eßen. “egen Untreue y. Teldstrase ■lt ein Kom- ’ verkaufte er Erlös ab« .unbUttun. A gegen beit Zuchthaus. ^2)1. Selb» einer Anzahl emem Arbeit. ^Qten einzu. nicht aus. Zur klagte einen ge. vor. । $'e ^4 tz°Z auf* und ejernnS' . wort „ ui»- lin°4210D ergehn. yrai Ss'S )inguv?7 Angebv^ M-' JS*"“ IlCfl! SS B rurmeißer nfP*r40Z6 42150 Nr. 153 Erstes Blatt 186. Jahrgang Zrettag. 3. Juli 1936 Erscheint tägltd), nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3Uuftrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Mvnatr-vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. * - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniversttSts vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und SeschSftsstell«: Schulftratze 7 Annahme von Anzeige» für die Miltagsnummer bis 8l/,Ul)r des Vormittag» Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mn> Breite 7 Rpf., für Texranzeigen von 70mm Breire 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/o mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B - 1 MM-, $ x > z‘ «LH |l*-z it MM. | 1934: Beim Umbruch ist der Raupenschlepper im Sumpf eingesunken. 1933: Grundwasser im Sumpfgebiet Griesheim. tosfelsilos. M6: Kornähren aus dem früheren Sumpfgebiet bei Griesheim. 1936: Gememjchastshaus in Riedwds. versandet, noch vielfach vorhanden und auch deutlich zu erkennen, z. B. der Rheinarm bei Stockstadt- Erfelden steht noch heute mit dem Hauptstrom m Verbindung. Alte verlandete Arme finden wir in der Gegend von Geinsheim und Trebur, Gimbsheim und Eich, sowie bei Bürstadt, Kleinhaufen und Biblis. Das neue Erbhofdorf Riedrode liegt am Rand einer solchen verlandeten Rheinschlmge. Das hessische Ried ist für den Naturforscher em Gebiet voller landschaftlicher Reize. Die Pflanzen- und Tierwelt bietet unendliche Fundgruben für den Naturforscher; neben hochragenden Weidenbäumen und -büschen, neben Pappeln, Erlen und Ulmen findet man Sumpf- und Riedgräser in den mannigfaltigsten Formen und Arten Ebenso reichhaltig und vielgestaltig wie die Pflanzenwelt ist auch die Tierwelt. Daß zwar die prächtige Ried- flora den Kartoffeln, dem Korn, dem Weizen und den Rüben weichen soll, ist begreiflicherweise ein großer Schmerz für den Naturforscher, jedoch laßt sich ein Eingriff nicht vermeiden. Es werden auch für die Zukunft noch manche Plätzchen mit den wertvollen Pflanzen- und Tierarten übrig bleiben, wo der Bestand mit Liebe gehegt und gepflegt werden kann. Außerdem ist dem Naturforscher fernerhin eine dankbare Aufgabe vorbehalten, einen planmäßigen Aufbau von Bäumen, Sträuchern und Gebüsch durchzuführen und auch hierdurch in die Ebene ein abwechslungsreiches Bild zu bringen. In dreijähriger Arbeit wurden die Rheinschlingen bei Lampertheim, Bürstadt und Groß-Rohrheim und die Neckarschlingen von Heppenheim bis Berkach melioriert, umgebrochen und zwischenbe- wirtschaftet. Unsere Bilder zeigen die schwierigsten Meliorationen bei Griesheim. Em Gelände von über 3000 Morgen, durchzogen mit torfigen Tümpeln und zum Teil mit Granattrichtern, mit Hecken bestanden, mit Sumpf- und Sauer- gräsern, zeigt durch die Arbeit der hessischen Lan- desregierung heute ein durchaus verändertes Bild. Dort, wo nur Schilf und saures Gras wuchsen, stehen heute Getreide und Hackfrüchte, die, nach ihrem Stand zu urteilen, eine Ernte abwerfen, die einer solchen auf altem Kulturboden zum mindesten in nichts nachsteht Der gleiche Erfolg ist in den Gemarkungen Groß-Rohr- heim, Lampertheim, Bensheim, Bürstadt und Klein- Hausen zu verzeichnen. anzusprechenden ideellen Werte treten die zur Erhaltung und zur Wehrhaftmachung des deutschen Volkes lebensnotwendigen Bedingungen. Die Auswirkung des vor kurzem abgeschlossenen ersten Arbeitsgebietes des nationalsozialistischen Meliorations- und Siedlungsprogramms läßt wirtschaftlich in den Einzelheiten erkennen, wie der Gauleiter und Reichsstatthalter Jakob Sprenger den Richtlinien des Führers folgt, sich in den Vierjahresplan des Führers eingliedert, mit seiner auf diesem Gebiete tätigen Gefolgschaft Agrarpolitik betreibt, wie er z u m Bauern eingestellt ist, welche Förderung er dem Bauernstand angedeihen läßt, und nicht zuletzt, wie er dem Arbeiter, Angestellten und Beamten auf praktischer Grundlage den Glauben an das neue Deutschland vermittelt und vertieft. Aus Sumpf wurde Kulturland. Heydrich, alle Oberabschnitts- und Abschnittsführer der SS., Generale der Wehrmacht, NSKK.-Gruppenführer O f f e r - mann in Vertretung des Korpsführers Huhnlein, Stabsführer Lauterbacher, Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, der Präsident der Reichsschrifttumskammer, SS.-Oberführer Hanns Johst, sowie die Reichsfrauenführerin Frau Scholtz-Klink. Weihevolle Fanfarenklänge der altdeutschen Lu- ren, gespielt von Männern der SS., leiteten die Feier ein. Es folgte das symphonische Chorspiel von Trenker, gespielt von der Staatskapelle Dessau. Dann begab sich der Reichsführer SS. Himmler mit den Ehrengästen durch die mit Tannengrün geschmückte offene Eingangspforte in d i e Kr y p t a, wo er angesichts der Grabstätten Heinrichs I. und seiner Gemahlin Mathilde die Gedenkan» spräche hielt. Aeichssührer SS. Himmler gab einen umfassenden Ueberblick über das tatenreiche Leben Heinrichs. Heinrich sei König geworden als ein Deutsches Reich kaum noch dem Namen nach bestand. Zäh und zielbewußt sei er seinen Weg gegangen. Bei seiner Königswahl habe er — ohne Gantas Hessen-Aassau 8.-12.M in der Gauhaupistadi Frankfurt Riedrode, das erste Erbhofdorf in Deutschland. Erbaut auf gerodetem Sumpf- und Waldboden durch die hessische Landesregierung. Das 1. Arbeitsgebiet des nationalsozialistischen Meliorationsarbeits- und Siedlungsprogramms in Hessen! Begonnen im Juli 1933 — Abgeschloffen im Herbst 1935. Deutschland feiert den Gründer des Ersten Reiches. Der Reichsführer SG. Himmler spricht auf der Heinrichsfeier zu Quedlinburg. Heffens „ponttmfche Sümpfe" 11 Am 8. Juli d. I. jährt sich zum dritten Male der - Tag, an dem der Reichsstatthalter die Durchführung des nationalsozialistischen Meliorations- \ arbeits- und S i e d l u n g s p r o g r a m m s in Hessen freigab. In dreijähriger stiller, zäher Arbeit verbesserten Tausende von Arbeitern der Stirn und der Faust den Boden unserer engeren Heimat und eroberten mit dem Spaten in der Hand Neuland im Hessenland. Die Gebiete der „P o n t i n i s ch e n Sümpfe" in Hessen sind entwässert und werden durch Zwischenbewirtschaftung in Regie in fruchtbares Acker- und Wiesengelände gewandelt. Die großzügige Planung von neuen Erbhofdörfern und Weilern ist im Gange. Die bereits im Jahre 1932 vorgesehene Planung eines neuen Erbhofdorfes im Bürftädter Bruch ist im Jahre 1935 zur Wirklichkeit geworden. Grundlegend für die Planung der Erbhofe waren die Untersuchungen über die Struktur der Bevölkerung und Wirtschaft ip den einzelnen Arbeitsgebieten. In erster Linie wurde der alteingesessenen Bauernschaft und der Arbeiterschaft durch Landzuteilung Rechnung getragen. Allein durch die Anliegersiedlungen wurden im 1. Arbeitsgebiet über 300 neue Erbhöfe gebildet. Darüber hinaus ist durch die Zuteilung von Siedlungsland die E x i st e n z des Kleinbauern als Landwirt gesichert worden mit dem Ziele, daß diese Kleinbauern nach der ersten Ernte im Herbst 1936 auf jegliche zusätzliche Arbeit verzichten können und den saisonmäßig beanspruchten Arbeitsplatz für andere Volksgenossen freimachen. Auch durch die Zuteilung von Sled- lungsland an Kleingewerbetreibende und Arbeiter wurde deren Existenzminimum verbessert und dieselben bodenständig gemacht. Das in Hessen errichtete erste neue Bauerndorf liegt an der Straße Bensheim—Worms, 2,2 Kilometer östlich Bürstadt. In dieser Siedlung sind jetzt 2 8 Bau ernste! len mit einer Ackernahrung von 30 Morgen erstellt. Mehrere hundert Morgen Land stehen noch als Reserve zur Aussiedlung Quedlinburg, 2. Juli. (DNB.) Aus ganz Niedersachsen sind am Morgen des 2. Juli Zehntausende herbeigeeilt, um das Gedenken des Gründers des ersten Deutschen Reiches würdig zu feiern. Der Dom zeigt sich, nachdem das Gestühl aus ihm entfernt worden ist, in seiner echt deutschen Monumentalität. Die Wände sind über den Samen mit blauem Königssamt verkleidet, der nut 20 Wappen der niedersächsischen Städte geschmückt ift Durch die Scheiben fällt gedämpftes Licht. Vom Domschift fällt der Blick durch das offene Tor in die eigentliche Grabkrypta, die mit Kerzen erleuchtet ist Zwei SS.-Männer halten hier die Ehrenwache an den Gräbern König Heinrichs I. und seiner Ge- mählin Mathilde. Als einzigen Schmuck tragen die Wände schlichte Lorbeerkränze, lieber der Krypta haben auf der Empore die Fahnen der Bewegung Aufstellung genommen. Wenige Minuten vor 12 Uhr trifft der R e i ch s s ü h r e r SS. mit den Ehrengästen ein, darunter u. a. die R e i ch s m i n i st e r SS.-Obergruppenführer Darre, Dr. Frick, Dr. Frank und Rust, die R e i ch s l e i t e r Dr. Ley, Rosenberg Baldur von Schirach, Buch, Bormann, Bouhler, Grimm und Hierl, die Chefs der O r d- nungs- und Sicherheitspolizei, SS.- Obergruppenführer Daluege und SS.-Gruppenfuhrer NSG. Im nördlichen Teil der Oberrheinischen Tiefebene liegt das hessische Ried, begrenzt vom Odenwald, von der Rheinhessischen Hochebene und vom Taunusrand. Das Ried — ein alter Grabenbruch — ist zum größten Teil versun^ftes Gebiet. An der Ostseite des Rieds, nahe der Bergstraße, zog Ende der Diluvialzeit der Neckar in vielfältiger Form seine Schlingen durch die Niederung und grub sich sein Bett in die Sandmassen der Rheinebene. Das alte Neckartal zog dicht an der Bergstraße entlang über Weinheim, Heppenheim, Bensheim und Zwingenberg. Hier verlaßt der Neckar den Gebirgsrand; das Tal kann über die Gegend von Hühnlein, Pfungstadt, J?1}!3 telborn und Trebur verfolgt werden. Die Westseite des Neckartales zog von Kafertal über Viernheim, Lorsch und Schwanheim. Weiter nördlich ist die Westgrenze nur schwer feststellbar, well sie durch späteres Einschneiden des Rheines zerstört wurde. Die a l t e n L ä u f e d e s N e ck a r s sind gut erhalten und an vielen Stellen infolge des hochstehenden Wassers vertorft. In der Alluvialzet chus sich der Neckar sein heutiges Bett. Der Lau entlang der Bergstraße verlandete und versumpft^ Der Rhein, der in vorgeschichtlicher Zeit nach bereit. dem Mittelmeer ab floß, mußte infolge Bewegun- Wie wohnen die Siedler? und fand^diesen^n dem vorder entstandenen gro- Di-Be rteilung der Wirtschaft.--, ach ° ß°n ^^"^^^^,^Ünd^ch allmählich' mit d°- Neubauern ist neben ,einer Hasrell-»mi 7nnt g f « s41Wma^ füllte. Sm Ried S °7 ° °° n °d7r°"heSn R« ^--schlingen. 3- T. Sv arge'seid (9 Balken 200 Meter lang nnt 39 Zwetschenbäumen — in dreifach gestuftester Reife^olge — bepflanzt, in ein Pflanzstück in Große | von '1340 Quadratmeter, der Rest der landwirtschaftlich genutzten Fläche in ©rofee von etwa 28 Morgen ist auf fünf Parzellen in Große von 1 bis 17 Hektar verteilt. Die Verteilung erfolgte unter Zugrundelegung der Bonität; die Z u t e i u n g an Bodenarten wurde so vorgenommen daß jeder Bauer über ca. 1,7 Hektar gen«; hoben und ca. 1,4 Hektar schweren Boden (Weizen- Riedrode wurden nach zwei Typen und die Sche nen mit eingebautem Stall nach ^m Typ - baut. Der kleinere Wohnhaustyp hat Wohnküche, zwei Zimmer und Treppenhaus mit einer Gesamtfläche von 50,60 Quadratmeter Dom kleines Wohnhaustyp sind 16 Hauser ausgefuhrt. Der Zweite Typ hat Wohnküche, 3 Zimmer und Treppen Haus mit einer Gesamtfläche von 65,15 Quadratmeter. Hiervon sind 12 Hauser erstellt - Scheunen haben durchweg eme Grundfläche t . 143,82 Quadratmeter. In diesem ^baude ist ei Stall für Kühe und Rind» °°n 46 Quadraknetet und für Schweine cm Stall von 12,dd r2uaorai Meter Fläche enthalten. In i°d°r Sl-dl-rh°fr°lt- is hinter der Scheuer eine Silo an lag- ausge fuhrt mit drei größeren Silas gi {e 8,25 Kubik Meter Inhalt, zusammen 24,75 Kubikmeter Gru futterfilos und zwei Kartoffelfilvs Mit I- 2,25 Kubik Meter Inhalt, zusammen also 4,50 Kubikmeter Kar Vauernpolittk. Rikdradk Vot un? WW ■ M den Charakter und die persönliche Eignung des Siedlerbewerbers zu sehen. f be5 Programms WnJr Ängt m «J* Aick- K, "Ul »“Ä %■- j, einem Wehklagen verstummen affen datz m rauher ff and in die fRatur emaeytf enmt* bäume, Hecken usw. verschwinden, I Gaud) I Verschwinden der Tümpel und p t 6ene die an der Bergstraße so oft alslästigmpsuno^ , Schnakenplage erheblich verm entbehrlich ber für manchen Zeitgenossen als nicht enweyn g. SS. hält die Ehrenwache am Grabe Heinrichs I. — (Scherl-Bilderdienft-M.) Eröffnung -es Reichskriegertages Begrüßung der Kameraden des Garde-Korps durch den Führer des Kyffhäuser-Bundes Oberst a. D. Reinhard vor dem Bahnhofsgebäude in Kassel. (Scherl-Bilderdienst-M.) zu Potsdam an der Gruft unseres großen Königs die Fahnen der nationalsozialistischen Jugendverbände geweiht. Später hatte ich die Ehre, im Braunschweiger Dom an der Gruft Heinrichs des Löwen der Führerschaft der nationalsozialistischen Jugend die Richt- lin,ien für ihre Arbeit zu geben, heute stehen wir hier im Dom zu Quedlinburg an der Gruft jenes großen Sachsenherzogs, der später Deutscher Kaiser und Gründer unseres Reiches wurde. Ich weihe euch, ihr Fahnen der Jugend, in seinem Gedächtnis! Denn ihr jetzt an feiner Gedächtnisstätte vorübermar- Oer Mainzer Gistmor-prozeß Am vierten Verhandlungstag sagte ein Friedhofsarbeiter aus, daß der inzwischen verstorbene Fried- Hofswärter auf Wunsch von Frau Vogler das Grab des alten Vogler gleich nach dessen Beerdigung eingeschwemmt habe, angeblich um bald Blumen pflanzen zu können. In Wirklichkeit hatte man sich der Hoffnung hingegeben, daß dadurch das Thalliumgift schneller aus dem Körper verschwinde. Ein früheres Dienstmädchen der Frau Vogler sagte, Frau Vogler habe zu Gästen, die um die Mittagszeit in die Gastwirtschaft Vogler kamen und nach dem alten Vogler fragen, geäußert: „Ich habe meinem Alten wieder mal ein Pulver gegeben, dann schläft er länger". Der alte Vogler habe oft geklagt, der Kaffee sei so bitter. Frag Vogler habe den Kaffee stets selbst in das Zimmer ihres Mannes gebracht. Ein Zeuge bekundet, Georg Vogler sei bereits in der Sterbenacht seines Vaters auf die Straße gelaufen und habe dort gebrüllt: „Die alte Sau hat meinen Vater vergiftet". Ein Bruder des ermordeten Vogler berichtet, ein Spiritist solle der Frau Vogler nach dem Tode ihres Mannes gesagt haben, er habe mit dem Geist ihres Mannes gesprochen, und dieser habe mitgeteilt, er werde seinen Sohn Georg bald zu sich holen. Frau Vogler will das geglaubt haben. Der Zeuge Adolf hoch wurde als Rechtskonsulent in Wiesbaden von der Angeklagten mehrfach in Anspruch genommen. Er macht Aussagen über die Giftherstellung des Wiesbadener Pharmazeuten Müller., der mit dem Apotheker Holländer in Wiesbaden in guten Beziehungen stand. Er soll mit Saponin, das er aus wilden Kastanien gewonnen hat, ein Gift hergestellt haben, das in fester und flüssiger Form in den Magen eingeführt werden konnte und als Pflanzengift später im menschlichen Körper schwer nachweisbar war. Der liehen und Führertugenden nachzuleben, mit denen er vor einem Jahrtausend unser Volt glücklich ge- Zutiefst danken müssen wir ihm, daß er niemals den Fehler beging, den deutsche und auf der anderen Seite europäische Staatsmänner durch Jahrhunderte hindurch bis in unsere heutige Zeit begangen haben: außerhalb des Lebensraumes — wir sagen heute geopolitischen Raumes — seines Volkes fein Ziel zu sehen. Er ist nie der Versuchung anheimgefallen, die vom Schicksal aufgerichtete Scheide des Lebens- und Ausdehnungsgebietes der Ostsee und des Ostens, des Mittelmeeres und des Südens, die Alpen, zu überschreiten. Er verzichtete dabei, wie wir wohl annehmen können, aus dieser Erkenntnis heraus, bewußt auf den klangvollen Titel des „Römischen Kaisers Deutscher Ration". Oie Olympiabesucher sind Oeuischlands Gäste. Aufruf des Reichsministers Dr. Goebbels. Berlin, 2. Juli. (DRV.) Der Reichsminl- sler für Volksaufklärung und Propaganda erläßt folgenden Aufruf: Rach dem Willen des Führers hat Deutschland für die Olympischen Spiele 193 6 Vorbereitungen wie kaum ein anderes Land zuvor getroffen. Die hunderttausende ausländischer Gäste sollen würdig empfangen werden und ein besonders glänzendes Beispiel deutscher Gastfreundschaft erleben. Ich bin gewiß, daß jeder Deutsche seine Ehre darin sehen wird, den ausländischen Besuchern, die alle unter dem Schuh des Deutschen Reiches stehen, zuvor- k o mm end gegenüberzutreten und, wenn sie einer Hilfe bedürfen, ihnen mit Rat und Tat Beistand zu leisten. Berlin, den 1. Juli 1936. Gez.: Dr. Goebbels. macht hat, und um uns wieder vorzunehmen, daß wir ihn am besten dadurch ehren, daß wir den Mann, der nach tausend Jahren König Heinrichs menschliches und politisches Erbe wieder aufnahm, unserem Führer Adolf Hitler, für Deutschland, für Germanien mit Gedanken, Worten und Taten in alter Treue dienen. DieFahnenweihe derWerjugend Nun trat Reichsjugendführer Baldur von Trauerfeier -er Leibstan-arte. DerFührer an den Särgen der verunglückten Kameraden. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Im Hof der ehe- maligen Kadettenanstalt in Lichterfelde, dem Standort der Leibstandarte Adolf Hitler, fand am Donnerstagabend die Trauerfeier für die vier bei Magdeburg tödlich verunglückten Kameraden des Musikkorps der Leib standarte statt. Ehrenposten standen neben den mit der Fahne des neuen Deutschland bedeckten Särgen, auf denen die Stahlhelme der Verunglückten lagen. Im offenen Viereck waren das erste und dritte Bataillon, das Musikkorps und die technischen Einheiten sowie das Führerkorps der Leibstandarte angetreten. Gegen 21 Uhr erschien der Führer in Begleitung von Obergruppenführer Brückner, Obergruppenführer Sepp Dietrich und Generalleutnant Schaumburg. Leise setzte das Musikkorps mit einem Trauermarsch ein. Als die Melodie verklungen war. trat der Kommandeur der Leib stand arte, Obergruppenführer Sepp Dietrich vor die aufgebahrten Kameraden, um ihnen einen letzten kurzen Abschiedsgruß zuzurufen. Es fei nicht soldatisch, zu klagen und zu weinen, sondern hart zu bleiben, wie es die Toten bis zum letzten Augenblick gewesen seien. Wer sich den Beruf des Soldaten ausgesucht habe, der müsie jeden Tag zum Sterben bereit sein. Das Musikkorps habe auf seiner zehntägigen Konzertreise unendlich vielen Volksgenossen Freude bereiten können, als Zeichen der Beliebtheit, der sich das Musikkorps erfreue, seien unzählige Beileidsschreiben eingegangen. Während das Lied vom guten Kameraden erklang, die Fahnen sich senkten und der Führer stumm die Toten grüßte, dröhnte der Ehrensalut über den Platz. Noch einmal erklang das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gen Himmel. Dann trat das erste Bataillon mit dem Musikkorps zu einem letzten Vorbeimarsch an. hierauf wurden die Särge in die Eingangshalle des Adolf-Hitler- Hauses getragen. Am Freitag wird die lieber- führung in die Heimatorte der Toten stattfinden. b) alle seit dem 1.1 a n u a r 1921 aus der Wehrmacht oder der Landespolizei ausgeschiedenen D e ck o f f i z i e r e, Unteroffiziere und Mannschaften sowie alle Männer, die durch eine von der Wehrmacht oder Landespolizei veranlaßte kurzfristige Ausbildung militärisch geschult sind, sofern sie einem älteren Ge- vurtsjahrgana als 1913 (in Ostpreußen 1910) angehören. Auskunft über die Zugehörigkeit zu diesem Personenkreis erteilen die Wehrersatzdienststellen. Die polizeilichen Meldebehörden erteilen keine Auskunft. Die polizeilichen Meldebehörden haben für die genannten Personen, die sich anmekden, in der Zeit vom 13. Juli bis 2 2. August 1936 das Erfassungsverfahren unter sinnge- mäßer Anwendung der Bestimmungen des ersten bis dritten Teils Der Erfassungsoerordnung durchzuführen, soweit nicht nachstehend etwas anderes bestimmt ist. Stichtag ist der 13. Juli 1936. Die Wehrpflichtigen sollen außer den in der Erfassungsoerordnung aufgeführten Papieren auch die Papiere über geleisteten aktiven Dienst im früheren Heere, der Schutztruppe, der Kaiserlichen Marine und Reichswehr (Reichsheer und Reichsmarine) mitbringen. Die Toten Wohnsitzmeldungen (Forntblätter ld) sind nicht auszu- füllen, sondern zu vernichten. auch nur mit einem Wort verletzend zu werden —, Die Salbung durch die Kirche abgelehnt. Er habe I dann Bayern und Schwaden dem Reiche eingeglie- dert und das bereits völlig verlorene Elsah- Lothringen zurückgewonnen. Den neunjährigen Waffenstillstand mit den Ungarn habe Heinrich zur heeresreform benutzt, er habe Burgen an Der O stgrenze angelegt, aus denen dann namhafte deutsche Städte entstanden seien. Dank dieser Vorbereitungen Heinrichs 1. sei der Einfall Der Ungarn im Jahre 933 für diese zu einer vernichtenden Niederlage bei Riade an der Unstrut geworden. Und nun interessiert uns, die wir nach einer Epoche furchtbarsten Niederbruchs in einer Zeit des abermaligen deutschen Aufbaues allergrößten Stiles unter Adolf Hitler leben dürfen, aus welchen Kräften heraus die Schöpfung Heinrichs 1. möglich war. Die Frage beantwortet sich, wenn wir Heinrich I. als germanische Persönlichkeit kennen lernen. Er war ein edler Bauer seines Volkes, das immer freien Zutritt zu ihm hatte und unbeirrt um staatlich notwendige, organisatorische Maßnahmen persönlich mit ihm zusammenhing. Er war d e r E r st e unter Gleichen, und es wurde ihm eine größere und wahre menschliche Ehrfurcht entgegenge- bracht, als späteren Kaisern, Königen und Für- ft en, die sie nach volksftemdem, byzantinischem Ze- remoniell forderten, je zuteil wurde. Er hieß her- Kassel, 2. Juli. (DNB.) Am Donnerstagvor- zog und König und war ein Führer vor tausend mittag wurde im reichgeschmückten Festsaal der Jahren. Stadthalle in Anwesenheit von Vertretern Der Und nun muß ich zum Schluß ein für unser Partei, Der Wehrmacht und der Behörden Der Volk tief trauriges und beschämendes Geständnis Reichskriegertag 1936 feierlich eröffnet, oblegen- Die Gebeine des großen deutschen Füh» Nach einem kurzen Oraelspiel überbrachte der Stell- rers ruhen nicht mehr in ihrer Begräb- Vertreter Des Bundesführers, Generalmajor a. D. nisstätte Wo sie sind, wissen wir nicht. Wir von Kuhlwein, Der Versammlung Die Gruße können uns nur Gedanken darüber machen. Es mag des leider diensllich verhinderten Bunde sfuh- fein daß treue Gefolgsmänner den ihnen heiligen r e r s und gedachte dann d e s F u h r e r nut einem Leichnam an sicherer Stelle würdig aber unbekannt dreifachen Sieg-Heil. Nachdem Oberbürgermeister beiaesetzt haben es mag sein, daß finsterer, unver- Dr. L a h m e y e r die Teilnehmer herzlich willkom- söhnlicher haß ' politisierender Würdenträger seine men geheißen hatte, betonte Der Landesfuhrer von Asche ebensosehr in alle Winde verstreute, wie er Hessen, Generalleutnant a. D. Fett, besonders Die Die verkrümmten Gebeine gefolterter und zu Tode vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Organisations- gequälter Menschen, deren Gebeine würdig zu be- leitung, Stadt und Partei und dankte der SA. für statten wir als ehrenvolles Vermächtnis erachten, ihre Mitarbeit. vor Dem Ausgang dieser Krypta im Boden verschar- Dann nahm der Stellvertreter des Bundesfuh- ren [jß6 rers, Generalmajor a. D. von K u h l w e i n, das Wir stehen heute vor der leeren Grabstätte als Wort. Nach dem Rechenschaftsbericht wies er dar- Verirrter Des gesamten Deutschen Volkes, Der Be- auf hin, Daß Der Bundesführer bei Der Uebernahme roeauna und Des Staates, im Auftrage un- Der BunDesführung es als wichtig betrachtet habe, seres Führers Adolf Hitler und haben den Frontgeist des großen Krieges bei Kränze der Ehrfurcht und Des Andenkens gebracht, seinen Kameraden wach zu halten zum Nutzen von Wir legen auch einen Kranz auf Den Steinsarg Volk und Staat. Der nationalsozialistische Staat Der vor mehr als neuneinhalb Jahrhunderten neben habe den Gedanken Der W e h r f r e i h e i t und Die ihrem Gatten bestatteten Königin Machilde, Des Einführung Der Wehrpflicht verwirklicht. Die aroßen Königs großer Lebensgefährttn, nieder. Wir ehemaligen Frontkämpfer hätten Die Aufgabe, an alauben auch Damit Den großen König zu ehren, der Versöhnung der Volker zu arbeiten, wenn wir in seinem Sinn der Königin Mathilde, den Frieden zu erhalten und für Generationen zu Diesem Vorbild höchsten deutschen Frauentums, ge- vertiefen. Für Dieses Ziel werde sich der Reichs- Dacht haben kriegerbund in Zukunft ganz besonders einsetzen. Dieses einstmalige Grab auf dem seit Jahrtausen- Der Stellvertreter des Bundesführers skizzierte den von Menschen unseres Blutes bewohnten Burg- weiter das Verhältnis zwischen Dem Reichsberg mit Der wunderbaren, aus sicherem germanl- kriegerbund, dem neuen Soldatenbund schem Gefühl heraus geschaffenen Gotteshalle soll und der Nationalsozialistischen Kriegsopfer- eine Weihestätte fein, zu Der wir Deutsche Versorgung, Die sich alle k a m e r aD s ch a f t - wallfahren, um König Heinrichs zu geDenken, sein lich zusammenfinden mußten, um sich ge- Andenken zu ehren und auf diesem heiligen Platz genseitig zu unterstützen zum Nutzen Des Vater- im stillen Gedenken uns vorzunehmen, Die mensch- landes. — v —ix v----i In Vertretung des Gauleiters Wemrich gab dann stellvertretender Gauleiter Dr. Burkhardt einen Rückblick über Die Arbeit unD den Einsatz Der ersten Frontsoldaten Der NSDAP., als es galt, Der nationalsozialistischen IDee gegenüber Dem kommunistischen Gesindel zum Siege zu verhelfen. „Wir werden", so schloß der Redner, „immer eintreten für Die Volksgemeinschaft, für Das Deutsche Volk, Das Deutsche VaterlanD und unseren Führer Adolf Hitler." Der Chef des Generalstabes Des IX. Armeekorps, Oberst Keitel, übermittelte Darauf Die Grüße Des Kommandierenden Generals des IX. Armeekorps, General der Artillerie D o l l m a n n, und gab dann im Auftrage des Reichskriegsministers einen allgemeinen Ueberblick über den Aufbau Der deutschen Wehrmacht. Schließlich sprach Generalleutnant a. D. von Fabeck über die Wohlfahrtseinrichtungen Des Reichskrieger- bunDes. Oie Erfassung ausgebildeter Wehrpflichtiger. Berlin, 2. Juli. Der Reichsminister des Innern und Der Reichskriegsminister haben eine „23er- orbnung über Die Erfassung militärisch ausgebtl- Deter Wehrpflichtiger älterer Geburtsjahrgänge" erlassen, in Der es heißt: Zur Regelung ihres Wehrpflichtverhältnisses haben sich nach Den Vorschriften Der Verordnung über Das Erfassungs- roefen vom 7. November 1935 (Erfaffungsoerord- nung) entsprechend Der Durch Die Kreispolizeibehör- Den erlassenen öffentlichen Bekanntmachung persönlich bei Der polizeilichen Meldebehörde folgende wehrpflichtige Deutsche, die ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt im Deutschen Reich haben, anzumelden: a) Die Offiziere und Beamten aller Gattungen, die Dem aktiven oder Beurlaub- tenstände des früheren Heeres, der Schutztruppe, Der Kaiserlichen Marine, Der Reichswehr (Des Reichsheeres und Der Reichsmarine) angehört haben; schiert, seid euch dessen bewußt, daß ihr euch würdig zu erweisen habt eines Jahrtausends der deutschen Geschichte, und fühlt euch verpflichtet, eine Jugend zu führen in ein neues Jahrtausend gleicher Gröhe und gleicher Ehre!" Begrüßt von Den erhobenen Rechten Der Ehrengäste und der Männer aller nationalsozialistischen Formationen zogen nun die Fahnenträger mit den neuen HI.- und Jungvolkfahnen unter den Klängen des Liedes „Nie laßt die Fahnen sinken" von den beiden Seiten Des Domschiffes durch die Pforten in die Krypta, vorbei an Den beiDen Grabstellen unD hinauf auf Den Schloßberg. Dor Dem Dom präsentierte der SS.-Ehrensturm der Verfügungstruppe zu Ehren der neuen Fahnen. Die Klänge Des Fahnenliedes vereinigten sich mit Den Fanfaren zu einem gewaltigen Schlußakkord, Der Die weihevolle Feier beendete. Am Nachmittag fanden auf dem herrlich gelegenen Sportplatz Moorbera bei Quedlinburg ritterliche und sportliche Wettkampfspiele der SS st a tt. In Anwesenheit Des Reichsführers SS.-Himmler unD zahlreicher Ehrengäste zeigten Die SS.-Männer vor vielen Taufenden ihre reiterlichen Kunststücke, wie Fuchsschwanzjagen, hinDernisspringen usw. Am Abend erglänzte Quedlinburg wieder im Lichte unzähliger Kerzen, Die Den strahlenden Rahmen für Den Großen Zapfen st reich Der SS. bildeten. Ein großartiges Höhenfeuerwerk auf dem Schloßberg beendete Den festlichen Tag. Er war, wie seine Zeitgenossen berichten, ein Führer, Der seine Gefolgsleute weit an Kräften, Gröhe und Weisheit überragte. Er führte Durch die Kraft feines starken und gütigen Herzens, und es wurde ihm gehorcht aus der Liebe der Herzen heraus. Der alte und ewig neue germanische Grundsatz der Treue des Herzogs und Des Gefolgsmannes zueinander wurde von ihm im stärksten Gegensatz zu den karolingischen kirchlich-christlichen Regierungsmethoden wieder eingeführt. So streng, wie er gegen seine Feinde war, so treu und dankbar war er zu seinen Kameraden und Freunden. Lr war eine der großen Führerpersönlichkeiten der deutschen Geschichte, der bei allem Bewuhtsein der eigenen Kraft und der Schärfe des eigenen Schwertes genau wuhte, dah es ein größerer und haltbarerer Sieg sei, einen anderen im Grunde anständigen Germanen in offener männlicher Aussprache für bas große Ganze |Sd)irad) Dor um'ggg ncuc Bann- und Jung- ZU gewinnen, als kleinlich sich an Vorurteilen bannfahnen Der hitlerjugenD und Des Deutschen zu flohen und einen für das gesamte Deutsch- Jungvolkes zu weihen. Er richtete an Die Führer tum wertvollen Menschen zu vernichten. Der nationalsozialistischen Bewegung und an seine fieilig war ihm bas gegebene Wort unb ber tzanb- Kameraben der Hitlerjugend unb les Jungvolkes schlag. Er hielt getreulich abgeschlossene Vertrage solgenbe Ansprache und erfuhr Dafür in Den langen Jahren feines Le- „wir haben einst in der Garnisonkirche bens Die ehrfurchtsvolle Treue feiner dankbaren Gefolgsmänner. Er hatte Respekt vor all Den Gefühlen, Die anderen Menschen irgendwie heilig sind, und so sehr er die selbst vor einem Meuchelmord nicht zurückschreckenden Wege politisierender Sir- tenfürften kannte und daher mit unnahbarer elbstverständlichkeit jede Einmischung der Kirche in die Tmjge des Reiches abwies, so-wenig griff er in religiöse Angelegenheiten ein oder behinderte die fromme Gesinnung seiner von ihm geliebten und zeitlebens umsorgten Frau, der Königin Mathilde, des alten Widukinds Urenkelin. Er hat keinen Augenblick seines Lebens vergessen, daß Die Stärke des deutschen Volkes in Der Reinheit seines Blutes und Der odalsbäuerlichen Verwurzelung im freien Boden beruht. Er hatte die Erkenntnis, daß das deutsche Volk, wenn es leben wollte, den Blick über Die eigene Sippe und über den eigenen Raum erhoben und nach Größerem sich ausrichten mußte. Er sah Das Ganze und baute das Reich und vergaß dabei nie, welche Kraft der Jahrtausende alten Tradition in den großen germanischen Stämmen schlummerte. Er führte so weise, Daß die urwüchsigen Kräfte Der Stämme und Landschaften willige und getreue Helfer bei Der Gestaltung Der Reichseinheit wurDen. Er schuf eine starke Reichsgewalt unD bewahrte verständnisvoll Das Leben Der Provinzen. ’Ntgx ■ * < 2 y W 3 d Sachverständige Dr. Popp bezeichnet das Saponin als ein ziemlich gefährliches Herzgift. Die Kartenlegerin Rocker habe die Erzeugnisse des Müller Vertrieben. Der Sohn der Rocker war im Geschäft des Müller tätig. Frau Rocker und Frau Vogler hingen sehr eng zusammen. Fra u Vogler erklärte zunächst, alle Aussagen dieses Zeugen seien von Anfang bis zu Ende er- logen. Dann glaubt sie plötzlich, der Pharmazeute Müller könne jener geheimnisvolle „Onkel Ehr Hard" sein. Da Müller heute tot ist, kann man ihm alles Mögliche zuschieben. Endlich erklärt die Angeklagte, sie werde bei der Vernehmung der Frau Rocker und ihres Geliebten Holzhauer weitere Angaben über diese Fragen machen. Das deutsche Problem in der Tschechoslowakei. Ministerpräsident HodzazurNedeHenleins. Prag, 2. Juli. (DRV.) Der tschechoslowakische Ministerpräsident H o d z a versicherte im Senat, daß die Regierungsmehrheit bereitwillig die Mitarbeit der Deutschen Christlich-Sozialen Partei annehme, der Mnisterpräsident wandte sich gegen den Ausspruch Henleins „Lieber will ich mit Deutschland gehaßt sein als aus einer Gegnerschaft gegen Deutschland Vorteile ziehen". Der Ministerpräsident erklärte, in der Tschechoslowakei bestehe kein Haß gegen Deutschland. Es sei geradezu tragikomisch, daß die Politik der großen deutschen nationalen Äe- wegung in der Tschechoslowakei auf einer, solchen irrigen Voraussetzung beruhen sollte. Damit verliere auch die sudetendeutsche Bewegung ihre eigentliche moralische Basis. Die tschechoslowakische Regierung habe die Aufgabe, für die Interessen der zahlreichen Deutschen im tschechischen Sprachgebiet ebenso Sorge zu tragen wie für die Interessen der Tschechen im überwiegend deutschen Gebiet. Die deutsche Minderheit werde ihre politische, moralische und zivilisatorische Mission nicht erfüllen können, wenn sie sich von den Tschechen territorial oder sonstwie trennen wolle. Ihre Bedeutung liege eben in ihrem Zusammenleben mit den Tschechen. Die Lage des deutschen Volkstums habe durch die Kundgebung Henleins einen Schlag erlitten. Die tschechoslowakische Staatlichkeit werde immer mit den Deutschen rechnen und die nationalen Probleme im Einverständnis mit ihnen lösen. Niemals aber werde sie mit jenen rechnen, die versuchten, diesen Staat gegen das Deutsche Reich zu stellen oder die Deutschen gegen den tschechoslowakischen Staat. Kunst und Wissenschaft. Eugen Klöpfer wird Generalintendant in Berlin. Im Zuge einer Neuordnung des Berliner Theaterwesens sind die Theater am Nollendorfplatz und in der Saarlandstraße mit der Volksbühne am Horst-Wessel-Platz vereinigt worden. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, hat den Staatsschauspieler Eugen Klöpfer als Generalintendanten mit der GesamtEugen Klöpfer. -* (Scherl-Bilderdienst-M.) führung dieser Theater beauftragt, nachdem der preußische Ministerpräsident, Generaloberst G ö - ring, Eugen Klöpfer für diese Aufgabe freigegeben hat. Im Einvernehmen mit dem Intendanten der Preußischen Staatsschauspiele, Gustaf Gründgens, wird Eugen Klöpfer in der nächsten Spielzeit bei den Preußischen Staatstheatern noch in zwei Rollen auftreten. Generalintendant Eugen Klöpfer übernimmt die Führung der Volksbühne. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat die Führung des Theaters am Nollendorfplatz dem Intendanten Bernhard Grafen Solms, die Führung des Theaters in der Saarlandstraße dem Intendanten Ingolf Kuntze, dem derzeitigen Leiter der Reichsfestspiele Heidelberg, übertragen. Ein Reichsinstitut für Vor- und Frühgeschichte. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, R u st, hat am 1000. Todestage König Heinrichs I. folgende Anordnung erlassen: „Ich beauftrage den Abteilungsleiter für Vor- und Frühgeschichte in der Dienststelle des Peaustragten des Führers für die Ueber- wachung der gesamten weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP., Professor Dr. Hans Reinerth, mit der Vorlage des Aufbauplanes eines Reichsinstituts für Vor- und Frühgeschichte. Quedlinburg, 2. Juli 1936. (gez). R u st." Professor Reinerth ist 1900 in Bistritz (Siebenbürgen) geboren. Schon als Gymnasiast hat sich Reinerth in den Dienst der deutschen Zusammenarbeit geftettt, indem er u. a. die Schulerverlnn- dungen der siebenbürgisch-deutschen Gymnasien und Lehrerseminare auf volksdeutscher Grundlage organisierte. Die wissenschaftliche Arbeit Prof. Rei- nerths war von Anfang an der Erforschung der nordischen Kultur, besonders im entscheidenden Abschnitt der großen nordischen Landnahme um 2000 gewidmet. Seit 1925 war Reinerth „Prwatdozent an der Universität Tübingen. 1933 gründete er den Reichsbund für deutsche Vorgeschichte. 1934 wurde Reinerth durch Reichsminister R u st aus Kossin- n a s lange umkämpften Lehrstuhl für Vorgeschlchte berufen. Reinerths jahrelange, muhevolle Reisen, Museums- und Ausgrabungsarbeiten führten den indogermanischen Südzug folgend über Suddeutsch- lscmd, die Schweiz nach Italien, dem Sudostzug folgend über die Donauländer nach Griechenland und Kleinasien. Rassisch bedingtes Interesse führte ihn nach Skandinavien und Island Seine größten Ausgrabungen waren: Die befestigte Jnselstedlung der Wasserburg Buchau im Federseemoor, die erste Unterwasserausgrabung (Kastengrabung) m Sipplingen am Bodensee und das größte steinzeitliche Pfahldorf Egolzwil in der Schweiz. Viel Zeit hat Reinerth der Einrichtung vorgeschichtlicher Museen gewidmet. Wo sich die Möglichkeit bot, ließ er an vrt und Stelle Rekonstruktionen getreu nach den Llusgrabungsergebnissen aufbauen. So erstanden oas Freilichtmuseum der stein- und broncezeitlichen Pfahlbauten in Unteruhldingen am Bodensee und broncezeitliche »Häuser in Oerlinghausen und auf dem Lübecker Wall. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten sind in feinen Werken veröffentlicht worden. Täglich Zehntausend Eier... Wie werden die Olympiakämpfer verpflegt? B e r I i n, 2. Juli. (DNB.) Ein Problem bei der Vorbereitung der Olympischen Spiele war die Verpflegung der rund 7000 Kämpfer aus allen Ländern der Erde, die im Olympischen Dorf wohnen werden. Es galt von vornherein, nicht nur Menschen zu sättigen, sondern sich den Beschäftigungsgewohnheiten und Eigenarten von 53 Nationen anzupassen "nd den einzelnen Kämpfern die für ihre Sportart zuträglichste und die Leistungsfähigkeit steigende Sonderkost zu verabfolgen. In den drei Stockwerken des Wirtschaftsgebäudes warten 40 Küchen und 40 Speisesäle für je 40 bis 300 Personen aus ihre ausländischen Gäste. Im Laufe der nächsten Tage werden rund 450 Mann Lloydpersonal, darunter etwa 300 Stewards und etwa 200 Mann Küchenpersonal mit 95 Köchen und Konditoren eintreffen, um ihren Dienst zu beginnen. Die Aufsicht liegt in den Händen eines Küchenchefs des Lloyds, der bereits während der Olympiade in Los Angeles die deutsche Mannschaft und während der Olympiade in Amsterdam die Amerikaner betreute. ..Don den Mengen an Lebensrnitteln, die zur täglichen Verpflegung der 7000 erforderlich sind, eien hier kurz herausgegriffen: einem Fleischkeller ür 10 000 Kilogramm Auslandsfleisch schließt sich ein zweiter für 8000 Kilogramm Jnlandsfleisch, außerdem noch ein Sonderraum für 5000 Kilogramm Wurst und Schinken an. Zwei Obst- und Gemüsekeller haben rund 25 000 Kilogramm Fas- ungsvermögen, und zwei Konservenräume nehmen 35 000 Kilogramm auf. Im Milchkeller werden täglich 2000 Liter gelagert, während der Raum für Kompotte, Puddingpulver usw. 10 000 Kilogramm aßt. Täglich werden 10000 Eier und 250 Kilogramm Butter benötigt. Neben 320 000 Apfelsinen, 50 000 Grape Fruits und 10 000 Zitronen sind u. a. etwa 50 000 Kilogramm Mehl, 6000 Kilogramm Grieß usw. erforderlich. In der Wäschekammer lagern etwa 15000 Bettenbezüge, 15 000 Bettücher, 30 000 Kissenbezüge, 50 000 Handtücher, 18 000 Badetücher, 8000 wollene Decken und 8000 Federkissen. Als er st es Frühstück stehen den Sportlern Haferflocken, Früchte, Reis, Kaffee, Tee, Schokolade, Butter, Honig, Marmelade, Eierspeisen und je nach Wunsch Brot, Brödchen oder Toats zur Verfügung. Das Mittagessen sieht im allge- meinen Suppe oder Brühe, Fleisch, Frischgemüse, Obst, Käse, Speise usw. vor. Aber hier müssen zahlreiche Sonderwünsche berücksichtigt werden. Die Holländer sind gewohnt, nur abends eine warme Mahlzeit einzunehmen, die A u ft r a I i e r haben als starke Fleischesser täglich drei Fleischgerichte verlangt. Andere Nationen dagegen bevorzugen vegetarische Kost und andere wieder wollen viel Mehlspeisen. — Abends werden u. a. kalte und warme Kraftbrühen, Fisch, kalte Platten, Gemüse, Käse, Geflügel aller Art, Tee, Milch usw. gereicht. Die Reichssportfeldverwaltung teilt mit: Eine am Sonntag, dem 5. Juli 1936, im Olympia-Stadion stattfindende Probe macht es notwendig, das Reichssportfeld von 12 Uhr abfürBest ch t i g u n g e n zu sperren. Die letzte Führung geht um 11.30 Uhr vom Olympischen Tor aus ab. Dafür wird im Gegensatz zu den Wochenführungen, die erst um 8.30 Uhr vormittags beginnen, die erste Führung am Sonntag bereits um 7.30 Uhr vor sich gehen. Wo werden 1940 die Olympischen Spiele stattfinden? Berlin, 2. Juli. (DNB.) Der Präsident des Organisationskomitees Exzellenz L e w a l d erklärte dem Vertreter des DNB.-Sportdienstes, das Internationale Olympische Komitee werde am 29. Juli zusammentreten. Der wichtigste Punkt der Besprechungen werde die Vergebung der XII. Olympischen Spiele 1940 sein. Um sie bewerben sich schon seit langem Tokio und Helft n g f o r s. Als große Ueberraschung sei jetzt der Antrag von London, das schon im Jahre 1908 Die IV. Olympischen Spiele veranstaltete, einge- gangen. Nach dem Ende des abesstnischens Feldzuges wolle auch Rom, das sich bereits einmal beworben, aber wieder verzichtet habe, auf dem Berliner Kongreß erneut feine Kandidatur vertreten. Die Abstimmung erfolge geheim und fei endgültig. Fast das gesamte Internationale Olympische Komitee werde in Berlin versammelt fein. Resignation in Genf. Die kleineren Mächte znm Versagen des Völkerbundes im Abessinienkonflikt. Genf, 2. Juli. (DNB.) In der Völkerbundsversammlung verkündete der Vertreter Australiens, Bruce, den Beschluß der australischen Regierung, die Aufhebung der Sanktionen zu beantragen, da sie aussichtslos geworden feien. Der dänische Außenminister erklärte zu den Sanktionen, es wäre nur eine leere Demonstration, wenn man ihre Beibehaltung befürworten wollte. Für das gute Einvernehmen unter den Nationen fei der augenblickliche Wirtschafts- und Währungskrieg hinderlich. Bundesrat Motta- Schweiz erklärte, das wesentlichste Ziel sei die Universalität des Völkerbundes. Der holländische Außenminister empfahl die Aushebung der Sanktionen in einem nahen, durch gemeinsamen Beschluß festzusetzenden Zeitpunkt. Der Vertreter Chiles vertiefte die von ihm früher gemachte Anregung, den Völkerbund im Sinne einer größeren Universalität zu reformieren. Wenn weder der Frieden, noch kollektive Sicherheit erreicht werden können, so müsse sich Chile seine Neutralität wieder nehmen. Der Plan einer jeweiligen B e s ch r änkung der Beist a n d s v e r p f l i ch t u n g auf die Mitglieder bestimmter geographischer und politischer Gruppen sei zu begrüßen. Der schwedische Außenminister erklärte, Schweden werde solange mit dem Völkerbund Zusammenarbeiten, wie der Bund den allgemeinen Interessen und nicht den besonderen Interessen einzelner dienen würde. Der irische Ministerpräsident de Valero erklärte, jedes Land sei für die augenblickliche Katastrophe verantwortlich. Der Frieden hänge von dem Willen der Staatsmänner ab. Darum sollten sich die Völker Europas schon jetzt in einer großen Friedenskonferenz vereinigen. Der Mechanismus des Paktes müsse unverzüglich dazu benutzt werden, schreiende Ungerechtigkeiten zu beseitigen, die augenblicklich den Weltfrieden bedrohten. Der österreichische Vertreter setzte sich für die Reform des Völkerbundes ein. Oesterreich erwarte eine endgültige Regelung des Abessinienkonfliktes, die den Erfordernissen der kollektiven Sicherheit und der Aufrechterhaltung der Autorität des Völkerbundes Rechnung trage. Der Vertreter Ungarns betonte, die Haltung Ungarns entspreche seiner dynamischen Auffassung von den Zielen des Völkerbundes. Die ungarische Regierung könne nicht zugeben, daß es die einzige Aufgabe des Völkerbundes fei, die strenge Anwendung der Zwangsbestimmungen des Paktes durchzusetzen. Sie sei für die Herstellung des Gleichgewichtes dieser Bestimmungen mit den Artikeln 11, 13 und 19 (Revision), die eine friedliche und vorbeugende Beilegung von Konflikten und Möglichkeiten vorsehen, um Zuständen abzuhelfen, die den- Weltfrieden gefährden könnten. Französische Zweifel am Wert des Völkerbundes. P a r i s, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Außenpolitiker des „Echo de Paris" sagt über die Stimmung in Genf: Alle Redner hätten so gesprochen, als ob der Krieg morgen vor der Tür stehe. Der Glaube an den Völkerbund sei kaum mehr vorhanden. Den kleinen Staaten bleibe bei dem Zusammenbruch die Hoffnung, ihre Bündnisse zu retten, die man mit dem schmückenden Namen „gegenseitige Beistandspakte" bedacht habe. Aber die große Mehrheit der kleinen Staaten habe g a r n i ch t einmal diese Möglichkeit. Das System der Reform der kollektiven Sicherheit, wie es sich die französische Regierung vorstelle, umfasse 1. Militärbündnisse, die als gegenseitige Beistands- oder regionale Pakte getauft würden, und 2. eine Verpflichtung zu wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen. Dabei müsse man aber feststellen, daß die Staaten, die den Glauben an den Völkerbund verlören, dazu neigen, in neutraler Haltungzu verharren. Das bedeute, daß man den Staaten, die Veränderungen herbeiführen wollen, die erforderlichen Zugeständnisse werde machen müssen, damit sie sich der Genfer Einrichtungen anpassen. Man sollte einem Völkerbund, der n u r n o ch a l s Büro zur Entgegennahme vollendeter Tatsachen tätig sein werde, mißtrauen. Für Frankreich habe der Völkerbund eigentlich nur praktischen Wert als geeigneter Ort zur Aussprache mit Großbritannien und als Verbindungspunkt Großbritanniens mit feinen Dominions. Aber erst müsse man feststellen, ob der Mißkredit des Völkerbundes in der ganzen Welt sich nicht auch auf die britischen Völker erstrecke. Baldwin bleibt am Ruder. Begrüßung im Unterhaus. - Rede im konservativen Klub. London, 2. Juli. (DNB.) Premiermimster Baldwin traf am Donnerstagmittag, sichtlich erholt von einem kurzen Urlaub wieder in London ein. Er wurde, als er das Unterhaus betrat, do n minutenlangem Beifall feiner 21 n = bänger begrüßt. Baldwin hatte zunächst die Anfrage des Abgeordneten Johnston zu beantworten, der ihn gefragt hatte, ob er angesichts der Tatsache, daß er über den Umfang Der deutschen ßuf tauf ruftung „irregefubrt worden sei, nun eine Erklärung über Die Quellen seiner Unterrichtung abgeben wolle. Bafinmni er- widerte, sowohl er wie Lord Londonberry hatten auseinanderbesetzt, daß Die Beschleunigung Der deutschen Rüstungen großer gewesen sei als sie und ihre Ratgeber vorausgesehen hatten. Er habe also keineswegs Warnungen feiner Ratgeber über Die Beschleunigung der deutschen Luftaufrustung nicht beachtet Als er gesagt habe, daß er „lrregefuhrt worden sei, habe er keinem Ressort und keiner Persönlichkeit irgendwelche Vorwurfe machen wollen. Die Regierung sei der Ansicht, daß Die gegenwärtig in ihrem Besitz befindlichen Informationen den tatsächlichen Zustand mieDergeben. Lord Londonderry gab seiner höchsten Befriedigung über Die Erklärung Baldwins Ausdruck. * Baldwin hielt abends auf der Jahrhundertfeier des Konservativen Verbandes eine Rede, in Der er sich mit außenpolitischen Fragen befaßte. Baldwin, Der mit starkem Beifall empfangen wurde, trat zunächst den Gerüchten, die von seinem baldigen Rücktritt wissen wollten, entgegen. Die Gründe, aus denen die englische Regierung beschlossen habe, in Genf die Aufhebung der Sanktionen zu befürworten, seien unanfechtbar. Die Sanktionspolitik fei in der Praxis nicht schnell genug gewesen, um das erhoffte Ziel herbeizuführen. Es sei bann ein Zeitpunkt eingetreten, wo weitere Druckmaßnahmen sehr wohl zum Kriege hät- t e n führen können. Unter diesen Umständen fei er ganz zufrieden, wenn man ihn einen Feigling nenne, weil er in Übereinstimmung mit jedem Lande in Europa alles in seinen Kräften stehende getan habe, um fein Volk vor einem Kriege z u bewahren. England dürfte nicht noch einmal mit geschlossenen Augen bereit sein, Sanktionen gegen irgendein Land zu beginnen. Wenn es noch einmal dazu kommen sollte, müsse England wissen, daß die Auferlegung von Sanktionen sehr wahrscheinlich einen Krieg mit sich bringen wurde. England müsse daher die Wirkung kennen, bevor es sich noch einmal auf Sanktionen einlasse und es müsse sich so oorbereiten, daß es diese Verpflichtung unter allen Umständen erfülle n könne. Die finanziellen und wirtschaftlichen Fortschritte Englands in den letzten fünf Jahren könnten niemals, auf sicherer Grundlage ruhen, wenn sie nicht auch bei den anderen Nationen vorhanden seien. Zwar wisse jedermann, daß England sehr schnell a u f r ü ft e n müsse, aber gleichzeitig erkenne man den unglaublichen Wahnsinn im heutigen Europa, daß man aufÄoftenbesinternationalen Handels riesige Summen für Rüstun- g e n ausgebe. England müsse durch seine Besprechungen mit ausländischen Mächten alles in seinen Kräften stehende tun, um diesen Wahnsinn an den Pranger zu stellen, der, wenn er zu lange fortae- setzt werbe, alle in Elend bringen müsse. Daher müsse man früher ober später eine R ü - stungsherabsetzung erörtern. Im Herbst werbe bie englische Regierung bie Zukunft bes Völkerbundes und die Frage erörtern, wie auf Grund der Lehre des vergangenen Jahres eine Friebenssicherung durch kollektive Sicherheit zu erzielen fei. Es fei Englands stärkster Wunsch, Frankreich und Deutschland, ohne deren Mitarbeit kein Friede in Europa möglich sei, z u - sammenzubringen. Er hoffe immer noch, daß in den nächsten Monaten ein Fortschritt zu dem Ziel möglich sein werde, das jedermann wünsche. Kein Rücktritt des Premiers London, 3. Juli. (DNB. Funkspr.) Die Rede Baldwins im Unterhaus wird von der Regierungspresse mit betonter Genugtuung aufgenommen, wobei hauptsächlich auf den starken Beifall hingewiesen wird, mit dem Baldwin bei seinem Erscheinen begrüßt wurde. Es wird auch auf die Worte des Oppofitionsmitgliedes Johnston hingewiefen, der dem Ministerpräsidenten versicherte, daß alle froh feien, ihn wieder an feinem Platz zu sehen. Die „Times" erklärt, die Herzlichkeit der Begrüßung genüge allein schon, die Gerüchte über eine unmittelbare Veränderung im Kabinett zu widerlegen. Dem gegenüber meint „News Chro- nicle", daß bloß die Herzlichkeit des Empfanges Baldwins im Unterhaus Die Bedenken und Vermutungen über feine Zukunft nicht habe dämpfen können. Immerhin werde der Ministerpräsident trotz Der wachsenden Kritik an seiner Amtsführung wohl kaum vor dem Herb st zurücktreten. „Times" schreibt u. a., daß die herzliche Begrüßung Baldwins eine Reaktion auf die Bestrebungen gewesen sei, ihn und sein System einer nationalen Regierung zu vernichten. Dieses Bestreben habe nicht viele Anhänger im Unterhaus, aber es wäre verfehlt, leugnen zu wollen, daß die große Masse der Abgeorbneten eine ftärfere Führerschaft wünscbe. Im letzten Parlament sei Die Opposition zu schwach gewesen, Der Regierung auch nur vorübergehende Schwierigkeiten zu bereiten. Im gegenwärtigen Parlament habe sie aber Verstärkung erhalten, und daher sei der Angriff heftiger ausgefallen. Nur der MinisterpräsiDent könne die Dinge wieder in Ordnung bringen, und offensichtlich gehe der allgemeine Wunsch dahin, baß kein anderer Ministerpräsident als Baldwin das tue. Deswegen fei er fo herzlich begrüßt worden. Er habe zwar nichts Neues gejagt, aber an feinem Ton fei zu erkennen gewesen, daß er seinen Mut behalten habe und nicht mehr Daran denke, seine Aufgabe wegen irgendwelcher Drohungen im Stiche zu lassen. Meine politische Nachrichten. Die badische Staatsregierung hat von 40 Bezirksämtern 13 aufgehoben. Durch eine den geschichtlich, wirtschaftlichen und kulturellen Bindungen Rechnung tragende Neuordnung entstehen 27 Bezirksämter, bie ben Lanb- kreisen in Preußen entsprechen. Die politische Einteilung bes Gaues Baben in 27 Kreise der NSDAP, ist bereits burchgeführt. * Staatssekretär General Der Flieger Milch verließ am Mittwochmorgen zusammen mit Den Herren seiner Begleitung Lonbon. Er begab sich im Flugzeug nach Berlin zurück. ♦ Der Sonderberichterstatter des „Paris Soir" meldet aus Genf, daß für ben 14., 15. und 16. Juli in Brüssel eine Zusammenkunft Der Restlocarnomächte mit oder ohne Italien vorgesehen sei. In Der Ratssitzung Donnerstag abend ist beschlossen worden, die Danziger Frage auf bie lagesorbnung bes Rates zu setzen und den Senatspräsidenten aufzufordern, sich nach Genf zu begeben. Die Angelegenheit wird am Samstag vor dem Rat zur Sprache kommen. ♦ Die Oberste Sport- und Turnfront in Wien hat das Turnfest Des Rheintal-Vorarlbergischen Tum- verbandes, das in Feldkirch hätte ftattfinben sollen, verboten. Begründet wurde dieses Verbot Damit, daß Dem Rheintal-Vorarlbergischen Turn- oerbanb auch Vereine des Deutschen Turnerbund e s 1919 angehören. ♦ An Stelle Lord Stanhopes, der nach London zurückkehrt, um fein Amt als Kommissar für die öffentlichen Arbeiten anzutreten, wird Lord Stanley, der parlamentarische Staatssekretär Der Admiralität, Die Leitung der britischen Abordnung für bie Meerengenkonferenz in Montreux übernehmen. * Am Donnerstag traf mit Dem Wiener Schnellzug bie Königinmutter Maria von Rumänien auf ber Durchreise in München ein. Nach mehrstündigem Aufenthalt setzte sie ihre Reise über Calais nach England fort, wo sie mehrere Wochen Erholungsaufenthalt nimmt. * An dem japanischen Oberstleutnant A i z a w a, ber ben General Nagata ermordet hatte, wurde das Todesurteil vollstreckt. Heule lennisfampf (Tramm — Perry im Rundfunk. Am Freitag, 3. d. M., überträgt der Deutschlandsender ab 15.30 Uhr einen Funkbericht vom Tenniskampf Perry — von Gramm. Die Hörer werden also Gelegenheit haben, das auf dem großen Meisterschaftsplatz von Wimbledon stattfindende Endspiel der Männer-Einzelmeister- schast mitzuerleben. Von der Arbeit und vom Geld passen. (Fortsetzung folgt.) Aus aller Welt Ueberschwemmungen und Oürreschäven in USA. Die Ueberschwemmungen in Texas haben sich durch den Dauerregen noch auf weitere Gebiete ausgedehnt und weitere Striche überflutet. Bisher wurden 2 3 Leichen geborgen. Zahlreiche Personen werden noch vermißt. Verschiedene kleine Orte wurden von der Außenwelt abgeschnitten und z. T. zerstört. Der Schaden wird bereits auf über 3 Millionen Dollar geschätzt. Während es in Südtexas Ueberschwemmungen gibt, werden vom Nordwesten Dürreschäden gemeldet. Der Ackerbauminister Wallace ordnete den Ankauf von etwa 1 Million Stück Vieh an, das infolge der Dürre in den Prärien kein Futter mehr finden kann. Das Vieh soll geschlachtet und das Fleisch an die Arbeitslosen verteilt werden. Infolge der Ernteschäden der von der Dürre besonders betroffenen Staaten wurden etwa 100 000 Farmerfamilien mittellos. Die von der Bundesregierung errichteten Nothilfestellen beschleunigen die Maßnahmen zur Unterbringung der Opfer. Der Schaden an der Ernte wird auf 25 Millionen Dollar geschätzt. — Ein Wirbel st urm suchte den Distrikt Archbald in Louisiana heim. Eine Person wurde getötet und mehrere verletzt, darunter drei schwer. Degen Doppelmordes zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht in Saarbrücken verurteilte die 26jährige Auguste K o e h l aus Pflugscheid bei Nürnberg wegen Mordes in Tateinheit mit schwerst Brandstiftung zum Tode und erkannte der Angeklagten die Ehrenrechte auf Lebenszeit ab. Die Ko eh le hatte ihre Mansardenwohnung in Brand gesteckt, um sich ihrer beiden unehelichen Kinder, die sie vorher durch Einflößen von Malagawein eingeschläfert hatte, zu entledigen. Bald nach dem Ausbruch des Brandes erstickten beide Kinder durch Einatmen von Oxydgasen. Die Leichen konnten nur in stark verstümmeltem Zustande geborgen werden. In der Verhandlung leugnete die Angeklagte die Tat, obwohl sie im Ermittlungsverfahren voll geständig war. Die schlesischen Lisenbahnräuber in einem schweren Feuergefecht erschossen. Die Fahndung nach den flüchtigen schlesischen Eisenbahnräubern Gebrüder Schüller hat dank der vorbildlichen Zusammenarbeit von staatlichen Forstbeamten und Gendarmerie zum Erfolg geführt. Dieser Tage beobachtete der staatliche Hilfsförster Goebel im Forstamtsbezirk Poppelau, Kreis Oppeln (OS.), zwei verdächtige Männer, die im Forst lagerten. Er verständigte, ohne daß er von den Verdächtigen bemerkt worden war, den zuständigen staatlichen Revierförster Ritschel. Beide Forstbeamte begaben sich mit dem zuständigen Gcndarmeriemeister P u ch m a n n zu den Verdächtigen, die noch an der Lagerstelle angetroffen wurden. Bei der Untersuchung der Verdächtigen, in denen Hermann und Willy Schüller festgestellt wurden, zogen die Gestellten, die anfangs eine harmlose Haltung vorgetäuscht hatten, blitzschnell ihre schußbereit verborgen mitgeführten Pistolen. Dem Revierförster R i t s ch e l gelang es, den ihn mit der Waffe bedrohenden Hermann Schüller im letzten Augenblick durch einen Schuß tödlich zu verletzen, während Willy Schüller ein lebhaftes ID. Die kurzfristigen Anlagen der Kreditinstitute. Die Bank ist wie jedes Kreditinstitut bestrebt, sämtliche kaufmännisch vertretbaren und wirtschaft- lich gerechtfertigten Kre-itwünsche .ihrer Kundschaft zu befriedigen. Jedoch darf sie dabei nicht etwa alle bei ihr verfügbaren Gelder ausleiben. Abgesehen von der üblichen Vorsorge zur jederzeitigen Zahlungsbereitschaft für die Schwankungen des normalen Geschäftsverkehrs, soll keine Bank die ihr anvertrauten Gelder mit längeren Fristen ausleihen, als sie selbst zur Rückzahlung verpflichtet ist. Nun stammen heute die meisten fremden Gelder der deutschen Kreditinstitute aus den Girokonten der Kundschaft, also aus jederzeit fälligen Guthaben. Darum sind die Institute verpflichtet, über die Vorsorge zur sofortigen Zahlungsbereitschaft — durch ihren Kassenbestand und ihre eigenen Bankguthaben — mindestens einen Teil der Kredite in einer Form auszuleihen, die die Zurückziehung dieser Beträge für den Bedarfsfall in kür^ zester Frist und zu vorher Übersehbaren Terminen gestattet. Dieses Ziel würde nicht erreicht, wenn die Bank nur Darlehen oder sogenannte Buchkredite ausleihen würde. Daher zieht sie dieser an sich auch sehr üblichen und notwendigen Form die Finanzierung bestimmter und einzelner Geschäfte vor. Das geschieht weniger durch die Beleihung von Wertpapieren, als durch Waren- oder Wechsel k r e d i t e. Bei der Beleihung eines einzelnen Warengeschäftes oder seine Bevorschussung, was vor allem im Außenhandel üblich ist, ermöglicht die Bank durch ihre Krsdithilfe den Ankauf großer Warenposten oder eine Ausfuhrlieferung mit langen Zahlungsfristen, deren Einräumung die eigene Finanzkraft des Ausführers übersteigt. Im inländischen Warenverkehr wird aber von den Banken der Wechselkredit vorgezogen. Auch die Reichsbank und die Reichsregierung legen großen Wert darauf, daß die Kreditinstitute Wechsel ankaufen, die sich die Bankenkundschaft von ihren Abnehmern als bindendes Zahlungsversprechen unterschreiben lassen. Der Wechselkredit wickelt sich gewissermaßen von selbst immer wieder ab. Denn während die Banken sich von Fall zu Fall über den Ankauf neuer Wechsel entscheiden können, werden die vorher angekauften bei Fälligkeit durch die Abnehmer der Bankenkundfchast eingelöst. Die Bank kann aber auch, wie wir es bereits sahen, die Wechsel an die Reichsbank weiter verkaufen. Damit kann sie sich jederzeit Bargeld beschaffen und ihre Anlage in Wechseln beweglich gestalten. Das ist wichtig, denn die Bank verwaltet ja fremde Gelder. Sie hat die Pflicht, die durch ihre Hände fließenden Geldströme weiter in Bewegung zu halten und sie vor einem zu stärken Festlegen — der Bdnkmann spricht dann von „Einfrieren" — zu bewahren. VIII. Geldschöpfung durch die Mchsbank. Bei der Bank hatten am letzten Freitag nicht nur die Möbelfabrik Schulz & Lehmann, sondern auch andere Betriebe Gelder für Lohnzahlungen abgehoben und dabei zum Teil die Kredithilfe der Bank in Anspnrch genommen. Am Samstag und am Montag waren zwar von den Ladengeschäften Einzahlungen geleistet worden, aber weniger als sonst, denn übermorgen, am Mittwoch, mar der Monatsletzte und damit das Ende eines Vierteljahres. Die Bank weiß aus Erfahrung, daß am Letzten und Vorletzten des Monats stärkere Abhebungen zur Zahlung von Gehältern und Mieten stattfinden. Daher muß die Bankleitung „zum Ultimo Vorsorgen". Das heißt, sie muß ihre Ka s sende st ü n d e erhöhen. Sie hat ja selbst auch ein Bankguthaben, und zwar bei der Reichsbonk, der Bank der Banken. Jedoch ist dieses Guthaben nicht ganz ausreichend. Denn die Reichsbank zahlt ja für diese Einlagen aus Girokonten keine Zinsen. Da die Bank ihrerseits für alle Einlagen der Kundschaft Zinsen vergüten muh, ist sie natürlich bestrebt, ihre Kassenbestände und Guthaben bei der Reichsbank nicht höher ansteiaen zu lassen, als es die notwendige Zahlungsbereitschaft erfordert. Für diesen Monatsschluß, wie für so manchen anderen, beschreitet die Bank den für sie bequemsten Weg. Sie läßt noch am Montag in ihrer Wechselabteilung einen Posten Wechsel zusammcnstel- len, um ihn an die R e i ch s b a n k z u vertäu- f e n. Diese Wechsel müssen ganz bestimmten Vorschriften entsprechen. Die Bank stellt bereits selbst eine Abrechnung aus und zieht von den Wechselsummen einen Zins bis zum Fälligkeitstage ab. dieser jeweils von der Reichsbank bekanntgegebene Zins ist der Reichsbankdiskontsatz, er beträgt zur Zeit 4 v. H. In dem Posten Wechsel ist auch der Abschnitt über 980 Mark, ausgestellt auf den Möbelhändler Otto Krause. So wie ihn die Bank von der Möbelfabrik Schulz & Lehmann angekauft hatte, als diese ihre Kredithilfe in Anspruch nahm, um Lohngelder flüssig zu machen, braucht jetzt die Industrie- und Handelsbank die Kredithilfe der Reichsbank, um für alle Zahlungsansprüche ihrer Kundschaft am Monatsletzten flüssig („liquide") zu sein. Die Reichsbank schreibt die diskontierten Wechsel der Bank gut und richtet sich auf eine sofortige Abhebung der Summe ein. Auch sie hat vorgesorgt und ganze Bündel neuer Banknoten bereitgelegt. Denn sie kann ja ihrerseits auf niemand weiter zurückgreifen, und gibt ihre eigenen Noten gegen die angekauften Wechsel aus. Sie „schöpft" damit Geld, wie dieser Vorgang bezeichnet wird. Da sie aber ihre Banknoten nur gegen Ankauf von Warenwechseln ausgibt, ist auch die Sicherkeif gegeben, daß der Ausgabe neuer Banknoten eine Arbeitsleistung in der Volkswirtschaft vorausgegangen ist. Während im Laufe eines Monats natürlich dauernd inzwischen fällig gewordene Wechsel der Reichsbanknebenstelle eingelöst werden, wobei Bank- noten an die Reichsbank zurückfließen, steigt die „Beanspruchung der Reichsbank" zum Monats-, vor allem aber zum Vierteljahrsschluß. Ihr Wech- selbestand nimmt dann sehr schnell zu und der Notenumlauf wächst im selben Ausmaß. Die Wirtschaftszeitungen schreiben dazu, wenn einige Tage nach dem Vierteljahrsschluß die Reichsbank ihren Geschäftsstand von „Ultimo" bekanntgibt: „Starke Ultimobeanspruchung der Reichsbank". Das schadet auch nichts, denn „es ist die Aufgabe der Reichsbank, den Geldumlauf jeweils den Erfordernissen der deutschen Wirtschaft anzu- Feuer aus zwei Pistolen gegen den Gendarmerie- meister und den Hilfsförster Goebel richtete. Obwohl der Gendarmeriebeamte durch drei lebensgefährliche Schüsse schwer verletzt wurde, gelang es ihm, Willy Schüllar zwei Pistolenschüsse beizubringen, während der Hilfsförster, der ebenfalls von Schüller angeschossen wurde, diesem eine sofort tödliche Verletzung beibringen konnte. Die beiden Beamten wurden einem Krankenhaus zugeführt. Gendarmeriemeister Buchmann, der zwei schwere Bauchschüsse erhalten hat, wurde sofort operiert. Mit der Unschädlichmachung von Hermann und Willy Schüller gelang es, zwei der schwersten Dolksschädlinge zur Strecke zu bringen. Nach dem letzten noch flüchtigen Täter — Erich Schüller — wird gefahndet. Rekordflug des LZ „Hindenburg". LZ „Hindenburg" ist am Donnerstagmorgen um 5.20 Uhr Neuyorker Zeit glatt in L a k e h u r st gelandet. Das Luftschiff hat die Reise Frank- furt—Lakehurst in der kurzen Zeit von 51 Stunden 29 Minuten zurückgelegt und damit die bisher schnellste Flugzeit um acht Stunden verringert. Erstmals in der Postgeschichte Palästinas traf in Jerusalem ein Brief aus Amerika ein, der nur sieben Tage unterwegs war. Der Brief war von LZ „Hindenburg" nach Europa befördert worden, von wo er mit dem Flugzeug nach Jerusalem gebracht wurde. Der Tod in den Bergen. Von St. Anton (Vorarlberg) aus hatten zwei Bergsteiger, K a 11 n e r und Rudolf Weidner aus Mährisch-Ostrau, eine Tour auf den Patteriol unternommen. Nach Aufenthalt in der Konstanzer Hütte hatten sie auch den Gipfel erreicht. Beim Abstieg stürzte der 37 Jahre alte Weidner, der nicht angeseilt war, etwa 50 Meter ab. Eine sofort entsandte Rettungskolonne konnte die L e i ch e am nächsten Tage bergen. Wetterbericht des Reichrwetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Noch immer setzt sich mit lebhafter Wärmetätigkeit über dem Ostatlantik die Zufuhr frischer Meeresluft über das Festland fort. In deren Bereich kam es auch am Donnerstag zu vereinzelten, teil- weise gewittrigen Niederschlägen. Die wechselhafte und leicht unbeständige, aber nicht durchweg un- freundliche Witterung bleibt vorerst erhalten. Aussichten für Samstag: Veränderlich mit teilweiser Aufheiterung, aber auch einzelnen schauerartigen Niederschlägen, Temperatur wenig geändert, südwestliche bis westliche Winde. Lufttemperaturen am 2. Juli: mittags 21,9 Grad Celsius, abends 16 Grad; am 3. Juli: morgens 15,1 Grad. Maximum 23 Grad, Minimum heute nacht 12 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Juli: abends 23,9 Grad; am 3. Juli: morgens 19,8 Grad. — Sonnenscheindauer 5,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeiaenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Rat und Auskunft: Gas-Gemeinschaft Gießen 4231A Das eririschende Bad s/ | Vermietungen"! [Stellenangebote 4-L-W ahmig NahrungsherglB I sofort z. vermiet. Näheres 42;sD *21. Becker Kevlerstratze 9 Aachläffe von z bl« 20 v. S. erhalten Eie bei wiederholten Aus« nahmen einer Am eis» lllllllllllllllllllllllllllll Keine Zeugnisse in Urschrift lonoem nur Zeugnis- obid) rtften Dem Be- werbungsichrelden beilegen 1 — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen mühen zur Vermeidung von Verlusten auf der Nücheite Warnen und Anschrift veS Bewerbers tragen l llllllllllllllllllllllllllllll Junger Mann der einen Lieferwagen fahren kann, wird gesucht. 03051 Marktplatz 21. Zuverl., fleißiger Haushurscbe 18 bis 22 Jahre gesucht. 4246D Hch. Hettler Konditorei n.Ca!6 Mädchen auch vom Lande, in besseren, jung. Haushalt gesucht Schinenberger Weg 14iI,Neuh. Haus- ausetteltte mögl.vomLande nicht unt. 20 I., im Kochen bewandert, für sofort gesucht. 4-35!) Vorzustellen Liebigstratze13l MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden 1 beachtet und gelesen. Für die Einmachezeit! Zucker, gemahlen und Kristall... 500 g 0>8 Opekta, */? 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DerVereinsftthrer Wieder- DnteresBootsbaas eröfinung am 4.J1111*3470 4233D Bekanntmachung. Mit dem Verkauf und der Verwendung der in Ausführung des Urkundensteuergesetzes vom 5. Mai 1936 erforderlichen Urkundensteuermarken ist das Finanzamt Gießen beauftragt. Daneben kommen für ihren Geschäftsbereich besonders Gerichte und Notare in Betracht. 4241D Gießen, den 30. Juni 1936. ______________Finanzamt Gießen._____________ Bekanntmachung. Betr.: Maßnahmen der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung; hier: Ausgabe der Verbilligungsscheine für Juli, August und September 1936. Für folgende Bezugsberechtigte, die nicht laufende Unterstützung vom Wohlfahrtsamt oder Arbeitsamt beziehen, nämlich: 42370 Empfänger von Kurzarbeiter-Unterstützung, Notstands- oder Fürsorgearbeiter, Empfänger von Krankengeld, auch solange die etwa vorher bezogene Arbeitslosen- oder Krisenunter- stützung beim Arbeitsamt ruht, Personen, deren Einkommen den um V» erhöhten Richtsatz der öffentlichen Fürsorge nicht wesentlich übersteigt, werden die Verbtlligungsscheine für Juli, August und September 1936 ausgegeben wie folgt: IHontag, den 6. Jim 1936: Familiennamen mit den Anfangsbuchstaben A bis K, Dienstag, den 7. Juli 1936: Familiennamen mit den Anfangsbuchstaben L bis Z, nachmittags von 15 bis 17 Uhr im Amtsgebäude Lonyftrahe 2 (Erdgeschoß, Zimmer 6). Auf Anordnung der Reichsregierung wird noch be- sonders daraus hingewiesen, daß die einzelnen Abschnitte nur während des aufgedruckten Monats Gültigkeit haben und nach Ablauf der Gültigkeitsdauer nicht mehr in Zahlung genommen werden dürfen. Ebenso ist es unstatthaft, die noch nicht fälligen Abschnitte vorzeitig zu verwenden. Bezugs- berechtigte sowohl als Verkaufsstellen, die gegen diese Bestimmungen verstoßen, werden vom weiteren Bezug bzw. von der weiteren Annahme von Der- billigungsscheinen ausgeschlossen. Gießen, den 30. Juni 1936. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.) Ur. 153 Zweites Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, 3. Juli (936 Vom Deutschtum in Güdbrasilien. Oer Kulturfilmdienst der Kaulhaberstistung in Neu-Württemberg Don Friedrich Krähe. Im Dezember 1932 konnten wir von einem durchreisenden deutschen Arzt einen Agfa-Schmal- s i l m a p p a r a t kaufen und damit unsere Arbeit, die allein der Erhaltung deutschen Volkstums hier im fernen Neu-Württemberg dient, auf ein Feld ungeheurer Wichtigkeit ausdehnen. Vor nunmehr neun Jahren gründeten wir unsere Stiftung und gaben ihr den Namen des Mannes, der der Organisator der Kolonie Dr. Herrmann Meyers: Neu-Würt- t e m b e r g und der Gründer des ganzen deutschen Serraschulwesens in seiner heutigen Form war, um ihn in dauernder Verbundenheit mit unserer Arbeit zu halten und sein Andenken zu ehren. Zunächst stellten wir uns die Aufgabe, das, was Hermann Faulhaber geschaffen, zu erhalten und in seinem Sinne weiter auszubauen: die deutsche Schule hier in Neu-Württemberg. Es ist hier nicht der Platz, darüber zu berichten, in welcher Weise wir dieser Aufgabe nachkamen; nur das will ich erwähnen, daß wir im Mai vorigen Jahres dieser Schule ein großes prächtiges Heim übergeben konnten, in dem Schule und kirchliche Vereine und unsere Volksbücherei außer einem großen Festsaal nun ihre Räume haben. Neben dieser Arbeit für die Schule trieben wir seit Beginn eine umfangreiche Deutschtumsarbeit durch Unterhaltung einer 3000bändigen Volksbücherei, durch einen ausgedehnten Zeitungsdienst, in dem wir jährlich bis zu sieben tausend deutsche Zeitungen kostenlos unter die Bevölkerung bringen, durch Unterhaltungsabende und durch einen Kulturfilmdienst Von diesem möchte ich heute erzählen. Schon bevor wir den Schmalfilmapparat erwarben, begannen wir den Filmdienst. Wir hatten damals einen wundervollen Normalfilm, der in acht großen Teilen von der deutschen Heimat erzählte: im Traum erlebt ein junger Mann ein Märchen, er kommt durch deutsche Gaue durch Industrie und Kunst, durch alle Schönheit deutscher Natur . und alles das lebt und webt im Film Mit diesem Film zogen wir in die Bezirke unserer Kolonie und gaben an etwa 10 Plätzen Vorführungen Darunter an manchen Plätzen, an denen viele nie elektrisches Licht, geschweige dann bewegliche Filme sahen! Wie haben die Menschen gestaunt! Schon wenn wir ankommen, und haben uns durch drei Raketenschüsse angemeldet, damit die Leute wissen: die Spieler (so nennt man uns) sind da! kommt groß und klein und wundern sich, was da alles aus dem Frachtauto herauskommt: der Vorführungsapparat, ein Motor, der als Scheinwerfer auf deutscher Seite einst den Weltkrieg mitmachte und nun hier den elektrischen Strom liefern muß, Leitungsdraht und manches andere, Durch irgendeine Ritze in der Wand, die Säle sind meist aus Holz gebaut, legen wir die Leitung, bringen im Saal und draußen Glühbirnen an, bauen den Apparat auf, spannen die Leinwand, richten den Kassentisch und setzen Bänke und Stühle . . langsam wird es dunkel und langsam kommen die Zuschauer. Einige Tage vorher haben wir durch den Lehrer des betreffenden Bezirkes Programme verteilen und durch die Schüler Karten verkaufen lassen. Jedes Kind, das zehn Eintrittskarten verkauft, bekommt eine Freikarte, wobei wir aber die Zahl zehn auch schon früher gelten lassen Es bleibt uns noch Zeit, etwas zu Abend zu essen. Das ist bei den verschiedenen Saalbesitzern ganz verschieden. Meist gibt es Kaffee, Brot, Streußelkuchen und Mettwurst! Und manchmal muß guter Hunger den guten Geschmack ersetzen. Dann rappelt der Motor, das Licht flammt auf und Staunen liegt besonders in der»-Kinderaugen! Unser Vorsitzender bedient den Apparat, ich die Kasse. Erst ein Rundgang durch den Saal, die Karten abfordern, dann an den Eingang — die Schelle ertönt und das erste Bild ist da! Köstlich ist es nun, besonders dort, wohin wir Zum erstenmal mit- Filmen kamen, die Wirkung au beobachten. Erst lautlose Stille, bann ein Lachen »ch^ien fast: ist es doch gar nicht auszudenkem oatz der Mann da auf der Leinwand den Mund bewegt daß ein Auto plötzlich fast in die Zuschauer Ylnemfahrt, hinter einer Katze sauft ein Hund her. nein, wie ist das alles nur möglich! Immer wieder orehen Kopie sich um und schauen zum Apparat, nur einen Auaenblick, vielleicht kann man schnell hinter das Geheimnis kommen, doch nein, chnell fieber zur Leinwand hin, wo schon wieder neue ueberrafdjungen sind. Dann kommt Schrift, be- oachtig fangt neben mir ein Kolonist mit an au *Cnn?Urfd)' W bie Schrift fort! „Das geht zu schnell , sagt der Mann. Da sind wir dazu übergegangen, selbst den Text laut mit oorzulesen und aud) weiterhin die Bilder zu erklären. Nun gehts besser. * Und so staunen nun volle zwei Stunden in großer Aufmerksamkeit die Menschen da draußen das an, roas unser Apparat ihnen vorführt. In den Pausen stuelt einer Ziehharmonika, den wir für diesen Zweck für eine kleine Entschädigung bestellten. Als ich ihm nach Schluß sein Verdientes gebe, sagt er treuherzig, ich solle das Eintrittsgeld abhalten, er hatte noch nicht bezahlt! Was ich natürlich nicht tue. Auch zum Wirt gehe ich und will das Abendessen bezahlen: Nein, sagt der, ihr habt uns so was Schönes gezeigt und wir haben doch auch kein Eintrittsgeld gezahlt, da braucht ihr nichts zu bezahlen, und mit so schönen Filmen könnt ihr öfter kom men!" Das macht dann Freude! Noch beim Abräumen stehen alle um uns herum und sehen zu, wie alles verpackt wird. Dann hört der Motor zu rappeln auf, der Wirt sorgt für Lampenbeleuchtung, im Nu sind Bänke und Stühle fortgeräumt, wir sitzen schon im Frachtauto, da ertönt die Ziehharmonika: ein gemütliches Tanzkränzchen hält die Leutchen noch lange zusammen. Wir aber fahren mübe und still und doch voll innerer Frohheit wieder heim und kommen meist nach Mitternacht erst zur Ruhe. Immer aber dankbar, daß wir mithelfen konnten, für unser deutsches Vaterland zu werben, daß wir Freude bringen durften unfern deutschen Volksgenossen hier in der Heimat fernem Lande. Seit mir den Schmalfilmapparat haben, ist es für uns viel einfacher. Da fahren immer nur der Vorsitzende und ich im kleinen Auto und nur dahin, wo elektrische Kraft vorhanden ist. Kürzlich zu einem Müller, der für sich und seine Nachbarn eine Wasserkraft ausnutzt und Licht erzeugt. lieber» all unterwegs an Bäumen, Zaunpfoften usw. find unsere Propagandazettel angeklebt. Tage vorher war unser Vorsitzender zu Pferde hinaus gewesen und hatte das besorgt. Ein Saal ist nicht bei der Mühle. So bauen wir im Freien auf. Am Schweineftall werden Leisten mit der Leinwand befestigt, von der Hinteren Treppe des Wohnhauses werden die Bilder darauf geworfen. Bretter und Baumstümpfe dienen als Sitzgelegenheit. Da es uns beim vorletzten Mal passierte, daß wir in einem Bezirk nichts zum Abendessen bekamen, haben wir vorgesorgt und stehen am Auto im Halbdunkel und ... futtern. Da kommt der Müller: kommt schnell rein, das Essen ist auf dem Tisch, Und da gab’s ein nettes Abendessen, freiwillig und gern gegeben. Aber noch mehr Ueberraschungen brachte der Abend. Der erste Film zeigt den Bergbau im Kohlenrevier an der Ruhr. Eben wollen wir erklären beim ersten Bild, da fingen zwei weibliche Stimmen mit Lauten Begleitung: Glückauf, Glückauf, der Bergmann kommt!" Mich hat das ordentlich gepackt! Wie ich denn überhaupt bei all diesen Sachen unendlich viel Schönes erlebe! Auch der finanzielle Erfolg dieses Abends im Freien war gut. An Unkosten kommen die für das Auto, für Propaganda, Raketen und Filmmiete in Frage. Der Ueberschuß kommt Schulzwecken zugute. Auch die Bezirksschulen, die den Vorverkauf besorgen, bekommen etwas mit. Die Hauptsache aber ist, daß wir unfern Volksgenossen d i e Heimat, unser Deutschland nahe bringen konnten. Daß wir sie teilnehmen lassen konnten am großen Geschehen im heutigen Deutschland. Wir haben über Neu-Württemberg eine reich mit Bildern geschmückte Schrift herausgegeben, die man für 1,15 RM. mit Porto von Herrn Studienrat Kuhlmann in Berlin-Dahlem, Habelschwerdter Allee 16, beziehen kann. Auch der Ertrag dieser Schrift kommt unserer Deutschtumsarbeit zugute, einer Arbeit, die einmal nur aus Freude getan wird, bann aber auch aus Pflichtgefühl, aus Dem heraus wir, soviel wir können, werben wollen für unser nun wieder so stolzes und großes deutsches Vaterland. Eine Hochzeit in der Sportwelt. .<$ d 1 t ■ HW Am 13. Juli werden die deutsche Weltfliegerin Elly Beinhorn und der erfolgreiche Rennfahrer der Auto-Union Bernd Rosemeyer auf dem Milmersdorfer Standesamt in Berlin getraut. Die Jagd im Juli. Brachte der Juni die Eröffnung der Jagd auf den Rehbock, so steht auch noch der Juli in dem Zeichen des Bockes. Das Ziel des Juni-Abschusses, die Ausmerzung der Artverderber, konnte auch dort, wo der Jäger mit Eifer danach strebte, nur unvollkommen erreicht werden. Der Witterungsverlauf bedingte, daß bereits Ende Mai ein großer Teil des Rehwildes im Getreide, im hohen Wiesenaras oder im Klee stand und damit nur schwer zu besagen war. Hinzu kam, daß der Bock Ende Juni in die Feiste tritt, das soll heißen, daß er wenig um sich geht und daher auch dem Jäger nur wenig zu Gesicht kommt. Wenn Ende Juni die Wiesen gemäht sind, werden die Verhältnisse mitunter etwas günstiger, doch erst wenn die Liebe sich im Blute regt, wenn um die Mitte des Juli die Brunft des Rehwildes beginnt, ist wieder mehr Aussicht auf guten Anblick gegeben. Diese Zeit aber gilt es vor allem auszunutzen, um die abschußnotwendigen Böcke noch auf die Decke zu legen, bis bann vom 1 August an auch der Schuß auf den jagdbaren, guten Bock freigegeben ist. Wer Gelegenheit hatte, einen Teil der Strecke dieses Jahres bereits zu sehen, wird festgestellt haben, wieviel schlechtes, kümmerliches Zeug mit verbogenen ober porösen Stangen ober armseligen Knöpfen trotz bes milden Winters noch vorhanden ist, er wird aber auch im Revier gesehen haben, wieviel hoffnungsvolle Bocke dort heranwachsen. Benutzen wir deswegen die kommende Blattzeit und zwar möglichst bald dazu, um noch hinwegzunehmen, was weg sollte. Im Rot- und Damwild remer schieben die Hirsche noch, um bann Ende bes Monats meist mit bem Fegen zu beginnen. Alttiere führen wie die Nicken ihre Kälber und verlangen in der Zeit besonderen Schutz des Jägers gegen Störungen durch Mensch und Tier. Im Feldrevier geht die Brutzeit des Federwildes zu Ende. Das Wetter war überall dort, wo nicht schwere Regengüsse auftraten, nicht ungünstig, so daß hoffentlich bie Bruten gut durchgekommen finb. Leiber finb wieder erhebliche Verluste beim Mähen zu verzeichnen. Die jungen Enten sind schon so groß, daß die Jagd auf die Wildenten ab 16. Juli freigegeben ist. Der Jäger, der daran Freude haben will, wird allerdings nur solche Jungenten schießen, die wirklich schon slugreif und schußbar find. Im Winter 1928/29 sind nach zuverlässigen Schätzungen 75 v. H. bes gesamten Entenbesatzes in Deutschland eingegangen. Diese Scharte ist noch lange nicht aus- gewetzt, und in verschiedenen Teilen Deutschlands sind großzügige Maßnahmen zur Hebung des Entenbesatzes im Gange. Wenn bei uns bie Entenjagd auch nur eine untergeordnete Rolle spielt, sollten wir uns durch die Opferbereitschaft der Jäger Norddeutschlands nicht beschämen lassen und grundsätzlich bie alte Ente schonen, wenn sie irgenb anzusprechen ist. Gerade bie Jungenten führenbe Entenmutter aber läßt sich burch ben Größenunterschied leicht erkennen. Es soll zwar auch Jäger geben, die umgekehrt verfahren und zuerst die alte Ente schießen, um die Jungen führerlos zu machen. Darüber, baß dieses Verfahren mit bem Geiste bes Reichsjagd- gesetzes nicht zu vereinbaren ist, kann kein Zweifel bestehen. Es sei beshalb bavor gewarnt! Die Hebung des Entenbesatzes liegt nicht nur im jagdlichen, sondern auch im Allgemeininteresse. Die Enten vertilgen auf Bächen und Gräben eine Unmenge von kleinem Getier, bas z. T. äußerst schäb- lich ist. Denken wir nur an bie Schnecken, bie als Zwischenwirte bes Leberegels bort leben unb Haustiere unb Wilb gefährben. Die deswegen wünschenswerte Entenschonung muß allerdings auch von anderer Seite gefordert werden. Solange es üblich, jeden Bach geradezulegen unb febes Ufergebüsch zu beseitigen, kann es ntft ben Enten nicht mehr aufwärts gehen. Die Erfahrungen bes Juni haben gezeigt, baß sich zahlreiche Jäger noch nicht genügenb mit der neuen „Wildoerkehrsordnung" vertraut gemacht haben, bie an Stelle ber „Wildhandelsordnung" getreten ist; sie war in vollem Umfange in ben Jagdzeitungen abgedruckt. Vor allem ist es notwendig, baß alle Jagbausübungsberechtigten sofort bei bem für ihren Wohnort zuständigen Kreisjägermeister Fünfzig Lahre Goethe-Nationalmuseum. Von Walter Schwerdtfeger Arn 3. Juli 1886 wurde das Goethe- Nationalmuseum in Weimar der Öffentlichkeit übergeben. Bald nach Goethes Tode hat der Archäologe C. A. Böttiger die Anregung gegeben, das Haus des Dichters in Weimar zu einem „Nationalmuseum" umzugeftalten und seine Sammlungen dem Volke zugänglich zu machen. Der Deutsche Bund hat dann langwierige Verhandlungen mit Goethes Enkeln um den Ankauf des Nachlasses geführt, die schließlich ergebnislos abgebrochen morgen sind. Durch das Testament des letzten Goethe- Nachkommen gelangte 1885 das Haus am Frauenplan samt seinen Kunstschatzen in den Besitz des weimarischen Staates. Ein Jahr danach, am 3. Juli 1886, wurde das Goethe-Museum der Oefsentlichkeit übergeben. Die Vorgänge in seinem Hause haben tiefe Schatten auf Goethes letzte Lebensjahre geworfen. Früh starb Christiane. Auf feiner Jtalienreife erlag 1830 in Rom der degenerierte Sohn dem Fieber. Niemand durfte in bem großen Haus am Frauenplan vom Tobe Augusts von Goethe sprechen; „das Ausbleiben meines Sohnes", so sagte der alte Mann. Der Einundachtzigjährige mußte die Wirtschaft aus den Händen der hemmungslosen Schwiegertochter nehmen; nun ließ er das Brot abwiegen und schlief, den Schlüssel zum Hol^ stall unter feinem Kopfkissen. In Wien, wohin sich Ottilie nach Goethes Tod mit ihrem Geliebten, einem jungen Engländer, begeben hatte, starb siebzehnjährig ihre einzige Tochter, Alma von Goethe. Nur die beiden Knaben blieben: Maximilian Wolf- gang, ber Dichter, unb Walter Wolfgang, ber Musiker. Beide schmal, scheu, Durchschmttsmenschen, die die Last des großen Namens erdrückte, den sie führten. Unoermählt sind sie gestorben, nachdem sie ein halbes Jahrhundert lang das Erbe. pedantisch gehütet hatten. „Ein unvergeßlicher Anblick bot sich mir dar", so beschreibt Herman Grimm seinen Eindruck, „als ich kurz nach Walthers Tode in die eben eröffneten, viele Jahre unangerührten Bodenkammern eintrat, wo der Wust Goethefchen alten Hausrates zufammengehäuft unb staubbedeckt Da- stand." An 40 000 Gegenstände umfassen Goethes na- turwissenschastliche Sammlungen: Herbarium, Gesteine, zoologische Präparate. Die Allgegenwart des Göttlichen ist es, die Erhabenheit ber Schöpfung, bie sich ihm in dem Wunder- gebild eines Blütenkelches, dem Schulterknochen eines fossilen Stieres oder in einem Stückchen tonigen Ockers offenbarte. Da sind die zahlreichen Kunstschätze. Die Münzensammlung, zumeist aus antiken Stücken bestehend, die aber auch viele der schönen dünnen Silbermünzen bes deutschen Mittelalters enthält. In bem kleinen Neubau finb Bronzeabgüsse von Stücken aus ber Blütezeit ber italienischen Gold- schmiedekunst untergebracht. Außerdem findet man dort Majoliken aus Gubbio, Faenza und Urbino; ferner an zehntausend Abgüsse der schönsten Gemmen unb Kameen aller Zeiten, antike Vasen unb Bronzen, Elfenbein- unb Holzplastiken ber Renaissance unb ber Barockzeit. In ben Schränken ruhen in vielen Mappen bie Kupferstiche, Rabie- rungen, Holzschnitte und Handaeichnungen, bie Goethe gesammelt hat. Unter ben Originalen finden sich Blätter von Altdorfer, ein Aquarell Peter Vischers d. I.; aus neuerer Zeit Chodo- wiecki, Tischbein, der das bekannte Bild geschaffen hat, welches Goeche in der Campagna barftellt, Cornelius, Caspar David Fried- rich und Philipp Otto Runge, eine Tänzerin von Watteau, Blätter von Boucher und Gr e uze, Landschaften von Claude Lorr a in. In schonen Abdrücken sind bie Werke von Silbe- greoer, Behaim, Dürer unb Schon- gauer vertreten, Stiche nach M a n t e g n a , Giulio Romano unb ben Meistern ber venezianischen Schule, Tizian vor allem; bie bebeutenb» ften Niederlänber wie Rembranbt, Asselyn, O stabe unb van Dyck. Daneben viele Schatten- aeidinungen, Mebaillons von Davib d ' A n g e r s , der bem Dichter 1830 bie Goethe-Büste schenkte, bie sich heute in ber Bibliothek zu Weimar befindet. Mehr als 2000 Blätter gibt es von Goethes eigener Hand. _ m Goethes Haus am Frauenplan, „em Pantheon voll Silber unb Statuen" nach I e a n P a u l s Warten, erinnert an einen italienischen Palast. Goethe hat einmal geftanben daß eine Vorliebe für schöne Treppen verberblich für sein Haus geworben fei, inbem bie Zimmer alle kleiner ausge. lallen feien, als sie fällten. Die sechzehn historischen Wohnraume im ersten Stock hat man m.eber un- gefäl)r in ben Staub gefetzt, ben sie bei Lebzeiten Goethes hatten. Da ist bas Juno-Zimmer, bas leinen Namen nach bem neben ber (Eingangstur stehenden Abguß bes herrlichen Junokovfes aus ber Billa Lubovisi erhielt, ben Goethe von feiner italie- nischen Reise mitbrachte. Das Zimmer, ganz in Blau gehalten, diente als Empfangsraum. An der Wand, die grünen Vorhänge find beiseite geschoben, ist eine Kopie des Freskos von der Aloobrandi- nischen Hochzeit. In der Ecke steht der kostbare Wiener Flügel, auf dem Zelter und Clara Schumann gespielt haben, auf dem die schone Szymanowska phantasierte und in Goethes Herzen den Nachklang der jugendlich-seligen Tage von Marienbad erweckte, „den Götterwert der Töne wie der Tränen". Nach dem Garten offnen sich die Fenster des schlichten Arbeitszimmers. „Eine Umgebung von bequemen und geschmackvollen Meublen hebt mein Denken auf und versetzt mich in einen behaglichen passiven Zustand." An dem großen Mitteltisch saß der Sekretär, und um ihn wandelte der Ansagende stundenlang feine Kreise. Auf dem Stehpult am Fenster liegt ein Thermometer, ein Brennglas und ein Feuchtigkeitsmesser. Auf einer langen Liste sind die Gartenarbeiten verzeichnet, die Goethe im März, feinem Sterbemonat, machen wollte. Sämereien und Pflanzenteile liegen in den Schubladen; am Fenster ist ein Tellerchen mit Erde stehen geblieben. Durch eine Tapetentür betritt man das Schlafzimmer, ein enges, unheizbares Gemach. Es war versiegelt und ist völlig in dem Zustand erhalten, in dem es sich an jenem Tag des Frühlingsanfangs 1832 befand, da Goethe in dem Lehnstuhl neben dem Bett verschied ... Aus Quedlinburgs germanischer Vorzeit In Quedlinburg, der alten Stadt Heinrichs I., in der in diesen Tagen die Gedenkfeier zur Erinnerung an den Schöpfer des ersten deutschen Volksreiches stattfindet, haben die Ausgrabungen Spuren von Siedlungen ergeben, die weit in die germanische Vorzeit zurückreichen. Im Juliheft der bei K. F. Koehler in Leipzig erscheinenden Monatsschrift „Germanien", das als Sonderheft zum 1000. Todestage König Heinrichs erscheint, gibt K. Schir- w i tz einen Ueberblicf über diese geschichtlichen Stätten Quedlinburgs. Der Königshof, das heutige Klostergut St. Wigbert, liegt, wie ältere und neuere Funde aeigen, an einer Stelle, an der schon vor einem Jahrtausend v. Chr. germanische Geschlechter ihre Hofstätte hatten; das heutige Aussehen der Kapelle, deren erste Anlage für die Zeit um 840 angenommen wird, zeigt in dem Zustand der meisten Bauteile und in der Art ihrer Verwendung, daß sie von einem noch älteren Bau stammen müssen. Für den Schlohberg, eine hochragende Kuppe, ist anzunehmen, daß hier bereits während der jüngeren Steinzeit eine stärkere Besiedlung durch nordische Siedler eintrat. Dom letzten Jahrtausend v. Chr. an setzt eine neue dichte Besiedlung ein, die auf starken Zuzug aus südhannöverschen Germanengebieten schließen' läßt. Diese Siedlungen müssen schon burgähnliche Anlagen gewesen sein. Die letzten Grabungen vor der Krypta haben auch für die frühgeschichtliche Zeit neue Er- gebniffe gebracht, durch das Auftreten eines kleinen Skelettfriedhofes, dessen ältere Gräber, von denen einige noch Beigaben hatten, in den gewachsenen Felsen so eingetieft waren, daß für den Kopf eine besondere Nische herausgearbeitet worden war, wie sie auch sonst im Gebiet auftreten. Damit wird eine Festlegung dieser Grabform für eine wesentlich frühere Zeit sicher, als man bisher geneigt war anzunehmen, nämlich für das 9. bis 16. Jahrhundert. Gerade dieser Friedhof beweist am deutlichsten, wie die Zeit Heinrichs eine Fortsetzung dessen bedeutet, was seit langem Brauch war. Von dem ehemals umwallten Strohberg liegen bisher außer Spuren der Umwallung Reste aus der jüngeren Bronzezeit vor; wichtiger sind einige römische Münzen und eine kleine Bronzeschale aus der ersten Germanenzeit. Den Anschluß an die geschichtliche Zeit vermitteln verschiedene Einzelfunde wie Eisenmesser und Würfel und frühdeutsche Tonwaren. Von König Heinrich wurden die alten germanischen Volksburgen auf dem Schloßberg und dem Strohberg, die die alten Straßen von Osten nach Westen und Norden nach Süden beherrschten, zeitgemäß und zweckentsprechend umgestaltet. Auch die einzelnen Teile der Altstadt haben vorgeschichtliche Siedlungen erkennen lassen. 6od)fd)ulnad)rid)ten Professor Dr. Klughardt, Extraordinarius für Zahnheilkunde an Der Universität Jena, ist zum ordentlichen Professor in Jena ernannt worden. Professor Dr Traugott Fischer, Extraordinarius für Vermessungswesen an der Technischen Hochschule Stuttgart, ist zum ordentlichen Professor in Stuttgart ernannt worden. Professor Dr. Otto Graf, Extraordinarius für Baustoffkunde an der Technischen Hochschule Stuttgart, ist zum ordentlichen Professor in Stuttgart ernannt worden Professor Max Gutzwiller, Ordinarius für Römisches und Bürgerliches Recht an der Universität Heidelberg, ist auf eigenen Antrag von oen ^amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Die Michsbank am Hat-jahresutt-mo gltlS W Wirtschaft ö 8 7 7 6 6 6 6 4 8 8 2 2 1 h Tloria-P Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL Berlin Jranffurt a. UL Berlin $ranffurt a.UL Berlin Jronffurf a. M. Schluß!. «y. AL . kur« bflrfe fur* börse 2.7. lz 11 123,25] 1 141 I 1501 110,75 119,5 Banknoten. 97 101,4 101,5 97,5 95 109,5 101,5 97,5 95 109,5 0 o 6 6 6 6 8 7 34,65 153 132,5 159,25 132,5 139,5 131 136,25 156,25 208,75 141,75 105 128,5 126 113 134,5 108,25 103,13 36,4 156,5 132,5 159 132,5 141,5 137,25 156,5 207,5 142 106 129,75 126,5 114,5 135,5 109,5 104,5 14,5 16,65 117,5 118 94,5 95,75 96 198 34,65 153,4 132 159,25 132,9 139 131 136,5 156,5 207,5 141,5 14,75 43 16,25 117,5 120,5 94 95,5 95,75 197,5 7 9 5 6 5 169,75 270 114,25 129,75 138 31,5 2,65 9,13 8,65 9 14,4 14,5 16,65 117,25 118 93 93,75 94,25 195,75 105,25 129 126 113 168 134 108,4 103,25 36,4 156 132 159 132,65 141,25 130,5 137,5 157 207 142 106,25 129,75 126,5 114,65 171 135,75 109,25 104,25 53 86,25 144 107 123,13 191 44 434 207 193,25 Schluß- turd 101,65 98 101,75 112,35 100,2 98,75 97 101 93,5 123,5 119,75 zen schl an 14,9 43 16,25 117,4 118,5 92,5 93,5 94 195,75 t k Ein A Von unfei Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Prlvat-Bank ... Deutsche Bank und Lisconto« Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ................ : Schluß!. Mittag- börse 2,55 9 8,5 14,25 Verschieben von rauchlosen Patronen aus Laufen, die nicht rauchlos beschossen sind. Es kann heute schon damit gerechnet werden, daß das kommende neue Beschußgesetz denjenigen sogar mit Strafe bedrohen wird, der aus Läufen, die nicht das Be- schußzeichen für rauchlosen Beschuß tragen, rauch, lose Munition verschießt. Es besteht die Möglichkeit, solche Läufe, wenn sie voraussichtlich auch für rauch- losen Beschuß geeignet sind, beschießen zu lassen, um sich nicht später Unannehmlichkeiten auszusetzen. Jedenfalls ist es heute schon verboten, das Schießen aus nicht rauchlos beschossenen Laufen mit rauchlosen Patronen bei den Schießen der Jägerschaft zu gestatten. Die erschreckend hohe Zahl von Laufsprengungen, verbunden mit z. I. tödlichen Unfällen, zwingt im Interesse der Jäger selbst zu diesem Schritt. Hubertus. zuqeteilt. Großhandelspreise für Fleisch- und Fettwaren: Beschickung 339 Viertel Rindfleisch, 199 ganze Kälber, 3 ganze Härnrnel, 662 halbe Schweine, 4 Kleinvieh. Es erzielten (für 50 Kilo- gramm) in Mark: Bullenfleisch a) 76, Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54, Färsenfleisch a) 80, b) 69, Kalbfleisch b) 95 bis 105, c) 85 bis 95, Hammelfleisch b 90 bis 95, Schweinefleisch b) 74. Fettwa« Frankfurt a. M., 2. Juli Die Börse hatte lebhafteres Geschäft in Spezialwerten. Im Vorder- grunb lagen wieder Montanwerte, wo das Eisenbahn-Beschaffungsprogramm, die Rheinstahl-Dwi- dendenerklärung sowie Abschluß-Erwartungen bei Hoesch, man spricht von angeblich 5 v. Sy, anregten. Rheinstahl lagen zu Beginn 0,40 v. Sy höher, spater erneut fester. Verein. Stahlwerke im Verlaufe um 1, Mannesmann 0,90, Klöckner 0,75 vH. , höher. 6,65 9,95 5,7 42,6 Schach-Ecke Bearbeitet von K. Helling. Von Auslandrenten Mexikaner allgemein etwas efter, Irrigation 9,13 (9,10), 5proz. Gold-Mex. 9,10 (9), 5proz. Silber-Mex. 6,50 (6,25) v Sy Der Verlauf hatte ein unverändertes Bild. Die Spezialwerte zogen weiter an, so waren Verein. Stahlwerke bei 99,25 (99), AEG. bei 36,50 (36), also zu einem um 1,40 v. Sy höheren Tagesgewinn gefragt, Otavi gewannen insgesamt 1,4, Holzmann 2 v. Sy Reichsbahn-DA. weitere 0,25 v. H. höher. Deutsche Anleihen unverändert. Umtausch-Obligationen etwa 0,25 v. Sy höher gesucht, sie gelten als zurückgeblieben. 4^proz. RWE. 93,25 (93). Der Pfandbriefmarkt lag bis auf Liquidations-Pfand- briefe, die 0,13 bis 0,30 v. H. höher waren, unverändert. Im Freiverkehr Ufa 67 (66,50), Adler-Kleyer 108 (107,50), Wayß & Freptag 117 (116,50), fon- tige Werte ohne Kursveränderung. Tagesgeld unverändert 3 v H Abendbörse weiter fest. Die Abendbörse hatte geringe Umsätze, war aber für Aktien weiterhin ziemlich fest. Die erhöhten Mittagsschlußkurse nannte man durchweg Geld, IG. Farben, Verein. Stahlwerke um je 0,25 v. H., Otavi und AEG. um je 0,13 d. Sy fester. Hoesch nannte man 114,50 Geld (114,65), Bekula um 0,50 v. H. erhöht. Für Großbankaktien bestand schon im freien Markte Kausintereffe. Deutsche Anleihen ohne Um- faj;, die Ku^se waren unverändert zu hören. Der Verlauf hatte noch etwas Umsätze in einigen Spezialwerten. Reben Montan- waren vor allem Bankaktien beachtet, auch gegenüber den Mittagssteigerungen laaen Commerzbank 0,50, DD.-Bank und Dresdner Bank je 0,25 v. Sy, daneben Frankfurter Bank 1 v. Sy höher. Reichsbank wurden mit 198 nach anfangs 197,50 notiert. Deutsche Anleihen blieben still. IG. Farben schlossen 170. Es notierten: Reichsaltbesitz 112,50, Farbenbonds 131,25, 4 v. Sy Ungarn Gold 9, Lissabon Stadt 75, 4 v. Sy Rumänen 5,60, Adca 75,75, Braudank 142, Frankfurter Sdjtaditoiebmartt Frankfurt a. M., 2. Juli. Auftrieb: Rinder 39 (gegenüber letzten Donnerstag, 25. Juni, 27), darunter Ochsen 7 (—), Bullen 2 (3), Kühe 25 (22), Färsen 5 (2), Kälber 581 (768), Schafe 53 (63), Schweine 777 (809). Es erzielten (für 50 Kilogramm Lebendgewicht) in Mark: andere Kälber a) 64 bis 68 (59 bis 63), b) 58 bis 63 (53 bis 58), c) 50 bis 57 (44 bis 52), d) 42 bis 49 (35 bis 43), Lämmer und Härnrnel b2) Weidemasthämmel 47 bis 48 (46 bis 48), Schafe nicht notiert, Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53, d) 51 (51). Marktoerlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft, Schweine 6,7 9,85 5,6 Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehetn.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 19% 6%% ehern. 4-/,"/<» Franks. HhP- Bank-Liqiu-Psandbriese....... 5%% ehem. 4'/*% Rheinische Hyp^Bank-Ltqu.-Goldpse. ... 4%% ehem. 8% Pr. Lanoespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 414% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanfl., Gold Komm. £61.20 Steuergutich.Berrechaungsk. 34-38 2,55 9 9,1 14,25 Neuregelung der Oevifenberatung. Fwd. Durch eine im Reichsgesetzblatt 1/524 veröffentlichte Verordnung vom 29.6.1936 hat der Reichswirtschaftsminister im Anschluß an das Gesetz zur Verhütung von Mißbräuchen auf dem Gebiete'der R e ch t s b e r a t u n g vom 13.12.1935 (RGBl. 1/1478) Bestimmungen für die geschäftsmäßige Hilfeleistung in Devisensachen getroffen. Künftighin kann in fremden Devisensachen nur derjenige geschäfts- mäßig Rat erteilen, und bei den mit den Angelegenheiten des Devisengesetzes und der Verordnung über den Warenverkehr befaßten Behörden, insbesondere den Devisenstellen und Ueberwachungs- stellen, als Bevollmächtigter mündlich oder schriftlich auftreten, dem hierzu von dem Präsidenten des Landesfinanzamts (Devisenstelle) auf Antrag hin die Erlaubnis erteilt worden ist. Wer ohne eine solche Erlaubnis eine geschäftsmäßige Devisenberatung oornimmt, macht sich in Zukunft strafbar. Mad) den in einem Runderlaß zu der Verordnung erlassenen Ausführungsbestimmungen soll die Erlaubnis nur solchen Personen erteilt werden, welche die für den Beruf des Deoisenberaters erforderliche Zulässigkeit, persönliche Eignung sowie eine hervorragende Kenntnis der Devisenvorschriften besitzen. Auch bereits als Devisenberater tätige Personen müssen eine Erlaubnis nachsuchen. Sie können, wenn sie dies bis zum 1.8.1936 tun, ihre Tätigkeit bis zur Entscheidung Über ihre weitere Zulassung zunächst fortsetzen. Die Devisenberatung, die von Behörden, Dienststellen der NSDAP., Industrie- und Handelskammern, Wirtschaftsorganisationen im Rahmen ihres Aufgabenbereichs, von Devisenbanken im Rahmen ihres Geschäftsbetriebs, von Handelsfirmen unmittelbar für ihre Kunden sowie von Rechtsanwälten, Notaren, allgemein zugelassenen Steuerberatern und öffentlich bestellten Wirtschaftsprüfern ausge- übt wird, unterliegt nicht der Erlaubmspflicht. 'Rbän=Dlaintfd>e Börse Mttagsbörfe anhaltend freundlich. 101,5 97,5 95 109,5 30,5 2,5 8,95 8,55 14,25 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert S Co Siemens & Halske... Lahmeyer L Co 6,7 9,8 5,7 42,75 t. G. Farben-Jndustrte chetdeanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke MetaUgeiellschaft Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. Erkenntlichkeit. Ein Herr, der den Namen Trampedang hatte, schrieb eines Tages einen Brief an den Fürsten Bismarck, in dem er um die Erlaubnis bat, seinem erstgeborenen Sohn den Namen „Bismarck" zu geben. Bismarck war damit einverstanden und erteilte feine Erlaubnis mit folgenden höflichen Worten: „Sollte mir in meinem hohen Alter der Himmel noch einen Sohn bescheren, so werde ich nicht verfehlen, chn auf den Namen.Trampedang^ taufen zu lassen." Die Klingel. Ein Freiburger Schulrat erzählte gern, wie er einst ein kleines Mädchen sich vergebens an einer Hausglocke heraufrecken sah; sie war für das Kind viel zu hoch angebracht. In seiner Gutmütigkeit kam er heran und klingelte für das Kind, das ihm bann zu feiner großen Verblüffung zurief: „Du, jetzt müsse mer aber renne!" Vergebliche Bemühung. In einem Berliner Kindergarten spielen die Klei- neu „Häschen in der Grube". Nachdem das letzte „Häschen hüpf!" verklungen, meldet sich die ganze Schar, um nun Häschen zu werden, und alle Kinder rufen: „Laß mir mal, laß mir mal!" Die Lehrerin korrigiert konsequent: „Laß m i ch mal!" Endlich sagt ein kleines Mädchen in mitleidigem Ton zu ihrer Gefährtin: „Na, laßt ihr doch auch mal!" Der Bericht. Genau vor 51 Jahren wurde in Oesterreich in der gesamten Oeffentlichkeit eifrig über die Zweckmäßigkeit der Wiedereinführung der körperlichen Züchtigung in den Schulen debattiert. Um genau zu wissen, wie die Lehrer darüber dachten, wurde den Bezirksschulräten aufgegeben, die Meinungen der ihnen unterstellten Lehrer über diese Frage einzuholen. Gewissenhaft sammelte also ein Bezirksschulrat in Niederösterreich die von den Lehrern eingehenden Antworten, und da sich die meisten für die Wiedereinführung der Prügelstrafe aussprachen, so , berichtete er kurz an seinen vorgesetzten Landesschulrat: „Die Mehrheit der Volksschullehrer im Bezirk wünscht eine angemessene körperliche Züchtigung." Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Buderus Deutsche Erdöl 4 Harpener V/i Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau 6 Ilse Bergbau Genüsse 6 Klocknerwerke 8 Mannesmann-Röhren 8 K. A. L. Ku b b e 1. Weiß zieht und gewinnt Weiß: Ka4, Lh4, Sb8, Bc3, d3, e5. g2 (7). Schwarz: Kc5, Dfl, Bc6, e6 (4). 1. Sb8-d7+, Kc5-d5. 2. Sd7—b6+, Kd5Xe5. Girokonten diesmal nicht weniger als 221,3 Millionen Mark. Dieser Zuwachs beruht ausschließ, lich auf einer Erhöhung der privaten Guthaben, während die öffentlichen abgenommen haben. Außerdem hat die starke Belastung der Reichsbank dadurch wieder eine ins Gewicht fallende Korrektur erfahren, daß die sonstigen Aktiva um 42,3 Mil- Honen Mark zurückgegangen sind. Dieser Rückyang beruht z. T. auf größeren Abzahlungen des Reiches auf den diesen seitens der Reichsbank eingeraumten Betriebskredit und zum Teil auf der Zunahme b e 5 Umlaufs an R e n t e n b a n k s ch e i n e n, der eine entsprechende Verringerung der Bestände der Reichsbank an Rentenbankicheinen zur Folge hatte. Entsprechend diesen Veränderungen bleibt der Gesamtumlauf an Zahlungsmitteln mit 6 348 Millionen Mark trotz der im ersten Augenblick be- onbers schwer erscheinenden Belastung des Instituts noch hinter demjenigen vom Ultimo des Vormonats (6440 Millionen Mark) zurück. In der Vorwoche stellte sich der ©efamtum- I au f auf 5780 und am vorjährigen Halbjahrs- ultimo auf 5980 Millionen Mark. Im einzelnen sind in der Berichtswoche 460,5 Millionen Mart an Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen und 100,4 Millionen Mark an Scheidemünzen in den Verkehr abgeflossen. Die Goldbestände haben um 0,7 auf 71,7 Millionen Mark zugenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 0,2 auf 5,1 Millionen M<.rk abgenommen. . ?U5 btm M bas Lu ÖRen fleh( xcht 4x 6en fjanben e,“M «Won“ ja .mie eint i \ Mn ein ^We, wenn J*! M äs* 1 4e2rf D vL« ’M 6 ' ein» tln W man l aber? ■ Wn /'ne tufSk ins ire : •eerLS Js bi ?Peren?‘ t Lösung der Schachaufgabe „Sperrung der Cfrufetllnkn*. E. Holm. Weih zieht und gewinnt. Weiß: Kgl, Sa2, Ba5, c5, e5 (5). Schwarz: Ke7, Lb3, Bd7, f6 (4). 1. c5—c6, d7Xc6. (Nach Ld5 käme Sb4, Le4, c7, Lb7, ab!) 2. a5—ab, Lb3—d5. 3. Sa2—c3, Ld5—f3. 4 Kgl—f2, Lf3—hl. 5. Kf2—e3 (droht Se4), fb—15. b Sc3—d54-, LhlXdS. (Nach cXd käme Kd4!) 7. Ke3—d4, Ld5—f3. 8. Kd4—c5, und der weiße Bauer geht zur Dame. Guter Verlauf der Zeichnungen auf die neue Reichsanleihe. Fwd. Am 29. Juni d. I. haben die Zeichnungen auf die neue 4Nprozentige Reichsschatzanweisungs- Anleihe begonnen, deren Zeichnungsfrist bis zum 14 Juli d. I. läuft. Auf Grund einer Umfrage des Fwd. bei den Zeichnungsstellen kann der Beginn der Zeichnungen auf die neue Reichsanleihe als g u t bezeichnet werden. Sämtliche Depositenkassen der Berliner Großbanken melden einen flotten Verlauf der Einzeichnungen, auch die Privatbankiers haben bereits einen beachtlichen Teil der ihnen zugeteilten Quoten untergebracht. Diese Tatsache ist eine Bestätigung für den günstig gewählten Zeitpunkt der Auflegung der Anleihe und ein Beweis für den starken, infolge fortschreitender Kapitalneubildung vorhandenen Anlagebedarf. Der gute Verlauf der Reichsanleihe-Zeichnungen während der ersten Tage zeigt aber zugleich das große Interesse der Volksgenossen für die neue Reichsanleihe als gute Anlage und läßt erwarten, daß dieses Jnteresie auch weiter erhalten bleibt, zumal es darauf ankommt, die Erfolge der allen Volksgenossen zu- gutefommenben Wirtschafts- und Arbeitsbeschaf- fungs-Politik der Regierung zu sichern. 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Oesterretchische SUberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische StaaiSrente v. 1910 4*A% oesgl. von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdaübahn-Anlethe A.E.G...................... O Bekula 8 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............7 Felten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 169,50 (169,75), dann 170, Erdöl 0,50, Metallgesellschaft eine Kleinigkeit freundlicher. Der Elektro- markt lag uneinyZtlich und vernachlässigt, lediglich AEG. im 93erlav.(t stärker beachtet und bis 36 (34,65) befestigt. Bekula zogen 0,65, RWE. 0,50 v. Sy an. Schwächer lagen dagegen Licht und Kraft sowie Schuckett um je 0,50, Siemens um 2,50 v. H. Von sonstigen Märkten Deutsche Linoleum 0,75, Reichsbank-Anteile 0,75, Daimler 0,13 v. Sy schwächer, efter setzten ein AG. Verkehr um 1, Kaufhof um 0,75, BMW. um 0,90, Setter & Scherer um 0,40, Aku um 0.25 v. H. Deutsche Anleihen ebenfalls freundlicher, aber ohne stärkere Kursveränderung. Altbesitz 112,60 (112,50), Kornmunal-Urnschuldung 88,25 (88,20), Dollar-Bonds unverändert, 6proz. Preußen 69,75. vit SL PL in iinf u für U" WS b.’ ou? L scheu LieW Linden in « hie Bienen. dn.ön’1 Überall M DerlahenenJ l beim BU,‘ des ®f.n fällt w* S U eine L im ßinbenbai grt die 6'( lichen, hesZ'° Krone, wie d Bäume war Eichen opstd hielten M ein wieviel J te Lind. K an sie- .. hauste md) unter einer J un6 sich "d blatt und sie Odenwald a' dem allen 1 dem finstern Wo uns i Freude erza Lolksliedern die Linde, di schen Mensch Unsere Str lichkeilsgründ jein. Es ist i benbäume dii ter stehen sie erkennbar an fern aber, v Schulho's: da Schatten ta sitzen an de und erzähle wenn die dann kicheri ist die 3ug gern im I Schere unb Seife Sieber Sommerno henden Lind« Am Tage die van der füllen- denn heilbringend schauen ban uns Schotte heilig, aud wenn irger einen Link ten einst t tonnen zur Berlin, 2. Juli. (DNB.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 30. Juni war die Inanspruchnahme des Notenbankkredits in der Berichtswoche außerordentlich stark, was sich allgemein aus der weiteren Zunahme der wirtschaftlichen Tätigkeit erklärt und im besonderen daraus, daß der Halbjahresultimo einen erhöhten Geldbedarf erforderte. Hierbei ist nicht nur der Kupontermin entscheidend gewesen, jondern insbesondere dürften auch die Einzahlungen auf die neue 700 »Millionen- Mark-Anleihe eine wesentliche Rolle gespielt haben. Die starke Inanspruchnahme kommt zum Ausdruck in einer Zunahme der Gesamtanlage der Reichsbank in Wechseln und Schecks, Lombards und Wertpapieren um 805,3 auf 5383,4 Millionen Mark. Dagegen betrug der Zuwachs auf den Anlagekonten am Ende des Vormonats nur 584 und am gleichen Dorjahrestermin nur 589,2 Millionen Mark. Bei der stärkeren Beanspruchung der Reichsbank in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr muß allerdings außer den vorerwähnten Einflüssen berücksichtigt werden, daß die Entlastung im Monat Juni mit 113,7 v. H. bis zur dritten Monatswoche über die vorausgegangene Ultimobelastung hinausgegangen war und daß ferner ein erheblicher Teil der von der Reichsbank zur Verfügung gestellten Kreditmittel wiederum Anlage auf Girokonto gefunden hat. Während am entsprechenden Dorjahrestermin die Giroguthaben nur um 64,5 Millionen Mark zuge- nommen hatten, beträgt der Zuwachs auf den 2.7. IölT 98 101,5 112,5 100,3 98,75 Gchlußl. Abend- börse 2.7. 2.7. 101,4 97,9 101,75 112,5 100,2 98,75 97 101 93,5 123,5 119,5 97 101,5 101,75 97,5 95 109,5 1-7 101,65 98 101,5 112,5 100,2 98,75 6,6 9,85 5,65 42,75 | (Falls Kc5, Lf2+, DXf2, Sd7-b, Kd5, Sf6 nebst Sg4+ oder Se4+ mit Damengewinn.) 3. Sb6—c4+, Ke5—14. 4. g2—g3, und Weiß gewinnt durch 5. Se34- oder Sd2+ die schwarze Dame. Der Lö» * lnnasverfuck 1. Lf2+ scheitert nur an Kd5. die Ausstellung des (grünen) Ausweises beantragen, der fte bei Kontrollen ausweist und ihnen gestattet, Wild aus ihrer Jagd auch außerhalb deren Grenzen ohne Ursprungsschein zu befördern. Ursprungsscheine neuer Form sind in Zukunft nur noch für solches Wild bestimmt, das in den Handel geht (Gasthäuser, Wildhandlungen usw.) Die Ab- schußmeldung für Wild, das selbst zerwirkt wird, erstattet der Jagdausübungsberechtigte auf einer besonderen Meldekarte, Form. D, die im Handel zu haben ist und selbst beschafft werden muß. Da Verstöße gegen die Wildverkehrsordnung mit hoher Strafe' bedroht sind, ist allen Jagdausübungsberech» tigten, die es bis jetzt unterließen, zu raten, sich umgehend mit ihr vertraut zu machen. Hingewiesen sei ferner auf den Erlaß des Reichsjägermeisters R 2367 vom 16. Juni 1936 betr. Dalum 4% vesgi. Serie ü 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4V»%Rumän.vereinh.Nentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 *4% Anatolier ......... - Schluß» turs 17. Gchluß» furd 1.7. börse 2-7- Schlußk. Mittag» börse 2.7. Ihlltpp Hol,mann 4 femenlwerk Heidelberg 7 ementwert Karlstadt.........6| Schultheis Patzenhoser 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof 6 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 8 Orenstetn & Koppel 0 Westdeutsche Kaufhof 0 Ehade 9 Accumulatoren-Fabrü 19 (tontt-(3ummi.............. 11 Grthner °| Matnkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker 10] Datum | 1-7- Manssetder Bergbau....... 6*4| 140,75 Kokswerke .................. 61 — Rheinische Braunkohlen 12 243 Rheinstahl .................. 41 143,5 Bereinigte Stahlwerke 8yJ 98 Otavt Minen ............... 0 26,6 Kaliwerke Aschersleben 61 — Kaliwerke Westeregeln 5| 125 Kaliwerke Salzdetfurth 7y,| — Datum 6% Deutsche Reuhsanleihe o. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6Yi% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-WIös..Schuld mtl Auslos.-Rechten .......... 4*4% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 4yt% ehem. 8% Hessischer Volks- staat 1929 srückzahlb. 102%) ... 4*4% ehem.,8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold 8L 12.... 5Yi7o ehem. 4V,%Heft. Lande- Hypothekenbank DarmstavtLiau. 4y,% ehem. 8% Darmst. Komm Lanbesb.Goldschuldverichr. R.« Oberhessen Provinz-Anleihe mti b a b a b o h f 0 8 1 -Juli 2-Iu.i Amiliche Rofierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld | Brie- Buenos Alte 0,668 0,672 0,660 0,664 Brüssel .... 41,96 42,04 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,58 55,70 55,56 55,68 Danzig.... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,445 12,475 12,445 12,475 Helsingfor». 5,485 5,495 5,485 5,495 Paris ..... 16,445 16,485 16,44 16,48 Holland ... 169,11 169,45 169,12 169,46 Italien.... 19,53 19,57 19,53 19,57 ^lavan...... 0,727 0,729 0,727 0,729 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,56 62,68 62,54 62,66 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,31 11,33 11,31 11,33 Stockholm... 64,18 64,30 64,16 64,28 Schweiz ... 81,23 81,39 81,20 81,36 Spanien... 34,05 34,11 34,05 34,11 Prag....... 10,30 10,32 10,295 10,315 Budapest .. — Aeuyork ... 2,482 2,486 2,480 2,484 139,5 140 141 — 130,25 130 — — 241 144,13 143,25 144,25 99,4 98 99,13 28 26,65 27,9 128,25 128,75 128,4 125,5 125,25 126 — 183,5 170 169,65 169,75 270 — —— 113,75 113,65 114 129,75 129 138,75 138 138,5 125 123,75 125 141 - 150 - 112,9 113,25 53,25 53,25 53 86,5 86 86,5 147 146,5 147,75 108 106,25 107,25 121,25 121,75 123 123 123 190,75 191,25 191 81,75 82 44,5 43,9 44,25 434 434 433,25 205 212 194,5 194,5 194,5 33,13 1 32,75 | 32,9 95,25 1 —— 1 — 230 I 228 1 228 Berlin.2. Juli Äeil> Ärles 2,432 2,452 41,84 42,00 55,31 t)b,ö3 12,41 12,45 16,39 16,45 168,70 169,38 — —— Norwegische Noten ......------• • Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling 62,33 62,57 — — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 63,94 64,20 81,02 81,34 Spanische Noten................. 33,71 33,85 — 8 7 6 4 6 8 2 1 8 7 6 6 4 8 2 1 c ö e f g b Figureneinbau. Jn der Aufgabe von Alexandrow (Schach- ty) zieht Weiß an und fall gewinnen. Die fchwar- Figuren werden durch die weißen Bauern in fo echte Stellungen gezwungen, daß der Schwarze Zugzwang zugrunde geht. Die abgebildete Stellung entstand in einer Dartie Dr. R a st ä d t — T r o f ch i e r. Der Weiße hat soeben den Springer nach dl gezogen. Es gelingt ihm aber damit nicht, den schwarzen Turm zu verjagen, im Gegenteil ... Welche starke Erwiderung steht den. Schwarzen zur Verfügung? Löfung der Schachaufgabe „fiampf gegen die Dame". Nr. 155 Drittes Blatt Zreitag, Z.Zuli 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) VerkehrsWplin - Die Forderung der Gegenwart, !- Ein Aufruf des Korpsführers Hühnlein. die Verkehrszeichen der aus- frei- den ist euch der Weg Straßenbahn oder die Fahrbahn! Auch für euch gelten Polizei und der Ampeln! Nur bei grünem Licht Ziehungen der Dinge zum Raum, von den Grundsätzen der symmetrischen und asymmetrischen Gestaltung und lernten die vielen Möglichkeiten erkennen, die für die geschmackvolle Ausgestaltung eines Schaufensters gegeben sind. Darüber hinaus Gebt das Steuer nicht an Freude und Bekannte, die keinen Führerschein haben und achtet auf die Verkehrszeichen! Der deutsche Kraftfahrer muß seinen Volksgenossen mit dem besten Beispiel vorangehen, denn er ist der Träger des Fortschrittes und der Motorisierungswünsche des Führers. der D A F. (Amt für Arbeitsschulung) und der hiesigen Wirtschaftsgruppe Einzelhan- d e l abgehaltenen Kurse die Möglichkeit, ihr Wissen und ihr handwerkliches Können um wirkungsvolle und kultivierte Ausgestaltung von Schaufenstern erheblich zu bereichern. Ja, für manchen der Teilnehmer bedeutete der Kursus den Grundstein für die Arbeit, die bisher nicht in dem Maße und nicht in dem Sinne geleistet werden konnte, wie es für den Einzelhandel notwendig gewesen wäre. Die Kursusteilnehmer wurden mit den Grundsätzen der Dekoration vertraut gemacht, sie erfuhren in klaren ausführlichen Darlegungen von den Be- auffallend hoch gebissen hat. Gesprochen haben wir aber kein Wort — und er auch nicht. Am nächsten Tage mußte Ludwig auswärts speisen. Am übernächsten schmeckte es ihm zu Hause besonders gut, und zum Schlüsse lobte er Viktor eigens und sagte, das sei heute ein extra feines Bratl gewesen. Nach einer kleinen Verlegenheitspause aber platzten Viktor und Fräulein Berta laut heraus, als ich mit stoischer Ruhe sagte: „Ja, ja — er ist mit Butter auch nicht schlecht!" Da hat mich der gute Ludwig, nachdem er den Kopf etwas zurückgeworfen, zuerst ein wenig verdutzt und groß angeschaut; das war so seine Art, wenn ihm etwas überraschend kam; dann hat er geschmunzelt, sich stillschweigend eine Pfeife angezündet und sich in eine Zeitung vertieft. Der Hafen mit Schweinefett aber verschwand aus der Küche und Ludwigs Sympathie für ungarische Gerichte ebenfalls. Bei der guten Viktor hatte ich aber einen neuen Stein im Brett. Wir haben uns ja immer gut verstanden, und oft und oft denke ich dankbaren Herzens an die Liebe und Güte, die sie auch mir zuteil ver- den ließ. Im Oktober 1902 habe ich sie zum letztenmal gesehen. Es war in der Erstaufführung der „Lokalbahn". — Da saß die treue Seele ganz andächtig neben mir im Parkett und drückte traumverloren manchmal meine Hand. Als dann die Stimmung immer gehobener wurde und das Stück unter lautem Beifall endete, da rollten dicke Tränen über die blaffen, runzeligen Wangen, und leise kam es von ihren Lippen: „Ja gelt, mein Ludwig!" Mit der stolzen Genugtuung, diesen großen Erfolg ihres Lieblings noch erlebt zu haben, hat sie drei Wochen später dankbar freudigen Herzens die müden Augen für immer geschlossen. Ausgezeichnete Ergebnisse der OAF.-Oekorationskurse. In den vergangenen drei Wochen wurden im Saal des Hauses der Deutschen Arbeitsfront in der Schanzenstraße unter der berufenen Leitung eines Fachmannes (Herrn E f ch m a n n) zwei Dekorationskurse von der „Deutschen Dekorationsschule Duisburg" mit gutem Erfolg abgehalten. In beiden Kursen (einem Vormittags- und einem Abendkursus) wurden insgesamt 30 Angestellte des hiesigen Einzelhandels geschult. | Die Teilnehmer hatten im Rahmen dieser von steigen! Wartet auf den Bürgersteigen, wenn die Straßenbahn kommt! Ihr gefährdet euch und andere, wenn ihr auf der Fahrbahn steht. Deutsche Volksgenossen! Schafft endlich die Verkehrsgemeinschcrft auf der Straße! Seht in dem anderen Verkehrsteilnehmer den Kameraden und Volksgenossen! Hebt Rücksicht und Disziplin! Der Führer des NSKK.: Hühnlein, | Korpsführer. Zeitschriften. — Von der Großen Deutschen Luftschutz-Ausstellung bringt das neue Heft der „S i r e n e" einen zweiten interessanten Bericht, der sich mit der Luftschutzschau als Erziehungsmittel beschäftigt. „Mit Heißluft billig in die Lüfte" heißt ein großer Bildbericht, der neuartige Versuche mit diesem alten technischen Gedanken zeigt. Ein anderer großex Bildbericht „Hessen, das Herz Deutschlands" gibt einen interessanten Beitrag zur Kulturgeschichte dieses schönen deutschen Landes. Außerdem entbalt das Heft einen Bilder-Artikel über die Luftpolitik der Großmächte in Ostasien. Im Unterhaltungsteu wird anschaulich vom Leben und Treiben der deutschen Landsknechte erzählt. gegeben! Springt nicht auf die Omnibus auf und von diesen ab!. Nur an den Haltestellen dürft ihr ein- und Deutsche Radfahrer! Eure Zahl von 17 Millionen verpflichtet euch zu besonderer Rücksicht und Vorsicht. Ihr seid nicht allein auf der Straße, sondern nur Glieder des allgemeinen Straßenverkehrs. Benutzt die Radfahrwege, die für euch gebaut sind! Sorgt dafür, daß an euren Rädern vorschriftsmäßige Rückstrahler vorhanden sind, da ihr euch sonst selbst schwer gefährdet! Fahrt im Dunkeln nicht ohne Licht und bringt eure Laternen richtig an, um entgegenkommende Verkehrsteilnehmer nicht zu blenden! Ihr behindert den übrigen Perkehr stets, wenn ihr zu mehreren nebeneinander fahrt. Fahrt daher hintereinander. Gebt beim Abbiegen und beim Anhalten deutlich sichtbare Zeichen mit dem Arm und denkt daran, daß der hinter euch kommende Kraftfahrer sonst euch überfährt oder ändere anfährt! Fahrt nicht zu Zweien auf einem Fahrrad und haltet die Lenkstange beim Fahren fest! Freihändiges Fahren und Wegnehmen der Füße von den Tretkurbeln ist kein Zeichen großer Fahrkunst, sondern bodenloser Leichtsinn und verantwortungslose Gefährdung anderer. Mißbraucht das Vertrauen nicht, das man mit der Aufhebung der Radfahr- karte in euch gesetzt hat! Wollt ihr die Einführung des Nummernzwanges? Deutsche Futzgänger! Die Fahrbahn gehört dem Fährverkehr, euch gehört die Gehbahn. Beeilt euch beim Ueberschreiten der Straße, geht auf dem kürzesten Wege und ohne Aufenthalt über konnten die Schüler und Schülerinnen ihre praktischen Kenntnisse erweitern, sie hatten viele Möglichkeiten der Verwendung unterschiedlichster Dekorationsmittel und wurden auch in die Gesetzmäßigkeiten der Farbenharmonien eingeführt. Hand in Hand mit den theoretischen Darlegungen, die die Kurse brachten, aing viel praktische Arbeit. Jedem der Kursusteilnehmer war die Voraussetzung gegeben, bis zu 15mal ein Schaufenster auszustatten und dadurch eine wertvolle praktische Schulung zu genießen. Schriftzeichnen, die Konstruktion einer schönen Blockschrift, Plakatentwurf sowie die Anfertigung von Ziermitteln und Blickfängen für die Schaufenstergestaltung boten außerdem viel Gelegenheit zur praktischen Arbeit. bitte, so etwas soll es geben. Und der Kraftwagen machte seinem Namen Ehre und fuhr drauflos — Capri ist dreihigmal kleiner als Malta, eine Fuh- tunde lang, 10 bis 25 Minuten breit. Ich kam mir vor wie ein Gulliver im Land der Zwerge, wie der Mann auf dem fliegenden Koffer. Links das kobaltblaue Meer, rechts das ansichtskartenblaue Meer, vorn das azurblaue Meer hinten das himmelblaue Meer — der Teufel hole den Kitsch! In Dante selig hat sich für seine Hölle Wunder was für Strafen und Qualen ersonnen, mir scheint, er wußte noch nichts von dem Motor, den unsereins im Leibe hat. Menschen, deren Lieblingsbeschäftigung das Autofahren ist, würde er sonst sicher zum Herümfahren auf der süßen, süßen Marchen- insel verdammt haben. Wenn ich aber bei Tibenus zu Gast geladen wäre und ahnen würde, daß mir auf dem Heimweg der berühmte Sturz in die Tiefe zugedacht ei so täte ich ihn um die Gnade bitten, mich zum letztenmal ans Steuer setzen und mit Vollgas los- und hinausfahren zu dürfen, über die nächste Steilwand hinaus ins ewige Licht, m die unbegrenzte Weite, ins Langftreckenwalhall des Autofahrers. Ludwig Thomas alte Köchin. Don Richard Rothmaier. 1897 verlegte Ludwig Thoma feine Anwalts- praxis von Dachau nach München. P Da zog ich zu meinem alten Freunde und habe mit ifjm einige Jahre zusammen gewöhn^ Zuerst häuften wir am Promenadeplatz Nr. 17, dann 21u- gustenstrahe Nr. 17 in einem hübschen Gartenge- ^Ünfern gemeinsamen Haushalt führte die gute alte Viktor im Vereine mit Ludwigs junflfter ^‘ser^erfteren^bat Ludwig in feinen „erinnerum aen" einen dauernden Denkstein gefetzt. Es ist ruh- ?end mit welch dankbarer Liebe er an der Hüterin feiner Kindheit hmg und mit welch wahrhaft mütterlicher Treue und Sorgfalt die gute Alte bemüht mar, es bis zum Tode dem gereiften Manne zu entgelten, den fie als Zweijährigen auf ihren Armen geschaukelt hatte um eimm Titel verlegen d!? ihre Wirkiamkeit in ,einem Eltern- M SÄÄ- Mit ihr ist em Tnv aus dem Leben geschieden, der leider am Aus- tterben ist Eine Seele, die in Liebe und Treue unerschütterlich an ihrer Dienstherrschaft hmg und Arn gestrigen Donnerstag wurden nun die Kurse beschlossen. Um dem heimischen Einzelhandel die Art der Arbeit vor Augen zu führen, die in den Kursen geleistet wurde, fand in den für den Lehrbetrieb vorhandenen acht Schaufensterkojen eine Ausstellung statt, die eindeutig unter Beweis stellte, daß den Kursusteilnehmern eine wertvolle Bereicherung ihres Könnens und Wissens um die Schau- fenftergestaltung zuteil geworden war. Aller Aufwand und alle Mühe dürften nicht vergeblich gewesen sein. Amt für Dolkswohlfahrt. Ortsgruppe Giehen-Ost. Lebensmittel-Opferring. Die Sammlung wird am Montag, 6. und Dienstag, 7. Juli von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereit halten, und die Mitgliedskarten zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sicht- bar anzugeben. Die llrknndensteuer-pflicht nach dem neuen Urkundensteuer-Geseh Mit dem 1. Juli 1936 tritt für das ganze Reich das Urkundensteuergesetz vom 5. Mai 1936 in Kraft. Gegenüber dem mit dem 30. Juni 1936 außer Kraft getretenen Hessischen Urkundenstempelgesetz bringt es in Hessen eine wesentliche Erweiterung der Steuerpflicht der privat- schriftlichen Rechtsgeschäfte (Vertrag und einseitige Erklärungen), soweit sie nach dem 30. Juni 1936 in Urkundenform errichtet werden. Während nach dem Hessischen Urkundenstempel, gesetz die im Tarif aufgeführten Urkunden grundsätzlich nur dann stempelpflichtig wurden, wenn sie einem Notar, einem Gericht oder einer sonstigen Behörde eingereicht wurden, und während bisher die amtlichen Stellen für die Beibringung und Verwendung des Stempels zu sorgen hatten, ist es nunmehr Pflicht eines jeden Besitzers eines urkundensteuerpflichtigen Schriftstücks, dieses Schriftstück binnen zwei Wochen seit Entstehung der Steuerschuld, d. h. im allgemeinen binnen zwei Wochen nach der Unterzeichnung des Schriftstückes, unaufgefordert einer für die Steuerfestsetzung und die Verwendung der ©teuer- , zeichen zuständigen Dienststelle vorzulegen. Diese Vorlegung kann erfolgen bei jedem Finanzamt, bei einzelnen Zollämtern ober bei den an einzelne Finanzämter angegliederten amtlichen Steuermar- kenverwaltern. Welche Dienststellen in den einzelnen Finanzamtsbezirken in Frage kommen, ist aus den in diesen Tagen zur Veröffentlichung gelan- : genden Bekanntmachungen der einzelnen Finanzämter zu entnehmen. Die Steuerpflicht umfaßt alle nach dem 30. Juni 1936 in Schriftform niedergelegten Verträge und einfeitigen Erklärungen, welche im Urkundensteuergesetz ihrer Art nach als steuerpflichtig angeführt i sind. Wegen des einzelnen muß auf das Urkundensteuergesetz selbst verwiesen werden. Besonders hergute und schlechte Tage mit ihr teilte; die letzteren bis zur Selbstaufopferung. So ist sie auch bald nach dem Tode von Thomas Mutter zu ihm nach Dachau gekommen, um den zur damaligen Zeit sehr bescheidenen Haushalt zu führen. Damals begann Thomas literarische Laufbahn. Das schlichte Gärtnerskind aus Schongau, Viktoria Pröbstl, verfolgte mit größtem Interesse Ludwigs Schaffen. An dem Talente „ihres" Ludwig hat sie nie gezweifelt, und von seinem Enderfolg war sie felsenfest überzeugt. Aus politisches Gebiet hat sie sich natürlich nie begeben. Wenn uns aber abends Ludwig manchmal Bruchstücke einer neuen Bauerngeschichte zum besten gab, dann wurde sie warm, und manch treffende Bemerkung zeugte von ihrem großen Verständnis für Land und Leute. Da war es dann fo recht gemütlich, wenn wir in dem heimeligen, gemeinsamen Eß- und Wohnzimmer beisammensaßen, wir beide unsere Pfeifen rauchten, Ludwigs liebenswürdige Schwester an einer Handarbeit stichelte und wir dabei andächtig lauschten, wenn die gute Viktor Selbsterlebnisse „aus der Riß" zum besten gab. . Eines möchte ich übrigens nachholen, was ich m den „Erinnerungen" Ludwigs vermisse. Ihr Lob als Köchin hat er nicht gesungen, und das hat sie doch reichlich verdient. In der Küche war sie Meisterin, und besonders Wildbret habe ich nie und nirgendwo mehr so vorzüglich gegessen wie bei ihr. In dieser letzteren, gewiß auch sehr löblichen Eigenschaft erlebte sie nun damals eine schmerzliche Kränkung, und ich habe zum ersten- und letztenmal gesehen, daß sie mit „ihrem" Ludwig nicht ganz zufrieden war. Und das kam so: Thoma lernte damals eine schon etwas reifere Dame kennen. Es war eine Ungarin, und das feurige Blut ihres Volkes rollte in ihren Adern. Kein Wunder, daß Ludwig bald nicht nur für sie, sondern auch für ihr Heimatland überhaupt schwärmte, von dem sie begeisterte Schilderungen gab. Die Dame wurde nun eines Tages zu Tisch geladen, und da geschah es, daß Ludwig die Weisung gab es solle hierfür alles mit Schweinefett gekocht werden. Und in seiner impulsiven Art wollte er diese Zubereitungsweise auch in Zukunft beibehalten wissen. , , v , Das war aber für die gute Viktor zuviel; und als ich heimkam, erzählte sie mir jammernd die Geschichte. , . - Ich tröstete sie jedoch. Und als am andern Tage das Gericht auf den Tafch kam, da blinzelten sie und ich manchmal verstohlen zu Ludwig hinüber, der Em Auto kreist im Märchen. Don unserem römischen ^.-Korrespondenten. Rom, Ende Juni. Aus dem Zeitgenossenlexikon habe ich erfahren, daß das Autofahren zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört. Sonderbar, mir kommt das gar nicht mehr zum Bewußtsein. Ein Steuerrad in den Händen zu halten, das erscheint mir nicht wie eine Lieblingsbeschäfttgung oder ein Steckenpferd, „Passion" fügte man, glaube ich, früher, sondern wie eine Lebensäußerung, selbstverständlich wie das Schlafen und unwillkürlich wie das Schnarchen. Ohne ein Auto bin ich wie der Mann ohne Brille, wenn er sie am notwendigsten braucht. Eine weitere Lieblingsbeschäftigung wäre das Fischen. Das läßt sich schon eher hören. Männer gibt es, die müssen Aktenbündel wälzen, andere müssen rauchen oder angeln. Am liebsten autle ich rauchend zum Angeln. _ ,, . . Dazwischen macht das Arbeiten Spaß. Und so geriet ich im Zuge der dicken Luft, die über dem Mittelmeer liegt, nach Malta. Zuerst mimte ich den Spaziergänger, dann setzte ich mich ofts der Suche nach Malteserrittern und Malteserhundchen und Maltakartoffeln in eine Pferdedroschke, und als ein Mietsauto aus ihr geworden war, ging es immer noch im Kreis herum. Kleine Randbemerkung zur großen Politik. Mehr soll aus diesen Zeilen nicht werden und nicht herausgelesen werden. Nämlich: ein Auto auf einer kleinen Insel, das ist eine verrückte Angelegenheit. Man kann darüber ins Grübeln geraten und bis zur Hegelei philosophisch werden. Im engen Kreis verengert sich nicht nur der Sinn, es wird ein Karussel daraus, wenn man fo eine notorische Lieblingsbeschäftigung hat. Was ist der hervorstechende Charakterzug eines Autos? Ich denke doch, der Zug ms Wette. Nun soll aber einer hier eine Fahrt ins Blaue machen. Laufen lassen, Nase immer geradeaus, Vollgas steife Ohren im pfeifenden Wind, Hohe" hinaus, Täler hinunter — ach, der süße Bausch. Auf einer Insel aber kommt man fid) oor w e bas Blei, bas von einem Zirkel heißt es doch im wilden, unsteten Wallen te nschen Lager? Es dreht sich der Bürgersmann faul und dumm wie des Färbers Gaul im Kreis herum Jetzt weiß ich, wie fo einem armen Vieh..6"^ . e l?' Capri, denke ich, Capri, die Marcheninsel wird eine Erholung fein. Steige an der^ Marina aus, nehme nicht wie die andern die Seilbahn sondern stolpere über eine Droschke ••• m em £ap bm • Selbstmörderische, selbstquälerische Anwandlung, ges und rücksichtsloses Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Die vom Reichs- und Preußischen Verkehrsminister wöchentlich veröffentlichten Verkehrsunfallzahlen zeigen ein erschreckendes Bild. Hunderte von Volksgenossen werden im Straßenverkehr getötet. Tausende nehmen schweren Schaden an ihrer Gesundheit, unendliche Sachwerte werden vernichtet. Während der Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes jede Arbeitskraft erfordert, müssen zahlreiche Volksgenossen im Krankenhaus die Folgen von mangelhaftem Pflichtbewußtsein und unzulänglicher Beherrschung des Fahrzeuges auf der Straße büßen. So geht es nicht weiter! Die Olympischen Spiele 1936 stehen vor der Türe und haben einen verstärkten Verkehr a u f allen deutschen Straßen im Gefolge. Mit dem Kraftwagen und dem Kraftrad, mit dem Fahrrad und zu Fuß werden Hunderttausende — Deutsche und Ausländer — nach Berlin eilen, um an dem größten Sportereignis der Welt teilzunehmen. Mit großer Sorge sehe ich diesen Wochen entgegen, wenn nicht endlich einmal Disziplin und Rücksicht im Straßenverkehr Einzug halten. Deutsche Kraftfahrer! Ist das der Dank für das große Geschenk der Reichsautobahnen, das euch der Führer gemacht hat? Schon jetzt zeigt sich, daß die große Geschwindigkeit, die auf den Straßen Adolf Hitlers gefahren werden kann, sich auf die übrigen Straßen überträgt. Schon jetzt ereignen sich auf den Reichsautobahnen Unfälle, die auf Leichtsinn und unvorschriftsmähiges Verhalten zurückzuführen sind. Schon jetzt werden Stimmen laut, die euch nicht für fähig halten, auf den Autobahnen richtig zu fahren. Wolltihr, daß Geschwindigkeitsbeschränkungen eingeführt werden? Wollt ihr, daß dem Kraftverkehr wieder Fesseln angelegt werden, wie in vergangenen Zeiten? Teilt euch eure Fahrten richtig ein, fahrt rechtzeitig weg! Fahrt vernünftig und benutzt, wenn ihr es nicht sehr eilig habt, die rechte Straßenseite! Schneidet keine Kurven und überholt vorschriftsmäßig Beachtet die Vorfahrtregeln und biegt langsam in andere Straßen ein! Nehmt Rücksicht auf alle anderen Verkehrsteilnehmer und vergeßt nicht, daß ihr als Führer der schnellsten Fahrzeuge die größte Verantwortung tragt! Meidet den Alkohol vor und während der Fahrt! Der Führer des Nationalsozialistischen Kraftsahrkorps und des Deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, wendet sich mit nachfolgendem Aufruf an alle Verkehrsteilnehmer durch Selbstdisziplin und gegenseitige Rücksichtnahme, Unfälle zu vermeiden: Ein ernstes Wort vor den Olympia-Wochen Mehr als 4000 Kilometer habe ich in den letzten Wochen im Kraftfahrzeug durch alle deutschen Gaue zurückgelegt. Zahllos find meine Beobachtungen über leichtsinniges, unvorschriftmäßi- Aus der Provinzialhauptstadl. ' Oie Linden blühen! Die Lieblingsväume der Deutschen, die Linden, haben ihre kleinen, unscheinbaren Blüten geöffnet und lassen einen herrlichen Duft ausströmen. Tausende von Bienchen werden angelockt und kommen herbei, um den Lindenhonig zu holen. Sonnen- . schein und Lindenblütenduft! Das sind die schönsten Tage für unsere fleißigen Bienen, und der Imker ' schmunzelt behaglich, wenn er in einigen Wochen aus den goldgelben Wachszellen den dunklen, fast 1 §rünlid) scheinenden Lindenhonig herausholen kann. :r läßt sich nicht durch die etwas unscheinbare Farbe beirren, er ist Kenner und weiß, wie gut der Lindenhonig schmeckt. So stehen eben Tausende und aber Tausende von Linden in unserem Vaterlande und laben nicht nur die Bienen, sondern auch die Menschen zur Rast ein. An vielen Landstraßen, auf freien Plätzen, fast überall ftehen sie. Wir kennen Plätzchen an alten verlassenen Dorfbrunnen, die von einer Linde überschattet sind. Da können wir stundenlang träumen, beim Duft der Blüten, beim eintönigen Rauschen des Bornes. Und ein Volkslied nach dem andern fällt uns ein: Am Brunnen vor dem Tore... Es steht eine Lind in jenem Tal... Ein Vöglein fang im Lindenbaum... Die Lindenwirtin ... Ist die Eiche das Sinnbild der Stärke und des trotzigen Willens, so wirkt die Linde mit ihren zierlichen, herzförmigen Blättern, ihrer schönen vollen Krone, wie das Bild der deutschen Innigkeit. Beide Bäume waren unfern Altvordern heilig. Unter den Eichen opferten sie den Göttern, unter den Linden hielten sie Gericht. Welches Dorf hat keine Linde? In wieviel Namen von Städten und Dörfern lebt die Linde fort! Schöne Mädchennamen erinnern an sie. Hauste nicht auch einst der Drache, der Lindwurm, unter einer Linde? Und als ihn Siegfried erschlug und sich in dem Blute badete, löste sich ein Lindenblatt und fiel dem Helden auf die Schulter. Tief im Odenwald aber, an der rauschenden Quelle, unter dem alten Lindenbaum, wurde der lichte Held von dem finstern Hagen ermordet! Wo uns von deutschem Leben, von Leid und Freude erzählt wird, in Sage und Dichtung, in Volksliedern und alten Mären, überall finden wir die Linde, die teilnimmt an dem Schicksal der deutschen Menschen. Unsere Straßen müssen ja nicht immer aus Nutz- lichkeitsgründen nur mit Obstbäumen bepflanzt fein. Es ist gar schön, wenn große, mächtige Lindenbäume die Straße beschatten. Wie treue Wachter stehen sie hüben und drüben, schon von weitem erkennbar an ihren schönen Kronen. In den Dörfern aber, vor dem Rathaus, vor der Kirche, im Schulhof: da stehen die deutschen Linden. In ihrem Schatten tanzen die Kittder ihren Ringelreihen, sitzen an den warmen Sommerabenden die Bauern und erzählen sich von der Arbeit des Tages. Und wenn die Alten längjt zur Ruhe gegangen sind, bann kichert es noch unter den Lindenbäumen. Das ist die Jugend, die noch nicht müde ist, die noch gern im Duft der Lindenblüten weiter plaudert. Scherze und Neckereien fliegen durch die Luft ... Leise Lieder erklingen ... Sommernächte auf dem Lande, unter der blühenden Linde, sie haben einen unnennbaren Reiz. Am Tage aber sehen wir fleißige Sammlerinnen, die von dem Reichtum der Blüten ihr Körbchen füllen: denn ein Tee von Lindenblüten ist ebenso heilbringend wie der vom Hollunderstrauch. Wir schauen dankbar zu den Linden empor, sie spenden uns Schatten und Duft, sie waren unfern Ahnen heilig, auch wir wollen fie nicht vergessen, und wenn irgendwo ein Plätzchen frei ist, wollen wir einen Lindenbaum pflanzen, unter dessen Schatten einst noch unsere Urenkel sitzen und plaudern können zur schönen Sommerzeit. O. B. Lornotizen. Tageskalender für Freitag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Befehl ist Befehl!". Nachdruck verboten! 15. Fortsetzung. Zehn Jahre hatte man Steffanelli nicht mehr in der bayerischen Hauptstadt gehört. „Ich glaube, er ist noch immer unverheiratet , sagte eine Dame, deren Stuhl knapp vor dem Rolfs stand. „ „Für Künstler ist das das einzig Richtige , erwiderte ihre Nachbarin zur Rechten. „Sie machen ja doch jede Frau unglücklich." , , s „Um Gottes willen nicht so laut , mahnte deren Gatte. „Hinter uns sitzt der erste Tenor der Staats- Anlieferung der ersten deutschen Frühkartoffeln. Wer-lugend im Lager und beim Sport 15000 Träger des Jettlagerabzeichens. Verfluchtes Gold! JRoman von 3. Schneider-Ioerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Nach der Kälte im Freien schien es im geschlossenen Trambahnwagen anheimelnd warm. Die Farbe aus Marias Wangen kam wieder. Wie ein blüten- hafter Schimmer pulste das Blut durch bie weiße Haut und entzückte Rolf derart, daß er nach des Mädchens Hand griff und sie an die Lippen preßte. ,Hetzt ist es wieder besser, ja?" „Ganz gut!" Die Brücke war verge sen, das qrüne Wasser rauschte nicht mehr. Nein, fie wollte nicht sterben! Sie wollte leben! Die Sonne wieder sehen den wundervollen weißen Schimmer draußen. Und war der Himmel augenblicklich auch mit tausend Wolken verhangen, es würde doch wieder hell werden. Immer konnte es nicht Nacht bleiben. Es war doch so schön, in den Wintertag zu sehen, zu fühlen, wie das Herz schlug, wie das Blut so warm und beruhigend durch den Körper strömte. „Du , flüsterte sie und griff nach Steffens schmalen bei dem Verkehrsverein. Der Sonderzug aus dem Gau Hessen- Nassau fährt in der Nacht vom 24. auf 25.Juli in Frankfurt a. M. ab. Die Rückfahrt erfolgt im Laufe des 26. Juli. Genaue Abfahrtszeiten werden noch in der Presse und durch Rundfunk bekannt- gegeben. Da die Anzahl dieser Sonderzüge beschränkt ist, und die Nachfrage nach Korten sehr stark ist, empfiehlt es sich im eigenen Interesse, die Bestellungen sofort vorzunehmen. Bestellungen werden von den Kreispropagandaleitungen der NSDAP, entgegen- genommen. Konzert der Molinschule Schöttler. Die Bedeutung und Größe der deutschen Musik- schätze legt uns die Verpflichtung aus, sich ihrer würdig zu erweisen und sie uns durch fleißiges Studium zu eigen zu machen. Um zu ihnen dot- zudringen, sind Fleiß und Mühe nötig; köstlich Schätze fallen nicht so einfach in den Schoß. Gewiß ist es erfreulich, wenn jemand überhaupt Musik treibt und sei es nur auf dem einfachsten Instrument, aber es darf nicht vergessen werden: zu den Höhen und Tiefen unserer schönen Kunst kommen Der Welt größter Tenor, Albert Steffanelli, gibt einen einzigen Liederabend in der Tonhalle. Karten im Vorverkauf von Mk. 1,50 bis Mk. 20,—. Es waren noch acht Tage bis zu dem angekün- digten Termin, aber schon jetzt setzte ein förmlicher Sturm auf die Plätze ein. Vierundzwanzig Stunden vor dem Konzert waren nur mehr die ganz teuren Karten zu haben, und auch sie waren, wie nitt anders zu erwarten gewesen, in Bälde ausverkauft. ^Daraufhin tuschelten die Damen leise weiter. Rolf mußte lächeln, denn es war trotzdem noch jedes Wort verständlich. Entweder war die eine Der beiden schwerhörig, oder das Organ der anderen ließ sich nicht weiter dämpfen. "Wißen Sie, daß er schon einmal einen fürchterlichen Skandal heraufbeschworen hat? Ich war damals noch eine junge Frau, als es hieß, er habe die Tochter des Fmanz- ministers entführt." „Leiser!" mahnte der Gatte abermals, was ihm einen ärgerlichen Blick eintrug. „Bildschön soll sie gewesen sein und kaum sechzehn Jahre. Auf einmal waren sie dann verheiratet. Ein Jahr später hat man nichts mehr von ihnen gehört. Die Flitterwochen haben nicht lange gedauert. Ja, ja, so geht's." „Und es ist doch alles wahr gewesen? wollte die andere Dame wissen. .. „Das will ich meinen! Aber natürlich, die Tochter des Finanzministers — da wurde ja einer fast gehängt, wenn er sich den Mund verbrannt hatte. Und wissen Sie ...?" Das tosende Beifallsrufen, von prasselndem Händeklatschen begleitet, das eben losbrach schnitt ihr die Rede ab. Steffanelli betrat das Podium. Man konnte die Tochter des Finanzminlsters be- 0rSe!bft bie lästernden Damen seufzten: „Welch ein Mann! Und nicht verheiratet! Mochte der fiimmel wissen, welcher Mutter es veraonnt war, ihre Tochter einem solchen Manne schenken zu dürfen. Ganz abgesehen von seiner Stimme und den Rieseneinkünften, die man ihm nachsagte. Rolf Steffen versuchte vergeblich, herauszufinden, worin die Anziehungskraft dieses Mannes eigentlich bestand. In dem hochmütig geschwungenen Boaen des Mundes, oder in dem bannenden Blick der treiben." < . « . n £ Jede Führerin und jedes Mädel soll im Lause der Zeit das Leistungsabzeichen erwerben. Die Bedingungen zum Erwerb des Leistungsabzeichens sind folgende: 75-Meter-Lauf in 13 Sekunden, Hochsprung 1 Meter, Weitsprung 3,25 Meter, Schlag- ballweitwurf 25 Meter, Kugelstoßen 5,80 Meter, 25 Kilometer Wandern ohne Gepäck in 6 Stunden, Zielwandern mindestens 3 Kilometer, 200 Meter Schwimmen in beliebiger Zeit, ein beliebiger Sprung vom 3-Meter-Brett, erste Hi Ise btt Un- n wutu_ _........ ......- -■ . glücksfallen und Erkrankungen, Anlegen von Rot- ^^n zugeführt. Vor allem gelangten „Erstlinge und verbänden. „Juli" zur Anlieferung. Die Qualität der geernteten —■—— Ware ist als gut zu bezeichnen. Die Zufuhren rei- , chen in Verbindung mit den Resteingängen von wir damit nicht, dazu gehört eine regelrechte unD aIten Kartoffeln und den Einfuhren ausländischer gründliche musikalische Erziehung. Ware völlig aus, um jeden Bedarf zu decken. Die Jugend ist und bleibt immer die Trägerin Auch in Hessen-Nassau hat die Fruhkar- der Zukunft, in ihren Händen liegt auch die Er- toffelernte im Rhem-Mam-Gebiet nunmehr emge- Haltung eines musikalischen Erbgutes. Man darf setzt. Die Ergebnisse sind zusrledenstellend Sowttt deshalb nicht müde werden, immer wieder um sie alte Kartoffeln nicht mehr zu erhalten waren, kann 3U werben um sie für die Kunst zu gewinnen und ten die Verbrauchergebiete ausreichend mit tnian- zu begeistern. Professor Peter Raabe, der Prä- bischen Frühkartoffeln versorgt werden, sident der Reichsmusikkammer, dem die musikalische * . Erziehung junger Menschen besonders am Herzen ♦* Dienstjubiläen bei der Reichs- lieqt, erzählt in seinem lesenswerten Buch: „Die Hahn. Der Hilfsweichenwärter Karl Steiß aus Musik im Dritten Reich", daß er während seiner Salzböden konnte dieser Tage auf eine 30jährige Aachener Tätigkeit stets unentgeltliche Orchester- ^nd öer Zugschaffneranwärter Philipp Z orb aus konzerte für Schüler veranstaltete, um sie zu be- Großen-Linden auf eine 25jährige Dienstzeit bei der geistern und zu gewinnen. Reichsbahn zurückblicken. Der Betriebsführer im Auch die Schülerkonzerte sind zweifellos ein Bahnhof Gießen 'Reichsbahnamtmann Wahl, solches Mittel, denn die Jugend ist aktiv und will sprach vor einem Teil der Belegschaft den bttden sich betätigen. Zugleich sind diese Konzerte em nicht Jubilaren Anerkennung und Dank aus. Sie er zu unterschätzendes Erziehungsmittel im Entwick- hielten als äußeres Zeichen der Anerkennung für lungsgang des werdenden Musikers. Leider stellen Treue, Kame^dschast und Mlichtbewußtsttn je!tm sich der Ausführung viele Schwierigkeiten entgegen, ansehnliches Geldgeschenk und das Buch des Fuh denn die Jugend ist durch andere Verpflichtungen rers „Mein Kampf überreicht stark in Anspruch genommen. Um so erfreulicher " Reichsverbilligungsscheine für ist es, daß es die Diolinschule Schüttler trotzdem Speisefette zugunsten der minderbe unternommen hat, die anvertrauten Zöglinge in mittelten Bevölkerung. Im heutigen An der Oeffentlichkeit Zeugnis von ihrem Können und zeigenteil ruft das Wohlfahrtsamt diejenigen bcr Arbeit Des ßebrers ablegen zu lassen. Man genossen, die n i ch t laufende Fürsorge dohi Wohl- roar habet pädagogisch recht klug vorgegangen, in- fahrsamt oder Arbeitsamt erhalten, aber ebenfalls dem man die Kleinsten nur vor den Angehörigen zum Bezug der Fettverbllligung^cheme berechtigt musizieren ließ und die Fortgeschrittenen nun sind, zur Empfangnahme der Scheine für Juli, nrhfcprpn Gre g vorstellte August und September 1936 auf. Auf diese Be° Die Folge war chronologisch aufgebaut. Es war kanntmachung und die darin für Bezugsberechtigte dies insofern recht anzieheni), als eine Vermischung und Verkaufsstellen enthaltenen Hinweise werden der verschiedenen Stilarten vermieden war und I alle Interessenten aufmerksam^gemacht^^^^^ Sein Blick hing berauscht an ihr. Nach der Angst vorher, waren ihm ihre strahlenden Augen wie em Christgeschenk. m . Der alte Herr, der in der Ecke des Wagens saß, schaute neidvoll verstohlen nach den beiden jungen Menschen, die so eng aneinandergeschmlegt waren. Noch einmal so jung sein! Noch einmal so voll unbeschwerter, glaubensseliger Liebe einem anderen Wesen angehören dürfen. — Ach! Das war alles vorbei — und kam nie wieder. Man hatte ganz einfach die Zeit versäumt. Er seufzte so laut, daß Maria und Steffen fast gleichzeitig nach ihm hm- bISann lachten sie sich an. Ihre Augen strahlten. Der alte Hetr aber faltete seine Zeitung zusammen und ging nach der Plattform. Der Wagen war nun ^^RolNegte verstohlen den Arm um die Hüften des geliebten Mädchens und zog es an sich. Zwei junge Lippenpaare fanden sich jpx einem raschen Kuß. Privatzimmer und 2,70 Mark für ein Hotelzimmer einschließlich Frühstück zur Verfügung. Bestellkarten für diese Quartiere sind in den nächsten Tagen bei Den Kreisleitungen der NSDAP, erhältlich. Für wirtschaftlich besser gestellte Volksgenossen werden Quartiere zu Normalpreisen durch den Berliner Verkehrsverein, Berlin C 2, Muhlbamm 1, zur Verfügung gestellt. Die Bestellung für diese Quartiere erfolgt von dem Sonderzugsteilnehmer direkt Heiken zu fördern. Die Jungen sind begeistert. Wer kann in unserem Zug am besten erzählen? Das hat der Jungzugführer bald herausaefunden. Wer ist aber nun der beste Sprecher des ganzen Lagers? Um diesen zu ermitteln, bereitet der Lager- leiter an einem der letzten Tage, die die Lager- mannschaft noch vereint, eine Gemeinschas t s - tunbe am Feuer vor. Er erläutert zunächst )en Willen Der HI., die alte Volkskunst Des Erzählens und Der mündlichen Ueberlieferung zu pflegen unD Die Beispiele von Der überragenben Be- Deutung Des gesprochenen Wortes gegenüber Dem geschriebenen. _ _ Nacheinander treten Dann die Sprecher Der einzelnen Lagerzüge ans Feuer, geben mit eigenen Worten und ihrer eigenen Sprachfertigkeit das Erlebnis Des Lagers oder eines Tages im Lager wieder. Bei Der Bewertung wird besonders Darauf geachtet, Zur tatkräftigen Unterstützung des Winterhilfs- werks waren Die hessischen Forstämter Durch die For st Verwaltung der Landesregierung angewiesen worden, wie in den vorhergehenden Jahren auch im letzten Winter der Belieferung von bedürftigen Volksgenossen mit Brennholz erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. In- folge Dieser Anordnung wurden insgesamt 42 000 Raummeter Brennholz aus Den hessischen Staats- und Gemeindewaldungen, z. T. gegen mäßiges Entgelt und im Wege der Selbstwerbung, an rund 15 300 minderbemittelte Volksgenossen abgegeben. Im Winter 1934/35 waren 40 000 Raummeter Holz an insgesamt 14 000 bedürftige Volksgenossen verabfolgt worden. Für 1 pfg. je km. zur Ausstellung -Deutschland-. Besichtigung Des Reichssportfeldes in Berlin. NSG. Für Die HunDerttausenDe deutscher Volksgenossen, die nicht die Möglichkeit finden können, während der Zeit der Olympischen Spiele vom 1. bis 16. August 1936 Die Ausstellung zu besuchen, werden für Den 18. und 19. Juli sowie für den 25. und 26. Juli Sonderzüge organisiert. Die durch ihre außergewöhnliche Verbilligung es jeDem ermöglichen, Die Ausstellung zu besuchen und darüber hinaus noch Das Reichssportfeld mit seinen gewaltigen Kampfstätten und sonstigen Bauten, dem Olympia-Stadion mit Plätzen für 100 000 Zu- schauer, Schwimmstadion, Reitplatz mit Tribunen und Reiterhaus, Dietrich-Eckart-Freilichtbühne mit Plätzen für 20 000 Besucher, Aufmarschgelände und dem Glockenturm, in Dem die rund 280 Zentner schwere Olympiaglocke ihren Platz gefunden hat, Sportforum, Hockeystadion, Basketballfelder und dcm Haus des deutschen Sports zu besichtigen. Im Hinblick auf die dann in den folgenden Tagen dort stattfinbenben friedlichen Wettkämpfe von ungefähr 52 Nationen ist diese Besichtigung für die hier in Frage kommenden Sonderzugsteilnehmer schon ein Erlebnis ganz für sich. ri „ .. Der Preis für Den Besuch Der Ausstellung, die Besichtigung Des Reichssportfeldes einschließlich Führung und Zubringerdienste von Bahnhöfen zum Reichssportfeld ist ebenfalls besonders verbilligt und beträgt insgesamt 2,10 Mark. Für minderbemittelte Volksgenossen stehen für die notwendig werdende Uebernachtung verbilligte Quartiere zum Preise von 2,20 Mark für ein schwarzen Augen, oder Dem schmalen Oval Der Wangen: Während Steffanelli schon zum Singen an- setzte, suchte Rolf noch rasch Die Reihen entlang. Maria war nicht zu entDecken. Auch Deren Vater nicht. Vielleicht hatten sie keine Plätze mehr bekommen, ober sich verspätet. „Du bist die Ruh! Der Frieden mild? Die Sehnsucht Du — und was sie stillt!" Rolfs Augen waren unverwandt auf den Sänger gerichtet, dessen Gesicht ihm neuerdings zu denken gab. Ein Zug Darin sprach beDingt von Leid und Enttäuschung. Es konnte auch Ueberdruß am Leben sein. Eines davon war es sicher. Warum auch nicht? Geld allein machte nicht glücklich, obwohl — wenn man keines hatte ----Der Gedanke riß jäh ab. Unversehens glitt Rolf das Programm aus den Fingern. In der zweiten Reihe, etwas nach der rechten Seite zu, saß seine Mutter! Er vergaß, sich am Beifall zu beteiligen, hatte die Hände auf den Knien liegen und starrte un- verwandt nach ihr hinüber. Die Lippen zusammen- gekniffen, wartete er, bis sie Den Kopf roenDe. Aber als sie es tat, bemerkte sie ihn nicht. Er bückte sich, bas Programm aufzuheben unb fanb, baß seine Aufregung lächerlich war. Warum sollte die Mutter nicht hier (ein? Es war lebiglich gekränkte Eitel- text, baß er es ihr übelnahm, ihn nicht oerftänbigt unb sich nicht mit ihm zusammenbestellt zu haben. Vielleicht hatte sie gebacht, baß es für zwei so teure Plätze nicht reiche, unb einen Stehplatz konnte sie Doch nicht nehmen. Vielleicht hatte sie auch vor, ihn nach bem Konzert aufzusuchen unb wollte, wenn sie ihn nicht zufällig entbeckte^ ofort nach Schluß wegqehen unb ihn in seiner Wohnung überraschen. Wie hübsch sie war! Wie ein Mabchen. Gar nicht wie eine Frau, bie schon einen funfunbzwanzig- jährigen Sohn hat. Er würde ihr überhaupt nicht sagen, daß er sie gesehen hatte. Möglicherweise war es ihr peinlich unb fie kränkte sich, in ber Annahme, bah er ihr biesen Luxus mißgönnte. Als ob sie ihn. nicht hundert- unb tausenbsach verbient hätte für alle Ent- behrungen, bie ihr sein Stubium auferlegte und all die Einsamkeit, die sie in Klein-Ellbach zu ertragen hatte. „ , r . (Fortsetzung folgt!) Erft vier Wochen sind seit Der Eröffnung des ersten Sommerzeltlagers durch Gauleiter S p r e n • ; e r ins Lanb gegangen, und schon haben in Den 20 in Der Folge errichteten Lagern bis jetzt 15 000 Jungen, hauptsächlich Pimpfe, eine herrliche Kameradschaft erlebt. Alle acht Tage wechselten Die Lagerbelegschaften. Etwa 300 Hitlerjungen zogen aus jedem Lager braungebrannt, gesund und sportgestählt wieder tn Beruf und Schule zurück, und machten 300 anderen Kameraden Platz. So werden bis in den Herbst hinein Tausende unb Zehntausenbe von Hitler- ungen unb Jungvolkpimpfen bie Zeltlager burch- lausen und bei Sport unb Spiel, ernster Feier unb luftigem Lagerleben unter ber Sommersonne sich reuen unb erholen, sich stärken und in bie Kame- rabschaft Der jungen Nation hineinwachsen. Nach Schluß Der Zeltlageraktion aber Darf es keinen Deutschen Jungen geben, Der nicht stolzer Träger des Lagerabzelchens ist. „Wettstreit der Sprecher der Gemeinschaft.^ ausgeschält haben. Das BOM.-Leistungsabzeichen. Zum Ansporn für bie Sportarbeit des BDM. unb um einen einheitlichen Nenner unb Maßstab für die Leistungen der Mädel — Die unbedingt von einem gesunden Mädel erfüllt werden müssen und können — zu finden, gab der Reichsjugendführer bem BDM. Das Leistungsabzeichen. Balbur von Schirach schreibt im Vorwort des Leistungsbuches: In fast allen Teilen Deutschlands hat nunmehr bie Frühkartoffelernte begonnen. In einigen Be- wirten würben ben Märkten bereits erhebliche Men- „Der BDM. hat die Aufgabe, die gesamte weibliche Jugend Deutschlands nicht allein weltanschaulich, sondern auch körperlich zu erziehen. Leibesübungen zu pflegen ist Pflicht besonders unserer Gemeinschaft, bie sich ber Zukunft verantwortlich fühlt. Der Wert des BDM. für das deutsche Volk hängt nicht zuletzt von bem Ernst ab, mit Dem Die Mädel im BDM. ihre körperliche AusbiDung be- vorzuheben sind folgende steuerpflichtige Rechtsge^ schäfte: Kauf- unb Tauschoerträge; Met- unb Pachtverträge (steuerfrei) bis zu einer Miete von »ährlich 900 Mark); Dienstverträge (steuerfrei bis zu einer Jahresvergütung von 3600 Mark); Vollmachten; Bürgschaftserklärungen; Schuld- erklärungen (Schuldscheine); Schuldübernahmen usw. Befreit finb von ber Urkundensteuer arund- fatzlich sämtliche an sich steuerpflichtigen Rechts- geschäfte, wenn beren Gegen st anbswert 150 Mark nicht übersteigt, sowie alle Rechtsgeschäfte, bie Der Sicherung unb ber Erhebung der öffentlichen Abgaben Des Reichs, bes Landes Hessen oder einer Gemeinde Dienen. Weaen Der weiteren Befreiungen wird auf ben Inhalt des Gesetzes verwiesen. Privatpersonen dürfen nicht etwa zur Versteuerung ber von ihnen unterzeichneten Urkunden Steuennarken kaufen und solche selb st entwerten. Die Versteuerung aller privaten Rechtsgeschäfte ist vielmehr ausschließlich Sache Der dazu zuständigen behördlichen Stellen, Denen zu diesem Zwecke jeder Besitzer einer solchen Urkunde diese zur Versteueruna vorzulegen hat, damit diese Stelle die Steuer berechnen und die nötigen Steuermarken verwenden und entwerten kann. Da Diejenigen Personen, welche urtunDenfteuer- pflichtige Vorgänge nicht rechtzeitig oDer überhaupt nicht zur Versteuerung bringen, Die strengen Straf- folgen nach Der ReichsabgabenorDnung zu gewärtigen haben, kann nur empfohlen werben, sich wegen Der schriftlich niebergelegten Verträge oDer anDerer Rechtsgeschäfte rechtzeitig Darüber zu ver- gewissem, ob UrEunDenfteuer Dafür zu entrichten ist unD bejahenDenfalls alsbalD ihrer Verpflichtung Durch Vorlegung Der Schriftstücke bei ber zuständigen Dienststelle nachzukommen. Landesforstverwaltung und Winterhilfswerk. Rolf Steffen hatte sich einen Stehplatz geleistet unb schwelgte bereits im voraus in bem zu erwar- tenben Genuß. Währenb er bie Stufen zum Hör- aal hinunterstieg, klopfte ihm von rückwärts jemanb auf bie Schulter. „Sinb Sie morgen abenb frei, Herr Steffen?" ,Hch hatte vor, in das Konzert von Steffanelli AU gehen. Aber wenn Sie mich benötigen sollten, Herr Professor, stehe ich selbstverständlich zur Ver- $9lein, nein", wehrte dieser. „Sie haben wahrscheinlich Stehplatz, wie?" Und als Rolf bejahte, sagte der Professor, er habe sich einen guten Platz gesichert, müsse aber noch heute unbedingt nach Berlin. Es wäre schade, das Billett verfassen zu lassen. „Sie können es haben, wenn Sie wollen. Kommen Sie heute mittag in meine Wohnung unD holen Sie sich die Karte. Ihren Stehplatz können Sie ja dann einem anderen schenken." „Sie sind sehr gütig, Herr Professor!" „Also viel Vergnügen und vergessen Sie nicht! Und wenn ich nicht da sein sollte — meine Hausdame weiß Bescheid." Damit verabschiedete er sich. Welch ein Dusel! Schade, daß man die Karte nicht teilen konnte, sonst hätten noch ein paar Kommilitonen etwas davon gehabt. Maria wurde natürlich auch ganz vorne sitzen. Vielleicht sogar in seiner Nähe. Sie würde staunen, welch em Krösus er geworden war. — Die Kette von Autos, bie am Konzertabend an der Tonhalle vorfuhr, schien endlos. Gänge und Treppen waren schwarz von Menschen. Der Saal funkelte im Lickt großer Kronleuchter. Der Balkon war überfüllt. In allen Gesichtern spiegelte sich Er- j Wartung. I man in einem kurzen Ausschnitt Die Entwicklung unserer Musik bis in Die jüngste Vergangenheit verfolgen konnte. Erfreulich war, Daß Die Folge auch Werke für Kammermusik enthielt, Denn gerade sie ist die Krone des Gemeinschaftsmusizierens. Em- geleitet wurde Der Abend durch das prächtige Äon- wieweit es dem Sprecher gelungen ist. Die Mann- zert für vier Violinen unD Klavier von Bivaldt, schäft in seinen Bann zu ziehen und mitzu- stilvoll und dynamisch fein abgetönt wieder gegeben reißen von ben Damen Waltraub und Martha Schüttler, ob der Erzählende Das Lagererlebnis wirklich in Gretel Seyffarth, Hildegard Treppinger und Ro e obsich auf^miommen at, tkCI). als Das Erlebnis Trümpert. An einer BourrÖe von Handel zeigte Der Kameradschaft und Disziplin (ohne Phrasen; L. Schttephake gute JWonahon ^nfß^cr^orh fnaens auch') und gewandte Bogenfuhrung, wahrenD -verryoiv Beispiele sagens auch.), A^hne an einer Gavotte desselben Meisters schon wieweit Der Gesamtoortrag geschlossenen Charak- ' ß Sicherheit im doppelgriffigen Spiel erkennen ter trägt, üeh. Käthe Hummel spielte zwei Sätze aus der und ob der Sprecher mit wenigen Worten vieles X-clur-Violinsonate von Händel mit viel mufirali- klar zum Ausdruck bringen konnte. jrfjem Verständnis und gutem Ton. Auck wirkte Die Entscheidung trifft dann Der Lagerleiter zu- sie erfolgreich in einem Streichquartettsatz von ammen mit Dem Schulungsleiter Des Bannes ober Boccherini an ber zweiten Violine mit, /Megaro Jungbannes. Beim Schlußappell ber Lagermann- Treppinger erste Violine, gut führend Frl.Martya chaft wirb bann ber beste Sprecher bes Lagers Schüttler Bratsche unb Karl Groß Cello Der Bor- verkünbet und geehrt. trag dieses Werkes wirkte durch seine Geschlossen- In ben hessen-nassauischen Zeltlagern hat der heit. Viel für die Zukunft verspncht Hemz Junker, „Erzühlerwettstreit ber Hitler-Jugend" in diesen der ein Mozart-Menuett frisch und unbekümmert Tagen eingesetzt und bie Jungen in seinen Bann vortrug. Frl. Treppinger zeigte m Der r-ctur- gezogen. Nach Abschluß der Sommerlager wird sich Romanze von Beethoven schon gefeilte Technik unD bann ein ausgezeichnetes Rebnerkorps der HI. her- viel Empfindung. Die Begleiterin, Glsela Roese, 'behandelte Den Klavierpart recht verständnisvoll unb die Tuttis schon mit einer gewissen Große. Eine in jeder Hinsicht künstlerische Leistung war das Violinkonzert von Beethoven, gespielt von Frl. Waltraud Schüttler (sehr gut unterstützt von Frau Gall). Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll, die große Ruhe unb Ueberlegenhett im Tech- nischen ober ben beseelten Vortrag. Die gropen Hoffnungen, die aus Frl. Schüttler gesetzt sind, werben sicherlich nicht enttäuscht. Ein Air vane von Rode gab Wolfgang Speck Gelegenheit, Die Geläufigkeit der linken Hand zu zeigen. Frl. Gretel Seyffarth spielte, gut begleitet von Frl. Stoll, Ög die Polonäse von Wieniawsky. Eine hoch- e Leistung. Recht frisch und natürlich spielten i Wilh. Schaaf und Rudi Strube je ein Stuck von Carl Bohm. Den Beschluß machten die Kleinsten mit einem Kindertrio von Klengel, sowohl am Klavier als an Der Violine und Dem Cello reizend gespielt von Marg. Kröck, Heinz Junker und Karl Groß. Herr Schüttler hat gezeigt, was ein gewissen- Hafter Lehrer vermag. Ein schr gelungener Abend, ber hoffentlich seinen Zweck nicht verfehlt. — a— Der „Betrieb" in ben Sommerzeltlagern Der Hitler-Jugenb unb Des Deutschen Jungvolks hat eine wesentliche und interessante Bereicherung er- ahren. Zu den Stunden des Sports unb Spiels, les Singens unb ber ernsten Feier ist etwas Neues hinzugetreten: eine Gemeinschastsstunbe unter Dem Motto: „Wettstreit ber Sprecher Der Gemeinschaft . Sie bezweckt, bie Kunst. des Sprechens und Er- zählens, die besonders innerhalb der Schulungsund Heimabenbarbeit wichttg ist, in allen HJ.-Ein- fi 4 ■' tritt der Deutsche Tennismeister v o n O- K O toffeln. it nunmehr einigen Be« bliche Wien« stlinge" und r geernteten (fuhren rei« jän^en von isländischer decken. >ie sZrühkar« mehr einge« lend. Soweit waren, tonn« 6 mit inlän« »'»lux« L öolae )Dal der Wan- n Singen J dben entlang- deren Mr J mehr bekam- r Reichs« Steiß aus le 30jährige Zörb aus tzeii bei der »ssührer im nn Wahl, : den beiden us. Sie er« kennung für ßtsein je ein ch des Fuh« eine für xinbetbt« heutigen An- tt vom W‘ aber ebenfalls »ine berechtigt w für * für diese De- ugsberechUgre veife werden Allier, en ^te £ ^nd JMolb kennen °us bet uwsikali. ? wirkte R von ^'idegach ^Äarthn der Lor« Glossen, Funker, Kümmert L.^dur- EM und .iu lllvrs^ wrdnisvvj Troße. Itung mar oon Ftl. Don Frau 'ewundern ,un Tech, ^großen W sind, Air vorig mheit, die Jri. Gretel Zrl. Stoll, Eine hoch, lch spielten Stück von Kleinsten 'wohl am llo reuend und Karl n gewissen« mer Abend, aui j!«®! xtutrbm » “ bedingt von x tieberdruß Lr W°rum t Mich' 1 9_ Der ®e‘ Rolf d°- 5’r0' tj der r-ch^" r-xx ■V'S» mb. >eÄäN »ifetii" d-K'eS ** toerrai«; -r- 1 ÄflhflW 0 o ist der Mörder von Bad Homburg? 6 Oberheffen Be- Heute: Wimbledon-Entscheidung zwischen ».(Tramm und Perry e n - I in LPD. Bad Homburg, 2. Juli. Zu dem furchtbaren Doppelmord in Bad Homburg wird im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft von der Mordkommission der Landeskriminalpolizei folgendes milgeteilt: Nach dem örtlichen Befund und den Ermittlungen kommt als Täter der Stiefsohn der ermordeten M a i b a ch, ein uneheliches Kind der ebenfalls ermordeten Frau Gertrude M a i b a ch, Erich, in Frage. Der jetzt 20jährige Mörder trug früher den Namen Erich Häbiger. Es ist möglich, daß er sich in den Jahren seines Herumtreibens in Deutschland und im Ausland Papiere auf den Namen Häbiger verschafft hat. Bor einigen Jahren hat der Milchhändler Maibach die Gertrude Häbiger geheiratet, den Jungen adoptiert und in jeder Hin- sich gut betreut. Nach der Schulentlassung wurde der Adoptivsohn in der Milchhandlung des Maibach beschäftigt. Erich ließ sich hierbei aber kleine Verfehlungen zu Schulden kommen. Allmählich wurden die Verfehlungen so groß, daß der Vater davon erfuhr. Der Vater ließ ihn deshalb in der Folgezeit keine Milch mehr austragen, sondern beschäftigte ihn mit Gartenarbeiten. Später machte er auch in Geschäften und Wirtschaften Schulden und verschwand vor zwei Jahren. Vor seinem Verschwinden entwendete er seinen Eltern noch mehr als 700 Mark. Er trieb sich dann in verschiedenen Gegenden Deutschlands, auch in der Schweiz und in Frankreich herum. Als er zu seinen Eltern zurückkehrte, wurde er von seinem Adoptivvater wiederum in dem Milchgeschäft beschäftigt. Aber schon nach kurzer Zeit ließ er sich wieder Unregelmäßigkeiten zu Schulden kommen. Am Nachmittag vor der Tat wurde ihm von der Mutter vorgehalten, daß er sie vor einigen Tagen belogen habe. Auch der Vater hatte ihn an diesem Tage zur Rede gestellt, da er allmählich von den erneuten Verfehlungen seines Adoptivsohnes Kenntnis bekommen hatte. Den Mord an seinen Eltern scheint Erich Dienstag in der Zeit zwischen 21.30 und 22.30 Uhr begangen zu haben. Um 22.30 Uhr hatte ihn ein Zeuge gesehen wie er in eiligem Tempo auf einem Stockheim und in Anwesenheit des Reichsbundkreisführers Otterbein-Friedberg durch. Aus den politischen Kreisen Friedberg, Büdingen und Schotten werden die Turner und Turnerinnen dazu antreten. Es liegt ein sehr gutes Meldeergebnis vor, das weit besser ist als das beim vorjährigen 1. Kreisturnfest in Bad-Nauheim. Besonders die Geräte-Mehrkämpfe sind gut besetzt. Laubach, das als Feststadt einen guten Ruf hat, ist gerüstet und wird den Gästen aus Wetterau und Vogelsberg einen herzlichen Empfang bereiten. Das Schwimmfest, das mit dem Turnfest verbunden werden sollte, ist abgesagt und auf einen späteren Zeitpunkt verlegt worden. Kreis Büdingen. * Büdingen, 3. Juli. Der Sohn der Witwe Wiegand, Erich Wiegand, der sich mit einer Scheintotpistole zu schaffen machte und sie zur Entladung brachte, erlitt, da die Pistole anscheinend auch mit einer Kugel geladen war, eine schwere Bru st Verletzung, die seine sofortige lieber« sührung in die Klinik nach Gießen notwendig machte. * Lißberg, 4. Juli. Gestern ereignete sich hier ein schwerer Unfall. Die 14jährige Tochter des hiesigen Lehrers Jakob wurde von einem Motorrad angefahren und zu Boden geschleudert. Das Mädchen erlitt dabei erhebliche Fleischverletzungen an den Beinen und mußte noch in der Nacht in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. kreis Alsfeld. a. Alsfeld, 1. Juli. Schwere Gewitter gingen am Montag auch über den nördlichen Teil des Kreises Alsfeld hin. In den Orten Romrod, Liederbach, Billertshausen richtete starker Hagelschlag großen Schaden an; in der Gemarkung Alsfeld war der Schaden geringer. Durch die niederstürzenden gewaltigen Wassermassen liegt das Getreide wie gewalzt am Boden. Darmstadt in der Lustfahrtforschung voran. Uebergabe des Wlndkanals durch Gauleiter Sprenger. NSG. Darmstadt, 2. Juli. Eine wertvolle Bereicherung hat das Flugwesen an der Technischen Hochschule Darmstadt durch die Fertigstellung des sogenannten Windkanals erfahren. Der Windkanal wurde auf die persönliche Initiative des Herrn Reichsstatthalters und Gauleiters bin errichtet und steht auf dem Flugplatz neben dem Aerodynamischen Institut. Der Windkanal und seine wertvolle Inneneinrichtung sind nun soweit beendet, daß am Mittwoch vor einem kleinen Kreis geladener Gäste die feierliche Uebergabe stattfinden konnte. Nachdem man zunächst die flugtechnischen Werkstätten im Bereich der Hochschule, vor allem die Montagewerkstätten unter sachverständiger Führung besichtigt hatte, begab man sich nach dem Flughafen, wo die Schlüsselübergabe erfolgte. Hierbei betonte Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, daß er und alle zuständigen Stellen stets bemüht seien, auch in Zukunft alles zu tun um die Technische Hochschule besonders auf dem Spezialgebiet der Luftfahrt- f o r s ch u n g zu unterstützen. Er ging dabei auf die Entwicklung des Institutes ein und dankte in diesem Zusammenhang vor allem den Professoren Dr. Georgii und Dr. Scheubel sowie deren Mitarbeitern für ihre Einsatzbereitschaft und versprach auch in Zukunft für Anregungen jeder Art Gehör und Verständnis zu haben. Der Gauleiter übergab den Schlüssel zum Windkanal in dem Bewußtsein, daß durch dieses Werk nicht nur der Flugtechnik und der Industrie, sondern dem ganzen deutschen Volk gedient sei. Rektor Professor H ü b e n e r übernahm mit Dankesworten den Schlüssel und betonte mit Genugtuung, daß das Werk nur der Initiative Reichsstatthalter und Gauleiter Sprengers zu verdanken sei. Gleichzeitig ging er auf die Wichtigkeit des Institutes im Rahmen des Gesamtkörpers der Technischen Hochschule ein. Professor Dr.-Jng. Scheu- b e l, der Leiter des Aeronautischen Instituts, dankte seinerseits und versprach, mit seinen Mitarbeitern alles daranzusetzen, die Hochschule in luftfahrttechnischer Hinsicht zu der ersten in ganz Deutschland zu stempeln. Unter Führung Professor Scheu- b e I 5 besichtigten der Gauleiter und die geladenen Gäste den Windkanal, dessen schmales und hohes Gebäude einen sehr vorteilhaften Eindruck machte. Die Frage, ob und in welchem Umfange es möglich fein wird, eine Sicherheit für die Preisentwicklung der genannten Oelfaaten der Ernte 1937 zu schaffen, wird zur Zeit noch geprüft. Das Ergebnis wird rechtzeitig vor Beginn der neuen Bestellungsarbeiten veröffentlicht worden. Vom Reichslustschutzbuni) im Busecker- und Lumdatal. Staufenberg, 2. Juli. Arn vergangenen Sonntag fand in Staufenberg eine Besprechung der Gemeinde - und Untergruppenführer der Ortsgruppe statt. Ortsgruppenführer Dr. Haas (Alten-Bufeck) gab einen eingehenden Bericht über die bevorstehende Arbeit, im besonderen den immer weiter fortschreitenden Aufbau und die Schulung. Sämtliche Luftschutzhauswarte sollen unverzüglich geschult werden. Nur während der Erntearbeiten darf die Schulung unterbrochen werden. Da infolge der räumlichen Aus- dehnung der Ortsgruppe ein zentraler Schulungsort nicht empfehlenswert ist, werden die Luftschutzkurse, deren jeder aus 9 Vortragsabenden und einer Feuerschutzübung besteht, in den einzelnen Gemeinden gehalten. Zur einstweiligen Vorarbeit gab Dr. Haas den Gemeinde- und Untergruppenfuh- rern entsprechende Richtlinien und wies auf die Notwendigkeit positiver Arbeit im Luftschutz hin. Im Besonderen sollen auch die Frauen zur Mitarbeit gewonnen werden. Die Besonderheiten des ländlichen Luftschutzes wurden besprochen und entsprechende Arbeiten vorgesehen. Bereits 5 Kurse wurden bis jetzt von der Ortsgruppe durchgeführt. Am Dienstag, 30. Juni, begann in Großen-Buseck der 6. Kursus, an dem 32 Luftschutzhauswarte teilnehmen. Der nächste Sonntag ist im Gau Hessen ein Sonntag der Kreisturnfeste. Don den zwölf Kreisen unseres Gaues führen am 4. und 5. Juli vier ihre Kreisturnfeste durch: Kreis 7 (Lahn- Ohm) in Biedenkopf, Kreis 8 (Lahn-Dill) in W i e s e ck, Kreis 9 (Lahn-Westerwald) in Hach, bürg und Kreis 11 (Wetterau-Vogelsberg) Rundfunkprogramm Samstag, 4. Juli. _ Uhr: Morgenspruch — Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Zum Staats- Cramm gegen den Engländer Fred Perry zum Endkampf um die «... nnn (Vramm mavrend der Vorschlußrunde im Kampf gegen den Engländer Austin Gerade Wimbledon-Meisterschaft an. Das Unke Bild zeigt von Er m man I. F. Perry während seines Spiels gegen Budge (Amerika), erläuft er einen Rückhandball feines Gegners. — auf uem j ^chirner-M.) Fahrrad in Richtung Homburg fuhr. Auf sein Befragen gab er seinem Freude an, er wolle noch „Eine" besuchen. Dem Zeugen ist ausgefallen, daß Maibach ein Pakat unter dem Arm trug, das etwa die Form eines zusammengerollten Badetuches hatte und in Papier eingewickelt war. Dieser Zeuge beschreibt die Kleidung Maibachs folgendermaßen: lange dunkle Hose, Sporthemd mit offenem Kragen,' Aerrnel hochgekrempelt, ärmelloser, rotfarbiger Pullover. Da von den Angehörigen der Ermordeten Hose und Weste eines stahlblauen Anzuges vermißt werden, kann es sich bei der von dem Zeugen beschriebenen Hose um eine stahlblau gestreifte Hose handeln. Ob der Täter noch weitere Sachen aus der Wohnung seiner Eltern mitgenommen hat, konnte noch nicht festgestellt werden. Da aber seine Eltern immer mehrere hundert Mark in bar in ihrer Wohnung aufbewahrten, ist anzunehmen, daß dem Mörder, als er nach der Tat die Wohnung durchsuchte, ein größerer Geldbetrag in die Hände gefallen ist. Wie schon mitgeteilt, führt der Mörder ein rotgestrichenes Fahrrad mit Ballonbereifung mit sich. Im Laufe des heutigen Tages konnte ein ähnliches Fahrrad auf einem Polizeirevier sichergestellt werden, das viele Stunden lang in der Nähe der Bedürfnisanstalt Kaiserstraße/Ecke Adolf- Hitler-Anlage gestanden hat. Nach den polizeilichen Feststellungen besteht die Möglichkeit, daß der Mörder versuchen wird, ins Ausland zu entkommen. Diese Möglichkeit ist um so größer, als nach den Aussagen eines Zeugen festzustehen scheint, daß Maibach im Besitz eines Auslandspasses ist. Im Verlaufe des Mittwochnachmittages wurden die Leichen des ermordeten Ehepaares obduziert. Dabei stellte es sich heraus, daß der Ehemann Maibach sieben Beilschläge auf Hals und Gesicht erhalten hat, während die Ehefrau Maibach etwa die gleiche Anzahl von Schlägen erhielt, von denen die meisten aber sich in der Rückengegend befinden, woraus geschlossen werden kann, daß der Mörder auf das am Boden liegende Opfer weiter eingeschlagen hat. Laubach. Um die Bezirksmeisterschast im 1 er Streckenfahren. Arn kommenden Sonntag veranstaltet der Bezirk Gießen im Deutschen Radfahrer-Verband in Gießen die Austragung der Bezirksmeisterschaft im ler-Streckenfahren. Die Strecke führt von Gießen über Reiskirchen—Grünberg—Londorf wieder zurück nach Gießen. Die Strecke muß zweimal durchfahren werden. Start und Ziel befinden sich am Schützenhaus. Das Rennen beginnt um 7 Uhr, so daß die Fahrer zum ersten Male gegen 8.30 Uhr Gießen passieren und gegen 10.15 Uhr am Ziel zu erwarten sind. Alle Fahrer des Bezirks werden am Start sein, um die höchste Würde, die der Bezirk Gießen zu vergeben hat, für sich zu erringen. Wenn das Rennen ohne Defekte verlaufen sollte, wird es wohl zwischen den Gießener Fahrern Neumann (1885) und Preiß (Germania) zu einem spannenden Zweikampf werden. Sperling u Jakobs im Grauen-Endspiel Das Tennis-Turnier in Wimbledon. Der Donnerstag fand bei den All-England-Mei- sterschaften in Wimbledon nicht den Zuspruch der letzten Tage. Im Frauen-Einzel stand die Vorschlußrunde auf dem Programm. Hilde Sperling (Dänemark) hatte in der französischen Meisterin Frau Mathieu keine dankbare Gegnerin. Es kam zu einem eintönigen Kampfe, in dem die frühere deutsche Meisterin keinen großen Widerstand sand und 6:3, 6:2 siegte. Zwar gewann Frau jugenbtag: „Pimpf, hör zu!" 10: Schulfunk: Die Teilung des Reiches. Hörfolge von Kurt Herwarth Ball. 11: Hausfrau, hör zu! Ich will Meisterin der Hauswirtschaft werden! Besuch in der Beratungsstelle der Abteilung Volkswirtschaft — Hauswirtschaft des Deutschen Frauenwerks, Frankfurt a. M., Kaiser« j'trahe 10. 11.30: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: Frohsinn euch zu geben, sei unser A und O im Leben! 15: Wer kennt die Meister deutscher Erzählkunst? Ein literarisches Preisrätsel. 15.30: HJ.-Funk. 16: Froher Funk für alt und jung! 18: „Alte Kameraden", Militärkonzert zum VI. Deutschen Reichskriegertag in Kassel. 19.30: Zeitfunk. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. Der Volkssender 1936 ruft! 20.10: Großes Konzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Stegreif- fenbung bes Zeitfunks. 22.30: ... unb morgen ist Sonntag! 24 bis 2: „Zar unb Zimmermann", Komische Oper in brei Akten von Albert Lortzing. Landkreis Gießen ch Lollar, 2. Juli. Eine sehr begrüßenswerte Verschönerung erhielt kürzlich bas Straßen- bilb unseres Ortes. Der breieckige Platz, ber von ber Hauptstraße, der alten Bahnhofstraße und der Sperling im ersten Satz erst jedes Spiel nach wiederholtem Einstand, doch fehlte dem Kampf jede Farbe. Es standen sich eben zwei ausgekochte Tur- nierfpielerinnen gegenüber, von denen Frau Mathieu kaum etwas riskierte. Im zweiten Satz gelang es ber Französin, brei Matchbälle abzuweh- ren unb erst nach endlosem, vorsichtigem Hin und Her glückte der Dänin Spiel, Satz und Sieg. Oben kam es zwischen Helen Jacobs (Amerika) und Hedwig Jedrzejowska (Polen) zu einem weit spannenderen unb mitreißenderem Kampf. Das glatte Ergebnis von 6:4, 6:2 für Helen überraschte nach ber glänzenben Leistung ber Polin gegen Kaj Stammers. Fortführung der Anbauförderung von Oelfaaten. Fwd. Die planmäßige Förberung, bie bie Reichsregierung zur Sicherstellung ber Fettversorgung bes deutschen Volkes dem deutschen Oelsaatenbau zuteil werden läßt, wird im gleichen Rahmen auch in diesem Jahre fortgesetzt. Der den Anbauern für Raps- und Rübsensaat zu zahlende Preis beträgt w i e bisher 32 Mark je Doppelzentner und für Leinsaat je 26 Mark je Doppelzentner. Die Reichsstelle für Getreide, Futtermittel unb sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse wird weiterhin den Oelmühlen, die diese Waren zur Verarbeitung aufnehmen, eine A u s g l e i ch s v e r g ü - tung gewähren, auf Grund deren die Oelmühlen in ber Lage sein werden, bie genannten Festpreise zu zahlen. Den Anbauern von Raps-, Rübsen- unb Leinensaat, bie ihre Oelfaaten verkaufen, wirb, wie wir ber „Landware" weiter entnehmen, ebenso wie im vorigen Jahre ein Rückkaufrecht für die bei ber Verarbeitung biefer Saaten anfaüenben Oelkuchen eingeräumt. Raps-, Rübsen-, Lein- unb Mohnsaat beutscher Erzeugung, bie im Lohnvertrag geschlagen werben, werden wieder in die Vergünstigungsmaßnahmen einbezogen werden. Für das aus diesen Saaten im Lohnschlag angefallene Del wiich wieder eine Ausgleichsvergütung von 50 Mark für 100 kg Oel gewährt. Da es notwendig ist, die inländischen Oelsaaten in erster Linie für die Zwecke ber Oelgewinnunb unb für Saatzwecke nutzbar zu machen, hat ber Vorsitzende des Verwaltungsrates ber Reichsstelle für Getreide, Futtermittel unb sonstige lanbwirtschaftliche Erzeugnisse angeorbnet, baß Raps-, Rübsen- und Leinsaat für anbere als die genannten Zwecke nur in den Verkehr gebracht werden dürfen, wenn sie hierfür von der Reichs- stelle für Getreide ausdrücklich freigege= b e n worden find. Die Anbauer oon Leinsaat, die bie Leinsaat für Saatzwecke abliefern, erhalten auf Wunsch auch in biesem Jahre bie gleiche Menge Leinkuchen zum jeweils geltenden Preis. Sporttreffen der Reichsarbeitsdienst- gruppe 222 in Marburg. In Marburg findet am 11. und am 12. Juli ein großes Sporttreffen der Reichsarbeitsbien st- gruppe222 statt. Schon feit Wochen finb bie Vorbereitungen in vollem Gange. Die Handballmann- fchaften ber Abteilungen haben untereinanber bie Dor- unb Zwischenrunden ausgetragen. In ber End- runbe stehen sich bie Abteilung 1/222 „Wilhelm von Oranien" (Dillenburg) unb 8/222 „Hochmeister Sieg- frieb von Feuchtwangen" am Samstag, 4. Juli, in Gießen auf bem Universitätssportplatz gegenüber. Auch für bie übrigen Sportkämpfe wirb eifrig geübt. Märsche unb Ausscheibungskämpfe zur Ermittlung ber besten Mannschaften finben in allen Abteilungen statt. Bezeichnend für ben Reichsarbeits- bienft unb feine Haltung ist, baß bei biefem Sporttreffen kein Einzelkampf, fonbern nur Mannschaftskämpfe zum Austrag kommen. Trotzbem erstrecken sich bie Kämpfe auf beinahe sämtliche Gebiete bes Sportes. Lebhaftes Interesse für das Reitturnier in Bad-Nauheim. Das am 18. unb 19. Juli in Bab-Nauheim statt- finbenbe Reit-, Spring- unb Fahrturnier, bas bie Erstveranstaltung vom vergangenen Jahr weit übertreffen soll, finbet bei ben deutschen Turnierställen lebhaftes Echo. Die zahlreichen Anfragen bedeutender Turnierreiter, bie Anforderungen von Ausschreibungen usw. lassen jedoch bereits erkennen, wie man überall diesen großen Reiterkämpfen in Bad-Nauheim seine Aufmerksamkeit zu leihen gewillt ist. Einige prominente Turnierställe der Wehrmacht sind mit Sicherheit zu erwarten, ebenso werden auch die privaten Besitzer ihr Material heranbringen. Selbstverständlich sind die Nationalen Ver- ■ bände der Umgebung mit ihren hochwertigen Pferden bereit, in die Schranken zu treten. Unter den allgemeinen Schau-Darbietungen wird den oberhessischen SA.-Reitern eine besonders dankbare und wirkungsvolle Aufgabe gestellt werden. Mit einer anderen, stark anziehenden Schau-Darbietung kann man die nach rein sportlichen Gesichtspunkten aufgezogene Große Staf- f e l vergleichen, bei der Sportsleute gänzlich verschiedener Typen zu einer gemeinsamen spannenden Handlung zusammengeführt werden. Das Kreisturnfest in Laubach. Der Kreis 11, W e tte r a u° V o g e ls b e r g im Gau XII Hessen, führt Samstag und Sonntag in Laubach fein zweites Kreisturnfest unter Leitung von Kreisfachamtsleiter Dr. Siegert - Lumdatalbahn gebildet wird und seither einen ungepflegten Eindruck machte, wurde mit Gras ein- gesät und mit einer Hecke umgeben. Nachdem auch infolge Umlegung der Leitung die Telegraphenmasten entfernt werden konnten, hat diese Stelle ein schönes Aussehen erhalten. * Bellersheim, 2. Juli. Der hiesige Einwohner Johann Georg Kopf konnte am gestrigen Mittwoch seinen 6 7. Geburtstag feiern. Der betagte Mann ist langjähriger Leser des Gießener Anzeigers. krehs Zriedberg. # Aus der mittleren Wetterau,2.Juli. Die Getreideernte hat begonnen. In diesen Tagen wurde die erste Wintergerste geschnitten. Die Aehre ist mit guten Körnern besetzt. In diesem Jahre ist sie erstmals in größerem Maße angebaut worden, da das Korn sehr eiweißhaltig ist. Die Bauersleute sind gleich dabei, die Stoppeln zu stürzen, um eine zweite Ernte zu erzielen. Meistens wird gleich Erbsen-Wickfuttergemenge eingesät. — Vielerorts wird Klage geführt über Blattschädigungen an den Gartenkulturen. Die bereits aufgelaufenen Bohnen und Gurken und die Keimblätter von Salat und Endivien werden vollständig abgefressen, ohne daß man die Ursache feststellen kann. Als Schädlinge kommt nächtliches Gelichter in Frage, wie Ohrwürmer, Erdraupen, Kellerrasseln und die verschiedenen Arten Blattnager. Auch Schnecken haben ihr Anteil an diesen Schädigungen. — Die wolken- bruchartigen Niederschläge zu Anfang dieser Woche haben in den Fruchtfeldern mancherlei Schäden verursacht. Da sich vorher schon viele Winter- getreideäcker lagerten und nun auch noch Gerste und Hafer eingewalzt am Boden liegen, wird die Erntemaschine nicht allzu viel benutzt werden können. Qf£SSEN*MäUM UR G1O Trachtenjacken mit grünem Kragen, er. Kragen, z. T. Loden-Frey- Qualität. Leinenjacken naturge- bleicht u. färb. Lüster-Röcke. Bürojacken, Forst- u. Jägerkleidung. Jacken u. Hosen für Feld u. Garten. Jöppchen für Knaben, Sepplhosen, Windjacken, Trenchcoats, Lederjacken, Rennwesten, Wanderblusen, Motorrad-Ueberziehblusen, Hosen u. J acken. Kleidung für alle Berufe, alles in großstädtischer Auswahl und die Hauptsache — preiswert. *k,2 SS - 3 2 5 3 ®' LstE19" c~ »- ^stS5; 2. Z6 S'c = - = ,:3 C e e e 5 «•- W* »-ä- Immer wieder neue Sommerstoffe Vistra-Muslln, 70 cm breit, herrliche, bunte p. m Blumenmuster Organdy, 100 cm breit, in neuester Ausmu- p. m breit, Q QC .... p. m feifeU GIESSEN STOFFS P E Z IA LH A US 4248 a sterung........................... 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Dieser Tage ereignete sich hier ein Vorfall, der l e i ch t b e d e n k l i ch e Folgen haben konnte. Als ein hiesiger Landwirt mit seinem hochbeladenen Wagen in seine überbaute Toreinfahrt einfahren wollte, fiel em qroßer Teil der Ladung nach hinten herunter und begrub den Sohn des Arbeiters Rink von hier unter sich. Glücklicherweise hatten vorübergehende ^affenltefetoni Sthulsieatze S TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen ,oe6A Bahnhofstraße sich wie folgt zusammen: Aus den Gememdebe« trieben 11180 Mark, aus Gemeindesteuern Rutz, und Brennholz, Obst, Grasgeld usw. 42 722,60 Mark. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 549: Die Uebertragung von 23er- mögenserträgnisfen nach den Niederlanden auf Grund des neuen Transfer-Protokolls vom 5. Ium 1936.-^550: Gebührenordnung der Ueberwachungs- stelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle (Neu- assung vom 24. Juni 1936). — 551: Neue Bestim- mungen über den Reiseverkehr mit Belgien-Luxemburg. — 552: Genehmigung von Reisezahlungsmitteln für die Schweiz. — 553: Kurzfristige Verlängerung des Verrechnungsabkommens mit der Schweiz. — 554: Umsatzsteuerumrechnungssätze ur Monat Juni 1936. — 555: Anziehende Preise für australische Kaninchenfelle. — 556: Stellung von Einfuhrbewilligungsanträgen für Holz und Holzwaren für das 2. Halbjahr 1936 in Frankreich. — 557: Einfuhrregelung ab 1. Juli 1936 in Italien. Man fühlt sich wohl in KÖHLER’S leichten, porösen Sommer-Anzügen sie knittern nicht, sind schmissig verarbeitet und die Hosen bleiben ihren Bügelfalten treu. Kostenpunkt: RM. 38 —, 48.—, 56.—, 64.—, 78.— Die besten Sport-Anzüge sind bequem, praktisch und billig, ganz neue Farbtönungen, nur reinwollene Stoffe und mit allen Schikanen ver arbeitet. Hauptpreislagen: RM. 28.—, 38.— und die Hausmarken RM. 48.—, 54 —, 66.— Einzelne Röcke zum Kombinieren. 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Der hochbetagte Mann erlernte in Mainz das Gastwirtsgewerbe, arbeitete im Sommer als Kellner in Bad Salzhausen und wahrend des Winters in Großstädten. Seine letzte Stellung, im Palmengarten zu Frankfurt a. M., hatte er 15 Jahre lang inne. Seit über 20 Jahren ist er Diener verschiedener Vereine. Der Jubilar erfreut sich bester Gesundheit; seit 30 Jahren ist er Witwer und lebt bei seiner ältesten Tochter. Herr Vohl tragt seit langer Zeit den Gießener Anzeiger in Nidda aus. (Aufnahme: Schwöbel, Nidda.) und Vogelwclt nirgends am ganzen Rhein erhal- tC Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger nahm am gestrigen Tage Gelegenheit, das ganze Gebiet um Lampertheim eingehend zu besichtigen. Zugegen waren die Vertreter der Naturschutz- und Sportbehörden sowie die örtliche Verwaltung. Es wurde der Entschluß gefaßt, die Gegend zum Reichsnaturschutzgebiet zu erklären. Die erforderlichen Schritte sind eingeleitet. geführt. _____ 1000 Siedlungshäuser für Worms. Ein großes Projekt der Deutschen Arbeitsfront. LPD. Worms, 2. Juli. Wie der Kreiswalter der DAF G r e b , in einer Versammlung nntteute, wird die Deutiche Arbeitsfront ein großes Unter- nehmen in Form einer Siedlung m Worms durchführen Der Sinn des Unternehmens ist, Stammarbeiter bodenständig zu machen und hierfür ist der Bau einer Siedlung von etwa 1 000 Siedlungshäusern geplant. Ausgesetzt ist ein Betrag von etwa 6 Millionen Mark. Jedes Haus kostet schlüsselfertig etaa 6000 Mark und enthält drei Zimmer Küche Mansarde und etwa 1000 Quadratmeter bepflanzte Bodenfläche. Die Miete soll einschließlich Amortisation monatlich etwa 25 Mark betragen. Nach e^a 20 Jahren wird das Haus Eigentum des Mieters. Der Bau der Siedlung soll m e t w a drei Abschnitten erfolgen. Der Mieter soll seinen Kapitalzuschuß durch Eigenarbeit abtragen. Er wird auf etwa em halbes Jahr aus seiner Arbeitsstätte herausgenommen und mutz lewst am Bau mitarbeiten. Seine gelebte Arbeitszeit wird ihm als Eigenkapital angerechnet. Wahrend dieses halben Jahres erhält der Siedler die ortsübliche Arbeitslosenunterstützung Die Rechte m seinem Betrieb bleiben ihm gewahrt. Als Gelände für die neue Siedlung, zu der Dr. Ley den ersten Spatenstich vornehmen wird ist die Bürger- weide ausersehen, hier soll der bjftorifdje „Rosen- garten" wiedererstehen; denn diese (SieMung soll mit Rosen bepflanzt werden und dadurch em An- ziehungspunkt für die Stadt Worms sein. t Oie Altrheinlandschast bei Lampertheim wird Naturschutzgebiet. NSG. Lampertheim, 2. Juli. Der Rhein wurde um die Mitte des vorigen Jahrhunderts kanalisiert. Der Lauf wurde gerade gelegt und tur die Schiffahrt fahrbar gemacht. Aber noch teilweise sind die alten Rheinschlingen an diesen Stellen vorhanden. Zu den bekannten Altrheinarmen in unserem Gau gehört die Gegend bei Erfelden Dort ist Zugleich ein Hauptsitz des Wassersportes vor allem unserer Paddler. Nicht ganz so bekannt ist die Alt- rheinlandschaft bei Lampertheim. Sie gehört zu den bedeutendsten Naturwerten Hessen-Nassaus. Em Stück ursprüngliches Heimatland wie es in dieser Ausdehnung und mit einer so reichen Pflanzen- De» Windkanal bezweckt, tn einem Raum mit künstlich geschaffenem Luftdruck alle für das Flugzeug wichtigen Widerstandsmessungen vorzunehmen, um aus Grund der Probe- und Forschungsergebnisse Abänderungen und Verbesserungen einführen zu können. Das Kernstück des Gebäudes ist der Metz- raum, in dem die Luft durd) ein Gebläse in Bewegung gesetzt wird. Der eigentliche Windkanal hat einen 'Strahldurchmesser von 3 Meter und weist eine Lustgeschwindigkeit von etwa 150 Kilometerstunde aus. Es ist außerdem beabsichtigt in Zu- samnienarbeit mit anderen Instituten der Hochschule weitere Aufgaben, bei denen Luftkräfte eine Rolle spielen, z. B. Luftwiderstand auf Fahrzeuge, Wind- druck auf Gebäude usw. durchzufuhren. Im Anschluß besichtigte man das deutsche For- schungsinstitut für Segelflug. Bekaiinte ®e9^flte9er standen zum Gruß am Eingang. Die Besichtigung erstreckte sich u. a. auf die Gruppen: Entwurf Konstruktion, Flugzeugerprobung, Statik usw. Auch interessierten sich die Gäste für die neuen Projekte! und die wichtigsten Apparate wie Höhenmesser Licht- schreiber, 'Barographen; besondere Aufmerksamkeit widmete man dem Strömungswindkanal (Rauchkanal). Außerdem unternahm man einen Gang durch die Werkstätten. _ . . . .. Auf dem Flugplatz wurden abschließend die wichtigsten Flugzeugtypen von den Segelfliegern vor- GoldeneMedaille ^^^354. V der Apweis. d(7SS auch Ihre Houtunre.n.qkeiten durchOr.D'vil'reyrfy 11 Drula Bleich wachs, fl restlos besed/qf werden (M 2-25mcoj Nur in Apotheken erhältlich Best.: Engel-Apotheke. isvtV * Wißmar, 3.Juli. Der 24 Jahre alte Otto Speyer von hier zog sich bei seiner Arbeit eine schwere Handverletzung zu und mußte zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden. * Hohensolms, 3. Juli. Der 58jährige Land- und Forstwirt Wilhelm F ü h r e r kam unglücklich zu Fall und erlitt eine Gehirnerschütterung. 5 Lützellinden, 1. Juli. Das im vorigen Jahr eröffnete Schwimmbad erfreut sich gegenwärtig eines außergewöhnlich starken Besuches. Aus den benachbarten hessischen und preußischen Orten finden ich täglich viele Badelustige ein, um sich zu er* rischen. An den letzten Sonntagen herrschte Hochbetrieb. Erfreulicherweise hat die Badegesellschaft Lützellinden, der die Schaffung der ganzen Anlage zu verdanken ist, in den verflossenen Monaten wieder einige größere Verbesserungsarbeiten vornehmen lassen. Die gesamte Außenanlage wurde mit Gras eingesät und um das Becken Platten gelegt. Zwei neu hergerichtete Brausen dienen der Reinigung und Erfrischung. Die ganze Anlage macht einen sehr freundlichen Eindruck. * Frankenbach, 1 Juli. Die Bodenbe- benutzungserhebung für das Jahr 1936 kam in unserer Gemeinde zu folgender Feststellung: Von der Gesamtfläche mit 991,41 Hektar werden 315,70 Hektar als Ackerland bearbeitet, wahrend sich die restliche Fläche, 675,71 Hektar, auf verschie- bene Bodenbenutzung verteilt. Die Wiesen umfassen 127,11 Hektar, Haus- und Kleingärten, Gebäude, Hofflächen, Oedland, Viehweiden, Wege, Rame und Gewässer 122,18 Hektar, Obstanlage 0,12 Hektar, Staats-, Gemeinde- und Privatforsten 426,30 Hektar. Vom Ackerland werden 203,47 Hektar zum Anbau von Getreide und Hülsenfrüchten, 81,52 Hektar zu Hackfrüchten und 30,71 Hektar zu Handelsgewächsen und Futterpflanzen benutzt. — Der Haushaltungsplan unserer Gemeinde beläuft sich in Einnahmen und Ausgaben auf 53902,60 Mark. An Gemeindezuschlägen sollen im laufenden Rechnungsjahr dieselben Steuersätze wie im Vorjahr erhoben werden, und zwar zur Grundver- mögensteuer I und II 260 v. h., an Gewerbesteuer nach dem Ertrage 500 und nach dem Kapital 1000 v. h. Die Ausgaben verteilen sich im einzelnen wie folgt: Für allgemeine Verwaltung 3692 Mark, Polizeiwesen 1167 Mark, Schulwesen 4486,60 Mark, ■ Volksbildung, Heimat und Kirche 1320 Mark, Wohl- : fahrtswesen 6764 Mark, Straßenwesen 1280 Mark, Wirtschaftsförderung 1322 Mark, Anstalten und । Einrichtungen 613 Mark, Gemeindebetriebe 6559 • Mark und für die allgemeine Finanzoerwaltung ' 26699 Mark. Die Einnahmen der Gemeinde setzen IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH WlSlAW Hfltnt- lWkvWsl tn reidjbebilberten, lcichtverständi. Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Derlogserzeua- nisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse desNaturgeschehen» und damit durch er- weiterles Wissen er- höhteFreudeanden vielfältigen Schön- heilen der Natur. Verlangen Sie Pro- Ipehte unb‘Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" flugoBermüBler Verlag Berlln-CKNerieiöe i lillllllllllllllllllllllllllll Brand eines Kohlenlagers im frankfurter Osthafen. Frankfurt a. M., 2. Juli (LPD.) In einem Kohlenlager auf dem Osthafengelande brach am Donnerstag in den frühen Morgenstunden em Brand aus. Da an dieser Stelle ungefähr 15000 Zentner Briketts lagerten und sich in unmittelbarer Nähe noch weitere Kohlen- und Kokslager befanden, b e ft a n b gr o h e Gefahr. Die Feuerwehr bekämpfte ben Brand mit sechs Schlauchleitungen und konnte bie Gefahr ber Weiterausbreitung nach mehrstuu- biqer anstrengenber Arbeit beseitigen. Trotzdem muhte bas Brikettlager auch weiterhin noch unter Wasser gehalten werben, ba das Feuer im Innern noch weiter schwelt. Gleichzeitig ging man daran bas Brikettlager abzuräumen, bamit ber Brand völlig gelöscht werben ckann. Man nimmt an bah bas 'Feuer infolge ber herrschenben Hitze durch Selbstentzündung entstanden ist. Zwangsversteigerung des Gchumanntheaters. Lpd. Frankfurt a. M., 2. Juli. Vor dem Amtsgericht erfolgte am Donnerstag die Zwangsversteigerung des Schurnanntheaters, die von der Stabt Frankfurt wegen rückstänbiger Steuerforde- runqen betrieben wirb. Es wurde von verschiedenen Seiten geboten, darunter auch von der Stadt. Das erste Angebot belief sich auf 147 000 Mark. Das höchste Gebot wurde von Frau Dr. Karl La n z lMannheirn) abgegeben und betrug 496 000 Mark. Da kein weiteres Gebot erfolgte, wurde die Versteigerung geschlossen und Termin zur Verkündung des Zuschlags auf den 9. Juli festgesetzt. 18 Monate Zuchthaus für einen Brandstifter LPD. Biedenkopf, 2. Juli. Um in den Be- fjh ber Feuerversicherungssumme zu gelangen, hatte ber Heinrich homrighausen in Dotzlar sein Anwesen in Branb gesetzt, das weit hoher versichert war, als der tatsächliche Wert betrug Das Schwur- gericht in Siegen verurteilte den Brandstister zu 18 Monaten Zuchthaus. M tSCÖHiÄ fv W ■ ’ GIESSEN OBER HESSEN’GRÖSSTES SPEZIAL-HAUS EIGENE UNIFORM- U. ZIVIL* MA SS-SCHNEIDE REI _________________ 4242AI a d i k a I und sch m er zIos HÜHNERAUGEN HORNHAUT'SCHWIELEN bes eisi g + Packung 0.50 RM und mit dem Bod 1.-RMJ '"V in ollen Aootheken und Drogerien VörnmertproMen lüichcner SamWicubYättc