Nr. 232 Erster Blatt 186. Jahrgang Zamrtag, 3. Oktober 1936 Erlchelni täg Md), außer Sonntags und FeieNags Beilagen: Die Illustrierte (Bienener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle Monalr-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüfie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Zrontfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Texranzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh Vereinbg.25°/„ mehr. Ermästtgte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberhessen DraS und Verlag: vrühl'sche Universiläts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. Schristleitung und Geschäftrftelle: SchuIstraKe 7 Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheilsanzeigen 5 Npf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicye Anzeigen 6Nps. Mengenabschlüsse Staffel B Deutsche Kraft aus deutscher Erde. Der Crniedankiag ist das Bekenntnis der Nation zu Bauer und Scholle. Geborgene Ernte. Von JR Walther Darr6, Neichsbauemsührer, ^eichsminister und Neichsleiier der NSDAP ZdR. Das Fest des Erntedankes ist eine alte deutsche Sitte, tief verankert im Volksbrauch unserer germanischen Vorfahren. Wenn der Hauptteil der Ernte bis auf die letzten noch stehenden Hackfrüchte geborgen ist, wenn Speicher, Tennen und Scheunen gefüllt find, wenn die Pflüge zur neuen Herbstbestellung wieder ihre Furchen durch die Aecker ziehen, dann findet sich das Landvolk in allen Gauen und Dörfern zusammen, um den ewigen schöpferischen Kräften der Vorsehung für die Ernte zu danken. Es ist ein Tag der Besinnung und tiefinnerer Freude, zu dem sich die Bauern, Landwirte und Landarbeiter in beispielhafter Schicksals- und Arbeitskameradschaft zusammenfinden. Es war ein Kennzeichen unserer bodenentwurzelten Zeit, daß dieses Erntedankfest in der Zeit vor dem Nationalsozialismus fast zu einer ausschließlichen Feier des Landvolkes wurde, während doch der Boden, die unvergänglichen Kräfte der Erde die entscheidende Lebensgrundlage des ganzen Volkes, gerade auch der städtischen Bevölkerung bildet. Denn wie immer auch die Entwicklung der Völker sortschreitet, ihr Lebensraum, ihre Bodenerzeugung bildet d i e Voraussetzung zur Nahrungssre i h e i t und damit politischen Unabhängigkeit. Durch die Wandlung des Nationalsozialis mus haben wir zu diesen Lebenserkenntnissen zurückgefunden. Das alljährliche Erntedankfest, symbolhaft zum Ausdruck gebracht auf geschichlicher Stätte am Bückeberg, ist zu einer Feier aller Deutschen geworden. Und gerade der Städter weiß, daß von dem Ausfall der Ernte für ihn selbst mehr abhängt, als die Politik der Vergangenheit mit ihren Weltwirtschaftsideologien wahrhaben wollte. Dank der Erzeugungsschlacht, der rastlosen Arbeit der Landwirtschaft können wir auch heute mit Stolz und Ruhe auf die Leistung und Ergebnisse des Erntejahres 1935/36 zurückblicken. Wie hat sich doch so vieles in den letzten vier Jahren gewandelt! Gefüllte Speicher, gefüllte Scheunen waren durch die Ueberslutung Deutschlands mit ausländischen Erzeugnissen zum Unsegen, zur Katastrophe geworden. Die Absatzfrage, also die Frage, ob sich für das Brotgetreide, das Vieh, die Milch, die Kartoffeln überhaupt ein Abnehmer findet, war zur brennenden Lebensfrage des Landvolkes, allerdings auch der Städter geworden. Getreu der ersten Proklamation des Führers hat der Nationalsozialismus die Landwirtschaft wieder auf eine sichere Lebensgrundlage gestellt, und der Nährstand, Bauern und Landwirte ohne Unterschied, haben nun die moralische Pflicht, das Ergebnis ihrer Arbeit, diese Ernte nach den Richtlinien der bäuerlichen Selbstverwaltung der Volksernährung zur Verfügung zu stellen. Hier soll jeder beweisen, in wieweit der Nationalsozialismus der eigentliche Kern seiner Gesinnung, seines Handelns ist. Haben wir in diesem Erntejahr Grund zu danken? Die Erntergebnisse zeigen, daß trotz naturgegebener Schwierigkeiten, trotz verschiedener Witterungseinflüsse der Erfolg über dem des Vorjahres liegt.' Wir haben die Erzeugungsschlacht in der Tat nicht umsonst geschlagen! Daß es aller Anstrengungen bedarf, um die Ernährung eines 65-Millionenvolkes sicherzustellen und gelegentlich einzelne Mangelerscheinungen auf diesem oder jenem Gebiet auftreten können, ist bekannt und bringt niemanden in Unruhe. Die Versorgung steht dank der Ernte trotz einzelner Lücken auf einer so breiten Grundlage, daß ernstere Entwicklungen heute nicht mehr eintreten können, wenn auch der Einzelne in seiner Ernährung gelegentlich ausweichen und das verbrauchen muß, was der deutsche Boden, die Jahreszeit, unsere Vorräte bieten. Das sei jenen gesagt, die vergessen haben, daß vor dem Nationalsozialismus dieses 65-Millionenoolk nur mit einer hohen Milliardeneinfuhr und dazu noch m i t Schulden ernährt werden konnte. Der Erfolg nationalsozialistischer Ernährungspirtschaft während der letzten 4 Jahre ist für jeden so beispielhast, daß wir uns der Hungerprophezeiungen, der kindlichen Wahrsagungen über einen Zusammenbruch der Ernährung schon nach sechs Monaten kaum noch erinnern, vielleicht heute lächeln. Nach diesem Erfolg liegen erst zwei Jahre Erzeugungsschlacht hinter uns, nach diesem Erfolg geht es mit verstärktem Einsatz an geistigen und materiellen Energien auf dem Wege zu einer noch breiteren Ernährungsgrundlage weiter. Aber ist die Ernährungsgrundlage nur eine Angelegenheit der Landwirtschaft? Auch der Städter, vor allem die Hausfrauen verwalten die Nahrungsgüter. Hier haben Untersuchungen ergeben, daß auf dem Wege vom Erzeuger bis zum Verbraucher jährlich noch durch Schwund und Verderb für 1,5 Milliarden Mark verlorengehen. Sorgfältigste Behandlung, Be- und Verarbeitung des Nahrungsgutes, Kampf dem NSG. Dom Bückeberg ruft zum Erntedankfest wieder das Banner des Reiches mit dem alten Heilszeichen, dem Hakenkreuz, in das Land. Emte- dankfeier auf dem Bückeberg! Erntedankfeier im ganzen Reich! Das ist Bekenntnis und Verpflichtung zugleich. Bekenntnis zum deutschen Volk, zum Reich und seinem Führer. Bekenntnis zum Sinn deutscher Geschichte, die erst jetzt erfüllte, was seit Jahrtausenden und Jahrhunderten als heilige, zehrende Sehnsucht in den Herzen germanischer und deutscher Menschen lebte. Die Einheit aller, die deutschen Blutes sind und die unzerstörbare Stärke, eines in sich gefestigten deutschen Reiches. So hat die schwere Tragik bisheriger deutscher Geschichte, die aber neben Zeiten bitterster Not auch Stunden größter Erhebung sah, doch noch ihren Sinn' erfüllt! Verpflichtung aber heißt das andere Wort, das die Fahnen des Bückebergs uns zurufen. Verpflichtung! Nimmer zu lassen von dem, was des Führers unsterbliche Tat schuf Einsatz- und opferbereit zu sein, wenn es gilt Dienst zu tun für Volk und Staat. Der Kampf um die Einheit des Volkes und um die Stärke des Reiches ist noch nicht zu Ende. Hinter uns liegen die erhebenden und zugleich bitteren Jahre des Kampfes, und so, wie wir in ihnen feststanden, müssen wir feststehen im Kampf des Alltags, den zu bezwingen nun unsere Aufgabe ist. Mit dem Erntedankfest schließt die Reihe der großen staatspolitischen Feiern eines Jahres, die uns für immer Sinnbild der endlich gewonnenen Verderb ist die Parole, die wir vor allem unseren städtischen Volksgenossen zurufen und deren Erfüllung ein unerläßlicher Beitrag im Ringen um unsere Nahrungsfrecheit ist. Don der Landwirtschaft wird das Letzte verlangt! Der Erntedank des ganzen deutschen Volkes liege in dem Ziel: Kampf dem Verderb! So ist der Erntedanktag 1936 eine neue, entscheidende Etappe zur Sicherung der Freiheit und Größe unseres Volkes. oolklichen Einheit und wiedererstandenen Größe Deutschlands sind. Am 30. Januar gedenken wir in stolzer Freude jener geschichtlichen Stunde, da der Führer zum Kanzler des Reiches berufen wurde und der Triumphmarsch der SA. und SS. durch das Brandenburger Tor den Sieg der Bewegung verkündete. Der 21. März, der Tag des Frühlingsanfangs wird uns erinnern an die weihevolle Stunde am Grabe des großen Preußenkönigs Friedrich, da vom Führer das Deutschland der Freiheit und der Ehre feierlich proklamiert wurde. Und dann gilt unser Erinnern dem „laß her nationalen Arbeit'' als des Tages, da zum ersten Mal die Millionenscharen des deutschen Volkes ihren unerbittlichen Willen bekundeten, dem Klassenhaß und Klassenkampf abzusagen und in treuer Kameradschaft über alle Stände und Klassen hinweg sich die Hände zu reichen zu gemeinsamer Arbeit im Dienst für Deutschland. Diesen nationalen Feiertag der Arbeit beging mit allen deutschen Ständen auch der deutsche Bauer, um den deutschen Arbeiter, die deutsche Arbeit zu ehren. Und in ebenso selbstverständlicher Kameradschaft begeht nun mit dem deutschen Bauerntum das ganze deutsche Volk das Erntedankfest, um des Bauern harte und mühevolle Arbeit zu ehren und dem Allmächtigen für den Segen der Ernte zu danken. Das ist der entscheidende Sinn der Erntedankfeiern, daß sie klar und eindeutig des deutschen Volkes Willen zu gemeinsamer Arbeit und zum gemeinsamen Schicksal zum Ausdruck bringen. ~ ~ ► Freiheit und Brot. Von Inh Kirschner. Zwiefach ist der Weg der Deutschen in der Geschichte: Sie strebten in die Weite. Und sie kehrten heim in die räumliche Enge. Der große Staufer, der den halben Erdkreis für sich beansprucht hatte, endete auf einem unbekannten Platz in der Ferne. Der Welfe, der die deutsche Aufgabe im Norden und Osten erkannte, mußte sich dem nach Süden trachtenden Ghibellinentraum beugen. Und dennoch mündeten beide, das Streben in die Weite und die Beharrung in der Heimat, wieder in dem einen, das blieb im Sturm der Zeiten, im — Reich. Hier lag die Kraft, die die Deutschen in die Ferne streifen ließ. Und hier ruhte die Macht, die sich wieder zurückzog zur Heimat. Es war die Mutter Erde, die sie band. Es war die Scholle, die sie trug. Und es war das Mysterium von Saat und Ernte, das sie klein machte vor Gott und groß vor den Menschen; erlebten sie doch hier, wie erarbeitet werden muß, was Bestand haben soll, und nur Bestand hat, was man zu verteidigen gewillt ist. So wuchs aus Pflug und Schwert das Deutsche Reich, dessen Weg nicht nur das Blut derer betaute, die für es gefallen sind, sondern zugleich der Schweiß netzte, der auf deutscher Erde vergossen ward. War so der Weg der Deutschen auch zwiefach in der Geschichte, er mündete dennoch immer wieder in dem einen: Sie fanden heim zur Scholle; und sie waren dann stark. Verloren sie ihre innere Bindung an die Heimaterde, so wurden sie schwach. Doch kehrten sie wieder zurück zu ihrem Boden, so schöpften sie dort neue Kraft, des Volkes Zukunft zu gestalten. Denn die Scholle war den Deutschen durch alle Zeiten der Boden, auf dem sie wuchsen, und die Urkraft, aus der sie wurden. Sie war ihnen Heimat und Grundlage des Seins. Und sie war so ein Stück des deutschen Wesens selbst. Wenn jetzt die Scharen wieder zum Bückeberg ziehen, um hier — im Herzland des Reiches — das Erntedankfest zu begehen, dann bekennt sich ein ganzes Volk in Stolz und Dankbarkeit nicht nur zu seinem Nährstand, sondern wieder zu seiner Scholle überhaupt. Denn das Erntedankfest auf dem Bückeberg ist über die Kundgebung eines Berufsstandes hinaus das große Bekenntnis einer ganzen Nation z u Blut und Boden als den Urkräften des Seins. Und es ist zugleich das deutsche Bekenntnis zur Nahrungsfreiheit als der Grundlage einer jeden Wehrfreiheit. Wenn in Goslar vor zwei Jahren die Parole zur Erzeugungsschlacht ausgegeben wurde mit dem Endziel, die Brotversorgung des Volkes zu sichern, so darf der deutsche Bauer jetzt auf dem Bückeberg mit Stolz feststellen, daß diese Erzeugungsschlacht gewonnen wurde. Während in Rußland, wo ja nur 15 Menschen auf das Quadratkilometer kommen, Millionen hungern und langsam verhungern, hat das deutsche Bauerntum es fertiggebracht, einem Volke die Nahrungsfreiheit zu sichern, das 137 Volksgenossen auf dem Quadratkilometer zählt. Und während die Landwirtschaft in den meisten Ländern schwer um ihre Existenz ringt, ist in Deutschland der Bauer wieder auf eine sichere Grundlage gestellt worden. Gewiß hat es im vorigen Jahr manchmal in dem einen oder anderen Ort an einer Sorte Fleisch gefehlt. Sicher ist auch, daß wir den Fettbedarf nicht restlos aus eigener Kraft der Landwirtschaft decken können. Aber ist nicht die Frage, ob Herr Meier oder Herr Schulze nun einmal statt seines gewohnten Pökelkamms ein Stück Rindfleisch essen muß oder umgekehrt, von untergeordneter Bedeutung, gemessen an der anderen Frage, ob das deutsche Volk, nachdem es feine Wehr freiheit errungen hat, nun auch die Nahrungsfreiheit sich erkämpft, die die Voraussetzung jeder Wehrfreiheit ist? Und da darf man heute im Blick auf die Erzeugungsschlacht getrost sagen: Die Probe ist bestanden! Nährstand und Wehrstand zeugen auf dem Bückeberg gemeinsam für das neue Deutschland und bekunden damit, daß Brot und Freiheit stets zusammengehörten im Kampf um die deutsche Selbstbehauptung. Es ist ja so bezeichnend für das deutsche Wesen, daß der König, der wie keiner sonst seinen Namen in die Kriegsgeschichte aller Zeiten eingegraben hat, Friedrich der Große, den Satz "schreiben konnte: „Ländereien urbar machen, beschäftigt mich mehr als Menschenmordungen, und ich fühle mich tausendmal glücklicher, eine Bürgerkrone zu verdienen als den Triumph." Die Sätze schrieb der Kronprinz. Es liegt nahe, sie auf Oie Formel non dem Gegensatz zwischen Vater und Sohn zu bringen, der das Wesen des jungen Friedrich bestimmte. Das Entscheidende jedoch liegt nicht darin, daß Friedrich diese Sätze einmal schrieb, sondern das Bedeutsame liegt in ganz anderer Richtung: Der König kannte nur die Pflicht, dem Wohl des Landes zu dienen, und diese Pflicht zwang ihn auch zu „Menschenmordungen (uni in seiner Sprache zu bleiben). Und der ^neond) der gärenden Jugend war zum Mann gereist m dieser Pflicht. Aber — der König, der von Schlacht zu Schlacht eilte, vergaß nicht, was der Kronprinz einst geträumt, und was ihn zu dem Satz an Voltaire veranlaßte, daß der Ackerbau doch die Ermedanklied der Deutschen. Von Hermann Claudius. Erde - du bist das Korn und das Brot und die Traube. Erde - du bist der Leib und der Geist und der Glaube. Erde - du bist unserer Vater Arbeit und Blut. Deutsche Erde - wir halten treu deine *>ut - Deutschland! Wir pflügten und säten und pflanzten in deinen Schoß. Erde, du machtest es wachsen - o Wunder groß! ame 45, unabhängig, sucht sofort oder später Stelle in frauenlos. Haushalt. Schr. Ang. unt. 04496 an den Gieß. Anz. Garagen (Einzelboxen) zu vermieten. Schiffenberger Weg 24. [04566 Der heutigen Gesamtausgabe liegt ein Werbeblatt der Firma Stoff- svezialliaus Bernard & Sohn, Gießen,Plockstr. 14-16, bei. [623oD Dauerbrandofen fast neu, wegen Zentralheizung zu verkaufen. Günthers- 04555 graben 5. 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Der Bauer kann nur dann in Ruhe sein Feld bestellen und die Früchte des Bodens ernten, wenn er sicher ist, daß kein plötzlicher feindlicher Ueberfall und keine böswillige fremde Gewalt ihm den Ertrag seiner Arbeit rauben und die von ihm bestellte Erde verwüsten. Oftmals genug im Laufe der schick- salsoollen deutschen Geschichte hat gerade der deutsche Bauer zu spüren bekommen, was es heißt, ohne den Schutt völkischer Wehrkraft und preisgegeben fremden Eroberungen der Heimaterde dienen zu müssen. Dies ist das Geschenk dieses Jahres 1936 an die deutsche Bauernschaft, daß das deutsche Landvolk sich wieder geborgen weiß im Schutze einer starken Wehrmacht, daß seine Arbeit am deutschen Boden und sein Wirken für kommende Geschlechter durch die Waffenträger der Nation vor Raub und Verwüstung bewahrt sind. Darum gehören mit Ausgang des vierten Jahres nationalsozialistischer Staatsführung und Dolksgestaltung die wirtschaftliche Rettung des deutschen Bauerntums und die Wiedergeburt einer neuen deutschen Wehrmacht untrennbar zusammen. Erst die wiedererstandene Wehrmacht gibt dem geretteten Bauerntum die wirkliche Sicherheit seiner Arbeit und die rechte Freudigkeit an seinem Wirken. Aber die Verbundenheit von Soldatentum und Bauerntum ist eine wechselseitige. Nicht minder wie der Bauer den Schutz der Wehrmacht, braucht der Soldat die Leistung des Landvolkes. Denn er weiß, daß im Ernstfälle, wenn er zur Verteidigung des Landes und zum Schutze des Volkes aufgerufen ist, sein Einsatz vergeblich sein würde, wenn nicht der durch die bäuerliche Arbeit erschlossene Heirnatboden Land und Volk die Grundlagen des Daseins sicherte. Die Scholle, die er mit Hingabe seines Lebens verteidigt, damit sie das Fortleben des Volkes ermöglicht, muß fruchtbar fein und diesem Volk den Lebensraum verbürgen. Er kämpft um so entschlossener und freudiger,' je sicherer ihm die Gewißheit ist, daß sein Opfer ein freies Volk auf freiem Boden verbürgt. Bäuerliches und soldatisches Wesen haben von jeher den Charakter unseres Volkes geprägt. Unsere nordisch-germanischen Ahnen waren eine verschworene Gemeinschaft von wehrhaften Bauern und bodenständigen Kriegern. In ihrer festgefügten Le- bensordnunq waren es dieselben Männer, die den Boden bebauten und ihn beschütten, die für die Gemeinschaft der Sippe und des Stammbundes den Plluq ebenso wie das Schwert führten. Nach dem Gesetz, nach dem das deutsche Volk seinen Weg in die Geschichte angetreten hat, sind darum die Tu- g"nd"n d"r ®nb-'nffänbirrP»it und der Webrtnkt'g- keit entscheidend für die Lebenskraft unseres Volkstums geworden und geblieben. Es war immer ein Verhängnis und eine Schuld, die sich bitterlich am Volksqanzen rächten, wenn die Deutschen der einen oder der anderen Tugend oder gar beiden untreu wurden. Die Bauern verloren ihre Freiheit und ffinpin ,iu einer rechtlosen D^sschicht h^rah 'N h°m Maße, in dem sie das alte Ehrenrecht des Waffendienstes preisgaben oder preisgeben mußten. Die frienerifdjen Leistungen deutscher Heere blieben ohne nachhaltige Wirkung und entbehrten des geschichtlichen Segens, wo immer sie losgetrennt von der B'ndung an den Heimatboden geschahen. Darin dürfen wir ein Wesensmerkmal des Nationalsozialismus erblicken, daß er Bodenständigkeit und Wehr- bastiakeit w al"icher Z-'t wieder zu Grundk'-äften des deutschen Lebens bestimmt hat. In der kurzen Z-itsvanne der vergangenen vier S*abre ist diese Wandlung wie ein Wunder Wirklichkeit geworden. Ein Volk, in dem sich Wehrlosigkeit und Entwurzelung wie kaum jemals in einem anderen Volke verheerend und zersetzend auswirken, ist in dem knavpen Zeitraum von vier Jahren wieder zu Sümpfe deutscher Truppen in Spanien. Wir lasen in diesen Tagen, daß General Franco, einer der Führer der Militärpartei in Spanien im Kampfe gegen die kommunistischen Regierungstruppen Madrids, die Stadt Talavera besetzt habe. Es dürfte nur wenigen bekannt fein, daß im Juli d. I. 127 Jahre verflossen waren, seitdem deutsche Truppen der Deutschen Legion zusammen mit englischen und spanischen Truppen gegen die Heere Napoleons um diese Stadt kämpften und siegten. Ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte tut sich vor unseren Augen auf. Deutschland war von Fehden zerrissen, an einer einheitlichen Leitung fehlte es vollkommen, Oesterreich schloß em Schutz- und Trutzbündnis mit Großbritannien, zu dem auch Rußland eingeladen wurde. Preußen glaubte sich hinter der festgesetzten Demarkationslinie sicher, und als Bonaparte ihm die Mitteilung machte, daß er beim Wiederbeginn des Krieges mit England das Land H a n n o v e r besetzen werde, verlor Preußen, statt selber zum Schutz des Landes in Hannover einzurücken, Zeit mit Verhandlungen, bis Ende Mai 1803 der französische General Mortier ohne Rücksicht ouf die Neutralität Hannovers dort einrückte. Am 3. Juni 1803 schloß der haltlose General von Wallmoden die klägliche Konvention von Sulingen und am 5. Juli die von Artlenburg ab, wonach die hannoversche Armee aufgelöst und entwaffnet wurde. Ein großer Teil der hannoverschen Offiziere und Mannschaften, die diese Schmach nicht ertragen wollten, gingen nach England „fluchend auf die Hundsfötter von der Regierung und den Landesständen", wie Treitschke bemerkt, und bildeten dort d»n Kern der Deutsch-Englischen Legion (Ring German Legion), fälschlich König!. Deutsche einem Volk geworden, das fest in seinem Heimatboden verwurzelt ist und mit stolzem Wehrwillen sein Lebensrecht verteidigt. Das Erntedankfest der Nation Überträgt das Erntedankfest des Bauernhofes auf die Gesamtheit des Volkes. Wie seit jeher der Bauer auf seinem Hofe nach dem Einbringen der Ernte dankbar zurückblickt auf die Frucht seiner Arbeit und sorgend die kommenden Aufgaben vorausbedenkt, so hält nunmehr an dem zum Nationalfeiertag erhobenen Erntedankfest die ganze Nation einen Augenblick inne, um die Erfolge des vergangenen Jahres zu Überschauen und die Pflichten des kommenden Jahres sich bewußt zu machen. Das deutsche Volk wird in den Dank für die Erträgnisse der deutschen Felder in diesem Jahre beh Dank für den wieder erstandenen Schutz des deutschen Bodens einschließen. Und es wird in der Besinnung auf die vor ihm stehenden Aufgaben und Anstrengungen das Ringen um die deutsche Nahrungsfreiheit in unmittelbarer Einheit mit dem Willen zur deutschen Wehrfreiheit sehen. Wir wissen alle, daß die Anstrengungen der Zukunft nicht weniger Kräfteanspannung und Hingabebereitschaft fordern als die der Vergangenheit. Aber wir dürfen zuversichtlicher als in allen vorangegangenen Jahren dem Ungewissen jeder noch verwirklichten Zukunft entgegenschreiten, weil wir ein freies Volk auf freiem Boden geworden sind, das in dieser Tatsache die Bürgschaft seiner Lebenskraft verspürt. Wehrfreiheit und Nahrungsfreiheit werden niemals als satter Besitz und abgeschlossener Erfolg vor uns stehen. Denn beide wollen täglich von neuem erobert und verdient sein. Daß das deutsche Volk bodenständig und wehrhaft ist und bleibt, muß in jedem Jahr von neuem und von jeder Generation erneut durch Gesinnung und Tat verwirklicht werden. Dies soll das Gelöbnis des Erntedanktages 1936 sein: uns dem durch den Nationalsozialismus der deutschen Volksgemeinschaft wiedergeschenkten Geist der Bodenbeständigkeit und Wehrhaftigkeit immer stärker und immer selbständiger zu verbinden. Oesterreichs neue Wehrmacht Von Michael v. Borner, Generalmajor a. Wien Oft und oft hat der verblichene Feldherr Marschall Conrad von Hötzendorf, in den Jahren der lang hinausgeschoben gewesenen Aufrüstung der Donaumonarchie vor dem Weltkrieg, im kleinen Kreis die unendlichen Schwierigkeiten erörtert, die der von ihm stets angestrebten Bereitstellung eines erstklassigen Feldheeres durch die bunte sprachliche und kulturelle Würfelung der Bevölkerung bereitet wurden. Als dann in den Lemberger Schlachten die Blüte des meist deutschen und magyarischen Berufsoffiziers- und Unteroffizierskorps unter den Rasen gesunken war, mußten diese Schwierigkeiten trotz allen Heldentums sich naturgemäß da und dort auswirken. Exzellenz Conrad hat nach dem Krieg wiederholt die Verteidigungsmöglichkeiten des neuen Oesterreichs besprochen und ausgeführt, daß diese vor allem von der baldigen Wiedereinführung der „allgemeinen Wehrpflicht" und der hierdurch ermöglichten Schaffung eines tunlichst starken, beweglichen, modern ausgerüsteten und sorgfältig ausgebildeten Heeres abhingen, dessen Ausbildung und Schlagfertigkeit durch die nun gewonnene völkische Einheitlichkeit wesentlich gefördert werde. Es bedarf keiner Ausführungen, daß die Welt heute mehr als je voll politischen Zündstoffes ist und daß das Rüstungsfieber auch dort steigt, wo kaum ein unmittelbarer Anlaß hierführ gegeben ist. Nach einer englischen Zusammenstellung umfassen heuer die Gesamtausgaben der verschiedenen Staaten für Wehrzwecke mindestens zwei Milliarden englische Pfund. Da ist es klar, daß auch in Oesterreich, das wahrscheinlich keine überflüssigen Geldmittel hat, tüchtig in die Tasche gegriffen werden muß, um Versäumtes nachzuholen. Ungefähr so, wie dies für die Schweiz gilt, muß es auch Aufgabe unserer in Entwicklung begriffenen Wehrmacht fein, ganz außerhalb unseres Wollens mögliche Angriffe abzuwehren und zu verhindern, daß unsere Heimat der Tummelplatz fremder Armeen wird. Man bedenke, daß Oesterreich rund je 300 Kilometer an Jugoslawien und an die Tschechoslowakei grenzt und daß letztere in militärpolitische Systeme verflochten ist deren Träger wahrlich nicht zu den Kandidaten für den „Nobelschen Friedenspreis" zählen. Die voll Leben sprühende Millionenstadt Wien liegt nur 40 Kilometer von der tschechoslowakischen Grenze entfernt! Ein Blick auf die Landkarte zeigt auch dem Laien, daß unsere strategischen Verteidigungsverhältnisse ausgesprochen ungünstig sind. Eine der einschneidendsten Bestimmungen des Friedensvertrages von Saint Germain, 1919, war das Verbot der „allgemeinen Wehrpflicht" im neuen Oesterreich. Er hat unser wehrhaftes Donau- und Alpenvolk in ähnlicher Weise ins Mark getroffen, wie der Versailler Zwangsfriede das große deutsche Bruderreich. Das stehende „Söld- ner"-Heer wurde auf 30 000 Mann begrenzt. Außerdem wurden dessen Bestände "n Maschinengewehren, leichten Geschützen und Minenwerfern derart eingeschränkt, daß letztere keinesfalls zur angemessenen Ausstattung der im vorerwähnten Rahmen aufzustellenden Armeekörper — etwa ein Korps zu drei Divisionen — ausreichen konnten. Flugzeuge und Fliegerabwehrwaffen, Gaskampf- und Gasschutzmittel, Panzerwagen und Tanks, mittlere und schwere Geschütze waren bekanntlich verboten worden. Das Verbot der allgemeinen Wehrpflicht nahm Oesterreich die Möglichkeit, die männliche Jugend der Vaterlandsverteidigung zuzuführen. Für die Wehrmacht, mit der durch den Friedensvertrag vorgeschriebenen zwölfjährigen Dienstzeit, meldeten sich vielfach nur Arbeitslose. Sie mußten natürlich entsprechend hoch entlohnt werden. Diese hohen Kosten zwangen dazu, das Heer noch weit unter der Vertragsziffer, d. i. auf 22 000 Mann, zu halten. Daß angesichts dieser Mißstände im Hinblick auf die vorangedeutete schwierige strategische Lage von keinem durchgreifenden Grenzschutz, noch weniger von einer wirksamen Landesverteidigung die Rede sein konnte, brauche ich nicht hervorzuheben. In den letzten Jahren ist der notwendige Ausbau des „B u n d e sh e e r e s" in Angriff genommen worden. Die Mannschaften wurden nun nicht mehr auf zwölf Jahre, sondern nur auf ein halbes bis ein Jahr eingestellt („^"-Männer). Nur individuell besonders bewährte Mannschaften werden auf eine Dienstzeit bis zu sechs Jahren verpflichtet. (,,6"-Männer.) Aus letzteren werden die längerdienenden Berufsoffiziere entnommen, soweit diese nicht noch der kaiserlichen Armee entstammen. Der bisherige hohe Sold konnte mit dem Entfall der zwölfjährigen Dienstverpflichtung gekürzt und dergestalt ein Stand von etlichen 30 000 Mann angenommen werden. Das Bundesheer ist gegenwärtig in sieben Divisionen mit noch ungleichen Beständen, zu ie drei Jnfanterie-(Alpenjäger-Megimentern zu drei Bataillonen, je einem Artillerieregiment, einem Pionierbataillon und einem Telegravhenbataillon, gegliedert. Außerdem besteht eine „Schnelle D i - n i f i o n" mit einer Kraftfahr-Jägerbrigade zu fünf Bataillonen (darunter ein Panzerwaqenbataillon), einer Kavalleriebriaade zu zwei Regimentern und einer Artillerieabteilung. Im Rahmen der vorhandenen bescheidenen Mittel wird nach und nach an die Aufstellung der Luftwaffe (Fliegertruppen, Flugzeugabwehrartillerie und Luftnachrichtentruppe), hie Ausstattung der Truppen mit mohern^n Waffen, Kampf- und Panzerwagen, mittlerer Artillerie, geschritten. Technische Neuerungen, wie z. B. ein Typ eines Winbmüblenflugzeuges, das Fesselballone ersetzen könnte und dgl., werden fortlaufend erprobt. Für den weiteren Ausbau der Truppen und das Fortschreiten der unserem meist gebirgigem Gelände anaevaßten Motorisierung, wird das Möglichste getan. Selbstredend auch hinsichtlich der Truppenausbildung sowie der Schaffung eines ausreichenden Offiziersnachmuchses durch Wiederb"lebuna der altehrwürdigen Wiener Neustädter Militärakademie und d-r Wiedereinführung d"s Einiährigfreiwilliaen-Systems. In Auswirkung des im April dieses Jahres erlassenen Gesetzes über die „allgemeine Bundes- dienstpflicht", das b"sonders in Kreisen der Kleinen Entente mit Unrecht so oiel Staub aufgewirbelt hatte, wurde in den letzten Monaten die „Stellung" des Geburtsjahrgangs 1915 Legion genannt. Um die Angehörigen dieser Treuesten der Treuen stand es außerordentlich schlimm, namentlich wenn es an ausreichenden Mitteln für den Unterhalt der Familien fehlte, zumal die Franzosen es wahrlich nicht an Schikanen aller Art fehlen ließen, ja die Werber mit der Todesstrafe bedrohten. Die Legion wurde allmählich auf etwa 15 000 Mann gebracht. Sie bestand nur aus Deutschen, zumeist aus Hannooeranern: Briten, Franzosen ober Italiener durften in sie nicht eingestellt werden. Die Legion ist nicht als geschlossener Verband im Felde aufgetreten, wo ihre Teile aber fochten, zeichneten sie sich durch heroorraaende Tapferkeit, Kameradschaft und Disziplin aus. Am 31. Juli 1808 stachen 168 Segler, begleitet oon 4 Kriegsschiffen mit einem Teil der Legion oon England aus in See, um von Portugal aus zusammen mit spanischen Truppen den Kampf gegen die französischen Heere in Spanien aufzunehmen. Im Verlauf des Krieges wurde der Oberbefehl Sir Arthur Wellesley, dem später unter dem Namen Herzog von Wellington bekannt gewordenen Führer, übertragen. Unter dessen Führung begann jene Zeit hervorragender Waffentaten, die unter dem Namen Talavera, Barossa. El Bobon. Salamanca, Garcia-Hermanbez und Dental del Pozo in die Geschichte eingegangen sind und die schließlich durch den Sieg bei Waterloo, zu dem die Deutsche Legion nicht wenig beigetragen hat, ihre Krönung fand, Namen, die heute noch in den Hannoverschen Regimentern mit Ehren genannt werden. Die Hannoveraner gehörten von jeher mit zu den besten Soldaten unseres Vaterlandes, und die britischen Säbel, die damals in hannoverschen Händen geschwungen wurden, hatten nichts von ihrer Wucht eingebüßt. Dafür nur einiae Beispiele. Bei Benavente, nordwestlich von Valladolid kam es am 29. Dezember 1808 zu einem sehr schweren Gefecht zwischen der französischen Kaiser- und Jägergarde und dem 3. Husarenregiment der Legion unter Major von Burgwedel, das sich ganz besonders auszeichnete. Dabei hat es in den Einzelkämpfen abgehauene Arme und bis auf den Nacken gespaltene Köpfe gegeben, einem Franzosen soll sogar der Kopf von Ohr zu Ohr durchgehauen worden sein. Der Husar W i n f e m a n n war es, der einem Mameluken diesen furchtbaren Hieb versetzte. Der Husar G r a m m ü s ch aus Weitsch hatte im Handgemenge seine Klinge abgeschlagen, riß bann hie Pistole aus dem Harter und schlug mit dem Kolben einem feindlichen Wachtmeister der Chasseurs so wuchtig auf die Bärenmütze, daß dieser mit zerschmettertem Schädel vom Pferde sank. Besonders schrecklich soll aber der Major von Burgwedel mit seinem geraden, schweren Pallasch, den er im Gefecht immer führte, unter den Feinden gewütet haben, namentlich als er von einem Polen durch einen Lanzenstich in die linke Schulter verwundet wurde. Der brave Major ließ sich erst nach beendetem Gefecht verbinden, und ein gefangener französischer Offizier — Fruy —, den er schwer verwundet hatte, meinte: „C’est le diable lui-meme“ (bas ist der wahre Teufel), „Ueberhaupt", so beißt es in einem Bericht aus den damaligen Kämpfen, „waren unsere Husaren in diesem Gefecht nicht geneigt, den Todfeinden ihres Königshauses und Vaterlandes Pardon zu geben, um so weniger, als es sich um die Leibgarde des großen Kaisers, des Unterdrückers Hannovers, handelte, der übrigens von einem Hügel jenseits der Esla Zuschauer des Kampfes gewesen fein soll. „Sla to!" war also wieder die Losung der Unseren und manchen pfeifenden Hieb begleitete der grimmige Rus: „Dat was vor Hannover!" „Beim Vordringen der Franzosen im Dunkeln wurde der auf Außenposten stehende Husar N ö - m e r abgeschnitten und konnte sich nur mit genauer Not zu seiner Feldwache zurückziehen. Als er aber, dort angekommen, merkte, daß noch einige Karne- durchgeführt, bei der sich nur ein kleiner Hundertsatz an „Untauglichen" ergab. Die Dauer der Heeresdienstpflicht ist für diese „Rekruten" vorder- Hand auf ein Jahr und die Einrückung von etwa 15 000 derselben zu den Truppen auf den 1. Oktober angesetzt worden. Aehnlich den während der napoleonischen Kriege in Preußen und bei uns ausgestellten so berühmt gewordenen „Landwehre n", die nach dem „österreichisch-ungarischen Ausgleich" von 1867 ihre Wiedererstehung fanden, ähnlich den jüngst so bewährten italienischen „Schwarzhemben"-Divisionen, wurde bei uns kürzlich durch Zusammenfassung der bisher bestandenen freiwilligen Mehrverbände, eine „Frontmiliz" geschaffen. Sie kann im Bedarfsfall zur Unterstützung der bewaffneten Macht und der Sicherheitsexekutive aufgeboten werden. Die Ausgestaltung dieser länderweise gegliederten „Frontmiliz" ist im Zuge. Umfangreichste Vorsorge hinsichtlich der vormilitärischen Jugenderziehung, des gesamten Sportwesens und andere Maßnahmen, u. a. die gesetzliche Bestimmung, daß alle 1917 oder später geborenen österreichischen Bundesbürger, die in öffentliche Dienste ausgenommen werden wollen, eine militärische Ausbildung nachweisen müssen — sollen die Qualität unserer gesamten Wehrkraft steigern. Es ist anzunehmen, daß die nun völkisch einheitlichen Nachfolger der Kämpfer von Aspern und Leipzig, von Komaraw-Gorlice und Rarfreit, in der Stunde der Gefahr sich des Namens ihrer Väter würdig erweisen werden ... Die ersten Kanip'wagen. Von Oberstleutnant a. O. Benary. (afp) — Kampf ist Bewegung. Nur der kraftvoll geführte S^oß verbürgt den Sieg. Stillstand ist Tod, schließt den Keim der Niederlage in sich. Die Maschinenwaffe schien geschaffen, den Angriffsschwung lebender Wesen, der Menschen und Pferde, zu brechen. Im russisch-japanischen Kriege am Beginn unseres Jahrhunderts zwang sie den Menschen in Gräben und Unterstände, verbannte das Pferd vom Schlachtfelde, ließ den Krieg ohne sichtbare Entscheidung ausklingen. Der Soldat wollte an ihre Allgewalt noch »richt glauben. Im Weltkrieg stürmte er hüben und drüben gegen sie an und mußte unter schmerzlichen Verlusten erfahren, daß ihre Kraft womöglich noch gewachsen war, daß er ohnmächtig ihr gegenüber* stand. Die Maschinengewehre waren es in erster Linie, die die Stürmenden zu Boden und in die Erde zwangen, die den Bewegungskrieg erstarren ließen und die heranreifende Kampfentscheidung jäh unterbrachen. Die Geschütze, die ältesten Kampfgenossen des Menschen aus dem Reiche der Maschine, wurden ihrer jüngeren Rivalen, der Maschinengewehre, nicht Herr. Waren sie doch wie jene, solange sie schossen, an ihren Platz gebannt, konnten sie doch nicht Wirkung mit Bewegung vereinen. Der Motor schien neue Wege zu weisen. Die Panzerkraftwagen, wie sie bereits mehrere Jahre vor dem Wettkriege auftraten, vereinten beides: Bewegung und Wirkung, Schnelligkeit und Schießleistung. Sie trugen eine Waffe — Maschinengewehr oder kleinkalibrige Kanone —, die durch einen Panzer gegen die Geschosse der Maschinengewehre geschützt war, an diesen Erzfeind der Bewegung heran. Aber sie hatten einen Nachteil. Sie waren an Straßen gebunden. Sie konnten noch lange nicht jedes im Gelände geschickt verborgene Maschinengewehr fassen und waren selber ohne sonderliche Mühe durch Geschütze oder Minen zu vernichten, denen ihre Panzer, die um der Beweglichkeit des Fahrzeugs willen nicht schwer gehalten werden durften, nicht gewachsen waren. Das Problem war, sie geländegängig zu machen. Dem Oberleutnant im österreichischen Eisenbahn- und Telegraphenregiment Günther Sur« sty n gebührt das Verdienst, es zuerst gelöst zu haben. Die Grundlage war schon lange gegeben: das endlose Band der Raupenkette, das mit seinem geringen Bodendruck gestattete, auch schwere Lasten über losen, schwankenden Untergrund, über Sand und Ackerland, Wiese und Moor zu schaffen, ja selbst Steilhänge zu erklettern, Gräben zu überschreiten, Wasserläufe zu durchwaten. Oberleutnant Burstyn führte bereits 1911 dem österreichischen Kriegsministerium ein Kampfwagenraden fehlten, ritt er wieder fort, um andere zu benachrichtigen und so vor der Gefangenschaft zu bewahren. Bei dem geschilderten Kampf machte er zwei Gefangene, erhielt indessen aber auch zwei Wunden. Römer stammte aus Worms, hatte 1804 französischer Husar werden müssen, war unter Marschall Junot mit nach Portugal marschiert, daselbst desertiert und kürzlich eingetreten." „Während dieses Kampfes bet Benavente hatte der Husar Johann Bergmann, acb. 1787 zu Kl.-Fredenbeck, einen französischen Offizier zusam- mengehauen und oerfolate dann einen anderen, welcher einen dreieckigen Hut trug und grünen Oberrock. Als dieser mit noch anderen Offizieren durch die Esla zu entfliehen suchte, setzten unsere Husaren auf ihren fünfen Pferden nach, wobei es noch blutige Köpfe gab. Bergmann holte den genannten Offizier ein und wollte ihm gerade eins versehen, als derselbe „Pardon" rief und dem Husaren seinen schönen Säbel überreichte. Es war der kommandierende General der Garden, Lefebre-Desnouettes. Bergmann übergab den (Befangenen dem General Sir Charles Stziart mit dem Bemerken: „Da häv ik den General Stuart Enen henbröcht. ik glöoe, bat is de Bas (Dberfte) van ji'm all to Hope." In der schweren Schlacht bei Talavera, in der die Engländer und die Deutsche Legion, sowie die Spanier etwa 5000, die Franzosen etwa 7000 Mann verloren haben, war es die Legion, die durch ihr tapferes Verhalten das Wesentliche zum Sieg beitrug. Die Deutsche Legion unter englischer Führung, die Engländer und Spanier waren damals dis ersten, die den Kampf gegen den Unterdrücker Europas aufnahmen, heute ist es die spanische Militärpartei, die den Kampf gegen den Bolschewismus, die Geißel Europas und der Welt, mit b"n Waffen in der Hand ausgenommen h^t, um ihr armes Vaterland von dieser grauenhaften Macht zu befreien. L. G. große, stark bewaffnete und stark gepanzerte Kampf' mögen. Ja, dehnte den Panzerschutz auch auf das Raupengetriebe aus und machte die Wagen dadurch noch sichtbarer und unhandlicher. Der Schlußpunkt dieser Entwicklung sollten die beiden Riesentanks ein, die gegen Ende 1918 fertiggestellt sein sollten. Sie wogen bei einer Panzerung von 30 Millimeter an den Seiten und 40 Millimeter vorne uno ymren 150 Tonnen und mußten bei längeren Marschbe- weaungen in Einzellasten von 40 bis 50 Tonnen zerlegt werden. Für 1919 war die Massenanferti» gung von Tanks in Aussicht genommen. Tatsächlich hatten wir aber im Sommer 1918 nur etwa 45 eigene und Beutetanks an der Front. oen Gonern um chcec tSunjl wtueri ourgeorachr werden konnte, waren Blut und Seele eines Menschen. Mit solchen Erklärungsversuchen sind dle Ratlel von Carnac aber noch nicht am Ende. Die ungeheuren Steinmassen, die hier bewegt worden Md, und nicht minder die Masse eines benachbarten Tu- mulus, der oben eine mittelalterliche Kapelle tragt (tumulus St. Michel), setzen eine sehr zahlreiche und fest unter Fürsten oder Priestern zusammengefaßte Bevölkerung voraus. Ein Steinblock von doppelter Mannshöhe und entsprechender Breite und Dicke wiegt Hunderte von Zentnern, und diese Lasten sind nicht an Ort und Stelle gefunden, sondern zum Teil über längere Strecken hergeschafft worden. Wie hat man das gemacht? Wovon und wofür haben die Menschen gelebt, die zahlreich genug waren, diese Steinsetzungen zu bauen, und einen Hügel, wie den Tumulus St. Michel aufzuwerfen? Warum hat sich das alles auf diesen Teil der bretonischen Küste konzentriert? Für den Ackerbau taugt das Land wenig, Wild kann es bei der Menschenmenge kaum noch gegeben haben — bleiben nur Viehzucht und Fischfang übrig. Das Meer bei Carnac ist reich an Sardinen, Austern und Krabben; sind die Steinzeitleute auch schon Sardinen- und Austernfischer gewesen? Seeräuberei wird damals noch nicht viel abgeworfen haben, denn wo waren die Schiffe, die man anfallen und plündern konnte? So viele Fragen, so viele fehlende Antworten. Oder führen uns noch unbekannte Fäden von der vorgeschichtlichen Bretagne zu den späteren Obelisken und den Sphinx-Alleen der Aegypter? Zu dem Pfeilerrund des englischen Stonehenge? Zu den Hünengräbern Norddeutschlands, Dänemarks, Schwedens? Die Forschung hat da noch ein weites Feld und kann sich feiner freuen. Aufpsa-enverGejchichtedurchIrankreich Don Dr. Paul Rohrbach Die von weit her auf den Cromlech und die dazugehörigen Dolmen zielenden Reihen der tausend Menhirs würden also, Stein für Stein, die Seelen» male für Tote aus jenem alten Volk bedeuten, für Gefolgsleute des großen Häuptlings, der in dem Dolmen am Rande des Cromlechs bestattet lag. Dem einfachen Volk sind sie noch heute unheimlich als Hexentanzplätze. Unter den Seelensteinen der Reihensetzung von Mence, nur einen Kilometer von Carnac, ragt ein Riese von fast fünf Meter Höhe weit über seine Nachbarn empor, als ob es ein Vorkämpfer im Getümmel der Schlacht wäre. Es mag der Menhir eines gewaltigen Häuptlings fein. Indem ich an feinen Fuß trat und mich mit der Schulter an den grauen Giganten lehnte, dachte ich daran, wie wohl der Seelendienst ausgesehen haben mag, der vor viertausend und mehr Jahren hier begonnen wurde. Wild, ja für unsere Begriffe grausig genug mag er gewesen sein: nicht nur Kampfspiel und Opfer« »?, sondern auch Menschenopfer wird es ge» oben, denn das Beste und Wertvollste, was Go sieht dos Geld aus, über das die Welt spricht. W’V- 3“»* Hier sind die Münzen und Scheine verschiedener Länder, die im Verlaufe der Frankenabwertung einen erheblichen Teil ihres Goldwertes einbüßten. Rechts oben: Vorder- und Rückseite der französischen 1-Frank-Münze, darunter die Vorder- und Rückseite der Schweizer 1-Frank-Münze. In der Mitte eine englische 1-Pfund-Note (oben) und eine amerikanische 1 - Dollar - Note. Links unten: Vorder- und Rückseite eines holländischen 1-Gulden-Stückes, darüber Vorder- und Rückseite der belgischen 1-Belga-Münze. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Der japanische Reisbauer. Don JRuOoif Weise, Tokio. Modell vor, vus wert besser war als alle später im Weltkrieg in Erscheinung getretenen Kampfwagen. Es war bereits ein Raoerraupentank, das heißt: her Wagen sollte im Gelände auf zwei gefederten Raupenketten, auf der Straße mit Hilfe von vier heb» und senkbaren Rädern, die vorne als Lenkräder und hinten als Triebräder gedacht waren, laufen. Außerdem trug er hinten und vorn je zwei heb- und senkbare Auslegerpaare mit kleinen breiten Rollen, deren er sich als Stützen beim Ueberroinben größerer Geländehinderniffe bediente. Er erreichte eine Straßengeschwindigkeit von 20 bis 30 Kilometer und eine Geländegeschwindigkeit von 5 bis 8 Kilometer in der Stunde. Er verfügte über eine, für einen Erstversuch erstaunliche Steig- und Kletter- fähigkeit. Oberleutnant Burstyn hatte seinem Wagen in richtiger Erkenntnis der feindlichen Gegenwirkung nur einen niedrigen Aufriß und kleine Abmaße gegeben. Dennoch konnte er ihn für die damaligen Begriffe mit einer ausreichenden ge« wehr- und maschinengewehrsicheren Panzerung und mit einem kleinkalibrigen, automatischen Schnellfeuergeschütz bewaffnen. Seine Bedienung erforderte drei bis vier Mann. Ohne Zweifel stellte das Modell ein äußerst wertvolles, neuzeitliches und bei überraschendem Einsatz für alle Gegner äußerst gefährliches Kampfmittel dar. Bedauerlicherweise hat die österreichische Heeresverwaltung, höchstwahrscheinlich aus Mangel an den notwendigen Geldmitteln, diese vielversprechende Erfindung nicht erworben und weiter entwickelt. Sie scheint den Wagen sogar für so wenig kriegsbrauchbar gehalten zu haben, daß sie gar nicht auf den Gedanken kam, andere womöglick Oesterreich feindliche Staaten könnten Nutzen aus dieser heimischen Erfindung ziehen. Sie bereitete wenigstens der Veröffentlichung der Konstruktionszeichnungen in Wiener und Berliner Fachzeitschriften und der Patentierung in Oesterreich und Deutschland keinerlei Schwierigkeiten. „Es ist gar nicht aufzuseben", schrieb kürzlich ein österreichisches Blatt anläßlich der Aufstellung des Tankmodells im österreichischen technischen Museum, „welche Entwicklung die Kampfhandlungen im Jahre 1914 für die Mittelmächte genommen hätten, wenn die österreichisch-ungarische Monarchie diese Chance, die das Schicksal dem alten Reiche gegeben hatte, ausgenutzt und einige hundert dieser Kampfwagen gegen die primitiven russischen Soldaten eingesetzt hätte." Im Weltkriege waren es nun d i e G e g n e r der Mittelmächte, die den gleichen Gedanken in die T a t umsetzten. Franzosen und Engländer streiten sich um den Ruhm, wer den ersten kriegsbrauchbaren Kampfwagen hergestellt hat. Sie gingen beide schon im Winter 1914/15, als es offenbar wurde, daß die Kraft der Maschinengewehre durch die bisherigen Kampfwaffen nicht zu brechen war, an den Bau von Kampfwagen. Im Gegensatz zu Burstyn stellten sie nicht die Schnelligkeit und die geringe Sichtbarkeit, sondern bie Stärke der Panzerung und Bewaffnung in den Vordergrund. Sie kamen daher zu Modellen, die bei einem gegen Jnfanteriegeschosse schützenden Panzer zwei Geschütze (männliche Tanks) oder mehrere Maschinengewehre (weibliche Tanks) trugen, bie aber bei einem übermannshohen Aufriß einer tragenben Länge von 4 Meter unb einem Auflagedruck von 0,7 kg/qcm 27 bis 28 Tonnen wogen unb sich knapp mit ber Gefchwinbigkeit eines Fußgängers durch das Gelände bewegten. Aus Tarnungsgründen wurden die Fahrzeuge als „Tank s" (Kraftstoffbehälter) in Berichten unb Befehlen geführt, ein Name, ber ihnen dann im internationalen Sprachgebrauch verblieben ist. Im Herbst 1916 wurden sie zum erstenmal an der Somme beim Angriff auf das Dorf Flers eingesetzt. Ihre Erfolge waren nicht allzu vielversprechend. Von 40 Wagen kamen 32 an den Feind, richteten aber wenig Schaden an. Auch die nächsten Versuche mit verbesserten Modellen in der Aisne-, Champagne- und Arras-Schlacht im Frühjahr 1917 mißglückten. Die deutsche Arttllerie schoß die langsam dahinschreitenden Ungetüme zusammen. Das sollte anders werden, als die Tanks in solchen Massen auftraten, daß die zahlenmäßig schwache deutsche Stellungsarttllerie nicht in der Lage war, alle rechtzeittg aufs Korn zu nehmen, als sie sich auf ihr Grundelement, die Bewegung, besannen, bank ihrer gesteigerten Gefchwinbigkeit bas deutsche Abwehrfeuer unterliefen unb alsdann aus nächster Entfernung mit ihrem Gegner ben Kampf aufnahmen, als an bie Stelle bes schweren Tanks der leichte Tank, ber Winbhundtank, ber Wipper trat. Ein späterer Aufsatz wirb darüber Näheres berichten. Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos der Tankfrage nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Ihre Abwehrerfolge an der Somme hatten sie die Entwicklungsmöglichkeiten dieses neuen Kriegsmittels unterschätzen lassen. Sie glaubte den Kampfwagenbau hinter anderen Aufgaben, dem Geschütz- bau unb ber Munitionsanfertigung, burch bie bie deutsche Rüstungsindustrie schon mehr als erwünscht belastet war, zurückstellen zu können und gab nur wenige Tankmodelle in Auftrag. Sie ging dabei die gleichen Irrwege wie die Gegner, bevorzugte Hunaernde Gowiet-Kinöer. Die Sowjet-Machthaber lieferten ein Millionenvolk dem furchtbarsten Hunger aus. Oft sieht man Kinder wie diese mit ben charakteristischen Zeichen bes Verhungertseins. Gierig stürzen sie sich auf ben Blechnapf mit Suppe und den Kanten trocknes Brot. — (Scherl-Bilderdienst-M.) VW ■ .'AväzM. MI U W-'' * ' WH ■ Steinmale in der Bretagne. Im Frühling hegt bie Bretagne in Grün und Gold gekleidet da. Nirgends in Europa bricht ein olcher Farbenrausch ins Auge, wie von ber Ginsterblüte um bie Bucht von Morbihan. Ich kam durch die Nacht von Paris, wechselte in Rennes, ber nüchternen Hauptstadt der Bretagne, ben Zug nach Vannes unb fanb dort gleich einen Autobus nach Carnac. In Vannes steckt wohl noch ber Name ber Veneter, bie mit ihrer Seetüchtigkeit ben schlechten Schiffen und ungeübten Matrosen Julius Cäsars soviel zu schaffen machten. Zwischen Vannes und Carnac greift der Golf von Morbihan wie eine Spinne mit vielen Beinen in die Küste der Bretagne ein. Manche Bucht ist so schmal, daß an einer Enge eine Brücke sie überquert. Unser chweres Gefährt sauste sicher durch alle Kurven, nahm auch bie Brücken im Sturm unb hielt ein paarmal in alten romantischen Stäbtchen, von benen jebes seine Geschichte bat. Es ist hier oft büfter unb blutig hergegangen. Man rounbert sich, wie wohlhabend die Bauten früherer Jahrhunderte aussehen, Bürgerhäuser, Rathäuser, Kirchen. Das kam vom Kabeljaufang auf ben Bänken von Neufunbland und von der Seeräuberei. Die Bretonen waren verwegene Schiffer (sie sind es auch noch heute), und auf den Meeren galt im 16. und 17., ja noch im 18. Jahrhundert em ähnliches Faustrecht wie zu Lande in der Raubritterzeit. Den Humor jener Zeit zeigt eine berühmte Holzschnitzerei an einem windschiefen Fachwerkhause in Vannes; das Paar an der Ecke im ersten Stock heißt Herr und Frau Vannes. Nicht geschmeichelt, aber drastisch! Je näher an Carnac, desto berauschender mischt ich das Gold des Ginsters auf den Höhen unb m ben Hecken in bas feuchte Grün ber Vieh tragen- ben ©eiben unb ber massenhaft zur Abgrenzung ber Felder gepflanzten Baumreihen. In Carnac hielt ber Autobus vor bem kleinen, netten Hotel bes Voyageurs. Es ist altmobisch, gemütlich, ganz unb gar gute, französische Provinz, aber in Dingen, bie ber Reisenbe gern hat, wie z. B. warmes unb kaltes, fließenbes Wasser, erfreulich mobernifterL Eine Tafel neben der Tür vom Touring Club de France meldete: „Hotel wird empfohlen." Gleich gegenüber liegt die stattliche Kirche von 1637 (in Deutschland Dreißigjähriger Krieg!), deren Maße unb alte Ausschmückung auch auf bie besonderen Derdienstmöglichkeiten eines guten Bretonen Hinweisen. Rasch fand sich auch ein Auto zur Fahrt in die großen Merkwürdigkeiten, durch bie Carnac berühmt ist: bie vorgeschichtlichen Steinsetzungen, die Dolmen, Cromlechs und Menhirs. Das find keltische Worte — noch svricht eine Million Menschen in der Bretagne keltisch —, aber die Objekte sind viel älter als die älteste Keltenzeit. Ein Dolmen ist eine aus großen rohen Steinblöcken gefügte Grabkammer, eine Totenstube, oft noch mit einem gedeckten Zuführungsgang derselben Bauart. Ein Cromlech ist eine offene, gerundete Steinsetzung, die einen freien Platz umschließt. Ein Menhir endlich ist ein einzelner, zu einem kultischen Zweck auf- gerichteter Stein. Es gibt ganz kleine M-mhirs, kaum einen halben Meter hoch, und es gibt Riesen von fünf unb mehr Meter Höhe, ja, einige, die jetzt gestürzt liegen, finb noch weit größer. Schon nach ein paar Minuten Fahrt war ich mitten in einem ber brei großen Wunber von Carnac. Es finb bie drei „Alignements": Steinsetzungen, die bis zu tausend und mehr Menhirs zählen, alle in parallelen Reihen aufgestellt, die sich etwa über einen Kilometer hinziehen. Ursprünglich hat jede Steinsetzung auf einen Cromlech hingeführt, an dessen einem Ende ein großer Dolmen stand, aber dieser Zusammenhang ber Anlagen ist nur noch teilweise zu erkennen. Es war ein höchst merkwürbiges Bilb! Wie eine Heerschar sieht man bie Reihen von weitem heranziehen, bie kleinsten Steine in der Ferne, bann kommen größere unb größere, bis zu ben doppelt mannshohen Riesen mit denen jede Reihe am Rand bes Cromlechs abbricht. Von ben Cromlechs unb ben Dolmen ist nur je einer deutlich erhalten. Die drei Alignements stehen auf ein paar Kilometer Entfernung beieinander. Es sind alles unbehauene Steinmassen von ganz verschiedener Ge- taü. Chronologisch gehören sie ins Neolithicum, die jüngere Steinzeit, also frühestens an den Anfang des zweiten Jahrtausends v. Chr. Sie können aber auch Jahrhunderte älter und gleichzeitig mit den Pyramiden errichtet fein. Höchstwahrscheinlich haben sie dem Toten- ober Seelenkult gebient. Die inbogermanischen Kelten sinb nicht früher als in ber ersten Hälfte bes ersten Jahrtausenbs v. Chr. in das später nach ihnen benannte Gallien eingedrungen. Man hat sich daran gewöhnt, die nach Stamm und Sprache unbekannte vorkeltische und vorindogermanische Bevölkerung des atlantischen Westeuropa Iberer zu nennen. In Spanien gab es ein keltisch-iberisches Mischvolk, die Keltiberer, unb möglicherweise steckt auch in ben heutigen Berbern in Norbafrika außer ber Namensähnlich' feit eine Stammesverwanbtschaft mit ben vorgeschichtlichen Bewohnern Spaniens, Frankreichs, Eng- lanbs. Menhirs unb Dolmen finben sich auch in ganz Norbafrika, ja selbst noch im palästinensischen Ostjorbanlande. Die Dolmen finb kaum etwas anderes als unsere sogenannten Hünengräber, und bie „Siebenstein-Häuser" in ber Lüneburger Heibe sind ebenso gebaut wie die Dolmen ber Bretagne. Die Menhirs bagegen scheinen ben von ber prähistorischen Wissenschaft angenommenen . Iberern unb außerdem ber allen Mittelmeerwelt eigentümlich gewesen zu fein. Den Schlüssel zur Erklärung der bretonischen Steinsetzungen glaube ich in der Deutung zu finden, die Carl Schuchhardt, jetzt unser Altmeister in der Vorgeschichtsforschung, ben Menhirs gegeben hat: daß man sich auf der Spitze dieser Steine die Seele des Verstorbenen sitzend dachte, wenn ihr die Nachfahren mit kultischer Verehrung nabten. Schuchhardt belegt diese Auffassung von den Menhirs mit guten Gründen, sowohl aus kretischen Abbildungen, die ebenso alt ober wenig jünger sein mögen als die Anlagen bei Carnac, als auch aus ber späteren klassischen Literatur. Noch in den „Persern" bes Aeschylus wirb ber Geist bes verstorbenen Königs Darius angerufen: er möge auf der Spitze seines Grabmals erscheinen. Don Marunouchi, dem modernen Bankenviertel Tokios mit feinen achtstöckigen, erdbebensicheren Be- tongebäuben, bis zu den Reisfeldern der Tokio- Ebene ist es nicht weit. Geht man einige Schritte seitwärts ber verkehrsreichsten Straße Japans, nämlich ber Tokio—-Jvkvhama-Lanbstraße, durch bas Gewirr ber hölzernen japanischen Wohnhäuser, so ist man in ber fruchtbaren Kanagawa-Reisebene. Dort trifft man ben japanischen Reisbauern, besten Leiben die wachsenben inneren Spannungen in Japan mit verursachen. Neben dem Bahndamm der elektrischen Schnellbahn Tokio—Jokohama steht er bis zu den Knien im breiigen Schlamm seines umgegrabenen, bewässerten Reisfeldes, zerdrückt mit feinen Händen die Erdklumpen. Dort stehen seine Frau und seine Kinder und stampfen Gründünger, Unkraut und Stroh in ben schlammigen Grund. Unter den mächtigen Hochspannungsleitungen ber Ueberlanb» zentralen, bie das moderne Japan als sein Sinnbild betrachtet, stehen bie Bauernfamilien im bewässerten Felde, tief gebückt, unb setzen mit den Händen sorgsam jede einzelne kleine Rerspflanze aus dem Saatbeet in bas mühsam vorbereitete Naßfeld wie vor taufenb Jahren. Später in der Jahreszeit mag man bie gleichen Menschen beobachten, wie sie, dicht neben der Mauer einer modernen Maschinenfabrik, mit ber Kraft ihrer Beine ein hölzernes Wasser- r a b brehen, um bas spärlicher geworbene Wasser aus den Kanälen auf die eingebämmten Felder hinzuleiten. Und unbekümmert um stahlfressende Drehbänke, bie elektrischen Kraftanlagen unb bie mobernsten Probuktionswerkzeuge, die in seiner unmittelbaren Nachbarschaft für alle japanischen Wirtschaftszweige außer für die Landwirtschaft hergestellt werden, greift der Bauer im Herbst die gelbgewordenen Reishalme händeweise zusammen, schneidet diese Bündel mit einem primi- tioen Handmesser ab und schlagt die reifen Reiskörner über einer Holzstange auf ausgebreitete Strohmatten aus den spröde gewordenen Halmen heraus. Alle Arbeit auf ben Reisfeldern geschieht mit ber bloßen Hanb ober ben Beinen ber Bauern w i e vor Hunderten von Jahren. Vielleicht ist die Eisenspitze ihrer Holzpflüge etwas länger, kräftiger geworben in der Neuzeit. Die Maschine, die Fabrik, bie moderne Großindustrie Tokios, Joko- bamas ober Osakas betreuten bem Bauern nichts. Selbst ber künstliche Dünger, bas einzige Erzeugnis, mit dem sie die moderne Wirtschaft in großen Mengen versorgt, ist eher ein Fluch für bie Bauern geworden, vergrößert ihre Schuldenlast, bringt sie in immer größere Abhängigkeit vom Händler, vom Kreditwucherer und vom Industriellen. Geldmangel und die all zu vielen schon jetzt fast beschäftigungslosen Hände in ihren wachsenden Familien halten die Bauern davon ab, moderne technische Errungenschaften einzuführen. Eine japanische Bauernfamilie zähll im Durchschnitt sechs Köpfe. Das Stück Land aber, das sie bearbeitet, ist in den meisten Fällen winzig klein. Unter normalen Ernteoerhältnisfen ist ber Bestand einer Familie mehr ober weniger gesichert, wenn sie ein Stück Land von etwas mehr als einem Hektar bearbeitet. Also ein Grundstück, wir würden jagen einen Garten, von etwas mehr als 100 mal 100 Meter. Doch in Japan hat nur eine Minderhell ein solches zum Lebensunterhall ausreichendes Kleingrundstück. Sieben Zehntel aller Bauernhaushalle haben erheblich weniger ober kommen gerade in die Nähe dieses „idealen" Minimums. lieber 36 v. H. aller Bauern bearbeiten nicht einmal die Hälfte dieses theoretischen Normal- Grundstückes. Nur knapp drei Zehntel aller japanischen Bauernfamilien haben also ausreichend Land zur Verfügung. Dazu kommt noch die extreme S t r e u l a g e der verfügbaren Landfläche. Die scherzhafte Erzählung von einem Bauern, der, von der Arbeit ausruhend, seine Bodenstücke zählte und das neunte Landstück nicht sehen konnte, weil er nämlich auf ihm saß, hat einen Kern trauriger Wahrheit in sich. Doch selbst diese kleinen Landbrocken gehören dem Bauern in den meisten Fällen nicht zu eigen. Nur rund drei Zehntel aller Bauern sind selbständige Bauern, die auf eigener Scholle leben. Alle anderen sind entweder rein Pächter, die keinen Fetzen eigenes Land besitzen und bie jeben Fußbreit pachten müssen ober solche, bie zu einem winzigen Eigenbesitz noch hinzupachten müssen. Damit eine landwirtschaftliche Betätigung überhaupt möglich wird. Diese Gruppe ber Pächter unb Halbpächter vergrößert sich ständig und ist besonders in der reichen, großen Reisebene weit über ben angegebenen Durchschnitt angewachsen. Nur ganz leiten haben wir bei unseren Streifen durch die Reisfelder der Tokio-Ebene Bauern getroffen, die mit deutlich zur Schau getragenem Stolze den bearbeiteten Boden i h r Eigen nennen konnten. Sie werden von den anderen mit Respekt die „Kane- mochi" genannt, das heißt die „Geldstarken", also d i e R e i ch e n. Fast durchgehend, beim Reisbau ausschließlich, besteht in Japan noch die Natural-Rente. Nach der Ernte muß ber Bauer feine Packt in Reis an den Grundbesitzer abliefern, und zwar in der Regel d i e Hälfte der Ernte. In ben fruchtbaren Reisebenen finb Pachtrenten von 55 v. H. des Ertrags keine Seltenheit. Der Pächter hat in Japan so gut wie gar keinen Rechtsschutz. Wenn überhaupt schriftliche Pachtverträge gemacht werden so mutz der Bauer sich wie folgt dem Grundbesitzer gegenüber verpflichten: „Ferner gebe lch Ihnen, wenn auch immer Sie es wollen das gepachtete Grundstück zurück, selbst wenn die Reis- pflanzen bereits schon angebaut sind." fiier liegt heute die Hauptquelle der recht bedeutenden Zahl von Pachtstreitigkeiten, die alljährlich in Japan an- «esochten werden; oenn Die Pachtbauern wollen Sicherheit zumindestens auf einige Jahre hinaus Angeblich bereitet die Regierung jetzt ein Pacht- Sicherungs-Gesetz vor. Doch der japanische Bauer hat noch erheblich mehr Sorgen. Da sind die Steuern und Ab- gaben die das Dorf zu tragen hat. Diese sind unvergleichlich viel großer als die des gewerbetreibenden Städters und Industriellen. Der selbständige Bauer zahlt im Durchschnitt auf das gleiche Einkommen mehr als das Doppelte an Steuern wie der städtische Gewerbetreibende, Grundbesitzer im Dorfe sogar das Dreifache. Dem selbständigen Bauern wird ungefähr ein Drittel seiner Einnah- men als Steuerzahlungen abgenommen. Der länd- l'che Grundbesitzer muß durchschnittlich sogar die Halste abgeben. Und wenn der reine Pächter seine Pacht- und Steuerzahlungen addiert, dann bleiben von feinen Einnahmen nach der Ernte im besten Falle vier Zehntel für ihn übrig. Damit soll er em Jahr lang auskommen und eine neue Aussaat sowie die sehr hohen Düngerkosten bestreiten. Die praktische Unmöglichkeit, unter solchen Bedingungen zu wirtschaften, ergibt sich aus der außerordentlichen Verschuldung des japanischen Bauern. Einwandfreie Angaben gibt es nicht. Doch als Mindestmaß der Bauernverschuldung werden von Fachleuten fünf Milliarden Yen angegeben- wahrscheinlicher ist die häufig genannte Ziffer von sieben Milliarden Yen Die Schulden wachsen ständig, und zwar wird behauptet, um jährlich eine halbe Milliarde. Die genannten Ziffern bedeuten, daß durchschnittlich der einzelne Bauer mit dem Doppelten seines jährlichen Einkommens verschuldet ist. Diese Schulden sind nur in seltenen Fällen Schulden an staatlich kontrollierte Kreditanstalten die besonders für die Bauernschaft geschaffen worden sind. Meistens sind es Schulden an lokale Geldverleiher und Wucherer mit Zinsforderungen bis zu 20 v. H. Oder Reis- und Dünge- mittelhändler find die Geldgeber, die sich damit Vorrechte auf die nächste Ernte sichern und die Schulden des Bauern in ein lebenslängliches Ab- hängigkeitsoerhältnis umwandeln. Auf diese Weise werden die Selbsthilfebestrebungen der Bauern stark beschränkt oder sogar Hilfsmaßnahmen der Regierung wirkungslos gemacht. So ist die Lage des japanischen Bauern ganz besonders schwierig, sein Lebensstandard niedrig, seine Ernährung schlecht, seine Aussicht immer trüber und seine erstaunliche Zufriedenheit im Schwinden. Eine unter dem Durchschnitt bleibende Ernte bringt selbst den einigermaßen gestellten Bauern an den Bettelstab; und eine der durchaus nicht seltenen Mißernten infolge der Naturkatastrophen erzeugt in den betroffenen Gebieten immer wieder Verhältnisse, die der Hungersnot nahekommen. Selbst in normalen Jahren ist der japanische Bauer so arm, daß seine verschwindend geringe Kaufkraft eine sehr ernste Schwäche des inneren Marktes für Japans Jndustrieprodukt bedeutet. Der Bauer muß mit allen Mittels Nebenerwerb suchen. Ein Bauer der Tokio-Tbene behauptete uns gegenüber sogar, daß es heute nur noch im unentwickelten Norden reine Bauern gäbe. In Mitteljapan sei die landwirtschaftliche Arbeit mehr und mehr zur Teilarbeit der Bauernfamilien geworden. In kümmerlicher Heimarbeit nehmen sie mit Handweb- stühlen und mit anderer häuslicher Handarbeit einen aussichtslosen Konkurrenzkampf mit den großen, modernen Industrien des Landes auf. Ferner schickt die japanische Bauernschaft jährlich Hunderttausende junger weiblicher Arbeitskräfte in die großen Fabriken. Mit Hilfe solcher Bauernmädchen, die vier bis fünf Jahre als „Interne" in den Fabriken leben, hat z B. die japanische Textilindustrie ihren Siegeszug durch die Welt genommen. Auf diese äußerst billigen Arbeitskräfte aus dem Dorf stützt sich der erstaunliche Aufschwung der modernen japanischen Industrie in allen ihren Zweigen. Die japanische Landwirtschaft hat es fertiggebracht, zusammen mit der noch immer künstlich eingeschränkten Reisproduktion der Reichsgebiete Korea und Formosa den Bedarf des japanischen Volkes an Reis, dem Hauptnahrungsmittel, trotz wachsender Bevölkerungszahlen zu decken. Sie wird auch in Zukunft die Ernährung Japans selbst in Zeiten außenpolitischer Nöte weiter bestreiten können. Japan braucht keine Nahrungssorgen zu haben. Doch der krasse Widerspruch zwischen der Lage der japanischen Bauernschaft und der Entwicklung der modernen Industrie, Banken und des Handels, dieses unvereinbare Bild der großen Bankgebäude in Marunouchi und der im Schlamm stehenden gebückten ärmlichen Bauern, läßt sich nicht mehr verwischen. Unvergleichlich viel stärker als die Arbeiterfrage ist in Japan d i e „B a u e r n f r a g e" die Ursache schnell wachsender Soannungen. Der Aufstand von Teilen der ersten Division in Tokio vom 26. Februar ist zumindestens mittelbar auf sie zurückzuführen. Die Lösung dieser Spannungen ist zweifellos möglich. Eine großzügige Agrarreform könnte nicht nur für die Bauern, sondern auch für die ganze Nation die größten Vorteile bringen. Es wird viel über eine solche Reform gesprochen. Doch die Interessen mächtiger, moderner Wirtschaftsgruppen und alt eingesessener ländlicher Oberschichten haben noch immer tiefeinschneidende Reformen verhindert. Doch sie wird von Jahr zu Jahr notwendiger, was nicht nur von den jungen Offizieren der Wehrmacht, die vielfach aus den Kreisen kleiner Landbesitzer und selbständiger Bauern stammen, erkannt wird, sondern auch von der Regierung Hirotas bei ihrem Amtsantritt wenigstens anerkannt worden ist. Die Bauernfrage wird als Krisenfaktor in der inneren und damit auch leicht in der äußeren Politik eine zunehmende Rolle in Japan spielen. Fraglich ist es jedoch, ob für die Reformpläne des Landwirtschaftsministerlums g e - nügende Mittel aufgebracht werden können. Die Regierung beabsichtigt nämlich, einmal über den Weg bäuerlicher Gemeinde-Genossenschaften eine Ernteschäde n - V ersi ch e - r u n g einzurichten, für die sie die Halste Der Beiträge aufbringen will. Ferner soll ein ft a a tli ches Kreditinstitut Darlehn mit niedrigstem Zins vergeben, um die örtliche Verschuldung der Bauern an die Reislönder allmählich zu erleichtern. Endlich sieht ein Plan des Verkehrsministers den Bau von Straßen, Bewässerungsanlagen, Kleinbahnen usw. vor, um den Verkehr innerhalb der ländlichen Bereiche zu erleichtern. Englands Völkerbundspolitik wird aus den letzten Erfahrungen „nützliche Lehren" ziehen. Neville Chamberlain spricht in Vertretung Baldwins vor dem konservativen Parteikongreß Die Mndalsfrage. Hoare bestätigt den ablehnenden Standpunkt der Regierung. London, 2. Oft. (DNB.) Nach der großen Aufrüstungserklärung Sir Samuel Hoares befaßte sich die konservative Parteikonferenz in Margate mit der Kolonialfrage. Der konservative Abgeordnete Sandys brachte eine Entschließung ein, in der die Regierung ersucht wird, zu versichern, daß die von Sir John Simon im März 1935 in Berlin abgegebene Erklärung, die Abtretung irgend eines britischen Mandatsgebietes solle nicht erörtert werden, immer noch die unveränderte Stellungnahme der Regierung darstelle. Vom wirtschaftlichen Standpunkt, so erklärte Sandys, wäre der Verlust dieser Gebiete für England ebenso unbedeutend wie ihr Gewinn für Deutschland! Vom militärischen und strategischen Standpunkt jedoch würde sich eine unermeßliche Gefahr für England ergeben. Sandys Ausführungen wurden von der Konferenz mit Beifall aufgenommen. Sir Samuel Hoare wies darauf hin, daß sowohl Baldwin als auch Eden sehr klare Mitteilungen zu dieser Frage gemacht hätten. Baldwin habe getagt, daß die Reaierung die Frage irgendeiner Mandatsübertragung weder von sich aus noch mit den Dominions erwogen habe, daß sie nicht die Absicht habe, sie aufzuwerfen und keine Verpflichtungen ohne Aussprache im Unterhaus eingehen würde. Eden habe besagt, daß, soweit die englische Regierung betroffen sei, eine Übertragung von Mandatsgebieten große Schwierigkeiten moralischer, politischer und rechtlicher Art machen würde. Nachdem immer noch so viele internationale Fragen der Lösung harrten, hoffe er, daß niemand den Wunsch haben würde, zu dieser Zeit eine weitere Ursache für ernste Schwierigkeiten zwischen d-n Nationen zu schaffen. Hoare fügte hinzu: Die Regierung sich der Schwierigkeiten und Einwendungen gegen die Mandatsübertragung bewußt. Die Annahme der vorgeschlagenen Entschließungen kann im gegenwärtigen empfindlichen Zustand der internationalen Angelegenheiten die Stellungnahme der Regierung nicht ändern. Die Regierung hält an der Erklärung vom letzten Juli fest. Sandys Entschließung wurde darauf • unter Begeisterung a n - genommen. x Schatzkanzler Neville Chamberlain setzte sich bann mit der arbeiterparteilichen Opposition auseinander. Der Oppositionsführer Attlee erkläre, daß er den Rekrutierungsfeldzug nicht unterstützen werde, weil er die Außenpolitik der Regierung nicht billige. Und dennoch spreche sich Attlee für ausreichende Rüstungen zur Erfüllung der internationalen Verpflichtungen Englands aus, obwohl diese Rüstungen ohne Rekruten nutzlos seien. Auf ihrem Parteitag in Edinburgh werde die arbeiterparteiliche Opposition beweisen müssen, ob sie ein Verantwortungsbewußtsein besitze. Die Regierung werde jedenfalls ihre Aufrüstungspläne ohne Rücksicht auf die Opposition durchführen. Er fei sicherlich der letzte, der einer Aufrüstung das IDort rede, die größer sei als notwendig. Aber die Weltlage mache es dringend erforderlich, daß England das grüßte Aufrüftungsprogramm durchführe, das es in Friedenszeiten je unternommen habe. Denn es durchgeführt fei, werde England w i e- der eine angemessene Flotte zum Schuhe feiner lebenswichtigen Verbindungswege besitzen. Es werde dann eine Armee haben, die zahlenmäßig zwar hinter den Heeren der Großmächte des Festlandes zurückstehe, die aber mit den modernsten Waffen ausgerüstet fei. Es werde eine Luf lmacht besitzen, die hinsichtlich Geschwindigkeit, Reichweite und Qualität ihrer Mannschaft hinter keiner anderen Luftflotte zurück- ftehen werde. Die Entwicklung der Luftfahrt habe England bis zu einem gewissen Grade feiner 3nfeUage beraubt und die englische Regierung fei sich sehr wohl der Vedeutung eines Krieges für die englische Zivilbevölkerung bewußt. England habe weder den Wunsch noch die Absicht, sich in die inneren Angelegenheiten irgendeiner anderen Nation einzumischen. England würde es aber auch nicht dulden, daß irgend eine andere Nation England eine fremde Regierungsform aufzwinge. In der Tat könnte die Gefahr einer Intervention nicht deutlicher illustriert werden als durch die kürzlichen Zwischenfälle in dem bedauerlichen Kampf in Spanien. Ohne die Initiative des französischen Ministerpräsidenten wäre vielleicht ganz Europa in zwei entgegengesetzte Lager gezogen worden. Das Aufrüstungsprogramm der Regierung bedeute nicht, daß England den Völkerbund oder den Gedanken der kollektiven Sicherheit aufgebe. Die Geschichte des Völkerbundes während der letzten 12 Monate habe England einige wichtige Erfahrungen gebracht, aber sie habe England vielleicht auch einige nützliche Lehren erteilt Die Aufgabe fei, die Gewähr dafür zu schaffen, daß sich diese Erfahrungen nicht wiederholten. England könne sich nicht zu Maßnahmen verpflichten, die es möglicherweise in eine unhaltbare Lage bringen würden. Rach Meinung der Regierung würden sich die Friedensausfichten durch Regio n a l p a f t e innerhalb der Völkerbunds- fahungen beträchtlich verstärken. England versuche, einen derartigen Pakt für West- e u r o p a auszuhandeln. Die Ursachen der gegenwärtigen Unruhe in der Welt seien teils politischer Natur, teils eine Folge finanziellen Drucks oder von Warenpreisen, die sich nicht bezahlt machten, teils rührten sie von einem mangelnden Gleichgewicht zwischen dem Wert gewisser Währungen und der Höhe der Weltmarktpreise her. Wenn man jemals wieder zu normalen zwischenstaatlichen Beziehungen zurückkehren wo!le,müsse man sich mit jeder einzelnen dieser Schwierigkeiten befassen. Die britische Regierung sei hierzu bereit Sie wolle zur Wiederher st ellung des Vertrauens beitragen und die krasseren Formen der Einschränkungen, unter denen die internationale Wirtschaft leide, vermindern helfen. Der Minister erwähnte zum Schluß die Bemühungen zur körperlichen Ertüchtigung der Jugend. In dieser Hinsicht könne England von anderen Ländern sicherlich etwas lernen. Nichts habe auf die Besucher der Olympischen Spiele in Deutschland in diesem Jahre einen stärkeren Eindruck gemacht als die hervorragende körperliche Verfassung der deutschen Jugend. Die Arbeiterpartei für das Ausrüstungsprogramm der Regierung. London, 3. Oft (DRV. Funkspruch). Die eng- liche Arbeiterpartei hat in Edinburgh eine Entschließung zum englischen Aufrüstungsprogramm entworfen, das dem Parteikongreß in der nächsten Woche -vorgelegt werden soll. Der Entwurf besagt u. a.» der Kongreß möge erwägen, daß d i e Waffen stärke Englands dem Rüstungsstand des wichtig st en Angreifers unbedingt gleichwertig fein müsse. Die Arbeiterpartei erkläre sich bereit, die Verantwortung für eine derartige Rüstungs- Politik zu übernehmen. Sie behalte sich aber ihre volle Freiheit vor, das Aufrüstungs- Programm der gegenwärtigen Regierung zu kritisieren und erkläre, daß die dauernde Anlage von Krediten in der privaten Rüstungsindustrie eine schwere Gefahr für den Frieden in der Welt darstelle. Leichte Entspannung in (Schanghai. Zwei Chinesen wegen Ermordung eines japanischen Matrosen zum Tode verurteilt. Schanghai, 2. Okt. (DNB.) Wegen Ermordung eines japanischen Matrosen in der Nähe der japanischen Kaserne außerhalb der internationalen Niederlassung wurden die Chinesen Yangentao und Yihaisen zum Tode verurteilt. Das scharfe Urteil hat in japanischen Kreisen Genugtuung ausgelöst. Man erkennt an, daß die chinesischen Behörden ernst machen mit der Ausmerzung von Elementen, die einer chinesisch-japanischen Annäherung feindlich gegenüberstehen. Nach der Urteilsverkündung haben die Japaner ihre Po st en verringert, so daß eine leichte Entspannung der Lage in Schanghai bevorzustehen scheint. Ein japanischer Posten nahm einen englischen Berichter st atter der „North China Daily News" fest, der photographische Aufnahmen von spanischen Reitern in der Nähe Des Hongkew- Parkes machen wollte. Nach einstündigem Verhör wurde er wieder freigelassen. Der' Engländer Thompson wurde von einem japanischen Posten in der erweiterten internationalen Niederlassung festgenommen und in eine japanische Kaserne abgeführt. Nach Feststellung des Tatbestandes wurde er an die Polizei der internationalen Niederlassung ausgeliefert. Der Verhaftete soll abfällige Bemerkungen über die japanische Marine in seiner Heimatsprache gemacht haben, die dem Posten von japanischen Passanten übersetzt wurde, worauf dieser zur Festnahme schritt. Der Oberbefehlshaber der in China befindlichen amerikanischen Marinestreitkräfte hat ein Verbot erlassen, nach dem den Matrosen das Betreten des Hongkew-Bezirkes zur Vermeidung von Zusammenstößen nicht mehr gestattet ist. Griechenland im Kampf gegen den Kommunismus. Athen, 3.Okt. (DNB.) Auf einer Maffenver- sammlung, der etwa 200 000 Menschen auf dem Verfassungsplatz in Athen beiwohnten, sprach Ministerpräsident Metaxas. Die Versammlung, bisher wohl die größte, die jemals in Griechenland stattgefunden hat, war unter dem Motto: „Gegen den Kommunismus, für Ministerpräsident Metaxas" einberufen worden. Der Ministerpräsident wies darauf hin, daß das große Interesse, welches dieser Kundgebung entgegengebracht wird, schon ein Beweis des allgemeinen Wunsches nach Ruhe und Ordnung fei und auch als Vertrauensbeweis zur Regierung bewertet werden kann, die das Land endgültig von zwei Tyrannen befreit habe, nämlich von den Parteien und vom Kommunismus. Mit dem Vertrauen des Volkes und mit feiner Zustimmung wird die Regierung zielbewußt an die Vervollständigung der griechischen Wiedergeburt bei Mitarbeit aller Volksschichten Herangehen. Wachsende Verwirrung in Madrid. Die Anarchisten fordern den Rücktritt Caballeros. Sevilla, 3. Okt. (DNB.) In Madrid, wo inzwischen die Einnahme Toledos und das unaufhaltsame Vordringen der nationalen Truppen durch Flüchtlinge in der gesamten Bevölkerung weitgehend bekannt geworden ist, herrscht größte Verwirrung. Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten schieben sich gegenseitig die Schuld an den Niederlagen zu. Die Anarchisten fordern bereits offen die Abdankung Largo Caballeros. Die Nachrichten-Agentur Fournier meldet, daß der Präsident des roten Spaniens, Azana, Madrid verlassen und sich in einen Mittel- meerhafen geflüchtet habe. Man spreche von der Bildung eine^neu en Kabinetts unter der Leitung des Kommunisten Jos6 D i a z. General Queipo de Llano teilte über den Sender Sevilla mit, daß die Madrider Regierung damit beschäftigt sei, starke Befestigungsanlagen in der Umgebung der Hauptstadt anzulegen. Der Führer der marxistischen Truppen an der Toledo- Front, General A s e n c i o , sei verhaltet worden und sehe seiner Aburteilung durch ein Kriegsgericht entgegen. Der Marxisten-General werde für die Niederlage der roten Truppen bei Talaoera und Toledo verantwortlich gemacht. Der Ausbau der Rationalregierung Die Verbindung mit dem Ausland wird ausgenommen. Burgos, 3. Okt. (DNB.) Der neu ernannte Staatschef General Franco hat eine Verordnung über Den Derwaltungsaufbau Der spanischen Na- honalregierung erlassen. Die Grundzüge Des Aufbaues finD auf Autorität, Einigkeit, schnellem Handeln und Schlichtheit begründet. Der nationale Verteidigungsausschuß setzt sich aus sechs Abteilungen zusammen, den Finanzausschuß, den Justizausschuß, den Ausschuß für Industrie, Handel und Versorgung, dem Landwirtschaftsausschuß, dem Kulturaussckuß und dem Ausschuß für Post und öffentliche Arbeiten. Für die von den nationalen Truppen besetzten Gebiete wird ein Generalgouverneur eingesetzt. Weiter wird ein Außen- fe Pretoria t geschaffen, das d i e Verbindungen mit dem Ausland aufnehmen soll, und dem ein Untersekretariat für Bresse und Propaganda angeschlossen wird. Das Außensekretariat untersteht unmittelbar dem Staatschef. Der Staatschef erhält ferner ein Sondersekretariat. Oie Zahne der Nationalisten auf der spanischen Botschaft am Vatikan. Rom, 2. Okt. (DNB.) Die Spanische Botschaft am Vatikan bot ein ungewohntes Bild: in den Mittagsstunden war zur allgemeinen Ueberraschung -zoa stzorö s;q ivpocksöuvöuiD uiaq iaqn (pijlfgja aolöene Fahne der spanischen Nationalisten zu sehen. Es verlautet, daß nach Der Abreise des der Madrider Regierung nahestehenden spanischen Botschafters beim Hl. Stuhl nach Paris einige mit den Nationalisten sympathisierende Botschaftsmitglieder diese Flaggenhissung veranlaßt haben sollen. Von italienischer Seite wird darauf hingewiesen, daß die italienische Regierung bisher weder die Errichtung einer neuen spanischen Botschaft am Quirinal noch am Vatikan als Tatsache anerkannt hat. Englischer Arbeiterparteiler am Maschinengewehr der Voten. London, 2. Okt. (DNB.) Der arbeiterparteiliche Abgeordnete Do b b i e, der vor einigen Tagen aus Madrid zurückgekehrt ist, teilte' in der Presse mit, daß er die spanischen Marxisten bei der Beschießung des Alcazars in Toledo persönlich unterstützt habe. Er habe 20 Stunden lang bei der Bedienung eines Maschinengewehrs, das die im Alcazar verschanzten Kadetten beschoß, mitgewirkt. Dobbie forderte erneut, daß das Verbot der Waffenausfuhr an die spanischen Marxisten aufgehoben werden solle. Streik im pariser Hotel- und Gastwirtsgewerbe. Paris, 3. Ott (DNB. Funkspruch.) Die Ge- werkschaft der Angestellten des Pariser Hotel- und Gastwirtsgewerbes haben beschlossen, Samstag früh in den Generalstreik zu treten. Die Verhandlungen mit Den Arbeitgebern sind ergebnislos verlaufen. Die Arbeitgeber lehnten es sogar ab, zu einer Schlichtungsverhandlung zu erscheinen. Die Presse weist auf die unangenehmen Folgen hin, die Der Streik im Hotel- und Gastwirtsgewerbe gerade im Augenblick Der großen Pariser Automobil • Aus st ellung, die von vielen Fremden besucht wird, haben muß. Beförderungen in der Wehrmacht. Berlin, 2. Okt. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. Oktober 1936 befördert: zum Admiral den Vizeadmiral Schultze, Kommandierender Admiral der.Marinestation der Nordsee; zu Kontreadmiralen die Kapitäne zur See Wassner, Marineattach6 bei der Botschaft in London, Marschall, Abteilungschef im Reichskriegsministerium, A n ck e r, Kommandant des Marinearsenals Kiel; zum Kon- treadmiral des Marineingenieurwesens den Kapitän zur See des Marineingenieurwesens Bettenyäser, Kommandeur der Marineschule in Kiel. Zum General der Infanterie: Den Generalleutnant von Witzleben, KommanDierender General Des III. A.K.; zu Generalen Der Kavallerie: die Generalleutnante F r h r. o. Wachs, Kommandeur der 1. Panzerdivision; Frhr. Kreß v. Kresse n ft e t n, Kommandeur der 14. Division, ab 6. Oktober 1936 Kommandierender General des XII. M.; v. $o grell, Inspekteur der Kavatk Bei Sodbrennen Magenbeschwerden Bu II richTa bleiten 2OPfg. lerle; zu Generalen der Artillerie: die Generalleutnante Prof Dr. phil. Dr. Jng. Becker, Leiter beim Heereswaftenamt; U l e x, Kommandeur der 2. Division, ab 6. Oktober 1936 Kommandierender General des XI. A.K.; o. Reichenau, Kommandierender General des VII. A.K.; zu Generalleutnanten die Generalmajore Hoth, Kommandeur her 18. Division; K a r m a n n, Chef des Heeres- verwaltungsamtes; v. Sch w edl er, Chef des Heeresperfonalamtes; G 1 o k k e, Kommandeur der 16. Division; zu Generalmajoren die Obersten v. Lewinski, genannt v. M a n st e i n, Abteilungschef im Generalstab des Heeres; Pfeffer, Kommandeur des Artillerieregiments 16; F r h r. Roeder v Diersburg, Abteilungschef im Reichskriegsministerium; G a b ck e, Inspekteur der Wehrersatzinspektion Leipzig; Schmidt, Oberquartiermeister III im Generalstab des Heeres; Volk, Kommandeur der 5. Reiterbrigade; v. d. Leyen, Kommandant der Befestigungen bei Lätzen; P f l u g b e i l, Kommandeur des Infanterieregiments 10; v. Apell, Kommandeur des Infanterieregiments 17; zum Generalarzt den Oberarzt Dr. Meyer, Korpsarzt. „Das Judentum in der Rechtswissenschaft." Ein Interview mit Staatsrat Dr. Karl Schmitt. Berlin, 2. Okt. (DRB.) Aus Anlaß der Tagung „Das Judentum in der Rechtswissenschaft", der Reichsgruppe Hochschullehrer des Nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes, sandte der Deutschlandsender ein Interview mit dem Reichs- gruppenwalter Staatsrat Professor Dr. Carl Schmitt. Als den Zweck der Tagung bezeichnete Schmitt die Aufgabe, in dem Weltkampf gegen Judentum und Bolschewismus eine besonders gefährliche Tarnung des jüdischen Gei st es aufzudecken. Denn für den Juden sei nicht nur die Taufe, sondern auch das Recht und die Wissenschaft ein Mittel gewesen, um in die Welt des deutschen Geistes und der deutschen Bildung einzudringen und dort fast 100 Jahre lang zu Hausen. Das Judentum habe es verstanden, denechtenBegriffdesgeistigenKamp- fes z-u fälschen. Sonst hätte man z. B. den großartigen Kampf des Gauleiters Julius Streicher nicht in der Emigrantenpresse als „ungeistig" abtun können, lieber die besondere Aufgabenstellung der Rechtswissenschaft in diesem Kampf äußerte der Reichsgruppenwalter: „Vergessen Sie nicht, was es bedeutet, daß Jahr für Jahr, Semester für Semester, Tausende junger Deutscher, künftg Richter und Anwälte, durch die Schule südt- scher Rechtslehrer gegangen sind; daß maßgebende Lehrbücher und Kommentare fast ausschließlich von Juden stammten: daß Juden einflußreiche juristische Zeitschriften beherrschten und ihre typisch jüdische Auffassung als die allein wissenschaftliche, jede andere Meinung aber als unwissenschaftlich hinstellen konnten. Nur wer diese geistige M-'cht des Juden in ihrem vollen Umfang erkannt i,at, wird richtig erfassen können, was der Sinn des Nationalsozialismus für den deutschen Geist bedeutet." Der Neichsjugendführer regelt den Zungmädeldrenft. Die Reichsjugendführung hat für alle Einheiten verbindliche Anordnungen über den Dienst der Jungmädel, also der 10- bis 14- jährigen im BDM. getroffen. Es wird festgestellt, daß der Jungmädeldienst Pflicht ist. Nur Krank- heits- und besondere Ausnahmefälle, die der Führerin vorher mitgeteilt werden müssen, befreien das Jungmädel von seinem Dienst. Der pflichtmäßige Jungmädeldienst gliedert sich in: wöchentlich einen zweistündigen Heimnachmittag, regelmäßige Teilnahme am Staatsjugendtag oder Teilnahme an wöchentlich einem Sport- nachmittag in Einheiten, in denen der Staatsjugendtag nicht durchführbar ist, und Teilnahme an monatlich zwei Fahrten, einer eintägigen und einer halbtägigen. Weiter in ein S o n d e r d i e n st, gleichfalls als Pflichtdienst, vorgesehen. Er erstreckt sich auf Teilnahme an Eltern- und Werbeabenden, an Kundgebungen, Fe st en und Feiern und ihre Vorbereitung, sowie auf Teilnahme an Jungmädelappellen. Der Sonderdienst muß spä - testens um 22 Uhr beendet sein. Die Eltern sind rechtzeitig zu unterrichten. Der Heimnachmittag muß im Sommer spätestens um 20 Uhr, im Winter s p ä t e st e n s uml9 Uhr beendet sein, die F a h r t im Sommer spätestens um 19, im Winter spätestens um 18 Uhr. Durch klare Bestimmungen, über Marschleistung, Marschtempo, Marschpause, Nachtruhe, Gepäck, Lager usw. stellt die Reichsjugendführung sicher, daß keinerlei Ueberanstren- g u n g der Jungmädel erfolgen kann. So soll die Marschleistung der zehn- und elfjährigen Jungmädel nicht mehr als 10 Kilometer Tagesleistung, der 12- bis 14jährigen nicht mehr als 15 Kilometer Tagesleistung, das Marschtempo nicht mehr als 4 bzw. 4,5 Kilometer je Stunde betragen, wobei nach jeder Stunde Marsch mindestens eine Viertelstunde Pause, ausschließlich für die Erholung, vorzusehen ist. Schutz gegen leichtfertige Verkehrssünder. Begrenzte Geschwindigkeit für leichtsinnige Autofahrer. Berlin, 3. Okt. (DNB.) Der Reichsfüh- r e r SS. und Chef der deutschen Polizei hat im Interesse der Verkehrssicherheit eine Anordnung erlassen, nach der zunächst versuchsweise in den Städten Düsseldorf, Breslau und Stettin Kraftwagenführer, die durch ihr Verhalten wiederholt in ganz besonders leichtsinniger Weise den Verkehr gefährdet haben, polizeilich aufgegeben wird, die Motoren der von ihnen geführten Kraftfahrzeuge auf eine Geschwindigkeit drosseln zu lassen, wie sie von den Fabriken für die erste Einfahrtzeit vorgeschrieben wird. Die Ge- schwindigkeitsbegrenzung wird je nach der Art des Falles für einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen und höchstens drei Monate angeordnet. Der Führer des Kraftfahrzeuges ist verpflichtet, sein Fahrzeug persönlich wöchentlich einmal der Zulassungsstelle vorzuführen. Diese Maßnahme trägt den Interessen der Kraftfahrzeughalter in weitestem Sinne Rechnung. Einerseits werden die mit der Entziehung des Führerscheins nachteiligen Folgen für die Motorisierung vermieden. Die Verkehrssünder sollen noch einmal Gelegenheit zur Besserung erhalten. Andererseits wird auch eine Schädigung des Motors insofern vermieden, als man sich auf ein Maß der Drosselung beschränkt, wie es die Fabrik für die erste Einfahrzeit vorschreibt. Es bleibt abzuwarten, ob die abschreckende Wirkung dieser Maßnahme von Erfolg sein und es bei einem Versuch bleiben wird, oder ob sich eine allgemeine Durchführung dieser Anordnung als notwendig erweist. Aus aller Welt. Tiefer Winter im Riesengeblrge und im Allgäu. Im Riesengebirge hält das Winterwetter, das seit Sonntag eingesetzt hat, weiter an. Während es auf der Höhe mit nur kurzen Unterbrechungen schneit, gehen nunmehr auch im Tal kräftige Schneeschauer nieder. In einer der vergangenen Nächte wurden auf der Schneekoppe 7 Grad Kälte gemessen. Der Schnee liegt im Hochgebirge durchschnittlich 30 Zentimeter hoch, doch ist die Schneedecke stellenweise so stark verweht, daß Schneewehen bis zu zwei Meter Höhe anzutreffell sind. Der Schneefall hält an. Nachdem es am Frettagoormlttag schon In den Allgäuer Bergen geschneit hatte, folgte in den Nachmittagsstunden auch im Tal heftiges Schneegestöber, so daß in kurzer Zeit auch die Stadt Kempten sich im schönsten Winterkleid zeigte. Auf den Bergen werden 5 Zentimeter Neuschnee gemeldet. Das Waltenberger Haus wird infolge der starken Schneefälle bereits am 3. Oktober geschlossen. Rundfunkübertragung des Staatsaktes. Berlin, 2. Okt. (DNB.) Der deutsche Rundfunk, dessen Programm am Sonntag im Zeichen des Erntedanktages steht, überträgt von 12 bis 14 Uhr auf alle Sender den Staatsakt auf dem Bückeberg mit der Rede des Führers. Ein Gattenmörder hingerichtet. Die Justizpreffestelle Düsseldorf teilt mit: am 3. Oktober 1936 ist in Düsseldorf der am 22. Oktober 1910 geborene Hans-Dirk Duerholt aus Düsseldorf, der am 2. April 1936 von dem Schwurgericht in Düsseldorf wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist, h i n g e r i ch t e t worden. Duerholt hatte in der Nacht vom 15. zum 16. Februar 1936 seine schwangere Ehefrau im Rhein ertränkt, um in den Besitz ihrer bei ihrem Tode fälligen Versicherungssumme zu gelangen, und seine Geliebte heiraten zu können. Hlorbverfudj mit Starkstrom? Ein Mann aus Hennef (Sieg) unternahm einen Anschlag auf das Leben seines Schwiegervaters, indem er ihm zwei Zuleitungen zu einem Elektro- motor in die Hände gab, sich unter einem Vorwand entfernte und den Strom einschaltete. Der alte Mann erlitt Brandwunden, trug aber keine lebensgefährlichen Verletzungen davon. Der Schwiegersohn wurde fest genommen und in Untersuchungshaft gebracht. Anscheinend trug er sich mit dem Gedanken, seinen Schwiegervater zu beseitigen, worauf kurze Zeit vorher gemachte Aeußerungen schließen lassen. 5 lote, 33 Verletzte in £a Vouverie. Die Zahl der Todesopfer bei der Schlagwetterexplosion in La Bouverie bei Mons hat sich auf fünf, die Zahl der Verletzten auf 33 erhöht. Die Rettungsarbeiten für die 12 Bergarbeiter, die noch in dem Unglücksstollen eingeschlossen sind, wurden fortgesetzt, bisher jedoch erfolglos. Es gilt als zweifelhaft, daß sie noch lebend geborgen werden I können. Der König weilte am Freitagnachmittag in Begleitung des Ärbeitsministers an der Unglücks- ftätte. Das gro£e Einrichtungshaus FRANKFURT A. M. Annahme von Ehcstands-Darlehenssdxinen Wer zeitgemäße WOHNKULTUR für sem Heim wünscht, besuche die interessante große MOBEL-SCHAU wohn fertig eingerichteter Raume einschließlich Teppichen,Beleuchtungskörper, Kunstgewerbe, Dekorationen. Ca. looZimmer-Einrichtungen in erlesenem Geschmack und allen Preislagen zur Auswahl. Eine Auslefe der deutschen Möbelinduftrie Wo treffen sidi die Gießener in Wetzlar? Im Gasthaus „Zum Brunnen" Silhöferto. Straße 6 Für la Speisen und Getränke ist bestens gesorgt Es ladet freundlichst ein ROBERT NOHL (früher Gießen, Ederstraße). 04495 Eiswerke I. H. 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Oktober: Hetaktel mit Tanz E filritt und Tanz Irei! tongW Gasthaus »Stadt Berlin« Heute Samstag, den 3. Okt. Konzertabend Bis 4 Uhr geöffnet! 627iD Alt werden, aber gesund bleiben — wer möchte das nicht? Ein Lebensabend der von Altersbesrbwerden, Schwächezuständen und Krankheiten begleitet wird, ist nicht erfreulich. Vielleicht interessiert es Sie, daß gerade diezenig n. o.e .uwsterfrau-Melisscn» geist als allgemeine Gesundheitshilse und Vordcugungsmittel gegen Altersbeschwerden gebrauchen, häufig ein gesundes, hohes Alter erreichen Warum? Klosterfrau-Melissengeist, das reine Heilkräuter-Destillat, wirkt gesundend und regulierend auf grundlegende Funktionen des Körpers: Verdauung, Blutbildung, Nerven- und Herztätigkeit. Altere Leute sollten ihn deshalb bei entsprechenden Beschwerden versuchen, um ernsthaftern Erkrankungen vorzubeugen. So berichtet z. B. Herr Arnold Grün, (Bild nebenstehend) Nievenheim-Delrath, Konradsberg 12, am 10. 6. 36: „Teile Ihnen mit, daß ich jetzt schon 16 Jahre Klosterfrau-Melissengeist gebrauche Annähernd 100 Flaschen habe ich schon gekauft und lasie nicht davon ab, solange ich lebe. Bin jetzt 88 Jahre alt und Veteran von 1870/71 * Und weiter am 19. 6. 36: „Ich gebrauche Klosterfrau-Melissengeist gegen Herzschwäche (starkes Herzklopfen), sowie gegen Unwohlsein und Ohrensausen und suhle täglich, daß er mir hilft. Auch bei Erkältung nehme ich ein Likörgläschen mit Wasser verdünnt." Den echten Klosterfrau-Melissengeist in der blauen Packung mit den drei Nonnen erhalten Sie bei Ihrem Apotheker oder Drogisten in Flaschen zu RM 2,95, 1,75 und —,95. Für Verbraucher, die Klosterfrau-Melissengeist regelmäßig nehmen, sind Halbliterflaschen zu RM 12,75 und Literflaschen zu RM 24,50 vorteilhafter. Jeher Apotheker oder Droglst besorgt sie. 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Oktober 1936 Krofdorfer Straße 6 3n Löbers Kos 6 04520 Ihre Vermählung zeigen an Willi Flohn Feldwebel im Stab M.-G.-Äass. 2 Lina Flohn, geb. M Gießen / Monsheim (Rheinhessen), den 3. Oktober 1936 04511 föesuefien fic die töraune Jftesse - SXeutscfte ll)odie in der VOLKSHALLE zu Gießen Eintrittspreis zur Ausstellung: Erwachsene 25 Pfennig 6231 d Kinder und Militär 20 Pfennig Sonntag, den 4. Oktober 1936 letzter Tag? Ur. 23 2 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 3. Oltober 1936 wird Zuchivieh-Versteigerungshalle vor -er Vollendung Gesamtanlage der Gießener Zuchtviehversteigerungshalle. Die Die Versteigerungshalle im Ausbau. Blick in den Großviehstall. Land, die fahrenden Heimische Warenschau als Wirtschastsmoior. Die Zuchtviehversteigerungshalle der Stadt Gießen auf den städtischen Marktanlagen erfährt in eifriger Arbeit ihre Vervollständigung. Zu beiden Seiten der großen Versteigerungshalle sind Ställe errichtet worden. Ein großer und geräumiger Stallanbau ist für das Großvieh bestimmt, der räumlich begrenztere Anbau für die Aufnahme von Ebern, Ziegen und anderen kleineren Tieren. Die Stallbauten sind ebenso wie die Halle in freitragender Holzkonstruktion aufgeführt worden. Die Versteigerungshalle selbst erfährt gegenwärtig ihren Innenausbau. Es wurden Tribünen geschaffen, die sich architektonisch hervorragend schön in den Raum einfügen und etwa 1000 Zuschauern der Dersteigerungsvorführungen Platz geben. Wie man hört, soll die Halle in voraussichtlich drei Wochen endgültig ihrer Bestimmung übergeben werden. — (Aufnahmen [3]: Neuner, Gießener Anzeiger.) die Nachricht von Bedeutung, daß die Rückfahrt ihres Zuges verlegt worden ist. Der Zug verläßt am Montag, 5. Oktober, Bodenwehrda um 20.35 Uhr, kommt am Dienstag, 6. Okt., 2.40 Uhr nachts in Gießen an und trifft 7.56 Uhr vormittags in Monsheim ein, um 9.22 Uhr Kaiserslautern als Endstation zu erreichen. Die Zeiten für Hin- und Rückfahrt des ersten Sonderzuges (Darmstadt—Hameln) bleiben wie bisher bestehen, ebenso die H i n f a h r t z e i t e n des von Kaiserslautern ausgehenden zweiten Sonderzuges. den durch Rheinhessen und den Taunus Sonderzug zum Bückeberg benutzen, ist immer nur einen beschränkten Organisationsrahmen haben können, versteht sich von selbst. Aber als ein Glied der Gemeinschaftsarbeit im Dienste des großen Aufbauwerks unseres Führers werden auch solche Ausstellungen ihre Bedeutung und ihre wirtschaftlich befruchtende Kraft haben. Wichtig ist nur, daß jeweils der günstigste Zeitpunkt gewählt wird, so daß schon dadurch von vornherein ein Erfolg verbürgt wird. Die anerkennenswerte Aktivität der Parteidienststellen und unserer Gießener Stadtverwaltung ist bekannt. Ihrer Arbeit und ihrer Förderung auf vielen Gebieten war bisher schon der Erfolg zum Besten unserer engeren Heimat zu verdanken. Wenn auch künftighin für diese Art der Wirtschaftswerbung alle Kräfte planmäßig und mit voller Energie angesetzt werden, so dürfen wir die Gewißheit hegen, daß auch hierdurch in unserer engeren Heimat wertvolle Mitarbeit an der großen Aufgabe geleistet wird, die uns der Führer für die kommenden Jahre gestellt hat. B. Die Rückfahrt der Sonderzüge vom Bückeberg. NSG. Für die Volksgenossen aus Stadt und Es liegt auf der Hand, daß es bei diesem starken Widerhall der Ausstellung nicht allein beim Schauen sein Bewenden hatte, sondern auch in geschäftlicher Hinsicht ein Ergebnis herausgekommen fein wird. Dabei ist es allerdings wohl nicht immer jo, daß nun schon während dieser Ausstellungswoche bei allen Ausstellern Aufträge oder Käufe eingegangen sind: der eine wird mehr, der andere weniger, hier und da wohl auch ein Aussteller keine Eintragungen in seinem Bestellbuch vermerkt haben können. Aber durchweg ist doch die Tatsache einer geschäftlichen Werbung anzunehmen, auch wenn sie sich erst nach einiger Zeit in Käufen oder Arbeitsaufträgen sichtbar ouswirken wird. Es ist ja eine alte Erfahrung, daß bei derartigen Ausstellungen der geschäftliche Erfolg oft erst zu einem späteren Zeitpunkt in Erscheinung tritt, seinen Ursprung aber in der Ausstellung selbst hat. Die „Braune Messe" wird also unter diesem Gesichtspunkt auch für die Zukunft als eine Förderung des nationalsozialistischen Wirtschaftsaufbaues anzusehen sein. Dieses positive Ergebnis läßt den Gedanken auf- tauchen, ob es nicht zweckmäßig wäre, derartige Der- anstaltunaen des Deutschen Instituts für Wirtschafts- propaganoa alljährlich einmal in unserer Stadt für den Bereich der Provinz Oberhessen und des Lahn-Dill-Gebiets durchzuführen. Die große Schaffensfreudigkeit der nationalsozialistischen Dienststellen für den Aufbau und die Förderung unserer Wirtschaft, sowie die günstigen Raummöglichkeiten, wie sie in Gießen durch die große Volkshalle und das anschließende Freigelände gegeben sind, stellen einer alljährlich veranstalteten Jahresschau der heimischen Wirtschaft von vornherein eine günstige Prognose. Unsere Volksgenossen dürfen ohne weiteres die Gewißheit haben, daß die Kreisleitung, die Kreishandwerksführung, die Stadtverwaltung und nicht minder die wirtschaftlichen Organisationen immer bereit sein werden, unter vollem Einsatz ihrer Kräfte derartige Ausstellungen zur Förderung der gesamtwirtschaftlichen Interessen unseres Gaugebiets und der angrenzenden Wirtschaftsbereiche in die Wege zu leiten. Bei der Vielgestaltigkeit der Arbeitsgebiete in unserem Gau und in den Nachbargauen, in denen Industrie, Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Gewerbe ein weites Tätigkeitsfeld darstellen, dürften derartige Jahresschauen der heimischen Wirtschaft wohl eine genügend breite und tiefe Grundlage für eine abwechslungsreiche Ausgestaltung haben. Der Gedanke liegt auch nahe, bei solchen Veranstaltungen in jährlichem Wechsel das eine oder das andere Wirtschaftsgebiet jeweils b e - sonders herauszustellen, etwa derart, daß in einem Jahre das Schwergewicht der Ausstellung auf das Gebiet der Landwirtschaft gelegt würde, im fol- Die „Braune Mesie — Deutsche Woche" am morgigen Sonntagabend nach achttägiger Dauer ihre Pforten schließen. Damit wird eine Leistungsschau der deutschen Arbeit zu Ende gehen, die in ihren Auswirkungen über die Zeit der Ausstellungswoche hinausreichen wird. Handwerk, Handel, Industrie und Landwirtschaft unserer engeren Heimat, aber auch der angrenzenden Wirtschaftsbezirke hatten auf dieser Schau die Möglichkeit, mit den Erzeugnissen ihrer Arbeit vor eine breite Oeffentlich- keit zu treten. Wie lebhaft dieses Echo der Ausstellung bei der Bevölkerung war, beweist der starke Besuch. Wir erinnern dabei an die Tatsache, daß allein am vorigen Sonntag Tausende von Besuchern sich in der Ausstellung aufhielten, und der Andrang wiederholt sogar so erheblich war, daß der Eintritt vorübergehend gesperrt werden mußte; unser Blick richtet sich auch rückwärts auf die Tage zu Anfang dieser Woche, die in Verbindung mit der „Braunen Messe" verschiedene Tagungen von Organisationen der Partei und der Wirtschaft brachten und ihren besonderen Anziehungspunkt in dem Besuche der „Braunen Messe" hatten. genden Jahre Handwerk und Industrie mehr in den Vordergrund treten könnten, dann wieder die beson-, deren Eigenarten des heimischen Gewerbes aller Art | den größten Raum für ihre Werbung erhielten, dabei aber immer der Grundgedanke der Förderung der Interessen der Gesamtwirtschaft klar zum Ausdruck käme. Eine weitere Vertiefung der Wirkung solcher Jahresschauen könnte auch dadurch erzielt werden, daß man den Unternehmungen, die entweder infolge schwacher wirtschaftlicher Eigenkraft oder ihrer fachlichen Art nach sonst nicht ausstellen können, durch besondere Vergünstigungen die Möglichkeit böte, im Rahmen derartiger Ausstellungen ihre Leistungen der Öffentlichkeit zeigen zu können. Wir denken hier beispielsweise an das Kleinhandwerk und das Kleingewerbe, aber auch die Gaststättenbetriebe könnten wohl durch eine Ausstellung gastronomischer Art, etwa in Gestalt einer Kochkunstausstellung oder dergleichen, in einem solchen Rahmen ihre wirtschaftlichen Leistungsmöglichkeiten öffentlich unter Beweis stellen und zugleich ihre Kräfte einsetzen und beleben im Dienste des wirtschaftlichen Äufbaus. Daß derartige Jahresschauen innerhalb der Möglichkeiten einer mittleren Provinzstadt natürlich ; ■ L , - Gießener Stadttheater. Friedrich Bethge: „Reims". Als auf der Münchener Reichstheaterfestwoche im Mai dieses Jahres neben „Thomas Paine" von Hanns Johst und „Rothschild siegt bei Waterloo" von Eberhard Wolfgang Möller auch Friedrich Bethge s „Hungermarsch der Veteranen" in einer repräsentativen Aufführung herausgebracht wurde, war mit der Wahl dieser Stücke — so verschieden sie untereinander sein mögen — deutlich und weithin vernehmbar ausgesprochen, nach welchen Grundforderungen und welcher seelischen Haltung das nationalsozialistische Deutschland die dramatischen Kräfte, Inhalte und Formen seines Theaters bemißt. r . Man wird diese Maßstäbe auf die klarste und einfachste Formel bringen können, wenn man sich der Worte aus der programmatischen Rede des Reichsministers Dr. Goebbels wahrend der Theaterwoche erinnert, daß nämlich die deutsche Bühne heute wieder anfange, im Sinne Schillers eine „moralische Anstalt" zu werden und das Podium der politischen und sozialen Moral auch unserer Zeit zu sein. * Solchen Forderungen entspricht neben dem „Hungermarsch" in Bethges Werk vor allem das bereits 1930 uraufgeführte Kriegsstuck „Reims . Damals hatte Bethge, der 1891 'n Berlin geboren wurde, bereits eine umfangreiche literarische Tätigkeit hinter sich. Nach dem Kriege, den er als freiwilliger und später als Offizier, höchst ehrenvoll ausgezeichnet, von Anfang bis zu> Ende mitmachte, war er Beamter in Berlin, bald aber auch als Theaterkritiker, Lyriker, Novellist und Dramatiker tätig. 1933 wurde Bethge als Chefdramaturg und stellvertretender Generalintendant der Städtischen Bühnen nach Frankfurt a. M. berufen. ♦ In dem Drama „«Reims" hat der Frontsoldat Bethge sein Kriegserlebnis zusammengefaßt. Die Zeitungsnotiz über das grausame und ungewöhnliche Schicksal eines österreichischen Sergeanten an der italienischen Front gab den Anstoß zu seinem Stück, in dem er zeigte, wie er den Krieg sah. nicht als Problem, sondern als Phänomen (so sind seine Worte) — als eine Tatsache, eine Wirklichkeit, über die nicht debattiert werden kann, sondern die hingenommen werden muß, und vor welcher der Mann, der Mensch in einem heroisch gesteigerten Gefühl sich zu bewähren hat, indem er das Gesetz des Krieges erkennt und anerkennt und das größere Schicksal, das alle beschattet, über das eigene, kleine stellt, das nur ihn angeht und unwichtig wird m einer Zeit, wo es auf jeden einzelnen Mann ankommt. * Bethge hat den Schauplatz von der italienischen an die deutsche Westfront verlegt — Sommer 1918 zwischen Bapautne und Reims — und den Fall des Sergeanten Aracsi auf den schlesischen Sergeanten Jarkusch übertragen: der erfährt von einem aus dem Urlaub zurückkehrenden Kameraden, daß der russische Gefangene daheim in seinem Hause seiner Frau nicht nur bei der Arbeit hilft, sondern sich als Hausherr zu fühlen beginnt... Jarkusch, den die Nachricht wie ein Messerstich getroffen hat, erbittet Urlaub für ein paar Tage, um Ordnung zu schaffen; der Urlaub wird ihm verweigert, da nimmt er sich welchen (mit dem festen Vorsatz, in fünf Tagen zurück zu sein) — wird unterwegs von der Feldgendarmerie aufgegriffen und alsbald wegen Feigheit und Fahnenflucht vors Kriegsgericht gestellt. * Bis zu dieser Verhandlung folgt Bethge dem Zeitungsbericht über den Fall des Oesterreichers. Jener wurde vom Kriegsgericht begnadigt, seine Todesstrafe in lebenslängliches Zuchthaus umgewandelt; dreißig Gnadengesuche in zehn Nachkriegsjahren wurden aber abgeschlagen mit der Begründung, der Mann sei ja bereits begnadigt .. Bethge findet nun für den Deutschen eine andere Lösung und eine andere Entscheidung, die über den Spruch des Kriegsgerichtes hinausreicht. Den Jarkusch trifft es doppelt hart, die Nachricht von dem Elend daheim erreicht ihn im unglücklichsten Augenblick: als er mit der mündlichen Meldung von vorne zum Stab kommt, die eigene Artillerie schieße zu kurz und vernichte die Kompanie. Der Oberst glaubt ihm die Meldung nicht und hält ihn für einen Drückeberger ... erst recht, als er wenige Minuten später — kurz vor einem Angriff — um Urlaub bittet. Man sieht, wie der Frontsoldat Bethge sehr scharf die Linien zieht und abgrenzt, wie der Sergeant Jarkusch (es fällt einmal ein sehr bitteres Wort vom „Feind" und vom „Gegner") eigentlich einen Zweifronten-Krieg führt .. und die andere Front beginnt für ihn gleich hinter der vordersten Linie; sie reicht vom Stah bis in den „Langen Jammer" seines Heimatdorfes. Jarkusch spricht sich selbst sein Urteil und weiß genau, wie er wiedergutmachen kann und muß; ihn ruft das Regiment, das in jener Nacht bei einem Angriff englischer Tanks fast aufgerieben wurde; ihn rufen die Toten, die Stimmen der gefallenen Kameraden. Vor Reims wird der Deserteur zum gläubigen Helden; er wird zu jenen gehören, welche die Loslösung der deutschen Linie gegen eine hoffnungslose Uebermacht von drei Divisionen verschleiern und decken soll. Die Türme der Kathedrale von Reims winken ihm wie die offenen Pforten des Himmels. Bethge faßt es so: Bapaume — das war die Materialschlacht, das war Tod und Vernichtung; Reims aber ist: Tod und Verklärung. Der Krieg als Phänomen, nicht als Problem — gespiegelt in einem Einzelfall, aufgewiesen an einem kleinen, im Grunde belanglosen Schicksal: aber wie der Mensch, den es trifft, dieses sein Schicksal trägt und überwindet, das erkennt Bethge als beispielhaft; darin findet er den Sinn einer ungeheuerlichen Wirklichkeit, daß ein Mensch aus allem Grauen, aus aller Verwirrung des Gefühls den Weg zurückfindet — zu sich selbst, zu den Kameraden, toten und lebenden, zu der Pflicht, zu der Tat und dem Opfer, das des heroischen Menschen würdig ist. — Oberspielleiter Theodor Haerten, der sich in der vergangenen Spielzeit mit dem „Tollen Christian" als Dramatiker bei uns einführte, hat das Stück inszeniert. Er sah sich — zunächst äußerlich — einer überaus anspruchsvollen, ja gefährlichen Aufgabe gegenüber: die im Grunde jeder Wiedergabe spottende Wirklichkeit des Krieges, der Materialschlacht anno 18, mit den Mitteln der Bühne zu beschwören. Haerten tat sein Aeußerstes, er setzte alles ein, was der technische Apparat des Theaters herzugeben vermag. Die Bilder der Front und des heimatlichen Dorfes (eine ausgezeichnete Leistung Löfflers) unter dem gleichen wolkenschweren Nachthimmel, unheimlich, öde und hoffnungslos; die übrigen Schauplätze — Quartier, Eisenbahnwagen, Kriegsgericht, Zelle — knapp angedeutet, nüchtern und sachlich. Mit MG.-Feuer und schweren Einschlägen, mit Tankangriff und Fliegerüberfall gelangte die Regie unter dem Einsatz aller opti- jchen, klanglichen und mechanischen Möglichkeiten an die Grenze dessen, was das Theater an Jllusions- wirkung zu geben vermag. Es scheint uns für Haertens Inszenierung zu sprechen, daß trotzdem die stärksten Eindrücke nicht von den äußeren Erschütterungen durch die sinnliche Wahrnehmung ausgingen, sondern von den Szenen, in denen der Kampf an der inneren Front ausgetragen wird, in der außerordentlich konzentrierten und dramatisch gespannten Szene der Kriegsgerichtsverhandlung vor allem. Herr Geiger spielte den Jarkusch, den zwie« spältigen Helden dieses Stückes — aus einem Guß, auf einer klaren inneren Linie, als Menschen und als Soldaten ganz folgerichtig im Ablauf des Geschehens; man begriff vollkommen die Erschütterungen, in die dieser Mann gestürzt wird — nicht durch das entfesselte Grauen der Schlacht mit Tod und Vernichtung ringsum, sondern durch Gegenkräfte einer unsichtbaren Front, gegen die er sich nicht zur Wehr setzen kann. Man erlebte glaubhaft die Entwicklung der Tat, den Zusammenbruch und die Ueberroinbung aus eigener, innerer Gesetzmäßigkeit, durch eine Entscheidung, die nicht vom Tisch des Kriegsgerichtes ausgehen konnte. * Das Stück erforderte den Einsatz des gesamten männlichen Personals. Aus der Fülle der Gestalten und Gesichter lassen sich hier natürlich nur die dramatisch wichtigsten und darstellerisch markantesten herausgreifen. Herr Rosenthal als Hauptmann: eine sehr geschlossene, zusammengeraffte Erscheinung, knapp, männlich, entschieden; am eindeutigsten in der Szene des Kriegsgerichtes, wo sich der Hauptmann bewußt und aus innerstem Gefühl vom Verteidiger zum Ankläger wandelt. Herr Hub hotte sich mit beklemmender Umrißschärfe in Wort, Gebärde und Haltung in die gefährlich lauernde und witternde Triebhaftigkeit des Gefangenen Wassili eingelebt. Neben ihm in kurzen Szenen sehr überzeugend die zwischen Erinnerung und Hoffnung, zwischen Schwäche und Entschlossenheit schwankende Gestalt der Marie: Frau Stirl. * Recht geschickt fand sich Herr Geißler in die schwierige und nicht eben dankbare Rolle des Obersten; zumal in der betonten Leidenschaftslosigkeit und aufreizenden Kälte, die er als Vorsitzender des Kriegsgerichts zur Schau trug. Herr v. G s ch m e i d- l e r (Leutnant Faber) entwickelte seine Rolle am nachdrücklichsten in den schlicht menschlichen und nüchtern wirklichen Szenen (im Gespräch mit Jarkusch) gegen Ende. Herr Kühne in einer Episodenrolle und bann als Anklagevertreter war ausgezeichnet: seine kühl abwägenbe Darlegung bes Falles stach einbrucksvoll vom ausbrechenben Gefühl bes Verteibigers ab. Gute Leistungen boten auch (in kleineren Aufgaben) bie Herren Neuhaus, Forstner, Walter und Linbt. — • Die Besucher konnten sich dem starken Eindruck des Stückes und der Aufführung nicht entziehen und dankten zuletzt mit anhaltendem Beifall. hth» Aus »erprovmziathaupMadl RSÄÄ»5 . rück: doch der Getroffene sondert sich vom Rudel 3 „Tu ich auch gar nicht, aber mir ist was einge» i fallen, was dir vielleicht weiter hilft. Geh doch mal zu dem sinnigen Mann, der dir den Wagen ge» schenkt hat, nimm den Wagen mit, fahr ihm was vor, erzähl chm das, was er von deinen Planen wissen und verdauen darf, vielleicht hat er nochmal so eine noble Anwandlung und pumpt dir was auf weite Sicht." , . . . Sekundenlang beschaut sich Leonhardt im Wolde das Getändel zweier Schmetterlinge die sich auf dem schwankenden Stiel einer Feuerlilie ein Stelldichein geben. ©Untermann. Richtig. Aber ob das nicht doch reichlich unverschämt ist, ihn um Geld anzugehen? v . „Versuchen kannst du es doch. Mehr als nein sagen, kann er doch nicht. Du brauchst fa Nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Fahr ihm den Wagen vor, das ist doch Beweis genug für dein Können, für ihn wenigstens. Melde dich nicht erst an, rolle einfach hin. Hohe Herren haben oft Ausreden, dann kannst^ du nur stramm stehen und ,Ve^elhung^rMU wicht" Leonhardt abwesend. Er' sieht sich schon fahren und reden — die Per- spektiven werden verlockend und haben ein phantastisches Ziel. „Steig ein, — fahren wir hin." „Wie bitte?" Herdegen wollte eben mal herzhaft gähnen, die Luft hat ihn müde gemacht, jetzt fährt ihm Leonhard nicht schlecht in seine Kaffeegemütlichkeit. „Du bist ein bißchen plötzlich, hat denn das nicht bis morgen Zeit? Es ist doch schon halb sechs! Die Beiden gehen übrigens jetzt, wahrscheinlich gehört ihnen auch der kleine Mercedes-Roadster, ganz anständiger Wagen, neu, wie mir_ scheint." Leonhardt muß noch einmal grüßen, denn Hanna Brandes geht eben an ihm vorbei. Aber da bleibt sie plötzlich stehen. . .... ... „Sie sind das! Ich habe Sre vorhin wirklich Nicht erkannt. Ist das Ihr Wagen?" jawohl, Fräulein Brandes." Hanna kann ihre Verblüffung nicht gatu Berbergen. Es will ihr nicht gleich m den Kopf, daß der Besitzer einer Leihbücherei sich so einen Wagen leisten kann. Der hat keine Kleinigkeit gekostet und ist auch fabelhaft gehalten. . n ,Zch wünsche noch gute Unterhaltung! , Jagt fit und schließt sich John Herding an, Derjte eben einholt. „Das Buch werde ich ball) lesen. „Geht es Fräulein Gottschalk besser?", fragt Leonhardt noch schnell. (Fortsetzung folgt) „Was willst du denn noch weiter aus dem Wagen herausholen, Leonhardt, du hast doch da noch was vor?" „Verzapfe ich dir nach dem Prüfstand , sagt Wolde kurz. Ingenieur Weigert ist sofort bereit, den Wagen unter die Lupe zu nehmen. Er kennt und schätzt im Wolde, obwohl Autodidakt, als tüchtigen Fachmann und ist ihm gern behilflich. Während er den Wagen prüft, fällt kein Wort. Die beiden Kameraden stieren auf die Meßinstrumente und warten schweigend auf Weigerts salomonisches Urteil. Aber der Versuchsingenieur nimmt sich Zeit, er tut, als bemerke er die Spannung nicht. Aber einmal wird er ja doch fertig, da lacht er, als er die zwei Augenpaare starr auf sich gerichtet sieht. „Tadellos, im Wolde. Ich kann keine günstigere Einregulierung vornehmen. Gute Leistung. Gratuliere. Ganz ohne Prüfstand?" „Klar," meint Leonhardt mit mühsam gezeigter Sachlichkeit. Er freut sich wie ein Kind über gute Zensuren und nickt dem Kameraden zu. „Na, siehst du! Herzlichen Dank, Weigert! Ich komme Ihnen später mal wieder näher, ich habe noch allerhand vor. Rin in die Kiste, Ludwig!" Wieder brausen sie ab, und diesmal bringt Leonhardt den Motor auf höchste Tourenzahl, wozu ist er denn auf der Avus! Dann nehmen sie es wieder mehr mit der Ruhe, steigen bei einem kleinen Waldaasthaus ab und setzen bei einer Taste Kaffee ihre Fachgespräche fort. „Ich denke an den neuen Autobahnwagen, Ludwig, ich habe da eine Idee, über die ich jetzt noch nicht reden will. Ich mußte Geld haben — Mensch, Geld — aber wo soll ich das hernehmen! Daß man doch immer wieder an diesem Dreck scheitert. Diel brauchte ich ja nicht, fürs erste wenigstens, nur eine kleine Werkstatt, in der ich ungestört arbeiten könnte." , v . „Und deine Bücherei? , fragt Herdegen trocken 3UJBüd)erei? Du lieber Himmel — ist mir doch erst mal nur der Boden unter den Füßen. Ich wollte, ich hätte die tausend Mark jetzt, aber meine Mutter wollte nicht, ich mußte ihr versprechen, nur damit einen vernünftigen Beruf zu suchen, der seinen Mann ernährt. Sie hat den Wagen nie leiden mögen!" Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet ein Lichtbildervortrag des Sport- referenten des Deutschlandsenders Rolf Wernicke über „Die XL Olympischen Spiele in Blld und Ton" statt. Der Lichtbildervortrag umfaßt sämtliche Sportarten, sei es auf dem Reichssportfeld, bei den Ruder- Wettbewerben in Grünau oder auf den gigantifdu** Wasserbahnen in Kiel. Die fesselnden Worte b> Sportreferenten lassen uns wieder Zeuge der ge- wattigen Leistungen der Jugend in der ganzen Wett werden. Anfang 20 Uhr, Ende22 Uhr. Außer Miete. Der Spielplan des Stadttheaters Gießen vorn 4. bis 11. Oktober. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag, 4. Oktober, findet die 2. Morgen- Veranstaltung unter dem Motto „Erntedankfest" statt. Die Feier ist auf einen volksliedhaften Ton gestimmt, dem sich die Lieder und der Tanz einordnen. Kapellmeister Ernst Bräuer, der die Musik zusammensetzt, hat die Lieder von I. A. P. Schulz gewählt, weil hier der volksliedhafte Ton am natürlichsten getroffen ist. Der Intendant Schultze - Griesheim und Charlotte [Traufe sprechen Gedichte. Gesänge Paulus Der Ingenieur klopft seinem Kameraden auf die Schulter, er lacht. „Das kann ich mir lebhaft vorstellen. Da hast du nun im heißen Bemühen ein Dutzend Leerlauf- und Hauptdüsen verbraucht, vielleicht ebenso viel Lusttrichter für den Vergaser, hast selbst im Schlaf noch am Zündzeitpunkt herumgestellt und hattest die ganze Sache sehr viel einfacher haben können. Warum bist du nicht auf den Regulietttand irgendeines Brennstoffvertriebs gegangen? Da hattest du die ganze Sache in ein paar Minuten erledigt. Du quatscht jetzt dämlich. Das weiß ich selber. Es" lag mir aber daran, selber darauf zu kommen, sonst hätte mir das Ganze gar keinen Spaß gemacht, dann konnte ich den Wagen auch dem Fritze in die Hand drücken und sagen: „Hau ab und komm mit besserem Anzugsmoment und höherer Endgeschwindigkeit wieder!" Leonhardt im Wolde wird immer eifriger, sein Gesicht glüht, er will den skeptischen Freund gern überzeugen. Herdegen hat sich über den Motor gebeugt, ist mit viel Ernst bet der Sache und überprüft noch einmal den Klang der Maschine ... Er hört genau auf das, was ihm der Kamerad sagt. Aber du kannst mir doch nicht erzählen, daß du lediglich mit Fingerspitzengefühl für Maschinen das erreichst, was mit Mestunaen durch Prazisionsin • ftrumente auf den ausgeklügelt konstruierten Versuchsständen geleistet wird!" Zuaeqeben. Aber prüfen wir das doch. Und zwar sofort. Ich fahre jetzt zum B. V.-Aral-Pruf- stand auf die Avus, ich kenne den Ingenieur dort, da werden wir ja sehen, was los ist." Wolde wischt sich die öligen Hande mit Putz- wolle ab und wirft sie Herdegen zu. Sehr sauber sind die beiden nicht, aber das ist ihnen sehr egal. Sie machen kehrt und rasen zur Avus. Kuen. Irmgard Zenner wird eine Tanzsuite nach Volksliedern mit der Tanzgruppe zur Auf- führung bringen. Die musikalische Leitung hat Ka- pellmeister Ernst Bräuer. Dauer der Feier von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Für Platzmieter ist der Eintritt frei Am Abend findet anläßlich des Erntedankfestes die Aufführung des rheinischen Volksstückes „Der Sprung aus dem Alltag" statt. Lustspiel von Heinrich Zerkaulen. Spielleitung: Fritz Walter Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Außer Miete. — Dienstag, 6. Oktober Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr, „Reims", Drama von Friedrich Dethge. Spielleitung: Theodor H a e r t e n. Dienstag-Miete. 3. Vorstellung. — Mittwoch, 7. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr, „Der Sprung aus dem Alltag", Lustspiel von Heinrich Zerkaulen. Spielleitung: Fritz Walter. Mittwoch - Miete. 3. Vorstellung. — Freitag, 9. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr, Erstaufführung „Der Bettel- student" Operette von Carl Millöcker. Spielleitung: Paul W r ed e. Freitag-Miete. 4. Vorstellung. — Samstag, 10. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr, „Donna Diana", Lustspiel von Moreto. Spiel- leitung: Der Intendant. Theaterring der NS.- Kulturgemeinde. — Sonntag, 11. Oktober, Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr, „Der Bettelstudent", Operette von Carl Millöcker. Spielleitung: Paul Wrede. Außer Miete. Frühmorgens glitzern jetzt Gras und Heidekraut ] von fiibergrauem Reif, das bunte Laub und das samtgrüne Nadellaub der Fichten und Föhren * fchimmert, als wäre über Nacht ein Gespinst dar- \ auf gefallen, und der Fliegenpilz trägt aus seinem 1 roten Hütchen einen hauchdünnen Üeberzug von , winzigen Frostperlen. Kein Vogelrus kommt aus den Baumkronen, nur quarrende Krähen ziehen über den Wipfeln den Feldern zu, wo jetzt mehr für sie zu finden ist als in den herbstlichen Wäldern. Allnächtlich liegen Nebelschleppen über den Wiesen. Durch das sterbende Röhricht weht frostig der Frühwind und läßt das rotbraune Laub der Zitterpappeln am Flußufer aufrauschen. Noch herrscht das Dunkel, doch im Osten breitet sich fahles Zwielicht aus, das bald einer matten, die grauen Wolken mit sanftem Goldglanz überhauchenden Röte weicht, während über der Tiefe noch die Dämmerung liegt. Nun ein dumpfes fernes Grollen, verschwommen und geisterhaft — uuuoa... ein Hirsch hat geschrien. Don wo kam der Rus? Der Rufer steht weit entfernt, und Dunst und Nebel drücken so schwer auf Heide und Wald, daß das Ohr leicht irregehL Doch auf der nahen Wiese, die noch unter grauen Schleiern liegt, regt sicb undeutliches Leben; gedämpftes Trappeln und Schlagen läßt sich vernehmen — der alte Dierzehnender treibt dort {ein Rudel zusammen und umkreist es eifersüchtig. Ziehende Graugänse rufen, im Rohrgürtel des Flusses schnattern Wildenten, wandernde Ringdrosseln lärmen in den Wacholüerbüschen am Wald- faum. Aus dem Wald jenseits des Wassers, wo tm Frühjahr der Habicht horstete, tönt das Röhren junger Hirsche herüber, klagend und böse, und nun schreit auch der Platzhirsch auf der Wiese trotzig und drohend. ,r Es ist heller geworden. Als milchweiße Scheibe steigt mit blassem Schein die Sonne über den walddunklen Hügeln auf, und der Nebel gerät in flutende Bewegung. Der Reis verwandett sich m funkelnde Tropfen, an Busch und Kraut blitzen die Wasserperlen, und die langen tiefgrünen Reiser des Besenginsters triefen von Nässe. Der Wind frischt auf, die dunklen Schwaden zerrinnen. Es wird Tag. Der alte Platzhirsch, müde von Brunst und Eifersucht, hat sich an dem Wiesenbuckel meder- getan und läßt sich von den Sonnenstrahlen ine taufeuchte Decke trocknen. Rehe ziehen durchs Hochholz nach der Flußsenke zu, ein bejahrter Löffel- mann hoppelt unter den braunen Farnen heran und verschwindet zwischen den Stauden; das Mutter - wild steht äsend auf der Blöße umher. Da bricht es in dem dichten Fichtenmantel des Stangenholzes, dürre Aeste knacken, ein Hirsch schiebt sich durch das Gestrüpp, überfällt mit einer Flucht den trockenen Abzugsgraben und verhofft kurz, dann donnert er seinen Kampfruf über die Wiese — ein Fremdling, den der Grünrock aus dem Hochsitz noch nie gesehen hat und der herzugewan- deri ist. Welch ein Hirsch und welch em Geweih! Die blanken Enden der schwarzen massigen Stangen leuchten in der Morgensonne. Mit gehobenen Häuptern und steilen Lauschern äugt ihm das Rudel entgegen, dann fährt es wirr durcheinander... Mit jähem Ruck ist der Platzhirsch hoch geworden, nur einmal dröhnt er seinen Zornruf zu dem Nebenbuhler hinüber, der langsam auf die Bloße hmaus- gezogen ist. In einem kurzen Bogen trollt er dem Störenfried entgegen, und schon prasseln tue mächtigen Geweihträger auf Schußweite zusammen. . Mit verhaltenem Atem blickt der Jäger auf Das Ringen, dessen Zeuge er überraschend geworden ist — ein Kampf spiel gewaltiger Kräfte, das er in solcher Wucht kaum jemals wieder erleben wird. Soll er den Kolben heben und das Turmer vorzeitig beenden? Nein, hier darf nur das Maß der Kräfte entscheiden, dann mag der Schwächere fallen. Ist der Fremde der Stärkere, so soll ihm auch Die Herrschaft zufallen, denn frisches Blut ist für Die Nachzucht immer gut; unterliegt er, Dann wäre sein Leben für Den WilDstanD Des Reviers fein Dem Gebiete des Rechnungswesens ausgebildet. Bei Errichtung Der Kasse Der StäDtischen Betriebe Gießen im Jahre 1934 würbe Herr Gräf Durch Das Vertrauen Des Herrn Oberbürgermeisters zum Letter Dieser Kasse bestellt. Der Herr Oberbürgermeister Dankte Herrn Gräf Durch ein Glückwunschschreiben Die Mitarbeiter Des Herrn Gräf ehrten ihn Durch Ueberreichung eines Geschenkes. Oie Konzerte des Konzertvereins. Der Gießener Konzertverein gibt — wie er uns chreibt — auch in Diesem Winter wieder neun Abonnements - Konzerte, Darunter vier große Orchester-Konzerte mit namhaften Solisten unter Leitung von Professor Temesvary, ferner eine Anzahl Solisten-Abende, für die er ganz hervor» ragenDe Künstler gewonnen hat, und zwar Edwin Fischer für einen Klavier-Abend, Den schnell zur Berühmtheit gelangten Geiger Wi 1 h. Str o ß, sowie Den hier bereits bestens bekannten Organisten Der Thomaskirche zu Leipzig, Günther Ra m in. Außerdem wird nach langer Pause Das Wendling-Quartett mit einem Kammermusikabend erfreuen. Als Chorkonzert ist das auf Den Olympischen Spielen mit so großem Erfolg aufgeführten Oratorium Herakles von Händel unter Leitung von Professor Temes vary in Aussicht genommen. Kameradschostsatend der OAF., Abteilung Art e 'sdank. Tageskalender für Samstag. Braune Messe: 10 bis 20 Uhr in Der Dolkshalle. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Die XI. Olympischen Spiele in Bild und Ton". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ungeküßt soll man nicht schlafen qehn". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „90 Mi- nuten Aufenthalt". — Kurzschriftvereinigung Der DAF.: 20 Uhr Oktobers^ auf Der „Karlsruhe". — Artillerieverein: 20.30 Uhr KameraDfchaftsabenD im Sammlung wirD Dienstag, 6., unD woch, 7. Oktober, von Der NS.-Frauenfchaft durch- geführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen ficht- bar anzugeben. Ab 1. Oktober kommt die Sammlung dem ©in« terhilf swerk zugute. Es wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern. WenwW Vornan von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 Am Donnerstag fand eine Zusammenkunft der hiesigen Mitglieder des Arbeitsdankes statt. Der Bezirksarbeitsdankwalter, Feldmeister a. H a n ß, eröffnete Den Abend, inöem er Die zahlreich erschienenen KameraDen unD Kameradinnen begrüßte unD befonDers Diejenigen im Arbeits- Dank herzlich willkommen hieß, Die jetzt aus Dem ArbeitsDienst entlassen worden finb. Nach einem gemeinsamen Lied sprach er über Die Bedeutung der Eingliederung Des ArbeitsDankes in Die Deutsche Arbeitsfront. Früher (ei Der ArbeitsDank ein eingetragener Verein gewesen, wie viele anbere, jetzt aber habe er burch biefe Einglieberung eine ganz anbere Bebeutung bekommen. Er wies bann auf bie enge Zusammenarbeit bes Reichsarbeitsbienstes und ber D.A.F. hin, bie auch äußerlich baburch zum Ausbruck kommt, baß Der Reichsarbeitsführer die Ehrenführerschaft über Die in Die D.A.F. eingetretene Jungmannschaft übernommen hat. In seinen weiteren Ausführungen schilDerte Der Redner Die zersetzenDe Tätigkeit Moskaus, wie Dieser Geist die ganze Welt in Unruhe versetzt unD nur zer- ftörenD wirkt, währenD in DeutschlanD am Ausbau gearbeitet wirb, eine Arbeit, bei Der jeDer einzelne mithelfen muß. UnD wenn im ArbeitsDank jeder seine Pflicht tut, Dann ist Das ein Stein am großen Aufbauwerk unseres Führers. Wer sich außerhalb unserer Reihen stellt unD nicht mitarbeitet, ist nicht zum Tragen Der ArbettsdanknaDel berechtigt. Zum Verdunkelung in Gießen Aus den Gießener Gerichtssälen den Tpipfnn £>Ci*i Sp.ltprRWPtr Dazu sind wir da! Zur Bekämpfung Mel-Vremholz FRANKFURT cLIEüf RAUEHSIR. 1-3 «sftD „HÖH E N.S.O N N E “ aus und (Anfeuerholz) gibt nutend ab Wi Brumlik Hani Teppich-u. Gardinenhaus hatte. Das Motiv des Angeklagten mag darin gelegen haben, daß er sich seine Kunden und damit seine Existenz erhalten wollte. Angesichts dieser Umstände sah das Gericht die Taten des Angeklagten, der nicht vorbestraft ist, in milderem Lichte und kam ZU dem Schluß, daß auf eine höhere Geldstrafe als 1000 Mark nicht zu erkennen war. Das Verfahren mußte daher auf Grund des Straffrei- heitsgefetzes vom August 1934 eingestellt werden. Der Staatsanwalt hatte gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 2000 Mark, der Verteidiger Freisprechung beantragt. Schluß wies der Dezirksarbeitsdankwalter noch auf eine große Abendveranstaltung des Arbeitsdankes hin, die Anfang Dezember stattfinden soll. Nach dieser Rede tauschte man bei einem Glas Bier seins Erlebnisse aus. Der Abend nahm einen sehr gemütlichen Verlauf. Kampf dem Verderb ist der Ernledank des deutschen Volkes. Amtsgericht Gießen. Am Donnerstag vormittag wurde gegen Standard - Motorräder! Vertretung: W. BALSER Reparatur-Werkstatt: Dammstraße8 Günstige Zahlungsbedingungen, bis 15 Monate Ziel. Die neuesten Modelle stets am Lager. Besichtigung ohne Kaufzwang. Sofort lieferbar! Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße / Telefon 3403 SiWsMlMll MllMlli Ludwig Kröck Telefon 3580. H. N. von Marburg wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsoronung verhandelt. Der Angeklagte war durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen zu einer Geldstrafe von 35,— RM., Hilfs« weste 7 Tage Haft, verurteilt worden, weil er beim Befahren des Wernerwalls mit feinem Lastkraftwagen mit Anhänger beim Einbiegen in die Marburger Straße die Kurve geschnitten und hierbei auf einen ihm entgegenkommenden Lastwagen, der erheblich beschädigt wurde, gefahren war. In der Hauptverhandlung wurde der Angeklagte überführt und die im Strafbefehl ausgesproch.ne Strafe von 35.— RM. auf eine Geldstrafe von fünfzig RM., evtl. 10 Tage Haft erhöht. Außerdem wurde der Angeklagte mit den Kosten des Verfahrens belastet. Der F. Pf. von Gießen hatte gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen wegen Gewerbe- Übertretung, weswegen er zu 10 RM. und 12 RM., An alle Vottsaenoffen der Ortsgruppe Gretzen-Nord. Am Sonntaz. 4. Oktober, feiert das gesamte deutsche Volk das Erntedankfest. Die Volksgenossen sind hiermit eingeladen, am Erntedankfest der NSDAP, in Gießen teilzunehmen. Es wird die Erntedankfestfeier der deutschen Dauern, des deutschen Volkes vom Dückeberg im Tagungszelt der Braunen Messe neben der Volkshalle in Gießen durch Lautsprecher einwandfrei gut hörbar übertragen. Beginn der Feierlichkeiten, Sonntag, 12.45 Uhr. Nach der Uebertragung der Rede des Führers findet ein Konzert statt. Die Teilnahme an der Uebertragung und der Besuch des Konzertes sind kostenlos. Tanzgeld wird nicht erhoben. Nach 18 Uhr findet eine Beleuchtung der Gartenanlagen des Freigeländes vor der Dolkshalle statt. Heil Hitler! Thomas, Orsgruppenleiter. SDeiMmäamm muß tnstandgehaNeo werven! Jever kleine Mangel — birgt Gefahr!! ...UodOu7?...Vu übersiehst manch kleiae« „TlotfignoP, bas Dir Dem Körper gibt und — brichst bann eines Tags zusammen!. .. Holte Deinen Körper stets instand! Sonne gibt Ausdauer und Widerstandskraft! Sonnenstrahlen bauen Kräfte auf!! .. Bestrahl' Dich regelmäßig mit »Hanauer Höhensonne". Die kostenfteie Drucksache 7!r. 843 ober gegen 60 Pf. in Marken b. Tlochschlogebuch.Fltroviolette Strahlen u. der mcnschl.Körpcr" sowie eine Probedose „Gngadina-Creme" sendet bereitwilligst die Quarzlampe« Gesellschaft m.bL>. Hanau am Mat«, Postfach Nr. 415. Urwerb' Vorführung in allen med. Fachgeschäften. ASS-und Siemens "Kelniger-Aiederlafig. Schwurgericht Gießen. In der letzten Sitzung der zweiten diesjährigen Schwurgerichtsperiode verhandelte das Schwurgericht gestern gegen den Heinrich Kaufmann, geb. am 20.2.1904 in Lichenrod, Kreis Gelnhausen, und die Marie S e n k l e r , geb. Stier, geb. am 12.1.1907 in Lanzenhain, wohnhaft in Rebgeshain, wegen Meineid. Beiden Angeklagten wurde zur Last gelegt, in einem Unterhaltsprozeß, der am Amtsgericht Herbstein anhängig war, wissentlich einen falschen Eid geleistet zu haben. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Anklagevertreter war Gerichtsassessor Dr. Rumpf, als Verteidiger waren tätig die Rechtsanwälte Dr. Schneider und Krüger, beide Gießrn. Am späten Nachmittag verkündete das Gericht das Urteil gegen die Angeklagten. Kaufmann wurde zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr, abzüglich drei Monate und drei Wochen Untersuchungshaft, die Marie Sentier zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr, abzüglich 2 Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Gegen den Angeklagten Kaufmann wurde außerdem auf drei Jahre der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und auf dauernde Unfähigkeit, als Zeuge oder Sachverständige eidlich vernommen zu werden, erkannt. ♦ Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. S p e ck- hardt, der den Vorsitz in allen Schwurgerichtsoerhandlungen der zweiten Periode 1936 geführt hat, sprach nach beendigter Sitzung den Geschworenen in herzlichen Worten den Dank für ihre wertvolle Unterstützung während der vielen Verhandlungstage aus. Er wies darauf hin, daß die Geschworenen einmal einen Einblick in das schwere und verantwortungsvolle Amt eines Richters bekommen und wohl die Ueberzeugung erlangt hätten, daß die Tätigkeit -eines Richters, wie kaum ein anderer Beruf, Dienst am Volk und dem Vaterland darstelle. Schöffengericht Gießen. 0. junget ntarui. du schaffst die Leid. Tlunrr. Jabe/ifahl» noch Lstasladt Lebewohl gegen Hühneraugen tL Hornhaut Bleehd. (b Pflast.) 68 PL in Apoth u.Drog. Sicherzuhaben: med.-jToo-HansHlndenburnH.E.geii, Selters weg 6S a: Löwen -Drog. N. Kiibinper Nach!., Seltersw. 69; Germania-Drog. 0. Seibel, Frankf.btr.39 *♦ Reichsverbilligungsscheine für Speisefette zu Gun st en der minderbemittelten Bevölkerung. Im heutigen Anzeigenteil ruft das Wohlfahrtsamt alle bei ihm zum Bezug von Fettverbilligungsscheinen berechtigten i Volksgenossen zur Abholung der Scheine für Oktober, : November und Dezember 1936 auf. Auf diese Be- i kanntmachung und die darin für Bezugsberechtigte und Verkaufsstellen enthaltenen Hinweise werden alle Jnteress'.nten aufmerksam gemacht. ** Geschäftsjubiläum. Der Mützenmacher Julius Lehr mund, Bahnhofstraße 69, konnte am 1 Oktober auf ein 25jähriges Bestehen seines Geschäftes zurückblicken. Er hatte bei Mützenmacher Rübsamen in der Mäusburg gelernt, arbeitete dann in verschiedenen Städten des Reiches und gründete hierauf in der Bahnhofstraße sein Geschäft, das er — nach seiner Rückkehr aus dem Feldzug — im Jahre 1920 in bas eigene Haus Bahnhofstraße 69 verlegen konnte. Der Jubilar ist Prüfungsmeister für die Provinz Oberhessen. Auf dem Gebiete des Kriegervereinswesens und in der Pflege des deutschen Liedes hat er sich vielfach verdient gemacht. ** Sterbefä11 e in Gießen. In der Zeit vom 15. bis 30. September verstürben in Gießen: 15. Clise Mosbach, geb. Enders, 71 Jahre, Steinstraße 85: 16. Wilhelm Reusch, Lokomotivführer i. R., 56 Jahre, Dammstraße 45; 16. Ruth Martha Edith Hartmann, 6 Jahre, Am Wingert 4; 21. Heinrich Moh^ 78 Jahre, Kirchenplatz 2; 22. 9. Natalie Hoos, 80 Jahre, Bahnhofstraße 40; 22. August Köhn, Obergärtner i. R., 85 Jahre, Am Kugelberg 13; 18. Ferdinand Klein, Händler. 28 Jahre, An der Kläranlage 10; 24. Karl Wilhelm Kohler- mann, Küfermeister, 80 Jahre, Neustadt 12; 24. Regina Haas, geb. Behr, Modistin, 47 Jahre, Sel- tersweg 68a; 25. Elisabeth Amend, geb. Rieb, 67 Jahre, Leimenkauterweg 7; 25. Paul Eim, 73 Jahre, Posener Straße 3; 24. Otto Faber, Kaufmann, 53 Jahre, Mühlstraße 22; 26. Johannette Fegbeitel, geb. Müller, 77 Jahre, Moltkestraße 28; 27. Auguste Röhr, geb. Engel, 77 Jahre, Bahnhofstraße 44; 29. Inge Steinmetz, 3 Jahre, Mäusburg 5. ** R i ch t i g st e ll u n g. In dem Bericht über die Schwurgerichtsverhanglung gegen Karl Hamel aus Frankfurt a. M., der bekanntlich wegen Meineids angeklagt war, vom Gericht aber freigesprochen wurde, ist hinsichtlich des genannten Verteidigers eine Richtigstellung erforderlich. Die Verteidigung führte nicht Rechtsanwalt Schneider, sondern Rechtsanwalt Zimmer, Gießen. ** Oeffentliche Bücherhalle. Im September wurden 1691 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Zeitschriften 7, Gedichte und Dramen 9, Erzählende Literatur 1086, Jugendschriften 232, Länder- und Völkerkunde 96, Geschichte und Biographien 175, Kunstgeschichte 10, Naturwissenschaft und Technologie 29, Heer- und Seewesen 11, Religion und Philosophie 8, Staatswissenschaft 26, Sport 2 Bände. Nach auswärts kamen 9 Bände. ©iefeener Wochenmarktpreife. * Gießen, 3. Okt. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: D.f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche Klasse A 13, Kühlhauseier Klasse A ll3/4, ausländische IVA, Wirsing, % kg 7 bis 8, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20. Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 30, Rosenkohl 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 15 bis 18 Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Kürbis 5 bis 6, Pilze 50 bis 60, Kartoffeln, 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,50 Mark, Aepfel, % kg 15 bis 25 Pf-, Falläpfel 3 bis 6, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 8 bis 10, Nüsse 35 bis 40, Brombeeren 35 Pf-, Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis_ 90 Bf-, @anfe 90 Pf bis 1 Mark, Tauben, das Stuck 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken 2 bis 5,,Endivien 5 bis 10, Oberfohlrsbi 4 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 20 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. Eine Anklage wegen Steuerhinterziehung erforderte einen außergewöhnlich großen Zeugen- und Sachverständigenapparat. Der Angeklagte hat in seifler Eigenschaft als früherer Steuerberater einen Geschäftsmann aus einem Nachbarort jahrelang steuerlich beraten. Als solcher hatte er die Ausgabe, die Geschäftsbücher feines Kunden nachzutragen, für ihn Steuererklärungen abzugeben und Verhandlungen mit dem Finanzamt zu führen. Als Unterlagen für feine Arbeiten diente ihm hinsichtlich der Einnahmen die von dem Steuerpflichtigen geführte Strazze, hinsichtlich der Ausgaben die chm von dem Geschäftsmann Dorgelegten Belege. Der Geschäftsmann, der wegen Steuerhinterziehung fühlbar rechtskräftig bestraft ist, hat, wie die Hauptverhandlung einwandfrei ergab, Aufzeichnungen über Einnahmen recht gewissenlos gemacht. Diese unrichtigen Aufzeichnungen, die der Angeklagte unbedingt als solche hätte erkennen müssen, hat er als richtig angenommen und sie bei seinen Steuererklärungen verwendet. Der Angeklagte hat zugegeben, daß ihm die notierten Einnahmen zu gering erschienen. Er hat dadurch einen rechnerischen Ausgleich herbeigeführt, daß er bei zweistelligen Posten eine 1 ober 2 davorgeschrieben hat. Der Angeklagte hat diese Buchführung als Grundlage für eine Beschwerde- und Berufungsoerhandlung vor dem Finanzamt benutzt. Das Gericht kam daher zu der Annahme, daß der Angeklagte erheblich fahrlässig handelte, denn er hätte die Möglichkeit gehabt, wegen der verkürzten Steuerbeträge eine entsprechende berichtigende Erklärung dem Finanzamt gegenüber abzugeben. Der Angeklagte habe also eine tätige Reue nicht geübt. Er habe es wohl verstanden, dem Außenbeamten gegenüber, dem er seinerzeit von seinen Erfahrungen in dem Betrieb des Steuerpflichtigen Mitteilung machte, fein Mitverschulden nicht zu erwähnen. Was er dem Außenbeamten gegenüber tat, sei lediglich eine Denunziation des Steuerpflichtigen gewesen. Der Angeklagte sei daher zu bestrafen. Bei der Strafzumessung habe das Gericht erwogen, daß die Taten des Angeklagten lange Jahre zurückliegen — sie fallen in die Jahre 1927 bis 1932 —, ferner, daß der Angeklagte durch diese Machenschaften Vermägensvorteiie für sich nicht Es sollte sich jeder darüber klar sein, daß bei einem Luftangriff eine einzige Lichtquelle eine Stadt verraten kann und somit die gesamte Bevölkerung der Vernichtung aus der Luft prels- gibt Allein dieser Umstand sollte jeden Volksgenossen veranlassen, feine Vorbereitungen mit aller Sorgfalt durchzuführen. Anderseits kann auch eine mangelhafte Abblendung der Räume die gleichen Gefahren verursachen, wie ein nicht abgeblendeter Raum. Besonders bei der Verwendung der blauen Glühbirnen hat sich erwiesen, daß diese keine genügende Abblendung bilden. Bei der Anwendung solcher Glühbirnen müssen trotzdem die Fen st er abgeblendet werden. Grundfalsch ist jedoch, während der Dunkelheit in Räumen ohne Abblendung bei ausgeschatte- tem Licht zu sitzen. Im Ernstfall würde sich dies auch nicht durchführen lassen, denn dann muß man damit rechnen, daß die Verdunkelung evtl. Monate dauert. Gerade im Ernstfall muß das Wirtschaftsleben aufrechterhalten werden, fünfzehn Jahre hinter Gefängnis- und Zuchthausmauern zugebracht. Die gestrige Beweisaufnahme ergab einwandfrei, daß der Angeklagte von der Zeugin keinerlei Auftrag hatte, chr eine Stelle als Dienstmädchen zu verschaffen, im Gegenteil, die Zeugin hat dem Angeklagten klipp und klar erklärt, daß, wenn sie eine Stelle übernehme, sie sich diese selbst wählen werde. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Zuchthaus st rafe von drei Jahren, fünfzig RM. Geldstrafe und ordnete die Sicherungsverwahrung an. Außerdem verurteilte ihn das Schöffengericht zu den Kosten des Verfahrens. Der Angeklagte Ernst Reifschneider Wolfenborn, der bereits 33mal vorbestraft ist erst am 25 September 1936 von dem Schöffengericht in Gießen wegen Beleidigung zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, stand gestern erneut wegen Betrugs vor Gericht. Ihm wurde zur Last gelegt, als Dienstmädchen- Vermittler aufgetreten und im Frühjahr dieses Jahres in verschiedenen Orten, in einem Orte am gleichen Tage zweimal, ein und dieselbe Person als Dienstmädchen empfohlen zu haben. Für feine Tätigkeit (Bahnfahrt, Spesen usw.) verlangte der Angeklagte jeweils Geldbeträge von drei, fünf und sieben RM., die er auch erhielt. Der Angeklagte hat diese Tätigkeit, die nur Schwindel war, schon jahrelang betrieben, hat auch wegen dieses Delikts ca. evtl. 2 und 3 Tage Hast, verurteilt worden war, Einspruch eingelegt. In der gestrigen, auf seinen Einspruch hin stattgefundenen Hauptoerhandlung ermäßigte das Gericht die Geldstrafen auf 1 RM. und 1 RM. und verurteilte den Angeklagten zur Kostentragung. Der Angeklagte war beschuldigt, in einem Orte in der Nähe von Gießen anläßlich der Kirchweihe einen Schießstand auf gestellt zu haben, bevor er die Steuer entrichtet habe. Die Verhandlung ergab, daß der Angeklagte nur eine Ordnungswidrigkeit begangen hatte, weshalb das Gericht die Strafen erheblich heruntersetzte. Der mehrfach vorbestrafte Gabriel Eugen Mor- taigne, 41 Jahre alt, aus Gießen, hatte sich am 11. Juli bei seiner polizeilichen Festnahme des Widerstandes gegen die Staatsgewalt dadurch schuldig gemacht, daß er um sich schlug, nach den Beamten trat, sich gegen die Erde stemmte, an Türen und Treppenstufen festhielt und bei feinem Abtransport im Kraftwagen nach den ihn verhaftenden Polizeibeamten biß. Der einschlägig bereits vorbestrafte Angeklagte war durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen zu drei Monaten Gefängnis und zur Kostentragung verurteilt worden. Gegen diese Entscheidung legte er Einspruch ein. Die gestrige Hauptoerhandlung hat ergeben, daß bei dem Angeklagten jede Milde unangebracht ist. Er wurde einwandfrei überführt. Das Urteil wurde auf die Gefängnisstrafe von sechs Monaten erhöht, wovon fünf Tage der Untersuchungshaft als ver- büßt aelten. Da der Angeklagte, der Ausländer ist, des Fluchtverdachts verdächtig erfchemt, erließ das Gericht, zumal er ohne Arbeit ist, gegen ihn Haft- befehl. Der Angeklagte wurde in das Landgerichtsgefängnis Gießen eingeliefert. ** Wichtig für Abiturienten! Der Beauftragte des Hauptamtes III für Hessen und Saarpfalz Der deutschen Studentenschaft gibt bekannt: „Alle Abiturienten, die im Wintersemester 1936/37 ihr Studium an einer deutschen Hochschule beginnen wollen, die aber bisher noch keinen Ardeits- bzw. Ausgleichsdienst abgeleitet haben, werden aufgefordert, sich umgehend bei dem Beauftragten des Hauptamtes III, Frankfurt a. M., Senckenberg- anlage 35, unter Vorlage Des Wehrpasses zu melden. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mit- geteilt: Die Polizeidirektion wird in den nächsten Tagen in Zusammenarbeit mit dem Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen, in weiteren Stadtgebieten Verdunkelungsversuche durchführen. Die letzten 23er- dunkelungsoersuche haben bewiesen, daß die Notwendigkeit solcher Versuche immer noch bei einzelnen Volksgenossen verkannt wird. Zuverlässige Haarpflege! Wenn Sie für Ihr Haar etwas Gründliches tun wollen, so kaufen Sie sich bei erster Gelegenheit eine Flasche echtes Birkenwasser von Dr. Dralle. — Schon beim Einreiben in die Kopfhaut spürt man die wohltuende Wirkung des Naturprodukts. Das Haar gesundet von Grund auf und wächst kräftig nach. Den ganzen Tag über ist die Frisur in Ordnung. Und noch einen Rat für die Frau: Nur gesundes Haar verträgt häufiges Ondulieren. Darum immer zunächst eine Vorbehandlung mit Birkenwasser. Verlangen Sie aber ausdrücklich Dralle, damit Sie auch das Originalprodukt erhalten. Preise: 1.50, 1.94, 3.38, l/s l 5.45, 1 Z9.70. Wichtig für Lehrer und Schüler! Wichtige Neuerscheinung! SßnBoon Bfla^en ö. Heren nach her Naturschutzverordnung vom ig.MSr, 1936 (RG Ll.I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus- fübrltd) erläutert von Professor Dr. W. Weber, o.L. Prof, der Rechte und Referent hn Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenlchen. Leiter der Reichestelle für Naturschutz. w , Gebunden RM. 3.60. »esteNungen durch alleBuchhandlungen flUNBettWet Betlü8.Betlla-£iflliet!. und die in der Heimat verbleibende Bevölkerung muß zweifelsohne in erhöhtem Maße arbeiten, um den Wirtschaftsbetrieb allgemein aufrechtzuerhallen. Es könnte hier entgegengehallen werden, daß der Ernstfall zur Zeit nicht besteht und somit die Vorbereitungen noch nicht erforderlich seien. Dieser Gedanke muß jedoch ganz entschieden zurückgewiesen werden, denn wenn der Ernstfall eintritt, ist für die Vorbereitungen keine Zeit mehr. Zieht man in Betracht, daß feindliche Flugzeuge innerhalb 1 bis 2 Stunden die Stabt Gießen erreicht haben können, so dürfte es jedem Zweifler klar sein, daß dann keine Zeit zu Vorbereitungen verbleibt. Diese Zeit reicht kaum dazu aus, die im Frieden getroffenen Vorbereitungen anzuwenden. Es soll jedoch nicht versäumt werden, darauf hinzuweisen, daß alle diese Vorbereitungen nur zum Schutz der Bevölkerung dienen und somit jeder Deutsche im ureigensten Interesse die Anordnungen zu befolgen hat. Wichtig ist es, schon jetzt die Vorbereitungsarbeiten durchzuführen und die Einrichtungen von außen zu überprüfen, damit sich jeder überzeugen kann, ob die Wirkung nach außen auch vollständig ist. Wenn alle für die Verdunkelung verantwortlichen Wohnungsinhaber auf diese Weise ihre Vorbereitungen treffen, dürfte schon jetzt anzunehmen sein, daß die zukünftigen Verdunkelungen ohne Beanstandungen durchgeführt werden. Sanitäre Anlagen Heizungen, Reparaturen nur bei Withoffi des Frostspanners jetzt Leimringe anlegen! Raupenleim in den bewährten Fabrikaten von Hinsberg und Schacht Unterlagepapier Drahtkordel sowie die neuen Leimringe „Fix-Fertig'* und „Record" erhalten Sie im FJtn Stahl- DoHBN Scblafzhn. Kinderbetten. LljU Hobe- DKalCn StaMfeder-u.Aullesemate en ane.Tdiziüg. Ketel, tret Eisenmöbelfebrik SuhUTh. U30 D Besuchskarten liefert BrChl'sche Druckerei TfUitiuhjvuQuqan an den “Lehn WTOUlaz Ihrer Wohnung den letzten Schliff zu geben. Sie wissen ja, unsere starke Seite ist: Fachmännische Beratung, selbstverständlich ganz unverbindlich für Sie. . / ..K • Paul Eim m typiis 6227D FÜR DIE FERNfc. Danksagung. V/ Lieh, den 3. 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Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnaturschuhgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weiigedön- den Einblicks in das Weiden der neuen Na- lurschuhverordnung, die nun für das g nze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher e fchienenen Ergänzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gest! tspunkten ausführl ch e läutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nickt nur die amt ichen Stellen, nickt nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien-u. Herbarien-Handlungen und Lehrrnittelgeschäste, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzenfarnrn- ler, Schmuckreisig-Derkäufer, Kranz- Bindereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftrag en Beamten, Feldhüter, Polizeistellen ufro. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Vermühler Verlag Derlln-Lichlerfelde , rartoe\^9 von rm 3250 äri a W. Er sieht gut aus, ist sehr geräumig, . läuft phantastisch und, ist dabei so sparsam! X Die Probefahrt ist sein stärkstes Argument. 0 P E L>6< 's . ■ ■ ' *3.25 k nahen In Mut Lucius egründct1809 Forfihaus bei Echzell (Oberheffen) 2Blr nehmen Ihnen die Sorge für die Erziehung Ihres Jungen ab.Bei allen Vorzügen eines Landhelmes lehrplan- gemäßer Unterricht In kleinen Klassen, Erziehung zu selbständiger Arbeit. Sehr gesunde Loge an ausgedehnten Waldungen. Sexta - Untersekunda • Gberrealfchule - Realqymnaflum. Dberfek.-Reife a. ö. Anstalt Veste «Empfehlungen, prosp. frei! Leitung: Dr. Lucius Danksagung. Für die uns bei dem schweren Verluste unseres lieben Entschlafenen in so reichem Maße entgegengebrachte Anteilnahme sagen wir auf diesem Wege allen unseren innigsten Dank. Familie Ludwig Nesseldreher. Nr. 252 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 5. Oktober (036 ■ »IW *’• I -U. v- E/ . ■ M f K \ . SA- M »ä^>x r MW WU< . UR ^äv z z >Ä>T' rIW j U Der Tag des deutschen Bauern das ist die gerade Linie. Auch die schöne Einrichtung, die das Dritte Mädchen mit der Garbe. Ein Sinnbild bäuerlicher Lebenskraft. wird es auch nie wieder Die Obsternte: Hier wird Kelterobst geschüttelt. Die reiche Heu« und Grummeternte sichert den Viehbestand. Aus der hohen Zeit der Ernte: Schneiden und Ausladen des Getreides. — (Aufnahmen |8|: Neuner. Gießener Anzeiger.) Ueberasi rauchen jetzt wieder die Kartosteljeuer über dem Land. Sretslau) 6er ZlrDeU; Nach Der ernte geht Der P,wg uneoer ütier Das fielt,. Don einem ländlichen Feste. Der symbolische Erntekranz mit Früchten. Wir sind uns Herrn, und so ist's recht, mir haben Nacken von Stahl. Ein rauh Geschlecht und keines Knecht. gesegnet tausendmal! (G. Schüler.) Wenn die Felder leer sind. Scheunen und Keller gefüllt werden, die Ernte eingebracht ist, dann feiert der Bauer sein Dankfest. Bauernarbeit hat ihren Lohn in sich selber. Der Bauer ist kein Kaufmann. Er sorgt für das tägliche Brot. Andere verdienen wohl leichter, aber die Arbeit des Bauern ist schöner. Er schafft. Geld spielt bet ihm nicht die Rolle, wie bei andern Ständen. Seine beste Sparbüchse sind die Erfolge, die er aufzuweisen hat. Der Bauer sieht auch, daß andere mehr vom Leben haben, als er. Ein echter Bauer aber bleibt der Scholle treu, auch m den schlechtesten Zeiten Und wenn einmal einer geht und einen andern Beruf ergreift, dann kann ein seßhafter Bauer das nicht verstehen. Ohne Kampf gibt es keine Ernte. Und merkwürdig ist: Je ärmer der Boden, desto größer ist die Liebe des Bauern zu ihm. Es ist wie mit einem schwächlichen Kinde, das ja meistens der Mutter noch mehr ans Herz gewachsen ist, als die gesunden Aus gutem Boden eine reiche Ernte, das gibt Stolz Aber wenn man aus der mageren Erde etwas herausholt, das erhöht den Stolz noch mehr, weil ja mehr Arbeit dazu gehört. Jeder schlecht gepflückte Acker klagt seinen Herrn an. Er liegt vor aller Augen Draußen auf dem Felde steigt Lob und Tadel von selber auf, und die Dorüberist ja nicht aus ausländischem Roggen oder Weizen gebacken, sondern es wuchs gewissermaßen vor den Toren der Stadtl Alles deutsche Brot wächst jetzt in der heimischen, in der vertrauten Landschaft. Da kann es dem Städter nicht schwerfallen, zum Bauern zu finden? In diesem Jahre ist diese Beziehung noch enger geworden. Der Städter hat bei der Ernte helfen können. Auch der Arbeitsdienst im Lager unserer beit, als er oftmals um seine eigene Arbeit zu tragen hatte. Deutlicher als sonst wurde daran jedem die Schicksalsgemeinschaft in unserem Volke klar. Nicht auszudenken, wenn unser deutsches Volk gerade m diesem Jahre seinen Bedarf an Brotgetreide aus anderer Erde denn der heimischen hätte decken müssen! Aber der fleißige und unverdrossen schaffende Bauer hat alle Schwierigkeiten überwunden und die Ernte gesichert. Wer in den Wochen unmittelbar vor der Ernte z. B. durch die Wetterau fuhr, konnte sich unschwer oorstellen. welcher Arbeitsaufwand für die Bergung der Frucht notwendig werden mußte Inzwischen hat auch in vielen Orten unseres oberhessischen Landes die Dreschmaschine ihre Arbeit abschließen können Nur noch vereinzelt brummt die Maschine hinter den Hofloren. Der größte Teil der Jahreszeit und der schwerste Teil'der Arbeit ist geschafft. Der Ertrag lohnt die Mühe? Mit dem Gefühl der erfüllten Pflicht kann der Bauer den morgigen festlichen Tag begehen, er Gießener Arbeitsdienstabteilung „Justus von Liebig", viele junge Leute aus den Städten des deutschen Westens, zogen für etwa sechs Wochen hinaus in unsere schönen Gemarkungen, und die Bauern sahen die Helfer nur ungern wieder ziehen Obwohl viele des bäuerlichen Handwerkszeuges ungewohnt waren, griffen sie doch kräftig zu und waren schon nach Tagen wertvolle Helfer geworden. Die Hitler-Jugend und die Mädchen des BdM zogen an einigen Sonntagen auch hinaus und taten, was in ihren jugendlichen Kräften stand vet den deutschen Bauern in fremden Ländern. „So hat es mein Vater gemacht? So wollte es meine Mutter!" Diese Sätze können wir immer wieder hören. Das ist die Verbundenheit mit der Es war schwer genug, die Ernte des Jahres zu bergen Das Getreide lag tief am Boden, und die Bauern hatten mehr Lei- besübung, als ihnen lieb fein konnte. Mühsam mußte in den meisten Gemarkungen unserer engeren Heimat das Getreide mit der Sichel geschnitten werden und wochenlang mußten die Bauern mit Kind und Kegel auf dem Felde sein Die endlosen Regenfälle die über unserer Landschaft niedergingen, haben in der Stadt auch den Mann tm Büro, im Laden. den Dolksgenosien in der Werkstatt öfter nach dem trostlosen Himmel blicken lassen Der Städter trug in diesem Jahre mehr Sorge uw die Ernte und um den Ertrag der bäuerlichen Ar« Nun steht das diesjährige Erntefest vor der Tür, in dessen Mittelpunkt für unsere Volksgemeinschaft wiederum die große Feier auf dem Bückeberg steht Und so wie morgen die Feier erneut bewußt werden lassen wird daß dieser Tag tm Gedenken der bäuerlichen Arbeit des Jahres steht, so sehr spüren wir zu unserer Freude, daß der Bauer und sein Schaffen immer noch mehr und mehr in den Mittelpunkt unserer völkischen Existenz rückt Ganz so, rofe es seiner Bedeutung entspricht! Und über das deutsche Erntefest finden wir zurück zu uraltem deutschen Kulturgut Der Volksgenosse aus der Stadt feiert mit wachen Sinnen mit Die Zeit, da der Städter glaubte, daß er mit dem Dauern nichts gemein zu haben brauchte, ist längst vorüber, und so lange es ein national» Es ist eine . , , Reich mit sich gebracht hat. daß es dahin kam daß der Städter mit dem Bauern gemeinsam das sozialistisches Reich gibt, ____ , anders kommen Das Brot, das der Städter ißt, Städter konnte und mußte falsche Vorstellungen korrigieren und er hat es sicherlich gern getan. Rasch vergingen die Stunden des Erntefesttages und ehe man sich dessen versah, war es Abend Da saß man dann mit den Bauersleuten und allem Gesinde am Abendbrottisch, für den sich die Bäuerin auch nicht hatte „lumpen" lassen. Als damals, bei den vergangenen Erntefesten, die hinausgezogenen Bewohner unserer Stadt am späten Abend zurückkehrten, da hatten wohl die meisten das Bewußtsein in sich: es war kein verlorener Tag. ja, man hätte, so war das allgemeine Urteil, den Nachmittag des Erntedankfestes nicht sinnvoller verbringen können Sonst hätte man den Sonntag verbracht, wie viele andere Sonntage auch! So war wohl aus manchem dieser Gastbesuche in den Häusern unserer Bauern das Gefühl einer gegenseitigen Wertschätzung erwachsen Wobei das Schwergewicht darauf liegen mag. daß der Städter Einblick gewann in den Lebenskreis des Einern! Was wußte mancher Städter vorher von einem ländlichen Erntefest9 Und was von dem Verhältnis das der Bauer zu seiner gehenden sparen nicht mit der Kritik. Schon lange bildet jedes Dorf eine Volksgemeinschaft für sich Nirgends gilt das Wort Wilhelm von Humboldts, daß erst die Verbindung mit den andern Menschen dem Leben seinen Wert gibt, mehr als auf dem Lande. Die Bauern wohnen wohl nicht so dicht zusammen, wie die Städter. Sie können sich nur gelegentlich einmal in den Hof sehen Aber trotzdem sind sie mit allen Gemeindeangehörigen viel enger verbunden^ als die Stadtbewohner Das bringt die ähnliche Arbeit, das gemeinsame Leben und die Abhängigkeit von der Natur mit sich v. t , Das Hineinwachsen in die Natur, die Beobach- tung vom Werden und Vergehen gibt den Bauern die außerordentliche Ruhe, die starke Zähigkeit und das Festhalten am Alten, Guten. Es ist eine Torheit wenn die Städter meinen, das Land „kultivieren" zu müssen. Das Gegenteil ist der Fall. Vom Bauernstand können wir alle lernen. Der äußere Tand blendet wohl, es gibt auch hier und da starke Einflüsse In vielen Gegenden verschwanden die Spinnstuben, die Trachten. Das Wesen des Bauern aber blieb sich selber treu. Es ist wie mit den Schlagern und dem Volkslied Vorübergehend herrscht das leichtsinnige Srf)Ia= qerlied au* der Straße. Tief innen aber ruht die Liebe zum Volkslied Und es wird nirgends so hoch in Ehren gehalten als auf dem Lande. - . Das Bauerntum bildet immer noch den Grund von allem, gibt dem Deutschtum seine Kraft und immer neue Stärke. Das sehen wir auch an unfern Brüdern im Ausland. Da sitzen die deutschen Bauern im Wolgagebiet, in Siebenbürgen, im Banat, in Südamerika und überall beweisen sie, was sie leisten und schaffen können. Das zahe^ treue Festhalten am Alten. Hergebrachten zeigt sich Erntedankfest begeht. Viele entsinnen sich zweifellos gern der bisherigen Erntefeste, bei denen die Einwohner der Stadt hinauszogen durch Wald und Feld in die nächsten Dörfer, in den Gastwirtschaften die Uebertragung der Kundgebung vom Bücke- berg hörten und dann am Kaffeetisch bei den Bauern saßen Die Bäuerin hatte für diesen Tag reichlich Zwetschenkuchen gebacken, und der Kaffee wurde vielleicht noch um etliche Bohnen kraftvoller gemacht, als Bauer und Städter es sonst gewohnt sind Das war so in Steinbach und m Leihgestern, in Annerod oder in Heuchelheim, in Großen-Linden und Lang-Göns. Großen-Buseck und Geilshausen Wo die Gießener auch hingekommen fein mochten, sie waren überall freundlich ausgenommen worden Wenn auch der eine oder andere dieser Erntefestgäste auf dem Lande sich nicht so rasch entschließen konnte, das Haus aufzusuchen, das ihm bezeichnet worden war, da zunächst bei ihm wohl das Gefühl vorherrschte: man möchte doch nicht lästig fallen! — schließlich aber saßen doch alle bei den Bauern am Tisch und wahrhaftig: man wurde rasch „warm"? Städter und Bauer erzählten gegenseitig von ihrer Arbeit, und die Frauen fanden über die Kinder zueinander. Gar mancher Gast hielt Um» chau im Hofe des Bauern und lernte dabei vieles von dem kennen, was dem Bauern den Tag ausfüllt und was ihm Sorge macht. So mancher Arbeit und juim schwer errungenen Lohn seiner Arbeit bat9 Wenig' Viel- leicht nichts' Aus den vergangenen Erntesesten wurde dem Städter manches davon bewußt. Vergangenheit. Kinder werden so erzogen und werden dereinst so sprechen. n. wird es tun in Dank gegen göttliche Allmacht, die immer neben all seinem Schaffen steht. Und mit dem Gefühl der Dankbarkeit werden auch die Volksgenossen in der Stadt an dem Feste teilnehmen, das im Zeichen der Volksgemeinschaft steht «nü mehr und mehr zu einem Fest des deutschen Lebensraumes, der deutschen Landschaft und unteres Brauchtums wird, wie auch zu einem Fest der Erinnerung an die ehrwürdigen Ueberlieferunaen aus der Zeit unserer Vorfahren. N. Kreisbauemtag Oberhessen-West in Verbindung mit dem Friedberger herbstmarkl vom 10. bis 14. Oktober. Die umsangreichen Vorarbeiten für das Pro- gramm dieser Großveranstaltung in der alten Reichsstadt Friedberg ftnd beendet. Es hat sich hierbei herausgestellt, wie anregend und nützlich der Gedanke einer Verbindung der Arbeitstagung der Kreisbauernschaft mit dem Friedberger Herbstmarkt gewesen ist. Für alle Lehrtätigkeit auf dem Lande ist Anschauung, praktische Vorführung alles. So tritt der Arbeitstagung der Kreisbauernschaft mit ihren theoretischen Erörterungen auch in bezug auf die „Erzeugungsschlacht" die praktische Vorführung einer Wetterauer Heimatschau „Blut und Boden" sowie einer Reihe von Lehrschauen, d. h. Ausschnitten aus den verschiedenen Arbeitsgebieten, wie „Hof", „Markt", „Landwirtschaftliche Maschinen", „Bekämpfung der Schädlinge" usw., ergänzend zur Seite. In Verbindung mit dem alten Friedberger Herbstmarkt findet ein großes SA.- und ländliches Reit- und Fahrturnier statt. Es beginnt am Montag, 12. Oktober, mit einem Zuchtkoppelwettbewerb oer Ortsbauernschaften, hessen- nassauisches Warmblut, bringt ferner eine Vorführung der Warmblut-Zuchtkoppeln, eine Eignungsprüfung für Gespanne, Dressur- und Reiterprüfuna sowie Jagdspringen in zwei Klassen und schließlich als große Turmer-Schaunummer eine Darstellung „Moderne Raubritterkämpfe". Der Friedberger Herbst-Pferdemarkt wird am Dienstag eröffnet. Ihm reihen sich Prämiierungen der Händlerpferde und im Hufbeschlag an. Es folgen Zuchtkoppelwettbewerbe und die Vorführung von hessen-nassauischem Kaltblut. Den Abschluß des Herbst-Pferdemarktes bildet eine Zugleistungsprüfung am amerikanischen Kraftmeßwagen auf der Seewiese. Die ganze Veranstaltung wird ^umrahmt von einem gediegenen Volksfest. Oie Butzbacher Zuchthäusler gefangen. Lpd. Weilburg, 2. Okt. Die am Dienstag aus dem Zuchthaus Marienschloß bei Butzbach ausgebrochenen zwei Zuchthäusler konnten dank der Aufmerksamkeit Weilburger Einwohner in der Nacht zum Donnerstag kurz vor dem Kreisort Odersbach von der Polizei fest genommen werden. Zwei Weilburger bemerkten nachts nacheinander auf der Straße zwei Männer in Sträflingskleidern und benachrichtigten sofort die Polizei. Diese nahm dann sofort mit dem Kraftwagen des einen Einwohners Die Verfolgung auf und konnte die beiden Sträflinge kurz vor der Ortschaft Odersbach stellen. Da der eine der beiden Zuchthäusler keine Lust verspürte, die wiedergewonnene Freiheit mit der Zelle zu vertauschen, mußte einer der Beamten erst einen Schreckschuß abgeben, um ihn gefügig zu machen. Beide wurden nach der Festnahme in Polizeigewahrsam genommen und nach Butzbach abgeliefert. Berufserziehung — Kundgebung der Deutschen Die Kreiswaltung Wetterau der Deutschen Arbeitsfront hatte für den gestrigen Abend zu einer Kundgebung in das Cafe Leib eingeladen. Die Veranstaltung war gut besucht und fand ihren Auftakt zunächst mit guten musikalischen Darbietungen des Musikzuges der Standarte 116 unter der Leitung von Musikzugführer Herrmann. Nach der Einbringung der Fahnen einiger Betriebszellen und nach dem Einmarsch der Werkscharen hieß der Kreisschulungsleiter der DAF. Jung (Gießen) die Teilnehmer willkommen. Sodann sprach der Kreisberufswalter Merthes über das Thema des Abends: „Ertüchtigung durch B e r u f s e rzi e h u n a, eine nationalsozialistische Verpflichtung". Aus seinen Ausführungen sei folgendes wiedergegeben: Die erste Proklamation der nationalsozialistischen Regierung sei die des Adels der Arbeit gewesen. Alle schaffenden Menschen sollten hineingestellt werden in das Gesamtschaffen der Nation. Im Rahmen der vielfältigen Bestrebungen zur Erneuerung und Vertiefung unseres völkischen Lebens erhiett die Deutsche Arbeitsfront den Auftrag, die Jugend zu beruflicher Tüchtigkeit zu erziehen. Die Deutsche Arbeitsfront könne sich bei ihrer Arbeit auf keinerlei Traditionen stützen, sondern gehe völlig neue Wege. Bei vorbereitenden Erhebungen habe sich ergeben, daß allenthalben ein erheblicher Mangel an Facharbeitern herrscht. Ferner muhte festgestellt werden, daß ein großer Prozentsatz unserer arbeitenden Volksgenossen an einem falschen Arbeitsplatz steht. Das solle in Zukunft vermieden werden. Die Berufsberatung habe hier große Aufgaben vor sich. Es solle jedem die Möglichkeit gegeben werden, aus seinen Fähigkeiten Heraus, zu höchster Leistung zu gelangen. Berufswahl sei für die Zukunft keine Privatsache mehr. Jeder Mensch müsse im Interesse der Volksgemeinschaft zur höchsten Berufsertüchtigung. Arbeitsfront im Eafä Leib. Leistung gebracht werden, der er aus seinen natürlichen Kräften heraus fähig sei. Es dürfe für dis Zukunft zu keinen so erheblichen Fehlleitungen der Arbeitskraft mehr kommen, wie es in der vergangenen Zeit der Fall war. Vom Lehrling werde erwartet, daß er Lernfreudigkeit, vom Lehrmeister, daß er Lehrfreudigkeit mitbringe; der Lehrvertrag dürfe kein Arbeitsvertrag fein. Der Ablauf der Lehrzeit werde für die Zukunft ständigen Prüfungen unterworfen fein. In kurzen Ausführungen sprach sodann der Kreisberufswalter über die Arbeit an den Arbeitsschulen der DAF. und ihren tieferen Sinn. Die Arbeit solle Dienst an der Volksgemeinschaft sein, soll als göttlicher Auftrag betrachtet werden und aus der nationalsozialistischen Weltanschauung soll die Arbell zu immer neuem Segen entwickelt werden. Aufgabe der Praktiker in den Betrieben sei es, der lernenden Jugend stets unter die Arme zu greifen. Die DAF. wolle hier die Brennlinse sein, in der alle Kraftstrahlen gesammelt und zu großer Wirkung gebracht werden. Die Durchführung des vom Führer verkündeten wirtschaftlichen Dierjahresplans werde wesentlich bestimmt werden von dem Können derer, die gegenwärtig ihre Lehre vollenden. Die Berufserziehung fei deshalb hohe Pflicht für unseren wirtschafllichen Aufstieg. Der Kreisschulungswalier Jung bestätigte die Ausführungen des Redners, betonte die Forderung zur Qualität der deutschen Ware und gab dem Wunsche Ausdruck, daß auch in unserem Kreise recht viele Betriebe als Musterbetriebe ausgezeichnet werden könnten. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler, mit den gemeinsam gelungenen Nationalhymnen, mit der Ausbringung der Fahnen und dem Ausmarsch der Werkscharen fand die Kundgebung ihren Abschluß. Oberheffen. 38 Jahre seiner Stadt treu gedient. # Alle ndors a. d. L d a., 1. Oft Am heutigen Tage ist der um unsere Stadt hochverdiente unb allseits beliebte Rechner Christ F o r m h a l s von hier infolge erreichter Altersgrenze in den Ruhestand getreten. Sell 2. Februar 1899, nahezu 38 Jahre lang, hat er die hiesige Gemeindekasse verwaltet. Die hiesige staatliche Untererbebestelle wurde von ihm feit Inkrafttreten — 1. Oktober 1900 — also 36 Jahre lang versehen. Ebenso verwaltete Rechner F v r m h a l s bis Ende März 1936 die Ortsstellen der Orts- und Landkrankenkasse für den Kreis Gießen. Die hiesige eoangel. Kirchenkasse, die Rechner Formhals auch fernerhin noch versehen will, wurde ihm vor etwa 30 Jahren übertragen. Verschiedene Ehrungen wurden dem Jubilar bei seinem Abgänge zuteil. Vom Landesfinanzamt Darmstadt wurde ein in geschmackvoller Form gehaltenes Dankschreiben durch einen Vertreter des Finanzamts Grünberg überreicht. Ein aleiches Schreiben traf vom Kreis amt Gießen ein. Die hiesige Stadtverwaltung hatte eine Abschiedsfeier im Rathaus veranstaltet, an der auch sämtliche Rats- Herren, sowie das übrige Büropersonal teilnahmen. Bürgermeister K r i e b überreichte nach einer Ansprache, in der er dem abgehenden Rechner für seine der Stadt geleisteten Dienste herzlichst dankte, und dem Wunsche Ausdruck gab, der Scheidende möge auch fernerhin, wenn nötig, feine Erfahrungen der Stadtverwaltung zugute kommen lassen, einen prachtvollen Ruhesessel. Rechner F o r m h a l s dankte in bewegten Worten für alle diese Ehrungen. An den offiziellen Teil der Feier schloß sich ein ge- mü'liches Beisammensein an. Gemeindekasse und Untererhebestelle sind dem seitherigen langjährigen Gehilfen Karl F r i tz g e s übertragen worden. Die Ueberlieferung hat bereits stattgefunden. Verpflichtung der Freiwilligen Feuerwehr Lollar. # Lollar, 2. Df. Auf Anordnung des Kreisamtes Gießen war von dem hiesigen Bürgermeister und dem Führer der Freiwilligen Feuerwehr Lollar eine Mitgliederversammlung der Wehr einberufen worden, um die Bestellung des Führerrates und die Verpflichtung auf unseren Führer durch die Ortspolizeibehörde vorzunehmen. Entsprechend der Wichtigfeit dieser Versammlung rar hierzu denn auch Kreisfeuerwehrführer Bouffier sowie der Vertreter der NSDAP. Ortsgrup- penleiter-Stellvertreter Hans Hahn (Lollar) erschienen. Kreisfeuerwehrführer Bouffier gab noch einmal den Erlaß des Reichsinnenministers bekannt und gab wichtige Erläuterungen zu der vorzunehmenden Verpflichtung. Bürgermeister Böhm unterstrich nochmals die Bedeutung dieser Stunde und wies auf die nunmehr erhöhte Bedeutung der frei» willigen Feuerwehren hin. Aktive Wehrmänner konnten die Mitglieder nur dann bleiben, wenn diese ganz ihre Pflicht tun und allezeit einsatzbereit sind.! Hierauf schlug zur Bildung des Führerrates Bürgermeister Böhm den seitherigen Schriftführer S ch e lm als Wehrführer vor. Da keine Einwendungen gegen den Dorgeschlagenen erhoben wurden, gilt dieser als gewählt. Der neuernannte Hauptbrandmeister Schelm berief alsdann seine Mitarbeiter. Dem Führerrat gehören an: als Stellvertreter des Wehrführers Oberbrandmeister Karl Schwabe; Schrift- und Kassenwart Brandmeister Hch. Rohrbach; Gerätewart Karl Seitz; Beirat: Gerhard Rohrbach, Karl Rohrbach, Ludwig ' Niederhofer, Ludwig Hofmann VI. Nach der Bildung des Führerrates erfolgte in feierlicher Weife die Verpflichtung sämtlicher Feuerwehrmänner der Lollarer Wehr. Bürgermeister Böhm verlas die Eidesformel, die von den Wehrmännern mit erhobener rechter Hand nachgesprochen wurde. Durch Handschlag des Bürgermeisters mit jedem einzelnen Kameraden und deren Unterschriften wurde die Verpflichtung vollzogen. Zum Schluß dieses feierlichen Aktes gedarbte Ortsgruppenleiter - Stellvertreter Hahn des Führers als des Mannes, dem dieser vorbildliche Neuaufbau der freiwilligen Feuerwehren zu verdanken ist. Ein Sieg-Heil und die beiden Nationallieder beschlossen diese Handlung. In gleich feierlicher Weise widmete der neue Wehrführer Sch elm dem aus Altersrücksichten zurückgetretenen früheren Wehrführer, Hauptbrandmeister Gerhard R o hr b a ch , in gerechter Würdigung Worte der dankbarsten Anerkennung. Für diese seyr wertvollen Verdienste um die Lollarer Wehr wurde dieser ausgezeichnete Feuerwehrführer zum Ehren- Hauptbrandmeister ernannt und ihm eine Ehrenurkunde überreicht. Im Namen der Gemeinde Lollar dankte Bürgermeister Bohm dem scheidenden Wehrführer und überreichte ihm ein kunstvolles Gemälde des Führers. Ein Ruhesessel war das Abschiedsgeschenk der Wehrmänner an ihren allver- ehrten Kommandanten, lieber den Aufbau innerhalb der Wehr gab noch Hauptbrandmeister Schelm einige Aufklärungen. Dem langjährigen Loschmeifter Ludwig Geißler V. wurde mit anerkennenden Worten von Kreisfeuerwehrführer Bouffier das hessische Ehrenkreuz für seine Verdienste um die ‘ Wehr überreicht. Die vom Rechner R o h r b a ch > vorgelegte Jahresrechnung, die Rechnung über das 60. Stiftungsfest fotoie den Voranschlag 1936 wurden' SJi.-'fpOTt Sie Ausführungs-Bestimmungen zum Amnestie-Erlaß des Heichssportführers Die Pressestelle des Reichssportführers teilt folgendes mit: Zur Behebung von Zweifeln über den Umfang der Amnestie wird hiermit bestimmt: Die Amne st ie umfaßt: 1. Die Strafen von Einzelmitgliedern und Vereinen. 2. Alle automatisch (nach den sogenannten Strafmaßbestimmungen) verhängten kurzen »uß-Strasen. elbftrafen, soweit sie noch nicht bezahlt sind. Rückerstattung bereits bezahlter Strafen findet nicht statt. Da die Amnestie nur Strafen umfaßt, kann sie nicht auf Derwaltungsmaßnahmen erstreckt werden. Zu diesen Verwaltungsmaßnahmen rechnen: 1. Die neben Geld- und Ausschluß-Strafen verhängten Platzsperren. 2. Die Sperrfristen, die bei Vereinswechsel eintreten. Die Amnestie erstreckt sich auf die Strafen für Vergehen, die bis zum Tage der Veröffentlichung des Amnestie-Erlasses im Reichssportblatt am 29. Septemoer 1936 begangen worden sind. Der Sport am Ernte^ag. lieber den Sport am Erntedankfest hat der Reichssportführer im Einverständnis mit dem Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda eine Anordnung erlassen. Am 4. Oktober sind danach alle sportlichen Veranstaltungen zwischen 12 und 15 Uhr untersagt, ausgenommen diejenigen, die dem Gedanken des Erntedankfestes dienen, also Veranstaltungen von Leibesübungen, die im Rahmen des Erntedankfestes staUfinden. 70000 bei den Balkan-Sp een. Die im Marmor-Stadion zu Athen veranstalteten VII. Balkanspiele, die unter Anwesenheit von 70 000 Zuschauern von Reichsmini st er Dr. Goebbels feierlich eröffnet wurden, standen im Zeichen der griechischen Leichtathleten, die schon am ersten Tage mit 41 Punkten vor Jugoslawien mit 22, Rumänien mit 12, der Türkei mit 12 und Bulgarien mit 3 Punkten eine nicht mehr einzuholende Führung erobert hatten. Mit einer Ausnahme stellten die Griechen alle Sieger: 100 Meter Frengudis 11 Sekunden, 800 Meter Georgakopoulos 1:59.8 Minuten, 110 Meter Hürden Mantikas 15.5 Sekunden, Hochsprung Patazis 1,85 Meter, Kugelstoßen Kovacvie (Jugoslawien) 14,13 Meter. Sportamt „Kraft durch Freude-'. Heute folgender Kursus: R e l ch s s p o r t a b z e i ch e n , Frauen und Männer: Don 17—18,30 Uhr, Universitätssportplatz Am Kugelberg. Deutsch land-Staffelflug Schweizer Sportflieger. Einige der besten Schweizer Sportflieger starten am Montag, 5. Oktober, zu einem Deutschland-Staf- felflug, der die Eidgenossen am 5. Oktober nach der Reichshauptstadt bringen wird. Die Schweizer Mannschaft, die von Hptm. Willy Eberschweiler geführt wird, setzt sich zusammen aus dem Mann- schastsführer und Csresole (Maschine Moth HB- UPO), die an der Spitze der Staffel fliegt, dann die Zweier-Reihe Brunner-Zbinden (Bäcker HG-RAF) und Bächler-Duchli (Bäcker HB-UBU) und schließlich die Dreierreihe mit Tschannen-Siegfried (Moth HB-UBA, Moret-Lauri (Blackburn (HB-ULU) und Lauber-Stöcklin (Moth HB-UAS). Der Flug fährt von Bern über Stuttgart, Halle Leipzig nach dem Flughafen Rangsdorf. Nach einem Ruhetage am 6. Oktober schließt sich am 7. der Rückflug über Halle, Leipzig, Nürnberg nach Bern an. Kurze Sportnotizen. Zum Leiter des Spring st alles der Kavallerie-Schule Hannover wurde offiziell Ritt- meister M o m m ernannt. Für den Box-Gaukampf in Hanau am 10. Oktober zwischen einer kombinierten Staffel der Gaue Südwesl und Hessen sowie den Vertretern Westfalens hoben die „Kombinierten" folgende Mannschaft gestellt: Bamberger (Ludwigshafen), Stasch (Kassel), Studenroth (Kassel), Lindenberger (Frankfurt), Lehrmoser (Frankfurt), Stiegler (Ludwigshafen), Louven (Frankfurt), Berg (Saarlautern). Beim Essener Reit-Turnier gab es am Eröffnungstage ein Zeitspringen, das Prinz zu Salms Arras mit 51 Sekunden gewann. Beim Luftrennen Portsmouth — Johannesburg erreichte von neun gestarteten Flugzeugen nur die Maschine des Rekordfliegers Scott das Ziel. Alle anderen fielen durch Pannen oder Abstürze aus. Dabei gab es leider auch zwei Todesopfer. Auf dem Flugplatz in Abercron stürzte Hauptmann Findley ab und war sofort tot, auch der Bordfunker kam ums Leben. Scott legte die 9600 km lange Strecke als Sieger in 53 Stunden zurück. Beim Tennisturnier in Meran kamen Henner Henkel, Marieluise Hom und Frl. Zehden eine Runde weiter, Hans Denker unterlag dagegen dem Oesterreicher Metaxa. Olympiasieger Ferenc Osik ging vor einer großen Zuschauermenge in Algier an den Start; der Ungar gewann das lOO-Meter-Kroul- scbwimmen klar in 59,8 Sekunden vor dem Südafrikaner Beaufrere. Sein er st es Spiel nach einer mehrwöchigen Sperre trug der ausgezeichnete schwedische Tennisspieler „Kalle" Schröder jetzt in Stockholm aus. Er schlug den Norweger Bjurstedt 6:2, 8:6, 6:0. genehmigt. Dem alten Fährerrat wurde dankend Entlastung erteilt. Zum Schluß dankte Ehrenhauptbrandmeister Gerhard Rohrbach für die Ehrung uriD versprach, so lange es in seinen Kräften stehe, der Wehr in Treue zu dienen. Das anschließende kameradschaftliche Beisammensein wurde von dem Musikzug der Wehr durch mehrere ausgezeichnete Märsche verschont. Landkreis (Biehen CO Klein-Linden, 3. Okt. Freitag in der Zeit zwischen 15.50 und 15.55 Uhr überflog eine große Schar von etwa 2 0 0 Kranichen in stattlicher Höhe, laut schreiend, in der bekannten Keilform unser Dorf. Sie verschwanden in südlicher Richtung. Nur eine Stunde später, in der Zeit von 16.55 und 17 Uhr, kamen kurz hintereinander zwei weitere Züge von je 80 bis 100 Stück aus östlicher Richtung. Sie flogen in der Himmelsrichtung nach Westsüdwest der tiefftehenden Sonne entgegen. s. L a n g - G ö n s, 1. Okt. Heute zogen die e r ft e n Scharen Schneegänse mit lautem Geschrei über unsere Gemarkung. Es waren zwei große Gruppen, die in der bekannten Einerform, von Norden kommend, nach Südwesten weiterzogen. Sie künden einen frühen Winter. wg. Große n-B u f e cf, 1. Oft. Heute nachmittag überflog eine große Doppelfette Schneegänse, aus nordöstlicher Richtung kommend, unsere Gemarkung. Ihr Geschrei kündete schon von weitem ihre Ankunft; sie flogen in südwestlicher Richtung weiter. + Grünberg, 2. Okt. Der hiesige Volks- dildungsverein hiett im Gasthaus „Hessischer Hof" seine Hauptversammlung ab. Aus der Tätigkeit des Vereins, die sich hauptsächlich mit der Volksbücherei befaßt, worüber der Büchereileiter Reallehrer i. R. K o h l b a ch ausführlich Bericht erstattete, ging hervor, daß der Bücherbestand im Fahre 1935 einen Zugang von 37 Bänden hatte und dadurch die Höhe von 1507 Bänden erreichte. Die Zahl der Leser und entliehenen Bücher ergab folgendes Bild: 105 Leser mit 1906 Entleihungen an 52 Ausgabetagen. Die höchste Enlleihung war im Januar mit 65 Bänden an einem Tage, die niedrigste im Juli mit 12 Bänden, die durchschnittliche Entleihung ergab 37 Bände an einem Tag. Das der staatlichen Landesstelle für das Büchereiwesen in Hessen eingereichte Büchereiverzeichnis wurde von dieser geprüft und auf ihren Vorschlag 80 Werke ausgeschieden, da deren Inhalt nicht zeitgemäß ober die Verfasser nichtarischer Abstammung sind. Außerdem mußten infolge starker Benutzung weitere 60 Bände entfernt werden. Das eingereichte Verzeichnis für Neuanschaffungen, das vorerst 20 Bände vorsieht, wurde mit einer Ausnahme genehmigt. Die Lesegebähr für ein Buch beträgt für ein bzw. zwei Wochen 5 Pfennig, für jede weitere Woche erhöht sich die Gebühr um 5 Pfennig. Die Mitgliederzahl zeigt in den letzten Jahren stets einen kleinen Rückgang, zur Zeit sind es 29 Mitglieder. In Anbetracht der gemeinnützigen Bestre- 6ungen des Vereins und bei Dem niedrigen Jahresbeitrag von 2 Mark dürfte die Mitgliederzahl erheblich höher fein. Aus den Mitgliederbeiträgen und den Lesegebähren ergab sich eine Einnahme von 204,41 Mark, so daß bei einer Ausgabe von 176,93 Mark ein Ueberschuß von 27,48 Mark verblieb. Bücherwart Hch. Schmidt gab verschiedene Anregungen, die eine Steigerung der Leserzahl und Bächerentleihungen bringen sollen, ebenso aber auch die jugendlichen Leser immer mehr von den bei ihnen beliebten Kriminalromanen zu den guten Werken unserer Literatur hinfähren sollen. Der Vorsitzende, Berufsschullehrer Gengnagel, dankte dem Bücherwart und seinen beiden Helferinnen Dina Michel und Irma Heußinger für ihre gemeinnützige Arbeit. A Lollar, 2. Okt. Gestern abend wurde hier zum ersten Male eine Verdunkelungs- Übung durchgefährt. Bereits am Dienstag h?.tte der Ortsgruppenleiter des NLB., Dr. Haas, Alten-Bufeck, den Block- unb Hauswarten der Gemeindegruppe Lollar des Reichslustschutzbundes die erforderlichen Durchführungsanweisungen gegeben. Pünktlich um 21 Uhr heulte gestern die Sirene als Zeichen zum Beginn der einstündigen Verdunkelung. Sofort erloschen die Straßenlaternen, unb halb lag der ganze Ort im Dunkeln, soweit dies bei dem Hellen Mondschein überhaupt möglich war. Zur Kontrolle waren neben den Amtsträgern des Reichsluftschutzbundes die hiesigen Polizeibeamirn unb eine Anzahl SA.-Männer herangezogen, die vor allem dafür zu sorgen hatten, daß die Abdunklung der Wohnungen ordnungsgemäß durchgefährt und der Fußgängerverkehr möglichst eingeschränkt wurde. An den Orisein?ängen forderte die Polizei die Auto- und Motorradfahrer auf, den Ort nur-abgeblendet zu durchfahren, was ohne weiteres befolgt wurde. Nach Beendigung der Uebung um 22 Uhr hielt Dr. Haas vor den an der Beaufsichtigung der Verdunkelung Beteiligten eine kurze Kritik. Im allgemeinen, so betonte er, dürfe man mit dem Erfolg zufrieden sein. Könne man auch bei der ersten Üebung nicht mit einem hundertprozentigen Erfolg rechnen, so sei das tatsächliche Ergebnis doch kaum Darunter gebfieben. Allerdings habe man Die Feststellung machen mässen, Daß viele Volksgenossen nur datz elektrische Licht aus- geschaltet unD sich im Dunkeln aufgehalten hätten, anstatt bei uneingeschränkter Beleuchtung im Innern nur nach außen hin Den Lichtschein zu verwahren. Bei einer künftigen Uebung müßten solche unsachgemäßen Maßnahmen verschwinden. Der Ortsgruppenleiter känDigte für Den kommenden Winter einen weiteren Schulungskursus unb einen allgemeinen Schulungsabend an, in Denen jede Familie vertreten sein muß. Außerdem machte er auf Die Möglichkeit aufmerksam, bei Neu- und Umbauten einen Luftschutzraum einzurichten. Breis Alsfeld. £ Ober-Ohmen, 3. Okt. Unser Mitbürger Johann Rähl, körperlich und geistig noch sehr rüstig, wird am kommenden Montag 8 0 Jahre alt. 40 Jahre lang übt er das Amt Des Totengräbers in unserer Gemeinde aus, und er hat während dieser langen Zeit 591 Ortseinwohnern das letzte Ruhebett bereitet. Ferner stand der alte Herr 41 Jahre im Dienste Der Freiherren von Riedesel, wofür ihm seinerzett eine Ehrenurkunde verliehen wurde. Gwßfeuer in Frankfurt. Lpd. Frankfurt a. M., 3. Okt. Im Hause Große Eschenheimer Straße 72 entstand heute nach Mitternacht Groß feuer, das sich schnell aus- breitete unb auch auf die angrenzenden Häuserblocks äberzugreifen drohte. Als das Feuer von Strahen- paffanten bemerkt wurde, brannte bereits der Dach- schck lichterloh, unb Teile des Giebels des neben- liegenden Hauses Nr. 66 waren ebenfalls von Den Flammen erfaßt. Die Durch Großalarm verstänDigte Feuerwehr erschien alsbald mit sämtlichen Lösch- zägen. Mit Maschinenleitern unb zahlreichen Wasserrohren ging man an Die Bekämpfung des Feuers. Nach etwa halbstündiger Bekämpfung stürzte bas Dach zusammen unb fiel auf Die Straße, glücklicherweise ohne jemanb zu verletzen. Die Bewohner des Hauses waren durch Die Ruse Der Passanten und Die anrücfenDe Feuerwehr auf die Gefahr aufmerksam gemacht und flüchteten ins Freie. Auch Die unteren Stockwerke mußten. Da infolge der gewaltigen Wassermassen Einsturzgefahr bestand, geräumt werden. Bis um 4 Uhr war man des Feuers immer noch nicht ganz Herr. Wirtschaft Rhein-mainischer Getreidemarkt. kaum werden. Kirchliche Nachrichten Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. für ihre und auch Beka.mt- da man aus dem hiesigen Angebot. Der Braugerstenmarkt ist nach mit Predigt. Gießen. An den Werktagen ist die Rosenkranz, andacht Montag, Mittwoch und Freitag 20 Uhr; Dienstag, Donnerstag und Samstag 18 Uhr. Mittwoch, den 7. Oktober. Hungen. 6.30 Uhr: Messe, veffentticher Sonnlagsdienfi. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: A e r z t e: Dr. Hofmann, Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Schüttler. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Verschwende nicht, sondern schütze die Rahrungsgüler vor Verderb und Schwund, du sparst damit Devisen und sicherst unsere Rahrungsfreiheit. gäbe der Höchstpreise ruhig geblieben, weitere Klarheit über die Ablieferung von Futtergerste erhalten will. Die Brauereien und Mälzereien bleiben ausnahmebereit zu den vorgeschriebenen Höchstpreisen. Auch Jndustriegerste ist zur Zeit nicht angeboten, wie auch Futtergerste Hochamt mit Predigt; 20: Andacht. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt schaftsstunde der Mitglieder; 13.30: Sonntagsschule; 16: Jungfrauenstunde; 20.15: Eoangelisationsvortrag. — Mittwoch, den 7. Oktober. 20.30: Bibelstunde. — Samstag, den 10. Oktober. 20.30: Jugendbibelkreis (Jünglinge). Vaptistengemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 4. Oktober. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. — Donnerstag, den 8. Oktober. 20.30: Bibelstunde. Christliche Gemeinde Gießen (Zu den Mühlen 2). Sonntag, den 4. Oktober. 10 Uhr: Erbauungsstunde. 20.30: Evangelisation; Prediger Lück. — Dienstag, den 6. Oktober. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Reuapostolische Gemeinden (händelstrahe 1 und Ederstraße 13). Sonntag, den 4. Oktober. 9.30 Uhr: Gottesdienst. — Mittwoch, den 7. Oktober. 20.30 Uhr: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 3. Oktober. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 4. Oktober. 17. Sonntag nach Trinitatis. K. V. In Gießen. Der § 9 des Maß- und Gewichts- lesetzes vom 13. Dezember besagt eindeutig: „D> chenchor; 10.45: Kindergottesdienst. — Garbenleich. 10: Gottesdienst; Mitwirkung des Frauenchors. — Hausen. 11: Gottesdienst; Mitwirkung des Frauenchors. — Lich. 8.15: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte; 9.45: Stiftsdechant Kahn; Chorschule; Kirchenchor; Kollekte. — Rieder-Bessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Langsdorf. 11: Festgottesdienst; Posaunenchor; Kirchenchor; Kollekte. — Bettenhausen. 9: Festgottesdienst; Kollekte. — TNünzen- berg. 10.30: Erntedankfestgottesdienst; Kollekte. — Trais-rNünzenberg. 8.30: Erntedankfestgottesdienst: Kollekte. — Hungen. 10: Erntedankfestaottesdienst. — Kirtorf. 9: Hauptgottesdienst. — Ober-Gleen. 10: Hauptgottesdienst. — Veitsberg. 8.30: Gottesdienst; Kollekte. — Dirberg. 10.30: Gottesdienst; Kollekte. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Harbach. 14.30: Gottesdienst; Kollekte. — Watzenborn- Steinberg. 10: Festgottesdienst zum Erntedanktag; Mitwirkung des Kirchenchors. Gießen. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer i. R. Kalb- Henn; 11: Kinderkirche für die Matthäusgememde; Pfarrer i. R. Kalbhenn. — Zohannesllrche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 18: Pfr. Ausfeld; 20: Rik-lbesnreckuna im Jobannessaal; Pfr. Trapp. — Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke 101, Ufa 60, Growag 83, Wayß & Freytag 122,50, Kali Wintershall 128. Tagesgeld weiter ermäßigt auf 2,75 (3) v. h. Abendbörse lebhaft und fest. Bei ziemlich lebhaften Umsätzen war die 2lbenb« börse weiter fest, da weitere Käufe und auch Abgaben erfolgten. Große Umsätze hatten erneut Kunstseide AKU. mit 95,40 bis 96 (94,25), ferner Daimler Motoren mit 122 (120), Verein. Stahlwerke mit 114,13 bis 114 (113,50), Mannesmann mit 113,75 bis 113,25 (112,25), Westdeutsche Kaufhof mit 56 bis 55,75 (55). Stärker befestigt waren außerdem am Elektromarkt Gesfürel mit 143,50 (142), RWE. mit 139 (137,50), Bekula 161 (160,40), AEG. 37,40 (37,13). JG.-Farben stiegen auf 172,50 (172), auch Scheideanstalt 1 v. h. höher mit 276. Auf den übrigen Marktgebieten überwogen gegen die Berliner Schlußnotierungen Erhöhungen von 0.50 bis 1 v. h. Arn Einheitsmarkt gewannen JG- Chemie leere 1,50 auf 172,50, Dresdner Bank 1 v. h. auf 101,75, DD-Bank 0,75 v. h. auf 101,25, Commerzbank 0,25 auf 100.25. Der deutsche Rentenmarkt blieb vernachlässigt, Altbesitz 0.25 v. h. schwächer mit 115,50. JG.-Farben-Bonds 130,50 (130). Am Auslandrentenmarkt waren Ungarn weiter lebhaft und fest, Goldrente 15.15 bis 15,25 (15.13), 1910er 12,75 (12,25), ferner stiegen 5proz. äußere Goldmexikaner auf 16,13 (15,40). Zertif. Dollar-Preußen 72,50 bis 72,75 (72). Donnerstag, den 8. Oktober. Gießen. Zohannesfaal. 20 Uhr: Bibelstunde. Evangelische Stadtmission (Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche), Löberstraße 14. Sonntag, den l 4. Oktober. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9: Gemein-1 Die Zufuhren der Landwirtschaft haben sich für den neuen Monat noch nicht erhöht, so daß sich in der Haltung der Getreidemärkte keine Wenueruiig ergab. Angebot von mitteldeutschem Weizen liegt nur vereinzelt für November vor, während am Oberrhein eher solche Offerten erhältlich sind. Die Qualität der Anlieferungen aus Hessen-Nassau sind wenig verändert. Die hiesigen Mühlen können ihren laufenden Bedarf decken. Auch nach dem Oberrhein gehen aus den hessischen Bezirken laufend Weizenmengen ab. Die Versorgung der Landmühlen mtt R o g g e n ist vorläufig geschert. Die Grotzmühlen an oen Wasserstraßen erhalten den nötigen Bedarf kleinen Kontingente aus dem ostdeutschen Für den Rindermarkt ergeht an alle Erzeuger und Händler die dringende Mahnung, nur schlachtreife Tiere den Schlachtviehmärkten zuzufüh- i ren. Der Gesamtzutrieb an Großvieh stellte sich auf 789 (636) Tiere. Außerdem wurden den Märkten in Frankfurt 180, Mainz 60 und Wiesbaden 43 Stück Husumer Weiderinder zugeführt. Die Qualitäten waren mittel bis gut. Das Vieh wurde den Metzgern zugeteilt. Da die Auftriebe an Lebendvieh nicht genügten, um den Bedarf zu decken, wurden seitens der Reichsstelle an alle Märkte zusätzliche Mengen von ausländischem Frischfleisch ge- liefert. Der Schweinemarkt verzeichnete eine Gesamtzufuhr von 5859 (4064) Tieren. Die Qualitäten waren durchweg mittel bis gut. Die Tiere wurden den Schlächtern zugetellt, nach Darmstadt wurden außerdem noch geschlachtete Schweine zum Ausgleich geliefert. t , Am Kälbermarkt setzte sich der Preisrückgang fort, obwohl die Auftriebe eine weitere Ermäßigung zeigten. Insgesamt wurden 1808 (2317) Tiere aufgetrieben. Bei zumeist schleppendem Geschäft ließen die Preise abermals um 8 bis 10 Mark per 50 Kilogramm Lebendgewicht nach; die Qualitäten waren mittel bis gut, die Märkte wurden geräumt. . , , ... Auch die Schafmärkte haben eine nicht unbeträchtliche Preiseinbuße erlitten, da die Nachfrage nicht genügte, um den Gesamtauftrieb von noch 728 (764) Tieren zu räumen. In Frankfurt verblieb einiger Ueberstand. Die Zufuhren an Rind- und Schweinefleisch an den Fleischgroßmärkten waren ungenu- qenb. In Frankfurt gaben die Kalbflei,chprei e nach sonst blieben sie unverändert. Der Marktoeriauf war flott, für Kalbfleisch mittel. In Darmstadt wurden Rind- und Schweinefleisch zugeteilt. Mein-Mainische Börse. Mtlogsbörfe fest. Frankfurt a. M., r. Dtt. Auf weitere Käufe der Kundschaft und Deckungen der Kulisse war ine Börse am Aktienmarkt wieder lebhas und fest. Die Kurserhöhungen betrugen durchschnittlich 0,50 bis 1 v. h., da verschiedentlich einige Abgaben von Bankseite erfolgten. Besonders lebhaft waren wieder Kunstseide Aku mit 93 50—94.50 (92). Größere Umsätze hatten ferner Montanwerte, Rheinstahl Rmidsunkprogramm Sonntag, 4. Oktober. Erntedanktag. 6 Uhr: Hafenkonzert. Dazwischen Hörberichte vom Bückeberg. 8.05: Gymnastik. 8.45 Morgenmusik. 9: Katholische Morgenfeier. 10: Erntebräuche der deutschen Gauen. 11: Volkstänze und Volksmusik am Bückeberg. 12: Uebertragung des Staatsaktes auf dem Bückeberg. 14: Chorgesang. 14.30: Kinderfunk. „Märchen vom Herbst". Eine halbe Stunde für unsere Kleinen. 15: Deutsche Scholle: „Das fröhliche Dori". Ein Reigen bäuerlicher Lieder und Tänze aus unserem Sendebereich. 16: Musik zur Unterhaltung. „Im Land der Operette". 18: Frohe Lieder aus dem Land. 18.30: Unterhaltung zur Dämmerstunde. 19.45: Sportbericht. 20: Abendmusik zum Erntedanktag. Dazwischen Funkberichte von der Kaiserpfalz in Goslar. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Sportspiegel des Sonntags. 22.30 bis 1: Tanz und Unterhaltungsmusik. Montag, 5. Oktober. 6 Uhr: Forschen nach Gott. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk: „Die Glocke der Gerechtigkeit." Ein Spiel, frei nach einem alten deutschen Märchen von Grimm. Von Ludwig Hofmeier. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Euer Wunsch sei uns Befehl! 15: Volk und Wirtschaft: „Frühgemüse unter Glas". 15.15: Kinderfunk. 15.45: Nachmittagskonzert. 16.45: Erzähler unserer Zeit. Anton Gabele lieft Kindheitserinnerungen. 17: Schauderhaft schöne Schauerballaden. 17.30: „Kumpels". Hörspiel. 18: Fröhlicher Alltag. Ein buntes Konzert. 19: Klänge der Heimat. Die Musikanten vom Linzgau. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. > 20.10: Orchesterkonzert. 21: Funkraketen. 22: Nach- • richten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Don l Neuyork: „Deutscher Tag" — Neuyork. 22,45: Mu- > sik zur guten Nacht". 24 bis 2: Nachtkonzert. Zum i 30. Todestag von Anton Bruckner. Frankfurter Eiergrotzmarkk. Frankfurt a. M., 2. Okt. Der Eiermarkt konnte durch Abgaben von Kühlhauseiern, z. T. auch durch Frischware, ziemlich gut beliefert werden. Die Nachfrage der Verbraucher konnte weitgehend befriedigt werden. In den nächsten Wochen erwartet man auch kleine Zufuhren von Frischware aus dem Inland. Die bisher angebotenen Qualitäten waren befriedigend. Es notierten in Pfg. pro Stück frei Frankfurt a. SOI. (Großhandels- verkaufspreife an den Kleinhandel): Frischware: Deutsche S 12V« bis 13, A ll3/4 bis 12, B 103/4 bis 11, C 10 bis 10V4, D 9 bis 9Vr, Flandern S 12 bis 12V4, A 11 bis 11V4, B 10 bis 10V4, C 97«, Holländer S 12%, A 11%. Kühlhausware: Deutsche 10Ve, B 93/4, C 9V4, D 8%, Chinesen 8% bis 10, Jugoslawische 9Vr. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 2. Okt. Die Milcheingänge halten sich ziemlich unverändert, so daß bei nachlassendem Bedarf der Landbezirke die Buttererzeu- gung vereinzelt sogar gebessert war. Die Zufuhren aus Süd- und Norddeutschland, sowie aus Holland hielten sich ziemlich auf der seitherigen höhe. Der Fehlbedarf wurde durch Zuweisungen seitens der Reichsstelle reichlich gedeckt. Die Nachfrage des Konsums war anfangs ruhig, hat sich aber nach dem Monatswechsel fühlbar gebessert. Die Zufuhren von Margarine halten sich im bisherigen Rahmen. Es notierten in RM. per 50 kg frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreife an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 148, Feine Deutsche Molkereibutter 145, Deutsche Molkerei- butter 140 bis 142, Landbutter 125, holl. Butter 148. Deutsches Schmalz 100, do. dän. 88, Margarine A) 97, B) 86, C) 56. Briefkasten der Redaktion. schlossen. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkircke für die Petrus- gemeinde; Pfr. Trapp. — Saal der Reuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Luthersaal (Kaiserallee 1 h.) 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; 12: letzte Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Luthergemeinde. — Wieseck. 9.30: Gottesdienst; Kollekte; Chorschule; 10.45: Kinderkirche. — Atten-Buseck. 10: Erntedankfestgottesdienst; Kollekte. — Aldach. 9.30: Erntedankfestgottesdienst: Kollekte. — Steinbach. gewannen 2 o. h., Klöckner 1,75 v. h., die übrigen Werte 0,50—1 v. h. Kaliaktien zogen bis 0,50 v. h. an, ferner stiegen Otavi Minen auf 38 (37,13). IG. Farbenl agen ziemlich ruhig und zogen auf 171,25 bis 171,75 (171), Metallgesellschaft um 1,50 v. h. auf 140 an. Elektropapiere erfuhren zumeist Besse- rungen bis 1 v. h., darüber hinaus gewannen Bekula 2 v. h., Lahmeyer 1,25 v.h., Rhein. Elektro 1,75 v.h. und Siemens 1,50 v.h., Licht & Kraft und RWE. bröckelten bis 0,50 v. h. ab. Maschinen- und Motorenwerte tendierten bei kleinen Veränderungen uneinheitlich, Daimler im Verlaufe auf 115,50 nach 115,13 (114,75) erhöht. Zellstoffwerte lagen uneinheitlich, Waldhof 158,25 (159), Aschaffenburger 134,50 (133,50). Don Einzelwerten ge« wannen Westdeutsche Kaufhof 1 v.h., hämmerte Füssen nach Pause 2 v. h., Bank für Brauindustrie 1,50 v.h. und Reichsbank 0,75 v.h. Bauaktien lagen unverändert. Bei anhaltend fester Grundtendenz unterlagen die gängigen Papiere später einigen Schwankungen. Der deutsche R e n t e n m a r 11 war still und wenig verändert, Altbesitzanleihe mit 115,40 (115,50) nicht ganz behauptet. Lebhaft waren zertif. Dollar- Preußen mit 71,75 (71,25). Starkes Interesse zeigte Ä£7Oktober ii Sonntag'nad; Pfingsten. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwir- Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion kuna des Kirchenchors: Kollekte; 11: letzte Christen- der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre» lehre. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christen- digt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und lehre für die männliche und weibliche Jugend. — Rosenkranzandacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Mainzlar. 8.30: Got-. Predigt. — Hungen. 17.30: Andacht. — Laubach. 10: tesdienst. — Klein-Linden. 9.30: Gottesdienst; Kir- Hochamt mit Predigt; 14.30: Andacht. — Lich. 7.30: *- '='• *- " /a—**—* fiodiamt mit Predigt; 20: Andacht. — Ridda. 8.15: erhältlich ist. Hafer wird aus unserem Gebiet noch kaum zum Verkauf gestellt, da in Nassau erst in dieser Woche der Drusch einsetzt. Soweit kein alter Hafer mehr zur Verfügung steht, wurden kleine Mengen neuer Ernte aus Bayern hereingenommen. Weizenmehl steht für die Versorgung des Bäckerbedarfes ausreichend zur Verfügung, während die Angebote der Mühlen für die kommenden Monate schlank untergebracht werden. In Roggenmehl sind bereits die Lager in ostdeutscher Ware größer geworden, da inzwischen die hiesigen Mühlen die Besorgung ihrer Kundschaft wieder stärker ausgenommen haben. Am Futtermittelmarkt mangelt es an Futtergetreide. Die Freigaben von Futterweizen und Futterroggen decken nicht den Bedarf. Kleie stand ziemlich ausreichend ,iur Verfügung ebenso in der letzten Zeit auch Weizenfuttermehl. Biertreber wurden laufend zum Höchstpreis aufgenom- men; Haferschalenmelasse diente 'der Versorgung der Pferdehalter. Die Oelkuchen aus der ersten Zuteilung werden der Landwirtschaft im Laufe dieses Monats zugehen. In Rauhfutter blieb das Geschäft still. Rhe n-mainische Schlachtviehmärkte. In der zweiten Börsenstunde ließ das Geschäft am Aktienmarkt nach, auch die Kurse waren auf dem höchsten Stand nicht voll behauptet. So bröckelten IG. Farben auf 171 nach 171,75, Verein. Stahl auf 113,25 nach 113,75, Mannesmann auf 112,75 nach 113 ab. Andererseits zogen hoesch auf 115,50 nach 114,90, Schlickert auf 157 nach 156,50, Zellstoff Aschaffenburg auf 134,75 nach 134,50, BMW. auf 136 nach 135,75 und Reichsbank auf 186,50 nach 185 50 an. Schwächer lagen Scheideanstalt mit culue 275 (277). Der Schluß war erneut fest. Bei nicht tzibelbesp'rechung im Johannessaal; Pfr. Trapp. — ganz einheitlicher Entwicklung überwogen Erhohun-1 £apcue fces Alten Friedhofs wegen Herrichtung gegen von 0,50—1 v. h. Sehr fest Daimler Motoren - - - - - ™ cnx n ,JA- mit 119,75 nach 115,13, Adlerwerke 105 nach 101. Am Rentenmarkt Altbesitz wieder 115,50 nach 115,40, Kommunal-Umschuldung 88,30, Goldpfandbriese bei kleiner Nachfrage unverändert, Äadtanleihen größtenteils 0,25—0,50 v. h. höher, Liquidationspfandbriefe wie üblich uneinheitlich. Von Industrie-Obligationen 6proz. Verein. Stahl 102,65 (102,25). Am Auslandsrentenmarkt blieben Ungarn Gold lebhaft mit 14,85—14,75 nach 14,50. Mexikaner kamen zumeist 0,13—0,40 v. h. niedriger zur Notiz. Im Freiverkehr lagen kleine Steg mit 9,50 bis 10 nach 10,50 bis 11 schwächer, auch sonst bröckelten die Vorkriegs-Prioritäten etwas ab. sich erneut am Auslandsrentenmarkt für Ungarn; Gesetzes vom 13. Dezember besagt eindeutig: „Der Goldrente 14,40—14,30—14,50 (13,60), 1914er 12,75 Eichpflicht unterliegen alle Meßgeräte, wenn sie im bis 12,25 bis 12,50 (11,90). Rumänen ebenfalls1 öffentlichen Verkehr zur Bestimmung des Umfanges fest, 4proz. 7,70—7,90 (7,55), 5proz. 8,90 (8,80).J DOn Leistungen angewendet oder bereitgehalten Mexikanische Werte lagen ruhig. Im Freiverkehr - ■ - blieben Wiener Verkehrsanleihe, E-ßombarben, 3proz. Steg und Oesterr.-Ungar. Bank-Pfandbriefe lebhaft und fest. ■Dalum 6% Deupche Reichsanleihe o. 1927 4% Deuts»? Reichsanl. von 1934 b^% Boung-Anlethe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mb Auslos.-Rechten ............ 454% Deutsche RetchSpostschatzan Weisungen von 1934, I ..... 4Vi% ehern. 8% Hessischer Bolls slaat 1929 (tüdjnblb. 102%) .. 4/i% ehern. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12... 5/i% ehern 4tz% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstaotLiau 4/i% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldichutdverschr. R.t Oderhesjen Provinz-Anleihe mv Ausloi.-Rechten ..........- Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mtt Ausloj.-Rechten 4/,% ehem.8% Franks. Hyv.-Ban Goldpse. 15 unkündbar bis 193o 6/i% ehem. 4/i% Franks. Hyv Bank-Ltgu.-Psandbrtese...... 6/i% ehem. 4>/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpse. ... 4/i% ehem. 8% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4/i% ebcm. 7% Pr. Landespsand briefanst., Gold Komm. £61. 20 kteuergutich.Berrechnungsk. 84-88 4% Oesterretchtsche Goldrente ... 4,20% Oesterretchtsche Stlberrentr *% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staaisrente v. 1910 4/i% deegl. von 1913......... 6% abgest. Goldmertkaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I..................... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Retchsbankdtskont 4 v.h., Lombardzinsfuß 5 v. h. Berlin Frantturi a. M. Derhn Aranktun a. M. Schluß- UL'- Schluß. ,urt börse lur<* börse 2-10. 1 -IO- Datum 110. 210- 1.10. 160 115,5 99,9 98,75 172,13 170,65 97 100,5 93,5 I "BI '"I 130,5 121,4 97 Banknoten. 100,65 TOT Serim,2.ONot>'r Gesellsch.s.Elektc.Unternehmung. 6 101 97,5 55,75 61,7» 61,46 173,5 172,75 173,75 172,25 34,5 01 210 1O| geben die höhe der zuletzt befchlosfenen Dividende an. Die hinter den Papieren 141,5 122,5 111,75 129 150 156,5 54,25 428 117,4 134,75 137,75 6 6 6 8 7 92 99 159 133,5 118,5 136,75 139,5 2,442 41,92 54,59 12,235 11,565 133,98 141,5 124,75 113,25 230 145,5 112,5 37,13 127,25 126,5 178 171 277 117 135 138,5 116 139,5 141 114,5 9 5 6 ö O 8 6 7 114,75 166 96 98,75 159 134,75 122 167,25 160,5 137 229,75 148,5 113,5 38,65 126,5 126 182 107,75 94,25 98,5 158,25 135,5 111 120 167,5 86,25 55 431 37 158 128,25 156 136,5 139,75 126 135,25 156 195 149,5 116 139,4 142 113 178,5 142 122,75 110,75 37,13 160,4 130 158 137 142 127,25 137,5 157,5 198 150,75 o ö 6 u 7 O 8 O O 6 12 11 172,5 276 118,25 136 139,75 118,75 141 143,5 116 37,4 161 129,25 158 137 143,5 127,75 139 157,5 197,5 150,75 36,9 158 128,25 156 136 138,25 126 134,25 156 195,5 150 117,5 141 143 115,5 179,5 141,5 124 112,25 Schlußkurs 160 134,75 229 145,25 112 36,9 126,5 125 178.5 230,5 149,25 114 39,13 127,65 125,5 183 106 88,9 99 157,75 135 107,25 114,25 165,5 85,5 54,13 430 95 109,75 . 6y, ... 6 .. 12 101,4 97,75 102,5 3,75 13,6 11,75 11,9 15,75 63,05 57,14 26,20 A.E.G Bekula Elektr. Lieferungsgesellschaft. Licht und Kraft ........... stellen & Guilleaume Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert & (So...... SiemensL Halste... Lahmeyer & Co..... I 96,5 I 96,5 1 34~| »| 2121 2101 211 I g. G. Farben-Jndustrte Scheideaustalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft 6/i . O . b 5 7V, Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 4% Anatolier ............. 45,75 •— 45,5 44,9 Hamburg-Amerlla-Paket .....v 14,5 14,5 14,75 14,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff . O — — 39 39,5 Norddeutscher Lloyd .........O 14,5 14,65 14,65 14,5 A.G. kür Verkehrswesen Akt. .. O 118 118,5 117,75 118,9 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — 122 121 122,5 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- )9,75 100,25 99,75 100 Gesellschaft................ 4 98,75 101,25 98,75 100,5 Dresdner Bank.............. 4 98,75 100,75 98,75 100,75 Retchsbank ................ 1- 184,75 186,75 184,5 187,75 1 .Oktober 2 .Oktober Am liche Noliemng Amtliche Notierung Geld Srikf Geld Eric ^uenvs Vlirt 0,698 0,702 0,697 0,701 Brüssel .... 42,09 42,17 42,04 42,12 Rio de Jan. 0,145 0,147 0,144 0,146 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,01 55,13 54,80 54,90 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,32 12,35 12,27 12,30 Heljingfors. 5,435 5,445 5,415 5,425 Paris ..... — —- 11,615 11,635 Holland ... 136,31 136,59 134,37 134,63 Italien .... — —— — —* Japan ..... 0,719 0,721 0,716 0,718 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 C31o..... ' 61,92 62,04 61,79 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,20 11,22 11,15 11,17 Stockholm.. 63,53 63,65 63,27 63,39 Schwei, ... 57,31 57,43 57,29 57,41 Spanien... 27,47 27.53 27,22 27,28 10,26 10,28 10,26 10,28 Budapest .. — Neuyork - - 2,493 2,497 2,490 2,494 Schlußk. Abend- börse Schluß« kurs Schluck. Mittag« börse. 2-10. 1 10. 2-10. 101,4 101,65 101,65 98,25 98 | 98,25 102,5 102,65 102,75 115,5 115,6 115,75 99,9 100 100 98,75 99 98,75 97 97 — 100,5 — — 93,5 — — — — — 121,9 121,65 122,4 97 — — 100,55 — — 101 101 101 97,5 97,5 97,5 95 95 95 109,75 109,8 109,8 — 35,25 35,25 3,9 3,65 3,8 15,25 13,6 15,13 12,75 11,75 12,3 12,75 12 12,4 16,13 15,75 15,4 — — ■ , .^W.i I ?h5 3«" sfF» °°öer fi-?51 war-„ ^kw LZ" >'ÄÄ 9tr< S°nn°' B-S« Reiche atn ; begrüßt, gühlungnahir und den den der Stadthall und Landar jubelnder Be Dr. Goebbeb arbeltern P „enden und Lause des Wort zu en führte: Meine bei vor dem Schmerz, fteüen müsse fchen öffentli Würdigung £ Das laa da! Hroßstadt-St Glaubte, es Mich aus das deutsche sehen, daß e schastllche un es sich auch nähren ta ferer ganzen gegangen, in Sinne des S tion in jedei mit Hrem ? untere Solda M^xen hi heN Volt M wir aus e' bringen m und äuße deutsche r eigenen S Deshalb h fest das c Bauern zi deutschen Dank vor diesem Da 311 bekenn« Für Bai Obmann de berg, ber denen er u Zu verdanke Schwierigkei Stadt und ! vergangen!)« stch noch län ^Eeh gegei einem fur^e ?uf den Fr überreichte t ?°hre beson. Jen Lauern "rischen ho, ftrtaf aOjähr !*' Sfyutrr Le“«lnis >ui ^t'h?tenn; u b,t 31« 8>-n Sauer d« ihm ms ^ilerbro* ?b°"d unö? !->>< Gienene' Leuna""' •>* .'fSanim •Bfr « rt ntv ridjttn 2 n Ml* jratilf«'"" Bekanntmachung. Betr.: Maßnahmen der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung; hier: Ausgabe der Verbilligungsscheine für Oktober, November und Dezember 1936. Die obenbezeichneten Reichsverbilligungsscheine für folgende Bezugsberechtigte: 1. Empfänger von laufender Wohlfahrtsunter- . stützung, 2. Empfänger von Kurzarbeitrrunterstutzung, 3. Notstands- und Fürsorgearbeiter, 4. Empfänger von Krankengeld, auch diejenigen, die vor der Erkrankung Alu oder Kru vom Arbeitsamt bezogen, 5. Personen, deren Einkommen den um V erhöhten Richtsatz der öffentlichen Fürsorge nicht wesentlich übersteigt, Werden ausgegeben: 6218D Montag, den 5. Oktober 1936, Familiennamen A bis F, Dienstag, den 6. Oktober 1936, Familiennamen G bis M, Mittwoch, den 7. Oktober 1936, Familiennamen N bis S, Donnerstag, den 8. Oktober 1936, Familiennamen T bis Z, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, im Amtsgebäude Lonystrahe 2 (Erdgeschoß, Zimmer 6). Ausgabe der Fettverbilligungsscheine an den Unterstützungs-Zahltagen findet nicht mehr statt. Empfänger von Arbeitslosen- oder Krisenunterstützung erhalten die Fettscheine vom Arbeitsamt. Auf Anordnung der Reichsregierung wird darauf hingewiesen, daß die einzelnen Abschnitte nur während des aufgedruckten Monats Gültigkeit haben und nach Ablauf der Gültigkeitsdauer nicht mehr in Zahlung gegeben bzw. genommen werden dürfen. Eoenfo ist unstatthaft, noch nicht fällige Abschnitte vorzeitig zu verwenden. Bezugsberechtigte und Verkaufsstellen, die gegen vorstehende Bestimmungen verstoßen, werden vom weiteren Bezug bzw. von der weiteren Annahme von Verbilligungsscheinen ausgeschlossen. Gießen, den 28. September 1936. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.) I. V.: S u d h e i m e r, Beigeordneter. Auf der Braunen Messe Stand 4 und Mustergarten Blumenpackungen zum Ausstellungspreis von 20 Pfennig Verkaufslager: Städt. Bionumwerkbei der Kläranlage Städt. Gaswerk, Gartenstraße 3 Stfldt. 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