186. Jahrgang Gietzener Anzeiger Zubitte den Kongreh. es nicht wieder rückgleilen zu lassen. die DeUieferungen nicht mehr bar bezahlt werden können. Für eine Bezahlung nach dem Kriege aber sind die Oelmagnaten nicht zu haben. So dürfte also die amerikanische Neutralitätspolitik Italien erheblich unter Druck setzen. Bemerkenswert bleibt aber das enge Zusammenspiel Amerikas mit Grohbritannien. Obgleich die Bereinigten Staaten dem Völkerbund nicht angehören, geht ihre Politik der des Völkerbundes parallel, sie ergänzt sie, weil — England die Führung im Völkerbund hat. Und England ist in allen Weltangelegenheiten ein zu wichtiger Faktor für die amerikanische Politik, als daß sie sich davon zu isolieren vermöchte. Im Staatsdepartement erklärt man, der neue Gesetzentwurf stelle den wohlerwogenen Verzicht auf eine Politik dar, die Amerika 140 Jahre lang verfolgt habe. Fast alle Kriege seien durch das Problem der Freiheit der Meere entstanden. Die amerikanische Regierung wolle diese Politik des Bestehens auf dem Recht zu maßlosen Kriegslieferungen an kriegführende Staaten a u f g e b e n, weil man den legitimen Handel mit neutralen Ländern, dendie Älliiertenim Weltkrieg unter dem Vorwand langer Kontrebandelisten s o gut wie vernichtet hätten, sichern wolle und weil man nicht zur Verlängerung eines Krieges beitragen, sondern im Gegenteil sein Ende beschleunigen wolle. Denn je länger ein Krieg dauere, desto mehr leide darunter auch der Außenhandel Amerikas und desto größer werde die Gefahr, daß Amerika doch irgendwie in einen Krieg hineingezogen werde. Der Gesetzentwurf beseitige auch die Gefahr, daß amerikanische Staatsbürger auf Schiffen kriegführender Staaten verhaftet werden könnten und erspare der amerikanischen Regierung damit Ungelegenheiten. Amerika behalte sich im übrigen alle Neutralitätsrechte vor, die es vor dem 1. August 1914 besaß und die nicht in dem neuen Gesetzentwurf ausdrücklich aufgegeben werden. Amerika, so erklärt das Staatsdepartement weiter, plane ferner diejenigen Verträge zu revidieren und notfalls zu kündigen, die mit diesem neuen Gesetz im Widerspruch stehen. Dies beziehe sich auf den alten Vertrag mit Italien vom Jahre 1870, der der Regierung einen Eingriff in die Ausfuhr nach dem Dertragsstaat untersagt, sofern ein Verbot sich nicht auf alle fremden Länder erstreckt. auch für Oel, endlich Beschluß fassen. Man kann erwarten, daß diese Beschlüsse in der Richtung des Willens des Präsidenten liegen, worauf am 20. Januar in Genf sich der Völkerbund mit der Verschärfung seiner Sanktionspolitik gegen Italien befassen wird. Man darf dabei nicht übersehen, daß Italien bis jetzt nur Waren erhielt und amerikanische Rohstoffe'anhäufen konnte, weil es bar bezahlte. Da aber für den Krieg in Abessinien seine Goldbestände sehr schnell schwinden — man rechnet, daß die Unterhaltung des italienischen Heeres monatlich etwa 2 Milliarden Lire kostet — geht dies nur solange, als es überhaupt Gold zur Verfügung hat. Es ist denkbar, daß in absehbarer Zeit auch Deutschland kennt seine besondere Aufgabe als Mitglied der abendländischen Völkerfamilie und steht zu ihr. Die Neujahrsbotschaft des Führers wiederholt ausdrücklich den entschlossenen Willen, auch künftighin ein Bollwerk der nationalen europäischen Disziplin und Kultur gegen den bolschewistischen Menschheitsseind zu sein, dessen weltumspannende Propaganda überall den Keim gesellschaftlicher Zersetzung und Auf- lösung staatlicher Ordnungen legt. Gerade die letzten Tage des alten Jahres hätten ja mit dem bezeichnenden Zwischenfall in Montevideo allen Lauen, Ungläubigen, Besserwissern und Uebel- wollenden die Äugen darüber öffnen können, wie lebensnotwendig die Mission ist, die das nationalsozialistische Deutschland mit seinem Kampf gegen den Bolschewismus im europäischen Gesamtinteresse übernommen hat. Aber wenn der rote Kreml es sich erlauben kann, den dokumentarisch wohl- begründeten Abbruch der Beziehungen Uruguays zur Sowjetunion mit einer Beschwerde beim Völkerbund in Genf zu beantworten, so sieht man daraus, wie schwach das Gefühl dafür ist, daß hier ein Staatswesen internationale Rechte beansprucht, das selber keineswegs gesonnen ist, auch nur die primitivsten Verpflichtungen loyal durchzuführen, die im zwischenstaatlichen Verkehr erst Rechte begründen. Die Moskauer Politiker müssen sich der ungewöhnlichen Gunst der mit dem Abessinienkonflikt ohnehin schwer belasteten Lage in Genf wohl bewußt sein und auf die Freundschaft ihrer französischen und tschechoslowakischen Verbündeten fest bauen können, wenn sie es waaen, ein so heikles Thema wie die kommunistische Propaganda der Weltrevolution vor dem Forum des Völkerbundes erneut zur Sprache zu bringen, wo ja erst bei der Aufnahme der Sowjetunion in die Liga der Nationen dieser Punkt Gegenstand lebhafter Klagen nicht nur zahlreicher Staaten Südamerikas, sondern auch einer Reihe von europäischen Mächten, wie der Schweiz, Hollands, Schwedens, gewesen war. Es ist ja schließlich nicht von ungefähr, daß das aus der bolschewistischen Revolution in Rußland entstandene Staatsgebilde der Sowjetunion mehr als ein Jahrzehnt hindurch sich in seiner Außenpolitik fast ganz darauf beschränken mußte, erst ein- mnl überbauvt um seine Anerkennung zu kämpfen. Und es ist weiter bemerkenswert, daß mit der einzigen Ausnahme von Uruguay kein einziger Staat Süd- und Mittelamerikas bis heute das Risiko eingehen wollte, durch die Anerkennung der Sowjetunion der kommunistischen Propaganda Tür und Tor zu öffnen und damit seine durch soziale Spannungen und Wirtschaftskrisis ohnehin schwierige innerpolitische Lage mit einem weiteren höchst gefährlichen Problem zu belasten. Die 93 er« einigten Staaten von Nordamerika, unter republikanischem Regime nicht minder sowjetfeindlich als die kleineren Brüder im Süden, hatte sich im ersten Jahr der Präsidentschaft des Demokraten Roosevelt zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Moskau entschlossen, aber trotz des Be- suches Litwinows in Washington und der emsigen Bemühungen des amerikanischen Botschafters Bullit, eines eifrigen Verfechters enger Wirkschaftsverbindungen beider Länder, bat man in den Vereinigten Staaten an dem Verhältnis bis heute wenig Freud" erlebt und oft genug drohte der Draht nach Moskau ganz abzureißen. Von euro- väischen Staaten Haden weder Holland noch die Schweiz ihre ablehnende Haltung gegen eine Anerkennung der Sowjetunion auch nach bcr-m Aufnabme in den Völkerbund geändert, obwohl die Schweiz als Gastland des Völkerbundes damit Washington, 4. Jan. (DNB. Funkspruch.) Präsident Roosevelt begab sich am Freitagabend zum Kapitol und verlas vor beiden Häusern des Bundeskongresses, die sich im Repräsentantenhaus versammelt hatten und vor überfüllten Tribünen seine jährliche Botschaft an den Bundeskongreß, die durch etwa 600 Sender Millionen von Hörern übermittelt wurde. Der erste Teil der Rede war der außenpolitischen Lage gewidmet. Roosevelt erging sich in teilweise scharfen Verurteilungen fremder „Autokraten", die ihre Völker versklavten und zum Kriege drängten. Demgegenüber betonte er Ämerikas Friedensliebe und seine Bemühungen um wahre Neutralität. Nachdem er auf die friedlichen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den 21 Republiken Amerikas sowie zu Kanada hingewiesen hatte, erklärte er, daß es in der übrigen Welt nicht so gut stehe. Amerikas Politik sei klar und folgerichtig. „wir erstreben eine Begrenzung der Rüstungen und eine friedliche Lösung von Streitigkeiten zwischen allen Völkern, wir haben die Periode der Dollar-Diplomatie beendet, und wir verfolgen eine zweifache Neutralitätspolitik, nämlich 1. durch ein Verbot der Ausfuhr von Waffen und Munition an kriegführende, 2. durch eine Verhinderung der Benutzung unserer Erzeugnisse durch kriegführende über den normalen Friedensbedarf hinaus, zur Erleichterung ihrer Kriegführung, wir hoffen, daß wir nicht an der Schwelle eines neuen Weltkrieges stehen, aber wenn wir einem Kriege gegenüber gestellt werden, so wird Amerika durch eine geordnete Neutralität und durch eine angemessene Landesverteidigung bemüht sein, sichvorder Verwickelung in einen neuen Krieg zu bewahren.- Im zweiten Teil seiner Botschaft beschäftigte sich Roosevelt mit der innerpolitischen Lage. Er sprach dabei von der kleinen Schicht gewinngieriger Ausbeuter, die sich jetzt wieder vorwagte, nachdem er und der Kongreß mit ihm eine wohlgeordnete Grundlage für ein neues Kapitel in der Geschichte der nordamerikanischen Volksregierung errichtet hätten. Diese Egoisten, so führte Roosevelt aus. wollen das Land um die gleiche alte Ecke in die gleiche traurige alte Straße zurückführen. Diesen Vergleich gebrauchte der Präsident, weil Hoover, sein Vorgänger in der Präsidentschaft, der ihn letzthin so scharf angegriffen hatte, im Jahre 1931 erklärt hatte, gute Zeiten ständen unmittelbar hinter der Ecke und würden bald wieder zum Vorschein kommen. Roosevelt fuhr fort: Diese Autokraten, die wieder die Regierung an sich reißen wollen, streben nach Autokratie gegenüber den Arbeitnehmern, Aktionären und Verbrauchern. Mögen sie doch offen ihre Ziele darlegen, statt sich hinter allgemeinen Redensarten zu verbergen. Ihre Waffe ist die Erzeugung künstlicher unberechtigter Furcht. Das sind dieselben Leute, die 1933 darum winselten, daß man ihnen aus der Not helfe. Roosevelt zählte sodann seine innerpolitischen Leistungen aus finanziellem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiet auf und fragte, ob man a u f alle diese Erfolge verzichten wollte. Die Volkswirtschaft habe sich unter seiner Regierung erheblich gebessert, und der Staatshaushalt werde daher demnächst ausgeglichen werden können, da die großen Ausgaben für die Unterstützung der Arbeitslosen immer mehr abnähmen. Aus dem gleichen Grund verlange er auch keine neuen Steuern. Amerika schreite vorwärts und er Roosevelts Votschast an den Vundeskongreß. Amerika will nicht in einen neuen Krieg verwickelt werden. — Kein Verzicht auf die neue Wirtschaftspolitik. Wegweiser ins neue Mr. Das deutsche Volk hat froh und zuversichtlich die Grenze vorn alten zum neuen Jahr überschritten. Ihm hat der Führer und Reichskanzler selbst mit seiner Neujahrsbotschaft den Wegweiser in das unbekannte Land der Zukunft aufgerichtet, das sich hinter der Schwelle eines jeden neuen Jahres bis in noch unabsehbare Fernen hin aus- breitet. 1936 wird nach den Worten des Führers ein weiteres Jahr nationalsozialistischer Entschlossenheit und Tatkraft sein, das uns alle wiederum vereint sehen wird im Bewußtsein der uns gestellten gemeinfamen Aufgabe Den Frieden zu bewahren ist der deutschen Politik vornehmstes Ziel auch im neuen Jahr, wie ihm im alten die Wiederaufrichtung der deutschen Wehrmacht gedient hat. Denn sie beseitigte die gefahrdrohende Leere im Herzen Europas, eine stete Verlockung für die vielen Strauchritter und Wegelagerer der Außenpolitik. Sie gab aber auch dem neuen Reich nach der Errichtung eines klaren und stabilen Regiments im Innern bte Kraft, in der großen Politik wieder den Platz einzunehmen, der der Bedeutung des deutschen Volkes, seiner großen Vergangenheit, seiner Volkskraft, seiner kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen nach entspricht. Wir wissen aus allen Kundgebungen des Führers, und die Welt sollte es auch endlich begriffen haben, daß dem nationalsozialistischen Deutschland nichts ferner liegt, als die Rolle eines Hans Dampf in allen Gaffen zu spielen. Wir lehnen es vielmehr nach wie vor mit aller Entschiedenheit ab, uns in Streitigkeiten anderer Völker hineinziehen zu lassen, die kein deutsches Lebensinteresse berühren. Das neu geschliffene deutsche Schwert wird auch in Zukunft einzig und allein dem Frieden dienen, der Bewahrung der Ehre und der Erhaltung der Kraft der deutschen Nation. Diese Losung, die der Führer als Oberster Befehlshaber der Wehrmacht in seinem Neujahrserlaß den deutschen Soldaten für das neue Jahr mit auf den Weg gegeben hat, zeigt eindeutig, wie ernst Volk und Führer die Verpflichtung auffassen, die dem Reich aus der Wiedergeburt seiner Wehrmacht erwachsen ist. Präsident Roosevelt hat in einer Botschaft an den Kongreß sich zugleich an das amerikanische Volk gewandt. Seine Rundfunkrede begegnete zuerst verfassungsgemäßen Bedenken, aber nachdem in Frankreich Doumergue und nach ihm Ministerpräsident Laval sich dieses modernen Mittels bedienten, um in entscheidenden Aktionen die Regierung direkt zum Volke sprechen zu lassen, konnte füglich in den Vereinigten Staaten dem Präsidenten nicht der Mund verboten werden. Roosevelt hatte nach den vielen Mißhelligkeiten des vergangenen Jahres auch ein dringendes Interesse daran, das amerikanische Volk zu informieren, denn seine Wiederwahl steht für Ende dieses Jahres bevor, und er denkt nicht daran, auf feine Wiederwahl zu verzichten, da er hofft, schließlich das Programm dennoch durchsetzen zu können, wonach der Staat Herr der Wirtschaft ist. Seine Nira-Gesetzgebung ist bekanntlich durch den Spruch des Obersten Bundesgerichts vom Mai 1935 für ungesetzlich erklärt worden. Die Skelett-Nira, also der Ueberrest dieses Planes, wurde durch eine Botschaft des Präsidenten zum 1. Januar 1935 gänzlich abgebaut. Aber b i e Ibee dieser Nira lebt weiter, trotz des formalen Erfolges ihrer Gegner. Sie ist im wesentlichen daraus berechnet, durch eine gemeinsame Kraftanstrengung die Mittel und Wege zu finden, die das Amerika der zurückgebliebenen oder veralteten Individualwirtschaft in die Sphäre eines Staates erhebt, der nicht nur die soziale Fürsorge für die Minderbemittelten betreibt, sondern sich der Ausgabe bewußt ist, für alle, nicht nur für die Reichen, zu sorgen, und damit sich auch die Befugnis nimmt, die Sonderintereffen der kapitalistischen Schichten zu brechen. Amerika ist heute keine Insel in der Weltwirtschaftskrise mehr, sondern von ihr überflutet worden. Die Arbeitslosigkeit, dieses Zentralproblem der amerikanischen Wirtschaft, ist durch die Methoden der Gegner Roosevelts und durch die Niederlage der Niragesetzgebung nicht geschwunden. Daher sind verfassungsgemäße Bedenken nicht am Platze. Der Präsident verkündet das Programm der Wirtschaftsankurbelung durch den Staat und unzweifelhaft haben sich trotz der ablehnenden Haltung der alten mächtigen Faktoren die Verhältnisse für ihn günstig entwickelt. Denn man darf nie vergessen, daß die Einführung der Versicherung gegen die Arbeitslosigkeit, der Schutz des Arbeiters gegen die Not des Älters, das Verbot der Kinderarbeit, Präsident Roosevelt bereitet seine Wiederwahl vor. Das nationale Wiederaufbauprogramm und strikte Nichteinmischung in außeramerikanische Händel auch künstig dre Kernpunkte der Politik der Vereinigten Staaten. die Bereitstellung von rund 4 Milliarden Dollar für die öffentliche Arbeitsbeschaffung und damit ein großzügiges Wiederaufbauprogramm durch den Kongreß bewilligt worden sind, daß also die USA. das nachholen, was z. B. Deutschland schon vor zwei Menschenaltern mit Bismarcks Sozialversicherung begann. Das Wirtschaftsprogramm Roosevelts wird also durchgeführt, und zwar werden die äußeren Vorschriften sich dem Wortlaut der Verfassung besser anpassen, als es durch die Nira-Gesetz- gebun'g geschah. Die Tatsache wird aber die bleiben, daß an die Stelle des Individuums, von dem die Verfassung ausgeht, der Begriff der @ef amtnation tritt, den der Präsident auf das schärfste darstellt. Weil aber die USA. wirtschaftlich sich nicht mehr vom Weltgeschehen isolieren konnten, sondern die Folgerungen, die andere Staaten zogen, nun auch ihrerseits ziehen müssen, ist auch d i e 21 u feen = politik vollkommen verändert worden. Abgesehen von der Lage im Fernen Osten wo England und Amerika zeitweilig Zusammengehen, und im Atlantischen Ozean, wo durch den Nichtangriffspakt mit England die Vereinigten Staaten eine derartige Erleichterung erfuhren, daß sie ihre gesamte Seemacht im Stillen Ozean konzentrieren konnten, ist auch in der utrali - tätsfrage ein bemerkenswerter Bruch erfolgt. Gerade wir Deutschen haben mit der alten Neutralitätspolitik der USA. im Weltkriege die trübsten Erfahrungen gemacht. Schon wenige Monate nach Beginn des Krieges benutzten unsere Feinde amerikanische Munition. Kriegsmaterial aller Art wurde von den USA. an die Entente geliefert, während den Mittelmächten nichts dergleichen geliefert werden konnte, weil die Vereinigten Staaten sich willig der Blockade-Erklärung der Entente aegen die Mittelmächte beugten. Und gerade die Sorgen der amerikanischen Kriegslieferanten um bas Geld, das ihnen die Entente schuldete, t r t e b Amerika in den Krieg, nicht sentimentale Erwägungen. Aber di- Kriegsschulden sind nicht befahlt worden. Nach einer Zeit des Wohlstandes, die hauptsächlich durch den Warenhunger Europas verursacht wurde, ist Amerika nach 1930 aus den liessten Stand seines Elends gelangt. Daher schlägt Roosevelt vor, alle Waren- u nd W aff enliekerungen an it tri e g- slikrenden Nationen -1 n z u stie l l en. Er bat Dor seiner Rede nicht nur mit den höchsten samten der USA., sondern auch mit Senator Key Sann, dem Vorsitzenden des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten d-s Sena s und mit Mc Reynold, dem Vorsitzenden des gleichnamigen Ausschusses des Repräsentantenhauses Beratungen gepflogen. Beide haben der Absicht des Präsidenten zÜg-stimmt. die Wendung in der Neu ral, atspoUt.k gu unterstützen. In der zweiten Halste dieses Mo- nats wird der Kongreß über die Ausfuhrverbote, Neues verschärftes Neuiraliläisgesetz. Stark erweitertes Ausfuhrverbot für Kriegsmaterial, Kreditsperre und Anlaufverbot für Schiffe kriegführender Länder. Washington, 3. Jan. (DNB.) Jrn amerikanischen Bunbeskongreß brachte ber Vorsitzende des Außenausschusses und des Repräsentantenhauses eine Vorlage ein, durch die das am 29. Februar ablaufende' Neutralitätsgesetz durch eine u n b e f r i st e t e Neutralitätsgesetzgebung ersetzt werden soll. Die neue Vorlage behält das gegenwärtige Ausfuhrverbot für tatsächliches Kriegsmaterial' wie Waffen und Munition nach kriegführenden Ländern bei und ermächtigt den Präsidenten, nach eigenem Ermessen die Ausfuhr von sonstigem 'Material, das für Kriegszwecke geeignet sein könnte, zu verbieten. Der Präsident erhalt also fortan das Recht, außer für Waffen und Munition auch für Baumwolle, Oel, Kupfer, Elsen- und Stahlschrott und ähnliche Materialien Ausfuhrverbote zu erlassen, falls bte Ausfuhr ben normalen Friedenshandel übersteigt. Ausgeschlossen von einem Verbot sind Lebensrnittel und medizinische Bedarfsartikel. Ferner erhält der Präsident das Recht, jegliche Kredite oder andere finanzielle Transaktionen mit kriegführenden Staaten zu verbieten. Der Präsident kann weiter amerikanischen Staatsbürgern die Benutzung von Schiffen kriegsführender Staaten sowie biefen Schiffen die Benutzung amerikanischer Häfen verbieten. Für Unterseeboote kriegführender Länder kann das Anlaufen amerikanischer Häfen verboten werden. Kriegshilfsfchiffe, die in Amerika Treibstoff ober andere Waren einnehmen wollen, können interniert werden. Die Vorschrift einer gleichen Anwendung ber genannten Verbote auf alle Kriegführenden kann vom Präsidenten mit Zustimmung des Bundeskongresses g e - ändert werden. Roosevelt kann also die Beschränkung der Derbvtsliste auf einen ber Kriegführenden vorschlagen. Nr. 3 Erstes Blatt 186. Jahrgang Samstag, 4. Januar 1936 Erscheint täglich, außer Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags ▼ * für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte ■ . a. ▲ a, a. bis8'/,Uhr des Vormittags BW (ntenttM ZllKClflCr eses M&s VIvilvIlVl IBJVIUVI s® von einzelnen Nummern W Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger für Oberheffen MW poftschecttonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Frankfurt am Main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitäts Vllch- und Ztemdruckerei R. Lange In Giehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: zchulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 AmerikaplantdiegrößteLustflottederWelt Ausbau der Lustverteidigung innerhalb von drei Jahren. saft in eine schiefe Lage geriet. Aber der Eid- genosse.lschaft schien mit vollem Recht die Gefahr größer, die dem inneren Frieden des eigenen Landes aus der durch das Zusammenwirken von Sowjetregierung und kommunistischen Internationale erst so schlagkräftig werdenden revolutionären Propaganda erwachsen mußte. Eine erhebliche Rolle spielen die Beziehungen zu Sowjetrußland auch in dem gegenseitigen Verhältnis der Staaten der Kleinen Entente. Die Tschechoslowakei hat sich nicht gescheut, analog dem französisch-sowjetrussischen Bündnis einen Militärvertrag mit Moskau zu schließen, der offenbar der Roten Armee und besonders ihrer Luftwaffe weit nach Westen vorgeschobene Aufmarschgebiete und Stützpunkte sichert und zudem noch von Polen bei dem ohnehin sehr gespannten Verhältnis zur Tschechoslowakei als gefährliche Zange peinlich empfunden wird. Rumänien hat Jahre hindurch gezögert, mit der Sowjetunion in direkte Beziehungen zu treten, da es sich im Besitz Bessarabiens nicht sicher fühlte und S ü d s l a w i e n, dessen Königshaus besonders freundschaftliche Beziehungen zu den ermordeten Romanows unterhielt (sowohl König Alexander wie der Prinzregent Paul haben ihre militärische Erziehung am Zarenhof erhalten) und das ganzen Kolonien weißrussischer Offiziere der Wrangel-Armee ein Asyl bietet, hat bis heute die Anerkennung des bolschewistischen Regimes abgelehnt. Wir sehen also das Verhältnis zu Sowjet- rußland ist auch nach dessen Aufnahme in den Völkerbund ein Problem geblieben, das zumindest äußerst strittig ist, und das kleine Uruguay hat, als es dem Sowjetgesandten seine Pässe zustellte, wohl gewußt, daß es nur eine schon sehr fragwürdige Freundschaft aufgab, um Ruhe im eigenen Lande und das Vertrauen seiner Nachbarn zu gewinnen, von denen sowohl Argentinien wie jetzt auch Brasilien den Segen bolschewistischer Propaganda, aus der Sowjetgesandtschaft von Montevideo exportiert und finanziert, am eigenen Leibe zu spüren bekommen haben. Es ist zu hoffen, daß die von Sowjetrußland sehr selbstsicher in Genf anhängig gemachte Beschwerde dazu führen wird, noch einmal die ganze Kraßheit der Gefahr zu beleuchten, die in der Vereinigung weltrevolutio- närer Propaganda mit den staatlichen Machtmitteln einer Weltmacht in einer Hand liegt, wie wir es in dem bolschewistischen Regime in Rußland durchgeführt sehen. Man wird allerdings nicht erwarten dürfen, daß Frankreich aus dem Zwischenfall von Montevideo eine Lehre zieht. Die französische Regierung betrachtet ihr Bündnis mit der Sowjetunion so ausschließlich aus machtpolitischer Perspektive, daß sie die Schattenseiten der kommunistischen Propaganda und ihre Rückwirkungen auf die innere Politik Frankreichs geflissentlich übersieht, von Moral und Weltanschauung ganz zu schweigen. Denn so häufig man auch gerade in Paris das Wort von der europäischen Solidarität im Munde führt und vorgibt, der kollektiven Sicherheit des Friedens alles andere unterzuordnen, so sehr widerspricht dem die seit Versailles betriebene Bündnispolitik Frankreichs, die, nachdem die Vereinigten Staaten sich der französischen Garantieforderung versagt hatten und auch die Entente mit England nicht im alten Umfang wiederhergestellt werden konnte, mit Hilfe Polens und der Kleinen Entente Frankreichs Hegemonie auf dem Festland gegen Revisionsgelüste Deutschlands und Jta- liens mit Sowjetrußland im Hintergrund zu schützen suchte. Als dieses System aus vielerlei Gründen brüchig zu werden drohte, suchte Barthou eine neue Mauer gegen die lebendige Entwicklung zu errichten durch das Militärbündnis mit Sowjetrußland, dem sich die Tschechoslowakei anschloß, und durch den von ihm geplanten, von seinem Nachfolger Laval durchgeführten Ausgleich mit Italien. Laval hat zwar eben erst bei der Verteidigung seiner Sanktionspolitik gegen seine innerpolitischen Gegner von links die starke Belastung zu spüren bekommen, die das Bündnis mit dem Moskauer Bolschewismus für seine Regierung bedeutet .Er hat auch vor dem Weihnachtsfest in Berlin erklären lassen, daß der Vertrag mit Sowjetrußland gegen keinen dritten Staat gerichtet sei und ausschließlich der kollektiven Sicherung des Friedens dient (ein Schlagwort, mit dem man heute in Paris alles und jedes begründet), aber der Eindruck bleibt, daß sich die französische Politik aus den verhängnisvollen Gedankengängen der Vorkriegsmentalität nicht zu lösen vermag, die in dem Sichgegenüberstehen von bis an die Zähne bewaffneter und durch ein System fast automatisch wirkender Bündnisse schicksalhaft aneinandergeketteter Mächtegruppen die einzig wirksame Möglichkeit einer Bewahrung des Friedens sieht, was heute für Frankreich immer gleichbedeutend ist mit der Sicherung des in Versailles geschaffenen Zustandes. Laval hat zwar in seiner letzten großen Rede vor der französischen Kammer Andeutungen gemacht, die auf den Wunsch schließen lassen könnten, das deutsch-französische Verhältnis auf eine sichere, von Mißtrauen und Besorgnis freie Grundlage zu stellen. Auch der Präsident der Republik hat beim traditionellen Neujahrsempfang im Elysee davon gesprochen, daß der Friede „nur durch eine dauerhafte und vertrauensvolle Zusammenarbeit wirklich gesichert" werden könne, und Frankreichs Botschafter in B e r l i n hat dem Wunsch Ausdruck gegeben, daß öie „fühlbare Verbesserung der deutsch-französischen Beziehungen", die das verflossene Jahr gebracht hätten, sich weiter entwickeln und festigen möchten. Das sind zweifellos Anzeichen einer für den Versuch einer Verständigung nicht ungünstigen Atmosphäre, die beachtet werden wollen. Aber es muß doch nachdenklich stimmen, wenn zur selben Zeit britische Blätter von einem Pariser Plan wissen wollen, der die aus dem aktuellen und besonderen Anlaß des Abessinienkonflikts und der Sanktionen gegen Italien erforderlich gewordenen militärischen Besprechungen z w i s ch e n Frank- reich und England auch auf künftige Fälle a u s d e h n e n möchte, in denen Frankreich sich von Osten her bedroht sehen könnte. Gemeint ist damit natürlich nur Deutschland, das im übrigen, da es nicht mehr Mitglied des Völkerbundes ist, auch mit irgendwelchen Sanktionen nicht das geringste zu tun hat und auch nichts zu tun haben will, das aber nach wie vor voll und ganz zum Locarnopakt steht, der ja die deutsch-französische Grenze gegen leben Angriff sichert und dessen Ergänzung durch ein Luftabkommen der Locarnomächte Deutschland ja schon seit langem vorgeschlagen hat, ohne allerdings damit gerade in Paris auf viel Gegenliebe gestoßen zu sein. Die britische Regierung hat nun amor die Gerüchte von einer Ausdehnung der Be- sprechungen über eine gegenseitige Unterstützung über den besonderen Fall des Abessinienkonflikts hinaus dementiert. Aber der Gedanke ist nicht von der Hand zu weisen, daß Frankreich auch künftighin versuchen wird, aus der für England einigermaßen prekären Situation zu profitieren, indem es den Spieß umdreht und auf bte britischen Unter- Washington, 3. Jan. (DNB.) Nach einer Konferenz des Generalstabschefs Malin Craig und des Vorsitzenden des Militärausschusses des Abgeordnetenhauses, M c S w a i n , wurde bekannt, daß der amerikanische Generalstab die Schaf- funa der „größten Luftflotte der Welt" beabsichtigt. Das gesamte Luftaufrüstungsprogramm soll 525 Millionen Mark kosten, und zwar hat Kriegsminister Dem den Bau von 8 0 0 Flugzeugen jährlich für eine Zeit von drei Jahren vorgesehen. General Craig erklärte jedoch, daß die jährliche Erhöhung der Luftstreitkräfte um 800 Flugzeuge noch keineswegs eine angemessene Luftverteidigung für die Vereinigten Staaten bedeute. Das Kriegsministerium verfugt zur Zeit nur über einen Rüstungsfonds von 17 500 000 Dollar. Davon ist bereits ein Kontrakt für 100 Bombenflugzeuge im Wert von 2,5 Millionen Dollar vergeben worden. Die zur Durchführung des neuen Bauprogramms jährlich erforderlichen 70 Millionen Dollar müßten vom Kongreß bewilligt werden. Es unterliegt feinem Zweifel, daß dieses Programm im Kongreß viele Anhänger finden wird. In diesem Zusammenhang interessiert auch folgende Erklärung von McSwain: „Die Luftstreitkräfte müssen stets in Bereitschaft sein. Wir müssen nicht innerhalb von 24 Stunden auf sie zurückgreifen können, sondern innerhalb von 6 0 Minuten, wenn es einmal darauf ankommt. Wenn wir eine gut ausgerüstete und wirksame Luftflotte haben, so wird das eine Garantie gegen den Ausbruch von Feindseligkeiten sein. Die Tatsache allein, daß wir eine solche Flotte besitzen, wird den anderen Nationen genügen, um nicht auf unsere Zehen zu treten." England zur Botschaft Roosevelts Die Rückwirkung auf die Sanktionen. London, 4. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die in England mit Spannung erwartete Botschaft Roosevelts an den Kongreß wird von den Morgenblät- tern in langen Auszügen und unter großen Schlagzeilen, jedoch vorläufig ohne Kommentar wieder- gegeben. Das englische Interesse bezieht sich besonders auf das neue Neutralitätsgesetz und dessen Rückwirkungen auf die Sühnepolitik. Der Washingtoner Berichterstatter des „Daily Telegraph" hält für besonders wichtig die Feststellung, stützungsforderungen nun seinerseits mit Wünschen antwortet, wie sie eben in der britischen Presse erörtert wurden und darauf hinausliefen, daß Frank- reich, wenn es für den Fall eines Sanktionskrieges Truppen von feiner Ostgrenze in das Alpengebiet verschieben müsse, es auch die Gewißheit haben wolle, daß britische Truppen den Schutz der französischen Nordostgrenze mitübernehmen würden. Wenn uns auch an sich solche und ähnliche Erörterungen kalt lassen können, da wir ein gutes Gewissen haben und nicht die geringste Lust verspüren, die weltpolitischen Spannungen irgendwie zu vermehren, so offenbaren doch die der französischen Regierung zugeschobenen Pläne eine Einstellung, die sich nicht im geringsten von der altüberkommenen Linie Barthouscher Machtpolitik unterscheidet und herzlich schlecht zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit paßt, die nach den Worten des Präsidenten Lebrun den Frieden allein wirklich sichern kann. Will man in Frankreich noch immer nicht begreifen, daß nur eine offene Aussprache mit Deutschland den Wall von Argwohn und Mißtrauen, der zwischen beiden Nationen steht, abtragen kann, daß aber militärische Abreden und Bündnisse im Vorkriegsstil nur den Alpdruck vergrößern müssen, den alle wahren Friedensfreunde schmerzlich empfinden? Der Führer und Reichskanzler hat auch für die anderen Nationen, die ehrlich nach einem neuen Verhältnis zum nationalsozialistischen Deutschland suchen, den Wegweiser aufgerichtet. Er kann nur in vertrauensvoller Aussprache miteinander zu einer ehrenhaften Verständigung gleichberechtigter Völker führen, die die Lebensinteressen beider Partner gleicherweise sicherstellt. Wird man im neuen Jahre auch in Frankreich erkennen lernen, daß nur dieser vom Führer gewiesene Weg den europäischen Frieden in Wahrheit sichern kann? Reue^riedensvorMa'aeLavals? London, 4. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Pariser Berichterstatter der „News Chronicle" will von ehr gut unterrichteter Seite erfahren haben, daß Laval neue Friedensvorschläge ausarbeite. Dies tue er, meint „News Chronicle", „auf eigene Fauft" und lediglich „zur Rettung der Fas- a d e". Laval sei verzweifelt bemüht, die Anwendung von O e l s ü h n e m a ß n a h m e n gegen Italien zu verhindern. Den neuen Friedensplan werde er der Völkerbundsratssitzung am 20. Januar vorlegen. Zuvor werde er sich aber der Übereinstimmung Mussolinis ver- ichern und auch mit London Rücksprache nehmen. Nach der Rückkehr Lavals von seinem Erholungsaufenthalt in der Auvergne sei mit der Aufnahme einer großen diplomatischen Tätigkeit zwi- chen Paris, Rom und London zu rechnen. Zu den Besprechungen der General- t ä b e in Paris schreibt „Star", daß bei diesen Besprechungen eine beträchtliche Panne eingetreten sei. Die Franzosen hätten gewisse politische Fragen aufgeworfen, die von d.en englischen Sachverständigen nach London geschickt worden seien. Hier habe man ihnen vorläufig die Anweisuna erteilt, sich zurückzuhalten, bis das britische K a - binett entschieden habe. In der Tat gingen einige dieser französischen Vorschläge soweit, daß ie dem Abschluß eines französisch-eng- lischen Luftpaktes gleichkämen, ohne daß Deutschland bei der Festsetzung der einzelnen Bestimmungen auch nur gefragt werde, obwohl man vielleicht Deutschland auffordern würde, dem Pakt beizutreten, wenn es das wünsche. Man glaube daher nicht, daß die britische Regierung diesem Verfahren hinter dem Rücken Deutschlands zustimmen würde, weil das die Hoffnung aufgeben hieße, daß ein echtes Luft-West-Locarno zustandekäme. Die volnW-Iitam'^e Gvammng Warschau, 4. Jan. (DNB. Funkspr.) „Kurjer Poranny" faßt in einem Artikel feines Kownoer Be- nchterstatters sein Urteil über die polnisch-litauischen Beziehungen darin zusammen, daß heute der über- wiegende Teil der litauischen Oeffentlichkeit in her Anlehnung an die Sowjetunion die elnzrge Sicherheit für die Unabhän- daß ein amerikanisches Ausfuhrverbot von Kriegsmaterialien nicht nur gegen den „Angreiferstaat", sondern gegen alle kriegführenden Staaten gerichtet sein würde. Im Falle eines Konfliktes zwischen England und Italien würde das amerikanische Ausfuhrverbot also auch auf Großbritannien ausgedehnt werden. Nur durch eine Sondergesetzgebung könne die amerikanische Regierung in die Lage versetzt werden, das Ausfuhrverbot für den einen ober anderen der kriegführenden Staaten aufzuheben. Reuter meldet aus Genf, in Völkerbundskreisen sei man der Auffassung, daß die Vorschläge Roosevelts ein Oelausfuhrverbot durch den Völkerbund erleichtern. Auch das Oppositionsblatt „Daily Herald" meint, der Völkerbund könne nicht mehr zögern, wenn die Vereinigten Staaten das Oelausfuhrverbot zur Tatsache werden lassen. Die sanktionsfeindliche „Daily Mail" hingegen betont, der Zwiespalt der Meinungen in der Frage der Oelsühnernaßnahrnen habe sich derart verschärft, daß es zweifelhaft fei, ob dem Völkerbundsrat am 20. Januar überhaupt irgend ein Vorschlag für ein Ausfuhrverbot vorgelegt werde. Sollte aber ein Plan vorgebracht werden, so halte man es für unwahrscheinlich, daß er von irgend einer der wichtigeren Mächte unterstützt werden würde. ORom gegen eine tendenziöse Berichterstattung. Rom, 3. Jan. (DNB.) In Italien wird mit Bedauern von den tendenziös übertriebenen ober völlig falschen Meldungen Kenntnis genommen, die über den italienischen Feldzug in Abessinien in ausländischen Blättern erschienen sind. Es wird dementiert, daß Ras Gugsa von den Italienern standrechtlich erschossen worben sei. Ebenso werden die Nachrichten als falsch bezeichnet, wonach die italienischen Truppen im Schiregsbiet koptische Kirchen niedergebrannt hätten. Es wird auf die sich häufenden barbarischen Grausamkeiten hingewiesen, die an den italienischen Gefangenen in Abessinien begangen werden. Man weist auf die Notwendigkeit hin, schärfste Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen, bei denen vielleicht auch die modernsten Waffen des chemischen Krieges Verwendung finden könnten. gigkeit Litauens sehe. Keine litauische Regierung, die auch auf die Stimmung der Massen Rücksicht nehmen wolle, werde eine Normalisierung der Beziehungen zu Polen einleiten, falls Polen irgendwelche, wenn auch noch so geringe Zugeständnisse an Litauen mache. Da aber solche Zugeständnisse unter keinen Umständen in Frage kämen, gerieten die polnisch-litauischen Beziehungen in eine Sackgasse. Das wahre Gesicht des Flüchilinasproblems. London, 3. Jan. (DNB.) In dem Organ der Nationalen Arbeiterpartei „The News Letter" nimmt H. P. Matthews das Rücktrittsschreiben des Genfer Flüchtlingskommissars Macdonald zum Anlaß, um die Aufmerksamkeit der Welt auf die Flüchtlinge aus Sowjetrußland. A r - menien und anderen Ländern zu lenken. Diese Frage sei, so schreibt Matthews, viel weitreichender und ernster als das Problem der deutschen Emigranten. 800 000 Russen mußten nach dem Ausbruch der russischen Revolution ihre Heimat verlassen. Darüber hinaus sei der Völkerbund für die 170 000 Armenier verantwortlich. 25 000 bis 40 000 Assyrer verliehen den Irak nach den Massenmorden 1933/34. Für einen großen Teil dieser Flüchtlinge sei auch heute noch keine bleibende Heimstätte gefunden. Für die Emigranten aus dem Saargebiet seien die Franzosen besonders verantwortlich, da Frankreich so viel dazu beigetragen habe, die Agitation für den Status quo an der Saar zu unterstützen. Bei weitem das ernsteste Problem sei jedoch die Frage derjenigen Flüchtlinge, die bereits in Frankreich seßhaft geworden feien und bei Verlust ihrer Arbeit ausgewiesen wurden. Hiervon würden in erster Linie die vielen ©panier, Italiener, Polen und die früheren Angehörigen der Wrangelarmee betroffen, die nach dem Kriege in großen Scharen nach Frankreich ausgewandert seien. Die Maßnahmen zum Schutze der französischen Arbeit hätten dazu geführt, daß die Erneuerung der Arbeitserlaubnis für viele verweigert wurde, die schon «eit zehn o d e r m e h r I a h r e n in ^ranEreid) tätig seien. Aus den geringfügigsten Anlässen würden Ausweisungen ausgesprochen, im Weigerungsfälle würden die Emigranten ins Gefängnis geworfen. Das fei das Problem, vor dem der Völkerbund stehe. Hungergehälter für fowietruMche Erzieher. Moskau. 3. Jan. (DNB.) Die „Komsomolskaja Prawda" führt Beschwerde über die Gehälter der Professoren ayi Pädagogischen Institut Moskau. Die Monatsgehälter an dieser Erziehungsanstalt betragen 48 bis 175 Papierrubel. Nur ein einziger Professor erhält ein Monatsgehalt von 247 Papierrubel (1 Papierrubel = 0,48 RM.) Die Zeitung bemerkt dazu, daß die Lehrkräfte unter solchen Umständen gezwungen seien, gleichzeitig an verschiedenen Stellen zu arbeiten, soweit sich eine Gelegenheit hierfür biete. Die Kaufkraft der erwähnten Gehälter läßt sich danach beurteilen, daß z. B. ein Pfund Fleisch fünf Rubel kostet. Unter diesen Umständen erscheint es seltsam, wenn die „Jswestija" am gleichen Tage einen Leitartikel dem Kampf gegen das Änalphabeten- t u m widmet und feststellt, daß bei den Sowjetbehörden oft bie einfachsten Schulkenntnisse fehlten. Senifdo« en ^önia II. Athen, 3. Jan. (DNB.) Veniselos hat durch Vermittlung des früheren Ministers Rufos dem König zum Jahreswechsel seine Glückwünsche ausgesprochen. Veniselos brachte den Wunsch zum Ausdruck, daß sich unter der Herr- schäft Georgs II. das „Regime der gekrönten Demokratie" so festigen möge, wie es Griechenland unter der Herrschaft Georgs I. kennen- gelernt habe. Auf diese Weise werde die nationale Einheit, die seit 20 Jahren erschüttert worden sei, wiederhergestellt werden, und das Land werde dem König dankbar fein. Oie politische Sprache. Von Heinz Bickendors, Leiter des politischen Amtes der Gauleitung Aeffen-Naffau. Der Nationalsozialistische Gaudienst Hef. sen-Nassau veröffentlicht folgenden Aufsatz: Die heutige Generation stand vor der entscheidenden Frage nach Leben ober Tod des deutschen Volkes. Die Wirrnisse seit 1914, die sich in das Leben jedes einzelnen Volksgenossen hineindrängten, waren so riesengroß, daß sie in ihrer ganzen Bedeutung nur von wenigen erfaßt wurden. Der E i n- deine sah in der Regel nur die Auswirkungen in seinem eigenen Dasein. Er, der einzelne, ging an die Front, sein Bruder fiel, sein Kind erlag dem Hunger und der Grippe, er verlor durch die Inflation fein Vermögen, er wurde arbeitslos, einer seiner Freunde verübte Selbstmord, ein anderer agitiert für die KPD., sein Sohn ging in die SA. Die Zeitungen schrien ihm, dem einzelnen, zu, daß eine Wahl sei, und daß er Herrn X von der V-Par- tei wählen müsse, um die Not zu wenden. Der Rundfunk verwirrte ihn mit bisher nicht gehörten Tönen, die man moderne Musik nannte, das Kino versuchte, ihm durch das tragische Schicksal der am Traualtar verstoßenen schönen Marie-Luise Tränen zu entlocken. Diesem Chaos stand der einzelne hilflos gegenüber. Er fühlte, daß hier irgendetwas, irgendeine Macht am Werk war, die ihn vernichten wollte. Er suchte eine Erklärung. „Der Teufel geht um wie ein brüllender Löwe," sagte die Kirche. „Es gibt feinen Teufel; die Schlotbarone und Krautjunker sind schuld," schrie der Marxismus. „Der verlorene Krieg und die Parteienzersplitterung sind Deutschlands Verderben," antwortete die Hausbesitzerpartei. „Tut Buße — schafft revolutionäre Dertrauensräte — wir brauchen den Kaiser wieder — schlagt den Faschismus — herunter mit den Löhnen — (Bene- ralftreif — wählt bürgerlich — wählt marxistisch — wählt! — wählt! — wählt!" In diesem Hexensabbat stand jeder einzelne Deutsche. Die alte Welt brach um und in ihm zusammen. Er wollte beten, aber er konnte es nicht mehr; er wollte fein Vaterland lieben, aber er sah es nicht mehr; er wollte die Gerechtigkeit, aber er fand sie nicht mehr. So zerschellte sein Wille da und dort, da er, als einzelner, den unheimlichen Gegner nicht befielen, ja kaum sehen konnte. E i n Wille jedoch war m ihm nicht zu vernichten: der Wille zum Leben. Dieser Wille mar in dem einzelnen, und er war in den Deutschen um ihn. Der einzelne schlug sich allein durch. Er gehörte vielleicht auch einer Organisation an, war aber im Grunde darum doch einsam, denn er verstand alle anderen nicht mehr. Niemals wurde mehr und lauter geredet: in Versammlungen, im Reichstag, in den Landtagen, in den Stadtverordnetenversammlungen, in Äusschußsitzungen, in den Zeitungen, im Rundfunk, auf den Plakaten. Aber die Sprache war verlogen und unwahr. Der einzelne, der gläubig hier und dort aufhorchte, erkannte bald, daß die Worte nicht die Form einer Tat waren, sondern ein Mittel, um die Gedanken zu verbergen. So blieb der Wille des einzelnen nutzlos. Er konnte sich nicht mit dem der Volksgenossen vereinigen, da sie sich nicht verstanden. Sie konnten sich über alle Dinge unterhalten, aber über ihre Not, die die Not der Nation war, konnten sie sich nicht verständigen. Wenn sie über die Ursache der Not sprechen wollten, dann sprachen sie aneinander vorbei; wenn sie gemeinsam den Ausweg suchten, gerieten sie in Kampf, denn bie Sprache versagte. Die Kraft der Worte verwandelte sich in ihrem Munde zur Schwäche, die Wahrheit zur Lüge, das Wollen zur Ohnmacht. Da stand ein Mann auf, dessen Wille so stark war, daß er sich auch die Sprache bezwang. Das erfte Wort, mit dem er sich an die Nation wandte, schied Freund und Feind. Es zeigte sein Wissen um die Not und sein Wollen, sie zu wenden, mit einer Klarheit und Stärke, die die einer Offenbarung waren. Die Ehrlichkeit feiner Sprache war eine unerhörte Tat und machte den Weg frei für weitere Taten. Er zwang sie denen auf, die ihm glaubten und die sie weitertrugen. Ehrlichkeit der Sprache hieß die Uebereinftimmung zwischen Worten und Taten, hieß die in sich geschlossene Persönlichkeit, die der ganzen Unsauberkeit mit ganzer Sauberkeit entgegentrat. So schuf der Führer Begriff und Lehre des Nationalsozialismus und verlangte, daß jeder, der sich zu ihm und feiner Lehre bekannte, dieses ganz tat. Nach diesem Gesetz trat die Bewegung an, die allein heute namens und auftrags des ' Führers politisch zum Volk spricht. Und diesem Gesetz ist sie in Zeit und Ewigkeit verpflichtet. Die Partei hat die ungeheuer schwere Aufgabe übernommen, der Ration den Willen des Führers zu vermitteln. Jeden Parteigenossen soll sie zum Träger der Idee, jeden Volksgenossen zum Freund und gläubigen Gefolgsmann machen. Das kann sie nur durch ein ewiges Sprechen zum Volk erreichen, aber ein Sprechen, das mit den Taten übereinstimmt. Keiner, der guten Willens ist, ver- langt ernsthaft, daß das Ideal heute schon erreicht ist. Die Zukunft ist nicht die Gegenwart; sie wird aber einstmals Gegenwart sein. Der Einzelne, der der Ausgangspunkt dieser Betrachtung war, möge nur einmal die letzten 20 Jahre überblickens ein Leid ermessen und sich darüber klar werden, daß das Leid des ganzen Volkes viele, viele Mil- lionen mal großer war; dann wird er verstehen, daß dieses Leid noch nicht behoben fein f a n n. Er dH aber wissen, daß die Tugenden, die zur Notwende erforderlich waren und sind, daß der Opfer- mut, die Anständigkeit, die Tatliebe zum Volksgenossen, die helfende Freundschaft und die Selbstentsagung in der Partei ihm voran- leuchten sollen. Die Parteia-nossen und die an führenden Stellen stehenden Nationalsozialisten kon- nen keine vollkommenen Menschen sein, denn das Vollkommene ist dieser Welt verschlossen. Aber sie müssen ehrlich sein, denn nur dann wird ihre Svrache verstanden werden, und nur dann wird die Führuna nicht nur eine mechanische, sondern auch eine seelische sein. Die klare Sprache wird immer Achtung finden, und wenn hinter ihr eine ebenso klare Haltung steht, auch überzeugen. Das nationalsozialistische Regiment sieht die Gewalt nur zusammen mit dem Recht, damit aus beiden bie Macht werde, die allein aus dem Wollen das Können macht. Und wie uns die Sprache des Führers die Gewißheit gab, daß er das, was er wollte, auch konnte, so soll die Sprache der Partei, das sind ihre Worte und Taten, auch die Nation überzeugen, daß sie am Wollen und Können des Führers den ersten Teil hat, und ihr damit das unbestreitbare Recht zusteht, das politische Wort zu handhaben. ganzen und im einzelnen kann Wege der Mystik und der nicht erforderlich, da die angekauften Mont-Cenis-, Stellung Kuxe ja bisher der Muttergesellschaft von Harpen,! einnahm. Altersklassen 23,17 22,73 + 28,3 + 70 000 0,24 0,31 Aus aller Wett Wie sieht es in der Wirtschaft aus? , Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. [, Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., 6,35 9,54 4,75 1,19 6,72 10,05 4,51 1,07 Stück — 440 000 — 370 000 — 510 000 + 240 000 + 120 000 Ein gewaltiger Erdrutsch wird aus Val Ner- via in Italien gemeldet. Einige 10 000 cbm Gestein gerieten in Bewegung. Es wurden 10 000 Bäume, darunter Oliven und Pinien, verschüttet. Zehn am Abhang gelegene Häuser stürzten ein. Die Bewohner hatten sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Der Verkehr ist auf zwei Straßen unterbunden. Auch an anderen Orten ereigneten sich F e l s - stürze. Bei Novara haben mehrere Schne e - l a w i n e n großen Schaden an den Baumbestäw den angerichtet. Einige Flüsse, darunter der Tessin, führen Hochwasser, Der größte deutsche Arbeitgeber. Oie Reichsbahn erstattet Bericht über das Wirtschaftsjahr 1935. beider Gesellschaften. Finanzielle Aufwendungen sind zur Durchführung der Transaktien überhaupt von Blut und Boden, deutscher Eigenart und Geschichte. Auf dem gleichen Grunde weisen wir aber auch jede Vergötzung der natürlichen Lebensmächte ab. Die innere Erneuerung unseres Volkes im ..... nicht a u f dem Wege der Mystik und der heroischen Hoffnungslosigkeit, sondern allein durch eine tiefe Bindung an Gott als den Herrn des Lebens und der Geschichte gegeben werden. 4. Wir rufen demgemäß unsere deutsche Jugend auf, unbeirrt durch die Verwirrung der mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig^ Mehr (+) oder weniger (—) im Dezember 1935 gegen Dezember 1934 Bonna. Rh., 3. Jan. (DNB.) Zur Ueberwindung der das Leben der Kirche bedrohenden theologischen Gegensätze haben sich sämtliche ordentlichen Professoren der evangelisch , theologischen Fakultät der Universität Bonn zu folgender Erklärung zusammengeschlossen: „1. Wir erkennen m der Heiligen Schrift die einzige Schrift, die einzige Regel und Richtschnur des Glaubens.' Die reformatorischen Bekenntnisse haben als Zeugnisse des kirchenbildenden Glaubens für die Lehrbildung der Kirche wegweisende Bedeutung, können und wollen aber nur soweit gelten, ,als sie mit der Heiligen Schrift übereinstimmen.' (form. Gone.) Alle Verhandlungen über konfessionelle Unterschiede müssen daher zu einem Gespräch unter dem Wort der Schrift werden. 2. Wir wissen uns einig mit dem Bekenntnis der Verfassungsurkunde der Deutschen Evangelischen Kirche vom 10. Juli 1933, Artikel 1: ,Die unantastbare Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche ist das Evangelium von Jesus Christus, wie es uns in der Heiligen Schrift bezeugt und in den Bekenntnissen der Reformation neu ans Licht getreten ist.' Das in Christus Mensch gewordene Gotteswort ist der einzige Weg zur Ueberwindung des Schuld- und To- desoerhängnisses der Menschheit. 3. Auf Grund dieses Evangeliums setzen wir uns entschieden ein für die nationalsozialistische Volkwerdung auf der Grundlage Die Deutsche Reichsbahn mit ihren rund 650 000 Beamten, Angestellten und Arbeitern ist der größte deutsche Arbeitgeber. Gerade darum verdient die jetzt für das Jahr 1935 vorgelegte Generalabrechnung, die nicht nur mit Zahlen operiert, sondern auch eine ganze Reihe sehr schöner Leistungen vor- weist, besondere Beachtung. Sehen wir uns zunächst die Reichsbahnfinanzen an, so ergibt sich eine Mehreinnahme von rund einer Viertel Milliarde. Damit sind die Ausgaben noch keineswegs gedeckt, aber wenn sich die wirtschaftliche Entwicklung im bisher eingeschlagenen Tempo fortsetzt — und eine Garantie dafür ist die Friedens- und Ausbaupolitik des Führers — dann werden bald Einnahmen erzielt werden können, die einen echten Ueberschuß ergeben. Tatsächlich wäre aber dieser Ueberschuß schon vorhanden, wenn auf der Reichsbahn nicht noch die sogenannten politischen Lasten, Reste einer noch nicht ganz überwundenen Vergangenheit, ruhen würden, so z. B. Dividenden für die an das Reich entschädigungslos abgetretenen Vorzugsaktien, Beiträge an das Reich, die aus der Dawes- und Poungzeit stammenden Beförderungssteuer und mancherlei andere Ausgaben, die insgesamt eine halbe Milliarde ausmachen. Da aber die Reichsbahn ihre Aufgabe im Rahmen des wirtschaftlichen Wie- deraufbaues nicht darin erblickte, nun die Gunst der Stunde auszunutzen und womöglich die Tarife zu erhöhen, sondern möglichst viele für den Aufbau nötigen Materialien zu Ausnahmetarifen zu befördern, ergaben sich Mindereinnahmen, die den Reinverdienst schmälerten, aber wegen des hohen Gesamtzieles durchaus vertretbar sind. Für die Reichsbahn hat der wirtschaftliche Aufschwung eine Verkehrserweiterung im Gefolge gehabt, die an den Stand des letzten Dorkriegsjahres heranreicht. Das hatte die Neueinstellung von rund 30000 Arbeitskräften zur Folge, während außerdem die Reichsbahn noch durch Arbeitsaufträge in Höhe von 1,6 Milliarden einen eigenen wertvollen Beitrag zur Arbeitsschlacht gab. Das Bild der Leistungen der Deutschen Reichsbahn rundet sich aber erst ab, wenn man die zahllosen Neubauten, Verkehrsverbesserungen und vor allem auch die sozialen L e i st u n g e n zugunsten der eigenen Belegschaft heranzieht. So stellt sich die Reichsbahn zu Beginn des neuen Jahres als ein Unternehmen vor, das aus sich heraus der deutschen Volkswirtschaft unendlich viel gibt, das aber auch nach fachlich-geschäftlichen Gesichtspunkten geführt wird, das erhebliche Ueberfchüffe erzielt und in seinem Wirken und der Erfüllung seiner Aufgaben zu den Unternehmungen gehört, die restlos im Dienste der Volksgemeinschaft stehen. in der Zunahme des Bestandes an trächtigen Sauen (11,8 v. H.) aus. Bis zu dem Zeitpunkt, in dem dieser Nachwuchs schlachtreif wird, kommt es darauf an, die gegenwärtig noch kleineren Bestände an Jungschweinen a u f ein hohes Schlachtgewicht zu bringen, um den Bedarf an Schweinefleisch und -fett soweit wie möglich aus eigener Erzeugung zu decken. 30 Kinder durch Gas vergiftet. In Casale (Oberitalien) wurden Schüler durch Heizgase vergiftet. Die Rettungsgesellschaft mußte 30 Kindern Hilfe leisten. Einige Schüler wurden sofort ins Krankenhaus geschafft. Lebensgefahr besteht jedoch in keinem Falle. Man vermutet, daß das Ausströmen des Gases auf mangelhafte Sicherungsoerhältnisse zurückzuführen ist. Auch in einer anderen Schule und fünf Prioathäu- sern wurden Gase bemerkt. Zum Tode Botschafter Kösters. Paris, 3. Jan. (DNB.) Die Witwe des verstorbenen Botschafters Roland Köster erhielt von Botschafter von Ribbentrop folaendes Beileidstelegramm: „Zu dem schweren Verlust, den Sie, sehr verehrte gnädige Frau, durch das plötzliche Hinscheiden Ihres Mannes erlitten haben, spreche ich Ihnen, auch im Namen meiner Frau, unsere aufrichtige und tiefempfundene Teilnahme aus. Joachim von Ribbentrop." — Weitere Telegramme liefen ein von Reichsstatthalter Ritter Franz v. Epp, von Staatssekretär v. Bülow, von Kardinalstaatssekretär Pacelli sowie vom Chef des Generalstabs des Heeres, General der Artillerie B e ck und vom Leiter der Auslandorganifa- tion der NSDAP. Gauleiter Bohle. Schwere llnwetterverheerungen in ganz Frankreich. — 5,5 — 5,1 + 5,2 + 11,8 v. H. — 1,9 Zur Ueberwindung der theologischen Gegensätze. Eine Erklärung der evangelisch-theologischen Fakultät in Bonn. 3. Dezember 5. Dezember 1935 1934 in Millionen Stück Die Finanzwelt wurde zum Jahreswechsel durch die Mitteilung überrascht, daß eine zweite schweizerische Großbank, nämlich die AG. Leu & Co. in Zürich, Zahlungsaufschub auf vorläufig drei Monate nachgesucht und erhalten hat, nachdem vor einigen Monaten die Baseler Handelsbank den gleichen Weg gegangen ist. Der akute Anlaß für dieses Ereignis ist das Unvermögen der Bank, ihre fälligen Kaffa-Obligatio- nen bar einzulösen, da Konversionsversuche gefchei- tert find und eine Aufnahme der nötigen Mittel am Geldmarkt nicht durchführbar erscheint. Für das Banksystem der Schweiz bedeutet der Fall Leu 8- Co. jedenfalls eine neue Erschütterung, zumal es sich um das älteste schweizerische Finanzinstitut handelt, das 1755 gegründet wurde und mit 40 Millionen Francs Aktienkapital eine sehr bedeutende Stellung im Rahmen des Bankwesens der Schweiz der Maximitianshütte, gehörten, und die Bezahlung lediglich durch Lieferung von Koks erfolgen soll. Das Ergebnis der Transaktien für die Harpener Bergbau AG. ist eine wesentliche Verbesserung der Absatzlage, die letzten Endes für die gesamte deutsche Montanindustrie von Vorteil sein wird. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2).21. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Wicklung im alten Jahr. Einige solche Rückblicke sind jedoch bereits erschienen, so daß für diesen oder jenen Sektor der Volkswirtschaft schon eine Uebersicht zu gewinnen ist. So haben die beiden Hanse st adte Hamburg und Bremen durch ihre Handelskammern gesprochen, und für Hamburg war dabei besonders bemerkenswert, daß sich in der alten Handels- und Schiffahrtsstadt unter dem Druck der Verhältnisse eine strukturelle Wandlung insofern anbahnt, als i m m e r m e h r i n d u ft r i e l l e A n - lagen in das Hamburger Gebiet übersiedeln. Man verbindet hiermit den Plan, die hamburgische Wirtschaft krisenfester gegen Wechselfälle des Außenhandels zu machen. Die verbesserte Beschäftigung der Hamburger Industriebetriebe war zum großen Teil die Folge größerer öffentlicher Aufträge, doch hatten die Werften auch von privater Seite des In- und Auslandes Handelsschiffe in Auftrag. Im Frachtgeschäft der Reedereien hat sich der Verkehr mit Ostasien, Weftindien, Kuba, Mexiko und Südamerika am günstigsten entwickelt, während er mit Australien und Niederländisch-Jn- dien unbefriedigend blieb und nach der Oftkufte Nordamerikas besonders große Einbußen erlitten hat. Das Passagierge schäft hat vor allem auf dem Atlantik eine wesentliche D"lebung erfahren. Der Bremer Kammerbericht beschäftigt sich besonders mit den verschiedenen für das Wirtschafts- l-b-m an der Unterweser besonders wichtigen W a - renmärkten, wie Baumwolle, Wolle, Jute, Kaffee usw. Ganz allgemein ist hierzu zu NQeu, daß die Umstellung auf Tauschgeschäfte und auf die Benutzung der verschiedenen Sonderzahlun^smog- lichkeiten im Rahmen der Devisenbewirtschaftung der Bremer Wirtschaft große Schwierigkeiten und viel Arbeit machte, die teilweise notwendig em Leerlauf bleiben mußte Trotzdem wurden aber eine oanze Reihe von Erfolgen erzielt, so z. B. im sandel mit ägyptischer Baumwolle, die in den letzten Monaten äußerst lebhaft gehan- delt wurde, wobei sich Bremen zum wichtigsten Um- schlagplatz dieser Ware für ganz ^"^uropa e n - wickelte. Günstiges wird auch über den Handelmit Südamerika gesagt, der sich recht gut entwickeln tonnte. * Der Deutsche G e n o s > - n s ch a s t s v e r - b and hat ebenfalls seinen Jahresbericht heraus- zegeben Er teilt mit. daß die Betnebsmittel der erhöht. Insgesamt schätzt man sie auf etwa 1,5 Milliarden RM. gegen 1,3 Milliarden RM. im Jahre 1934. Die Spareinlagenentwicklung im November 1935 zeigt ein weiteres Ansteigen der Guthaben um 37,5 auf 13 309 Mill. RM. Die Umsätze auf den Konten sind mehr als fcüfonmäßig üblich zurückgegangen, die Entwicklung war aber weiterhin auf dem Lande günstiger als in den Städten. Insgesamt hängt der Umsatzrückgang mit der Bereinigung der Sparkonten von den nur dem Zahlungsverkehr dienenden Umsätzen (z. B. Gehaltskonten) zusammen. * Der Reigen der Brauereiabschlüsse wurde in den letzten Tagen durch den Geschäftsbericht der Schultheiß-Patzenhofer Brauerei AG. Berlin vervollständigt, der eine weitere Verminderung der Schuldenlast und wesentliche Verbesserung der Liquidität verzeichnen kann. Als 1932 die Reorganisation des aus der Katzenellenbogen-Aera bekanntlich sehr geschwächten Konzerns beschlossen wurde, hat man wohl kaum erwartet, daß die Gesundung so schnell vor sich gehen würde. Die Besserung der Wirtschaftslage kam der raschen und vorteilhaften Veräußerung von Beteiligungen zugute. Besonders bemerkenswert ist die Entlastung der Gesellschaften von dem im Pfundkurs steckenden Währungsrisiko, indem eine Pfundschuld unter Zahlung des Gegenwertes in Reichsmark auf einen neuen leistungsfähigen Schuldner übertragen wurde. Die Ausfuhr konnte in einem stärkeren Verhältnis gesteigert werden als der Jnlandsabsatz. Der Erwerb der Mehrheit der Mont-Cenis- Kuxe durch die Harpener Bergbau A - G. fetzt den Schlußstrich unter eine Konzernbildung, die schon seit längerer Zeit in Vorbereitung war. Die Harpener Bergbau AG. war das letzte große Kohlenbergbau-Unternehmen, das Nicht m enger Verbindung mit einem großen Eisenunternehmen stand, sondern ein reiner Z e ch e n b e t r t e b geblieben war. Das brachte den Nachteil mit sich, daß Harpen kein angemessenes Selbst- verbraucherkontingent besaß und daß seine Kohlenproduktion daher mit einer z u h o h en Syndikatsumlage belastet war. Andererseits hatte der Eisenwnzern Maximilian-Hütte- Mittelstahl in der Gewerkschaft Mont-Cems eine xu schmale Kohlenbafis. Er mußte i bestrebt sein, sich weitere Kohlenbergwerke anzu- gliedern und hatte zu diesem Zweck sein Augenmerk schon lang- aus di- große „reine Zeche har- , pen geworfen. Dar einiger Zeit war es ihm ge- : lunger., S1 Prozent des Kapitals der harpener ■ Bergbau AG. in seinen Besitz zu bringen und da- Kunst und Wissenschaft. Die verschollene Emser Runenspange wieder aufgefunden. Im Jahre 1878 wurde in einem fränkischen Grab in Bad Ems eine Runenspange gefunden, die in wissenschaftlichen Kreisen große Beachtung fand und manchen Aufschluß über germanische Vorgeschichte zu geben geeignet war. Die Spange wurde u. a. in den 1889 erschienenen Ausgaben deutscher Runendenkmäler von Hennings behandelt. Die Runenspange kam in Privatbesitz und war dann verschollen. 1934 begann der Runenforscher Dr. Helmut Arntz sich erneut für sie zu interessieren: er bereitet eine Neuausgabe der deutschen Runendenkmäler vor, deren Zahl inzwischen von 12 auf 47 gestiegen ist. Seine Nachforschungen nach der Emser Spange aber blieben zunächst ergebnislos. Die „Lahnzeitung" forderte ihre Leser zur Mithilfe bei der Suche auf, und bald gab es einige Fingerzeige für weitere Nachforschungen. Diese führten nach Amerika und England; feit Jahren schon wähnte man die wertvolle Spange im Ausland. Nun ist es aber dem Direktor des Nassauischen Landesmuseums in Wiesbaden, Dr. Kutsch, gelungen, die Spange im Wallraf- Richartz-Museum in Köln wiederzuentdecken, das sie aus der Sammlung Diethardt erworben hatte. kirchlichen Verhältnisse, um eine persönliche christliche Glaubensüberzeugung zu ringen. Wir fordern die Erhaltung unserer staatlichen theologischen Fakultäten, weil sie allein die Gewähr einer in die Tiefe und Weite gehenden Auseinandersetzung zwischen Christentum und Geistesleben bieten. Wir verwerfen jeden Versuch, durch eine päpstlich sich gebärende Theologie oder durch kirchliches Kommando den persönlichen Kampf um den Glauben erleichtern oder ersetzen zu wollen. Wir treten ein für eine Zusammenfassung aller kirchlichen Kräfte unter einheitlicher Führung im evangelisch-brüderlichen Geiste zur Erhaltung und zum Wiederaufbau unserer reformatorischen Dolkskirche. Bonn, 1. Januar 1936. (Gez.) Jirku, Kohlmeyer, ' Pfennigsdorf, H. W. Schmidt, Schmibt- |3aping, Stauffer." mit Anspruch auf Gewährung des Selbst- verbraucherrechts für feine Kohlenlieferungen an die Maximilianshütte zu erwerben. Durch den Ankauf der Mehrheit der Mont-Cenis-Kuxe wird es ihm nun auch ermöglicht, die Derbrauchsbeteiligung von Mont-Cenis mit der von Harpener zu einer Einheit zusammenzufassen Das Rheinisch- Westfälische Kohlensyndikat hat soeben beschlossen, die Verorauchsbeteiligung von Mont-Cenis um rb. 123 000 auf rb. 393 000 Tonnen zu erhöhen. Durch ben Erwerb ber Kuxenmehrheit von Mont- Cenis verfügt bie Harpener Bergbau AG. künftig auch über biefe Verbrauchsbeteiligung unb kann bie Förderung von Mont-Cenis berart regulieren, baß alle Bergbaubetriebe, insbesonbere aber ihre eigenen, genügenb Absatz unb Beschäftigung haben. Soweit baburch Arbeitskräfte auf ber Mont-Cenis-Zeche frei werben, finben sie in ben benachbarten Bergwerksbetrieben ber Harpener Bergbau AG. Beschäftigung. Die Anglieberung von Mont-Cenis an Harpen ermöglicht also eine gleichmäßigere unb rationellere Ausnützung ber Anlagen Kreditgenossenschaften bie Zwei-Milliarben-Grenze überschritten haben, unb baß infolgebessen bas Aktivgeschäft in sämtlichen Sparten verstärkt werben konnte. Besonberes Interesse mibmete man ber Bauzwischenfinanzierung, für bie ber weitverzweigte Apparat ber Kreditgenossenschaften befonbers gut geeignet ist. Die Umsätze ber Einkaufsgenossenschaften haben sich — bei ben einzelnen Gruppen in verschobenem Ausmaß — weiter Gesamtschweinebestanb barunter: Schlachtschweine (über Vi Jahr alt) Jungschweine (8 Wochen bis noch nicht V» Jahr alt) Ferkel (unter 8 Wochen) Trächtige Sauen bavon: Jungsauen Der erwartete Wieberaufbau ber beutschen Schweinehaltung hat feit ber letzten Zähluna insofern Fortschritte gemacht, als ber Min- berbeftanb gegenüber bem bes Vorjahres, ber im Juli 1935 noch 10,4 v. H. betrug, sich im Dezember 1935 auf 1,9 v. H. ermäßigte. Dieser Wieberaufbau brückt sich vor allem im zuneh - menben Bestanb an Ferkeln (5,2 v. H.) unb Die Tage zwischen Weihnachten unb Neujahr pflegen alljährlich verhältnismäßig ruhigen Geschäftsverkehr, aber trojjbem für ben Kaufmann unb seine Mitarbeiter lebhafte Tätigkeit zu bringen. Sie finb bie Zeit ber Inventur, bes Sichtens unb Ueberschuffes ber im ablaufenben Jahr erzielten Fortschritte ober Rückschritte, ber Gewinne ober Verluste. Die große Oeffentlichkeit erfährt bie Ergebnisse bieser Jahresschluharbeit meist erst später, insbesonbere soweit sie sich in Bilanzen unb Geschäftsberichten ber per 31. Dezember ab- schließenben Gesellschaften ausbrücken. Auch bie Verbänbe unb Organisationen kommen im allgemeinen erst im Laufe bes Januar mit ihren Jahres- berichten heraus unb liefern bann in ihrer Gesamtheit ein aufschlußreiches Bilb ber Wirtschaftsent- Wetterbericht des Reichswetterbienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch ben rasch von England» nach Finnlanb vor- aestoßenen Tiefbruckwirbel mürbe feucht-warme Meeresluft über Deutschlanb nach Skanbinavien verfrachtet. Sie gab in großer Ausbehnung Anlaß zu Landregen, ber befonbers große Ergiebigkeit im Rhein-Main-Gebiet zeigte unb hier Nieberschlags- mengen von mehr als 30 Liter pro Quadratmeter brachte. Inzwischen ist anfänglich unter Böen kältere Meeresluft nachgestoßen, bie unseren Nachbargebieten roieber Frost, in höheren Mittelgebirgen aber auch Neuschneefälle brachte. Im nachfolgenben Zwischenhoch kann zunächst mit Witterungsbesserung ge- rechnet werben. Aussichten für Sonntag: Vielfach auf- heiternd» unb im wesentlichen trocken, nachts weitere Abkühlung, abflauenbe, meist westliche unb süd- liche Winde. Aussichten für Montag: Zunächst Fortdauer der freundlichen, nachts aber kalten Witterung. Lufttemperaturen am 3. Januar: mittags 6,5 Grad Celsius, abends 5,9 Grad; am 4. Januar: morgens 5 Grad. Maximum 6,8 Grad, Minimum 4,8 Grab- Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Januar: abends 4,5 Grad: am 4. Januar: morgens 4,6 Grab Celsius. — Nieberschläge 19,9 mm.__ Das Unwetter, bas mit ungewöhnlich starken Regengüssen seit Tagen über Frankreich tobt, führt jeben Tag zu neuen Verheerungen. Allerorts finb bie Flüsse aus ihren Ufern getreten. Weite Gebiete Frankreichs finb überschwemmt. In vielen niebrig gelegenen Dörfern unb Stabtteilen reicht bas Hochwasser fast bis an bie Decke ber Erdgeschosse. Die Schöben auf ben Felbern unb ben Ortschaften finb sehr groß. Die Seine ist bereits so sehr gestiegen, bah bie Uferkais überschwemmt finb, doch ist bie Lage in ber französischen Hauptstabt einstweilen noch nicht bedrohlich. Im Departement Jnbre-et-Laire ist eine Eisenbahnbrücke, bereu Funbamente unterspült waren, in bem Augenblick zusa mm engestürzt, als ein Zug über bie Brücke fuhr. Die Lokomotive legte sich auf bie Seite, unb ber letzte Wagen entgleiste. Die Reisenben kamen mit bem Schrecken davon, doch ist ber Sachschaben beträchtlich. In ber Gegend» von Niort in Westfrankreich mußten mit Hilfe von Genbarmerie unb Militär in aller Eile zahlreiche Häuser von ihren Bewohnern geräumt werben. Man befürchtet, baß zwei Personen, bie vermißt werben, in ben Fluten ertrunken finb. In Poitiers ist ben Bewohnern empfohlen worben, bie sämtlichen Erdgeschosse zu räumen. Bei Ton- nerre (Mittelfrankreich) finb gewaltige Fels- massen unterspült unb abgestürzt, wobei Werkstätten unb Häuser begraben würben. Glücklicherweise ist kein Verlust an Menschenleben zu beklagen. Eine gewaltige Lawine von Schnee unb Steinen hat bie Bahnstrecke zwischen Chamo- nix unb Le Fayet verschüttet. Schreckliches Ende einer Silvesterfeier Ein trauriges Enbe nahm eine familiäre Sil- d e ft e r f e i e r in Nauort (llnterroefterroalbfreis) durch unvorsichtiges Hantieren mit einem Revolver. Bei einem älteren Mann namens Michels hatten sich dessen verheiratete Tochter Anna Kannen- gieper, deren Mann Hermann sowie dessen zu- Mer Schwiegersohn Albert Rohre eingefun- etzterer hatte einen Revolver mitgebracht, mit dem er das neue Jahr „anschießen" wollte. Kurz vor Mitternacht hantierte ber Ehemann Kannengießer mit ber Waffe herum, wobei sich plötzlich ein Schuß löste, ber seine neben ihm am Tisch stehenbe Frau ins Herz traf. Mit ben Worten: „Du hast mich ins Herz geschossen" brach bie Getroffene tot zusammen. Die Frau hinterlaßt em sechs Monate altes Kinb. Gewaltiger Erdrutsch In Italien. Die Lage der deutschen Schweinehaltung. DNB. Berlin, 3.Jan. Die vorläufigen Zusammenstellungen bes Statistischen Reichsamtes zeigen folgenbes Ergebnis ber Schweinezählung vom 3. Dezember 1935: .4 rt M , 7* jkz- Main Nil Zimmer per sofort oder 15. I. 1936 zu vermieten, [ose Lahnstr. 15p r. Einf. möbliert. 8immcr zu vermieten. [057 Stevhanstr.3911 Bum 1. Februar 2 große Helle Leerzimmer z. verm., geeign. für Büro oder Werkstätte, bei Becker, [042 Bahnhofstr. 37. Laden mit Nebenraum, Sonnenstrabe 5, zu verm. [7126 V Näh. A. Becker, Kevlerstraße 9, Televbon 3804. Mietgesuche Mimm-Wohnung mit Zubehör, v. älterem Ehepaar baldigst gesucht. .Schr. Ang. mit Preis unt. 022 a. d. Gieß. Anz. Berufst. Fräul., pünktl. Vttetzah- lerin, sucht 2 Zimmer mit Küche, in gut. Hause, möglichst bald. Schr. Ang. unter 028 a. d. Gieß. 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Lucagra Luftbefeuchter Nr. 3 Zweites Blatt Siebener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberheffen) §amstag.4. Zanuar 1936 das in seiner schung in Forschung, belastete Forschung ins Leben gerufen worden, und darin hätte ohne Zweifel die Gefahr der weltabgewandten, in sich gekehrten geistigen „Inzucht" liegen können, aber sie wurde vermieden durch die geistige Aufgeschlossenheit Harnacks und die Führung der Gesellschaft durch seinen Nachfolger, den Physiker Max Planck, der sie 1930 übernahm und, von großer Liebe zum deutschen Volk und seinem der Weltgeschichte. „Vorurteilslose"' jeden Nebenzweck „a n s i ch" erforscht, ganz gleich, ob es sich um die Bahnen der Sterne oder die 750 000 heute bereits beschriebenen Jnsektenarten handelt, gab es in der athenischen Glanzepoche zur Zeit von Platon und Aristoteles. Und dann wurde sie feit der Renaissance für viele Forscher wieder zum Ideal. Aber immer wieder trat eine Wende zu wirklichkeitsnaher, zu praktischen Zielen führender Forschung ein. In China stand die schon sehr früh einsetzende Forschung im Dienste einer hochstehenden ethischen Kultur, die Mandarinen waren die Hüter, Verbreiter und Förderer der Forschung. In Indien und im Islam stand die Forschung, von kurzen Ausnahmen abgesehen — ebenso wie im mittelalterlichen Abendland im Dienst der religiösen Lebensformen. Und daheißt Forschung die ohne nur die Wahrheit Wenn man von „Forschung" spricht, so steht vor den Augen vieler das Bild eines Reiches der Wissenschaft, unzugänglich dem „gewöhnlichen Sterblichen", tausendfach verbarrikadiert gegen die, die weder Griechisch, noch Formeln her höheren Mathematik verstehen. Ein Reich, beherrscht von einer Schar lebens- und weltfremder Gelehrter, die in einer „Gehcimsprache" unter sich vrekehren, aber niemandem klar zu machen vermögen, was sie eigentlich tun und warum sie es tun. Dieses Bild ist einseitig, wenn es auch Epochen in der menschlichen Geistesgeschichte gab, die zum mindesten das Mißverständnis leicht veranlassen konnten. Blicken wir kurz auf die Bedeutung der For- d e la Sein e", weil ihr Lächeln so viel von dem großen Mysterium, das uns alle erwartet, zu enthüllen scheint. Sogar in ein Buch, das sich schön und vielsagend „Das ewige Antlitz" nennt, ist sie eingegangen, und immer wieder ertappt man sich dabei, den verklärten Zügen des namenlosen Mädchens mehr Weisheit beizumessen als dem strengen Ernst aller übrigen Totenmasken, die da vereinigt sind. — Nun aber kommt einer der Superklugen und behauptet, den Nachweis führen zu können, daß die ganze Geschichte von dem Liebestode der „Inconnue de la Seine" erfunden und nichts als Unsinn sei: eine Ertrunkene könne gar nicht so lächeln, auch müßten die Haare dann anders anliegen usw. Die Sache erkläre sich doch viel einfacher und natürlicher. Irgendeiner der vielen unbegabten Bildhauer in Paris sei von der Schönheit seiner Geliebten so bezaubert gewesen, daß sie auf jein Drängen eingewilligt und sich der Qual des Abformens ihrer Gesichtsmaske unterzogen habe. So fei es dann auch geschehen, das berühmte Lächeln sei das ganz alltägliche der Gewährung, und erst bei den romantisch veranlagten Deutschen, die „nichts aufgreifen können, ohne es zu sentimentali- sieren", habe das schlau ersonnene Märchen von dem Todessprung in die Seine Glauben und Verbreitung gefunden. — Damit wären wir also um eine schöne Illusion ärmer, und es könnte geschehen, daß sich das Lächeln, das uns so entzückte, fast in ein hämisches Auslachen verwandelte. Aber trösten wir uns mit Goethe, der einmal meint, daß ein fruchtbarer Irrtum besser sei als eine unfruchtbare Wahrheit. Denn schließlich gibt es ja Legenden, die so viel innere Ueberzeugungskraft haben, daß fein angeblicher „Beweis" ihrer Unglaubwürdigkeit imstande ist, sie zu entwerten. Zu ihnen gehört sicher auch die von der „Inconnue de la Seine". Lebensnahe deutscher Wissenschaft Zum 25. Jubiläum her Kaiser Wilhelm-Gesellschast. Von Dr. Hans Hartmann. Daß eine 22jährige Frau, wiewohl unverheiratet und durch entschlossenes Aussehen und Auftreten etwas aus der Rolle fallend, plötzlich die Entdeckung macht, daß sie eigentlich — ein Mann ist, gehört immerhin zu denjenigen Fällen, die selbst in unserer Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten nicht alle Tage vorkommen. Die Tatsache ist jedoch verbürgt, und Fräulein Zdena Koubkova in Prag, Olympiasiegerin und Weltrekord läuse- r i n in vierzehn Schlachten, empfängt bereits aus allen Ländern Berichterstatter, denen sie ohne falsche Scham erzählt, daß sie sich demnächst einer kleinen ärztlichen Operation unterziehen werde, um nach glücklich vollzogener Geschlechtsumstellung ihre jportliche Laufbahn mit um so größerem Erfolg fortzusetzen. Fräulein Koubkova sieht dem interessanten Ereignis mit männlichem Mut entgegen, und neuerungssüchtig, wie Frauen nun einmal sind, freut wird vorstellen dürfen. Selbst die vorauszusehenden Schwierigkeiten seelischer Art, die mit dem Ablegen der weiblichen Eigenschaften verbunden sein werden, jagen ihr keinerlei Angst ein; sie hofft sie männlich überwinden zu können. Unangenehm ist natürlich der augenblickliche Zwischenzustand, der die merkwürdige Dame, die vielleicht schon morgen ein Herr fein wird, im Zweifel läßt, wohin sie denn nun eigentlich gehört, zumal die Prager Standesämter, die feit Libussas Zeiten nur zwischen männlichen und weiblichen Personen unterscheiden, nicht weitherzig genug sind, noch jene dritte Kategorie anzuerkennen, die allein der Eigenart des Falles gerecht werden könnte. Uebrigens wird der Weltrekord im 800-Meter-Lauf nach der Hmschich- hing nicht mehr anerkannt werden. Das ist die eine Sorge Fräulein Koubkovas. Aber sie hat noch eine zweite: was soll denn aus all den schönen Kleidern werden, die sie doch nicht gut weitertragen kann? Wirklich eine reichlich verwickelte Angelegenheit! Man kann nicht dankbar genug dafür fein, daß man im allgemeinen das bleibt, als was man geboren ist. * Unter allen plastischen Bildwerken ist in Deutschland wohl keins populärer geworden, hat so leicht den Weg in die Herzen des Volkes gefunden wie das rührende Köpfchen jener kleinen Pariser Mi- dinette, deren geheimnisvolles Lächeln — ein Lächeln hinter Schleiern! — Anlaß zu den gern geglaubten Gerüchten gegeben hat, die Kleine habe aus Liebeskummer ihrem sinnlos gewordenen Leben freiwillig in den Fluten der Seine ein Ende bereitet, und ihr wissendes Gesicht sei dann am nächsten Morgen im Leichenschauhaus von einem französischen Bildhauer (natürlich demselben, dem ihre unerwiderte Liebe galt) abgeformt worden. Jedermann kennt sie und liebt sie, diese „Inconnue Randglossen zurNeineaZeitgeschichie Von Ernst v. Aiebelschüh. Wenn man von irgendeiner Kunstrichtung der Gegenwart hätte vermuten dürfen, daß sie ihrem Dogma treu bleiben würde, so war es der mit o viel Lärme um nichts in die Welt gesetzte italienische Futurismus, dem bei seiner Geburt tm Jahre 1907 die Ausgabe zuteil wurde, mit der landläufigen Optik normalgebauter Menschen radikal aufzuraumen und auf dem Scheiterhaufen einer nichtsnutzigen Vergangenheit das Leuchtfeuer einer besseren Zukunft zu entzünden. Allein, auch der Futurismus scheint jetzt seiner einst so geräuschvoll verkündigten Ideale müde geworden zu sein und segnet heute, was er noch gestern verflucht hat. Seine Parole, ausgegeben von feinem Begründer und eifrigsten Propheten, dem jetzt 60jährigen M a- r i n e 11 i, lautet nunmehr ganz schlicht und einfach- „Z u r ü ck z u r N a t u r !" Der Ruf ist ja nicht neu, aber in Marinellis Munde bedeutet er nichts anderes als einen Widerruf: Hier stehe ich, ich kann auch anders! Man versuche sich vorzustellen: Derselbe Marinetti, der in seinem überspannten Aktivismus einmal die Einäscherung der Museen als der Brutstätten der Reaktion verlangte, derselbe Mann, der damals ernstlich an die Möglichkeit glaubte, mit seinen „dynamischen Hieroglyphen" jeder naturgebundenen Kunst das Lebenslicht ausblasen zu können, und der in seinen Manifesten geradezu die Barbarisierung Italiens und der Welt als das Ziel seiner Bewegung hinzustellen nicht müde wurde — derselbe Marinetti hat unlängst eine „naturistisch-futuristische Vereinigung" gegründet, deren Programm die Künstler freundlich ermuntert, wieder an den so lange verschmähten Brüsten der Natur zu saugen. Marinetti, ein wahrer Proteus der Verwandlungskunst, aber sicher einer der lebengläubigsten Menschen des faschistischen Italiens hat sich offenbar davon überzeugt, daß eine Kunst, die in blutleeren Verkrampfungen steckenbleibt und die natürlichsten Bedürfnisse des schauenden Menschen unberücksichtigt läßt, nicht das geeignete Mittel ist, die Vitalität der Massen zu befeuern und Propaganda für den italienischen Imperialismus zu machen. Also zurück zur Natur und zu einer Kunst, die nicht mehr abgerissene und kaleidoskopartig zusammengewirbelte Fetzen der Erscheinungswelt dem Auge vorgaukeln, sondern der allgemeinen Wendung zur Sachlichkeit weit entgegenkommen wird. Schon jetzt sieht man in futuristischen Ausstellungen wieder Bilder mit stillenden Müttern und rotbäckigen Kindern, reifen Früchten, weidenden Schafen, Bauern bei der Arbeit, und was dergleichen „Rückfälle in die Ideologie des bürgerlichen Zeitalters" mehr find. Ob und wieweit ein solches Bekenntnis zur Statik mit dem von den Futuristen einst so heftig geforderten „Dynamismus" vereinbar ist, wird die weitere Entwicklung Marinettis lehren, von der man nach den bisherigen Erfahrungen alles erwarten kann, sogar die Rückkehr in den raffaelischen Hafen. hange mit der politischen Wende und dem Neuaufbau in vielen Kulturvölkern, daß die Forscher zum Teil leidenschaftlich nach praktischen, volkspolitisch wichtigen Aufgaben suchen und den direkten Kampf gegen die Not der Völker und das Elend der Menschen aufnehmen. So breitet sich ein Netz von Forschungen auf verschiedenen Gebieten über die ganze Erde aus, und auch viele der 33 Kaiser-Wilhelm-Jnstitute, denen diese Betrachtung gilt, sind eingespannt in eine Fülle von Forschungsarbeiten, die in gleicher Richtung laufen, und in denen sich der Grundsatz des vornehmen Wettbewerbs durchaus bewährt. Ein wissenschaftlicher Denker, Professor Adolf Meyer, schreibt in dem sehr lesenswerten zweibändigen Werk „Forschungsinstitute", das über hundert For- schungsstätten schildert (darunter auch die Kaiser- Wilhelm-Jnstitute), daß heute so umfassende praktische Aufgaben für die Forschung vorliegen, daß man nur wünschen könne, ein großes Geschlecht werde sich ihrer wert erweisen. Dieser Wunsch ist in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft schon weitgehend erfüllt. Zwar ist sie im Jahre 1910 auf Grund einer Denkschrift des Theologen Adolf von Harnack und des preußischen Kultusministeriums mit großzügiger Hilfe der deutschen Industrie und anderer interessierter Kreise für die „frei e", das heißt nicht durch Lehrbetrieb durch wurde sie oft in falsche Bahnen gelenkt, wenn auch erlesene Geister, wie z. B. der Deutsche Albert von Ballstädt, der die Kristallisation des wu yi.uDti —0«..* _ __ Schnees entdeckte, schon tief in die Natur hinein- großartigen Lebenskämpfe erfüllt, taufend Fäden Won'äuY Öen Sag, än'bem fis fid)' Der (tau-1 (aljen. ... einer umfaffenben v°lk-p-litl,ch-n Arbeit i- s--— nenden Welt als H e r r Z d e n e k K o u b k o v" > Heute nun finden wir, m innerem Zusammen- Hand halt. . nur ein Komödiant." Gloria-Palast. Dieser Film bedeutet uns zunächst: Wiederbegegnung mit Rudolf Forster nach geraumer Zeit. Seit der „Hohen Schule" haben wir ihn nicht mehr zu Gesicht bekommen. Jetzt spielt er wieder, rote damals, eine Doppelrolle und beherrscht, wieder wie damals, schon durch deren äußere Spannweite darstellerisch den Eindruck entscheidend. Aber das Stück, die Fabel ist diesmal ganz anders: em Kostümstück, eine Geschichte aus dem Rokoko; was sich da unter dem sentimentalen und nicht sehr geschickten Titel auftut, mutet zuerst fast wie ein Kultur- Film an ... in einem besonderen Sinne allerdings (heute verbinden wir gemeinhin mit dem Begriff eine andere Vorstellung). Die eigentliche Handlung setzt zögernd, mehr ausmalend als dramatisch ein. Der Film versucht, nicht ohne Glück, wenn auch natürlich-nur in Andeutungen, das kann kaum anders fein, ein Kultur-Bild der Zeit zu umreißen, jenes zugleich schönen und schrecklichen Jahrhunderts, das stürmisch über Höhen und Tiefen führt, ein Bild aus der Zeit der wandernden Komödianten, die den Namen Shakespeare durch Deutschland trugen, die eine neue Epoche des deutschen Theaters heraufzuführen anfingen und dennoch oft genug noch als unfrei, eben geduldet, verdächtig und verächtlich galten; ein Bild auch der Kleinstaaterei, der D'uodezhöfe und Miniaturfürsten die zwar Kulturträger waren, aber nicht jehen auf Kosten des Volkes, das unter hohen Abgaben seufzte, von Werbern ausgehoben, vom Landesherrn als Kanonenfutter in fremde Dienste verkauft wurde. So malt sich etwa der Hintergrund, das Zeitkolorit der Fabel; und merkwürdig genug, es gibt ein paar Szenen darin, aus denen uns die Luft des bürgerlichen Trauerspiels „Luise Millerin" entgegenweht. (Man kann das wohl sagen, ohne dem Andenken und der Würde Schillers zu nahe zu treten.) Was nun Fvrster an der beherrschenden Rolle in diesem Film gereizt hat, mag, bei aller grundsätzlichen Verschiedenheit, die wir anbeuten, das gleiche gewesen sein wie seinerzeit in der „Hohen Schule": das Doppelspiel, das übrigens nicht im persönlich Darstellerischen stecken bleibt, sondern charakteristisch ist für die Verflechtung von Illusion und realem Leben, von Theater und blutiger Wirklichkeit, ... das Spiel mit Maske und Verwandlung, das Komödiantische mit einem Wort, und es ist sehr anziehend zu sehen, wie dieser noble, aber von jeher herbe und spröde Schauspieler sich solcher Verführung unterwirft: wie er zum Zweikampf auf einer „Hamlet"-Probe auslegt und die berauschende Bestätigung seiner Schauspielkunst dadurch empfängt, daß ein junges, alsbald in ihn verliebtes Fräulein das spielerische Fechten für grimmigen Ernst nimmt, ... wie er dann, in einer ganz romantischen Szene in offener Landschaft ihr Shakespeare-Verse vorspricht, daß sie ihm sogleich vollends verfallen ist. Forster spielt den „Prinzipal" einer wandernden Schauspielertruppe, und alles, was sich an Handlung nun immer schneller, gedrängter, zugespitzter und dramatischer entwickelt, ist aufgebaut auf der verblüffenden äußeren Aehnlichkeit zwischen dem Schauspieler und dem Herzog Karl Theodor, an dessen Hof er wenig später eine Vorstellung gibt, und an dessen Hof er das schnell von der begünstigten Hofdame zur Herzogin aufgeftiegene Fräulein wiederfindet. Den Herzog aber spielt wiederum Forster selbst — als einen eleganten Kavalier etwa in der Maske Ludwigs XIV., einen oberflächlichen, genußsüchtigen, weichen und schon dekadenten Souverän, der bald mehr das Werkzeug seines skrupellosen Staatsministers geworden ist, als er selber ahnt. Erstaunlich nun Forster neben Forster, ja sich selbst gegenüber zu sehen: zwei höchst ver- schiedene Gestalten, äußerlich zum Verwechseln ähnlich, im Innern aber, in Haltung, Bewegung und Tonfall scharf voneinander abgefetzt — bis zu dem Augenblick, wo, während eines Kostümfestes, der Komödiant so völlig in Maske und Gestalt des Herzogs übergeht und sich verwandelt, daß beide nur noch aus dem Ablauf der sich überstürzenden Handlung voneinander zu trennen sind. Denn die Verwandlung geschieht nicht nur spielerisch, sondern im äußersten Ernst, der Schauspieler spielt im entscheidenden Augenblick den Fürsten so täuschend, daß jedermann geblendet den Herzog zu erblicken und handeln zu sehen glaubt. Und während der Schauspieler sich mit Staatsrock und Maske verwandelt und damit zugleich auch sich opfert für das arme, verkaufte und schon den Gewehren der herzoglichen Soldaten preisgegebene Volk, — vollzieht sich angesichts dieses Opfertodes im Fürsten eine innere Wandlung, die man immerhin fo lange glaubwürdig finden wird, als die sich spaltende und verdoppelnde schauspielerische Intensität Forsters die Szene beherrscht und mit unheimlichem Leben erfüllt. — Paul Wegener erscheint in der Besetzungsankündigung nicht einmal an zweiter Stelle, sondern ist' mit allerlei andern genannt, und in der ersten Hälfte des Films hat es in der Tat erstaunlicherweise den Anschein, als ob er eine mehr oder minder unverbindliche Episode zu spielen habe; doch erweist sich hernach, daß er nicht die höfische Schach- brettfigur gibt, die er erst zu sein schien, sondern daß diese Rolle es in sich hat, zwar spät, aber dann mit Wucht sich entfaltet: er gibt den Staatsminister in der Maske eins glatten, geschmeidigen und eleganten Diplomaten, unter der sich allmählich ein gefährlicher, mit kalter Berechnung' denkender und mit brutaler Grausamkeit handelnder Gewaltmensch entpuppt; eine mephistophelische, stellenweise scheußliche Rolle — hervorragend gespielt. — Forsters Gegenspielerin: damals die Salloker, heute Christi Mardayn, die wir eben noch als „Rößl"-Wir- tin sahen, und die sich von ihrer salzburgisch-reso- luten Derbheit hier zu einem feinen, zarten, im guten Sinne empfindsamen Wesen gewandelt hat, dem die weiße Perücke der Rokokodamen lieblich zu Gesicht steht. — Moser, der schon in der „Hohen Schule" neben Forster spielte, macht hier einen lustigen Komödianten in der Art der Shakespeare- Narren und gibt in einem Atem und in einer Person vor Wirtshausgästen den dicken Falstaff und Romeo und Julia in der Balkonszene zum Besten. Von den andern nennen wir noch Hilde v. Stolz (nicht viel zu spielen und etwas blaß), Grit Haid, Paul v. Hernried und Rudolf Carl. — (Syndikat-Film.) In der Bühnenschau unterhält und erheitert W i l b a, der „König der Würfelspieler", das Publikum mit allerlei Hokuspokus und verblüffenden Zauberkunststücken. —r— Zeitschriften — Im vorigen Jahre rüstete eine österreichische Alpenvereins-Expedition zu einer Bergfahrt im Kaukasus. Heber diese Expedition veröffentlicht die „I 11 u ft r i r t e Zeitung" (I. I. Weber, Leipzig) in der neuesten Nummer einen interessanten Bildbericht. Eine doppelseitige Bildertafel „Die Japanerin kauft ein", gewährt einen Einblick in das moderne Japan. — Anläßlich der 25-Jahrfeier der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften bietet ein ausführlicher Beitrag einen Heberblick über Entstehung, Entwicklung und Gegenwartsleistung dieser größten und vielseitigen For- schungsgesellschaft der Welt. — Jntexessant ist es ferner, die Illustrationen des modernen Tagesgeschehens mit der Bilderchronik zu vergleichen, wie sie die „Jllustrirte Zeitung" vor 50 Jahren veröffentlichte. Diese Gegenüberstellung ist aufschlußreich für die Entwicklung der gesamten Kultur- und Geisteswelt und zeigt, wie weit sich das Heute vom Gestern entfernt hat. Setzen wir das Wesentliche voran: in den Kaiser» Wilhelm-Instituten sind die wichtig st en Grundlagen für unsere deutsche Gesundheitsgesetzgebung erarbeitet worden, und es wird dort an ihrer Ausgestaltung und Der» tiefung rastlos weitergearbeitet. Das Institut für Biologie in Berlin hat unter der Führung seines ersten Direktors dorrens die Erbregeln (die sog. Mendelschen Erbgesetze) wiederentdeckt und allseitig verfolgt. Im Züchtungsinstitut Müncheberg (Mark) hat man bann die praktischen Folgerungen gezogen und auf fast allen Gebieten der Landwirtschaft —Getreide, Kartoffel, Obst, Wein, Gemüse und Futtermittel züchterisch bahnbrechend gewirkt. Das Glanzstück war bisher die süße Lupine, die eine große Zukunft hat, besonders wenn sie noch dahin vervollkommnet wird, daß sie — es handelt sich um eine erbsenartige Frucht — nicht zu früh ausbricht und eine weiche Schale erhält. Dann, so läßt sich errechnen, kann ein Viertel der jetzt noch recht großen deutschen Futtermitteleinfuhr erspart werden. Ist das nicht volkspolitische Arbeit großen Stiles? In dem Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik haben die For- scher Eugen Fischer und von Verschuer die Anwendung der Erbgesetze auf den Menschen näher erforscht, und zwar sowohl an Rassenkreuzungen wie an Zwillingen (und natürlich auch an Tierversuchen). Ebenso arbeitet das Institut maßgebend mit an der „Deutschen Rassenkunde" (in 14 Bänden), die zum erstenmal genau den rassischen Bestand des deutschen- Volkes ersaßt. Ein besonderes Ruhmesblatt der Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft ist der Ausbau der Zwillings- f o r f d) u n g. Durch Vergleichung von ein- und zweieiigen Zwillingen hatte man ein großartiges Mittel, das Vorhandensein von Erbanlagen und den Umfang von Umwelteinflüssen für das Erscheinungsbild eines Menschen nachzuweifen. Mehr als 4000 Zwillinge aus Berliner Schulen wurden systematisch untersucht, ebenso wurden Zwillinge aus Entbindungsanstalten von der Geburt an unter wissenschaftlicher Aufsicht gehalten, und unter ständiger Nachprüfung der Richtigkeit der Methoden, unter Einbeziehung der Blutgruppenmethode, ergaben sich Resultate, die man direkt für die Gestaltung der deutschen Erbgesetze anwenden konnte. Erblich absolut sicher sind bedingt: der Verlauf des Wachstums, die Proportionen von Rumpf und Gliedern, Schädelmaße, Unregelmäßigkeiten in der Körperbildung und anderes mehr. Auf dem Gebiet der „inneren" Tätigkeiten: die Abgabe des Magensaftes, der Grundumsatz (Wärme- usw. -Haushalt des Körpers), die Lungenkapazität, gewisse Erscheinungen bet der Atmung, das Blutbild, kindliche Entwicklungsvorgänge, Eintritt gewisser Pubertätserscheinungen, der Ablauf gewisser Reflexe, Reaktionen des vegetativen (die unbewußten Vorgänge wie Atmung, Verdauung usw. regelnden) Nervensystems auf bestimmte „Säfte" (wie Adrenalin, das die Nebennieren produzieren, Atropin, Histamin u. a.). Auch mehr seelisch gerichtete Dinge rote das „individuelle Tempo" des Menschen — ein ganz neuer Forschungsbereich für die Wissenschaft — ist sicher erblich bedingt. So steht die deutsche Erbwissenschaft mitten in ihren ersten großen Erfolgen, aber rastlos wird in diesem Institut an der weiteren Aufdeckung der Zujammenhänge gearbeitet. Die nächste, noch offene große Frage ist die, warum manchmal die Umroelt auf zwei sicher vorhandene gleiche Erbanlagen verschieden wirkt: bei einem Zwilling kommt die Krankheit zum Ausbruch, beim andern nicht! Dringt man hier tiefer, so werden der vorbeugenden Hygiene und Heilkunst wieder neue Gebiete erschlossen. Die notwendige Ergänzung zu diesen Erbforschungen bilden die in der Forschungsanstalt für Psychiatrie in München betriebenen. Ihr Direktor Rüdin ist einer der Haupturheber der deutschen Erbgesundheitsgesetze; er und viele Mitarbeiter bemühen sich mit größtem Erfolg um die Aufdeckung der Zusammenhänge auf seelischem und nervös-bedingtem Gebiete. Immer mehr zeigt sich Hochschulnachnchten. Der frühere langjährige Direktor des anatomischen Instituts der Marburger Hniversität, Professor Dr. Ernst G ö p p e r t, begeht am 4. Januar feinen 70. Geburtstag. Der Gelehrte wirkte feit 1914 als Direktor des damals im Bau befindlichen anatomischen Instituts in Frankfurt und versah während des Krieges die Stelle des Chefarztes am Refervelazarett 4 in Frankfurt. 1919 folgte er einem Ruf an die Marburger Hniversität, wo er bis zu feinem Eintritt in den Ruhestand (1934) die Leitung des anatomischen Instituts inne- hatte. Professor (Böppert hat viele Arbeiten auf dem Gebiete der vergleichenden Anatomie und der Entwicklungsgeschichte der Wirbeltiere veröffentlicht. Die ordentlichen Professoren Dr. Hans Wieß - mann an der Hniversität Jena (Agrikulturchemie) und Dr. Wilhelm Kirchner an der Hniversität Würzburg (Ohrenheilkunde) sind g e - ft o r b e n. Professor Dr. Alfred S t ü h m e r, Ordinarius für Dermatologie und Direktor der Hautklinik an der Hniversität Freiburg, ist von der Spani» schen Akademie für Dermatologie zum Ehrenmitglied ernannt worden. Erst vor kurzem erhielt der Gelehrte eine gleiche Ehrung durch die Hngarische Dermatologische Gesellschaft. Professor Dr. med. vet. et phil. Kurt Poppe an der Hniversität R o st o ck ist in Anerkennung seiner hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiete der Erforschung von Jnsektenkrankheiten zum Mitglied der Kaiserlich-Leopoldinisch-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher in Halle ernannt worden. Professor Dr. Alfred Romain erhielt an der Hniversität Athen eine Professur für Deutsche Philologie. Romain, ein Schüler des Leipziger Germanisten und Schallanalytikers Eduard Sievers, lehrte in Deutschland zuletzt an der Hochschule für Lehrerbildung in Kiel. Er ist zur Zeit in den Auslandsdienst beurlaubt und leitet als Oberstudiendirektor die Deutsche Schule in Athen. Professor Dr. Friedrich Wild, Extraordinarius für englische Sprache und Literatur an der Hniversität W i e n, ist zum ordentlichen Professor in Wien ernannt worden. Professor Dr. Albin Lesky, Extraordinarius für klassische Philologie an der Hniversität Wien, ist unter (Ernennung zum ordentlichen Professor an die Hniversität Innsbruck versetzt worden. nationaler Richter, als Fachmann im Saarkampf betreibt nicht nur Limnologie, sondern auch Klima- f o r s ch u n scheu. So liegt das politische Schwergewicht des arabi- der es schichtigkeit, die wir mit der Vorstellung von Levante mit Recht verbinden. Hinzu tritt noch die außerordentlich schwerwiegende Tatsache der politischen Unselbständigkeit, die es den wirklichen Führernaturen des arabischen Nationalismus in der Levante nicht gestattet, an die Macht zu gelangen und so das Tempo der Entwicklung zu erzwingen. Stattdessen wird von den europäischen Mandotarmächten sorgfältig eine arabische Schicht am Ruder gehalten, die sich zwar gern der nationalen Terminologie in Zeitungen und besonders in Interviews mit ausländischen Journalisten bedient, der aber jede unpersönliche und ausschließlich sachliche Beziehung zur nationalen Idee und Sache völlig abgeht. Es ist in der Tat ein völlig korrupter Notabeln-Klüngel, der in kläglicher Abhängigkeit von England und Frankreich einen bloßen Atrappen- Nationalismus vertritt. dingt. Ein Institut mit ähnlichen Aufgaben wirkt in biologischen Station Lunz in Oesterreich: Institute im Ausland, außer Lunz noch Haus Sonnblick und Haus Obir in den Ost alpen, mit Höhenobservatorien, ein meteorologisches Institut in Danzig, ein Institut für Meeresbiologie in Rovigno in Istrien, eines für Mikrobiologie in Sao Paulo in Brasilien, das vor allem Lepra- s o r s ch u n g treibt und rastlos nach Linderung für die — schätzungsweise noch 3 Millionen — Leprakranken auf der Erde sucht. Dazu tritt noch das Institut fürKunst- undKulturwissen- s cha ft i n R o m. Weiter möchten wir den für wissenschaftliche Dinge und deutschen Aufbau Interessierten führen in das Institut für Völkerrecht im Berliner Schwindende Romantik der Sahara. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Tunis, Ende Dezember 1935. Bei dem Wort Sahara denkt man noch von der Schulzeit her an unermeßlich große Sandflächen, an kühn geschnittene Beduinengesichter mit weißen Turbanen und an Kamelkarawanen, die Elfenbein und Gold europäischer Kultur und Zivilisation zu- führen. Aber die Wüstenromantik hat allmählich den Erfordernissen westlichen Fortschrittsgeistes und moderner Verkehrstechnik weichen müssen. Heute findet man dort, wo ehemals wilde Beduinenstämme einsamen Karawanen auflauerten, die ermattet von mühsamer Wüstenwanderung einer Oase als Fata Morgana zustrebten, T a n k st a t i o n e n. Dennoch darf man nicht annehmen, daß es schon ein Vergnügen nach landläufiger Anschauung wäre, längere Zeit durch glutheißen Wüstensand im Auto zu kutschieren. Die Gesesellschast, die diese Tankstellen errichtete, hatte auf die Unternehmungslust reicher und extravaganter Abenteurerseelen spekuliert und gehofft, eine Rentabilität ihres Anlagekapitals zu erreichen. Eine Rechnung, die infolge der Krisenzeiten, von denen ja auch selbst die Abenteuerreisenden betroffen wurden, nicht ganz aufgegangen ist. Nun darf man sich dabei nicht vorstellen, daß das ungeheure Wüstengebiet der Sahara, das und als Kenner aller zwischenstaatlichen Beziehun- acn auf Grund des schön ausgestatteten Institutes (mit über 90 000 Bänden) Deutschland die größten Dienste erwiesen hat und erweisen kann. Oder in das Institut für physikalische Chemie in Berlin-Dahlem, dessen Leiter Thiessen besonders Kautschukuntersuchungen betreibt, die für das rohstoffarme Deutschland wichtig sind, und der zugleich einer der stärksten Rufer im Kampf um eine volksnahe und nationalpolitisch ausgerichtete Wissenschaft ist. Oder in das Lederin st itut in Dresden, das auf Grund feinster chemischer und mikroskopischer Untersuchungen neue Gerbstoffe erschließt — neben Eiche und Fichte auch Weide, Erle, Birke und Badanpflanze — und es erreichte, daß das deutsche Häutematerial sich in letzter Zeit viel besser konservieren läßt als früher. Doch genug der Bilder, die allzu leicht eine verwirrende Fülle ergeben. Sie sollten zeigen und haben sicher gezeigt, welchen Schatz das deutsche Volk an seinen wissenschaftlichen Instituten hat, die am 11. Januar mit Stolz auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblicken können. Schwindende Romantik der Sahara Von unserem Hö.-Äerichierstatter. fünft der deutschen Landschaft hinein, die ja Existenz und Charakter des deutschen Volkes so stark Huna, besonders in bezug auf den Men- Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft hat mehrere Rationen im Aufbruch. Eine Umschau unserer Auslands-Korrespondenten an der Jahreswende Die nationale 3hee im Orient. Von unserem W.M.'Äerichierstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Jerusalem, Ende Dezember 1935. Als im vergangenen Jahrhundert aus vielen Gründen auf vielen Wegen der Vordere Orient begann, mit Europa bekannt zu werden, antworteten diejenigen orientalischen Kreise, die vor allem am Mittelmeerbecken die Träger dieser Berührung waren, zunächst mit kritikloser Bewunderung, die sich in einem hemmungslosen Assimilationsprozeß äußerte. Orientalische Art, Sitte, Kleidung wurden als Rückständigkeiten empfunden, die den Eintritt in die neue, abendländische Wunderwelt hemmten, die sich plötzlich aufgetan hat und die die allgemeine Voraussetzung zur menschlichen Weiterentwicklung des Orientalen zu sein schien. Es war für jene Schichten eine Zeit der hemmungslosen Aufgabe, in der das Alte, die Tradition, das Gewachsene schlechthin entwertet schienen. Aber der Orient machte die Bekanntschaft Europas zu einer Zeit, als sich dort gerade die Idee des Nationalismus als lebensbestimmendes Prinzip durchsetzte. So konnte es nicht anders kommen, als daß die orientalische Assimilation sich auch bis zur Idee des Nationalismus' durchrang. Damit hatte die Assimilation des Orients die paradoxe Folge des orientalischen Nationalismus gehabt, der sich naturgemäß nunmehr gegen den europäischen Lehrmeister auflehnen und durch die Verwirrungen des Weltkrieges ein gutes Stück vorwärts kommen mußte. Aber für die orientalischen Völker bedeutete das Ergriffenwerden von der nationalen Idee einen ungleich größeren Umbruch als etwa für die verschiedenen ost- und südosteuropäischen Völkerschaften mit einem jungen Nationalismus. Denn während jene ständig von Europa umgeben waren und europäische Maximen ihr Dasein auch außerhalb des Politischen formten, bedeutete für den Osten die Aufnahme der neuen Idee eine revolutionäre Abkehr von der bisherig en Lebens- f o r m überhaupt. Entwickelte sich bei den europäischen Völkern die nationale Idee organisch und in einem sinnvollen Stufenbau unter einer jahrhundertelangen Bearbeitung des geistigen Bodens, so wurde sie im Orient als fertige Idee übernommen, um auf eine Lebensform gefetzt zu werden, die ohne jede Verbindungslinie zu ihr war. Soziologisch und ökonomisch lag der Orient noch im tiefsten Mittelalter, die sozialen Formen waren patriarchalisch und die ökonomischen gebunden und undifferenziert. schen Völker zur Einschränkung, Verlagerung ober Zerstörung dieser Formen und Bindungen einige Jahrhunderte gebrauchten, um die nationale Idee reisen zu lassen, so daß sich die einzelnen Etappen im wesentlichen nacheinander abwickeln konnten, mußte der Orient die Entwicklung vom Mittel- alter zum Gegenwartsnationalismus in einige Jahrzehnte zusammenpressen. Die einzelnen Etappen — wie etwa Aufklärung, Romantik, Liberalismus, Demokratie, Sozialismus — hatten zu einem organischen Nacheinander keine Zeit (da ja das Endziel bereits bekannt war!) und liegen so, noch umgeben von den früheren Daseinsformen, in einem seltsamen Mosaik nebeneinander, wenn nicht sogar durcheinander: Politische Parteien haben zwar eine moderne nationale und demokratische Terminologie, sind aber auf alten Sippen- und Familienvorstellungen auf- gebaut; man fordert Pressefreiheit und hält gleichzeitig die weibliche Hälfte des Volkes nach alter Sitte in einem Paria-Verhältnis; man klammert sich an faschistische Ideen des 20. Jahrhunderts und treibt, falls man nicht die alte Bigotterie vorzieht, in religiösen Dingen eine Aufklärung, wie sie im Abendlande vor 150 Jahren im Schwange war; man will das Moderne und übersetzt — Häckels Welträtsel ins Arabische! In den politisch selbständigen Staaten geht die Durchsetzung der nationalen Idee relativ rasch von- ftatten, wenn überragende Führerpersönlichkeiten, wie Kemal Pascha in der Türkei, der verstorbene F e i f a I im Irak, Reza Khan in Iran (Persien), bie politische Macht in ben Händen hatten. Auch im Hedschas schreitet bie Nationalisierung unb bamit bie Europäisierung auf vielen Gebieten unter bem außergewöhnlich klugen Ibn Saub fort. Aber bie Bedingungen der Landschaft, die Struktur der Bevölkerung, bei der trotz aller kolonisatorischen Anstrengungen doch immer noch der Hauptakzent auf bem Beduinen liegt, die hier in Form des Wahabitismus vorliegende besondere Bindung an die Religion, — das alles verlangsamt im allgemeinen das Tempo des inneren Modernisierungsprozesses sehr stark, trotz aller Flugzeuge und Automobile. Die orientalischen K ü ste ngebiete des Mittelmeers sind entwicklungsmäßig einerseits bevorzugt, indem sie durch den Handelsverkehr frühzeitig und intensiv Berührung mit dem Abendland erlangten. Andererseits verführte jedoch die Art der Berührung schen Nationalismus zweifellos beim Irak unb beim Hedschas. Aber die Dinge stecken noch zu sehr in den Anfängen, als daß sich schon heute sickere Prognosen stellen ließen. Es läßt sich vor allem noch nicht beurteilen, wie weit es gelingen wird, trotz aller Angleichung an Europa und an die abendländische Ideenwelt „den orientalischen Menschen" in die neue Lebensform hineinzuretten. Es läßt sich um so schwerer sagen, als eine Definition des spezifisch Orientalischen keineswegs leicht ist, weil die Unterscheidung zwischen bem Rassischen, bem „was im Blute liegt" (unb nur bas wäre ber Träger bes eigentlich Orientalischen!) unb bem sozial Bebingten, also bem mehr Zufälligen, außerorbentlich schwierig ist. Liegen bie sprichwörtliche Ruhe unb Gelassenheit bes Orientalen, sein mangelnber Sinn für bie uns so kostbare Zeit, in seinem Blute, in feiner Rasse also, ober ist sie nur eine Folge ber patriarchalischen Wirt» schaftsordnung, in ber er bisher steckte unb in ber Eile freilich auch keinen Sinn gehabt hätte? Ober ist es genau umgekehrt? Wirb fein naiver Egoismus, ber entsprechet ber bisherigen Dafeinsform nur noch bie Familie unb bestenfalls bie Sippe zu umspannen vermochte, sich unter bem Einfluß ber nationalen Jbee zur Nation erweitern, ohne sich um politische Grenzen unb bynastische Interessen zu bekümmern? Wirb im Orient auch einmal klar unb scharf ber untrennbare Zusammenhang zwischen Nationalismus unb Sozialismus durchschaut werben? Wie wirb auf bie Dauer ber Orient auf bie geschickte Propaganda unb bie offensichtlich verkannten Oebanfengänge Sowjetruhlanbs antworten, bas burch ben freiwilligen unb großzügigen Verzicht auf Sonberrechte und Kapitulationen im Nahen und Mittleren Osten einen nicht schlechten Ruf hat? Wird etwa aus dem Zusammenstoß zwischen Sowjetrußland und dem Abendlande, der sich im östlichen Raum täglich vollzieht, — vielleicht mit Unterlegung spezifisch orientalischer Gegebenheiten — etwas ganz Neues entstehen, das sich weder mit dem Abendlande noch mit Sowjetrußland deckt? Wir wissen bas alles noch nicht, unb am wenigsten weiß es ber Orient selbst. Wir können nur bie Der- schiebenen Tendenzen, bie sich in biefem interessanten Prozeß bemerkbar machen, bloßlegen unb zergliedern, aber wir kennen ihre Zukunft nicht. Wir wissen nur, daß eine alte Welt im Abbruch und eine neue im Aufbruch ist. Doch können wir auch hier nicht abschätzen, ob es sich um eine bloße Imitation handelt ober um ein echtes unb starkes „come back“ von ehemals schöpferischen unb kulturell kraftvollen Völkern. aus diesen der Wirkllchkeit und der Wandlung des deutschen Volkes bienenden Forschungen (die auch tm Ausland immer mehr Beachtung finden), daß die wissenschaftlichen Grundlagen ber beutschen Erd- aesetzgebung richtig finb und daß es sich um ein Werk von epochaler Bedeutung handelt. Nun möchten wir am liebsten den Leser durch lie Welt der 33 Institute führen: nach Rossitten zur Vogelwarte, wo man Hunderttausende von Vögeln beobachtet und dem Geheimnis des Vogelzuges — der sicher auch erbbiologisch bedingt ist — auf die Spur kommen. Nach Plön in das Insti - tut für Limnologie, das ist die Wissenschaft von den Binnenseen, die alle Vorgänge mit chemischen, physikalischen, bakteriologischen, mikrobiologischen, geologischen Methoden untersucht. Es handelt sich hier darum, die Grundlagen zu schaffen für die Ausnutzung der pflanzlichen und tierischen Produktion der Gewässer. Das Institut untersucht nicht nur die norddeutschen Binnenseen, die einer Verschil- fung oder Verschlammung entgegengehen, sondern auch Eifelmaare, Strandseen mit zum Teil brackigem Wasser, mittelschwedische Seen, holsteinische Tümpel, schlesische Karpfenteiche, raschfließende Gewässer der Ebene und Alpenbäche. Ueberall findet sich eigentümliches Leben in chemisch-physikalischer, botanischer und zoologischer Hinsicht. Und die Fra» s Schloß, dessen Leiter Professor Bruns als Infer- gen reichen überall ins unmittelbar gegenwärtige nntimnilpr Nickte nf« Kn-ammm im KrmrFnmnF Problem der Volkswirtschaft und in eine weite Zu- auf eine Oberfläche von 7,8 bis 9,2 Millionen Quadratkilometern geschätzt wird, etwa wie Deutschland durck Straßen erschlossen worden wäre. Richtig abschätzen kann man die Unermeß- lichkeit dieses Gebietes nur, wenn man Vergleiche zieht, zum Beispiel mit Deutschland, das mit seinen 472 000 Quadratkilometern 15- bis 18mal in die Sahara paßt. Interessant ist die Gegenüberstellung der Bevölkerungszahlen, die für Deutschland 66 Millionen betragen gegen 800 000 bis 1 Million geschätzte Nomaden und Oasenbewohner der Mü'te. Es ist noch heute ein großes und mit vielen Entbehrungen verbundenes Wagnis, in der Wüste spazieren zu fahren. Gibt es doch hier nicht etwa richtige Straßen in europäischem Sinne, sondern nur Wüstensandpfade, die den einzigen Vorzug haben, nicht dauernd verweht zu werden, wie es Karl May in seinen Indianer- und Beduinenromanen über den Gran Chaco und die Wüsten des Morgenlandes beschreibt. Aehnlich wie in dessen Schilderungen sind die Wüstenpfade auch durch Stangen gekennzeichnet. Trotzdem kann man die Orientierung verlieren, denn die Markierungspunkte und Tankstationen liegen weit voneinander entfernt. Die Hitze beträgt durchschnittlich 55 Grad im Schatten; wobei zu bedenken ist, daß sich der Sand nachts nicht selten bis zu 0 Grad abkühlt. Nicht wenig enttäuscht ist man zu erfahren, daß Wie im abendländischen Mittelalter umspannte I leicht zu jener grenzenlos oberflächlichen Dünn- bie Religion als unbestrittenes und zentrales fffiirMmPoit hi» wir mit ho*- Onnnnb Prinzip das gesamte Leben, so daß es keinen „profanen" Bezirk gab, der ihrer Geltung entzogen ge- geroefen wäre. Bürgerliches, Straf- und Staatsrecht waren religiöses Recht. Während die abendländi- Guter Besuch. Von Anion Schnack. An einem Winternachmittag, windig war es draußen, ein Eisstrom zog mit der Luft und Schnee wkrbelte nachlässig und unentschlossen vor dem Inster, ereignete es sich, daß unvermutet, mir A.chts bir nichts, mitten im warmen Zimmer ein Kaserchen sich auf meine linke Hand fetzte, mitten in die Haare purzelte das kleine Wesen, stand noch einige Sekunden mit offenen, zitternden Miniatur- [lugeln in meinem Haarurwald, dann klappte es feine Hornblättchen zusammen und da, als es sie zusammengeklappt hatte, erschrak ich; bei Gott, ich er>chr?k, obwohl es lächerlich ist zu sagen, ich sei vor einem winzigen und unscheinbaren Käferwesen erschrocken. 1 Doch ich erschrak leichthin bis in die Herzgrube, roed das erbsengroße Dina mitten in meinen melancholischen und überflüssigen Gedankengang auf mich zugeflogen und auf meiner Hand gelandet mar: ick war soeben in eine neue Wohnung einge- 3ogen, Koffer standen herum, noch zugeschlossen oder chon. halbgeöffnet, Unordnung herrschte, Unfreundlichkeit, die mit jedem Umzug einhergeht, atmete aus jeöem Stuck, aus Wand, Tischplatte und Lampen- fchirm; alles war noch fremd und mußte erst erobert werden. Und ich wußte in diesem Augen- bluf noch nicht, ob es mir gelingen würde; denn n? -öar jede Wohnung ihre eigene Lust hat, eine Wesentlichkeit, die gut oder böse ist Ich dachte noch an jene Wohnung, die ich eben verlassen hatte. Dreieinhalb Monate lebte ich in ihr dreieinhalb Monate kam keine rechte Freude auf' im Gegenteil, Frost schien aus allen Wänden zu wehen Unruhe schlich sich von ihr in meine Stim- Sur9/ri. ,as Leben teilte mir lauter kleine, boshafte Nadelstiche aus, Pläne gingen schief, beileibe keine wichtigen und großartigen Pläne, aber es waren doch Plane, nette, luftige Wünsche, die in meiner Borstellung und m den Gedanken von der Zu- kunft waren und manches Angenehme als Erfüllung gebracht hatten. Die Erinnerung an diese freudlose und erkaltende Wohnung die mir Krankheit, seelische Niedergedrücktheiten, unangenehme Briefe, kleine Zankereien als unabreifjbare Kette gebracht hatten war noch mit in meine neue Wohnung gegangen und ich dachte mit leichter Bitterheit daran es konnte das schlimme und feindliche Fluidum sich mit w'r In die Zimmer eingeschlichen haben. Ja, das dachte ich. Wahrend dieses überlegenden Denkens aber schwebte der zierliche und leichtdefMgelte Luftgeist Hemieder, irgendwoher getrieben und lehre sich vertraut und still auf meine Hand. Ueberrascht niederschauend erkannte ich, daß es mein Lieblings- fafer, der schwarzgepunktete, rotgrundierte Marienkäfer war, der allerdings in einer seltsam frühen Zeit, mitten in Eis und Schnee, bei mir im geheizten Zimmer auftauchte, in einem Zimmer, das gar nicht blumenhaft und blattgrün war; nur ein stachliger verhutzelter Zwergkaktus stand gnomhaft auf dem Fensterbrett und eine einzige, rote, glocken- haste Saffianblüte eines anderen Blumenstockes hielt ihren Kelch gegen die eisüberhauchte Fensterscheibe. Oh, ich wurde vergnügt; denn mit dem schwarz- gepunkteten Wesen wehte Gutes und Reines herein: ein ganzes Jugendzeitalter stand auf, Sommer auf Sommer, Sandwege mit dem glühenden Hut der Feuernelken, Wiesen, die sich mit weißen Margeritenwellen durch Täler schwemmten. Hügelzüge, in Dunst gehüllt, Maienabende, wo unter dem Stein, auf dem ich saß, eine Grille ihre Liebesstrophe wetzte; das alles kam mit dem geflügelten Tiere herein und noch viel mehr dazu. Glück kam mit ihm herein. Licht, Freude, Ruhe und Lächeln. Ich sah mich, da ich mich zu dem sich putzenden Käfer niederbückte, als einen heiteren, herumstrolchenden Knaben, der mit einem Hirten bis unter den Schatten der hohen Türme der Wallfahrtskirche zu Dettelbach am Main zog, der Fluß glänzte wie ein Silberbrett im Tal, auf den violetten Knöpfen der Distelbüsche sitzen die Marienkäfer, sagte der schwarze Barthirte, und wahrhaftig, sie saßen da, haufenweise, rote mit schwarzen Punkten, braune mit schwarzen Punkten, und ich sang mit umkippender Kinderstimme die schöne Einfalt eines alten Spielreimes: „Marienkäfer, setze dich Auf meine Hand und letze dich. Ich tu dir nichts zuleide!" Ich wußte von damals her, daß das plötzliche Erblicken eines Marienkäferchens einen ausgeschickten ßiebesgebanfen bedeutet. Ist ein Gedanke, den ein liebendes Herz einem anderen Herzen über Berge, Täler, Wälder und Flüsse entgegenschickt, nicht mit Gluck Zuspruch und Wärme gesegnet? Merkwürdig: Von diesem Augenblick und dieser Stunde an nahm olles ein anderes Aussehen, ein Aussehen der Verzauberung und der Erneuerung an; die Nieder- ^.schlogenheit wich von mir, ich wurde heiter und fröhlich: es war verblüffend, das Gute häufte sich, und das Unangenehme wurden immer weniger und weniger. Jeder Tag bescherte eine Freude, mit jeder ßoft kam ein besonderer Brief, von dem Worte der Kameradschaft oder nützliche Aufträge mitgebracht wurden, Pläne gingen in Erfüllung, Pläne, an deren Verwirklichung ich nicht mehr geglaubt hatte; es war, als ob das Schwarze, Dunkle, Beengende und Feindliche über mir und um mich sich durch den Flügelschlag des kleinen Tierwesens zerstreut hätten. Zwei Miniaturen. Von Ludwig Doergens. Menzel und das Schlüsselloch. Man hat berechnet, daß Franz Schuberts ganze Lebensdauer, nur als Zeitspanne betrachtet, kaum ausgereicht habe, seine Werke zu schreiben. Sie hat dennoch ausgereicht. Solch eine Berechnung scheint eine müßige Tätigkeit zu sein und ist ooch im Staunen der Masse vor dem Schaffenswunder der Persönlichkeit begründet. Ich wurde dieses Staunen vor Adolph Menzel nie los, aber weniger, weil es mich begeisterte, ihm die Zeit nachzurechnen, als weil ich immer wieder den Menschen und sein Werk vergleichen mußte. Es war eine Frage der Dimensionen. Der Zwerg bewältigte Riesenmaße, das Männchen auf der Leiter vollbrachte nicht nur Historienbilder, deren Fläche sein Arm nur zum kleinen Bruchteil erreichen konnte — er übersah sie auch ordnend, immer das Ganze im Blick. Eine Frühlingsnacht im alten Berliner Westen braute mich plötzlich der Lösung des Rätsels näher — mehr durfte ich nicht erwarten. Ich kam aus der Matthäikirchstraße und bog in die Siegismundstraße ein Menzels Andenken zeigt dort heute nur noch eine hübsche Tafel. .Damals stand nur noch das feine, alte Bürgerhaus mit der schlichten, aber hohen und schweren Tür. Tiefe Stille war um mich her, eine der friedlichsten Berliner Straßen lag im Mondschein. Aber was bemerkte ich, als ich an jenem Haus vorüberging? Was konnte ich erst sehen, als ich vor der hohen schweren Tür war? Ein uralter Herr, der zu nicht solider Zeit eben heimgekommen, schloß sie auf. Es war eine Frage der Dimensionen. Die Hand des wunderreichen Zwerges hob den großen Schlüssel und erreichte eben noch gut das Loch, — in Stirnhöhe war es vor ihm, und er mußte eine Weile arbeiten, bis er den Schlüssel da oben drin hatte, mühsam um- drehen und die schwere Riesenpsorte aufstoßen konnte. Wehe, wenn man versucht hätte, ihm zu helfen — ich wäre nicht schlecht angeknurrt worden. Außerdem mußte von innen die Arbeit doch allein getan werden. Selbstverständliches erobern, der Natur zum Trotz. Alles können, was man fühlt und sieht und will. Als Zwerg das Haus der Großen öffnen müssen und doch als der wahre Besitzer und Weihegeber. Das war Adolph Menzel. Bismarck mit Brille. Ich war schon ein dreizehnjähriger Berliner und hatte Bismarck noch nie in der Nähe gesehen. Bildnisse genug und zu viel — von Lenbachs Porträt bis zu den kleinen bunten wie Zuckerguß wirkenden Kürassierbüsten. Lange überlegt ich den aussichtsvollsten Weg. Frech war ich nicht, und Mut hatte ich nur in Gefahren. Aber die Bewunderung machte auch einen Jungen meines Schlages fanatisch- Ehe ich es mir selber zugetraut, stand ich in der Wilhelmstraße und hatte das Glück, nicht nur die Wachposten, sondern auch den Pförtner im Kanzlerpalais anzutreffen. Ich sah den Mann so sehnsüchtig an, daß er meinen Blick fragend erwiderte. Plötzlich hatte ich mein Anliegen herausgebracht. Ich erhielt eine freundliche Antwort. Seine Durchlaucht reite fast täglich nachmittags um 4 Uhr spazieren. Ich müsse aber am Parktor in der König- grätzer Straße warten. Das tat ich alsbald. Dazumal war es noch idyllisch in der Lennästraße und dem Tiergarten gegenüber. Kein Auto, keine Elektrische, nur langsame Droschken von Zeit zu Zeit. Ich war sehr allein mit meinem unwahrscheinlichen Wagemut. Je länger ich da wartend vor dem unheimlich stummen schwarzen Eisentor stand, desto ferner rückte die Möglichkeit, daß ich hier Bismarck vor mir sehen konnte. Seltsame Verängstigung rückte mich allmählich ins Unwirkliche. Ich sah ibn vor mir in der ehernen Denkmalsart, nur als Reichsverweser und Kaiser Wilhelms Paladin, wie sein Bild meine Kindheit begleitet hatte. So träumte ich achtlos vor dem schwarzen Eisentor. Doch plötzlich mußte ich zurückprallen' Ein ungeheurer Effekt — es öffnete sich langsam nach innen — und Bismarck ritt heraus, direkt auf mick 3U. Ein Diener mit Zylinderhut folgte ihm. Ich konnte eben noch fortspringen und die Mütze herunterreißen. Ja, das war er und für immer nur noch das. Er sah mich an und erwartete den Gruß eines Schuljungen. Der Halberstädter Kürassier. Der Riese auf dem hohen Gaul, Legende und Darstel- lung wunderbar bestätigt — dennoch anders. Leben, menschliches Leben war das namenlos Ergreifende. Ein Siebziger, der noch standhielt nach einer unübersehbaren Arbeit, der noch durch den Tiergarten trabte wie die jungen Offiziere. Aber das alles traf mich nicht am seltsamsten. Das Ueberlieferte bekam eine Zutat, die anfangs enttäuschen!) war, dann immer wertvoller, weil menschlich rührender wurde: Bismarck trug bei seinem Ausritt eine Brille. Diese Augen hatten mich hinter Gläsern angeblich. Vergängliches — auch dies war noch sicht, bar. Ich lernte nun erst die eherne Vollkommenheit des Mannes in feinen Taten sehen. bcr „ftonkj der Wüste" immer seltener wird. Es mußten schon Jagdgesetze erlassen werden, um zu verhüten, daß er völlig ausgerottet wird Das gleiche gilt vom Strauß. Wilde Esel und Antilopen m kleinen Trupps sind nicht selten, Giraffen kommen im Osten häufiger vor. Die Wanderheuschrecken treten von dort ihre Flüge bis in die benachbarten englischen und französischen Kolonien an. Zur Zeit versucht man ihrer in Belgisch-Kongo durch Giftgase, die von Flugzeugen ausgestreut werden, fierr zu werden. ' N"r eine einzige Querstraße geht durch die Sahara, grob erläutert m Richtung Aegypten Tri- polltanien, Tunesien, Algerien auf Französisch-West- v^ika. Eine Läng s st raße verläuft in Richtung Nord-Sudafrika von Algerien aus ein Stück an der Grenze Marokkos entlang, dürch die Sahara bis nach Franzoflsch-Zentralafrika. Durch Eisenbahnen sind Engländer und Franzosen von allen Seiten bis in die Randgebiete der Sahara vorqestoßen, um aus den größten Oasen die Erzeugnisse tropischer Sonne hervorzuholen. So sind Kleinbahnen, wie ®tr !ie '"Deutschland auch noch kennen — nur sind fie hier schmutzig und unbequem —, gebaut worden Touristen, die mehr Romantik, als sie eine Kleinbahn vermitteln kann, suchen, können auf Kamelen weiter Vordringen. Für Rekordsüchtige aber bleibt immer noch das A u t o m o b i l, und seit dem Frühjahr 1935 auch das Flugzeug von Algier nach Mittelafrika ins Niger- und Kongogebiet. Nicht lange wird es mehr dauern, bis Plakate werden verkünden: „Auf L-Motor und Y-Reifen Autorennen quer durch die Sahara ..." Zukunftsträume? Die Sache ist ja schon verwirklicht! Im nächsten Jahr soll das größte Hindernisrennen der Welt über die Wander- sanddünen der Sahara, über die notdürftig hergestellten Straßen Mittelafrikas, die zum aroßen Teil m der Regenzeit Flußbette bilden, durch Erdnuß- Kakao- und Kaffepflanzungen bis in die Goldminen- diftnkte Südafrikas zur Zielstadt Johannesburg durchgefuhrt werden. Aus Anlaß des 50jähriqen Bestehens des Automobilklubs von Südafrika der dazu die Unterstützung des Königlichen Automobil« klubs von Großbritannien gewonnen hat. Mit den Vorbereitungen wird bereits begonnen: allein 2000 zusätzliche Wegweiser werden aufgestellt, um den nur kleinen Teil im Verhältnis zur Gesamtstrecke der nördlichen Sahara zu kennzeichnen. Noch aber stehen die Wegweiser nicht, und deshalb müssen die Touristen, die einen Ausflug in die Sahara machen wollen, sich in engster Verbindung mit den zuständigen Militärbehörden halten, die auf diesen vorgeschobenen Posten die Ueberwachung der Pfade haben. Eine bestimmte Menge Wasser und Lebensmittel ist vorgeschrieben, die für eine Strecke von 300 bis 500 Kilometer Vorhalten muß. Hiermit schon glaubt man ein gewisses Maß von Sicherheit erreicht zu haben. Es kommt hinzu, daß der Wüstenweg alle 1500 Meter durch rotweiße Schilder auf drei Meter hohen Metallstangen gekennzeichnet ist. Trotzdem kommt es noch häufig vor, daß unachtsame Touristen in ihrem Drang nach Erlebnissen auf unbegangene oder un- gekennzeichnete Jagd- und Eingeborenenpfade geraten. Auch denen glaubt man noch Hilfe bringen zu können mit den neuesten Errungenschaften der Technik: mit riesigen Leuchttürmen, deren Licht über 140 Kilometer bei Nacht von der Erde aus zu sehen ist, und sogar 20 Kilometer weit bei vollstem Sonnenlicht. Allerdings sind diese wohl mehr zur Unterstützung des Flugverkehrs gedacht, der in diesem Frühjahr zwischen Nord- und Mittelafrika ausgenommen worden ist. Der Flugpreis für diese annähernd 4000 Kilometer lange Strecke beträgt allerdings über 7000 Franks, also ungefähr 1200 Mark. Bei Inbetriebnahme dieser Linie wird es den Franzosen weniger auf die wirtschaftliche Seite, als auf eine Prestigefrage angekommen sein, im Gegensatz zu der von den Engländern beflogenen Strecke Aegypten—Englisch-Aegyptischer Sudan nach Südafrika. Schöner aber ist es, die Sahara von der Erde aus kennenzulernen, und sie nicht in größerer Höhe mit 200 bis 300 Stundenkilometer Geschwindigkeit zu überfliegen. Die Jagd von der kaufmännischen Seite her gesehen. Auch wenn amtliches statistisches Material über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Jagd, so wie sie sich in den letzten Jahren seit der neuen Gesetzgebung entwickelt hat, noch nicht vorliegt, so haben wir doch bereits so viel Berechnungen zur Hand, daß man wohl zu einem Urteil und zu einer Darstellung darüber gelangen kann, was die Jagd im Gesamtbau der deutschen Volkswirtschaft bedeutet. Naturgemäß mit der Einschränkung, daß sämtliche Zahlen, die vergangenen Zeiten entnommen sind, etwa vor 10 bis"20'Jahren, nur mit einem gewissen Vorbehalt angeführt werden können, hat sich doch inzwischen so manches grundlegend verschoben. Man muß sich überhaupt einmal klar machen, daß die Vorkriegszeit, die Zeit also wachsenden Wohlstandes im deutschen Volk, nicht geeignet war, den einzelnen, und war er noch so passionierter Heger und Jäger, dazu zu veranlassen, sich mit der wirtschaftlichen Seite der Jagd zu befassen. Das wurde begreiflicherweise erst in der folgenden Notzeit der Fall, als Kriegsverlust, Revolution und Inflation dazu zwangen, schärfer zu rechnen und alle Hilfsmittel heranzuziehen, die auch nur einen geringen Nutzen zusicherten. So kam man notgedrungen dazu, sich auch rechnerisch mit der Jagd zu beschäftigen und zu überschlagen, welche Bedeutung ihr vom volkwirtschaftlichen Gesichtspunkt aus zukam. Und da gab es überraschende Zahlen. So liegt z. B. für das Jahr 1910 ein Schätzung des gesamten erlegten Nutzwildes, also ohne Raubwild, vor, es find 22 400 Stück Rotwild, 192 000 Stück Rehwild, 4 Millionen Hafen, 500 000 Kaninchen und 4 Millionen Rebhühner, um nur die wichtigsten Arten zu nennen. Sie stellen zusammen etwa eine Menge von 20 Millionen Kilogramm Wildbret (nach anderer Schätzung sind es 30 Millionen), dar, was genügen würde, um den jährlichen Fleifchbedarf von 600000 Menschen zu decken. Weiter ist der Wert der Decken und Schwarten zu berücksichtigen, der Bälge, der Haare und Wolle, der Geweihe und Gehörne. Es geht in die Millionen. Eine andere Seite der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Jagd ist die Tatsache, daß tausende deutscher Volksgenossen durch sie ihren Lebensunterhalt finden. Abgesehen von den gelegentlich darin Beschäftigten, von den Treibern, Fuhrleuten ufw., muß man an die hauptberuflich Erwerbstätigen denken. Eine im Jahre 1907 erfolgte Berufszählung ergab als in Forst und Jagd hauptamtlich Tätige über 125000, im Nebenberuf über 65 000, Berufsjäger soll es in Deutschland über 70 000 geben. Dann die Einwirkung der Jagd auf Ha ndel und Gewerbe. Was braucht der Jäger nicht alles, Kleidung und Schuhzeug, Waffen und Munition, Jagdgläser und Fanggeräte usw. Nach Gutachten eines Sachverständigen würden jährlich 8 0 0 00 neue Jagdgewehre gebraucht. Genaue Aufstellungen über diese Punkte bringt W. Bieger in seinem Werk „Die deutsche Jagdwirtschaft". Insgesamt beträgt nach Bieger öer Umsatz von Handel und Industrie auf jagdlichem Gebiet über 52 Millionen Mark. Er fetzt sich hauptsächlich, um nur die größeren Posten 'anzuführen, zusammen aus 21 Millionen für Wild- handel, 10 Millionen für Waffen- und Munitionshandel und 9 Millionen auf Kleidung und Schuhzeug. Zu obigen 52 Millionen kommen nach der gleichen Quelle hinzu 28 Millionen für Jagdperfonal, 5 Millionen für Hundezucht, 1 Million für Literatur und Preffe, 17 Millionen für Sonstiges, fo daß insgesamt über 100 Millionen Mark als Gesamtumsatz in Erscheinung treten. Unsere Betrachtung wäre unvollständig, wenn sie sich nicht auf den Ertrag aus Jagdscheinen undStempelabgaben (für Abstempelung der Jagdpachtverträge) erstreckte. Es ist allerdings schwierig, hier zu einer auch nur leidlich richtigen Aufstellung zu gelangen, da in den früheren Jahren die Gebühren hierfür in den einzelnen deutschen Ländern verschieden waren. Doch wird man kaum fehlgehen, wenn man etwa 8 bis 9 Millionen hierfür einsetzt. Millionenbeträge sind auch die Einnahmen für Verpachtungen von Jagdrevieren; fei es, daß es sich um staatliche, private ober kommunale handelt. Sachverständige schätzen sie auf 40 bis 50 Millionen ein. Das ist in großen Umrissen der volkswirtschaftliche Nutzen der Jagd. Und dabei haben wir absichtlich bisher kein Wort über den ideellen Nutzen der Jagd verloren. Diese gewaltigen ideellen Werte sind rechnerisch gar nicht zu erfassen, bedeuten sie doch für den deutschen Jäger eine Quelle ständiger Krafterneuerung, einen Jungbrunnen, aus dem er immer wieder neue Kräfte sammeln kann für feinen Beruf, für feine Pflichten im Dienst für Volk und Vaterland. Geschichten ans aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Flaschenpost meldet Schiffbruch vor 150 Jahren. (ma) Tokio. Eine Flaschenpost, die kürzlich der Fischer Fukufh an der Küste von Hiratatomura bei Aomori im Norden von Honshu aufgefischt hat, gibt Kunde von einem Schiffbruch, der sich vor 151 Jahren ereignete und in dessen Verfolg 45 japanische Schiffbrüchige auf einer unbewohnten Südseeinsel elendiglich umgekommen sind. Nach der Mitteilung dieser Flaschenpost, die ein gewisser Chunasuke Matsuyama geschrieben hat, ist er der letzte Ueberlebende eines Schiffes gewesen, das unter Führung eines Adligen 1784 in See stach, um irgendwo im Norden eine Schatzinsel aufzu- fuchen. Die Expedition hatte 45 Mitglieder, war aber vom zweiten Tage an schon von Unglück verfolgt. Das Segelschiff geriet in schwere Stürme, wurde nach Süden abgetrieben und strandete an einem unbekannten und unbewohnten Eilande. Einer nach dem anderen von der Besatzung starb, bis bloß noch Matsuyama und der Schiffszimmermann übrig blieben. Mit feiner letzten Kraft zeichnete Matsuyama die Geschichte ihres Schicksals auf ein Stück Holz auf, brachte es in eine Flasche hinein und gab diese als letztes Lebenszeichen der Fünfundvierzig den Fluten des Ozeans preis. Was in Amerika der Schnupfen kostet. A. Bl. Washington. Ein Professor der Universität von Illinois hat ausgerechnet, daß das Niesen, die Erhältungskrank- heiten aller Art, hauptsächlich aber der Schnupfen, die Vereinigten Staaten in diesem Winter schätzungsweise 100 Millionen Dollar kosten wird. Den größten Teil dieser Summe nehmen Arztkosten und ausgefallene Lohnstunden in Anspruch. Nach der Statistik verlieren nämlich im Lauf eines Winters nicht weniger als zwei Millionen Arbeiter je acht Tage Arbeitszeit, weil sie erkältet find. Nicht eingerechnet in die Riesensumme von 100 Millionen Dollar sind die Verluste, die die Nation dadurch erleidet, daß die Sterbeziffer während der sogenannten Erkältungsmonate um 80 000 steigt. Unter diesen Umständen hält der Professor es für unbedingt erforderlich, daß das Volk besser als bisher über die Gefahren der Erkältungserkrankungen und über die Möglichkeiten der Vorbeugung unterrichtet wird. Küfsen verboten! (N. a. A.) Istanbu l. Den Insassen der türkischen Gefängnisse ist vor kurzem untersagt worden, ihre Verwandten während der Besuchsstunden zu küssen. Man hat nämlich in einer ganzen Reihe von Gefängnissen entdeckt, daß die Gefangenen regelmäßig mit Opium und allen möglichen anderen Drogen versorgt worden waren. Die Gefängnisse wurden genau überwacht, ohne daß es zunächst gelang, den Weg fest- zustellen, auf dem die Drogen eingeschmuggelt wurden. Schließlich stellte man durch einen Zufall fest, daß die Gefangenen die Rauschgifte von ihren Verwandten in kleinen Glastuben während eines Kusses zugeschoben wurden. Seit 107 Jahren die gleiche Speisenfolge. (-) London. Unter den vielen Klubs, die in London zu finden find, gibt es auch einen, der den bezeichnenden Namen „Genügsame Münder" führt. Die Mitglieder reden nicht viel. Aber sie essen auch nicht viel, jedenfalls nichts Absonderliches. Sie kommen allabendlich zusammen. Einmal im Monat haben sie ein gemeinsames Essen. Auf dieses Essen kommt es an. Seit 107 Jahren wird nämlich immer das gleiche Menü Schach-Ecke. Gearbeitet von F. Sämisch E. Löbel Schwarz: Kh4, Beb. g3, h6 (4) a b c d e f g h a b c d e f g h 8 8 5 5 3 3 2 2 Weiß: Ke4, Tg6, Se8, Be5, g2 (5) Weiß setzt in drei Zügen matt Philipp Klett Schwarz: Kd5, Bb6, b5, d7. eb (5) 6 5 8 7 4 3 2 d 8 2 6 5 4 3 a b Weiß: Kd3, Del, Sc8, Bb4, d6 (5) Weiß setzt in zwei Zügen matt Lösung H. Wiekowiak. Weiß hält unentschieden. Weiß: Ke3, Be5, g6, g4 (4); Schwarz: Kh8, Lg8, Sgl (3). 1. e5—e6 Lg8Xe6 2. Ke3—f2 Sgl—h3 3. Kf2—g3 Sh3—g5 4. Kg3—f4 Sg5—h3 5. Kf4—g3 Sh3—gl 6. Kg3—f2, und der weiße König kann den schwarzen Springer so fortgesetzt jagen. Lösung G. A. Iohannson. Matt in drei Zügen. Weiß: Ke2, Dal, Lb2, Sc8, Ba7, d6 (6). Schwarz: Ka8, Ba2, b7, b4, b3. e4 (6). 1. Lb2—h8 b3—b2 2. DalXa2 (droht Sb6 matt) b7—b5 3. Da2—d5 matt; 1. . . . b7—b5 2. Dal—g7 nebst 3. Sc8—b6 matt; 1. . . . e4—e3 2. Lh8—b2 b7—b5 3. Dal—hl matt. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. 3m Münchener hosbräuhaus. In der „Schwemme" sitzt ein Münchener, dem die Kathi gerade eine Kalbshaxe hinstellt, die von einem Elefanten zu stammen scheint. Neidvoll und staunend betrachten die Fremden den Segen, und ein Herr aus der norddeutschen Tiefebene fragt: „Sagen Se mal, Herr Nachbar, wollen Sie die Haxe allein essen?" „Na, na, nöt alleinig. I kriag ja noch Knödel dazua." Die Landplage. Unter den Kamerherren König Friedrich Wilhelms IV. befand sich ein Herr von Kleewitz, der nicht über die Gabe des Humors verfügte. Eines Abends wurden bei geselligem Beisammensein Rätsel aufgegeben, und ein boshafter Gast fragte: „Das erste fr^t das Vieh, das zweite hat er nie, das Ganze ist eine große Landplage." Herr von Kleewitz hatte die Lösing des Rätsels als erster gefunden, wurde sehr wütend und fuhr den Tischgenoffen an. Der antwortete a> er in aller Ruhe: „Die Lösung heißt Heuschreck. — Oder waren Sie anderer Meinung, Herr von Kleewitz?" kleines Mißverständnis. Der große norwegische Dichter Henrik Ibsen hat sich längere Zeit in Italien aufgehalten; er liebte es, das Land nach allen Richtungen zu durchstreifen und feine Entdeckungen auf eigene Faust zu machen. Auf feinen Wanderungen in der Umgegend von Rom kam der Dichter nun eines Tages an ein kleines Dorf und versuchte die Inschrift zu entziffern, die sich auf dem am Kreuzweg stehenden Wegweiser befand. Die Tafel war aber sehr hoch angebracht, und der kurzsichtige Ibsen hatte Mühe, die Buchstaben zu erkennen. Schließlich bat er eigen vorübergehenden Bauern, ihm die Inschrift vorzulesen. „Ich will Ihnen nichts vormachen", antwortete dieser treuherzig, „ich kann auch nicht lese n." Jia, und...? Paulchen, 6 Jahre alt, hat Geburtstag. Der Vati kommt und wünscht ihm alles Gute. „Na und..." meint da Paulchen, „hast du fein Gedicht gelernt?" serviert. In der Klubküche wird überhaupt nichts anderes hergestellt. Es gibt: Austern, Schildkrötensuppe, einen gekochten Fisch, ein Stück Hammelfleisch und Vanille-Eis. „Revolutionäre" wollten diesen Speiseplan ab und zu ein wenig ändern. Doch die alten Mitglieder hielten daran fest. Solange London und der Klub der „Genügsamen Münder" bestehen, wird dieses Menü auch nicht geändert werden. So 'wurde es jedenfalls auf der letzten Vorstandsfitzung beschlossen. Dem Andenken der Pawlowa. E. Bl. Southampton. Am 23. Januar, dem fünften Jahrestag des Todes der Pawlowa, finden in London, der letzten Wahlheimat der großen russischen Tänzerin, mehrere Gedenkfeiern statt. Unter anderem soll ein Film uraufgeführt werden, der aus allen alten Filmen, die je von der Pawlowa ■aufgenommen wurden, zu- fammengeftellt worden ist. Die Pawlowa wird übrigens die erste Tänzerin sein hie an einem öffentlichen Platz ein Denkmal erhält. Der britische Bildhauer Carl Milles hat eine S'atue der Tänzerin entworfen. Der Entwurf wurde dem König und dem Office of Works vor- gelegf und von diesen gebilligt. Das Denkmal, das im Sommer fertig werden wird, soll im Regents V rk aufgestellt werden. Walfischdenkmal in Tromsö. B. D. Oslo. Der Stadtrat von Tromsö hat beschlossen, am Hafen ein großes Denkmal zu errichten, das einen Walfisch in Lebensgröße zeigt. Der Grund zu diesem seltsamen Beschluß liegt darin, daß der Wal- fischfang in den letzten Jahren immer lohnender geworden ist. und daß Tromsö den Tieren einen auch in der Krisenzeit ständig wachsenden Wohlstand verdankt. Einheimische Künstler sind bereits aufge- foröert worden, Entwürfe für das Walfischdenkmal, das aber 20 Meter Länge nicht überschreiten soll, bei einer Prüfungskommission einzureichen. Gehl's dem Concierge an den Kragen? (z) Paris. Man beginnt eine peinliche Attacke zu reiten gegen eine fast geschichtliche Ueberlieferung in Paris. Dieses Unternehmen soll der Ermittlung dienen, was eigentlich diese Hunderte und Tausende von Concierges, die Pförtner der großen Mietshäuser, den ganzen Tag tun und zu welchem Zweck sie überhaupt da sind. Man hat ihre Existenz bislang widerspruchslos und aus Furcht vor ihrem Groll erduldet. Aber jetzt geht die Jugend wahrhaftig daran, den Begriff dieses Concierge zu erschüttern. Man hat herausgefunden, daß eigentlich ein solcher Concierge ein Ueberbleibsel aus dem 13. Jahrhundert ist. Damals hatten nämlich die Könige von Frankreich gleich neben ihren Palästen auch die Ställe. Diese Ställe und Schuppen für die königlichen Kaleschen unterstanden aber einem besonders bewährten Soldaten. Später teilte man dieses Amt noch auf und nahm für alle Luxusgegenstände, die im Palast untergebracht waren, oder für die Reise eines Königs mit in Frage kamen, einen besonderen Mann, der kurzum der „Comte des Cierges“ oder eben „Concierge“ hieß. Als später dann aus jenen Lagerräumen und Ställen Staatspaläste wurden, blieben die Concierges darin wohnen und entwickelten sich zu jenen Wesen, die heute jeder Pariser haßt. Man versichert, daß ein solcher französischer Concierge eine Kreuzung fei zwischen dem Empfangschef des elegantesten Neuyorker Hotels und einer größenwahnsinnig gewordenen Primadonna. Seine ganze Tagesbeschäftigung bestehe darin, daß er nach dem Frühstück 20 Minuten lang mit einem Staubwedel durch das Haus gehe, den Rest des Morgens aber die Post der Einwohner' verteile und einer sorgsamen Zensur unterziehe, den Nachmittag über die Zeitung lese und nachts nur schimpfend und gegen das nötige Trinkgeld den spät heimkehrenden Einwohnern die Tüp öffne. Die schlechte Laune und die Melancholie eines solchen Concierges erkläre sich daraus, daß er nichts zu tun hat, — ja, daß er seit dem Jahre 1300 überhaupt noch nie etwas Vernünftiges getan habe. Daran ändere auch nichts die Tatsache, daß er in einer großen Organisation mit den übrigen „Leidens- genoffen" zusammengefaßt fei und sogar ein Fachorgan besitze, das alles „Recht verteidige und Nöte abzustellen bemüht bleibe". Aus diesen Gründen wird man verstehen, daß der Kampf gegen die Concierges rasch in Paris an Boden gewinnen würde, wenn die einzelnen Einwohner do' diesem Hausdrachen nicht eine solche Angst hätten und klein und häßlich nachgeben würden, sobald es wirklich zu einem Feldzug gegen die Concierges käme ... Der Sonderling. (k) Brüssel. Der Buchhalter ' Jean Mercier hatte niemals etwas mit Gesetzen zu tun gehabt. Aber jetzt überführte man ihn, 15 ÖOO belgische Francs aus einer Kasse entnommen zu haben. Er stand also vor dem Richter. Man fragte ihn nach dem Warum und Wofür und erfuhr die erstaunliche Geschichte eines Menschen, der nicht Nein sagen konnte: „Bei allem, was mir heilig ist — ich habe keinen Centime dieses Geldes für mich verbraucht. Ich habe alles nur den Bettlern gegeben. Wenn ich von einem Bettler angefprochen wurde, konnte ich nicht Nein sagen. Ich gab ihm etwas. Allmählich fanden sich immer mehr Bettler auf meinem Weg ein. Ich mußte mehr und mehr Geld für diese armen Menschen herbeischaffen. Drei Jahre lang habe ich für sie gestohlen ..." Man tjat Merciers persönliche Verhältnisse, seine Lebensweise, seinen Ausgaben-Etat geprüft. Es ist wirklich so gewesen: er hungerte fast, um auf feinem Weg zum Büro allen Bettlern etwas schenken zu können... „Der Klub des letzten Mannes." (E. A. bl.) Neuyork. Vor wenigen Tagen starb hochbetagt in einem Altersheim in Minnesota Charles W. Lockwood, der unwiderruflich Letzte vom „Klub des letzten Mannes". Dieser Klub hatte in Amerika nationale Berühmtheit erlangt, und der Heimgang seines letzten Mitgliedes ruft die Geschichte eines Bundes ins Gedächtnis zurück, der in feiner Art einzig in der Welt dastand. Im Jahre 1884 gründeten Veteranen des Bürgerkrieges von der Kompanie B des 1. Regiments „Minnesota" einen Verein. Das Reaiment war 1861 in Stillwater gebildet worden und hatte an vielen Schlachten des Bürgerkrieges teilgenommen, u. a. auch an der bekannten Schlacht von Bull Run, wo die Bundestruppen eine schwere Schlappe erlitten. Die 34 Veteranen trafen sich regelmäßig am Jahrestage dieser Schlacht, also jeweils am 21. Juli. Bei der Gründung ihres Vereins hatte einer eine Flasche alten Burgunders gestiftet, und zwar unter der Bedingung, daß die Flasche erst auf der letzten Tagung geöffnet und getrunken werden solle. Wenn die alten Krieger bei ihrem jährlichen Liebesmahl beisammen saßen, wurde stets auch diese Flasche feierlich hereingetragen und auf den reich Feiern Willkür oder Volkstumsrecht? Die Bedeutung der belgischen Methode in Eupen-Malmedy. Ueberprüft man das auslandsdeutsche Geschehen des vergangenen Jahres, so wird dieser Zeitabschnitt gleichsam beispielhaft eröffnet und abgeschlossen. An seinem Anfang hat die Entrechtung der Me melländer durch Litauen im Bluturteil von Kowno seinen Höhepunkt erreicht, und an seinem Ende stand a l s Ergebnis des Lütticher Ausbürgerungsprozesses die Ausweisung der vier Heimattreuen Eupen - Malmedy er, enthüllte sich die neue belgische Methode, Dolkstumsrecht zu unterdrücken, in aller Schärfe. Wir brauchen auf die Einzelheiten der jüngsten Entwicklung in Eupen-Malmedy nicht näher einzugehen, sie sind ja im Ablauf des Lütticher Prozesses immer wieder erörtert worden, und selten ist überall dort, wo die dauerhafte Befriedung Europas und demgemäß der gesunde Ausgleich zwischen Staats- und Volksgruppenrecht als naturnotwendige Voraussetzung einer solchen Befriedung gewünscht wird, die verfassungs- und völkerrechtswidrige Staatswillkür so einheitlich verurteilt worden, besaß anderseits die volkstumsfeindliche Gegenseite so wenig Gründe zu ihrer auch nur äußerlichen Rechtfertigung wie in diesem Falle. Was gab dem Prozeß von Lüttich und der ihm gefolgten zwangsweisen Vertreibung der vier Heimattreuen Eupen-Malmedyer aus ihrer Heimat die tiefere Bedeutung, auf Grund deren nicht nur das deutsche Volk in seiner Gesamtheit, sondern auch alle europäischen Volksgruppen sich getroffen fühlen? Die Behandlung der Eupen-Malmedyer lehrte, wie verständnislos auch ein westlicher Nationalitätenstaat, der sich rühmt die f r e i e st e Verfassung der Welt zu besitzen und zudem geschmückten Tisch gesetzt. Nach Beendigung des Banketts wanderte sie wieder in das Gewölbe einer Bank in Stillwater. Im Laufe der Jahre starb nun ein Mitglied nach dem anderen. Immer war die Tafel jedoch für 34 Personen gedeckt und nach wie vor bildete das Erscheinen der Flasche die Krönung der Feier. Heber den Sitzen jener Veteranen, die inzwischen dem letzten Rufe gefolgt waren, hing ein schwarzer Trauerflor, und auf ihrem Gedeck lag ein Blumenstrauß, der nachher auf das Grab des fehlenden Mitgliedes gelegt wurde. Jedesmal, wenn die Flasche hereingetragen wurde, erhoben sich die Heberlebenden, angetan mit ihren alten Galauniformen, verbeugten sich vor den leeren Sitzen und tranken auf das Wohl der Verstorbenen. Das wiederholte sich Jahr um Jahr. Schon längst hatte der Volksmund einen Namen für die sonderbare Vereinigung geprägt, nämlich „Last Man’s Club" — „Klub des letzten Mannes". Schließlich beschäftigte sich zum Verdruß der Klubmitglieder die gesamte amerikanische Oeffentlichkeit mit der Frage: wer wird wohl als Letzter die Flasche öffnen? Am 21. Juli 1927 saßen noch drei Kreise zwischen 85 und 89 Jahren an der langen Tafel. Die Runde war recht einsam, ja beinahe unheimlich. So kamen sie überein, daß 43 Jahre des Wartens genug gewesen sei und beschlossen, die Flasche zu entkorken. Es war eine feierliche Handlung. Aus allen Teilen des Landes hatten sich Journalisten und Photographen eingefunden. Das ganze Städtchen Stillwater war versammelt, von der Tafel nur durch einen Vorhang getrennt. Hinter den drei letzten Veteranen stand ein Stabstrompeter. Der Vorhang ging auf, die Flasche wurde hereingetragen. Der Trompeter blies den Zapfenstreich. Der Aelteste der Greise entkorkte die Flasche — langsam und schweigend trinkt jeder ein Glas aufs Wohl der alten Kameraden. Dann senkt sich der Vorhang. Die Flasche wird wieder versiegelt und roeggelragen. Das war das letzte Liebesmahl des Klubs, denn kurz darauf starben die Kameraden Goff und Hall. Charles Lockwood ist der einzige Heberlebende. Aber jedes Jahr, am 21. Juli führte noch er die Tradition fort an der Tafel mit den 33 schwarz verhangenen Stühlen und den blumenverzierten Gedecken. In den letzten Jahren wurde Lockwood sonderbar. Er unterhielt sich mit den Toten, als ob sie nie von der Tafel aufgestanden wären.. Vielleicht sah er sie wirklich. Im Alter von 90 Jahren machte er noch eine । Reise durch die Vereinigten Staaten. Er besuchte j die alten Schlachtfelder und weilte als Gast des i Präsidenten Hoover im Weißen Haus. Von der < berühmten Flasche aber, trennte er sich weder Tag I und Nacht. Nun ist auch Lockwood zum letzten l Appell angetreten. > wollte, um so die Teilnahme des Hauptange« \ klagten Josef Dehottay an dem Berner Nationali« - tätenkongreß als eine „schwere Verletzung der 1 staatsbürgerlichen Pflichten" verbuchen zu können. 1 Dieser Versuch wurde bekanntlich durch die Inter- 1 vention der Leitung des Kongresses an Gerichtsstellt scharf zurückgewiefen, was den belgischen Staats» anwalt veranlaßte, wenigstens in diesem Punkt» den Rückzug anzutreten. Aus all dem ergab sich, daß auch der Verband der deutschen Volksgruppen irt Europa zu dem Lütticher Hnrecht und der Ausweisung von Volkstumskämpfern, denen im Prozeß auch nicht eine einzige „Verletzung ihrer staatsbürgerlichen Pflichten" nachzuweifen war, nicht schweigen konnte. Die Entschließung, die der Verband unter dem Eindruck der Ausweisung veröffentlichte, trug der ganzen Tragweite des „belgischen Verstoßes gegen die geheiligten Volkstumsrechte" Rechnung. „Die Volksgruppen sehen in dieser Maßnahme, vor allem aber in der hierin zum Ausdruck kommenden Entrechtung der Volksgruppe Eupen-Malmedy, eine grundsätzlich und praktisch ernste Bedrohung des Friedens. Dar Zusammenarbeiten der Volksgruppen dient dem Ziele, die Spannungen zwischen Staatsgemein« schäft und Volksgemeinschaft durch Sicherung hinreichender Volkstumsrechte im wohlverstandenen Interesse auch ihrer Heimatstaaten zu überwinden. Grundsätze, wie sie in Belgien zum Gesetz erhoben und bis zur härtesten Konsequenz durchgeführt wurden, sind geeignet, diese Spannungen bis ins Untragbare z u steigern und eine verhängnisvolle Unsicherheit zu schaffen" — so schloß die Erklärung der Volksgruppen, und sie hob damit in würdigster Form hervor, um was es, über die Rot der unter Ausnahmezustand gehaltenen Volksgruppe von Eupen-Malmedy hinaus, im letzten bei der belgischen Entrechtungsaktion geht: um eine Bedrohung des europäischen Friedens. Neue Verhaftungen !n Eup"n-Ma?medy Lüttich, 3. Jan. (DNB.) Ein Gendarmerieaufgebot erschien Donnerstagfrüh in der Gemeinde Bütgenbach im Kreise Malmedy und verhaftete sieben Heimattreue Männer unter der Anschuldigung der Zusammenrottung und Auflehnung gegen die Staatsgewalt. Die Verhafteten wurden ins Gerichtsgefängnis nach Verviers übergeführt. Der Vorgang ist die Folge einer S i l v e ft e r f e i e r , die der Turnverein von Bütgenbach in einem der Ortsgasthöfe veranstaltet hatte. Die Feier war um 24 Uhr polizeilich geschlossen worden. Die Polizei war gegen die Teilnehmer an der Feier, als sie um 24 Uhr den Saal in Ruhe verließen, mit Gummiknüppeln vorgegangen, wobei große Unruhe entstand. Man will die sieben Verhafteten dafür verantwortlich machen. sellschaft begründet ist, soll ein Jurist die Organisation, ein Bankier die Kasse übernehmen." Schering selbst besitzt „keinen anderen Ehrgeiz, als meine Ueber- tragung von Strindbergs Werken zu betreuen, solange ich noch lebe. Ich möchte durch die vier Manuskripte meine deutsche Gesamtausgabe auf 50 Bände abrunden sowie die vergriffenen Bände neudrucken. Der Deutschen Strindberg-Gesellschaft werde ich vor meinem Tode meine ganze Strindberg- Bibliothek vermachen." Zunächst ist etwas Kapital nötig, um für die Begründung der Gesellschaft Propaganda zu machen. Sobald die Gesellschaft begründet ist, wird ein Jahresbeitrag für die Mitglieder festgesetzt. Dafür erhalten die Mitglieder jedes Jahr einen neu gedruckten Band Strindberg. An Strindbergs Geburtstag, 22. Januar, wie an feinem v ' J, 14. Mai, werden Sitzungen und abgehalten. allen in ihm lebenden Volksgruppen die volle Gleichberechtigung zu verbürgen, den Fragen des Volkstums gegenübersteht und sich zu einer Methode bekennt, die bisher nur im Osten üblich schien. Nicht nur, daß Belgien, die von ihm freiwillig angenommenen völkerrechtlichen Vereinbarungen verletzt hat, — der Lütticher Prozeß war — selbst gegenüber den großen politischen Prozessen, die in anderen Staaten Staatsbürgern deutschen Volkstums gemacht wurden, um den Rechts- fampf der Volksgruppe insgesamt zu lähmen — einzigartig, weil er zum ersten Male ein Prinzip anwandte, daß die primitivste Rechtssicherheit des Volkstums und der Volksgruppen berührt. Niemals wurde bisher bestritten, daß zu einem Gebiet, das man annektierte, auch d i e Menschen, die in diesem Gebiete verwurzelt sind, gehören, daß also diese Menschen aus Gedeih und Verderb mit ihrer Heimat verbunden sind, daß man sie also vielleicht ein- kerkern, nicht aber ausweisen kann. Belgien unterschied in Lüttich zwischen dem Land Eupen-Malmedy und seinen Bewohnern, deren Staatsbürgerschaft international geregelt und geschützt ist, und dieser Tatbestand p""gte den Prozeß von Lüttich und die ihm ge igfen Ausweisungen zu einer europäischen Frage, zu einer Rechtsverletzung, die die Beziehungen der Volker und Staaten überhaupt gefährdet. Welchen grotesken Standpunkt im einzelnen der Ankläger im Lütticher Prozeß einnahm, aber zeigte sich vor allem darin, daß er sogar den Europäischen Nationalitäten kongreß zu einer „staatsfeindlichen Organisation"' stempeln Kunst und Wissenschaft. Deutsche Strindberg-Gesellschaft. Der bekannte deutsche Strindberg-Heberseker Emil Schering in Berlin veröffentlicht einen Plan 3ur Begründung einer Deutschen Strind - oerg-Gesellschaft, dem wir folgendes entnehmen: von Scherings Gesamtausgabe sind bisher 46 Bände gedruckt und die letzten 4 Bände liegen im Manuskript vor. Die Deutsche Strindberg-Gesellschaft soll nach dem Muster der Goethe-, Shakespeare-, Dante-Gesellschaften begründet werden. „Nur mit diesen genialsten Dichtern der Weltliteratur ist Strindberg zu vergleichen. Auf allen Gebieten hat Strindberg Meisterwerke geschaffen: im Drama, im Roman, in der Novelle, im Gedicht. I Strindbel Außerdem ist er, wie Goethe, ein bedeutender Na- Todestag, turforscher. — Sobald die Deutsche Strindberg-Ge-j abgehalte Im festen Vertrauen zu seinem Retter und Erlöser verschied plötzlich und unerwartet am 3. Januar vormittags 9 Uhr mein innigstgeliebter Mann, Bruder, Schwager und Onkel Joh. Hermann Pfeffer Werkmeister i. R. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elise Pfeffer Gießen (Crednerstraße 12), den 4 Januar 1936. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 7. Januar, nachmittags 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt _____________________________________________________________________________________59 D 033 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schultheis am Grabe, dem Gesangverein Germania und allen denen, die ihr das letzte Geleit gaben, sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen : Johannes Keßler IX. nebst allen Angehörigen Großen-Linden (Bahnhofstraße 43). den 2 Januar 1936. Das Heimatbuch vom deutschenWalb« Maiö- weben Die Lebensgemeln. schäft des deutschen Waides in Bildern 150 eigene Naturauf. nahmen ausdemTier- undPflanzenleben des heimatiichenWaldes in herrlichem Kupfertiefdruck mit einem auf» lchlu reichen Einfiih» rungstext o. K (der- Hard und G. Wolff Dieses Buch führt uns mitten hinein in den Wold mit seinen großen und kleinen Geschöp» fen und zeigt, wie wir beobachten und mit offenenAugen durch die Natur gehen sollen. Die Tier» u. Pflanzenwelt in ihrer natur- wahren Vielgestaltig- keit tritt demBeschauer in bildhafterSchönheit vor Augen und wird zumlkrlebnis.Preis in Leinen geb.RM.4,8v Ditte verlangen Sie kostenlos unsere debil- dertenWerbeblöttcr!- DasBuch ist durch jede Buchhandlung z. bez. HugoDermuhler Verlag Verlin-Llchterfelöe Gießen, den 2. Januar 1936. 048 038 Die Einäscherung findet auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Margarethe Schicker, geb. Linke Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Elisabetha Dietz, geb. Deibel für die Kranzspenden sowie für die trostreichen Worte am Grabe sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Großen-Linden, den 3. Januar 1936. Mein lieber Mann, unser herzensguter Vater Max Schicker ist nach kurzer schwerer Krankheit heute im 59. Lebens, jähre für immer von uns gegangen. Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 7 1. 51 D 2. Pianohaus R. Schönau rmmSm! swwt-üfw-KtommwiL Bte Einlösung der IV. Rate der Abonnemcnls er- Anf"so,^v "stl' am: 470 Erschein., m.'sch. Znontag, dem 6. Januar, von 10 bis 13 Uhr, für Haus,Grundbes., folgt am: 30,— RM. 10,— 2. Rang Reihe 4 und 5 und vordere 4 — Die Bürgermeisterei: Ritter. 8,— 6,— 4,— als Künstler die eigenen Kinder: „Da bleibt man gern zu Hause!“ Pianos von Reichsmark 650.- an. wandert sich's auf Erden--* herrlich ohne -ach wie die Dienstag-Abonnenten, Dienstag, den 7. Januar, von 10 bis 13 Uhr und oon 17 bis 18 Uhr, für die INittwoch-Abon- nenten. 3000 b. Geld, iährl. Eink. über 800 M f. Lebens- Treibriemen Transmissionsteile Kugellager u. a. m. 70a preiswert und gut in der Snezialhaidinng tecbn. Bedarfs Paul Läufer, Gieben Wagengasse (Nähe Marktpl.) Schuheinlagen zur rechten Zeit - steigern die Leistungsfähigkeit* L.Thöt Gießen ^D Friedrichstr. 7 Hassenlieferant NAe missen wer Sie find! Nachricht unter 044a.d. G.Anz. Aufforderung zur Einsendung der Lohnsteuerbelege für das Kalenderjahr 1935. I. Auf Grund des § 47 der Lohnsteuerdurchführungsverordnung und der Verordnung des Reichs- Ministers der Finanzen vom 13. 12. 1935 sind bis spätestens 15. Februar 1936 einzusenden: Mittwoch, den 8. Januar, von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr, für die Freitag-Abonnenten. Die IV. Rate beträgt: Familienlogen mit 4 Plätzen Sperrsitz Reihe 1 bis 7, 1. Rang Reihe 1 und 2 und Logenvorderplätze Sperrsitz Reihe 8 bis 11, 1. Rang Reihe 3 bis 6 und Logenrückplätze Sperrsitz Reihe 12 bis 15, 2. Rana Reihe 1 B Heirat wünscht Herr, 37 Jahre, ev., mit echt deutsch. Mädel, Witwe mit Kind ange» nebm.Etw.Ver« mögen vorhand. Schr. Ang. mogl. m. . Bild unter 055^6 a.d.G.A. Anonym zwechl. Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 Franz VoOU Co., Gießen Seltersweg 44 a Sperrsitz Reihe 16 bis 18, 2. Rana Reihe 2 und 3 Seitenreihe 4f__ Nach Heberweisung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210 Kaffe des Stadttheaters erfolgt Zusendung der Abonnementskarten. Gießen, den 2. Januar 1936. von den Arbeitgebern: a) für die am 31. Dezember 1935 bei ihnen beschäftigten Arbeitnehmer Lohnsteuerbescheinigungen auf der zweiten Seite der Steuerkarte 1935 an das Finanzamt, in dessen Bezirk die Steuerkarte 1936 ausgeschrieben worden ist; b) für die im Kalenderjahr 1935 beschäftigten Arbeitnehmer, deren Steuerkarte 1935 dem Arbeitgeber nicht vorgelegen hat, und für die vor dem 31. Dezember 1935 ausgeschiedenen Arbeitnehmer, bei denen die Lohnsteuerbefcheini- gung auf Seite 2 der Steuerkarte 1935 beim Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis versehentlich nicht ausgestellt worden ist, Lohn- steuer-Ueberweisungsblätter an das Finanzamt der Betriebsstätte. Vordrucke zum Lohnsteuer-Heberweisungsblatt sind anfangs Januar 1936 bei dem Finanzamt kostenlos er- Als Lohnsteuer gelten hierbei nicht die vom Arbeitslohn einbehaltene Bürgersteuer urld die vielfach im Weg des Lohnabzugs geleisteten Spenden für wohltätige Zwecke (z. B. für das Winterhilfswerk). Diese Beträge sind in die Lohnsteuerbelege nicht aufzunehmen. Als Arbeitslohn gilt der Arbeitslohn vor Abzug der genannten Beträge. Lohnsteuerbescheinigungen (Steuerkarten) und Lohnsteuer-Heberweisungsblätter sind getrennt nach Gemeinden und innerhalb der Gemeinden der Buchstabenfolge nach geordnet einzusenden. von den Arbeitnehmern, die am 31. 12. 1935 in keinem Dienstverhältnis stehen, die in -ihrem Besitz befindliche Steuerfade 1935 an das Finanzamt, in dessen Besitz der Arbeitnehmer am 10.10. 1935 seinen Wohnsitz hatte. Dabei ist die Wohnung am 10. 10. 1935 sowie auf der zweiten Seite der Steuerkarte 1935 die Nummer der Steuerkarte 1936 und die Gemeindebehörde, die diese ausgestellt hat, anzugeben. dauer, wünscht w. alt. Frl. ob. Wwe.i.Verbind. zTret.zw.Heirat. Schr. Ang. mit nab. Ang. d.Ber- hältn. u. 05474 a. b. Gieß. Art;. Hartbrennlwlz, ä Wagen 5 Mk., Anmachholz ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei Keller. 383d J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb. Str. 24. II. Nach § 48 der Lohnsteuerdurchführungsverordnung hat der Arbeitgeber ohne besondere Aufforderung für diejenigen seiner Arbeitnehmer, deren Arbeitslohn im Kalenderjahr 1935 den Betrag von 8400 RM. überflieget? hat, besondere Lohnzettel auszuschreiben und bis zum 31. Januar 1936 an das für den Arbeitnehmer nach seinem Wohnsitz zuständige Finanzamt einzusenden. Bei Arbeitnehmern, die nur wahrend eines Teiles des Kalenderjahres 1935 beschäftigt waren, ist für die Frage, ob der Arbeitslohn 8400 RM. im Kalenderjahr 1935 überstiegen hat, oon dem Arbeitslohn auszugehen, der sich bei Hmrechnung auf einen vollen Jahresbetrag ergibt. Die Lohnzettel können an die zweite Seite der Steuerkarte 1935 angeklebt werden. In diesem Falle erübrigt sich die Ausschreibung der Lohnsteuerbeschei- mgung auf Seite 2 der Steuerkarte. Vordrucke zu Lohnzetteln werden den Arbeitgebern auf Antrag vom Finanzamt kostenlos geliefert. Nähere Auskunft erteilen die Finanzämter. 38D Gießen, 2. Januar 1936. Die Finanzämter Gießen, Alsfeld, Grünberg, Hungen. Bekanntmachung. Dienstag, den 7. Januar 1936, findet in Gießen Rindvieh. (Nutzvieh.) Markt statt. Auftriebszeit von 8 bis 9 Hhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. 43C 19?6 Schweinemarkt: Mittwoch, den 22. Januar Gießen, den 4. Januar 1936. Bürgermeisterei Gießen. Ritter, Oberbürgermeister. 0ntirt3hrdem<{i.to RetchsproBenfommlung Des ffl.fi. m. 5Jon.36 Ein Abend zu Hause II!II!III!!I!!!ll!IIIII!!!ll!IllllII!IlII!ll!l»I!IIl!!!IIllI!I!I!l!I!IIIll«!llIIllllIIIlIllI Hauskonzert auf einem Klavier von SCHÖNAU, m.5 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 4. Zanuar (956 Bürgermeister Mengel-Schotten über seine Amerika-Fahrt. Am gestrigen Freitag nach Schotten zurückgekehrt. - Unterredung mit einem Mitglied der (^chnstleitung des Gießener Anzeigers. JS?* sechswöchiger Abwesenheit ist Bürger- meister Menge! von Schotten am gestrigen 8^'^vormittag von seiner Amerikafahrt nach Schotten zuruckgekehrt. Bekanntlich war Büraer- Stadt^ 6*nf?eI Ql5 93vrtreter unserer oberhessischen ? r*^°ttenmD0n Schottener Män- n/r ?A et1 nu e “ 9 0 r f emgeladen worden, fei» «nh 0 a b r t e 1 e r m Neuyork als Ehrengast nen iQrm 1 deutschen Heimat beizuwoh- nen. Am 19. November hatte Bürgermeister Menge! über Gießen und Hamburg die Fahrt nach Amerika - angetreten. Als Ehrengaben für den Ä^^ereln nahm er u. a. ein Glückwunschschreiben des Reichsstatthalters Gauleiters Spren- Ö * r * ferner zwei Oelgemälde als Gaben der Stadt Schotten und der Prooinzialdirektion Oberhessen, Ehrenurkunden und Ehrennadeln des Schottener Mannerchors in Schotten und des Hessischen Sängerbundes ferner eine silberne Schale mit Heimaterde aus dem Vogelsberg für den 80 Jahre alten öU5 Schotten in Oberheffen stammenden Charles Weitz, einen Mitgründer des Schottener Männerchors in Neuyork, mit hinüber in die neue Welt Ueber den Verlauf feiner Fahrt hat Bürgermeister Menge! im „Gießener Anzeiger" vom 11. Dezember 1935 bereits eingehend berichtet. Ferner haben wir im „Gießener Anzeiger" Nr. 292 vom 14. Dezember 1935 nach einem Bericht der N"w Yorker Staatszeitung" über die Jubiläumsfeier selbst eingehende Mitteilungen gebracht. Bürgermeister M e n g e l' hat vor einigen Tagen in Hamburg wieder deutschen Boden betreten und sich dann für einige Tage nach Berlin begeben, 11m dort den für die Arbeit zum Besten des Deutschtums im Auslande zuständigen Stellen Bericht über seine Eindrücke zu erstatten. Von Berlin aus ist er gestern früh mit dem Berliner Nachtzug in Gießen eingetroffen und nach kurzem Aufenthalt nach Schotten weitergefahren, wo er gegen 7.30 Uhr ankam. Wir hatten im Verlaufe des gestrigen Nachmittags Gelegenheit, mit Bürgermeister Menge! über seine auch für unsere ober- hessische Heimat bedeutsame Amerikafahrt zu sprechen. Aus dieser Unterhaltung sei folgendes mitgeteilt. Die Aufnahme des Bürgermeisters Menge! bei den deutschen Brüdern und Schwestern in Neuyork und in den anderen Orten, die zu besuchen er Gelegenheit hatte, war außerordentlich herzlich; ganz besonders natürlich bei dem Schottener Männerchor in Neuyork, den sein Besuch in erster Linie ja galt. Ueberal! konnte er die sehr erfreuliche Wahrnehmung machen, daß unsere deutschen Brüder und Schwestern jenseits des Ozeans ihre treue Volksdeutsche Gesinnung bewahrt haben und sie insbesondere auch durch den Zusammenschluß in den deutschen Vereinen hochhalten. In dieser volksdeutschen Gesinnung und in der Vereinigung in den deutschen Vereinen erblicken unsere Brüder und Schwestern das beste Mittel, um immer eng völkisch mit der alten deutschen Heimat verbunden zu bleiben. Eine besondere Aufgabe erfüllen dabei in manchen Vereinen die Fr a u e n. So besteht z. B. in dem Schottener Männerchor in Neuyork ein besonderer Damenoerein, der die Verbindung zwischen den Frauen der Vereinsmitglieder aufrechterhält, und seine besondere Aufgabe auch darin erblickt, alte deutsche Sitten liebevoll zu pflegen, wie es namentlich bei der herrlichen Weihnachtsfeier in diesem Kreise zutage trat. Von den Mitgliedern des Schottener Männerchors in Neuyork wurde das Jubiläums-Glückwunschschreiben des Reichsstatthalters Gauleiters Sprenger mit besonderer Freude und Dankbarkeit ausgenommen. Die gleiche Freude herrschte über die weiteren Jubiläumsgaben aus der alten Heimat, insbesondere über das von der Stadt Schotten gestiftete Oelgemälde, das die oberhessische Heimatstadt Schotten darstellt, und über das von der Provinzialverwaltung Oberhessen gestiftete Gemälde, das Niddert'al bei Liß- b e r g darstellend. Freudige Genugtuung herrschte auch über die Ehrengaben des Schottener Männerchors in Schotten und des Hessischen Sängerbundes, sowie die Zeichen treuen Gedenkens von behördlicher Seite in der alten Heimat. Alle diese Jubiläumsgaben wurden vor allem auch deshalb mit Freuden begrüßt, weil man sie in den Kreisen der deutschen Sänger in Amerika als Zeichen dafür ansieht, daß die alte Heimat sich in treuem Gedenken mit ihnen volksverbunden fühlt. Weit über den Kreis der Sänger und ihrer Frauen hinaus ging die Wirkung dieses Gedenkens auch dadurch, daß viele andere deutsche Vereine Neuyorks an der Jubiläumsfeier teilnahmen. Wie stark der Widerhall dieser Feier war, zeigte sich u. a. darin, daß Bürgermeister Menget bei seinen Besuchen nach dem Feste in anderen deutschen Häusern und Vereinen überall feststellen konnte, daß die Jubiläumstage des Schottener Männerchors als ein bedeutsamer Höhepunkt im Erleben der deutschen Stammesbrüder in Amerika schlechthin betrachtet wird. Besonders bemerkenswert in der Reihe dieser Besuche war für Bürgermeister Mengel der Aufenthalt bei dem Präsidenten des Nordöstlichen Sängerbundes in Amerika, Dr. Seyfarth in Brooklyn, der zugleich Präsident des größten deutschen Gesangvereins in Amerika des „A r i 0 n", ist. Dieser Verein besitzt sogar ein eigenes Haus für feine Vereinszwecke. Der starke Eindruck des Besuches aus der allen Heimat hat den Entschluß des Vereinspräsidenten Dr. Seyfarth und seiner Sänger, vom „Arian" bestärkt, zum diesjährigen Deutschen Sängerfest in Breslau in großer Zahl zu kommen und anschließend auch der Sladt Schollen einen Besuch abzustatlen. Ferner werden viele Sänger des Schottener Wännerchors in Jteu- york zum Deutschen Sängerfest herüberkommen und dabei auch Schotten besuchen, wo sie an der Hundertjahrfeier des Schottener Wännerchors im Sommer dieses Jahres teilnehmen wollen. Interessant ist übrigens, daß die deutschen Sänger Amerikas auch eine Einladung zum Singen im Vatikan in Rom erhalten haben, der sie Folge leisten werden. Bei der Abfahrt des Bürgermeisters M e n g el in Neuyork hatte sich der ganze Schottener Männerchor mit vielen Frauen der Mitglieder an Bord des Schiffes eingefunden. Der Präsident des Vereins und zahlreiche weitere Vertreter des Deutschtums in Neuyork brachten dabei noch einmal zum Ausdruck, wie eng sie sich oolksverbunden fühlen mit der alten Heimat, an deren weiteren Aufwärtsentwicklung sie in außerordentlichem Maße interessiert sind. Der Schottener Männerchor fang seinem heimkehrenden Ehrengast, der — wie von uns schon berichtet — zum Ehrenmitglied des Schottener Männerchors in Neuyork ernannt wurde, zum Abschied noch einige schöne Chöre. Als Zeichen der engen Volksverbundenheit mit der alten deutschen Heimat brachte Bürgermeister mengel auch eine besondere Gabe des Schottener Wännerchors in Neuyork nach der deutschen Stadt Schotten mit. Der Schottener Wännerchor in Neuyork hat zum Besten von hilfsbedürftigen Volksgenossen in der oberhessischen Heimatstadt Schotten einen ansehnlichen Dollarbetrag gestiftet, der durch Bürgermeister Blenget zur Verteilung kommen soll. Dem Vorsitzenden des Schottener männerchors in Schotten, Oberforstmeister Deuster, und dem Ehormeister des Vereins, Verwaltungs- Inspektor Weber vom Kreisamt Schotten, wurde von dem Bruderverein in Neuyork je eine goldene Ehrennadel verliehen, ferner wurden beide zu Ehrenmitgliedern des Neuyorker Vereins ernannt. Begrüßung in der alten Heimat. Arn gestrigen Freitagabend versammelte sich die Bevölkerung von Schotten in außerordentlich großer Zahl in der dortigen Turnhalle, um dem Bürgermeister ihren Willkommengruß darzubrin- aen. Beigeordneter Straub als Vertreter des Bürgermeisters machte sich zum Sprecher der Volksgenossen und Volksgenossinnen von Schotten und hieß Bürgermeister Mengel mit herzlichen Worten in der Heimatstadt willkommen. Der Schottener Männer chor erfreute durch den guten Vortrag mehrerer Lieder, die Musikkapelle bereicherte den Abend durch schöne instrumentale Darbietungen. Im Verlaufe des Abends gab Bürgermeister Mengel einen eingehenden Bericht über den Verlauf und die Eindrücke von feiner Amerikafahrt. Die Zuhörer folgten den interessanten Darlegungen mit größter Spannung. Am Schlüsse seines Berichtes brachte Bürgermeister Mengel ein freudig aufgenommenes dreimaliges Sieg-Heil auf den Führer und das deutsche Volk aus. Sodann blieb man noch einige Stunden in schöner Geselligkeit beieinander. Deutschlands ällesies predigerseminar in Herborn In diesem Jahr wichtige Gedenktage in der alten nassauischen Stadt. LPD. Herborn, 3. Jan. Die mehr als tausenü- jährige, im Herzen Nassaus gelegene Stadt Herborn mit ihrem herrlichen Schloß, dessen Entstehung bis in das 13. Jahrhundert zurückgeht, wird in diesem Jahre der Mittelpunkt bedeutungsvoller kirchengeschichtlicher Gedenktage sein, die sich u. a. mit Caspar Ole- Dian, dem bedeutenden Reformator nach Luther befassen, dessen Einfluß es bekanntlich zuzuschreiben ist, daß Herborn Sitz der „Hohen Schule" wurde. In dem das Stadtbild beherrschenden Herborner Schloß befindet sich übrigens schon seit dem Jahre 1818 das Evangelische theologische Landesseminar, das zugleich Das Schloß in Herborn. — (DNB-Heimatbilderdienst, Photo: Archiv DNB.) 'M 71 M DNB *■ .V-, '*■ das älteste Predige r s e m i n a r Deutschlands ist. Das Schloß 1 aufwand erneuert und besitzt u. a. eine wertvolle wurde vor wenigen Jahren mit erheblichem Kosten-1 Bibliothek mit über 25 000 Bänden. Aus der provinzialhaupistadi. Das Auge des Dorfes. Wer hat nicht schon einmal als Wanderer, wenn auf waldiger Höhe sein Auge wieder den Blick ins Freie gewinnt, in der romantischen Stimmung des Augenblicks davon geschwärmt, wie friedlich das stille Dorf sich da unten in das anmutige Tal hineinschmiegt? Und hat darüber, seinem Gefühlsüberschwang hingegeben, nicht einmal vergessen wollen, daß unter diesen roten Dächern mit ihrem weißen Dunstschleier auch Menschen wohnen von Fleisch und Blut, mit Sorgen und Leidenschaften wie überall? Aber die paar holprigen Dorfgaffen haben vor ihren stolzeren Brüdern mit den in Sonne und Regen spiegelnden Asphaltdecken in der Stadt doch etwas voraus: sie gehören mit zu einer Lebensgemeinschaft, die in Spiel- und Schulkameradschaft, Nachbarschaft in Dorf, Garten und Feld, im Gleichschritt der Jugend, in Wechselfällen von Freud und Leid wurzelecht und faserfest immer wieder nachwächst. Man spricht nicht davon im Dorf, wie von allem, was selbstverständlich geworden ist, man lebt diese Gemeinschaft nach den Gesetzen blutvoller Wirklichkeit, in die jeder mit seinem ganzen Wesen gestellt ist. Es gibt Dörfer, in denen Hof und Haus dem Durchblick bei Sonnen- und Lampenlicht offen stehen; und wieder andere mit anderer Bauweise, die schließen ihre Hofreiten durch große Torbauten gegen die Sicht von der Gasse her ab, und ihre Bewohner gehen in der Regel durch das hintere Scheunentürchen, durch Grasgärten ins Dorf und Feld. Dem ortsfremden Menschen gelingt es nur schwer, vielleicht nie, unter der leicht sich kräuselnden Oberfläche den Pulsschlag im Adergeflecht der Dorf« gemeinfchaft zu fühlen, ober gar zu deuten. Ader das Auge der Dorfgemeinfchaft sieht nicht in Einzelheiten, sondern jeden, auch den kleinsten und unscheinbarsten Vorgang in gewachsenen Zusammenhängen. Deshalb ist das Dorfurteil auch milder und gerechter. Mancher, der aus Berechnung oder Instinkt einmal vom rechten Pfad abweicht, der also „eans Groas doppelt", empfängt fein Urteil auch in derbhumorvoller Formel: fo wurde aus einem Leopold, der sich bei Nacht und Nebel eine Last Klee von einem Nachbaracker unberechtigt heimgeschafft hatte, kurzerhand ein „Kleopold", und ein Bursche, der bei Nacht und Nebel zu seinem Mädchen schleicht, fühlt sich „ewescht", wenn die Morgensonne sein zartes Geheimnis sinnfällig an den Tag bringt, leuchtend über einem „Pädchen", mit Sand ober in der Zeit bes Honigkochens auch mit Zwetfchensteinen bis offene Gaffe entlang gestreut. Das Dorf schläft nicht; Arbeit bis in ben späten Abenb unb Arbeit schon roieber vom frühen Morgen an, Krankheit unb Sorgen bei Mensch und Vieh, Freundschaft und Bosheit, Freude und Trauer wandern auch auf nächtlichen Gassen und Pfaden. Nachdruck verboten! 25. Fortsetzung. Nicht müde werden, Annelies! Vornan von Bernhard Lanzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. „Donnerwetter noch mal — soll bas etwa hei- ^'bas soll heißen. Aber Sie brauchen nicht noch nachträglich bie blasse Furcht zu bekommen. Es war ein ganz harmloses Mittel, aber es hat genügt. Sie für ein paar Tage krank zu machen und von der Fahrt zum Rennen abzuhalten. Unb das war ja ber Zweck ber Sache." „Donnerwetter noch mal!" wieberholte Costa. „Das wäre ja ein starkes Stück! Unb Mia, sagen Sie — was hätte sie benn bamit bezwecken sollen?" „Sie wollte ohne Sie zum Rennen fahren. Unb sie ist gefahren, ist bis heute noch nicht zurück." „Ja, aber warum denn?" Lore Birkner richtete sich auf. „Was ich Ihnen jetzt sage, ist meine persönliche Ansicht. Eine Vermutung, aber sie trifft sicher zu. Mia wirb sich erinnert haben, baß bort em alter Verehrer zu Hause ist, ben sie seinerzeit auch hat fallen lassen, um Rechberg zu heiraten. Sartorius __ Günter Sartorius, ich weiß nicht, ob Sie sich noch auf ihn besinnen können..." Costa erinnerte sich sofort. Sie waren seinerzeit scharfe Rivalen gewesen „Na, mir kann es gleichgültig fern, was sie treibt. Aber Sie meinen wirklich ..." Ich meine wirklich. Unb es wirb schon stimmen. Sie sehen aus bieser kleinen Geschichte baß Sie für Mia erlebigt sind — glatt erlebigt Unb biefe Erkenntnis wirb Sie hoffentlich ein für allemal kurieren. Darum fyabc ich es Ihnen ja nur erzählt. Und nun hat sich dieser Punkt auch für uns erledigt — nicht wahr? Jetzt wollen mir es mit Ihren Worten halten: „Wir haben Wichtigeres und Angenehmeres zu tun, als an Mia Jtedjberg zu den- Kn und non ihr zu sprechen" Der Markobrunner will übrigens auch getrunken fein, -pitte ... (rofta riß sich zusammen und füllte die Glaser zvieder. Aber seine Hand mar unsicher. Wenn das wahr ist!, kreiste es wie ein Wirbel durch seinen Kopf. Wenn das wahr ist! Ohne daß es ihm zum Bewußtsein kam, leerte er sein Glas mit einem Zuge bis auf den.Grund. „Sie hätten ruhig mit mir anstoßen können", bemerkte Lore Birkner gelassen. Er entschuldigte sich mit einem zerfahrenen Lächeln und füllte sein Glas aufs neue. Dann hob er es ihr entgegen: „Daß alles fo kommen möge, wie wir es uns wünschen." „Das ist ein doppelzüngiges Wort", entgegnete sie mit leise flackernder Stimme. „Aber ich nehme es an. Aus Ihnen sprechen im Augenblick zwei Menschen: Einer, der krank war und nicht zum Rennen fahren konnte — und einer, ber zum Start für ein neues Rennen angetreten ist. Ich trinke mit bem zweiten. Hals- unb Beinbruch, Costa!" „Sie finb ein gescheites unb, wie immer, sehr vernünftiges Möbel, Lore", sagte er unb führte fein Glas an bie Lippen. „Bin ich", erroiberte sie, nachbem sie getrunken hatte. „Unb barum bürfen Sie mich jetzt noch mal küssen, wenn — Sie noch mögen . ." Er zog sie an sich, mit plötzlichem inneren Wi- berftreben unb nur unter bem Zwang ber Situation. Aber als er ihre Lippen spürte, kam es mit einem Male wie ein toller, unsinniger Rausch über ihn. Ihm war, als hielte er Mia in ben Armen, als könnte er alles hinwegküssen, was ihm angetan worben war. Lore Birkner gab sich seinen Küssen hin wie ein bürftenbes Wilb im Sonnen- branb. Atemlos machte sie sich enblich frei. „Jetzt hat man es aber wirklich gesehen", beutete sie zur Seite. Der Wirt war gekommen unb wollte sich eben bisfret wieder zurückziehen. „Kommen Sie nur schon, Herr Wirt , rief Costa, aus feinem Rausch erwachend. „Der Wein ist alle, und da haben wir unseren Durst eben auf andere Weise stillen müssen. Die Schuld kommt also auf Ihr Haupt. Waschen Sie sich rein, indem Sie uns schleunigst eine neue Flasche bringen!" Es war weit nach Mitternacht, als der Wagen wieder vor der Villa vorfuhr. Lore Birkner hing einen Augenblick in Costas Armen, als er ihr heraushalf. . .. . , „Wie schnell die paar Stunden vergangen sind! Wann sehen wir uns wieder?" „Ja, mann? Heute in acht Tagen?" Sie schien nicht ganz damit zufrieden, aber sie drängte nicht. Noch einmal hing sie an seinem Halse, dann huschte sie leise ins Haus. Costa fuhr davon. Eine jämmerliche Leere saß in ihm, unb boch hatte er bas Gefühl, als ob er ersticken müßte. „Wenn bas wahr ist ...!" bohrte es immer roieber in feinem Hirn. Hatte Lore Birkner ihm ein Märchen aufgetischt, um ihn ganz von Mia abzuziehen? Es war kaum benkbar. Es sprach ja auch alles bafür, baß ihre Angaben ber Wahrheit entsprachen. Nun, man würbe sich schon Gewißheit verschaffen. Man kannte Mias Aufenthaltsort, unb man würbe sie bort zu finben wissen. 10. Kapitel. „Sie gehen ein bißchen zu scharf ins Zeug, lieber Schulenburg", sagte Mia Rechberg unb nahm einen tiefen Zug aus ihrer Zigarette. „Ich bin boch nicht hierhergekommen, um mich Hals über Kopf zu verlieben, zu verloben unb roieber zu verheiraten. Das ist ein Tempo für unmünbige Gemüter, unb bazu brauchen wir uns wohl alle beide nicht mehr zu rechnen — nicht wahr?" Schulenburg rückte aufgeregt auf feinem Stuhl hin unb her . „Schon richtig. Frau Mia. Aber trotzbem — ich habe bas ja auch sonst nie an mir gekannt, unb man kann boch nicht bafür, wenn es einen so mit aller Gewalt packt. Es muß boch schon eine ganze schwere unb ernste Sache fein, wenn man Tag unb Nacht keine Ruhe mehr finbet." Mia zerteilte lässig ben Rauch mit ber Hanb. „Man barf solche Sachen nicht gleich zu schwer unb zu ernst nehmen. Das verbirbt bas Spiel unter Umftänben gleich von vornherein Unb bann ..." Sie unterbrach sich unb blinzelte ihn aus halb geschlossenen Augen an. „Wenn ich mein Vater wäre, würbe ich Sie zum Beispiel vorsorglich erst mal fragen: ,Können Sie eine Frau, eine verwöhnte Frau meinetwegen, auch anftänbig ernähren?* Ich stelle biefe Frage natürlich nicht, unb Sie brauchen sich infolgebessen auch nicht mit ber Antwort abzuquälen. Ich könnte es mir auch leisten, einen völlig mittellosen Mann zu heiraten. Das wissen Sie wohl auch — nicht wahr? Ich vermute es wenigstens stark. Unb eben barum habe ich Bebenken. Es ist sehr leicht, einer reichen Frau Liebesbeteuerungen zu machen, unb ich verzichte barauf, nur — ober boch in ber Hauptsache — meines Gelbes 'wegen geheiratet zu werben. Das wird Ihnen gewiß einleuchten." Schulenburgs Schläfen röteten sich. „Aber Frau Mia!", verwahrte er sich. „Setzen Sie wirklich solche Motive bei mir voraus? Natürlich muß man Ihnen recht geben. Es ist ja auch durchaus kein Fehler, wenn die Frau Vermögen in bie Ehe bringt, aber baran habe ich boch noch keinen Augenblick gebucht." „Na ja, ich spreche ja auch nur im allgemeinen. Sie brauchen also keineswegs ben Kopf hängen zu lasten. Daß Sie ein netter Kerl finb, unb baß ich große Sympathie für Sie habe — nun, das sage ich Ihnen doch nicht zum erstenmal. Nur Geduld müssen Sie haben, man muß sich doch erst selber mal richtig klar werden." Er sah mit zusammengepreßten Lippen vor sich hin. Dann hob er ben Kopf roieber. „Darf ich mal ein offenes Wort sprechen, Frau Mia?" „Aber natürlich." „Ich fürchte, Sie finb sich schon klar geworben ..." „Wieso?" „Ich fürchte, baß — Günter Sartorius erheblich größere Aussichten hat als ich. Trotzbem er verlobt ist ..." Mia lachte hell auf. Aber Schulenburg schien es, als ob in ihrem Lachen ein fonberbar slackernber Ton mit schwänge, ber ihre Heiterkeit nicht ganz echt erscheinen ließ. Sie wich feinem forschenben Blick aus unb zer- brückte ihre Zigarette in ber Schale. „Davon habe ich bis jetzt aUerbings noch nichts bemerkt. Ober finben Sie, baß er mir befonbere Aufmerksamkeit roibmet? Ich möchte eher bas Gegenteil behaupten." „Sie kennen sich boch schon von früher her?" forschte Schulenburg weiter. „Na, unb ...?" „Ich möchte natürlich nicht inbisfret sein, aber ..." „Lassen Sie bas Aber lieber beiseite. Der gute Schulenburg ist ein bißchen eifersüchtig, wie es scheint, unb bas ist gar kein so schlechtes Zeichen. Vielleicht überlege ich es mir noch, ob ich iym bas nicht als ein bebeutenbes Plus anrechne. Vorausgesetzt, baß er sich als hübsch folgsam unb gebulbig erweist. Unb das wirb er gleich jetzt mal zeigen, inbem er sich für heute verabschiebet. Ich habe der Frau Senator meinen Besuch versprochen unb muß mich beeilen, nx?nn ich sie nicht warten lassen will." (Fortsetzung folgt!) Die AS.-Kriegsopfer sammeln für das WM Diener seines Vie krelsführung Gießen des WHW. ihre Sesundheit dem deutschen Volke im Stellvertreter des Zichrers Oberbefehlshaber des tjeeres Fronikameraden! heute und morgen sammeln die Frontsoldaten Va- 4. zum Not 1. 2 3. Kutsch Wagner. Der Geist der Opferbereitschaft wird lebendig, wenn am 4. und 5. Januar 1936 die Frontsoldaten der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung für das WHW. sammeln. Weltkriege opferten, für das Wlnterhilfswerk sammeln, ist für das deutsche Volk ein Tag des vankes und es wird seinerseits sein Opfer zu bringen wissen. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Am kommenden Montag gemeinsam mit dem Deutschen Biologenoerband, Ortsgruppe Gießen Vortrag im Geologischen Institut. (Siehe heutige Anzeige.) NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Ost. Uhr, Kameradschaftsabend im „Hessischen Hof". — Deutscher und Österreichischer Alpenoerein, Sektion Gießen: Jahreshauptversammlung im Hotel Hin» denburg. raden für das Dinterhilfswerk des deutschen Volkes. Dir alle, die wir unseren Opfermut und unsere Ebenso wie es für Gifthändler durch § 15 der Verordnung betr. den Verkehr mit Giften vom 17. April 1895 verboten ist. Gifte in Trink- oder Kochgefäßen oder in solchen Flaschen oder Krügen abzugeben, deren Form oder Bezeichnung die Ge- ! fahr einer Verwechselung des Inhalts mit Nah- , rungs- oder Genußmitteln herbeizuführen geeignet ist, so muß auch demjenigen, der giftige Flüssigkeiten rm Besitz hat, um sie im Haushalt oder Ge- werbe zu verwenden, schon im Hinblick auf seine zivil- und strafrechtliche Verantwortlichkeit dringend anempfohlen werden, die gleiche Vorsicht bei ihrer Aufbewahrung obwalten zu lassen. Wanderer-Rückblick auf 4935. Vom Oberhessischen Gebirgsverein, Ortsgruppe Gießen, wird uns verspätet berichtet: Mit der am 15. Dezember durchgeführten Wanderung Gießen — Allendorf — Lützellinden — Bergwerkswald — Bergschenke war unser Wanderjahr 1935 abgeschlossen. Die 14 planmäßigen Wanderungen erfreuten sich bei durchweg günstiger Witterung einer starken Beteiligung. Sie führten in den Wintermonaten durch die engere Heimat rund um Gießen, in der wärmeren Jahreszeit in den hohen Vogelsberg, die Wetterau, den schönen Westerwald und entlang des lieblichen Lahntals. Auch unsere Monatsversammlungen hatten regen Zuspruch; sie waren auch im geselligen Teil stets sorgsam vorbereitet und gedachten in feinsinniger Programmgestaltung unsrer deutschen Dichter und Komponisten, pflegten besonders die landschaftgebundenen deutschen Mundartdichtungen und in hervorragender Weise den Gesang, das deutsche Volkslied. In den Sommermonaten wurden die Monatsversammlungen außerhalb der Stadtgrenzen abgehal- ten, die abendlichen Waldwanderungen stellten einen Hochgenuß dar für jeden Natur- und Wan- derfreund. Wie viele tausend Volksgenossen glauben die Na- tur zu kennen und zu lieben, wenn sie am Sonntagnachmittag ein Stündchen in der Sonne lustwandeln. Und wenn der Himmel regenverhangen ist oder die Dämmerung unversehens hereinbricht, dann eilen sie schleunigst in die schützende Behausung. Ist schon das Wandern am sonnigen Tag freudvoll und genußreich, so geht der Wanderer tief ergriffen durch die unendliche Stille des schlafenden Waldes. Wie in flüssiges Silber getaucht, liegt die Flur, und im neckischen Spiel zeichnen Mondstrah- len unseren wandernden Schatten an die Erde. Und welcher Wanderer hätte nicht schon die Erquickung der Natur tiefinnerst mitempfunden, wenn nach langer, banger Trockenheit ein leiser, dauerhafter Rieselregen niedergeht, in eintöniger Melodie von Blatt zu Blatt tropft, und nur eine einzige Amsel vielleicht ihre jubelnde Freude darüber hinausschmettert in den regenverhangenen Tag. Unendlich reich beschenkt die Natur den Wanderfreudigen. Ob Tag oder Nacht, Sommer oder Winter, ob Regen, ob Sonnenschein, immer kommt der Wanderer zwar körperlich müde, aber geistig und seelisch gestärkt und erfrischt nach Hause, und sein dankbares Erinnern überstrahlt noch lange den mühseligen Alltag. „Nur wer die sich die Heimat erwandert, wird sie zu tiefst besitzen." Die letzte gemeinsame Feierstunde im Jahre 1935 fianb tm Zeichen des Advents, und bei strahlendem ihren Ernährer verloren, sie haben sich nunmehr wiederum in den Dienst des Vaterlandes gestellt und kämpfen schwelgend für die deutsche Volksgemeinschaft. reit findet, wenn es gilt, sich tm Kampf gegen Hunger und Kälte einzusehen. Unsere Samtnel- Kameradl Du gabst dein Vlutl Deutscher Volksgenosse! U n d was opferst du? Programm: In Treue fest! Marsch Fest-Ouverture Grundschule und alle Turnlehrerinnen teilnehmen. Eine Lebrgebühr in Höhe von 1 M. ist mitzubringen. 500 Mark in der Winierhilfeloitene gewonnen! Nachdem bereits am Neujahrstag ein ansehnlicher Gewinn von 50 Mark gezogen wurde und auch bereits schon mehrere 5- und 2-Mark-Gewinne fielen, ist nunmehr gestern in den Nachmittagsstunden im Seltersweg ein ganz großer Gewinn in Höhe von 500 Dark Hymne und Triumphmarsch a. d. Op. Aida Paraphrase über das Lied „Volk ans Gewehr" 5. Szenen a. d. Op. „Der fliegende Holländer" Es trägt daher jeder nicht nur um der Sache selbst willen, sondern auch als Dankeszelchen gegen die Männer, die mit ihren Leibern die Heimat einst schützten, am Samstag und Sonntag die Plakette des großen Friedrich, der der erste Staates, feines Volkes war. Adolf Ziegler. Gauamtsleiter des Kriegsopferamtes und Vezirksobmann der 71SKOV. Schaffende Männer und Frauen der Deutschen Arbeitsfront. Im vergangenen Dölkerringen trotzte die deutsche Front des grauen Stahlhelms einer Welt von Fein- dungsmöglichkeiten von acht Wochen sind jedoch nur in diesen besonders gelagerten Fällen seitens des Reichspatentamtes zugesagt. Ehrensäbel als Schießpreis. JUZitteilung im „Heeres-Verordnungs- blatt Nr 38 haben zahlreiche namentlich aufae- fuhrte Offiziere Ehren säbel als Ehrenpreis für gutes Schießen erhalten. Unter den dort genannten Offizieren, die in dieser Weise für ihre gute Schießleistung ausgezeichnet wurden, befindet sich auch Leutnant G e r l a ch von der 7. Kompanie unseres Jnf.-Regts. 36 in Gießen. '/3m gleichen Schritt und Tritt." Zu der Aufführung des Kysfhäuser-Nationalsilms • °.Ieiem .Tdel am morgigen Sonntagvormittaq in Gießen wird in unserem heutigen Anzeigenteil mitgeteilt, daß die Parellelvoriührung 1 m Lichtspielhaus stattfindet. Diejenigen Zivilpersonen, die die Eintrittskarten (weiße und rote) mit den Nummern 701 und darüber besitzen muffen die Vorführung im Lichtspielhaus besuchen' Im übrigen sei noch besonders auf die heutige Anzeige hingewiesen. Zeder Deutsche ein Stenograph. Von der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft wird uns geschrieben: - "^er Deutsche ein Stenograph, jeder Stenograph ein Maschinenschreiber!" So lautet die Losung und das Ziel der Deutschen Stenographenschaft. Aber wie weit sind wir noch von diesem Ideal entfernt! Erst zwölf Millionen haben die deutsche Kurzschrift er- lernt, d. h. erst etwa ein Sechstel unseres Volkes. Diese geringe Zahl ist eigentlich sehr bedauerlich, denn wieviel Zeit könnte in jedem Beruf gespart, wieviel mehr könnte in der ersparten Zeit geleistet werden. Welche große Leistungssteigerung Deutsches wäre also möglich, wenn das Ideal verwirklicht wäre. Sollte aber nicht in unseren Jahren des Aufbaues jedes Mittel bereitwillig ergriffen werden, das nur irgendwie geeignet ist, die Gesamtleistung Deutschlands zu steigern? Es besteht immer noch die irrige Meinung, nur der kaufmännische Angestellte oder der Beamte müsse stenographieren können. Nein, in jedem Beruf, in dem geschrieben werden muß, sollte und kann man stenographieren! Gibt es aber heute überhaupt noch einen Beruf, in dem nicht geschrieben wird? Welche Vorteile würden sich für alle Berufe auf Grund der kurzschriftlichen Fertigkeiten ergeben? Der Soldat könnte in kürzester Zeit Befehle, Meldungen usw. aufnehmen und weitergeben. Der Lehrer, Schüler, Student, Arzt, Schriftleiter, Professor, Redner, Pfarrer usw. könnte seine Notizen, Entwürfe, Gedanken in wenigen Augenblicken festhalten. Der Betriebsleiter, der Fabrikant, der Handwerksmeister könnte alle Aufträge, Telephon- gefpräche, Beschwerden, Besprechungen, alle Skizzen : für Briefe usw. in wenigen Minuten stenographieren und sie dann seinem Personal zur Bearbeitung s Friedemann Lortzing Verdi auf Grund der stenographischen Notizen überlassen. Der Briefträger, der Schutzpolizist, der Kellner, jeder könnte tagtäglich die Kurzschrift zur Erleichterung seiner Arbeit verwenden. Beliebig könnte die Aufzählung der Berufe fortgesetzt werden, vom 1 Minister bis zur Hausfrau! Welche Möglichkeiten der Zeitersparnis würden sich ergeben, wenn der gesamte private Briefoerkehr in Kurzschrift erledigt werden könnte! Jedoch den meisten Menschen ist die Mühe der Erlernung der Kurzschrift unangenehm. Sie bedenken aber nicht, daß die aufgeroanbte Mühe sich tausendfach rentieren würde! Nicht umsonst werden überall, auch in Berufen, in denen die Kurzschrift nicht unmittelbar notwendig gebraucht wird, Bewerber mit kurzschriftlichen Kenntnissen stets bevorzugt. Reichliche Gelegenheit zur Erlernung der Kurz- schrift bzw. zur Fortbildung ist nun wieder von der nächsten Woche ab gegeben. Am Montag, 6. Januar, beginnen in der alten Pestalozzischule wieder die bekannten Kurzschriftkurse der Deutschen Steno- graphenschaft. Da diese gerade in diesem Jahre 75 Jahre besteht, ist die Gewähr für beste Unterrichtsweise und entsprechenden Erfolg gegeben. Auch die Unterrichtsgebühren sind denkbar niedrig. So beträgt die Gebühr für den Anfängerkurs nur 6,50 Mark. Für die schnellschristlichen Hebungen werden noch geringere Beträge erhoben. Die Redeschriftkurse und der Vorbereitungskurs für die Handelskammerprüfung sind sogar ganz kostenlos. Ebenso gering sind die Gebühren für die Schreibmaschinenlehrgänge, die am Dienstag, 7. Januar, in der S. H. L. = Oeffentliche Handelslehranstalt, Liebigstraße (Liebigbau), beginnen. Den am Montag und Dienstag beginnenden Kursen kommt aber noch eine besondere Bedeutung dadurch zu, daß sie gleichzeitig Vorbereitung sein sollen für das große Leistungsschreiben am Gau- tag, der bekanntlich am 4.Z5. Juli in Gießen anläßlich des 75jährigen Jubiläums der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Stenographenschaft stattfindet. Die Ortsgruppe hat sich hierfür zum Ziel gesetzt, nach Güte und Menge Leistungen aufzu- weisen, die an der Spitze des ganzen Gaugebietes tehen. Selbstverständlich dürfen sich an diesem Leitungsschreiben nur Mitglieder der Stenographen- chaft beteiligen, wahrend anderen Stenographen die Teilnahme nicht gestattet ist, selbst wenn sie über ansprechende Leistungen verfügen. Allen diesen sei daher geraten, der Ortsgruppe beizutreten, allein schon deshalb, um sich dadurch die Möglichkeit der Teilnahme zu sichern, denn die Teilnahme bringt sehr viele Vorteile mit sich, von denen die Erlangung eines Ehrenpreises und eines Diplomes nur die äußeren Vorteile darstellen. Man beachte die heutige Anzeige! Dsrsicht bei der Aufbewahrung giftiger Flüssigkeiten. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: Diel- ach, sowohl im Haushalt, als im Gewerbebetriebe, werden Gefäße, die zur Aufnahme von Nahrungsund Genußmitteln bestimmt sind, wie Wein-, Bier- und Mineralwasserflaschen, zur Aufbewahrung giftiger Flüssigkeiten, die im Haushalt, oder tm Gewerbebetrieb Verwendung finden sollen (z. B. Salz- äure, Salpetersäure, Karbolsäure, Lysol, Salmiakgeist, Sublimatlösung u. a.) benutzt, ohne daß Vorkehrungen getroffen werden, durch die der Gefahr einer Verwechslung des giftigen Inhalts der Gefäße mit einem Nahrungs- oder Genuhmittel vorgebeugt wird. Infolge dieses auf Unkenntnis und Unacht- amkeit, auf Gleichgültigkeit oder Rücksichtslosigkeit < urückzuführenden Verfahrens sind schon häufig Personen, die aus Versehen aus solchen Flaschen getrunken haben, schwer erkrankt oder gestorben. aktion soll den Beweis erbringen, daß auch wir. nach dem Ausspruch unseres Führers, als Geschlecht des Kampfes in die Zeit hinein marschieren. Entfesselten". Kleine Preise. — Dienstag, 7. Januar, I Mbolf unser Frontkamerad, dem wir in von 20 bis 23 Uhr, die Operette „Die Tanzgräfin" Solöafenfreuc verbunden sind, findet uns stets von R. Stoltz. Musikalische Leitung: Ernst B r ä u e r. Eiufuh bereit, wenn es gilt mitzuhelfen, die Spielleitung: Paul Wrede. Tänze: Thery Schult- unserer Volksgenossen zu lindern. h e i s. Lisch Chilla vom Operettentheater Stuttgart Soldatenfrauen und -mütfert Ihr habt dem ®a,‘ b>e der Colette. Die Borstel- terland (Eure männer und Söhne geopfert. lung gilt zugleich als 13. Vorstellung im Dienstag-1 - -- - ..... 9 Abonnement. — Mittwoch, 8. Januar, als 13. Dor- stellung im Mittwoch-Abonnement, von 19.30 bis 22.30 Uhr, „Die Tanzgräfin", Operette von R. Stoltz. Als Gast Lissy Chilla vom Operettentheater Stuttgart. — Freitag, 10. Januar, von 20 bis 22.30 Uhr, Erstaufführung des Schauspiels aus der Gesellschaft „Eine Frau ohne Bedeutung" von Oskar Wilde; Neubearbeitung von Karl Lerbs. Die Spielleitung liegt in den Händen des Intendanten. Die Vorstellung gilt zugleich als 13. Vorstellung im Freitag-Abonnement. — Samstag, 11. Januar, einmaliges Gastspiel Henny Porten in „Maria Garland", Schauspiel von Zdenko von Kraft. Neben ihr erste Berliner Gäste. Die Vorstellung ist außer Abonnement. — Sonntag, 12. Januar, von 15 bis 18 Uhr, wegen der starken Nachfrage noch einmal „Der kleine Muck", Märchen von W. Burggraf., Spielleitung: Karl Volck. Von 19 bis 21.30 Uhr, außer Abonnement, das elegante Gesellschaftsspiel „Eine Frau ohne Bedeutung" von Oskar Wilde. Spielleitung: Der Intendant. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung Sonntag, 5. Januar, von 15 bis 17.30 Uhr, außer und die Hinterbliebenen unserer gefallenen Kame- Abonnement das Silvefterlustspiel „Weh' dem der raden für das Dinterhilfswerk des deutschen Volkes. ÄrÄ KlopP°rst°rch°erb°nd-) von Fedor von wir olle, dl- wir unferen Opfermut und unfcte ©aftfpiel der aktuellsten Kleinkunstbühne ..Die 8^ uch^ 3rou(fo(öaterigeift Aus dem Erlebnis der vordersten Gräben wurde das neue Deutschland, das uns wiederum tatbe- gefallen. Dem glücklichen Loskäufer kommt der Gewinn sehr zustatten, zumal er mit Glücksgütern Geschäftsstelle Kaiserallee 141 H ™djt besonders gesegnet ist. Auch für den Losver- Fernruf 3295 (Römer, Gastwirtschaft „Germania"). '°NntkZnenn°u?n Mückslos etwas ab. ® rr ri v ’ I '-Volksgenossen, die „grauen Glucksrnanner" warten b ; Hilfskassen- auf Euch! Kauft die Lose der Reichswinter. ?unden:Donnerstags 20 bis 22 Uhr; Samstags hilf e-Lotte'rie, denn: Frisch gewagt ist 16 bis 18 Uhr. halb gewonnen!" ' Stadttheater Gießen. Heute von 20 bis 22 Uhr zum letzten Mal als Vorstellung der NS.-Kulturaemeinde Ring Deutsche Bühne die .Komödie der Irrungen" von Shake- speare. Spielleitung: Der Intendant. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. Das Gießener Stadttheater vorn 5. vis 12. Januar. den. Nicht wankend und nicht weichend kämpfte sie in enger Schicksalsverbundenheit für den Erhalt und das Weiterleben Deutschlands. Sie gaben uns damit ein ewig währendes Beispiel männlicher Opferbereitschaft und Treue, das selbst angesichts des Todes nicht erlahmte. Sie sind die Vertreter einer großen Generation, die im Blutopfer Daseinszweck und Erfüllung zugleich fand. Diese Frontsoldaten sammeln am 4. und 5. Januar 1936 für das Winter - hilfswerk. Zeigt eure Verbundenheit mit unseren Helden und opfert freiwillig und selbstlos wie diese. Die geschlossene Front des schaffenden Deutschland, die erstmals im Schützengraben unter Kanonendonner entstand, dankt mit ihren heutigen Opfern dem unbekannten Soldaten des Weltkrieges, unserem Führer und seinen Frontkameraden. Willi Becker, MdR., Landesobmann der NSBO. und Gauwalter der DAF. Hessen. Heute Militärkonzert für das WSW Jttm heutigen Samstag, 4. Januar, von 16 bis 17 Uhr konzertiert das Musikkorps des Infanterie- Regiments 36 anläßlich der Sammlung für die Winterhilfe durch die Nationalsozialistische Kriegs- opferoersorgung auf dem Kreuzplatz. Montag, e. Januar, 20.30 Uhr pünktlich, Zufam. Die Steuerfälligkeiten imIanuarlSZ6 a£er>1,,?Dlim,Cf,en 8~iter £e.r Ortsgruppe 5. Januar: Ablauf der Schonfrist für Landes- Giehen-Ost m der „Germania — Dienstanzug. steuern (5. Ziel 1935). NSV., Ortsgruppe Gießen-Oft. JL Januar: Lohnsteuer Dezember und 4. Vier- CCMr$fliInbkmmnn9 btrhOri69™PPe.®lehCn"Oft l\3anuar: Umsatzsteuer für 4. Vierteljahr 1935 «Du -psundsammlung wird am Montag, 6., und und Dezember 1935. ©tenstag 7. Sanuor, von der NS.-Frauenschaft -AW* fcafl äa« /ü-ß x durchgefuhrt. Die Mitglieder wollen die Pfund- Hilst den Erfindern. bereit^,aIten und die Mitgliedskarte zur NSG. Zur Unterstützung aller deutschen Erfin- "°rlegen. Der Inhalt der Päckchen ist der ist ein neuer Berufsstand, der P a ten twirt - sichtbar anzugeben, Hefter, geschaffen worden, der von feinen Mit. NSV., Ortsgruppe Gieben-Nord 9he,ber" besondere Kenntnisse, Erfahrungen und * persönliche Eignung verlangt. Am Pfu"b,ammlun9- . Nun ist die Deutsche Arbeitsfront noch 81 Januar, werden die Spenden einen Schritt weiter gegangen und aeroährt den lQmmlfang) von den NSV.-Blockwaltern und bedürftigen Erfindern auch materielle Unterftübuna ±™ rftT1 £ie Hausfrauen werden In den Füllen, in denenb™ffirfinbor taSS ?una tenntC(i*3«?mn*r 1 r?Uf u'r 5" fd>‘'d>‘cn wirtschaftlichen Lage nicht imstande ist, mad)fen und dieselben bereüzuhal- die Patentanmeldungsgebühren auf/ubrinaen ^streckt sich auf alle springt die DAF. mit her Gewährung nes Da?- Dolksgenossen wahrend der Dauer des WHW. lehens ein, vorausgesetzt, daß das Patent wirt- kohlenfcheine. schaftliche Bedeutung hat. Die Kohlenhändler werden gebeten die Koblen- ^efcr Maßnahme hat jetzt gutscheine der Serie C bis zum 5. Januar auf ber ^ichspatentamt erreicht, daß durch Geschäftsstelle Walltorstraße 16 abzuliefern Später J b!° D4rlUflU5S .an bte Prüfungsstellen im eingehende Kohlenscheine können nicht berücksichtigt ?uruckwell?m^!^ ist, die werden. i 1 v Zurückweisung einer Patentanmeldung wegen Nicht- /a;ac,a Zahlung der Anmeldegebühr auf acht Wochen zu Streik Gießen. verzögern, wenn seitens der Arbeitsfront Fachschaft körperl. Erziehung. Bezirk Gießen MÄ3eiti$3 lnner^aIb der dem Anmelder durch das (Lehrerinnen.) ö Reichspatentamt gestellten Zahlungsfrist von alb findet fmtT*amr2RittmeDrf?fÜr LehrerinnenIe^ereicht wirü.^" "" diesbezüglicher Antrag bis 18 Uhr in der Turnhalle bereuen" Pestalozzi neben um fa^d dieser Verfügung hat sich er- schule. Der bekannte Pädagoge für rhythmische Er- , ?- r SnHfäenaelt bet derartigen Fällen Ziehung Blensdorf, Bad Gobesberg wirb über I Erfinder die Anmel- körperliche Erziehung in der Grundschule unterrith- A iÄn m ?- « darlehensweise seitens des So- Keiner entgeht dem fragenden und fordernden Auge des Dorfes, das „Ich" gestaltet sicy immer wieder in steter Verantwortlichkeit vor dem großen „Du", da» die starken Strebepfeiler der Gemeinschaft ge-. stattet und formt und den Einzelnen hält. Die Januar-Plakette zeigt den Kopf des großen Auch in ber Fremde und in der Verantwortung Preuhenkönigs Friedrichs des Großen und die vor feinem Volk und vor Gott, als dem letzten Jahreszahlen „1786—1936“. — 150 Jahre ist dieser Zeugen in der Einsamkeit seiner Seele, fühlt er das größte aller Preußen seht tot. Friedrich hat einmal Auge fernes Dorfes über sich, das als Heimat ihn gesagt: „Vicht was mit der Elle ausgemessen werden EÄ ”£rftCt)t ?em er ab" auch Ä-ch-nfch-fl mi( Ialern ausgewogen werden kann, ifl ge- tt " cr 6,6 paar h°-png°" Gaffen wteder wEg. - Wei,g-fchlch.e wird gemacht von dem B K D Grenadier, der schwelgend feine Pflicht tut." ... Diese Grenadiere, die Weltgeschichte machen, diese "SIistIschen firiegsopfetoerforgung" jufammengefdjlofftnen bund (Kyffhäuserbund), Kreisverband Gießen: fcontfolöotcn wissen, was Kameradschaft kreißt. Sie haben im Weltkriege ihren Hauser. Nationalsilms „Im gleichen Schritt und Opferfinn bewiesen und stellen sich im Kampfe gegen fjunger und Ralle aufs Neue I den Menst der valksgerneinfchafl. Ich wünsche Ihnen aalten Erfolg. Versammlung. — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 18 Uhr, Kunstaus- stellung des Künsllerbundes „Isar". Heu Luftschutz-Schulung der Feuerwehrführer weiteren Ver- Das Resultat zeugt von guten Fußball der heimischen Mannschaften Stürmerreihen mit Mannschaften. Das gemildert sein, aber wieder das Spiel unter gleich aller, einst- der Bezirksklasse Lützellinden und Wetzlar sich abmachen sollten, hat die 1. Kreisklasse drei ernste Anwärter aufzuweisen. Wem es dings gelingt, nach vorne zu kommen, kann weilen noch nicht gesagt werden. 1. Bezirksklasse. Handball Gauliga: 1900 gegen Tv. Kirchbauna. Tv. Wetzlar — Tv. Hochelheim: Hochelheim muß sich mehr anstrengen, als am Sonntag, wenn es in Wetzlar in Ehren bestehen will. Dem Papier nach sollte man einen klaren Sieg der Gastgeber erwarten. Mtv. Gießen — Tv. Lützellinden: Zu einem Kampf voll Spannung sollte es in Gießen kommen. Denn die Männerturner werden mit aller Macht versuchen, Anschluß zu behalten, und Lützellinden wird alles daransetzen, um die Tabellenführung weiter zu halten. Wenn Gießen nicht besser spielt, als in der letzten Zeit, wird es zu einem klaren Sieg der Gäste kommen, im anderen Falle allerdings darf man mit einem ausgeglichenen Spiel rechnen. VfB.-R. Gießen — Tv. Heuchelheim: Die VfBer haben wieder eine Mannschaft zusammengestellt, nehmen aber einstweilen ohne Punktwer- tung an den Reihenspielen teil. Aus dem Grund bat der Ausgang des morgigen Treffens wenig Bedeutung. Es kann sich höchstens darum handeln, festzustellen, wie die Spielstärke der neuen Mannschaft der Platzbesitzer ist und mit welchen Chan- seinem reichen Wissen über „Erste Hilfe maßnahmen bei Kampf st offerkrankunge n". Schließlich hörten die Kursusteilnehmer am Freiweniger beschlagenen Hinterwird morgen vielleicht etwas trotzdem dürfte bei Kirchbauna auf den Halbrechten Schmidt Steinberg wäre eine Beurteilung nach der Papierform verkehrt, denn die Steinberger sind die lieber- raschungsmannschaft der Klasse. Bestimmt können sie mehr, als ihre Tabellenposition verrät. Die Mannschaft hatte eben das Unglück, durch Ausfälle von Spielern selten mit kompletter Mannschaft antreten zu können und verlor darüber hinaus Spiele, die sie eben so gut hätte gewinnen können. Gerade die Tatsache, daß die Steinberger vom Abstieg bedroht sind, macht sie so gefährlich, denn sie werden in diesem Spiele mit dem Mute der Verzweiflung kämpfen. Weiterhin waren es gerade die Steinberger, die den Gießenern auch in früheren Derbandsserien schwer zu schaffen machten. Die Gäste verfügen über einen überdurchschnittlichen Tormann und eine schlagsichere Verteidigung. Ihre Schwäche ist die Läuferreihe, im Sturm sind Fett und Lang die überragenden Kräfte. Diesem Gegner gegenüber müssen die VfB.er mit stärkster Aufstellung antreten, wenn sie keine Ueberraschung erleben wollen. Leider müssen sie auf die Mitwirkung von Antes verzichten. Spielerisch sollten die Gießener den Steinbergern überlegen sein. Man erwartet. Während die 2. Kreisklasse und die Jugendklasse mit ihren Spielen ziemlich zu Ende sind, geht der Kampf in der Bezirks- und 1. Kreisklasse unverdrossen weiter. Er spitzt sich sogar, wie der Ausgang der letzten Treffen gezeigt hat, allmählich zu einem scharfen Ringen um die Führung zu. In beiden Klassen ist die Frage nach dem Sieger sogar jetzt undurchsichtiger denn je. Während es in und bei 1900 wieder auf Krüger zugeschnitten sein. Der Ausgang des Treffens muß daher als vollkommen offen bezeichnet werden. Die Gießener Farben sollen vertreten: Enders; Cremers, Funke; Mann, Knop, Hofmann; Betz, Göing, Hammann, Krüger, Schüler. Stabsführer Lauterbacher im Deutschen Olympischen Ausschuß. Der Reichssportführer teilt mit: Die Hitler-Jugend hat als ihren Vertreter Stabsführer Lauterbacher in den Deutschen Olympischen Ausschuß abgeordnet, der damit neben den Vertretern des deutschen Sports nun auch Vertreter aller mit diesem zusammenarbeitenden Organisationen der Partei enthält. Die Handball-Gauligamannschaft der Spielvereinigung absolviert das erste Spiel der Nachrunde am morgigen Sonntag auf eigenem Platz gegen den Turnverein Kirchbauna. Es stehen sich damit zwei Mannschaften gegenüber, die in der derzeitigen Tabelle den dritten und vierten Rang einnehmen. Das zeugt von einer ausgeglichenen Spielstärke, und man darf morgen mit einem hochinteressanten Kampf rechnen. In dem Vorspiel trennte man sich unentschieden 14:14. Das Resultat zeugt von guten tagnachmittao noch einen instruktiven Vortrag von Studienrat Dr. F l ö r k e über „Gelände-Ent- giftun g". In Den Abendstunden entwickelte sich in zwangloser Weise eine rege Aussprache. In vielen Fragen und Erörterungen fand das lebhafte Interesse der Feuerwehrführer seinen Ausdruck. Der Samstag — dritter und letzter Schulungstag — brachte zunächst den Vortrag von Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier, der über „Die verschiedenen Arten des Einsatzes der Feuerwehr bei Luftangriffen im Luftschutz- d i e n st" referierte. An diesen Vortrag schloß sich eine große Hebung auf dem Gelände der Gummi- fabrik Poppe an, bei der in praktischen Vorfüh- rungen der Vortrag des Kreisfeuerwehrinspektors seine Bestätigung fand. Den Abschluß des Kursus bildet heute Nachmittag eine zusammenfassende Heberschau an einem P l a n s p i e l, das den Führern der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Gießen die Systematik des Einsatzes bei Luftangriffen in allen Einzelheiten veranschaulichen soll. Den Kursusteilnehmern brachte die dreitägige Schulung ein regelrechtes Lagerleben. Der Tag begann mit dem Wecken, der Frühsport folgte, die Betten wurden gebaut, gemeinsam Kaffee getrunken und nach der Arbeit auch gemeinsam zu Mittag gespeist. Das kameradschaftliche Leben in diesem Lager machte den fast durchweg älteren Kursusteilnehmern große Freude. Die Rückwirkun- gen auf den Schulungsbetrieb blieben nicht aus. Die Teilnehmer waren stets mit großer Aufmerksamkeit bei der Sache. Sie dürften zweifellos reiches und lebendiges Wissen in die Wehren ihrer Kreisorte mit nach Hause nehmen. Handball im Kreis VIII Cahn-Dill). Der Luftschutzkursus der Feuerwehrführer, die gegenwärtig im Kameradschaftslager im Stuben- tenheim für drei Tage vereinigt sind, nahm am gestrigen Freitag mit verschiedenen Vorträgen feinen Fortgang. Der Vormittag brachte zunächst einen sehr instruktiven Vortrag des Gewerbelehrers Schuchardt (der in unserem gestrigen Bericht über die Eröffnung des Kurses irrtümlicherweise mit einem anderen Herrn, der auf anderem Gebiete mit ihm zusammenarbeitet, verwechselt worden war) über die Zusammensetzung, die Wirkungsweise und die Bekämpfung der Brandbomben. Der Redner veranschaulichte seinen Vortrag durch einige sehr eindrucksvolle Experimente, mit denen er seinen Zuhörern das Verständnis für das Gefahrenausmah nahebrachte. Im Anschluß an den Vortrag wurden verschiedene Arten von Brandsätzen vorgeführt, die die jeweilige Wirkungsweise drastisch veranschaulichten. Gleichzeitig war damit die Löschübung eines Boden- branves verbunden. Die Bezirksktaffe am Eonntaa. BfB.-R. Gießen — FL. Watzenborn-Steinberg. Bissenberg — Niedergirmes. Frohnhausen — Naunheim. Sinn — Dillenburg. Spv. 05 Wehlar — 1900 Gießen. Die Bissenberger dürften sich bestimmt nicht von Niedergirmes schlagen lassen, zumal sie den Vorteil des eigenen Platzes haben. — In Frohnhausen hat Naunheim einen schweren Stand. Der Ausgang dieses Spieles ist offen. — Sinn kämpft gegen Dillenburg unter dem Eindrücke des großen Abstieges. Aus diesem Grunde muß Dillenburg mächtig aus sich herausgehen, wenn ein Sieg errungen werden soll. DfB.-Reichsbahn Gießen. FL. Wahenborn-Sleinberg auf dem Waldfporkplah. Wenn man die Tabelle als Grundlage für die Beurteilung der Spielstärke beider Mannschaften nehmen wollte, so müßten die Gießener einen eindeutigen Sieg erringen. Aber gerade gegenüber Der Freitagnachmittag brachte im lauf des Schulungskurses wiederum einen Vortrag von Gewerbelehrer Schuchardt, der eingehend das Thema: „Die Brisanzbombe und ihre Wirkungsweise" behandelte. Auch hier er- hielten die Kursusteilnehmer einen vollständigen Heberblick über die spezielle Materie und vertieften damit in engen Zusammenhängen mit den voraus- gehenden Vorträgen ihr Wissen um die Möglichkeiten und Notwendigkeiten des Luftschutzes. Dann sprach Medizinalrat Dr. Kortüm aus cen sie in Zukunft rechnen kann. Ohne daß man sich festzulegen braucht, darf man wohl mit Sicher- heit annehmen, daß es einen sicheren Sieg der Heuchelheimer geben wird. Tuspo. Marburg — Tv. Roth: Das Vorspiel am vergangenen Sonntag endete unentschieden. Es sollte deshalb in Marburg zu einem Sieg der Einheimischen langen. 1. Kreisklasse. Tv. Atzbach — Tv. Niedergirmes: Obwohl das Vorspiel unentschieden endete, kann noch nicht bestimmt gesagt werden, wer morgen Sieger bleiben wird. Beide Mannschaften haben in der Zwischenzeit schöne Spiele gezeigt, haben aber auch ebenso oft kraß versagt. Es kann deshalb schon möglich sein, daß es zu einer Heberraschung kommt. Tv. Garbenheim — Tv. Groß-Rechtenbach: Die Gäste haben Gelegenheit, ihre führende Stellung weiter zu befestigen. An einem sicheren und eindeutigen Sieg von G r o ß -R echte n b a ch wird wohl' niemand zweifeln. Tv. Holzheim — Tv. Hörnsheim: Das aufschlußreichste Spiel steigt in Holzheim. Hier treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich unbedingt gleichwertig sind, und die sich um den Sieg einen harten Kampf liefern werden. Wer gewinnen wird, kann mit Bestimmtheit nicht gesagt werden, es ist möglich, daß die Tagesform entscheidet, vielleicht aber auch der Vorteil des eigenen Platzes. — Für Holzheim bedeutet ein Sieg Anschluß an die Spitzengruppe, während Hörnsheim bei Verlust keine Chance mehr für die erste Stelle hat. Jugendklasse. To. L i ch — Tv. Lützellinden: Wenn auch Lich in der letzten Zeit etwas nach vorn gekommen ist, so ist doch kaum anzunehmen, daß es gegen die spielerfahrenen Gäste gewinnen wird. 3. Neichelberusswettkampf 1936. Kamerad am i. hraubstock! Kamerad hinlerm Pflügt Kamerad am Schreibtisch! Du gehörst in die Front der schaffenden deutschen Fugend! Melde dich zum dritten Reichsberufswettkampf! Rodheim — Leihgestern (Holzapfel, Lich); Heuchelheim — Grünberg (Kleemann, Bissenberg); VfB.-R. 2. — Großen-Buseck (Zutt, Wetzlar); Wer- dorf — Ufm (Volkmar, Wetzlar); Wetzlar 2. — Aßlar (Keller, Naunheim); Älbshausen — Burgsolms (Wolf, Allendorf); Leun — Steindorf (Niersbach, Wetzlar); Stockhausen — Bissenberg 2. (Küster, Berghausen); Großen-Linden — Lich (Marscheck, Wetzlar); Garbenteich — Steinberg 2. (Gerhardt, Steinbach); TV. 1846 — Krofdorf (Krämer, Rodheim); Lollar 2. — Wißmar (Körber, Alten- Buseck); Heuchelheim 2. — Fellingshausen (Lind, Wetzlar); Rüddingshausen — Großen-Buseck 2. (Röhm, Grünberg); Treis — Grünberg 2. (Pieh, Londorf); Londorf — Daubringen (Beck, Flensungen); Flensungen — Geilshausen (Böcher, Gießen); Lollar 3. — Staufenberg (Bender, Treis); Wetzlar 3. — Aßlar 2. (Wenzel, Schmalbach). Gleich der erste Spielsonntag des neuen Jahres bringt Spiele um den Vereinspokal. Es haben sich zwar nur 6 Vereine zur ersten Runde gemeldet, doch dürsten die Paarungen spannende Spiele bringen. Leihgesterns Gegner heißt Rodheim. Das Vorspiel war zwar eine sichere Beute Leihgesterns, aber im Rückspiel wird Rodheim zumal auf eigenem Platz sehr schwer zu schlagen fein. Die Grünberger haben wenig Aussichten, in Heuchelheim erfolgreich abzuschneiden. Die Rasenspieler aus Lich fahren zum TV. Großen-Linden und dürften dort einen sehr schweren Stand haben. Garbenteich empfängt die Reserve der Steinberger Teutonen und wird sicherer Sieger werden. Krofdorf muß gegen die Turner antreten und hat Aussichten, die Punkte zu erringen, denn bis jetzt konnte die Platzmannschaft nicht überzeugen. Fellingshausen hat Schwierigkeiten zu überwinden, denn verschiedene Spieler sind eingerückt. Heuchelheim erwartet man in Front. Rüddingshausen sollte der Papierform nach sicherer Sieger gegen Großen-Buseck 2 werden. Entscheidend für Daubringen ist das Spiel Londorf gegen Daubringen. Wenn Londorf gewinnt, ist der Mann» daß die Gießener Mannschaft ihre Formverbesserung erneut unter Beweis stellt und einen knappen Sieg erringt, zumal sie den Vorteil des eigenen Platzes hat. Schiedsrichter ist Reis, Niederflorstadt. VfB.-R. 2. — Großen-Buseck 1. Die Gießener haben in diesem Spiele die Dor- pielniederlage auszumerzen. Eine Aufgabe, die ie lösen können, da durch Spielerausfall die Leitungskurve der Gäste gesunken ist. Es wird aller- itngs einen harten Kampf geben. Man traut den Gießenern einen glatten Sieg zu. Jugendfußball. Die 1. Jugend muß auf den Platz des Lokalgegners, um Dort ihr Pflichtspiel gegen die 1. Jugend von 1900 auszutragen. Die 2. Jugend hat, trotzdem sie eine erhebliche Leistungssteigerung aufzuweisen hat, keine Chancen, in Großen-Linden gegen die dortige Erste zu gewinnen. Die 3. Jugend und die Schülermannschaften sind spielstei. Spielvereinigung 1900 Gießen. . Dehlar (Liga) — 1900 (Liga). Die Blauweißen müssen am Sonntag zum Sportverein Wetzlar und stehen damit vor einer schweren Aufgabe, Denn Die DomftäDter haben durch die Niederlagen der beiden Tabellenersten wieder etwas Aussicht erhalten, in Der Meisterschaftsfrage noch ein Wort mitzureden. Wohl ist es ihnen nicht möglich, aus eigener Kraft dies Ziel zu erreichen, aber bei Den nie zu erforschenden Möglichkeiten Der Punktekämpfe ist noch eine gewisse Hoffnung vorhanden. Auch die Blauweißen hegen noch gewisse Hoffnungen, wenn auch nicht auf die Meisterschaft, Denn Dqau dürften Die Minuspunkte etwas zu hoch sein, so doch auf einen guten Platz im Vorderfelde. Bei Beurteilung der Mannschaften dürfte sich für Den einen oDer Den anDeren keine wesentlichen Vorteile errechnen lassen. Beide Mannschaften sind sich ziemlich gleichwertig in ihrer Spielauffassung. Bei Wetzlar überwiegt der forsche und draufgängerische Moment, während bei 1900 das Spielgeschehen mehr auf technischer Grundlage basiert. Entscheidend für Den Ausgang des Spieles dürfte die Tagesform Der Mannschaften sein. Der Platzvorteil für Wetzlar wird wohl kein allzu großer Faktor von ausschlaggebender Bedeutung sein, Denn auch die Blauweißen kennen seine Tücken zur Genüge. Bei Aufstellung der Mannschaft hat man von jeglichem Experiment Abstand genommen. Nur der Posten des Rechtsaußen wird neu besetzt. Wer ihn einnimmt, steht noch nicht ganz fest. Am wahrscheinlichsten wird wohl sein, daß ihn Doebler (früher 06/07 Bielefeld) bezieht. Die Elf hätte danach folgendes Aussehen: Fischer; Zeiler, Lippert; Monk, Heilmann, Schäfer; Doebler, Clement, Wilhelmi, Schmelz, Henkelmann. Jugeudfuhball. Die Spiele der ersten und zweiten Schülermann- schast fallen wegen der schlechten Platzverhältnisse ous. Die erste Jugendmannschaft empfängt die gleiche Mannschaft des Lokalgegners zum fälligen Rückspiel vor dem Spiel Der ersten Handballmannschaft. Man geht wohl nicht fehl, wenn man hier mit einem schönen und spannenden Kampf rechnet. Die Jugend der Spielvereinigung 1900 tritt in der bewährten Aufstellung des vergangenen Sonntags an. Kußball der Kreisklaffen. Pokalspiele: Lollar — Ehringshausen (Koob, Garhenheim); Spfr. Wetzlar — Oberbiel (Philipp, Gießen); Philippstein — Holzhausen (Deis, Nauborn). nippe Ban- n — inber« Wan- Wit. >n in rund den We- Auch Zusorg' Pro- kam- nde- vor- lieb, wer» ehal- töten Ban« Diel, triebe, ungs. Vier. Wenden futung M sein ■ Tau. M an, I Orts, ■ statt. M Ziel ■bietes Aöei. Mphen, ■QPben Mn sie n die, treten, 'glich, »ahme n die lomes eachte 6alv r llmiak. I Bor- Befahr ; Zesäße , ebeugt ; lnach/. Hqfeit läufig , aschen en. 15 her i vom • ober trügen ie ®e. Nah. ‘eignet lussig. r 0e. seine ngenb ihrer Amtsgericht Gießen. Die F. A. in Gießen erhielt einen Strafbefehl über 3 Mark, weil sie am 1. Oktober vorigen Jahres an der Kläranlage in einen Graben schmutziges Wasser ausschüttete, wodurch üble Gerüche verbreitet wurden. In der gestrigen, auf den Einspruch hin anberaumten Hauptverhandlung bestritt die Angeklagte die Tat, sie wurde jedoch durch die Beweisaufnahme überführt. Es verblieb bei der festgesetzten Strafe. Der schon einschlägig vorbestrafte 29jährige Otto Weiß aus Frankfurt hatte sich gestern wegen versuchten Diebstahls zu verantworten. Der Angeklagte hatte am 30. November 1935 ein im Horst- Wessel-Wall aufgestelltes Auto in Gang gesetzt und damit wegfahren wollen. Lediglich Das plötzliche Hinzukommen des Besitzers des Wagens verhinderte den Angeklagten am Weiterfahren. Das Gericht verurteilte ihn zu sechs Monaten Gefängnis. _____________________ LMMSAM Volksverbundenheit tarn bei 6er demW ni W'nt-rhilfswerk zum Ausdruck, dem 20 W. als Spende zugefuhrt werden konnten. Angestellte im nichtarischen Haushalt. In Verbindung mit dem erlassenen Aufruf des Gauleiters und Reichsstatthalters Pg. Sprenger betresss Auswirkung des G-I-tz-s vom 15. 9. 1935 mirh h'-rnch nochmals daraus hingewiesen, datz Putzfrauen bzw. alle in nichtarischen Haushaltungen beschäftigte weibliche Personen ebenfalls unter die Bestimmung des erlassenen Gesetzes fallen und so- mit, falls sie das 35. bzw. 45. Lebensjahr nicht er- reicht haben, ihren Beruf in nichtarischen Haushal- ten nicht weiter auszuüben haben. Willi Becker, Landesobmann der NSBO und Gauwalter der DAF. Hessen. (Siebener Dochenmarktpreise. * 4.Ian. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inlän« Me ungezeichnete, 10 bis 11, Wirsing, bas Pfund 1? <15' Weißkraut 8 bis 12, Rotkraut 12 bis 18 Gelbe Ruben 9 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Hnterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 18 Rosenkohl 25 bis 35, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln Meerrettick 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Aepfel 10 bis 30, Birnen 15 bis 25, Nüsse 38 bis 55, junge Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk Enten 90 Pf. bis 1,10 Mk., Tauben Das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 50, EnDivien 5 bis 25, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40, Kartoffeln, der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk. * ■ Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 31. Dezember 1935: 18. Susanne Ditzel, geb. Lehr, 74 Jahre alt, Wwe., Kaiserallee 6; 21. Anna Morg. Froelich, geb. Beppler, Witwe, 77 Jahre alt, Senckenbergstr. 13; 21. Auguste Haus, ohne Beruf, 19 Jahre alt, Markt- straße 27; 21. Wilhelmine Barth, geb. Werner, Wwe., 68 Jahre alt, Gutfleischstr. 2; 23. Marie Krug, geb. Häuser, 35 Jahre alt, Liebigstraße 14; 23. Jakob Noll, Fuhrunternehmer, 64 Jahre alt, Lindengasse 2; 24. Julius Ferd. Schüler, Reichsb.- Oberschaffner i. R., 58 Jahre alt, Lahnstraße 19; 24. Balthasar Jung, ftäbt. Arbeiter, 83 Jahre alt, Walltorstraße 49; 26. Hans Ewald Kleine, Kunst- maler, 28 Jahre alt, Horst-Wessel-Wall 1; 26. Ioh. Lak. Lather, Rentner, 87 Jahre, Krosdorfer Str. 26; 28. Elfriede Driesch, ohne Beruf, 25 Jahre alt, Sei- tersroeg 70; 28. Ernestine Mahr, geb. Scheuplein, 75 Jahre alt, Schanzenstraße 1; 27. Ida Gräfing- holt, geb. Meier, 70 Jahre alt, Memeler Straße 9; 30. Ludwig Klingelhöfer, Oberbahnassistent, 88 Jahre alt, Crednerstraße 10; 31. Georg Bickelhaupt, Bau- insvektor, 59 Jahre alt, Kaiserallee 36. ** Weihnachtsspende. Die Genossenschaft für Häute- und Fettverwertung eGmbH. zu Kassel, bzw. die Nebenstelle Gießen, hat aus Anlaß Der Weihnachtsfeiertage sich ihrer Gefolgschaft gegenüber erkenntlich gezeigt. Den Dort beschäftigten Volksgenossen rourDe Den persönlichen unD sonstigen Verhältnissen anpassend, eine Spende in Geld zugewiesen, ein erneuter Beweis dafür, daß auch dieser gewerbliche Betrieb das richtige Verständnis für die heutige Zeit hat. * * D a 5 Stadttheater-Abonnement betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten mögen die Bekanntmachung beachten. ** Zur Einsendung Der Lohnsteuerbelege für Das Kalenderjahr 1935 fordern die Finanzämter Gießen, Alsfeld, Grünberg und Hungen in unserem heutigen Anzeigenteil auf. Auf die Bekanntmachung sei besonders hingewiesen. ** Viehmärkte in Gießen. Am kommenden Dienstag, 7. Januar, findet in Gießen Rind- oieh-(Nutzvieh-)Markt statt. Schweinemarkt ist für Mittwoch, 22 Januar, vorgesehen. Siehe heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei. ** Das Fundsachenverzeichnis. Dos Verzeichnis über die im Monat Dezember gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an Der Anschlagtafel »m Flur Der Polizeidirektion, Land- oraf-VhtLipp-Platz Nr. 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während Der Dienststunden geltend zu machen. ** Durch heiße Suppe verbrüht. Gestern ereignete sich in einer Familie in der Kaplans- gaffe ein Unfaü, bei dem ein 2 Jahre altes Mädchen schwer zu Schaden kam. Das Kind hatte ein Gefäß mit heißer Suppe ergriffen und den Inhalt über sich geschüttet, so daß es Gesicht und Arme stark verbrühte. Es mußte der Klinik zugeführt werden. Bl'l kettS bequem, sparsam FR.ONTSOLDATE EIN Fd KÜ W Preisliste ge- Generakvikar Or. Mayer f 6 20: 22: Bei Schlußpfiff mußte sich Steinberg verdient schlagen bekennen. der Dr. wie- und schäft der zweite Platz sicher. Flensungen hat nach dem errungenen Sieg gegen Grünberg Chancen. Sportverein 1920 Lollar. tim morgigen Sonntag tritt der SV. 1920 herum mit 4 Mannschaften auf den Plan, zwar spielen: 4. Sonntagskonzert der Museumsgesellschaft. Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Montag, 6. Januar: Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Unangebrachte Wohltätigkeit LPD. Bad-Homburg, 3. Jan. Am Neujahrstage hatte ein Bettler in zahlreichen Häusern um eine Gabe oorgesprochen und war auch in Anbetracht der allgemeinen Feststimmung ziemlich reichlich bedacht worden. Er hatte dann jedoch nichts Eiligeres zu tun, als das erbettelte Geld restlos in Alkohol umzusetzen, so daß er sinnlos betrunken in der Stadt herumtorkelte und in Polizeigewahr,sam gebracht werden mußte. Hier far eines Mk-wl-s e' markschiebungen Geld zu verdienen. Es gelang ihnen, Heintz für ihre Pläne zu gewinnen, der dann seit Dezember 1934 für die beiden Leute mehrfach Reisen von Brüssel nach Köln, Mannheim, Berlin und Frankfurt a. M. unternahm, im Besitz von zwei Pässen war und die Aufgabe hatte, Reiseschecks in Deutschland einzulösen und das Geld den Auftraggebern zu übergeben. Der Baron und sein Partner bekamen auf diese Weise etwa 7500 Mark zugeführt. Heintz bekam für seine Tätigkeit freie Fahrt und 10 Mark Tagesspesen, aber er gab mitunter mehr aus, was wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen ihm und seinen Auftraggebern führte. Einmal kam es zu einem solchen Krach zwischen den Parteien, daß Heintz nicht mehr mittun wollte. Man drohte ihm mit Anzeige. Die Reisen nach Deutschland wurden zum Teil mittels Flugzeugs unternommen. Als Heicktz im Juni vorigen Jahres in Frankfurt festgenommen wurde, hatte er 600 belgische Franken, 890 Mark und fünf Reiseschecks über je 100 Mark bei sich,.die vom Schöffengericht nunmehr eingezogen wurden. Heintz muß das Devisenvergehen mit IV2 Jahren Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe büßen. Nunvfunkproqramm. Sonntag, 5. Januar: 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgel-Choräle. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Alte Turmmusiken. 10: Dein Lied will ich dir singen, Deutschland. 10.30: Chorgesang. 11.15: Dichter im Dritten Reich. 11.30: Hausmusik. Vierhändige • Klaviermusik. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. Kasperl als Fahrstuhljunge. Von Herbert Reymann. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. Nette Sachen aus Köln. 18: HJ.-Funk. 18.30: Jedes Tierchen hat seinPlä- sierchen. Heitere Begebenheiten. 19.45: Sportbericht. für * L Heb' ld unb 3 p0Ä auch kS6.d)erb' tarM #*? biel« b filh £rfehr au p***1 < Seiten, 2 ?in Str« MH tlLihbre Frühkonzert. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.45: Hausfrau hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14.10: Leichte Kost nach Tisch. Virtuose Violinmusik. 15: Wirtschaftsbericht. Wie weit sind die Autobahnen? 15.15: Kinderfunk. Wir spielen mit Streichhölzern. 15.45: Konzert- 16.20 als Ein- läge: Geschichten und Anekdoten um Briefmarken. 17.30: HJ.-Funk. 18: Fröhlicher Alltag! Ein buntes Konzert. 19.45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Bauernköpfe. Aus der Chronik des bäuerlichen Lebens. 20.40: Heiteres und Besinnliches aus Volkes Mund. Bunte Volksmusik mit gesprochenen Einlagen. 22: Nach- richten, auch aus dem Sendebezirk. tigen Tabellenstand nach zu urteilen, sollte man den Gästen ein Plus zusprechen. Aber auch die Turner befinden sich gegenwärtig wieder in aufsteigender Form, was ihre hohen siege in der letzten Zeit bewiesen haben. Es ist also für Sonntag ein scharfer Kampf zu erwarten. Die Turner stellen folgende Mannschaft ins Feld: Zoch; Viehl, Jirowetz; Rahn, Dr. Pfeffer, Berthold-, Barthel, Mohr, Fischer, Balser, Günderoth. Sportverein 1933 Gröningen. (Brimingen I — Watzenborn-Steinberg I 6:5. Der Sportverein 1933 Grüningen (2. Kreisklasse) hatte sich für den Neujahrstag eine schwere Aufgabe gestellt. Es war ^gelungen, die erste Mannschaft von Watzenborn-Steinberg zu einem Freundschaftsspiel zu verpflichten. Mit einem großen Interesse sah man in Grüningen diesem Spiel entgegen. Ueberall wurde mit einer hohen Niederlage des Sportvereins Grüningen gerechnet. Es kam aber anders. Es entspann sich ein flottes Spiel. In der 7. Minute gelang es Grüningen bereits, durch seinen MittelstürMr die Führung zu übernehmen. Wenige Minuten später mußte sich auch Grünin- gens Tormann geschlagen bekennen. Die Gastgeber ließen sich aber nicht entmutigen. Es gelang ihnen sogar, noch zwei weitere Tore zu erzielen. Steinberg setzte aber sein ganzes Können und führte bei Halbzeit 4:3. Nach Wiederanstoß ging Grüningen mächtig aus sich heraus und innerhalb weniger Minuten wurde der Ausgleich hergestellt. Kurze Zeit darauf führte Grüningen 5:4. Dem Rechtsaußen von Grüningen gelang es bann gar, das 6. Tor zu erzielen und damit den Sieg seiner Mannschaft sicher zu stellen. Lang (Steinberg) schoß kurz vor Schluß das 5. Tor. Mainz, 3. Jan. (LPD.) Heute morgen ist Generalvikar der Diözese Mainz, Prälat Mayer, im St. Vinzenzkrankenhaus g e st o r - den. Generalvikar Dr. Mayer, der seit längerer Zeit schwer leidend war, stand im 65. Lebensjahr. Zum Priester geweiht wurde er am 16. August 1892, zum Generalvikar wurde er am 19. März 1922 berufen. zeigte es sich wieder einmal, daß man Bettlern grundsätzlich weder Geld, noch sonstige Spenden geben, sondern sie an das Wohlfahrtsamt bzw. an die NSV. oder das Winterhilfswerk verweisen soll. Dorthin gehören auch die Spenden, da sie von dort aus gerecht verteilt werden. Zwei üble Betrüger festgenommen. Plaketten und Büsten des Führers unter falschen Angaben und Drohungen verkauft. LPD. Frankfurt a. M., 3. Jan. Der Polizei gelang es, zwei unverschämte Betrüger, den 39jährigen Konrad Heil aus Frankfurt und den 45 Jahre alten Christian Rossi aus Mühlheim am Main, f e st z>u n e h m e n , die versuchten, für eine Firma Bestellungen auf Hitlerbüsten, Hitler- plaketten usw. zu erhalten. Dabei wollten sie den Eindruck erwecken, als handele es sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit, die sie im Auftrage des Führers und parteiamtlicher Stellen ausübten. Bei ihren Werbungen sollen sie in einem Falle das Parteiabzeichen der NSDAP, getragen haben. Um in die Wohnungen zu kommen, erklärten sie, sie kämen „für den nationalen Aufbau". Wurden sie gefragt, worum es sich handele, dann erwiderte der Wortführer, das ließe sich an der Tür nicht besprechen, und er bat, nähertreten zu dürfen. Wurde ihnen der Eintritt verwehrt, dann scheuten sie nicht davor zurück, ihn durch Drohungen zu erzwingen. In der Wohnung hielten sie dann einen Vortrag über „deutsche Kultur", die es jedem zur Pflicht mache, eine Bestellung aufzugeben. Jeder müsse bestellen und opfern. Einer Bestellerin setzten sie so zu, daß sie glaubte, sie würde g e ° ohrfeigt, wenn sie nichts bestellen würde. Ein Jagdhund fünf Tage im Fuchsbau eingeschloffen. Gersfeld, 3. Jan. (LPD.) Der Jagdhund des Revierförsters Raabe war auf einem Pirschgang der Spur eines Fuchses in den Bau gefolgt. Der Hund verirrte sich jedoch in dem Fuchsbau und konnte nicht mehr herauskommen. Nachdem man am zweiten Tage noch das Bellen des Hundes vernahm, machten sich einige Waldarbeiter an die Rettung des Tieres und begannen mit der Ausgrabung des Baues. Die Bemühungen waren nach weiteren drei Tagen von Erfolg und der wertvolle Jagdhund, der somit fünf volle Tage in dem Bau eingeschlossen war, konnte aus seiner unfreiwilligen Gefangenschaft befreit werden. Oer Registermarkschieber im Flugzeug. LPD. Frankfurt a. M., 3. Jan. Der 44- jahrige Charles Heintz, der aus dem Elsaß stammt und heute Franzose ist, hatte sich in Brüssel ansässig gemacht und war als Reklameagent tätig. Er lernte einen Baron und dessen Freund kennen, denen es darum zu tun war, durch Register - Lollar 1. — Aßlar 1. (Vereinspokalspiel). Lollar 2. — Wißmar 1. Lollar 3. — Staufenberg 1. Leihgestern Jugend — Lollar Jugend. Die erste Mannschaft beteiligt sich in diesem Jahre an den DFB.-Vereinspokalspielen und trifft in dem ersten Spiele dieses Wettbewerbes auf eigenem Platze auf die erste Mannschaft von Aßlar. Die Gäste spielen im Bezirk Wetzlar und nehmen dort in der ersten Kreisklasse einen guten Tabellenplatz ein. Lollar muß sich daher von Anfang an auf einen scharfen Kampf gefaßt machen und mit der nötigen Energie zu Werke gehen. Die zweite Mannschaft bestreitet ebenfalls auf eigenem Platze den Lokalkampf gegen den alten Gegner Wißmar. Das Vorspiel wurde von einer unglücklich zusammengestellten und unvollzählig spielenden Lollarer Reserve knapp mit 1:0 in Wißmar verloren. Man ist daher gespannt, ob es der Lollarer Reserve auf eigenem Platze gelingt, Revanche für die Vorspielniederlage zu nehmen. Die dritte Elf kämpft auf eigenem Platze gegen Staufenbergs erste Mannschaft. Zwei gleichstarke Mannschaften stehen sich hier in diesem Treffen gegenüber. Vielleicht gibt es ein Unentschieden. Bereits vor einigen Wochen lieferten sich die beiden Mannschaften in Lollar einen Freundschaftskampf, der ebenfalls unentschieden 2:2 endete. Die Jugend tritt die schwere Reise nach Leihgestern an und dürfte um eine Niederlage nicht herumkommen. Die Jugend ist durch Hereinnahme von fast der Hälfte Spieler aus der Schülermannschaft noch zu schwach, um gegen solch starke Gegner zu bestehen. Fußball im Turnverein Großen-Linden Am morgigen Sonntag empfängt Großen-Lin- bens Erste bie gleiche bes VfR. Lich zum Pflichtspiel. Die Gäste, bie in der Tabelle an 2. Stelle stehen, werden den Platzbesitzern einen starken Gegner abgeben. Es wird ein spannendes Spiel erwartet, dessen Ausgang offen ist. — Vorher spielt bie Jugend gegen die zweite Jugend des VsB.-R. Gießen. Da die Spielstärke der Gäste stark gestiegen ist, müssen sich die Einheimischen sehr zusammennehmen, wenn sie keine Ueberraschung erleben wollen. Fußballabteilung desTv1846Gießen. 1846 Gießen — VfB. Krofdorf-Gleiberg. Am kommenden Sonntag empfängt die 1. Mannschaft des Tv. 1846 Gießen den VfB. Krofdorf- Gleiberg zum fälligen Verbandsspiel. Dem derzei- 3»v I ko®b,",erte Haarstärkungswasser Entnipal; ■ M "l* A I stärkt auch den Haarwuchs, beseitigt I gibt den Haaren die ehemalige Farbe wieder. e Kl I I DA I e Koplschuppen und Haarausfall. —Fehlfarben ausgeschlossen! I ■ % I w Fl. 4.80 M. - !n Fachgeschäften. 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Tageszeitung, Musikhaus Challier, Schokoladenhaus Huntemann,Verkehrsverein Seltersweg 89, Kreisdienststelle „KdF.“, Schanzenstr. 18 --- 56P Fritz Spies Emmy Spies, geb. Gümbel Vermählte Gießen, den 4. Januar 1936 Horst-Wessel-Wall 27 Neustadt 59 041 Statt Karten! Heinrich Ludwl'g,Jngem'eur Anni Ludwig, geb. Hanauer Vermählte Gießen, den 4. Januar 1936 Löberstraße 18 Neustadt 61 53 D Ein tönendes Dogelbestimmungsbuch! Soeben erschienen: SeWttlt Meiwm Das erste tönende Lehr- und Hilfsbuch zur Beobachtung und zur Bestimmung der heimischen Vogelwett Mit Unterstützung des Bundes für Vogelschutz E. D., Stuttgart. Herausgegeben von Or. Oskar Heinroth und Ludwig Koch. Das Derk besteht aus: 1. einem handlichen Textband in Taschenbuchgröße, der in einer klaren Übersicht alle wichtigen biologischen Angaben und viele Bilder im Text und auf 24 farbigen Kunstdrucktafeln enthalt. 2. drei Schallplatten von 25 cm Durchmesser, hergesteltt von der Earl Lindstrom A.-G., mit den Rufen und Gesängen der 24 wichtigsten Vertreter der heimischen Dogelwelt nach Aufnahmen aus freier Natur. Fede Dogelstimme ist einzeln und ohne störende Nebengeräusche klar wiedergegebey. 3. einem prattischen Schutzkasten (40x26 cm), in dem Textbuch und Schallplatten sicher vor Beschädigung aufbewahrt werden können. Preise und Bezugsbedingungen: Das Derk ist nur geschlossen verkäuflich, Schallplatten werden einzeln nicht abgegeben. Der Schuhkasten, der unentbehrlich ist und mit abgenommen werden muß, wird mit NM. 1,- gesondert in Rechnung gestellt. Oer Preis des Werkes selbst beträgt NM. 18,-. Verlangen Sie kostenlos unser ausführliches Werbeblatt! Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag ♦ Berlin-Lichterfelde Wir haben uns verlobt Luise Döring Albert Bittkow Gießen, Neujahr 1936 020 Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brandplatz Ausstellung des Künstlerbundes „Isar" e. V. München (Otto Bauriedl, Julius Dietz Erich Erler, Ludwig Hohlwein ErnstLiebermann, Otto Miller- Diflo, Oswald Pötzelberger Josef Sailer, Julius Schräg u. a.) Dauer der Ausstellung: 5.-19. Januar. Besuchszeit: Sonntags und Werktags ununterbrochen von 11 bis 18 Uhr. Eintritt für Mitglieder frei, für Studenten und Schüler RM. 0.10 65 D i Trockenes kurzgeschnittenes Tannen- ssesD AlNNllWIZ liefert Sägewerk Weller,Leihgestern Iflnuen- D« AWMvlZ abzugeb. Bestell erb. wir v.Poftk DamplsagewerkLollar B.NuhnA.6..Lollar. Klaviere neue u. gebr., zu verkauf, u. zu vermieten. Reparaturen n. Stimmungen fachgemäß u. preisw. «so Meritt Bieten, LudwißstrateSg. Televh. 2403. 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Vortrag mit Lichtbildern. 49d Gäste willkommen! Henneberg, Ankel, Vorsitzende MttH MMitgtM (MUMM) e.B. Kreisverband Gießen Sonntag, den 5. Januar 1936, vormittags 11 Uhr, im Gloria-Palast und im Lichtspielhaus in Gießen Vorführung des großen Kyffhäuser-Nationalfilms: Jm iltito SW M irr Die Borführung ist umrahmt mit Militärmusik, gestellt vom Musikzug des Infanterie-Rgts. Gießen, unter persönlicher Leitung des Obermusikmeisters Krautze. Historische Marsche .........Kaiser-Hackenberger Grotzer Krregsmarsch und Schlachtenhymne aus Nienzi... Wagner Die Eintrittskarten sind bereits ausverkauft, so datz die Parallelvorführung im Lichtspielhaus stattsindet. Diejenigen Zivilpersonen, bte die Emtrtttskarten (weitze und rote) mit den Nummern 701 und darüber besitzen, haben sich nach dem Lichtspielhaus (Bahnhof- stratze) zu begeben. D Segen graue Kaare m. 3 viertes Blatt _____________Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)Samstag, 4. Zanuar (936 y,',- z. I Was für Kraftfahrzeuge und Fuhrwerke im Stadt- und Ueberlanbverkehr, was für Eisenbahn Augzeug und Zeppelin gilt, das gilt in übertragenem Sinn auch für das Geld. „Safety first * (auf deutsch „Sicherheit zuerst") pflegt der Engländer schlagwortartig kurz und klar zu sagen, wenn es sich um diese beiden Arten von Verkehr handelt Der Verkehr auf der Straße, auf der Schiene und in der Luft interessiert in diesem Zusammenhang ober weniger Um so mehr die Sicherheit für das Geld Die Zeiten, da Reichtümer geprägten Goldes oder Silbers in Strickftrumpf und Vettftroh aufbewahrt wurden, find endgültig vorbei. Auch sollte den Ziegen keine Gelegenheit mehr gegeben sein, ihren Hunger an Hundertmarkscheinen zu stillen. Wenngleich das nicht heißen soll, daß nun jeder Bauer einen schneidbrennsicheren Tresor haben müßte! Für ihn gibt es Sparkassen und Banken, die ihm Geld und Gut aufbewahren. Aber der Geldschrank gehört sicherlich zum Modi- liar eines jeden Geschäftsmannes und eines jeden Fabrikbesitzers, die nicht erst den erfolgreichen Besuch eines Einbrechers oder eine Feuersbrunst abwarten sollten, bis sie sich zur Anschaffung eines Geldschrankes entschließen. Aber der feuer- und diebstahlsichere Geldschrank ist nicht nur wertvoll für die Aufbewahrung von Geldmitteln, sondern er ist auch für die Sicherung von Dokumenten oder unersetzlichen Patentschriften notwendig. Die Technik der Geldschrank- und Tresorfabrikation ist hoch entwickelt worden. Es werden in der Spezialindustrie Anlagen geschaffen, die schlechterdings für Unberufene unangreifbar sind. Um so interessanter ist es, einmal dem Betrieb einer Geldschrankschlosserei einen Besuch abzustatten. Derartige Betriebe sind nicht allzu häufig. In Gießen jedoch existiert eine Geldschrankschlosserei, die zwar in den Jahren vor der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus schlecht beschäftigt war. jetzt jedoch, dank des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs, nicht weniger denn 20 Facharbeiter dauernd beschäftigen kann. Es wäre ein Irrtum, zu glauben, daß die Her- stellung eines Geldschrankes irgendwie etwas zu tun hätte mit Geheimniskrämerei. Vielmehr ist es der Konstruktion werden einzelne Teile miteinander verschweißt oder vernietet. Die größeren Schränke werden jedoch so bearbeitet, daß sie zerlegbar sind, da sonst ihr Transport des hohen Gewichts und der Ausmaße wegen unüberwindliche Schwierigkeiten mit sich bringen würde. Selbstverständlich wird der Schrank in der Werkstatt fix und fertig montiert, auf das sorgfältigste überprüft, Schlösser und Handgriffe werden ein- und angefügt und ebenfalls ausprobiert, alle vorgesehenen Fächer (ebenfalls aus Stahl hergestellt) werden eingebaut, das Füllmaterial in die Hohlräume eingefügt und der Schrank bis auf den Oelfarbenanftrich fertig- gestellt. Das Herzstück eines neuzeitlichen Kassen- und Dokumentenschranks ist jedoch das eigentliche Geld- fach. Es besteht in allen seinen Teilen aus besonders starken, schweren und schneidbrennsicheren Panzerplatten. Diese Panzerplatten sind Spezialanfertigung. Auch dieses Geldfach wird naturgemäß mit einem besonderen Schloß versehen, so daß also allen Eingriffen von unberufener Seite her denkbar größte Widerstände entgegengesetzt sind. Daß dieses Geldfach hundertprozentig feuersicher ist, versteht sich von selbst. Aber auch der gesamte Schrank ist durch besondere Falze, die dem Feuer das Durchschlagen verwehren, gesichert. Moderne Schränke, insbesondere solche breiteren Formats, werden mit Schiebetüren ausgestattet. Der Feuersicherheit ist damit kein Abbruch getan, denn die Türen schließen in tiefen Falzen. Die Türen sind dabei sehr leicht zu bewegen; sie laufen auf Kugeln. Darüber hinaus durch den Widerstand im Schloß) ist der Schließriegel zu betätigen. Interessant ist außerdem, daß der Schlüssel aus einem solchen Schloß nicht zu entfernen ist, sofern nicht zuverlässig zugeschlosien ist. Hier handelt es sich also um eine Kontrollkonstruktion! Für die großen Tresore der Spar- taffen und Banken kennt man Kombination von Schlüssel- und Stichwortschlössern. Wie weitgehend die Sicherung von Geldschränken und Tresoren als zuverlässig zü erachten ist, geht allein schon daraus hervor, daß die Einbruchsspezialisten nur selten einen Schrank oder einen Tresor vom Schloß meist mit dem Schneid- Zu unseren Bildern: Oben rechts: Vor geschlossenen und geöffneten Tresoren der Bezirkssparkasse Gießen. Mitte links: Schloßmontage an einer Kassenschranktür. Darunter Ueberholung mit dem Schleifgerät. Mitte rechts: Boden- und Deckenmontage für einen breiten Kassenschrank. Unten links: Montage der Fächer. Daneben: Bei der Arbeit am eingebauten Tresor. Unten rechts: Der Kassenschrank erhält die Oelfarbenauflage (Aufatzmea [9J: Neuner, Gießener Anzeiger.) Dann werden die Platten nach den erforderlichen Maßen geschnitten, denn Kassenschränke werden, obgleich es natürlich Standardformate gibt, nach den verschiedensten Bedürfnissen (breit und wenig tief, oder schmal und tief, oder aber breit und tief usw.) gebaut; häufig auch bestimmt der Raum, in dem der Schrank zur Aufstellung kommen soll, seine Ausmaße und eventuell auch das höchstzulässige Gewicht. Dieses ergibt sich in erster Linie und elbstverständlich aus der Größe des anzufertigenden Schrankes, dann aus der Stärke des verwandten Plattenmaterials, schließlich aus dem Gewicht der Füllung. Von der schweren Schere aus wandern die Stahlplatten in eine breite Falzmaschine, in der in einem langsamen mechanischen Arbeitsgang Winkel von verschiedenen Breiten angebogen werden. Diese Arbeit muß unter heftigem Druck, deshalb langsam vor sich gehen, weil eine raschere Verarbeitung Veränderungen in der Struktur des Stahles Hervorrufen könnte, die die Widerstandsfähigkeit beeinträchtigen würden. Jeder einzelne Teil des Schrankes wird auf diese Weise geschnitten und gebogen, Stahlschienen als Verbindungsteile werden vorgerichtet, und je nach her angreifen, sondern brenner versuchen, zum Erfolg zu kommen. Ein Gang durch den Betrieb der Gießener Geld- und DokumentenschrankfabrikKrogmann läßt erkennen, wie sich der Arbeitsprozeß vollzieht Das Rohmaterial sind die Stahlplatten, wie sie vom Walzwerk geliefert werden. Zur Verarbeitung für Geldschränke gelangen Stahlplatten von 3 bis 15 mm Stärke. Da diese Platten nicht immer völlig plan, manchmal auch etwas verzogen sind, so geht erst der „Richter" gegen sie vor. Er legt die Platten aus eine völlig ebene und feste Unterlage und klopft sie an den verschiedensten Stellen ab, dabei achtet er sehr genau auf den Klang, den die Platte unter leichten Schlägen gibt. Mit kräftigeren, aber wohlabgewogenen Hammerschlägen wird bann die Platte solange bearbeitet, bis sie völlig gleichmäßig plan aufliegt. „Richter" kann nicht jeder sein. Diese Arbeit setzt ein feines Einfühlungsvermögen in das Material und große Sachkenntnis voraus. beit entsteht und nur wenige Arbeitsgänge von der Maschine übernommen werden können. So ist es denn auch kein Wunder, daß der Besucher einer solchen Kassenschrankfabrik beim Betreten der Werkstätten von einer Fülle der heftigsten Geräusche überfallen wird. Hier zischt das Schweißgerät und verbreitet ein grelles blaues Licht, dort sprüht ein Schleifapparot einen Funkenregen und kreischt über das rauhe und harte Metall, schwere Schläge erfüllen den Raum und lassen das eigene Wort unverständlich werden, hier wird geschraubt und dort genietet und eine ganze Anzahl von Schränken sieht man in den verschiedensten Stadien ihrer Entwicklung. Aus all der Arbeit, die hier für den Laien im Gesamtüberblick etwas Unorganisches an sich zu haben scheint, ersteht Schrank um Schrank, glatt und sauber alle, groß und klein, breit und tief, in allen Gewichtslagen, sichtlich geeignet, all das, was ihnen anvertraut ist, sicher zu bewahren. haben diese Schränke ein besonders kompaktes Schloß. Bei einer anderen Art von Kassenschränken sind die Türen seitlich versenkbar. Die Türflügel stehen also nicht im Wege. Bei beschränkten Raumverhältnissen kann dieser Umstand sehr wichtig sein. Unser Bild links unten zeigt einen Schrank mit Schiebetüren, das Bild rechts daneben einen solchen mit seitlich versenkbaren Türen. Sofern solche Schränke der Aufbewahrung besonderer Dinge (Pläne, Matrizen, großen Büchern usw.) bienen sollen, werben sie auch in ihrer Innenausstattung bementsprechenb gehalten. Die kleineren unb deshalb leichteren Schränke werden in der Fabrik sofort nach ihrer Montage mit einem Rostschutz- und einem Oelanstrich versehen. Mit Hilfe von Preßluft wird Oelfarbe durch eine Düse, fein verstäubt, auf die bereits mit Rostschutzfarbe oorbehandelten Flächen aufgetragen. Alle, auch die geringfügigsten Ungleichheiten, wie sie sich aus dem Verarbeitungsprozeß ergeben können, werden mit einem Füllmaterial vorher ausgeglichen, so daß sich der Schrank in fertigem Zustande glatt und sauber als eine deutsche Wertarbeit darbietet. Beachtenswert ist, daß ein Geld- und Dokumentenschrank fast völlig in handwerklicher Ar- so, daß die Konstruktion eines solchen Schrankes oder eines Tresors in seinen Elementen fast einfach zu nennen ist. Das Haupterfordernis ist lediglich die Widerstandsfähigkeit des Materials, dessen fachgemäße handwerkliche Verarbeitung und — für den Fall der heute meist geforderten Feuersicherheit — die Einfügung einer Zwischenschicht von Eisen-, Beton- oder Kieselgur, Buchenholzasche, Kreide ober Kaolin. Gegen Angriffe von feiten ber Geldschrankknacker wirb unter Umständen bie Rückseite ber Schränke mit einem Gasgemisch gefüllt, bas, sofern ein Unberufener mit bem Schneidbren- ner vorgehen will, explobiert unb ben Verbrecher unfchäblich macht. Das Einzigartige und bas Komplizierte an einem Geldschrank ist lebiglich bas Schloß. Hier gibt es wahre Wunderwerke einer nwbernen Technik. Während man in Amerika dem Schloß den Vorzug gibt, bas bie Kenntnis eines Stichwortes voraussetzt, zieht man in deutschen Fachkreisen immer noch bas Schloß vor, bas mit einem Schlüssel geöffnet unb geschlossen wird. Diese Schlösser sind naturgemäß so gestaltet, baß ihnen mit einem Dietrich niemals ' beizukommen ist. Ein solches Schloß wirb meist erst über eine ganze Anzahl von Scheiben betätigt unb ber Schlüssel hierzu hat einen Bart, ber sich in viele Teile gliebert, deren wiederum eine ganze Anzahl in sich beweglich ist. Erst im systematischen Ablauf der Bewegung ber einzelnen Bartstellen (ausgelöst Sicherheit für Geld und Dokumente Besuch in einer Gießener Kassenschrank-Zabrik. Wirtschaft. Der Iahresultimo bei der Reichsbank. Der Ausweis der Reichsbank vom 31. Dezember 1935 weist eine Erhöhung der gesamten Kapitalanlage um 639,6 auf 5 299,5 Millionen Mark aus, nachdem die Zunahme der Kapitalanlage Ende November 513 Millionen Mark, am Halbjahresultimo 1935 = 589 Millionen Mark und am Jahresschluß 1934 — 496 Millionen Mark betragen hatte. Die stärkere Anspannung hängt hauptsächlich mit dem Jahresschlußtermin zusammen, der erhöhte Beanspruchungen für Zins- und Gehaltszahlungen mit sich bringt. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 564,6 auf 4498,3 Millionen Mark, an Lombardforderungen um 30,7 auf 84,2 Millionen Mark, an deckungsfähigen Wertpapieren um 1,0 auf 348,6 Millionen Mark und an Reichsschatzwechseln um 43,2 auf 53,4 Millionen Mark zugenommen. Die erhöhte Beanspruchung des Noteninstituts ist auch bedingt durch die Zunahme der Giroguthaben um 231,5 aus 1031,8 Millionen Mark. Hierbei handelt es sich sowohl um eine Anreicherung von Liquiditätsreserven aus bilanzmäßigen Gründen, als auch um eine Vorsorge für bevorstehende Zahlungen. Die Abnahme der sonstigen Aktien um 181,7 auf 695,4 Millionen Mark erklärt sich daraus, das der Be- triebskredit des Reiches, der in der Vorwoche stark in Anspruch genommen wurde, zum Teil zurückgezahlt worden ist, daneben spielten auch Abschlußbuchungen eine Rolle. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf stellte sich am Jahresschluß 1935 auf 6389 Millionen Mark gegen 6157 Millionen Mark in der Vorwoche, 6308 Millionen Mark im Vormonat und 5989 Millionen Mark Ende 1934. Die Deckungsbestände haben sich mit einer Steigerung um 22 000 Mark auf 87,7 Millionen Mark nur wenig verändert. Die Goldvorräte erhöhten sich um 40 000 Mark, dagegen nahmen die Devisenbestände um 18 000 Mark ab. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt nahm zwischen den Jahren einen überaus stillen Verlauf. Der wesentlich schwächere Bedarf der Verbraucher nach den Feiertagen drückte sich in den Austrieben der einzelnen Diehgattungen sichtbar aus. Außerdem war teilweise eine Verringerung der Qualitäten zu beobachten, insbesondere bei Kühen. Da der Zutrieb von Großvieh mit 498 Stück im ganzen gesehen etwas knapp war, konnten sich die Preise für Kühe sogar noch etwas befestigen, sie notierten mit 24—43 RM. gegen 21—43 in der Vorwoche. Für Bullen, Ochsen und Färsen haben sich die Preise ebenfalls weiter gefestigt, so notierten Ochsen mit 40—43 (35—43), Bullen mit durchweg 43 (wie in der Vorwoche) und Färsen mit 40—43 (37—43). Der Kälbermarkt wies mit 1603 Tieren noch eine sehr starke Zufuhr auf, die sich allgemein in einem merklichen Preisrückgang ausdrückte, insbesondere Ende der Woche, während anfangs noch verhältnismäßig feste Preise bewilligt wurden. Anfangs der Woche wurden noch Preise von RM. 50 bis 76 bezahlt, am Ende der Woche ließen sie auf 35—72 RM. nach. Da der Bedarf an S ch a s s l e i s ch stark zurückgegangen ist, zeigte auch der Zutrieb von Hämmeln und Schafen eine merkliche Abschwächung. In der nächsten Woche werden die Zufuhren im Hinblick auf den Eintopf-Sonntag am 12. Januar wieder ansteigen. Bei ruhigem Geschäft gaben die Preise nach behauptetem Beginn ebenfalls nach. Der Schweinemarkt verzeichnete ebenfalls eine verringerte Beschickung mit 1931 Tieren, genügte aber dem verminderten Bedarf. Die Qualität hat ebenfalls eine Verschlechterung erfahren, insbesondere fehlte es an Fettfchweinen. Zu den geltenden Höchstpreisen von 51—57 RM. je nach Gewicht und Qualität erfolgte Zuteilung. Die vor den Feiertagen stark vermehrten Zutriebe von Schweinen haben sich auf die Lage an den F e t t m ä r k t en vorteilhaft ausgewirkt. Wenn auch die Entlastung noch nicht hundertprozentig ist, so bedeutete sie doch für alle Kreise der Verteiler und Verbraucher eine spürbare Erleichterung. Nhein-Mainische Börse. Millagsbörse: Uneinheitlich. F r a n k f u r t a. M., 3. Jan. Die Börse hatte eine freundliche Grundstimmung, wenn diese sich auch nicht allen Marktgebieten kursmäßig mitteilte. Der Auftragseingang aus dem Publikum hielt sich in engen Grenzen, so daß die Umsatztätigkeit kein besonderes Ausmaß annahm, zumal da wirtschaftliche Anregungen nicht Vorlagen. An den Aktienmärkten war die Kursgestaltung wieder ungleichmäßig. Auf einigen Märkten lag etwas Angebot vor. So ließen Maschinen- und Motorenwerte überwiegend bis 1 v. H. nach, Muag 70,50 (71,50), Moenus 78,25 (79), Daimler 90,25 (90,50). Die Farben-Aktie ging unter mehrfachen Schwankungen auf 147,65 bis 147,40 (148,25) zurück, während Rütgerswerke 0,50 v. H. und Deutsche Erdöl 0,13 v. H. höher notierten. Am Elektromarkt blieben AEG. gefragt mit 37,50 (37), ferner gewannen Licht & Kraft 0,50 v. H., dagegen büßten Elektrische Lieferungen 1,50, RWE. 1 v. H. ein. Chade A bis C notierten mit 286,50 (284,40). Montanaktien bröckelten größtenteils 0,25 bis 0,50 v. H. ab, Hoefch und Klöckner lagen behauptet. Die Transaktion Harpener-Maximilianhütte blieb vorerst ohne Eindruck. Etwas fester verkehrten Reichsbank mit 181,75 (180,50), Deutsche Linoleum mit 141,75 (141), Gement Heidelberg mit 119,50 (119). Kunstseide Aku lagen mit 52,50 (52,40) gut behauptet. Auf den übrigen Marktgebieten lagen Erstkurse noch nicht vor. Am Rentenmarkt standen mexikanische Anleihen zeitweise lebhaft im Vordergrund des Interesses, später ließ die Nachfrage etwas nach. Die Absicht der Vereinigten Staaten, in Mexiko Silber anzukaufen, bot etwas Anregung. Die Kurse erhöhten sich um durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H., so 5proz. äußere Gold auf 13 bis 13,25 (12,60), 5proz. innere Silber auf 5,50 (5,51), 4,5ft>roz. Irrigation 7,50 (7,13), 4proz. Gold von 1904 7,75 (7,25). Hei- mische Renten lagen sehr still und nicht ganz einheitlich. Altbesitz weiter etwas erholt auf 110,13 (110), Zinsvergütung unverändert 91,90, dagegen Kommunal - Umschuldung 88,13 (88,25) und späte Schuldbuchforderungen 96,75 (96,90). Von Industrie-Obligationen 6 Stahlverein unv. 103,13. Im Verlaufe blieb das Geschäft allgemein sehr klein und die Kursentwicklung für Aktien blieb unregelmäßig, wobei aber leichte Abschwächungen überwogen. IG. Farben ermäßigten sich auf 147,25 nach 147,75, außerdem bröckelten Montanwerte bis 0,25 v. H. ab, etwas höher waren Aku mit 52,65 nach 52,50, Moenus 78,40 nach 78,25. Am Kassamarkt notierten Gebr. Fahr mit 125 (123), ferner waren Südd. Immobilien höher gesucht mit ca. 4,75—5 (3,75). Am Rentenmarkt ergaben sich kaum Veränderungen, Kommunal-Umschuldung bröckelten noch etwas ab. Von Goldpfandbriefen zogen Nass. Landesbank 0,13 v. H. auf 96,65 an, ferner waren die meisten Liquidations-Pfandbriefe um ebenso viel höher, auch Stadtanleihen notierten teilweise etwas fester. Mexikaner lagen später sehr still, aber behauptet, 3proz. kamen mit 5,02’/2 (4,65) zur Notiz. Tagesgeld weiter ermäßigt auf 3 (3,25) v. H. Abendbörse sehr ruhig. Die Geschäftstätigkeit war auch an der Abendbörse sehr klein, bemerkenswerte Kursveränderungen im Vergleich zum Berliner Schluß traten nicht ein. Reichsbarck ermäßigten sich auf den Berliner Stand von 180 (181,50). In der Farben-Aktie lag kleines Angebot vor, das jedoch zu unverändert 147,50 weggenommen wurde. Etwas Nachfrage erhielt sich für AEG. bei 37,25. Scheideanstalt (216,50) blieben von den Auslassungen auf der Hauptversammlung unberührt. Am Kassamarkt Haid 6-Neu Nähmaschinen 23 (22,50). Renten lagen still, Altbesitz etwas niedriger mit 109,90 (110), jedoch etwas über dem Berliner Schluß von 109,80. Kommunal-Umschuldung nannte man mit 88,05 (88,10), späte Schuldbuchfopderungen 96,65. Mexikaner waren heute abend ohne Interesse, 5 v. H. innere Silber 5,45 (5,50). Sonst notierten u. a.: 6 v. H. Krupp 105,13, NSU.-Obligationen 102, IG. Farben-Bonds 122,40, Commerzbank 83,50, Reichsbank 180, Harpener 109,25, Mannesmann 78,65, Rheinstahl 103,50, Stahlverein 74,25, AKU. 53, AEG. 37,25, Bekula 135,50, Scheideanstalt 216,50, Deutsche Linoleum 141, IG. Farben 147,50, Gesfürel 125, Holzmann 87, Schuckert 119, Siemens 165,50, Süddeutsche Zucker 197, Reichsbahn - Vorzugsaktien 120,65, Hapag 15. Frankfurter Buffermarft Frankfurt a. M., 3. Jan. Die Versorgung mit Butter ist zur Zeit reichlich. Der Bedarf hat nach den Festtagen wesentlich nachgelassen, andererseits haben sich die Zufuhren merklich gehoben, insbesondere steht auch Landbutter wieder reichlich zur Verfügung. Holländische Butter, die stark gefragt wird, dürste erst in der nächsten Woche an den Markt kommen. Es notierten in Reichsmark pro 50 kg frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkausspreife an den Kleinhandel): deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 142, Landbutter 125. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 3. Jan. Obwohl bet Anfall an deutschen Frischeiern ständig zunimmt, waren die Zufuhren, um den Bedarf ausreichend zu versorgen, noch zu knapp, zumal da Auslandeier auch nur in geringen Mengen zur Verfügung standen. Kühlhauseier sind nicht mehr am Markt. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): deutsche und ausländische Handelsklasseneier S 12% bis 12%, A 11% bis 11%, B 10% bis 11, C 9% bis 10, D 9% bis 9%. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 3. Jan. Der Gemüse- markt verzeichnete sehr starkes Angebot, insbesondere von Feldsalat, Rosenkohl, Spinat und Wirsing. Das Geschäft nahm bei meist fallenden Preisen einen durchaus unbefriedigenden Verlauf. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 12 und 18 Stück 5—5,50 Pisa, Eskarol St. 4—15, Feldsalat groß 25 bis 35, klein (Mistbeet) 80—90, Karotten % Kilogramm 4—5, gelbe Kartoffeln 3,60—3,80, Kohlrabi ober 4—6, unter 2,5—5, Kopfsalat, Steige 30 Stück 4—5 holl., Meerrettich 35—45, Rosenkohl 20—25, Rotkraut 5,5—10, Sellerie je nach Größe 5—30, Spinat 6—10, Weißkraut 3—6, Wirsing 4—8, Winterkohl 6—7, Zwiebeln 9—11, 11,5—12 ungar. Am Obstmarkt wurden Aepfel, besonders in Mittelsorten, sehr gut, Birnen dagegen nur schwach angeboten. Bei unveränderten Preisen war das Geschäft außerordentlich schleppend. Von ausländischen Erzeugnissen sind Apfelsinen stark, Mandarinen schwach, Aepfel, Feigen und Nüsse ausreichend an- geboten. Geschäft auch hier nicht befriedigend. Preise unverändert. U. a. notierten: Aepfel I 25—30, II 15—20, 18—20 jugoslw., 20—25 ital., Goldparmänen 20—30, Renetten 22—25, Apfelsinen blond 15—18 span., kernlos 24—28 span., Paterno Blut 22—26 ital., Birnen 20—25, Feigen (Kranz) 25 Kilogramm 9—10, Haselnüsse 25—35 ital., Mandarinen 24—28 span., Walnüsse 45 franz., 24—30 bulgar., Sorento 40 ital., Zitronen 300 und 360 Stück 7—8 ital. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Jan. Auftrieb: Rinder 38, darunter befanden sich 5 Ochsen, 27 Kühe, 6 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 1 Kuh, 1 Färse. Kälber 848, Schafe 72, Schweine 328. Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 66 bis 72 (am 30. Dezember 71 bis 76), b) 56 bis 65 (65 bis 70), c) 46 bis 55 (59 bis 64), d) 35 bis 45 (50 bis 58). Hämmel b2) 48 (48), c) 46 bis 47 (47), d) 43 bis 45 (45 bis 46). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) — (51), f) — (—), Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (57). Marktverkauf: Kälber schlecht, Ueberftanb (11 Stück). Hümmel und Schafe ruhig, geräumt. Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 649 Viertel Rindfleisch, 192 ganze Kälber, 33 ganze Hämmel, 1641 halbe Schweine, 2 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 75 bis 77, c) 67 bis 75. Bullenfleisch b) 74 bis 77. Kuhfleisch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68. Färsenfleisch b) 75 bis 77), c) 67 bis 75. Kalbfleisch b) 84 bis 94, c) 74 bis 84. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren: Roher Speck unter 7 Zentimeter höchster Preis 80, Flomen höchster Preis 80. Marktoerlauf: belebt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag nach Neujahr, den 5. Januar. Gießen. Stadtkircye. 9.30 Uhr: Propst Knodt: 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Propst Knodt: 17: Pfr. Becker. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11. Kinderkirche für die Lukas- gemeinde: Pfr. Bechtolsheimer; 17: Pfr. Ausfeld: 20: Bibelbesprechung im Johannessadl; Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrassist. Weckerling: 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde: Pfarrassist. Weckerlina. — Petrus- kapelle. 9.30: Pfr. Trapp. — Saat der Jieuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfr. Ausfeld. — Wiefeck. 10: Gottesdienst. — Grohen-Bufeck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 9: Gottesdienst. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst: 11.15: Kindergottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Annerod. 13: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst: 11: Kindergottesdienst (2. Abteilg.). — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftdechant Kahn: 14: Stiftspfarrer Naumann. — Rieder-Bessingen. 10: Stiftpfarrer Naumann. — Garbenteich. 10: Gottesdienst. — hausen. 13: Gottesdienst.— Münzen berg. 11: Gottesdienst.— Trais- Münzenberg. 9: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst: 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 10: Gottesdienst: anschließend Kindergottesdienst. — Dirberg. 10: Gottesdienst. — Veilsberg. 12.30: Gottesdienst. — Alten-Buseck. 10: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst: 13: Kindergottesdienst. Montag, den 6. Januar. Gießen. Luthergemeinde. 20 Uhr: Versammlung der Frauenhilfe im Luthersaal. Mittwoch, den 8. Januar. Gießen. Stadlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 9. Januar. Gießen. Iohanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde. Reuapostolische Gemeinden, händelstrahe 1 — Lderstrahe 13. Sonntag, den 5. Januar. 9.30 Uhr: Gottesdienst. Mittwoch, den 8. Januar. 20.30 Uhr:"Gottesdienst. Baptistengemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 5. Januar. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Montag, den 6. Januar. 20.30 Uhr: Gebetsversammlung. Donnerstag, den 9. Januar. 20.30 Uhr: Gebetsoersammlung. Evangelische Stadtmission (Löberstraße 14). Sonntag, den 5. Januar. 8.30 Uhr: Morgenandacht: 13.30: Sonntagsschule: 20.15: Allianzversammlung, Pred. Dreibholz. Dienstag, den 7. Januar. 20.30 Uhr: Allianz-Gebetstunde. Freitag, den 10. Januar. 20.30 Uhr: Allianz-Gebetstunde. Christliche Gemeinde (Zu den Mühlen 2). Sonntag, den 5. Januar. 10 Uhr: Erbauungsstunde: 15.30: Bibelstunde. Mittwoch, den 8. Januar. 20.30 Uhr: Allianz-Gebetstunde. Samstag, den 11. Januar. 20.30 Uhr: Allianz-Gebetstunde. katholische Gemeinden. Samstag, den 4. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 5. Januar. Namen-Jesufest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe: Kommunion der Männer. 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Scholten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 8. Januar. Hungen. 7.30 Uhr: Messe. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Geyer, Dr. Malech. Zahnarzt: Dr. Holzapfel. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. 5 Steinbach, 3. Jan. Aus der kirchlichen Statistik des Jahres 1935, die in Klammern gesetzten Zahlen sind die Zahlen aus 1934: Getauft wurden in Steinbach 25 und 4 in Kliniken geborene und getaufte (19 und 3); in Albach 8 und 1 (6). Die Zahl der Beerdigungen betrug in Stein- bach 15 (12); in Albach 4 (10). Getraut wurden in Steinbach 11 (21) und in Albach 4 (5). Konfirmiert wurden in Steinbach 19 (28) und Albach 6 (6). Der Abendmahlsbesuch betrug in Steinbach 104 (115) v. H. und Albach 140 (144) v. H., im Kirchspiel 113 (122) v. H. der Gesamt- seelenzahl der Evangelischen. Kreis Mehlar T Waldgirmes, 3. Jan. In den vereinigten Kirchspielen Waldgirmes und Naunheim wurden im letzten Jahr getauft 32 bzw. 42, konfirmiert 36 bzw. 43, verheiratet 12 bzw. 8, gestorben sind 12 bzw. 8. Abendmahlsgäste 1854 bzw. 990 Personen. An Kollekten gingen gemeinsam ein 1689,58 Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Sranffurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Datum 2.1. 115,75 Banknoten. Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 90,5 141 25,25 284,4 168,5 159 52,4 101 116 77 87 119 128 Schluß- hird 27 87,25 197 148,25 217 107,5 113 110,25 .. 6 .. 6 .. 0 .. 7 . 0 .. 8 . 0 . 0 7*/. 18 . 8 I ®. Farben-Jndustrie . Scheideanstalt Goldschmidt ... Rütgerswerke .. Metallgelellschaft Deriin,3.3anucr Amertlantsche Noten Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten.............. Schwedische Noten .......... Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bembcrg 5| 117,5 6 — 12 210,25 4 103,5 74,4 17,65 Philipp Hol,:..... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Gritzner....................o| Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ........ io| Mansselder Bergbau .. Kokswerke Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigte Stahlwerke Otavi Minen Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Orenstein & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Accumulatoren-Fabrik Contt-Gummi....... I ,. u . 0 . 5 . 5 ?y, Franiiuri a. 2M. .Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Gchluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 21. 3.1. 2-1. 31. Datum 2.1. 3.1. 2.1, 3.1. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 51/z% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mü Ausloi.-Rechten ............ 100,4 97,25 103,5 110 99,9 97 96,4 101 93 119 113,4 96,5 100,9 100,9 97 97 107,4 1,2 9 9 8,9 12,6 9,5 100,25 97,25 103,5 109,9 99,75 97,25 96,4 101,1 93 119 113,13 96,5 101 101,25 97 97 107,4 29,25 1,2 9 8,95 8,8 9,5 100,5 97,25 103,4 110 100 97,25 96,25 113,4 101 97 97 108 29,25 1,25 9,05 9 124 100,5 97,25 103,4 109,8 100 97,25 96,4 113,25 101 97 97 108 29,75 1,25 9 8,95 8,9 13 4% vesgi. Serie ii ... ..... 9.5 5,65 8,5 4,9 38,75 15 17,25 86,25 114 84 84 84 180,5 37 135,75 113,5 127,5 112,75 125 132 130 119,25 165,5 121,5 94,65 106,75 109 85,5 125,75 81,75 79,5 9,5 5,65 8,5 4,9 39 15 17 85,5 113,5 83,5 83,75 83,75 180 37,25 135,5 112 127 112,5 125 128,75 119 165,5 121,5 94,75 106,9 109,25 85,5 152 125,75 81,75 78,65 5,55 8,6 4,9 39 15 17 86,9 113,5 84 84 84 180,75 36,9 135,9 113 127,65 113 125,13 132 129 119,4 165,5 121 94,5 106,5 109 85,25 154 125 81,5 79,4 5,65 8,55 4,9 39,2 15,13 17,25 85,25 113,9 83,5 83,75 83,75 180 37,25 135,75 112.25 127,5 112,75 125,25 128,5 119,5 165,5 123 94,4 106,75 109 85 1 154,5 1 125,13 . 81,25 I 78,65 ' 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4!4%Ruman.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier............. Hamburg-Amertka-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A-G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... g Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsciie Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ................ 12 A.E.G......................0 Bekula.................... jo Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6*4 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.i Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ g Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co...............4 Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co..............7 Buderus ................... 4 Deutsche Erdöl ..............4 Harpener.................... Hoesch Eisen—KöltEeuessen .. 8 Ilse Bergbau ............... g Ilie Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke ...............z Mannesmann-Röhren........0 4l/,% Deutsche Reichspo Weisungen von 1934, 6% ehem.8% Hess. Volks (rückzahlb. 102%) .... Schatz an- ....... taat 1929 *¥i% ehem.8% Hessische Landes' banl Darmstadt Gold R. 12.... 5Vi% ehem. 4/,% Hess. Landes. Hypothekenbank DarmstadtLiaui 414% ehem. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provtnz-Anleihe mtt Auslos.-Reckten ............. Deutsche Komm. Samme leihe Serie 1 mtt Auslo 4^% ehem.8% Franks. H Goldpfe. 15 unkündbar 614% ehem. 4/2% Frar Bank-Ligu.-Psandbrte 514% ehem. 414% Hyp.-Bank-Liqu.-Gold 414% ehem. 8% Pr. San briefanstalt, Pfandbrte 4?4% ehem. 7% Pr.Lan briefanst., Gold Komn Steuergutsch.Berrechnun 4% Oesterretchtsche Gold 4,20% Oesterreichische S 4% Ungarische Goldrent« 4% Ungarische StaatSren 414% desgl. von 1913 .. o% abgeit. Goldmexikan 4%Tmkische Bagda'dbah labl. Aw .-Rechten Yp.-Bank bis 1935 tf. HYP-- Rheinische Pfe..... vespfand- fe R. 19 despfand- i. 061.VI gSk. 34-38 rente.... ilberrente te v. 1910 er von 99 n-Anleihe Gchlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse 3.1. 2.1. 3.1. 118,25 — 118,5 — 115,13 115,4 209,5 211 210 103,5 104 103,65 74,25 74,4 74,4 17,5 17,5 17,75 120,5 120 120.5 115,5 116 116 179 177,5 179,5 147,5 148,5 147,5 216,5 —— —- 107 107 107 113,5 113,65 113,4 110,75 111,5 111 I 87 87,5 87,5 I 119,5 —— 1 128 — — 102 101,75 53 52.4 53 100,75 101,25 100,5 115,5 115,75 115,65 77,25 77,75 —— — 120,75 120,65 90 90,5 89,9 141 141 — 74,65 74,5 24,75 24,9 24,75 286,5 286,25 286,5 168,5 169 169,5 159 158.5 159 26,25 26,75 27 87,25 — 197 197 — 2-lZaruar 3-Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld ! Bries Geld Vries Buenos Sitte. 0,670 0,674 0,668 0,672 Brüssel .... 41,90 41,98 41.86 41,94 Rio de Jan. 0,137 0,139 0,137 0,139 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,64 54,74 54,68 54.78 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46.90 London.... 12,235 12,265 12,245 12,275 Heljingfors.. 5,395 5,405 5.395 5.405 Baris ..... 16,43 16,47 16,41 16 45 Holland ... 168,73 169,07 168,61 168,95 Italien .... 19,98 20,02 19.98 20,02 Japan ..... 0,714 0,716 0.715 0 717 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,44 61,56 -1,49 61,61 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49 05 Lissabon ... 11,10 11,12 11,11 11.13 Stockholm.. 63,09 63,21 63,14 63,26 Schwei, ... 80,75 80,91 80,69 80,85 Spanien.... 34,05 34,11 34,01 34.07 Prag....... 10,31 10,33 10,31 10,33 Budapest .. — Reuyork .. 2,486 2,490 2,486 2.490 Geld L'Nl, 2.438 2,458 41,72 41.88 54,47 54,69 12,21 12,25 16,36 16.42 168,19 168,87 - —— 61,33 61,57 —— —— — — 62,97 63,23 80,51 80,83 33,65 33,79 Aus Natur und Technik. Volksfluazeuaes schon bedeutend näher. Die Versuche auf diesem Gebiet stecken durchaus nicht mehr im Anfangsstadium, denn schon vor einigen Monaten hat ein Motor, der stark genug ist, um ein einwandfreies Starten zu ermöglichen und der auch sicheres Fliegen ohne Unterstützung durch Hangoder Thermikaufwinde gewährleistet, die amtliche Musterprüfung bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt bestanden und ist sofort in Reihenanfertigung genommen. Es handelt sich um einen luftgekühlten Zweitakt-Zweizylinder von 18,5 PS Leistung und 26 Kilogramm Gewicht, der in der Stunde nur rund 8 Liter Brennstoff verbraucht, also in dieser Beziehung einem normalen Kleinauto gleicht. Die Leistungen dieses Motors entsprechen den oben gekennzeichneten Voraussetzungen, und da ein solcher „Motorsegler" sich bei Serienfabrikation auf etwa 3 0 0 0 Mark stellt, beim Selbstbau einzelner Teile aber noch erheblich billiger ist, kann man hier schon von einem „Volksflugzeug" sprechen. An der Vervollkommnung dieser Flugzeugart wird rastlos weitergearbeitet. Professor Georgii vom Deutschen Forschungsinstitut für Segelflug konnte bereits mitteilen, daß man in Darmstadt an einer Bauform arbeitet, bei der sich der Motor vollkommen in den Rumpf versenken läßt, um die Segelfähigkeit nicht zu vermindern. Ein anderer Gedanke, der nicht so sehr in Deutschland als in anderen Ländern verfolgt wird, geyt davon aus, die Erfindung des Spaniers Don Juan de la Cierva weiterzuentwickeln. Cierva hat bekanntlich das Windmühlenflugzeug, das „A u t o - atro" erfunden, dessen Vorteile vor allem bei beschränkten Lande- und Startmöglichkeiten nicht außer acht gelassen werden dürfen. Ohne Zweifel bietet auch das Prinzip der Windmühlenflugzeuge Vorteile, kann man doch mit diesen Maschinen bei Windstille mit 10 bis 15 Meter Anlauf vom Boden freikommen und ebenso mit einem unglaublich kurzen Auslauf landen. Da die Geschwindigkeitsregulierung im Horizontalilug — bei hoher Sicherheit des Fluges — zwischen 25 und 160 Kilometer in der Stunde sehr elastisch ist, sind die Zukunftsmöglichkeiten dieses Flugzeuges nicht gering einzuschätzen. okn' Fische auf der Hochzeitsreise. Aalwunder - Jagd aufKaviar - LiebenderLachs - Wanderburschen desMeeres. Von Herbert paah. Wo kommen nur die sogenannten Glas-Aale her? Die kleinen durchsichtigen Dinger sammeln sich an den Flußmündungen, werden zu Aalen und wandern die Flüsse aufwärts. Der Rheinfall von Schaffhausen kann ihnen kein Hindernis sein, denn die Aale sind auch im Bodensee zu finden. Sie krauchen über feuchte Wiesen und sollen sich sogar in die Wasserleitungen verirren. Mir ist das Glück noch nicht passiert, den fettreichen Fisch ins Haus zu locken. Die Wasserwerke werden das Wasser schon auf Aale sichten. Legenden? SiHer ist es eine Legende, wenn der Landmann berichtet, ein Aal habe seinen Gemüsegarten abgegrast. Das macht der Aal nicht, er ist ein Räuber, kein Vegetarier und frißt Kleinzeug aller Art: Kleine Fische, Frösche, Mäuse — und die großen Burschen von 2 Meter Länge machen sich sogar an Wasserratten und junges Federvieh heran. Mit Wonne fressen sie Fischlaich und Aas. Es ist keine Legende, daß man verirrte kleine Aale schon in Wasserleitungen gefunden hat. Nur darf man nicht erwarten, daß beim Hahnauf- drehen die Aale herauskommen wie Bier im Automatenrestaurant. Je weiter der Hochsee zu, desto kleiner werden die Glasaale. In den Flüssen halten die ausgewachsenen Tiere einen leichten Winterschlaf. Die Aale können Jahrzehnte alt werden, sie wachsen sehr langsam. Sind die Tiere geschlechtsreif, dann machen sie sich auf die Hochzeitsreise. Sie essen nichts und schwimmen immer nur flußabwärts. Die Liebe geht bei ihnen nicht durch den Magen. Hochzeitsgedanken erfüllen die Aaalseelen, und aller Hunger ist vergessen. Wo die Aale hin- gehen, blieb unbekannt. Wo die jungen Glasaale Herkommen, war ein Geheimnis. In jedem Falle lasen unsere Väter in den Zeitungen etwas über das Geheimnis der Aale, so wie sie die berühmten Briefträgerartikel lasen. In fernen Ländern sollen die Briefträger auf Stelzen gehen, um Flüsse zu durchwaten. Im Spreewald schnallen sich Stephans dienstbare Geister Schlittschuhe an. In den Tropen tragen sie einen Sonnenschirm und in der Süd- see schwimmen sie von Insel zu Insel. Die Redakteure aus Vaters Zeiten ließen die Briefträger und das Geheimnis der Aale nicht einschlafen. Nun wissen wir, wo die L a i ch p l ä tz e der Aale liegen; im Saragossameer, mitten im Atlantischen Ozean. Aus dem Aalgeheimnis ist ein A a l w u n- der geworden. Nach dem Saragossameer schwimmen die hochzeitslüsternen Aale hin, und von dort kommen die jungen Glasaale her. Wer gab den Tieren diesen wunderlichen Hochzeitstrieb? Warum suchen die Jungen wieder die Kontinente auf und bleiben nicht am Treffplatz aller Aale? Unerklärlicher Wandertrieb. Die Aale sind nicht die einzigen „Wandervögel" unter den Fischen. Stör und Hausen wandern auch. Das sind schon größere Tiere. Die Störe bringen es im Jdealfall auf 6 Meter und die Hausen auf 9 Meter Länge. Der 1 Meter große Sterlett hat das Wandern aufgegeben und ist Flußfisch geworden. Die Störe sind Raubfische, die selbst auf Karpfen gehen. Ihre Eierstöcke haben es den Menschen angetan, denn sie bereiten uns diesen Kaviar. Im Winterschlaf werden die Störe aufgestöbert, Eislöcher werden geschlagen und die Riesenfische aufgehakt. Zu den Wanderfischen zählt auch der grätenlose Lachs. Nicht weit von den Flußmündungen lebt der gefräßige Räuber im Meer und ernährt sich von Krebsen, Sandaalen, Stichlingen, Heringen und anderen Tieren. Die Aale wandern hungernd in die Hochsee, um zu lieben, der Lachs wandert die Flüsse bergauf, um Hochzeit zu feiern. Auch er hungert als liebender Freier und verschmäht jede Nahrung. Sittsam wandern die Geschlechter getrennt. Die widerwärtigsten Hindernisse auf der Hochzeitsreise werden überwunden. Keine Strömung zwingt den Lachs zur Aufgabe. Hindernisse bis zu 2 und 3 Meter Höhe werden übersprungen. Im Weitsprung leisten sie 4 bis 6 Meter. Der Fisch krümmt sich zusammen, so daß sich Schwanz und Kopf berühren, und dann schnellt er empor, der Hungerkünstler und Hochzeiter. Oft wird das Hindernis genommen, doch die Strömung reißt den Fisch wieder zurück. Verzweiflung kennt der Lachs nicht. Einmal muß es gelingen. Oben im Gebirge, im ruhigen Wasser finden sich endlich die Geschlechter. Auf jedes Weibchen kommen mehrere Männchen. Hunger und Reiseanstrengungen sind nicht genug Mühsale auf dem Wege zur Ehe. Die Männchen müssen noch um die Gunst des Weibchens kämpfen. Und doch hat noch kein Lachs resigniert die sexuelle Frage der Lachse erörtert. Nach der Hochzeit kehrt alles ermattet ins Meer wieder zurück. Ein Glück, daß man mit dem Strom, nicht gegen ihn zu schwimmen hat. Das Fleisch rückkehrender Fische ist schmutzig-weiß und kaum genießbar. Die frische Röte haben nur die Schwimmer wider den Strom. Im Meere endlich fressen sich ftie Lachse wieder ihren Magen voll und erholen sich von der Hochzeitsreise. Warum soll man sich anstrengen, wenn man es bequemer haben kann, sagen die „F i s ch h a l t e r". Es gibt ja auch Wanderburschen, die auf der Landstraße Autos anhalten und ihre Begleitung anbieten. Die Fischhalter fragen erst gar nicht Oie vor- üderschwimmenden Haifische und die Kapitäne der Schiffe. Am Kopfe haben sie eine Saugplatte, und damit saugen sie sich großen Fischen oder Schiffen an. So geht es auf die Reise. Bescheiden sind nur die Lumpen, sagen die Fischhalter und lassen sich durch aller Herren Länder ziehen. Haifische sind mit diesen Burschen manchmal förmlich bedeckt. Himmelsflöhe, Ioiorsegler und Autogiro. Aus dem Wege zum Volksflugzeug. Wenn vorn Fliegen als Volkssport gesprochen wird, so darf Deutschland ohne Zweifel für sich in Anspruch nehmen, diesen Gedanken wenigstens auf einem Gebiet in hohem Maße verwirklicht zu haben: auf dem des motorlosen Fluges. Jedoch ist der Seaelflug an ganz bestimmte Voraussetzungen gebunden. Bei seiner Ausübung tritt vor allem ein Moment in den Hintergrund, das beim Motorflug selbstverständlich ist: die vollkommene Unabhängigkeit von der Wetterlage, die Möglichkeit, jederzeit ein im voraus bestimmtes Ziel zu erreichen. Wie steht es nun aber mit dem Motor-Volksflugzeug? In allen Ländern geht die Entwicklung dahin, der privaten Luftfahrt einen stärkeren Auftrieb zu geben. Anzeichen dafür gibt es viele. Im August vorigen Jahres beschloß beispielsweise das englische Luftfahrtministerium, leichte Maschinen, sogenannte Zwergflugzeuge, von der bisher durch das Luftfahrtministerium ausgeübten Inspektion und Kontrolle zu befreien. Dis Bestimmungen, die für derartige Maschinen gelten, sind immerhin noch sehr streng. Es ist ihnen verboten, Großbritannien bzw. Nordirland zu verlassen, bewohnte Gebiete ober Menschenansammlungen zu überfliegen, einen Passagier oder Gepäck an Bord zu nehmen und akrobatische Kunststücke auszuführen. Sie müssen ferner in leistungsfähigem Zustand erhalten werden und gegen etwaigen Schaden unbeteiligter Personen versichert sein. Die Flieger erhalten — was eine wesentliche Erleichterung darstellt — statt der üblichen Lizenz Erlaubnisscheine. Auch in Frankreich baut man derartige Zwerg- slugzeuge, die man dort „H i mm e l s f l o h" nennt. Aber die Erfahrungen, die man mit diesem „Himmelsfloh" bei unseren westlichen Nachbarn gemacht hat, zeigen, wie gefährlich es ist, eine Entwicklung zu überstürzen. Der „Himmelsfloh", der nach seinem äußeren Aussehen seinen Namen wirklich verdient hat, fand in kurzer Zeit sehr viele begeisterte Liebhaber, die durch ihn ihre Leidenschaft für den Motorflug befriedigen konnten, ohne viel Geld aus- geben zu müssen. Aber dieses Zwergflugzeug ist hinsichtlich der Flugsicherheit durchaus ungenügend gebaut. Die vielen Abstürze, Flügelbrüche und Leitwerkstörungen haben zur Folge gehabt, daß eine Anzahl von Befehlshabern der französischen Wehrmacht in ihrem Wehrbereich oie Benutzung des „Himmelsflohes" verboten haben, und auch in England steht man dem „Himmelsfloh" sehr skeptisch gegenüber. Der Weg, den man also mit dem Bau von Zwergflugzeugen beschritten hat — wobei spekulative Momente eine gewisse Rolle gespielt haben dürften — ist also offensichtlich nicht ganz richtig. Er zeigt auch, daß man nicht ungestraft Flugzeuge bauen kann, die nur den Anforderungen der Billigkeit, des sparsamen Brennstoffverbrauchs usw. entsprechen, ohne gleichzeitig Gefahr zu laufen, daß damit auch der Sicherheitsfaktor erheblich herabgemindert wird. Nun ist die Situation fo: Unsere Sportflugzeuge vom Typ des Drachenflugzeuges haben einen ungemein hohen Entwicklungsgrad erreicht, und an den vier Hauptbestandteilen, wie Motor, Propeller, Trag- und Leitwerk sowie Rumpf einschließlich Fahrgestell, dürfte sich wohl nicht mehr viel verbessern lassen. Diese Flugzeuge sind durchweg mit Motoren von 60 bis 80 PS ausgerüstet; sie kosten in Unterhaltung und Anschaffung mindestens ebensoviel wie ein gleichstarker Luxuswagen, so daß man unter diesen Umständen die Sportmaschinen nicht gut als „V o l k s f l u g z e u g e" ansprechen kann. Es sind nur wenige Liebhaber des Motorfluges in der Lage, sich ein solches Flugzeug zu halten. Fliegen auf dieser Basis ist immer noch der kostspieligste Sport. Die Entwicklung drängt, vor allem in Deutschland, das auf diesem Gebiet mit methodischer Gründlichkeit und wissenschaftlicher Genauigkeit vorgeht, dahin, die bei uns erreichte außerordentlich hohe Leistungsfähigkeit des Segelflugzeuges durch einen schwachen Hilfsmotor zu unterstützen. Ein solches Flugzeug kommt dem Gedanken des Fahrtberichl aus dem rasenden BobWitten. Neuigkeiten in der Kurzwettentechnik Zu den Gebieten der Technik, auf denen wir in Zukunft vielleicht noch mancherlei Überraschungen erleben werden, gehört das der „kurze n" oder der „u l t r a k u r z e n" Wellen. Unter „kurzen" Wellen versteht man im allgemeinen solche, deren Länge unter hundert Meter liegt, während als „ultrakurze" die Wellen mit einer Länge unter zehn Meter bezeichnet werden. Ihnen schließen sich dann noch die „Dezimeterwellen" an, deren Wesen durch ihren Namen gekennzeichnet ist. Hier ist noch lange nicht alles erforscht oder ausgebaut, hier ist noch Neuland, das der weiteren Erschließung harrt. Die kurzen Wellen stehen bereits seit einigen Jahren für öen Verkehr auf weite Entfernungen im Gebrauch. Durch sie werden große Strecken überbrückt, lieber die trennenden Weltmeere hinweg pflanzen sie sich von Erdteil zu Erdteil fort. Bei den ultrakurzen Wellen ist die Reichweite nicht sehr groß. Sie entspricht ungefähr der Sichtweite. Nehmen wir an, wir selbst stünden an dem Punkte, von dem die Wellen ausstrahlen. Dann wird man sie etwa in dem Umfange empfangen können, bis zu dem unser Auge reicht. Je höher wir stehen, desto weiter wird unser Gesichtskreis. Die ultrakurzen Wellen verhalten sich genau so. Ihre Reichweite wächst mit der Höhe der Steile, von der sie ausgesandt werden. Die ultrakurzen Wellen lassen sich aber ähnlich wie das von einer Lichtquelle ausgehende Licht zu einem Strahl zusammenraffen und nach einer bestimmten Richtung hinauswerfen. Ob man mit derartigen „g e - bündelten" und „gerichteten" ultrakurzen Wellen jemals über solche Entfernungen wird verkehren können, wie dies mit den kurzen Wellen der Fall ist, mag heute noch zweifelhaft erscheinen. Daß aber auch mit ihnen ein regelmäßiger Verkehr durchgeführt werden kann, beweist eine nunmehr in Betrieb genommene Verbindung zwischen den beiden hawaischen Inseln Maui und Molokai. Die (Entfernung zwischen diesen beiden Eilanden beträgt rund 90 Kilometer. Um einen Fernsprechverkehr zu ermöglichen, ohne daß deswegen erst ein Unterseekabel verlegt werden mußte, wurden, nachdem vorangegangene Versuche günstig verlaufen waren. ultrakurze Wellen als Vermittler gewählt. Die auf Maui errichtete Sende- und Empfangsstelle liegt 833 Meter über dem Meere, während sich die Gegenstelle auf Molokai auf Meereshöhe befindet. Zur Ilebertragung der Gespräche dient eine sehr kurze Welle von nur 1,3 Meter Länge. Die Aussendung der Wellen erfolgt hier wie dort von kleinen Türmen aus, deren jeder nur 17 Meter hoch ist. Die Türme haben nicht etwa den Zweck, die Reichweite zu erhöhen. Es hat sich gezeigt, daß in der Nähe des Erdbodens allerlei Störungen ihren Einfluß geltend machen, daß dieser Einfluß jedoch schon zehn Meter über dem Boden vollkommen aufhört. Deswegen ging man noch etwas dar- ber hinaus und wählte, um völlige Störungsfreiheit zu erzielen, die angegebene Höhe. Zum Bündeln und Richten der ultrakurzen Wellen dienen zwei ganz kleine Hohlspiegel, wie überhaupt die ganze Einrichtung in sehr einfacher Weise aufgebaut ist. Die Empfänger brauchen, um gute Ergebnisse zu erzielen, nicht einmal sehr trennscharf zu sein. Man darf die Bedeutung dieses Erfolgs nicht unterschätzen, der vielleicht als der Beginn einer neuen Entwicklung gewertet werden muß. Auf dem Gebiet der langen Wellen herrscht bekanntlich großer Wellenmangel. Wenn sich zur Ausnützung der kurzen Wellen noch die Möglichkeit hinzugesellt, auch die ultrakurzen gebündelten und gerichteten Wellen zur Deckung der Bedürfnisse bestimmter Verkehrsnotwendigkeiten heranzuziehen, wird die Technik auf lange hinaus von allen Wellensorgen befreit sein. Im übrigen sei erwähnt, daß es auch versuchsweise bereits einmal gelungen ist, Gespräche und Gegengespräche auf einer Welle von sieben Meter Länge zwischen Amerika und Australien durchzuführen, doch nähert man sich hier bereits der Grenze, an der die ultrakurze Welle aufhört und die kurze Welle beginnt. Mit der gleichen ultrakurzen Welle von sieben Meter Länge wurde auch noch ein weiterer sehr bemerkenswerter Versuch unternommen, nämlich der, während des rasenden Dahinfahrens in einem Bobschlitten einen Bericht nach einer Emp- fangsstelle zu geben. Der Schlitten sauste mit einer Geschwindigkeit von 110 Kilometer in der Stunde dahin und durch scharfe Kurven hindurch. Als vorletzter saß in ihm ein Ingenieur, der mit einem tragbaren Sender für ultrakurze Wellen ausgerüstet war. Der Sender war in einem Tornister untergebracht, van dem aus der Sendedraht senkrecht in die Höhe ragte. Diese Sendeftelle verbrauchte nur sehr wenig Energie. Ihre Leistung belief sich auf nur ein Watt. Der Versuch gelang glänzend. Freilich mußte dabei, da eine Bündelung und Richtung der ultrakurzen Wellen infolge der ständigen Bewegung und Richtungsänderungen des Senders nicht möglich war, ein Kunft griff angewendet werden. Die Wellen verbreiteten sich in diesem Fall ja nur auf Sichtweite. Deshalb wurde innerhalb der Sichtweite des Senders ein Ultrakurzwellenempfänger ausgestellt, der den während der Fahrt in das Mikrophon gesprochenen Bericht aufnahm. Von diesem Empfänger wurde der Bericht auf einen zweiten Sender übertragen, der ihn auf der 150-Meter-Welle an einen zweiten Empfänger weitergab. Von hier wurde er im Draht nach dem dritten Sender gegeben, von wo aus schließlich die Verbreitung für die Allgemeinheu ftattfanö. Das erscheint, wenn man es lieft, als ein sehr beträchtlicher Umweg. In Wirklichkeit vollzog sich jedoch alles in sehr einfacher und glatter Weise. Der Versuch zeigte, daß man auch bei der ultra- kurzen Welle sogar bei sehr schneller und unregelmäßiger Bewegung des Senders ohne Bündeln und Richten über die Schwierigkeiten hinwegkommen kann, die in ihrer verhältnismäßig geringen Reichweite begründet sind. Bei der kurzen Welle hat man, wie wir eingangs bereits erwähnten, in erster Linie die große Reichweite ausgenützt. Daß man damit aber auch in bestimmten Fällen auf kleinen Reichweiten gute Erfolge erzielen kann, ergibt sich aus einer Erprobung an der Neuyorker Wertpapierbörse. Hier werden die Kurse nach bestimmten Stellen weitergegeben, an denen sie auf Tafeln aufgeschrieben werden. Diese Weitergabe erforderte immerhin mehr Zeit, als wünschenswert erschien. Um sie zu beschleunigen und die Kurse den Aufschreibenden auch aus weiterer Entfernung unmittelbar zugehen lassen zu können, wurde eine besondere Ilebertragung auf kurze Wellen eingerichtet. Auch hier wurden die Kurse einfach in ein Mikrophon gesprochen und im Sender der kurzen Trägerwelle aufgedrückt, die sie an einen Empfänger übermittelte. Die mit dem Aufschreiben Beauftragten empfingen die Zahlen durch Kopfhörer, die mit diesem Empfänger verbunden waren. In ähnlicher Weise konnten von bestimmten Räumen aus Nachrichten nach anderen Das Wunder der Photozelle. Von Dr. Helmut Thomasius Die Natur schafft regelmäßige, sie schafft aber auch sehr unregelmäßige Formen. Nehmen wir an, daß die Oberfläche eines sehr unregelmäßig gestalteten Blattes mit noch dazu sehr ungleichmäßia gezacktem Rand bestimmt werden soll. Der Forscher, der diese Aufgabe lösen will, wird der Technik sicherlich sehr dankbar sein, wenn sie ihm dazu jetzt ein sehr einfaches Hilfsmittel zur Verfügung gestellt hat. Es besteht aus einem Kästchen, dessen Boden durch eine Glasplatte gebildet wird. Durch diese Glasplatte scheint das Licht einer starken elektrischen Glühlampe hindurch. Auf einer Anzeigevorrichtung wird die Lichtstärke abgelesen, die an einer bestimmten Stelle des Kästchens herrscht. Hierauf wird das Blatt auf die Glasplatte gelegt, eine zweite Ablesung folgt, die im Vergleich mit der ersten erkennen läßt, wieviel Licht das Blatt weggenommen hat. Die Verringerung der Lichtstärke entspricht, wie leicht einzuseyen ist, der Größe des Blattes. Sie wird um so beträchtlicher fein, je größer dessen Oberfläche ist. Auf diese Weise läßt sich auch die Zunahme der Oberfläche beim Wachstum erkennen. Es ist aber möglich, auch an anderen Gegenständen die Größe der Oberfläche schnell festzustellen. Das klingt alles sehr einfach, ist aber gar nicht so einfach. Die Messung der Lichtstärke an einem bestimmten Punkt des Kästchens würde nämlich gleichfalls einige Arbeit machen. Das glatte und mühelose sofortige Ablesen der Zahlen für die Oberflächengrößen hingegen wird dadurch erreicht, daß im Kästchen an einer bestimmten Stelle eine Photoze11 e untergebracht ist, die eine außerordentlich hohe Empfindlichkeit für die geringsten Schwankungen der Lichtstärke besitzt. Diese Photozelle, das kleine Wunder, das der deutsche Physiker H a 11 w a ch s vor rund einem halben Jahrhundert der Menschheit geschenkt hat und dessen Bedeutung auszunutzen erst der neueren Zeit vorbehalten blieb, erfreut sich einer sehr weitgehenden Aufmerksamkeit der Techniker. Wenn man sie in einen elektrischen Stromkreis einschaltet, kann man damit alle möglichen Dinge ausführen. Man braucht nur einen Lichtstrahl auf dieses kleine Glasgefäß fallen zu lassen, oder einen darauf fallenden Lichtstrahl zu durchbrechen, so führt sie durch ihre Einwirkung auf das Fließen des Stroms d i e herrlichsten Dinge aus. Sie hemmt Bewegungen, leitet neue ein, nimmt Schaltungen vor und erweist sich in der verschiedensten Hinsicht recht brauchbar. Ständig mehrt sich die Zahl ihrer Anwendungen und es ist viel Eigenartiges darunter. Das Sammeln von Briefmarken ist eine eigenartige Sache. Wir sind darüber nicht so genau unterrichtet, aber wahrscheinlich sind die Sammler mit der Art und Weise nicht zufrieden, wie die Lochungen verschiedener Marken mancher Staaten ausgeführt waren. Darauf deutet eine Einrichtung hin, die eigens zu dem Zweck durchgebildet wurde, die Perforierung ganz genau und gradlinig zwischen den einzelnen Marken verlaufend zu gestalten. Die Durchlochungsvorrichtung wird durch Photozellen in ihrer Bahn gehalten. Die Zellen sitzen zu beiden Seiten der Markenreihe. Verschiebt diese sich nur um das mindeste, so ändert sich damit auch die Stärke des auf die Zelle fallenden Lichts um ein geringes. Aber das genügt, um eine Vorrichtung einzuschalten, die bewirkt, daß der Locher wieder genau in der Mitte eingreift. Beim Schmieden kommt es oft darauf an, daß das Werkstück in dem Augenblick eine ganz bestimmte Temperatur hat, wo es unter den Hammer kommt. Die Höhe der Temperatur läßt sich für das geübte Auge an der Farbe der Glut erkennen. Aber das ständige Nachsehen nimmt Zeit in Anspruch und macht Mühe. Die Erhitzung erfolgt in bestimmten Fällen auch auf elektrischem Wege dadurch, daß man den elektrischen Strom in ähnlicher Weise durch die Werkstücke hindurchleitet wie durch den Glühdraht einer Glühlampe. Wie dieser geraten sie ins Glühen. Im gegebenen Augenblick muß der Strom abgeschaltet werden. Das „elektrische A u g e", wie man die Photozelle auch zu nennen pflegt, ist mit Erfolg dazu verwendet worden, diesen Vorgang zu überwachen. Seine außerordentliche Empfindlichkeit gegen die geringsten Helligkeitsunterschiede und die Möglichkeit, seine Wirkung auf Räumen der Börse durchgegeben werden, ohne daß eine Drahtverbindung nötig war. Der Vorteil dieser Art des Verkehrs gegenüber der Drahtverbindung liegt in erster Linie darin, daß der Draht besetzt fein und daß, bis er wieder frei wird, Zeit vergehen kann, die gerade im Börsenverkehr unter Umständen „kostbar" wird. Beim drahtlosen Verkehr, über welche Art von Wellen er sich auch vollzieht, gibt es aber kein Warten. Jeder kann jederzeit die Nachrichten empfangen, die im gleichen Augenblick ins Mikrophon gesprochen werden. Notizbuch der kleinen Erfindungen. Es kann nicht m e h r „z i e h e n". Eine neue patentierte Erfindung, der Dichtungsstreifen, hält jede Zugluft durch Fenster und Türen, außerdem auch einoringenden Staub, Regen Kälte und Lärm ab. * Ein neuer Füllhalter ist mit einem optischen Signal, einem weißen Füllknopf, versehen. Ist der weiße Füllknopf verdeckt, so zeigt das an, daß der Halter gefüllt und schreibbereit ist, während der sichtbar hervortretende Füllknopf meldet, daß der Halter füllbereit ist. Bei der Herstellung von Schallplatten verkörperten bisher das Graphit oder der Bronzestaub die elektrisch leitende Schicht. Beide Schichten erwiesen sich aber immer noch als ziemlich grobkörnig. Deshalb verwendet man neuerdings Silber, das sich mit Hilfe eines besonderen Verfahrens in sehr gleichmäßiger Schicht auftragen läßt. In Koffer- oder in Fußbankform ist als Winterausrüstung für den Kraftwagen eine neue Autoheizung mit flammenloser Verbrennung auf den Markt gekommen, die als Brennstoff Ka- talyt verwendet. Die Heizung ist schnell und ohne besondere Umstände in Gang zu setzen und funktioniert in jeder Stellung. Brennstoffverbrauch anderthalb bis zwei Liter für etwa fünfzehn Stunden. * Eine neuartige Teigrühr -, Knet- und S ch l a g m a f dfi n e ist auf den Markt gekommen. Sie ist in Schräglage angefertigt und ermöglicht ein weit leichteres und bequemeres Arbeiten als bei der bisherigen Bauart. eine bestimmte Temperatur abzustellen, befähigen es, den ganzen Vorgang zu leiten. Wirklich w i e ein wachsames Äuge blickt es von oben her auf das glühende Eisenstück herab. Sobald die richtige Helligkeit der Glut und damit die richtige Temperatur erreicht sind, schaltet es den Strom aus. Zur Bestimmung der Stärke von Lichtquellen dienen die P h o t o Meter, die zu hoher Vollkommenheit durchgebildet sind. Die zu untersuchende Lichtquelle mutz dabei in einem verdunkelten, mit den nötigen Einrichtungen versehenen Raum gebracht werden. Für Zwecke, wo es sich darum handelt, rasch zu ermitteln, ob eine Lichtquelle die nötigen oder gewünschten Eigenschaften zeigt, wurde eine besondere tragbare Vorrichtung geschaffen, die überall, also auf der Straße, auf freiem Feld usw. Verwendung finden kann. Der Hauptbestandteil ist natürlich wieder eine Photozelle. Die Lieferung des für ihren Betrieb nötigen Stroms erfolgt aus einer Trockenbatterie. Das Ganze ist derart zusammengefaßt, daß es leicht von Ort zu Ort bewegt werden kann. Wenn nun irgendeine Lichtquelle untersucht werden soll, wird es einfach so vor sie hinge- stellt, daß das Licht unmittelbar darauf fällt. Sofort kann die Licht st ä r k e aufderRückseite a b g e l e s en werden. Auf diese Weise lassen sich Untersuchungen von Beleuchtungsmitteln der verschiedensten Art, von Scheinwerfern von Autos und was es sonst fei, durchführen, ohne daß deswegen die Glühlampen aus ihrem Sockel herausgeschraubt und eigens nach einem Pbotometrierraum gebracht werden müssen. Es läßt sich des weiteren untersuchen, wie breit der Lichtkegel in verschiedenen Entfernungen von der Licht- ouelle ist, welche Lichtstärken in seinen einzelnen Teilen herrschen und ähnliches. Zum Zweck derartiger Untersuchungen ist die Rückseite der Einrichtung noch in ganz besonderer Weise ausgestattet. Der Gedankenreichtum der Erfinder in bezug auf die Photozelle und die Mannigfaltigkeit der Gebiete, in denen sie Anwendung finden 'kann, zeigt sich in einem Verfahren zur P r ü - fung gefärbter Flächen auf die Gleichmäßigkeit der Färbung. Derartige Färbungen werden jetzt häufig nach dem Spritzoerfahren ausgeführt, wobei die Farbe in feinster Verteilung als eine Art von Rebel auf die mit ihr zu bedeckende Oberfläche aufgespritzt wird. Eine mit der Spritzeinrichtung verbundene Photozelle, auf die Licht von der jeweils gerade in Arbeit befindlichen Stelle fällt, läßt genau erkennen, ob der richtige Farbton schon erreicht ist oder ob zu seiner Erzielung eine noch dickere Schicht von Farbe auf den andersfarbigen Untergrund aufgebracht werden muß, der vielleicht noch etwas durchscheint und dadurch die Färbung beeinflußt. Die Photozelle sagt auch ohne weiteres, wann es genug ist, wodurch der Verschwendung von Farbe durch unnötiges Weiterspritzen vorgebeugt wird. Gerade an diesem Verfahren zeigt sich, in welcher Weise die geradezu verblüffende Empfindlichkeit zu Oberheffen K r a u ß e bei sehr gutem Besuch im großen Saal meinde Staufenberg 18, Lollar 43, Mainzlar 18, Daubringen 20, Ruttershausen 10. Abendmahlsgäste waren zusammen 2014; eine stattliche Zahl, der Geistliche rügte allerdings mit scharfen Worten den Rückgang dieser schönen und früher allgemein festgehaltenen Sitte. Die Wohltätigkeitsziffern sind hinter den vergangenen Jahren nicht zurückgeblieben. Besonderer Dank wurde den 14 konfirmierten Mädchen (Missionssammlerinnen) des Kirchspiels ausgesprochen, die mit großer Treue alle zwei Monate in über 200 Familien die Sammlung durcbführen. Ober-Bessingen, 3. Jan. Der Beginn dieser Woche bescherte unserer Gemeinde gleich zweimal eine — ägyptische F i n st e r n i s. Nach der Holzversteigerung am Montag, als die Teilnehmer an der Versteigerung sich zu der gewohnten Geselligkeit in der „Horstenburg" einge- funden hatten, setzte der Strom zum ersten Male aus, verursacht durch spielende Kinder. Pünktlich um 24 Uhr, als das alte Jahr schied, trat dann eine zweite Störung im Stromnetz ein, die bis zum nächsten Morgen erst behoben werden konnte. Diesmal richteten Feuerwerkskörper im benachbarten Münster den Schaden an. Kreis Friedberg. (X) Gambach, 3. Jan. Hier verstarb am Donnerstag die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Kath.-Elise Biedenkopf Wwe. im 90. Lebensjahre. Kreis Schotten. * Schotten, 4. Jan. Zu dem Bericht im „Gießener Anzeiger" vom 31. Dezember über die Scharlach-Erkrankungen in Michelbach teilt uns das Gesundheitsamt des Kreises Schotten heute mit, daß die Erkrankungen in Michelbach nicht — wie berichtet — von Schotten eingeschleppt wurden, sondern vielmehr die Erkrankungen in Michelbach zuerst auftraten. Kreis Aisfeld. A Alsfeld, 3. Jan. Am Neujahrstage fand das schon bald traditionelle Konzert der Regimentsmusik des Inf.-Regt s. Nr. 36 in des „Deutschen Hauses" statt. Die diesjährige Vortragsfolge zeigte wieder eine sorgfältige Zusammenstellung. In dem Violinkonzert D=dur von Mozart erwies sich Herr B o st als ein Violinvirtuose von beachtlicher Höhe. Auch die übrigen solistischen Darbietungen, die diesmal einen besonderen Raum im Konzert einnahmen, brachten sehr gute Leistungen, die verdienten stürmischen Beifall fanden, so daß mehrere Zugaben erforderlich wurden. Der zweite Teil des Konzerts, der d"r Blasmusik gewidmet war, enthielt zwei neue Fanfarenmärsche: „Volk ans Gewehr" und die „Saarlandfanfare", die lebhaften Beifall fanden. Das farbenprächtige Reck- lingfche Tongemälde „(Erinnerung an das Militärleben" beschloß das abwechslungsreiche Konzert. lassung" aber schon so vor Dreck starrte und durch den unerträglichen Gestank und ganze Ungezieferkolonien eine Gefahr für die Gesundheit des ganzen Stadtviertels war, wie mochte es dann erst im „Hauptgeschäft" aussehen. Die Kreisgesundheitsbehörde ließ darum eine Prüfung des Betriebs in Altwiedermus vornehmen und fand ihre Annahme in allen Teilen noch weit übertroffen. Daraufhin wurde die sofortige Schließung der Darm- und Fellhandlung des Juden Adler durch die Polizei oorgenommen. Landkreis Gießen △ Ruttershausen, 3. Jan. Im diesjährigen Neujahrsgottesdienst wurde wie immer von dem Geistlichen ein kurzer Ueberblick über die kirchlichen Ereignisse von 1935 gegeben: Danach ist die Evangelische Gemeinde um 107 Kinder gewachsen, die durch die hl. Taufe ihr zugeführt wurden; 29 dieser Getauften entfallen allerdings auf Gießener Krankenhäuser und nur 78 auf das Kirchspiel Kirchberg selbst. Auf die einzelnen Gemeinden verteilen sich die Zählen wie folgt: Staufenberg 15, Lollar 36, Mainzlar 7, Daubringen 12, Ruttershausen 7; 74 Brautpaare wurden kirchlich eingesegnet, von Staufenberg 11, von Lollar 28, von Mainzlar 10, von Daubringen 18 und von Ruttershausen 6; 54 Personen wurden kirchlich beerdigt, danach Ein Schüler von Philipp ^eiß feiert diamantene Hochzeit. Der Führer gratuliert. LPD. Friedberg, 3. Jan. Der Landwirt August Väth und Frau Emma, geb. Keller, in Bauernheim feierten in diesen Tagen das Fest der diamantenen Hochzeit. Eine besondere Freude wurde dem Jubelpaar mit dem in herzlichem Ton gehaltenen Glückwunschschreiben des Führers zuteil. Auch Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger übermittelte Glückwünsche. In einem Gespräch mit dem Jubelbräutigam wurde die interessante Tatsache bekannt, daß Väth ein Schüler von Philipp Reiß, dem Erfinder des Telephons, ist. Er erinnert sich noch sehr gut der damaligen Versuche beim Ausbau der Erfindung und durfte wohl der letzte lebende Zeuge aus der Zeit der Erfindung des Telephons fein. Zusammenstoß am unbewachten Bahnübergang. Büdingen, 3. Jan. (LPD.) An dem unübersichtlichen, schrankenlosen Bahnübergang innerhalb des Kreisortes Merken fr itz stieß ein Geschäftsmann mit feinem Auto mit dem von Gedern kommenden Zug zusammen. Das Auto wurde von der Lokomotive erfaßt und zur Seite geschleudert. Obwohl der Wagen schwer beschädigt wurde, tarnen die Insassen ziemlich glimpflich davon. Immerhin gibt dieser Unfall erneut Veranlassung, zu größter Vorsicht bei unbeschrankten Bahnübergängen zu mahnen. Wieder ein verdreckter Iudenbetrieb geschloffen. LPD. Büdingen, 3. Jan. Bei der vor einigen Wochen erfolgten polizeilichen Schließung der vollkommen verschmutzten Bäckerei des Juden Levi bekam die Polizei auch Einblick in den unmittelbar neben der Bäckerei liegenden Betrieb des Juden Adler aus Altwiedermus. Er unterhielt in Büdingen eine Zweigniederlassung seiner Darm« und Fellhandlung. Wenn die „Zweigniederentfallen auf ©taufenberg 16, Lollar 15, Mainzlar _ 12, Daubringen 7, Ruttershausen 4; 109 Konfir- fließen unter Leitung manben wurden eingesegnet und zwar aus der Ge-1 ® * ~ A r-'***' 472% Schatzanweisungen der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft von 1936 rückzahlbar zum Nennwert am 2. Januar 1944 Zeichnungsangebot Zum Zwecke der Konsolidierung bisher kurzfristig aufgenommener Kredite der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft und der Gesellschaft „Reichsautobahnen“ begibt die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft RM 500000000,- 41/2%ige Schatzanweisungen rückzahlbar zum Nennwert am 2. Januar 1944. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft ist auf Grund des Reichsbahngesetzes vom 30. August‘1924 (RGBl. II S. 272), abgeändert durch Gesetz vom 13. März 1930 (RGBl. II 8. 369), am 11. Oktober 1924 errichtet. Sie ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts und steht nach Maßgabe der §§ 31 ff. des Reichsbahngesetzes unter der Aufsicht der Reichsregierung. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt RM 15 Milliarden und besteht aus RM 13 Milliarden Stammaktien und RM 2 Milliarden Vorzugsaktien (Gruppe A), davon bisher begeben RM 1081 Millionen. Die Ausgabe vorstehender Reichsbahn-Schatzanweisungen erfolgt gemäß § 8 des Reichsbahngesetzes vom 13. März 1930 und dem Beschluß des Verwaltungsrats der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft vom 27. November 1935 sowie auf Grund der Genehmigung des Reichs- und Preußischen Wirtschaftsministers durch Erlaß vom 20. Dezember 1935 — I 33284/35 —. Die neuen Schatzanweisungen sind in Stücken zu RM 100, 500, 1000, 5000, 10000 und 20000 ausgefertigt und lauten sämtlich auf den Inhaber. Sie werden vom 1. Januar 1936 ab mit jährlich 4% vom Hundert in halbjährlichen Teilen am 1. Juli und 2. Januar j. J. verzinst. Der erste Zinsschein wird am 1. Juli 1936 fällig. Die Auszahlung der Zinsen und des Kapitals erfolgt bei Fälligkeit gegen Rückgabe der Zinsscheine oder der Schatzanweisungen bei der Reichshauptbank in Berlin und sämtlichen Reichsbankanstalten, bei der Zentralkasse der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft in Berlin, bei den größeren Kassen der Reichsbahndirektionen sowie bei der Deutschen Verkehrs-Kredit-Bank Aktiengesellschaft in Berlin und ihren Zweigniederlassungen. Jeder Schatzanweisung sind 16 halbjährige Zinsscheine Nr. 1 bis 16 für die Zeit bis einschließlich 31. Dezember 1943 beigegeben. Für die Schatzanweisungen und die Zinsscheine gelten die Vorschriften der §§ 798 bis 804 des Bürgerlichen Gesetzbuches mit der Maßgabe, daß bei Verlust von Zinsscheinen der Anspruch aus § 804 Absatz 1 S. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches ausgeschlossen ist. Sämtliche die Schatzanweisungen betreffenden Bekanntmachungen werden im Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsanzeiger mit Wirkung für jeden Inhaber veröffentlicht. Zur Herbeiführung der Mündelsicherheit der Schatzanweisungen ist das Erforderliche veranlaßt. Sie können im Lombard verkehr der Reichsbank belieben werden und sind auch im Lombard verkehr bei der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) als Deckung zugelassen. Die Einführung der neuen 4%% Reichsbahn-Schatzanweisungen an den deutschen Börsen wird alsbald nach Erscheinen der Stücke veranlaßt werden. Die vorstehend bezeichneten ' RM 500000000,— 41/2% Schatzanweisungen der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft von 1936 werden hiermit im Auftrage der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft durch das unterzeichnete Konsortium zur öffentlichen Zeichnung unter den nachfolgenden Bedingungen aufgelegt. Zeichnungsbedingungen 1. Der Zeichnungspreis beträgt 981/2% unter Verrechnung von Stückzinsen (siehe Ziffer 4). Die Börsenumsatzsteuer trägt der Zeichner. b mit 30% in der Zeit bis zum 24. Januar und J. H. Stein. Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank. Bayerische Vereinsbank. Merck, Finck & Co. Thüringische Staatsbank. 29V 1936 1936 1936 1936 . Westfalenbank Aktiengesellschaft. E. Heimann. C. G. Trinkaus. zuzüglich 4y2% Stückzinsen vom 1. 1. 36 (einschl.) bis zum Zahlungstage 21. Februar 13. März 3. April 30% 20% restl. 20% H. Aufhäuser. Bayerische Staatsbank. Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank. B. Metzler seel. Sohn & Co. L. Behrens & Söhne. Vereinsbank in Hamburg. Badische Bank. Sal. Oppenheim jr. & Cie. Oldenburgische Landesbank (Spar- u. Leihbank) A. G. Mecklenburgische Depositen- und Wechselbank. Norddeutsche Kreditbank Aktiengesellschaft. Bayer & Heinze. Gebrüder Bethmann. Delbrück Schickler & Co. Deutsche Girozentrale — Deutsche Kommunalbank —. Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank Aktiengesellschaft. Dresdner Bank. Hardy & Co. Aktiengesellschaft. Braunschweigische Staatsbank (Leihhausanstalt). Eichborn & Co. Sächsische Staatsbank. Frankfurter Bank. Hallescher Bankverein von Kulisch, Kaempf & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien. M. M. Warburg & Co. Straus & Co. Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt. Staatliche Kreditanstalt Oldenburg (Staatsbank). Württembergische Notenbank. Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft. Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft Deutsche Landesbankenzentrale A. G. Deutsche Zentralgenossenschaftskasse. Reichsbank. Bank der Deutschen Arbeit A. G. S. Bleichröder. Preußische Staatsbank (Seehandlung). Berliner Handels-Gesellschaft. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Reichs-Kredit-Gesellschaft Westholsteinische Bank. 2. Zeichnungen werden in der Zeit vom 6. bis 16. Januar 1936 bei den in der Anlage zu diesem Angebot genannten Banken, Bankfirmen und deren deutschen Zweigniederlassungen während der üblichen Geschäftsstunden entgegengenommen. Die Zeichnung kann auch durch Vermittlung aller übrigen Banken, Bankiers, Sparkassen und Kreditgenossenschaften bei den Zeichnungsstellen vorgenommen werden. Früherer Schluß des Zeichmmgsgeschäfts bleibt vorbehalten. 3. Die Zuteilung erfolgt baldmöglichst nach Ablauf der Zeichnungsfrist und bleibt dem Ermessen der Zeichnungsstellen überlassen. Anmeldungen auf bestimmte Stücke können insoweit berücksichtigt werden, als dies mit dem Interesse der übrigen Abnehmer verträglich erscheint. Ein Anspruch auf Zuteilung kann aus etwa vorzeitig eingezahlten Beträgen nur hergeleitet werden, soweit durch die Zeichnungsstellen die Berücksichtigung der gezeichneten Beträge fest zugesagt worden ist. 4. Die Bezahlung der zugeteilten Schatzanweisungen hat spätestens bei derjenigen Stelle, welche die Zeichnungen entgegengenommen hat, zu erfolgen. Teilzahlungen und Vollzahlung vor diesen Terminen sind zulässig; von den Zeichnungsstellen fest zugesagte Beträge können auch schon während der Zeichnungsfrist beglichen werden. Bei allen Teilzahlungen werden nur durch 100 teilbare Nennbeträge abgerechnet. Die Zeichner erhalten zunächst nichtübertragbare Kassenquittungen, gegen deren Rückgabe später die Stücke durch die Zeichnungsstellen ausgegeben werden. 5. Die Lieferung der 4y2% Reichsbahn-Schatzanweisungen erfolgt baldmöglichst nach Vollzahlung. Itn Januar 1936. Berlin, Altona, Bochum, Braunschweig, Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt (Main), Halle (Saale), Hamburg, Karlsruhe (Baden), Köln, Leipzig, München, Oldenourg i. 0., Schwerin (Meckl.), Stuttgart, Weimar. J. Dreyfus & Co. Gebr. Amhold. Mendelssohn & Co.