Nr. 80 Erstes Blatt 186. Jahrgang Zreitag, 3. April 1936 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8‘/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für 2e$t- anzeigen von70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/g mehr. Ermühigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. 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Nach der ersten, wahrscheinlich etwas oberflächlichen Prüfung der deutschen Friedensvorschläqe, die am Donnerstag zu einer starken Nervosität und grundsätzlich ablehnenden Haltung der Pariser Presse führte kann man heute eine wesentlich ruhigere Beurteilung der Lage feststellen. Wenn sich auch nichts an der Auffassung geändert hat, daß rne deutschen Gegenvorschläge in ihrer augenblicklichen Form unannehmbar (!!) seien, so muß doch festgestellt werden, daß die Blätter wahrscheinlich unter dem Eindruck der wesentlich günstigeren Aufnahme des deutschen. Planes in London sich größererZurückhaltung befleißigen und die Lage sehr viel ruhiger betrachten. Das Hauptaugenmerk der Blätter richtet sich heute auf die Zusammenkunft der £ o - carnomächte, die nach französischer Ansicht am kommenden Mittwoch in Brüssel oder Paris stattfinden könnte, obgleich eine endgültige Antwort der englischen Regierung voch nicht vorliegt. Die weiter unten gemeldete Aebergabe des englischen Garantieschreibens an die Botschafter Belgiens und Frankreichs hat außerdem nicht unwesentlich zu einer Entspannung beigetragen. Aus den Besprechungen, die Außenminister Flan- bin am Donnerstag zunächst mit dem Ministerpräsidenten 6 a r r a u t und später auch mit dem englischen Botschafter in Paris hatte, wollen die Blätter den bestimmten Eindruck gewonnen haben, daß die französische Regierung die deutschen Vorschläge weder rundweg ablehnen noch annehmen werden. Ls sei vielmehr beschlossen worden, daß Flandin auf der geplanten Konferenz der Locarno-Mächte die deutsche Denkschrift einer sehr ausführlichen Kritik unterziehen und eine Reihe von Gegenvorschlägen machen werte, die mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf der mittleren Linie zwischen der Forderung der Locarnomächte vom 11. März und der deutschen Antwort vom 31. März liegen dürften. Die französische Regierung, so heißt es, werde mit besonderem Nachdruck auf den Abschluß von gegenseitigen Beistandspakten nicht nur im Westen Europas, sondern auch mit den anderen Nachbarn Deutschlands bestehen und im übrigen den Grundsatz der kollektiven Sicherheit im Rahmen des Völkerbundes verteidigen. Es fei anzunehmen, daß vor dem Zusammentritt der Locarnomächte sehr eingehende diplomatische Besprechungen zwischen Paris und den Mächten der Kleinen Entente stattfinden würden, als deren Sprecher Frankreich ebenfalls aufzu- lreten wünsche. Während sich das „Echo de Paris" und der „Petit Parisien" nach wie vor völlig ablehnend verhalten, ist das „Journal" am Freitagmorgen in der Beurteilung der Lage wesentlich ruhiger geworden. Aus der genauen Prüfung der deutschen Antwort ergebe sich die Tatsache, daß zwischen Deutschland und Frankreich st arte Meinungsverschiedenheiten über die Mittel befinden, mit denen man im Westen die Ruhe und Ordnung in Europa Herstellen und ein System der Sicherheit und des Friedens errichten könne. In der Besprechung zwischen dem Ministerpräsidenten Sarraut und Flandin seien bereits die großen Linien der Erklärung aufgesetzt worden, die Frankreich auf der Zusammenkunft der Locarnomächte abgeben werde. Diese Erklärung werde zwar auf eine Ablehnung der deutschen Vorschläge hinauslaufen, so wie sie augenblicklich a b g e f a ß t seien, sie werden aber kommen« den Verhandlungen die Tür nicht verschließen. Die Notwendigkeit dieser Verhandlungen wird auch vom „Petit Journal" unterstrichen. Eine Weigerung, die deuschen Vorschläge zu prüfen unter dem Vorwand, daß sie für Frankreich unannehmbar seien, sei nicht angängig. Es sei leicht, zu sagen, diese Vorschläge seien unannehmbar und man müsse sie „en bloc“ zurückweisen. Man müsse sich aber auch fragen, was dann werden soll. Man müsse sich vor allem fragen, was werden solle, wenn Frankreich auf lange Sicht jede Fühlung mit Deutschland abbreche. Die Haltung der französischen Diplomatie sei vollkommen klar. Frankreich müsse sobald wie möglich eine Zusammenkunft der Locarnomächte Hervorrufen und eine gemeinsame und genaue Prüfung der deutschen Vorschläge vornehmen. Dann müßten Gegenvorschlag e ausgearbeitet werden und schließlich müsse der Führer unterrichtet werden, daß man bereit sei, zu verhandeln unter der Bedingung, daß diese Verhandlungen im Rahmen des Völkerbundes stattfinden. In der „Republique" fordert der ehemalige Generalsekretär der radikalsozialistischen Partei Eduard Pfeiffer die Regierung auf, unter keinen Umständen Verhandlungen abzulehnen. Man müsse sich einmal die Frage vorlegen, was Frankreich eigentlich tun wolle, nachdem es Nein gesagt habe, Die englische Presse fordere Paris schon jetzt auf, die deutschen Vorschläge zumindest als Verhandlungsgrundlage anzuerkennen. Ein französisches Nein würde nur Nachteile haben. Frankreich würde sich von England entfernen und darüber hinaus die gesamte Weltöffentlichkeit verstimmen, die heute den Eindruck habe, daß Hitler den Frieden wolle, während Frankreich sich ihm widersetze. Außerdem müsse berücksichtigt werden, daß eine Weigerung Frankreichs, zu verhandeln, dazu führen könne, daß England das Locarnoabkommen in Frage stelle, und das sei das schlimmste, was Frankreich zustoßen könne. Die Generalstabsbesprechungen. Zwei englische Briefe an Frankreich und Belgien. London, 2. April. (DNB.) Außenminister Eden empfing am Donnerstagabend nacheinander d e n französischen und den belgischen Botschafter, denen er je zwei Briefe aushändigte. Das eine Schreiben bezieht sich auf Teil 3 des Weißbuches, der sich mit den G e - Paris, 3. April. (DNB. Funkfpr.) In Paris fand am Donnerstag eine Versammlung der Feuer- kreuzler stall, auf der die Haltung der französischen Regierung scharf kritisiert und eine endgültige Bereinigung aller deu tsch- fra nz öfi- fchen Meinungsverschiedenheiten gefordert wurde. Einer der maßgebenden Führer der Bewegung erklärte unter großem Beifall der Anwesenden, daß das Schicksal Frankreichs immer noch in den Händen derselben alten Mannschaft liege, die sich gegen das Ausland auflehnen wolle, obgleich sie bisher alles geduldet habe. Das französische Volk wünsche den Frieden und die Ehre. Es werde keinen dauerhaften Frieden in Europa geben, solange die ewig deutsch-französischen Meinungsverschiedenheiten keine Lösung gefunden hätten. * In Sartrouville bei Paris und T a r b e s in Südwestfrankreich, wo ebenfalls Versammlungen der Feuerkreuzler stattfanden, kam es zu heftigen Zusammen st äßen mit linksgerichteten Elementen, wobei es auf beiden Seiten 23er« London, 3. März. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" begrüßt die dreiwöchige politische Pause, die Dr. Goebbels in Deutschland angekündigt habe und erklärt, es gebe keine bessere Propaganda für d e n Frieden in diesem Augenblick. Was jetzt benötigt werde, sei Zeit für eine ruhigere Erörterung und Prüfung des umfangreichen Materials, das auf dem Tisch liege. Das beste Heilmittel für die Neurasthenie und die Erregbarkeit der europäischen Politik sei eine nüchterne und ruhige Prüfung der Heilmittel, die für die Krankheit vorgeschlagen worden seien. Der erstaunte Engländer, der einige Kommentare der Pariser Presse gelesen habe, werde bei ihnen zum mmbeften eine Art „klinisches Thermometer" anwenden müssen. Diese aufgeregte Haltung fei natürlich völlig erfolglos. Eine Erklärung für die Lage finde man jedoch in den wenig gemäßigten französischen Stimmen, die zugeben, daß die deutschen Anregungen die Grundlage für eine Erörterung abgeben könnten, wenn man des deutschen guten Glaubens sicher sei. Alles läge natürlich in dem „w e n n“. Wenn man unter allen Umständen und für immer ableugne, daß es so etwas wie einen guten Glauben Deutschlands gebe, so könne dies nur zur Katastrophe führen. „Daily Telegraph" meint, in England herrsche die Neigung, über die unmittelbaren Hindernisse für die Aufnahme der Verhandlungen hin- wegzusehen und die Hoffnung auf den Friedensplan zu fetzen. Für Frankreich seien die anfänglichen Erörterungen wichtiger. Was geschehen könne, um zu beruhigen, sei geschehen. D-as englische Beistandsversprechen an Frankreich und Belgien und die in Aussicht genommenen Generalstabsbesprechungen seien Maßnahmen,„ die die Zeit und die Atmosphäre schafften, die nötig seien, um die Völker an den Konferenztisch zu bringen. n e r a lst a b s b e s p r e ch u n g e n für bie lieber» gangsperiode befaßt, bas andere Schreiben auf bie Anlage bes Weißbuches, bie von ben Generalstabsbesprechungen handelt, bie im Falle eines Scheiterns der Verhanblungen mit Deutschlanb geführt werben sollen. Reuter erklärt u. a., bie Tatsache, baß der Brief am Donnerstag ausgehändigt wurde, bedeute nicht, baß bie in ihm vorgesehenen Verpflichtungen, bie sich streng auf ber Grunblage ber Gegenseitigkeit hielten, in Kraft getreten seien. Sie würden er st dann wirksam werden, nachdem in einer Konsultation zwischen der britischen, ber französischen unb ber belgischen Regierung entschieben worben sei, daß bie Dersöh- nungsversuche fehlgeschlagen seien. Das zweite am Donnerstag ausgehändigte Dokument sei ein Brief, der sich auf den § 3 des Weißbuches beziehe, ber Stabsbesprechungen zwischen England, Frankreich unb Belgien für bie Zwischen- p e r i o b e vorsieht. Es verlaute, baß dieser Brief auf die politische Begrenzung Bezug nimmt, innerhalb deren diese Stabsbesprechungen stattfinden müßten. Botschafter Corbin reife am Freitag nach Paris ab, um diese Mitteilungen mit seiner Regierung zu besprechen. letzte gab. In Sartrouville, einer marxistisch verwalteten Stadt, hatten sich etwa 600 Feuerkreuzler versammelt, als plötzlich Alarmsirenen zu heulen begannen. Dies war für bie Linkskreise das Zeichen, zu versuchen, bas Versammlungslokal im Sturm zu nehmen. Der Ordnungsbienst ber Polizei war viel zu schwach, um dem wütenden Angriff ber Massen standhwalten zu können, unb erst als Mobilgarbe zur Verstärkung eintraf, gelang es, bie aufgehetzte Menge zurückzubrängen. Inzwischen war es jeboch bereits zu Zusammenstößen gekommen, wobei es auf beiben Seiten Verletzte gab. Erst nach 1 Uhr nachts gelang es ber Polizei, den Feuer- kreuzlern einen ungehinderten Abzug zu sichern. In T a r b e s hielten gleichzeitig mit ben Feuer- kreuzlern antifaschistische Verbände eine Versammlung ab, nach deren Abschluß die Marxisten sich vor das Versammlungslokal ber Feuerkreuzler begaben unb eine Barrikabe errichteten. Als bie Teilnehmer bas Lokal verließen, würben sie von den Mitgliedern der Volksfront mit einem Hagel von Steinen empfangen. Ferner schnitten die Antifaschisten die Reifen sämtlicher Kraftwagen durch. „News C h r o n i c l e" (liberal) weist darauf hin, daß Frankreich feit Beendigung des Krieges immer wieder versichert habe, daß es Sicherheit wünsche. Frankreichs Militärbündnisse im Osten hätten lediglich die Gefahr vermehrt, gegen die es sich zu schützen wünsche. Es sei ihm bisher nicht gelungen, die britischen Garantien zu erhalten, bie es als ausreichenb ansehe. Iehl fei Frankreichs Gelegenheit ge- kommen. Indem Frankreich den deutschen Plan als Verhandlungsgrundlage annehme, könne es eine Lage schaffen, in der es wahrscheinlich die erwünschten Garantien eher erhalten würde als jemals seit Kriegsende oder jemals in Zukunft. Wenn Frankreich wirklich Sicherheit wünsche, dürfe es sich die Gelegenheit nicht entschlüpfen lassen. Wenn das, was Hitler angeboten habe, nach Frankreichs Ansicht „phantastisch" sei, sollten dann seine Staatsmänner vielleicht nicht zum mindesten erklären, was sie denn eigentlich zufrieden ft ellen würde. Der „Daily S) er alb" schreibt, daß Furcht und Aerger nicht geeignet seien, Europa aus seinen Wirren unb Gefahren herauszuführen. In Hitlers Angebot fei zweifellos einiges enthalten, was für französische Nerven aufreizend sei, aber derartiges sei auch in dem Weißbuch für Deutschlands Nerven enthalten gewesen. Der Aerger des Augenblicks dürfe aber nicht bie Zukunft einer ganzen Generation gefährben. Man müsse bie Vergangenheit ruhen lassen. In Hitlers Vorschlägen sei zu minbestens eine Gelegenheit gegeben. Unb könne irgend jemand mit gesundem Menschenverstand sich ohne Bedauern unb Scham dessen erinnern, wie in ben vergangenen Jahren eine Gelegenheit nach ber anberen vertan worben sei? Hier sei eine neue Gelegenheit gegeben. Die Vorschläge Hitlers seien versöhnlich unb nicht herausfordernd. Sie müßten in vielen Punkten aufgeklärt werden. Diese Aufklärung sei eine Arbeit, die Ruhe verlange. Frankreich vor den Wahlen. Von unserem ss.-Berichierstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, 31. März 1936. Betrachtet man die Haltung Frankreichs zu den gegenwärtigen internationalen Vorgängen, vor allem auch gegenüber dem neuen deutschen Frie- densplan vom 31. März, so darf nicht vergessen werden, daß dieses Land eigentlich bis Anfang Ma i praktisch ohne Regierung ist. Denn während in einem autoritären Staat wie Deutschland heute eine Volksabstimmung bie stärkste Befestigung ber Führung unb bie volle Gegenzeichnung ihrer Hanblungen bebeutet, tritt in Frankreich bie an sich schon schwach entwickelte Verantwor- tungsfreubigfeit ber als Minister tätigen Parlamentarier vollkommen hinter ber Sorge um bie Wieberwahl zurück, sobalb bie Legislatur- periobe abgeschlossen unb ber Wahlfelbzug eröffnet ist. Gewiß machen bie Senatoren von dieser Regel eine Ausnahme, aber auch sie müssen Rücksicht herauf nehmen, ihre Parteifreund nicht unnötig zu kompromittieren. Deshalb konnte nichts den französischen Politikern unerwünschter kommen, als ber Zwang, vor ihren Wählern zu dem Ereignis bes 7. März, b. h. zu ber Frage „Konflikt ober 23er» ftänbigung mit Deutschlanb?" Stellung nehmen zu müssen. Außenminister Flanbin hat selbst bas Beispiel für bie allgemeine Sehnsucht nach dem Kontakt mit dem Wähler gegeben, indem er bereits am 20. März ber Kammer durch feine etwas voreilige Bündnisrebe einen sofortigen Ferienbeginn ermöglichte und bann selbst alsbald in feinen Wahlkreis abreifte. Aber andere Minister haben größere Sorgen als er, so etwa der von rechts unb links gleich heftig angegriffene Landwirtschaftsminister Zf) eitler oder der Luftfahrtminister Seat, ber in einem Pariser Vorort vor vier Jahren noch als Kanbidat der Blumschen Marxisten gewählt wurde und nun zusehen muß, ob seine eigene Gruppe ber Französischen Sozialisten wenigstens für ihn selbst genügenb Tragfähigkeit bietet. Allerbings gibt es nicht nur für Minister, sondern für die Abgeordneten des scheidenden Parlaments überhaupt eine handgreifliche Garantie der Wiederwahl, die zugleich der schwerste Hemmschuh für eine Erneuerung des politischen Lebens durch neue Männer und Parolen bedeutet, nämlich das System der Einerwahl im Bezirk. Seit der Vorkriegszeit wird immer wieder versucht, das System ber Verhältniswahl in Frankreich einzuführen, und immer wieder lehnt das Parlament, das sich in diesem Fall besonders gern als Richter in eigener Sache aufspielt, eine Reform ab, die nur im Interesse unbequemer Außenseiter ober ber sogen, „mal £lus“ liegt, d. h. berjenigen, bie bas letztemal erst im zweiten Wahlgang unb mit Hilfe ber Nachbargruppen burchgekommen finb. Die größte Versicherung auf Gegenseitigkeit bebeutet seit jeher bie von links bis in die Mitte des Parlaments sich erstreckende „republikanische Disziplin", derzufolge ein Kandidat der demokratischen Parteien niemals einem Rechtskandidaten bei ber Stichwahl helfen barf, wohl aber verpflichtet ist, sich bei ber Entfcheibung vor bem stärksten Links- fanbibaten zurückzuziehen. Als solches Wahlbündnis ber Linken sollte natürlich auch bie vielbesprochene „Volksfront" wirken, bie seit vorigem Sommer auf gemeinsamer antifaschistischer Grunblage zwischen Radikalen, Sozialisten (französischer unb marxistischer Prägung) unb Kommunisten gebilbet worben ist. Freilich hat es sich in ben letzten Wochen gezeigt, baß in ber Praxis auf eine Rücksichtnahme von kommunistischer Seite schwerlich zu rechnen sein bürste, so baß wahrscheinlich bie Sozialisten unb vor allem bie Rabikalen bie Kosten ber Volksfront tragen werben, zugunsten eines Zuwachses ber Kommunisten. Dies um so mehr, als bie Kommunisten sich, abgesehen von ben großen Stabten, keineswegs als soziale Revolutionäre geben, fonbern lediglich mit Hilfe bes Sowietbünbnifses ihr patriotisches Jakobinertum in ben Vorbergrunb stellen. Dagegen Kämpfen bie alten Jakobiner, nämlich bie Herriot- unb Daladierpartei ber Rabikalen unb Rabikalsozialisten, ernstlich mit ber Gefahr eines langsamen Absterbens dadurch, baß bie fommenben Generationen für Freimaurer- ideale unb für bie ganze Deputiertenwirtschaft mit ihren skanbalosen Schattenseiten wenig Verständnis mehr aufbringt. Ohne ben 7. März wäre ber Linksruck, ber schon 1932 sehr groß war, vermutlich noch sehr verstärkt worden, unb zwar wie gesagt, hauptsächlich zugunsten ber äußersten kommunistischen Linken unter Führung von Cachin. Nun aber können bie Abgeorbneten ber rechten Minder- beit, b. Y)- die bürgerlich Gemäßigten aller Grade, damit rechnen, daß ihnen das Nationalge- fühl im Volk ebenfalls zu Hilfe kommt, zumal sie für ein stark gerüstetes Frankreich, aber gegen das Sowjetbündnis unb teilweise sogar für bie deutsch-französische Aussprache, natürlich „mit ben nötigen Garantien", eintreten. Ihre Wahlplakate zeigen Ueberschriften wie etwa: „Die Volksfront führt uns in ben Krieg", scheuen allerbings auch vor antibeutschen Hetzbilbern nicht zurück. Immerhin ergibt sich bas in ben Anfängen der Dritten Republik schon dagewesene Schauspiel, daß in einem kritischen Augenblick bie Rechte friebensfreundlicher auftrat, als bie Linke, um dieser das erdrückende Uebergewicht ber Zahl wenigstens in Einzelfällen streitig zu machen. Wie gering allerdings die Aussichten der Rechten gegen den Vormarsch der Volksfront sind, hat man aus dem Demissionsschreiben T a r b i e u s gesehen, der dem Parlament nicht etwa nur aus Empörung ®je AEM'sE'MHMk für deussch-sranzösische Generalbereinigung. Frankreichs Gelegenheit ist gekommen. Oie englische Presse wünscht ruhige Prüfung des deutschen Friedensplans. den Rücken kehrte, sondern vor allem, weil er daran verzweifelte, in absehbarer Zeit wieder Minister werden zu können. Auch darf nicht übersehen werden, daß Tardicus Schritt in der Oeffentlichkeit keineswegs ernst genommen wurde, und daß Männer außerhalb des Parlaments, wie der Oberst La Rocque mit seinen Feuerkreuzlern, keine Aussicht haben, politisch zum Zug zu kommen, es sei denn beim Gegenstoß gegen etwaige innerpolitische Uebergrifse der Volksfront im nächsten halben Jahr. Es wird zweifellos das Bestreben der linken Mitte sein, in einer Regierung etwa mit den Kommunisten zusammen alarmierende demagogische Maßnahmen zu verhindern, die das Vertrauen in die Bank von Frankreich und die Finanzen erschüttern würden. Bon der rechten Mitte an ist man allerdings von vornherein überzeugt, daß die Linke doch wieder „Dummheiten" machen wird, und man nennt deswegen schon wieder Namen der gemäßigten Parteien für ein Ministerium des kommenden Herbstes, darunter natürlich auch als Außenminister den Namen Laval. Abschließend darf festgestellt werden, daß das Dolksinteresse für die Wahlen von Mal zu Mal geringer wird, nicht nur in Paris, wo sich der Spott aller Volksschichten über das ,Ileine Komödienhaus", soll heißen die Kammer im Palais Bourbon, ergießt. Aber auf absehbare Zeit ist das Schauspiel der Ringkämpfe in allen französischen Bezirken zwischen dem Abgeordneten und seinen Gegenkandidaten P und Z noch immer der Inbegriff des französischen politischen Lebens und das Symbol dafür, daß in Frankreich die Legislative alles überwuchert — auch die Notwendigkeiten einer zielbewußten Staatsführung. London für diplomatischen Meinungsaustausch. London, 3. April. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" meldet, daß die britische Regierung bisher keinerlei Forderung der französischen oder bel- gislchen Regierung nach Einberufung einer ro eite r e n Konferenz der Locarnomächte erhalten habe. Es sei wohl bekannt, daß Paris besondere Gründe habe, eine solche Konferenz zu wünschen. London sei jedoch der Ansicht, daß das ruhigere und intimere Verfahren eines Meinungsaustausches durch die Botschafter den Erfordernissen des Augenblicks besser entspreche. Auch „Morning Post" berichtet, daß die britische Regierung den Gedanken einer weiteren Konferenz nicht sehr geneigt sei und eine Besprechung durch die gewöhnlichen diplomatischen Kanäle vorziehen würde. Die Durchführung der Wehrpflicht in Oesterreich. Wien, 2. April. (DNB.) Das christlich-soziale „Neuigkeitsweltblatt" bringt Mitteilungen von unterrichteter Seite über die Durchführung der Bundesdienstpflicht. Danach soll am 1. Oktober ds Js. der Jahrgang 1915 einberufen werden. Die Dienstzeit soll grundsätzlich sechs Monate betragen. Offiziersanwärter dienen 1 Jahr. Für die Jahrgänge 19 0 0 bis 1915 werden militärische A u sbildungskurse eingerichtet werden, deren Dauer vier bis acht Wochen betragen soll. In diesem Jahre sollen noch die Jahrgänge 1901 und 1902 zu solchen Kursen herangezogen werden. Angehörige des Jahrganges 1900, sofern sie noch in der alten österreichisch-ungarischen Armee gedient haben, werden in besonderen Ausbildungskursen unterrichtet. Die Jahrgänge 18 9 4 bis 19 00 sollen auf absehbare Zeit nicht zu militärischen Hebungen herangezogen werden. 30 verhaftete Rigaer Deutsche freigelaffeu. Riga, 2. April. (DNB.) Wie aus guter Quelle verlautet, sind von den in den letzten drei Wochen verhafteten 35 Rigaer Deutschen etwa 30 wieder a u f freien Fuß gesetzt, so daß sich noch fünf bis sechs Deutsche in Haft befinden. Die Freigelassenen wurde zu Polizei st rasen verurteilt, und zwar wegen Teilnahme an polizeilich nicht erlaubten Versammlungen während des Kriegszustandes. Die Strafen bewegen sich zwischen 100 Lat bis zu 750 Lat. Gegen diese Strafe kann beim Innenminister Beschwerde eingelegt werden. Die Verlängerung der Amtsdauer der Dertrauensräte. Berlin, 2. April. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt vom 1. April wird folgendes Gesetz veröffentlicht: Die Amtsdauer der derzeitigen Mitglie- der des Vertrauensrates (§ 5 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit, § 3 des Gesetzes zur Ordnung der Arbeit in öffentlichen Verwaltungen und Betrieben) wird bis zum 3 0. April 19 3 7 verlängert. Eine erneute Ablegung des feierlichen Gelöbnisses gemäß § 10 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit und § 8 des Gesetzes zur Ordnung der Arbeit in öffentlichen Verwaltungen und Betrieben findet nicht statt. Der Reichsfremdenverkehrsverband. Berlin, 2. April. (DNB.) Der Präsident des Reichsfremdenverkehrsverbandes,Staatsminister a. D. Hermann Esser, erläuterte der Presse das neue Gesetz über den Reichsfremdenverkehrsoerband. Der Fremdenverkehr diene der immer innigeren Verschmelzung der deutschen Volksgenossen und Stämme miteinander. Durch das Reichsgesetz über den Reichsfremdenverkehrsverband fei die organisatorische und gesetzliche Untermauerung der deutschen Frerndenoerkehrsarbeit vorläufig abgeschlossen. Zunächst erfolge nun die einheitliche Durchführung der durch das neue Gesetz geschaffenen Richtlinien und Voraussetzungen, was bei rund 10 000 Fremdenverkehrsgemeinden und 24 Landes- fremdenverkehrsverbänden eine erheblicke Organisationsarbeit bedeute. Hand in Hand damit gehe die systematische wissenschaftliche und st a - tistische Förderung der Fremdenverkehrsarbeit durch die Reichsanstalt für die deutsche Bäderforschung in Breslau. Die Errichtung eines Lehrst u h l e s für Werbung in der Fremdenverkehrsarbeit an einer deutschen Universität sei in die Wege geleitet. Der Mittelpunkt in der deutschen Fremde'nverkehrsarbeit werde das Haus des deutschen Fremdenverkehrs in93er- lin werden. Als Nachrichten- und Schulungsorgan wird am 1. Mai die Zeitung „Der Fremdenverkehr" erscheinen. Schulter an Schulter mit der Gruppe Hilfsgewerbe des Verkehrs (Reisebüro) werde schließlich die Mobilisierung der nicht durch die Organisation „Kraft durch Freude" erfaßten und zu erfassenden Volksgenossen für den deutschen Reiseverkehr fortgesetzt. AeueVorschnstenüberdieGteuerbefreiung des Reuhausbesitzes. Berlin, 2. April. (DNB.) Das Reichsfinanzministerium teilt mit: Nach den bisherigen Vorschriften über die Steuerbefreiung neu errichteter Kleinwohnungen waren nur solche Kleinwohnungen befreit, die bis zum 31. März 1936, unter Umständen bis zum 31. M a i 1936, bezugsfertig werden. Durch das neue Gesetz vom 2. April 1936 ist die Frist für das Bezugsfertigwerden um ein Jahr verlängert worden. Es find alfo nun auch Kleinwohnungen steuerbefreit, die bis zum 31. März 1937 bezugsfer- t i g werden. Die Frist verlängert sich bis zum 31. Mai 1937 für solche Kleinwohnungen, die bis Aum 31. Dezember 1936 i m Rohbau vollen- d e t werden. In der Begründung zum Gesetz vom 2. April 1936 ist ausdrücklich hervorgehoben worden, daß eine weitere Verlängerung der Frist für das Bezugsfertigwerden nicht in Aussicht genommen ist. Zur Vermeidung von Mißverständnissen wird darauf hingewiesen, daß die Dauer der Steuerbefreiung für die Kleinwohnungen nicht verlängert worden ist. Die Steuerbefreiung endet auch für die Kleinwohnungen, die bis zum 31. März (Mai) 1937 bezugsfertig werden, bei der Vermögenssteuer und der Grundsteuer am 31. März 1939 und bei der Einkommenssteuer am 31. Dezember 1938 (oder am Schluß des Wirtschaftsjahres 1937/38.) Das neue Gesetz vom 2. April 1936 beschäftigt sich weiterhin mit dem „älteren Neuhausbe s i tz". Es versteht darunter die Wohngebäude, die in der Zeit vom 1. April 1918 bis zum 31. Marz 1931 bezugsfertig geworden sind. Die Steuerbefreiung des älteren Neuhausbesitzes von der Grundsteuer richtete sich bisher im wesentlichen nach Landesrecht. Infolgedessen ergaben sich innerhalb des Reiches die größten Verschiedenheiten. Das Gesetz vom 2. April 1936 dient dem Zweck, die Befreiungsvorschriften möglichst zu vereinheitlichen. Es bestimmt, daß bei der Lande sg r u n b ft e u e r die Befreiungen, die am 31. März 1936 galten, noch ein weiteres Jahr, d. h. bis zum 31. März 19 3 7 bestehen bleiben. Während bei der Landesgrundsteuer eine völlige Vereinheitlichung hiernach noch nicht erreicht wird, ist der Gedanke der Vereinheitlichung bei der G e - meinbegrunbfteuer streng durchgeführt. Nach dem neuen Gesetz ist der gesamte ältere Neuhausbesitz ab 1. April 1936 zur G e- mein begründ st euer heranzuziehen. Für das Rechnungsjahr 1936 werden jedoch weitgehende Erleichterungen gewährt. So sieht das Gesetz vor, daß der Bettag, um den sich die Gemeindegrundsteuer gegenüber dem bisherigen Zustand erhöht, keinesfalls den Landesdurchschnitt der Gemeindegrun.dsteuer übersteigen darf. Darüber hinaus hat der Reichsminister der Finanzen zugleich im Namen des Reichsministers des Innern und des Reichsarbeitsministers in einem Schreiben an die Regierungen der Länder Maßnahmen getroffen, durch die einerseits Mieterhöhungen ausgeschlossen und andererseits unbillige Här - t e n für die Hausbesitzer vermieden werden. Die Maßnahmen bestehen darin, daß in den Fällen, in denen die Mehrbelastung durch die Gemeindegrundsteuer im Rahmen der bisherigen Miete nicht tragbar ist, Entgegenkommen bei der Verzinsung der Wohnungsbaudarlehen, die aus der Gebäude- entschuldungssteuer gegeben worden sind, gewährt wird. Wo diese Maßnahme nicht ausreicht ober deshalb nicht möglich ist, weil keine solchen Wohnungsbaudarlehen bestehen, ist der Betrag, um den sich die Gemeindegrundsteuer erhöht, unter Umständen zu erlassen. Wie sieht es in der Wirtschaft aus? Mit dem 1. April ist die im Kleinhandel übliche Bezeichnung eines Pfundes für ein halbes Kilogramm verschwunden. Künftighin werden als zulässige Gewichtsbezeichnungen im deutschen Wirtschaftsleben nur noch das Kilogramm und das Gramm gelten. Gleichzeitig verschwinden die sehr unterschiedlichen Maße für Flächen, z. B. Morgen und Rute. Aus der Zeit der deutschen Länderzersplitterung stammten diese Bezeichnungen, die je nach Land und Gewohnheit eine unterschiedliche Bedeutung hatten, denn das Pfund z. B. war keine einheitliche Gewichtsgröße. Es wurde zwar durch den deutschen Zollverein auf 500 Gramm festgesetzt, aber in Bayern war gewohnheitsmäßig das Pfund 560 Gramm, und das englische Pfund, das von manchen Firmen für ihre Warenpackungen beliebt wurde, betrug nur 420 Gramm. Die Flächenmaße widersprachen völlig dem Dezimalsystem, denn ein preußischer Morgen war gleich 180 Quadratruten, also 2553,2 Quadratmeter, und dabei gab es preußische und mecklenburgische und süddeutsche Morgen von unterschiedlicher Bedeutung. Das neue Maß- und Gewichtsgesetz führt generell eine Vereinheitlichung durch, und zwar nach dem Dezimal s y st e m , also nach Ziffern, die durch 10 teilbar sind. Weiter sind neue Vorschriften über Schankgefäße, alfo Gläser, Krüge, Flaschen, Karaffen, Kannen erlassen worden, die ebenfalls auf der Grundlage des Dezimalsystems ruhen und die unterschiedlichen Bezeichnungen für Hohlmaße, wie Klafter, Quart, Metze, Scheffel, Oxhoft, Anker, beseitigen. Wer wußte zum Beispiel, daß die Tonne Bier in Wirklichkeit l1/? Hektoliter umfaßte und ein Fuder Wein 8V« Hektoliter? Jetzt ist das einzig rechtliche Hohlmaß der L i t e r = 1 Kubikdezimeter, 100 Liter sind 1 Hektoliter und 1000 Liter sind = 1 Kubikmeter. * Unter den vielfältigen wirtschaftlichen Vorgängen der Berichtszeit sind vor allem die Transaktionen in der Westdeutschen Industrie bemerkenswert. Man muß hierbei zwei verschiedene Ereignisse unterscheiden. Zunächst hat die Vereinigte Stahlwerke AG. in Düsseldorf den gesamten Besitz des Reiches an Stahlvereinsaktien, also rund 100 Mill Mark, erworben, und zwar mit der Auflage, dieses Aktienpaket zur Einziehung zu bringen. Für den Kaufpreis verwendete der Stahlverein im wesentlichen seinen etwa 70 Mill. Mark betragenden Besitz an Aktien der EssenerStein- kohlenbergwerke AG. Nach der Stahlvereinsseite hin ist dieser Aktienerwerb durchaus klar und für die Maßnahmen des Reiches wird die Auffassung des nationalsozialistischen Staates mit maßgebend gewesen sein, sich möglichst wenig selbst in der Wirtschaft zu betätigen, als vielmehr den Führungsanspruch des Staates in der Wirtschaft zu verwirklichen. Der zweite in diesem Geschäft wesentliche Vorgang ist, daß neben kleineren und mittleren Käufern die Harpener Bergbau AG. die Sperrminderheit des zum Verkauf gelangten Aktienpaktes erworben hat. Für Harpen waren hierbei lediglich bergwirtschaftliche Gründe maßgebend, nicht etwa daß ein beherrschender Einfluß auf die Essener Steinkohlenbergwerke beabsichtigt war. Für beide Gesellschaften ergeben sich vielfache wirtschaftliche Berührungspunkte wie z. B., daß die Kohlenfelder der Gesellfchaften an mehreren Stellen sich berühren. Weiterhin ist an eine Erweiterung des seit einem Jahr bestehenden Verkaufsvereins Harpen-Gewerkschaft Mont Cenis durch den Beitritt der Essener Steinkohlen gedacht. Hierdurch würde zweifellos die Stellung Harpens im Rheinisch-westfälischen Kohlensyndikat erheblich gestärkt, da durch das Zusammengehen Harpen die zweitgrößte Zechengruppe im Syndikat bilden würde. Die weiteren mannigfachen Auswirkungen, die diese Transaktionen haben werden, lassen sich zunächst noch nicht übersehen. ♦ Abgesehen von der Allgemeinen Deutschen Credit- gesellschast, der Adca, die keine Dividende verteilt, haben die deutschen Großbanken nach ihren jetzt vorliegenden Bilanzen die Dividendenzahlung wiederaufgenommen, und zwar zahlen sie 4 v. H. nach vier dividendenlosen Jahren. Nur mit Staatshilfe ist nach dem furchtbaren Zusammenbruch des 13. Juni 1931 das Geschäft wieder in Gang gekommen. Die Debitoren- verluste durch Zusammenbrüche und Bereinigungen sind überstanden, die Kredite an Warenhäuser und an die oberschlesische Industrie bereiten den Banken keine Sorgen mehr. Schon 1934 hätten sie die Dividendenzahlungen aufnehmen können, denn das Geschäft war ja infolge des Aufschwunges der Konjunktur schon damals einträglich, aber die großen Banken, die Ol)-Bank, die Dresdner Bank, die Commerz- und Privat-Bank benutzten die Gewinne, um die Refervenpolster wieder aufzufüllen, eine Politik, die sich aus der Gesamtlage mit Notwendigkeit ergab. Was die Banken verdient haben, läßt sich nicht einwandfrei feststellen. Im Gegensatz zu den Aktiengesellschaften der Industrie, die durch die vorgeschriebene Gewinn- und Verlustrechnung einen guten Einblick gewähren, sind die Bankbilanzen schwer zu lesen und vor allem sind die vorweggebuchten Verdienste der Banken gar nicht zu übersehen. Immerhin geben die gezahlten Steuern einen Anhaltspunkt für den Aufschwung des Bankengeschäfts. Sie betrugen in Millionen Mark DD= Dresdner Commerz- und Bank Bank Privat-Bank 1934 7,7 2,9 3,4 1935 8,4 6,7 4,7 Die Liquidität der deutschen Banken ist gestiegen, die Spareinlagen haben eine wesentliche Zunahme zu verzeichnen. Unter der nationalsozialistifchen Regierung erfüllen vor allem die Banken den Zweck der mehr oder minder bedeutenden öffentlichen Beteiligung, und die Reprivatisierung der Banken hat ihnen größere Bewegungsfreiheit gegeben, so daß sie wieder zu ihrer natürlichen Funktion, Diener des Staates zu fein, zurückkehren. * Die neuen Rekordfahrten des 21 uto-Union» Rennwagens mit Hans Stuck am Steuer sind über das rein Rekordmäßige bemerkenswert. Sie gestatten in mehr als einer Hinsicht wichtige wirtschaftliche Ausblicke. Bekanntlich wurden die acht neuen Weltbestleistungen — es handelt sich um sechs Weltrekorde über 5 Meilen, 10 km, 50 km, 50 Meilen, 100 km und 100 Meilen sowie zwei Klassenrekorde für die Klasse von Fünf- bis Acht- Liter-Wagen — nicht bei zu diesem Zwecke veranstalteten Rekordsahrten, sondern gelegentlich von Versuchsfahrten für die neuen Reunreifen der Continental-Gummi-Werke aufgestellt. Zum ersten Male wurden auch die Reichsautobahnen für solche Großversuche herangezogen. In jeder Hinsicht konnte man nun bei diesen Fahrten einen Erfolg verbuchen. Einmal hat die deutsche Kraftfahrzeug Industrie wieder bewiesen, daß sie mit ihren Konstruktionen in der Welt führend ist, und praktisch alle Weltgeschwindigkeitsrekorde für Kraftwagen in der Hand hält, wenn man einmal von dem mit einem Hebet» rennroagen von tausenden PS, dessen einmalige Herstellung ungeheure Kosten verursachte, aufgestellten Weltrekord des Mr. Campbell absieht. Zweitens haben die Versuche die überragende Güte des deutschen Reifenmaterials bewiesen und drittens hat sich gezeigt, daß die Reicbsautobahnen für große Versuchs- und Rekordfahrten durchaus geeignet find. Man braucht also in Zukunft zu diesem Zwecke nicht mehr wie bisher ins Ausland zu gehen. * Der Zusammenbruch des Wiener Phönix hat die österreichische Regierung veranlaßt, über alle Versicherungen eine strengere Aufsicht einzuführen. Durch die Machenschaften der jüdischen Direktoren sind bei der Phönix-Gesellschaft rund 250 Millionen Schilling spurlos verschwunden, und für das Verschwinden werden ganz verschiedene Gründe angegeben: die Betätigung auf den einer Versicherung wesensfremden Gebieten, die Hnter- stützung gewisser politischer Bestrebungen in Oesterreich und das „Repräsentattons-Vedürfnis" der Direktoren, die gewaltige Summen über ihre Bezüge hinaus verbrauchten. Für die österreichischen Versicherten ist die Sache besonders mißlich, da nicht nur die bei der Phönix Versicherten für diese Sünden beim Wiener Phönix gradestehen müssen. Die tschechische Abteilung des Phönix ist ebenfalls in Schwierigkeiten geraten. Die in der Tschechoslowakei entstandenen Verluste werden auf mindestens 360 Millionen Tschechenkronen geschätzt. Die deutsche Abteilung der Wiener Phönix unterliegt dagegen der Staatsaufsicht und ist nach der Versicherung der Berliner Direktion absolut gesund. Mit dem Phönix ist auch die WienerKompaß, also die Allgemeine Kredit- und Garantiebank, in Schwierigkeiten geraten und hat um Verhängung der Geschäftsaufsicht gebeten. Die Kompaß-Bank soll etwa 6,5 Millionen Schilling beim Phönix liegen haben, also fast ein Drittel ihrer Gesamtdebitoren. Für die Wiener Verhältnisse ist es bezeichnend, daß der kürzlich freiwillig aus dem Leben gegangene Generaldirektor der Phönix, Berliner, dem Vorstand der Kompaß-Bank angehörte, der aus ihm, Arthur Prager und Fritz Saffir gebildet wurde. Berliner vertrat offiziell die österreichische Negierung in ihren Finanzgeschäften mit dem Völkerbund. Diese letzteren werden wahrscheinlich die Anklagebank zieren, aber die Österreichischen Versicherten haben unter der Vernachlässigung des Aufsichtsrechts des Staates zu leiden. Daß die antisemitische Stimmung in Oesterreich als Folae dieser wirtschaftlichen Zustände gewachsen ist, ist selbstverständlich, bietet aber, da die Regierung zu pät ein- griff, den Leidtragenden nur einen kümmerlichen Trost. Die Wirtschaftskonferenz der Klei- neu Entente hat nicht vermocht, das natürliche Schwergewicht der beteiligten Staaten, also den deutschen Wirtschaftsraum, zu ersetzen, und auch die Länder, die unter Italiens Führung politisch und wirtschaftlich dieser Kleinen Entente entgegengesetzt sind, also Oesterreich und Ungarn, können unmöglich auf den deutschen Absatzmarkt verzichten. Man muß immer bedeuten, daß wir auch heute noch, und in zunehmendem Maße, Ungarns bester Kunde sind, und in der ungarischen Einfuhr weit Italien überflügeln und an erster Stelle stehen. Mit einem Land der Kleinen Entente, Jugoslawien, ist jetzt in Verfolg des Handelsvertrages vom 1. Mai 1934 eine Verständigung dahin erzielt worden, daß die gegenseitige Ein- und Ausfuhr einigermaßen ausgeglichen wird, weil das im Interesse des Ausgleichs der Zahlungsbilanz liegt. Und zwar soll diese Regelung nicht durch eine Drosselung des gegenseitigen Warenverkehrs, sondern im Gegenteil durch dessen Steigerung erzielt werden. Damit ist wieder einmal die Folgerichtigkeit der deutschen Handelspolitik unter Beweis gestellt morden. Wer kann Offizier der Schutzpolizei werden? Voraussetzung für die Zulassung zu der Laufbahn des Offiziers der Schutzpolizei ist außer dem Besitz der deutschen Reichsangehörigkeit und arischer Abstammung sowie des Reifezeugnisses einer neun- fluffigen höheren Lehranstalt, ein Lebensalter von mindestens 20, höchstens 24 Jahren. Der Bewerber muß vor Eintritt in den Polizeidienst der NSDAP, oder der SS., SA., HI. oder dem NSKK. angehört haben. Abgeleistete Arbeitsdienstpflicht und erfolgreich abgeleistete militärische Ausbildung von mindestens einjähriger Dauer find Vorbedingung. Für die Jahrgänge 1912 und 1913 kann von der Forderung der einjährigen militärischen Ausbildung abgesehen werden. In diesen Fällen genügt die (Ernennung zum Reserveoffizieranwärter nach Ableistung von zwei Ausbildungsübungen von je 2 Monaten Dauer. Diese beiden Hebungen können notfalls während der Zeit der polizeilichen Ausbil- oung abgeleistet werden. Die Bewerbung für die Laufbahn des Offiziers der Schutzpolizei hat spätestens bis zum 3 0. April zu erfolgen. Bewerber, die noch im aktiven Militärverhältnis stehen, reichen die Gesuche in der Zeit vom 1. Juni bis 15. Juli ein. Die Gesuche sind an die zuständigen Kommandos der Schutzpolizei bei den staatlichen Polizeiverwaltungen zu richten. Hier sind ausführliche Merkblätter erhältlich, aus denen die Bewerber alle Einzelheiten < ersehen können. Die Einstellung erfolgt etwa 6 bis 8 Wochen nach erfolgter Hnterfuchung, soweit der Bewerber die gestellten Bedingungen erfüllt. Die Ausbildung umfaßt etwa 2V2 Jahre. In dieser Zeit erfolgt die Ausbildung im praktischen Polizeidienst und in einem besonderen Offizieranwärterlehrgang. Die Aussichten für die Offizierlaufbahn der Schutzpolizei find günstig. Der Schöpfer der Deutschen Heeresbücherei. Oberst Profesior Siegfried K l e f e k e r, der Direktor der Deutschen Heeresbücherei und Referent im Reichskriegsministerium, ist wegen Heberschrei, tung der Altersgrenze nach fast 48jähriger Dienstzeit aus der Wehrmacht ausgeschieden. Oberst Kle- feier schuf im Jahre 1919 bei Auflösung der alten Wehrmacht aus deren wissenschaftlichen Bibliotheken im Gebäude der ehemaligen Kriegsakademie zu Berlin eine Zenttalbibliothek für Kriegs- und Wehrwissenschaften: die deutsche Heeresbücherei. Mit 400 000 Bänden und über 200 000 Karten sollte sie der wissenschaftlichen und beruf- lichen Bildung der Wehrmachtsangehörigen dienen und als öffentliche Reichsbibliothek alle Bestrebun- gen unterstützen, die auf Pflege des Wehrgeistes und Erhaltung des Wehrwillens im Volke gerichtet waren. Ungeheure Werte an Büchern und unersetzliche Werke der Kriegswissenschaften wurden so vor dem Untergang und Verschleiß gerettet. Die Deutsche Heeresbücherei ist die größte mili- tärwissenschaftliche Fachbibliothek der Welt geworden und hat mit ihrer vorbildlichen Verwaltung und ihren modernen Einrichtungen besondere Anerkennung in deutschen und ausländischen Wissenschaftskreisen gefunden. Oberst Professor Klefeker gestaltete auch das übrige Hee - resbüchereiwesen von Grund auf um und schuf neben der Zentralbibliothek auch kleinere Wehrkreisbüchereien. Besondere Sorgfalt widmete er schließlich der Schaffung und Einrichtung von etwa 100 0 Kleinbüchereien für Offiziere und Mannschaften bei der Truppe. Auf Anregungen dieses hochverdienten Offiziers und Wissenschaftlers geht auch die Gründung wehrwissenschaftlicher Gesellschaft t e n zurück, so der Scharnhorst-Vereinigung, der Wehrwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft, sowie der Deutschen Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaften, deren Generalsekretär er zwei Jahre lang war. Oie zweite„KdK."-Flotte nach Madeira ausgelaufen. Hamburg, 2. April. (DNB.) Donnerstag stand der Hamburger Hafen im Zeichen der Ausfahrt der zweiten „Kraft-durch-Freude"-Flc>tte. Wieder hatten sich 3000 deutsche Arbeiter und Arbeiterinnen auf die im Hamburger Hafen liegenden Schiffe „St. Louis", „Der Deutsche" und „Sierra Cordoba" eingeschifft, um in den sonnigen Süden zu fahren. Von Bord des „Hein Godenwind" ries der Reichsamtsleiter des Amtes für Reisen, Wandern und Urlaub, Pg. Dr. Laf ferentz den ausfahrenden Tausenden "die Grüße des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley zu. Insbesondere hieß er auch die Männer des Jagdgeschwaders Richthofen sowie SS.« Obergruppenführer Sepp Dietrich, der mit einer Reihe verdienter Kameraden der Leibstandarte Adolf Hitler an der Madeirafahrt teilnimmt, an Bord willkommen. Der begeisterte Gesang des Horst- terum tum tum // 1. 2. 3. 4. Englandfeindliche Kundgebungen London, Nom meldet, Hunderte t e n, die den „Terum tum tum Die neue Lage auf -em Kriegsschauplatz in Ostafrika in Rom. 2. April. (DNB.) Wie Reuter aus versuchten am Donnerstaqoormittag von italienischen Studen- Zn England geht die Werbetrommel um. Von unserem O.-Korrespondenien London, im März. Mit äußerster Eindringlichkeit wird in Großbritannien die Werbetrommel für den Eintritt ins Heer gerührt. Schon lange'hat man in den Rekrutenlagern und Kasernen Elternabende eingeführt, an denen Musik, Tanz und Vorführun- aen aller Art die Begeisterung für das Soldaten- leben wecken sollen. Besonders nimmt man sich in der letzten Zeit der früher reichlich vernachlässigten Territorialarmee an. Mit den alten Werbemitteln hat man die Zahl der neuen Freiwilligen bereits nicht unbeträchtlich erhöhen können. Neuerdings will man für die Territorialen als besonderes Lockmittel eine Ausgehuniform schaffen, die von den Rekruten nach Belieben getragen werden soll. Da das englische Volk eine besondere Vorliebe für Uniformen hat, und zwar für möglichst bunte, verspricht man sich von einer solchen Galauniform für die Territorialarmee eine ganz besondere Werbewirkung. Bisher war die Territorialarmee nicht uniformiert, da ihre Mitglieder ja nur an Sonntagen und in ihren Ferien Dienst machten. Bei ihren kleinen militärischen Hebungen tragen sie entweder ihre eigene Klei- dunb oder sie bekommen Uniformftücke geliehen. Eine andere, einschneidendere Neuerung schlägt Lord Strabolgi, besser bekannt als Oberst Kenworthy, vor. Er meint, man müsse bei der Annahme von Freiwilligen alle sozialen Unterschiede ausmerzen und jedem Mann die gleichen Möglichkeiten bieten, Offizier zu werden, ob er nun Arbeitsloser ist oder Sohn eines millio- nenschweren Lord. Heute bilde der Offiziersstand eine besondere Kaste, in die nur ausgenommen jüngsten italienischen Sieg in Abessinien feierten, vor dem dortigen britischen Konsulat eine Massenkundgebung zu veranstalten. Unter Gesängen und Schmährufen gegen England marschierten sie auf das Konsulat zu, wurden aber kurz vorher von der Polizei in eine Nebenstraße abgedrängt. Auch die britische Botschaft wird stark bewacht. Reuter berichtet: Die Kundgebung am Donnerstag sei der Höhepunkt eines heftigen Pressefeldzuges von achttägiger Dauer gegen Großbritannien gewesen. Die öffentliche Meinung in Italien sei nach dem kürzlichen Siege in einen betätigen Zustand der Trunkenheit geraten, daß Italien kaum Friedensvorschläge ' unterbreiten werde, solange nicht die Offensive des Generals Graziani gegen Harrar stattgefunden habe. Durch die in den letzten Tagen bekannt gewordenen neuen Abmachungen zwischen Italien und Albanien unterstreicht nun Italien ausdrücklich seine Bemühungen, sich wieder einer aktiveren Politik in Südosteuropa zuzuwenden. So ist es kaum ein Zufall, daß die neuen Vereinbarungen mit Albanien zeitlich zusammenfielen mit der römischen Dreier-Konferenz, bei der die feiner- zeitigen Protokolle zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn erneuert und erweitert wurden. Wenn die Presse der drei an diesen Vereinbarungen beteiligten Staaten ausdrücklich hervorhob, Italien zeige nunmehr erneut, daß es feine Bemühungen, entscheidenden Einfluß im Südostraum zu nehmen, besonders verstärke, so unterstreicht Italien gewissermaßen diese Feststellungen, wenn es durch seine neuen Abmachungen mit Albanien seinen Einfluß in diesem Land über das bisherige Maß hinaus erweitert. In den Abmachungen zwischen Rom und Tirana sind zwei Hauptteile scharf zu unterscheiden: nämlich die wirtschaftlichen und die militärpolitischen Vereinbarungen. Im wirtschaftlichen Teil des Abkommens wird festgesetzt, daß die albanische Regierung eine in drei Jahresraten auzuzahlende Anleihe von 9 Millionen Goldfranken zur Deckung der Fehlbeträge im Staatshaushalt bekommt und außerdem eine in fünf Jahresraten zu zahlende Anleihe von 10 Millionen Goldfranken, die zur Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung in Albanien verwendet werden soll. Eine weitere Anleihe von drei Millionen ist für die Errichtung eines staatlichen Tabakmonopols bestimmt. Insgesamt erhält also Albanien im Laufe der näch- ften Jahre 22 Millionen Gold franken. Wenn auch in den Veröffentlichungen über diese Abmachungen ausdrücklich gesagt wird, daß die Anleihen in bestimmten Zeiträumen zurückzuzahlen sind, so ist doch kaum anzunehmen, daß das kleine und arme Land derartigen Verpflichtungen jemals wird nachkommen können. Man wird also die italienischen Kredite mehr als ver st eckte Subventionen ansehen müssen. Weiter wird in den wirtschaftlichen Abmachungen bestimmt, daß die Verwaltung der italienischen Staatsbahnen eine neue Erdölkonzession bei Berat erhält und daß die schon früher vergebene Oelkonzession erweitert wird. Als Gegenleistung verpflichtet sich die Verwaltung der italienischen Staatsbahnen dazu, eine neue Petro- leumrafsinierie zu errichten, deren Erzeugnisse dann der albanischen Regierung zu Vorzugspreisen zur Verfügung gestellt werden sollen. Schließlich wird gemäß dem Abkommen ein italienisches Finanz- inftitut noch eine besondere Anleihe zur Verfügung stellen, mit deren Hilfe die Hafeneinrichtun- gen in Durazzo verbessert werden sollen. So ist geplant, moderne Getreidesilos, Kühlanlagen und größere Magazine einzurichten, um dadurch die albanischen Exportmöglichkeiten zu erhöhen. Soweit die wirtschaftlichen Abmachungen, die auch von der albanischen Presse veröffentlich werden. Daneben wurde aber zwischen den beiden Regie- werde, wer bestimmte finanzielle und soziale Vor- aussetzungen erfülle. Lord Strabolgi sieht voraus, daß eine völlige Demokratisierung des Heeres auf starken Widerstand stoßen würde, er verweist aber auf Napoleons Armee und Cromwells Eisenseiten, die beide ausgezeichnete Heere gewesen seien, obwohl sie keine Offiziersprivilege gekannt hätten. Strabolgi hätte übrigens als besseres Beispiel die neue deutsche Armee anführen können, die jedem Mann die Möglichkeit gibt, Offizier zu werden und keine anderen Voraussetzungen als die menschliche, militärische und geistige Tauglichkeit verlangt. Eine große Rolle spielen bei der britischen Werbung Geschichten von besonders begeisterten Rekruten. So wurde z. B. dieser Tage in allen britischen Zeitungen berichtet, daß ein junger Mann aus Britisch-Columbia 8000 Kilometer teils zu Fuß, teils auf der Bahn und dem Schiff zurückgelegt habe, nur um sich in London für die Armee anwerben zu lassen. Er verstehe nicht, erklärte dieser junge Mann den Londoner Reportern, daß es so viele Arbeitslose gebe, die es vorzögen, auf den Straßen herumzubummeln, statt „a go of life“ zu machen, Schwung in ihr Leben zu bringen, und Soldat zu werden. Man hilft übrigens der Werbung für die Territorialarmee mit etwas drastischeren Mitteln nach, indem man neuerdings alle Firmen, die Heeres- auf träge erhalten, dazu veranlaßt, ihren Arbeitern und Angestellten den Eintritt in die Territorialarmee dringlich nhezulegen und die Arbeitszeit soweit irgend möglich nach den Erfordernissen des Dienstes bei den „Terriern zu richten. Mit der Herstellung der 15 Millionen Schmetter- lings-Abzeichen, die zugunsten der NSV. im ganzen Reich verkauft werden, wurde der „Verband deutscher Fabriken für Gebrauchs-, Zier-, Kunst- porzellan und Keramik", Weimar, beauftragt. Etwa 60 Fabriken, die über das ganze Reich zerstreut liegen, konnten dadurch mit Aufträgen bedacht werden. Die Abzeichen werden in acht verschiedenen Modellen hergestellt: Zitronenfalter, Bläulinge, Dukatenfalter, Kohlweißlinge, Schwalbenschwänze, Trauermäntel, Admirale, Pfauenauge. Jugend der Stadt-mit Schippe und Hacke. ZW- Bei den umfassenden Maßnahmen, die das Jugendherb ergswerk feit der Uebernahme durch die HI. für die deutsche Jugend durchführte, wurde vor kurzem der Versuch unternommen, etwas gänzlich Neues auf diesem Gebiet zu schaffen: den Jugendhof. Ausgehend von dem Gedanken, städtische Jugend auf ihren Wanderfahrten durch deutsches Land auch mit bäuerlichem Wesen und bäuerlicher Arbeit vertraut zu machen, entstand so der erste Jugendhof in Bruhn in Pommern', zu dem 40 Morgen Land gehören und auf dem der Herbergsvater gleichzeitig Bauer ist. Wenn schon bisher unsere Jugendherbergen sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit erfreuten, so wird das jetzt in noch stärkerem Maße der Fall sein, denn auf den neuen Jugendhöfen helfen unsere Jungen und Mädel beim Heuen und Dreschen, bei der Bestellung des Ackers und bei der Ernte — kurz bei allen auf dem Hof vorkommenden Arbeiten. Sie verwachsen so in viel stärkerem Maße mit der Landwirtschaft als das nur bei einer Durchwanderung der Fall sein kann. Die Erzeugnisse der Jugendhöfe sollen, soweit sie nicht vom jeweiligen Jugendhof selbst verbraucht werden, anderen Jugendherbergen zur Verfügung gestellt werden, sodaß dadurch eine Herabminderung der Kosten auch für die anderen entsteht. Wenn man bedenkt, daß in den letzten drei Jahren 125 neue Jugendherbergen geschaffen und 64 Umbauten durchgeführt wurden, so reiht sich diese Neuschaffung würdig ein in das große deutsche Jugendherbergswerk, durch das die Jugend dem deutschen Lande in all seiner Vielfalt und Schönheit wieder näher gebracht werden soll. Deutschlands Obstbau macht Fortschritte. AM. Die deutsche Obsteinfuhr hatte im letzten Jahre noch den beträchtlichen Wert von rund 97 Millionen Mark. Wenn man berücksichtigt, daß der Obstverbrauch ständig zunimmt, dann erkennt man, wie notwendig die Vermehrung unseres eigenen Obstbestandes ist. Maßnahmen, wie die Bewilligung von 400 000 Mark für Neu - Pflanzungen von Ob st bäumen durch den Reichsernährungsminister im vergangenen Herbst, haben ihre Wirkungen nicht verfehlt. Allein in Bayern wurden 150 000 Obstbäume im Zuge dieser Obstbaum-Erzeugungsschlacht neu gepflanzt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung des Obstbauers in den letzten Jahrzehnten. Obstbäume sind statistisch nur ganz selten erfaßt worden. Bis vor kurzem war man im wesentlichen auf die Zählungen von 1900 und 1913 angewiesen. Die neuesten statistischen Erhebungen stammen aus den Jahren 1932 und 1934. Die letzte Zählung ergab einen Obstbaumbestand von run'b 176 Millionen Stück gegenüber rund 156 Millionen im Winter 1932/33. 1900 wurden etwa 172 und 1913 rund 196 Millionen Obstbäume gezählt. Dieser Rückgang gegenüber dem Vorkriegsstand ist außer auf die Gebietsabtretungen besonders auf die harten Winter 1916/17 und 1928/29 zurückzuführen, die außerordentlich große Ausfälle mit sich brachten. Die erfreuliche Aufwärtsentwicklung, die die letzte Zählung nachwies, ist bei Kernobst schon so stark gewesen, daß hier ein größerer Bestand vorhanden ist als 1913 im damaligen Reichsgebiet. Es steht zu erwarten, daß d-ie Aufwärtsentwicklung sich weiter fortsetzt und somit auch die Erntemengen auf weite Sicht erheblich gesteigert werden. Damit rückt die Selbstversorgung Deutschlands mit Obst immer mehr in greifbare Nähe. Der Reichskultursenat zum Samstag einberufen. Berlin, 2. April. (DNB.) Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, hat die Mitglieder des Reichskultursenats Abessinien fordert Mkerbundshilfe. Paris, 2. April. (DNB.) Der abessinische Gesandte in Paris hat an den Völkerbund eine neue Note gerichtet. Abessinien bezweifelt, daß Italien die Absicht habe, den Frieden im Geiste des Völkerbundspaktes wiederherzustellen. Italien trachte mit allen Mitteln das abessinische Volk zu vernichten. Dem Völkerbund wird zum Vorwurf gemacht, nicht alle geeigneten Sanktionen durchzuführen. Es sei der italienischen Regierung sogar möglich, die Aufhebung jeder Art von Sanktionen im Wege eines Tauschgeschäftes zu erhoffen. Die abessinische Regierung richtet dann folgende Forderungen an den Völkerbund: zu einer Sitzung am Samstag, 4. April 1936, eingeladen. Auf Der Tagesordnung dieser zweiten Arbeitstagung des Reichskultursenats steht neben dem Referat des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt a. M., Staatsrat Dr. Krebs, eine Rede des Reichsministers Dr. Goebbels. Eine Aussprache über schwebende Fragen der deutschen Kulturpolitik schließt sich an. Qunft und Wissenschaft Frühjahrsneuerscheinungen im Verlag Ullstein. — Der Verlag Ullstein, Berlin, kündigt folgende Neuerscheinungen an: Herbert 23 o I cf: „Die Wölfe". 33 000 Kilometer. Kriegs-Abenteuer in Asien. — Else Steup: „Miete will nach Afrika". Von der Kolonialschule ins Leben. Ein Jungmädchenbuch. — Friedrich Lützow, Konteradmiral a. D.: „Sieger auf sieben Weltmeeren". Lebensbilder großer Admirale. Mit vielen Bildern. — Walter Franke- Ruta: „Das Haus an der scharfen Kurve". Roman. — Friedrich Lindemann: „König im Moor". Roman. — Walter Kiaulehn: „Die eisernen Engel". Geburt, Geschichte und Macht der Maschinen. Mit vielen Bildern. — Dr. jur. Semjonow: „Die Güter der Erde". Vom Haushalt der Menschheit. Eine Wirtschaftsgeographie für jedermann. Mit vielen Bildern von Wilhelm P e - tersen im Text. — Friedrich S t r i n d b e r g : „3nfereffengeftd" Albanien Von unserem (Sch.)-Berichterstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Tirana, Ende März 1936. Daß Italien schon seit ieher das Bestreben hatte, Albanien gcuu in feinen Machtbereich zu ziehen, um sich dadurch einen festen Brückenkopf auf dem Balkan zu schaffen, ist eine altbekannte Tatsache. Ja, es gab sogar einmal eine Zeit, in der Italien über Albanien hinauszugreifen versuchte, nämlich damals, als ein italienisches Kommando die griechische Insel Korfu besetzte, eine Maßnahme, die von der italienischen Regierung nur unter dem Druck des Völkerbundes zurückgenommen wurde. Später bemühte sich Italien durch einen planmäßigen Ausbau freundschaftlicher Beziehungen zu Bulgarien, den albanischen Brückenkopf zu erweitern und zu verstärken. Im Laufe der Jahre erwies sich nun aber der Versuch, Bulgarien in das politische System Italiens im Südosten einzubauen, als nicht durchführbar. Die vorn bulgarischen König und ebenso von der südslawischen Dynastie angestrebte Verständigung zwischen den beiden sla- wischen Nachbar st aaten führte zu einer immer stärkeren Ausschaltung d e s italienischen Einflusses in Bulgarien. Darüber hinaus verschlechterte sich, wenigstens zeitweilig, das Verhältnis zwischen Italien und Albanien sehr erheblich, und zwar hauptsächlich als Folge- wirkung der italienischen Bestrebungen, in dem für landwirtschaftliche Zwecke besonders günstigen albanischen Küstengebiet italienische Kolonisten anzusiedeln. In diesen Bestrebungen sah die albanische Regierung eine allzu große Gefahr für die Unabhängigkeit des Landes. Der Unwille, den die italienischen Kolonisationsversuche unter der albanischen Bevölkerung erregte, führte damals zu scharfen Demonstrationen gegen Italien und sogar zur Abberufung der italienischen Lehrer und Jnstruk- tionsoffiziere. Durch diese Erfahrungen gewitzigt, war Italien seitdem bestrebt, sich das für seine politischen Ziele außerordentlich wichtige Albanien freundlicher gestimmt zu erhalten. Man verzichtete daher in Rom auf die ursprünglich geplante Ansiedlung von italienischen Bauern in Albanien und beschränkte sich auf die wirtschaftliche Durch- dringung und Erschließung des Landes. Die Erfahrungen, die Italien im abessinischen Krieg gemacht hat, geigten sehr bald, von welcher außerordentlichen Bedeutung der albanische Brückenkopf für Italien ist. Einmal auf wirtschaftlichem Gebiete, denn das albanische Erd» ö l, das durch die planmäßigen Arbeiten italienischer Ingenieure und Techniker gerade in diesen entscheidenden Monaten zum erstenmal in größerem Umfange nutzbar gemacht werden konnte, bedeutete für Italien mehr als nur einen Prestigegewinn. Aber auch politisch war die italienische Position gerade in den letzten Monaten durch seinen Einfluß in Albanien beträchtlich gestärkt. Brauchte doch Italien auch in den Zeiten der stärksten Spannung mit England und in den Augenblicken der Gefahr eines Mittelmeerkonfliktes für feine Ostküste nichts zu fürchten, da es durch den starken Ausbau des albanischen Hafens von V a l o n a mm Marinestützpunkt jederzeit in der Lage gewesen wäre, den Zugang zur Adria für fremde Schiffe, also auch für englische Kriegsschiffe, ganz abzusperren. Wessel-Liedes und des Deutschland-Liedes leitete über in das Lied „Freut euch des Leben s", bas sich über den ganzen Hafen und weit über Straßen und Häuser der Stadt schwang. Dann lösten sich die Ozeanriesen von den Landungs- brucken ab und zogen, begleitet von einem Rudel festlich geschmückter Barkassen und Hafendampfer dem weiten Meer zu. Die erste Ilelchssammiung der RGB. Schmetterlinge als Abzeichen. Berlin, 2. April. (DNB.) Die NSV. veranstaltet am 4. und 5. April die erste Reichssammlung. Der Hauptamtsleiter des Hauptamts für Volkswohlfahrt, Erich H i l g e n f e l d , weist auf die Leistungen der NSV. im Kampf gegen Not und Sorge hin. Dadurch sei Hunderttausenden von Kindern Gesundheit an Leib und Seele, Zehntausenden unserer Mütter Erholung von schweren Familiensorgen und ungezählten Tausenden von alten Kämpfern und Volksgenossen frohe Urlaubstage geschenkt worden. Das Jahr 1936 werde die Mitglieder der NS.-Volkswohlfahrt bereitfinden, mit demselben Geist der Kameradschaft und mit derselben Treue zu Führer und Volk an ihre Arbeit heranzuyehen. Den Mitgliedern der NS.-Volkswohlfahrt übertrage ich, so heißt es in dem Aufruf Hilgenfelds, nun die ehrenvolle Aufgabe, die er sie Reichsfammluna der NSV. durchzufuhren. Ueberzeugt, daß ihr bereit seid, den ehrenamtlichen Helfern des WHW. nachzueifern. Neue Kumpfe am Mlau-paß. Im Hauptquartier der Nordfront, 2. April. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) lieber den Verlauf des Mittwoch hört man hier im Hauptquartier der italienischen Nordfront, daß am Nachmittag südlich des Mekan- Passes abessinische Truppen beobachtet und sofort unter Feuer genommen wurden. DieAbessinier wurden aus ihren Stellungen vertrieben und erlitten schwere Verluste. Die italienischen V e r l u st e in der großen Schlacht im Gebiet des Aschangi-Sees wurden im italienischen Hauptquartier mit etwa 1200 Toten und Verwundeten beziffert. Auf abessinischer Seite sollen zahlreiche hohe Würdenträger gefallen sein. Unter den Gefallenen sollen sich der Post- minister Wolde Markos, der Oberhofzeremonienmeister Le Ligaba Tasse, der die kaiserliche Garde befehligte, und der Führer des Stammes der Asdo Galla, Äwera Tela, befinden. Der Stamm der Asdo Galla ist teilweise auf italienische Seite übergetreten. Er beteiligte sich an der Verfolgung der flüchtenden Truppen des Ras Mulugheta. Auch das abessinische Hauptquartier meldet. Addis Abeba, 2. April. (DNB.) Das abessinische Hauptquartier meldet: Seit dem 31. März finden in der Gegend bei Mai Cio südlich des Amaba Aladschi und in der Gegend von Debar schwere Kämpfe statt. Die von Abessinien eingeleiteten Kämpfe spielen sich unter der Führung des Kaisers ab. Den abessinischen Truppen gelang es, am 31. März sieben b e - festigte Stellungen des Gegners, am 1. April vier befestigte italienische Stellungen z u nehmen. Am 1. April begann die Schlacht um 5 Uhr morgens und dauerte bis zum Abend. Von den italienischen Truppen fielen 36 weiße Offiziere und 700 Soldaten, ferner an die 2000 Mann der erythräischen Truppen. Die Abessinier erbeuteten viele Waffen, Kanonen, Maschinengewehre und sonstiges Kriegsmaterial, insbesondere Munition. Die Verluste auf abessinischer Seite betrugen in dem gleichen Zeitraum 887 Tote und 350 Verwundete. Die amtliche Verlautbarung des Hauptquartiers hebt besonders hervor, daß die abessinischen Truppen sich außerordentlich tapfer geschla- g e n hätten und vorgerückt wären trotz des ungewöhnlich starken Artillerie- und Maschinenge- weyrfeuers, trotz des ungeheuren Fliegerbombarde- ments und des Abwurfs von Gasbomben. Gewährung der schon wiederholt verlangten finanziellen Hilfe; Aufhebung aller noch bestehenden Hindernisse und Erschwerungen für den Transport von Waffen nach Abessinien; Verstärkung und Ergänzung der Sanktionen; dringliches Einschreiten gegen die italienische Regierung, um „dem Kriegsrecht und d?n internationalen Abkommen Achtung zu verschaffen und den planmäßigen Zerstörungen und der Ausrottung Unbeteiligter Einhalt zu gebieten". „Sturm über Abessinien". Kleines Tagebuch aus dem ostafrikanischen Krieg. Mit vielen Bildern nach eigenen Aufnahmen des Verfassers. — Oberregierungsrat Dr. Martin Schwartz und Dr. Karl Ludewig: „Der Gartendoktor". Schädlinge und Pflanzenkrankheiten ohne Vorkenntnisse erkennen und bekämpfen. — Dipl.-Gartenbauinspektor Ernst Partisch : „Ob st und Gemüse in Speisekammer und Keller". Eindosen, Sterilisieren, Einmachen, Einkellern. — Prof. Dr. Franz Muth: „Der gute Hau strunk". — Dr. med. Georg Kaufmann: „Vom Helfen und Heilen". Ge- danken und Ratschläge eines Arztes. Frühjahrs-Neuerscheinungen im Propyläen-Verlag. Der Propyläen-Verlag, Berlin, kündigt u. a. die folgenden Neuerscheinungen an: „Die Großen Deutsche n". Neue deutsche Biographie. Heraus- gegeben von Professor Andreas und Wilhelm von S ch o l z. Vier Bände. Der Preis ist 15 Mk. für den Ganzleinenband und 12 Mk. für die broschierte Ausgabe bei Bestellung aller vier Bände. — Ulrich Sander: „Bauern, Fischer und Soldaten". Siebzehn norddeutsche Geschichten. — Richard Boleslawski: „Lanzen nieder". Roman. — Karl E. Thalheim und A. Hillen Ziegfeld: „Der Deutsche Osten". Seine Geschichte, sein Wesen und seine Aufgabe. Mit 8 oierfarbiaen Kunstdrucktafeln, 16 Tiefdrucktafeln und mehreren Karten. 640 Seiten. Ganzleinen 25 Mk. Gut schlafen — froh erwachen: ...auf KAFFEE HAG umstellen! rungen noch vereinbart, daß die seinerzeit geschlossenen italienischen P r i v a t s ch u l e n katholischer Konfession in Albanien wieder geöff- n e t werden, wodurch der italienischen Kulturpropaganda in Albanien wieder die Tore geöffnet werden. Weiter besitzt das Abkommen über den Ausbau des Hafens von Durazzo eine hochpolitische Bedeutung, und zwar durch die Vereinbarung, daß nach Fertigstellung des Hafen- umbaus eine eigene Hafenverwaltung geschaffen werden soll, die nur aus Italienern bestehen wird. Von besonderer Bedeutung aber ist die Tatsache, daß von neuem zahlreiche italienische Instrukteure nach Albanien geschickt werden sollen, und zwar nicht nur in die albanische Armee, sondern darüber hinaus in alle albanischen Ministerien. Schließlich sehen die Abmachungen, die zwischen der albanischen und der italienischen Regierung getroffen wurden, noch weitere B e - f estig u ngen in der Gegend des Hafens von V a l o n a vor, wodurch natürlich die eingangs erwähnte wichtige Position Italiens an der Straße von Otranto eine neue Stärkung erfährt. Es ist begreiflich und kann nicht überraschen, wenn man in südslawischen Kreisen diese neuerliche Entwicklung des albanisch-italienischen Verhältnisses mit einem gewissen Unbehagen betrachtet, und zwar eben gerade im Zusammenhänge mit den römischen Dreierpakt-Verhandlungen, bei denen, wie man hört, Ungarn den Versuch machte, auch Südslawien mit in die Abmachungen einzubeziehen, wobei es aber gerade auf den Wider st and Italiens gestoßen zu sein scheint. Zur Besserung der südslawisch-italienischen Beziehungen dürfte also das albanischitalienische Abkommen keineswegs beitragen. Auf jeden Fall zeigt auch dieses Uebereinkommen zwischen Rom und Tirana, daß Italien entschlossen ist, seine schon früher geltend gemachten Ansprüche im Südostraum von neuem anzumelden und zur Geltung zu bringen. Oie Flugverbindung Prag-Moskau. Bukarest, 3. April. (DNB.) Zwischen Rumänien, der Tschechoslowakei und Sow - j e t r u ß l a n d wurde ein Vertrag zur Regelung des Flugverkehrs Moskau—Prag unterzeichnet. Der Flugverkehr soll ab 1. Mai auf dieser Linie ausgenommen werden. Zwischenlandungen sind in Jassy und Klausenburg vorgesehen. Die Fluglinie wird vorerst nur von sowjetrussischen und tschechoslowakischen Flugzeugen beflogen werden. Aus aller Welt. Luftschiff „Hindenburg" über dem Aequator. Das Luftschiff „Hindenburg" hat am Freitag früh 2.43 Uhr MEZ. den Aequator passiert. Der Luftgott Aeolus erschien persönlich und taufte die Fahrgäste, die zum ersten Male die Mittellinie der Erde überflogen. Die dienstfreien Offiziere, die dem luftigen Gott als Ehrengefolge dienten, verteilten kunstvolle Taufscheine und silberne Zepp-Radeln. Backbord voraus leuchtete das Kreuz des Südens. Niemand konnte sich der Stimmung dieser herrlichen Tropennacht entziehen. Hell erleuchtet zog der Zepp ruhig und majestätisch seine Bahn, während die Gestirne über dem dunkelblauen Ozean funkelten. Das Fest der Aequatorweihe wurde am Abend durch ein „Aequa- toressen" eingeleitet, bei dem alles, einschließlich der Gerichte, in jeder Weise stilecht war. Es gab „Aeolus"-Vorspeisen, Lendenschnitten „Aequator", „Linien"-Gemüse, „Monsum"-Kartoffeln und „Z"- Auflauf. Kommandant Lehmann hielt eine launige Ansprache, für die Ministerialrat Thomas vom Verkehrsministerium im Namen der Fahrgäste mit herzlichen Worten dankte. Im übrigen herrschte Freude bis in die tiefe Nacht hinein, da es zum Schlafen ohnehin zu heiß war. Ein Gedenkstein für die Röntgenopfer der Dell. 'In Hamburg findet dieser Tage vor dem Röntgenhause des Krankenhauses St. Georg auf Veranlassung der Deutschen Röntgengesellschaft die Weihe eines Gedenksteines für die Röntgenopfer statt. Der Stein ist gewidmet den Röntgenologen und Radiologen aller Nationen, Aerzten, Physikern, Chemikern, Technikern, Laboranten und Krankenschwestern, die ihr Leben im Kampfe gegen die Krankheiten ihrer Mitmenschen opferten. Die Namen von 150 Angehörigen fast aller Kulturstaaten der Welt, die in gemeinsamem Streben die Treue in ihrem Berufe mit dem Tode besiegelten, sind darauf verzeichnet. Professor Hans Meyer (Bremen), der Herausgeber der Zeitschrift „Die Strahlentherapie", hat die Namen aller dieser Märtyrer der Röntgenstrahlen gesammelt und eine Liste von über 150 beglaubigten Todesopfern aus der ganzen Welt zusammengestellt. Sein Gedanke, im Lande des Entdeckers der Röntgenstrahlen diesen Opfern der Strahlenforschung einen Gedenkstein zu setzen, hat in der ganzen Welt lebhaften Widerhall gefunden. Schiffsunglück in Ostpreußen. An der Schiffahrtsbrücke Marienbruch-Gilge unweit der Ortschaft Tawe (Kreis Labiau) ereignete sich ein folgenschweres Schiffsunglück. Der Tourendampfer „Falke" fuhr mit dem Motorboot „Richard" zusammen. Der Zusammenstoß war so stark, daß das beschädigte Motorboot sofort sank. Während der größte Teil der auf dem Motorboot befindlichen Personen gerettet werden konnte, fanden fünf Personen trotz der eingeleiteten Rettungsmaßnahmen den Tod durch Ertrinken. Die Schuldfrage wird noch geprüft. — Sofort nach Bekanntwerden des Unglücks sandte Oberpräsident Gauleiter Erich Koch'an den Landrat des Kreises nachstehendes Telegramm: „Mit tiefer Erschütterung habe ich davon Kenntnis genommen, daß durch einen Unglücksfall fünf junge Menschenleben bei Tawe, Kreis Labiau, den Tod des Ertrinkens gefunden haben. Ich bitte, den Angehörigen mein aufrichtiges Beileid auszusprechen und alles in die Wege zu leiten, um die traurigen Folgen des Unglücksfalles, soweit das in unserer Macht steht, zu mildern." Polizeibeamter von einem Einbrecher erschossen. In Groß-Flottbek bei Hamburg wurde in einer der letzten Nächte ein verdächtiger Mann, der offenbar einen Einbruch beabsichtigte, von einem Polizeibeamten gestellt. Als er zur Wache geführt werden sollte, riß er fick plötzlich los und schoß auf den Beamten, der so schwer verletzt wurde, daß er bald darauf starb. Der Täter ist in der Dunkelheit entkommen. Die Kriminalpolizei ist mit der Aufklärung des Mordes beschäftigt. Ein Zigeunerkrösus verhaftet. Vor einigen Tagen wurde bei einem Zigeuner in Rinteln ein Gold - und Silberfchatz von rund 11 500 Mark entdeckt. Der Zigeuner, der durch die Polizei in Gewahrsam gebracht wurde, ist der türkische Staatsangehörige Tosche Dikolitsch, Anführer einer achtköpfigen Zigeunerbande, der bereits steckbrieflich gesucht wurde. Er konnte vor einiger Zeit, als er ebenfalls festgenommen war, eine Kaution von 10 000 Mk. zur Wiedererlangung seiner Freiheit stellen. Außerdem ist er Eigentümer eines Miethauses in Eschweiler im Rheinland. Auf welche Weise er zu seinem Besitz gekommen ist, steht noch nicht fest. Erwiesen ist, daß der Zigeuner sich eine ganze Reihe Bedienstete gehalten hat, die von den beim Betteln erzielten Beträgen die Hälfte an den Bandenführer abliefern mußten. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Rücken der nach Osten abwandernden lief- druckstörungen sind die Kaltluftmassen nun auch nach Deutschland vorgestoßen. Sie haben die Temperaturen in den nördlichen Teilen Deutschlands bereits bis unter 5 Grad Celsius heruntergedrückt und werden auch uns zunächst weitere Abkühlung bringen, die voraussichtlich in der Nacht zum Samstag bei aufgeheitertem Himmel Fortschritte machen wird. Da jedoch in der Höhe noch immer eine kräftige Westströmung erhalten bleibt, ist trotz des Ausbaus eines Hochdrucksgebietes beständiges Wetter für längere Zeit nicht wahrscheinlich. Ausficheten für Samstag: Zunächst vielfach aufheiternd und nachts stärkere Abkühlung, später von Westen her voraussichtlich wieder zunehmende Unbeständigkeit, Winde um Ost. Aussichten für Sonntag: Wechselnd bewölktes Wetter mit Neigung zu schauerartigen Niederschlägen, milder. , . Lufttemperaturen am 2. April: mittags 11,7 Grad Celsius, abends 10,7 Grad; am 3. April: morgens 7,7 Grad. Maximum 13,5 Grad, Minimum heute nacht 7,6 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bildert Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. II. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G^ sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. im Alter von fast 39 Jahren. In tiefer Trauer: Heuchelheim, den 2. April 1936. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 4. April, nachm. 2% Uhr, vom Trauerhause aus statt. 2073 d [Verschiedenes fort gesucht. 31 schriften mit G< \u- e- Schotten, Lieh, Harpstedt bei Bremen, Darmstadt, 2. April 1936. 2084 D 101 ME Die trauernden Hinterbliebenen. Klein-Linden, Würzburg, den 2. April 1936. loi 2079 D AHeinvertr.fUr Gießen: Johannes Steinbach,Wo W.21J iy Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nachmittag um iy2 Uhr meinen lieben, guten Mann, unsern braven Sohn, Schwiegersohn, meinen einzigen Bruder und Schwager sowie Enkel Samstag, 207? Uhr Kameradschaftsabend Hessischer Hol. Wilhelmine Rinn, geb. Germer Erna und Otto Rinn Wilhelm Phil. Rinn Familie Adolf Rinn. nach längerem Leiden plötzlich und unerwartet im Alter von 33 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Heute nacht entschlief sanft nach schwerer Krankheit in der Klinik zu Gießen mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel M«We gesucht. Zu erfr. in der Geschäftsstelle des Gießen. Anzeigers. 01542 Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 5. April, nachm. 3 Uhr, zu Lieh statt. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 4 April, nachmittags 3 Uhr vom Sterbehaus, Kirchstra&e 1. aus statt. Anzeigen-Annahme von Klein- und Famllienanseigen bis8V2Uhr für die Mittagsnummer, von GeschäEts-Empfehlnngsanseigen am Tage vorher bis 18 Uhr. - Bei späterer Aufgabe der Anzeigen kann keine Gewähr für pünktliches Erscheinen geboten werden Verlag des Gießener Anzeigers. Hermann Volz Justizinspektor in Schotten SkMlÜlM Gießen 19450 Sa., d. 4. Avril. 20—22.30 Uhr, Vorstellung der DeutschenBühne Freier Kartenverkauf z. Tagespreisen an der Abendkasse Zum letzten Mal Die Insel. Schauspiel von Harald Bratt. Spielleitung: Anton Neuhaus. in Leder schon von 3.50RM. an Wer-Wg Gießen Neustadt 43. Hanni Volz, geb. Peters Ludwig Volz und Frau Elisabeth, geb. Pauli Adolf Peters und Frau Anna, geb Borgers Ludwig Volz Jakob Pauli Albert Wilhelm Rinn Bäckermeister Heute morgen um 7.15 Uhr ist unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grofimutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabeth Klein Wwe. geb. Jung im 81. Lebensjahr getrost in Gott heimgegangen. Pickel, Flechtefi und Hautausschlag verschwinden durch meöhinal Herba-Seife St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung Herba- Creme. (54 u. 75 Pfg.) ! mit Recht das meistgekaufte deutsche Fahrrad Wußten Sie schon,, daß Deutschlands größte Automobil-und Fahrradfabrik bisher 2500000 Qualitäts-Fahrräder gebaut hat? Diese große OPEL-Fabrikation v ermöglicht es Ihnen, schon für RM 57.-stolzer Besitzer eines OPEL-: < ' Fahrrades zu sein. Ab /W NS'Kultupgemßinde Gießen Ring Deutsche Bühne Zu unseren Theat 'Vorstellnngen imAvril(am!8. d. M. „Undine". a.25.d.M.„Lapp i. Schnakenloch" u. „Der zerbrach. Krug")findet die Kartenausgabe am Samstag, d. 4.April 1936,von 5-7 Uhr, an der Theaterkasse statt Mit --Uedskarten müssen hierbei vorgelegt werd. haltSangabe unt. 01546 and. Gieß. Anzeig, erbeten. Tüchtig., kinderl. Mädchen nicht unter 18 I., in allen Hausarbeiten erfahr., zum 15. April gesucht. 2082D Pfarrhaus Klein-Linden. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr.7 Intelligenter Junge Sohn achtbarer Eltern, als Kellner-Lehrling gesucht. 2O78b Schöne Aussicht Wetzlar. Gewissenhafte Säuglings - Pflegerin zur Aushilfe so- Schöne ÄWO. mit all. Zubehör im Südviertel v. 1. Juli an ruhig. Mieter zu verm. Schr.Angeb.unt. 01528 a.d.G.A. Grobes möbliert. Zimmer 1 oder 2 Betten, mit Bad,ver sof. zu vermiet. 01530 Ludwigsvl.151. | Mietgesuche"] 45Zimmer Wohnung mitGarten,möglichst Zentralheizung, sofort ge- sucht.Schriftliche Angebote unter 01517 an d.G.A. Gut möbl. grötz. Zimmer in ruhig. 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Samstag, den 11. b. 21t, 9 llhr, in der Wirtschaft des Georg Sommer VI. zu Watzenborn-Steinberg aus den Forstorten Tempel 24, 25, 47, 48, Dörnergrund 28, 46, 55, Buchenberg 57, 59, Häuserborn 36, 37 u. a. der Försterei Baumgarten und Rehhecke 18, 51, 71, Schinderskopf 22, Rabenpfuhl 49, 54, 63 und 68 der Försterei Leihgestern: Abschnitte: Eiche, N, Kl. 2: 6 St. - 1,22 km, Kl. 3: 1 St. = 0,33 km; F, Kl. 4: 1 St. = 0,55 km. Derbstangen: Eiche, Stück: 2 I. Kl., 14 II. Kl., 3 III. Kl.; Fichte 16 I. Kl., 102 II. Kl., 122 III. Kl.; Lärche 13 III. Kl.; Weihtanne 1 I. Kl. Reisstangen: Fichte, Stück: 11 IV. Kl., 9 V. Kl.; Lärche 1 IV. Kl. Ruh. fcheiter: Eiche (2,5 m lang) 4 rm. Ruhknüppel: Eiche (2,5 m lang) 5 rm. Scheiter rm: 4 Buche, 17 Eiche (zum Teil 2,5 m lang), 2 Esche (Werkholz), 146 Kiefer, 70 Fichte II. Kl. Knüppel rm: 16 Buche, 55 Eiche (25 rm 2,5 m lang), 4 Erle, 2 Kiefer, 23 Fichte. Reisig l. kl. (Knüppelreisig) rm: 3 Buche, 95 Eiche (22 rm 2—3 m lang), 116 Kiefer, 28 Fichte. Reisig II. kl. (Stammreisig) 100 Wellen: 9 Buche. Reisig III. kl. (Astreisig) 100 Wellen: 5 Buche, 1 Fichte. Stöcke rm: 67 Kiefer, 17 Fichte. Brennholz der Försterei Leihgestern wird nur aus Forstorf Rabenpfuhl versteigert. 2069D Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Personen, die aus dem Jahre 1934 und früher mit Domanialgefällen im Rückstand sind, werden vom Mitbieten ausgeschlossen. Gießen, den 2. April 1936. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. 20,— RM. 6,— 5,— 3,— 18, 2. Rang 3,— und vordere 2,— Sperrsitz Reihe 12 bis Reihe 1...... Sperrfitz Reihe 16 bis Reihe 2 und 3 . . . 2. Rang Reihe 4 und 5 Seitenreihe..... Nach Ueberweifung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210 Kasse des Stadttheaters erfolgt Zusendung der Abonnementskarten. Gießen, den 30. März 1936. Die Bürgermeisterei: Ritter. ÄUa Anzeigen-Attiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften GieHe« / Stbulsivatze £ 3 und 4 und Logenrückplätze . . . 15, 2. Rang Die VII. Rate beträgt: Familienlogen mit 4 Plätzen . . . . Sperrsitz Reihe 1 bis 7, 1. Rang Reihe 1 und 2 und Logenoorderplätze . . Sperrsitz Reihe 8 bis 11, 1. Rang Reihe WWkM-SlWU-Miiiienienl Die Einlösung der VII. Rate der Abonnements erfolgt am: 2077C Montag, den 6. April, von 10 bis 13 llhr für die Dienstag-Abonnenten, Dienstag, den 7. April, von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr für die Mittwoch-Abonnenlen, Mittwoch, den 8. April, von 10 bis 13 llhr und von 17 bis 18 llhr für die Freitag-Abonnenten. Hr.80 Zweites Blatt Zreitag, Z. April 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Englische Außenpolitik in englischer Karikatur. Ju5t one thing alter another (Der etwas hilflos aussehende Jockei Genf fVölkerbundf sucht mit Hilfe des britischen Löwen senglische Außenpolitik) die riesige Hürde mit der Aufschrift „Crisis" zu nehmen. — (Zeichnung aus „Daily Mail". — Scherl-M.) UP5A 'DAIS’V SJL-tfpoTt Rordheffens Elf gegen Sau Mitte. Für den Fußball-Gaukampf Mitte — Nordhessen am Ostersonntag in Halle hat der Gau Nordhessen folgende Mannschaft aufgestellt: Tor: Sonnrein (Hanau 93); Verteidiger: Eufinger (Hanau 93), Lippert (1900 Gießen); Läufer: Weißenborn (Hanau 93), Maintz (Borussia Fulda), Reinhardt (Hanau 93); Sturm: Röll (Borussia Fulda), Philippi (Hanau 93), Büttner (VfB. Marburg), Schaffert (Hessen Hersfeld), Kleim (03 Kassel). F.-Sv.-V. 1926 Steinbach. Steinbach I — Hungen I. Am Sonntag erwartet Steinbach zwei Mannschaften von Hungen. Erst vor 14 Tagen, als Steinbach in Hungen weilte, gab es zwei schöne Spiele zu sehen. Steinbachs Jugend errang einen glatten 4:0-Sieg, und die 1. Mannschaft mußte eine 2:1° Niederlage einstecken. Wie die Spiele am Sonntag enden, läßt sich nicht voraussagen, denn Hungen stellt körperlich kräftige Mannschaften ins Feld. Zugend-Klubkampf der Spielvg.1900 in Sie n-Linden. Für den kommenden Sonntag wurde ein Klub- karnps gegen die Jugendabteilung Klein-Linden abgeschlossen. Obwohl Klein-Linden den Vorteil des eigenen Platzes für sich in Anspruch nehmen kann, sollten die Blau-Weißen doch einen Sieg in der Gesamtwertung erringen können. Für die 1. Jugend wird es schwierig sein, einen Sieg zu holen, nachdem sie sich im Vorspiel geschlagen bekennen mußte. Aber das zuletzt ausgetragene Spiel gegen Leihgestern hat bewiesen, daß die Mannschaft zu kämpfen versteht. Vor nicht allzulanger Zeit weilte die 2. Jugend in Klein-Linden. Das Spiel endete unentschieden. Inzwischen sollte die Mannschaft an Spielerfahrung gewonnen haben. Ein Sieg liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Einen klaren Sieg kann i^an der 1. Schülerelf zutrauen. Die beiden Pflichtspiele wurden beide hoch gewonnen. Die 2. Schülerelf wird auch alles daran setzen, ihr Spiel siegreich zu gestalten. Es wird dies eine Generalprobe für das an Ostern stattfindende Spiel gegen Hanau 93 sein. Rollhockey - Wettspiele in Stuttgart. In der mit 3000 Zuschauern sehr gut besuchten Stuttgarter Stadthalle wurden am Mittwoch die ersten Weltspiele im Rollschuh-Hockey eröffnet, in deren Rahmen die 9. Europameisterschaften durchgeführt werden. Die Besetzung ist eine^anz hervorragende. Sieben Nationen haben ihre Vertreter entsandt. Der Nachmittag brachte zunächst die Vor- und Zwischenläufe zum 1000-Meter-Schnellaufen. Wil- kinson - England (2:21.0) und Mathis • Frankreich (2:20.0) gelangten als Sieger der beiden Zwischenläufe in die Entscheidung. Die sportlichen Wettkämpfe wurden mit bVm Rollhockeyspiel Schweiz — Frankreich eröffnet. Die Schweizer kamen dabei dank großen Kampfgeistes zu einem verdienten 6:3- (4:1)-Sieg. In der Pause zeigte das englische Geschwisterpaar Lidstone herrliches Kunstlaufen. Der Münchener Benno Faltermaier, der durch seine Grotesk- Tänze auf dem Eise bekannt wurde, erhielt ebenso wie die Engländer für seine Darbietungen großen Beifall. Das Rollschuh-Hockey-Turnier wurde mit der Begegnung Deutschland — Belgien fortgesetzt. Beide Mannschaften begannen recht temperamentvoll, jedoch erwiesen sich die Deutschen als die technisch bessere Mannschaft und kamen zu einem klaren 4:0-Sieg. Die erste große Ueberraschung war dann im letzten Spiel des Abends zwischen dem achtfachen Europameister England und der Mannschaft von Italien fällig. Mit 1:1 (1:1) entrissen die Italiener dem Favoriten einen wichtigen Punkt. Während der Pausen ernteten die Deutsche Meisterin Renner und das ehemalige deutscye Meisterpaar S e l m a i e r - P f i st e r für ihre prächtigen Kunstlauf-Darbietungen starken und wohlverdienten Beifall. Der deutsche Lustsport 1935/36. Wie alljährlich so gibt der Reichsluftsportführer auch in diesem Jahre wieder einen Jahresbericht über die Arbeit des Deutschen Luftsport-Verbandes im Jahre 1935/36 heraus. Dem Werk, das mit vielen Bildern ausgestattet ist und für den Gedanken des Luftsports wirbt, entnehmen wir folgende Zeilen: „Der DLV. ist aufgebaut auf Gemeinschaftsgeist, Disziplin und Kameradschaft. In den drei hinter uns liegenden Aufbaujahren des Luftsports galten ausschließlich diese Grundsätze für Ausbildung und Leistungssteigerung. Die Keimzellen für den Aufbau sind die Ortsgruppen, zusammengefaßt in den Bereichen von 16 Luftsport-Landesgruppen. Wenn die luftsportlichen Reichsveranstaltungen zu so großen Erfolgen führten, dann hatten diese ihren Ursprung immer in der zähen und gründlichen Landes- und Ortsgruppenarbeit. Nach oen vom Reichsluftsportführer gegebenen Richtlinien erfolgt die Ausbildung im Modellbau, die Förderung und Durchführung des Gleit- und Segelfluges. In örtlich begrenztem Schul- und Flugbetrieb, in den Ausscheidungskämpfen innerhalb der einzelnen Landesgruppen, werden die Kräfte herangebildet, die in den großen Veranstaltungen um den Sieg ringen. Das Segelfluglager in Trebbin, die Reichsmodellbauschule Kamenz, der Flugplatz Kissingen und das Urlauberheim in Ahrenshoop sind Anlagen, deren Bedeutung weit über die Landesgruppengrenzen hinausgeht. Die Verbreitung des Luftfahrt-Gedankens im Volk ist einzig das Verdienst des Nationalsozialismus, der den Begriff des deutschen Menschen über alle örtlichen Begrenzungen hinaus schuf." Auf den 50 Seiten erstehen in zahlreichen Bildern noch einmal die Großereignisse des Luftsportjahres vor unseren Augen. Der Deutschlandflug, der Zugspitz- und der Alpenflug und von den segelflugsportlichen Veranstaltungen der Rhön-Wettbe- werb zeigen uns neben Bildern aus den anderen Arbeitsgebieten des DLV. die Schönheiten des Fliegerlebens unter dem Geleitwort, unter dem die ganze Arbeit des Verbandes steht: „Wir deutschen Flieger blieben Sieger durch uns allein; Volk flieg Du wieder, und Du wirst Sieger durch Dich allein!" Handball im kreis VIII (Lahn-Dill). Vor dem am kommenden Sonntag auf dem Platze der Spieloereinigung 1900 in Gießen stattfindenden Endspiel um die Gaumeisterschaft im Frauenhandball läßt der Kreis VIII zwei Auswahlmannschaften spielen, die aus folgenden Spielern zusammengestellt sind: Mannschaft A: Wenzel (Tv. Hörnsheim); Schmidt A. (Tv. Hörnsheim), Engel (Tv. Lützellinden); Lübke (MTV. Gießen), Schneider (Groß- Rechtenbach), Seipp (MTV. Gießen); Schwarz (To. Hörnsheim), Weber (Groß-Rechtenbach), Faber (Tv. Hörnsheim), Sittner (Grüningen), Weber (Tv. Haufen). Mannschaft B: Hahn (Tv. Holzheim); Krumbach (To. Münchholzhausen), Zörb (Tv. Hochelheim); Kehr (Tv. Heuchelheim), Schlicht (Wetzlar- Niedergirmes), Ulm (Tv. Heuchelheim); Buß (Tv. Holzheim), Höing (1900 Gießen), Hels (Münchholzhausen), Berghäuser (Wetzlar-Niedergirmes), Schüler (1900 Gießen). Mannschaft A spielt in den Gießener Stadtfarben; Mannschaft B spielt in der Kleidung der Spieloereinigung 1900 Gießen. — Spielführer der Mannschaft A: Sittner (To. Grüningen); Spielführer der Mannschaft B: Schlicht (Wetzlar-Niedergirmes). Dieses Spiel hat den Zweck, die Spieler zu suchen, die in der kommenden Spielzeit den Kreis VIII vertreten sollen. Mancher wird sich fragen, weshalb gerade so viele Neulinge aufgestellt worden sind. Diese Maßnahme hat ihren Zweck. Einmal soll dabei gerade diesen Gelegenheit gegeben werden, ihr Können zu beweisen, zum andern aber ist eine Sichtung erforderlich, weil viele große Könner entweder nicht mehr aktiv tätig sind, oder durch Versetzung usw. abwesend sind. Es macz sein, daß der eine oder andere Posten noch besser hätte besetzt werden können; die beiden Mannschaften werden aber, als Ganzes gesehen, Einheiten darstellen, die für ein interessantes und spannendes Spiel garantieren. Interessant wird es gerade sein, festzustellen, wie sich die beiden Stürmerreihen untereinander verstehen. Alle sind Könner und alle werden auch so spielen, als ob sie eine Dereinsmannschaft seien. Das Treffen wird gewiß ein schöner Auftakt fein für das dann folgende Spiel des Tages — das Endspiel um die Frauenmeisterschaft im Gau Hessen. ♦ Die in beiden Auswahlmannschaften aufgestellten Spieler haben um 14.15 Uhr vor dem Eingang des Sportplatzes der Spieloereinigung 1900 Gießen anzutreten. Besondere Benachrichtigungen ergehen nicht mehr. Die Kleidung wird gestellt. Es ist nur für einwandfreies Schuhwerk Sorge zu tragen (evtl, auch für Unterkleidung). Etwaige Rückfragen gehen nur an mich. A. Lu h, Kreisspielwart. 3m Zeichen der fünf Ringe. Sturm auf die Olympia -Einlaßkarten. Zehnmal überzeichnet. Die Eröffnungsfeier, das große Festspiel, der Schlußtag im Reiten mit anschließender Schlußfeier, die Veranstaltungen der Leichtathletik, des Schwimmens und des Fußballs im Stadion sind bereits zehnmal überzeichnet, so daß nur der kleinste Teil der bisher eingegangenen Bestellungen berücksichtigt werden kann. Anträge auf Zuteilung von Karten für diese Veranstaltungen sind daher zwecklos. Die Hälfte aller Veranstaltungen ausverkauft. Die Schalter der Berliner Kartenstellen für die XI. Olympischen Spiele, die am Mittwoch zum ersten Male wieder geöffnet worden waren, mußten in den Mittagsstunden des gleichen Tages wieder geschlossen werden. Es stellte sich heraus, daß der über alle Maßen gewaltige Andrang in keinem Verhältnis zu der zur Verfügung stehenden Kartenanzahl stand. Es sind daher Eintrittskarten nur noch zu erhalten, wenn sie schriftlich entweder auf dem Fragebogen des Organisationskomitees mittels Postkarte oder brieflich bei dem Organisationskomitee für die XI. Olympischen Spiele, Berlin - Charlottenburg, Hardenbergstraße 43, angefordert werden. Telegraphische Bestellungen sind zwecklos. Welche Karlen sind noch zu haben? Zur Verfügung stehen noch Eintrittskarten für folgende Veranstaltungen: Baseball mit großem Konzert der Los Angeles - Band am 12. August, Großes Militärkonzert mit Zapfenstreich am Schleussnei ider neue hochempfindliche FEINKORN Film | OLYMPAN Gießener Konzertverein. IV. Symphonie-Konzert. Das am meisten ansprechende Werk des letzten Symphonieabends war zweifellos Karl Maria von Webers K l a r i n e t t e n - K o n z e r t op. 73 f-moll, denn es kommt dem Hörer am meisten entgegen durch feine allen geläufigen musikalischen Ausdrucksmittel ynd durch die in ihm gebundene Gemütstiefe. Heinrich Grau, der 1. Klarinettist unseres Stadttheater-Orchesters, hatte schon seinerzeit mit Mozarts Konzert sich als ein bedeutender Vertreter seines Instruments gezeigt, und in den vielen Konzert- und Opernaufführungen hat er seine Fähigkeiten im Orchester immer wieder unter Beweis .gestellt. Aber diesmal hatte er seinen Ehrentag. Eine ausgeglichene Technik, die die schlanken arabeskengleichen Figuren sich ranken ließ, in runden Trillern jauchzte, ein schöner warmer Ton, der in allen dynamischen Graden fein abmodelliert wurde, und eine weiche, gesangliche, seelenerfüllte Linie, alles half einer tiefen musikalischen Durchdringung und wohlbedachter, vollendeter Ausnützung des Instruments zum Einsatz für die Ausdruckswelt Webers. Die überaus klare Gliederung des Figurenwerks und die feine saubere Art der Phrasierung vereinten sich in der Herzhaftigkeit des Rondos mit feiner sprudelnden Frische und kecken Art; ganz besonderen Eindruck aber hinterließ das Adagio, zumal in den Episoden, wo sich der Ton der Klarinette mit dem sehr sorgsam behandelten Klange der gestopften Hörer mischte. Der brausende Beifall war aufrichtiger Dank und berechtigte Anerkennung; denn Heinrich Grau wurde sicher manchem prominenten Vertreter seines Faches nichts nachgeben. War bei dem Konzert das Orchester bemüht, mit zu schaffen und es dem Kollegen gleich zu tun, so legten die beiden anderen Werke beredtes Zeugnis von dem hingebungsvollen Mitgehen unter der Führung von Prof. Dr. Temesvary ab. Die Polowetzer Tänze von Alexander Borodin übten durch ihre markante charakteristische Rhythmik und die starke Temperamentserfüllung ganz besondere Wirkung aus. Das Orchester folgte gespannt dem inneren Aufbau der einzelnen Sätze mit einem Aufwallen bis an die Grenze des Elementaren, ebenso aber im Nachgeben des Absinkens und der Uebergänge. Das starke Eigenkolorit wurde leuchtend in Farbe und Harmonik, wie die rhythmische Akzentuierung der Themen sich im einzelnen und in der Gegenüberstellung abzeichnete und die reizvollen Nebenstimmen sich klar abhoben. Dasselbe erwies sich auch in Tschaikowskys pathetischer Symphonie; eine füllige Sättigung des Klanges wie etwa in der Apotheose des zweiten Themas in der Reprise des ersten Satzes, wo ganz besonders die Klarinette mit ihren weichen schwindenden Klängen anerkannt sei. Auch die Durchführung dieses Satzes erstand mit starkem triebhaftem Eigenleben; das Allegro con grazia mit feiner fließenden Bewegtheit und der Gegen- fätzlichkeit des Mittelsatzes erklang ebenso charakteristisch wie das Allegro molto vivace in seiner markanten Pointiertheit bis zur heroischen Aufsteigerung. In diesen beiden Sätzen hatte der Dirigent den Uebergängen besondere Sorgsamkeit gewidmet, aber in vielen Fällen war die Abstufung der Kontraste von der persönlichen Auffassung des Dirigenten beeinflußt. Mit tiefem Erschöpfen wurde das Elegische des Finale in seiner vollen Breite kund, mit stärkster innerlicher Gehaltenheit der bannende Ausklang. Die Hörer waren so von der Kraft der Stimmung gefangen, daß sich erst nach langer Pause die Hände zum Beifall erhoben, um sowohl dem Dirigenten wie auch dem Orchester vollste Anerkennung zu zollen. Dr. H. „Das letzte Sott" Dies ist ein Paramount-Film in deutscher Bearbeitung und Regie; er behandelt ein ähnliches Thema wie der seinerzeit ausführlich besprochene Film „Bengali". Damals war es Nordwest-Jndien, — hier spielt die Handlung in Kurdistan, in Aegypten und im Sudan. Auch hier handelt es sich um das Schicksal britischer Offiziere, die auf weit vorgeschobenem Posten unter der Flagge ihres Landes beschwerlichen und gefährlichen Dienst tun, und deren Dasein da draußen einem wilden und bunten Abenteurer-Leben gleicht. Eingeborenen-Aufstände, Gefangennahme, Flucht und Verfolgung, Kamps und Tod in der Wüste —: das sind die dramatischen Elemente her Handlung, und auch diesmal jpielt, wie seinerzeit in „Bengali", eine Liebesge- jchichte hinein, die den alten, einfachen und immer wirksamen Konflikt ergibt, die Spannung zwischen persönlichem Schicksal und der höheren Aufgabe, der Pflicht und der Verantwortung gegen das Vaterland. „Bengali" wirkte im Gesamteindruck stärker, weil dieses nationale Ethos der Pflicht und der Vaterlandsliebe schärfer und überzeugender herausgearbeitet war als hier, wo man immer ein wenig den romantischen, wenn auch sehr dramatischen und spannenden Spielfilm der Paramount vor sich sieht. Dort war alles etwas ausführlicher behandelt, stellenweise gleichsam erzählt, aber dafür traten die einzelnen Charaktere der die Handlung im wesentlichen tragenden englischen Offiziere 'schärfer und konturenreicher hervor, während im „Letzten Fort" die Gestalten eher als sympathische, aber etwas durchschnittliche Typen erscheinen. Auch ist die Liebesgeschichte nicht besonders geschickt entwickelt, und der Konflikt, der sich natürlich im unpassendsten Augenblick und in der heikelsten Situation zur persönlichen Auseinandersetzung zuspitzt, wirkt infolgedessen etwas gesucht und innerlich unbegründet. Aber man begreift natürlich auch hier, worauf es ankommt, und was gezeigt werden sollte. Die Regie, Charles B a r t o n, arbeitet mit erheblichem Aufwand und bringt eine Reihe guter und überzeugend gedrehter Aufnahmen. Von den Darstellern tragen Cary Grant und Claude Rains die persönlichsten Züge; Gertrude Michael ist die Frau zwischen beiden Männern, die, ohne es zu wollen und die Zusammenhänge zu kennen, den Konflikt heraufbeschwört. Das Drehbuch schrieben Ph. MacDonald, M. Roberts und A. Phillips; deutsche Regie: Harry Frank. Die Synchronisierung läßt nichts zu wünschen übrig. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. Im Beiprogramm: die Ufa-Wochenschau und zwei Kulturfilme, von denen ,ber „Aus der Geschichte des Fernsprechers in Deutschland" allgemeines Interesse beanspruchen darf. —r — Wenn der Bräutigam fehlt. Auf die Zahl der Hochzeitsgäste kommt es nicht so sehr an, aber Braut und Bräutigam müssen sich doch wohl pünktlich zur Trauung einfinden. Ohne diese beiden geht es wirklich nicht, und wenn es sich etwa der Bräutigam im letzten Augenblick noch einmal anders überlegt, so bleibt nichts übrig, als die Hochzeit aufzuschieben oder das Verlöbnis aufzuheben. Es können Zufälle fein, die den schon vorher schwankenden Ehekandidaten zur schleunigen Flucht treiben. So verschlief z. B. ein Bräutigam die Stunde seiner Trauung und schämte sich so darüber, daß er, nachdem er aufgewacht war, auf und davon lief und nie mehr von der verlassenen Braut gesehen wurde. Ein anderer Bräutigam konnte am Morgen des Hochzeitstages sein Gebiß nicht finden. Da er sich schämte, ohne die Pracht seiner Zähne vor der Erwählten zu erscheinen, verschwand er auf immer. Ein anderer wieder machte sich beim Anziehen für die Trauung mit einer scharfen Säure Flecken, die den Hochzeitsfrack unbrauchbar machten. Aus Verzweiflung stürzte er zum Bahnhof und dampfte mit dem nächsten Schnellzug in die weite Welt ab. Ein irischer Bräutigam, der bei seiner Hochzeit fehlte, erklärte nachher, er sei zu nervös gewesen. Der Richter, der die Klage der Braut auf Schadenersatz zu entscheiden hatte, nahm diese Entschuldigung nicht an, sondern verurteilte ihn zur Zahlung einer beträchtlichen Summe. Zwei Jahre später versöhnten sich die beiden jungen Leute wieder, und nun sollte die Hochzeit stattfinden. Aber der Bräutigam fehlte wieder zur festgesetzten Stunde, und erst nach einem Jahr wurde man seiner habhaft. Zeitschriften. — 11 e b er Künstler und Kritiker, über Wesen und Sinn der Kritik am Kunstwerk, schreibt Hermann Hieber im April - Heft der „K u n st k a m m e r" (Propyläen - Verlag, Berlin). Im gleichen Heft dieser schönen Monatsschrift der Reichskammer der bildenden Künste untersucht Robert Pollog die Frage: „Für wen arbeitet der Künstler?" Weitere Aufsätze beschäftigen sich mit moderner Innenarchitektur, Gebrauchs-, Porzellan- und Email-Malerei. Professor Kurt Wehlte gibt praktische Ratschläge zur Pflege moderner Gemälde. Das Heft enthält fast vierzig schöne Abbildungen moderner Bilder und Wandgemälde, Gebrauchsgraphiken und Jnnen-Ausstattungen und von neuem Kunsthandwerk. — Die neue Nummer der „S i r e n e", der illustrierten Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes, bringt eine Fülle von belehrenden Beiträgen. Ein Aufsatz „Der Selbstschutz im Luftschutz als praktischer Nationalsozialismus" zeugt von der engen Zusammenarbeit zwischen den Polizei-Dienststellen und dem RLB. Sehr interessant ist ein bebilderter Text, der die Kampfwagen des Reichsheeres behandelt. — Das Aprilheft von Langenscheidts English Monthly Magazine ist vollständig auf Unterhaltung eingestellt. Erleichtert wird die Lektüre durch Do- kabelerläuterungen, die am Rande jeder Seite geboten werden, niemals stören, aber stets dann auftreten, wenn sie gebraucht werden, besonders oott dem, der über nur geringe Vorkenntnisse verfügt. Aus dem Inhalt der Anrilnummer erwähnen mir nur folgende Ueberschristen: Winston Churchill; Australia; Westminster Abbey; Airplanes, Bombs and Air-guns. Dazu wird wieder viel Humor geboten. Witze, kleine anregende Texte und eine Short-Story. 13. August, Handboll am 12. und 14. August, Generalprobe zum großen Festspiel am 30. Juli, Erdteilstaffel im Schwimmen am 16. August, Rudern in Grünau am 11., 12. 13. und 14. August, Boxen in der Deuschland-Halle vorn 10. bis 15. August, Ringen und Gewichtheben in der Deutsch- lano-Halle vorn 2. bis 9. August, Hockey im Hockey- Sta-dion auf dem Reichssportfeld vom 4. bis 16. August, Polo vom 3. bis 8. August, Kanu in Grunau am 7. und 8. August und Segeln in Kiel vom 4. bis 10. August. Zur Beachtung bei Korten-Bestellungen! Das Organisations - Komitee bittet, Geldbeträge für Karten auf keinen Fall eher einzuschicken, als bis die Aufforderung dazu ergangen ist. Im übrigen wird der Kartenvorverkauf für die einzelnen Wettbewerbe erst am 1. Juli eröffnet und zwar für die Fußball- und Handball-Vorsviele, Basketball, Fechten, Fünfkampf und Marathonlauf, Radfahren (Stadion- und Straßen-Rennen), Reiten (Dressur), Schießen und für die Kunstausstellung. Großer Erfolg -es Olympia-Werbezuges in Darmstadt Auf seiner großen Deutschland fahrt öffnete der Olympia-Zug heute zum ersten Mal die Pforten seiner Ausstellung, die in der vielbewunderten technisch einmaligen Wagenburg auf dem Parade- platz vor Landesmuseum und Schloß aufgebaut ist. Zum ersten Mal auf feiner Fahrt trat der neueingebaute Frei-Lautsprecher in Aktion. Trotz der sehr schlechten Witterung wurde der Olympia-Zug am ersten Tag von über 3000 Personen besichtigt. Von Darmstadt aus setzt der Olympia-Zug seinen Weg morgen nach Worms fort. Auch San Salvador vertreten. Der Vertreter des mittelamerikanischen Staates San Salvador im Internationalen Olympischen Komitee Dr. Zelaya, hat die Uebersahrt nach Berlin angetreten, um sich an Ort und Stelle über die XI. Olympischen Spiele 1936 zu informieren. Afghanistan mit 17 Athleten. Zu den Olympischen Spielen in Berlin wird Afghanistan eine Expedition von 17 Aktiven entsenden. Begleiter der Mannschaft wird der afghanische Kriegsminister sein, der schon im April in der Reichshauptstadt eintreffen wird, um sich — wie verlautet — noch einer Operation zu unterziehen. Der Schießsport beim Olympia. Schießsport beim Olympia gibt es seit den V. Olympischen Spielen 1912 in Stockholm. Es gab damals ein sehr umfangreiches Schießprogramm, und zwar mürbe mit Armee-Gewehren auf 200 bis 600 Meter, mit der freien Brüchse auf 300 Meter, mit der Jagdbüchse auf 100 Meter, mit der Kleinkaliberbüchse auf 50 Meter, mit Pistolen auf 25 bis 50 Meter und mit der Flinte auf Wurftauben geschossen. Dieses Programm wird aller- dings 1936 in Berlin nicht mehr durchgeführt werden, da gerade beim olympischen Schieß-Wettbewerb einschneidende Aenderungen vorgenommen wurden. Eine dieser Aenderungen betraf auch die Amateurfrage. Es ist bekanntlich bei fast allen Schieß-Ver- bänöen üblich, bei Veranstaltungen Prämien und Geldpreise auszugeben. Diese Tatsache veranlaßte das Internationale Olympische Komitee zum Eingreifen, der Kongreß von Prag im Jahre 1926 setzte das Schießen vom olympischen Programm ab. Bei den Spielen in Amsterdam fanden daher keine ge- fonberten Schießprüfungen statt. 1932 in Los Angeles war Schießen wieder vertreten, doch herrschte in der Amateurfrage und Austragungsform durchaus keine Einhelligkeit. Einige Länder verzichteten ganz auf die Teilnahme, da nach den olympischen Bestimmungen nur der als Amateur gelten kann, der noch niemals einen Geldpreis entgegengenommen hatte. Diesen Zuständen wurde nun auf Drängen Deutschlands hin ein Ende gemacht. So wurde eine Bestimmung getroffen, daß nur derjenige als Amateur angesehen wird, der seit dem 1. August 1934 in keinem Schießwettbewerb einen Geldpreis angenommen hat. Die Sachlage ist also jetzt klar, so daß in Berlin der Schießsport zum ersten Male beim Olympia in einer den olympischen Bestimmungen entsprechenden Form vertreten fein kann. Kurze Sportnotizen. In Frankreich rechnet man damit, daß Hans Stuck auf einem Autv-Univn-Spezial-Rennwagen am 9. April am La Turbie-Bergrennen bei Nizza teilnimmt. ♦ Von den Tennis-Turnieren an der Riviera ist zu melden, daß in Massiv das deutsche Doppel Lund/Göpfert im Finale den Italienern Palmieri/della Vida erst nach fünf hart umkämpften Sätzen mit 6:3, 4:6, 1:6, 6:1, 4:6 unterlag. In Genua wurden die ersten Runden absolviert. Hänsch besiegte Croce 6:3, 6:1, Dr. Buß schaltete Loewy 6:1, 6:1 aus, ©opfert schlug Catalano 6:3, 6:2, und Lund blieb gegen Ziziaga mit 6:2, 7:5 Sieger. Wirtschaft. Oie bayerischen Großkraftwerke im Jahre 1935. Fwd. Die bayerischen Großkraftwerke Bayernwerk AG., Mittlere Isar AG. und Walchenseewerk AG. legten in ihren Generalversammlungen die Abschlüsse für 1934/35 zur Genehmigung vor. Hierbei wurden die Anträge der Verwaltung genehmigt. Die Entwicklung der drei zu einer wirtschaftlichen Einheit zusammengeschlossenen Werke war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr durchaus erfreulich. Die Einnahmen aus dem Sttomverkauf find auf 16,96 (16,46) Mill. Mark gestiegen, während die Ausgaben (ohne Abschreibungen) um rund 0,35 Mill. Mark gesunken sind. Die außerordentlichen Erträge weisen einen Rückgang auf 0,96 (3,37) Mill, auf. Zum erstenMale wieder seit dem Wirtschaftszusammenbruch ist es gelungen, die sämtlichen Betriebsausgaben und die normalen Abschreibungen aus den Betriebseinnahmen zu decken. Die Bayernwerk AG. schließt ohne Ueberschuß ab. Der Gewinnvortrag des Vorjahres ist in der Bilanz unverändert belassen. Die Gesamteinnahmen belaufen sich auf 19,41 (20,35), die Gesamtaufwendungen auf 19,41 (20,31) Mill. Mark Die Mittlere Isar AG., München, verzeichnet Einnahmen von insgesamt 2,81 (2,98), ebenso die Ausgaben. Bei der Walchenseewerk AG., München betragen Gesamteinnahmen und -Ausgaben je 1,00 (1,1 ' bzw. 1,13) Mill. Mark. Die Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 312: Neue Preisregelung in der Zigarettenindustrie. — 313: Höchstgewichte für Goldwaren. — 314: Bekanntmachung KP 122 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. — 315: Päckchen nach Svanien. — 316: Schweizer Verordnung über die Ausfuhr von Uhren und Uhrenteilen. — 317: Umsatzsteuerumrechnunasfätze für März. — 318: Privattelegramme an Luftreisende. — 319: Versendung von Warenproben nach Brasilien. * Fwd. Kleinverkaufspreis für Speisezwiebeln. Durch eine Anordnung Nr. 67 vom 27. 3. 1936, die am Tage nach der Verkündung in Kraft tritt, ordnet der Vorsitzende der HV. der deutschen Garten- und Weinbauwirtschaft an, daß bei der Abgabe von Speisezwiebeln deutscher oder ausländischer Herkunft an den Verbraucher ein Preis von 0,14 RM. je 0,50 Kilogramm nicht überschritten werden darf. * Zellstoffabrik Waldhof, Mannheim. Die hervorstehendsten Merkmale des vorliegenden Abschlusses sind einmal die außerordentlichen Fortschritte, die hinsichtlich des weiteren Schuldenabbaues und damit Hand in Hand auf dem Wege einer weiteren Verflüssigung der Bilanz erzielt worden sind. Zum anderen haben sich im Berichtsjahre eine Reihe bisher brachliegender oder neuer Verwendungsmöglichkeiten für Zellstoff gezeigt, der sich zu einem immer vielseitigeren Jndu- ftrieftoff entwickelt. Die Nachfrage nach Sulfitzellstoff innerhalb Deutschlands zeigte eine ständige Zunahme. Die Zellstoffausfuhr konnte 1935 nahezu auf Vorjahreshöhe gehalten, die Papierausfuhr dagegen nicht unerheblich gesteigert werden. Für das ganze Jahr 1935 ergibt sich eine mengenmäßige Absatzsteigerung gegenüber dem Vorjahre um 7 v. H. Entsprecheno der gestiegenen Umsatztätigkeit hat sich der Rohertrag auf 38,68 (37,02) erhöht. Nach Äornahme von 3,95 (3,60) Anlage- und 2,87 (2,74) Mill. RM. anderen Abschreibungen verbleibt einschl. 937 917 RM. Gewinnvortrag ein Reingewinn von 2 990 913 (2 014 793) RM., aus dem 6 (5) v. H. Di- vidende ausgeschüttet werden sollen. Die Entwicklung im laufenden Jahre ist weiterhin gut. Im Hinblick auf den Bedarf der Zellwolleindustrie ist ein weiteres Ansteigen zu erwarten. Das Auslandsgeschäft ist nach wie vor lebhaft. ♦ Deutsche Kabelwerke A ©., Berlin. Der Aufsichtsrat beschloß, der für die zweite Hälfte des Monats Mai einzuberufenden Hauptversammlung die Verteilung einer Dividende von 6 o. H. wie im Vorjahr aus dem für das Geschäftsjahr 1935 nach reichlichen Abschreibungen (i. V. 334 402 Mark auf Anlagen und 20 876 Mark anderen) und Rückstellungen (i. V. 325 000 Mark) erzielten Reingewinn vorzuschlagen (i. V. 879 503 Mark). Es wurde festgestellt, daß sowohl im Inlands- als auch im Auslandsgeschäft die Entwicklung in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres weiter befriedigt. * Elektrizitäts-Lieferungs-Gesellschaft, Berlin. Die Gesellschaft legt den Geschäftsbericht für das Jahr 1935 vor, das dem Unternehmen eine günstige Fortentwicklung gebracht hat. Der weitere Aufschwung der deutschen Wirtschaft führte zu einer nicht unerheblichen Zunahme des Stromverbrauchs. Die nutzbare Stromabgabe des Konzerns ist von 295,2 auf 325,4 Mill. kWh gestiegen. Diese Steigerung ist nicht, wie in den Vorjahren, nur auf eine Mehrabnahme der Industrie, sondern auch auf den Mehrverbrauch der Kleinabnehmer zurückzuführen. Es ist hierdurch erkennbar, daß die Gesundung der Wirtschaft nunmehr auch zu einer Besserung der Lebenshaltung weiter Kreise in den Absatzgebieten der ELG. geführt hat. Einschließlich 166 130 (146 570) Mark Vortrag ergibt sich ein Reingewinn von 1,95 (1,65) Mill. Mark. Der Hauptversammlung am 21. April wird vorgeschlagen, hieraus 6 (5) v. H. Dividende auf 26 Mill. Mark Stammaktienkapital und wieder 6 v. H. auf 40 000 Mark Vorzugsaktien auszuschütten, für 3,5prozentige Verzinsung (wie i. V.) und Tilgung der Genußrechte 176 680 (166 728) Mark aufzuwenden und 192 329 Mark vorzuttagen. Rhein-Mainische Börse. rNittagsbörse fest. Frankfurt a. M., 2. April. Die deutsche Antwortnote hinterließ an der Börse einen starken Eindruck und verstärkte die Zuversicht hinsichtlich der außenpolitischen Belange. Die Haltung war weiter fest, das Geschäft hatte etwas lebhafteren Charakter. Von der Bankenkundschaft lagen überwiegend Kaufaufträge vor. Am Aktienmarkt ergaben sich zu den ersten Notierungen überwiegend Erhöhungen von 0,50 bis 1 o. H. Lebhaftes Geschäft entwickelte sich in einigen Montanwerten, Vereinigte Stahlwerke 84,25 bis 84,65 (83,65), Mannesmann 85,50 bis 86 (84,50), Harpener ca. 125 (123,25), Buderus, Klöckner, Hoesch und Rheinstahl zogen bis 1 v. H. an. Kaliaktien erzielten Gewinne von 1 bis 1,40 o. H. IG. Farben bei größeren Umsätzen 164,25 bis 164,50 (163,50), Metallgesellschaft 116,50 (115). Zellstoffpapiere erhöhten sich bis 1,50 v. H., ferner gewannen Holzmann auf Abschlußerwartungen 2 v. H. auf 109,25, Gement Heidelberg 1,75 v. H. und Reichsbank 1,25 v. H. Elektroaktien lagen sehr ruhig und nahezu unverändert. Von Maschinenwerten gewannen Muag 0,75 v. H., Moenus gaben 0,25 v. H. nach, Daimler blieben behauptet. Kunstseide AKU. 50,25 (50). Nach Feststellung der ersten Kurse war das Geschäft ruhiger, die Kurse blieben voll behauptet, teilweise ergaben sich weitere Erhöhungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Der Rentenmarkt lag wider Erwarten sehr still und nahezu unverändert. Altbesitz bröckelten 0,13 v. H. ab auf 111,25. Späte Schuldbuchforderungen, Kommunal - Umschuldung und Zinsvergütungsscheine lagen unverändert. Fest waren Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 124,25 (123,75). Von Industrie-Obligationen 6 o. H. Vereinigte Stahlwerke 103,50 (103,25). Von Auslandsrenten 4 v. H. Ungarn Gold 8,40 (8,13), Anatolier I und II unverändert 39,50. Im Verlaufe hielt die feste Tendenz an. Mit Befriedigung nahm man von der festen Haltung der Auslandsbörsen Kenntnis. Am Aktienmarkt ergaben sich überwiegend weitere Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H., so u. a. bei IG. Farben, Daimler, Zellstoff Waldhof, Bekula, Buderus, Hoesch. Auch die später erst zur Nottz gekommenen Werte lagen bis 1 o. H. höher, darüber hinaus gewannen Accumulatoren und Deutsche Linoleum je 2 v. H., Chade A—C 347,50 (340). Schwächer lagen BMW. mit 122 (123,50), Scheideanstalt mit 226 (227), Holzmann gingen auf 108,50 nach 109,25 zurück. Eßlinger Maschinen auf den nur 4proz. (3) Dividendenvorschlag ca. 88 (90); man rechnete vielfach mit mindestens 5 o. H. Am variablen Rentenmarkt traten bei größer Geschäftsstille keine Veränderungen ein. Der Pfandbriefmarkt wies nur bei Liquidationspfandbriefen geringfügige Abweichungen auf. Stadtanleihen lagen etwas uneinheitlich; höher 4V- Mainz von 1928 94 (93,65), dagegen 4V- Hanau 90,50 (90,75), 4V- Heidelberg 89V2 (89,90). Von Industrie-Obligationen Farben-Bonds 133 (132,25). Auslandsrenten lagen meist etwas fester, Schweizer Bahnanleihen plus 2 bis 3 v. H. Rumänen lagen ziemlich unverändert; der am 1. April fällig gewesene Zinsschein verbleibt bis auf weiteres an den Stücken. — Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. — Im Freiverkehr Wayß 6- Freytag 98 (98), Adlerwerke Kleyer 98,50 (98). Abenbbörfe fest. Die Abendbörse nahm bei anfangs etwas lebhafteren, später stark nachlassenden Umsätzen einen festen Verlauf. Gegen den hiesigen Mittagsschluß überwogen leichte Erhöhungen von 0,25—0,50 v. H., gegen den Berliner Schluß traten solche aber nur für wenige Werte darunter AG. für Verkehr, IG. Farben, Westdeutsche Kaufhof, Holzmann und einige Montanwerte ein. Am Rentenmarkt konnten sich Altbesitz mäßig erhöhen auf 111,25 (111,13), ferner waren Reichsbahn-Vorzugsaktien auf der Berliner Schlußbasis von 124,40 gesucht. Sonst ergaben sich hier keine Veränderungen. Farben-Bonds zogen um weitere 0,40 v. H. auf 133,40 an. Ü. a. notierten: Altbesitz 111,25, Oberhessen Provinz Ausl. 119,75, IG. Farben-Bonds 133,40, 6proz. Verein. Stahlwerke 103,25, 4,5proz. Franks. Hyp. ©old R 8—10 96,50, Adca 73,50, Commerzbank 91, DD-Bank 91,50, Deutsche Ueberseebank 91,25, Reichsbank 183,25, Buderus 97,75, Harvener 125, Mannesmann 85,75, Hoesch 94,25, IG. Chemie volle 193,25, Conti Gummi 183, Daimler 98,50, Deutsche Erdöl 118,50, Scheideanstalt 226, Deutsche Linoleum 168,50, Licht & Kraft 140,50, Gebr. Fahr 133,50, IG. Farben 165,75, Felten 120,75, Gold- schmidt 110, Hartmann & Braun 76,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 2. April Auftrieb: Kälber 857 (gegen 800 am letzten Donnerstags- markt), Schafe 151 (87), Schweine 505 (1112). Rinder 19 (—), darunter 4 Ochsen, 2 Bullen, 10 Kühe, 3 Färsen. Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 71 bis 74 (am 26. März 69 bis 72), b) 63 bis 70 (63 bis 68), c) 53 bis 62 (53 bis 62), d) 40 bis 52 (40 bis 52). Lämmer und Hämmel b2) 45 bis 48 (47 bis 49). Schafe e) 42 bis 47 (41 bis 46), f) 35 bis 40 (36 bis 40, g) 30 bis 34 (28 bis 35). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 52 bis 57 (—), g2) 46 bis 50 (—). Marktverlauf: Kälber rege, ausverkauft. Hämmel und Schafe ruhig, Ueberstand (18 Stück). Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1061 Viertel Rindfleisch, 172 ganze Kälber, 12 ganze Hämmel, 417 halbe Schweine, 2 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark (bei Rindfleisch jeweils Höchstpreise): Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 76, b) 66, c) 58. Kuhfleisch a) 75, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80. Kalbflei ch b) 78 bis 88, c) 70 bis 78. Hammelfleisch b) 90 6’5 95. Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fett- mai.n: Roher Speck unter 7 Zentimeter höchster Preis 80, Flomen höchster Preis 80. Marktverlauf: ruhig. Kleine Strafkammer Gießen. Wegen Unterschlagung wurde der H. Sp. aus Lauterbach vorn dortigen Amtsgericht zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Die gegen dieses Urteil verfolgte Berufung blieb ohne Erfolg. Der I. E. aus Lauterbach wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 15 0 Mark Geldstrafe, eventuell 30 Tagen Gefängnis, verurteilt. Der Angeklagte fuhr beim Ueberholen einer Arbeitsdienstabteilung auf der Straße Lauterbach—Angersbach eine Radfahrerin an. In der gestrigen Berufungsverhandlung konnte ein Verschulden des Angeklagten nicht festgestellt werden, es erfolgte daher Freispruch. Wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung wurde der A. B. aus Frankfurt a. M. vom Amtsgericht Vilbel zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte fuhr am 14. Oktober 1935 zwischen Dortelweil und Vilbel in angetrunkenem Zustande ohne Führerschein gegen einen Baum. Die Berufung blieb ohne Erfolg. Briefkasten -er Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) E. p. Ww. in G. Ihr Verlangen, die fragliche Wiese von dem derzeitigen Eigentümer herauszu- bekommen, erscheint auf Grund der geltenden gesetzlichen Bestimmungen aussichtslos. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Restforderung bei der für den Betrieb Ihres Schuldners zuständigen Entschuldungsstelle anzumelden. — Von einer Verlegung der von Ihnen genannten höheren Lehranstalt in Darmstadt und des ähnlichen Instituts in Bingen ist uns nichts bekannt. Rundfimkprogramm. Samstag, 4. April. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnasttk. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf zum Staatsjugendtag. HJ.-Sport. 10.45: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11: Hausfrau hör zu! Erste Hilfe im Hause bei Unfällen und Krankheiten. 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten. 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: „Allerlei von zwei bis drei." 15: Wirtsckaftsbericht. Was gibt’s Neues? — Worüber man heute spricht. Zeitangabe, Wirtschastsrneldun» gen. 15.15: HJ.-Funk. 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Unterhaltungskonzert. 19.30:Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Erfüllte Hörerwünsche. Sie wünschen — wir spielen. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Und morgen ist Sonntag. Das frohe Wochenende. 24 bis 2: Musikexpreß. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Franklun a. M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schiupr. Mittag- börse Datum 1-4- 2.4. 1.4. 2-4. Datum 1.4. 2-4- 1.4, 2-4. Datum 1.4. 2-4. 1.4. 2 4. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6¥i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4*/,% Deutsche Retchspostschatzaa- Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehem.8% Hessische Landes- bank Darmstadt Gold R. 12.... by*% ehem. 4yt% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadiLtquI dy«% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4 y.% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6y2% ehem. 4'/r% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6y,% ehem. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand. vriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y,% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanst., Gold Komm. Obl.VI Steuergutsch.VerrechnungSk. 84-38 4% Oesterreichtfche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y«% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... 100,4 97,75 111,4 100,2 98 96,5 101 92,13 119,75 114,5 96,5 101,13 101,13 97 97 108,9 28 1,45 8,13 8,25 8,25 13,5 9,13 100,5 97,5 111,25 100,1 98 96,5 101 92,13 119,75 114,5 96,5 101,13 101,13 97 97 108,85 28 1,45 8,4 8,3 8,3 13,5 9,13 100,65 97,5 103,4 111,4 100,1 96,5 114,5 101 97 97 108,9 27,9 1,55 8,3 8,25 13,25 100,65 97,5 103,4 111,13 100,2 98,5 96,5 114,4 101 97 97 108,9 28 1,4 8,4 8,4 8,6 13,5 4% vesgt. Serie 11 ............. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y,%Rumän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2y*% 2lnato(ter .............. Hamburg-Amerika-Patel .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... G Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............O Reichsbank ......... 12 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgelellschaft... 5 Licht und Kraft ........... Sy, Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schlickert L Co...............4 Siemens L Halske............ 7 Lahmeyer L Co..............7 Buderus ...................4 Deutsche Erdöl .......... 4 Harvener...................O Hoesch Eisen—Köln-Neuessea .. 8 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........8 Klöcknerwerke ...............8 Mannesmann-R Hren........O 9,13 39,5 15 15,13 109,5 111,4 91 91,25 91,5 182,5 34,9 144 125 139,5 119,25 134,25 128 138 182,5 130,5 97 118,25 123,25 92,75 163,5 134 86,65 34.5 9,13 7 5,525 39,5 15,13 15,13 110,75 112 91 91,5 91,5 183,25 34,75 144,25 126 140,5 120,75 134,5 128,25 128,5 138,65 182,5 130,5 97,75 118,5 125 94,25 133,75 87,65 85,75 39,25 15 15,5 109,9 111,9 91 91,25 91,5 182,13 35,13 144,13 124,25 140,13 118,65 134,5 128 127,65 138 182,25 129,5 96,9 118,4 123,75 92,75 133,65 86,75 84.65 7 9,5 5,6 39,25 15,13 24,75 15,75 110,4 112 90,9 91,5 91,5 183,25 35 144,4 125,75 140,5 120,5 135,25 128,75 128,5 138,65 183 131 97,5 118,75 125,5 94,25 133,75 88 85,75 ManSfelder Bergbau.........6 Kokswerke..................6 Rheinische Braunkohlen .....18 Rbeinstabl ..................4 Vereinigte Stahlwerke........O Otavi Minen .......... O Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7ys I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheldeanstalt....... 9 Goldschmidt ..... 6 Rütgerswerke.....••«••••••• 6 Metallgeiellschast.............4 Philipp Holzmann...........4 Zementwerk Heidelberg ......7 Cementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................5 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas.......... 7 Daimler Motoren............ O Deutsche Linoleum...........8 Orenstein & Koppel ..........O Westdeutsche Kaufhof......... O Chade....................71/, Accumulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Gummi...............8 Gritzner.......... O Mainkrastwerke Höchst a.M>... 4 Süddeutscher Zucker .. 10 135 227 118,5 83,65 126,25 125,5 163,5 227 108,65 125 115 107,25 135 131 50 81 124,5 86,75 97,5 166,5 34,75 340 180 182,75 1 27,4 91 I 198 135,5 226 119,5 84,5 19,25 127,25 127 165,75 226 110 125,75 116,5 109 136,75 131 50,5 80,25 126 88,25 98,5 168^5 36,25 347,5 182 183 | 27,5 91,5 ; 198 135,65 126,4 227,25 118,65 83,65 19 126,4 126 179,75 163,5 109 124,5 114,75 l’z 102,5 50,13 80,75 124,25 86,75 131,75 97,25 167 78,75 34,9 341 180 182,5 1 SL5 1 198 136 128 226,25 119,4 84,25 19 126,5 126,5 180 165,4 110,25 125,4 116,5 108,5 102,9 50,4 80 126 88,5 131,9 98,9 168,75 79,13 35,75 349 181,5 182,5 | 27,5 198 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a. 2IL 1 .April 2-April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld | Brief Buenos Lire- 0,684 0,688 0,683 0,687 Brüssel..... 42,10 42,18 42,08 42,16 Rio de Ian. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kovenhagen. 54,98 55,10 54,96 55,08 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,315 12,345 12,31 12,34 HelitngforS.. 5,425 5,435 5,425 5,435 Paris ...... 16,39 16,43 16,385 16,425 Holland .... 168,85 169,19 168,90 169,24 Italien..... 19,68 19,72 19,68 19,72 Javan ...... 0,718 0,720 0,718 0,720 Jugoslawien. 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo.....: 61,88 62,00 61,86 61,98 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,175 11,195 11,17 11,19 Stockholm... 63,48 63,60 63,46 63,58 Schweiz .... 80,96 33,97 81,12 80,98 81,14 Spanten.... 34,03 33,95 34,01 Prag....... 10,28 10,30 10,275 10,295 Budapest ... —— — — Neuyort ... 2,487 2,491 2,484 2,488 Banknoten. Berlins.April Geld Brie, Amerikanische Skaten...... 2,436 2,456 Belgische Noten.......... 41,96 42,12 Dänische Noten ......... 54,71 54,93 Englische Noten ......... 12,275 12,315 Französische Noten....... 16,335 16,395 Holländische Noten....... 168,46 169,14 Italienische Noten........ — — Norwegische Noten ...... 61,65 61,89 Deutsch Oesterreich, ä lOO Schilling — — Rumänische Noien....... — — Schwedische Noten....... 63,24 63,50 Schweizer Noten......... 80,80 81,12 Spanische SZoten 33,61 33,75 Ungarische Noten........ —— Nr. 80 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Zreitag, 3.April (936 Aus der Provinzialhaupistadt. Schulferien. Ferien — Ruhetage, Feiertage! Welches Kinderherz schlägt nicht höher, wenn es ihrer gedenkt! Gar mancher Schulbub, manches Schulmädel streicht schon wochenlang vor den großen Ferien allabendlich den verflossenen Tag aus dem Kalender möglichst dick aus und sieht mit glänzenden Augen, wie der un- durchstrichenen Tage immer weniger werden. Aber auch der gestrenge Herr Lehrer sowohl, wie die Frau Oberstudienrätin sehnen sich meist nicht weniger nach der so notwendigen Frei- und Erholungszeit, als die wilden Rangen. Und doch ist die Erkenntnis, daß eine solche Freizeit sowohl Lehrern wie Kindern wirklich not tut noch nicht gar alt. So waren zum Beispiel zur Zeit Friedrichs des Großen in Berlin noch nicht einmal die festgelegten freien Mittwoch- und Samstaanach- mittage üblich. Bis weit ins 16. Jahrhundert hinein gab es Ferien, wie wir sie heute kennen, an den Schulen überhaupt nicht, es wurden stets nur einzelne Tage freigegeben. Die Festsetzung dieser schulfreien Tage geschah, je nach Orten verschieden, durch die kirchlichen oder die Gemeindebehörden. In der Regel hatten die Schüler frei an den Tagen, an denen Jahrmärkte abgehalten wurden, am Erntedankfest, an den Kirchweihen (bei denen meist drei bis vier Tage gefeiert wurde), häufig auch in der lustigen Fastnachtszeit. (Roch heute finden wir im Rheinland vielfach den Brauch, daß mindestens am Fastnachtsdienstag, oft auch am Rosenmontag schulfrei gegeben wird.) Die Zeit des Jahrmarktes schreibt auch die älteste Schulordnung des grauen Klosters in Berlin für die Schulferien vor, während in einer Schulordnung des Gymnasiums zu Nordhausen aus dem Jahre 1583 folgendes geschrieben steht: „Ob man woll den praeceptoribus gönnet, daß sie bisweilen ruhe haben und remissiones, muß doch solches auch seine maße haben, damit die knaben nicht vorwenet oder nicht zu sehr verseumet werden. Demnach sollen alle andere Ferien, die inen die Collegae gemacht, genzlich abgeschnitten sein, on allem folgende, welche inen sollen vorgunet werden, nemlich:" ... Hier folgt die Angabe einiger frei zu gebender Tage. Im allgemeinen blieb die Festlegung dieser Tage jedoch dem freien Ermessen der einzelnen Schul- leiter überlassen. Sicher ist, daß es sich stets nur um wenige Tage handelte — vielleicht wie bei den ja heute noch vielfach auf dem Lande üblichen „Kartoffelferien", — um aus reinen Zweckmäßigkeitsgründen eingeschobene schulfreie Tage — und nicht um wirkliche Ferien, die der Ausspannung, der Erholung von Schülern und Lehrern dienen sollten. Solch eigentliche Ferien gab es keinesfalls vor dem 17. Jahrhundert. Verordnungen über die Zeiten der Schulferien brachte im allgemeinen wohl erst das 19. Jahrhundert. E. B. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.15 Uhr Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die unvollkommene Ehe". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Herbstmanöoer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das letzte Fort". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Richard Geßner, Düsseldorf. Stadttheater Gießen. Heute von 20—22.30 Uhr die neue Lustspieloperette „Die unvollkommene Ehe", musikalisches Lust- spielt von Albrecht Nehring. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Paul W r e d e. 24. Freitag-Abonnement. NS.Kutturgemeinde Gießen. Ring ..Deutsche Bühne". Als Aprilvorstellungen bringt die NS.-Kulturge- meinde Gießen, Ring „Deutsche Bühne", am 18. April die romantische Zauberoper „Undine" von Lortzing, am 25. April „Lapp im Schnakenloch" und „Der zerbrochene Krug", zwei heitere Einakter von Reinacher und Kleist. Die Kartenausgabe findet am 4. April statt. Wir verweisen auf die Veröffentlichung im heutigen Anzeigenteil. __________________ Die Tippgräfin. Roman von Klothilde v Stegmann Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin, SW 68. 29 Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Und wenn ihr alle euch bemüht, mir Erhard verächtlich zu machen, weil ihr mich vor dem Gefängnis bewahren wollt — ich ehre und achte das Andenken eines Toten, der mir mehr bedeutete als das Leben. Sei mir nicht böse, Renate! Ich weiß, wie gut du es mit mir meinst. Aber um keinen Preis versündige ich mich an Erhard. Lieber gehe ich wirklich ins Gefängnis — schließlich habe ich die Strafe ja auch verdient!" fügte sie aufschluchzend hinzu. Renate schwieg? Man mußte dies Thema lassen. Es war mit Mariella über diesen Punkt noch nicht zu reden. Vielleicht war es auch noch zu früh. „Wir wollen schlafen gehen, Mariella!" sagte sie freundlich. „Morgen ist wieder ein arbeitsreicher Tag für uns beide." „Gottlob", gab Mariella zurück, „daß ich arbel- ten darf, Renate! Das größte Gnadengeschenk des Schicksals. Und wem verdanke ich es? Dir!" Eng umschlungen gingen die beiden jungen Mädchen ins Haus. Plötzlich kam Mariella ein Gedanke. Scheu fragte sie nach Tante Annina. „Ich habe nichts Wesentliches von ihr gehört", war Renates Antwort. „Sie soll im Augenblick in Baden-Baden sein und sich dort glänzend amüsieren." 19. Kapitel. Getäuschte Hoffnung. Das Auftauchen und Wiederverschwinden des geheimnisvollen Luftschiffes hatte den Prinzen Bo- naglia von der schönsten Hoffnung in die tiefste Verzweiflung gestürzt. Da hatte er geglaubt, die Rettung aus seiner jahrelangen Urwaldgefangen- schast sei nahe. Hatte gehofft, daß für ihn und sein heißgeliebtes Pflegetöchterchen Jlaro die Stunde der Befreiung schlagen würde. Und nun war das rettende Flugzeug wieder verschwunden. Er zerbrach sich den Kopf darüber, warum die Europäer ihn zwar gesichtet, aber nicht mitgenommen hatten. Iahrplanverbesserungen der Reichsbahn im Gommer 1936. Bedeutsame Vorteile für den Gießener Bezirk. Der Sommer-Fahrplan der Reichsbahn, der am 15. Mai in Kraft tritt, bringt auch für den Gießener Bezirk und für den Vogelsberg einige wesentliche Aenderungen, die als bedeutsame Verbesserungen zu begrüßen sind. Auf der Strecke Gießen —Butzbach wird der Personenzua ab Gießen 13.48 Uhr (gegenwärtig 13.39 Uhr Samstags) künftig wochentags über Butzbach hinaus bis Bad-Nauheim durchgeführt und dort mit dem Zug Bad-Nauheim—Frankfurt (ab Bad-Nauheim 14.23 Uhr) zufammenge- schlossen. Dadurch wird eine neue durchgehende Verbindung Gießen—Frankfurt (ab Gießen 13.48 Uhr, an Frankfurt 15.11 Uhr) geschaffen. In der Zeit vom 15. Mai bis 3. Oktober wird zu dem v-Zug 186 Kassel — Frankfurt (jetzt ab Gießen 14.40 Uhr, an Frankfurt 15.43 Uhr) an den Samstagen ein Vorzug gefahren, der in Gießen um 14.33 Uhr abfahren und in Frankfurt um 15.37 Uhr eintreffen wird. Der Hauptzug wird im Sommer-Fahrplan um 14.41 Uhr in Gießen abfahren und um 15.44 Uhr in Frankfurt eintreffen. Durch diesen Vorzug wird besonders an Tagen vor Sonn- und Feiertagen wegen des starken Militär- urlauberoerkehrs eine Entlastung des Hauptzuges herbeigeführt. Im Anschluß an diese beiden Züge wird auf der Strecke Gießen — Koblenz ein beschleunigtes Personenzugpaar verkehren, das für den Sommer- Fahrplan wieder geschaffen wurde. In Richtung Koblenz fährt der Zug in Gießen um 14.57 Uhr ab, so daß der Anschluß an den Zug von Kassel her gegeben ist; der Zug hält in Wetzlar, Braunfels, Weilburg, Limburg, Nassau, Bad Ems, Nieder- Lahnstein und kommt um 16.51 Uhr in Koblenz an. Der Gegenzug, mit gleichen Halten auf den eben genannten Bahnhöfen, verläßt Koblenz um 13.48 Uhr und trifft um 15.42 Uhr in Gießen ein, wo er den Anschluß an den O-Zug nach Berlin und Hamburg (ab Gießen 15.48 Uhr) herstellt. Auf der Strecke Frankfurt — Gießen — Niederwalgern wird der Personenzug a b Frankfurt jetzt 7.51 Uhr im Sommer-Fahrplan auf 7.36 Uhr vorverlegt. Durch diese frühere Abfahrt in Frankfurt wird erreicht, daß der Personenzug bei Verspätungen nicht mehr vor Friedberg durch den nachfolgenden O-Zug Frankfurt—Hamburg—Berlin überholt werden muß, wodurch bisher der Ueber- gang auf den O-Zug in Friedberg verloren ging. Auch die fahrplanmäßige Ueberholung in Friedberg fällt im Sommer-Fahrplan fort. Der Personenzug trifft nach dem neuen Plan vor dem O-Zug in Gießen um 9.05 Uhr ein (jetzt 9.26 Uhr), so daß der Uebergang auf den O-Zug in Gießen vorhanden ist. Zwei weitere wichtige Anschlüsse werden künftig in Frankfurt hergestellt durch Späterlegung des Eil-Zuges jetzt Frankfurt ab 9.17 Uhr, im Sommer-Fahrplan Frankfurt ab 9.23 Uhr, in Richtung Gießen. Der Eilzug kommt jetzt in Gießen um 10.25 Uhr an; er wird im Sommer-Fahrplan, trotz der späteren Abfahrt in Frankfurt, infolge Steigerung der Fahrgeschwindigkeit um 10.26 Uhr in Gießen eintreffen. Durch die Späterlegung der Abfahrtszeit dieses Zuges in Frankfurt wird erreicht, daß der Anschluß an den Zug von Aschaffenburg, an Frankfurt 9.18 Uhr, und an den Zug von Karlsruhe, an Frankfurt 9.18 Uhr, hergestellt wird. Auf der Strecke Gießen — Siegen wird wieder ein neues Eilzugpaar, das bereits im vorigen Sommer verkehrte, im Winter aber ausfiel, in den Fahrplan eingestellt. Der Eilzug am Vormittag fährt in Siegen um 6.40 Uhr ab und trifft in Gießen um 7.46 Uhr ein, wo er den Anschluß an den O-Zug nach Frankfurt (ad Gießen 7.53 Uhr) herstellt. Der Gegenzug am Abend verläßt Gie - feen um 21.17 Uhr und nimmt in Gießen den Anschluß von dem Eilzug 19.54 Uhr ab Frankfurt, an Gießen 21.02 Uhr, sowie den Anschluß von dem v-Zug Hamburg-Kassel—Frankfurt, an Gießen 21.12 Uhr, auf. In Siegen trifft dieser Eilzug um 22.25 Uhr ein, wo er den Anschluß an einen Personenzug von Siegen nach Hagen herstellt, mit dem die Reisenden etwa um die Mitternachtszeit in Hagen eintreffen können. Auf der Strecke Frankfurt — Vilbel — Lauterbach wird der Zug ab Stockheim 11.46 Uhr, der bisher in Vilbel-Nord endigte, bis Frankfurt-Hauptbahnhof durchgeführt; er hält nur in Frankfurt-West. Der bis jetzt nur in Vilbel-Nord beginnende Zug wird ab Frankfurt-Hauptbahnhof durchgeführt; er fährt in Frankfurt um 13.41 Uhr ab und kommt in Lauterbach- Nord um 17.14 Uhr an. Zur besseren Bedienung des Ausflugsverkehrs zwischen Frankfurt und dem Vogelsberg wurde der Zug ab Lauterbach bisher 18.27 Uhr um IV2 Stunden später gelegt. Vinterhilfswerk 1935/36 Ortsgruppe Gießen-Süd. Kohlenscheinabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine „Serie F" am Freitag, 3. April, von 19 bis 20 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen. Ortsgruppe Giehen-Ost. Vetr. Kohlenversorgung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlenscheine der Serie F täglich bis einschl. Samstag, 4. April, von 15 bis 19 Uhr auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, gegen Wertquittungen umzutauschen. Eine spätere Annahme kann nicht mehr erfolgen. Ortsgruppe Giehen-Mitte. Die Kohlenhändler werden ersucht, die für den Monat März 1936 gültigen Kohlengutscheine der Serie F am Samstag, 4. April, 20.30 Uhr bei der NSV.-Geschäftsstelle, Kaplans- gasse 18, mit Firmenstempel versehen nebst den entsprechenden Rechnungen einzureichen. Es ist besonders darauf zu achten, daß der Abrechnungstag unbedingt eingehalten werden muß, weil der 5. April auf einen Sonntag fällt. Später eingehende Rechnungen werden unweigerlich abgelehnt. Ortsgruppe Gießen-Rord. Betr. Kohlenscheinabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufaeforbert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine Serie F bis spätestens Samstag, 4. d. M., auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 16, abzuliefern. Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. Die öcutfdie Rrbeitofront 1 n.9.=6emeinf(haft „firaft burdi frcubc"- wochenendzug am Sonntag, 19. April, nach Köln. Unsere Wochenendfahrten haben im vorigen Jahr derartigen Anklang gefunden, daß wir uns entschlossen haben, auch in diesem Jahr wieder mehrere Fahrten durchzuführen. Die erste Fahrt geht diesmal nach Köln, der Domstadt am Rhein. Diese Hansestadt, die drittgrößte Stadt Deutschlands, ist mit ihren 760 000 Einwohnern als große Handelsstadt der Hauptknotenpunkt des europäischen Eisenbahn- und Flugzeugnetzes. Die Stadt besitzt den größten Nachtlandeflugplatz Europas. Der Kölner Dom, ein Meisterwerk gotischer Baukunst, wird dem Besucher zu einem besonderen Erlebnis. Eine große Sehenswürdigkeit ist das Kölner Rathaus, inmitten alter Häuser und enger Straßen gelegen. Nicht weit davon entfernt erhebt sich der Gürzenich, das alte Ballhaus der Kölner Bürger, viel bewundert das große Gesellschaftshaus mit seinen Konzerten und Tagungen, die Stätte für das alljährlich wiederkehrende, weltbekannte Fest des Kölner Karnevals. Sucht man aber Kölner Eigenart, dann geht man in die alten Gaststätten am Rhein und in der Altstadt. Hier werden alle Sprachen der Welt auf „kölsch" gesprochen. Hier gibt es nur einen Dolmetscher, der heißt: „Köbes". Dieser Herr serviert mit Vorliebe einen „halven Hahn" und dazu ein köstliches Getränk aus Urväterszeiten, das herbe, ober- gärige Glas „Kölsch" auf einen weißgescheuerten Tisch. Jetzt ist man richtig in Köln. Volksgenossen, die an dieser Fahrt teilnehmen wollen, füllen das Anmeldeformular in dem Monatsprogramm aus und geben es mit dem Betrag ihrem zuständigen „KdF."-Wart, ober ber Kreis- dienstftelle „KdF.", Gießen, Schanzenftr. 18. Preis ber Fahrt ab Gießen 3,90 Mk., mit Essen 4,80 Mk. Der Mann beim Kartenspiel. Willst bu erkennen, wie ein Mann in feinem Innern denkt unb fühlt, so sieh ihn bir genauer an, wenn er mit Freunben Karten spielt. Schlägt er z. B. auf den Tisch, baß jedes Glas zur Höhe springt, so ist er mehr als kriegerisch, — bu zähmst ihn bann wohl nur bebingt. Unb wenn er bös unb krittlig wird, sobald er merkt, daß er verliert, unb wenn er sagt, baß er nicht irrt, obwohl man ihn schon überführt, unb wenn er laut wirb unb gar schreit unb an ber Stirn bie Ader glüht, so ist es wohl bie höchste Zeit, baß man sich nicht mehr um ihn müht. Unb sieh, wie er bie Karten hält! Hält er sie nicht an sich heran, so baß ein jeber, bem’s gefällt, ihm in bie Karten gucken kann, so traue ihm nicht allzuviel unb halte an ber Meinung fest, baß er sich auch im Lebensspiel stets in bie Karten gucken läßt. Doch falls er, wenn ein Blatt er zückt, vorsichtig äugt unb unentwegt mißtrauisch bann noch um sich blickt unb ftunbenlang erst überlegt, bann ist er, besten sei gewiß, ein übler, kleinlicher Pebant. Ihm fehlen Nachsicht, Schwung und Schmiß, und Freimut hat er nie gekannt. Unb wenn es ans Bezahlen geht, so gib wohlweislich darauf acht, ob er zu dem Verlust auch steht und keinerlei Sperenzchen macht. Drum paffe auf und schaue hin, gewärtig Deines Lebensziels, denn es liegt wahrlich tiefer Sinn auch in ber Art des Kartenspiels! Puck. Sportomt „Kraft durch Ireude". heule folgende Kurse: Allgemeine Körperschule (Frauen unb Männer). Von 20.30 bis 21.45 Uhr in Gießen, Lyzeum, Dammstraße 26. Don 19.45 bis 21 Uhr in Großen-Buseck, Neue Schule. Fröhliche Gymnastik unb Spiele (Frauen). Don 20.30 bis 21.45 Uhr in Lollar, Kantine ber Fa. Buberus. Schwimmen (Frauen unb Männer). Von 20.30 bis 21.30 Uhr unb von 21.30 bis 22.15 Uhr, Volks- bab, Seltersweg. Eine einfache Rechnung und deshalb ein für allemal: die Schuhe putzt man mit Erdal Nun war es wohl für immer vorbei mit ber Hoff- nung, von hier zu entkommen. Bonaglia ahnte nicht, was sich inzwischen begab. Verzweifelt lag er in seinem Zelt, bas als prächtigstes auf einem kleinen Hügel, ein wenig abseits von bem Dorfe ber Zwergjäger, errichtet war. Er sprach kein Wort. Selbst Jlaro gelang es nicht, seinen Trübsinn zu verscheuchen. Das junge Mäbchen selbst war von Angst unb Unruhe ergriffen. Jlaro kannte ja kein anberes Dasein wie bas des Urwalbs. Zwar hatte ihr Giovanni bi Bonaglia bas Leben ba brüben in Europa in leuchtenden Farben geschildert. Aber sie konnte es sich nicht recht vorstellen Bei bem Gebauten, ihr grün umschirmtes Urwalbparadies zu verlassen, ergriff sie beinah Furcht. So war sie nicht einmal traurig, baß bas geheimnisvolle Ding am Horizont, bas fliegen konnte wie ein Vogel unb boch kein Vogel war, nicht wieberkehrte — nur bie Trauer ihres geliebten Pflegevaters brückte schwer auf sie. In höchster Erregung waren inzwischen Arlesius unb Heßling mit ihren Begleitern an Borb des Luftschiffes nach ihrem Ausgangspunkt zurückgekehrt. Sie konnten es kaum erwarten, bis sie gelandet waren. Der Herzog war am Landungsplatz. Die Träger der Expedition, Bata voran, warteten gleichfalls. In überstürzten Worten berichtete Heßling von den beiden Menschen, die sie da unten gesehen. „Es ist Bonaglia. Es muß Bonaglia sein", sagte er leidenschaftlich. „Ich habe den Vater Mariellas gefunden." Seine Stimme zitterte. Ein unsagbares Glück strahlte aus seinen Augen. Und auch der Herzog mar voll tiefster Freude. Nur wer dieses weiße Mädchen war, darüber zerbrachen sich alle den Kops. Es gab jetzt nur eins, zu versuchen, die beiden Weißen zu retten. Und schon am nächsten Tage fuhr das Luftschiff mit seinen Begleitern an Bord wieder der Insel zu. Die Nachricht von der Entdeckung, die die Luftschiffer gemacht, war auf unerklärliche Weise bereits in der ganzen Kolonie verbreitet. Diese Entdeckung war das Tagesgespräch aller Schwarzen und auch aller Europäer, die sich in Tanga, dem Hafen, zusammenfanden, um einen Europadampfer zu empfangen. Dieser Dampfer brachte nickt nur Reisende und Briefpost, sondern auch eine Anzahl sehnsüchtig erwarteter Lebensrnittel und landwirtschaftlicher Artikel mit. Aus den nahegelegenen Pflanzungen waren Weiße und Schwarze gekommen, um Freunde von Bord zu holen und die bestellten Warenlasten in Empfang zu nehmen. Auch Mister Errel aus Bomale, ber englische Farmer, war anroefenb. Es war berfelbe, ber Lore von Ankermann ben Auftrag auf Bruteier ihres Geyerleghuhns erteilt hatte. Seine Farm lag im Uelle-Diftrikt, gegenüber bem Landungsplatz des Luftschiffes. Er hatte Heßling sowie Pepito Arlesi persönlich kennengelernt unb so manchen Abenb mit ihnen verbracht. So wußte er auch von ben Rettungsplänen, bie bem verschollenen italienischen Prinzen galten. Pepito Arlesi hatte es ihm versprochen, nach der Rückkehr von der Expedition ein paar Tage fein Gast zu sein. Auch das Luftschiff und Walter Heßlings Flugzeug hatte er gesehen und erzählte auf der Landungsbrücke in begeisterten Worten davon, bis ganz hinten am Horizont der Europadampfer auftauchte. Er brachte dem jungen Farmer die Blechkisten mit hundert Eiern, die aus Deutschland kamen. Daß das hundertste Ei darin ein entzückendes Mädchenporträt zeigte, das noch viel Verwirrung anrichtete, wußte Ronald Errel um jene Stunde noch nicht Inzwischen fuhr Walter Heßling, diesmal in feinem Flugzeug, wiederum durch die heiße Tropenluft über die Wipfel des Urwalbs hinweg. Mit Kompaß unb Lanbkarte stellte man genau ben Weg fest, den man vor ein paar Tagen genommen. Endlich war man wieder ungefähr in der Nähe des Platzes, auf dem man den geheimnisvollen Mann und feine blondhaarige Begleiterin gesehen hatte. An Bord befand sich der treue Pilot Jaan. „Nur nichts übereilen!" schrie Doktor Heßling seinem Begleiter zu. „Erst müssen wir nach einem geeigneten Landungsplatz Umschau halten, ehe wir handeln können." Sorgfältig versuchte er durch das Dickicht der Urwaldriesen hindurch einen Landstrich zu erspähen, der es ihm ermöglichte, mit seiner Maschine ungefährdet zu Boden zu gehen. Endlich hatte er gefunden, was er brauchte. Zehn Minuten später lag die „Speranza" auf üppigem Boden, in den ihre Räder tief versanken. „Wie wir hier wieder fortkommen sollen, mag der Himmel wissen", seufzte Heßling und sah sich suchend nach bem Flugkameraben um. Doch Jaan war verschwunden. Voller Neugier war er aus ber Maschine gesprungen unb bavongelaufen, noch ehe sie ben Boben richtig berührte. Besorgt sah sich Walter nach ihm um. Sein Herz schlug hart gegen seine Brust; von ber leuchtenben Schönheit ber Natur bemerkte er nichts. War er auf ber richtigen Fährte? Hatte er recht gesehen, als er tief unter sich ein weißes Mädchen zu erblicken glaubte? Handelte es sich tatsächlich um den verschwundenen Vater derjenigen, die sein Liebstes auf Erden war? Oder um einen gleichgültigen Fremden, den sein Schicksal gleichfalls hierher verschlagen? Da kam Jaan katzengleich angeschlichen, und sein Gesicht hatte einen merkwürdigen Ausdruck, als er vor dem erregten Heßling stand. „Da. Herr Doktor, Glück auf Anhieb! Sehen Sie einmal, was ich gefunden habe!" Er reichte dem verwunderten Heßling einen kleinen, schmutzigen, zusammengeknüllten Papierknäuel, daß Heßling Mühe hatte, das klebrige, zerknitterte Etwas zu entfalten. Regengüsse unb bie Zähne rpilber Tiere hatten bazu beigetragen, bie Schriftzüge, die ehemals darauf gestanden haben mochten, zu verwüsten unb zu verwischen. Deutlich lesbar geblieben waren nur ein paar Silben, bie sich mehrmals wieberholten: „... riella klei ... Mariella ... a ... bina . . ." Verblüfft suchte Heßling zunächst Sinn in bas Fragment zu bringen, bas auf bem fragroürbigen Stückchen Papier ftanb. Plötzlich leuchteten feine Augen auf. Hastig griff er nach Papier unb Bleistift, ließ sich auf ben weichen Urroalbboben sinken unb schrieb: „Mariella ... kleine Mariella ... mia bam- bina ..." Dann sprang er mit einem Jubelschrei roieber in bie Höhe. „Jaan, Sie find ein Tausenbsassa! Wissen Sie, was auf bem Zettelchen ftanb, bas Sie fanben?" „Nun?" Neugierig hatte ber biebere Hamburger dem jungen Anwalt bei ber Entzifferung der Silben zugesehen. (Fortsetzung folgt.) Unmeldungen für dle neuen KdF.-Sportkurse. Reiten, Fechten, Schach, Rollschuhlaufen, Kindergymnastik nimmt die Geschäftsstelle, Schanzenstr. 18, entgegen. Alle Teilnehmer an KdF.-Sportkursen müssen ab 1. April die neue Jahressportkarte für 1936/37 erwerben! Die Karte kann entweder in den Sportkursen. oder auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, gelöst werden. ♦ ** Personalien der Landesuniversität. Der Direktor der Unioersitäts-Nervenklinik und Ordinarius für Psychiatrie und Nervenkrankheiten an der Universität Gießen, Professor Dr. Hoffmann, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Tübingen berufen worden. — Der Pro- Mr wollen das deutsche Volk gesund und stark machen. Beweist euer „Ja“ durch eure Tat, gebt für die Aufgaben der ASB. eure Spenden, kauft die Schmetterlinge und zeichnet die Listen der NSV. fessor für Anatomie an der Universität Würzburg, Dr. med. Wetzel, wurde mit der Vertretung des Direktors der Anatomie an der Universität Gießen, Professor Dr. Becher, mit Wirkung ab 1. April 1935 beauftragt. — Der außerordentliche Professor Dr. Schur in Breslau erhielt den Auftrag, vertretungsweise im Sommersemester 1936 die Professur für Alte Geschichte an der Universität Gießen zu versehen. ** Arbeitsjubiläum. Am heutigen 3. April kann der in der Abteilung Verzinkerei der Firma Bänninger beschäftigte Arbeitskamerad Karl M o o tz auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma zurückblicken. Der Jubilar hat sich durch seinen vorbildlichen Fleiß und seine gute kameradschaftliche Gesinnung das Vertrauen und die Wertschätzung der Betriebsführung und feiner Arbeitskameraden erworben. An feinem heutigen Jubiläumstage wurden ihm von der Betriebsführung und seinen Arbeitskameraden Geschenke als äußere Zeichen der Wertschätzung übermittelt. ♦♦ Sker6efälle In Gießen. Es verstorben in der Zeit vom 15. bis 31. März: am 18. Heinrich Keiner, Lademeister, 59 Jahre alt, Bleichstrahe 48; Earl Cellarius, D^erbaurat, 61 Jahre alt, Guten- bergstraße 24. 19. Brigitte Kimmel, 7 Jahre alt, Fröbelstraße 8; Fritz Krausch, 9 Jahre alt, Anne- röder Weg 45. 20. Johann Georg Schäfer, Schmied, 82 Jahre alt, Bleichstraße 11. 24. Max von Witzleben, Oberst a. D., 75 Jahre alt, Am Nahrungsberg 57. 25. Anna Wagner, geb. Klaas, 70 Jahre alt, Großer Steinweg 26. 26. Anna Arnold, geb. Schmidt, 79 Jahre alt, Bahnhofstraße 13. 27. Anneliese Schmitt, 10 Jahre alt, Liebigstrahe 8; Wilhelm Frohnhäuser, Privatier, 73 Jahre alt, Goethe- strahe 70; Oskar Brauer, Gärtner, 63 Jahre alt, Neuenweg 6. 28. Franz Wilhelm Sommershof, 21 Jahre alt, Bruchstraße 17. Margarete Enzinger, geb. Rinn, 39 Jahre alt, Lindengasse 14. ** Stadttheater - Abonnement. Die Einlösung der 7. Rate des Stadttheater-Abonnements betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Blatte, auf die besonders hingewiesen fei. *♦ D i e Elektrogemeinschaft Gießen veranstaltete gestern abend im Caf6 Leib einen Aufklärungsvortrag. Obermeister Schmidt wies darauf hin, daß diese Vorträge zur fortschreitenden Elektrifizierung in unserer Stadt beitragen sollen. Frl. Eger von den Siemens-Schuckert-Wer- ken gab dann in unterhaltender Weise praktische Winke für die Ausnützung der Fortschritte und Vorzüge der elektrischen Küche. An einer Reihe von praktischen Koch-, Brat- und Backvorgängen wies die Rednerin die Sauberkeit, Schnelligkeit und Sparsamkeit der elektrischen Küche nach. Herr Z e - l o w s k i besprach die sachlich-praktische Seite mit Hilfe einiger Rechenexempel und ging dann ausführlich auf die Geräte im einzelnen ein, erläuterte die Vielfältigkeit der Anwendung und die Einfachheit im Gebrauch. Während einer mit Musikübertragung ausgefüllten Pause wurde die Verteilung der Kostproben vorgenommen. Anschließend wurde in einem interessanten Film die elektrische Herstellung von Eis und die Fabrikation von Eisschränken' gezeigt. Die bei der Vorführung hergestellten Kuchen kamen zur Gratisverlosung. Mit dem Hinweis auf die durch Auftragserteilung mögliche Arbeitsbeschaffung im Sinne der Regierungsmaßnahmen wurde der Abend beschlossen. Mstererbhof für die Reichsnährstandsschau. WB Mustererbhof für die Reichsnährstandsschau vor der Vollendung. (DNB.-Heimatbilderdi enst. — Phot.: Kern.) In der vorderen Reihe hinter den Verteidigern der Erste links: Korpatsch. Die beiden Frauen: links die Schwester, rechts die Tochter des Korpatsch. — (DNB.-Heimatbilderdienst. Phot.: Schmidter.) - AM ; N M W iO, 1 . DNB 8 ir NM X m * I rufen haben, daß sie Devisenschieber und Mörder seien. Der Staatsanwalt deutet auf Josef Kor- patsch und ruft: „D a s i tz t d e r M ö r d e r." Von dem Verteidiger des Angeklagten wird darauf hin- gewiefen, daß in Wesermünde der Verdacht gegen den Angeklagten Josef nicht habe aufrechterhalten werden können. Aus der Aussage eines Kriminalbeamten ergibt sich aber, daß dieses Verfahren noch keineswegs abgeschlossen ist. Die Korpatschs und die Rosenbergs hatten schon einmal in Saarbrücken eine Auseinandersetzung gehabt. Die angeklagte Tochter des Korpatsch befand sich im Wohnwagen und will durch Kinder von der Schlägerei erfahren haben; als sie hinkam, sei schon alles zu Ende gewesen, als sie gefragt wird, ob sie nicht gesehen habe, daß Leute bluteten, gibt ie zur Antwort, sie habe nur geweint, als sie sah, laß man ihren Vater fortbrachte. Vorsitzender: „Sie ollen mit einem Knüppel auf die andern geschlagen und den Knüppel dann Ihrem Bruder Josef gegeben haben." Angeklagte: „Hören kann man alles, wenn man nicht sieht? Die Angeklagte meint, es komme bei Zigeunerfrauen nicht vor, daß sie schlagen. Als ihr dann vorgehalten wird, daß sie doch einen Knüppel hatte, meint sie, dann habe sie auch draufgeschlagen. Die Schwester des Korpatsch berichtet unter lebhaften Gestikulationen, daß sie keinen Menschen angefaßt habe, und daß d i e Gegner aus dem Himmel gekommen seien. Sie will nach der Schlägerei in den Wohnwagen gegangen sein. Staatsanwalt: „Sie haben Gold geholt. Wie kam es in den Wohnwagen?" Angeklagte: „Ich habe kein Gold geholt, wo habe ick Gold?" Staatsanwalt: „Haben Sie ein Bierglas in der Hand gehabt?" Angeklagte: „Um Gotteswillen." Nach der Vernehmung der Angeklagten schilderte der Hauptzeuge, der 44jährige Johann Rosenberg, den Streit beim Pferdehandel in der Wirtschaft, wo man fleißig dem Alkohol zusprach. Als sich die Situation zuspitzte, will er gesagt haben: „Wir sind hier nicht in Saarbrücken, sondern in Frankfurt a. M., da habe ich auch Hilse." Auf einmal habe er dann von allen Seiten Schläge bekommen, und als er wieder zu sich kam, habe ihm der alte Korpatsch das Blut abgewischt. Der Zeuge meint, wenn es damals zehn Minuten später gewesen wäre, dann hätten die andern die Schläge bekommen. In bezug auf die Freunde, die ihm dann geholfen hätten, meint der Zeuge: „D i e ärgern sich heute noch, daß sie nicht dabei wäre n." (Große Heiterkeit.) Lachend sagt der Zeuge dann, daß er im Krankenhaus ausgerückt sei, weil er nicht dortbleiben wollte. „Das heilt so, wir haben gesundes Blut." Der Zeuge, der sich nach der Meinung des Staatsanwalts merkwürdig zurückhaltend zeige, verneint, daß ihm 5000 Mark geboten worden seien, wenn er so aussage, daß die Sache beigelegt werde. Vorsitzender: „Wie heißen die Korpatschs richtig?" Zeuge: „Weiß ich n i'ch t." Vorsitzender: „W ie heißen Sie richtig?" Zeuge: „Weiß ich auch nicht." „Das ist die erste richtige Antwort", meint der Staatsanwalt. Auf die Frage eines Anwalts, ob sich die Parteien nachträglich verziehen hätten, meint der Zeuge, daß es so Sitte sei, wenn man sich geschlagen habe und man trinke nachher wieder einen zusammen, dann sei alles wieder gut. Der alte Korpatsch sei sein bester Freund gewesen. Acht Tage nach der Schlägerei wurde, wie ein Beamter als Zeuge aussagt, der Kriminalpolizei vertraulich mitgeteilt, daß Rosenberg von Köln aus bedroht wurde, weil er Anzeige gemacht habe, und daß ihm 5000 Mark angeboten wurden. Rosenberg bestätigt, daß er von Köln und aus Herne Drohschreiben bekam, verneint aber, daß ihm Geld geboten wurde. Der Zeuge bekundete aber, daß solche Streitigkeiten unter Zigeunern nachher öfter mit Geld beglichen worden feien. Kriminalrat Nußbaum, der die ganze Zigeunerangelegenheit bearbeitet, bekundet als Zeuge u. a., daß im Anschluß an die Frankfurter Sache Verfahren gegen Zigeuner bei den Staatsanwaltschaften in Wesermünde, Osnabrück, Stade, Verden (Aller), Bremen und Altona anhängig wurden. Die Verfahren in den letzteren drei Städten wurden von der Frankfurter Staatsanwaltschaft übernommen. Bei dem Verfahren in Altona handelt es sich um eine Zigeunerschlacht in Ratzeburg, bei der drei Personen getötet wurden. Die Beweisaufnahme war damit beendet. Ein Angeklagter wurde aus der Haft entlassen. Das Gericht wird die Verhandlung am Samstag fort» setzen. Obecheffen. LPD. Frankfurt a. M., 2. April. Der erste größere Bau für die Reichsnährstandsschau geht seiner Vollendung entgegen: Ein Mustererbhof, der in Größe, Ausgestaltung und Einrichtung vorbildlich für den deutschen Erbhofbau werden soll, wird auf dem Festhallengelände errichtet. Das Richtfest ist bereits gefeiert, der buntgeschmückte Richtbaum steht auf dem Dach, und in wenigen Wochen wird die Einrichtung fertig fein. Dann wird er von allen Arten Vieh, das zu einem ordentlichen Erbhof gehört, bezogen werden. Die Zigennersippe Korpatsch ans der Anklagebank. Oie Zigeunerschlacht in der Ostendstraße in Frankfurt. LPD. F r a n k f u r t a. M., 2. April. Das Frank- furter Schöffengericht verhandelte am heutigen Donnerstag gegen 13 Zigeuner, darunter zwei Frauen, wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung. Es handelt sich um die Vorgänge, die sich am 11. Januar in einer Wirtschaft in der Ostendstraße in Frankfurt a. M. abspielten. Die jetzt angesetzte Verhandlung gegen die Zigeunerschar ist nur ein Vorprozeß, in dem es sich um einen Kampf zweier Zigeunersippen dreht, der zu einer blutigen Auseinandersetzung führte. Zigeunerschlachten hat es schon häufig gegeben; in einem geordneten Staatswesen können, auch wenn nur die Belange der betreffenden Parteien verletzt sind, solche Schlägereien nicht geduldet werden. Ganz anders verhält es sich mit dem noch schwebenden Strafverfahren, das seine Sühne vor dem Sondergericht finden wird. Hier werden die Devisenschie- bungen aufgerollt werden. Durch die Schlägerei ist auch der Verdacht gegen einen der jetzt erschienenen Angeklagten laut geworden, daß er in Norddeutschland einen Totschlag oder einen Mord auf dem Gewissen hat. Hier sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Um Störungen während der Verhandlung zu vermeiden, war ein größeres Aufgebot von Polizeibeamten in Uniform und Zivil bestellt worden. Von den Angeklagten tragen fünf den Namen Korpatsch, vier heißen R e b st o ck. Alle Angeklagten sind miteinander verwandt ober verschwägert. Der alte Korpatsch ist mit seinen Söhnen, seiner in Frankfurt vor 22 Jahren geborenen Tochter und seiner 60jährigen Schwester erschienen. Die beiden angeklagten Frauen sind ärmlich gekleidet im Gegensatz zu der Mehrzahl der gebräunten, schwarzhaarigen Männer. Ein Teil der Angeklagten ist im Elsaß geboren, die andern sind in Norddeutschland zur Welt gekommen. Es besteht aber Zweifel, ob ihre Personalien stimmen; man nimmt an, daß es sich um Ausländer, zum mindesten aber um Staatenlose handelt. Interessant sind ihre Vornamen. So befindet sich ein Roga, ein Zukro, ein Pisari, ein Giovanni darunter, und einer trägt gar die Vornamen Bitschi, Bütschi, Bitsin und Bitju. Vater Jschwan Janosch Korpatsch hat acht Kinder und ist 67 Jahre alt. Er sieht aber wie ein 45er aus und hat noch keine weißen Haare. Wenn es auch mit der Sprache bei den meisten nicht hapert, so sieht es hinsichtlich der Schreibgewand- heit bei vielen noch düster aus. Mehrere Angeklagte haben die Vollmacht für ihre Verteidiger nur mit drei Kreuzen unterzeichnen können. Von den weiter angeklagten Korpatschs hat der eine sieben, der andere fünf Kinder. Der alte Korpatsch ist wiederholt bestraft, so in Altona wegen Umsatz st euer- Hinterziehung mit 50Ö00 Mark Geldstrafe, dann wegen Körperverletzung, Widerstands und Beleidigung mit sieben Monaten Gefängnis. Diese Strafe wurde in 1000 Mark Geldstrafe umgewandelt. 1928 bekam er in Hamburg wegen Rückfallbetrugs drei Monate Gefängnis; auch hier brachte er es fertig, daß eine Umwandlung der Strafe erfolgte. Die Schwester des Korpatsch soll in Hagenau geboren fein. Als sie nach dem Geburtsort gefragt wird, sagt sie, sie sei im Wald geboren und wisse nicht wo. Die Anklage geht davon aus, daß die Sippe Korpatsch über die Sippe Rosenberg herfiel und sie mit Messern und Biergläsern bearbeitete, so daß vier der „Heeresgruppe" Rosenberg verletzt wurden. Die Angeklagten leugneten, nur einer gab zu, daß er einem Gegner einen Schlag auf den Kopf mit einem Senfglas versetzte. Zu dem Streit soll es dadurch gekommen fein, daß von den Rosenbergs versucht worden sei, ein Pferd, bas ber alte Korpatsch verkaufen wollte, bei dem Interessenten schlecht zu machen. Korpatsch behauptet, daß Rosenberg mit ihm und den anderen Krach angefangen habe. Auch will er nicht mit seinem Sohn das Lokal verlassen haben, um Verstärkung zu holen. Rosenberg soll den Gegnern zuge- Ein Markthallen-projekt in Hungen. (D Hungen, 2. April. In dem Bestreben, einem schon seit Jahren gehegten Plane der Schaffung einer Markthalle näherzutreten, hatte sich vor einigen Wochen zur Verwirklichung dieses Projektes eine Gemeinschaft von Ortsbürgern in der Gründung eines Markthallenbauvereins zufammengefchloffen. Der Vorsitzende des Markthallenbauoereins, Bauunternehmer Koch, hatte nach Erledigung der vorbereitenden Maßnahmen durch Schaffung der erforderlichen Unterlagen am heutigen Abend die Einwohnerschaft zu einer öffentlichen Sitzung des Markthallenbauvereins in den Rathaussaal eingeladen. Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden nahm Ortsgruppenleiter K i r ch h ö f e r das Wort, um auf Sinn und Zweck dieses Bauvorhabens hinzuweisen. Die tatkräftigste Unterstützung der gesamten Bürgerschaft fei Haupterfordernis. Die Halle, hi? in ihren Ausmaßen mit 15 Meter Breite und 30 Meter Länge eine Grundfläche von 450 Quadratmeter umfaßt, soll in der Hauptsache den Erfordernissen der Landwirtschaft Rechnung tragen. Darüber hinaus soll sie auch größeren Veranstaltungen zugänglich gemacht werden. Die Kosten belaufen sich nach einem Voranschlag auf insgesamt 8000 Mark. Die Finanzierung soll unter folgenden Gesichtspunkten zur Durchführung gebracht werden: seitens der Gemeinde werden durch Lieferung des erforderlichen Holzwerkes 2000 Mark, weitere 1000 Mark von einem ungenannten Verein bereitgestellt. Die restlichen 5000 Mark sollen in Form von Bausteinen, d. h. 1000 Gutscheine zu je 5 Mark, aufgebracht werden. Durch jährliche Auslosung von ie 500 Mark soll dieser Betrag eine entsprechende Amortisation erfahren. Eine anschließende Aussprache beschloß die weitere Verfolgung dieser Angelegenheit Landkreis Gießen £ ® i e f e cf , 3. April. Der Landwirtschaf t- licheKonsumverein e. G. m. b. H., Wieseck, hielt gestern abend bei Gastwirt Schepers seine Frühjahrsgeneralversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Karl D a u p e r t, gab die Jahresbilanz von 1935 bekannt, die in Aktiva und Passiva 38 531,27 RM. aufweist. Der Reingewinn beträgt 4964,29 RM. Die Verteilung erfolgt in üblicher Weise. Der Umsatz in beiden Verkaufsstellen betrug in 1934 189 256 RM. und wurde in 1935 um zirka 14 000 RM. erhöht, so daß er 203 067 RM. aufweist. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. K Alten-Buseck, 2. April. Gestern wurde unser Ortsgruppenleiter Heinrich Wilh. Freund, der nach kurzer, schwerer Krankheit am Sonntagabend in der Klinik zu Gießen verstorben war, zur letzten Ruhe geleitet.. Ein Trauerzug, wie ihn unser Ort wohl noch nicht erlebte, gab dem früh Da- Hingeschiedenen das letzte Geleite. Unter Vorantritt einer SA.-Kapelle folgten die Fahnen der Bewegung, denen sich die Politischen Leiter der Ortsgruppe, ber Kreisleitung, sonstige Politische Leiter unb Parteigenossen entschlossen. Weiter folgten die NS.-Frauenschaft, BDM., Jungmädel, Kriegerverein, Turnverein unb Kegelklub. Dem mit ber Hakenkreuzfahne bebeckten, von 6 Ortsgruppenleitern begleiteten Sarge folgten in enblofem Zuge die übrigen Leidtragenden durch das von Hitler-Jugend und Jungvolk der Ortsgruppe gebildete Spalier. Am Grabe sprach der 'Ortsgeistliche, Pfarrer Naumann, ergreifende Worte unter Zugrundelegung des Bibeltextes: „Meine Wege sind nicht Eure Wege" spricht der Herr, und er fand warme Worte des Trostes für die schwergeprüften Hinterbliebenen. Unter Kranzniederlegungen folgten ehrende Nachrufe durch Kreisleiter Dr. Hildebrand, Bürgermeister Kahl und die Vertreter der anwesenden Organisationen, Vereine und von Freunden. In allen Ansprachen wurde des Verstorbenen vorbildliche Kameradschaft und Treue zu Volk, Führer und Vaterland, seine aufopfernde Sorge und Tätigkeit für feine Familie und feine stete Hilfsbereitschaft für feine Volksgenossen zum Ausdruck gebracht. Unter den Klängen des Liedes „Ich hatt' einen Kameraden" und den Ehrensalven des Krie- gervereins nahm die Gemeinde Abschied von einem ihrer besten Söhne und treuesten Volksgenossen. Liede und ehrendes Andenken, verbunden mit herzlicher Anteilnahme für feine schwergeprüfte Familie, wird ihm über das Grab hinaus erhalten bleiben. § ©taufenberg, 2. April. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, in Zukunft Arbeiten und Lieferungen nur noch an Mitglieder der NSV. zu vergeben. — Wegen der großen Rabenplage in unserem Gemeindebezirk wurden auf Veranlassung der Gemeinde 50 Gifteier ausgelegt. 00 Klein-Linden, 2. April. Am Mittwochvormittag schloß die Kleinkinderschule ihre Jahresarbeit ab. Schwester Lina hatte Eltern und Freunde der Station zu einer schlichten Feier eingeladen. In Sprechchören erzählten die Kleinen von der rechten Osterfreude, und in heiteren Spielen vom Osterhasen gaben sie ihrer Freude Ausdruck. ©rippe,(Haltung beseitigt W I Mostersvau Melissengeist Pfarrer Könia als Vorsitzender der Kleinkinder- fchulstation wandte sich in herzlichen Worten an die Kleinen. Am Schluß der Feier brachte der Osterhase jedem der 67 Besucher der Kinderschule ein Korbcken mit Ostereiern. Die aus der Kinderschule entlassenen Kinder, 21 Mädchen und 3 Knaben, erhielten außerdem schöne Gedenksprüche. Die Ferien der Kleinkinderschule dauern drei Wochen. I Garbenteich, 2. April. In der vollbesetzten Kirche zu Garbenteich fand am vergangenen Sonntag die Vorstellung der Konfirmanden statt. Pfarrer Steiner (Hausen) wies in seiner Ansprache auf den Sinn und die Bedeutung der Vorstellung hin und betonte, daß das Leben, in das die Konfirmanden bald eintreten würden, die eigentliche Prüfung sei. Ein Gang durch das Gesangbuch war der Grundgedanke der Vorstellung, bei der die Kinder reiches Wissen und gute Aufgeschlossenheit zeigten. Bei der Konfirmation am kommenden Sonntag, Palmarum, werden kon- Die Sommerarbeil der HSV. erstreckt sich auf viele Gebiete der Votksbekreuung. Hilf am 4. und 5. April mit, Volksgenossen Gutes zu tun! firmiert: Karl Lotz, Erich Pitz, Erwin Wallbott, Adolf Jockel, Heinrich Schmitt, Wilhelm Kissel, Fritz Försterling, Otto Lang, Fritz Spieß, Karl Bähr, Erwin Kullbach, Annemarie Schmidt, Elli Heller, Liesel Hahn, Else Mohr. I Hausen, 2. April. Am vergangenen Sonntag fand in der hiesigen Kirche die V o r st e l l u n g der Konfirmanden statt. Am kommenden Sonntag ist die Konfirmation. Es werden konfirmiert: Alfred Stumpf, Ludwig Becker, Ernst Schäfer, Elfriede Mohr, Ottilie' Schepp, Emmi Reitz, Lina Hahn, Emmi Dern, Marie Jäger, Anneliese Zehner. J) Lich , 2. April. Beim diesjährigen Winter- hilfsschießen der Schützengesellschaft L i ch konnten nachverzeichnete Schützen mit einem Diplom ausgezeichnet werden: Wehrmannscheibe: 1. Erbprinzessin zu Solms-Hohensolms- Lich, 2. Willy Hahn, 3. Wilhelm Schäfer, 4. Julius Jhring, 5. Adam Friedrich 50--M e t e r-S ch e i b e: 1. Willy Hahn, 2. Heinrich Textor, 3. Julius Jhring, 4. Heinrich Menges. Kleinkaliber: 1. Willy Hahn, 2. Gg Maidhof, 3. Heinrich Menges, 4. Wilhelm Schäfer, 5. Heinrich Tertor, 6. Karl Müller, 7. Wilhelm Kraus, 8. Karl Wick, 9. Karl Radetzki. Lich, 2. April. Das Forstamt Lich macht in einer Bekanntmachung darauf aufmerksam, daß das Betreten der Hegen und Einzäunungen im Licher Stadtwald, auch wenn es nur zu dem Zwecke geschieht, Blumen oder Waldmeister zu sammeln, verboten und durch das Forststrafgesetz mit Strafe bedroht ist. Die mit der Aufsicht beauftragten Förster sind angewiesen, Uebertretungen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. — Die Bürgermeisterei Lich teilt mit, daß diejenigen Steigerer von Rutz- und Brenn- h o l z im Licher Stadtwalde, die ihre Abfuhrscheine noch nicht abgeholt haben, diese innerhalb drei Tagen einlösen müssen, andernfalls das Holz auf Kosten der Säumigen nochmals versteigert werden wird. Q] Hungen , 2. April. Zur Freude von jung und alt hielt am heutigen Tage — wenn auch reichlich verspätet — Freund Adebar in seiner alten Residenz auf dem hohen Schloßturm seinen Einzug. ch Lauter, 2. April. Heute wurden hier durch den Schularzt die diesjährigen Schulrekruten Trainer und Mannschaft- ein Gedanke: Olympia 1936! _ Unsere besten Skuller sind unter Leitung von Eordery in Berlin-Grünau zur Schulung im rTr Jinb«?op£preteier Susammengezogen. Von Unks: W e st h o f f (Münster), Trainer C o r d e r y, Pirsch (Berlin), Krakau (Magdeburg), Mar- Zu ardt (Konstanz), Schäfer (Dresden), Kai- del (Schwemfurth) und Paul (Frankfurt a. M.). Ihr Ziel ist Einreihung in die Olympische Mannschaft der deutschen Ruderer, die in diesem Jahre den 100. Geburtstag des deutschen Rennrudersports feiern. Am kommenden Sonntag werden auf allen Bootshäusern auf ein Kommando die Flaggen hochgehen und auf ein Kommando die Besatzungen zu einem Dauerrudern in die Boote steigen. — (Scherl- Bilderdienst-M.) — 13 Kinder — untersucht. Zwei mußten zurück- gestellt werden, so daß 11 Kinder, 4 Knaben und 7 Mädchen, in die Schule ausgenommen wurden. Darunter sind 2 Kinder, die im vorigen Jahre zurückgestellt waren. — Da sich der Gesundheitszustand des Lehrers R o e s ch e n gebessert hat, wird er zu Beginn des neuen Schuljahres den Unterricht wieder aufnehmen. Schulverwalter Schmidt, der die Vertretung versah, schied am Ende des Schuljahres von hier. Kreis Alsfeld. <£ Nieder-Ohmen, 1. April. Heute fand hier Ferkel- und Krämermarkt statt. Aufgetrieben wurden 270 Ferkel. Der Handel verlief flott. Gute Tiere wurden mit 30 bis 32 Mark, geringere mit 27 bis 30 Mark bezahlt. Ueberstand verblieb nicht. Auch der Krämermarkt zeigte eine ganze Anzahl Stände. Der Besuch war gut und wäre noch besser geworden, wenn nicht im Laufe des Nachmittags Regen eingesetzt hätte. £ Groß-Felda, 2. April. Im Laufe des Winters hielt Dr. N e r n im Auftrag des Kreisverbandes des Roten Kreuzes einen Ausbildungskurs für Helferinnen des Roten Kreuze s ab. Mit einer Prüfung und anschließenden Verpflichtung wurde die Ausbildung für diesen Winter abgeschlossen. Medizinalrat G ö r i s ch und Dr. Nern prüften theoretisch und praktisch. Sowohl die prompten Antworten auf die Fragen, als auch das Anlegen von Verbänden zeigten, daß man mit viel Eifer bei der Sache war. Zwei Teilnehmerinnen konnte auf Grund früherer Tätigkeit die Helferinnenbrosche verliehen werden. In Anwesenheit von Freifrau Riedeselzu Eisenbach, der Kreisführerin Frau Rößner, des Kreiskolonnenführers Bellinger und einer Schar Helferinnen aus Ausfeld verweilte man noch einige Zeit bei Kaffee und Kuchen. Gleichzeitig wurde eine Ortsgruppe des A l i cefrauenvereins vom Roten Kreuz gegründet, der auch in unserem Dorfe seine segensreiche Tätigkeit aufnehmen will. Wegen Vergehens gegen das partei- Neubildungsgeseh vor Gericht. Lpd. Mainz, 2.April. Der frühere erste Vorsitzende der Ortsgruppe Bonn der SPD., Wilhelm Rösler, hatte nach Inkrafttreten des Gesetzes betr. Neubildung von Parteien bei einigen in der Umgebung wohnenden Gesinnungsgenossen Geldbeträge gesammelt, um ein im Konzentrationslager befindliches Mitglied der SPD. mit Rauchwaren unterstützen zu können. Rösler hat dieses SPD.-Mitglied öfters besucht und ihm Tabak und Zigaretten in geringen Mengen mitgenommen. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin gegen Rösler das Strafverfahren wegen Vergehens gegen das Partei-Neubildungsgesetz eingeleitet. Rösler wurde am 31. Mai v. I. von der großen Strafkammer beim Landgericht Mainz freigesprochen, weil das Landgericht eine strafbare Handlung nicht für genügend nachgewiesen ansah. Die örtliche Staatsanwaltschaft hatte gegen das freisprechende Urteil Revision beim Reichsgericht eingelegt, die von der Reichsanwaltschaft auch vertreten wurde. Der Vertreter der Reichsanwaltschaft führte aus, nach ständiger Rechtsprechung des Reichsgerichts sei eine solche Sammlung ein Verstoß gegen das betreffende Gesetz; die Strafkammer habe also nicht zur Freisprechung kommen dürfen. Das Landgericht habe sich nicht genügend mit der Frage auseinandergesetzt, ob nicht schon durch das Sammeln der Beträge der organisatorische Zusammenarbeit einer verbotenen Partei aufrechterhalten worden sei. Das Urteil müsse also aufgehoben und zur nochmaligen Verhandlung zu- rückoerwiesen werden. Das Reichsgericht hat dem Anträge des Reichsanwalts nur teilweise stattgegeben; es hat das Urteil und somit die Freisprechung des Angeklagten a u f g e h o b e n. Da aber die Tat vor dem Erlaß des Straffreiheitsgesetzes begangen wurde und nicht anzunehmen sei, daß das'Landgericht in der neuerlichen Verhandlung eine höhere Strafe als sechs Monate Gefängnis auswerfen würde, hat das Reichsgericht von sich aus das Verfahren gegen den Angeklagten eingestellt. Preußen. Musterung im Kreise Wehlar. Wie vom Landrat des Kreises Wetzlar mitaeteilt wird, beginnen demnächst die Musterungen für die Jahrgänge 1913 und 1916 sowie für die bei der vorjährigen Musterung zurückgestellten Dienstpflichtigen, bei denen die Zurückstellungsfrist abgelaufen oder der Zurückstellungsgrund weggefallen ist. Nähere Einzelheiten werden noch bekanntgegeben. Es wird jedoch schon heute darauf hingewiesen, daß jeder Dienstpflichtige bei der Musterung u. a. zwei Lichtbilder vorlegen muß. Es wird den zur Musterung kommenden Personen empfohlen, sich die Lichtbilder schon jetzt zu beschaffen. Kreis Wetzlar. A Odenhausen, 2. April. Bei der Eier- sammlung für das WHW., die hier von der NS.-Frauenschaft durchgeführt wurde, kamen 295 Eier zusammen. — Die Obstbaumspritzung, bei der in diesem Jahre nur Apfelbäume behandelt wurden, kam jetzt zum Abschluß. Die Spritze und das Obstbaum-Karbolineum stellte die Gemeinde, die Kosten werden von den Baumbesitzern eingezogen. Unfälle auf der Autobahn. Schlafen ist gefährlich. LPD. D a r m st a d t, 2. April. Die Reichsautobahn erfordert insbesondere von den Fahrern von Fernlastzügen unverminderte Aufmerksamkeit. Im Glauben an die „freie Strecke" lassen die Fahrer oft die Aufmerksamkeit sinken, und namentlich nachts oder nach langer Fahrzeit treten Ermüdungserscheinungen au), die verhängnisvoll werden können. So hielt vor Kilometer 37,2 bei Gernsheim ein übermüdeter Lastwagenfahrer auf der Reichsautobahn und schlief fest ein. Gegen Moraen kam ein anderer Lastzug, dessen Fahrer anscheinend auch nicht mehr ganz frisch war, denn er uhr mit seinem Fahrzeug auf den haltenden Lastkraftwagen auf. Glücklicherweise forderte der Zusammenstoß keine Menschenopfer, aber der Sachschaden war groß. Kurz vor Viernheim lag am Morgen ebenfalls ein wüster Trümmerhaufen auf der einen Seite der Reichsautobahn. Zwei beladene Lastzüge waren offenbar beim Ueberholen aneinander geraten und wurden aus dem Kurs geworfen. Und südlich von Darmstadt mußte ein großer Schlepper der Reichsbahn einen Möbelwagen, der von der Fahrbahn abgewichen war, wieder flott machen. All diese Unfälle beweisen die Richtigkeit der Mahnung, auch auf der Autobahn die gleiche Aufmerksamkeit wie auf den andern Straßen walten zu lassen. Die Straße ist gewiß frei, aber der Autofahrer darf deshalb nicht schlafen oder das Steuer auf „Freie Fahrt voraus!" stellen. Kinder auf dem Fahrrad. Eine wichtige Gerichtsentscheidung. LPD. Darmstadt, 2. April. Mit dem (Eintritt der wärmeren Jahreszeit kommt auch die Zett, da das oft während des Winters zur Ruye gestellte Fahrrad wieder hervorgeholt wird. Sehr oft werden bei Auszügen mit dem Rad Kinder mitgenommen. Dabei werden jedoch sehr häufig Fehler gemacht, die für Fahrer und Kind verhängnisvoll werden können. Im Zuge der Verkeyrsordnung liegt es, wenn leichtsinnige Verstöße gegen die einfachsten Erfordernisse der Verkehrsdiziplin geahndet werden. So ist es erforderlich, daß, um Verkehrsunfälle zu verhüten, dem Kind eine einwandfreie ruhige Sitzgelegenheit, möglichst mit Fußstützen, eingerichtet wird, damit das Kind ruhig fitzt und der Fahrer durch Bewegungen nicht gestört wird. Auf Antrag eines Gendarmen in Groß-Gerau wurde eine Anzeige gegen einen Radfahrer vor Gericht verhandelt, der fein Kind auf einem auf der Mittelstange festgebundenen Kissen mitführte. Der Radfahrer wurde verurteilt, weil das Amtsgericht geltend machte, daß die Sitzgelegenheit des Kindes fest mit dem Rad verbunden fein müsse, ein lediglich festgebundenes Kissen aber dauernd rutsche. Schach-Ecke. Gearbeitet von K. Helling. Schachaufgabe Nr. 128. In dem abgebildeten Endspiel von K. A. L. Kubbel zieht Weiß an und soll Unentschieden erzwingen. Ueberraschenderweise muß der Weiße trotz seines geringen Materials noch eine Figur opfern, um das Patt zu erreichen. b c d e f g h a b c d e f g h Schachaufgabe Nr. 131. 8 7 6 6 4 3 2 1 8 7 6 5 4 3 2 1 J ■ M Die nebenstehende Stellung enstand in einer Partie Koltanowski gegen Alexander im Turnier zu Hastings. Der Weiße ist am Zuge und kann die Dame des Gegners für zwei kleine Figuren bekommen. Wie fetzt Weiß am stärksten fort? 4 8 7 6 5 3 2 1 Lösung der Schachaufgabe Ar. 125. b 4 2 1 5 3 8 7 6 d e f g h a b c d e f g h ■ vj W. Eiche. Matt in drei Zügen: Weiß: Ka5, Dc7, Lb5, Se5, Se8, Be3, g3 (7); Schwarz: Kd5, La2, Sg8, Sh5, Ba7, e4, e7, g7, h6 (9). 1. Ka5—a6 (Weiß droht jetzt Da5 nebst Ld7 matt), SH5—f6. 2. Lb5—c6+, Kd5—e6. 3. Se8Xg7 matt; 1. ... Sg8—f6. 2. Dc7Xe7 nebst matt im nächsten Zuge. Die Verführung 1. Sd7 mit der Drohung 2. Dd6+, eXd. 3. Sc7 matt scheitert an 1. ... Ke6. Lösung dec Schachaufgabe Jlr. 126. Freiherr von Holzhausen. Matt in zwei Zügen. Weiß: Kal, DH3, Tb6, La7, Lg6 (5): Schwarz: Kgl, Ba2, b7, f2, H7, H4 (6). 1. Lg6-bl, a2Xbl. 2. TböXbl matt; 1. ... h7—h5 oder f2—fl. 2. Tb6—g6 matt. Oie Narrenkappe. Darüber lachen die andern. „Mein Mann war der erste, der bei dem Diner das Wort ergriff." „So? Und was hat er gesagt?" „Er bat um einen Korkenzieher!" . (Judge.) In einem Schaufenster in der Hauptstraße konnte man neulich ein Plakat mit folgenden Worten lesen: „Töten Sie nicht Ihre Frau durch zu schwere Arbeit. Lassen Sie dieses unsaubere Handwerk von unserer elektrischen Waschmaschine ausführen!" (Tit-Bits.) Merkwürdige Wissenschaft. Der berühmte schwedische Chemiker B e r z e l i u s arbeitete in der denkbar einfachsten Weise. Alle seine bahnbrechenden analytischen Methoden, seine Bücher und wissenschaftlichen Berichte entstanden in seinem bescheidenen Häuschen, das sein einziges Laboratorium war, und unter Assistenz seiner einzigen Hilfskraft, der Köchin Anna. An sie hielten sich die neugierigen Nachbarn, wenn sie Näheres über ihren Herrn und sein Tun und Treiben wissen wollten. Er sei Chemiker, vertraute Anna ihnen an. Doch damit war ihnen wenig gedient. Was er eigentlich den ganzen Tag tue, wollten sie wissen. Nun, das sei leicht gesagt, meinte Anna. Er habe irgend etwas in einer großen Flasche, das leere er um in eine kleinere Flasche, und von dieser wieder in eine ganze kleine Flasche. Ja, und was geschieht dann mit dem Inhalt der ganz kleinen Flasche? forschten die unermüdlichen Nachbarn. „Den schütte ich dann weg", antwortete Anna trocken. Aeberraschende Begegnung. Der Generalfeldmarschall Graf H a e s e l e r ging in einem seiner letzten Lebensjahre über seine Felder in Harnekop und prüfte fein Korn. Hatte dazu feinen schlechtesten Rock angezogen und eine einfache Mütze aufgesetzt. Da sprengte ein junger Reiterofsizier vorbei, hielt vor dem Alten an und befahl: „Halten Sie mal mein Pferd, mir ist der Gurt geplatzt!" Der Graf half dem Offizier gutwillig und meinte, er sei wohl zu scharf geritten. „Das wollte ich gar nicht von Ihnen wissen!" antwortete der Leutnant ärgerlich. „Haben wohl bei der Kavallerie gedient?" „Jawoll, Herr Leutnant!" „Befördert worden, he?" „Jawohl, Herr Leutnant!" „Wohl zum Wachtmeister?" „Nee, aber zum Generalfeldmarschall!" schmunzelte Haeseler. F. K. Bedenkliche Voraussage. Unter dem berühmten Chemiker Robert Bunsen machte ein Student im Laboratorium verschiedene Versuche; eines Tages fragte er feinen Meister: „Nicht wahr, Herr Geheimrat, wenn ich den Inhalt dieses Reagenzglases der von mir her- gestellten Mischung hinzu'füge, bann erhalte ich doch Knallquecksilber?" Bunsen sah sich zuerst die Arbeit des angehenden Chemikers und dann diesen selber eine Weile an und antwortete dann lakonisch nur: „S i e nicht mehr." ALLEINVERKAUF: Schuhhaus Edmund Darre Gießen, Seltersweg 87 ■■■■■■— Ni Dennoch sieht man immer wieder, daß solche behelfsmäßigen „Notsitze" angebracht werden. Es gibt genügend fest anzubringende Kindersitze, die den Erfordernissen der heutigen Verkebrsverhältnisse entsprechen. Büchertisch. — Heinrich Noll in Gießen, Mäusburg 9, hat im eigenen Verlag und nach eigenen Entwürfen zwei Ahnentafeln erscheinen lassen, eine kleinere, bis zu den Urgroßeltern reichend, und eine größere, die die Generation der Ur-Ur-Ur-Groß- eltern einschließt; beide sind handlich und übersichtlich und empfehlen sich durch brauchbare Anordnung und praktische Abkürzungen; die uns vorliegenden Tafeln dürften dem heute sehr gesteigerten Bedürfnis praktischer Familienforschung durchaus genügen. — Der Almanach d e Gotha 1936 (Preis 28 Mark) ist erschienen (Verlag Justus Perthes, Gotha). Das Werk hat jetzt ein Alter von 173 Jahren erreicht. Der Almanach de Gotha ist das deutsche Staatshandbuch schlechthin, das sich überall in der Welt des größten Rufes erfreut (daß er, weil mit seinem Schwergewicht für den internationalen Markt bestimmt, in französischer Sprache gedruckt wird, ändert nichts an dem deutschen Charakter des Werkes). Der Ruf des Almanach gründet sich auf Eigenschaften, die auch auf anderem Gebiete die Weltgeltung der deutschen Erzeugung bestimmen: auf die Gründlichkeit und Zuverlässigkeit der Bearbeitung, auf die Ausschöpfung der glänzenden Beziehungen in aller Welt, auf die Stoffülle, die kaum an anderer Stelle so reich zu- sammenftrömt. Alle Kulturstaaten senden ihr neue» stes Material der Gothaer Schriftleitung ein und legen Wert auf die Veröffentlichung der neuesten Personalangaben und Ziffern. Ueber Verfassung, Regierung, Wirtschaft, Finanzen, Bevölkerung, Herrscherhäuser aller Staaten der Welt, gibt das Buch die ausführlichsten und zuverlässigsten Informationen. — Die deutsche Mutter und ihr er st es Kind. Don Dr. med. Johanna Haarer. Mit 53 Abbildungen. In Steifumschlag 2,80 Mark, Leinwand 3,80 Mark I. F. Lehmanns Verlag, München. — (9) — Das Buch der Münchener Aerztin stellt in frischem Plauderton all das dar, was die junge Frau wissen muß, die ein Kind erwartet und aufziehen soll. Es nimmt vieles von der an sich natürlichen Angst, mit der die junge Frau dem Kommenden entgegensieht und von der Sorge, die ihr vor allem die richtige Ernährung des Kindes macht. Die Verfasserin setzt voraus, daß die Mutter ohne wesentliche Hilfe ihren Haushalt besorgt, daß sie z. B. die Säuglingsausstattung selbst näht und strickt, daß sie sich ihre Umstandskleidung selbst anfertigt und daß sie auch für die Wartung und Pflege ihres Kindes keine Hilfe hat. So werden nie allgemeine Vorschriften gegeben, sondern immer gesagt, was man zu tun hat und wie man es zu machen hat, also etwa genaue Strick- und Häkelvorschriften, Kochrezepte, Kostvorschriften, Erziehungsanleitungen. Anschauliche Bilder erleichtern das Verständnis. Das Buch begleitet die junge Frau durch Schwangerschaft und Wochenbett bis zum Abschluß der Säuglingszeit als ein nie versagender, zuverlässiger Berater. — Lerne reden! Ein Weg zum Erfolg! Praktische Redelehre für jedermann. Von Dr. Richard W i t t s a ck. Leipzig, Hesse & Becker Verlag 152 Seiten mit vielen Abbildungen und Zeichnungen. Preis 2 Mark. — (10) — Ein bekannter Fachmann schreibt hier in scharf umrissener, für jedermann verständlicher Form über die Macht der Rede und zeigt den Weg zu ihr. Jeder Berufstätige, ob Kaufmann, Werkmeister, Angestellter, Beamter, weiß, was das rechte Wort zur rechten Zeit bedeutet, und daß es oft den Erfolg bedingt. Er wird in dem Buch angeleitet, sich einer Redeschulung zu unterziehen. Alle wesentlichen Fragen für den Erfolg einer Rede werden berührt. Wir hören, wie man Sprech- und Redeangst bekämpft, den Willen stählt, die Sprechtechnik fördert, die Stimme gesund erhält, wie man den Stoff sichtet und schichtet, die Ausdruckskraft steigert und sich von der klaren, mündlichen Mitteilung allmählich zum freien Reden entwickelt. Bilder beleben das Buch und fördern das Verständnis des Textes. — Arthur Schmid: Nun laß tuns Fastnacht feiern! Eine Fastnachts-Spielfolge, nach altem deutschen Brauchtum hergestellt. 24 Seiten, 50 Ps. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. — (11) — Bei diesem Heft Laienspiel handelt es sich weniger um ein Spiel als um einen gestalteten Fastnachtsabend etwa einer Dorsgemeinschaft obet* eines Stadtteils. In der fröhlichsten Weise gewinnen längst verschollene Gestalten wieder Leben; gute und böse, schöne und häßliche Masken ziehen auf: der Schimmelreiter, der wilde Mann, die Hexe und viele andere. Ihren Reigen führt Hans Wurst an. Die Spielbedingungen sind denkbar einfach: irgendein großer Raum, in dem sich alt und jung versammelt hat und wo sich dann der heitere Zau- ber vollzieht. Kurze Sportnotizen. Zwei DFB.-Kursisten-Spiele wurden am Donnerstag in der Reichshauptstadt vor 4000 Zuschauern ausgetragen. Die Reichs-Nachwuchs- Mannschaft schlug Brandenburg B mit 5:1 (2:0), und die Olympia-Nachwuchs-Elf blieb über Branden- bürg A mit 11:1 (5:1) erfolgreich. * Die Olympia-Mannschaft von USA wird die Ueberfahrt nach Deutschland am 15. Juli mit dem Dampfer „Manhattan" antreten. ♦ D i e Deutsche R e i ch s p o st hat bis Ende Februar fast vier Millionen Olympia-Marken und fast eine halbe Million Postkarten mit Wertzeichen für die Olympischen Winterspiele verkauft. Ein Olympia-Feuer wird auch auf dem Turm der Bismarck-Warte in den Müggelbergen brennen, und zwar während der Dauer der Olympia- Ruder-Regatten in Grünau. Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt ca. 60 cm breit 35, 25 4 2063 L> 90 cm breit 1.40, -.85 Voile, bunt bedruckt, ca. 112 cm breit 1.65, 1.35,1 - 100 cm breit 45 4 RelchsstrassensanMlung Seltersweg 69. 782V % üer N.S.voikswMfabrt stunden täglich 11.30-13 Uhr. 950D W#ed**-*fot6ert 2072 V .. und zum Bauen Herren - u. Knabenkieidung; Or. rer. pol. Rudolf Krausmüller Thea Krausmüller, geb. Engel 2.60 2074 A Ein Versuch überzeugt von der PreiswürdW!! Ein unsitfli- I B jahisfarben Neuheiten, mit I SS. 6.W <» jl steit bleiben » kräftiß | »-"» xn "2° 3 40 Hl Mako. Gtöbe 4 I Wil tif* Fahmer-Schmuck das entzückende, beglückende Ostergeschenk für jede Dame 2. 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