Nr. 28 Erster Blatt Montag, 5. Februar 1956 186. Zahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesten Sfcmrtags* unb* feiertags jHF • * A © Annahme oon an3eigen Beilagen: Die Illustrierte A A AA B AA bis 8' /^Uhr des Vormittags rss.«MSL iiAtAiyAitAi* llH4AtAAr Ä& WH I Iz KP UPI 78 II4 P IllPI »w%"‘ Ohne Illustrierte 1.80 ER Wk H M H B A, ^B[ B B WH B UE B Bk B anzeigen von 70mm Brette Zustellgebühr .. -.25 W H B B U Sy xkflk ^B^ 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ■ B ^F B ▼ ^F ^F ▼ B ▼ B ▼ F« ^F ^F vorh.Vereinbg.25"/. mehr. '^“S LT V Srmäfiiate ©runöpreife: MM- Seneral-Anzeiger für SberMn WW Postscheckkonto. behördliche Anzeigen 6Vpf. Zranlsnrt am Main Nb86 vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfttats Such- und Zleindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Ein politisches Wochenende in Paris. Rumänische Fühlungnahme. — Oer Oonaupakt und Oesterreich im Mittelpunkt. Moskaus Politik in Güdosteuropa. Paris, 2. Febr. (DNB.) Außenminister F l a n- d i n hatte Sonntag mit dem rumänischen Außenminister Titulescu eine Unterredung. Anschließend begaben sich beide Minister zu König Carol ins Hotel. In gut unterrichteten Kreisen glaubt man zu wissen, daß auch der D o n a u p a k t ernstlich geprüft worden ist. Die Verwirklichung eines Garantiepaktes in Mitteleuropa habe nur nach einer friedlichen Lösung des ostafrikanischen Streites Aussichten auf Erfolg. Italien sei berufen, eine wichtige Rolle jn diesen Besprechungen zu spielen. Die Unterhaltungen werden auch mit den Vertretern der anderen Staaten fortgesetzt werden. So wird Flandin am Montag dem König Boris von Bulgarien einen Besuch abstatten. Weiter wird Flandin eine Unterredung mit dem türkischen Außenminister Rüschtü Aras und am Dienstag mit Für st Starhemberg und d^m Prinzregenten Paul von Jugoslawien haben. Das „Journal" bezeichnet den Plan einer Wiedereinsetzung der Habsburger in Wien als gegenwärtig besonders ungünstig. Auch der „Matin" weist darauf hin, daß Frankreich einen Plan einer Wiedereinführung der Monarchie in Oesterreich nicht zu begünstigen scheine und zwar mit Rücksicht auf die Befürchtungen, die eine solche in den österreichisch-ungarischen Nachfolge - Staaten auslösen würde. Das „Oeuvre" schildert den langen schwierigen Weg, den die Verhandlungen über eine Garantie für Oesterreich nehmen müßten, selbst wenn man vom Donau-Pakt absehe und nur Anwendungsvorschriften des Art. 16 der Völkerbundssatzungen für den österreichischen Fall vorsehe. „Le Jour" weist darauf hin, daß der rumänische Außenminister Titulescu auf die besondere Notwendigkeit der Ratifizierung des französisch-sowjetrussischen Paktes hingewiesen habe. Das Blatt fragt, ob der rumänische Außenminister sicher sei, daß ein Einverständnis mit Sowjetrußland von der öffentlichen Meinung sejnes Landes gebil- l i g t werde? Man verberge sorgfältig die Opposition, die Bratianu und seine Freunde gegen diese Politik Titulescus machen. Die faschistische Bewegung mache in Rumänien so große Fortschritte, daß ihre Machtübernahme nicht so fraglich sei, wie man das etwa denken könne. Außerdem sei es zweifelhaft, ob der König von Rumänien und sein Außenminister dieselbe Politik betrieben. pas für den endgültigen Erfolg des Planes wichtig fei. Die ,-/Dimes" berichtet, in Paris schreibe man König Carol von Rumänien den Wunsch zu, Räterußland als zusätzlichen Garanten der österreichischen — Unabhängigkeit heranzuziehen. Der Quai d'Orsey werde jedoch diese Absicht kaum billigen, da er sie als ein Manöver betrachte, das sicherlich eine Empfindlichkeit Deutschlands Hervorrufen würde. Außerdem würde ein solcher Plan nicht leicht mit der französischen Politik der Regio- nal-Pakte vereinbar sein. Die Presse ist im übrigen der Ansicht, daß die auf eine Wiederher st e l - lung der Habsburger Monarchie gerichteten Bemühungen Starhemberas allgemein auf Ablehnung gestoßen sind. Italienischer Appell an die studenttsche Mend Europas. Die Oelsperre wird zu einem europäischen Krieg sühren. Rom, 1. Febr. (DNB.) Der „P o p o l o d'Italia", das Blatt Mussolinis, veröffentlicht einen offensichtlich beeinflußten Appell an die studentische Jugend Europas. Wenn die Sanktionen ausgedehnt würden, wenn dem satanischen Druck der Imperialisten und dem blutdürstigen Klüngel nachgegeben werde, marschiere Europa unweigerlich dem schrecklichsten und unverantwortlichsten Krieg entgegen, den die Welt je gesehen habe und den nicht die Politiker, sondern 'N erster Linie die Jugend der europäischen Länder austragen müßte, nur weil der Völkerbund verhindern wolle, daß die Fesseln der letzten Sklaverei in Afrika fielen und daß zwei Millionen Sklaven befreit würden. Die O e l s p e r r e werde zu einem gewissen Zeitpunkt in der Blockade enden, die Blockade aber im Krieg und zwar nicht in einer begrenzten militärischen Operation zur Erreichung kolonialer Sicherheit, sondern in einem Krieg bis zur Vernichtung innerhalb Europas. Gegen die Brandstifter, gegen die unersättlichen Imperialisten und gegen d i e umstürzleri- s ch e n Bolschewiken, die beim ersten Auftreten in Genf dort Katastrophen vorbereiteten, müßten jetzt die Studenten Europas in geistiger Einmütigkeit z u s a m m e n st e h e n, um eine derartige Ungeheuerlichkeit, wie sie ein europäischer Krieg darstellen würde, zu verhindern. Heber teuflische Intrigen hinweg könne die Jugend Europas die Brücken der Verständigung und Rettung schlagen. Die Jugend werde das endgültige Wort der Verurteilung gegen die Schmach der Sanktionen sprechen, die in Europa den katastrophalsten Weltbrand zu entfesseln drohten. pariser Studenten gegen Professor Leze.' Paris, 1. Febr. (DNB.) Die Aufnahme der Vorlesungen von Prof. Jeze, der Abessinien in Genf vertreten hatte, in der Pariser Rechtsfakultät sind erneut auf heftigen Widerstand der Studentenschaft gestoßen. Gegenüber der Fakultät waren vier Heberfallwagen der Polizei angefahren, zahlreiche Polizeistreifen sollten Ruhe und Ordnung aufrechterhalten. Der Dekan hatte die Vorlesung vorverlegt in der Hoffnung, daß die Studenten zu dieser Zeit noch nicht allzu zahlreich versammelt sein würden. Eine strenge Kontrolle wurde an den Eingängen der Fakultät ausgeübt. Trotzdem hallten bereits vor Beginn der Vorlesung die Gänge der Fakultät von dem Ruf „Abtreten!'Abtreten!" wider. Als Prof. Jeze unter dem Schutz von Fakultätsbeamten den Vorlesungsraum betrat, waren zunächst nur 15 Studenten anwesend. Kaum wollte Prof. Jeze mit seinem Vortrag beginnen, als aus den Gängen des Fakultätsgebäudes Studenten den Vorlesungsraum stürmten und mit Stinkbomben und Tränengasbomben den Rückzug von Prof. Jeze erzwangen. Durch eine Seitentür mußte Prof. Jeze den Saal und auch die Fakultät verlassen. Das englische Ansrüffungsprogramm. Flotte und Luststreitkräste sollen nach einem Sechsjahresplan verstärkt werden. Starke Beachtung in London. Eden wird morgen im Unterhaus sprechen. London, 3. Febr. (DNB. Funkspruch.) Auf Betreiben der Arbeiteropposition wird im Unter= Haus wahrscheinlich schon in der nächsten Woche eine große Aussprache über d i e i n t er nationale Lage stattfinden, in der der ttaliemsch- abessinische Krieg, die Sanktionspolitik, die englisch- ägyptischen Beziehungen und die Ereignisse im Fernen Osten zur Sprache gebracht werden sollen. .. , Angesichts der gegenwärtigen regen diplomatischen' Betätigung mittel- und osteuropäischer Staatsmänner in London und Paris ist es außerdem sehr gut möglich, daß auch die allge-- meine europäische Sage erörtert werden wird. Eden wird bei dieser Gelegenheit seine erste Rede als englischer Außenminister im Unterhaus halten. Bereits in der Eröffnungssitzung am Dienstag wird Eden von mehreren Abgeordneten über feine Besprechungen mit Lvtxov- now und anderen ausländischen Diplomaten sowie über die letzte Entwicklung im Abessimen-Streit und über die Stellungnahme Englands zu einer Oelsperre befragt werden. Auch die englische Presse verfolgt die di- diplomatischen Besprechungen in Paris mit größter Au merksamkeit und Spannung. Die Blatter glauben, daß nach dem Besuch Litwinows m Paris die Ratifizierung des sranzoflfch- fowjetrufsischen Paktes nicht mehr lange auf sich warten lassen.werde. Die konservative „Daily Mail bezeichnet es als die Wurzel schwerster G e f a h r e n, daß Frankreich und anscheinend auch das übrige Euro- va aeuDungen" seien, Raterußland als V e r b ü n ö e t e n anzunehmen. Europa t r e i b e einem Krieg entgegen, wenn keine energischen Maßnahmen zur Entspannung der Lage ergriffen würden, werde es möglicherweise zu einer KatasN-ophe kommen. Die britische Regierung müsse für den Frieden sorgen, und m erster Linie bie selb st mörderische Suhnepolitlk zu einem Ende bringen. Das Blatt erneuert seine bekannten Forderungen nach einer überwältigenden britischen Luftflotte, die mindestens 10 000 Kriegsflugzeuge umfassen müsse. ° Auch die Besprechungen Fürst Star yem b e r g s und der übrigen »föt- männer in Paris werden stark tleacttet D e Eiat- enge7e^w?rtschafiliche^und poMche 3 U m men' m8:«rUÄ" ^„Dally Te^a^be- Befürworter feien auch der Meinung, ^B aktive Beteiligung 3 ta 11 e n ffuro- schwerst gerüsteten (Staates m diesem Teile Curo London, 3. Febr. (DNB. Funkspruch.) Das englische Parlament, das am Dienstag wieder Zusammentritt, wird sich bis zu den Osterferien mit einem außerordentlich umfangreichen und bedeutungsvollen Programm zu befassen haben. Im Vordergrund steht das englische Aufrüstungs- programm, das im Kabinett so gut wie fertig- gestellt ist. Die A r b e i t e r s p p o s i t i o n beabsichtigt, die Regierung wegen ihrer Aufrü- stungsoorschläge aufs schärfste anzugreifen: sie wird voraussichtlich in diesem Zusammenhang ein Miß - trauensvotum einbringen. ^People" glaubt, daß die für die Ausgabendeckupg erforderlichen Gelder rund 3 0 0 Millionen Pfund betragen werden, von denen ein Teil durch eine öffentliche Anleihe und der Rest durch Schatzanweisungen aufgebracht werden soll. Rund 200 Millionen Pfund sollen für neue Kriegsschiffe verwandt werden. Das Bauprogramm werde sich über sechs Jahre erstrecken und folgende Fahrzeuge umfassen: 11 Großkampfschiffe, 36 Kreuzer, 120 Zerstörer, 30 H.-Boote und drei Flugzeugmutterschiffe. Die Kosten für die Schlachtschiffe werden auf je 7,5 Millionen Pfund veranschlagt, für einen Teil der Kreuzer auf je 3 Mil Honen Pfund, während die Flugzeugmutterschiffe zwischen 2,5 und 3 Millionen Pfund kosten werden. Auch das Bauprogramm für die Luftstreit - fräfte soll sich über einen Zeitraum von sechs Jahren erstrecken und 1 2 0 0 0 neue Flugzeuge umfassen. Ferner ist bie Anlage von 3 0 weiteren Flughäfen geplant. Für bie Armee wird alljährlich ein zusätzlicher Betrag von vier Millionen Pfund ausgeworfen, der vorwiegend für bie Beschaffung von Tanks und Panzerwagen verwandt werben soll. Darüber hinaus sollen Gelder bereitgestellt werden für Befestigungsarbeiten in Gibraltar, Singapur, am Suez-Kanal und in der Südsee. In Malta soll ein großer Flugzeugstützpunkt eingerichtet werden. Außerdem ist die Anlage von Militärflugplätzen in Indien und Australien geplant. Zusammenschluß auf der französischen Rechten. Paris, 3. Febr. (DNB. Funkspr.) Jrn Hinblick auf die kommenden Kammerwahlen haben rechtsstehende Persönlichkeiten, Verbände und Zeitungen sich unter der Führung des früheren Ministers und Abgeordneten de Lafteyrie zu einem Wahlausschuß der nationalen Re p u b l i - faner des Bezirkes Paris zusammengeschlossen. Dieser Ausschuß will alle nationalen strafte gegen bie kommunistisch-marxist. che und teilweise auch rabikalsozialistische Volksfront zu- sammenfassen, um Unorbnung und Zerfahrenheit zu vermeiden. An Verbänden haben ihren Beitritt erklärt: das Werbeamt der nationalen Republikaner, der republikanische Verband Frankreichs, bie Nationale Front, bie Vereinigung bes Abgeorb- neten Franklin-Bouillon, bie nationale Volksbewegung bes Abgeorbneten Taittinger unb bie Pariser Ortsgruppe bes Nationalverbanbes ber Frontkämpfer HNC. (Vorsitzenber Le- becque). Die Tageszeitungen „Echo be Paris", „Le Jour", „Ami bu Peuple", „Figaro", „Journal bes Debats". „Liberte" sowie bie Wochenschrift „Gringoire" haben sich dem neuen nationalrepublikanischen Wahlausschuß zur Verfügung gestellt. Französische Gäste der olympischen Winterspiele in Berlin. Berlin, 3. Febr. (DNB. Funkspruch.) Jn Er- wiberung ber Enbe November 1935 erfolgten Reise ber Deutsch-französischen Gesellschaft nach Paris ist eine Aborbnung bes Comite France- Allemagne in Berlin eingetroffen. Zu ihrem Empfang hatten sich ber Vorfitzenbe ber Deutsch- französischen Gesellschaft, SA.-Oberführer, Professor von Armin unb Reichskriegsopferführer Ober- linbober am Bahnhof eingefunben. Unter ben Pariser Gästen bemerkte man Koknmandant L'Ho- pital, ben Präfibenten bes Comite France- Allemagne, bie Vizepräsibenten Gustave Bonooi - s i n unb Fernanb b e Brinon unb bie Frontkämpferführer Charrons (Union Nationale), Pjneau (Union F£d£rale) unb b e Haute- fort (Combattanf de L’Air). Nach einem zweitägigen Aufenthalt in ber Reichshauptstabt wirb bie französische Aborbnung auf Einlabung bes Reichs- sportführers ben olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen beiwohnen. „Der Triumph der Verderbtheit." fionbon, 1. Febr. (DNB.) Unter dieser Überschrift bezeichnet die Tochter bes früheren britischen Botschafters in Petersburg, Buchanan, in ber „Saturbarj Review" es als eine Schmach unb eine Schanbe, baß ein Mann wie Litwinow, ber für bie Ermorbung bes Zaren Nikolaus mitverantwortlich fei, die Möglichkeit gehabt habe, gemeinsam mit den Vertretern ber europäischen Herrscherhäuser hinter b e m Sarg bes Königs Georg zu gehen, ber bem ermordeten Zaren in herzlicher Freundschaft zugetan gewesen sei unb der das Trauerspiel von Jekaterinenburg niemals völlig verwunden habe. In ber ganzen Geschichte gebe es so kein verbrecherisches Beispiel von Unverschämtheit als bie Ent- jenbung biefes Vertreters ber Sowjets zur Beisetzung bes englischen Königs. Weiterung im Älmeer. Von unserem römischen E -Korrespondenten. Rom, Qyibe Januar. Man sollte sich baran gewöhnen, zwischen bem Kampf ums Mittelmeer unb bem Krieg i m Mit- telmeer scharf zu unterscheiben. Der eine ist ein feit zwanzig ober mehr Jahrhunberten in Gang befindliches Ringen, em latenter Begriff, sozusagen ein chronischer Zustanb; ber anbere hingegen immer nur eine Teilerscheinung baraus, eine aktuelle Begebenheit, ein akuter Zustanb. Geschichtlich gesehen, ergibt sich eine Wellenlinie, aus ber in ben letzten Jahrhunberten einmal bie Darbanellen, bann bie Enge von Gibraltar ober ber Suezkanal hervortreten, bei welchen Fieberausbrüchen jebesmal weitere Gebiete in Mitleibenschaft gezogen werben: bie Krim, Kleinasien, Palästina, Marokko, Abessinien unbforoeiter. Unb saßen, um mit ben alten Schriftstellern zu sprechen, bie Mächte bamals wie Frösche um bie Pölkertränke, so hat ich bas bisher nicht wesentlich geänbert. Nur bie Kampfmittel finb anbers geworben, bie Kriegsschiffe zumal, bie Eifersucht ist geblieben. Seit bem Auftreten ber abessinischen Fieberwelle wirb nun ber akute Zustanb bes offenen Krieges im Mittelmeer hartnäckig unb voreilig auf bie Kurvenkarte gemalt, wobei bie meistem Menschen an einen Krieg zwischen Englanb unb Italien benfen, obwohl er bestimmt roeber in Lonbon, noch in Rom ge* wünscht, geschweige benn betrieben wirb. Es heißt, baß sich bie blitzschwangeren Wolken schon zusammenballen unb jeben Augenblick bas Gewitter losbrechen kann. Will man bie Dinge so meteorologisch betrachten unb schien es in ben letzten Wochen wirklich so schwül, so müssen bie Wetterkunbigen jetzt aber auch zugeben, baß sich über bem Mittelmeer Aufheiterung eingestellt hat unb bas Tief über ber norbafrikanischen Küste zerfallen zu fein scheint. Nüchtern gesagt, ist bie Gefahr einer Ausbehnung bes afrikanischen Krieges auf Europa geschwunben, wenigstens zunächst einmal. In Rom herrscht jebenfalls eine Ruhe unb Gelassenheit, wie sie bie Welt in ben kritischen Juli- tagen bes Jahres 1914 nicht kannte. Don einer Mobilisierung über bie Bebürfnisse bes Kolonialkrieges hinaus kann keine Rebe sein. Im römischen S*mmelsblau sieht man weniger Flieger kreisen als sonst, benn an Benzin soll nicht mehr als bas Unerläßliche verbraucht werben. Eine Maßnahme, bie burchaus noch keinen Mangel bedeutet. Sparen heißt vorsehen unb — an bie Devisen benfen. Schließlich finb wir im brüten Monat bes Sanktionskrieges, bei besten Ausbruch es hieß, in einem Vierteljahr werbe er Italien zum Weißbluten bringen unb in weiteren brei Monaten auf bie Knie zwingen. Darüber lächelt nun ber Römer, man kann es ihm nicht Derbenfen. Er ist stolz auf fein Italia sanzionata unb macht feine Witze auf bie „fanftionierten Sanftionisten", bie durch bie Genfer Beschlüsse härter in Mitleidenschaft gezogen werden als der arme Sünder. Tag für Tag lieft er in ber Zeitung von neuen Opfern, vom Erliegen ber Holzinbustrie in Jugoslawien, von ber wächsenben Arbeitslosigfeit in ber Schweiz, ben Schabensersatzansprüchen ber belagerten Belagerer, ben Hausstreitigfeiten wegen ber Benzin- foerre. Offenbar gibt es Delmagnaten, bie mächtiger finb als ber sogenannte Bunb ber Völfer. Was wollen gegen biefe Verschärfung ber Weltfrisis bie paar Einschränfungen in Italien besagen? Zumal a n manchen Lebensrnitteln, eben wegen ber unmöglichen Ausfuhr, niegefannter Heben fluß herrscht? Italien hat nun seine Reisnot, wie Ungarn seine Weizennot, unb Wein gibt es so viel, baß man ihn zum Teil in bie Brennereien schicken muß. Noch vermißt bie Hausfrau überhaupt nichts, wenn sie auf ben Marft geht, feine Brot- ober Fettfarte ist in Sicht, unb wenn es in ben Läben an bem ober jenem Bebarfsartifel fehlt, so läßt sich ber Mangel in feiner Weise mit ber Weltkriegszeit vergleichen. Es herrscht Futternot, ja, doch kommt bas Vieh nun allmählich schon wieder, dank bes überaus mifben Winters, ins Grüne. Aus Hunger also braucht Italien keineswegs zu ber „Verzweiflungsaktion" zu schreiten, in bereu Erwartung angeblich Hunberte von Kriegsschiffen demnächst im Mittelmeer manövrieren sollen, englische und französische. Unb wer aloubt im Ernst baran, daß Mussolini wegen der Oelfnavpheit die Eristenz einer Nation leichtfertig aufs Spiel setzen werde? Was soll mit einem Aufbegehren gegen England gewonnen werden? Brächte benn ein solcher Krieg nicht sämtliche Benzinhahnen mit einem Schlage zum Versiegen? Kolossal schauerliche Geschichten gehen um über bie italienischen Tobesflieger, bie sich schon barauf oorbereiten, als lebende Bombe auf die englischen Dreadnoughts niederzufallen. Nur schade, daß der Eründung ber Reiz ber Neuheit abaebt, benn bas Patent auf bie „Selbstmörbertorpedos" haben bie Japaner. Unb boch „hat sich England einschüchtern lassen unb wagt es beshglb nicht mehr, bie Oelsperre burchzusetzen". Das kann man in Fettdruck lesen. Es erinnert, da mir schon einmal in ber Wetterkunbe finb, an Frosch- unb Blut- und Schwefelregen. Aengstliche Gemüter bekreuzigen sich. Bliebe ber militärische Mißerfolg in Abessinien, ber Rom zu einer unüberlegten Hanblung verleiten könnte. Wieso eine Niederlage in Afrika die Jta» (iener zu einem forschen Heberfall ber englischen Streitkräfte ermuntern würde, ist freilich auch nicht ggnz klar. Abgesehen baoon, baß es in Abessinien keineswegs nach Katastrovhe riecht. Wenn die Zei» chen nicht trügen, wird Mussolini Africanus sogar ein hübsches Stück Land erobert Haben, bis aus den Genfer Verpuppungen der Kommissionen und Hnterkommissionen der Schmetterling der Oelsperre ausfriecfjt n r si. l 3 s Uebrigens begegnet sich die britische Taktik, nun alles zu vermeiden, was zu einer Verschärfung der Lage führen könnte, mit einem auffallenden Abflauen der englandfeindlichen Stimmung in Rom. An der Bahre des englischen Königs ist nicht nur kein einziges böses italienisches Wort zu hören, die italienische Presse zeigt sogar ihr Beileid mit betonter Herzlichkeit. Seiten über Seiten sind dem Thronwechsel gewidmet. Damit es zu dem Ausbruch der Feindseligkeiten im Mittelmee komme, müßte schon England selbst zum Kriege schreiten; nicht einmal ein unglücklicher Zwischenfall, wie er immer in Kriegs- zetten Vorkommen kann — man denke nur an das Anhalten französischer Passagierdampfer durch italienische Streitkräfte während des Tripoliskrieges — braucht zum Funken im Pulverfaß zu werden. Entspannung! Das ist das Losungswort. Der Himmel heitert sich auf, der Krieg im Mittelmeer rückt in die Ferne — womit nicht gesagt sein soll, daß damit der Kampf ums Mittelmeer zu Ende sei. VerschworeninTreuezumVolk Die 5. Straßensamrnlung des WHW. in der Reichshauptstadt. Berlin, 2. Febr. (DNB.) Ganz Berlin stand am Sonntag im Zeichen der 5. Reichsstraßensammlung des WHW., die unter der Losung „Verschworen in Treue zum Volk" von den Männern der SA., der SS., des NSKK. und des NSD.-Stu- dentenbundes durchgeführt wurde. Die „W olfs- angel" wurde schon seiner sauberen handwerklichen Arbeit wegen gern gekauft, so daß der Gesamtertrag dieses Tages erfreulicherweise sehr erheblich sein dürfte, obwohl die Witterung es nicht gut gemeint hatte mit den zahllosen unbekannten Sammlern aus den Reihen der politischen Soldaten des Führers, die unermüdlich bis zum Einbruch der Dunkelheit auf den Straßen und Bläßen sammelten. Trotzdem waren die auf 42 verschiedenen Plätzen stattfindenden Dormittagskonzerte gut besucht. Obergruppenführer von Iagow, Gruppenführer Uh land und der Staatskommissar der Hauptstadt Berlin, SA.-Oberführer Lippert, hatten sich den Massenandrang auf der „Grünen Woche" und auf dem Reit- und Fahrturnier in der Deutschlandhalle zunutze gemacht, wo sie Tausende gebefreudiger Spender fanden. Am Hermannplatz sah man Gruppenführer S p ä i n g, der zusammen mit Obersturmführer Hoffte bereits auf dem Presseball „reiche Ernte" halten konnte. An der Gedächtniskirche schwangen u. a. Gruppenführer O f f e r m a n n und Gruppenführer Herzog von K o b u r g ihre Büchsen. Der Abend gehörte den Sammlungen in d e n G a st st ä t t e n. Eine originelle Werbung hatte sich der Studentenbund an der Hochschule für Musik ausgedacht. Gruppenweise erschienen die „Musikbeflissenen" in zahlreichen Caf^s und Vergnügungslokalen des Westens, bemächtigten sich der Instrumente der dort konzertierenden Kapellen und Gaben unter dem Beifall der Gäste ein eigenes befristetes Konzert-Gastspiel. Natürlich flössen dann die Spenden um so reichlicher. In Heidelberg hatten die an der Universität studierenden Ausländer den Hochschulgruppenführer gebeten, auch sammeln zu dürfen. So kam es, daß in Heidelberg Studenten und Studentinnen von 21 verschiedenen Nationen für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes sammelten. Alle hatten freiwillig ihre Sammelbüchsen abgeholt und waren mit großer Begeisterung bei der Sache. Gauleiter (Sprenger sprach in Altona. Die deutsche Wend tritt zum Reichsbemsswettkamps an. Oer Aeichsjugendführer und der Leiter der OAF. eröffnen den Leistungswettkampf. Berlin, 1. Febr. (DNB.) Mit einer machtvollen I Kundgebung eröffnete am Samstag die DAF. und die Reichsjugendführung im Sportpalast den dritten Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichsjugendführer Baldur von Schirach riefen Deutschlands Jungarbeiter der Stirn und der Faust zum friedlichen Wettstreit. Obergebietsführer A x m a n n, Leiter des Jugendamtes der DAF. und des Sozialamtes der RIF., begrüßte unter den Ehrengästen auch den Führer der italienischen Jugend und Leiter der italienischen Olympiamannschaft, Ricci. Er betonte, daß gerade zur Zeit der olympischen Spiele der Reichsberufswettkampf ein Tatbekenntnis der deutschen Jugend zum Frieden gegenüber der Welt darstelle. In einem packenden Sprechchorwerk rief ein DZassenchor von HI. und Jungvolk die schaffende Jugend auf zum Wettstreit: „Tretet an, Arbeitskameraden?" Mit erhobener Rechten ehrten die Tausende die Fahnen der HI. und des Jungvolkes, die bann, voran die Norkus-Fahne, in den Sportpalast einzogen. Reichsjugendführer von Schirach dankte dann Dr. Ley für seine unermüdliche Mitarbeit und Unterstützung. Er verglich den Reichsberufswettkampf als das „Olympia der Arbeit" mit den in diesen Tagen beainnenden Olympischen Spielen. Durch diesen beruflichen Wettstreit sollen die Leistungsfähigsten und tüchtigsten Jungarbeiter und -arbeiterinnen unseres Volkes ermittelt werden, die als die Elite der schaffenden deutschen Jugend den Adel der neuen Zeit bilden, einen Adel, der nichts mehr mit früheren Vorrechten der Geburt und des Geldsacks zu tun hat, sondern der allein gegründet ist auf Leistung und Tüchtigkeit. Unter stürmischem Beifall erklärte der Reichsjugendführer, die vorjährigen Ausscheidungskämpfe in Saarbrücken hätten gezeigt, daß gerade die ärmsten Söhne unseres Volkes auch die tüchtigsten seien. Man habe früher geglaubt, daß allein die Hochschule eine Führeraus- tese heranzubilden vermöchte. Im Berufswettkampf aber werde eine neue, praktische Führer- schule ausgebaut, in der diejenigen ausgelesen werden, die die höchste Intelligenz in ihrem Beruf sind, aber auch Kerle, die weltanschaulich und körperlich im Leben ihren Mann stehen. Deutschland fei zwar an Rohstoffen und natürlichen Gütern arm, es müsse daher diesen Mangel ersetzen durch einen ungeheuren Fleiß jedes einzelnen. In anerkennenden Worten dankte der Reichsjugendführer den 40 000 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die sich als Berufsschullehrer und Handwerksmeister in 2500 Orten für die Bewertung der Aufgaben aus 250 Berufen und Tausenden von Berufssparten zur Verfügung gestellt haben. Mit besonderer Freude stelle er fest, daß die Landjugend ein Viertel aller Teilnehmer stelle. Beachtlich sei ferner die Tatsache, daß in diesem Jahr auch die Studenten sich einreihen in die große Front der schaffenden Jugend. Die HI. wolle durch den Reichsberufswettkampf beweisen, daß sie nickt eine Jugend sei, die nur Forderungen stelle, sondern die z u e r st ihre Pflicht erfülle und etwas leisten wolle, bevor sie auf Grund dieser Arbeit ein Recht proklamiere. So sei auch der Ruf der Jugend nach mehr Freizeit zu verstehen, denn die Jugend sei überzeugt, daß sie mehr leisten könne, wenn ie mehr Freizeit zur körperlichen Ertüchtigung und Festigung der Gesundheit erhalte. Stürmische Zustimmung fand der Reichsjugend- führer, als er erklärte: Än dieser Jugend gibt es weder arm noch reich; in dieser Jugend gibt es aber auch keine konfessionellen Sonderbindungen! Wir sind nicht deshalb eine Gemeinschaft gewor- den, damit wir nach langen Jahren des Kampfes diese Gemeinschaft um irgendeines konfessionellen Prinzips wieder preisgeben sollen. Man sagt, die Hitlerjugend sei religionsfeindlich und gottlos und wolle die Altäre einreißen. Ich weiß und bekenne mit, mit der ganzen deutschen Jugend nur das eine, so schloß der Reichsjugendführer: Wer Adolf Hitler liebt, der liebt Deutschland, und wer Deutschland liebt, liebt Gott! Stürmischer Beifall der versammelten Jugend folgte diesem Bekenntnis des Reichsjugendführers. Reichsorganisationsleiter derNSOAp. und Leiter der DAI. Or. Ley zeigte den deutschen Jungen und Mädels, daß alles auf der Welt hart erkämpft werden muß, daß Bereitschaft, Opfer und Glaube notwendig sind. Wer von anderen mehr verlange als er selbst der Gemeinschaft zu geben bereit sei, der sei ein Marxist. -Niemand könne sich aus der Gemeinschaft herauslösen. Jeder einzelne sei zum Kampf berufen und sei Träger des Kampfes. Die Gemeinschaft verpflichte den einzelnen, in diesem Kampf sich stark zu machen. Jeder könne verlangen, daß er in seinem Beruf, in seiner Arbeit und seinem Können von der Gemeinschaft so vor- und ausgebildet werde, daß er es zu höchsten Leistungen bringen könne. Er könne aber darüber hinaus verlangen, daß die Gemeinschaft für ihn sorge, wenn er in diesem Kampf falle. Die Gemeinschaft habe LPD. Frankfurt a. M., 2. Febr. Der dritte Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend fand am Sonntag im Gau Hessen-Nassau seinen Auftakt in etwa 300 Kundgebungen und Appellen der schaffenden deutschen Jugend an festlich geschmückten Stätten der Arbeit. Gebietsführer P o tt- h o s f eröffnete den RBWK. in Wetzlar. 1500 RBWK.-Teilnehmer waren in der Gießereihalle der Karolinenhütte angetreten, als der Gebietsführer eintraf, die Ehren-Gefolgfchaft abschritt und die zahlreichen Ehrengäste der Partei, des Staates und der Wehrmacht begrüßte. Ein wundervolles Bild bot die Halle im Fahnenschmuck. Aus dem Dunkel des Hintergrundes der großen Oefen brannte das Fahnenrot, leuchtete das Weiß. Tannengirlanden betonten die strengen Linien der Eisenkonstruktionen. Die Ehrenformationen der SA., SS. und des Arbeitsdienstes rundeten die angetretenen Formattonen der HI. und des BDM. zu einem geschlossenen Ganzen. Gebietsführer Potthof f erklärte in seiner Ansprache u. a.: Das neue Ethos der Arbeit atme jedes Tun gleich welcher Art, wenn es nur Di e n st am Volk ist. So fei der Reichsberufswettkampf von der HI. selbst geschaffen worden. Die freiwillige Teilnahme der Jungen und Mädel aller Berufe gewähre eine Leistungsschau, einen Querschnitt durch die gesamte berufliche Ausbildung. Er gäbe die Grundlage zur Vermehrung und Verbesserung auch die Aufgabe, den einzelnen gesund zu erhalten, ihm Urlaub, Freizeit und Erholung zu neben, damit er immer wieder das Schicksal anpacken könne. Der Nationalsozialismus gebe keine Ruhe, bis der letzte anständige Deutsche Nationalsozialist gewor- den sei. Dr. Ley verkündete dann den bevorstehenden Aufbau eines großen Beruf serzie- hungswerkes; er sehe eine seiner Hauptaufgaben darin, daß es das Wort „ungelernter Arbeiter" in Deutschland zukünftig nicht mehr gebe. Zum Schluß erklärte Dr. Ley: Ich habe bereits seit Jahren den Gedanken erhoben, Musterbetriebe zu ernennen und wir werden das vielleicht in diesem Jahre zum 1. Mai tun können. Musterbetriebe und ihre Betriebsführer sollen dadurch geehrt werden, daß wir sagen: In diesem Betriebe ist alles in Ordnung; das ist ein richtiger Betriebsführer, ein Offizier feiner Soldaten und das sind Soldaten der Arbeit! Ich werde eine Reichsberufsschule bauen; auch das wird etwas Einmaliges in der Welt fein. Eine Reichsberufsschule muß tatsächlich die besten Lehrwerk st ätten der Welt besitzen, wo für jeden Stand und jeden Beruf vorbildlich gearbeitet wird und wo jede Arbeitsmethode und die Methoden der Lehrlingsausbildung erprobt werden. In diese Reichsberufsschule werde ich Jahr für Jahr d i e Reichssieger aufnehmen und sie dort zu den besten Arbeitern Deutschlands ausbilden lassen. Sprechchöre und Gesang bildeten den Abschluß der gewaltigen Kundgebung. Die Jugend feierte am Schluß der Veranstaltung den Reichsjugendführer und den Leiter der Deutschen Arbeitsfront noch minutenlang mit stürmischen Kundgebungen. des deutschen Facharbeiternachwuchses. Erst so werde wieder die Möglichkeit zur Schätzung und Achtung deutscher Wertarbeit geschaffen. „Jungarbeiter, Jungarbeiterin! Der Lohn eures Einsatzes wird der Nachruhm sein, den Deutschland euch weihen wird als tätige Glieder einer verantwortungsbewußten zukunftschafenden ungen Generation, die stolz darauf war, in einer Zeit Des Umbruchs der Werte zu leben." Gleich feierlich waren die Kundgebungen in der anderen Orten des Gaues. In Frankfurt a. M war der fRömerberg, die Stätte der Kundye. bung, mit den Fahnen der HI. geschmückt. Während im vergangenen Jahr in Groß-Frankfurt 7000 Jungen und Mädel am Berufswettkampf teilgenommen hatten, ist die Zahl in diesem Jahr auf annähernd 12 000 gestiegen. Es sprach der Sozialabteilungsleiter des Gebiets 13, Bannführer Jung. In Offenbach sprach in Vertretung des Gauleiters Gauinspekteur Holzkämpe r, in Worms Gauwalter der DAF. Willi Becker, der 3000 Teilnehmer an der Olympiade der Arbeit begrüßen konnte, in Höchst Gaupropagandaleiter Müller-Scheid, in Wiesbaden Hauptschriftleiter Staebe und Gebietsjungvolkführer Wagner. Sie Eröffnung des Reichsbernssweiikampses im San Heffen-Aaffan. Frankfurt a. M., 2. Febr. (LPD.) In einer eindrucksvollen Kundgebung der NSDAP, des Stadtkreises Groß-Altona sprach am Samstag, wie uns aus Altona berichtet wird, der Gauleiter von Hessen-Nassau Reichsstatthalter Sprenger. Nach der Begrüßung durch den Kreisleiter Piwitt gab Gauleiter Sprenger in einer längeren Rede zunächst ein anschauliches Bild der Kampfjahre. Aus dem tiefen Erlebnis des eigenen Kampfes um den Sieg der nationalsozialistischen Weltanschauung zeigte der Gauleiter dann das gesunde, klare und eindeutigen Wollen der deutschen Menschen, die sich in den Kampfjahren um Adolf Hitler scharten. Aus den Worten des Gauleiters über den wahren Sozialismus ging kristallklar hervor, wie die ncttio- nalsozialifttsche Weltanschauung eine wirkliche tat- wirkende Schau des Lebens ist und keine Theorie wie der Marxismus. Treffend sagte der Gauleiter, wenn jemals der deutsche Arbeiter den Sinn des vom Marxismus geprägten Wortes „Prolet" in feiner wahren Bedeutung erfaßt hätte, er wäre niemals der Fahne dieser Volksverräter gefolgt. Denn es komme darauf an, einen Volksgenossen nicht hoffnungslos und verzweifelt zu machen, sondern ihm die Hoffnung zu stärken und auch eine Berechtigung zur Hoffnung zu geben. Zum Schluß feiner Rede ließ der Gauleiter dann das Aufbauwerk des Nationalsozialismus in den ersten drei Jahren der Macht vor den Hörern lebendig werden und zeigte die zwei Säulen neuer deutscher Stärke: die Partei als den Garanten der zielbewußten politischen Führung des deutschen Volkes und das junge Reichsheer als die getreue Schätzerin des deutschen Aufbauwillens. So marschiert das junge Deutschland des Nationalsozialismus hinein in die Zukunft, selbst getragen von einer Heranwachsenden Jugend, die der beste und hoffnungsvollste Bannerträger des Nationalsozialismus ist. Starker Beifall dankte dem Gauleiter Hessen- Nassaus. Berliner preffebatt. Berlin, 2. Febr. (DNB.) In dem von Künstlerhänden prächtig geschmückten Marmorsaal des Zoo fand das Fest des „Vereins Berliner P r e f s e", der Presseball, statt. Als gegen 21 Uhr d i e Kapelle der Leibstandarte zur Promenade aufspielte, füllten sich die Säle bald mit Tausenden von Besuchern. Bald nach dem Erscheinen des Neichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, der mit feiner Gattin vom Leiter des Reichsverbandes der deutschen Presse, Hauptmann a. D. Weiß, herzlich begrüßt wurde, begann gegen 23 Uhr der Tanz. Künstler des Deutschen Opernhauses, Solisten und Ballett begeisterten immer wieder mit ihren Darbietungen, bald darauf war der Marmorsaal sowie die anderen Säle und Veranden mit festlich ge» stimmten Paaren angefüllt, die sich nach den Klangen der Kapelle Bernhard Ett6 im Tanze drehten. Regen Zuspruchs erfreute sich auch die Tombola mit ihren 1600 Gewinnen. Einen besonderen Anziehungspunkt bildeten bis lange nach Mitternacht die Regierungs- und Ehrenlogen. Unter den Gästen bemerkte man neben Reichsminister Dr. Goebbels mit feiner Gattin u. a. noch den Reichspressechef der NSDAP., Reichsleiter Dr. Dietrich, den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, die Staatssekretäre Lammers, Funk und Königs, die Botschafterder Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, sowie den Gesandten Oesterreichs, erner den Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Schaumburg, den Polizeipräsidenten von Berlin, Graf Helldorf, den Berliner Staatskommissar Dr. Lippert, Reichshandwerksmeister Schmidt, Reichskulturwalter M o r a 11 e r und den Leiter der Prefseabteilung des Auswärtigen Amtes, Vortragenden Legationsrat A s ch m a n n. Die Kunst war u. a. durch Kammersänger Schlusnus, Professor Havemann, den Direktor der Thoma-Bühne, Schultes, Walter B l o e m, Emil Hannings, Eugen Klöpfer, Agnes Straub, den Generalintendanten Tiet - gen, Mar Halbe und Karl Froelich vertreten. — Zahlreiche SA.-Männer als Streiter für das WHW. verzeichneten bei ihrer Sammlung eine große Ernte, so daß nicht nur der Wohltätigkeitskasse des Vereins Berliner Presse ein namhafter Betrag zugeflossen ist, sondern auch dem WHW. Oie Geschäftsräume ehemaliger Freikorps-Verbände polizeilich geschloffen. Berlin, 1. Febr'. (DNB.) Der R e i ch s m i n i - st e r d e s I n n e r n hat sich im Einvernehmen mit den beteiligten Staats- und Parteistellen aus zwingenden Gründen genötigt gesehen, die Geschäftsräume der A b w i ck l u n g s st e l l e des aufgelösten Reichsbundes und R e i ch s o e r b a n d e s der Baltikum- und F r e i k o r p s k ä m p - fer in Berlin und die an anderen Orten bestehenden Abwicklungsstellen polizeilich schließen zu lassen, die Vereine „Schlageter-Gedächt- nis-Museum E V." und „Deutsche N a ch - kriegsfront E23," aufzulösen und das Vermögen der genannten Verbände zu beschlagnahmen. Der Reichsverband der Baltikumkämpfer und der Reichsbund der Freikorps- und Baltikumkämpfer gehörten zu den im Juli 1935 aufgelösten Freikorpsverbänden. Dem früheren Vorsitzenden Major a. D. Bischoff war auf seine Bitte gestattet worden, den Mitgliedern eine Bescheinigung über ihre Freikorpstätigkeit auszustellen. Dieses Entgegenkommen ist dazu mißbraucht worden, in der Abwicklungsstelle der genannten Verbände einen neuen umfangreichen A p - parat aufzuziehen, der seine Tätigkeit weit über den Mitgliederkreis der Verbände hinaus erstreckt hat. Die von dieser Abwicklungsstelle ausgestellte Urkunde „EinscH für Deutschland" gewährt entgegen den von ihr verbreiteten Mitteilungen keinerlei Vorrechte, insbesondere auch nicht die Anwartschaft auf die Verleihung eines „Ehrenkrxuzes der Freikorpskämpfex", Das nunmejjr aufgelöste „Schlageter-Ge- dächtnis - Museum E V.", ebenfalls ein früherer Freikorpsverband, hatte schon vor geraumer Zeit dem Reichsminister des Innern mit- geteilt, daß es s i ch felbft aufgelöft habe. Diese Mitteilung war unrichtig. Ebenso war die von dem Vereinsführer Hauptmann a. D. Gomlicki verbreitete Mitteilung unzutreffend, daß der Verein als „Deutsche Nachkriegsfront EV.," neu genehmigt worden fei. Die Vorwürfe, die hiernach mit Recht gegen die genannten Vereinsführer zu erheben sind, richten sich in keiner Weife gegen hie alten Freikorpskämpfer selbst. Ihre Verdienste um die Erhaltung des Reiches werden nach wie vor unumwunden anerkannt. Die leitenden Stellen des Staates und der Partei sind jedoch heute wie früher der Auffassung, daß für die Freikorpsverbände im nationalsozialistischen Staat kein Betätigungsfeld mehr vorhanden ist. Die Reichsregierung hält den Deutschen Reichskriegerbund (Kyf fhäuserbund) für diejenige Vereinigung, in welcher die früheren Freikorpskämpfer zusammen mit den (Soldaten der alten Armee am b e ft e n s i ch betätigen können. Es ist nach näherer Vereinbarung mit dem Kyffhäuserbund nichts dagegen ein« zuwenden, wenn sich in ihm die ehemaligen Freikorpskämpfer in besonderen örtlichen Kameradschaften zusammenschließen. Der Reichsminister des Innern erkannte weiter das Interesse an, das die alten Freikorpskämpfer an einer Urkunde haben, die ihnen ihre Teilnahme an den Kämpfen der Freikorps "bescheinigt. Der Reichsminister des Innern wird daher die Ausstellung einer solchen Urkunde einer hierfür geeigneten Stelle übertragen. Die bereits an die Abwicklungsstelle des aufgelösten Reichsbundes und des Reichsverbandes der 28altifum= und Freikorpskämpfer für die Ausstellung der amtlich nicht anerkannten Urkunde „Einsatz für Deutschland" bezahlten unverhältnismäßig hohen Beträge sollen den Antragstellern nach Möglichkeit aus dem beschlagnahmten Vermögen dieser Stelle zurückerstattet werden. Großer Erfolg der „Grünen Woche". Nutzbringender Kundendienst an Bauer und Städter. Die Grüne Woche Berlin 1936, mit der die Deutsche Jagdausstellung verbunden war, schloß am Sonntagabend ihre Pforten. Sie hatte eine Rekordbesucherzahl zu verzeichnen. Während im vorigen Jahr 246 000 Besucher gezählt wurden, waren jetzt rund 2 8 5 0 0 0 Besucher zu verzeichnen, d. h. also etwa 40 000 mehr als im Vorjahre. Nicht weniger als 67 Sonderzüge haben Besucher vom Lande aus allen Teilen des Reiches zur Grünen Woche in die Reichshauptstadt gebracht. Die Grüne Woche ist also wieder ein großer Erfolg gewesen. Besonders in der großen Halle II, in der die landwirtschaftliche Maschinen- und Bedarfsindustrie ausgestellt hatte, verweilten die meisten Besucher lange Zeit. Was hier geboten wurde, war ein Kundendienst im doppelten Sinn. Einmal zeigte die Industrie dem Bauer die besten Geräte für den Ackerbau, für die Einbringung der Ernte, also Erntemaschinen, für die Sortierung der Erntefrüchte usw. Zum anderen wurde d e m Städter klar gemacht, wie sorgfäl- tig der Bauer erzeugen muß, um seinen Kunden, den Verbraucher in der Stadt, gut und ordentlich zu bedienen. Die Industrie, soweit sie für den Landbau in Frage kommt, wirbt beim Bauern, und dieser wiederum wirbt um den Verbraucher in der Stadt, indem ihm gezeigt wird, wie vielseitig und schwer es ist, das zu erzeugen, was der Städter verlangt. Dieser Kundendienst nach beiden Seiten wirkt sich vorteilhaft aus und bringt der Entwicklung unserer Wirtschaft weiteren Auftrieb. In allem ist die landwirtschaftliche Maschinen- und Bedarfsindustrie zufrieden mit ihrem Absatz. Viele Aufträge wurden getätigt und man kann annehmen, daß im Hinblick auf die Erzeugungsschlacht weitere größere Umsätze erzielt werden. Wenn schon im 1. Jahr der Erzeugungsschlacht die Landwirtschaft 300 Millionen Reichsmark mehr ausgegeben hat für Maschinen und Düngemittel bzw. landwirtschaftliche Betriebsmittel, so wird mit Sicherheit dieser Umsatz im laufenden Betriebsjahr eine weitere Erhöhung erfahren. Die Grüne Woche 1936 war also von wirtschaftlichem Nutzen für alle Aussteller. Von den vielen tausend Dinaen, die gezeigt wurden, seien einige herausgegriffen, weil sie unser besonderes Interesse verdienen. Bemerkenswert ein Apparat, der durch eine sogenannte Vegetationseinrichtung Pflanzensamen in Behältern keimen läßt und die so gewonnenen junaen Pflanzen zum Frischfüttern brauchbar macht. Der Nährwert dieser Pflanzen wird durch eine solche Umwandlung erheblich gesteigert und somit ein vitaminreiches Frischfutter gewonnen. Dies mag besonders wichtig sein im Hinblick darauf, daß Frischfutter im Winter kaum oerfüabar ist. Es soll hier nicht geprüft werden, welches Futter wertvoller ist, das Silagefutter oder das hier geschilderte Frischfutterverfahren. Beachtlich jedenfalls sind die Anstrengungen, die aemacht werden, um die Futterfrage zu lösen, die für das Schließen der Fett- und Eiweißlücke entscheidend ist. Ein gummibereifter Dünger ft reuet soll ein besseres und leichteres Arbeiten beim Streuen der verschiedenen Düngemittel gewähr- y 9M leffdb ergeb Lussl Ne klang nut Saah Genie setzt- - den, < rung rinnet Gin ri-s Hanoi eine rigen bebau auf Web geraöi frauei IvoNN könne lich, t stän Rhön Iif< einer heim fahru M. lung Zu dies,l seins ihren Sai und wolle Wach groß' Reich die: zugl die me dern die ein so t geig Die R oiell eig fer. als der Mten. Eme Kartoffelsortsermaschsnes mit einer Stundenlelstung von etwa 150 Zentnern 'st «n Meisterstück in der Kombination von Der« icmmn arbeitenden kleineren Maschinen, die sinn« •aU‘9 anelnandergereiht eine einwandfrei arbei« lende Verlesemaschine für größere Saatgutbetriebe ergeben. Aus den vielen Gesprächen, die mit den Ausstellern von Erntemaschinen, Drillmaschinen, Bodenbearbeitungsgeräten usw. geführt wurden, klang immer wieder die Antwort: Wir haben gut verkauft. Die Ausstellung verschiedener Saatgutgenossenschaften beweist auch, daß sich der Gemeinschaftsgedanke immer mehr und mehr durchsetzt. Das mag an dieser Stelle hervorgehoben werden, zumal die Genossenschaften bei der Durchführung der Erzeugungsschlacht eine führende Rolle einnehmen. Einen weiten Raum in der Ausstellung nehmen die Schauen der Heimarbeiter ein, die deutsche handwerkliche Geschicklichkeit und Kunst zeigen. Daß eine Spinn- und W e b st u b e, wie sie im vorigen Jahr aufaebaut war, fehlte, wurde lebhaft bedauert Vielleicht regen diese Zeilen dazu an, .^.vstlgen Lehrschauen die Arbeitsweise solcher Webstuhle oorzuführen. Vielerlei Wünsche wurden aerade nach dieser Richtung hin geäußert. Land- frauen wollten wissen, wie sie am besten die gewonnene Schafwolle verarbeiten und ausnützen können. Bedauert wurde auch, und dies ist begreiflich, daß kleinere Haushaltungsgegen- stände, angefertigt im Schwarzwall), in der Rhon und im Bayerischen Wald, nicht „übern Tisch" verkauft werden durften. Man hätte mit einer solchen Genehmigung viel Gutes für unsere Heimindustrie tun können. Es ist eine alte Erfahrungstatsache, daß so kleine Geräte, die man aum billigen Preis haben kann, nicht auf „Bestellung" gekauft werden. Zusammenfassend kann man feststellen, daß die diesjährige „Grüne Woche" wiederum ihre Daseinsberechtigung unter Beweis gestellt hat. Durch ihren Kundendienst nach zwei Richtungen hat sie Bauer und Städter zusammengeführt und das gegenseitige Verständnis gefördert. Dabei wollen wir nicht außer Acht lassen, daß die „Grüne Woche" gewissermaßen als Auftakt zur nächsten großen Wanderausstellung in Frankfurt a. M. des Reichsnährstandes zu gelten hat. 65,11 v. H. der Münchener Volksschüler besuchen dieSemeinschastöschulen München, 2. Febr. (DNB.) Am Sonntag haben die Schuleinschreibungen stattgefunden, die zugleich eine Entscheidung der Elternschaft über die Frage: Bekenntnisschule oder Gemeinschaftschule darstellen. Von 55 220 Kindern, die im kommenden Schuljahr die Münchener Volksschulen besuchen, wurden 35 954 für die Gemeinschaftsschule eingeschrieben, also 65,11 v. H., wahrend noch im Vorjahr nur 34,55 v. H. Kinder angemeldet worden waren. Für die Bekenntnisschulen wurden 19 266 Kinder angemeldet, d. s. 34,89 v. H.; im Vorjahr waren es 65,45 v. H. Oie kommende Automobilausstellung in Berlin. Die kommende A u t o m o b" l - A u s st e l l u n g, die in diesem Jahr vom 15. Februar bis 1. März wie üblich in den Ausstellungshallen in Berlin am Kaiserdamm stattfindet, wird sich nicht nur darauf beschränken, einen vollständigen Ueberblick über die neuesten Erzeugnisse der so weit verzweigten Gebiete der Kraftfahrzeugindustrie zu ermöglichen, sondern rückblickend auch eine Sonderschau enthalten, die die technische Entwicklung des Kraftfahrzeuges veHolgen läßt und die in erster Linie den genialen Pionieren Daimler und Benz gewidmet sein wird. Sind es doch gerade jetzt 50 Jahre her, daß Carl Benz sein erstes Patent auf ein Automobil erhielt. Viele der älteren Besucher werden in dieser Sonderschau so manches Fahrzeug entdecken, das sie lebhaft an vergangene Zeiten erinnern wird, während die Jugend vor allem einen Begriff davon erhalten wird, was deutscher Erfindungsgeist auch auf dem Gebiet des Kraftfahrwesens geleistet hat. Wenn es auch der Hauptzweck der kommenden Ausstellung sein wird, dem Käufer, Händler und Interessenten aus dem In- und Auslande zu dienen, so hat man — wie schon die geschichtliche Schau zeigt — den Rahmen doch erheblich weiter gespannt. Die Ausstellung soll und wird jeden interessieren, ganz gleichgültig, ob der Besucher schon heute oder vielleicht erst nach Jahren an den Besitz eines eigenen Kraftfahrzeugs denken kann. Insbesondere werden die zahlreichen Modelle preis» werter Gebrauchs- und Sportwagen ebenso entzücken wie die große Auswahl an neuen Motorrädern, angefangen vom leichten, eleganten Tourenrad bis zu den Modellen, mit denen unsere „Kanonen" ihre schweren internationalen Siege erkämpften. Und was wird es erst für die große Zahl derjenigen zu sehen geben, die das Kraftfahrzeug vor allem als Diener der Wirtschaft, als Liefer- ober Lastwagen, als Omnibus, Zugmaschine, als Fahrzeug der Wehrmacht, der Reichsbahn oder der Reichspost interessiert. Auch die Straßenbauer werden nicht zu kurz kommen, denn selbstverständlich wird auch der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen wieder mit einer Sonder- schau vertreten sein. Es wird auf der kommenden Ausstellung kem Gebiet des Kraftverkehrs geben — von den Hunderten von Zubehör-, Material- und Teileständen gar nicht zu reden—, das nicht in würdigem, umfassenden Rahmen vertreten wäre. Oie Trauerfeier für Kondylis in Athen. Athen, 2. Febr. (DNB.) Am Sonntag fand die feierliche Beisetzung des Generals Kondy li s statt. An der kirchlichen Trauerfeier nahm auch der K ö n i g teil, trotzdem er von einer leichten Grippe befallen war. Nach der Feier in der Kathedrale wurde der mit der Nationalflagge bedeckte Sarg auf eine Geschützlafette gebracht und zum Bahnhof geführt, um in Tnkkala beigesetzt zu werden. Auf der ganzen Strecke, die der Trauer- zug zurücklegte, bildete Militär Spalier. Unter den Trauerqästen, die dem Sarge folgten, sah man den Hofmarschall des Königs, die Regierung, das Diplomatische Korps, die Führer des Heeres und die höchsten Staatsbeamten, alle Chefs der antioemse- listischen Parteien und den Bürgermeister.___________ Patentrecht und Erfinderschicksal. Die nationalsozialistische Bewegung hat schon wiederholt durch grundlegende Maßnahmen und Reformen von weittragender Bedeutung den Beweis erbracht, daß sie von dem Bestreben erfüllt ist, nicht nur alle materiellen und körperlichen Kräfte des deutschen Volkes zu Nutz und Frommen des Allgemeinwohles zu erschließen und einheitlich zusammenzufassen, sondern auch die geistigen Gedanken, Anregungen und Strömungen, sofern auch sie dazu beitragen, die weltanschaulichen Ziele der Partei und somit die soziale und kulturelle Entwicklung zu fördern. In diesem Zusammenhang sind die Vorarbeiten der „Akademie für Deutsches Recht", die eine Neugestaltung des deutschen Patentgesetzes bezwecken, von besonders aktueller Bedeutung. Wenn Reichsminister Frank in seinen Ausführungen darüber sagte, daß der Staat im Erfinder die schöpferische Kraft seines Volkes schütze und gerade ihm der formale Rechtsschutz um so weniger versagt werden dürfe, als besonders auf dem Gebiet der Technik und der Wirtschaft die objektive Wertbedeutung schöpferischer Ideen am Anfang sehr oft schwer festzustellen sei, so entspringt diese Auffassung durchaus jener nationalsozialistischen Einstellung, die mit Recht ängstlich darauf bedacht ist, daß kein neuer und bahnbrechender Gedanke dem deutschen Volk verloren geht. Darüber hinaus wird aber auch die schwerwiegende menschliche Seite des Patentrechtes sichtbar. In engstem Zusammenhang mit diesem Problem, das für die gesamte Kulturwelt von allergrößter Bedeutung ist, steht das Erfinderschicksal. Die Geschichte hat zahllose, zum Teil erschütternde Beispiele dafür geliefert, wie oft die genialsten Menschen elendiglich zu Grunde gehen muhten, weil sie entweder nicht die nötigen kaufmännischen Fähigkeiten besaßen, um ihre Erfindung nach der wirtschaftlichen Seite hin entsprechend auszuwerten oder weil ihre schöpferischen Leistungen verkannt wurden. Es ist nicht allzu oft oorgefommen, daß geniale Erfinder die Früchte ihres rastlosen Schaffens ernten konnten. Viele von ihnen sind ohne Ruhm und Glanz in den ärmlichsten Verhältnissen namenlos dahingestorben und vielfach erst nach ihrem Tode berühmt geworden. Andere waren durch ihre materielle Notlage gezwungen, ihr ausschließliches geistiges Eigentum um einen Bettelpfennig zu verschleudern, nur um ihr Leben fristen zu können. Irgendein geschäftstüchtiger Mann bereicherte sich oft in der gewissenlosesten Weise an den Gedanken und Einfällen, die andere hatten. Nicht alle Erfinder waren in der glücklichen Lage wie der berühmte James Watt, der Erfinder der Dampfmaschine, der nach einer schweren und zermürbenden Krisenzeit mit seinen Erfindungen ein Vermögen erwarb. Das sind im allgemeinen Ausnahmen, die nur die alte Regel bestätigen, daß in den vergangenen Zeiten der Prophet in seinem Vaterlanoe sehr wenig gegolten hat. So ist z. B. der Erfinder des Fernsehens, der Deutsche Nip - k o w, erst durch die nationalsozialistische Initiative zu verhältnismäßig spätem Ruhm und Ansehen gelangt, und er würde vielleicht heute noch unbeachtet und zurückgezogen im Norden Berlins leben, wenn sich nicht die Zeiten so gewaltig geändert hätten. Um die Erfindertragik von Anno dazumal zu verhüten, ist der Nationalsozialismus sowohl im Hinblick auf das Wohl des einzelnen wie auch auf das der Allgemeinheit gewillt, alle ernstzunehmenden neuen Vorschläge und Anregungen, alle produktiven Erfindungen und schöpferischen Gedanken sorgfältig und gewissenhaft zu prüfen. Kunst und Wissenschaft. Der Erwinvon-Skeinbach-Preis für den Dichter Emil Strauß. Dem Dichter Emil Strauß, der anläßlich seines 70. Geburtstages Gegenstand vieler Ehrungen war, ist jetzt auch der Erwin von Steinbach-Preis verliehen worden. Hierbei handelt es sich um eine Summe von 10 000 Mark aus der Stiftung eines nicht bekannten Amerikaners, die u. a einen Preis für den alemannischen Kulturkreis in genannter Höhe Vorsicht. Im ganzen werden fünf derartige Preise verteilt, über die stiftungsgemäß die Universitäten Bonn a. Rh., Freiburg i. Br., Königsberg, München und Prag verfügen. Die Ausschüttung erfolgt jetzt zum ersten Mal. Kirchenmusik im Rahmen der Reichsmusikkammer. Die Reichsmusikkammer und der Reichskirchenausschuß haben eine Vereinbarung geschlossen, durch die die Mitarbeit der deutschen evangelischen Kirche an den Aufgaben der Reichsmusikkammer gewährleistet wird. Die Bedeutung dieser Vereinbarung liegt darin, daß sie den besonderen Erfordernissen der gottesdienstlichen Musik Rechnung trägt und dementsprechend die kirchenmusikalische Arbeit im Rahmen der Reichsmusikkammer neu regelt. Auf Grund der Vereinbarungen werden die evangelischen Verufs- kirchenmusiker in die Reichsmusikerschaft der Reichs- musikkammer eingegliedert und zu einer eigenen Fachschaft zusammengestellt. Die Anordnungen der Reichsmusikkammer dürfen nicht in die dienstliche Tätigkeit der beamteten oder angestellten Kirchenmusiker eingreifen. Maßnahmen der Reichsmusikkammer gegen Berufskirchenmusiker sind nur im Einvernehmen mit der zuständigen Landeskirchenbehörde zulässig. Der „Verband evangelischer Kirchenchöre Deutschlands" und der „Verband Evangelischer Posaunenchöre Deutschlands" werden mit ihren sämtlichen Chören in die Reichsmusik- kammer eingegliedert und erwerben damit das Recht, sich im gleichen Rahmen wie die der Reichsmusikkammer angeschlossenen Laienmusikvereine öffentlich zu betätigen. Das Recht der deutschen evangelischen Kirche, den „Reichsverband für Evangelische Kirchenmusik" als Pflichtorganisativn für die auf dem Gebiete der Kirchenmusik tätigen Personen und Chöre zu erklären, wird durch diese Vereinbarung nicht berührt. Tagung der Landesletter und Leiter der Reichsfachschaften der Reichsmusikkammer. Die Reichspiusikkammer hatte in den letzten lagen ihre Landesleiter aus dem Reich sowie die Leiter der Reichsfachschaften zu einer gemeinsamen Tagung nach Berlin berufen. Bei der Tagung selbst wurden die wichtigsten organisatorischen Fragen der Reichsmusikkammer behandelt, z. B. die Umstellung der bisherigen Fachverbände der Reichsmusikkammer zu unmittelbaren Reichsfachschaften und die neuen Aufgaben der Landesleiter im Bereich der einzelnen (Baue. In Vorträgen des Präsidenten Prof. Dr. Peter Raabe, des Reichsgeschäftsführers Heinz I h l e r t, ferner des Leiters der Reichsfachschaft Komponisten, Prof. Paul G r a e n e r und anderer maßgebender Mitarbeiter wurden die wichtigsten musikalischen Kulturfragen behandelt und die kommenden Arbeiten der Kammer und ihrer Landesleiter festgelegt. Im Vordergrund stand die Frage der Volkstumsarbeit in den Grenzlandgebieten, die Förderung des zeitgenössischen Musikschaffens und des musikalischen Erziehungswesens sowie der Ausbau der Zusammenarbeit mit den Gemeinden und ihren städtischen Musikbeauftragten. Aus aller Well. Erinnerungsfeier des Reichsbundes der Inhaber der Rettungsmedaille. Anläßlich der Wiederkehr des Stiftungstages der Rettungsmedaille beging der Reichsbund der Inhaber der Rettungsmedaille, der unter der Schirmherrschaft des Preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring steht, eine Erinnerungsfeier. Nach gemeinsamem Gottesdienst im Dom marschierten die Helden des Alltags zum Denkmal Friedrich Wilhelms III., des Stifters der Rettungsmedaille. Der Reichsführer des Bundes, Hoppe, legte einen Kranz nieder und hielt eine kurze Ansprache. Anschließend begaben sich die Teilnehmer zur Kranzniederlegung zum Ehrenmal. Zu der Feier waren Bundesmitglieder aus dem ganzen Reich, aus Hessen, Württemberg, Dresden und Thüringen in der Reichshauptstadt eingetroffen. Don Ministerpräsident Hermann Göring ging ein Telegramm ein, in dem er dem Reichsbund kameradschaftliche Grüße und beste Wünsche zum Ausdruck bringt. „Düsseldorf und Mainz im Karneval eins." Der große Besuch des Mainzer Karnevals in Düsseldorf, dem sich nicht nur die Führer der Mainzer Karnevalsvereine, sondern auch die Prinzengarde und Ranzengarde angeschlossen hatten, gestaltete sich am Wochenende zu einer großen Kundgebung für das Karnelvalsbündnis am Rhein, das im vorigen Jahre zwischen Mainz und Düsseldorf geschaffen worden war. Beim offiziellen Empfang der Besucher durch den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf im Rathaus, dessen Sitzungssaal bunten karnevalistischen Schmuck trug, kam zum Ausdruck, daß das Karne- valsbündnis zwischen Düsseldorf und Mainz unerschüttert sei und die Grundlage für neue Gemeinschaftsarbeit bilden werde. Die Fleischbelieferung Londons lahmgelegt. Die Fleischbelieferung Londons war am Montagmorgen infolge des Streiks von 8 0 0 0 Singe ft eilten und Arbeitern des Londoner Fleischmarktes vollständig lahmgelegt. Streikposten besetzten die Eingänge zu den Markthallen und verhinderten jede weitere Fleischzufuhr. Starke Polizeiaufgebote sorgten für Aufrechterhaltung der Ordnung. Hunderte von Fahrzeugen waren in den Zufahrtsstraßen zum Markt festgefah- ren, so daß sich eine schwere Verkehrsstockung entwickelt. Die Streikenden verlangen einen Mindest- lohn von 4 Pfund wöchentlich, ferner die 40= Stunden-Woche und eine bezahlte Ferienwoche. Frische Kirschen, Erdbeeren und Rosen in Dalmatien. In Dalmatien gab es in diesem Jahre überhaupt keinen Winter. In Split wies das Thermometer dieser Tage 31 Grad Wärme auf. Den ganzen Januar über blühten d i e Rosen, so daß für etwa 12 000 RM. ausgeführt werden konnten. Seit einigen Tagen bringen die Bauern auch schon Kirschen auf den Markt. Auch frische Erdbeeren und junges Gemüse gibt es in Mengen. Das Belgrader „Bremen" weist darauf hin, daß zur selben Zeit des Vorjahres Split unter einer dichten Schneedecke lag. Kältewelle in Amerika. Die etwa 90 Meilen von Washington und der Chesapeake-Bucht liegende Insel Tangier, die sonst ein beinahe südliches Klima hat, ist seit Tagen von riesigen Eisfeldern umschlossen. Nachdem verschiedene Dampfer vergeblich versucht hatten, das Eis zu durchbrechen, brachte nunmehr das Luftschiff der Goodyear-Zeppelin-Werke den etwa 1200 Inselbewohnern Lebensrnittel und Medikamente. Auch auf der etwas weiter nördlich von der Nordküste Amerikas liegenden Nantucket-Insel Marthas Vineyard, die ebenfalls von riesigen Eisfeldern umgeben ist, macht sich Lebensmittelknappheit bemerkbar. Unwetter verwüstet Rord-Reufeeland. Die Nordinsel von Neuseeland wurde von einem verheerenden Unwetter heimgesucht. Die Stadt Palmerston sieht aus, als ob sie von einem Erdbeben betroffen worden wäre. Don vielen Häusern wurden die Dächer abgerissen und Fensterscheiben eingedrückt. Auf dem Messeplatz stürzte eine große Tribüne ein. Ein Zug entgleise. Auf der ganzen Insel sind die drcchtlichen Verbindungen unterbrochen. Der Wariarapa-See und der Fluß Manawatu sind meilenweit über d i e Ufer getreten. Hagelwetter in Südafrika tötet 97 Eingeborene. Bei Settier (150 Kilometer nördlich von Johannesburg in Südafrika) richtete ein schweres H a - gelro etter, dem ein Wolkenbruch folgte, aroße Verheerungen an. 97 Eingeborene tarnen da, bei ums Leben. Einige von ihnen ertranken. Drei Kinder durch Kohlenoxydgase getötet. Die drei Kinder des Ehepaares S m o l n i k in Misburg (Hannover) im Alter von 5, 3 und */4 Jahren wurden in der Dachwohnung ihrer Eltern durch Kohlenoxydgase vergiftet aufgefunden. Der Vater, der am Tage zuvor nach langer Arbeitslosigkeit wieder Arbeit erhalten hatte, war gerade zur Arbeit gegangen, und die Mutter hatte einen dringlichen Gang zu einer Behörde unternommen. Offenbar haben die Kinder in Abwesenheit der Eltern sich am Ofen zu schaffen gemacht, so daß Kohlen herausfielen und Papier und Holzabfälle in Brand setzten. Als Hausbewohner auf das Unglück aufmerksam wurden, riefen sie die Feuerwehr und Aerzte herbei, doch konnten diese trotz l^ftünbigen Wiederbelebungsversuchen die Kinder nicht wieder ins Leben zurückrufen. Zugzusammenstoh auf einer amerikanischen Hochbrücke. Auf der Hochbrücke vor dem Hauptbahnhof in Cincinnati (USA.) ereignete sich ein schwerer Zug - zusammen st oß. Infolge des Anpralls stürzte ein Eisenbahnwagen über die Brücke auf die 18 m tiefer gelegene Straße. Bisher find 30 Verletzte gemeldet worden. Schwere Bluttat auf einem bayerischen Bauernhof. In der Nähe von Rosenheim, in der Filze, Gemeinde Westerndorf-St. Peter (Oberbayern), hat der 56 Jahre alte Taoer Girl seinen Neffen, den 21 Jahre alten Josef Wi11mann, mit einem Schuß aus einem Jagdgewehr getötet; dann hat Girl sich erhängt. Der Grund zu der Tat liegt in Streitigkeiten. Girl hatte seinen eigenen Sohn vom Hofe weggeekelt und hatte den Hof feinem Neffen übertragen. Dieser wollte aber auch wieder weg und verlangte das dem Girl übergebene Geld zurück. Darüber geriet Girl in Wut und griff zur Waffe. Münchner Maler ermordet aufgefunden. In München mürbe ber 52 Jahre alte verwitwete Kunstmaler Friedrich Herpfer in seinem Wohn- zimmer mit schweren Schädelverletzungen und durchschnittener Kehle tot aufgefunden. Herpfer war am Abend zuvor im Vierstüberl und im Tanz- faal ber Schwabinger Brauerei gesehen worben. Der Ermorbete mar vollständig angekleidet; er dürfte bald nach seiner Heimkehr überfallen morden sein. Die Polizei hat für die Ermittlung des Täters 500 Mark Belohnung ausgesetzt. Oie Zeugenvernehmung im Seefeld-prozeß. Im Seeseld-Prozeß gab der Angeklagte auf rniederholtes Befragen zum ersten Mal unum- munden zu, daß er, roie der Zeuge K. behauptet, tatsächlich am 23. Februar 1935 morgens erst in ber Stabt Schwerin gemefen sei, bevor er nach (Borries meiterging. Seefeld hat bis dahin immer bestritten, überhaupt die Stadt Schmerin berührt zu haben, meil nämlich an diesem Morgen der später ermordet aufgefundene Knabe Zimmermann aus der Stadt verschmunden ist. Einer der Zeugen hatte 1928 als 20jähriaer Arbeitsloser sich für einige Zeit Seefeld als Ar- beitsgehilfe und Wandergefährte angeschlossen. Seefeld zmang ihn zur Duldung von Sittlich- keitsverbrechen; er flößte dem jungen Menschen solche Furcht ein, daß dieser eines Nachts in einer Feldscheune Angst um sein Leben bekam und unter Zurücklassen seines Gepäcks über bas Scheunenbach floh, meil Seefeld die Scheunentür mit Draht versperrt hatte. Ein anderer Zeuge schildert die Sittlichkeitsverbrechen, die Seefeld 1915 an ihm beging. Dieser Zeuge war damals etwa 15 Jahre alt. Seefeld hatte ihn von einer Arbeitsstätte fortgelorft und mit auf Wanderschaft genommen. Ein junger Zeuge aus Lenzen an ber Elbe ist von Seefeld mit Versprechungen in eine Tannenschonung gelockt worben, wo der Angeklagte sich an ihm mit Gewalt verging. Seefeld hat diesem Knaben ein eigentümlich, aber nicht unangenehm riechendes Taschentuch unter die Nase gehalten. Dann wurden noch einige Schweriner Zeugen vernommen. Einer dieser Knaben blickte noch bei seiner Vernehmung immer scheu auf Seefeld und Jing dann an zu meinen, ohne mit seinen Angaven fortzufahren. Als der Junge gefragt murde, ob er denn noch immer 21 n g ft vor dem Angeklagten habe, nickt er mit dem Kopf. Die Vernehmung dieses Zeugen mürbe für einige Zeit unterbrochen. Den zuletzt vernommenen Zeugen hat Seefelb von einem Gift erzählt, bas sehr schnell löblich wirke, unb bas er sich selber aus brei Mebikamenten zusammensehe. Weiter rühmte ich Seefelb bem Jungen gegenüber seiner über- innlichen Kräfte, mit beren Hilfe er jebem Meuchen seinen Willen aufzwingen könnte. Am Montagvormittag wirb bie Derhanblung fortgesetzt. Abessinische Läufer. Im Zusammenhang mit dem ojtafrikanijchen Konflikt taucht immer wieder die ebenso interessante wie entscheidende Frage auf, roie es den Abessiniern im Hinblick auf die außerordentliche Rückständigkeit der Verkehrsverhältnisse möglich ist, wichtige Nachrichten zu übermitteln, ohne dabei einen allzu großen Zeitverlust zu tyafren. Es ist zur Genüge bekannt, daß Abessinien, obwohl es eine uralte religiöse Kultur besitzt, ein unzivilisiertes unb völlig unmodernes Land ist, ein nesenyaftes unb schwer zugängliches Gebiet ohne brauchbare Wege unb vor allem ohne die Erfindungen der modernen Technik wie Telephon, Telegraph usw. Die modernen Mittel zur Nachrichtenübermittlung sind zumindest nur spärlich vorhanden, so daß die Abessinier im allgemeinen darauf angewiesen sind, Boten und Läufer zu verwenden, wenn es sich um die rasche Uebermittlung wichtiger Meldungen und Depeschen handelt. Diese abessinischen Läufer sind allerdings äußerst zähe und an die größten Strapazen gewöhnte Burschen, die manchmal im Laufen geradezu phantastische Leistungen vollbringen, bie sogar einem Nurmi zur Ehre gereichen würden. Es ist keine Seltenheit, daß auf diese Weise an einem Tage Erlernungen von über hundert Kilometer bewältigt werden. Dazu kommen noch die Unbilden der abessinischen Witterung, die Gluthitze und die unaufhaltsam strömenden Regengüsse, wobei noch überdies die Schwierigkeit des Geländes für jeden Europäer ein nahezu unüberwindliches Hindernis darstellen würde. Abends als Letztes Chlorodont- dann erst ins Bett / ich aufrichtige Wünsche für iffen. Adolf Hitler/ 1 Verschiedenes werbungsichreibenbet^ LichtbUder undBewerbungsunter- .b führungearten schnell und zu müßigen Preisen Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7. 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Ich werde gegen jeden, der die üb. meine Person in Umlauf gesetzten falschenGerüchte in der Rabenau weiter verbreitet, gerichtl-vorgehen Alfred Roth, Not- deck, HanpUtr.76 Sdiaum beim Wafrhen |bt)iel man will ♦♦♦ lllan muß nur vorher öas Wasser weichmachea. das ist ganz einfach,indem man etwa 15Minuten vor Bereitung der Waschlauge einige Handvoll Henko bleich-boda im Wasser verrührt. fti«, L D hat, ' Zusa ' • m a klön allei sei. recht nügt fern ohne, gunc nach! ten Zuso als । sumr Stell ten häng' Beju;. der ( die meh beteil sagen überp don Hörde anget Da ■ New Gnad Handl Tod j Handl | des U Mitte nis £ i' ' das fi । , gekom Gesuch Wege! )urch nal 3 Jes ' veisn Brennholzversie gerungen der Stadt Gießen. Die im Januar 1936 stattgefundenen Brennholz^ Versteigerungen in den städtischen Waldungen wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 10. Februar 1936 in Empfang zu nehmen. 713C Gießen, den 1. Februar 1936. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. Schnellkocher und Tauchsieder sind zwei unentbehrliche elektrische Hausgehilfen. - Die Marke „Grossag“ bürgt bei diesen beiden Geräten für Güte u. Preiswürdigkeit Der Tauchsieder kostet nur RM. 5.40, der Schnellkoche? für 1 Liter Inhalt RM. 9.-. „Grossag“-Elektrogeräte sind erhältlich bei: MW. B. Häuser g jr 11 Gießen 39i A Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Der Führer und Reichskanzler hat an den Vorstand der Daimler-Benz AG. folgendes Telegramm gerichtet: „Bei der heutigen 50. Wiederkehr des Tages, an dem Karl Benz das erste Patent für einen praktisch brauchbaren Motorenwagen erteilt wurde, gedenke ich der wertvollen Arbeit, die die Daimler-Benz-Werke und die deutsche Automobilindustrie seither geleistet haben. Mit meinen Heute entschlief sanft unser einziggeliebtes Töchterchen, Enkelchen und Nichtchen Anny im zarten Alter von nahezu 3 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Frosch und Frau. Gießen (Schloßgasse 10), 2. Februar 1936. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Februar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. _____________ 0488 Rundfunkprogramm. Dienstag, 4. Februar. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7) Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Das deutsche Lied. Mädchenlieder von Johannes Brahms. 16: Volksmusik. Aus Hessens musikalischer Bergan- genheit (5). Hausmusik auf Schloß Schlitz. 17.30: Die ewige Straße. Eine kulturhistorische Hörfolge aus zwei Jahrtausenden. 18: Musik am Feierabend. 19.45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: „Euryanthe", Oper in drei Akten. 23.15: Musik aus aller Welt. 24 bis 2: Nachtmusik. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel DA. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Reichsverkehrsminister Freiherr von E l tz - R ü • benach hat an Daimler-Benz, Stuttgart-Untertürkheim, folgendes Telegramm gerichtet: „Anlaß- lich der 50jährigen Wiederkehr des geschichtlichen Tages, an dem Karl Benz das für die Entwicklung des Kraftfahrwesens so bedeutsame Patent erhielt, spreche ich Ihnen für die Fortsetzung des von dem großen Erfinder begründeten Werkes meine herzlichsten Glückwünsche aus. ' Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübenach. Wetterbericht des Reichstvetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der gestern über Holland liegende Wirbel ist fast bis zur Ostsee weitergezogen, so daß wir uns bereits cheute im Bereich kälterer und an seiner Rückseite vorstoßender polarmaritimer Luftmassen befinden. Auch in den oberen Lagen der niedrigeren Mittelgebirge ist dabei bereits wieder Frost, vielfach auch eine Schneedecke aufgekommen. Da durch das ausgedehnte, von Nordskandinavien bis Südeuropa reichende Tiefdrucksystem die weitere Zufuhr polarmaritimer Luft begünstigt wird, kann zunächst noch mit fortschreitender Abkühlung gerechnet werden. Aussichten für Dienstag: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung und nur noch vereinzelten Schauern (auch in den Niederungen teilweise Schnee), bei lebhaften nordwestlichen Winden kälter, nachts Frost. Aussichten für Mittwoch: Zunächst noch Fortdauer der kälteren Witterung, doch voraussichtlich wieder unbeständiger. Lufttemperaturen am 2. Februar: mittags 7,5 Grad Celsius, abends 5,5 Grad; am 3. Februar: morgens 3 Grad. Maximum 7,9 Grad, Minimum 2,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Februar: abends 5,2 Grad; am 3. Februar: morgens 4,3 Grad Celsius. — Niederschläge 1 mm. Wintersporllvetternachrichien. Schwarzwald, Feldberg: Nebel, —5 Grad, 50 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 20 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. bei Wien, wo er in den kaiserlichen Gärten tätig ! war. Später arbeitete er wieder im Rheinland und 1 wurde schließlich nach Berlin gerufen, wo er sich 1 rasch zum königlichen Garteningenieur herausarbei- tete. Zunächst schuf er in dieser Zeit die Garten < und Parks in Potsdam, wobei zu den schon ge- ■ nannten Anlagen noch der Park von Babelsberg, der Garten des Marmorpalais und die Anlage von Charlottenhof kamen. Als Berlin die Jahrhundertfeier der Thronbesteigung Friedrichs des Großen beging, wurde der Friedrichshain geschaffen, der den Osten Berlins verschönt. Im gleichen Jahr nahm Lenne auch die Umgestaltung des Tiergartens in Angriff. Er gehörte bisher zum Hofe und war noch fast unkultiviert. In dem jetzigen „Neuen See" ließ Lenne sich das Sumpfwasser sammeln und legte Reitwege und Pfade für Fußgänger an, und in diesem Zustande wurde der Tiergarten der Stadt Berlin geschenkt und der Oeffentlichkeit übergeben. Schließlich legte Lenne auch noch den Zoologischen Garten in Berlin an, dem die Zoologischen Gärten in Dresden und Köln folgten. Einem Hochstapler das Handwerk gelegt. Als ein Hochstapler eigener Art entpuppte sich der 31jährige Johann Schnell aus Mannheim, ein wegen Eigentumsdelikten und Betrügereien häufig vorbestrafter Zeitgenosse. Nachdem er eben eine anderthalbjährige Gefängnisstrafe verbüßt hatte, ließ er sich wegen angeblicher Blinddarmentzündung ins Krankenhaus aufnehmen. Allerdings konnte er die Aerzte nur drei Tage täuschen. Kaum hinausgewiesen, ging er in andere Krankenhäuser und schmuggelte sich dort unter falschem Namen als Grippekranker ein. Die Aerzte brachten den Simulanten, der künstlich Fieber in sich hervorgerufen hatte, jedoch nach kürzester Zeit „auf die Beine". Das Mannheimer Landgericht verurteilte den Angeklagten wegen Rückfallbe- t r u g s zu einem Jahr Gefängnis und ordnete Sicherungsverwahrung an. Schnell griff dieses Urteil vor dem Reichsgericht an. Das Reichsgericht kam zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte mit Recht als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher gekennzeichnet'und daß die Notwendigkeit der Sicherungsverwahrung ausreichend nachgewiesen sei. Die Revision des Beschwrdeführers wurde als unbegründet verworfen. Empfindliche Strafen für zwei gefährliche jugendliche Volksschädlinge. Die Große Strafkammer in Aschaffenburg verhandelte gegen zwei jugendliche Verbrecher, den 20 Jahre alten Josef P a u l i aus München und den 16jährigen Georg L o b e r. Sie hatten in zahlreichen Kirchen die Opferstöcke erbrochen und sonst noch zahlreiche Einbrüche und Diebstähle verübt. Auch hatten sie ein Notzuchtverbrechen an einem 21jährigen Mädchen begangen. Wie sich aus der Verhandlung ergab, war der erst 16jghrige Georg Loder der eigentliche Anstifter. Das Gericht verur- t-ilte den Pauli zu 6V- Jahren Zuchthaus, während es dem Lober 7V2 Jahre Gefängnis zudiktierte. Nachlässigen Motorradfahrer zur Warnung! Der schwere Motorradunfall im Oktober v. I. bei Puderbach im Westerwald, bei dem die Ehefrau des in Köln - Deutz wohnenden Nikolaus Hans durch Fahrlässigkeit ihres Ehemannes zu Tode kam, fand vor der Großen Strafkammer Neuwied sein gerichtliches Nachspiel. Der Angeklagte, der mit einem Leichtkraftrad, auf dessen Soziussitz seine Ehrfrau saß, einen Kriegskameraden besucht hatte, nahm trotz der Warnungsrufe Umstehender eine Kurve an der Provinzialstraße zu schnell und zu weit und fuhr auf einen Lastkraftwagen. Die Frau trug bei dem Zusammenstoß schwere Verletzungen I davon, die ihren alsbaldigen Tod zur Folge hatten. Magen- n.Darm- Störungen, Leber- nnC Stoß- wechsel- bezchwerden leicht z. beseit, durch anerk. Bulgara-Tee imFachgesch. Kräuterhaus Jung in d.Mänsbnrg jroedtfötlönwngoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange. bote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage besScwerbenachweijes ouigenommen werden Verlag »««StebenerAozetgerr Die Strafkammer berücksichtigte ftrefmilbemb, daß der Angeklagte schon dadurch schwer bestraft sei, daß durch seine Nachlässigkeit seine Ehefrau zu Tode gekommen war, und verurteilte ihn wegen fahrlässiger Tötung anstelle von zwei Monaten Gefängnis zu 300 Reichmark Geldstrafe. Eine diebische Hausangestellte. Bei einer Heidelberger Familie trat vor einigen Tagen eine neue Hausangestellte ein, die sich Klara Roos nannte und angab, aus Kreuznach zu kommen. Jetzt ist das Mädchen flüchtig gegangen, nachdem es seinen Arbeitgebern Schmucksachen im Werte von rund 5 5 0 0 Mark entwendet hatte. Folgenschwere Explosion in einem indischen Kohlenbergwerk. In einem indischen Kohlenbergwerk in Äharia im Staate Bihar hat sich eine schwere Explosion ereignet. Bisher wurden 4 0 Tote geborgen. Man rechnet jedoch mit weiteren Verlusten da eine Anzahl von Bergarbeitern noch vermißt wird. Das Unglück ist auf eine schwere Explosion unter Tage zurückzuführen. Fünfzig Tote und Verletzte bei einem Eisenbahnunglück in Japan. Nördlich von Tsuruga in der japanischen Provinz Fukui verunglückte ein Personenzug durch den Absturz von Schneemassen. Drei Wagen wurden durch den Anprall umgerissen. Nach den ersten Feststellungen wurden 50 Zote und Verwundete gezählt. Zwanzig Neger in einem Kraftwagen verbrannt. In Scottsboro im Staate Alabama, USA., geriet ein Kraftwagen, auf dem sich 20 gefangene Neger und zwei weiße Aufseher befanden, infolge Explosion des Benzintanks in Brand. Alle 20 Neger verbrannten unter schrecklichen Qualen. Die beiden Aufseher trugen schwere Brandwunden davon. 600 Schreibmaschinen aus der Tschechoslowakei nach polen geschmuggelt. In Warschau wurden der Zweigstellenleiter und vier Angestellte der Prager Schreibmaschinenfabrik Wilin & Co. verhaftet, da sie mit Hilfe tschechoslowakischer Schlafwagenschaffner im Laufe der letzten Jahre über 600 Schreibmaschinen nach Polen eingeschmuggelt hatten. Die Verhafteten, die gegen Sicherheiten aus der Haft entlassen worden waren, sind ins Ausland geflüchtet. Schwerer Raubüberfall am Kurfürstendamm in Berlin. In Berlin wurde ein Kassenbote auf dem Hof eines Grundstücks am Kurfürstendamm von zwei noch unbekannten Tätern überfallen und niedergeschossen. Den Räubern fielen Bargelder und Schecks im Werte von 15 000 Mark in die Hände. Der Ueberfallene liegt vernehmungsunfähig im Krankenhaus. Seine Verletzungen find lebensgefährlich. Der Bote sollte das Geld von der Zweigstelle des Mitteleuropäischen Reisebüros, die sich in diesem Hause befindet, zu einer Bank bringen. Der Führer und der Reichsverkehrsminister beglückwünschen Daimler-Venz. BessererHerrviel auf Reisen sucht in herrschaftlich. Haus ein gemütl. Wohn-Schlafzimm. mit Zentralheizung und möglichst mit fließendem Wasser ab 8. Febr. zu miet. Schr.Angeb.unt. 0486 a. d. G. A. [Stellenangebote] Keine Ursprungszeugnisse, boU bet Pfff ■ bit nu 1 ba Bc | Vi - Br.- s-' fre' vo , - <5i- ‘ - frü d o 12(! . So' her Ar' ' hat", Stellengesuche| Tüchtig., älteres Mädchen in allen Hausarbeiten sowre Kochen erfahr., sucht Stelle zum 15.2. Gute Zeugnisse vorhanden. Sckr. Angeb. unt. 0487 an d. Gieß. Anz. Braves, fleißiges Mädchen in all. Hausarb. erfahren,mit gut. Zeugn., sucht für sof.od.l5.2.Stel- lung. Schr.Ang. u.0492 a.d.G.A. 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Kaufgesuche | Exporthaus sucht aus Privat PIANOS FIUgelu.Harmoniums - Sofort Kasse - Eiloffert.m.Frei' Es ist interessant, die Leistungen prominenter 1 Langstreckenläufer mit denen der abessinischen Boten zu vergleichen. Sv gewann z. B. der berühmte Argentinier Z a b a l a, der sich gegenwärtig in Deutschland für die Olympiade vorbereitet, im Jahre 1932 in Los Angeles den Marathonlauf von 42 Kilometer in 2 Stunden 31 Minuten. Den Rekord für 25 Kilometer stellte der Finne Matti M a 11 e l l i n mit 1 Stunde 22 Minuten auf. Hervorragende Läufer findet man besonders bei den Tarahumara- Jndianern in Nordmexiko. Es sind Läufer darunter, die in 24 Stunden beinahe 150 Kilometer zurücklegen. Was nun die abessinische n ßäufer betrifft, so kann man aus ihren fabelhaften Leistungen ohne weiteres ersehen, daß sie über eine für europäische Begriffe unvorstellbare Ausdauer im Laufen verfügen, wie die Abessinier überhaupt in körperlicher Hinsicht von der Natur stark begünstigt sind. Republik für 218 Tage. In diesen Tagen hat der Regierungspräsident von Schneidemühl in dem kleinen Dorf Schwenten im Kreise Bomst eine Erinnerungstafel an jenes merkwürdige Ereignis in dem aufregenden Jahre 1919 anbringen lassen, das heute noch als einmalig in der Weltgeschichte dasteht. Schwenten ist zwar sonst in nichts unterschieden von den anderen Dörfern in der Nähe, und seine tausend Einwohner benehmen sich nicht anders als die übrigen. Doch einmal faßten die Einwohner von Schwenten einen fast ungeheuerlich zu nennenden Entschluß, dessen Durchführung für das Deutsche Reich von großer Bedeutung war. Schwenten wurde nämlich, als die Polen immer bedrohlicher an die Oder vorrückten, einfach eine neue besondere „R e p u b l i k", die sich zwischen Polen und Deutschland setzte und den polnischen Vormarsch tatsächlich aufhielt. Zu Beginn des Jahres 1919 fand im Gasthaus des Dorfes eine Volksversammlung statt, die eine „Regierung" bildete. Staatspräsident und Außenminister wurde Pastor Hegemann, und der Bürgermeister Drescher wurde als Innenminister anerkannt. Beide Herren leben heute noch in Schwenten. Zum Kriegsminister wurde der Forstmeister T r e s k e ernannt, der über eine Armee von 120 Mann und über zwei Maschinengewehre befahl. Es war aber nicht nötig, dieses Heer in den Krieg zu führen, denn die Polen erkannten die Republik Schwenten an und drangen niemals über diese Grenze hinaus. So konnten die Regierungsmitglieder nach 218 Tagen ihre Aemter wieder niederlegen, und eine Entente- Kommission erlaubte, daß das Dorf mieber ins Deutsche Reich eingeglieöert wurde. Jetzt bekommt das Gasthaus, in dem damals die Regierung gebildet wurde, den Namen „Historisches Gasthaus"', und die Bilder der drei tatkräftigen Männer erinnern fortan an ihren raschen und glücklichen Entschluß. Der Gartenschäpfer Berlins. Der Berliner liebt seine herrlichen Grünflächen und Parks wie kaum ein anderer Städter. Er ist ungeheuer stolz auf feinen Tiergarten, der eigentlich ein kleiner Wald ist, er ist auch em begeisterter Besucher des Zoologischen Gartens, und endlich fährt er für sein Leben gern nach Potsdam hinaus und geht im „N e u e n G a r t e n" oder im Park von Klein-Glienicke oder auf der Pfauen-Jnfel spazieren. Dieses schöne Eigentum des Berliners ist der Reichshauptstadt von dem Landschaftsgärtner und Gartendirektor Friedrich Wilhelms IV., Peter Joseph Lenne, geschenkt worden, dessen Todestag sich am 23. Januar zum 70. Male jährte. Seine ersten Lorbeeren pflückte Lenne, der in Bonn geboren war, zu Laxenburg gesucht. 72sD —--------------- Vogt u.St.N.30961(0439) Goethestrahe 32. an den G.A.erb. Schr. Ang. unter 724D a. d. G. A. 1-2 gut möbl. Zimm, (Seltcrsrveg)per sofort zu verm. Zu erfragen i. der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 717V | Mietgesuche | 4-6-Zimm.-Wohng. p.l.Juli im Zentrum der Stadt gesucht. Schristl. Ang. unt. 716V an d. Gieß. Anz. Dienstag billig: Kabeljau (kopflos), 2—Spfdg.» PL 284 Filet von Seelachs..........PL 354 Weiteres billigst. Fischhaus Cuxhaven S“ _____ ____________________________719 A Nr. 28 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 3.5ebruar Mb Die Gestapo. Der „Völkische Beobachter" bringt über die „Geheime S t a a t s p o l i z e i", die er „eine der am meisten beredeten und am weniq- stey gekannten Einrichtungen des nationalsozialistischen Staates" nennt, einen Aufsatz dem wir folgendes entnehmen: Der Staat darf sich nicht damit zufriedengeben, bereits begangene Verbrechen des Hoch- und Landesverrats aufzuklären und die Täter zu bestrafen Diel wichtiger ist, der Begehung derartiger Straftaten oorzubeugen und damit die Wurzeln dieser dem Staate drohenden Gefahren zu vernichten. Deshalb ist ein weiteres großes Aufgabengebiet der Geheimen Staatspolizei die vorbeugende Bekämpfung aller dem Staate und der Staatsführuna drohenden Gefahren. Mag die Verfolgung politischer Delikte die Auf. gäbe der Krimilnalpolizeien aller Zeiten und Länder gewesen sein — auch der Weimarer Staat hatte in den Abteilungen I A seiner Polizeibehörden eine solche auf politische Delikte spezialisierte Kriminalpolizei — so ist eine Geheime Staatspolizei als vorbeugendes Kampfinstrument gegen die dem Staate drohenden Gefahren ihrem Wesen nach unlösbar mit dem nationalsozialisti- schen Führerstaat verbunden. Denn seit der nationalsozialistischen Revolution ist jeder offene Kampf und jede offene Opposition gegen den Staat und gegen die Staatsführung verboten. Die Gegner des Führers und der nationalsozialistischen Idee sind aber, insbesondere soweit sie im Auftrage ausländischer Zentralen im Reich tätig waren und sind, mit dem Verbot ihrer Organisationen und ihrer Zeitungen keineswegs beseitigt worden, sondern haben sich lediglich in andere Formen des Kampfes gegen den Staat zurückgezogen. Wo die Regierungen des demokratisch-parlamentarischen Systems gegnerische Parteien, Fraktionen und Kampfbünde in der Oeffentlichkeit sich betätigen sahen, muß der nationalsozialistische Staat die unterirdisch gegen ihn kämpfenden Gegner in illegalen Organisationen, in getarnten Vereinigungen, in den Zusammenschlüssen wohlmeinender Volksgenossen und selbst in den eigenen Organisationen der Partei und des Staates aufspüren, überwachen und unschädlich machen — und zwar bevor sie dazu gekommen sind, eine gegen das Staatsinteresse gerichtete Handlung wirklich durchzuführen. Diese Aufgabe, mit allen Mitteln den Kampf gegen die geheimen Staatsfeinde zu führen, wird keinem Führerstaat je erspart bleiben, weil immer die staatsfeindlichen Mächte von ihren auswärtigen Zentralen her irgendwelche Menschen in diesem Staate sich dienstbar machen und zum unterirdischen Kampf gegen den Staat einsetzen werden. Aus diesem Grunde ist ein Kampfinstru- ment gegen diese Staatsfeinde für jeden Führer- staat eine organische Notwendigkeit, die nicht ohne schwerste Gefahr vernachlässigt werden darf. Die vorbeugende Tätigkeit der Geheimen Staats- Polizei besteht in erster Linie in der umfassenden Beobachtung der Tätigkeit aller Staatsfeinde im Reichsgebiet. Da die Geheime Staatspolizei neben den ihr in erster Linie obliegenden Vollzugsaufgaben diese Beobachtung der Staatsfeinde nicht in dem notwendigen Maße durchführen kann, tritt ihr ergänzend der Sicherheitsdienst des Reichsführers S S., der vom Stellvertreter des Führers als der politische Nachrichtendien st der Be- wegung eingesetzt wurde, zur Seite und stellt damit einen großen Teil der von ihm mobilisierten Kräfte der Bewegung in den Dienst der Staatssicherheit. Die Geheime Staatspolizei trifft auf Grund der Beobachtungsergebnisse gegen die Staatsfeinde die erforderlichen polizeilichen Vorbeugungsmaßnahmen. Die wirksamste Vorbeugungsmaßnahme ist zweifellos die Freiheitsentziehung, die in der Form der „S ch u tz h a f 1' verhängt wird, wenn zu befürchten ist, daß die freie Betati- gung der betreffenden Person in irgendeiner Weise die Staatssicherheit gefährden werde. Die Anwendung der Schutzhaft ist durch Richtlinien des Reichsund Preußischen Ministers des Innern und durch ein besonderes Haftprüfungsoerfahren der Geheiheimen Staatspolizei so geregelt, daß — soweit es Aufgabe des vorbeugenden Kampfes gegen die Staatsfeinde zuläßt — ausreichende G a - rantien gegen einen Mißbrauch der Schutzhaft gegeben find. Vor allem aber hat die einheitliche Erziehung und die Gleichrichtung der Praxis bei allen Behörden der Geheimen Staatspolizei dazu geführt, daß die Erfolge der Anwendung der Schutzhaft die gelegentlich nicht zu vermeidenden Härten unendlich aufwiegen. Während kurzfristige Schutzhaft in Polizei- und Gerichtsgefängnissen vollzogen wird, nehmen die der Geheimen Staatspolizei unterstehenden Konzentrationslager diejenigen Schutzhäftlinge auf, die für längere Zeit aus der Oeffentlichkeit herausgenommen weroen müssen. Den größten Stamm der Insassen der Konzentrationslager bilden diejenigen kommuni st ischen und sonstige marxistischen Funktionäre, die nach den gemachten Erfahrungen in Freiheit sofort ihren Kampf wieder aufnehmen würden. Weitere polizeiliche Vorbeugungsmaßnahmen gegen staatsfeindliche Bestrebungen bestehen in der A uflösung von Verbänden, in dem Verbot und der Auflösung von Versammlungen und Zusammenkünften, in dem Verbot von Schrif- t e n aller Art und dergleichen. In der Anwendung der polizeilichen Vorbeugungsmaßnahmen ist die Geheime Staatspolizei ein notwendiges Instrument in der Hand der Staatsführung, durch das der Wille der Staatsführung überall da durchgesetzt werden kann, wo andere' Zweige des Staatsapparates sich nicht durchsetzen können oder nicht eingesetzt werden sollen. Da auch der NSDAP, und ihren Führern durch gesetzliche Bestimmungen ein besonderer Schutz gewährt wird, obliegt der Geheimen Staatspolizei auch die Verfolgung von Delikten gegen diese Gesetze und der vorbeugende Schutz Der Partei und ihrer Führer. Die Aufgaben der Geheimen Staatspolizei können nur von Menschen erfüllt werden, die ganz in der nationalsozialistischen Weltanschauung leben und die die Verwirklichung der nationalsozialistischen Idee als das eigene Lebensziel betrachten. Deshals ist es das Bestreben der Führung der Geheimen Staatspolizei, aus den Angehörigen der Geheimen Staatspolizei nicht nur einen einwandfrei und erfolgreich arbeitenden Behördenapparat, sondern ein weltanschaulich und kameradschaftlich fest in sich geschlossene Staatsschutzkorps neuer Prägung zu schaffen. Das äußere Zeichen dieser inneren Geschlossenheit ist die schwarze Uniform der SS., die heute schon von einem großen Teil der Beamten und Angestellten der Geheimen Staatspolizei getragen wird. Alle Angehörigen der Geheimen Staatspolizei sind sich bewußt, daß ihnen mit dem steten Kampf gegen die negativen und zerstörenden Erscheinungen die schwerste, aber zugleich eine der ehrenvollsten und notwendigsten Aufgaben im nationalsozialistischen Staate auferlegt ist.. Sie fühlen sich bewußt als der Schnittpunkt von Staat und Bewegung, indem sie bestrebt sind, als tadellos arbeitender Behördenapparat die Anordnungen der Staatsführung und die Verwirklichung der Gesetze reibungslos zu vollziehen — indem sie aber zugleich als der Teil der nationalsozialistischen Bewegung sich fühlen, der noch heute Brust an Brust mit den Gegnern der Kampfzeit ringt und so die Erfolge der nationalsozialistischen Revolution verteidigt. Die Geheime Staatspolizei weiß, daß sie sich mit ihrer Arbeit, in der sie unmittelbar und mittelbar zahllosen Menschen weh tun muß, weder Liebe noch Dank gewinnt. Sie erstrebt ebensowenig äußere Anerkennung und Ehre. Sensationen, Mondraketen und Kanonen Oer Londoner Filmregisseur H. &. Wells und sein Tleuyorker Interview. Schon in den Urzeiten des Films haben die phantastischen Möglichkeiten der Filmphotographie die Autoren immer wieder verführt, sensationelle Stoffe, Zukunftsträume der Menschheit, die wildesten Abenteuer zu erdenken und auf die Leinwand zu bannen. Don den verschiedenen nie recht geglückten Verfilmungen des sagenhaften „Atlantis"- Stoffes bis zu „Metropolis" und der „Frau im M o n d" haben wir immer neue Formungen utopischer Vorwürfe erlebt, geboren aus dem Drange, Wunderwerke der Technik in den Dienst entfesselter filmischer Visionen zu stellen. Es liegt in der besonderen wirtschaftlichen und seelischen Struktur des Amerikanertums begründet, daß die dortigen Produktionsfirmen hier den Vorrang hatten. Die Maßlosigkeit aller Lebens- und Kunstformen im Lande der Dollarfürsten, der Wolkenkratzer und der Hollywood-Königinnen .mußte naturgemäß gerade auf dem Gebiete grotesker Phantastik und greller technischer Bluffs iu überspitzten filmischen Formungen gelangen, Formun- oen, die, vielfach töricht, vielfach prickelnd wie die Schmöker unserer Kindheit, blendeten und überraschten, mit wenigen Ausnahmen jedoch innerlich kalt und leer waren. Der Unterschied zwischen deutschen und angelsächsischen Filmen dieser Art tritt uns in seiner ganzen Schärfe vor Augen, wenn wir uns einmal klar machen, was uns eigentlich die Filme Harry Piels so liebenswert macht. Es ist nicht nur die regietechnische Leistung, es sind nicht allein die be- wunderswerten Bravourstücke Harry Piels: es ist vor allem die klare, charaktervolle, gemütstiefe Männlichkeit, die uns immer wieder in diesen Filmen packt und uns so manches Bild noch lange Zeit nicht vergessen läßt. Wie sehr der im Gegensatz hierzu ganz in der rein äußerlichen Beherrschung der technischen Werkzeuge haften bleibende Sen- sationalismus (um dieses nicht schöne oder hier zutreffende Wort einmal zu gebrauchen) mitunter das gesamte Denken von Filmautoren und Spielleitern beherrscht, zeigt eine interessante und aufschlußreiche Unterredung des bekannten Londoner Filmregisseurs H. G. Wells mit Vertretern der amerikanischen Presse anläßlich seiner jetzigen Amerikareise. Dieses Frage- und Antwortspiel zwischen Wells und dem Journalisten ist aufschlußreich für manches Fremdartige in der amerikanischen und auch der englischen Mentalität (die freilich nirgends so sehr wie in der Filmproduktion von Amerika stark beeinflußt ist). Das Interview, das in einer bekannten Londoner Film - Monatsschrift abgedruckt ist („Screen Pictorial“, Februar 1936), dreht sich zwar zunächst um H. G. Wells gegenwärtige Filmpläne, vor allem um seinen mit Spannung erwarteten Film „Kommende Dinge" („Things to come“), der das Problem der Eroberung des Mondes von neuem aufgreift, spielt dann aber auf allgemeine Fragen über filmische Dinge hinüber. Und da äußert denn im Verlauf der Unterhaltung Mr. Wells Ansichten, die schon deswegen, weil sie ja durch die gesamte amerikanische Presse gehen werden oder bereits gegangen sind, nicht unwidersprochen bleiben können. Zunächst eine Kuriosität des Denkens, die nicht nur aus fanatischer Filmbesessenheit entsprossen sein kann, sondern einfach die besonderen Gesetze und die ewige Gültigkeit anderer Künste snobistisch und ehrfurchtsvoll mißachtet. Der lebendige Mensch, der auf der Bühne leibhaft vor uns steht, dessen Lebenshauch zu uns herüberschwingt, Notgroschen, den sich die Bäuerin für kleine Verdienste zurücklegte. Nun wird seine Tür die große Geburtsurkunde der Haustiere. O, wie gewaltig, wie wichtig und erlebnisgroß kann doch so ein Bauernschrank sein! Nun steht er hier im Kellerlicht. Etwas Vollendetes umschwebt den schweren Schrank. Hat ihn die Not hierhergeschleppt? Und die Kette seiner reichen Jahre unterbrochen? Wo ist die Hand, die den lebendigen Segen des Hofes hütete und das Wachsen dieses Segens treu und gewissenhaft dem Schranke anvertraute? Nun schließe ich ihn wieder. Wer riß den Schrank aus seiner Heimat, wo er sich hilfefroh an die Menschen lehnte, und die Menschen sich an ihn? Wo sich Mensch und Ding, Ding und Mensch aneinanderschlossen mit Herz und Hand. Denn daß der Schrank auch ein Herz und eine Hand hat, das sieht man ihm sofort an. Er steht da und wartet, grübelt in sich hinein. Seine Gedanken berühren nicht die Dinge, die um ihn hocken und liegen. Er steht da in einer Vollkommenheit, die etwas Großes und zugleich tief Tragisches hat. Oberhessischer Kunsivereiu. Oelgeinälde, Aquarelle und Radierungen von Josef Steib. Josef Steib, der aus dem Rheinland stammt, unter anderem fünfzehn Jahre in Düsseldorf wirkte und jetzt in Berlin lebt, hat schon früher einige Bilder im Kunstverein ausgestellt. Jetzt füllt er mit seinen Arbeiten den ganzen Raum, man erhält einen Ueberblick über das gesamte Werk, und man ist zunächst etwas betroffen insofern, als es unmöglich erscheint, die verbindende Formel zu finden, die Einheit in einer auf den ersten Blick verwirrenden Vielheit der Gesichte: nicht nur im Stofflichen nämlich, nicht allein im Technischen bietet das Werk von Steib ein immer wechselndes Bild. Man kann das, was an Arbeiten hier ver- einigt ist, kaum auf einen Nenner bringen, was ja übrigens auch nicht unbedingt erforderlich scheint. Auch kann man kaum irgendwo Anklange oder gar Einflüsse aufstöbern, was jedenfalls nicht unsympathisch berührt. Wir wissen gar nicht, bei wem etwa Steib in Düsseldorf gemalt hat, wer seine Lehrer waren, ob er überhaupt Lehrer im lanö= läufig-akademischen Sinne gehabt hat. Wenn man ein Charakteristisches dieser Malerei herausfinden und benennen wollte, so tonnte man etwa auf eine vielfach sich äußernde fprubenbe Freude am Farbigen Hinweisen, die Steib freilich Hölzerner Geburtsschein. Von Max Iungnickel. In einem Kellerladen, wo man hinuntersteigt wie in eine Grabkammer, sah ich, neben alten Stühlen, Tischen und Fußbänken, einen großen, mächtigen Schrank stehen. Ein festes Stück aus Nutzbaum- holz. Die Tür hing freilich etwas windschief. Es kehlte auch ein Fuß. Di- Politur war hier und dort abgekratzt und schrundig geworden, aber sonst hatte der Schrank in feiner ganzen Erscheinung soviel von Standhaftigkeit und Große. Man bedauerte, ihn hier, gerade hier, zwischen Scherben und Splitter, Kehricht und dumpfer Kellerluft, zu begegnen. Der Schein der Gaslampe lag wie Gespensterlicht auf ihm. Ich weiß nicht, wie es kam, aber das Bild dieses Schrankes fing mich tief ein. Ich öffnete feine Tür — Und da sehe ich, auf der gehobelten Innen- leite, eine Schrift. Bl-ististschrift, dick und schwer- fällig geschrieben. Offenbar von einer Hand geschrieben, die jeden Buchstaben wichtig, sehr wichtig nahm. Fast die ganze Innenseite war oollgeschrieben. „ Da stand- „Am 10. Oktober die rote Kuh gekalbt^ — llnb so ging das weiter über die „große Sau , über Ziegen, Gänse und Glucken. Die ganze -Lur mar eine gewaltige Geburtstafel der SArant hielt das gigantisch- Na.zbuchblatt eines Bauernhofes in feinen Angeln fest. Als ich stand und buchstabierte, bevölkerte sich plötzlich der verschüttete Keller mit dem ganzen leidigen Reichtum eines Gehöftes. Es lebte und wimmelte um mich herum. Nicht nur Tiere sondern auch Pflug und Wagen, Ställe, gelber nen Und ich sah bie Bauersfrau, die sich bie Geburtstage bir Tiere in ein richtiges Buch notiert batte Eine Bauersfrau mit einer ganzen Schar o°nBindern. Und sah, wie der älteste Junge das kommt in ihren Arbeitstag. Wer soll das ^es fm Kopfe behalten? Wann hat doch d e große toau ihre Ferkel geworfen? Wann hat die alte Gans ausqebrütel? Wieviel Kinder datte die schwarze Glucke^ Nein nein, so etwas kann man nicht alles im Kopfe behalten! Da greift sie 3^ 2 glücklichen und sicheren Mittel, der Kleiberschrank muß herhalten. Er ist DoUgelaben mit Wasche Kleidern, Andenken, Schmuck, Birnen und mit den mit Vielen, Alten und Jungen, gemein hat. Steib sieht, wie uns scheint, in seinen Motiven zuerst die koloristischen Elemente, die Farbwerte im wechselnden Licht; dies scheint wesentlicher als der lineare Umriß, als der stoffliche Vorwurf überhaupt. Man kann als Beleg dafür etwa die nordafrikanifche Szenerie (an der Rückwand) heranziehen, mit den braunen Männern im weißen Burnus, mit dem leuchtenden Rot der Basare, mit dem Azur des wolkenlosen Himmels darüber, oder die große Schneelandschaft, in der merkwürdigerweise gar nicht die weiße Winterfarbe dominiert, sondern rote und gelbe und feuchte, föhnblaue Valeurs; ober die „Schiffe auf Rhodos" eine Farbensymphonie auf blauem Grund, über den dann die ganze Palette mit gelben, violetten und cremefarbenen Tönen sich ausbreitet, und der zuletzt noch vom glühroten Viertelbogen eines gerefften Fifchersegels fast sensationell überschnitten wird. Hierher gehören auch — wir können bei der Fülle des sich anbietenden Materials natürlich nur Ausschnitte geben — eine Reihe von Aquarellen, in denen die Farben weich und verschwenderisch fließen: die Thüringer Mohnfelder z. B., die „grüne Gewitterluft" ober das Blumenstück, das in seiner verschleierten Art ein wenig an manche Bilder des alten Rohlfs erinnert. In Arbeiten dieser Art erweist sich auch das malerische Temperament Steibs, vielleicht Erbteil und Mitgift feiner rheinischen Herkunft: alle die Bilder, die wir bisher erwähnten, schienen sehr schnell, ja heftig gemalt zu fein, mit vollem Pinsel, saftig und fett; ober sogar mit dem Spachtel derb aufgestrichen; unbekümmert auch und gelegentlich kühn in der Nebeneinanderstellung sehr heterogener Farbwerte. Doch bieten andere Arbeiten auch wieder ein völlig verändertes Bild: Steib kann, wie etwa die den Thüringer Landschaften gegenüber hängenden Aquarelle erweisen, auch ganz einfache und fast idyllische Wirkungen erzielen; eine schlichte Mauer, ein wenig Grün davor, und ein hoher, nur tan fernen Dogelschwingen durchschnittener blauer Himmel darüber. Er geht gelegenttich liebevoll aufs Detail ein, wie in der „Strauch-Studie" oder im „Hühnerstall", und gibt auch ganz schwerblütige, in der Stimmung verhaltene Bilder wie die auf einen ober zwei ruhige Töne gestimmten norwegischen Aquarelle oder etwa die fast primitiv vereinfachte lyrische Stimmung der „Mondnacht in der Eifel". Das alles verbindet sich zeitlich auf einem verhältnismäßig engen Raum — fast alle Bilder, die wir hier haben, stammen aus den letzten Jahren — und wird zusammengehalten von der Persönlichkeit des Künstlers, der sich übrigens mit einem Selbst- unb bie von ihm gesprochene ober gesungene Sprache bes Bühnenbichters: bas ist ein völlig für sich bestehenbes Erlebnis künstlerischer Wirksamkeit, bas ber Film nicht zu geben vermag. Er braucht es auch wahrhaftig nicht, er schenkt uns eine Fülle anberer Wunder und hat seine eigene Schönheit, bie roieberum burch nichts ersetzt werden kann. Herr Wells aber meint, der Film werde allmählich „die Oper und die Bühne verdrängen". Und auf die Frage, ob das nicht sehr schade wäre, meint er lediglich, das eine müsse eben dem andern weichen, künstlerische Formen hätten sich zu wandeln mit den Zeiten. Soweit die Frage Bühne und Film, wie sie sich in diesem Urteil spiegelt. Ist dies aber immerhin eine Ansicht, bie zu kennen wichtig ist, bie aber bas beutsche Leben unb bie beutsche Kunst wenig berührt, so würben in biefer Presse • Unterredung noch anbere Dinge erörtert, bie zwar nicht Deutschlanb birekt — wenigstens auf ben ersten Anschein nicht — angehen, bie aber eine Vorhersage über bas (ommenbe europäische Schicksal barstellen. Da ist Herr Wells unb anscheinenb auch ber ihn befragenbe Journalist ber Meinung, baß zwar gegenwärtig noch niemanb kriegsbereit ist in Europa, baß aber um 1940 herum „bie Kanonen so weit sein werden, loszugehen". Das alles ist natürlich vorsichtig formuliert, es fehlt nicht an Einschränkungen und Vorbehalten, „wenn" der Krieg käme, würde es um 1940 sein usw., aber schließlich, es genügt. Sensation, Sensation um jeden Preis. Sie spricht schon aus den Fragen der Journalisten, nicht nur aus den Antworten des Herrn H. G. Wells. Und der staunende Leser, der lediglich glaubt, eine Unterhaltung über filmkünstlerische Dinge zu lesen, hat Gelegenheit, die tiefgründige politische Weisheit eines Filmgewaltigen zu bewundern. Diese Dinge gehen uns, denke ich, denn doch etwas an. Handelt es sich doch, wie ausdrücklich eingangs betont wird, um eine große Zusammenkunft der ganzen amerikanischen Presse anläßlich der Ankunft des Londoner Gastes und Hollywood- Besuchers. Und Eurova, das schwere Krisen unb Spannungen burchzukämpfen hat, bas aber auch alle ehrlichen Friebensfreunbe heute auf ben Plan ruft unb bas gewiß seine geeinigten Kräfte einmal brauchen wirb, kann solcher ungewissen, nur an- beutenben qualligen unb barum um so gefährlicheren Meinungsbilbung im Äuslanb nicht unberührt zuschauen. Wir haben in diesen Tagen das wichtige Gespräch des Führers mit einer französischen Journalistin erlebt — aber Herr Wells meint ... Die berufliche Beschäftigung mit Sensationen hat, scheint es, ihre Gefahren. Sie färbt, wenn man keine Gegenkräfte entwickelt, alles Denken sensationell. Die größte Sensation aber ist uns leider vorenthalten worden: wir erfahren nicht, ob Herr Wells und die amerikanischen Journalisten die Absicht haben, selbst in die Mondrakete zu steigen. Dann könnten sie auch die dortige Welt einmal in Fieberphantasien versetzen ... Scharfschießen bei Ebersgöns. Am 10., 11., 12., 18., 19., 20. und 21. Februar, von 7.30 bis 13 und von 14 bis 18 Uhr, finden in der Nähe von Ebersgöns Schießübungen mit scharfer Munition statt. Gefährdet ist das Gelände südlich Ebersgöns, südlich Oberkleen und ostwärts Kleeberg. Die Straßen Ebersgöns—Kleeberg und Ebersgöns—Hausen, letztere soweit der Kreis Wetzlar in Frage kommt, werden für die vorgenannte Zeit für jeglichen Verkehr polizeilich gesperrt. Das gefährdete Gelände wird durch Posten abgesperrt unb muß eine Stunbe vor Beginn bis eine Stunbe nach Beenbigung bes Schießens von jedem Verkehr freibleiben. Die Bevölkerung wird darauf hingewiesen, daß sie den Weisungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachtpostens haben, unbedingt Folge zu leisten hat. bildnis von 1928 vorstellt; Proben seines porträti- stischen und figürlichen Könnens geben daneben ber „Mäher" unb ber „95jährige bayerische Bauer", Das Gesamtbilb runbet eine Folge von Rabie- rungen ab, gefestigt in ber technischen Haltung, interessant auch, zum Beispiel im „Traum bes Boxers", im Spiel einer bizarren Phantasie; anbere Blätter — mit Schissen, Lanbschatten, Archi- tekturen — entsprechen etwa ber stilistischen Form ber Aquarelle. —y — Zeitschriften. — „D a s Innere Rei ch". Zeitschrift für Dichtung, Kunst unb beutfches Leben. Herausgeber: Paul A l v e r b e s unb Karl Benno v. Mechow. Preis 1,80 RM., vierteljährlich 4,80 RM., Verlag Albert Langen/Georq Müller, München. — Einen wertvollen Ueberblick über bie mannigfaltigen Strömungen bes geistigen unb künstlerischen Schaffens ber deutschen Gegenwart gewährt bas Februarheft, bas biesmal vornehmlich bie schöpferischen Kräfte bis nieberbeutschen Stammes zu Worte kommen läßt. Den Anfang macht Hermann Claubius mit bem Zyklus „Dütt Een is not", brei platt- beutfchen Gebichten voll menschlicher Innigkeit unb Frömmigkeit, bie sprachlich in Einklang stehen mit Moritz Jahns Ballabe von „De Fisker un fien Fro", bie bas bekannte Märchen Phil. Otto Runges zu neuem Leben erweckt. Daneben verbient vor allem ber umfangreiche Aufsatz „Das Zwischenreich unserer Wattenküste" von Martin Luserke Beachtung. Daß Luserke wie kaum ein zweiter dazu berufen ist, erklärt Willi Steinborn in seiner aufschlußreichen Stubie über biefen Erzähler. Neben Gebichten unb Prosabeiträgen von Georg von ber Dring unb Heinrich Ringleb oerbienen bie aus bem Nachlaß Henry von Heiselers veröffentlichten „Marginalien" Erwähnung. In einem eigenen Aufsatz unternimmt Josef Nabler ben bankens- roerten Versuch bas Werk biefes noch immer viel zu wenig bekannten Dichters zu beuten. Hervor- zuheben als außergewöhnliche Zeugnisse jüngster deutscher Lyrik finb ferner bie „Gedichte vom Arbeiter" von Walter Bauer. Breiten Raum nehmen auch bie Aufsätze von Hermann Ehr. Mettin über bas „Theater ber Gegenwart" unb Ernst Kemmer über ben Wert ber Erziehung für bas „Leben ber Schule" ein, währenb Karl Troebs eine grunb- legenbe geschichtsphilosophische Stubie beisteuert zu bem politischen Thema „Ranke unb bas Reich". Mit einer anmutigen Betrachtung „Don Belanglosigkeiten, vom Nichtssaaenben unb vom Geschwätz ober bie Schaffnergeschichte" beschwört ber Maler Max Unolb bie Geister ber Fastnacht. Itr.2» Obstbautagung in Gießen $). nach, RWE. & Kraft gaben 0,50 v. Wirtschaft Selbst der Neuordnung im Gaststättengewerbe .Kriex 5. lehrlingen). 3. ib j Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L 96,4 113,9 113,9 Banknoten. I 1,25 Dllz Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. 100,5 97,75 118,75 113,9 96,5 101,7 101,5 97 97 108,5 100,5 97,9 103 110,2 99,9 110,25 99,9 weitere können 1. 2. 3. 4. 100,13 97,9 103,5 110,25 99,85 97,65 96,4 101,4 100,5 97,75 103 110,4 99,85 97,75 96,4 101,05 92,75 9 13,5 9,65 'KK 54 ie m ur 101,75 97 97 108,5 101,75 97 97 108,5 Die (45 bis ziemlich 43 Mk. die auf bog de» Pfff : dit nü ba Be 1 $i; 7'., Bc.ß fre»* j do , 1,2 9,1 9 9 13,65 9,65 30,5 1,2 9,1 8,9 9,13 13,5 etwas schwächer und wurde weiterhin zugeteilt. Die Preise blieben unverändert zwischen 51 bis 57 Mk. Dem Bewerber wird nach erfolgreicher Eignungsprüfung eine Bescheinigung ausgestellt; es stebt dann einer Ueberführung in ein Lehrverhältnis nichts mehr entgegen. Die Lehrzeit in allen drei Sparten der Berufsausbildung (Kellnerlehrling, für die Berufsuntersuchung ist am Tage der Einschreibung eine Gebühr von 1 Mark zu bezahlen. unverändert an. Bullen brachten durchweg auch Färsen mit Ausnahme der Klasse d, Kochlehrling und kaufmännischer Gaststättenlehrling) beträgt drei Jahre und kann durch eine Bolontär- zeit nicht ersetzt werden. Lehrlinge sollen künftig nur noch zum 1. April vder zum 1. Oktober jedes Jahres eingestellt werden. Arbeitsbuch zum 1. März 1936. In den nachfolgenden Betriebsaruppen darf laut neuester Verordnung des Reichsarveitsministers vom 1. März 1936 ab nur noch beschäftigt werden, wer im Besitze eines ordnungsgemäßen Arbeitsbuches ist. Diese Verordnung gilt sowohl für Arbeiter, als auch für Angestellte: Der Kälbermarkt brachte einen Rückgang der Zufuhren auf 1041 (1230) Stück, während die Preise eine leichte Erholung, insbesondere für geringe und mittlere Qualitäten, aufweisen, aber für beste Tiere noch etwas nachgaben. Die Qualität war mittelmäßig. Nach ruhigem bis mittlerem Geschäfts- gang wurde zu 28 bis 64 (24 bis 68) Mark ausverkauft. Industrie der Steine und Erden, Eisen- und Stahlgewinnung, Metallhütten- und Metallhalbzeugwerke, Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren, Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau (auch mit Gießerei), Das warer sowie am 9f mittag t* der deutschen den, als bb Adolf Hitler, NSLStB. durch alle S Gaststätten P von Spende- für die hilfswerl Im Saale Männer die 9,1 8,8 13,5 Am Schafmarkt war die Nachfrage ruhiger, die etwas höhere Zufuhr van 171 (144) Tieren wurde bei mittelmäßigem Geschäft geräumt. Preise stellten sich für Hämmel auf 48 bis 50 bis 51), für Schafe auf 39 bis 46 (gegen 33 45 vor 14 Tagen). 40 bis 42 (38 bis 42) anzvgen. Auf dem Schweinemarkt ist eine Qualitätszunahme zu verzeichnen, daher _________ immer mehr Tiere in die Klaffen A und B eingereiht werden. Der Auftrieb war mit 3443 (3582) Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Roten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ Preise nach etwas nachgaben, auf 34 bis 41 gegen 35 bis 42 Mark für die Schlachtwertklasse d. Ge- ringe Kühe kamen mit 23 bis 31 Mark 113,75 96,5 101,7 101,5 97 97 108,5 | 4% Oesterreichische Soldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 *yt% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmerikaner von 99 4% Türkische Bagdabbahn-Anlethe Serie I.................... Da New Gnad Handl' Tod V*'.' Handl I ' des 1» Mitte nis 1 .* das fi ( gekom gefuch Wegei durch mal 3 des iveisrr frü; d oi 12C So d°r,. hei Ar ■ hat 3,2( . St" Wa' Soi - geb St : ♦ ft i« L D hat,' l äufa ; m a klär, allei sei. recht NÜgi fern, ohne nach t e n Zuso V als i sumi Stell ten häng' Bezu der ( die U meh beteil sagen überp d o n Hörde äuget 6. Elektrotechenische Industrie, 7. Optische und feinmechanische Industrie, 8. Chemische Industrie, 9. Papierindustrie, 10. Leder- und Linoleumindustrie, 11. Kautschuk- und Asbestindustrie, 12. Baugewerbe und Baunebengewerbe, 13. Großhandel, 14. Einzelhandel, 15. Verlagsgewerbe, Handelsvermittlung und sonstige Hilfsgewerbe des Handels, 16. Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungswesen. Bettiebe, die Arbeiter oder Angestellte ohne Arbeitsbuch beschäftigen, oder Arbeiter oder Angestellte, die sich ohne Arbeitsbuch weiter beschäftigen lassen, handeln den gesetzlichen Vorschriften zuwider und machen sich strafbar. Wir empfehlen allen Arbeitskamevaden und Arbeitskameradinnen, sich unverzüglich die Arbeitsbücher ausstellen zu lassen, damit eine Weiterbeschäftigung möglich ist. res Obst muß erzielt werden. Der Bedarf ist immer noch größer als das Angebot. Die Voraussetzung für die Mehrerzeugung ist geregelte Absatzverhältnisse. Die neue Marktordnung wird auch für das Obst in Anwendung gebracht werden. In Zukunft wird alles Obst in Sammelstellen erfaßt. Scharfe Sortierung der einzelnen Größeklassen ist notwendig. Die Steigerung der Ernten in Verbindung mit Qualitätsverbesserung und Erzielung regelmäßiger Erträge setzt eine stärkere Nährstoffzufuhr von Superphosphat, Kali und Kalk voraus. Pfuhl ist nur dann wertvoll, wenn ihm reichliche Mengen Superphosphat zugefetzt werden. Alle Pflegemaß. nahmen müssen sich gegenseitig ergänzen. Alle Kräfte sind anzuspannen, um das deutsche Volk mit Obst aus deutscher Scholle zu versorgen. Obmann Bopp empfahl noch, den Bezug von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf genossenschaftlichem Wege durchzuführen, um eine Verbilligung herbeizuführen. Er brachte dann ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler aus, in das die Versammlung kräftig einstimmte. Anschließend fand noch eine Gratisverlosung von Obstbäumen, Weinstöcken, Beerensträuchern, Rosen, Pfirsichen, Sämereien und Süßmost statt. etwa behauptet. Don chemischen Werten zogen Farbenindustrie auf 153,50 (153,25) an. Am Elektromarkt waren AEG. mit 39 (38,75) und Lahmeyer mit 129,25 (128,50) beachtet. Licht 8% Deutsche RetchSanlethe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1984 6Vi% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Ausloj. -Rechten ............. 4‘/i% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehern.8% Hess. BollSstaat 1929 irückzahlb. 102%)............ *¥?% ehem. 8% Hessische Landes- baut Darmstadt Gold R. 12.... W/o ehem. 4/»% Hess. Lande» Hypothekenbank DarmstadtLiaui 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. LandcSb.Goldschuldverschr7 R. 6 Oberhelsen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4Vi% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese....... 6%% ehem. 4 %% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... *Vi% ehem. 8% Pr. Landerpfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Lbl.Vl Steuergutsch.BerrechnungSk. 34-38 blieben zu 129 behauptet. Montanaktien hatten nur kleines Geschäft und auch nur geringe Veränderungen. Harpener 113 (113), Hoesch 89,75 (89,75), Mannesmann 84,65 (85), Mansfelder 126,50 (126,75), Rheinstahl 113 (113,50), Verein. Stahl- werke 81,13 (81,25), später etwa 81,50, Deutsche Erdöl etwas lebhafter mit 110,13 bis 110,40 (110,25). Sonst kamen zunächst zur Notiz: Reichsbank 186,25 (185,75), Hapag 15,90 (16), Nordd. Lloyd 17,25 (16,75), Südd. Zucker 198,50 (198), Daimler Motoren 102—103 (101,75), Westdeutsche Kaufhof 33 (33,25), Metallgesellschaft 117 (117,75), Atu 53,25 (53,25), Allg. ßofab & Kraftwerke 123 (123). Am Rentenmarkt waren Altbesitz weiter etwas höher mit 110,40 (110,25), während Korn- munal-Umschuldung die höhere Abendbörsenbewer- tung mit 87,25 nicht behaupten konnten, aber mit 87,15 etwas höher als gestern mittag (87,05) lagen. Zinsoergütungsscheine etwa 92,90 bis 93, späte Schuldbuchforderungen 96,65. Don fremden Werten eröffneten 4 v. H. Goldmexikaner mit 8 (7,80). Auch im Verlaufe blieb das Gefchäft auf allen Marktgebieten sehr klein und nennenswerte Veränderungen zum Anfang traten nicht ein. Vereinzelt bröckelten die Kurse geringfügig ab, so IG. Farben auf 153,25 nach 153,50, Aku auf 52,75 nach 53,25, anderseits erhöhten sich Hoesch auf 90 nach 89,75, Stahloerein auf 81,50 nach 81,13 und Metallgesellschaft glichen ihren Anfangsrückgang aus mit 117,75 nach 117. Die spater notierten Werte wiesen gegen gestern nur kleine Abweichungen auf. Der Rentenmarkt blieb still. Goldpfandbriefe und Kommunalobligattonen lagen unverändert. Von Liquidations-Pfandbriefen gingen Franks. Pfandbriefbank auf 101,55 (101,75) und Nass. Landesbank Wiesbaden auf 101,25 (101,50) zurück. Stadtanleihen lagen still, etwas niedriger 4,5 Darmstadt v. 26 mit 90 (90,75) und 4,5 dto. o. 28 mit 92,50 (93). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 780 Rinder (160 Ochsen, 68 Bullen, 429 Kühe, 123 Färsen), 385 Kälber, 152 Schafe, 2928 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 35 bis 43 Mark, Bullen 42 bis 43, Kühe 23 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 43, Kälber 26 bis 62, Hämmel 48 bis 50, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder lebhaft; Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweine wurden zugeteilt. ; Sammelbüchse । gemut hinau- j Eießen, wie freuöiger hin und Kälte ge man bemerke, I und der schw \ >hrer freiwilli und daß sie d fr N'cht nur voll “ne so große «ammeltä Viertel bereitete «ammler-Gem etn)Q ändert!, I ^verkauft w und man neckt wurde. ^on frühere Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. Für Brotgetreide ist die Haltung bei geringem Angebot weiter fest. Wetterauer und kur- hessischer Weizen ist kaum angeboten, meist liegt Holsteiner vor. Es wird weiterhin die erhöhte Handelsspanne gefordert, die Mühlen bewilligen aber nur für beste Qualitäten den Mehrpreis. Der Einkauf hat sich angesichts der merklich herabgesetzten Vermahlungsquote für den Monat Februar verringert. Kontingentfreier Weizen wird vereinzelt zum Mühlenfestvreis angeboten. Roggen bleibt von den Lanomühlen weiter gefragt. In verschiedenen Gebieten haben sie sogar Schmie- rigkeiten, sich hinreichend zu versorgen, die erhöhte Handelsspanne wurde daher verschiedentlich bewilligt. Eine Ausnahme bilden die an den Wasserstraßen liegenden Großmühlen, die sich bei ihrem kleinen Kontingent in norddeutscher Ware zu normalem Preis genügend eindecken können. Braugerste liegt still, da einerseits das Angebot nicht sehr groß ist, zum anderen die Nachfragen seitens der Mälzereien und Brauereien nachgelassen hat. Aus Mittel- und Norddeutschland wird Gerste stärker angeboten bei ermäßigten Preisen. Die kleinen Mengen aus unserem Gebiet kommen nur bei niedrigeren Preisen an. Industrie- gerfte ist vorwiegend von Norddeutschland angeboten. Auch hier sind die Forderungen, obwohl stark abweichend, niedriger. Hafer ist nur in ganz geringen Mengen vorhanden, die Nachfrage bleibt rege. Für Futtermittel ergab sich keine roefent» liche Veränderung. Für M a l z k e i m e sind die Preise weiter rückläufig. Kleie und Schnitzel stehen nur in kleinen Mengen zur Verfügung; dagegen werden Futter- und Nachmehle bei nachgebenden Preisen reichlich angeboten. Das Mehlgeschäft blieb unverändert ruhig, Brotmehle sind normal gefragt. Am Rauhfuttermarkt neigten die Preise für Heu und Stroh zu leichtem Nachgeden. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebniarkt. War die Nachfrage schon während des ganzen Monats ziemlich ruhig, so zeigte sich in der letzten Woche des Januar eher ein weiteres Nachlassen des Konsumbedarfs. Die Beschickung der einzelnen Märkte war dementsprechend etwas geringer, reichte aber für die Versorgung völlig aus. In preislicher Hinsicht traten kaum Aenderungen gegen die Vorwoche ein, die Märkte wurden überwiegend flott geräumt. Am Rindermarkt standen 734 (gegen 923) Tiere zum Verkauf, dazu kamen noch 32 la Oester- reicher. Die Qualität war im ganzen gut, entsprach aber nicht überall den Anforderungen. Der lieber» stand bei Kühen ist daher eine Folge nur ungenügend ausgemästeten Viehes. Auch bei Ochsen waren viel geringe Tiere zu verzeichnen, für die die Auf Anordnung der Landesbauernschaft Hessen- Nassau fand am Samstag im Katholischen Vereinshaus zu Gießen ein Schulungslehrgang statt, zu dem sich 150 Baumwärter, Baumpflanzer, Ortsfachwarte für Obstbau, Vorsitzende von Obst- und Gartenbauvereinen und Bürgermeister eingefunden hatten. Der Leiter der Hauptstelle für Pflanzenschutz in Gießen, Dr. Tempel, sprach über die Beuorganifalion des Pflanzenschuhdienstes. Er führte u. a. aus: Ein besonderes Pflanzenschutz- gesetz ist in Ausarbeitung. Durch enge Zusammenarbeit mit den Obstbaubeamten sind die Schädlings- bckämpfungsmaßnahmen leichter durchzuführen. Als Pflanzensanitäter sind die Baumwärter und Baurn- pfleger vorgesehen. Auch in den letzten Obstbau- betrieb muß oorgedrungen werden. Sämtliche Fachwarte für Obstbau sind nun zu Pflanzenschutzwarten des Pflanzengesundheitsdienstes bestimmt worden. Durch monatliche Warndienste werden die Vertrauensmänner auf die erforderlichen Maßnahmen hingewiesen. Dor allem gilt es, die Schäo- linge in den Spezialkulturen rechtzeitig zu erkennen. Ausgabe der Schädlingsbekämpfung im Rahmen der Erzeugungsschlacht ist vor allem das Aushauen und Entfernen der Baumkrüppel und die planmäßige Stamm- und Kronenpflege. Außerordentlich stark tritt der Apfelblattsauger auf, der als d e r Feind im Obstbau bezeichnet werden muh. Wichtig ist der Termin der Spritzung gegen diesen Schädiger. Im Sommer müssen weitere Spritzungen folgen. Anschließend sprach Landwirtschaftskammerrat ?3 f e i f f e r von der Landesbauernschaft in Frank- urt a. M. über Fragen der Obstbaulechnik. Die (Erträge der Obstbäume, so führte der Redner u. a. aus, müssen gesteigert werden. Da ein Drittel des Baumbestandes hungert, muß durch reichliche Stickstoff-, Kali-, Kalk- und Superphosphatgaben der Baum in die Lage versetzt werden, Blütenholz anzusetzen und Früchte zu entwickeln. Dadurch werden die Bäume auch frostwiderstandsfähig. Für alle Baumwärter wird der Berufsausweis gefordert. Durch Wiederholungskurse sollen die Pioniere des Obstbaues auf dem Laufenden gehalten werden. Kein Baumwärter soll einen Baumschulbe- trieb innehaben. Auch die Frage der Feldschützen als Baumwärter wurde besprochen. Bei Neuan- stellungen von Feldschutzpersonal sollte immer ein geprüfter Baumwärter ausgewählt werden. Nur durch harmonische Zusammenarbeit von Orts- bauernführer, Bürgermeister, Ortsfachwart und Baumwart ist Ersprießliches im Obstbau zu leisten. Erstmalig werden in diesem Jahre durch den Reichsnährstand Gutscheine in Höhe von 12 Mark für kostenlose Totalbehandlung von Obstbäumen ausgegeben, wofür ein geprüfter Baumwart eine bestimmte Baumanlage mustergültig betreut. Diese Beispielsbaumstücke sollen den andern Baumbesitzer aneifern. Weiter werden für Anschaffung von Süßmostbereitungsanlagen zu Keltereien und mo» dernen Vodenbearbeitungsgerätschaften Beihilfen gewährt. Oie Hauptversammlung des Bezirksobstbauverbandes fand am Nachmittage im gleichen Lokale statt. Heber 350 Mitglieder und Freunde des Ob ft- und Gartenbaues waren anwesend. Verbandsvorsitzender Ferd. Bopp (Bellersheim) gab zunächst einen Ueberblicf über das abgelaufene Geschäftsjahr und betonte, daß die wiedergewonnene Wehrfreiheit erst durch die Nahrungsfreiheit voll verwirklicht werden könnte. Der Aufruf des Reichs- dauernführers zur zweiten Erzeugungsichlacht fordert auch von uns Obstbauern, alle Kraft zum siegreichen Ende einzusetzen. Diplom-Obstbauinspektor Rentsch (Friedberg) erstattete den Geschäftsbericht. Im Kreise Gießen der Obstbauinspektion wurden 25 Vorträge gehalten und mehrere Gemarkungsrundgänge durchgeführt. In den Kreisgemeinden Harbach, Utphe, Reiskirchen, Obbornhofen, Queckborn, Burkhardsfelden, Oppenrod, Mufchenheim und Oberhörgern wurden neue Obst- und ©artenbauoereine ins Leben gerufen. In vier Gemeinden wurden Süßmost- kurse abgehalten. Aus Reichsmitteln wurden in zehn Fällen Zuschüsse zum Ankauf von neuen Spritzen gewährt. Insgesamt wurden 110 neue Pflanzungen bezuschußt, die alle den Bedingungen für Sortenwahl und Pflanzweite entsprachen. Die Rechnungsablage erfolgte durch Paul Hap- p e l (Watzenborn-Steinberg). Die Einnahmen des Verbandes beliefen sich auf 2296,80 Mark, denen eine Gesamtausgabe von 916,41 Mark gegenüber» siebt, so daß ein Ueberschuß von 1180,39 Mark verbleibt, der für die neue Rechnung vorgetragen wird. An Vermögen sind 3126,31 Mk. aufzuweisen, die sich aus verzinslich angelegten Sparkassenguthaben und Reichsanleiheablösungsschuld zusammensetzen. Nachdem die Rechnung durch die Mitglieder Rehnelt, Beppler und Gengnagel geprüft worden mar, erteilte der Vorsitzende mit warmen Dankes- morten dem Rechner Entlastung und hob dabei die übersichtliche Kassenführung besonders hervor. Der Voranschlag sieht auf beiden Seiten 2450 Mk. vor. Dazu bemerkte der Vorsitzende, daß die Zuschüsse zur Beschaffung neuer Spritzen für die örtlichen Vereine auf 25 bzw. 40 erhöht werden sollten. Im Laufe des Sommers soll die Spritzarbeit an praktischen Versuchen veranschaulicht werden. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag von Kreisbauinspektor Horn (Frankfurt a. TI. - Höchst) über das Thema: Die Erzeugungsschlacht im Obstbau. Er führte u. a. aus: Im Obstbau ist die Erzen» gungsschlacht noch nicht gewonnen. Mehr und besse- Die Arbeitsgemeinschaft, die aus der Reichsbetriebsgemeinschaft Handel und der Wirtfchafts- gruppe Gaststätten und Beherbergungswesen gebildet wurde, hat jetzt Richtlinien für den B e - rufsaufbau und die Nachwuchserziehungen im Gaststättengewerbe bekannt- gegeben. Diese Richtlinien enthalten die Betriebe, die zur Ausbildung von männlichen und weiblichen Lehrlingen. zugelassen werden können, denn die Einstellung von Lehrlingen setzt die L e h r f ä h i g - k e i t des Betriebes voraus. Erst nach zehnjähriger Berufszugehörigkeit des Betriebsführers oder der mit der Berufsausbildung betrauten Gefolgschafts- Mitglieder ist die Lehrfähigkeit des Betriebes vorhanden. Desgleichen wird die Arbeitsgemeinschaft feststellen, in welcher Zahl pro Jahr in den einzelnen Betrieben Lehrlinge eingeführt werden dürfen. Junge Volksgenossen, bei denen das nötige Berufsinteresse vorhanden ist, können nach wie vor als Lehrlinge im Gaststättengewerbe Aufnahme finden auf dem Wege über die Fachvermittlung beim zuständigen Arbeitsamt. Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft ist eine Lehrstellenvermittlung erst möglich, wenn die Eignung des einzustellenden Lehrlings durch eine besondere Prüfung festgestellt wird. Für die Aufnahme und Gestaltung dieser Eignunasprüfung sind folgende Vorbedingungen unerläßlich: Nhein-Mainifche Börse. Behauptet. Frankfurt a. TI., 1. Febr. Die Börse setzte zum Wochenschluß in ruhiger Haltung uno mit nur wenig veränderten Kursen ein. Von der Kundschaft wurden zum Monatsanfang lediglich einige Limite erneuert, aber Aufträge kaum gegeben. Die Kulisse verhielt sich abwartend und war teilweise zu einigen Glattstellungen geneigt. Die Grundtendenz blieb aber weiterhin fest. Am Aktienmarkt lagen die ersten Notierungen bei kleinen Umsätzen nicht ganz einheitlich, aber 1. abgeschlossene Volksschulbildung oder mindestens vierjähriger erfolgreicher Besuch einer höheren Lehranstalt, 2. die gesundheitliche Berusseignuna der Prüflinge (Geruch- und Geschmacksproven bei Koch- -'N 5ranf(urt a. ZJtrhn Gchluß- furd Gchlußk. Abend« börse Schluß« furtf Schluß». Mittag- börse Oatum 31.1 1.2. 31.1- 1.2. Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurü Gchlußk. Abend« börse Schluß« kurs Gchlußk. Mittag« börse Schluß« kurs Gchlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 31.1 1.2. 31.1. 1.2. Datum 31.1- 1.2. 31.1. 1.2. 4% oeegu Serie 11 ............ 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4/,%Rumän.vereinh.Rentev.l91S 4% Rumänische vercinh. Rente .. L%% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........o «®- für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Prtvat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Retchsbank .................. «SS....................... Bekula.................... 10 Fetten & Guilleaume......... 4 ^AHA^ektr.Unternehmung. « Rheinische Elektrizität ........r Rhein. Wests. Elektr..........e SchuckerlSEo................ Siemens & Halske............7 Lahmeyer LEo............... Buderus .............. 4 Deutsche Erddl ............... Harpener.................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ............... g Ilse Bergbau Genüsse........e Klöckn erwecke ............... g ManneSmann-Röhren........0 9,65 6,5 9,2 5,2 37,75 16 16,75 105,75 117,5 88,5 87 88,5 185,75 38,75 139 116 134,5 113,75 130,5 129 132,5 176,25 128,5 97,13 110,25 113 89,75 160 128,75 86,5 85 9,65 6,75 9,2 5,2 37,75 15,9 17,25 106,5 118,5 89 87 88,5 186,25 39 139 116 134 114 130,5 129 132,65 176,5 129,25 97,5 110,5 113 90 159,25 129 86,25 84,65 6,65 9,2 5,2 38 16 26,65 16,75 105,75 118 88 86 87,5 185,75 39 139 115,25 134,75 113,9 130,65 127,5 129,25 132,75 176 129 97,65 110,4 113 89,75 160 129 86,25 84,9 6,75 9,25 5,3 37,25 16 27,75 17 106,65 119 89 87 88,5 186 38,75 139 115 132,75 114 130 128 129,13 132,5 175,5 129,25 97 110,5 112,75 90 160,5 128,25 86,25 84,65 ManSfelder Bergbau.........6 Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....18 Rheinstahl ..................4 Bereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth..... 3. G. Farben.Jndustrte.......7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ................5 RütgerSwerke ............... 6 Metallgesellschaft.............4 Philipp Holz mann...........4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Sementwerk Karlstadt......... 6 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Lemberg...................5 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum......... 8 Orenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Thade....................71/, Accumulatoren-Fabrik.......18 Eonti-Gummi............. 8 Gritzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a>M.... 4 Süddeutscher Zucker ........ 10 126,75 - 219,5 113,5 81,25 18,13 193 153,25 213 113,75 120,25 117,75 97,25 124,5 128 53,25 93 120,5 85 101,75 147,75 33,25 291,5 174,75 166,5 26,75 91 198 126,5 219,75 113 81,5 18 122 193 153,25 212,5 114 121,5 117,75 iS 128 52,75 93,4 120 85 103 147,5 32,9 294,5 175,5 168,5 26,5 92 199 127 120,9 219,5 113,25 81,4 18,13 128,9 . 122 193 153,25 114 121 118,65 98 53,13 93 120 85,5 125,5 102,13 147,5 79 33,25 291 174 166,25 - 198,5 126,5 120,75 220 113 81,13 18 130 122,5 193 153,25 114,13 121,13 118,25 97,25 98,75 53,4 94,4 119,5 85,4 127 103,25 147 80 32,9 295 174,75 168,5 - 198 31 .Januar 1 .Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld 1 Brief Buenos Aire 0,678 0,682 0,678 0,682 Brüssel .... 41,89 41,97 41,90 41,98 Rio de Ian. 0,138 0,140 0,138 0,140 Sosta ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,86 54,96 54,79 54,89 Danzig----- 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,285 12,315 12,27 12,30 HelsingsorS.. 5,415 5,425 5,405 5,415 Paris ..... 16,39 16,43 16,41 16,45 Holland .... 168,47 168,81 168,58 168,92 Italien..... 19,80 19,84 19,80 19,84 Japan...... 0,717 0,719 0,716 0,718 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,69 61,81 61,61 61,73 Men...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,15 11,17 11,13 11,15 Stockholm... 63,34 63,46 63,27 63,39 Schweiz ... 80,87 81,03 80,84 81,00 Spanien.... 33,97 34,03 34,00 34,06 Prag....... Budapest .. 10,28 10,30 10,29 10,31 Neuyork ... 2,458 2,462 2,456 2,460 Berlin, 1 .Februar Geld Ärie, 2,408 2,428 41,76 41,92 54,53 54,75 12,235 12,275 16,36 16,42 168,16 168,84 61,40 61,64 — —• 63,05 63,31 80,66 80,98 33,66 33,80 — — Nr. 28 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Montag, 3. Sebruar (YZ6 Die politischen Soldaten des Führers helfen dem MW. Ausgezeichneter Verlauf der Spendenfammlung am Samstag und Sonntag in Gießen. So ging es mit vereinten Kräften bis zum gestrigen Sonntagabend spät, am Sonntagnachmittag erfreuten auch noch die Konzertstücke des SA.-Musikzugs zahlreiche Volksgenossen in den Straßen. Studentenschaft im Dienst des WHW. Selbst der jüngste Volksgenosse gibt mit großem Vergnügen für das WHW. Der SA.-Musikzug der Standarte 116 musizierte zugunsten des WHW. Das waren am Samstagnachmittag und -abend, sowie am gestrigen Sonntagvormittag und -nachmittag wieder einmal denkwürdige und im Geiste der deutschen Volksgemeinschaft erhebende Stunden, als die politischen Soldaten des Führers Adolf Hitler, die SA., SS., das NSKK. und des NSDStV. mit den Winterhilfs-Sammelbüchsen durch alle Straßen unserer Stadt und durch die Gaststätten pilgerten, um gegen die Aushändigung von Spende-Abzeichen neue Geld-Munition für die große Arbeit des Winterhilfswerks zu sammeln. Im Saale des Standartengebäudes nahmen die Männer die Kästchen mit den Abzeichen und die fangen hatten, so wurden sie doch auch jetzt wieder bereitwillig angenommen und mit den beiden Zehnern, ja nicht selten sogar noch mit einigen Münzen darüber für die Sammelbüchse abgegolten. Begreiflicherweise war das besondere Interesse der Spender und Spenderinnen auf das neue, schöne WHW.-Abzeichen für Februar gerichtet. Daher war es auch kein Wunder, daß bei manchen Sammlern dieses Abzeichen abgesetzt wurde wie frische Semmeln. Häufig zögerten dabei, wie mir aus eigener Sammler-Erfahrung berichten können, die Männer und Frauen nicht, so ein schönes Leder-Abzeichen mit 50 Pfennig, ja sogar mit einer Mark und darüber zu bezahlen, wobei man aber wohl auch be= ftätten, sowie in den Geschäften die Sammler zahlreich ein- und ausgingen, dabei aber jedesmal jede Büchse eine Spende oder auch noch mancherlei mehr mitnehmen konnte, versteht sich nach den früheren guten Erfahrungen in dieser Hinsicht auch für die jetzigeSammlung von selbst. Es muß in diesem Zusammenhang mit besonderer Anerkennung hervorgehoben werden, daß unsere Geschäftsleute in vielfacher Weise die Sammelbüchsen füllen halfen, ebenso auch die Gäste in den Gaststätten immer wieder bereitwillig in die Taschen griffen, wenn die Sammler erschienen. Das ging so unermüdlich am Samstag in allen Geschäften bis 3um Ladenschluß und in den Gaststätten bis um Die Mit- Am gestrigen Sonntag von 12 bis 17 Uhr hatte auch die Hochschulgruppe des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, das Kameradschafts- Haus und die Gießener Studentenschaft die Sammlung für das Winterhilfswerk in den Straßen der Stadt übernommen. Ueber 250 Studenten traten vor dem Kameradschaftshaus an und marschierten mit frohem Marschgesang zur Standarte, wo die Sammelbüchsen ausgeteilt wurden. Mit jugendlichem Feuer waren die Sammler am Werk, und bald waren die Plaketten verkauft. Am Abend trafen sich die einzelnen Zellen der Gießener Studentenschaft mit bedürftigen Volksgenossen aus der Stadt zu einem Abendessen mit anschließendem kameradschaftlichem Beisammensein. Ueber 500 Volksgenossen wurden in den letzten Tagen von den Studierenden eingeladen. Der größte Teil versammelte sich gestern Abend im Gießener Studentenhaus. Der neue Hvchschulgruppen- und Studentenschaftsleiter Pg. Albert Frank begrüßte die zahlreichen Gäste und gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß sie nicht nur im Studentenhaus, sondern auch in vielen Lokalen der Stadt der herzlichen Einladung der Studenten gefolgt seien. Die Gießener Studentenschaft habe von jeher mitten unter der Bevölkerung gestanden, das bewiesen die vielen gemeinsamen Veranstaltungen. Schon feit mehreren Wintern sei es eine schöne Gepflogenheit der Studentenschaft, bedürftigen Volksgenossen zu helfen. Der heutige Tag sei deshalb gewählt worden, weil die Studenten sich auch bei der Winterhilfesammlung tatkräftig einsetzten. Bleiben Sie mit uns einige frohe Stunden zusammen und lernen Sie bei dieser Gelegenheit die Studenten von heute kennen, die an der deutschen Hochschule nichts anderes fein wollten, als Soldaten Adolf Hitlers! Dem Mann, der uns als erster Arbeiter die wahre Volksverbundenheit lehrte, ihm gelte auch heute Abend unser Gruß. In das dreifache Sieg-Heil und den ersten Vers des Hvrst-Wesfel-Liedes stimmten „Kriegs-Pferd sammelt für das WHW." — eine originelle Idee der Reiter-SA. Ihnunrlt Ik Die Gäste der Gießener Studentenschaft beim Mahl im Gießener Studentenheim. — (Aufnahmen [5]: Photo-Pfaff.) alle freudig ein. Im Namen der Gäste dankte ein Dreiundachtzigjähriger Volksgenosse für die freundliche Einladung und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß man mit der Jugend zusammen sein könne. Die Studenten mögen arbeiten und hoffentlich alle gute Examen bestehen. Er schloß mit dem lateinischen Sprichwort: „tempora mutantur et nos mutamur in illis“ (Die Zeiten ändern sich und wir in ihnen). Bei frohem Lied und Wort und mancherlei musikalischen Darbietungen blieb man in kameradschaftlicher Weise bei einem Glase Bier nach geraume Zeit beieinander. Im Laufe des Abends sprach in Verhinderung des Rektors der Kanzler der Universität, Pros. Hummel, zu den Erschienenen. Er hob hervor, daß die heutige Veranstaltung allein das Verdienst der Studentenschaft sei, die damit nicht nur ihren Volksgenossen ein warmes Essen spenden wollte, sondern auch einen weit wichtigeren Zweck damit verfolge, um zu zeigen, wie der heutige Student lebe. In der Vergangenheit fei wohl manchmal in der Öffentlichkeit ein falsches Bild von den deutschen Studenten entstanden, das vielleicht nur für einen kleinen Kreis zutreffend gewesen sei. Schon Sammelbüchsen in Empfang, dann ging es frohgemut hinaus in die' friedliche Schlacht, die in Gießen, wie in allen Teilen des Reieches, mit freudiger Hingabe in dem Krieg gegen Hunger und Kälte geschlagen wurde. Allenthalben konnte man bemerken, daß die Männer in der braunen und der schwarzen Uniform mit freudigem Eifer ihrer freiwillig übernommenen $flid)t naajgmgen und daß sie dabei in allen Teilen der Bevölkerung nicht nur volles Verständnis fanden, sondern auch eine so große Bereitschaft zum Spenden, daß d l e Sammeltätigkeit v o n Viertel st un de zu Viertelstunde immer mehr tfreuöc bereitete und bei manchen Kameraden der Sammler-Gemeinschaft dahin führte, daß schon nach etwa anderthalb Stunden der Abzeichen-Vorrat ausverkauft war, daneben aber noch mancher Zeh- ner und mancher Fünfer freiwillig UTlb freubig ohne Abzeichenhingabe in die Sammelbüchsen gesteckt wurde. , r. s M Von früheren Sammlungen her stand noch ein gewisser Vorrat von Abzeichen zur Verfügung, der mit dem neuen WHW.-Abzeichen der Wolfsangel, die das Abzeichen des Februar ist, m ben Jß PP- schachteln der Sammler vereinigt war und "n Verlaufe der Sammlung seinen Weg an die: Mantel oW Rockkragen der Spender und Spenderinnen nahm. Wenn auch die Volksgenossen diese allen Abzeichen bei früheren Sammlungen bereits emp- Das NSKK. setzte Kraftwagen ein. Trompetensignale riefen zur Spende auf. '0 ;kk 54 haupten kann, daß in dieser freiwilligen, ansehnlichen Erhöhung des Spendenopfers der schone und anerkennenswerte Zug zum Ausdruck kam, unter bewußter Willenseinstellzmg auf den Gedanken des Opfers zu helfen, damit das WHW. den bedrängten Volksgenossen weiterhin in guter Weise beistehen kann. Obwohl die Witterung regnerisch war und infolgedessen das Auf und Ab in den Straßen nicht gerade zu den Annehmlichkeiten gehörte, wurde doch der ganze Hilfsdienst, angefeuert durch die schöne Gebefreudigkeit der Volksgenossen, mit froher Hingabe an das große Werk geleistet. Dabei konnte man, wenn sich die Sammler begegneten, manches frohgestimmte Wort der Arbeitskameradschaft hören und auch manchen ideellen Wettbewerb um den Vorrang' der Sammelbüchsen bei dem jeweiligen Spender feststellen. Und daß in den Gast- ternachtsstunde und länger. Dabei wurde auch „schweres Gewicht" erzielt. In flotter Art verlief auch die Sammlung am gestrigen Sonntag, im ganzen blieb sie aber begreiflicherweise hinter dem Tempo vom Samstagabend zurück, da, wie immer, der Hauptabsatz bereits bei dem ersten Vorstoß erzielt worden war. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 bereitete der Bevölkerung am Samstag und am gestrigen Sonntag zur Erhöhung der Spendefreudigkeit schöne Straßenkonzerte, bei denen die SA.-Musiker unter Leitung von Musikzugführer Herrmann wiederum ihr hervorragendes musikalisches Können unter Beweis stellten. Von der Reiter-SA. sammelten Kameraden zu Pferde, das NSKK. ließ geschmückte Kraftwagen mit Trompetern losfahren, die ebenfalls mit allem Eifer bei der Sache waren. immer feien die Studierenden meistens Söhne von wenig begüterten Eltern gewesen. Wenn auch ein Teil der Gastgeber nicht zu denen gehörte, die mit irdischen Güter reich gesegnet seien, so hätten sie doch gerne etwas geopfert, weil sie damit ihren Dank zum Ausdruck bringen wollten, daß sie es als eine Vergünstigung ansehen, an Deutschlands hohen Schulen studieren zu dürfen. Er hoffe, daß der Zweck dieser Veranstaltung erreicht werde und wünschte noch einige frohe Stunden. Erst kurz vor Mitternacht trennten sich die Teilnehmer. Das Ergebnis. Die Sammlung der SA.-Kameraden erbrachte, wie wir von zuständiger Stelle hören, das erfreuliche Ergebnis von etwa 4100 Mark. Die Eröffnung des Mchsberufswettkampfes in Gießen. Feier in der geschmückten Maschinenhalle bei Schaffstaedt. Der Reichsberufswettkampf in Gießen wurde gestern vormittag »mit einer großen und eindrucksvollen Feier eröffnet. Die Jugend unserer Stadt, die sich auch in diesem Jahre der Leistungsprüfung unterziehen will, nahm zahlreich teil. Zunächst traten die Gefolgschaften der Hitler- Jugend, wie auch Gruppen des BDM. und viele Lehrlinge auf dem Brandplatz an, um sich in geschlossenem Marsch auf den Weg zur Stätte der Veranstaltung zu machen. Voran marschierte em Spielmannszug des Jungvolks, es folgte die Fah- nengruppe der HI. und dann die große Zahl der Jugendlichen, die sich der Sache des Reichsberufswettkampfes verbunden fühlt. Die Maschinenhalle der Eisengießerei Schaffstaedt war für den Zweck der Eröffnungsfeier prächtig geschmückt. Mit Fahnen der Bewegung und der Hitler-Jugend, mit dem Hoheitszeichen der Partei und dem Symbol der Arbeitsfront waren die Wände verkleidet; überall waren Tannenzweige angeheftet und selbst das Werkmaterial war zum Teil dekorativ ungeordnet. Das äußere Bild, das sich hier bot, verfehlte feinen Eindruck auf die Jugend sicherlich nicht. Die Veranstaltung gewann an Bedeutung dadurch, daß sich auch Vertreter der Partei und der Wehrmacht, je ein Sturm der SA. und der Marine- SA., eine Abteilung des Arbeitsdienstes mit blankem Spaten, zahlreiche Lehrkräfte, Rektoren sowie viele Gruppenwettkampfleiter eingefunden hatten. Unter der Jungarbeiterschaft fielen einige auf, die in der schmucken Tracht des Bergmannes erschienen waren. Mit der Einbringung der Fahnen unter Trommelklängen des Jungvolks wurde die Feier eröffnet. Ein Lied der Hitler-Jugend klang kraftvoll auf. Bannführer Schreiber eröffnete den Reichsberufswettkampf, begrüßte die Zahlreichen Teilnehmer der Feier und übergab dann das Wort dem Kreispropaqandaleiier pg Schmelz der in feiner längeren Ansprache u. a. folgendes ausführte: Heute marschiert die ganze deutsche Jugend auf zu einem Leistungswettbewerb, wie er einzig ist in der Welt. Wir alle müssen uns klar darüber sein, daß dieser Wettbewerb nur ein Teil der Aufgaben ist, die sich der Führer für unser Volk gestellt hat. Diese Aufgabe des Reichsberufs- weftkampfes wird immer zu lösen fein, wenn unser Volk leben soll. Immer muß auch eine vollkommene Einigkeit in unserem Volke herrschen und zwar in allen Lebensformen. Der politische Soldat hat die Einigkeit zuerst oorgelebt. Die Erfolge der Regierung sind nur möglich gewesen durch die Einigkeit des Volkes. Wir müssen auch darüber klar fein, daß diese Einigkeit kein Geschenk des Himmels ist, sondern das Ergebnis eines schweren Kampfes und Ein Blick in die große Maschinenhalle der Firma Schaffstaedt während der Eröffnungsfeier für den Reichsberusswettkamps. — (Ausnahme: Photo-Psaft^ einer bemühten Arbeit. Arbeitsschlacht, Erzeugungsschlacht und der Aufbau der Wehrmacht, das alles sei nur möglich geworden dadurch, daß der politische Soldat die Kräfte der Zwietracht überwand. Aus unserem einigen Volke müssen die tragenden Ideen immer selbst wachsen, wie auch die Kräfte zum Guten, die das Schlechte überwinden müssen. Aber wir brauchen auch eine Organisation, die die guten Kräfte fördert. Adolf Hitler hat Männer berufen, die dieser Kräfteförderung dienen und dafür sorgen, daß unser Leben in großer Linie vorwärts- kommt. Der Urquell des Aufstiegs des deutschen Volkes wird für die Zukunft immer der Nationalsozialismus sein. Das setzte aber voraus, daß der Nationalsozialismus nicht auf die Parteiorganisation allein beschränkt blieb, sondern in das ganze Volk und in alle seine Lebensäußerungen hineingetragen wurde. Der Durchdringung des ganzen Volkes in nationalsozialistischem Sinne dient auch die Deutsche Arbeitsfront, in der die Volksgemeinschaft zur Leistungsgemeinschaft gefördert und gesteigert werden soll. Die Arbeitsfront hat u. a. die Aufgabe, die Berufsertüchtigung vorwärts zu treiben. Die Hitler-Jugend muß hier aber ebenfalls alle Aufgaben aufgreifen und sich einbezogen fühlen, weil ja in ihr jene stehen, die sich in nicht allzu ferner Zeit mit den Problemen auseinanderzusetzen haben, die immer wieder unser Volk bewegen werden. Der Jugend muß das Recht zur Mitarbeit und in erster Linie zustehen, deshalb zuerkannt werden, weil gerade sie nicht nach Stand und Herkommen fragt, sondern allein nach der Leistung für die Volksgemeinschaft. Berufsarbeit ist auch politische Mission. Erfolg und Leistung im Beruf sind Dienst am Volke. Die Frage der Steigerung der Arbeitsleistung ist eine Lebensfrage des ganzen deutschen Volkes. Noch mangelt es uns in Deutschland sehr an Facharbeitern. Dieser Zustand ist deshalb eingetreten, weil eine falsche Lehre, die Lehre des Marxismus, die Arbeit nur als ein Mittel zum Geldverdienen ansah. Diese gleiche falsche Lehre führte auch dazu, daß alle Güter des Volkes verwirtschaftet wurden und nur noch als einziger Wert die Arbeitskraft des Volksgenossen übrig blieb. Und auch diese ließ man unbewertet liegen! Die nationalsozialistische Regierung hat nach ihrem Antritt nicht den Fehler gemacht, die Menschen mit der Herstellung von Massenware in Arbeit und Brot zu bringen. Der deutsche Arbeiter muß vielmehr Qualitätsarbeit leisten. Die Quali- tätsarbeiter müssen aber erst wieder erzogen werden. Mit unserer Qualitätsarbeit allein können wir wieder den Weltmarkt erobern. Alle Versuche und Wege müssen an diesem Ziele angreifen. Diesem Ziel muß besonders auch dieser Wettkampf dienen. Der Wettkampf ist aufgebaut auf dem Gedanken der Freiwilligkeit. Aus dem Grundsatz der Freiwilligkeit soll sich bereits eine Auslese ergeben, denn melden werden sich nur diejenigen, die glauben, etwas zu können und etwas gelernt zu haben. Der Reichsberufswettkampf macht es sich darüber hinaus zur Aufgabe, die Jugend auch weltanschaulich zu erfassen. Vor allem muß der Jugend klar gemacht werden, daß die soziale Frage keine Geld-, sondern eine Leistungsfrage ist. Erst wenn wir den Weltmarkt durch Qualitätsarbeit wieder errungen haben, wird sich auch die soziale Frage lösen lassen. Die nationalsozialistische Jugend tritt deshalb schon aus Instinkt in den Reichsberufswettkampf ein. Immer müssen wir uns dessen bewußt sein, daß wir kein reiches Volk sind. Manche Naturschätze sind uns versagt, wo sie anderen Völkern in großer Menge gegeben sind. Den Mangel müssen wir durch gesteigerte Leistungsfähigkeit beheben. Die deutsche Jugend beschreitet den rechten Weg, wenn sie zeigt, daß sie entschlossen ist, diesen Mangel aus- zugleichen durch erhöhten Fleiß und durch erhöhte Leistung. Nach einem eindrucksvollen Gedichtvortrag und einem wegweisenden Sprechchor der Hitler-Jugend sprach noch der Gaujugendwalter der OAF., Unterbannführer Sauer. In seinen Ausführungen betonte er zunächst, daß die Eröffnungsfeiern gerade deshalb an die Stätten der Arbeit verlegt wurden, weil diese ehemals die Zellen des Klassenhasses darstellten, in den auch die Jugend einbezogen werden sollte. Es soll mit diesen Eröffnungsfeiern an diesen Stätten kundgetan werden, daß die Zeiten des Klassenhasses endgültig vorbei sind. Die Jugend stellt dafür die Wächter! In jener vergangenen Zeit stritten sich ja nicht weniger denn 261 Verbände um die Jugend, die sie aber doch nicht gewannen, weil sie kein Ideal zu geben hatten. Die Jugend trieb hoffnungslos, bis zu jener Zeit, da der Führer kam, der als Frontsoldat auch der Jugend zum Vorbild wurde. Der Führer war es auch, der die Gruppen hündischer Jugend durch den Reichsjugendfuhrer zerschlagen ließ und damit auch einer falschen Romantik ein Ende bereitete. Der Jugendliche wurde aber auch durch den Führer aus seiner Hoffnungslosigkeit herausgerissen, und alles was geschah, wurde weltanschaulich untermauert. Die Jugend sieht heute Ziele. Der Jugendliche, der als schaffender Mensch im Volke steht, muß sich als Kulturträger fühlen. Eine neue Kultur sehen wir täglich wachsen: in Sprechchor, in Gedicht, im Lied, besonders aber in den Bauten des neuen Deutsch- lands. , r Neben der Steigerung der beruflichen Leistung muß aber nicht nur die weltanschauliche Schulung, sondern auch die sportliche Ertüchtigung einhergehen. Alle, die sich jung fühlen, sollen zusammenfinden. Aus der provi Vereidigung der Angestellten derGtadt- verwaltung und der städtischenBetriebe. Am vergangenen Samstag um die Mittagsstunde versammelten sich die Angestellten der Stadtverwaltung und der städtischen Betriebe im feierlich geschmückten Sitzungssaale unseres Stadthauses zur Vereidigung und zum Treuegelöbnis auf den Führer Adolf Hitler. Oberbürgermeister Ritter erinnerte an die großen Pflichten der Angestellten und betonte, daß gerade sie getreue Gefolgsmänner des Führers sein müßten. Die Angestellten sollten als treue Mittler zwischen Verwaltung und der Bürgerschaft stehen Und sich in ihrem Auftreten immer ihrer hohen Aufgaben bewußt sein. Hierauf verlas der Oberbürgermeister den Eid und das Treuegelöbnis, das sämtliche Angestellte bei erhobener rechter Hand nachsprachen. Durch Handschlag wurde jeder einzelne verpflichtet. Zum Schluß wies der Oberbürgermeister noch auf das Gewaltige der heutigen Zeit hin und hob hervor, daß spätere Generationen die heutige darum beneiden werde, weil sie in der Zeit des herrlichen Führers Adolf Hitler gelebt hätte. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer fand die Feier ihren Abschluß. Dornotizen. Tageskalender für Montag. NSG. ,Kraft durch Freude", „Wissenschaft im Dienst am deutschen Volk": 20 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Vortrag von Professor Dr. Dietz „Deutsches und Römisches Recht". 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr einmaliges Gastspiel des Musikclowns Noni. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der höhere Befehl". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Klosterjäger". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Josef Steib- Berlin. — Mandolinen-Gitarren-Verein „Neapo- lita", Gießen: 20.30 Uhr im „Bayrischen Hof" Jahreshauptversammlung. Stadttheater Gießen. Heute von 20 bis 22 Uhr einmaliges Gastspiel des berühmten Muftkclowns Noni und feiner genialen Tochter Anita Noni. Die Vorstellung ist außer Abonnement. Der Goethe-Bund Gießen und kaufmännische Verein Gießen teilen uns mit: Für den nächsten, am kommenden Freitag stattfindenden Vortragsabend ist Kurt H i e l - scher mit seinem Lichtbilder-Dortrag „Die nordischen Länder" (Dänemark, Schweden, Nor- Die Aelteren sollen den Jungen mit den Erfahrungen in ihren Berufen zur Seite stehen und ihnen den Weg zeigen, den sie gehen müssen. Jene, die die meisten Fähigkeiten in sich tragen, sollen die besten Lehrstellen erhalten, damit ihre Kräfte ganz zur Entfaltung kommen können. Jene, die sich als die besten aus dem Reichsberufswettkampf erweisen, können damit rechnen, daß ihnen alle weitere Förderung zuteil werden wird. Den Siegern des Wettkampfes soll es aber die größte Freude sein, am l.Mai dem Führer Adolf H i t l e r die Hand drucken zu dürfen. Aus diesem Grund soll jeder den Wettbewerb ernst nehmen. Für die Kameraden m der HI. ergibt sich aber die selbstverständliche Verpflichtung, daß sie die besten Jungarbeiter sein müssen. Ein Vorwärts gibt es nur durch die Leistung und nur mit der Leistung können Forderungen begründet werden. Mit dem festen Willen zur Leistung soll die Jugend in den Reichsberufswettkampf gehen. (Beifall.) Bannführer Schreiber forderte dazu auf, sieh des gezeigten Verbauens würdig zu erweisen und im Wettkampf alle Leistung zu zeigen. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer schloß er die Eröffnungskundgebung zum Reichsberufswett- kompf. Gemeinsam sang die Jugend das Lied „Vorwärts, vorwärts!". nzialhauptstaot. wegen in Landschaft, Baukunst und Volksleben)" gewonnen worden. Kurt Hielscher steht von seinen früheren prachtvollen Lichtbildvorträgen in Gießen in bester Erinnerung. Immer wieder erweckt Kurt Hielscher mit seinen einzigartigen Bildwerken in seinen Büchern und Vorträgen Freude, Staunen und Bewunderung. Seine Meisterkamera vermittelt uns diesmal eine eindrucksreiche Fahrt durch die nordischen Länder. Der Besuch dieses interessanten Vortragsabends kann bestens empfohlen werden. Es fei besonders darauf hingewiesen, daß die Mitglieder der NSDAP., der NS.-Frauenschaft, der NS.-Kul- turgemeinde und des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat besondere Eintrittsvergünstigungen erhalten, ebenso Militär und Studenten. (Siehe heutige Anzeige.) Amt für Vottswohlfahri, Ortsgruppe Sreßen-Süd. Kohlenscheinabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine am Mittwoch, 5. Februar, von 19 bis 20 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstrahe 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. Pfundsammlung. Am Montag, 3., Dienstag, 4., und Mittwoch, 5. Februar, findet im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die Pfundsammlung für den Monat Februar 1936 statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelpakete zur Abholung bereitzuhalten. Weiter werden alle Spender unserer Ortsgruppe gebeten, vorkommenden Wohnungswechsel bei unserer Geschäftsstelle. Crednerstraße 24, zu melden zwecks Berichtigung bzw. Ueberweisung unserer Kartei. NSV., Ortsgruppe Gießen-Ost. Lebensrnlttel-Opferring der Ortsgruppe Glehen-Ost. Bett.: Winterhttfswerk. Die Sammlung wird Dienstag, 4., und Mittwoch, 5. Februar, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarten zur Eintragung vor- lcgen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Betr.: kohlengutscheinabreckmung. Die Kohlenhändler wollen die Kohlengutscheine der Ortsgruppe Ost bis zum 5. Februar auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, täglich von 15 bis 19 Uhr gegen die Wertquittung umtauschen. Später einlaufende Kohlengutscheine können nicht mehr angenommen werden. Amt für Dottswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Betr. Pfundsammlung. Am Mittwoch, 5. Februar, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft ein- gesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Quittungs. einzeichnung bereitzuhalten. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. wieder auf alle Volksgenossen. Verbot des Verkehrs mit Gefangenen und Schuhhästlingen. Die Polizeidirektion Gießen hat nach Anhörung der Ratsherren der Stadt Gießen und mit Genehmigung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen —- Landesregierung Abt. la — nachstehende Polizeiverordnung erlassen: Wer unbefugt mit befangenen oder Schutzhäft- lingen in Verkehr tritt oder sich mit ihnen durch Worte, Zeichen oder auf andere Weise zu verständigen versucht, wird mit Geldstrafe bis zu 30.— Mark bestraft. § 2. Diese Polizeiverordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. Wichtig für Kurzarbeiter. Der Lohnzahlungszeitraum, für den eine Lohnsteuer geleistet wird, ist für die Berechnung von Bedeutung insofern, als sich nach diesem Zeitraum dec gründ st euerfreie Betrag richtet. Der Unternehmer rechnet auch bei stundenweiser Beschäftigung wöchentlich ab. Während der ausgefallenen Zeit besteht das Arbeitsverhältnis fort, also liegt als Lohnzahlungszeittaum die ganze Arbeitswoche zugrunde. Es wird sich deshalb fast regelmäßig eine Steuerfreiheit oder nur geringe Besteuerung ergeben. Wir hoffen, damit die Zweifel, die über die Berechnung der Lohnsteuer für Kurzarbeiter, d. h. für Arbeiter, die in jeder Woche nur einige Tage oder eine Anzahl von Stunden beschäftigt sind, behoben zu haben. Ein tragisches Ereignis. Am heuttgen Montagmorgen ereignete sich in dem Wachraum der hiesigen Wach- und Schließ- gesellschaft ein ttagisches Ereignis. Ein Angestellter der Gesellschaft, der von seinem Dienstgang zurückgekehrt war, beschäftigte sich angeblich mit der Entleerung seines Revolvers. Dabei krachte plötzlich ein Schuß, dessen Kugel einem anderen Angestellten, der mit dem Revolverbesitzer allein im Raume anwesend war, in den Leib drang und den sofor- tigen Tod des bedauernswerten Mannes herbeiführte. Die Polizei wurde sofort von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt und nahm die Ermittlun- gen schleunigst auf. Nähere Einzelheiten über den Vorfall liegen bis zur Stunde noch nicht vor. * ** Hochschulnachrichten. Die Pressestelle der Universität Gießen teilt mit: Der außerordentliche Professor Dr. Adolf ©eifer an der Universität München wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 ab zum ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät und zum Direktor des Hygienischen Instituts der Universität Gießen ernannt. — Auf Grund von § 17 der Reichs-Habilitations-Ord- nung vom 13. Dezember 1934 hat der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung den Dozenten der Englischen Philologie Dr. Hermann Heuer mit Wirkung vom 1. November 1935 ab von der Universität Gießen zur Philosophischen Fakultät der Universität Gießen überwiesen. ** Eine Siebzigjährige. Frau Dina Fersch, Wilhelmstraße 56 wohnhaft, kann am morgigen Dienstag, 4. Februar, ihren 70. Geburtstag begehen. Frau Fersch ist noch sehr rüstig und bezieht schon über 30 Jahre den Gießener Anzeiger. Ruhmesbegriff geworden. Das heißt: Jetzt erst recht! Oder, um es in der Diplomatensprache zu sagen: Quand meme! Wenn die Schuljugend Jagd auf Alteisengerümpel macht und im Triumph die Beute zum Gefallenendenkmal schleppt, wenn die Studenten sich an den Opferbildern aus dem antiken Rom berauschen, die Zitronen blühen und die Kriegsessen rauchen. Vor 25 Jahren stand es im Zeichen des Tripoliskrieges. Welcher Reisende hätte damals unangenehme Rückwirkungen verspürt? Nun ja, im Hasen von Genua lagen keine Kriegsschiffe und in Spezia wurden, wie in jeder Festung, Neugierige gewarnt, aber wer macht schon seine Brautfahrt auf einem Torpedoboot und wer setzt es sich in den Kopf, die schöne Welt gerade durch ein Kanonenrohr zu betrachten? Als der Krieg auf seinem Höhepunkt war, gondelte ich sogar gemütlich durch das Mittelmeer nach Nordafnka hinüber, und daß es auf dem gleichen französischen Schift war, das die Italiener wegen Waffenschmuggels gründlich unter- Was wird aus den alten Zeitunaen? Alljährlich gehen von den Vereinigten Staaten Schiffsladungen von alten Zeitungen im Wert von mehreren Millionen Dollars in alle Teile der Welt, vor allem aber in den Orient. In der Hauptsache besteht die verschiffte Makulatur aus Zeitungspapier, von dem nur etwa 3 vH. Buntdruck aufweisen. Während in den Vereinigten Staaten das letzte Stadium im Leben alter Zeitungen meist darin besteht, daß sie zum Verpacken für Töpfereien, mancherlei Möbelstücke und ähnliche Gegenstände dienen, haben sie im Orient andere Zwecke zu erfüllen. Das Sammeln geschieht meist von Tür zu Tür, oder das Papier wird zu Sammelstellen gebracht, von wo es zum Großhändler oder zur Schiffsverladestelle wandert. Der gewöhnlich gezahlte Preis schwankt etwa zwischen 2 Pf. für das Pfund und 62 Mark für die Tonne, je nach der Qualität und der Geschäftslage auf den östlichen Märkten. Von dem Geld, das durch das Sammeln der alten Pa- ytanener wegen zvasienia/muggels grunvncy unrer-1 wipenicyasrncy rui)ie Feststellung gestatten, oay oie piere eingeht, fließt ein großer Teil wohltätigen suchten, das blieb das gefährlichste Kriegserlebnis.! Begeisterung eben ein mitteißender Sturmwind sei, l Zwecken zu. In den Schulen werden öfter Erho- Es muß ihnen zumute fein wie jenen Belagerern, die plötzlich eine feiste Kuh mit einem Schinken um den Hals den schon sturmbereiten Soldaten entgegentrotten sehen und beim Näherkommen lesen müssen: Solange die Kuh den Schinken nicht frißt, solange die Festung nicht euer ist! Vielleicht wird man im Speisewagen nur deswegen überfüttert, kriegt alles zweimal angeboten und zahlt weniger als früher, damit der Fremde nicht die traunge Wirklichkeit erkennen soll? Ach nein, die italienische Auslandspropaganda weiß schon, was sie tut, wenn sie nun gerade die von Gens verhängte Blockade als Anlaß immt zu der überall zu hörenden Einladung: Besucht das sanktionierte Italien! Italia sanzionata — das ist ein nationaler Italia sanzionata. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, im Februar. Kann man eigentlich nach Italien reifen? Kann man sich wie sonst einfach in den Zug fetzen und die Alpen hinuntergleiten in den sonnigen Süden? Kann man denn drunten leben, ohne bie Gefahren und Unannehmlichkeiten eines Krieges auf sich nehmen zu müssen? Kann man wirklich ohne Proviantkoffer kommen? Man kann. Das sei die Antwort auf zahllose Anfragen besorgter Leser. Eine Jtalienfahrt ist heute eine recht belehrende Angelegenheit und, wenn man von einem Anschauungsunterricht sprechen will, nicht mehr bloß ein kunsthistorischer, sondern ein zeitgeschichtlicher. Man erlebt nicht alle Jahre ein Land unter dem Druck zweier Kriege, eines militärischen und eines „Sühnekrieges", es ist voller Reize, in dieser belagerten Festung herumzuschlendern und das Volk zu betrachten, das aus den „Kindern des Südens" geworden ist. Ich kann mir ein ergrautes Hochzeitspärchen vorstellen, das von der nun auch für „silberne" Brautpaare gültigen Reifeoerbilligung Gebrauch macht, um die Jubelfahrt von damals, aus dem Jahre 1911, zu wiederholen; ich kann mir jenes Bündel von Fragen oorftellen, das sie mitbringen: Wie wird es jetzt, nach 25 Jahren fein, in Venedig, in Rom, auf Capri? Und besonders gut gelingt mir, glaube ich, die Vorstellung, wie sie überrascht fein werden über den Unterschied zwischen beiden Italien — denn wenn ich damals auch noch zu jung war zum Heiraten, so kam ich doch auch im Jahre 1911 zum erstenmal ins Land, wo die Sonst war alles wie immer, und heute ist es genau so. Die Drohung über dem Mittelmeer spukt zwar durch die Kabinette und die Weltpresse, an Ort und Stelle anaelangt, muß man sie aber auch in der Zeitung suchen, um sie zu merken. Bei den meisten Herbstmanövern geht es kriegerischer zu. Und auf dem Festland? Sind vielleicht die Strecken durch Militärzüge verstopft, ist der Belagerungszustand verhängt, muß man auf Schritt und Tritt seinen Paß vorweisen? Nichts von alledem. Die Eisenbahnen verkehren fahrplanmäßig, pünktlich und schnell; auf dem abendlichen Korso bummelt sichs in Rom so gut wie in Syrakus; und es mag einer so englisch aussehen wie er will, er wird sich über kein unfreundliches Benehmen zu beklagen haben. Aber die Sanktionen! Nun, auch damit ift’s wie mit allen Gespenstern: kaum geht man darauf zu, reißen sie aus. Wir in Rom haben das Gruseln noch nicht gelernt. Kopfschütteln kriegt man nur beim Lesen gewisser Auslandsblätter, die dem Faschismus nicht grün sind und daher schon Hungerrevolten sehen, wo der Italiener freiwillig den Gürtel enger schnallt, und ein Knochengerippe haben müssen, wo Schmalhans Küchenmeister wird. Da staunen bann eben die Hochzeitspärchen, sowie sie in den Speisewagen treten. aber um eines kommt er nicht herum, keiner: um das Erstaunen, daß alles sonst seinen alltäglichen Gang geht. Das ist das Wunder des Südens. Vorbei die Zeit, wo Europa im italienischen Volk so etwas wie die armen Verwandten sah, die man bei jedem Unglück unterstützen mußte und sich dabei fragte, ob denn das Geld auch wirklich den Erdbebengeschädigten zukommen ober nicht vielmehr irgenbwo unterwegs hängen bleiben würde. Heute sind diese Leute stolz darauf, auf sich allein angewiesen zu sein und in der Belagerung einen unerschöpflichen Herd und Hort vergessener Kräfte und verborgener Schätze entdeckt zu haben. Der Fremde, der Italien seit der Vorkriegszeit nicht mehr gesehen hat, wirb es kaum mehr erkennen; wer aber den Aufstieg, die Wandlung unter Mussolini in Rom miterlebt hat, der sieht nun, in der Stunde der Gefahr, feine Erwartungen bestätigt. Ein Regierungssystem ging unter, als die schwarzen Kolonnen nach Rom zogen; ein Staat wurde, wuchs und behauptet sich. Es ist die Gelassenheit, mit der er die Genfer Drohung hin- nimmt, die ihn auszeichnet; es ist die unbedingte Ruhe im Volk, die für seine richtige Führung zeugt; es ist die Opferbereitschaft der Natton, die ihn stark macht. Wer mit offenen Augen unter einem „sanktionierten" Volk leben will, um die neueste Sensation auf dem Gebiete der Politik kennenzulernen, der kehrt sicher recht besinnlich von seiner Jtalienfahrt heim. Mütter die Kleinsten dem Duce entgegenrecken, dann darf sich der unbeteiligte Fremde vielleicht die - wissenschaftlich kühle Feststellung gestatten, daß die >. I Begeisterung eben ein mitteißender Sturmwind sei. lunaseinrichtungen dafür angeschafft. Die Polytechnische Hochschule in Los Angeles konnte sich noch vor einigen Jahren aus dem Erlös eines wohlorganisierten Altpapierfeldzuges eine Orgel im Werte von 25 000 Dollar anfchaffen. Dor der Verschiffung muß das Altpapier mannigfache Prozeduren der Verpackung über sich ergehen lassen. Es wird zunächst in hydraulischen Pressen unter einem Druck von 3000 Pfund zu viereckigen Ballen zusammengepreßt, die verschnürt werden. Dann werden die Ballen in grobes Leinen gebündelt und wieder mit Stahlreifen umschnürt und versiegelt. Das Gewicht der einzelnen Ballen ist verschieden je nach dem Bestimmungslande. lieber die seltsamen Schicksale dieser alten Zeitungen in ihrem neuen Heimatland gaben die Vertreter Amerikas in diesen orientalischen Ländern auf eine Anfrage der Handelskammer in Los Angeles interessanten Aufschluß. So wird in Hongkong ein großer Teil des eingesühr- ten Papiers der Herstellung von billigen Sonnenhelmen dienstbar gemacht, indem es die dünnen Bündel von Stroh unter dem bedeckenden Tuch zusammenhält. Don Hongkong wandert eine beträchtliche Menge des eingeführten Papiers weiter nach Kanton und von dort nach den südlichen Provinzen. In Kanton wird das Altpapier hauptsächlich von der Spielwarenindustrie gebraucht, so vielfach für Puppen und für die inneren Teile der Spielfachen. Etwa ein Drittel des in Hongkong eilige» führten Papiers wird zu Packzwecken verwandt, zur Herstellung von Kartons für Salz, das in kleinen Paketen nach Kanton wandert, zur Verpackung von Seedelikatessen, Erdnüssen, Früchten und gebratenem Schweinefleisch. Auch die Erzeugung von künstlichen Blumen und Feuerwerkskörpern hat Verwendung für das Papier, ebenso dient es zum Ausstaffieren der aus echtem ober imitiertem Leder erzeugten Kästchen und Schachteln. In den nördlichen Landesteilen muh das Altpapier vielfach die Stelle des Glases vertreten, indem es vor die Fensteröffnung geklebt wird, um die kalten Winde fernzuhalten. Auf Java steigt die Wertschätzung des Papiers mit der Entfernung aus der Großstadt nach der Kleinstadt und dem Dorfe hin. Wenn man hier in einem Dorfe Einkäufe macht, kann man es zu feiner Verwunderung erleben, oaß man die Ware in ein wohlbekanntes Blatt aus San Francisco ober Los Angeles eingepackt bekommt. Und da diese Zeitungen auch zur Fabrikation von Scherz- und Feuerwerksartikeln dienen, so kann man, besonders am Morgen nach der chinesischen Neujahrsfeier, in den Straßen die verschiedensten Fetzen aller möglichen amerikanischen Zeitungen finden. fallen ■Iber StaW ®ät tel p öl cftioen ■ mann » fefcl jieten * I -nd-r-n gebracht «W ehend, gedeihliches! feiner be ten deut« der durch die'W zeichnete ®| pflicht den al »en gewaH Boltes M H fall der Bel Müller ui Siebert i Der anfch rechners Ka lichen Stan ollen Käme' Beiträgen d schaftlich ve geringen B verflossenen im Dienste Rechner wu laftung erte sichrer und streckte. Sodann die Söerpflid Kameraden chast von bi Den in einer gliedern, fpi kurzen, eind feierlich, zu Ziele des 9 schäft für de Wehrmacht arbeit an d pflichtete. D schastssührei Der allen L Bersammlun Muller, 1 Kameraden Bersammlun herzlichsten 5 einfichrung < der ganzen! trauen, zugl weiterhin al des Vereins raten im F drucksvollen seht, erklärte herzlichen Dc Bereins bere im Führern Mi Karner Mitarbeiters M Aoi Copyright Hl $le imj ."Harnion * (Erbt £en? Harm, wohne kit lokal!" Ei "Manche amüsant." Die W, ^wunden Mann an neigte, q. , Seine W ljat streichelnd, »"Ach bn neigte berührte. ^Wähnen mir, ich h . »em T °en Blick te Ä- -xid) hi V ««iw'; °F' Ä-DOthr "senen äfe dessen * e Polizei. Auhhcjft. nen durch J 8 Der- ' b's zu M ihrer te sich in d Schließ- ilngestellter. mg zuyikk. । mit der 'te plötzlich Angestell- im Rame den fofor. es herbei- dem Avr> Ermittlum . über den it vor. 'ne Ü-Hn. 9 von Be, träum der ^r Unter. ! chäsligung enen Zeit liegt als Woche zu» äßig eine 'rung er. über die Mer, d.h. W Tage t find, be» Pressestelle ißerordent' r Unioerfi. j 1. 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Ein liebenswürdiger Mensch, dieser Doktor Goebel! „Da können wir ihm ja auch etwas zu tun geben, gelt, Maxi?" Grell übertönte ihre Stimme Den allgemeinen Lärm. „Wenn die Frau nur nicht so gewöhnlich wäre und Teddy nicht so viel trinken wollte! dachte Elfriede erzürnt, beiden, die zu ihr herübergrüßten, mit einem Veilchensträußchen zuwinkend. Gott sei Dank, jetzt hatte auch Exzellenz v. d. Grohn die letzte Mandel geknackt, sie konnte die Tafel ausheben! „Von wem spracht ihr eben?" fragte Grete Mer- vius die Schwester, als sie, die goldenen Mokkatäßchen in der Hand, einen Moment beieinander standen. „Ich hörte nur halb, der gräßliche Bob Senfmann quasselte in einemfort auf mich ein." „Von einem jungen Maler, den Dr. Goebel entdeckt hat, und den er bekannt machen will. Er heißt Drau, Joachim Drau, malt hauptsächlich Porträts." „Drau, Porträts —* das junge Mädchen machte eine so lebhafte Bewegung, daß das kostbare Täßchen beinahe herabgefallen wäre. „ I. Dr. — so waren die entzückenden kleinen Postkartenbilder signiert, die Mutti auch so begeisterten: tanzende Kinder, eine alte Frau mit einem Baby auf dem Schoß, ein Milchwagenkutscher — glänzend sag ich dir! Ich kaufe sie einem Mann an der Tür ab. Und weiß du, wer das war?" Sie griff nach der Schwester Arm, hatte große glänzende Augen: „Der junge Mensch, der an Muttis Schulter im Silve- stergottesdienst eingeschlafen war! Ach so, das hattest' du ja nicht gesehen — richtig eingeschlafen! Dann wachte er plötzlich auf, war furchtbar verlegen, entschuldigte sich. Kannst du dich auf ihn besinnen? Mutti sprach noch eine ganze Weile mit ihm. Der war's. Aber das fiel mir erst später ein. Und die Karten, die ich ihm abkaufte,waren I. Dr. signiert. Ist das nicht merkwürdig?" (Fortsetzung folgt!) NaupiversammlungdesAMme-VeremsGießen Das und Fußball -er heimischen Mannschaften Deutschen Lohmann-Schindler Wanzenried im dritten Laus Schlüsselbeinbruch davontrug. erfolgreich, obwohl stürzte und einen Für Wanzenried l der deutschen Jäger am Samstag beendet. die er- Kampfe. Die Naunheimer haben durch diesen Sieg Meisterschaft mit höchster Wahrscheinlichkeit rungen. Die Gießener verloren in Wetzlar verdient. DfB.-Reichsbahn Gießen. Die 1. Mannschaft in Metzlar geschlagen. 3n 60 Minuten 36 Tore. Deutschlands erstes Länderspiel mit Luxemburg 33:3! Das erste ßänbertreffen zwischen Deutschland sprang Alt ein, der zusammen mit Gilgen der Schweiz den zweiten Punkt sicherte, die damit den Länderkampf mit 2:1 Punkten gewonnen hatte. Deutsche Eisschießmeisterschasten in Mittenwald. Auf dem Lautersee bei Mittenwald wurden am Sonntag die Deutschen Eisschießmeisterschasten Oie Bezirksklasse am Sonntag. Watzenborn-Steinberg —- Niedergirmes 3:1. Naunheim — Dillenburg 4:0. SD 05 Wetzlar — VfB. Reichsbahn Gießen 3:0. Die Teutonen schlugen die Niedergirrneser, die im Feldspiel ebenbürtig waren, in einem harten Zum Schluß machte Kameradschaftsführer Müller die Kameraden noch mit einer Reihe von internen Angelegenheiten der Organisationen der alten Soldaten eingehend bekannt. Weiter teilte er u. a. mit, daß am 15. März ein großer Artilleri st en-Tag in Gießen stattfinden wird, bei dem sich nicht nur die alten und die aktiven Artilleristen der Stadt Gießen treffen werden, sondern auch die alten Artilleristen aus dem Kreise Gießen und den anschließenden Bezirken, sowie die anderen Organisationen der alten Soldaten als Teilnehmer willkommen sind und die Einladungen dazu in der nächsten.Seit erhalten sollen. Diese Mitteilung wurde von den Kameraden mit freudiger Zustimmung ausgenommen, da bei dieser Gelegenheit das Band der treuen Waffenbrüderschaft zwischen den alten Soldaten und der aktiven Wehrmacht eine weitere Vertiefung erfahren soll. Im übrigen wurden im Verlaufe des Abends manche schöne alte Soldatenlieder gesungen und die Stunden nach dem offiziellen Teil mit froher kameradschaftlicher Unterhaltung ausgefüllt. Im Gesamtergebnis belegte der Jagdgau Provinz Sachsen wieder den ersten Platz und gewann damit wie schon im Vorjahre den Wandersvreis des Führers. Bester Einzelschüße war im Gesamtergebnis Apel (Bageritz) mit 526-/-> Punkten vor Dr. von Fritschen (Königsberg) mit 5242/a Punkten. (Springen auf der Großen Olympiaschanze. Auf der Großen Olympiaschanze sand am Sonntag ein Springen statt, an dem sich 40 Teilnehmer aus 11 Nationen, nämlich Norwegen, Schweden, Finnland, Deutschland, Amerika, Japan, Italien, die Tschechoslowakei, Kanada, Rumänien und Polen beteiligten. Das Interesse des Publikums war außerordentlich groß. Fünf Sonderzüge und Om- nibusfe brachten etwa 10 000 Zuschauer in das Skistadion. Uner ihnen befanden sich auch die nicht- beteiligten Olympiakämpfer. Der Schnee war etwas stumpf, so daß es einen verkürzten Anlauf gab. Trotzdem wurden hervorragende Leistungen erzielt. Bester Springer war Sven E r i ck s s o n (Schweden), der 81 Meter stand. Hinter ihm wurde der Olympiasieger Birger Ruud Zweiter. Die Bodenverhältnisse des Wetzlarer Platzes waren grundlos, so daß man sich eigentlich wundern muß, daß der Schiedsrichter das Spiel durchführte. Die Gießener hatten einen rabenschwarzen Tag. Es wollte ihnen auch überhaupt nichts gelingen. Wenn Helcher nicht ganz hervorragend gehalten hätte, dann wäre eine Katastrophe nicht ausgeschlossen gewesen. Die Gießener Läuferreihe, in der Mundt als Außenläufer ausfiel, beging den Fehler, flach spielen zu wollen. Ein Vorhaben, das von Beginn an zu Unproduktivität verurteilt war. Eine Mannschaftskritik dürfte sich unter diesen Verhältnissen erübrigen. Demgegenüber spielten die Wetzlarer ihr steiles, hohes Spiel. Die ganze Wetzlarer Mannschaft war immer um ein Sekundenbruchteil schneller am Ball und spielte vor allen Dingen eifriger. Die Wetzlarer begannen in großem Tempo und schnürten während der ganzen ersten Halbzeit die Gießener in ihre Spielhälfte ein. Vereinzelte Durchbrüche der Gäste waren zu schlecht eingeleitet, um gefäyrlich zu sein. Schon gleich nach Beginn hielt Helcher einen scharf geschossenen Ball in glänzender Manier. Kurze Zeit später mußte er sich durch einen scharfen Schuß von Blech, der diesmal halblinks spielte, geschlagen bekennen. Immer wieder konnte sich der Wetzlarer linke Flügel durch die groben Deckungsfehler des rechten Läufers erfolgreich durchsetzen. Dem Linksaußen war es Vorbehalten, durch einen Schrägfchuß das Halbzeitresultat herzustellen. Nach Wiederbeginn war die Gießener Mannschaft in ihren Leistungen nicht wiederzuerkennen. Sie dik- Am Samstagabend sand im Vereinslokal „Hessi- lAr Hof tue Jahres-Hauptversammlung des Ar- Mem.Bemns Gießen bei fthr starkem Mitglieder- urtkr Leitung des Kameradfchaftssührers Muller statt. ' ' , Zu Beginn der Versammlung gab der Schrift- sthrer Kamerad Siebert eine Übersicht über « u ^r^lt b,er Dereinsführung im verflossenen Lahre. Man konnte aus diesen Darlegungen eine sehr fruchtbare Tätigkeit des Kameradschaftsführers und seiner Mitarbeit im Führerrat, zugleich auch ein erfreuliches Anwachsen der Artilleristen-Kame- radschast durch den Beitritt der Waffenkameraden der alten Armee und der jungen Wehrmacht entnehmen. Weiter konnten die Kameraden die erfreuliche Feststellung machen, daß der Artillerie-Verein zu allen anderen Vereinigungen der alten Soldaten in der Stadt und im Kreise Gießen in besten tarne- radschastlichen Beziehungen steht und ganz besonders eng das Kameradschaftsverhältms zu den aktiven Waffenbrüdern in der I. Abteilung Artil- lerie-Reaiment 9 und ihrem Kommandeur, Haupt- mann Welte, vom Tage des Einzugs der Arttl- kriften in Gießen an ist. Mit dankbarer Anerken- nung wurde all der Förderung und guten kameradschaftlichen Gesinnung gedacht, die dem Arttl- lerie-Verein von dem Kommandeur der I. Abteilung Artillerie-Regiment 9, seinen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften, aber auch von zahlreichen anderen Stellen (Partei und Behörden) entgegengebracht wurde. Don dieser guten Grundlage aus-' gehend, wird auch für das neue Vereinsjahr ein gedeihliches Weiterarbeiten des Vereins im Sinne feiner hohen soldatischen Ideale zur Förderung des besten deutschen Soldatentums im allgemeinen und der jungen deutschen Wehrmacht, die nunmehr durch die im Jahresbericht mit großer Freude ver- zeichnete Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht den alten Soldaten noch mehr als bisher ans Herz gewachsen ist, sowie des ganzen deutschen Volkes im besonderen erwartet. Den lebhaften Beifall der Versammlung faßte Kameradschastsführer Müller in herzlichen Dankesworten an Kamerad Siebert zusammen. Der anschließende Rechnungsbericht des Vereinsrechners Kamerad Schweitzer wies einen erfreulichen Stand der Vereinsfinanzen auf und zeigte allen Kameraden, daß die Vereinsführung mit den Beiträgen der Mitglieder in sorgsamster Weise wirtschaftlich verfährt und trotz des verhältnismäßig geringen Beitrages es fertig gebracht hat, auch im verflossenen Vereinsjahr ganz ansehnliche Leistungen im Dienste der Vereinsziele zu vollbringen. Dem Rechner wurde mit herzlichen Dankesworten Entlastung erteilt, die auch auf den Kameradschaftsführer und seine Mitarbeiter im Führerrat sich erstreckte. Sodann nahm Kameradschaftsführer Müller die Verpflichtung einer Anzahl neu eingetretener Kameraden vor. Während sich die ganze Kameradschaft von den Plätzen erhob und Front nahm nach den in einer Linie angetretenen neuen Dereinsmit- gliedern, sprach Kameradschaftsführer Müller in kurzen, eindrucksvollen Worten, schlicht-soldatisch und feierlich, zu den neuen Kameraden, die er auf die Ziele des Vereins hinwies und zu treuer Gefolgschaft für den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler sowie zu treuer Mitarbeit an den Aufgaben des Artillerie-Vereins verpflichtete. Mit Handschlag bekräftigten der Kameradschaftsführer und jedes neue Mitglied diesen Pakt der alten Soldaten. — Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde dem Kameradschaftsführer Müller, der für diesen Teil die Leitung an den Kameraden Blodt abgegeben und sich aus dem Dersammlungszimmer entfernt hatte, mit Worten herzlichsten Dankes für die Zeit der bisherigen Vereinführung einstimmig und unter lebhaftem Beifall der ganzen Versammlung das uneingeschränkte 23er» trauen, zugleich mit der Bitte ausgesprochen, auch weiterhin als Kameradschaftsführer an der Spitze des Vereins zusammen mit den bisherigen Kameraden im Führerrat tätig zu fein. Von dieser eindrucksvollen Vertrauenskundgebung in Kenntnis gefetzt, erklärte sich Kameradschaftsführer Müller nut herzlichen Dankesworten zur weiteren Führung des Vereins bereit, bestätigte seine bisherigen Mitarbeiter im Führerrat erneut in ihren Aemtern und berief zwei Kameraden als Nachfolger von verstorbenen Mitarbeitern neu in den Füherrat. Anschließend tierten jetzt das Spielgeschehen, aber ihr Sturm konnte die zahlreichen Torchancen nicht ausnutzen. Es war für die Gießener ein Verhängnis, daß gerade während dieser Drangperiode das dritte Tor für Wetzlar fiel. Ihr Rechtsaußen hatte sich allein durchgespielt und gab uneigennützig zum Halbrechten, der unhaltbar einschoß. Durch dieses Tor flaute der Angriffsgeist der Gießener ab und Wetzlar konnte bis Spielende leicht überlegen sein, ohne aber noch ein Tor schießen zu können. Die dritte Mannschaft trat in Steinberg nur mit neun Mann an und es ist unter diesen Umständen nicht zu verwundern, daß sie mit 7:2 Toren geschlagen wurden. Die 1. Jugend spielte gegen Sportfreunde Wetzlar 1:1. Auch hier ließen die Bodenverhältnisse ein geordnetes Spiel nicht aufkommen. 1900-SMrf.»Regiment 9 3:3 (2:0). Trotz des regnerischen Wetters hatte sich eine ansprechende Zuschauerzahl zu diesem Spiel eingefunden. Hauptsächlich waren es Angehörige des Artillerie-Regiments, die ihre Mannschaft sehen wollten, und als die Elf in der zweiten Halbzeit auf 3:2 herangekommen war, waren sie es, die durch lebhafte Ruse ihre Mannschaft anfeuerten. Das Unentschieden haben die Soldaten mehr als verdient. Ein Sieg, der im Bereich der Möglichkeit lag, wäre der gerechtere Ausgang des Spieles gewesen, denn die Artilleristen waren während des Spieles einen großen Teil mehr oder weniger überlegen. In den beiden Mannschaftsaufftellungen hatten sich einige Veränderungen ergeben. Sie lauteten: Art. - Rgt.: Landsrath; Wüstenhöfer, Reith; Waldmann, Stingel, Speier; Schwärze!, Brückner, Naumann, Element, Schneider. 19 0 0: Fischer; Schombert, Lippert; Erhard, Kleinbell, Mank; Schellhaas, Heilmann, Schmelz, Hain, Henkelmann. Der Beginn des Spieles stand vorerst im Zeichen der Blauweißen. Einige Angriffe kamen gleich in bedrohliche Nähe des Tores und in der 3. Minute hieß es bereits 1:0 für 1900 (durch Elfmeter). Schmelz, der bei einem Durchbruch in die Zange genommen wurde, verwandelte ihn. Durch großen Eifer und ihre weiten Schläge errangen sich die Soldaten jedoch bald eine gewisse Ueberlegenheit. Einige gute Chancen vereitelte ihnen Lippert. In sprach der Kameradschaftsführer in packenden und aneifernden Worten über das große Geschehen unserer Zeit unter der Führung Adolf Hitlers; er erinnerte die alten Artilleristen noch einmal in großen Zügen an die Zeiten des furchtbaren deutschen Niederganges in den Jahren nach der November- Revolte von 1918 bis zum Tage der nationalsozialistischen Erhebung, und stellte jener für den Soldaten überaus schmerzlichen Zeit die gewaltige positive Arbeit des Aufbaues der nationalsozialistischen Regierung unter dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gegenüber. Damit verband er unter starker Zustimmung aller Kameraden das rückhaltlose Gelöbnis der Treue und der soldatischen Ergebenheit zum Führer und Obersten Befehlshaber Adolf Hitler, das mit freudigem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang der beiden ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes bekräftigt wurde. Meifterschaftsschießen in Berlin-Wannsee wurde < Luxembura war nach Saarbrücken gelegt worden. Rund 6000 Zuschauer waren zum Einmarsch der Mannschaften auf dem Platze versammelt. Kein Fachmann und kein Laie wird daran gezweifelt haben, daß dieser Länderkampf mit einem deutschen Siege enden würde. Aber es gab auch wohl niemand, der mit einem solchen Ergebnis, wie es in der Handballgeschichte in Spielen solcher Bedeutung noch nicht erreicht wurde, gerechnet haben könnte. Die Luxemburger Mannschaft war unserer Elf keinen Augenblick gewachsen. Besonders schwach war die Läuferreihe. Der einzige Stürmer, der einigermaßen befriedigte und wirklich gute Leistungen zeigte, war der Mittelstürmer Buck (RE.), der auch die drei deutschen Gegentreffer schoß. Die deutsche Mannschaft spielte in der vorgesehenen Aufstellung wie aus einem Guß. Die Mischung zwischen den sechs Saarländern, zwei Mannheimer, zwei Darmstädter und einem Frankfurter Spieler bewährte sich ausgezeichnet. Die erstmals als Nationalspieler herausgestellten Saarländer fügten sich ausgezeichnet in den Rahmen der Mannschaft ein. Das Glanzstück der Mannschaft war der überragende Sturm. Als Schiedsrichter amtierte Müller .(Wiesbaden), einer unserer besten und sichersten deutschen Schiedsrichter, einwandfrei. Der Spielverlauf war so einseitig, daß sich eine laufende Schilderung und eine reihenweise Aufzählung der Torerfolge erübrigt. Es stand bei der Pause bereits 16:0 und bald nach dem Wechsel 17:0, ehe der erste Gegentreffer der Luxemburger fiel. Dann mußten die Gäste aber dreizehn weitere Tore hinnehmen, ehe sie beim Stande von 30:1 zwei weitere Tore anbringen konnten. Bis zum Schluß war dann die deutsche Elf noch dreimal erfolgreich. Der Sieg löste bei den vorwiegend jugendlichen Zuschauern große Freude und Begeiferung aus. Neuer Schweizer Sieg im Nadiäuderkamps. Deutschland unterliegt in Basel mit 2:1 Punkten. Auf der Baseler Winterbahn wurde am Samstagabend abermals ein Radländerkampf zwischen der Schweiz und Deutschland ausgetragen, den die Eidgenossen, ebenso wie vor einigen Wochen in Stuttgart, mit 2:1 Punkten zu ihren Gunsten entschieden. Im Fliegerrennen gab es in der Gesamtwertung einen von den 4000 Zuschauern Diel» bejubelten Sieg durch Dinkelkamp, doch fiel der Punkt an Deutschland, das Steffes den zweiten und Engel den dritten Platz besetzte. Im Omnium waren die Schweizer Bühler-Alt den deutschen Vertretern Schön-Ehmer überlegen, so daß der Länderkampf nach den ersten beiden Wettbewerben unentschieden 1:1 stand. Auch im abschließenden Steherrennen waren die Eidgenossen über die unter Leitung des Fachwortes D o e t s ch (Zwiesel) zum Austrag gebracht. Trotz Schneetreibens und stumpfer Eisbahn fand sich eine große Zuschauermenge ein. Bei den Männern holte sich im Mannschaftsschießen Spiegelau (Bayrischer Wald) mit Bestnote 6,33 den Titel Deutscher Eisschiehmeister 1936, bei den Frauen konnte die Mannschaft aus Frankfurt den Titel nicht verteidigen und mußte den Sieg Altona überlassen. Sieger im Frauen» Zielschießen wurde Frau Herbold (Altona). Meifterschaftsschießen der deutschen Jäger. Nachdruck verboten! 11. Fortsetzung. friede Stalling das 23Iut ins Gesicht. Aber ehe eine scharfe Erwiderung über ihre Lippen kam, rettete sie ihr Nachbar zur Linken vor Unbesonnenheit — und wurde ihr zum Schicksal. 13. Kapitel. „Sie sprachen vorhin von der Ausstellung in der Kunstakademie, gnädige Frau, und von Ihrem Interesse für Malerei — darf ich einmal fragen, ob Ihnen ein Maler namens Drau, Joachim Srau, bekannt ist?" „Joachim Drau —" die junge Frau dachte nach. „Nein, der Name ist mir ganz fremd." „Dann haben Sie eine Doppelgängerin, ober der Künstler hat sie irgendwo gesehen und einen tiefen Eindruck empfangen." Seine Augen lagen voll ehrlicher Bewunderung auf der holden Frauenerscheinung. „Das könnte ich wohl begreifen." Die Röte, die Brucks Worte Elfriede Stalling in die Wangen getrieben hatten, wallte abermals empor, aber diesmal in Freude. Diesem Doktor Goebel mußte man gut sein. Ihr Blick huschte zur Mutter hinüber, die so hübsch und geruhsam inmitten des glitzernden Prunkes dasaß, etwas Gemeinsames war beiden eigen — ...... „Dann wird es wohl Ne Doppelgängerin sein, erwiderte sie heiter, „denn ich wüßte nicht, wann und wo!" „Vielleicht bringt Sie die Komposition des Por- träts darauf, sie ist sehr eigenartig. Aus ganz dunklem Hintergrund, das Innere einer Kirche mit gotischem Gewölbe darstellend, hebt sich eine Frauen- gestalt hervor. Ihnen zum Verwechseln ähnlich. Ein Schleier liegt über dem blonden Haar, das Haupt leicht verhüllend. Ein dunkles Gewand, mit breitem Pelz besetzt, umschließt die ganze Gestalt deren linke Hand leicht auf der Brust ruht. Das Gesicht — Ihr Gesicht! — ist ein wenig emporgehoben und von Licht überflossen, das von oben zu kommen scheint. Der dunkle, geheimnisvolle Hintergrund, die köstliche Durchsichtigkeit des Kopfschleiers, die Ausführung des Pelzes, die satten Farben erinnern stark an die vollendete Kunst der alten Hollander, Ausdruck und geistige Auffassung aber sind von unerhörtem Raffinement der Moderne. Ich habe lange kein so fesselndes Bild gesehen." „Wo ist es denn ausgestellt? Der Gelehrte sah die fragende Frau an: „In ekier Dachstube, deren Einrichtung hauptsächlich aus Holzkisten besteht", antwortete er gebampft. Jjier ist ein latent in Gefahr, von der Not des Alltags ver- jRoman von H. von ßeflermann. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. „Harmonie", sann Elfriede Stalling vor sich hin. „Das Erbteil ist mir, fürchte ich, Floren gegangen. Harmonie gedeiht nur, wo Friede .st ich aber wohne feit Jahren in einem betriebsamen Jazz lokal!" Ein leichtes hartes Lachen flatterte auf. „Manchmal etwas angreifend, aber doch ganz Die Weichheit war aus den blauen Augen geschwunden, wie in geheimem Trotz blltzten sie den Mann an, der schweigend den fernen Gelehrtenkopf ne^eine Nachbarin aber zuckte zusammen. Eine Hand hatte sich auf die ihre gelegt, eine warme, streichelnde Männerhand. Hastig wandte sie sich um. eich bin eifersüchtig, Schönste , murmelte Bruck, er neigte sich so nahe, daß seine Schulter die ihre berührte. „Was brauchen Sie den Graukopf so zu verwohnen - seien Sie lieber em bißchen nett zu mtt ich habe doch ältere Rechte an Ihre Gnade, behaqen^a"n ^Äucks^allzu^großer^Nähe°' e^in Gefühl, i" bs “ LS«« „Ah, Sie fordern Privilegien, mein Herr. „Ich bitte darum, raunte es an ihrem Ohr, „und bin bereit, königlich dafür 3^ ßa^ten. „Also ein Handels- und Tauschgeschäft! In ihrer Stimme Ichwan« kaum ”erb"rgener Spott. „Da von versteht mein Eheherr mehr als ich L7 ÄVsnterelfe unb »ejabunfl hat, lieber Freund, und bie 11 Ileiber nur Wfle. ring vorhanden. Ich bm absolut nicht 8 >ch '^Dao würde ich in Ihrem Interesse sehr bedauern, 'Vlmp^ertinente''Betonung der Antwort trieb El° nichtet zu werden, eine Gefahr, die ich jedoch von ihm abzuwenden hoffe." „Ist der Maler schon alt?" Sie fragte es zögernd, betrachtete dabei das kleine silberne Salzfaß, das ihre Finger müßig hin und her drehten. „Nein, erst Anfang Dreißig und, von Unterernährung abgesehen, wohl soweit gesund." Die Frau antwortete nicht. So deutlich sah sie alles vor sich — die hellerleuchtete Kirche am Silvesterabend, den Adventsstern, der in seinem milden Glanze just über ihr geschwebt, die Mutter, die freundlich mit einem Fremden sprach — und dessen Gesicht, aus dem zwei dunkle Augen sich auf sie geheftet, so seltsam zwingend, daß sie nicht fortzuschauen vermocht hatte. — Der neulich erst aus der Mutter Haus getreten, als sie wartend im Wagen saß. Was hatte er wohl da gewollt? Weder Mama noch Grete hatten seiner erwähnt. Ach richtig — er hatte gewiß seinen Gönner Dr. Goebel ausgesucht ... „ „Ich habe eine große Bitte auf dem Herzen", sprach Goebel da weiter. „Wollen Sie mir helfen, Ihren Herrn Gemahl für diesen tatsächlich begnadeten Künstler zu interessieren? Vielleicht kauft er ihm das Bild gar ab?" In einem jähen Impuls reichte Elfriede Stalling ihm die Hand. „Ich will Ihnen gern helfen", sagte sie herzlich und hatte einen hellen, frohen Glanz im Gesicht. ä . .Wie schön sie doch ist!" dachte der Doktor, seine Sippen auf ihre Finger neigend. „Diese Frau wäre wohl wert, die Muse eines großen Künstlers zu werden." „Was habt ihr denn so Wichtiges zu bereden, daß du deinen Seladon zur Rechten so vernachlässigst, Elfi", rief Stalling über die Tafel. Sie hörte wohl die Mahnung aus der lachenden Frage, ärgerte sich, aber gehorchte ihr, indem sie bei Bruck mit erhobenen Händen wie ein Kind Abbitte tat und ihrem Mann einen Kuß zublies. ..Sehr Wichtiges, Teddy, etwas, was du und ihr alle erfahren muht", erwiderte sie, immer noch einen Abglanz der Freude auf den Zügen. „Dr. Goebel hat ein Genie von einem Maler entdeckt, und ich habe ihm versprochen, daß du die Rolle des ersten Gönners übernimmst! Er soll die fabelhaftesten Porträts malen." Stalling beugte sich- interessiert vor. Der kleine Doktor da war eine europäische Autorität, wenn der einen Maler lobte, war auch etwas dran. Der MM WWW sM BUZM M boM bej' pfl’ die nu bal . Be , ■ 23i<* Bär fre ’ DOI r Ö ü? ■ frü b o 12C . •’ So ber her M hc 3, 5 L» . , b, 5or geb< S t '« ft i r L D k)at, ;usa ti a klärt illei * lei. :ed)t lügt ferm " )hne- ]UH(h lach : e n 3ufo als । iumt Stell :cn )äng‘ Lezu )er ( bie meb, beteil , ageri Ibers ) o n )örbe . in ged Da New Jnab )anbl Lob . )anbl Des 1 Mitte . , n. It i .. 2(V t > . '. Sportkameradschafi beim berliner M-Turmer er» des Das Barrierenspringen um ben Ehrenpreis des Reichspropaganbamini- sters bei bem Internationalen Reit- unb Fahrtur- nier in Berlin nahm einen bramatischen Verlauf. Von 26 Pferben kamen im dritten Umlauf der Italiener „Nasello" unter Rittmeister Filip- poni, „Fanfare" unter bem beutschen Oberleut- nantSchlickumund.Egly" unter bem SS. - Sturmführer Temme ohne Fehler über bie Barrieren. Um bas Pferb bes Italieners zu schonen, einigten sich bie erfolgreichen Reiter auf ben Verzicht eines weiteren Stechens unb teilten untereinanber ben Preis. Unser Bilb zeigt, wie Reichspropa- ganbaminister Dr. G o e b - bels ben Ehrenpreis bem italienischen Rittmeister F i l i p p o n i überreicht. Links: SS.-Sturmführer Temme unb Oberleutnant Schlickum. (Scherl-Bilderdienst-M) Pressechef ber NSDAP. Dr. Dietrich. Dor Beginn bes großen Wettstreites erklangen bie Nationalhymnen ber beteiligten Mannschaften. Der Preis ber Nationen ergab ben erwarteten beutschen Sieg mit 8 Fehlerpunkten vor Polen mit 33 unb Italien mit 50 Fehlerpunkten. In ber beutschen Mannschaft sprangen zwei ber brei gewerteten Pferbe Baccarat (Rittmeister Momm) unb Tora (Oberleutnant K. Hasse) fehler- los, währenb Olaf (Hauptmann von Barnetoro) in ben beiben Umläufen je vier Fehler machte. Nach bem Siege ging die beutsche Fahne am Deutscher Sieg beim „preiei der Nationen". Das 7. internationale Berliner Reitturnier Siegesmast hoch. Der Führer überreichte bann ber siegreichen beutschen Mannschaft vor ber Ehrenloge selbst ben Ehrenpreis. GV. Bad-Nauheim steigt endgültig ab. Fußball-Meisterschaftsspiele in Nordhessen. Der Sonntag brachte bei ben Meisterschaftsspielen ber Gauliga Norbhessen bie erste Klärung: ber SV. Bab-Nauheirn wirb nun enbgültig absteigen, nach- bem er am Sonntag zu Hause gegen Borussia Fulba mit 3:0 (1:0) verlor. Fn ber Spitzengruppe gab es keine Veränderungen, benn sowohl Borussia als auch ber Gaumeister gewannen ihre Spiele. Borussia Fulba lanbete in Marburg beim VfB. Kurhessen einen überraschend) sicheren 3:1-Sieg, bagegen kam Hanau 93 bei Kurhessen Kassel erst in ber letzten Minute zum fiegbringenben Treffer. Aus anberen Gauen. Gau Sübwest: FSV. Frankfurt — Eintracht Frankfurt 0:0; Borussia Neunkirchen — Phönix Ludwigshafen 6:0 (3:0); Kickers Offenbach — FK. Pirmasens 2:0 (1:0); Wormatia Worms — Union Niederrod 4:1 (4:1); Opel Rüsselsheim—FV. Saarbrücken 0:0. Gau Bayern: 1860 München — Wacksr München 5:0 (3:0); 1. FC. Nürnberg — Bayern München 1:1 (1:0); Spogg. Fürth — FC. Bayreuth 6:0 (2:0). Sprechstunden der Redaktion. 11.30 dis 1230 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. reichte am Samstag mit der Entscheidung Mannschaftswettbewerbes um den Preis des Führers und Reichskanzlers, dem sog. „Preis der Nationen", seinen Höhepunkt. Bereits seit Wochen waren sämtliche Karten für diesen Tag ausverkauft, und schon lange vor Beginn füllten 8000 Besucher die große Deutschlandhalle. Um 15 Uhr erschien der Führer und Oberste Befehlshaber in Begleitung des Reichskriegsministers Generaloberst von Blomberg, der Oberbefehlshaber der Wehrmachtteile Heer, Marine und Luftwaffe General der Artillerie Freiherr von Fritsch, Admiral Dr. h. c. Raeder und General der Flieger Göring, sowie die Reichsminister Dr. Goebbels, Dr. Frick, Seldte und Graf Schwerin von Krosigk und der Reichsleiter Reichsführer SS. Himmler und Reichs» Die Olympischen Wmier-Wettbewerbe der 25. Minute erzielte 1900 das zweite Tor. Eine genaue Vorlage von Schmelz schlug Hain hoch ins Netz. Nach der Pause, die die Artilleristen weiterhin in Front sah, waren es die Blauweißen, die ihren Vorsprung vergrößerten. Eine lange Vorlage, die der linke Verteidiger dem Tormann überlassen wollte, erspurtete sich Schmelz und schoß sie ins leere Tor. Hierdurch ließen sich die Soldaten jedoch nicht entmutigen und als in der 65. Minute der Linksaußen den ersten Gegentreffer erzielte, schöpften sie wieder Hoffnung. Als wenig später der Halblinke auf 3:2 verkürzte und ihnen ein Elfmeter zugesprochen wurde, schien das Unentschieden greifbar. Doch Fischer hielt den von Clement scharf geschossenen Ball. Als jedoch kurz darauf der Rechtsaußen den Ausgleich erzielte und die Artilleristen abermals einen Elfmeter zugesprochen erhielten, schien der Sieg zu Stande zu kommen. Fischer hielt jedoch den von Clement wuchtig geschossenen Ball abermals und rettete damit seiner Mannschaft das Unentschieden. Beim Schlußpfiff waren die Soldaten über den Erfolg sichtlich erfreut, denn kurz nach der Pause sah es nicht danach aus. Bei den Artilleristen war der große Eifer lobenswert. Der Tormann, Mittelläufer Stingel und Cle- Auf der Automobil-Ausstellung in Amsterdam, die am Freitag eröffnet wurde, sind elf deutsche Firmen mit Ständen vertreten. Der belgische Schiedsrichter John Langenus konnte dieser Tage auf eine 25jährige Tätigkeit als Spielleiter zurückblicken. ment traten etwas hervor. Das vermeintlich eigensinnige Spiel von Clement hatte den Vorteil, daß er immer wieder Lippert auf sich zog und so seinen Mitspielern freie Stellung verschaffte. Die Blauweißen verfielen wieder in ihren alten Fehler, denn als es 3:0 stand, glaubten sie ihren Sieg sicher und überließen dem Gegner mehr und mehr das Feld. Schiedsrichter Philipp war in feinen Elfmeterentscheidungen zu hart. Kurze Sportnotizen. Die 08^.-Eishockey-Olympiamannschaft spielte am Samstag in Düsseldorf gegen eine deutsch-kanadische Auswahl und siegte sicher mit 4:1 (2:0, 1:0, 1:1). Die neuzeitlichen Bob-Wettbewerbe haben nichts mehr mit dem herkömmlichen Schlittenfahren zu tun. Es sind Wettbewerbe geworden, die mit schweren Schlitten und von harten, kühnen Männern ausgeübt werden. In rasender Fahrt sausen die Bobs die künstlich vereiste Bahn hinab und rasen donnernd in die Kurven. Die besten Aussichten bei dem diesjährigen Olympia haben die deutschen Mannschaften, mit denen die Amerikaner und die Schweizer allerdings in eine ernsthafte Konkurrenz treten werden. — (Schirner-M.) iis IV las fit gekow Gesuch Wege )urd) nal 3 ) e s veisn b he Im lur Goethe-Bund Gießen, Kaufmännischer Verein Gießen im Deutschen Volksbildungswerk, Kreis Gießen Freitag,7. Februar, abends 8Uhr. in der Neuen Aula Lichtbildervortrag von Kurt Hielscher Die nordischen Länder (Dänemark, Schweden, Norwegen in Landschaft, Baukunst und Volksleben) Die Mitglieder des Goethe-Bandes und des Kanfm. Vereins erhalten bis zu 3 Plätzen freien Eintritt geg. Rückgabe des Gutscheins Nr. 3, für den Goethe- Bund (rosa Gutscheinkarte) und Nr. 6 für den Kaufmännischen Verein igmne Gutscheinkarte). Mitglieder der NSDAP., der NS.-Franenschaft, der NS. Knlturgemeinde und des Landschaftsbnndes Volkstum und Heimat erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 60 Pfennig gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises. Nichtmitglieder zu 1.25 RM. bei Challier und an der Saalkasse. Studenten und Militär zu 40 Pfennig. eeoD Jwanasvevstelsevuns | Dienstag, 4. Fehr., ab vorm. 10 Uhr, sollen im Versteigerungslokal, Neuenweg 28, bezw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in ob. Lokal) zwangsweise geg. Barz. versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 2 Eisschränke, 4 Oefen, 4 Herde, 1 s>ensterumrahmung, 2 Radios, 1 Motor, 3 Schreibmaschinen, 1 Klavier, 1 Bohrmaschine, 1 Grammophon, 1 Fahrrad, 1 Spiegel,! Mikroskop, 1 Goniometer 1 Rechenmaschine, 1 Pritschenwagen ?ioD bestimmt: 1 fast neuer A.E.G.- Radioapparat (Modell 1934/35), ca. 600 Paar Damenspangenschuhe (braun, schwarz und verschiedene andere Warben), Sandaletten, Filz- u. Ledervantosiel, Lastingschuhe u.1 P. Rennschuhe ^PhflPmann Gerichtsvollz.in Gießen ObUdlllldllll Wernerwall33,Rus3108 GLORIri PPLR5T Giessen große Premiere! hohen Lil Dagover,Heli Finkenzeller Karl Ludwig Diehl, Karl Danne- mann, H ans Leibelt, Aribert W äscher. Spielleitung: Gerhard Lambrecht. Musik: Werner Eisbrenner Die mutige und opferwillige Tat des Rittmeisters von Droste, Perleberger Stadtkommandant 1809 Heute Montag: Die DER CROSSE NATIONALE UFA-FILM DIESES JAHRES Vorher: Ein Filmwerk das jeden Deutschen angeht Tag der Freiheit Unsere Wehrmacht • Nürnberg 1935 Gesamtleitung: LeniRiefenstahl, Musik: P.Kreuder, Herstellung: NSDAP. Im Beiprogramm: Fox-Ton-Woche Spielzeiten täglich 4, 6 und 8.30 Uhr. Sonntags 3,5.30 und 8.30 Uhr bis Sonntag, den 9. Februar einschließlich — Besuchen Sie nach Möglichkeit die Nachmittags-Vorstellungen — Sichern Sie sich rechtzeitig Karten im Vorverkauf. Telephon-Nummer 4077-4078 712 A VfB. Reichsbahn Nächsten Samstag, den 8. Februar, ist unser Maskenball in sämllicben Raumen des Gesellscballsverelns Mitglieder 0 80 RM. 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