Donnerstag, Z. September 1936 Nr. 206 Erstes Blatt 186. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesten Erscheint täglich, nutzer jhbw ä " Ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags AHHe A W für die Miltagsnummer Beilagen: Die Illustrierte A A Ä AA W ▲ ▲▲ bis 8"/,Uhr des Vormittags SsiiSföÄ ililAvyAnAw lltt'yAtAAr WZ iDKncncr ziiiwigci SW infolge höherer Gewalt V Stellen-, Vereins-, gemein- OHM General-Anzeiger für Oberhesten Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Npf. zrankfurt am Main liess Druck und Verlag: Vrühl'sche llniverfitats-Vuch- und Zteindruckerel R. Lange In sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraye 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 l .< . & 1 Mb l Der Geist -er Reichsparteitage. Von Dr. Wilhelm Krick, Reichs« und preußischem Minister des Innern. Von den ersten Anfängen haben sich die Reichsparteitage der NSDAP durch ihren Geist und ihre äußere Form von allen ähnlichen Veranstaltungen anderer Parteien wesentlich unterschieden. Während die parlamentarischen Parteien der Systemzeit Kongresse veranstalteten, bei denen den Parteianhängern das beschämende Bild der Zerrissenheit, der Intrigen und des Parteihaders im eigenen Lager, ebenso wie im ganzen Volk oft drastisch vor Augen geführt wurde, hat der Führer bereits am e r st e n Parteitag der NSDAP, der im Januar 1923 zu München abgehalten wurde, den Rahmen der üblichen Parteitagsform gesprengt. Zum ersten Male marschierten damals die alten Kämpfer, meist Frontsoldaten des Weltkrieges, auf. Der Führer weihte, die erste Standarte und gab die Parole für die nächste Kampfzeit. Keine zersetzenden Diskussionen, kein Wenn und Aber, sondern ausgerichtete Marschkolonnen, die mit wehenden Fahnen und Standarten zum Kampf geg'en eine Welt von Feinden antraten. Im Marschtritt der alten Parteigenossen lebte der Geist, den das Erlebnis der Frontsoldaten in den Schützengräben des Weltkrieges geboren hatte, aufs neue auf. Der Führer gab der neuen Kameradschaft, die sich anschickte, ein Reich zu erobern, die Standarten, die Fahnen, die Kampfsymbole und erweckte den Gei st der neuen Volksgemeinschaft. Je mehr die Partei im deutschen Volk Wurzel schlug, je größer und mächtiger sie wurde, desto mehr wurden die Reichsparteitage der Ausdruck des soldatischen Geistes. Die Disziplin, die Gefolgschaftstreue und der freiwillige Gehorsam, der die Tausende alter Kämpfer erfüllte, waren ihnen keine Äußerlichkeit, sie waren in einer großen politischen Idee begründet. Der Führer hat die Gestalt des politischen Soldaten, der politischen Armee geschaffen. Das äußere Bild der Reichsparteitage mit ihren endlosen Marschkolonnen und ihrer immer straffer werdenden Ordnung war nur denkbar, weil alle die tausende Männer und Jünglinge der Kampfformation Adolf Hitlers einer einzigen großen geistigen Gemeinschaft zu dienen bereit waren. Die Marschkolonnen Adolf Hitlers hatten ein hohes politisches Ziel: die Machtergreifung; sie hatten aber auch eine klare weltanschauliche Ausrichtung: die nationalso- zialistische Idee. Wenn irgendwo im politischen Geschehen, dann konnte und' kann man es bei der NSDAP sagen: Es ist der Geist, der sich den Körper baut. Dieser Geist der straffen Zucht, der Ein- und Unterordnung, der freiwilligen Disziplin und des Opferns hatte nicht nur die Parteitage, sondern die gesamte Bewegung in jahrelanger Uebung geformt. Die Reichsparteitage waren nur der weithin pcht- bare Ausdruck dieses Geistes. Sie ließeni ahnen daß die Bewegung einst das ganze deutsche Volk ergreifen werde. Wie jubelten die Massen in Nürnberg auf, wenn die SA mit „ruhig festem Schritt" das Bild eines neuen Staatswillens, einer neuen Ordnung, Sicherheit und Kraft offenbarte. Wie mächtig wirkte es auf Freund und Feind, als am Reichsparteitag 1929 zum ersten Male eine fast unübersehbare Kolonne des Schwarzen Korps der SS wie ein Sinnbild der kommenden Macht und Ordnung beim Vorbeimarsch vor dem Führer den Abschluß des Parteitages bildete. So wuchs von Parteitag zu Parteitag die Bewegung und formte sich nach der Machtergreifung zu jener ehernen Einheit, wie sie heute in den Kampfformationen der Partei, in der Hitlerjugend, im Reichsarbeitsdienst und endlich in der neuen Wehrmacht Äes Dritten Reiches bleibende Gestalt angenommen hat. Nürnberg, 2. Sept. (DNB.) Am Reichsparteitag 1936 nehmen 41 000 Hitlerjungen teil. Ihre Zeltstadt befindet sich bei Altenfurth hinter dem Langwasser. Sie wurde von der HI. selbst erbaut. In diesem Jahre sind es 110 0 neue lange Zelte in der Größe von 6 X 14Meter, die jeweils 40 Jungen fassen. Das Lager in Moh- renbrunn ist mit allen modernen Einrichtungen versehen. ©eine breiten Straßen sind mit den Namen bekannter HJ.-Führer bezeichnet und trogen die Namen der verschiedensten Gebiete. Die Zelte haben Fernsprechanschlüsse. Daneben sind Pilzlautsprecher aufgestellt und Waschgelegenheiten in genügender Zahl eingerichtet. Am 11. September treffen die Jungen mit 45 Sonderzügen ein. Am nächsten Morgen findet die große HI. - Kundgebung im Stadion statt. Sodann gelangt in der Hauptkampfbahn ein ch o - ristisches Spiel zur Aufführung. Der Abtransport erfolgt am Sonntagmorgen. Die Verpflegung der HI. wird auch in diesem Jahre wieder der Hilfszug Bayern übernehmen. Sie erfolgt dreimal täglich: am Samstag erhält die HI. zusätzliche Marschverpflegung, am Sonntag Transportoerpflegung. Das Lager ist mit 25 ärztlichen Hilfs- ftellen und zwei Sanitätszelten ausgestattet. Im Mittelpunkt des Lagers an der Adolf- Hitler-Straße steht der Kommandoturm, in dessen Nähe der Reichsjugendführer Boldur von Schirach Quartier beziehen wird. Für die Teilnehmer am Lager sind einige Verkaufs st ände zur Aufstellung gelangt, in denen alles Erforderliche gekauft werden kann. Auf dem Fahnenhügel werden die 1600 Fahnen, die nach Nürnberg ge- Die Parteitage sind Meilen st eine am Wege geworden, den Adolf Hitler in seinem weltgeschichtlichen Ringen um die Macht und Größe seiner Nation ging. Aus politischer Ohnmacht und Zerrissenheit, aus Schande, Not und Wehrlosigkeit, hat der Führer das deutsche Volk zu innerer Geschlossenheit, zu Wehrhaftigkeit und Ehre, aber auch zu neuer Macht geführt. Weithin leuchtet der Geist der Bewegung über die ganze Nation. Die Reichsparteitage der NSDAP sind zu wahren Festtagen des ganzen deutschen Volkes geworden. Die Marschkolonnen in Nürnberg verkünden der Welt, daß das deutsche Volk zu seinen höchsten geistigen Gütern wieder zurückgefunden hat: Zu Ehre, Freiheit, Vaterland ! bracht werden, aufgestellt. Auf diesem Hügel findet am Freitagnachmittag die Weihe von zwanzig Bannfahnen durch den Reichsjugendführer statt. Für Wachestellung, Absperrdienst usw. ist eine besondere Lagerpolizei von 600 Mann vorgesehen. In den Lagerstraßen jedes Gebietes befindet sich ein sogenanntes Gebietskommando. Die Gesamt- und Aufmarschleitung liegt in den Händen des Stabsführers Lauterbacher, die Lagerleitung in den Händen des Bannführers Heil. Während des Reichsparteitages ist für den BDM. in Bamberg eine besondere Der- a n st a l t u n g vorgesehen. Am 11. September weiht dort Reichsjugeydführer Baldur v. Schirach 370 Untergauwimpel. Am Samstag, dem 12. September, nimmt der BDM. an der Kundgebung im Stadion teil und fährt dann nach dieser Veranstaltung wieder nach Bamberg zurück. Oie Werkscharen beim Tleichsparteikag. Nürnberg, 2. Sept. (DNB.) Auch in diesem Jahre nehmen'die Werkscharen am Reichsparteitag teil, und zwar 6000 Mann, die auf Einladung Dr. Leys nach Nürnberg kommen. Ihre Unterbringung erfolgt im Werkscharlager L a n g w a s s e r. Jedes der 28 Zelte faßt etwa 250 Mann. Auch dieses Lager ist mit allen modernen gesundheitlichen Einrichtungen ausgestattet. Die Mitwirkung der Werk- scharmanner besteht in einer großen eigenen Veranstaltung, deren Mittelpunkt das Festspiel „A u ch auf dem Ambos wächst das Brot" bilden wird, und das hauptsächlich von den Gauen Düsseldorf und Hessen-Nassau gespielt wird. Unter der Fuchtel der GPU. Don unserem PE.-Berichierstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Warschau, 1. September 1936. Als das Todesurteil gegen die 16 Angehörigen der Sinowjew-Kamenew-Opposition und knapp 24 Stunden später die Hinrichtung dieser neuesten Opfer des Stalinschen Blutregiments in Warschau bekannt geworden waren, schrieb die „Gazeta Polska", die sich durch ebenso gute Informationen aus dem Schattenreich des Bolschewismus, wie durch eine treffsichere Beurteilung der Dinge in Sowjetrußland auszeichnet, man könne sich diesen Prozeß-Verlauf und vor allem diese Aussagen der Angeklagten nur so erklären, daß es jenseits der Grenze im Osten noch etwas Schrecklicheres gebe, als es die Todesstrafe ist. Wenn ehemalige Größen des Bolschewismus sich so unglaublich erniedrigen konnten, so müsse dies aus der Furcht vor weiteren Qualen hergeleitet werden. Denn die GPU. verbreite mit ihren Foltermethoden Angst und Schrecken im ganzen Lande. Auf der anderen Seite allerdings — so folgerte das Blatt — dürfe man daraus schließen, daß die Regierenden sich heute sehr unsicher auf ihrem blutigen Thron fühlen müßten, da sie sich nur mit diesen Methoden an der Macht erhalten könnten. Seit dieser psychologischen Erklärung für die Hinteraründe der Moskauer Vorgänge sind einige Tage ms Land gegangen — und von 12 zu 12 Stunden mehren sich die Nachrichten aus Moskau wie aus der bolschewistischen Provinz, die mit immer größerer Eindringlichkeit den Schluß nahelegen, daß die Hinrichtung der Sechzehn nur d e r Anfang einer ganz groß angelegten neuen Aktion gegen die Feinde Stalins im Innern und im Ausland gewesen ist, daß die GPU. heute alle Hände voll zu tun hat, um ihr blutiges Handwerk zur Zufriedenheit des rachedürstenden Stalin-Dschuga- schwili, dieses neuerstandenen georgischen Dschingis- Chan, zu tun und daß in dem großen 170 Millionenreich der Russen etwas tief Aufwühlendes und das ganze Schicksal des Landes Berührendes vor sich geht. Der polnische Jude Jehuda, der heute unter dem Namen Jagoda der Chef der GPU und als solcher der besondere Vertrauensmann Stalins ist, hat schon seit einer Woche ständiges Quartier in der Lubjanka, dem berüchtigten Moskauer Zentrum der Tscheka, aufgeschlagen. Dieser Jagoda ist nun täglich 24 Stunden lang mit der von Stalin angeordneten neuen Säuberungsaktion beschäftigt, die heute jeden hohen und höchsten Parteifunktionär und jeden prominenten Staatsangestellten bedroht. In der Lubjanka, einer Straße, die im Zentrum Moskaus in der Nähe der Kremlmauer liegt, herrscht Hochbetrieb. Es ist eine lange Straße, diese Lubjanka; im Dolksmund aber versteht man bei ihrer Nennung nur das eine Gebäude, ein einstiges Hotel, das das Nervenzentrum der über das ganze große Gebiet der Union, ja auf alle ausländischen Niederlassunaen des staatlichen Bolschewismus ausgedehnten GPU bildet. Drei Stockwerke über und vier Stockwerke unter der Erde zählt dieses Haus, das sich äußerlich durch nichts von feinen Nachbarn unterscheidet. Aber im Innern gibt es die eigene Sendestation der GPU, die eigenen Verpflegungsräume der qualifizierten Angestellten, den Ausgangspunkt der eigenen Telefon- und Telegraphenlinien, die Rü- stüngskammern und Waffenniederlagen, die Kar- thotek, in der alle irgenroie verdächtigen Personen, Millionen an der Zahl, ausgezeichnet sind, und schließlich die Folterwerkzeuge und die Gefangenenzellen aller vier Klassen. Genosse Jagoda braucht nur auf einen Knopf zu drücken und er wird mit Stalin persönlich verbunden oder mit einer anderen Stadt ober mit der Botschaft in London, Warschau und Berlin. Er besitzt eine eigene Funkwelle, die alle paar Tage geändert wird, und eine Abhörzentrale, durch die er in jedes in- und ausländisches Telefongespräch eingeschaltet werden kann. In seiner Spionageabteilung ist man genau über alles unterrichtet,' wie ein sowjetischer Würdenträger seine freie Zeit verbringt, zu welchem Zweck die verschiedenen Ausländer nach Sowjetrußland kommen, die die Union der „Sozialistischen Föderativen Sowjetrepubliken" besuchen, wie die Stimmung der Arbeiter auf den Werken und der Bauern auf dem Lande ist, welche Aeußerunoen von wem und zu welcher Zeit getan werden, die man als „regimefeindlich" auslegen kann, welche neuen Ideen z. B. in den Köpfen der Jugend spuken und wo ein Erlahmen oder auch nur ein vor- übergehendes Nachlassen der lauten Ergebenheitsbezeugungen gegenüber dem „weisen Führer der Menschheit und dem aroßen freund aller Bedrückten, dem lieben Genossen Stalin" auf das Entstehen einer gefährlichen Gärung schließen ließe. In diesem Gebäude der Lubjanka befinden sich auch vier Kategorien der G e f a n g e n e n z e 1- len, die Folterkammern, die Korkzellen und die Keller, in denen die Hinrichtung der zahllosen Opfer des Regimes vorgenommen werden. Die Hinrichtung — sie wird in der Sowjetunion von hinten, durch einen Schuß in die Zirbeldrüse, vorgenommen — ist in der Tat, wie das polnische Blatt richtig sagte, noch die humanste Art, einen Menschen vom Leben zum Tode zu bringen. Da gibt es aber noch die verschiedenen Arten, wie man dem Häftling zuvor zu einem Geständnis bringt. Man sperrt ihn in eine Zelle, in der es feine Sitz- ober Liege- möglichkeiten gibt. Ein Posten sorgt bafür, bah er mehrere Tage hinburch nicht zum Schlafen kommt. Immer, wenn er einnickt, wirb er geweckt — bis er „geftanben" hat. Um bas zu beschleunigen. Das gleiche geistige und politische Prinzip einer klaren unb einheitlichen Führung ber gesamten Nation unb einer Zusammenfassung aller im Volke ruhenben Kräfte hat nunmehr auch auf bem Gebiet bes Filmschaffens Deutschlanb, wie bas Ergebnis von Venebig einbeutig erweist, an bie Spitze ber Kulturnationen gestellt. Vor einem internationalen Forum, auf besten Zusammensetzung unb Urteilsbilbung wir keinerlei Einfluß hatten, ist ber beutschen Filmkunst einstimmig ber höchste aller zu vergebenen Preise zuerkannt worben. Wir müssen uns bewußt sein, baß hierin ebensosehr ein Erfolg ber filmpolitischen Leitung wie bes Filmschaffens selber zu erblicken ist. Wie auf allen anbern Gebieten bes öffentlichen Lebens ist bamit auch auf bem Gebiete bes Filmschaffens unwiberleglich ber Beweis erbracht, welcher Leistungssteigerung bie Nation unter nationalsozialistischer Führung fähig ist; die Propheten von einst, welche bie politische Führung bes neuen Deutschlanb glaubten bekämpfen unb kritisieren zu müssen, welche einem schrankenlosen Jnbivibualismus bas Wort rebeten unb die Meinung vertraten, daß lediglich bie Ansicht des einzelnen Künstlers für künstlerisches Schaffen maßgebend sei, sind damit eindringlich roiberleat worben. Das Ergebnis von Venebig zeigt aufs neue, baß ber Nationalsozialismus mit seinem richtunggebenden Wirken auf allen Gebieten des Lebens weitergekommen ist als manche andere Nation mit ihrer sogenannten Geistes- unb Kunstfreiheit. Glückwünsche Dr. Goebbels an Luis Trenker. Reichsminister Dr. G o e b b e l s hat an den Filmregisseur Luis T r e n k e r, zur Zeit in Parma (Italien), folgenbes Telegramm gerichtet: „Zur Verleihung bes Mussolini-Pokals für Ihren Film ,Der Kaiser von Kalifornien^ auf ber 4. Internationalen Filmkunstschau Venebig übermittle ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche. Ich freue mich, daß bamit Ihr stets künstlerisches unb konsequentes Filmschaffen so sichtbar eine internationale Ehrung erfahren t)at." Nach ben großartigen Erfolgen unserer Sportler bei ben Olympischen Spielen in Berlin bebeutet bas gestern ausführlich oerfünbete Ergebnis ber Internationalen Filmschau in Venebig einen neuen triumphalen Erfolg ber beutschen Nation. Wir bürfen stolz barauf sein, unb bas ganze Volk bringt ben Siegern von Penebig seine Glückwünsche bar.'Angesichts ber bort bewiesenen unb von ber gesamten Kulturwelt anerkannten Leistungen scheint es angebracht zu sein, ben Blick um einige Jahre zurückzulenken, unb sich zu erinnern, wie ber Nationalsozialismus bei ber Machtübernahme tm Jahre 1933 sich auf allen Gebieten einem völligen Niebergang gegenüberfanb. Die Gegner bes neuen Regimes prophezeiten bamals einen völligen Zusammenbruch auf kulturellem Gebiet, ba bie Kunst unter einem autoritären Regime niemals zu großen schöpferischen Leistungen gebeihen könne. Jn- bessen haben bie hinter uns liegenben Jahre zur Genüge bewiesen, baß bie Gegner unb Kritiker bes nationalsozialistischen Prinzips Unrecht behalten haben: burch bie Leistungen bes Nationalsozialismus würbe Deutschlanb aus einem vollkommen 3ufammettqebrod)enen Staat wieber zu einer Großmacht, bie geachtet im Kreise ber Völker steht, unb bie auch mit ihren kulturellen Leistungen oft unb einbringlich genug bewiesen hat, baß die jtrane Zusammenfassung' aller in ber Nation wirkenben Kräfte ihr geschlossener Einsatz unb bie Aufweisung neuer Ziele gerabezu beneibenswerte Erfolge er- brG^tiftagutnunb lehrreich, sich heute wieber einmal daran zu erinnern, wie in ben letzten Jahren Die deutsche Wirtschaft aufgeblüht ist, wie die Arbeits- losenziffer in einer gewaltigen Kraftanstrengung von sieben auf eine Million gesenkt wurde, wie auf technischem Gebiet immer neue Leistungen vollbracht wurden; seit Jahren stehen beispielsweise in der Automobilindustrie unsere Rennwagen an ber Spitze aller Nationen, und fast sämtliche Automobilrennpreise ber letzten Zeit sind an Deutschland gefallen. Auch bie auherorbentlichen Erfolge Deutschlands bei den Olympischen Spielen sind keine Zufallsergebnisse, sondern die Früchte bewußter Ge- meinschaftsarbeit unb straffer politischer Führung gewesen. Oer deutsche Triumph in Venedig. Der großartige Erfolg nationalsozialistischen Kultur- und LeistungswMens. Äbeut,^ b i°q '-inen1 gaV Erfolg danon- gekagen D°e Preisrichter haben den Mu,so m.° Pokal als ben höchsten aller zu oerteilenben Preise Luis Trenker.-(Rota-Film - Erich Balg - W dem beutschen Louis Trenker-Fllm e erhielt von Kalifornien suerkamm t^interfpieIcn ber Film von den Olymp sch bofumentari - „Jugenb der Welt als bestes $.(m scher F"m ben ^Duce-PrelS^ ^MMin ben „Schlußakkorb als t’ Xrbcm mürben bie Preis bes ibeatennftituts. 21 13 Verräter Spielfilme „Ave Maria i Metall bes unb bie Kultur- unb Lehrfilm ,. n f unb Himmels", „Ein Me mit Mebaillen „Die Kamera fährt mit ausgezeichnet. 41000 Hillerjnngen nehmen am Reikhsparieilag in Anrnberg teil. Der» ie, wirk- Kleinigkeiten von -er Leipziger Messe J. B. 3m Panzerzug nach Georgien. B e r l i n, 2. Sept. (DNB.) Der Warschauer Korrespondent des Zwölf-Uhr-Blattes berichtet über die Hintergründe einer angeblichen Urlaubereise Stalins nach Georgien, die er unter sehr merkwürdigen Umständen angetreten habe. Stalin soll sich entschlossen haben, in seine georgische Heimat zu reisen, da dort ebenfalls „Trotz kische Umtriebe" ausgebrochen sind. Eine Opposition in den Reihen seiner Landsleute hält Stalin begreiflicherweise für besonders gefährlich. Die lange Fahrt von Nord nach Süd hat Stalin im Panzerzug angetreten. Inmitten der Panzerwaggons fuhr der Schlafwagen Stalins, aber man glaubt allgemein, daß sich Stalin selbst nicht in dem Schlafwagen befand, der ja auch der empfindlichste Teil des Zuges war. Der ganze Zug wurde durch zwei weiterePanzerzüge gesichert, von denen einer voraus- und der andere hinterherfuhr. Ferner waren an der ganzen Strecke starkeWachender GPU. postiert. So ermüdend, weil zu wenig abwechslungsreich auch der Vordergrund der palästinischen Bühne im Augenblick ist, so interessant ist nach wie vor der Hintergrund. Die Bemühungen, der Lage ein Ende zu machen, haben sich in den letzten Wochen stärkt. Die arabischen Kaufleute, die die Kosten des unvorbereiteten und unüberlegten Streikabenteuers mit dem Bankrott zuletzt bezahlen müssen, verstärken den Druck auf die Streiklei- Bei der großen Parade aum Abschluß der französischen Manöver verlieh der französische Staatspräsident Lebrun dem polnischen Generalinspekteur Rydz-Smigly das Großkreuz der Ehrenlegion. Eine Reihe anderer hoher polnischer Offiziere wurde zu Großoffizieren, Offizieren und Rittern der Ehrenlegion ernannt. - Aber beim Verschluß einer Thermosflasche ärgern wir uns oft über den verlorenen Korken. Jetzt kommt als Neuheit die Thermosflasche mit Patentverschluß, natürlich so eingerichtet, daß man den Trinkbecher nach wie vor als Kappe überschrauben kann. — Das uns als Heilmittel bekannte ultraviolette Licht hat die Eigenschaft, Keime schnell zu töten. Hierauf baut sich die Wirkungsweise eines neuen Wasserentkeimers auf, der in Siedlungen, Arbeitslagern, auf Schiffen und in den Tropen gute Dienste leistet. Das Wasser wird über einen Quarzbrenner geleitet, der reichliches ultraviolettes Licht aussendet und im Vorbeifluh entkeimt. Auch für Kunsteisfabriken und Molkereien hat dieses Gerät Bedeutung. Voraussetzung für seine Arbeit ist das Vorhandensein elektrischen Stromes. — Die Zahl der für den täglichen Gebrauch bestimmten Geräte, die die Messe zeigt, geht in die Tausende. Kinderspielzeuge und Eieruhren, Teppichkehrmaschinen und Rauchzeuge, Bernsteinschmuck und Porzellangeschirre wechseln mit. vielen anderen Dingen Schritt für Schritt. Eine Ordnung der Ausstellungen nach Branchen ist leider nicht möglich. So muß der Spezialist, der ein einziges Gebiet wie Türbeschläge oder Eßbestecks, Brotschneidemaschinen ober Vogelbauer sucht, in vielen Häusern treppauf und treppab laufen, um auch ja nichts zu übersehen. Wir werden daher bei unserem Rundgang auch vieles nicht entdeckt haben. Die Brotschneidemaschine, die man bei Nichtgebrauch so vom Tisch wegklappt, daß ihre Unterseite die Tischfläche vergrößert ober das Steppbecken ähnliche Heizkissen fanden wir zwar, aber befriedigt können wir die Messe nicht verlassen, weil uns. manches unentdeckt blieb. Nur eines wissen wir, in der Leipziger Messe kommt ein , , , , Wirtschaft überhaupt auf dem Spiele steht. Auf der anderen Seite verdoppeln auch die arabischen F ü r st e n, die Könige von Saudi-Arabia und Irak, der Imam gewaltiger Lebenswille unserer Industrie, des Handwerks und des Handels zum Ausdruck, der den Aufbau der Wirtschaft fördert. achsende Unzufriedenheit unter der sowjetrussischen Arbeiterschaft Verschwörungen gegen Statin in Lndustriebezirken aufgedeckt. tung, je näher die Orangenernte herannaht. Der Gedanke, das Orangengeschäft, das infolge be- sonders günstiger Ernteverhältnisse gerade in diesem Jahre vielversprechend ist, den Juden überlassen Oie Lage in Palästina. Von unserem W. M.-Berichierstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Jerusalem, 25. Aug. 1936. Die Ereignisse in Spanien haben in den letzten Wochen das Interesse an dem arabischen Aufstand in Palästina ein wenig in den Hintergrund gedrängt. Zu Unrecht: denn hier wie dort wird über wichtige Phasen in der Entwicklung des Mittelmeerproblems entschieden, das durch den abessinischen Krieg zu einer entscheidenden Aktualität der Weltpolitik überhaupt geworden ist. Der Mangel des Interesses mag vielleicht nicht nur in der größeren Dramatik der spanischen, sondern auch in dem Stillstand der palästinischen Ereignisse seine Erklärung finden. In der Tat vollziehen sich seit April d. I. die Geschehnisse im Heiligen Lande in einer ermüdenden Wiederholung ihrer selbst: Der arabische Sektor der Bevölkerung streikt in Handel und Verkehr, Versuche des Streikbruchs werden terrorisiert, täglich wird ein bestimmtes Quantum Menschen auf beiden Seiten im Rahmen terroristischer Aktionen und militärischer Gegenaktionen erschossen, werden Bomben geworfen, Eisenbahnbrücken in die Luft gesprengt, Schienen aufgerissen und von Zeit zu Zeit treffen neue militärische Verstärkungen ein. Es ist eine gewisse Regelmäßigkeit, ein gewisser Rhythmus eingetreten, die Anomalie ist normalisiert worden, die palästinische Bevölkerung hat sich an den neuen Zustand gewöhnt, sich auf ihn irgendwie eingerichtet, das Bewußtsein, bah es früher einmal anbers war, unb baß es wieder anders werden könnte, verliert täglich mehr an Deutlichkeit. Hierdurch verlieren Streiks und Terror im Gunde an Sinn, denn ihre psychologischen Wirkungen beruhen gerade auf dem Charakter Des Außergewöhnlichen, der indessen allmählich verloren geht. Wer sich in den Strudel der Leipziger Messe stürzt, wird von ihren Wirbeln bald hierhin bald dorthin getragen, nimmt die » verschiedenartigsten Eindrücke in sich auf und wird irgendwo wie aus einem Traum erwachen und feststellen, daß es doch allerlei zu sehen gibt. Jede Messe bringt Neues, kein Besucher scheidet unbelohnt von ihr. — Das diesjährige Herbstereignis in Leipzig ist die Textil- und Bekleidungsmesse. Kunstseide triumphiert in Farben und Formen, wie man es bisher noch nicht gesehen hatte. Die zahlreichen Möglichkeiten, Kunstseide mit anderen Textilstoffen zu mischen und den Waren durch Färbung unb wechselvolle Webtechniken ein bem Auge ungewohntes Aeußere zu geben, überzeugen von der Vielseitigkeit deutscher Facharbeit. Kunstseide und Zellwolle für Unterkleidung, für Innendekorationen und für Handarbeiten wollen von dem Besucher beachtet werden. Er entdeckt, daß man beipielsweise bei den Handarbeiten von den klassischen Kissen und Decken frei zu kommen bemüht ist, indem man die Handfertigkeit im Sticken oder Stricken an Kleidungsstücken nutzbringend anwendet. Auch tritt ein neuer Stil in die Erscheinung, der sich von schreienden Farben und gekünstelten Mustern besonders in der Teppichweberei zur Schlichtheit und zum Geschmack wendet. Neue Wirkungen erzielt auch die Gardinenindustrie durch grobfäbige Tülle in neuartigen Knüpfarten oder durch feinfäbige Muster in Voiles unb Marquisettes. Wollte man bie Vielgestaltigkeit ber Textilmesse ganz erfassen, würben die wenigen Ausstellungstage im Herbst dazu nicht ausreichen. „Für Weihnachten werben" — ein Ruf, der angesichts der Augustsonne etwas unzeitgemäß erscheint. Aber der Kaufmann soll schon jetzt daran denken, wie er durch zweckmäßige Werbung die auf der Herbstmesse gemachten Einkäufe an den Verbraucher heranbringen kann. Der Reichsstand des deutschen Handwerks veranstaltet daher mit der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel zusammen eine Sonderschau „Für Weihnachten werben!" und betont absichtlich darin, daß Oktober und November die beiden wichtigsten Werbemonate für das Weihnachtsgeschäft sind. Schaufenster, Kino und Zeitungen werden zu den wirkungsvollsten Werbemitteln des Kaufmanns. Musik ertönt in einem der Messepaläste. Ein Klavierchen wird vorgespielt, keine verkleinerte Form des gewöhnlichen Pianos, sondern eine neue Form, die etwas vom alten Klavier und etwas vom Flügel in sich vereinigt. Pianetto nennt sich das für Kleinwohnungen sicher gut geeignete und erstaunlich klangvolle neue Instrument. Man könnte auf den Gedanken kommen, daß auch der zusammenklappbare elektrische Kronleuchter nur für Neubauten von Puppenstubenformat bestimmt ist. Das ist aber nicht der Fall, sondern die zurückgeklappten Leuchtarme sollen nur dem Händler die Lagerhaltung erleichtern Wer Auto fährt, überwacht mit Strenge Benzinverbrauch und Kilorneterzahl. Ist doch das Verhältnis beider Größen zu einander eine sichere Kontrolle über die Wirtschaftlichkeit des Betriebes. Damit man nicht vergißt, das Tanken bei Ablesen des Kilometer- Zählers zu notieren, hat ein ganz gewissenhafter Mann einen auch als Zündkerzenprüfer brauchbaren Drehbleistift mit Benzinmerker und Kilometerftandanzeiger gebaut. Ein ganz guter Gedanke und eine nette saubere Arbeit, aber ein Rezept dagegen, daß man nicht vergißt, die verschiedenen Einstellungen an diesem Ueberbleistift vorzunehmen, hat der Erfinder auch noch nicht erfunden. Oft fragt man sich, warum diese oder jene kleine Neuerung nickt schon längst bekannt ist. Den P a - tentbierflaschenverschluh kennt jeder. Lloyd George nach Deutschland abgereist. London, 2. Sept. (DNB.) Der frühere englische Ministerpräsident Lloyd George ist am Mittwoch von London zu seinem bereits angekündigten Besuch nach Deutschland abgereist. In seiner Begleitung befinden sich seine jochter Megan Lloyd George und fein Sohn Major Gwilym Lloyd George, die ebenso wie ihr Vater Mitglieder des Unterhauses sind, ferner fein Sekretär Sylvester und schließlich ein Freund des Staatsmannes, Professor Conwell-Evans, der das Amt des Dolmetschers übernimmt. Lloyd George wird etwa zwei oder drei Wochen in Deutschland bleiben, um eine Reihe öffentlicher Arbeiten, die das nationalsozialistische Deutschland erfolgreich in Angriff genommen hat, persönlich zu studieren. Vor seiner Abreise gab der frühere Ministerpräsident einem Vertreter der Preß Association gegenüber folgende Erklärung ab: „Als ich Botschafter von Ribbentrop vor einiger Zeit in London sah, lud er mich zu einem Besuch Deutschlands ein, Hamit ich sehen könne, was dort zur Bekämpfung des A r b e i t s l o f e n p rodle m s getan worden ist. Diese Anregung, der ich jetzt Folge leiste, nahm ick bereitwillig an. Ich habe ein höchst interessantes Besuchsprogramm, das mir Gelegenheit geben wird, zu sehen, was in Deutschland besonders auf dem Gebiet der Siedlung städtischer Arbeiter, der Urbarmachung von Brachland, des Straßenbaues und der Entwicklung ber ßanb» wirtschaft geleistet worden ist". zu müssen, ist für die arabische Kaufmannschaft um so unerträglicher, als hier das einzige lich lohnende Geschäft der arabischen W wird ihm ein Blick in die Nachbarzelle gestattet, in der ein bequemes, sauber bezogenes Bett steht. Und wer drei, vier, fünf Tage nicht geschlafen hat, „gesteht" bann alles, was man von ihm verlangt. Oder ein Angeklagter erhält nur Salzheringe zu essen, bis er vor Dur ft wahnsinnig wird oder — „gesteht". Um diesen Prozeß zu beschleunigen, wird er womöglich noch in einer Zelle angefettet, in der von oben ständig ein Tropfen kaltes Wasser auf feinen Kopf tropft. Oder er kommt in bie Kork- zelle, bie bas Atmen ungeheuer erschwert, in ber eine Temperatur von 40 Grab herrscht, bie weber Fenster noch Luftlöcher besitzt, unb in bem man ihm bann Salzwasser zum Stillen bes Durstes verabreicht. Das ist bie GPU. und das ist die Lubjanka, in der Grigorij Jagoda herrscht. Gegenwärtig ist die Zahl der Beamten, die auf feinen Befehl die verschiedenen Arten der Einwirkung auf die Häftlinge vornehmen, um die „Feinde bes Regimes" zu Geständnissen zu zwingen, vervierfacht worden. Tausende sind schon verhaftet und noch immer geht die Aktion unvermindert weiter. Von Leningrad bis zur Krim und von London bis Westfibirien erstreckt sich die Tätigkeit der GPU. und bald wird die Säuberungswelle auch Wladiwostok erreicht haben. Unruhe unb Aufregung gehen durch das Land, niemand ist mehr seines Lebens sicher, unb wer sich mit bem Regime aut stellen will, ber tue möglichst alles, um bie Aufmerksamkeit von sich und auf andere a b = zulenken. Täglich enthalten auch die Sowjet- blätter üble Denunziationen, und wie in bem Prozeß gegen Sinowjew, Kamenew unb Genossen ist in der Tat jeder bestrebt, mit dem Finaer auf den anderen zu zeigen. „Da seht mal — der da! Er hat noch 1923 zu Trotzki gestanden. Und 1927 — da hat er dies und das gesagt!" Solch ein Hinweis genügt, um wieder eine Zelle in ber Lubjanka zu besetzen. Was bebeutet das alles? Was geht in ber Sowjetunion vor? Alle Melbungen der letzten zehn Tage über die Vorgänge in Sowjetrußland lassen sich auf einen Nenner bringen: Stalin hält blutige Abrechnung. Geht man aber den Einzelheiten nach und versucht man, die Gründe und Hintergründe ber Ereignisse zu erforschen, so ergibt sich mit immer größerer Deutlichkeit, daß zwei Kraftfelder in dem Sowjetreich sich gegenüberstehen: Stalin gegen Volk — Volk gegen Stalin! Es ist freilich der alte Gegensatz, ber seit je das kommunistische Gewaltregime auszeichnet, und neu ist nur die Tatsache, daß das „Volk" diesmal nicht lediglich aus Bauern besteht, die sich gegen ein ihnen artfremdes Regime wehren, sondern daß auch Arbeiter unb Armee immer unverhüllter gegen bie Diktatur Stalins und seiner Satrapen Front machen. Eine Reminiszenz, bie im Auslande vielleicht historisch anmuten könnte, die in Moskau aber Gegenwart ist: Die S t a ch a n o'w - B e w e g u n q, die Versuche, den Arbeitsprozeß und die menschliche Arbeit zu rationalisieren, und zwar durch die Anwendung eines überspannten und bei den Sowjetmethoden besonders verwerflichen Taylor-Systems, das auf der krassen Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft beruht, — dieses System hat versagt. Es ist jetzt gerade ein Jahr her, seit der Häuer im Donezgebiet Stachanow seinen märchenhaften Rekord in ber Kohlegewinnung aufgestellt bat, und heute müssen alle Spitzen des Staates unb ber Partei anerkennen, daß bie Produktion s i ch nicht wesentlich erhöht, ja stellenweise sogar hinter dem Oktober 1934 zurückgeblieben ist. In den Reihen der Arbeiterschaft hat diese künstlich unb über Nacht geschaffene „Bewegung" ungeheuer viel böses Blut gemacht. Die Rekorde einiger bevorzugter Arbeiter, die künstlich erzeugt wurden, wurden zum Anlaß genommen, auch eine Erhöhung der allgemeinen Leistungen zu fordern und damit die „Norm", also das Arbeits-Muß, zu erhöhen. Auf der anderen Seite wurden die Löhne aber nicht erhöht, so daß ber Arbeiter im Durchschnitt weniger oerbiente, ba er bie erhöhte Norm nicht zu erfüllen vermochte. Dazu kommt, daß die Abschaffung der Lebensmittelkarte zu einer allgemeinen Verteuerung der Lebenshaltung geführt hat — ein Arbeiter verdient heute in Sowjetrußland kaum ein Drittel dessen, was er 1913 verdiente. Unb schließlich steht der Sowjetunion e i n neues Hungerjahr bevor, da die Ernte 1936 eine ausgesprochene Mißernte werden wird. Ein schwerer Alpdruck lastet auf bem Lanb unb bie Gärung unter den Arbeitern unb Bauern ist groß. Es bürste bennoch nicht zutreffen, baß Stalin mit feinem Vorgehen gegen die Opposition etwa nur wieder einmal andere „Schuldige" suchen wollte. In der Tat dürften Todesurteile, Verhaftungen und Säuberungsaktionen als ernste Warnungen an alle gedacht fein, die etwa noch den Mut zur Unzufriedenheit unb zur Kritik zeigen sollten. „Seht! So wirb es allen gehen, die nicht unbedingten Gehorsam leisten." Es sind Alarmmeldungen, die aus Moskau kommen. Gegen den Kriegskommissar Woroschilow wurde ein Komplott entdeckt, in das vier Generale verwickelt sind; am Tage nach der Hinrichtung der Sechzehn lehnte an ber Kremlmauer ein Kranz für bie Opfer des Stalinschen Terrors; der Londoner Militärattache P u t n a , der Botschafter Maiski und der Handelsvertreter O f e r f f i wurden nach Moskau berufen; sie sollen von der Ehefrau des Putna, einer GPU.-Spionin, verraten worden fein; die Gesandtin in Schweben, Kolontai, hat bie Rückkehr verweigert unb ebenso die Mitglieder der Londoner Botschaft. Das ist das europäische Wetterleuchten des Moskauer Gewitters. Dazu meutert die Rote Armee in Rjasan, die Bauern stehen gegen Stalin auf, Radek, Bucharin, Rykow und den anderen soll ein neuer Monstreprozeß gemacht werden, und selbst der Krupskaja, der Witwe Lenins, droht die Verhaftung. Ein Blick in die blutigen Geheimnisse : des Weltbolschewismus tut sich auf. Stalin rechnet mit dem Trotzkismus ab, und während fein größter Feind, Bronstein -Trotzki, in Norwegen interniert wird und niemand in Europa den gefährlichen Gast haben will, hat Litwinow alle Hände voll zu tun, um die außenpolitischen Rückwirkungen dieses Blutrausches zu : neutralisieren. Auch Litwinow — war auch er nicht einmal Trotzki-Anhänger? Und ist er denn ganz . sicher? Heute nützen seine Proteste bei Stalin nichts, und er muß sehen, daß ein anderer, Dimitroff, ' ihm bei dem großen Kaukasier den Rang abgelaufen hat. Und niemand weiß — weder in Moskau noch , im Ausland — welche weiteren Entwicklungen diese neueste Tragödie der russischen Nachkriegsgeschichte l heraufbeschwören kann. von Jemen und der Emir von Transjordanien ihre Anstrengungen, um zwischen dem Arabischen Komitee und England zu vermitteln. Wenn es trotzdem noch nicht zu einem Friedensschluß gekommen ist, so liegt dies in erster Linie an der inneren Problematik der politischen Struktur der palästinischen Araberschaft. Während noch zu Anfang des Aufstandes (April d. I.) ein Zusammenhang zwischen dem Streik und den terroristischen Aktionen bestand, so hat heute der Krieg in den Bergen ein eigenes Schwergewicht erhalten, der sich mehr unb mehr ber politischen Leitung bes Arabischen Komitees entzogen hat. Soweit bie Terroristen sich nicht in einzelne Banben, bie in ziemlicher Autonomie einen frisch- fröhlichen Krieg auf eigene Faust führen, aus- gelöst haben, erkennen sie praktisch nur jene Führerkreise an, um bie sich ber mohammebanische Ju- genboerbanb von Nablus, Djenin unb Haifa gruppiert. Die Führerschaft des Arabischen Komitees besteht diesen Elementen gegenüber nur scheinbar; der Schein beruht auf der Gleichheit der Losungen unb bie Männer der Komitees wissen genau, baß eine von ihnen zum Streikabbruch ausgegebene Losung sie ihre letzte Autorität bei jenen, heute sehr ent» scheibenben Kreisen unb auch bei der städtisch-arabischen Jugend kosten würde, die mit den Freikorps passiv oder aktiv sympathisiert. Es ist die Ang st vor den eigenen Anhängern, die das Arabische Komitee hindert, jenen Schritt zu tun, der eine Lage beendet, die angesichts der Londoner Entschlossenheit, der Widerstandsfähigkeit des britischen Militärs und der relativen Unversehrtheit der jüdischen Stellung als aussichtslos zu bezeichnen ist. Auf der anderen Seite find es Differenzen innerhalb des arabischen Komitees selbst, die die Entscheidung hinausschieben. Diese Differenzen find nicht erst durch die gegenwärtigen Verhältnisse entzündet; sie beruhen vielmehr auf der überlieferten Erbfeindschaft zwischen den hervorragenden arabischen Familien, insbesondere zwischen den Familien des früheren Bürgermeisters von Jerusalem, Ragheb Bey Nashashibi, unb ber Hüs- f e i n i s , deren Macht auf der Stellung eines ihrer Mitglieder, des Mufti von Jerusalem, als Präsident des Obersten Moslemischen Rates, beruht. (Parteien im abendländischen Sinne gibt es unter den Arabern nicht, die „Parteien" sind identisch mit den mächtigen Familien des Landes unb ihrer Klientel!) Die Spannung zwischen den einzelnen Gruppen, die — das kann nicht scharf genug betont werden — mit den gegenwärtigen Verhältnissen überhaupt nichts zu tun hat, verhindert stets die eine, einem Vorschläge der anderen zuzustimmen; das Prestigebedürfnis steht dazwischen. Es war der Mufti, der die Annahme der kürzlich unterbreiteten Vorschläge des Emir Abdallah von Transjordanien sabotierte; der Mufti, der in feiner Stellung als Präsident des Obersten Moslemischen Rates de jure und de facto von England abhängig ist und daher trotz scharfer Propagandareden nach außen doch auf ein gutes Verhältnis zur Regierung bedacht fein muß, stieß sich gewiß weniger an der notorischen England-Freundlichkeit des Emirs als vielmehr daran, daß es gerade die Nashafhibis sind, die die Aspirationen des Emirs auf den Thron des Bereinigten Oft» und Westjordanlandes in Palästina lebhaft unterstützen, um in feiner fürstlichen Autorität ein Gegengewicht gegenüber dem Obersten Moslemischen Rat zu heben. Es war auch der Mufti, der die Annahme des Vorschlages Ragheb Beys verhinderte, das hunderttägige Jubiläum des Streiks zu dessen Abruch zu benutzen. Umgekehrt wird es für Nashashibi schwer sein, einen Vorschlag des Mufti zu unterstützen. Der Ausgang des abessinischen Krieges, der den italienischen Interessen am östlichen Mittelmeer einiges von ihrer Aktualität genommen hat, scheint die Stellung des Mufti ein wenig erschüttert zu haben; denn dessen außenpolitische Konzeption beruhte auf der Spekulation auf die anglo-italienische Spannung; ihre zunehmende Verringerung macht einen großen Teil der politischen Arbeit und politischen Paris, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der „Ma- tin" berichtet, daß die Agitation in Sowjetrußland, nachdem sie bereits in den Kreisen der Beamten, der Militärs und vor allem der Studenten großen Umfang angenommen habe, nun auch bie A r - beitermaffen zu erfassen beginne. Eine gegen die Regierung gerichtete Verschwärung sei in dem Jndustriebezirk von Magnitogorsk entdeckt worden. Der Leiter der Tabakow-Bewegung, ein Freund des Tomsky, der im Zusammenhang mit dem Simonjeff-Prozeß Selbstmord begangen habe, seit mit zwölf weiteren Verschwörern verhaftet worden. Dieser alte kommunistische Mitkämpfer habe eine wichtige Rolle in dem Leben der Arbeitersyndikate gespielt und war vor allen Dingen unter den Arbeitern bes Donezbeckens unter dem Spitznamen Zenobh bekannt. Es fei ihm gelungen, bie weniger bezahlten Arbeiter in verschiedenen Industriezweigen um sich zu sammeln. Die durch die Stachanow-Bewegung hervor- gerufene Unzufriedenheit habe Tabakow zahlreiche Anhänger zugeführt. Die Polizei habe ein ganzes Netz von geheimen Komitees aufgedeckt, bie eine Streikbewegung vorbereiteten, mit ber zugleich Revolten ber Bauern unb auch 2luf- ftänbe in der Roten Armee Zusammengehen sollten. Im gesamten Industriegebiet, besonders aber im Ural wurden eingehende polizeiliche Untersuchungen geführt. Wächter gegen den Bolschewismus. Ein englischer Journalist über die Abwehr der bolschewistischen Gefahr. London, 2. Sept. (DNB.) Der englische Journalist Ward Price veröffentlicht in der „Daily Mail" einen Aufsatz, in dem er u. a. ausführt, daß der Kampf zwischen ber faschistischen ober nationalsozialistischen unb ber bolschewistischen Weltanschauung über alle Grenzen hinausreiche unb jedes Volk erfaßt habe. Obwohl der Bolschewismus in Frankreich und Spanien Fortschritte erzielt habe, sei ihm durch die Wiederaufrüstung Deutschlands ein neues und mächtiges Hindernis in Mitteleuropa entgegengestellt worden. Wie Luzifer vor dem Fall, wolle Stalin die Mäckte der Finsternis mobil machen, aber der Deutsche Erzengel Michael bereite sich schnell darauf vor, das Feld zu behaupten. Auf Grund von Erwägungen über die deutsche Landesverteidigung und infolge der antikommunistischen Grundsätze des Nationalsozialismus sei der deutsche Führer zum Wächter Westeuropas gegen den Bolschewismus bestimmt. Obwohl die Verstärkung ber fomjetruf» sischen Rüstungen von ben übrigen westeuropäischen Mächten kaum zur Kenntnis aenom- men worben sei, so seien sie nach beutscher Ansicht boch bebrohlich. Die Tschechoslowakei habe ben ersten Schritt zur Schaffung einer neuen Gruppierung in Mitteleuropa ergriffen, inbem sie ein Militärbündnis mit der Sowjetunion abgeschlossen unb es dadurch ben Sowjetrussen ermöglicht habe, sich bem Herzen Deutsch! anbs zu nä- hern. Sowjetrussische Militärfluaplätze seien auf tschechischem Gebiet errichtet worden und sowjet- russische Militärflieger konnten dadurch Berlin unb München in zwei Stunben erreichen. Rumänien baue eine strategische Eisenbahnlinie, um Sowjet- rußlanb mit der Tschechoslowakei zu verbinden. Ward Price verweist weiter auf die bitteren Erfahrungen, die Ungarn mit dem Bolschewismus unter Bela Khun gemacht habe, und spricht die Uebergeugung aus, daß auch Oe st erreich, Italien und Polen auf Deutschlands Seite tehen würden. Die Stellungnahme Frankreichs ei von der Entwicklung des zur Zeit in Gang ve- indlichen sozialen Kampfes und von der tatsächlichen Wirksamkeit des Franko-Sowjettussischen Paktes im Kriegsfälle abhängig. England, so schließt der Verfasser, müsse im Falle eines Konfliktes zwischen dem Bolschewismus und dem Natto- nalsozialismus neutral bleiben. For- Das mel Mitwirken wollen oder nicht. Ser Friedensvorfchlag. England will nicht nachgeben. London, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) ___ englische Kabinett beschäftigte sich mit der Lage in Palästina. Es beschloß die „Friedensvorschläge" des irakischen Außenministers, die gewisse Zugeständnisse an die Araber vorsehen, nicht anzunehmen. Hoffnungen des Mufti zunichte. So haben im dle Nashashibis, deren Englandfreund- lichkeit trotz heftigen Proklamationen keinen Augen- vllck an Emdeutiykeit verloren hatte, ein etwas günstigeres Terrain als der Mufti». Daß sie trob- dem noch nicht die Entscheidung herbeiführen konnten, liegt daran, daß auch sie ebenso wie die Hus- selms durch die Rücksicht auf die arabische Jugend und vor allem auf den Mohammedanischen Jugendverband gebunden sind. Ebenso wie die anderen Führer haben auch die Rashashibis sich auf die voreiligen Parolen festgelegt, die den arabischen Massen „unter der Devise des „Alles oder Nichts" versprachen, den gegenwärtigen Kampf bis zur Erreichung der arabischen Maximal-Forde- rungen zu fuhren. Nachdem sich im Verlauf der letzten Monate herausgestellt hat, daß London un- ter keinen Umstanden gewillt ist, diese Forderungen die auf eine Desavouierung der Balfour-Erklärung hmauslaufen, im Zusammenhang mit den gegenwärtigen Unruhen zu erfüllen, ist die Verlegenheit im arabischen Lager nicht gering. Im Grunde drehen sich die Auseinandersetzungen auch nicht mehr um den Abbruch des Streiks, sondern um die Formel, die ihn begründen soll. Es fragt sich nunmehr, ob London gewillt ist, den arabischen Führern in ihrer Verlegenheit durch die Gewährung eines Scheinerfolges, etwa einer z e i t w e i - ligen Abftoppung der jüdischen Einwanderung, zu helfen, jene Formel zu finden. Dies ist die konkrete Lage, mit der sich das zionistische Aktionskomitee, das in diesen Tagen in Zürich zusammengetreten ist, zu befassen hat; auch die Zionisten werden sich darüber einig werden müssen, ob sie in London bei dem Finden der ~ „Daily Telegraph" betont, die englische Regierung wolle an der Erklärung des Kolonialministers festhalten, wonach zuerst Ruhe und Ordnung wieder hergestellt werden müßten, bevor der königliche Ausschuß seine Untersuchung beginnen könne. Es sei daher wahrscheinlich, daß die Maßnahmen zur Unterdrückung des arabischen Streik- und Gewaltfeldzuges verstärkt werden. Das Kabinett habe nicht beschlossen, die jüdische Einwanderung einzuschränken. Möglicherweise werde die Regierung den Belagerungszustand über ganz Palä- st i n a verhängen. Die britische Regierung halte an ihrem Entschluß fest, daß eine Vereinbarung zwischen den arabischen und jüdischen Führern zustande kommen müßte, die es beiden Völkern ermöglichen müßte, unter gleichen Bedingungen und unter einer unpar- teiischen Verwaltung zu leben. Die englische Regierung sei mit ihrer Geduld bereits zu weit gegangen. Die arabischen Führer würden gut daran tun, den Beschluß Englands anzunehmen. Eypern. Die „Gibraltarisierung" Cyperns nennt das Amsterdamer Blatt „Het Daderland" die englischen Pläne über den Ausbau der genannten Insel zur stärk st en Seefestung im östlichen Mitte l m e e r. Diese Pläne wurden in stärkstem Maße aktuell sowohl durch den Abschluß des englisch- ägyptischen Militäroertrages als auch durch die augenblickliche Reise des englischen Marineministers Sir Samuel Hoare von Malta über Haifa nach C y p e r n , wobei die letzten Entscheidungen über dieses britische Festungsdreieck fallen sollen. Das entscheidende Moment an den Plänen über Cypern liegt darin, daß der Ausbau des dortigen Flottenstützpunktes „so schnell wie möglich" erfolgen soll, wofür nach den Mitteilungen des oben genannten Blattes zunächst 4,5 Millionen Pfund ausgeworfen sein sollen. Die Reede von Alexandrien liegt den Engländern noch allzu sehr im Bereich der italienischen Flughäfen von Lybien. Cypern dagegen liegt beispielsweise 260 englische Meilen von den nächsten italienischen Flugstützpunkten auf den Inseln des Dodekanes. Da außerdem Cypern für Flottenstreit- kräfte nur etwa 15 bis 18 Fahrstunden von den alexandrinischen Gewässern entfernt liegt, wird die Insel gleichzeitig zu einer wetteren Schutz- basis für den Suezkanal. Es handelt sich also um eine bedeutsame Fortsetzung der Verlagerung stärkster britischer Flottenpositionen im Mittellneer auf Grund der drastischen Erfahrungen aus dem Konflikt mit Italien. Ein neuer Beweis für die unbedingte Entschlossenheit Englands, den empfindlichsten Punkt seines Weltreiches unter allen Umständen zu sichern. Malta verliert seine Selbstverwaltung. London, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die neu» Verfassung von Malta wurde von dem britischen Gouverneur Sir Bonham-Carter feierlich proklamiert. Durch die neue Verfassung Selbstverwaltung Maltas endgültig aufgehoben und stattdessen die Verwaltung einer Kronkolonie eingeführt. Die i t allen i s ch e Sprache wird aus dem amtlichen Leben aus- geschaltet und englisch und maltesisch werden zu den alleinigen Amtssprachen erklärt. Löhne und Preise in Frankreich Die Kommunisten fordern .. ♦ sxxnrxq 3 Sevt (DNB- Funkspruch) Die körn- monistische Partei Frankreich- Anhänger ZU einer V°.:f a mm! u.“« » Baulagn" Himmel nach dem Generalsekretär der Billancourt aufgerufen, beschäftigte kommunistischen y^feV/eniwitflung in vor allem mit der P r eis«- neuen Wirt- Frankreich. Nach Einführung ^gbcrren Ver- schaftsgesetze gegenüber der 1 (« - die teuerung der leoei hätten beträcht- Preise für Kohle, Milch, ®rot • Heraufsetzung 'ich °n.y°z°g°n, muss- -me noch « müffe ben der Lohne erfolgen. Von S a euten mehr ge- Bauern und den kleinen , halfen werden. erklärt Thorez, der Zur internationalen Lage er ßage fei Friede sei sehr be d rh griebcn durch äußerst schwierig. Man muss mit allen Einigkeit retten. FrankreichDeut sch - ehrlichen Nationen ,j a V J ben ätzten Tagen I a n d", unterhalten. Zu ven ^xreichseine umlaufenden Gerüchten, daß 6 r Heftige Kämpfe um Jrun. Das Fori Gan Marcial von den Rationalisten genommen.-Verzweifelter Widerstand der Roten.—Heftige Beschießung der nationalistischen Stellungen. An der Front von Jrun, 3. Sept. (DNB.) Die Streitkräfte der Nationalisten, die am Mittwochmittag vor Jrun zu einem umfassenden Angriff vorgegangen sind und einen Teil der beherrschenden Anhöhe von San Marcial im ersten Ansturm nehmen konnten, haben ihren Anfangserfolg am Abend beträchtlich ausbauen können. Durch weitausholende Umgehungsmanöoer bringen sie ihre Maschinengewehre in gute Stellungen und zwingen die Roten durch Flankenfeuer zu stetigem Rückzug. Zwei Batterien kleiner Grabengeschütze der Roten zwischen der Höhe von San Marcial und Jrun beschießen die Angriffslinie der Nationalisten westlich der Höhe von San Marcial. Der Panzerzug der Roten hat seine Stellung etwa einen Kilometer zurückverlegt und steht jetzt zwischen Behobia und Jrun. Am Grenzfluß Bidassoa haben die Roten ihre Stellungen noch am weitesten vorgeschoben halten können. In den Ausgangsstraßen von Behobia nach Jrun stehen Dutzende von Lastkraftwagen zum eiligen Abtransport der Milizen bereit. Bis zum Einbruch der Dunkelheit ist es den entlang des Grenzflusses Bidassoa unter dem Schutze von Tanks und Panzerwagen vorgehenden nationalistischen Streitkräften gelungen, in den westlichen Teil von Behobia einzudringen. Dort sind heftige Straßenkämpfe im Gange. Zur großen Ueberraschung der Truppen beider Parteien stürzten sich während des Gefechts plötzlich etwa 200 rote Milizsoldaten in den Grenzfluß Bidassoa, um schwimmend die französische Seite ßu erreichen. Rote Milizen und Nationalisten eröffneten sofort ein heftiges Feuer auf die Flüchtlinge. Nur 80 von ihnen gelang es, an das französische Ufer zu kommen. Dort wurden sie von der französischen Gendarmerie entwaffnet nach Jn- nerfrankreich abgeschoben. In dem Bericht des nationalistischen Hauptquartiers wird darauf hingewiesen, daß man bei den Kämpfen um das Fort San Marcial Kriegsmaterial französischer Herkunft sowie Dumdum-Geschosse erbeutet habe. Gegen 6 Uhr morgens begann die Artillerie der Roten mit einer außerordentlich heftigen Beschießung der in den Händen der Weißen befindlichen Höhe von San Marcial und der südwestlich aus den Bergen heranrückenden weißen Abteilungen. Ununterbrochen schlagen schwere Granaten auf den nach Jrun abfallenden Hang von San Marcial ein. Dort liegen die am weitesten nach Jrun vorgeschobenen weißen Posten in Tannenschonungen gut gedeckt. Die ersten Häuser von Jrun sind keinen Kilometer von ihnen entfernt. Dem weiteren Vordringen stehen aber noch beträchtliche Hindernisse entgegen. Während der Nacht haben die Roten sich auf einem kleinen vor Jrun liegenden Hügel eingegraben; auch stehen dort zwei Batterien Grabengeschütze, und aus mehreren Stellungen werden Gewehrgranaten auf die Angreifer abgeschossen. Sämtliche Häuser zwischen den Kampfstellungen und in Jrun selbst sind in Erwartung des weiteren Vorgehens der weißen Streitkräfte geräumt worden. Die nationalistische Offensive gegen Madrid. 25 Kilometer Geländegewinn. Hendaye, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das Hauptquartier der nationalistischen Nordarmee in Valladolid berichtet, daß es den nationalistischen Truppen gelungen sei, trotz heftigen Widerstandes der roten Miliz eine Offensivbewegung ge« gen Madrid erfolgreich durchzuführen, und einen Geländegewinn von insgesamt 25 km Tiefe zu erzielen. Die rote Miliz habe über 400 Tote und zahlreiche Gefangene verloren, außerdem wurden Maschinengewehre, zahlreiche Gewehre, 20 Lastkraftwagen und anderes Kriegsmaterial erbeutet. An der aragonesischen Front bet Jesca sei eine starke aus Katalonien vorstoßende rote Abteilung zurückgeschlagen worden. In der Nähe von Toledo sei es gelungen, vier Flugzeuge der Madrider Linksregierung abzuschießen. Die Flugzeugfabrik von Guadalaria sei von marxistischen Fliegern bombardiert und völlig in Trümmer gelegt worden. Der auf der Seite der Madrider stehende Kreuzer „fiepanto" habe schwere Beschädigungen durch einen Luftangriff davongetragen. Der bekannte Ozeanflieger Ramon Franco habe den Antrag um Aufnahme in die Fliegergruppe der Nationalisten gestellt. Rote Greuel in Maga. Schreckensberichte englischer Blätter. London, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) „Daily Expreß" berichtet aus Malaga über die blutige Schreckensherrschaft der Kommunisten und Anarchisten in dieser Stadt. Nach jedem Luft- a n g r i f f der Nationalisten würden etwa vierzig politische Gefangene erschossen. Außerdem würden „verdächtige" Personen auf der Straße festgenommen, in Kraftwagen geworfen und nach einiger Zeit wieder auf die Straße geschleudert, nachdem sie von Kugeln förmlich durchlöchert worden seien. In der Hauptstraße von Malaga, der Calle Larios, seien mehr als 25 Läden von den Marxisten zerstört ober in Brand ge - steckt worden. Wie die „Times" gus Gibraltar meldet, führten die Flugzeuge des Generals Franco am Dienstagmorgen einen Luftangriff auf Malaga durch, durch den der O-Bootshafen schwer beschädigt worden sei. Einige Stadtteile und die noch übrig gebliebenen Oelbehälter seien in Flammen aufgegangen. Sofort nach dem Luftangriff habe der kommunistische Ausschuß 10 0 Mitglieder führender Familien Malagas erschießen lassen. Seit dem Beginn der nationalistischen Luftangriffe macht sich unter der Bevölkerung der Stadt große Unzufriedenheit und Feindseligkeit gegen den kommunistischen Ausschuß bemerkbar. Wie „Daily Mail" aus Sevilla meldet, haben die Marxisten in Daimiel in der Provinz Ciudad Real 30 Priester niedergemetzelt. In dem Fliegerlager Dalavera bei Madrid hätten rote Soldaten ihre sämtlichen Offiziere und Unteroffiziere niedergemacht, da sie sie verdächtigten, mit der Militärgruppe zu sympathisieren. Der marxistische Sender in Tetuan habe am Mittwoch mitgeteilt, daß einem der führenden Chirurgen Spaniens von den Roten die Hände abgehackt worden seien, weil er gegen die kürzliche Hinrichtung des Generals Ochoa protestiert habe. Einige Stunden später sei er erschossen worden. Das Blutbad von Albacete. Paris, 2. Sept. (DNB) Der Sonderberichterstatter des „Petit Parisien", Louis R o u b a u d, veröffentlicht Augenzeugenberichte über die furchtbaren Schreckensszenen, die sich in Albacete nach der Einnahme der Stadt durch die Kommunisten und Arnachisten abgespielt haben. Die Berichte stammen aus dem Munde von überzeugten spanischen Volksfrontlern. Die „Aufstündsbewegung" in Albacete, so erklärten die Marxisten, war mit dem Augenblick vollkommen eingedämmt, in dem wir uns des Rathauses bemächtigten. Diejenigen, die wir mit ben Waffen in der Hanb antrafen, würben „zum Tobe verurteilt". Wir stellten sie gegen bie Hausmauer unb erschossen sie. Die bewaffnete Menge, stürzte sich auf die Getöteten unb zerstückelte bie Leichen mit ihren langen Messern. Jebesmal, wenn eine Abteilung Gefangener vorüberkam, wurde sie den Begleitmannschaften entrissen und auf der Stelle erstochen. Mehr als tausend Leichen sind drei Tage lang in der Bruthitze auf der Straße liegen geblieben. Fünf Zigeuner schnitten im Blutrausch und sadistischem Wahnsinn allen die Kehle durch. Wir waren gezwungen, einen nach dem anderen zu erschießen. Zu vier Mann hatten wir Auftrag, einen Verdächtigen zu verhaften und ins Gefängnis einzuliefern. Wir trafen einen Genossen. Auf seine Frage, wohin wir den Verhafteten führten, erwiderten wir: „Ins Gefängnis". „Ins Gefängnis", lachte er uns an: „hier wird niemand ins Gefängnis gesteckt, mit ben Brüdern verfährt man so!" Und noch ehe wir uns versahen, stieß er dem wehrlosen Gefangenen sein langes Messer in den Leib. Der Mörder sagte, daß er schon lange einmal einem Faschisten „die Därme habe herausholen wollen". Zwischenfall an der Grenze. Der französische Botschafter von roter Miliz mit Erschießen bedroht. Paris, 3. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Der Berichterstatter des „Matin" meldet einen fast unglaublich klingenden Zwischenfall an der französischspanischen Grenze bei Jrun—Hendaye, der jedoch ein grelles Schlaglicht auf die Disziplinlosigkeit der roten Grenzwächter Spaniens wirft. Der französische Botschafter H e r b e 11 e kam mit seiner Frau und einem französischen Staatsangehörigen, dessen Name Caballero allerdings seine spanische Abstammung erweist, von San Sebastian her an der internationalen Brücke bet Hendaye im Kraftwagen an. Die rote Grenzwache auf spanischer Seite habe den Diplomatenwagen angehalten und verlangt, daß der verdächtige Französisch-Spanier, der jedoch durchaus g ü I -, tige Papiere bei sich hatte, aus st eigen sollte. Diesem Ansinnen habe sich der französische Botschafter widersetzt, worauf ihm ein Marxist sagte: ,Llm besten wäre es, wenn man Ihnen einmal einen Schuß verpassen würde!" Botschafter Herbette habe geantwortet: „So schießen Sie doch, wenn Sie es wagen, auf den Botschafter Frankreichs zu schießen!" Die französische Grenztruppe, die von der anderen Seite der Brücke aus diesen Zwischenfall beobachtete und ihren Botschafter in Gefahr glaubte, sei über die Brücke gestürmt und habe dem Kraftwagen des Botschafters freie Bahn verschafft, so daß er mit seinen Insassen das französische Gebiet erreichen konnte. Militärdienstzeit verlängern werde, betonte der Redner, daß die kommunistische Partei hier nicht mitmachen würde. Mit der Geheimdiplomatie müßte Schluß gemacht werden. Die kleinen Staaten, Frankreichs Freunde und Verbündete, müßten unterstützt werden. Llnerhörier Llebergriff sowjetruisischer Behörden. Japanischen Olympia-Delegierten werden deutsche Ehrengeschenke abgenommen. Tokio, 3. Sept (Offafienbienff des DRV.) Der Sfabtoerorbnde von Tokio Sato, der anläßlich der Olympischen Spiele in Berlin weille und dem Führer im Auftrage der japanischen Hauptstadt eine Reihe von Ehrengeschenken überreicht halte, traf am Donnerstag wieder in Tokio ein. Wie die Agentur Domei meldet, hat Sato berichtet, daß die japanische Olympia-Mannschaft a u f i h r e r Rückreise durch Sibirien von den sowjetrussischen Behörden scharf überwacht worden fei. Ihm selbst sei ein vom Führer und Reichskanzler gewidmetes Bild und ein Dolch, den er als Geschenk der Hitler-Jugend erhalten habe, abgenommen worden. Uniform und Fahne des RGO-Giudenienbundes München, 2. Sept. (DNB.) Mit Genehmigung des Stellvertreters des Führers ist dem NSD.-.Stu- bentenbunb als Gliederung der NSDAP, eine e i n- heitliche Uniform für bie Stamm- Mannschaften unb bie Amtstr äger bes Stubentenbunbes verliehen worben. Die Uniform besteht aus einer f ch w a r z e n D i e n st j a ck e, bie bis zur Gürtellinie reicht unb zum Offentragen gearbeitet ift Darunter wirb bas Braunhemb mit schwarzem Binber getragen. Auf ben Schultern finb ber Uniformjacke Schulter klap- p e n mit weißer Paspelierung aufgelegt. Dazu schwarzeStiefelhosen unb schwarze Marsch- stiefel. Die Kopfbebeckung besteht aus einer schwarzen Mütze in S ch i f f ch e n f o r m. Getragen wirb schwarzes Koppel mit Schulterriemen. , , Die Fahne, bie aus hochrotem Flaggentuch mit zwei weißen Längsstreifen unb aus einer im weißen Felb senkrecht stehenben Hakenkreuzraute besteht, kann von ben Gaustubentenbunbsführungen unb ben Stubentenbunbsgruppen geführt werben. Die Fahnen des NSD.-Stubentenbunbes (ausgenommen bie Hausfahnen) führen in ber oberen inneren Ecke, bicht an ber Fahnenstange, auf beiben Seiten einen Fahnenspiegel, ber für bie Gaustubentenbunbsführungen auf schwarzem Grund in weißer Schrift den Namen des Gaues trägt. Die Studentenbundsgruppen führen einen hellbraunen Fahnenspiegel. Nie Erlanger Tagung der Ausländsdeutschen. Erlangen, 2. Sept. (DNB.) Zum vierten Mal treffen sich die Politischen Leiter der Ausland s g r u p p e n, die ihr Gauleiter Bohle wiederum nach der fränkischen Universitätsstadt Erlangen gerufen hat. In den schnurgeraden breiten Straßen der Stadt, die in diesem Jahre ben 250. Jahrestag ihrer Grünbung feiern konnte, flattern bie Fahnen ber Bewegung, leuchtet freundlich bas Grün ber ©irlanben und grüßen von ben Fenstern bunte Blumen. 800 Auslanbsbeutsche trafen auf dem Erlanger Hauptbahnhof ein, wo sie Gauleiter Bohle erwartete. „Ich freue mich", so führte der Gauleiter aus, „Sie alle in Erlangen zur 4. Reichstagung der Ausländsdeutschen begrüßen zu können. Wir sind in bisher nicht erreichter Zahl hier zusammengekommen, um in ernster Arbeit unb froher Kamerabschaft einige Tage zusammen zu verbringen. In unserem Gau, dem jüngsten Gau ber Bewegung, ist es nur einmal im Jahre möglich, daß der Gauleiter zu seinen Männern von draußen spricht. Um so mehr freue ich mich jedes Jahr auf diesen Augenblick. In diesem Sinne heiße ich Sie herzlich willkommen. Wir müssen, jeder einzelne von uns, dafür sorgen, daß diese Tagung ein voller Erfolg wird. Unser erster Gruß gilt unserem Führer." Im Studentenhaus „Germania" wurden von Presseamtsleiter Beinhauer die auslanddeutschen Pressevertreter begrüßt. Die Tagung solle Führer unb Gefolgschaft der Auslandsorganisation der NSDAP. Gelegenheit geben, aneinander persönlich näher zu kommen. Im Mittelpunkt der Tagung stehe die Aussprache des Gauleiters mit den politischen Hoheitsträgern auf der ganzen Erde. Weiter bringe sie zahlreiche Beratungen zwischen den Amtsleitern, den Leitern der Auslandorganisation und den Hoheitsträgern der Bewegung im Ausland. Das Ziel der Äuslandorganisation habe Gallleiter Bohle wie folgt Umrissen: „Unser Ziel ist erst dann erreicht, wenn jeder einzelne Deutsche draußen derartig von ber nationalsozialistischen Weltanschauung gefangengehalten ist, daß er niemals sein Deutschtum vergessen fann/* In diesem Geiste kämpfen und arbeiten die Politischen Leiter der Auslandsorganisation als pflichtgetreue politische Soldaten ihres Führers Adolf Hitler. — Den ersten Tag der Reichstagung beendete eine Aufführung des Hugenotten- F e st s p i e l e s im Schloßgarten. NeueAliszeichliungeli mVenedig. Deutsche Schmalfilme preisgekrönt. Venedig, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Auf der internationalen Filmkunstausstellung in Venedig wurde als ber b e ft e italienische Film bie von der Roma - Filmproduktion hergestellte „W e i ß e S ch w a b r o n" mit dem Mussolini- Pokal ausgezeichnet. Den Pokal des italienischen Propagandaministeriums erhielt der I. C. I. - Film „Cavalleria". Der Pokal der Stadt Venedig wurde dem Film „13 Mann und 1 Kanone" verliehen. Auf dem Gebiet des Schmalfilms erkannte der Preisausschuß für den Spielfilm den ersten Platz dem italienischen Film „Der Fall Waldern a r" zu. Den zweiten Preis erhielt der deutsche Film „Bommerli" von Richard G r o s ch o f f. Deutschland bekam ferner im Schmalfilmwettbewerb für den künstlerischen Dokumentarfilm „Spree wald" von Dttomar Krupski einen dritten Preis und für den Lehrfilm „Saga" von Willy Ramme, einen zweiten Preis. Kunst und Wissenschaft. Internationaler kunsthistorischer Kongreß in Zürich. Der 14. Internationale Kun st hi st o- rische Kongreß, der in diesen Tagen seine Tagung in der Schweiz abhält, verlegte seinen Sitz von Basel nach Zürich. Die Teilnehmer hatten Gelegenheit, die Kunstdenkmäler von Rheinfelden, Vindonissa, Königsfelden und Mettingen zu besichtigen. Ferner fanden in Zürich Führungen statt. An der öffentlichen Vollsitzung, die der Kongreßpräsi» bent Professor Dr. Paul Ganz- Basel leitete, wurden drei Vorträge gehalten. Direktor Dr. Werner N o a k - Freiburg i. Br. sprach über „Mittelalterliche Städteplanung im Oberrheingebiet", Professor Thomas B a d k i n - Birmingham über „Die Rekonstruktion künstlerischer Meisterwerke, deren Teile in verschiedenen Ländern zerstreut sind" und Professor Henry Cornell- Stockholm über „Die Möglichkeiten einer besseren Einschätzung der Kunst" Am Kongreß nehmen etwa 700 Personen aus 30 Staaten teil. Der Heilpflanzenkongreß in München. Aus Anlaß des zur Zeit in München stattfinden- den Heilpflanzenkongresses fand im Hause des Ministerpräsidenten Siebert ein Empfang statt, an dem auch bie konsularischen Ver- Aus aller Welt. freier der an der Tagung beteiligten Länder und zahlreiche Ehrengäste, Vertreter der Partei, des Staates, der Wehrmacht und der Hauptstadt der Bewegung, sowie Vertreter der Wissenschaft und Aerzteschaft teilnahmen. Ministerpräsident Siebert gab der Hoffnung Ausdruck, daß der zwischenstaatliche Gedankenaustausch und die wissenschaftliche Forschung von der Arbeit des Heilpflanzenkongresses in höchstem Maße befruchtet weroen möge. Der Präsident des internationalen Verbandes, Professor Dr. Perrot, dankte dem Ministerpräsidenten und seiner Gattin in herzlichen Worten. Herbsttagung der Luther-Akademie in Sondershausen. Das Apologetische Seminar der Luther-Akademie in Sondershausen wird seine diesjährige Herbsttagung vom 5. bis 9. Oktober abhalten. Mehrere Vertreter der Naturwissenschaften sind für Vorträge gewonnen worden. So werden sprechen Geheimrat Prof. Dr. Abderhalden - Halle über „Vitamine und Hormone", Prof. Dr. M i e - Freiburg i. Br. über „Die Denkweise der Physik und ihr Einfluß auf die geistige Einstellung des heutigen Menschen". Pfarrer Dr. med. Kleinschmidt- Wittenberg wird in einem Dortrage „Das Lebenswerk von Fairfield Osborne" schildern. Einen Uebergang zu eigentlich theologischen Gegenständen bietet der Vortrag von Generalsuperintendent S ch ö t t l er - Buchschlaa b. Frankfurt a. M. „Naturerlebnis und Gotteserlebnis in der Heiligen Schrift". Eingeleitet wird die Tagung durch eine Vorlesung des Vorsitzenden des Reichs-Kirchen- ausschufses, Generalsuperintendent D. Zoellner, über: „Die Kirche und das Amt". Ferner sprechen Professor D. H e r m a nn - Greifswald über „Schriftdeutung und Schrift-Umdeutung" und Professor D. Herbert Schäffler- Köln über „Reformation und Reformationsversuche". Wormser Römerfund als Kunstwerk des Monats im hessischen Landesmuseum. Das Hessische Landesmuseum zu Darmstadt hat als das Kunstwerk im Monat September eine Bronzearbeit des 1. Jahrhunderts nach Christi Geburt gewählt, deren Fundort Worms war. Es ist das Köpfchen eines jungen Satyrs, das mit einem Kranz von Efeublättern und Blütendolden geschmückt ist und wohl einem Prunksofo zum Schmuck diente. Eine überaus lebensvolle und künstlerisch fein ausgestaltete Arbeit, vermutlich aus einer römischen Werkstatt Galliens stammend. Sozial gestaffelte Künstlerbeiträge. Die Reichskammer der bildenden Künste ist dazu übergegangen, eine Beitrags st affelung nach der wirtschaftlichen Leistungs- f ä h i gk e i t ihrer Zugehörigen durchzuführen. Die unterste Beitragsstufe bleibt zunächst überhaupt unveranlagt. Die Höhe der Beiträge wird bei den kulturerzeugenden Berufen in Hundertsätzen des Einkommens und bei den kulturwirtschaftlichen Berufen in Hundertsätzen des Jahresumsatzes berechnet. Einsprüche und Stundungsgesuche sind an die zuständige Landesleitung zu richten. Das Grubenunglück in Bochum. Beschleunigte Untersuchung. Frankreichs Teilnahme. Bochum, 2. Sept. (DNB.) Der letzte auf der Zeche „Vereinigte Präsident" vermißte Bergmann ist am Mittwoch tot geborgen worden. Oberberghauptmann Schlattmann überreichte den Verletzten im Auftrag des Reichswirtschaftsministers eine Geldspende. Die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gau Westfalen-Süd, stellt für die 17 verletzten Bergknappen eine achttägige KdF. - Fahrt nach freier Wahl zur Verfügung. Die staatsbehördliche Untersuchung geht im Benehmen mit der zuständigen Staatsanwaltschaft mit größter Beschleunigung weiter. Der Oberberghauptmann hat angeordnet, daß die Untersuchung von den zuständigen Mitgliedern des Oberbergamtes in Zusammenarbeit mit der Bergabteilung des Reichswirtschaftsministeriums geführt und so beschleunigt wird, daß das Ergebnis in acht Tagen vorliegt. Es wird dann das Urteil über die Herkunft der Schlagwetter, von denen aller Wahrscheinlichkeit nach die Explosion ausgegangen ist, über die Ursache der Zündung sowie darüber vorliegen, ob jemanden und wen ein Verschulden trifft. Der französische Minister für öffentliche Arbeiten, B e d o u c e, hat an den Reichsarbeitsminister folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Tief bewegt durch das gestrige furchtbare Unglück auf der Zeche .Vereinigte Präsident* in Bochum bitte ich Sie, mein aufrichtiges Beileid entgeaenzuneh- men und den Familien der Verunglückten Den Ausdruck meiner innigen Anteilnahme zu übermitteln. Gleichzeitig mache ich mich bei dieser Gelegenheit zum Dolmetscher der französischen Bergarbeiter, um Ihnen die Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen, das diese an dem Unglück nehmen, das ihre deutschen Kameraden so grausam betroffen hat." Reichsarbeitsminister Seldte hat dem Minister wie folgt gedankt: „Tief bewegt von der Anteilnahme, die Sie, die französischen Bergarbeiter anläßlich des Grubenunglücks auf der Zeche gereinigte Präsident in Bochum den Hinterbliebenen und mir zum Ausdruck gebracht haben, spreche ich Ihnen, zugleich im Namen der deutschen Bergarbeiter, meinen aufrichtigen Dank aus. Ich habe Ihre Anteilnahme den Hinterbliebenen und der deutschen Bergarbeiterschaft übermittelt." Unglaubliche Zustände in einem Lebensmittelgeschäft. Das Schöffengericht in Kassel verurteilte den 22jährigen Martin Lotz, der in Hersfeld ein Lebensmittelgeschäft besaß, wegen fortgesetzten Vergehens gegen das Lebensmittelgesetz zu acht Monaten Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe. Außerdem wurde ihm das Betreiben eines Lebensmittelgeschäftes -für dauernd untersagt. Der Verurteilte wurde sofort in Haft genommen. Die Zustände, die bei der Kontrolle angetroffen wurden, spotteten jeder Beschreibung. Für 800 bis 1000 Mark Waren waren verdorben. Dreck, Fliegen und Käfer erblickte man, wohin man sah. Als ein hinzugezogener Amtsarzt den Käseschrank öffnete, tränten ihm sofort die Augen, denn beißender Ammoniakgeruch strömte ihm entgegen. Der Geschäftsinhaber war nach dreijähriger Lehrzeit gerade zwei Monate lang Gehilfe gewesen, als er sich „selbständig" machte. Aufklärung einer Mordtat nach dreizehn Jahren. Beamten des Landeskriminalpolizeiamtes Karlsruhe gelang es, die Aufklärung eines im Jahre 1923 in Ebnet bei Freiburg verübten Verbrechens herbeizuführen. Dort war damals ein Mann e r - drosselt und erhängt aufgefunden worden. Die Täter hatten es verstanden, einen Selbstmord des Getöteten vorzutäuschen. Insgesamt wurden fünf Personen festgenommen, die ein Geständnis abgelegt haben. Flugzeugabsturz in Altona. In Altona stürzte am Fifchmarkt das Flugzeug D-EGQI, das von einer UebungsfteUe zu einem Ueberlandflug gestartet war und in vorschriftswidriger Weife über der Stadt kurvte, durch eigene Schuld des Flugzeugführers ab und wurde zerstört. Der Flugzeugführer erlitt schwere Verletzungen, denen er kurz darauf im Krankenhaus erlag. Glücklicherweise wurden keine weiteren Personen verletzt. Bei Arbeiten an der Hochspannungsleitung verunglückt. In Kassel ereignete sich ein schwerer Unglücks- fall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Bei Anstreicherarbeiten an der Hochspannungsleitung wurde ein Arbeiter getötet, ein anderer mußte schwer verletzt dem Landeskrankenhaus zugeführt werden. Die Untersuchung ergab, daß die ausgeschaltete Hochspannung während der Arbeit von noch unbekannter Seite wieder eingeschaltet worden war. Die Ermittlungen nach dem Täter sind ausgenommen. Tierschuhwochen in den Schulen. Der erste größere Versuch, die Schulen planmäßig mit dem Kulturgut des Tierschutzes und der nationalsozialistischen Tierschutzgesetzqebung vertraut zu machen, ist in Dresden auf Veranlassung des Reichs-Tierschutzbundes durchgeführt worden. Zum ersten Male in der Geschichte des Tierschutzes beschäftigten sich gleichzeitig 300 Lehrer und 9217 Kinder in 45 Volksschulen während einer ganzen Woche mit den verschiedenen Tierschutzfragen. Ueber- einftimmenb bekunden die Lehrer, daß sie durch die Tierschutzwoche ein Arbeitsgebiet kennengelernt haben, dessen Ergiebigkeit sie bisher unterschätzt hatten. Gerade die Forderung der nationalsozialistischen Schule, den Charakter zu bilden, lasse sich bei den auf das Tier bezogenen Lehrstoffen besonders gut und leicht erfüllen. Was mit dem biologischen Unterricht nie oder nur unvollkommen zu erreichen ist: das Kind innerlich zu erfassen und- in ein in» neres Verhältnis zur Natur zu setzen, das gelingt der auf Tierschutz eingestellten Naturkunde mühelos und nachhaltig. Ueber die Art der Durchführung berichtet das „Reichs-Tierfchutzblatt" in Heft 4/1936. Der Reichs-Tierfchutzbund wird in Zusammenarbeit mit allen in Frage kommenden Fachleuten und Behörden die gewonnenen Erfahrungen benutzen, um darauf weiterzubauen, damit solche Tierschutzwochen in den Schulen im ganzen Reiche durchgeführt werden. Der Tod in den Bergen. Der 20jährige Student Siegfried S ch a r n e r aus Kastelruth ist am Schiern tödlich ab ge* st ü rzt. Der junge Mann hatte allein eine Besteigung der Burgstaller Kante des Schiern unternommen und ist dabei in die Tiefe gestürzt. Seine Leiche wurde am Fuße der Burgstaller Wand aufgefunden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der bei England liegende Tiefdruckwirbel verfrachtet an feiner Vorderseite feuchtwarme Meeresluft auf das Festland, in deren Bereich es auch bei uns am Mittwoch zu vereinzelten leichten Niederschlägen kam. Die Nacht zum Donnerstag brachte absteigende Luftbewegung und Abkühlung, die vielfach Anlaß zu Nebelbildung gab. Wenn auch der englische Wirbel für die Folge keinen starken Einfluß auf unser Wetter nehmen wird, so bedingt er doch mit der anhaltenden Zufuhr feuchter Meeresluft eine vermehrte Unbeständigkeit, die auch zu gelegentlichen Niederschlägen führen wird. Aussichten für Freitag: Morgens vielfach dunstig, sonst meist wolkig und auch vereinzelte Niederschlagstätigkeit, im ganzen aber noch freundlich, bei südlichen Winden tagsüber ziemlich warm. Aussichten für Samstag: Bewölktes Wetter mit vereinzelten Schauern, etwas frischer. Lufttemperaturen am 2. September: mittags 18,6 Grad Celsius, abends 14,7 Grad: am 3. September: morgens 13,7 Grad. Maximum 19,5 Grad, Minimum heute nacht 12,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. September: abends 18,1 Grad: am 3. September: morgens 16,3 Grad. — Niederschläge 0,5 mm. — Sonnenscheindauer 1,1 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und ©teinbrurfereV R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Heute wurde mein lieber Mann, unser guter Sohn, Bruder, Neffe, Schwager und Onkel ä\ Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Gießen, am 2. September 1936 543QD Magnet-Eierbandnudeln soog 52, 250 g 26 Eier-Bruchmakkaroni 500 g 42 Magnet-Puddingpulver Mein lieber Mann, mein guter Vater, Schwager und Onkel Herr Karl Weidig ist nach längerem Leiden von uns gegangen. Himbeer-Syrup garantiert rein 7i Flasche 900 g 1.65 7, Flasche In tiefer Trauer: Gießen, den 1. September 1936. 5421A 5434 D (Verschiedenes Frau Frieda Fischer Wwe im Alter von 68 Jahren Im Namen der Hinterbliebenen: Hans Fischer Gießen (Hitlerwall 7), den 1. September 1936 5418 D ” ' - TT™---!--7“------- bringen stets vorteilhafte Angebot SCÄRillGRABE 500 g 60 430 g 90 Emma Partenheimer, geb. 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Es scheint, daß die Regelmäßigkeit des Fältters beim Wachstum der Reptile eine bedeutende Rolle spielt. Die Reptile können Fastenzeiten von einer Länge aushalten, die für Säugetiere den Tod bedeuten würden. Bei den in Freiheit lebenden Tieren und grade bei der Lebensweise der Krokodile sind solche langen Fastenzeiten unvermeidlich, und sie haben im Organismus die Folge einer Wachstumsunterbrechung, sogar, wenn die Hungerperiode lange genug anhält, eines dauernden Wachstumsstillstandes, so daß von den freilebenden Krokodilen und Alligatoren nur wenige die ihnen von Natur aus mögliche Größe erreichen. Die im Londoner Zoo befindlichen Krokodile sind jedenfalls so rasch gewachsen, daß ihr Teich jetzt erheblich erweitert werden mußte. Man schätzt dort, daß ein von seiner Geburt an gut und regelmäßig gefüttertes Krokodil während seiner Hauptwachstumszeit bis zu 30 Zentimeter im Jahr wachsen kann. Es wächst wahrscheinlich bis zu seinem Lebensende, vom 7. oder 8. Jahr an aber immerhin erheblich langsamer. Natürlich ist es auch bei den verschiedenen Arten verschieden, aber „George", das größte Krokodil in London, ist ungefähr 4 Meter lang und dabei, obwohl es oft als hundertjährig geschätzt wurde, wahrscheinlich nicht älter als 30 oder 40 Jahre. Seit 1927 ist es etwa 120 oder 150 Zentimeter gewachsen. Dagegen ist ein anderes, später gefangenes und jetzt schon sehr altes Eremplar nie länger als 60 Zentimeter geworden. Hier handelt es sich wahrscheinlich um so ein durch langen Nahrungsmangel „zurückgebliebenes" Tier. Eine andere wenig bekannte Tatsache aus dem Reich der Alligatoren ist die, daß sie keineswegs so stumm sind, wie sie den Besuchern tagsüber er- scheinen. Sie sind Nachtgeschöpfe und bei Dunkelheit erwachen ihre Stimmen. Zwar die jüngeren Tiere verhalten sich gewöhnlich schweigend, aber die alten stoßen gebellartige Schreie aus, die manchmal schon fast Gebrüll zu nennen sind. Aus seinem einsamen Behälter ruft „George" dem ehrenwerten Alligator am anderen Ende des Reptilienhauses zu, und der antwortet ihm, während die fischfressenden Krokodile Töne von sich geben, die, wenn man schon irgendein Bild dafür sucht, nur mit den Geräuschen von — Seekranken zu vergleichen sind. I Stadt. Der September 1916 ift in der deutschen Kolonialgeschichte em schmerzlicher Erinnerungstaa An diesem Tage ging im Kampf um Deutsch- Ostafnka die Hauptstadt der Kolonie, Daressalam, an den englischen Gegner verloren Seit langem schon ist die Hauptstadt der Kolonie e»n verlorener Posten. Ihr Kommandant ist Kapltan zur See Loosf. Einst war er Kommandant des kleinen Kreuzers „K ö n i g s b e r a" Seit dem 11. Juli 1915, 2 Uhr nachmittags, ist er ein Kapitän ohne Schiff. Im Rufiji-Fluß zu Anker liegend, von 21 Schiffen der Briten angegriffen, hat er fein Schiff, selbst schwer verwundet in die Luft sprengen lassen. Seitdem ist seine Mannschaft zur „Abteilung Königsberg" der deutschen Truppenmacht in Ostafrika geworden, er selbst seit dem letzten Herbst „Kommandant von Daressalam" und „Chef der Etappenleitung von Deutsck- Ostafrika". Seit Anfang August geht es mit Daressalam zu Ende. Von Land und See her rückt der Feind der Hauptstadt immer näher. Seit langem schon hat der Kommandant vorausgesehen, daß die Tage seiner Macht gezählt sein würden. So hat er der Schutztruppe, die im Innern des Landes kämpft, alle überzählige Mannschaften geschickt. Im November war seine Garnison noch 1500 Mann stark; jetzt sind es nur noch 150, und an Geschützen hat er nur noch zwei. Im Frühjahr waren es noch fünf gewesen. Dann hatte der Kommandant die ersten zwei an die Nordfront abgegeben, ein drittes Anfang Juli nach Bagamojo geschickt. Dort hat es der Feind am 15. August überrumpelt. Die zwei Geschütze, über die Kapitän Looff noch verfügt, sind das Letzte, was von seinem stolzen Schiff noch übrig ist. Es ist nicht viel, aber ein echter Seemann macht aus zwei Geschützen zehn. So viel Geschütze glaubt der Feind in Daressalam. Das macht der Kommandant auf folgende Weise: Er hat dem Feind geschickt verborgen, daß sich sein Geschützbestand im letzten Vierteljahr um drei Einheiten vermindert hat. Bei Nacht hat er sie fortgeschickt. In aller Heimlichkeit wurden sie abtransportiert; kein feindlicher Spion hat von dieser Minderung der Hauptstadt erfahren. Seitdem hat Kapitän Looff seine beiden letzten Geschütze streng bewachen lassen. Keine Zivilperson hat sich ihnen nähern dürfen. Und mit seinem kostbaren Besitz hat er dem Feinde draußen ein lustiges Theater vorgespielt. Seit dem Frühsommer hat er die ortsfesten Schiffsgeschütze auf fahrbare Lafetten gesetzt. Seitdem gelingt es ihm, durch fortwährenden Stellungswechsel, durch Anlagen von Scheinbatterien und andere Täuschungsmanöver den Gegner in den Glauben zu versetzen, er habe fünf mal mehr Artillerie als er tatsächlich hat. Seit dem 21. Juli schießt das englische Blockadegeschwader wild drauflos, um die vermeintlich starke Artilleriemacht von Daressalam außer Ge - fecht zu setzen. Am 21., 29. und 30. Juli sowie am 16. August schießt der Gegner mit heftigstem Feuer ganze Häuserviertel in Brand. Aber die Geschütze — die lumpigen beiden Geschütze! — zum Schweigen zu bringen, gelingt ihm nicht. Hunderte von Granaten schüttet er auf die Batteriestellungen, die Aufschläge der Geschosse läßt er durch Flieger beobachten, aber die Geschütze selbst erleiden keinen Schaden, und täglich stehen sie wo anders. Schweigt das feindliche Feuer und denkt der Feind, er habe nun endlich Erfolg gehabt, bann läßt der Kommandant die beiden Geschütze regelmäßig noch einige Schuß auf den abziehenden Gegner feuern. Das" hat die Wirkung, daß der Feind an zehn Geschütze glaubt. Nun aber ist es Zeit, den Widerstand zu beenden und das kleine Verteidiger-Häuflein vor der Einschließung zu retten, um es — in Deutsch-Ostafrika bedeutet der Mann noch etwas! — für andere auf seinem Posten. Als alle Anderen abgerückt sind, verläßt er selbst mit seinem Stabe die Stadt, begibt sich aber in die Nähe des Funkturms und beobachtet von dort die weiteren Ereignisse. Dann kommt die große, schwere Stunde. Der britische Kreuzer „Challenger" erscheint unter der weißen Flagge vor der Insel Makatumbi, auf der der Leuchtturm steht. Er bringt ein Ultima- tum des englischen Geschwaderchefs. Der Walfischfänger „Echo" übernimmt es, bringt es zur Hafensperre und schickt es durch sein Boot an Land. „Sie haben Bemerkenswertes geleistet und eine tapfere Verteidigung durchgeführt. Uebergeben Sie sich oder Ihre Stadt wird bombabiert unb zerstört werben. Wir garantieren das Leben der Bevölkerung, vorausgesetzt, daß die unmittelbare Uebergabe sämtlicher bewaffneten Truppen und des Kriegsmaterials ftattfinbet. Privates Eigentum wirb respektiert werben. Nichtkombattanten wirb gestattet sein, in ber Stadt zu verbleiben. Zu diesem Zwecke ersuchen wir, daß Ihre Stadt- polizei fortfahren wird, ihren Dienst des Schutzes des Eigentums weiterzuführen, bis unsere Streitkräfte die Stadt besetzen. Drahtlose Verbindung kann nicht gestattet werden. Es muß eine Garantie gegeben werden, daß der Hafen frei von Minen ist. Eine Antwort auf diese Forderung muß innerhalb 2 Stunden von dem Zeitpunkt ab gegeben werden, an dem der Ueber- bringer dieses Briefes den östlichen Punkt der Hafeneinfahrt passiert, und muß gegeben werden durch Hissen des Signals „Ja" oder „Nein" nach dem internationalen Code auf dem Flaggenstock der östlichen Hafeneinfahrt. gez. Edward Charlton Konteradmiral, Geschwaderchef. gez. Price Brigade-General, Kommandeur der Küstenbrigade. Da zur Zeit der Abgabe des englischen Ultimatums keine Truppen mehr in Daressalam standen, es also auch keinen Kommandanten, geschweige denn einen Militärgougerneur gab, wurde der Brief an den einzigen, auf Befehl des Gouverneurs zurückgebliebenen Beamten, einen Gouoerne- mentssekretär übergeben, der die weiteren 23er - Handlungen mit dem Geschwaderchef zu führen hatte. Der Kommandant hatte die Flaggleinen an der Signalstation unb an allen Regierungsgebäu- ben vor bem Abmarsch entfernen lassen, um zu Der- Hinbern, baß von unberufener Seite weiße Flaggen gehißt würben. So konnte bas geforberte Signal nicht gegeben werben. Der Gouvernementssekretär fuhr beshalb an Borb bes englischen Flaggschiffes unb erklärte bem Abmiral, baß bie deutschen Truppen Daressalam verlassen Aufgaben zu bewahren. Jetzt gibt es nichts mehr zu nerteibigen. 150 Mann gegen 2000 ist ein schlechtes Zahlenoerhältnis! Mit 1000 Mann ist ber Feind zu Fuß aus Narben von Bagamojo hergerückt. Er steht schon unmittelbar vor ber 31™ Don Norben unb von Westen ist sie schon vollkommen eingeschlossen. Unb 1000 Mann hat das Geschwader als Landungskorps an Bord. Sie wissen nicht, daß diese Stadt schon leer ist vom Verteidiger. Sie glauben noch an starke Truppenmacht und starke Artillerie, als zwei Drittel der Besatzung mit den beiden Geschützen schon nach Süden rücken. Nur 50 Gewehre stark ist die Nachhut, die im Weichbild der Stadt bleibt, um Plünderungen des Europäerviertels durch die Eingeborenen zu verhüten. Verteidigung der Stadt durch die Nachhut wäre zwecklos. Sie hätte nur ein Blutbad unter der Zivilbevölkerung zur Folge, ohne daß es möglich wäre, den Feind auch nur vorübergehend aufzuhalten. So kommt der frühe Morgen des 4. September. Der Kommandant bleibt bis zum letzten Augenblick Daressalams letzter deutscher Tag. Die Uebergabe der Hauptstadt Deutsch-Ostafrikas am 4. September 1916. hätten. „Gegen 8 Uhr morgens", so hat Konteradmiral Charlton amtlich über das Ereignis berichtet, „kamen der stellvertretende Bürgermeister, der Bankdirektor und ein Dolmetscher und nahmen alle Bedingungen der Uebergabe an. Unsere Truppen erhielten sofort durch Funkentelegraphie den Befehl, in die Stadt einzurücken. Alle Schiffe liefen in die Bucht von Daressalam. Ich ging mit meinem Stabe um 2.30 Uhr nachm. an Land, und um 3 Uhr wurde der Union Jack auf dem Bezirksgebäude mit allen Ehrenbezeugungen gehißt." Bis auf einige Landsturmleute, die der Marschanstrengung nicht gewachsen waren und in Feindeshand fielen, kamen alle aus Daressalam Abmarschierten durch die Einschließungslinte hindurch. Die Stammabteilung „Königsberg" war der letzte geschlossene Truppenteil, der Daressalam vor der Besetzung verließ. Auch er war kaum ein ge« schlossener Truppenteil zu nennen, denn die meisten seiner Angehörigen waren erst am Tage zuvor von den verschiedenen Arbeitsstellen der Stadt zurückgezogen worden. Sie hatten gerade noch ihre Sachen packen können, ehe sie abmarschierten, unb mußten gleich einen anstrengenden Fußmarsch als Geschützbedeckung ausführen. Dies war der letzte Tag der deutschen Hauptstadt Daressalam, der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Das Zahr der Blumen. Die Pflanzenwelt im September. Das Korn ist geschnitten, die Aecker stehen leer, die zweite oder auch dritte Heuernte ist beendet — die Erntewagen rollen. Der Monat steht vor allem in den ersten Wochen, wie schon das Ende des vorigen, im Zeichen der Ernte. Nach Roggen und Weizen, Hafer und Heu folgte Lein oder Flachs, bann kommen Rüben und Kartoffeln. Die Obsternte steht bevor, die Beerensammler durchsuchen Wald und Hecke, und die Weinlese beginnt bald. Wohin man sieht, erfüllt rege Arbeit das Land. Es ist eine ganz andere Zeit. Ein anderer neuer tatenfroher Geist herrscht draußen, als zu Sommers Anfang, zur Rosenzeit oder gar im blühenden Mai — wie lang ist das her. Jetzt sieht die Landschaft ganz anders aus —, und mit anderen Augen sieht man die Welt: keine hellgrünen und gelben Fluren mehr, sondern braune Äecker, fahlgelbe Stoppelfelder, kurzgeschorene Grasnarbe. Nicht nur in äußerlich Sichtbarem ändert sich die Natur, sondern ihr ganzes Wesen, das sich vor allem im Wetter ausprägt. Kühle, frische Morgenluft, viel Nebel — taunaß biegen sich Gras und Halm, langsam verteilt sich der Nebel, die Sonne bringt durch, unb es wird über Mittag oft noch recht heiß. Herrliche, weiße Wolkenballen ziehen am tiefblauen Himmel, Zugvögel wandern mit ihnen gen Süden — dann kühlt es schnell wieder ab zum frühen Abend — und gegen Ende des Monats fetzen oft schon die ersten Nachtfröste ein. — Der September ist anders als die Sommermonate, wenn auch nicht gerade der „erste" den Umschwung bringt. Der Kalender kündet den 24. September als Tag des Herbstanfangs und dieses astronomische Ereignis kennzeichnet den ganzen Monat. Bald wird das Laub anfangen sich zu verfärben, „Altweibersommer", die feinen weißen Gespinste, die jungen Spinnen als Segelflugzeug dienen, weht über kahle Felder, und morgens hängen wie kostbare Wunderwerke tauperlenglitzernde und bereifte Spinnetze im Gezweig. Wer denkt bei seinem Gang durch diese herrliche Septemberwelt mit ihren satten Farben und herben Schönheiten an neue, frisch erblühte Blumen? Wozu auch? Es blüht ja noch überall; Blumen und Stauden vom August und Juli haben noch nicht ausgeblüht, und viele andere tragen noch unentwegt ihre uns bekannten Blumen. Aber das Farbendurcheinander ist nicht mehr so groß, besonders da, wo die Wiesen frisch gemäht find. Weiß und gelb scheinen uns vorherrschend, das sind die Farben des Spätsommers in Wald und Wiese. Aber noch mehr findet der Wanderer draußen. Im August wiesen wir darauf hin. Es ist die Zeit der Fruchtreife in der Pflanzenwelt, und so leuchten aus Hecken und Gebüsch hier und da, oft wie einzelne glänzende Perlen, mitunter als dichte volle Büschel oder wie lockeres Gehänge die vielen Beeren in mannigfaltiger Form und Farbe aus dem grünen Laub.' Stets zu zweien sitzssn die scharlachroten, giftigen Beeren der Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) am Ende des kurzen Stieles. In lockeren Dolden hängen die hochroten länglich-runden Früchte des Schneeballes (Viburnum opulus) über den drei- oder fünflappigen Blättern. Schwarz hängen die kugeligen Früchte der großen Dolde vom Holunder (Sambucus nigra). In den dornigen Zweigen der Schlehe oder des Schwarzdorns (Prunus spinosa) hängen größere eiförmige hellblau bereifte Steinbeeren. Schwarzblaue Beeren, die noch die dreieckige Narbe an der Spitze haben, trägt der Wacholder (Juniperus salsius), der bekannte Machandelbaum, in seinen Nadelquirlen. Diel gesucht und gern gegessen sind die mattroten Sammelfrüchte der Himbeere (Rubus idaeus) und die glänzend schwarze Brombeere (Rubus fructi- cosus). Im Waldinnern findet man die glänzend schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna), deren äußerst giftige Frucht daran einwandfrei xu erkennen ist, daß noch der fünfteilige Kelch an ihr haftet. Auf dem Boden schattiger Laubwälder erhebt sich aus dem welken Fallaub auf kurzem Stengel der korallenrote Fruchtstand des Aronstabes (Arum maculatum), dessen kantige Beeren sich dicht an der Spitze des Stieles zusammendrängen. So gibt es noch viele schwarze, blaue, dunkelrote oder rotgelbe Beeren und Früchte aller Art. — Ein durchdringender Geruch im Wald erinnert an das Geschlecht der Pilze, für deren viele der September die Hauptzeit des Erscheinens ist. Die Stink- m o r ch e l zwar kommt schon viel früher nach warmen Sommerregen, aber der Hallimasch mit feinem gelbbraunen, braun-schwarz beschuppten Hut erscheint jetzt an alten Stämmen und Wurzeln im Laub- und Nadelwald, auch an Baumstümpfen und auf Waldwiesen stehen die bräunlichschwarze G r u - ben-Lorchel und die weißlichgelbe Herbst- Lorchel, in Nadelwäldern der gelbe bis rötlichbraune Gelbliche Bitterling, in Laubwäldern, besonders häufig im Buchenwald der aschgraue Nebel-Trichterling oder die schwärzlichbraune Totentrompete im Gebüsch feuchter Wälder und noch manche andere. Es gibt aber gar viel zu sehen, manches neue und viel bekanntes, so viel Sommerblumen noch, die uns schon vor Wochen begegneten, daß man gar nicht daran denkt, nach neu erblühten Blumen zu suchen bei diesem Reichtum der spätsommerlichen Natur an anderen Schönheiten. Wie suchen wir noch im Frühjahr nach jedem neuen Pflänzchen, nun vermißt man gar nichts, wenn der Zuwachs nachläßt und findet das auch ganz in der Ordnung so, denn der Sommer geht zu Ende, die Früchte reifen, die „Jahresringe" der Bäume werden enger, und bald stellen sie das Wachstum ganz ein, bald werden die Blätter fallen ... und doch gibt es noch neue Blüten! Die Natur ist eben unerschöpflich. In der spätsommerlichen Pracht der Gärten tauchen immer noch neue Farben auf. Noch eine ganze Reihe von Kultursorten der Aster (Aster spec.) blühen nun, deren gärtnerische Namen, wie die dunkelblaue „Schöne von Eisenach" oder die hellblaue „Lichtflut" ja nur dem Gärtner geläufig sind. Aehnlich ist es bei den vielen spät blühenden Ab- I arten der Wucherblume (Chrysanthemum cari- Der Bremer Rosielenker. Von Hermann Bredehöst Unterhalb des Stadttheaters zu Bremen steht, mitten im Grün der Wallanlagen, em Denkmal, der Rosselenker geheißen, welches einen vollständig unbekleideten Mann darstellt, der ein leichtfüßig trabendes Roß am Halfter führt. Die Bremer sind auf dieses Kunstwerk dermaßen stolz, daß sie seit langem Ansichtskarten davon Herstellen. Sie wissen frelhd) nicht, welch betrübendes Mißoerstandns vor Jahren einmal mit dem Vertrieb einer dieser Kar ten heraufbeschworen wurde und daß, ungeachtet der Lobpreisung des Denkmals durch viele Kenner und Künstler, eine einfache s^au eme Art Krttik darüber zum besten gab, welche sie, auch hmpcyl lich ihrer merkwürdigen Auswirkung, mcht oer- mutet haben würde. Die Frau eine Witwe, welche ihre drei Kinder nach dem frühen Tode ihres Mannes unter Muhen und Entbehrungen gr°hg-z°g-n hatte, worauf zw Don ihnen gleich in die Fremde gmgen, um Ser Mutter nicht länger zur Last zu f ' ■ gMH. einem ländlichen Vorort der Hanfes Milchhandel, auch zog sie Gemüse, d°e st- °°n M. ch künden oerkauste. Trotz ihrem targM)'* roar die Frau bisher immer zufrieden gewesen uno und arbeitsam waren, so glaubte 1 ten banad) zum Klagen zu haben und hielt s ch a $ b < Und wie nun zu Michaeli bte 3ung|te evens eine Stellung annehmen woll e hieß^ste 1« .^9 gehen, weil sie meinte, end ch Tochter ging, alten Tage sorgen zu muK/blDVb°e ßgft ber aber da spürte die Mutter denn $ Einsamkeit; sie litt darunter und sehnt« ihren Kindern, hütete sich all - schwach er- offenbaren, weil sie vor ihnen nicht scyw j fei sie gewiß zu alt. , ®ines Oftobermot0ßn3 nun^ t^rem gewöhn- karren über die Straße ziey , in emen ten Kundengang zuruckkehrte, fleri scheinen wollte. . Di- Leere ihre- W««**** 7n den"7un beklemmender für sie unb ßIJnabenben, ba außer hereinbrechenben dunklen He L, ,üqcn nUr das ihren eigenen Schritten und Atemzügen n^ Geknister bes Herbfeuers obe waren, unb Kaffeewassers unter ^rem Dach yo Mann i° dachte, wie schon -o doch «««.^« ^h„n be- -tzt noch, aber der war 1°f ‘ 3 „ bafür jraben, unb sich einen anoern a Menschenauflauf unb \al) zu, wie ein betrunkener Mann gerade seine heulende Frau aus der Tür stieß. Die Frau ward von einigen Leuten aus der Menge aufgehoben, es kam ein Schutzmann und brachte sie ins Haus zurück, währenddessen sich die Unbeteiligten in lauten Verwünschungen ergingen. Die Witwe war bes häßlichen Vorgangs kaum recht ihnegeworben, als neben ihr ein älterer Mann in einem blauen Schlosserkittel sagte, es vermöge eben nicht jeder zu schätzen, was eine Frau wert sei. Sie stimmte ihm zu, und der Mann fügte an, er sei seit langem Witwer und müsse es wissen. Sv kamen die beiden in ein Gespräch, und weil sich jetzt die Menge verlief, gingen auch die davon, indem sie mutmaßten, welches wohl ber wahre Grund des Streites sein möchte. Es stellte sich nun heraus, daß der Mann Straßenbahnschlosser war, welcher zufällig in dem Vorort zu tun hatte, und sie verhehlte ihm nicht, daß auch sie seit zwölf Jahren Witwe sei. So schritten sie einträchtig nebeneinander her, unb ber Milchkarren holperte hinter ihnen brein, sie sprachen wie zwei Menschen, die einander lange nicht gesehen hatten, obwohl keiner boch ben anbern kannte, unb ber Faden ihres Gesprächs riß nicht ab. Zuletzt entdeckten sie gar, daß sie der gleichen Liebhaberei frönten, nämlich dem Kartoffelbau, aber hier zeigte sich, daß sie doch nicht in allem übereinstimmten, denn der Schlosser lobte bie roten Junker, während bie Witwe ben blauen Jn- buftriefartoffeln ben Vorrang zuerkannte. Deshalb lub sie ihn auf der Stelle ein, ihre Kartoffelernte zu begutachten, und da ging er gleich mit und half ihr sogar, den Karren den schmalen Deichweg hm- aufziehen. Der Schlosser bemerkte wohlgefällig bie Drbnima ihres bescheidenen Hauswesens unb sand, daß die Witwe noch rüstig war, und als sie zu guter Letzt in ber Küche zu einem wärmenden Schluck Malzkaffee niedersaßen, dachte er bei ftd), fte gäbe gewiß keine schlechte Frau für ihn ab sie klagte ihm auch ihre Einsamkeit, und ste dauerte ihn nicht wenig Und da die beiden, wie alle schlichten Menschen recht freimütig in ihren Äußerungen und zudem ja längst über die tollen Jahre hinaus waren, so besprachen sie zuletzt offen die Möglichkeit zueinander zu ziehen und sich zu ehelichen. Er sagte ihr nun auf den Pfennig genau, was er verdiente, sie aber rechnete ihm vor, wieviel sie mitsamt den Erträgnissen aus ihrem Milchgeschäft davon ersparen könnten. Und als er sich dann von ihr verabschiedete, wußten sie beide längst, daß sie gut miteinander auskommen wurden. Der Schlosser kam fortan zu ihr ins Haus, und so blieb es nicht aus, daß allmählich ihre nächste Nachbarin aufmerksam wurde, ein geschwätziges Wesen, bem die WltvV einen in ihrem Glück treuherzig in allem Antwort staub unb ihr auch den Namen bes Schlossers anvertraute. Die Nachbarin fanb nun bald heraus, daß ihre Schwester den Schlosser seit langem kennen müsse, und erbot sich, Auskunft über ihn einzuholen, unb ruhte nicht eher, bis sie sie haarklein beisammen hatte. Dann erzählte sie der Witwe, zunächst in vagen Andeutungen und nachher, als diese flehentlich in sie drang, ganz offen, der Schlosser lebe mit einer Haushälterin zusammen, die eben nicht den besten Ruf genieße, auch suche er öfter Wirtschaften auf und gebe sich mit einer Wirtin ab, deren Mann verstorben sei und wäre überhaupt überall als Weiberheld bekannt, obwohl man ihm, wie allen verschlagenen Menschen, freilich nichts handgreiflich nachweisen könne. Diese Auskunft machte die Witwe zwar in ihrem Vorhaben schwankend, boch nahm sie sich vor, ben Mann selbst barum zu fragen. Es war aber zwischen ihnen abgemacht, daß sie sich am kommenden Sonntag zum ersten- mal in der Stadt treffen wollten, wofern der Schlosser, was bisher noch unbestimmt war, dienstfrei hatte. In diesem Fall hatte er versprochen, ihr zu schreiben, wo und um welche Zeit er sie erwarte. Der Witwe gingen die Tage unter bangen Zweifeln dahin, welche die geschwätzige Nachbarin fleißig zu schüren verstand mit ihren dunkeln Mutmaßungen, so daß die Bettoffene, auch wohl in Erinnerung an den neulich erlebten Ehestreit, am Ende glaubte, es müsse etwas Wahres daran sein und beinahe darüber jeder Vorfreude verlustig ging. Als ihr nun am (Sonntagmorgen der Postbote eine Karte überbrachte, auf welcher der Liebhaber in seiner schweren und ungewandten Schrift kurz mit- teilte, sie möge um vier Uhr am Roland auf dem Marktplatz sein, mit Worten, welche einem Befehl ähnlicher waren als einem Liebesbrief, obwohl diese Form nur aus der Unbeholfenheit des Schreibers in solchen Dingen zu erklären war, da wäre sie trotzdem noch bereit gewesen, zu ihm zu gehen. Nun aber drehte sie die Karte um und sah auf der Rückseite den Rosselenker abgebildet, den sie, die so selten und immer nur flüchtig in die Stadt kam, noch nie bemerkt hatte. Sie entsetzte sich heftig über das Bild, in der Meinung, daß es nichts anderes als eine versteckte Aufforderung bedeute und des Schlossers wahre Gesinnung eindeutig enthülle. In diesem Augenblick kam die Nachbarin herzu, und da sagte sie halb empört und in halber Scham: „Ich gehe nicht, Gretchen, du hast in allem recht, er schickt mir diese Schmutzkarte, was soll ich bloß davon denken, sieh nur: ein nackter Kerl und ein nacktes Pferd!" — Und wie sie andern Tags den Schlosser den Deichweg heraufkommen sah, drehte sie eilig den Hausschlüssel um und stellte die Schelle ab. natum), deren große gelbe oder weiße Blutenscheiden häufig durch reichere Farbenringe auffallen; oder die weiße Margerite (Chrysanthemum alpinum arcticum) oder die farbensatten Flammenblumen (Phlox Drummondi) und manche der großen farbenprächtigen Dahlien (Dahlia variabilis), die aber das Opfer der herbstlichen Frost- oder Reifnacht sind. — Das sind also noch recht viele schöne, farbenfrohe Gartenblumen, mit vielen Abarten. Aber alle sind es ausländische Pflanzen, aus China, Mexiko und anderen warmen Ländern, weshalb sie wohl auch bei uns erst so spät, nach der langen Wärmeperiode so weit entwickelt sind. Die Natur läßt sich nicht in ein allgemein gültiges Schema pressen und richtet sich oft gar nicht nach den „normalen" Verhältnissen, die wir zu erkennen glauben, und doch ist es dann „zweckmäßig". Jetzt, nachdem die Sense zum letzten Mal im Jahr darüber ging, brechen auf fruchtbaren, feuchtwarmen Wiesen die zarten lilarosaen Blüten der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) durch den Boden. Das ist ein eigenartiger, anmutiger Anblick, wie sich aus dem niedrigen , oft schon fahlen Gras der Herbstwiesen hier und da einzelne, dort ganze Gruppen und Büschel dieser zarten zierlichen Gebilde erheben. Aus der sehr langen Röhre, die aus einer Knolle tief aus der Erde emporsteigt, weitet sich die große, trichterförmige Blüte mit ihrem sechsteiligen Saum. Bis zu 20 Zentimeter Höhe erreicht diese hübsche, zartgetönte Blüte, die ohne jegliche grünen Pflanzenteile wie in den Boden gesteckt dastehen und auf lüsterne Insekten warten. Erst im Frühjahr wächst der Stamm mit den drei schmalen „Liliaceenblättern" und der reifenden Fruchtkapsel aus der nun ausgesogenen Knolle hervor, das untere Stengelglied verdichtet sich zur Knolle fürs nächste Jahr, und die klebrigen Samen verbreiten die Weidetiere mit ihren Hufen. Der Bauer rottet die Herbstzeitlose nach Kräften aus, da sie in allen Teilen für Mensch und Weidetier giftig ist und diese hier jedenfalls nicht nützliche Eigenschaft auch im Heu nicht verliert. Uns aber ist die hübsche Blüte der Herbstzeitlose lieb und willkommen als die Blume des September. Walther Neurath. Rohstoffbeschaffung. Dom Kreiswirtschastsberater, Schon wiederholt wurde auf die Notwendigkeit der restlosen Erfassung der Altstoffe zum Zwecke der Rohstoffgewinnung hingewiesen, um dadurch Devisen, zu sparen. Ein für unsere Wirtschaft besonders wichtiges Metall, das in Deutschland nicht gewonnen wird, ist das Zinn. ' Es wird für die Herstellung von Metall-Legierungen, von wertvollen Guß-Stücken, von Löt- Mitteln, ganz besonders aber zum Verzinnen eiserner Bleche, aus denen Konservendosen und die verschiedensten Gebrauchsgegenstände erzeugt werden, benötigt. Große Mengen von Zinn sind daher in allen „Weißblechen", insbesondere in Konservendosen, ferner auch in Tuben der verschiedensten Pasten, enthalten. Moderne Verfahren gestatten es, auch die dünnsten Zinnüberzüge der sog. Weißbleche zurückzugewinnen. Es ist eine große Aufgabe für den deutschen Roh- und Altstoffhandel, die gebrauchten Konservendosen, Weißblech- und sonstige Zinnabfälle zu sammeln und in den Güterkreislauf wieder einzuschalten. Es ergeht daher an alle Verbraucher von Konserven die Aufforderung, die Dosen zu sammeln und dem Altstoffhandel zuzuführen, insbesondere richtet sich unsere Bitte an die Großverbraucher von Konserven, also Kasernen, Pflegeanstalten, Kliniken, Gaststätten, aber auch an den normalen kleinen haushalt. Es ist dafür Sorge getragen, daß auch die auf die städtischen Kehricht- und Müllabladeplätze gelangenden Konservendosen und sonstige wertvolle Abfälle erfaßt werden, so daß nichts, was für die deutsche Wirtschaft wertvoll ist, verloren geht. Eine andere außerordentlich wichtige Rohstoffquelle sind Knochen aller Art. Gewiß wird mancher Volksgenosse die Nase rümpfen und fragen, was kann aus alten Knochen schon wertvolles kommen. Gemach, lieber Freund! Aus Knochen gewinnen wir, um nur wenige Stoffe zu nennen: Glyzerin, (zur Herstellung von Sprengstoffen, Druckfarben, kosmetischen und pharmazeutischen Konservierungsmitteln, Bremsflüssigkeiten, Seifen, Kitten, Gefrierschutzmitteln); dann Stearin, Olein. Stearin-Pech, Futterschrot, Leim, Knochenmehl, Knochenkohle, Knochenasche, Klauenöle bis zu den feinsten Qualitäten und Talg. Alle Einzelprodukte sind damit noch lange nicht aufgezählt. Es sollen also im haushalt, in den Gastwirtschaften und in den vorgenannten großen Ver- braucherslätten, insbesondere in Kasernen und Kliniken, keinerlei Knochen forlgeworfen oder gar verbrannt werden. Sie sind dem Rohsloff- oder Altsloffhändler zu übergeben, der für richtige Verwendung im Sinne der nationalsozialistischen Wirtschaft sorgt. An dieser Stelle sei auch darauf hingewiesen, daß es unvernünftig und wirtschaftsschädigend ist, wenn dem Rohstoffhändler wegen Lagerung der Knochen unnötige Schwierigkeiten gemacht werden. Er ist verpflichtet, für Beseitigung etwaiger Geruchsbelästigungen durch Verwendung von Kalk oder Chlorkalk zu sorgen. Die vaterländische Wirtschaft erfordert es aber, daß man über kleine Unbequemlichkeiten, die dazu häufiger nur eingebildet sind, das große Ganze nicht vergißt. Mängel in der Namensführung des Minderkaufmanns. Der Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag in Frankfurt a. M. teilt uns mit: Seit Jahren werden in den beteiligten Wirtschaftskreisen Klagen darüber geführt, daß Minderkaufleute und Handwerker im Sinne des § 4 des Handelsgesetzbuches im Geschäftsverkehr sich nicht ihres ausgeschriebenen Vor- und Zunamens bedienen, sondern vielfach abweichend davon eine firmenähnliche Bezeichnung oder Abkürzung ihres Namens führen. Dadurch ist in zahlreichen Fällen eine Verschleierung der persönlichen Verhältnisse der Betriebsinhaber eingetreten, die im Interesse der Klarheit und Offenheit des geschäftlichen Verkehrs nicht wünschenswert ist. Schritte der Industrie- und Handelskammern hiergegen waren nicht von Erfolg begleitet, weil die maßgebenden Gerichte sich im Einklang mit der Meinung der führenden Kommentare zum Handelsgesetzbuch auf den Standpunkt stellten, daß nach dem zwingenden Wortlaut des § 4 HGB. Minderkaufleute ausdrücklich von den Vorschriften über die Firmenführung ausgenommen feien. Nach § 15a der Reichsgewerbeordnung bestehe zwar eine Vorschrift, wonach die Anbringung des Namens mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen am Geschäftslokal eines Gewerbetreibenden verlangt werde. Diese Vorschrift sei aber nur auf Gewerbetreibende beschränkt, die einen offenen Laden haben, oder eine Gast- oder Schankwirtschaft betreiben. Infolgedessen seien für die Namensfüh- runa der Minderkaufleute lediglich die allaemeinen Vorschriften des § 12 des Bürgerlichen Gesetzbuches und des § 16 des Reichsgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb maßgebend. Danach sei die Führung eines vom bürgerlichen Namen abweichenden Namens zulässig. Die Industrie- und Handelskammer Wiesbaden hatte deshalb bereits im Jahre 1911 bei dem Deutschen Industrie- und Handelstag eine Gesetzesänderung angeregt. Die Bemühungen des Handelstages hatten aber bei dem damals schwerfälligen Gang der Gesetzgebung nicht den gewünschten Erfolg. Nunmehr hat der Rhein-Mainische Jndustrie- und Handelstag dieses Vorgehen erneuert und eine entsprechend begründete Eingabe an die hierfür maßgebenden Stellen, u. a. auch an den Herrn Reichsjustizminister, gerichtet. Der Herr Reichsminister der Justiz hat dem Rhein-Mainifchen Industrie- und Handelstag daraufhin nachstehende Ausführungen übersandt: „Auf Grund des nebenbezeichneten Schreibens habe ich mich mit dem Herrn Reichs- und Preußischeh Wirtschaftsminister wegen der von Ihnen angeregten Abänderung des § 4 des Handelsgesetzbuches und des § 15a des Handelsgesetzbuches in Verbindung gesetzt. Da eine Regelung der Namensführung der Minderkaufleute im Geschäftsverkehr zweckmäßig erscheint, ist eine entsprechende Ergänzung der erwähnten Vorschriften im Gesetzgebungswege in Aussicht genommen." Erfreulicherweise ist danach nunmehr bald mit einer befriedigenden Regelung der für Minderkaufleute geltenden Bestimmungen zu rechnen. ttunst und Wissenschaft. Neuerscheinungen des Bernhard-Sporn-Verlags. Der Bernhard - Sporn - Verlag in Zeulenroda (Thür.) hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue und bisher vergriffene Werke Rudolf Huchs vorbildlich ausgestattet herauszubringen. Zunächst erscheinen sein Roman „T a l i o n", eines der erschütterndsten Bücher aus der Zeit vor dem Kriege, und die Humoristischen Erzählungen, köstliche Geschichten sind das, die zum Bleibenden humoristischer Erzählkunst gerechnet werden dürfen. Mit drei Werken führt der Bernha^d-Sporn-Verlag zum Spätherbst eine Erlebnisbücherreihe ein: von dem Grönlandforscher und Jslandskenner Professor Dr. Paul B u r k e r t, dem Leiter des Archivs für Ark- tiskunde, wie das illustrierte Buch „Island erforscht, erschaut, erlebt!" erscheinen, von dem Wildwasserkajakfahrer Ottomar Krupski em bebildertes Buch über eine seiner Jugoslawien- fahrten, „Vom Triglav zur Adria". Und Eugen Kriszat erzählt in seinem „Roman nach dem Tagebuch eines Abenteurers" die packende Lebensgeschichte des Grafen von Benjowfky. Mit zwei Märchenbüchern — Paul M. Brandt, Das Glück der Mutter; Richard Heinze, Die Roggenmuhme — sowie drei Bilderbüchern der jungen Elli Witt- Hauer („Hoppla ho juchhei!", „Lügenfritze" und „Haus Tugendbold") wird der Verlag seinen Einsatz für das gute Jugendbuch bekunden. Walter Beckmann gibt ein umfassendes Werk über das Deutschtum im Ausland heraus, und von Hans Frese erscheint eine Schrift über „Das deutsche Buch in Amerika." Der neue Wessely-Film. Der neue Paula -Wessely- Film des Synbi- kats, in dem Geza von B o l v a r y Regie führt, hat nunmehr den Titel „Die Julika" erhalten. Die weiteren Hauptrollen spielen neben Paula Wessely, Attila Hörbiger, Gina Falken- berg und Fred Hennings. An der Kamera steht Franz Planer. Zur Zeit werden die letzten Außenaufnahmen in Ungarn, bei Budapest und Stuhlweißenburg, gedreht. Dichlerlag auf der Wartburg. In dem Minnesängersaal der Wartburg wurde der 4. Dichtertag der Wartburgdichtung mit einer Feierstunde eingeleitet. Wieder sind aus allen deutschen Gauen die Dichter der Wartburg- rose und die diesem Kreis seelisch und geistig Verwandten zur Wartburg gekommen, darunter Hans Friedrich Blunck, Heinrich Lilienfein, Bör- ries von Münchhaufen, Agnes Miegel, Jakob Schaffner, Otto (Er le r, aus der jungen Generation Wolfgang Eberhard Möller und Wolfram B r o ck m e i e r. Der Reichsstatthalter in Thüringen, Sauckel, hieß die Dichter willkom- men. Die Seele aufzurütteln, die Gemeinschaft den Sinn des Lebens ahnen zu lassen und dem beut» schen Volk die Sittenaesetze der arischen Menschheit einzuprägen, sei Aufgabe der Dichter. Dann sprach Jakob Schaffner über die Beziehungen zwischen Heimat und Dichtung. Ergriffen dankte Reistsstatthalter Sauckel dem Dichter und verlieh dem Deutsch-Schweizer die Wartburgrose, womit Schaffner in den Kreis der Wartburgrosen-Ritter aufgenommen wird. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Witlagsbörse sehr still. Frankfurt a. M„ 2. Sept. Die Börse war bei Eröffnung nahezu geschäftslos, da Aufträge der Kundschaft nur in sehr geringem Umfange Vorlagen, so daß auch die Kulisse starke Zurückhaltung zeigte. Am Aktienmarkt war die Haltung trotz der Geschäftsstille ziemlich behauptet. Die Kursverän- berungen bewegten sich zumeist innerhalb eines Prozentes. Weiter fest lagen Kunstseibeaktien, Aku bei mäßigen Umsätzen 64,50 (63,65), später 64, Bemberg ca. 88 (86). Im Freiverkehr würben Amerik. Enka mit 50,50—51,50 und Amerik. Bemberg Pref. mit 66—68 bewertet. Stark vernachlässigt lag besonbers ber Montanmarkt, wo zunächst nur Hoesch mit 106,75 (106,25) unb Harpener mit 128,40 (129) zur Notiz gelangten. Am Elekttomarkt zogen Siemens um 2 v. H., Licht & Kratt um 0,75 v. H. unb Mainkraft um 0,50 v. H. an, RWE. verloren 0,75 v. H., AEG. 0,13 v. H.. IG. Farben lagen mit 159,65 voll behauptet, Deutsche (Erböl 0,50 v. H. niebriger. Von Maschinenwerten Muag in Nachwirkung ber HV.-Ausführungen 120 (119), Daimler uno. 120. Sonst eröffneten im einzelnen Deutsche Linoleum 1,50 v. H. höher. Rheinmetall 1,25 v. H. niebriger. Westbeutsche Kaufhof unb Zellstoff Aschaffenburg lagen behauptet, Norbb. Lloyb 0,25 v. H. schwächer. Von Auslandsaktien kamen Chade A—C nach Pause mit 398 (386) zur Notiz. Der Rentenmarkt lag ebenfalls ruhig. Altbesitz 113,75 (114), Kommunal-Umschulbung 88 (88,05), Zinsoergütungsscheine 93 (93,10), späte Schulbbuchforberungen 97,75. Zertif. Dollar-Bonbs blieben behauptet. Im Freiverkehr hatten 3proz. Steg v. 1895 mit 5,30—5,40 (5,25), Türkenlose Reste mit 1 RM, per Stück unb bto. gemischte Reste mit 3,95 lebhaftes Geschäft. Der Verlauf brachte auf Teilgebieten eine kleine Belebung unb bie Haltung war allgemein f e ft e r. Gefragt würben am Aktienmarkt besonbers Montanwerte; nachdem die ersten Kurse vorwiegend 0,50—1 v. H. niedriger lagen, zogen Verein. Stahl auf 106 nach 105 (105,75) an, die übrigen Montane notierten ähnlich. IG. Farben 160,25 nach 159,50, Kunstseide Aku schwankend mit 63,75 bis 64,50 nach anfangs 64,50, Otavi Minen 32,65 nach 31,90. Von den später notierten Werten erhöhten sich Reichsbank auf 183 (181), dagegen Südd. Zucker 208 (—1). Variable Renten lagen weiter sttll und unverändert. Fest notierten 6proz. Hoesch Obl. mit 102,50 Geld (101,50). Der Pfandbriefmarkt lag nahezu unverändert, Liquidationspfandbriefe uno Stadtanleihen uneinheitlich. Von Auslandsrenten zogen Anatolier I u. II auf 44,90 (43,75), 4proz. Mexikaner auf 9,90 (9,50), 4,5proz. bto. Irrigation auf 9,60 (9,40) an, bagegen 5proz. äußere Golb- Mex. 13,90 (14). Im Freiverkehr erhöhten sich gemischte Türkenreste auf 4,15 nach 3,95, E=ßombar- ben galten 4,13. Im Freiverkehr nannte man Ablerwerke mit 111, Ufa mit 60, Pokorny mit 110 (111) und Dyckerhoff Zement mit 138—139. Tagesgelb weiter ermäßigt auf 2,50 (2,75) v. H. Abenbbörse freundlich. Das Geschäft zeigte an ber Abenbbörse keine Belebung, boch war bie Haltung freundlich unb über- roiegenb bestaub etwas Kaufneigung. Die Mittagsschlußnotierungen lagen, wenn nicht 0,25 bis 0,50 v. H. höher, so aber doch voll behauptet. Fest waren Muag mit 121,65 (120) unb 0,75 v. H. über Berlin. Etwas ruhiger verkehrten Kunstseibenwerte. Deutsche Anleihen lagen ruhig unb behauptet. Hingegen zeigte sich am Auslanbsrentenmarkt verstärktes Interesse für Rumänen, währenb bie im Freiverkehr gehanbelten Prioritäten unb Quoten ruhiger, aber behauptet lagen. Sehr fest waren erneut 4 v. H. Poln. Eisenbahnanleihe mit 75 (72). U. a. notierten: 1947er Verein. Stahl 95,65, 6 v. H. Verein. Stahl 102,40, 6 v, H. IG. Farben 124,75, 4 v. H. Poln. Eisenbahnanleihe 75, Monopol- Rumänen 48, 4,50 v. H. Golb-Rumänen 10,40, 5 v. H. Einheits-Rumänen 7, 4 v. H. do. 5,90, 4,20 v. H. Defterr. Silber-Rente 3,20, 4 v. H. Defterr. Einheits-Rente (Mai—Juli) 1,92V2, Commerzbank 99,75, DD.-Bank 99, Harpener 128,50, Hoesch 107,25, Ilse Genuß 133,50, Mannesmann 105,75 bis 106, Rheinstahl 133,75, Verein. Stahl 106,25, AKU. 64, AEG. 36,65, Bekula 152, Conti Gummi 171,25, Daimler E 120, Deutsche Erböl 124. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Sept. Es notierten (betreibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W XIII 199, W XVI 202, W XIX 206, WXX 208, Roggen RXII 162, R XV 165, R XVIII 169, R XIX 171 Großhanbelspreife der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Futter- Hafer —. Weizenmehl Type 790 W XIII 28,75, W XVI 29,00, W XIX 29,00, W XX 29,35, Roggen- mehl Type 997 RXII 22,45, R XV 22,80, R XVIIJ 23,30, R XIX 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W XIII 10,65, W XVI 10,80, W XIX 11,00, W XX 11,10, Roggen- fleie R XII 9,95, R XV 10,15, R XVIII 10,40, R XIX 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soya- schrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 16,00, Trockenschnitzel —, Heu 4,60 bis 5,00, Weizen- unb Roggenstroh drahtgepreßt ober gebündelt 2,00. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 33 Rinder (2 Ochsen, 3 Bullen, 23 Kühe, 5 Färsen), 835 Kälber, 206 Schafe, 245 Schweine. Es kosteten: Kälber 60 bis 92 Mark, Hämmel 46 bis 58, Schafe 40 bis 55, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft. Kurszettel der Berliner und Frankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. Ul. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag« börse . Datum 19. 2.9. 1.9. 2-9. 5% Deutsche rlteichsanleihe v. 1927 101,25 101,25 101,25 101,25 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 98 98 98 98 6yz% Doung-Änteihe von 1930 . 102,75 —— 102 102,5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslvs.-Rechten ............ 114 113,75 114 113,9 4yt% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1 ...... 100 100 99,9 99,9 4%% ehem. 8% Hessischer Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 98,75 98,9 98,9 *y2% ehem. 8% Hessische Landes bant Darmstadt Gold R. 12.... 97 97 97 97 5yz% ehem. 4y,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstaotLtau. 101 101 4%% ehem. 8% Darmsl. Komm Landesb.Goldschuldverichr. R.6 93,4 93,4 _ _ Oberhejsen Provinz-Anleihe mi> AuSlos.-Rechten ............ 126,25 126,25 Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Ausloj.-Rechten 119,5 119,5 119,75 119,5 4*4% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 6’/z% ehem. 4’/2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese...... 100,75 100,75 — 6*/2% ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpsc. • • • 101 101 101 101 4*/f% ehem. 8% Pr. Landespfand- oriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 *yz% ehem. 7% Pr. Landespfand b ries an st., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 95 Steuerautsch.Berrechnungsk. 34-38 109,6 109,6 109,65 106,65 4% Oesterretchische Goldrente... 29,5 30 30 30,5 4,20% Oesterretchische Silberrente 3,4 3,2 3,3 3,2 4% Ungarische Goldrente....... 9,13 9,1 9,13 9,2 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,4 8,4 8,6 8,4 4*4% desgl. von 1913.......... 8,5 8,5 —— 8,55 6% abgest. Goldmexikaner von 99 14 13,9 13,9 14 <% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... — — — — Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Datum 1-9. 2-9- 2.9- 29- 4% oesgl. Sene h ........... — — 9 8,95 5% Numan, vereinh. Rente v. 1903 6,4 7 6,55 7 syr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,8 10,4 9,6 10,13 4% Rumänische vereinh. Rente 5,4 5,9 5,5 6 2*4% Anatolier ............ 43,75 44,9 44,75 44,75 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 13,75 13,75 13,9 13,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — 39 Norddeutscher Lloyd ......... 0 14,25 14 14 14 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 114 114 114,75 113,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 122,25 122 Commerz, und Privat-Bank ... 4 99,75 99,75 99,5 99,75 Deutsche Bank und Disconto- Gejellschafl.............. 4 99 99 99 98,75 Dresdner Bank............ 4 99 99 99 99 Reichsbank ................ Yz 181 183 183 183,5 A.E.G...................... 0 36,25 36,65 36,4 36,9 Bekula................... 8 151 152 152 152,5 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 126,5 125 126,25 125,4 Licht und Kraft ............. 7 145,5 146,5 145 146 Fellen & Guilleaume......... 4 127,5 128,5 127,75 126,25 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 132 132 132 132,25 Rheinische Elektrizität ........ Ryein. Wests. Elektr.......... 6 6 125,25 131 125 130,25 125,5 131 126 130,25 Schurkert L Co............... 6 148,5 149 148,25 148,75 Siemens L Halske............ 8 182,25 184,25 182,25 184,25 LahmeyerLCo.............. 7 139,5 139,13 139,5 138,65 BuderuS ................... 4 109,5 108,4 109,5 109,5 Deutsche Erdöl.............. 4 125 124 125 124,13 Harpener................. 2*4 129 128,5 129,25 128,25 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 106,25 107,25 106,5 107 Flse Bergbau ............... 6 —— —— 165 165,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 133,25 133,5 132,75 133,5 Klöcknerwerke ............... 8 110,5 110 110,5 109,5 Mannes mann-Röhren 8 105,65 105,75 105,75 106 FrankfuN a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Datum 1.,. 2.9. 19. 2.9. Mansselder Bergbau .. .....ey, 151 — 150,5 149 Kokswerke ........... .......6 — 127,75 130 Rheinische Braunkohlen .....12 —— 222 Ryetnstahl........... .......4 133,25 133,75 133,75 133,5 Vereinigte Stahlwerke. .....8*/, 105,75 106,25 104,75 106 Otavi Minen ........ .......O 31,9 32,75 31,75 32,75 Kaliwerke Aschersleben. .......6 118 118 Kaliwerke Westeregeln. .......5 117 117 116,75 117,25 Kaliwerke Salzdetfurth .....7% 174 174 174,75 174 F. G. Farben-Jndustrie .......7 159,5 160 159,4 160 Scheideanstalt........ .......9 271,5 272 Goldschmidt ......... .......6 112,5 112,5 112,75 —— Rütgerswerke ........ .......6 128,75 129 128,25 128,5 Metallgesellschaft...... .......5 130,5 131,65 130,5 132 Philipp Holz mann........... 4| 123,5 I 124 1 123,25 I 123,75 Zementwerk Heidelberg ...... 7 142,75 143 1 — — Cementwerk Karlstadt......... 6, 156 | 156 | — | — Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................b Zellstoff Waldhof ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........8 Orenstcin & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade...................... 9 Accumulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Gummi.............. 11 Gritzner.....?..............o| Matnkraftwerke Höchst a.M.... 4| Süddeutscher Zucker 1O| — — 104 106,75 63,65 64 63 64,13 86 88 86,5 87,5 144 143,5 143 143,9 118 118 118,65 117,4 — — 106 106,5 120 120 120,13 120,25 167,5 169 168,25 169 —• — 83,9 84,9 53,13 53,5 53,13 53,65 —— 398 —— 398 — — 200 200 171 171,25 171 171,75 34 33,5 33,25 93 93,5 — 209 208 208,5 208 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL 1 .September 2. September Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld Brief duenoa eine 0,698 0,702 0,703 0,707 Brüssel .... 42,01 42,09 42,01 42,09 Rio de Jan. 0,147 0,149 0,147 0,149 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,90 56,02 55,90 56,02 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,52 12,55 12,52 12,55 Helsingfors.. Paris ..... 5,524 5,536 5,524 5,536 16,38 16,42 16,375 16,415 Holland ... 168,96 169,30 168,96 169,30 Italien..... 19,57 19,61 19,57 19,61 Japan...... 0,732 0,734 0,732 0,734 Zngoslawieu 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,92 63,04 62,92 63,04 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,375 11,395 11,375 11,395 Stockholm... 64,55 64,67 64,55 64,67 Schweiz ... 81,08 81,24 81,08 81,24 Spanien.... 30,37 30,43 30,37 30,43 Prag....... Budapest .. 10,26 10,28 10,27 10,29 Äeugod ... 2,488 2,492 Banknoten. 2,488 2,492 Berlin, 2-September Zeld Brief Amerikanische Noten.............. 2,44 2,46 Belgische Noten.................. 41,88 42,04 Dänische Noten ................. 55,70 55,92 Englische Noten ................. 12,475 12,535 Französische Noten............... 16,325 16,385 Holländische Noten............... 168,54 169,22 Italienische Noten................ — — Norwegische Noten .............. 62,70 62,96 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten ............... — —— Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 64,33 80,90 64,59 81,22 Spanische Noten................. Ungarische Note«................ 30,04 30,16 Nr. 206 Drittes Blatt Donnerstag, Z. September 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Aus der Provinzialhauptstadt. Vom Gehorsam. Mit einem Herrn steht es gut, Der, was er befohlen, selber tut. Goethe. Wenn unsere Kinder uns nicht gehorchen so sollten wir zu allererst sehen, ob wir'es denn auch verstehen, ihnen zu gebieten, ob wir denn an uns selbst die Bedingung erfüllen, die jeder natürliche Gehorsam voraussetzt, die Bedingung nämlich, daß wir uns den Kindern gehorsamwürdig darstellen Nicht nur im Kreise der Menschen, überall in der lebendigen Natur ordnet sich das Kleinere, Schwächere, Unfähigere dem Größeren, Stärkeren, Fähigeren und darum auch das Jüngere dem Aelteren unter, wenn sich das Aeltere nur auch als das Größere, Stärkere und Fähigere darstellt. Und darin liegt wohl das ganze Geheimnis. Es sorge nur der Vater, es sorge nur die Mutter, daß sie ihrem Kinde in der Tat geistig und sittlich überlegen erscheinen, daß ihr Kind in der Tat in ihnen bessere Menschen ehren und verehren kann, dann wird das Kind von selbst in Ehrfurcht zu den Eltern aufblicken. Nicht den Worten, der Stimme folgt der wahre Gehorsam. Mache dich zur rechten Persönlichkeit und dein Kind und Zögling wird dir den rechten Gehorsam zollen. Jede Schwäche, die das Kind an seinen Erziehern gewahrt, schwächt seinen Gehorsam. Sieht es, daß du selbst nicht Herr deiner Leidenschaft bleibst, wie sollte es aus Ehrfurcht vor dir eine Kunst zu üben sich entschließen, die du selbst nicht verstehst, in der du ihm selbst nicht in Meisterschaft vorangehst. Der Zorn, selbst die Heftigkeit, in der du gebietest, kann dein Kind in Schrecken und Angst versetzen und einen augenblicklichen Gehorsam erzielen, schwächt aber die Verehrung und somit jenes von selbst und gern sich unterordnende Gefühl in der Brust deines Kindes und Zöglings, das die einzige und unersetzbare Quelle jenes Gehorsams bildet. Dafür mögen Vater und Mutter sorgen, daß das Bild, welches sie durch ihr ganzes Leben dem Gemüt ihres Kindes von ihrem geistigen und sittlichen Wesen einprägen, ein reines, ehrfurchtgebietendes sei, und das bloße Andenken an die Eltern wird das Kind bis in die tiefste Faser seines innersten Wesens beherrschen. Es ist ein ernster, großer Augenblick, in welchem der Schöpfer eine junge Menschenseele einem Vater, einer Mutter zur leiblichen, geistigen und sittlichen Pflege in die Arme legt. Es ist eine ernste, große Aufgabe, die sie zuerst an sich selber zu lösen haben. Nicht nur, weil sie diesem Kinde die Führer zu allem Guten und Wackeren werden sollen, müssen sie fortan selbst die größte Meisterschaft im Guten und Tüchtigen wünschen und sich anzueignen srkchen; nicht nur weil das Beispiel, die Tat, das Wort, die Miene den mächtigsten Eindruck auf die weiche Kinderseele übt, sondern weil der Erfolg der Erziehung überhaupt in allererster Linie durch die geistige und sittliche Vollkommenheit des Erziehers bedingt ist. Vater sein, Lehrer sein, heißt vor allen Dingen selbst in Taten und Sitten untadelig sein. Das Kind, dessen Urteil — und Kinder haben ein scharfes, unbestechliches Urteil — über Aeußerunqen, Handlungen, Benehmen ihrer Eltern und Lehrer den Stab bricht, wird Eltern und Lebrsrn fortan weniger gehorsam sein; denn mit der sittlichen Achtung vor der Persönlichkeit des Erziehers steigt und fällt der Gehorsam und die Fügsamkeit des Zöglings. F. H. Bornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Ekapade, seine offizielle Frau". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die stunde der Versuchung". Gastspiel Henny Porten im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die aus vielen Filmen bekannte und beliebte Künstlerin Henny Porten wurde von der Intendanz Berdunkelungsmaßnahmen in einzelnen Stadtteilen in Gießen. Don der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Am Mittwoch, 9. September, von 21 bis 2 2 Uhr, führt die Polizeidirektion Gießen in Zusammenarbeit mit dem Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen, Derdunkelungsmahnahmen durch. Das Verdunkelungsgebiet erstreckt sich auf folgende Straßen: Am Nahrungsberg, Bergstraße, Hessenstraße, Gutenbergstraße, ausschließlich Ludwigsplatz, Gartenstraße von der Wieseckbrücke aufwärts, Löberstraße, Bleichstraße von der Wieseckbrücke ab, Gäßchen an der Wieseck entlang zwischen Bleichstraße und Alicenstraße, Alicenstraße von Frankfurter Straße bis Ludwigstraße, Ludwig- straße bis Bahnunterführung, Gnauthstraße, Stephanstraße, Lessingstraße, Bruchstraße, Hen- selstraße, Bismarckstraße von der Wieseckbrücke bis Bahnüberführung, Keplerstraße. 3n dem Verdunkelungsgebiet werden sämtliche Straßen verdunkelt. Die Privatwohnungen, Geschäfts- und Wirtschaftslokale, sowie Büroräume sind so zu verdunkeln, daß Lichtschein von außen nicht sichtbar ist. Den Anweisungen der Polizeibeamten und Amtsträger des Reichsluftschutzbundes, die im Auftrage der Polizeidirektion handeln und zur Kenntlichmachung Uniform oder Armbinden tragen, ist unbedingt Folge zu leisten. Die Amtsträger haben sich in ihren Blocks usw. aufzuhalten und die erforderlichen Anordnungen zu treffen. Die Luftschutzhauswarte haben sich an den Eingängen zum Gehöft aufzuhalten und den die Kontrolle durchführenden Leitern Meldung über den Sachstand zu erstatten. Ls ist verboten: 1. sich an offenen Fenstern und auf Balkons zur Beobachtung der Verdunkelung aufzuhalten, 2. sich unbefugt (als Neugieriger) auf der Straße aufzuhalten oder gar zu Ansammlungen zusammenzurotten, 3. die Beleuchtung der Treppenhäuser auszuschalten. (Für hierdurch verursachte Unfälle bleiben die gesetzlichen Bestimmungen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch bestehen.) Den Kraftfahrzeugbesitzern, die gezwungen sind, in den Bereich des Verdunkelungsgebiets zu fahren, empfehlen wir, sich Abblendungsoorrichtungen für ihre Fahrzeuge zu beschaffen. Wir fordern die Bevölkerung auf, alle Der- dunkelungsmaßnahmen bis zu dem Uebungstage soweit vorzubereiten, daß alle notwendigen Arbeiten in den Wohnungen und Geschäftshäusern trotz der Verdunkelung nach außen ohne Störung durchgeführt werden können. Es muh sich jeder Volksgenosse darüber klar sein, daß ein einziger nicht verdunkelter Raum einen Anhaltspunkt für Flugzeugführer bildet und somit eine ganze Stadt dem Luftangriff preisgeben kann. Diejenigen, die bis heute noch nicht die Notwendigkeit des zivilen Luftschutzes erkannt haben und dem Luftschutzgedanken fernstehen, geben wir zur Kenntnis, daß nach § 2 des Reichsluftschutzgesetzes jeder Deutsche luftschuhpflichtig ist und wir gegen alle Personen, die das Vorhaben durch Nichtbefolgen der Anordnungen schädigen, von dem Gesetze Gebrauch machen werden. Wir erwarten von der gesamten Bevölkerung, daß alle Anordnungen aufs genaueste befolgt werden. Nähere Auskunft über die Verdunkelungsmöglichkeiten erteilt die Polizeidirektion, Abt. Luftschutz, Landgraf-Philipp-Platz, und die Geschäftsstelle des Reichsluftschutzbundes, Ortsgruppe Gießen, Lindenplatz 1. zu einem nochmaligen Gastspiel nach Gießen ein- gelaüen. Das ausverkaufte Haus im Januar dieses Jahres bewies, daß die Künstlerin auch in Gießen eine große Gemeinde treuer Freunde und Anhänger besitzt. Die vielen enttäuschten Gesichter all derer, die seinerzeit keine Karte mehr erhalten konnten, und nicht minder die im Laufe des Sommers oft an uns herangetragene Bitte der Wiederholung dieses erlebnisstarken Gastspiels gaben der Theaterleitung Veranlassung, Frau Porten zu einem zweiten Gastspiel einzuladen. Henny Porten wird nun am morgigen Freitag in einer Aufführung des Schauspiels „Maria Garlund" von Zdenko von Kraft die gleichnamige Titelrolle spielen. Henny Porten im Mittelpunkt, um sie herum ein Ensemble unter der Spielleitung von Carl Klubertanz, das verspricht einen eindrucksstarken Theaterabend. Dauer der Vorstellung von 20 bis 22.15 Uhr. (Siehe heutige Anzeige.) „Allendorf (Lumda) über Gießen.^ Im Gießener Anzeiger Nr. 193 vom 19. August brachten wir eine Mitteilung der Reichspost unter der Ueberschrift „Genaue Briefanschriften" zum Abdruck. Darin war u. a. von der Reichspost angegeben worden, daß zweckmäßioerweise bei Sendungen nach Landorten die Zustell- oder Leitpostanstalt angegeben werde, z. B. Allendorf über Gießen. Ein Leser unseres Blattes, der an dem Orte Allendorf besonders interessiert ist, machte in einer Zuschrift an uns mit Recht dar- auf aufmerksam, daß die von der Reichspost empfohlene Aufschrift „Allendorf über Gießen" Irrläufer in der Zustellung zur Folge haben könnte, weil wir ja bekanntlich im Kreise Gießen zwei Orte Allendorf haben. Der Einsender machte den Vorschlag, eine eindeutige Ortsbezeichnung zu bestimmen. Wir gaben diese Zuschrift an die Reichs- oostdirektion Frankfurt a. M. weiter und betonten befürwortend, daß der Vorschlag sachlich vollkommen begründet sei. Nunmehr teilt uns die Reichspostdirektion Frankfurt a. M. erfreulicherweise mit, daß sie der Anregung Folge gegeben hat. Die Reichspostdirektion bemerkt in dem Schreiben an uns weiter: Die Poststelle führt künftig die Bezeichnung „Allendorf (Lumda) über Gieße n". Sonderpostwertzeichen für den Reichsparteitag 1936. Aus Anlaß des Reichsparteitages 1936 gibt die Deutsche Reichspost in beschränkter Auflage zwei Sondermarken zu 6 und 12 Rpf. mit demselben Markenbild heraus. Die Marken sind in Rastertiefdruck und in ähnlichen Farben wie die gewöhnlichen Freimarken hergestellt. Der Verkauf der Marken, die auch im Verkehr mit dem Ausland verwendet werden können, beginnt bei allen Postanstalten am 3. September. * ** Eine diebische El st er. Ein Leser unseres Blattes, der auf dem Landgraf-Philipp-Platz wohnt, berichtet uns folgenden interessanten Vorgang: In einer Wohnung am Landgraf-Philipp- Platz ereignete es sich, daß eine Elster, welche seit Tagen durch Füttern auf der Fensterbank heimisch geworden war, gestern ins Zimmer flog, wo auf dem Tisch neben einer Armbanduhr Gebäck stand. Die hinzukommende Hausfrau konnte gerade noch feststellen, daß die Elster mit der Armbanduhr verschwinden wollte, jedoch gegen einen verschlossenen Fensterflügel flog, die Uhr durch den Anprall auf das Fensterbrett verlor und dann schnell durch ein offenes Fenster verschwand. Eine Warnung für alle, die Ringe und andere Kostbarkeiten offen in der Nähe eines Fensters liegen lassen. An alle Arbeitgeber! B e r H n, 2. Sept (DNB.) Von der Reichsführung SS. wird mitgeteill: Zum erstenmal übernimmt auf dem Reichsparleitag 1936 die Schuhstaffel der NSDAP, den gesamten Ab- sperr- und Sicherheitsdienst. Die übrigen Verbände der NSDAP, werden dadurch entlastet. Während die Deutsche Arbeitsfront die Arbeitgeber gebeten hat, Arbeitnehmer, die am Reichsparteitag 1936 teilnehmen, für die Zeit vom 6. bis 15. September zu beurlauben, bittet nunmehr der Reichsführer SS. die deutschen Arbeitgeber, die für die Absperrung in Nürnberg angesehten Angehörigen der Schutzstaffeln der NSDAP, für die Zeit vom 6. bis 15. September von der Arbeit freizustellen, da sie rechtzeitig vor Beginn des Reichsparteitages in Nürnberg eintreffen müssen und erst nach Abschluß des Reichsparleitages in Sammeltransporten wieder heimbefördert werden können. Schöffengericht Gießen. Wegen fahrlässiger Tötung wurde der 31jährige F. H. aus Vilbel unter Annahme mildernder Umstände zu drei Monaten Gefängnis und zur Kostentragung verurteilt. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte im Februar 1935 mit seinem Personenkraftwagen die Straße Frankfurt—Vilbel mit erheblicher Geschwindigkeit und unter Außerachtlassung der erforderlichen Sorgfalt befahren hat. Ihm entgegen kam ein Lastkraftwagen, beide Wagen hatten abgeblendet. Der Angeklagte fuhr mit seinem Wagen einen Radfahrer an, der so schwer verletzt wurde, daß er in der darauffolgenden Nacht im Vilbeler Krankenhaus verstarb. Strafmildernd wurde von dem Gericht berücksichtigt, daß der Radfahrer den Rückstrahler nicht an der vorgeschriebenen Stelle, sondern zwischen den Federn seines Fahrradsattels angebracht hatte, den, so unterstellte das Gericht, der Angeklagte nicht sehen konnte, da die von dem Verunglückten getragene Windjacke den Rückstrahler verdeckt hatte. Rundfunkprogramm. Freilag, 4. September. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik für Violoncello und Klavier. 9: Flaggenparade und Morgenmusik der deutschen Kriegsmarine. 9.45: Hausfrau, hör zu! 10: Nachrichten. 10.30: Schulfunk. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Hörer, schaltet euch ein, jetzt startet Frankfurt a. M.! 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Hörer, schaltet euch ein, jetzt startet Frankfurt a. M.! 14: Nachrichten. 14.10: Aus Tonfilm und Operette. 15: Volk und Wirtschaft. Alles in vl^-Format! Rationalisierung am rechten Platz. 15.15: Tausend Jahre Waldkirch. Ausschnitte aus der Tausendjahrfeier der Stadt Waldkirch im Breisgau. 15.30: Jung- mädel singen in der Funkausstellung. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Arbeiter fahren ins Hochgebirge! Eine Hörfolge mit KdF. 18: Musik zum Feierabend. 19: Zum Gedächtnis von Edvard Grieg. 19.45: Nürn- ten, sondern an der G e s i n n u n g und an der L e i st u n g, die es im Interesse dieser Gesinnung darstellt. . v Der Kreis des Schrifttums, in dem mir den Wortschaft des Nationalsozialismus suchen und finden werden, ist das p o l i t i s ch e Schrifttum. Dieses mußte eine besondere Betreuung durch die NSDAP, erhalten, die Parteiamtliche Prüfungskommission zum Schutze des NS.-Schrifttums übernahm sie. Ueber diese Arbeit schrieb Reichsamtsleiter K. Hederich: „Zunächst galt es, die Maßnahmen zu treffen, die literarischen Angriffe — Mißdeutun- gen und Verfälschungen aller Art — abzufangen und unschädlich zu machen und zu verhindern, daß sich Schmarotzer und unsaubere Gewinnler auf dem Wege über das Schrifttum in der Gefolgschaft der revolutionären Erhebung einnisteten. Die Tätigkeit der Parteiamtlichen Prüfungskommission galt vorwiegend dieser Aufgabe. Aber aus der rem abwehrenden Tätigkeit, die mit Hilfe eines besonderen Vermerks, der den anzuerkennenden Büchern gegeben wurde, entwickelten sich rasch die Grundsätze einer umfassenden Schrifttumspolitik im Einklang mit den übrigen Stellen des Staates und der Partei. Der Unbedenklichkeitsvermerk hat nur die eine Aufgabe, Mittel zu sein in der Wah- rung des Rechtes der Partei, selbst darüber zu be- stimmen, was sich mit Recht oder Unrecht auf das Wollen des Nationalsozialismus bezieht. Unsere Erwartungen gegenüber dem nicht ausge- sprochen politischen Schrifttum gehen sehr weit und über das, was geleistet wird, oftmals hinaus. Die Weltanschauung muß nach ihrer grundlegenden Verkündung nicht mehr nur in allgemeinen und unverbindlichen Formulierungen gezeigt werden, die schon so und so oft geschrieben und gesprochen worden sind. Die Anwendung der Welt- a n s ch a u u n g in der Lebensarbeit des einzelnen, im Beruf, in den Einzelfragen, muß jetzt dargelegt werden. Hier helfen nicht mehr allgemeine Formulierungen wie „Gemeinnutz geht vor Eigennutz . Ein Schrifttum wird notwendig, das sachkundig in die Einzelheiten führt. Dafür wird der Appell an die entscheidenden Grundwerte des Nationalsozialismus, die klar und einfach sind, wieder um so eindringlicher sein, wenn sie seltener und nur von wirklich berufenen Kündern unserer Weltanschauung ausgesprochen werden. Der Kämpfer und Künder muß auch Könner sein, wenn er an einem Schrift- tum mitschaffen will, das aufrüttelt und überzeugt. Kampf der Verflachung, das ist die zweite Aufgabe des Schrifttums an sich selbst. Das Fachschrifttum ist bereits im wesentlichen diesen Forderungen gefolgt, während für weite Gebiete des wissenschaftlichen Schrifttums das gleiche noch nicht gilt. Täuichen wir uns darüber Aattonalsozialistische Forderungen an das Schrifttum. Äon Hellmuth Merzdorf. Die Forderungen des Nationalsozialismus an das Schrifttum finden keineswegs ihren Ausdruck in Verordnungen und Gesetzen, denn derNatiio nalsozialismus ist zuletzt nicht autoritär und obrigkeitsstaatlich, sondern sein einziges tft es, den Weg ürdie schöpferischen Kraste des deutschen Volkes zu bahnen, ste hervorzu. locken sie zu entfalten und das zu befeit-gen, was ihnen hindernd im Wege steht. Dabei . es am besten, wenn di- künstlerischen Kraste elbst aus eiaener Kraft schaffen, wenn dre Wlssenjchasuer ihre Lehre und Forschung in g-genMger Krckik ausbauen. Die Betreuung richtet s ch idann nur , die Kräfte die noch iung oder sorderungswuroig und förderungsbedürftig Wenn es sein dazu' es mögen alle Handschriften ers o! P. nrethen ehe sie zur ^^legung fommen fo widersprech^ wir diesem „autoritären Verantwortung Schriftstellern und Verlegern die Verantwortung nimmt. Der Sprung in s 9 Anstren- Schriftsteller und Verleger wagen, reizt zur zi I gung der Kräfte zur L« Ws letztlich als Wegbahner, sei es «ls Forscher,^ a^ $ sein neuer Ideen nut s^nem Rf, w s&XT Werk nicht die Verantwortung^ mit seinem verlangen aber auch, daß de cy p unb barum ganzen Sein hinter seinem W \ Me richtet sich .unsere Drage a j Gesinnung? hielt es dein Schöpfer mit oem ben Steht er ganz dahinter °d 9^ bafi) für dies Landsknechten der Gefinnu g, Äonjunftur und und bald für das kämpfen, je nacy " politischem Barometer? .fd)äuung eines Buches So richtet sich unsere We tsch % $9^.,unserer nicht danach, wie oft darin Gegenteil: Weltanschauung vorkommen, s ! ^e, Schicksale Stellt ein Buch bestimmte Aden 9 des Ratio- oder Probleme unter den G l mjt allgemeinen nalsozialismus, so kann es in bis- Ausführungen aufhalten, w * e5 wirkliche her unbekannte ^fc^mnrfmhmung sein, so muß Schöpfung und nicht bloß N ch^h künstlerische es seinen sachgemäßen Au..^3, begriffliches Er- Kraft oder sein wissenschaf cy Schrifttum, das gebnis finden. Wir erkennen das v-Y^^ unseren Erwartungen entspricht, nicht, daß das scharfe Tempo, das die nationalsozialistische Bewegung in der neuen Ausrichtung der Wissenschaft angeschlagen hat, durchgehalten werden muß und nicht nachlassen darf. Die Lage in den einzelnen wissenschaftlichen Ge- bieten ist verschieden. Am klarsten ist die Erneuerung und am erfolgreichsten auf dem Gebiet der Geschichtswissenschaft. Walter Frank hat in dem Heft „Kämpfende Wissenschaft" die Aufgaben und die Wesenszüge der nationalsozialistischen Geschichtsschreibung aufgezeigt. Demgemäß hat er an größeren Werken folgende geschrieben: „Nationalsozialismus und Demokratie im Frankreich der Dritten Republik", „Adolf Stöcker, eine nationale Bewegung" und „Franz Ritter von Epp". Zur Generation der jungen Historiker gehören weiter Männer wie Ganzer, Bogner, Botzen- hardt, Grau. Frank und seine Mitarbeiter am Reichsinstitut für die neuere Geschichte Deutschlands beweisen, daß weltanschauliche Gebundenheit und das Forschen nach der geschichtlichen Wahrheit einander nicht ausschliehen, sondern zusammengehören. Auf dem Gebiet der Rassen künde hat unser Schrifttum in Hans F. K. G ü n t h e r schon immer einen bewährten Führer gehabt. Seine „Kleine Rassenkunde des deutschen Volkes", „Die Rassenkunde des deutschen Volkes" und die anderen berühmten Werke sind Kernstücke des Rasseschrift- tums geworden. Zu den führenden Schriftstellern des Gebietes zählen wir weiter Dr. Walter Groh, Stämmler, Burgdörfer, Gütt, Ruttke, B. K. Schultz, Graf. Rubin, Frercks und Lenz. Sie entsprechen der Grund- sorderung, die Dr. Groß in seiner Schrift „Rassenpolitische Erziehung" aufgestellt hatte, sich nicht in Einzeluntersuchunqen und Theorien zu verlieren, sondern in allen Einzelfragen den weltanschaulichen Inhalt des Rassegedankens herauszustellen. Beson- ders forderte Dr. Groß, daß die Ergebnisse der Rassenkunde auf die besonderen Lebensgebiete angewendet würden und mit den blutsmäßigen Grundlagen unserer Weltanschauung durchdrungen wurden. Dem schöngeistigen Schrifttum, msbe- sondere den Romanschriftstellern, erwachst eine besondere Aufgabe in der Uebersetzung des nationalsozialistischen Gedankengutes in die künstlerische Form und Gestalt. Weltanschauliche Lehrgespräche gehören nicht in den Roman; hier erwartet der Leser Spannung, Geschehen, Schicksale. Die weltanschauliche Haltung kommt 3um Ausdruck in der Erfassung und Gestaltung der Gesetze, die oft unsichtbar, aber dennoch wirklich und wesentlich das Geschehen bestimmen! Die Gesinnung darf nicht nüchtern wiedergegeben werden, sondern sie muß aus den Taten sprechen. Das Gemüt soll ange- sprochen, angepackt und ergriffen werden. Die Tendenz darf nicht deutlich sichtbar erscheinen, sondern sie muß sich indirekt aus den Menschen und ihren Kämpfen ergeben. Die weltanschaulichen Fragen dürfen nicht erklärt oder diskutiert werden, nein, die Repräsentanten der Weltanschauung, die Kämpfer der Ideen müssen durch ihre Leben aussprechen, wes Geistes Kind sie sind. Nicht Belehrung, sondern wirklich große G e st a l t u n g ist die Forderung an das schöngeistige Schrifttum. Von der inneren Bindung der Dichtung sagte Hans Hagemeyer: „Schrifttum und Dichtung haben genau so einen Wachtumsvoraang aufzuweisen, wie die Volksgemeinschaft, die Gemeinschaft, aus der der Verfasser oder Dichter sich entwickelte. Es ist diesem Schrifttum daher auch eigen, daß es, ob es will oder nicht, diese Gemeinschaft wieder anruft, aus der es feine Berufung erhalten hat. Und es ist für uns, für eine politische Hoch-Zeit besonders interessant und wichtig, das Schrifttum zu erkennen und herauszustellen, das die stärksten aktivsten Seiten einer solchen biologischen Gemeinschaft, sagen wir Volk, anzurufen vermag." Wenn der Nationalsozialismus in dieser Weiss an das Schrifttum feine Forderungen stellt, dann erkennen wir daraus auch die Wichtigkeit dieses Schrifttums. Es ist Herzstück der nationalsozialistischen Gestaltung. Wenn neue Generationen auf deutschem Boden leben werden, wenn künftige Zeiten die politische Gestaltung neu geformt haben werden, dann wird der Geist des Nationalsozialismus jederzeit in voller Reinheit und Frische aus den Büchern unserer Tage erkannt werden. Man wird sich auf diese Bücher beziehen und sagen: „Was haben die ersten Nationalsozialisten gesagt? Wie ist es richtig?" Um deswillen die Härte unserer Forderungen, um deswillen jene rastlose Selbsterziehungsarbeit, im Dienste des ewigen Deutschland. Zeitschristen. — Langenscheidts English Monthly Magazine bringt im Septemberhest u. a. einen interessanten Aufsatz über die stillen Helden der Oelfelder, die es übernehmen, ausbrechende Brände mit Hilfe von Nitro-Glyzerin zu ersticken, gefahrvolle Aufgaben, die viele Opfer erfordern. Ein weiterer Aufsatz behandelt Texas, den südlichsten Staat der USA., der an Bodenfläche so groß ist, daß er die gesamte Bevölkerung der USA. aufnehmen könnte und dann doch nicht stärker bevölkert wäre als der Staat Massachusetts. Eine Sbort-Story, reichlich Humoristisches, dazu Busineß-English und andere kurze Artikel vervollständigen den Inhalt dieser Nummer. I Weise ehren- mit der Gedankengänge Buchheims in keiner herab. 3m Herbst 1867 erhielt Buchheim den zuführen, was von den Krankenkassen ans Ersparnisgründen teilweise unterstützt wird, und Vorstellungen des Landesmännervereins darüber veranlaßten den Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — zu einer Verfügung an die Kreisämter, Bürgermeistereien und die Landesversicherungsanstalt, nach der die Krankenkassen nachdrücklich darauf hinzuweisen sind, bei Krankentransporten in der Regel das Rote Kreuz in Anspruch zu nehmen. Der diesjährige Kolonnentag findet am 17. und 18. Oktober in Worms statt. Der Landesrat des Alice-Frauen- Vereins tagte unter dem Vorsitz der e h e m a l. Großherzogin von Hessen. Der Sitzung wohnte Frau von Knesebeck, die Stellver- treterin der Reichsfrauenführerin, bei. Ministerial- direktor a. D. Dr. Kratz sprach über Aufgaben, Verfassung und Ausbau des Alice-Frauenvereins. wichtig für die Frauenvereine des Deutschen Roten Kreuzes ist die Bestimmung, daß als weibliche Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuzes im Alter von 18 bis 21 Jahren in Zukunft nur noch Mitglieder des BDRl. ausgebildet und verpflichtet werden dürfen. Frau Oberin von Pflugk berichtete, daß der große Neubau des Alice-Hofpitals in DarmstcM im Oktober in Betrieb genommen wird. Großflugzeug »Hindenburg- wieder in Frankfurt am Main. 258rnal im Wasserrettungsdienst. Bestrebungen der । Mam eu Autodroschkenbesitzer, mehr Krankentransporte aus-1 Rückflug. Ser Abschluß der Physiologen-Tagung. Oer dritte Tag der Tagung der Deutschen physiologischen Gesellschast. Pharmakologen-Tagung in Gießen 13. Tagung der Deutschen pharmakologischen Gesellschast. Oie Rote-KreuzArbeit in Hessen. Oie HZ. stellt den gesamten Nachwuchs. - 400 Jungen und 1000 Mädchen angefordert. - Krankentransporte in der Regel durch das Rote Kreuz. Lpd. Frankfurt a. M., 2. Sept. Das große deutsche Landflugzeug, die viermotorige G 34 „G e - neralfel d rna r schall von Hindenburg" verkehrt neuerdings wieder planmäßig zwischen Frankfurt a. M. und Berlin. Es trifft um 14.30 Uhr auf dem Flughafen Rhein- Main ein und startet bereits um 15.50 Uhr zum begnügen mußte, offenbar well äußere Verhält- nisse, wie der Krieg 1870/71, die Erfüllung seines Wunsches unmöglich machten. Als im Jahre 1877 das neue Kolleoienhaus in der Ludwigstraße bezogen wurde, sollte auch das Pharmakologische Institut in dessen Räumen einen gebührenden Platz finden. Der Einrichtung dieses neuen Instituts widmete er sich mit seiner ganzen Tatkraft, doch sollte er den Einzug in das Institut nicht mehr erleben. Die im Verhältnis zu Dorpat ungünstigen Arbeitsbedingungen führten dazu, daß in den Jahren seiner Gießener Tätigkeit die experimentelle Arbeit Buchheims gegenüber der literarischen in den Hintergrund trat. Auch war das Interesse der Studierenden der Medizin und der Aerzte für Arzneimittellehre und Pharmakologie kein allzu großes, und so konnte er nur verhältnismäßig wenige Doktoranden für experimentelles Arbeiten gewinnen. Im Vordergrund seiner Tätigkeit stand die Bearbeitung der dritten Auflage seines Lehrbuches über Arzneimittellehre, in welchem die neuerworbenen Kenntnisse der beiden letzten Jahrzehnte verarbeitet und Pläne und Entwürfe für weitere Unterfuchungen ausgearbeitet wurden. Bei feiner Berufung hatte er sich bereiterklärt, auch den Unterricht und die Prüfung der Pharmazeuten mit zu übernehmen, und so mußte er sich auch mit dieser Disziplin befassen, der er bald lebhaftes Interesse abgeroann. Im Sommer 1879 erlitt er einen Schlaganfall, der zu einer rechtsseitigen Lähmung und zum Verlust der Sprache führte. Sein Zustand besserte sich zwar im Laufe der nächsten Wochen, aber an eine vollständige Wiederherstellung war nicht zu denken. In den Weihnachstagen des gleichen Jahres erlöste ihn ein zweiter Schlaganfall. Die Bedeutung Buchheims liegt in erster Linie darin, daß er mit den mystischen und vagen Vorstellungen, die bisher die Arzneimittellehre beherrscht hatten, aufräumte und die Pharmakologie zu einer Experimentalwiffenschaft mit gesichertem Fundament entwickelte. Die Erfolge der zahlreichen Arbeiten, die er in Dorpat, wie in Gießen teils selbst ausführte, teils unter feiner Leitung entstehen sah, legten beredtes Zeugnis darüber ab, wie vielseitig und mit welch scharfer Kritik Buchheim große Teile des Gebietes der Pharmakologie durckforfcht hat. Sein Hauptverdienft aber ist zweifellos die Begründung eines natürlichen Systems der Arzneimittel, denn damit ist erst die Möglichkeit gegeben worden, das gesamte Material der Pharmakologie in klarer Form zu ordnen und zu sichten. Dieses Verdienst ist es auch, das uns heute noch zu Buch- heim als dem Begründer der modernen experimentellen Pharmakologie auftchauen läßt. LPD. Darmstadt, 2. Sept. Der Landesverband Hessen des Roten Kreuzes hielt im ehemaligen Landtagsgebäude unter dem Vorsitz von Staatsrat Reiner seine Iahresschlußsitzung ab, in deren Verlauf sich das fegensreiche Wirken des Roten Kreuzes auch in einigen Zahlen kundtat, die für die Allgemeinheit von Bedeutung find. Aus dem Geschäftsbericht von Polizeioberft a. D. Schröder ergab sich, daß der Reichsstatthalter in Hessen unter dem 8. Februar eine Verfügung an die Kreisämter erließ, in der er den Gemeinden eine geldliche und moralische Unterstützung des Roten Kreuzes empfahl. Vom Alice-Frauenverein fanden in 61 Orten Prüfungen und Verpflichtungen statt, wobei 730 Helferinnen und Samariterinnen vereidigt wurden. Rach einer Vereinbarung zwischen dem Roten kreuz und der Reichsjugendführung wird in Zukunft der gesamte Rachwuchs ausschließlich durch die Hitler-Jugend sichergestellt. Der Landesverband Hessen hat für dieses Jahr 400 Jungen und 1000 Rlädchen angefordert. 3n der Sitzung des Landes-Männervereins wurde mitgeteilt, baß sich die Mitglieder- zahl der Männervereine vermehrt hat. Der Per- fonenftanD der Mitglieder belief sich bei den Sani- tätskolonnen Ende März auf 4726 aktive und 505 passive Mitglieder, in den 31 Ortsvereinen auf 2312 Mitglieder und in den Kreismännervereinen ohne Einteilung 'm Ortsvereine auf 5632 Mitglieder. Von Anfang April 1935 bis Ende März 1936 wurden insgesamt 48 317 Hilfeleistungen gewährt. Die Transportmittel wurden 24 804mcll in Anspruch genommen, davon 4636rnal im Straßenhilfsdienst, am Schilükrötenherzen. Dr. Müller (Münster) zeigte Zusammenhänge zwischen der Herzarbeit und dem Herzoolumen. Wie wunderbar der Körper durch seine in ihm selbst entstehenden Wirkstoffe die Blutverteilung zu ändern und den verschiedensten Bedürfnissen anzupassen vermag, zeigten die Ausführungen von Dozent Schneider (Götttngen). Dr. G e r st n e r (Leipzig) sprach zur Frage der Blutdruckssteigerung durch Starkstrom. Unter den Vorweisungen fand sich ein Lehrmodell von Dr. Müller (Münster), um die gesunden, sowohl wie kranken Verhältnisse bei der Herztätigkeit und im Kreislauf anschaulich zu machen. Dr. B r ü n e r (Bad-Nauheim) zeigte seine neue elek- ttische Methode der fortlaufenden Aufzeichnung des Pulses und Blutdrucks. Den ganzen Nachmittag über liefen ferner eine Reihe von Filmen der Reichsstelle für den Unterrichtsfilm. Sie zeigten, wie ausgezeichnet der Film geeignet ist, eine wertvolle Ergänzung des Unterrichts zu bilden und zwar auf allen Gebieten, fei es der Biologie, der Technik, der Geschichte oder anderer Wissenschaften. Das Staatsbad Bad-Nauheim hatte in freundlicher Weife am Nachmittag alle Damen zu einem Kaffee auf dem Johannisberg eingeladen. Nach Schluß des letzten Vortrages und Beendigung der Tagung wurde noch eingehend das Balneologifche Institut der Universität Gießen, dessen Direktor Prof. Weber (Gießen) ist, mit feinen ausgezeichneten Forschungseinrichtungen besichtigt. Der Abend versammelte noch einmal alle Teilnehmer zu einem gemeinsamen Essen im Kurhaus mit einem anschließenden kleinen Sommerfest, das den ftöhlichen Ausklang der wissenschaftlich erfolgreichen und durch mannigfache persönliche Aussprachen ftuchtbaren Arbeitstagung bildete. eine Eingabe der Gemeinde Steinbach dem Pfarrer als Pflicht auferlegt wurde. Die Gemeindekasse hatte dafür dem jeweiligen Pfarrer 1,14 Mark zu zahlen. Sett der Ablösung der Stolgebühren und Akzi- dentten durch Kirchengesetz vom 29. 6. 1891 hat die Gemeindekasse den Bettag für die Kirchweihpredigt an den Pfarrbesoldungsfonds zu zahlen, dessen Erträgnisse an die Landestirchenkasse in Darmstadt abgeliefert werden. Der jeweilige Pfarrer erhält also seit 1891 den Riesenbetrag von 1,14 Mark nicht mehr. Diese Tatsache und die rechtliche Verpflichtung der Gemeinde zur Zahlung der Gebühr muß immer wieder klargestellt werden, damit kein unnötiger Neid entsteht. Das obenerwähnte Kirchengesetz von 1891 war eine soziale Tat, denn die Stolgebühren waren eine Belastung für die ärmeren Gemeindeglieder und eine Quelle des Aergers für Pfarrer und Gemeindeglieder. Noch heute werden in anderen Landeskirchen diese Stolgebühren erhoben. In Hessen sind seit 1891 alle Amtshandlungen gebührenfrei, und dem Pfarrer ist es sogar verboten, für kirchliche Amtshandlungen Geschenke anzunehmen. Die in besonderen Fällen erhobenen Gebühren fließen unter keinen Umständen in die Tasche des Geistlichen. 8 Langs-Göns, 2. Sept. Die gesamte Frucht ist nun eingefahren worden. Die kleinen Landwirte haben im Felde alles gedroschen, und nun fahren die Dreschmaschinen — zur Zeit sind drei in unserm Dorf, eine vierte kommt in diesen Tagen — von Hof zu Hof. Die Grummeternte ist in vollem Gange. In hiesiger Gemarkung wurde selten so viel Grummet geerntet, wie in diesem Jahre. * Lang-Göns, 2. Sept. Die Zahl der Geburten im Jahre 1935 war für unser Dorf beschämend klein, nur 24 Kinder wurden geboren. 1936 scheint es besser werden zu wollen. In dem ersten Halbjahr sind bereits 18 Geburten standesamtlich eingetragen worden (Sterbefälle bis dahin 9). Dadurch konnte man in unserer Gemeinde heuer eine geschichtlich denkwürdige Tatsache feststellen: Die Zahl der Einwohner überstieg 2000. nachdem schon während langer Jahre die Grenze nahezu erreicht worden war. △ Lang-Göns, 2. Sept. Am letzten Sonntag verließen uns die 25 Arbeitsmänner des Arbeitsdienstlagers Biedenkopf, um in das Lager zurückzukehren. Während mehrerer Wochen hatten die Arbeitsmänner den Bauern bei der schwierigen Erntearbeit geholfen. Am Abend vorher fand eine schlichte Abschiedsfeier statt, bei der ihnen noch einmal der Dank für ihren Einsatz ausgesprochen wurde. Allgemein sah man die Arbeitsmänner nur mit Bedauern scheiden. wg. Großen-Buseck, 3. Sept. Die Getreide- und die Grummeternte ist unter Dach gebracht. Die Dreschmaschine fährt von Haus zu Haus. Der Körnerertrag entspricht einer Mittelernte; Stroh ist außerordentlich reichlich angefal- Oberhessen. TödlicherVerlehrsunsallbeiReiskirchen <£ Reiskirchen (Kreis Gießen), 3. Sept. Auf der Landsttaße zwischen Lindenstruth und Reiskirchen ereignete sich am gestrigen Mittwoch gegen 17 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Dort befand sich der Motorradfahrer Otto Zula u f aus Kestrich bei Groß-Felda (Kreis Alsfeld) auf der Fahrt nach Gießen, wobei er die 22 Jahre alte Erna Möller aus Velbert (Rheinland) auf dem Soziussitz mitnahm, die in Kestrich zu Besuch weilte. Kurz hinter Lindenstruth platzte während der Fahrt plötzlich der Reifen des Hinterrads, fo daß die Maschine mit einem heftigen Ruck zum Stehen kam, durch den das bedauernswerte Mädchen auf die Landstraße geschleudert wurde und dabei so unglücklich fiel, daß es auf der Stelle tot war. Der Motorradfahrer kam mit dem Schrecken davon. Zusammenstoß zwischen Auto und Grummeltvagen. * Lich, 3. Sept. Am gestrigen Mittwochabend gegen 21 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Lich—Eberstadt, an der Stelle, wo die Landstraße in den Klosterwald eintritt, ein Zusammenstoß zwischen einem Personenkraftwagen und einem Grummetfuhrwerk. Der Wagen mit Grummetgras befand sich auf der Fahrt in Richtung Eberstadt. Hinter ihm fuhr in der gleichen Richtung der Personenkraftwagen aus Lich, der von dem Autoführer R a n f von Lich gelenkt wurde und in dem als Beifahrer ein Mann namens Bender aus Lich faß. Der Autofahrer bemerkte einen aus der entgegengesetzten Richtung kommenden Motorradfahrer, auf den er fein ganzes Augenmerk lenkte und dem er scharf nach rechts aüswich, so daß die beiden Kraftfahrzeuge ordnungsgemäß aneinander vorüberkamen. In diesem Augenblick bemerkte der Autofahrer unmittelbar vor sich den Grummetwagen. Sofort strebte er danach, an dem dicht vor ihm fahrenden Wagen vorbeizukommen, jedoch blieb er trotz scharfen Ausweichens beim Ueberholen m i t D e r einen Wagenseite an dem Fahrzeug hängen, so daß der Kraftwagen ins Schleudern geriet, zur Seite stürzte, sich mehrmals überschlug und die beiden Insassen etwa 30 Meter weit seitlich der Straße geschleudert wurden. Dabei erlitt der Mitfahrer Bender Verletzungen am Kopf und am Knie, während der Autofahrer Ranft anscheinend zunächst ohne Schaden davongekommen war, jedoch seit heute früh über Schmerzen in der Brust klagt und sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Gchulgesechlsschießen zwischen Laubach und Grünberg. * Laubach, 3. Sept. Das K r e t s a m t Schotten gibt folgendes bekannt: Das Ergänzungsbataillon 53 Gießen hält am 22., 23. und 24. September 1936 von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr täglich im Raume Laubach — Georgen-Hammer bei Lauter — Höhe 312 bei Grünberg — Weickartshain Schulgefechtsfcbießen ab. Das im Kreise Schotten liegende gefähroete Gebiet wird für die Dauer der Schießübungen durch die Truppen gesperrt. Den Anordnungen der Absperrmannschaften ist unbedingt Folge zu leisten. Die Absperrposten haben die Rechte und Pflichten von Wachtposten. Landkreis Gießen. 5 Steinbach, 3. Sept. Das hiesige Kirchweihfest findet nunmehr doch, wie feit dem Kirchweihfeste 1848, am 3. September die neue Kirche eingeweiht wurde, am 6. September, d. h. am ersten Sonntage im September, statt. In dem Kirchweihgottesdienst hält der Pfarrer die Kirchweihpredigt, die vor mehr als 80 Jahren auf vollen Ruf nach Gießen, das als hessische San- desunioersität zu dieser Zeit, in der kurz vorher Liebig hier gewirkt hatte, in voller Blüte stand. Einen gleichzeittg an ihn ergangenen Ruf an die Universität Bonn lehnte er ab. Durch Dekret vom 26. Oktober 1867 wurde Buchheim zum ordentlichen Professor in der Medizinischen Fakultät, insbesondere der Pharmakologie,' in Gießen ernannt. Der Grund, der Buchheim veranlaßte, Gießen vor Bonn den Vorzug zu geben, war der, daß bei den damaligen politischen Verhältnissen an die Errichtung eines Pharmakologischen Instituts in Bonn nicht zu denken war, während in Gießen günstige Aussichten bestanden. In Preußen war damals gerade die Arzneimittellehre in der ärztlichen Prüfung ab gefügt, während sie in Hessen beibehalten war, ein Zeichen der weitblickenden Fürsorge der »en Regierung. Im September 1867 siedelte »im nach Gießen über. Ein eigentliches Pharmakologisches Institut stand ihm allerdings hier nicht zur Verfügung, indessen wurden ihm ausreichende Mittel für pharmakologische Zwecke bewilligt, unb so konnte er sich, ähnlich wie in Dornachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Wehrmacht-Konzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Wehrmacht-Konzert. 14: Nachrichten. 14.10: „Hinein ins Vergnügen!" 15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.15: Wir laden ein groß und klein! Das große Preisrätsel der Hitler-Jugend auf der Rundfunkausstellung 1936: „Wir fahren durch Deutschland". 15.55: Der Ruf der Jugend. 16: Froher Funk für alt und jung. Ein großes buntes Konzert. 18: Militärkonzert. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.45: Nürnberg-Echo des Reichsparteitages 1936. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Sportbericht. 22.30: ... und morgen ist Sonntag! 24 bis 2: Funkraketen um Mitternacht. Ab gefeuert von Helmut Andreae. Am Mittwoch fand die Arbeitstagung der Deutschen Physiologischen Gesellschaft ihren Abschluß. Dieser letzte Tag war dabei gleichzeittg, in Form gemeinsamer Sitzungen, der erste Tag der beginnenden Tagung der Deutschen Pharmakologischen Gesellschast. Den Gegenstand sämtticher Vorträge und Vorweisungen bildete bas heute besonders reich bearbeitete Gebiet .Kreislauf". Gastgeber dieses Tages war das gerade an den modernen Kreislaufforschungen hervorragend beteiligte Kerckhoff- Institut in Bad-Nauheim. Nachdem der Leiter des Institutes, Prof. Koch, die zum großen Teil am frühen Morgen aus Gießen fjerubergefommenen Tagungsteilnehmer herzlich begrüßt hatte, begann die Reihe der Vorttäge mit einem längeren Bericht von Prof. Loefer (Freiburg) über die mannig- achen Beziehungen zwischen der Schilddrüse und )er Hypophyse. Prof. Rein (Götttngen) wies aus einen langjährigen Versuchen die enge Koppelung zwischen Kreislauf- und Stoffwechfelsteuerung nach. Physikalische Messungsverfahren zur Bestimmung des Herzschlagvolumens und des Blutdruckes am Menschen behandelte Prof. B r o e m f e r (München), lieber die in den Zentren unseres vegetativen Nervensystems dauernd herrschende Erregungslage und über ihre Reizzustände berichtete Prof. Koch (Bad- Nauheim). Die Kurven, die Prof. Holzlöhner (Kiel) vorbrachte, zeigten, welche deutliche Saugwirkung bas menschliche Herz bei seiner Zusammenziehung ausübt. Das neuartige Gerät, mit dem diese Kurven gewonnen worden waren, hatte Prof. Holzlöhner schon an den beiden vorhergehenden Taaen in Gießen vorgeführt. Der Nachmittag begann mit einem Dorttag von Prof. L e h n a r tz (Göttingen) über Untersuchungen berg-Echo des Reichspartettages 1936. 20: Nachrichten. 20.10: Wer uns getraut ... Ein helleres, buntes Melodienspiel von Liebe, Lachen und Soldatenglück. 22.15: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: „Die verkaufte Braut". Komische Oper in 3 Akten von Fr. Smetana. Samstag, 5. September. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. Bunte Morgen- musik des Rundfunkorchesters. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Zum Staatsjugendtaa: HJ.°Svort. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! Ich will Meisterin der Hauswirtschaft werden! Besuch in der Beratungsstelle der Abteilung Volkswirtschaft — Hauswirtschaft des Deutschen Frauenwerks. 11.30: Gau- Arn heutigen Donnerstag um 9.15 Uhr wurde im Großen Hörsaal des Phsiologischen Instituts der Universität Gießen die 13. Tagung der Deutschen Pharmakologischen Gesellschaft von ihrem Vorsitzenden, Professor Janssen, Freiburg, in Gegenwart vieler Besucher aus dem In- und Auslande, eröffnet. Professor Jannssen konnte eine Reihe von Ehrengästen auf der Tagung willkommen heißen, an ihrer Spitze Professor Dr. Eberhard als Vertreter des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern Dr. Frick, des Reichs-, Wissenschafts-, Erziehungs- und Bildungs- minifters Dr. Rust, sowie des Reichsstatthalters und Führers der hessischen Landesregierung Gauleiter Sprenger ; ferner begrüßte der Vorsitzende insbesondere Professor Burn (London) als Vertreter der englischen Pharmakologen, und gab dabei feiner Freude über die guten freundschaftlichen Beziehungen zwischen den deutschen und den englischen Pharmakologen Ausdruck. Professor Dr. Eberhard brachte hierauf in einer kurzen Ansprache die Grüße und Wünsche der von ihm vertretenen Regierungsstellen zum Ausdruck und knüpfte daran auch die llebermittlung der besten Wünsche des Hochfchul- referenten der hessischen Landesregierung. Er hob weiter hervor, daß die in- und ausländischen Gäste bei ihrem Besuch in Gießen Gelegenheit zu der Feststellung hätten, daß die hessische Regierung für den Ausbau der Universitätsinstitute alles getan habe, damit diese Institute nach jeder Richtung hin den Vergleich mit den Einrichtungen an anderen Universitäten aushalten konnten. Der Tagung gelten die herzlichen Wünsche der Minister und der Regie- rungsbehorden. Als ortsansässiger Vertreter der Pharmakologie begrüßte sodann der Direktor des Pharmakologischen Instituts der Universität Gießen Professor Dr. Hildebrandt die statlliche Versammlung. Er sprach anschließend über das Thema „Buchheim und Gießen" und erklärte einleitend u. a., es werde wohl nur wenigen bekannt sein, daß der Begründer der modernen experimentellen Pharmakologie, Rudolf B u ch h e i m, in Gießen zwölf Jahre lang, von 1867 bis zu feinem Tode im Dezember 1879 gewirkt habe. Vor feiner Gießener Zeit wirkte Buch- Heim, der in Bautzen geboren war, an der russischen Universität Dorpat, wo im Jahre 1846 der pharmakologische Lehrstuhl frei geworden war. Im Alter von 26 Jahren wurde Buchheim dort Professor der Arzneimittellehre, der Diätetik, Geschichte der Medizin und medizinischen Literatur; in dieser Stellung war er Mitglied der Medizinischen Fakultät und des Akademischen Plenums. Seine Ernennung zum ordentlichen Professor erfolgte im Mai 1849. Die Professur in Dorpat bekleidete Buchheim 20 Jahre lang, während dieser §eit war er zweimal Dekan seiner Medizinischen atultät, nach lOjähriger Dienstzeit erhielt er Den Titel „Kaiserlich russischer Staatsrat", lieber Buchheims Lehrtätigkeit in Dorpat teilte der Vortragende dann u. a. folgendes mit: Buchheim richtete zunächst in feiner Wohnung aus Privatmitteln ein Laboratorium für pharmakologische Untersuchungen ein, das später zu einer Universitätsanstalt erhoben wurde. So ist er der Gründer des ersten Pharmakologischen Instituts gewesen, sein Institut blieb auch zwei Jahrzehnte hindurch das einzige in seiner Art, denn an anderen Universitäten — so auch in Gießen — waren diese im wesentlichen doch nur mehr oder weniger phar- makognostische Sammlungen, nicht aber Institute für experimentell pharmakologisches Arbeiten. In den Lehrbüchern fand sich Damals im wesentlichen nur eine Beschreibung der Arzneipflanzen und Drogen und endlose Rezeptformeln. Buchheim erkannte Har, daß die Arzneimittellehre und Therapie auf eine feste wissenschaftliche Basis gestellt werden müsse. In klarer Form brachte er dies in der ersten Auslage feines in den Jahren 1854 bis 1856 erschienenen Lehrbuches über Arzneimittellehre zum Ausdruck, in dem er gegenüber den herrschenden Anschauungen die wahre Erfahrung und naturwissenschaftliche Bettachtungsweise forderte: „Die Arzneimittellehre ist" — wie Buchheim sagt — „eine theoretische, d. h. erklärende Wissenschaft und hat die Aufgabe, uns die auf die Arzneimittel bezüglichen Kenntnisse darzubieten, durch welche die Richtigkett unseres Urteils über ihre Brauchbarkeit am Krankenbett gefördert werden kann." Die Praktiker standen diesem neuen Werk durchaus verständnislos gegenüber, auch die Vertreter der Arzneimittellehre, befangen in der alten Ueberiieferung der materia medica, zeigten im ganzen nur wenig Verständnis. Dagegen fand das Buch große Anerkennung von physiologischer Seite her. Buchheims Lebensaufgabe war die Erklärung der Wirkung der Arzneimittel, er wollte an die Stelle vager Behauptungen die experimentell fundierte Basis fetzen. Damit begründete er auch ein natürliches System der Arzneimittel, um durch eine strenge, systematisch geordnete Einteilung derselben eine sichere Uebersicht über diese zu gewinnen und ein planmäßiges Erforschen ihrer Wirkung zu ermöglichen. Diese Einteilung der Stoffe erfolgte in pharmakologische Gruppen unter Berücksichtigung aller Merkmale der Stoffe, ihrer chemischen Eigenschaften und ihrer pharmakologischen Wirkung, wobei die einzelnen Gruppen nach einem der wichtigsten und bekanntesten Repräsentanten benannt wurde. Daß bei dieser Einteilung manche Fehler unterliefen, ist bei den verhältnismäßig spärlichen pharmakologischen Kenntnissen der damaligen Zeit selbstverständlich, setzt aber die Bedeutung und den Wert pat, in seiner eigenen Wohnung ein provisorisches Laboratorium für feine Untersuchungen einrichten, an dessen Stelle er in absehbarer Zeit ein vollgültiges Pharmakologisches Institut zu setzen hoffte. Es vergingen allerdings Jahre, in denen er sich Der provisorischen Lösung der Instituts frage fcn. Die Grummeternte hat einen ebenso großen Ertrag gebracht wie die Heuernte. Selbst trockene und steinige, an Abhängen gelegene Wiesen, lieferten gutes Futter. Die ältesten Einwohner unseres Ortes Innern sich keiner so reichlichen Grummeternte. Alle Heuboden sind überfüllt. Die resllichen Vorräte an Stroh mußten auf das Feld zu Haufen geschichtet werden, damit die Grummeternte geborgen werden kann. Nunmehr hat die Kartoffelernte begonnen Auch hier ist ein guter Ertrag zu erwarten. Die Arbeitsdienstmänner, die den Bauern in unserem Tal während eines Zeitraumes von nahezu fünf Wochen bei der Ernte geholfen hatten, verabschiedeten sich jetzt, nachdem sie am vergangenen Sonntag noch die Kirmes miterlebt hatten. Die Bauern sahen die eifrigen Helfer ungerne scheiden. Kreis Schotten. £ Eichelsdorf, 2. Sept. Bei einer Versteigerung des Grummetgrases von Wiesen in Privatbesitz wurden trotz des Futterreichtums dieses Jahres 10 Mark für den Morgen erlöst. Seit Menschengedanken bestanden nicht die gleichen Schmierigkeiten bei der Unterbringung der Grummeternte. Die Dreschmaschine ist von früh bis spät bemüht, Raum zu schaffen, der aber meist nicht ausreicht, so daß jeder verfügbare Scheunenraum gemietet wird, um den Futtersegen zu bergen. § Eichelsdorf, 2. Sept. Die Bautätigkeit war in den Jahren nach 1924 hin so lebhaft, daß die herrschende Wohnungsnot bald beseitigt war. In diesem Jahre wurde nur ein Wohnhaus neu erbaut, ein anderes wurde durch ein zweites Stockwerk vergrößert. Kreis Bübingen. * Wolf, 2. Sept. Der Landwirt und Zimmermann Friedrich Wolf von hier stürzte am Sonntag beim Strohholen in seiner Scheune ab und blieb bewußtlos auf dem Scheunenboden liegen. Durch das Stöhnen aufmerksam gewordene Ortseinwohner fanden den bedauernswerten Mann schwer verletzt vor. Nach mehrtägigem Schmerzenslager ist der Verunglückte, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, am Dienstagabend seinen Verletzungen erlegen. Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 3. Sept. Die am Dienstagnachmittag beim Futterholen in der Scheune von der Leiter gestürzte Frau Karoline Abel von hier, die mit einem schweren Schädelbruch in die Gießener Klinik eingeliefert werden mußte, ist dort am gestrigen Mittwochnachmittag g e st o r b e n. Oer Herr „Krankenkaffenkontrolleur" LPD. Runkel (Lahn), 2. Sept. In einem hiesigen Privathaus mietete sich ein angeblicher Krankenkassenkontrolleur ein möbliertes Zimmer. Nach kurzem Aufenthalt in seinem neuen Heim entfernte er sich wieder. Später stellte der Vermieter fest, daß der Herr „Kontrolleur" sämtliche im Zimmer vorhandenen Behältnisse durchsucht und einen Anzug, sowie einen größeren Posten Herrenwäsche mitgenommen hatte. Wieder 639000 RM für Arbeitsbeschaffung durch die OBS. Lpd. D a r m st a d t, 2. Sept. Die Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft (DBS.) in Darmstadt hat wieder mit einer Darlehensausschüttung in Höhe von 639 000 RM. zur Baumarktbelebung und weiteren Arbeitsbeschaffung beigetragen. Mit diesem Betrag werden 56 Eigenheime erstellt oder entschuldet werden. 300 Zentner Stroh verbrannt. Spielende Kinder legten Feuer. LPD. Groß-Gerau, 2. Sept. In dem Kreisort Klein-Rohrheim entstand Mittwochnachmittag durch den Leichtsinn spielender Kinder ein schweres Schadenfeuer. Der neben der Dreschhalle des Wamboldtschen Gutshofes liegende große Strohhaufen stand plötzlich in Flammen. Mit Hilfe der sofort alarmierten Gernsheimer Motorspritze und der Ortswehr gelang es zwar, die umliegenden Gebäude vor dem Feuer zu bewahren: doch v e r b r a n n t en u b e r 3 0 0 3 c n t= ner Stroh. Als Brandursache hat die Gendarmerie feststellen müssen, daß zwei sechsjährige Kinder beim Spielen ein Feuerchen angemacht hatten, das auf den Strohhaufen übersprang^—— M das Erhollingswerk des deutschen Volkes! Konzerte der Luftwaffe im Gau Heffen-Naffau. NSG. In der Zeit vom 19. September bis 2. Oktober finden in allen größeren Städten des Gaues Hessen-Nassau und in einer Reihe von kleineren Städten Konzerte der neugeschaffenen Luftwaffe statt. Der Reinertrag dieser Konzertreise fließt dem Erholungswerk des deutschen Volkes und der Kinder-Landver- s ch i ck u n g in vollem Umfange zu. Das erste Konzert wird in Frankfurt a. M. am 19. September 1936 unmittelbar nach der Beendigung des Reichsparteitages in Nürnberg veranstaltet. Daran schließen sich die weiteren, täglich in je einem anderen Orte stattfindenden Konzerte an. Die neue Luftwaffe hat im deutschen Volke in der kurzen Zeit ihres Bestehens allgemeine Beliebtheit erlangt und ihr Aufbau den freudigsten Widerhall gesunden. Die Tatsache, daß unser Land gegen eine ständige Bedrohung hochgerüsteter Nachbarstaaten durch Luftangriffe ein wirksames Derteidigungs- mittel haben muß, hat das größte Verständnis hei allen Volksgenossen gefunden. Dadurch ist eine innere Verbundenheit zwischen dem deutschen Volke und diesem wichtigen Teile unserer Wehrmacht hergestellt. Eine solche Verbundenheit mit dem Volksganzen gibt aber der Luftwaffe auch wieder ein erhöhtes Gefühl der Arbeitsfreudigkeit. Wie die Luftwaffe aus dem deutschen Volke heraus geschaffen ist, will sie auch im Volke und für das Volk an ollen Arbeiten des Dolksganzen mithelfen. Ein gutes Mittel hierfür ist die Tätigkeit des Musikkorps der Luftwaffe. Es hält in der Oeffent- lichkeit die Beachtung wach und vermag durch künstlerische Leistungen auch an den Aufgaben mitzuwirken, die friedlichen, sozialen Zwecken dienen. Aus diesem Grunde hat sich das Musikkorps der Luftwaffe für die von dem Amt für Volkswohlfahrt der NSDAP. Gau Hessen-Nassau im Interesse des Erholungswerkes des deutschen Volkes und der Kin- der-Lanüverschickung eingerichteten Konzerte zur Verfügung gestellt. Die Musiker spielen unter Verzicht auf jegliches Honrar, so daß der Gesamterlös der Konzertoeranstaltungen sich dadurch erhöht. Auf diese Weise tragen die Musiker selbst, zu dem Hilfswerk in großzügiger Weise bei. Anderseits geben die Konzerte auch den Volksgenossen eine persönliche Berührung mit den Musikkorps der Luftwaffe und fördern dadurch die innere Verbundenheit zwischen Volk und Wehrmacht. Alle diese Tatsachen legen jedem Volksgenossen die Verpflichtung auf, die Konzerte zu besuchen und somit selbst an dem großen sozialen Erholungswerk des deutschen Volkes mitzuwirken. Zweite Ziegenboüversteigerung in Gießen. Die Kreisfachgruppe Ziegenzucht in Oberhessen veranstaltete am gestrigen Mittwoch in Gießen mit dem Tierzuchtamt Gießen eine zweite Ziegenbockoersteigerung, um bei dem zur Zeit sehr starken Angebot allen Gemeinden und Züchtern noch einmal eine gute Gelegenheit zum Erwerb von Vatertieren zu geben. Beeinflußt durch die hohen Preise des Vorjahres ist ein Ueberangebot von Ziegenböcken vorhanden, das sich besonders in dem immer an vorderster Stelle stehenden oberhessischen Zuchtgebiet fühlbar auswirkt. Zur Reinerhaltung der Zucht ist darum eine strengere Auswahl notwendig. Das Ueberangebot machte sich bei der diesmaligen Versteigerung in einem Auftrieb von etwa 260 Böcken bemerkbar. Dennoch konnten hiervon etwa 100 Böcke abgesetzt werden, was insofern bemerkenswert ist, als die Nachfrage aus anderen Landesteilen, namentlich aus Mitteldeutschland, das stets ein guter Abnehmer der oberhessischen Tiere ist, schon gedeckt ist. Von den Interessenten waren außer aus Hannover nur noch Käuser aus dem kurhessischen, dem nassauischen und dem Westerwälder Nachbargebiet und aus dem Koblenzer Bezirk vorhanden. Der größte Teil der Tiere blieb darum im oberhessischen Zuchtgebiet. Die verkauften Tiere erreichten nicht die Preise der letzten Versteigerung. Trotzdem wurde ein guter Durchschnittspreis von rund 68 Mark erzielt. Der größte Teil der Vatertiere wurde mit 50 bzw. 60 Mark gesteigert, nur prämiierte Tiere wurden besser bezahlt. Der Höchstpreis erreichte nur den Betrag von 130 Mark, den die Gemeinde Großen- B u s e ck dem Züchter Georg Schäfer V. aus Watzenborn-Steinberg für einen mit dem 1. Formen- und dem 2. Leistungspreis ausgezeichneten Bock bezahlte. Der Gesamtumsatz von rund 6000 Mark war angesichts der Umstände beachtenswert. Der Versteigerung ging eine Prämiierung voraus, der auch der Abteilungsleiter der Landesbauernschaft, Dr. E. Wagner, Frankfurt a. M., beiwohnte. Preisrichter waren Landwirtschaftsrat Schönheit, Lauterbach, Heinrich Wilhelm Georg, Nieder-Florstadt, und der Leiter der Fachgruppe, der bekannte Züchter Balth. Philipp, Watzenborn-Steinberg. Es konnte eine große Anzahl von Böcken mit Formenpreisen ausgezeichnet werden, während die Leistungspreise spärlicher vergeben wurden. Der Ziegenbockversteigerung voraus ging die eine Sichtschau über das vorhandene Tierzuchtmaterial bedeutende Prämiierung der besten Gemeinde-Zuchtböcke und eine solche für Ziegen. Für diesen Zweck waren außer den Vatertieren der Gemeindezuchten noch etwa 70 Ziegen verschiedener Altersklassen aufgetrieben, die von Albert Engel, Hörnsheim, und Gg. Zimmer, Nieder-Weisel, gewertet wurden. Hierbei schnitten die ein- und dreijährigen Ziegen am besten ab. prämiierungsergebniffe: Für die zur Versteigerung gekommenen Ziegenböcke: Formenpreise; (Leistungspreise in Klammern). 1. Preise: Hch. Müller XII., Berstadt; Georg Schäfer V., Watzenborn - Steinberg (zweimal und zugleich einen 2. Lpr.); Phil. Fuhr, N.-Florstadt; Phil. Schäfer, Bingenheim; Karl Kullmer, Hoch- Weisel; Hch. Rühl, Utphe (3. Lpr.); Karl Groth, Echzell. 2. Preise: Heinrich Dörr, Reichelsheim, W. (3. Lpr.); W. Reitz II., Echzell; Hch. Henkel, Reichelsheim W.; Ed. Fischer, Leidhecken; Jak. Matthäusl., Nieder-Weisel; Hch. Kullmann, Obbornhofen; Peter Christ, Butzbach; Gg. Jakobi, Hoch-Weisel; Wilh. Gorr, Lich; Phil. Pipp III., Bingenheim; Louis Christ, Griedel (l.Lpr.); Hch. Hartmann, Melbach; Fritz Kratz, Ruppertenrod; Hch. Musch, Ossenheim; Hch. Von Eis, Laubach (3. Lpr.); Karl Görlach III., Eberstadt; Wilh. Worret, Rodheim v. d. H.; Jokob Mitsch, Gießen; Fr. Müller, Staden; K. Görlach III., Eberstadt; Wilh. Wedemann, Eberstadt II.; Hugo Henze, Trais-Horloff; Rich. Hofmann, Wohnbach. 3. Preise: Hofmann II., Wallenrod (2. Lpr.); Hch. Kniß, Grund-Schwalheim; Balth. Philipp III., Watzenborn-Steinberg; Wilh. Müller, Rainrod; Hch. Jost, Großen-Buseck; Theod. Philipp, Watzenborn-Steinberg; Konr. H. Hildebrand, Nied.-Weisel; A. Zinn Gießen (3. Lpr.); Wilh. WagnerI., Gr.- Buseck; Fritz Kratz, Ruppertenrod; Peter Werner, Rodheim v. d. H.; Hch. Eimer, Blofeld; Hch. Kullmann, Obbornhofen; Karl Walther, Staden; Gust. Schlitt, Rainrod (2. Lpr.); Karl Bingel, Holzheim; Jak. Naumann, Laubach; W. Scheid III., Großen- Buseck (2. Lpr.); Hch. Groh, Grebenhain; Hch. von Hayn, Rodheim v. d. H. (2. Lpr.); Karl Junker I., Watzenborn-Steinberg; Hch. Hühn, Angersbach; Aug. Bernhardt. Griedel (3. Lpr.); Karl Becker, Wahlen; Wilh. Viehmann V., Wohnbach; Wilhelm Schmidt II., Nieder-Mockstadt; Ludwig Scheid V., Großen-Buseck; Johs. Röhrig, Holzheim; Leonhard Dechert, Maar (l.Lpr.); Hch. Döring IV., Wallenrod; Hch. Müller IV., Lang-Göns; Hch. Holz, W.- Steinberg; Karl David, Storndorf; Gg. Tröller, Laubach; Hch. Hartmann II., Wallenrod; Wilhelm Debus, Trais-Münzenberg; Jak. Lerch, Lich (2mal); Hch. Lerch, Annerod; Gust. Schlitt, Rainrod (2. Lpr.); Konrad Weitzel, Ober-Breidenbach; Marie Dern, Lang-Göns. Gemeindeböcke: klaffe I, 2 Jahr und aller. la-Preis Gemeinde Watzenborn-Steinberg; 1b- Preis Gemeinde Großen-Buseck; 2a° und 2b-Pr. Gemeinde Laubach; 2c-Pr. Gemeinde Watzenborn- Steinberg; 3a-Pr. Gemeinde Harbach; 3b-Pr. und eine Anerkennung: Gemeinde Wieseck; Anerkennung: Ortsfachgruppe Gießen._____________________ nehmen, Fräulein Oelkens, und dem Bruder selber schreiben? Nehmen Sie mir das wenigstens ab, bitte, ich bin mit der Feder nicht mehr so gewandt." t . r „Gerne, Frau Lorenz." Antje steckte den Brief ein. Gelesen hatte sie ihn noch nicht. Dann verabschiedete sie sich von der freundlichen Wirtin. „Kommen Sie noch einmal zu mir, Fräulein Oelkens? Sie sind mir jederzeit willkommen." „Danke, Frau Lorenz, aber ich glaube nicht. Diese Gegend, wo alles begann, dies Haus, sein Zimmer... es ist zu traurig. Ich muß sehen, zu vergessen; oder wenigstens darüber wegzukommen. Vergessen kann man das ja niemals. Leben Sie wohl." „Alles Gute für Sie, Fräulein Oelkens. Antje fuhr nach Hause, in das Zimmer, das ihr Zuhause hieß. Niemand begegnete ihr im Korridor. Die Familie schien ausgegangen zu sein. Sie schloß sich trotzdem ein. Vielleicht wußte man auch hier bereits von ihren Beziehungen zu dem Verunglückten. Sie war nicht in der Verfassung, noch einmal berichten zu können. Eine Stadtbahn fuhr vorüber; es klang als grolle die Erde. Da zog sie die Fenstervorhange dicht zu und machte Licht. Vor dem Tisch in der Mitte des Zimmers saß sie; eine Zeitung war ihre Schreibunterlage, ein weißer Bogen lag bereit. Gleich nachher würde sie den Brief an den Bruder Hans in China beginnen. Aber erst mußte sie dessen Schreiben noch lesen. Sie entfaltete den Bogen. Er wies klare, gutleserliche Schriftzüge, und sie las: --Lieber Fred, während Du in Berlin schöne Bilder malst, fahren wir hier durch die von der Wirklichkeit über alle Maßen farbig, prächtig und absonderlich gestellten. Aber ich will Dich durchaus nicht mit Schilderungen langweilen. Du bist ,a kein Landschafter. — Wie geht das Geschäft? Reklame, Reklame! Ich denke, Du wirst gut verdienen. Aber da Du der kleine Bruder bist, schicke ich Dir hier trotzdem fünf Pfund mit. Leider ist das alte ehrliche Pfund nicht mehr viel wert. Ich hoffe deshalb, daß Du nicht sehr bedeutende Schulden hast, oder wenigstens langatmige Gläubiger. , , Dein letzter Brief machte mir viel Freude. A s ich ihn beendet hatte, kam mir so das Gefühl, als Unbekannte Fracht. Roman von Zrank Z. vraun. Bl.Sortfefcunfl. Nachdruck »erboten! f?ünf enqlitöe Pfund", stellte Frau Lorenz fest. Dann 'las sie den Brief unb »ab ihn ilntje „Wie ich ahnte, nichts Sonderliches Aber der cherr Hans Lorenzen »tbt eine Adresie, an. Man kann ihn benachrichtigen. Das ist gm. Und das Geld, Frau Lorenz? Mr mu |en es wohl der Polizei übergeben. Es ist Nachlatz, "‘Srau‘sorcna sah Antse ooll ins Gesicht. ^H°ns Lorenzen f^retbt tn Bem ®rie^ Schulden Fred, er möge mit dem ^z+irpihen einen bezahlen. Er macht n se-n-m Schre.ben emen Scherz daraus. Sie sind die Braut^des ftorbenen, Fräulein Oelkens. Ich ™ öe5 Stelle ohne mel Aushebens den Wunsiy Bruders in China erfüllen. Sie tun dam cy am Andenken Fred Lorenzens ein Gut^s hat hier in der Gegend manche kl-tn bei Händlern, die selbst mA besinn ihm gestundet haben, Si° takn m„Y Mn an= gutes Werk, wenn Sie die Summ an, gesetzten Zweck °°rw°nden wurden.^ $etrag ber eits die Polizei damit? to Verfügung halten, nur für den Absender zur ^ersugu.u Wie sinnlos, nicht wahr? „Wieviel Geld ist es? msund muß so an „Warten Sie, das englisch P 6e reichen, 13 Mark wert fein. Es a" zu beglei- Freds Schulden, soweit ich ste^ Mansch. Viel chen. Er war ja kein leichi 1 „ Schulden stehen wirklich nicht ° Mefe Antje war einverstanden Cs $u hören. Frau so gut von dem T tß sie. „Es „Dann taffe ich das die Leute, die wird das beste fein, „ Unb vergessen Sie US ®ber L Fred auch Ihnen schuldig geblieben." «Iber dann nickte sie. Frau Lorenz wehrte o- ^ich selber „Natürlich, warum eigentlich 1 Brief an sich nicht bezahlen! Wollen tote ob Du eine Art Hoch-zeit (Zeit der Hochgefühle!) durchmachst. Diese Antje scheint Funken aus Dir zu schlagen. Die Skizze, die Du mir von ihr schicktest, war sehr hübsch. Ich zeigte sie meinem — nun, wie soll ich sagen, Freund wäre eine zu nahe Einreihung —, also meinem Landsmann Terbrügge. Er ist jener Mann aus ihrem Ort, dessen Namen ich Dir, meine ich, schon einmal nannte. Er sagte: „Ja, so sieht die Antje aus. Dann lief er rasch weg. Ich begriff ihn. Weißt Du, ein Bild aus der Heimat, noch dazu ein Mädchenbildnis, hat hier unten am Ende der Welt für unfereinen ein besonderes Gewicht. Es steht da etwas auf in einem, so etwa: das verlorene Paradies. Aber ich denke, einmal wird ja auch diese Seefahrt zu Ende sein, und Mr. Durham muß seine Flinten, sprich Klaviere, an den Mann gebracht haben und heimdrehen. Dann werde ich mich nicht wieder in Schottland festlegen, sondern nur einen kurzen Besuch in Dundee machen, um eine gewisse Person zu fragen, ob sie mit nach Deutschland will. Und sie wird wollen! Gesundheitlich geht es mir gut, was ich auch von Dir hoffe. Du kannst mir nach Hongkong schreiben. Am besten an das Deutsche Konsulat; Du tust allerdings gut, auch den Dampfer auf dem Umschlag anzugeben, es ist sicherer. Du brauchst aber nicht zu schreiben, wenn Du nichts zu berichten hast, alter Junge. Daß ich Dir dann und wann einen dieser blöden Briefe schicke, wirst Du nicht ganz begreifen. Du müßtest wie ich eine Ewigkeit aus der Heimat weg fein, bann verständest Du es genau. Also grüße die Antje aus Wietze und fei umarmt von Deinem „großen" Bruder Hans." Es war im Grunde ein heiterer Brief, den der Bruder Hans geschrieben hatte. Aber aus Antjes Augen rollten langsam wieder große Tränen; sie liefen über ihre Backen und tropften ab. Wo sie auf das Papier fielen, lösten sie die Schrift auf und ließen die Buchstaben zerfließen. Einige Worte waren schon ganz unleserlich geworden, als Antje zusammenschrak und den Brief rettete. 12. Kapitel. Herr Tsai Ta Wang wohnte nicht in Victoria, sondern auf der Halbinsel Kaulun. Er liebte die Sonderbriefmarkm zum Reichsparteitag. WM < | Zum Nürnberger Reichsparteitag 1936 gibt die Reichspost zwei Sonderbriefmarken zu 6 und 12 Rpf. heraus. Der Entwurf der Brief- > marke stammt von dem Reichsbeauftragten für künstlerische Formgebung Hans Schweitzer- Mjölnir. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Böcke: klaffe II, 1 Jahr unb aller. 2a-Preis Gemeinde Watzenborn-Steinberg; 2b-Pr. Gemeinde Großen-Buseck; 3. Pr. Gemeinde Hattenrod. Ziegen: klaffe III, 3 Jahr unb aller. Ehrenpreis: Christian Scheid VI., Großen-Buseck; la-Preis Karl Stark, Wieseck; lb-Pr. Heinrich Münster, Hattenrod; lc-Pr. Karl Weiß L, Watzenborn-Steinberg; ld-Pr. Joh. Feigling, Holzheim; 2. Pr. Hch. Harbach VIII., Großen-Buseck; Ernst Mehl, Holzheim; 2a-Pr. Karl Görlach III., Eberstadt; 2b-Pr. Christian Scheid VI., Großen-Buseck; 2c-Pr. Hch. Jost, Großen-Buseck und Wilh. Münch, Bersrod; 2d-Pr. Phil. Zimmermann, Großen-Lin- den; 2e-Pr. Karl Wilh. Wagner, Großen-Buseck; 2f-Pr. Heinrich Hofmann, Wieseck; 2g-Pr. Wilh. Scheld III., Großen-Buseck; 2h-Pr. Ludw. Scheid V., Großen-Buseck; 2i-Pr. Ldwg Schäfer, Lindenstruth; 3a-Pr. Wilh. Gorr, Lich; 3b-Pr. Karl Pitz III., Watzenborn-Steinberg und Heinrich Becker, Gießen; 3c-Pr. Adam Zinn, Gießen; 4. Pr. Heinrich Weller, Wieseck; 5. Preis Heinrich Vogel, Gießen; 7. Preis Karl Stark, Wieseck; 8. Pr. Fischer, Gießen; 9. Pr. Karl Pitz III., Watzenborn-Steinberg; 10. Pr. Röh- mig, Gießen; 11. Pr. Aug. Petri, Hattenrod. Anerkennungen: Hch. Von Eiff, Laubach; Jak. Naumann, Laubach; Hch. Scheld III., Harbach (zweimal); Val. Weppler, Harbach; Wilh. Wedemann, Eberstadt; Hch. Spuck, Wieseck; Ortsfachgruppe Gießen. Ziegen: klaffe IV, 2 Jahr unb älter. Ehrenpreis: Karl Philipp IV., Watzenborn-Steinberg; la-Pr. Karl Herzberger, Großen-Buseck; lc-Pr. Wilh. Münster, Hattenro-d; ld-Pr. Gg. Schäfer VI., Watzenborn-Steinberg; 2. Pr. Panz, Gießen; 2d-Pr. Ldw. Magnus, Großen-Linden, und Balth. Pfeiffer I., Großen-Buseck; 2a-, 2c- und 3. Pr. Otto Jäger, Laubach; 2d-Pr. Wilh. Pfeiffer, Großen- Buseck; 3. Pr. Hch. Pfeiffer, Watzenborn-Steinberg; III.: 1. Pr. Hch. Rühl IV., Laubach; 2. Pr. Lorenz, Gießen; 4. Pr. Roßmann, Gießen; 5. Pr. König, Gießen; 7. Pr. Jak. Naumann, Laubach; Anerkennungen: Valentin Weppler, Harbach, u. Hch. Spuck, Wieseck; Karl Schneider, Wieseck; Heinrich Becker, Gießen. Ziegen: Klasse V, 1 Jahr unb älter. Ehrenpreis: K. Philipp IV., Watzenborn-Steinberg; la-Pr. K. Weiß I., Watzenborn-Steinberg; lb-Pr. Hch. Münster, Hattenrod; 2a-Pr. Lwg. Magnus, Großen-Linden; 2b-Pr. K. Görlach, Eberstadt; 2c-Pr. Karl Müller II., Holzhaufen; 2e-Pr. Karl Peter, Laubach; 2d- und 3a-Pr. Joh. Müller, Großen-Linden; 3b-Pr. Heinrich Stengel I., Laubach; 3c-Pr. Wilh. Haas IV., Annerod; 2f-Pr. Wilhelm Wedemann, Eberstadt; 2g-Pr. Otto Maul, Hattenrod; 3. Pr. Karl Bingel, Holzheim; Wilh. Mehl, Grüningen; Otto Häuser, Watzenborn-Steinberg. Anerkennungen: Hch. Stengel I., Laubach; Jakob Naumann, Laubach; Wilh. Weppler, Harbach. Briten nicht, fand sich aber mit ihnen oder ihrer Existenz ab und gab zu, daß es zurzeit angenehmer war, in der britischen Kronkolonie zu leben als im großen, wirrvollen Reich. Immerhin hatte er Kaulun vorgezogen und auch da noch den Norden, die Chinesenstadt, wo die Engländer nicht so zu spüren waren. Vielleicht fürchtete er sie mehr, als daß sie ihm unangenehm waren. Herr Tsai Ta Wang lebte von Geschäften, die flüsternd verabredet wurden hinter Binsenmatten auf dem an sich schon sehr gesicherten, für Unerwünschte kaum zugänglichen Hausboot. Das Fahrzeug lag in der weiten nördlichen Kaulun- bai am Ufer. Eine Holzplanke, die vom Boot hereingezogen wurde, verband zu gewissen Stunden das schwimmende Häuschen mit dem Festland. Im allgemeinen jedoch trennten Herrn Tsai Ta Wang und die Seinen drei Meter schwammiges, gelbes Wasser von den Herrschaften am Lande. Er war einer der gar nicht selten wohlbeleibten Chinesen und galt in der Stadt als ein ruhiger Mann. Sein Boot hieß treffend „Zum Frieden". Daß Herr Tsai Ta Wang dem Kriege diente, dem schrecklichen, das Reich zerstörenden und die Macht der Fremden hebenden Bürgerkrieg, dem Krieg Nord gegen Süd, Mitte gegen Küste, dem Generalskrieg der Ehrgeizigen — das wußten sie nicht. Aber General Chung Tang wußte es um so besser. Tsai Ta Wang galt als der geschickteste Agent. Zum Vorteil saß er in dem sozusagen neutralen Hongkong. Die Engländer mit dem harten Geradezu ihrer europäischen Benennungen hätten Spion zu ihm gesagt oder Verräter, womöglich noch etwas Schlimmeres. Ader sie kümmerten sich nicht um ihn. Hongkong war britisches Gebiet. Vom Gouverneurspalast, wo zugleich die Kolonialregierung saß, wehte wie von allen Kriegsschiffen im Hafen und in den Docks der Union Jack. In den Straßen Victorias sowohl wie in denen der „Neuen Stadt" liefen die englischen Marinesoldaten aller Chargen zwischen den Chinesen herum, die britischen Kaufleute, die Angestellten^ frisch importierte Londoner Gesichter und alle, gelbe, die schon ein paar Hongkong-Sommer mit 30 Grad im Schatten erlebt hatten. (Fortsetzung folgtI) $.Upori Am 'yjte vom Erste Landemeldungen vom Gordon-Bennett-Klug. Nunmehr sind die ersten Landemeldungen Gordon-Bennett-Flug der Freiballone beim polnischen Aero-Club eingelaufen. Mit einer Flugstrecke von nur rund 800 Kilometer sind die beiden von dem vierfachen Gordon-Bennett-Sieger Ernst De- muyter und Quersin geführten belgischen Ballone „Belgica" und „Bruxelles" in der Gegend von Smolensk glatt niedergegangen. Der Schweizer Ballon „Zürich III" unter Führung von Dr. Til- genkampf gelangte nach einem Flug von etwa 1000 Kilometer bis nach Leningrad und landete dort glatt. Ballon „Augsburg" 900 Kilometer geflogen. Der deutsche Ballon „Augsburg" mit der Besatzung Frank/Bauderer ging bei der diesjährigen Gordon-Bennett-Ballon-Wettfahrt als erster deutscher Ballon nieder. Er landete etwa 100 Kilo- lometer von dem russischen Eisenbahn-Knotenpunkt Bolojeje, der auf der Strecke Leningrad—Moskau liegt, entfernt. „Augsburg" hat damit eine Strecke von etwa 900 Kilometer zurückgelegt. Bon den beiden anderen deutschen Teilnehmern, dem Rennballon „Deutschland" und dem Ballon „Sachsen" liegen noch keine Landemeldungen vor. Sport-Club -1921 Oaubringen. Der Sportklub 1921 Daubringen hielt am Samstagabend eine Versammlung ab, in der der Vereinsführer zunächst einen Bericht über das Sportfest gab, während der Kassenwart Rechnung über Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 3. Sept. Auf dem heutigen Wochen* markt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, s. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 13, Klasse B 12, Wirsing, kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 5 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 10 bis 18, gelb 10 bis 18, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, V2 kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., Frühäpfel, % kg 10 bis 25, Falläpfel 5 bis 6, Birnen 10 bis 25, Zwetfchen 10 bis 12, Mirabellen 20, Pfirsiche 35 bis 60, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 30 bis 42 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 4 bis 10, Lauch 5, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bündel 10 Pf. um den Städte-Achter zum Austrag. Der Wettkampf, der feit dem Jahre 1926 ausgetragen wird, wurde durch die Stiftung eines Ehrenpreises der Städte Gießen und Wetzlar, sowie einiger Freunde des Rudersportes ausgelöst und stellt stets eine Kraftprobe für die Rudermannschaften unserer engsten Heimat dar. In diesem Jahre starten mit ihren Achtermannschaften der Wetzlarer Ruderklub 1880 ß. 93., der Gießener Ruderklub „Hassia" und die Gießener Rudergesellschaft 1877 e. V. Ein Vorrennen wird in diesem Jahre nicht gefahren, da der Wetzlarer Ruderverein keine Meldung abgegeben hat. Der Preis der Städte Gießen und Wetzlar wurde bisher siebenmal von der Gießener Rudergesellschaft 1877 gewonnen, und zwar in den Jahren 1926, 1930, 1931, 1932, 1933, 1934 und 1935. Im Jahre 1927 siegte der Wetzlarer Ruderklub 1880, in den Jahren 1928 und 1929 brachte der Verein Rudersport 1913 Gießen den Wanderpreis an sich. Für das bevorstehende Rennen, in dem sämtliche drei Boote sofort in der Entscheidung starten, sind folgende Mannschaften gemeldet worden: Wetzlarer Ruderklub 1880 e. 23.: Kurt Mohr, Willy Rühl, Willy Herzberger, Willy Lehn- hardt, Erich Glier, Walter Lankwitz, Ernst Borchers, Tkurt Lonkwitz, St.: Heinz Loh. Gießener Ruderklub hassia" 1906: Jakob Lehr, Hans Weiß, Bernhard Valentin, Christian Hüttenberger, August Baumann, Willi Müller, Karl Kanold, Willi Eisenbach. St.: Emil Noll. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 e. 23.: Friedel Jödt, Ernst Meister, Karl Wellhöfer, Albert Schöndorf, Eugen Euteneuen, Georg Müller, Kurt Georgi, Hermann Duill, St.: E. Ph. Krause. Die Startverlosung hat bereits stattgesunden. Der Wetzlarer Ruderklub hat Start 1, Kampf der Ruderer im Städte-Achter !lm -en Wanderpreis der Städte Gießen und Wetzlar. Sonntag, 13. September, gelangt auf der hiesigen Regatta-Strecke das alljährliche Rennen Ruderklub „Hassia" Start 2 und die Gießener Rudergesellschaft Start 3. Die Ausrichtung des Rennens obliegt für dieses Jahr der Gießener Rudergesellschaft von 1877. Kurze Sportnotizen. Münchener Ringer kämpften in Innsbruck gegen den 1. Tiroler Ringsport-Club mit schönen Erfolgen. Olympia-Sieger E h r l errang im Weltergewicht zwei Schultersiege über den Innsbrucker Walcher. I o st, der Frankfurter Halbschwergewichtsboxer, ist ins Lager der Berufsboxer übergetreten. Indiens Hockey - Olympia - Sieger schlugen am Mittwoch vor 2000 Zuschauern in Hannover eine Stadtelf mit 2:1 (1:0) Toren. die Veranstaltung ablegte und einen befriedigenden Ueberschuß bekanntgeben konnte. Der Vereinsführer gab dann einen Rückblick auf die Spielserie 1935/36, während der die erste Mannschaft Gruppenmeister werden konnte und als Anerkennung ein Diplom des Deutschen Fußballbundes erhielt. Er forderte die Spieler auf, auch in dieser neuen Saison ihr Können unter Beweis zu stellen, um so mehr als die erste Mannschaft aufgerückt sei und mit schwere, ren Gegnern kämpfen müsse. Spielausschußobmann Weiß gab noch verschiedene Anregungen über den Einsatz der Mannschaften. Als Schiedsrichteranwär« ter meldeten sich die Mitglieder Willi Wagen« b a ch und Erich Erb. Die Versammlung wurde vom Vereinsführer in der üblichen Weise geschlossen. Gportamt „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Leichtathletik, Frauen und Män« n e r : Von 18.45—20.15, Universitätssportplatz (Am Kugelberg). Fröhliche Gymnastik und Spiele, F r a u en : Von 20—21 Uhr, Lyzeum, Dammstr. 26; von 21—22 Uhr, Lyzeum, Dammstr. 26. kämpfen am 5. und 6. September im neuen „Willi- Sachs-Stadion" in Schweinfurt um deutsche Meisterehren. Zum erstenmal ist bei den Meisterschaften auch das Korbballspiel vertreten; weiterhin werden Frauen-Meisterschaften im Faustball und Schlagball durchgeführt. Wie bisher stets üblich, werden noch im Faustball die Reichssieger der älteren Männerklassen ermittelt. Insgesamt nehmen rund 40 Mannschaften an den Meisterschaftskämpfen teil. Vor großen Fußball-Länderkämpfen. Deutschlands Mannschaft gegen Polen. Der deutsche Fußballsport eröffnet die lange Reihe seiner Länderspiele mit einem Kampf gegen die starke polnische Mannschaft, die jüngst beim Olympischen Turnier ihr großes Können eindeutig bewiesen hat. Klar, daß das Fachamt Fußball für diesen am 13. September im Warschauer Militär- Stadion stattfindenden Kampf eine schlagkräftige deutsche Mannschaft auf die Beine gestellt hat, die man mit Vertrauen auf die Reise ins östliche Nachbarland schicken kann. Der schwedische Unparteiische E. E k l ö f leitet das Treffen. Für Deutschland spielen: Buchloh (VfB. Speldorf); Janes (Fort. Düsseldorf), Münzenberg (Alemannia Aachen); Mehl (Fort. Düsseldorf), Sold (FV. Saarbrücken), Kitzin- ger (FC. Schweinfurt 05); Elbern (FV. Beuel), Gauche! (TuS. Neuendorf), Hohmann (VfL. Benrath), Lenz (Bor. Dortmund), Günther (Duisburg 99). Deutschland — Schottland. Aus dem großen Länderspiel-Programm, das der deutsche Fuhballsport in der neuen Spielzeit durchführt, ragen besonders die Spiele in Glasgow gegen Schottland und in Dublin gegen Irland hervor. Der am 14. Oktober stattfindende Glasgower Länderkampf findet auch in Schottland größte Beachtung. So hat der Schottische Verband schon jetzt den englischen Verband um Freigabe einiger schottischer Spieler gebeten, die in englischen Mannschaften stehen. Es handelt sich in erster Linie um den Verteidiger Cummings, den Läufer Massie (beide Aston Villa) und den Linksaußen Duncan (Derby County). Da der Länderkampf im Glasgower Jbrox-Park an einem Mittwoch stattfindet, ist damit zu rechnen, daß Englands Verband dem Wunsche der Schotten entgegenkommt. Schottland will unter allen Umständen mit der besten Mannschaft gegen Deutschland spielen, und es ist sehr wahrscheinlich, daß die gleiche Mannschaft, die gegen England 1:1 spielte und damit Schottland die britische Ländermeisterschaft gewann, gestellt wird. lieber 1000 Wettkämpfer auf dem Hoherodskopf. Nächsten Sonntag erlebt unsere oberhessische Heimat wieder ihr Bergturnfest. Das Hoherodskopf- Turnfest, das jetzt gauoffen ist und für alle dem DRL. angeschlossenen Vereine und vergangenes Jahr zu einer ständigen, alljährlich wiederkehrenden Veranstaltung bestimmt wurde, wird zum vierten Male durchgeführt, lieber Erwarten ausgezeichnet ist das Meldeergebnis für dieses Bergturnen. Es übertrifft das des Vorjahres ganz erheblich. Aus 75 Vereinen des Gaues Hessen sind insgesamt 1062 Wettkämpfer für die volkstümlichen Mehrkämpfe gemeldet worden. In 33 Riegen werden sie sich nächsten Sonntag den 130 Kampfrichtern stellen. Mit den Turnern und Sportlern stehen die Kameraden aus der Gießener SS., der SA. (darunter die Standarte NW. 4) und dem Arbeitsdienst in Reih und Glied. Auch die Sonderwetttämpfe sind sehr aut besetzt. 36 Mannschaften (13 Turner-, 15 Jugend-, und 8 Turnerinnenstaffeln) sind an den Staffelläufen beteiligt, 7 Mannschaften treten zum Tauziehen, 5 zum Steinstoßen an. Der Einzelkampf im Keulenweitwerfen wird 25 Teilnehmer am Start sehen. Ein Stück Tradition des alten Hessengaues wird in Zukunft auf dem Hoherodskopffest fortleben. Die zu Ehren des verdienten Ehrengauoberturnwarts Wilhelm Will vor vielen Jahren eingeführte 10X100-Meter-Pendelftaffel wird fortan alljährlich auf dem Hoherodskopf zum Austrag kommen. Die beiden Kreismannschaften werden sich um den wertvollen Wanderpreis der Wilhelm-Will-Staffel wieder einen spannenden Kampf liefern. Verteidiger ist Kreis 11. Erstmals müssen die Wettkämpfer an einer völkischen Aussprache teilnehmen. Olympia-Handball-Mannschast spielt in Nürnberg. Im Rahmen des KdF.-Volksfestes beim Nürnberger Reichsparteitag wird auch der Handballsport zu Worte kommen. Die Deutsche Olympiamannschaft, die nach herrlichem Kampfe gegen Oesterreich die Goldmedaille errang, tritt dabei gegen eine süddeutsche Auswahl an. Die deutsche Elf spielt mit: Koevers; Knautz, Bandholz; Keiter, Brinkmann, Dascher; Hermann, Theilig, Berthold, Klingler, Fromm. Die Süddeutschen spielen in folgender Aufstellung: Keimig (Darmstadt); Pfeiffer (Darmstadt), Müller (Mannheim); Gebhardt (Fürth), Dascher (Darmstadt), Stahl (Darmstadt); Zimmermann, Herzog, Spengler (alle Mannheim), Jäger (Altenstadt), Ueblein (Stuttgart. Deutsche Gommerspiel-Meisterschasten. Die Endspielteilnehmer für Schweinfurt, Mit den Deutschen Sommerspiel-Meisterschaften wird eine der letzten Meisterschaften des Jahres ausgetragen. Die Besten von zehntausenden Mannschaften im Faustball, Schlagball und Korbball mit Gustav Fröhlich, Llda Baarova, Harald Paulsen Theodor Loos Elis. Wendt Spielleitung: PAUL WEGENER, Der Roman einer Ehe, eingeschlossen im lebenden Abbild dieses Films, der die erschütternden Wirkungen eines Dramas mit den Spannungen eines Kriminalfalles und der glänzenden Ausstattung eines Gesellschaftsstückes auf das glücklichste und eindruckvollste verbindet. M20a Beiprogramm und Fox-Tonwoche Täglich 4, 6, 8.30, Sonntag 3, 5.30, 8.30 Uhr. Lichtspielhaus Gießen, Bahnhofstraße g Heute Donnerstag wieder ein Ereignis! 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