Nr. 54 Erstes Blatt Mittwochs- März Mb 186. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen "ch, autz« Ä Annahme von Anzeigen Ä« £X CTL▲ 4 £a -A AA .A AA AA A A A ▲ AA EÄÄ3SSS Heimat im Bild Die Scholle M M Iw Hy 4% ■■ Iw ■■ MM M F|| £ tfv Grundpreise für l mm höhe Monatr-Vezugspreir: ■ H M B ■ V EIA ITI I 17 I JF ■ B B Jk B B B B siir Anzeigen von Mil 4 Beilagen RM. 1.95 ■■ l| Hf WM B B B I II Bf || I BT B Breite 7 Rpf. Ohne Illustrierte . 1.80 M B HM B WM B B BL B B B B M B Bl H anzeigen von 70 mm Brette Zustellgebühr „ W# BW' W B BL «L B M ■ Bv'' W W 50Rpf.,Platzvorschnftnach Auch bei Nichterscheinen ■ B B B B vorh.Derembg.25^ mehr. in7°Ig-"^h7r°?"E-w^ Kr V SrniStzfg.e Srunöpreife: c»v« tements geschützt werden. Das Kapitel über 25 cH gien enthält einen Hinweis auf die echöhten Ru- stungsausgaben und auf die schnelle Verstärkung und Erneuerung der Befestigungsanlagen an der Ostqrenze. Die italienische Armee, heißt es weiter, steht seit 6 Monaten auf dem Kriegsfuß Die italienische Luftflotte wird vollständig neu ausgerüstet und auch vergrößert. Die s o> w j e t r us s i - 's ch e n Streitkräfte werden mit 1 300 000 Mann angegeben. Eine weitere Vermehrung der sowiet- russischen Luftstreitkräfte sei bereits tm Gange. In Japan sei der militärische Haushaltsplan für 1936/37 g r ö ß e r a l s j e z u v o r Schon im Vorjahre hätten die militärischen Ausgaben 4b v. S). des Gesamthaushaltes ausgemacht. Das Weißbuch betont, daß die britische Regierung auch weiterhin ihr äußerstes tun werde, um em Abkommen über eine B e g r e n z u n g der Stiftungen zu fördern Die V°rt°id,gungs°or,chlag- dürften nicht als ein Zeichen dafür angesehen werden, daß England die bisher verfolgte internationale Politik in irgendeiner Weife aufgebe Das Flottenabkommen mit Deutschland und die Bemühung einen neuen Flottenvertrag mit den Machten des Washingtoner Abkommens abzuschlie- ßen, sind hierfür Beispiele. Die Flotte. entwickelt die Ä“Ä;.5*iS M.uÄ; Anfang mit der Wiederaufrüstung der Flotte durch die Kiellegung von i®e ® ’ werden bereits im Bauprogramm von • • ten sein. Weiter wird der Neubau von Zersto rem und U-Booten beabsichtigt. Em neu^ F l u g z e u g m u t t e r f ch t f I ^/marine auf Kiel gelegt werden. Die Luftflotte o wird beträchtlich vergrößert werden. Das P n n a l der Flotte wird allmählich u m 6 innerhalb eines Jahres vergrößert weroen. Die Armee. Für die Armee schlägt die Regierung vor, daß vier neue Infanterie-Bataillone geschaffen werden. Die Armee soll mit der m o - dernsten Bewaffnung versehen werden. Die Territorial-Armee (Heimatarmee) wird so aufgestellt werden, daß sie in der Lage ist, die reguläre Armee über See zu unterstützen, falls das notwendig ist. Die Modernisierung der Küstenverteidigung und der befestigten Häfen der Heimat und in Uebersee wird beschleunigt werden Die Neuordnung der L u f t a b w e h r- verteidigung im Südosten Englands wird räumlich ausgedehnt werden, um wichtige industrielle Bezirke in der Mitte und im Norden des Landes mit einzubeziehen. Die Lustmacht. Für die Luftflotte werden vier neue Hilfsgeschwader geschaffen, die für die Zusammenarbeit mit der Territorialarmee gebildet werden. Für die Zwecke der Reichsverteidigung außerhalb der Heimat sollen weitere 12 Geschwader von Flugzeugen in Auftrag gegeben werden. Aus dem Weißbuch geht die genaue Zahl der Maschinen, um die die Luftstreitkräfte vermehrt werden sollen, nicht hervor. Deshalb weichen die Berechnungen der Blätter hierüber uafj voneinander ab. So errechnet der „Star" eine Vermehrung der britischen Luftflotte um 785 Flugzeuge. Anfang nächsten Jahres werde die Gesa mt st ä r k e der britischen Flugwaffe auf 2000 Maschinen gestiegen sein. „Evening Standard" kommt auf eine noch höhere Ziffer. 1937 werde sich die Gesamtstärke wie folgt stellen: Heimatstreitkraft 1750, Marineluftflotte 350, Ueberseekommando 408; insgesamt 140 bis 170 Geschwader mit 2508 Frontlinienflugzeugen. Die Marine habe bisher 171 Flugzeuge gehabt, deren Zahl werde auf 3 5 0 verdoppelt werden. Die Rüstungsindustrie. Der vierte und letzte Teil des Weißbuches befaßt sich endlich mit der i n d u st r i e l l e n Seite der Aufrüstung und erklärt, daß England sein Programm so durchführen müsse, daß die normale Wirtschaft nicht behindert werde. Dies erfordere eine sorgfältige Organisierung und den Willen zur Zusammenarbeit zwischen der Industrie und den Gewerkschaften. Zur Herstellung von Munition müßte die Zahl der vorhandenen Fabriken im Regierungsbesitz verdoppelt werden. Man werde Aufträge für die Luftmacht auch an Firmen vergeben, die für gewöhnlich keine Flugzeuge herstellten. Weiter beschäftigt sich das Weißbuch mit dem Bedarf an gelernten Arbeitern für die Kriegsindustrie. Die Regierung ist entschlossen, keinerlei außergewöhnliche Gewinne der Industrie zu dulden. Die Kosten der Aufrüstung für das erste Jahr würden später durch einen Ergänzungshaushalt ausgewiesen werden, in dem die Gelder für die in dem Weißbuch aufgeführten Maßnahmen angefordert werden. Im nächsten Jahr würden die Ausgaben notwendigerweise größer sein. DasRöfiungsprogramm findet geteilte Ausnahme bei Parteien und preffe. Oie Hechtskonservativen sind enttäuscht. - Arbeiterpartei und Liberale sprechen von HüstungSwettrennen. London, 4. März (DNB. - Funkspruch.) Von den Morgenblättern stimmen nur die „Times" und der „Daily Telegraph" dem neuen Aufrüstungsprogramm rückhaltlos zu. Letzteres erklärt, Englands öffentliche Meinung stimme mit den Sachverständigen in der Ansicht überein, daß die Auf- rüstung der Luftflotte das dringendste Problem der Verteidigung sei. Die Pläne für die Wiederaufrüstung der Flotte würden den Forderungen der Marinekreise nicht voll gerecht. Sie seien aber ein großer Fortschritt. Die Armee habe zahlenmäßig weitaus den geringsten Anteil an den Aufriistungsvorschlägen, jedoch werde beim Heer die besondere Aufmerksamkeit der besseren Ausrüstung und Organisation zu-ewandt. Von großer Bedeutung seien auch die Pläne für die inöuftrielle Mobilmachung. Die „T i - m e s" meint, die neuen Aufrüstungspläne seien eine normale Folge der bekannten politischen Ansicht der englischen Regierung, daß zwar Rüstungen nicht den Frieden bringen könnten, aber ebenso wenig der Mangel an Rüstungen Die Maßnahmen der anderen Militärmächte seien ein flüssiger Gegenbeweis gegen die Annahme, daß ein weiterer Aufschub der britischen Aufrüstung die Rüstungen der anderen Lander emdarn- men werde. Außerdem habe der Abessinien-Streit bewiesen, daß eine ständige Hinauszögerung der Rüstung dem Frieden keine Dienste leiste. Die konservative „Corning P o ft", die den englischen Rüstungs- und Militärkreisen nahesteht, meint, daß die Leute, die die großen Dinge von dem Weißbuch erwartet haben, eine gewisse Enttäuschung erleben, wenn sie sich die Vorschläge ansehen. Auch das Rothermere-Blatt „Daily Mail" bezeichnet das Aufrüstungsprogramm als eine schwere Enttäuschung. Es müsse als völlig unzulänglich betrachtet werden. Das Blatt das eine Luftflotte von 10 000 Maschinen für England gefordert hat, erklärt, daß die vorgesehenen Verstärkungen der Luftflotte viel zu gering seien. ri ,, .. , . . Dem Rüstungsweißbuch steht die Ar bei ter - vpvosition feindspl'g. die l i b e r a I e O pv o - fition außerordentlich kritisch gegenüber. „Daily fieralb" meldet, die Partei habe genen da? Weißbuch einzuwenden- daß es die gewaltige Rustungs- Dermehrung Nicht befriedigend rechtfertigen könne daß- die Regierungsvorschläge ungenau feien und daß das Parlament aufgefordert werde, sich a u f unbegrenzte S r i e g 5 n o r b e r e, t u n g e n festzulegen, und schließlich, daß eine Friedenspolitik nicht mit einer nanikartigen Anhäufung oon Stiftungen durchgefülirt werden könne. Lord Snowden, der frühere Schatzkanzler, erklärte, England hat ein Rtiftun g s w e 11 r en n en in f »arf em Tempo vorbereitet. Es ist ei nPro- grarnm der Panik, das durch Nichts ,n UN- seren internationalen Verpflichtungen oder in den Erfordernissen des britischen Reiches gerechtfertigt mirh Alle Freunde des Friedens sollten sich ver- "nigen um dÄer Politik des Wahnsinns Wider- ftaSaffn Herold" schreibt, es habe den Anschein, daß die, Ide Seaiernng, die letzt m der Anwendung wirtschaftlicher Snhn-maßnahm-n gegen Italien zögere, in einem anderen Falle die Anwendung militärischer Sühnemaßnahmen beabsichtige. Die Begründung des Weißbuches sei eine Herausforderung zu einem Rüstungswettrennen nach dem Vorkriegsmuster. — Die liberale „News C h r o n i c l e" sagt, man müsse sich fragen, gegen wen soll man plötzlich so übereilt rüsten? Könne man nicht angesichts des unvermeidlichen Rüstungswettrennens, das das englische Programm Hervorrufen werde, angesichts des sehr kritischen Zustandes der Welt und in Anbetracht der kürzlichen Friedensangebote Hitlers in einem ganz anderen Geiste an das Problem herantreten? Die beiden Hauptverantwortlichen für das Rüstungsweißbuch Macdonald und Bald- w i n hätten 12 Jahre lang eine Gelegenheit nach der anderen versäumt. Für ihre diplomatischen Fehler sei das Weißbuch ein tragischer Beweis. „Geschichte eines weißen Raben." Kommunistische Propaganda in Französisch-Senegal. P a r i s , 4. März. (DNB. Funkspruch.) „Le Jour" veröffentlicht den Brief eines Lesers aus Dakar. Darin wird erzählt, daß kürzlich mit einem Dampfer nächtlicherweile eine Sendung von Broschüren mit dem unverkennlichen Titel „Geschichte eines weißen Raben" von Alfred de Muffet eingetroffen sei. Bei der Prüfung der Broschüren hat sich aber herausgestellt, daß es sich um k 0 mmu - nistische Propagandaschriften handele, in denen auf 35 Seiten der schwarzen Bevölkerung Haß gegen die Franzosen gepredigt werde. „Wir haben" — so heiße es in der Broschüre — „einen Verband für die Freiheit der Senegal-Völker gegründet, die vom französischen Staat unabhängig werden müssen. Wir kämpfen für die Niederzwingung der französischen Macht: Fordert die Abschaffung des französischen Gerichtssystems! Kämpft für Befreiung des Senegal-Gebietes von französischen Truppen, für Aufhebung des Militärdienstes der Senegalesen und für Auflösung der französischen Polizei? Zahlt keinen Cent für die Erhaltung des französischen Imperialismus! Organisiert euch für den Kampf mit den französischen Führern. Die Gruppen unseres Verbandes bereiten die Arbeiter und die Bauern auf die entscheidenden Schlachten der Senegalvölker vor, um ein für allemal die französischen Gouverneure, die französischen Beamten und die französischen Soldaten davonzujagen." Nun möge man uns noch von „Nichteinmischung" der Sowjets in die französischen Angelegenheiten sprechen, so heißt es in dem Brief, und dann noch mit Sowjetrußland einen Beistandsvertrag unterzeichnen. Dissonanzen. An dem gleichen Tage, da der Völkerbund seinen letzten Friedensappell an die beiden in Afrika kriegführenden Mächte beschloß, veröffentlichte die britische Regierung in einem Weißbuch das größte Aufrüstungspro- gramm der englischen Geschichte und verkündete Mussolini im römischen Ministerrat die bevor- tehende Zusammenkunft der Mächte des römischen Protokolls. Man hört sofort, daß der Dreiklang dieser Ereignisse keine Harmonie ergibt. Der 3. März 1936 kann vielleicht ein historisches Datum werden, das den Grund legt zu der Entscheidung, ob die in Genf vereinigten Staaten den Weg des Friedens oder den des Krieges in Europa gehen wollen. Wenn man zunächst die Aussichten des von Eden und Flandin ausgearbeiteten Friedensvor- ch l a g e s prüfen will, so ist festzustellen, daß sein Wortlaut wohl ein Kompromiß zwischen der eng- lischen und französischen Auffassung darstellt, aber die grundsätzliche italienische Haltung fast ganz außer acht läßt. Der französische Außenminister hat es erreicht, dem Friedensappell seinen ultimativen, drohenden Charakter zu nehmen, andererseits ist es dem englischen Außenminister gelungen, die Anerkennung der durch den italienischen Vormarsch geschaffenen Lage zu verhindern. Immerhin bleibt die in dem Vorschlag enthaltene Aufforderung, die Feindseligkeiten sofort für eine gewisse Zeit einzu- stellen und damit die Aufnahme von Friedensverhandlungen zu ermöglichen, eine starke Zumutung für die siegreiche Nation. Es ist in der Tat auf den ersten Blick ganz unwahrscheinlich, daß das in Siegerstimmung befindliche Italien eine zustimmende Antwort auf den Genfer Appell finden könnte. Der Duce hat noch am Sonntag der jubelnden Menschenmenge vor dem Palazzo Venezia erklärt: „Unsere heldischen Soldaten r ücfen vor, d i e Tatsachen sprechen und werden noch mehr sprechen." Noch schärfer war die Tonart des „Giornale d'Italia", das in feinem letzten Artikel verkündete, daß die im Gange befindliche Aktion noch lange nicht am Ende fei und daß Italien den jetzt zu vernehmenden Friedensfchal- meien gegenüber unzugänglich bleiben werde. Menn die Genfer Diplomatie es trotz dieser eindeutigen Aeußerungen für gut befunden hat. einen scheinbar überflüssigen Friedensruf an die italienische Adresse zu richten, so bleibt dafür nur die Erklärung übrig, daß der Vorschlag des Dreizehner- Ausschusses als Druckmittel und bestenfalls a l s Vorwand für eine Verschärfung der Sanktionsmaßnahmen von vornherein gedacht war. Es ist ja bemerkenswert, daß Eden, sobald er die Genfer Atmosphäre um sich spürte, aus seiner in London geübten Zurückhaltung her- nustrat und in sehr bestimmten Worten die Verhängung einer Oelsperre gegen Italien guthieß. Man rechnet in England vielleicht mit der baldigen Erschöpfung der italienischen Gold- und Rohstoff-Reserven, die Mussolini zwingen müßte, selbst die einschneidendsten Sühnemaßnahmen ohne militärischen Widerstand hinzunehmen. Man denkt vielleicht auch, daß sich die Waage der militärischen Machtmittel so sehr zugunsten Englands gesenkt hat, daß Italien es auf keinen Fall riskieren werde, einen kriegerischen Konflikt im Mittelmeer hervor- zurufen. Wenn das auch alles Mutmaßungen find, so läßt sich doch nicht leugnen, daß das englische Selbstbewußtsein durch die Ankündigung des neuen Aufrüstungsprogramms eine außerordentliche Stärkung erfahren hat. Das Weißbuch der britischen Reniern n a gebraucht in dieser Hinsicht eine sehr deutliche Snrache. Es führt unter den Ursachen, die die Vermehrung der englischen See-, Luft- und Landesstreitkräfte begründen sollen, in erster Linie den abessinischen Konflikt an, der die britische Regierung in „Verlegenheit" gebracht habe, so daß die Stellung im Mittelmeer und im Roten Meer nur noch durch Entblößung anderer Gebiete bis zu einem ernste Gefahren mit sich bringenden Grade geschützt werden konnte. Im übrigen aber weist die Denkschrift auf den wachsenden Rüstungs- stand der Welt hin und nennt dabei bezeichnenderweise an erster Stelle Deutschland, dem auch im Vergleich zu den übrigen Ländern der weitaus größte Raum gewidmet wird, während beisvielsweise die sowietrussische und französische Riefenrüstung nur in ein paar Zeilen Erwähnung findet. Dagegen wird der deutsch-englische Flottenvertrag als Beispiel einer quantitativen Rüstungsbegrenzung, wie sie die englische Regierung anstrebe, Hervorgehoben. Das ganze Weißbuch mit seinen genauen Angaben über den künftigen Ausbau der einzelnen Wehrmachtsteile und der industriellen Kriegswirtschaft zeigt den Willen Englands, sich nicht noch ein zweites Mal wie beim abessinischen Konflikt von der Wucht der Ereignisse überraschen zu lassen. Daß dabei immer wieder betont wird, der Schutz des englischen Weltreiches sei gleichbedeutend mit dem Schutz des Friedens überhaupt, bedeutet eine moralische Selbsteinschätzung, die zwar dem durchschnittlichen Engländer in Fleisch und Blut übergegangen sein mag, von deren Richtigkeit aber andere Völker nicht in demselben Maße überzeugt sind und auch niemals überzeugt werden können. Das faschistische Italien jedenfalls hat eine grundsätzlich andere Meinung über den Kollektivismus britischer Prägnanz. Wie sehr der italienische Regierungschef auch weiterhin seine eigenen Wege zu gehen gedenkt, das offenbart die für den 18., 19. und 20. März in Aussicht gestellte italienif ch-ö |: e r reichifch- ungarische Zusammenkunft. Der Duce betont damit ausdrücklich, daß die Sanktionsfront ein Loch hat und daß Italien trotz der Fesselung seiner Kräfte in Afrika nicht gewillt ist, seine selbständige Politik in Europa aufzugeben. Zum beweise der Notwendigkeit der italienischen Mitwirkung im Donauraum spielte Mussolini auf den Hodza-Plan an, der nur deshalb gescheitert sei, weil die sogenannte Donaufrage ohne und daher gegen Italien nicht gelöst werden könne. Ueberraschend muß die Mitteilung des Duce wirken, daß der letzte Donau-Dersuch zwar in Paris, aber nicht von der französischen Regierung und auch nicht von ihr gebilligt, entstanden ist. Wenn dies zutrifft, dann läßt sich daraus eine weitgehende Verstimmung zwischen Paris und Prag schließen. Den Pariser Gesprächen eine solche Deutung zu geben, hat allerdings der italienische Regierungschef das allergrößte Interesse. Denn die Voraussetzung für die Aufrechterhaltung des italienischen Einflusses im Donauraum ist und bleibt die möglichst weitgehende Schwächung der Kleinen Entente. So machen sich die an das Genfer Statut gebundenen Mächte noch einmal möglichst stark, um für kommende Verwicklungen gerüstet zu sein. Der palmenschwingende Engel aber, das heimliche Symbol der Völkerbundsstaot, hält sich die Ohren zu, um nicht die grausame Dissonanz der Friedensschalmeien und Kriegstrompeten hören zu müssen. Adua-Feierandem„MardesVaterlandes"inRom Zum 40. Jahrestag der Schlacht von Adua wurde in Rom am „Altar des Vaterlandes" in Gegenwart des Königs und des Duce eine Erinnerungsfeier abgehalten und eine Messe gelesen. — (Scherl-M.) U H i Talern. Die italienischen Flieger berichten, daß von. der abessinischen Nordarmee nur noch demorali-1 fierte Trümmer übriggeblieben seien. Der italienische Heeresbericht sagt: Zum erstenmal in der Geschichte des Kolonialkrieges wurde eine größere Aktion mit großen Truppenmassen durchgeführt unter gleichzeitiger Mitwirkung von Artillerie kleineren und mittleren Kalibers und von Kampfwagen, während der Himmel von einer Wolke von Flugzeugen verdunkelt war. Alle diese Heeresbewegungen wurden in größter Ordnung durchgeführt. Sie überstiegen an Schwierigkeit das Vorstellbare. Das 3. Armeekorps erreichte auf dem Vormarsch Gaela, während gleichzeitig die Autostraße durch ein schwieriges und rauhes Gelände vorwärts getrieben wurde. Täglich werden Tausende von Tonnen an Material jeder Art befördert. In zwei Fällen wurde ein ganzes Armeekorps einzig und allein mit Hilfe von Flugzeugen verproviantiert. Mehrere Batterien leichter Gebirgsartillerie wurden mit Hilfe von schweren Treckern 510 Kilometer bei einer Tagesleistung von 150 Kilometer bis in die vordersten Stellungen gebracht. Von Massaua wurden binnen zwei Tagen auf den Autostraßen allem 1500 Maultiere auf Kraftwagen bis in das Kampfgebiet befördert. Während der Schlacht waren achtzig Feldtelegraphen in Tätigkeit. Die Tapferkeit unserer Truppen, die hervorragende Organisation des Nachschubs und die enge Zusammenarbeit aller Truppenteile bestätigen die hohe Schlagkraft, zu der die Streitkräfte des faschistischen Italiens erwachsen sind." Sie Regierungskrise in Athen. A t h e n, 3. März. (DNB.) Die Armee hat sich der Bildung einer v e n i s e l i st i s ch e n R e - g i e r u n g unter Mitarbeit kleiner Parteien w jede r s e tz t. Die Bemühungen des Königs um eine Zusammenarbeit zwischen den Deniselisten und der Volkspartei scheinen keinen Erfolg gehabt zu haben. Der Führer der Veniselisten, Sophoulis, hat beim König Einspruch gegen das Eingreifen der Militärs erhoben. Man glaubt, daß der König für den Fall, daß bis Freitag keine Einigung zwischen den beiden großen Parteien erzielt ist, ein neutrales Kabinett bilden wird, das die Unterstützung der Kammer finden dürfte. Dieses Kabinett würde dann, mit weitgehenden Vollmachten ausgestattet. König und Duce bei der Feldmesse. (Scherl-M.) ■ L Donaukonferenz in Rom. DerneueFriedensappeNdesVölkerbundes In der Zwischenzeit soll über die Oelsperre verbandelt werden. Genf, 3. März. (DNB.) Der Dreizehner-Aus- schuß des Völkerbundsrates hat folgenden Appell an die Kriegführenden beschlossen: „Auf Grund des Auftrages, den ihm der Völkerbundsrat in seiner Entschließung vom 19 Dezember erteilt hat, richtet der Dreizehner-Ausschuß einen dringenden Appell an die beiden Kriegführenden, sofort Verhandlungen im Rahmen des Völkerbundes und im Geiste des Paktes zu eröffnen, mit dem Ziel der baldigen Einstellung der Feindseligkeiten und der endgültigen Wiederherstellung des Friedens. Der Dreizehner-Ausschuß wird sich am 10. März wieder versammeln, um von den Antworten der beiden Regierungen Kenntnis zu nehmen." Außerdem verlautet, daß sich die Sachverständigen auf ausdrücklichen Wunsch des englischen Außenministers in der Zwischenzeit auch mit der Art der Durchführung der Petroleum- Sanktionen beschäftigen werden, damit diese Maßnahme gegebenenfalls sofort beschlossen werden könne. Das „Journal" meint, der neue Versöhnungsversuch sei gen ügend elastisch gehalten und schone die Eigenliebe und die Interessen der Beteiligten, so daß man wünschen könne, diesmal eine schlichte Ablehnung vermieden zu sehen. — Auch der „Figaro" schreibt, Italien könne verhandeln, denn die Einladung habe nichts von einem Ultimatum an sich. Aber bisher sehe man noch keinen Weg, wie man gleichzeitig den italienischen Eroberungswunsch, den abessinischen Widerstandswillen und die Grundsätze des Völkerbundes befriedigen könnte. Da die Engländer die Angelegenheit nicht weiter hingeschleppt sehen wollten, sei der Tag der Oelsperre vielleicht nicht fern. Das „Oeuvre" glaubt zu wissen, daß die Engländer sich mit allen Oelerzeuaungs-, Oelhandels- und Oeltransportstaaten über Deren Zustimmung zu einem Oelausfuhrverbot verständigt hätten. Man könne bereits sagen, daß England diese Zustimmung schon habe. — „Echo de Paris" meint, die Einladung des Dreizehner-Ausschusses spreche von der Aufnahme von Verhandlungen im Geiste des V ö l k e r b u n d s p a k t e s. Das aber schließe von vornherein eine Gebietsteilung aus. Der Negus werde sich sicher der Klugheit des Dölkerbundsrates anvertrauen und nur daran erinnern, daß der Artikel 10 des Völkerbundspaktes die gebietsmäßige Unverletzlichkeit und die politische Selbständigkeit gewährleiste. Aus dem Gipfel des eroberten Amba Aradam Mussolini gegen die Domm-Pläne der Kleinen Entente. Rom, 3. März. (DNB.) Mussolini hat vor dem Ministerrat erklärt, daß am 18., 19. und 20. März in Rom eine italienisch-österrei- chisch-ungarische Zusammenkunft unter Beteiligung des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg, des österreichischen Außenministers Berger-Waldenegg, des ungarischen Ministerpräsidenten G ö m b ö 5 und des ungarischen Außenministers K a n y a stattfinden wird. Mussolini sagte: Der in letzter Zeit wiederauflebende Versuch, die sog. Donaufrage ohne und daher gegen Italien zu lösen, wie er in Paris, aber nicht von der französischen Regierung und auch nicht von ihr gebilligt, begonnen wurde, ist bereits gescheitert, wie es nicht anders sein konnte. Es ist fast überflüssig zu wiederholen, daß eine kollektive Regelung im Lonaubecken nicht die Interessen Italiens und der mit uns verbündeten ©taten übergehen kann. Das italienisch-öster- reichisch-ungarische Zusammentreffen findet auf der Linie der römischen Protokolle statt, die in den ersten zwei Jahren ihres Bestehens eine unleugbare Wirksamkeit zur Stärkung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Budapest, Wien und Rom gehabt haben. Gegen die Einschaltung Sowjetrußlands. Rom, 3. März. (DNB.) „Lavoro Fascista" schreibt: Die Sanktionspolitik habe naturgemäß den Prozeß einer europäischen Neuordnung unterbrochen, so daß die römischen Protokolle nicht in ein größeres System eingeschaltet werden könnten. Diese besondere europäische Lage könnte jedoch nicht den Schiffbruch der römischen Protokolle bedeuten. In Paris habe man die Donaufrage „ohne Italien und daher gegen Italien" lösen wollen. Sowjet- rußland hätte bei der Zusammenarbeit im Donauraum an die Stelle Italiens treten sollen. Das sei jedoch eine Beleidigung der Geschichte und der Geographie. Die Dreierzusammenkunft in Rom werde dazu dienen, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Budapest, Wien und Rom zu festigen und zu zeigen, daß nur auf dieser Liniedie Zukunft der Völker und Staaten des Donaugebietes gewährleistet werden könne. Habsburger Familienkongreß. W i e n, 3. März. (DNB.) Erzherzog Eugen hat an alle Mitglieder des Hauses Habsburg eine Einladung zu einer Zusammenkunft gerichtet, die im März oder April in Raab in Ungarn stattfinden soll. Der Habsburger Familienrat soll sich mit der T h r o n f o l g e s ch a f t befassen, die besonders in Ungarn, wo bekanntlich auch Erzherzog Albrecht als Bewerber für den Thron in Aussicht genommen wurde, nicht eindeutig geklärt fei. Es sollen alle Maßnahmen besprochen werden, um die Thronanwartschaft in Oesterreich und Ungarn für Otto eindeutig zu regeln. Dieser Familienrat soll unter Vorsitz Erzherzog Eugens statt- finden, der auch als Vertreter des nicht teilnehmenden Ottos von Habsburg gilt. Italienischer Beobachtungsposten auf dem Amba Aradam, südlich von Makalle, der von den Truppen Badoglios erobert wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M.) M ■ ■ L Ä KW Der Sieg an der Aordsront vollendet. Auch Ras Jmru über dem Takazzeflutz zurückgeschlagen. Asmara, 8. März. (DNB.) Auch die letzte abessinische Stellung an der Nordfront ist zusammengebrochen. Die italienischen Truppen haben die Armee von Ras Jmru in der Stärke von rund 30 000 Mann am linken abessinischen Flügel nach dreitägigen blutigen Kämpfen im Schire-Geknet westlich von Aksum vernichtend geschlagen. Die Abessinier gehen, von italienischen Bomben- aeschwadern verfolgt, in wilder Flucht über den Takazze-Fluß zurück. Auf der Hochebene von lern» bien haben das 3. italienische und das Eingebore- nen-Armeekorps nach dem Sieg über Ras Kala die Säuberungsaktion fortgesetzt. Der Monte Andino und Enda Marian Quoram wurden besetzt. Von den flüchtenden abessinischen Truppen wurden zahlreiche Waffen und Munition zurückgelassen. Unter der in die Hand der Italiener gefallenen Kriegsbeute befindet sich auch die Kriegskasse des abessinischen Heerführers mit vielen tausend Zwangsarbeit der Landbevölkerung in Sowjetrußland. Llnentgeldliche Arbeitspflicht von Männern und Frauen für den Straßenbau unter Aufsicht der GPU. Moskau, 4. März. (DNB. Funkspruch.) Der Rat der Volkskommissare und der Hauptvollzugsausschuß der Sowjetunion haben „zum Zwecke einer besseren Organisierung der Arbeitsbeteiligung der Landbevölkerung am Bau und an der Ausbesserung von Chausseen und Landstraßen" dem Jnnenkommissariat (GPU.) d i e Verantwortung f ü r dieDur ch f ührung dieser Arbeiten entsprechend den aufgestellten Plänen übertragen. Bei der Ausarbeitung der Pläne hat sich das Jnnenkommissariat nach folgenden Gesichtspunkten zu richten: Die Landbevölkerung wird zweimal im Jahre, im Frühjahr und im Herbst zu den Arbeiten herangezogen. Jeder ist verpflichtet, die für ihn vorgesehene Frist auf einmal abzuarbeiten. Diese Frist der Kollektivbauern und der Einzelbauern zu Strahenarbeileu äußert sich: 1. in unmittelbarer uunentgeltlicher und persönlicher Arbeit an sechs Tagen im Jahre, und 2. in unentgeltlicher Ueberlassung der ihm gehörenden Zugtiere, Transportmittel und anderen Inventare für die gleiche Zeit. Soro-" jetbürger, denen persönliche Landwirtschaftssteuern sowie Einkommensteuern auferlegt worden sind, werden mit ihren gesamten Arbeitstieren, Transportmitteln, Inventar und Werkzeugen für die doppelte Arbeitszeit von 12 Tagen herangezogen. Ferner bestimmt das Gesetz, daß die Strahenarbeiten nicht nur von Wannern, sondern auch von Frauen verrichtet werden müssen, und zwar unterliegen Wänner im Alter von 18 bis 45 und Frauen von 18 bis 40 Jahren dieser Arbeitspflicht. Die Kollektivwirtschaften haben ebenfalls für die gleiche Arbeitszeit von 6 Tagen im Jahre Den Straßenbauorganen des Jnnenkommisfariats ihre Zugtiere, Fahrzeuge, Lastkraftwagen ufw. gleich mit den dazu gehörenden Kollektivbauern zur Verfügung zu stellen. Diejenigen Kollektivbauern, Einzelbauern und Kollektivwirtschaften, die sich der Arbeitspflicht entziehen, werden durch die entsprechenden Organe des Jnnenkommisfariats mit Geld st rasen in doppelter Höhe des Wertes der nicht geleisteten Arbeit bestraft. Die Verordnung ist am 3. März 1936 im Moskauer Kreml von Kalinin, Molotoff und Unschlicht unterzeichnet worden. Die jetzt durch eine Verordnung der höchsten bolschewistischen Regierungsstellen verfügte unentgeltliche Arbeitspflicht der gesamten sowjetrussl- schen Landbevölkerung, der Frauen wie der Männer, geht auf eine regelrechte Zwangsarbeit der Bauern hinaus, wie sie bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1861 durch den Zaren Alexander II bestanden hat. OaS katalanische Selbstverwaltungsrecht wiederhergestellt. Madrid, 4. März. (DNB.) Der spanische Staatsgerichtshof hat das Gesetz, das nach den Ereignissen vom Oktober 1934 das katalanische Autonomiestatut außer Kraft setzte, für verfassungswidrig erklärt. Durch diesen Beschluß wird mit sofortiger Wirkung das katalanische Selbstverwaltungsrecht in vollem Umfange wiederhergestellt. Auf Grund des Amnestiegesetzes sind in Barcelona fünf Verbrecher wieder auf freien Fuß gefetzt worden, von denen vier zu 25 Jahren Zuchthaus w e • gen Ermordung von drei Arbeitern verurteilt worden waren. Der fünfte verbüßte ebenfalls eine Zuchthausstrafe, weil er von einem fahrenden Kraftwagen aus auf einen Straßenbahnführer geschossen und dabei einen Fahrgast getötet hatte. DerdeutschenGiaatsangehörigkeitfürverlusiigerklärt. Wegen schwerer Verletzung der Treuepflicht gegen Neich und Volk. Oie Feier am Heldengedenktag , Berlin 3 März. (DNB.) Am H-ldeng-denk- tag 1936, Sonntag, den 8. März, findet um 12 Uhr mittags in der Berliner Staatsoper ein feierlicher Staatsakt statt, für den folgendes Programm vorgesehen ist: 1. Trauermarsch aus der 3. Sinfonie (Eroica) von Beethoven, 2. Gedenkrede des Reichskriegsministers, 3. Lied „Ich halt' einen Kameraden", 4. Deutschlandlied, Horst-Wessel-Lied. Es dirigiert der Präsident der Reichsmusikkammer, Generalmusikdirektor Professor Peter Raabe Der Staatsakt wird über alle deutschen Sender und auf die Straße Unter den Linden übertragen. Im Anschluß an den Staatsakt findet die Kranzniederlegung im Ehrenmal und der Borbeimarsch von vier Ehrenkompanien am Ehrenmal statt, von denen zwei das Heer, eine die Marine und eine die Luftwaffe stellen.' Den Vorbeimarsch werden 64 in Berlin anwesende Kriegsblinde aus ganz Deutschland und aus Danzig, sowie eine Anzahl Schwer- kriegsverletzte aus Berlin beiwohnen. Unter den Kriegsblinden befinden sich auch der Vorsitzende der Kriegsblinden Englands, der Führer der französischen Kriegsblinden und der Führer der italienischen Kriegsblinden und Schwerverletzten, sowie der Führer der polnischen Kriegsblinden, die sämtlich selbst ebenfalls Kriegsblinde find. Das Jubiläum der Universität Heidelberg. Die Universität widerruft ihre Einladung an die britischen Universitäten. Berlin, 3. März. (DNB.) Die an die Einladung zum 550jährigen Bestehen der Universität Heidelberg in einem Teil der englischen Presse geknüpften Kommentare haben die Universität Heidelberg zu folgendem Schreiben an die britischen Unioer si täten und Akademien mit Ausnahme der Universität Cambridge, deren freundliche Antwort bereits in Heidelberg eingegangen war, veranlaßt: „Wie ich aus englischen Pressemeldungen ersehe, ist der akademische Charakter der Einladungen der Universität Heidelberg zu ihrer 550- Jahrfeier von einer Reihe englischer Persönlichkeiten zu unserem großen Bedauern von der Oeffeni- lichkeit mit politischen Ansichten vermischt und so ihres wahren Sinnes ent- kleidet worden. Dadurch scheint mir die öffentliche Meinung in einer Weise beeinflußt zu sein, die es einem Engländer schwer macht, eine in freundschaftlicher Gesinnung ergangene Einladung anzunehmen. Um jenen englischen Gelehrten, die durch diese Entwicklung der Dinge in einen Zwiespalt geraten, eine ihnen vielleicht unangenehme Entscheidung zu ersparen, ziehe ich hiermit meine an die britischen Universitäten und Akademien gerichteten Einladungen zurück. Der Rektor der Universität Heidelberg, (gez.) Groh." Oie Erziehung des Führernachwuchses der Partei. Berlin, 3. März (DNB.) Der Reichs- und Preußische Mini st er des Innern Dr. Frick hat auf Grund des § 2 des Gesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberken- nuna der deutschen Staatsangehörigkeit vom 14. Juli 1933 (Reichsgesetzblatt I Seite 480) im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Auswärtigen folgende Reichsangehörige der deut- chen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt, weil sie durch ein Verhalten, das gegen die Pflicht zur Treue gegen Reich und Volk verstößt, die deutschen Belange geschädigt haben: 1. Paul B e k k e r, Musikschriftsteller, jüdischer Ab- tammung, zuletzt Intendant des Staats- heaters in Wiesbaden. Nach der national» ozialistischen Erhebung wurde er Mitarbeiter an )er Pariser Emigrantenpresse. Er streut die niedrig- ten Verdächtigungen gegen das künstlerische Wollen Deutschlands und seine führenden Männer aus. 2. Wilhelm O h m a r a , war früher Kommunist und flüchtete nach Unterschlagungen nach dem Me- melaebiet. Er lieferte der deutschfeindlichen litauischen Hetzzeitung „Ostsee-Beobachter" einen Bericht über die Zustände in Deutschland, der ein völlig falsches Bild von der Entwicklung der Arbeiterorganisationen in Deutschland gab. 3. Kurt Doberer, Ingenieur und Journalist, emigrierte 1934 nach der Tschechoslowakei und stellte sich dort in die Front der Emigrantenhetze gegen Deutschland. Seine gehässigen Gedichte und Artikel erschienen in den berüchtigten Prager Emigrantenblättern. 4. Emil Oskar Edel, Schriftsteller, früherer Landtagsabgeordneter. Nach seiner Abwanderung nahm er sofort mit emigrierten Reichsbanner-Funktionären in der Tschechoslowakei Verbindung auf und beteiligte sich an der Gründung einer deutschfeindlichen Zeitschrift. Als Funktionär des nach Prag emigrierten Vorstandes der ehemaligen SPD. betätigte er sich führend bei der Hetze gegen das Reich. 5. Hans Finsterbusch, ehemaliger SPD.- Redakteur und Dresdener Stadtverordneter, gehört in der Tschechoslowakei zum Kreise der führenden Emigranten und treibt von dort aus als Propagandist Landesverrat gegen Deutschland. Er ist an der Herausgabe eines Prager Hetzblattes maßgeblich beteiligt und Verfasser zahlreicher Hetzartikel. 6. Ernst Friedrich, Schauspieler und Buchdrucker, langjähriger Kommunist, vielfach u. a. wegen Vorbereitung zum Hochverrat, vorbestraft. Nach der nationalen Erhebung flüchtete er nach der Tschechoslowakei und betätigte sich als kommunistischer Agitator. Er läßt keine Gelegenheit vorübergehen, ohne Deutschland und seine Führer verächtlich zu machen. 7. Erich Goldb aum, jüdischer Zeichner und Journalist, betätigt sich in der Tschechoslowakei als ständiger Mitarbeiter in der Emigrantenpresse. Seine politisch-satirischen Beiträge zeichnen sich durch Skrupellosigkeit und Niedrigkeit der Gesinnung aus. 8. Felix Halle, jüdisch-kommunistischer Schriftsteller, trat in zahlreichen Versammlungen in Rußland als Hetzredner gegen Deutschland hervor. Er richtete hierbei gehässige Angriffe gegen die deutsche Justiz in Deutschland und beteiligte sich besonders an der im Zusammenhang mit dem Reichstagsbrandprozeß einsetzenden Hetze. 9. Dr. Wolfgang Ha11garten, Schriftsteller, wanderte nach Frankreich aus und ist Mitarbeiter an dem berüchtigten „Pariser Tageblatt". In zahlreichen Artikeln befaßt er sich mit Vorkommnissen innerhalb der deutschen Rüstungsindustrie vor dem Kriege und sucht dem unbefangenen Leser vorzutäuschen, daß Deutschland allein die Schuld am Ausbruch des Weltkrieges trage und daß das heutige Deutschland einen gleichen Gefahrenherd für den Frieden bilde. 10. Erich Hamburger, jüdischer Schriftsteller, ließ nach seiner Flucht nach Paris in der Emigrantenpresse zahlreiche deutschfeindliche Artikel erscheinen. Als Mitarbeiter an den berüchtigten Zeitschriften „Aktion" und „Die Neue Weltbühne" streut er die niedrigsten Verleumdungen über Deutschland aus. 11. Dr. Hans Hirschfeld, Jude, ehemaliger Ministerialbeamter sowie Pressereferent und Mitglied des Aufsichtsrates der „Deutschen Welle". Er begab sich zunächst nach der Schweiz und war im Sinne deutschfeindlicher Propaganda auf Schweizer Boden tätig. Wegen feiner politischen Betätigung mußte er die Schweiz verlassen und soll sich jetzt in Frankreich aufhalten. 12. Lothar Holland, Schriftleiter, der bereits 1932 nach Rußland auswanderte und als Leiter eines sog. deutschen Kultursektors versuchte, kommunistisches Gedankengut unter den Werktätigen deutscher Zunge zu verbreiten; er beteiligte sich führend an der deutschfeindlichen Rundfunkhetze in Rußland. 13. Dr. Fritz Lachmann, jüdischer Schriftsteller, flüchtete nach dem Umschwung nach Riga und war dort Mitarbeiter an dem inzwischen eingegangenen, unter jüdischem Einfluß stehendem „Europa-Ost". Später war er in Ungarn tätig, wo er sein deutschfeindliches Treiben fortsetzte. 14. Wolfgang Langhoff, vor dem Umschwung Regisseur und Schauspieler am Stadttheater in Düsseldorf, verließ nach seiner Entlassung aus der Schutzhaft Deutschland und veröffentlichte in Broschüren und in der Emigrantenpresse Berichte, die eine gemeine Hetze gegen das Reich enthalten. 15. Dr. Botho Las erst ein, früher Rechtsanwalt und Notar in Berlin, Jude, trat mit den führenden jüdisch-kommunistischen Kreisen in Paris in Verbindung. In zahlreichen Veröffentlichungen in der Emigrantenpresse zieht er die Verhältnisse in Deutschland in den Schmutz und verbreitet entstellende Darstellungen der wirtschaftlichen Lage Deutschlands. Sein Buch „Justizmord an Katilina" enthält eine zersetzende Geschichtsbetrachtung, die mit den gemeinsten Angriffen gegen die Reichsregierung verbunden ist. 16. Rofa Levine-Meier, Witwe des in der Münchener Rätezeit standrechtlich erschossenen Kommunistenführers Eugen Levine, ist in Paris als bolschewistische Agentin tätig, die in landesverräte- ri-scher Weise die Interessen des Reiches schädigt. 17. Gustav Ludwig May, genannt Hartung, früher Generalintendant am Hessischen Landestheater, begab sich in die Schweiz und. richtete gehässige Angriffe gegen die Neuordnung des deutschen Theaterwesens, in denen er die künstlerischen Ziele des Reiches in der niedrig- ften Weise herabsetzte. 18. Bernhard Menne, früher Redakteur an verschiedenen kommunistischen Zeitungen, tritt in der Tschechoslowakei führend als Hetzer gegen Deutschland auf. Er schreibt Artikel über das nationalsozialistische Deutschland, in denen er Deutschland kriegerischer Absichten verdächtigt und ein völlig entstelltes Bild über die politischen Be- ftrebungen des Reiches gibt. 19. Hippolit Middecke, kommunistischer Agitator, der wegen seiner staatsfeindlichen Betätigung aus Holland ausgewiesen wurde. Er begab sich nach Rußland, stellte sich in den Dienst der kommunistischen Weltpropaganda und treibt die wüsteste Hetze gegen Deutschland und seine neuen Einrichtungen. 20. Carl Paeschke, ehemaliger sozialdemokratischer Redakteur in Schlesien, wanderte nach der Schweiz aus, wo er falsche Darstellungen über die Verhältnisse in Deutschland verbreitete. Er unterhält rege Beziehungen zu marxistisch-internationa- len Organisationen und gehört zu den Emigranten, die in hemmungsloser Hetze gegen Deutschland ihre Aufgaben erblicken. 21. Heinz Pol, jüdischer Schriftsteller, jetzt stän- diger Mitarbeiter der nur der Hetze gegen das Reich dienenden Wochenschrift „Die Neue Weltbühne" in Prag. Durch feine von blindem Haß gegen das Reich diktierten Machwerke versucht er, den ernsten Aufbauwillen Deutschlands im Auslande zu verdächtigen und herabzusetzen. 22. Ernst Schuhmacher, sozialdemokratischer Funktionär und Journalist, wurde aus Holland, wohin er zuerst abwanderte, wegen seiner illegalen politischen Betätigung ausgewiesen und begab sich dann nach Belgien, wo er sich führend als Drahtzieher der marxistischen Wühlarbeit gegen das Reich betätigt. 23. Herbert Stahl (Steel), jüdischer Redakteur, der in amerikanischen Zeitungen die verlogensten Presseangriffe gegen Deutschland richtete und insbesondere bei der jüdischen Boykottbewegung alle übrigen Machwerke dieser Art an Gemeinheit überbot. 24. Erich Wollenberg, Schriftsteller und früher Mitglied der kommunistischen Reichstags- fraftion. Er beteiligte sich führend an der Revolte des November 1918 und stellte sich der Münchener Räteregierung zur Verfügung. Nach Verbüßung der wegen Hochverrats erlittenen Strafe war er Redakteur kommunistischer Zeitungen. In leitenden Stellen der ehemaligen kommunistischen Parteiorganisationen versuchte er, den bewaffneten Aufstand im Jnlande vorzubereiten. Nach dem Umsturz betätigte er sich in Rußland in Wort und Schrift gegen die Interessen des Reiches. 25. Arnold Zweig, jüdischer Schriftsteller, hat sich in die Front der gehässigsten antideutschen Emigranten gestellt. Seine Hetzartikel veröffentlicht er mit Vorliebe in den Pariser Emigrantenblättern. H . Reichs- der Weg sur u r .a*Vq ubr wird Dr -, macht - - F :°Äin Unterbiet) en England Nie Kabinettsbildung in Japan Prinz Konoye beauftragt. Tokio, 4. März. (Ostasiendienst des DNB.) Der Präsident des Oberhauses Prinz Konoye hat vom Kaiser den Befehl Zur Neubildung des Kabinetts erhalten. Der Geheime Staatsrat beschloß, die a u f st ä n d i s ch e n Offiziere vor ein Kriegsgericht zu stellen. Sie sollen wegen militärischen Aufruhrs a n g es float werden. Man erblickt cherin eine entscheidende Wendung gegen die aufständische Bewegung im Heer. Die Kriegsräte und Ichi Terauchi, Mazaki, A r a k i, Nischi und Ueda Kd geschlossen z u r ü ck g e t r e t e n, da sie sich für Öen Ausstand in Tokio verantwortlich fühl' Man nimmt an, daß einige vom Kaiser wieder n den neu zu bildenden Kriegsrat berufen werden. Viel erörtert wird die Frage, ob die ©enerale Araki und Mazaki ganz aus dem Dienst Berlin, 4. März. (DNB.) Auf der Ordensburg der NSDAP. Gröffinfee in Pommern, die mit den Ordensburgen Vogelfang (Eifel) und Sonthofen (Allgäu) für die Sicherstellung des Führernachwuchses ausersehen ist, sprachen die Reichsleiter Dr. Ley und Alfred Rosenberg vor Gauschulungsleitern, die für zwei Tage unter der Leitung Dr. Frauendorffers zufammengekom- men find. Dr. Ley entwickelte die Gedankengange, die ihn zu der Ausmusterung geführt haben. „Wir haben", erklärte Dr. Ley, „in den bisher durchgenommenen Gauen 5 0 v. H. der Anwärter ab gelehnt. Diese scharfe Prüfung ist blick auf die Bedeutung unserer jetzigen Maßnahmen notwendig. Auf unseren Ordensburgen werden die jetzt gemusterten Männer die beste Ausbildung auf allen Gebieten des Lebens erfahren. Alfred Rosenberg führte u. a. aus: Das Schicksal eines Menschen und das Schicksal eines ganzen Volkes sind Ergebnisse zweier Komponenten: der äußeren Begebenheiten und des Charakters. Diese Art der Auslese haben wir 14 Jahre im Kampf erlebt. Es war ein Protest gegen die charakterliche Verlumpung von damals, gegen die Korruption, die wir mitansehen mußten. Und dieses Schicksal von außen und das Schicksal von innen hat j e neu Typ unseres Kämpfers gebildet, den wir alle kennen und den mir alle lieben. Mit unserer Weltanschauung steht und unsere^ Bewegung. An die Stelle einer unmittelbaren politischen Polemik ist nun die große Gesta l tu ng her Idee getreten. Wenn die alten Machte immer erklärten, sie hätten den längeren Atem, so wollen wir erklären, wir haben den besseren Glauben. Tradition bilden kann nur das Geschlecht, das den Kampf in den vergangenen Jahren geführt hat. Wieder Gchattplattenmusik im Rundfunk. tungskonzert gegeben, auf der anderen Hälfte Schallplattenmusik. Zwischen 19 und 20 Uhr werden in Zukunft Sendungen ernsterer Musik, Hörspiele, Wortsendungen usw. stattfinden; ab 23 Uhr bringen die Sender der Nachtkonzerte. Der D e u t s ch l a n d - send er soll noch stärker als bisher Deutschlands repräsentativer Kultursender werden. Infolgedessen soll der Deutschlandsender von 21 bis 22 Uhr ernste Musiksendungen, Hörspiele und Wortsendungen bieten. Zum Schutze des Konzertlebens sollen keine eintrittsfreien Veranstaltungen des Rundfunks mehr stattfinden, mit Ausnahme derjenigen für das Winterhilfswerk und für reine Werbeveranstaltungen. f%ie fieben zurückgetretenen Knegsr°te haben zugleich mit ihrem Rücktrittsgesuch eine Denk- kckrift an den Fürsten Salon,,, das nach le- b^nde Mitglied dek Mts der Alten über« n ton”u^ di? Beaintern einen Ausgleich herbelzusuyren - sgi(b Q stÄ "Si Personalveränderungen mit dem ^n°tz neuer swn Stadtkamman- bant von Tokio. Dor einem Oreimächte-Flottenvertrag sn arfin 3 März. (DNB.) Der Reichsminister für8 Volksausklürung und Propaganda hat Ssttwe,- (unt, «-geben, in angemestenem Umsang *äl>"£'3’Ä“Ä1"SnJ Zwei Instanzen dem Nundsunk s R ch düng von Musikschallplat^en z g^sp Sendung bemerkenswert, daß Die cmj « Rundfunk von Musikschallplatten dem deutsch T bie keinerlei Verlust gebracht ^•^^1^0111 = Zahl der Höhrer im letzten Jahre um Gallon gestiegen. ®^c^r°b%nf neu geschaffen, zertsälen wurde für den Nunds Tanzkapel- und alle bekannten Unterhaltung - Dolksmusiker len, SA.- und Militärkapellen sowie Aoirsm wurden für den Rundfunk herang 3 ? pellen und Künstler werden durch die ^und- lung nicht benachteili g t keiner Weise funk will die großen Konzertfolgen alIfle= emschränken, ondern nur „entsp ch j^lich etwas meinen Bedürfnis der Hörerchaft 3^b c n b , Erlegen. Das gilt -nsbes°nder- ° auf bie konzerten von 18—-Ig-« l l o Reichs- Zeit von 20.10-22 Uhr für f e n b e r verlegt werden. Vc auf der Hälfte der Reichsfender---- reich frei sei, nachdem sich Frankreich und Amerika über die Frage der Schlachtschifftonnage geeinigt haben. Der Flottenvertrag werde so abgefaßt sein, daß er für d i e spätere Unterzeichnung Italiens und Japans offen ft e h e. „Oie weiße Jlarjiffe" ein großer Erfolg. NSG. Die Sammlung der Deutschen Arbeitsfront für das Wmterhilfswerk, die unter dem Motto stand: „Wir kennen die Not, wir helfen mit!" hat einen vollen Erfolg gehabt. Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen kann innerhalb unseres Gaugebietes mit einem Mehr von etwa 50 v. H. gegenüber früheren Sammlungen gerechnet werden. Diese Sammlung der größten Organisation brachte auch das bis jetzt größte Ergebnis aller Straßensammlung. Rund 700 000 Narzissen, 100 000 Porzellanabzeichen und 50 000 andere ältere Abzeichen standen in den Dienststellen des WHW. zur Verfügung. Und schon am Sonntagmorgen war nirgendwo mehr die Narzisse, die Blume des Tages, zu haben. Im Gebiet Des Gaues Hessen-Nassau rechnet man mit einem Ergebnis, das zwischen 220 000—230 000 RM. liegt Das Handwerk spendet dem WHW. 1 Million Pfund Brot Berlin, 3. März. (DNB.) Am 1. März, dem Winterhilfswerksammeltag der DAF., übergab Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt dem Reicysorganisationsleiter Dr. Ley eine Spende des deutschen Handwerks. Am Alexanderplatz in Berlin, wo der Reichsorganisationsleiter sammelte, erschien ganz plötzlich der Reichshandwerksmeister und überreichte Dr. Ley folgendes Schreiben: „Reichsorganisationsleiter! Zur heutigen WHW.- Straßensammlung, durchgeführt von der Gemeinschaft aller Schaffenden, melde ich die Spende des deutschen Bäckerhandwerks im Reichsstand des deutschen Handwerks: Eine Million Pfund Brot stehen zur Verfügung. Or. von £eerö über die Ludenfrage. Ein Vortrag in Frankfurt auf Frankfurt, 3. März. Wie der Nationalsozialistische G a u ö i e n ft meldet, hatte Gauleiter Sprenger namens der Partei die führenden Männer der Staatsbehörden, der Wehrmacht, der Wirtschaft, der Gliederungen und der ange- schlosfenen Verbände zu einem Vortragsabend eingeladen. Der Redner des Abends, Parteigenosse Dr. von Leers, hatte die Aufgabe übernommen, über bie Judenfrage zu referieren. Heber keine Frage bestehen, so sagte er. noch heute so viele irrige Meinungen wie gerade über die Judenfrage. Auch heute glauben noch viele, daß wir Nationalsozialisten aus rein propagandistischen Gründen Judengegner geworden seien. Diese Auffassung steht aber im Widerspruch nicht nur zu unserer heutigen Mission, sondern auch zu den Lehren der Geschichte selber. Alle Völker, ganz gleich welcher Sprache, ja sogar ganz gleich welcher Rasse, haben, wenn sie mit dem Juden in Berührung tarnen, f a ft gleichmäßig reagiert. Wo der Jude in der Welt auftauchte, entstand Judengegnerfchaft. Manche sagen, es liege daran, daß das jüdische Volkstum eine Rassenmischung darstelle. Dies erschöpft jedoch nicht alles, denn es gibt sehr viele Völker auf der Erde, die eine Mischung verschiedenartiger Rassen darstellen; trotzdem finden sie in der Welt nicht die einhellige Ablehnung wie der Jude. Andere wieder sagen: die Gegnerschaft gegen den Juden richtet sich gegen seine Haltung als Händler. Aber auch andere Völker waren Händler, ohne daß sie in der Welt allgemeine Ablehnung fanden. Die wahren Gründe der Ablehnung des Judentums sind uns zum größten Teil dadurch verschleiert, daß mir schon in der Schule die jüdische Geschichte gewissermaßen m einem Licht der Heiligkeit gesehen haben. Wir kannten die jüdische Geschichte bisher nur so, wie sie die Juden selbst geschrieben und selbst überarbeitet haben. Nein, die allgemeine Ablehnung des Juden ist in seinem ursprünglichen Wesen begründet. Ursprünglich Sklavenhändler, werden die Juden Veranlassung des Gauleiters. bald zu Geldgebern und zu Geldoerleihern. Durch das Zinsoerbot der Kirche wird der Jude zum privilegierten Bankier gemacht, der auch bald zum skrupellosen Hehler wird. Als dann die Heere Der einzelnen deutschen Fürsten zu Landsknechtsheeren wurden, stieg der Geldbedarf und die Fürsten benötigten einen stets bereiten Geldverleiher. So wurde der Jude zum Geldgeber der Fürsten. Schon im 18. Jahrhundert gab es fast keinen Fürstenhof mehr, der nicht finanziell vom Juden abhängig war. Und je mehr sich der Hofjude durchsetzte, desto mehr wurde auch versucht, die große Masse des Judentums zu heben. Man glaubte, den Juden durch bessere Erziehung tatsächlich bessern zu können. Dann kam in der französischen Revo- lution erstmalig in der Welt die Gleichstellung des Juden mit dem Staatsvolk. Der entscheidende Sieg des Judentums aber war der Uebergang des Hofjuden zum Staatsjuden. Der Aufstieg des Hauses Rothschild begann. Der Jude gab dem Nationalstaat Anleihen, und die Staaten wurden damit die Eintreiber des Geldes für die Juden. Wenn man auch im Mittelalter den Juden benutzte, so verachtete man ihn doch. Nun blieb es dem liberalistischen Zeitalter Vorbehalten, den händlerischen Geist triumphieren zu lassen. Und, obwohl nun, nachdem 1918 Deutschland und Rußland vom Juden geistig erobert waren, der Jude durchschlagend gesiegt hatte, hat er doch den Kamps verloren. Er hängt noch immer der Wahnidee der Beherrschung der Welt durch das Judentum an. Die Zeitentwicklung in der Welt ist jedoch rückläufig. Der Nattonalsozialismus überwand das liberalistische Zeitalter und machte den Sieg des Judentums in der Welt unmöglich. Es genügt aber nicht, wenn wir den Juden nur gesetzlich ausschalten. Dauernden Erfolg werden wir nur haben, wenn wir auch die geistige und seelische Verjudung restlos uberrom- den können. Das können wir aber nur erreichen, wenn wir den finsteren Mächten des Judentums die wahren deutschen Tugenden: Treue, Wahr- ■ST Anschrift: Technische Titc Herr Karl Euler, Bäckermeister im 70. Lebensjahre sanft entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 2. März 1936. Ohne Gewähr Nachdruck verboten 1366D 21. Ziehungstag 3. März 1936 21141 1374 D 102 Gewinne zu 7668 18005 378 Gewinne zu 300 M. 8117 8691 9632 10467 02752 103123 1380 D Stellenangebote Schöne große IZ"" • x l LagevkeUev G=J nv i ttt S h'nrfoii frimin rtvnCin — - —. 1 ... . sauber und trocken, sowie grobe Im Gewmnrade verblieben: 2 1000000, 2 zu se 50000, 2 zu 0 LOBA-WACHS u. LOBÄ-BEIZE 173568 266545 297281 381910 34531 43368 71011 88242 310283 1000 M. 125070 257229 361900 208545 119631 82378 7370 367280 190988 212518 385859 307674 243317 101062 t l 95539 137049 183284 237378 260874 289866 321997 126444 218205 280510 337665 394776 19403 31886 51065 61633 77702 83820 127889 230990 292234 343324 150004 241257 294871 345294 164930 260815 295216 358394 29924 39694 56209 67236 80791 99117 164351 205255 232122 280113 330392 Denn der Glanz ist wunderbar, dauerhaft und naß wischbar! 22582 29908 36955 58564 80737 l 25327 30566 40731 61020 85847 103709 112421 128823 138728 153324 167732 177871 198191 221548 240602 255829 268669 284658 300909 310272 328884 341634 364014 383775 101611 150685 205154 222910 265391 330354 fassen Herste! Arten denart rat, Wasche tigung 18537 31867 45314 57861 76729 83242 101426 108666 118628 136520 154129 162626 173834 184525 190549 201434 214884 227093 236176 263332 269203 275575 287166 293339 321957 337210 358161 373137 388281 67617 301006 2762 203938 17871 219308 122343 193300 278950 301460 392098 21682 85438 125798 181352 234866 256804 286241 313203 • 7996 ) 15607 31331 44202 56269 68279 81453 101139 108391 118267 135165 153189 161060 172032 182093 189143 199982 213808 224988 231282 257489 268662 275156 286440 293299 318894 337071 357904 366152 381316 33660 40862 62807 87435 104973 112943 129113 139539 153649 170965 185724 199842 223406 241000 257029 269781 286829 301742 313103 329010 355342 367489 384037 Studentenschaft Danzig Hochschule. 98552 137569 189355 241594 263895 298231 354170 100474 149706 212897 242782 274556 299105 368455 24868 35608 53667 64981 79957 83635 129978 204501 217661 263006 325726 389909 105490 112341 122333 145539 157819 163107 174274 185156 193901 201805 219729 227478 237224 264947 271321 276619 287597 295396 323529 348496 359289 373146 393523 105982 151868 213670 247958 275783 304836 376447 113136 176244 223169 250773 277114 307617 389873 171958 208210 238087 291487 337283 122016 192863 214739 252805 316772 380519 Soll es etwas Gutes sein — Hausfrau, kaufX^ Dir 21672 33535 51650 64093 78305 88455 106341 112411 123286 147587 158738 166077 175787 185694 197789 204497 222679 229275 240573 265808 271405 276693 288304 301900 325490 348571 362302 375833 395976 106670 117727 124610 148752 159782 166395 176430 185770 199353 206760 223047 229383 245082 268170 273148 283465 290088 302383 327500 353386 364078 377301 25196 38282 53913 66412 80139 98396 108117 118035 125660 151660 160169 167103 178314 188427 199583 209315 223082 231177 253445 268185 273357 284384 292993 312116 332627 356305 365621 379335 105399 115172 130751 139818 153806 171368 189349 203689 227656 245064 258876 270618 291707 303312 315870 332486 356609 368707 389241 28979 35712 43799 72503 94980 ! 108256 115408 132057 140653 156214* 173723 190445 206504 229136 245206 261784 274547 294895 305667 319261 332928 357224 375547 339282 । 29432 35995 1 46727 - 72754 99343 1 124061 199132 217133 258939 324211 382801 29750 36215 57479 77168 111951 126154 134646 150460 161037 177473 194469 220775 239600 251176 265077 277960 298695 310022 322304 338252 362344 381452 398399 vorrao zeit- i 3.Y ä Y hör de 192 ß'sc erst Pri ches ong Sch flau tcn, lich war bevl lieg' Hau Einl M dert scher eigei setzu noch Nach, bann legt gaben durchs 1. ( teile bereit! unter Arbeit derkosl 111815 118530 133235 142104 160715 175949 191276 220036 238884 245344 263014 274859 297071 307275 321285 336187 357986 376758 398113 Kunst und Wissenschaft. Furtwängler dirigierl in Berlin und Neuyork. Das Berliner Philharmonische Orchester teilt mit: Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler wird wie in diesem Winter auch in der Spielzeit 1936/37 philharmonische Konzerte in Berlin übernehmen, und zwar wird er acht Konzerte und ein Chorkonzert dirigieren. Außerdem ist Staatsrat Dr. Furtwängler vom November 1936 bis Januar 1937 auf zehn bis zwölf Wochen zu einem G a ft s p i e l an das Neuyorker Symphonie-Orchester verpflichtet. 2 Gewinne zu 20000 3R. 2 Gewinne zu 10000 M. 2 Gewinne zu 5000 M. 4 Gewinne zu 3000 M. 24 Gewinne zu 2000 M. 153660 180104 218799 300996 375381 397777 Suche für sofort einenjung.strebs. Bäckergesellen der selbständ. Arbeitengewöhnt u. autzerd. bereit ist, i. d. Landwirtsch. mitzuh. Schriftl. Angeb. n. 13701) an den Gß. Anz. Leipzig, 3. März 1936. Der bisherige Verlauf der Messe hat gezeigt, daß die an sich schon ziemlich großen Erwartungen der Aussteller allem Anschein nach nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen werden dürften. In den Meßpalästen und erst recht auf dem Gelände der Technischen Messe sah man fast in jedem größeren Stand Aussteller und Einkäufer bei eifrigen Verhandlungen, überall wurden die Auftragsbücher gezückt, und die Stimmung der meisten „Messeleute" war am Dienstag ganz ausgezeichnet. Die Berichte aus den einzelnen Branchen lauten fast durchweg günstig, wenn man auch nicht in den Fehler verfallen soll, daraus bereits bindende Schlüsse über den Verlauf der Messe im Ganzen zu ziehen. Immerhin läßt sich das eine schon mit hinreichender Sicherheit sagen: das Jnlandgeschäft dieser Messe verspricht gut, vielfach sogar sehr gut zu werden. Noch ziemlich offen ist dagegen die Frage, ob es diesmal endlich gelingen wird, die schon so lange bestehende Einengung unseres Exports wenigstens etwas auszuweiten. Die Schwierigkeiten, die heute jedem Exportgeschäft entgegenstehen, sind zu bekannt, um sie hier nochmals auseinanderzusetzen: die Frühjahrsmesse 1936 zeigt nun ein in diesem Umfang bisher noch kaum dagewesenes Bemühen der deutschen Industrie, mit allen nur denkbaren Mitteln Exportaufträge herein- zuholeli. Der erfreulich starke Besuch ausländischer Einkäufer hat sich auf der Messe in einer verhältnismäßig sehr regen Nachfrage in den für den Export hauptsächlich in Betracht kommenden Branchen ausgewirkt. Wesentlich häufiger als bei den letzten Messen kann man diesmal in den Ständen Verhandlungen mit ausländischen Einkäufern beobachten: soweit wir feststellen konnten, hielt sich allerdings die Höhe der erteilten Aufträge in verhältnismäßig engen Grenzen. Vielfach werden auch lediglich Probe-Äufträge gegeben. Recht gute Exportabschlüsse melden bisher die Branchen Hausund Küchengeräte, Kunstgewerbe und Möbel. Einige Zweige der Technischen Messe — namentlich Elektrotechnik und Transportmittel — berichten 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Gewinnauszug 5. Klasse 46. Preußisch-Süddeutsche (272. Preuß.) Klassen-Lotterie Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 5. März, 14% Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Lesen SleMer aus der imsD Leihbücherei Alvasnev Sonnenstratze 14 wird empfohlen, sich möglichst frühzeitig zu melden, da nur eine begrenzte Anzahl neuer Konten eröffnet werden kann. Fragen jeder Art beantwortet das Werbeamt der Deutschen Todes-Anzeige. Nach kurzem, aber schwerem Krankenlager ist heute mittag 4 Uhr mein lieber Gatte, unser lieber Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Lagevvaunre mit Verladerampe u. großem Hof, mehreren Nebenräumen und anschließendem Büro in guter Lage, v. sofort zu vermieten. Zuschriften unt. 1364V an den Gieß. Anz. erb. Kein« Ursprungs- Zeugnisse, andern nur Zeugnisabschriften oem Be- Werbungsschreiben beilegen! - LichtbUder unvBewerbungsuntev wgen müssen chten o tun mir hoch gut, Wände und Wobei auf schadhafte Stellen nachzusehen, die der Hand des Fachmannes bedürfen. Das schönste Sosakissen büßt seinen Reiz ein, wenn es nicht von Zeit zu Zeit nachgefüllt, der Polstersessel seine Form, wenn er nicht rechtzeitig nachgesehen wird. Flecken auf den Teppichen, weiße Stellen auf dem lackierten Fußboden entstellen ein ganzes Zimmer, und beim Großreinmachen sollten alle Nägel nachgeprüft, jede fehlende Schraube usw. ersetzt werden, damit nachher das Haus wirklich in neuem Glanze erstrahlt. Ein Farbtopf kann in den Händen der kundigen Hausfrau zum unschätzbaren Helfer in Küche und Badezimmer werden, versteht sie jedoch nicht damit umzugehen, so tut sie klug, ! einen Handwerker heranzuziehen, denn Farbe ver- ] deckt nicht nur Schäden, sie erhält auch die Wände. । Nach Möglichkeit rücken rar alle Schränke ab, damit wir auch die Wand dahinter und die Rückseite des I Schrankes abwischen können. Decken und Wände werden abgefegt und soweit wie möglich abgesaugt, i die Fensterleisten abgeseift, die Scheiben geputzt. Gestrichene Fußböden müssen von Staub und Schmutz gereinigt und nach dem Trocknen gewachst werden, wodurch die Farbe länger erhalten bleibt. Die Behandlung der Parkettfußböden erfordert besondere Aufmerksamkeit. Sind sie sehr schmutzig, so muß mit einer Lösung von Terpentin und Wasser eine sorgfältige Reinigung, immer dem Strich der Bretter entsprechend, erfolgen, und erst nach dem völligen Trockenwerden darf das Wachs möglichst dünn auf- getragen werden, damit der Boden nach dem Bohnern nicht zu glatt wird. Weiter find in Küche und Badezimmer sorgsam alle Flecken zu beseitigen und die Gerätschaften nachzuprüfen. Ueberhaupt ist die Pflege der arbeitsparenden Helfer ein wichtiges Kapitel, ebenso wie ihre richtige Aufbewahrung. Wer i keine Besenkammer hat, tut gut, die Besen, Bürsten usw. an einem Brett aufzuhängen, das hoch genug befestigt ist, damit auch der Staubsauger Platz hat. Wir wollen alles hübsch einteilen und uns keineswegs überanstrengen, weil nur bann das Großreinmachen ein Pergnügen ist. Das „richtige" Kinderkleid. öon Else Paul Fast alle Kinder lieben das Bunte, das Farben- röhliche. Darum suchen sie eifrig nach einem farbigen Band, nach einer gemusterten Borte, sie binden sich eine lustige Schleife ins Haar, und wenn sie gar nichts anderes finden, dann stecken ie sich ein Blümchen an, immer begierig, etwas Heiteres an sich zu erleben. Gesunde, echte Kinder werden sich stets am meisten an denjenigen Kleidungsstücken freuen, die ihren Sinnen schmeicheln, durch hübsche Farben wirken, und durch irgendeine Eiyenart, eine leichte Stickerei, einen besonderen Schnitt oder eine reizvolle Verzierung ihre Aufmerksamkeit erregen. Ost wird ihr Spieltrieb durch solch freundlichen Schmuck erweckt, es gibt kleine Kinder, Knaben und Mädchen, die ihr Mützchen, ihr Täschchen, ihre Schühchen o sehr lieben, daß sie sich auch dann nicht von ihnen trennen wollen, wenn sie ihnen zu klein geworden sind. Viele Mütter werden von den liebenswürdigen Regungen ihrer Kinder erzählen können, meist handelt es sich um Kleidungsstücke, die durch eine Besonderheit das Herz der Kleinen gewonnen haben und die ihnen nun unentbehrlich erscheinen. Die Liebe zum Farbenfrohen ist ein gesunder Zug, wir sollten ihn pflegen und nicht verkümmern lassen. Ein farbig gekleidetes Kind sieht immer kindlich aus, unser Geschmack wird die Grenzen innehalten und alles Uebertriebene geschickt vermeiden. Jede Mutter ist bemüht, ihre Kinder hübsch anzuziehen, ie daraus hinzuweisen, ein schönes Kleid, ein handverziertes Mützchen zu schonen, damit das Kind recht lange daran Freude haben kann und so fast unmerklich die Kleinen zur Sauberkeit, zur Sorg- amfeit zu erziehen. Nicht alle Kinder dürfen in gleicher Weise gekleidet werden, manchmal wirkt es nicht einmal bei Geschwistern angenehm, wenn dieselben Farben, dieselben Muster immer wiederkehren. Werden aus Gründen der Sparsamkeit die gleichen Stoffe für die Kleinen gewählt, so sollte wenigstens in Schnitt und Verzierung ein Unterschied gemacht werden, besonders wenn die Ähnlichkeit der Geschwister nicht sehr groß ist. Kindern mit ausgesprochen kindlichen Zügen, mit frischem, unbefangenem Wesen und lebhaftem Ausdruck steht manches, was bei blassen, schüchternen Kindern störend wirkt. Trotzdem wäre es falsch, gerade diese an sich schon farblos wirkenden Kinder auch noch farblos zu kleiden, es gehört nur viel mehr Aufmerksamkeit dazu, ihre Art zu treffen. Meist gelingt dies durch einen besonderen Schnitt des Anzuges, denn es muß immer wieder gesagt werden, daß die Verzierung erst in zweiter Linie kommt, die Hauptsache ist die Form. Ist die Form nicht geschickt ausgewählt, ist der Sitz nicht gut, dann nützt die schönste Farbe nichts, dann kann auch die beste Verzierung nichts helfen, das Hauptwerk liegt in den Händen der Schneiderin. Die Farbe des Gesichts, der Haare ist beim Aus- fuchen des Stoffes zu beachten, das Verlängern und Verbreitern spielt eine große Rolle in der Wachstumsperiode, es soll auf möglichst viel Bewegungsfreiheit geachtet werden, wenn es sich um den Halsausschnitt, um die Aermel handelt. Für Kindersachen kommen allerlei Materialien in Betracht, vom leichten Kattun bis zum schweren Samt wird alles Brauchbare verwendet, um so eher als heute die wirtschaftliche Frage bei der Anschaffung der Kinderfachen sehr stark berücksichtigt werden muß. Zum Ausputz eignen sich besonders leichte Handstickereien, einfache Spitzen, es darf aber nie so weit gehen, daß ein Kinderanzug zum kunstgewerblichen Gegenstand gemacht wird. Ein Kinderkleid ist kein Sofakissen, ein Mützchen kein Kannenwärmer, ein Mäntelchen feine Tischdecke. Der Zweck muß gewahrt werden. Erst kommt die Kleidung als Sache an sich, in zweiter Linie kommt die Verzierung, und darum ist es ratsam, bei der Auswahl des Stoffes Form, Schnitt und Schmuck gemeinsam festzulegen und aus dem Material heraus zu arbeiten. Der Hausarzt macht einen Küchenzettel. „Nun, Frau Mia, haben Sie noch etwas auf dem Herzen?" Dr. R. hatte soeben den Hausherrn nach einer ziemlich schweren Grippeerkrankung aus feiner Behandlung entlassen und schickte sich an, zu gehen. Er gehörte zu den selten gewordenen Hausärzten, die auch ungerufen einmal kommen, um nach dem Rechten zu sehen und die meist zu den von ihnen betreuten Familien in einem besonderen Freundschafts- und Vertrauensverhältnis stehen. Da die bekümmerte Miene der jungen Frau mit der Genesung des Mannes nach ernster Krankheit schlecht zusammenstimmte, konnte er sich eine Frage als alter Hausarzt schon erlauben. „Ach, Herr Doktor, ich mache mir Sorge um unfern Jungen, er ißt gar zu schlecht, fast bei jeder Mahlzeit gibt es Tränen, wie soll das werden, wenn mein Mann erst wieder mit am Tisch sitzt!" „Klagt denn Gün- ter über irgend etwas? — holen Sie ihn doch mal her". „Er ist leider nicht daheim, nein, er klagt über gar nichts. Verdauung und Schlaf sind in Ordnung, sein Aussehen gefällt mir allerdinys nicht. Solange wir unsere regelmäßigen gemeinsamen Mahlzeiten hatten, habe ich auch nie Appetitlosigkeit an ihm bemerkt, aber seit er allein essen mußte, ist es ganz schlimm geworden, dabei gebe ich ihm doch schon immer seine Lieblingsgerichte." Der Arzt lächelte: „Lieblingsgerichte täglich? Ich glaube, das würde uns Großen auch nicht gefallen, worin bestehen denn feine Leibspeisen?" „Kotelett und Bohnen, und dann Makkaroni mit Schinken, das geht beides schön schnell, war also in dieser Krankheitszeit zugleich eine Erleichterung für mich". „Und damit wechseln Sie also einen Tag den andern? Na, da würde ich auch streiken! Geben Sie ihm doch mal ein Gericht, was er vielleicht noch gar nicht kennt, wie steht's denn mit Fisch im Speisezettel?" „Fisch: Den würde er bestimmt nicht essen. Auf der Sommerreise bekamen wir einmal ein ziemlich trockenes Schellfischgericht, das haben wir alle noch in wenig angenehmer Erinnerung." „Das ist ja sehr bedauerlich und eigentlich kaum zu verstehen. Man bekommt doch jetzt überall die Seefische tadellos geliefert, es ist schon fast ein Kunststück, sie nicht schmackhaft auf den Tisch zu liefern. Es ist übrigens recht gut, daß Sie mich auf diese Ernährungsfrage bringen, auch für Ihren Mann kann es nichts besseres geben als wenn Sie ihm mindestens zweimal in der Woche ein recht schönes Fischgericht vorsetzen. Keine Angst, das braucht nicht immer teurer Flußfisch zu sein, gerade der Seefisch hat hohen Phosphor - und Jodgehalt — und das sind zwei sehr wichtige Aufbaustoffe. Außerdem belastet Fischnahrung den Magen nicht übermäßig, weil durch ihn die Verdauungsdrüsen nur in geringem Maße in Anspruch genommen werden. Alle Eigenschaften, die ihn für Ihren Rekonvaleszenten und für Ihren Jungen sehr empfehlenswert machen." „Aber ein Fischgericht sättigt doch nicht ausreichend?" „Dem wäre leicht abzuhelfen: geben Sie eine Gemüse- oder Salatbeilage dazu. Ganz vorzüglich für den Jungen ist Bückling als Brotaufstrich geeignet. Oder hacken Sie ihm unter ein Rührei etwas Bückling. Sie werden schon sehen, wie gern er das ißt. Und wenn er etwa an die Fischkost doch nicht heran will, so erzählen Sie ihm von den nicht immer gefahrlosen Seefahrten der Fischer. Ihre Phantasie wird ihn sicher dafür begeistern, ich werde ihm das nächste Mal ein schönes Fischbilderbuch mitbringen, den Jungen werden wir schon in Ordnung bringen." Und der neue Küchenzettel wirkte besser als Lieblingsspeisen, mütterliche Schelte oder vielleicht eine appetitanregende Medizin, leider denken wir oft viel zu wenig daran, daß Abwechslung die beste Würze des Küchenzettels ist, und daß der stumme Fisch uns hierbei vortrefflich helfen kann. E. H. Hilfskreuzer„Möwe"kehrt glücklich heim! Ein Gedenkblatt zum 4. März 4936. Von Korvetten-Kapiiän an. einem-einzigen. \ 1 ^Mionen \ \ TisdiC ins TTlßer- i3nLo$Ang । goss man In seiner großen Rede bei der Eröffnung der Leipziger Frühjahrsmesse wies Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels auf die verfehlten Wirtschastsmethoden hin, durch die ein großer Teil der Erzeugung vernichtet wird, während in anderen Weltgegenden Hunger und Not herrschen. (Zeichnung von Oehlschlägel. — Scherl-M.) Waldbrand und Märzhasen. Von H.-O. von Bonin-ponih Leuchtende Märzsonne am wolkenlosen Himmel. Die letzten Schneereste, die sich in dem Schatten der breitkronigen Fichte, am Nordhang des Hügels, im Grunde des Straßengrabens gehalten haben, sind vergangen. Dos Lied der Schwarzdrossel erfüllt den nachmittäglichen Wald. Bauer und Forstmann, Arbeiter und Stenotypistinnen aus der Stadt suchen im Walde das Frühlingserlebnis, den blühenden Seidelbast, das Amsellied oder vielleicht schon die ersten Besucher des Schnepfenstriches. Mehr als sonst ist der Wald an den Sonntagen von Menschen belebt, die Erholung, Ausspannung zu finden hoffen. Argwöhnisch streift der Forstmann durch seinen Bezirk, denn er weiß, daß jetzt die größte Gefahr besteht, wenn Menschen im Walde rauchen oder abkochen, obgleich beides vom Gesetz ab 1. März verboten ist. Da — er hat mit seiner Befürchtung recht — erreicht den Forstmann der Ruf eines Spaziergängers: Es brennt, Feuer! Zugleich sieht er eine Rauchwolke in dem Jagen, das dicht an die große Kieferndickung anschließt, in der unersetzliche Verluste entstehen können. So schnell wie möglich eilt er zur Brandstelle und ruft jeden, dem er begegnet, herbei, zur Hilfe zu kommen. Dieser Aufforderung darf sich keiner widersetzen, jeder ist dem Gesetz nach verpflichtet, von sich aus zum Löschen eines Walobrandes jegliche Hilfe zu geben, die ihm möglich ist. Am Bandherd überzeugt sich der Forstmann von der Ausdehnung des Feuers, von der herrschenden Windrichtung und von den verfügbaren Löschmannschaften und trifft seine Anordnungen. Mit seinem scharfen Weidmesser schneidet er aus der Kieferndickung lange, mit Nadeln bewehrte Aeste ab, die er den Einzelnen zum Ausschlagen des Feuers gibt. Da der Wind auf die Kieferndickung zusteht und das nur an dem trockenen Gras Nahrung findende Feuer dorthin läuft, stellt er am Gestell zwischen Dickung und Bestand auch eine Reihe von Menschen auf, die jeden Überfliegenden Funken ausschlagen sollen. Da genügend Leute im Walde waren, gelingt es dem Forstmann, des Feuers Herr zu werden, den Brandherd ein^ukrei- sen und den Brand abzulöschen. Von den herbeigeeilten Waldarbeitern stellt er zwei als Brandwache auf, die am Abend abgelöst werden sollen; wie oft ist es vorgekommen, daß bei einem gelöschten Waldbrand durch eine unbemerkte Glut ein neuer, größerer Waldbrand entfacht wird, wenn nicht für Bewachung gesorgt ist. Mit dem Gendarmen nimmt der Forstmann die Untersuchungen auf, wie der Waldbrand entstanden sein mag. Sie kommen schnell zum Ziel, da sich einer der Helfer, I der durch seinen Eifer dem Forstmann ausgefallen war, meldet und erklärt, daß er wohl der Urheber des Brandes sei; er wäre auch bereit, den Schaden zu bezahlen: er fei hier oorbeigegangen und habe einen Zigarettenstummel fortgeworfen; nie wieder wolle er im Walde rauchen! Der Forstmann und der Gendarm sind sich einig, daß der „Verbrecher" tätige Reue zeige, und nehmen daher von einer Anzeige Abstand, wenn der Misietäter bereit ist, eine größere Summe als Schadenersatz und Buße zu leisten. Am Nachmittag kommt der Forstmann noch einmal an der Brandstelle vorbei, um sich zu überzeugen, ob die Brandwachen ihre Pflicht erfüllen. Ein Arbeiter erzählt, daß er einen Hasen beobachtet habe, der sich wiederholt auf der Brandfläche gezeigt habe. Der Jäger nimmt seinen Hund an die Leine und geht langsam und vorsichtig auf die ihm bezeichnete Stelle zu. Wie er vermutet hat, liegen dort in einer windgeschützten Sasse zwei wenige Tage alte Junghasen, die ein gütiges Geschick vor der Glut des Feuers bewahrt hat. Es sind die ersten Märzhasen, die der Forstmann in diesem Jahre beobachtet. Er weiß, wenn dieser Satz gut gedeiht, wird es im Herbst ein gutes Hasenjahr geben. Kaum steht er wieder auf dem Gestell, so kann er die Häsin, die sich an diesem Tage sicherlich genug um ihre Jungen geängstigt hat, zu der Sasse zurückhoppeln sehen. Im Monat März hat der Forstmann und Jäger vielfältige Pflichten und Sorgen. Zwar wird der Holzeinschlag im starken Holz beendet sein, doch gibt es noch genug Arbeit bei den Durchforstungen der jüngeren Stangenhölzer, bei denen die Pflege mit der Axt besonders wichtig ist. Da sich die Kulturarbeiten im Frühjahr meist sehr drängen, müssen auch die Bodenarbeiten, je nach der Witterung, so rechtzeitig wie möglich begonnen werden, wozu im März schon Gelegenheit ist. Laubhölzer und Lärchen können jetzt schon als Samen oder Pflanzen in den Boden gebracht werden, zumal bei diesen Holzarten ein spätes Planzen bei beginnendem Blatt- oder Nadelausbruch zu Mißerfolgen führen kann. Schon Ende März können die Nadelhözer gesät oder gepflanzt werden. Außerdem ist es notwendig, die Abfuhrwege zu überprüfen und notfalls auszubessern, Gräben gegen den Rüsselkäfer zu ziehen und Fangknüppel oder Fangbäume aus» Zulegen. Für den Jäger ist jetzt Schonzeit fast aller Wildarten, da die Hirsche abgeworfen haben, Bachen frischen und Fuchsfähen führen und führende weibliche Stücke von Mitte März ab nicht mehr erlegt werden dürfen. Zudem taugt beim Raubwild der Balg jetzt nichts mehr. Dafür gibt es andere Aufgaben für den Jäger, der immer zugleich Heger ist. Abwurfstangen müssen gesucht werden, um die Entwicklung der Geweihbildung der im Revier stehenden Hirsche zu beobachten. Der Abschußplan muß fristgerecht eingereicht und der Jagdschein erneuert werden. Die Wildfütterung wird sparsamer beschickt und die Wildäcker zur Bestellung vorbereitet. Gegen Ende des Monats werden sich eifrige Jäger schon allabendlich auf die bekannten Stände begeben, um den Zauber des Vorfrühlings zu genießen und auf die erste Schnepfe zu paffen, die das neue Jagdjahr einleitet. Wörterbuch der Kinderstube. Von Erich Grisar. Kinder haben ihre eigene Welt. Und nicht nur das, sie haben auch ihre eigene Sprache. Und obwohl sie sehr häufig lediglich aus Mißverstehen zu Wortschöpfern werden, ich habe immer mit viel Vergnügen zugehört, wenn meine Jüngste, die nun auch die Jüngste nicht mehr ist, mich mit neuen Ausdrücken, die ganz ihrer eigenen Welt und ihrem eigenen Wesen entsprachen, überfiel. Wobei bemerkt sein mag, daß unsere Helga dieses ganz und gar nicht passende Wort „überfiel", sicher durch em besseres Wort ersetzen würde, wenn sie nicht noch in jenen glücklichen Tagen der Kindheit lebte, in denen man gar nicht weiß, was überfallen werden bedeutet. Desto besser kennt sie die Dinge ihrer Umwelt, die sie ohne Ausnahme in der ihr eigenen Sprache benennt. In dieser Sprache heißt Baden wie bei allen anderen Kindern Pulle pulle machen. Da aber das Baden mit dem Nacktsein verknüpft ist, bezeichnet unsere Helga auch jedes Bild, auf dem unbekleidete Menschen zu sehen sind, mit dem Ausdruck pulle pulle. Als Helga eines Tages beim Baden ihre Beine aus dem Wasser ragen sah, stellte sie fest: Das Wasser hat ja ein Loch, da gucken ja die Beine heraus. Doch nicht nur das Wasser, auch die Strümpfe haben manchmal ein Loch. Und wo die Haut durch solch ein Loch schaut, da reizt sie totsicher den Vater oder auch die Mutter ein wenig „kille kille" zu machen. So kommt es, daß unsere Helga ein Loch im Strumpf einen „Kille r" nennt. Eines Tages schenkte ich ihr einen alten Stempel, den sie, weil sich damit so schön Bumm machen läßt, einen „Summe r" nennt. Den Hammer dagegen nennt sie „Knaller" ober auch „d i e große Hau e". Lange hat es gedauert, bis unsere Helga das Wort „Fegen" sich aneignete. Vordem sagte sie immer: Mutti, bef mal, wenn die Mutter den Besen nehmen sollte. Merkwürdig war auch, daß sie die Bitte „Laß mich mal beißen" durch das mißverständliche Beiß mlch mal umschrieb, und wollte sie auf Muttis Schoß sitzen, sagte sie: Leih mir mal deinen Schoß! Damals war es auch, daß sie kurzgeschnittene Haare kaputte Haare und geflochtene Haare in konsequentem Gegensatz dazu fertige Haare nannte. An Konsequenz fehlte es ihrem Wortschatz auch sonst nicht; so unterscheidet sie den Draufteller vorn D r i n t e l l e r, womit der flache und der Suppenteller gemeint sind. Auch ihr Schaukelpferd, das eigentlich nur ein Schaukelstühlchen mit einem barangesetzten Pferdekopf ist, nennt sie Drin» pferd, weil man nicht wie beim richtigen Schaukelpferd, dem Draufpferd, darauf sondern darin sitzt. Hohe Schuhe nennt sie lange Schuhe. Manchmal verspricht sie sich auch nur, so wenn sie statt Bauklötzchen Klauslöckchen sagt ober aus einem Waschläppchen ein Lappläppchen macht. Daß sie ihre Hanbschuhe Handfinger nennt, ist wohl ebenfalls nur auf ein solches Versprechen, das sie beibehielt, zurückzuführen. Auf Beobachtung beruht es, wenn sie den Bären, den sie einstweilen nur als Spielzeug kennt, L a n g- brummer nennt, und als sie eines Tages eine Asphaltwaschmaschine sah, nannte sie sie kurz einen Wischer. * Ein Schiff nennt sie poetisch Schwimmchen, aber das schönste Wort, mit dem diese Reihe natürlich noch lange nicht erschöpft est, prägte sie erst gestern, als sie eine Muschel eine Rausche nannte. Dafür habe ich ihr einen Kuß gegeben, und wenn sich jemand findet, der dieses kleine Wörterbuch druckt, soll sie sogar noch eine Tafel Schokolade obendrein haben. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Walther Holtzmann, Ordinarius für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Halle-Wittenberg, hat einen Ruf an die Universität Bonn erhalten. Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Friedrich Kraus, der im Ruhestände lebende Ordinarius für innere Medizin an der Universität Berlin, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Geheimrat Professor Dr. Eduard Eichmann, Ordinarius für Kirchenrecht in der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität München, ist wegen Erreichung der Altersgrenze vonden amtlichen Verpflichtungen entbunden worben. M.54 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 4. Marz 4936 Im Dienste der deutschen Aahrungsfreiheit. den Beamten sind dort 70 einheimische und 14 Saisonarbeiter beschäftigt. Ein Rundgang auf diesem Gute gestattete einen umfassenden Ueberblick über seine vielfältigen Einrichtungen. Ziele der zweiten Erzeugungsschlacht. — Eindrücke von einer Rundfahrt. (Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) Nach dem Besuch des Hofgutes Wickstadt galt eine eingehende Besichtigung der Walzenmühle von Assenheim, deren moderne, vollautomatische Einrichtungen eine vollkommen hygienische Verarbeitung des Weizenkornes zu Mehl und l x. *''z -ME r o -3 ■ iv - K, Die zweite Erzeugungsschlacht ist nur ein weiterer Abschnitt im Kampfe um die deutsche Nahrungsfreiheit. Die Aufgaben, die der Führer dem Bauern gestellt hat, sind sehr vielseitig und umfangreich; sie sind zum Teil leicht, teils schwierig zu lösen. Sie verlangen auch an manchen Stellen betriebswirtschaftliche Umstellungen; die Arbeit mutz sich auf rechnerischen Grundlagen aufbauen; wissenschaftliche und praktische Erfahrungen sind zu berücksichtigen; da und dort wird die Rückkehr zu guten Ueberlieferungen notwendig sein. Alle Maßnahmen find auf die Steigerung der Qualität und der Ertragsmenge gerichtet. Die Wege zum Ziel liegen in den meisten Fällen bereits fest. Viele sind dabei berufen, mitzuhelfen. Der Bauer steht in vorder st er Linie. Aber auch die Presse mutz mithelfen. Sie muß dazu beitragen, daß die Gedanken und Pläne für die große Sache der deutschen Nahrungsfreihett in jedes Bauernhaus getragen werden. Um der Presse Gelegenheit zu geben, am praktischen Beispiel die Möglichkeiten der Erzeugungsschlacht kennenzulernen, veranstaltete die Landesbauernschaft Hessen-Nassau am gestrigen Dienstag für die Vertreter der rhein- mainischen Presse eine aufschlußreiche Rundfahrt, die in ihrem ersten Teil in einige Orte der W e t t e r a u führte. Unter Führung des Landestierzucht-Direktors Dr. Schneider und des Referenten für Pflanzenbau bei der Landesbauernschaft, Dr. G r e b e r, gewannen die Fahrtteilnehmer einen Ueberblick über die Maßnahmen, die die Landesbauernschaft im Auftrage des Reichsnährstandes zu fördern hat. Der erste Besuch des gestrigen Vormittags galt der dem Erbhofbauern Adolf B a u s ch in Nieder- W ö l l st a d t anvertrauten Staatlichen D e ck - st a t i o n. Hier wurden zwei Hengste vorgeführt: ein Warmblüter (Hannoveraner), mittelschwer, sehr wendig, und ein Kaltblüter (Rheinländer), beide von kräftigem Wuchs und der erstrebten gedrungenen Bauart. Beide Tiere präsentierten sich in ausgezeichnetem Zustand. Es wurde darauf hingewiesen, daß es für den mittleren Bauern nicht möglich ist, Hengstaufzucht durchzuführen, da von vielleicht sechs zur Hengstaufzucht eingestellten Tieren schließlich nur eines, im glücklichsten Fall vielleicht zwei, angekört werden könnten. Das Risiko muß also auf breitere Basis getragen werden. Die Haltung des schwarzbunten Niederungsviehes ist für viele Bauern unseres Gebietes deshalb nicht empfehlenswert, weil für diese Tiere eine ausreichende Weidegelegenheit wichtigste Voraussetzung für die Gesunderhaltung des Viehbestandes ist. Aufschlußreich war ferner der Einblick in die Schweinezuchten, sowohl des Hof gut es Wickstadt, als auch der Gemeinde Nieder- Weisel. Die Zuchten sind ziemlich einheitlich auf das deutsche Edelschwein und das deutsche veredelte Landschwein eingestellt. Im Hofgut Wickstadt waren in den zweckmäßigen Boxen etwa 150 Schweine zu bewundern, unter denen sich etwa 30 Zuchtsauen befanden. Die Beurteilung der Zuchttiere erfolgt dabei nach strengsten Grundsätzen. In Nie- der-Weisel sah man zwei gut gehaltene Eber dieser Rassen. Der Schafzucht und der Hühnerzucht galt ebenfalls die Aufmerksamkeit. Hinsichtlich der Hühnerzucht wurde betont, daß eine Steigerung des Eieranfalls von der bisherigen durchschnittlichen Leistung eines Huhnes von 60 bis 70 Eiern auf 100 Eier einen wesentlichen Fortschritt in der Sicherung unserer Dolksernäh- rung bedeuten würde. Auch die Schafzucht wurde in den Kreis der Betrachtungen gezogen, wenngleich hier betont wurde, daß es nur sehr schwer möglich sein werde, den gesamten deutschen Bedarf an Wolle aus eigenen Herden zu decken. Während der Fahrt durch das fruchtbare Land der Wetterau gab Dr. G r e b e r Aufschluß über den Stand der Saaten, die durchweg gut durch den Winter gekommen sind. In diesem Zusammenhang galt auch hier dem großen Hofgut Wickstadt (dem größten in Hessen) alle Aufmerksamkeit. Das Gut umfaßt 1256 Morgen Land, von dem 1000 Morgen unter dem Pflug liegen. 250 Morgen sind Grünlandflächen, davon wiederum 100 Morgen Wiesen. Seit über 30 Jahren ist das Hofgut Wickstadt anerkannte Saatbaustelle für Hessen. Der ganze Betrieb wird nach exakten wirtschaftlichen Grundsätzen geführt. Außer Grieß gestatten. Ml großem Interesse wurde der neuerbauke riesige Silo betrachtet, der als größter Getreidesilo Europas rund 50 000 Zentner Getreide saht. Der Silo ist 45 Meter hoch und tft in 13 Zellen aufgeteilt, deren jede einen kreisrunden Hohlzylinder darstellt. Eine wesentliche Neuerung für diesen Silo besteht darin, daß das Getreide nicht umgeschaufelt zu werden braucht, sondern frische Luft durch eine Preßluftanlage zugeführt erhält, so daß es in einem ständig fließenden Luftstrom liegt. Der Nachmittag brachte eine Besichtigung der Genossenschaftsmolkerei O st heim, die mit den modernsten Maschinen ausgerüstet ist und aus 29 Gemeinden der Umgebung eine tägliche Anlieferung von etwa 28 000 Liter Milch aus etwa 1900 bäuerlichen Viehhaltungen erfaßt und verarbeitet. Während einer Mittagspause in Butzba ch hielt der Obmann der Landesbauernschaft Pg. Seipel (Friedberg-Fauerbach), eine Ansprache, in der er sich kurz mit den wesentlichen Punkten der Erzeugungsschlacht beschäftigte. Er appellierte an die Einsatzbereitschaft aller Berufenen und betonte besonders, daß eine Leistungssteigerung durchaus möglich sei. Die Beispiele bewiesen es. kein Mittel, die Erzeugung aus unserem Boden zu steigern, würde unversucht bleiben. Der Reichsnährstand, der die Landesbauernschaft mit der Förderung der Erzeugungsschlacht beauftragte, habe — das fei ein weitverbreiteter Irrtum — nicht allein die Interessen des Bauern zu vertreten, sondern vor allem die Ernährung des deutschen Volkes sich er zu stellen. Bei H u n d st a d t wurden im weiteren Verlaufe der Fahrt die Meliorationsarbeiten und die Feldbereinigung beobachtet. Dabei wurde von fachmännischer Seite auf die hohe wirtschaftliche Bedeutung dieser Maßnahmen hingewiesen. In Naunstadt wurde noch der typische rasselose Stall gezeigt, wie er nicht erwünscht ist. In Bad Schmalbach fand die Fahrt für den ersten Tag ihren Abschluß. Der heutige Mittwoch bringt eine Besichtigung eines bäuerlichen Weinbaubetriebes in Eltville, dann wird der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Darmstadt ein Besuch abgeftattet, eine Besichtigung der Lehr- und Versuchsanstalt für Obst- und Gemüsebau in Groß-Umstadt ist ebenfalls vorgesehen. Schließlich wird auch das neue Dorf Ried- rode im hessischen Ried besucht werden. Aus her proviuzialhaupifiadi. 3n Erwartung des Frühlings. Schöner Frühling, komm' doch wieder, Lieber Frühling, komm' doch bald! Bring uns Blumen, Laub und Lieder, Schmücke wieder Feld und Wald! „Fabian, Sebastian (20. Hartung) treibt den Saft im Baume an", sagt ein alter Bauernspruch. Immer mehr längen sich die Haselkätzchen, und schon ein sachter Windzug bringt sie in Bewegung. Immer dicker schwellen die Knospen der Salweiden an, und aus der braunen Hülle lugt behutsam die filzigsilbrige Spitze des Kätzchens. Aus der weiblichen Blütenanlage des Hafelftrauches kommt das rote Narbenbüschel zum Vorschein und harrt der befruchtenden Bienen und Hummeln. An den Erlen am Wiesenbach leuchtet's rötlich von den zahlreichen Troddelkätzchen, und die Espen sind mit sammet- weichen Kätzchen geziert. Wohl geht es dem Lenz entgegen, aber gewöhnlich gibt der Winter im Hornung noch einmal eine kürzere oder längere Gastrolle, ehe er sich langsam zurückzieht. „Wenn's um Lichtmeß stürmt und schneit. Ist der Frühling nicht mehr weit! Ist es aber hell und klar, Kommt der Lenz noch nicht, fürwahr!" Oder wie eine andere Bauernregel lautet: „Lichtmeß Sturm und Schnee, Bringt des Frühlings Näh'!" Die ersten milderen Tage des Februar lassen dann die ersten Blüher der Blumenwelt aufwachen. Zaghaft reckt das Schneeglöckchen fein Blütenhäuptchen und läutet, bis es in der Abendkühle fein Läutewerk einzieht. Unter Hecken und Gebüsch versteckt lenkt an warmen Südhängen das bescheidene Veilchen unsere Aufmerksamkeit auf sich und lädt durch seinen Wohlgeruch zum Pflücken ein. „Brichst du Blumen, sei bescheiden", sagt das Dichterwort; dicke Sträuße lassen immer den Naturschänder vermuten. An geschützten Stellen hat das Blattwerk des Gänseblümchens und Leberblümchens der Kälte zu trotzen vermocht, und schon machen sich die krummen Blüten- stielchen bemerkbar. Um diese Zeit wird die erwachende Natur auch allmählich von der Vogelwelt belebt. Der Zaunkönig, nächst dem Goldhähnchen der kleinste der gefiederten Freunde, hat auch in Not und Frost seinen melodischen Gesang ertönen lassen. Jetzt aber singt die Lerche ihre Jubellieder zum Preise des Schöpfers, und von der Spitze eines einzeln stehenden Birnbaumes schmettert die Amsel mit dem erwachenden Tage und mit der schlafengehenden Sonne ihre herrlichen Weisen. Gewiß ist sie bei ihrer Umstellung zum Feld- und Gartenoogel zu einem großen Teil schädlich geworden. Aber mit ihrem nachtigallähnlichen Schlag macht sie manche Räubereien am Beerenobst vergessen. Vor seinem Hause erweckt der Star, der lustige Herold des Frühlings, mit seinen herrlichen Weisen neue Hoffnungen in der Menschen- bruft. Das helle „Spitz-die-Schar" der Kohlmeise ruft den Bauer zu den Vorbereitungen zur Früh- jahrssaat auf. Noch fehlen die Kleinmusikanten der Natur, die Bienen, Hummeln und andere Kerfen. Nur um eine günstige Mittagszeit macht sich hier und da ein vereinzeltes Summen bemerkbar. Lerchengesang, Schneeglöckchens Läuten, schwellende Knospen, allmählich sich färbendes Grün der Wiesen und vereinzeltes Jnsektengesumm sind Wegbereiter zu Frühlings Glück und Frühlings Auf- erftehen. Wir wollen die werdende Natur in vollen Zügen genießen und damit die Tugend paaren, in jeglichem Geschöpf den Schöpfer zu ehren. „Die Fenster auf, die Herzen auf, Der Frühling kommt mit Saus und Braus In Flur und Hain gezogen, Mit Kinderfana und Lerchenschall Und mit dem Lied der Nachtigall, Da kommt das Glück geflogen. B. Bornoiizen. Tageskalender für Mllwoch. Deutsche Arbeitsfront, Gruppe Hausgehilfen: 20.30 Uhr im Haus der Deutschen Arbeitsfront rassenpolitischer Vortrag von Pg. Dr. Kran z, Gießen. — NSG. „Kraft durch Freude": Ab 20.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum. — NSLB. Dies geschehe aber erst nach sorgfältigster Prüfung. Hengstaufzucht ist sehr schwierig. Für die Wetterau werden verhältnismäßig schwere Tiere gebraucht. Erstrebt ist das gedrungene Tier, das leicht- f utteri g sein soll, d. h. die Nahrung gut auswerten soll. Einen ausgezeichneten Pferdebestand von 4 5 Tieren sah man auf dem in vieler Hinsicht vorbildlichen Hof gut Wickstadt. Es handelte sich dabei in erster Linie um Tiere des belgischen Schlages, die fast alle aus eigener Zucht stammten. Zuchtziel ist auch hier das tiefe, gedrungene Pferd. Wert wird dabei vor allem auf vollkommene G e fundheit des Tieres gelegt, als Grundlage für die beste Leistung. Die Tiere sind in geräumigen Ställen untergebracht. Das Hofgut Wick- ftadt bot in tierzüchterischer Hinsicht noch viel Interessantes. Die Viehherde umfaßt 190 Tiere des schwarzbunten Niederungsviehes, das hier gehalten werden kann, weil umfangreicher Weidebetrieb möglich ist. Auch diese Tiere sind in vorbildlichen Ställen untergebracht. Seit 30 Jahren wird im Hofgut Wickstadt Rindviehzucht getrieben, mit besonderem Erfolg allerdings erst seit der Aufnahme des Weidebetriebes im Jahre 1921. 91 Kühe des Tierbeflandes stehen unter Leistungskontrolle. Die durchschnittliche Milchmenge pro Kuh betrug im Jahre 4098 Kilogramm Mich, 135,42 Kilogramm Fett, also ein Fett- gehalt der Milch von etwa 3,3 v. h. Den von der Landesbauernschaft besonders geförderten Gedanken der F l e ck v i e h r a s s e , als der für unsere heimischen Verhältnisse besonders geeigneten, fand man in Nieder-Weisel restlos verwirklicht. Im Faselstall der Gemeinde stehen ausschließlich Bullen des rotbunten Viehes. In der Hofreite von Karl Mack (Nieder-Weisel) fand man nur rotbunte Kühe von ausgezeichneter Beschaffenheit und Leistung. Es wurde dabei besonders betont, daß Nieder-Weisel in dieser Hinsicht vorbildlich ist. Landestierzuchtdirektor Dr. Schneider sagte, daß es für die Bauern des hiesigen Gebietes darauf ankommt, ein besonders widerstandsfähiges und bodenständiges Vieh einer Raffe, und zwar der des rotbunten Viehes, zu halten. Eine einseitige Milchviehhaltung ist hier nicht angebracht. Es müsse daraus gesehen werden, daß die Dieh- hattung nicht nur Ertrag aus der Mich, fon- bern auch Ertrag aus dem Schiachtwert bringt. Zu unseren Bildern. Links oben: Der Kaltbluthengst aus der Staatlichen Deckstation zu Nieder-Wöllstadt. Rechts oben: Einer Der Fleckoiehbullen aus dem Gemeinde - Faselstall von Nieder-Weisel. Die Gemeinde Nieder-Weisel ist wegen der vorbildlichen Rasse - Viehhaltung weit und breit bekannt. Mitte rechts: Ein Blick in die mit den modernsten Maschinen eingerichtete Genossenschaftsmolkerei in Ostheim bei Butzbach. (Aufnahme: Landesbauernschaft Hessen - Nassau.) Links: Der 45 Meter hohe Getreidesilo der Walzenmühle in Assen- heim, der die Menge von 50 000 Zentner (Betreibe zu fassen vermag. (Aufnahmen [3]: Neuner, l Gießener Anzeiger.) Europas gröhterOeireidesilo steht in derWetterau Gießen, Fachschaft Volksschule: 15 Uhr im Lehrerzimmer der Schillerschule Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Deutsch, — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Krach im Hinterhaus". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Traumulus". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der ahnungslose Engel". — Oberhessischer Kunstoerein (Turmhaus am Brandplatz): 15 bis 17 Uhr Gedächtnis-Ausstellung von Hans- Ewald Kleine. — Stadttheater Gießen. Heute, von 19.30 bis 22 Uhr, Lustspiel „Krach im Hinterhaus" von M. Böttcher. Spielleitung: Heinrich Hub. 20. Mittwoch-Abonnement. Goethe-Bund Gießen. Der Goethe-Bund Gießen bittet uns, an dieser Stelle nochmals auf den am nächsten Freitagabend statfindenden Lichtbilderoortrag des schwedischen Forschers Sven Hedin hinzuweisen. Sven Hedin, der große Freund Deutschlands, spricht über das Thema „8 Jahre Kampf in Zentralasien". Der Vortrag wird von Lichtbildern begleitet. In achtjähriger Tätigkeit mit einem Stabe wissenschaftlicher Mitarbeiter deckte Hedin hochinteressante kulturelle Zusammenhänge zwischen Asien und Europa auf. (Siehe heutige Anzeige.) NSV., Ortsgruppe Mitte. Velr. Kohlen-Abrechnung. Die Kohlenhändler werden ersucht, die für den Monat Februar 1936 gültigen Kohlen-Gutscheine der Serie E, sowie der Serie S (Sonder-Ausgabe 30. Januar 1936), und zwar beide getrennt, am Donnerstag, 5. März, abends 8.30 Uhr, bei der NSV.-Geschäftsstelle Kaplansgasse 18, mit Firmenstempel versehen, unter Beifügung gleichfalls getrennter Rechnungen einzureichen. Der Termin ist unbedingt einzuhalten, da eine Ablieferung nach dem 5. März strengstens untersagt ist und die Scheine ihre Gültigkeit verlieren. NSDAP. Ortsgruppe Giehen-Süd. Vetr. Zahlung der hilfskassenbeiträge für April, 7Nai und Juni 1936. Alle Angehörigen der SA., Marine-SA., Reiter- SA., NSKK. usw. im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd werden ersucht, ihre Beiträge zur Hilfskasse an folgenden Tagen zu entrichten: Dienstag, 3. März, Mittwoch, 4. März, Donnerstag, 5. März, jeweils von 20.30 bis 22 Uhr im Lokal Tann- häuf er, Frankfurter Straße 83. Wer bis zum 13. März feine Hilfskassenbeiträge nicht bei der Ortsgruppe bezahlt hat, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet; daraus entstehende Folgen hat er sich selbst zuzuschreiben. Winterhilfswerk 1935/36 Ortsgruppe Gießen-Süd. Kohlenscheinabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine Serie „E" und Serie „S" am Mittwoch, 4. März, von 19 bis 20 Uhr auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen. Pfundfammlung. Arn Dienstag, 3., Mittwoch, 4., und Donnerstag, 5. März, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Süd durch die NS.-Frauenschaft die Pfundsammlung für den Monat März 1936 statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelpakete zur Abholung bereitzuhalten. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Giehen-Ost. 3eir.: Lebensmittel-Opferring der Ortsgruppe Gießen-Ost. Die Sammlung wird am Dienstag, 3., und Mittwoch, 4. März von der RS.-Frauenscbaft durchae- führt. Die Mitglieder wollen die Pfunopäckchen ve- reithalten, und die Mitgliedskarten zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Oie SA. bereitet den Eintopf für alte! Am nächsten Sonntag, dem letzten Eintopf-Sonntag in diesem Winter, der noch einmal vor dem nahen Abschluß des Winterhilfswerks 1935/36 die Schicksalsgemeinschaft aller deutschen V o l k g e n o s s e n in der Gefolgschaft unseres Führers Adolf Hitler zum Ausdruck bringen soll, wird auch unsere Stadt Gießen ein Erlebnis schönster und unvergeßlicher Art erhalten. Unsere Gießener SA. bereitet ein gemeinsames Eintopf-Essen aller SA.-lNänner und aller Volksgenossen und Volksgenossinnen vor. Für diesen Mittagstisch wird in den Gaststätten ein gutes, schmackhaftes Eintopfgericht zur Verfügung stehen, dessen Preis bescheiden fein wird. Durch diesen gemeinsamen Eintopf der SA. und der Bevölkerung soll aber noch mehr erreicht werden als nur ein schlichter Mittagstisch und die damit verbundene Opferspende die Speisenden für das Winterhilfswerk. Alles Hilst dem WKW! Gesamtsumme der bisher eingegangenen Spenden 59 686,78 Reichsmark. Weitere Spenden gingen ein: 18. Februar: Medizinerfest der med. Fachschaft 150; E. Sarnes, Gießen 20; Kegelklub „Ums Eck", Gießen 5 Reichsmark. 19. Februar: Gesangverein Eintracht, Hausen 5 Reichsmark. 25. Februar: Landwehr-Jnf.-Regt. 116 8; Oskar Gutmann 5 Reichsmark. 26. Februar: Ungenannt 10 Reichsmark. 27. Februar: Frauenhilfe Lindenstruth 5; Wilhelm Georg, in Firma Reinig 20 Reichsmark. Lohnspenden von Arbeitnehmern. 18. Februar: August Schlörr, Walkmühle 12; Gg. Hch. Schirmer, Gießen 34,50; Dresdener Bank, Gießen 56,20 Reichsmark. Die Gesamtheit unserer Volksgenossen soll auch an diesem Tage Zeugnis dafür ablegen, daß sie sich den vorbildlichen Gemeinschafts- und Opfergeist der SA. zu eigen gemacht hat, und in dem Bekenntnis zum Eintopf-Gedanken soll sie ihre Verbundenheit mit dem hehren Vorbild, das der Führer Adolf Hitler der deutschen Ration immer wieder gibt, und mit den Aermsten unseres Volkes erneut beweisen. Geleitet von diesem Gedanken werden die Gießener Volksgenossen am kommenden Sonntag mit unserer Gießener SA. durch das gemeinsame Eintopf-Mittagessen eine weitere Opferspende dem Hilfswerk des WHW. als neue Munition für feine Arbeit zuführen. Auf diese Weise wird besonders auch am Heldengedenktage die geschlossene Front der deutschen Menschen im Dienste Adolf Hitlers und damit Deutschlands wiederum erhebend in Erscheinung treten! 19. Februar: Schunk & Ebe, Gießen 306,30; Gg. Phil. Gail, Rodheim 24,25; Wilhelm Frey, Lang-Göns 12,50 Reichsmark. 20. Februar: Gustav Geisse, Gießen 22,20 RM. 21. Februar: Institut für Pflanzenbau, Gießen 9,83 Reichsmark. 24. Februar: Grube Wilhelm, Hungen 11,30; Südversa, Gießen 5,10; Euler,, Gießen 14,85 RM. 25 Februar: Fliegerhorstkommandantur Kassel 69,74; dieselbe 60,10; dieselbe 88,54; Glaskontor Gießen 6,05 Reichsmark. 26. Februar: Orthopädische Univ.-Klinik, Gießen 19,75; Arbeitsamt Gießen 83,50 Reichsmark. 27. Februar: DAF. Großen-Linden 27,05; DAF. Gießen-Süd 224,60; Buderus Lollar 225,89; Angestellte Reichsluftschutzbund 5,45; Motorwagen- verbaufsgesellschaft Gießen 19,75 Reichsmark. Gesamtsumme 61 254,23 Reichsmark. Betr. Kohlenversorgung. Die Kohlenhändler wollen die Kohlengutscheine bis zum 5. März täglich in der Zeit von 15—19 Uhr auf der Geschäftsstelle Kaiserallee 52 gegen Wertquittungen umtauschen. Später eingehende Kohlengutscheine können nicht mehr angenommen werden. Für die Kohlengutscheine der Serie E und der Sonderausgabe am 30. 1. 36 sind getrennte Rechnungen auszustellen. Winterhilfewerk 1935/36 Ortsgruppe Giehen-Rord. Betr.: Kohlenscheinabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine Serie E und Serie S bis zum Donnerstag, den 5. März 1936 auf der Geschäftsstelle Walltorstraße 16 abzuliefern. Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. Betr.: Pfundsammlung. Am Dienstag, dem 3. und Mittwoch, dem 4. März 1936 findet die Pfundsammlung für den Monat März 1936 statt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Lebensrnittel zur Abholung bereitzuhalten. Amt für Voikswohlfahrt. Ortsgruppe Giehen-Mille. Betr.: Lebensmittel-Pfundfpende. Arn Mittwoch, 4. März, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Mitte die Lebensrnittel-Pfund- spende für den Monat März statt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpakete bereitzuhalten. Gez.: S ch e l l h o r n. NSL8., Fachschaft Höhere Schule. Deutschkundliche Fachschaft. Unsere nächste Sitzung wird am Freitag, 6. März, in der Oberrealschule ftattfinben. Beginn um 16 Uhr pünktlich. Gäste sind willkommen. Sportamt „Kraft durch Freude". heute folgender Kursus: Allgemeine Körperschule (Frauen undMänner). Don 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. < i Die deutsche Arbeitsfront > / n.d.^ßemcmrdiäft „Kraft durch freude" Urlaubsfahrt 6/36 nach Allgäu — Pfronten vom 21. bis 29. 2Närz; Kosten 36,— Mark. Die Allgäufahrten des Gaues Hessen-Nassau sind schon zur Tradition geworden. Wo gibt es aber auch einen schöneren Urlaub, als im Reich der bayerischen Berge! Stolz aufragend blicken „Roßberg, Schlicke, Himpel" mit ihren schneebedeckten Häuptern auf die lieblichen Häuser im Tal. Kleine und große Ausflüge führen die Teilnehmer in das seltsame Reich phantastischer Bergriesen. Die Fahrt bietet einen selten schönen Urlaub. Schluß der Anmeldung: 17. März. Feierstunde der Arbeit am Heldengedenktag. Am Heldengedenktag, 8. März, 16 Uhr, hält die Deutsche Arbeitsfront, NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", im Caf6 Leib, Gießen, eine Feierstunde der Arbeit ab. Der bekannte Arbeiterdichter Max Barthel erzählt aus seinem Leben und liest aus' eigenen Werken. Die Feierstunde wird umrahmt durch Sprechchöre und Gesang der Werkschar. Eintrittspreis 0,20 RM. Vorverkauf: Kreisdienststelle „KdF.", Schanzenstraße 18. Hauptversammlung des Sparerbundes. Arn Samstag hielt der Sparerbund, Ortsgruppe Gießen, seine gutbesuchte Jahreshauptversammlung im „Hessischen Hof" ab. Der Ortsgruppenführer H. Lorenz erstattete den Jahresbericht und gedachte mit ehrenden Worten der im vergangenen Jahre verstorbenen 2 Mitglieder. Der Mitgliederbe- stand erhöhte sich im Laufe des vergangenen Jahres von 114 auf 130 Mitglieder. Der neue Vorstand weist einige Aenderungen auf. An Stelle des aus Gesundheitsrücksichten zurückgetretenen Rentner- bundsoorsitzenden W. Mades treten der neue Rentnerbundführer und langjähriges Mitglied des Sparerbundes E. Christel, für das verstorbene Vorstandsmitglied Hch. Kümmel, der der Kolonialbewegung angehörende Herr Hch. Boch, der gleichzeitig auch das Schriftführeramt übernimmt, in den engeren Vorstand ein, wodurch das freundschaftliche Verhältnis des Sparerbundes zum Rentnerbund und zur Kolonialbewegung auch im neuen Jahre fest verankert bleiben soll. Sodann erstattete Kassenwart Fr. North den Kassenbericht, der geordnete Verhältnisse aufweist. Nachdem dem Kassenwart Entlastung erteilt worden war, folgte em Vortrag über „Sparerbundsarbeit und Sparerbundserfolge im vergangenen Jahre", der u. a. die Genußrechte bei Jndustrieobligationen, Vorzugsrente, landwirtschaftliche Hypotheken, Sparerschutz, in- und ausländische Wertpapierefragen behandelt. Im zweiten Teil der Veranstaltung sprach der stellvertretende Sparerbundsvorsitzende der Frankfurter Ortsgruppe und Geschäftsführer des dortigen Rentnerbundes Pg. Dr. H e r f o r t h über das Thema „Aktuelle Sparer- und Rentnerfragen". Er behandelte zunächst in ausführlicher Weise die Voraussetzungen zum Erwerb der Härtebeihilfen bei zinsgesenkten Anleihen und ging dann über zum 3. Durchführungserlaß zum Kleinrentnerhilfegesetz, der für manche Rentner merkliche Verbesserungen aufweist. Alter, früheres Kapitalvermögen von 12 000 Mk. und Hilfsbedürftigcheit, die von den maßgebenden Behörden wohlwollend zu beurteilen feien, wären die Vorbedingungen. Der Redner kam in diesem Zusammenhang auf die Wichtigkeit einer starken Sparerbundsorganisation zu sprechen, auch die Jugend müsse immer mehr für die Sparersache gewonnen werden. Im Gegensatz zum vergangenen System werde im neuen Deutschland dem Sparer die ihm gebührende Achtung zuteil, denn Sparerbundsarbeit sei kein Flickwerk einer Sonder-Interessengruppe, sondern wirkliche Volksarbeit. Nach diesen beifällig aufgenommenen Ausführungen schloß der Versammlungsleiter in üblicher Weise die Versammlung. Oeschästsstenographenprüfung. Von der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: Am Sonntag, 22. März, vormittags 9 Uhr, findet wiederum in der Öffentlichen Handelslehranstalt Gießen eine Geschäftsstenographenprüfung für Prüflinge aus den Kreisen Gießen, Alsfeld und Lauterbach statt. Die Handelskammerstenographenprüfung ist sowohl für die Betriebsführer, als auch für die Stenographen von hohem Wert. Der geprüfte Geschäftsstenograph ist unbedingt sicher und ausdauernd, denn er hat nachzuweisen, daß er auch schweren und umfangreichen Text (es wird in der Prüfung zehn Minuten lang diktiert!) in gut lesbarer Kurzschrift aufn hmen und genauestens übertragen kann. Die langschriftliche Uebertragung wird genauestens auf Fehler geprüft. Arbeiten mit mehreren grammatischen, orthographischen oder Jnter- punktstionsfehlern werden als unbrauchbar bezeichnet. Der geprüfte Geschäftsstenograph bietet also Gewähr, daß er unbedingt sicher in der deutschen Sprache und Rechtschreibung ist. Alle Betriebsführer sollten daher von ihren qualifizierten Angestellten die Ablegung der Prüfung verlangen und bei Bewerbungen auf jeden Fall geprüften Geschäftsstenographen den Vorzug geben, denn wer diese schwierigste aller stenographischen Prüfungen bestanden hat, bietet Gewähr für wirklich einwandfreie, weit über dem Durchschnitt stehende Leistungen. Daß die besonders gute Leistung solcher Angestellten entsprechende Anerkennung bei der Bemessung ihres Gehaltes findet, sollte für jeden Vorwärtsstrebenden ein Ansporn sein. Die Anforderungen sind anderseits nicht zu hoch, denn dies beweist die große Zahl der bestandenen Prüfungen. So legten vor einem Jahr bei den Handelskammern des Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebietes 198 Teilnehmer die Handelskammerprüfung Oie Tippgräfin. Vornan von Klothilde v Stegmann Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin, SW 68. 3. Fortsetzung. Nachdruckverboten! Annina nickte. Doktor Heßling schob ihr den goldenen Zigarettenkasten näher. Er bat Annina, sich zu bedienen, auch Zeitschriften lagen für sie hier auf dem Tisch bereit, damit sie sich nicht langweile, bis er wiederkäme. Dann verschwand er im Nebenzimmer. Bald hörte Frau von Gellern seine diktierende Stimme. Gedämpft drang sie an ihr Ohr. Annina aber griff nicht nach den Zeitschriften. Sie rauchte auch nicht. Sie sah starr vor sich hin. Die ganze Vergangenheit wurde in ihr wieder lebendig. Sie rollte sich vor ihrem Geiste ab wie ein gespenstischer Film. 3. Kapitel. Zurück In d i e Vergangenheit. „Giovanni!" Sie hörte noch jetzt, nach Jahren, den Schrei von ihren Lippen, als sie so unvermutet dem Jugendfreunde gegenüberstand. Er hielt ein zierliches kleines Mädchen an der Hand. Das Kind war offensichtlich erschrocken bei dem lauten Aufschrei der fremden Frau. Es sah sie aus seinen großen, veilchenblauen Augen ängstlich an. Abwehrend beugte es sich zurück, als Annina es küssen wollte. In diesem Augenblick war der Funke der Feindseligkeit gegen Marianne von Ahlfried aus Anninas Herzen auf das kleine Kind übergesprungen. Doch wurde ihr das jetzt nicht bewußt. All ihre Gedanken wandten sich nun Giovanni zu. Jung, strahlend vor Glück, hatte sie ihn zuletzt gesehen. Gebeugt, vom Leben zermürbt, von tiefem (Bram zerstört, stand er wieder vor ihr. „Giovanni, was ist geschehen?" Giovanni, Prinz Bonaglia, gab der schwarzgekleideten Kinderschwester, die bescheiden im Hinter- grunde stand, einen Wink. Sie führte das Kind ehutsarn hinaus. Dann erst begann er zu sprechen: „Meine Frau, meine Marianne, ist von mir gegangen, Annina. Auf dem Friedhof von Verona, im Erbbegräbnis meiner Vorfahren, habe ich sie zur letzten Ruhe bestattet. Die Geburt eines Sohnes, den sie wieder mit sich genommen hat, kostete ihr das Leben. Ich ..." Er machte eine hilflose Bewegung und sank schwerfällig in einen Sessel. Seine Hand bedeckte die Augen; die Schultern zuckten. „Armer Giovanni!" Mitleid und Triumph zugleich erwachten in Annina. Sie fühlte noch immer eine Spur der einstigen Jugendliebe. Viel stärker aber war in ihr das Empfinden: „Jahrelang habe ich gelitten, weil ich dich liebte. Jetzt leidest du!" Wie um dem Manne Zeit zur Fassung zu lassen, trat Anmna ans Fenster und sah in den frühlingsgrünen Garten ihres Hauses hinunter. Die kleine Principessa hatte sich offenbar nach Kinderart schnell mit der neuen Umgebung vertraut gemacht. Lustig tobte sie mit den Hunden Anninas um das große Tulpenbeet por dem Springbrunnen. Ihr heiteres Kinderlachen klang bis hinauf in das Zimmer. Es schien den verzweifelten Mann zur Wirklichkeit zu erwecken. „Annina", sagte er leise und bittend, „ich bin zu dir gekommen, weil ich nicht mehr weiter wußte. Ich wollte dich bitten, mein Kind bei dir zu behalten, ihm etwas von der Freundschaft zu geben, die du einst für mich hattest. Ich weiß nicht, was ich mit ihm beginnen soll, da ich Europa wieder auf lange Ze't verlasse." Annina erschrak. War Giovanni nur gekommen, um sofort wieder von ihr zu gehen? Und sie hatte geglaubt, er hätte endlich zu ihr zurückgefunden. Vielleicht aber hielt er sie noch für verheiratet? „Weißt du, daß auch ich ein Glück begraben habe, Giovanni?" Um keinen Preis hätte sie ihm zugestanden, daß nur letzte Enttäuschung sie zu der Ehe mit Kurt von Gellern geführt hatte. „Ich weiß, Annina. Ich las es in den Zeitungen. Und darum wagte ich es, dir mein Kind zu bringen. Mariella ist die Letzte unseres alten Geschlechts. Auch von der Mutter her leben keine Verwandten mehr. Wenn du meinen Liebling nicht aufnimmst, Annina, muß ich ihn unter Fremden zurücklassen, wenn ich gehe." „Und wohin gehst du?" „In eine unbekannte, unerforschte Welt, Annina. Mein Freund, Herzog Enrico, hat mich als seinen ersten Assistenten für die große Forschungsexpedition nach Zentralafrika verpflichtet. Er hat sie ausgerüstet und führt sie selbst." „Ein Principe di Bonaglia — und Assistent? Warum stellst du nicht selbst eine Expedition zusammen und trittst in Wettbewerb mit dem Herzog?" Ein lauernder Blick Anninas streifte den Mann. Der aber sah ihn nicht. Derrn sonst — Mariellas Schicksal wäre vielleicht noch im letzten Augenblick in andere Bahnen gelenkt worden. „Der Herzog ist mein Freund, Annina. Ich würde niemals aus Ehrgeiz gegen ihn arbeiten. Außerdem — ich habe unglücklich spekuliert. Der Hauptteil meines Vermögens ist verloren. Was geblieben ist, gehört meiner kleinen Mariella. Es wird gerade reichen, um dem Kinde eine gute Erziehung zu geben und derjenigen, die es erzieht, noch einen Ueberschuß zu gewähren. Willst du unter diesen Umständen meiner kleinen Mariella die Mutter ersetzen?" Ein Gedanke schoß durch Anninas Kopf. Das Kapital, von dem Giovanni sprach, konnte nicht der einzige Besitz Mariellas sein. So sagte sie sanft: „Ich will, Giovanni!" Bewegt streckte ihr Giovanni di Bonaglia die Hände entgegen. „Gott segne dich für diesen Entschluß, Annina!" „Darf ich dich noch etwas fragen, Giovanni? Als deine Stellvertreterin bei der kleinen Mariella muß ich natürlich auch über alle äußeren Fragen unterrichtet fein." „Frage nur, Annina!" Bis zu diesem Punkte hatte Annina von Gellern die Vergangenheit Wort für Wort, Bild für Bild in sich auferstehen lassen. Nun aber kam die Erinnerung, jener Punkt, über den sie sich keine Rechenschaft mehr geben wollte. Die Antwort auf ihre Frage, auf jene eine entscheidende Frage, hatte sie ganz tief in sich versenkt. Zu Anfang hatte freilich ihr Gewissen gemahnt und geklopft. Es wollte nicht Ruhe geben. Immer wieder klang Giovannis Antwort mahnend in ihr auf. Aber sie hatte ihr Gewissen, diesen unbequemen Warner, überwunden. Sonst säße sie nicht hier. Man durste nicht sentimental sein. Man durfte sich nicht von törichten Skrupeln das Leben zerstören lassen. Der Entschluß, der vor Jahren blitzartig bei Giovannis Worten in ihr aufgeleuchtet, er hatte sich zu eisernem Willen verdichtet. Es kam nur darauf an, daß der ganze Plan, den sie im geheimen gefaßt und durchgeführt hatte, bis ins letzte hinein gesichert war. Und darum war sie jetzt bei Heßling. 4. Kapitel. Arme kleine Mariella! „Nun, gnädige Frau, so tief in Gedanken? Verzeihen Sie, daß ich Sie so lange warten ließ. Hat es lange gedauert?" Verwirrt strich sich Annina über die Stirn. Sie hatte ganz vergessen, daß sie nicht in der Vergangenheit mit Giovanni war, sondern in der Gegenwart und hier im Zimmer Doktor Heßlings. „So, gnädige Frau, ich stehe nun ganz zu Ihrer Verfügung." Heßling sah die tiefe Erregung in Anninas Zügen. Die Erinnerung an die Vergangenheit schien sie sehr zu bewegen. „Frau Annina , fragte er mit echter Teilnahme, „wollen Sie lieber nicht weiter sprechen?" Annina faßte sich mühsam. Sie mußte jetzt weiter reden. Und so sagte sie dann stockend: „Nein, nein, Doktor Heßling, wenn mich auch die Erinnerungen sehr bewegen, um Mariellas willen muß ich in einer bestimmten Sache Ihren Rat haben. Also hören Sie weiter. Giovanni ging von mir, ohne Mariella noch einmal gesehen zu haben. Er fürchtete, dem Kinde den Abschied schwer zu machen. Aber Mariella gewöhnte sich schnell an mein Heim und an mich. Ich tat alles, was Giovanni erbeten. Ich ließ sie alles lernen, was sie wollte. Nur bedrückte mich der Gedanke, daß Mariella als erwachsenes Mädchen nicht mehr ihr eigen nannte. Das Kapital reichte knapp, um ihr eine gute Erziehung angedeihen zu lassen. Ich selbst mußte sehr viel beisteuern, obwohl ich eigentlich dazu nicht in der Lage war. Da erhielt ich eines Tages einen merkwürdigen Brief. Er war aus Neapel adressiert. Der Schreiber gab sich nicht zu erkennen. Die Unterschrift war unleserlich. In diesem Brief stand folgendes: Es lebt ein Mensch, der mehr von dem Prinzen Bonaglia weiß als Sie, und der das Familienerbe der Bonaglia in Händen hat. Das Erbe ist sehr wertvoll und würde der Prinzessin Mariella ein sorgloses Leben ermöglichen. Lassen Sie durch einen geschickten Detektiv nachforschen. Pietro Massagni in der Hafenaasse von Neapel wird Näheres darüber wissen. Aber machen Sie es unauffällig. Die Polizei darf nichts damit zu tun haben. Es würde sonst einen ungeheuren Skandal geben. Die betreffende Person stand einstmals in näheren Beziehungen zu dem Prinzen Bonaglia. Es würde ihm sehr peinlich sein, würde sein Name durch die Zeitungen geschleift. Es wäre dann nicht nur allein sein guter Ruf vernichtet, sondern man würde auch von Mariella sprechen. Man sagt, daß sie in Wahrheit gar nicht das Kind des Prinzen und feiner deutschen Frau wäre, sondern das Kind einer anderen Frau, die der Prinz heimlich liebte. Sehen Sie zu, das Familienerbe tn die Hände zu bekommen. Ein treuer Freund und Diener des Hauses Bonaglia." Gespannt hatte Heßling zugehört. (Fortsetzung folgt!) und sung hat, einen uns der Fii nung Reich des 1 *♦ 4. M alt, N)' alt, ** nen igen büro la<$ deutungs Schulst Lehrer § piabe fü Zwischen vorstände weinde Eltern, C aus ö (Lehrer erziehu, Die Nc schaftlich u in un Bezi v L o ?vcht.k Merl "VlkNll b-!d ■ft ft; Leiter de [n seiner Mer El chorvortri tantri^ tanzen, N?s fp Haus, £ glicht je' den n Lns deut l'.e Zur 5 te wurden «en. 91, > »i "n «Ile i "nb b,m »^5? i u y l:<4> @&:r r -A< - ' >fj u Ihrer ilnahme, Ange« Bemes« n Bor« ia5 Zii- it schien fin« )ran= 1 für und phen« auch r ge- ■ und auch n der t les« über« i wird meh« Jnter- ezeich« 1 alfo ischen iU hoch, inbenen lei den tschasto- prufung etzt wei- ich auch Rariello6 ,e Ihren niti ging eben ZN d schwer hnell an -1- ® n'e gas Ve 616 Wh- ’K , um # ssen. ch eigent f'Van M 3" d05 o° ftj tz? -u ÄL 1 ’ r 3- g anz°ndsten ‘Reuanifie für den guten Stand der hiesigen Zucht stien'"bei ier KleirLerschau in Frankfurt gegeben worden. Sämtliche dort gezeigten erhielten beste Auszeichnungen, dabei den titel für ein prachtvolles Exemplar Deutscher der des Züchters Wilhelm Schulthe\ . . . &en en Ergebnissen dürfte der Verein sth 3 l ein, und sie müßten zu weiteren Leistungen pornen. Der Kassenbericht des Kassenwarte zelgk die Kasse in bester Ordnung auf einem gunst g Stand. Die Wahl zum Veremsfuhrer erbrachte o einstimmige Wiederwahl des um die Sache der Kaninchenzucht sehr verdienten langjährigen Vorsitzenden Wilhelm Schultheis. Zu seinen Mitarbeitern im Vorstand bestimmte er als Stellvertreter des Vereinsführers Rudi S chi e r b , Rechner K Dietz; Schriftführer Hch. Lehr; Zuchtwart Willy Fey. Jrn weiteren Verlauft der Versammlung wurde beschlossen, die Lokal chau 1936 gemein- am mit dem Kaninchenzuchtverein Daubrmgen am 7 und 8. November in Lollar abzuhalten. Die Felle in ansehnlicher Masse und guter Qualität wurden restlos der Fellsammelstelle zugefuhrt. Lollar, 3. März. Bei herrlichstem Flugwetter herrschte am vergangenen Sonntag bei unserem hiesigen Fliegertrupp emsige Flieger- tätigkeit. Nach eifriger Schulung auf ^^""h^ele- aenen Alten Berg und einigen prächtig gelungenen Starts am Vormittag konnten am Nachmittag noch vier Segelflieger des Trupps ihre A= Prüfung ablegen. o Mainlar, 4. März. Die Sammlung der DAF. für bas WHW. am vorigen Sonntag ergab in der gesamten Ortsgruppe den Betrag von rund 221 Mark. Davon entfallen auf Mainzlar 127 RM., Saubringen 57 RM (Staufenberg 37 RM. Die Sammlung der. ^tnebsgemeinschaft der Didierwerke erbrachte rund 96 W -Die pie fiqe Spar- und Vorschußkass e hielt am Samstagabend bei Gastwirt Koch ihre Mitglieder- versammluna unter Leitung des Direktor Heinrich Laar IV. ab. Aus dem Kassenbericht des Rechners Schlapp war ein günstiger Stand der Kassenlage ersichtlich. Satzungsgemaß schiedenine Aufsichtsratsmitglieder G. Merke l und L. Do ge l aus. Für' den freiwillig ausfcheldenden L. Pogel wurde Karl Schlapp neu m den Au^ fichtsrat berufen, G. Mertel blieb im Amt. Nach ab- Außerdem besteht für Aenastliche unö Vorsichtige die Möglichkeit, sich einer Vorprüfung m 120 Silben zu unterziehen, die den Zweck h"k, den Prüflingen das Gefühl der Sicherheit und einen Maßstab für ihre Leistungsfähigkeit zu verschaffen. Man beachte die heutige Anzeige! ** Dienst jubi lau m Am gestrigen 3. März konnte, wie der Vorsteher des Finanzamtes Gießen uns mitteilt. Obersteuerinspektor H ö n i q vom Finanzamt Gießen auf eine 41jährige Dienstzeit zurückblicken. Aus diesem Anlaß überreichte ihm der Vorsteher des Finanzamtes eine Urkunde des Führers und Reichskanzlers, die die Glückwünsche und den Dank des Führers für die dem Reiche geleisteten treuen Dienste zum Ausdruck bringt. Ferner wurden dem Jubilar durch den Vorsteher des Finanzamts der Dank und die Anerkennung der Reichsfinanzverwaltung im Namen des Reichsministers der Finanzen und des Präsidenten des Landesfinanzamtes ausgesprochen. »» Ein- Siebzigjährig-. Am heutigen 4. Marz kann Frau Elisabethe Trän kn er Bahnhofstraße 31 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische ihren 70. Geburtstag begehen Am heutigen Tage ist sie auch seit 50 Jahren treue Bezieherin des Gießener Anzeigers. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 15. bis 29. Februar verstarben in Gießen- 18.: Alwine Schneider, Hausangestellte, 29 Jahre alt, Kreuzplatz 5; Pauline Schroeder, geb. Klimeck 75 Jahre alt, Mühlstraße 29. — 19.: Martin Stroh, Amtsgehilfe i. R., 68 Jahre alt, Georg-Phi- lipp-Gail-Straße 12; Marie Viering, 49 Jahre alt Wilhelmstraße 49; Margarethe Horn, geb. Nuhn, 67 Jahre alt, Marktplatz 18. — 20.: Konrad Schmidt, Bahnarbeiter i. R., 81 Jahre alt, Neuenweg 50. — 23. Karl Müller, 77 Jahre alt, Landmannstraße 4. — 27.: Hanna Hinder, geb. Stroh, 35 Jahre alt, Gnauthstraße 5. — 28.: Henriette Freifrau von Heimrod, geb. Siepmann, 74 Jahre alt, Moltkestraße 10; Marie Lepper, 70 Jahre alt, Bahnhofstraße 31; Josef Lusch, Arbeiter, 42 Jahre alt, Wiesecker Weg 23. ** Das Fundsachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat Februar gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Land- araf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. Amtsgericht Gießen. Wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung wurde der H. L. W. aus Rosbach zu 25 RM. Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte fuhr am 5. November 1935 mit seinem Personenkraftwagen durch die Neustadt, ohne die rechte Straßenseite einzuhalten. An der Ecke Kirchstraße stieß er mit einem aus der Kirchstraße kommenden Personenwagen zusammen. Das Gericht befaßte sich sodann mit dem schon einschlägig vorbestraften Heinrich Weber und dem H. Sch., beide aus Gießen, wegen Diebstahls. Die Angeklagten entwendeten aus dem Hofe einer hiesigen Wirtschaft ein Fahrrad und fuhren damit nach Marburg. Das Gericht erkannte gegen W e - der wegen Diebstahls im erschwerenden Rückfall auf eine Zuchthaus st rase von 1 Jahr 6 Monaten, gegen Sch. auf 1 Monat G e - f ä n g n i s. Oberhefsen. Lehrertagung in Lich. Quadratmeter geboten worden. Die zweite Verstei- aerung ergab ein nicht viel besseres Bild. Für Ackerland ergab sich ein Durchschnittspreis von etwa 45 bis 50 Pfennig, für Wiesen 30 bis 35 Pfennig je Quadratmeter. # Querfborn, 3. März. Durch eine von der Bürgermeisterei gestellte Kommission routbe der größte Teil der Ob st bäume in unserer Gemarkung bei einem Rundgang eingehend geprüft. Alte und kranke Bäume wurden gekennzeichnet und müssen innerhalb einer bestimmten Frist beseitigt werden. Die übrigen Bäume werden gründlich hergerichtet und demnächst mit der von )er Gemeinde angeschafften Baumspritze behandelt. — Die Bautätigkeit in unserem Orte wird voraussichtlich in diesem Jahre nicht so rege werden wie im Vorjahre. Außer einigen An- und Umbauten sollen ein Wohnhaus und eine Scheuer neu errichtet werden. O Hausen 1. März. Gestern hielt der hiesige Obstbauverein im Gasthaus „Zur Jahneiche" seine gut besuchte Jahreshauptversammlung ab. Nach der Begrüßung sprach der Vereinsführer, Lehrer Zöller, über die Bedeutung des Obstbaues im Rahmen der Erzeugungsschlacht. Er betonte im besonderen: Genau wie jeder andere Betriebszweig der Landwirtschaft, so muß sich auch der Obstbau die größte Mühe geben, Höchstes zu leisten. Es muß gelingen, den Obstbedarf unseres Volkes aus dem heimischen Obstbau zu decken und uns vom Auslande unabhängig zu machen. Wir müssen im Obstbau Selbstversorger werden. Die mehreren hundert Millionen Mark, die bis in die letzten Jahre hinein jährlich für Obst in das Ausland gingen, müssen der deutschen Gesamtwirtschaft zugute kommen. Das erfordert aber, daß sich jeder Obstzüchter darüber unterrichtet, mit welchen Mitteln und auf welchem Wege die Leistungen im Obstbau nach Menge und Güte des Obstes gesteigert werden können. Diese Klarheit zu vermitteln gehört zu den Ausgaben der Obstbauvereine. Es hat sich gezeigt, daß gerade im Obstbau noch recht erhebliche Unterschiede der Ernteerträge auch bei solchen Baumanlagen bestehen, die unter ziemlich gleichen natürlichen und wirtschaftlichen Bedingungen arbeiten können. Diese Ungleichheit der Ernten ist in den meisten Fällen in der ungleichen Arbeit der Baumbesitzer begründet. Hier muß deshalb von den führenden Stellen planmäßige Belehrung und eingehende Erziehungsarbeit einsetzen. Jedem Baumbesitzer ist klar zu machen: Du hast dich mit deiner Arbeit als Mitkämpfer willig und freudig in die Erzeugungsschlacht einzureihen. All die vielen Einzelmaßnahmen: das Entfernen abgängiger Bäume, das Auslichten der Baumkronen, die Bekämpfung der Baumschädlinge aus Tier- und Planzenreich, die Neupflanzungen und alles andere sind aufeinander abzusttmmen, ihre Wirkung ist am Erfolg zu zeigen. Ein voller Erfolg ist aber nur zu erzielen, wenn alle Maßnahmen gewissenhaft durchgeführt werden. Der Vereinsoorsitzende berichtete weiter über die Tätigkeit des Vereins in 1935. Die von der Behörde bestellte Ortskommission für Ueberwachung und Pflege des Obstbaues ordnete die Winterspritzung mit Obstbaumkarbolineum für die Hälfte der Gemarkung an und übertrug, öie Durchführung dem Obstbauverein, der mit seiner Karrenspritze tagelang arbeitete. Es wurden 2124 Bäume mit Karbolineurn bespritzt. Abgängige Bäume wurden entfernt, viele wurden ausgelichtet. Eine große Zahl erhielt Kalkanstrich, die Baumscheiben wurden umgegraben. Es wurden Leimringe gegen Winterfrostspanner angelegt, mit Kalk, Kali und Thomasmehl gedünkt und eine Anzahl Neupflanzungen ausgeführt. Die gleichen Arbeiten sind in jedem Jahre vorzunehmen. Es wurden für 1936 weiter Frühjahrs- und Sommerspritzung, Feldrundgänge und eine Obstausstellung geplant. Geräte für Herstellung von Süßmost sollen beschafft werden. Die von Altbürgermeister Happel gestellte Rechnung fand volle Anerkennung und zeigte, daß der Verein auch wirtschaftlich richtig gearbeitet hatte. Ortsbauernführer Th. Schlag berichtete über einen 1935 stattgefundenen Lehrgang über Süß- mostbereitung. So wurde noch manche Frage besprochen und geklärt. Als letzter Punkt der Tagesordnung fand eine Geräteoerlosung von Obstbäumen und Obsffträuchern, sowie einiger Obstbaugerätschaften statt. Die Versammlung klang aus in den Worten des Vorsitzenden: Hebung des Obstbaues ist Dienst am Vaterland! I Garbenteich, 3. März. Der hiesige O b st - und Gartenbauverein hielt am Samstag feine diesjährige Jahreshauptversammlung bei Gastwirt Lotz ab. Der Dereinsführer, Baumwart Friedrich Weigel, gab zunächst einen Rückblick auf die im vergangenen Jahre oorgenomenen Pflanzungen und Arbeiten innerhalb des Vereins. Es konnten reges Interesse und gute Fortschritte auf allen Gebieten festgestellt werden, besonders das Spritzen von Bäumen und Sträuchern wurde wiederholt durchgeführt und brachte aute Erfolge. Weiter gab er bekannt, daß im Laufe des Jahres noch eine Rückenspritze für die Zwecke des Vereins angeschafft werde. Die von Kassenwart Otto W a 11- bo11 befanntgeaebene Jahresrechnung zeigte einen guten Stand und schloß mit einem Heberschuß ab. Kassenprüfer Hupfe 1 d konnte von einwandfreier Kassenführung berichten. Dem Gesamtvorstand wurde Entlastung erteilt. Sodann wurden verschiedene Sorten Obst- und Sträucherpflänzlinge verlost. Für das Winterhilfswerk wurde eine Sammlung vorgenommen, die 5,30 RM. ergab. Vereinsführer Weigel bat noch alle Mitglieder, mitzuhelfen, daß die im letzten Jahr auf 80 angewachsene Mitgliederzahl im neuen Vereinsjahr sich weiter steigert und schloß dann in der üblichen Form die Versammlung. ch Dorf-Gill, 3. März. Am Samstagabend veranstalteten B D M. und I M. einen Elternabend, der sehr gut besucht war und ein schönes Erlebnis für alle bedeutete. Die Führerin E. I u n g hieß alle herzlich willkommen und sprach kurz über den Sinn und die Gestaltung des Elternabends, der als Dorfgemeinschaftsabend aufgezogen war. Nach einem frohen Volkslied hielt Zellenleiter G. Sarnes eine Ansprache, in der er immer wieder den Wunsch äußerte, daß sich alle Eltern einmal von Herzen mit den Mädeln freuen sollten. Die gewünschte Verbindung zwischen Eltern und Mädeln war auch bald hergestellt, als alt und jung sich an den Volkstänzen beteiligen mußte, die die Jungmädel vorgetanzt hatten. Die Eltern lernten auch ein neues Volkslied und einen Kanon, was allgemein viel Freude bereitete. Die Jungmädel führten im Laufe des Abends zwei Märchenspiele, der BDM. ein kleines Theaterspiel auf, die alle einen ausgesprochen heiteren Charakter hatten und herzlich ausgenommen wurden. Mundartgedichte, kleinere Singspiele und Volkslieder wechselten miteinander ab. Besonders gefiel ein luftiges Zwiegespräch: „Die zwaa Aierfraae in de Eisebob". Als dann die Führerin das Schluß- wort fpra > und nur lachende, vergnügte Gesichter sah, konnte ^e vollkommen befriedigt das Schlußlied anftimmeix. denn der Abend hatte seinen Zweck erreicht: er hatte Mädel und Eltern in froher Kameradschaft und wahrem Volkstumsgeist näher- gebracht, er hatte die Gemeinschaft erheblich gestärkt. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 3. März. Die Winterfrucht ist bis jetzt sehr gut durch den Winter gekommen, Weizen und Roggen zeigen einen lückenlosen Stand. Wenn keine schweren Märzfröste mit Taqessonnenschein kommen, dann kann man die größten Hoffnungen auf den Wachstumsoerlauf setzen. Auch die O b st - bäume, Steinobst wie Kernobst, haben zahlreiche Fruchtknospen angesetzt. Sie haben sich verhältnismäßig schon weit entwickelt. Aber auch hier muß man die Witterungsoerhältnisse in den kommenden Monaten abwarten. In manchen Gemeinden hat man mit dem Spritzen von Obstbaumkarbolineum begonnen. Es wäre zu empfehlen, daß das überall geschieht, denn nur bei geschlossenem Vorgehen können wir Herr über die Obstschädlinge werden. Wohl dem milden Winterwetter ist es zuzuschreiben, daß es Heuer so viel wild wachsenden Feldsalat („Nüßchen") auf den Kleeäckern, an Rainen und Abhängen gibt. Im allgemeinen gilt der wild wachsende Feldsalat als sehr zart. Manche Kinder können nun ganze Körbe voll einsammeln. O L i ch, 3. März. Am Tage der weißen Narzisse gingen in unserer Stadt 234,30 Mark ein. Bei der letzten Reichsgeldsammlung wurden 89,60 Mark gespendet. —.— L i ch, 3. März. Der Ortsverein Lich des Deutschen Roten Kreuzes, Alice- frauenverein, führt, wie im vergangenen Jahr, in den nächsten Tagen zur Heranbildung von Samariterinnen des Roten Kreuzes einen Ausbildungskursus durch. Leiter ist Dr. med. Neunhöffer (Lich). Bis jetzt haben sich 24 junge Frauen und Mädchen zur Teilnahme gemeldet. In einem Aufruf an die weibliche Jugend betont die Vorsitzende des Ortsvereins, F ü r st i n Reinhard zu Solms-Li ch, daß Dienst fürs Rote Kreuz in besonderem Maße Dienst für Volk und Vaterland sei und daß sich diesem Dienst kein deutsches Mädchen, das das 18. Lebensjahr überschritten habe und zu diesem Dienst geeignet sei, entziehen sollte. Der Kursus beginnt am kommenden Freitag, 6. März, im alten Rathaus. Auskunft erteilt die Ortsgruppenleiterin der Samariterinnen vom Roten Kreuz, Frau Regina G i e s e l e r, die letzte Anmeldungen noch bis heute, Mittwoch, abend entgegennimmt. Kreis Schotten. □ Laubach, 3. März. Am Sonntagabend wurde im Saale des „Solmser Hofes" bei gutem Besuche der Kyffhäuser-Nationalton- film „Im gleichen Schritt und Tritt" vorgeführt, der ein umfassendes Bild von der Entwicklung und Geschichte des Deutschen Reichskriegerbundes gab. Zuvor sprach Bezirksführer Stein (Hirzenhain) einleitende Bearüßungsrg»rte. Der Abend wurde umrahmt von flott gespielten Märschen der Kapelle des Laubacher Musikvereins. O Laubach, 3. März. Der erste von der NS. - Frauen schaft veranstaltete Mutter- Schulungskursus fand vom 17. Februar bis 1. März in unserer Gemeinde statt und führte in das Gebiet der Säuglingspflege ein. Als Vortragende weilte die Wanderlehrerin Schwester Friedel Lüder aus Frankfurt a. M. hier, die es in hervorragender Weise verstand, die Abende unterhaltend und lebendig zu gestalten, und alle Teilnehmerinnen werden mit Dank und Freude an diese lehrreichen und zugleich frohen Stunden zurückdenken. Eine gemütliche Abschiedsfeier mit Kaffee und Kuchen am Sonntagnachmittag, an der auch Bürgermeister H ö q y unt) der stellvertretende Ortsgruppenleiter Pg. Braun teilnahmen, und in welcher Schwester Friedel noch einmal die Bedeutung dieser Mutter-Schulungskurse hervorhob, und die Frauenschaftsleiterin Frl. Fritsch Schwester Friedel sowie allen andern, die sich bei der Durchführung des Lehrgangs Verdienste erworben haben, den Dank der Frauenschaft aussprach, bildete den Abschluß des sehr befriedigend verlaufenen Mutter-Schulungskursus. = Groß-Eichen, 3. März. Unser Pfarroer- walter Barth olomae, der seit sieben Monaten das hiesige Pfarramt verwaltete, ist auf seinen Wunsch versetzt worden und hat sein neues Amt in Bleidenstadt bei Wiesbaden bereits angetreten. — Die Sammlung der DAF. für das Winter Hilfswerk erbrachte am vorigen Sonntag in unserem Orte den Betrag von 24,95 Mark. Kreis Alsfeld. <£ Alsfeld, 1. März. Am Freitag und Samstag abend gab die „Deutsche Musikbühne" der NS. - Kulturgemeinde, Amtsleitung Berlin, hier wiederum zwei Operngastspiele. Am ersten Abend gelangte Puccinis dreiaktige Oper „Madame Butterfly" zur Aufführung, der folgende Abend brachte heitere Kunst mit Puccinis einaktiger komischer Oper „Die betrogenen Erben" („Gianni Schicchi") und der bekannten Operette „Die schöne Galathäe" von Franz von Suppe. Der außerordentlich starke Besuch der Vorstellungen an beiden Abenden legte Zeugnis davon ab, daß die Operngastspiele der „Deutschen Musikbühne", die kein Opfer ist zu groß und zu schwer, das du deinem Volke bringst. Am letzten Eintopfsonntag des WHD. 1935/36, dem 8. INärz, mußt du danach handeln. erkennung verdient. Die von der „Deutschen Musikbühne" mitgebrachten künstlerischen Bühnenbilder und die reich ausgestattete Beleuchtung gaben beiden Vorstellungen einen sehr stimmungsvollen Rahmen. Von der Alsfelder Theatergemeinde wird es besonders dankbar begrüßt, daß die „Deutsche Musikbühne", die sonst nur in größeren Städten spielt, ihre hochwertige Kunst dank der unermüdlichen Bestrebungen der Stadtverwaltung auch einer kleinen Stadt zugut kommen läßt. Es wäre allerdings erwünscht, wenn in der kommenden Spielzeit auch wieder die in früheren Jahren regelmäßig veranstalteten Gastspiele des Gießener Stadt- Tödlicher Unfall im Marburger Hauptbahnhof. LPD. Marburg, 3. März. Montag früh, kurz nach 6 Uhr, wurde der im Eilgutladedienst beschäftigte 48jährige Arbeiter Wagner aus Roth beim Ueberschreiten der Gleise im Marburger Hauptbahnhof von dem aus Richtung Kassel kommenden Personenzug überfahren und so schwer verletzt, daß er bald nach seiner Einlieferung in die Klinik starb. Der Verunglückte war seit 16 Jahren bei der Bahn beschäftigt. 3m Leben und im Tod verbunden. LPD. Bensheim, 3. März. Vor zwei Jahren konnten die Eheleute Josef Groß das goldene Ehejubiläum feiern. Nun sind sie, die im Leben so friedlich verbunden waren, auch im Tode bereits seit vier Jahren hier regelmäßig stattfinden, sich großer Beliebtheit bei der Alsfelder Theater- gemeinde und in der Umgebung erfreuen. Die künstlerischen Leistungen standen, wie im Vorjahr, auch diesmal auf voller Höhe. Das 37 Mann starke Orchester spielte mit bemerkenswerter Tonschönheit und in tadelloser Anpassung an die Singstimmen. Die meisterhaft musizierte Ouvertüre zur „Schönen Galathee" fand besonders starken Beifall. Auch die Darsteller boten in gesanglicher, wie in darstellerischer Hinsicht sehr gute Leistungen, wobei das flotte, ausgeglichene Zusammenspiel besondere Anvereint geblieben. Innerhalb von 5 Stunden folgten die Eheleute, die beide ein Alter von 79 Jahren erreicht hatten, einander in den Tod. Aus aller Welt. Ueberfieblung der Besatzung des „LZ 129“ nach Frankfurt. Kapitän Lehmann ist zum Kommandanten des neuen Luftschiffes „LZ 129" bestimmt worden. Ihm sind die Luftschifführer P r u ß, S a m m t und Bauer beigegeben. Kommandant des Luftschiffes „Graf Zeppelin" ist Kapitän von Schiller, dem die Luftschifführer Witte- m a n n und L a d e w i g zur Seite stehen. Die Besatzung des „Graf Zeppelin" wurde auf die beiden Luftschiffe verteilt. Die dem „LZ 129" zugeteilten Führer und Besatzungsleute siedeln nach Frankfurt am Main über, während die Besatzung des „Graf Zeppelin" in Friedrichshafen verbleibt. Schiffszusammenstoß im kaiser-Dilhelmkanal. In der Nähe von Rendsburg stieß im Kaiser- Wilhelm - Kanal der Hamburger Frachtdampfer „Walter M. L. Ruß" auf der Fahrt nach Westen mit dem aus dieser Richtung kommenden Hamburger Motorsegler „Condor" zusammen. Der Motorsegler, der mit 150 Tonnen Wicken nach Königsberg unterwegs war, erlitt so schwere Schäden, daß er sank. Seine Besatzung wurde gerettet. Der Schiffsdurchgangsverkehr im Kaiser-Wilhelm-Kanal ist nicht beeinträchtigt. Erdbeben in China. Der Klanglu-Bezirk in Süd-Kansu wurde an der Schensi-Grenze von einem schweren Erdbeben heimgesucht. An vielen Stellen entstanden große Erdspalten. Mehrfach fanden Erdrutsche statt. Rund 1100 Häuser sind eingestürzt. 50 Menschen wurden getötet oder verletzt. Bei den Erdstößen kam auch viel Vieh um. Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 4. März. Gießen. Sladtkirche. 20 Uhr: 3. Passionsandacht; Pfr. Becker. Donnerstag, den 5. März. Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20.15 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Anthes. Freitag, den 6. März. Gießen. Petruskapelle. 20 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Trapp. Heinrich Rohrbach jetziger Inhaber der BeMro-Firma Mm Weißlacker Gießen, H ind en bürg wall 23, Fernruf 3469 bittet auch fernerhin um das bisher der Firma und ihm persönlich in seiner früheren Tätigkeit als Elektromeister entgegengebrachte Vertrauen 1378 D MWiMMklWsW Die nächste Prüfung findet am Sonntag, 22. März 1936, vormittags 9 Uhr pünktlich, in der Oeffentl. Handelslehranstalt Gießen, Liebigstraße16 statt. Die Anmeldungen haben bis spätestens 11.3.1936 auf vorgeschriebenem Formular, das von der Kammer anzufordern ist, zu erfolgen. Mit der Anmeldung ist die Prüfungsgebühr in Höhe von RM. 2- auf Postscheckkonto Nr. 61599 Frankfurt Main mit dem Vermerk „Stenogravhenprüfung" zu überweisen. i367D Industrie- und Handelskammer Gießen Die Rechnung der Evang. Gesamtgemeinbe Gießen für 1933 Rj. nebst Urkunden liegt in der Zeit vom 6. bis 13. März, jedesmal von 8-12 Uhr, in dem Amtszimmer des Unterzeichneten zur Einsichtnahme durch die Gemeindeglieder offen. Evang. Gesamttirchenvorstand: Äechtolsheimer. Gießen, 4. März 1936. _____ 1377 D Bekanntmachung. Die im Februar 1936 stattgefundenen Brennholzversteigerungen im Stadtwald wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 10. Marz 1936 bet der Bürgermeisterei des Wohnorts in Empfang zu nehmen. 1363C Gießen, den 2. März 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. alkoholfrei, liefert frei Haus 1040d „ Barhenne, vmmth-tr.S, Fernruf . B M W.-V ertreter für die Kreise Gießen, Wetzlar und Schotten: i AJä Otto Faber/Gießen 1292 D Meine Praxis befindet sich ab 1. März 1936 Seltersweg 70 Sprechzeit: Von 8% bis 9%, 15 bis 16% Uhr. Dr. W. Malech 1288 b EmmericherWaren-Expedition GmbH. 1361 D Miele mn «wtinrtchtem und rentartdem Sedw-Motor •MotorahrrcicL Modell 1956 Oas ideale Verkehrsmittel für\ ane Berufe in Stadt und Land. Fahrradhaus Aßmann Gießen, Neustadt 20 1197v BittigeSeefische Marke Fifi...« von 35 4 an chellfrsche iLUr.i.Ausschn. «40 4 Grüne Heringe ........3 « 45 4 Schollen, Rotzunyen, leb. Karpfen lebende Schieten empfiehlt LL-koch Nachfolge« Mausburg 15 1375a Teleph. 3612. Zur gefl. Beachtung! Mein Lotterie-Büro ist ab heute von vormittags 8 bis nachmittags 7 Uhr durchgehend geöffnet! Bestellungen auf Lose zur nächsten Lotterie werden von mir schon jetzt ausgeführt FRITZ FLIMM Walltorstr. 63 Staatl. 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März 1936. i36sD Der Vorsteher: Hardtmann. Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene m. 8 jähr. Schulbildung. Ziel : Mittlere Reife (früher Einjähr. - Exam. genannt). Für Mädchen auch Kochen und Nähen. Schulgeld RM 17.— , keine Nebengebühren. Ein u. halbjährige Handele- fachklasse Schulgeld RM 19.-, keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige i Maschinenschreiben, Steno- araphie und allen Handelsfächern. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte in Gießenjederzeit im Schulgebäude Goethestraße 32. 1369 A Avenarins „Dendrin“ Schaches Obsthauin-Karholineuin DBF. (verstärkteQualität) empfiehlt Sameahaus HclLHahn Bahnhofstraße, Telephon 3403 Bel größer. Bedarf Vorzugspreise ein- und mehrflammig, gute Qualitäten,reiche Auswahl, kauft man vorteilhaft bei Denken Sie daran: «I. B. Häuser Gießen 872 a Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 W J-B H j Für die vielen Älumen, Geschenke und Kartengrüße zu meinem 82. Geburtstage danke ich auf diesem Wege aufs herzlichste Frau Kaih. Arndt Wwe., Leichenfrau Gießen, Kaplansgafse 10 01012 Ooethe-Bund Gießen Freitag, den 6. März 1936. abends 8 Uhr, in der Neuen Aula: Sonderveranstaltung Lidilhildenorlrafi des berühmten schwedisch. Forschers Sven Hedin „8 lahre Kampf in Ural-Asien" Eintrittskarten (sämtlich numeriert) zum Preise von 3.50,2.50, 2 — u. zu 1 Mk. im Musikhaus Challier, Neuen weg, und an der Abendkasse. Mitglieder des Goethe-Bundes erhalten die 3.50- bis 2-Mark- Plätze gegen Rückgabe des Gutscheins Nr. 2 (hellbraun) um je 1 Mk. bis zu 2 Platzkarten ermäßigt. 1223d Bisher in allen Städten aus verkauft! RWWeMeuWleMeil (Erl.v. 23.5.35-III c 1130/35.1) Anmeldungen: 6. März von 8 bis 13 Uhr im Lyzeum, Eingang Dammstrahe. Im Verhinderungsfälle genügt schriftliche Anmeldung. (irfürbtrlidjC Dorbilbunfl; Obersekundareife. Vorzulegen sind: letztes Schulzeugnis, Geburtsschein, 2. Impfschein. Nähere Auskunft erteilt die Schulleitung. Schelhorn, Oberstudiendirektor. 834 0 8T77Z<5tz7936 i8(ntopffonnt< ilagE (ntopffonntog$(ntopf Mopkläppp voo3 bis 20v.H. erhalten Sie bei wieder* ndulllCluuU holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Nr. 54 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhesien) Mittwoch, 4.lNärz(y36 lichen Vorzügen meiner nicht unwert sei, annehmen am Die unterstützt von einem Beamten und einem einem Gesetzgebenden heißen: Gau Gau Gau Gau Gau Gau Gau Gau Meisterschaftsspiele im SauMordhessen. Die Punktekämpfe am ersten Märzsonntag im Gau Nordhessen waren nur noch für die Abstiegsfrage von Bedeutung, da der Meister nun endgültig feststeht. In den beiden Spielen schlug der Spielverein Kassel zu Hause den schon abgestiegenen SV. Bad-Nauheim nur knapp mit 2:1 (0:1) und VfB. Friedberg und VfB. Kurhessen Marburg trennten sich unentschieden 1:1 (0:1). Durch das Unentschieden hat sich Friedberg endgültig vor dem Abstieg gerettet, während Spielverein Kassel sich durch den doppelten Punktgewinn wahrscheinlich auch den Verbleib in der Gauliga gesichert hat. Kurhessen Kassel müßte, um noch die Abstiegsgefahr abzuwenden, beide noch ausstehenden Spiele gewinnen, während der Spieloerein in seinem letzten Treffen geschlagen werden müßte. Sportverein 1928 Garbenteich Garbenleich I — GroßenLinden I 10:1 (1:0). Wohl die wenigsten der etwa 300 Zuschauer, die am Sonntag auf dem Garbenteicher Sportfeld dem letzten Punktspiel des Sportvereins beiwohnten, hatten einen solchen Sieg der Meisterelf erwartet. Man hatte nämlich kurz vor dem Spiel noch eine Umstellung vornehmen müssen. Mit ungeheurem Eifer waren die Blau-Weißen von Anfang bis zum Ende des Spieles klar in Front. Durch diesen Sieg hat nun die erste Mannschaft unter Beweis gestellt, daß sie auch würdiger Meister dieser Gruppe ist. Das Torverhältnis lautet 58:19. Bis zur Halbzeit konnten sich die Gäste einigermaßen behaupten. Nach dem Seitenwechsel vermochten sie dem Tempo der Einheimischen nicht schiller bekommt einen HeiraiSantrag Es war zu Beginn des Jahres 1788. Schiller lebte seit dem Juli des vergangenen Jahres in Weimar. Nach einem Wiedersehen mit seiner „jungen Freundin" Charlotte von Lengefeld faßte er eine tiefe Zuneigung für sie. Jrn Februar 1790 führte er sie dann als seine Frau heim. Wie mag ihn aber gerade in dieser Zeit ein Heiratsantrag angemutet haben, der ihm eines Tages brieflich gemacht wurde? Herzlich muß er darüber gelacht haben: denn am 25. April 1788 schrieb er an seinen Freund, den Oberkonsistorialrat Körner: „Einen Spaß muß ich Dir noch erzählen, wenn es noch nicht geschehen ist: Vor einigen Wochen ist durch eine vierte Hand aus der fränkischen Reichsstadt Schweinfurth an mich ergangen, ob ich dort nicht eine Ratsherrnstelle mit leidlichem Gehalte, verbunden mit einer Frau von einigen tausend wolle." Nur zwei oder drei Stunden sollte die Stellung wöchentlich in Anspruch nehmen, wie Schiller dem Freunde weiter berichtete. Und da er sich auf keine andere Weise erklären konnte, wie man gerade auf ihn verfallen war, vermutete er die Urheberin dieses eigenartigen Antrages in der ihm zugedachten Frau. „Diese hat vielleicht einige Lektüre", heißt es in dem Brief weiter, „die ihr den Menschenzirkel um sie herum verleiden mochte, und da mag sie nun denken, daß sie mit ihrem bißchen Geld und der Lockspeise einer Stelle einen Menschen fischen könnte, der auch andere Forderungen befriedigt. Der Zufall hat ihr von meinen Schriften einige vielleicht in die Hände gespielt, an denen sie Geschmack gefunden hat, und für einen Juristen hält sie mich ohne Zweifel. So muß ich mir das Rätsel erklären, und der Meinung ist Wieland auch." Nun, es ist aus diesem verlockenden Heiratsantrag an den damals neunundzwanzigsährigen Dichter nichts geworden. Schiller hielt weiter zu seiner Lotte, und die heiratslustige Schweinfurterin, der er so begehrenswert erschien, hat sich anderweitig trösten müssen. Adolf N e s s. Schlesien: Vorwärts Rasensport Gleiwitz, Sachsen: Polizei-SV. Chemnitz, Mitte: 1. SV. Jena, Nordmark: TSV. Eimsbüttel, Westfalen: FC. Schalke 04, Niederrhein: Fortuna Düsseldorf, Nordhessen: FC. Hanau 93, Württemberg: Stuttgarter Kickers. 1:1 ab. Zum Spiel der 1. Mannschaft trat Steinbach mit Deuker, Keßler E., Schmidt £)., Keßler I., Leinweber, Horn H., Heckrodh E., Horn L., Burger E., Becker K. und Größer K. an. Während der ersten Halbzeit zeigte die Mannschaft ein sehr gutes Spiel. Der Sturm arbeitete ausgezeichnet zusammen. In der 20. Minute fiel durch eine schöne Leistung des gesamten Sturmes, abgeschlossen durch den Rechtsaußen das erste Tor für Steinbach. Die Gäste gingen dann mächtig aus sich heraus, konnten aber zunächst Steinbachs Hintermannschaft nicht überwinden. Als jedoch der Rechtsaußen der Gäste einmal plötzlich auf das Tor schoß, und der Tormann der Platzbesitzer anscheinend von der Sonne geblendet war, fiel der Ausgleich. Auf beiden Seiten wurde nun erneut energisch um die Führung gekämpft. Das Siegestor für Steinbach fiel aus einem Eckball heraus, der vom Halbrechten aus der Luft direkt zum Tor verwandelt wurde. Bei diesem Ergebnis blieb es bis zum Schluß. Das Spiel wurde sehr fair geführt. Es gab im ganzen nur zwei Strafstöße. Okympia-Heerschau der Handballer. Zwei llebungsspiele vor 3000 Zuschauern in Darmstadl. Im Trainingsheim Ettlingen (Baden) wurde am Samstag ein einwöchiger Olympialehrgang der deutschen Handballer abgeschlossen, der unter der Leitung des deutschen „Handball-Vaters" Karl Schelenz aus Berlin stand. Rund 50 Spieler aus allen Teilen des Reiches waren zu dem Lehraang zusammengezogen, der in erster Linie der taktischen Schulung und der Förderung der Kameradschaft und des Verständnisses zwischen den einzelnen Spielern diente. Der Lehrgang hat, wie die beiden Uebungsspiele, die am Zeitschrift* — Mit der Kamera durchs neue Deutschland heißt die Losung eines Preisausschreibens, welches die Zeitschrift „A r b e i t und Weh r", Illustrierte für das deutsche Volk, veröffentlicht. Alle Leser werden aufgefordert, Bilder einzusenden, die das deutsche Volk in Arbeit und Wehr zeigen. Interessante wirtschaftliche, politische und militärische Gegenüberstellungen mit fremden Staaten zeigen die Notwendigkeit und Bedeutung der deutschen Wehrmacht zum Schutze unserer friedlichen Aufbauarbeit. So gibt, neben einem interessanten Unterhaltungsteil mit Roman, Kurzgeschichten und Bildberichten, das vorliegende März-Heft einen Einblick in die technischen und wirtschaftlichen Neuheiten der Automobil-Ausstellung, wie in das Leben des Arbeitsdienstes, die Ski-Ausbildung des heutigen Soldaten, die wirtschaftliche Bedeutung der Schweiz, den gläsernen Zug der deutschen Reichsbahn, den Bau ausländischer Tankschiffe auf deutschen Werften, den Skisport des Jungvolks, die handwerkliche Arbeit in der Backstube u. a. Die schönen Bilder in Kupfertiefdruck machen jedes Heft zu einem wertvollen Propagandamittel für die gewaltige Aufbauarbeit des nationalsozialistischen Deutschland. (Verlag Arbeit und Wehr, Berlin SW 11.) Acht Gaumeister stehen fest. Nachdem am 1. März noch der 1. SV. Jena, Fortuna Düsseldorf und die Stuttgarter Kickers in ihren Gauen als neue Gaumeister ermittelt wurden, haben nunmehr acht von den 16 deutschen Fußballgauen ihre neuen Titelträger. Die neuen Meister mehr standzuhalten und mußten die Niederlage von 10:1 hinnehmen. Die erste Jugendmannschaft mußte unter unglücklichen Verhältnissen die Reise nach Daubringen antreten. Mit vier Ersatzleuten war dort nicht zu gewinnen. Die Elf hielt sich aber trotzdem mit 3:2 sehr tapfer. w ^.-Sp.-V. 1926 Steinbach. Steinbach I — Leihgestern I 2:1 (2:1). ernannten Mitglied, sowie Rat von ebenfalls drei Be- Der Fußballsportverein Steinbach hatte Sonntag zwei schöne Erfolge zu verzeichnen. 1. Mannschaft errang einen 2:1-Sieg, die Jugend trotzte der Leihgesterner Jugend ein Unentschieden politische Briefmarkensprache. llm den Besitz der Jalklandsinseln an der Güdspjtze Südamerikas. So wachsen diese neuen Bauten in der Hauptstadt der Bewegung als eine bauliche Offenbarung eines neuen Geistes empor. Es war der Wille des Führers, Bauwerke entstehen zu lassen, die noch nach Generationen einen neuen Bauwillen bezeugen. Wer diese Bauten heranwachsen sieht, wer die Wucht ihrer Formen, die Schönheit ihrer Baustoffe, die Kraft und Große, die Schlichtheit und Einfachheit ihrer Bausprache auf sich einwirken läßt, wer sie in eine innere Beziehung bringt zu den älteren großen Bauschop- fungen Münchens, der weiß, daß hier ein seit Jahrzehnten nicht mehr erlebter Wille lebendig ist und daß jener Geist, der ein ganzes Volk neu gestaltet hat, seine Verkörperung findet auch in einem Stil des Bauens und in Bauwerken, die noch nach Jahrhunderten zeugen werden von dem Baumeister des Dritten Reiches und von der Größe dieser Zeit. Dr. Karl Koll, München. als Regierungspräsident die Zügel in der Hand hält, Ausführenden Rat von drei Symmetrisch zur Achse der Brienner Straße schließen sich an die Ehrentempel die beiden Hauptbauten der Partei an, im Norden der Führerbau, gegen Süden der Verwaltungsbau. In der Reinheit und Harmonie ihrer Formgebung und in der Wahl der Baustoffe sind sie Zeugen edelster Baugesinnung. Sie sprechen m ihrer Ausdrucks- fvaft und Größe für die Zeit, die solche monumentale Bauausgaben zu stellen und auszuführen vermochte, sie sprechen für die, deren Wille, Geist und Hände sie erstehen ließen. . Führer- und Verwaltungsbau sind in Anpassung nn die übrigen Bauten des Königsplatzes in hellem Donaukalk ttin auf grauem Muscheltalksockel errichtet Als einzigen plastischen Schmuck tragen sie die von Bildhauer Schmid-Ehmen modellieren, in Bronze gegossenen Hoheitszeichen, mächtige Adl-r mit U Uentreu3 in Öen Sängen, wie sie in ähnlicher Ausführung, aber m Kupfer getrieben, auf der Spitze zweier Flaggenmasten dreiunddreißig Meter hach über dem Platz ihre Schwingen aus- breiten. • Die Domittante des Führerbaues ist der in der Mittelachse des ersten Obergescho.ses liegende Kon - greßsaal. In ihm werden sich die feierlichen Versammlungen der Bewegung vollziehen. Don den vierzig Senatorenfitzen auf der geraden Wand bauen sich in weitem Halbrund ansteigend die ^ihreihen auf Als Schmuck der riesigen Wand- st N werden nach einer Idee des Führers große Gobelins mit Darstellungen aus der Geschichte der Bewegung erstehen. Den Zugang zu dem Kongreßsaal vermitteln zwei, großangelegte Treppenhallen, deren Säulen aus je einem einzigen Steinblock gehauen sind. Offene breltraumige Wandelhallen verbinden in _ den beiden Haupt- geschossen die Treppenhatten. In den Fronten aller G schosse werden die Arbeitsraume hegen, auch das durch einen offenen Kamm heilig wirkende Arbeitszimmer des Führers, das auf einen Vorbau hinausgeht. Wie der Führerbau fo ist >m Aeußeren und m der Maüeinheit'auch der Verwaltungsbau gestattet. Nur sind hier zugunsten der Arbeitsraume die re- prästntvüven 6ä(e eingefchränkt. Den Haupt eil die- ses Baues bildet die gewaltige K a r t ot h ek der Partei, für die 250 mächtige Panzerschranke au- acllellt werden Zwischen den beiden Treppenhal- K liegen in zwei ^G-Ich°si°n Schranksaie, Uber "'M°°än°dsi°em Einstigen Brennpunkt der Bewe- auna tausend Hände bei der Vollendung der Bau- ken werk n, so gehl am Eingang zum Englischen Garten eine andere Schöpfung nationalsozialistischen Geistes der Fertigstellung entgegen: das amten und zwei auf fünf Jahre ernannten Mitgliedern. Wenn heute das kleine Jnfelreick zwischen dem 57. und dem 61. Grad westlicher Länge und um den 52. Grad südlicher Breite von Argentinien nach wie vor stark begehrt wird, so fußt man zuerst einmal auf den genannten rein völkischen Gründen, zum anderen aber auch auf geographischen, denn die Falklandsinseln liegen durchaus dem argentinischen Festlande vorgelagert und werden als ein Teil des argentinischen Hoheitsgebietes angesehen. England besitzt jedoch in ihnen einen wichtigen Stützpunkt, der einmal Ausgangspunkt in das 1909 von England zum britischen Territorium erklärten Gebiet um den Südpol ist (drei Millio- n'en Quadratkilometer mit nur 700 Einwohnern auf Süd-Georgia), von dem aus zum andern aber auch wie im Weltkriege, die Seefahrt um das Kap Horn herum beherrscht werden kann: eine Gelegenheit, die in zukünftigen Auseinandersetzungen zur See einmal sehr aktuell werden könnte, wenn nämlich durch irgendeinen Zwischenfall der Panamakanal entweder gesperrt oder zerstört werden würde. Daher der energische Widerstand Großbritanniens gegenüber den argentinischen Versuchen, mit Briefmarken ihre Meinung zu sagen. Als w r noch mit der bunten Gymnasiastenmütze umherhefen und em roenia tollpatschig nach Aus- drucksmoglichkeiten für unsere ersten Zuneigungen suchten, erfanden mir die Briefmarkensprache Mal links mal rechts auf den Umschlag geklebt', mal gerade: 0 sagten wir es auf philate- lsstlsche Weise. - Auch die Politik hat sich schon häufig der deutlichen und eindringlichen Demonstration im Briefmarkenbild bedient: an Jubiläumstagen und zu besonderen Anlässen erscheinen Neu- ausgaben — man denke an die Olympia-Serien Deutschlands, Amerikas, Hollands! — neue Briefmarken kommen als Zeichen der nationalen Trauer oder Freude heraus. Kolonialmächte bedienen sich der Postwertzeichen, um ihren Besitz zu unterstreichen. Kurz: es gibt vielfältige Anlässe und Möglichkeiten, politische Willenskundgebungen durch das buntbedruckte Stückchen Papier zum Ausdruck zu bringen. Vor einigen Tagen hatte sich das englische Unterhaus mit einem höchst unangenehmen Zwischenfall zu befassen, der eine interessante Frage im äußersten Süden des Atlantischen Ozeans aufrollt: Argentinien hat Briefmarken ausgegeben, auf denen die F a l k l a n d s i n f e l n als argentinischer Besitz bezeichnet werden, obwohl man sie im britischen Kolonialamt a l s britische Kronkolonie führt. Außenminister Eden teilte auf Anfrage mit, daß bereits entsprechende Protestschritte in Buenos Aires unternommen worden feien und daß derartige Vorfälle geeignet feien, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu stören. Ein rauhes und unwirtliches Land sind die „Malwinen" — so nennt man die Falklandsinseln nach französischen Seefahrern aus St. Malo, die sie um die Wende des 18. Jahrhunderts zum zweiten- male entdeckten. 11 960 Quadratkilometer mit nur 2250 Einwohnern umfaßt die Inselgruppe, die dicht an der Südspitze Südamerikas liegt und eine Durchschnittstemperatur von nur 9,6 Grad im wärmsten Monat Januar und von nicht mehr als 2,5 Grad im kalten Juli aufweist. Tief hat sich das Meer von allen Seiten in das Hügelland eingefres- sen, wild zerklüftet ist die Landschaft trotz der nur verhältnismäßig geringen Höhe der Erhebungen, die 700 Meter nicht übersteigt. Aber es gibt dort gute Hafenplätze, wie Port Stanley, das trotz feiner nur 900 Einwohnern eine bedeutende Rolle spielt. Hier werden Häute, Wolle, Talg, Walöl und Fischbein umgeschlagen. Wir erinnern uns, daß die deutsche Kreuzerflotte unter Admiral Graf Spee am 8. Dezember 1914 — also mitten im südame- rikanischen Hochsommer — bei dem Versuch, Port Stanley zu überrumpeln, von überlegenen britischen Streitkräften angegriffen und nach heldenhaftem Kampf vernichtet wurde. Es waren Engländer, die die Inseln zum ersten- mal sahen und betraten. Davis kam schon 1592 und zwei Jahre später Hawkins in diese gottverlassene Gegend, in der nur deshalb ein größerer Verkehr herrscht, weil hier vorbei einst der Seeweg in den Pazifistischen Ozean und an die Westküste Amerikas führte und für die Südstaaten auch heute noch führt. Im Jahre 1690 hat der Archipel nach einem Lord Falkland feinen Namen bekommen, warum, das ist heute nicht mehr bekannt. Die erste Ansiedlung aber wurde von Franzosen begründet. Es war Port Lollis auf Ostfalkland, das eine Schöpfung Bougainvilles aus dem Jahre 1763 war. Drei Jahre danach legten Engländer auf West-Falkland Port Egmont an. Beide Orte hatten aber keinen langen Bestand. Vor allem scheint es, daß die ärmliche Vegetation die Menschen roie= der vertrieb, obwohl neben Gerste und Hafer auch Kartoffel und verschiedene Gemüse gedeihen und obwohl eine üppige Weide alle Vorbedingungen für ausgedehnte Schafzucht bietet. Aber es gibt auf den Inseln weder größeres Getier noch Baume oder Vom deutschen Stil. Oer Ausdruck neuer Baugesinnunq. „Die Steine reden!" So werden auch die gewaltigen Steinmassen reden, die im München des Dritten Reiches von Kranen zu machtvollen Bauten aufeinander getürmt werden Sie werden kommenden Geschlechtern Zeugnis oblegen daß die Zeit Adolf Hitlers auch ihren eigenen Baustil hatte, den deutschen Stil, entsprungen aus dem Geist der nationalsozialistischen Bewegung, ihrem Kunstwillen und ihrer Gestaltungskraft. Dieser deutsche Stil, geboren aus dem Willen öe; F Ü h r ° rs, ist schlicht und einfach, machtvoll und groß zugleich. Frei vom Schnorkelprunk vergangener Zeiten ist er ein Sinnbild nationalsozialistischer Baugesinnung. Mit ihm hat Adolf Hitler die Ar )i- teften und Baumeister, die Steinmetzen und Handwerker vor neue Ausgaben gestellt. Was Adolf Hitler ecjann, dem gab der unvergeßliche Architekt der Partdibauten, Professor Paul Ludwig Tro c | , Gestalt und Form: als ihn aus °°llstem Schassen ein jäher Tod hinwegritz, da waren Plane und Modelle der neuen Bauten fertig und sem lang- jähriger Mitarbeiter Professor Gall konnte a f diesen Grundlagen die Wetterführung und Boll- endung übernehmen. Es war wohl einer der ersten B°ug°d°nken d^ SäXÄÄMSÄ™* der Propyläen und der Staatsgaierle^ i Grundakkord, im Osten aber ja) ..A bauten des ».»•" ä?qä”. *s „Ehrentempel . Sie ) > Pfeiler von sieben etwas ganz Neues: Je 3wanz g Pi gestuften Meter Höhe f^ben aus einem Sockel empor und ^ogen T der Himmel Deckentran;, durch desseni offene JJ bie sechzehn hineinschaut. Er blickt hwun 'ma5 DOn den schweren Sarkophage, die 6 ' sterblich war. Blutzengen des 9 SRooembe : 1923 Die Toten halten hier die „Ewige Sonntag vor 3000 Zuschauern auf dem Darmstädter Polizei-Sportplatze bewiesen, besten Erfolg gehabt. Die beiden Spiele waren überaus spannend. Zuerst spielten die Mannschaften D und C, wobei die als etwas schwächer eingeschätzte O-Mannschaft 13:9 (7:6) auf Grund ihres größeren Eifers verdient gewann. Das anschließende Spiel der Mannschaften A gegen B war das Beste, was man lange Z^it selbst im handballverwöhnten Darmstadt gesehen hat. Hier blieb kein Wunsch offen, hier gab es keine Fehler und keine Versager, sondern einen spannend, technisch hochstehenden Kampf zweier fast wie Vereinsmannschaften wirkenden Einheiten, den schließlich die B-Mannschaft, in der Spengler (Waldhof) den Sturm führte, mit 12:8 (5:6) gewann, wobei es noch drei Minuten vor Schluß 9:8 stand. Lugend-Mannschastsgeräteweittampf in Kinzenbach. Turnverein Lannsbach überlegener Sieger! Im Rahmen der Rundenkämpfe trafen sich in Kinzenbach die Jugendmannschaften der Turnvereine Launsbach, Krofdorf und Kinzenbach zum ersten Kampf. Unter Leitung des Kinzenbacher Vereinsführers und bei den korrekten Wertungen der Kampfrichter Heyer (Krofdorf), Wagner (Launsbach) und E. Viehmann (Kinzenbach) nahm dieser erste Kampf einen harmonischen Verlauf. Man sah ausgezeichnete Leistungen. Besonders die Mannschaft des Tv. Launsbach bot eine abgerundete Leistung. Ebenfo befriedigend, wenn auch nicht so geschult wie die Siegermannschaft, erwiesen sich die Gegner. Bereits mit dem ersten Gerät führte die Mannschaft von Launsbach und hatte an jedem Gerät die höchsten Punktzahlen. Ferner stellte sie die zwei besten Einzelturner in der Gesamtwertung. Die Mannschaften. Launsbach: Helm. Pfaff, Hugo Winter, Franz Pfaff, Erich Schmidt. Krofdorf: H. Will, Th. Steinmüller, Helm. Kirch, Willi Klee. Kinzenbach: Hch. Pfaff, R. Mandler, W. Schmidt, Heinz Schmidt. Gesamtergebnis. Der Kampf bestand aus je einer Pflichtübung am Barren und am Reck sowie zwei Pflichtübungen am Pferd und einer Freiübung von je zwei Turnern einer Mannschaft ausgeführt. Ferner kamen noch je eine Kürübung an den Geräten hinzu. Launsbach erzielte insgesamt 702, Kinzenbach 636 und Krofdorf 601 Punkte. Die heften Einzelturner (ohne Freiübung) waren: 1. Schmidt, Launsbach, 180 Punkte; 2. Fr. Pfaff, Launsbach, 171; 3. H. Schmidt, Kinzenbach, 165; 4. H. Winter, Launsbach, 156; 5. R. Mandler, Kinzenbach, 152; 6. Kirch, Krofdorf, und H. Pfaff, Launsbach, mit je 147 Punkten. Die Siegerverkündung nahm Vereinsführer L. Bepler, Kinzenbach, vor. Hannsson gewinnt den Wasa-Lanf Die historischen Skirennen von Schweden, der Wasa-Lauf und der Bodenlauf wurden am Sonntag durchgeführt. Der Wasa-Lauf führte über 85 Kilometer, war also diesmal fünf Kilometer kürzer als bisher. Die Beteiligung war gut. Mit sicherem Vorsprung hielten Sven Hannsson und Hägglund nach 50 Kilometer die Führung. Im Endspurt siegte Hannsson in 6:31,55 vor Hägglund. ♦ Der Boden 1 auf gewann dadurch an Bedeutung, daß die beste finnische Klasse am Start der 42 Kilometer war. Finnland stellte in ßappalainen den Besten der 32 Teilnehmer. * Sieger im Holmenkol-Langlauf wurde der Norweger Oddbjörn Hagen in 1:13,12 Std. vor seinem Landsmann Ryen mit 1:13,45. Hoffs- bakken (Norwegen) und Husu (Finnland) belegten in 1:14,00 Std. gemeinsam den dritten Platz. — haus der Deutschen Kunst. Auch hier ent-1 Talern, die, setzt man hinzu, an Geistes- und äußer- steht, geschaffen von einem Baugenius, wie ihn Vx^on Wornmon meiner nicht unwert lei annehmen München seit den Zeiten des Stadterneuerers Ludwig I. nicht gekannt hat, ein neuer Mittelpunkt: die künftige Ehrenschau deutschen Kunstschaffens, zu- aleich aber ein weiteres Symbol des neuen Baugedankens, des deutschen Stils. In abgeklärter Ruhe, weltenfern von allem Kampf und Streit um Form und Kunst, tritt hier aus dem Baummeer von Münchens größter Gartenanlage der langgestreckte, kubisch einheitlich geformte Baukörper hervor. Die Schicht auf Schicht gelegten kraftvollen- mafsiven Quadern unterstreichen die machtvolle Ruhe dieses Baues, der durch seine 175 Meter lange Säulenfront seinen Charakter betont und auch äußerlich als Tempel deutscher Kunst erscheint. Sträucher. Die Stürme, die in dieser Gegend von besonderer Gewalt und Dauer zu sein pflegen, lassen keine vielfältige Flora und Fauna aufkommen. Nach kurzer Zeit spanischer Oberhoheit begann um das Jahr 1820 Argentinien, die Falklandinseln zu besiedeln; und von dieser Besiedelungs- und Kolonisationszeit her datieren die argentinischen Ansprüche auf die Malwinen. Man will es in Buenos Aires nicht anerkennen, daß die Früchte mehr als dreizehnjähriger kolonisatorischer Tätigkeit im Jahre 1833 einfach vernichtet wurden, indem England sich in den Besitz der Inseln setzte und sie seitdem als Kronkolonie verwaltet. Daran ändert nichts, daß den Inseln im Jahre 1843 eine Verfassung gegeben wurde und daß seit dieser Zeit ein englischer Gouverneur als Oberbefehlshaber und gewissermaßen Die deutschen Teilnehmer endeten weit im Hintertreffen. Bester Mann war Hieble in 1:22,42 Std. als 70., Bogner kam in 1:22,58 Std. nur auf den 103. Rang,, in der Kombinationswertung liegt er nach dem Langlauf an 40. Stelle. Kurze Sportnotizen. Abgesagt wurden verschiedene ausländische motorsportliche Veranstaltungen und zwar das Masaryk-Auto-Rennen in der Tschechoslowakei und die Targa Florio sowie das Sizilianische Rundstrecken-Rennen in Italien. Das Rennen auf dem Masaryk-Ring soll erst 1937 wieder durchgeführt werden. ♦ Das Endspiel um die Deutsche Eishockey- Meisterschaft zwischen dem Berliner Schlittschuh- Club und dem Sport-Club Rießer See wird erst am Montag, 9. März, im Münchener Prinzregenten- Eisstadion entschieden werden, da verschiedene Berliner Spieler zur Zeit krank sind. * Der Segel - Olympia- und Kieler- Woche-Ausschuß hielt in Kiel eine Arbeitssitzung ab, auf der verschiedene organisatorische Maßnahmen für die Durchführung der olympischen Segel-Wettkämpfe beraten wurden. ♦ D i e deutschen Weltmeister und Olympiasieger im Eiskunst-Paarlaufen Maxie Herber und Ernst Baier werden am Wochenende im Berliner Sportpalast ihre große Kunst zeigen. * D i e alpinen Ski-Disziplinen Ab- fahrts- und Torlauf werden nun auch Eingang in Finnland finden. Am 14. und 15. März werden erstmals derartige Wettbewerbe im „Land der tausend Seen" durchgeführt. ♦ Fälschungen der offiziellen Olympia-Nadel kommen immer noch vor. Das Organisations- Komitee der XI. Olympischen Spiele weist darauf hin, daß sich Firmen, die die offizielle Olympianadel nachahmen uflb vertreiben, strafbar machen. ♦ I n der schwedischen Haupt st a d t Stockholm soll ein Sportpalast erstellt werden, der 50 000 Besucher faßt. Die Pläne für einen derartigen Riesenbau liegen bereits fertig vor. * Beim Frankfurter Hallensportfest am 7. März in der Festhalle wird im Kugelstoßen der in Heidelberg studierende Amerikaner John L y m a n an den Start gehen und voraussichtlich auf den Deutschen Meister und Rekordmann Wöllke treffen. * Beim Tennisturnier in Monte Carlo holten sich die Franzosen Martin-Legeay - Boussus das offene Männerdoppel durch einen 6:2-, 6:3- Sieg im Endspiel gegen das deutsche Paar Henkel - Lund. Im Gemischten Doppel fiel der Turniersieg an Frau Mathieu - Martin-Legeay, im Frauendoppel an Mathieu - Meulemeester. * Ein bedeutungsvoller Zusammenschluß ist aus dem Darmstädter Schwimmsport zu melden. Der traditionsreiche Schwimmklub „Jungdeutschland" und die Schwimmabteilungen der TSG. 1846 und der Tschft. Jahn haben sich zu einer großen Gemeinschaft zusammengeschlossen, die erstmals am Sonntag bei einem Vierstädtekampf Darmstadt - Heidelberg - Frankfurt - Mainz/ Wiesbaden an die Oeffentlichkeit treten wird. * Ein internationales Florett-Turnier wird am 5. April in Stuttgart durchgeführt. Beteiligt sind drei französische Mannschaften aus Nancy, Metz und Straßburg, eine Schweizer Vertretung aus Bafel und zwei deutsche Mannschaften, die der Olympia-Kernmannschaft entnommen werden. ♦ Z u Gunsten des WHW. trugen in Frankfurt Fechter der Olympia-Kernmannschaft einen Säbel-Mannschaftskampf gegen eine Frankfurter Stadtvertretung aus. Die Olympia-Anwärter waren klar überlegen und siegten mit 14:2. ♦ D r. Diem, der Generalsekretär des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele in Berlin, hielt in Budapest vor einer großen Besucherzahl einen Vortrag mit Filmvorführung über die Vorbereitungen zum Olympia 1936. Die Ausführungen Dr. Diems wurden mit großem Beifall ausgenommen? Gottfried von Cramm gewann beim Tennis-Turnier in Monte Carlo das Männereinzel durch einen 4:6, 6:4, 7:5, 6:8, 7:5-Sieg im Endspiel über Henner Henkel. Das Männerdoppel um den Butler-Pokal fiel an die Franzosen Lesueur- Martin-Legeay, die in der Schlußrunde ihre Landsleute Brugnon-Boussus mit 3:6, 6:2, 6:1, 6:3 schlugen. Im Fraueneinzel blieb die Französin Frau M a t h h i e u Endsiegerin und im Frauendoppel erkämpften sich Mathieu-Bel- l i a r d den Turniersieg. Handball im Kreis VIII lLahn-Dill). Der vergangene Sonntag hat sowohl in der Gau- als auch in der Bezirksklasse die Entscheidung gebracht. Der Gaumeister Kurhessen Kassel wird nunmehr den Gau bei den Spielen um die „Deutsche" vertreten, während der Staffelsieger in der Heinrichen Staffel der Bezirksklasse. TV. Wetzlar, ver- uchen muß, sich den Aufstieg in den nun beginnen« )en Endkämpfen zu sichern. Wir nehmen an, daß es Wetzlar schaffen wird, weil die Mannschaft zur Zeit in einer Form spielt, an die mancher Verein der Gauklasse nicht herankann. Es ist nur schade, daß durch das Hinzukommen von Wetzlar, das ja eigentlich der Gauklasse bereits angehörte, den in der Gesamtwertung nachfolgenden Mannschaften schon von vornherein die Möglichkeit, einmal höher zu kommen, genommen war. Tv. Wehlar — Tv. Lützellinden 12:3 (6:3). Der Sieg ist höher ausgefallen, als man allgemein erwartet hatte. Das mag daran liegen, daß sich Wetzlar in einer glänzenden Verfassung befand, während Lützellinden abermals mit reichlichem Ersatz antreten mußte. Das mag auch der Grund gewesen sein, daß es nicht zu dem Endkampf kam, der nach Lage der Sache vielleicht hätte kommen können. Während die Partie bis zur Pause noch ziemlich offen war, ließen sich die Gäste durch einige aus schnellen Durchbrüchen erzielten Tore aus der Ruhe bringen, so daß Wetzlar, nachdem schließlich auch noch ein guter Spieler das Feld verlassen mußte, in regelmäßigen Abständen zu sechs weiteren Toren kam. Mit diesem Sieg hat Wetzlar den heiß umstrittenen Staffelsieg sichergestellt. Ob berechtigt oder nicht berechtigt, soll hier nicht kritisiert werden. Mit Wetzlar ist die zur Zeit stärkste Mannschaft Sieger geworden. — Der Endkampf wäre aber bestimmt interessanter und vor allem offener gewesen, wenn Lützellinden seine elf Spieler zusammenbehalten hätte. Daß trotzdem die Mannschaft in dieser Weise bis zum Schluß aus- gehalten hat, verdient volle Anerkennung und läßt erhoffen, daß der große Wurf im kommenden Jahre gelingt. Freundschaftsspiele. Tv. Hörnsheim I — Tv. Heuchelheim I 16:9 (6:2). Es war klar, daß Hörnsheim seinen Mann stellen würde. Unerwartet kam allerdings die hohe Niederlage, die Heuchelheim vollkommen zu Recht einstecken mußte. Hörnsheim, das ohne seinen Mittelläufer antrat, lieferte ein Spiel, das begeistern konnte. Es ist schade, daß diele Mannschaft durch Pech und Entscheidungen am grünen Tisch um die Meisterschaft gekommen ist. Denn es gibt heute wenig Mannschaften, die in bezug auf Spielstärke an die Hörnsheimer heranreichen. Tv. Hörnsheim II — Tv. Heuchelheim II 4:8 (2:4). Die zweite Mannschaft der Gäste war besser und siegte deshalb auch verdient. Gute Ansätze zeigten aber auch die Platzbesitzer, deren Spiel aber noch nicht richtig entwickelt ist. Tv. Katzenfurt — Spo. 05 Wetzlar 7:4 (5:3). Die Wetzlarer hatten ihre Mannschaft durch Einstellen alter Spieler verstärkt, so daß Katzenfurt kämpfen mußte, um seinen Sieg sicherzustellen. Tv. Garbenheim — Tv. Niedergirmes 1:5 (1:4). Das Ergebnis ist recht schmeichelhaft für Niedergirmes. Denn wenn Garbenheim nicht so großes Schußpech gehabt hätte, wäre das Endergebnis ein anderes gewesen. Tv. Hochelheim — To. Grüningen 9:7 (5:3). Die Hochelheimer, die ihre Mannschaft durch Spieler der ersten verstärkt hatten, mußten kämpfen, um einen knappen Sieg sicherzustellen. Grüningen entpuppte sich einmal mehr als eine recht spielstarke Mannschaft, die um den verdienten Sieg kam, weil der Tormann der Platzbesitzer groß in Form war. Tv. Dutenhofen Jgd. — Spv. 1900 Jgd. 19:3 (11:3). Dutenhofen hatte feine Mannschaft durch in der ersten Mannschaft tätige Jugendliche verstärkt, so daß die hohe Niederlage erklärlich ist. Immerhin haben die Gießener Jungens trotz der hohen Niederlage bis zum Schluß gekämpft. Wirtschaft. Die Industrie uud Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 188: Jrn chemisch-technischen Verlag Dr. Boden- bender, Berlin-Steglitz, ist eine Abhandlung „Zellwolle, ihre Herstellung, Verarbeitung und Verwendung" erschienen. Interessenten erhalten nähere Auskunft durch die Kammer. 189: Rege Abschlußtätigkeit auf der Leipziger Messe. 190: Vorläufige Aufhebung der Verordnung der Bank von Griechenland über den Zahlungsverkehr mit Deutschland. 191: Beginnende Wirtschaftserholung in der Tschechoslowakei. 192: Umsatzsteuerumrechnungssätze für Februar. 193: Anmeldung von Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Ausland. — Die am 29. Februar d. I. bestehenden Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Ausland find bis zum 16. März d. I. anzumelden. Anmeldepflichtig ist: 1. ohne Rücksicht auf die Höhe der Verpflichtung jeder Schuldner, der von der Anmeldestelle für Auslandsschulden unmittelbar durch Zusendung von Vordrucken zur Anmeldung aufgefordert wird; 2. im übrigen jeder Schuldner, insbesondere auch jeder im Saarland ansässige Schuldner, dessen Gesamtoerpflichtungen gegenüber dem Ausland im Nennwert ober Gegenwert 5000 RM. oder mehr betragen. 194: Weitere Durchführung der Währungsreform der UdSSR. — Neuer Rubelkurs auch für den Waren- und Zahlungsverkehr eingeführt. 195: Deutsche Beteiligung an den internationalen Messen in Mailand und Posen 1936. 196: Anwendung von Exporttarifen für Sendungen aus dem Ausland nach der Tschechoslowakei. 197: Zwangsanschluß der Außenseiter im graphischen Gewerbe. Hindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 487 Stück Großvieh, 102 Fresser und 117 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe ober hochtragenbe Kühe 1. Qualität 470 bis 620 Mark, 2. Qualität 330 bis 440, 3. Qualität 180 bis 280; Rinber, %= bis Z4jährig 120 bis 190, %= bis 2jährig 160 bis 260, tragenb 270 bis 480 Mark; Kälber (bas Pfunb Lebenbgewicht) bis brei Wochen 26 Pf., bis vier Wochen 40, bis sechs Wochen 55 Pf. Marktverlauf anfangs schleppend, später lebhaft. Nächster Markt 17. März. Hhein-Mainische Börse. Millagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 3. März. Der Mangel an Aufträgen ließ auch im heutigen Börsenverkehr kaum Geschäft aufkommen, ba allgemein keine Unternehmungslust bestaub, zumal ba besonbere Anregungen fehlten. Der Fortgang der Leipziger Messe und die dort gemachten Ausführungen von Bernhard Köhler fanden wohl Beachtung, vermochten aber keine Geschäftsbelebung auszulösen. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich, überwiegend ergaben sich aber leichte Rückaänge. Am Montanmarkt ließen Mannesmann, Rheinstahl und Vereinigte Stahlwerke je 0,50 v. H. nach. Maschinen- und Motorenwerte gingen bis 0,50 v. H. zurück, ferner verloren Conti Gummi 0,65, Deutsche Linoleum 0,90, Holzmann 0,75, Zellstoffwerte 0,75 v. H. Schiffahrtspapiere blieben bei kleinen Umsätzen freundlich, Hapag 16,50 (16,25), Nordd. Lloyd unv. 18,50. JG.-Farben lagen mit 151,90 (151,65) mäßig fester, Deutsche Erdöl und Metallgesellschaft blieben gut behauptet. Elektroaktien notierten meist mäßig fester, nur AEG. verloren 0,65 v. H. auf 37,65, dagegen gewannen Licht & Kraft 0,90, Lechwerke 0,50 v. H. und Siemens excl. netto 6,3 Dividende 0,40 v. H. Sonst eröffneten noch u. a. Bemberg mit 93,50 (92,50), dagegen Aku mit 50,25 (50,50), ferner Bank für Brauindustrie mit 121 (120), aber Reichsbank 186,50 (187). Rheinmetall 128 (128,25), Deutsch-Atlanten-Telegraf 112 (112), Montecatini unverändert 45,50. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls gering und für die variablen Papiere war die Haltung nur knapp gehalten. Altbesitz 110,90 (111), Kommunal-Umschuldung 87,20 (87,25), späte Schuld- buchforderungen 97,13 (97,25). Städte-Altbesitzan- leihen blieben mit 108,25 gut behauptet. Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt überwiegend schwächer und im Durchschnitt bröckelten die Kurse 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Stärker angeboten waren AEG. zu 36,75 Brief nach 37,65, Schuckert 131,50 nach 132,50, RWE 127 nach 128, auch Verein. Stahlwerke 83,50 nach 84,25, Rheinstahl bis 114,50 nach 116. Von erst später notierten Werten büßten Klöcknerwerke 1,25 v. H. auf 85 ein, auch sonst überwogen meist leichte Rückgänge. Am Kassamarkt wurden Schramm Lack mit 91,25 (90,50) notiert; man erwartet aus der heutigen Bilanzsitzung die Wiederaufnahme einer Dividende von 5 v. H. Am Rentenmarkt erhöhten sich Kommunal- Umschuldung auf 87,25 nach 87,20, sonst traten keine Aenderungen ein. Auch Goldpfandbriefe und Stadtanleihen blieben unverändert, 4,5 Heidelberg Stadt von 1926 90,65 (90,13). Liquidationspfandbriefe lagen etwas uneinheitlich. Staats- und Länderanleihen blieben gut behauptet. Von fremden Werten lagen Türken fester, II. Tranche 95 (94,25). Im Freiverkehr Bürbach Kali 55 (54), Wintershall Kali 102,50 bis 102 (102), Franks. Handelsbank 31,50 (32,50). Tagesgeld blieb zu unverändert 4 v. H. noch gesucht. Abendbörse nicht erholt. Die Abendbörse zeigte bei Fortdauer der Geschäftsstille nach den z. T. stärkeren Mittagsabschwächungen keine Erholung, vielmehr ergaben sich bei Montanwerten noch leichte Rückgänge, wobei die Ungewißheit in der Rheinstahl-Dividende die Ursache war. Rheinstahl 114 (114,50), Vereinigte Stahlwerke unter Schwankungen 83,40 bis 83,25 dis 83,40 (83,50), Harpener 109,50 (110), Hoesch 90 (89,75). Schwächer waren ferner IG. Farben mit Dein Volk rechnet auf dicht Das Opfer des Eintopfs am 8. TNärz wird reiche Früchte tragen. 151,13 bis 151 (151,65). Die Kulisse nahm teil- weise noch Realisationen vor, die neueste Entwicklung der außenpolitischen Lage in Genf sand stärkste Beachtung. Gegen Schluß der Börse zeigte sich auf ermäßigter Basis Nachfrage aus Berlin, so daß Montanpapiere meist etwas über den amtlichen Notierungen lagen, so Rheinstahl mit ca. 114,25 bis 114,50 nach 114 und Vereinigte Stahlwerke mit ca. 83,50 nach 83,40. Der Kassamarkt lag still. Schramm Lack auf die beschlossene Wiederaufnahme der Ausschüttung mit 5 v. H. 91,50 (91,25), Schiink, Hamburg wurden auf die Erhöhung der Dividende von 5 auf 6 v. H. mit 110 geschätzt, 1. K. 106,50. Renten lagen still und unverändert. U. a. notierten: Altbesitz 110,90, 6 v. H. Vereinigte Stahl 103,65, Commerzbank 92,75, Franks. Bank 108, Hoesch 90, Rheinstahl 114, Verein. Stahl 83,40 bis 83,25 bis 83,40, AKU. 49,75, Bekula 141, Bemberg 93,50, MAN. 103, Conti Gummi 184, Scheideanstalt 211, IG. Farben 151,13 bis 151, Holzmann 96,25, Lahmeyer 128,25, Lindes Eis 140,25, Muag 82,13, Moenus 83,75, RWE. 126,25, AG. für Verkehr 108,50, Hapag 16,25. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 3. März. Arn Gemüse- markt blieb das Gesamtangebot gut, besonders Feldsalat war stark zugefahren. Geschäft etwa zufriedenstellend, nur Feldsalat und Mistbeetsalat schwer verkäuflich. Preise für Feldsalat und Rosenkohl rückläufig, sonst unverändert. Ausländische Erzeugnisse blieben ebenfalls stark angeboten, für Blumenkohl und Salat lagen die Preise höher. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 15, 18 Stück 4,00 bis 5,00 (ital.), Eskarol, Steige 18, 24, 32 Stück 2,50 bis 2,75 (ital.), Feldsalat, groß 25 bis 35, do., klein (Mistbeet) 40 bis 70, Gelbe Rüben 3 bis 5, Unter-Kohlrabi 3‘/2 bis 5, Kopfsalat, Steige 24 Stück 4,75 bis 5,25 (span.), Schlüpfer 60 bis 80, Lattich 50 bis 60, Rosenkohl 22 bis 26, Rote Rüben 4 bis 8, Rotkraut bis 10, Sellerie, groß 20 bis 28, mittel 14 bis 18, klein 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Schwarzwurzel 12 bis 22, Tomaten, Steige etwa 20 Pfund 3,25 bis 4,00 (canar.), Weißkraut 6V2 bis 7, Wirsing 12 bis 14, Winterkohl 12, Zwiebel 8V2 bis 10. Am Q b ft m a r f t blieben deutsche Aepfel mit Ausnahme von besseren Sorten noch gut angeboten. Nachfrage bei unveränderten Preisen nicht voll zufriedenstellend. Amerikanische Aepfel gut angeboten, auch Apfelsinen haben reichliche Zufuhren. Geschäft lebhaft, Preise fest. U. a. notierten: Aepfel I 28 bis 35, II 20 bis 26, III 15 bis 20, Boskop 30 bis 35, Roter Eifer 22 bis 26, Schafsnase 18 bis 20, amerikanische Aepfel (rote), etwa 40-Pfund- Kiste 16,00 bis 17,50, Apfelsinen blond 13 bis 18 (span.), Blut 13 bis 20 (span.), 19 bis 22 (ital.), Bananen, Kiste 25 Pfund 6,00 bis 6,50 (Kam.), Kranz-Feigen, 25 Kilogramm 6,50 bis 7,00, Smyrna-Feigen, 50 Pfund 8,50, Trauben 45 bis 50 (Almeria), Zitronen, Kiste 300 und 360 Stück 5,50 bis 6,50. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 0. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franiiuri a. 3)1. Berlin Schluß« kurs Gchlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 23. 3.3. 2 3. 3-3. 6% Deutsche NetchSanlethe v. 1927 100,9 1 100,75 100,75 100,75 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,4 97,25 97,4 97,25 b)4% Doung-Anleihe von 1930 .. 103 103 102,9 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 111 110,9 111 110,9 4l * 3 4/t% Deutsche Reichsvostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 100,1 100,2 100,4 100,13 (rückzahlb. 102%)............ 98,25 98,25 98,25 4/t% ehem. 8% Hessische Landes' baut Darmstadt Gold St. 12.... 96,4 96,4 _ 96,4 6%% ehem. 4)4% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiaui 101 101,05 4)4% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 92,25 _ tOberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. — _ _ Deutsche Komm. Sammelabl. An> leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 114,75 114,65 114,75 114,75 4Vt% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 _ _ 6/i% ehem. 4)4% Fran«. Hyp.- Bank-Ligu.-Pfandbriese....... 101,25 101,45 _ _ 5)4% ehem. 4)4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 101,5 101,75 101,75 101,75 4/t% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanslalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4/i% ehem. 7% Pr. Landespfand, vriefanst., Gold Komm. Cbl.VI 97 97 97 97 Steuergutlch.VerrechnungSk. 34-38 108,8 108,9 108,8 108,9 4% Orsterretchtscye Golbrente... — 29 29,5 — 4,20% Oesterreichische Stlberrente — —— 1,25 1,25 4% Ungarische Goldrente ....... 8,5 8,5 8,65 8,60 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 8,5 8,45 8,65 8,5 4/i% desgl. von 1913.......... 8,6 8,5 — 8,55 6% abgest. Goldmexikaner von 99 13,25 13,25 13,4 13,4 4% Türkische Bagdadbahn.Anleihe Serie 1......... ........... 9,25 9 — 9,5 Frankfurt a.M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 2.3. 3-3. 2.3. 3.3. 4% desgl. Serie 11 ............ — — — — 5% Nu man. vereinh. Rente v. 1903 6,25 6,13 6,2 6,10 4)4%Rumän.vereinh.Rente».1913 9 9,05 9,2 9 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,25 5,2 5,3 5,3 2)4% Anatolier ............. 37,65 37,5 37,5 37,5 Hamburg-Amertka-Pakel .....0 16,25 16,25 16,5 16,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 —— — 25,5 26 Norddeutscher Lloyd .........0 18,5 18,5 18,65 18,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 109,75 108,5 109,5 108,4 Berliner Handelsgesellschaft ... g 117,5 117 117,5 117,5 Commerz, und Privat Bank ... 0 93 92,75 92,75 92.75 Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft................0 93 93 93 93 Dresdner Bank..............o 93,25 93 93 93 Retchsbank ................ 12 187 186,5 187 186,25 A.E.G....................... 38,25 36,75 37,75 37,13 Bekula.................... 10 140,65 141 141,13 141,13 Elektr. Lieserungsgesellschast... 5 119,65 120 120 119 Licht und Kraft ........... 6)4 133,75 134,25 134 134,65 Felten & Guilleaume......... 4 114 113,5 114,13 113,5 Äesellsch.s.Elektr.Unternehmuna. 6 129 129 128,75 129 Rheinische Elektrizität ........g 125,25 128 125,25 128 Rhein. Wests. Elektr..........g 128 126,25 127,65 126,4 Schuckert & Co...............4 132,5 132 132,5 132,25 Siemens L Halske............. 176,75 170,75 176,75 168,5 Lahmeyer S Co............... 128,75 128,25 129 129 Buderus ................... 95,5 95,9 96,13 95,65 Deutsche Erdöl............... 110,13 110 110 110 Harpener...................< 111 109,5 111 109,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 90,75 90 90,65 89,5 Ilse Bergbau ............... 1 160 Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke ............... 128 86,25 127,25 85 128 85,25 127,75 85 Mannesmann-Röhren........ 84,5 83,75 84,5 83,4 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Gchlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Datum 2.3. 3.3. 2.3. 3-3. ManSfelder Bergbau....... .. 5 — 131,75 132 132 Kokswerke................ .. 6 — — 121 120,25 Rheinische Braunkohlen .... . 12 - — 218 222,5 Rheinstahl ................ .. 4 116,5 114 116,65 114,25 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 84,5 83,4 84,5 83,5 Otavi Minen ............. .. 0 18,5 18,4 18,4 18,4 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 — 127 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 — —— 122 121,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 1/1 — — 9- G. Farben-Jndustrte..... -. 7 151,65 151 151,75 151,4 Scheideanstalt............. .. 9 211,5 211 Goldschmidt .............. .. 5 107 105,75 106 105,5 Rütgerswerke............. .. 6 120,5 121,25 120,4 Metallgelellschaft........... - 4 115 115 115,5 114,5 Philipp Holzmann......... .. 4 97,5 96,25 98 96,25 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 130 130 - Cementwerk Karlstadt....... .. 6 129 130 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — ■______ 99,5 99,4 Aku