ltt.258 Erstes Blatt Dienstag, 3. November 1936 186. Jahrgang Mussolinis europäische Bilanz De Eden wird antworten. die Dardanellen zum während die Ein ung anderer Län- Sprenger. des im mit o 3 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Dort).tüerembg.25°/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. 3 s o 8 3 Qr 3 & z 3 2fin Abend Mussollni uib gab sich 0 K ? 3 Ü 8 0 omäsetzt wurden. Wenn der italienische Regie- rrmcschef jetzt die Stadt der Ausgangsbewegung dies Faschismus zum Podium einer großen pro- acanmalischen Rede nahm, so sind seine Ausfüh- rmrtien schon durch diese Wahl des Ortes von oorn- B u d a p e st, 2. Nov. (DNB.) Ministerpräsident D a r a n y i richtete an Mussolini folgendes Telegramm: „Die Mailänder Rede Ew. Exzellenz hat im ganzen Lande einen begeisterten und dankbaren Widerhall gefunden. Gestatten Sie mir, daß ich als Dolmetsch der ungarischen Nation Ew. Exzellenz aus diesem Anlaß mit größter Wertschätzung und in freundschaftlicher Liebe begrüße/ Die Mailänder Rede Mussolinis wird auch von der gesamten Oeffentlichkeit als der große Sieg des Revisionsgedankens und eine entschiedene Stärkung der internationalen Stellung Ungarns gefeiert. Man erklärt, bisher habe noch kein ausländischer Staatsmann die gerechten Forderungen Ungarns in so entschlossener Form in den Kreis der realpolitischen Fragen gestellt. Erhöhte Bedeutung käme dem Umstand zu, daß der italienische Ministerpräsident die Befriedigung der ungarischen Forderungen als eine der wichtigsten Vor- 27. Oktober 1922 saß Benito Theater Manzoni zu Mailand Y -rk Oer Gauleiter zum Tode von Kranz Josef Schwarz. Einer unserer Vesten ist aus unserer INikte gerissen worden — Franz Zoses Schwarz. Als Soldat, als Parteigenosse, als SS.-7Nann, als lvirtschaftsführer, wo er stand, stand er als Nationalsozialist. Ob er im Kamps, beim Ausbau der 2. SS.-Standarte seine Männer fürsorglich betreute, denen er ebenso Kamerad wie Führer war, oder ob sich notleidende Volksgenossen an ihn als Wirtschastssührer wandten, immer wußte er sich als Mensch ebenso einzuschalten wie als Verantwortlicher. Diese vielseitigen Eigenschaften waren es auch, die ihn aus die hervorragende Stelle des Treuhänders der Arbeit brachten. Zäh wurde er aus verantwortungsvollster Stelle uns entrissen. Schmerzerfüllt stehen wir alle an seiner Bahre. Seine aufopferungsvolle Hingabe an Führer und Volksgemeinschaft wird uns allezeit ein Vorbild sein. Frankfurt a. M., den 2. November 1936. „Aufschlußreich und nicht nutzlos." Englische Bereitschaft, die Gegensätze auszuräumen. S o 3-'1 h? W S?3 3 2 vi fr* > *'89 >8 0 der, z. B. Sowjetrußlands, auf endlose Schwierigkeiten stoßen müßte. aussetzungen der praktischen Friedenspolitik bezeichnet habe. Die Abendbläter nehmen zu den Ausführungen Mussolinis im Ton größter Anerkennung und Dankbarkeit Stellung und erklären, das ungarische Volk schöpfe aus dieser Rede neue Zuversicht und Kraft im Kampf für die Gerechtigkeit. Der „Pester Lloyd" schreibt: Die Achse Berlin—Rom sei jetzt zu der Kristallisation^linie des europäischen Friedens geworden. Das Regierungsblatt „Est i Ujsag" sagt, im Kampf gegen die kirchenzerstörenden Vandalen und die marxistischen Verbrecher hätten sich jetzt zwei große nationale Mächte z u - s a m m e n g e fu n d e n. Der Traum von der Achse Berlin — Rom, den der verstorbene Führer des ungarischen Volkes G ö m b ö s seit Jahren geträumt habe, sei nunmehr politische Wirklichkeit geworden, ein Ideal verkörperter Kraft. S-v" 2. Großer Erfolg der Dresdner Oper in London. London, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Einen glänzenden Auftakt erlebte am Montagabend in der Königlichen Oper „Covent Garden“ die Londoner Gastspielreise der Dresdener Oper mit einer Festaufführung des „R o s e n k a v a l i e r", die das kunstsachverständige Londoner Publikum immer wieder zu neuen Beifallsstürmen hinriß. Vor völlig ausverkauftem Hause zeigte das Dresdener Ensemble unter der Stabführung von Dr. Karl Böhm eine Leistung, wie London sie seit langem nicht mehr erlebt hatte. Ungezählte Male mußten sich die Künstler nach jedem Vorhang dem Publikum zeigen. Als nach Schluß des zweiten Aktes auch der Komponist des Rosenkavaliers, Dr. Richard Strauß, auf der Bühne erschien, fand die Begeisterung kaum noch Grenzen. Fast sämtliche führenden Köpfe der englischen Musikwelt und der kunstliebenden Gesellschaft hatten sich eingefunden. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. auch den deutschen Botschafter v. Ribbentrop. Die „Times" schreibt, der Besuch der Dresdener Staatsoper in London stehe einzigartig in der langen Geschichte der Londoner Oper dar. „Morning Post" nennt die Vorstellung erstklassig und würdigt das Zusammenspiel von Orchester und Sängern. „Daily Telegraph" bestätigt, daß die Aufführung eine Schönheit in der Gesamtwirkung erreicht habe, wie sie der Londoner Opernbesucher' selten erlebte. Die „Daily Mail" nennt den Besuch der Dresdener Staatsopfer das Ereignis der herbstlichen M u s i k s a i s o n. Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. snnffurt am Main liess vruck UN- Verlag: vriihl'sche Unwerfilätsvuch- UN- Strin-ruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Seschästtstelle: Schulftrahe 7 M-ng°nab,chiLff° Staff-, b worden sei. Er habe das Todesurteil über den Völkerbund und über die Gleichberechtigung der Völker ausgesprochen. Er habe ferner die Äbrüstungsbestrebungen verwünscht, und die These von der kollektiven Sicherheit und der Unteilbarkeit des Friedens abgelehnt. Schließlich habe er noch eine Grenzrevision z u - gunsten Ungarns verlangt. Nur an Großbritannien sei ein direktes Friedensangebot gerichtet worden, während alle anderen europäischen Staaten auf die Notwendigkeit einer loyalen Zusammenarbeit um die Achse Berlin-Rom verwiesen worden seien. Das tschechisch-sozialistische „P r a v o L i d u" be- London, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Zu der Rede Mussolinis in Mailand schreibt der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph", daß England nicht weniger bereit sei als Italien, die Spannung zwischen beiden Ländern zu beseitigen. So werde man englischerseits sich u. a. nicht widersetzen, den kürzlich in Montreux abgeschlossenen Vertrag über t? v Gegenstand eines diplomatischen Meinungsaustausches zu machen. Im großen und ganzen empfinde man die Rede Mussolinis aufschlußreich und nicht nutzlos. — Die „Morning Post" nennt die Rede Mussolinis ein Friedensan- zeichnet die Rede Mussolinis als Gefährdung des Friedens. Sein Freundschaftsangebot an Südslawien sei der Versuch einer Torpedierung der Kleinen Entente. Seine Revisionsdrohungen würden jedoch den nur noch festeren Zusammenschluß der Kleinen Entente zur Folge haben. Die tschechische Rechtspresse ist etwas zurückhaltender. Auch hier aber wird das an Jugoslawien gemachte Freundschaftsangebot als eine Sensation bezeichnet. Die tschechisch-nationaldemokratische oppositionelle „N a r o d n y L i st i" geben der Hoffnung Ausdruck, daß die gesamte Kleine Entente neuerlich den ablehnenden Standpunkt gegen den ungarischen Revisionismus betonen werde. 3 3 3 |?s| ** 3^3 Moskau und Europa. Don Dr. Hans von Malottki Die verwirrte Lage der europäischen Politik gibt viele Rätsel auf. An interessantesten und wahrscheinlich am folgenreichsten ist die Frontstellung der europäischen Kulturwelt gegen Moskau. Denn wenn es sich gegenwärtig auch nicht um eine regelrechte diplomatische Offensive handelt, wie der Londoner „Star" meint, so stellt die durch Europa gehende anti-sowjetische Welle doch eine höchst lebendige, freilich auch schwer zu erfassende Wirklichkeit dar. Klar und eindeutig ist nur die Haltung Deutschlands und Italiens. Ebenso gewiß ist aber, daß die öffentliche Meinung der demokratischen Welt angesichts der spanischen Flammenzeichen eine Schwenkung vorzunehmen beginnt. Man spürt, daß es sich gegenwärtig nicht nur um den ewigen Jnterefsen- kampf der Nationen unter- und gegeneinander handelt, sondern daß die Grundlagen der europäischen Kultur als solche bedroht sind. Damit wird aber — und auch diese Erkenntnis wächst — ein ganz anderes und neues Verhalten notwendig. Rückt die Wahrnehmung und Förderung der eigenen nationalen Interessen das Trennende der Nationen in den Vordergrund, so fühlt man sich nun durch die bolschewistische Offensive irgendwie doch auch auf das Gemeinsame angesprochen. Diese Erkenntnis ist der interessanteste Faktor der gegenwärtigen Politik. Wenn die französische Rechte die Gefahr einer moralischen und politischen Isolierung Frankreichs infolge des Russenbündnisses Heraufziehen sieht, wenn sie fast erschrickt bei dem Gedanken einer gemeinsamen Frontstellung mit Deutschland, so ist das nur ein Symptom neben vielen anderen. Es zeigt aber auch, wie der gesunde Selbsterhaltungsinstinkt der Völker zu richtigeren Problemstellungen durchzustoßen vermag, als eine zögernde und im Taktischen verharrende Kabinettspolitik. Die amtliche Politik der Westmächte hatte gerade diese Entwicklung verhindern wollen. Der Vorschlag, einen Ersatz für den Locarno-Vertrag und darüber hinaus eine „allgemeine europäische Regelung" zu schaffen, wurzelt in dem Bestreben, Moskau in die zukünftige Ordnung einzubeziehen. Die wahre europäische Aufgabe bestehe darin, so lautet die Beweisführung, die europäische Staatengemeinschaft zu erhalten. Die demokratischen Staaten müßten es ablehnen, sich in eine der beiden Fronten eingliedern zu lassen, die von den autoritären Staaten Deutschland und Italien und andererseits von dem kommunistischen Rußland gebildet würden. Es sei Grundsatz des Völkerlebens, daß Staatsform und innere Zustände eines Landes in der zwischenstaatlichen Politik außer Betracht blieben. Man müsse deshalb darauf bestehen, daß alle Staaten an der Regelung der gesamteuropäischen Fragen beteiligt würden. Nun ist zwar die englische Regierung in der letzten Unterhausdebatte unzweideutig g e- gen den Bolschewismus zu Felde gezogen, und die scharfe Warnung Hoares an die Adresse der Komintern ist ohne Vorgang. Es wäre aber ein Irrtum, daraus einen Stellungswechsel der amtlichen englischen Politik zu schließen. Sie verharrt ebenso wie das Kabinett Blum vorerst noch auf jener „europäischen Regelun g", die Moskau mitumfassen soll. Mit Behagen sprach der „Temps" von einem „schlechten Start" Ribbentrops in London. „Das englische Volk, obwohl entschiedener Gegner des Kommunismus, glaube sich nicht verpflichtet, zwischen Kommunismus und Faschismus wählen zu müssen." Hier wird das Kernproblem der europäischen Politik berührt. Aber: So richtig der „Temps" den englischen Regierungsstandpunkt wiedergegeben hat, so wenig haltbar erscheint diese Position auf die Dauer. Denn sie beruht auf einer falschen Voraussetzung, und es stellt der politischen Weitsicht und Urteilskraft der Regierungen in Paris und London kein gutes Zeugnis aus, daß sie in diesem Punkt weniger klar sehen wollen als ein großer Teil ihrer öffentlichen Meinung. Mit Genugtuung sah man Herrn Baldwin gegen die Lüge Stellung nehmen, daß „die Gefahr von Deeutschland komme". Aber schon seine nächste Behauptung, daß die nationalsozialen europäischen Nachkriegsbewegungen lediglich das Gegenstück zum Kommunismus darstellten, fordert schärfsten Widerspruch heraus. Baldwin verwechselt äußeren Anlaß mit innerem Gehalt. Gegen die Unfreundlichkeit, die in dem Versuch liegt, Bolschewismus und Faschismus als gleichwertig hinzustellen, soll hier, so erstaunlich sie in diesem Falle auch ist, nicht weiter Stellung genommen werden. Entscheidend ist, daß die Voraussetzung von der Gleichwertitz- keit aller Staatsformen nicht mehr gegeben ist. Sie ist in dem Augenblick geschwunden, in dem ein Staat auftrat, der alle Grundlagen der kulturellen und wirtschaftlichen Ordnung verneinte und es als seine Aufgabe bezeichnete, die Verneinung jeder nationalen und zwischenstaatlichen Ordnung in der ganzen Welt zur Geltung zu bringen. Der Bolschewismus ist nicht ein Wert neben anderen Werten, sondern ein Unwert, der sich selbst aus der Völkergemeinschaft ausschließt. Daß ihm der Zutritt geöffnet wurde, ist kein Gegenbeweis, sondern nur ein Zeichen dafür, wie sehr Europa der Instinkt der Selbsterhaltung abhanden gekommen ist. Gerade deshalb ist es so wichtig, daß ganz allgemein die Unwahrhaftigkeit der Moskauer „Friedenspolitik" erkannt wird. Sie war in der Tat nur eine äußerliche Anpassung an die Gesetze der Völkergemeinschaft, mit dem Ziel, eine Plattform für die Weltrevolution zu schaffen. Daß dieses Ziel von Moskau nie aufgegeben worden ist, ist zur Genüge bekannt, 'wenngleich Begeisterte Zustimmung in Ungarn „Der Sieg des Aevisionsgedankens." der Ueberlegenheit, die große Marner selbst in kritischsten Stunden auszeichnet, nrit vollem Interesse den Vorgängen auf der Bühne hin — es war die Stunde, in der die Schwarz- hin^enformationen bereits zum Marsch auf Rom dtui n soll, streicht Mussolini aus dem Diskus- sftmbereich deshalb heraus, weil diese teils akade- nrifcen, teils aus gesprochen aggressiven Vorstel- lünc?n durch die praktische Politik widerlegt wor- dltzn sind. Daß diese Widerlegung gerade unter Wh ung Frankreichs und Englands erfolgte, steht zpilhen den Zeilen der Rede Mussolinis angedeu- titt ind ist begreiflicherweise mit einer der Gründe, tuet alb man in den westeuropäischen Hauptstädten dile Herzhaften Bekundungen Mussolinis nicht ge- rvdc mit Entzücken aufnimmt. 3: fragt man beispielsweise in Frankreich, dSis durch ein neues Ultimatum des Bolschewisten- Wustlings Thorez gerade wieder in die soundsoviel innere Krise gestürzt wird, warum Mussolini l»n Gottes willen das französisch-italienische Ver- Wlns nicht klarer umschrieben habe. Den Herr- schasen in Paris ist die allzu kühle, allzu knappe Ärlljhnung Frankreichs im Rahmen der Ausfüh- rtinfen über das Mittelmeer auf die Nerven ge- ganten. Man tut in Paris so, als wisse man nichts ttrvln, daß Italien durch die Teilnahme Frank- riridp an den Sanktionen um so stärker vor den Kop gestoßen werden mußte, als ja schließlich das Licmlsche Abkommen vom Januar 1935 bestand; mäi stellt sich ferner so, als gebe es gar nicht die Ml* Frage der Anerkennung des italienischen VMrreiches Abessinien, und als wisse man gar riid) daß der neue Botschafter für Rom immer rod nicht von Paris ernannt worden ist. jb-er der springende Punkt in der Rede Musso- lllnh für die westeuropäischen Staaten bleibt natur- oirmiß die Tatsache, daß er ganz offen von der Nchse Berlin-Rom gesprochen hat. Das ist fiiiriden Westen deshalb vorläufig noch unschmack- hüft weil ja durch den Ausgang der Sanktions- p|)(ii( und durch die fatale Vogel-Strauß-Politik i n Jan Spanien auch die Schwächen der englischen Slvßmpolitik nach denen der französischen für Italien offenkundig geworden waren. Die Folge war Mißlich der offene Hinweis Mussolinis darauf, L>ah durch die beiden autoritär regierten Staaten Deutschland und Italien und durch das zwischen ir)nen erreichte Uebereinkommen die alte westeuro- x;äijihe Achse durch eine mitteleuropäische eicht t worden ist. Durch den Hinweis Mussolinis ccui die gemeinsame deutsch-italienische Abwehrstel- linc gegen den Bolschewismus wird der Wen indirekt zugleich zu einer klaren Stellung- vrchne veranlaßt, die bisher noch nicht einmal von Oing:anb, geschweige denn von dem von der Dolks- jrßnr regierten Frankreich zu erhalten war. $ir England ist zudem außerordentlich bedeut- fim der sehr scharfe Unterschied, den Mussolini kinschtlich des Mittelmeeres macht, wenn er «siir England lediglich eine Verbcndungs- fhc fce, für Italien aber einen Lebensraum mit. Das ist deutlich genug. Daß Mus olmi sich in geradezu demonstrativer Form für Ungarn eingesetzt hat, kann niemanden wundernehmen, der Len Ausbau des römischen Dreierpaktes durch -W en aufmerksam verfolgt hat. Seit dem ersten ?rreleftldzug Lord Rothermeres für Ungarn ist «ine derart starke Unterstreichung der Revisions- liedirftigkeit des Friedensdiktates oon Trianon wd) nicht erfolgt. Man wird sich nicht wundern iiürisn, wenn diese Demonstration schon in ab|eb= lionr Zeit in einer erhöhten Aktivität der itahe= inicken Außenpolitik für Ungarn ihren Nachdruck |inb n sollte. So ist die Mailänder Rede Musso- linis ein neuer Vorschlag für eine schliche und ivckrheitsliebende Friedenspolitik in Europa wie ^ie iurch Adolf Hitler schon so oft als das Lebens- ! ]e|'e$ Europas unterstrichen wurde. Aufregung in Prag. Vrag, 2. Nov. (DNB.) Die Mailänder Rede Wofinis hat in Prag großes Aufsehen erregt, i)a; sich * in der tschechischen Pr^ klar totber- tz-.elt So saqt das Abendblatt der tschechischen ■te onalcn und Sozialistischen Parte,. .C °, ° ' sl l w o", es sei behauptet worden, daß Muisolini ' n einer Rede Europa d i e 5 1 e 6 e 1L5 i'tichen werde. Er sei jedoch mitdemSel b st- luwußtsein des Eroberers Ag^reten. Ht labe den Sieg Italiens über den Völkerbund uiü die Sanktionsstaaten proklamiert und alles i lernorfen, was bisher als unantastbare Grundig der gesamteuropäischen Sicherheit angesehen o O’ 2 ? t? ftl »3^2 weiss > z $ er w» s ---cs gfi 5 ä •* *» fi. k-ü krcheim tägltd), nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte ßiifaencr Familienblätter hemat im Bild • Die Scholle Uomtts Bezugspreis: Din 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zollgebühr .. , -.25 Mui) bei Nichterscheinen »0' einzelnen Nummern irifilge höherer Gewatt »jernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 llr chnft für Drahtnach- ridien Anzeiger Gießen gebot. Beide Länder müßten danach suchen, ihre „unbedeutenden Gegensätze" auszuräumen. Nichts sei fruchtloser als gegenseitig die Beschuldigungen fortzusetzen, wer die Verantwortung für die schmerzliche Entfremdung in den letzten acht Monaten trage. Aufgabe der Zukunft beider Länder sei es vielmehr, das Kriegsbeil so schnell wie möglich zu begraben. „Morning Post" kündigt an, daß Eden schon in dieser Woche Mussolini antworten werde. Der Außenminister werde dabei wahrscheinlich Italien nochmals der freundlichen Gesinnung Englands versichern. Dem Gedanken eines Mittelmeerpaktes soll die britische Regierung nicht gerade sympathisch gegenüberstehen, da, wie man sage, Abkommen nur soviel Wert seien, wie der Geist, in dem sie abgeschlossen würden. Eine Verständigung zwischen England und Italien werde aber nicht oadurch gewinnen, daß man sie zu Papier bringe. Der Abschluß eines Mittelmeerpaktes könnte sogar zu diplomatischen Schwierigkeiten führen. Ein solcher Zweimächtepakt könnte auch irgendwo Verdacht erregen, ^3 S 3 •*2 o »X 2.0- hhfkn stark unterstrichen. Dazu kommt, daß diese Mi schon vor der Reise des italienischen Außen- mimters Ciano nach Deutschland als bedeutsame Umgebung des Duce angekündigt war und daß man ihr durch den Umfang der Vorbereitungen Mich einen besonderen Charakter gegeben hatte. Natürlich hat es Mussolini allen denen im west- lilhei Europa wieder nicht recht machen können, die nr^ch heute an so kompromittierten Begriffen wie ktll'tive Sicherheit, Völkerbund, usw. trotz aller ®iq: rlegungen durch die jüngste Geschichte kleben, gesamte Ideologie von Wilsons nebelhaften Wnellungen der Menschheitsbeglückung bis zu der bblsciewistisch-französischen Täuschungsi'dee des un- titilhren Friedens, der den unteilbaren Krieg be- Ma 1 ? fl-l Zs? s 2 <■ 0 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen die amtliche Politik der westlichen Demokratien Über diesen Punkt immer noch Hinweggleiten will. Der Widersinn der Redensart von den zwei Fronten, die vom demokratischen Europa als gleichwertig betrachtet werden müßten, zwischen denen es nicht wählen, die es vielmehr wieder zu einer Gemeinschaft verschmelzen wolle, wird damit freilich nicht geringer. In einem Ende 1935 von der kommunistischen Akademie in Moskau veröffentlichten Lehrbuch des Völkerrechts, das die Billigung von 18 sowjetischen Rechtsgelehrten erhalten hat, könnten jene ,guten Europäer" Dinge nachlesen, die sie wohl doch etwas nachdenklich stimmen müßten. Mit allem Nachdruck wird dort betont, daß durch die Entstehung der proletarischen Sowjetunion in der internationalen Politik zwei unversöhnliche Lager geschaffen seien, die keinerlei Werte miteinander gemein hätten, und zwischen denen es nur einen kompromißlosen Kampf geben könne. Daran könne auch die Anpassungspolitik der letzten Fahre nichts ändern. „Der Kampf um den Frieden, den die Sowjetdiplomatie führt, ist eines der Mittel, um die Ruhepause * zu verlängern, deren wir bedürfen, um alle Arbeitermassen für uns zu gewinnen." Die sowjetrussische Aufrüstung gewinnt hier ebenso ihre höchst eindeutige Erklärung wie die Volksfrontpolitik der Komintern. Und deshalb ist die Auffassung von den zwei gleichwertigen Fronten, die von England und Frankreich versöhnt werden müßten, ein logischer Unsinn und eine politische Gefahr für Europa. Es ist gewiß richtig, daß die Staatsformen und politischen Systeme nicht nach absoluten Maßstäben gemessen und bewertet werden können. Aber deshalb sind sie weder alle gleichwertig, noch kann und darf die Frage nach ihrem Wert oder Unwert völlig ausgeschaltet werden. Entscheidend ist und bleibt die Frage nach ihrer praktischen Bewährung vor der Geschichte und die Frage nach ihrem Nutzen für die Staatengemeinschaft. Eine „Weltanschauung", die jede Gemeinschaft mit den europäischen Staaten und ihren nationalen und kulturellen Werten leugnet und verneint, ein Staat, dem das Völkerrecht nur eine Waffe für die Durchsetzung der Weltrevolution ist, — das ist keine mögliche Lebensform neben anderen, sondern, praktisch gesehen, der Wille zu ihrer Vernichtung. Nichts kann naiver und gefährlicher sein als die Absicht, diesem Willen in einem Kreise Einfluß und Geltung zu verschaffen, dessen Vernichtung er anstrebt, um mit ihm dann eine „europäische Regelung" zu schaffen Das ist eine Instinktlosigkeit der demokratischen Welt, wie sie in gleicher Weise in der Behauptung zutage tritt, daß das europäische Leben durch Die autoritäre Staaten eine unwillkommene Belastung erfahren habe. Die Friedwilligkeit dieser Staaten ist gewiß nicht geringer als die jener Demokratien, die unter dem Einfluß der 2. und 3. Internationale „zu internationaler Agitation und zum Kriege treiben", wie das „Giornale d'Jtalia" sehr richtig feststellte. Wenn der französische Kommunistenführer T h o r e z an den „Kameraden" Blum die Mahnung richtet, die interventionslüsterne Spanienpolitik „seiner Internationale" nicht als bloßen Papierfetzen zu betrachten, so sollte das auch in England zu denken geben. Hier enthält sich im Zeichen der Demokratie wiederum jene aggressive und unfriedliche Gesinnung, die schon den Sanktionsfeldzug gegen Italien zu einem europäischen Krieg ausgeweitet sehen sollte. Ist es angesichts dieser Störungsfaktoren aus den Bezirken der „demokratischen" Welt erlaubt, auf die autoritären Staaten mit dem Finger zu zeigen? Vertreten sie, indem sie sich nur für ihre eigenen Lebensinteressen, nicht aber für weltfremde und dem Mißbrauch ausgesetzte Formeln einsetzen, nicht eine saubere und gesündere Friede n s o r d n u n g, als sie jener unwahrhaftige „kollektive und unteilbare Frieden" darstellt? Mit Recht bat Mussolini in seiner Mailänder Rede dem Wahnsinn des Zwanges zum Krieg eine Absage erteilt, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Man kann nur hoffen, daß das demokratische Europa, das sich auf sein Europäertum so viel zu gute hält, endlich mehr Wirklichkeitssinn und Verantwortungsgefühl aufbringt und sich von gefährlichen und unfruchtbaren Illusionen löst. Von zwei Bedingungen hängt die Gesundung Europas ab: von der Ueb er Windung eines falschen und mißbrauchten Kollektivismus und von einer sinn- und vernunftgemäßen Einstellung gegenüber dem Bolschewismus. In beiden haben gerade die viel geschmähten autoritären Staaten mehr Einsicht und Urteilskraft bewiesen als die demokratische Welt. Sie haben damit den Ansatz für eine wahre europäische Gemeinschaft geschaffen, die allein den Frieden sichern kann. Der Kampf für die nationalen Lebensinteressen und ihre Förderung ist nicht zu vermeiden und im ewigen Naturrecht begründet. Entscheidend wird es fein, ob sich überall die Erkenntnis durchsetzt, daß die bolschewistische Kampfansage von jedem Kulturstaat jetzt und in Zukunft neben seiner nationalen Interessenvertretung gleichzeitig auch eine Politik verlangt, die das überkommene gemeinsame Kulturerbe bewahrt und schützt. In diesem Augenblick nicht nur das Trennende, sondern auch das Gemeinsame und Verbindende zu sehen, sich als nationaler Staat wie auch als europäischer Kulturträger zu bewähren, — das ist die doppelte Pflicht dieser seltsamen Zeit. Türkische Außeuvolitik. Atatürk über die Lage im östlichen Mittelmeer. Ankara, 2. Nov. (DNB.) Der Präsident der Republik, Atatürk, hielt im Parlament eine Rede über die politische Lage. Auf wirtschaftlichem, kulturellem und sozialem Gebiet seien große Fortschritte erzielt worden. Die Finanzlage sei ausgezeichnet, die türkische Währung werde unangetastet bleiben. Die auf das modernste ausgerüsteten Streitkräfte der Türkei seien von großem moralischen und materiellen Wert. Die internationalen Verhandlungen und das Rüstungswettrennen würden anscheinend das nächste Jahr au einem Jahr großer Vorbereitungen machen. Es sei fein Wunsch, daß die internationalen Streitfragen durch Abkommen b e i g e l e g t werden könnten. Die Türkei unterhalte die besten Beziehungen mit jedermann und sei in ständiger Fühlungnahme mit allen Freunden und Verbündeten. Der Staatspräsident wies insbesondere auf die freundschaftlichen Beziehungen zur Sowjetunion, England, Jugoslawien und Afghani st an hin. Seine persönliche Bekanntschaft mit dem König von England und die Freundschaft mit ihm habe zweifellos günstige Folgen für die herzlichen Beziehungen gehabt, die sich zwischen den beiden Regierungen gemäß den Wünschen der beiden Nationen entwickelten. Atatürk erinnerte an d-m Besuch des jugoslawischen Ministerpräsidenten in Ankara und Heute wählt Amerika. Zwischen Roosevelt und Landon.-SS Millionen Wähler in die Listen eingetragen. Lebhaftes Wettgeschäst. Neuyork, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Heute wird in den Vereinigten Staaten die Entscheidung über die Staatsführung während der kommenden vier Jahre getroffen. Der Wahlkampf wurde mit ungeheurer Schärfe und einem gewaltigen Aufwand von Mitteln geführt. Insgesamt haben sich 55 Millionen Amerikaner in die Wahllisten eingetragen, was einen neuen Rekord bedeutet. Man rechnet damit, daß etwa 45 Millionen Bürger von ihrem Stimmrecht heute Gebrauch machen werden. In diesem Wahlkampf handelt es sich bei den Demokraten im wesentlichen um die Billigung und Fortführung der Politik des New Deal Roosevelts, wahrend der Kandidat der Republikaner, Landon, die Verurteilung dieser Politik als Wahlparole aufgestellt hat. Am Montagabend haben sowohl Roosevelt als auch Landon durch den Rundfunk einen letzten Appell an ihre Wähler gerichtet, in dem sie noch einmal kurz Die Grundlagen ihrer Politik entwickelten. Der Vorabend der Wahl war, wie Üblich, durch die Siegesprophezeiungen der beiden Parteien gekennzeichnet. Der demokratische Wahlleiter erklärte, daß Roosevelt mit etwa 523 Wahlmännerstimmen rechnen könne, was erheblich mehr wäre, als zu seiner Wiederwahl notwendig ist. Auch der Wahlleiter der Republikaner stellte seinem Kandidaten eine optimistische Prognose und prophezeite, daß Landon wenigstens 320 Wahlmännerstimmen erhalten werde. Auch diese Zahl würde eine ausreichende Mehrheit darstellen. Wie üblich spielen in der amerikanischen Oeffentlichkeit auch die Wahlwetten eine große Rolle. Am Montag standen diese Wetten 2:7 für Roosevelt und 8:5 gegen Landon. Allein in Neuyork sind etwa 5 Millionen Dollar a u f den Wahlausgang gewettet worden. In Neuyork haben die meisten Hotels und Gast- M-'U jC K -'./W Dienstag erfolgt in Amerika die Wahl der Wahlmänner, die den künftigen amerikanischen Staatspräsidenten endgültig bestimmen werden. Der Kandidat der Demokraten ist wiederum Roosevelt (rechts), während die Republikaner Landon (links) aufgestellt haben. — (Scherl-Bilderdienst-M.) stätten weitgehende Vorbereitungen für die anläßlich des Wahlausganges vorgesehenen Feiern «m. Sie werden diesmal allerdings durch instand beeinträchtigt, daß die Neuyorker Wahllokale infolge der großen Zahl der Wahlberechtigten erst um 9 Uhr abends, also mehrere Stunden später als bei früheren Wahlen, schließen werden. Während der Wahlzeit herrscht ein Menges Alkoholverbot. Mit dem endgültigen Wahlergebnis ist nicht vor Mittwoch zu rechnen. Außer der Präsidentschaftswahl finden heute in 33 Bundesstaaten die Wahlen des Staatsgouverneurs und sonstige Staatswahlen sowie in 35 Bundesstaaten die Wahlen für den Bundessenat und das Äeprä* sentantenhaus statt. Madrid im Feuer -er nationalen Artillerie. Talavera de la Reina, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Am Montag um 17 Uhr (MEZ.) wurde von der bei Parla stehenden Batterie des Oberstleutnant Tellia der erste Schuß auf Madrid abgefeuert. Auch nach den in Paris von den verschiedenen Fronten vorliegenden Meldungen haben die Truppen General Franco s am Montag ihren siegreichen Vormarsch fortHumane- Jllescasl ßrunete Villamantillo ® MADRID d Sevilla la Nueva x • t jh A Mcstotes / y/A NavaicamemÄ (Scherl-Bilderdienst-M.) gesetzt. Sie befanden sich in den Mittagsstunden vor den Toren von Madrid, das den ganzen Tag über den Besuch nationaler Flugzeuge erhielt. In Madrid selbst halten es die roten Machthaber nicht mehr für möglich, der Bevölkerung die wahre Lage zu verheimlichen. In einer Bekanntmachung, die am Montagabend veröffentlicht wurde, wird zugegeben, daß sich die nationalen Truppen nur noch wenige Kilometer von der Hauptstadt entfernt befinden. Der Zentralausschuß der Kommunistischen Partei forderte alle Mitglieder und auch Die übrige männliche Bevölkerung auf, einen letzten Versuch zu machen, um Madrid von dem immer stärker werdenden Druck der nationalen Truppen zu befreien. Es ist auch eine Umbildung der Madrider „Regierung" vollzogen woroen. „Ministerpräsident" Largo Caballero ist im Amt geblieben. Es sind jedoch vier Mitglieder der mar- xi st i s ch e n G e w e r k s ch a f t, und zwar G. Oliver als Justizminister, I. Peiro als Präsident der Industrie- und Handelskammer, I. Lopez als Verkehrsminister und Frau Montseny als Gesundheits- Diese Teilansicht von Madrid veranschaulicht die Lage Der Stadt und zeigt links den königlichen Palast, an den Ufern Des Manzanares. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Minister, in Das neue Kabinett einge- zogen. Letztere vertritt die iberisch-anarchistische Vereinigung. Das Luftfahrt-, Innen- und Finanzministerium ist nicht neu besetzt worden. Der rote Präsident A z a n a wurde aufgefordert, nach Madrid zurückzukehren, was ihm bei den gegenwärtigen Zuständen schwer fallen dürfte. Der rote Sender Barcelona bedroht £6on Blum. Paris, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) „Echo de Paris" erklärt, der Rundfunksender der iberisch - anarchistischen Vereinigung i n Barcelona gefalle sich allabendlich in französischer Sprache in den schwersten Belei- Digungen gegen Die französische Regierung und den Ministerpräsidenten Blum. Der Sprecher erklärte, sobald der spanische Sowjetstaat (!) organisiert sei, werde man sich etwas näher mit Frankreich befassen. Leon Blum solle ja nicht glau- Den, sich retten zu können. Er werde nicht einmal Zeit haben, sich auf feine prachtvollen Besitzungen zurückzuziehen, die er im Ausland erworben habe. Die Wut des Proletariats müsse sich in erster Linie auf ihn abladen. Er habe seine Partei und seine Freunde verraten, und werde dafür bezahlen müssen. Nach diesen beleidigenden Ausfällen gebe der Sprecher die Adresie eines Mitgliedes der iberisch-anarchistischen Vereinigung an, der die von französischer Seite eingehenden Geldmittel für die Unterstützung der spanischen Marxisten sammle. hob hervor, daß die Festigung der interbalkanischen Brüderschaft stets sein Hauptwunsch gewesen sei. Die Aufrechterhaltung des Friedens auf dem Balkan, im westlichen Asien und im östlichen Mittelmeer scheine gesicherter zu sein als in den meisten anderen Teilen der Alten Welt. Der Staatspräsident sprach dann seine Genugtuung über das Meerengenabkommen aus und dankte den an dem Abkommen Beteiligten für ihre Verständigungsbereitschaft gegenüber der Türkei. Die große brennende Frage, die die türkische Na- tion gegenwärtig beschäftigt, ist das Schicksal des Gebietes Alexandrette und Antiochia. In dieser Angelegenheit müßten wir fest und entschlossen bleiben. Diese wichtige Frage ist die einzige zwischen uns und Frankreich (dem Mandatar Syriens) stehende. Diejenigen, die diese Angelegenheit gründlich kennen und Recht und Gerechtigkeit achten, begreifen es wohl und finden es ganz natürlich, daß wir ein starkes, aufrichtiges Interesse an dem Schicksal dieser Gegend nehmen. Heuer japanisch-chinesischerZwischenfatt Schanghai, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Ein japanischer Angestellter der japanischen Kredit-Gesellschaft in der Provinz Hunan wurde Montagnachmittag von unerkannt entkommenen Personen überfallen. Der Angestellte erlitt leichte Kopfwunden. Vermutlich handelt es sich um einen Raubüberfall. Die japanischen Marinestellen in Hangkau entsandten sofort zwei Kanonenboote nach Tschangscha. Der japanische Generalkonsul berief eine Konferenz der japanischen Beamten und Marineoffiziere in Tschangscha ein und ersuchte die chinesischen Behörden von Hunan, scharfe Maßnahmen für Verhaltung der Täter und zum Schutz der japanischen Kolonie zu ergreifen. Der Protestantismus in Oesterreich Wien, 2. Nov. (DNB.) In den Gemeinden der evangelischen Kirche in Oesterreich wurde am Re- formationssonntay von den Kanzeln ein Hirtenbrief des Wiener Superintendenten Heinzelmann verlesen. Der österreichische Staat, so wird darin ausgeführt, wolle nach dem Vorspruch nach seiner neuen Verfassung e i n christlicher, nach der Auslegung dieses Wortes durch maßgebende Männer ein katholischer sein. Damit habe die evangelische Kirche den Beweis zu erbringen, daß sie auch als kleine Minderheitskirche wahrhaft eine christliche Kirche fei. Superintendant Heinzelmann erinnert die Bundesregierung an die Einlösung der der evangelischen Kirche wiederholt gegebenen Zusicherungen. Während die katholische Kirche als die in Oesterreich bevorrechtigte zur Regelung ihrer Beziehungen zum Staat sofort das Konkordat empfangen habe, warte die evangelische Kirche feit 2V2 Jahren noch immer vergebens auf eine ähnliche Re- gelung. „Wir sind in Gefahr, in wichtigen Belangen, so in Fragen der Erziehung unserer Jugend und in Eheangelegenhei- t e n, in unseren Rechten verkürzt zu werden. Wir müssen befürchten, die uns im Protestantenpatent von 1861 „für immerwährende Zeiten" verbürgte Gleichberechtigung in Frage gestellt zu sehen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als nochmals den Staat in aller Ehrerbietung, aber auch mit allem Nachdruck an eine Pflicht zu erinnern, uns endlich zu geben, was uns gebührt und in dem neuen Ge- fetz, an welchem mitzuarbeiten wir feit langem bereit sind, uns nicht ungünstiger zu stellen als die katholische Kirche durch das Konkordat gestellt wurde." Der Hirtenbrief schließt mit folgendem Hinweis auf den gemeinsamen Feind, den Bolschewismus: Ueberdies aber: Wir alle ohne Unterschied, oh katholisch oder evangelisch kennen den Feind, der gegenwärtig drohender denn je fein Haupt erhebt, seinen von Nordosten her mit dämonischer Gewalt hereinbrechenden Haß wider das H e i l i g e. Im übriaen müssen alle, denen Gott noch nicht zum wesenlosen Begriff geworden, sondern denen er Wahrheit und wirkende Kraft ist, sich zusammenschließen, um eine Front von Kämpfern zu bilden. tort, ber fai willig unb frei 11 Die Büchse 1 M. falten il) Haft jeöerman M, die mit 5 tarnen, rasch pt Maren es auch unermüdlicher 2 wr. 3a, bis zui lakbeitsüberlastun \ ,§v.-Standarti lene ET.-Mänm ffl) an ihm aui Men. So netti in bei \i m ihm ihren \ iqabe unb volle jomrten Dienst i Standarte ve ilißein Franz »esten Tagen l9ül. Die bedeutj M3 sehen j Ander Stelle seine Mämiei Treuhänder d- 81* fCza AlS 0 K°--Ä Mt-ig-E ( ii 0 f81, ijr «L'V# 1 Kpnd/" feier * W0" mit Der WfSserf nrnannt wurde N Jahre 1932 mflar der Bö, , Franz Josef Mi am Rhein Bonn und hi Weltkriege, Mfizier mit uu dem CK I ™ Rückkehr als Düs seine, -muhander der ^Msgebie N. Kassel bis Wnngische gr S6'?"« gro .S ^kliert { Ws*®’“ ISÄ?« ML SM Mr m Das wahre Gesicht des Bolschewismus Eine Dokumentenschau der Antikomintern in Berlin. wurde rn ganz China festlich begangen. Kür deutsch-englische Regelung großen Politik den Ausschlag geben, ist es stirn- glichen Palast. von Bayern, nach der Sommeschlacht wurde ihm der Orden Pour le märite verliehen. Am 13. Dezember 3* dienst und Kriegsgeschichte genossen haben. f&flz ÖluxyU* AotßxyXAt* dowitz zum Gesandten in Luxemburg, den sandten in Tirana Dr. von Luckwald zum neralkonsul in Danzig und den Legationsrat von Pannwitz zum Gesandten in Tirana. mungsmäßig doch bezeichnend, daß die oppositionelle Labour-Party, die sich in der letzten Zeit immer mehr in das bolschewistische Fahrwasser begeben hatte, eine schwere Niederlage erlitt. Nach den bisher vorliegenden Meldungen haben die Konservativen 44 Sitze gewonnen, die Labour-Party 81 Sitze verloren. Auch die Liberalen haben 5 Sitze eingebüßt. Allerdings haben die Konservativen der Labour-Party nur rund die Hälfte der verlorenen Sitze abnehmen können. Den Unabhängigen ist es gelungen ebenfalls 42 neue Sitze zu erobern. Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, in dessen Begleitung sich der Stabsamtsleiter der Auslandorganisation Ruberg, der persönliche Referent des Gauleiters, Dr. Ehrich, Adjutant Haus und Gauamtsleiter Dr. Koderle sowie der neuernannte Landesgruppenleiter von Italien, Ettel, früher Landesgruppenleiter von Kolumbien, befanden, traf wieder in Berlin ein. Ge- Ge- Dr. Die Passagiere werden von den Dampfern Deutschland" und „Queen Mary" übernommen. Die Fahrgäste, die für den Dampfer „Virginia" gebucht hatten, erhielten die Passage zurückerstattet. Im Haag wurde das neue Deutsche Heim der Reichsdeutschen Gemeinschaft und der deutschen Kolonie in Anwesenheit des deutschen Gesandten in Holland, Graf Zech, mit einer schlichten Feier eröffnet. Der Leiter der Reichsdeutschen Gemeinschaft, Pg. Surre, stellte fest, daß das Auslandsdeutschtum ebenso wie die Heimat bestrebt sei, den vom Führer gewiesenen Weg zur wahren Volksge- meinickaft zu gehen. Diesem Streben soll das neue Deutscye Heim dienen. Jede Verbindung Englands mit dem Kommunismus muß mit einer Katastrophe enden. wurde er Kommandeur des bayrischen Max-Joseph- Ordens und erhielt am 20. Dezember 1916 das Eichenlaub zum Pour le m£rite. Nach dem Umsturz verließ er mit dem Charakter als General der Infanterie den aktiven Dienst und wurde Schriftleiter beim RDO. und im Dezember 1924 Ritter des Ordens Pour le mdrite für Wissenschaften und Künste, den jeweils immer nur ein General besitzt. Vor Exzellenz von Kuhl Generalfeldmarschall Graf Moltke, Kriegsminister von Verdy du Vernois, Generalfeldmarschall und Schriftleiter beim Reichsverband der Deutschen Offiziere, beging am 2. November seinen 80. Geburtstag. Nach bestandenem Abiturientenexamen widmete er sich zunächst dem Studium der klassischen Philologie und vergleichenden Sprachwissenschaften, 1878 promovierte er zum Dr. phil. Dann trat er in die Armee ein. Er besuchte die Kriegsakademie und wurde in den Generalstab versetzt. Eine lange Reihe Sanitätsbrigadeführer Dr. Dr. Arnulf Streck, der an verantwortungsvoller Stelle in der Reichsleitung der NSDAP, tätig war, ist im Westsona- torium in Berlin an einem Magenleiden gestorben. Als Mitglied des Bundes Oberland beteiligte er sich am 9. November 1923 am Marsch zur Feld- herrnhalle. Der Reichsärzteführer berief den Dahingeschiedenen 1934 als seinen Stellvertreter in die Reichsleitung. 1935 und 1936 hatte er die Gesamtleitung des Sanitätswesens der Reichsparteitage. Freiherr von der Goltz und General Freiherr von Freytag-Loringhoven. Besonders groß ist die Zahl der Offiziere der alten Armee, die auf der Kriegsakademie seinen Unterricht in Taktik, Generalstav! London, 2.Noo. (DNB.) JmObserver schreibtGar- vin, England könne unmöglich für eine unbestimmte Reihe von Jahren seine bisherige Politik des Zweifels, des Ausbalancierens und der Zeitvergeudung fortsetzen. Europa würde den hierdurch verursachten Druck nicht aushalten. Innerhalb der nächsten zwölf Monate müsse daher eine klare englischdeutsche Regelung herbeigeführt werden, wenn nicht eine weitere Kriegsexplosion das gesamte europäische Gebäude in einer Weise erschüttern solle, von der es für England kein Entkommen gebe. Die britische Nation müsse in vollem Umfange a u f r ü st e n , und eine baldige Regelung mit Deutschland auf einer Grundlage herbei- führen, die sich mit den Anforderungen der Ehre und der Vernunft vereinbaren lasse. Das Britische Weltreich müsse Mittel und Wege zur Verfügung stellen, damit die deutsche Roh- st o f fv e r'so r g un g aus den zahlreichenn britischen Hilfsquellen erheblich erleichtert werde. Don mindestens ebenso großer Bedeutng wie das Kolonialproblem, sei die Frage der S o w j et- pakte, die nur den Krieg bedeuten könnten. Wenn England diese verhängnisvollen Vertragsinstrumente beschirme oder sich in irgendeiner Form an ihnen beteilige, oder wenn es sich hinter Frankreich und die Tschechoslowakei als die potentiellen Verbündeten Sowjet- rußlands und des Kommunismus gegen Deutschland stelle, dann werde die Lage für den Frieden tödlich. Die leere Phrase von der kollektiven Sicherheit würde dann in eine kollektive Katastrophe ausmünden. Jede nur denkbare Verbindung Englands mit Sowjetrußland und dem Kommunismus gegen Deutschland sei der ?roßen Mehrbeit des enalischen Doles zuwider. Das englische Volk werde niemals hierzu seine Zustimmung geben. Die britische Regierung müsse von einer solchen Politik ausdrücklich Abstand nehmen. Die Tschechoslowa- k e i habe die selbstmörderische Torheit begangen, sich zu einem 600 Meilen langen Korridor zu machen, durch den die Luftstreitkräfte Sowjetruß- lands auf das Deutsche Reich losschlagen könnten. Das sei ein unglücklicher Zustand. Falls Frankreich unter der Regierung Blum darauf bestehe, an dieser Lage festzuhalten, könne England in keiner Weise für die Folgen verantwortlich gemacht werden. Schwere Niederlage der Opposilion bei den enalischen Gemeindewablen. London, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Gestern fanden in ganz England und Wales mit Ausnahme von London die Gemeindewahlen statt. Obwohl bei diesen Wahlen nicht allein Fragen der Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat ernannt: den Gesandten in Luxemburg, Grafen von Podewils-Bürnitz zum Generalkonsul in Kalkutta, den Generalkonsul in Danzig v o n R a - zeigt. In den einzelnen Abteilungen wird die rote Zersetzungsarbeit in aller Welt dokumentarisch belegt. Ein besonderer Teil zeigt, w i e Deutschland d e n B o l s ch e w i s m u s ü b e r - wand und die Volksgemeinschaft schuf. Auf der Wandfläche „Spanien im bolschewistischen Fieber" werden die neuesten Bilder des roten Terrors gezeigt. Den Abschluß bildet eine Dokumentensammlung über den 7. Weltkongreß der Komintern, der die Kriegserklärung Moskaus an die Welt darstellt, über die rote Armee als Armee der Weltrevolution und des Sowjetimperialismus und über die Moskauer Clique um Stalin. Eine Weltkarte zeigt in Verbindung mit einem Schallplattenvortrag die Wühlarbeit des Bolschewismus in allen Ländern von 1917 bis zur Gegenwart, aber auch das Erstarken der Gegenkräfte in den einzelnen Staaten, seitdem Adolf Hitler den Bolschewismus in Deutschland vernichtete. Der Leiter der Antikomintern, Dr. Adolf Ehrt, schilderte den Angriff des Weltbolschewismus gegen die Kulturstaaten, der in diesem Jahre in ein entscheidendes Stadium getreten ist, aber auch die von Monat zu Monat wachsende Gegenbewegung in der ganzen Welt. Deutschland marschiere in dieser Bewegung an der Siptze. Der bolschewistischen Weltfront der Kulturvernichtung, der Gottlosigkeit und des weltrevolutionären Krieges müsse die Gemeinschaft der aufbauwill i^e n , fried- liebenden Kräfte aller N aYl onen entgegengestellt werden. 4300 Arbeiter im Neuyorker Hafen im Ausstand. N e w y o r k, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der kaischek „ „ , _ Der Marschall verbrachte den Tag im Kreise maßgeblicher Persönlichkeiten Nordchinas in Lojang, r»«l ÄS» i(Wn K bun0 u" , , legen he' i w--d-"> m, un® LDUiue in neu vseneiuiiiuu waiic lunyc viciyc H af e n a r be i te r st r e i k nimmt immer größeren DQn ga^ren roar er Lehrer für Taktik und Kriegs- 43ooan(?n?pnnrhpi?pr ’s rf/i A p h! nVn m I an der Kriegsakademie und wurde 1912 er' 22 L- u 1 e V ” r 41 ’ I Generalmajor und Oberquartiermeister im Großen Alle Schlichtungsversuche sind bisher ergebnislos ge-, (Zeneralstab. der Mobilmachung trat er als Chef blieben Amerikas größter Passagier- Generalstabes zur 1. Armee unter Generaloberst ? V &er aiP ty’«?’1 oon Kluck, im Dezember 1915 wurde er General- abend die Ausreise nach Hamburg antreten sollte, j stabschef der 6. Armee des Kronprinzen Rupprecht mußte von der Ausreiseliste gestrichen werden.!' ~ 1 - * ~ . .rr v ) o l ;iflt u Berlin, 2. Nov. (DNB.) Am Montagnachmittag eröffnete Dr. E h r t, der Leiter der Anti-Komintern, die große Bilder- und Dokumentenschau aus den Archiven der Antikomintern „Der Bolschewismus". Das ausgestellte Material ist das um- assendste, das bisher zum Thema Bolschewismus geboten worden ist. Die wichtigsten Bild- und Schriftdokumente aus dem In- und Auslande werden hier der Oeffentlichkeit gezeigt: ein erschütterndes Anklagematerial gegen den Weltzerstörungswahn Moskaus. Halle I zeigt den Bolschewismus ohne Maske in d e r S o w j e t u n i o n, dem Lande, in dem er 19 Jahre herrscht. Zehn Abteilungen geben ein eindringliches, furchtbares Bild von dem Kampf gegen Gott und Religion, dem bolschewistischen Kinderelend, den Folgen der angeblichen „Befreiung" der Frau, von dem elenden Lebensniveau des Sowjetbürgers, das sich in den riesigen Preisunterschieden gegenüber Deutschland zeigt, von der Kulturschande der s e ch s Millionen Zwangsarbeiter, die in Wäldern Sibiriens der Machtgier der bolschewistischen Fremdherrschaft geopfert werden, von den grausigen Methoden der GPU. Einzelmord, Massenmord, Geiselmord, und schließlich von dem entsetzlichen Hungerelend, das sich Jahr für Jahr wiederholt. In Halle II wird der bolschewistische Versuch, auch die übrige Welt diesem Regime des Blutterrors und des Massenelends zu unterwerfen, ge- Der Königlich Afghanische Ministerpräsident Seine Königliche Hoheit M o b a m e d H a s ch i m Khan, traf in Begleitung des Königlich Afghanischen Außenministers von Paris kommend au einem Besuch der Reichshauptstadt ein. Zu seinem Empfang hatten sich u. a. der Leiter des Außenpolitischen Amtes, Reichsleiter Rosenberg, vom Auswärtigen Amt der stellvertretende Staatssekretär D i e ck h o f f, der Chef des Protokolls, Gesandter von Bülow-Schwante,der Kommandeur der Leibstandarte Hitler SS.-Ober- gruppenführer Sepp Dietrich, der türkische Botschafter in Berlin, Exzellenz Hamdi Arpag und die afghanische Kolonie eingefunden. Eine Ehrenkompanie der SS.-Leibstandarte Hitler hatte vor dem Bahnhof Aufstellung genommen. LAMPENsa® tenexarnen ab. Drei Jahre war er als Landwlrt- schaftslehrling tätig, dann studierte er an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Weihenstephan und den Universitäten Gießen und Göttingen. Als Diplomlandwirt bestand er noch die Prüfung als Saatzucht- und Tierzuchtinspektor auf der Universität Gießen, wobei er zum erstenmal mit D a r r 6 zusammenkam. Von 1924 bis 1926 war er als Gutsbeamter in Ostpreußen tätig. 1929/30 war er an der Landwirtschaftsschule in Heiligenbell. Schon 1918 schloß er sich dem deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund an und wurde später Mitglied des Freikorps Oberland. Am 9. November 1923 kam er zum erstenmal als aktiver Mitkämpfer mit der nationalsozialistischen Bewegung zusammen. 1931 trat Arauner in die NSDAP, ein. In der Reichsleitung der NSDAP, wurde er Adjutant Darr6s und Geschäftsführer des Agrarpolitischen Apparates. Bei dem Aufbau des Reichsbauernrates fielen ihm wichtige Aufgaben zu. Neben seiner Tätigkeit im Reichsnährstand war Arauner als Standartenführer noch Hauptamtsleiter im Rasse- und Siedlungshauptamt der SS. Mitten aus diesem Schaffen heraus ist er in noch jungen Jahren durch den tragischen Unglücksfall herausgerissen worden. Die Verhandlungen über die Verlängerung der deutsch-estnischen Vereinbarung über den gegenseitigen Warenverkehr fanden ihren Abschluß. Der deutsch-estnische Warenverkehr für das Jahr 1937 wurde neu festaelegt. Die Vereinbarungen dürften geeignet sein, die erfreuliche Aufwärtsentwickelung des deutsch-estnischen Warenaustau-, sches auch für das Jahr 1937 sicherzustellen. * Der 50. Geburtstag des Marschalls T s ch i a n g- Sslsche Akten Blum. Del je Sowjets oas näher tnn ja nicht glaU' > nicht einmal m Besitzunge« rtsorben habe, in erster Lime sartei und i werde da- dick" b- Ä >r di- AdrH di»-" aet,i5 ite tüfcunß d-> der alten Hauptstadt von China, die heute den Namen Honan führt. Kunst und Wissenschaft. 125 Jahre Universität Breslau. Die Festwoche aus Anlaß des 125jährigen Bestehens der Universität Breslau erlebte mit einem Gemeinschaftsabend ihren würdigen Auftakt. Außer dem Rektor Professor Dr. Walz, der Dozentenschaft, den Beamten und Studenten hatten sich auch viele ehemalige Studierende eingefunben. In seiner Begrüßungsansprache umritz Professor Dr. Walz den Begriff der Gemeinschaft, wie sie im Leben und Wirken der Universität zum Ausdruck komme, und hob hervor, daß auch die Universität einen Teil der deutschen Lebensgemeinschaft bilde. Nach einem Rück- blick auf die Vergangenheit wies Professor W a l z auf die besonderen Aufgaben der Breslauer Universität hin. Danach ging der Leiter der Dozentenschaft, Professor Dr. Rode, auf die Geschichte der Universität ein und legte ein Bekenntnis zu der 1933 aufgerichteten neuen Ordnung und zum alltäglichen Arbeitsdienst für die deutsche Gemeinschaft ab. Die Universität sei keine privilegierte Hierarchie mehr, sondern ein Glied des deutschen Volkes, das wie eine Säule durch alle feine Schichten hindurchgehe. 3um 80. Geburtstag General von Kuhls. General der Infanterie Hermann von Kuhl, einer der bedeutendsten lebenden Militärschriftsteller Mannen der Bewegung, die im Geist in unseren Reihen mitmarschieren. Mit seinen Hinterbliebenen trauern die gesamte Partei, die Deutsche Arbeitsfront, die Gliederungen der Bewegung und dar- über hinaus jeder deutsche Arbeiter. Aber die Fahne, die er mit aufrichten half, wird von der Jugeick), der er so besonders nahe stand, weiter ™ die Zukunft getragen. ch°" Staat* Roosevelt Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch» und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Zranz Joses Schwarz!. ASG. Als uns die Nachricht von dem tragischen Zllgzeugunglück, das sich am Sonntagnachmittag m Thüringer Wald ereignete, erreichte, dachte keiner daran, daß unter den Todesopfern in:r unserer Besten und Treuesten aus dem Gau Hssen-Nasiau fein könnte. Am Montagnachmittag idjtn verbreitete es sich wie ein Lauffeuer in der sicrteigenosfenschaft und bei den SS.-Kameraden, )as SS. - Standartenführer Franz 3: sef Schwarz, der Treuhänder der Uibeit für den Gau Hessen-Nassau und das ßgnb Hessen bei dem Unfall ums Leben gekommen ist. Schier kaum faßbar war die Kunde, daß Partei- geroffe Schwarz, den wir noch am Samstagnach- miiag mit der Sammelbüchse in der Hand an dem bebbteften Derkehrsmittelpunkt der Stadt Frank- sch, der Hauptwache, sammeln sahen, und dem otig und freudig die Volksgenossen ihr Scherflein nibie Büchse warfen, nicht mehr unter uns weilen los. Hatten ihn doch seine ständige Hilfsbereit- ch:st jedermann gegenüber, fein Verständnis für ifli, die mit Not und Sorgen belastet zu ihm Ionen, rasch populär gemacht. Dor allen Dingen Deren es auch die SS.-Kameraden, denen er in Mrmüdlicher Treue stets Führer und Kamerad ®or. Ja, bis zuletzt noch, — wenn er auch infolge Mrieitsübedaftung als Treuhänder der Arbeit die r. SS.-Standarte abgeben mußte, — wandten sich eire SS.-Männer doch immer wieder an ihn, um 'Ich an ihm aufzurichten und sich feinen Rat zu toten. So verliert die Frankfurter SS., die er ichn in der schwersten Zeit des Kampfes führte, in ihm ihren besten Freund. Treu, in zäher Hin- gai-e und voller Glauben an den Sieg tat er seinen Saiten Dienst in der Zeit des Kampfes. Die 2. SS.- 6t: nbarte verbankt ihren mustergültigen Aufbau allün Franz Josef Schwarz, der auch in den här- tesi-n Tagen als Führer feinen Mann gestanden >ie bedeutsamen Tage des Umbruches im Jahrs 193 sehen Parteigenossen Schwarz an hervorra- aeifcer Stelle mitwirken. Und wie er von jeher seii.e Männer betreute, so bewies er auch als Tr uhänder der Arbeit, zu dem er am 1. Juli 1934 enannt wurde, großes Geschick, nachdem er bereits in Jahre 1933 von Gauleiter Sprenger zum Kom- mv ar der Börse bestellt worden war. ssranz Josef Schwarz ist am 26.5.1896 in Meh- leir am Rhein geboren. Er besuchte das Gymnasium in Bonn und widmete sich später dem Bankwesen. 3m Weltkriege, den er vom Anfang bis zum Ende als Offizier mitmachte, wurde Parteigenosse Schwarz mii dem EK. I und II. Klasse ausgezeichnet. Nach feiner Rückkehr arbeitete er wieder im Bankfach, zul'tzt als Direktor der Dresdner Bank. Sieben feinem verantwortungsvollen Amt als 3r, uhänder der Arbeit, das sich auf das große Lardschaftsgebiet von der Weser bis zum Neckar, ror. Kassel bis nach Niederlahnstein und an die tziringische Grenze erstreckte, war Schwarz' zum Cvndertreuhänder im Reich für das Bankgewerbe, die Kaliindustrie, das Straßenwalzgewerbe, die Ebckindustrie, die Herren- und Damenmaßschnei- btrei, für Lederwaren, Reise-, Sportartikel und Ausrüstungsgegenstände bestellt worden. Ein Beweis, welch großes Vertrauen ihm auch der Reichs- arteitsminifter schenkte. So verliert der Gauleiter und nut ihm der gonge Gau Hessen - Nassau in Franz Zoef Schwarz einen der bewährtesten National- sizolisten, der sich ob seines geraden offenen und anmdehrlichen Charakters allseits größter Bellebt- yeii erfreute. Seine Mitarbeiter verlieren tn ihm ein>n Vorgesetzten, der zugleich Kamerad war, der jtbin zu feinem Recht kommen ließ und immer bmuf bedacht war, die Freude an ^r Arbeit zu heben. Bis zum letzten Atemzuge galt fern Leben der Pflicht und der Arbeit, die er m den Dienst der Volksgemeinschaft stellte. So ereilte ihn auch auf einer Dienstreise nach Serltn, wo er eine Arbeitstagung a l s S o n d e r t r e u h a n - der für das Bankgewerbe im Reich leiten ffltte, das unerbittliche Schicksal. Dieder ist einer von den Getreuen des Führers, die im Ringen um die deutsche Wiedergeburt in ooiberfter Reihe standen, Auch der Geschäftsführer des Neichsbauernrates unter den Todesopfern. ZdR. Berlin, 3. Nov. Bei dem tragisck-n Flugzeugunglück im Thüringer Wald kam auch der Geschäftsführer des Deutschen Reichsbauernrates, Richard Arauner, ums Leben. Arauner ist einer der engsten Mitkämpfer des Reichsbauernführers gewesen, als es galt, der nationalsozialistischen Weltanschauung auch in der Agrarpolitik zum Durchbruch zu verhelfen und nach der Machtübernahme durch den Aufbau des Reichsnährstandes die Voraussetzungen für die Durchführung der nationalsozialistischen Agrarpolitik zu schaffen. Arauner wurde 1902 in Mittelfranken geboren und legte auf der Realschule Weißenburg fein Abiturien- ■utlttlDOth t» ■* * "t'en d-i W Staats, "e Wahle, a9 »eprS. 1 44*14./ 60ThßouLL 40,60,75 100 WoM $Ul/ JärOSRAM NS6 .*Mater Oie britische Rüstungsindustrie. Die gewaltige englische Ausrüstung ist ziffernmäßig noch nicht zu erfassen, jedenfalls versucht England mit einem Schlage alles das nachzuholen, was es jetzt in der Aufrüstung seiner Meinung nach verabsäumte. Vor allem wird zur Luft gerüstet, die Angabe englischer Blätter, daß allein für die Verteidigung Londons gegen Luftangriffe die Summe von rund 50 Millionen Mark bereitgestellt wurde, läßt auf das gewaltige Ausmaß der englischen Aufrüstung schließen. Die Aufrüstung in der Luft ist Gegenstand einer ausgiebigen Erörterung, bei der jedoch keine Angaben über die einzelnen Firmen gemacht werden, die von der Aufrüstung Nutzen ziehen. Man weiß nur, daß a ch t neue Rüstungfabriken in England für den Bau von Flugzeugen und Flugzeugmotoren errichtet werden, daß diese Fabriken auf Kosten der Regierung gebaut werden sollen und daß es hierbei zu einem Krach kam. Lord N u f - field, der Hauptaktionär der Automobilfabrik Morris Motors, einer Firma, die für England etwa die gleiche Bedeutung besitzt, wie Opel für Deutschland, hatte sich erboten, die Aufrüstung zu fördern und zu diesem Zweck die Wollseley-Flug- zeugmotorenfabrik in Birmingham auszubauen, ohne daß das englische Kriegsministerium dabei ein Risiko eingegangen wäre. Das englische Kriegsministerium habe, so wird berichtet, sich aber einem Ring von sieben anderen Firmen verschrieben. Daraufhin sei es zu einem harten Zusammenstoß mit Lord Nuffield im Kriegsministe- rium gekommen, und Lord Nuffield habe im Verlaufe dieses Konfliktes jede Tätigkeit für die Aufrüstung abgelehnt. Aber wer sind die übrigen Firmen, die von der Aufrüstung profitieren, denen das englische Kriegsministerium sogar auf seine Kosten Fabriken baut? Man weiß nur, daß die B r i st o l - Flugzeugwerke zu ihnen gehören, aber diese Firma hängt eng zusammen mit der bekannten und zu ausländischen Rüstungsfirmen finanzielle Beziehungen unterhaltenden Hauptfirma der englischen Rüstungsindustrie, mit dem Vickers-Konzern. Man weiß, daß Vickers in der Vorkriegszeit durch den levantinischen Juden Basil Z a h a r o f f gewaltige Rüstungsaufträge anderer Nationen erhielt, daß sich der Konzern infolgedessen gewaltig entwickelte, wobei Zaharoff vom König von England den Ritterschlag erhielt, und daß vornehmlich der Konzern mit Schneider-Creuzot in Frankreich schon in der Vorkriegszeit in engster Verbin- duna stand. Dieser Vickers-Konzern baut Kriegsschiffe, Unterseeboote, Kanonen, Gewehre. Der Konzern fusionierte sich im Jahre 1927 mit der gewaltigen Rüstungsfirma A r m st r o n g , die bis dahin Vickers Konkurrenz machte. Diese Firmen beherrschen die englische Rüstungsindustrie, denn frühere englische Konkurrenzfirmen wie William B e a r d - m o r e sind in dem Konzern aufgegangen, mit der Firma Cammell Laird wurde eine Finanzverflechtung vorgenommen und auch der Imperial Chemical Jndustry-Trust hängt mit dem Vickers-Armstrong-Trust eng zusammen und verfügt über ausgezeichnete Verbindungen zur britischen Regierung. Die englischen Flugzeugwerke sind mehr oder weniger mit Vickers-Armstrong verbunden, wie Armstrong-Siddley, De Haoilland, Bristol, Napier, Handley Page, und es wird sogar behauptet, daß sie sich fast vollständig unter der Kontrolle von Vickers-Armstrong befinden. Jedenfalls zeigt der Konflikt mit Lord Nuffield, daß diese Firmen eine Front gebildet haben und daß sich das englische Kriegsminist^rium dieser Front verschrieb, die alles für die Aufrüstung liefert, vom Gamaschenknopf über Gewehre und Kanonen und Kriegsschiffe bis zum Flugzeug und den Flugabwehrkanonen. Dabei ist es interessant, daß, sicherlich nicht ohne Veranlassung dieser Geschäftsleute, die englische Regierung sich an die amerikanische wandte, um Flugzeuge in Amerika bestellen zu können. Die Beziehungen des Vicker-Armstrong-Konzerns zur amerikanischen Rüstungsindustrie sind bekannt. In den Vereinigten Staaten behauptet man allerdings, daß die dortigen Flugzeugwerke voll beschäftigt wären, aber was im Weltkriege furchtbare Wirklichkeit wurde, daß gerade durch die Lieferungen amerikanischer Waffenfabriken die USA. aus ihrer Neutralität heraustraten, scheint sich wiederholen zu wollen. Auf jeden Fall sollte das europäische Festland auf die Vertrustung des internationalen Waffengeschäftes ein aufmerksames Auge haben. Schon im Vorjahre lieferte England den Hauptteil der Waffen für auswärtige Mächte, zusammen mit den dort einheimischen, aber von Vickers usw, kontrollierten Firmen. Die Kaufleute des Todes, die sich gegen jede Nationalisierung ihrer Rüstungsindustrien sträuben, wissen weshalb. Neues für den Büchertisch. — Der jetzt abgeschlossene Band des bei der Akademischen Verlagsgesellschaft Athenaion mbH., Potsdam, erscheinenden „Handbuches der Kulturgeschichte" weckt besondere Erwartungen, denn die Epoche von etwa 1770 bis 1830, die der Wiener Kulturhistoriker Prof. Dr. Franz Koch in seiner „Deutschen Kultur des Idealismus" zusammenfassend behandelt, ist wie wenige andere eine Zeit der Hochblüte des deutschen Geistes. Einleitend legt er die ideellen Grundlagen dar, schildert, wie die Generation, die den Menschen der Aufklärung ablöst, den uralten Wettkampf zwischen Subjekt und Objekt in allen Aeußerungen und Lebensformen austrägt und endlich zu einer wirklichen Synthese — der leuchtendsten Tat des deutschen Geisteslebens — führt. Die Totalität des Lebens war Wunschziel der jungen Generation des Sturmes und Dranges, die erkennt, daß die Kraft unseres Menschentums weiter reicht als der bloße Verstand und das sittliche Leben das Vorrecht vor dem intellektuellen hat. Diese Grundsätze zeigt Koch auf in den Kapiteln über Gesellschaft, Recht, Volk und Staat, Mensch und Natur, Mann und Frau, Wirtschaft, Technik und Kunst. Der Durchbruch eines neuen Naturgefühls vollzieht sich mit fast elementarer Gewalt und äußert sich überall in den mancherlei Lebensformen, die Koch eingehend schildert. Höchst planmäßig ist die Vielfalt der Erscheinungen zu einer prachtvoll eindringlichen Darstellung zusammengefügt. Auch die Schattenseiten des Lebens sind nicht vergessen; alles rundet sich zu einem umfassenden Lebens- und Entwicklungsbilde ab: sehr schöne Farbtafeln und klare Textbilder erhöhen die Anschaulichkeit. — Dr. Johannes Neumann: Schleiermacher. Existenz, Ganzheit, Gefühl als Grundlagen seiner Anthropologie. Neue Deutsche Forschungen, Abteilung Charakterologie, Psychologische und Philosophische Antropologie, Band 2. In Verbindung mit Philipp L e r s ch, Gerhard Pfähler, Friedrich Seifert herausgegeben von Hans R. G. Günther. 181 Seiten, Berlin 1936, Junker und Dünnhaupt Verlag. Brosch. 8 RM. — (312) — Wir begreifen die Gegenwart nur ganz als Auszeu- gung der Geschichte, wie wir die Geschichte nur verstehen, wenn wir den Menschen der Gegenwart ganz erfassen. Der erste Teil untersucht daher den Menschen der ^genwart und die Ganzheitsproblematik in der I) "tigen Psychologie. Die verschiedenen Schulen der Psychologie werden in ihrer Ganzheitsproblematik geprüft und neue Forschungen über das Verhältnis Existenz, Ganzheit, Gefühl vorgelegt. Damit ist die Grundlage erarbeitet für ein neues Schleiermacheroerständnis. Quellenuntersuchungen zeigen noch unerforschte Beziehungen der Ganzheits- problematik z. Z. Schleiermachers und erweisen — im Gegensatz zu der bisherigen Auffassung, daß Schleiermachers intuitive Ganzheitsauffassung der Religion der heutigen Ganzheitsforschung vorgreift und berufen ist, in einer Schleiermacher-Renaissance die Ganzheitsbetrachtung in der Theologie heimisch zu machen mit neuen Perspektiven für Theologie und Seelsorge.— Die Schrift des Gießener Psychotherapeuten wendet sich in gleicher Weise an Aerzte, Theologen, Philosophen und Historiker. — Brot — Volksgesundheit — Nahrungsfreiheit! Von Dr. Will Kraft. Kurze Darstellung des heutigen physiologischen Wissens von Korn und Brot, der daraus sich ergebenden praktischen Folgerungen und ihrer Auswirkung auf Gesundheit und Wirtschaft des deutschen Volkes. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. mea. Franz G. M. Wirz, Mitglied des Sachoerständigenbeirats für Volksgesundheit bei der Reichsleitung der NSDAP. Preis 0,50 Mark. Müllerfche Verlagshandlung G. m. b. H., Dresden. — (282) — Die Broschüre will eine Anleitung zum Verständnis der ungeheuren Bedeutung der Brotfrage für Volk und Volksgesundheit bieten. Sie verbindet instinktives Erfassen der biologischen Grundgegebenheiten mit zwingender Beweisführung. Sie bleibt damit keine Antwort schuldig — weder auf eine Teilfrage, noch auf die Brotfrage als Ganzes. — D r. Wolf Strache: Das Weserbuch. Mit 147 Leica-Photos. Preis: Kart. 4,50 Mark, Ganzleinen 5,50 Mart. Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W 57. — (275.) — Von Han- noversch-Münden über Höxter-Corvey, Hameln, Minden und alle kleinen und großen Orte der Oberweser geht die Bilderreise zur Unterweser nach Nienburg, Verden, Bremen und Bremerhaven bis hinaus auf die offene See. Der Text steht in lebendiger Verbindung zu den Bildern. Das Buch bietet gute Ratschläge für Weserwanderungen zu Fuß, mit dem Auto und dem Boot. — Rolf Lauckner: Das Leben für den Staat. Ein Charakterbild Friedrichs des Großen. 160 Seiten mit 60 Abbildungen. 3.80 RM. Verlag F. Bruckmann AG., München. — (254.) — Der große Erfolg des Films „Der alte und der junge König", der wochenlang die deutschen Lichtspieltheater füllte, hat seinen Verfasser, den Dichter Rolf Lauckner, zu einer literarischen Schöpfung ganz eigener Art geführt. In seinem Buche „Das Leben für den Staat" zeichnet er in einer Reihe von Szenen nicht nur das Charakterbild Friedrichs des Großen, seiner Helfer und Gegenspieler in spannender Fülle und auf dem geschichtlichen Hintergrund ihrer Taten; an Hand von Menzels Darstellungen zu den Werken und dem Leben des großen Königs baut er seine Szenenbilder und Dialoge in dramatischer Entwicklung, so daß sich die Ereignisse tatsächlich mit der praktischen Einprägsamkeit des Films vor unfern Augen abspielen. Auf diese Weise erfährt der wundervolle Stoff eine Gestaltung durch Szene, Wort und Bild, die in Buchform wegen ihrer außerordentlichen Eindringlichkeit als eine neue Art geschichtlicher Darstellung von neuer und eigenartiger Wirkung ist. — Jacob Schaffner: Volk zu Schiff. Zwei Seefahrten mit der „KdF."-Hochseeflotte. 168 Seiten mit 12 Abbildungen, Seinen 2,85 RM., Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg, 1936. — (250) — Der bekannte Schweizer Dichter legt hier einen Bericht über zwei Reisen mit „Kraft durch Freude" vor. Als ein Dichter, der sich dem Gesamtdeutschtum verpflichtet fühlt, drängte es ihn, die neue Volksgemeinschaft da zu suchen, wo sie sich am vollkommensten verwirklicht hat. Mit offenen Augen hat er das Leben der Teilnehmer an diesen Fahrten beobachtet, hat er in Gesprächen mit ihnen ihre Sorgen, Nöte und Hoffnungen erfahren. Er erlebte die Wandlungen, die diese Menschen auf der Seereise erfahren haben, die sie zu fröhlichen, heiteren Kameraden werden läßt. Er hat die Verwirklichung einer sozialistischen Idee erlebt und wurde zum Bekenner des nationalsozialistischen Gedankens. Sein Tatsachenbericht ist zugleich Dichtung und Bekenntnis, das freiwillig abgegebene Zeugnis für ein großes Werk. Jeder, der die Reisen der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" mitgemacht hat, wird in diesem Buch ein Stück seines eigenen Erlebnisses wiederfinden. — Bruno Nelissen Haken: Der freche Dackel Haidjer aus der Stier st raße. Neue Geschichten von Herrn Schmidt und seinem Dackel. Mit 125 Pinselzeichnungen von Hans Speidel. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O.- Berlin. Halbleinen RM. 3.80 — (248.) — War „Herrn Schmidt sein Dackel Haidjer" ein mehr beschauliches Buch, das die Lüneburger Heide zum Hintergrund hatte, so geht es in diesem neuen Dackelbuch wahrhaft turbulent, abenteuerlich und für einen Dorf-Dackel höchst gefährlich zu. Denn der Dackel Haidjer ist inzwischen in die Flegeljahre gekommen — und da ist die große Stadt, in die er ja leider mit seinem Herrn Schmidt und seiner Frau Schmidt zusammen versetzt worden ist, das rechte Betätigungsfeld für die mannigfaltigen Unternehmungen eines rauhhaarigen Dackels. Hier ist der unkomplizierte Bericht vom Alltagsleben einer kleinen deutschen Familie und ihrer Freundschaft zum Tier. Aus aller Wett. Zwei Todesopfer beim Absturz eines englischen Sportflugzeugs. Bei Nizza stürzte ein englisches Sportflugzeug i n s Meer, wobei die beiden Insassen den Tod fanden. Der Apparat, der einem feit wenigen Wochen in Nizza weilenden englischen Farmer gehörte, war mit seinem Besitzer am Steuer und einem seiner Angestellten zu einem Rundflug aufge- ftiegen, als er aus unbekannter Ursache über dem Meer senkrecht abstürzte. Obgleich sofort ein Rettungsboot ausgesandt wurde, konnte man nur noch die Leichen der beiden Insassen bergen. Zwei schwere Verkehrsunfälle bei Bad Dürkheim. Auf der Staatsstraße zwischen Bad Dürkheim und Wachenheim stießen zwei vollbesetzte Personenkraftwagen zusammen, die völlig zertrümmert wurden. Die Eheleute Albert und Auguste Morin aus Ludwigshafen erlagen nach der Einlieferung ins Dürkheimer Krankenhaus ihren Verletzungen. Schwerverletzt wurden der praktische Arzt Dr. Höh und sein Schwager, der Metzgermeister Ludwig Roß beide aus Pirmasens. Leichter verletzt wurden zwei Frauen und zwei Kinder. — Das Unglück dürfte auf die Glätte der regennassen Straße zurückzuführen sein. Die Schuldfrage wird noch untersucht. * Ein zweites Verkehrsunglück ereignete sich in Bad Dürkheim auf der Mannheimer Straße am Feuerberg. Der 31jährige Rechtsanwalt Hell- mutt) Ullrich aus Mannheim befand sich mit seinem Kraftwagen auf der Heimfahrt. Auf der feuchten Straße geriet der Wagen, anscheinend infolge hoher Geschwindigkeit, ins Rutschen und geriet auf die linke Fahrbahn, wo er sich beim Abbremsen überschlug. Hierbei wurde der Autolenker mit dem Kopf gegen eine Telephonstange geschleudert und sehr schwer verletzt. Die Sanitätskolonne brachte den Schwerverletzten zum Krankenhaus, das er jedoch nicht mehr lebend erreichte. Die Braut des Getöteten blieb unverletzt. Anerkennung des Führers für die Rettungslalen während des letzten Sturmes. Auf die Meldung des Vorstandes der „Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" über die Rettung von 17 Menschenleben aus Seenot in den schweren Stürmen des 27. und 28. Oktober ist in Bremen folgendes Telegramm eingetroffen: „Ich danke Ihnen für Ihre Meldung und bitte Sie, den Rettungsmannschaften der Stationen Westerland, Friedrichskoog, Norderney und Neuharlingersiel meine Anerkennung zu übermitteln. (gez.) Adolf Hitler. Mollison fliegt Rekord über den Rordallantik. 3n der neuen Rekordzeit von 13 Stunden und 16 Minuten ist dem englischen Flieger Jim Molli so n zum dritten Male die lieber- fliegung des Atlantiks geglückt. Mollison war Donnerstag abend von Harbour Grace in Neufundland abgeflogen und traf Freitag vormittag wohlbehalten im Londoner Flughafen Croydon ein. Eisbildung auf den Tragflächen erschwerte anfänglich den Flug, der in einer durchschnittlichen Höhe von 5000 Meter durchgeführt wurde, doch besserte sich später das Wetter beträchtlich. Die zurückgelegte Strecke beträgt etwa 3700 Kilometer. Mollison beabsichtigt, anschließend nach Kapstadt weiterzufliegen. Tränengasbomben in Reuyorker Kinos. In acht Lichtspieltheatern Neuyorks, die alle einer Firma gehören und in den verschiedensten Stadtteilen liegen, erfolgten gleichzeitige Explosionen von Tränengasbomben. Die Kinos waren stark besucht. Durch die Explosion wurden die Fensterscheiben eingedrückt. Es entstand eine Panik. Insgesamt wurden 45 Personen gasvergiftet ober durch Glassplitter verletzt. Es wird behauptet, daß die Explosionen mit Arbeitsstreitigkeiten im Zusammenhang stehen. Die Besitzer der Kinos bestreiten jedoch die Richtigkeit dieser Angaben. Wirbelsturm in Süd-Vorderindien fordert zahlreiche Todesopfer. Der nördliche Teil von Madras und das Grenzgebiet von Haidarabad wurden von einem Wirbelsturm heimgesucht. Ein Tabaklager in Guntur stürzte ein. Hierbei wurden über 100 Menschen g e - tötet. In Chirala forderte der Sturm weitere 6 2 Todesopfer. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage ist wenig geändert. Noch immer wird durch eine Westströmung feuchte Luft aus den verschiedensten Gebieten des Atlantik auf das europäische Festland verfrachtet, wodurch weiterhin unbeständiges Wetter bedingt ist. Gelegentlich eintretende Aufheiterungen bleiben nur vorübergehend. Aussichten für Mittwoch: Vielfach dunstiges, sonst überwiegend bewölktes Wetter und zeitweise auch leichter Niederschlag, Mittagstemperaturen etwa zwischen 5 und 10 Grad, meist südöstliche und westliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer des meist unbeständigen und vielfach dunstigen Wetters, Temperaturen wenig geändert. Lufttemperaturen am 2. November: mittags 8,5 Grad Celsius, abends 0,8 Grad; am 3. November: morgens 3,5 Grad. Maximum 9,5 Grad, Minimum heute nacht 0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. November: abends 6,3 Grad; am 3. November: morgens 6,2 Grad. — Sonnenscheindauer 4,7 Stunden. 2 möblierte Gießen (Hessenstraße 3), den 3. November 1936. nur 6984 d | Mietgesuche | |SteHenangebote| 38. Beamten. | Vermietungen | In Urschrift unter 05089 an denGietz.Anzeig. Am 1. November, nachmittags 3.30 Uhr, wurde mein geliebter Mann und treuer Lebenskamerad, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel im 72. Lebensjahr von seinen langen, schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst Kleine sreundl. 3-Zimm.-Wohnung (Neubau im Ostviertel) mit Balkon, Küche und Zubehör, Bad vorgesehen u.ev. etw. Gartenland anDauermieter, alleinst.Darne o. ruh. Ehepaar z. l.Dez. zu verm. 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Häusliche Wärmewirtschafi Erfahrungen über die beste Ausnutzung des Brennstoffes. Der nachfolgende Artikel, der gegenwärtig vielfachem Interesse begegnen dürfte, ist in der gestrigen Ausgabe unseres Blattes infolge eines bedauerlichen technischen Versehens unter einer vertauschten Ueberschrift erschienen: wir bringen den Text heute noch einmal, da uns die Frage einer möglichst zweckmäßigen Brennstoffausnutzung gerade in der jetzigen Zeit von weitreichender Bedeutung zu sein scheint. In Deutschland werden zur Wärmeversorgung des Haushaltes und zur Beheizung von Gebäuden aller Art über 2 5 v. H. des gesamten Brenn st offverbr au ch e s benötigt, und die Aufwendungen hierfür betragen jährlich mehr als 1,5 Milliarden Mark. Es hat daher ein besonderes Interesse, wenn Dr.-Jng. Wilhelm R a i ß in den „Forschungen und Fortschritten" den Stand der Wärmeversorgung des Hauses auf Grund der neuesten Prüfungen und Erfahrungen darstellt. Durch die Brennstoffknappheit der Kriegs- und Nachkriegsjahre wurde die Aufmerksamkeit des Ingenieurs stärker auf die Millionen häuslicher Feuerstellen gelenkt, und es zeigte sich, wie gering die B r e n n st o f f a u s n u tz u n g hier zum Teil noch war. Die neueren Erkenntnisse über die Vorgänge bei der Verbrennung und bei der Wärmeübertragung wurden daher auch auf die Verhältnisse in den kleinen Feuerungen planmäßig übernommen, und so wurden in den letzten fünfzehn Jahren unsere häuslichen Feuerungen vielfach grundlegend geändert. Bei der Heizung steht immer noch die Feuerung für feste Brennstoffe weitaus an erster Stelle, und dem Einzelofen kommt eine besondere Bedeutung zu. Man hat Prüfungen von Kachelöfen in der Versuchsanstalt für Heiz- und Lüftungswesen der Technischen Hochschule Berlin vorgenommen, während eiserne Oefen in den wärmetechnischen Instituten in Aachen und Darmstadt geprüft wurden. Das Ergebnis solcher Untersuchungen ist, daß es heute für alle Brennstoffe Ofenbauarten gibt, die bei richtiger Bedienung und Instandhaltung 70—85 v. H. der eingebrachten Brennstoffwärme freimachen. Ein richtig bemessener Rost, ein dichtes Feuer- geschränk, ein hoher Feuerraum und genügend lange Heizgaswege sind die Voraussetzungen einer guten , Ausnutzung. Eine glatte, niedrige Form des Ofens gewährleistet ferner eine bessere Erwärmung der unteren Raumzone und damit eine gleichmäßigere Temperaturoerteilung im geheizten Raum. Bei der Zentralheizung hat sich die Feuerung mit unterem Abbrand stärker durchgesetzt. Bei geeigneter Stückgröße des Kokses und einwandfreier Feuerführung können Verluste durch Abziehen der unoerbrannten Gase weitgehend vermieden werden, und es sind bei den reichlichen Heizflächen solcher Kessel Wirkungsgrade von 70 bis 80 v. H. zu erzielen. Den zentralen Heizanlagen schenkt man erst in den letzten Jahren erhöhte Beachtung, und es wurden auch die für den Heizbetrieb maßgebenden meteorologischen Einflüsse genauer untersucht. In den letzten Jahren wurden für feinkörnige Magerkohle Gliederkessel entwickelt, die es ermöglichen, diese im Preis günstigen Kohlensorten ähnlich wie Koks im Dauer- brand zu verfeuern. Für die Oelfeuerung, die sich im Ausland großer Beliebtheit erfreut, fehlt bei uns zur Zeit die Voraussetzung, billiges heimisches Heizöl, und auch die Gasheizung hat sich wegen der vielfach hohen Gaspreise für die Zentralheizung nur vereinzelt eingeführt, während sie als Ofenheizung stärker verwendet wird. Bei der Warmwasserbereitung werden in Anbetracht der Vorteile — Sauberkeit, stete Betriebsbereitschaft, Wegfall der Bedienung — etwaige Energiemehrkosten in Kauf genommen. Die Wärmeausnutzung ist im praktischen Betrieb, wie Untersuchungen im wärmetechnischen Institut in Darmstadt gezeigt haben, für gas- und strombeheizte Gerate ungefähr gleich: sie schwankt zwischen 60 und 80 v. H. Beim Kochen zeigt der übliche Kohlenherd die ungünstigste Wärmeausnutzung, besonders, wenn er lediglich zum Kochen benutzt wird. Rur 7 bis 10 v. H. der Brennstoffwärme werden dabei ausgenutzt, berücksichtigt man Warmwassererzeugung und Raumerwärmung dabei, 30 bis 40 v. H. In neuester Zeit wurden jedoch Herde entwickelt, die durch bessere Ausgestaltung der Feuerung, Dichtheit des Herdes, gute Wärmeabdämmung und leichte Regelfähigkeit Wirkungsgrade ergeben, wie wir sie von gas- und strombeheizten Herden kennen. Dem Stadtgas, das lange Jahre dem Haushalt als einziger hochwertiger Energieträger für Wärmezwecke zur Verfügung stand, ist ein ernsthafter Wettbewerber in der Elektrowärme entstanden, zumal die Elektrizitätswerke für das elektrische Kochen günstige Sondertarife gewähren. Um festzustellen, wieviel Kilowattstunden im praktischen Haushaltsbetrieb einem Kubikmeter Stadtgas gleichwertig sind, hat die „Hauptstelle für Wärmewirtschaft beim Verein Deutscher Ingenieure" Beobachtungen an über 3000 Neubauwohnungen durchgeführt, die teils mit Gas-, teils mit Elektroherden versehen waren. Es zeigte sich, daß beim Kochen 2,3 bis 2,7 Killowattstunden 1 Kubikmeter Stadtgas ersetzen. Der Wärmeaufwand ist also beim elektrischen Kochen wesentlich geringer als beim Kochen mit Gas; denn der Heizwert von 1 Kubikmeter Stadtgas ist über viermal größer als der einer Kilowattstunde. Die Gesamtentwicklung der häuslichen Wärmeversorgung zeigt sehr deutlich den immer stärkeren Uebergang von natürlichen zu hochwertigen und veredelten Energieträgern, die sich vor allem durchsetzen, wenn der Wärmebedarf verhältnismäßig niedrig ist und der Betrieb schnell bereit, leicht zu zu regeln und zu bedienen sein soll. Die Deckung des deutschen Treibstoffbedarfs aus heimischen Energiequellen kann zu einschneidenden Aenderungen in der häuslichen Wärmeversorgung führen, da die Nebenerzeugnisse der Treibstoffgewinnung, zum Beispiel der Schwelkoks, gegebenenfalls im Hausbrand untergebracht werden müssen. C. K. Die Bekleidungsindustrie sorgt für den Winter. VA. Jetzt kommt die Zeit, wo wir schon wieder an unsere Winterkleider denken, die in der Tiefe des Kleiderschranks ein beschauliches Dasein geführt haben. Das Wiedersehen mit ihnen ist nicht auf der ganzen Linie erfreulich. So manches teure Stück blickt uns müde und alterschwach an; manches glänzt (aber nicht vor Freude) und hat seine Zeit und ihren Stil längst überlebt. Auf dem Heimweg von der Arbeit mustern wir die Schaufenster der Bekleidungsgeschäfte, und — da wir es immer so gewohnt waren — sind wir gar nicht erstaunt, sie heute schon mit reicher Auswahl gerüstet zu sehen. Im frühe st en Sommermonat, als wir die „dicken Sachen" im hintersten Winkel verstauten, begann für die Beklei- dungsindustrie die Wintersaison. Da waren Modelle zu entwerfen, zu prüfen und auszuwählen, Stoffe einzukaufen, Zutaten zu beschaffen, Preise zu kulkulieren, Modelle anzufertigen und zu verbessern, Kollektionen zusammenzustellen, die Arbeiten einzurichten und die Verkäufer hinauszuschicken, um für den Absatz zu kämpfen und die Regale der Läden zu füllen. Rund eine halbe Million Menschen waren in Deutschland tätig, um uns vor der Kälte des Winters zu schützen, während wir uns von der Sonne braun brennen ließen. Berge von Schwierigkeiten waren zu überwinden, als das Dritte Reich sich daran machte, auch auf dem Gebiete der Bekleidung gesunde Grundlagen zu schaffen. Besonders erschwert wurde die Neuordnung durch die gleichzeitig auftretende Notwendigkeit einer strengen Devisenbewirtschaftung. Die R o h st o f f e unserer Bekleidung waren zum größten Teil Importware und in den Jahren der Systemzeit wurde nach Herzenslust eingekauft. Die Baumwoll- und Wollhändler der Welt saßen auf riesigen Lägern, freuten sich über jeden Abnehmer und gaben bereitwillig Kredit. Sie vergaßen allerdings keineswegs, den deutschen Saldo pünktlich zu belasten und auch die Debetzinsen fein säuberlich aufzurechnen. Mit dieser Pumpwirtschaft radikal Schluß zu machen, war höchste Zeit. Es ergab sich die Aufgabe, einem Volk auf engem Raum trotz seiner Rohstoffarmut die Mittel zu schaffen, seine Selbstbehauptung und Unabhängigkeit zu erkämpfen. Das war schon deshalb nicht einfach, weil gerade auf dem Gebiet der Bekleidung alte Vorurteile nur äußerst schwer zu überwinden sind. Müssen wir denn auf dem Standpunkt stehen bleiben, es gebe für Stoffe nichts Besseres als Wolle und Baumwolle? Sollen wir ergeben mit dem zufrieden fein, was das Ausland uns an Rohmaterial abläßt? Einstweilen ist die Einfuhr für die Bedürfnisse der Bekleidungsindustrie noch ganz beträchtlich und würde unseren Devisenhaushalt stark beanspruchen, wenn es dem Gewerbe nicht schon gelungen wäre, durch eine ganz beachtliche Ausfuhr von Fertig f a b r ik a t e n die benötigten ausländischen Zahlungsmittel selbst herauszuwirtschaften. Wenn sich auch manche Länder, dem Zug der Zeit entsprechend, bemühen, ihren Eigenbedarf mehr und mehr selbst zu decken, so läßt sich eine Industrie wie die Bekleidungsfabrikation nicht ohne eine Reihe wichtiger Voraussetzungen aus dem Boden stampfen. Denn nicht nur Maschinen und technische Einrichtungen sind hier erforderlich, sondern vielmehr Erfahrung, Geschicklichkeit, solide Arbeit und ein auserlesener, durch die Kulturstufe des Landes bedingter Geschmack. Der gründlich ausgebildete Facharbeiter hat es im Verein mit dem besonderen Einfühlungsvermögen des modeschaffenden Praktikers zuwege gebracht, daß die internationale Käuferschaft die „Weltmode", die es in der Idee von Paris diktiert sehen will, erst dann übernimmt, wenn sie ihm durch Berlin in die Praxis übersetzt worden ist. Die gebrauchsfähige Fertigware liefert deshalb nicht Paris, sondern in immer steigendem Maße Berlin. Die Qualitätsarbeit, die hier allein zum Erfolg geführt hat, auch im Inland an die Spitze zu bringen, ist ein Bestreben, dem wir nur beipflichten können, denn wir können es uns nicht leisten, Schund zu kaufen. Höchste Leistung zu angemessenem Preis ist wesentlich bedingt von einer scharfen, kaufmännisch einwandfreien Kalkulation. In diesem Punkt lagen die Dinge im Argen, als die neue Wirtschaftsordnung die einzelnen Betriebe unter die Lupe nahm. Abgesehen von den wenigen Großunternehmen wurde recht oft nach dem System einer Kalkulation „aus dem Aermel" gearbeitet. Verkaufspreis und wirklicher Wert wiesen daher manchmal Spannungen auf, die meist den Käufer benachteiligten. In diesem Jahr hat die Wirtschaftsgruppe durch einen großen Aufklärungsfeldzug jedem Betrieb, auch dem kleinsten, die Wichtigkeit einer genauen Ueberficht ihrer Kostengestaltung vor Augen geführt, um unsinnige Wettbewerbsverhältnisse zu unterbinden. Der nächste Schritt geht dahin, das allgemeine Niveau der Preise für alle Bekleidungserzeugnisse wesentlich zu senken. Die Spitzengruppe der Industrie steht auf dem Standpunkt, daß die Technik der Bekleidungsherstellung seit 1914 keine wesentliche Fortschritte gemacht habe und daß sich bei zweckmäßiger Modernisierung der Betriebe eine Preissenkung erreichen lasse. Ein heikles Thema, das unter der Flagge „M a ß k o n f e k- t i o n" segelte, drängte vorweg zur Bereinigung. In Uebereinstimmung mit dem Reichswirtschaftsministerium wurden zunächst die Begriffe „Maßarbeit" und „F e r t i g k l e i d u n g" festgelegt, an Hand deren jeder Volksgenosse eine Kontrolle darüber hat, mit welcher Ware er bedient wird. Bei der handwerksmäßigen Anfertigung, der Maßarbeit, steht der Verbraucher an erster Stelle, während er bei der fabrikmäßigen Herstellung, der Fertigkleidung, an letzter steht. Die Weiterentwicklung des modischen Geschmacks unserer Bekleidung hat vieles Kopfzerbrechen verursacht. Die Zeit drängt danach, auch die Kunst, uns zu bekleiden, nur von artgemäßem deutschem Empfinden befruchtet zu sehen. Dem Deutschen Mode-Institut obliegt die Aufgabe, ein neues geschmackliches Schaffen auszubilden und zu pflegen. Zwischen Spiel und Wirklichkeit Von Karl Ude Damals sah man m den Straßen, da alle jungen und kräftigen Pferde im Dienst des Heeres standen, nur solche, die müden Schrittes gingen und deren Hals so dünn und hager war, daß der Kopf ihnen tief herabhing. So geschah es oft, daß eines allein vor einen allzu schweren Wagen gespannt, die Hufe nicht mehr richtig zu setzen wußte, ins Stolpern geriet und vor Schwäche zusammenbrach. Ringsum gab es gleich ein wogendes Gedränge von Menschen, die Worte des Bedauerns und des guten Rates sprachen; der Kutscher indessen, ohne auf sie zu hören, löste mürrisch das lederne Geschirr von dem liegenden Körper und klappte die lange Deichsel zurück. Erbost über die plötzliche Verzögerung, nahm er ferne Pechche vom wagen, zerrte mit verkrampfter Faust an der dunklen Mähne seines Tieres, schrie heisere Befehle und schlug dazu ermunternd auf die mageren Beine mit den schweren Husen. Die Frauen wandten sich ah, als die Peitsche knallte, das Pferd aber zuckte nur mit den geschlagenen Gliedern daß aus dem Pflaster gelbe Funken sprangen und blieb liegen. So mußte man schließlich die Feuerwehr benachrichtigen, damit sie dem lebenden Verkehrshindernis wieder auf öie Seme helfe. Und sie war bald zur Stelle, mit einem o fenen roten Wagen, der allerlei handliches Gerat mit sich führte Vier Männer in blauen Uniformen fliegen heraus, beschauten keineswegs bestürzt die Sachlage, richteten ein drennasUges Gestell über dem Tiere auf daß wir Buben glauben mußten, man werde ihm meinem Wen frUe eineri Ku e= platz schaffen, schoben dann breite Gurte unter dem schnellatmenden Leibe hindurch und begannen mit Hilfe eines Flaschenzuges der von der Spche der durchsichtigen Pyramide herabhmg, den Pferdekörper nach oben zu ziehen so daß endlich wieder seine knochigen Beine senkrecht darunterstanden; md mährend der Wagen unter dem gellenden Geläut seiner blank geputzten MessinMocke geschäftig banonbraufte, tat das Der unsicher die ersten Manchmal «Ä' ein Mrd so slach aus ter Seite daß es nur mit langen Hebeln, die man unter feinen Rücken schob, aufzurichten war. Die Manner stöhnten sehr, wahrend sie d,e schweren fiölier anfehten, und gaben einander den Takt an, bas Tier jedoch, schon ein wenig hochgehoben, lant im selben Augenblick aus den Boden zuruck, Uem man ihm die Stützen entzog. Das war ein Anblick, mitleiderzwingend und traurig, und wir hätten gern der großen Kreatur, die, stets für uns ein Inbegriff der Kraft, nun einer beschämenden Schwäche überantwortet war, tröstend das Fell gestreichelt; dann aber, als das Tier wieder und wieder zu Boden fiel, wollte es uns scheinen, hinter diesem willenlos lässigen Zurücksinken verberge sich nichts als eine eigensinnig gepflegte Beguemlichkeit, und die kleine Szene wirkte zuletzt auf uns Jungen erheiternd; so auch blieb sie uns in Erinnerung, und eines Tages daheim, als unser Drahtfox in einer gleichen flachen Lage auf dem Teppich in der Sonne schlief, gab einer von uns sich daran, den Hund wie ein gestürztes Pferd aufzurichten. Er kniete sich neben ihn, schob die Hände wie steife Hebel unter den weißhaarigen Rücken und gab seinen Armen mit einem tiefstimmigen „Hau-Ruck!" den Takt an. Erwachend drehte der Hund ein wenig den Kopf, um zu sehen, was es denn gäbe und warum man ihn störe, streckte sich dann gemächlich und war, nicht weniger hinfällig als das mächtige Karrenpferd auf dem harten Straßenpflaster, durch keine unserer fachmännischen Bemühungen auf die Beine zu bringen, ja, er stemmte die Pfoten steif gegen den Teppich und ließ sich schwer und träge zurückfallen, wenn wir seiner Flanke die Stütze nahmen. Beliebig oft heuchelte er solche Kraftlosigkeit und Erschöpfung, und wir vermeinten ihm anzusehen, daß »r dies nicht ohne ein stilles, sorgsam unterdrücktes Schmunzeln tat. So wiederholten wir dieses kleine Spiel manches Mal; stets war der Hund bereit, mitzutun, und manch einer, dem wir es vorführten, stolz auf den Hund und stolz auch auf unsere dem Leben abgeschaute Erfindung, fand Gefallen daran. Schließlich aber wollte uns selber dieses sehr vereinfachte Verfahren nicht mehr genügen und wir versuchten, mit nicht weniger Aufwand an technischen Hilfsmitteln ans Werk zu gehen als die bewunderten blauen Männer. Aus drei Spazierstöcken des Vaters banden wir jenes dreimastige Gerüst zusammen, das für die Aufrichtung ganz schwacher Pferde unerläßlich schien, fuhren es auf einem knarrenden hölzernen Wagen, der mit einem anmutigen kleinen Schimmel bespannt war, an den schlafenden Hund heran und richteten das sehr schwankende Gestell über dem noch Ahnungslosen auf. Bevor jedoch die drei Stützen so ausgestellt waren, daß sie sicher und ohne auszugleiten auf dem glatten Teppich standen, sprang der Hund, urplötzlich zu seiner wahren Kraft erwachend, unwillig und verängstigt auf die Beine. Er schüttelte sich mächtig, daß die drei Stöcke über ihm polternd zusammenfielen, zog in maßlosem Erschrecken den Schwanz ein, lief, noch einen verständnislosen Blick zurückwerfend, aus dem Zimmer und getraute sich hinfort nicht mehr, die scheinbar so dankbare Rolle eines ausgezehrten und altersschwachen Gaules zu übernehmen; uns aber blieb zu bedenken, daß man nie ohne Verlust die fast unsichtbare Grenze zwischen Spiel und Wirklichkeit überschreiten kann... Oer Schwärmer. Hinter Gardinenspitzen verflogen fand ich den Falter, rosa-jadegrün, mit der phantastischen Serpentinenzeichnung des Oleanderschwärmers. Da erbarmte mich des verirrten Gauklers; denn ich wollte die kleine sinnlose Tragödie nicht, daß er elend verkomme im Irrgarten aus Filet und Mull und Spitzen, er, der geschaffen ist, im Paradies der Blumendüfte Lust und Leben zu genießen, Licht zu trinken und im Glück der Liebe sein bißchen Dasein fortzuschenken an die lückenlose Reihe unzähliger Geschlechter, die geschaffen sind, im Paradies der Blumendüfte Lust und Leben zu genießen, Licht zu trinken und im Glück der Liebe ihr bißchen Da- fei fortzuschenken an die Reihe überzähliger Geschlechter. So führte Andacht sorglich meine Hand, als ich, ein Mensch mit menschlichem Verstand, Schicksal spielte im Dienste der Schöpfung zum Wohl der blinden Kreatur. Tragisch verblendet flüchtete der zarte Sonderling vor seinem Wohltäter, zerflatterte den Blumenstaub der Flügel in immer dichterem Versteck, zerstieß sich schier den Kopf am trügerischen Fensterglas, töricht eigensinnig, wie wir Menschen selber oft der besseren Einsicht eines überlegenen Verstandes widerstreben. Leidlich geschont fing ich ihn endlich in geschlossener Hand, stieß das Fenster auf und gab ihn seiner Freiheit. Aber auch dann noch bedurfte er eines Stoßes, sein Glück zu fassen und zu nutzen. Das Lächeln einer guten Tat im Herzen, überließ ich mich dem Alltag. Und erst am Abend, als sich unter Lampenschein verdächtig schattenspielend das Falterweibchen aus Mull, Filet und Spitzen löste und einsam durch die Stille geisterte, begriff ich, daß ich Liebende gestört, ein kleines Glück zerrissen und aberwitzig in die Weisheit der Natur eingegriffen hatte. Sinnvoll sah ich nun den Eigensinn des kleinen Sonderlings, und Torheit meine Weisheit. Und ich meine, Freunde, Mütter, Väter, Lehrer, Meister, daß es gut sei etliches daraus zu lernen, eh wir wieder einmal Schicksal spielen! Richard Euringer. Gloria-Palast: „Schabernack" Man fühlt sich an die selige „Pension Schüller" erinnert. Hier ist gleich ein ganzes Hotel etwas verrückt. Die Besitzerin hat sich finanziell übernommen, und keine Gäste. Da trifft es sich gut, daß ein im gleichen Kurort liegendes Diät-Sanatorium abbrennt; die Patienten werden kurzerhand in das leerstehende Hotel einquartiert, und da man die Sanatoriumsgäste im Ort für harmlos Verrückte hält, verabreden diese sich zu einem Schabernack eigener Art: sie tun so, als ob sie wirklich ... man kann sich denken, was das für ein Schabernack wird, zumal in dem Hotel außer dem Personal der echte Vanderbilt aus USA. der einzige ist, der nicht mit zu der Verschwörung gehört. Die Phantasie des Regisseurs E. W. Emo ist üppig ins Kraut geschossen, um das Gasthaus in eine bessere Kaltwasserheilanstalt zu verwandeln. Der Wiener Komiker Moser als Hausdiener nusselt in den höchsten Tönen; Hörbiger, nett wie immer, und Hans Rickter mit bewährter Schnoddrigkeit, gehören ebenfalls zum Personal. Von den andern: T. Marien,Salfner,Gülstorfs und Henckels. — Im Beiprogramm: die Wochenschau: ein hübscher Hundefilm; je ein Vorspann zu „Stärker als Paragraphen" und „Ein Hochzeitstraum". hth. Oie sagenhafte Geeschlange Die letzte lebende Seeschlange dürfte endgültig erledigt sein, nachdem das Wundertier von Lochnetz seine Aufklärung gefunden hat. Aber in früheren Zeitperioden, die unser Planet durchlaufen mußte, hat es doch Tier-Arten gegeben, die nahe an ein solches sagenhaftes Ungetüm heranreichten. Fast jeder Naturfreund kennt die in Europa nur in Frankfurt a. M. vorhandene „Donner-Echse", dieses gewaltige Tier-Gerippe im Lichthof des Natur- Museums Senckenberg. In ihrer Zeitschrift „N a - tur und Volk" bringt sie eine Abhandlung über die vermutete Lebensweise dieses Dorwelt-Riesen, wonach die Tiere mit ihren massigen Leibern unter- getaucht lebten, mit den stämmigen Beinen auf dem Grunde der Gewässer umherpatschten und den verhältnismäßig dünnen Schwanz und Hals, die zusammen über 16 Meter messen, bald mehr, bald nur teilweise über dem Wasser sehen ließen. Der rund 20 Meter lange und selbst am Hals V- Meter dicke Saurier möchte schon ein respektables Schlan- genbilb abgegeben haben, und die Auffindung solcher riesenhaften, zahlreichen Hals- und Schwanzwirbel dürfte wohl auch vielerorts die Sage von der Seeschlange veranlaßt haben. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörfe überwiegend schwächer. Frankfurt a. M., 2. Nov. Zu Beginn der neuen Woche lag die Börse auf allen Marktgebieten sehr ruhig. Es lagen auf dem erhöhten Stand am Aktienmarkt meist einige Abgaben vor, so daß die Haltung vorwiegend etwas schwächer war. Für einzelne Werte ergaben sich weitere Befestigungen. Die offenbar nicht voll durchgeführten Limiterneuerungen zum Monatsbeginn blieben aus das stille Geschäft nicht ohne Einfluß. Schwächer lagen besonders Zellstoffwerte, Aschaffenburg 144,50 (148,25), Waldhof 169,75 (172). Montanaktien schwächten sich zumeist bis 1, Rheinstahl um 2,25 und Harpener sogar um 3,50 o. H. ab, nur Hoesch setzten 0,75 v. H. höher ein. Maschinen- und Motorenaktien gingen bis zu 1,75 v. H. zurück, fest blieben Junghans mit 113 (111). JG.-Farben lagen mit 178 gut behauptet, dagegen Deutsche Erdöl 2,25 v. H. schwächer. Am Elektromarkt gaben Felten 1, Gesfürel 2, Licht und Kraft 0,50 v. H. nach, Bekula und Elektr. Lieferungen blieben behauptet, AEG. zogen 0,25 v. H. an. Fester eröffneten dement Heidelberg mit 164,50 (163,50), Jul. Berger mit 147,90 (147), Rheinmetall mit 147,25 (145,65), Reichsbank mit 193,75 (192,50) und Hapag mit 16,40 (15,65). Westdeutsche Kaufhof verloren 0,75 v. H. Bon Auslandwerten Chade A—C 423,75 (430), AKU. 92 (92,50), Otavi Minen 45 (45,90). Der Rentenmarkt lag bei meist behaupteten Kursen ruhig. Altbesitz 119,50, Kommunal-Um- schuldung 90,30 .bis 90,40, Zinsvergütungsscheine 93,85, von zertif. Dollar-Bonds 6proz. Preußen 79, 6/^proz. do. 79,50, 6proz. Spargiro 77,50. Bon Auslandrenten ließen Ungarn Gold auf 12,80 (13) und 5proz. innere Mexikaner 6,65 (6,75). Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an, die Kurse bröckelten am Aktienmarkt überwiegend weiter Ab. Gut behauptet blieben JG.-Farben mit 77,75 bis 178 nach 178. Weiter gedrückt waren AKU. mit 90 nach 92, Otavi mit 44,50 nach 45, Hoesch gingen auf 120,50 nach 121,75 zurück und Kunstseide Bem- berg kamen mit 117 (120) zur Notiz, ebenso Metall- §esellschäft mit 156 (161); nur wenige Papiere lagen ,50 bis 1 v. H. fester, so Siemens und Lechwerke. Auch an den Rentenmärkten blieb es sehr still, die Kurse wiesen kaum Veränderungen auf. Ungarn Gold schwankend mit 12,60 bis 12,80 nach 12,80, Mexikaner lagen ebenso wie Rumänen etwas schwächer, 4proz. Mexikaner minus 1,10 auf 10,60. Schweiz. Bahnanleihen erschienen durchweg mit „Minus-Minus-Zeichen" und wurden bis 10 Punkte niedriger genannt. Pfandbriefe und Stadtanleihen waren kaum verändert. Der Freiverkehr lag ruhig. Man nannte u. a. Adlerwerke 107 bis 106, Wayß & Freytag zirka 128, Growag 90,50, VDM. 155,50, Pokorny 123,75. — Tagesgeld unv. 3 v. H. Abendbörse widerstandsfähig. Trotz starker Geschäftsstille erwies sich die Abendbörse als sehr widerstandsfähig. Die Kurse blieben in den meisten Fällen auf dem etwas erholten Mit^lgsschlußstand gut behauptet. Für Montan- werte zeigte sich vereinzelt Nachfrage bei leicht erhöhten Kursen, Hoesch 1Ä3 (122,75), Verein. Stahl 126,13 (126), Harpener erreichten nicht den hohen Berliner Kurs, lagen mit 158 aber 2 o. H. über dem von Frankfurt. Etwas schwächer notierten Scheideanstalt mit 280 (281,50), Südd. Zucker mit 207,50 (209,75) und AKU., die nach 90,50 (90,40) auf 89,50 nachließen, ebenso bröckelten Reichsbank auf 194,50 nach 195 (194,50) ab. Arn Einheitsmarkt zogen DD.-Bank 0,50 v. H. an auf 110,50. Der Rentenmarkt lag auf allen Märkten sehr ruhig bei unveränderten Kursen, IG. Farben - Bonds mäßig erholt auf 137 (136,65). U. a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 137, Reichs- bahn-VA. 126, Schutzgebietsanleihe Stücke 10,90, do. Zertif. 10,95, 4 v. H. Ungarn Gold 13, 4 o. H. Steg von 83 22, 5 v. H. Rumänen 7,90, 4 v. H. Rumänen 6,85, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 185, Commerzbank 109, DD.-Bank 110,50, Effektenbank 87, Dresdener Bank 108,50, Reichsbank 195 bis 194,50, Buderus 128, Harpener 158, Hoesch 123, Mannesmann 120, Rheinstahl 155,75, Verein. Stahl 126,13, AKU. 90,50 bis 89,50, Bemberg 117, Conti Gummi 173, Daimler 125,25, Deutsche Erdöl 148, Scheideanstalt 280, Deutscher Eisenhandel 147, Licht 8t Kraft 161,50, Elektr. Lieferungen 136,40, IG. Farben 178, Felten 142, Gesfürel 143, Goldschmidt 134, Holzmann 138,25, Junghans 112,75, Muag 133, Schuckert 163,50, Westdeutsche Kaufhof 63,25, Zellstoff Waldhof E 169, Südd. Zucker 207,50, AG. für Verkehr 127, Unterfranken 126, Hapag 16. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2.Nov. Das Angebot von Brotgetreide hat sich etwas gehoben, besonders am Oberrhein, weniger im Rhein-Main-Gebiet. Auch aus Norddeutschland kleine Weizenofferten mit erhöhter Handelsspanne. Roggen ist für spätere Termine besser angeboten: die am Wasser gelegenen Mühlen sind genügend versorgt, während die Land- mühlen laufend Bedarf zeigen. Braugerste hat bei etwas reichlicherem Angebot flottes Geschäft. Industriegerste war nicht zu haben, auch Futtergerste ist stark begehrt und kaum angeboten. Hafer weiter knapp, nur aus Bayern ist der Bezug günstiger. Weizenmehl wird vom Handel lebhaft gefragt; Roggenmehl genügend vorhanden. Das kleine Angebot von Futtermitteln aller Art wird gerne ausgenommen. Heu liegt etwas freundlicher, für Rog- genstroh zeigen die industriellen Verarbeiter Nach- frage. .. . . Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 203, W 16 206, W 19 210, W 20 212, Roggen R 12 166, R 15 169, R18 173, R19 175. Futtergerste —, Braugerste 232, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W 13 28,10, W16 28,20, W 19 28,20, W 20 28,55, Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mk. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soya- schrot—, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 16,75, Trockenschnitzel —, Heu 5,00 bis 5,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2,60, do. gebunden 2,40. Kartoffeln: gelbfleischige hies. Gegend 2,70, weißschalige hies. Gegend 2,40 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. Nov. Auftrieb: Rinder 1316 (1087 am 26. Oft.), darunter 313 (340) Ochsen, 126 (103) Bullen, 555 (382) Kühe, 322 (262) Färsen. Kälber 405 (344), Hämmel und Schafe 237 (82), Schwei-ne 2806 (2242). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 26. Oft. 42 bis 45), b) 39 bis 41 Tagung der Büchereileiter im Kreise Wehlar. (D Wißmar, 31. Oft. Im Verlaufe der „Woche des deutschen Buches" fand in Wißmar eine Ar- beitstagung d e r Büchereileiter der im Kreise Wetzlar bereits eingerichteten Volksbüchereien statt. Der Leiter der Staatlichen Beratungsstelle für das volkstümliche Büchereiwesen in Wiesbaden, Dr. I o e r d e n, gab in einem Vortrag über das Thema „Welche Bücher gehören in die Volksbücherei?" eingehende Richtlinien für neuzeitliche Büchereiarbeit. Um die Volksbildungsarbeit der Büchereileiter weitgehendst zu „unterstützen, hat die Reichsstelle für das volkstümliche Büchereiwesen eine Reichsliste für Dorfbüchereien zusammenstellen lassen, die rahmenmäßig die Richtung des Bestandsaufbaues angeben soll. In unserem Kreise sind jetzt 65 Büchereien im Aufbau begriffen, die aus Gemeinde- und Kreismitteln erhalten werden und, soweit dies möglich ist, staatliche Zuschüsse zur Beschaffung guter Lesestoffe erhalten. Wißmar wurde als Tagungsort gewählt, weil hier bereits eine gut ausgebaute Bücherei mit reichhaltigem Bücherbestand als klares Anschauungsmittel zur Verfügung stand. Die Bibliothekarin der Staatlichen Beratungsstelle für den Regierungsbezirk Wiesbaden, Frl. Rommerskirchen, sprach über „Die Bedeutung der Statistik" und legte die Gründe für die Notwendigkeit der Aufstellung einer klaren, einwandfreien Statistik jeder einzelnen Bücherei dar. Anschließend sand eine Aussprache über die Erfahrungen der einzelnen Büchereileiter während der Arbeit im letzten Winter statt. Als Vertreter des Landrats begrüßte Regierungsassessor Dr. Müller die Büchereileiter, dankte ihnen für ihre ehrenamtlich geleistete Arbeit und wünschte ihnen guten Erfolg für die Büchereiarbeit in der kommenden winterlichen Lesezeit. Kreis Wetzlar. co Wißmar, 30. Oft. Am Donnerstag fand bei Gastwirt Wolf eine gutbesuchte Versammlung der Ortsbauernschaft statt. Es wurde beschlossen, zur Bekämpfung der Feldmäuse von der hiesigen Bezugs- und Absatzgenossenschaft Giftweizen zu beziehen, der an die Landwirte ausgegeben wird. Die Landwirte find verpflichtet, den Weizen auszulegen, lieber die Einführung der Milchkontrolle entwickelte sich eine rege Aussprache. Der landwirtschaftliche Ortsfachberater Wagner schilderte den Vorteil und den Zweck dieser Maß- (37 bis 41), c) 36 (36). Bullen a) 43 (40 bis 43), b) 39 (35 bis 39), c) 34 (—), d) 27 (—). Kühe a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 30 (34 bis 39), c) 30 bis 33 (27 bis 33), d) 25 (25). Färsen a) 41 bis 44 (41 bis 44), b) 38 bis 40 (36 bis 40), c) 35 (35). Kälber a) 65 (65), b) 55 (55), c) 40 (40), d) 40 (40). Hämmel b2) 49 bis 50 (51 bis 52), c) 46 bis 48 (49 bis 50), d) 40 bis 45 (—). Schafe e) 40 bis 43 (—). Schweine al) 57 (57) a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder wurden zuge- teilt, la Rinder über Notiz. Kälber wurden zugeteilt. Hämmel und Schafe langsam, ausverkauft. Schweine wurden.zugeteilt. Großmarkt für Fleisch und für Fett- waren. B^chickung: 230 Viertel Rindfleisch, 60 ganze Kälber, 43 ganze Hämmel, 623 halbe Schweine, 15 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark. Ochsenfleisch a) 80. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, b) 69. Kalbfleisch a) 107, b) 96, c) 82. Schweinefleisch a) 74 (alles Höchstpreise). Hammelfleisch b) 90 bis 100. Fettwaren nicht notiert. Marktoerlauf: lebhaft. Ferkel- und Schafmarkt in Hungen. A 5) u n g e n, 2. Nov. Heute fand hier bei außerordentlich gutem Besuch der Allerheiligenmarkt statt, in dessen Mittelpunkt der Ferkel- und Schafmarkt standen. Auf dem Ferkelmarkt waren 520 Ferkel aufgetrieben. Bezahlt wurden für Ferkel bis zu 6 Wochen bis 10 Mk., 6 bis 7 Wochen 11 bis 15 Mk., 7 bis 8 Wochen 16 bis 18 Mk., 8 bis 9 Wochen 19 bis 22 Mk., ältere Tiere bis zu 14 Wochen bis zu 30 Mark pro Stück. Der Handel verlief flott, infolge des großen Auftriebs verblieb etwas lieber» stand. Der Schafmarkt war mit 1005 Schafen beschickt. Es kosteten Hammellämmer 30 bis 35 Mk., Zuchtlämmer 30 bis 39 Mk., Mutterschafe 50 bis 60 Mk., Iährlingshämmel 48 bis 60 Mk. Das Handelsgeschäft war außerordentlich gut. Trotz des großen Angebots verblieb nur geringer lleberftanb. Auf dem Krämermarkt waren etwa 80 Stände zu verzeichnen. Das Geschäft verlief auch hier rege. nähme. Von vielen Versammlungsteilnehmern wurde der Wunsch geäußert, die Gemeinde möge neben einem Vogelsberger Bullen auch einen Fleckvieh- bullen halten. Bürgermeister Krause wies darauf hin, daß es nicht möglich fei, da für den Kreis Wetzlar die Zuchtrichtung des Vogelsberger Viehes maßgebend fei. Anerkennend äußerte man sich aus der Versammlung über die Obstverwertung durch die Bezugs- und Absatzgenossenschaft, die jedem Bauern einen gerechten Preis sicherte. Abschließend wurde noch über die bevorstehenden Holzhauerarbeiten gesprochen. In üblicher Weise fand die Versammlung ihren Abschluß. (xd Wißmar, 2. Nov. In seinem Vereins- lokal, in der Gastwirtschaft von Wilhelm Bittendorf, hielt der hiesige Kegelklub „Bahn- frei" seine Generalversammlung ab. Gleichzeitig feierte der Verein das Jubiläum seines 25jährigen Aufenthalts im Dereinslokal. Vereinsführer H. Todt schilderte die kameradschaftlichen Beziehungen zwi- schen Verein und Wirt und gab dem Wunsche Ausdruck, daß das bestehende Verhältnis noch lange fortgeführt werden möge. Die Mitglieder ermahnte er, dem Kegelsport die Treue zu halten. Besonderer Gruß galt den Ehrenmitgliedern für ihre bisher geleistete Arbeit. Beim Gesang alter Volkslieder und Vorträgen von Kegelbruder Schiefer st ein vergingen die kameradschaftlichen Stunden rasch. <£ Rodheim a. Bieber, 2. Nov. Am letzten Samstag stellte sich auch unsere NS -Frauenschaft in den Dienst des Winterhilfswerkes; sie veranstaltete eine Kleidersammlung, die ein voller Erfolg wurde. Es muß ausdrücklich anerkannt werden, daß die Opferfreudigkeit unserer Hausfrauen die Erwartungen übertroffen hat. — Am gestrigen Sonntagnachmittag fand in der hiesigen Kirche die Einführung unseres neuen Seelsorgers, Pfarrer Trautwein, bisher in Holzhausen, Kreis Biedenkopf, statt. Die Einführungshandlung vollzog unter Assistenz zweier weiterer Geistlicher Pfarrer Herbert aus Oberhörlen im Kreise Biedenkopf. Die Anteilnahme der Gemeinde an dieser feierlichen Handlung zeigte sich in einem besonders zahlreichen Besuch des Gottesdienstes. — Der hiesige Männergesangver- e i n veranstaltete gestern abend im Manischen Saale ein Konzert zum Besten des Winter- Hilfswerkes. Das Programm zeigte außer Gesangsvorträgen des veranstaltenden Vereins Solovorträge eines auswärtigen Sängers und eines Geigers, deren Darbietungen — wie die des Gesangvereins — von einem sehr zahlreichen Publikum mit starkem Beifall aufgenommen wurden. Aus den preußischen Nachbargebieten. krels Warburg. ♦ Niederwalgern, 3. Nov. Am morgigen Mittwoch kann Frau Elisabeth K a l e t s ch , geb. Bierau aus Lollar, die Witwe von Georg Ka- letsch III., auf ein fünfzigjähriges B e- t e h e n ihrer Bäckerei und des Kolonial» Warengeschäftes zurückblicken. Die hochbetagte Frau, die im Alter von 70 Jahren steht und das Geschäft zur Bewirtschaftung dem Sohn übergeben hat, hilft noch heute im Laden eifrig mit und erfreut sich guter Gesundheit. Im Orte und darüber hinaus erfreut sie sich großen Ansehens. Zunge im Schleusenkanal ertrunken. Limburg, 2. Nov. (LPD.) Drei Kinder einer Familie, die erst vor wenigen Tagen ihre neue Wohnung in der Nähe der Lahnschleuse bezogen hatte, spielten zusammen am Schleusenkanal. Das kleinste Mädchen von 4 Jahren fiel dabei ins Wasser, worauf es der neunjährige Bruder retten wollte. Er ging jedoch ebenfalls unter. Einer Frau, die auf den Unfall aufmerksam wurde, gelang es, das kleine Mädchen aus dem Wasser zu •etten. Bis man jedoch den Jungen fand, war es chon zu spät. Er konnte trotz anstrengender Wie- )erbelebungsversuche nicht mehr ins Leben zurückgerufen werden. ^unbfunfprogramm. Mittwoch, 4. November. 6 Uhr: Es steht ein* Lind' (Brahms). — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werbekonzert. 9.30: Spächerbst im Breisgau. Mit Versen von Max Dauthendey. 10: Vom Deutschlandsender: Schulfunk. „Dichter starben für Deutschland." 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. — Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskon- zert II. 14: Nachrichten. 14.10: „Die schone Stimme". Max Lorenz. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Von Freiburg: 1. Besuch in der Gauschule der NSDAP., Amt für Beamte, Gau Baden. 2. „Später Schüler". Aus dem unveröffentlichten Roman „Die wundersame Straße" von Friedrich Schnack. 16: I. Klaviermusik. II. Unterhaltungsmusik. 17.30: „Lob der deutschen Familie. Eine Funkfolge. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. „Jugend am Pflug." Landjugend — Landdienst — Landjahr. 20.45: „Heber den Südatlantik." Eine frohe Fahrt an Bord des Zepp. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik. Neue deutsche Operetten. Donnerstag, 5. November: 6 Uhr: Choral. — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30 Uhr: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk: Volksliedfingen. 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt Euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. Deutsche Rohstoffe (4): Erdöl. 15.15: Kinderfunk. 16: „Von Rüdesheim zum Deutschen Eck". Eine musikalische Bummelfahrt. 17.30: „Atem der Zeit". Eine Würdigung jungen dichterischen Schaffens. 17.45: Ein Forscherleben im Dienst oeutscher Kultur und Kunst. 18: Konzert. 19: Ausschnitte aus dem Festoratorium von Händel, anläßlich der Einweihung der neuen Festhalle in Lahr. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Fröhlicher Tanz. Es spielt die Kapelle Franz Hauck. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Reichsmusiktage der HI.. Orchesterkonzert. Der „bombensichere" Schuhraum. *7* Zu den Maßnahmen, die schon im Frieden vorbereitet und durchgeführt werden mästen, um im Kriegsfälle die Volksgenossen vor Fliegerangriffen zu schützen, gehört der Bau von Schutzräumen. Trotz der Aufklärungsarbeit des Reichs» luftfchutzbundes bestehen hierüber noch irrtümliche Auffassungen. Oft glauben Hausbesitzer und Mieter, daß ein Schutzraum „bombensicher" sein soll, und es regen sich dann starke Bedenken über die Notwendigkeit und Möglichkeit von Schutzräumen, zumal über die Durchschlagskraft schwerer Bomben kein Zweifel bestehen kann. Es muß deshalb eindringlich darauf hingewiesen werden, daß von einer Bombenficherheit keine Rede fein kann. Sie ist auch keineswegs entscheidend. Wichtiger ist der Schutz der Hausbewohner gegen chemische Kampfstoffe, Splitter- und Trümmerwirkung. Hiergegen bieten die von den Bauberatern des Reichsluftschutzbundes vorgeschlagenen Schutzräume jede mögliche Sicherheit. Deshalb muß dieser wichtigen Frage besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Frankfurt a. M. | Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend« börfe Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Datum 31-10. 2.1L 31-10 2-11. 6% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 101,5 101,5 101,5 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98 98,4 98,25 98,4 67*% Doung-Anleihe von 1930 .. 103,5 103 102,65 102,9 Deutsche Anl.-Wlös.-Schuld mti 119,5 » — 119,6 ■■ ■' Deutsche Retchspostschatzan 99,9 100 100,25 100 4H% ehem. 8% Hessischer Bolls. float 1929 (rückzahlb. 103%) ... 98,75 98,75 98,75 98,75 <%% ehem. 8% Hessische Lande« 6ort! Darmstadt Gold R. 12.... 97 97 _ — 5K% ehem. 4y,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLtau. 100,5 100,5 — •— e Bagdadbahn-Anleihe __ angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besc Frankfurt a.M. Seriin Schluß- kurS Schmßl. Abend« börfe Schlußkurs Schlußk. Mittag« börfe Datum 31.10. 2-11. 31-10 2.11. 4% vesgl. Sene n ............ 5% Rumün. vereinh. Rente v. 1903 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente . 2*4% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und DiSconw« Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank..............4 Reichsbank ................1t A.E.G......................O Bekula.....................8 Elektr. Lieferungsgesellschaft ... 6 Licht und Kraft .............7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinifche Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schurkert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 Lahmeyer L Co.............. 7 Buderus ............. 4 8 12,25 7,2 39,7 15,65 16 126,75 108,75 111 108,75 192,5 40,5 166,25 136 143 144,5 141 165 207 153,25 128,25 150,25 159,5 120,5 155 130,25 121 7,9 11,8 6,85 16 15,9 127 109 110,5 108,5 194,5 166,13 136,4 161,5 142 140 163,5 208 152,5 128 148 158 123 154,25 130,25 120 7,65 12,13 7 39,5 15,75 39 16 126 127 108,75 111 108,75 191,5 40,4 166,9 135,75 160,9 143 143'25 135,5 141,13 165 208,5 153,25 128,5 148,75 158 121,25 205,5 154 130,75 120,65 7,9 11,8 6,85 39,13 16 39 15,65 127,25 127 109 110 108,5 194,5 166,75 135,75 161,75 142 134,5 140,25 163,75 209,75 152,75 128 148 159,25 122,75 202 155 129’5 120 Deutsche Erdöl ..............4 Harpener................. 2Vt Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. L Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........€ Klöcknerwerke .......... 8 Mannesmann-Röhren8 Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Frankfurt a. M. Derlm Schluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schluß- kurS Schlußk. Mittag« börfe Datum 31.10. 211. 31-10 2.11. Mansfelver Bergbau....... 6K 163,65 — 163 161 Kokswerke................ . 6 — — 142,65 143,25 Rheinische Braunkohlen .... 12 237 234 236,25 234 Rheinstabl ................ . 4 157,5 155,75 156,5 155,75 Bereinigte Stahlwerke...... oy, 126,4 126,13 126,25 126 Otavi Minen ............. .. 0 45,9 45 45,4 44,65 Kaliwerke Aschersleben...... .. b 147 147 147 146,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 — 141 140,75 141 Kaliwerke Salzdetfurth..... •iV» 197 196 196 195,5 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 178 178 178,13 178,25 Scheideanstalt............. .. 9 281,5 280 — — Goldschmidt .............. .. d 133,5 134 133,5 134 Rütgerswerke ............. .. 6 141,5 140,5 140,5 141,5 Metallgesellschast........... .. b 161 158,5 161 159,5 Philipp Holzmann......... .. 4 140,75 138,25 139,5 138,25 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 163,5 163,5 - - Cementwerk Karlstadt....... .. 6 - - - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 102,25 102,4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 92,5 89,5 92,13 90,4 Bemberg................. .. 6 120 117 117 116,75 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 172 169 171,13 169 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 148,25 144 147,75 144 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 111,5 111,75 Daimler Motoren.......... .. O 127,75 125,25 126,25 125,25 Deutsche Linoleum......... .. 8 171 168 170,75 168 Orenstein & Koppel ........ .. O — — 96,25 97,4 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 63,5 63,25 63 63,25 Cbade .................... .. 9 430 417 . 428 412 Accumulatoren-Fabrü...... . 12 —— — 212 211 Conti-Gummi............. . 11 174 173 174,5 173 Grttzner.................. .. O 1 30 30,13 30 30 Matnkraftwerke Höchst 4 | 100 99,9 Süddeutscher Zucker ....... I 208 207/5 208,5 209,75 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L 31 .Oktober 2.November Amtliche Geld Notierung »rief Amtliche Notierung Geld | Ariel oueiu» Äitt Brüsfel .... Rio de Ian. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelsingforS.. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. •Äeugod ... 0,691 42,04 0,144 3,047 54,30 47,04 12,16 5,37 11,565 134,70 13,09 0,709 5,654 61,11 48,95 11,045 62,70 57,15 22,73 8,771 2,488 0,695 42,12 0,146 3,053 54,40 47,14 12,19 5,38 11,585 134,96 13,11 0,711 5,666 61,23 49,05 11,065 62,82 57,27 22,77 8,789 2,492 Banknoten« 0,701 42,00 0,145 3,047 54,32 47,04 12,165 5,37 11,57 134,64 13,09 0,709 5,654 61,13 48,95 11,05 62,72 57,17 22,73 8,771 2,489 0,705 42,08 0,147 3,053 54,42 47,14 12,195 5,38 11,59 134,90 13,11 0,711 5,666 61,25 49,05 11,07 62,84 57,29 22,77 8,789 2,493 25ernn,2 .November Geld Brief 1 Amenkannche Roten.............. 2,451 41,88 54,16 12,14 11,52 134,30 60,97 62,55 57,02 2,471 42,04 54,38 12,18 11,56 134,84 61,21 62,81 57,24 X Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Schwedische Noten............... Ungarische Noten Ur. 258 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, Z.November 1936 Deutsche Pianisten. OreiKünstlerbildnissevon Dr. Jürgen Petersen. Edwin Fischer, Walter Gieseking, Wilhelm Kempfs, mit diesen drei Namen nennen wir die glanzvollsten deutschen Pianisten der Gegenwart, die durch Konzerte in vielen deutschen Städten jedem Musikfreunde vertraut sind. Der folgende Beitrag macht den Versuch, die Eigenart jedes dieser drei Künstler zu kennzeichnen. Unsere Zeit ist reich an großen Meistern des Klaviers — reicher als an solchen der Geige oder des Cellos. Unter ihnen sind es besonders drei, die, als 40- bis 50jährige noch zur „jüngeren" Generation zählend, glänzende Gestalter deutscher Klavierliteratur sind: Edwin Fischer, Walter Gieseking, Wilhelm Kempsf. Die Einheit ihrer künstlerischen Erscheinung wird bestimmt durch die absolute Gleichwertigkeit ihres Könnens. Aber doch hat jeder Abend, der einen von ihnen in den Konzertsalen deutscher oder ausländischer Städte sieht, ein ganz bestimmtes eigenes Gesicht. Jeder dieser drei Künstler hat wie das bei bedeutenden Persönlichkeiten nicht anders sein kann, seinen individuellen Stil. Edwin Fischer. Der Aelteste unter ihnen, der in Basel geborene Edwin Fischer, feierte vor kurzem seinen 50. Geburtstag. Mit seinem Namen smd unlöslich verbunden die Abende, an denen er mit seinem Kammerorchester die Jnstrumentalwerke Bachs, vor allem die Brandenburgischen und die Klavier-Konzerte, und andere Musiker der Bachzelt, aber auch Mozarts Klavier-Konzerte ausftchrt W«- - n Gleicher unter Gleichen sitzt er am Flügel und ist doch der inspirierende Geist, der mit wenigen Bewegungen sein Orchester lenkt, wahrend er selbst den Klavierpart spielt, Jlrocir:( unh ml? Bachs-Her Musik ist durchaus subiektw, und wer beim Hören zugleich musikhistnrisch denkt ssosern das eine auf Kosten des anderen möglich ist), der wird bei dieser Art des Musizierens vielleicht ein gewisses Maß von „Objektivität" vermis en d,e Eigen- hei -n des Tempos und der Dynamik als Mitunter eigenmächtig empfinden. Aber wenn irgendwo dann zeigt sich hier, wie hinfällig schliehbch ,ede Reflexion des Wissens" gegenüber der Gewalt wirklicher Kunst" ist. Immer wieder kann man es erleben, mit welcher Begeisterung ein sehr gewähltes Publikum bei dieser Art, Bach zu musizieren, mitgeht-. Gibt 68 einen gültigeren Maßstab für die Echtheit einer Kunst als die spontane und dauernde Wirkung, die sie auf die Gemüter ausübt? Zweierlei ist es vor allem, was bei einem Edwin- Fischer-Abend immer wieder den Hörer so sehr anspricht: das wundervolle und nie versagend rhythmische Gefühl 'und die schlechthin vollkommene Musikalität, besser gesagt das spezifisch „Musikan- tische" seines Spiels. Denn er „spielt" vor allem — in jener Art Mozarts etwa, bei der die musikalische Aeußerung aus einer fast handwerklichen Freude an der Kunst, aus dem reinen „Spieltrieb" wuchs. Edwin Fischer ist ein Meister vor allem jener kammermusikalischen feinen, filigranartigen Töne, jener verhaltenen oder versonnenen Stimmung, die zuweilen über einem langsamen Satz liegt. Man könnte ihn mit einem etwas abgegriffenen Ausdruck einen „Poeten am Klavier" nennen. Denn die Feinheit und der Duft, mit denen er grade die intimen Partien eines Werkes gestaltet, ist unvergleichlich. Walter Gieseking. Der fast zehn Jahre jüngere Gieseking zeigt, möchte man sagen, schon seiner Herkunft nach, daß das fast „Germanische" in der Erscheinung Fischers bei ihm mehr ins Weltoffene gewendet ist: der als Sohn eines deutschen Arztes in Lyon Geborene wuchs an der französischen und italienischen Riviera auf und kam dann an das Konservatorium in Hannover, wohin seine Eltern 1911 übersiedelten. Gieseking ist vor allem ein Meister der impressionistischen Moderne, das Sensitiv-Berfeinerte dieser Kunst liegt ihm besonders. Seine souveräne Virtuosität, bei der das Können als solches schon eine eigenschöpferische Leistung darstellt, kann es sich denn auch leisten, etwa ein Klavierkonzert von Rachmaninoff aufs Programm zu setzen, bei welchem das Platt-Salonmäßige der Haltung uns heute einigermaßen fremd geworden ist: bei einem Spieler geringerer Qualität würde das Hören leicht unerträglich werden. Und gerade hier, bei einer Komposition geringen Wertes, wird es deutlich, daß auch eine Nachschöpfung vielleicht so groß sein kann, daß sie das Werk als solches übertrifft. Aber Gieseking spielt auch Musik der Klassik und Romantik. Vor allem reizt diesen Beherrscher aller Grade und Dynamik immer wieder der bleibende Prüfstein aller Pianisten: Beethoven. Wenn Fischer mit einer gewissen naiven Selbstverständlichkeit an das Kunstwerk herantritt, so ist Giese- kings Verhalten zu ihm ein anderes. Sein Spiel erscheint wie eine große Arbeit, mit der er an den Stoff herangeht, er „ringt" fast mit ihm — bis zu jenem Punkt, wo er sich gefühlsmäßig völlig von ihm distanziert hat. Diese Art des Spiels ist — Der deutsche Rundfunk im Dienst des Winterhilfswerkes. Zum Wiederbeginn der Winterhilfs-Wunschkonzerte des Oeutschlandsenders. Von Walter Lammert. Im vorigen Winter begann der Deutschlandsender um die Weihnachtszeit mit den Wunschkonzerten für das WHW., die soeben wieder ausgenommen wurden. Die Idee war lediglich einem Zufall zu verdanken. Während einer Sendung am zweiten Weihnachtsfeiertag 1935 erbat ein Hörer aus Weimar eine Sondereinlage Barnabas von Geczys und stellte ein „Sonderhonorar" in Gestalt einer Spende für das WHW. in Aussicht. Kaum eine Viertelstunde war vergangen, seit der Ansager des Deutschlandsendes dieses Intermezzo am Mikrophon den Hörern des Deutschlandsenders mitgeteilt hatte, als ein wahrer Sturm von Anrufen im Funkhaus einsetzte und die Fernsprechleitung blockierte. Jeder wollte einen Sonderwunsch erfüllt haben und dafür dem WHW. eine Spende zukommen lassen. Jetzt beginnt der Deutschlandsender mit der diesjährigen Reihe der Konzerte. Nachfolgend bringen wir einen stimmungsvollen Ausschnitt aus den vorjährigen Veranstaltungen des Deutschlandsenders, die wunderbar unterhaltsame Stunden und herrlichen Volkshumor vermittelten — für die Winterhilfe. Bekenntnis zur Volksgemeinschaft. „Sie wünschen — wir spielen — geholfen wird vielen!" Für eine kleine Gabe zugunsten des Winterhilfswerkes erfüllte im vergangenen Winter eine Reihe bekannter Kapellen, namhafter Solisten Künstlerinnen und Künstler die einzelnen Wünsche, die von Hörern aus dem In- und Ausland ausgesprochen waren. Diese Wunschkonzerte des Rundfunks sind schnell mehr als -ein Programmpunkt geworden, sie wurden zu einem Bekenntnis des neuen Deutschland für Adolf Eitler und sein großes Werk. Es ist unmöglich, all die vielen Wünsche, all das herzliche Lachen, den sonnigen Humor und die künstlerischen Genüsse aufzuzählen, die diese 'Wunschabende des Rundfunks seinen Hörern be- Icherten. Unsere wahllose Auslese soll nur eine kleine Anregung sein, eine Anregung für alle, sich an Dieser neuen Form der Winterhilfe des deutschen Volkes auch 1936/37 zu beteiligen. Zeber kann sich etwas wünschen. Etz kostet nicht viel, die kleinste Spende wird dankend angenommen. Und wem es trotzdem zuviel wird, der kann sich mit Bekannten, Freunden, Arbeitskameraden zusammenschließen und gemeinsam einen Wunsch äußern. In jedem Fall genügt eine Karte an den Deutschlandsender oder den jeweiligen Reichssender, der Wunschkonzerte dieser Art bringt. Es braucht nicht unbedingt Geld zu sein, man kann auch Lebensrnittel, Kleidungsstücke, einen Kuraufenthalt usw. der NSV. zur Verfügung stellen. Natürlich nimmt der Rundfunk große Wünsche und entsprechende Spenden auch telephonisch entgegen, aber besser ist es, rechtzeitig zu schreiben, dann wird der Wunsch eher erfüllt, und viel Arbeit erspart. Geburtstagskindern wird ein Ständchen gebracht. Gewöhnlich gratuliert der Rundfunk nur denjenigen Volksgenossen zum Geburtstag, die ein hDhes Alter erreicht haben. Beim Wunschkonzert für die Winterhilfe wird jedem ein Ständchen gebracht, der an dem Tage gerade Geburtstag hat und aus diesem Anlaß eine Spende gibt. Es hatte sich daher im vorigen Winter schon eine große Zahl Geburtstagskinder gemeldet. Die Kapelle spielte das Geburtstagsständchen von Paul L i n d k e, insgesamt kamen an einem Abend mit diesem Wunsche 70 Mark und drei Zentner Kartoffeln durch den Deutschlandsender ein. Kür „Regentropfen" wurden 103,66 Mark gespendet! Was hörten wir nicht alles für Wünsche! Allein an Schlagerwünschen. So waren für die „Rege n- tropfe n", die Barnabas von Geczy spielte, an einem Abend 103,66 Mark eingegangen. Den Walzer aus dem Tonfilm „Königswalzer" „W i e ein Wunder k a m die Liebe über Nacht" hatten sich seine Freunde 41,50 Mark kosten lassen. 25mal wurden Wiener Walzer verlangt. Die Kapelle Otto Dobrindt spielte „An der schönen blauen Dona u", und 38,50 Mark flössen dafür in die Kasse der Winterhilfe. Auch das Wolgalied war sehr begehrt und ergiebig. Seine Liebhaber opferten dafür 85,50 Mark. Der Schlager- wünsche wurden schließlich so viele, daß die Kapelle Robert Gaden den Tanz „Vergiß mein nicht" spielte, womit die Wünsche einer großen Anzahl erfüllt wurden, die sich anscheinend ihren Herzallerliebsten in nah und fern auf diese moderne Art und Weise in Erinnerung bringen wollten. Harry Piel spendet wunschlos lOO Mk. Manchen originellen Anruf trug die Aetherwelle in die Welt. Harry Piel hatte zwar keinen Wunsch, aber er spendete telephonisch 100 Mark. Die Einwohner der sächsischen Stadt Großenhain hatten sich einen Husarenmarsch erbeten und dafür 824 Mark gesammelt. Ein alter Krieger wollte den Marsch „Alte Kameraden" gern hören, dessen Text, als er aktiv gewesen sei, er 25mal habe abschreiben müssen. Auch die Briefträger des Postamtes zu Radebeul hatten sich gemeinsam diesen Marsch gewünscht. Die Badeverwaltung „Kvlberger See" und eine Reihe anderer Hörer, darunter der Inhaber eines kleinen Milchgeschäftes in der Altstadt Berlin hatten sich „Eine Seefahrt, die ist lustig" auserwählt. Sie wurde von der Kapelle Otto Ker mb ach zünftig gespielt und brachte 64,50 Mark und von dem kleinen Milchgeschäft „Zehn Liter Milch für arme Leute" ein. In einem anderen Brief hieß es, der Deutschlandsender habe so viel zu tun, er möge sich als Anerkennung einen kräftigen Tusch blasen. Die Kapelle Karl W o i t- s ch a ch kassierte dafür 10 Mark zum Besten der Winterhilfe. Eine Depesche lautete: „Wir sind wunschlos glücklich, da sie spielen, drum besten Dank, Adolf Mielen." Auch diesmal rollten 10 Mk. in die Kasse. Eine Treibjagdgesellschaft, eine gewisse Tante Klara, eine Schützengilde und der Stammtisch „Tonhalle" hatten um „Ich schieß den Hirsch im wilden Forst" gebeten, was von der Kapelle Woitschach für 43 Mark sachverständig geblasen wurde. Eine andrre größere Gesellschaft hatte geschrieben: „Wir danken Euch im voraus schon — und warten auf den ersten Ton". Dieser erste Ton kostete 51,50 Mark. Ein spezieller Wunsch lautete: In diesem Einschreibebrief 160 Zloty, ein Betrag, der für das Wunschkonzert bestimmt ist. Wenn Sie einem Ausländsdeutschen eine Freude machen wollen, dann spielen Sie ein Lied, das so recht für uns bestimmt ist. Ich hoffe, daß mir der Herr Devisenkommissar nicht böse sein wird, wenn ich mein Scherflein zum deutschen Winterhilfswerk in Auslandsvaluten opfere. Ich wünsche Ihrer Sammlung einen großen Erfolg ... Aufmarsch der Kaffeekränzchen. Auch die Damenkränzchen in Stadt und Land vergaßen die Winterhilfe nicht. Ob sie sich nun „Harmlos" oder „Silberne Kugel" oder „Jsola Bella" nannten, ihre Wünsche wurden treu und brav erfüllt und ihre Spenden dankend quittiert. Die Lehrlinge der Deutschen Werkstätten AG. in Hellerau, die für eine Mark einen triftigen Paukenschlag von Karl Woitschach begehrten, wurden nicht enttäuscht. Jemand auf Sylt stellte 15 Tage Kuraufenthalt an der Nordsee zur Verfügung, wenn Barnabas von Geczy drei liebe Worte ins Mikrophon flüsterte, was kunstvoll geschah, und eine Woche volle Pension wurde für einen bedürftigen Volksgenossen versprochen, wenn Herbert Jäger den „Jäger aus Kurpfalz" spielte, was er in seiner originellen Form erledigte. Und weil es hieß „Es ist wohl mancher Wunsch noch frei — Drum spielt Herbert Jäger allerlei , so gab der durch den Deutschlandsender in der Dabietung „Allerlei von zwei bis drei" so bekannt und beliebt gewordene Künstler am Piano ausführliche Proben seines Könnens. „Wer nie, den Stahlhelm im Ienicke"... Der 3. Zug der 5. M.-W.-Komp, des Jnf.-Lehr- Bataillons Döberitz dichtete zu seiner Spende folgende Verse: Wer nie, den Stahlhelm im Jenicke begeistert auf dem Bauche kroch, wer nie nach vierzig Kilometer Kolonnenmief mit Wonne roch, wem nie das Wasser in den Kragen und aus den Knobelbechern lief, wer nie ’nen Anpfiff hat bezogen, als ein Jestell, das krumm und schief, ja — wer'n Kommiß nur für acht Jrofchen mal so im Kino sich besehn, der wird wohl an uns schmucken Burschen verständnislos vorübergehn. „Humor verloren — alles verloren!" Denn wer noch Lust zu Scherz und Witz, der komm zu uns nach Döberitz ... In diesem Jahre wird alles übertroffen. Für das diesjährige WHW. beginnt der Deutschlandsender in diesen Tagen mit der Reihe der Konzerte. Als Kapellen haben sich das Musikkorps der Leibstandarte Adolf Hitler, das Musikkorps der Wachtruppe Berlin, das Staatsopernorchester und eine Reihe namhafter Künstler bereits zur Verfügung gestellt. Vorerst beginnt der Deutschlandsender allein die Reihe, später werden die anderen Reichssender mit eigenen Konzerten folgen. Für uns aber bedeuten diese Sendungen Stunden frohen Erlebens und im Sinne der deutschen Volksgemeinschaft eine liebe Pflicht, denn: Wir wünschen — sie spielen — geholfen wird vielen". Aus der Provinzialhauptstadt. Der Tag der Zager. 3. November: St. Hubertus. Don Horst-Olas von Bonin-Ponih. Arn 3. November, dem St. Hubertustage — dem einzigen, der der Jagd heilig ist — ertönt in den meisten deutschen Revieren das Waldhorn, lärmen Treiber durch den stillen Wald, knallen Flinten, und es wird auf Hase, Kaninchen, Fasan und Raubwild getrieben. Am 3. November erklingen — leider — nur an wenigen Stellen die Parforce- hörner, eilt die Hundemeute hinter dem Wild, durchquert das rote Feld herbstlicher Wälder und beschließt mit dem Halali die herrliche Jagd. Wer war St. Hubertus? Ein leidenschaftlicher Jäger, der um 700 n. Ehr. als Ungetanster in Belgien lebte. So erzählt es die Legende. Einmal wagte er es, am Karfreitag einen Hirsch zu jagen und zu Pferde zu verfolgen, bis dieser, stehenbleibend, Hubertus durch den Anblick eines leuchtenden Kreuzes zwischen seinem Geweih so versetzte, daß er sich von der Jagd abwandte und zum Christentum bekehren ließ. Von ihm, der später heilig gesprochen wurde, sagt ein altes, jagdfeindliches Gedicht: „In aller Heiligen Leben Buch Nicht mehr denn einen Jäger auch! Zur rechten Zeit stellt er es ab! Solches dir zum Exempel hab!" Uns fällt der Widerspruch auf, daß ein leidenschaftlicher Jäger durch ein Wunder der Jagd untreu und gerade darum zum Schutzpatron der Jäger gestempelt wird. An dieser „Geschichtsklitterung" sind die Benediktinermönche von St. Hubertus in den Ardennen schuld. In ihre Abtei war 827, hundert Jahre nach seinem Tode, die Leiche St. Huberti geschafft worden. Da die Benediktiner klug und geschäftstüchtig waren und ihr Kloster in einer sehr wild- und waldreichen Gegend lag, machten sie aus ihrem Heiligen einen Schutzpatron der Jäger. Diese Fälschung kam ihrer Einnahmequelle zu gute. Sie pflegten nämlich Menschen und Tiere zu heilen, die von nicht tollwütigen, aber wütenden Hunden gebissen waren — also vor allem Jäger und Jagdhunde. Sie besaßen auf diesem Gebiete bedeutende Kenntnisse durch ihre Zucht der Hubertushunde, die mit dem deutschen Gebrauchshund viel Aehnlichkeit haben. Bei Menschen legten sie in die offene Wund golddurchwirkte Teile der Quasten I von der Stola des Hubertus, so daß die Wunde I •offen gehalten wurde. Bei Tieren brannten sie die Bißwunde mit einem glühenden Schlüssel des Heiligen aus, wandten also fast die gleichen Heilmethoden an, wie sie noch jetzt, nur nicht so primitiv, angewendet werden. Zu ihrer Geschichtsfälschung benutzten die Brüder die Legende des Eustachius, der zweihundert Jahre n. Chr. lebte, römischer Feldherr war und vor seiner Bekehrung Placidus hieß. Auch er war ein eifriger Jäger, nicht bloß um des Jagens willen, sondern auch wegen der Ruhe und Einsamkeit, die ihn im Walde umgab. Als er dort über die Frage „Heidentum oder Christentum" nachdachte, erschien ihm, wie die Legende erzählt, der kreuztragende Hirsch, so daß er sich zum Christentum bekehrte. Diese verständliche Legende veränderten die Mönche des St. Hubertus, ohne allzusehr auf Logik zu achten. Ihr frommer Betrug wurde ihnen dadurch erleichtert, daß der 3. November, der Todestag des Hubertus, nach den lateinischen Martyrologien eigentlich der Festtag des heiligen Eustachius war. In Deutschland fand St. Hubertus erst spät Eingang in Jägerkreisen, wahrscheinlich durch die Schrift des Jefuitenpaters Roberti „Hiftoria St. Huberti" aus dem Jahre 1521. Im 18. Jahrhundert, zur Zeit der Parforcejagden und des weidgerechten Jägerhofes in Hannover, zur Blütezeit der deutschen Jagd, waren Huberti Name und Ruf weit verbreitet. Der Kern aber, der in den beiden Sagen steckt, ist noch für uns von großem Wert. Ein Zeichen des beginnenden Gefühls für Weidgerechtigkeit ist es, daß in der damaligen grausamen Zeit ein leidenschaftlicher Jäger wie Hubertus zur jagdlichen Enthaltsamkeit angehalten wird. Ein edler Gedanke ist es, daß ein Jäger wie St. Eustachius in den Wald geht und die Natur sucht, um sich auf sich selbst zu besinnen. Diese beiden Motive sind noch Sind Sie gestern adend nusgcgcngen? Wenn Sie mehr als sonst geraucht und getrunken haben, schnell die Zähne mit Nivea-Zahnpasta putzen! Die ganze Mundhöhle nimmt das frische, angenehm wirkende Aroma der Nivea-Zahnpasta auf, und Ihr Atem wird wieder rein und natürlich. Das erfrischt ungemein. ganz im Gegensatz zu Edwin Fischer — wie das Ausrichten eines Gebäudes, vor dem man schließlich steht, als ob man nichts «.mehr damit zu tun hätte. Wie ein „Ding an sich" ersteht dann das nacbgeschaffene Kunstwerk in einer Gestalt, bei der es dem Künstler darauf ankam, es möglichst genau der Vorstellung etwa von Beethoven oder Brahms anzunähern. Man nennt eine solche Art des Spiels gewöhnlich „objektiv", und wem es höchster Genuß des Hörens ist, wenn das Werk in restlos klarer, um nicht zu sagen: kühler Form ersteht (weil auch der geringste Einbruch des Subjektiven im Spiel als Angriff auf die Einmaligkeit des schöpferischen Genies erscheint), der wird in Giesekings Art den tiefsten Sinn nachschaffender Kunst erblicken. Wilhelm Kempfs. Nur wenige Tage jünger als Gieseking ist Wilhelm Kempff, aber der Unterschied, der beide nach Herkunft und Typus trennt, ist groß. Fischer wurde in einer der südlichsten deutsch-sprachigen Städte geboren; Gieseking ist der Typus des welt- offenen Deutschen; der heimatliche Boden aber, dem Kempff erwuchs, ist Norddeutschland. Sein Vater war in Jüterbog, später in Potsdam Kantor, m Berlin besuchte der Sohn die Hochschule und konzertierte dann oft mit dem Berliner Domchor, den er als Solist auf feinen Reisen in Deutschland und Skandinavien begleitete. Das Besondere, was dem Hörer beim ersten Ton auffällt, ist die Kraft und Bestimmtheit des Anschlags. Ein Ton, den Kempff anschlägt, „sitzt" nicht nur unerschütterlich, er steht geradezu in einer kompromißlosen Mächtigkeit da, daß es unwillkürlich wie ein Ruck durch den geht, der ihn hört... Diese Kraft des Anschlags kommt dann naturgemäß einem Forte zugute, das in seinem strahlenden Glanz (wenn dieser eher für die Bläser eines Orchesters geltende Ausdruck für das Klavier erlaubt ist) kaum seinesgleichen hat. Kempff ist Organist und Pianist. Hierin liegt vielleicht die tiefere Ursache für die Eigenart, mit der Kempff Bach spielt: er überträgt gewissermaßen den cmsladenden Orgelstü auf das Klavier und erreicht dadurch, zusammen mit der Leidenschaft seiner Gestaltung, eine zuweilen eminente Wirkung — wobei es dahingestellt bleiben mag, wieweit ein solches Spiel dem Stil Bachs entspricht. Aber die unerhörte geistige Beherrschung, die sich mit einer vollkommenen Technik zu einer außerordentlich glücklichen Einheit verbindet, zeigt sich vor allem, wenn Kempff Beethoven oder etwa Schumanns a-moII-Konzert spielt. Es ist nicht immer nötig, ja es kann den Eindruck erheblich schmälern, wenn man einem Künstler zusieht: bei Kempff kann man es getrost tun. Man wird womöglich den Genuß noch steigern, wenn man durch die wundervolle Beseelung des Ausdrucks, die jede Regung der Seele mitsprechende Mimik geradezu gezwungen wird, hier jeden Ton mitzuhören, jede musikalische Linie mitzugehen, ohne irgendwo darüberhinwegzuhören. Die edle Ritterlichkeit, die zögernd-nachdenkliche Versonnenheit, das Schalkhaft-Kindliche Schumannscher Romantik wird bei ihm gleicherweise in der Mimik wie im Spiel zu einer so bezwingenden Einheit, daß man im wahrsten Sinne des Wortes gebannt miterlebt. Das fast Priesterliche, mit dem der ernste Norddeutsche dem Werk leidenschaftlich und zutiefst miterlebend, mitgestaltend dient, ist vielleicht ein Erbteil seines und des väterlichen kirchlichen Amtes. Aber darüber hinaus ist es mehr als dies; es ist der Ausdruck einer zutiefst deutschen Auffassung vom Sinn der Kunst. Zeitschriften. — Im neuesten Heft der „I l l u ft r i r t e n Zeitung Leipzig" (Verlag I. I. Weber, Leipzig) wird das reizvolle Thema der zielbewußten modernen Schönheitspflege in Wort und Bild behandelt; der Leser erhält nicht nur einen Ueberblick über Ziele und Leistungen der deutschen Schönheitspflege, sondern auch viele Anregungen und praktische Ratschläge. — Es folgen eine Bildreportage über neue Jugendherbergen, eine kulturgeschichtliche Plauderei zum Martinstag, Bildseiten von deutschen Landschaften und der aktuelle Bilderteil. Pochschulnachrichten. Der Dozent Dr. Adolf Wendel von der Universität Marburg ist beauftragt worden, in der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Breslau im Wintersemester 1936/37 vertretungsweise die Professur für Altes Testament wahrzunehmen. Professor Dr. Robert Schröder, Ordinarius für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität Kiel, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Leipzig ernannt worden. Professor Dr. Otto Spies, Extraordinarius für orientalische Philologie an der Universität Bonn, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Breslau ernannt worden. Professor Dr. Rudolf Helm, Ordinarius für klassische Philologie an der Universität Rostock, ist von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. heute für den weidgerechten Jäger leitende Beweggründe. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 23.30 Uhr „Don Carlos". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Schabernack". — Licht--, spielhaus, Bahnhofstraße: „Jana". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. Stadttheater Gießen: Heute abend findet die erste Wiederholung von „Don Carlos" Dramatisches Gedicht von Schiller, statt. Die Spielleitung führt Dr. Fr. H e l l m u n d a. G. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr, Dienstag- Miete. 7. Vorstellung. Kundgebung des Jungvolks vom Stamm der „Chatten". Siegerehrung für Fähnlein 21 „Gorch Fock". Am morgigen Mittwoch, 18 Uhr, findet auf dem Brandplatz eine Kundgebung des Jungbannes 116 statt, welche die schon für den vergangenen Freitaa vorgesehene Ehrung des Fähnleins 21 „Gorch Fock" bringen wird. Wie wir schon berichteten, konnte das Fähnlein 21 in einem Wettbewerb des Jungvolks des Gebiets 13 den dritten Preis erringen. Am morgigen Mittwoch wird nunmehr der Gebiets-Jungvolkfuhrer Paul Wagner dem Fähnlein im Rahmen einer Feier den Siegerpreis überreichen. 7ISOAV. — Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Ost. • Betr.: Lebensmittel-Opferring. Die Sammlung wird Dienstag, 3., und Mittwoch, 4. November, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen oereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Da die Sammlung dem Winterhilfswerk zugute kommt, wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern. Betr.: Kohlenversorgung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine der Serie A bis zum 5. November in der Zeit von 15 bis 19 Uhr auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, gegen eine Wertquittung umzutauschen. Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. Der Kohlenhändler hat die Ausgabe und die Kohlensorte auf der Rückseite des Gutscheines mit eigenhändiger Unterschrift zu bestätigen. Ortsgruppe Gießen-Nord. Vinlerhilfwerk 1936/37. 2« Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutschein (Serie A) vis spätestens am Mittwoch, 4. Nov., abends 20 Uhr auf unserer Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr angenommen werden." Ortsgruppe Gießen-Mitte. Velr.: Pfundsammlung. Arn Mittwoch, 4. Nov.., werden die Spenden (Pfundsammlung), durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Einzeichnung bereitzuhalten. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. wieder auf alle Volksgenossen. Kreisfilmstelle. Von der Gau-Filmstelle Hessen-Nassau wird der Groß-Tonfilm „Grüft mir die Lore noch einmal" im Kreise Wetterau an folgenden Terminen vorgeführt: Dienstag, 3. November, in Allendorf a. d. Lda. Mittwoch, 4. November, in Reiskirchen. Donnerstag, 5. November, in Steinbach. Freitag, 6. November, in Klein-Linden. Samstag, 7. November, in Heuchelheim. Sonntag, 8. November, in Großen-Bufeck. Dienstag, 10. November, in Watzenborn-Steinberg. Mittwoch, 11. November, in Großen-Linden. Donnerstag, 12. November, in Lang-Göns. Freitag, 13. November, in Gambach. Samstag, 14. November, in Münzenberg. Sonntag, 15. November, in Rockenberg. Montag, 16. November, in Dorheim. Dienstag, 17. November, in Asfenheim. Donnerstag, 19. November, in Nieder-Wöllstadt. Freitag, 20. November, in Ober-Erlenbach. Seit Jahren klingt das Lied aus Millionen Kehlen. Kaum ein anderes Lied hat so schnell seinen Weg durch alle deutschen Gaue genommen. Seine Poesie zieht sich durch den ganzen Film, der mit seinem ländlichen Stoff und seiner urwüchsigen Fröhlichkeit alle Besucher in seinen Bann zieht. Vorverkauf der Eintrittskarten findet jeweils durch die Ortsgruppen statt. Die öeutfdie Rrbcitsfront n.9.=Gcmßinrdiaft „Kraft durch freute' Amt Reisen, Mandern, Urlaub. Sonderzug zum Fußball-Länder- kampf Deutschland — Italien. Zu dem Fußball-Länderkampf, der am 15. November in Berlin im Olympia-Stadion stattfindet, wird eine Sonderfahrt durchgeführt. Der Teilnehmerpreis beträgt für Fahrt einschließlich einer Uebernachtung mit Frühstück sowie einem guten Platz im Stadion nur 18 Mark. Für die Anschlußstrecke nach Frankfurt tritt die bekannte Verbilligung in Kraft. Die Abfahrt des Sonderzuges erfolgt in Frankfurt a. M. am 14. November 10.05 Uhr, Rückkunft in Frankfurt a. M. am 16. November 9.39 Uhr. Anmeldungen zu dieser Fahrt können umgehend auf der Kreisdienststelle, Schon- zenstraße 18, abgegeben werden. Abteilung Deutsches Volksbildungswerk. Am Donnerstag, 5. November, 20 Uhr, findet in der Aula der Universität ein Lichtbildervortrag von Kapitänleutnant a. D. Freiherr von Buttlar- Brandenfels statt über „Vier Jahre im Zeppelin gegen den Feind". Eintrittskarten für DAF.-Mitglieder sind auf der Kreisdienststelle „Kraft durch Freude", Schanzen- stratze 18, zum Preise von 0,50 Mark erhältlich. Verdunkeln ist Lustschuhpflicht! Nächste Verdunkelungsubungin Gießen findet am kommenden Donnerstag statt. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Am Donnerstag, 5. November, von 20 bis 21 Uhr, wird der s ü d - undsüdwest- liche Teil der Stadt, der am 9. September und 16. Oktober nicht in die Verdunklung mit einbegriffen war, sowie der Stadtteil jenseits der Lahn verdunkelt. Das Verdunkelungsgebiet diesseits der Lahn wird begrenzt durch die Mühl- straße, Löwengasse, Goethestraße bis Löberstraße, Bleichstraße bis Gnauthstraße und Gnauthftraße bis Bahnübergang. Von diesen Straßen werden die Strecken Löwengasse von Teufelslustgärtchen bis Seltersweg, Goethestraße von Seltersweg bis zur Wiefeck, Bleichstraße von Hindenburgwall bis zur Wieseck, sowie der Hindenburgwall von Goethestraße bis zum Hettlereck mit einbegriffen, während die restlichen Teile dieser Straßen nicht in die Verdunkelung fallen. Auch die Alicenstraße zwischen Frankfurter Straße und Ludwigstraße fällt nicht in die Verdunklung. Während der Zeil der Verdunkelung ist es verboten, mit Fahrzeugen aller Art in dem Verdunklungsgebiet ohne Abdunklung zu fahren oder zu parken, in nichtverdunkelten Räumen Licht anzuzünden, sich unbefugt auf den Straften und auf Valkonen aufzuhatten, oder Lichtreklamen brennen zu lassen. Fahrzeugführer, die ihr Fahrzeug nicht mit den erforderlichen Verdunkelungsklappen abgedunkell haben, werden angehalten und dürfen die Fahrt erst nach Beendigung der Verdunkelung fortfetzen. Den Neugierigen und krittkern fei hier letztmalig gesagt, daft ihre Anwesenheit überflüssig ist, da die Kontrollen durch die dazu berufenen Organe ausgeführt werden. Falsch ist es, die Fenster nicht abzudunkeln, und nur das Licht auszuschalten und als Nassauer durch die Maschen der Gardinen zu spionieren. Diese Helden werden wahrscheinlich tm Ernstfall als Erste die Schutzräume aufsuchen und evtl, noch über ungenügenden Schutz durch die Behörden klagen. Denen sei gesagt: Beweist jetzt euer Heldentum und helft am Aufbau, dann werden die verantwortlichen Stellen in der Lage sein, sich für den Ernstfall genügend vorzubereiten. Für Aerzte, Krankenpfleger, Hebammen, Feuerwehr, Polizei und Wehrmacht ist das Befahren oder Betreten des Verdunkelungsgebietes zur Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit erlaubt. Desgleichen für die Besucher des Theaters und der Lichtfpielhäufer. Es wird darauf hingewiesen, daß gegen alle diejenigen, die die Luftschutzpflicht verletzen, mit aller Schärfe vorgegangen wird. Den Anordnungen der Aufsichtsorgane ist unbedingt Folge zu leisten. künde für den Lehrschein mit goldener Nadel überreicht. ♦♦ Opfer eines Flugun falls. Bei dem schweren Flugzeugunglück in Thüringen, über das wir gestern bereits berichteten und dem auch — wie an anderer Stelle unseres heutigen Blattes gemeldet wird — der Treuhänder der Arbeit für Hessen, Schwarz, zum Opfer fiel, fand auch ein Sohn des hiesigen Spediteurs Lyncker, der in Delitzsch als Assistenzarzt tätige Dr. med. Adolf Lyncker, den Tod. Der so jäh aus dem Leben abberufene Arzt hatte seine Eltern in Gießen besucht und wollte mit dem verunglückten Flugzeug an die Stätte seines Wirkens zurückkehren. ** Zur Richtigstellung. In der gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers ist der an der Spitze der zweiten Seite des zweiten Blattes stehende Artikel infolge eines technischen Versehens Denkst du daran, daß der 8. November der zweite Lintopfsonntag des WHW. 1936/37 ist? unter einer falschen Überschrift erschienen. Die Ueberschrift sollte sinngemäß lauten: „Häusliche Wärmewirtschaft. Erfahrungen über die beste Ausnutzung des Brennstoffes." ** Erfolgreicher Schäferhund. Herr Willy West brock jun., Gießen, erhielt — wie man uns mitteilt, — am 25. Oktober auf der Zucht- und Meldehundprüfung in Marburg mit feinem erst 10 Monate alten deutschen Schäferhund „Barry vom Röderhof" die Gesamt-Leistungsbewertung „Sehr gut". Die Leitung der Fachschaft für deutsche Schäferhunde kann stolz auf dieses Resultat sein. Von der Universität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor an der Universität Rostock Dr. Ernst Elze wurde als Nachfolger von Professor Becher auf den ordentlichen Lehrstuhl für Anatomie an der Universität Gießen berufen. Professor Elze hat sein neues Amt in Gießen schon übernommen. Oie Hausfrau am Steuer des Verbrauchs. ZdR. Bei dem Kampfe um das große Ziel des Vierjahresplanes können wir einer Hilfe nutzt entbehren: der der Hausfrau. Denn der Verbrauch ist in feinem Umfange und in feiner Zusammensetzung zum weitaus größten Teile Sache der Hausfrau. Das gilt für die Nahrung zuerst, das gilt auch für viele andere Verbrauchsgüter. Die Hausfrau muß für den Bedarf ihres Hauses zuerst jene Nahrungsmittel wählen, die uns von der Natur zur Zeit gegeben sind. Sie darf sich nicht durch Spannungen auf dem Markte zum Einkauf gerade der knappen Ware verleiten lassen und so die Verknappung zu einem richtigen Mangel treiben. Etwas anderes ist eine vernünftige Vorratswirtschaft. Was in ausreichendem Maße vorhanden ist — nennen wir im Augenblick den Herbstkohl! — mag sie in Vorrat kaufen für die Zeit, in der die Natur diese Ware nicht bietet, und zwar in solchen Mengen, daß nichts zu verderben braucht. Wir sind reich genug, um auskömmlich zu leben, aber zu arm, um Verschwendung treiben und nützliche Dinge verkommen zu lassen. Lebensrnittel, Faserstoffe, Metalle und alle übrigen für das Volksleben wichtigen Stoffe müssen zum größten Teile durch die Hand der Frau ihrer richtigen Bestimmung zugeleitet und vor dem Verderb bewahrt werden. Will die Frau ihre große Aufgabe im Versorgungskampf der Nation erfüllen — und die deutsche Frau will es gewiß —, so muß sie sich die Kenntnisse um die Versorgungslage aneignen und ihre Wirtschaft danach führen! Wer Hilst mit bei der Bereitstellung hessischer Ahnennachweise? LPD. Als um die Wende der Jahre 1934/35 in der hessischen Presse aufgerufen wurde, bei der Verzettelung der hessischen Kirchenbücher mitzuhelfen, da haben sich gegen 200 Volksgenossen gemeldet, die freiwillig und unentgeltlich ihre Zeit und Mühe der großen Aufgabe widmen wollten. Ein großer Teil von ihnen konnte sofort, andere später in Arbeit gesetzt werden, die meisten sind auch jetzt nach in Tätigkeit. Viele von den Mitarbeitern haben so viel Geschmack an dieser Beschäftigung gefunden, daß sie sie nicht mehr missen möchten. Und das ist begreiflich, denn kein Weg führt so tief in das verflochtene Gewebe unserer alten Sippen, keine Arbeit bietet zugleich solche Einblicke in die Freuden und Leiden der Ahnen und läßt auch vielfach die Anschauungen vergangener Zeiten aufleuchten, als diese scheinbar so trockene Uebertragung jedes einzelnen Kirchenbucheintrages auf eine vorgedruckte Karte. Und sobald die Karten geordnet sind, können wir leicht den ganzen Lebensbereich jeder Sippe aus den Zettelkästen herausareifen. Jetzt erstreckt sich die Zahl der fertigen Karteien bereits auf gegen hundert Gemeinden Hessens, und fast ebenso viele Karteien sind noch in Arbeit. Einige hunderttausend Karten stehen oereits in den Karteischränken des Staatsarchivs im Darmstädter Schloß, und zahllose Forscher danken ihnen schon wichtige Nachweise und Auskünfte. Neue Karteien laufen aus dem Lande ständig ein und werden gebrauchsfertig gemacht. Dennoch ist es notwendig, daß sich auch diejenigen Freunde der Ahnenforschung melden, die bisher noch abseits stehen. Denn je schneller die Arbeit vorwärts schreitet, desto mehr Fragen können beantwortet werden, und desto mehr unersetzliche Kirchenbücher können vor der Vernichtung durch den täglichen Gebrauch geschützt werden. Wer ist gewillt und in der Lage, die Uebertragung wenigstens eines Kirchenbuches auf Zettel durchzuführen? Persönliche Anleitung und erste Beihilfe beim Lesen der alten Schrift wird erteilt, die Zettel (Karten) stehen zur Verfügung. In Anbetracht der Bedeutung der Arbeit für alle Volksgenossen darf man auch weiterhin auf unentgeltliche Mitwirkung rechnen, natürlich unter Ersatz aller Auslagen. Es sollen zunächst Bücher aus der Zeit vor 1800 in Arbeit genommen werden und vor allem solche, an denen die Mitarbeiter aus persönlichen Gründen besonderes Interesse haben. Schriftliche oder mündliche Meldung erwartet der beauftragte Leiter der Verzettelung, Professor Dr. W. M. Becker, Darmstadt, Staatsarchiv (Schloß). ©ieftener Dochenmarkfpreise. * Gießen, 3. Nov. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: D. f. Molkereibutter, Y» Kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, kg 6 bis 7 Pf^ 50 kg 4,50 bis 5 Mk., Weißkraut, Yt kg 4 bis 5 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Rotkraut, kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5,50 bis 6 Mk., gelbe Rüben, % kg 8 bis 10 Pf., rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 6 bis 8, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 25 bis 45, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 70, Schwarz- wurzeln 20 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, Y» kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 25 Pf., 50 kg 15 bis 25 Mk., Tafeläpfel, kg 25 bis 30 Pf., 50 kg 25 bis 30 Mk., Birnen, kg 8 bis 20 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Blumenkohl, das Stück 35 bis 55 Pf., Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Pf. * *♦ E i n Siebenundsiebzigjähriger. Am kommenden Donnerstag kann der Hausmeister i. R. Wilhelm D e ch e r t, Lahnstraße 3 (früher Stadtknabenschule) in geistiger und körperlicher Frische seinen 77. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann ist seit 50 Jahren treuer Leser des Gießener Anzeigers. ** Den Lehrschein mit goldener Nadel. Don der Hauptgeschäftsstelle der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft Berlin wurde Walter Brüning, Gießen, Röntgenstraße 6, zur Zeit Arbeitsdienstabteilung 2/222 Biedenkopf, die Ur- Kirche und Schule. Neuer Pfarrer in Treis a. d. Lumda. * Treis a. d. Lda., 2. Nov. Nachdem sich Pfarrer Büchner in der überfüllten Kirche am 25. Oktober von der Gemeinde verabschiedet hatte und, überschüttet von einer Menge von Beweisen der Dankbarkeit und Anhänglichkeit, in feinen Ruhesitz nach Gießen übergesiedelt ist, versieht jetzt Pfarrer Andres, Allendorf a. d. Lda., als Spezialvikar den Pfarrdienst. Das Spezialvikariat wird nur von kurzer Dauer sein, da die Ernennung des neuen Pfarrers durch den Landeskirchenausschuß bereits erfolgt ist. Die Wiederherstellungsarbeiten im Pfarrhaus werden bald vollendet fein, und man kann hoffen, daß die Einführung des neuen Geistlichen, Pfarrer Gustav Schmidt - Beuern, durch den zuständigen Dekan des Dekanats Gießen bald stattfinden kann. Pfarrer Schmidt wurde am 29. März 1891 zu Altenschlirf geboren und erhielt seine erste Verwendung am 5. November 1916 als Verwalter in Lich (2. Pfarrstelle). Am 10. August 1917 wurde er Pfarrassistent in Bodenheim, am 16. Oktober 1917 Assistent der Pfarrei Kirchberg mit dem Sitz in Lollar. Dom 10. Dezember 1920 ab war er Pfarrer in Udenhausen; am 11. August 1929 trat er seinen Dienst in Beuern an. Damit kehrte er in sein früheres Dekanat zurück, in dem er feit 15. August 1935 auch das Amt des Dekan- stellvertreters versieht. O-erheffen. Kommerzienrat Vamspeck-Alsfeld f- * Alsfeld, 2. Nov, Nach langem, schweren Leiden v e r ft a r b der weit über Alsfeld hinaus bekannte Kommerzienrat Gustav R a m s p e ck. Seine Kenntnisse und Fähigkeiten stellte er der heimischen Wirtschaft insofern ehrenamtlich zur Verfügung, als er seit 1900 der Industrie- und Handelskammer angehörte, der er über einen großen Zeitraum als stellvertretender Präsident diente. In zahlreichen Organisationen seiner Fachschaft tat er sich hervor, aber auch seiner Heimatstadt Alsfeld diente er in vielfältiger Weise. Sv stand er über drei Jahrzehnte im Aufsichtsrat der Alsfelder DvlkSbank in gemeinnützigen Diensten; er war vor dem Kriege zehn Jahre lang im Gemeinderat tätig, förderte das Alsfelder Museum und den Geschichts- und Altertumsverein nach besten Kräften. Dem vielseitig verdienten Manne wird in weiten Kreisen ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben. Canbfreiß Gießen Z Alten-Buseck, 2. Nov. Im zweiten Schulungsabend der Luftschutz-Grundschulung, den Ortsgruppenführer Dr. Haas (Alten-Buseck) am vorigen Dienstag eröffnet hatte, hielt Studienassessor M e u b (Gießen) einen Vortrag über die chemischen Kampfstoffe und ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus, über Entgiftung mit behelfsmäßigen Mitteln, über Gasschutzgeräte und über die Handhabung der Gasmaske. Seine Ausführungen veranschaulichte Herr M e u b durch einfache und für jeden leicht verständliche Versuche. Der lehrreiche Vortrag wurde mit größtem Interesse ausgenommen. In fünf weiteren Schulungsabenden werden die Teilnehmer, vierzig Hauswarte, über die wichtigsten Fragen des Luftschutzes aufgeklärt werden. wg. Großen-Bufeck. 2. Nov. Im Saale der Gastwirtschaft „Zur Germania" fand eine von allen Gliederungen der Partei und von vielen Volksgenossen gut besuchte Versammlung statt. Ortsgruppenleiter, Bürgermeister R e b h o l z, hielt, nachdem die Fahnen der Gliederungen eingebracht worden waren, eine längere ziel- und richtunggebende Ansprache. Er ging aus vom Versailler Derttag und seinen Lasten für das deutsche Volk, schilderte die Schreckensherrschaft des Kommunismus in Rußland und in Spanien und stellte dem das vielseitige Aufbauwerk des Nationalsozialismus in unserem Daterlande gegenüber. Der Redner beschäftigte sich ferner mit dem neuen Vierjahres plan und forderte auf, Volksgemeinschaft zu pflegen und bei der Spende für das Winterhilfswerk nicht abseits zu stehen. In weiteren Ausführungen sprach der Redner von örtlichen Angelegenheiten. Er gab einen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gemeinde und betonte, daß die übernommenen Gemeindeschulden bis auf einen kleinen Teil abgetragen seien und daß außerdem zusätzliche Arbeiten im Werte von 54 000 Mark geleistet werden konnten. Da für das kommende Frühjahr der Bau eines Kinderheimes mit einem anschließenden Kindergarten vorgesehen ist, richtete er an die Bevölkerung die Aufforderung, das Werk nach besten Kräften durch Fuhrleistungen, Mithllfe am Dau, Zeichnung von Geldbeträgen usw. tatkräftig zu unterstützen. ch Beuern, 3. Nov. Dieser Tage ereignete sich hier ein Unfall, der für die beiden Beteiligten zum Glück noch glimpflich ablief. Ein Lastkraftwagen, schwer mit Bruchsteinen beladen, fuhr bei der Abfahrt vom Steinbruch Damm eine etwa acht Meter hohe Böschung hinunter. Glücklicherweise kam der Wagen, von Gestrüpp und Gebüschen gehalten, bald zum Stehen. Lastkraftwagenführer und Beifahrer erlitten glücklicherweise keinerlei Verletzungen. * Beuern, 2. Nov. Dieser Tage feierte der weit über unser Dorf hinaus bekannte Landwirt Philipp Sommerlad VII. in geistiger und körperlicher Frische, im Kreise seiner Kinder und Enkel seinen 7 8. Geburtstag. Der betagte Mann hilft noch jetzt bei jedem Wetter bei schwerer Feldarbeit mit. Auch an seinem Geburtstag ließ er sich es nicht nehmen, in den Wald zu fahren und Holz zu holen. 5 Lollar, 2. Nov. Das diesjährige Winterkonzert des hiesigen Gesangvereins „S ä n g e r d e r e t n i g u n g", das am gestrigen Sonntag im Saalbau „Zur Linde" stattfand, übertraf alle Erwartungen. Der geräumige Saal war überfüllt. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 Gießen, eröffnete die Darbietungen mit dem Marsch „In Treue fest". Hierbei zeigte sich, wie bei allen anderen Jnstrumentalvorträgen, daß Adolf Schwarzlose nicht nur ein großer Könner auf seiner Trompete ist, sondern es auch meisterhaft verstand, den leider verhinderten Musikzugführer Herrmann in der Leitung der Kapelle zu vertreten. In schöner Auswahl wurden Werke geschätzter Komponisten gebracht, von denen Lortzing, Teike, Komzak und Schlägel besonders erwähnt seien. Wenn sich die Kapelle im ersten Teil der Dortragsfolge mit der Fantasie aus „Undine" von Lortzing bereits ein dankbares Publikum schaffte, so übertraf das Streichquartett mit feinen Mütchen und Volksliedern von Komzak im zweiten Teil des Programms alle instrumentalen Darbietungen. Der außerordentlich starke Beifall veranlaßte das Quintett zu verschiedenen Zugaben. Nicht weniger Beifallsfreudigkeit rief Der hervorragend gebrachte „Streifzug durch Straußfche Operetten" hervor. Die gesanglichen Darbietungen der „Sängervereinigung" zeugten auch in diesem Jahr wieder von fleißiger und erfolgreicher Arbeit dieses Männerchores. Mit Stolz darf der Chormeister Heinrich Meyer (Wieseck) mit seiner Sängerschar, die er in beachtlicher Stärke, stimmlich und zahlenmäßig, um sich schart, auf diesen Abend zurückblicken. Die exakte und vortreffliche Zusammenarbeit zwischen Chor- meister und den Sängern lieft auch die schwierigsten Chöre spielend bewältigen; die Fortissimostellen brachte er glänzend heraus, eine besondere Stärke zeigte er auch im Pianissimo. Dies stellte die „Sängeroereinigung" meisterhaft unter Beweis, beim Vortrag von „Junges Grün" von Klams und „Walderwachen" von Wildt. Eine Spezialität der „Sängervereinigung" verdient noch besondere Erwähnung. Das sind ihre Chöre mit Orchesterbegleitung. Die Wiedergabe des „Theresenwalzer" von Peuschel und des „Diktringer Marsch" von Koschat waren Beweise großen Könnens und bester Schulung. Orchester und Männerchor fügten sich glänzend ineinander. Alles in Allem: ein genußreicher Abend, bei dem sich die Zuhörer recht dankbar erwiesen. * Steinbach, 2. Nov. Bei der Arbeit im hiesigen S t e i n o r u ch verunglückte der Arbeiter Karl Lang so erheblich, daß er mit schweren inneren Verletzungen nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden mußte. > Reiskirchen, 3. Nov. Die am nationalen Spartag von Vorstandsmitgliedern der hiesigen Spar- und Darlehenskasse durchgeführte Sammlung erbrachte in unserem Orte den schönen Betrag von nahezu 5 0 0 0 Mark neuen Spareinlagen. Es beteiligten sich an dieser schönen Sache 180 Ortseinwohner. Auch die Schulkinder trugen ihr Teil an dem großen 'Betrage bei. — Am Sonntag fand in unserer Gemeinde ein Rund- zang durch die Baumstücke unter Obstbau- nspektor Rentsch (Friedberg) statt. Viele Obst- reunde hatten sich hierzu eingefunden. In seinen Ausführungen betonte Herr Rentsch immer wieder das Anlegen der Klebgürtel und das Spritzen der Bäume, damit den Obstschädlingen jede Lebensmöglichkeit genommen wird. Auch forderte er zur besonderen Pflege der Obstbäume auf. Auf jede Frage gab er eine belehrende Antwort. Dor dem Rundgang fand im Gasthaus „Zur Krone" eine Aepfelsortenbestimmung statt. I Harbach, 2. Nov. lieber den Ursprung unseres Ortes ist nichts Näheres bekannt. Nach Sturmfels bedeutet Harbach „sumpfiges Gelände". Tatsächlich waren früher die Wiesen nach Hattenrod zu sehr sumpfig. Manchen Landwirten war es deshalb vor der Heu- und Grummeternte geradezu bange, kam es doch wiederholt vor, daß die Zugtiere versanken und nur mit Mühe und Not wieder freigemacht werden konnten. Ein solcher Fall trug sich z. B. noch ein Jahr vor dem Welt- kriege zu. Erst durch die Feldbereinigung wurden diese Mißstände restlos beseitigt. Unser Dorf, das 17 Gefallene des Weltkrieges zu beklagen hat, zählte um die Mitte des vorigen Jahrhunderts 431 Einwohner. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sank die Zahl beträchtlich. Die Jahrhundertwende brachte keine wesentlichen Aende- rungen. 1914 hatte Harbach nur noch 396 Bewohner. Die Ursache dieses stetigen Rückgangs lag in der Abwanderung der jungen Generation, tue sich in der näheren und weiteren Umgebung verheiratete. Ferner spielten Auswanderungen nach Amerika und Güterschlächtereien eine Rolle. In der Nachkriegszeit stieg die Zahl wieder etwas und erreichte schließlich im Jahre 1933 ihre alte Höhe. Harbach ist ein typisches Straßendorf. Mit seinen Hausgärten, die fast überall hinter der Hosreite liegen, hat es ungefähr die Form einer Ellipse. Die große Achse wird von der Hauptstraße, die kleine Achse von Kirch- und Ziegengasse gebildet. Eine Aufstellung über die Bauzeit der einzelnen Wohnhäuser läßt erkennen, daß die Bautätigkeit besonders nach dem Kriege 1870/71 sehr rege war. Das hing zweifellos mit dem Aufstieg der deutschen Wirtschaft infolge des siegreich beendeten Deutsch-Französischen Krieges zusammen. Weiterhin mag die Anlage der Bahnstrecke Gießen—Alsfeld, die in diesen Jahren erfolgte, mitgespielt haben. § Queckborn, 2. Nov. Bei der gestrigen Sammlung für das Winterhilfswerk wurdet in unserer Gemeinde durch das N S K K. 120 Edelsteinabzeichen umgesetzt. Der Betrag von 24 Mark wurde an die Ortsgruppe der NSV. Ettingshausen abgeführt. — Am 5. November feiern das Fest der silbernen Hochzeit die Eheleute Ludwig Rock IV., Landwirt dahier, und Karoline Rock, geb. Sehrt. — Auch dieses Jahr wurden in Queckborn wieder zwei neue Wohnhäuser errichtet. Karl Georg Köhler baute zu feiner schon fertigen Scheune und Stall ein neues Wohnhaus, das er vorige Woche bezogen hat. Wilhelm N i e b e r g a l l errichtet neben seiner schon fertig- gestellten Scheune ein Wohnhaus, das diese Woche unter Dach kommen wird. + Leihgestern, 2. Nov. Am Samstag fand die Besichtigung der hiesigen Freiwilligen und der Pflichtfeuerwehr statt. Nach einer Ansprache des Kreisfeuerwehrsührers Bouffier wurde das Fuß- und Geräte-Exer- zieren gezeigt. Anschließend wurde ein Brandangriff durchgeführt, der trotz der Dunkelheit zufriedenstellend verlief. Im Anschluß an die Hebungen marschierte die Wehr unter Vorantritt des Spiel- mannzuges zum Lokal „Hasselbach", wo man einer Einladung der Gemeindeverwaltung zu einem kameradschaftlichen Beisammensein folgte. Bei der Kritik wurde der Gesamtfeuerwehr volle Anerken- Mnterhilfswerk-vriefmarken üer deutschen Reichspost Gültig bis ZS.Zuni 1937 fj Brutfrhlonöhalk Berttn |_j 4- -DeutscheNeichzpold 4 o o i r^DeutscheNeichsposd^ s cn •Drutfd]eRcirhspo|t»co 'Ht; Jet 3 3' £ -DeutscheNeichsposd & mmg für die ausgeführten Hebungen gezollt. Kreisfeuerwehrführer Bouffier ermahnte die Kameraden, auch weiterhin mit allem Eifer an der Arbeit zu fein. Beigeordneter Seid würdigte das Wirken der Feuerwehr und versprach die volle Unterstützung der Gemeinde mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Im Verlaufe des Abends wurden 5 Kameraden (Otto Wagner, Geora Wagner, Karl Wissig, W. Wissig und K. Delten) für 15jährige Dienzeit in der Wehr geehrt. I Nieder-Bessingen, 2. Nov. Lehrer Hinkel von hier ist, wie bereits berichtet, an die Volksschule Lich versetzt worden. Dieser Tage erfolgte der Umzug nach seiner neuen Wirkungstätte und damit der Abschied von seiner bisherigen Gemeinde. Die besten Wünsche der Einwvhner- chaft begleiten ihn bei seiner weiteren Arbeit an der deutschen Jugend. Wie man hört, wird Lehrer Hinkel die Stelle des Chorleiters des hiesigen gemischten Chores, den er seither mit großer Hingabe betreute, auch weiterhin beibehalten. Die Stelle des Organisten in unserer Kirche wird Lehrer Hinkel ebenfalls bis auf weiteres versehen. — Am Sonntagmorgen fand hier eine Hebung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr und der Pflichtfeuerwehr statt, bei der zum erstenmal nach dem neuen Marschübunasplan geübt wurde. — Zur Heil ist eine Reihe hiesiger Landwirte damit beschäftigt, Futterkartoffeln einzusilieren. Diese Maßnahme erweist sich in diesem Jahre als besonders zweckmäßig, weil dadurch erhebliche Verluste durch die sonst zu befürchtende Kartoffelfäulnis vermieden werden können. * Ober-Bessingen, 2. November. Bei der S a m ml u ng für das Winterhilfswerk konnte die SA. alle der Gemeinde zugewiesenen Abzeichen verkaufen. — Die Holzhauerarbeite n in unseren Waldungen müssen um acht Tage verschoben werden, da bte landwirtschaftlichen Arbeiten noch nicht beendet sind. Während in Den vergangenen Jahren immer nur Arbeitslose für diese Arbeit herangezogen wurden, werden diesmal auch wieder Kleinbauern dabei beschäftigt, so daß auch ihnen ein zusätzlicher Verdienst möglich ist. * Nonnenroth, 3. Nov. Während die Bewohner des Hauses am gestrigen Montagnachmittag abwesend waren, stieg ein Spitzbube in der hiesigen Gastwirtschaft von Otto Strack durch ein Fenster in das Haus ein. Der Dieb stahl etwa 40 Mark Bargeld und machte sich damit davon. Die Ermittlungen der Gendarmerie find im Gange. <£ Obbornhofen, 2. Nov. Bei dem Schießen um den Wanderpreis der Klein-Kali- ber-Schützenvereine des Bezirkes Gießen- Süd, das auf dem Schießstand zu Rodheim a. d. Horloff ausgetragen wurde, ging die Mannschaft des hiesigen Schützenvereins mit 379 Ringen als Sieger hervor. Bereits zum zweiten Male wurde damit von den hiesigen Schützen der Wanderpokal errungen. Der Verein Rooheim erzielte 359 Ringe. Es folgten dann die Mannschaften von Villingen mit 347 und von Langsdorf mit 298 Ringen. — Die Renovierungsarbeiten am Rathaus gehen ihrem Ende entgegen. Die nun eingesetzten Fenster mit Holzsprossen und Unterteilung in Bleiverglafung machen das Gemeindehaus zu einem wahren Schmuckkästchen. Kreis Friedberg. )( G r i e b e 1, 29. Oft. Die Arbeiten an der Reichsautobahn haben in den letzten Wochen recht starke Fortschritte gemacht. Wenn man bedenkt, daß damals die Fundamente" für die mächtigen Brückenpfeiler erst mit Eisenbeton ausgegossen wurden, so stehen heute die imposanten Brückenflügel fast fertig da. Gegenwärtig werden die Verschalungen und notwendigen Vorrichtungen abmontiert und diese gewaltigen Betonklötze chartert und fein bearbeitet. Zwischen den beiden Brücken selbst wird gegenwärtig mit einer Reihe Feldbahnen die Erdaufschüttung vorgenommen, zu welchem Zwecke eine besonders starke Notbrücke über die Straßen Butzbach — Griedel und Butzbach — Lich errichtet werden mußte. Das Füllmaterial wird aus der einige Kilometer entfernt liegende Gambacher Sandgrube herbeigeschafft. Ein Dampfstampfer und ein Explosionsstampfer sind in Betrieb, um die jeweils angefahrenen Erdmassen nach Möglichkeit zu befestigen. Um zu verhüten, daß das Wasser an den Betonwänden für die Zukunft Schaden anrichten könnte, werden bachbreite Gräben angelegt. Die Arbeiten auf den Anschlußstrecken nach Nieder- Mörlen und Gambach erstrecken sich in der Hauptsache auf die notwendig gewordenen Planungen und Aufschüttungen von Sandmassen, die ebenfalls aus obengenannter Sandkaute auf Feldbahnen herbeigefahren werden. Die Ueberbrücfung der zwei großen Unterführungen werden durch 1,25 Meter starke Träger mit 40 Meter Spannweite besorgt, deren Zwischenräume wiederum mit Beton ausgegossen werden. Sämtliche umliegenden Dörfer finü von Arbeitslosen frei, da alle Arbeitskräfte an Der Reichsautobahn beschäftigt sind. Kreis Schotten. O Laubach, 30. Oft. Gestern abend hielt die SN. - Frauenschaft Laubach in der Aula der Realschule einen Pflichtabend ab, der im Zeichen der Werbung für einen in Laubach demnächst geplanten Samariter-Kursus stand. Die Kreisverbandsvorsitzende des Alicefrauenvereins für den Kreis Schotten, Frau Widmann- Schotten, sprach über die Bedeutung des Roten Kreuzes in der Vergangenheit und [eine Wiederaufrichtung und Einsetzung in feine eigentliche Bestimmung durch den Führer und Reichskanzler, Der ihm zum Geleit die Worte gab: „Ich bin überzeugt, daß das Rote Kreuz auch fernerhin feine Aufgaben für Volk und Vaterland erfüllen wird." Auch die Frauen werden nun zur Hilfsbereitschaft aufgerufen, indem sog. Helferinnen und Samariterinnen ausgebildet werden. Die Kreisfürsorge- rin für den Kreis Gießen, Schwester Ella, sprach sodann über die praktische Durchführung eines solchen Samariterkurses, welcher in Unterweisung durch Arzt und Sanitäter oder Schwestern in etwa 20 Doppelstunden mit einer Prüfung als Abschluß besteht und in Schotten bereits mit viel Interesse von fetten der Bevölkerung und mit großem Erfolgt durchgeführt wurde. Vorführung Der Berufstrachten der Hilfskräfte des Roten Kreuzes, wie der Verbandstaschen veranschaulichten die Ausführungen. Daß das Vortragsthema auch in Laubach regem Interesse begegnete, beweist die bereits erfolgte Anmeldung zahlreicher Teilnehmerinnen zu dem bevorstehenden Lehrgang dahier. Kreis Bübingen. △ Stockheim, 2. Nov. Für die Orte Stockheim, Glauberg, Bleichenbach und Effolderbach wurde für den 3. Jahrgang der Mädchen-Berufsschule hier eine Kochschule eingerichtet. Den Unterricht erteilt an einem Wochentage eine technische Lehrerin. △ Bleichenbach, 1. Nov. Dem Arbeiter Carl Emrich von hier wurde im Felde von einem ausschlagenden schweren Pferde ein Unterschenkel zertrümmert. Der Schwerverletzte wurde mittels Sanitätsauto in die Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 2. Nov. Am Freitag stand unser Dorf im Zeichen des Nationalen Spartages. Die Schüler veranstalteten einen Umzug, wobei ein Sprechchor auf die Bedeutung des Tages hinwies. Der Werbung war ein schöner Erfolg belieben: 82 Sparer brachten die schöne Summe von 1220 Mark zu ihrer Dorfkasse. — Die (Sau- silmstelle der NSDAP, zeigte im Saal der Wirtschaft Krebs den Tonsilm „Soldaten — Kameraden", dessen Ankündigung einen übervollen Saal schuf. Die Aufführung wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. E.» 3. Zu 1. Die Gemeinde kann ein ihr gehöriges Haus, auch wenn in der Gemeinde noch Wohnungsmangel herrscht, abreißen lassen. — Zu 2. Sie können Ihrem Mieter auch während des Winterhalbjahres kündigen, vorausgesetzt, daß nicht das Mietverhältnis den Bestimmungen des Mieterfchutz- gesetzes unterliegt, was regelmäßig bei kleineren Wohnungen der Fall ist. Kommen die Bestimungen des Mieterschutzgesetzes zur Anwendung, [o können Sie als Vermieter das Mietverhältnis überhaupt nicht durch Kündigung zur Auflösung bringen, sondern Sie müssen Klage auf Aufhebung des Mietverhältnisses erheben. Die Klage kann nur auf bestimmte Gründe gestützt werden. Diese sind: Erhebliche Belästigung des Vermieters oder eines Hausbewohners, erhebliche Gefährdung des Mietraumes, unbefugte Ueberlaffung eines Mietraumes an einen Dritten, größere Mietrückstände, dringendes Interesse des Vermieters an der Erlangung des Miettaumes oder Absicht des Vermieters, der feit drei Jahren Eigentümer des Hauses ist, in das eigene Haus einzuziehen. Der Klageerhebung muß eine Abmahnung vorausgegangen fein. Wird der Klage stattgegeben, so hat das Gericht dem Mieter regelmäßig eine angemessene Räumungsfrist zu gewähren. Die Gemeinde muß für die Unterbringung eines obdachlosen Mieters Sorge tragen. Zu diesem Zwecke kann der Bürgermeister, falls feine anderen Räume zur Verfügung stehen, den Mieter, der obdachlos geworden ist, auf Grund seiner Polizeigewalt auch wieder in die früher von ihm innegehabten Räume einweifen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 903: Beschaffung von Zellwolle zur Ausführung von Ausfuhraufträgen. — 904: Anordnung Nr. 5 der Ueberwachungsstelle für Edelmetalle (Verkehr mit Goldwaren und mit Alt- und Bruchgold). — 905: Zusammenfassung der Bestimmungen über den Wertpapierverkehr. MWllkllMkflW Vornan von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 Nachdruck verboten! 40 Fortsetzung. „Nett", sagte sie anerkennend und steigt aus. Der alte Herr hat sie schon gesehen, und da er Leonhardt wiedererkennt, hofft er. Vielleicht sind das doch ernsthafte Bewerber, man könnte mit der Miete noch heruntergehen — man könnte — da sind sie aber schon. Noch einmal muß er vom Boden zum Keller. Nichts bleibt unbesehen. Hanna schweigt. Sie sagt auch nichts, als er den monatlichen Mietpreis nennt, die Summe ist bescheiden, findet Leonhardt. Da stehen sie wieder in der Diele, bäuerliche Möbel, Fleckenteppiche auf dem blankgescheuerten Boden, helle, freundliche Wände mit ein paar guten Geweihen. Alles ist hell in dem Haus, solid und praktisch. Es sind nur wenige Dinge, die Hanna nicht gefallen haben. „Wann könnte das Haus übernommen werden? „In vierzehn Tagen", versicherte der Alte eil- fertig. r, Hanna wirft einen Blick zu ihrem stummen Begleiter hinüber, er sagt auch jetzt nichts, er sieht sie nur aus feinen blauen Augen fcharf an. Da verliert sich ihre letzte Unsicherheit, sie sagt: „Ich bin einverstanden. Sie können mich m den nächsten Tagen schon erwarten. Es folgen noch ein paar Formalitäten — Hanna behält sich auch das Vorkaufsrecht vor — dann unterschreibt sie. ... _ „Fahren Sie mich nach Greiding zuruck Herr im Wolde", bittet sie, als sie wieder cm Wagen sitzen. Er fragt nichts und tut es. Nur einmal seufzt das Mädchen tief auf, da nimmt er ferne Hand vom Steuer und legt sie mit kurzem Druck auf die ihre. Sie ist ihm in diesem Augenblick dankbar für fein kameradschaftliches Verständnis, es hat sich ihr auf einmal wie ein Berg aufs Herz gewalzt — sie erkennt sehr klar die Kraftprobe, die ihr heute das Leben gestellt hat — ,, . ... . Noch am selben Abend geht em dicker Brief nach Berlin in die Binger Straße ab. Kem Wort von sich und ihrem persönlichen Leben steht dann, es ist nur davon die Rede, daß sie sich eine kleine Pension in Unterwaching gemietet, sich damit ent- schlossen habe, dort zu leben und daß sie ihren Vater bittet, ihr Ida zu schicken, denn jetzt könne sie sie sehr gut brauchen - - Vielleicht ist es gut so, Melanie — mir wollen auch nichts mehr fragen, ich bin dankbar, daß fk sich überhaupt etwas vornimmt. Unterwaching, da sitzt doch auch dieser Herr im Wolde — er ist mir eigentlich zu jung, aber ich wäre doch ftoh, wenn er sich ein wenig um sie kümmerte. ,Laß packen, Melanie, wir wollen fahren — ich muß das Mädel endlich Wiedersehen —" „Ich soll mit, Herbert — soll ich denn wirklich —", fragt die junge Frau zögernd. „Ja, du und Ida und noch etwas —* ♦ Das „Etwas" ist es auch, das Hanna die Fassung verlieren läßt, als ihr Vater vor ihr steht — er hat das Schneferl auf dem Arm. Hinter ihm hat sich Ida aufgebaut, und im Garten wartet Melanie. Brandes nimmt sein Kind an fein Herz und hält es ganz fest, dabei ist ihm das Schneferl wegge- fprungen, aber als sich Hanna endlich loslöst und sich bückt, hat sich das Tier dicht an sie gedrängt und sieht schnurrend zu ihr auf. „Schneserlel", sagt sie ganz erstickt. Da ist aber noch Ida, und sie verlangt auch ihr Teil — es wird ihr redlich zugemessen. „Guten Tag, Hanna." „Melanie — das ist wunderschön, daß du auch kommst, wirklich, — da habe ich ja soviel Hilfe — denk dir nur, ich habe schon zwei Anfragen. Ein Ingenieur aus dem Werk und eine junge Lehrerin —" „Ein Ingenieur aus dem Werk —", Brandes wird aufmerksam. „Ja, ein Herr Herdegen, der hat sich das Haus schon lange in den Kopf gesetzt, er hat sehr gebettelt und will auch nur das kleine Giebelstübchen — stell die Koffer einstweilen hierher, Ida — ich zeige euch erst die Zimmer, vorbereitet bin ich nicht, der alte Herr wohnt ja auch noch hier —" In der Pension „Waldeck" herrscht ein paar Tage lebhaftes Treiben. Leonhardt im Wolde läßt sich nicht sehen, obgleich er von Herdegen, der schon seinen Koffer in das neue Heim gebracht hat, weih, wer alles eingetroffen ist. Nach etwa acht Tagen ruft Dr. Brandes ihn an und verabredet für den Abend ein Zusammensein. „Ich komme allein, Herr im Wolde." Es ist ja nicht nötig, daß Hanna erfährt, was er dem jungen Mann zu sagen hat. Der Dank, den er an Leonhardts Adresse richtet, wird lachend zurückgewiesen. Auch als ihm der Anwalt aufträgt, sich doch ein wenig um feine Tochter zu kümmern, schüttelt er nur den Kopf. „Sie ist nicht der Mensch, der sich leiten läßt, man muß es schon geschickt anfangen. Sie wird ganz von allein mit den Dingen fertig werden, Herr Doktor. Selbstverständlich werde ich da fein, wenn sie mich braucht, das verfpreche ich Ihnen gern." „Aber Sie waren doch sicher das treibende Element zu diesem Projekt, ba für kann ich mich als besorgter Vater doch wenigstens bedanken." „Ich war nur der, der ein wenig nachhalf", sagt da im Wolde ernst. „Ihre Tochter hat vieles, was wir zwangsläufig schneller begreifen, erst jetzt erkannt: die Verpflichtung zur Arbeit, Herr Doktor." Der Anwalt schweigt. Er ist ein wenig beschämt vor diesem jungen Mann. Ausklang. Es kommt öfters vor, daß Hanna alles liegen und stehen läßt und in den nahen Wald läuft. Dann hat Ida sehr viel mehr Arbeit mit Haus und Gästen. Aber das macht ihr nichts aus, sie hat nun in den Wochen, die sie in „Waldeck" ist, sehen und schweigen gelernt. Sie weiß auch, daß Hanna von diesen oft stundenlangen einsamen ©albgängen ruhiger zurückkehrt. Was ihr Herz dabei quält, weiß sie nicht, aber daß es mit einem Manne zu- [ammenhängt, kann sie sich lebhaft vorstellen. Es ist ein großes Glück, daß die beiden Herren vom Werk hier wohnen. Erst kam ja der Ingenieur Herdegen, und der hat dann immer wieder davon angefangen, ob es denn nicht auch für feinen Freund ein Kämmerchen im Giebel gäbe. Das kleine zum Beispiel nach der Waldseite zu. „Legt denn Herr im Wolde so großen Wert darauf, hier zu wohnen?", hatte Hanna mit einem sonderbaren Tonfall gefragt, und Herdegen hatte geantwortet: „Er hat überhaupt nichts gesagt, Fräulein Brandes. Aber seine Wirtin ist auch so eine angenehme Wurzen, die gibts ebendoch überall, auch in Unterwaching. Mir tuts immer leid, wenn es mir hier fo wunderbar geht, und er zockelt in die Kantine oder ins Gasthaus, nur um seinen Hausdrachen nicht zu sehen." Dabei war das gar nicht so schlimmt mit dem Hausdrachen, das weiß Ida, die Die Frau Seidel kennt. Wer eben das Haus voll Kinder hat, macht mit möblierten Herren nicht viel Aufsehens. Der Herr im Wolde konnte ja auch die Wohnung wechseln, wenn sie ihm gar so leid war. Aber dann hat Ida auch herausbekommen, daß Ingenieur Herdegen dahintersteckte, und als er sich dann einmal zu ihr in die Küche setzte, genügte ein Satz, um Ida von der Richtigkeit dieser Uebersiedlung zu überzeugen. ,Zch weiß nämlich was, was Sie nicht wissen, Fräulein Ida. Es muß auch zwischen uns ein Geheimnis bleiben: mein Freund wäre die beste Medizin für Hanna. Dann würde sie auch bestimmt nicht mehr in die Wälder rennen, wie heute. Er hat sie nämlich [ehr lieb, und wenn er ihr das eines Tages so richtig sagen kann, wäre sie sicher sehr schnell von chrem Weltschmerz kuriert." 1 Das war ja nun wirklich eine alarmierende Nachricht; gegen diesen Herrn im Wolde hatte Ida nicht im minoeften etwas einzuwenden, im Gegenteil! Und fo tarn es, daß Herdegen und Ida unter einer Decke steckten; Ida ging aufs Ganze, sie erklärte eines Tages, daß es der Wirtschaftskaffe gut täte, wenn sich mal wieder ein Mieter in den Giebel verirren würde. Herr Herdegen und die junge Lehrerin wären doch keine Belegschaft für fo ein Haus. Sie habe gehört, daß der Herr im Wolde auf Zimmerfuche wäre und lebensgem ins „Waldeck" wolle. „Vielleicht traut er sich nicht, bieten Sie es ihm mal an", t)at sie diplomatisch gejagt. „Warum soll er sich denn nicht trauen?", hat Hanna sehr verwundert gefragt. „Wenn er gern hier fein möchte, ich f)abe doch nichts dagegen!" War zum Telephon gegangen und hatte im Werk angerufen. Am Abend war Leonhardt heraufgekommen. Ida hörte nur zwei Sätze: „Nicht getraut, Fräulein Hanna —? Ich habe ja gar nicht an Zimmerwechsel gedacht. Aber wenn Sie mich haben wollen — sofort und mit tausend Freuden!" Hannas Gesicht hatte Ida leider nicht sehen können, ebenso wenig hörte sie die Antwort, aber Tatsache war, daß Herr im Wolde im Waldzimmer einzog und daß man ihn nur selten zu sehen und hören bekam. Ida betrübte nur eins: Hanna rannte noch immer so plötzlich in den Wald, aber es geschah immerhin seltener. An alles denkt Ida seufzend, als sie die Kartoffeln für Mittag schält. Sie hat das Küchenfenster offen, denn die Sonne scheint warm, wie im Sommer, trotzdem es erst Ende April ist. Der Schnee ist schmutzig grau geworden und rinnt allmählich in kleinen Bächen den Berg hinunter. Im Garten vor dem Haus haben Krokus und Schneeglöckchen die Köpfe herausgesteckt, und im Tulpenbeet gibts kleine grüne Spitzen. Wenn bloß das schreckliche Geheule und Geknatter nicht immer wäre, Das von der Dersuchsbahn der Motorenwerke nun seit Stunden herüberkommt. Es ist nicht nur unangenehm, sondern auch aufregend, denn Ida weiß, daß Leonhardt im Wolde wie ein Wildgewordener — bas ist ihre Vorstellung — dort Herumrast. Als Hanna hereinkommt und sich um die Salatschüssel kümmert, sagt sie aufgeregt: „Muß denn das nun fein, daß er so fein Leben aufs Spiel setzt? Kann denn nun nicht ein anderer das Rennen fahren? Ich bringe mich um an dem Tag ober leg mich ins Bett! Wenn nun was passiert?!" „Aber Iba! Wer wird denn nun gleich an bas Schlimmste benfen!" Hanna fetzt die Salatfchüfsel weg, als habe sie sich verbrannt. (Schluß folgt) BWME TIMIAWF.IU88IOH Heute Mittwoch Eine Einladung zum Ball haben Sie abgelehnt, weil Sie nicht tanzen können. Und wie gern wären Sie auch mal in Gesellschaft gegangen.-Wie es Ihnen am besten paßt, im Tanzzirkel oder Privatstunde. Kommen Sie bitte zur unverbindlichen Beratung Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 • Ruf 3835 an an SJl.-tfport Arbeitstagung des Fachamtes Handball in Gießen SpannendeHandballkämpseimSportkreisSießen Fußball der heimischen Mannschasten mit die führende Maß'Schneiderei Plockstraße 7 Emaille-Geschirr mit kleinen Fehlern noch viel, viel billiger. abgehalten. 6679D 6980 A die Amnestie des Reichssportführers und die Auswirkungen der neuen Handballordnung. Bei den Berichten der Fachwarte verdient der Bericht von Kreisschiedsrichterobmann Drolsbach hervorgehoben zu werden. Danach bedarf gerade die Schirifrage einer eingehenden Nachprüfung. Es ist unmöglich, dem wachsenden Spielbetrieb die nötige Anzahl von Schiedsrichtern entgegenzustellen, wenn nicht von den Vereinen in der richtigen Weise mitgeholfen wird. Grundsätzliche Besprechungen einiger, die Schiedsrichter angehender Fragen leiteten über zu den Winterhilfsspielen 1936. Die vom Kreis festgesetzten Paarungen wurden bekanntgegeben und die einschlägigen Richtlinien durchgegangen. Für die Platzvereine gilt es, sofort mit der notwendigen Werbung einzusetzen. Die Spiele müssen mehr als im letzten Jahre ein voller Erfolg werden. Der DRL. sieht seine höchste Aufgabe darin, seine Uebungsleiter zu schulen und sie damit zu brauchbaren Lehrern für die Leibeserziehung heranzubilden. Es ist deshalb nicht weiter verwunderlich, daß der Lehrgangsarbeit mehr noch als seither das Interesse gewidmet wirb. Auch unser Kreis wird davon erfaßt; am 14. und 15. November bereits findet ein Uebungsleiterlehrgang, wahrscheinlich in Großen-Linden, statt, an dem alle Uebungsleiter der Vereine kostenlos teilnehmen können. Nach Durchsprache einiger kleinerer, die Spielbewegung und das Gießener Hallenhandballturnier Platz ein. Dann kommt Frl. Fehden, die den Vorzug vor Frau Aenne Schneider-Peitz erhielt. Neuregelung der sporttechnischen Leitung im Fachamt Fußball. Das Fachamt Fußball hat eine Neuregelung der sporttechnischen Leitung vorgenommen. So wurde jetzt von Fachamtsleiter Felix Linnemann der Berliner Hans Wolz zum Hauptsportwart ernannt und Josef Herberger zum Reichstrainer bestimmt. Mit dieser amtlichen Regelung dürften die immer wieder auftauchenden Gerüchte über Dr. Otto Nerz erledigt sein. Dr. Otto Nerz ist nicht entlassen oder beurlaubt worden. Anläßlich seiner Uebernahme in die Reichsakademie für Leibesübungen ist er auf seinen Antrag aus dem Angestelltenverhältnis des Fachamtes ausgeschieden. Professor Dr. Glaser hat in Anbetracht der Zweckmäßigkeit einer zentralen sporttechnischen Leitung sein Amt als Hauptsportwart zur Verfügung gestellt. Ihre Geschäftsdrucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen. Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Beschäftskarten Ihres Hausee beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten eie Ihnen Brühl’sche Druckerei. Schulstr. 7, Ruf 2251 Eine dauerhafte Qualität und trotzdem wirklich billig. Ergänzen Sie jetzt, was an Emaille-Geschirr fehlt. Schmortöpfe^ hellgrau von 0.95 Milchtöpfe, hellgrau von 0.45 19.30—22.45 7. Mittwoch- Miete Figaros Hochzeit Oper von W. A. Mozart Preise von 120-4.00 RM. Tv. Dutenhofen 2. — Tv. Heuchelheim 2. Dutenhofen verstand es nur, eine Halbzeit lang, ihrem Gegner eine ebenbürtige Partie zu liefern. Nach dem Wechsel waren die Gäste tonangebend und gewannen wie sie wollten. Jugendklasse. Tv. Krofdorf — Spvg. 1900 Gießen 2:16 (1:8) Dutenhofen — Mtv. Gießen 1. ausgefallen To. 1846 Gießen — Mtv. Gießen 2. 19:3 (10:0) Tv. Garbenteich — Tv. Lang-Göns kfl. f. Garbenteich GANZSTAHUCABRIO O7AA LIMOUSINE AB WERK Z/UV RM ~ Generalvertretung: Heinrich Wagener, Gießen Frankfurter Straße 45 Ruf Nr. 4120 nOBCfAHBT UNVERBINDLICH! Am Sonntag trafen sich auf dem Sportplatz Staufenberg zm fälligen Verbandsspiel die einheimische 1. Mannschaft und die 1. Elf von Launs- bach. Nach verteiltem Spiel konnten die Gäste auf Grund der Unfähigkeit des Staufenberger Sturmes den Sieg und somit auch die zwei wertvollen Punkte mit nach Hause nehmen. Launsbach gewann verdient mit 2:0 Toren. Die Hiesigen mußten mit Ersatz antreten. Daubringen I — Allenbuseck I 3:1. Das in Daubringen ausgetragene Verocmds- spiel der Einheimischen 1. Elf gegen Alten-Busecks Erste endete mit einem Sieg der Daubringer von 3:1 Toren. Vor diesem Spiel standen sich die Schülermannschaften von Daubringen und Ettingshausen gegenüber. Auch dieses Spiel endete mit einem Sieg der Gastgeber mit 3:0 Toren. „ FL.Teutonia"' Watzenborn-Steinberg Ruppertsburg I — Watzenborn-Steinberg I 4:5 (1:4). Nachdem die Teutonen am vergangenen Sonntag das Spiel auf eigenem Platze gegen den VfR. Lich in der ersten Spielhälfte offensichtlich zu leicht nahmen und in der zweiten Hälfte nicht über ein 2:2 hinauskamen, obwohl die Gäste, von einigen Durchbrüchen abgesehen, nicht aus ihrem eigenen Strafraum herauskamen und mit selten aüftretendem überaus großen Glück einen Punkt mit nach Hause nahmen, war die Mannschaft am vergangenen Sonntag gewillt, ihren Anhängern nicht wieder eine unangenehme Ueberraschung zu bereiten. In Anbetracht dessen, daß bis dahin in dieser Serie noch keine Mannschaft in Ruppertsburg Punkte holen konnte, nahm man dieses Spiel doppelt ernst. Der Anstoß der Platzmannschaft wurde abgefangen. Schon bereits in der zweiten Spielminute schoß der Halblinke O. Haas den Ball mit Wucht zum ersten Erfolg unter die Latte. Die Grün-Weißen waren ständig im Angriff, die kleine Umstellung der Mannschaft wirkte sich zweifellos nach der angenehmen Seite hin aus. Ein weiterer Angriff wurde von dem Verteidiger der Platzmannschaft mit der Hand unterbunden. Fett setzte den Elfmeterball zum zweiten Erfolg in die Maschen. Kurz darauf erzielte Lang den dritten Treffer. Dieser Vorsprung brachte eine sichtliche Ruhe in die Mannschaft und Angriff auf Angriff rollte auf das Tor der Gastgeber, die sich auf eigenem Platze nicht geschlagen geben wollten. Doch bald mußten sie sich noch einen vierten Treffer von dem auf Rechtsaußen eingesetzten früheren Verteidiger Karl Jung gefallen lassen. Der Kampf wurde von feiten der Platzbesitzer härter und härter durchgeführt, doch war vorerst nur ein Tor die Ausbeute. Unverständlicherweise annullierte dann Schiedsrichter Beck-Flensungen zwei regelrecht -.zielte Treffer der Teutonen. Dann ging es beim Stande von 4:1 in die Pause. Als kurz nach Halbzeit O. Haas zum fünften gültigen Treffer einsandte, war dem harten Kampfgeist der Platzmannschaft kaum mehr zu widerstehen. Ein weiterer Erfolg, erzielt von Rudolf Lang, wurde wieder wegen angeblichem Abseits nicht gegeben. Bei einem von dem rechten Verteidiger der Teutonen vor dem Tor mit der Hand abgewehrten Ball entschied er als Tor. Dies war ein Signal für die Platzbesitzer. Unter Anwendung aller Kraft und Härte drängte Ruppertsburg auf weitere Erfolge. Als der Schiedsrichter den End- TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen ,086a Bahnhofstraße pfiff ertönen ließ, waren die Teutonen froh, noch mit 5:4 Toren die Oberhand behalten und somit zwei überaus wertvolle Punkte erkämpft zu haben. Die zweite Mannschaft traf in Bieber zum fälligen Verbandsspiel an und konnte auch hier ihren Siegeszug fortsetzen. Mit 8:0 siegten sie verdient. Spielabteilung So. 1889 Klein-Linden Leihgestern I — Klein-Linden I 0:3 (0:2). Am Sonntag weilte Klein-Lindens Erste zum fälligen Verbandsspiel in Leihgestern, und konnte zwei weitere, wertvolle Punkte buchen. Klein-Linden legte sofort mächtig los und konnte auch bald die Führung übernehmen und wenig später auf 0:2 erhöhen. In der Folge war Klein-Linden stets leicht feldüberlegen, kam aber infolge des aufgeweichten Bodens und durch die Schußunsicherheit seines Sturmes zu keinen sichtbaren Erfolgen. In der zweiten Halbzeit hatte Klein-Linden stets etwas mehr vom Spiel, kam aber erst kurz vor Schluß, als der Leihgesterner Hüter einen von rechts kommenden Ball zu kurz abgewehrt hatte, durch wuchtigen Schuß des Mittelstürmers zum 0:3. Vfv.-R. 1. Jgd. — Klein-Linden 1. Jgd. 5:1 (1:0). Die neu zusammengestellte Jugend hatte den körperlich und technisch weit überlegenen Gastgebern nichts als eine tüchtige Portion Eifer entgegenzusetzen. Sie verlor erwartungsgemäß. Die Schüler verloren zu Hause gegen die Schüler von VfB.-R. Grüne Heringe . x/a kg 25 H Kabeljau o. K... kg 38 H Goldbarsch o. K. ’/3 kg 38 St Seelachs-Filet... ll? kg 50 H Schellfische,Seehecht,Schollen, Heilbutt, und alle übrigen Sorten empfiehlt billigst egeoA l A.Koch Nachfolg. ▲ 2:3 Toren. Fußball in Staufenberg. Staufenberg I — Launsbach I 0:2. Wasserkessel, hellgrau von 2.60 an Eimer, hellgrau von 1.00 an Wannen, Schüsseln, Bratpfannen JUNIOtt ...und Sie wissen, was man für sein Geld kaufen kann. Dieser wirtschaftliche Wagen ist nicht umsonst bekannt und berühmt HT.250 v-il-g«"' i; M-"«'K »ftri r-s 5® Si?: iss mannerftir p den Aerei weil außer t Mitgliedern c bundesstaatlic I Beamte, wie werden. Es I wählt, der- i dumme der 1 ergibt. Die ; Staat oerschie wren hat, die ; Einwohnt x'n|)re Dorqen r rd. Daher ^men, will ’ ^t und demc . ^en wurde ■ Ktoie -n al Oie deutschen Tennis-Ranglisten1936. Das Fachamt Tennis gab die amtliche Rangliste der Saison 1936 bekannt. Bei den Männern führt unser Meisterspieler und Weltranglistenzweiter hinter Fred Perry den Reigen an, gefolgt von Henner Henkel und dem Göttinger H. Denker, während Dr. T ü b b e n und Dr. H. Tüscher gemeinsam auf den 4. und 5. Platz gesetzt wurden. Unter den Spielern, die vom 17. bis 29. Platz eingereiht wurden, befinden sich auch die Süddeutschen I. Bäumer (Frankfurt a. M.) Dr. I. P. Buß (Mannheim), Dr. H. Henke (Frankfurt a. M.) und H. Kleinlogel (Darmstadt). Nicht berücksichtigt (mangels klarer Vergleichsmöglichkeiten) wurden u. a.: C. Bergmann (Dresden), Dr. W. Defsart (Hamburg), F. Gosewich (Frankfurt a. M.), I. Hildebrandt (Mannheim), Dr. H. Kleinschroth (Berlin), F. W. Rahe (Rostock), F. Weihe (Freiburg), K. Wetzel (Pforzheim). In der Liste der Frauen nehmen Marieluise Horn und Irmgard R o st den ersten und zweiten Ileuyork n*" c «einer Da tlnsgesawi • Vahlniänkiern in folgens ' feotia. » Me, 31oM fcen* ^fl -Miko, Nordl IM, Pennsy! Tennessee, lej itonfin, Neuyoi Ifiegte mit Ren Staab Illewhampshire Itiien, 2fiontan 3m Staa i in den sonst ;3n der Stad t von nahezu 3 - Bezirk Hyder 1957 Stimme Oer Handball-Lokalkampf MTB.-1900 4:4 (1:2) Wenn auch beide Mannschaften zur Zeit keinen überragenden Tabellenplatz einnehmen, so stand doch bei dem Zusammentreffen am vergangenen Sonntag viel auf dem Spiel: Es ging um die örtliche Vorherrschaft und die Frage, wer das Recht hat, den Titel des ^Besseren" für sich in Anspruch zu nehmen. Der körperliche Einsatz war auf beiden Seiten sehr groß, und dadurch mußte notgedrungen die technische Leistung beider Mannschaften etwas zurückstehen. Wenn die Gangart der Spieler auch zeitweise außerordentlich hart war, so blieb das Spiel doch immer in den Grenzen des Erlaubten; an Kampfgeist und Tempo im Wechsel der Situationen war dieser typische Lokalkampf kaum zu übertreffen. Etwa 250 Zuschauer waren anwesend, als die Mannschaften mit dem Schiedsrichter Becker in folgender Aufstellung einliefen: Mtv.: Scheuermann; Brenner, Zehner; Lübke, H. Winter, Volz; Braune, Winter, Weigand, Feh- renbach. Klein. 1 9 0 6: Enders; Lehrmund, Birkenstock; Koch Schmittdiehl, Richter; Dietzemann, Schüler, Höing, Berg, Herbert. Mtv. hatte Anstoß und kam sofort gut durch. Der Mittelstürmer spielte den Halblinken frei, der jed.och verschoß. In der Folge war das Spiel ausgeglichen, beide Hintermannschaften beherrschten jedoch vorerst die Lage. Als erfreulich konnte man von Anfang an feststellen, daß die Mtv.er ihr weiches Spiel der ersten Kämpfe vollständig abgelegt haben. Die Mannschaft ist bedeutend kampfkräftiger geworden, das wurde gestern ganz offensichtlich. Nach etwa zehn Minuten kam Höing bei einem Angriff der 1900.er Sturmreihe aus ungünstigem Winkel zum Schuß, hatte jedoch insofern Glück, als Scheuermann im Mtv er-Tor den Ball „aus" glaubte und hinterher zusehen mußte, wie er hoch in die Ecke ging. 1:0 für 1900! Fünf Minuten später war es dann Fehrenbach, der durch Strafwurf für seine Farben den Ausgleich erzielte, nachdem vorher Weigand und auch Winter, freistehend, unglücklich verschossen hatten. Kurz vor der Pause ließ Lübke den Halblinken der 1900er laufen und das zweite Tor für die Leute vom Trieb war fällig. Nach der Pause blieb das Spiel weiter ausgeglichen, obwohl Mtv. die bessere Gesamtleistung bot. Durch Winter und Braune konnten die Rotweißen aufholen und sogar in Führung gehen. Aber nicht lange dauerte es und 1900 brachte seinerseits dasselbe Kunststück fertig — nämlich aufzuholen und durch ein weiteres Tor von Berg mit 4:3 in Führung zu gehen. Kurz vor Schluß kam der Mtv.- Sturm noch einmal gut durch und Fehrenbach stellte mit einem wunderbaren Tor aus 25 Meter Entfernung in die linke untere Ecke den Ausgleich her. Eine Kritik beider Mannschaften gibt interessante Aufschlüsse. Der beste Mannschaftsteil der 1900er war der Sturm, der in Höing, Schüler und Berg drei gleich gefährliche Leute hatte. Bei Mtv. überragte die Hintermannschaft, in der Scheuermann ein ganz großes Spiel lieferte. Die beiden Außenstürmer des Mtv. waren glatte Versager. Alles in allem war das Spiel ausgeglichen und den unentschiedenen Ausgang kann man nur als gerecht betrachten. Hoffentlich finden sich in Zukunft auch bei anderen Handballspielen, die keine Lokalkämpfe sind, so viel Zuschauer ein, denn der Gießener Handballsport hat wahrhaftig mehr Interesse verdient, als dies bisher gezeigt wurde. Tv. Heuchelheim — Tv. Münchholzhausen 7:7 (5:1). Allen Vorhersagen zum Trotz hat es Heuchelheim fertig gebracht, nun auch der stark favorisierten Mannschaft der Münchholzhäuser die Stirne zu bieten. Wenn auch dieser Erfolg nickt zuletzt auf das vollkommene Versagen der Mannschaft der Gäste zurückzuführen ist, so soll ihn das aber keinesfalls schmälern. Denn die Platzbesitzer haben sich sofort diese Mängel zunutze gemacht und sind mit einem Elan losgegangen, der ihnen dann auch das Unentschieden einbrachte. Tuspo Marburg — Tv. Lützellinden 8:10 (2:3). Trotz des eingestellten Ersatzes ist es Lützellinden gelungen, auf dem gefährlichen Boden in Marburg ein weiteres Spiel zu gewinnen. So wie das Ergebnis schon besagt, waren auch die Abstände während des Spieles knapp. Die Mannschaften wechselten sich gegenseitig in der Führung ab und mit letzter Kraftanstrengung konnte Lützellinden noch in den letzten Minuten seinen Sieg sicherstellen. 1. Kreisklasse. Tv. Ahbach — Tv. Garbenheim 4:3 (3:1). Auch hier standen sich zwei vollkommen gleichwertige Mannschaften gegenüber, die sich ein zwar hartes, aber jederzeit spannendes Spiel lieferten. Wenn Atzbach schließlich knapp gewinnen konnte, so kann es dies nicht zuletzt dem Umstand zuschreiben, daß Garbenheim einen Mann durch Herausstellung verlor. Tv. kahenfurl — Tv. Hörnsheim 2:8 (1:5). Man hatte zwar mit einem Hörnsheimer Sieg gerechnet, daß er aber so klar ausfallen würde, hatte niemand gedacht. Die Mannschaft befand sich allerdings wieder in vorzüglicher Verfassung. Mit diesem Sieg hat die Mannschaft ihre führende Stellung weiter befestigt. Tv. Dutenhofen — Tv. Holzheim 6:7 (3:2). Trotzdem Dutenhofen bis zur Halbzeit noch knapp in Führung lag, mußte es sich zum Schluß mit viel Pech geschlagen bekennen. Allerdings zeigte -sich auch Holzheim von seiner guten Seite, indem es alle Führungstore des Geaners gleich wieder aufholte und zum Schluß, nachdem die Gastgeber in einen alten taktischen Fehler, den Vorsprung zu halten, verfallen waren, sogar das Führungstor anbringen konnte. Tv. Grüningen — Tv. Dorlar. Uneinigkeit im dörflichen Sportleben dürfte zum mindesten die Grüninger Handballer um zwei Punkte bringen. Es geht nicht an, daß eine Mannschaft unverrichteter Dinge abziehen muß, wenn der Bruder Fußball auf der einen und die Anhänger des Handballs auf der anderen Seite nicht einig sind. 2. Kreisklasse. Tv. Mendorf (Lahn) — Tv. Lich 11:9 (6:4). Zur Freude seiner Anhänger hat auch die Mannschaft des Tv. Allendorf wieder einmal ein Spiel gewonnen. Wenn auch innerhalb der Mannschaft immer noch Lücken offen sind, so kann man doch eine Verbesserung feststellen. Tv. Lang-Göns — Tv. Nauborn 13:5 (8:3). Die Lang-Gönser stellen, wie erwähnt, zur Zeit die stärkste Mannschaft der zweiten Kreisklasse dar, gegen deren Können auch das spielerische Streben der Nauborner nicht groß genug ist. Die Platz- : besitzet waren stark überlegen. Tv. hausen — 7Nlv. Gießen II 17:4 (7:2). ’ Endlich haben sich auch die Platzbesitzer wieder einmal aufgerafft und in einem Spiel, das restlos gefallen konnte, die Reserven des Mtv. über- • raschend hoch niedergekantert. Es ist schade, daß : die Gießener dem Können von Hausen nichts Eben- ■ bürtiges entgegensetzen konnten. 20-23.30 Don ! Corios Preise von 0.60—3.00 RM. Wichtig für Pflanzen- und Tierfreunde! Wichtige Neuerscheinung! SM m Mnzenll. Heren nad) der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RGDl.1 Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus= führlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Retchsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch all« Buchhandlungen öugoBetmüWet Benag. Beclin-ClditetL 2ßa ff) int tcmpf, her al lieg oorange pild, erreicht • ein Ende. R en beide bie am Dienstag eniicheiden, wc nächsten vier 3 : nen Menschen I )er Dienstag Ih H e n ft e n ’I !tie Stimmung . ’ HrWentzchchs W* tarn W M M Zustande, alli marttstnam' lärm. Aus d straßen des ' drängen siä kommt völli Times-Sguo i,) und grüne blicklichen V 1 tei. Riesige fronten der Ergebnisse. d°> i ÄH i b'e[er m ,ebr' LtzÄ Nfi?. befi ■< Ie"9l «en, C510 00 den.,, sten $ I "" h'tz" Tv. Ebersgöns — Tv. Lützellinden 1:15 (1:7) Tv. Atzbach — Tuspo. Wetzlar-Niedergirmes 12:4 (6:3) Tv. Nauborn — Tv. Garbenheim 6:7 (6:6) Tv. Burgsolms — Tv. Wetzlar 6:14 (3:10) Tv. Grüningen — Tv. Holzheim 7:2. Es ist anzuerkennen, daß die Krofdorfer Jungens trotz der hohen Niederlagen gegen die weit stärkeren Gegner weiter unverdrossen kämpfen. Ueberraschend kommt der hohe Sieg der 1846er, die damit in den Vordergrund des Interesses gerückt sind. Münzenberg/den 30. Oktober 1936 Der Bürgermeister: Wetz. Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl’sche Druckerei fördert werden, weil Spielausfälle kaum zu verzeichnen waren. In übrigen wurde heroorgehoben, daß sich die Spielstärke besonders der Mannschaften der 1. Kreis- und Jugendklasse gehoben hat. Ein sehr günstiges Zeichen, das zu den besten Hoffnungen Anlaß gibt. Eine besondere Pflege sollen in Zukunft die Jugendpflichtturniere erhalten, weil man sich, wie die Erfahrung gelehrt hat, in dieser Beziehung viel verspricht. — Daneben----o—o — -- - , .. werden mehr als seither Kreisauswahlmannschaften betreffenden Fragen konnte Kreisfachamtslelter auf den Plan treten, um mit anderen Kreisen ihre L u h die interessant verlaufene Arbeltstagung Kräfte zu messen. Eingehend besprochen wurde auch | schließen. Die vom Fachamt Handball einberufene Arbeitstagung war gut besucht. Bis auf einige wenige hatten fast alle an der neuen Runde teilnehmenden Vereine Vertreter entsandt. Die Tagung wurde durch Kreisfachamtsleiter Albert L u h , Allendorf (Lahn), mit einem Grußwort eröffnet, dem dann ein allgemeiner Rechenschaftsbericht folgte. Daraus war u. a. kurz folgendes zu entnehmen: Das Meldeergebnis weist gegenüber der vorjährigen Spielzeit zwar eine Reihe von Vereinen weniger auf. Dafür ist aber die Zahl der gemeldeten Mannschaften um 10 gestiegen. In dieser Zahl enthalten sind nicht die dauernd weiter eingehenden Neumeldungen, so daß man also in jeder Beziehung zufrieden sein kann. — Es steht zu hoffen, daß die Mannschaften, die in diesem Jahre wegen Spielermangel keine Meldung abgeben konnten (beispielsweise die gesamte Staffel Vogelsberg), in den kommenden Jahren wieder dabei sein werden. Die neue Runde konnte bis jetzt recht gut ge- Baumpfähle Rosenstäbe Latten 7ool) Dachpappe Karbolineum Happel&Co. Kl.Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 6567 D Der für den Montag, 9. November d.J., festgesetzte Mavtmimarkt wird am 3leu5iag.öemio.nooem(ierö.3. Stadttheater