Nr. 81 Erstes Blatt Samstag, 4. April 1956 186. Jahrgang Erscheint täglich, nutzer ä Annahme von Anzeige« Sonntags und Feiertags M ▼ für die Mittagsnummer Ä": ÄSSE 1 <▲ * A K< 44 a 44 M ■ « 4.A4 AAH Heimat im Bild-Die Scholle ■ HXÄ M 1 WH 7 A W B W | > HT ■■ M M ylW | M Y IW Grundpreise für 1mm hohe Monats-Bezugspreis: ■ H ■ W H H H MBH B^r » für Anzeigen mm Mit 4 Beilagen RM. 1.95 IV Hl Hf BW Hf H H Hf H / I II W W HUH Hf H Breite 7 Npf., für Text- Ohne Illustrierte , Wf ■ M W. . W H ZA. H H B H H ■ H W H B anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr .. . W W H H H U H W WA W Y 50Rpf.,Platzvorschrrst nach Auch bei Nichterscheinen V ~ H B vorh. Dereinbg. 25°/„ mehr. infnoÄVUSS fVZ V «rmWflU «run6»rdf.: HW Seneral-Anzeiger für «mW« WW Stanffurt am Main 11688 vruck unö Verlag: vrühl'sche Univerfiläts vllch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftrftelle: Schulstrahe 7 M-ngenabschiüii?Staff/ö Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen England und der deutsche Friedensplan. Drei „kritische" Punkte. Von unserem Londoner L.-Äerichterstaiier. London, 3. April. Europa tritt in ein Stadium des lieber« ganges Eine alte Friedensordnung, in Wirklichkeit eine Ordnung des Unfriedens, die für alle Ewigkeit die europäischen Völker in Freie und Unfreie, in Sieger und Besiegte teilen wollte, ist zusammengebrochen. Eine neue Friedensordnung soll entstehen, eine Friedensordnung vollkommener Gleichberechtigung. Es ist sicher, daß die Völker selbst diese Neuordnung inbrünstig ersehnen; das deutsche Volk nicht weniger als das englische und, wie wir glauben, auch das französische. Aber gerade weil es eine Zeit des lleberganges ist, die stets mit allen möglichen Unsicherheiten und Zwischenfällen verbunden ist, deshalb ruht in solchen Zeiten auf den Schultern der Staatsmänner eine besonders schwere Verantwortung. Deutschland hat mit seiner Note vom 31. März bewiesen, daß es von tiefstem Verantwortungsgefühl erfüllt ist. Es hat der Welt einen Frie- densplan vorgelegt, der, wie die „Times" schreibt, Europa wie kein anderer Vorschlag die ungeheure Möglichkeit bietet, auf dem Wege von Verhandlungen den Krieg zu vermeiden. Man kann wohl auch sagen, daß das deutsche Volk und seine Führer bereit sind, die Verantwortung weiter auf sich zu nehmen, unter der Voraussetzung allerdings, daß die Gegenseite, vor allem aber die englische Regierung, vollkommen klar erkennt, von welcher Bedeutung das Dokument ist, das Botschafter von Ribbentrop am Vormittag des 1. April Außenminister Eden übergab. Die erste Reaktion der englischen Presse läßt leider nicht erkennen, daß man diese Bedeutung vollkommen klar ermißt. Fast übereinstimmend wird dort erklärt, daß der deutsche Friedensplan wohl die Möglichkeit zu weiteren Verhandlungen offen lasse. Gleichzeitig werden aber auch Beanstandungen ausgesprochen, die beweisen, daß man in London anscheinend überhaupt noch nicht restlos begriffen hat, wie die Voraus- seHungen beschaffen sind und beschaffen sein müssen, die eine neue europäische Friedensordnung garantieren. Drei Punkte sind es vor allem, die der englischen Presse — von der französischen Presse einmal ganz zu schweigen — Anlaß zur Kritik geben: 1. Die Frage des angeblichen Bruches des Locarno-Vertrages. 2. Die Frage der Nichtbefestigung der R h e i n l a n d z o n e für die Zeit der Verhandlungen und 3. die Frage der Nichteinbeziehung der Sowjetunion in das geplante System der Nichtangriffspakte. Hinzugefügt mag noch werden, daß auch die deutsche Feststellung, daß die geplanten General- st a b s b e s p r e ch u n g e n zwischen England, Frankreich und Belgien die künftigen Verhandlungen präjudizieren würden, von dem größten Teil der englischen Presse a b g e l e h n t wird. Dabei machen sich die englischen Blätter kaum die Mühe, auf die deutschen Argumente gegen die Aufnahme von sofortigen (Aeneralstabsbesprechungen einzugehen. Nachdem aber nun das dem Memorandum der Locarno-Mächte angefügte Schreiben der britischen Regierung, das die Verpflichtungen zu Generalstabsbesprechungen enthält, nach Paris und Brüssel abgegangen ist, bleibt lediglich abzuwarten, ob diese Besprechungen tatsächlich so begrenzt sein werden, wie das der englische Außenminister Eden versichert hat. Was nun Punkt 1 der britischen Beanstandungen, die Frage des angeblichen Bruchs des Locarno- Vertrages, anbetrifft, so ist dieser Punkt sowohl in der Rede Botschafters von Ribbentrop vor dem Dölkerbundsrat wie in dem Zwischenbescheid vom 24. März wie schließlich auch in der deutschen Note vom 31. März erschöpfend behandelt worden. Wir werden auf ihn noch weiter unten eingehen. Was Punkt 2, die Frage der Befestigungen im Rheinland, anbetrifft, so ist es doch absolut klar, daß irgendeine deutsche Zusicherung, keine Befestigungen vorzunehmen, für Deutschland außerhalb jeder Diskussion steht und außerhalb jeder Diskussion stehen muß, weil dieses eine Z u - sicher ung diskriminierenden Charakters fein würde. Es sei hier mit aller Deutlich- feit ausgesprochen, daß jeder Versuch, neue Zugeständnisse herauszupressen, zur völligen Aussichtslosigkeit verurteilt ist. Es gibt keinerlei Derhand- lungsgrundlage über irgendwelche neue „lieber« gangs'maßregeln", ausgenommen den deutschen Vorschlag, eine gemischte Kommission zur konsultativen Ueberprüfung der militärischen Verhältnisse beiderseits der deutsch-französischen Grenze einzusetzen. Jeder Versuch, neue Zugeständnisse zu erlangen, würde den Friedensplan überhaupt gefährden. Und was den Punkt 3, die Frage der Nichteinbeziehung Sowjetrußlands in das geplante System der Nichtangriffspakte, anbetrifft, so ist es unerfindlich, wie diese Forderung überhaupt erhoben werden konnte, da Deutschland keinerlei gemeinsame Gr e n - zen mit Sowjetrußland hat. Ebensogut konnte man uns zumuten, einen Nichtangriffspakt Mit den Fidschi-Inseln abzuschliehen. Der englischen Presse müßte außerdem bekannt sein, daß d e r 1 926 in Berlin abgeschlossene Der- trag mit der Sowjetunion, dessen Geltungsdauer 1933 vom Reichskanzler selbst verlängert wurde, noch immer in Kraft ist. Auch in der Politik gilt das Wort: „Du mußt es zweimal sagen". Das gilt besonders hinsichtlich des von uns erwähnten Punktes des angeblichen Bruchs von Locarno. Mit Recht weift die deutsche Note vom 31. März darauf hin, daß d i e 14 Punkte Wilsons, auf Grund derer im November 1918 der Waffenstillstand abgeschlossen wurde, keinerlei Einschränkung der deutschen Souveränität im Rheinland vorsahen. Man mag die 14 Punkte Wilsons und die weiteren drei zusätzlich gemachten Erklärungen des damaligen amerikanischen Präsidenten auslegen, wie man will: nirgends findet sich eine Stelle, die es gestattet, eine Beschränkung der deutschen Souveränität im Rheinland abzuleiten. Auf die 14 Punkte Wilsons hatten sich aber die alliierten Mächte in einer Sitzung des Obersten Kriegsrates vom 4. November 1918 feierlich verpflichtet. Am 5. November ließ dann der amerikanische Staatssekretär Lansing durch Vermittlung des Schweizer Gesandten der deutschen Regierung eine Note zugehen, in der es heißt: „Die alliierten Regierungen haben den Notenwechsel zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und der deutschen Regierung sorgfältig in Erwägung gezogen. Mit den folgenden Einschränkungen erklären sie ihre Bereitschaft zum Friedensabschluß mit der deutschen Regierung auf Grund der Friedensbedingungen, die in der Ansprache des Präsidenten an den Kongreß vom 8. Januar 1918 sowie in seinen späteren Ansprachen niedergelegt sind. Die erwähnten Einschränkungen betrafen keine Vorbehalte hinsichtlich der deutschen Souveränität. Als dann der politische Berater Wilsons, Oberst House, die Besprechungen mit Lloyd George, Clemenceau und dem Italiener Orlando aufnahm, erklärten sich die alliierten Regierungen wiederum bereit, den kommenden Frieden auf der Grundlage der 14 Punkte Wilsons auszuhandeln. Lloyd George hatte einen Entwurf ausgearbeitet, in dem er die Bereitwilligkeit erklärte, „mit der Regierung von Deutschland Frieden auf Grund der in der Ansprache des Präsidenten an den Kongreß vom 8. Januar 1918 zum Ausdruck gebrachten Bedingungen und der in seinen späteren Reden enthaltenen Grundsätze zu schließen". Die 14 Punkts Wilsons waren also sowohl von Deutschland, wie auch von anderen Mächten als Derhand- lungsgrundlage ausgenommen. Damit mußte klargestellt sein, daß eine Einschränkung der deutschen Souveränität im Rheinland in keiner Form in Frage kam. Wir wissen, daß die Rechtsgrundlage der Wilson- schen 14 Punkte von den Alliierten in Versailles verletzt und durchbrochen wurde. Der Locarno-Vertrag aber ist, auch wenn er frei ausgehandelt wurde, ein Stück Versailler Systems und basiert daher genau so wie das Versailler Diktat a u f dem Rechtsbruch des ursprünglichen Friedensprogramms. Wenn daher die „Times" schreiben zu müssen glaubt, daß der Bruch von Locarno nicht ignoriert werden kann, so sollte sie sich doch vergegenwärtigen, daß diesem angeblichen Bruch ein viel größerer Rechtsbruch 17 Jahre vorher vorausgegangen ist, daß also das gesamte bisherige europäische Friedenssystem auf einer Rechtsverletzung a u f g e b a u t war. Die Möglichkeiten muffen genützt werden. Oer britische Verteidigungsminister findet die deutschen Friedensvorschläge einer sorgfältigen Prüfung wert. London, 4. April. (DNB. Funkspr.) Der englische Verteidigungsminister Sir Thomas I n s k i p sprach auf einer konservativen Versammlung über Die gegenwärtige internationale Lage. Er glaubte zunächst an dem deutschen Vorgehen in der entmilitarisierten Zone Kritik über zu sollen und bezeichnete es als notwendig, etwas zu tun, um bas Vertrauen in Die Verträge wieder herzustellen. „Wir haben", so fuhr Jnskip dann fort, „sehr stark einen Beitrag von Deutschland in der sogenannten Zwischenperiode gewünscht, während der ein, wie ich hoffe, erfola- reicher Aussöhnungsversuch gemacht wird. Die englische Nation empfindet zur Zeit e i n größeres Maß von Freundlichkeit gegenüber Deutschland, als es feit langem Der Fall war. Ich hoffe, daß wir nicht unsere echte Sympathie für unsere Alliierten und Nachbarn in Frankreich verloren haben. Wir stehen ihnen in ihrem Wunsche nach Sicherheit freundlich gegenüber, aber gleichzeitig hat die dritifche Nation instinktiv Den Wunsch gezeigt, nicht nur mit Frankreich, sondern auch mit Deutschland freundschaftliche und friedliche Beziehung zu unterhalten. In einer solchen Lage, wo die Völker den Frieden wünschen, sollte es den Staatsmännern sicherlich nicht unmöglich sein, einen dauernden Frieden zu bringen. Ich glaube, daß die Lage INöglich- feiten enthält, die über alles hinaus gehen, was ich vor kurzer Zeit noch erwartete. Ich möchte nicht an dem starren Gesehesbuchstaben sesthalten. Ich glaube nicht, daß es uns im geringsten darum zu tun ist, Verträge so zu behandeln, wie es ein Jurist tun würde." Deutschland, so betonte der Minister, habe Vorschläge gemacht, die einer sorgfältigen Prüfung wert seien. Das deutsche Schriftstück enthalte viele verlockende Dinge, die, wie er hoffe, in eine wirkliche Vereinbarung zwischen den Nationen umgeschweiht werden könnten. Der Verteidigungsminister erklärte weiter, es wäre begrüßenswert, wenn man etwas Zeit zur Erwägung haben würde, anstatt stets mit halsbrecherischer Geschwindigkeit zu verhandeln. Es würde aber keinen Zweck haben, wenn man auf beiden Seiten des Kanals Dinge täte, die den Schluß zuließen, daß man die Pause benutze, um die Lage noch schwieriger zu machen. Während England die deutschen Vorschläge in dem offenen und ehrlichen Wunsch, das beste aus ihnen herauszuholen, prüfe, werde, wie er hoffe, auf beiden Seiten des Rheines der Wunsch vorhanden fein, über das streng juristische Dokument hinauszugehen und vorwärts zu rücken anstatt rückwärts zu gehen. Im weiteren Verlaufe feiner Rede glaubte Sir Thomas Jnskip sagen zu müssen, daß Deutschland „eine Kleinigkeit hilfreicher" sein könnte, als es in diesem Aussöhnungsoerfahren gewesen sei. Er glaube, daß Frankreich nicht abgeneigt fei, einen Beitrag zu leisten. Es fei zu hoffen, daß auch Deutschland mit einem Beitrag (!) hervortreten werde, um es zu ermöglichen, daß die Ausföhnungsbemühungen in der glücklichsten und angenehmsten Atmosphäre Durchgeführt roerDen. England habe Die Rolle eines Friedensstifters zu spielen. Wenn die Oeffentlichkeit der Regierung weiterhin ihr Vertrauen schenke, dann werde die Regierung, wenn sie Glück habe, die Verhandlung für eine Regelung oller Schwierigkeiten in Gang bringen können. „Mn muß mit Deutschland sprechen." Oie framösiscke Mg erunq wird zur Vernunft ermahnt. Paris, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Unter der Überschrift „Man muß mit Deutschland sprechen" greift die „Dictoire" in äußerst scharfer Weise die Haltung der französischen Regierung an, ötc d i e Oeffentlichkeit beunruhige und kopflos m a ch e. Als 1914 Vivani erklärt habe, so schreibt das Blatt. Deutschland greife Frankreich an, seien die französischen Soldaten in den Krieg gezogen, o h n e z u w i s s e n , daß sie sich i n W i r k - lichkeit für zwei fanatische Serben schlügen, die das österreichische Kronprmzenpaar er- mordet hatten. Der wahre Verantwortliche für den Weltkrieg sei P o i n c a r e, der den Augen- blick für günstig gehalten habe, um seine von Rußland unterstützten Vergeltungsgelüste in die Tat umzusetzen. Er und Clemenceau seien für Frank- reich und Europa eine wahre Landplage gewesen. Der eine fei für den Krieg verantwortlich, der andere für den Versailler Vertrag. Das schlimmste sei aber, daß die französischen Politiker das wüßten und nicht zugeben wollten. heute wiederhole sich das gleiche Spiel. Seit drei Wochen beunruhige man die Oeffent- tichkeit, stelle sie auf eine Nervenprobe und rufe eine wahre panik hervor. Und warum das alles? Weil Deutschland nach 17jähriger Geduld es satt habe, wie ein afrikanisches Volk dritter Güte behandelt zu werden. Man müsse sich an seine Stelle sehen und sich fragen, ob Frankreich diese Geduld gehabt haben würde. Die 2Inttvorf daraus könne nur verneinend aussallen. Man erkläre, Hitler habe den Gongschlag gegeben. Sicher habe er das getan, aber das sei der Ruf eines Volkes, bas erftirfe. Diesem Volk, das Den Krieg ebenso verabscheue wie Frankreich, müsse man L u f t g e b e n. Hitler sei Der Auffassung, daß der Locarnovertrag infolge des französisch-sow- jetrussischen Abkommens hinfällig geworden sei. Dann müsse man eben einen anderen Vertrag abschließen. Die Diplomaten würden ja dafür bezahlt. Hitler habe seine Truppen ins Rheinland einziehen lassen, aber das Rheinland sei letzten Endes deutsches Gebiet. Es müsse einmal klar heraus gesagt werden, daß die Stunde gekommen sei, wo man mit Deutschland sprechen müsse. Ob das in London. Gens oder Peking sei, bleibe sich vollkommen gleichgültig. Die Hauptsache sei, man verständigt sich. Die wahre Stimme des französischen Volkes sei in der Umfrage zum Ausdruck gekommen, die kürzlich eine Zeitung in Südwest-Frankreich abgehalten habe, und wobei sich 5560 Franzosen von 7344 abgegebenen Stimmen für eine Verständigung mit Deutschland ausgesprochen hätten. Sprungbrett in den Frieden. In beispielloser Einmütigkeit hat das deutsche Volk durch das Votum des 29. März die Vollmacht des Führers erneuert, Deutschlands aufrichtige und tatkräftige Mitarbeit einzusetzen für die Herstellung eines wahren Friedens freier und gleichberechtigter Völker. Gestützt auf die begeisterte Zustimmung der ganzen Nation zu seinem in den großen Reden des Wahlkampfes entwickelten Friedensprogramm konnte der Führer als Antwort auf Die Denkschrift der Locarno-Mächte einen Friedensplan überreichen lassen, der weit über den aktuellen Anlaß hinausgreift und von wahrhaft europäischen Gesichtspunkten aus in ebenso großzügiger wie elastischer Form den Weg zeigt zum Aufbau eines auf Gleichberechtigung und gegenseitiger Achtung als dem natürlichsten und deshalb sichersten Fundament ruhenden Friedensgebäudes. Einem vorn Geist des Mißtrauens und der Furcht, der Ueberheblichkeit und Selbstgerechtigkeit diktierten Memorandum, das als Folge einer Politik der Kompromisse hinter versteckten Drohungen, gewollten Vieldeutigkeiten und Unklarheiten den Wunsch nach Wiederherstellung des alten Zustands der Ungleichheit kaum zu verbergen mochte, hat der Führer einen Friedensplan entgegengestellt, der fein Ultimatum darstellt und keine Bedingungen enthält, die die Interessen anderer Nationen mißachten und die Ehre anderer Völker verletzen könnte. Und doch hält sich der Plan ganz fern von jenen verschwommenen weltfremden Ideologien, die wohl schnell und mühelos allseitige Zustimmung finden können, aber praktisch ohne Bedeutung bleiben, weil sie einen tatsächlich unverändert gebliebenen Zustand nur durch wohlmeinende Phrasen zu verschleiern trachten, sich aber scheuen, das liebel an der Wurzel anzupacken und die Ursache des Mißverstehens zwischen den Völkern zu beseitigen. Derartige Pläne waren seit jeher billig wie Brombeeren, haben aber nur durch wachsende Enttäuschung über ihre Erfolglosigkeit den Unfrieden vermehrt. Nicht besser ist es Projekten ergangen, die alle Probleme mit einem Schlage zu lösen versuchten und durch ihre Uferlosigkeit und die Verschachtelung von Dingen, die nicht gleichzeitig, sondern nur nacheinander zur Diskussion gestellt werden können, nicht eine einzige Frage auch nur der Lösung näher zu bringen vermocht haben. Der Plan des Führers baut auf diesen Erfahrungen einer langen Leidenszeit diplomatischen Aneinandervorbeiredens auf. In realpolitischer Nüchternheit trägt er den Gegebenheiten Rechnung und strebt nur das an, was die Grundlage aller weiteren Zusammenarbeit der europäischen Völker bilden muß, die Beseitigung der politischen Unsicherheit zwischen Deutschland und Frankreich als Hauptursache aller Spannungen. Schritt für Schritt, ganz konkret und ins einzelne gehend, aber mit zwingender,- kristallklarer Logik ineinandergreifend weisen die Vorschläge des Führers den Weg zu einer neuen Völkergemeinschaft auf der Grundlage gleicher Rechte und gleicher Pflichten. Das hierin kund- gemachte Ziel des deutschen Friedensplans schließt schon die Ablehnung aller Punkte des Locarno-Memorandums in sich, die den Versuch machen, Deutschlands Diskriminierung aufrechtzuerhalten und mit dem Grundsatz der Freiheit, Selbständigkeit und Gleichberechtigung der Deutschen Nation unvereinbar sind. In logischer Weiterführung dieses Gedankens erklärt die Reichsregierung, daß sie nur an Bemühungen teilnehmen wird, zu einer „wirklich konstruktiven Ordnung des Verhältnisses der europäischen Nationen untereinander und damit zu einer dauerhaften Fiedensgeftaltung und -sicherung" zu kommen. Diese Bemühungen haben nach deutscher Auffassung nur Dann Aussicht auf Erfolg, wenn an ihnen Die für künftige Abmachungen über Die Sicherung des europäischen Friedens in Frage kommenden Nationen als gleichberechtigte und gleichgeachtete Glieder teilnehmen. Als gefährliche Vorbelastung dieser Bemühungen betrachtet die deutsche Denkschrift die im Memorandum der Locarnomächte angekündigten auf die einseitige Sicherheit Frankreichs und Belgiens beschränkten General- stabsbesprechungen, deren Abschluß vor dem Zustandekommen neuer Beistandsverpflichtungen unter Einschluß Deutschlands jd von vornherein wieder verschiedene Grade von Sicherheit in für Deutschland unerträglicher Weise festlegen würde. Hoffen wir, daß dieser deutsche Einwand dem in der britischen Oeffentlichkeit gegen diese Generalstabsbesprechungen vorhandenen und durch die Erfahrungen aus der Vorgeschichte des Weltkrieges nur allzu begründeten Mißtrauen neue Nahrung geben wird, so daß das Kabinett Baldwin sich gezwungen sieht, den französischen Wünschen sich zu versagen. Denn es wird auch von den Engländern nicht geleugnet werden können, daß Derartige einseitige militärische Abmachungen, Die bereits einen Teil Des Ergebnisses der kommenden Verhandlungen vorwegnehmen, aber den einen Verhandlungspartner ausschließen, die Atmosphäre dieser Verhandlungen höchst ungünstig beeinflussen müssen. Nachdem der deutsche Friedensplan so Voraussetzungen, Grundlagen und Ziele der künftigen Bemühungen um einen europäischen Frieden unmißverständlich klargestellt hat, schlägt er aus den oben schon erläuterten Zweckmäßigkeitsgründen vor, die Verhandlungen in drei Zeitabschnitte zu gliedern, um sorgfältig Stein auf Stein schichtend das Friedensgebäude zu errichten und wohnlich zu gestalten. Ein erster auf vier Monate begrenzter Abschnitt soll für d i e Zeit der Verhandlung über die künftigen Nichtangriffspakte eine Atmosphäre des Vertrauens schaffen. Ilm die an sich gänzlich unbegründeten Besorgnisse Frankreichs vor einem überraschenden deutschen Angriff aus- zuräumen, erklärt sich die Reichsregierung unter dem Vorbehalt gleichen Verhaltens Frankreichs und Belgiens zur Aufrechterhaltung des gegenwärtigen militärischen Zustan - o e» im Rheinland für die Dauer dieser vier Monate bereit. Sie billigt damit den Franzosen für diesen Zeitraum die gewaltige Ueberlegenbeit zu, die ihnen die beispiellose Befestigung ihrer Ost- grenze und ihre Massierung mit Truppen und Angriffswaffen schwersten Kalibers gewährt, ein Ent- gegenkommen, das Deutschlands Wunsch nach einer Verständigung sinnfällig unterstreicht. Ja, die Reichsregierung schlägt weiter die Bildung einer neutralen Kommission vor, die auf Antrag eines der Beteiligten im beiderseitigen Grenzgebiet Feststellungen etwa eingetretener Verfehlungen zu treffen hat. Deutschland ist schließlich bereit, ich seinerseits jeder Rüstungsbeschränkung im Grenz- ;ebiet an-mschließen, die seine beiden Nachbarn vor- chlagen. Damit ist dem französischen Bedürfnis nach Sicherheit für den Zeitraum der Verhandlungen über einen neuen Nichtangriffspakt vollauf Rechnung getragen. Es ist kaum einzusehen, welche weitergehenden Wünsche Frankreich noch haben könnte, wenn es die deutsche Gleichberechtigung aufrichtig anerkennt. Als Ziel der im zweiten Abschnitt spätestens nach den französischen Wahlen also für Anfang Mai von England einzuleitenden Verhandlungen wird, wie schon in der deutschen Note vom 7. März, der Abschluß eines auf 25 Jahren befristeten Nichtangriffs- und Sicherheitspakts zwischen Deutschland und seinen beiden westlichen Nachbarn bezeichnet, unter Garantie Englands und Italiens, gegebenenfalls erweitert durch militärische Beistandsverpflichtungen und ergänzt durch einen Luftpakt. Um diese Fne- denssicherung als Abschluß einer jahrhundertelangen Entzweiung zwischen Deutschland und Frankreich auch im Herzen beider Völker moralisch und psychologisch zu untermauern und an die Stelle des Gedankens der Erbfeindschaft das Streben nach Verständigung und Zusammenarbeit zu setzen, schlägt der deutsche Frieoensplan, indem er ähnliche Gedanken des Führers aus seinem großen Friedensangebot vom Mai 1935 wieder aufgreift, ein Abkommen vor, in Jugenderziehung und Literatur alles auszumerzen und zu unterbinden, was dem Gedanken der Versöhnung beider Völker abträglich sein könne. Die Heiligkeit des Vertragswerts soll dadurch besonders unterstrichen werden, daß es den Völkern selb st zur Ab- stimmung vorgelegt wird. Die Völker selbst sollen also durch ihr Votum entscheiden, ob die Verträge ihren Interessen entsprechen und das Versöhnungswerk der Regierungen auch dem Volkswillen entspricht. Es ist nicht einzusehen, was die französische Regierung, die stets besonderen Wert darauf legt, als Beauftragte ihres Volkes im Einklang mit dem Volkswillen zu handeln, gegen diesen wahrhaft demokratischen Vorschlag einer Volksbefragung einzuwenden vermöchte. Schließlich erneuert Deutschland seine Bereitwilligkeit, mit seinen Nachbarn im O st en und S ü d o st e n Nichtangriffspakte abzuschliehen, auch mit Oesterreich, woraus man in London besonderen Wert legt, und mit der Tschechoslowakei trotz ihrer bedenklich engen militärischen Sinbung an Sowjetrußland. Dem Argument, daß das Reich den Westpakt so eifrig betreibe, um im Osten freie Hand zu haben, wird also mit diesem Anerbieten der Boden entzogen. Durch seinen Wiedereintritt in den Völkerbund würde Deutschland überdies wie zu allen Mitgliedern des Völkerbunds auch zur Sowietunion in ein Verhältnis gegenseitiger Verpflichtungen kommen, das gegen jeden unprovozierten deutschen Angriff die geschlossene Front der übrigen Völkerbundsmächte mobilmachen würde. Um noch dem Einwand zu begegnen, Deutschland erkenne kein Urteil einer internationalen Instanz für sich an, schlägt der deutsche Friedensplan die Bildung eines Schiedsgerichts vor für alle Streitfragen, die sich aus der Beobachtung der Verträge ergeben. Don dieser so gewonnenen neuen Grundlage einer europäischen Friedenssicherung aus hält die Reichsregierung dann für den dritten Verhandlungs- abschchtt die Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine Rüstungsbeschränkung für möglich und nützlich. Sie geht auch hier ganz von den trüben Erfahrungen der vielen Abrüstungskonferenzen der früheren Jahre aus, die, weil sie alles auf einmal wollten, gar nichts erreicht haben, sehr zur Befriedigung mancher Teilnehmer, die den Abrüstungsgedanken als solchen durch die Mißerfolge unzulänglich vorbereiteter Konferenzen diskreditieren wollten. Der deutsche Friedensplan sieht infolgedessen auch hier ein schrittweises Vorgehen von der Vermenschlichung des Luftkrieges und der Abschaffung schwerer Angriffswaffen bis zu weitergehenden Rüstungsbegrenzungen vor. Eine so in dauernder Zusammenarbeit langsam entgiftete politische Atmosphäre schafft dann auch die erste Voraussetzung für eine Gesundung der Weltwirtschaft, der in einem weiteren Gedankenaustausch der Völker der Boden bereitet werden soll. Mit diesem wahrhaft konstruktiven Friedensplan des Führers, der das Gemeinsame und Erreichbare ganz in den Vordergrund rückt, hat Deutschland seinen „Beitrag" geleistet, um den es in London angegangen war. Nun haben die anderen das Wort. Die Engländer lassen durchweg den Willen erkennen, den Plan als eine geeignete Grundlage für Verhandlungen hinzunehmen, sie möchten nicht nach so vielen versäumten Gelegenheiten vielleicht auch diese letzte ungenützt verstreichen lassen, zumal da ihnen der deutsche Friedensplan die Aussicht bietet, an einseitigen Bindungen vorbeizukommen, die ihnen so zuwider sind. Aber auch aus Frankreich hört man nach der ersten Enttäuschung, daß die deutschen Gegenvorschläge nicht durch eine rein negative Einstellung das sehnlich herbeigewünschte französisch-englische Bündnis ermöglicht haben, Stimmen, die für Verhandlungen mit Deutschland, plädieren und die leitenden Staatsmänner warnen, in den ausgefahrenen Gleisen sturer Verneinung zu verharren, während Hitlers produktive Gedanken in der Welt ihre Wirkung tun. Sollte es nicht auch den Franzosen klar werden, daß der Plan des Führers auch für sie das Sprungbrett in den Frieden bedeutet, und daß nur ein wenig Mut dazu gehört, es zu betreten? In den Reichskultursenal berufen. Berlin, 3. April. (DNB.) Der Präsident der Reichskulturkammer Reichsminister Dr. Goebbels hat folgende Persönlichkeiten in den Reichskultursenat berufen: Den Reichs- und preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Bernhard R u st, den Reichsarbeitsführer Staatssekretär Konstantin Hier!, den Leiter der Deutschen Arbeitsfront Reichsleiter Dr. Robert Ley, den Chef der Kanzlei oes Führer der NSDAP. Reichsleiter Philipp Bo uhler, den Stabschef des Obersten SA.-Führers Viktor Lutze, den Reichs- führer SS. Heinrich Himmler, den Reichsjugendführer Baldur von Schirach und den Dichter Emil Strauß. Eden wünscht eine pause zur Prüfung der deutschen Vorschläge. Oie Vertrauensbasis für den Zeitraum der Verhandlungen über die neuen Verträge. London, 3. April. (DNB.) Vor vollbesetztem Hause erklärte Außenminister Eden über die deutschen Friedenspläne und die Generalstabsbesprechungen u. a., ich habe Herrn v. Ribbentrop mitge- teilt, daß die britische Regierung, obwohl sie bisher nur Zeit für ein Vorstudium hatte, die letzten Vorschläge Hitler als Höch st bedeutsam ansehe, und daß sie eine sorgfältige Prüfung verdienten, was wir jetzt zu tun beabsichtigen. Die unmittelbare Frage lautet, welcher Art der nächste Schritt sein soll. Es war klar, daß wir mit den anderen Regierungen in Verbindung treten müssen. Das bedarf einiger Zeit, und in der Tat glaubt die britisch^ Regierung, daß in diesem Augenblick eine Pause wertvoll ist. (Beifall.) Ich betonte Herrn v. Ribbentrop gegenüber, daß unser Ziel ist, die Verhandlungen über eine endgültige Regelung in Fluß z u halten zu versuchen. Ich bat Herrn v. Ribbentrop, dem deutschen Kanzler zu versichern, daß die britische Regierung in dieser Hinsicht keine Bemühung f ch e u e n würde. Gleichzeitig fühlte ich mich verpflichtet, ihm gegenüber darauf hinzuweifen, daß die deutsche Regierung für den Uebergangs« zeitraum, für den die britische Regierung ganz besonders um einen Beitrag gebeten hatte, nicht in der Lage gewesen ist, uns entgegenzukommen. Infolgedessen bleibt die Schwierigkeit, in Europa eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, was eine wesentliche Vorbedingung für erfolgreiche Verhandlungen ist, noch bestehen. Die Generalstabsbesprechungen. Englands Brief an Frankreich und Belgien. Der Außenminister wies auf die Verpflichtungen hin, die England eingegangen fei und erwähnte die Besprechungen zwischen den G e n e r a l ft ä b e n, die im Interesse dieser Verpflichtungen stattfinden sollen. Es muß betont werden, so sagte er, daß sich diese Besprechungen nur auf d i e Zwischenperiode beziehen; sie werden einen rein technischen Charakter haben und unsere politischen Verpflichtungen nicht vermehren. Dementsprechend übergab ich gestern bem französischen und d e m belgischen Botschafter je ein Schreiben, denen ich eine weitere Mitteilung beifügte, dessen Inhalt ich dem Hause verlesen werde: „Ich habe die Ehre, Eurer Exzellenz einen Brief auszuhändigen, wie er in dem Text der Vorschläge vorgesehen ist, die am 19. März von den Vertretern Belgiens, Frankreichs, Englands und Italiens entworfen worden find. Eure Exzellenz werden zu würdigen wissen, daß die Absendung dieses Briefes in keiner Weife bedeutet, daß nach Ansicht der britischen Regierung die V e r - sohnungsbemühungen, aus die in diesem Briese Bezug genommen wird, gescheitert sind. Wie Sie wissen, haben wir heute von der deutschen Regierung gewisse Vorschläge erhalten, die wir Ihren Regierungen mitgeteilt haben und denen wir unsere sofortige Erwägung schenken. Inzwischen ist die britische Regierung in Uebereinskimmung mit 8 3 der Vorschläge bereit, ihren General- stab anzuweisen, umgehend mit dem französischen bzw. belgischen Generalstab i n Verbindung z u treten, um die technischen Voraussetzungen zu schaffen, unter denen die in jenem Paragraphen genannten Verpflichtungen im Falle eines nichtherausgeforderten Angriffes durchgeführt werden sollen. 3tn Auftrage der britischen Regierung habe ich die Ehre, mitzuteilen, daß dies dahin zu verstehen ist, daß diese Fühlungnahme zwischen den Generalstäben für keine der beteiligten Regierungen irgendeine politische Verpflichtung aufwirft, noch irgendeine Verpflichtung bezüglich der Organisation der Landesverteidigung. Ich würde mich freuen, von Eurer Exzellenz die Bestätigung zu erhalten, daß Ihre Regierung der gleichen Auffassung ist. Die britische Regierung schlägt vor, daß die Besprechungen zwischen den Generalstäben der beiden Regierungen, die für die Herstellung der fraglichen Fühlungnahme notwendig sind, in London begonnen werden sollen. Ich sende gleichlautende Briefe an den französischen bzw. den belgischen Botschafter." Die britische Regierung hat von dem französischen und dem belgischen Botschafter die Mitteilung erhalten, daß auch ihre Regierungen dieser Auffassung beitreten. Die Zusammenkunft wird stattfinden, sobald die notwendigen Vorkehrungen getroffen worden sind. Die britische Regie- rung ist sich vor einiger Zeit schlüssig geworden, daß sie ihrerseits einen Beitrag zur Wiederherste l l u n g des Vertrauens leisten muh, das eine wesentliche Vorbedingung für erfolgreiche Verhandlungen ist. Dies war der Hauptgrund, warum die britische Regierung Stabsbesprechungen mit Frankreich und Belgien beschlossen hat. Diese Besprechungen können nach Meinung der britischen Regierung in keiner Weise als einePrä- judizie rung der Regeleung angesehen werden, deren Verwirklichung wir alle wünschen. Die Erklärung des Außenministers Eden wurde mit lautem Beifall begrüßt. An die Erklärung schloß sich eine kurze Aussprache an. Lloyd George stellte folgende Frage: Kann der Außenminister dem Unterhaus und dem Volk in bezug auf die Militärbesprechungen versichern, daß nicht beabsichtigt ist, irgend einen dieser Militärpläne in dem bedauerlichen Falle eines Scheiterns der Verhandlungen wirksam werden zu lassen, solange nicht ein nicht herausfordernder Angriff deutscher Streitkräfte auf belgischem ober französischem Boden oorliegt, b. h. ein tatsächlicher Einmarsch in Frankreich oder Belgien? Eden bejahte diese Frage. Eine weitere Frage des konservativen Abgeordneten A st o r, ob auch die Regierungen der Dominions bei den Stabsbesprechungen vertreten sein würden, beantwortete Eden mit der Bemerkung, daß die Dominions über jede Phase der Stabsbesprechungen auf bem ßaufenben gehalten wurden. Der Führer der Arbeiterpartei Attlee erkundigte sich hierauf, ob diese Tatsache nicht ein Grund sei, die Basis der Verhandlungen durch Hinzu- Ziehung der Völkerbundsmächte zu verbreitern, da sonst die Mitglieder des britischen Reiches abseits stehen würden. Eden schloß sich dieser Ansicht an und fügte hinzu, er sei für eine Verbreiterung der Basis. Aber das Unterhaus werde es zu würdigen wissen, daß der Ursprung des vorliegenden Falles die Aufkündigung des Locarnooertrages fei. Die Frage des konservativen Abgeordneten Sanfys, ob auch Italien ähnliche Briefe an die französische und belgische Regierung richtet, wurde von Eden mit bem Hinweis beantwortet, daß er hierüber keine Mitteilungen vorliegen habe. Die presse stimmt Eden zu. London, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Die Unterhauserklärung Edens wird von der Londoner Morgenpresse allgemein gebilligt. So schreibt die „Times", die Erklärung bestätige, was bereits über die Begrenzung der Generalstabsbesprechungen bekannt war. Kein militärischer Plan werde wirksam, es sei denn, daß in das französische ober belgische Gebiet tatsächlich einmarschiert wirb. So habe bie Regierung, indem sie ihre Pflichten als Garantiemacht gegenüber Frankreich unb Belgien erfüllt habe, auch b e r britischen öffentlichen Meinung einige sehr notwendige Garantien gegeben. Wenn die Stabsbesprechungen morgen fallen gelassen würden, würde die britische öffentliche Meinung das natürlich allgemein willkommen heißen. Solange sie aber zur allgemeinen Beruhigung beitragen könnten, betrachte man dies mit Gleichmut. „Daily Telegraph" schreibt, jede Sorge wegen des Charakters der Stabsbesprechungen sollte durch' die Erklärung Edens und den veröffentlichten Briefwechsel beseitigt sein. Auch ließen die Besprechungen nicht darauf schließen, daß die Versuche für eine Versöhnung fehlgeschlagen seien, oder daß sie nicht fortgesetzt werden sollten. Der Zeitraum zu Ueberlegungen, der durch die bevorstehenden französischen Wahlen gegeben sei, müsse zweckmäßig dazu ausgenutzt werden, um eine Einigung über einige Punkte herbeizuführen. Paris bereitet eine Antwort vor. Das Ergebnis der Botschafterbesprechung. Paris, 4. April. (DNB. Funkspruch.) In einer breisiündigen Besprechung haben bie Botschafter von Berlin, London, Rom unb Brüssel nacheinanber Bericht über bie politische Lage erstattet; wie sie sich in ben bekreffenben Länbern nach ben Ereignissen bes 7. INärz ergab. Außenminister F l a n b i n wirb am Samstag zusammen mit ben zustänbigen Beamten bes Außenministeriums ben Entwurf einer Denkschrift zur Beantwortung bes deutschen Friebensplanes vorberelten. Der RUnister- rat bürste biesen Entwurf am 2H o n f a g end- gültig feftlegen. Die Veröffentlichung wirb zur „geeigneten Zeit" erfolgen. Gleichzeitig wirb erneut bemerkt, ber französische Außenminister werbe bei ber englischen unb ber belgischen Regierung barauf bringen, bah in ber kommenden Woche entweder in Paris oder in Brüssel eine Zusammenkunft der Locarnomächte erfolgen soll. Wan glaubt bereits sicher zu fein, daß Rom einen Vertreter zu der Besprechung entsenden wird. 3n pariser diplomatischen Kreisen glaubt man, der deutsche Friedensplan interessiere auch andere Staaten als die Unterzeichner von Locarno. Daher sollte der Völkerbund s r a t damit befaßt werden, um die Vorschläge kennenzulernen und sich darüber auszu- sprechen. Außenminister Flandin werde diese Auffassung im Winisterrat vertreten. Gleichzeitig solle der Völkerbundsrat jedoch mit Gegenvorschlägen befaßt werden. Wan halte es aber für felbslversländlich, daß eine Aussprache derartigen Umfanges in Genf er st nach den französischen Wahlen erfolgen könne. Abessinische Rückzugsgefechte. Italien rechnet mit innerpolitischen Erschütterungen in Addis Abeba. Asmara, 4. April. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) Die abessinischen Siegesmeldungen südlich des Amba Alatschi werden auf italienischer Seite mit ironischer Heiterkeit ausgenommen. Die italienische Heeresleitung anerkennt die Tapferkeit, mit der sich die Abessinier geschlagen haben. Ihr angeblicher Sieg habe jedoch nicht den Rückzug des abessinischen Heeres verhindern können, dem das erste Armeekorps und das Eingeborenenkorps auf dem Fuße folgen. Im Hauptquartier wird bekanntgegeben, daß d i e Truppen des Negus bereits südlich des Aschangifees stehen, wo sie von den italienischen Bombenflugzeugen unter ftänöi« gern Feuer gehalten werden. Die Nachhut der Abessinier versucht den italienischen Vormarsch nach Möglichkeit aufzuhalten, um dadurch den Rückzug des Negus zu decken. An dem ganzen Frontabschnitt finden ununterbrochen derartige Rückzugsgefechte statt. Die von der Front einlaufenden Berichte melden, daß das ganze Gebiet südlich des Amba Alatschi buchstäblich mit abessinischen Leichen bedeckt sei. Ununterbrochen werden abessinische Verwundete in die italienischen Feldlazarette eingeliefert. Unübersehbar fei das von den Abessiniern auf ihrem Rückzug zurückgelassene Kriegsmaterial. Der Kampfgeist der abessinischen Truppen soll, wie Gefangene und die Bewohner der neu besetzten Gebiete erklären, stark gelitten haben. Die Bevölkerung der Gebiete um den Aschangi- See gilt als keineswegs negusfreundlich. So hat ein Stamm der Galla einen regelrechten Kleinkrieg, gegen die sich zurückziehenden abessinischen Truppen eingeleitet, lieber das Verbleiben des Negus sind verschiedene Gerüchte im Umlauf. So heißt es, daß er sich noch inmitten feiner Truppen befinde. Andere Meldungen wollen davon wissen, daß er schleunigst nach Dessie abgereist sei, wo ihn der Thronfolger an der Spitze unbeweglicher Truppenoerbände erwarte. In italienischen Kreisen hält man die militärische Lage der Abessinier für verzweifelt. Man ist der Meinung, daß sich die letzten Niederlagen und der Rückzug des abessinischen Heeres unweigerlich auf die innerpoli- tische ßaae auswirken werde, die bereits stark erschüttert sein soll. Die Stellung des Negus sei in jeder Hinsicht so gut wie uni) alt» bar geworden. Die britischen Interessen. Italien sichert in London volle Achtung zu. London, 4. April. (DRB. Funkspruch.) Der italienische Botschafter in London, Gran di, hat in einer Unterredung mit Sir Robert Vanfi- tartt die Versicherung abgegeben, daß 3talien alle britischen Rechte und 3nteressen in Abessinien voll respektieren werde. Reuter meldet, daß diese Versicherung einen sehr günstigen Eindruck in London hervorgerufen habe. Wussolini habe den Präsidenten des 13er Ausschusses Wadariaga seine Bereitschaft mitgeleilt, in Friedensverhandlungen einzutreten, und es fei wahrscheinlich, daß Baron A l o i s i als italienischer Vertreter für die Verhandlungen mit Wadariaga eingesetzt werde. Wieder italienische Flugzeuge über Addis Abeba. Addis Abeba, 4. April. (DNB. ftunffp.) Ein italienisches Bombengeschwader von fünf Flugzeugen überfliegt seit 7.30 Uhr Addis Abeba. Ein Beobachtungsposten will festgestellt haben, daß ein Flugzeug unweit der Stadt a b • g e ft ü r 5 t sei. Die Bevölkerung befindet sich in großer Aufregung. Auch der Flugplatz von Addis Abeba wurde von zwei italienischen Flugzeugen mit ftarfem Maschinengewehr» feuer belegt. Dabei wurde ein abessinisches Flugzeug fast völlig zerstört. Die Felder in der Umgebung gerieten in Brand. 740 Reichstagsabgeordnete gewählt. Oer Gau Hessen-Nassau im neuen Reichstag. Berlin, 3. April. (DNB.) Nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen vom 29. März sind insgesamt 7 4 0 Abgeordnete gewählt worden. Davon entfallen auf die 35 Wahlkreise insgesamt 723 und auf den Reichswahlvorschlag 17 Abgeordnete. Der Führer steht an der Spitze der im Wahlkreis 24 (Oberbayern-Schwaben) gewählten Abgeordneten, während der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, den Reichs- wahloorschlag anführt. Im Wahlkreis 33 (Hessen-Darmstadt) wurden folgende 15 Abgeordnete gewählt: R o - s e n b e r g , Alfred, Reichsleiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP., Hauptschrifteiter, Berlin. H e y s e, Walter, Gauinspekteur, Dipl.-Volkswirt, Frankfurt a. M. Kern, Fritz, Fabrikarbeiter, Eberstadt. Klo st ermann, Alfred, Kreisamtsleiter z. b. D., Groß-Gerau, v. Lindenfels, Walter, Major a. D., SA.-Brigadeführer, Darmstadt. Münchmeyer, Ludwig, Reichsredner, Pfarrer a. D., Düsseldorf. Reiner, Heinrich, stellvertr. Gauleiter, Staatsrat, Darmstadt. Ringshausen, Friedrich, Gauamtsleiter, Ministerialrat, Darmstadt. Ritter, Heinrich, Kreisleiter z. b. V., Oberbürgermeister Gießen. Schmidt, Gustav (Nauheim), SA.-Oberführer, Betriebsleiter, Bad- Nauheim. Schwinn, Wilhelm, Kreisleiter, Landwirt, Oberkainsbach (Odenwald). Seidel, Martin, Hauptamtsleiter, Beauftragter der Parteileitung, Hannover. Seipel, Wilhelm, Kreisleiter z. b. V., Landesobmann des Reichsnährstandes, Landwirt, Fauerbach v. d. H. (Oberhessen). Dr. Wagner, Richard, Gauamtsleiter, Bauer, Lan- desbauemführer, Darmstadt.. Wolff, Karl, SS.» Brigadeführer, Berlin. Der Wahlkreis 19 (Hessen-Nassau) entsendet folgende 28 Abgeordnete in den Reichstag: Sprenger, Jakob, Gauleiter, Reichsstatthalter, Frankfurt a. M. W e i n r i ch , Karl, Gauleiter, Kassel. Becker (Frankfurt), Willy, Bezirkswalter der DAF., Frankfurt a. M. Becker le, Adolf- Heinz, Diplom - Volkswirt, Frankfurt a. M. Dr. Braun, Rudolf, Apotheker und Chemiker, Kassel» Harleshausen. Burkardt, Dr. Hans, Stellvertr. (Bauleiter, Landnot, Fulda. Dippel, Hans, SA.- Brigadeführer, Hannover. Friedrichs, Helmuth, Hauptamtsleiter, München. G i m b e l, Adalbert, Postsetretär, Frankfurt a. M. Habicht, Theo, Schriftsteller, München. Hildebrandt (Breslau), Richard, SS.-Brigadesührer Wiesbaden. Krawie» l i tz k i, Hans, Kreisleiter, Marburg an der Lahn. Linder, Karl, Bürgermeister, Frankfurt a. M. ßommel, Hans, Landrat, Rod a. d. Weil (Taunus). Ludwig, Curt, SS.-Standartenführer, Landwirt, Kassel. Dr. L ü e r, Carl, Präsident der Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Main- Wirtschaftsgebiet, Frankfurt a. M. Neef, Hermann, Leiter des Hauptamtes für Beamte, Regierungsrat, Berlin. Oberlindober, Hanns, Reichsführer der NSKOV., Berlin-Wannfee. P u t h, Johannes, Kreisleiter, Bürgermeister, Schlüchtern (Bezirk Kassel). Saupert, Hans, Stabsleiter, München. Schmidt (Kassel), Fritz, SA.-Stan- dartenführer, Bronnzell (über Fulda). Schmidt, Wilhelm Georg (Wiesbaden), Reichshandwerksmeister, Berlin-Südende. S e i b l e r , Walther, Landesbauernführer, Kassel. Stöhr, (Frankfurt), Aus aller Welt 1934 so- ODOL L 83 wirkt vorbeugend gegen Infektionen, also gegen Ddol L83 Reichs-Thealerfeslwoche 1936 in der Hauptstadt der Bewegung. lichen Schauspielhauses und der Kammerspiele wie zahlreiche Gäste. Englischer Sportflieger vom Reichsautzenminister empfangen. 3GHw zt dei* Schnupfen, Halsschmerzen, Grippe und ähnliche Gefahren. ODOL L83 beseitigt peinlichen Mundgeruch, erfrischt, belebt. L 83 ist das Kennzeichen für ein weiter vervollkommnetes Odol mit erhöhter bakterientötender Wirkung. Die Reichs-Theaterfe st woche, die ____ in Dresden und 1935 in Hamburg stattfand, wird in diesem Jahre oom 10. bis 17. Mai in der britische Flagge neben der roten Fahne wehen und würde es mit Recht ablehnen, sich zu Ehren der Internationale zu erheben. Einer Regierung, die ihrdreimal abgegebenes Versprechen, daß sie sich von der revolutionären Propaganda in England und im britischen Reich enthalten würde, flagrant gebrochen habe, könne von England nicht als Freund oder Verbünde- ter betrachtet werden. Lord Mount Temple weist auch darauf hin, daß die Räteregierung bis jetzt nicht den geringsten Versuch gemacht habe, auch nur einen Penny von dem über 1 Milliarde Pfund zurückzuzahlen, die sie der britischen Regierung und britischen Staatsangehörigen schulde. Es gebe keinen Punkt, wo ein „ständiger Kurs der überlegten und amtlich ermächtigten Treulosigkeit" unerträglich werde. Dieser Punkt sei in den Beziehungen Englands mit der Sowjetunion läng st überschritten. von Japan im Adelsklub einen Empfang mit Festessen. Der 86jährige Graf Kiyoura dankte für das hochherzige Geschenk des Führers als Ausdruck der engsten freundschaftlichen Einstellung beider Völker und bat den deutschen Botschafter, dem Führer den Dank des japanischen Volkes zu übermitteln. Botschafter von Dirksen betonte, daß der Führer den berechtigten Wunsch des japanischen Volkes auf Rückkehr des historisch so bedeutungsvollen Kaiser-Saga-Bildes nach Japan anerkannt habe, als er es dem Kaiser schenkte. Botschafter Gras Mushakoji schilderte den tiefen Eindruck, den die Uebergabe des Kaiser-Saga-Bildes in Berlin auf ihn gemacht habe. Prozessor Kuorita schloß den Empfang mit einem Vortrag über die historische Bedeutung des Kaisers Saga, dessen Regierungszeit eine neue Kulturepoche für Japan eingeleitet habe. Das japanische Volk sei angesichts der Bedeutung des Kaiser-Saga-Bildes um so dankbarer für das hochherzige Geschenk. Lord Munt Temple warnt vor dem Bolschewismus. London, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Lord Mount Temple spricht sich in einer Zuschrift an die „Times" gegen eine Unterstützung Sowjetrußlands durch England aus. Es sei immer noch die weit verbreitete Besorgnis vorhanden, daß Frankreich infolge des französischsowjetrussischen Paktes in einen Kriege g e - rate und daß England in diesen Krieg hineingezogen würde. Das britische Volk würde auf das tief st e e n t r ü ft e t sein, wenn es sich in einenKrieg zur Verteidigung des Bolschewismus hineingezogen sehen würde. Es würde sich dagegen auflehnen, daß die Kunst und Wiffenfchast. Landeslagung der Reichsmusikkammer Heffen-Rasfau. Die diesjährige Landestagung der Reichsmusikkammer Hessen-Nassau findet am kommenden Montag in Darmstadt statt. Sie beginnt mit einer Arbeitstagung der Amtswalter. Am Nach- mittag sprechen im Rahmen eines Empfangs im Plenarsaal des Landtagsgebäudes Landeskulturwal. ter Müller-Scheid und der Präsident der Reichsmusikkkammer Professor Dr. Peter Raabe über „Die Aufgaben der Reichsmusikkammer". Am Abend beschließt ein Sinfonie-Konzert im Hessischen Landestheater unter Leitung von Professor Dr. Raabe, das zugunsten der Winterhilfe veranstaltet wird, die Landestagung. Willi, Gauamtsleiter, Frankurt a. M. Thiels, Wilhelm, Kreisleiter, Bürgermeister, Biedenkopf. Vetter, Karl (Wanfried), Reichshauptabteilungsleiter, Berlin. Vielst ich, Fritz, SA.-Brigade- fllhrer, Marburg a. d. Lahn. W o w e r i e s , Franz, Hermann, Schriftleiter, Berlin-Wannsee. Auf dem Reichswahlvorschlag wurden außer dem Stellvertreter des Führers noch gewählt: Staatssekretär i. R Dr. B a n g , Justizrat Heinrich Claß, Herzog von Coburg, Oberverwal- tungsgerichtsrat Dr. E v e r l i n g (Berlin), Land- wirt Oskar Farny, Stadtrat Ullrich Graf (München), der Polizeipräsident von Berlin Graf H e l l d o r f, Geheimer Finanzrat Dr. H u g e n - berg, Gesandter von P a p e n , der Führer des Kyffhäuserbundes SS. - Oberführer Reinhard, Rechtsanwalt Schaper (Magdeburg). Geheimrat Dr. Schmitz (Ludwigshafen). Freiherr von Schorlemmer (Volpertshausen.) Reichsminister Seldte. Professor Dr. Martin Spahn (Köln). Land- und Volkswirt von Wedel - Parlow (Berlin). Hauptstadt der Bewegung durchgeführt werden. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, wird am 11. Mai in einer gewaltigen Kundgebung der Reichstheaterkammer das Wort zu einer richtungweisenden Ansprache ergreifen. Die Spielfolge sieht die Aufführung der Opern „Rienzi" und „Die Meistersinger" von Wagner, der Mozartoper „Don Giovanni" und der heiteren Oper „Der Barbier von Bagdad" von Peter Cornelius vor. Ferner gelangt der „Zigeunerbaron" von Strauß zur Aufführung. Im Schauspiel schließt sich an die Ehrung, die der erste nationalsozialistische Dichter Dietrich Eckart in Hambura erfahren hat, das Bekenntnis zur schöpferischen Leistung lebender Parteigenossen. Hier wurden Hanns I o h st mit seinem „Thomas Paine", Friedrich B e t h g e mit dem „Marsch der Veteranen" und Eberhard Wolfgang Möller mit seinem Schauspiel „Rothschild siegt bei Waterloo" ausgewählt. Die künstlerischen Träger der Veranstaltungen sind die Spielkörper der Staatlichen Oper in München, des Staat- OervertrauensarzilicheOieust in der Krankenversicherung. B e r I i n , 3. April. (DNB.) Durch das Aufbaugesetz vom 5. Juli 1934 sind solche Aufgaben der Krankenkassen, die zweckmäßig nicht von der einzelnen Kasse erledigt werden, zu Gemein- schaftsaufgaben erklärt worden. Diese wer- den durch die Landesversicherungsan- st a l t für den Bereich einer Provinz oder eines Landes durchgeführt. Eine solche Aufgabe ist der oertrauensärzt- l i ch e Dienst. Er ist nun grundsätzlich neu g e - regelt worden. Die Abteilung Krankenversiche- rung der Landesversicherungsanstalt stellt für das gesamte Anstaltsgebiet Vertrauensärzte in hinreichender Zahl bereit, die den Dienst besorgen und gegebenenfalls für mehrere Kaffen gleichzeitig tätig werden. Diese Lösung des vertrauensärztlichen Dienstes von der Einzelkasse ermöglicht, die bessere Ausnutzung vorhandener diagnostischer Einrichtungen und eine leichte Verbindung mit den Versicherten. Sie schützt vor einer mißbräuchlichen Anwendung des oertrauensärztlichen Dienstes, indem sie die Unabhängigkeit des Vertrauensarztes, der nur seinem ärztlichen Gewissen verantwortlich ist, sichert und unmittelbare Einflüsse der Krankenkassen auf die Untersuchung ausschließt. Der so neugeordnete vertrauensärztliche Dienst wird auch weiterhin die Versicherungsge- m e i n s ch a f t gegen unberechtigte und gesetzwidrige Ausnutzung der Versicherungsleistungen schützen. Er sichert aber besser als bisher die Planmäßigkeit, die Folgerichtigkeit und die Einheitlichket der gesundheitlichen Betreuung. Er bildet endlich die Grundlage für eine der nationalsozialistischen Auffassung entsprechende Gestaltung des sozialmedizinischen Dienstes in der Krankenversicherung und gewährleistet durch die enge Verbindung mit der Rentenversicherung die Zusammenarbeit mit dieser sowie mit allen anderen Stellen, denen die Betreuung der Gesundheit des Volkes obliegt. Reichsminister Dr. Frank spricht in Rom. Rom, 3. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Frank hielt auf Einladung des Faschistischen Kulturinstituts einen Vortrag über „Gesetzgebung und Rechtspflege des Nationalsozialismus." Im überfüllten Saal bemerkte man Justizminister Solmi, den Leiter des Faschistischen Kulturinstituts, Prof. M a r p i c a t i, viele führende Persönlichkeiten des italienischen Geisteslebens, besonders der Rechtswissenschaft, Botschafter von H a ss e l l, die Gattin des italienischen Botschafters in Berlin, Frau A t - t o l i c o und den Kreisleiter der NSDAP Italien- Süd, Kirn. Dem Vortrag wohnten auch der Präsident der Akademie für Wissenschaften Marconi und der Präsident des Kassationsgerichtshofes d'Ame- g l i o bei. Dr. Frank sprach frei in fließendem Italienisch. Die Ausführungen des Reichsministers wurden mehrmals von stürmischem Beifall unterbrochen. Besonders seine Darlegungen zur Judenfrage fanden lebhaftestes Interesse. Als er sich mit der Wiedererlangung der deutschen Wehrhoheit befaßte, gaben die Zuhörer durch Beifall ihrer Zustimmung Ausdruck. Die Presse widmet dem Aufenthalt des Ministers in Rom sympathisch gehaltene Artikel. „Giornale d'Jtalia" beginnt feine Ausführungen: Rom, die Mutter des Rechts, begrüßt in dem deutschen Gast mit Freuden eine hervorragende Persönlichkeit der nationalsozialistischen Bewegung. Dr. Frank vertritt sowohl durch Familientradition als auch durch eigene bedeutende Leistungen auf juristischem Gebiet die Rechtswissenschaft in Deutschland, der durch die neuen Strömungen des Dritten Reiches ein neuer Lebensimpuls eingeflößt werde. Reichsminister Dr. Frank legte je einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten und am Grabmal der faschistischen Gefallenen auf dem Capitol in Anwesenheit einer Ehrenkompanie nieder. Anschließend wurde Dr. Frank vom König in Audienz empfangen. Der König lieh sich auch die Begleitung des Ministers, den Direktor der Akademie für Deutsches Recht, Dr. Lasch, den Hauptgeschäftsführer des BNDJ., Dr. Hauber, und den Chef des Ministeramtes, Dr. Bühler, vorstellen. Danach wurde Reichsminister Dr. Frank von Mussolini im Palazzo Venezia empfangen. Oie lleberreichung des Kaiser-Saga-Bildes in Tokio. Tokio, 3. April. (Dftafieninenft des DNB.) Das Japanisch - Deutsche Kulturin st itut unter Führung des G r a f e n K i y o u ra und des Marquis Okubo veranstaltete aus Anlaß der Überreichung des berühmten Kaiser-Saga- Bildes als Geschenk des Führers an den Kalser Todesurteil an Hauptmann vollstreckt. Am Freitagabend wurde Hauptmann im Gefängnis von Trenton h i n a e r i ch t e t. Die Verteidiger Hauptmanns hatten bis zum Schluß alles auftzeboten, um die Staatsanwaltschaft zur Einwilligung in einen neuen Strafaufschub zu bewegen. Hauptmann hat vor seiner Hinrichtung kein Geständnis abgelegt. Er bestieg wortlos den elektrischen Stuhl und wurde sechs Minuten später von den Aerzten für tot erklärt. Der Hinrichtung wohnten 55 Zeugen bei. LZ. »Hindenburg" in Rio de Janeiro. Ein Funkbericht von Bord des Luftschiffes „Hindenbura" meldet u. a.: Mit halber Fahrt stog das Luftschiff mit südlichem Kurs an der Küste Brasiliens entlang. Es war dies vielleicht der schönste Abschnitt der Reise. Man überflog die Städte Maceio, Bahia und Belmonte. Die Menschen blieben in den belebten Straßen stehen, sammelten sich auf den Balkonen und Dächern und winkten herauf. Das Luftschiff meldete um 7 Uhr, daß es über R i o de Janeiro angekommen ist, wo es vor der Landung noch Schleifen über der Stadt fährt. * Die englischen Blätter berichten über die erste Ueberquerung bes Südatlantik durch das neue Luftschiff. Die „Times" erklärt, alle Erfahrungen, die man mit dem früheren Luftschiff gewonnen habe, seien in dem neuen Zeppelin hineingebaut worden. Die Zähigkeit und die Gründlichkeit, mit der die Deutschen das Verkehrsluftschiff angesichts allgemeiner Entmutigung weiter entwickelt hätten, verdiene es, dem neuen Zeppelin einen Platz im Transatlan- tik-Verkehr zu sichern. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob das Luftschiff sich gegen die starken Winde des Nordatlantik erfolgreich durchzusetzen vermag. Es wäre indessen gut, daß dieser Versuch von der einzigen Nation durchgeführt werde, die ein offensichtlich erfolgreiches Luftschiff von großem verkehrstechnischem Wert hergestellt habe. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. * Am zweiten Verhandlungstage im Bauunglücksprozeß wurde als zweiter Angeklagter der Reichsbahnrat Weyher vernommen. Er war Vorstand des Neubauamtes IV, dem das Baulos in der Her- mann-Göring-Straße unterstand. Weyher hat an der Erteilung des Zuschlages an die Berlinische Baugesellschaft mitgewirkt, die das preismähig günstigste Angebot abgegeben hatte. Die Frage, ob ihm bekannt fei, daß von einem Dezernenten der Reichsbahndirektion Bedenken gegen die Heranziehung dieser Baugesellschaft geltend gemacht worden seien, bejahte der Angeklagte. Es sei darauf hingewiesen worden, daß diese Baugesellschaft eine Hochbaufirma sei. Der Mitangeklagte Hoffmann von der Berlinischen Baugesellschaft habe versprochen, für einwandfreies Personal und einwandfreie Durchführung der Bauarbeiten zu sorgen. Davon, daß man im Bauabschnitt Tieck- Straße am Stettiner Bahnhof mit dieser Firma nicht zufrieden gewesen sei, wisse er nichts. Als Bauamtsoorstand habe er die Ueberwachung und Leitung des Baues in der Hermann-Göring- Straße gehabt. Er habe nicht geglaubt, daß die Straße Unter den Linden und die Hermann-Gö- ring-Straße so verkehrsstark und so verkehrsempfindlich seien. Er sei verantwortlich für die möglichst reibungslose Abwicklung der ganzen Bauarbeiten und für die Ueberwachung des Baues. Er halte sich auch für verantwortlich, soweit etwa von dem ihm unterstellten Mitangeklagten Reichsbahnbauwart Schmitt Fehler gemacht worden sein sollten. Der Staatsanwalt richtete an den Bauwart die Frage, ob durch ihn ober durch Weyher täalich geprüft worden sei, wie tief die zur Herstellung der Grubenwände dienenden Stiele in den Boden gerammt worden seinen. Schmitt erklärte, eine solche Kontrolle sei nicht vorgenommen worden, praktisch aber auch unmöglich gewesen. Die Verhandlung wurde dann auf Dienstag vertagt. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath empfing den bekannten englischen Sportflieger Lord S e m p i l l, um ihn zu seinem neuesten Erfolge zu beglückwünschen. In aller Stille war Lord Sempill nach etfftünbigem Flug in einem sog. Motorsegler von Croyben nach Berlin glatt gelanbet. Der Reichsaußenminister sprach bem englischen Sportflieger seine Bewunberung über bie erzielte Rekordleistung aus. Er erklärte, er freue sich be- sonbers, baß Lord Sempill bie Flugstrecke Lonbon— Berlin für feinen Rekorbflug gewählt habe, und er hoffe, baß biefe Höchstleistung bie Anregung zu immer engerer sportlicher Zusammenarbeit bUben werbe. Anschließenb an ben Empfang war Lorb Sempill Gast bes Staatssekretärs Milch. Heidelberg baut den größten Ireiflug-Vogelkäfig Europas. Heidelberg besitzt seit drei Jahren einen Tiergarten, der unter der Leitung des bekannten Ornithologen Prof. F e h r i n g e r eine erstaunliche Entwicklung verzeichnet. Der Kurpfälzische Tiergarten ist an Fläche doppelt so groß wie der Frankfurter Zoo. Es wird ständig gebaut und der Tier- bestand sowie die Anlagen vergrößert. Der neue Flugkäfig zeigt zum erstenmal ein Bausystem auf, das ermöglicht, daß die größten Raubvögel im freien Flug sich nahezu ungehindert bewegen können. Bei einer Länge von 40 Meter, einer Breite von 20 Meter und einer Höhe von 10 Meter wird eine einzigartige Flugmöglichkeit innerhalb des Käfigs geschaffen. Im Käfig selbst hat man einige Bäume stehen lassen, um den Vögeln richtigen Nestbau und naturgemäßes Ausruhen zu ermöglichen. Nach der Fertigstellung besitzt Heidelberg den größten europäischen Freiflugkäfig. Drei Arbeitslose in einem nordböhmlschen Schacht durch Grubengase getötet. In einem wilden Schacht zwischen Dux und Kosten bei Teplitz-Schönau (Nordwestböhmen) wurden drei Arbeitslose durch ausströmende giftige Gase getötet. Eine Anzahl Arbeitsloser hatte auf der verlassenen Grube der Kohlengesellschaft „Gottessegen" einen wilden Kohlenabbau ohne die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen begonnen. Als sich auf dem Grunde der Grube Giftgase bildeten, fiel der beschäftigungslose Karl S m r c e k bewußtlos zu Boden. Seine Kameraden Friedrich Hübner und Rudolf K r o p a versuchten, ihn zu retten, fielen aber ebenfalls in Ohnmacht. Das Unglück wurde erst so spät bemerkt, daß die Rettungskvlvnne die Drei nur noch als Tote bergen konnte. Bei den Bergungsarbeiten wurden weitere vier Bergarbeiter durch Grubengase vergiftet und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Gerüchtweise verlautet, daß in dem wilden Schacht noch mehrere verunglückte arbeitslose Bergarbeiter liegen sollen, die dort in der Nacht gearbeitet hatten. Eine behördliche Untersuchungskommission des Bergreolers aus Brück ist am Unalücksort eingetroffen und hat bie Fortsetzung ber Bergungsarbeiten veranlaßt. Ein neunjähriger Mörder. Im Courget, einem kleinen Dorf in ber Nähe von Borbeaux, erschoß ein neunjähriger Junge feine fünf Jahre alte Schwester im Anschluß an einen Streit, ber zwischen ben Kinbern ausgebrochen war. Nach vollbrachter Tat begab er sich aufs Felb unb erklärte einem Nachbarn, seine Schwester habe Selbstmorb begangen. Bei feiner Vernehmung geftanb er nicht nur seine Tat, sonbern fügte hinzu, daß er ursprünglich bie Absicht gehabt habe, auch seine Mutter zu erschießen. Gerichtliches Rachspiel einer Bluttat in Reuyork. Eine geheimnisvolle Bluttat, die seinerzeit in Neuyork großes Aufsehen erregt hat, hat jetzt ihren gerichtlichen Abschluß gefunben. Vera Strotz, bie, wie gemeldet, im November vorigen Jahres ihren Verlobten, den 40jährigen Dr. Fritz Gebhardt, im 21. Stockwerk eines eleganten Neuyorker Wolkenkratzer-Hotels erschossen hat, wurde jetzt von der Mordanklage freigesprochen. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, daß die Angeklagte i n Notwehr gehandelt hat. Riesige Unterschlagungen bei der Kopenhagener Stadtverwaltung. Bei der Kopenhagener Stadtverwaltung ist man Unterschlagung en auf die Spur gekommen, die sich auf mehrere hunderttausend Kronen belaufen. Sie wurden von dem Leiter der städtischen Verkaufsstellen, die Kohle, Koks, Holz und Petroleum an Unbemittelte liefern, verübt. Der Buchhalter dieser Abteilung soll Beihilfe geleistet haben. Die Unterschlagungen, die sich auf einen Zeitraum von neun Jahren erstrecken, wurden durch Fälschung der Lieferscheine oorgenommen. Nach Aufdeckung der Unterschlagungen unternahm der Leiter der Abteilung zwei Selbstmordver- suche, die aber beide mißlangen. Später gestand er seine Verfehlungen ein, während der Buchhalter die Mitschuld leugnet. Religiöse Unruhen im Libanon-Gebiet. Anläßlich des mohammedanischen Festes zur Erinnerung an den Tod Alis, des Schwiegersohnes Mohammeds unb Gründers des schiitischen Glau- bensbekennntnisses, kam es in den Schiiten-Dörfern des südlichen Libanons (Syrien) zu blutigen Auseinandersetzungen, bei denen fünf Personen getötet und viele verwundet wurden. Ja, wenn die jinmen nicht wären ... ZdR. Auch in der Tier- und Pflanzenwelt ist es oft so, daß einer oom andern lebt. Der Raps ist z. B. bei seiner Bestäubung auf die Insekten angewiesen. Er ist dabei nicht so glücklich daran wie das Getreide, bet dem der Wind diese Aufgabe übernimmt. Der beste und nützlichste Freund Der Rapsblüten ist nun bie Honigbiene, die in unermüdlicher Arbeit täglich Tausende ihrer Honig- spender besucht und damit befruchtet. Wenn andere Insekten erst vereinzelt ihre Winterruhe beendet haben und die Rapsfelder schon blühen und duften, sind die Bienenvölker bereits in Massen auf dem Plan, besonders dann, wenn der Imker auf der Hut gewesen ist. Dazu gehört z. B., daß nur starke Völker im Herbst eingewintert werden und daß den Völkern die organische Kraft durch eine ungestörte Winterruhe erhalten geblieben ist. Dann sind die Bienen frühzeitig auf den Beinen, und der Segen der Rapsfelder füllt schnell die Stöcke. Der gesteigerte Rapsanbau erleichtert damit die Bienenhaltung. Jeder Imker wird diese Hilfe schnell spüren. Aber auch dem Raps bringen die Bienen Nutzen. Alte Imker behaupten, daß ihre Immen den Rapsanbau überhaupt erst ermöglichen. Jedenfalls ist die Bienenzucht für den Raps- und Rübsenanbau von ausschlaggebender Bedeutung und daher nach Kräften zu fördern. So arbeitet eins organisch ins Andere, eine Tatsache, die auch in manch anderer Hinsicht ein charakteristisches Kennzeichen der Erzeugungsschlacht ist. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Don der Biskaya her haben sich Tiefdruckstörun- gen auf das Festland hin entwickelt. Sie haben nicht nur die Zufuhr feuchter Luftmassen aus Norden verstärkt, sondern auch einen Zustrom feuchtwarmer Luft aus Süden eingeleitet. Das Zusammentreffen dieser verschieden temperierten Luftmassen bzw. das Aufgleiten der Warmluft an der Kaltluft ist für die heute eingetretene ausgedehnte Niederschlagstätigkeit verantwortlich. Für die Folge wird voraussichtlich wieder mehr die Zufuhr polarmaritimer Lustmassen für unser Wetter bestimmend sein. Aussichten für Sonntag: Wieder lieber- gang zu mehr wechselnd-bewölktem Wetter mit einzelnen Schauern, zunächst weitere Abkühlung, Winde aus meist nördlichen und östlichen Richtungen. Lufttemperaturen am 3. April: mittags 12,5 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 4. April: morgens 4,5 Grad. Maximum 14,3 Grad, Minimum heute nacht 3,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. April: abends 11,9 Grad; am 4. April: morgens 7,9 Grad. — Sonnenscheindauer 3,3 Stunden. — Niederschläge 1,5 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. II. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'schs Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mvnatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf» mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Anzeigen-Annahme von Klein- and Fnmilienanieigen t»isSV3 Uhr für die Mittaffsnummer, von Geiohlttn-Bmpfehlnngsanieigen am Tage vorher bis 18 Uhr. - Bei späterer Aufgabe der Anzeigen kann keine Gewähr für pünktliches Erscheinen geboten werden Verlag des Gießener Anzeigers. MMN sucht fürl.7.36.5-Zimmerwohnung (keine Praxisräume ),Mädchenkam- mer, möglichst mit Garten oder Balkon u. Zentralheizung, Klmiks- nähe bevorzugt. — Ausführliche Offert, mit Preisangabe erbet, an Dr. med. H. Grießmann 2089V Leipzig C. 1, Helfferichstratze 40. 4-5'ZlllMl' Bohnung Bad, Zentralheizung u.gr.Balk., sofort ob. sväter zu verm. [2112D Ebelstraffe 31 Neubau 4-Zimmer- Wohnung mit Balk., Mansarde usw., zum 1. Mai zu verm. Mietpreis: 76 RM. [01582 Wolfstraffe 12. Groffe 6-Zimm.-Wohnung inbest.Geschäfts- lage, f. Arzt oder Rechtsamvaltye- eign.,m.sev.Em- gang, zu verm. Schr. Ang. unt. 2137va.d.G.A. Hirn-Win. m.Badezimm.u. Zubeh.i.1.Stock in schön, ruhiger Lage für gleich od.spät. z. verm. Schr.Angeb.unt. 01485 a.d.G.A. 6-Zimm. Wohn, m. Badezimmer u. Zub., Goethe- straffe 211, ver 1. Juli zu vermieten. 2132V Näheres: Goethestr. 19 I. 4-Zimmer- Wohnung m. Heizg., Büro, Lag. u. Stallg. Rodh. Str. 42 v. 1 Juli z. vm. Näh. A. Becker, Kevlerstrahe 9. Tel.3804 [2177V | Vermietungen"] SelterSweg 67 I 7-Zim.-Wobn. Heizung, Glas- Berandau.Dach- garten usw. ver 1. Juli zu verm. Ansragen [01525 bei Kilbinger Franks. Straffe 6 mögi.vormittags Herrschaftliche 7-Zimmer- Wohnung 1. Etage, m.Bad, Balkon, Winler- gart., Mädchenzimmer usw., in ruhiger u. schön. Lage, in Gietzen, ab 1. Oktober zu vermieten. Schr. Ang. unt. 01547 an den Gietz. Anzeiger. Herrschaftliche 7Zhnni.-Wohn. I. Stock, Etagenheizung, Bad u. Balk., ver 1. Juli zu verm. [2142 V An der Jo- hanneSkirche 4p KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. Zimmer m. klein. Neben- zimm.lunmöbl.) z. 15. 4. od. 1.5. zu verm. [2131D Schäfer, Licher Straffe 9 Mieloho. m. Badezimm. i. der Liebigstraffe sofort 0. per 1.5. zu verm. Schr. Bewerbung, erb. Baugenossenschaft 1894 e. G. m. b. H., 2i7sv Gieffen. 6Zimm.-Wotin. nut 2 Entreiol- zimmern, Badezimmer u.Heiz., Wilhelmstr. 10 p, soi. z. verm. i69iD Näh. A. Becker, Keblerstraffe 9. Herrschaftliche Uil-Ml. mitNebenräum., Stadtmitte, per 1. Juli zu verm. Schr.Angeb.unt. 2O38va.d.G.A. Nähe Gieffen 3-Zimm.-Wohnung m. Küche u. Zubehör, sof. be- ziehb., zu verm. Wo?, sagt d. Geschäftsstelle des G. Anz. [Q1596 6-Zimmer- Wohnung Ludwigstraffe38, 1.Stock, z. verm. Hahn, [1481V Löberstraffe 17. 6-Zimmer-Wohng. 1.Stock,z. l.Juli zu vermiet. ifi55D Bender Ludwigsplatz 10. Anzui. 5-7 Uhr. 1430 D Standard - Motorräder! Vertretung: W. BALSER Reparatur-Werkstatt: DammstraßeS Günstige Zahlungsbedingungen, bis 15 Monate Ziel. Die neuesten Modelle stets am Lager. Besichtigung ohne Kaufzwang. fieleOenheilskänle in gebrauchten, ßut erhalt. Fatnzenfien 1 BMW.-Wafien, 1,5 L, Kabriolett, 34 PS 1 BMW. Waßen, 1.2 L, Kabriolett. 30 PS 1 BMW. Wagen, 1.5 L. Limousine,34 PS 1 BMW.-Wagen. 0,8 L., Limousine, 20 PS verkauft 2122V Ed. Kratz BMW.-Vertretung Ober-Ohmen (Hessen) Telephon: Mücke 65 Uhrmachermeister jetzt Seltersweg 47 1976 D In mein. Hause, Wohnhaus Hobe Provision. 2090 V 2-Siffer- taliplähle [01536 zugt. Die Kleinanzeige [Stellenangebote rimy äußerst wirksam kauft [01566 | Verschiedenes, wahrhaft billig! IStellengesuchel Lehrling Eiulagskücken v. gröff. Lebens- 14000 km gel sucht. [01580 Verkäufe Gebrauche grofje Tube Sebulstr.7, Ruf 2251 Berlin. Lichterfelde Fünf fast neue, sehr starke [01586 mittelgesch. ges. Schr. Angeb. u. 2167V a.d.G.A Bäckerei Lange, Neustadt 37. ÄütUIässtvonZbis 20 v. 6. erhalten Sie bei wiederholten Aufnahmen einer Anzeig- Pens. Beamter (3 erw. Ps.) sucht z. 1.6. od. sväter schöne 4- bis Karl Uhl, Ebelstraffe 28. 1 leer, sevarates 3 i m mer auch z. Unterstell. v.Möb.zuverm. Schr. Ang. unt. O1527 a.d.G.A. Dissertationen bei Brühl, Gießen Schmidt, BahnhofstrL6lI 4|20HanomaO- Limousine 4|20 Opel Cahr. zu verk. [01592 Marburg.Str.22 rniltb- und Sahvkuh Anfang Mai kalbend, zu verkauf. Hausen b. Gieff. Adolf-Hitler- Str. 24. [2H5v ist heimatgebunden und somit überwiegend von örtlicher Bedeutung. An die eingesessene Bevölkerung gerichtet und umfassend an sie herangebracht, ist die Kleinanzeige als Mittler im An- und Verkauf, für Stellungsgesuch und -angebot, sowie bei allen sonstigen Gelegenheiten im Tagesablauf Mädchen für tagsüber ge- Lager, Büroraume Dammstr. 35-37 zu verm. Näher. *21. Becker, Kevlerstratze 9. Tel.3804.1811V OPEL- Personenwagen, Masch. einwandfrei, für 60 Mk., und Garage, 4 x2,50 x 2,45m, z. verkauf. 01594 Wilh.Höff, Neuen Bäue 10. Motorrad sehr g. erhalt., da keine Verwendungsmöglichkeit zu verkauf. 01557 WeffsteingasselO Krawatten-Nadel mit Granaten (Andenken) verloren. Geg. Belohnung abzugeben a. d. Fundbüro. Q1576 2-3 äimmer- WoQnung z.l. Mai gesucht. Schr. Ang. unt. 01549 a. d. G.A. Etwa 50-60 Ztr. Nickwurz zu verkauf. 01550 Annerod, Tiefenweg 45. Modernes Ein- od. Zweifamilienhaus Neubau, steuerfrei, ingut.Lage, sofort beziehbar, günst. z. verkauf. Schr. Ang. unt. 01571a. d. G.A. 2-3-gimmer- Wohnung für 1. Mai oder früher zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 2145va.d.G.A. 3-4-3imnier- IDohnuna in Gietzen oder Umg. z. 15.4. od. 1. 5. zu miet.ges. Schr. Ang. unt. 01587 a. d. G.A. Lehrmädchen f. Blmnenbind. stellt ein [01568 Blumenhaus Schneider, CarlDietzNachf. Seltersweg 38. Es werden Bewerbungen nur von arbeitsfreudigen, möglichst eingeführten Herren erbeten an Firma Carl W. peper, Hamburg 1, Äarkhofck. Suche ein Mädchen f. Landwirtsch. z. sofort. Eintr. bei gutem Lohn, Nähe Gietzen. Schr. Ang. unt. 2116V a.d. G.A. Wünsche Bonoerfation m. Svanier(in) sow. Franz, (in) oder Deutschen, welche d. Sprachen verf. beherrsch. Schrift!. Ang. m. Angab. d. Stundengeld, unt. 2170 D a. d. G. A. erbeten. Leer.Zimmer eins., zu mieten gesucht. Schrift!. Ang. mit Preis unt. 01544 an den Gietz. Anz. Pension in gut. Farn, für Schüler! in) frei. Näheres in der Geschästsst. des Gietz. Anz. oiseo Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl'schenDruckerei Miele-; Staubsauger »m Gpeise-Eis-Pulver Back-, Zuckerwaren-, Limonaden-Essenzen. Für grötzeren Bezirk ist die Vertretung frei. Kaninchen Teckel (Rüde), ausgew. 5 Pfd. schwer, 2 x Sieger off. Klasse m. I. Pr., prima Fuchsspr., vreisw. in gute Hände abzugeb. Heidlindemann, Goethestr. 31 p. d. Gastwirtschaft (Tische, Stühle, Decken usw., kl.Jagdwagenu. Pferdegeschirr) ab Montag zu verkaufen. 2174V Binz, Forstgart. Gebildetes Fräulein (nicht unt. 20J.) für nachmittags z. Beaufsichtig, v. Schularbeiten u. leicht. Mithilfe gesucht. Schriftl. Ang. unt. 2107V a. d. Gietz. Anz. ZweckSBelümpsimgoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange. bote von Handwerkern nur mit NameoSnen. nung u. unter Vorlage besSewerbenachweijes ausgenommen werden. Verlag desStebeuerSiluetgers Keine Zeugnisse in Urschrift lonvern nur Zeugnis« abichriften dem Bewerbungsschreiben beilegen 1 — Lichtbilder unvBewerbungsunte» lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragenl Zuchten kauft man vreisw. im Geflügelhos Deeg Am Nahrungs- berg 16I.[2i78D Opel- Limousine in gut. Zustand, fteuerfr., vreis- roert, geg. bar zu verkauf. [2169D Gieffen, Frankfurter Straffe31 Garten an d. Lahn, geg. bar zu verkauf. Schr. Ang. unt. 01573 a.d.G.A. gut erhalten, 2 Liter (6 Zyl.) Opel« Kabriolett letztes Modell, 4-Zimmer- Wohnung mit Zentralheiz. u. Bad, mögl.m. Garage, v. Ehe- vaar z. 1.7.1936 gesucht. Schr. Ang. unt. 2092Da.d.G.A. ä-ß-Zimm.-Wohn. mit Bad, zum 1. 7. 1936 zu mieten gesucht. Schr. Ang. mit Preisangabe u. 2153va.d.G.A. Gebrauchte oi598 öefen. öeröe. Baöeroannen billig zu verkauf. Wilh. Höff, Neuen Baue 10. Z U.4-ZIM lvOhll. mit Zentralheiz., Bad (Südviertel) zu vermiet. Schr. Angeb. u. 01509 an d. Gieff. Anz. Voraussetzung zum Erfolg der Kleinanzeige ist ihr Erscheinen in einer Zeitung, die mit Land und Leuten eng verwachsen ist und die zuständigen Kreise auf sich vereinigt. In Stadt und Kreis Gießen weist der Gießener Anzeiger über 10500 ständige Bezieher aus; davon entfallen auf Gießen allein über 4500 Familien. Im Gießener Anzeiger wird die Kleinanzeige von jedermann gelesen, wie sie auch von jedermann in Anspruch genommen wird. An diesen Tatsachen gemessen und bei einem ermäßigten Millimeterpreis von 5 Pfennig ist die Kleinanzeige in der Heimatzeitung 45Zimmer Wohnung mitGarten,möglichst Zentralheizung, sofort ge- sucht.Schriftliche Angebote unter 01517and.G.A. sowie Herren, die in and. Branchen Private besucht haben! Wollen Sie sich verbessern, dann bieten wir Ihnen hierzu beste Gelegenheit. Wir bitten Sie, sich Montag, 6.4. morgens von 10 bis 1 Uhr im Hotel Kobel, Gieffen, vorzustellen und Verkaufsunterlagen mitzubringen. Auswärtige Interessenten können sich schriftlich bewerben unt.2139V an den Gietzener Anzeiger. m. grotz. Lagergeb., Hof, sowie Nebengebäud. i. Zentr. d. Stadt vreisw. z. verk. Schr. Angeb. u. 01590 a. d. G.A. 6 morgen gutes Ackerland zu verpachten. Leibgesterner Weg 51. 2178P Die Haut vortrefflich pflegen und wenig Geld auslegen, das hast Du heut bequem: Nen.bill.guteBand- säge, 700Dm., Kugellager, RM.430,m. Einbaumot. 600.- Kreis- säge-Fräs-Lgl.mit Ober!., 2 Dorne, Kgl. RM. 630.-. Abricht- Dlckten, komb. ab RM.760.Bandschl.- Maschine, 2,50 m, RM. 590.-. Diverse gebrauchte Maschin. Weinberg Frankfurt, Nidda- straße 64 (arisch). Alleinmädchen erfahr, in Haushalt u. Kochen, kinderlieb, zum 1. Mai gesucht. Vorzust. zwisch. 19u.20Ubr[2i6ov Svlva Rinn, Friedrichstr. 25. WeiW gut erhalten, zu verkauf. [2106D Kaiser-Allee 6«. Moderner, gut erhalten, weitzer fiinöetiooflen (Phönix) billig zu verk. 101578 4lnlweg 36 I r. Dauermieter. Beamtenfam. (3 erw. Pers.) sucht sonnige 4-Zimm.-Wohnung in gut. Hse. Schr. Ang. m. Preis u. 01560 a. d. G.A. Alleinstehender älter. Herr sucht Simmet? leerod.möbl.,bei alleinsteh. Frau. Schr. Ang. unt. 2138vg.d.G.A. S-Mi in». m. Zubeh. mgl. in freier Lage. Schr. Angeb. u. 01589 a.d. G.A. Gut erhaltener fiinöeriDogen billig abzugeben. Wo? sagt 0. Geschäftsstelle des Gieff. Anz. 2iisv Brateier und Mädchen f. alle Hausarb., mögt. a. Koch- kenntn., f. 27. 4. bzw. 1. 5. in kl. Einf.-Haus ges. Näh. i. der Geschäftsst. d. Gieff. Anzeig. [01551 3 Zimn.-Wohn. zu vermieten. Schr. Ang. unt. 01577 a. d.G.A. Stuh- Flügel erftklass. Marke, schwarz Hochglanz pol., echt Elfenbein - Klaviatur, 7 14 Oktaven, kaum gespielt, fast neu, herrlich, perlend. Ton, sehr preiswert zu verkauf. Erw. Zollinger, Gieffen, Seltersw. 69 H., Tel. 3119[2i52D billig abzugeben. Näheres Kaiser- allee 26p. 500 ccm NSD. Motorrad überholt, elektr. Licht, zu verk. Krofdorf, Haus 94. [01581 Ehrliches Mädel nachmittags für leichte Hausarb. b. hob. Lohn ges. Schr. Ang. unt. 01535 a.d.G.A. In Wieseck WWIllen- haus (Neubau) sofort beziehbar,zuverkaufen. [2157 D Maurermeister Oswald Lichtenauerw. 5. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durcherweitertesWlssen erhöhte Freudean den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Weibes [01532 WWnuuer gut erb.,Schlietz- korb, Badewanne Hängematte, gr. Spiegel z. verk. Wo? sagt d. Geschäftsstelle des Gieff. Anzeig. 4/20 PS Opel-Limousine maschinell einwandfrei, z. verkaufen. [2173V Näh.i.d.Geschst. des Gietz. Anz. Motorrad 350 ccm, F. N., el.Licht,fteuerfr., in gut. Zust., fast neu vrsw. abzg., sowie 1 Pferd Einsp. - Stute, 4jähr., z. verk. Louis Ruvvert, Fran kenb ach. Ein Waggon Hannoveraner Ferkel trifft Dienstag, den 7.April, ein. E. Mandler, Heuchelheim, Rodh.Str.2.oi565 Kabriolett mit 2 Notsitz., in best. Zustande, fast neuer Bereisung, steuerfrei, vreisw. zu verk. Wo? sagt d. Geschäftsstelle des Gietz. Anz. 01553 Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dieVerblndung her zu Ihren Erzeugniesen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge,Postkarten, Rechnungen, Beschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen! Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl'sche Druckerei! J.B.Häuser Gießen 849 v Auto gut erh., 2-Sitz.- Kabriolett mit 2 Notsitz., 6 Zyl., 7/32 PS, krankheitshalb. sofort zu verkauf, oisei Tel.-Anr. 3192. MW (Parterre) zu verm. [01553 Krenzvlatz 12 3ir4-3immer Wolinung evtl, schöne Mansarde gesucht. Sckr. Ang. unt. 01591 a.d.G.A. Gebr. automat. tzauswaffer- leilungsanlage mit Tiefsauge- vorricht., komvl., weg. Autzerbe- triebsetz. 3. verk. Näh.: Kinzen- bach 18. [2086V Einige Wagen gutes Heu verkauft Wilh. Torfeld, Wieseck. [01554 Eine trächtige, guteSimmental. IHHM zu verkauf. 01556 Burkhardsfelden Kirchplatz 19. Tüchtiges [2144V Mädchen gesucht. Horst- Wesscl-Wall 7. Bezirksvertretung Suche tüchtigen Herrn für Haushalts - Schlager mitAusliesergs.- Lager, etro. Ka- vifal erforderlich Off. unt. B. P., Friedberg, vost- lagernd. [2147V Grotzhdlg. sucht kautmännischen Lehrling m. Handelsschul- bildg. für sofort. Ang. m. Zeug- nisabschr. unter 2175va.d.G.A. Rechte Osterfreude werden Sie im Kreise Ihrer Familie haben, wenn Sie unsere al- koholfr. Apfelsäfte von Mk. 0.70 an. Traubensäfte von Mk.l.35an als Tischgetränk wählen. Reformhaus Gießen Kreuzplatz 5 Fernsprecher Nr. 2130. 21 OOP Intelligenter Junge Sohn achtbarer Eltern, als Kellner-Lehrling gesucht. 2078u Schöne Aussicht Wetzlar. Suche 3/15 Dixi BMW od.DKW sofort gegen bar zu kaufen. Schr. Angebote unter 01595 a.d.G.A. Saub., älteres Mädchen das auch etwas Gartenarb. versteht, ver 1 .Avril gesucht. [01537 L. Bogt, Metzg., Neuenweg 19. Henchelheim 6ielen.8lr.lOI ist die 1. Etage, bestehend aus: Küche, Bad und 3 Zimmer, auch 2Sveicherzimm. (evtl.Garageund Garten),verbald oder später zu vermieten.2127V Rehberg, Abcndstern. z. Taxpreis von RM. 3100,- zu verkaufen.[2i72v Ovel- Automobile, Frankf. Str. 52. Bittortfl 350 ccm, i.tadellosem Zustand, billigst z. verkauf. Klein-Linden, Schulstr.25.01559 Aadel-Srennholz (Anfeuerholz) gibt laufend ab hmD Dampffägewerk Abendstern Ludwig Kröck Telephon 3580 Verreise bis einschließlich 14 April Tüchtige WsWleHn (Rheinl.), sucht Wirkungskr. in nur gut. frauenlos. Haushalt. Schr. Ang. u. 2180va.d.G.A. Erntewagen gut erhalten, mit fast neuem Käst., weg. Aufgabe d. Landwirtsch. zu verkauf. [01563 Heuchelheim, Ludwigstratze 20 Gesucht z. l.Juli evtl, früh., grobe 4-oder5-Z.-Wohn. nicht park., i. gut. Hause,m.el.Licht, Bado.Möglichk., ein solch, einzur. Ruh., schonende Mieter, zwei Damen, pünktliche Mietzahlg. Aus- führl. Angeb. m. Preisangabe an Frau E. Richter, Arztwitwe [01574 Frankf. Str. 4II. ?eistungsf. Sabri kationsfirma ftellt Vertreter em z.Verk.v.Huus- balt- u. Aussteuer- Wäsche anPrivate. Bielseit.Kollektion kostenlos Hoher. mmTctlsosortiaer Barverdienst Sckliefffach 233 Platten t. Voatl | Kaufgesuche | Suche ein schweres IrbApM Wallach bevor- Sekretärin perfekt Steno u. Maschine, mind. Lnzealbildung, als Redaktionsgehilfe Wissenschaft!. Fachzeitschrift stundenweise (Nebenstell.) gesucht. Vorstellung Sonntag 10-12 Uhr. Schlesische Str.24, Ruf 2105.01549 Zwei gut möbl., sonnige Simmet! an alt. Ehepaar oder einzeln zu vermieten. [01570 Wernerwalll 11 Grotzes sonniges Zimmer m. 1 ob. 2 Bett, zu verm. Landgr.-Phil.- PL12II l. [ 01588 6 relul. Damast- Tischtücher 200/285 mit 12 Serv., la Qual, d. Fa. Fränkel Neustadt, bes. günst. z. verkauf. Schr. Ang. unt. 01562 a.d. G.A. Boüluflige erhalt. Haus in ied.Grötze schlüsselfertig bergest, bei 25% Eigen- kapital u. Baupl. Näheres: [ 01575 Schneider, Ldgr.-PH.-Pl.10 kMMliSger vertilgt jedes Ungeziefer. [01567 Schomber, Gie- ffen, jetzt Kirchstraffe 29. Sachverständig. i.Ge- richtsangelegenh. Leeres Zimmer mit sev. (Sing, im l.Stock z.vm. Zu erfr.: [01555 steinstraffe 55 p Schönes sonnig. Zimmer zu verm. [01572 Weserstratze 2011 gekelterten Älvkeiwein Apfel-Süßmost Ludwig Kohlermann IV. Inh. 8.®e>beric6 Telephon 3012 Bleichstraffe 14 BertreteKinnen) für Gieffen u.Umgegend z.Vertrieb einer konkurrenzlosen ges.gesch.umwälzenden Neubeit bei sehr hoher Verdienstmöglichkeit qesucht.Beruf Nebensache.- Schrifltche Angebote unt.01583 an d.Gietzener Anzeiger. Dr.Wilhelm Klein Vertreter sind die Herren« Dr. Geyer Dr. Neumann-Spengel Dr. Mehl | Mietgesuche"! Wohnungen in teber Gröhe sucht ständ.iso5v Büro Kirchner, Seltersweg 8. Vogelsberger Rind sow.lJauchefaff zu verk. [2151V Reiskirchen, Hauptstratze 32 WPSflPEIr Kabriolett, in gut. Zustande, vreisw. zu verk. Anzusehen: Steinstraffe 38p b. Müller. 01579 1,2 Ltr. [2148V Opel- Limousine tadellos instand, preisw. zu verk. Stemvelfabrik Krenter. Radio Nora, 3 Röhren, mit »erst. Endr., Netzg. Gl., für 70 RM. mit An- tennez.verk.oi584 R. Fischer, Asterweg 6311. yiuiuyonuunuu 4sitzig,4fensterig, von HochlMgs.. ™-n^,i,eEeoliteV-J 2rädrig. grauer Handkarren auf d. Hose Horst- Wessel-Wall 64 abhanden gekommen. 2096V Meldungen an Gastw. Dibbel. Fräul., häuslich, ruhig. Charakter, mit Vermögen, wünscht evang., sol. Herrn in den 30er Jahr, zwecks späterer Heirat kennen zu lern. Zuschriften evtl, mit Bild erbet, unt. 01493 an den Gietz. An;. (Ein Quell d. Freude für den Naturfreund WMtes Leven Kleine Kreatur in Waffer, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bild- folgen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschicht- liches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgesche- hen zu erwecken. Gebunden RM. 4,80. Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Moderne (mit Bad) mögl. Neubau,;.1.7.36 gesucht. Schr. Ang. unt. 01564a.d. G.A. SMUM 'Kieffen 21640 Sonnt., 5.Avril, 11.30-12.30 Uhr 3. Morgenfeier anlätzl. der Erstaufführung des „Toll. Christian" v. Th. Haerten. Einführ. Worte d. Intendanten. Rezitationen a. „Des Knaben Wunderhom" und aus dem „Dreitzigjähr. Krieg" v. Ricarda Huch. Mitwirkende: Aenne Markgraf, Heinrich Hub, e. Svielmanns* zug der Hitlerjugend. Preise: 0,20, 0,30, 0,50 RM.F. Stammabonnent. ist der Eintritt frei 1 19 bis 21.30 Uhr Autz. Abonnem. Pr.v.0,50b.2.50 Z. letzten Male! Krach im Hin« terhauS. Lustspiel von M. Böttcher. Spielleitung: Heinrich Hub. Dienst., 7.Avril, 20 b. 22.45 Uhr Erstaufführung Der tolle Christian. Mittw., 8.Avril, 19.30 b. 22 Uhr Die unvollkommene Ehe. Donn., 9. Avril, 20 b. 22.45 Uhr Der tolle Christian. (25.Freitag- Abonnement.) Karfreitag ist das Theater geschlossen! Ostersonntag, 19 bis 22 Uhr Tiefland. Ostermontag, 15 bis 17.30 Uhr Krach im Hinterhaus. (Straft d.Freude) 19 bis 22 Uhr DieblaueMazur Dienst.,14.Avr., 20 bis 23 Uh« Tiefland. Mittw., l5.Abr., 19.30-22.15 Uhr Der tolle Christian Kleine MIhi-Mi. mit Heizung, für 15. April oder 1. Mai zu verm. Schr. Ang. unt. 2120va.d.G.A. Junges Mädchen das den Haush. erlern, will, geg. gut. Lohn tagt, v. 10-3 gesucht. Schiffenberger Weg 1311 [2181V Tüchtiger solider Hain sucht Stellung. Lagerarb. werd, mit übemomm. Schr. Angeb. u. 01585 a. d.G.A. Zur Sausvolts- fühtung sucht eine a. allen Gebiet, d. Hauswesens (u. eines Hotelbetrieb.)er- fahrene Frau in mittl. Jahr, eine Stellung. Schr. Ang. u. 2143 D an d. Gietz. Anz. Nr. 81 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 8amrtag, 4. April 1936 Nationalisierung, Preis und Lohn. Von Professor Or Inh Schmidt, Ordinarius für Äetriebswirischastslehre an der Universität Frankfurt a. M. NSG. Schon einmal zu Beginn der Arbeitsschlacht nach dem politischen Umschwung wurde die Rationalisierung als ein Problem von gemeinwirtschaftlicher Bedeutung erkannt. Damals aber sah man in ihr den Feind, der die Zahl der Arbeitslosen noch zu vermehren drohte und sicherlich bereits vermehrt hatte. Man hörte Vorschläge, die darauf hinausgingen, besonders leistungsfähige Maschinen stillzulegen, um dadurch Raum für Handarbeit zu schaffen. Wenn nun demgegenüber jetzt der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP. Bernhard Köhler die Forderung nach verstärkter Rationalisierung aufstellt so klingt das wie ein unlösbarer Widerspruch. l^s ist kein Widerspruch, denn wenn man wirtschaftspolitisch in zwei verschiedenen Lagen das gleiche tut. so ist es nicht gleich in der Wirkung. Der Ruf gegen die Rationalisierung erscholl in einer Zeit, die aus einer Vorperiode der übermäßigen Auslandkredite eine übermäßige Rationalisierung liquidieren mußte. Damals waren Menschen und Betriebe ganz unzulänglich beschäftigt und die Bedarfsdeckung der Gemeinschaft infolge dieser Lage sehr gering. Weil aber die politische Führung dem arbeitslosen Menschen ein größeres Recht auf Beschäftigung zubilligte als der toten Maschine, deswegen mußte zuerst für ihn gesorgt werden. Praktisch hat das allmählich auch zur Wiederausnutzung der vorher unbeschäftigten Maschinen geführt. Rein wirtschaftlich gesehen ist das Brachliegen von arbeitswilligen Menschen und arbeitsfähigen Maschinen in jedem Falle ein Verlust für die Volksgemeinschaft, weil dadurch die Bedarfsdeckung geringer bleibt als sie sein könnte, wenn alle Produktionskräfte der Nation voll genutzt würden. Rationalisieren heißt den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit in der Volkswirtschaft verwirklichen. Rationalsierung bedeutet durch verbesserte Arbeitsverfahren zu geringeren Kosten, d. h. mit geringerem Aufwand von Produktivkräften herzustellen oder anders ausgedrückt, mit den bisher beanspruchten produktiven Kräften mehr Erzeugnisse als bisher herzustellen. Die Folge muß in jedem Falle ein Mehr an Gütern sein, die für die Bedarfsdeckung zur Verfügung stehen. Man sollte meinen, daß demnach kein Zweifel an der volkswirtschaftlichen Nützlichkeit der Rationalisierung möglich sei. In der Tat ist sie es gewesen, die seit dem Beginn des Maschinenzeitalters die Güteroerseorgung der deutschen Volkswirtschaft auf einen Stand gebracht hat, der uns heute erlaubt, auf dem gleichen Boden 70 Millionen Menschen besser zu erhalten als die 20 Millionen um 1800. Nu r durch Steigerung der Produktivität kann der Unterbau für die nationalsozialistische Bevölkerungspolitik der Zukunft gesichert werden Wenn trotzdem immer wieder Zweifel an der Nützlichkeit einer eindeutigen Pflege des technischen und wirtschaftlichen Fortschritts in Form der Rationalisierung auftauchen, so sind sie, wie nachzuweisen ist, durch zeitlich beschränkte Nachteile zu erklären, die ihrem Wesen nach Störungen in der Anpassung aller Wirtschaftsfaktoren an eine durch Rationalisierung veränderte Wi^Ochaft darstellen. Die Arten der Rationalisierung sind verschieden. Sckian eine Verbesserung der Arbeitsweisen, ohne jede Aenderung durch neue Maschinen mindert den Erzeugungsaufwand pro Stück. Allgemeinbildung und sorgfältige Berufsschulung sind die Voraussetzung für Qualitätsarbeiten. Arbeitsfreude und Arbeits- djszivlin heben die Leistung. Doch denkt man nahe- Dieses Haus stellie der Iiihrer kinderreichen Jliöttem zur Verfügung. K < 4- % Fff »V | • « . V" Der kürzlich verstorbene Goslarer Sanitätsrat Dr. G e l h o r n schenkte seine Nervenanstalt „T Here s i e n h o f" dem Führer Adolf Hitler. Dieser übergab das Sanatorium an b i e NSV. Südhannover-Braunschweig. Das Heim wird nach einem Umbau vielen kinderreichen Müttern mit ihren Kindern zur Erholung dienen. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) zu immer bei dem Begriff Rationalisierung an den Einfluß der Maschine als Hilfsmittel, zur Steigerung der produktiven Kraft, weil sie besonders deutlich eine Vervielfältigung der menschlichen Leistung erlaubt. Sehr wenig beachtet wird dabei aber, daß auch die Maschine selbst das Erzeugnis von Menschenarbeit ist, daß es sich im Grunde nur darum handelt, ob ein Volk seine verfügbare menschliche Arbeitskraft ausschließlich in der relativ rohen Form der Handarbeit oder umgewandelt in die Form des leistungsmehrenden Werkzeugs und der Maschine anwendet. Hinter den Maschinen steht die große Schar ihrer Erfinder und ihrer H e r st e l l e r als Leistende der Volksgemeinschaft. Nur solche Maschinen verdienen Anwendung, die produktiv mehr leisten als bei einfacher Handarbeit ihrer Erzeuger erzielt werden könnte. Die Wirkung der fortschreitenden Rationalisierung in einer Volkswirtschaft ist immer eine Vermehrung der für die Bedarfsdeckung der einzelnen Arbeiter zur Verfügung stehenden Güter- und Dienstmenge oder -qualität. Wenn dies in der Vergangenheit nicht eindeutig als zweifelsfreier volkswirtschaftlicher Vorteil erkannt worden ist, so liegt die Ursache in Mängeln der kapitalistischen Wirtschaft, die trotz ihrer angeblichen Freiheit, die sofortige Anpassung des wirtschaftlichen Kreislaufs an den Zustand gehobener Produktivität verhinderte und offensichtliche Nachteile der Gemeinwirtschaft herbeiführte. Solche Nachteile sind in den folgenden Punkten nachweisbar: 1. Der wirtschaftliche Fortschritt der kapitalistischen Epoche hat sich immer ungleichmäßig vollzogen. Im. Auf und Ab der Konjunkturen sehen wir die Vermehrung des Maschinenparks fast ausschließlich in den Zeiten der Hochkonjunktur sich vollziehen, wobei die Scheingewinne dieser Periode regelmäßig die disponierenden Betriebsführer dazu verleitet haben, den Umfang ihrer Betriebserweiterungen über das einer dauernden B e - fchäftigung sichere Maß hinaus durchzuführen. Weil man aber regelmäßig übertrieb, schuf man durch die übermäßig gesteigerte Gütermenge auch die Grundlage für den Zusammenbruch der Krise, der infolge des Ueberangebots der Güter unvermeidlich wurde. In der Krise mußten dann viele an sich produktionsfähige Anlagen regelmäßig brachliegen und vor allem aber traf dieses Schicksal auch die arbeitenden Menschen in Gestalt der Arbeitslosigkeit. Gleichmäßig zeitliche Verteilung des Rationalisierungsverfahrens würde solche Nachteile verhindert haben Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik wirkt mit ihrer Einstellung auf Stabilisierung von Preis und Lohn ganz in der Richtung des Ausgleichs. 2. Rationalisierung ohne Preissenkung muß den Absatz der zusätzlichen Gütermengen hemmen wenn die Einkommen gleich bleiben. Wenn ohne Aenderung der Einkommen und ohne Veränderung der Preise infolge Rationalisierung durch Verbesserung der Arbeitsverfahren oder neue Maschinen ein Arbeiter das zu leisten vermag, was bisher zwei zu leisten hatten, so wird der Lohn eines Arbeiters erspart. Verkauft nun der Unternehmer zum alten, jetzt zu hohen Preis, so kann er auch nicht mehr Stück als bisher absetzen. Zeder zweite Arbeiter kann entlassen werden, und sein Lohn wird Zusatzgewinn des Unternehmers. Die liberale Wirtschaft erhoffte dann einen allmählichen Ausaleich durch den Lohndruck, den die entlassenen Arbeiter ausübten, und der dazu führen sollte, daß ein neuer Anreiz zur Vermehrung der Stückmengen und allmählicher Preissenkung entstand. Das aber ist nur ein geringer Trost für die Arbeiter, die bei voller Leistungsfähigkeit unter Umständen jahrelang auf diesen sehr allmählichen Ausgleich arbeitslos warten mußten. Demgegenüber wird die Wirtschaftspolitik der Zukunft andere Wege einschlagen müssen, wenn sie die Nachteile der Rationalisierung vermeiden will. Sie muß dafür sorgen, daß jede K o st e n » senkung durch Rationalisierung gründ« sätzlich im Augenblick ihres Entstehens auch durch Preissenkung den Konsumenten zugute kommt. Dann kann auch bei ganz unveränderten Volkseinkommen die zunehmende Menge der Güter reibungslos abgesetzt werden, weil das gleiche Volkseinkommen zu billigerem Preis die vermehrte Gütermenge kaufen kann, ohne daß Arbeitslose entstehen. Dem Einwand, daß nicht in jedem Produktionszweig im Verhältnis zur Preissenkung vermehrte Mengen abgesetzt werden können, ist dadurch zu begegnen, daß die bei einem Gute ersparte Kaufkraft dann für andere Märkte zur Verfügung steht, und dort Arbeitskräfte zusätzlich bindet. 3. Ein anderer Weg wirtschaftspolitischer Anpassung liegt in einer der zunehmenden Stückzahl entsprechenden Vermehrung des Volkseinkommens, wie es automatisch einträte, wenn wir uns vorstellen, daß alle Arbeit im Akkord bezahlt würde. Steigt dann mit der Rationalisierung die Stückzahl der Produkte, so steht auch ein steigendes Volkseinkommen für den Absatz zur Verfügung und die Preise selbst können unverändert bleiben; allerdings muß dann aber der Geldumlauf steigen. Demnach ergeben sich wirtschaftspolitisch zwei Wege der Anpassung an eine in Folge der Rationalisierung steigende Gütermenge. Hält man die Löhne und Einkommen gleich, so muß der Preis gesenkt werden, wenn Arbeitslosigkeit vermieden werden soll. Paßtmanaber die Löhne und Einkommen ber ft eigen b e n Gütermenge an, so kann sie auch bei unoeränberten Preisen abgesetzt werben. Da wir in ber Gegenwart ein Lohnsystem haben, in bem starrer Stunden- unb Tagelohn neben bem mit ber Erzeugungsmenge schwankenben Akkorblohn gemischt auftritt, so müssen bei fteigen« ber Gütermenge pro Kopf ber Arbeiteten entroeber bie Akkorbsätze herab- ober bie Stunbenlöhne her- aufgesetzt werben, wenn sie untereinanber in gleichem Verhältnis bleiben sollen. Steigert man bie Stunbenlöhne bei gleichbleibenben Akkorbsätzen, so steigt bas Gesamtarbeitseinkommen in gleichem Verhältnis wie b,ie Gütermenge, unb ber Stückpreis kann infolge allgemein fteigenber Einkommen auch bei vermehrter Menge gleichbleiben. Senkt man aber bie Akkordsätze bei unoeränberten Stunben- löhnen, so muß im Verhältnis ber zunehmenben Gütermenge ber Stückpreis gesenkt werben. Läßt man aber ben Dingen ihren Lauf, so steigt mit ber Stückzahl nur ein Teil bes Volkseinkommens, soweit Akkorblohn vorliegt, infolgebessen brauchen auch bie Güterpreise nicht so schnell zu sinken wie bie Stückzahl steigt, wohl aber müssen sie insoweit sinken als ben Empfängern von starren Löhnen bie Kaufkraft für höhere Mengen zu gleichen Preisen fehlt. Falsch aber wäre es anzunehmen, baß auch bei so burchgeführter Anpassung schon vor ber Ratio- nalisierung vorhanbene Arbeitslose burch ben Rationalisierungsprozeß aufgesogen werben könnten. Sie mürben nur ben Vorteil einer geringen Besserung ber Kaufkraft ihrer Unterstützungbeträge haben können. Die Anpassung mürbe nur eine Vermehrung ber Arbeitslosen verhinbern unb allen Volksgenossen eine Besserung ihrer Lebenshaltung ermöglichen. Das Problem ber Wiebereinglieberung unserer Arbeitslosenreste ist eine Frage ber harmonischen Gestaltung von Lohn unb Leistung, bie bei ben jetzt noch Arbeitslosen vielfach burch die mangelnde Hebung mährend langer Arbeitslofig- feit gemindert ist, aber auch eine Frage der Neu- organifation vieler Märkte, insbesondere nach dem Ausland hin, mie die Anpassung der Umlaufsmittel in den Betrieben. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn als Traumspiel und Oper. Uraufführung in Dresden. Die Oper „Der d e r I ar e n e Soh n" von Robert Heger gelangte an der Dresdner Staatsoper vor ausverkauftem Haufe zur Uraufführung. Professor Heger, der als Preußischer Staatskapellmeister an der Berliner Staatsoper und als musikalischer Oberleiter am Staatstheater in Kassel rnirkt, hat das biblische Gleichnis in unsere Zeit übertragen. Der vom Komponisten selbst geformte Text biejet eine theatralisch farbige und vielgestaltige Handlung, deren kühne Gegensätzlichkeit und psychologische Einheitlichkeit in her Kunstform ber Oper ungemöhnlich finb. Eine Rahmenhanblung (Vor- unb Nachspiel) führt in ben länblichen Frieben eines Kantors; zmei stäbtische Erscheinungen, bie „Dame" unb ber „Herr", verlocken ben Kantorssohn in bie große Welt — meg von feinem bereits komponierten Te- beum, meg von ber angenommenen „Tochter" feines Vaters. Vor ber Abreise erlebt ber Sohn bie Wunsch- unb Schreckbilber seine Zukunft als Traum. In sechs Szenen sieht er sich als berühmten Operntenor in einem gleißenben Salon, bann als Mann unb Partner einer Varietebiva in einer Tanzbär an ber Riviera, geflüchtet als schäbigen Musikanten in einer Mansarbe, heimgekehrt in bie Dorfkirche, mo sein Tebeum gesungen roirb, ausgestoßen vom älteren Bruber unb besten Frau aus bem Hause bes reichgemorbenen Vaters, schließlich als Ausmanberer in ber Lasterhöhle einer Hafenstab t zmischen Opiumrauchern, Schnapssäufern, Kokainschluckern unb Verbrechern. Vater, „Tochter" (bie naive Geliebte), „Dame" (bie raffinierte Geliebte) und „Herr" gehen durch alle Traumbilder m den wunderlichsten, aber immer sinnvollen Gestaltmandlungen mit. Stöhnend erwacht der Sohn und entschließt sich, der dörflichen Heimat treu zu bhüben, „in ber Stille tät’ger Einsamkeit" zum Künstler zu reifen an ber Seite ber Geliebten („Tochter"). Das Traumspiel stellt sich als ein Läu- terungsbrama bar, besten erzieherische Tenbenz im Cbor ber Lanbleute aufklingt. „Wo mir geboren finb ba rnollen mir leben, treu ber Heimat immerdar". * Der Komponist ^Heger stand vor ber schmierigen Aufgabe, ben einander völlig entgegengesetzte» Szenen eigenes Gesicht zu geben unb sie gemäß ber Sinnfügung bes Ganzen auch musikalisch einheitlich zu verbinden. Er erreichte diese Doppelgestaltigkeit weitgehend, indem er nummernmäßige Einlagen von scharfer Profilierung brachte (italienische Arie, Walzer, Tango, Tanz-Duett mit Jazzmusik, ein prachtvolles Tedeum), das wechselnde Kolorit aber von ber bekenntnishaften Lyrik immer roieber burchstrahlen ließ. Dabei erwies sich bie in allen Verwandlungen reine Gestalt der „Tochter" auch in musikalischer Hinsicht als geeignetes Bindeglied. Die Liebesszene im Salon, das Duett in der Mansarde, die musikalische Verschmelzung ber Visionen bes Opiumrauchers mit ber strahlenben Unschulb bes Mäbchens in ber Lasterhöhle finb ebenso wie ein Gebet bes Sohnes an bie Mutter, bie wörtlich übernommene biblische Szene vom heimgekehrten Sohn unb bas große Terzett bes Nachspiels voy starker Einbruckskraft. Im Ganzen führt Heger jeboch bie mufikbrama- tifche Trabition von Wagner über Pfitzner unb Schillings weiter, ist ben instrumentatorischen Errungenschaften eines Richarb Strauß unb bem impressionistischen Zauber Schrekers („Der ferne Klang".') tief verpflichtet. Die Musik ist bas Werk eines hochbebeutenben Technikers mit jahrzehntelanger Opernpraris unb ernstem Willen zur Vertiefung bes Gehalts, sie erweist sich jeboch in ber kontrapunktischen Erfassung bes Klangrauschs stärker als in ber eigentlichen Erfinbung. Das zeigt sich vor allem an ber schwer eingängigen Melodik. Mit ihrer gewollten Herbheit, ja stellenweise bewußten Zerstörung macht der hervorragende Verarbeiter und satztechnische Meister aus der Not bes musikalischen Schöpfers eine Tugenb unb bezeichnet damit einen rounben Punkt in ber gesamten Opern- probuktion ber Gegenwart Sa rückt Wesentlichstes in die symphonischen Zwischenspiele des Orchesters, bie währenb ber szenischen Umbauten bie innere Hanblung programmatisch weiterführen, sich zum Teil aber auch strenger Form beugen (Fuge!). Das gleiche Streben zur kunstgerechten Regelmäßigkeit offenbart sich auf ber Bühne, wenn ber mit schwierigen Aufgaben betraute Chor eine zwanglose gesellschaftliche Unterhaltung in ber Dariationenkette ' einer Passacaglia führt. * „Der verlorene Sohn" steht und fällt mit der Qualität der Aufführung. In Dresden setzte Generalmusikdirektor Karl Böhm als hingebungsvoller Führer des prachtvollen Orchesters erste Kräfte ein, die ihre halsbrecherischen Rollen mit nachtwandlerischer Musikalität bewältigten. Vor allem der Tenor Torsten Ralf (Sohn) unb Maria Cebotari (Tochter). Neben ihnen glänzten Martha Fuchs, Pauf Schäffler unb Sven Nilffon burch scharf prägenbe Darstellungskunst. Komponist unb Werk errangen starke" Schlußbeifall Johannes Jacobi. Der Gieinbock. Von Maria Schierl-Koch. Wenn ein Steinback, ber jahrelang bas Rubel angeführt hat, einmal in so vorgeschrittenem Alter ist, daß er feine Kräfte mit denen eines jungen Bockes nicht mehr messen kann, dann wird er zum Einzelgänger. Er sondert sich von dem Rudel ab und verbirgt sich tagsüber in dem niedrigen Zwergholz, ben sogenannten „Latschen", weshalb er in ber Jägersprache auch „Latschenbock" genannt roirb. Die Bewohner ber Alpentäler allerdings sprechen von ihm nur als von bem „Alten", unb bas Herz so manchen Wilberers schlägt höher bei bem Gedanken, daß er den Alten vor die Flinte bekommen und seines geradezu sagenhaft prächtigen Gehörns habhaft werden könnte. Der „Alte" aber geht jeglicher Gefahr mit ber Weisheit bes Alters aus bem Wege. Das Wenige, was er bei seiner geruhsamen Lebensweise noch an Nahrung bebarf, holt er sich am frühen Morgen, unb feinen Durst stillt er zur selben Zeit an bem frischen Bergquell. Dann liegt er halb träu- menb, halb wachenb in seinem Verstecke, unb es stört ihn in seiner Ruhe nicht, wenn ber Jäger ober ber Wilberer mit bem Tobe im Jagbrohre oft nahe an ihm vorübergeht, ohne feiner ansichtig zu werben. Die anberen Steinböcke aber achten feine Zurückgezogenheit unb meiben ben „Alten", der ihre Spielereien griesgrämig ablehnt. Davon aber, daß er sich dennoch zu ihnen gehörig fühlt und das Rudel im Auge behält, weiß so mancher Jäger zu erzählen, bem — wenn er eben im Begriffe ftanb, sich an ein Rubel anzupirschen unb wäre es auch nur, um sich an seinem Treiben zu ergötzen, benn ber im Aussterben begriffene Steinbock roirb in unseren Tagen fast überall geschont — plötzlich her „Alte" auf einem schmalen Felsvorsprunge ober (Brasbanbe entgeqentrat unb ihn burch feine starre Haltung zur Umkehr zroana. So ftieq auch einmal ein Wilberer aus bem Tale in bie Felsen ein. Er hatte bas Rubel Steinböcke ausgespäht, an bas beranzukommen bas Ziel seines Strebens roar. Der Wind wehte sanft unb leise von ber Höhe nieder, und da er von unten anstieg, war der Wilderer sicher, daß die Steinböcke ibn nicht gewahr wurden, bis er in Schußweite kam. War er aber erst so weit, bann war ihm bie Jaab- beute gewiß. Siegesgewiß setzte ber kühne Steiger einen Fuß vor ben anberen unb fanb immer roieber einen Halt, roo ber Minbergeübte längst versagt hätte. Er bohrte bie Finger in die Svalten unb Schrunsen brs Felsens unb zog sich höher unb höher. Ein Grasband, das durch die Felsen lief, war sein nächstes Ziel. Bei aller Vorsicht aber konnte er es nicht verhindern, daß sich unter seinem Fuße ein Steinchen löste und in die Tiefe kollerte. Das dadurch verursachte Geräusch aber genügte, die Steinböcke in schleunige Flucht zu versetzen. Nur em Muttertier, das ein Junges bei sich hatte konnte dem Rudel nicht folgen und stand ratlos, den ausdrucksvollen Kopf lauschend hochgeworfen. Es konnte weder ben Wilberer, noch ben Jäger sehen, ber auf bem gegenüberliegenben Hange bas ganze Geschehen burch sein Fernrohr beobachtete. Er roar zu weit entfernt, um schützenb eingreifen 3U können, boch konnte er sehen, wie aus bem Zwergholz sich ber „Alte" erhob. Unwillig den Kopf aufwerfend, schritt er langsam bis hart an ben Nanb bes Felsens vor unb äugte in ben Abgrund. Und da mochte er wohl den an dem Felsen klebenden Wilderer erblicken, der sich eben wieder ein Stückchen höher schob. Eine kurze Weile nur sah ber Steinbock auf bie sich nähernbe Gefahr nieber, bann roanbte er sich bem (Brasbanbe zu, auf bem er sich zwar etwas steif unb ungelenk, aber zielbewußt abwärts bewegte. Just an ber Stelle aber, unter welcher ber Wilberer bem (Brasbanbe zustrebte, verhielt er reglos und harrte mit trotzig gesenktem Kopfe des- fen, der ba kommen sollte. Der Wilberer ahnte bie Gefahr nicht. Schon hob sich sein Kopf über bem Felsen empor, da erblickte er den Steinbock, der in entschlossener Haltung breit- spurig vor ihm stand. Daran, daß ber Bock keine Miene machte, zu entfliehen, erkannte er ben „Alten", unb er hätte viel bafür gegeben, wenn er bie Hänbe freigehabt hätte. Wie' aber sollte er so das Gewehr entsichern, bas über feiner Schulter hing? Es war ein verzweifelter Augenblick für ben Wilderer, ber aber dennoch versuchte, neben dem Steinbock bas (Brasbanb zu erreichen. Kaum hatte er sich aber roieber um eine Hanbbreite empor» gehoben, als ber Bock — schlau die hilflose Lage des Wilderers nützend — mit den starken Hörnern nach ihm stieß. Ein gellender Schreckensruf, der sich von Felswand zu Felswand fortpflanzte und non jeder schaurig widerhallte, roar die Antwort auf diesen Angriff. Unb ein Fallen unb Poltern. dem ein Steinregen fetflrr .. Der alte Steinbock zog sich gemächlich in sein Versteck in ben Latschen zurück. Das Muttertier unb bas Junge waren gerettet, unb so war er boch noch zu etwas nütze gewesen. Die Anstrengung mochte jeboch ben Rest seiner Kräfte erschöpft haben, benn als ber Jäger, ber bie traurige Kunbe zu Tols trug, am anderen Tag nach ihm suchte, spiegelte sich bie Schönheit der Alpenwelt ringsum zum letzten Male in seinem brechenden Auge. Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Von Ernst v. Riebelschüh. Der mit so viel lobenswertem Eifer aufgenommene „Kampf gegen den Lärm" scheint in jenes kritische Stadium getreten au sein, wo man sich in die Defensive gedrängt sieht und an der Möglichkeit des Endsieges zu zweifeln beginnt. Darauf läßt jedenfalls die Tatsache schließen, daß kürzlich in Bad Blankenburg in Thüringen der Grundstein zu einem neuartigen Wohnhause gelegt wurde, das den vielsagenden Namen „S i l e n t i a - r i u m" führt und offenbar den Zweck hat, ruhebedürftigen Menschen einen gegen Autohupen, Motoren und Radio vollständig geschützten Zufluchtsort zu bieten. Mit anderen Worten: man kämpft nicht mehr gegen den Lärm, man flieht vor ihm in das „Haus der Stille". Man läßt die schnöde Welt, in der es täglich lauter zugeht und die Nerven immer mehr an Widerstandskraft abnehmen, einfach auf sich beruhen und zieht sich als Philosoph ins „Silentiarium" zurück, so wie man in früheren Zeiten ins Trappistenkloster ging. Es soll bereits eine Gesellschaft von Menschen geben, die sich in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Lärmschutzoerband die Aufgabe stellt, mit schall- icheren Baustoffen in geschützter Lage mehrere olcher Ruheinseln zu errichten, deren Bewohner ich dann allerdings auch auf die Innehaltung be- timmter Lebensregeln verpflichten müssen, wenn !>ie Sache klappen soll. — Es ist doch bemerkenswert, auf welche Einfälle man heute kommt, um das natürliche Leben, das man verloren hat, auf künstlichem Wege wieder herzustellen. * Jeder wirkliche Erzieher wird die alte Erfahrung bestätigen können, daß geistige Kräfte, die in jugendlichen Menschen nicht rechtzeitig aufgerufen oder gar vorsätzlich unterbunden werden, nicht etwa absterben, sondern wild wachsen und dann eine einseitige und gefährliche Richtung nehmen, durch die sich der so lange unterdrückte Geist an der Gesellschaft rächt. Das Verbrechertum ist oft nichts anderes als solch ein Ausbruch gewaltsam gehemmter Anlagen, die bei richtiger Führung möglicherweise durchaus positive Ergebnisse hätten zeitigen können. Eine wahrhaft schauerliche Illustration zu dieser Beobachtung liefert die Kriminalistik im bolschewistischen Rußland, besonders unterder Jugend. Sie hat jetzt einen Umfang angenommen, daß diejenigen, die solche Zustände verschuldet haben, wenigstens nicht mehr den Kopf in den Sand stecken können. So gestand die „Prawda" offen ein, daß die jugendlichen Vagabunden, die heute die Straßen in allen Großstädten unsicher machen, ehemalige Sowjetschüler seien, und der Sekretär der kommunistischen Jugendverbände, Kossarew, sieht sich zu der Feststellung genötigt, das Banditentum und ähnliche sozialen Uebelstände seien für viele Schulen in Moskau und der Sowjetunion überhaupt kennzeichnend. Aus die wirklichen Ursachen dieser um sich greifenden allgemeinen Verwahrlosung der Sitten kommt man natürlich nicht, oder man verschweigt sie sich selbst und anderen. Sie liegen deutlich genug auf der Hand. Wenn nämlich jahrzehntelang den Kindern die materialistischen Lebensgrundsätze, wonach der Mensch nur ein höherentwickeltes Tier sei, systematisch gepredigt und eingeimpft werden, so kann es in der Tat nicht wundernehmen, wenn sich zu gelegener Stunde der brutal vergewaltigte Geist auf seine Fähigkeiten besinnt, sie nun aber mißbraucht und der Gesellschaft mit unsozialem Verhalten antwortet. Ob wohl die Herren, die all diese vergifteten Kinderseelen auf dem fluchbeladenen Gewissen haben, das noch einmal begreifen werden? * Das neue Rom amerikanisiert si ch in einem dermaßen unheimlichen Tempo, daß die Reste des Altertums, deren es freilich noch immer mehr besitzt als jede andere Stadt der Welt, sich bald etwas kümmerlich ausnehmen werden gegenüber den sich häufenden Dokumenten einer Bautätigkeit, von der man allerdings kaum hoffen darf, daß sie einmal das Urteil zweier Jahrtausende nicht zu fürchten braucht. Wer das auf das antike Kapitol gesetzte Marmorgebirge des Nationaldenkmals kennt und nicht das Glück hat, über ein unbegrenztes Vertrauen zu dem baukünstlerischen Takt der heuti- aen Römer zu verfügen, kann sich ungefähr ein Bild von dem Aussehen des caput mundi in etwa fünfzig Jahren machen, und wahrscheinlich wird das Bild noch weit hinter der drohenden Wirklichkeit Zurückbleiben. Selbst mit der vielgepriesenen Einsamkeit und Schönheit der Campagna wird es wohl bald vorbei sein: wenn nämlich erst die geplante große Filmstadt, die der Phantasie Neu-Roms als ein überamerikanisiertes Hollywood vorschwebt, aus dem heiligen Boden zwischen Via Appia und Via Tusculana emporgestiegen sein wird. Es ist die verehrungswürdige Landschaft des ersten Christentums. Nahe dabei liegt die kleine Kirche Domine quo vadis, wo nach der Legende Christus den aus Rom fliehenden Petrus im Glauben gestärkt hat; hier liegt San Sebastiano, eine der sieben großen Wallfahrtskirchen der Ewigen Stadt, und die Namen der Katakomben am Sudrande Roms rufen die Erinnerung an die ersten Blutzeugen wach. Es war eine Welt für sich, dieses Rom der Märtyrer draußen vor der aurelianischen Mauer, ein Boden, den man nicht betreten konnte, ohne sich zuvor im Geiste der Schuhe entledigt zu haben. Und in der Reichweite aller dieser ehrwürdigen Stätten wird sich nun binnen kurzem das Scheinwesen einer Filmmetropole erheben. Roma aeterna, verhülle dein Antlitz! Als man vor einiger Zeit die kleine Dorfkirche in K a m p e h l bei Neustadt an der Dosse wiederherstellte, hat man sich auch jenes Ritters Kahle- butz erinnert, dessen Leichnam die unheimliche Eigenschaft hatte, nicht zu verwesen, obwohl es feststeht, daß der Tote seinerzeit nicht einbalsamiert worden ist. Eine befriedigende Erklärung für die merkwürdige Tatsache, daß unter allen in Der Kirche beigesetzten Leichen nur die des Kahlebutz dem natürlichen Auflösungsprozeß widerstand, hat auch Rudolf Virchow, der die Mumie des Ritters als „interessanten Fall" untersucht hat, nicht geben können. Die Sage freilich will wissen, Kahlebutz habe einmal vor Gericht einen falschen E i d geschworen, leichtsinnigerweise aber hmzugesügt, wenn seine Aussage nicht der vollen Wahrheit entspräche, solle sein Leib niemals zu Staub werden. Wie sich die Sache nun auch in Wirklichkeit verhalten haben mag, sicher ist, daß der Tote im Grabe keine Ruhe gefunden hat, Da fein mumifizierter Leichnam jahrhundertelang unzählige Neugierige herbeilockte und so der kleinen Dorfgemeinde als nicht zu verachtende Einnahmequelle diente. Vielleicht war das ja nun wirklich die gerechte Strafe für begangene Sünden. Gleichwohl war Die jetzige Kirchenbhörde der Ansicht, daß der Ritter, er mag noch so fluchwürdig gewesen sein, nun genug gebüßt habe, und daß es weder christlich und geschmackvoll sei, die Leiche eines Menschen öftentlich gegen Geld zur Schau zu stellen. Womit sie unbedingt recht haben dürfte. „Italien unter den Sanktionen." politische Eindrücke von einer unpolitischen Heise. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) lieb unserer Berliner Schriftleitung nimmt an einer Studien- fahrt durch Italien, Sizilien und Nordafrika teil. Wir werden seine Reisebriefe in zwangloser Folge veröffentlichen. Z. Zt. Rom, März 1936. Es begann mit einer Auseinandersetzung, die dem planmäßigen und reibungslosen Verlauf der Relse aber freilich nicht den mindesten Abbruch tat: a u f dem Münchener Hauptbahnhof nämlich meinte der Leiter unserer Fahrt, daß mit dem Besteigen des Zuges nach Rom unsere „Exkursion" anfange. Worauf der nicht ganz ungerechtfertigte Einwand gemacht wurde, daß man ja ebenso gut auch „S t ud i e n f a h r t" sagen könne. Bevor dieser Auslegungsstreit sich zu einer „akademi - s ch e n", also langwierigen Auseinandersetzung auszuwachsen drohte, — denn die 67 Teilnehmer dieser Reise unter Führung des bekannten Münchener Theaterwissenschaftlers Professor Dr. Artur Kutsch e r sind durchweg Akademiker —, hatte man sich bereits darauf geeinigt, eine „Akademische Studienfahrt" zu unternehmen. Und die begann also mit dem Besteigen des Nachtzuge nach Rom... Wer, — einen amtlichen Stempel im Paß, als Reichsdeutscher österreichischen Boden ohne Aufenthalt passieren zu dürfen —, durch die gewaltige Alpenwelt über den Brenner fährt, wird irgendwie ein Gefühl innerer Beklemmung niederzwingen müssen. Gewiß: in Innsbruck darf man den Zug verlassen, um auf dem Bahnsteig echte Wiener Würstchen ober eine Erfrischung au kaufen, unb bas Möbel im Verkaufshäuschen ist ausnehmend freundlich. Auch die österreichischen Grenzbeamten sind es, die den Zug zur Paßkontrolle besteigen. Aber da ist es gleich wieder: — die Sache mit dem Handkoffer. Er stand als herrenloses Gut im Zug. Einige übermütige Studenten unserer Reisegesellschaft bieten ihn auf dem Innsbrucker Bahnhof einem halbwüchsigen Brezelverkäufer als Geschenk an. Er würde ihn offensichtlich gern nehmen. Aber er schlägt — so schwer ihm dieser Entschluß fallen mag — das Geschenk aus. Es könnten ja Dinge in diesem Köfferchen fein, verbotene Zeitungen aus dem Reich vielleicht oder ähnliches, was die bereits sehr aufmerksam zuschauenden Bahnpolizisten nicht bei ihm finden dürften. Daß, nebenbei gesagt, dieser bittere Gedanken an bedauerliche politische Entwicklungen auslösende Handkoffer indessen einen sehr harmlosen, nämlich gar keinen Inhalt aufwies, wurde hinterher von italienischen Milizbeamten festgestellt. Es ist übrigens eigenartig: hier im Eisenbahnzug spürt man deutlicher als später in Rom selbst, daß der abessinische Krieg die Gemüter erregt. Jedes Gespräch mit den Milizsoldaten dreht sich um Abessinien, und zur Bekräftigung ihrer Versicherung, daß der Negus bald, sehr bald sogar schon werde kapitulieren müssen, ziehen sie Flugblätter aus der Rocktasche, die durch sehr bunte und recht drastische Bilder bas siegreiche Vorbringen der Italiener barstellen... Unb dann kommt man nach langer Fahrt durch fruchtbares unb frühlingsfrisches Land nach Rom, in die überwältigend eindrucksvolle Ewige Stadt. Wenn man vom Rundgang um die riesige Kuppel der Peterskirche auf das sonnenüberflutete Rom schaut, und wenn von unten her sich in den Klang alter Glocken der Lärm einer modernen und von viel Leben erfüllten Weltstadt mischt, will man nicht glauben, in einem Lande zu sein, das Krieg führt und unter Sanktionen leidet. Unb diesen Eindruck wird auch bestätigt finden, wer durch den Corso Umberto I., die Hauptstraße Roms, zu Piazza Venezia, dem Sitz der italienischen Regierung, geht. Es ist geradezu überraschend, welcher gepflegten Eleganz man hier begegnet, und wie groß die Zahl überaus luxuriöser Verkaufsläden ist. Abends, wenn die Oper aus ist und prächtige Kraftwagen vorfahren, um die Damen im großen Abendkleid, geführt von befrackten Herren ober schnittig uniformierten Offizieren, abzuholen, ober wenn sich die Tausenbe von Lichtern einer bezent angebrachten Reklame auf bem blanken Pflaster ber Pia Nazionale spiegeln, — bann muß eigentlich auch ber letzte Zweifel schwinben, baß jener unsympathisch bitte Mann mit auffaüenb schmalzigem Haar unb maßlos schmutzigen Fingernägeln unrecht gehabt haben könnte, mit bem man spät abenbs vor einer Bar auf der Straße sitzend ins Gespräch kommt. „Italia sanzionata? Bah, sehen Sie sich am Bahn- f- WV/?: V’rWtWi Vor dem Röntgenhaus des St.-Georgs-Kranken» Hauses in Hamburg wird auf Veranlassung ber Deutschen Röntgen-Gesellschaft ein Gebenkstein geweiht, der allen Röntgenologen, Radiologen, Aerzten, Physikern, Chemikern, Technikern, Laboranten und Krankenschwestern gewidmet ist, die ihr Leben im Kampfe gegen die Krankheiten ihrer Mitmenschen opferten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Hof einmal die riesigen Kohlenlager an. Wir können lange, sehr lange aushalten. Sie als Deutscher wissen selbst, wie lange man durchhalten kann, wenn man es will. W i r Italiener wollen es, und wir werden auch siegen." Dabei tupft er mit feinem eisernen Ehering bedächtig gegen das Orangeadeglas. „Die Sanktionen sind sogar ein Glück für uns", meint er Man könne unb werde sich einfach darauf einstellen, den Bedarf an allen Dingen im Inland zu decken und auf die Einfuhr ausländischer Güter möglichst weitgehend zu verzichten. ' Was wohl die Dame am zweiten Tisch links, Die gleich uns noch die laue Abendluft genießen will, dazu sagen würde? Wenn sie und viele, wirklich auffallend viele ihrer Schwestern dieser schon n Stadt darauf verzichten müßten, über einem hocheleganten Kompletmantel nach letztem Pariser Schnitt feuerrot geschminkte Lippen zu zeigen? Sie würde vermutlich, ebenso wie der Besitzer unseres sauberen und freundlichen Hotels anderer Mei- ♦ nung sein. „Gewiß", hat der Kellner vorhin gesagt, „es kommen noch viele Ausländer zu uns, Deutsche, Franzosen unb Hollänber vor allem". Aber b i e Engländer unb Amerikaner bleiben weg, unb gerabe bie nahm man früher befonbers gern auf, weil sie viel Gelb auszugeben hatten. Heute will man auf bie Engländer offenbar noch gern verzichten, auch wenn es — vom Hotelbesitzer Die Ahnfrau. Von Karl Lerbs. In einer Bank, die in einer norddeutschen Kreisstadt behaglich, zuverlässig und ein wenig verschlafen die nicht sehr aufregenden Geschäfte ihrer ländlichen Kundschaft erledigte, erschien am ersten Tage eines jeden Monats eine alte Dame. Sie entstieg mühelos unb ohne Hilfe einer riesigen Kutsche, die ein verschlissen aussehender, livrierter Schnauzbart auf dem Kopfsteinpflaster vor dem Bankgebäude mit unnötig nachbrücklichem Zügelruck zum Halten brachte, und durchquerte dröhnenden Schrittes den Schalterraum: bolzengerade, in derben Schuhen, umrauscht von einer Mantille aus starrer schwarzer Seide, im Bogen der unter bem Kapotthut kühn vorspringenden Nase, im scharfen Blick ber blauen Augen, in ben erzenen Falten des grauen Gesichts bie bebrohlich gesammelte Tatkraft eines alten Generals. So trat sie an ben Schalter, zielte mit dem aus schwarzem Halbhand- schuh knochig vorschnellenben Zeigefinger auf ben Kassierer, der ihr dienstwillig entgegensah, und fragte mit kräftiger Baßstimme: ob nun endlich ihr Gelb angekommen wäre? Der Kassierer verwandelte sich bann regelmäßig mit schiefgeneigtem Kopfe, gehobenen Achseln unb hilflos ausgespreizten Händen in ein Stanbbilb des Bebauerns. Worauf die alte Dame den Zeigefingerknöchel mit Hartern Prall auf das Zahlbrett schlug und den Mann ein paar Sekunben lang mit einem Blicke ansah, der die ernstliche Befürchtung weckte, daß ihren grimmig verkniffenen Sippen ein Kriegerfluch von rnänner- morbenber Scheußlichkeit entfliehen könnte. Dann wandte sie sich stumm und schritt hinaus; und erst wenn draußen ber livrierte Schnauzbart die dicken Gäule mit einem nun sehr nötigen nachdrücklichen Zügelruck in Bewegung setzte, wagte sich im Gesicht des Kassierers das belustigte und ein wenig gerührte Lächeln hervor, das schon längst hinter der beflissenen Dienstwilligkeit gelauert hatte. Nun begab es sich, daß in dem alten grauen Bankgebäuoe ein neuer Direktor zu wirken anhub, den die „Zentrale" aus der Großstadt entsandte, um mit seiner ehrgeizigen und wirkungsbedürftigen Person eine Lücke nutzverheißend auszufüllen. Es konnte nicht fehlen, daß er feine Entsendung als eine Sendung und diese als eine Verpflichtung zu strenger unb schneibiger Rührigkeit auffaßte —: ein tragikomisches Beginnen, das von Den alteingesessenen Bankleuten mit Erheiterung, Verständnis unb gelassener Zuversicht beobachtet würbe. Als dieser unruhige Mann eines Tages tatendurstig den Schalterraum durchforschte, gewahrte er Auftreten, Gebaren und Abgang ber seltsamen Kunbin und nahm sich alsbald den Kassierer vor, um von ihm das Wer, Woher und Warum zu erfahren. Die Freude darüber, daß er für eine alte Geschichte einen neuen Hörer fand, begeisterte den alten Herrn zu einer Erzählung von ungewohnter Lebhaftigkeit. Die Ahnfrau, sagte er — so würde sie überall genannt —, lebte als Großmutter ober Urgroßmutter oder weiß der Himmel vielleicht gar Ururgroßmutter im Hause einer nahewohnenden Gutsbesitzersfamilie, deren Geschäfte seit Generationen von der Bank betreut wurden. Sie hauste in einem Seitenflügel des weitläufigen alten Wohnhauses, einsam, nur bedient durch eine betagte Magd, voll harter und grimmiger Mißbilligung gegen alles, was rings um sie her sein neumodisches Wesen trieb. So war sie, von allen Bewohnern des Gutes in scheuer und doch verstohlen lächelnder Ehrerbietung gemieden, ein gespenstisches und zugleich unheimlich lebendiges Stück Vergangenheit, ein durch seltsame Fügung in die Gegenwart verpflanztes und ihr gänzlich entfremdetes und unzugängliches Dasein, straff und hart und von der einschüchternd herben Jovialität eines alten Feldherrn. In dem Maße aber, wie das Alter ihre Beziehungen zur Gegenwart lockerte, ihre Maßstäbe verschob und ihren Geist in eine wirre und wunderliche Abseitigkeit rückte, wuchs die gewaltige und schlagkräftige Uebertegenheit ihres Wesens: So daß der Gutsbesitzer, ihr Enkel, ein vergnügter und fleißiger Mann, ihr ratlos, gutmütig unb mit einer fast kirchlichen Ehrfurcht ben Lebensbezirk schuf, in bem sie, umgeben von alten Möbeln, Bilbern, Büchern, Pferben unb Hunben, ihr spukhaft seltsames und nach eigenen gegenwartsfernen Gesetzen geordnetes Leben entfalten konnte. Eine Zigeunerin hatte ihr, so erzählte der Kassierer weiter, in ihrer Jugend geweissagt, daß sie einmal einen großen Lotteriegewinn machen würde. Diese Prophezeiung war jetzt, in ihrem späten Alter, zu dem geworden, was man gemeinhin eine fixe Idee nennt, unb hatte sich auf geheimnisvolle Art mit der Vorstellung verbunden, baß bie Bank, die immer ihre Geschäfte erledigt hatte, für das Eintreffen dieses Geldes verantwortlich sei. Deshalb kam sie am Ersten eines jeden Monats an ben Schalter; und es war ihr nie auch nur in ben Sinn gekommen, baß sie bem Schicksal billigerweise durch den Kauf eines Loses sozusagen entgegenkommen müsse. Irgendwer hatte sie einmal darauf hingewiesen; ein Zweiter, der es wagte, hatte sich nicht gefunden. Der Direktor klimperte nachdenklich mit dem Gelde, das er nach liederlicher Großstadtsitte immer noch lose in der Hosentasche trug. Dann lächelte er. Und schließlich fischte er ein großes Silberstück heraus und reichte es dem Kassierer: „Ich glaube zwar nicht an so ’nen Zimt, aber ich lasse mich gern belehren, und jedenfalls ist es Dienst am Kunden. Kaufen Sie ein Los unb nehmen Sie es für die alte Dame ins Depot." Als die Ahnfrau am Ersten des nächsten Monats durch den Schalterraum geschritten kam und auf den Kassierer ihre Frage abschoß, kam der alte Herr um die genießerisch vorgekostete Wirkung seiner Antwort, denn sie blieb ihm im Halse stecken. Er brachte nur eine zustimmende Verbeugung zustande und zählte mit zitternder Hand der alten Dame die zwanzig nagelneuen Tausendmarkscheine hin, die als Gewinn auf ihr Los gefallen waren. In der laut- und atemlosen Spannung, die den Schalterraum füllte, horte man jeden der Scheine schicksalhaft bedeutsam knistern. Neun Augenpaare saugten sich am ehernen Gesicht der Ahnfrau fest. Nichts geschah. „Aha!" sagte die Ahnfrau mit grimmiger Befriedigung. „Na endlich!" Sie zählte die Scheine mit rasch blätterndem Daumen und fegte sie in den schwarzseidenen Pompadour, den sie zu diesem Zwecke mit geöffnetem Schlund an die Tifchkante hielt, hieb mit harter Hand ihre stakige Unterschrift auf die Empfangsbestätigung — wandte sich und schritt hinaus. Der Kassierer, zwischen Verblüffung, Enttäuschung und Heiterkeit, suchte den Blick seines Direktors. Aber dieser weltgewandte Mann hatte bereits die Tür seines Zimmers hinter sich geschlossen, um seine Stellungnahme zu dem Ereignis vor unberufenen Augen zu schützen. Wir kennen sie nicht. Dagegen wissen wir, daß die vielköpfige Familie des Gutsbesitzers, die gerade beim Mittagessen saß, in der jeweiligen Gebärde der Nahrungsaufnahme erstarrte, als die Ahnfrau zum ersten Male seit vielen Jahren bas Eßzimmer betrat. Sie kam bröhnenben Schrittes an ben Tisch, leuchtenden Triumph in den erzenen Falten des grauen Gesichts, und der blanke Blick ihrer blauen Augen fuhr spöttisch über die regungslose Familie hin. „Mal herhören!" sagte die Ahnfrau unb stieß den Zeigefingerknöchel mit hartem Prall auf bie Tischplatte. „Natürlich habt ihr immer heimlich über mich gegrinst. Für verschroben und abergläubisch habt ihr mich gehalten. Keine Ehrfurcht unb keinen Glauben habt ihr. Respektlose Banbe. Aber ich habe natürlich recht behalten! Da!" Ihre knochige Hanb knallte bie Scheine verächtlich auf ben Tisch. Elf in fassungslosem Staunen Dorguellenbe Augenpaare waren auf das Gelb gerichtet. Dann hielt die Ahnfrau ihren schwarzseide- nen Pompabour mit geöffnetem Schlunb an die Tischkante, fegte die Scheine hinein, schloß ihn mit knirchendem Ruck an der Zugschnur — wandte sich und schritt hinaus. Mit einem groben Knall, der wie ein siegverkündender Kanonenschuß durchs Haus dröhnte, fiel bie Tür endgültig hinter ihr ins Schloß. Herrscher und Musiker. Zwei hübsche Anekdoten zu diesem Thema finden wir im Aprilheft von Velhagen Lr Klasings Monatsheften. Franz Liszt wurde wiederholt aufgefordert, vor dem Zaren zu spielen. Nikolaus I. schätzte aber die flotte Militärmusik mehr als die große Kunst. Eines Abends^unterhielt er sich während eines Klavier- oortrages laut mit seinem Adjutanten. Plötzlich unterbrach Liszt sein Spiel und sagte: „Wenn ein Kaiser spricht, muß man schweigen". ♦ Friedrich der Große spielte bei einer Abendgesellschaft ein von Quant} komponiertes Flötensolo, aber niemand spendete Beifall, es klang nicht gut. Aergerlich knurrte der König zu Quantz: „Er hat mir eine verstimmte Flöte gegeben!" „Ew. Majestät müßten eigentlich wissen, daß man eine Flöte in der Hand nicht warm werden lassen darf!" „Das ist nicht wahr!" schrie ber König und ging wütend aus dem Saal. Nach einigen Tagen kam er zu Quantz und sagte: „Es ist doch wahr!" Hochschulnachrichten. Professor Dr. Otto Loos, Ordinarius für Zahn- heilkunde unb Direktor bes Zahnärztlichen Instituts Carolinum an ber Universität Frankfurt, ist im Alter von 65 Jahren in einem Sanatorium im Schwarzwalb gestorben. Professor Loos galt als hervorragenber Kieferchirurg unb als Spezialist auf bem Gebiete ber Parabentose-Bekämpfung; er starb am gleichen Tage, an bem seine Emeritierung wegen Erreichung ber Altersgrenze erfolgen sollte. — Der Nachfolger von Professor Loos 'auf bem Frankfurter zahnärztlichen Lehrstuhl ist Professor Dr. Kühn, Leipzig, ber fein Amt bereits angetreten hat. Professor Dr. Richard Hartmann, Ordinarius für Orientalische Philologie an ber Universität Göttingen, ist in gleicher Eigenschaft an bie Universität Berlin berufen worben. Dr. Heinz M a y b a u m , Dozent für mittlere und neuere Geschichte an ber Universität Hamburg, würbe zum ordentlichen Professor an der Universi» töt Rostock ernannt. Dr. Kurt Mais, Prioatdozent an der Universität Tübingen, ist für bas Sommersemester 1936 mit ber Wahrnehmung ber romanistischen Professur an ber Universität Halle beauftragt worben. aus gesehen — ein nationales Opfer ist. Die Empörung über die Engländer, über ihre Haltung in den Fragen der Sanktionen, die sich ja seinerzeit in manchen sinnlosen Demonstrationen Luft machte, scheint tief zu wurzeln. Aber in einigen Monaten kann es schon wieder anders aussehen. „Wenn wir in Abessinien gesiegt haben", erklärte der Kellner mit abschätziger Handbewegung, „werden sich auch die Engländer wieder einfinden." So ist es denn auch verständlich, daß die Korporation des Fremdenverkehrs und des Hotelwesens unlängst beschloß, auch die zur Zeit unbenutzten Anlagen m Stand zu halten und die Werbung fortzusetzen. Wochen, vielleicht auch Monate werden vergehen, und dann wird — vorausgesetzt, daß sich die politische Lage derweilen nicht verschärft — die Sonne Italiens, werden die einzigartigen und imposanten Zeugen des Bestandes der Ewigen Stadt auch über noch zerrissenere Zeitläufte wohl auch die Engländer mit den gefüllten Geldtaschen wieder ins Land ziehen und in ihren unwiderstehlichen Bann zwingen. Bis dahin aber muß es noch heißen: „Italien unter den Sanktionen". Und wenn man den flüchtigen oder länger verweilenden Besucher Roms fragt, wie sich ihm dieses Italien darstellt, dann kann er eigentlich nur diese Antwort erteilen: man spürt hier nicht viel davon, daß das Volk ganz tief im Innern etwas bedrückt ist, weil es sich vor allem auch ungerecht behandelt fühlt. Auf der Straße aber merkt man nichts davon, auch dann nicht, wenn heute einige hundert Pferdedroschken mehr als früher durch den durchaus noch vom Kraftwagen beherrschten Verkehr zuckeln. Wären da nicht die vielen Zeitungsverkäu- fer, die mit temperamentvollen Handbewegungen ihre Blätter mit den letzten Siegesmeldungen laut kreischend umherschwenken, und wäre da nicht in der verkehrsreichen Via di Tritone jener Laden, dessen eine ganze Wand von einer riesigen Landkarte bedeckt ist, auf der mit Fähnchen das Vordringen der italienischen Truppen auf dem abessinischen Kriegsschauplatz fortlaufend neu markiert wird, dann würde man auch hier inmitten der Stadt ebensowenig vom Krieg etwas merken, wie beim Herunterschauen von der Peterskirche. Was will es dann schon besagen, wenn man den Platz in der Bar spätestens eine Viertelstunde nach Mitternacht räumen muß, weil „wegen der Sanktionen, Signore", der Lichtersparnis halber geschlossen werden muß? Eine kleine Unbequemlichkeit, — die einzige iber, möchte man behaupten, die der Reisende heute 'n Rom in Kauf nehmen muß. Auf dem holländischen Flugplatz S ch i p h o l wurde dieser eigenartige Luftwegweiser errichtet, der die Richtungen anzeigt, in denen die verschiedenen Flugzeuge den Flugplatz verlassen. Gab es schon jemals in der Welt einen Wegweiser mit der Aufschrift: „Batavia via Leipzig 14243 km"? Solche und ähnliche gigantische Entfernungen lassen sich an diesem Wegweiser ablesen. (Presse-Bild-Zentrale-M.) ' v - Oie Schule der Nation. 1,2 Millionen Männer gingen durch den Arbeitsdienst. Arbeitsdienstpflicht! In diesen Tagen, gegen Ende des Monats, schlug für die Arbeitsmänner, die jetzt ihre halbjährige Arbeitsdienstzeit hinter sich haben, die Abschiedsstunde. Es ist dies, wie wir aus der früheren Zeit des Freiwilligen Arbeitsdienstes wissen, kein leichter Abschied, denn zu sehr sind diese jungen Menschen mit dem, was sie in den sechs Monaten erlebt und in sich ausgenommen haben, verwurzelt, als daß sie leichten Herzens aus den Lagern scheiden können, die ihnen Heimat geworden sind, Heimat im schönsten und edelsten Sinne des Wortes. Aber nur kurze Zeit werden die Lager in allen Gauen unseres Vaterlandes leerstehen, nur wenige Tage werden die Führer und länger dienenden Freiwilligen in ihren Lagern allein sein, denn schon sind die Einberufungen des zweiten Jahrganges erfolgt, und in den nächsten Tagen werden wieder junge deutsche Männer hier ihren Einzug halten, werden sie durch diese Schule gehen, durch die heute und für alle Zeiten die ganze deutsche Nation geht, diese Schule, die jedem Einzelnen von ihnen so unendlich viele Werte gibt. In drei Jahren sind 1,2 Millionen Arbeitsmänner durch den Arbeitsdienst gegangen? Wer denkt hierbei, wenn er diese Zahl hört, nicht an das Wort des Führers vom 1. Mai 1933, das nunmehr Wirklichkeit geworden ist: „Wir wollen, daß das deutsche Volk durch die Arbeitsdienstpflicht erzogen wird zur Erkenntnis, daß Handarbeit nicht schändet, daß Handarbeit nicht entehrt, sondern daß Handarbeit genau wie jede andere Tätigkeit dem zur Ehre gereicht, der sie treu, froh und redlichen Sinnes erfüllt. Und deshalb ist es unser unverrückbarer Entschluß, jeden einzelnen Deutschen, ob hoch geboren und reich oder arm, ob Sohn von Gelehrten oder Sohn von Fabrikarbeitern, einmal in seinem Leben zur Handarbeit zu führen, damit er sie kennen lernt, damit er auch leichter befehlen kann, weil er selbst schon gehorchen gelernt hat." Zwei Aufgabengebiete sind es, die der Arbeitsdienst zu erfüllen hat: Arbeit am Boden und Arbeit am Menschen! Dem deutschen Volk Brot aus eigener Scholle zu geben, ist eine der Hauptaufgaben, die sich unsere Staatsführung gestellt hat Diese Sicherung der Ernährungsfreiheit, an die frühere Regierungen niemals herangegangen sind, erfordert restlosen und geschlossenen Einsatz der ganzen Nation, verlangt Auswertung und Nutzbarmachung aller Möglichkeiten, die den Weg zu diesem Ziel weisen. Und das, was auf diesem Gebiet schon in diesen wenigen Jahren durch den Arbeitsdienst geleistet worden ist, steht als Großtat des nationalsozialistischen Aufbauwerkes da, spricht durch die Wucht der Tatsachen eine eindringliche und unmißverständliche Sprache. Wo früher braches Land war, wo über unendliche Weiten hin keines Menschen Hand den Boden bearbeitete, wo wertvoller Boden, bestes Volksgut, ungenutzt blieb, da schaffen und arbeiten jetzt deutsche Menschen für unser Volk, für unserer Kinder Zukunft. In den Mooren des Emslandes, in den großen Oedgebieten Hannovers, Pommerns, Brandenburgs oder Schlesiens, in der Eifel, im Hunsrück, im Westerwald oder in der Rhön, im bayerischen Wald oder in den weiten Gefilden des ostpreußischen Landes, überall ist der Arbeitsdienst nach einem sinnreich aufgestellten Man, der alle Aus-^rtungsrnöglichkeiten berücksichtigt und erfaßt, eingesetzt worden und hat der Nation brachliegende Werte 'erschlossen. Dieses Werk des Friedens, dem auch selbst die Kreise des Auslandes, die zunächst dem Arbeitsdienst ablehnend gegenüberstanden, ihre Achtung und Anerkennung nicht versagen können, ist einer der Marksteine auf dem Wege unseres Aufbaues, die jetzt nicht mehr fortzudenken sind. Aber nicht minder wichtig ist die A r b e i tarn Menschen, welche der Arbeitsdienst zu erfüllen hat. Hier müssen wir unseren Blick einmal tner, fünf Jahre zurückschweifen lassen, um gerade dieser Arbeit die richtige Würdigung angedeihen lassen zu können. Wie sah es doch damals in den Straßen der deutschen Städte aus? Ueberall erblickten wir junge herumlungernde Männer, die nicht nur arbeitslos waren, sondern auch, was noch viel schwerer wiegt, den Glauben an den Sinn ihres Daseins völlig verloren hatten: „Wozu sind wir noch da, was hat unser Leben eigentlich überhaupt noch für einen Zweck?" Hier hat nun der Arbeitsdienst mit seiner Arbeit am Menschen eingesetzt, indem er diese deutsche Jugend herausriß aus dem Nichtstun und sie hineinstellte in das Lager, das diesen jungen Menschen das Gemeinschaftserlebnis erschloß und ihnen wieder den Sinn und die Aufgaben und Ziele ihres Lebens klar vor Augen führte. Wieviele dieser jungen Menschen waren ja überhaupt noch nicht aus der Stadt herausgekommen, hatten noch nicht die Schönheiten deutschen Landes geschaut! Hier, in der Gemeinschaft des Lagers, in jener Gemeinschaft, die ihnen von ihren Führern vorgelebt wurde, wurde in ihnen, nicht durch Reden, sondern durch das Werk eines jeden Tages, mehr und mehr e i n neuer Glaube lebendig, ein Glaube, der sie wieder mit Hoffnung erfüllte und der ihnen das Bewußtsein gab, daß sie doch nicht umsonst auf dieser Welt sind. Wir sind ehrlich genug zu erklären, daß auf diesem Wege des Hineinwacbsens in die Gemeinschaft an jeden Führer im Arbeitsdienst die höchsten Anforderungen gestellt wurden und natürlich auch weiterhin noch gestellt werden müssen, denn es liegt auf der Hand, daß vor allem in den ersten Jahren des Arbeitsdienstes auch diese jungen Männer zunächst mit einem Gefühl innerer Ablehnung in das Lager kamen, in dem sie, dank einer gewissenlosen Hetze, zunächst nur einen Zwang erblickten Wie in ihnen die große Umwandlung zustande kam? Sie erlebten den Nationalsozialismus, sie erlebten ihn täglich und stündlich im Dienst, in der Arbeit, beim Feierabend. Wenn ihnen staatspolitischer Unterricht erteilt wurde, so war das kein nüchternes Kolleg, sondern lebendige Wirklichkeit Monat für Monat mehr wurde ihnen klar, was die Einordnung in die Gemeinschaft bedeutet, begriffen sie den Sinn des Fübrerworti's „Du bist nichts, dein Volk ist alles!", verstanden sie, warum das eigene Ich zurückzustehen hat hinter dem Wohl der Gesamtheit. Irene, Gehorsam, Kameradschaft! Auf diesen drei Grundvfeilern nationalsozialistischer Erziehungsarbeit baut sich die Arbeit am Menschen auf, die jetzt schon so reiche Früchte getragen hat. Hunderttausende werden Jahr um Jahr durch diese Schule der Nation aehen, sie werden wahr machen das Wort, das der Führer auf dem Reichsparteitag in Nürnberg 1935 vor den 50 000 Arbeitsmännern sprach: „Auf euch ruht das Auge der Nation, ihre Hoffnung. Sie sieht in euch etwas Besseres, als sie selbst in der Vergangenheit war Würde heute das ganze deutsche Volk euch hier gesehen haben, ich glaube, auch die letzten Zweifler, sie würden bekehrt werden, daß die Ausrichtung einer neuen Nation, einer neuen Gemeinschaft unseres Volkes kein Gerede, sondern eine Wirklichkeit ist!" Das ioblichere Lpd. Frankfurt a. M., 3. April. Wegen B e- trüge wurde ein Mann namens Hans Schäfer fest genommen Er hatte durch Anzeigen Geldaeber mit einem Mindestkapital von 1000 bis 1500 Mark gesucht und ein gewinnbringendes Geschäft in Aussicht ciestellt. Fanden sich Interessenten, so erschien Schäfer bei ihnen und erzählte, daß er ein Roulette-Spielsystem erfunden habe, durch das man an der Spielbank in Baden-Baden mit absoluter Sicherheit Gewinne erzielen müsse. Lediglich das erforderlich Spielkapital fehle ihm. weshalb er Teilhaber suche, denen großzügig die Hälfte des Gewinnes zugesichert wurde. Bis jetzt ist ein Fall bekannt geworden, wo Schäfer für ein Ehepaar in Baden-Baden spielte und in wenigen Tagen 500 Mark verlor. Natürlich hatte er es verstanden, sich sogenannte Spesengelder zu verschaffen. Vermutlich ist Schäfer auch noch an andere Personen hercm- getreten. Im Interesse einer wirksamen Bekämpfung solcher Betrügereien werden alle Personen, die Angaben machen können, um Mitteilung an die Polizei ersucht. „Lahr des deutschen Jungvolks." Oer große Werbefeldzug bis zum Geburtstag des Führers. Ein reger Werbefeldzug für das Jungvolk ist in ganz Deutschland im Ganae. Er wird von der politischen Verfammlungspaufe, die nach den Wahlen eingelegt ist, nicht berührt. Es handelt sich um eine große nationalsozialistische Aufgabe: die Eingliederung aller Zehn- bis Vierzehnjährigen in die große Organisation der deutschen Reichsjugend. Das Jungvolk ist dazu die Vorstufe; was es leisten will, wird ein Stück der großen Erziehungsarbeit fein, die ein neues Geschlecht heranbildet, das schon mit früher Jugend an die Aufgaben de s Staates und Volkes hineingeführt wird. Grundsatz dieser Erziehung wird fein, das Drängen und das Stürmen der Jungen in richtige Bahnen zu leiten und einem großen Ziel dienstbar zu machen. Lebensfreude und Lebenskraft sollen mit körperlicher Ausbildung und kameradschaftlicher Gesinnung in eine Form gebracht werden. Der Jahrgang 1936 soll im Jungvolk erstmals geschlossen zusammenaefaßt werden. Nach einigen Jahren wird dieser Aufbau sowohl im Jungvolk wie in der Hitler-Jugend abgeschlossen fein. Bei der Schulung der Mitglieder kann auf diese Weise auf die verschiedenen Altersstufen Rücksicht genommen werden. Daß dabei die Leibesübungen, der Sport und das Geländespiel einen besonderen Platz einnehmen, versteht sich von selbst. Später erfolgt der Uebergang vom Jungvolk zur HI., wobei eine Auslese getroffen werden soll. Arbeitsdienst und Wehrdienst sind die weiteren großen Stufen, die den jungen Deutschen in der Volksgemeinschaft schulen, erproben und festhalten werden. So bildet sich ein ganz klarer Aufbau, verschiedenartig in den Formen, einheitlich in dem Ziel, ein gesundes Geschlecht von staatsbürgerlicher und nationalsozialistischer Grundhaltung heranzubilden. Der Eintritt in das Jungvolk ist freiwillig. Die Kinder sollen sich selbst melden, die Eltern sollen ihre Einwilligung freiwillig dazu erteilen. Es ist für den jungen Nachwuchs gut, wenn er sich frühzeitig in die Reihe feiner Altersgenossen stellt, das Nachholen ist oftmals schwerer. Für gesundheitliche Rücksichten ist überall ausreichend Vor- jorge getroffen. Dafür, daß die Schulpflichten nicht zu kurz kommen, sorgt die Zusammenarbeit des Jungvolks mit den Schulleitungen. In allen diesen Dingen sind im Laufe der Jahre reiche Erfahrungen gesammelt, die voll berücksichtigt werden. Wer von den Eltern noch Zweifel hat, der besuche die Elternabende, die in nächster Zeit anläßlich der Werbeaktion des Jungvolkes fast überall ftattfinben und verschaffe sich dort die Gewißheit, daß er seine Kinder frühzeitig in diese Bewegung hineinstellen kann. Auch auf die Tatsache, daß manche Familien nicht in der Lage sein werden, Beiträge zu zahlen oder Uniformen zu beschaffen, ist Bedacht genommen. Hier werden Beihilfen und Erleichterungen geschaffen, die ausreichend sind. Keinesfalls soll aus finanziellen Gründen ein Teil unserer Jugend aus dem Jungvolk fernbleiben. Aus allen diesen Gründen verdient der Werbefeldzug des Jungvolkes, der bis zum 20. April, dem Geburtstag unseres Führers, dauern soll, jede Förderung und Unterstützung. Geschichten ans aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Der diebische Affe. (ur) Bombay. Eines Morgens wurde die Polizei von Cawnpore von einem indischen Kaufmann alarmiert. Er behauptete jammernd, daß er in der letzten Nacht bestohlen worden sei und seine letzten 800 Rupees die Beute des Diebes wurden. Die Polizei stellte sofort eine umfassende Untersuchung an. Das Ergebnis war, daß im Laufe der nächsten Tage mehrfach ein großer Affe beobachtet wurde, der um das Haus herumturnte Man folgte diesem Affen bis in fein Versteck in einem nahen Wald. Als man in dem Baum hinaufkletterte, in dem er zu wohnen pflegte, fand man dort ein wenig zerfetzt, aber sonst vollzählig die 800 Rupees, die der Affe offenbar auf fein eigenes Sparkonto gelegt hatte. Die Leopardenmenschen von Liberia. (E. Z.) Kapstadt. Trotz aller Bemühungen der Missionen und Kolonialoerwaltungen ist es bisher nicht gelungen, in Afrika die alten barbarischen Riten gänzlich auszurotten. In den Kolonien sind rituelle Grausamkeiten zwar seltener geworden, hin und wieder wird aber, namentlich aus dem Kongo und aus Teilen Rhodesiens von sektiererischen Gewalttaten berichtet Am stärksten wird neuerdings der Negerfreistaat Liberia heimgesucht, in welche die heidnische Sekte der Leopardenmenschen die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. In den entlegeneren Teilen des Landes üben die Leopardenmenschen einen wahren Terror aus. Der Bezirk Grand Cape ist neuerdings von seinen Bewohnern fast völlig verlassen worden Der Kult der Leopardenmenschen wurde bisher als ausgeftorben betrachtet. Nur Reisende mit großer Phantasie und Verfasser von schlechten Abenteuerromanen wollten von ihnen noch gehört haben Doch scheint es außer Zweifel, daß der barbarische Kult noch immer besteht. Die Leopardenmenschen halten sich selbst für in Leoparden verwandelte Menschen. Sie tragen Leopardenfelle und greifen ihre ahnungslosen Opfer mit einem stählernen Gerät an das her Leopardenklaue nachgebildet ist Allein im letzten Monat sind in einem einzigen Bezirk von Liberia nicht weniger als imrmiia M-wichen ermordet worden. Merkwürdigerweise sind Weiße vor den Leopardenmenschen sicher. Sie werden nicht als ein den heidnischen Göttern genehmes Opfer betrachtet Zur Zeit versucht die Regierung von Liberia, den furchtbaren Kult mit Waffengewalt zu unterdrücken Der Mann, der mit den Sioux kämpfte. A. Z. Neuyork. Es dürfte wenig bekannt sein, daß es vor wenigen Tagen noch einen Amerikaner gab, der den romantischen Teil der amerikanischen Geschichte, die Kämpfe mit den Indianern und die Eroberung des Westens selbst erlebt und an den schweren Kämpfen des vorigen Jahrhunderts teilgenommen hat. Dieser Mann war Oberst Charles Varnum, der vor einigen Tagen im Alter von 87 Jahren gestorben ist. Charles Varnum war vor einem Menschenalter Kavallerieoffizier unter dem General Custer, dem Bekämpfer der westlichen Indianer. Custer sowie seine gesamte Truppe fiel am 25. Juni 1876 in der denkwürdigen Schlacht von Little Big Horn. Seine Gegner waren damals die Sioux-Indianer unter dem aus manchen Abenteuerbüchern bekannten Häuptling Sitting Bull. Nur ein einziger Amerikaner war aus dem blutigen Treffen lebendig davongekommen — Oberst Charles Varnum, der an allen Jndianerkriegen teilgenommen hatte. In der Schlucht von Little Big Horn waren die Amerikaner von den 4000 Mann zählenden Indianern überrascht worden. Im Nu waren sie umzingelt und von den mit Feuerwaffen ausgerüsteten Indianern trotz tapferster Gegenwehr schwer geschlagen. Nur wenige entkamen, darunter Varnum als einziger Offizier. Varnum beteiligte sich dann an den Strafexpeditionen gegen die Indianer, die schließlich mit der Niederwerfung der amerikanischen Ureinwohner endeten. Einige Jahre vor dem Krieg nahm Barnum feinen Abschied. Nach Varnums Tod gibt es keinen Amerikaner mehr, der Zeuge der Jndianerkämpfe gewesen ist. Aber natürlich leben noch genug, die sich an die Jndianeraufstände vor 60 Jahren erinnern können, und auch unter den Indianern gibt es einige, die damals die Waffen gegen die Weißen erhoben hatten. Erfolgreicher Kampf gegen die Nnterwett B/Li. Washington. Es scheint, daß die vor einiger Zeit vorgenommene Schaffung einer Bundespolizei in den USA., die lediglich der Washingtoner Regierung untersteht, des Governmental Criminal Department, deren Mitglieder kurz G-men genannt werden, sich sehr segensreich ausgewirkt hat. Die Zahl der Verbrechen hat jedenfalls im Lauf des vorigen Jahres sehr erheblich abgenommen. So ist die Zahl der Morde um 323 auf 455 gefallen, die der Raubfälle um 5777 auf 14 248 und der Diebstähle von 87 846 auf 76 001. Viel hat hierzu naturgemäß die Abschaffung der Prohibition beigetragen. In den ersten Jahren nach der Abschaffung der Prohibition versuchte das organisierte Verbrechertum sich noch in anderer Weise zu betätigen, aber allmählich zerfielen die großen Banden, und nach der Reorganisation der amerikanischen Polizei wurde man auch mit den Einzelverbrechen leichter fertig. Romantische Heirat. (—) London. Das Tagesgespräch in London ist die Heirat des 63jährigen Earl Russell, der einen der glanzvollsten Namen des britischen Adels trägt und als sozialkritischer Schriftsteller, Naturphilösoph und Mathematiker in der ganzen Welt Ansehen genießt, mit der 25jährigen Stenotypistin Patricia Helen Spence. Earl Russell, der unter dem Namen Bertrand Rüssel schreibt und unter diesem auch durch seine wissenschaftlichen Bücher in Deutschland bekannt geworden ist, hatte Ort und Zeit der Trauung bis zum letzten Augenblick geheimgehalten. Die Zeremonie fand in einer kleinen Kirche in Sussex statt und dauerte kaum zehn Minuten. Seine Braut hat ihren Vornamen Majorie auf feinen Wunsch in Patricia Helen umändern müssen. Die Schatzgräber von Monsanto. (zi) Lissabon. Mit einem wahren Triumphgeheul stürzte kürzlich ein zehnjähriger Bengel.von draußen in die Dorfgasse von Monsanto in Zrcr Nähe der berühmten gleichnamigen Schloßruine, die noch aus den maurischen Zeiten Portugals stammt und viel besichtigt wird. Der Junge schwenkte in hocherhobener Hand eine beschmutzte Goldmünze. Die Dorfbewohner eilten neugierig hinzu und erfuhren auf ihr Befragen von dem Jungen, daß er diese Goldmünze oben zwischen den Ruinen im Grase gefunden fjabe. Sofort wurde in der Dorfbevölkerung die Erinnerung an eine uralte Legende wach, nach der im Schlosse Monsanto der riesige und wertvolle Schatz eines Maurenkönigs seit Jahrhunderten vergraben liege und eines Tages durch die Hand eines unschuldigen Kindes gehoben werde. Eine Viertelstunde darauf schon stürmte die gesamte Dorfbevölkerung, Männer, Frauen, Greise und Kinder, mit Spaten, Schaufeln, Hacken usw. zur Ruine hin, um sich an dem jetzt sicherlich zutagetretenden Schatz des sagenhafen Mohren zu bereichern. Nur die OasGeheimnis gutenVerdauung RuHrich-Solz DOS Preisliste Obecheffen 5® eine das letz- pro- als dem Im sich Die neue" Lös-H Als die Behörde Kunde davon erhielt und Polizeimacht nach Monsanto entsandte, war schloß bereits derartig unterwühlt, daß seine ten Mauern einzustürzen drohten. Die erregt testierenden Bauern wurden vertrieben, und der Leiter der behördlichen Aktion sich die von das den vielversprechenden Titel „Der verliebte Selbstmörder" trug. Zur Uraufführung waren aber nur die beiden polizeilich vorgeschriebenen Feuerwehrleute erschienen, so daß die Vorstellung abgesagt werden mußte. In seiner Verzweiflung ver- übte der unglückliche Pegasusritter nun selbst einen Selbstmordversuch. Doch wurde er durch die Kunst der Aerzte dem Leben erhalten, verwand seinen Schmerz und seine Enttäuschung bald und schrieb ein neues Stück, das er „Moral und Liebe" nannte. Dieser Tage fand nun die Uraufführung dieses Erzeugnisses statt. Diesmal hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden, das offenbar mehr von der tragikomischen Gestalt des Schuhmachers als von dem schauerlich-schönen Inhalt des Theater- tiiifen sie all tigen jungen Aftern oormi jungen „Unschuldsknaben" aufgefundene Gold- münze ansah, stellte es sich heraus, daß es sich um einen fast noch neuen englischen halben Sovereign mit dem Bildnis des jüngst verstorbenen Königs Georg handelte. Ein unachtsamer englischer Tourist muß ihn wohl bei einer Besichtigung des Schlosses verloren haben. Die durch die Wühlerei der Bauern entstandenen Schäden sind nur mit erheblichem Geldaufwand wieder gutzumachen. Das Geheimnis der Freiheitskämpferin. (1) Sofia. In der bulgarischen Ortschaft Kaspitschan starb dieser Tage die bekannte Revolutionärin und Freiheitskämpferin Baba Elena im Alter von 104 Jahren. Baba Elena war die Tochter des Haiduken Strachil Atmadja, der den Türken gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts, als erstmalig der bulgarische Freiheitswille offen durchbrach, mit seiner Freischärlertruppe schwer zu schaffen machte. Ganze Abteilungen Tscherkessen, Ianitscharen und Gendarmen waren dem gefürchteten Strachil jahrelang auf der Spur, ohne ihn jedoch auch nur ein einzigesmal erwischen zu können. Seine türkischen Verfolger hatten ihm daher auch den Beinamen „Atmadja" — der Habicht — gegeben, weil er urplötzlich immer wieder dort auftauchte, wo man ihn am wenigsten vermutet hatte. In zahlreichen Volks- und Freiheitsliedern, an denen Bulgarien überaus reich ist, werden die Heldentaten des Haiduken Strachil „Atmadja" besungen. Seine einzige Tochter Elena hatte sämtliche Helden der bulaarischen Freiheitskämpfe, wie Lewski, Ben- kowski, Karawelloff, Boteff und andere mehr persönlich gekannt, die in ständiger Verbindung mit ihrem Vater gestanden hatten, und denen Elena häufig wertvolle Dienste geleistet hat. Baba Elena, die die Geschichte dreier Generationen miterlebt hat, war eine merkwürdige Frau. So gern sie von ihren Begegnungen mit den bulgarischen Nationalhelden und deren kühnen Taten erzählte, lehnte sie es doch stets ab, irgendwelche Mitteilungen über die Freischärlerkämpfe und das Leben ihres Vaters zu machen. Atmadja hatte seiner Tochter, wie sie selbst immer wieder erklärte, noch während der Türkenzeit das Versprechen abgenommen, niemals etwas über seine Streifzüge und Taten in der Oessentlichkeit verlauten zu lassen. Die Umwelt achtete das mit unerschütterlicher Treue bewahrte Versprechen der Alten, die ihre Geheimnisse mit ins Grab genommen hat. Ein südslawischer „Hans Sachs". (ep) Belgrad. In dem südslawischen Städtchen Petrovgrad wohnt der Schuhmachermeister Radovan Marcikic, der offenbar bestrebt ist, in die Fußtapfen seines berühmten Nürnberger Berufsgenossen Hans Sachs zu treten. Er verfaßt nämlich Theaterstücke. Leider hat er aber in dieser literarischen Tätigkeit bisher keine sehr glückliche Hand gehabt. So sollte vor einiger Zeit ein Stück von ihm gegeben werden, tagebaubetrieb des Bergwerks von einem herabstürzenden Stollenstempel, d. h. einem schweren Holzpfosten, so unglücklich getroffen, daß er tödlich verletzt zusammenbrach. Auf dem Wege nach dem Krankenhaus in Friedberg ist der bedauernswerte Mann seiner schweren Verletzung erlegen. Der Verunglückte hinterläßt seine Frau und ein Kind. * Ober-Widdersheim (Kreis Büdingen), 3. April. Heute morgen wurde der Steinbrucharbeiter Otto Ulrich im hiesigen Gemeindesteinbruch, in dem er mit der Bedienung des Gesteinsbohrers beschäftigt war, von einem über ihn sich loslösenden großen Geste ins stück so schwer ins Genick getroffen, daß er leider auf der Stelle getötet wurde. Um den Verunglückten trauern seine Frau und drei Kinder. Starkes Auftreten der Diphtherie. * Ober-Widdersheim, 3. April. In unserem Orte tritt gegenwärtig die Diphtherie außerordentlich heftig auf. Ein drei Jahre altes Kind ist an der Krankheit bereits g e st o r - b e n , einige andere Kinder liegen schwer erkrankt darnieder. Im Hinblick auf diese besorgniserregenden Erkrankungen ist die kirchliche Konfirma- tionsfeier für den Palmsonntag abgesagt und auf einen späteren Termin verlegt worden. • heute vormittag ein schwerer Unglücksfall, dem leider ein blühendes Menschenleben zum Opfer siel. Der 35 Jahre alte Grubenfteiger Karl Ludwig K o l l m a n n wurde im Unter- . Disziplin, en qer durch öie to«k dahinmarjchle ginb in ihren die Straße» jjhnen die a «ebracht. Da Reichsauiobahn-Vorbereitungen im Kreise Alsfeld. öo Alsfeld, 3. April. Die V'o rar beiten für die Arbeiten an der Reichsautobahn im Raume der Gemarkung Alsfeld find nunmehr im Gange. Am Mittwoch fand auf Veranlassung der obersten Bauleitung Frankfurt der Reichsautobahnen, die für Oberhessen zuständig ist, im Kreisamt Alsfeld im Benehmen mit der Hessischen Landesregierung eine Verhandlung über die Wegeanlagen im Zuge der Reichsautobahn von Kilometer 78 bis Kilometer 111, d. h. soweit der Kreis Alsfeld in Betracht kommt, statt. Die Landesregierung war durch Landeskulturrat Reich vertreten, die in Betracht kommenden Gemeinden durch ihre Bürgermeister und Ortsbauernführer. Es waren ferner vertreten das Kreisamt Alsfeld, die Landesbauernschaft und die beteiligten Feldbereinigungsbehörden. Die gesamten Wegeanlagen im Zuge der Reichsautobahn wurden erörtert und Wünsche der beteiligten Gemeinden entgegengenommen. Demnächst wird die landespolizeiliche Prüfung des Planes stattfinden. Durch Verfügung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen (Landesregierung) ist das Feldbereinigungsverfahren im Kreise Alsfeld für die Gemeinden Atzenhain, Nieder-Ohmen, Alsfeld, Eifa angeordnet worden. Die Feldbereinigungen werden von der Feldbereinigungsdienststelle der Reichsautobahn in Lich durchgeführt. Am 1. Mai wird in Alsfeld eine Bauabteilung der Reichsauto - bahn errichtet. Die erforderlichen Räume sind bereits gemietet. Inzwischen fand auch die e r ft e Vergebung von Erdarbeiten in zwei Losen in der Gemarkung Alsfeld und Eifa statt. Mit den Erdarbeiten wird alsbald begonnen werden. Es werden zunächst zwei Kolonnen mit je 60 Arbeitern eingesetzt. Mit dem Beginn dieser gewaltigen Arbeitsbeschaffung in unserer Gegend dürfte auch für die Stadt Alsfeld eine recht beachtliche Wirtschaftsbelebung eintreten. Fachschaststagung der Getreide- und Kartoffe!wirtschast. Von der Kreisbauernschaft Oberhessen-West in Friedberg wird uns mitgeteilt: Der Getreide- und der Kartoffelwirtfchaftsverband und deren Landesfachschaften halten am 8. April, 14 Uhr, in ^riebberg im Hotel Trapp eine Fachschaftstagung ab. Die arischen Fachschaftsstückes angezogen worden war. Nachdem die Zuschauer schon den siebenten Aufzug oes gruseligen Stückes über sich hatten ergehen lassen, erschien plötzlich der Saalbesitzer auf der Bühne und erklärte, er sehe sich leider gezwungen, die Vorstellung abzubrechen, da der Schuhmachermeister die Kosten für die Saal- und Bühnenbeleuchtung noch nicht bezahlt habe. Die Zuschauer, offensichtlich von Mitleid für den unglücklichen Autor gepackt, veranstalteten flugs eine Sammlung, und als der erforderliche Betrag zusammengekommen war, konnten auch der achte und die übrigen Auszüge zu Ende ge- spielt werden. Am Schluffe der Vorstellung konnte Radovan, der Schuster, herzlichen Beifall ernten Opfer der Arbeit. Wölfersheim (Kreis Friedberg), 3. April, hiesigen Bergwerksbetrieb ereignete Kranken und die Hunde blieben im Dorf zurück, — in den Ruinen jedoch begann eine fieberhafte Schatz- graberel und Wühlerei, die bei Einbruch der Nacht bei Laternenschein fortgesetzt wurde. Mitglieder werden auf diese Tagung besonders aufmerksam gemacht. Es handelt sich um eine Pflichl- versammlung, zu der das Erscheinen der Mitglieder dringend erforderlich ist. Aerzte-Tagung in Dad-Nauheim. Lvd. Bad-Nauheim, 3. April. Die Gemeinschaftstagung der Deutschen Gesellschaft für Kreis- laufforfdjung und des Aerztlichen Ausschusses, die mit Rücksicht auf die stattfindende Wahl verlegt werden mußte, findet vom 16. bis 18 April in Bad-Nauheim unter dem Vorsitz des Präsidenten des Reichsgesundheitsamtes, Prof. Dr. Reiter, im Kerckhoff-Inftitut statt. iar W'e.o M $e ne feit eingekey' Wirkens >m Men des oi Iie Arbei s W3M6 a« Lager Den •fie in präd)' seroisten-Spl her Hand u sie, ihre präi vom Lager heimzukehren wie hier, rna Nur weich sind neue D Landkreis Gießen. X Wies eck, 3. April. Von der Kirche aus, in der die Orgel, die er jahrelang als Organist gespielt, den Choral „Jesus meine Zuversicht" intonierte, wurde der am 1. April in Schotten verstorbene Lehrer i. R. Friedrich Müller heute zu Grabe gebracht. Dekan Sattler würdigte in feiner Grabrede über Psalm 23,6 die Persönlichkeit und das Wirken des Mannes, der von 1888 bis 1922 an unserer Schule tätig war. Nach der kirch. lichen Handlung legte er im Namen des Kirchen- Vorstandes dem langjährigen Kirchenvorsteher und Organisten einen Kranz nieder. Bürgermeister Euler tat dasselbe für die Gemeinde, Rektor Petri für die Schule und Lehrerschaft. Der Entschlafene war geboren zu Pfaffen-Beerfurt i. O. als Sohn eines Lehrers am 19. Februar 1854. Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Friedberg wirkte er als Schulverwalter in Busenborn und erhielt seine erste Anstellung in Ober-Sorg. Zusammen mit dem späteren Rektor D ö l l wurde er am 1. Juli 1888 nach Wieseck versetzt und trat am 1. Juli 1922 in den Ruhestand. Am letzten Sonntag genügte er noch seiner Wahlpflicht. Das Andenken des tüchtigen Schulmannes und edlen Menschen wird in der Gemeinde unvergessen bleiben. 5 Staufenberg, 3. April. Bei der vom BDM. für die NSV. durchgeführten Eier- fammlung kamen hier insgesamt über 300 Stück zusammen. cv Daubringen, 3. April. Die hier vom BDM. durchgeführte E i e r s a m m l u n g für die NSV. ergab eine Menge von über 350 Stück. * Lollar, 3. April. Hier ereignete sich gestern ein Zusammen st oß zweier Personenkraftwagen. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt, zum Glück blieben aber die Insassen unverletzt. Y Watzenborn-Steinberg, 3. April. Die von der NS. - Frauenschaft durchgeführte Eiersammlung für die NSV. ergab in unserer Gemeinde 755 Stück. Q] Hungen, 4. April Am morgigen Palmsonntag werden insgesamt 19 Konfirmanden in der hiesigen Kirche zur Konfirmatton schreiten. Es sind dies: Hermann Vogt, Ernst Lutz, Franz M. Landmann. Warner Walz. Willi Ulrich. Walter Schmalz, Ernst Velten, Hans K. A. Schäfer, Helmut Fischer, Richard Bach, Waldemar Bender, Rudolf Klotz, Willi Würtz, Liselotte D. M. Schäfer, Hildegard Schmidt, Margarethe Frutig, Elisabeth Nicklas, Charlotte Ebersohn und Erika Falk. Ein weiterer Konfirmand, Walter Pietsch, kann wegen Krankheit mit den vorgenannten Alterskameraden nicht konfirmiert werden. # Ettingshausen, 4. April. In der hiesigen Kirche wurden die Konfirmanden vorgestellt und geprüft. Die Namen der Konfirmanden sind: W. Vogler, Ernst Reitz, Karl Mohr, Walter Schmidt, Otto Pfeiffer, Alwin Pfeiffer, Emil Römer, Erich Sommer, Otto Görnert, Walter Brasch, Lina Keil, Ottilie Stein, Else Görnert, Paula Pfeiffer, Irmgard Keil und Paula Brock. > Bellersheim, 3. April. Die günstige Witterung hat die Sommer frucht bereits auflaufen lassen, so daß Hafer und Gerste schon reihenweise stehen. Aber auch das Unkraut ist gut gekeimt. Das Wintergetreide steht üppig. Gegenwärtig ist man dabei, Runkelsamen auszu- legen und Pferdemöhren zu säen. Vereinzelt werden auch schon Frühkartoffeln gepflanzt. In den Gärten ist die Frühjahrssaat gut aufgegangen. Schädlinge machen sich bis jetzt nicht bemerkbar. bie Fahrt nach Kießener Arb Mannschaft einem Sonde kam und nel die neuen La kiedenkopfer Ilhr kam di bahnhof an. ihrer langen räumen der schnell geberfi Uppetit eine I dazu ein <5ti Verpflegung suhr, marschie des Gießener Narschlieder v über den Lai om Philosoph ihrer sechsmo »erben. Auf Vornan Urheberrecht n Fortsetzung "Da steht,» ?betL'd) bin t '^,cr Wen '^ergänzte: ..Mariella, italienisch ttiffen!" „Jonit f)äfi 6 her W geborenen?" „--Nimmt! ich hat?" «uite &"9ie. „$it allein Rumorten')" 'Mein!" Ai» AL- Erft i’jljaft1 ®" iLL» y«* lllcrmals „1 e/1 und i 1 1 das kombinierte Haarstärkungswasser Entrupal; ■■ V a«M ■ ■ M ■ stärkt auch den Haarwuchs, beseitigt | gibt den Haaren die ehemalige Farbe wieder. B jkey II I * Kopfschuppen und Haarausfall. I Fehlfarben ausgeschlossen! ■■ Iw I I w w# 1 jvw Imb FL 4,80 M. — In Fachgeschäften. Prospekte kostenlos durch: Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 10. 30v Frohe Ostern in Filsen b.Camp a.Rh. „Hans Rhein. dUek".Voll.Pens> 4Mahlz.3.80MK. L. Mittler Wwe. Xannen- # AllWWlZ abzugeb. Bestell erb. wir v.Postt Oamplsägewerklollar B.NuhnA.G.,Lollar. Frankfurts großes Spezialhaus für Wohnungs-Einrichtungen mit seiner vorbildlichen Schau wohnfertiger Räume und seinen preiswerten Angeboten bittet um Ihren Besuch I «eWg Frankfurt am Main Annahme von Bedarfdeckungsscheinen Am Mittwoch, dem 8. April 1936, 20 Uhr im Saale des Studentenhauses (Leihgesterner Weg) Klavierabend Georg Kuhlmann Werke v.Schumann,Debussy,Frommel.Chopin u.a Karten im Vorverkauf in der Musikalienhandlung Challier, Neuenweg, und an der Abendkasse. 2097d Zierkiese für Gärten u. Gräber in großer Auswahl auf Lager Torfmull in Ballen u. Kleinpackung, Torfstreu, Dungkalk, Thomasmehl, Kalidünger. Stickstoffdünger u. and. künstl. Düngemittel Gebrüder Kahl, Telephon 2237 Wiederverkäufer bitten Angebote für Waggon- und Kleinbezug zu verlangen. 2103D feg _ arrs" von M. Böttcher. Freier Kartenverkauf. Von 9 bis 22 Uhr die Schlageroperette „Die blaue Ma- Zur" von Fr. Lehär. Musikalische Leitung: Ernst Brauer. Spielleitung: Paul Wrede. Tänze: Thery Schultheis. Die Vorstellung ist außer Abonnement. — Dienstag, 14. April, von 20 bis 23 Uhr. „Tiefland", Oper von Eugen d'Albert. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. 26. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. — Mittwoch, 15. April, von 19.30 bis 22.15 Uhr, „Der tolle Christian", Drama von Th. Haer- ten. Spielleitung: Der Intendant. 26. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Der Klavierabend des Frankfurter Pianisten Georg Kuhlmann findet nunmehr am Mittwoch, 8. April, 20 Uhr, im Studentenhaus statt; das Konzert wurde im Hinblick auf die Führerrede vom 16. März aufgeschoben. Der Künstler beginnt seinen Abend mit Werken von Schumann (Toccata, Novelette fis-moll), bringt anschließend reizvolle Stücke von Debussy, Ravel und Prokofieff, sowie die bedeutende neue Klaviersonate des Pfitznerschülers Gerhard Fromme!, deren Uraufführung er kürzlich in Frankfurt gegeben hat. Der Abend wird beschlossen von zwei gewichtigen Werken Chopins (Ballade As-dur, Scherzo cis-moll). — Karten bei Challier, Neuenweg und an der Abendkasse. (Siehe heutige Anzeige). Platzkonzert des SA.-Musikzuges. Der Musikzug der Standarte 116 veranstaltet am morgigen Sonntag, 5. April, zwischen 11 und 12 Uhr Ecke Plockstraße und Johannesstraße ein Platzkonzert. Die deutsche Arbeitsfront ■? N.S.-0emeinschakt „Kraft durch freute" Experlmenlal-Abend Rudolf Polster. Ein interessanter Vortrag mit praktischen Experimenten findet am Samstag, 4. April, 20.30 Uhr, in Gießen im Cafe Leib statt. Der Vortrag „Im Kampf mit dem Unmöglichen — Aberglaube und Übersinnliches" hat nichts zu tun mit dem sonst bei ähnlichen Fällen nur zur Reklame großaufgemachten Hokuspokus, er beruht auf streng wissenschaftlicher Grundlage. Es wird kein sogenannter Heiltee verkauft, es werden keine Apparate vorgeführt und verkauft, der Besucher braucht nur einzig und allein mit offenen Augen und Ohren zu sehen und zu hören. Der Vortrag wird dazu beitragen, Gespenster und dem Aberglauben den Garaus zu machen. Daß es sich bei dem Vortrag um eine gediegene volkserzieherische Sache auf wissenschaftlicher Grundlage und nicht um einen billigen Iahrmarktsschwin- del handelt, beweisen die zahlreichen Referenzen, die der Vortragende von staatlichen Behörden, Polizeidirektionen, von Aerzten und Wissenschaftlern, von den höchsten Parteidienststellen, wie dem Stellvertreter des Führers, der Reichsführung der SS., aufzuweisen hat. Der Eintritt beträgt nur 50 Pf., gar kein Vergleich zu dem, was an diesem Abend geboten wird. Befr. Wandern. Am Sonntag, 5. April, findet eine Radwanderung von Gießen aus statt. Sie führt nach Hohensolms — Königsberg — durch das Blasbachtal nach Wetzlar. Die Abfahrt erfolgt um 8.30 Uhr. Die Teilnehmer treffen sich an der Lahnbrücke. Amt für Aolkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Rord. Betr. Pfundsammlung. Am Montag, 6. April, und Dienstag, 7. April, findet die Pfundsammlung für den Monat April statt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Lebensmittel zur Abholung bereitzuhalten. Deutsche Slaubensbewegung. Die Landesregierung — Abteilung II — hat die Direktionen der höheren Schulen und die Kreis- und Stadtschulämter von der nachstehenden Verfügung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — an das Stadtschulamt Mainz auf eine Vorlage vom 5. Februar 1936 hin in Kenntnis gesetzt und diese Verfügung zur Beachtung empfohlen: „Eine ordnungsmäßige Abmeldung vom Religionsunterricht hat in der in Art 4 Abs. 5 des Volksschulgesetzes oorgeschriebenen Form zu erfolgen. Bei Schülern über 14 Jahren ist eine Bescheinigung des zuständigen Gerichts über den erfolgten Austritt aus einer christlichen Kirche vorzulegen. Eine Einwirkung darauf, daß die vom christlichen Religionsunterricht abgemeldeten Schüler an einem entsprechenden Unterricht der deutschen Glaubensbewegung teilnehmen, steht mir nicht zu. Für die an einem Religionsunterricht außerhalb der Schule nicht teilnehmenden Schüler hat der Schulleiter anzuordnen, an welchem sonstigen Fachunterricht sie während der Religionsstunden ihrer Klasse teilzunehmen haben." Das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen im Jahre 1935. Wie das Kreisamt Gießen bekanntgibt, fanden im Jahre 1935 in 47 Gemeinden des Kreises Gießen Besichtigungen der Feuerlöscheinrichtungen durch den Kreisfeuerwehrinspektor, verbunden mit je einer Hebung, statt. Die Feuerlöscheinrichtungen a) der Gemeinden Mendorf a. d. Lda., Eberstadt, Ettingshausen, Grünberg, GroßernBuseck, Hungen, Lang-Göns, Langsdorf, Lieh, Lollar mit Buderus, Londorf, Nonnenroth, Reiskirchen und Röthges waren mit sehr gut; b) die der Gemeinden Annerod, Beltershain, Bettenhausen, Burkhardsfelden, Dorf-Gill, Göbelnrod, Hattenrod, Holzheim, Lauter, Lindenstruth, < Mainzlar, Mufchenheim, Münster, Ober-Bes- ' fingen, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Oppenrod, , Queckborn, Rodheim, Rödgen, Steinbach, Steinheim, Trais-Horloff, Trohe, Treis a. d. Lda., Villingen und Weitershain mit gut; c) die der Gemeinden Alten-Bufeck, Garbenteich, Geilshausen, Grüningen,Odenhausen und Saasen mit im ganzen gut zu bezeichnen. Im allgemeinen ist nach diesem Ergebnis das Feuerlöschwesen mit gut bis sehr gut zu bezeichnen. Die Gemeinden Ettingshausen und Nonnenroth hatten das Gerätehaus neu hergerichtet und erstere es außerdem mit elektrischer Beleuchtung versehen. Heute und morgen sammelt die NSV. Das WHW. des Deutschen Volkes liegt hinter uns. Unter Anspannung aller Kräfte ist auf dieser Front Großes getan worden. Jetzt wird die Front gewechselt. Die Sommeraufgaben der JISB.: Kinderlandverschickung, Wütlerverschickung, Aufrechterhaltung der Heime, Kindergärten usw. rücken wiederum In den Vordergrund. Die hierfür benötigten Wittel können durch den Witgliederkreis der RSV. allein nicht aufgebracht werden. So appelliert die Reichsamtsleitung der RSV. noch einmal an die Bevölkerung, um Geldmittel für die RS V. und ihre Sommeraufgaben zu schaffen. Und zwar werden die Helfer und Amtswalter der RSV. am heutigen Samstag in allen Haushaltungen mit einer Geld- f a m m e l l i st e vorfprechen mit der Bitte um Unterstützung im Rahmen des Wöglichen. Am Sonntag wird dann ein Abzeichen für die RSV. verkauft, genau wie die WHW.-Abzeichen, zum Preise von 20 Pf. je Stück, das wiederum einem notleidenden deutschen Industriezweig auf Wochen hinaus Arbeit gab, das weiterhin mit dem erzielten Mehrgewinn den Aufgaben der RSV. zur Verfügung gestellt wird. Dieses Abzeichen, ein bunter Schmetterling aus Porzellan mit Anstecknadel, ist an sich schon so schön, daß es niemand geben darf, der sich mit diesem Abzeichen am Sonntag nicht schmückt. Wir sind gewiß, daß die bewährte Opferfreudig, keit der Bevölkerung auch bei dieser Sammelaktion der RSV. wiederum die Wittel zur Verfügung stellen wird, die sie zur Durchführung ihrer volkserhaltenden und volksfördernden Arbeiten benötigt. Die Parole für heule und morgen heißt also: helft uns helfen t Kreisamtsleitung der RSV. Wetterau. Das Recht der Jugend auf Urlaub. NSG. Die Leistungs- und Umsatzsteigerung aller Betriebe, der Arbeitseifer und die Einsatzfreude gerade der jungen Gefolgschaftsmitglieder sind mit zurückzuführen auf die günstigen Auswirkungen des Urlaubs, den die mehr als 17 000 Jungarbeiter und Lehrlinge in den Sommerzeltlagern 1935 der HI. des Gebietes Hessen-Nassau verbrachten. Eine große Anzahl aufrichtiger Dankschreiben von den Betriebsführern und Lehrmeistern an die Gebietsführung der HI. nach der Zeltlageraktion des vergangenen Jahres haben die außerordentliche Bedeutung des Zeltlagerbesuches in seiner Wirkung auf Gesundheit, Haltung und Arbeitswillen unumwunden bestätigt. Auch in diesem Jahre werden wieder auf den Höhen und in den Tälern, am Rande der großen Wiesen und Wälder die weißen Zelte der HI. aufgeschlagen. Erlebten 1935 insgesamt 50 000 Jungen aller Berufe die stärkende Kameradschaft in den Lagern, so sollen 1936 noch viel mehr ihre Freizeit draußen unter ihren Kameraden in freiwilliger Zucht verbringen. Die Urlaubsrichtlinien des Treuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen ermöglichen jedem Jungarbeiter den erfolgreichen Besuch der Zeltlager. Sie legen grundsätzlich im 14. und 15. Lebensjahr 12 Tage, 16. „ 17. „ 10 „ 18. „ 8 „ Urlaub fest, für alle an den Lagern teilnehmenden Jungen und Mädel jedoch 12 Tage ohne Einschränkung. Es versteht sich von selbst, daß kein Lohnausfall eintritt, wie anderseits Voraussetzung die Heber» einstimmung zwischen den Erfordernissen des Betriebes und den berechtigten Wünschen der Gefolgschaft ist. Rechtzeitiges Auflegen von Listen zur Einzeichnung des Urlaubsantritts wird reibungslose Urlaubsregelung herbeiführen und jede Betriebsstörung von vornherein vermeidbar machen. Einen Schlauchtrockenturm hat die Gemeinde Weitershain errichtet, während die Gemeinde Birklar ihrem bereits früher erbauten Gerätehaus einen Schlauchtrockenturm hinzugefügt hat. Die Gemeinden Geilshausen und Lauter haben neue tragbare Schiebeleitern angeschafft. Abkommen über die Erfassung von Groß- und Einzelhandelsfirmen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen, sowie die Kreisgruppe Gießen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel geben davon Kenntnis, daß zwischen den Wirtschaftsgruppen Groh-, Ein- und Ausfuhrhandel und Einzelhandel unter Mithilfe der Reichs- gruppe Handel ein Abkommen zur Regelung von organisatorischen und beitragsmäßigen Ueberschnei- öungen getroffen wurde. Gemischt-Betriebe, d. h. solche, die sowohl Einzelhandel, als auch Großhandel betreiben, werden von beiden Wirtschaftsgruppen nur dann erfaßt, wenn sie sowohl Großhandel, als auch Einzelhandel in nicht unerheblichem Umfange betreiben. Dies wird durch die Einführung von Unerheblichkeitsgrenzen für gemischte Betriebe erreicht. Mitglieder der Wirtschaftsgruppe Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel erfaßt danach die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel grundsätzlich nur dann, wenn der Einzelhandelsumsatz jährlich 3000 RM. übersteigt. Mitglieder der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel ersaßt umgekehrt die Wirtschaftsgruppe Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel grundsätzlich nur dann, wenn der Großhandelsumsatz jährlich 40 000 RM. übersteigt. Die Unerheblichkeitsgrenzen können durch branchenmäßige Vereinbarungen erhöht werden. Gehört ein Unternehmer oder eine Unternehmung nach diesem Abkommen, oder nach einem besonderen Branchenabkommen nur zu einer Wirtschaftsgruppe, so besteht Beitragspflicht für den gesamten Umsatz dieser Wirtschaftsgruppe gegenüber, unbeschadet der Möglichkeit, im Billigkeitswege eine andere Regelung 3u treffen. Unternehmer und Unternehmungen, die beiden Wirtfchaftsgruppen angehören, zahlen die nach dem Umsatz berechneten Beiträge nur anteilmäßig. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle der Kammer und der Kreisgruppe. 75 Jahre Pflegestätte für Kurzschrist und Maschinenschreiben. Von der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft wird uns geschrieben: Die Deutsche Stenographenschaft ist die vom Reichsminister des Innern beauftragte Pflegestätte für Kurzschrift und Maschinenschreiben. Die Deutsche Stenogravhenschatt faßt seit 90 Jahren Freunde der Kurzschrift zusammen und hat das Verdienst, der Kurzschrift endgültig Bahn gebrochen zu haben. Sie fördert gleichberechtigte Menschen aller Berufe, Lebensalter und Stände, stellt also seit Jahrzehnten verwirklichte Volksgemeinschaft dar. Gemeinsames Streben, gemeinsames Erlebnis ketten die Mitglieder zu dauernder Freundschaft zusammen. Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft kann in diesem Jahre auf ein 75sähri- ges Bestehen zurückblicken. Die Ortsgruppe arbeitet auf Grund der Verpflichtung einer erfolgreichen Geschichte. Sie will gerade in ihrem Jubiläumsjahr anläßlich des Gautages am 4. und 5. Juli, an dem ca. 1200 Wettschreiber nach Gießen kommen, mit ganz besonderen Leistungen aufwarten. Tausende und Abertausende haben die Kurzschrift und das Maschinenschreiben in den Lehrgängen der Ortsgruppe erlernt, und durch ständiges lieben sind sie hervorragende Stenographen geworden. Den meisten war die Kurzschrift Voraussetzung für ihr Vor- wärtskommen. Im späteren Leben sind ihnen die Kurzschrift und das Maschinenschreiben treue Helferinnen geblieben. Heute sind Kurzschrift und Maschinenschreiben unentbehrliche Hilfsmittel für den schreibenden Menschen. Sowohl bei Behörden, wie in der Wirtschaft werden sie tagtäglich mit größtem Nutzen angewendet. Ein neuzeitliches Büro ist ohne Kurzschrift und Schreibmaschine kaum denkbar. Die Kurzschrift ist ein Kulturgut ersten Ranges. Deshalb hat der neue Staat sich ihrer angenommen und fördert sie in jeder nur denkbaren Weife. Jeder, der vorwärts kommen will, lernt die Kurzschrift und das Maschinenschreiben, vervollkommnet seine Fertigkeiten. Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft bietet mustergültigen Kurzschriftunterricht für Anfänger, Fortgeschrittene und Praktiker zweckmäßigen Unterricht im Maschinenschreiben (10 Finger-Blindschreiben) für Anfänger, Fortgeschrittene und Praktiker. Staatlich geprüfte Kurzschriftlehrer, erfahrene Praktiker auf dem Gebiete der Kurzschrift und des Maschinenscheibenss leiten den Unterricht, so daß die Teilnehmer die Gewähr dafür haben, richtige Stenographen und Maschinenschreiber zu werden. Im Kurzschrift-Anfänger-Unterricht wird nur nach der neuen Schriftform gelehrt, die Teilnehmer der übrigen Kurse werden ebenfalls in wenigen Stunden mit der neuen Schriftform vertraut gemacht, so daß ohne Stöung nach der altbekannten Weise weiter geübt werden kann. Die Ortsgruppe will keine Gewinne erzielen. Sie hat deshalb die Preise für den Unterricht so niedrig gehalten, daß jeder Volksgenosse in der Lage ist, daran teilzunehmen. Die Kurse: Redeschrift für Anfänger, Redeschrift für Fortgeschrittene und Redeschrift für Praktiker sind für die Teilnehmer eines Diktatkurses sogar kostenlos. Neun neue Kurse für Kurzschrift beginnen am Mittwoch, 15. April, 19.15 Uhr, in der Alten Pestalozzi-Schule, Wernerwall 18; neue Kurse für Maschinenschreiben am Freitag, 17. April, 19.15 Uhr, in der Öffentlichen Handelslehranstalt, Liebigstraße 16. Mit Rücksicht auf den Geschäftsschluß haben wir Beginn und Ende der Kurse % Stunde später gelegt, damit allen Lehrlingen und Gehilfen ebenfalls Gelegenheit gegeben ist, unsere Kurse zu besuchen. Man beachte die heutige Anzeige. (Sportamt »Kraft durch Freude". Reue Jahressporlkarke für 1936/37. Alle Teilnehmer an KdF.-Sportkursen müssen ab 1. April im Besitz der neuen Jahressportkarte für das Jahr 1936'37 fein. Diese Karte kostet einmal im Jahre 30 Pf. (mit Unfallversicherung) und ist in sämtlichen Sportkursen, sowie in der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, erhältlich. Reue kdF. Sporkkurfe. Reiten. In der kommenden Woche beginnen neue Reitkurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Die Kosten für den sechsstündigen Kursus betragen für Mitglieder der DAF. 6 Mark, für Nichtmitglieder 9 Mark. Da zu diesen Kursen nur eine beschränkte Anzahl von Teilnehmern zugelassen werden kann, ist umgehende Anmeldung auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, erforderlich. Fechten. Um viele Volksgenossen dieser schönen Sportart zuzuführen, werden von der NSG. „Kraft durch Freude" Fechtkurse für Florett und Säbel eingerichtet. Die Kosten find so niedrig gehalten, daß allen Volksgenossen die Teilnahme an ihnen möglich sein wird. Die Kurse beginnen in der Woche nach Ostern. Anmeldungen können auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, abgegeben werden. Waffen werden gestellt. Schachkurfe Für diese Kurse liegen schon einige Anmeldungen vor, so daß der erste Uebungs- nbenb in der Woche nach Ostern stattfinden wird. Wer Lust und Liebe hat mitzumachen, kann sich noch auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, melden. (Anfänger und Fortgeschrittene.) Die Gebühr für den Abend beträgt 20 Pf. Rollfchuhlaufen. Diese Uebungsfahrt wird sicher in kurzer Zeit viele Freunde gewinnen. Niemand ist zu alt zu diesen Kursen, die unter An- leituna von bewährten Lehrkräften eingerichtet werden. Gibt es etwas Schöneres, als nach den Klän- aen der Musik Figuren und Bogen zu laufen? Wer macht mit? Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle. Schanzenstraße 18, entgegen. Rollschuhe werden gestellt. Kindergymnastik. Diese Kurse sind für die Kleinen und Kleinsten gedacht. Alle Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren können daran teilnehmen und sich fröhlich im gleichaltrigen Kreise tummeln. Eine geprüfte Lehrerin leitet diese Kurse und gibt den Kindern Anleitung zu luftigem Spiel. Zeitlich werden die Kurse so gelegt, daß dem Familienleben in keiner Weise Abbruch getan wird. Auch die Kosten sind mit 20 Pf. für die Stunde so niedrig gehalten, daß es allen Eltern möglich ist, ihre Kinder an den Kursen teilnehmen zu lassen. Jeder Deutsche kann an KdF.-Sportkursen teilnehmea. Nachsendung von Postsendungen. Das Postamt Gießen teilt mit: Zu Anträgen auf Nachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen Formblätter zu benutzen, die an den Postsckaltern und von den Postzustellern zur Abgabe bereitgehalten werden. Die Verwendung dieser amtlichen Formblätter gewährtes tet die pünktliche Nachsendung der Post und ist daher zum Vorteil der Empfänger. (Siebener Wochen Marktpreise. * Gießen, 4. April. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Handelsklassen-Eier Kl. S 11, Kl. A 10'/-, Kl. B 10, Kl. C 9'/-, Kl. D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 11, Wirsing, das Pfund 20 bis 25, Weißkraut 15 bis 18, Rotkraut 18 bis 22, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 18, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 35, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 40 bis 45 Pf., Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln, das Pfund 5, 10 Pfund 45 Pf., der Zentner 3,70 bis 3,90 Mk., Aepfel, das Pfund 20 bis 50 Pf., Nüffe 45 bis 50, Zwetfchenhonig 40 bis 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 85 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 25 bis 50, Salat 20 bis 35, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 20, Radieschen, Bund 15 Pf. ** Die Dien st stunden der Polizei« direktion Gießen für den Publikumsverkehr ab 1. April sind von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 17.30 Uhr; Samstags von 8 bis 12 Uhr. ** Mieterjubiläen. Am 1. April wohnten die Familien I. Günther, Obertelegraphen- fefretär i. R., und K. Sommerkorn, Polizei- oerwaltungsoderafsistent i. R., feit 25 Jahren ununterbrochen im Hause Ederstraße 21. Der Hausbesitzer erfreute die beiden Mieterjubilare durch die Ueberreichung eines Blumengebindes. Die beiden Mieterjubiläen find ein schöner Beweis für die Harmonie zwischen Hausbesitzer und Mietern in diesem Hause. ** Straßensperrung. Die Straße „Am Nahrungsberg" wird zur Vornahme von Kanalbauarbeiten für die Zeit vom 6. bis 11. April einschließlich zwischen dem Altenfeldweg und Bismarck» straße für jeglichen Fährverkehr polizeilich gesperrt. ** D i e Bezahlung der Strom- und Gasgelder im Stadt - und Ueberlanb» gebiet betrifft eine Bekanntmachung der Direktion der städtischen Betriebe in unserem heutigen Anzeigenteil. Rückständige Zahlungen vom Monat Februar müssen bis zum 15. April geleistet werden, andernfalls wird die Strom- und Gaslieferung gesperrt. ** Das Fundsachen-Verzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat März gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingefehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb von zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. ** Kleine Unfälle. Der elfjährige Sohn des Gastwirts G r e i 1 i ch von hier zog sich beim Sport einen schweren Unterschenkelbruch zu. Der etwa 15jährige Sohn des Steinmetzen Rühl vckn Großen-Linden erlitt durch einen unglücklichen Fall ebenfalls einen Unterschenkelbruch. Einen Unterschenkelbruch des linken Beines erlitt ferner während feiner Arbeit der Arbeiter Otto Herzinger von Borsdorf. Eine erhebliche Fußguetfchung zog sich der 28 Jahre alte Maurer Karl Hahn von Steinbach zu. Durch einen unglücklichen Sturz erlitt das dreijährige Söhnchen des Landwirts Schmidt von Großen-Buseck starke Kopfwunden. Das 8jährige Söhnchen des Notars Wachtel aus Alsfeld hatte eine schwere Hüftprellung erlitten. Sämtliche Verunglückte mußten zur Behandlung in die Chirurgische Klinik eingeliefert werben. ** Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet hier Rindviehmarkt statt, am Mittwoch, 22. April, wird Schweinemarkt abgehalten. Amtsgericht Gießen. Wegen Diebstahls wurde der E. B. aus Gießen durch Strafbefehl zu drei Wochen Gefäng- n i s verurteilt. Der Angeklagte entwendete im Juli 1935 aus einer hiesigen Wirtschaft einige Flaschen Wein. Den Einspruch gegen diesen Strafbefehl nahm der Angeklagte, nachdem er vom Gericht auf die Aussichtslosigkeit hingewiesen worden war, zurück, so daß es bei der im Strafbefehl erkannten Strafe verbleibt. Schöffengericht Gießen. Wegen Vergehens gegen das Gesetz gegen heimtückische Angriffe auf Partei und Staat wurde der Ludwig Schneider aus Ober-Mockstadt zu z w e i Wochen Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte am 10. Januar auf dem Arbeitsamt den nationalsozialistischen Staat beleidigt. Bei der Strafausmessung kam in Betracht, daß der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist und in einer gewissen Erregung gehandelt hatte. Der Jude Jakob Heilbronner aus Gießen hielt ohne Genehmigung der Reichszeugmeisterei braune und schwarze Tiroler Hosen feil. In der gestrigen Hauptoerhandlung konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden, daß er die Uniformstücke verkauft hatte. Das Gericht erkannte deshalb auf 50 Mark Geldstrafe, eventuell 10 Tage Gefängnis. Außerdem wurde die Einziehung der Kleidungsstücke angeordnet. Der Max Neef aus Bürbach, der sich zur Zeit in Untersuchungshaft in Wiesbaden befindet, beleidigte im Juni vorigen Jahres in einer Wirtschaft in Butzbach die NS.-Hago. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Eine weitere Sache wurde zwecks Anstellung von Ermittlungen abgesetzt. Scharfschießen bei Ebersgöns. Am 15., 16. und 17. April von 7.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr finden in der Nähe von Ebersgöns Schießübungen mit scharfer Munition statt. Gefährdet ist das Gelände südlich Ebersgöns— südlich Oberkleen — ostwärts von Kleeberg. Die Straßen Ebersgöns—Kleeberg und Ebersgöns —Hausen, letztere soweit der Kreis Wetzlar in Frage kommt, werden für die vorgenannte Zeit für jeglichem Verkehr polizeilich gesperrt. Das gefähroets Gelände wird durch Posten abgesperrt und muß eine Stunde vor Beginn bis eine Stunde nach Beendigung des Schießens von jedem Verkehr freibleiben. Die Bevölkerung wird darauf hingewiefen, daß sie den Weisungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachtpostens haben, unbedingt Folge zu leisten hat. jOtl * Der rK nur dlM S'h* geM'p. gäbe de f Aufgebot g innerhalb Dem D/e" folgt e^ nonzalnt burtsbe izllbeitgeber beitnehlner Kart inone -bilfemd-e lichen ^nth ebenfalls ns privaten lefonberen D Zetriebes) buerstechei Stützungen Mieten Feiert eine däuniunde «eher ein G' leim 25j°hn! Wnatsgehai jährigen v ftens 4500 . «in Äahresg übersteigt, roeil seine Mehrfaches Schenkungen trenn sie nid, Für oerhe Minderer beim Thema, Lohnsteuer a töie ein kind girö die vte> »trag von ei sich um 12 3) Die hinzurech nachweist, daß ausübt, z. D nicht mehr al qungen eine Eteuerfarte Mud) Kinder diesem Falle kann auch d langen, daß für die Fal iz. B. Versici sie nicht schor llbzug auf i merkt wird. Steht eine hältnis, di Vehaltsempfä gongen nach Themann bei daß die Ehe Steuer zu er Frage gekom eitslohn zuz ' hätte. Beispiel Gehalt von : find Vorhände W. zu zahl, 14,82 M. 2 100 M. bez frag von 11,. fn denen bei er Eheleute °mmt als b, ann die Eh dem Monn niedrigere ( lhre Steuert deun Finanz JN eir PWoet «dem zwe N"-t, al. oder w W verdien bchllz, ?°"M 40 »Sl|= Ä'» S totrin be rS>t |On C^rbeit ft»; Sfts ben **<«% Ss,*.» *. Ri h io, SSs't r,-L )l 15,L,6Pihyt ->»11 “Ä r-8-L ’-’-i?,* 1 2; iubiiQi. flj-st ZH: r-K -nb 4V" le Strafe Am 1L 21pn( ein. g3f'hd) Sperrt. »7°m. und "eberland. UNS der Direk. lerem heutigen n M„gt '.geleistet wer- 'd Taslieferung ^chniz. Dgg tQri Wnbenen nn an An. tnon, Landgraf. E Empfangs, 'hre etwaigen en beim Fund- •tenh zu machen, elfjährige Cohn 'e Zog sich beim ubruch zu. Der tzen Rühl üdh nglücklichen Fall Einen Unter- 'tt ferner mäh. ’ Herzinger Quetschung zog ns 5)at)n vm lichen Sturz erbe; Landwirts rte Kopfwunden, j Wachtel aus wellung erlitten, r Behandlung in werten. n. Am Dienstag hmarkt statt, am ceinemartt ab- eben. B. aus Gießen en Gefäng- sendete im 9ufl einige Flaschen sen Strafbefehl Dom Gericht auf jorben war, zu- befehl erkannten ließen. setz gegen hem- ;taat wurde m Fstadt zu z wn [t. Der Ange- em Arbeitsamt eidigt. Sei der daß der Ange- d in einer ge« er aus Gießen ichszeugmeistem en feil. In der • dem Ängetlag' er die Uniform- erkannte desh-Ä ientueH 10 Ijj Einziehung der -J&1 , ütnfteHu"« °°" «0 bi- 13 » 5 r?/cbersgo^ UNd 6beräflgt t* rrt und V OVVVMt^80VUu4lU Birkenwaller lllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllll enthält neben anderen wichtigen Bestandteilen naturfrischen Frühlingsbirkensaft, der durch kein Kunstprodukt zu ersetzen ist. Aber achten Sie auf die Marke „Dralle", damit Sie auch das Originalprodukt erhalten^mV Preise: 1,50, 1,94, 3,38 RM. V, Ltr. 5,45 RM, V, Ltr. 9,70 RM. Vertretung in Gießen: Hapag- Reisebllro Kreger, Seltersw. 89 Es reist sich gut mit den Schiffen der HAMBURG-AMERIKA LINIE Urlaub aut See Reisen auf deutschen Schiffen sind Reisen auf deutschem Boden I Swöchige Ferienreise nachAmerika jeden Donnerstag ab Hamburg ca RM 517.- einschlieBllch Hotel und Verpflegung Im Frühjahr 1936 an die Gestade des blauen Mittelmeers mit M. S. „Milwaukee", dem Erholungs- und Vergnügungsreisenschiff Fünf Mittelmeerfahrten von Mitte Februar bis Ende Mai ab RM 340.- E.CHristiani. LLraiser. tieschättsdrucksachen Rechnungen Briefblatter Briefumschläge Postkarten Geschaftskarten bei Brühl. Schulstr. 7 Wettbewerb. Von der Autohaus Wiesbaden G.m.b.H., Wiesbaden, Nikolasstratze 7, wird zur Erlangung von Entwürfen für den Neubau eines Geschäftshauses mit gewerblichen Anlagen für Automobilbetrieb auf dem Grundstück Ecke Nikolasstratze und Kaiser-Wil- Helm-Ring vor dem Hauvtbahnhof in Wiesbaden ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben. Zur Teilnahme an dem Wettbewerb sind alle in dem Gau Hessen-Nassau geborenen oder ansässigen, der Reichskammer der bildenden Künste angehörenden Architekten berechtigt, sofern letztere ihren Wohnsitz seit mindestens 3 Monaten zur Zeit der Auslobung im Gau Hessen-Nassau haben. Das Preisgericht haben übernommen: 1. Professor Josef Tiedemann, Technische Hochschule Darmstadt. . „ t . 9 Oberreaierungs- und Baurat Btrk, Wiesbaden t Architekt DrFng. Karl Lieser,Landesleiter Hess.- Nassau der Reichskammer der b'.ldenden Künste, Dozent an der Technischen Hochschule Darmstadt. 4. Stadtbaurat und Beigeordneter Dipl.-Ingenieur * Spieser, Wiesbaden. 5. Magistrats-Baurat Fmsterwalder, Wiesbaden. 6. Dr.-Jng. h. c. Fritz Opel, Rüsselshetm. 7. I. C. Nebel, Rüsselsheim. Beratend wird zugezogen: Wilhelm Hirsch, Gartengestalter, Wtesbaden. Die Wettbewerbsunterlagen sind von der Autohaus Wiesbaden G.m.b.H., Wiesbaden, Nikolas- stratze7, gegen Einsendung emer Gebühr von RM.5.- ab 8. April 1936 zu beziehen. Der Betrag kann auf Postscheck-Konto: Frankfurt a.M. 2085 überwiesen obeU" bte Men 3 Preise 1UI ®elfÜBtoT Preis RM. 3000.- 2. Preis RM. 2 000 — 3. Preis RM. 1500.— ferner sind 4 Ankäufe vonje RM. 600.-vorgesehen. Die Entwürfe müssen brs spätestens>2. Ium 1936, abends 6 Uhr, bei derAutohaus Wiesbaden G.m.v.-V., Wiesbaden, Nikolasstratze 7, emgeretcht sem. Wiesbaden, den 3. April 1936. «i°D Autohaus Wiesbaden G.m.b.H. Die Geschäftsführung: und Koffer nur von Leder-Röhrig Gießen NeustadtNr.43 Gölte-81ehfetloiol«ii für Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft. — Anfragen an Divl.-Jng. Münzner Aschaffenburg, Postfach 129. sossD —Ortsvertreter gesucht- Die Hausmusik ist die Seele des Familienlebens, deshalb gebt Euren Kindern Klavierunterricht Dazu ein Klavier vom Pianohaus R. Schönau Bahnhofstraße 76 21 TI D Mercedes Mk. 186.- schonf.montl. M.8.30 FranzVogliCo., Gießen Seltersweg44 tastest £ T1J.B. Häuser Auch bei j empfindlicher Haut ist das möglich. Gut einseifen und eine gute Klinge sind nötig. Rasierklingen extra dünn, Rasier Apparate, Messer, Spiegel, Pinsel, Klingenabzieher. Große Auswahl u. preiswert bei Gießen i399A Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Auto- Boxen Jagdhütten, Lager- und Geräteschuppen Wellblechbauten für jeden Verwendungszweck. Fahrradständer Eisenwerk Siegen 6. m. b. H. Marienborn-Siegen,Postf.95 Zu haben in nachstehenden Drogerien : C. Seibel, Frankfurter Str., 0. WlnterhoH, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtl. Filialen. Laubach: Solms-Lau- bacher Drogerie Karl Klein. __ DOPPELHERZ für Nervöse. Schwache und alle, die sich matt und elend fühlen fiaschen zu RM 1,95, RM 3,70 und RM 4,65, Doppelherz^Dra- gees RM 1,50. ObAnzugoderMantel für Straße Sport und Reisel Sie werden bei uns stets das Richtige zu vorteilhaften Preisen finden. Kreuzplatz 15 ?163 A Kautschuk-Asbest Xde in allen Dimensionen vorrätig 2150A Spezial-Handlang technischer Bedarfsartikel Hoch- und Tiefbau, Moschineo-Bau, Betriebs-Technik. Elektro-Technik, tng.-Kaufmann, Auto- and Flugzeug- Bao, Lehr-Werkstätten. Staatlich anerkannt. - Drucksachen frei. Friedberg L Hessen s min. von bad nauheim Höhere Privalschule Giesen Wernerwall 15 Oberrealschul-Lehrplan, realgymnasiale u. gymnasiale Kurse. Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung und Obersekundareife. Reichsverbandsprüfung durch die Lehrer der Schule. Tägliche, gewissenhaft beaufsicht. Arbeitsstunden. Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in alle Klassen (auch Sexta) jederzeit. - Sprechstunden täglich 11.30-13 Uhr. ftR0D Familien- Drucksachen Verlobungeanzelgen Vermählungsanzeigen bei Brühl,Schulstraße 7 Geburtsanzeigen Nicht verblüffen lassen..... wenn Ihnen scheinbar günstige Angebote gemacht werden beim Erwerb eines Fahrrades! Mur der Fachmann, der auch das ganze Jahr Ihr Rad betreut, ist in der Lage, Ihnen wirkliche Vorteile zu bieten! Die beigenannten führenden Fachgeschäfte unterhalten eine große Auswahl vom billigsten Spezialrad bis zum hochwertigen Markenrad und beraten und bedienen Sie, auch in Ersatz-und Zubehörteilen, Johannes Steinbach Wolkengasse 21 und verantwortungsbewußt! Richard Bornemann Neuen Bäue 22 Fr. Linker & Sohn Ludwigs traße 16 Ch. Fr. Gödicke Liebigstraße 37 Jakob Schupp Bahnhofstraße 27 2155 D Nachdem wir unsere dortige 2126 V UM GIESSEN SELTERSWEG 81 2070 A G <\W • < d G MV--MI» G -O > G Mü>- O 1 Optiker Neuzeitliche W 4/7«/ Selters weg 52 eller Am Bahnhof Gießen 2113 D a Kurzschrift in Giefoen 29.- 38.- 46.- 57.- 68 Frühjahrs - Mantel 25.- 33 - 45.- 53.- 65 Jünglings- und Knaben-Kleidung sehr preiswert. 1369 A um 19.15 Uhr. 2100D Oster-Artikel 8716. 2168 A |AfC DD CDRUCKSACHEN WV UlXDE. Brühl'sche Druckerei Frohe Ostern in neuen Schuhen die richtige Fußbekleidung Schöne Modelle / Gute Paßform im Gewissenhafte, fachmännische Bedienung! Bnchacker, Neuen-Bäue 11 2130 A 2129 A IJNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER Sämtliche anprobiert Von heute auf morgen verlieren sich die Beschwerden, sobald Sie das I I Thalysia- Edelmieder anlegen. Der ganze Organismus fühlt sich neu geordnet. Die Figur bekommt Proportion, die Bewegung Leichtigkeit. Dazu ein Thalysia-Brusthalter, der die Form gut modelliert. Modelle können unverbindlich werden im für Wiederverkäufer ERNST MUTH Ludwigstraße Nr. 42 Deutsche SleuoSraienschail Ortsgruppe Gießen. Auskunft und An- meldungzuBeginn des Unterrichts od. bei Leder-Haas Seltersweg 3. Flimm, Walltorstr. 63 2105 D schwersten Fahrer mit dem schwersten Gepäck auf den schlechtesten Wegen bei spielend leichtem Lauf i und dennoch ist es überraschend billig. Katalog Nr. 136 auch Ober M Nähmaschinen und allen Fahrradzubehör senden an jeden kostenlos. Über i/2 Million Edelweißräder seit 1897 schon geliefert. Das konnten wir wohl nimmermehr, wenn unser Edelweißrad nicht gut und billig wär. In Fahrradhand- -r lungen nicht erhältlich, sondern nurvon uns direkt od. von unseren Vertretern. I Edelweiß-Decker, Deutsch -Wartenberg R Oifentliche Handeislehranstall der Industrie- und Handelskammer Gießen. Gießen, Liebigstraßel6 (Liebigbau), Fernr. 2480. Höhere Handelsschule: Abschluß - Prüfung entspricht der Prüfung für praktische Kaufleute. Schulgeld RM. 19.-. Zweijährige Handelsschule: Abschluß mit der Mittleren Reife. Schulgeld RM. 17.-. Gründliche fachlicheSchw lung und Erweiterung der Allgemeinbildung und nationalpolitisch. Erziehung. Keinerlei Kurs betrieb und keine Nebengebühren. Schulbeginn nur a.Ostern. Anmeldung und Auskunft täglich von 8 bis 12.30 Uhr. Prospekte kostenlos. 42fiD gehört auch noch was Neues, Nettes anzuxie- hen. Reizende Frühjahrs- Mäntel und Kleider finden Sie bei mir, alle geschaffen, das Fest zu verchö- nen, und gar nicht teuer» Gewissenhafte Anpassung durch Fachoptiker. Lieferant aller Krankenkassen ___________________________________________________________ 324 > O 1||| NQmMD> G -»Mi» UU »UH» G Ml»- G <1111" MV- O MV- W Flotte Sport-Mäntel aus hübschen neuen Geweben 29.75 26.50 22.00 19.75 17.50 Eleg. Frühjahrs-Mäntel in mod. Formen, auch Slipons 64.00 55.00 48.00 36.00 Schöne Complets in vielseitiger Auswahl 55.00 48.00 39.50 29.75 Kostüme in anliegend. Schneiderform, aus guten Kammgarnstoffen 54.00 48.00 39.50 29.75 Kleider Woll- od.Seidenst.,mod.Form. u. Färb., sehr große Auswahl 39.50 29.75 22.50 17.50 13.50 / Hühner Club HandharmoDikas Modell „Viktoria“ und andere sofort ab Lager lieferbar. 2146L1 Wetzlarer Handharmonika Zentrale Wilh. Uhl. Wetzlar an der Lahn Langgasse 69, Fernsprecher 2788 für Kurzschrift beginnt am Mittwoch, 15 April, in der Alten Pestalozzischnle, Wernerwall 18, um 19.15 Uhr. Unterrichtsgeld RM. 6.50. Mitglieder, An gehör, der Wehrmacht u. Erwerbslose besondere Vergünstigung. Am gleichen Abend beginnen 8 Fortbildungs-Kurse (Diktat, Redeschr., Praktiker usw.l zu den bekannten, sehr niedrigen Preisen. — Unsere Maschinenschrciblehrgänge beginnen am Freitag, 17. April, in der Ö.H.L.-Oellentlichen Handelslehranstalt, Liebigstraße 16, Mvstersemlus montaa. Den 8. MH 36,14 Hüt. Dünttil® unO benimmt oerftelgere KD in meinem £ooet.Wenoeo 16. melfiöieteno gegen Banaölung: 1 komvl. Schlafzimmer (Nutzbaum) beit, aus: 2 Bettstellen m.Patentrabmen, 3 teil. Matratze u. Schoner, 3 türiger ^leidcrschrank,Frisier-Toilette, 2 Nachttischchen, 2Polsterstühle 1 Herrenzimmer: Bücherschrank, Schreibtisch m. Sessel, Ausziehtisch und 2 Stühle Ferner: 1 Bücherschrank, 3 zweit. K leiderschränke, 1 Büffet, iSofa tu. 6 Polsterslüh len, Auszieh- ii, n. Tische, Stühle, Wasch- und Nachttische, Kommode, Ghaisc- longue, komvlette Betten Sowie: 1 Durchschreibekasse, 1 Mebavvarat m.Nollen, i Pack- vavierständer mit 3 Rollen, 2 BallenZellstoffvavierlgeschnit- tcn), 1 Tbeke, 2 komvl. Kaffeeservices, 2 Feder-Deckbetten u. -Kopfkissen, div. Wäsche, Bücher, Bilder, Sviegel Antzerdem: 12 silb. Kaffeelöffel, 2 si lb. Armbänder, silb.Kuchen- bestccke, eine Damenuhr. 2119D LLUthoff Gericht!, beeidigter Tarator f. d. Landgerichtsbezirk d.Prov.Ober- hesscn ».Versteigerer s. d.Kreise Gietzen, Schotten nnd Lauterbach Schon jetzt sollten Sie sich ein Klassenlos sichern Denn Sie können damit für nur drei RM. pro Klasse 1OOOOO Reichsmark gewinnen Lose zu der demnächst beginnenden 47./273. Preußisch- Süddeutschen Staatslotterie vorrätig bei den Gießener Staatl. Lotterieeinnehmem MWMittlWO Ium Eintritt zum 1. Oktober 1936 werden noch Freiwillige, die sich für 4% Jahre verpflichten, von der Flieger-Annahmestelle „Detmold" angenommen. Bevorzugt werden diejenigen, welche durch ihre Vorbildung für die Luftwaffe besonders wertvoll sind, z. B. Schlaffer, Metallarbeiter, Elektriker, Feinmechaniker, Facharbeiter der Luftfahrt-Industrie, Kraftfahrer, Bildpersonal usw. Meldung, an d.Flieger-Annahmestelle „Detmold" sofort notwendig. 1951 d Somepro» rasch, schnell Lionin m. Lioninseife. Pelikan Apotheke Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 THALYSIA- Anschluß-Hygiene Reformhaus Gustei Schlumberger Für empfindliche Füße finden Sie Mit etwa 45 Jahren fängt es an!--- Ihre Augen machen nicht mehr mit, Sie können in der Nähe nichts mehr scharf erkennen und brauchen eine Sehhilfe. — Kommen Sie zu 2159a Optiker MAGNUS der berät Sie gut! Seltersweg Nr. 33 Kassenlieferant Sduihhaus Derzbadi Gießen, Bahnhofstraße 60 Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene m. 8 jähr. Schulbildung. Ziel : Mittlere Reife (früher Einjähr.-Exam. genannt). Für Mädchen auch Kochen und Nähen. Schulgeld RM 17.— , keine Nebengebühren. Ein u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM 19.-, keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige i. Maschinenschreiben, Stenographie und allen Handelsrächern. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte in Gießen jederzeit im Schulgebäude Goethestroße 32. Bei dem Einkauf von Bettüchern aus prima Zwirnhalbleinen oder Zwirnhaustuch wende man sich stets an das £*11-Btt Willis und komvlette Aussteuergeschäft !DHWoön,5fln6lnf)efi. Beste Qualitäten. Billigste Preise. Muster sofort zur Verfügung.^aoA Unser Anfänger-LehrMi vom Sduihhaus Derzbadt Gießen, Bahnhofstraße 60 1861 [JSJallffil} 1936 CARLftiowarK Eigen heim-Schau nach auswärts, jedoch innerhalb des Bezirks Siershahn-Gießen verlegt haben, liegt die Bezirksvertretung füvGießen in den Händen von Herrn Hans Schütz, Gießen Bismarckstraße 31 Bezirksleitung Siershahn der Banwirtrlng AG., Bremen Leiter: Fritz Fellenberg, Koblenz, Rheinstraße 22. Ächtung! Gastwirte! Billige Zigaretten gegen sofortige Kasse 2125 d 1 P. (90x6) Eckstein usw.....15.05 1 Milie R6, Güldenring usw.. . . 32.00 1 Mille Ova, Overstolz usw. . . . 39.50 E. Hintz, vorm. Reuter Tabakwaren-Großhandel Gießen, Neuen Bäue 11 / Tel. 2924 Ein starkes Rad ! E=3 ist unser gutes Edelweißfahrrad, Es trägt den “” Marken-Mäntel aus Gabardine, Shetland für ganz hohe Ansprüche, in großstädtischer Auswahl. Viele herrliche Modell- Anzüge aus Deutschlands best. Werkstätten Loden-Mäntel z.T.Frev-München,Gummi-Mäntel Lederol-Mäntel, Trenchcoats, imprägn. Mäntel, kein Gummi und doch wasserdicht „Marke Val- mehne , „Meteor '. Leder-Kleidung natürlich in meiner hoch modernen, facherprobten Früh iahrs-Kleidung. Ich habe eine enorm große Auswahl in herr liehen Neuheiten und über raschend niedrige Preise! Frühjahrs-Anzuge FÜR HERREN UND KNABEN «KöHieig OBERHESSENSGRÖSSTES SPEZIAL-HAUS EIGENE UNIFORM- U. ZIVIL- M A S S - SCH N E I DE R E I U ß 7 0 \ W )O\jRNXL 8 M EINGETQ HANDELSMARKE Karl Brück Uhrmacher und Juwelier Hm Kreuzplatz 8 _____________________2095 D DIE zuverlässige UHR