Nr. 179 Erster Blatt 186. Jahrgang Montag, 3. August 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Momttr-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfitäls-Vuch- und Steindruckerei R. Lange In Siehe». Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oer Führer eröffnet die Olympischen Spiele Ein unvergeßliches Fest. — Deutschland nimmt die olympischen Ausgrabungen wieder auf. Festgottesdienste. Anläßlich der Eröffnung der Olympischen Spiele fanden am Samstagvormittag im Anschluß an den Auftakt, über den wir in unserer Samstag-Ausgabe bereits berichteten, in den beiden Hauptkirchen Berlins, im Evangelischen Dom und der katholischen St. Hedwigskathedrale, Festgottesdienste statt. Im Berliner Dom versammelten sich die protestantischen Mitglieder des Olympischen Komitees, an ihrer Spitze Exzellenz Dr. ß e ro alb. Unter den Ehrengästen sah man die Reichsminister Graf Schwerin-Krosigk und Seldte, Staatskommissar Dr. Lippert, sowie zahlreiche Vertreter staatlicher und kirchlicher Behörden. Die Predigt hielt Generalsuperintendent Dr. Zöllner, der Vorsitzende des Reichskirchenausschusses. In der katholischen St. Hedwigs-Kcrthebrale empfingen weißgekleidete Sportler als Ehrendienst des Olympischen Komitees den Bischof Graf Prey» sing beim Einzug. Die katholischen Mitglieder des Olympischen Komitees, an ihrer Spitze Gra f Bailett-Latour, zahlreiche Vertreter der Diplomatie, unter ihnen die Botschafter von Frankreich, Italien und Polen, sowie deutsche Ehrengäste, unter ihnen Minister Eltz-Rübenach, nahmen an dem Gottesdienst teil. Bei dem feierlichen Pontifikalamt leistete der päpstliche Nuntius O r s e n i g o dem Bischof Thronassistenz. Nach dem Evangelium sprach der Bischof zunächst in deutscher, dann in französischer Sprache. Kranzniederlegung am Ehrenmal Gegen 9.45 Uhr vollzieht sich am Ehrenmal Unter den Linden als Auftakt zu der Gefallenenehrung der feierliche Aufmarsch von Abordnungen der Olympiamannschaften, der internationalen Sportstudenten und des Internationalen Jugendlagers. Einige Zeit später naht mit klingendem Spiel das Ehrenbataillon der Wehrmacht. Inzwischen haben die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees und des Deutschen Or- ganisationskomitees die Gotteshäuser verlassen, sie egeben sich in feierlichem Zuge zu der Weihestätte. Das Ehrenbataillon präsentiert das Gewehr, und während die übrigen Mitglieder der beiden Komitees vor dem Eingang zum Ehrenmal verharren, schreiten der Präsident des IOK. Graf Baillet- Latour und der Präsident des Deutschen Organisationskomitees Exzellenz Lewald unter Führung des Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Schaumburg, die Front des Ehrenbataillons ab. Dann betreten sie die geweihte Stätte. Das Lied vom guten Kameraden klingt auf, die Hände erheben sich zum Gruß in diesem feierlichen Moment, Die historische Stätte dieser Kundgebung, der Lustgarten, bot ein unvergeßliches Bild. Punkt 12 Uhr künden Fanfarenklänge den Beginn der Kundgebung an. Zur selben Minute erheben sich unzählige Brieftauben in die Lüfte, um die Kunde von der Eröffnung dieser Friedenskundgebung der Jugend in alle Welt zu tragen. Der Einzug der Formationen der Hitlerjugend, des Deutschen Jungvolks und des Bundes Deutscher Mädel beginnt. Inzwischen hatten die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees, des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele und die Präsidenten der nationalen olympischen Komitees und der internationalen Sportverbände ihre Plätze eingenommen. Auf der Ehrenkanzel standen der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, die Reichs- minifter Generaloberst Göring, Dr. Goebbels und Rust, der Reichsjugendführer Baldur von Schirach und der Reichssportführer von Tschammer und Osten. Nach einem Fanfarensignal grüßte der Führer des Gebietes Berlin Obergebietsführer Axmann die Jugend der Welt. Die HI. stimmte zur Begrüßung ihrer ausländischen Kameraden das Lied „Nun laßt die Fahnen flattern" an. Reichsjugeudfübrer Baldur v Gchirach führte sodann u. a. aus: Ich freue mich, die Jugendabordnungen aller Nationen, die zur Feier der XI. Olympischen Spiele nach Deutschland gekommen sind, hier begrüßen zu können. Die vielen tausend Mitglieder der Hitler-Jugend, die auf diesem Platz angetreten sind, grüßen unsere ausländischen Gäste mit dem Gefühl herzlicher Kameradschaft, weil die in der Hitler-Jugend geeinte junge Generation Deutschlands mit Ihnen, die Sie durch fremde Länder und ferne Meere hierher geeilt sind, das Streben nach einem gemeinsamen Ideal der Leibes» da das Internationale Olympische Komitee die Gefallenen des Weltkrieges durch die Kranzniederlegung ehrt und ihrer im Zeichen des olympischen Friedens gedenkt. In prachtvollem Parademarsch in Gruppen zieht dann das Ehrenbataillon der Wehrmacht an den Ehrengästen vorbei, begleitet von den Heilrufen der Menge. erziehung vereint. Es ist nur ein winziger Bruchteil der deutschen Jugend hier versammelt. Aber die Gedanken und herzlichen Gefühle der Jugend des ganzen Deutschen Reiches sind in dieser Stunde mit uns. Ein gemeinsames Ideal führt die Jugend der Welt in diesen Tagen zusammen, und gegenseitige Achtung, sowie ritterliche, kameradschaftliche Haltung bestimmen das Verhältnis der Jugend untereinander. Möge diese segensreiche Auswirkung der olympischen Idee über die kurze Dauer dieser Spiele hinaus wirksam sein. Möge die Jugend der Dell hier in Deutschland erkennen, daß unsere Jugend die Kameradschaft dieser Tage hüten und pflegen will. Denn die Jugend, die hier vor Ihnen steht, die mit Anrecht als militaristisch verleumdet wurde, sie dient mit ihrer jungen Kraft nicht kriegerischen Zielen, sondern der Erhaltung des Friedens. Meine Kameraden sehen in den Olympischen Spielen ein Sinnbild dieses Friedens, dem wir alle aus tiefster Aeber- zeugung verschworen sind. Mit diesem Bekenntnis grüße ich die Jugend der Welt. Willkommen im Deutschland des Friedens und der Ehre. Nach dem Willkommensgruß des Reichsjugendführers fangen die deutschen Jungen und Mädel das Lied der Hitlerjugend. Dann sprach Reichssportführee von Tscstammer und Osten. Wenn ich als Führer der deutschen Sportbewegung euch das herzliche Willkommen des deutschen Sportes entbiete, so bin ich gewiß, daß ich zu jungen Kameraden spreche, die einander verstehen. Ausmarsch her 3ugenb her Welt im Lustgarten. Ihr wißt, im Sport wird niemandem etwas geschenkt. Rekorde kann nicht jeder aufstellen, aber jeder von euch kann seine Fähigkeiten durch immerwährenden Einsatz so steigern, daß er ein ganzer Kerl ist und emporwächst zu seiner vollen Stärke, die jedermann Achtung abnötigt. Jungen und Mädel, Stärke kommt aus Reinheit, Freude am Sieg erst aus Ritterlichkeit, aus der Ritterlichkeit, die auch die Kraft würdigen Tragens und ruhmvollen Unterliegens in sich birgt. Das menschliche Leben ist harte Wirklichkeit und ewiges Ringen. Es wirb nach ben Tagen des rauschendes olympischen Festes wieder der Alllag kommen. Im Alllag wirb sich bann erst der wirkliche Sieger und die wirkliche Gröhe des Sieges erweisen. Es werben Jahre kommen, in denen diese Tage Erinnerung sein werben. Bewahrt das Erlebnis des heutigen Tages in euren Herzen auch bann noch, wenn ihr älter geworden seid. Tragt seinen Sinn weiter in die Generation, die aus euch nach euch kommt, die einmal von eurem Kampf sprechen wirb, die aber auch von eurem Bewußtsein sprechen soll, bah euer Spiel mehr war als nur ein Spiel. Ihr, meine jungen Karneraben aus so vielen Nationen, lernet euch nun kennen und, wie ich hoffe, schätzen und achten. Behaltet diese Achtung voreinander im Herzen, denn ihr seid die Erben der olympischen Idee. Ihr seid einmal, wenn ihr erwachsen seid, mitverantwortlich für das, was in der Welt Gutes oder Böses geschieht. hier an der Opferschale, in bet bas heilige Olympische Feuer brennen wirb, sprecht still bas Gelöbnis, gute kamerabschaft zu halten. Wenn ihr das immer wieder tut, so wird die Welt einst schöner und die Menschheit glücklicher sein. Den Worten des Reichssportführers von Tschammer und Osten schloß sich der Reichsminister Rust an: Ob Völker alt und zukunftslos, oder ob sie jung und lebensstark sind, sehen wir an ihrer Jugend. So geschlossen wie auf diesem Platz alter preußischer Vergangenheit die Jugend des Führers als die Jugend Deutschlands beieinander steht, so geschlossen ist sie in ihrem Geist, so geschlossen in ihrem Willen, so geschlossen in der Stärke der Ge- - 3 M :* - •’ - ■* * '•/**' •. *#<-7-,. **•'£ , ; 1 - .. ftX' * > TA '..*- ^4 : W . ... ‘ - 'i.' .*• '' 1 4 ■>; * . ' * - -'w.-t - '•ft- Die heilige Verpflichtung: der Olympische Lid. Rudolf I s m a y r spricht ben Sportlern aus allen Nationen den Olympischen Eid pot, während die Fahnen im Halbkreis vm dis Führertribüne ausgestellt sind. — (Scherl-Bilderdienst-M.) w '' ’ ’ -V W x H ■ > v ::■' , ??? ''■' ’ . >V - : ■ ■ : ' ' ■■ £*‘?\S Der Führer empfängt das Olympische Komitee An der Spitze des IOK. begrüßt Graf de Baillet-Latour den Führer mit einer Ansprache. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) wißheit, daß ihr die Zukunft gehören wird. Das größte aber, was einer lebenden Generation werden kann, ist die Tatsache, daß ihre Jugend sich nicht rufen läßt, sondern von selbst sich stellt. Das hat diese Jugend vollbracht Nun ist sie heute angetreten, um symbolisch den Willen zum Ausdruck zu bringen, daß diese Jugend aus ihrem Geist und in eigener Kraft und in eigener Verantwortung der Jugend der Welt die Hand reicht, um eine neue, bessere Welt heraufzusühren. Sie weiß sich damit verantwortlich vor jenem Geschlecht, das vor 22 Jahren auch ungerufen sich ein- stellte, als das Verhängnis des Weltkrieges über die Völker dieser Erde hereinbrach. Und wenn heule die Glocke vom Olympischen Felde zum ersten Male ruft „Ich rufe die Jugend der Dell", dann ruft sie nicht nur ein junges Geschlecht, sie ruft eine junge Welt, sie ruft eine kämpferische Welt, die nicht Sieger und Besiegte wissen will, sondern nur ein Siegergeschlecht über eine alte und schlechte Vergangenheit, sie ruft eine Epoche der Jugend. TieichSminister Dr. Goebbels als Gauleiter der gastgebenden Stadt hieß dann die Jugend aus aller Welt willkommen. Wenn auf der Olympischen Glocke der Gruß steht „Ich rufe die Jugend der Welt", so hat die Jugend von Berlin, so hat die deutsche Jugend sich diesem Rufe nicht versagen wollen. Sie ist gekommen, um ihr Bekenntnis abzulegen zum Dreiklang des Körpers, des Geistes und der Seele und damit zu einer neuen, jungen und modernen Lebens- und Weltauffassung. In diesem Sinne grüßen die Jungen und Mädel von Berlin und aus ganz Deutschland die olympischen Sportler der Welt. Möge die Fackel des olympischen Lichts eine wärmende Flamme des Lebens, des Lichtes und des Friedens sein und möge sie alle Völker erfüllen mit dem Geiste der Fairneß, der Kameradschaft und sportlichen Verbundenheit auf alten Gebieten des Zusammenlebens. In diesem Sinne grüßen wir Jungen die Flamme die da kommt, mit dem Spruch: „Heilige Flamme, glüh, glüh und erlösche nie! Da künden aufbrausende Heilrufe das Nahen der Olympischen Flamme an. Mit unbeschreiblicher Begeisterung grüßte die Jugend der Welt, grüßten die vielen Tausende den Läufer, der schnellen Schrittes von der „via triumphalis“, den Linden her, auf den Festplatz zueilte zur Feuerschale vor dem alten Museum. Hellauf loderte das von dem Läufer entzündete Feuer. Dieser lief dann wieder zurück zu der riesigen Feuerschale vor dem Schloß, um auch hier das Feuer zu entzünden. Während die Flammen in den beiden Feuerschalen erglühten, stimmten die Tausende das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied an und ehrten mit dem Gesang der deutschen Nationalhymnen alle bei den Olympischen Spielen vertretenen Nationen. Der Reichsjugendführer brachte ein dreifaches Sieg-Heil der Olympischen Jugend auf den Führer und Reichskanzler aus. Mit dem Fahnenausmarsch fand die feierliche Kundgebung der Jugend ihr Ende. Das Internationale Olympia- Komitee beim Führer. Dor der Eröffnung der Olympischen Spiele empfing der Führer und Reichskanzler die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees, an ihrer Spitze den Präsidenten Graf de Baillet- Latour, sowie die Vorstandsmitglieder des Deutschen Organisationskomitees für die XI. Olympiade Berlin 1936 unter Führung seines Präsidenten Staatssekretärs L e w a l d. Der Präsident des Internationalen Komitees Graf de Baillet-Latour richtete an den Führer und Reichskanzler eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Herr Reichskanzler! Das Internationale Olympische Komitee betrachtet es als eine große Auszeichnung, von Ew. Exzellenz am Tage der Eröffnung der Olympischen Spiele empfangen zu werden und so die Möglichkeit zu haben, Ihnen feine tiefe Dankbarkeit für das Interesse auszudrücken, das Sie der olympischen Idee bezeugt haben. Das Stadion und die verschiedenen sportlichen Einrichtungen, die Deutschland dank der unbegrenzten Hochherzigkeit Ew. Exzellenz erbauen konnte, sind mit allen modernen Bequemlichkeiten ausgestattet und erinnern in ihrer Pracht an das Colosseum in Rom und die Kampfstätten in Olympia. Das Dorf, in dem die Jugend von 53 Nationen beherbergt wird, ist in einer Art geschaffen, die gleichzeitig die Behaglichkeit eines Heimes mit den Vorzügen eines Klubs vereint. Sie, Herr Reichskanzler, haben, überzeugt von dem glücklichen Einfluß, den diese Spiele ausüben, um zwischen den Völkern der Erde den Geist des Verständnisses und der Eintracht zu erwecken, nichts unterlassen, um die Anstrengungen des Organisationskomitees zu unterstützen, deren Präsident unser lieber Kollege Lewald ist. Ich bin sicher, daß die gewaltige Anstrengung, die Deutschland zugunsten der Olympischen Spiele gemacht hat, und die in der Organisation dieser Wettkämpfe so edel zum Ausdruck kommt, ein unvergeßliches Zeugnis des Beitrages fein wird, den Deutschland für die Kultur der Menschheit geleistet hat. Alle diejenigen, die in sich die heilige Flamme fühlen, die von Olympia nach Berlin getragen wurde, hegen auch Ihnen, Herr Reichskanzler, gegenüber die tiefste Dankbarkeit dafür, daß Sie nicht nur die Vergangenheit mit der Gegenwart verbunden, sondern daß Sie auch zur Förderung der olympischen Idee in der Zukunft beigetragen haben. Der Führer und Reichskanzler antwortete ihm mit folgenden Worten: Verehrter Herr Präsident, meine Herren vom Internationalen Olympischen Komitee und vom Organisationskomitee! Es ist mir eine Freude, Sie am Tage der Eröffnung der Olympischen Spiele persönlich und im Namen des deutschen Volkes willkommen zu heißen und Ihnen, verehrter Herr Präsident, für die freundlichen Worte, die Sie an mich richteten, danken zu können. Mein Dank gilt dem Internationalen Olympischen Komitee dafür, daß es die Feier der XI. Olympiade neuer Zeitrechnung in die Hauptstadt des Deutschen Reiches gelegt und Deutschland dadurch Gelegenheit gegeben hat, einen Beitrag zum ewigen Gedenken der Olympischen Spiele zu leisten. Deutschland hat sich gern und freudig der Aufgabe unterzogen, die diesjährigen Wettkämpfe vorzubereiten in einer Form, die der großen Idee und den Traditionen der Olympischen Spiele gerecht zu werden versucht und es hofft, damit zur Stärkung des völkerverbindenden Ideals beizutragen, das diesen Kampfspielen zugrundeliegt. Ihnen, meine Herren des deutschen Organisationskomitees, danke ich für die hingebende und sorgfältige Arbeit, die Sie in der Vorbereitung der Spiele geleistet haben. Der Erfolg wird, so hoffe ich zuversichtlich, Ihre Mühen lohnen. Die Grundgedanken, die in den Olympischen Spielen erneut vor die Weltöffentlichkeit treten, sind ältesten Ursprungs. Sie gehen aus von jener Kultstätte, wo mehr als ein Jahrtausend lang die Spiele als Ausdruck religiösen Empfindens und als Zeugen des Kraftbewußtjeins des griechischen Volkes gefeiert wurden. Diese ehrwürdige Stätte ist in den Jahren 1875 bis 81 gemäß dem damals mit der griechischen Regierung abgeschlossenen Vertrage durch deutsche Gelehrte ausgegraben worden: dadurch erhielt die Welt ein genaueres Bild vom Kampfplatz dieses nationalen Heiligtums der Hellenen, sowie von der Art und der Durchführung der Spiele. Die Ausgrabung wurde damals nicht ganz zu Ende geführt. Ich habe mich nun entschlossen, zur bleibenden Erinnerung an die Feier der XI. Olympiade zu Berlin, die im Jahre 1875 begonnenen Ausgrabungen der olympischen Fest- und Sportstätten wieder aufzunehmen und zu Ende zu führen. Ich danke der königlich Griechischen Regierung, daß sie ihre freudige Zustimmung zu diesem Derk erklärt hat. Es wird dadurch eine geweihte Stätte alter Kultur der heutigen Menschheit zurückgegeben werden. Ich hoffe, daß dies mithilft, für alle Zeiten die Erinnerung wachzuhalten an die Feier der Olympischen Spiele des Jahres 1936. Daß diese glücklich gelingen, ist mein und unser aller aufrichtigster Wunsch! Hierauf begrüßte der Führer und Reichskanzler die einzelnen Herren des Internationalen Olympischen Komitees sowie des Organisationskomitees. Im Anschluß an den feierlichen Empfang der Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees und des Organisationskomitees gab der Führer und Reichskanzler zu Ehren des Olympischen Komitees ein Frühstück, an dem sämtliche Reichsminister, Reichsstatthalter und die Chefs der Länderregierungen, sowie eine Anzahl anderer Ehrengäste teilnah- men. Die Olympia-Kämpfer kommen Arn Glockenturmplatz kommen die Omnibusse der Wehrmacht mit den Olympia-Mannschaften an, die auf dem Maifeld in der für den Einzug vorgeschriebenen Reihenfolge nach dem deutschen Alphabet mit Griechenland an der Spitze und Deutschland am Schluß Aufstellung nehmen. Mit fliegenden Fahnen ziehen sie an ihre Plätze. Während an der Feierstätte das Olympia-Festorchester das Vorspiel zu Richard Wagners „Meistersingern" spielt, marschieren vor dem Glockenturm zwei Kompanien des Jnfanterielehrbataillons mit Spielmanns- und Musikzug, eine Kompanie der Kriegsmarine und eine Kompanie der Luftwaffe auf. Unmittelbar vor der Tribüne des Glockenturms ist die Salutbatterie aufgefahren, die Nationen stehen in zwei Gliederungen, 26 auf jeder Seite. Kurz nach 13.30 Uhr treffen die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees und des Organisationskomitees ein und begeben sich sofort auf ihre Plätze vor den Nationalmannschaften. Die Abfahrt des Führers zum Reichssportfeld. Trotz einsetzenden Regens harrte die Menge in der Wilhelmstrahe und auf dem Platz vor der Reichskanzlei aus, um die Abfahrt der am Empfang Teilnehmenden und die Fahrt des Führers zum Glockenturmplatz zu sehen. Gegen 14.45 Uhr war der große Empfang in der Reichskanzlei beendet. Wieder trat die Wache ins Gewehr. Kurze Kommandos ertönten, als der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß als erster die Reichskanzlei verließ und sein Wagen sich an die Spitze der langen Wagenkolonne zum Reichssportfeld fetzte. Ein Motorradfahrer mit dem Stander des IOK. eröffnete dann die Wagenreihe der Mitglieder des IOK. Als letzte verließen Generalfeldmarschall v. Blomberg, Generaloberst Goring, Generaloberst von Fritsch, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder und Reichsminister Dr. Goebbels die Reichskanzlei Brausender Beifall ertönte, als der Führer feinen Wagen bestieg. Immer wieder brachte die begeisterte Menge ihm Huldigungen dar, für die er, im Wagen stehend, mit erhobener Rechten dankte. Mit großer Freude wurde das Erscheinen des LZ. „Hindenburg" von der begeisterten Menge begrübt, der gerade während der Abfahrt des Füh. rers die Wilhelmstrahe kreuzte. Eine Viertelstunde vor dem Beginn der Eröffnungsfeier ist das Olympische Stadion bis auf den letzten Platz besetzt. Es ist ein atemberaubendes Bild, diese Menge von Menschen zu sehen — mehr als 100 000 sind es — die hier dem feierlichen Augenblick entgegenfiebern. Am Vrandenbmaer Tor. Inzwischen haben in langen Wagenkolonnen die Mitglieder des IOK. und des OK. mit dem Grafen d e Bailett-Latour und Exzellenz Lewald an der Spitze die Fahrt zum Reichssportfeld angetreten. Brausender Jubel begrüßt sie auf der Fahrt. Sie trugen zum ersten Mal die goldenen Amtsketten, die auf deutsche Anregung geschossen wurden und in Zukunft die Zeichen ihrer Wurde sein werden. Bald geben lauter und lauter werdende Jubelrufe, die von der Wilhelmstrahe her herüberschallen, davon Kunde, dah der Schirmherr der Olympischen Spiele die Reichskanzlei verlassen hat. Langsam, im Wagen stehend, durchfährt der Führer das Spalier, umbrandet von einer Be- geifterung, die ihm aus vollen Herzen entgegen« schlägt. Dann kommt die Fackel näher und näher. Stärker wird der Jubel, großer die Begeisteruna. Eilenden Fußes hat der Fackelträger den Pariser Platz erreicht und nun durchläuft er, während sich die Hände dem olympischen Symbol entgegenrecken, das Wahrzeichen Berlins, das Brandenburger Tor. Der Führer auf dem Reichssportfeld. ■ 8® ■ ' . WM M1 ft ■: t * V * Vk '« - . I Die Ankunft des Führers auf dem Reichssportfeld. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler betritt mit den Mitgliedern des Internationalen und Nationalen Olympischen Komitees durch das Marathontor das Stadion. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Man sieht beinahe das gesamte diplomatische Korps und alle führenden Persönlichkeiten 'aus Staat und Bewegung. Die Heilrufe klingen gewaltig auf. Der Führer ist, begleitet vom Reichsinnenmini st er, am Glockenturm eingetroffen und hat die Front der hier aufgestellten Ehrenbataillons abgeschritten. Dann betritt er das Maifeld. Der Kommandeur der Salutabteilung erstattet seine Meldung, die Fanfarenkorps auf den Türmen des Marathontores blasen die Olympia- Fanfare 1936. Am Glockenturm begrüßt der Führer sämtliche Mitglieder des IOK. und des OK. und betritt dann, von ihnen begleitet, das Olympische Stadion. In einem ohrenbetäubenden Orkan des Jubels bricht das gesamte Stadion aus, als es des Führers auf der höchsten Stufe der Marathon- treppe ansichtig wird. Das ganze Stadion hat sich von den Plätzen • erhoben, eine Delle begeisterter Verehrung begleitet den Führer aus seinem Dege zur Ehrenloge. Ein reizendes kleines Blondköpfchen überreicht dem Führer einen Blumenstrauß. Als der Führer in der Ehrenloge sichtbar wird, an deren Ehrenmasten die Standarte des Führers und die Olympiaflagge geheißt werden, brandet wieder die Welle der Begeisterung und Verehrung zu ihm empor. Der Führer wird in der Ehrenloge durch feinen Stellvertreter Reichsminister Heß empfangen. Die 46 Mitglieder des IOK. und 39 Mitglieder des Organifationskomitees nehmen ihre Plätze ein. Alle Musikkapellen spielen die Nationalhymnen, die von den Hunderttausend begeistert mitgesungen werden. Aus des Kommando „Heißt Flagge" steigen langsam auf sämtlichen Masten des Stadions die Fahnen der beteiligten Länder empor. Die Glocke ruft, die Glocke rüst, die Juaeud kommt. In die atemlose Stille tönt plötzlich die eherne Stimme der Olympischen Glocke, und ehe ihre Klänge verstummt sind, taucht im Tunnelausgang des Marathontores das blauweiße Banner Griechenlands auf, dem noch olympischen Brauch die Ehre zuteil wird, als erste der Nationen in die Kampsstätte zu ziehen. Hinter der Fahne folgt der Marathonsieger Spiridon Luis, die Offiziellen und die griechische Mannschaft. Unter tosendem Jubel zieht die schmucke Gruppe über die Laufbahn. An der Ehrentribüne senkt sich die Fahne, die Griechen erheben die Hand zum olympischen Gruß. Dann folgen mit ihren Fahnen alle übrigen Nationalmannschaften. Alle Nationen erweisen ihren Gruß dem deutschen Staatsoberhaupt, dem Präsidium des IOK, und OK. je nach dem Brauch ihres Landes. Als das Hakenkreuzbanner im Marathontor sichtbar wird, spielt die Kapelle das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Alle Mannschaften entblößen ihre Häupter und erheben, wie die Besucher, die Hände zum Gruß. Hinter der Freiheitsfahne marschiert der Reichssportführer, wie die gesamte deutsche Mannschaft ganz in weiß gekleidet. Nur die 14 Offiziere der Militärmannschaft tragen Uniform ihrer Truppenteile. Mit 45 Frauen und 382 Männern ist die deutsche Mannschaft die stärkste von allen teilnehmenden Nationen. Schnurgrade ausgerichtet stehen auf dem prächtigen grünen Rasen die Tafelträger und hinter ihnen die Träger der Fahnen. Der Aufmarsch ist vollendet. Ein unbeschreiblich schönes unvergeßliches Bild bietet sich dem Auge. Handelt ritterlich! Der Beifall ist verklungen. Aus den Lautsprechern bringt vernehmlich die Stimme des greifen Barons Pierre d e Coubertin, der leider der Feier persönlich nicht mehr beiwohnen kann: „Das entscheidende Gewicht bei den olympischen Spielen liegt nicht im Sieg, sondern in der Teilnahme. Nicht etwa zu kämpfen, sondern ritterlich zu handeln ist das Wichtigste!" Zugleich erscheinen diese Worte in deutscher Sprache auf der Anzeigentafel. Der Präsident des Organisationskomitees Staatssekretär a. D. Dr. Lewald hält dann eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Mein Führer! Im Namen des Organifationskomitees für die XI. Olympiade Berlin 1936 habe ich die Ehre, Sie als den Schirmherrn der Olympischen Spiele Berlin in diesem herrlichen Stadion, das nach ihrem Willen geschaffen ist, in Dankbarkeit und Ehrerbietung zu begrüßen. Was könnten die stärksten Worte der Begrüßung und des Dankes an einzelne heute und hier sagen, das nicht überklungen würde von dem ungeheuren Eindruck dieses gewaltigen Raumes mit seinen edlen Maßen, von der kraftvollen Schönheit dieser jungen Mannschaften zu unseren Füßen. So bitte ich alle die vielen bedeutenden und wertvollen Männer und Frauen, die in Deutschland und in allen anderen Ländern der Erde die Abhaltung dieser Spiele ermöglicht haben, und Sie alle, die mit Ihrer Anwesenheit zur Weihe dieses Festes beitragen, den beglückenden Anblick dieser Äugend der Welt als unseren Dank entgegenzunehmen. Mein Auge, das dieses weile Rund umkreist, wird gebannt durch das hehre Schauspiel friedlicher Völkervereinigung. Wo gibt es noch eine Feslslälle, wo gab es je eine, auf der die Fahnen von mehr als 50 teilnehmenden Volkern, gemischt mit dem deutschen Banner und dec Olympischen Fahne, wehen? Vor uns in Reih und Glied viele lausende junger Männer und Frauen, die Jugend von mehr als 50 Völkern, ihre Angehörigen in buntem Gemisch um uns herum, und alle diese beseelt von der Vorfreude auf ein stolzes, schönes und ritterliches Fest. Diese machtvolle Beteiligung der Volker der Erde an den Berliner Olympischen Spielen beruht auf dem sittlichen Gehalt des olympischen Gedankens. Er ist ausgesprochen in dem Olympischen Eid, den Beweis Fähigkeiten des deutschen leben Tausende von Ihnen aus fünf Erdteilen ertennun tungen zum Der Berichterstatter des großen Pariser Sportblattes „L'A u t o" schreibt in seinem ausführlichen lichem Geiste zur Ehre unserer Länder und zum Ruhme des Sportes." Alle Teilnehmer, auch die Hunderttausend, haben ihre Häupter entblößt und den Schwur vernommen, den sie auch auf der Anzeigentafel lesen. Händels „Halleluja", das Professor Bruno Kittel zu schöner Eindringlichkeit gestaltet, beschließt den erhebenden Akt. P a r i s , 2. Aug. (DNB.) Die feierliche Eröffnung der XI. Olympischen Spiele in Berlin beschäftigt am Sonntagmorgen die gesamte Pariser Presse. Fast in allen Blättern kommt rückhaltlose A n - g der gewaltigen deutschen Vorberei- Ausdruck. gewesen. Außerordentlich lobend Äußert sich der Pressevertreter auch über die Stadionanlage. Der „Sunday Expreß" nennt das Reichs- sportfeld „Deutschlands olympisches Paradies". Auch die „S u n d a y Times" widmet der Eröffnung der Spiele einen Leitartikel und schreibt, die Vorbereitungen in Berlin seien von einer noch nicht dagewesenen Großzügigkeit. Deutschland sei ein Land, das in den letzten 150 Jahren der europäischen Zivilisation viele Beiträge geleistet habe, und nicht zuletzt auf dem Gebiete der Wiedergewinnung alter Kulturen. In diesem Sinne seien die Olympischen Spiele in Berlin besonders angemessen. Belgien „restlos begeistert". Begeistertes Echo in der Welt Die ersten Preffestimmen aus dem Ausland. Laufbahn wird er vom Präsidenten des IOK. Graf Baillet-Latour und dem Präsidenten des OK. empfangen und zum Führer geleitet, dem er den Oelzweig mit den Worten reicht: „Ich übergebe Ihnen diesen Oelzweig aus Olympia «ls ein Symbol der Liebe und des Friedens. Wir wünschen uns, daß die Völker stets nur in diesen friedlichen Wettkämpfen sich begegneten." Während dieser Zeit haben die Fahnen der Rationen sich um das Rednerpult geschart, zur Linken die von Griechenland bis Japan, zur Rechten die von Jugoslawien bis zu den Vereinigten Staaten. „Wir schwören" Der Fahnenträger Deutschlands und Rudolf Ismayr, einer der deutschen Olympiasieger aus Los Angeles, treten in das Halbrund der Fahnen. Rudolf I s m a y r hebt die rechte Hand zum Schwur, während er mit der Linken das Tuch des Hakenkreuzbanners ergreift. Bei gesenkten Fahnen spricht er jedes Wort feierlich betonend, den Olympischen Eid: „Dir schwören, bei den Olympischen Spielen ehrenhafte Kämpfer zu fein und die Regeln der Spiele zu achten. Dir nehmen teil in ritter- Bericht über die Eröffnungsfeier am Samstag, der Führer habe den modernen Olympischen Spielen einen noch nie dagewesenen Auftrieb gegeben. Paris, Amsterdam und Los Angeles hatten gewiß feit Athen Etappen einer Entwicklung dargeftellk. Berlin habe jedoch alles übertroffen. „Jour" berichtet, der Empfang der französischen Mannschaft im Stadion habe alle Erwartungen übertroffen. Reben dem anhaltenden Beifall für den Führer und die deutschen Sportler sei es die französische Mannschaft gewesen, die sich die Menge zum Ziele ihres Beifalls auserwählt habe. Die Berliner hätten am gestrigen Samstag eine Geduld an den Tag gelegt, die wirklich zu bewundern fei. Wie auch das Ergebnis der deutschen sportlichen Leistungen sein werde, so erklärt das „Echo de Pari s", der Eröffnungstag der XI. Olympischen Spiele selbst sei das Wichtigste, das Eindrucksvollste und Gewaltigste. Aehntaufende von Jungen hätten den ganzen Tag über im gleichen Schritt unter Gesang ihrem Führer den Dank dafür abgestattet, daß er ihnen die Freude zum Leben gegeben habe. Beim Anblick der Legionen des neuen Deutschland, fo meint der Sonderberichterstatter des Blattes, habe er einen traurigen vergleich dieser Jugend mit erhobenen Armen und derjenigen, die die Faust zum Gruße erheben lerne, gezogen. Der „M a t i n" schreibt, mit 100 000 Kehlen und mit 100 000 Armen sei der deutsche Kanzler bei seinem Eintreffen im Riesenstadion begrüßt worden. Richt nur weil er der Chef der deutschen Regierung sei, sondern weil man einem Manne danken für die nächsten Wochen in enger kameradschaftlicher Verbundenheit in dem Olympischen Dorf, dessen Einrichtung wir der Wehrmacht des Reiches danken. Das oeutsche Heer trägt so Größtes zum Gelingen unserer friedlichen Spiele bei — ein wundervolles Sinnbild seines Wesens. Möchte trotz heißen Ringens und trotz der Leidenschaft der Kämpfe Eintracht und Herzlichkeit unter Ihnen allen herrschen, möchte damit ein leuchtendes Vorbild für das von dem Führer und Reichskanzler Deutschlands immer wieder betonte Ideal friedlichen Zusammen- Oesterreich und Ungarn des Lobes voll. Wien, 2. Aug. (DRV.) Die Blätter veröffent- lichen seitenlange Berichte über die Eröffnung der Olympischen Spiele in Berlin. Sie bezeichnen die gestrigen Feierlichkeiten als ein grandioses Fest, wie es nur den Deutschen mit ihrer Begabung, Feste zu feiern, und ihrem Organisations- latent gelingen könnte. Man habe Aehnliches wie den gestrigen Olympia-Auftakt in Berlin kaum noch in der Welt gesehen. Besonders unterstreichen die Blätter auch den herzlichen Empfang der Oesterreicher in Berlin. B u d a p e st, 2. Aug. (DRB.) Die Berichte über die Eröffnung der Olympischen Spiele werden von den ungarischen Blättern an leitender Stelle veröffentlicht. In spaltenlangen Artikeln und Sonderberichten geben die Zeitungen ein imposantes Bild von der Berliner Olympiade, die allgemein als die größte sportliche Veranstaltung der Geschichte bezeichnet wird. Als besonders rühmenswert wird die tadellose Organisation der Spiele und die aufrichtige Herzlichkeit registriert, mit der die Ungarn vom Berliner Publikum aufgenommen worden sind. „Aue unerhörte Feier." Die jugoslawische Presse zum Olympia-Beginn. Belgrad, 3. August. (DRB. Funkspruch.) Die jugoslawischen Blätter berichten in größter Ausführlichkeit über die Eröffnung und den Beginn der Olympischen Spiele. Die Berichte geben einmütig den gewaltigen Eindruck wieder, den die Eröffnungsfeier machte, die von der „Politika" eine „unerhörte Feier" genannt wird. DieWnstenTraumeßbertroffen. Bewunderung in Dänemark und Schweden. Kopenhagen, 2. Aug. (DRB.) Die Eröffnung der XI. Olympischen Spiele in Berlin steht im Mittelpunkt des Interesses der dänischen Presse. Heroorgehoben werden besonders die ausgezeichnete Organisation und die prachtvollen klassisch- architektonischen Linien des Stadions. Der Führer und mit ihm ganz Deutschland hätten sich für die Olympischen Spiele eingesetzt, und bereits der erste Tag mit seinen Erfolgen habe die kühnsten Träume übertroffen. Die Blätter bedauern, daß der Schöpfer der modernen Olympischen Spiele, Pierre de Coubertin, der Eröffnung der XL Olympischen Spiele nicht habe beiwohnen tön? nen. Es wäre für ihn ein wunderbares Erlebnis gewesen, seine Idee in so gigantischer Form verwirklicht zu sehen. Stockholm, 2. Aug. (DRB.) Die Morgen- blätter bringen ausführliche Berichte über die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. Die Anerkennung und Bewunderung des „W underwer- kes deutscher Organisation" ist allgemein und gilt nicht nur der Ordnung auf dem Reichssportfeld, sondern auch der Derkehrsordnung auf den Zufahrtsstraßen. Sehr ausführlich berichtet die Presse über die letzte Strecke der olympischen Fackel- läufer. „Sagens Ryheter" findet namentlich für d i e SA. - und SS. - Verkehrsordner Worte rückhaltloser Anerkennung. Alle Blätter bringen reiches Olympia-Bildmaterial. Ausklang. In der gleichen Reihenfolge wie beim Einmarsch verläßt dann die Blüte aus 52 Rationen das Olympia-Stadion, das die Jugend der Welt nun 16 Tage lang als ritterliche und ehrenhafte Kämpfer sehen wird. Und wieder jubeln ihnen die Zeugen dieser herrlichen Stunden zu. Alle Mannschaften grüßen auch beim Abmarsch zur Führerloge herauf. Der Führer und die Präsidenten Graf B a i l l e t - L a t o u r und Dr. L e w a l d danken ihnen unermüdlich. Frankreich, Oesterreich, Ungarn, Griechenland, Kanada, England, die nordischen Staaten und die Schweiz nut dem famosen Fahnenschwinger H u g, aber auch die Amerikaner werden besonders ausgezeichnet. In die unbeschreibliche Begeisterung, der die deutsche Mannschaft aus dem Stadion geleitet, klingt spontan taktmäßiges Händeklatschen. In diesen Jubel sind die heißen Wünsche für das Abschneiden unse- lebens aller Völker geschaffen werden! So soll dieses Fest der Völker ein Fest des Sieges für die Besten, ein Friedensfest für alle fein. Besiegeln wir diesen Glauben, liebe Sportfreunde aus nah und fern, indem wir uns im Geiste die Hände reichen, erheben wir uns zu Ehren des Festes von den Plätzen in dem heißen Wunsch, daß wir alle gemeinsam ein unvergleichliches Fest erleben mögen, ritterlich in seinem Kampfe, unerreicht in seinen Leistungen, einzigartig in seinem Geiste, ein hell leuchtendes Glied in der, wie wir alle zuversichtlich glauben, unendlichen Kette kommender Olympischer Spiele. Das walte Gott! Nunmehr richte ich an Sie, mein Führer, die ehrerbietige Bitte, die Eröffnung der Olympischen Spiele von Berlin zur Feier der XI. Olympiade verkünden zu wollen." Der Führer eröffnet die Spiele. Der Ville folgend, tritt der Führer vor das Mikrophon der Lhrenloge. Mil klarer Stimme spricht er die Worte: „Ich erkläre die Spiele von Berlin zur Deihe der XI. Olympiade neuer Zeitrechnung als eröffnet." Das heilige Feuer kommt. Ein Chor von 1000 Sängern, begleitet vom Olympia-Orchester unter Leitung des Komponisten Meister Richard Strauß, stimmt die Olympische Hymne an: „Völker seid des Volkes Gäste, Kommt durchs offene Tor hinein! Friede sei dem Völkerfeste, Ehre soll der Kampfspruch fein. Junge Kraft will Mut beweisen, Heißes Spiel Olympia, Deinen Glanz in Taten preisen, Reines Ziel: Olympia." Im gleichen Augenblick tritt am Osttor der l etzte Fackelläufer, der Berliner Mittelstreckler, S ch i l g e n, ein, auf der Osttreppe hat zu beiden Seiten der Ehrendienst Spalier gebildet. Wieder erhebt sich alles von den Plätzen, um d a s o l y m - pifche Feuer, das aus dem heiligen Ham von Olympia, von der Sonne Griechenlands entzündet, über viele taufend Kilometer von Hand zu Hand roeitergegeben, nach Berlin getragen wurde, zu grüßen. Leichtfüßig fliegt der blonde deutsche Junge über die Bahn, eilt die Treppe des Marathontores hinauf, und auf dem Block, der den Dreifuß mit der Feuerfchale trägt, bleibt er einen Augenblick stehen und grüßt mit der Fackel die olympische Gemeinde, die hier versammelt ist, ehe er den Brand in die Schale wirft. Sofort loht die Flamme empor, die der Well den olympischen Frieden verkündet. Aus der griechischen Mannschaft tritt Spiridon Louis, der Marathonfieger bcr I. neuzeitlichen Olympischen Spiele, in seiner Nationaltracht hervor, in den Händen trägt er einen Oelzweig aus dem heiligen Hain von Olympia mit einem Band in den blauweißen griechischen Farben umwunden. An der Brüssel, 2. Aug. (DNB.) Die Sonntag-Mor- genblätter bringen ausnahmslos begeisterte Berichte über den herzlichen Empfang der belgischen Sportler und ganze Seiten über die Eröffnungsfeier. Die Schilderung der festlichen Straßen Berlins und der Anlagen des Reichssportfeldes nehmen einen breiten Raum ein. Die Mehrzahl der belgischen Blätter ist von der organisatorischen Leistung, die das deutsche Volk vollbracht hat, restlos begei- t e r t. Die flämische Zeitung „Het laatfte Nieuws" schreibt, die Olympischen Spiele hätten erneut einen für die überragenden organisatorischen n des deutschen Volkes erbracht. rer Fahne, die der Diskuswerfer Fritsch den Kämpfern ooranträgt, verwoben. Kaum sind die Letzten im Bogen des Marathontores verschwunden, bricht erneut ein Sturm des Jubels aus, der den Führer, solange er in der olympischen Stadt ist, und auch auf der Heimkehr über die Via Triumpha- lis geleitet. An der feierlichen Eröffnung der Spiele, die damit ihren Abschluß gefunden hatte, nahmen alle führenden Persönlichkeiten des ausländischen und deutschen Sports, sowie die höchsten Vertreter von Staat und Partei teil. Dem Führer zur einen Seite saß der italienische Kronprinz, zur anderen Graf Baillet-Latour, Exzellenz L e w a l d , die Minister und Staatssekretäre der Reichsregierung, die Reichsleiter der Bewegung und viele führende Männer von Partei und Staat. Hinter der Führerkanzel hatten die Mitglieder des IOK. und OK. Platz genommen. Das Diplomatische Korps war fast vollzählig vertreten, und endlich sah man neben den Siegern früherer Olympiaden zahlreiche andere hohe Persönlichkeiten, so den Kronprinzen Paul von Griechenland, Prinz GustafAdolf von Schweden, Prinz und Prinzessin Axel von Dänemark, den italienischen Propagandaminister A 1 f i e r i, den berühmten schwedischen Forscher Sven Hedin, den amerikanischen Nationalhelden Oberst Charles Lindbergh mit feiner Gattin und viele andere. wolle, der durch diese Spiele die Kraft des Deut- < scheu Reiches und sein organisatorisches Können ' der Welt unter Beweis gestellt habe. Der „Petit P a r i f i e n" sagt, Deutschland 1 habe die Olympischen Spiele in einer noch nicht dagewesenen Größe Wirklichkeit werden lassen. Der Eindruck dieser Eröffnungsfeier werde eine gram diose Erinnerung bei den 100 000 Zeugen dieser Feier vom Samstag zurücklassen. Ulan habe in Frankreich über den Empfang der französischen Mannschaft bei den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen bei einigen Journalisten Zweifel geäußert. Alle jene Zweifler seien aber am Samstag beim Einzug der französischen Sportler in das Olympia-Stadion überrascht worden, kaum habe sich die französische Fahne am Eingang gezeigt, so hätten sich die Blassen wie auf ein Kommando einmütig erhoben, und ein Sturm der begeisterten Freude sei losgebrochen. Der Sonderberichterstatter des „E x c el s i o r" erklärt, noch niemals sei eine Olympiade in einer so grandiosen Art und Weise eröffnet worden. Das „Petit Journal" nennt den Moment des Einmarsches der französischen Mannschaft tief ergreifend. Der Beifall habe nicht abreißen wollen. Keine andere Mannschaft sei von den 100 000 so herzlich begrüßt worden. Auch das „Journal" meint, bei dem Empfang der französischen Mannschaft im Stadion habe man das Gefühl gehabt, einen der großen Augenblicke des Weltgeschehens mitzuerleben. „Das großartigste Sporlereignis das die Welt je gesehen hat." Begeisterung in der englischen Presse. London, 2. Aug. (DNB.) Die Spalten der Londoner Sonntagspresse sind mit begeisterten Berichten über die Eröffnung der Olympischen Spiele gefüllt, begleitet von zahlreichen Bildern. Ausnahmslos äußern sich sämtliche Zeitungen in restloser Anerkennung über die umsichtigen Vorkehrungen der deutschen Behörden, die Herzlichkeit des Empfanges und nicht zuletzt über die ebenso schönen wie gewaltigen Olympiabauten. Der Berichterstatter des „Sunday Dispatsch" leitet seinen Bericht mit den Worten ein: „Ich war in Berlin auf starke Eindrücke gefaßt, aber dieses Schauspiel hat mich geradezu überwältigt. Es gibt hier keinen Maler wie Turner, der die herrliche Farbenfreudigkeit der Szene feft» halten konnte, es gibt keinen Wagner, der die Symphonie ihrer Bewegung zu bannen imstande wäre; es gibt nur eine armselige Schreibmaschine, die mir helfen muß, das Gesehene wiederzugeben." Der Berichterstatter schildert hierauf die Eröffnungsfeierlichkeiten. Worte konnten allein nicht die freudige Erregung beschreiben, die beim Einmarsch der Nationen geherrscht habe. Der Berichterstatter betont die außerordentliche Wärme, mit der die französische wie die österreichische Mannschaft empfangen worden seien. Die Sonntagszeitung „News o f the World" spricht von einem unvergeßlichen Ereignis und schreibt, es sei unmöglich, in bloßen Worten den Jubel zu beschreiben, mit dem der Führer begrüßt worden sei. Das gleiche gelte für die riesige Begeisterung beim Vorbeimarsch der „Blüte der Nationen" vor Adolf Hitler. Bei der Herstellung des Rahmens für die Olympischen Spiele mache sich überall die deutsche Gründlichkeit bemerkbar. Als besonders eindrucksvoll schildert der Berichterstatter die deutsche Mannschaft, die die würdige Vertreterin einer Nation sei, die soviel getan habe, um den Erfolg der Spiele zu sichern. /Einen anderthalb Spalten langen Bericht veröffentlicht der „O b s e r o e r" auf feinem Hauptblatt. Kein sportliches Treffen habe einen besseren Anfang gehabt. Das neue Deutschland scheine der hervorragendste aller Gastgeber zu fein. Diese Veranstaltung fei das großartigste Sportereignis, das die Welt je gesehen habe. Das verjüngte Berlin mit feinem neuen Anstrich, feinen neuen Straßen und feinen Taufenden von Flaggen und Bannern atme den Geist der Jugend. Bei einem Besuch im Olympischen Dorf komme man unwillkürlich auf den Gedanken, daß die Welt glücklicher sein würde, wenn es gelänge, die Jugend aller Rationen häufiger auf diese Art zusammenzubringen. Der Berichterstatter der „Sunday Times" । erwähnt besonders die herzliche Begrüßung der französischen Mannschaft und spricht in dieser Verbindung von einem dramatischen Augenblick. Der Eindruck der deutschen Mannschaft . bei ihrem Einmarsch sei stärker als der aller anderen Sie, meine kämpfenden Teilnehmer, nunmehr schworen werden. Amateur sein, heißt den Sport frei von Eigennutz und Gewinnsucht betreiben mit dem alleinigen Ziel der Vervollkommnung und nur zur Ausbildung der seelischen und körperlichen Eigenschaften, die Staat und Volk von ihren Bürgern verlangen. Der Amateurgrundsah ist hoch und heilig. Rur solange Sport nicht ein selbstischer Zweck, sondern sittliche Pflicht, nicht schales Vergnügen und öde Erlebnissehnsucht, sondern Zucht und Hingabe an ein höheres Ziel ist, darf ihm ein solches Fest bereitet werden. Rur dann ist er würdig der Förderung aller Regierungen und Völker, nur dann verdient er die Begeisterung der Jugend und die Teilnahme des Alters, ver- dient er den klang der Musen und die Ehre des Geistes. Denn die Olympischen Spiele, wie sie Baron Pierre de Coubertin erneuert hat, verbinden Wettkampfe des Sports mit den Wettbewerben der Künste und des Geistes. Jeder, der an diesen Wettkämpfen teilnimmt, tunt es nach dem Wahlspruch des Begründers, daß nicht zu siegen, sondern teilzu- nehmen Ehre und Sinn dieser Spiele ist. Und so schlagen unsere Herzen voller Dank und Bewunderung dem Manne entgegen, der als einer der größten Erzieher aller Zeiten vor 42 Jahren die seit anderthalb Jahrtausenden versunkenenOlym- pischen Spiele des Altertums mit dem genialen Blick des Sehers für unser und alle kommenden Zeitalter erneuerte, dem lebenslänglichen Ehrenpräsidenten der Olympischen Spiele, Baron Pierre de Coubertin, dessen geistvolle Züge in ebenem Bild den Saal des Olympischen Komitees schmücken. Ich danke dem großen deutschen Meister der Töne Dr. Richard Strauß, daß er uns das olympische Weihelied beschert hat, das nach dem gestern gefaßten Beschluß des Internationalen Olympischen Komitees die Hymne für alle späteren Olympiaden sein soll. Mit besonderer Wärme und freudiger Bewegung gilt mein Heil-Ruf der Jugend von mehr als 50 Volkern, die weit zahlreicher als je bei früheren Olympischen Spielen versammelt ist, ein heiliger Frühling der Volker, der um olympische Ehren und Siege ringen und kämpfen will. Und als Mahnwort für Ihr Ringen rufe ich Ihnen Verse des großen deutschen Dichters Friedrich Schiller zu, denen Beethovens Genius in der Neunten Symphonie die höchste Weihe verliehen hat: „Froh wie feine Sonnen fliegen durch des Himmels prächt'gen Plan, laufet, Brüder, eure Bahn freudig, wie ein Held zum Siegen!" Ergriffenheit in Italien. „Eine unvergleichliche Kundgebung der Brüderlichkeit." Rom, 2. Aug. (DNB.) Die italienische Presse ist von den Feierlichkeiten in Berlin geradezu überwältigt. In seitenfüllenden Berichten schiloern die Sonderberichterstatter das übermächtige Erlebnis des Eröffnungstages, dessen Programm sich von Stunde zu Stunde in wohldurchdachtex Weise gesteigert habe und ein wahres Fett- und Weihespiel geworden sei. „Deutschland hat , so heißt es in der „Voce d ' Ita 1 i a", „in der olympischen Idee das Symbol der Jugend, der Schönheit und des Friedens verherrlicht. Was an Grandiosem für eine unermeßliche Gemeinschaft erdacht werden konnte, ist verwirklicht worden." „Messagero" spricht von einem triumphalen Tag nicht nur für den Sportgedanken, sondern vor allem auch für Deutschland und für Berlin. „Die Deut- chen dürfen auf den Erfolg, den sie mit der Eröffnung >er Olympiade errungen haben, wahrhaft stolz fein." Dieser Erfolg fei im höchsten Grade verdient. Dazu komme eine Atmosphäre größter Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die alle Gäste ohne Ausnahme umfasse. Die Deutschen dürften sich rühmen, eine unvergleichliche Kundgebung der Brüderlichkeit und der Solidarität mit dem Odem des Lebens erfüllt zu haben. „Roch niemals ist der Sport mit solcher Pracht und solcher Feierlichkeit verherrlicht worden wie bei der Eröffnung der XI. Olympiade in Berlin", so schreibt „P o p'o 1 o di Rom a". Die Deutschen haben für diese kultische Handlung den weitesten und monumentalsten Tempelbau der Welt erstellt, haben diesem Welttreffen den großartigsten Rah- men gegeben. Aus all und jedem fühlte man heraus, daß dieser Tag mehr als nur eine Eröffnungsfeierlichkeit fein sollte, daß es zu höherer Bedeutung und symbolischer Sinngebung herausgehoben wurde." Worte tiefer Ergriffenheit finden alle Berichterstatter für die Feierlichkeit des Olympiaschwurs, für das Entzünden des Olympischen Feuers, für das weihevolle Erklingen der Olympiaglocke, für die musikalischen Darbietungen und ebensosehr für die jubelnde Begrüßung des Führers und der deutschen Mannschaft. VollsteAnerkennunginFrankreich Berlin hat alles übertroffen. Etliche Olympische Feierstunde. Das Festspiel „Olympische Jugend^ im Stadion. Die Schleier der Nacht haben sich über die Olympische Stadt gesenkt. Der festliche Schauplatz ist wieder von hunderttausend erwartungsvollen Menschen besucht, die der ersten Aufführung des Olympischen Festspiels, das den Generalsekretär des Organisationskomitees, Dr. Carl Diem, zum Verfasser hat, beiwohnen wollen. Der Riesenraum, der fast im Dunkel liegt und bei dem nur der Umgang zwischen dem unteren und dem oberen Ring matt erleuchtet ist, ist kaum in den äußeren Umrissen zu erkennen. Nur im Marathontor wirft das Olympische Feuer den flackernden Schein auf die Seitenwände der Türme, jene Wände, in die während der Kämpfe die Namen der Sieger eingemeißelt werden. Lediglich der für die Chöre und die Orchester bestimmte Block in der Mitte der der Ehrentribüne gegenüberliegenden Seite wird von sechs Scheinwerfern aus dem unteren und zwei aus dem oberen Ring erleuchtet. Ihre Lichtkegel lassen auch erkennen, daß zu dieser nächtlichen Feierstunde die Besucher Kopf an Kopf gedrängt in den gewaltigen Rängen sitzen. Sonst liegt alles in tiefem Dunkel. Das Festspiel, dessen Entstehung auf einen Wunsch des Begründers der Olympischen Spiele, Baron Pierre de Coubertin, zurückgeht, gliedert sich in fünf Bilder. An seiner Gestaltung wirken m als zehntausend Teilnehmer mit. Die Musik schrieben der Sieger im Musikwettbewerb der XI. Olympischen Spiele Werner E g k und Carl O r f f, während die Gesamtleitung des Festspiels Dr. Hans Niedecken-Gebhard hat. Plötzlich verlöschen auch die letzten Lichter. Zum zweitenmal an diesem Tage dröhnt die eherne Stimme der Olympischen Glocke: „Ich rufe die Jugend der Welt!" Werner E g k s „Festlicher Willkommensruf" wird von der in Rhythmus und Klang neuartigen Musik Carl O r f f s abgelöst. Scheinwerfer richten nun ihre Hellen Strahlenbündel auf die große Freitreppe des Marathontores, die von quirlendem Leben überflutet. Tausende von ganz in weiß gekleideten Mädchen ungefähr gleicher Größe eilen die Freitreppe herunter. Aus dem Marathontor stürmen viele hundert Jungen in den Farben der olympischen Ringe in das Innere. Ein entzückender Reigen der Mädchen, der das Oeffnen und Schließen frischer Blüten versinnbildlicht, löst begeisterten Jubel aus, der sich vervielfacht, als die Kinder auf der ganzen Innenfläche die wehende Olympische Fahne bilden. Dann jagen sie mit frohem Jauchzen wieder aus der Bahn. Im aleichen Augenblick tanzen über die Freitreppe des gegenüberliegenden Osttores in kurzen lachsfarbenen und langen weißen Tanzkleidern fast 3000 Mädchen in das Innere, um einen anmutigen Laufreigen zu zeigen, der in drei großen Kreisen endet. Aus ihrer Schar tritt in fließend rotem Gewand die Palucca. Wundervoll in den Bewegungen eines meisterhaft beherrschten Körpers und erfüllt von übersprudelnder lebendiger Kraft gleitet sie, vollendete Anmut, dahin. Ein lebendiger Rasen bringt Ball-, Reifen- und Keulenspiele von 500 Mädchen, und ein verwirrend scheinendes, aber herrlich gegliedertes Laufspiel läßt die ganze Fläche bewegt erscheinen. Nach der Anmut der Mädchen folgen im dritten Bild die Jungen, die mit fröhlichem Geschrei in das Innere stürzen. In den Bögen haben sie im Handumdrehen ihre Zelte errichtet, ihre Lagerfeuer entfacht. Nun singt und tanzt die Jugend aus aller Welt, die die Glocke rief. Lustige Knabenspiele rufen in den Besuchern Jugenderinnerungen wach. Aber sie halten es mit dem Sprecher: Laßt sie toben, laßt sie tollen, Männerwille, Männertaten wachsen auf. Auf einen Schlag erlischt das Licht, um gleich darauf die grellen Kegel auf das Marathontor zu richten. Nach feierlich gemessenen Klängen zieht das Heer der tausend Fahnen, von prächtig gebauten Jünglingen in den erhobenen Händen getragen, in zwei großen Gruppen in die Kampfbahn ein, voran die Olympische Flagge vor den Fahnen aller Nationen; am Schlüsse die des gastgebenden Landes, die Freiheitsbanner des neuen Deutschlands. Dor dem Osttor teilen sich die Gruppen und schwingen zum Gruß die Fahnen, während in der Mitte Franz H u g, der Schweizer Meisterschwinger, das Olympische Tuch gewandt um seinen Körper wirbelt und auch hoch in die Lüfte steigen läßt, um es mit unfehlbarer Sicherheit wieder aufzufangen. Dann weiht sich die Jugend dem olympischen Gedanken. Jugend zu Jugend schließt sich zusammen, reicht sich die Hände und ruft zur Olympischen Hymne auf. Die Banner scharen sich um das Heilige Feuer auf dem Marathontor. Die Chöre stimmen die festliche Hymne an, die ein Mahnruf und ein Bekenntnis zugleich ist: Deine Flamme lohe weiter, Junger Seele Feuerbrand — Durch die Weiten, glaubenszündend. Und die Zwietracht überwindend — Ewiges Olympia! Aus tiefstem Dunkel rief eine Stimme den Sinn des Spieles: „Pro patria est, dum uldere videmur“: Allen Spieles heil'ger Sinn: Vaterlandes Hochgewinn! Vaterlandes Höchstgebot In der Not: Opfertod! Von den beiden Breitseiten nähern sich die Pha- lanxen feindlicher Heere. In der Mitte treffen sie aufeinander, wie bei homerischen Helden, fordern mit höhnischen Reden die Führer einander heraus. Ihre Krieger bilden ein Geviert, und in diesem tragen sie ihren heldischen Kampf aus, der mit dem Tode beider endet. Werner Stammet und Harald Kreuzberg sind die Heerführer, und ihr Kampf ist Vollendung schlechthin. Auf dem Schilde werden sie herausgetragen, beweint von den Frauen, deren Klage Mary W i g m a n , Deutschlands größte Tanztragödin, beseelten Ausdruck gibt. Der Helden Opfertod aber soll nicht in bänglichen Kla- Paris, 3. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die französische Nachrichtenagentur Fournier veröffentlicht eine Meldung aus Tanger, wonach im Hauptquartier General Francos mit Hochdruck gearbeitet werde. Den ganzen Tag über verkehrten Lastkraftwagen mit Truppen, die nach L e u t a und T e t u a n befördert würden. General Franco habe die Absicht, seine Truppen bei der ersten Gelegenheit unauffällig nach Spanien zu befördern. Alan versichere außerdem, daß starke Luftstreitkräfte in Tetuan zufammegenzogen seien. Nach einer Meldung des „Figaro" sollen die nationalistischen Truppen im Norden bis auf etwa 30 Kilometer gegen Madrid vorgerückt sein. Im Süden seien die Truppen des Generals Franco bis kurz vor Albacete vorgerückt. Ihr nächster Ziel sei Toledo. Nach näheren übereinstimmenden Meldungen seien die Truppen der Garnison von Valencia größtenteils für die Militärgruppe eingestellt. Die Marxisten hielten bereits seit Ausbruch des Bürgerkrieges die Kasernen unter strengster Bewachung. Die Anforderung von Verstärkungen aus Valencia durch Madrid könne daher nur in sehr beschränktem Umfange erfolgen. Der „Jour" meldet, daß die Nationalisten am Samstag 13 feindliche Flugzeuge abgeschossen hätten. Die Rundfunkstation von Sevilla hat am Sonnlagmorgen eine Verlautbarung ausgegeben, wonach den ganzen Samstag über Truppen der Militärgruppe aus Marokko ohne Schwierigkeiten nach Spanien überseht worden seien. Es handele sich um Verstärkungen für die auf Madrid vorrückenden Truppen. Im Laufe des Samstags seien die Marxisten überall geschlagen worden. Im Gegensatz zu dieser Nachricht steht eine Er- klärung des Zivilgouoerneurs von San Sebastian, der einem Vertreter der Agentur Havas gegenüber behauptete, daß die Nationalisten überall von den Marxisten in Schach gehalten würden. „Die Ruhe vor dem Sturm". Der Moskauer Sender mischt sich wieder ein. Lissabon, 3. Aug. (DNB. Funkspruch.) General Queipo de Llano, der in der Nacht zum Montag wieder über den Rundfunksender Sevilla sprach, erklärte, die Ruhe, die augenblicklich herrsche, sei die Ruhe vor dem Sturm. Die Lage der Madrider Regierung sei äußerst kritisch und werde noch verschärft durch den in den letzten Tagen erfolgten Uebertritt verschiedener Einheiten der Guardia Civil zur Militärgruppe. Der General nahm erneut energisch gegen die Einmischung des Moskauer Senders in die innerpolitischen Verhält- hältnisse Spaniens Stellung und wandte sich mit scharfen Worten gegen die Drohung des Generals Miaeas, der angeblich die Absicht haben soll, die durch ihre geschichtlichen Bauten und herrlichen kunstschähe weltberühmten Städte Cordoba und Granada mit Flugzeugen gen enden. Er gebiert das Glück neuen Lebens, und so mahnt das Rezitativ: „Freunde, nicht diese Töne!" Die im Schmerz zu Boden gesunkenen Frauen richten sich wieder auf, als der Schlußsatz der Neunten Symphonie von Beethoven mit Schillers Lied an die Freude ertönt. Die unsterblichen Klänge steigern sich zu einem wahrhaft Olympischen Hymnus „Seid umschlungen, Millionen, diesen Kuß der ganzen Welt!" Die Solopartien sangen Ria G i n st e r , Emmi Leisner, G. A. Walter und Rudolf Watzke, während Professor Dr. Fritz Stein den musikalischen Teil leitete. Von allen Seiten zieht nun die olympische Jugend mit dem Heer der Fahnen in das Innere und erhebt symbolisch die Arme. Scheinwerferkegel, die sich im Zenith treffen, lassen die Feierstätte zu einem Dom werden, in dem die Jugend der Welt unter dem festlichen Geläut der Olympischen Glocke sich die Hand zum Freundschaftsbunde reicht. Das Olympische Feuer auf dem Wege nach Kiel. Berlin, 2. August. (DNB.) Die heilige Flamme von Olympia, die am Sonntagabend der Feuerschale am Marathontor feierlich entnommen worden ist, durcheilt nun auch die norddeutschen Gaue. 370 Läufer sind auf dieser Strecke eingesetzt. Auf der Heerstraße und der Hamburger Chaussee begleitete ununterbrochener Jubel die Fackelläufer. Besonders groß war die Begeisterung vor dem Olympischen Dorf, an dem die Fackel um 19.40 Uhr vorbeigetragen wurde. Mit begeisterten Rufen empfingen hier Hunderte von Olympiakämpfern die Fackelträger. Dann ging es über Wustermark und Nauen nach Friesack, das nach Einbruch der Dunkelheit erreicht wurde. Gegen 23 Uhr wird Kyritz erreicht (ein und um 1 Uhr Pritzwalk, wo eine längere Pause eingelegt wird. Nach Passieren von Grivitz eilt das Feuer auf Schwerin zu, wo eine große Feierlichkeit vorbereitet wurde. Die Fackel durchläuft dann Gadebusch und erreicht über Rehna und Schönberg Lübeck, wo gleichfalls eine Weihestunde vorgesehen ist. Die Schlußstrecke führt über Bad Schwartau, Eutin und Plön In Kiel wird das Olympische Feuer zum Beginn der Eröffnungsfeierlichkeiten auf der Uten Hansekogge entzündet, die dicht vor dem Olympiaheim festgemacht hat. Bor einem Großangriff des Generals Franco? Paris meldet den Antransport von Verstärkungen der Militärgruppe aus Marokko. bombardieren zu lassen. Der Geist der nationalistischen Truppen sei ausgezeichnet. Weiter beschuldigte General Queipo de Llano als den alleinigen Verantwortlichen für die Ereignisse den früheren Ministerpräsident Portela Val- l a b a r e a , der die Macht an die Marxisten ausgeliefert habe. Vormarsch der Nationalisten ans San Sebastian. Hendaye, 3.Aug. (Vom Sonderberichterstatter des DNB.) Aus zuverlässiger Quelle wird bekannt, daß die von Pamplona her auf San Sebastian anmarschierenden Truppen der Nationalisten die über Jrun führende einzige Zugangsstraße verlassen haben, um über d i e Berge hinweg direkt auf San Sebastian vorzugehen. Gebirgsartillerie, die unter großen Schwierigkeiten mit Hilfe von Mauleseln auf die Berge hinaus- Frankreich für Mchieinmischnng. Eine Erklärung der französischen Regierung. Paris, 2. Aug. (DNB.) Am Samstagabend wurde eine amtliche Mitteilung ausgegeben, in der es u. a. heißt: „Die französische Regierung hat die allgemeinen Fragen geprüft. Die die Krise in Spanien aufwerfen könnte, und besonders die Fragen, die sich angesichts der Tatsache ausländischen Eingreifens durch Waffenlieferungen während oer Wirren in Spanien stellen. Die Regierung läßt sich von der doppelten Erwägung leiten, die internationalen Beziehungen den schädlichen Einflüssen zu entziehen, die derartige Interventionen ausüben könnten, und die freundschaftlichen Beziehungen aufrechtzuerhalten, die sie stets mit einer offiziell anerkannten Regierung unterhalten hat und die heute für die Wiederherstellung der inneren Ordnung kämpft. Die französische Regierung läßt sich angelegen sein, alle Maßnahmen zur Geltung zu bringen, die geeignet sind, die Wirren in Spanien zu verkürzen und der Ausdehnung einer ausländischen Aktivität entgegenzutreten, deren Folge eine schädliche Wirkung für die Wahrung guter internationaler Beziehungen haben könnten. Zu diesem Zweck hat die französische Regierung beschlossen, einen dringenden A p ° pell an die hauptsächlich interessier- t e n Regierungen zu richten zum Zwecke der strengen Einhaltung eines gemeinsamen N i ch t e i n g r e i fe n s. Die französische Regierung hat ihrerseits bisher in peinlichster Weise das Verbot einer Waffenausfuhr nach Spanien innegehalten, selbst für die Ausführung von Verträgen, die von den spanischen Unruhen abgeschlossen wurden. In Erwartung, daß man zu einer Uebereinstimmung der Auffassungen in dieser Hinsicht zwischen den hauptsächlich interessierten Regierungen kommen werde, zwingt die Tatsache, daß Kriegsmateriallieferungen vom Auslande an die Militärgruppe erfolgten, die französische R e ° g i e r u n g, sich ihre volle Freiheit für die Anwendung des von ihr getroffenen Entschlusses vorzubehalten." Wie im Anschluß an diese amtliche Mitteilung ver- befördert werden mußte, hat auf den Höhen Stellung bezogen und das Feuer eröffnet. Die Abschüsse können von Hendaye aus beobachtet werden. Der Angriff richtet sich zunächst gegen (Rente- na und Pasajos. Beide Orte liegen an der großen Durchgangsstraße, die von San Sebastian über Jrun nach Frankreich führt. Würden sie in den Besitz der Militärgruppe gelangen, so wären die in Jrun befindlichen regierungstreuen Kräfte völlig isoliert. Oie englische Botschaft übersiedelt nach Biarritz. Hendaye, 2. Aug. (Vom Sonderberichterstatter des DNB.) Am Samstagnachmittag sind die Mitglieder der englischen Botschaft, die ihren Sitz nach dem etwa 20 Kilometer von San Sebastian entfernt gelegenen Zaurauz verlegt hatte, auf französisches Gebiet nach Biarritz übergesiedelt. lautet, sollen Verhandlungen zwischen Italien, England und Frankreich in Aussicht genommen worden sein. Wetterbericht des Reichswelterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. An der Südseite eines ausgedehnten über der Nord- und Ostsee liegenden Tiefdrucksystems wird Mitteleuropa erneut von frischerer Meeresluft überflutet. Dabei kam es in der Nacht zum Montag im Rhein-Main-Gebiet zu teilweise heftigen Regenfäl- len, die sich auch noch am Montag in Form von Schauern fortsetzsn werden. Bei der herrschenden lebhaften Luftzufuhr dauert das unbeständige Wetter zunächst noch an, doch ist für die Mitte der Woche mit langsamer Besserung zu rechnen. Aussichten für Dienstag: Veränderliche Bewölkung, nur gelegentlich aufheiternd, doch örtliche kürzere Niederschläge, Temperatur um 20 Grad, westliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Mehr aufgeheitertes Wetter, noch nicht beständig. Lufttemperaturen am 2. August: mittags 21,3 Grad Celsius, abends 15,6 Grad; am 3. August: morgens 15,6 Grad. Maximum 22 Grad. Minimum heute nacht 12,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. August: abends 21,3 Grad; am 3. August: morgens 17,9 Grad Celsius. — Niederschläge 1,3 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. 23. Hans Thein. D. A. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'fche Univerfitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. 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Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnaturschuhgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschuhverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen (Et* gänzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichte« sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- und Her- barien-Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, Präparatoren, Ausftopfer, Pflanzensammler, Schmuärret- sig-Derkäufer, Kranzbindereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen entgegen. fiüflo Bermüliler verleg, M.-jMlelselse Verkäufe 1 Grammophon m. Platten, elktr. Schalldose für Radio zu verk. LVNY- [03512 straße 4 II. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiini11 Druckschriften sSES Bo“cn In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert! BrUhl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Nr. 179 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Montag, 3. August (936 XL OLYMPISCHE SPIELE Q99 Die olympischen Wettkämpfe in der Leichtathletik haben für Deutschland einen verheißungsvollen Auftakt genommen Unter den Augen des Führers wurden zwei Goldmedaillen errungen. Hans Wöllke gewann das Kugelstoßen mit der neuen olympischen Bestleistung von 16,20 m. Die zweite Goldmedaille für Deutschland errang die Frankfurterin Tilly Fleischer mit ebenfalls einer Olympia-Bestleistung im Speerwurf mit der Weite von 45,18m. BERLIN 1936 w» W E 71 7 -’V MM AN ' .-. Vv:; /. ** N * *- • - - V» i .ft ■-*t-' 4 21 Uhr: Voraufführung „Herakles", Dietrich-1 land — Luxemburg), Poststadion: Schweden gegen Eckart-Bühne. Japan, Hertha-Platz. 10 Uhr: Freistilringen (Dorkämpfe): 19: 9 Uhr: Moderner Fünfkampf (Schiehen), Freistilringen (Entscheidung), Deutschland-Halle. Ruhleben. 17.30 Uhr: Fußball-Vorrunde (Deutsch-' 10 Uhr: Segelfliegen (Vorführung), Staaken. sammelt. Auch die beiden anderen Deutschen Eberhardt und Krüger zeigen famose ausgeglichene Leistungen, wobei besonders Krüger mit einem 43,29-Meter-Wurf großen Beifall erntet. In der anderen Ecke des Stadions haben die Der erste olympische Kampftag ist vorüber. Zweimal ging die deutsche Flagge am großen Siegesmast empor, zweimal konnten in überquellender Sieges- steude die deutschen Nationalhymnen gesungen werden. Als Zuschauer über der Kampfbahn. Nach den vielen Vorbereitungen, nach den ungeheuren Arbeiten aller Organisatoren und nach den erhebenden Feierstunden der Eröffnung, haben nun endlich die Wettkämpfer das Wort. Sie haben Zeit gehabt, sich in aller Ruhe vor dem Kampf in dem idyllischen Olympischen Dorf zu erholen und sie kennen nicht die Nöte des kleinen Menschen, der in dem Riesenbau des Stadions sitzt und unter Hunderttausenden geduldig der Dinge harrt, die da kommen sollen. Was weiß der Wettkämpfer schon von den Kämpfen, die sich am Postschalter absptelen, wenn Tausende ausgerechnet am 1. .August«den Olympiastempel haben wollen, was weiß der Wettkämpfer schon von den Sorgen des Besuchers der Spiele, der mit knurrendem Magen zum Retchs- sportfeld läuft, in der Hoffnung, wenigstens dort oder in der nächsten Umgebung einiges zu essen zu bekommen? Wie groß muß also die Begeisterung der Besucher sein, die von weit her gekommen sind, wird. Olympischer Zeitplan für Dienstag. Leichtathletik. 10.30 Uhr: Weitsprung (Ausscheidung in zwei Gruppen): 200-Meter-Lauf (8 Vorläufe): 15: 400- Meter-Hürdenlauf (2 Zwischenläufe); 1515: Dts- kuswerfen, Frauen (Dorkampf und Entscheidung); 15.30: 200-Meter-Lauf (4 Zwischenläufe); 15.50: Sven Hedin spricht; 16: 100-MeterFauf, Frauen (Entscheidung); 16.30: Weitsprung (Dorkampf und Entscheidung); 17.30: 400-Meter-Hurdenlauf (Ent- scheidunq); 17.45: 800-Meter-Lauf (EnM^Umng); 18- 5000-Meter-Lauf (drei Dorläufe); 19.30: Vorführung: Norwegen; Sieger-Zeremomen, jeweils im Olympia-Stadion. . . . . -c rs 14 Uh;: Polo (Ausscheidungsspiele), Matseid. 16.30 Uhr: Hockey-Turnier: Vorrunde: Holland — Belgien; Hockey-Turmer, Vorrunde: Frankreich — Schweiz; jeweils im Hockey-Stadion. 9 Uhr: Florettfechten; 10.30: Mannschasts- kämpfe; 13: Vorschlußrunde; 15: Florett-Mann- schaftskämpfe; 20: Endrunde, 9 Uhr: Frauen-Florettfechten (Vorrunde): 13: Frauen-Florettfechten (Zwischenrunde); 20: Frauen- Florettfechten (Vorschl. ° Runde), Kuppelsaal un Reichssportfeld, Zwei Goldmedaillen für Deutschland Vier Leichtathletik-Entscheidungen am ersten Tag. Der letzte Staffelwechsel vor dem Olympischen Tor. (Scherl-Bilderdienst-M.) und die in Berlin weiter nichts sehen, als Menschen, Menschen, Autos, Straßenbahnzuge, St^tbahnen und Untergrundbahnen, die ständig überfüllt fmb. Dieser begeisterte Olympia-Besucher kennt nur die Sorge, noch einen Platz ä" ekomm , wo er notfalls über den Hutrand des Vordermannes einen Blick auf den gr-unen Rasen werfen kann, auf dem gerade die Frauen die Speerwu s entscheidunq austragen. , W e spannend und wie grandios war gerade der Verlaus dieser Konkurrenz d.e unte den 6 End, rundteilnehmerinnen drei Deutsche sah und noch *T L7 “Ä $au9s Frankfurt, die zuverlasstge Werfer,n^d.e^ zu,^den ®Tfp,Ä. haargenau ausgemessen ist jeuei > manisch fließen all- Bewegungen zusammen bis zur letzten Konzentration des Abwurfes wenn oer au chs der Speer bei 45 Meter wuchtig und fe- dernd in den Boden schlagt. Ja, ^T?at°sie Frankfurt ist schon richtig, und im öturm yar sie sich die Herzen aller Stabionbesucher erobert, die ein lautes „Tilly-Geschrei" anstimmen wenn bie Deutsche an den Ablauf geht und sich zum Wurf Der erste Wettkampftag der XI. Olympischen Spiele von Berlin hat nicht nur das gehalten, was man sich in aller Welt und vor allem bei uns in Deutschland von ihm versprochen hatte, sondern er hat die Erwartungen weitaus übertroffen. Ein Weltrekord, einige neue olympische Bestleistungen und — zwei deutsche Olympia-Siege in der Leichtathletik... das ist die hervorragende Ausbeute des ersten Olympia-Wettkampftaaes. Tilly Fleischer, die Frankfurter Speerwerferin, und Hans Wöllke, unser deutscher Meister im Kugelstoßen, holten für Deutschland schon am ersten Tage zwei Goldene Medaillen. Uno Luise Krüger und Gerhard Stück sorgten in beiden Disziplinen mit einem zweiten bzw. dritten Platz dafür, daß der deutsche Sieg sich noch eindrucksvoller gestaltete. Tilly Fleischer und Hans Wöllke ernteten mit ihrem olympischen Sieg den schönsten Lohn in ihrer ganzen bisherigen sportlichen Laufbahn. Hans Wöllke ist überhaupt der erste deutsche Leichtathlet, der beim Olympia eine „Goldene" erringen konnte. Hans Wöllke gewann mit einem Stoß von 16,20 Meter vor Bärlund-Finnland (16,12 Meter) und Gerhard Stück, der mit seinen 15,56 Meter noch die Amerikaner Francis, den Weltrekordmann Jack Torrance und Zaitz klar hinter sich ließ. Damit wurde die Vorherrschaft der Amerikaner im Kugelstoßen, die seit Bestehen der modernen Olympischen Spiele m dieser Disziplin bis auf ein einziges Mal (1920 Antwerpen Porhölä-Finnland!) immer den Sieger stellten, von deutschen Athleten gebrochen! . Im Speerwerfen der Frauen kam Tilly Fleischer mit einem Wurf von 45.18 Meter vor Hilde Krüger (43.29 Meter) und der Polin Kwasniewska (41,80 Meter) zum Siege, nachdem sie vorher schon mit 44,69 Meter den bestehenden olympischen Rekord der Siegerin von 1932, Babe Didrickson, um genau einen Meter verbessert hatte. Auch die Leistung Wöllkes mit 16,20 Meter bedeutete einen neuen Der schlanke amerikanische Neger Jesse Owens ist ein wahres Lauswunder. Mit spielender Leichtigkeit holte er in seinem Vorlauf auf der schnellen Bahn im Reichssportfeld schon den 10,3-Einstand zum Weltrekord heraus, und als er dann am Nachmittag im Zwischenlauf wieder über die 100 m flog, da fiel der Weltrekord ... 10,2 Sekunden meldeten die elektrischen Meßgeräte. Jesse Owens erste olympische Tat! Nicht nur in der Leichtathletik, auch in einigen anderen Sportarten, die am Sonntag mit ihren Kämpfen begannen, kamen Deutschlands Olympiakämpfer zu einigen schönen und großen Erfolgen. Im Modernen Fünfkampf, der mit dem Geländeritt eingeleitet wurde, sicherte sich Oberleutnant Handrick zusammen mit dem Belgier Oberleutnant Mollet in 9:09,6 Minuten bei 0 Fehlern den zweiten Platz hinter Oberleutnant Abba (Italien). — Im Florett- Mannschafts-Fechten erreichte die deutsche Mannschaft zusammen mit Frankreich, Belgien und Argentinien in der Gruppe 2 die Vorendrunde. olympischen Rekord. . Deutschlands Führer Adolf Hitler ließ sich in seiner Loge die Olympia-Sieger und -Siegerinnen vorstellen und für Tilly Fleischer und Hans Wöllke wird es wohl das beglückendste Gefühl gewesen sein, als deutsche Gewinner der Olympischen Goldmedaille die Anerkennung und den Glückwunsch des Führers entqeqennehmen zu dürfen. Vier Entscheidungen brachte der erste Wettkampftag in der Leichtathletik. Zwei davon gestalteten sich zu großen Erfolgen für Deutschland, die beiden anderen wurden dafür aber auch zu ebenso durchschlagenden Siegen für die Finnen und Amerikaner. Die Finnen machten im 10 000-m-Lauf ihrem großen Vorbild Paavo Nurmi alle Ehre, sie traten sein Erbe in einer Weise an, wie sie nicht über^euaender sein konnte. Drei Finnen — Salminen, Äksola und Iso Hollo — durchliefen als Erste das Ziel. 30:15,4 — Hochspringer das Wort. Man weiß oft nicht, wo man zuerst hinschauen soll und welcher Leistung man die besondere Aufmerksamkeit widmen muß. 21 Hochspringer traten an und 20 Hochspringer schafften noch mühelos die Höhe von 1,85 Meter, eine Sprunghöhe, die der Finne Kotkas noch gleichmütig ausließ und die Amerikaner noch im Trainingsanzug sprangen. Als noch 11 Mann bei 1,94 Meter in der Konkurrenz waren, sahen die Sprünge noch genau so leicht, federnd, schwebend und mühelos aus. Und doch steckt in diesen famosen Burschen eine unerhörte Willenskraft, wenn sie körperlich entspannt und geistig konzentriert am Ablauf stehen, wenn das Äuge prüfend die Anlaufstrecke abschätzt und den bekannten Turnschuh sucht, mit dem sich der Hochspringer seine Anlaufbahn abzumessen pflegt. Aber auch bei den Hochspringern hält es uns nicht zu lange, denn die 800 Meter-Läufer finden sich nach und nach am Start ein. Wie werden diese Läufe ausgehen, die für den deutschen Meister Harbig in der Auslosung nicht gerade günstig ausgefallen sind? Wird auch dieser Läufer das Schicksal der deutschen 100-Meter-Läufer teilen müssen, die in den Dor- und Zwischenläufen hängen blieben, wo lediglich Borchmeyer mit 10,5 Sek. eine ausgezeichnete Zeit lief, die ihn in die Vorentscheidung bringt. Hornbostel und Edwards sind im ersten Dorlauf die schwersten Gegner des Deutschen Harbig. Zwei alte Füchse aus USA. und aus Kanada, ein Schwarzer und ein Weißer, die sich drüben in der Neuen Welt so oft schon erbitterte Zweikämpfe geliefert haben und denen man es ansieht, daß sie auch hier in Berlin ihren Mann stellen wollen. Unwillkürlich denkt man zurück an die Zeiten, wo einsam ein Deutscher, Hans Braun, gegen eine feind- liche Uebermacht im Kampf über 800 Meter stand, und wo er sich trotz aller Widrigkeiten durchsetzte. Keine Zeit mehr zu solchen Gedanken, der Start- schuß aus der Pistole des ausgezeichneten deutschen Starters Miller peitscht durch die Spannung dieser Minuten und in schnellem Tempo geht das Feld vom Start. Der Deutsche hat die Außenbahn ge- lost und er versucht in der Kurve mit aller Macht an die Spitze zu kommen. Hornbostel und Edwards — welch wundervollen Stil laufen die beiden! — hatten die Spitze und führen das übrige Feld in einem für Vorläufe mörderischen Tempo. Der Deutsche Harbig kann dieses Tempo auf die Dauer nicht mithalten und beim Einbiegen in die Ztel- gerade muß er das Feld ziehen lassen, an dessen Spitze sich wie erwartet Hornbostel und Edwards den gewohnten Kampf liefern, bis sie schließlich in der famosen Zeit von 1:53,2 zusammen die Ziel- linie passieren. In einem der anderen Dorläufe hat der Deutsche Mertens mehr Glück. Nach klug durchdachtem Rennen kommt er als Vierter seines Laufes ■ in den Zwischenlauf, der am Dienstag gestartet Einzug der Nationen ins Deutsche Stadion. fioFif mnrr den Einmarsch der griechischen Olympiasporller, die als erste in die Kampfbahn eir^ogen. und'die^itMd-r d--Olympischen Komitee- d.e Mann. sthasten begrüßten. » (Schexl-Btlderdienst-M.) 30:15,6 — 30:20,2 Minuten ... bas waren die ausgezeichneten Zeiten der drei finnischen Sieger. An ihnen erkennt man die ausgezeichneten Leistungen des kleinen Japaners, der nur fünf Sekunden nach dem Dritten (Iso Hollo) das Ziel erreichte. Auch die Zeit des Deutschen Gebhardt, der hinter Juan Zabala Siebter wurde, ist mit 31:29,6 Minuten noch sehr zu beachten. Im Hochsprung der Männer wurden die drei Olympischen Medaillen eine Beute der in glänzender Technik über die Latte steigenden Amerikaner. Vier Mann übersprangen hier 2 Meter! Der Sieger Cornelius C. Johnson schaffte 2,03 m, David D. Albritton, Delos P. Thurber und der Finne Kotkas kamen über genau 2 m. Im Stechen mußte sich dann der ermüdete Kotkas den Amerikanern beugen. Unser deutscher Meister W e i n k ö tz hatte das Pech, bei 1,97 — hoch über der Latte liegend — mit der Hand zu reißen. Deutsche in der Entscheidung. Bei den Dor- und Zwischenläufen zu den 100 m schieden zwei Deutsche — Kersch und Hornberger — aus. Borchmeyer dagegen erfocht zwei glänzende Siege. Im 8. Vorlauf gegen Humber (Kanada) und im 4. Zwischenlauf gegen Sweeney und Mac Phee. Aus den 800-m-Vorläufen erreichten von den Deutschen Mertens und Dessecker die Startberechtigung für die Zwischenläufe. Harbig wurde im ersten Vorlauf in 1:56,8 Minuten nur Sechster. Der Marathonsieger von 1896 übergab dem Führer den Oelzweig. Als sinnvollen Gruß Griechenlands überbrachte der erste Marathonsieger von 1896, der Grieche Spiridon Luis, dem Führer einen Oelzweig. Im Hintergrund erkennt man den griechischen Kronprinzen Prinz Paul. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) - r # PÄ« MMö Franken Uraufführung M Lviien Efe1«* MB. 5n de M«ihn°, t M Berlins Re 5 Eberhard ! Würfelspiel" ftc Bftnte der W kmem PlaK Q l"»iil-Truß.9 91 *F,n Gericht I WZ WZ P* Äer?‘ R "j' B- Wtet f.i“ br°ch Km 3>™' °°ii! 1 .oorT" bes Ife fe „"»IPri L?°" ih^GoC611" »Äj«« MiJ„ ®°llen kill. °erzichte^ bir^IeV“ei S « '■ Se ff" ‘«f s" di° fr n ' dr ^istK ltoauH ui» -ton tz ne g ■ fi «frfb el11 Mi! Mühe iroir • le bin l'1 w :,’gs“ sfÄ» rmrinbe «« ° ßwlirfo*rti mein verbmblid) fe Mannt, Ä H < üianben ilt ö.er j en oon Geba^ .Seite siche'""' i»er MianÄ j L-ie Die e! * W DOnq ijJ[eraunt, 1 i'ijuchMMr und Mei öiodroeite L US die unzahu :i ä u m e M.erre :i einem Bienen • 5n jedem der Achränke und; Rnfoch, jedoch i . fiel sind hell gi ji-risierstub innen, Spanie terinnen gleich [-3 a nnenb ai Msiageräume. aNgerichtet, das Waschbecken km rine Brause. ! Die Kücher riirö etwas ani iwf der Man sLÜchen und Sp pefamt 38 Kück h! Friesenhos, men, gibt es zw tnro&e Speisesäl m Olympischen lewohn^eit ^wünsche R Men die Olymx vielt fine bebeu M /-re Seiftun 8 Der Ulorbbeutfi i:« Ernährung ar 1 ^uh^vrck-. i । Wich', mntom .tifltao; OvvMl Eierspeisen nad ! Mittaaesi fittschgemüse, § Mer Süßspeise. SAbendess Wsch oder kalt Affeln, grüner Rel; Obst: 3 iudtine. l Das sind je vach denen bei Mtelbeschaffunc Die Kämpfe auf der Aschenbahn ............ . J,J^| WB i gelingt doch ein glatter Ablauf. Der Holländer TW Fleischers großer Erfolg Milkes Triumph im Kugelstoßen Drei Medaillen für USA. im Hochsprnng Bei der Cornelius C. Johnson (USA.), der Sieger im Hochsprung. sechs in die Entscheidung. Bis dahin führte der Finne Sulo B ä r l u n d mit 16,03 m vor dem Deutschen Meister Hans W 0 e l l k e mit 15,96 m, Gerhard Stück mit 15,56 m und den drei Amerikanern Francis mit 15,45 m, Torrance mit 15,38 m und Zaitz mit 15,32 m. Ueberraschend war das Versagen der Amerikaner. Mit seinem zweiten Wurf in der Entscheidung erzielte Woellke 16,20 m. Als das Ergebnis verkündet wurde, schien das Stadion in seinen Grundfesten zu erbeben. Der Finne übertraf sich zwar mit seinem letzten Wurf von 16,12 m selbst, aber es reichte nur zum zweiten Platz. Woellke ist der erste Leichtathlet, der bei den Olympischen Spielen in den Wettbewerben der Männer einen Sieg erkämpfte. Durch Gerhard Stück belegte Deutschland noch den dritten Platz, fürwahr ein stolzer Erfolg am ersten Wettkampftag der XI. Olympischen Spiele. Stück stieß 15,56 m. Während bei den Männern noch die Zwischen« laufe über 100 Meter im Gange sind, beginnen die Frauen mit dem Dorkampf zum Speerwerfen. Sie haben einen sehr schweren Stand, da sie in Rich« tung Ost- zum Südtor gegen den wieder sehr starken Wind werfen müssen. Von den 16 gemeldeten Teilnehmerinnen sind Connal (Großbritannien) und de Kock (Holland) nicht angetreten. Die sechs Besten des Vorkampfes haben anschließend je drei Versuche in der Entscheidung. Im Dorkampf bleiben die Leistungen hinter den Erwartungen zurück. Nach dem ersten Durchgang führt die Polin Kwasniewska mit einer Weite von 41,80 Meter vor der Japanerin Pamamoto mit 40,88 Meter und der Deutschen Krüger mit 40,78 Meter. Die Werferinnen sind ziemlich aufgeregt, und nur die wenigsten kommen über die erste 35 Meter anzeigende Marke. Der Anlauf wird von der Außenbahn der Laufbahn genommen. Die Technik läßt bei den meisten viel zu wünschen übrig. Würfe zwei Meter vor der Abwurflinie sind nicht selten. Im zweiten Durchgang können erfreulicherweise unsere Vertreterinnen ihre Leistungen steigern. Tilly Fleischer wirft nach ruhigem Anlauf mit kraftvollem Schwung den Speer über 44,69 Meter weit und verbesserte damit den olympischen Rekord der amerikanischen Siegerin von Los Angeles Didrikson um genau einen Meter. Lydia Eberhardt erreicht diesmal genau 41 Meter und Luise Krüger sogar 43,29 Meter. Die schon im Vorkampf gezeigten Leistungen der deutschen Speerwerferinnen wurden auch in der Entscheidung von den Mitbewerberinnen nicht mehr übertroffen. Vielmehr übertrumpften Tilly F l e i ° ch e r (Frankfurt) und Luise Krüger (Dresden) owie Lydia Eberhardt (Eßlingen) ihre Vorkampfweiten mit dem Ergebnis, daß die Goldene und Silberne Medaille an Deutschland fielen. Tilly Fleischer bewies erneut, eine wie große Kämpferin sie ist. Gerade in dem Augenblick, als es in die Entscheidung ging, glückte ihr ein Wurf von 45,18 Meter, der nicht mehr Überboten wurde. Nur noch fünf Mann machten sich daran, zwei Meter zu bewältigen. Mit Ausnahme des Negers Johnson, der gleich beim ersten Versuch den olympischen Rekord seines großen Landsmannes Osborn aus dem Jahre 1924 um zwei Zentimeter verbesserte, rissen alle übrigen vier Bewerber die Latte. Riesenbegeisterung erfüllte das Stadion, als der finnische Europarekördmann Kotkas bei seinem dritten Versuch glatt die Höhe nahm. Während der weiße Amerikaner Thurber schon beim zweiten Versuch hinwegkam, konnte sein schwarzer Landsmann Albritton erst beim letzten Versuch die Höhe nehmen Nunmehr wurde die Latte auf 2,03 Meter gelegt. Wiederum war es Johnson, der sofort beim ersten Sprung die gewaltige Höhe meisterte. Weder Al- britton noch Kotkas und Thurber erzielten diese Leistung. Zwischen diesen drei mußte nun um die Platze gestochen werden. Johnson versuchte noch nach seinem Sieg, bei 2,08 Meter einen neuen Weltrekord aufzustellen. Nach dem Feststehen des Sieges von Johnson wurde zwischen den beiden Amerikanern Albritton und Thurber sowie dem Finnen Kotkas ein Stich- Die erste Goldmedaille, die bei den Olympischen Spielen 1936 vergeben wurde, erkämpfte für Deutschland die Frankfurterin Tilly Fleischer im Speerwurf, indem sie den Speer 45,18 m weit warf. Hier sieht man die Olympiasiegerin kurz nach ihrem Wurf. (Scherl-Bilderdienst-M.) Im weiten Raum des Olympischen Stadions bot sich dem Auge ein prächtiges Bild. Aus dem Ein- latztunnel des oberen Ringes quollen dichte Menschenscharen. Die Kampfbahn ist mustergülttg hergerichtet. Aus dem Marathontor, über dem das Olympische Feuer lodert, kommen die 67 Sprinter und die Bewerber zum Kugelstoßen. Das Kampfgericht erhält die letzten Jnstrukttonen. Die schnellen Kurzstreckenläufer machen sich Bewegung. 12 100-Meter-Vorläufe. In jedem der zwölf Dorläufe kommen nur die beiden Schnellsten in die vier Zwischenläufe. Der erste Startschuß knallt. Kersch hat den besten Start, den 100-m-Vorläufen am Sonntag erwies sich deutsche 100-m-Läufer Borchmeyer als schnellster weißer Sprinter. (Scherl-Bilderdienst-M.) nach 40 Metern an die Spitze und gewinnt gut mit einem halben Meter in 10,5 vor dem glänzend gelaufenen Engländer Pennington und dem Holländer van Beveren, die so dicht aufeinanderliegen, daß nur das Zielgericht die Reihenfolge feststellen kann. Im letzten der vier Zwischenläufe starteten McPhee, Suzuki, Berger, Borchmeyer, Swee- ney und Dannaher. Borchmeyer hat bei 20, 40 und 60 Metern klar die Führung. Er läuft scharf durch und gewinnt mit einem halben Meter Vorsprung in 10,5 Sekunden vor dem Engländer Sweeney. McPhee und Suzuki lagen so dicht zusammen, daß zum ersten Male die Zielphotographie angewendet werden mußte, um den Besitzer des bedeutungsvollen dritten Platzes festzustellen. Drei Zinnen Sieger im 10000 Meter-Lauf. Von den gemeldeten Teilnehmern fehlen elf Läufer. 29 Bewerber gehen auf die über 25 Runden führende Reise. Das Feld zieht sich bald auf 50 Meter auseinander. Der Japaner Murakoso liegt an der Spitze. Die 800 Meter werden in 2:11,4 Minuten, 1000 Meter in 2:48,5 Min. und 1500 Meter in 4:17 Minuten gelaufen. Die Finnen Askola und Iso Hollo, der Ämerikameister Donald Lash be» finden sich im Dordertreffen. 3000 Meter legt der noch immer führende Japaner in 8:53 Min. zurück. Bei 4000 Meter, die Murakoso in 11:56,4 Minuten durcheilt, liegen hinter dem Japaner Salminen, Noji, Askola, Iso Hollo und Burns. Der Inder Singh wird als erster überrundet. 5000 Meter werden in 15:00,9 Min. zurückgelegt. Gebhardt als bester Deutscher hat schon 120 Meter eingebüßt. Die drei Finnen gehen bei 6000 Meter in 18:06 an dem Japaner vorbei, der Vertreter Nippons hält jedoch den Anschluß. Der Engländer Eaton folgt mit 50 Meter Abstand. Askola führt das Quartett über die 7000-Meter-Marke in 21:12,3. Die Reihenfolge ist bei 8000 Meter (24:19,5) Askola vor Iso Hollo, Salminen und Murakoso, Burns (England), Zabala, Eaton, Lash, Siefert und dem Deutschen Geb- bis 40 Meter liegt er an der Spitze, dann geht der Schwede Sttandberg mit langen Schritten nach vorn, gewinnt bald zwei Meter von Poshioka, den Kersch trotz schärfsten Antretens nicht mehr halten kann. Der Deutsche scheidet damit aus. Im zweiten Vorlauf fehlt Berger (Oesterreich). Die fünf Bewerber sind sehr nervös. Aber schließ- lich ' Kurheffenfahrt der MotorgruppeHessen Ein Rekord-TNeldeergebnis. NSG. Wie nicht anders zu erwarten war, ist das Interesse für die am 9. August 1936 stattfindende Kurheffenfahrt, die von der Motorgruppe Hessen des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps veranstaltet wird, außerordentlich groß. Die gesamten Ausschreibungsformulare sind schon jetzt restlos vergriffen und werden zur Zeit neu gedruckt. Das Meldeergebnis wird, wie aus den zahlreichen Anfragen und den bis jetzt abgegebenen Nennungen zu schließen ist, eine Rekordzahl aufweisen. Das Hauptkontingent stellen NSKK. und Wehrmacht, die zum Teil aus großen Entfernungen zur Kurheffenfahrt mit Start und Ziel in Marburg erscheinen werden. Darüber hinaus ist auch schon von der Polizei, SS. und Luftwaffe eine Beteiligung fest zugesagt. Der Eingang der Meldungen hielt bis zum Meldeschluß am 1. August in unverminderter Stärke an. Die Kurhessenfahrt wird in diesem Jahr ihrem Charakter als Orientierungsfahrt entsprechend sehr interessante Kontrollpunkte aufweisen, die dem Rennen einen eigenartigen Reiz verleihen. Besonders die Mannschaftsfahrer werden sich in Disziplin und sportlicher Kameradschaft hervortun müssen. Die Kurhessenfahrt wird den motorsportlichen Be« mühungen des NSKK. einen weiteren Erfolg hin- zufügen. Berger gewinnt glatt mit 2,5 Meter vor dem Südafrikaner Dannaher, der den anfangs ihn bedrängenden Argenttnier Sander sicher hält. Zum erstenmal kommen sechs Läufer im dritten Dorlauf zusammen. Der Holländer van Beveren und der Südafrikaner Grimbeck liefern sich einen scharfen Kampf, den der Holländer in 10,8 Sekunden gewinnt. Sechs Bewerber gehen auch in den vierten Lauf. Der Japaner Suzuki ist wie ein von der Sehne geschnellter Pfeil aus der Grube und liegt einen klaren Meter vor dem Felde, der Ungar Gyenes arbeitet sich jedoch kraftvoll heran und ringt den nachlassenden Japaner um doppelte Brustbreite in 10,7 Sekunden nieder. Der Kanadier McPhee ist im fünften Lauf feinen vier Mitbewerbern klar überlegen. Er siegte in 10,8 Sekunden. Alle Deutschen sahen dem sechsten Vorlauf mit besonderer Spannung entgegen, liegt doch unser Meister Hornberger auf der dritten Bahn. Er ist auch am schnellsten flott, läuft einen Meter vor dem Felde her, erst nach Drei viertel der Strecke kommt der außen liegende Südafrikaner Theunifsen mächttg auf und wirst sich mit dem Deutschen ins Zielband. Beide haben mit je 10,7 Sekunden die gleiche Zeit. Der Ausgang des siebten Vorlaufs liegt allein zwischen dem ersten der drei Amerikaner, dem Neger Metcalfe und dem Ungarn Sir. Beide haben nach 50 Metern ihre beiden Mitbewerber glatt hinter sich gelassen. Der muskulöse Metcalfe liegt im Ziel einen halben Meter vor dem Ungarn. Zeit: 10,8 Sekunden. Borchmeyer, im achten Vorlauf, läuft mit dem auf der zweiten Bahn liegenden Kanadier Hurnber auf und davon. Borchmeyer gewinnt mühelos in 10,7 Sekunden vor dem Kanadier. Im 9. Vorlauf liegen der einzige weiße amerikanische Kurzstreckler Frank Wykoff und der Engländer Sweeney sofort in Front. Wykoff gewinnt leicht vor dem Engländer in 10,6. Der 10. Vorlauf wurde von dem Holländer Osendarp in der noch schnelleren Zeit von 10,5 gewonnen. Der Engländer Pennington konnte zwar nach 50 Meter gut auflaufen, ohne aber den sicheren Sieg des Holländers zu gefährden. Im 11. Vorlauf liegt zunächst der Engländer Homes in Front, auf der Außenbahn kommt dann jedoch der Schweizer Meister Paul Haenni gut auf und geht an ihm vorbei. Im letzten der 12 Vorläufe über 100 Meter startete der Neger Jesse Owens auf der Außenbahn. Spielend rennt er vor dem Felde einher. Er ging fast in einem Alleingang über die Bahn. Die Zeit von 10.3 Sekunden, die der bestehenden Weltbestleistung gleichkommt, besagt am besten, wie unerhört das Können des amerikanischen Läufers ift Vier Zwischenläufe. Im ersten Lauf ist die Startfolge von innen nach außen: Hornberger, Gyenes, Strandberg, Holmes, Wykoff und Osendarp. Hornberger liegt die ersten 15 Meter gut, fällt aber dann zurück. Auf dem Mittelfeld schiebt sich der Schwede Strand- berg hervor und gewinnt sicher mit einem Meter in 10,5. Scharf war der Kampf um den zweiten Platz, den Osendarp (Holland) um Brustbreite gegen den Amerikaner Wykoff zu seinen Gunsten entschied. Hornberger wird nur Vierter und fällt aus. Im zweiten Lauf sitzen Grimbeck, Owens, Haenni, Lindgren, Poshioka und Sir in den Startlöchern. Der Japaner Poshioka hat wie im Vorlauf den besten Start. Aber der amerikanische Neger schnellt mühelos an die Spitze, dreht sich nach 50 Meter sogar noch leicht um und läuft vor dem Felde einher, dem Ziel entgegen. Obwohl ein leichter Regen fällt, läuft Owens die neue Weltrekordzeit von 10,2 Sekunden Der zweite amerikanische Neger Metcalfe kommt im dritten Lauf am besten ab, arbeitet sich kämpf um den zweiten und dritten Platz notwendig. Der ermüdete Kotkas scheiterte bei 1,95 Meter. Als die Latte auf 1,97 Meter gelegt wurde, kam nur der Neger Albritton über die Latte hinweg, während fein weißer Landsmann bei allen drei Versuchen scheiterte und sich mit dem dritten Platz bescheiden mußte. USA. hat dadurch im Hochsprung alle drei Medaillen erobert. ©er Geländeritt zum Modernen Fünfkampf. Oberleutnant Handrlck Zweiter. In Anwesenheit des Reichskriegsministers Generalfeldmarschall von Blomberg, des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst von Fritsch, zahlreicher hoher Offiziere des In- und Auslandes und des Reichssportführers von Tfchammer und Osten begannen auf dem Gelände der deutschen Wehrmacht in Döberitz die Fünfkämpfer ihren Wettbewerb. Obwohl der Geländeritt von jeglichem Verkehr weit abgelegen war, hatten sich doch zahlreiche Zuschauer eingefunden, um dieser interessanten Prüfung beizuwohnen. Es entwickelte sich ein farbenfreudiges Bild der Uniformen und am Start wie am Ziel, beide unmittelbar nebeneinander gelegen, stauten sich die interessierten Zuschauer. Don den 20 Hindernissen, die durchweg nicht hoher als 1,10 Meter waren, bereitete lediglich der Steilhang den Reitern größere Schwierigkeiten. Man hatte von vornherein mit einem scharfen Kampf Zwischen Schweden, Ungarn, Italien und Deutsch- land gerechnet, da gerade diese Länder im Fünf- kampf zur Zeit außerordentlich stark sind. Auf dem leichten Kurs gab es nicht weniger als 25 fehler- lofe Ritte, so daß die Zeit für die vorläufige Placierung den Ausschlag geben mußte. Die beste Zeit erzielte zur allgemeinen Ueberraschung mit 9.02,5 Minuten der italienische Dberleunant Abba. Der deutsche Favorit und Gewinner der vorjährigen Europameisterschaft in Budapest, Oberleutnant Handrick von der Luftwaffe war nur sieben Sekunden langsamer und placierte sich zusammen mit dem Belgier Oblt. Mollet in 9:09,6 Min. an zweiter Stelle. Von den Schweden, die auch diesmal ihre Vormachtstellung im Modernen Fünfkampf beweisen wollen, placierten sich Oblt. Thofelt und Lt. Gyllenstierna noch unter den ersten Zehn. Auftakt bei den Fechtern. Bereits um 9 Uhr begann das olympische Fechtturnier mit den Mannschaftskämpfen im Florett- echten. Zahlreiche Zuschauer hatten sich in der Turnhalle Kuppelsaal der Deutschen Reichsakademie für Leibesübungen im Reichssportfeld eingefunden; auch die Degen- und Säbelfechter waren chon erschienen, um dem Auftakt ihres überaus tarf besetzten Turniers beizuwohnen. Bis zu den Mittagsstunden gab es noch keinerlei Ueberrafchun- gen. Wie hart die einzelnen Kämpfe waren, geht am besten daraus hervor, daß verschiedene Begegnungen erst im letzten Treffen entschieden wurden. Der Kampf Griechenland—Schweiz wurde von den Eidgenossen sogar bei Punktgleichheit nur durch die bessere Trefferzahl gewonnen. Zu recht überlegenen Siegen kamen Großbritannien und die Tschechoslowakei. Die Vorendrunden im Florettfechten für Mann- chasten zogen sich bis in die späten Nachtstunden hin. Auf allen vier Bahnen in der Turnhalle auf dem Reichssportfeld herrschte reger Betrieb. Unter tarier Beteiligung der zahlreichen Zuschauer wurden die Kämpfe durchgeführt. Weitere olympische Sportnachrichten auf Seite 4 des dritten Blattes. Die Kugelstößer hatten in zwei Abteilungen unter Anführung des deutschen Europarekordlers Hans W ö 11 k e und des Amerikaners Jack Torrance die Innenbahn des Stadions betreten. Hier ging es um die Ausscheidung, in der jeder Teilnehmer 14,50 Meter gestoßen haben muß, wenn er sich für den Vorkampf qualifizieren will. Für den Vorkampf setzten sich folgenbe 15 Athleten durch: Kuntsi-Finnland, Zaitz-U8A., Diiding- Estland, Stöck-Deutfchland, £orrance=USÄ., Hopli- cek-Tschechoslowakei, Hans Wöllke-Deutschland, Francis-U8A., Dr. Daranyi-Ungarn, Duda-Tschecho- lowakei, Bärlund-Finnland, Berg-Schweden. Sievert-Deutschland, Horvath-Ungarn und der doch gestartete Jugoslawe Kovacvis. Von den 15 Teilnehmern, die aus der Qualifikation sich für den Vorkampf durchgesetzt hatten, kamen Auf der Hochsprungbahn - Anlage vor dem Marathontor hatte mit Beginn der Wettkämpfe die Ausscheidung der Teilnehmer im Hochsprung begonnen. Ungeachtet der zahlreichen Abmeldungen fanden sich noch 41 Bewerber ein, die 1,85 Meter zu überspringen hatten, um in den Vorkampf zu gelangen. Für uns gab es eine leichte Enttäuschung, als unsere dritte Waffe, der Kieler Obermaat Hans Martens, der sich beim Abschlußtraining leicht verletzt hatte, 1,80 Meter nicht bewältigte und dadurch vorzeitig ausschied. Spielend erzielten die schwarzen Amerikaner Cornelius Johnson, Albritton, die beiden Weltrekordler, die Bedingung. Sie entledigten sich, wie überhaupt ein Teil der übrigen Bewerber, nicht einmal ihrer Trainingsanzüge. Jrn weiteren Verlauf des erbitterten Ringens um den olympischen Sieg im Hochsprunq schied bei 1,97 Meter der Deutsche Meister Weinkötz aus. Er hatte das bedauerliche Pech, beim zweiten Versuch, als er hoch über der Latte lag, noch mit der Hand die Stanae abzustreifen. Sein Schicksal teilten die Japaner Asakuma und Tanaka und der Finne Ka° lima. Hardt. Murakoso hat sich inzwischen wieder an die Spitze gelegt, aber nur dreiviertel Runde behält er die Führung, dann ist das finnische Dreigespann wieder vorn. Bei 9000 Meter in (27:29 Min.) verlängern die Finnen ihre Schritte, das Stadion ist ein Hexenkessel, als in der letzten Runde die Finnen dem tapferen Japaner auf und davon gehen. Salminen und Askola kämpfen die letzten 100 Meter herunter, Salminen gewinnt mit einem Meter Vorsprung vor seinem Landsmann! Iso Hollo hat das mörderische Tempo zum Schluß nicht ganz mithalten können, sein dritter Platz vor dem Japaner Murakoso ist ihm sicher. Die nächsten Plätze belegen der Engländer Burns und der Argentinier Zabala. Finnlands Triumph. Olympischer Sieger Salminen (Finnland) in 30:15,4 Min.; 2. Äskola (Finnland) 30:15,6; 3. Iso Hollo (Finnland) 30:20,2 Minuten. Bei der Siegerehrung gingen drei finnische Flaggen an den Siegesmasten empor. Der Reichssportführer geleitete die mit dem Lorbeerkranz geschmückten Sieger in die Ehrenloge, wo sie die Glückwünsche des Führers entgegennahmen. Oie Besten -er 800-Meter-Vorläufe. Während 21 Hochspringer bei einer Höhe von 1,90 Meter angekommen sind, und die Frauen den dritten und letzten Durchgang im Speerwurf beendeten, kam das große Feld der 800-M.eter-Läufer auf den Plan. Von den Dorläufen kamen je die vier besten in die Zwischenläufe. 1. V 0 rlauf: 1. Edwards- Canada 1:53,7; 2. Hornbostel-U8A. 1:53.7; 3. Verhaert-Belgien 1:54,3. 2. D 0 rlauf: 1. Williamson-U8A. 1:56,2; 2. Conway-Canada 1:56,2; 3. Boot-Neuseeland 1:56,6. 3. V 0 rlauf: 1. MacCabe-Großbritannien 1:54,5; 2. Petit-Frankreich 1:54,8; 3. Johannesen- Norwegen 1:54,9. 4. Dorlauf: 1. Backhouse-Australien 1:57,7; 2. Szabo-Ungarn 1:57,8; 3. Woodruff-U8A. 1:58,7. 5. Verlauf: 1. Powell-Großbritannien 1:56; 2. Lanzi-Jtalien 1:56,1; 3. Eichberger-Oesterreich 1:56,3. 6. V 0 rlaus: 1. Anderson-Argentinien 1:55,1; 2. Kucharski-Polen 1:55,7; 3. Dessecker-Deutschland 1:56,0. ■ W W M M7M <’W*Ä; -f 'Ä ck K^M MEMM w My ,M M5S BSÄ V* A ’? ? U K ? FH i •< ? 'M U. (79 Dritter Blatt Montag, 5. August 1936 , nM ’ ht höher ’t Steil- n. Man Kampf Deutsch. i Fünf- uf bem bier- läufige beite Ikb'o o. vvisah- deuhwnt eben Semen mit Min. an md) die?- iünftamp! ofelt und Zehn. ür Mann- lchtstunden nhalle aus Z. Unter auer ®ur‘ rs Tene- !rbefehl5. sch, zahl- ndes und nd Osten Wehrmacht oerb. Ob. 'ehr weit Zuschauer ng beizu- iges Aild iel, beide i sich die che Fechl ilorelb ch in bet satadeM emgefun' er waren i überaus is zu de" erraschum iren, geht ne Degeg' i wurden. t von den durch die überlege' die » notwen. 5 Meter, rbe, kam lltaej, Öen drei dritten im hoch. für die Personen des Spiels. Mahnend für Generationen unserer Zeit. Ueberwunden für uns. * Eberhard Wolfgang Moellers Spiel ist in markiglyrischer Sprache geschrieben. Es wird gehoben durch Chöre, durch Sprechgesang. Auf der herrlichsten Bühne, die es wohl geben mag, wird es vermittelt von jungen Meistern des Sprechens, Matthias Wiemann und Dr. Werner P f l e i st e r. Erste Schauspieler, Hörspieler sind am Werke; ihre Stimmen, bis in feinste Tönungen hinein, werden uns durch wahre Wunder von Tonfängern und Lautsprechern eindringlich zugeführt, ohne daß die natürlich wirkende Seelens- und Willenskraft der Sprechenden entstellt würde Und Menschenmassen rücken auf der Bühne an, stehen und gehen ab, als wenn alle Welt zum Jüngsten Gerichtstag wallte. Ein Gerichtswerk paßt in diese Landschaft, paßt an diese Stätte. Thing ist Gericht. Auseinandersetzung will Eberhard Wolfgang Moellers Werk. Er macht einen jeden unter uns mitverantwortlich. Sein Werk spielt ohne Zugeständnisse in die Ge- gegenwart hinein. Es fordert von jedem Genossen der Gemeinschaft Achtung des einen vor dem anderen. Drei Jahrhunderte vergingen. Damals fielen jene Bauern für Freiheit, Glauben und Menschenrecht. Heute regieren uns ihre Ziele. Ihr Blut ist nicht zwecklos geflossen. preußischer Monolog. Don Hans Weber. Es waren schwere Zeiten für Preußen. Der große Korse griff mit aller Macht seiner Garden und Truppen an, man stand dicht vor dem Drama von Saalfeld, wo Prinz Louis Ferdinand den Tod für Preußen fand. In einer Offiziersbesprechung war ihm vom Oberkommandierenden der damaligen preußischen Armee, dem Herzog von Braunschweig, eine Beschwerde eines gewissen Grafen von Wirzen auf Wirzenburg vorgehalten worden, die sich mit dem Durchmarsch preußischer Truppen durch sein Gebiet befaßte. Auf Vorhaltungen erwiderte Louis Ferdinand: „Durchlaucht, meine Herren Offiziere! Um es an den Anfang zu stellen, es geht in diesem Feldzug um mehr als die Aecker und Fluren einer kleinen Grafschaft des Thüringer Landes. Es geht um einen starken Staat, der mehr Recht auf Leben hat, es geht um Preußen! Dieser Gedanke und die Tatsache, daß ich mit dem Durchschreiten Wirzen- burgischen Gebietes mehr als einen Tagesmarsch auf meinem Vorrücken auf Saalfeld gewann, haben Me die OWpiakämpsermnen bei uns wohnen Besuch im Friesenhof. Von Gerda Wiegand. i mar. E alti*5 oto< ftsahrk^ Die X schon ! neu t > den F wA fc 6ntl< d ßiM; „.Frankenburger Würfelspiel." Mimfführung auf derDietrich Eckart Bühne in Berlin. K B. In der mit Tausenden gefüllten Dietrich- EÄai--Bühne, dem Theater unter freiem Himmel aiu>s Äerlins Reichssportfeld, fand die Uraufführung vm Eberhard Wolfgang Moellers „Frankenburger Wi^lspiel" statt. Reichsminister Dr. Goebbels tdoiic der Aufführung bei. Als er erschien und zu feto.’-i Platz ging, erhoben sich die Zuschauer zum W'Sruß. x * Ci Gericht soll kommen. Richter nehmen Platz aiKij ivchlehnigen Stühlen. Bauern sind die Kläger. Sii< Vagen Kaiser Ferdinand II. an, daß er ihres- gh'eif-n Aufrührer nannte und hinschlachten ließ. Äei Kaiser macht seine Räte verantwortlich. Die Mair schieben dem Statthalter die Schuld zu; der tncio r einem anderen, dem Grafen Herbersdorf. Wr: will entscheiden, nach Jahren entscheiden? 2i Richter haben höhere Macht, als sonst ir- diistie Richter haben. Sie drehen das Rad der Zeit gTit Toten kommen wieder. Dreißigjähriger Krieg. Mich in Rot. Volk in Rot. Bauern wie Hunde geiad):et Da brechen die Bauern los, wollen frei g^achet sein, wollen sich Recht schaffen. 3m Namen des Kaisers lädt Graf Herbersdorf st«n otr. Er verspricht, ihnen solle nichts geschehen, fajttfc unbewaffnet kämen. Sie kommen unve- mtoliret Trotzdem läßt Graf Herbersdorf sie von seMr Soldaten umstellen und um ihr Leben mur= jein Ober wollen sie auf ihr Recht und aus ihren Winden verzichten? Nein! Gut, dann wird gewur- W Immer zwei treten vor und würfeln. Wer flWirmt, lebt. Wer verliert, muß sterben. Die Stern wollen diese Willkür nicht. Wut steht m ihMm auf. Sie dringen gegen die bösen Macyr- hciibr vor. Da erlischt der offenbarende Traum. AiDer ist der Gerichtshof da. Ein großes ma- pijid- Standbild, die ewige Gerechtigkeit, thront n btir Kitte. Nun wird der Spieß umgedreht: Nun mtäfei Kaiser, Räte und Statthalter selbst den D^irf lbecher nehmen. Und sie sind es nun, bie vor bdm ibersten Richter verlieren. Herbersdorf wirst -rstc: triumphierend den höchstmöglichen W s, öEuer die Gestalt wirft auch: sie wi^t „Unendlich- W. Die sieben Richter brechen den Stob über dem Vtnn^eilten.--- ,.. . „ Nachthimmel ist grau verhängt, nur einen lalnii.’: schmalen Strich lassen die Wolken frei. Er stisih! da, schwarz, unheilvoll, mahnend, unheilvoll jede Olympiakämpferin zu jeder Zeit und Stunde gerade das hergerichtet bekommen, worauf sie Appetit hat, und wovon sie meint, daß es ihrer Leistunasfähigkeit besonders zuträglich sei. Auch die Kämpferinnen, die Mädchen aus den vielen Nationen der Welt, haben sich im Friesenheim strengen Vorschriften zu fügen, die ähnlich sind wie die Ordnung im Olympischen Dorf. Männer wird es im Friesenheim nicht geben, denn es entspricht dem Wunsche der Nationen und der Teilnehmerinnen, in größter Ruhe und Ungestörtheit zu leben. Deswegen sollen auch Besichtigungen des Heims während der Olympiade nicht stattfinden. Einzig und allein der Oberzahlmeister Krause vom Norddeutschen Lloyd wird als Finanz- und Wirtschaftsminister nicht nur zugelassen sein, sondern dort wohnen und regieren und nebenbei ein gern gesehener „Familienvater" fein. Bekommen die Olympiakämpferinnen persönlichen Besuch, so geschieht das nach einer Besprechung mit der Mannschaftsführerin. Nach 17.30 Uyr dürfen im Friesenheim keine Besuche mehr zugelassen werden, denn die Rücksicht auf die Kämpferinnen bestimmt die Hausordnung. Eine größere Rolle als im Olympischen Dorf werden die gemeinsamen Lese-, Musik-, Vortrags- und Besuchsräume spielen, denn Berlin, im Juli. Qs ist bestens für sie gesorgt. Genau so wie man ; raßen in Döberitz im Olympischen Dorf alles gern hat, um den Kämpfern die gute Laune zu er- . :qHj und die gute Form zu ermöglichen, so hat na auch für die Teilnehmerinnen an den rouenwettkämp fen auf dem Reichssport- >16 ein Heim eingerichtet, das in unmittelbarer ijtäte vom Schwimmhaus und den Turnhallen ge- ; >flm, zum Training, Ausruhen und Zusammen- nfcm die denkbar günstigsten Bedingungen bietet. । -s |ft das Haus, in dem später einmal die Studen- i .t Der Hochschule für Leibesübungen wohnen wer- 1 en, ein Kameradschaftshaus so wie es an Zien englischen und amerikanischen Hochschulen üb= I ch st. Lange schon wünschte sich die deutsche Sport- ceir inbe ein solches Internat, denn gerade der Ciprt erfordert mehr als andere Studien eine allge- iiki verbindliche Lebenshaltung und konsequente plin. Des Haus, man hat es den Friesenhof ge= i dnit, ist so groß, daß reichlich Platz für alle vor- Lan en ist; der Jnnenhof allein, der auf drei Seiten °on Gebäuden umklammert ist und dessen vierte Gei- sich einem Garten zuwendet, mißt 99 Meter, t er.Haupteingang an der Ostseite führt in eine (:m!s'angshalle, die 17 Meter breit und 10 Meter tsfLie Größe einer Turnhalle hat, es gibt eine fiiete Folge von Sälen, Dortragsfäle, Besuchsraum, Lejeraum, Musikraum, Spielraum, Naichzimmer und Speisesäle... Und darüber liegen 5i9e Stockwerke mit langen Korridoren, von denen eins die unzähligen Schlaf- und Arbeits- riiii me zu erreichen sind, Zelle an Zelle oder wie ti^erem Bienenstock, Wabe an Wabe. I jedem der Zimmer stehen zwei Betten, zwei SMpnfe und zwei Schreibtische, die Räume sind emfrf), jedoch sehr freundlich ausgestattet, die Mö- tiltl iind hell gestrichen. Unten gibt es eine große 8s r sierstube, Frisiere!) ist bei den Amerikanerin n, Spanierinnen, Japanerinnen und Englän- tiliri nen gleich wichtig, es fehlen nicht eine große 3ßjm nenbabanlage mit Heißluftraum und Ängeräume. Der weitläufige Waschraum ist so enitzcirichtet, daß auf je zwei Teilnehmerinnen ein Mo hbecken kommt, und auf vier Teilnehmerinnen eüNe'Brause. D» Küchen- und Speisesaalordnung mtirl etwas anders gehandhabt als im Olympischen Äar der Männer, wo jede Nation ihre eigenen KIMrn und Speisezimmer hat, so daß es dort ins- gilifait 38 Küchen und 38 Speisehallen gibt. Hier ui friesenhof, wo die Olympiakämpferinnen woh- ni«Ti,igibt es zwei zentral gelegene Küchen und zwei plpui Speisesäle. Aber trotzdem wird genau wie im i ympischen Dorf auf die nationalen D i ä t- ;^uohnHeiten upd persönlichen Spei- [wii n f cf) e Rücksicht genommen; die Frage „Wie lislle' die Olympiakämpferinnen verpflegt werden?" ;id: qine bedeutende Rolle, denn damit steht und csp, ihre Leistungsfähigkeit. 3)r Norddeutsche Lloyd hat „Grundpläne" für diik ( rnährung aufgestellt, die etwa so aussehen: s üh stück: Früchte; Haferflocken oder Reis in Milt; amerikanische Cerealien; Kaffee, Tee, Milch, Khi!cn; Ooomaltine; Butter, Honig, Marmelade; Eftrveisen nach Wunsch; Brot, Brötchen, Toast. M 11 a a e s s e n: Suppe oder Kraftbrühe; Fleisch, Rsrijc gemüse, Kartoffeln; grüner Salat; Obst, Käse 0 iiier Süßspeise. 2 enbe|fen: Kalte ober warme Kraftbrühe; FM ober kalte Platte ober Steak; Gemüse, Kar- tritfje-i, grüner Salat; jede Woche zweimal Ge- flljgi ; Obst; Tee, Milch, kalt ober warm; Ovo- maltne. 2)i5 sinb selbstverständlich nur Anhaltspunkte, mfib denen der Norddeutsche Lloyd die Lebens- mitt, beschaffung belorgt. In der Praxis kann dann tergehen und vergehen, wird vielleicht sogar aufgehen gemeinsam mit tausend anderen Grafschaften und winzigen Staaten, die keine Lebensberechtigung vor dem deutschen Volke haben, aufgehen in der einen einzigen, gewaltigen und stärksten Nation, in der nur das deutsche Wort klingen wird. Und in diesem heiligen und großen Reich wird — nein — muß unser Preußen der Stamm sein, der alles hält und um den alles in Einmütigkeit vereinigt. Unser Preußen wird der Kern eines großen Reiches fein, unser Preußen, für das wir alle, Sie als Führer feiner Heere und ich als Führer meiner braven Grenadiere jederzeit bereit sind, in den Tod zu gehen!" 9er lebende Löwe von Venedig. Der Löwe ist das Wappentier von Venedig, und jeder Fremde sieht sein Bild hoch oben auf der Säule des Markusplatzes. Jetzt hat die Stadt aber auch einen lebenden Löwen bekommen, ein prächtiges Tier, das der Marschall G r a z i a n i aus Abessinien geschickt hat. Dieser Löwe, der in einem Käfig in der Nähe des Markusplatzes gezeigt wird, soll den fremden Besuchern die Niederlage der Abessinier und den Sieg der italienischen Heere anschaulich vor Augen führen. So hat nun Venedig fein lebendes Wappentier, wie Bern feine Bären und Rom seine Wölfin hat. Zeitschriffen. — Dr Gerhard Gieses Beitrag „Unser evange- lischer Glaube und unsere politische Pflicht" im Augustheft der „Zeitwende" (Wichern-Verlag, Berlin-Spandau) ist getragen von kameradschaftlichem Verständnis für die schwierige innere Lage unserer mit der Glaubensfrage ringenden jungen Mannschaft. Friedrichs des Großen religiöses Denken und Handeln betrachtet aus Anlaß des 150. Jahrestages seines Todes Heeresoberpfarrer Albrecht Schübel. Er beschönigt nicht des Königs zwiespältige Haltung zum christlichen Glauben, seine Freundschaft mit dem Spötter Voltaire, und weist doch überzeugend nach, daß Friedrich nicht daran dachte, das Christentum ausrotten zu wollen. Der zweite Teil des Heftes ist der Frage „Glaube und Dichtung" gewidmet. Dr. Karl Kindt spricht über „Hölderlin und das Christentum". Eine schöne Ergänzung hierzu sind Dr. Gustav Sondermanns Gedanken zum Werke Ernst Wiecherts. Ein beachtenswerter Beitrag von Dr. Otto Gründler zu der von Rudolf Thiel ausgelösten Diskussion „Um Luther" und einige anregende Zeitglossen beschließen das gehaltvolle Heft der evangelischen Monatsschrift. selbst in so angestrengten Tagen werden die Frauen die Geselligkeit nicht missen wollen, um so weniger, als sie selten Gelegenheit haben, als Repräsentantinnen so verschiedener Nationen zusammen zu sein. Sich kennen zu lernen, davon halten sie alle sehr viel. Gerade deswegen ist die Form des Kameradschaftshauses für die Frauen so besonders günftig. Sie brauchen noch mehr als die Männer ein durchorganisiertes Heim mit Familiencharakter. Sie brauchen eine Frau, bie als Repräsentantin des deutschen Frauentums das nationenoerbinbenbe Moment, bas bei ihnen nicht fehlen darf, herstellt. Zu dieser Aufgabe ist Freifrau von Wange n h e i m , die Witwe des deutschen Botschafters in Konstantinopel, ausersehen worden. Freifrau von Wangenheim ist seit Jahren im Roten Kreuz tätig und hat sich bei der Erhaltung und Schaffung von Wohlfahrtsküchen Verdienste erworben. Ihr langjähriger Aufenthalt im Ausland befähigt sie besonders zu dieser Aufgabe. Die Mutterstelle an jeder einzelnen Bewohnerin vertreten Frauen, die den verschiedenen Nationen zugeteilt werden und deren Sprache sprechen. Es hat sich eine große Anzahl von Frauen gefunden, die diesen Ehrendienst, bei dem nur die unmittelbar entstehenden Kosten ersetzt werden, versehen will. Es find nicht nur die üblichen Fremdsprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch oertreten, sondern auch Japanisch, Polnisch, Schwedisch, Türkisch, Bulgarisch und Rumänisch. In den vergangenen Wochen trafen zahlreiche Briefe von Wettkämpferinnen aus den verschiedenen Nationen ein. Sie haben gefragt, ob sie sich nach der Reise erst einmal gründlich ausschlafen könnten, mich veranlaßt, den Befehl, der Ihnen, meine Herren, einiges Kopfzerbrechen zu bereiten scheint, zu geben. Sie alle wissen wohl, daß wir einen Gegner und Feind vor uns haben, dessen nicht geringste Stärke in seiner Schnelligkeit liegt. Wir müssen ihm mit derselben Stärke, die einer guten Waffe gleichkommt, zu begegnen wissen. Wir müssen versuchen, ihm in allem zuvvrzukvmmen. Die Vorhut des Korps Hohenlohe liegt heute dicht vor Saalfeld. Ein uns unverständlicher Befehl der Heeresleitung — schütteln Sie nicht die Köpfe, meine Herren, lassen Sie meine Worte ruhig Kritik sein —, ein uns nicht verständlicher Befehl hat uns dann aber den weiteren Vormarsch versagt. Heute schon könnten wir jn Saalfeld stehen, meine Herren Offiziere! Heute wäre dieser Flecken, dieses Städtchen in unserer Hand, wenn wir schnell und kraftvoll vorgestoßen wären! Doch habe ich Sie schon darauf aufmerksam gemacht, meine Herren Kameraden, daß es ein Gedanke gewesen ist, der uns bis dahin schneller marschieren ließ. Dieser Gedanke, unsere Triebfeder allen Handelns, dieser Gedanke, der uns stark machte und uns Kraft verlieh, war einzig und ohne Einschränkung der Gedanke an unser Land, an unser Preußen. Kalte, berechnende Strategie darf keine Stimme in solchen Momenten haben. Wir müssen den Glauben an unser Preußen halten, festhalten, uns daran klammern mit beiden Fäusten, stark und dauernd! Offiziere preußischer Korps! Habt ihr denn schon daran gedacht, daß wir völlig allein dastehen in der Welt und uns nur unsere eigene Kraft retten kann? Habt ihr daran gedacht, daß vieles in der Armee und in der Staatsführung faul ist, morsch und alt, daß vieles einer reinigenden und auffrischenden Erneuerung bedarf? Und denkt ihr weiter eigentlich daran, daß es selten jemals einen Mann unter uns gibt, der die Krebsschäden an der Nation schonungslos aufdeckt? Daß mit dieser Verheimlichung Tausende und aber Tausende wider ihr Gewissen zu leben gezwungen werden? Wollt ihr denn nicht einsehen, daß es hier aus eine kleine Feldmark nicht ankommt, hier, wo wir unsere Kraft in Gemeinschaft nutzen müssen und können? Sei das euer Bekenntnis, was Tausende von braven Grenadieren jeden Abend zum Sternenhimmel beten: . Preußen wird ewig sein! Ewig im Rate der Nationen und Völker eine Stimme haben, die eisern, stark und hart klingt und gehört werden muß! Die kleine Grafschaft des Wirzenburgers dagegen wird einmal im Wirbel neuen Weltgeschehens unDie Entzündung der Olympischen Flamme. Der Fackelläuser entzündet auf dem Altar vor dem Alten Museum im Berliner Lustgarten die Olympische Flamme. — (Scherl-Bilderdienst-M.) und es fini) ihnen acht Tage zugebilligt worden. Sie wollten wissen, ob der Briefträger japanische' Adressen lesen kann, und wie teuer die Kinokarten in Deutschland sind. Alle diese Fragen werden gewissenhaft beantwortet, denn wie gesagt: Gute Laune und gute Form, das ist die Hauptsache; sie zu vermitteln, dazu dienen auch die scheinbaren Nichtigkeiten der Umgebung. Rmidfmikprogramm Dienstag, 4. August. 6 Uhr: Olympische Fanfaren. Anschließend bfc 8: Musik in der Frühe. Dazwischen 6.30—6.45: Früh-Gymnaftik und 7—7.15: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 7.50: 4. Tag der XI. Olympischen Spiele. Programmdurchsage. 8.05: Kleine Morgenmusik. 9: Lustige Weisen. 10—12: Militärmusik. Dazwischen: Der Start der olympischen Segelwettkämpfe in Kiel. Dazwischen Leichtathletik: 200-Meter-Vorläufe. 12: Sang und Klang aus Bayern. Bayerische Volksmusik. Dazwischen: Olympische Siegertafel 1896—1936. 13: Musik am Mittag. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Allerlei von zwei bis drei! Dazwischen: Regattabericht aus Kiel. 15: Schallplatten. Dazwischen Leichtathletik: 400-Meter- Hürden-Zwischenläufe, Diskuswerfen-Frauen-Ent- scheidung, 200-Meter-Vorläufe, 100-Meter-Frauen- Entscheiduna, Weitsprung-Entscheidung, 400-Meter« Hürden-Entscheidung, 800-Meter-Entscheidung, 5000* Meter-Vorläufe, Hockey-Ausscheidungsspiele, Fußball-Ausscheidungsspiele: Deutschland—Luxemburg, Schweden—Japan. Dazwischen 15.50: Sven Hedm spricht im Olympiastadion: „Sport als Erziehers 19. Olympia-Echo: 4. Tag. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Volkstümliche Musik. Dazwischen: Rinaen-Freiftil-Entfcheidungen, Fechten- Florett-Frauen-Dorentschetduna, Empfang ehemali- qer Olymrttafi«a-r. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Nachtmusik. 0.55—1: Intermezzo. 1—2: Konzert nach Mitternacht. Mittwoch. 5. HuauJL 6 Uhr: Olymptjche Fanfarrn. Anschließend bis 8: Musik in Der Frühe. Dazwischen 6.80—6.45: Früh- Gymnastik and 7—7.16: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 750: 5. Tag der Xi. Olympischen Spiele. Programmdurchsage. 8.05: Dolksmchik. 9: Buntes Allerlei. 10.80: Unterhaltungsmusik. Dazwischen Leichtathletik: 110-Meter-chüroen-Dorläuse, 1500- Meter-Vorläufe, Regattabericht aus Kiel. 12: Die Kapelle Waldemar Haß spielt. Dazwischen: Olympische Siegertafel 1896—1936. 13: Blas- und Volksmusik. Dazwischen: 50-Kilometer-Gehen-Start, Re- aattabericht aus Kiel. 15: Bunte Musik. Dazwischen Leichtathletik: 200-Meter-Zwischenläufe, Diskuswerfen-Entscheidung, Streckenbericht 50-Kilometer-Gehen, Stabhochsprung • Entscheidung, 110-Meter-Hürden- Borlaufe, 1500-Meter-Vorläufe, Streckenbericht 50- Kilometer-Gehen, 50-Kilometer-Gehen Ankunft, 200- Meter-Lauf-Entscheidung. 19: Olympia-Echo: 5. Tag. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Nur für den Deutschlandsender: Militärmusik. Dazwischen Gewichtheben: Mittelgewicht-Entscheidung, Schwergewicht-Entscheidung. 20.20: Übertragung aus dem Zoo. 22: Tagesnachrichten. 22.15: Olympia-Echo. 23.30: Musikalisches Zwischenspiel. 22.45: Übertragung aus dem Zoo. 0.50—1: Übertragung aus dem Zoo. 1—2: Konzert nach Mitternacht. Aus Der provinzialhaupistadt. Denkt an die Zukunst? NSG. Das neue Deutschland hat sich die große Aufgabe gestellt, ein körperlich aesundes Bolt zu schaffen, das in der Lage ist. Die entscheidenden Ausgcken in der Zukunft zu meistern. Unsere deutsche Jugend wächst zur Kraft und Entschlossenheit auf. Aber noch sind nicht alle Schaden einer verflossenen tieit beseitigt; noch immer fehlt vielen Kindern Licht, Luft und Sonne. Die nationatsomalistische Volkswohlfahrt ist enb schlossen, auch diesen jungen Deutschen die Möglichkeit xu verschaffen, in frischer Luft bei gesunder Ernährung und libeooller Betreuung Erholung und Gesundung zu finden. Abermals wendet sich die NSV. an die Einsicht aller derjenigen, die einen Freiplatz zur Verfügung stellen tonnen. Vor allem ergeht der Ruf an die bäuerliche Bevölkerung, die der Führer aus Zinsknechtschaft und wirtschaftlichen Nöten befreit hat. Nur erbgesunde Kinder, die erholungsbedürftig und schwächlich sind, werden von der nationalsozialistischen Polkswohlfahrt verschickt. Vom 1. bis 10. August wird wiederum um Freiplätze für das Erholungswerk des deutschen Volkes und die Kinderlandverschickung geworben. Meldungen nehmen alle NS.-Dienststellen des Gaues Hessen-Nassau entgegen. Dornotizen. Tageskalender für ZHonfag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Wir find vom Schottischen Infanterie-Regiment". Polizeibericht. Warnung vor einem Schwindler. Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt mit: Ingenieur Karl Spiegel, 50 Jahre alt, der auch unter verschiedenartigen Namen auftritt, mietet sich meist bei alleinstehenden Frauen ein, ohne sich polizeilich anzumelden und versucht durch Inserieren in Fachzeitschriften Briefmarken zu erschwindeln. In zahlreichen Fällen hat er auch Friseure um Schnitthaare in beträchtlichem Wert geschädigt. Arbeiter sollen Auskunft geben über Wohnstätte und Familie. Slichprobenumfragen in allen Gauen. Jrn Rahmen der großen Aufgaben der Akademie für Landesforschung und Reichsplanung spielen die Fragen der Laae der Arbeits- und der Wohnstätte, der Anmarschwege usw. eine bedeutende Rolle. Zur Klärung dieser Probleme hat der Leiter des Reichsheimstättenamtes und Präsident der Akademie für Landesforschung und Reichsplanung, Dr. L u d o w i c i, einen Ausschuß eingesetzt, der bereits unter dem Vorsitz von Kommerzienrat Röchling seine erste Arbeitssitzung abgehalten hat. Dabei wurde beschlossen, durch eine eingehende Umfrage d i e Verhältnisse in den einzelnen Gauen zu ermitteln. Für jedes Gaugebiet sollen etwa fünf Betriebe ausgewählt werden, die die typischen Verhältnisse ergeben und eine Beschäftigtenzahl von mehr als 200 Personen haben. Es sollen sowohl Unternehmen aus dem Bereich der Großstadt wie dem der kleineren Städte und des flachen Landes erfaßt werden. Aufgabe des Ausschusses kann es aber, wie das Organ der Akademie, „Reichsplanung", berichtet, nicht nur fein, die Verkehrsbeziehungen und die Verkehrsdichte zu ermitteln, sondern er müsse auch bestrebt sein, die Einflüsse auf das soziale Leben des einzelnen wie der Familie zu berückfichttgen. Ferner sei 3U klären, unter welchen Bedingungen der einzelne.Arbeiter gewillt fei, einen größeren Anmarschweg zur Arbeitsstätte auf sich zu nehmen usw. Um das zur Klärung dieser Fragen notwendige Material zu erhalten, habe das Reichsheimstätten- amt der DAF. zusammen mit der Akademie einen Fragebogen entworfen. Im ersten Abschnitt würden alle Daten erfragt, die über Größe, soziale Struktur und Beschäftigung der Betriebe aussagten, im zweiten werde nach dem Alter, Familienstand, Einkommen usw. gefragt. Der dritte Abschnitt wünsche Angaben über die Kinderzahl und mitzuunterhaltenden Personen sowie über die finanzielle Lage der Familien, im vierten Abschnitt würden die Wohnverhältnisse, der bauliche Zustand, die Zahl der Grünanlagen in nächster Umgebung und die Zahl der in den einzelnen Wohnungen lebenden Personen sowie die hygienischen Einrichtungen ermittelt; im letzten Abschnitt endlich werde nach dem Weg des Gefolgschaftsmitgliedes zum Betrieb gefragt sowie nach den Entfernungen, die die Hausfrau für ihre täglichen Einkäufe zurück- legen müsse, nach dem Anmarschweg der schulpflichtigen Kinder zur Schule und der Entfernung zu gewissen kulturellen Einrichtungen und Erholungsstätten. Das neue Pausenzeichen des lieichssenders Berlin. DNB. Der Reichssender Berlin erhält vom 1. August ab mittels des neuen von der Reichsrundfunkgesellschaft entwickelten lichtelektrischen Verfahrens als endgültiges Pausenzeichen den C-dur- Dreiklang in der Tonfolge C-G-E. Hunde aus der Straße — doppelte Gefahr! An die Hundebesitzer richtet der Reichstierschutzbund die dringende Mahnung, ihre Tiere auf verkehrsreichen Straßen nicht frei umherlaufen zu lassen, sondern sie an der Leine zu halten. Der gesteigerte Kraftzeugverkehr bildet eine immer größere Gefahr für die Hunde, und diese selbst können zur Gefahr für die Kraftfahrer werden. Einerseits kann ein frei umherlaufender Hund beschädigt oder getötet werden, anderseits kann sein Besitzer je nach der Lage des Falles für den Schaden haftbar gemacht werden, den ein Kraftfahrer infolge der Behinderung durch einen Hund erleidet. — Wer feinen Hund liebt und sich selbst vor sehr empfindlichem Schaden bewahren will, beachte die Warnung. Das ist Tierschutz und Selbstzucht! Herbst-Facharbeiterprüfung. Die nächste Facharbeiterprüfung findet im September 1936 statt. Ihr haben sich alle industriellen Sport in Der Dichtung. Äon Walter Schwerdtfeger. In der Dichtung der Völker finden wir durch Jahrtausende das Erlebnis sportlichen Kampfes gestaltet. Sophokles verfaßte einen Hymnos auf ein Wagenrennen, von Pindar sind Epinikien erhalten, Preisgesänge auf die Sieger der großen Kampf- fpiele. Die Epen Homers sind voll von solchen Schilderungen. Odysseus, nach seinem Schiffbruch an das Gestade der Phäakeninsel geworfen, erwirbt sich durch einen Diskoswurf Achtung: ... mitsamt dem Mantel erhob er sich, packte die Scheibe, größer und dicker und schwerer noch weitaus, als womit die Phäaken sich übeten untereinander; diese schwang er im Wirbel und warf aus gewaltiger Rechten. Laut hin sauste der Stein; da bückten sich schnell zur Erde ruderberühmte Phäaken umher, schiffskundige Männer, unter dem Schwünge des Steins; und er flog weit über die Zeichen. Auch das Nibelungenlied enthält solche Szenen. Drei „spil" muß vollbringen, wer um Brünhild wirbt: „Den Stein scol er werfen unt springen dar nach, den ger mit mir sciezen." Zwölf Männer tragen den ungefügen Stein herbei: den Stein huop vil hohe diu edel möget guot. fi swanc in kreftecliche vil verre (weit) von der hant; do fpranc fi nach dem würfe, ja erklanc allez ir geroant. der Stein der was genoßen wol zwelf klafter ban: den wurf brach mit fprunge diu möget wol getan. Im Minne- und Meistergesang finden sich solche Spuren nicht mehr. Von Hans Sachs, dem Nürnberger Schuhmacher der Lutherzeit, mag ein Fechtspruch hier stehen: Laß Fechten aleich nur ein Kurzweil fein, Ist doch die Kunst löblich und fein, Adlig wie Stechen und Turnieren, Als Saitespiel, Singen und Duintieren. Ach macht Fechten, wer es wohl kann, Hurtig und fähig den jungen Mann, Gegen den Feind beherzt und unverzagt, Tapfer und keck, der 's männlich wagt! Bei Shakespeare finden mir die erste Erwähnung des Sports, der Nationalspiel des englischen Volkes wurde: „Du niederträchtiger Fußballspieler!" sagt Kent im »König Lear*. Etwa um 1740 erfolgt als Reaktion aegen die Verftandeskultur des Rokoko der Durchbruch eines neuen Naturgefühls. Klopftock besingt in emphatischen Oden („Braga", „Die Kunst Tialfs") das Gleiten über glitzerndes Eis: O Jüngling, der den gleitenden Stahl Zu beseelen weiß und flüchtiger tanzt, Laß der Stadt ihren Kamin! Komm mit mir, Wo des Kristalls Ebne dir winkt! Auch Goethe, Reiter, Fechter, Schlittschuhläufer und Schwimmer, preist den Eislauf in seinen „Vier Jahreszeiten". Die Freude an körperlicher Uebung hat er sich bis in sein hohes Alter bewahrt. Ecker mann, der mit dem Greis zusammen im Garten Bogen schießt, berichtet seine Aeußerung: „Ich hoffe, daß man die Turnanstalten wiederher- stelle, denn unsere deutsche Jugend bedarf es, besonders die studierende, der bei dem vielen geistigen und gelehrten Treiben alles körperliche Gleichgewicht fehlt und somit jede nötige Tatkraft zugleich." Das Boxen galt vor hundert Jahren als eine Art Jahrmarktsbelustigung; das zeigt die Anekdote Heinrich von K l e i st s aus feinen „Abendblättern": „Zwei berühmte englische Boxer, der eine aus Portsmouth gebürtig, der andere aus Plymouth, beschlossen, da sie in London zusammentrafen, zur Entscheidung der Frage, wem von ihnen der Siegerruhm gebühre, einen öffentlichen Wettkampf zu halten. Demnach stellten sich beide, im Angesicht des Volkes, mit geballten Fäusten, im Garten einer Kneipe gegeneinander; und als der Plymouther den Portsmouther in wenig Augenblicken, dergestalt auf die Brust traf, daß er Blut spie, rief dieser, indem er sich den Mund abwischte: „Brav!" — Als aber bald darauf, da sie sich wieder gestellt hatten, der Portsmouther den Plymouther, mit der Faust der geballten Rechten, dergestalt auf den Leib traf, daß dieser, indem er die Augen verkehrte, umfiel, rief der letztere: „Das ist auch nicht übel!" — Worauf das Volk, das im Kreise herumstand, laut aufjauchzte, und, während der Plymouther, der an den Gedärmen verletzt worden war, tot weggetragen ward, dem Portsmouther den Siegesruhm zuerkannte. — Der Portsmouther soll aber auch tags darauf am Blutfturz gestorben fein." Wer erinnert sich nicht des tragikomischen Wettlaufs, der das Schicksal von Gottfried Kellers gerechten Kammachern entschied? Lehrlinge aus der metallverarbeitenden Industrie zu unterziehen, die bei in das Handelsregister eingetragenen Betrieben im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Gießen bis zum 31. Dezember 1936 ihre Lehre beenden. Zur Anmeldung sind die Lehrherrn verpflichtet, die die Anmeldung unter Verwendung der bei der genannten Kammer erhältlichen Vordrucke bis spätestens zum 15. A u - g u ft 1 93 6 bei der Industrie- und Handelskammer Gießen, Lonystraße 7, einreichen müssen. Mit der Meldung sind folgende Unterlagen vor- zulegen: 1. Das Schulentlassungszeugnis, 2. Alle Zeugnisse der Berufs- und Fachschulen, 3. Der Lehrvertrag, 4. Ein Vordruck, der die Dauer der Lehrzeit, den Ausbildungsgang, die bisherigen Leistungen und die Führung des Lehrlings bescheinigt, 5. Ein vom Lehrling handgeschriebener Lebenslauf. Außerdem ist das Werkstatt-Arbeitsbuch mit einzureichen, soweit ein solches geführt worden ist. Die unter 1 bis 3 genannten Unterlagen müssen im Original oder in beglaubigter Abschrift beigegeben werden. Mit der Anmeldung ist vom Lehrherrn für jeden Lehrling eine Prüfungsgebühr in Höhe von 6 Mark zu entrichten. Der Bezirk der Industrie- und Handelskammer Gießen umfaßt die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Herbst- Kaufmannsgehilfen-Pflichtprüfung. Die nächste Kaufmannsgehilfen-Pflichtprüfung findet im September statt. Ihr haben sich alle Lehrlinge, die bis zum 31. Dezember 1936 im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Gießen auslernen, zu unterziehen. Anmeldepflichtig sind die Lehrherren, die die Lehrlinge unter Beifügung der nachstehenden Unterlagen auf dem bei der Industrie- und Handelskammer Gießen erhältlichen Vordruck bis spätestens zum 15. 21 u g uft 1936 bei der Industrie- und Handelskammer Gießen anmelben müssen. Mit der Meldung sind vom Lehrherrn folgende Unterlagen einzureichen: 1. Das Schulentlassungszeugnis; 2. Alle Zeugnisse der Berufs- und Handelsschulen, 3. Der Lehrvertrag; 4. Ein Vordruck, der die Dauer der Lehrzeit, den Ausbildungsgang, die bisherigen Leistungen und die Führung des Lehrlings bescheinigt; 5. Ein vom Lehrling handgeschriebener Lebenslauf; 6. Ein vom Lehrling auszufüllender Fragebogen. Die unter 1 bis 3 genannten Unterlagen sind im Original ober in beglaubigter Abschrift beizufügen. Voraussetzung zur Zulassung ist u. a. eine mindestens zweijährige Lehrzeit und Die vollständige Einreichung der angeforderten Unterlagen. Mit der Anmeldung ist vom Lehr- herrn für jeden Lehrling eine Prüfungsgebühr h. Höhe von 3 Mark zu entrichten. Der Bezirk der Industrie- und Handelskammer Gießen umfaßt die Kreise Gießen, Alsfeld uni Lauterbach. Die deutsche Rrbeitofront - n.6.=0ememf(hafr „firaft öurth frcubc" Das Fest um einen Tag verlängert! Wie die NSG. „Kraft durch Freude" uns mit, teilt, findet am heutigen Montag ab 20 Uhr ein Wäldchessest-Kehraus statt, der als Ausklang des neuerftanbenen Gießener Wälbchestages gedacht ist Auch dieser Abend soll wieder dem Frohsinn unb der heiteren Muse gewidmet sein. Wenn das Wetter nur einigermaßen ein günstiges Gesicht macht, bann wird der letzte Tag des Gießener Wäldchesfestez wie die Vortage ein voller Erfolg werden. * *♦ Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 15. bis 31. Juli oerftarben in Gießen: 16. Man garete Nordmann, geb. Steller, ohne Beruf, 41 Jahre alt, Kaiserallee 77; 17. Wilhelm Schmid Gastwirt, 61 Jahre alt, Löwengasse 2; 19. M Helmine Nagel, geb. Mehl, ohne Beruf, 63 3Qt)te alt, Krofdorfer Straße 2; 21. Luise Deeg, geb. ÜJlüb ler, ohne Beruf, 44 Jahre alt, Am Nahrungsberq 16; 22. Valentin Frey, Kaufmann, 67 Jahre alt, Kaiserallee 31; 23. Karl Niepoth, Friseurmeister' 47 Jahre alt, Marburger Straße 7; 25. Johann Melchior Rupp, Oberpostassistent i. 9t., 73 Iah« alt, Rodheimer Straße 49; 26. Daniel Mänges, Orgeldreher und Hausierer, 77 Jahre alt, An der Klaranlage 8; 26. Hildegard Gertrud Kramer, 6 Jahre alt, Asterweg 65; 29. Ludwig Semmler, Schneider, 39 Jahre alt, Wetzsteingasse 32; 30. Anna Greeven, geb. Noot, ohne Beruf, Senden» bergstraße 15; 30. Anna Henkel, geb. Becher, oljnt Beruf, 35 Jahre alt, Darnrnstraße 43. ♦* M it dem Rad g eftür 31. Der 23 tzohtt alte Otto Werner von hier, Wilhelmstraße 25 wohnhaft, stürzte mit seinem Fahrrad und erlitt dabei eine Gehirnerschütterung sowie weitere Kopfverletzungen. Er muhte der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. ♦* Ausbruch der R 011 a u f s e u ch e. Dil Polizeidirektion Gießen teilt mit, daß in dem Schweinebeftand des Emst Walldorf, Gießen, Kläranlage 64, unb in bem Schweinebestand des Karl Sommer, Gießen, Bismarckstraße 26, Schweinerotlauf festgestellt worden ist. Gehöftsperre ist angeorbnet. Herbfiverbaydstag der Freiwilligen Feuerwehren in Lollar. Jubiläum der Lollarer Wehr. £ Lollar, 3. August. Unser Ort ftanb am Samstag unb Sonntag im Zeichen bes Feuerwehrtages bes Kreises, oerbunben mit bem 60jährigen Iubiäum ber Lollarer Freiwilligen Feuerwehr. Die Straßen prangten zu Ehren ber aus unserer engeren Heimat herbeigeeilten Feuerwehrleute in reichem Flaggenschmuck. Oie Jubiläumsfeier. Der Samstagabenb, ber mit einer Heldengedenk- feier am Ehrenmal ber gefallenen Kameraben eingeleitet würbe, war ber Begrüßung geroibmet. Oberbranbmeifter Rohrbach begrüßte bie erschienenen Gäste unb bankte allen für ihr Erscheinen. Kreisverbanbsführer Wenzel überbrachte bie Grüße bes Provinzial- unb Kreisverbanbes; zugleich mürben von ihm 3 Kameraben 'mit bem Abzeichen für 15jährige Dienstzeit ausgezeichnet. Bürgermeister Böhm überbrachte bie Grüße unb ben Glückwunsch ber Gemeinbe unb sprach ber Wehr ihre Anerkennung für bie geleistete Arbeit aus. Ein reichhaltiges Programm, bei bem bie beiben Gesangvereine burch ßieberoorträge, bie Turner burch Turnen am Barren, bie Turnerinnen burdji ein Ballspiel, bie Rabsahrer burch einen Reigen mit" wirkten, gab bem Jubelfest bas richtige Gepräge.. Am Sonntagoormittag fanb im Gasthaus „Zur? Linbe" ber Herbstverbandstag statt. Kreisverbanbsführer Wenzel eröffnete die: Tagung. Sein Gruß galt ben Vertretern ber ren, ganz befonbers aber Regierungsrat W e b e r als Vertreter bes Kreisamtes, Kreisfeuerwehrinfpek« tor Bouffier, Ortsgruppenleiter Petrasch als Vertreter ber Kreisleitung, Bürgermeister Böhm, Lollar, Branbinspektor Lenz, Gießen, sowie ben Bürgermeistern bes Kreises. Bürgermeister Böhm (Lollar) begrüßte die erschienenen Vertreter ber Wehren unb Regierungs- rat Weber als Vertreter bes Kreisamtes und den Ortsgruppenleiter als Vertreter ber Kreisleitung. Regierungsrat Weber bankte für bie Begrüßung. Sein Glückwunsch galt ber Lollarer Wehr bei ber sich bereits vor 60 Jahren Männer gefunben hatten, bie wußten, baß es galt, bas Gut unb Eigentum In ber Plauberei „Meine Vaterstabt Staven- Hagen" hat Fritz Reuter launig erzählt, wie bie einzige, Gymnaftikstunbe seines Lebens verlief: „Mein Onkel Herfe hatte bunkle Gerüchte vost den Bestrebungen bes alten Turnvater Jahn gehört, unb ba er sich für allerlei Sport lebhaft interessierte, so konnte bas Turnen ihm nicht gleichgültig sein, unb er beschloß, ba er selbst zu bick zu ber Ausübung bieser Kunst geworben war, in uns ben Sinn für bie Gymnastik burch praktische Hebungen zu erwecken. Reck und Barren waren freilich meinem Onkel ganz unbekannt, dafür hatte er aber eine Leiter, bie vor bem Kuhstalle stand unb auf ben Heuboben führte. Wir mußten an berfelben auf ber rechten unb auf ber verkehrten Seite herauffteigen, wir mußten rückwärts unb vorwärts burch bie Sprossen kriechen, unb alles ging so vorzüglich, baß Onkel in ber Ueberfüüe feiner Freube „Tanten" rief, bamit sie sich auch an bem Jugenbspiele ergötze. „Tanten" schüttelte aber mit bem Kopfe unb sagte: „Unkel, bat fünb broblofe Künst! Un be Jungs werben sick borbi be Knaken introei brefen un sick bat Tüg tau= nicht rangen." — Die büftere Weissagung erfüllt sich nur zu halb: Fritzing fällt in ben Kuhbünger, woburch bas Turnen bei der „Burmeisterin" Reuter in schlechten Geruch kommt. Wirkliche Sportbichtung ist auch heute noch selten, obwohl ber Sportbetrieb unserer Zeit eine umfangreiche Unter'*iltungsliteratur hervorgerufen hat, bie ihre Hand ig in bie Umwelt bes Sports verlegte: auf bie grauen Vänber ber Autvrennftraßen unb in bas lichtüberftrömte Viereck bes Boxrings. Rubolf G. B i n b i n g hat in feiner „Reitvorschrift für eine Geliebte" eine reife Dichtung geschaffen. Von Stefan George sei aus ben „Liebern ber Hirten" bas Gedicht ,Der Ringer' angeführt: Sonne spielt Auf feinem starken Leib unb auf bem Lorbeer An seiner Schläfe. Langsam wälzt Jubel Sich burch bie bichten Reihen, wenn er kommt Entlang bie grabe, grünbestreute Straße. — Er geht: mit vollem Fuße wie ber Löwe Unb ernst: Nach vielen unberühmten Jahren Die Zierbe ganzen Lanbes — Erwähnt sei auch bie Gebichtsammlung „Olympischer Frühling" von bem polnischen Dichter Wir- zynski, bie 1928 in Amsterdam preisgekrönt wurde, vor allem das Gedicht über den Läufer Nurmi. Aus bem neuen Lebensgefühl, bas in Deutfchlanb entftanb, neuhellenifcher Verschmelzung von Körper unb Geist, schwerer nur, schicksalhafter, sind Ansätze einer echten Sportbichtung erwachsen. Als Beispiel bafür mag hier abschließenb bas @e« bicht „Speerflug" von Ernst Fuhry folgen: „Gleich wie ber Abler, kühn unb frei, von feiner sonnverbrannten Felsenzinne bie Flügel lost zur Fahrt burch seines weiten Reiches blau Revier, so fliege bu, mein schlanker Speer, bu Sohn ber Esche, weit aus meiner Hand! Unb ist bein Leib aus bieser Erbe bunklem Wurzelschoße einst entsprossen: bu hast bie Seele einer anbren Welt! Heut löst bich meine, roilbe Kraft zur großen Sternenwanberfahrt, — ba fliegst bu schon, ich seh bir nach, unb meine Sehnsucht fliegt mit bir bis an bes hohen Himmels fernen Rand." Germanische Schiffbaukunst. Im Sommer bes Jahres 1863 würbe im $oor von Nybam in Schleswig ein wertvoller Fund ge* macht unb in vorsichtiger mehrjähriger Arbeit flj-' borgen. Das Nybam-Schiff, unter Dieser Bezeich- nung ist ber Funb bekannt, steht heute in Kiel lM Schleswig-Holsteinischen Museum vorgeschichtliche Altertümer. Wenn es auch nach unseren heutigen Begriffen nicht mehr ist, als ein großes Ruderboot, so ist boch in höchstem Maße erstaunlich, ®a5 unsere Altoorberen in ber Schiffbaukunst leisteten- Nach ben wissenschaftlichen Untersuchungen stamnu bas Nybam-Schiff aus bem 4. Jahrhunbert n. w)1. Die Ausmaße bieses Kielbootes betragen 22,84 Meter als größte Länge unb 3,26 Meter als grob» Breite, bte Tiefe von ber unteren Kante der plante ist 1,09 Meter. 15 Ruberpaare werdens scharf geschnittenen Fahrzeug eine beachtliche . ligfeit gegeben haben. Das Baumaterial ist ourcy । weg Eichenholz. Befonbers auffaUenb an der -dou* art ist bie Ausarbeitung ber einzelnen Teile. 0 sinb bie 19 auf Meterabstanb angebrachten öpant ; unzerteiltes Material unb auch bie 11 breiten vla fen, bie ben Rumpf bilben, bestehen durchweg n - aus einem Stück. Wenn auch zu jener Zeit ei.er - Werkzeuge zur Holzbearbeitung schon 9^9 " gäbe waren, so zeugt dieser für Deutschland einz g artige Fund ganz besonders eindringlich hohen Kulturstufe seiner Erbauer. Das Schiff mag zur Zeit feiner Entstehung vielteia)t 9 nicht einmal etwas Besonderes gewesen sem; a « sehen von einer dreifach profilierten Leiste es keinerlei ornamentalen Schmuck. Es hat stcye noch größere Meisterwerke Der Schiffbaukuntt 9 geben, ebenso wie neben dem Eichenrecken, »er I dieses Werk sein Holz gab, noch mächtigere 5a rauschten. * ‘Ä K/w E, au6' Ä«,|( hie fei E" 0^5 SS |er(« SÄ *e,niu{ Minde. uev das Kreien Aostenvernn hieraus Bouffier Sailschen r Ehren re ihm iiir noch eine» wurde. §rei Wehren beM Dienst au* wdS Kamen Gießen 3, ü Linden ® den 3, Leihg Watzenborn- Wehr Heil 1 beschlossen, führet dem am m * Lon! sich auf di darf und Das Auto ßen, das g von dem i Zug er, gefchlei in einen 5 gegeben, dc men und der Zug 31 ständig blieb, mit 2 gen, wie bur W 5af)ter bie er geladei MiMerWi Vorfall gen Aoni * Merl ereignete schwere: Frankfurt Reuhel Der bebau der Klinik einem sch feeren ü Veinbr: liegt. (Wie Anfrage u Befinden i Schristleikui Unb Rc 4 Fortsehl, . "Ast Joh, b« Me Jjora^" I. "Nein", fQ Un 6'mer, Men, der h IM un "Nilin", •V’ä ■ T'eifc I" °b Ä » «Wi1 A' C ' di- J111 be »0^2 n ’ °°en |, Ä in an" Sora n 's« ■B1 Oberhessen in »inen Nachdruck verboten! ^Fortsetzung. Mimen len Reigen i Schwerer Unfall um unbeschrankten Bahnübergang. eröffnete I irn dn 1 scoX W -utxmtfjr ^etroji neifter $?: irhen, fomi begrW unb W: isamtes ur2: der : die N- er Wch^ gesund!'- /und lsseuchi/ daß fe; borf,v: leinebefkr.' manffiflii ist. TW kt 6«n: lt ne r Erde entsprM ren M Kraft ’M *7 lir nach, mit dir fernen »s janfuitf wurde j .rtooller? heut- I corÄ *‘"3 in *; ,e erM\. b°u»; ^ch"E, wS gjleter » paare K PbeaW llend dy nzel<^ ieUL ehe" i ltne WM Deud; er. W gch Landkreis Gießen. Grün berg, 2. Aug. Die Freiwilli ge Feuerwehr hielt im Saale des Gasthauses „Zum Rappen" eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Anwesend waren 127 Kameraden. Oberbrandmeister Seisart berichtete über den Landesoerbandstag in Nieder-Olm, anschließend sprach Kamerad Schott über Gasmasken. Alsdann wurde die neue Einheitssatzung, die der Feuerwehr bei ihrer Tätigkeit polizeiliche Funktionen überträgt, bekanntgegeben. Nacktem noch auf den Besuch des Krcisfeuerwehrtages in Lollar hingewiesen worden war, schloß Oberbrandmeister Sei- f a r t die Versammlung in der üblichen Weise. Scharfes Urteil für Weinfälscher und Steuerschwindler. LPD. Mainz, 1. Aug. In viertägiger Verhandlung rollte vor der Großen Strafkammer in Mainz ein umfangreicher Steuerhinter- ziehungs - und Weinfälschungsprozeß ab. Angeklagt waren zwölf Personen aus Rheinhessen; von ihnen waren vie Juden Walter und Friedrich Frohwein aus Mainz flüchtig. Die Anklage stellte fest, daß die Hauptbeschuldigten F r o h w e i n, Joh. Kehr und Konrad H u st e r rund 130 000 Kilogramm Futterzucker sich beschafften, wobei sie sich in raffinierter Weise unrechtmäßige Steuervorteile erschwindelten. Mit diesem Zucker stellten sie 40 000 Liter Johannisbeer-Stichwein und 127 000 Liter Trauben-Stichwein her, der den Vorschriften des Weingesetzes widersprach. Die Beweisaufnahme fand unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit statt. Das Gericht verhärmte folgende empfindliche Strafen: Joh. Kehr erhält sechs Monate Gefängnis, 25 000 Mark Geldstrafe und 5625 Mark Wertersatz. Konrad Hu st er II. erhält elf Monate Gefängnis, 42000MarkGeldstrafe und 6581,25Mark Wertersatz. Karl Aloys Höß erhält elf Monate ,Öft Johnny oben?" fragte die dicke Frau zu irr: Knienden hin, „hast du ihn raufgehen sehen, 2öm?" .Nein", sagte Dora und bückte sich wieder über rinn Eimer, „aber ich muß einen neuen Feudel t/tin, der hier hat mehr Löcher als noch Stoff an v.‘ Terbrügge fiel diese norddeutsche Redeweise nt' als ungewöhnlich auf. .illnsinn", sagte die Blondine, „der Feudel tft rtc lange gut, Dora, du bist ein Ouakbüdel, sei lici t so pütscherig." , 3d) reiß mir ja Splitter in die Finger! ,Denn nimm doch den Schrubber, dummes G) ü" !)mdolf Terbrügge stand einen Augenblick abwar- h: da. Er begriff, die dicke blonde Frau war die !Mn, Dora das Dienstmädchen. Er fühlte sich zu bi i Dora mehr hingezogen, aber er mußte die $id:in anlächeln und sagen: „Ich kann ja vielleicht ml raufgehen? Hat Joyn hier ein Zimmer? Es5 Mädchen Dora prustete. Die Wirtin sah Ü '.uls Terbrügge mißbilligend an. „Wer sinb Sie bn ?" wollte sie wissen. „Ich kenne alle Freunde niues Mannes. Sie habe ich noch nie gesehen. .Hohn ist verheiratet?!" . ,. Mit mir, jawohl. Wenn Sie das noch nicht legren haben, scheinen Sie nicht gerade em naher -;hnnter von John zu sein." _ v _ komme aus Wietze", stotterte Rudolf Ter- hi:.ge, von der imposanten Frau e**^9.e’f7UCx ' -önr wenigstens aus der Gegend von Wietze. John mür eine Karte geschrieben. Ich wollte ihn be- fen. Wir sind zusammen zur Schule gegangen, udl da dachte ich —" Er brach ab. Statt weiterer (rtürimg zog er die Karte hervor und gab sie tn®ie einen Ausweis. O:e Wirtin las die wenigen Zeilen. "Stimmt , fitzitigte sie dann. „Das hat Johnny geschrieben. Erllegte den Putzlappen weg. „Na, denn kommen 6m man mal mit, Herr Terbrügge. Johnny wird E't oben sein und schlafen. Er schläft immer, wenn b Mitmenschen zu schützen. Ortsgruppenleiter v?trasch als Vertreter des am Erscheinen ver- hiderten Kr.eisleiters überbrachte die Glückwünsche Dt Kreisleiters, die ganz besonders aber der Lol- Ic$r Wehr galten. Die Bewegung, so führte er toiter aus, habe der Feuerweyrsache immer sehr ;dü Interesse entgegengebracht und dies bleibe auch foffür die Zukunft. llls Rechnungsprüjer wurden die Kameraden Sch ä f e r (Wiefeck), Köhler (Hungen) und Har- b:ich (Alten-Buseck) bestimmt. Die neugegründete Unwillige Feuerwehr Obbornhofen wurde auf- griommen. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier gci die gesetzlichen Maßnahmen und die Einteilung dt Wehren bekannt. Er forderte hierbei von den Aihren vollkommene Klarheit. Den Gemeinden ßu er genaue Richtlinien, wobei an Schlauch- iwlerial von mindestens 250 Meter von jeder Gern inde verlangt wird. Der gemeinsame Bezug der neuen Satzungen wurde empfohlen, da jedes Mit- g|rb eine Satzung besitzen soll. Die Wehren haben tte Meldung bis zum 1. Oktober 1936 an den 8r:iswehrführer zu machen. Kommandant K ö h - (er (Hungen) fragte an wegen Unfallversicherung uti gerichtliche Eintragung der Wehren. Hierzu gab dt Kreisfeuerwehrinspektor genaue Aufklärung. ®mn auch die Feuerwehrleute durch die Reichs- UkBllversicherung versichert seien, so empfehle er bo:t) eine persönliche Versicherung über die Ge- Itninbe. Heber die Eintragung der Wehren gebe bc Kreisamt Richtlinien heraus. Auch solle eine Kiienverminderung angestrebt werden. Hierauf überreichte Kreisfeuerwehr - Inspektor V u f f i e r dem Kommandanten der Freiwilligen Gllschen Feuerwehr Münch das Hessische 1 Liren kreuz. Er beglückwünschte ihn und dankte ih: für seine langjährige treue Dienstzeit. Es folgte liitO eine Anfrage wegen Aenderungen der Satzun- ge die vom Kreisfeuerwehrinspektor beantwortet tni de. Kreisoerbandsführer Wenzel gab die WHren bekannt, in denen Kameraden für 15jährige Oi^stzeit ausgezeichnet werden. Es sind dies: Anne- ro: 5 Kameraden, Saubringen 4, Freiw. Feuerwehr ®i$en 3, Freiw. Gailsche Feuerwehr 3, Großen- ßioen 1, Grünberg 10, Heuchelheim 2, Klein-Linde 3, Leihgestern 5, Lollar 3, Nieder-Bessingen 4, Wtzenborn-Steinberg 2, Lang-Göns 3. Mit einem KJrjr jheil wurde die Ehrung dieser 48 Kameraden deylossen. Zum Schluß dankte der Kreisverbands- füier dem Führer des Deutschen Reiches, der den Feuerwehren wieder Aufschwung verliehen hat mit einem dreifachen Sieg-Heil. Die beiden National- licder beschlossen die Tagung. Sodann folgte die Llebung der Zubelwehr. 127 Feuerwehrleute traten an. Die Exer^ierübung zeigte schon die straffe Unterordnung und den guten Geist der Wehr. Die nun folgenden Geräteübungen, Hakenleiterübungen zeugten von großem Können und guter Führung. Der B r a n d a n g r i f f, zu dem noch die Werksfeuerwehr der Eisenwerke Buderus in Stärke von 30 Mann zugezogen war, klappte vorzüglich, was auch aus der vom Kreisfeuerwehrinspektor geübten Kritik hervorging. Hierbei sei noch erwähnt, daß bei den Hebungen mit dem Rettungssack keine Kinder verwendet werden sollen. Auch sollen nach den Ausführungen des Kreisfeuerwehrinspektors die motorischen Kräfte besser ausgenützt werden, da gerade die heutige Hebung gezeigt habe, daß bei den alten Saug- und Druckspritzen zu viel Leute gebraucht werden, die im Ernstfall anderswo notwendiger gebraucht würden. Der Höhepunkt des Tages war der Festzug von weit über 1000 Feuerwehrleuten. Beim Vorbeimarsch konnte man die gute und straffe Haltung der Wehren feststellen. Auf dem Festplatz hatten sich inzwischen zahlreiche Festoesucher eingefunden. Die Feuerwehrkapelle Lollar eröffnete das Volksfest mit dem Jubiläumsmarsch der Freiwilligen Feuerwehr Lollar, der ihr vor zehn Jahren von dem Kammervirtuosen L. Kümmel (einem Lol- larer) gestiftet war. Nachoern Oberbrandmeister Rohrbach noch die Festgäste begrüßt hatte, gab er nochmals einen kurzen Rück- und Ausblick der Wehr. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier dankte der Lollarer Wehr und Einwohnerschaft für die Gastfreundschaft und der Wehr für die 60jährige Arbeit im Dienste des Nächsten. Nachdem Kamerad Klein (Büdingen) die Grüße des Kreisverbandes Büdingen überbracht hatte, wurde der offizielle Teil mit dem Deutschland- und Horst-Wessel-Lred beschlossen. Ein frohes Volksfest gab der Veranstaltung den Abschluß. er an Land ist." Der letzte Satz klang nicht sehr erfreut. Die Treppe ächzte. „Ich heiße Beate", sagte die Frau über die Schulter zurück, es war nicht verständlich, warum sie das dem Fremden erzählte „Mit Nachnamen ja nun Schnakenbeck. Aber mein erster Mann hieß Twehleh." Sie schritt mit raschen Schritten auf eine Tür im jetzt erreichten ersten Stock zu und stieß sie ohne weiteres auf. Der Raum, den sie betraten, war klein und mußte eher für eine Kammer denn als ein Zimmer angesprochen werden. Er war der Platzbeschränkung entsprechend dürftig möbliert. Auf dem Feldbett an der Wand lag eine Männergestalt ohne Jacke, mit am Hals offenem Hemd. Die Füße steckten in ehemals weih gewesenen Segeltuchschuhen. Um das Bettzeug zu schonen, hatte der Ruhende die Beine auf die obere Metallstange am Ende des Bettes gelegt. Man sah zunächst nur die beiden roten Gummisohlen. „Johnny", sprach die blonde Frau diese beiden Schuhsohlen an, „hier ist ein Freund von dir, du hast ihm geschrieben." Das Bett krachte, Sprungfedern stöhnten. Ein Mann kam hoch. Er hatte rote Haare, die ihm verwirrt in das rote Gesicht hingen. Aber seine hellen Augen strahlten, als er den Mann neben der Frau sofort erkannte. „Mensch, Rudolf, haft du nach Hamburg gefunden!" Er kam ganz und gar vom Lager empor und schüttelte seinem alten Schulkameraden herzhaft die Hand. „Beate", sagte er dann und hieb seiner Frau auf die Schulter, „das ist Rudolf Terbrügge, mit dem ich auf unferm Dorf groß geworden bin." „Herr Terbrügge hat sich mir bereits gebührend vorgestellt", äußerte Frau Beate mit Genugtuung. „Du brauchst nicht um dich zu schlagen wie ein Pferdeknecht, John." Sie redete ihn nicht mehr mit Johnny an, sondern mit einem ganz langsam gesprochenen O sagte sie John. Es klang sehr förmlich, beinahe Abstand heischend. John Schnakenbeck verstand; er hatte Gelegenheit gehabt, seine Frau kennenzulernen. Es mußte an dem vertrackten Vornamen Beate liegen. So ein Name verpflichtete zur Vornehmheit. Er fchüttelte sich; etwas Asche fiel von seinem grauen Wollsweater; bann fuhr er sich mit gespreizten Fingern käm» Londorf, 3. Aug. Heute Morgen ereignete fit auf dem Bahnübergang zwischen L o n - t) ir f und Nordeck ein schwerer Unfall. D.« Auto des Metztzermeisters Meister von Gieße. das gerade den Bahnübergang passierte, wurde do dem in der Richtung nach Gießen fahrenden Z.jg erfaßt und 10 0 Meter weit mit» gt chleift. Da der Zug vom Bahnübergang aus Hohlweg einfahrt, war keine Möglichkeit gechben, daß das Auto vom Eisenbahnzug loskom- M und eventuell zur Seite fallen konnte. Als ^ilZug zum Halten kam, war das Auto voll - [iimbig zertrümmert, der Fahrer jedoch blioo, mit Ausnahme geringfügiger Hautabschurfun- gei wie durch ein Wunder völlig unverletzt. Es war tos Fahrer sogar noch möglich, die Schweine, dieser geladen hatte und die zum Teil erheblich in Vi'.eidenschaft gezogen waren, an Ort und Stelle >b zu s ch l a ch t e n. Der Zug hatte durch diesen Do faü geraume Zeit Aufenthalt. Wirtschaft mend durch das Haar. Seine Frau hatte heute ; scheinbar ihren vornehmen Tag; da hieß es, sich rechtzeitig anpassen, sollte nicht die Stimmung verdorben sein. „Meine liebe Beate", sagte er und lächelte unsicher, „können wir irgend etwas bekommen?" „Was für eine Frage, John!" verwies ihn Frau Beate. „Herr Teerbrücke ist natürlich unser Gast." „Er heißt nicht Teerbrücke, sondern leerbrugge, Beate. Wenn wir zunächst einen Grog haben könnten? Wir kommen hinunter." „Sehr gern. Auf Nachher, Herr Terbrügge. Dora wird euch servieren." Sie verschenkte ein Lächeln an den Gast und rauschte wieder hinaus. Ein Windzug zog ihr nach. Die Tür fiel zu. Ihre Schritte verklangen. Die beiden jungen Männer standen lauschend, bis nichts mehr von ihr zu vernehmen war. Dann fiel ein Bann ab. John Schnakenbeck umarmte feinen Freund und wirbelte ihn durch das enge Gemach, bis sie gegen einen Schrank polterten. „Ein Mensch!" schrie er, dämpfte sich selber und wiederholte leiser, aber nichl weniger strahlend: „Ein Mensch! Kommt zu mir! Ein Freund, ein Mann! Rudolf, du bist die Rettung!" , Der so sonderbar Empfangene machte sich los und rieb seinen schmerzenden Ellenbogen. „Bist du verrückt geworden, Johnny?!" John Schnakenbeck wurde ernst, beinahe feierlich, aber um seinen Mund stand noch der Abglanz eines Lachens. „Ich bin nicht verrückt, Rudolf , sagte er, „es sieht nur so aus. Aber ich glaube, wenn du nicht gekommen wärst, hätte nicht viel gefehlt, daß ich überschnappte." „Wieso wärst du übergeschnappt, John, was ist denn los?" .. „Das kann ich dir nicht erklären. Du warst nie verheiratet. Die Frauen, Junge, noch dazu eine Beate, also — Schwamm drüber. Du bist gekommen, ich bin gerettet!" Rudolf Terbrügge war sich nicht klar, inwiefern sein Kommen eine Rettung für John Schnakenbeck bedeuten sollte, aber er fragte nicht. John schien sich über den Besuch wirklich zu freuen; das war mehr, als Terbrügge erwartet hatte. Er hielt seinen schon zur Tür strebenden Freund am Aermel fest. „John", hob er an, „ich bin nicht nur gekommen, I Rbein-Mainische Börse. Mttagsbörse abgeschwächt. Frankfurt a. M., 1. Aug. Die Wochenschlutz- börse setzte entgegen den vorbörslichen Erwartungen am Aktienmark in abgeschwächter Haltung ein. Die Hmsätze hatten ziemlich großes Ausmaß, da durch den Ausfall der Berliner und der Düsseldorfer Börse die Kundschaftsaufträge am hiesigen Platz einliefen. Die schwächere Haltung wurde heroorgerufen durch Betrachtungen eines westdeutschen Blattes über die evt. Dividenden- aussichten bei Hoesch Eisen. Die Kulisse nahm in größerem Umfange Abgaben vor, auch von der Kundschaft erfolgten Verkäufe. Hoesch ermäßigten sich auf 118,50 (121,75), Klöckner auf 119 (122,50), Verein. Stahlwerke auf 114 bis 113,40 (115,75), auch Buderus und Mannesmann ließen etwa im gleichen Ausmaß nach. Ferner gingen Harpener um 2 v. H. auf 135,50 zurück. Nach den ersten Notierungen unterlagen vorgenannte Werte mehrfachen Schwankungen, eine Erholung trat nicht ein. Die übrigen Marktgebiete wurden hierdurch etwas beeinflußt und lagen gleichfalls um etwa 0,50 bis 1 v. H. niedriger. IG. Farben 171,75 (172,25). Elektrowerte verloren 0,50 bis 1 v. H., so Gesfürel, AEG. und Schuckert. Von Maschinenwerten Gebr. Junghans 105,50 (106,75), Moenus unter Schwankungen mit 99,50 bis 99 (99) behauptet, Daimler 0,25 o. H. niedriger. Dagegen blieben Aschaffenburger Zellstoff weiter fest mit 126 (125), auch Westdeutsche Kaufhof bei noch lebhaften Umsätzen mit 60,75 voll behauptet. Sehr große Umsätze hatten erneut Kunstseide AKU. mit 63,90 bis 63,25 (62,90), Kemberg mit 88 (88,40) nur knapp gehalten. Der Rentenmarkt lag still und im ganzen wenig verändert. Altbesitz etwas höher mit 112,75 (112,50), Kommunal-Umschuldung etwa 88,15 bis 88,25, Zinsvergütungsscheine 93. Zertif. Dollar- Bonds unverändert und ruhig, 6 v. H. Preußen 67,50, 6 v. H. Spargiro 67. Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt sehr lebhaft. Besonders am Montanmarkt war die Hmsatztätigkeit groß. Weitere Abschwächungen ergaben sich nicht mehr, da das Angebot nach- ließ und sich auf der ermäßigten Basis Rückkaufsneigung zeigte, so daß teilweise mäßige Erholungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. eintraten. Verein. Stahl 113,75 nach 113,40, Mannesmann 114 nach 113,50 (116), Harpener 136 nach 135.50 und Hoesch ca. 118,75 nach 118,50. Westdeutsche Kaufhof gingen auf 60 nach 60,75 zurück, zogen aber wieder auf etwa 60,25 bis 60,50 v. H. an. Kunstseide AKU. bei weiter sehr großem Umsatz auf 62,65 nach 63,25 gedrückt, Bemberg 87,50 nach 88. IG. Farben 170,75 nach 171,75, später etwa 171. Auf den übrigen Marktgebieten wichen die Kurse nur wenig von den Anfangsnotierungen ab. Gefängnis, 20 000 Mark Geldstrafe und 2812,50 Mark Wertersatz. In Abwesenheit erging folgendes Urteil ^egen Walter Frohwein: eineinhalb Jahre Gefängnis, 60 000 Mark Geldstrafe und 8006,25 Mark Wertersatz; gegen Friedrich Froh- wein: ein Jahr Gefängnis und 60 000 Mark Geldstrafe. Gegen die beiden Frvhwein sowie gegen Huster und Höß wurde Haftbefehl erlassen. Die Verurteilungen erfolgten wegen Vergehen gegen die Reichsabaabenordnung, das Weingesetz und das Lebensmittelgesetz. Die übrigen Angeklagten wurden teils amnestiert, teils freigesprochen, unter ihnen einer mangels Beweises. Wieder zwei Geschästseinbrüche in Frankfurt. LPD. F r a n k f u r t a. M., 1. Aug. In der Nacht zum Samstag drangen unbekannte Einbrecher in ein Herren- und Damenmodengeschäft in der Innenstadt ein und entwendeten für einige tausend Mark Wäsche. Auch in ein Geschäftshaus in der Mainzer Landstraße wurde in derselben Nacht ein Einbruch verübt. Den Tätern siel hier eine Stahlkassette mit verstellbarer Skala, ohne Schloß, in die Hände. Außer Bargeld befanden sich in der Kassette vier Barschecks zu 50 und 100 Mark bzw. zwei zu 25 Mark. Da der Täter vermutlich versuchen wird, diese Schecks einzulösen, ersucht die Kriminalpolizei, ihn beim Dorzeigen der Schecks festzunehmen. Die Barschecks sind ausgestellt von der Deutschen Bank und Dis- kontoaesellschaft mit Druckstempel „Deutsche Reichskraft-Verkehrsgesellschaft". Kreis Wetzlar + Frankenbach, 28. Juli. In unserer Ge- meinbe, die 735 Einwohner zählt, verzeichnet der Reichsluftschutzbund etwa 370 Mitglieder. Durchgreifende Sanierung und Reorganisation der AEG. Zum Zwecke der seit langem als notwendig erkannten und vorbereiteten sinanziellen Reorganisation der AEG. hat der Auftichtsrat der Gesellschaft beschlossen, zum 21. August 1936 eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen und ihr folgenden Plan vorzuschlagen: 1. Das bisherige Aktienkapital von 185 Millionen Reichsmark soll im Verhältnis 3:1 auf 61 666 600 Reichsmark herabgesetzt werden. 2. Anschließend soll das Kapital um bis zu 58 333 400 RM. auf bis zu 120 Mill. RM. erhöht werden. Der Zeichnungskurs für die neuen Stammaktien, die ab 1. Oktober 1936 gewinnberechtigt sind, soll 103 v. H. betragen. Den bisherigen Aktionären, soll ein Bezugsrecht derart gewährt werden, daß auf einen zusammengelegten Nennwert von 500 Reichsmark neue Aktien zum Kurse von 103 v. H. bezogen werden können. Von den unter das Bezugsrecht fallenden neuen Aktien von insgesamt etwa 24,5 Mill. RM. ist der Bezug von annähernd 18 Millionen RM. durch Zusage der Ausübung des Bezugsrechtes oder durch Zeichnungsgarantte sicher- gestellt. Ferner hat sich die „Gesellschaft für elektrische Hnternehmungen Ludw. Löwe & Co. AG.", Berlin, bereit erklärt, einen Posten von 30 Millionen RM. neuer Aktien fest zu übernehmen. 3. Die Gesellschaft soll schließlich Teilschuldoerschreibungen von 25 Millionen RM. ausgeben, die von ihrem Bankenkonsortium zum Kurse von 98 v. H. übernommen werden. Diese Teilschuldverschreibungen sind vom 1. Oktober 1936 ab mit 5 v. H. verzinslich und vom Jahre 1942 ab in zehn gleichen Jahresraten zu tilgen. Senkung der Benzol-Zapfstellpreise. Fwd. Nach der Regierungsverordnung vom 11. Juli 1936 ist die Abgabe von Benzol als Kraftstoff ab 1. August 1936 an die Beimischung von zehn Gewichtsteilen Methanol gebunden. Ab 1. Oktober 1936 gelangen nur noch alkoholhaltige Kraftstoffe nach den Mischungsoorschriften der Reichs- monopoloerwaltung zum Verkauf. Wie' der Fwd erfährt, werden die Preise für das ab 1. August 1936 vorgeschriebene Benzol-Metha- nol-Gemisch 1 Pf. je Liter niedriger als die bisherigen Benzolpreife festgesetzt. Der seitherige Ben- Iol-Zapfstellenpreis, der bekanntlich in allen Verkaufszonen 10 Pf. über dem Benzin-Preis lag — ausgenommen Berlin und Hamburg, wo diese Spanne 11 Pf. betrug — ist nunmehr einheitlich für das ganze Reich festgesetzt worben, und zwar beträgt ber Hnterschied gegenüber dem Benzinpreis jetzt nur noch 9 Pf. je Liter, so baß für die Gebiete Berlin unb Hamburg eine Ermäßigung um 2 Pf., für die übrigen Bezirke eine solche um 1 Pf. je Liter Benzol eintritt. Der niebrigfte Benzol-Zapfstellenpreis stellt sich nunmehr auf 44 Pf., der höchste auf 47 Pf. je Liter entsprechend den Preiszonen im Treibstoffgeschäft. Die Preise für Benzol- Benzin-Alkohol-Gemische (wie Aral, Esso, Dyna- min usw.) werden nicht geändert, weil der Gehalt an reinem Benzol in diesen Gemischen derselbe bleibt wie bisher. Die Methanolbeimischung ist von besonderer Bedeutung, weil durch Methanol nicht nur die deutsche Treibstoffdecke eine Erweiterung erfährt, und zwar auf heimischer Grundlage, sondern auch weil damit Preisermäßigungen verbunden sind. dich zu besuchen. Es ist — ich bin von zu Haus fort, verstehst du? Vater hat verkauft, oder tut es in diesen Tagen. Er will bann in bie Stabt ziehen. Mich kann man ba natürlich nicht gebrauchen. Er hat gesagt, er wolle mich mitnehmen, aber ich fürchte, es würbe ihn sehr halb reuen. Unb bann ist es auch so: ich kann nicht in ber Stabt leben. Ich will nicht in bie Fabrik gehen!" Er schüttelte leidenschaftlich den Kopf. John Schnakenbeck überlegte bas Gehörte. Er ging zunächst nur auf Terbrügges letzte Bemerkung ein. „Sie nehmen bich in ber Fabrik auch gar nicht", sagte er. „Es sinb viele gelernte Arbeiter ohne Beschäftigung. Du finbest in ber Stabt als Frember unb Neuling bestimmt keine Arbeit." Nachbenklich betrachtete er seinen ehemaligen Banknachbar von ber Dorfschule. „Was hast bu bir benn gebacht?" forschte er vorsichtig unb ganz unbetont. „Wolltest bu in Hamburg bleiben?" „Du hörst boch, ich will nicht in ber Stabt bleiben!" „Aber bu bist hergekommen... „Weil ich glaubte, ich konnte mit bir fortgehen. Deine Karte, baß bu gerabe einmal in Hamburg an Lanb seiest, kam wie ein Zuruf. Ich weiß nicht, was mich eigentlich trieb. Ich bachte an bich, wie bu einmal einfach aufs Geratewohl aufgebrochen warft aus unferm Dorf, unb ba wollte ich es bir nachmachen." , „ „Damals waren ganz anbere Zeiten, Rubolf. „Gewiß, es ist ja auch — ich wollte nur fragen, ob bu mich auf beinern Schiff mitnehmen kannst. Natürlich sollst bu nein sagen bürfen. John, bann ist bas erlebigt. Aber wenn bu vielleicht bem Kapitän ein gutes Wort gibst unb ihm sagst, baß ich kräftig unb willig bin, meinst bu nicht, es wäre möglich, mich anzubringen?" John Schnakenbeck lächelte. „Man gibt seinem Kapitän kein gutes Wort, Rubolf, allenfalls bekommt man — sehr selten — eines von ihm. Deine Kraft unb Willigkeit sinb auch keine Grünbe, bich einzustellen, arbeitswillig sinb alle, unb Schwächlinge haben wir nicht unter uns. — Aber ber Fall liegt 'etzt auch sonst noch besonbers. Ich habe nämlid) im Augenblick selber gar fein Schiff, mein Junge. „Die „Neuwerk", von ber bu schriebst... (Fortsetzung folgt!) Schneller bräunen hilft Leckrem mit Sonnen-Vitamin Renten blieben sehr ruhig. Der Pfandbriefmarkt lag bei kleinen Umsätzen ziemlich unverändert, auch Stadtanleihen wiesen meist Vortagsnotierungen auf. Industrie-Obligationen wenig verändert. Am Auslandsrentenmarkt war das Geschäft klein. 3m Freiverkehr hatten jedoch jugoslawische Restquoten wieder große Umsätze, fest lagen besonders Salzkammergut und Rudolf-Silber-Bahn mit je 1,65 (1,50). Der Freiverkehr lag ruhig. Karstadt 91, Adlerwerke 116,50, Pokorny 110, Wayß & Freytag 123,50. — Tagesgeld unverändert 3 o. H. Frankfurter Schlackftvlehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Aug. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 248 Rinder (27 Ochsen, 43 Bullen, 156 Kühe, 22 Färsen), 279 Kälber, 31 Schafe, 1824 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 41 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kalber 48 bis 78, Härnrnel 45 bis 50, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Härnrnel und Schafe sehr lebhaft. In der Deutschlandhalle begannen am Sonntagabend die Kämpfe der Gewichtheber im Olympischen D r e i k a m p f, der sich aus den Uebungen im beidarmigen Drücken, Reißen und Stoßen zusammensetzt. Die Abwicklung der Kämpfe zog sich bis in die frühen Morgenstunden hin. Die erste Entscheidung fiel in der F e d e r gern i ch t s k l a s s e , in der sich der Amerikaner Anthony T e r l a z a o mit einer Gesamtleistung von 312,5 Kilogramm (Drücken 92,5, Reißen 97,5 und Stoßen 122,5 Kilogramm) die Goldene Medaille erkämpfte. Zweiter wurde der Aegypter Soliman mit 305 Kilogramm, vor seinem Landsmann Ibrahim 5). M. Shams mit 300 Kilogramm. Von den beiden Deutschen war der Düsseldorfer Lieb sch mit 290 Kilogramm der beste; Meister Walter (Saarbrücken) verscherzte sich durch eine zu geringe Leistung im Reißen seine Aussichten. ^aite man geglaubt, daß nach den prächtigen Leistungen im Federgewicht der Abend überhaupt nicht mehr gesteigert werden könnte, so war man irriger Auffassung, denn im Wettbewerb der Leichtgewichtler gab es einen unerhört spannenden Endkampf. Der Oesterreicher Fein war in Führung gegangen, nachdem er im Drücken 105 kg bewältigte und im Reißen 100 kg, während der Aegypter Mesbah 92% kg und 105 kg schaffte. Das Stoßen brachte die Entscheidung. Fein kam bis auf 137% kg, während der Aegypter bereits beim zweiten Versuch 142% kg schaffte, und dann unter ungeheurer Spannung 145 kg bewältigte. Damit hatten der Oesterreicher und der Aegypter gleiche Kilozahl. Das Körpergewicht mußte entscheiden. Der Aegypter hatte 100 Gramm weniger zu verzeichnen und wurde damit Olympia-Sieger. Er hat einen neuen Weltrekord im Stoßen aufgestellt. Die letzte Siegerehrung des Tages fand dann für die Medaillenträger des Hochsprunges statt. Unter den Klängen der amerikanischen Nationalhymne gingen an allen drei Masten die Fahnen des Sternenbanners hoch, von den Zuschauern stehend gegrüßt. Olympia-Sieger vor dem Führer Der Führer, der Sonntagnachmittag im Reichssportfeld einem Teil der Kämpfe beiwohnte, ließ die Sieger in den Wettbewerben, in denen während seiner Anwesenheit die Entscheidung gefallen war, nach der Siegerehrung in seine Loge bitten, um ihnen seine persönlichen Glückwünsche auszusprechen. Als erste erschien glückstrahlend, geleitet von Reichssportführer von Tschammer und Osten, Tilly Fleischer, ferner Liesel Krüger, die die Silberne Medaille errang, und die Polin Maria Kwasni- e w s k a. Tilly Fleischer trug in der Hand den jungen Eichbaum, der den Siegern bei der Siegerehrung übergeben wird. Einige Zeit später erschienen dann die Sieger im 10 000-Meter-Lauf, die drei Finnen Ilmari Sal - minen, Arvo A s k o l a und Dolmar Iso- Hollo und schließlich die Sieger im Kugelstoßen, der deutsche Polizeioberwachtmeister W o e l l k e, der die Goldene Medaille errang, der Finne Sulo Bärlund, dem die Silberne Medaille zufiel, und der Deutsche Gerhard Stöck, der Träger der Bronzenen Medaille. Die beiden Deutschen strahlten über das I ganze Gesicht, als sie sich beim Führer als Träger von Medalllen für Deutschland melden konnten. Luftschiff „Hindenburg" grüßt den Führer. Berlin, 2. Aua. (DNB.) Dom Luftschiff „Hindenburg" ist dem F ü h r e r folgender telegraphischer Gruß zugegangen: „Deutsche Zeppelin- Reederei, Teilnehmer der Olympiafahrt-Bejatzung und Fahrgäste Luftschiff „Hindenburg" gedenken bei Ankunft Reichshauptstadt in Ehrerbietung ~ und Dankbarkeit des obersten Schirmherrn der völkerverbindenden Olympischen Spiele in Berlin mit deutschem Olympiagruß. Christiansen, Kapitän Pruß." Der F ü h r e r hat darauf telegraphisch geantwortet: „Ich danke Ihnen für die mir bei Ihrer Ankunft in Berlin übermittelten Grüße und erwidere ie herzlichst mit den besten Wünschen für weitere gute Fahrt." Kranzniederlegung im Auftrage des Führers am Sarge Hindenburgs. B e r l i n, 2. Aug. (DNB.) Am heutigen Todes- tage des verewigten Reichspräsidenten und General- ewmarschalls von Hindenburg legte im Auftrage des Führers und Reichskanzlers der Kommandierende General des I. Armeekorps, General von Brauchitsch, einen Kranz am Sarge des Feldmarschalls in der Gruft des Tannenberg-Denkmals nieder. Die Ehrenwache am Denkmal war ans diesem Anlaß verstärkt worden. Kein Mißbrauch der Amnestie bei den Wiener Kundgebungen. Wien, 31. Juli. (DNB.) Wie die „Neue Freie Presse" meldet, wurden bei den Kundgebungen am Mittwoch 155 Personen verhaftet. Unter ihnen befindet sich keiner von den in voriger Woche amnestierten Nationalsozialisten. Oie Kammer billigt die Erklärungen der Regierung. Als Abschluß der außenpolitischen Aussprache der Kammer brachten die Abgeordneten der Volks- rontmehrheit eine Entschließung ein, die mit 379 gegen 200 Stimmen angenommen wurde. Die Kammer billigt demnach die Erklärungen der Regierung. Sie hat zu ihr das Vertrauen, daß sie den Weltfrieden und die Sicherheit Frankreichs verteidigt. Sie lehnt jeden weiteren Zusatz ab und geht zur Tagesordnung über. Aus aller Wett. Die Oelleitung Irak-Haifa in Flammen. Sabotageakt aufständischer Araber. Die aus dem Erdölgebiet des Irak nach Haifa führende große Oelleituna ist, wie aus Jerusalem gemeldet wird, in der Nähe des Flusses Jordan gewaltsam beschädigt und in Brand gesteckt worden. Der Sabotageakt würde zwar auf transjordanischem Gebiet begangen, aber so dicht an der palästinen- ischen Grenze, daß, wie Reuter meldet, aufständische Araber aus Palästina als Täter angenommen werden. Die hochauflodernden Feuergarven können von Jerusalem aus gesehen werden. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 31. Juli ist in Verden (Aller) der 1884 geborene Süntke Nerjes hingerichtet worden, der am 19. März 1936 vom Schwurgericht in Verden wegen Mordes in zwei Fällen zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Nerjes hat am 21. Juni 1923 auf der Landstraße zwischen Beverstedt und Heerstedt die Polizeibeamten Sietas und Dietrich durch mehrere Pistolenschüsse ermordet, um sich der Festnahme wegen Diebstahls zu entziehen. Flammentod des stellvertretenden Arbeitsministers von Neuseeland. In Portland (Neuseeland) kam der stellvertretende Minister für öffentliche Arbeiten Norman Macken- cie auf schreckliche Weise ums Leben. Er wurde in einem hölzernen Landhäuschen im Schlaf vorn Feuer überrascht und verbrannte bei lebendigem Leibe. Drei Syndikatfilme auf der Viennale. Nachdem der Herr Reichsminister für Dolksauf- klärung und Propaganda bereits vor einiger Zeit die beiden Syndikat-Filme „Traumulus" (Carl Froelich-Produktion) und „Ave Maria" (Jtala- Produktion) zur Vorführung anläßlich der Internationalen Filmkunst aus st ellung Venedig 19 3 6 bestimmt hat, ist nunmehr auch noch dem Syndikat-Film „Drei Mäderl um Schubert" (Algefa-Produktion) diese hohe Ehrung zuteil geworden. Kunst und Wissenschaft. Neuorganisierung der deutschen Geschichtswissenschaft. Reichsminister Rust hat zur Förderung der deutschen Geschichtsforschung und Geschichts - lehre im nationalsozialistischen Sinne den seit 1928 bestehenden Allgemeinen Deutschen Historikerausschuß aufgelöst und ihn gleichzeitig in folgender neuen Zusammensetzung wiederbegründet: Professor R. Walter Frank (Berlin) als Vertreter des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands; Professor Dr. Wilhelm Engel (Berlin) als Vertreter des Reichsin- stituts für ältere deutsche Geschichtskunde (Monu= menta); Professor Dr. Karl Alexander von Mül- l e r (München) als Vertreter der Münchener Historischen Kommission; Professor Dr. Willy Hoppe (Berlin) als Vertreter des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine; die Professoren Dr. Karl B r a n d i (Göttingen), Dr. Theodor Mayer (Freiburg) und Dr. Walter Platz- h o f f (Frankfurt a. M.) als Vertreter des Verbandes deutscher Historiker; Professor Dr. Robert Holtzmann (Berlin) als Vertreter des Deutschen Ausschusses der Internationalen Historischen Vereinigung; Professor Dr. Philipp Funk (Freiburg) als Vertreter der Historischen Abteilung der „Gör- res-Gesellschaft". Zum Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Historikerausschusses ist Professor Dr. Platzhof ernannt worden. Die Professoren Br and i, Mayer und Platzhoff sind mit der Reform des Verbandes Deutscher Historiker beauftragt worden. Diese Maßnahmen des Reichserziehungsministers find ein neuer Schritt auf dem Wege nationalsozialistischer Wissenschaftspolitik. Gleichzeitig hat Reichsminister R u ft Geheimrat Professor Dr. Kehr als dem bisherigen Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Historikerausschusses feinen besonderen Dank ausgesprochen. Am Sonntagvormittag um 11 Uhr wurden in der Deutschlandhalle die ersten Ausscheidungskämpfe im Freistilringen durchgeführt. Zum Wiegen stellten sich 100 Kämpfer aus 20 Nationen. 8 Länder hatten sämtliche Gewichtsklassen besetzt, und zwar Deutschland, USA., Finnland, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei, Belgien und zum ersten Mal auch die Türkei. Die Kämpfe begannen im Bantamgewicht, wo es dem Stuttgarter Herbert gelang, den Türken Cakiryildis nach überlegen geführtem Kampf vom Boden aus durch eine Serie von Hebelgriffen entscheidend nach 4:15 Minuten zu besiegen. Der zum erstenmal international startende deutsche Vertreter im Federgewicht Böck mußte sich gegen den Engländer Morrell nach 15 Minuten nach Punkten geschlagen bekennen. Ausgezeichnete Stimmung herrschte am Abend in der gut besuchten Deutschlandhalle. Bei den weiteren Kämpfen gab es zwei deutsche Siege. Im Leichtgewicht hätte der Deutsche E h r l den Schweizer Arn zum Gegner, der zumeist in der Unterlage war und mehrfach in Gefahr kam. Bereits bei der Halbzeit lag der Deutsche klar in Führung und konnte am Ende einen überlegenen Punktsieg mit 3:0 Stimmen buchen. Im Weltergewicht fand sich der Deutsche Paar erst in der zweiten Hälfte des Kampfes. Doch fein Gegner O'Hara-Australien, der anfangs zumeist in der Oberlage war, wagte nichts, sondern hielt den Deutschen nur am Boden fest. Mit 2:1 Stimmen erhielt der Deutsche den Punktsieg zugesprochen. Der Weltergewichtler Andersson- Schweden legte Samec-Tschechoslowakei in 5:20 Minuten auf die Schultern. Auch der Schweizer Angst führte sich blendend ein, indem er den Estländer Kukk in 5:40 Minuten mittels Armschlüssel besiegte. Der Führer beglückwünscht die Sieger. Erste offizielle Siegerehrungen. Nach den sechs Vorläufen über 800 Meter fand zum erstenmal bei den XI. Olympischen Spielen 1936 die Siegerehrung für die erste Entscheidung in der Leichtathletik im Speerwerfen für Frauen statt. Vor der Ehrentribüne war ein kleines Podest, dessen mittlerer Platz erhöht war, und das gvld- durchwirkter Lorbeer schmückte, errichtet. Von drei Mädchen des Ehrendienstes geleitet, traten die Siegerinnen auf das Potest, in der Mitte Tilly Fleischer- Deutschland, rechts von ihr Luise Krüger- Deutschland und zu ihrer Linken Maria Kwasni- e w s k a - Polen. Der Präsident des IOK., Graf d e Baillet-Latour, und der Präsident des Organisationskomitees, Dr. L e w a 1 d, überreichten die Medaillen, während die Mädchen des Ehrendienstes die Siegerinnen mit dem Olympischen Lorbeer bekränzten. Während sich das ganze Stadion von den Plätzen erhob, erklangen die deutschen Nationalhymnen, und langsam stieg am höchsten Siegesmast über der Anzeigentafel das Hakenkreuzbanner empor, daneben noch einmal die deutsche Reichsflagge und am linken Mast das rotweiße Banner Polens. Die Hunderttausend hatten sich während der Zeremonie von ihren Plätzen erhoben und überschütteten die ersten drei Trägerinnen der Medaillen mit lautem Jubel. * Wieder ging am Siegesmast die Hakenkreuzfahne hoch, als sich die drei Ersten des Kugelstoßens zur Siegerehrung einfanden. In der Mitte stand Hans W ö l l k e , der erste Deutsche, der in einem leichtathletischen Männerwettbewerb der Olympischen Spiele einen Sieg erringen konnte. Rechts stand der Finne Bärlund und links Gerhard Stöck. Am Hauptmast ging die Hakenkreuzfahne hoch, rechts flankiert von der finnischen Flagge und links wurde ebenfalls die deutsche Fahne aufgezogen. Die Kapelle spielte wieder das Deutschlandlied und das Hvrst- Weffel-Lied, das die Massen begeistert mitfangen. Großer Olympischer Auftakt -erJugend. Freistilrmger und Gewichtheber im Kamps. Deutsche Siege. w e V ■ ' : ■ M ™ < G Sw /-•y . WTw ’l w • . i Ä V 111 Empfang des Olympischen Komitees im Alten Museum. In dem herrlichen Kuppelsaal des Alten Museum am Lustgarten in Berlin empfing der preußisch» Ministerpräsident Generaloberst Göring die MÄ glieber des Internationalen Olympischen Komitee und des Deutschen Organisationsausschusses. spricht der Präsident des Olympischen Komitee- Graf de Baillet-Latour. Etwas rechts im Bilde Generaloberst Göring, links Reichspropv gandaminister Dr. Goebbels. — (Scherl-M.) Wachsende Sparkapitalbildung aus nationalen Quellen. Fwd. Die Probleme der Kapitalbildung hah» » sich heute gegenüber den Jahren 1926 bis IW ' grundlegend gewandelt. Damals handelte es siü | darum, Kapital für den Neuaufbau einer bun) | Krieg und Inflation zusammengebrochenen Wir:.- I schäft zu gewinnen. Heute dagegen steht im Vordre gründ der Diskussion die Frage, ob die KapitaW düng ausreichende Mittel für die Konsvlibieruirj der kurzfristigen Schulden liefert, die für Die ZnE der Arbeitsbeschaffung und Wehrhaftmachung b»n deutschen Volkes eingegangen wurden. Der Gesaim Prozeß der Kapitalbildung in Deutschland läßt ft statistisch nur schwer verfolgen. So ist schwer # sagen, in welcher Höhe Neukapital von den nehmungen zur Selbstfinanzierung benutzt rourbe,; oder in welchem Umfange das Sparerpublikum feine Ersparnisse etwa direkt in PrivathypotsM: anlegte, anstatt sie zu den Sparinstituten zu bringen’ : Das nachfolgende Zahlenmaterial bildet einen ! Ausschnitt aus der Kapitalbildung. Im oerganp i nen Jahr haben die Spareinlagen der Sparkasse-: ; und Genossenschaften um rund 1,2 Mrd. RM. zug>? : nommen; die Sozialversicherung, sowie die priodi - Versicherung haben rund 0,8 Mrd. RM. auf ber : Kapitalmarkt angelegt. Zählt man die beiden A: träge zusammen, so ergibt sich eine Summe oor- ; 2 Mrd. RM. Berücksichtigt man, daß 500 Mill. RR' - von den Konsolidierungsanleihen des Jahres 19K : im Betrage von 1,8 Mrd. RM. im Publikum h*i : rett untergebracht wurden, und daß ein Teil b der starken Zunahme der Beschäftigung die W ! wachsrate der früheren Jahre noch nicht erre’“3 ! hat, so hängt dies zum Teil damit zusammen, M! : heute entsprechend den niedrigen Preisen auch- Einkommen und damit die Einnahmen ber SozM . Versicherung noch geringer sind als damals. • hat die Ueberalterung der Bevölkerung die Leistu^ gen eines Teils der Sozialversicherung schneller : die Einnahmen erhöht. Am stärksten gestiegen I ■ . feit 1933 die Einlagen bei den Sparkassen- KW j 1933 mag das Bild der Kapitalbildung W ctT? ~ : verschleiert worden sein, weil damals die m ~ ' vorausgegangenen Jahren gehorteten Noten H)r Weg zu den Sparkassen zurückgefunden hatten. ; Dieser Rückstrom war aber sicher 1934 beeno - - Die Notlage der Landwirtschaft vor ber Ölaar Übernahme erklärt es, daß bei den lanbwrrt.cy ' lief)en Genossenschaften noch 1933 die Auszahlung^ . größer waren als der Zugang an Einlagen, o Teil dürfte sich der Rückgang allerdings auch _ aus erklären, daß die nationalsozialistische Politik den Bauern wieder Mut gab, ihr ®cl£ t die Betriebe zu stecken. Die Einlagen in den "öay • 1934 und 1935 haben auch hier wieder kräftig o genommen. Jedenfalls haben sich die Einlagen . ländlichen Genossenschaften im Verhältnis sehr stärker erhöht als die der städtischen. Die Prt « Versicherungen haben 1933 mehr als doppelt s i Mittel auf dem Kapitalmarkt angelegt als Die ± , samte Sozialversicherung, 1934 dagegen um £ U.? 19? & VS $ *3, sh e-3 - tou «»■Q E E 4. 3 a> Ä-2 äS? Ä | - cSx: = 6 § ® 2;; ä $ »El, p -J 3) - EO'2> e *“E -EC sh 3^« 3eS iS ® 1$ tr I cj:?