zufluchtsort aufsuchte, Addis Abeba zu erreichen. Hier versammelte er sofort den Aeltestenrat, der angeblich den Widerstand bis zum letzten beschlossen hatte. Wird der Mus in London Asyl suchen? London, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Sowohl in englischen wie in französischen politischen Kreisen hält man es nicht für ausgeschlossen, daß sich der Kaiser von Abessinien nach England begeben wird, um dort seinen dauernden Aufenthalt zu nehmen. Wie man in London erklärt, besitzt der Negus in W e st e n d von London eines der schön- sten Häuser des Bezirks. Vor einiger Zeit hat der abessinische Gesandte Dr. Martin für den Kaiser den Vertrag über den Kauf des Hauses unterzeichnet. Der Ankauf geschah unter dem Vorwand, daß die abessinische Gesandtschaft in das neu erworbene Haus umzuziehen beabsichtige. Was wird der Völkerbund sagen? politische Folgen. Die englische Presse über den Zusammenbruch Abessiniens. London, 4. Mai. (DNB. Funkspr.) Die englische Presse beschäftigt sich mit der durch die Flucht des Negus geschaffenen Lage in Abessinien. Die „Times" meint, die Notwendigkeit einer N e u o r d- nungdes Völkerbundes könne jetzt schwerlich noch in Frage gestellt werden. „D a i l y T e l e- graph" (konservativ) nennt das bisherige Ergebnis des abessinischen Abenteuers das Ende eines einseitigen Krieges. Der Völkerbund habe bewiesen, daß er nicht imstande ist, den Angriff eines seiner Mitglieder gegen einen anderen Mitgliedsstaat zu verhindern und wirkungsvolle Sühnemaßnahmen anzuwenden, um den Angreifer aufzuhalten. Wenn man Italien tatsächlich erlaube, Abessinien bedingungslos und ohne weitere Verhandlungen in Genf einzustecken, so würden die kleinen Nationen aufhören, den Völkerbund als einen Schutz zu betrachten. Der zukünftige Völkerbund müsse größere Machtbefugnisse erhalten und alle großen Mächte einschließen. Die „M o r n i n g P o st" (rechtskonservativ) findet, daß man dieses Ende Abessiniens hätte Voraussagen können und daß die vernünftigen Erwartungen und zuverlässigsten Voraussagen einiger militärischer Sachverständiger noch übertroffen seien. Das Blatt wendet sich gegen die unentwegten Befürworter von Sanktionen, die in Wirklichkeit weder dem Krieg Einhalt gebieten könnten, noch die gute Sache Abessiniens retten. — „News Chrvnicle" (liberal) glaubt, daß die Gefahr noch größer sei, wenn man den Angreifer Italien unbelästigt im Besitz aller seiner Erfolge lasse, als wenn man gegen Mussolini vorgehe, um ihn um die volle Ernte seines Angriffskrieges zu bringen. Oie unbekannte Größe. Als der italienische Ministerpräsident C r i s p i bei den Verhandlungen über den Dreibund in Berlin Bismarck die ersten Andeutungen über die Absichten Italiens auf Abessinien machte, die später bei Adua so kläglich scheiterten, warnte der Kanzler vor dem Unternehmen, dem die Kräfte, vor allem die finanziellen, des jungen Königreichs nicht gewachsen seien. Bismarck, der auch der in Deutschland aufwachsenden kolonialen Bewegung skeptisch und zögernd gegenüber stand, weil er Konflikten mit England aus dem Wege gehen wollte, wies dabei auf das Interesse Großbritanniens hin, das in jener Zone keine Rivalität vertrage und Abessinien wohl selbst einstecken werde, wenn ihm dies nützlich erscheine. Dies war aus der Perspektive der 80er Jahre gesehen sicher richtig. In England ging die liberale Aera Gladstone zu Ende, und die großen Imperialisten Joe Chamberlain, Cecil Rhodes und Lord Kitchener bereiteten die Eroberung des ägyptischen Sudans und die Vergrößerung der Kapkolonie zu einem englischen Südafrika vor: in noch nicht fünfzehn Jahren wurde England Herr von fast einem Viertel der Erdoberfläche mit 500 Millionen Menschen, denen es Teilnahme an seiner Macht, seinem Reichtum, seiner Weltsprache und seiner Gesittung versprechen konnte. Was hatte Italien dagegen zu bieten? Es hatte durch die Gunst der Europa im 19. Jahrhundert beherrschenden liberalen und nationalen Strömungen und durch das Schlachtenglück seiner jeweiligen Verbündeten trotz eigener Niederlagen seine nationale Einigkeit nach langer Fremdherrschaft verwirklicht und zählte, ohne es zu sein, zu den europäischen Großmächten. Aber die italienische Demokratie verwaltete die Erbschaft der europäischen Doktrin schlecht und vergeudete die Kräfte des Landes in politischen und parlamentarischen Kämpfen auf Kosten der Armee und des wirtschaftlichen Aufbaus. Allein die Anlehnung an Deutschland und die Donaumonarchie im Dreibund gab Italien die Be- deutung eines wenigstens zusätzlichen Gewichts in der Ausbalancierung der europäischen Kräfte. Das Wort Bismarcks, daß es genüge und daß er von Italien nichts mehr erwarte, als daß es im Konfliktsfalle einen Trompeter mit einer Fahne an seiner Alpengrenze gegen Frankreich aufstelle, zeichnete in diesem fast grotesken Bilde den damaligen Machtzustand Italiens. Ihm entsprach auch die geistige Haltung des Italieners als einer Einzelperson und als eines politischen Menschen. Bei empfindlichem Nationalstolz war er Kosmopolit und Pazifist, der Waffenhandwerk und Dienstpflicht nicht liebte. Die kühle Atmosphäre, die wegen historischer und aktueller Gegensätze zu Habsburg über dem Dreibund lagerte, wurde gelegentlich noch durch Wallungen der Rassen-, Sprachen- und Kulturoerwandtschaft mit Frankreich betont, das in der Freimaurerei eine rührige Hilfstruppe in Italien befaß. Ein festes unverrückbares Verhältnis zur europäischen Umwelt bestand nur zu England, wo viele italienische Patrioten in der nationalen Leidenszeit Zuflucht gefunden hatten, das die italienischen Küsten und das ganze Mittelmeer beherrschte und dessen Reichtum, Lebensformen und Frauen der Italiener bestaunte. Daß England im Weltkrieg auf der Seite der Gegner Deutschlands stand und durch die unzweideutige Sprache seines Botschafters in Rom die italienischen Staatsmänner daran erinnerte, daß die Küstenstädte der Halbinsel unter den englischen Schiffskanonen lagen, bestimmte mehr als alles andere den Entschluß Italiens zum Kriege. Die Behandlung, die Italien nach dem Kriege durch feine Verbündeten erfuhr, entsprach durchaus dieser Geringschätzung seiner Bedeutung, die man auch in das neue Europa des Versailler Vertrags zu übernehmen gedachte. Italien stand aber schon vor dem Kriege in einem geistigen Erneuerungsprozeß, der sich zum Ziele setzte, die entnervenden Belastungen einer allzulangen Geschichte abzuwerfen und das weiche Volk "für die Aufgaben einer harten Gegenwart und Zukunft umzuschmieden. Die Erfahrungen und Prüfungen des Krieges taten das ihre, als der Faschismus und fein mit allen Eigenschaften eines großen Volkstribunen und Staatsmannes ausgerüsteter Führer Mussolini es unternahmen, das neue Italien zu schaffen und die Widerstände einer zersetzenden Parteidemokratie zugleich mit der neuen europäischen Lehre des Bolschewismus zu zerbrechen. Dieser italienische Vorgang ist fast nur in Deutschland in feiner vollen Bedeutung verstanden und gewürdigt worden, wo dieselben Ursachen, eine unwürdige äußere Stellung und die Gefahr innerer Auflö'ung, den Blick schärf- ten und die Wirkung der italienischen Heilmethode aufmerksam zu verfolgen rieten. Er ist vor allem in dem allzu selbstsicheren England nicht verstanden worden, das, wie die Entwicklung des letzten Jahres zeigte, der große Gönner Italiens zu bleiben gedachte und dieses Verhältnis als eine konstante Tatsache der Geschichte ansah. In seinem politischen Zukunftsroman, den er am Ende dieses Jahrzehnts spielen läßt, spricht der Diplomat, Schriftsteller und jungkonservative Abgeordnete Harold N i c o l s o n, der doch ein Vertreter der englischen Nachkriegsgeneration ist, von den „italienischen Republiken": er setzte also den Zerfall der faschistischen Herrschaft und die staatliche Auflösung Italiens als möglich und wahrscheinlich voraus. Es ist nur ein Roman, aber er zeigt, daß man in England das Wirken Mussolinis als Episode betrachtete, die gegebenenfalls mit einem neuen St. Helena abgeschlossen werden könnte. Zweifellos war die skeptische Beurteilung der Aussichten des italienischen Krieges und die Sanktionspolitik von diesen Vorstellungen über die mangelnde Eignung Italiens zu solchen schwierigen Unternehmungen zum mindesten begünstigt und genährt, bis es in den letzten paar Die roten Wahlen." // Das erste Scho des Wahlausgangs in der pariser presse Wie wird das „M."-dai> anssehen? Ein neues „KdF."-Schiff ans Stapel gelegt wie folgt: Kommunisten Unabhängige Kommunisten Sozialisten Sozialistisch-Republikanische Unabhängige Sozialisten Radikalsozialisten Unabhängige Radikale Linksrepublikaner Volksdemokraten und der Freude. Der Jubel der Tausende und aber Tausende, die an dieser Stätte Kraft und Erholung nach arbeitsreichen Wochen finden werden, soll Zeugnis ablegen vom Lebenswillen einer Ration, die sich ihre Stellung in der Welt zurückerobert hat. Wöge das Werk aus großer Friedenszeit auf Jahrhunderte hinaus seinen Segen dem deutschen Volke spenden, und möge dieses Volk niemals vergessen, was es seinem Führer an Dankbarkeit schuldig ist." Nachdem die Kassette eingemauert war, führte Dr. Ley im Auftrage des Führers und Reichskanzlers die ersten Hammerschläge aus. Für die Wehrmacht folgte dann Konteradmiral v. Schroeder und als dritter Reichsamtsleiter Dreßler-An- dreß. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Feier geschloffen. 71 10 146 Vereinigung 25 9 115 31 84 23 Das große Seebad, dessen Bau nun begonnen wird, liegt in einer Bucht im Nordosten Rügens. Die Länge des zur Verfügung stehenden Strandes beträgt etwa acht Kilometer, von denen 5,5 Kilometer ausgebaut werden sollen. Das für die Anlage zur Verfügung stehende Gelände ist mehrere hundert Meter tief, liegt auf der Düne und wird gegen das Innere der Insel durch einen prachtvollen Mischwald abgeschlossen. Elf Architekten sind beauftragt, bis 1. Juni dieses Jahres Pläne und Entwürfe auszuarbeiten, nach denen dann die endgültige Gestaltung der riesigen Anlage getroffen werden soll. Die letzte Entscheidung liegt beim Führer selb st. Bis diese Projektfragen entschieden sein werden, wird mit den Vorarbeiten zum Baureifmachen des riesigen Geländes begonnen werden. Beim Bau wird darauf gesehen, daß alle Zimmer für die 20 000 „Kraft durch Freude"-Gäste seewärts liegen. Die Zimmer werden voraussichtlich für vier bis sechs Personen eingerichtet werden. Die Verpflegung wird wahrscheinlich in zehn Speisehäusern erfolgen, in denen je 2000 Personen in zwei Gruppen zu 1000 Personen gleichzeitig essen können. „Wir werden nicht ruhen und rasten, bis wir eine KdF.-Flotte von mindestens dreißig Schiffen erbaut haben, dann werden wir Millionen deutscher Arbeiter alljährlich hinaussenden zur Erholung auf die See und an fernen Gestaden." Das Leitwort des Nationalen Feiertages „Freut euch des Lebens" liege auch dem Bau der KdF.- Schiffe zugrunde. Dieses Schiff werde ein Denkmal sein für das neue Deutschland. Mit einem Gedenken an den Führer, dem allein auch dieses große Werk zu verdanken sei, schloß Dr. Ley. Nachdem die Nationalhymnen verklungen waren, schlug Dr. Ley mit einem Preßlufthammer unter den Heil-Rufen der Tausende die erste Niete in den Neubau des Schiffes. Nur kurze Zeit, und das glühende Metall hatte die ersten Stahlplatten zusammengefügt. Das Lied „Freut euch des Lebens" schloß die Feier. Mittelpunkt der ganzen Anlage wird jedenfalls eine große F e st h a l l e sein, die 20 000 Menschen faßt, also die Größe der Deutschlandhalle haben wird. Theater- und Lichtspielanlagen, Restaurants und Kaffehäuser werden den Gästen zur Verfügung stehen. Eine eigene große Laden st raße wird einen Teil des Geländes durchziehen. Die Unterbringung der Gäste ist so gedacht, daß täglich etwa zwei - bis dreitausend ankommen, so daß sich Ankunft und Abreise gleichmäßig auf alle Tage verteilen. Eine Zweiglinie der Rügenbahn, die von Bergen aus neu gebaut wird, wird die Verbindung des Bades mit dem Festlande Herstellen. Mit allen Nebenanlagen — Wirtschaftsgebäuden, Krankenhaus, Siedlung für die Angestellten, Elektrizitätswerk. Sportplätzen usw. — wird dieses Bad eine Größe haben, die in der ganzen Welt keinen Vergleich findet. Der oberste Grundsatz beim Bau ist, daß dem schaffenden Deutschland hier wirklich Erholung und Freude geboten werden soll. Dies ist der Wunsch und Wille des Führers, und dieser Wunsch wird restlos erfüllt werden. „Dieser Grundstein zum ersten Seebad der nationalsozialistischen Organisation „Kraft durch Freude", das an dieser Stelle errichtet wird, wurde im vierten Jahre der segensreichen Regierung unseres Führers Adolf Hitler am 2. Wai 1936 durch Reichsorganisationsleiter Pg. Dr. Ley gelegt, hier soll der Wunsch des Führers, dem werktätigen deutschen Wenschen eine Stätte der Erholung zu verschaffen, in einem großen Werk Erfüllung finden. Ve- seett von dem Glauben an das Derk und dem Willen zu feiner Vollendung führten die verantwortlichen Wänner den Hammer zum ersten Schlag. Die große Volksgemeinschaft, die Adolf Hitler nach einer Zeit des Bruderzwistes und des Parteihaders schuf, soll ihren Ausdruck finden an dieser Stätte der Erholung Das Wahlergebnis Paris, 3.Wai. (DRV.) Der zweite Wahlgang der Wahlen zur Deputiertenkammer ist mit wenig Ausnahmen in ganz Frankreich ruhig verlaufen. Eine Aufstellung des Innenministeriums bringt die Ergebnisse von 615 von insgesamt 618 Wahlkreisen. Danach stellt sich die Stärke der einzelnen Parteien Oie neue französische Abgeordnetenkammer. Rach -em zweiten Wahlgang.-Neue Erfolge -er Kommunisten.-Oie Sozialisten stärkste Partei tut- verzichtet, und Unterrichtsminister Guernut hatte es oorgezogen, im zweiten Wahlgang nicht anzutreten, da er im ersten Wahlgang schlecht abgeschnitten hatte. Die anderen drei sind im zweiten Wahlgang nicht wiedergewählt worden: der Luftfahrtminister D e a t, der Kolonialminister Stern und der Unterstaatssekretär im Ministerium für öffentliche Arbeiten Mazs. Diese Niederlage des Kabinetts Sarraut laßt die Vermutung aufkommen, daß eine Umbildung der Regierung, wenn nicht eine Regierungskrise, ihre Schatten vorauswirft. Die Umbildung kann nur weiter nach links ausgreifen, auch wenn die Kommunisten noch während der Wahlhandlung bekanntgaben, daß sie in eine Regierung der Volksfront nicht eintreten, sondern sie nur unterstützen wollen. ten und die Linksrepublikaner werden dritter und vierter, die einen mit mindestens 90, die anderen mit mindestens 84 Mitgliedern, unmittelbar gefolgt von den Kommuni st en mit wahrscheinlich 72 Abgeordneten. Zu diesen treten noch zehn parteilich ungebundene Kommunisten. Der äußerste Flügel der Volksfront, die Kommunisten, müssen dann auf mindestens 82 M a n n veranschlagt werden. Die Mittelgruppe — unabhängige Radikale und Linksrepublikaner — haben leichte Verluste gehabt. .. Eines der bedeutsamsten Zeichen ist, daß fünf M i n i st e r oder Unterstaatssekretäre des Kabinetts Sarraut auf der Strecke geblieben sind. Zwei hatten sich gar nicht wieder um einen Kabinettssitz beworben. Der Minister für Volkswohlfahrt, N i c o l l e, hatte von vornherein auf eine Kandida- Schulsarnmlung undVOA-Gammlung im M". Berlin, 30. April. (DNB.) Die vom Reichsund Preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung seinerzeit angeordnete Schul - sammlung, die in der Wahlvorbereitungszeit verschoben werden mußte, findet nunmehr in der Zeit vom 4. bis 15. Mai statt. Es handelt sich um eine Sammlung der Schüler und Schülerinnen innerhalb ihres Familienkreises. Gauleiter W a e ch t - l e r hat in seiner Eigenschaft als Reichsamtsleiter des NSLB. einen Aufruf an die gesamte deutsche Erzieherschaft gerichtet, in welchem er sie zum Einsatz bei dieser Sammlung auffordert. Außerdem findet die Haus- und Straßensammlung d e s D D A. am 23. und 24. Mai statt. Hamburg, 2. Mai. (DNB.) Nachdem der Grundstein zu dem großen KdF. - Seebad auf Rügen gelegt worden war, erfolgte die Kiellegung des 25 000 Tonnen großen KdF.-Dampfers auf der Howaldt-Werft. Stundenlang waren alle verfügbaren Fährschiffe im Hamburger Hafen unterwegs, um die vielen Tausende von Zuschauern nach der Howaldt-Werft überzusetzen. Unter ihnen zahlreiche KdF.-Urlauber aus allen Teilen des Reiches, die mit der „Monte Sarmiento" nach dem Norden Norwegens ausreisen werden. Kurz nach 14 Uhr traf Reichsorganisationsleiter Dr. Ley auf dem Werftgelände ein. In seiner Weiherede erklärte er, die NSG. „Kraft durch Freude" baue eigene Schiffe, um Tausende und Zehntausende deutscher Arbeiter aufs weite Meer zu fahren. Zwei Schiffe lege sie auf Kiel, die das Modern st e und Beste darstellten. Republikanisch-Demokratische Vereinigung 90 konservative H Drei Wahlergebnisse stehen noch aus, und zwar aus Martinique, Oran und Guadeloupe. Die Frucht des Sowjetpatts. Paris, 4. Mai (DNB. Funkspr.) Frankreich hat sich seine neue Kammer gewählt, die am 1. Ium ihre Arbeit aufnimmt. Die Volksfront allein erhielt rechnerisch über 3 7 5 Sitze von insgesamt 618, allerdings einschließlich der 115 radikalsozialistischen Abgeordneten, die aber nicht geschlossen bei der Volksfront bleiben werden. Diese hat bessere Disziplin gehalten als die nationale Front, die nicht als Stoß-, sondern nur als Abwehrtrupp gegen die Volksfront gegründet worden war. Beachtlich ist die große Zahl der früheren Parlamentarier, die neuen Männern das Feld räumen mußten. Die sozialistische Partei wird die st ä r k st e in der Kammer sein. Sie konnte sogar gewinnen, obwohl sie an die Kommunisten Stimmen abgeben mußte. Sie erhielt bei den letzten Wahlen 130 Mandate. Ihre Zahl sank dann bei der Absplitterung der Neusozialisten auf etwa 100. Jetzt ziehen die Sozialisten aber mit mindestens 146 Abgeordneten in die Kammer ein. Dazu kommen noch rund 35 Abgeordnete, die dem sozialistischen Programm nahestehen, ohne der Partei anzugehören. Die R a d i k a l s o z i a l i st i s ch e .Partei, früher die stärkste, muß sich von ehemals 157 Abgeordneten jetzt mit etwa 115 begnügen. Sie sinkt zur z w e i t ft ä r t ft e n Partei herab. Die R e - p u b l i k a ni s ch e Vereinigung auf der Rech- Saßnitz (Rügen), 2. Mai. (DNB.) Am Samstagvormittag wurde der Grundstein zum großen „KdF."-Seebad gelegt. Strahlende Sonne lag über der Ostsee. Leuchtendes Maiwetter, Frühling und Freude beherrschten die Insel Rügen, als schon in den ersten Morgenstunden von allen Seiten her die Formationen der SA., SS., des NSKK., der HI., des BDM., des Kyffhäuserbundes, der Werkscharen usw. auf die Bucht marschierten, die südlich von Saßnitz in einem weiten Bogen in das Land einschneidet. Dort auf einer Strandlänge von mehr als acht Kilometer wird das erste große Seebad errichtet, das nach dem Willen des Führers den deutschen Arbeitern gehören und ihnen Erholung und Ferienfreude am Meer bringen soll. Das Seebad soll zur Ausnahme von 20000 Menschen dienen. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hielt die Weiherede. Er ging davon aus, daß die Sozialdemokratische Partei bereits im Jahre 1905 den Arbeitern Versprechungen gemacht habe, die aber dann, als diese Partei zur Macht gelangt sei, niemals erfüllt worden feien. Der Nationalsozialismus habe im Jahre 1933 ein sehr viel ärmeres und ein zusammengebrochenes Deutschland übernommen als die Sozialdemokratie im Jahre 1919, wo noch immer eine blühende Wirtschaft und ein reiches Land vorhanden gewesen seien. Im deutschen Arbeiter habe eine uralte Sehnsucht gesteckt, die nunmehr erfüllt werde. Die DAF. habe die Pforten der Theater und der Kunsttempel allen schaffenden Menschen geöffnet und ihnen die Schönheiten des Vaterlandes zu sehen ermöglicht. Dr. Ley behandelte dann den großen Plan zur Errichtung der Seebäder der Oranisation „Kraft durch Freude". Der Gedanke, so betonte Dr. Ley. ging, wie alles andere Große, was in den letzten Jahren geleistet wurde, von einem Manne aus: von Adolf Hitler! Er hat im vergangenen Jahre i n Heiligendamm die „KdF.-Ürlauber beobachtet und feftgeftetlt, daß sie sich dort nicht ganz w o h l f ü h l t e n. Der Führer hat gesehen, daß dies noch nicht jene Erholung sei, die er für seine Arbeiter wünscht. Die Arbeiter sollen auf Wunsch des Führers in ihren Ferien den Alltag ganz vergessen. Deshalb soll dies große Seebad gebaut werden, das 20 000 Gäste aufnehmen kann. Der Führer hat sich mit allen Einzelheiten dieses Projekts beschäftigt. Die Bauzeit des Bades werde zwei bis drei Jahre betragen. Dann sollen vier weitere Bäder errichtet werden. 14 Millionen Schaffende jedes Jahr zehn Tage zur Erholung auf Ferien zu schicken, sei der große Plan. Diese Feierstunde beginne die Arbeiten an einer riesigen Anlage, wie sie einzigartig in der Welt dastehe Hier werde einst das Gewaltig st e an Gemeinschaft herrschen, was man überhaupt kenne. Diese Bucht sei wundervoll dafür geschaffen, es gebe wohl kaum eine andere in Deutschland die so schön sei. Schon in der Frühgeschichte sei Rügen ein Heiligtum unserer Rasse 1 gewesen. Möge diese Insel nunmehr wieder zu einem Heiligtum des deutschen Volkes werden. Darauf nahm Dr. Ley die Grundsteinlegung vor. In eine ausgemauerte Grube wurde eine Kassette versenkt, in der sich außer Büchern und Zeitschriften unserer Zeit, Münzen und Parteiabzeichen auch eine Urkunde mit folgendem Wortlaut befindet: Wochen klar wurde, daß Mussolini die Kraft seiner Waffen und den moralischen Zustand seines Landes nicht zu hoch eingeschätzt hatte. Es soll hier keine Vermutung über das Schicksal Abessiniens angestellt werden; es ist für die Tatsache gleichgültig, daß sich Italien gegen Europa mit England an der Spitze behauptet hat und daß es entschlossen ist, das ihm unerläßlich erscheinende Ausmaß seines Erfolges durch einen Krieg, selbst geaen England, zu verteidigen. Diese Kühnheit gründet sich nicht allein auf seine neue Stärke, sondern mehr noch auf die gegenwärtige Schwäche Englands und auf die technischen Veränderungen, die die alten Gesetze des Seekriegs durch die Bedeutung der Luftwaffe erfahren haben. Der Satz von dem „die Meere beherrschenden England" ist etwas veraltet, und England selbst scheint sich zu hüten, ihn einer Probe auszusetzen. Europa aber 1)at zu den zahllosen Problemen, um deren Bewältigung es sich vergeblich bemüht, ein neues geschenkt bekommen: die unbekannte Größe Italiens. Der abessinische Krieg ist gewiß kein unbedingter Wertmesser für Europa, aber doch ein beachtlicher Hinweis. Aus dem Mündel Europas ist die wirkliche europäische Großmacht Italien entstanden und die Diplomatie fängt an, diese Tatsache in ihren Gespinsten zu eskomptieren. Die Gröhe Italien ist noch unbekannt, aber gerade deswegen beunruhigend. Niemand weiß, wohin sie sich wenden und wie sie wirken wird. Sicher aber ist, daß Italien als Gegner gefährlich, als Partner nicht sehr bequem sein wird. Die ohnehin schwierige Aus- lösung der europäischen Gleichung ist durch diese neue Unbekannte geradezu ein Rechenkunststück geworden! O. M. lamentsfrife dauere an. Ihr werde eine Krise der Regierungsform folgen, bei der sich die nationalen Kräfte durchsetzen mühten. Gebebenenfalls müsse die sozialistlsche Partei als stärkste zur Macht gelangen. Das würde die st r e n g e Anwendung des Volksfrontproara m • m e 5 als Regierungsprogramm bedeuten. Auf die finanziellen, außenpolitischen und sozialen Folgen dieses Abenteuers brauche man wohl nicht weiter hinzuweisen. „L'Ordre" rechnet damit, daß die Kammer von 1936 weniger revolutionär sein werde, als sie es bei ihrer Geburt ist. Die Wähler hätten der Angst vor dem Faschismus nachgegeben, den die äußerste Linke geschickt vergrößert an die Wand gemalt. Die radikalsozialistische „Republique" freut sich über den großen Sieg der Volksfront und stellt fest, daß viele Handarbeiter zu Abgeordneten gewählt worden seien. Im marxistischen „Populaire" heißt es, die sozialistische Partei nehme an der Spitze aller Parteien der Volksfront den ersten Platz ein. Die Sozialisten seien bereit, d e n Auftrag anzunehmcn, den ihnen die französische Demokratie anvertraue. Die k o m m u n i st i s ch e „H u m a n i t ä" bringt in, fünf Zentimeter großen Buchstaben an der Spitze des Blattes das Wort „S i e g" und schreibt, das Volk habe die Faschisten weggejagt, das französische Volk werde in Ruhe die Umsetzung des Dolksfrontprogrammes in die Tat vorbereiten. Dr.Ley legt -en Grnn-stein zum ersten K-F.-Ba- bei Saßnitz auf Rügen. Ein Denkmal -er Gemeinschaft.—Stätte -er Erholung un- -er Freu-e für 20000 Werktätige Paris, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) In der Beurteilung des französischen Wahlergebnisses sind die Blätter ziemlich einig. Die Überschriften , der Morgenzeitungen lauten: „Die roten Wahlen!" — „Sehr starker Ausschlag nach links" — „Die Volksfront siegt auf der ganzen Linie" — „Ein Massengrab der bisherigen reaktionären Abgeordneten". Das „Petit Journal" stellt fest, daß i n Paris und Umgebung von 59 zu verteilenden Sitzen nicht weniger als 29 den Kommunisten anheimfallen. Das „Journal" bemerkt, die r a d i - kalfozialiftifche Partei trage d i e gesamten Ko st en. Sie gehe aus der Wahl moralisch wie ziffernmäßig geschwächt hervor. Das „D e u d r e", das den Radikalfottalisten nahesteht, bezeichnet dagegen als den Verlierer des Tages nicht die radikalsozialistische Partei, sondern die Feuerkreuz-Bewegung, denn die französischen Bürger, Arbeiter, Steuerzahler und Lehrer, die eines Tages den Mobilmachungsbefehl erhalten sollten, hätten gegen die Feuerkreuzler als dem „öffentlichen Feind" gestimmt. Da die Kommunisten nicht mitregieren wollten, müßten die Führer der künftigen Regierungsparteien, der sozialistische Abgeordnete Leon Blum, der radikal- sozialistische Abgeordnete D a l a d i e r und Senator Paul-Boncour sich an die Arbeit machen, «m den Willen des Volkes in die Tat umzusetzen. Der „Jour" meint, durch das Wahlergebnis gerate die Regierung in eine schwierige Lage. Die seit dem 6. Februar 1934 heraufbeschworene Par- Wir- Italien Schwierigkeiten machen? Englische Ueberlegnngen über die Zukunft des Negus. London, 4. Mai. (DNB. Funkspr.) Don zuständiger Regierungsstelle wurde der Auffassung entgegengetreten, daß der britische Zer- störer „Diana" für d i e Ausreise des Negus nach Dschibuti beordert worden sei. Der Zerstörer solle vielmehr die Funkverbindung der britischen Regierung mit ihrer Botschaft aufrechterhalten. Der Zerstörer werde dem Kaiser zur Verfügung geteilt werden nur im engsten Einvernehmen mit der französischen Regierung. Nach Ansicht des „Daily Telegraph" könnten einige Völkerbundsmitglieder aus der gegenwärtigen Lage die Folgerung ziehen, daß der Kaiser, der sowohl von Frankreich wie von England in seinen Bemühungen, Abessinien gegen den italienischen Angriff zu verteidigen, unterstützt werde, sich jetzt auf dem Gebiete eines Verbündeten befände. Unter diesen Umständen bestehe offenbar ein gewisses Risiko, den Kaiser als den bisherigen obersten Heerführer Abessiniens das Geleit zu geben, besonders im Mittelmeer. Man könne annehmen, daß zwischen London oder Paris und Rom ein Meinungsaustausch über diesen Punkt eingeleitet werde. Die Schwierigkeiten würden dadurch noch vergrößert, daß der Kaiser bisher förmlich noch nicht abgedankt habe. Trotzdem könne aber kein Zweifel bestehen, daß der Kaiser praktisch auf sein Herrscheramt verzichtet habe. Kein italienisches Kriegsschiff würde das Recht haben, bei einem Transport des Negus auf einem britischen Fahrzeug von Dschibuti aus, das Schiff zu durchsuchen und den Kaiser festzunehmen. Italien habe niemals einen Blockad/zustand erklärt. Da Italien andererseits niemals als kriegführende Macht anerkannt worden fei, so könne es hinsichtlich der neutralen Schifffahrt auch nicht von den Rechten einer im Kriege befindlichen Macht Gebrauch machen. Jeder Versuch, ein britisches Schiff aufzuhalten, weil es Adef- fimer transportiere, würde deshalb völlig ungesetzlich sein. Verschärfung des Streiks in Palästina. Jerusalem, 4. Mai. (DNB.) Beim Eintritt in die dritte Streikwoche ruft der arabische Generalstreikausschuß zur Fortsetzung des Streikes zum Zwecke des Aufhörens der Mischen Einwanderung nach Palästina und des arabischen Landverkaufes an Juden auf. Der arabische Generalstreik macht sich überall im Lande außer in den rein jüdischen Zentren wie Tel Aviv usw. durch starke Unterbindung des Autoverkehrs und eine beginnende Lebensmittelverknappung bemerkbar, zumal die Streikleitung den Ladenbesitzern die Ladenschlüssel abgenommen hat. Aber auch die jüdischen Zentren bleiben von den Folgen des Streikes nicht ganz unberührt. So konnten z. B. auswärtige Aussteller der bereits eröffneten Levantemesse in Tel Aviv ihre Stände bisher nicht einrichten, da die auszustellenden Waren aus dem bestreikten Hafen Jaffa nicht herausgeholt werden können. Es ist eine anhaltende Verschärfung der Streiklage festzustellen. Die arabische Presse meldet den Eingang der Antwort des I m a m v o n I e m e n , der sich zugunsten der arabischen Sache Palästinas an König Eduard gewandt hat. Wahlen in Aegypten. Große Erfolge der Wafdpartei. Kairo, 4. Mai. (DNB.) Von den Wahlergebnissen zum ägyptischen Parlament sind bisher 70 d. H. von insgesamt 150 Wahlbezirken bekannt geworden. Die Nationalpar- t e i (W a f d) erhielt bis jetzt 9 0 v. H. der Sitze. Unter den Gewählten befinden sich der Parteiführer Nahas Pascha und alle Mitglieder der ägypttschen Abordnung, die für die Verhandlungen mit England vorgesehen sind, sowie der Chefredakteur der Wafd-Zeitung Guehad. ßin „Königlicher Kaufmann" Warenabkommen mit Mandschukuo. Berlin, 2. Mai. (DNB.) Zwischen dem Deutschen Reich und Mandschukuo wurde ein Waren- abkommen geschlossen, dem keinerlei politische Be- deutung zukömmt. Es schließt auch nicht eine politi- sche Anerkennung des mandschurischen Staates ein. Das Abkommen sieht vor, daß die Bezahlung der deutschen Einfuhren aus Mandschukuo die vornehmlich Sojabohnen betreffen (aber auch schafters in Berlin, dessen Gewährsmann sein belgischer Kollege ist, erfahren, dem König von der Wahrscheinlichkeit eines deutsch-französischen Krieges gesprochen, „Er beobachtet", heißt es in dem Bericht, „daß die französische Politik, weit entfernt, die aufgeregten Geister im Innern zu entmutigen, seit gewisser Zeit bestrebt ist, bei jeder Gelegenheit Deutschland zu verdächtigen und ihm gehässig entgegenzuarbeiten, und er ist überzeugt, daß die Revancheidee nicht aufhört, den französischen Geist zu beherrschen." Diese Stimmung, fügt der Botschafter hinzu, sei zum Teil zurückzuführen auf die Prahlereien und Hetzereien der französischen nationalistischen Zeitungen, die die Politik der Regierung bloßstellten. Fügt man diese Begründung ein, so bekommen die Worte des Kaisers einen ganz anderen Klang: nicht Angriffs wille, sondern berechtigte Besorgnis vor einem Angriff spricht aus ihnen. Die Auslassung dieser Sätze kennzeichnet aufs neue die Absicht der französischen Regierung und Poincarös, den Kaiser und die deutsche Politik in üblem Lichte erscheinen zu lassen. Richt minder lehrreich sind die Akten über die militärischen Vorbereitungen, daß der russische und französische Generalstab regelmäßige Besprechungen über die Führung des Krieges gegen die Mittelmächte abhielten, und daß darin die Verbesserung der strategischen Bah- nen Rußlands eine große Rolle spielt, weiß man längst, jetzt erfahren wir im einzelnen, daß Joffre, der französische Oberbefehlshaber, im Sie Offensivpolitik Rußlands und Frankreichs vor dem Kriege. Von Professor Gustav Roloff. Seiner Energie war die 1890 erfolgte Gründung der Deutschen Ostafrika-Linie, die den Dienst mit Postdampfern versah, zu verdanken. Der Krieg in Südwest sah die Firma C. Woermann auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit, sie übernahm sämtliche Transporte. Am 14. Juli 1910 berichteten die Zeitungen, daß sich Adolph Woermann aus Gesundheitsrücksichten zur Ruhe gesetzt habe. Es war kein langer Lebensabend, der ihm nach den schweren Jahren rastloser Arbeit vergönnt war. Im Frühjahr 1911 verschlimmerte sich sein Leiden, am 4. Mai 1911 schloß er seine Augen. Was er seiner Vaterstadt und seinem Vaterland war, sagte klar einer der unendlich vielen Nachrufe. „Er war der wagemutigste, opferfreudigste Reeder. Holt die Flagge auf Halbstock, ihr Hanseaten. Der größte Hanseat ist tot!" Das war Adolph Woermann, der „Königliche Kaufmann". Dr. Leh eröffnet den Lehrbetrieb aus der Ordensburg Vogelsang. Burg Vogelsang (Eifel), 3. Mai. (DNB.) Am Sonntag traf Reichsorganisationsleiter Dr. Ley auf der Ordensburg Vogelsang in der Nordeifel ein, um den Lehrbetrieb zu er- öffnen. Dr. Ley wurde vom Kommandanten der drei Ordensburgen Vogelsang, CrössinseS und Sonthofen, Staatsrat Schmeer, begleitet. Dr. Ley begab sich auf die große Freiterrasse, auf der die 500 Teilnehmer des ersten Lehrganges, die Jun- k e r, wie sie fortan heißen, in ihren neuen kleid- samen Uniformen angetreten waren. Im Fechtsaal der Burg svrach Dr. Ley über das Ziel der natio- nalsoziallstlschen Schulung. Für alle Männer wer- den diese drei Jahre auf unseren Burgen das größte Erlebnis ihres Lebens sein. Meine nächste Aufgabe ist es, d i e Lehrer für die Schulung zu prüfen und hier besonders strenge Maßstäbe anzulegen, damit Ihnen, meine Kameraden, in jeder Weise auf sportlichem und geistigem Gebiet nur die besten Grundlag en gegeben werden. Wenn ich.Sie, meine Männer, ansehe, dann weiß ich, daß unsere Grundsätze, nach denen wir Sie ausmusterten, richtig sind. Sie sind äußerlich gleich und werden auch innerlich in kurzer Zeit z.leich sein Auf jeder Burg, auf Vogelsang, Crossinsee in Pommern und Sonthofen im Allgäu werden Sie je ein Jahr verbringen. Nach diesen drei Jahren kommen Sie noch ein halbes Jahr nach Ostpreußen auf die Marienburg. Dr. Ley beglückwünschte die 500 Männer des ersten Lehrganges als die ersten Parteigenossen, die als Nachwuchskorps der Politischen Leiter das neue Führertum Deutschlands bilden werden. Er stellte noch einmal die Schwierigkeiten und Anforderungen vor ihre Augen, versicherte ihnen aber, daß sie als Politische Leiter berufen seien, an den großen Fra- gen, die Deutschland noch zu lösen hat, aktiv mitzuarbeiten. Wechsel im Präsidium des Reichslustschuhbundes. Berlin, 2. Mai. (DNB.) Der Reichsminister der Luftfahrt Generaloberst Göring hat dem Antrag des Präsidenten des Reichsluftschutzbundes Generalleutnant a. D. Grimme auf Enthebung von dieser D i e n st st e l l u n g mit dem 29. April genehmigt. Als Nachfolger ist der bisherige Vizepräsident und Chef des Stabes General- leutnant a. D. von Rocques zum Präsidenten des Reichsluftschutzbundes berufen worden. In einem Schreiben hat Generaloberst Göring die großen Verdienste besonders anerkannt, die sich Generalleutnant a. D. Grimme um den Ausbau des Reichsluftschutzbundes und des Selbstschutzes im Luftschutz er- worben hat. Als Zeichen seiner Anerkennung hat Generaloberst Göring ferner dem scheidenden Prä- sidenten fein Bild mit eigenhändiger Unterschrift übersandt und angeordnet, daß Generalleutnant a. D. Grimme zum Ehrenprä- sidenten des Reichsluftschutzbundes ernannt wird. Aeichstreffen der Altveteranen in Bad Ems. Wie in den Vorjahren veranstaltet der Deutsche Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund) e. 23. auch in diesem Jahre vom 25. August bis 3. September ein fteicfjst reffen d e r Altveteranen, das diesmal in Bad Ems stattfinden wird. An Veranstaltungen sind u. a. vorgesehen außer Führungen durch die Kureinrichtungen und Sehenswürdigkeiten des Bades Ems eine Rheindampferfahrt nach Kob- lenz-Ehrenbreitftein und St. Goar, ein Aufmarsch von Abordnungen des Landesverbandes Westmark mit Vorbeimarsch vor den Kämpfern der Einigungs- kriege, und als Höhepunkt und Ausklang der Veranstaltung eine Sedanfeier am 1. September am Niederwalddenkmal bei Rüdesheim. Den Teilneh- mern sowie den etwa notwendigen Begleitpersonen einzelner Altveteranen wird eine 50prozentige Gr- mäßigung auf den Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt gewährt. Der Bundesführer des Deutschen Reichskriegerbundes, Oberst a. D. Reinhard, hat alle Gliederungen des Bundes zur tatkräftigen Unterstützung aufgerufen. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Worte des Gedenkens an Adolvb RS.“ jung „Königlicher Kaufmann" gab, den Ireitfchft» öen größten Vertreter deutscher Macht im Aus und nannte. Dieser bedeutenden Persönlichkeit jetzt au gedenken, da sich sein Todestag, der 4. Mai 19ti 25-J^Ie I?hrt, ist Pflicht, denn Adolph Woer- Erf,fbaxrLnA vergessen werden, verdankte Deutschland doch ihm den Besitz der Kolonie Ka- merun und die Verbreitung des deutschen Ein- slusies an der ganzen westafrikanischen Küste ° 4)ie m Hamburg ansässig gewordene Familie Woermann stammte aus W e st f a l e n 1837 wurde in Hamburg die Firma C. Woermann be- gründet, und zwar zu dem Zweck, für das in Biele- Ud seit Jahrzehnten blühende Leinenhaus rm* C$miHafn" d" Anfuhr der Leinwand nach Mittel- und Südamerika zu übernehmen Der ffnrr" bCr Hamburger Firma war der 24jährige Carl Woermann. Sem Unternehmungsgeist baute hm. Leinenexportgeschäft bald zu einem Handels- baus aus, das m immer stärkerem Maße sich dem Ucberseehandel zuwandte. So war es in ft »in» foelbftDerftänblidjfeit, bafi zehn Jahre später. 1847 Earl Woermann das erste eigene 6 Ai ff die Eleonore Woermann", ausrüfteti?. In günftiger 0lP£? . es aufwärts, 1852 wurde das gfie Afrika-Schiff m Fahrt gefetzt, 1868 d i e e r st e Niederlassung i n Kamerun, damals noch „Cameroons genannt begründet. Als dann 1880 Carl Woermann die Augen scklok nn* ßeben voller Arbeit, aber auch voller Erfolge, hatte r Pe-^ens [ein Lebenswerk feinem zweiten Sohn Adolph übergeben können. Seit 1874 war Adolph Woermann, gebo- ren am 10. Dezember 1847, Teilhaber der Jäter- ha^en Firma So war er bestens vorbereitet auf die großen Aufgaben, die feiner nach dem Tode des Vaters harrten. Im Gegensatz zu diesem, der aus r11?1196 •• nsfe- ,tn? Ausland gekommen war, hatte ^° ph -!runblich bas Aus,°nd--,-,chäft kennen fle. lernt. Sechs Jahre hatte er im Ausland gelebt: so konnte er später als Abgeordneter im Reichstag, als man dort den törichten Vorwurf erhob, die Hamburger Chefs der großen Ueberfeehäufer schick- keu nur ihre Angestellten ins tödliche Klima, sie selbst blieben zu Hause, mit Fug und Recht er- - ern: „Fast die sämtlichen Chefs der Häuser, die im Asrikahandel tätig sind, sind ein Jahrzehnt oder noch langer m Afrika gewesen. Die Chefs gehen auch heute noch hinaus." 1882 eröffnete das Haus Woermann die erste regelmäßige deutsche Dampferlinie nach W e ft a f r i f a , denn dort lagen die Hauptinteressen. Seit Jahren hatten sich die Woermannschen Niederlassungen vermehrt und steigenden Absatz gehabt, so daß Adolph Woermann, von dieser günstigen Grundlage ausgehend, dem Reichskanzler Fürst Bismarck den Erwerb der Gebiete an der westafrikanischen Küste, soweit sie noch nicht von den anderen Kolonialmächten besetzt waren, vorschlagen konnte. Bismarck interessierte sich dafür, die deutsche Regie- rung fragte bei der Handelskammer in Hamburg an, welche Wünsche der Westafrikahandel habe. Ein ein- gehendes, von Adolph Woermann verfaßtes Gutachten wies auf die Dringlichkeit des Landerwerbs hin. Bismarck empfing Woermann zum Vortrag, der dann feine hierbei §um Ausdruck gebrachten Ansichten nochmals in einem Schreiben an den Reichs- kanzler niederlegte. Diese Niederschrift wurde dem als Reichskommissar nach Westafrika auf der „Möve" entsandten Dr. N a ch t i g a l mitgegeben, der von den Küstenstrichen bei Duala Besitz ergreifen sollte. Und Adolph Woermann hatte die stolze Freude, als Erster am 17. August 1884 dem hochverehrten Fürsten melden zu können, daß Dr. Nachtigal am 14. Juli 1884 in Duala, in der späteren Kolonie Kamerun, die deutsche Flagae gehißt habe. Neun Tage darauf traf der englische Konsul Hewett dort ein, der für England das Land erwerben sollte, aber die wenigen Tage Vorsprung hatten dank der bis ins einzelne gehenden Vorarbeit des Hamburger Hauses unter Führung ron Adolph Woermann genügt, Deutschland zum Ziele kommen zu lassen. Außer der Leitung seiner immer größer werdenden eigenen Unternehmungen, des Handelshauses und der Reederei, war Woermann Vorsitzender der Hamburger Handelskammer (seit 1884, Mitglied seit 1879), 1884 wurde er in den Reichstag gewählt, dem er bis 1890 angehörte. Hier trat er energisch für die Errichtung von staatlich unterstützten P o st - dampferlinien nach Afrika ein, so erklärte er im Reichstag: „Es wäre geradezu ein Unrecht, wenn wir heute nicht rüstig auf diesem Wege weiter schreiten wollten, um von diesem Kontinent so viel in unseren Besitz zu bringen, wie wir können." Das Urteil über die Offensiopolitik Rußlands und Frankreichs wird bestätigt durch ihr Verhältnis zu dem Staate, der schließlich den Weltbrand zum Ausbruch gebracht hat. Man weiß heute, daß Serbien nach der Erwerbung der südslawischen Gebiete Oesterreich-Ungarns trachtete und versuchte, durch Aufreizung der Bevölkerung die Autorität der Wiener Regierung zu untergraben und den habsburgischen Staat allmählich zu zermürben, eberrfo, daß die Belgrader Politiker nichts mehr fürchteten als eine Befriedigung der nationalen Wünsche der Slowenen, Kroaten und Serben, wodurch diese mit neuer Anhänglichkeit an die Dynastie und den habsburgischen Staat hätten erfüllt wergeringere Mengen Wolle, Häute usw.) zu 75 v. H. in Seoifen, zu den restlichen 25 v. H. in Reichs- marf erfolgen wird. Die Reichsmarkbeträge werden besonderen Konto gutgeschrieben und von Mandschukuo durch den Bezug deutscher Waren Surd) ?"fe Regelung ist eine roefent- A, Erleichterung der Wirtschaftsbeziehungen er- roinnöen'?a blc Einfuhr aus Manschukuo bis- tjcr zu 100 vH mit Devisen bezahlt werden mußte. FM Jahre 1934 bezogen wir aus Mandschukuo Waren im Werte von 73,5 Millionen Mark, denen eme deutsche Ausfuhr im Werte von 6 Millionen Mark gegenuberftanh. Für das Jahr 1935 lauten öie entsprechenden Zahlen 46,2 und 4,9 Millionen JJtarr. Es kann erwartet werden, daß das neue Abkommen bald eine fühlbare Steigerung der Handelsbeziehungen bringen wird. Parlameniseröffnung in Japan. Sai' <®5158- Funkspruch.) Unter >charser militärischer und polizeilicher Absperrung Oes gesamten Parlamentsviertels fand am Montag- oormittag die feierliche Eröffnung der beiden japa- Nischen Kammern, Oberhaus und Unterhaus, durch den Kaiser statt. Zum ersten Mal in der Parla- mentsgeschichte Japans hat die Botschaft des Kai- strs besondere politische Vorgänge berührt. Der Kaiser hat^ sein Bedauern und feine -trauer über d i e Februar-Vorgänge ausgedruckt und das ganze Volk aufgefortiert, ge= meinfam für den nationalen Frieden Japans ein* Ulehen Die von der Regierung vorgelegten 32 Gesetze lassen deutlich den Willen ju inne- ren formen erkennen, wie zum Beispiel ein Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schul- dei^ sowie em Gesetz, das die Stellung der lebens- wichtigen Industrien unter Staatskontrolle vorsieht, ferner em 23erbot aller ungesetzlichen Druckschriften und scharfe Ueberwachung radikaler Bewegungen und Organisationen. August 1913 selbst nach Petersburg ging, um sich von den Fortschritten zu überzeugen, und höchst befriedigt war: „Jetzt könne Rußland", sagte er, am 13. Mobilmachungstage 13 Armeekorps gegen Deutschland werfen". Aber damit war man noch nicht zufrieden. Neue Bahnen sollten zur Verbindung Westrußlands mit dem Zentrum und dem Osten geschaffen, bestehende ausgebaut und gewaltige Mengen von rollendem Material bereitgestellt werden. Das Geld mußte Frankreich liefern: im Juni 1913 ging ein Vertrauensmann der großen Pariser Banken nach Petersburg, um ein Abkommen zu verhandeln, wonach Rußland in den nächsten Jahren alljährlich Anleihen von 400 bis 500 Millionen Franken in Frankreich unterbringen durfte. Grundsätzlich war man bald einverstanden, und Joffre arbeitete schon mit dem russischen Generalstab den neuen Bauplan aus, aber der russische Finanzminister und Ministerpräsident K o k o z o w hatte Bedenken, die neue Last, die wirtschaftlich durchaus unproduktiv war, da die Bahnen allein nach strategischen Rücksichten gebaut werden sollten, auf sich zu nehmen. Es handle sich nicht mehr, sagte er, um einige hundert Kilometer wie bisher, sondern um „ein wirk- liches Netz" von 5 3 0 0 Kilometer — etwa ein Zehntel der Eisenbahnen im damaligen europäischen Rußland überhaupt. Indessen die französische Regierung war unerbittlich. „Unsere Aufgabe ist es, darüber au wachen, daß die von den beiden Generalstäben formulierten Forderungen für die Vergrößerung der Kräfte unseres Vebundeten nicht platonische Wünsche bleiben", sagte der französische Geschäftsträger in Petersburg, und die Regierung war entschlossen, die Anleihe nur gegen die positive Verpflichtung zum Bau der verlangten Eisenbahnen zuzulassen. Sie setzte ihren Willen durch, denn die russische Regierung mußte die Folgen ihrer seit 1906 ergriffenen auswärtigen Politik tragen. In Petersburg erwartete man den Ausbruch eines europäischen Krieges binnen kurzer Zeit, mochte er sich nun an dem Gegensätze Oesterreichs zu den von Rußland aufgehetzten Balkanstaaten entzünden oder aus dem russischen Begehren nach der Herrschaft über Konstantinopel und die Dardanellen hervorgehen: es wäre also widersinnig gewesen, die Rüstungen gegen die Mittelmächte nicht so intensiv als möglich zu betreiben. So verpflichtete sich Rußland jene Bahnen sofort in Angriff zu nehmen und sie binnen vier Jahren fertigzustellen. Und zugleich sollte das Heer gewalttg vermehrt werden. 1913 waren die Truppen in West- rufjlanö schon um 75 000 Mann vermehrt worden, in den nächsten drei Jahren sollte die Effektivstärke abermals um je 90 000 Mann erhöht werden. „Man kann sagen, daß das Jahr 1913 für die militärische Stärke unseres Bundesgenossen nicht verloren gewesen ist", schrieb der französische Botschafter D e l c a s s 6 befriedigt bei einem Rückblick auf alle diese Maßregeln und Pläne. Bis zum Jahre 1917 sollte alles vollendet sein: Man darf annehmen, daß um diese Zeit nach russisch-französischer Berechnung der große Schlag gegen die Mittelmächte geführt werden sollte. Im Prozeß um das B e r [ i n e r Baugruben- Unglück wurde Reichsbahn-Bauwart Schmitt vernommen. Er berichtete u. a. von einem Hohlraum, der von Arbeitern in 6 bis 7 Meter Tiefe unter der Oberfläche hinter der Außenwand entdeckt und mit Sand ausgefüllt worden fei. Diese Aussage steht in einem gewissen Zusammenhang mit der Theorie Roths, der den Einsturz auf öas Zusammensacken eines unterirdischen Hohlraumes auf der Tiergartenseite zurückführen will. Aus der Vernehmung Schmitts ergab sich weiter, daß Reichsbahnrat Weyher die Verwendung von Konsolkonstruktionen verboten hat. Diese Konsolen sollten ähnlich wie die aestoßenen, d. h. zusammengestückten Streifen die Verwendung der zu kurzen Bohlen ermöglichen. Man einigte sich schließlich dahin, daß die Konsolen wenigstens in einem Teil der Baugrube nicht angebracht werden sollten. Schließlich wurde noch einmal die Frage der Aussteifung erörtert. Der Sachverständige Professor Walter stellte an Hand der kurz vor dem Unglück in der Baugrube aufgenommenen Lichtbilder fest, baß sich einzelne Rammträger in der östlichen Außenwand gegeneinander verzogen haben; es habe den können. Diese Möglichkeit bilde die größte Gefahr für die serbische Zukunft, gestand der serbische Gesandte in Wien seinem französischen Kollegen, und um ein gutes Verhältnis zwischen der Regierung und den Südslawen nicht aufkommen zu lassen, arbeitete die serbische Propaganda unermüdlich in Bosnien und Ungarn und scheute auch vor Attentaten auf hohe österreichische Beamte nicht Zurück. Erzherzog Franz Ferdinand, der sich leben- big für die Gewinnung der Südslawen einsetzte, galt daher als Üobfeinb in Serbien. Im Jahre 1913, nach dem Ende des Balkan- krieges, in dem Serbien weite mazedonische Gebiete erobert hatte, glaubte die serbische Regierung allerdings die Agitation gegen Oesterreich, die immer mit Kriegsgefahr verbunden war, einstellen zu müssen: Die Notwendigkeit, die Wunde des Krieges zu heilen und die neuen Landschaften mit dem alten Staatskörper zu verschmelzen, erforderten Ruhe und daher ein gutes Verhältnis zu Oesterreich, sagte der serbische Ministerpräsident P a • fitsch dem französischen Gesandten. Mit zynischer Offenheit erklärte er sogleich, wie dies gute Verhältnis gemeint fei, denn, setzte er hinzu, fein Trost fei, daß Oesterreich doch zu ungeschickt sein werde, diese Pause zu benutzen und die südslawische Frage zu lösen, solange Serbien verhindert sei, sich einzumischen. Rußland und Frankreich kannten diese friedensfeindlichen Absichten der Belgrader Regierung genau unb taten nichts, um sie zu dämpfen. Im Gegenteil: bald wird Serbien Bosnien und die Herzegowina erhalten, sagte der Gesandte Hartwig öffentlich (November 1913), und kurz darauf sagte der Zar vertraulich dem Ministerpräsidenten dasselbe. Frankreich stand nicht zurück. Als Serbien nach dem Balkankriege (Herbst 1913) eine Anleihe von 250 Millionen in Paris begehrte, war die Regierung sogleich bereit und stellte der russischen sogar vor, daß die finanzielle Notlage des serbischen Freundes die Zulassung der Anleihe noch vor der russischen erwünscht erscheinen lasse: Der- Weigerung der Anleihe und ein daraus hervorgehen- der serbischer Staatsbankerott würden einen großen Triumph für Oesterreick darstellen. „Oesterreich soll nichts zu lachen haben^ erwiderte der russische Minister Sasonow und erklärte sofort sein Einverständnis. So wurde Serbien als Sturmbock gegen Oesterreich betrachtet und gefördert: es ist kein Wunder, daß der serbische Fanatismus im Vertrauen auf diese mächtige Protektion von Verbrechen zu Verbrechen weiter schritt und schließlich durch Ermordung des gefürchteten Thronfolgers die Wiener Regierung zur kriegerischen Abwehr zwang. Von allen Regierungen der Länder des Weltkrieges hat die französische am längsten mit der Herausgabe der Vorkriegsakten ge- zögert. Deutschland und England haben längst ihre Archive über 1914 und die Zeit vorher geöffnet, Rußland folgte, Frankreich begann etwa ein Fuhr- Zehnt nach Deutschland mit einer Aktenpublikation, aber sie schritt langsam voran. Oft ist daher die Vermutung geäußert worden, daß man erst den Tod der für die Vorkriegspolitik Verantwortlichen abwarten wolle, ehe man die intimen Quellen der Öffentlichkeit Augänglich mache. Diese Annahme scheint zuzutreffen, denn seit de Tode von Clemen- ceau, Poincarä, Pichon, Joffre und Viviani hat das Werk einen neuen Aufschwung genommen und nähert sich dem Kriegsanfang, schon ist es bis zum Schluß des Jahres 1913 gediehen. Jene Rücksichtnahme wäre verständlich, denn die neusten Bände bringen in der Tat eine starke Be- lastung für das Andenken der maßgebenden französischen Staatsmänner. Wir erfahren z. B. aus den Dokumenten, daß die französische Regierung Pichon-Barthou im Frühling 1913 der englischen und russischen eine Denkschrift vorlegte, die, wie sie angab, vom deutschen Generalstabe für den deutschen Reichstag oder Bundesrat verfaßt war und die wildesten Angriffs- und Eroberungspläne enthielt. Tatsächlich war aber diese Denkschrift i m Auftrage de r französischen Regierung, vermutlich in Zusammenarbeit des Ministeriums des Auswärttgen und des Generalstabs, angefertigt worden, um durch die Fälschung die deutsche Politik in Petersburg und London z u verleumden und zu diskreditieren. Noch eine andere französische Unehrlichkeit deckt der neuste Aktenband auf. Um den deutschen Kriegswillen zu beweisen, hat P o i n c a r 6 im Jahre 1914 in einer Anklage gegen Deutschland behauptet und die Anklage nach dem Kriege in seinen Memoiren wiederholt, der Kaiser habe sich schon im November 1913 aegen den König der Belgier überaus kriegerisch ausgesprochen: der Krieg gegen Frankreich sei notwendig und unvermeidlich; er werde binnen kurzem ausbrechen und mit rascher Niederwerfung und Zerschmetterung Frankreichs enden. Tatsächlich hat der Kaiser, wie wir jetzt aus dem Bericht des französischen Bot- Continental - Reifen Kraftwagen sind sehr unterschiedlich, Die einen groß, die andren niedlich! gt.u SO» ' - hat, SerD pari., mit Werk- n;i_iv.Seelachs 36^ P v.Kabeljau42^ I IIUI v_Rar<;rh AR i 2860 D nn gegenüb. d. Reitbahn tungKurtLüvke. Micenstr. 22 H. Heute nacht entschlief sanft und unerwartet nach kurzem Krankenlager unser lieber treusorgender Vater. Schwiegervater und Großvater statt,imZentrum der Stadt, ver 1. Juni zu vermieten. Schrift!. Mündlich können (Sie eSmir wenig en sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Verkäufe [Stellengesuche] Guche i Stellung inbess.Haushalt. Bin 16 Jahre alt. Irmgard Urien, Herborn! Dillkr.) Burgerlandstr. 5 Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl’sche Druckerei. Schulstr. 7, Ruf 2251 Kunst und Wissenschaft. Reichstheaterfestwoche in München. Die 3. ReichstheaterfestwocheinMün. ch e n (vom 10. bis 17. Mai) steht in diesem Jahre im Zeichen der vollkommenen Dolkwerdung unserer Nation und will daher auf dem Gebiet des Schauspiels dem immer stärkeren Durchbruch natio- nalsozialistischenSchaffens Ausdruckverleihen. Wurde bei der vorjährigen Theaterfestwoche in Hamburg das Werk des ersten nationalsozialistischen Dichters Dietrich Eckart geehrt, so findet diesmal ausschließlich die schöpferische Leistung lebender Parteigenossen ihre Anerkennung. Die drei Dichter der Reichstheater-Festwoche sind Hanns I o h st, Fr. B e t h g e und Eberhard Wolfgang Möller. Sie gehören alle drei schon lange der nationalsozialistischen Bewegung an. Ihre Dramen repräsentieren die neue, aus dem politischen Ausdruck der Zeit erstan- bene Dichtung, welche die nationale Ehre in den Mittelpunkt ihres Denkens gestellt hat. Sie widerlegen die liberalistische Theorie, die die Möglichkeit und das Vorhandensein einer ausgesprochen nationalsozialistischen Dramatik leugnen zu können glaubte. Von Hanns Jo Hst wird während der Reichstheater-Festwoche das bekannte Schauspiel „Thomas Paine" im Münchener Nationaltheater unter der Regie von Jürgen Fehling und mit Lothar Müthelin der Hauptrolle aufgeführt. Von Friedrich Bethge gelangt im Theater des Volkes „Marsch der Veteranen" mit Mathias Wiemann in der tragenden Rolle zur Darstellung: von Eberhard Wolfgang Möller erscheint das Schauspiel „Rotschild siegt bei Waterloo" in den Münchener Kammerspielen. Jubiläumsausstellungen der preußischen Akademie der Künste. Ministerpräsident Generaloberst Hermann Göring hat die Schirmherrschaft über die beiden Jubiläumsausstellungen der Preußischen Akademie der Künste, deren erste demnächst eröffnet wird, übernommen. Diese Ausstellung gibt in Werken der Mitglieder der Akademie einen Ueberblick über die deutsche Malerei vom Ausgang des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Fast alle großen deutschen Museen, die Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten, die Stadt Berlin und viele Privatsammler haben eine große Zahl wertvoller Kunstwerke dargeliehen. Ergänzt wird das Gesamtbild der Ausstellung durch eine Abteilung, die Aquarelle, Zeichnungen und graphische Arbeiten aus der Zeit von Friedrich Georg Schmidt, Gottfried Schadow und Daniel Chodowiecki bis zu den heutigen Graphikern der Akademie enthält. Die für den Herbst geplante Ausstellung wird die Berliner Bildhauerkunst von Schlueter bis zur Gegenwart zeigen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Mai, um 15 Uhr statt ____________________________________________________________________________2863 D Furtwänglers Dirlgenlentaligkeit. Der Führer und Reichskanzler hat Wilhelm Furtwängler seinem Wunsche entsprechend für eine Zeitlang von aller Dirigententatigkeit innerhalb Deutschlands entbunden. Wilhelm Furtwängler, der sich persönlichen Arbeiten widmen will, wird außer in den Bayreuther Festspielen tm nächsten Winter nirgends dirigieren. Nach Ablauf der kommenden Spielzeit wird er seine Tätigkeit im In- und Auslande wieder aufnehmen. Kür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verlust sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ernst Döringer und Kind. Wieseck, den 4. Mai 1936. .....vielwemtzerWieikbelmVL|chen und vielrvenitzerMuhe! Persil beitet eine joverb Luffvnö i? Reinl$un$&PrafF/ daßnumiminerwiederaujsneue erstauntist. Angeb.u. 2858V o. Gieß. Anz. [Vermietungen | | Mietgesuche | 9Ä u-um. Tüchtiges Mädchen für kleinen Haus- haltversofortod 15. Mai gesucht. Schr. Angeb. u. 02022 and.G.A. Buchpreis ausgezeichneten Obersturmbannführer Gerhard Schumann mit folgendem Schreiben seine Ernennung zum Standartenführer mitgeteilt: „Lieber Schumann! Mit Ihnen freut sich die ganze SA. über die Ihnen zuteil gewordene Ehrung und sendet herzlichste Glückwünsche. Gleichzeitig befördere ich Sie zum Standartenführer. Nun vorwärts zu neuem Schaffen im alten Geist! Heil Hitler! Viktor Lutze." Deutsches Vier im Auslande. Man hat im Ausland oft versucht, mit Hilfe deutscher Braumeister und aus Deutschland eingeführter Brauereieinrichtungen deutsches Bier herzustellen. Aber die Güte unseres Bieres wurde nie erreicht. Wer ein besonders gutes Glas Bier trinken will, verlangt auch im Auslande deutsches Bier: Die Nachfrage nach deutschem Bier steigert sich von Jahr zu Jahr. Unsere Bierausfuhr betrug im vergangenen Jahr 216 816 Hektoliter gegenüber 173 532 Hektoliter im Jahr 1934; davon gingen nach England 22 000 Hektoliter (1934) und 28 000 Hektoliter (1935), nach Frankreich 4000 bzw. 15 000 Hektoliter, nach Italien 6000 bzw. 10 000 Hektoliter, nach der Schweiz 13 000 bzw. 13 000 Hektoliter, nach Holland 23 000 bzw. 20 000 Hektoliter, nach Belgien 16 000 bzw. 19 000 Hektoliter. Neben dem Faßbier führten wir auch Flaschenbier aus; diese Flaschenbierausfuhr geht hauptsächlich nach Britisch- Jndien, nach dem Belgischen Kongo, nach dem französischen Westafrika. Wetterbericht des Reichswetlerdiensies. Ausgabeort Frankfurt. Das mächtige, mit seinem Kern über Nordskandi» navien liegende Hochdruckgebiet hat sich weiter verstärkt, und es verfrachtet kühle, aus polaren Gegenden stammende Lustmassen nach Deutschland, ist gleichzeitig aber auch für die Zufuhr warmer fub- tropischer Luft von Südosten her verantwortlich. Durch die Mischung beider ist Deutschland noch immer im Bereich einer feuchten Luftmasse, die vor allem durch Stauen an den Gebirgen strichweise Anlaß zu Regenfällen gibt. Zeitweise vermag sich auch die sub- tropische Warmluft stärker durchzusetzen. Wenn auch die Witterung noch keine volle Beständigkeit erreichen wird, so kann doch — vor allem an den West- und Südabdachungen der Gebirge — im ganzen mit freundlichem, wärmerem Wetter gerechnet werden. AussichtenfürDienstag: Zeitweilig auf- heiternd und tagsüber ziemlich warm, doch noch immer Neigung zu einzelnen, teilweise gewitterigen Niederschlägen, östliche Winde. AussichtenfürMittwoch: Im wesentlichen Fortdauer der freundlichen und wärmeren Witterung. _ _ v Lufttemperaturen am 3. Mai: mittags 17,6 Grad Celsius, abends 13 Grad; am 4. Mai: morgens 11,5 Grad. Maximum 18,1 Grad, Minimum heute nacht 10,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Mai: abends 13,3 Grad; am 4. Mai: morgens 11,8 Grad. — Sonnenscheindauer 4 Stunden. — Niederschläge 0,2 mm. sich bei der Aussteifung notwendigerweise ein Knick ergeben, der ein Gefahrenmoment bildete. Schmitt trat der Auffassung des Sachverständigen entgegen: die entstandenen Abweichungen hätten praktisch die Sicherheit nicht beeinträchtigt. Kleme politische Nachrichten. Zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes sind dem Führer und Reichskanzler — neben vielen Kundgebungen von den in Deutschland stattgehabten Maifeiern — zahlreiche Glückwunschtelegramme fremder Staa t s - oderhäupter und Regierungen, Treuegelobnisse reichsdeutscher Kolonien und Vereinigungen im Auslande und Grüße ausländischer Freunde des deutschen Volkes zugegangen. In Ankara wurde eine deutsche Kunst- ausstellung eröffnet, die Werke der neueren Zeit zeigt. Der deutsche Botschafter Dr. v. Keller hielt die Eröffnungsrede. Der Feier wohnten türkische Minister, das diplomatische Korps, die deutsche Kolonie und Vertreter der Presse bei. Am 29. April ist das d e u t s ch - i r i s ch e Hande l s a b k o m m e n auf der Grundlage eines Verhältnisses des Wertes der Einfuhr irischer Waren nach Deutschland zu der Ausfuhr deutscher Waren nach dem irischen Freistaat von 1:2 verlängert worden. * Seit Donnerstag vergangener Woche ankert im Golf von Fonseca das nordamerikanische Kriegsschiff „Wright", das den Auftrag hat, die Küsten von Nicaragua und Honduras zu bewachen. Aus alter Wett. Schaffung eines Reichsfeuerwehr-Ehrenzeichens. Die 2d° mat »ejunj iji Warb x 7 dichte, In diesem ' er»-: l'ty in Li *£? b-z° 'Wer ist als e Nt des sagen: » do ?nn sag! beut?c L vurd fe* I yhinq , inti , 6. bi(! Friederich Schneider Bäckermeister im Alter von 75 Jahren. Holzhalle für Garage oder andere Zwecke preisw. zu verkaufen. Schrift!. Angeb.u.2867V an d. Gieß. Anz. Biigelolen Keine Zeugnisse in Urschrift lonoetn nur Zeugnis- abschriften dem Be- werbungsichretven beilegen i — Lichtbilder unoBewerbungSunter- lagen müffen zur Bernt eidung oon Verlusten aus Der iHücljeite -Ito» men und Anschrift deS Bewerbers tragen 1 Nicht zu junges Mädchen das Lust zum Bügeln hat, sofort in Dauerstellung gesucht. Wäsche-Becker (ließen 02016 Marburg.Str 15 Helefon 2558. 10-15 Zentner UWen zuverkaufen.02028 Großen-Buscck Zeilstraße 705/tl Werbe-Drucksachen hei BrUhl, Schulstr.7 1 Nr. M Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 4. Mai 1936 Don der Spree zum Manzanares in 10 Stunden 3«r Eröffnung der neuen Lustlinie Berlin—Madrid. Von unserem P.^.-Sonderberichterstatier. Die Deutsche Lufthansa hat mit Beginn des Sommerslugplanes die im vorigen Jahre eröffnete tägliche Flugverbindung Berli n—B a r c e - Iona bis nach Madrid verlängert Die Gesamtreisezeit für diese Strecke von 2216 Kilometer beträgt unter Einrechnung der vier Zwischenlandungen von je 20 Minuten 11 Stunden 15 Minuten, die reine Flugzeit also knapp 10 Stunden, während der Expreßzug Berlin—Paris- Madrid etwa 40 Stunden benötigt. Es ist daher begreiflich, daß sich die neue Flugstrecke bei dem internationalen Publikum bereits in der ersten Woche einer außerordentlichen Beliebtheit erfreut und daß die Flugzeuge stets ausverkauft sind. Spanische und deutsche Schriftleiter hatten, wie gemeldet, bereits Gelegenheit, die großen Vorteile dieser schnellen Verbindung zwischen der deutschen und der spanischen Hauptstadt kennenzulernen, ebenso aber auch die herrlichen Eindrücke dieses Fluges über dem schönsten Teil deutschen Landes, entlang der schweizerischen Alpenkette, hinweg über das schöne Rhontal und über den Golf von Lyon, entlang der Küste des Mittelländischen Meeres und schließlich quer durch Südspanien bis Madrid. Mit einer der bewährten dreimotorigen Junkersmaschinen J u 52, die nun auf allen europäischen Flughäfen wohlbekannt sind, starteten wir morgens 7.40 Uhr auf dem Flughafen Tempelhof. Mit einer Geschwindigkeit von 240 Stundenkilometer erreichten wir in weniger als einer halben Stunde bei Wittenberg die Elbe und stiegen dann auf über 2000 Meter Höhe. Bei strahlend blauem Himmel und herrlich wärmender Sonne lag unter uns eine prächtige schneeweiße Wolkendecke, die uns den Anblick der Erde auf eine Stunde entzog, bis wir den Main überflogen. Um 10 Uhr wurde die schwäbische Hauptstadt Suttgart sichtbar. Auf dem Flughafen Stuttgart-Böblingen nahmen wir eine kurze Zwischenlandung zur Paß- und Zollkontrolle vor. Dann ging der Flug weiter über den südlichen Schwarzwald, über den fast 1500 Meter hohen Feldberg, ein herrliches Panorama, das auch die Vogesen und die schneebedeckten Alpen einschließt. Bei Basel flogen wir über den Rhein. Wie Silber leuchtete im Glanz der Sonne der Schnee von den Gipfeln des Pilatus und der Jungfrau herüber. Dann lag unter uns in tief blauer, fast violetter Farbe der Neuchateler See. Gleichzeitig mit Lausanne, dem internationalen Konferenzort, bot sich der Genfer See mit seinen herrlichen Ufern unseren Blicken dar. Nach einer kurzen Zwischenlandung auf dem Flughafen Genf-Cointrin folgten wir mit unserer schnellen Maschine dem Lauf der Rhone. Die Gletscher des 4800 Meter hohen Montblanc sind dem bloßen Auge deutlich erkennbar. 4000 Meter hoch flogen wir an der langen imposanten Alpenstraße entlang, hinweg über den Weltkurort Aix-les-Bains, die französische Universitätsstadt Grenoble im Tale der Psere und über die Kalkhochflächen der Provence. Eben lag noch unter uns die alte Papststadt Avignon, da erblickten wir schon das weite Mittelländische Meer. Unter uns Marseille, die große Hafenstadt, und im Osten deutlich erkennbar Frankreichs großer Kri-sgshafen Toulon. Im Flughafen Marseille-Marignane abermals eine kurze Zwischenlandung. Beim Weiterflug warfen wir schnell noch einen Blick auf den von vielen Schiffen belebten Hafen Marseilles, auf die sumpfigen Lagunenlandschaften, auf die weite Niederung des Rhone-Deltas, dann ging es ein weites Stuck hinaus auf das blaue Meer, quer durch den Golf von Lyon. Weitab liegen die gartenbestandenen fruchtbaren Ufer, die Städte Montpellier und Perpignan. In unendlicher Weite dehnt sich das offene blaue Meer unter uns. Klein und bescheiden erschienen die Schiffe, die wir mit spielender Leichtigkeit überholen. Bei Eap de Creus näherten ^wir^ uns wieder dem Lande. Wir sahen die Ausläufer der Pyrenäen, die Grenze zwischen Frankreich und Spanien. Das fruchtbare Katalonien tauchte auf, und als wir den zerklüfteten Montserrat, den Schauplatz der Grals-Legende inmitten einer großartigen Landschaft erblickten, lag unter uns auch schon Barcelona, die wichtigste Hafen- und Industriestadt Spaniens, die Hauptstadt der vier katalanischen Provinzen. Auf dem Flughafen Barcelona-Prata del Llob- regat wiederum eine kurze Zwischenlandung. Von den Unruhen, die Spanien gegenwärtig erschüttern, war hier nichts wahrzunehmen. Wir sahen nur einige Männer der Guarda zivil mit umgehängten Gewehren und einige Franziskanermönche, hie ebenfalls eine Luftreise machen wollten. Wieder nahm uns die Ju 52 auf, diesmal zur letzten Etappe des großen, Länder und Völker verbindenden Fluges. Nochmals ging es eine gute Strecke Weges entlang der herrlichen Meeresküste mit unendlichen Weinbergen und Gärten. Von Tarragona ab flogen wir dann landeinwärts und kreuzten bald darauf den Ebro, lieber Hunderte von wild zerklüfteten Berggipfeln ging es weiter über ein fast unbewohntes und unerschlossenes weites Gebiet, in dem wenige Schafhirten in kleinen Lehmhäusern ein kärgliches Dasein fristen. Im Kampf um die Deutsche Fußballmeisterschaft wurden in den vier Gaugruppen die Rückrunden begonnen. In Gruppe 1 steht der Sachsenmeister Polizei Chemnitz nach einem von 25 000 Zuschauern besuchten Heimspiel gegen den Berliner SV. 92 mit 8:0 Punkten an der Spitze. Berlin führte bei der Pause 1:0, mußte sich aber dann doch mit 4:1 geschlagen geben. Der deutsche Meister Schalke, der zwei Punkte hinter Chemnitz liegt, bereitet sich anscheinend auf eine Entscheidung nach dem Torverhältnis vor, denn er konterte die Allensteiner Soldaten mit 7:0 (4:0) nieder und folgt hinter Chemnitz mit 6:2 Punkten auf dem zweiten Platz. In der G r u p p e 2 setzte sich der Schlesienmeister Vorwärts-Rasensport Gleiwitz an die Spitze. Die Schlesier gingen keinen leichten Gang nach Bremen, schlugen aber dort vor 16 000 Zuschauern den Niedersachsenmeister Werder Bremen mit 4:2 (2:1). Hinter den mit 6:2 Punkten führenden Schlesiern teilen sich Bremen und Eimsbüttel in den zweiten Platz. Nordmarkmeister Eimsbüttel siegte vor nur 4000 Zuschauern knapp mit 2:1 (0:0) über den Pommernmeister Viktoria Stolp. In Gruppe 3 führt der 1. FC. Nürnberg weiter ohne Niederlage. Am Sonntag mußte vor 7000 Zuschauern in Nürnberg der immer noch punktlose Mitte-Meister Jena mit 3:0 (1:0) daran glauben. Wormatia Worms sicherte sich durch einen zu hoch ausgefallenen Sieg mit 6:2 (4:0) über die Stuttgarter Kickers den zweiten Platz. In Gruppe 4 steht Fortuna nach vier gewonnenen Spielen ohne Minuspunkt an der Spitze, was außer den Düsseldorfern bisher nur den Chemnitzer Polizisten gelang. Diesmal siegte Fortuna vor nur 8000 Zuschauern mit 3:0 (1:0) über den Kölner CfR. Im zweiten Spiele des Tages gewann der SV. Waldhof mit 1:0 (0:0) vor nur 3000 Besuchern gegen Hanau 93. Der Gruppensieg und damit die Teilnahme an der Vorschlußrunde wird Fortuna Düsseldorf kaum noch zu nehmen sein. Lange dauerte es, bis die Gegend wieder ein freundliches Aussehen annahm, bis kleine Siedlungen und Ortschaften mit Olivenhainen auftauchten. Dann plötzlich sahen wir grüne fruchtbare Täler und Höhen, genossen einen herrlichen Ausblick auf gesegnetes fruchtbares Land. Am Horizont dann ein gewaltiges Häusermeer: Das Ziel unserer großen Reise, die spanische Hauptstadt war erreicht. Auf dem modern eingerichteten Flughafen Madrid-Baragos erfolgte zu flug- planmäßiger Zeit die Landung. Nach einer 16 Kilometer langen Autofahrt durch menschenreiche Vororte erreichten wir das Zentrum der Hauptstadt mit seinen herrlichen breiten Straßen, prächtigen Palästen und Kirchen, modernsten Baulichkeiten fast amerikanischen Stils. Gewaltiger Verkehr herrschte in den Straßen. Nur langsam gewöhnten wir uns an das typisch südländische, temperamentvolle und laute Treiben dieser Stadt, in der von den Revolutionswirren wenig zu bemerken war. Der Spanier geht seiner Arbeit und seinem Vergnügen nach. In 1114 Stunden haben wir vier große Länder überflogen, haben eine Strecke von mehr als 2200 Kilometer zurückgelegt. Raum und Zeit sind durch das modernste Verkehrsmittel zusammengeschrumpft. An der Entwicklung des europäischen Flugverkehrs hat die Deutsche Lufthansa einen hervorragenden Anteil. Besonders die Verlängerung der Strecke Barcelona—Madrid ist in Spanien freudig begrüßt worden, denn der bisher schnellste Zug brauchte in dieser gebirgsreichen Gegend eine Fahrzeit von 14 Stunden, mit dem Flugzeug aber schafft man die Entfernung nun in zwei Stunden. Spiele um den DIB.- Bereinspokal. Im Kampf um den DFB.-Vereinspokal fand die zweite Hauptrunde statt, bei der weitere Vereine der Gauliga ausschieden, und zwar Phönix Ludwigshafen, Borussia Neunkirchen, Karlsruher FV., VfB. Mühlburg, Sportfreunde Stuttgart, BC. Augsburg, Kurhessen Kassel, SV. Bad-Nauheim, Germania Fulda, Borussia Fulda, Spielvgg. Fürth und Eintracht Trier. Sportfreunde Eßlingen und Kurhessen Marburg erreichten nach Verlängerung nur entschiedene Ergebnisse und müssen ihre Spiele wiederholen. In Hessen kam das Treffen zwischen Spielverein und Tura Kassel nicht zum Austrag; die Begegnung wird am 9. Mai nachgeholt. SC. 03 Kassel besiegte die „Kurhessen" mit 3:0. Der VfB. Friedberg hatte Mühe, bei dem dem Abstieg verfallenen SV. Bad-Nauheim 2:1 gewinnen zu können, Hessen Bad Hersfeld siegte nur 1:0 über Germania Fulda und Borussia Fulda mußte sich dem bayrischen Gauligaverein FC. Schweinfurt mit 1:4 beugen. Kurhessen Marburg war in Wetzlar und erreichte gegen den dortigen Spv. nach Verlängerung nur ein 2:2, so daß der Kampf wiederholt werden muß. Außer den genannten Siegern steht noch Eintracht Windecken in der dritten Runde. Aufstiegsspiele in Hessen. kewa Wachenbuchen wird Gauliga. Die erste Entscheidung in den hessischen Aufstiegspielen ist gefallen: Kewa Wachenbuchen schlug SV. Naunheim überraschend hoch mit 7:0 (4:0) Toren und wurde damit Erster der Gruppe Süd, wird nun also zur Gauliga aufrücken. Das für den Aufstieg bedeutungslos gewordene Treffen zwischen VfR. Limburg und VfR. Büdingen gewann Limburg ebenfalls haushoch mit 8:1 (4:0). In der Gruppe Nord hat sich die Lage ebenfalls fast geklärt, wenn auch die letzte Entscheidung noch aussteht. Niederzwehren besiegte den FV. Wallau und hat nunmehr 8:2 Punkte, braucht also aus dem ausstehenden Spiel nur noch einen Zähler, sofern Elm seine beiden Treffen noch gewinnt. Der für Sonntag angefetzte Kampf Reichsbahn Elm gegen SC. Eschwege mußte ausfallen. Epielvereinigung 1900 Eiehen. 1900 — „poft-Merfur“ Ffm. 1:6 (0:2). Mit Post-Merkur hatten die Blau-Weißen einen guten Griff getan. Wir sahen lange keine Mannschaft, die ein solch ausgeprägtes Spiel zeigte. Neben einer gewissen Körperbeherrschung, die die Voraussetzung für einen Spieler ist, demonstrierte die Elf technisches und taktisches Fußballspiel. Nicht gebunden an ein bestimmtes System, sondern den Verhältnissen anpassend. Neben flachem Zuspiel sah man halbhohe Vorlagen, diese jedoch mit einer Genauigkeit, daß die Präzision nicht vernachlässigt wurde und der Fluß des Spieles gehemmt wurde. Anders dagegen die Blau-Weißen. Hier offenbarten sich von allem Anfang Mängel. Besonders im Sturm traten sie klar in Erscheinung. Kaum ein Kombinationszug kam zustande. Entweder er ging direkt an die Füße des Gegners oder er war zu ungenau, so daß der Nebenspieler ihn nicht erreichen konnte. Umstände, die sich sehr unvorteilhaft auswirken und dem Gegner die Aufgabe erleichtern. Der Spielverlauf: Mit dem Wind im Rücken erspielen sich die Blau-Weißen einen kleinen Vorteil. Lippert, der sich überraschend schnell in die Aufgabe des Mittelläufers einfindet, setzt die Flügel mit entsprechenden Vorlagen geschickt ein. Doch bald zeigten sich die ersten Mängel. Der Sturm ist nicht in der Lage den Ball zu halten. Hierdurch gewinnen die Gäste mehr und mehr an Boden und bald ist eine Ueberlegenheit unverkennbar. In der 25. Minute kommen die Postsportler zum ersten Erfolg. Ein Schuß von Linnighäuser in das rechte obere Dreieck kann Schmidt wohl noch berühren, doch vom Pfosten sprinat der Ball ins Netz. Vermehrte Anstrengungen der Blau-Weihen brachten wohl einige Chancen. Hierbei blieb es jedoch, denn es wurde immer augenscheinlicher, daß der Sturm nicht in der Lage war, Erfolge zu erzielen. Das zweite Tor der Frankfurter fiel durch einen Strafstoß von der Strafraumgrenze. Gegen den Schuß war Schmidt machtlos. Nach dem Wechsel schien sich die vorgenommene Umstellung bei 1900 vorteilhaft auszuwirken. In der 50. Minute gelang es Enders, den Vorsprung der Gäste zu verkürzen. Bald zeigte es sich jedoch, daß diese Annahme falsch war. Das Strohfeuer war schnell abgebrannt. Die Gäste, die vorübergehend mit nur zehn Mann spielten, sind nun klar überlegen. In regelmäßigen Abständen fallen die Erfolge. Beim dritten Tor war Zeiler zwar etwas behilflich, dafür waren die anderen Treffer Früchte mustergültiger Kombination. Besonders das letzte Tor, übrigens das schönste des Tages, war Beispiel für restloses Ausnutzen der Erfolgsmöglichkeiten. Post-Merkur zeigte eine äußerst gleichmäßige Mannschaftsleistung. Der geistige Inspirator der Geschehnisse war Linnighäuser. Wenn er auch nicht mchr der überragende Könner früherer Zeiten ist, seine Handlungen jedoch sind immer noch produktto. Bei den Blau-Weißen konnten nur Lippert, Zeiler, Schmidt und Ranft befriedigen. Jäger war durch eine Verletzung gehindert und die anderen schienen von allen guten Geistern verlassen. Das Fehlen von Heilmann machte sich stark bemerkbar. Schiedsrichter Holzapfel (Lich), ein Nachwuchsmann, entledigte sich geschickt seiner Aufgabe. Fußball im Ausland. In Bern: Schweiz — Spanien 0:2 (0:0); in Brüssel: Belgien — Holland 1:1 (0:1); in Budapest: Ungarn — Irland 3:3 (1:2). Zwei Niederlagen der Hockey-National-Elf. Die Hockey-Nationalelf, die am Samstag in Frankfurt a. M. gegen eine Elf des Gaues SüdUm die Deutsche Fußballmeisierschast. ersten Dichtungen, mitten drin im Erleben, unter den Kameraden, entstanden neben den drängenden Forderungen der Zeit. Da schreibt er seine Lieder, weil er sie schreiben muß, denn „Dichtung ist das Brot der Seele eines Volkes, und auch die Seele hungert und durstet und darf nicht ungestraft vergessen werden. Dichtung erhebt das Tagesgeschehen in großen Bildern in die Geschichte und in die Ewigkeit, sie trägt das Wesentliche aus dem Schwall der Dinge und deutet den Sinn im gärenden Geschehen." Diese Aufgabe kann aber nur der erfüllen, der im Tag lebt, sich nicht gewollt vereinsamt, sich nicht einhüllt in „pathetisches Unverstandensein, der höchstens noch im engsten Zirkel ästhetisch durchgluhter Intellektueller seine Heimat findet". So redet Schumann in seiner Dichtung das Volk selbst an, in der Dichtung, die zwei große Themen kennt- Gestalter des Marschtrittes der Nation zu sein und „Mund des gewaltigen Sturmes, der durch unser Volk braust", und dann „Rufer sein 3ur Stille, zur inneren Sammlung'. Wenige Bande erst umfaßt Schumanns Werk. Der erste: „Ein Weg führt ins Ganz e", m dem Schumann Gedichte aus den Jahren 1927 bis 1933 Zusammen- faßt. Es ist darin noch viel Unruhe und Suchen, aber in jedem Lied ist schon derreine Klang. Neben Stimmungsgedichten, „Der Frühling oder „Schwäbische Alb", stehen hier zum erstenmal die „Lieder vom Reich". Darin ist der Schritt vollzogen vom „Ich" 3um „Wir": Und ich war einer. Und das Ganze floß. Und siehe: aufwärts schwang die neue Brandung. Und mit der Strömung war ich gut und groß Und hingegeben und durchstieß die Wandung Und brach eratmenb vor aus Damm und Deich. Verlor mich selbst und fand das Volk, das Reich. Da erwächst die Verpflichtung: Das Reich. Um die Gestaltung des Weges zum Reich ringt Schumann schon Jahre vorher in dem Drama D a s R e l ch . Der Kampf des Jahres 1931 ließ kaum Zeit, lebe Zeile bis in alle Einzelheiten durchzuformen und es etwa ausreifen zu lassen für eine Buhuenaus- sührung, aber es ist trotzdem soviel unmittelbares Erleben darin, dem er in seinen „Liedern vom Reich" dann letzte gültige Fassung gab. So blieb das Drama ein Dokument des Kampfes und des Glaubens". Schumann macht keine billigen Zugeständnisse, verlangt kein muheloses Leben, er weiß von der menschlichen Not und dem Menschenleid und von der Unruhe des Lebens, die immer wieder Kampf fordert und kein fchmachliches Verzichten kennt. Der Dichter Gerhard Schumann. Von Erich Langenbucher Der junge Dichter Gerhard Schumann erhielt für feinen Gedichtband „Wir aber sind bas Korn" ben nationalen Buchpreis 1935/36. Er ist Mitglied des Reichskultursenates. „Unsere Haltung ist glühend solbattsch, leidenschaftlich und geformt. Wir wollen eine Dichtung schaffen, die der heroischen Lebenshaltung und Welt- auffassung unserer Bewegung gemäß ist, und wollen gleichzeitig die marschierende Bewegung zur Entehr rufen, zu ben stillen Quellen ber Tiefe. Wir wollen eine Kunst, beren Heroismus nicht Fassade bleibt sonbern notwendiger Ausdruck einer glühenden Innerlichkeit ist. Wir sind Soldaten die an der Spitze marschieren. Wir sind wenige. Aber die Bewegung ist groß, und das deutsche Volk ist jung. Diese Worte aus dem Bekenntnis des jungen Gerhard Schumann umreißen die Welt, aus ber sein dichterisches Werk entstanden ist. Unb ber, ber in biesem Werk nach Liedern sucht, die diese Forderungen nicht erfüllen, wirb lange suchen müssen, Gerharb Schumann vergißt sein en Auftrag auch nicht in Liebern, bie man als „private ober „fülle 2tCT®XÄumann? Er will nicht wehr sein als einer, ein Ruser aus der lungen Mann- chast des Volkes, lieber sein Leben ist nicht viel ,u laaen- Das Neckarstädtchen Eßlingen ist ferne Heimat darf wurde er 1911 geboten, bie Verfahren »"toÄ”KX ÄwX SW ihm deutsches Schicksal und deutsche Kunst immer bie erste Stelle einnahmen, unb er fahrt öarm fort ,S° wurden mir früh unsere große und le^olle SSSliü besucht bie Seminare m seinen Weg württembergische Studentenschaft zu l > > dann als Obersturmbannführer an der Sp tze der 216. SA.-Standarte. Heute ist Schumann al ii turreserent in der Landesstelle Württemberg '°ntst°nd-n sein« Was er in ben „Siebern vom Reich" begonnen hat, führt er höher in bem Zyklus „Die Reinheit bes Reiches" des Bandes „Fahne unb Stern". Hier steht im Mittelpunkt bie Sorge bes Kämpfers um bie „Reinheit bes Reiches", um bas bie Gefahr ber Verfälschung und ber Verhändlerung broht. Sie wirb zum Bekenntnis zum Führer, bas in ber heroischen Klarheit seiner Empfinbung unb in ber Wucht seiner Formung seinesgleichen sucht: „Nun aber steht ein Haufe von Entschlossenen, Aus beren Blick ber blanke Wille schießt Sie träumen nachts vom Blut, bem hingegossenen, Und von bem Führer, welcher einsam ist. Dem Führer, ber bas bunkle Schicksal trägt, Und von bem Acker, ber nach Männern schreit, Unb von bem Strom, ber in bie Grenze schlägt, Und von bem Bruber, ber bie Schuld verzeiht." In diesem Bändchen finden wir auch jenes Lied: „Wer sich dem Reich verschrieben", bas Bilb biefes Gebichtes wirb sich jebem, ber es lieft, ins Herz einbrennen. Anbere Bänbe folgen: „Dichtungen für eine Gemeinschaft" in dem Buch „Siegendes Leben", bas zwei Spiele enthält: „Tob unb Leben" unb „Größe ber Schöpfung", zwei Dinge erfüllen biefe Spiele: ein leibenschaftliches Ja an bas Dasein und der Sieg über den Tod, ber Wille zum Leben in ber Kamerabschast. Darstellungsmäßig bazu gehören bie „Feier ber Arbei t" unb bie „Helb i- s ch e Feie r". Der letzte Banb Schumanns liegt erst kurze Zeit vor: „Wir aber sinb bas Korn." Mit einem Lieb beschwört er bas Licht, bas Leben, bie Lanb- schast. Im Mittelpunkt stehen bie Gebichte „Ruf unb Antwort", bie zuerst bem Werben bes Menschen nachspüren („Vater* — „Mutter"), um einen Gott ringen (Lieber ber Umkehr), um uns bann zuzurufen: „Hanble": „Holt bich bas lockenbe Rufen? — Wanble bich, Träumer, verwanble bich in taufenb Stufen. Lache ja! Jauchze ja! Hanble!" Da erwacht ber Tag mit braufenbem Licht, ber uns ans Werk befiehlt. Die „Helbische Feier" unb Lieber, bie wesensmäßig bazu gehören, beschließen ben Banb. So bietet sich uns Schumanns Werk bar als bas Erlebnis bes Kampfes ber Bewegung, als bie Erfüllung eines vom Volke empfangenen Auftrages, als „politische Dichtung" von letzter Gültigkeit, in ber bie neuen beutschen Lebensgesetze Form geworden sind und lebendig weiterwirken werden als Anruf unb Aufruf, als Besinnung unb Erinnerung, bie aus einer großen Vergangenheit in eine leuch- tenbe Zukunft burchbricht. Alles schon dagewesen. „Es ist viel sicherer, im malaiischen Dschungel auf bie Tigerjagb zu gehen, noch bazu ohne Gewehr, als in ben Straßen von Lonbon zu spazieren", erklärte jetzt ein leitenber ßonboner Verkehrsbeamter, Sir Chartres Biron. Er meinte bamit anscheinenb bie Gefahr, bie burch ben starken Kraftwagenverkehr hervorgerufen wirb. Was aber erklärte Livingstone im Jahre 1868: „Es ist weniger Gefahr, von Löwen in Afrika verschlungen zu werben, als baß man überfahren wirb, wenn man burch bie Straßen von Lonbon geht." Zeitschriften. — „D a s Innere Reich" (Herausgeber Paul Alverbes unb K. B. von Mechow, Verlag Langen/ Müller, München) bringt im Mai-Heft u. a. eine neue Erzählung von Franz Tumler, ben burch feine Erzählung „Das Tal von Laufa unb Duron" schnell bekannt geworbenen jungen Dichter; biefe „Geschichte aus Sübtirol" gilt seinem verlorenen Kinberlanb. Otto Freiherr von Taube verlegt in seinem „Märchen von ber Heimat" bie Darstellung bes gleichen Motivs in legendenhafte Vergangenheit. Als Deuter ber „Nationalen Kräfte im Lichte ber beutschen Dichtung" erweist sich ber bekannte Literarhistoriker Josef Nobler in einem fpürfinnigen unb umfaffenben Aufsatz, ber auch bie Dichtung unserer Tage mit einbezieht. Mit lyrischen Beiträgen finb Friebrich Lubwig Barthel, Friebrich Schnack unb Kurt Matthies vertreten. Ernst von Salomon beschließt seinen Beitrag „Nahe Geschichte": er stellt fest, baß ohne eine genaue Kenntnis ber von ihm bargestellten Freikorpskämpfe bie Nachkriegszeit nickt zu verstehen sei. In bie Der- gangenheit ber beutschen Dichtung, bie boch noch unsere Gegenwart ist, führt ein ausgezeichneter Auf- satz bes Gießener Literarhistorikers Karl Vietor über Georg Büchners „Woyzeck", ber sehr geschickt burch eine Auswahl Büchnerscher Briefe ergänzt wirb. Der Maler Franz Bertholb Buchenau spricht vom (Erleben ber Stille auf bem ßanbe. Seine Silber, von denen ausgezeichnete Wiedergaben das Heft zieren, zeigen, was bie Lanbschaft, bie Heimat bem schaf- fenben Künstler gibt. Das gesamte Heft zeigt in schöner Geschlossenheit bie Kräfte, aus benen vornehmlich bas innere Reich ber Deutschen sich speist. ist selbstverständlich. Hierfür werden Gau, Rreis und Unterkreise besondere Schulungslehrgange em« richten, die auch dazu dienen, die Gau- und Kreis- kernmannschaften aufzustellen. Kreisriegenwettkampfe werden auch im kommenden Jahre durchgesuyrt und unsere Gaukernmannschaft wird im Januar 1937 gegen den starken Gau Westfalen antreten. Es soll versucht werden, für diesen Kampf noch einen anderen Gau zu verpflichten. Leichtathletik der Sp.-Lg. 1900. Die Jugend gewinnt den Klubkampf gegen Marburg und Fritzlar überlegen. In dem wunderschönen Marburger Stadion fand am Sonntag ein Leichtathletik-Klubkampf zwischen VfB. Kurhessen Marburg, Tuspo. Fritzlar und Spiel- vereinigung 1900 Gießen statt, den die Gießener Jugend klar zu ihren Gunsten entscheiden konnte. Die Blauweißen verdanken ihren überlegenen Sieg in erster Linie den tüchtigen 6-Jugendlichen, die m allen Wettbewerben die Sieger stellten. Trotz des rühen Zeitpunktes — die Trainingsmöglichkeit war wch gering — wurden gute Ergebnisse erzielt. Die ugendlichen Leichtathleten waren mit großer Begeisterung bei der Sache. Allen Teilnehmern wird der schöne Tag noch lange in guter Erinnerung bleiben. Im Rahmen des Klubkampfes fanden auch zwei Fußballspiele statt. Die Gießener 2. Schüler- mannschast spielte gegen Marburg 1. Schüler und verlor gegen den stärkeren Gegner ehrenvoll 1:3. Die 1. Jugend Marburgs spielte gegen Tuspo. Fritzlar 1. Jugend 2:2. Bemerkenswert war hierbei, daß auf feiten Fritzlars 9 Spieler an den leichtathletischen Kämpfen teilgenommen hatten. Das Gesamtergebnis des Klubkampfes lautete zum Schluß: 1. S p i e l v e r e i n ig u n g 1 9 0 0 Gießen 27 909,5 Punkte; 2. Tuspo. Fritzlar 27 098,5 Punkte; 3. DfB. Kurhessen Marburg 23 948 Punkte. Die Einzelergebnisse folgen. „Schwalbe" Hannover wieder Rugbymeister. In Frankfurt a. M. fand das Endspiel um die Rugby-Meisterschaft zwischen dem badischen Meister Heidelberg-Neuenheim und dem Niedersachsenmeister Schwalbe Hannover statt. Die Hannoveraner siegten mit 11:0 (3:0) und sicherten sich damit zum dritten Male den deutschen Meistertitel. NeuerdeutscherGchwimm-Gtaffelrekord Beim Frauen-Schwimmfest in Frankfurt. Das Reichsoffene Frauen-Schwimmfest des Bezirks Frankfurt im Gau Südwest war mit seiner hervorragenden Besetzung von rund 300 Schwimmerinnen aus dem ganzen Reich ein Erfolg auf der ganzen Linie. Die ausverkaufte Halle nahm lebhaften Anteil an den Kämpfen, die von Anfang bis zum Ende mitreißende Rennen brachten. Der Wirtschaft west spielte, wurde überraschend mit 2:3 (1:2) geschlagen. Der Sieg der Südwestmannschaft war verdient. Die Nationalelf verlor auch ihr zweites „Uebungs- fpiel". In Mannheim wurden die Nationalspieler von Baden verdient mit 0:2 (0:1) geschlagen. Handball-Sroßkämpfe um die Meisterschaft. Im Handball standen die letzten Vorrundenspiele der Männer und die Vorrunde der Frauen auf dem Programm. Die Vorrunden der Männer erbrachten die „Halbzeit-Siege" von MTSA. Leipzig in Gruppe 1, MSV. Magdeburg in Gruppe 2, Hindenburg Minden in Gruppe 3 und Rasensport Mülheim in Gruppe 4. Für die Vertreter der süddeutschen Gaue bestehen kaum noch Hoffnungen, sich durchzusetzen, so daß aller Voraussicht nach die Vorschlußrunde ohne süddeutsche Beteiligung vor sich gehen dürfte. Bei den Frauen setzten sich allgemein die Favoriten durch, unter ihnen neben dem deutschen Meister Eimsbüttel und dem deutschen Altmeister SC. Charlottenburg noch Eintracht Frankfurt, VfR. Mannheim und Spvgg. Fürth. Meisterschafts-Endspiele der Männer. G r u p p e I: In Berlin: Berliner SD. 92 — Post Oppeln 10:3 (6:3); in Bischofsburg: Hinden- bürg Bischossburg — MTSA. Leipzig 4:16 (2:10). Gruppe II: In Magdeburg: MSV. Magdeburg — TSV. Oberalster 12:11 (7:8); in Hannover: Post Hannover — KTD. Stettin 13:10 (9:8). Gruppe III: In Minden: Hindenburg Min- ben — Spvgg. Fürth 7:3 (5:2); in Niedermendig: TV. Obermending — TV. Altenstadt 6:7 (3:1). Gruppe IV: In Mülheim: Rasenspv. Mülheim gegen MSV. Darmstadt 9:5 (3:3); in Kassel: Kurhessen Kassel — SV. Waldhof 6:17 (1:11). Endspiele der Frauen: In Hanau: Tgd. Hanau — VfR. Mannheim 2:9 (1:8); in Fürth: Spvgg. Fürth — TD. Cannstatt 6:3 (2:1); in Köln: Kölner BC. — Eintracht Frankfurt 2:7 (1:3); in Mülheim: TD. Krefeld- Oppum — Tod. Eimsbüttel 3:10 (1:5); in Leer: Germania Leer — Dortmund 95 3:2 (1:2 Der!.); in Magdeburg: Magdeburger Fr. SC. — Pr. Stettin 7:1 (3:1); in Berlin: SC. Charlottenburg — Asco Königsberg 4:0 (2:0); in Dresden: Pol. Dresden — SD. Stabelwitz kampflos für Dresden. Aus der Arbeit des Zachamtes Turnen im Gau XII Hessen. Die Rundenwettkämpfe sind in fast allen Kreisen unseres Gaues zum Abschluß gebracht. Sie wurden nur in der Kreis- und Unterkreisklasse durchgeführt, da die Gau- und Bezirksklassenturner durch die Kreisriegenwettkämpfe erfaßt worden sind. Heber 400 Mannschaften nahmen in unserem weitverzweigten Hessengau an den Rundenwettkämpfen teil. Das spricht für die Beliebtheit der Mannschastswettkämpfe an sich. Nach einheitlichen Richtlinien wurden allerdings die Wettkämpfe im verflossenen Winterhalbjahr nicht durchgeführt, da viele Kreise schon begonnen hatten, ehe die Richtlinien der Reichsleitung bekannt waren. Ohne Zweifel haben die Runden- wettkämpfe viel zur Belebung und Leistungssteigerung auf dem Gebiete des Gerätturnens beigetragen. Sind doch viele Mannschaften dabei gewesen, die sich jahrelang an keinem Mannschaftskampf mehr beteiligt haben. Durch die Rundenwettkämpfe sind sie aufgerüttelt worden. Jedoch kann die augenblickliche Organisation der Kämpfe mit ihren vielen Wiederholungen nicht endgültig sein. Man wird im Früh- herbst auf Grund der Erfahrungsberichte einheitliche Richtlinien für das Gaugebiet aufstellen. Auch die Kreisriegenwettkämpfe im Gerätturnen stehen kurz vor dem Abschluß. Aus den Dor- und Zwischenrunden gingen die Kreise 1 (Wilhelmshöhe- Reinhardswald), 5 (Fulda - Edder), 8 (Lahn- Dill) und 9 (Lahn-Westerwald) als Sieger hervor, die sich nun am 17. Mai in Kassel im Endkampf geaenüberstehen. In allen Teilen unseres Gaues haben die Dorarbeiten zu den Kreisturnfesten eingesetzt. Acht Kreisturnfeste (das unseres heimischen Kreises „Lahn-Dill" in Wieseck!) und viele Unterkreisturn- feste werden auch in diesem Jahr von einem regen turnerischen Leben Zeugnis ablegen. Daß gegenüber diesen vorbereitenden Arbeiten, die in allen Kreisen äußerst rege sind, die Lehrgangs - und Schulungsarbeit allgemeiner Art zunächst zurückstehen muß, ist klar. Sie wird aber im Herbst in verstärktem Maße einsetzen. Das Gaufachamt selbst wird im September die Schulungsarbeit für das Winterhalbjahr eröffnen und in einem Lehrgang für alle Kreisfachwarte Richtlinien für die Arbeit geben. Diese Lehrgangsarbeit, deren Hauptträger die Kreise und Unterkreise sind, wird immer das Kernstück der turnerischen Arbeit sein. Und ihr Ziel heißt: Ausbildung und weitere Schulung der Vorturner und Turnwarte. Daß man daneben aber auch für Leistungssteigerung unserer Gerätturner sich stark einsetzen wird, Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. Die Erhebungen des Reichsnährstandes haben zum 1. April 1936 bei Mahlgetreide Vorräte ausgewiesen, die bei Roggen und Weizen über dem Stand des Vorjahres liegen. Trotzdem ist das Verkaufsangebot sowohl aus unserem Bezirk, als auch zwischenzeitlich aus Norddeutschland sehr klein geworden, wenn man auch mit Beginn des neuen Monats wieder mit stärkeren Zufuhren rechnen darf. Die Frankfurter Mühlen bemühen sich, jede Mengen von hiesigem Weizen wegen seiner guten Qualität für ihre Betriebe zu sichern, nehmen aber auch laufend, da ihre Versorgung nicht umfangreich ist, aus anderen Angeboten, soweit diese vorhanden sind, aus. Am Oberrhein ist gegen Monatsende das Angebot wesentlich kleiner geworden, und für die einigermaßen passenden Qualitäten werden auch die erhöhten Handelsspannen gefordert. Da aber die dortigen Mühlen in Anbetracht des gleich gebliebenen Mahlkontingentes sich gut versorgt glauben, so ist ihre Kauftätigkeit nicht sehr rege. Roggen wird aus unserem Gebiet nur noch ganz vereinzelt geliefert, so daß die Versorgung, besonders der Landmühlen in den niedrigen Preisgebieten, unbefriedigend bleibt. Auch die Zuteilungen der Reichsstelle sind vorläufig schwach. Das norddeutsche Angebot ist ebenfalls zurückgegangen und wird nur mit der erhöhten Handelsspanne abgegeben. In G e r st e ruht jede Geschäftstätigkeit. Die Umsätze in Futtergerste sind nicht nennenswert, um so mehr, als ausreichendes Angebot sowohl aus hiesiger Gegend, wie auch aus Norddeutschland trotz der hohen Preise fehlt. In Hafer wurde für die Versorgung der städti- Höhepunkt der Veranstaltung war der neue beut« iche Staffelrekord von Germania Dortmund mit der Mannschaft Heiling, Wagner und Maus über 3X100 Meter Lagen mit 4:14,4 Minuten. So nebenbei fielen bei sämtlichen Einzelrennen und Staffeln der oberen Klassen die bisherigen Frankfurter Bahnrekorde. Im allgemeinen verteilten sich die Erfolge des Festes auf sehr viele Vereine, ein weiterer Beweis, wie hartnäckig gekämpft wurde. Die wichtigsten Einzelrennen fielen an die Favoritinnen, mit einer Ausnahme, nämlich die 100 Meter Kraul, die in Abwesenheit der erkrankten Düsseldorferin Ohliger von der jugendlichen Karlsruherin Gauß gewonnen wurde. Ausgezeichnete Leistungen gab es in Der Jugendklasse, denn die Zeiten waren dort durchweg kaum schlechter als in den oberen Klassen. Deutsche Motorradsiege in Bern. Schöne deutsche Motorrad-Siege gab es im Großen Motorradpreis der Schweiz im Bremgarten- Wald bei Bern. In der S e i t e n w a g e n k l a s f e bis 600 ccm siegte Toni Babl (Miesbach) au DKW. in 1:08:24,6 Std. vor E. Stärkte (Basel) BMW. und H. K a h r m a n n (Fulda) DKW.; in der Seitenwagenklasse bis 1000 ccm holte sich Wey- res (Aachen) den Sieg auf Harley-Davidson m 1:12:04,4 Std. vor K. Braun (Karlsruhe) auf Horex und dem Schweizer „S e n n" auf NSU. In den Solomaschinen-Klassen siegten: bis 250 ccm Tenni (Italien) auf Guzzi in 1:17:56,2 Std., bis 350 ccm: Guthrie (England) Norton 1:38:48,2, bis 500 ccm: Guthrie (England) Norton 1:32:20,2 (neuer absoluter Rekord, beste Tageszeit). Die ersten Segelflugzeugbaumeister. Die erste Prüfung als Segelflugzeugbaumeister in Deutschland bestanden in Fulda Anton und Emil Appel aus Wüstensachsen (Rhön), zwei An- gestellte der Reichssegelfliegerschule Wasserkuppe. ^Großer Straßenpreis des Saarlandes.^ Die deutschen Straßen-Rennfahrer lieferten sich bei ben Radrennen um den „Großen Straßenpreis des Saarlandes" harte Kämpfe. Bei den Berufsfahrern siegte im Endspurt der Dortmunder Bautz in 8:08:14 Stunden vor Weckerling (Magdeburg) (8:09:15), Siebelhoff (Dormund), Hodey (Essen), Stöpel (Berlin), Wolke (Berlin), Kijewski (Dort« mund), Arents (Köln), Thierbach (Dresden), Geyer (Schweinfurt), Hmbenhauer (Nürnberg) und Risch (Magdeburg); die Strecke war 133,6 Kilometer lang und zweimal zu durchfahren. Die Amateure hatten 110,5 Kilometer zurückzulegen. Von den 72 Gestarteten, die ohne Unterbrechung jagten, erwies sich Ober« beck (Hagen) in 3:07,07 Stunden als der Schnellste vor Löber (Schweinfurt), Diederichs (Dortmund),und Heller (Schweinfurt). 31 wettere Fahrer kamen gemeinsam auf den fünften Rang. scheu Verbraucher, wie auch der Heeresformationen eine Zuteilung gegeben, während Hafer aus unserem Gebiet weiterhin nur in kleinen Mengen an ben Markt kommt. Die Futtermittel Versorgung ist zur Zeit be- friebigenb. Weizenkleie steht fast ausreichend zur Verfügung, wenn auch für die niederrheinische Ware höhere Aufschläge in Anrechnung kamen. Dagegen fehlt es an Schnitzeln. Kartoffelflocken sind bei steigenden Preisen reichlich erhältlich. Treber und Malzkeime sind nach wie vor vernachlässigt. Oel- kuchen kommen aus der Zuteilung der Reichsstelle zur Verfügung. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt. Der Schweimemarkt wies reichliches Angebot auf, so daß vereinzelt nicht alles abgenommen werden konnte. Die Zufuhr dieser Woche betrug 5066 (5471) Stück. Die Preise haben keine Veränderung erfahren. Der Rindermarkt war insgesamt mit 491 (379) Tieren beschickt, dabei ist besonders hervor- zuheben, daß gegenüber früheren Zeilen die Qualitäten sich ganz wesentlich verbessert haben. Der Restbedarf der Fleischer konnte durch Frischfleisch der Reichsstelle voll gedeckt werben. Am Kälbermarkt stellte sich bie Gesamtzufuhr auf 1341 (1063) Stück, so baß hier bas Geschäft gegenüber der Vorwoche bedeutend ruhiger war und auch die Preise entsprechend nachgabsn, doch wurde das Angebot geräumt Der Hammel- und Schafmarkt paßte sich mit einem Auftrieb von 91 (131) Tieren dem Scharf an. Bei ruhigem Geschäft und gleichbleibenden Preisen wurde ausverkauft. Oie Zndustrie- unb Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 384: Neue Zusammenfassung und Abänderung der bisherigen bulgarischen Devisenbestimmungen. — Wortlaut der neuen „Allgemeinen Verordnung über Ein- und Ausfuhr". - 385: Neue Bestim- mungen über den Reiseverkehr nach Jugoslawien. — 386: Wortlaut der neuen polnischen Devisen- Verordnung. — 387: Vorverkäufe von Sumatra- tabat ♦ ♦ Die Lahnschiffahrt im April. Der Monat Avril brachte der Lahnschiffahrt erhebliche Verluste. Rund drei Wochen war sie durch Hoch« wasier zum Feiern gezwungen. Die Anforderung an Schiffsraum wächst ständig, so daß die Reeder an eine Vergrößerung ihrer Flotte denken. Der April- ausfall wird dadurch wohl bald aufgeholt werden. Hhein-Maimsche Börse. Ueberroiegenb fest. Frankfurt a. M., 2. Mai. Zum Wochenschluß und Monatsanfang hatte das Geschäft im allgemeinen keinen besonderen Umfang, zumal vielfach noch Limite fehlten. Indes war die Haltung am Aktienmarkt zwar etwas uneinheitlich, aber doch überwiegend fest. Zu den ersten Kursen erfolgten auf Teilgebieten kleine Abgaben, während für Spezialwerte das Kaufinteresse des Publikums an- hielt. Später war die Umfatztätigkeit etwas lebhafter. IG. Farben waren auf Berliner Abgaben um 1,50 v.H. auf 169,50 gedrückt. Scheideanstalt blieben behauptet, Rütgerswerke 129,75 (129). Don Elektroaktien gingen Siemens bei kleinem Umsatz um 2 v. H. zurück, auch Betula und Schuckert bröckelten etwas ab, während sonst Erhöhungen bis zu 0,65 v. H. zu verzeichnen waren. Am Montanmarkt wurden Verein. Stahlwerke mit 91,50 bis 92 (91,25) lebhafter umgesetzt, Klöckner gewannen 0,75 v. H., Ilse Genuß 0,50 v. H., Mansfelder 1,50 v. H., während Buderus 0,75 v. H. nachlieben, Hoesch und Mannesmann lagen gut behauptet. Verhältnismäßig fest lagen Zellstoffaktien, insbesondere Waldhof mit 130,50 (128,75) und Aschaffenburg mit 94,75 (93,75), Feldmühle plus 0,50 v. H. Maschinen- und Motorenwerte lagen be- hauptet, aber Muag 0,50 v. H. niedriger. Don Gin- zelwerten gewannen Reichsbank 1 v. H., AG. für Verkehr und Deutsche Linoleum je 0,50 v. H., schwächer waren Deutsch-Atlanten mit 113,25 (115,75). Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitz auf 113,20 (113,40) ab, zertif. Dollar-Bonds lagen etwa 0,25 bis 0,50 v. H. fester. Kommunal-Umschuldung, Zinsvergütungsscheine und späte Schuldbuchforderungen lagen unverändert. Weiter gesucht wurden AEG.-Genußrechte mit 72 (71,50). Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt weiter fest. Die Erhöhungen bezogen sich jedoch meist nur auf Spezialwerte, während sonst gegen den Anfang nur geringe Abweichungen eintraten. Stärker erhöht waren Cement Heidelberg mit 138,25 (135,75), Bemberg mit 89,75 (88,65). Von Zellstoffwerten Waldhof bis 132 nach 130,50, ferner AG. für Verkehr 118 nach 117. IG. Farben unter mehrfachen Schwankungen auf 170 nach 169,50 erholt. Im Freiverkehr Kaliwerke fest, Bürbach 63,50 (61,75), Wintershall 115 (114), etwas nichtiger Pokorny mit 108 (109). — Tagesgeld nach dem Ultimo leichter mit 2,75 (3) v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Mai. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 380 Rinder (71 Ochsen, 49 Bullen, 205 Kühe, 55 Färsen), 500 Kälber, 18 Schafe, 4310 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 41 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 25 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 42 bis 76, Härnrnel 46 bis 48, Schweine 50 bis 57 Mark. Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt; Kälber, Hämrnel und Schafe ruhig. Rundfunkproqramm Dienstag, 5. Mai. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12 Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebczirk). 13.15: Mittags- konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nette Kleinigkeiten. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Die deutsche Frau. Unser bester Kamerad. Eine Hörfolge. 16: Unterhaltungskonzert. 17.15: „Wer kennt die Meister deutscher Erzählkunst?" Ein literarisches Preisrätsel. 17.30: Ein eigenes Häuschen und ein ©arten. Eine Hörfolge mit praktischen Winken. 18: Musik zum Feierabend. 19: „Tratsch und Klatsch", zwei kleine Hörspielchen. 19.20: Klaviermusik. Kleine Stücke alter Meister. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebczirk. 22.30: Untcrhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. Bl. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schluß« furö schlußk. Mittag, börse Oatum 30.4- 25. 30.4. 2.5. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101 100,65 100,9 100,9 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,65 97,5 97,5 97,5 6Ki% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutlche Lnl.-Ablös.«Schuld mit — 103 103 103 Auölof.-Rechten ............. 113,4 113,2 113,4 113,3 <*/*% Deutsche ReichSpostschatzan- weisungen von 1934, 1....... 100,2 100,13 100,2 100,13 6% ehem.8°/o Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 98,25 98,25 98,25 98,25 4¥i% ehern.8% Hessische Lande-. banl Darmstadt Gold R. 12.... 96,5 96,5 96,5 96,5 5y3% ehem. 4 N% Hess. Lande«- Hypothekenbank DarmstadtLiaui 101,2 101,5 *yt% ehem. 8% Darmst. Komm. LandcSb.Goldschuldverschr. R.6 92,25 92,25 _ _ Oberhessen Provinz-Anleihe mll Auslos.-Rechten ............. 120 120 — Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 116 116,25 116,5 117 4H% ehemch% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bi» 1935 96,5 96,5 - - - - 6y,% ehem. 4¥i% Franks. Hyp^ Bank-Ligu.-Psandbriese....... 101 ,| 101,25 6y,% ehem. tz auf n etwa ulbung, chforde« mürben Willi gut. turbarf; nieb» i nach Der I'che lach. 1 an ■ an pril. 'n. (Aufnahmen [3]: Neuner, Gieß. Anzeiger.) Rechts nebenstehend: Stenographen unserer Heimat im Wettbewerb um die Höchstleistung. Mitte links: Wettbewerb auch an den Schreibmaschinen. Die gestellten Bedingungen fordern höchste Leistung. Maschinenschreiben. Gruppe Praktiker. Brückmann, Gießen, 16,454 Punkte, sehr tien« ien sich t) sonst ien ein« ibetberg . (88,65). . 130,50, Farben 0 nad) «'S S una tim. ien. len« tra. chluß lüge, üsach I am aber > rfolg. d für 5 an« leb« Haben infinit Don Um« ludert ungen Man« >0 bis annen r 1,50 ießen, mptet. insbe« und ! plUS ien be« n Ein« ®. für vi), 113,25 Gießen, Margarete Hartmann, Bad-Nauheim, Otto Erb, Wieseck, Helm. Naumann, Großen-Linden, Gg. Bein, Friedberg, Linny Schultheis, Großen-Linden, Charlotte Meier, Bad-Nauheim, Friedrich Bolpert, Emmi Wahl, Mimi Bastian, sämtliche Gießen, Otto Gerth, Friedberg, Ernst Phil. Krause, Gießen, Adolf Steih, Schotten, Wilhelm Zimmermann, Gießen, Heinrich Schmidt, Schotten, Mariechen Gontrum, Gießen, Mariechen Löffler, Friedberg, Helmi Zach- riy, Bad-Nauheim, Reinhold Steidel, Friedberg, Hilde Dapper, Gießen, Bertel Thomas, Friedberg. — Sehr gut: Friedrich Nuhn, Gießen, Günther Brück, Wetzlar, Elfriede Schalk, Butzbach, Kurt Me- bus, Karl Schieferstein, beide Gießen, Philipp Bill, Butzbach, Hella Busch, Karl Bender, August Hock, sämtliche Gießen. Abteilung 60 Silben. Hervorragend: Hilde Graf, Schotten: Willi Schäfer, Wieseck; Rudolf Möller, Gießen; Ilse Wurm, Gießen, und sämtliche einen Ehrenpreis; Willi Stipp, Friedberg; Walter Reuter, Wieseck; Gerhard Schultz, Friedberg; Heinz Loos, Friedberg; Wilhelm ©immer, Gießen; Wilhelm Heutzenröder, Friedberg; Heinrich Pflandt, Schotten; Erwin Karl Schäfer, Wieseck; (Berti Seibert, Wieseck; Gusti Reeh, Gießen; Elfriede Simmermacher, Gießen; Paul Mania, Wie- Ä- ■"238 4,08 8'8 Ä ,69-01 Am gestrigen Sonntag beging die Friseur- Innung f ü r Stadt und Kreis Gießen im Saale des Gesellschaftsvereins (Klub) um die Mittagsstunde m würdiger Weise die Feier ihres 50jährigen Bestehens. Zu der Veranstaltung waren Vertreter der Partei mit dem Reichsinnurrgsmeister Renz an der Spitze, Vertreter der Behörden, der Gießener Innungen und zahlreiche weitere Ehrengäste im Kreise der Jn- nungsmitglieder und ihrer Mitarbeiter erschienen. 3,053 54,96 46-90 12,3' 5,425 16-415 169-10 19'5! 0,70 5-6 61, 49- 11-! 63,4' 81-Ü 34,01 10-235 Handwerk und das deutsche Vaterland wieder zu neuer Blüte kommen könne. Nach dem von der Musik gespielten Ave Maria von Schubert hielt der seck; Willi Wollgast, Gießen. — Sehr gut: Gerda Baumgartner, Friedberg; Willi Luh, Reichsbahn Gießen; Albert Weiß, Großen-Linden; Rudi Junker, Großen-Linden; Lotti Hertel, Schotten; Erwin Engelbach, Reichsbahn Gießen; Emma Glock, Schotten; Peter Heß, Büdingen; Willi Launsbach, Großen-Linden; Wilhelm Repp, Schotten; Irmgard Zöller, Gießen; Erwin Kreiling, Wieseck; Margot Kreiling, Wieseck; Emil Rosignol, Wieseck; Elfriede Schneider, Wieseck; Irene Rudolf, Großen- Linden; Hans Rau, Wieseck; Erwin Gebhardt, Friedberg; Anneliese Keller, Friedberg; Heinrich Grimmelbein, Großen-Linden; Heinrich Reiber, Schotten; Werner Barnick, Gießen; Willi Größer, Großen-Linden; Walter Ley, Gießen; Willi Becker, Wieseck; Erwin Römer, Wieseck; Irmgard Ulbrich, Gießen; Alwin Kling, Wieseck; Karl Kusch, Schotten; Kurt Hausrath, Gießen. — Gut: Sieglinde Bartelt, Wetzlar; Werner Deibel, Wieseck; Herta Walther, Wieseck; Otto Mank, Wieseck; Hedwig Dippel, Gießen. 503abre Friseur-Ünnung Stadl und Kreis Gießen Bezirks-Ausscheidungs-Frisieren um die Bezirksmeisterschast des Gaues Hessen. Oie Glückwünsche. Als erster brachte Regierungsrat Weber im Namen des Kreisamtes Gießen Der Friseur-Innung zu diesem denkwürdigen Tage herzliche Glückwünsche dar. Sodann überbrachte Kreisamtsleiter S ch i m - m e l die herzlichen Glückwünsche der Partei und der Deutschen Arbeitsfront. Kreishandwerksmeister Stühler sprach die Glückwünsche des Landes- Handwerksmeisters und seine herzlichen Wünsche als Kreishandwerksmeister aus, ferner übermittelte Reichsinnungsmeister Renz eine längere Ansprache, die er unter das Geleitwort „Arbeit und Ehre" stellte, und in der er die hohe Bedeutung einer guten handwerklichen Leistungsarbeit heroorhob. Diese Leistung im besten Sinne des Wortes bedeute im weiteren und neuen Sinne „Arbeit". Das Handwerk habe die Verpflichtung, aus sich heraus schöpferisch zu gestalten und damit die Anforderungen des Neuen zu erfüllen. Das Gebot der Ehre verlange, die Arbeit nicht etwa als eine Last zu empfinden, sondern sie immer als Quelle der Schaffens- und Lebensfreude anzusehen. Weiterhin nahm der Redner nachdrücklich Stellung gegen die Machenschaften eines unlauteren Wettbewerbs und betonte, daß nur durch einen gefunden und ehrlichen Wettbewerb sowohl dem Handwerk, als auch der Bevölkerung am besten gedient fei. Anknüpfend an feine persönlichen Erfahrungen bei den Schlußkämpfen des Reichsberufswettkampfes in Königserg hob er eindringlich die Wichtigkeit der unablässigen weiteren Ausbildung im Beruf hervor, nicht etwa allein für die Jugend, sondern auch für die Meister und hier namentlich für die älteren Meister, die bisher in ihren Leistungen noch nicht mit den Erfordernissen der neuen Zeit mitgekommen sind. In diesem Zusammenhänge betont: er, daß es im nationalsozialistischen Reich in keiner Weise einen Schutz gegen den ehr- lichen Wettbewerb geben werde, daß alles Bestreben auf die Erzielung der höchsten Leistung abgestellt sei und sich daraus von selbst der Grundsatz der Auslese unter den Berufsangehörigen ergebe. Am Schlüsse seiner Ansprache weihte der Reichsinnungsmeister die neue Fahne der Friseur-Innung mit dem Geleitwort „Arbeit und Ehre". Obermeister Götz übernahm die Fahne mit dem Gelöbnis der Treue in den Besitz der Innung und übergab sie mit ermahnenden Worten dem Fahnenträger. Die Jubiläumsfeier wurde mit dem feierlichen Einzug der Fahnen, zwar der Jnnungsfahnen der Metzger und Bäcker, sowie der noch verhüllten neuen Jnnungs- fahne der Friseur-Innung, eingeleitet. Die K a - pelle Grengel brachte sodann als schönen Auftakt eine Ouvertüre von Carl Maria von Weber zu Gehör. Das Mitglied des Stadttheaters Paul Nieren sprach anschließend in ausgezeichneter Weise einen Prolog, in dem in poetischer Form ein Ueberblicf über das halbe Jahrhundert der Friseur- Innung gegeben und die in dieser Handwerkergemeinschaft waltende Einigkeit hervorgehoben wurde. Innungsobermeister Göh richtete hierauf herzliche Worte der Begrüßung an die Vertreter der Partei, besonders an den Reichsinnungsmeister Renz, an die Vertreter der Behörden und an die übrigen Gäste. Sodann gedachte er der mittlerweile sämtlich verstorbenen zehn Gründer der Innung, der gleichfalls entschlafenen übrigen Berufskollegen, der Gefallenen des Krieges und der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung, während die Versammlung sich zu Ehren der Toten erhob und die Musik die Weise vom guten Kameraden spielte. Der Redner gab weiterhin in großen Umrissen einen Blick auf die Geschichte der Innung und wies dabei besonders auf die Einrichtung der Fachschule hin. Er erwähnte aber auch, daß im Friseur-Beruf in unserer Stadt eine starke Übersetzung besteht, und er führte dafür zwei Zahlenbeispiele an: im Jahre 1914 gab es in Gießen bei einer Einwohnerzahl von rund 33 000 Menschen 36 Friseure, im Jahre 1934 zählte man bei rund 35 000 Einwohnern 76 Friseurgeschäfte. Für den verschärften Kampf ums Dasein sei die Innung ein starker Schutz ihrer Angehörigen. Der Obermeister gab ferner der Freude und her Dankbarkeit feiner Jnnungsmitglieder für das Ausbauwerk unseres Führers Adolf Hitler Ausdruck und erwähnte mit besonderer Genugtuung die von der nationalsozialistischen Regierung geschaffene deutsche Handwerksordnung und die Einführung des großen Befähigungsnachweises, durch welche wieder Ordnung und Sauberkeit in das Handwerk gekommen und die Leistung allein wieder zum maßgebenden Faktor geworden sei. Am Schlüsse seiner Ansprache gab er dem Stolze der alten Handwerksmeister darüber Ausdruck, daß es ihnen vergönnt ist, an dem Neuaufbau des Handwerks mitzuarbeiten, und er forderte die jungen Handwerker auf, allezeit in Treue und Dankbarkeit zum Führer zu stehen und an feinem Werke mitzuarbeiten, weil nur dadurch das deutsche L» hri! auf den Führer. Für den Abend hatte die Ortsgruppe Wieseck hirn Zusammenarbeit mit der NSG. „Kraft durch Jieifee" für ein gemütliches Beisammensein goo-at Der geräumige Saal des Gastwirts Braun tor dis auf den letzten Platz besetzt als Orts- Ms penführer cand. phil. K I i n g die überaus zah- reden Gäste begrüßte. Sern besonderer Gruß galt btm Kreisgebietsführer K. H- K u hl (.G^ßen) und bin Ortsgruppenführern aus Öem Äretsgebiet, wie b.m Kreisleiter der NSG. -Kraft durch Freude M en, Bienengräber. Ber musikalischen ©eilt -rächte dann die Spielgruppe Kiefer aus Frank- irt a M ein reichhaltiges Programm amüsanter E interessanter Kleinkunst. Der ständige reiche 9-hU bero es daß die Wiesecker Ortsgruppe mit dl^rpflichtung dieser Künstlerschar allen Besuchern e:n frohen und unterhaltsamen Abend bereitet ! M dem gemeinschaftlichen Mittagessen sand e' Rundgang durch Wieseck siatt wobei auch e-i ?n Betrieben em Besuch abgestattet wurde^ Li Nachmittag trafen sich die Stenographen u jr Gäste im Braunschen Saal, um einige ver- Witte Stunden zu verleben. Der Letter des Krei Wi-tes, Prokurist K. H.Kuhl, leitete die Giegerverkimdigung || Dankesworten an die Wiesecker Kunstgen osten fi Die Uebernahme und gute Durchführung Igxng ein. Gleichfalls dankte er den gastfreien Beider Einwohnern für die große Anteilnah die Bereitstellung der Freiguartiere, sowie -eichen Gönnern, die mit dazu beigetragen Mm, daß eine stattliche Anzahl von Ehrenpreis verteilt werden konnte. Dank der vorzüglichen Or- pamjation und der fleißigen Mitarbeit des Wettschreibausschusses unter der Leitung von August Siebert, Gießen, konnte das Ergebnis des Leistunbsschreibens noch bekanntgegeben werden. Die aufgerufenen Namen wurden mit lauten Freudenrufen ausgenommen. OieErgebmffe des Leistungsschreibens. niger, Gießen; Aenne Magold, Gießen, und je Ehrenpreis; Frau Hildegard Keller, Gießen; Gertrud Hermann, Gießen; ©ertraut Hepding, Gießen. Sehr gut: Waltraut Müller, Gießen; Marie Schneider, Gießen; Hildegard Reinhard, Wetzlar; Katharina Grill, Gießen; Karl Heinz Kuhl, Gießen; Ernst Schneider, Wieseck. Gut: Wilhelm Liehr, Grünberg: Adolf Mäser, Büdingen; Ludwig H. Bester, Gießen. 140 Silben. Hervorragend: Ruth Wint- terlin, Gießen; Erika Wigandt, Gießen, und je Ehrenpreis. — Sehrgut: Hans Wahl, Friedberg; Karl Hahn, Wetzlar; Georg Bingel, Gießen; Ernst Schneider, Wetzlar; Karl Weinandt, Großen-Linden; Elly Fink, Gießen; Ida Fett, Großen-Linden; Albert Hinkel, Gießen; August Meisfinger, Gießen; Walter Zulauf, Gießen; Ernst Schmittdiehl, Gießen; Liesel Bernet, Friedberg; Willi Heidlindemann, Gießen; Georg Bieler, Friedberg; Helmut Seibert, Gießen. Gut: Willi Koch, Gießen; Otto Schneider, Gießen; Elli Philipp, Gießen; Ludwig Schöck, Gießen; Hans Werner, Gießen; Willy Luckhardt, Gießen. Abteilung 120 Silben. Hervo rrage nd: Anneliese Adam, Reichsbahn Gießen; Dina Michel, Grünberg; Emil Biedenkopf, Gießen; Hildegard Siebert, Gießen, und je Ehrenpreis; Wilhelm Haas, Gießen. Sehr gut: Trude Kadenbach, Friedberg; Maria Bernd, Reichsbahn Gießen; Ilse Hammer, Friedberg; Karl Fuchs, Gießen; Ria Dörmer, Gießen; Berta Eisenbach, Gießen; Irma Heußinger, Grünberg; Helene Schimpf, Butzbach; Max Throrn, Gießen; Karl Nachtigall, Gießen; Walter Bender, Großen-Linden; Hanni Groß, Friedberg; Karl Wilhelm Damm, Gießen; Lilli Reutzel, Friedberg; Maria Jhl, Friedberg; Lore Hofmann, Gießen; Elsbeth Waldmann, Wetzlar; Fritz Weiß, Gießen; Wil- t.) Um eb: 380 Färsen), kosteten: bis 43, bis 44, veine 50 Schweine fe ruhig- Helm Dapper, Wieseck; Gertrud Seiler, Wetzlar; Erna Klein, Wetzlar; Karl Enz, Gießen. Gut: Helmuth Henning, Reichsbahn Gießen; Marie Schmelz, Gießen; Heinrich Wahl, Reichsbahn G'e- ßen; Gretel Nestel, Friedberg; Elfriede Becker, Wetzlar. Abteilung 100 Silben: Hervorragend: Otto Bechstein, Friedberg, Helmut Stephan, Wieseck, Wilhelm Böhm, Schotten Friedrich 0. Lemmers, Gießen, sämtlich Ehrenpreise, Marie Gümbel, Großen-Linden, Hans Medebach, Gießen, Marie Einhäuser, Gießen, Hans Rupp, Wieseck, Josef Kämmerer, Gießen, Walter Albus Friedberg, Anneliese Suchan, Gießen, Marie Winter, Gießen, Wilh. Arnold, Gießen, Robert Hofmann, Gießen, Erwin Keßler, Gießen, Rudolf Grün, Grünberg, Karl Vierheller, Grünberg Ernst Krauß, (Brünberg, Rosemarie Simon, Gießen, Elfriede Werner, Gießen, Erna Bellof, Wieseck. -Sehr gut: Ernst Busch, Friedberg, Irma Schnecher, Wieseck, Else Georg, Gießen, Erwin Weller Wie- seck, Erna Dech, Wieseck, Walter Meyer^ Friedberg, Otto Strack, Wieseck, Marie Bierau, Wieses Kurt Merboth, Friedberg, Else Schmelz, Gießen, Elsbeth Löffler, Gießen, Adolf Michel, Wetzlar, Karl Hildebrandt, Gießen, Elly Erbe, Gießen Elfriede Bock, Gießen, Hans Post, Wieseck, Eli adeth L.ch Reichsbahn Gießen, Otto Deibel Wieseck, Wilhelm Eich, Gießen, Ernst Römer, Gießen, Paul Heldlmde- mann, Gießen, Anna Weihrauch, Greßen, Ernst Rock, (Brünberg Waller Ustnger Alsfeld Else Meckel, Bad-Nauheim, Gertrud Weigand, Gießen, Albert Schäfer, Gießen, Marie Rinner Gießen, Minna Heß. Bad-Nauheim. August Schneider, Grünberg. Margrit Fahrenbach, Gießen, Ruth Po- kroppa, Wetzlar, Alfred Erb, Wieseck Heinrich Schmadel, Grünberg, Annemarie Raab Gießen, Herbert Kais, Butzbach. — Gut: Gerda Hofmann, Gießen, Lieselotte Rühl, Gießen, Marie Klein, Wetzlar. _ s Abteilung80Silben: Hervor ragen d: Karl Zulauf, Gießen, Heinrich Sommer, Fr^dberg. Karl Scherer, Wieseck, Alfred ßHjerer, Wi^eck, (Bretel Hetzel, Friedberg, sämtliche Ehrenpreis Karl Stoll, Großen-Linden, Kurt Rottenbacher Friedberg, Friedrich Schmidt, Friedberg, Elfriede Reitz Butzoach, Liesel Melcher, Herta Dotier, Irmgard Fischer, alle ik. 6.30: in. 8.10: lernsunk. ]■ Nach' Mittags- iigkeiten. t Frau, i: Unter« Meister ; Preis« ein ®ar- den. l8; Klatsch, ik. Kleine ,k bringt ). Unter- achrichten lngs- um» Abteilung 2 4 0 Silben: Sehr gut u. E. Ewald Bötig, Gießen. Abteilung 220 Silben: Hervorragend u. E.: Fritz Reh, Gießen; Dora Kern, Gießen. G u i: Hans Schul, Friedberg. Abteilung 2 0 0 Silben. Sehr gut und Ehrenpreis: Willi Brückmann, Gießen; Richard Strauch, Gießen. Abteilung 18 0 Silben. Hervorragend: Emil Jost, Wetzlar; Karl Meister, Gießen; Emma Reitz, Gießen, und je Ehrenpreis; Emmi Huppert, Friedberg; Helmut Zschunke, Gießen. Sehr gut: Johanna Graf, Gießen; Else Schul, Friedberg; Gretl Roßkath, Gießen; Hans Becker, Gießen; Anni Schmittdiel, Gießen; Anneliese Be- fart, Wetzlar. Gut: Irmgard Schalch, Gießen. Abteilung 160 Silben. Hervorragend: Elvira Spitaler, Friedberg; Elly Pölitz, Gießen; Anneliese Pauly, Reichsbahn Gießen; Elfriede Ten- 2er älteste (Regierungsbaurat i. R. von Lemmers, Gießen, 75 Jahre alt) und der jüngste Teilnehmer (Werner Deibel, Wieseck, 13 Jahre alt) des Wettbewerbs, unterhalten sich über ihre Arbeiten. Der Kreis Gießen der Deutschen Stenographenschaft führte zu seinem Kreistag bereits am Samstag zahlreiche Vertreter der Ortsgruppen aus Oberhessen, das.Lahntal und dic angrenzenden preußischen Gebiete umfassenden Streisgebiet nach Wieseck. Die rührige Ortsgruppe unter der Leitung von cand. phil. Kling hatte in mustergültiger Weise die Vorbereitungen für einen reibungslosen Verlauf des Kreistages getroffen. Am Samstag wurde der Kreistag mit einer Unferrid)t61eifer=3efpred)ung in der „Germania" eröffnet Nach einleitenden Be- orußungsworten des Kreisgebietsführers K. H. Kuhl (Gießen) sprach der Gießener Ortsgruppenführer Heinrich Graf über „Die neuen Schriftformen". Durch vergleichende Darstellungen der Einheitskurzschrift von 1924 zur Deutschen Kurzschrift nach der Verordnung vom 30. 1. 1936 bewies, daß das nun einfachere Regelwerk und die einfachere Schreibweise eine glückliche Verbindung ber früheren Schreibform mit der jetzigen darstellen, so daß jeder, der das frühere Schreibsystem beherrschte, auch die neue Form lesen kann. Durch du Zusammenarbeit der Ministerien mit den I Sbulbehörden ist eine ausgezeichnete Arbeit geltet worden, die sich zum Vorteil Des einzelnen Breibers und zum Wohl des Volkes, das mit bem Gedanken und Wissen der Deutschen Kurzschrift zu durchdringen die Aufgabe der Unterrichtsleiter ist auswirken möge. — Bei der anschließenden I oertreterversammlung des Kreises konnte Kreisgebietsführer K. H. Kuhl etwa 50 Mbgefanbte der 17 Ortsgruppen des Kreisgebietes begrüßen. In einem umfassenden Bericht über die Iin erfreulicher Weise vorangeschrittene Arbeit rief zu weiterer Werbung für den Gedanken der I deutschen Kurzschrift auf. Zu der ständig steigenden Zahl der Schüler und der Unterrichtsstunden hat stlh ein Zuwachs von limd 200 Mitgliedern m Kreisgebiet gesellt. Du Kreis umfaßt nun- nchr in den 17 Orts- jrunpen rund 1700 Mit- jlieler. und es ist zu er- ixirten, daß auch die .Ml der Ortsgruppen ich vermehrt. Die Not- iDci^iafeit der Kurzschrift unb ihre Forderung durch Uie Negierung wirkt sich (;un h:"end aus. Die deutsche Kurzschriftler sind 4|tol; darauf auf ihre Art «im Aufbau des Volkes iniit elfen zu dürfen. Der Forschrift der Kurzschrift iMnlaßt sie, auch dem tNajchinenschreiben beson- ilelk Bedeutung beizumes- tien, und so soll auch diese Umbildung in den ein- ;leinen Ortsgruppen bes- ete Beachtung finden. Nachdem Kreiskassenwart Ludwig Gravelius ICchen) den Kassenbericht üorgetragen hatte, der miDnete Kassenverhältnisse auswies, wies der Ikieisgebietsführer noch besonders auf den Gau - :oc des (Baues Hessen der Deutschen Stenographen- ftrt am 4. und 5. Juli in Gießen hin und sor- stck die Ortsgruppen zu zahlreichem Besuch der ; Mtteien Provinzialhaupt- und Universitätsstadt | feen auf. Die Sitzung schloß mit dreifachem Sieg- f- K der Aus der Provinzialhauptstadt Gie- Äuskünften imstande sind. Der Kraftwagen wurde zu dieser Veranstaltung. Dankbar und sehr angeregt durch die Fülle schönen Eindrücke verlieh man das Haus. ist es nun auch ein ganz und gar berlinisches Tier geworden. Es ist schwer zu sagen, was diesen Namen so wertvoll macht. Schusterjungen mit zu großen Ohren heißen Orje. Aber es ist nicht das allein. Es ist jene unnachahmliche Mischung von Ironie und Scherz, die das Merkmal der berlinischen Sprache ist und die nur der richtig hört, der selber Berliner ist, mag er nun aus Pillkallen, Böpflingen oder Dippoldiswalde stammen. Denn Berlin ist niemandes Heimat, aber jedermanns zweite Heimat. Hier reißen wir ab, was wir anderswo stehenlassen müssen. Aber hier bauen wir auch auf, was wir zu bauen anderswo keinen Platz haben. Hier brauchen wir nicht steif und würdig zu sein. Hier dürfen wir jung und unverschämt sein. Hier wollen wir mal zeigen, was 'ne Harke ist. Und wenn die Harke neun statt sieben Zinken hat, wie andere Harken, dann sind wir unbändig stolz. Und dies ist im Grunde genommen ein Zeichen dafür, daß der Berliner naiv ist. Was die anderen über ihn denken, ist dem Berliner, wie er so schön sagt, ziemlich schnurz. Er hat die anderen alle ja recht gerne. Und jedenfalls ist es sehr viel besser, mit großer Sicherheit eine Sache falsch zu machen, als schwankend und zweifelnd zufällig das Richtige zu treffen. So können wir einem, der sich immer noch über uns ärgert, nur den Rat geben, entweder wegzufahren oder Berliner zu werden. Es gibt wenig Menschen, die das nicht erlernen können. Orje, das Elefäntchen, jedenfalls wackelt mit den Schuster- jungenoyren und ist mit uns völlig einer Meinung. ächzenden Ton aus, stand langsam auf und betastete sich. „Es ist Ihnen doch nichts geschehen?" rief Eleonore, „fehlt Ihnen was?" Professor Hall stieß einen zweiten ächzenden Ton aus. Sein Blick suchte ängstlich am Boden entlang. „Allerdings", flüsterte er, „mir fehlen — aber nein, da sind sie ja schon, meine —" er ergriff die beiden erschrecklich anzusehenden blutigen Fleischstücke, die da, aus dem Papier gefallen auf dem Pflaster lagen — „meine Nieren!" In diesem Augenblick nun fiel, wie schon gesagt — und wer hätte es an ihrer Stelle nicht getan? — Fräulein Eleonore in eine tiefe Ohnmacht. Hans Riebau. In Verbindung mit der Jubiläumsfeier der ßener Frrfeur-Jnnung fand — um die Verbundenheit des Gießener modenschaffenden Handwerks darzutun — am Abend eine große Modenschau statt, die sich für die Veranstalter zu einem großen Erfolg gestaltete. Die Modenschau war mit soviel Liebe und Sicherheit vorbereitet worden, sie trug ein so persönliches Gepräge, daß man nur wünschen Parkplätze für Verliebte. Es handelt sich hier nicht etwa um einen Scherz, sondern um einen ganz ernst gemeinten Vorschlag. Ein junger Mann namens Henry Meade aus Kansas City hat in aller Öffentlichkeit den Wunsch ausgesprochen, daß abseits der Städte Parkplätze angelegt werden, die lediglich von verliebten jungen Leuten benutzt werden sollen. Es ist nicht jedermanns Sache, unter den wachsamen Augen der künftigen Schwiegermutter zarte Beziehungen anzuknüpfen und jeden Besuch bei der Angebeteten im Salon abzustatten. Der temperamentvolle junge Liebhaber von heute vereinbart mit dem jungen Mädchen, dem sein Herz gehört, mit besonderer Vorliebe eine Autofahrt, bei der er, sicher das Steuer führend, unter Beweis stellen kann, daß er auch der richtige Lenker ihres Lebensgeschickes fein werde. Begleiten wir ihn auf feiner Fahrt aus dem Derkehrstrubel hinaus aus die Landstraße. Nach einer Weile sucht er eine Stelle, wo er eine Weile parken kann. Kaum aber hat er mit seiner Liebeserklärung begonnen, wird er ge- stört. Wagen um Wagen sausen an dem Verliebten vorbei, und immer wird dem jungen Fahrer bedeutet, daß hier kein Parkplatz sei. Statt einer Stunde ungestörter Aussprache muß er sich in Streitereien einlassen, bis schließlich ein Polizist auftauchr und das Parken an verbotener Stelle mit einer empfindlichen Geldstrafe ahndet. Muß das sein- Henry Meade kommt darum zu der Forderung: Schafft Parkplätze für Verliebte! „Wenn es meöf Verliebte gäbe und mehr Gelegenheiten für sie, sich miteinander ungestört zu unterhalten", sagte er, „dann würde es besser um diese Welt bestellt sein. Mein Plan wird sicherlich unter jungen Leuten allgemeine Zustimmung finden!" Vielleicht macht I Kansas City einmal einen Versuch?! kann, das Gießener modeschaffende Handwerk möchte gerade aus dieser Veranstaltung die Anregung gewinnen, in dieser Art öfter an die Oef- fentlichkert zu treten. Der Saal des Gesellschaftshauses war überfüllt und muhte etwa um die Zeit des Beginns der Schau polizeilich geschlossen werden. Für die Gießener Innungen, Die in Gemeinsamkeit die Schau trugen, dürfte dieses große Interesse eine schöne Anerkennung darstellen. Jnnungsmeister G ö tz hielt eine kurze Begrüßungsansprache. Reichsinnungsmeister Renz sprach in kurzen Sätzen davon, wie sich das Handwerk mehr und mehr darauf besinne, sich zu Entschlüssen durchzuringen. Er gab einen kurzen Rückblick auf vergangene Zeiten, sprach über die Uebersetzungen in einzelnen Berufen und den damit verbundenen Leistungsrückgang, stellte die Bedeutung der individuellen handwerklichen Leistung heraus und wies auf den Reichshandwerkertag hin, der in größtem Rahmen neue Anregungen guch für das mvdeschaffende Handwerk geben soll. Unter der anregenden, humorvollen und in ihrer Form recht glücklichen Ansage von Paul Nieren szum Teil auch Carl Ludwig Linds), wurden dann in einer bunten Reihe viele Kleidungsstücke vorgeführt. Mäntel in geschmackvollen modischen Formen, Pelzmäntel gediegenster handwerklicher Verarbeitung, Nachmittags- und Abendkleider, Sportkleidung, Sportkostüme und -kleider, Straßenkleider mit und ohne Capes, große und kleine Gesellschaftskleider — das alles zog in buntem Wechsel und Schulanfang und Sparsamkeit. Eine neue Generation von Abcschützen ist jetzt allerorts in die unterste Klasse der Schule eingetreten. Mit strahlenden Augen sahen sie dem großen neuen Ereignis in ihrem kleinen Leben entgegen. Viele Jahre lang wird die Schule, werden Lehrer und Lehrerinnen sie betreuen und ihnen den Weg in den Beruf ebnen. Mancher Vater und manche Mutter mag sich bei diesem neuen Wendepunkt im Leben ihrer Kinder die Frage vorgelegt haben, mit welchen Mitteln dem Kinde der Eintritt in das Berufsleben später ermöglicht werden soll. Eine Frage beherrscht alle Eltern: Wo nehme ich die erforderlichen Mittel her, um dem Kinde über die eigentliche Schulzeit hinaus die Möglichkeit zu einer vertieften Ausbildung und Fortbildung zu geben und ihm das Fortkommen zu erleichtern, ihm vielleicht einen Weg zur Selbständigkeit oder zu gehobenen Stellungen zu weisen? Unzählige Beispiele zeigen, daß nicht nur die Kinder wohlhabender Eltern es auf dem Lebensweg am weitesten bringen, sondern gerade auch diejenigen Kinder, die aus einer Familie mit bescheidenem Lebenszuschnitt stammen. Besonders auch diese Familien machen in ihrer Lebensführung die alte Erkenntnis wahr, daß nicht die Höhe des Einkommens entscheidend ist für die Stellung, die der Mensch im Lebenskampf erringt, sondern die Fähigkeit, mit dem nun einmal Vorhandenen zu wirtschaften und hauszuhalten. Sparsamkeit ist der Leitgedanke, der unsichtbar über einer ordentlichen Lebens- und Haushaltsführung steht. Eben diese Sparsamkeit yilt es der jüngsten Generation sinnbildlich unablässig vor Augen zu führen. Die segensreiche Einrichtung der Schulsparkasse, die dank der opferbereiten Arbeit deutscher Lehrer und Lehrerinnen in den Schulen weitgehend Eingang gefunden hat, ist an ihrem Teil dazu berufen, Erziehungsarbeit an deutschen Buben und Mädchen zu leisten. Die Schulsparkasse macht viele Kinder erstmalia mit dem Sparen bekannt; denn es gibt leider heute noch Familien in Deutschland, in denen eine Sparkasse oder ein Sparkassenbuch fehlt. Seit über 100 Jahren haben sich die Sparkassen die Verbreitung und Vertiefung des Schulsparens angelegen fein lassen. Jeder Pfennig den ein Kind seiner Schulsparkasse anvertraut, trägt nicht nur dazu bei, die heimische Kapitalbildung um ein geringes zu fördern, sondern gibt auch dem kleinen Sparer Selbstvertrauen und das Bewußtsein eigener Leistung. Der Schulbeginn, der Tausende und aber Tausende von jungen Menschen in ein neues Leben, in einen Pflichtenkreis einführt, ist wie wenige andere Gelegenheiten dazu angetan, Berliner Brief. Von Peter Bamrn. Es hat Leute genug gegeben, die glaubten, über die Streusandbüchse des Heiligen Römischen Reiches Witze machen zu dürfen. Aber mit den Landschaften ist es wie mit den Frauen. Sie sind immer schön, wenn man sie liebt. Und mit der Landschaft der Mark kann man sogar in einer recht glücklichen Ehe leben. Die Berliner sind bereit, den Sonnenaufgang über Madeira, das Alpenglühen, den Sonnenuntergang über der Lagune von Venedig zu bewundern, aber — Berliner! Hand aufs Portemonnaie? — was ist das alles gegen die weißen Segel an einem Juniabend auf dem Wannfee, wenn sanft ein Tango über die Wellen schwebt und der Wasserturm von Schwanenwerder erhaben im Strahl der Sonne glüht. Der Turm von S. Marco ist an und für sich poetisch. Der Wasserturm von Schwanenwerder wird es erst durch die poetische Kraft des berlinischen Gemüts. Neuerdings bauen wir wieder. Mit einem ungemeinen Vergnügen reihen wir die halbe Stadt ein und sind glücklich, sie dann anders wieder aufbauen zu dürfen. Dies ist als ein kindlicher Zug an der berlinischen Seele aufzufassen, denn man muß schon bis zu den Sandburgen der Pimpfe am Strand von Misdroy wandern, um etwas Aehnliches wiederzufinden. Eine besondere Rolle spielen dabei die Berliner Bäume. Es sind keine gewöhnlichen Bäume. Gewöhnliche Bäume stehen fest an Ort und Stelle und brauchen zwanzig Jahre, bis sie groß sind. Die berlinischen Bäume sind reine Märchenbäume. Sie werden manchmal drei Meter nach links oder vier Meter nach rechts verschoben, je nachdem wie die Verkehrsdezernenten geschlafen haben. Manchmal auch bekommt eine ratzekahle Straße über Nacht zwei Reihen prächtiger Linden, die auf Kommando airfmarfd)ieren, wie die Grenadiere Friedrichs des Großen. Auch leben die berlinischen Bäume nicht von Sauerstoff und Sonnenstrahlen, sondern von Auspuffgasen und Bogenlicht. Aber es sind eben wackere Bäume, die sich, wie der Berliner selber, brav durchs Leben schlagen, komme, was will. Berlin liegt an einem Fluß. Das freilich weih man mehr aus der Geographiestunde als aus der Erfahrung. Die Beziehungen des Berliners zur Spree sind mehr philosophischen als tatsächlichen Charakters. Freilich, von der Jannowitzbrücke weiß noch ein jeder, daß es sich um die Spree handelt. Der Osten ist eben im ganzen genommen solider unter häufigem starkem Beifall an den Augen der auf das Angenehmste überraschten Zuschauer vorüber. Zum Teil gab es Kleider aus selbstgewebten Stoffen mit Verzierungen, in Handarbeit gefertigt, zu sehen. Vor allem aber fielen zahlreiche Kleidungsstücke durch ihre sichere geschmackliche Gestaltung angenehm auf. Mit großem Interesse verfolgte man auch die sehr geschickten Vorführungen von Herren-Garderobe. Die Damen und Herren (fast durchweg aus Gießen und fast alle den Besuchern der Schau bekannt), die die Kleider vorführten, entledigten sich auf sehr geschmackvolle unaufdringliche Weise ihrer Aufgaben. Neben der Damen- und Herrenschneider-Innung, neben der Kürschner-Innung und dem veranstaltenden Friseurgewerbe trug auch die Putzmacher- Jnnung mit schönen Hüten zur Vervollständigung des guten Eindrucks bei. Eine Steigerung erfuhr der Abend durch einige künstlerische Darbietungen. Während Herr Paul Nieren mit einigen humorvollen Scherzen und Herr Lind mit zwei kleinen lustigen Liedchen aufwartete, führte Fraulem Hagemann mit zwei Darbietungen aus „Mignon und „Carmen" die dankbaren Zuhörer in das Reich der großen Gesangskunst. Reichsinnungsfuh- rer Renz dankte im Schlußwort dem Snnungs- obermeister Götz für die Initiative und Tatkraft furchtbare Begebenheit. Fräulein Eleonore, frisch und fröhlich wie immer, hat morgens um neun Uhr ihr schnittiges Kabriolet bestiegen. Um neun Uhr zehn aber ist sie in eine tiefe Ohnmacht gefallen, und das kam so: Gerade als das rote Licht an der Ecke Leopold- ftraße und Marktplatz sich in ein gelbes verwandelte, verließ Professor a. D. Hall den Laden des Metzgermeisters Kranzing und aing, ein kleines Fleischpaket unter dem Arm, mit schnellen Schritten über die Straße. Ebenso schnell aber — denn inzwischen war das grüne Licht aufgeflammt — schoß Fräulein Eleonores Wagen in die Straßenkreuzung und anschließend gegen die linke Flanke Professor Halls. Der Stoß war, da Eleonore sofort die Bremse trat, nicht allzu stark. Immerhin aber, Professor Hall fiel wie vom Blitz getroffen um. Eleonore sprang, nach Ueberroinbung der Schrecksekunde, aus dem Wagen und beugte sich über den Professor. Der stieß einen er die Glückwünsche der Handwerkskammer, der gesamten Handwerker des Kreises Gießen und des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Als äußeres Zeichen der engen Verbundenheit zwischen der Friseur-Innung und den übrigen Handwerkern überreichte er das Bild von Potsdam, das, den verstorbenen Generalfeldmarschall von Hindenburg und den Führer in der Garnisonkirche zu Potsdam zeigt. Weitere Glückwünsche wurden von zahlreichen Innungen der Nachbarstädte und von der Gehilfenschaft ausgesprochen. Den Dank der Friseur-Innung brachte Obermei- fter Götz zum Ausdruck, wobei er noch einmal mit herzlichen Worten der Dankbarkeit auf die großen Taten unseres Führers Adolf Hitler hinwies, durch dessen Werk Deutschland gerettet wurde. Mit freudiger Begeisterung stimmte die Versammlung in das vom Obermeister ausgebrachte dreimalige Sieg-Heil auf den Führer ein. Mit dem Ausmarsch der Fahnengruppe fand die Feier ihren Abschluß. Frisieren imVezirks-Weltbewerb Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der beruflichen Höchstleistung. In den Räumen des Gesellschaftsvereins fand sich eine große Menge von Zuschauern ein — Fachleute und Laien —_ bie dem Bezirksausscheidungs-Frisieren mit größtem Interesse folgten. Etwa 25 Wettbewerbsteilnehmer hatten sich mit ihren Modellen eingefunden und rangen vor den kritischen Augen maßgebender Fachleute um den Sieg. Die Teilnehmer waren als die Besten ihrer Innungen in Stadt und Land des Bezirks festgestellt worden und hatten nun im ge- steigerten Leistungswettbewerb in Können zu zeigen. An einem langen Tisch, vor vielen Spiegeln nahmen die Modelle Platz. Es war ein erfreuliches Bild, das sich nun den Zuschauern bot. Mit einer bewundernswerten Geschicklichkeit der Hände wurde hier gearbeitet, mit sicherem Blick überprüften die Friseure ihre Arbeit, während die Preisrichter den Verlauf der Arbeit beobachteten und in ihren einzelnen Phasen bewerteten. Jeder der Wettbewerbsteilnehmer hatte eine durchaus gängige Strahen- frifur zu zeigen, diese Frisur in eigener schöpferischer Arbeit zu entwickeln, in vollendete Harmonie zu Kopfform, Haarfarbe, zum Typus, ja, darüber hinaus auch zur Kleidung der Trägerin zu bringen. Das Ergebnis war ein sehr befriedigendes. Nach dem Abschluß der Frisierarbeit nahm die Prüfungskommission eine Nachprüfung vor, die den Zweck hatte, seftzustellen, ob die Frisur auch hält, d. h. ob sie von der Trägerin nachgekämmt werden kann, ohne daß sich im Fall des Haares Veränderungen ergeben. Als zweite Aufgabe des Wettbewerbs war eine Perücke aufzusetzen. Auch hier zeigten die Teilnehmer eine überaus sichere Arbeitsweise. Reichsinnungsmeister Renz, der es sich nicht nehmen ließ, die Veranstaltung in ihrem ganzen Ablauf aufmerksam zu verfolgen, wies in einer kurzen Würdigung darauf hin, daß sich der Leistungsstand gegenüber dem Vorjahre sichtlich gehoben habe. Er betonte, daß es notwendig sei, dieses Leistungsniveau zu heben, nicht nur um der Wirtschaftlichkeit des Gewerbes, sondern auch um des Kunden willen, um der Hebung unserer Kultur der Erscheinung willen. Den ersten Siegern des Wettbewerbs wurden schöne Preise zuteil. Auch der Oberbürgermeister unserer Stadt hatte einen Preis geftrftet. Das Ergebnis des Wettbewerbs: 1. Gruber, Frankfurt a. M., 140 P.; 2. Schmidt, Auerbach, 107 P.; 3. Jung, Wiesbaden, 105 P.; 4. Mueller, Kassel, 95 P.; 5. Wenninger, Gießen, 94 P.; 6. Rodemich, Michelstadt, 79 P.; 7. Stoffener, Mainz, 79 P.; 8. Schnegelberger, Hanau, 74 P.; 9. Limbacher, Marburg, 70 P.; 10. Mader, Bad Homburg, 70 Punkte. Die große Mdenslhau. als der Westen. Aber dann trifft man mal hier ein Wasser, mal da ein Wasser, und ich glaube, daß es sehr viel mehr Berliner gibt, die brauchbare Aussagen über den Lauf der Welt machen könnten, als Berliner, die über den Lauf der Spree etwas Zuverlässiges zu sagen wüßten. Jetzt soll die Spree wieder ein wichtiger Fluß werden, eine Lebensader, wie man so Jagt. Dafür muß natürlich wieder eine Menge abgerissen werden und da sind wir ja denn auch alle wieder sehr dafür. Die Spree hat nur wenigen Dichtern Anlaß gegeben, sie mit schwungvollen Worten zu preisen. Ja wahrscheinlich sind mehr Poeten in sie hinem- gesprungen, als es Lieder über dieses karge Wasser gibt. Sie ist ja auch man mickrig. Niemand weiß so recht, wo sie herkommt. Und ihr Ende in der Havel ist auch nur so ein besserer Selbstmord. Dabei ist Berlin eine reine Lagunenstadt, und es gibt in Berlin mehr Brücken als in Venedig. Aber jetzt werden wir die Spree zu hohen Ehren erheben und die Fremden sollen staunen, was für ein enormes Flüßchen das ist. Auf den Spree- terrassen werden wir bann viele Bäume aufmarschieren lassen und wundervolle Kaffees begründen. Die Kölner werden blaß und beschämt nach Hause fahren. So wie die berlinischen Bäume und der berlinische Fluß durch die Zivilisation ihren besonderen Charakter gewinnen, so ist auch die übrige berlinische Natur ganz eigener Art. Wiesen werden quadratmeterweise gepflegt in Form von Vorgärten. Blumen wachsen fünfundzwanzig Meter hoch an kahlen Steinwänden auf Fensterbänken, wo kein Edelweiß mehr Wurzel fassen könnte. In einem Vorgarten sah der Chro- nist eine Katze in der Sonne sitzen — es war in den köstlichen Tagen des späten Februar —, die trug um den Hals einen Bindfaden, der, acht Meter lang, durch das Fenster in die Stube führte und am Pedal eines Klaviers festgemacht war. Dies war eine ganz und gar berlinische Katze. Aber jetzt haben die Berliner ein neues Spielzeug, und sie sind einfach selig damit. Das ist der neugeborene kleine Elefant im Zoo. Dieser Elefant, ober vielmehr biefes Elefäntchen, mußte natürlich einen Namen haben. Man hätte ihn „Maharabscha" nennen können ober „Abu Kaid" ober vielleicht auch „Michael", alles schöne Namen für einen Elefanten. Sicherlich hat ber Chef bes Zoos eine Direktionssitzung abgehalten, um sich mit seinen Mitarbeitern über ben Namen zu unterhalten. Aber bie Berliner sinb ihm zuvorgekommen. Das Elefäntchen heißt „Orje" unb bamit ben Geist der Sparsamkeit und des Verantwortungsbewußtseins für die Volksgemeinschaft auch in den jüngsten Gliedern des Volkes zu wecken. Dornotizen. Tageskalender für INonlag. NSG. „Kraft durch Freude": 18 bis 19 Uhr und 19 bis 20 Uhr Tennis. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Hauptmann Sorrell und sein Sohn". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die luftigen Weiber". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brand- platz): 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Werken van Fritz Heidingsseld, Danzig, und P. A. Böckstiegel, Dresden. Der Zirkus Atthosf macht in unserem heutigen Anzeigenteil nach einmal auf fein am morgigen Dienstag in Gießen beginnendes Gastspiel aufmerksam. (Siehe Anzeige.) Dabei sei auch vermerkt, daß die Reichsbahn von allen Bahnhöfen der Umgegend Sonderfahrkarten nach Gießen ausgibt. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Mtte. Setr.: Lebensmittelopferring. Am Mittwoch, 6. Mai, werden die Spenden — Pfundsammlung — durch die NS. Frauenschast eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt ber Päckchen auf ber Umhüllung kenntlich zu machen unb bie Mitgliebskarten zur Quittungseinzeichnung bereitzuhalten. Wiedersehensfeier der aktiven Zetdkompanie 4./116. Man berichtet uns: Monatelanges, ja jahrelanges Aus allen Briefen klang es: Wir müssen uns wie- berschen! So würbe ber Boben vorbereitet für die Erfüllung des Wunsches. Zwei Weihnachtsrundbriefe mit Berichten über und von Kameraden brachten ein Zusammentreffen zum Vorschlag. Die Gießener Kameraden übernahmen die Ausgestaltung der Feier aufgebaut auf kameradschaftlicher Hilfe. Voller Be. geifterung spendeten zahlreiche Mitglieder der Kompanie unaufgefordert Beiträge, damit Minder- begüterte bie Stunde des Wiedersehens miterleben konnten. So fand nun am gestrigen Sonntag in Gießen eine schlichte und eindrucksvolle Feier statt. Auf den Ruf des Kompanieführers zum Sammeln eilten aus nah und fern die alten Kompanieangehörigen zusammen, rund 100 Mann. Auch das Saargebiet sandte den ehemaligen Gefreiten Schaub ((Befreiter Schwung), jetzt Kreisleiter und M. d. R. Im „Bayerischen Hof" begrüßte Kamerad R ö h r die Erschienenen mit den Worten: „Wir gehören zusammen und bleiben zusammen. Wir sind kein Verein — aber eine Kameradschaft, gebunden durch das gemeinsame Erlebnis." Mit Stolz konnte er feststellen, daß der gute, gesunde und alte Geist gewahrt geblieben war, unb wünschen, baß der Kompanie-Familientag bei allen in guter Erinnerung bleiben möge. Dann gedachte er durch Namensnennung der mehr als 200 Toten der Kompanie. Uebergehend auf die heutige Zeit feierte er den Führer als den Retter Deutschlands, als den Kriegskameraden, der uns den Glauben an unser Vaterland roiebergab. Einstimmig würbe Röhr beauftragt, bem Führer herzliche Grüße alter Front- (ameraben zu überfenben. Nach einem- kräftigen Eintopfgericht erfolgte gemeinsamer Gang zum Denkmal bes J.-R. 116, wo Kamerab Bellos mit kurzen, markigen Worten ber Toten gebuchte, einteitenb mit einem Gebicht von von Wallenberg, beginnend mit den Worten: Niemals aber ward erreicht, was dem deutschen Fußvolk gleicht! Aeußere Ehren kennt es nicht, kennt nur seine harte Pflicht. Ernst das Auge, blaß die Wangen, leise in den Tod gegangen, wo des Vaters Leid verdorrt, folgt der Sohn unb spricht kein Wort. Darauf legte er ihnen zu Ehren im Namen ber Versammelten einen Kranz nieber. Im Schützenhause würben bann noch einige frohe Stunben verbracht, ausgefüllt mit Erinnerungen an bie Kriegszeit unb mit frohen ©olbatenliebern. Kreisleiter Schaub feierte in begeifternben Worten die Kompaniekamerabschaft und die Saartreue zum Vaterland. So verlief bie Wiebersehensfeier in schönstem Einvernehmen. Beim Abschieb kam lebhaft zum Aus- bruck, baß recht halb roieber bie 4./116 sich zusammen- finben möge in noch größerer Anzahl. 55. Hauptversammlung des VHE LPD. Der Gesamt-Vogelsberger Hohen-Club hält am 6. unb 7. Juni feine 55. Hauptversammlung in Schlüchtern ab. Am Samstag, 6. Juni, finbet nachmittags bie Beiratssitzung statt, am Abenb folgt ein Deutscher Abenb. Für Sonntag, 7. Juni, früh, ist ein Festgottesbienst vorgesehen, um 9 Uhr beginnt die Hauptversammlung. Den Abschluß ber Tagung bilben nachmittags ein Umzug unb ein Volksfest. Zu der Tagung sind alle VHC.-Zweig- vereine, sowie die übrigen Gebirgs- unb Wanber- oereine eingelaben. ** E i n Autounfall, besten Ursachen noch völlig im Dunkeln liegen, wurde im Laufe ber letzten Nacht burch eine zufällige Beobachtung festgestellt. Wo bieser Unfall passiert ist und wie es dazu kam, entzieht sich bis jetzt noch der Kenntnis der Polizeibehörde. Das Unglücksauto wurde beim Fahren im nordöstlichen Stadtviertel angehalten, weil an bem Wagen nur eine Lampe brannte. Als die Beamten zwecks näherer Feststellung an ben Wagen herantraten, bemerkten sie, baß auch bie Tür bes Autos abgerissen war und die drei Insassen stark bluteten. Alle drei wurden nach der Klinik verbracht, wo sie mit erheblichen Verletzungen darniederliegen, bis jetzt aber noch nicht zu Vorarbeiten, ehe die Saat reifte. Wie kam es zur Tat? Harte Kriegsjahre in Frankreichs Fluren. Leiden, Sterben, unb aus all bem Grauen heraus erwuchs bie Kamerabschaft in ihrer schönsten Form. Wer diese Zeiten miterlebt hat, kann sie nicht vergessen. Immer unb immer roieber nehmen bie treuen Kameraben von uns Besitz, wir müssen an sie ben» ken. Der Wunsch entsteht, bie ßebenben wieberzu- sehen, berer, bie ihr Herzblut für das Vaterland Hingaben, zu gebenten im Kreise treuer Kamerabschaft. Immer stärker finbet bies Sehnen Ausbruck bei ben ehemaligen Offizieren unb Mannschaften. Ganz be» sonbers bei Kamerab Karl Rohr, Kompanieführer ber 4., von 1914 bis 1916. Mit rührigem Eifer sammelt er bie Anregungen, ein lebhafter Briefwechsel ’Ziusrunften imjianoe jino. d entstaub zwischen ihm und ben ehern. Angehörigen. | von der Polizei sichergestellt. „ff ßoit SerSr«.1 SÄ? Sommer Deutlich Der neue a D. mildem Sn Sezitksfü ^onit Wberretygj 'Hefcuno Er gedacht dahingegange die gefallene! die Gefallen, da^e er de a.D. Kott Kreisführer widmete feir beit, feiner ( als Soldat! Zu Ehren d Häufer"-Bezn benen erhob Plätzen. BezirksM daß der Lan a.D. Raith Kreisoerbande stellte der B. Anforderungen und feine @e‘ nur das kai pflegen, fond Zielen führen mit fozialer 5 fchaft und de das schwerste der Führer d schäften zu h fetzungen für die Treue, ba; viele Kleinarb Verhältnis zu Kameraden. 1 nen, braucht Führung, bas und auch ba1 bemüht. Zm Führertums neuen Kreisf führte ihn bi M Dank« und feierliche Srci' über feine Be sie für einen Unb für feine alle M Be Mung stehen ihren ^xtr er bie hoW ben alle bie busb einigen nicht ben W Mit befon sichrer, Kam dann einen 1 Arbeit, als t an bas geif schäften zu treue hat jh Leben des Ä Zusanm öiefem fr/an Wendigkeit de Äderen Sold 'rstrebt werbt Lur Mitarbeit Ät(n * beweisen, ^llaus. ßie ! Satiren ? 9et4u ^lerntelten ■ As "s. ®?rein bfltf?«1 d-gt "'N ai5 c. l Spesen 25® «ehe 2 lehr habeNcha. '$&• hebitrt seicht! ingen, in Wort. tarnen der schönstem Sin- ast zum Aus« sich zusammen. «ft* bro*tÄ:lee I einige siche inenmgen an ilbateniiebetn. mben Wartet! -aartreue zum V» Feier -M" m,t=rkbtn ä 6»’"1 » "Ä Zär ’Qmmen unj T ^et tin> Warne ßt. ' «m ™« « * W*-r »toten der N eierte mb3, als ben 7 * miet bi. all‘t foul. erfolgte n. ^Borten der Gedicht von )rten: ti M öhen'Club holt ersammlung in 6. Juni, finbet im Abend folgt 7. Juni, früh, im 9 Uhr be- Abschluß der nzua und ein VM.-Zweig- und Wander« lrsachen noch taufe der letz- chimg fesige« b wie es dazu Kenntnis der würfle beim tel- angehalten, )t brannte. Als tellung °n den daß auch oie id die drei > urden nach M lichen Derlehun- nach nichts aftwagen mW hm?" ri‘l •*' n °ch^2 «SS /A *8 \» schon «ÄS l“4L aberft inen- 2je< "SW „Kyffhäuser"-Kreisverband Gießen unter neuer Führung. Gommer-Verbandstag des Kreisverbandes Gießen des Deutschen Reichslriegerbundes ^Kyffhäufer-. Reichstriegertag 19 3 6 in Kassel hin- gewiesen. Nähere Anweisungen werden rechtzeitig bekannt gemacht. Durch die Werbung in den Ka- radschasten ist die Adolf-Hitler-Freiplatz- spende stark gefördert worden. Bei der Erledigung organisatorischer Fragen wurde die Unterteilung des Kreises in fünf Gebiete festgelegt, die eine regere Bearbeitung aller wichtigen Fragen erleichtern soll. Der Kreisverband Gießen des Deutschen Reichskriege r^bundes ,^yffhäu> I e r* hielt am gestrigen Sonntagvormittag in dem Mit dem Hakenkreuzbanner und den alten und neuen Bundesfahnen geschmückten Saale des Katholischen Vereinshauses zu Gießen seinen diesjährigen Som m'e r - D e r b a n d s t a g ab, der außerordentlich gut besucht war. Der neue Kreisverbandsführer, Oberstleutnant a. D. R a i t h (Gießen) eröffnete den Verbandstag mit dem Gruß an den Führer. Hierauf sprach Bezirksführer Anttsgenchtsrat Stumpf Bad-Rauheim. Er gedachte zunächst der Toten, die in letzter Zeit dahingegangen sind, und schloß in dieses Gedenken die gefallenen Kameraden des großen Krieges und die Gefallenen der Bewegung ein. Besonders gedachte er des verstorbenen Bezirksführers, Oberft a. D. K ö t t f ch a u (Bad-Nauheim), der zugleich Kreisführer des Kreisverbandes Gießen war und widmete seiner umsichtigen und erfolgreichen Arbeit, seiner aufrechten und selbstlosen Persönlichkeit als Soldat und Mensch einen herzlichen Nachruf. Zu Ehren dieses ersten Bezirkssührers des ,Lyft- Häuser"-Bezirksoerbandes und der übrigen Verstör- benen erhoben sich die Dersammetten von den Plätzen. Bezirksführer Stumpf führte dann weiter aus, daß der Landesverbandsführer den Oberstteutnant a. D. R aith in Gießen als neuen Kreisfuhrer des Kreisoerbandes Gießen berufen hat. Eingehend stellte der Dezirksführer dann die Aufgaben und Anforderungen, die ein solches Amt an den Führer und seine Gefolgschaft stellen, heraus. Er soll nicht nur das kameradschaftliche Leben anregen und pflegen, sondern auch fördern und zu höheren Zielen führen. Autoritäre und autoritative Tätigkeit mit sozialer Arbeit, dem Dienen an der Kameradschaft und dem Kameraden, zu verbinden, das ist das schwerste des Amtes: denn nur dadurch vermag der Führer das lebendige Leben in den Kameradschaften zu heben und zu fördern. Die Voraus- segungen für solche verantwortungsvolle Arbeit sind die Treue, das gläubige Wollen, die Hingabe an die viele Kleinarbeit und das lebendige und persönliche Verhältnis zu den Kameradschaftsführern und den Kameraden. Ilm solche Aufgaben meistern zu können, braucht der Kreisführer das Vertrauen der Führung, das diese ihm bereits ausgesprochen hat, und auch das der Gefolgschaften, um das er sich bemüht. Im Sinne der soldatischen Auffassung des Führertums verpflichtete der Bezirksführer den neuen Kreisführer Oberstteutnant a. D. Raith und führte ihn damit in sein Amt ein. Mit Dankesworten für die herzliche Begrüßung und feierliche Einführung sprach dann Kreisverbandsführer tRaiff, über seine Bereitwilligkeit zur Pflichterfüllung, wie sie für einen alten Soldaten selbstverständlich ist. Und für seine Kameradschaften betonte er, daß sie alle zum Bezirksführer in Treue und Pflichterfüllung stehen, wie die alten Soldaten immer zu ihren Führern gestanden haben. Weiterhin sprach er die Hoffnung aus, daß die alten Soldatentugenden alle diejenigen Volksgenossen im Kysfhäuser- bund einigen und zusammenführen mögen, die noch nicht den Weg zum Bunde gefunden haben. Mit besonderer Freude begrüßte er den Ehren- fuhrer, Kamerad Professor Kraemer, und gab bann einen Ueberblick über die von ihm vorgesehene Arbeit, als deren Grundlage er allem anderen voran das geiftige und innere Leben der Kameradschaften zu stellen gewillt ist. Die alte Soldatentreue hat ihren prakttschen und realen Wert im Leben des Volkes wieder erhalten, und sie erfordert das Zusammenstehen aller alten Soldaten. Aus diesem Zusammenstehen ergibt sich auch die Notwendigkeit der Zusammenarbeit, wie sie mit allen anderen Soldaten- und Regimentskameradschaften »rstrebt werden soll. Er rief alle alten Soldaten zur Mitarbeit auf, damit sie ihr Eigenleben als Soldaten zum Wohle des Volksganzen gestalten und beweisen, daß die alten Soldaten noch da sind. Mit besonderem Dankeswort an den Kameraden Hugo Hartmann (Gießen) für die Mitarbeit schloß er seine Ausführungen mit einem Appell an alle alten Soldaten zur Mitarbeit am neuen Staate. Aus der Fülle feines eigenen Fronterlebnisses an der persischen und der türkischen Front verstand es Oberstleutnant a. D. Raith, den Wert der Luft- roaffe nachzuweisen. Seine Ausführungen über die Bedeutung der Luftwaffe liehen die Unterschiede zwischen den Jahren des Weltkrieges und der heuti- jen Zeit erkennen und begeisterten für die Weit- icht und die Fürsorge des Führers, der dem deut- chen Volk feine Wehrmacht wieder geschenkt und ihm seine Ehre wiedergegeben hat. Landesfinanzamtsdirektor Lindenstruth sprach dann über Dersicherungsfragen. Ganz besonders wurde auf rege Beteiligung am Kreisschießwart Klein berichtete über das Schießwesen, das sich im Kreise Gießen in bester Ordnung befindet, so daß der Kreis hinsichtlich der Meldungen und Erfolge an erster Stelle im Landesverband steht. Die neue Schießordnung erfordert gesteigerte Leistungen und darum ebenso treue Pflichterfüllung wie bisher. Bezirksführer Stumpf dankte Kreisschießwart Klein besonders für seine großen Verdienste und sprach auch dem Kreisverband seine Anerkennung für die geleistete Arbeit aus. Nach Erledigung organisatorischer Fragen wurde der Kreisverbandstag durch den Kreisführer mit dem Treugelöbnis zum Führer geschlossen. Heimatvereinigung Schiffenberg. Die Heimatvereinigung Schiffenberg hielt am gestrigen Sonntagnachmittag auf dem Schiffenberg ihre Hauptversammlung ab. Nach Begrüßung der Besucher durch den Dereins- führer, Dberforftmeifter Nicolaus, erstattete der Schriftführer der Vereinigung, Rektor i. R. D. Müller den Tättgkeitsbericht. Er verwies dabei auf die im abgelaufenen Jahre durchgeführten Veranstaltungen, erwähnte die Schenkung des Limesgeländes von Geh. Rat Sommer, das mit einem zugehörigen Acker 3199 Quadratmeter umfaßt, und berichtete über die zur Verschönerung der Umgegend des Schiften- bergs durchgeführten Maßnahmen. Hierzu gehöre auch die zusammen mit dem Verkehrs- und Der- schönerungsverein vorgenommene Neudeckuna der Ahutzhütte auf der Theodorsruhe. Auch das Forst- amt Schiftenberg habe, zum _Ieil auf Anregung der Heimatvereinigung, Verschönerungen und Verbesserungen in der Umgebung des Schiffen- berges veranlaßt. Weiter hab^ die Heimat- oereinigung die maßgebenden Stellen auf die Beschädigungen hingewiesen, die teilweise unbedacht, teilweise aber mit Absicht verursacht würden. Es sei Pflicht der Waldbesucher, die Behörden in dem Bestreben, die Naturschönheiten zu erhalten, zu unterstützen. Der Bericht erwähnte schließlich noch den von der Heimatvereinigung auf dem Schiffenberg durchgeführten Wandschmuck. Die Rechnungsablage erfolgte durch den Rechner der Heimatoereinigung, H. Kirchner. Während die Einnahmen des Vereins im abgelaufenen Jahre 243,90 Mark betrugen, beliefen sich die Ausgaben auf 243,47 Mark. Der Voranschlag für 1936/37 sieht in Einnahme und Ausgabe 250 Mark vor. Die Mitgliederzahl betrug zu Beginn des Dereinsjah- res 260, ausgetreten, verzogen und gestorben sind zusammen 29, neu eingetreten 22, so daß bie Bereinigung am Schluß des Dereinsjahres 253 zählte. Im weiteren Verlauf der Versammlung berichtete der Dereinsführer über die für Juni vorgesehene feierliche Uebergabe des von Geh. Rat Sommer der Heimatvereinigung zum Geschenk gemachten Limesgeländes, die an der .Deutschen Wacht" in Obersteinberg erfolgen soll. Bei dieser Gelegenheit soll auch die Uebergabe des Geländes an der „Deutschen Wacht" an die Gemeinde Watzenborn- Steinberg stattfinden. Gleichzeitig werden zwei von Geh. Rat Sommer gestiftete Gedenktafeln mit den Inschriften „Dem Andenken der Chatten" und „Stiftung für Dolksvorträge für deutsche Geschichte' an dieser Stelle ihrer Besttmmung übergeben. Anschließend ist eine weitere Feier an dem Barbarenstein vorgesehen, bei welcher eine dritte Gedenktafel (ebenfalls eine Stiftung von Geh. Rat Sommer) geweiht werden soll. Für die in der Nähe des Limesgeländes geplante Blockhütte liegen Entwürfe bereits vor. Die finanzielle Unterstützung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins und anderer Or- ganifationen steht in Aussicht. Inmitten der Blockhütte soll ein großer Tisch aus Stein hergestellt werden, auf dem die Landkarte des Limesgeländes ausgehauen werden soll. Dereinsführer Nicolaus betonte dann nochmals die Bedeutung der von Geh. Rat Sommer erfolgten Schenkung. Die Heimatvereinigung fei nicht nur Grundbesitzerin geworden, sondern habe eine Tradition übernommen, die sie pflegen müsse. Geh. Rat Sommer habe der Heimat durch die Erhaltung des Limesgeländes einen großen Dienst erwiesen, es vor Einebnung bewahrt und als Denkmal deuftcher Geschichte erhalten. Dafür gebühre ihm besonderer Dank. In Anerkennung der auf dem Gebiet der Heimatpflege geleisteten Dienste und in Anbetracht der hochherzigen Schenkung an die Heimatvereinigung beschloß die Versammlung einmütig, Geh. Rat Sommer zum Ehrenmitglied zu ernennen. Geh. Rat Sommer dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung und betonte, daß er auch weiter zur Mitarbeit bereit sei. Anschließend an die Versammlung fand eine Familienzusammenkunst statt. Neben musikalischen Darbietungen erfreute Frau Steiner, Hausen, begleitet durch Pfarrer Steiner, durch den Vortrag mehrerer Lieder, während Rektor i. R. M ü l - l e r mit einer Reihe von Anekdoten aus der Schule aufwartete. Oberheffen. Ratsherrensihung in Schotten. X Schotten, 30. April. Gestern abend fand eine Sitzung d e r Ratsherren im Rathaus statt. Dor Eintritt in die Tagesordnung widmete der Bürgermeister dem verstorbenen Ehrenbürger der Stadt, Geh. Reg.-Rat S ch ö n f e l d , anläßlich seines'100. Geburtstages einen Nachruf. Die Rechnung des städtischen Krankenhauses aus Rj. 1934 wurde vorgetragen: sie schließt mit 66 600 Mark ab und hatte ein gutes Ergebnis. Der Voranschlag des Krankenhauses für Rj. 1936, der sich in Einnahmen und Ausgaben mit je 66 500 Mark beziffert, wurde angenommen. Das Hotel „Posthäuschen" gelangt am 16. Juni zur Versteigerung. Zwischen dem seitherigen Inhaber W. S ch l ä r b und dem neuen Pächter Heinr. Straub wurde ein Vertrag abgeschlossen, der bei dem mitspielenden Jnteresie der Stadt die Billigung der Ratsherren fand. , Für die NSD.-Freiplatzspende wurde ein angemessener Betrag bewilligt. Mit dem hiesigen Turn- und Gesangverein wird ein Abkommen getroffen, das die beiderseitigen finanziellen Beziehungen regelt. Für das Schülerturnen und die öffentlichen Veranstaltungen wird die Turnhalle zur Verfügung gestellt. Die neuen Steuerausschlagsätze für die Gemeindeumlagen im neuen Rj. 1936 haben überall eine Senkung erfahren und wurden von den Ratsherren gutgeheißen. Ebenso wurde dem Erlaß einer Filial- und Warenhaussteuer, die einen 200 v. H. Zuschlag vorsieht, zugestimmt. Die Gederner Straße wird an der scharfen Kurve am Stadtausgang erweitert, das notwendige Gelände wird von der Stadt gestellt. Der an Pfingsten stattfindende Prämiierungsmarkt und die Verlosung wurde besprochen. Mit Sieg-Heil auf den Führer wurde die Sitzung geschlosien. Von der Reichsautobahn. J) Alsfeld, 2. Mai. In der Gemarkung Alsfeld wurde mit den Erdarbeiten für die Herstellung des Straßenkörpers für die R e i ch s a u t o - bahn begonnen. Es handelt sich um die Aushebung des Bodens. Die Arbeiten werden ausgeführt von den Firmen Tappe in Idstein (Taunus) und M a g e r in Liederbach (Kreis Alsfeld). Jeder Unternehmer hat je nach Forftchreiten der Arbeiten eine Kolonne von 60 Mann zu stellen. Mit den erforderlichen Bauwerken wird zu einem späteren Zeitpunkt begonnen werden. In dem im Zusammenhang mit der Erbauung der Reichsautobahn eingeleiteten Feldbereinigungsverfahren wird gegen- roärtig die Bonitierung der Grundstücke durch die Dollzugskommission vorgenommen. Der Motorsturm S/M. 447 im Reichswettkampf des TlSKK. Arn vergangenen Dienstagabend wurden bei dem Motor sturm 5 / M 147 Lich-Hungen im Rahmen des Reichswettkampfes des NSKK. die Leistungsprüfungen 6 und 7 von NSKK.- Führern aus verschiedenen benachbarten Einheiten abgenommen. Die Leistungsprüfung 6 umfaßt das Verhalten des Kraftfahrers im Straßenverkehr und Hilfsdienst. Sie wird in Gestalt eines Planspiels durchgeführt und soll dartun, inwieweit der NSKK.- Mann die Reichsstraßenverkehrsordnung beherrscht; ob er sich sicher im Straßenverkehr bewegen kann und ob er bei etwa eintretenden Unglucksfällen von schneller Entschlußkraft und Handlungsfähigkeit ist. Denn von chm wird verlanat, daß er beispielgebend in der Beachtung der Verkehrsdisziplin ist und daß er durch einwandfreies Verhalten auch erzieherisch auf andere Verkehrsteilnehmer einwirken kann. Mit dieser Prüfung war gleichzeitig eine schriftliche technische Prüfung verbunden, bei der 5 Fragen beantwortet werden mußten. Hier sollte fest- gestellt werden, ob der NSKK.-Mann auch wirklich mit der Technik seines Fahrzeuges so vertraut ist, daß er plötzlich auftretende Schäden selbst erkennen und schnell beheben kann. Darüber hinaus soll er aber auch imstande sein, andern mit Rat und Tat zur Sette zu stehen. Neben diesen beiden theoretischen Prüfungen läuft noch eine praktische Leistungsprüfung, bei Der die handwerklichen Fertigkeiten des NSKK.-Mannes im Vordergrund stehen. Hierbei kommt es ganz auf die Schnelligkeit an, mit der die einzelnen j)ani)» griffe ausgeführt werden; kann doch der NSKK.- Mann in eine Lage kommen, wo eine Entscheidung nur von wenigen Minuten abhängt. Bei dieser praktischen Prüfung wurde der Sturm in 4 Gruppen eingeteilt, die nacheinander Reifen» wechsel, Radwechsel, Kerzenwechsel und Düsen- wecysel vornehmen mußten. Da heißt es geschasst, wenn man in wenigen Minuten den Schlauch auswechseln soll, um die Höchstzahl der Punkte zu erreichen. Hastig wird mit 2 Montterhebeln gearbeitet, um die Decke von den Felgen zu losen. Dann wieder den Schlauch hineingezwängt und zum Schluß noch 50 Stöye mtt der Handpumpe. Zwei Minuten, 29 Sekunden war die beste Zeit, eine außerordentlich gute Leistung. Jetzt die 2. Ausgabe: Abends als Letztes Chlorodont -dann erst ins Bett! Nachdruck verboten! 6. Fortsetzung den großen kelnd auf wachte streng darüber, daß man auch nicht einen vergaß. Basen und Tanten, mit denen man sonst kaum einmal im Jahr zusammenkam, mußten ausgesucht werden. Ueberall fragte man Benedikts das gleiche, überall mußte sie dasselbe antworten. „Ich komme mir schon vor wie ein Grammophon", klagte sie eines Abends Onkel Preysing, „schade nur, daß ich nicht eine Platte auf die Walze legen und mir so diese ständigen Wiederholungen erfparen kann. Ach, wenn ich nur erst in Oevens- hoe wäre!" „Ich glaube, du freust dich mehr als mein Junge!" meinte der alte Oberst. „Hans-Hermann sieht die Geschichte mit einem lächelnden und einem weinenden Auge an." „Laß ihn nur erst dort fein, dann wird er übers ganze Gesicht lachen!" Benedikte war davon überzeugt, jeder mußte doch glücklich sein, diese Riesenstadt hinter sich zu haben. Sie zerfraß einem ja die Stille zu sich selbst. Die letzten Tage vor der Abreise waren mit den verschiedensten Besorgungen ausgefüllt. Don Oevens- höe her hatte ihr Fräulein Giesecke einen genauen Bericht über das Haushaltsinventar gegeben. Und es stellte sich heraus, daß da noch so einige Dinge waren, die Benedikte dringend brauchte. Zu alldem kam ferner die Umstellung der Garderobe. Auch hierzu hatte Fräulein Giesecke dringend geraten. Wenn Benedikte auch gewöhnt war, an freien Sonn- oder Feiertagen bei Wind und Wetter in die Natur hinauszulaufen — es lag doch ein Unterschied darin, ob man nach ein paar Stunden wieder in den behüteten Umkreis der Großstadt zurück- kehrte, oder ob man weite Märsche auf Oevenshöe machen, ob man in feinem Gemüsegarten bei gutem und schlechtem Wetter arbeiten wollte. Feste Schnürstiefel, ein dicker Delmantcl, ein neuer Trai- ningsanzug, Wollstrümpfe (das Entsetzen Frau Agathes) waren nötig. Dazu mußte man auch für falte Tage und Herbstregen mit dem Notwendigsten gerüstet sein, und des weiteren durfte es an Haus- und Arbeitskleidern nicht fehlen. „Wie eine Bauernmagd wirst du aussehen", jammerte die Mutter, als Benedikte mit ihren Blaudruck-Schürzen und ihren einfachen Wollsachen ankam. (Fortsetzung folgt!) ohne alles Eigenleben. Das Eigenleben begann erst nach Geschäftsschluß, wenigstens hatte es dann erst zu beginnen. Herr Ditzer schien Benediktes Gedanken zu ahnen. Er lächelte. Sein Bulldoggengesicht war jetzt geradezu menschlich. „Ja, ja, Fräulein Zedlitz, man macht sich über die Menschen, mit denen man tagaus, tagein zu tun hat, so feine Gedanken. Man gewinnt dabei eine Vorstellung von ihnen. Und was Sie anlangt, so ist mir schon lange klar: trotz Ihrer geschäftlichen Tüchtigkeit sind Sie hier fehl am Ort. Dort oben an der Ostsee werden Sie — glaube ich — innerlich bester gedeihen. Also, alles Gute und lasten Sie einmal hören, wie es Ihnen geht. Er reichte ihr die Hand. . ± _. . Benedikte war geradezu verwirrt. Wie anders Ditzer plötzlich war, so menschlich, so aufgeschlossen. Sie wurde ein wenig rot. Vielleicht hatte sie ihm in Gedanken oft Unrecht getan. „Vielen Dank, Herr Ditzer. Und ich wurde mich freuen, wenn Ihr Weg Sie einmal nach Oevenshöe führte." „Alles möglich, alles möglich, Fräulein Zedlitz, dann schaue ich gern einmal, was Sie da fo tun und treiben." Herr Ditzer nickte ihr zu, dann blickte er nach der Uhr und hatte sofort wieder fein strenges Bull- doggengesicht. , ., _ , „Höchste Zeit, ich habe ja gleich Konferenz , murmelte er. Er rollte feine umfangreiche Gestalt den Korridor entlang. Benedikte eilte an ihre Arbeit. Jetzt erst, nachdem Herr Ditzer Bescheid wußte, erzähtte Benedikte in der Mittagspause ihren Kölle- ginnen von der Veränderung ihres Lebens. Das gab ein Hallo, ein Fragen und Ueberlegen, ein Bedauern und Beneiden und auch Bemitleiden. Je nach der inneren Einstellung all der jungen Mädchen hier, war Benediktes „Landzukunft ein Gegenstand der Sehnsucht oder der Abneigung. Aber Benedikte freute sich innerlich: die meisten waren doch so eingestellt, daß sie ihre eigene Freude teilen konnten. Es war schön und erschütternd zugleich, zu sehen, wie wenig all diesen Mädchen hier der Großstadtbetrieb entsprach. „Ein eigenes Häuschen und ein Stückchen Garten —" „Und jeden Tag Blumen —* „Und selbst sehen, was man schafft, und nicht immer nur tote Auslagen und tote Waren und »hier, gnädige Frau' und »dort, gnädige Frau' —" „Selber wissen, wozu man da ist und warum man arbeitet", so schwirrte es durcheinander. „Benedikte, werden Sie auch Bienenstöcke haben?" wollte die kleine dunkle Grit wissen. Benedikte lachte: „Warum denn Bienenstöcke, Grit? Esten Sie so gern Honig?" „Ach, das ist es nicht." Grit errötete, „nur fo eine Kindheitserinnerung. Mein Großvater war ein berühmter Bienenzüchter und alle Ferien fuhren wir zu ihm aufs Land. Und dann kam er von den Bienenstöcken, und es summte immer so. Im Sommer aßen wir das Frühstück regelmäßig unter der großen Linde. Und zum Gründonnerstag gab es den ersten Honig", sehnsüchtig schaute sie in die Ferne, als sähe sie dies alles vor sich: das Land, den großen Baum, in besten Krone es von tausend geschäftigen Bienen summte, und die Sonne fun- ' ' der durchsichtigen Bernsteinfarbe des Benedikte lachte, eigentlich wider ihren Willen, hellauf. Die Vorstellung, sie konnte in Oevenshöe vielleicht irgendeinen kleinen Kramladen aufmachen, war geradezu belustigend. Wenn Herr Ditzer ahnte, wie glücklich sie war, all diesem, was auch nur im entferntesten mit ihrem erzwungenen Berus zu tun hatte, entgehen zu können! „Nein, Herr Ditzer, ich habe ein kleines Bauern- gutchen geerbt. Das heißt „Gut" klingt eigentlich zu großartig, ein Haus mit einem Stückchen ©arten und Acker. Dort will ich hinziehen und will das Fleckchen Boden bewirtschaften." Ach so ist das! Da beglückwünsche ich oie aber sehr, Fräulein Zedlitz. Das ist freilich etwas anderes. Wo liegt denn Ihr Gütchen, wenn ich fragen darf?" „2In der Ostsee, Herr Ditzer. Ganz einfam. Es ist"eine kleine Insel mit ein paar Dörfern, ganz weltabgeschieden." Herrn Ditzers Gesicht wurde nachdenklich: „DÜiee — Land —", er feufjte leicht aus, „ich bin als Junge einmal jroei 3aljre an der Ostsee gewesen nach einer schweren Krankheit. 2ch besinne mich noch sehr genau. Es war schon da oben. Ich gehe noch manchmal in den Ferien hm. Zuweilen habe ich beinahe gewünscht Herr ^tzer machte eine resignierte Handbewegung । nicht immer alles fo, wie man es sich ttainm. Jedenfalls, Ihnen wünsche ich alles Gute^ Fraulern Zedlitz. Ich glaube, Sie sind em Mensch, der für so etwas paßt." ,, , Benedikte schaute den Personalchef erstaunt an. Wieso konnte Ditzer das wissen? Was wußte er überhaupt von seinen Angestellten? Schließlich» doch nur, ob sie pünktlich waren und nms sie lüfteten. Das war es ja, was mit dazu beigetragen 9° * ihr ihren Beruf so überaus schwersallen zu lasse . dies Eingeordnetsein — Nummer sein, irgenvem Wesen mit bestimmten, genau umriffenen Ausga MMINMWWMl Roman von Marlise Köllinq. Urhederrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. Honigs. „Ich weiß zwar nicht, ob ich Bienenstöcke haben werde, Gritlein" — Benedikte legte^ber kleinen Kollegin den Arm um die schmalen Schultern —, „aber wenn Sie mich einmal besuchen, Honig wird es auch geben. Ob ich Ihnen dazu auch die Linde feroi-'ren kann, weiß ich nicht. Ich habe ja keine Ahnung, was auf meinem Grund und Boden wächst." Als Benedikte am Abend das Geschäft verließ, hätte sie bereits ein Hotel auf Oevenshöe haben müssen, um all die Mädels unterzubringen, die sich für ihren Urlaub bei ihr hatten anmelden wollen. Aber sie wußte, so würde es ja nun nicht werden. Grit würde vielleicht kommen, das feine, zarte Ding, und drei, vier andere. Bei den meisten aber würde es gehen, wie immer: „Aus den Augen, aus dem Sinn!" * Der Tag hätte die doppelte Anzahl Stunden haben müssen, damit alles geschasst werden konnte. Da waren bis zu Benediktes Abreise noch Besuche reihum bei den Verwandten zu machen, die Mutter seine Blumen new düngt sie mit l ff- - , KnsWr ND'^. E 2 c 5 B to u !2 N Q Y ’ <5 e r: -p w Z§W E 8 E § O E u: aß' «L 2 3 E <$; Nv 2^§ E E'E 3 « - < ß l^c$ - :2,»s ! verbindlich unsere, 160 schöne, mo- derne Muster umfassende AuSwahl- RoUcthon Nr. 67 kommen und vergleichen Sie Preise und Qualitäten mit anderen. Wir beliefern Sie so vorteilhaft, dah Sie an jedem Anzug doppelte Freude haben. Daö wird uns oft von unseren Kunden bestätigt. Schreiben Sie und eine Postkarte. Schwetasch-Stoffe sind seit mehr als 40 Jahren bewährt! Görlitzcr Tuchfabrik Otto Tcinvetasch »mbH. 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