m.127 Erstes Blatt Mittwoch, 3. Juni 1936 186. Zahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Ä.'iü'to!; JHT« * AW g HliAHAHAM iIaaaaa a aaa uw..*£=,i Heimat im Bild - Die Scholle ■ B^M> B JWVy fl w Mh 4 W BH WU VN A w Grundpreise für 1 mm höhe Monatr-vezugrpreir: ■ ■ M B WV HÄ W/V B B wV B f I MB A B^^ BMW B^^ B für Anzeigen von mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 MW W B B< |1 B< B B B< B /III Br BUB Bf B Breite 7 Rpf., Text. Ohne Illustrierte 1.80 ■ B HÄ B W W BÄ ■ I ■ ■ ■ WM ■ WL ■ von 70 mm Brette Zustellgebühr .. „ M U B B W B B W B W BÄr' M- 50Rpf.,Plahvorschriftnach Auch bei Nichterscheinen ▼ vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. K-F V -rm-tzigt. Srund-r.i,.- M-M Seneral-Anzeiger für Sbechessen WZ Postscheckkonto: behördlicheAnzeiqen6Rpf. Zranlsurt am Main 11686 Druck mtb Verlag: vrühl'sche Univerfitäts vuch- und Steinbnicterti R. Lange In Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Englands Schwierigkeiten in Palästina. Jerusalem, 3. Juni. (DNB. Funkspruch.) Auf der Eisenbahnstrecke Jerusalem — Lydda wurden am Dienstag die Schienen aufgerissen. Man hofft jedoch, den Verkehr am Mittwoch wieder aufnehmen zu können. Dienstag haben im übrigen wieder verschiedentlich Schießereien stattgefunden. Die Mandatsregierung hat die gesamte arabische Presse Palästinas auf die Dauer von zehn Tagen verboten. Auf den zwischen Jaffa und Jerusalem verkehrenden Autobus wurde ein Feuerüberfall verübt. Ein Reisender wurde getötet und zwei weitere verwundet. In Jerusalem wurden zwei jüdische Kom- mu nisten verhaftet. Die Telegraphenlinie nach Aegypten wurde zerstört, so daß der Verkehr vorübergehend unterbrochen war. Die Vorsteher derjenigen Araberdörfer, in der Nähe von Jerusalem, aus denen die mutmaßlichen Schuldigen an dem Ueberfall auf die jüdischen Autobusse stammen, sind von den Behörden zu Vernehmungen vorgeladen worden. — Die Zeitungen berichten über die neuen Verstärkungen der britischen Garnisonen, die sich jetzt auf insgesamt 8 0 0 0 Mann belaufen. Nach einer amtlichen Verlautbarung aus Jerusalem sind seit Beginn der Unruhen etwa 1100 Araber und rund 10 0 Juden verhaftet worden. Auch wird eine örtliche Pressezensur durchgeführt. England schweigt im Mandatsausschuß des Völkerbundes. Genf, 2.Juni. (DNB.) Im Mandatsausschuß des Völkerbundes, der sich am Dienstag mit dem Jahresbericht der englischen Mandatsverwaltung über Palästina beschäftigte, wurden von verschiedenen Mitgliedern Fragen an den englischen R e g i e r u)i g s v e r t r e - t e r gestellt, die sich auf die jüngsten Ereignisse in Palästina bezogen. Der englische Vertreter lehnte die Beantwortung all dieser Fragen mit der Begründung ab, daß der Ausschuß nur zur Erörterung des Berichts über das Jahr 1935 zuständig sei. Da einzelne Ausschußmitglieder sich hiermit nicht abfinden wollen, ist nicht ausgeschlossen, daß die Angelegenheit in der einen oder anderen Form vor den Völkerbundsrat gebracht werden wird. Aegypten. Die militärischen Fragen noch ungelöst. London, 3. Juni. (DNB. Funkspruch.) In politischen Kreisen wird dem Besuch des britischen Oberkommissars für Aegypten, Sir Miles L a m p - s o n in London außerordentliche Bedeutung beigemessen. Obwohl die bisherigen britisch-ägyptischen Besprechungen bereits zu dem Ergebnis geführt hätten, daß ein Abkommen über viele Punkte durchaus nicht unmöglich fei, könne, wie es heißt, in bezug auf die militärischen Frag en noch keine Lösung gefunden Genf, 2. Juni. (DNB.) Der Vertreter Argentiniens beim Völkerbund hat dem Generalsekretär den Antrag seiner Regierung auf Einberufung der VölkerbUndsversa m m l u n g überreicht. In dem Antrag wird erklärt, daß der Völkerbund auf dem Grundsatz der Gleichberechtigung beruhe und daß daher allen seinen Mitgliedern Gelegenheit geboten werden müsse, die in Abessinien entstandene neue Lage zu prüfen; das verlange auch die öffentliche Meinung aller Länder. Bei dieser Prüfung müsse Artikel 10 (gebietsmäßige Unversehrtheit der Mitglieder) und die andern Artikel der Dölkerbunds- satzung zugrunde gelegt werden. Diese Grundsätze ständen im Einklang mit den Ueberlieferungen, auf denen der panamerikanische Gedanke, der alle Völker in der neuen Welt umfasse, beruhe. — Die argentinische Note schließt mit folgenden Worten: „Meine Regierung ist der Auffassung, daß die Versammlung, deren Einberufung sie hiermit beantragt, sowohl die durch die Annexion Abessiniens geschaffene Lage als auch die von den Völkerbundsmitgliedern verhängten Sanktionen zu prüfen hat". Der Generalsekretär des Völkerbundes erklärte der Presse, daß die Völkerbundsoersammlung bestimmt im Juni einberufen werde. Der Generalsekretär hatte auch eine Unterredung mit dem italienischen Vertreter, der auf die gleichzeitige Einberufung des Achtzehner-Aus- roerben. Hier handele es sich nicht nur um die Stärke und den Standort der britischen Garnisonen, die in erster Linie vom Gesichtspunkt der britischen Verbindungswege berücksichtigt werden müßten, sondern auch um die Zukunft der ägyptischen Selbstverteidigung. Von den im Zusatzvertrag von 1930 vorgesehenen 5000 Mann in der Kanalzone sei man zwar abgegangen, doch gäbe es neue Schwierigkeiten, weil die ägyptische Regierung die britische Besatzung von Kairo ablehne; auch der Sudan stelle noch eine Frage dar, die von einer Lösung weit entfernt fei. schufses der Sanktionskonserenz, der für die etwaige Aufhebung der Sanktionen formell allein zuständig ist, Wert legte. Das Echo in London. England wünscht keine Uebereilung. London, 3. Juni (DNB. Funkspruch.) Der Botschafter Argentiniens in London, Dr. Manuel M a l b r a n, hat den britischen Außenminister Eden von dem Wunsche seiner Regierung verständigt. Seine Regierung beabsichtige, nicht dem kollektiven Grundsatz des Völkerbundes den Rücken zu kehren, wie das Ekuador und Chile getan haben. Der Wunsch nach einer Einberufung der Völkerbundsoersammlung entspringe vielmehr dem Bedürfnis, die Möglichkeit zu unterbinden, daß wichtige Entscheidungen von den einflußreicheren Mitgliedern des Bundes unter Ausschluß anderer Staaten getroffen würden. „Morning Post" meint, daß der argentinische Antrag erst auf der planmäßigen Septem b e r t a g u n g zur Sprache gebracht werden würde. Danach würde Zeit für die Entwicklung der gegenwärtig sich bessernden englisch- italienischen Beziehungen gewonnen werden. Inzwischen würden die Sanktionen aufrechterhalten bleiben und die italienische Besitzergreifung Abessiniens nicht anerkannt werden. Argentinien beantragt Einberufung der Mkerbundsbersammlung. OieilnruheninpalMna Von unserem W. M.-Berichierstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Jerusalem, Ende Mai 1936. Es ist im Grunde nicht zulässig, von einer arabisch-jüdischen Frage zu sprechen, so, als ob sie ein selbständiges Leben führe. Vielmehr stellt sie nur eine bestimmte Seite des palästinischen Gesamtproblems dar, das seinerseits nicht nur durch die Tatsache der arabischen Bevölkerung und der Bal- fourbeHaration, sondern ebenso von der britischen, französischen und russischen Orientpolitik wie auch von dem Emanzipationsstreben der orientalischen Völker und Nationen außerhalb Palästinas überhaupt bestimmt wird. Innerhalb dieses Gesamtkomplexes erscheint die arabisch-jüdische Frage nur als eine Nuance. Allerdings eine Nuance, die sehr an der Oberfläche des Palästinaproblems liegt, die in allen Proklamationen, in allen Formulierungen palästinisch-arabischer Wünsche als zentral bezeichnet und sicherlich von den meisten Arabern entsprechend empfunden wird; und wenn Europäer an Palästina als an ein politisches Problem denken, so denken sie zunächst und vor allem eben an diese Spannung zwischen Arabern und Juden. Unter diesen Umständen mag es berechtigt erscheinen, für einen Augenblick die Fiktion eines in sich geschlossenen arabisch-jüdischen Problems gelten zu lassen, um das wirklich Wesentliche dieser Seite des allgemeinen Palästina-Problems schärfer herauszustellen. An der geschichtlichen Seite des Problems interessiert vor allem die Tatsache, daß die arabische Gegnerschaft gegen das jüdische Nationalheim nicht von vornherein, insbesondere auch nicht im Anschluß an die Bals ourd eklaration, bestand. Es sei nur an die Begegnung erinnert, die 1918 in Akaba zwischen dem Emir F eis al, dem Sohne des Königs Hussein vom Hedschas, in Gegenwart des englischen Hauptmanns Ormsby-Gore, dem jetzigen Kolonialminister, mit dem Zionistenführer Prof. Dr. Chajim W e i z m a n n stattfand, bei der sich der spätere Jrakkönig zu den zionistischen Bestrebungen sehr freundlich äußerte. Derselbe arabische Fürst, der unbestritten die gesamte arabische Nationalbewegung vertritt, schrieb 1919 an den amerikanischen Zionistenführer Prof. Felix Frankfurter, der mit der amerikanischen Friedensdelegation nach Paris gekommen war, einen Brief, in dem er sich geradezu enthusiastisch über den Plan der Errichtung des „Jewish National Home" ausließ. In dem Schreiben betont Feisal die gemeinsame semitische Rasse, spricht von den „tiefsten Sym- thien", die die Araber den zionistischen Bestrebungen entgegenbringen und meint schließlich, daß das arabische und das jüdische Volk einander zum wirklichen Erfolg bedürften. Letzten Endes stand ja auch die Balfourdekla- ration keineswegs in einem Gegensatz zu den Versprechungen, die England an die Adresse des Königs Hussein den Arabern 1915 gemacht hatte., Denn sie spricht ja keineswegs von Palästina „als" einer jüdischen Heimstätte (eine Formulierung, die Weiz- mann ursprünglich erreichen wollte), sondern von einer jüdischen Heimstätte „i n" Palästina, so daß also die Möglichkeit eines arabischen Palästinas nicht unbedingt davon berührt werden mußte. Es ist eine Auslegungsfrage, ob in dem geheimen Sykes-Picot-Abkommen von 1916, das den Vorderen Orient für den Fall des Sieges in französische und englische Einflußsphären aufteilt, ein Wider- spruch zu den englischen Versprechungen an Hussein liegt. Die Araber fassen jedenfalls diesen Vertrag und den Mandatsvertrag von 1922 als hiermit unvereinbar auf. Wie dem auch fei, nach dem Kriege entwickelte sich unter den Arabern Palästinas ein starker Widerstand gegen das Jüdische Nationalheim, der bereits 1921 zu blutigen Unruhen führte. Die Gründe für den arabischen Stellungswechsel dürsten vor allem darin zu suchen fein, daß Palästina, und zwar wiederum nur West- palästina, aus dem gesamtarabifchen Komplex herausgenommen wurde. Eine panarabische Bewegung, die Grundlage und Ziel der Politik der Haschimtten war, und die sich auf weite Räume erstreckt, kann den Gedanken eines jüdischen Nationalheims weitaus eher ohne Prestigeverlust ertragen als eine arabische Bewegung, deren Basis das kleine Westpalästina ist. Es liegt in der Natur der Sache, daß ein Palästina selbst mit einer jüdischen Majorität in einem geschlossenen großarabischen Raum, wie er Hussein und Feisal vorschwebte, kein Problem ersten Ranges, keine Lebensfrage darstellen muhte, während eine auf Palastma beschränkte und national sich bewußt werdende arabische Bevölkerung durch die Enge des abgesteckten Raumes zu dem Konflikt von selbst gedrängt wird. Die Völker können einander nicht mehr ausweichen. „Man kann nicht zwei Degen in eine Scheide stecken", sagt ein arabisches Sprichwort. Der jüdisch-arabische Konflikt zeigt sich vor allem in zweifacher Weise: i m B o d e n - u n d i m E i n - w a n d e r u n g s p r o b l e m. Es ist eines der ersten Axiome der zionistischen Ideologie, daß in Palästina ein Ruhepunkt in der ewigen zweiwu- lendjährigen Wanderungsbewegung des jüdischen Volkes nur dann geschaffen werden kann, wenn der Boden in möglichst geschlossenen Komplexen jüdisches Eigentum wird, ^^ hebräische Terminus dieses Prinzips lautet „Geulath haarez", d. i. „Erlösung des Landes". Es liegt in her inneren Logik dieses Prinzips, wenn es ernst genommen wird, daß es keine Begre n zu n g l U n?ri & ber i>‘ aus, es mu Mißbrauch Professor schiedene di Mn komm Hy. Der Bur feilte, feft lern im “ chl-Wden» Dr. Lues unb Boden les. Regier Paracelsus Krankheiten oon Brehms logie". Die naturgemäß um den kri «einem Schl habe bärget heilwesens Friedhof fai chen Bolks eine Gedenk Srohe inte In Bene! * 20. Z (biennale) i ausländische nische Male ge|amt 142! reden schlo iietiungsräi für bie qi Künstler, di chen Ausste surben. Da üdjteiten air tom vertret Die Fest' Hundes b e tv e (n H (öffnet® u. a. UUS, »SS* U e1. BIN 3 Als bie ' Wochen Li und Friedl Deutsche Vorgeschichtsforscher tagen In Braunschweig. In Braunschweig hält bie Norb- unb Westdeutsche Arbeitsgemeinschaft des Reichsbunbes für beutfche Vorgeschichte ihre erste Jahres- tagung ab, bie mit der ersten Gautagung für Vorgeschichte des Gaues Südhannover-Braunschweig des NS-Lehrerbunbes verbunden ist. Die offizielle Eröffnung fand in Anwesenheit des braunschweigischen Ministerpräsidenten K l a g g e s und des Beauftragten des Führers für deutsche Vorgeschichte unb Bun- bessührer bes Reichsbunbes für deutsche Vorgeschichte. Professor R e i n e r t h , statt. Der ßeiter der Nord- unb Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft, Professor Matthes, begrüßte die Gäste. Ministerpräsident K l a g g e s sagte u. a., bie Wissenschaft von ber beutschen Vorgeschichte gehöre zu ben Wissenschafts- Aweigen, bie für bie Weltanschauung bes National» sozialismus unb ihre Begründung die allergrößte Bebeutung haben. Er bezeichnete es als bi-e Haupt» aufgabe der deutschen Vorgeschichtler, die Kultur 31t «1 bei !r 3njtl 2 ft Hs 'ch'chte ens in renben te keine sah ich 1.9 b e r ln den a Kube h5 3Uni d-r als Wueril '“'Holen es» kvü klnpfin- , halbe w unb be'1 ihm erfreut, I zurück, 1 .Zehn, dieses nehmen; General m. Doch neraben, 2r .getan bnis für i&mann* f rührte, t lebhaft sei, nun 'n hatte! iles um« Worten, Ützmann. können Generals sich 1870 ls hoher, ihrer, int für bas utungjo alen Ws- rjrenname üte bfeffs Aber et nnes "auf, ier große recht »auf trabe mir F.B. !r< itabemie t Bevöl« chen Te- folgenden >es j Wehrkrait Gruppen die Wehr« m Gegen- igeblie. reiche e>n t oufroeifc rmindeün ich unb find bei chland bis unken, bie allerlei" Die beut' zeigen krfolg des gen, es er» davon em' j taangs del i, daß w'k ier M"' 1'orberliche )0 jährlich angsM rbe. Wr 15" M* ) o c ®e • n Sebur« । können- Lahrzehnl i rE eit Dirr rl' ein »ft raftkeinr gehö^ durch eten/ 20* (aunl** S-ltd-E ch.Lsros!' fes* Ä erforschen, die den Germanen in ihrer Heimat einen war, und richtete den Appell an die Dorgeschichts- zusammenzuschließen zu dem Ziel auch -er Welt zu bewerfen, woher die Kultur gekommen Mio wer ihr bevorzugter Schöpfer'und Träger au allen Zeiten gewesen sei. Der Bundesführer Prof. R e i n e r t h hielt einen Vortrag über Aufgaben der nationalsozialistischen Vorgeschichtsforschung' in Nord- westdeutschland. Jahrhundertfeier der deutschen Volksheilbewegung. Die Festtagung, die den Mittelpunkt der Jahr- bundertfeier der deutschen Volkshei l- bewegung in Nürnberg bildete, wurde durch den Vorsitzenden des Reichsarbeitsausschusses für naturgemäße Lebensweise Wegener (München) eröffnet. Der starke Besuch beweise, so führte er u. a. aus, daß die Erkenntnis von der Bedeutung der Naturheilkunde in weite Volkskreise gedrungen sei. Dafür, daß diese Erkenntnis auch in die Aerzte- schaft hineingetragen sei, gebühre dem Reichsärzteführer Dr. Wagner wärmster Dank. Der Vorsitzende des Prießnitz-Bundes Schirrmeister erinnerte an die Anfänge der Naturheilkunde, die auf Prof. Oertel zurückgehe. Es fei eine Neugestaltung unserer Lebensformen notwendig. Der Bundesführer des Heilpraktikerbundes Kees stellte fest, daß der Stand gesäubert dastehe, nachdem im Auftrage der Reichsregierung die Reinigung des Heilpraktikerbundes von Kurpfuschern usw. durchgeführt worden sei. Der Führer der deutschen Mäßigkeitsbewegung G o n s e r (Berlin) führte u. a. aus, es müsse gesagt werden, daß immer noch ein Mißbrauch mit Genußmitteln getrieben werde. Professor Dr. von Kapff sprach über verschiedene die Volksheilkundler bewegende Fragen. Man komme immer mehr zu der Ueberzeugung, daß häufig viel weniger das Heilmittel selbst, als die Persönlichkeiten des Arztes und des Kranken ausschlaggebend seien. Hierauf würdigte Privatdozent Dr. B u e s s e l b e r g die Bedeutung von Grund und Boden für die Ernährung des deutschen Volkes. Regierungsrat Dr. von Brehmer feierte Paracelsus als Entdecker der Entwicklungslehre der Krankheiten und als großen deutschen Arzt. Dr. von Brehmer behandelte weiter den Begriff „Biologie". Die Anhänger der Schulmedizin und der naturgemäßen Heilweise müßten Zusammenarbeiten, um den kranken Menschen gesund zu machen. In seinem Schlußwort erklärte Dr. Will, die Tagung habe dargetan, daß eine Neuordnung des deutschen Heilwesens erforderlich sei. Auf dem Ansbacher Friedhof fand am Grabe des Begründers der deutschen Volksheilbewegung Dr. Eucharius Oertel eine Gedenkfeier statt. Große internationale Kunstausstellung in Venedig. In Venedig wurde vom König von Italien die große 20. Zweijahres-Kunstausstellung (Biennale) eröffnet, auf der 12 Nationen mit 515 ausländischen Künstlern vertreten sind. 632 italienische Maler, Bildhauer und Zeichner haben insgesamt 1425 Werke ausgestellt. An die Eröffnungsreden schloß sich ein Rundgang durch die Ausstellungsräume. Der König zeigte großes Interesse für die ausgestellten Arbeiten der deutschen Künstler, die ihm von dem Organisator der deut- schen Ausstellung Professor Hanfstaengl erklärt wurden. Das Reich war bei den Eröffnungsfeierlichkeiten amtlich durch den deutschen Botschafter in Rom vertreten. Aus aller Wett. Billige Zeppelinfahrlen vorläufig ausverkaufl. Als die Deutsche Zeppelin-Reederei vor wenigen Wochen Luftschiffreisen zwischen Frankfurt a. M. und Friedrichshafen zum Preise von 100 Mark an- Die Streikbewegung in Frankreich nimmt zu. Paris, 3. Juni. (DNB. Funkspr.) Die Streik- läge in Groß-Paris ist weiterhin ernst. Ministerpräsident S a r r a u t und Arbeitsminister Fros - s a r d hatten am Dienstagabend eine Unterredung mit einer Abordnung des Gewerkschaftsverbandes. Sie forderten die Gewerkschaften auf, alles zu tun, um in Zukunft die Beeinträchtigung der persönlichen Freiheit des leitenden Personals der bestreikten Fabriken zu verhüten. Der Gewerkschaftsverband hat auch an die Arbeiter Verhaltungsvorschriften erlassen, die ausdrücklich vorsehen, daß das leitende Personal auch in den von den Belegschaften besetzten Werken aus- und eingeben darf und nötigenfalls unter dem Schutz eines Arbeiterordnungsdienstes steht. Eine Mitteilung des Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie besagt, daß die Streikbewegung zugenommen hat und daß am Dienstagabend 130 Fabriken der Metallindustrie vom Aufstand betroffen sind. Die Bewegung hat auch weiter auf die Provinz übergegriffen. In Lille haben die streikenden Arbeiter der Fabriken von Fives-Lille das Werk besetzt und sich eingerichtet, die Nacht dort zu verbringen. Die für den Betrieb notwendigen Maschinen werden von den Streikenden in Gang gehalten. In Bernat) sind über 100 Arbeiter und Arbeiterinnen einer 250 Personen beschäftigenden Fabrik in den Ausstand getreten und haben die Maschinen angehalten. Es handelt sich um ein Werk, das Mützen h e r st e l l t und auch für die Kriegsindustrie arbeitet. Die Streikenden haben sich für die Nacht in den Fabriken eingerichtet. Hational-republikanische Kundgebung gegen die Volksfront. Daris, 3. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die national-republikanische Vereinigung des Abgeordneten Louis Marin veranstaltete am Dienstagabend tn Paris eine öffentliche Kundgebung, zu der 75 Abgeordnete, 25 Senatoren und 23 Pariser Stadträte, die sich als Gegner der Volksfront bekennen, erschienen waren. Der Abgeordnete T a i i t i n g e r erklärte, mit der Bildung einer Volksfront-Regierung habe die soziale Revolution in Frankreich begonnen. Um sich ihr zu widersetzen, müsse man zum nationalen G e - g e n a n g r i f f schreiten, und die nationale Revo- lution oorbereiten. Abgeordneter H e n r i o t nannte die kommende Regierung eine Regierung von Angsthasen, die schon Furcht vor ihrer künftigen Verantwortung habe. Die Gesetzmäßigkeit und die Gerechtigkeit seien in die Ferien geschickt worden kündigte, um damit weitesten Kreisen das einzigartige Erlebnis einer Zeppelinreise zu ermöglichen, war vorauszusehen, daß die Fahrten bei einem so niedrig gesetzten Fahrpreis bald ausverkauft sein würden. In der Tat ist die Nachfrage nach Plätzen auch derart stark geworden, daß nach einer Mitteilung der Deutschen Zeppelin-Reederei vorläufig keine Plätze auf diesen Ueberführungs- fahrten Frankfurt — Friedrichshafen, die zwischen den regelmäßigen Ueberseefahrten der beiden Luftschiffe „Hindenburg" und „Graf Zeppelin" durchgeführt werden, mehr verfügbar sind. Infolge des Einsatzes beider Luftschiffe im Ueberseedienst, der Schiff und Besatzung jeweils nur wenig Ruhe im Heimathafen gibt, können ferner vorläufig keine Sonderfahrten mit Luftschiffen durchgeführt werden Außerhalb des planmäßigen wöchentlichen deutschen Luftpostverkehrs mit Südamerika findet nur am 8. Juni in Frankfurt eine Fahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin" statt, mit der nur Drucksachen, Warenproben Geschäftspapiere, Mischsendungen, Päckchen und gewöhnliche Pakete (also keine Briefe und Postkarten) nach Südamerika befördert werden. Postschluß bei dem Bahnpostamt 19 Frankfurt am Abfahrtstag um 18 Uhr. Beisetzung der drei verunglückten SA.-7llarinemänner in Chemnitz. Unter großer Beteiligung aller Gliederungen der Bewegung und der Bevölkerung fand die feierliche Beisetzung der drei SA.-Marinernänner Obertruppführer Kammerer, Scharführer Schubert und Rottenführer Frenkel in Chemnitz statt. Vor den aufgebahrten Särgen war eine Ehrenwache der Marine-SA. aufgezogen. Unter den Klängen eines Chorals wurden die Särge von Kameraden zur Gedächtnishalle, wo Brigadeführer Schönknecht eine tiefergreifende Rede hielt, und dann zum Ehrenheim getragen. Nachdem die Geistlichen die Verstorbenen ausgesegnet hatten, wurden die Särge, während Polizei die Salven abfeuerte, in die Gräber hinabgesenkt. Hierauf sprach Stabschef Lutze im Namen des Führers und teilte mit daß von jetzt an der Marine-SA.-Sturm 4/2 den Namen Frenkel, der Marine-SA.-Sturm 3/2 den Namen Kammerer und der Marine-SA.-Sturm 1/2 den Namen Schubert tragen soll. Hierauf legte er im Namen des Führers einen prachtvollen Kranz nieder. LZ. „Hindenburg" auf dem Flughafen Rhein-Main gelandet. Das Luftschiff „Hindenburg" ist am Mittwoch von seiner Südamerikafahrt zurückkehrend um 8.06 Uhr auf dem Flughafen Rhein-Main glatt gelandet. Verurteilte Schwarzhörer. Im Vierteljahr Januar bis März 1936 sind wegen der Errichtung und des Betriebs nicht genehmigter Funkempfangsanlagen 139 Personen verurteilt worden. In 133 Fällen wurde auf Geldstrafen von 3 bis 100 Reichsmark erkannt; fünf Personen wurden zu Gefängnisstrafen von eine bis zu sechs Wochen verurteilt. Ein Jugendlicher wurde verwarnt. Eine „Spessart-Eiche" bei der Musterung. Unter den Musterungspflichtigen der Jahrgänge 1913 und 1916 in Alzenau (Spessart) befand sich ein 1913 geborener Landwirt aus Schöllkrippen, der 198,7 Zentimeter groß und 191 Pfund schwer ist. Der Musterungsarzt konnte sich aufrecht unter die ausgestreckten Arme des 23jährigen Mannes stellen Erstaunliche Sprachbegabung. Der in Wiesbaden wohnhafte Baron von der P a h l e n ist dahin vereidigt worden, daß er bei amtlichen Vernehmungen die Verhandlungen und Schriftstücke aus der englischen, französischen, italienischen, spanischen, schwedischen, dänischen, norwegischen, holländischen, russischen, tschechischen, polnischen, serbischen und bulgarischen Sprache in die deutsche Sprache übertragen darf. Trauung Sir Henry Delerdings In Amsterdam. Der bekannte Erdölindustrielle und Generaldirektor der Koninklijke Shell Sir Henry D e t e r d i n g der bereits im 71. Lebensjahre steht, wurde in Amsterdam in aller Stille mit der 38jährigen deutschen Staatsangehörigen Fräulein Charlotte Mina K n a a ck getraut. Die Trauung vollzog der Bürgermeister von Amsterdam. Nach der Trauung begaben sich die Vermählten nach Berlin. Schweres Unwetter in Ungarn. Am Pfingstmontag ging über ganz Ungarn em heftiges Gewitter nieder, das drei Todesopfer und zahlreiche Verletzte forderte. In der Nähe von Stuhlweißenburg wurde ein 17jähriaer Knabe vom Blitzschlag getötet. Durch den wolkenbruchartigen Regen wurden die Vorstädte der Stadt überschwemmt. In einer Gemeinde >n der Nähe von Nyiregyhaza schlug der Blitz in die vor einem Haus stehende Bank. Ein Landwirt und sein Sohn, die auf der Bank saßen, fanden dabei den Tod. In der Umgebung von Hajduszoboszlo war das Unwetter von heftigem H a g e l s ch l a g begleitet, der die Ernte vernichtete. Der Schaden wird auf 300 000 Pengö geschätzt. Von einem polnischen Juden hinterrücks erschossen. In dem Städtchen Minsk Mazowiecki unweit von Warschau wurde nach einem Streit auf der Straße ein Wachtmeister des 7. Ulanen» regiments von einem Juden hinterrücks erschossen. Der Täter konnte von der Polizei nur mühsam von der empörten Bevölkerung geschützt werden. Ein Trupp von etwa 50 Jugendlichen zog unter dem Eindruck der Mordtat durch die Straßen des Städtchens und zertrümmerte durch Steinwürfe die Scheiben zahlreicher jüdischer Wohnungen und Geschäfte. Der Marktstand eines jüdischen Händlers wurde in Brand gesteckt. Aufsehenerregender Raubmord in Wien. Vor einigen Tagen wurde in Wien der Magister Emil Winkler in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. Nach den Umständen zu schließen lag ein Raubmord vor. Die Aufklärung des Falles durch die Polizei erbrachte die überraschende Tatsache, daß die Mörderinnen zwei Frauen waren, die sich in den Besitz des beträchtlichen Barvermögens Winklers setzen wollten. Die beiden wurden verhaftet und haben bereits Teilgeständnisse abge- gelegt. verwegener Raubüberfall in Renyork. — Die Banditen erhielten nur eine Vorladung. Ein verwegener Raubüberfall im Neuyorker Stadtteil Bronx führte zu einem grotesken Verkehrsereignis. Vier Banditen, die mit einem großen Kraftwagen angefahren kamen, überfielen an einer belebten Straßenecke zwei Bankbeamte, bedrohten sie mit Revolvern und entrissen ihnen einen Beutel mit 50 000 Dollar. Dann rasten sie mit ihrem Auto davon. An einer anderen verkehrsreichen Straßenkreuzung wurden sie von einem Polizisten wegen Ueberfahrens des roten Lichtes angehalten. Der diensttuende Beamte ließ die Räuber aber nach Ausstellung einer gerichtlichen Vorladung weiterfahren, so daß sie entkommen konnten. Blutiger Kampf mit religiösen Schwärmern in Bessarabien. Der Einführung des neuen Kalenders widersetzte sich in Bessarabien die religiöse Sekte der „Skiliften", die am orthodoxen Kalender festhalten und ihre religiösen Feste nach diesem zu feiern versuchen. Zwischen den „Stilisten" und den Sicherheitsbehörden ist es im Laufe der Jahre wiederholt zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Ein derartiger Zusammenstoß ereignete sich jetzt wieder in einem Dorf bei Balz in Bessarabien. Die Skiliften wollten, von einem Krieger geführt, die Dorf» kirche stürmen, um dort ihren Gottesdienst abzuhalten. Um die offenbar im religiösenRausch- zustand handelnden Sektierer abzuwehren, sahen sich die Gendarmen nach Abgabe einer blinden Salve genötigt, auf die anstürmenden Bauern scharf zu schießen. Zwei Sektenangehörige wurden getötet, drei schwer, mehrere leicht verletzt. Auch auf Seiten Der Gendarmerie gab es Schwer» RE11ERBURC GÜLDENRING kostet 4 Pfg, also nur wenig mehr, als viele Raucher heute noch für ihre o&igarette anlegen. Dafür bietet sie aber eine ausserordentlich gute Mazedonen-Mischung und ausserdem-dank der Sropen- Packung von HAUS SVeuerbURG- eine Frischhaltung,wie man sie bisher noch nicht gekannt hat?. Ausserdem: OVER STOLZ 5 PF. OHME^UtnS/lück, RAVEN KLAU 6 PF.c%it^oWniundjlü,cl^, 4 PPG GÜLDENRING W und Leichtverletzte. Der Universul in Bukarest der zu diesen Vorfällen Stellung nimmt, ist der Ansicht, dah die Stilisten von sowjetrussischen Kommunisten aufgehetzt und zur Herbeiführung von Un- ruhen benutzt werden Schwere Bluttat eines Geistesgestörten. Zu einer schweren Bluttat kam es im Städtischen Wohlfahrtsamt von Saarbrücken. Dort wurde der städtische Beamtenanwärter Willi Huth von dem 59jährigen Johann W i e s i n g e r, der den Tatumständen nach zweifellos geisteskrank ist, erschossen. Wiesinger erschien auf dem Wohlfahrtsamt in einer Maskerade. Auf der Brust trug er ein Plakat, über die Schulter gehängt eine Handtasche, die sechs Mordinstrumente, Blumen und mehrere Phantasieplaketten enthielt. Er hatte zunächst mit dem Beamten eine Rücksprache. Dann begab er sich auf den Flur, drehte sich plötzlich um, und richtete die Pistole ohne jeden ersichtlichen Grund auf den hinter ihm herkommenden Huth. Dieser sank, von einem Herzfchuß getroffen, nieder. Der Täter flüchtete und gab dabei noch drei weitere Schüsse auf die ihm entgegentretenden Beamten ab, wobei ein Beamter durch einen Schuß in die Hand leicht verletzt wurde. Wiesinger wurde schließlich überwältigt und der Polizei übergeben. Ueberfall auf drei Schwestern eines Kinderheims. Zn dem Evangelischen Kinderheim in Dortmund- Hörde überfiel der 36jährige Rudolf Sarg, der geistig nicht ganz normal sein soll, aus Wut darüber, daß seine schwachsinnige Tochter vor einigen Tagen in ein anderes Kinderheim gebracht worden war, drei Schwestern des Heims und verletzte sie schwer durch Messerstiche. Der Täter konnte entfliehen. Die Verletzungen der Schwestern sind glücklicherweise nicht lebensgefährlich. Der Frankfurter Jührerappell des deutschen Handwerks. Der Hauptamtsleiter für Handel und Handwerk der NSDAP., Dr. v. R e n t e l n erläßt folgenden Aufruf zum Reichshandwerkertag: Das deutsche Handwerk ist mit tausend Jahren deutscher Geschichte untrennbar verbunden. Es mutet fast symbolisch an, daß in diesem Jahre in kurzer Aufeinanderfolge in der gleichen altehrwür- diaen freien Reichsstadt Frankfurt a. M. die H e e r- scyau des deutschen Bauer ntums und nun der Führerappell des deutschen Handwerks stattfinden. Denn das Handwerk gehört mit zu jenen Volkstumsträgern, die die ewigen Wurzelkräfte jedes Kulturvolkes von jeher aewesen sind und in alle Zukunft hinein sein und bleiben werden. Solange im deutschen Volk germanisches Fühlen und Denken lebendig waren waren gerade der Bauer und der Handwerker die Träger jenes gesunden völkischen Grundsatzes, wonach „gemeiner Nutz vor sonderlichem Nutz" zu gehen habe, lieber die karge Befriedigung materieller Bedürfnisse hinaus lebt seit Urbeginn im deutschen Bauerntum und Handwerk der unüberwindliche Drang zur kulturellen Gestaltung und damit zum verantwortungsvollen, hohen Dienst am Gemeinwesen des Volkes. Aus dieser Kraft heraus bildeten sie auch lange die letzten Bollwerke gegen den Ansturm artfremder, zerstörender Einflüsse, die jedoch auch diesen starken Hütern und Bewahrern deutschen Griranken- autes allmählich immer mehr die Zeichen des Verfalls und der Entartung aufdrückten Der Nationalsozialismus lehnt es ab, irgendeinem Stand ober einer Sondergruppe billige Geschenke zu machen und unverdiente Vorteile xu verschaffen. Nur aus der Erkenntnis heraus, daß oas Handwerk als wertvoller Teil aus dem Gesamtleben des Volkes nicht wegzudenken ist, war die Aufbauarbeit der letzten Jahre erfüllt von dem Bestreben, fremde Ueberlagerungen wegzuräumen und alle guten deutschen Kräfte des Handwerks wieder der großen Gemeinschaft eines zu sich selbst zurückgefundenen Volkes zuzuführen Wir sind damit noch lange nicht am Ziel. Vieles ist erreicht, aber fremde Einflüsse und Wucherungen waren zu lange wirksam im deutschen Volke, um heute schon die geistige und politische Gesundung als abgeschlossen betrachten zu können. Täglich erfahren wir am eigenen Leibe, wie stark wir selber noch in der Anschauung einer vergangenen Zeit verhaftet sind und wie immer wieder Rückfälle in das Denken und Handeln dieser Vergangenheit an der Tagesordnung sind Wenn wir nun die Reste einer falschen liberali- stischen Haltung überwinden und der Gemeinschaft ehrlich dienen wollen, so kann dies nicht durch große Worte und Beteuerungen, sondern nur durch d i e stille, bescheidene Tat und den harten Einsatz imAlltag bewiesen werden. Es ist auch nicht damit, die Mystik der alten Zünfte und das Brauchtum einer längst vergangenen Zeit zu einem späten Leben zu erwecken. Tradition darf nicht mit Rückschritt und mit billiger Wiederholung alter Formen verwechselt werden. Es gilt vielmehr, das zeitlose Gut deutscher Vergangenheit zu verbinden mit dem zukunftweisenden Willen zum neuen nationalen Sozialismus Adolf Hitlers. Die erste Aufwallung und ehrliche Begeisterung des Jahres 1933 müssen fortschwingen, in alle kommenden Jahre eines harten Lebenskampfes hinein. Die neue Haltung, die nur erwächst aus einem starken Glauben und aus unermüdlicher Arbeit an sich selbst, muß sich in jeder Stunde eines schweren Alltags bewähren und darf vor keiner Schwierigkeit und keiner Enttäuschung, vor keinem Mangel und vor keinem Fehler, die Uebergangszeiten manchmal mit sich bringen, kapitulieren. Der Nationalsozialismus hat dem deutschen Handwerk wieder neuen Lebensgrund gegeben, dessen Arbeit hat weit über das Materielle hinaus wieder einen tiefen Sinn bekommen. Der Frankfurter Hond- werkerappell des Jahres 1936 soll gleichzeitig em Dank an denFührerfür diese befreiende Tat sein und ein Gelöbnis, angesichts seines schweren Kampfes um die deutsche Lebensfreiheit jedes Son- derintereffe zurückzustellen und in vollster Verantwortung für das Ganze der politischen Führung jederzeit rückhaltlos und einsatzbereit zu folgen. Sternfahrt zum Aeicksbandwerkeriag. ■m W ■ v? * ■ j Dienstag morgen gegen 9 Uhr verließen, wie uns aus Berlin gemeldet wird, 7 2 Mei st er, Gesellen und Lehrlinge im Rahmen der Radsternfahrt zum Reichshandwerkertag in Frankfurt am Main die Reichshauptstadt. Die Berliner Handwerker trugen auf ihren Berufstrachten den Berliner Bären. An den Rädern waren die Zeichen des Handwerkszweiges befestigt, dem ihre Fahrer ange- hvren. So sah man bei den Stellmachern einen Hobel, bei den Optikern ein Fernglas, bei den Schlossern einen großen Schlüssel, bei den Schneidern eine Schere. Zur Verabschiedung hatten sich zahlreiche Vertreter des Berliner Handwerks eingefunden. Unter dem Jubel der Schaulustigen, die sich zur Abfahrt der Handwerker eingefunden hatten, entschwand die lange Radfahrkolonne bald den Blicken der Zurück- bleibenden. Die Fahrt geht über Halle, Erfurt, Eisenach, Fulda und Hanau nach Frankfurt a. M. Täglich werden rund 80 bis 100 Kilometer zurück- gelegt. Unterwegs werden sich die Sternfahrer mit Fahrtteilnehmern aus anderen Gauen vereinigen. Samstag um 16 Uhr werden die 700 Stern- fahrer aus ganz Deutschland in Frankfurt von Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt begrüßt werden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das durch die Kaltluftzufuhr entstandene Hochdruckgebiet hat sich rasch ostwärts verlagert, demgemäß befinden wir uns heute schon im Zufuhrgebiet feuchter subtropischer Luftmassen, die an der Vorderseite des über dem Kanal liegenden Wirbels einströmen und an der vorgelagerten Kaltluft zum Auf- gleiten kommen. Die Folge davon ist stärkere Bewölkung und Regenfälle. Da der Kanalwirbel sich weiter langsam ostwärts verlagert, verbleiben wir im Zufuhrbereich feuchter Meeresluft, so daß unbeständiges, wenn auch nicht durchweg unfreundliches und regnerisches Wetter erhalten bleibt. Aussichten für Donnerstag: Veränderlich mit gelegentlicher Aufheiterung, aber auch zeitweiligen Regenfällen, bei Luftzufuhr aus Süd bis West mäßig warm. Aussichten für Freitag: Fortdauer der leicht unbeständigen, aber nicht durchweg unfreundlichen Witterung. Lufttemperaturen am 2. Juni: mittags 15,7 Grad Celsius, abends 10,8 Grad; am 3. Juni: morgens 10,1 Grad. Maximum 17,5 Grad, Minimum heute nacht 4,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Juni: abends 17,1 Grad; am 3. Juni: morgens 13 Grad. — Sonnenscheindauer 6,4 Stunden. —- Niederschläge 0,1 mm. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bildert Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G^ sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Geschmackvoll und einfach entzückend sind die Muster — unerschöpflich und vielfältig ist die Auswahl und überraschend preiswert finden alle bei uns o%j g&v«. W N w- den richtigen Stoff fürs Sommerkleid. Einfarbig Panama 80 cm breit, weiß, halt- rn bare Ware.......p. m •■Du Selenic 70 cm breit, in schönen nn Farben ..........p. m •■Oü Indanthren!. Panamas 80 cm breit, erstes, südd. 7Q Fabrik, in all. 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Von den eingegangenen Gesuchen um Bewilligung Armenrechts sind hiernach erledigt worden: Die Zählung hat Zahl und Dauer der im Monat Januar 1936 bei den deutschen Gerichten anhängig gewordenen Armenrechtsverfahren (Gesuche um Bewilligung des Armenrechts) erfaßt. Sie zeigt, vorbehaltlich einiger noch ausstehender, im Gesamtver- hältms jedoch unwesentlicher Teilergebnisse, folgen46,0 v. $). in bis zu 15 Tagen 26,0 v. H. in 16 bis längstens 30 Tagen, 17,6 v. H. in 1 bis längstens 2 Monaten, 6,6 v. H. in 2 bis längstens 3 Monaten, während nur 3,8 v. H. der Gesuche um Bewilligung des Armenrechts zur Erledigung mehr als 3 Monate beansprucht haben. Man darf also feststellen, daß die große Mehrzahl der Armenrechtsgesuche, nämlich mehr als 70 o. $)., in weniger als einem Monat erledigt worden sind, so daß eine Zeitdauer von drei Monaten und länger die seltene Ausnahme bildet. Die Zählung hat gleichzeitig ein aufschlußreiches Bild darüber ergeben, worauf die längere als dreimonatige Dauer des Verfahrens in den in Betracht kommenden Fällen zurückzuführen ist. In schätzungsweise fast der Hälfte dieser Fälle handelt es sich um Gründe, die sich der Einwirkung des Gerichts entziehen, z. B. eigenes Verhalten des Antragstellers (fehlende Unterlagen u. dgl.), übereinstimmender Wunsch der Beteiligten (Vergleichsverhandlungen u. dgl.), Unauffindbarkeit oder erschwerte Erreichbarkeit des Gegners u. ä. Nur in den verbleibenden Fällen, also in vielleicht 2 v. H. der Gesamtzahl, liegt die Ursache der längeren Dauer des Verfahrens in der Durchführung umfangreicher Ermittlungen oder Beweiserhebungen. Ob und in welchen dieser wenigen Fälle die längere Dauer des Verfahrens zu beanstanden ist, ob insbesondere bei der Behandlung dieser Fälle etwa verkannt worden ist, daß die Erhebungen im Armenrechtsverfahren nicht die Sicherheit des Erfolges, sondern nur die hinreichende Aussicht auf Erfolg festzustellen haben, läßt sich ohne Kenntnis der näheren Einzelheiten nicht beurteilen. Sicherlich würden sich hier bei einer Einzelnachprüfung auch Fälle ergeben, deren Behandlung als verfehlt zu bezeichnen wäre. Für die allgemeine Frage aber, ob auch die Armenrechtsverfahren mit der sonst im Rechtsgang gebotenen und üblichen Beschleunigung betrieben werden, kann das unerheblich bleiben. Diese Frage ist nicht in Hinsicht auf den einen oder anderen Ausnahmefall zu beurteilen, sondern an Hand des Gesamtmaterials. Da aber ergeben die Zahlen ein überzeugendes Bild. Schließlich aber noch ein Wort darüber, ob die Durchführung von Ermittlungen und Beweiserhebungen im Armenrechtsverfahren überhaupt den Interessen der armen Partei zuwiderläuft. Für die Mehrzahl der Fälle wird das au verneinen und eher umgekehrt festzustellen sein, daß solche Ermittlungen und Erhebungen die Stellung der armen Partei in Hinsicht auf den künftigen Rechtsstreit verbessern. Sie verringern in erheblichem Maße das Verlustrisiko, das auch von der im Armenrecht streitenden Partei nicht außer acht gelassen werden sollte. Das Axmenrecht befreit zwar einstweilen von Die Gewerbesreihett im nationalsozialistischen Staat. Einem Dentisten war di- weitere Ausübunq der Zahnheilkunde untersagt worden, weil er durch unzureichende Reinigung und Entkeimung der von ihm bet der Zahnbehandlung benutzten Instrumente ine Allgemeinheit gefährde. Die gegen diese Verfügung von dem Betroffenen erhobene Anfechtungsklage wurde von dem Thüringischen Oberver- waltungsgericht für unbegründet erklärt Die Begründung des Urteils enthält allgemein mtereffierenbe Ausführungen über den Grundsatz der Kurierfreiheit in der Gewerbeordnung. Die Kurierfreiheit, deren Ausdruck die herrschende Auslegung in § 29 der Gewerbeordnung erblickt, stellt einen Sonderfall der allgemeinen, in der Gewerbeordnung feftqeleqten Gewerbefreiheit dar. Diese aber bedeutet, wie die Rechtsprechung von jeher anerkannt hat, keineswegs eme Freiheit von allen polizeilichen Beschränkungen. Vielmehr entspricht dem Gedanken der Gewerbefreiheit anderseits die Notwendigkeit und Zulässigkeit einer polizeilichen Beschränkung. Die im § 1 der Gewerbeordnung festgelegte Gewerbefreiheit hat den Sinn, den Gewerbetreibenden, soweit nicht besondere Gesetze oder die Bestimmungen der 9§ 16 ff. der Gewerbeordnung eingreifen, von den gewerbepolizeilichen Beschränkungen der Zulassung und Fortführung des Betriebes freizustellen, er bleibt aber bei Ausübung des Gewerbes an polizeiliche Vorschriften gebunden, die aus sicherheits-, feuer-, gesundheits-, Verkehrs- usw. polizeilichen Rücksichten ergehen und für jedermann gelten. Ein nach polizeilichen Gesichtspunkten unstatthaftes Verhalten wird nicht dadurch zulässig, daß es im Rahmen eines Gewerbebetriebes beobachtet wird. Findet so die Gewerbefreiheit ihre Schranken in den allgemeinen polizeilichen Befugnissen, so hat aber die Rechtsprechung allerdings bisher einmütig die Auffassung vertreten, daß ein Einschreiten gegenüber Betrieben aus allgemeinen polizeilichen Gründen nicht soweit gehen dürfe, schlechthin die Weiterführung eines polizeiwidrigen Gewerbebetriebes zu verbieten, oder tatsächlich unmöglich zu machen, daß vielmehr die Polizei von dem Gewerbetreibenden nur die Abstellung der Mängel verlangen dürfe. Diese Ansicht ist aus dem im § 1 der Gewerbeordnung niedergelegten Grundsatz der Gewerbefreiheit gefolgert worden, und diese Auffassung entsprach auch der liberalen Wirtschaftsauffassung, unter der die Gewerbeordnung im Jahre 1869 geschaffen worden ist. Vom Standpunkt nationalsozialistischer Rechtsanschauung aus kann indessen der Gewerbefreiheit eine so festgeleat worden, der auch wirklich zur Zeit des Verkaufs erzielt wurde. Das war also als bindend anzusehen. Unabhängig von den Aussagen seitens des Verkäufers über den Mietertrag (auf die Friedensmiete bezogen), war also der endgültige Ertrag festtzelegt worden. Für diesen letzten Ertrag mußte natürlich auch der Verkäufer haften. Der Käufer konnte also nicht mehr auf Schadenersatz des Verkäufers auf Grund der falsch angegebenen Mieterträge in den Vorverhandlungen klagen. Nun aber kam später der Käufer mit einem anderen Einwand gegen den Kauf: er aab an, er hätte nie den Kaufpreis in dieser Höhe bezahlt, der — wie das im Grundstückshandel üblich ist — kalkuliert sei aus einem Mehrfachen der Friedensmiete. Aber die Angaben des Verkäufers über die Friedensmiete seien falsch gewesen, folglich fei auch der Kaufpreis zu hoch bemessen. Das Reichsgericht erklärte, daß eine Schadenersatzhaftung des Verkäufers aus § 463 des Bürgerlichen Gesetzbuches wegen Fehlens einer zugesicherten Eigenschaft nicht in Frage käme. Es muß aber für diesen und ähnliche Fälle beachtet werden, was das Reichsgericht weiter zu dieser Angelegenheit ausführte: Ist der Käufer arglistig getäuscht worden über die Friedensmiete, damit er einen höheren Kaufpreis bewilligt, so kann er höchstens auf Schadenersatz klagen wegen „unerlaubter Handlung", als die nämlich eine arglistige Täuschung anzusehen ist. Die Voraussetzungen zu solcher Klage können aber nur von Fall zu Fall erkannt werden. Für alle Interessenten für einen Hauskauf sei zum Schluß noch einmal gesagt: Schadenersatzansprüche wegen falscher Angabe der Friedensmiete in Vorverhandlungen lassen sich nicht aus § 463 des Bürgerlichen Gesetzbuches herleiten, wenn im endgültigen Mietvertrag die richtigen Mieterträge angeführt sind; lediglich — unter gewissen Umständen — kann der Käufer wegen unerlaubter Handlung Schadenersatzansprüche geltend machen, und zwar aus § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Geistige Eignung zum Lenken von Kraftfahrzeugen ist dann nicht vorhanden, wenn die Entschlußfähigkeit fehlt, wenn der Antragsteller der Ruhe und Sicherheit allgemein mangelt, wenn er gar eine krankhafte Neigung zu unberechenbaren Handlungen aufweist. Ein Versagen der Aufmerksamkeit, gewisse Sinnestäuschungen können auch dann zur Versagung der Fahrerlaubnis führen, wenn keine Geisteskrankheit vorliegt, ODG. vom 5. März 1931: Deutsches Autorecht Seite 382. Dis sittlichen Mängel spielen bei unserer Frage die Hauptrolle und sind in der angeführten ersten Stelle der Ausführungsanweisung bereits erwähnt. Wer sich schwerer Eigentumsoergehen schuldig macht, zum Trünke neigt, zur Rauschgiftsucht oder zu Ausschreitungen, der kann nicht damit rechnen, daß er zum Fahren von Kraftfahrzeugen zugelassen wird. Besitzt er aber den Führerschein, so wird er ihm unfehlbar nach solchen Straftaten entzogen werden. Wenn auch allgemein politische Gesichtspunkte hierbei ausscheiden, so sind doch hochverräterische Bestrebungen in der Regel dazu angetan, die Ungeeignetheit des Betreffenden der Verwaltungsbehörde darzutun. Das trifft auch für die Neigung zu Schwarzfahrten, Alkoholgenuß, Führerflucht und ähnliche Tatbestände zu. Mag im einzelnen Falle auch Bewährungsfrist gegeben sein, das hin- vert die Versagung oder Entziehung der Fahrerlaubnis ebensowenig, wie das Vorhandensein wirtschaftlicher Not. Das ist alles von unseren oberen Gerichten öfters ausgesprochen worden. Für jeden Fahrer oder den, der es werden will, empfiehlt sich daher, feine Weste so rein als möglich zu halten. Zum Schluffe erwähne ich, daß natürlich nicht strafbare Handlungen allgemein die Ungeeignetheit zum Lenken von Kraftfahrzeugen bewirken. Sittliche Mängel sind nach § 4 KFG. immer nur dann bedeutungsvoll, wenn sie die Annahme rechtfertigen, daß eine Person dadurch gerade zum Füh- ren von Kraftfahrzeugen ungeeignet wird. Häufige Verstöße gegen Verkehrsvorschriften, schwere Eigentumsvergehen usw. rechtfertigen meistens einen derartigen Rückschluß. Es kommt aber immer darauf an, ob die Einzelverurteilung erkennen läßt, daß der Verurteilte kein Pflicht- und Verantwortungsgefühl besitzt und auch nicht den Willen hat, die öffentliche Ordnung und das Eigentum der Mitmenschen zu achten. Dann darf er eben nicht zu verantwortungsvoller Tätigkeit auf offener Straße zugelasien werden. Hiergegen wendet sich Müller a. a. O. 112 zu Unrecht, indem er meint, im Ein- zelfalle müsse nachgeprüft werden, in welchem Maß der Verurteilte sich gegen die öffentliche Ordnung vergangen habe. Ich meine, wer schwere Eigentumsvergehen hinter sich hat, der erklärte da- mit seinen Volksgenossen, daß er ihre Rechte zu achten nicht gewillt ist. Dann darf er auch nicht ein Auto lenken, um so vielleicht Leben und Eigentum seiner Mitmenschen in Gefahr zu bringen. Genau so wie sich die Rechtsprechung darüber einig ist, daß derjenige grundsätzlich dauernd ungeeignet zum Lenken von Kraftfahrzeugen ist, der auch nur einmal in angetrunkenem Zustand ein Kraftfahrzeug fuhr (vergleiche Floegel, Straßenverkehrsrecht 1934 S. 194), so sollte dies auch bet einem schweren Eigentumsvergehen der Fall sein. Eine Ausnahme ist natürlich möglich, wenn sich aus der Tat ersehen läßt, daß sie eine einmalige Erscheinung im Leben des Verurteilten ist, daß er nur aus bitterster Not handelte und bei Würdigung aller sonstigen Umstände angenommen werden muß, er werde nicht wieder rückfällig. den eigenen Kosten, aber nicht von der Erstattung der Kosten des Gegners im Falle des Unterliegens. Das scheint von der das Armenrecht nachsuchenden Partei nicht immer genügend bedacht zu werden und führt dann nachher zu Enttäuschungen, die um so überraschender und schmerzlicher sind, wenn die Partei geglaubt hatte, nach Bewilligung des Armenrechts jeden Risikos enthoben zu sein. Man hört dann nicht selten den Vorwurf, weshalb das Gericht dem Kläger das Armenrecht bewilligt habe, wenn es schließlich die Klage, dazu noch auf Kosten des Klägers, doch abweise. Daß die Erhebungen, die das Gesetz (§ 118 a ZPO.) für bas Armenrechtsverfahren aus guten Gründen vorsieht, eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen müssen, und daß ein Armenrechtsverfahren mit Erhebungen länger dauert als ein solches ohne Erhebungen, liegt auf der Hand. Aber es wäre verfehlt zu sagen, daß deshalb die Rechtsverfolgung der armen Partei verschlechtert ober verzögert würde. Diese Erhebungen stellen in der Regel gleichzeitig eine wertvolle Vorarbeit für den Rechtsstreit dar, und was hier an Zeit geopfert werden mußte, ist für den Rechtsstreit an Vorbereitung und Beschleunigung gewonnen. Gerade in derartigen, durch Vorerhebungen im Armenrechtsoerfahren geförderten Sachen ist es besonders ermöglicht, auf Grund einer einzigen, die Beweisaufnahme mit umfassenden Verhandlung zu entscheiden. Daß diese Erhebungen sich im Rahmen des § 118 a ZPO. zu halten, insbesondere also auf die Prüfung der Wahrscheinlichkeit des Erfolges zu beschränken haben, ist schon oben hervorgehoben. Selbstverständlich sind die gebotenen Erhebungen, wie im eigentlichen Prozeß, so auch im Armenrechtsverfahren, und gerade hier, mit möglichster Beschleunigung durchzuführen. Mündliches Verfahren wird hier manchmal schneller und sicherer zum Ziele führen, als das in der Praxis vorherrschende schriftliche Verfahren. Die schriftliche Anhörung des Gegners darf jedenfalls nicht in ein langwieriges und planloses Hin und Her gegenseitiger Schriftsätze ausarten. Mit besonderem Nachdruck ist vor allem den Versuchen hartnäckiger Beklagter entgegenzutreten, den um das Armenrecht nachsuchenden Kläger durch Verschleppung des Armenrechtsverfahrens schon im voraus zu zermürben. Man darf darauf vertrauen, daß die deuffchen Gerichte solche Mißstände und Mißbräuche im Armenrechtsverfahren nicht aufkommen lassen, da sie sich der besonderen Verantwortung, die ihnen im Rechtsschutz des armen Volksgenossen obliegt, bewußt sind. Die hier vorgelegten Zahlen beweisen, daß dieses Vertrauen gerechtfertigt war und ist. Die Beschleunigung des Rechtsgangs hat vor den Armenrechtsverfahren nicht haltgemacht, sondern sie mit demselben Nachdruck und der gleichen Tatkraft ersaßt, wie das Erkenntnisverfahren. Armenrecht ist nicht minderes Recht, Armenrecht ist gleiches Recht! Wer darf keine Kraftfahrzeuge lenken? Von Rechtsanwalt Or. Sauer II, Köln. Diese Frage ist vor und nach Erteilung des Führerscheins wichtig. Dor seiner Erteilung deswegen, weil es in der Ausführungsanweisung zur Straßenverkehrsordnung heißt: „Die Ortspolizeibehörde hat zu ermitteln, ob Bedenken gegen die Eignung des Antragstellers zum Führen von Kraftfahrzeugen □erliegen (z. B. Bedenken wegen schwerer Eigentumsoergehen, Neigung zum Trünke, zur Rauschgiftsucht oder zu Ausschreitungen, insbesondere zu Roheitsoergehen, ferner Bedenken gegen die körperliche oder geistige Eignung). Mit einem Bericht über das Ergebnis ihrer Ermittlungen legt die Ortspolizeibehörde den Antrag der Verwaltungsbehörde vor, die bei der „Sammelstelle für Nachrichten über Führer von Kraftfahrzeugen" beim Polizeipräsidium in Berlin anzufragen l)at, ob Nachteiliges über den Antragsteller dort bekannt ist." Nach der Erteilung des Führerscheins kann er bekanntlich dann entzogen werden, wenn Tatsachen feststehen, welche die Annahme rechtfertigen, daß eine Person zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist, § 4 KFG. Da die Erteilung ünb Entziehung der Fahrerlaubnis für das ganze Reich wirksam ist, bedeutet sie oftmals die wirtschaftliche Existenz oder Nichtexistenz eines Antragstellers. Deshalb ist es von Interesse, zu erfahren, welcher Art die Fälle sind, wo eine Ungeeignetheit angenommen wird. Zunächst wirb hierbei ein Unterschied zwischen Berufs- und Herrenfahrern nicht gemacht. Die Frage der körperlichen, geistigen und sittlichen Mängel ist einheitlich zu untersuchen und zu beantworten. Die körperlichen Mängel können der verschiedensten Art sein und werden im Erteilungsoerfahren für den Sachverständigen meistens die Veranlassung geben, der Verwaltungsbehörde Mitteilung zu machen, damit sie eine ärztliche Unter- suchung anordnet, Absatz 4 der Ausführungsanweisung zum § 3 StrVO. Stellt der Arzt beispielsweise hochgradige Nervosität, Neurasthenie, Farbenblindheit, Taubheit ober anbere schwere körperliche Mängel fest, welche bie betreffenbe Person zu einer Gefahr im Straßenverkehr werben ließen, so wirb er bas in seinem Gutachten festlegen. Dann wird mit einer Erteilung ber Fahrerlaubnis nicht zu rechnen sein. Ist sie aber schon oorhanben, so kann sie beim Vorliegen biefer Mängel roieber entzogen werben, ba bie Behörbe durch bie erteilte Fahrerlaubnis nicht ein für allemal bie Geeignetheit eines Lenkers für Kraftfahrzeuge anerkennt, vgl. Müller, Sttaßenoerkehrsrecht 1935 S. 114. In Anknüpfung an vereinzelte Fälle ist in letzter Zeit bie Frage aufgeworfen worben, ob bie allgemeine Beschleunigung bes Rechtsgangs sich auch bei ber Behandlung der Gesuche um Bewilligung des Armenrechts in genügendem Maße auswirke. Es ist hierbei sogar ber Auffassung Ausdruck gegeben worben, baß es in der Regel drei, vier und mehr Monate dauere, bis der Antragsteller auf fein Gesuch um Bewilligung des Armenrechts beschieden werde, und daß so das Armenrecht zu einem minderen Recht gestempelt werde. Es wäre in der Tat um die Rechtspflege schlecht bestellt, und es würde auch allen bisher mit der Beschleunigung des Rechtsgangs verbundenen Erwartungen widersprechen, wenn ein solcher Vorwurf begründet wäre. Erfreu- Häufig werden bei den Kausverhandlungen seitens des Verkäufers der Kaufsache bestimmte Eigenschaften zugesichert. Welche Rechte hat aber nun der Käufer, wenn sich später herausstellt, daß die zu- gesicherten Eigenschaften fehlen? Antwort gibt der § 463 des Bürgerlichen Gesetzbuches: „Fehlt der verkauften Sache zur Zeit des Kaufes eine zugesicherte Eigenschaft, so kann der Käufer statt der Wandelung oder der Minderung Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen. Das gleiche gilt, wenn der Verkäufer einen Fehler arglistig verschwiegen hat." Hier sei auch gleich erläutert, was bie Begriffe „Wandelung" und „Minberung" bebeuten. „Wandeln" kann der Käufer unter bestimmten Voraussetzungen (§ 462 des Bürgerlichen Gesetzbuches), d. h. er kann den ganzen Kauf rückgängig machen; „Minderung" (roieoerum unter bestimmten Voraussetzungen) bedeutet: der Käufer kann Herabsetzung des Kaufpreises verlangen. Was ist nun eine zugesicherte „Eigenschaft" bei einem Grundstückskauf? Das Reichsgericht hat erklärt, daß zum Beispiel eine Mitteilung des Verkäufers über die aus dem zum Verkauf stehenden Haus erzielten Mieten als eine „zugesicherte Eigenschaft" anzusehen ist. Daraus ist also zu schließen, daß der Käufer, wenn ihm der Hausoerkäufer bewußt einen höheren Mietertrag anqibt, als das Haus in Wirklichkeit einbringt, den Verkäufer dafür haftbar machen kann. An einem Fall, der vor dem Reichsgericht entschieden wurde, soll nun gezeigt werden, inwieweit die Vorverhandlungen maßgebend sind. T, der Verkäufer, und P, der Käufer, verhandelten über den Verkauf eines Hauses. In den Verhandlungen, die dem endgültigen Abschluß des Kaufvertrages vor- ausgingen, machte T dem 5) falsche Angaben über bie Höhe ber Mieteinkünfte. Das würde — gemäß dem oben ausgeführten — den X schadensersatz- pflichtig machen, weil eine zugesicherte Eigenschaft fehlt. 1 hatte Angaben gemacht über den Friedensmietvertrag des Hauses. In dem Kaufvertrag, der zwischen 3E und P endgültig zustande kam, war ein Ertrag aus dem Haus licherweise aber hat eine nunmehr im gesamten Reichsgebiet durchgeführte Zählung ergeben, daß Vorwürfe ber angebeuteten Art tatsächlich nicht berechtigt sinb, baß vielmehr auch bie Armenrechtsverfahren, wie es eigentlich felbstverstänblich ist, durch- weg mit ber gebotenen Beschleunigung burchgesührt werben. uneingeschränkte Bebeutung nicht mehr zuerkannt werben. Der Richter hat bas Gesetz nach nationalsozialistischer Rechtsanschauung auszulegen. Er ist verpflichtet, ältere Gesetze, beren Grunbgebanken mit bem völkischen Rechtsbenken nicht mehr übereinstimmen, in einer dem eingetretenen Wandel der Lebens- und Rechtsanschauung des Volkes entsprechenden veränderten Bedeutung anzuwende^l. Durch die Rechtsanschau- ung des Nationalsozialismus haben zahlreiche ältere Rechtsgebilde eine Umformung erfahren. Zu ihnen gehört auch der Grundsatz der Gewerbefreiheit. Er darf nicht mehr als ein Recht des einzelnen gegenüber dem Staate aufgefaßt werden, das polizeilich nur beschränkt, aber nicht entzogen werden darf, sondern die Gewerbefreiheit, bie, wenn auch burch neuere Gesetze vielfach eingeschränkt, zur Zeit noch fortbesteht, stellt sich nach heutiger Anschauung als eine mit Pflichten Derbunbene Rechtsstellung bes Gewerbetreibenden in der Gemeinschaft dar, die an der für ihn geltenden Pflicht zur Einfügung in die Gefamtordnung des deutschen Wirtschaftslebens ihre Begrenzung findet. Auch der Grundsatz der Gewerbefreiheit findet in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft seine Grenze an der Pflicht zur Rücksicht auf das Volksganze und seine Lebensgüter. Nicht entziehbare Grundrechte des einzelnen kennt das heutige Recht nicht mehr. Aus dieser gewandelten Auffassung der Gewerbefreiheit im heutigen Recht ergibt sich aber, daß dort, wo die Ausübung eines Gewerbes zu Schäden für das Dolksganze führt, diese Betätigung vom Recht mißbilligt wird, und demnach in Fällen, in denen nur durch eine Untersagung des Gewerbebetriebes die Gesamtheit wirksam geschützt werden kann, auch die polizeiliche Untersagung des Betriebes statthaft erscheint. Die Begrenzung geltend zu machen, welcher ber Gewerbetrieb im Interesse bes Volk- ganzen unterliegt, ist Sache ber Polizei, deren Aufgabe im nationalsozialistischen Staat in erster Linie ber Schutz ber völkischen Gesamtorbnung unb ihrer wichtigsten ©lieber ist. Im Dorliegenben Falle hatte bie Polizei gegenüber bem Kläger ein besonders bedeutsames Gut, bie Volksgesundheit, zu schützen. Es kann unter keinen Umständen angehen, unter Berufung auf die Kurierfreiheit eine Behandlungsweise auszuüben, die eine schwere Gefährdung der Volksgesundheit bedeutet. Die Polizei war daher berechtigt, im vorliegenden Falle auch mit der Untersagung des Gewerbebetriebes einzuschreiten, da dies das einzige Mittel bildete, die Volksgesundheit sicherzustellen. (Urteil des Thüringischen Oberverwaltungsgerichts vom 4. März 1936; vgl. „Deutsche Verwaltung" Nr. 4 Jahrgang 13, Seite 130.) Sind Vorverhandlungen zMGruMMkaufmaßsebend? Es ist zweckmäßig, sich zunächst einmal über die allgemeinen Grundsätze eines Kaufes überhaupt klar zu werden, also über die gesetzlichen Bestimmungen, wie sie das Bürgerliche Gesetzbuch gibt. Wichtig ist zum Beispiel zu wissen, wie die Rechtslage ist, wenn die Kaufsache mangelhaft ist. §459 des Bürgerlichen Gesetzbuches lautet: „Der Verkäufer einer Sache haftet bem Käufer dafür, baß sie zu ber Zeit, zu welcher bie Gefahr auf den Käufer übergeht, nicht mit Fehlern behaftet ift, die den Wert ober bie Tauglichkeit zu bem gewöhnlichen ober bem nach bem Vertrage vorausgesetzten Gebrauch aufheben ober mindern. Eine unerhebliche Minderung des Wertes oder der Tauglichkeit kommt nicht in Betracht. Der Verkäufer haftet auch dafür, daß die Sache zur Zett des Überganges der Gefahr die zugesicherten Eigenschaften hat." 1—15 16—30 1—2 2—3 über Tage Tage Mon. Mon. 3 Mon. 2086 1186 550 270 76 22 14747 5141 4418 3216 1266 706 14111 7925 3050 1970 708 458 30944 14234 8018 5456 2050 1186 Wirtschaft. Teilweise Benzinpreisermäßigung im frankfurter Bezirk. Fwd. Die Treibstoffkonventionsfirmen haben soeben eine Sonderregelung im Gebiet der Treibstofforganisation Südwest getroffen. Für Frankfurt a. M. wurden, wie der Fwd. erfährt, die Tankstellenpreise von 37 auf 36 Pf. je Liter er- mäßigt, dafür fielen aber hier die Rabattgutscheine weg. Auch die Teilgebiete der Frankfurter Zone, Odenwald und Oberhessen, erhielten eine Preissenkung um 1 Pf. auf jetzt 37 Pf., während in den übrigen Bezirken, wie Mannheim, Pfalz und Saargebiet an der vor etwa zwei Monaten eingetrete- nen Ermäßigung sich nichts mehr änderte. Im Propergeschäft blieb die Preisgleichheit nur in gewisser Beziehung unverändert. Der Rabatt stellt sich dabei jetzt 1 Pf. niedriger. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse weiter fest. Frankfurt a. M., 2. Juni. Auch nach den Feiertagen blieb die Börse auf allen Marktgebieten fest. Das Geschäft kam verhältnismäßig schnell in Gang. Bon der Kundschaft lagen wieder auf nahezu allen Marktgebieten Kaufaufträge vor, da- Segen mangelte es weiterhin an entsprechendem lngebot. Infolgedessen bewegte sich das Geschäft zumeist in engen Grenzen. Am Aktienmarkt betrugen die durchschnittlichen Kurserhöhungen 1 bis 1,50 v. H. Lebhafter waren IG. Farben mit 172,90 bis 173,75 (172), sehr fest Scheideanstalt mit plus 3 o. Sy, Deutsche Erdöl und Metallgesellschaft mit je plus 2,75, ferner Rütgerswerke 0,75 v. H. höher. In Montan- werten war der Umsatz teilweise lebhafter bei Erhöhungen von 1 d. Sy, Mannesmann, Hoesch und Klöckner stiegen bis 1,50 v. H., Rheinstahl unverändert 132,75. Zellstoffaktien erfuhren Befestigungen bis zu 1,50 v. H., im gleichen Ausmaß gesteigert waren Maschinen- und Motorenwerte, lediglich BMW. lagen knapp gehalten. Der Elektromarkt lag still und teilweise schwächer; an diesem Markt wartet man offenbar die weitere Entwicklung hinsichtlich der AEG. ab. Gesfürel verloren 1,13 v. H., Siemens 1,25 v. Sy, auch AEG. zunächst 0,65 v. Sy niedriger, später um 0,40 v. Sy erholt, höher waren Schlickert mit 153 (152). Im einzelnen eröffneten Bank für Brauindustrie 1,75 d. Sy, Deutsche Linoleum 0,75 v. Sy, Westdeutsche Kaufhof, AKU. und AG. für Verkehr bis 0,75 d. Sy fester. Schiffahrtsaktien bröckelten weiter etwas ab, ferner setzten Reichsbank 0,25 v. Sy niedriger ein. Nach den ersten Kursen blieb die Haltung fest, und meist traten weitere Kurserhöhungen ein. Am Rentenmarkt war die Kursentwicklung uneinheitlich. Altbesitz etwas schwächer, dagegen zogen Kommunal-Umschuldung, Späte Reichsschuldbuchforderungen und 6 v. Sy Vereinigte Stahlwerke 0,13 v. Sy an. In zert. Dollar-Bonds blieb der Umsatz aus dem bekannten Grund gering. Don Auslandsrenten blieben Ungarn gefragt, Goldrente 10,20 (10), ferner 4proz. Rumänen 6,05 (6). Auch im Verlaufe setzten sich die Kurssteigerungen für Aktien fort, das Geschäft blieb aber mangels Angebots klein. Im Durchschnitt zogen die meisten Werte nochmals bis 1 v. Sy an. Im Vordergrund standen Montanaktien, Mannesmann 100 nach 98,50, Buderus 105,50 nach 103,75, Rheinstahl 135 nach 132,75, Vereinigte Stahlwerke 97,50 nach 97. Weiter stark erhöht waren Scheideanstalt mit 256 nach 253 und zuletzt 250. Siemens waren auf 194 erholt, ebenso Gestiirel auf etwa 144,25 nach 143,65. während AEG. unverändert blieben und auch IG. Farben keine Veränderung aufwiesen. Am variablen Rentenmarkt stiegen Kommunal-Umschuldung auf 89,20 nach anfangs 89,05, sonst blieb das Geschäft klein. Goldpfandbriefe, Kommunal-Obligationen und Stadtanleihen waren unverändert, Liguidationspfandbriefe etwas uneinheitlich. Auslandsrenten blieben ziemlich fest, besonders Mexikaner, ferner die kleinen Werte, Ungarn Gold auf 10,13 nach 10,20 nachgebend. Der Freiverkehr lag ebenfalls fest: Pokorny 111 (108). Wayß & Freytag 119 (117), NSU. 130 (124), VDM. 138,50 (137), Kali Wintershall 127 (125,50), Rastatter Waggon 12 (11). Tagesgeld nach dem Ultimo leichter und 2,75 (3,25) d'.Sy * Anläßlich des lokalen Feiertages (Wäldchestag) fand keine Abendbörse statte Frankfurter Schlactitviebmarkt Frankfurt a. M., 2. Juni. Auftrieb: 119 Rinder (gegen 231 am letzten Montagsmarkt), darunter 10 (61) Ochsen, 14 (44) Bullen, 71 (93) Kühe. 24 (33) Färsen; 452 (651) Kälber, 0 (1) Schafe. 2885 (2987) Schweine. Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 45 (am 25. Mai 42 bis 45), b) 41 (—); Bullen a) 43 (43); Kühe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 35 bis 38 (35 bis 38), c) 28 bis 33 (28 bis 33), d) 25 (25); Färsen a) 44 (44); Kälber andere a) 75 bis 78 (73 bis 78), b) 69 bis 74 (66 bis 72), c) 59 bis 68 (55 bis 65), d) 46 bis 58 (38 bis 54); Lämmer, Härnrnel und Schafe nicht notiert; Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51); Sauen gl) 54 bis 56 (—), g2) 50 bis 53 (—). — Marktverkauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt; Kälber lebhaft, aus- verkauft. Großmarkt für Fleisch und f ü r F ett- waren. Beschickung: 499 Viertel Rindfleisch, 125 ganze Kälber, 1 Hammel, 474 halbe Schweine, 6 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80; Bullenfleisch —, Kuh- fleisch a) 75, b) 65, c) 54; Färsenfleisch a) — (alles jeweils Höchstpreise); Kalbfleisch b) 95 bis 105, c) 85 bis 95; Hammelfleisch b) 90 bis 95; Schweine- fleisch b) höchster 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 cm 60 bis 65, Flomen höchster Preis 80. Marktverlauf lebhaft. Frankfurter Obst, und Gemüfemackt. F r a n k f u r t a. M., 2. Juni. Gemüse: Sehr starkes Angebot von Spargeln und Salat, Nachfrage bei rückläufigen Preisen schleppend, im übrigen blieben die Preise bei etwas schwächerem Angebot unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl (T = Treibhaus) 20 bis 55, Erbsen 23 bis 25, Ge- Jn unserer heimischen Pflanzenwelt befinden sich nicht weniger als vierzig Arten, die giftige Stoffe enthalten, deren Genuß dem Menschen schwere Krankheit oder gar den Tod bringen kann. Manche rufen je nach Art und Menge, in der sie genossen werden, durch ihren ätzenden Saft schwere Entzündungen hervor, andere lähmen wichtige innere Organe. Leider kennen die wenigsten Menschen die bei uns oorkommenden Giftgewächse. Genaue Kenntnis dieser Schädlinge kann manches schwere Unheil verhüten. Nicht alle sind gleich stark giftig. Während wohl einige in allen ihren Teilen Giftstoffe enthalten, finden wir bet anderen etwa nur im Wurzelstock, der Zwiebel, den Blättern, den Blüten, oder in zweien zugleich den todbringenden Stoss vor. Im folgenden sollen die wichtigsten Vertreter unserer gefährlichen Giftpflanzen näher gekennzeichnet werden. Wenn noch Eis und Schnee die Erde bedecken, dann entfaltet schon die vielfach in den Gärten angebaute Christrose, auch Schneerose genannt, ihre prächtigen schneeweißen Blüten. Sie führt auch noch den Namen Nieswurz. In pulverisiertem Zustande wird die Wurzel zur Herstellung des Schneeberger Schnupftabaks benötigt; daher der Name. Wird sie aber irrtümlich gegessen, so kann sie unter Krämpfen und Koliken den Tod herbei- führen. Im zeitigen Frühjahr, oft schon im Februar, ist ein kleiner Strauch meist in Gebirgswäldern, aber vielfach auch als Gartenpflanze anzutreffen. Es ist der Seidelbast oder Kellerhals. Seine rosaroten Blüten erfreuen unser Auge. Sowohl die roten Früchte, wie auch der scharfe Saft der Rinde enthalten aber ein starkes, tödlich wirkendes Gift. Wenn der Wonnemonat Mai die Erde in junges Grün gekleidet hat, lockt der köstliche Duft des Maiglöckchens den Waldbesucher an. Er kann es beruhigt pflücken, doch die roten Beeren, die sich später entwickeln, muß er meiden, um nicht schweren gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Eine Zeitgenosse dieses Lieblings der Menschen ist die Kuh- oder Küchenschelle, eine Bewohnerin sonniger Hügel und lichter Wälder. Ihre dunkelvioletten Blüten gleichen einem Glöckchen. Mitunter können die seidenartigen, silberflaumigen Blätter beim Sammeln anderer Blätter und Kräuter mit- gepflückt werden. Bei unvorsichtigem Genuß bewirken sie vorübergehende Blindheit und Störungen im Rückenmark und Gehirn. In ähnlicher Weise nur viel stärker, wirkt die Wurzel des Eisenader Sturmhutes, dessen Heimat die Alpen, sowie die Mittel- und Süddeutschen Gebirge ist und der bei uns in den Gärten gerne gesehen wird. Tritt Vergiftung durch ihn ein, die sich durch Kopfschmerz, Lähmung des Pulsschlages und der Atmung anzeigt, so ist der Tod oft schon nach einigen Stunden die Folge, wenn nicht ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird. Oft bewirkt der Sturmhut schon, im Blumenstrauß getragen, eine Anschwellung der Hand. Wohl die gefährlichste aller Giftpflanzen unserer Heimat ist die Tollkirsche, deren glänzende schwarze Beere einer Herzkirsche ähnelt und deshalb leicht, von Kindern besonders, für eine solche würzel gr, Bdl. 30 bis 40, Gurken (T) 20 bis 35, 20 bis 32 holl., Karotten (T) Bdl. 8 bis 12 alte Kartoffeln 50 kg 3,80 bis 4,05, neue (runde 8.50 bis 9,50 ital., lange 12,50 bis 13,50 ital., Kohlrabi St 8 bis 14, Kopfsalat St. 2 bis 6, Rettich St 6 bis 15, Bdl. 6 bis 1(7, Radies Bdl. 3 bis 5, Römischkohl 5 bis 6, Spargel I 36 bis 38, II 30 bis 32, III 24 bis 27, IV 12 bis 14, Spinat 5 bis 8, Schnittlauch 25 bis 30, Tomaten (T) 55, Weißkraut spitz 10 bis 12, Wirsing 4 bis 5, Zwiebeln 11 bis 11,75 ägypt., 10 ital. Obst und Südfrüchte: Starkes Angebot von Erdbeeren, von Kirschen genügend. Geschäft schleppend, Preise fallend. Von Apfelsinen und ausl. Aepfeln noch gutes Angebot, Absatz zuftiedenstellend, Preise uno. U. a. notierten: Aepfel Kiste zirka 18V, bis 20 kg netto 18,00 bis 20,00, dto. austral. 18,00 bis 20,00, Apfelsinen blond 15 bis 18 span., Imperial 19 bis 23 span., Blut 14 bis 16 span., Imperial 26 bis 30 ital., Bananen, 12V--kg-Kiste netto 9,00 westind., 8,50 Kamerun, Erdbeeren (T) la 70 bis 80, Freiland I 55 bis 65, II 45 bis 50, III 35, Kirschen 30 bis 37, grüne Stachelbeeren 18, Zitronen, Kiste 300 und 360 Stück 6,00 bis 7,00. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 472: Bekanntmachung KP 142 der Ueberroa- chungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 473: Höchstbeträge für den Postanweisungs-, Nachnahme- und Auftragsverkehr mit Belgien. — 474: Bekanntmachung KP 143 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 475: Umrechnungskurse in den Güter- und Tierverkehren mit dem Auslande. — 476: Drittes Zusatzabkommen zum Handelsvertrag mit der Türkei. gehalten wird. Beeren und Wurzeln sind die giftigsten Teile der Pflanze. Fast jeden Sommer fordert sie Opfer, selbst Massenvergiftungen durch sie sind bekannt. Drei bis vier Beeren genügen, ein Kind zu töten. Amseln und Drosseln verzehren sie jedoch, ohne irgendwelchen Schaden zu nehmen. In früheren Jahren benutzte man den roten Saft der Beeren in Italien zum Schminken. Unheimlich wirkt das auf Schutthaufen und an Wegen wachsende Bilsenkraut, eine altbekannte, sehr giftige Pflanze mit ihren klebrigen Blättern und ihren violett geaderten, schmutzig-gelben Blüten, die einen betäubenden Geruch abgeben. Im Aberglauben spielte das Bilsenkraut eine große Rolle; es bildete einen Hauptbestandteil der berüchtigten Hexensalbe. Zur gleichen Pflanzengattung, zu der die beiden letzten gehören, nämlich den Nachtschattengewächsen, gehören noch eine ganze Reihe anoerer Giftpflanzen. Als nächste Verwandten unserer nützlichen Kartoffel sind der Schwarze und der Bittersüße Nachtschatten zu nennen. Als läftioes Unkraut in den Gärten und Feldern enthalten namentlich die schwarzen Beeren ein starkes Gift. Der gefürchtete Stechapfel mit seinem übelriechenden Kraut ist ein Nachbar des Bilsenkrautes. Die stachelige Fruchtkapsel enthält die vielen schwarzen Samen, die am giftigsten für uns Menschen sind, von Vögeln aber gerne unschädlich verzehrt werden. Wer kennt nicht den prachtvollen Goldregen, der in seinen goldgelben Blütentrauben ein gern gesehener und beliebter Zierstrauch unserer Gärten und Parkanlagen ist? Er enthält, besonders in den schotenartigen Früchten, einen sehr scharfen Giftstoff. Gar manches Kind mußte schon sterben, weil es nur an den Blättern oder Blüten getaut hat. Aus Waldblösen prangt im Sommer der prächtige Fingerhut. Alle Teile dieses Gewächses verursachen beim Verzehren infolge des heftigen Giftes gefährliche Erkrankungen. Schlimmer noch als die im Waldesschatten wachsende Einbeere, die als schwarzblaue Beere von Kindern verzehrt, verhängnisvoll wirken kann, ist die Eibe, auch Taxus genannt. Lebensbaum ist auch öfters ihr Name. Nicht nur die Samen, sondern auch die breiten Nadeln enthalten ein betäubendes Gift, das alle inneren Organe angreift, Herz und Lunge lähmt, so daß der Vergiftete plötzlich erstickt. Weideplätzen und Straßen muß die Eibe ferngehalten werden. Vieh, das von den Nadeln zu freffen bekommt, muß unter furchtbaren Schmerzen elerh verenden. Neben der Weißen Zaunrübe, Deren Wurzeln stark giftig sind, darf nicht die große Familie der S ch i e r I i n g e vergessen werden. Unter ihnen ist der Wasserschierling der schlimmste. Durch Verwechslung seines Wurzelstockes mit dem der Hundspetersilie sind schon manche Todesfälle unter Krämpfen und Ohnmächten erfolgt. Beim G e - fleckten Schierling ist merkwürdigerweise die Wurzel nicht so sehr gefährlich, als gerade die petersilienähnlichen Blätter und Samen. Unserer wichtigen Gewürzpflanze, der Petersilie, täuschend ähnlich finden wir ebenfalls in Gärten den G a r - tenschierling, auch Hundspetersilie geheißen. Hauptsächlich sind die Blätter gefährlich. Es ist deshalb empfehlenswert, die krausblätterige Petersilie im Garten anzubauen, um Verwechslungen vorzubeugen. An Zäunen und Gebüschen klettert die Weiße Zaunrübe empor, die eine stark giftige Wurzel besitzt. Wenn der Herbstwind über die Stoppeln weht und die Blumen der Wegwarte dahin sind, dann sprießt noch eine sehr giftige Pflanze auf der Flur hervor und gibt ihr den letzten Schmuck: die Herb st zeitlose. Nicht nur die Samen und Knollen sind sehr giftig sondern auch die übrigen Pflanzenteile sind selbst im Heu noch außerordentlich schädlich, weshalb sich Weidetiere — außer Schafen — nicht an ihr vergreifen. Nur .fünf Gramm von dem Samen bet Herbstzeitlose genügen, um einen Menschen innerhalb weniger Tage zu töten. Wie eingangs gesagt, sollen nur die wichtigsten bei uns vorkommenden Giftpflanzen auf geführt werden. Wenn sie auch alle dem Menschen als ein gefährlicher und gefürchteter Feind erscheinen, so werden sie mitunter in der Hand des Arztes zu einem Wohltäter und notwendigen Heilmittel. Anklage wegen erschwerten Mordes erhoben. Frankfurt a. M., 1. Juni. (LPD.) Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Gegen den Fritz Georg aus Bommersheim bei Oberursel hatte der Oberstaatsanwalt in Frankfurt am Main am 14. Februar 1936 Anklage wegen erschwerten Mordes nach § 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens vom 13. Oktober 1933 erhoben. Der Angeklagte hatte am Sonntag, 26. Januar 1936, den Polizeihauptwachtmeister Homm auf der Polizeiwache in Oberursel, während dieser sich in Ausübung seines Berufes befand, mit einem Dolch in grausamer Weise erstochen. Kurz vor der seinerzeit bereits anberaumten Hauptverhandlung ergaben sich Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Täters. Es fand eine eingehende Beobachtung und Untersuchung des Mörders in der Landesheilanstalt Eichberg (Rheingau) statt. Der Leiter di/ser Anstalt hat ein Sachverständigengutachten erstattet, nach dem Georg an einer geistigen Erkrankung (Schizophrenie = Spaltungsirresein) leiden und zurechnungsunfähig sein soll. Bei dieser Sachlage hat der Oberstaatsanwalt nunmehr auch einen Antrag auf dauernde Unterbringung des Mörders in einer Heilanstatt gestellt. Der neue Termin zur Hauptverhandlung vor dem hiesigen Sondergericht wird voraussichtlich am Freitag, 19. Juni, stattfinden. Hitlerjunge von einem Auto totgefahren Hanau, 2. Ium. (LPD.) Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am Samstagnachmittag auf der Straße Hanau—Dörnigheim. Dort war eine Gruppe Hitlerjungen auf Fahrrädern unterwegs, als ein Auto aus Frankfurt heran- nahte und beim Ueberholen eines andern Fahrzeuges in die HI.-Kolonne hineinfuhr. Das Auto erfaßte den Hitlerjungen Hubertus Ney aus Hanau, der gegen die Windschutzscheibe geschleudert und tödlich verletzt wurde. Auf Grund der polizeilichen Ermittlungen trägt der Autofahrer die Schuld an dem bedauerlichen Vorfall. Mit dem Auto in den Bhein. Die Leiche des zweiten verunglückten gelandet. LPD. Frankfurt a. M., 2. Juni. Der Kaufmann Jakob Schütz, der qm 24. Mai mit feinem Auto, in dem sich auch feine Mutter befand, b e i Mainz in den Rhein gefahren ist, ist nunmehr bei Mainz aus dem Rhein gelänget worden. Die Mutter des Schütz wurde bekanntlich schon bald nach dem Unfall aus dem Rhein ge» länbet. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 4. )unl. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30 von Leipzig: Frühkonzert. 8.10 von Stuttgart: Gymnastik. 8.30 von Bad Krozingen: Bäderkonzert. 10 von Stuttgart: Schulfunk. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12 von München: Mittagskonzert. 14.10: Dem Opernfreund (VI). 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 16 von Trier: Lieder und Werke für Klavier von Max Reger. 16.45 von Trier: Unterhaltungskonzert. 17.30: „Zeppelin, marsch!". Max (Seifen- heyner spricht über neue Zeppelinbücher. 17.45: „Die Wellentagung", „Spaziergang im Aether". 18 von Königsberg: Konzert. 19: Zuflucht der Leidenden. 20.10: Im Marsch-Rhythmus. 22.20 von Breslau: „Drei Tage Mittelgebirgsfahrt 1936". 22.40 von Berlin: Tanzmusik. 24 bis 2 von Stuttgart: Nachtkonzert. Gefährliche Giftpflanzen unserer Heimat Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 d. Sy Frankfurt a. UL Berlin Schluss- kurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« hörte £)atnm 29 5 2.6. 29 5 2-6. 6% Deuhche Relchsanieihe v. 1927 101,13 101,13 101,25 101,4 4% Deutsche »ieichganl. von 1934 98,5 98,5 98,5 98,75 5lz°o Dvung.Anleihe von 1930 . — 103,75 Deutsche Anl..2iblöi.^Schuld mii AuSlos.-Rechten .......... 115,25 114,9 115,25 114,75 Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, l. .. 100,4 100,4 100,4 100,3 S 10 15 19 J5 27 52 30 66 56 05 ZI 18 46 85 91 --- ) 8 t 3 5 9 1 I I 2 Zeugnis ab. Außer den in der Kategorie der meistgespielten Stücke bereits erwähnten Operetten standen — teils in Erstaufführungen, teils in Neuauf- führungen — auf dem Spielplan: „Schwarze Husaren" von W. W. Goetze, „Paganini" und „Die blaue Mazur" von Lehar und „Die unvollkommene Ehe" von Nehring. Die Operette, die sich als theatralische Gattung bei uns von jeher eines lebhaften Interesses erfreute, fand denn auch in dieser Spielzeit, soweit wir uns davon überzeugen konnten, recht gut besetzte Häuser und ein dankbares Publikum. Unter den sonstigen Veranstaltungen der Spielzeit sind weiterhin eine Reihe von Gastspielen zu nennen, an erster Stelle die schon um der aufschlußreichen Vergleichsmöglichkeiten willen sehr interessanten Tanzabende, die nach einander Harald Kreutzberg, Palucca, Mary Wigmatt und die indische Tanzgruppe Menaka bei uns bestritten. Ferner: Henny Porten mit eigenem Ensemble; „Die acht Entfesselten"; Musikclown Noni. Besonderen Wert legt die Theaterleitung auf die neueingeführten Sonntagmorgen-Veranstaltungen, die auch in der kommenden Spielzeit fortgesührt werden sollen, und die, in Anbetracht ihres intimeren Charakters, außerordentlich geeignet sind, das Verhältnis zwischen Publikum und Theater noch inniger zu gestalten. Es ist deshalb sehr zu wünschen, daß diese Veranstaltungen sich in Zukunft eines etwas zahlreicheren Besuches zu erfreuen haben werden, zumal wenn es sich um Einführungen handelt, die den Besucher auf die eine oder andere Ausführung vorbereiten sollen, wie das gelegentlich von Lope de Degas „Stern von Sevilla" und von Haertens „Tollem Christian" geschah. Erfreuliche Leistungen boten auch beispielsweise die Morgenfeier am Heldengedenktag und die Aufführung alter Musik. Mit dieser Aufzählung mag der Ueberblick über die künstlerischen Leistungen des Theaters in der letzten Spielzeit (der selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt) beschlossen sein. Wir dürfen, da wir am Ende stehen, mit gutem Gewissen feststellen, daß die Theaterleitung zu Beginn nicht zuviel versprochen hat; wir dürfen zufrieden sein mit dem, was uns dargeboten wurde, und uns dessen freuen, daß das Gießener Theater sich heute bereits wieder eines guten Rufes und auf gediegene Leistung gegründeten Ansehens unter den Bühnen der deutschen Provinz zu erfreuen hat. Wir dürfen auch darauf vertrauen, daß die unter der rührigen und ehrgeizigen Leitung unseres Intendanten im vergangenen Herbst begonnene Arbeit in der kommenden Spielzeit — mit teilweise neuen Kräften, mit erweiterten technischen Mitteln — do« allem aber mit dem gleichen künstlerischen Ernst und derselben Hingabe und Liebe zur Sache fortgeführt, ausgebaut und vertief* werden wird. hth. Das Gießener Gtadttheater in der Gvielzeit 1935/36. Nachdem das Theater am Pfingstmontag mit der letzten Aufführung von Shakespeares „Ende gut, alles gut" seine Pforten geschlossen hat, scheint es an der Zeit, rückblickend und zusammensassend noch einmal zu überschauen, was in der abgelaufenen Spielzeit geleistet worden ist. Diese Spielzeit kennzeichnete sich, erhielt ihren besonderen Charakter und ihr eigentümliches Gesicht durch den Umstand, daß sie unter neuer künstlerischer Leitung — Intendant Hermann Schultze-Griesheim — stand und mit einer ganzen Reihe neugewonnener Kräfte im darstellenden Personal bestritten wurde. Ehe sich im Herbst zum festlichen Auftakt mit Kleists „Prinzen von Homburg" zum ersten Male der Vorhang hob, entwickelte der Intendant vor den Besuchern in großen Zügen Programm und Richtlinien, nach denen er sein Theater zu leiten und seinen Spielplan zu formen gedachte. Und wenn der Intendant vor der letzten Vorstellung in diesen Tagen abermals an die Rampe trat und, selber rückschauend, erklärte, es dürfe wohl heute gesagt werden, daß das Vertrauen zum Theater wiederhergestellt und neu gefestigt sei, so darf hinzugefügt werden, daß dies erreicht wurde mit einem Programm, welches mit Bewußtsein und voller Absicht unter das Bekenntnis zum dichterischen Theater gestellt worden ist Es sollte eine Kunst auf der Bühne gegeben werden, von der die alte und ewige Erschütterung, Erhebung und Befreiung durch das dichterische Wort ausgeht und die Menschen vor dem Vorhang in seinen Bann schlägt. Damit war, im Gegensatz zur vorausgegangenen Spielzeit, dem Schauspiel wieder der dominierende Platz im Repertoire em- geräumt, der ihm an einer Bühne wie der unsren ganz besonders gebührt; und innerhalb des Schauspiels war wiederum den Klassikern (im weiteren Sinne) der ihnen zukommende Rang als der Grundlage und dem Rückgrat der gesamten Spiel- plangestaltung zugewiesen. Es ist recht lehrreich, ehe wir auf Einzelheiten eingehen, einen Blick auf das Gesamtbild zu wer, fen, wie es sich, zunächst ganz nüchtern und Ziffern, mäßig, in der Zusammenstellung des dramaturgischen Büros (im letzten Programmheft) ausdruckt. Es sind in der letzten Spielzeit insgesamt 236 Jßor- stellungen gegeben worden, davon 96 tm Abonne- ment, 61 außer Abonnement, 26 auf Abstecher und 26 für die „Deutsche Bühne', die damit auch dies- mal wieder eine planvolle, breite Volksschichten er- fassende, erzieherische Kultur- undDildungsorbe im Sinne des Dritten Reiches geleistet hat Hinzu kommen 8 Gastspiele, 7 Morgenfeiern und 4 Sym- phoniekonzerte. Den Aktionsradius des Stadt- theaters bezeichnen die Gastspiel-Orte Alsfeld, Butz- von Goetz-Deval hervorgehoben, in einer der besten, regiemäßig erfreulichsten und darstellerisch reifsten Aufführungen der vergangenen Spielzeit. Den oolksstückhaften Charakter betonten Stücke wie „Krach im Hinterhaus" (Böttcher), „Wenn der Hahn kräht" (Hinrichs), „In Luv und Lee die Liebe" (Lindemann), „Straßenmusik" (Schurek) und „Holzappel" von H. A. Weber. „Holzappel" war die erste Uraufführung und mit insgesamt 13 Ausführungen das erfolgreichste Stück der Spielzeit. Die Aufführungsziffern sind überhaupt recht lehrreich: an nächster Stelle erscheinen das Weihnachtsmärchen „Der kleine Muck" (11) und die Operetten „Die Tanzaräfin" und „Die Fledermaus" (je 10). „Der Dogelhändler" brachte 9, „Der Waffenschmied", „Die Komödie der Irrungen", „Der Mann mit den grauen Schläfen" und „Krach im Hinterhaus" je 8; demgegenüber hatten der „Prinz von Homburg" 6, „Der zerbrochene Krug" (zusammen mit Reina- chers „Lapp im Schnakenloch") 5, „Der tolle Christian" nur 3 Aufführungen. Stark ausgebaut und zu einem organischen, ganz aus eigenen Kräften erhaltenen Bestandteil des Repertoires wurde der Opernspielplan entwickelt. Das erfordert naturgemäß eine gewisse Ausweitung des Personalbestandes (während die Oper früher mit auswärtigen Gastspielen oder auf Grund gewisser Kompromißlösungen in der Personalbesetzung bestritten wurde) — entspricht aber von jeher, gerade in einer musikalisch so interessierten und angeregten Stadt wie Gießen, einem Bedürfnis und lebhaftem Interesse des Publikums. Es wurden gegeben: „Tiefland" (d' Albert), „Der Apotheker" (Haydn), „Undine" und „Der Waffenschmied" (Lortzing), „Cosi fan tutte" (Mozart), „Maskenball" (Verdi) und „Susannens Geheimnis" (Wolf-Ferrari; zusammen mit Haydns „Apotheker"). Ein Blick auf diese Werke läßt die Prinzipien, nach denen der Opernspielplan bei uns aufgebaut und durchgeführt wird, klar erkennen: keine Experimente, sondern bewährte, in ihrer Anziehungskraft auf das Publi- kum meist seit langem erprobte Stücke, die weder technisch noch im Musikalisch - Darstellerischen die Möglichkeiten und Grenzen einer Provinzbühne im Stile des Gießener Stadttheaters überschreiten. Aufführungen wie „Tiefland", „Cosi fan tutte" und „Der Waffenschmied", der mit insgesamt acht Vorstellungen die zahlenmäßig ergiebigste Oper dieses Winters war, standen musikalisch und szenisch auf einer für unsere Verhältnisse durchaus angemessenen, beachtlichen Leistungshöhe. Eine starke Stütze bildete das Orchester, das sich unter der Obhut der beiden Kapellmeister Paul Walther und Ernst Bräuer immer mehr zu einem Spielkörper von harmonisch durchgebildeter, wohldisziplinierter Ge- schlossenheit und angeregter Musizierfreudigkeit entwickelt hat. Davon legten auch sowohl die bereits genannten Konzerte wie teilweise die Morgenveranstaltungen und endlich die Operetten-Aufführungen bach, Grünberg, Heuchelheim, Bad Homburg, Lauterbach, L.ich, Marburg, Bad-Nauheim, Siegen und Wetzlar. Damit ist auch die Bedeutung unserer Bühne als eines Kulturmittelpunktes und Theaterzentrums für Oberhessen und die benachbarten preußischen Bezirke hinreichend und erfreulich gekennzeichnet. Im einzelnen umfaßte der Spielplan die folgenden Aufführungen: 13 Schauspiele, 16 Lustspiele, ein Märchen, 7 Opern, 7 Operetten, 7 Morgenfeiern, 4 Tanzabende, 3 Bunte Abende, 4 Symphoniekonzerte und 4 andere Konzerte (Kammermusik, Rundfunk usw.). Im klassischen Schauspiel standen Shakespeare („Komödie der Irrungen", „Ende gut, alles gut") und Kleist („Prinz Friedrich von Homburg", „Der zerbrochene Krug") zusammen mit der Uraufführung von Lope de Vegas „Stern von Sevilla" (zum 300. Todestage des großen Spaniers) an erster Stelle; man sah diese Stücke durchweg in ausgezeichneten Aufführungen, die vom Intendanten persönlich inszeniert waren und am deutlichsten erwiesen, in welcher Form und mit welchen Mitteln er feine künstlerischen Ziele zu verwirklichen bestrebt ist. Besonders anzuerkennen ist, auch in diesem Zusammenhang, die Bemühung um eine sprachliche Durchdringung und Ausformung des dramatischen Kunstwerks. Hand in Hand damit geht die Bildung eines einheitlichen, lückenlos und vielseitig zusammenspielenden und sich wechselseitig ergänzenden Ensembles, eines vom Willen zu echter, künstlerischer Gemeinschaftsarbeit durchdrungenen Spielkörpers. Das ist freilich eine Aufgabe auf längere Sicht und nicht im Ablaufe eines Theaterwinters zu erreichen. Die üblichen und teilweise auch unvermeidlichen Veränderungen im Personal (wir haben kürzlich bereits an dieser Stelle darüber berichtet) bringen es mit sich, daß der Theaterleitung für diese grundsätzlich wichtige Aufgabe billigerweise ein gewisser zeitlicher Spielraum eingeräumt werden muß. Das neuere Schauspiel kam in recht glücklich gewählten Proben zur Geltung. Ibsens „Peer Gynt", schon als Inszenierungsproblem immer aufs neue reizvoll und interessant, konnte als Bindeglied zwischen dem klassischen und dem modernen Drama gelten, wie es sich mit der „Insel" von Bratt, Müller-Schelds „Schach dem Zaren", Wenters „Kanzler von Tirol" und insbesondere dem „Tollen Christian" von Theodor Haerten repräsentierte. Auch für dieses zuletzt genannte Stück hatte sich der Intendant persönlich eingesetzt; sein Autor wird von der nächsten Spielzeit an, wie vor einiger Zeit bereits mitgeteilt wurde, als Schauspielregisseur seine langjährige praktische Bühnenerfahrung unserm Theater dienstbar machen. Besondere Pflege erfuhr neben dem klassischen auch das moderne Lustspiel (im weitesten Sinne). Neben den erprobten Engländern Shaw und Wilde („Pygmalion", „Eine Frau ohne Bedeutung") fei besonders „Towarrsch" Nr. 127 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, Z.Zuni M6 Außenministeriums Untersuchung ist bis heute noch Streitfall verfolgt, zwei Parteien gebildet. Die eine, kleinere, hält es mit dem Papst, während die große Mehrheit offen auf der Seite Monsignores de la Villerabels steht, der sich bisher geweigert hat, seine Absetzung anzuerkennen. Ueberdies haben sämtliche kirchlichen Würdenträger des Erzbistums den Prälaten Berlin wissen lassen, daß sie bei dem bevorstehenden Festgottesdienst zum Andenken an die Verbrennung der Jungfrau von Orleans in Rouen geschlossen die Kathedrale verlassen würden, falls er sich sehen lasse oder gar seinen Platz als Domherr und Prälat einnehme. Schließlich hat auch noch die französische Regierung sich der Angelegenheit angenommen und für Monsignore de la Vil- lerabel Partei ergriffen. Der französische Botschafter beim Vatikan wurde beauftragt, gegen die Absetzung des Erzbischofs offiziell Einspruch zu erheben. In Abwesenheit des kranken Außenministers Flandin werden die Geschäfte des Quai d'Orsay gegenwärtig von dem Staatsminister Paul-Bon- cour geleitet, der nicht nur ein Schulfreund Monsignores de la Villerabels ist, sondern auch Mitglied der zukünftigen Regierung Löon Blums fein wird. Wie dieser Konflikt zwischen Quai d'Orsay und Vatikan ausgehen wird, ist völlig ungewiß. Die Kirche bestreitet dem französischen Staat das Recht zum Einspruch gegen die Absetzung. Bei der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen wurde ihm durch eine Denkschrift des Kardinals Gasparri lediglich ein sogenanntes „droit de regard“ bei der Ernennung, dagegen nicht bei der Absetzung, zu- gesichert. Allerdings könnte der Staat, der seit den Enteignungsgesetzen Eigentümer des Erzbischofssitzes ist, dem Nachfolger den Einzug verwehren. chenabteilung des französischen wurde eine gerichtliche gegen Berlin eingeleitet. Diese Zu Beginn des Jahres hatten wir uns vorgenommen, auf das Erblühen der Blumen zu achten und sie durch alle Monate zu verfolgen. Natürlicherweise waren es anfangs nur wenige, im Verborgenen blühende Pflanzen. Dann kamen in großer Zahl die fast allgemein bekannten Frühjahrsblumen, die wir noch ohne Mühe finden und aufzählen konnten. Aber schon Ende April und vor allem im Mai nahm der Arten- und Formenreichtum so schnell zu, daß wir uns auf eine Auswahl beschränken mußten. Trotzdem haben wir eine an sich lange Liste angeführt und konnten das wagen, weit' wohl alle diese Blumen bekannt sind. Selbst die seltenen oder nur beschränkt verbreiteten wie etwa der Frauenschuh oder die meisten Orchideen, sind jedem geläufig, wenn auch nur durch Abbildungen. Wer wenig Planzen kennt, konnte sie allerdings danach nicht unterscheiden lernen, aber er bekam einen Eindruck von der immer wieder Überraschenden Fülle unserer Planzenwelt — und das war die Absicht. Nun ist der blütenreiche Monat Mai zu Ende gegangen, und damit hat die äußerlich sichtbare Entwicklung in der Planzenwelt einen gewissen Abschluß erreicht. Die ausgesprochenen Frühlingsblumen sind verblüht, alle Büsche und Bäume sind wieder belaubt und fast alle blühen in voller Pracht. Ja, Flieder, Goldregen und Rotdorn übertreffen die eigentlichen Blumen an Großartigkeit und Farbigkeit. Doch nun scheint es, als ob ein Stillstand in der Entwicklung eingetreten fei. Der Uebergang vom Mai zum Juni ist nicht sehr scharf, im Gegenteil. Viele Pflanzen, die Ende Mai aufblühten, werden noch lange nicht welken, viele werden den ganzen Sommer hindurch blühen. Eine ganze Reihe von Blumen des Juni sind ebenso kennzeichnend für den Juli und sogar für den August. Der Sommer fängt zwar kalendermäßig nicht abgeschlossen. Um so üppiger sprießen alle möglichen Gerüchte. So heißt es, daß in der gerichtlichen Anklageschrift dem früheren Generalvikar nicht nur vorgeworfen werde, mit den ihm anoertrauten Geldern spekuliert zu haben, sondern daß er sich auch namhafte Beträge kurzerhand aneignete. Viel weiter gehen die Anschuldigungen des sozialistischen „Populaire", des Regierungsorgans von morgen, der öffentlich behauptet, Monsignore Berlin habe eine minderjährige Mätresse gehabt, die bei einer versuchten Schwangerschaftsunterbrechung gestorben sei. Die Verantwortung für diese schier unglaubliche Behauptung muß dem Blatt überlassen bleiben. Sie wurde hier nur angeführt, um zu zeigen, bis zu welcher Schärfe sich die Auseinandersetzung bereits gesteigert hat. Im Vatikan ist man nämlich von der Schuldhaftigkeit Vertins offenbar noch keineswegs überzeugt. Der Prälaten-Titel und das Amt des apostolischen Protonotars wurden ihm jedenfalls ausdrücklich vorn Heiligen Stuhl belassen, während den Erzbischof die außergewöhnlich harte Strafe der Absetzung getroffen hat. Darüber haben sich in der Bevölkerung von Rouen, die mit leidenschaftlicher Anteilnahme den . Paris, Mai 1936. Seit dem französischen Kulturkampf zu Beginn nnn ^hunderts der mit der völligen Trennung L ? U/H Staat und der Enteignung des ftrd)Iid)en Besitzes in Frankreich im Jahre 1905 geenoet hatte, waren von beiden Seiten neue Ver- rouflungen tunlichst vermieden worden. Kurz nach Dem Weltkriege wurden die diplomatischen Begehungen wieder aufgenommen. Die katholische Äirdje loste ihre Bindungen zu den royalistischen “reifen und betonte bei jeder Gelegenheit ihre pofihoe Einstellung zu der republikanischen Staats- form in Frankreich. Die Dritte Republik ihrerseits Zeigte durch gewisse Milderungen der Enteignungs- Sesttze von 1905 der Kurie gegenüber Entgegen- kommen. Und als Außenminister Laval im Jähre 1935 feine Anwesenheit in Rom dazu benutzte, um dem Papst einen Besuch abzustatten, wurde ange« nommen, daß nun die Voraussetzungen für eine engere Zusammenarbeit zwischen Quai d'Orsay und Vatikan gegeben seien. Porm Vorabend der Regierungsübernahme durch Die „Volksfront ist aber zwischen beiden ein Konflikt ausgebrochen, der angesichts der kirchenfeind- lichen Einstellung der französischen Linksparteien schwerwiegende Folgen haben kann. Die Erregung der Bevölkerung von Rouen hat Ausmaße erreicht, die von der wilden Kampfstimmung unter der Regierung Emile Combes zu Anfang des Jahrhunderts nicht weit entfernt waren. Allerdings wurde von der Regierung alles getan, um die öffentliche Meinung zu beruhigen, und die Pariser Blätter berichteten nur spärlich über die ganze An- gelegenheit, so daß es schwer ist, ein klares Bild von dem Streitfall von Rouen zu gewinnen. Immerhin scheinen doch folgende Einzelheiten festzustehen. Der Erzbischof von Rouen, Monsignore be la Villerabel, wurde überraschend vom Papst seines hohen Amtes enthoben, angeblich, weil er es nicht verhindert hatte, daß finanzielle Unregelmäßigkeiten feines Generalvikars, Monsignore Berlin, zum Gegenstand eines Verfahrens der ordentlichen Gerichte gemacht wurden. Als Monsignore de la Dillerabel im Jahre 1921 das Erzbistum von Rouen übernahm, stellte er als feinen Sekretär einen jungen Priester, namens Berkin, ein, der ihm von kirchlicher Seite besonders empfohlen war, und dem er daher außerordentliches Vertrauen schenkte. Bereits mit 25 Jahren wurde Berlin zum Domherrn, dem jüngsten Domherrn in ganz Frankreich, ernannt, und wenige Jahre später berief ihn das Vertrauen des Erzbischofs auf den Posten des Generalvikars. In dieser Eigenschaft hatte Berlin nicht nur die gesamte finanzielle Verwaltung des Erzbistums zu besorgen, jonbern er vertrat seinen Herrn auch in wichtigen kirchlichen Angelegenheiten. Dank der Fürsprache des Erzbischofs beim Papst wurde Berlin sogar zum Prälaten und apostolischen Protonotar ernannt, und seine Betrauung mit einem Bistum stand bevor. Der Günstling des Erzbischofs rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen sehr schlecht. Mit den ihm zur Verfügung stehenden Geldern betrieb er dunkle Geschäfte und verschaffte sich im Laufe der Jahre, obgleich von Hause aus vollkommen mittellos, ein Vermögen von mehreren Millionen Franken, das er, von der Sicherheit der französischen Währung offenbar wenig überzeugt, in belgischen und Schweizer Banken anlegte. Als Monsignore de la Villerabel vor etwa zwei Jahren davon erfuhr, entließ er den ungetreuen Generalvikar sofort aus seinem Amte, und auf Veranlassung der Kir- Das Lahr der Blumen Die Pflanzenwelt im Luni. Kirche und Staat in Frankreich Der Konflikt um den Erzbischof von Rouen. Von unserem Or. IH -Korrespondenten. erst am 21. Juni an, doch die jetzt erscheinenden Blumen sind schon Sommerblumen. Während im Frühjahr die Blumen in geregeltem Abstand und zu bestimmter Zeil aufblühten und meist nur für beschränkte Dauer blühten, ist jetzt der Wechsel und die Aufeinanderfolge nicht mehr so augenfällig, es ist ja jetzt überall grün, und überall blüht es in vielen Farben. Daher kommt es wohl auch, daß ein großer Teil der Sommerblumen nicht jedem so geläufig ist, ganz abgesehen von der unüberblickbaren Zahl. — Deshalb wollen wir jetzt nur eine kleine Auswahl nennen, besonders kennzeichnende, allgemein bekannte oder aus besonderen Gründen erwähnenswerte. Bisher fanden wir am meisten im Schutz des Waldes und der Hecke und erwähnten schon, daß sich mit vollendeter Belaubung auch das Bild der Bodenflora ändert. Nicht als ob der Wald jetzt arm an Blumen fei, aber sowohl an Artenzahl als vor allem in der Menge der Einzelpflanzen sind die Wiese und das Bachufer nun viel reicher. Durch die Ungunst des Wetters dieses Jahres ist manches später zur Entwicklung gekommen, als die philologischen Tabellen als normal angeben. Weiter erscheinen viele Blumen an sich im lieber-« gang vom Mai zum Juni, in der Zeit des späten Frühlings zum Frühsvmmer. Daher werden wir noch viele „alte Bekannte" draußen antreffen; dazu kommen jetzt die „Neuen". Im Wald, im Gebüsch und an den Hecken erscheinen die kleinen, weißen Blüten des Wald- Labkrautes (Galium silvaticum), die gelblich- grünen, glockenförmigen der Zaunrübe (bryonia dioica), die durch ihren kletternden Stengel und ihre teilweise verzweigten Blattranken auffällt. Weit verbreitet ist auch das eigenartige, haarige Hexenkraut (Circaea lutetiana). Außer den schon blühenden Ginsterarten bringen leuchtendes Gelb verschiedener Tönung in das Laubwerk der großblütige Wald-Wachtelweizen (Melampyrium pra- tense), das Johanniskraut (Hypericum pulchrum) und der stattliche Gelbe Fingerhut (Digitalis lutea). Rot blühen z. B. der Wa ld-Storchschnabel (Geranium silvaticum), der W a l d - Z i e st (Stachys silvatica) und die Pracht-Nelke (Dianthus su- perbus). Außer verschiedenen Glockenblumen (Campanula- Arten) blüht der Sturm- oder Eisenhut (Aconitum napellus) mit blauer Farbe, eine stattliche Pflanze, der die eigenartige Form der großen Blüten den Namen gab. Er und fein weniger häufiger Vetter, der gelbe Eisenhut (Aconitum lycocto- num) stehen unter Naturschutz. Trotz der Bemühungen des Staates ist der Gedanke des Naturschutzes noch nicht Allgemeingut des Volkes geworden. Die langen Listen der geschützten Pflanzen und Tiere nützen wenig, wie man immer wieder beobachten kann. Zum Teil liegt es wohl daran, daß diese Pflanzen recht selten sind und daher unbekannt bleiben. Aber es sollte doch jedem selbstverständlich fein, selbst da, wo eine solche Art in großen Mengen wächst, nicht armdicke Bündel und Sträuße abzu- reißen, auch wenn man nicht weiß, ob sie geschützt ist. Geschützte Pflanzen des Waldes, die im Juni blühen, find zum Beispiel das rundblättrige, das kleine Wintergrün und andere noch seltenere dieser Familie (Pirola rotundifolia, P. minor usw.). Dann der wegen seiner sonderbaren Blütenform berühmte Türkenbund (Lilium martagon) und die nicht weniger majestätischen Rote und der Gelbe Fingerhut (Digitalis purpurea und D. grandi- flora). Ihre Verbreitung ist auf Gebirgswälder beschränkt, ebenso wie die Tollkirsche (Atropa belladonna). Fast alle liefern wichtige Stoffe für die Heilkunde. Auf den Wiesen und Weiden wirkt weniger die große stattliche Gestalt der einzelnen Pflanze wie dort auf den Waldlichtungen und Kahlschlägen, sondern der vielfarbige Gesamteindruck der dicht neben- und durcheinander wachsenden Arten. Hier hat die große Zeit für die Familien der Umbeüifern und Compositen begonnen. Mit ihren großen, weißen Dolden sehen sich alle, wenigstens auf die Entfernung, ähnlich: der Bärenklau (Heraclium Sphondylium), die gemeine Möhre (Daucus carota), die Sichelmöhre (Falcaria vulgaris) und die Schafgarbe (Achillea mille- folium). Dazu kommen der wesentlich kleinere Goldklee (Trifolium aureum) und der Große Wiesenknops (Sanguisorba off.) mit seinen dunkelroten Blütenköpfchen und viele andere Wiesenpflanzen. Es ist die Zeit, in der die Getreidearten und die meisten Gräser blühen; gegen Ende des Monats setzt die Heuernte ein, ein einschneidendes Ereignis für die Lebensgemeinschaft „Wiese". Auf den Siedern, auf Wegen und ähnlichen trockeneren Standorten erscheinen die Hundskamille (Matricaria inodora) mit massivem und die wohlriechende Echte Kamille (Matricaria chamo- milla) mit hohlem Blütenboden. Vor allem denkt man gleich an die schönen, farbenfrohen Unkräuter des Getreidefeldes, die Kornblume (Centaurea cyanus), die rote Kornrade (Agrostemma Gi- thago), den Klatschmohn (Papaver Rhoeas) und, etwas später, den Schlafmohn (P. somniferum). Sinö Sie gestern abend ousgegangen? 241 Wenn Sie mehr als sonst geraucht und getrunken haben, schnell die Zähne mit Nivea-Zahnpasta putzen! Die ganze Mundhöhle nimmt das frische, angenehm wirkende Aroma der Nivea-Zahnpasta auft und Ihr Atem wird wieder rein und natürlich. Das erfrischt ungemein, sie das Volk nennt. Walter Neurath. Aus der Provinzialhauptstadt dem geben legen einen Baum anrannte. Durch den heftigen Umbau imBühnenhausdesGtadttheaters ge- Am sich in nau mit Sonnwende zusammen fällt. Schon sein Name soll sehr vielen Nutzen bringen. Wer auf den Namen des Täufers getauft ist, über den soll der Teufel keine Macht haben, ja er soll ein Gückskind sein. Alle Burschen im Märchen, die sachteweg in ihr Glück hinein- manchmal auch vorbeistolpern, heißen Hans. Für Johannistag gilt das abwartende Wort des Wetterpropheten: „Am St. Johannismorgen istGerst' und Hafer weder geraten noch verdorben." Nun kommt die große Jahreszeitenscheide — heute Frühling, morgen Sommer — erst zur Aus- ** Neue Impftermine werden von der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Die vor einigen Tagen veröffentlichten Termine sind aufgehoben worden. Interessenten mögen die heutige Bekanntmachung beachten. ** Ausbruch der Rotlaufseuche. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: In dem Schweinebestand des Louis Keiner in Gießen, Walltorwirkung. Und auch sonst soll nun, nach 24. Ium, die Sonne Herrscherin bleiben: Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 bei alle Arbeiten unter Nutzbarmachung sämtlicher technischer Neuerungen auf diesem Gebiete vorgenommen werden können. Die Drehbühne wird einen Durchmesser von 12 Meter haben. Ihr Einbau geht dergestalt vor sich, daß die jetzt bereits bestehende eiserne Unterkonstruktion der Bühne um etwa einen Meter abgeschnitten, d. h. in ihrer Höhe verringert wird, damit die Lagerung der neuen Drehbühne auf diesen Unterbau aufgesetzt werden kann, ohne das Niveau des Bühnenbodens zu erhöhen. Bei dieser Gelegenheit soll auch ein elektrischer Antrieb für das Bühnenportal geschaffen werden, das sich künftig in Hochformat und in Querformat mit Leichtigkeit verwandeln lassen wird. Ein gleicher elektrischer Antrieb wird für den Rundhorizont der Bühne eingebaut werden. Um dem gegenwärtigen Raummangel auf der Bühne nach Möglichkeit entgegenzuwirken, hat man ferner vorgesehen, die Dekorationszüge vom Bühnenboden weg zu verlegen und auf die obere Arbeitsgalerie zu verbringen. Durch diese Erneuerungen erhofft man sich eine wesentliche Erleichterung der technischen Bühnen- arbeiten und damit auch eine flottere Abwicklung der Szenenumbauten, damit künftighin der Verlauf der Vorstellungen in flotter Folge vor sich gehen kann. Am heutigen Mittwoch wird in einer Besprechung der technischen Einzelheiten die Durchführung der gesamten Erneuerung endgültig festgelegt werden. des Holzes für das Sonnwendfeuer: „Heiliger St. Veit, schick uns ein Scheit! Heiliger Hans, ein recht lang's! Sixt, ein recht dick's! Florian, zünd' unser Haus nicht an!" Hans ist natürlich Johannes, dessen Tag fast Die deutsche Rrbcitofront v < n.9,=6cmcinf(haft „firaft durch frcuöc werde, sich verringern. VertehrSunfall in der Marburger Straße. 134 Tote, 4064 Verletzte! Reichsverkehrsminister Freiherr von E l h - Rübenach feilt mit: In der vorigen Woche wurden im Straßenverkehr 134 Personen getötet und 4064 Personen verletzt. Durchschnittlich kommen zur Zeit im Straßenverkehr des Reiches wöchentlich 120 Menschen um und rund 3000 Menschen werden verletzt. Fußgänger, Radfahrer, Pferdekutscher, Kraftfahrer! Schiebt nicht einer die Schuld auf den andern! Jeder erziehe sich dahin, daß die Unfallszahlen, die ich von jetzt ab wöchentlich bekannt- Schaden kamen. An jener Stelle wollte ein Motorradfahrer, der in Richtung Lollar fuhr, seine Maschine wenden, ohne jedoch durch Zeichen anzugeben, daß er umdrehen wolle. Ein hinter dem Motorradler fahrendes Auto erfaßte infolgedessen den auf die Mitte der Straße gefahrenen Motorradler an einem Rad und kam dadurch aus der Fahrtrichtung auf die linke Straßenseite, wo es nach rechts oben schräg gestellten goldenen Pfeil mit silberner Spitze zeigt, der über ein Mernes Herz führt. Zu beiden Seiten des Pfeils befindet sich je ein secyszackiger goldener Stern. Das Modell von Bildhauer Ludwig G ü n g e r i ch, Gießen, für das Kriegsehrenmal in Wieseck, als Bildbeigabe in Dr. Karl Bernbecks „Kriegsbrlefe gefallener Kameraden", fand gebührende Beachtung. In einer Ernstes und Heiteres verbindenden Tischrede unterstrich Dekan Sattler, Wieseck, ausgehend von der ersten Christengemeinde, den Wert des Familientages für Volk und Staat und gab dem Gelöbnis der Treue für Führer und Vaterland in einem freudig aufgenommenen Sieg-Heil Ausdruck, worauf das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen wurde. Beim gemütlichen Teil füllte Paul G ü n g e r i ch, Salzkotten, noch manche Tanzpause mit dem Vortrag heiterer Geschichchen aus Thüringen und Sachsen. Utytai VlllC.ll 4JUUIII Ulli UlllllC. JJ UlUJ UVll uv V i n t l m Zusammenvrall wurde das Auto auf die Straße straße 41, ist Schweinerotlauf festgestellt worden, zurückgeschleudert und drehte sich hierbei um seine 1 Gehöftsperre ist angeordnet. ' fachsten Farben. Die vielbesungene Heckenrose (Rosa dumetorum), die Hundsrose (R. canina), die Essigrose (R. gallica) und die vielen Gartenformen. Es erübrigt sich wohl, die Rose näher zu beschreiben, denn sie ist eine der wenigen Blumen, die seit alters dem Volke bekannt und lieb ist, das beweisen die vielen Redewendungen, Sprichwörter und vor allem die Lieder, in denen die Rose besungen wird. Auch in der bildenden Kunst ist keine Blume so oft dargestellt und als Sinnbild verwendet worden, wie die Rose, die Königin der Blumen, wie eigene Achse, so daß es mit der Spitze des Wagens in Richtung Gießen stand. Bei dem Anprall an den Baum wurden zwei Insassen des Autos verletzt, und zwar hat der eine einen Oberschenkelbruch erlitten, während der andere Schnittwunden davon- trug. Der Motorradler blieb unverletzt. Das Auto mußte schwer beschädigt abgeschleppt werden, das Motorrad wurde nur leicht beschädigt. Schweres Motorradunglück. Ein verunglückter in der Gießener Klinik gestorben. Am zweiten Pfingstfeiertag verunglückte der 38 Jahre alte Walzenmeister Karl K e r st i n g aus Sinn, der sich, mit seiner Frau auf dem Soziussitz, mit dem Motorrad auf der Rückfahrt vom Rhein befand, in der Nähe von Hachenburg dadurch schwer, daß er in einer unübersichtlichen Kutve gegen ein Auto rannte. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei einen schweren Schädelbruch und eine Reihe weiterer schwerer Kopfverletzungen. Seine Frau trug einen Kieferbruch davon. Das Ehepaar wurde am gestrigen Dienstagabend von Hachenburg nach der Gießener Klinik überführt, wo der Mann am heutigen Mittwochfrüh seinen Verletzungen erlegen ist. Juni. Es ist „im Leben häßlich eingerichtet, daß bei den Rosen gleich die Dornen stehn , aber die Dornen stören eigentlich weniger als die — Läuse. Und wegen dieser Blattläuse, die der Rosenmonat Junius reichlich ausbrütet, muß er sich neben feinem poetischen Namen auch die Bezeichnung „Luse- maen" (Läusemonat) gefallen lassen, wenigstens in dem rosenreichen Holstein. Der Juni ist die Brücke zwischen Lenz und Sommer und somit eine Quelle der Hoffnungen, aber auch der Sorgen für den Bauern, der gerade jetzt zwischen Saat und Ernte Kopf und Hände reichlich voll hat. Wann auch hätte die alte Zweifelsfrage: „Wie wird das Wetter?" mehr Berechtigung als jetzt zwischen Blüte und Reife? Nicht zu einseitig soll die Witterung sein: „Juni feucht und warm, macht den Bauern nicht arm!" Deshalb ist auch nicht Regenwind oder Trockenwind erwünscht sondern ihr Zwischending, der nur im Winter lästige „Boreas": „Wenn im Juni Nordwind geht, das Korn zur Ernte trefflich steht." Im großen und ganzen grenzen sich die bäuerlichen Wetterwünsche nach dem Ablauf des Monats ab, immer unter dem Gesichtspunkte: Dor der Reife etwas feuchter, beim Ausreifen aber recht sonnen- warm. Bunt durcheinander gehen also in diesen Juniwochen Wünsche, Befürchtungen und Prophezeiungen. Das sieht man schon an der Bedeutung ein» zelner Monatstage im bäuerlichen Brauchturne: „Wie's wittert am Medardustag (8. Juni) bleibt's sechs Wochen lang danach." Deshalb ist noch alle Möglichkeit vorhanden, gut gedeihende Aussaaten zu machen: „Wer auf Medardus baut, dem wächst viel Heu und Kraut". Auch Flachs sät man am Me- darditag gern. Und der Winzer urteilt: „Wie Me- dardus — schlecht oder fein — so wird auch der heurige Wein". Der 15. Juni ist St. Veit geweiht. Dann pflegt warmes Wetter von Bestand zu bleiben. Das zeigt schon die Vermehrung des Ungeziefers: „St. Vit bringt d' Flieg'n mit" heißt es alemannisch. Uebri- gens führt man den glücklicherweise heute selten gewordenen „Veitstanz", diese mehr oder weniger heftige Muskelzuckung, auf die Wärmeeinwirkung der Juniwochen zurück (Mediziner mögen entscheiden, ob das gerechtfertigt ist). Im übrigen beginnen viele Dorfkinder am 15. Juni mit dem Sammeln Schon seit Jahren macht sich im Bühnenhaus unseres Stadttheaters der Mangel einer geeigneten technischen Einrichtung zur schnellen Herstellung neuer Bühnenbilder während der Vorstellungen empfindlich bemerkbar. Je länger je unangenehmer wurde dieser Uedelstand bei dem Wechsel des Szenenaufbaues sowohl von der Theaterleitung, als auch von den technischen Mitarbeitern unserer Bühne empfunden, so daß sich immer stärker die Notwendigkeit einer neuzeitlichen gründlichen Erneuerung herausstellte. Nunmehr ist in dieser Hinsicht eine Entscheidung getroffen worden, von deren Aus- roirtung man auf eine befriedigende Lösung nach Maßgabe der zur Zeit bestehenden Möglichkeiten erwarten kann, wobei man sich aber darüber im klaren ist, daß auch die jetzige technische Neuordnung noch feine endgültige Behebung aller Schwierigkeiten darstellt, sondern die wirklich durchgreifende Besserung erst in Verbindung mit einer baulichen Erweiterung des ganzen Bühnenhauses erzielt werden kann. Man darf daher wohl der Hoffnung Ausdruck geben, daß es in absehbarer $eit der Stadtverwaltung möglich fein möge, diese Erweiterung des Bühnenhauses finanziell zustande zu bringen. Gegenwärtig wird der Einbau einer modernen Drehbühne im Bühnenhaus in die Wege geleitet. Die Arbeiten sollen in etwa drei Wochen beginnen und bis zum 20. August beendet fein, so daß die neue Bühneneinrichtung mit Beginn der Winterspielzeit zur Verfügung steht. Die moderne Drehbühne, die an die Stelle einer vor Jahren bereits behelfsmäßig geschaffenen, aber schon lange nicht mehr benutzten Einrichtung treten wird, gewährleistet den raschen und einwandfreien Umbau des I Bühnenbildes im Verlaufe der Vorstellungen, wo- „Achter Johannisdage mutt man nich um Regen bibben, wenn een ok bat Sweit von ber Swaren loppt." Deshalb sieht man auch dem Siebenschläfer (27. 6.) mit gemischten Gefühlen entgegen. Aber bas mit bem „Siebenwochenregen" ist boch etwas übertrieben. Man hat 56 Jahre hindurch die Probe gemacht; in dieser Zeit regnete es 26mal an diesem Lostage, und nur 11 mal folgte ein Dauerregen! Und das wäre ganz gut, wenn es meist so gnädig abgehen sollte, denn für den 29. Juni gilt Jahr für Jahr die Bauernweisheit: „An Peter und Paul stirbt dem Roggen die Wurzel ab!" Das Wachstum ist beendet, die Reifezeit beginnt. Bornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Abenteurer von Paris". — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: Broadway» Melodie". Befennfnisgemeinbe Gießen. Heute, Mittwoch, abend Vortrag im Johannessaal über „Amt und Recht des Laien beim Neubau ber Kirche". (Siehe heutige Anzeige.) 7. Güngerich-Familientag. Zum siebenten Male war ber alle zwei Jahre in Gießen tagenbe Familientag ber Güngerich einberufen worben. Es waren an bie 80 Teilnehmer, die von nah unb fern sich am Nachmittag bes zwei» ten Pfingsttages im Haus bes Gesellschaftsvereins versammelten. Den Vorsitz führte ber beseitige Senior ber Familie, Oberamtmann Robert Güngerich von Hof Oppelshausen bei Altenstabt (Hessen). Paul Güngerich, Gießen, in dessen Hand wieder die Vorbereitung gelegen hatte, gedachte an mancherlei Freud und Leid im Kreis der Familie seit dem letzten Familientag. Die Verstorbenen, dabei ber frühere Senior, ber Landgerichts» Präsident i. R. Geheimrat Dr. jun Gustav Güngerich, Gießen, wurden in ber üblichen Weise geehrt. Von ben Anwesenden hatten zwei bereits Die achtzig überschritten. Stammbäume, angeheftet an ber Wand und ausgebreitet auf ben Tischen, unterstützten ben Bericht über bie in ben beiden letzten Jahren gut fortgeschrittenen Forschungen. Mit großem Interesse nahm man Kenntnis von dem mancherlei Material, das in den Waldeckschen Akten über die Mennoniten zu finden ist. Es wurden viele Verhandlungen geführt zwischen der Regie» rung und den Mennoniten, deren Oberhaupt sehr oft von ben Güngerich ober „Jüngerich" gestellt würbe. Diele von ihnen find auch nach Amerika ausgeroanbert. Daß bie Einwanberung in Deutfd)» lanb nicht aus Hollanb, wie man lange annahm, sonbern aus ber Schweiz erfolgte, steht ganz fest: 1669 würbe Christian Güngerich vom Rat in Bern vertrieben. Paul Güngerich, Salzkotten, berichtete von feinem Besuch auf bem Stammsitz in Hünighausen unb konnte auch Silber von dieser nun aufgeteilten früheren Domäne zeigen. Dr. med. Kennel, Darmstadt, berichtete über sein Eintreffen der Güngerich am Thuner See. Behandelt wurde noch ein Aufsatz in den „Familiengeschicht- lichen Blättern" unb bie bei einer strengen „protestantischen Religionspartei" leicht erklärliche starke Versippung unb Verschwägerung festgestellt. Freugestrigen Dienstag gegen 17 Uhr ereignete ber oberen Marburger Straße, an bem Abzweig ber Straße nach bem Neuen Friedhof, ein Verkehrsunfall, bei bem leiber zwei Menschen zu 44.UU! IUI CUUUC JVUllULU lUHACIl l|L JVfJl XJluitQtn, i ivt-i vvn. —- | • ” .. < <••< v . r r bie Kartoffel hat weihe Blüten, ber Buch- Pflanzen, bie wir ohne Muhe blühend antreffen weizen rötlich-weiße, ber Flachs ober Lein werben, aber eine Blume muß unbedingt noch ge- (Linum usitatissimum) hellblaue unb weiße unb bie1 nannt werben. Das ist bie R o f e. Luzerne (Medicago sativa). | In vielen Arten unb Var^ttonen, wild unb fulti- Schnell geht bie Entfaltung an den feuchten Stanb» viert öffnet die Rose iljreJBlüten m den manmg- orten Daran, wo es bisher noch zu kalt mar. 3n1cc"‘— *" p"-rf-"rnf‘ Sümpfen, an Ufern, an und in stehenden und langsam fliehenden Gewässern blüht es jetzt so massen» bajt, daß wir hier nur einige nennen können: das Pfeilkraut (Sagittaria sagittaefolia) der Froschlöffel (Alisma Plantago), der Froschbiß (Hydrocharis morsus ranae), bie geschützte Weiße Seerose (Nymphaea alba) unb bie ebenfalls ae« schützte Gelbe Teichrose ober Mummel (Nu- phar luteum). Auch ber Weiberich (Lythrum salicaria) mit seiner purpurroten Aehre, ber Aestige Igelkolben (Sparganium ramosum) unb ber Kalmus (Acorus calamus) verdienen genannt zu Sonderzug nach Frankfurt a. IN. Am Sonntag, 7. Juni, fährt ein Sonderzug zum Reichshandwerkertag nach Frankfurt. Der Fahrpreis beträgt 1,40 Mark. Die Abfahrtzeiten der Hin- und Rückfahrt sind fo gelegt, daß die Anfchlußzüge erreicht werden. Anmeldungen müssen umgehend bei der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, erfolgen. Bolkstanikreis. Am Donnerstag, 20 Uhr, Uebungsfhinbe im Haus der Arbeit, Schanzenstraße, großer Saal. Es können sich noch einige Angehörige der DAF., HI. ober BDM. beteiligen. NMiNMWh«! Vornan von Marl se Köllina. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau 30 ^ortlefiung Nachdruck verboten j „Benedikte, Kind! Ist irgend etwas geschehen? ! Was machst du hier so früh?" Er faßte erschreckt nach ihrer Hand. „Ich konnte nicht schlafen, Jens. Ich mußte immer an dich denken. Ach Jens--" |ie brach ab. Die ganze Angst ber Nacht feit bem Gespräch mit Stessens stieg roieber in ihr au" Sofort sah er bie Verwirrung auf ihrem Gesicht. „Was hast bu?" Sie wußte nicht, wie beginnen. Es war alles fo fdj'.j.r. „Jens", fragte sie plöhlid) leise, „Jens, was ist zwischen bir unb Marie Krüger gewesen?" Er prallte zurück. „Woher weiht bu von ihr? Wer hat dir etwas ge'agt?" Sie hätte aufschreien können, so weh tat ihr bas Herz. Seine unbeherrschte Frage hatte ihr verraten — es war etwas Wahres an ben Worten Steffens'. Tränen fliegen ihr In bie Augen unb würgten ihr in ber Kehle. , 'Benebitte", er sah sich um, niemanb war in der Nähe, er zog sie an sieh, sie fühlte seine regennassen Hände ihr kaltes Gesicht streicheln. „Benedikte, ich bitte dich, wie kommst bu zu dieser Frage? Was geht uns an, was gewesen ist? Liebe ich dich nicht, Benedikte? Du bist mein ein und mein alles. Nichts anderes ist mehr, nichts mehr, nur eine Erinnerung, und die, Benedikte, bie — muht bu mir lassen." Benebikte sah zu ihm auf. Wie gramvoll fein Besicht war! „Ich bin nicht eifersüchtig, ich bin nickt töricht. Wenn bu je biescs Mädchen geliebt hast, kein Wort sollst du von mir darüber hären. Ader warum hast du es mir nicht gesagt Warum habe ich es von anderen Leuten hören müssen, auf so häßliche Weise?" „Auf so häßliche Weise? Was hat man dir gesagt, Benedikte! Seine Stimme klang beinah streng. „Daß diese Marie ... sich um deinetwillen--" sie schlug die Hände vors Gesicht, „ach, Jens, ich kann es nicht sagen." „Sprich es doch ruhig aus", warf er hart ein. „Daß Marie sich das Leben genommen hat, das hat man dir erzählt, ja?" Sie nickte. Er fd)wieg einen Augenblick. Dann sagte er: „Man hat es dir richtig und doch falsch berichtet. Aber ich kann mich nicht wehren. Wenn du glaubst,! ich sei schuld daran--ich kann darüber nicht | sprechen, Benedikte. Ich will darüber nicht sprechen." „Du willst nicht? Heißt bas, baß man recht hat mit bem, was man mir erzählte?" „Denke, was bu willst. Ich kann über Marie Krüger unb mich nichts sagen." „Jens, ha!' n wir uns nicht gelobt, baß zwischen! 'ins immer > s wahr sein sollte, baß nichts Heim-! liches zwisch n uns stehen bürste? Jens, mein ganzes Leben liegt so klar vor bir, aber bas beine nun?" „Du mißtraust mir, Benebikte?" „Nein, nein", flüsterte sie gequält, „aber ber Gedanke, daß ein Mensch um deinetwillen--" sie schauderte. Plötzlich sah sie es zum Greifen deutlich vor sich: den Bodden, das tiefe Wasser, nicht blau und leuchtend wie sonst, em tückisches Etwas, bas bie Menschen vernichtete. Sie sah em Mäbchen auf bas Wasser zugehen, Schritt für Schritt, mit verzweifeltem Gesicht, sah mübe Füße hineintasten in bie erste Welle, sah einen lebensmüben Menschen sich fallen lassen unb erstickt werben von bem gierigen feuchten Grau. Jens Petersen stöhnte auf: „Wenn bu kein Vertrauen haben kannst, Benebitte, bann ist alles hoffnungslos. „Sprich boch", flehte sie, „sag doch ein Wort. Wenn bu mich wirklich mehr liebst als jene anbere, bann muht bu mir boch etwas sagen können, bamit ich roieber ruhiger werbe." ..Ich kann bir nichts sagen, Benebikte, ich kann nur um dies eine bitten, daß du mir vertraust. Benedikte —" er wollte ihren Kopf in feine Hände nehmen, ihr Gesicht aufheben, ihr in die Augen schauen, aber sie machte sich mit einer müden Bewegung frei. „Laß Jens, ich muß mit all dem erst fertig werden." Sie ging langsam ihrem Hause zu und schaute sich nicht mehr um. Jens Petersen stand und sah ihr nach. Als die Tür sich hinter ihr geschlossen hatte, vergrub er fein Gesicht in den Händen: „Es ist zu schwer, Marie", flüsterte er, „zu schwer, was ich auf mich genommen habe. Aber ich habe es dir gelobt, und ich muß es halten." ch Zäh und unermüdlich fiel der Regen über die "InfeL Die Sonne schien ertrunken in dem dickten Grau. Kamm einmal ein paar schüchterne Strahlen hervor, so fegte eine Stunde später schwarzgraues Gewölk am Himmel dahin unb ergoß neues Naß über bas Lanb. Der Stranb war verlassen. Nur einige Mutige hockten mit Reg'nkapuzen unb Regenmänteln fric- renb in ihren Strandkörben. Die Wiesen quollen vor Feuchtigkeit. Besorgt schauten bie Fischer unb Bauern auf ihre Felber. Wenn bas fo weiter ging, wie sollte bas (Betreibe reifen, wie sollte man em- ! ten? An einigen Stellen waren bie Felber schon ver- I schlämmt, Rost setzte sich auf bie Halme. Es war I böse Zeit. Die Badegäste drängten sich in den Hotelräumen j mfammen, saßen in ber Konditorei ober in ber : Likörstube, bem Stolz bes einen Gasthauses. Die Wege lagen verübet, wer nicht hinaus mußte, blieb ' daheim. 1 Benedikte unb Jens sahen sich kaum. Die gemeinsamen Spaziergänge hätten bei biesem Wetter fo- | wieso aufhören müssen. Benedikte erschien es wie eine Fügung, daß sie Jens jetzt ausweichen konnte. Sie kam nicht mit sich ins reine. Die Worte Steffens’ gruben sich immer tiefer in ihre Seele ein. Das unbegreifliche Verhalten Jens Petersens ließ . den Giftstachel sich immer tiefer in ihr Herz bohren. | Sie sah den Geliebten von ihrem Wohnzimmer ab unb zu einmal am Fenster bes Schulgebäudes. Aber er kam nicht zu ihr herüber, er ließ nichts von sich hören, er wartete. Sie wußte, wie verletzlich unb wie stolz er war. Ihre Worte: „Ich muß erst mit all bem fertig werben" hatte er wörtlich genommen. Er tat den ersten Schritt nicht, und sie vermochte es einfach nicht. Sv tat sie ihre Arbeit, ging mit blassem, verschlossenem Gesicht durchs Haus und quälte sich mit ihrer Angst. Fräulein Gielecke fühlte, Benedikte war aus dem Gleichgewicht. Aber als sie einmal versuchte, zu fragen, hatte Benedikte mit ganz ungewöhnlicher Heftigkeit erklärt: „Mir fehlt nicht das geringste, das bilden Sie sich nur ein." Fräulein Giefecke wußte zwar, daß sie es sich nicht einredete. Es muhte etwas Ernstliches zwischen Jens Petersen unb Bmebikte vorgefallen sein. Warum lehnte Benebikte Fräulein Gieseckes Vorschlag, Jens Petersen herüberzurufen, fo energisch ab? Aber unqes Volk hatte oft krause Gedanken im Kopf unb mußte mit sich selbst zurechtkommen. So ließ sie Benebikte in Frieben. Auch Josua merkte, baß irgonb etwas im Hause nicht in Drbnung war. Sonst machte Benebikte mmer einen Scherz mit ihm, jetzt sprach sie nur das Notwenbigste. Nein, es war nicht gut, fanb Josua. Aber wie konnte es auch gut sein in einem Land', in bf*m nach wenigen Sommerwochen Regen unb Kälte herrschte? Josua war sehr unzulri'den mit bem Leben, sein Gesicht sah noch verknitterter als sonst aus. Vielleicht machte sich bie Herrin auch Sorgm um ben jungen fierrn. Von bem hatte man feit feinem Auszug nichts mehr gehört. Nur vom Krämer erfuhr Josua manchmal, daß es oben auf ber „Burg" hoch herginge unb immer neue Menschen au'tauchten. Vor ein paar Tagen war sogar jemanb im Sportflugzeug angekommen, von ben Dorftinbern gebührend angestaunt. Unb ber junge Herr schien sich wohl zu fühlen in biefer Welt. Man sah bie halbe Nacht bas Haus erleuchtet. Ja, die da oben langweilten sich nicht. Die hatten wohl auch den ganzen lieben, langen Tag nichts anderes zu tun, als zu feiern unb vergnügt zu fein. Komisch nur, baß sie auch bei bem miserablen Wetter immer noch Ausflüge mit ihrer Motorjacht unternahmen. Der Maler, ber neulich hier war, saß auck immerfort mit seinem Malzeug an Bord, als oo man bei solchem Regenwetter überhaupt was malen könnte. Josua war wieder einmal geneigt, alle (Eur ropäer für ausgesprochen verrückt zu halten. (Fortsetzung folgt!) Oberheffen Vorderseite des neuen Hundertmarkscheins, der jetzt zur Ausgabe gelangt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) SL, Odol Gesundheit Bei Hitze und Ermattung, auf Reisen, bei Sport und Spiel schenkt Odol lbs jenes einzigartige Gefühl-der Erfrischung und Belebung, L83) Darüber hinaus wirkt Odol l83 vorbeugend gegen Infektionen der Mund- und Rachenhöhle. VfB.-ReichSbahn-Leichtathlefil. Otto Cut) siegt in Köln. Lei seinem Start in Köln wartete Luh mit beachtlichen Leistungen auf. Im Kugelstoßen siegte er mit einem Stoß von 14,79 Meter. Da nur 3 Würfe gestattet waren, stießen die Teilnehmer noch außer Konkurrenz 3 Würfe, wöbet L u h auf 15,11 Meter kam. Richtig in Schwung war er jedoch erst am Tage darauf. Luh wurde im Diskuswerfen mit seiner bislang besten Leistung von 42,33 Meter Zweiter. Bei einem anschließenden Prüfungsstoßen — Olympiatrainer Hoke, Berlin, war inzwischen eingetroffen — erreichte L u h im Kugelstoßen seine Hochform. Sein bester Stoß wurde mit 15,41 Meter gemessen. Luhs Bestreben muß es nun sein, schon bei den ersten drei Stößen diese Weiten zu erzielen. Nachstehend die genauen Ergebnisse: Kugelstoßen: 1. Luh, VfB.-R., 14,79 Meter: außer Konkurrenz 15,11 Meter 2. Jansen, Köln, 14,51 Meter: außer Konkurrenz 14,87 Meter. 3 Debus, Köln, 13,69 Meter. Diskuswerfen: 1 Debus, Köln, 46,84 Meter. 2. Luh, DfB.-R., 42,33 Meter 3. F r e y, Köln, 41,34 Meter AfA.-Reichsbahn tStehen Die Cigamannschaft in Schwanheim 4:1 geschlagen. Wenn auch der Gastgeber in diesem Spiel keineswegs schlechte Leistungen zeigte, so wäre trotzdem sein Sieg keinesfalls so sicher gewesen, wenn die Gießener während des ganzen Spieles auch nur einmal ihr normales Können erreicht hätten Aber sie hatten einen schwarzen Tag, und es nützte auch die Aufopferung mancher Spieler nichts, da jede fysternoolle Zusammenarbeit der einzelnen Mannschaftsteile fehlte. Es mag sein, daß das hohe Spiel des Gastgebers und sein energischer Beginn die Gießener aus dem Konzept gebracht hat. Der Gastgeber hatte eine Mannschaft zur Stelle, die auf Grund ihrer körperlichen Verfassung sich im Nahkampf gegenüber den Gießenern immer wieder durchsetzen konnte. Ihr ganzes Spiel war unter Einsetzung der Flügel vollkommen auf Erfolg eingestellt. Hinzu kam, daß alle fünf Stürmer aus jeder Lage schossen und im Strafraum sich nicht in Ueberkombination verloren. Der Leiter des Spieles waltete feines Amtes sicher Spielverlauf: Der Gastgeber hatte Anstoß und spielte die erste Halbzeit mit dem Wind im Rücken. Er begann mit einem ungeheuren Tempo das Spiel, und es gelana ihm, die Gäste vollkommen zurückzudrängen. Angriff auf Angriff rollte gegen das Gießener Tor, es war das Verdienst der Läuferreihe und der Verteidigung, daß es immerhin 20 Minuten dauerte, bis Der Gastgeber zu feinem ersten Erfolg kam. Der Rechtsaußen war Durchgebrochen, spielte den Ball der Linie entlang goldenen Konfirmation von Pfarrer Waldeck eingeführt. Auch in diesem Jahre fand diese Feier am zweiten Pfingsttage in der festlich geschmückten Kirche statt. Don den 27 Konfirmanden, die zu Pfingsten 1886 eingesegnet wurden, leben in unserer Gemeinde nur noch 5. Neun sind nach auswärts verzogen, davon drei nach Amerika, elf sind nachweislich verstorben. Don den auswärtigen goldenen Konfirmanden waren einige erschienen, um nun nach 50 Jahren diese Feier zu begehen. Der Ortsgeistliche legte seiner Predigt als Text dieselben Worte unter, mit Denen einst Der damalige Seelsorger, Kirchenrat Dr. S t r a ck, die Konfirmanden emsegnete. Umrahmt wurde die Feier vom Gemeindegesang, unter Begleitung des Po- saunenchors uno eingelegter Diolinsoli mit Orael- begleitung. Der Verstorbenen wurde während Der Predigt feierlich gedacht. = Obbornhofen, 2. Ium. Auf Veranlassung unseres neugegründeten Ob st - und Gartenbauvereins fand gestern ein Rundgang durch d i e Baumanlagen statt, der der vrak- tischen Unterweisung dienen sollte. Neben sämtlichen Mitgliedern nahmen auch eine Anzahl anderer Obstbaumfreunde teil. Als Rundgangleiter war der Obstbaumsachoerständige B e p p l e r von Wieseck gewonnen worden. Da ein Drittel des Baumbestandes der planmäßigen Behandlung mit Obst- baumkarbolineum unterworfen worden war und außerdem die Vorblüten- und bereits auch die erste Nachblütenspritzung zur Durchführung kamen, war die Wirkung der Sckädlingsbekämpfungsmaßnah- men besonders deutlich. An Versuchsbeispielen, die unter Leitung des rührigen Vorsitzenden Heinrich Block oorgenommen wurden, konnten die Erfolge an einzelnen Baumreihen aufaezeigt werden. Besonderes Augenmerk wurde Den neugepflanzten zu Dem Halbrechten, dieser umging den linken Läufer, und ehe die Verteidigung eingreifen konnte, schoß er überraschend an Dem verdutzten Balser vorbei zum ersten Erfolg ein. Weiter Drängten Die Schwanheimer. Drei von ihnen erzielte Ecken wur- Den ins Aus getreten. In Der 25. Spielminute legte Der rechte Läufer Der Schwanheimer steil zwischen Die Gießener Verteidiger, und der nachsetzende Mittelstürmer schoß das zweite Tor. Alle Versuche der Gießener, ins Spiel zu kommen, schlugen fehl. Hierdurch wurde ihr Spiel immer zerfahrener. Zwei weitere Ecken wurden von der Gießener Hintermannschaft unschädlich gemacht. Wieder war es der Schwanheimer Rechtsaußen, Der durch einen rasanten Flankenlauf die Hintermannschaft umging und 3um Mittelstürmer flankte, der nur noch einzuschießen brauchte. Damit war das Halbzeitresultat hergestellt. Wenn man erwartete, daß die Gießener in der zweiten Halbzeit, jetzt mit dem Wind spielend, bessere Leistungen zeigen würden, so wurde man enttäuscht. Es wurde leider ohne jede Energie gespielt. Aus der Gegenseite war es der Halblinke, der bei einem Vorstoß mit Bombenschuß das vierte Tor markierte. Zu allem Ueberfluß mußte Knaus jetzt wegen einer Verletzung ausscheiden. Heß ging als Mittelläufer zurück. Hierdurch bedingt wurde der Gastgeber erneut überlegen, es blieben ihm aber weitere Erfolge versagt. Endlich rafften sich die Gießener einmal auf, Heß legte zu Schmidt, dieser umtrippelte seinen Verteidiger und schoß unhaltbar in die rechte untere Ecke und verkürzte hiermit zu 4:1. Der wieder antretende Knaus ging in Den Sturm, aber auch er konnte Diese Fünferreihe zu keiner Einheit bringen. LeDiglich ein paar Chancen mürben herausgearbeitet, Die aber zu keinen Erfolgen führten. Beim Schlußpfiff hatte Der Gastgeber einen oerbienten Sieg errungen. Jugendfußball. VfB. - R. 1. Igb. — Lauterbach 1. Igd. 5 :1 (1 :1). Die Gäste zeigten in ber ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel und konnten sogar eine leichte Feldüberlegenheit herausarbeiten. Jedoch in der Mitte der zweiten Halbzeit brachen sie zusammen und waren dem Tempo des Spieles nicht mehr gewachsen. Jetzt diktierten die Gießener das Spielgeschehen und erzielten Erfolg auf Erfolg. Das Resultat entsprach somit dem Spielverlauf. VfB - R. 2. Jugend — SV. Wetzlar 2. Jugend 1:3. Ein verdienter Sieg der Gäste, die die geschlosse« nere Mannschaft zur Stelle hatten. Die 3. Jugend konnte in Staufenberg, obwohl sie bei Halbzeit mit 3:0 im Hintertreffen lag, einen 4:3-Sieg erringen. Derkehrsunfall bei Großen-Linderi. R* Gr oßen-Linden, 2. Juni. Heute ereignete Ortrausgang nach Lang-Göns zu gegen 14.30 UDr ein Autounglück, bei dem beinahe """^Folgen eingetreten wären. Der Landwirt Eugen Wagner kam mit einer Ackerwalze vom Felde. Gegenüber der Universitätsmühle überholte ihn ein Lastwagen aus Heuchelheim. Wagner der oweit rechts gefahren war, daß er die gepflasterte Fahrbahn bereits verlassen hatte, wurde trotzdem von dem Lastauto erfaßt und das Rad an ber Walze zertrümmert, so baß er vom Sitze Derjffialfle fiel. Der Mann hielt sich mit einer Hanb noch fest unb hatte in ber anberen Hanb bie Zügel Der Pferbe, mußte bie Tiere jeboch laufen lassen um von dem Gestell ber Walze herunterzukommen' Wagner kam zum Glück mit einigen Hautabschürfungen bavon. Die Pferbe rasten bann ohne Fuhrmann und ohne Deichsel, die zerbrochen war, zum Ort hinein Beide Pferde sind an den Beinen verletzt, das eine so stark, daß es unbrauchbar werden kann. Nach dem Vorfall steuerte der Fahrer den Wagen soweit nach links, daß er einen Mast von der Lichtleitung umfuhr und bas Gemeindeeichhäuschen stark beschädigte. Die behördlichen Ermittlungen sind im Gange. Hundertjahrfeier des Gesangvereins »Eintracht" in Hunaen # Hungen, 3. Juni. Am gestrigen Dienstagabend versammelten sich bie Mitglieder des Festaus- schusses des Gesangvereins „Eintracht", ber Ortsgruppenleiter Kirchhöfer und Beigeordneter K o h l h e y e r als Vertreter der Gemeinde im Vereinslokal zu einer Besprechung über bie Feier des hunbertjährigen BestehensdesGe- sangvereins „Eintrach t", oerbunben mit dem Gruppensingen bes Sängerkreises „Chattia". Nach ben Begrüßungsworten bes Vereinsleiters K a m b e i tz erstatteten bie Vertreter ber Ausschüsse Bericht über bie bisher geleisteten Arbeiten. Daraus konnte man ein gutes Fortschreiten ber Vorbereitungsarbeiten feststellen. An bie Reichsbahn soll ber Antrag gerichtet werden, während der Tage der Jubiläumsfeier Sonntagskarten für einen Bereich von 75 Kilometer im Umkreis von Hungen auszugeben. Die Jubiläumsfeier soll ein Fest Der ganzen Stadt werden, da sich die „Eintracht" mit allen Teilen der Bevölkerung verbunden fühlt. Einladungen sind an die maßgebenden Stellen Der Partei und Des Sängerbundes gerichtet worden. Aus der Festfolge ist mitzuteilen: Samstag, 27. Juni: 19 Uhr, Totenehrung am Kriegerehrenmal und auf dem Friedhof; 20.15 Uhr, Abmarsch nach Dem Festplatz zur Jubiläumsfeier. — Sonntag, 28. Juni: 7 Uhr, Weckruf; ab 8.30 Uhr, Empfang Der ankommenden Gäste; 9.30 Uhr, Gruppensingen des Chattia- Bundes in der Festhalle; 11.30 Uhr, Platzkonzert; ab 13 Uhr, Festumzug durch die Stadt, Begrüßung und Ansprache, Gesangsvorträge der Gastvereine; Konzert; Tanz. — Montag, 29. Juni: Frühschoppenkonzert in Der Festhalle, 13.30 Uhr,, Festzug; Konzert; Tanz und Volksbelustigung. Ratsherrensihung in Butzbach. vb Butzbach, 2. Juni. In Der Ratsherren- Sitzung wurde beschlossen, anläßlich der 20. Wiederkehr der ruhmreichen Skagerrakschlacht auch in unserer Stadt einen Platz nach dieser Schlacht zu benennen Der gegenüber Dem A W Heilschen Hause vor einigen Jahren hergerichtete Platz an Der Wetzlarer Straße soll fortan Den Namen Skagerrak-Platz tragen. Wie vor kurzem bereits berichtet, mürbe weiterhin bestimmt, baß bie im Ausbau begriffene Straße zwischen Abolf-Hitler-Straße unb Gutenbergstraße nach unserem oerbienstvollen Ehrenbürger Geheimen Schulrat Jaeger Die Bezeichnung Hermann-Jaeger-Straße erhalten soll. Der Filtalsteuersatzfür 1 936 wurde auf 200 Prozent ber Gemeinbe-Gewerbesteuer festgesetzt. (?>d)otfener Dfinafhnarff. V Schotten, 2. Juni. Nach Den kalten Feiertagen schien heute warme Sonne über bem althergebrachten Schottener Pfingstmarkt Diele Zelte, Karussels, Buben und Derkaufstände waren auf- geschlagen. Am zweiten Psingstfeiertage begann schon bie Vorfeier Heute früh setzte reger Zustrom zu bem Markt ein. Aufgetrieben würben etwa 500 Schweine 180 Stück Großvieh, ca 30 Stück Jung- Dieb, 10 Ziegen Das schöne Vogelsberger Rotvieh, Das von Jahr zu Jahr in Der Zucht vollkommener mirD, fiel besonbers angenehm auf. In brei Ringen würbe von ben brei Preisgerichten gewertet, auch eine Ziegenprämiierung fanb statt. Die Preisträger erhielten wertvolle Gelbpreise: auf bie Stadt entfällt ber Hauptanteil an ben Prämiierungskosten, Die ca. 1000 Mk zur Verfügung stellte Kreisamt, Tierzuchtamt, bie Brauereien unb anbere Stellen hotten Beihilfen gestiftet. Auf Dem Schweinemarkt wickelte sich flotter Hanbe! ab Es würben gezahlt: für Ferkel 6 bis 8 Wochen 26 Mk, bis 10 Wochen 29 Mk, bis 12 Wochen 33 Mk., bis 13 Wochen 36 Mk Für Einlegeschweine 60 bis 70 Mark Viele Käufer hatten sich eingefunben, ber alte Markt hotte roieber feine Anziehungskraft für ben Vogels- bera bewährt Ein Heimatfest in echter, wahrer Volksgemeinschaft mit Tanz unb Volksbelustigung schloß sich an ben Markt an Landkreis Gießen « Alten-Buseck, 2. Juni Anläßlich seines 35jährigen Bestehens veranstaltete ber G e f a n g • oer ein „Eintracht" am ersten Feiertag im Vereinslokal Rühl einen Familienabend. Dorschender Muhly begrüßte bie Mitglieder uud ihre Frauen sowie bie übrigen Gäste unb entwickelte in kurzen '©orten ein Mb Überben W-rbegang e-Verem. Er wies besonders daraus hm, daß die Treue der Mitglieder es ermöglicht habe, den Verein auf se ne jetzige Höhe zu bringen. Was der Verem in diesen 35 Jahren geleistet habe, bedürfe nicht vieler Worte, Dies bewiesen am besten Die zahlreichen Ehren- Diplome, die bie Wände Des Saales schmückten. Aber auch schwere Zeiten und trübe Stunden seien Dem Verein nicht erspart geblieben, besonbers während bes Weltkrieges. In ehrenden Worten gedachte der Redner der Sangesbrüder, die den Heldentod fürs Vaterland erlitten, zu deren Gedenken bie Anwesenden sich von ihren Plätzen erhoben. Am Schlüsse seiner Ansprache ermahnte er die Mitglieder, mit gleicher Treue und unveränderlichem Eifer für Die (Bacfje Des Vereins und Des deutschen Liedes zu wirken und zu werben, um den dem Sangeswesen noch fernstehenden Teil der erwachsenen Jugend dem Verein zuzuführen. Mehrere gut Dorgetragene Chöre des Vereins in Abwechslung mit gemeinsam gelungenen Volksliedern und schönen Musikstücken trugen dazu bei, einige Stunden in fröhlichem, kameradschaftlichen Beisammensein zu verleben. <£ Burkhardsfelden, 3. Juni. Die Feier der.goldenen Konfirmation fand hier am zweiten Pfingstfeiertag in Der Kirche statt. Aus Dem Jahrgang 1886 sind es noch Wilhelm Döring, Joh. Etzelmüller, Eleonore Rodenhausen geb. Schepp, Elisabetha Wagner geb. Albach; gestorben sind vier. Aus dem Jahrgang 1881 Heinrich Albach, Konrad Hahn, Kath. Müller geb. Nebeling, Elisabetha Horn, Elisabetha Ruhl geb. Wagner; gestorben sind drei. Aus dem Jahrgang 1876 Konrad Gans, Joh. Nebe- ling, Karl Haas, Heinrich Schmidt, Friedrich Haas, Wilhelm Wehrum, Ludwig Nebeling, Elisabethe Haas geb. Gottwalz, Marg. Möbus, Philippine Mohr geb. Balser, A. M. E Becker, Kath. Horn geb. Albach, gestorben ist 1. Aus dem Jahrgang 1871 Karl Heidkamp. Elis. Loos geb Becker. A. M. Klitsch, gestorben sind 5 <£ Reiskirchen, 3.Juni. Am zweitenPfingstfeiertag fand in der hiesigen Kirche die Feier der goldenen Konfirmation von 18 erschienenen einstigen Konfirmanden statt. Es waren dies von Dem Jahrgang 1886 Joh. Karl Jünger, Konr. Spaar, Ludw. Schäfer, Joh. Phil. Launfpach, Karl Damm, Kath. Schild geb. Spaar, Dorothea Hofmann geb. Schneider, Gertraud Damm geb. Schäfer, Kath. Wißmann. Gestorben von diesem Jahrgang sind fünf. Aus dem Jahrgang 1881 waren erschienen: Hch. Launfpach, Kath. Minke geb. Lepper, Kath. Stumpf geb. Damm, Elisabeth Becker geb. Saun- spach, Philippine Zimmer geb. Henkel; gestorben von diesem Jahrgang sind sieben. Aus Dem Jahrgang 1876 war es Hch. Magel; gestorben sind sieben. Von den vor 65 Jahren Konfirmierten waren erschienen Kath. Peter geb. Arnold und Wilh. Damm geb. Launfpach; gestorben sind neun. Dor 70 Jahren konfirmiert wurde Philippine Balser. Der hiesige Singkreis half die Feier durch seine Lieder verschönern. Nachmittags trafen sich die Konfirmanden im Gasthaus „Zum Hirsch" zu einem gemütlichen Beisammensein.