lerall! Nr. 257 Erstes Blatt Montag, 2. November 1936 186. Jahrgang Wo steht das italienische Imperium? Kühle Aufnahme in Paris be- der Paris, 2. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die große außenpolitische Rede Mussolinis in Mailand wird von der Pariser Morgenpresse mit sehr gemischten Gefühlen ausgenommen. Die.linksgerichteten Zeitungen lehnen die Ausführungen des italienischen Regierungschefs natürlich rundweg ab, während die Rechtsblätter ihm in verschiedenen Punkten zustimmen, andere aber ebenfalls als ungerecht oder sogar als unannehmbar zurückweisen. Man versucht sich vor allem gegen den Vorwurf zu rechtfertigen, Frankreich habe in der Anwendung der Sanktionen gegen Italien zu sehr am Buchstaben geklebt und versteift sich sogar zu der kühnen Behauptung, daß der Sieg der italienischen Truppen in Abessinien zum großen Teil der Haltung der französischen Regierung zu verdanken sei, die sich immer wieder ins Mittel gelegt habe, um eine zu strikte Durchführung der Sanktionsmaßnahmen zu verhindern. Die grundsätzliche Haltung Roms werde die Vorbereitungen der West Paktkonferenz nicht erleichtern. Man scheint überdies vom Duce eine schärfere Präzisierung der französisch-italienischen Beziehungen erwartet zu haben. Die Tatsache, daß die Rede Mussolinis auch von allen deutschen Sendern übertragen wurde, findet in Paris besondere Beachtung. Man glaubt darin eine erste greifbare Kundgebung der politischen Zu» Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /.Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf .Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. gtontturt am Main 11686 Druck uttb Verlag: vrvhl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Eiehen. Schristieitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 1 Mengen-bschlüff-Staffel 8 Maßnahmen gegen ausländische Presse- Hetze in Danzig. Danzig, 31. Okt. (DNB.) Der Danziger Polizeipräsident hat die Beschlagnahme der „Gazeta G d a n s k a" von 30. Oktober verfügt und die Verbreitung des sozialdemokratischen „Naprzod" und der jüdischen „H a j n t i g e N a j e s" für sechs Monate verboten. In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß „Gazeta Gdanska" Ausführungen gemacht habe, die geeignet seien, die öffentliche Si» cherheit und Ordnung zu gefährden. „Naprzod" habe sich mehrfach in wahrheitswidriger Weise mit den innerpolitischen Verhältnissen Danzigs befaßt. Derartige tendenziöse Meldungen seien auch geeignet, das bestehende gute Einvernehmen zwischen Danzig und Polen zu stören. „Hajntige Najes" habe hindert. In den Häfen Boston, Providence, Gal- veston, Baltimore, Philadelphia, Port Arthur, Charleston, Norfolk und Houston in Texas liegen über 50 Schiffe still. Die Reeder haben die 'Marine- behörden gebeten, den Küstenwachdienst der Technischen Nothilfe zum Schutz der verlassenen Schiffe einzusetzen. Man erwartet, daß Präsident Roosevelt die Bundesmarine dazu veranlassen wird. Oer Staatsstreich in Bagdad. Der bisherige irakische Kriegsminister erschossen. London, 31. Okt. (DNB.) Wie aus Bagdad berichtet wird, ist der K r i e g s m i n i st e r' des am Freitag gestürzten bisherigen Kabinetts General Dschaafar Pascha el Askari von einem politischen Gegner durch Revolverschüsse getötet worden. Dschaafar Pascha galt als der starke Mann des verflossenen Kabinetts und die bedeutendste Spitze der englandfreundlichen Richtung im Irak. Die neue Regierung in Bagdad veröffentlichte am Samstag eine amtliche Verlautbarung, daß der ehemalige Ministerpräsident Y a s s i n Pascha, der ehemalige Außenminister Nuri As Said und der bisherige Innenminister Rashid Ali ausgewiesen wurden. „Daily Telegraph" meldet, daß das „hohe arabische Komitee" in Jerusalem von der neuen Regierung des Irak eine Mitteilung erhalten habe, in der zum Ausdruck komme, daß auch die neue Regierung des Irak der Araber-Frage in Palästina weiter ihre Aufmerksamkeit schenken werde. Die Unter st ützungspolitik bleibe unverändert. Die neue Regierung wolle in Kürze ihren Außenminister nach Palästina schicken, der mit der arabischen „Königskommission" verhandeln solle. London, 2. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Rede Mussolinis in Mailand hat in London starke Beachtung gefunden. Der römische Reuter-Korrespondent ist der Ansicht, daß eine englisch-italienische Verständigung leichter möglich sei, da man in Rom zur Zeit wohl nicht auf der offiziellen Anerkennung des neuen Imperiums bestehe. — „Daily Telegraph" erklärt, daß von englischer Seite einer völligen Verständigung auf der Grundlage der Anerkennung der gegenseitigen Rechte keinerlei Schwierigkeiten bereitet werden würden. Eine derartige Verständigung sei aber nur in freundschaftlicher Weise möglich, und dürfe nicht mit der Forderung nach englischen Zugeständnissen verknüpft werden. Alle in der Mailänder Rede enthaltenen Hinweise auf europäische Fragen seien von der Befriedigung über die Verständigung mit Deutschland beherrscht gewesen. Es sei eine nicht zu übersehende Tatsache, daß diese Verständigung weitgehend die Möglichkeiten beeinflusse, die für eine Befriedung Westeuropas in Frage kämen. Auch die „Times" betont, daß Rußland nicht daran denke, die italienischen Interessen zu bedrohen, sondern seine Politik lediglich darauf richte, sich den Seeweg im Mittelmeer offen zu halten. „Morning Post" bezeichnet die Ausführungen Mussolinis als den Anfang eines ernsthaften Versuches, die Kluft zwischen England und Italien zu schließen. Obwohl die Rede bedauerlicherweise in eine Drohung ausgeklungen sei, werde die britische Regierung das Angebot nicht übersehen. Greifbare Vorschläge lägen zwar nicht vor, aber ein Mittelmeerpakt über die Begrenzung der Einflußzonen jedes Landes unter Einschluß eines gegenseitigen Nichtangriffoertrages sei eine Möglichkeit. Die „Daily Mail" fordert eine Verständigung zwischen England, Deutschland und Italien. Ein Nichtzustandekommen einer solchen Einigung würde für die Zivilisation eine Katastrophe bedeuten. Mussolini fühle genau, daß der Bolschewismus Europa zugrunde richten werde, wenn Europa den Bolschewismus nicht ausrotte. Ausbreitung des Hafenarbeiterstreiks in USA. Neuyork, 2. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Hafenarbeiterstreik hat den gesamten Handelsverkehr an der Westküste, zum großen Teil auch an der Ostküste des Golfs von Mexiko lahmgelegt. Der Schaden beträgt schon jetzt viele Millionen Dollar. Die Gewerkschaften beabsichtigen, sämtliche Häfen der Vereinigten Staaten zu blockieren, um die Schiffahrts-Gesellschaften zum Nachgeben zu zwingen. Im Hafen von Neuyork streiken bis jetzt 2300 Arbeiter. 18 Schiffe sind am Auslaufen ver- Mussolini hält Umschau.—Oie Lage nach der Verständigung mit Deutschland.-Oer Ouce fordert England zur Verständigung über das Mittelmeer auf. Ein Zwischenfall in Savoyen. Französische Kommunisten überfallen italienische Kolonie. Paris, 1. Nov. (DNB.) In ChambSry (Savoyen) wurden am Sonntag Mitglieder der i t a l i e n i j ch en Kolonie, die sich zu einer Allerseelenfeier zusammengefunden hatten, nach Beendigung der Feier, an der auch der italienische Konsul teilgenommen hatte, von Kommunisten überfallen. Trotz des Eingreifens der Polizei und der Beziehungen des Bürgermeisters kam es zu einer heftigen Schlägerei, bei der auch der italienische Konsul sowie der Sekretär der italienischen Abordnung beim Völkerbund erheblich verletzt wurden. Beide hatten als letzte das Versammlungslokal verlassen und ihr Auto bestiegen, als sie plötzlich von einer Bande von Kommunisten Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3Uuftnerte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugrprets. Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen England zur Verständigung bereit Das Echo der Muffolinirede in London. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen europäischen Atmosphäre gelangen wolle, so müsse man zu allererst mit den Gemeinplätzen, m i t allen konventionellen Lügen auf = räumen, die aus dem großen Schiffbruch der Ideologien Wilsons noch als Trümmer übriggeblieben seien. Eine dieser Illusionen, die Ä b- r ü ft u n g , sei bereits gefallen. Niemand wolle als erster abrüsten, und die gleichzeitige Abrüstung aller sei unmöglich und ein Widersinn. Eine zweite Illusion ist die sogenannte internationale, kollektive Sicherheit, die es niemals gegeben hat und niemals geben wird. Ein männlich starkes Volk verwirklicht seine Kollektivsicherheit innerhalb seiner eigenen Grenzen und lehnt es ab, fein Schicksal den unsicheren Händen Dritter anzuvertrauen. Ein dritter Gemeinplatz, mit dem aufgeräumt werden muß, ist der unteilbare Frieden. Ein solcher Frieden wäre gleichbedeutend mit dem unteilbaren Krieg. Aber die Völker lehnen es — und zwar mit Recht — ab, sich für Interessen zu schlagen, die sie nicht betreffen. Auch der Völkerbund ist auf einem Widersinn, nämlich auf dem Kriterium der absoluten Gleichberechtigung aller Staaten, aufgebaut, während sich in Wirklichkeit die Staaten — zum mindesten vom Standpunkt ihrer Verantwortung vor der Geschichte — unterscheiden. Für den Völkerbund stellt sich ganz klar das Dilemna: Entweder Erneuerung oder Untergang. Zurpfe: „Untergang!") Da feine Erneuerung höchst schwierig ist, kann er, was Italien anlangt, ruhig verschwinden. Wir werden nie vergessen, daß der Völkerbund mit geradezu teuflischen Welhoden die ungerechte Belagerung des italienischen Volkes organisiert hat, daß er versucht hat, dieses Volk mit Frauen, Kindern und Greisen auszuhungern, daß er versucht hat, unsere militärischen Anstrengungen, die 8000 Kilometer entfernt vom Valerlande im Gange waren, zu zerschlagen. Es ist ihm nicht gelungen, weil er die starke Vitalität des italienischen Volkes gegen sich hatte, das zu allen Opfern fähig ist und auch zum Kampf gegen 52 Staaten bereit war. Nach 17 Jahren der Reibungen, der Mißverständnisse, kam es im Januar 1935 zu den V e r e i n b a - rungen mit Frankreich. Diese Abmachungen hätten einen neuen Zeitabschnitt wirklich freundschaftlicher Beziehungen zwischen den beiden Volkern eröffnen können und sollen. Aber es kamen die Sanktionen, und damit fiel natürlich auf die Freundschaft der e r st e R a u h r e i f. Es war einer der typi chen Fälle, wo der Buchstabe den Geist tötet. Noch heute deutet Frankreich mit dem Finger auf die vergilbten Register in Genf und sagt: Das Kaiserreich des — schon lange „Ex — „Löwen von Juda" ist noch am ßeberu Was aber sagt die Wirklichkeit unseres Sieges? Das Kai erreich des Ex-Negus ist längst t o t , mausetot. Es ist sonnenklar, solange die franzosisische Regierung Italien gegenüber eine Haltung des Abwartens einnimmt, Italien nur die gleiche Haltung em« nehmen kann. , , Mit der Schweiz waren unsere Beziehungen immer außerordentlich freundschaftlich und werden es immer sein. Die Schweiz ist em kleines Land, aber von größter Bedeutung sowohl wegen feiner völkischen Zusammensetzung wie wegen seiner geo- graphischen Lage, die es im Schnittpunkt Euro- Pas hat. Die Abmachungen vom 11. Ju 11, mit denen in der modernen Geschichte Oesterreichs ein neuer Zeitabschnitt begonnen hat, waren mir begannt unb hatten meine Zustimmung feit dem 5J3uni. Es ist meine Ueberzeugung, daß dieses Ueberemfommen das Staatsgefuge Oesterreichs gefestigt und feine Unabhängigkeit nur noch fammenarbeit erblicken zu können, die beim Besuch Cianos in Deutschland endgültige Formen angenommen habe. Das „Journal" stimmt dem Duce wohl bei seiner Abrechnung mit dem Völkerbund, dem unteilbaren Frieden und der Abrüstung zu, erklärt aber weiter, daß man ihm ein energisches „Halt" zurufen müsse, wenn er dieses große Reinemachen auch auf die Kleine Entente auszudehnen wünsche. Auf den von Mussolini vorgeschlagenen Grundlagen sei ein Aufbauwerk nicht möglich. Auch der „Petit Parisien" zeigt sich um die kleine Entente besorgt und meint, daß sie sich angesichts der Einstellung des Duce länger denn je zu einer Abwehrfront zusammenschließen müsse. Wie nicht anders zu erwarten, holt das linksgerichtete „Oeuvre" bei der Besprechung der Rede Mussolinis die ältesten Ladenhüter seiner Phraseologie hervor und empfiehlt einen möglichst engen Zusammenschluß der französischen und englischen Demokratie, um den kleinen Staaten das Vertrauen zur Genfer Friedensorganisation wiederzugeben, das sie verloren haben. Der marxistische „Populaire" schließlich wirft Mussolini vor, in der Verneinung des internationalen Rechts noch niemals so weit gegangen zu sein (!). Seine Rede mache eine Organisierung des kollektiven Friedens nur noch notwendiger. mehr garantiert hat. Solange Ungarn nicht Gerechtigkeit widerfahren fein wird, wird es auch keine endgültige Ordnung der Interessen im Donaugebiet geben. Ungarn ist wirklich der große Kriegsoer st ümmelte. Vier Millionen Ungarn leben außerhalb feiner jetzigen Grenzen. Weil man den Lehren einer allzu abstrakten Gerechtigkeit folgen wollte, hat man vielleicht noch schlimmere Ungerechtigkeit begangen. Die Gefühle des italienischen Volkes gegenüber dem ungarischen Volk sind die einer aufrichtigen Anerkennung seines Mutes, seines Opfersinnes; vielleicht wird sich sehr bald eine feierliche Gelegenheit ergeben, bei der diese Gefühle des italienischen Volkes eine öffentliche und kräftige Kundgebung erfahren werden. Das vierte Nachbarland ist Ju g o f l a w i e n. In der letzten Zeit hat sich die Atmosphäre zwischen den beiden Ländern tark verbessert. Die Voraussetzungen moralischer, politischer und wirtschaftlicher Art sind vorhanden, um die Beziehungen dieser beiden Länder auf eine konkrete freundschaftliche Grund- l a g e zu stellen. Außer diesen vier Nachbarländern gibt es ein großes Cant), das in den letzten Zeilen bei den Waffen des italienischen Volkes große Sympathien genießt. Ich spreche von Deutschland. Die Zusammenkunft von Berlin hat eine Verständigung zwischen den beiden Ländern über bestimmte Probleme ergeben, von denen in diesen Tagen einige ganz besonders brennend sind. Aber diese Verständigung, die in besonderen Niederschriften festgelegt und in gebührender Form unfcrftfjric- ben worden ist, diese Vertikale Berlin-Rom ist nicht eine Schnittlinie, sondern vielmehr eine Achse, um die alle europäischen Staaten, die von dem Dillen der Zusammenarbeit und des Friedens beseelt sind, Zusammenarbeiten können. Deutschland, obwohl man es bestürmt? und ihm in den Ohren lag, h a t die Sanktionen nicht mitgemacht. Wit dem Ilebereinkommen vom 11. Juli ist ein Spannungsfaktor zwischen Berlin und Rom verschwunden, und ich erinnere daran, daß auch schon vor der Berliner Zusammenkunft Deutschland bereits praktisch das Imperium von Rom anerkannt hatte. Wenn wir heute das antibolschewistische Banner erheben, so ist das nichts Erstaunliches. Das ist ja unsere eigene alte Fahne, unter der wir geboren sind, unter der wir gegen diesen Feind gekämpft, unter der wir ihn mit dem Opfer unseres eigenen Blutes besiegt haben. Was man heute Bolschewismus und Kommunismus heißt, ist — hört wohl darauf! — nichts anderes als staatlicher Ueberkapitalismus der schlimmsten Form, ist also nicht eine Verneinung, sondern eine Ueberfteigerung d i e- s e s S y st e m s. Es wäre endlich an der Zeit, Faschismus und Demokratie nicht mehr zueinander in Antithese zu stellen. Wenn es ein Land gibt, wo das wahre Wesen der Demokratie realisiert worden ist, so ist dieses Land das faschistische Italien. Italien ist eine Insel, die aus den Fluten des Wittelmeeres sich erhebt. Dieses Weer ist — und hier wende ich mich auch an die Engländer, die in diesem Augenblick am Rundfunk mithören — für Großbritannien einer seiner vielen Seewege, ja, eine Abkürzung, mit der England rascher in die Grenzgebiete seines Weltreiches gelangen kann. Wenn das Wittelmeer für die anderen eine Verkehrsstraße ist, so ist es für die Italiener das Leben. Tausendmal habe ich es erklärt und wiederhole es auch heute wieder, daß wir nicht die Absicht haben, diese Verkehrs st raße zu bedrohen. Aber wir verlangen von der Gegenseite, daß auch unsere Rechte und lebenswichtigen Interessen geachtet werden. Es gibt nur eine Lösung: die klare, schnelle und vollständige V e r st ä n d i g u n g auf der Grundlage der Anerkennung der gegenseitigen Interessen. Wenn es aber dazu nicht kommen sollte, wenn tatsächlich — was ich schon heute ausschließe — daran gedacht werden sollte, das Leben des italienischen Volkes in diesem Weere, das das Weer Roms war, zu ersticken, so möge man wissen, daß das italienische Volk wieein einziger Wann sich erheben würde, bereit zum Kampf mit einer Entschlossenheit, die in der Geschichte wenige Beispiele hätte. Die Losung unseres Weges im Jahre XV. der faschistischen Zeitrechnung heißt: Friede mit allen, Friede mit den Nachbarn wie mit den anderen Völkern, bewaffneter Friede. Unser Rüstungsprogramm zu Lande, zu Wasser und in der Luft wird also regelmäßig weiterentwickelt werden. Beschleunigte Förderung aller produktiven Energien der Nation, sowohl auf dem Gebiete der Landwirtschaft wie auf dem Gebiete der Industrie, Aufbau des korporativen Systems im Sinne feiner endgültigen Verwirklichung. Mailand, 1. Nov. (DNB.) Den Höhepunkt des Besuches Mussolinis in Mailand, der Geburtsstadt des Faschismus, bildete der Aufmarsch auf dem Domplatz. Schon Stunden, bevor Mussolini die an der Hauptfront des Domplatzes errichtete Rednertribüne besteigt, war der riesige Platz ein einziges Menschenmeer, aus dem zahlreiche Tafeln mit Aufschriften, wie „Es lebe der Duce!", „Hoch Mussolini!", herausragen. Gauleiter Bohle, der mit seinen Begleitern auf Einladung Mussolinis in dessen engster Begleitung an der Einweihung einer Schule in der Umgebung Mailands teilgenommen hatte, wurde auf der Ehrentribüne von einem Begeisterungssturm begrüßt. „Hitler! Hitler! Eviva la Germania!" dröhnte es durch die Menge. Das Horft-Weffel-Lied erklang, die Hände erhoben sich zum Gruß. Der italienische Außenminister Graf C i a n o unterhielt sich längere Zeit mit Gauleiter Bohle. Auf der Tribüne waren weiter der italienische Propagandaminister A l - fieri, die Spitzen der Faschistischen Partei und die führenden Männer der Stadtverwaltung. Sobald sich die „Duce! Duce!"-Rufe, die beim Erscheinen Mussolinis zum Orkan anschwollen, gelegt hatten, konnte der Regierungschef feine Rede ginnen. Die Rede Mussolinis. Er betonte, wenn man zu einer Klärung Nachdem er geendet hatte, mußte er sich noch unzählige Male auf der Rednertribüne zeigen. Nach Abschluß der Kundgebung begaben sich Gauleiter Bohle und seine Begleiter zum Fascio-Haus. Der Marsch durch die dichtgedrängten Straßen Mailands glich einem Triumphzug. Alles jubelte ihnen zu: „Hitler! Hitler! Evoiva la Germania!", bis sie, von einer großen Menschenmenge begleitet, hinter den Toren des Deutschen Hauses verschwanden. — Anläßlich des Empfanges bei Außenminister Graf Ciano wurde dem Gauleiter Bohle die Ordensausumringt wurden, die die Fensterscheiben ihrer Wagen zertrümmerten und auf die Insassen ein» Zeichnung des G r o ß o f f i z i e r s des Jtalie- schlugen. Blutüberströmt mußten beide in Nischen Kronenordens und den ihn be- c i n e Klinik gebracht werden. Sie konnten gleitenden fünf Gauamtsleitern das Ritter- jedoch nach Anlegung von Notverbänden in ihre kreuz des gleichen Ordens überreicht. 1 Wohnung entlasten werden. en gesucht W 04992 'eher. fcht man Bscheein! beim lhen und |n b'lft der [sehe Wä. Jtampfer. Er |d,e dauer- I verzinkten I Wasch- Iwan n en ■ sollten bei Ihrer nächsten Wäsche en Sie sich r zeigen. äuser Ben 6)04A ildsgarten lr. 2145/46 inne üume oder legen will, latfemure r£wilitnt imschule ft,£ottor 05075 jnntag ieibel, Frank- srhoff, Kreuzer: Karl Scholl Laubach: on.KarlKleiL 19-22 nßer Miete! arosBocW •TSrt s» r„ 20-23 Ubr !"*22.4äVbr ch*«*' r 0022.45 vv Zarewin^ l0022.30Ubr “Ä: Kantate0 ndenttii^ ore-d-r pr Gatt® ■tt>”jUbr -0°° bf gemacht inten Dop- ähigkeit u. HERZ ; sich d fühlen eine angebliche Mitteilung aus London über völlig erdichtete Terroraktionen in der Freien Stadt gebracht. Ferner hat der Polizeipräsident die Einziehung der polnischen Zeitung „K u r j e r P o - r a n n y" vom 29. Oktober, die in einer Artikelserie ungeheuerliche Angriffe gegen die Danziger Regierung richtete, verfügt. Ausgehöhlte Autorität. Die Fabrikbesetzunyen in Frankreich und die auffallende Zurückhaltung der Sicher- beitsbehörden haben sehr dazu beigetragen, die Autorität des Staates und seiner Diener ganz erheblich zu untergraben. Man will das natürlich höheren Ortes nicht wahr haben, man versucht auch, durch geschicktes Lavieren die Autorität dort, wo sie gelitten hat, langsam wieder au festigen. Beim Militär ist das bisher noch am leichtesten möglich gewesen, obwohl man auch hier aufsässige Reservisten, die mit geballter Faust in die Kasernen einrückten und revolutionäre Lieder sangen, mit Sammethandschuhen anfaßte. Aber dort, wo innerhalb der Landesverteidigung auch Zivilisten bestimmte Aufgaben zu erfüllen haben, scheint die militärische Führung ohnmächtig zu sein. Das hat sich bei dem Besuch des Unterstaatssekretärs der Kriegsmarine in den Arsenalen von Cherbourg ge- aeiat, über den wir schon kurz berichteten. Die Arbeiterschaft demonstrierte gegen den Staatssekretär in einer Form, der man nur Zu deutlich anmerkte, daß es nur eines geringfügigen Anlasses bedurft hätte, um schwere Ausschreitungen auszulösen. Die Admirale wurden genau wie der Unterstaatssekretär beschimpft und beleidigt, man sang ein Lied, dessen Text den höheren Marineoffizieren den Tod androht. Das Merkwürdigste ist aber, daß die Beleidigten, denen die aufmarschierte Marinekompanie in voller Disziplin die erforderliche Ehrenbezeugung erwies, still und stumm die Beleidigungen der von bolschewistischen Agenten auf» gewiegelten Arbeiter des Marinearsenals ein- steckten. Es war eine bolschewistische Kund- gebung gegen die französische Wehrmacht und ein Zurückweichen der Wehrmachtsvertreter vor den Bolschewisten. Und damit hat die Autorität der französischen Staatsführung einen neuen schweren Stoß erlitten, zumal die angetretenen Marinemann- fchaften mit eigenen Augen sahen, wie ihre Offiziere es nicht wagten, auch nur andeutungsweise gegen diese organisierten Beleidigungen und Herabwürdigungen zu protestieren. Oer Fall Salengro. Der französische Innenminister von der Anklage der Fahnenflucht freigesprochen. Paris, 31. Okt. (DRB.) Der Ausschuß unter dem Vorsitz des Chefs des Großen Generalstabes, Generals Gamelin, der die Militärakten des Innenministers Salengro zu prüfen hatte, ist zu folgendem Ergebnis gelangt: 1. Sa- lengro ist nur ein einziges Mal vor einem Ehrengericht erschienen. 2. Er ist niemals zum Tode verurteilt worden. 3. Er wurde im Gegenteil freigesprochen, obwohl er als Kriegsgefangener in Deutschland vor dem französischen Kriegsgericht nicht erscheinen konnte. Das „Echo de Paris" betont, daß trotz des Freispruchs gewisse Unklarheiten und Widersprüche in den Akten Salengros festaestellt worden seien. Die Lage sei nach wie vor folgende: 14 ehemalige Frontkämpfer, sämtlich mit mehreren Kriegsauszeichnungen, hätten in aller Form ihren ehemaligen Kameraden, den heutigen Innenminister Salengro, beschuldigt, vor dem Feinde geflohen zu sein. Wenn man sich frage, ob der heute gefällte Urteilsspruch diese schwerwiegenden Zeugenaussagen widerlegt habe, müsse man antworten: „Nein. — Der „Jour" überschreibt den Abdruck des Urteilsspruches: „Salengro ist gerichtet!" Die erste Seite seines Militärpasses sei vernichtet und durch ein anderes Blatt, das im Jahre 1932 hinzuyefügt worden sei, ersetzt worden. Dieser Militärpaß enthalte vielleicht durch einen seltsamen Umstand nicht mehr den Auszug des Kriegsgerichtsurteils von 1916. Französische Fliegerschule bildet spanische Marxisten aus. Auf Anordnung des französischen Luftfahrtministers. Paris, 2. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die „Action Fran^aise" hält die Behauptung aufrecht, daß drei französische Bombenflugzeuge „Bloch 210" an die Madrider Regierung geliefert worden seien. Die drei Apparate seien am 26. Oktober, in Kisten verpackt, auf drei große Lastkraftwagen verladen worden. Der französische Luftfahrtminister Co t habe außerdem angeordnet, daß die Fliegerschule, die neben dem Fabrikgelände auf Staatskosten Vorbereitungskurse für Militärflieger veranstalte, nunmehr auch den Flugschülern der spanischen Marxisten zur Verfügung gestellt werde. Man erwarte das Eintreffen von etwa 50 roten Flugschülern, die hier einen Kursus durchmachen sollen. Der „Jour" läßt sich aus Lille melden, daß mehr als 1 500 Franzosen aus den nördlichen Provinzen in den Reihen der Roten gegen die Truppen Generals Franco in Spanien kämpften. Die Anwerbung von Freiwilligen für die Roten Spaniens nehme besonders in Belgien große Ausmaße an. Täglich überschritten größere Gruppen von Belgiern die französische Grenze, um über Frankreich nach K a - t a l o n i e n zu fahren. Da ihre Pässe meist in Ordnung seien, gebe es keine Möglichkeit, sie daran zu hindern. Das gleiche gelte auch für die französischen Staatsangehörigen. König Carols Besuch in Prag vollständige Uebereinstimmung der Interessen." Prag, 31. Okt. (DNB.) In der nach Abschluß des Besuches von König Carol in Prag aus- gegebenen amtlichen Verlautbarung heißt es: Man habe die Haltung der Kleinen Entente zu den verschiedenen auswärtigen Fragen durchgesprochen und neuerlich die Notwendigkeit betont, in vollem Einvernehmen mit der Belgrader Regierung die Linie der gemeinsamen allgemeinen Politik so wie bisher auch weiter mit dem Ziel zu verfolgen, die E i n he i t der drei Staaten noch mehr zu vertiefen. Im einzelnen wurde dann das Vorgehen in allen aktuellen Fragen der europäischen Politik präzisiert, die auch mit dem jugoslawischen Prinzregenten und dem jugo- Die HZ. die praktische Schule des Nationalsozialismus. Or. Goebbels spricht in der Berliner Feierstunde der Hitlerjugend. Berlin, 1. Nov. (DNB.) Im Ufa-Palast am Zoo veranstaltete die Berliner Hitlerjugend eine eindrucksvolle Feierstunde. Heber 2000 Mitglieder der HI., des Jungvolks und des BDM., die gesamte Führerschaft der Berliner HI., nahm an der Feierstunde teil. Nach dem von dem Orchester der HI. des Gebietes Berlin intonierten Lied „Aufbebt unsere Fahne" begrüßte Obergebietsführer A x m a n n Gauleiter Dr. Goebbels. Nach dem Gesang des Liedes „Nun laßt die Fahne fliegen" sprach Reichsjugendführer von S ch i r a ch. Er dankte Dr. Goebbels für all das, was er für die deutsche Jugend getan hat, der er wirklich Freund und Kamerad sei und betonte, daß der Zweck dieser Feierstunde erfüllt sei, wenn Dr. Goebbels das Gefühl mit nach Haufe nehme, daß sich die HI. vom kleinsten Pimpf bis zum Reichsjugendführer ihm mit heißem Herzen verbunden fühle. Gauletter Dr Goebbels betonte, daß er sich der Arbeit und dem Streben, dem Idealismus und der geistig-seelischen Haltung der HI. tief verbunden fühle und führte dann u. a. aus: Die Vorwürfe, die man heute gegen die deutsche Jugend und insbesondere gegen die Hitlerjugend glaubt aus gegnerischen Kreisen erheben zu können, sind dieselben Vorwürfe, die gegen uns ehedem erhoben wurden. Die Phrasen kenne ich, daß wir zu jung und unerfahren seien; daß wir deshalb zuerst lernen statt reden müßten. Wenn wir damals gelernt statt geredet hätten, wäre Deutschland wahrscheinlich trotz aller unserer Gelehrsamkeit in das Chaos und in den Bolschewismus versunken. (Jubelnde Zustimmung.) Denn wenn es in der Entwicklung der Völker hart auf hart geht, wenn große Entscheidungen vor der Tür stehen, dann hilft nicht die Gelehrsamkeit, sondern der Charakter. Die Gelehrsamkeit wird in den Schulen, aber der Charakter wird in den nationalsozialistischen Formationen gelernt. (Tosender Beifall.) In der Lehre des Charakters kann man niemals zu früh anfangen. Deshalb ist es richtig, wenn die nationalsozialistische Jugendbewegung auch auf dem Gebiet der Jugenderziehung den Anspruch der Totalität erhält. Zu sagen, daß wir zu jung seien, ist absurd. Vor allem in einer Zeit, in der die 30- bis 50jährigen das Reich regieren. Ettern und Lehrer, die genug herz und Verstand hatten, sich für die Nation zu entscheiden, haben uns Nationalsozialisten immer willig ihre Kinder und Erziehungsbefohlenen anvertraut, weil sie der Ueberzeugung waren, daß ihre Kinder sich bei uns in den besten Händen befinden und daß die nationalsozialistische Erziehung nur eine sinnvolle Ergänzung der Schule und des Elternhauses ist. Ich habe heute das große Glück, als junger Mensch in meinem eigenen Hause wieder Jugend heranwachsen zu sehen. Für mich wird es der schönste Tag meines Lebens sein, diese Kinder, wenn sie das entsprechende Alter erreicht haben. Ihnen anzuvertrauen. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) Ich werde mich nicht mit bequemen Ausreden herauszureden versuchen: „Nationalsozialismus lernen die Kinder zu Hause." Gewiß, das können sie und das sollen sie. Aber sie lernen in ihren Jugendorganisationen nicht nur Nationalsozialismus in der Theorie, sondern i n der Praxis, die sich bewährt in der Kameradschaft, der Gemeinschaft, in der Zusammengehörigkeit der vielen, in dem einheillichen Geist der Formationen. Und vor allem ist es gut, wenn die jungen Menschen einmal in der geschlossenen Formation etwas Härterange f a h t werden, als man das gemeinhin im Elternhaus zu tun pflegt. (Zustimmung.) Da sind sie dann nicht mehr die verhätschelten Muttersöhnchen, sondern Kameraden einer gemeinsamen Gesinnung, einer gemeinsamen Haltung, aber auch einer gemeinsamen Entbehrung, einer aemeinsamen spartanischen Härte gegen sich selbst. Ich weiß nicht, wie alt ich werden könnte, um mich immer noch zur Jugend zu bekennen, denn diese Jugend ist das belebende Element unserer Zeit, sie stellt den Aktivismus unserer Bewegung dar. Ihr wart in den Zeiten des Kampfes unsere gläubigsten Fanatiker und unsere überzeugtesten Idealisten. Wenn der Führer mir am Freitag im Sportpalast einen so ehrenden Dank aussprach, so will ich diesen Dank nicht nur weitergeben an unsere SA. und SS. und Politischen Leiter, sondern ich will ihn auch weitergeben an euch, Jungen und Mädel. Ihr habt unserer Bewegung auch in Berlin den Charakter derJugend- licykeit gegeben und erhalten. Ihr habt hier in Berlin junge Menschen als Todesopfer auf den Altar des Vaterlandes gelegt, ihr habt damit euch selbst und eure Arbeit unsterblich gemacht. Ich glaube, es gibt keinen würdigeren Abschluß dieser Zusammenkunft Berliner Jungen und Mädel, als daß wir uns zusammenfinden in dem Rufe: Der Führer — Sieg-Heil!" Nach dem Gesang des Liedes „Deutschland, heiliges Wort" sprach ein Sprecher der Gebietsspielscharen der HI. des Gebietes Berlin zum Abschluß dieser eindrucksvollen und würdigen Feierstunde eine Horst-Wessel-Ehrung. Gauletter Dr. Goebbels baust. Berlin, 1. Nov. (DNB.) „Zu meinem Gell u r t s t a g und insbesondere zum Zehnjahresjubiläum des Gaues Berlin sind mir aus allen Kreisen der Bevölkerung so zahlreiche Glückwünsche und Geschenke angegangen, daß es mir unmöglich ist, jedem, der so freundlich meiner gedachte, persönlich zu danken. Ich bitte, das auch im Namen meiner alten Berliner Kameraden auf diesem Wege tun zu dürfen. Wir werden auch in Zukunft versuchen, durch unerschütterliche Arbeit und nie rastenden Kampf für Reich und Nation uns diefes Vertrauens des Volkes würdig zu erweisen. Berlin, den 1. November 1936. (Gez.) D r. Goebbels." Zehn Zahre Berliner GA. Or. Goebbels spricht auf dem GA.-Appell im Lustgarten. Berlin, 31. Okt. (DNB.) Mit dem Gau Berlin zusammen feierte auch d i e SA. Berlin-Brandenburg ihr zehnjähriges Bestehen. Im Lustgarten marschierten 25 000 Mann der Berliner Brigaden 29 und 30 und Abordnungen der Brandenburger Brigaden 26 und 27 auf. 12 Standarten und mehr als 300 Fahnen standen auf den Stufen des Museums. Punkt 16 phr erschien der Stabschef der SA. Lutze zusammen mit dem Gauleiter Dr. Goebbels. Obergruppenführer von Jagow verlas unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden die Namen der 41 Ermordeten, die seit dem Jahre 1924 in Berlin ihr Leben für die Bewegung und Deutschland hingegeben hatten. Stellvertretender Obergruppenführer der SS. und Ehef der deutschen Ordnungspolizei Genera! Daluege erinnerte an die erste Zeit, in der Gauleiter Dr. Goebbels vom Führer nach Berlin entsandt worden war, an die wenigen hundert SA.-Männer, die man in diesen Tagen in der Reichshauptstadt zählte. Aus diesen sei zum erstenmal ein kleiner Trupp von 12 Mann zu einer Schutzstaffel formiert worden, die den persönlichen Schutz Dr. Goebbels und der Männer zu übernehmen hatten, die in Berlin die nationalsozialistische Weltanschauung gegen den roten Mord durchsetzen mußten. Die Schutzstaffeln Berlins hätten damals von dem Führer den denkwürdigen Satz zugefprochen bekommen, der heute eisernes Gesetz für die SS. geworden sei: „SS.-Mann, Deine Ehre heißt Treue?" Korpsführer Hühnlein erwähnte mit Stolz, daß auch das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps bei der heutigen Feier mit einem, wenn auch kleinen Fähnlein beteiligt sei, einer Gruppe alter sturm- und kampferprobter ehemaliger Motor-SA.-Männer, die damit die Kampfverbundenheit und Kampfkameradschaft erneuern wollten. Stabschef Luhe knüpfte an die Zeit vor zehn Jahren an, in der sich das Band um die alten Kämpfer im Ruhrgebiet schlang, aus denen heraus Dr. Goebbels nach Berlin gekommen war. Sie alle hatten zu dieser Zeit sich einem Mann und seiner Idee verschworen. Die alten Kämpfer hätten dafür zu sorgen, daß der Glaube an den Führer, an sein Werk und an die Ewigkeit des deutschen Volkes das härteste Fundament werde, auf dem für die Zukunft des deutschen Volkes gearbeitet werden könnte. Gauleiter Dr. Goebbels würdigte den tapferen Einsatz der ersten Glieder der SA. und der kleinen, damals noch unscheinbaren Trupps der SS., die ihm von Anbeginn seiner Tätigkeit zur Seite standen, und die da, wo Terror mit Terror beantwortet werden mußte, und wo es gegen Brachialgewalt kein anderes Mittel als ebensolche Brachialgewalt gab, die Kraft feiner Intelligenz durch d i e Kraft ihrer F ä u st e unterstützten. „Diesen Mut habt ihr unter schwersten Opfern aufgebracht: Ihr habt euch dafür von den marxistischen und bürgerlichen Blättern verspotten und verhöhnen lassen! Aller ihr habt dann auch im Februar des Jahres 1933 die glücklichen Stunden erlebt, da wir ins Regierungsviertel von Gebäude zu Gebäude zogen und die Flaggen unserer Revolution hißten. Und wenn sich in diesen Tagen die Amtsgelläude und die Häuser wieder mit derselben Fahne schmückten, die wir damals als ein kleines und verlachtes Häuflein mutig und tapferen Herzens den drohenden Kommunistenhorden entgegentrugen, so könnt ihr und können wir mit Stolz sagen: diese Fahnen sind auf unser Geheiß hochgegangen! Sie sind das Zeichen einer eroberten Stadt und einer gewonnenen R e - d o tu t i o n. — Die Ehrung, die der Führer mir am gestrigen Tage zuteil werden ließ, möchte ich zum größten Teil wieder auf euch ablaben. Denn i h r habt mir geholfen, mich durchzusetzen, und eure Fäuste haben die Fäuste unserer Gegner aufgebrochen. Dafür möchte ich euch danken, und an dieser Stelle möchte ich euch auch aufs neue verpflichten dem Manne, den ich euch zehn Jahre lang als das Vorbild vor Augen stellte. Das sei unser Glaube und unser Bekenntnis! — Unsere alte, kamvferprobte deutsche Arbeiterbewegung und unser Führer — Sieg-Heil!" FWl'cher Wflarg des GaujOiMms. Der Ausklang des großen Gaufestes stand im Zeichen der Freude. Tausende und aber Tausende von alten Kämpfern versammelten sich in der Deutschlandhalle zu dem großen Volksfest, das ihnen von der Leitung des Gaues geboten wurde. Im Parkett und auf den unteren Rängen waren lange Tische aufgestellt, an denen dicht gedrängt Mann an Mann saßen. Der Musik» zug der SA.-Gruppe Berlin-Brandenburg unter der Leitung von Standartenführer Fuhsel spielte Lieder und Märsche der Bewegung. Kurz nach 20 Uhr richtete General Daluege begrüßende Worte an die Festteilnehmer. Bald darauf klanoen Heilrufe in die Halle: Dr. Goebbels war s e l b st 3u seinen alten Kämpfern gekommen. Unter der Gesamtleitung des Gaupropagandaleiters Wächter ließen Heinz Kylchky und Leopold Hainisch vvm Reichssender Berlin ein Programm abrollen, das in schier unerschöpflicher Fülle Perlen der heiteren Kunst in meisterhafter Darstellung brachte. Die 20 000 Menschen, die die Halle und ihre Ränge füllten, waren dankbare Zuhörer, und so fand bei diesem Ausklana des Gaujubiläums die Verbundenheit zwischen Volk und Kunst prachtvollen Ausdruck. Kaiseriwf zur Reichskanzlei" in verbilliaier Sonderausgabe. B e r I i n , 31. Okt. (DNB.) Um das bekannte Buch von Reichspropagandaminister Dr. Josef Goebbels „Vom Kaiserhof zur Reich skanz- l e i" der breiten Öffentlichkeit zuaänglich zu machen, hat der Zentralparteiverlag Franz Eher eine ungekürzte kartonierte Sonderausgabe dieses Merkes zum verbilligten Preise non 240 Mark herausgebracht. Das Buch „Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei" Hat eine Auflage von 200000 Exemplaren bei weitem über» . schritten. slawischen Ministerpräsidenten geprüft werden sollen. Eine Reihe von Fragen, die die rumänisch- tschechoslowakischen Beziehunoen betreffen, wurden zur Lösung vorbereitet. Es wurde die volle Befriedigung über die Resultate der Reise des Königs, über das gegenseitige Verständnis und über die vollständige Uebereinstimmung der Interessen der drei Staaten der Kleinen Entente gegenüber den in der europäischen Lage in der letzten Zeit eingetretenen Aenderungen und über die Ziele, die sich die Politik der drei Staaten für die nächste Zukunft gestellt hat, zum Ausdruck gebracht. Im Hinblick auf die derzeitige politische Lage in Europa wird der enge Kontakt zwischen den Repräsentanten der drei Länder ständig aufrechterhalten werden. FünfJahreReHsjuaendfübrung. Eine Kundgebung in München. München, 31. Okt. (DNB.) Mit einer Feierstunde im historischen Festsaal des alten Münchener Rathauses wurde der fünfte Jahrestag der Betrauung Baldur von S ch i r a ch s mit der Führung der deutschen Jugend eingeleitet. An der Feierstunde, zu der neben dem Reichsjugendführer der Stabsfüyrer der Reicksjuaendführung Lauterbacher und die Reicysreferentin des BDM., Trude B ü r f n c r, sämtliche Amtsleiter der Reichsjugendführung, die Gebietsführer und Ge- bietsjungoolfführer sowie die Obergruppenführe, rinnen des BDM. aus dem ganzen Reich erschienen waren, nahmen auch Gäste aus Partei, Staat und Wehrmacht teil. Stabsführer Lauterbacher legte das Gelöbnis ab, daß die Jugendführer in vollem Bewußtsein ihrer hohen Verantwortung weiterhin in grenzenloser Liebe zum Führer und ebensolcher Anhänglichkeit zum Reichsjugendführer und in Gehorsam und Treue zur nationalsozialistischen Bewegung stehen werden. Von dem Gebietsführer des Gebietes Sachsen wurde dem Neichs- iugendführer die älteste HI, - Fahne aus dem Jahre 1924 übergeben. Der Reichsjugendführer gedachte dabei in bewegten Worten der 21 Kameraden aus der Hitlerjugend, die im Kampfe um die Erneuerung Deutschlands ihr Leben gelassen haben. Die Feier erreichte im Zirkus Krone ihren Höhepunkt. lieber 5000 Jungen und Mädel füllten das riesige Rund bis auf den letzten Platz. Unter den Ehrendsten sah man Reichsstatthalter Ritter von Epp und Gauleiter Staatsminister Wagner. Reichsjugendführer v. S ch i r a ch entwickelte die Richtlinien und Grundzüge, mit denen der neue Arbeits - und Kampfabschnitt der nationalsozialistischen Jugend eingeleitet wird, und legte ein von sittlichem Ernst erfülltes Glaubensbekenntnis an jene Allmacht ab, die die Fahnen der Bewegung gesegnet und die Fahne der Gegner zerrissen habe. Er richtete weiter einen eindringlichen Appell an die Jugendführer, jene Tugenden hochzuhalten und zu wahren, die die Bewegung groß gemacht und zum Siege geführt hätten: Kameradschaft, Treue und Leistung. Die Gemeinschaft dieser Jüngsten werde ein Baustein zum tausendjährigen Reich werden. Führertaa des Dolksbuudes Deutsche Kriegsqräberfürsorge. Die 17. Reichstagung des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde mit einem Führertag im Kölner Gürzenich fortgesetzt. Bundesführer Dr. Eulen verlas die Grüße aus dem Reich und dem Ausland. Major-General Sir Fabian Ware- London sprach bann über die Gemeinschaft der Nationen in der Kriegsgräberfürsorge. Intendant General D i n c e n t i n i vom französischen Kriegsgräberdienst erklärte, seine Dienststellen hätten das Angebot, die deutschen Kriegsgräber in Frankreich zu betreuen, gern angenommen. Grüße übermittelten ferner Legationsrat Roediger für das Auswärtige' Amt in Berlin, Oberst Steele für das Neichskrieasministerium, im Namen des Standort- ältesten Köln Generalmajor Freiherr Roeder von Diersburg, und Generalleutnant a. D. Koch für die soldatischen Verbände. Anschließend erstattete Bundesgeschäftsführer Margraf den Arbeitsbericht. Heute ziehe sich von der Küste Flanderns bis hinunter zu den Do- aefen die in Erz und Stein gebildete Front der Ehrenmale. Dan den 209 Anlaaen im ehemaligen französischen Frontgebiet mit 947 000 Toten seien heute 93 fertiggefteüt. Neben der Totenburg in Bitoli, die kürzlich geweiht wurde, würden in Ju- aoflaroien (Ehrenftätten erstehen. Auch in Italien und in der Schweiz sei die Errichtung von Gedenkstätten für dieses Jahr geplant. Mittlerweise habe der Volksbund auch mit dem Ausbau der Ehrenstätten in Polen beginnen können. Auf deutschen Boden selbst habe der Volksbund bisher vier große Bauten in Angriff genommen: eine (Ehrenftätte für die gefallenen Freikorps» und Selbstschutzkämpfer auf dem Anna- Berq in Oberschlesien, ein Erinnerungsmai in Waldenburg für die Gefallenen des Weltkrieges aus der Stadt Waldenburg, für die Ermordeten der Bewegung aus Schlesien und für die Opfer der Arbeit, das dritte Ehrenmal für die Blutzeugen der Bewegung auf Rügen und die Gedächtnisstätte an der Kieler Förde für die im Weltkriege gesunkenen 0-Boote und ihre Besatzungen. Weitere Bauten seien außerdem geplant in Rumänien, Bulgarien, in der Türkei, in Syrien, Holland, Norwegen, in Deutsch-Ostafrika, Kanada und England. Ein großes Maß an Arbeit und Aufopferung stehe hinter diesen Bemühungen. Sie würden nicht geleistet für den Volksbund selbst, sondern für Deutschland. ,W-A XjVlXf\ >- ä- ~~~ ,pr 5 I ä ' EZ i ? 5, ;■■■..■ - ; ■ .■■■:■. . ...■ ■ ■ - ’ ' ;■ ■■■■■■■■■■ - ' ■ • ' ' ' ' • tfX ^/z. \ h/ Nr. 257 Zweiter Blatt IasMommenvvmli.M Von unserem Str.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Wien, Oktober 1936. Seit dem Abschlüsse des vom Führer und Reichskanzler sowie vom österreichischen Bundeskanzler unterzeichneten Abkommens vom 11. Juli 1936 ist nun etwas mehr als ein Vierteljahr vergangen und man kann sich schon den ersten Ueberblick über seine vorläufigen Auswirkungen machen. Trotz der Kürze der bisher abgelaufenen Zeit kann man schon mit ziemlicher Sicherheit die Richtung feststellen, in der die weitere Entwicklung der gesamten Beziehunaen laufen wird. " . Auf politischem Gebiet hat das Abkommen zunächst eine wesentliche Entspannung der Lage im Donauraum gebracht. Es hat sich so auch in der Wirklichkeit als das erwiesen, was es nach dem Willen und dem Wunsche seiner Spöpfer sein sollte: ein Beitrag zur Sicherung des europäischen Friedens. Auch i n n e r p o l i t i s ch hat es sich in Oesterreich durch die große politische Amnestie, die zehntausend österreichischen Nationalsozialisten, die sich noch im Juli in den Gefängnissen und Konzentrationslagern befanden, die Freiheit gebracht hat, als F r i e d e n s w e r k eingeführt. Mit dieser Amnestie zeigte sich nämlich der erste Ansatz eines innerpolitischen Befriedungswerkes, auf das nicht nur die Bevölkerung Oesterreichs, sondern das gesamte deutsche Volk nach wie vor große Hoffnungen setzt. In diesem Zusammenhang seien auch die psychologischen Auswirkungen des Abkommens erwähnt, die in den letzten drei Monaten in Oesterreich immer wieder festgestellt werden konnten und die sich vor allem in den oft ergreifenden Sympathiekundgebungen der gesamten Bevölkerung beim Erscheinen reichsdeutscher Reisegruppen oder Verbände — wie zum Beispiel bei der Fahrt einer Gruppe des NSKK. mit Korpsführer Hühnlein an der Spitze, oder beim Besuch der Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereine in Innsbruck — zeigten. Hier kommt spontan ein neues und starkes Gemeinschaftsgefühl zum Ausdruck, das dem am Abend des 11. Juli verkündeten Charakter des Abkommens entspricht. Auch auf kulturellem Gebiete sind bereits erfreuliche Auswirkungen zu verzeichnen. Die immer schon vorhandenen geistigen Bande zwischen den beiden deutschen Staaten wurden neu gefestigt und die Teilnahme der in Oesterreich lebenden Kriegsdichter an dem großen Treffen der deutschen Kriegsdichter in Berlin kann als ein besonderes Symbol für dieses neue Sichtbarwerden einer gesamtdeutschen Kultur- und Geistesgemeinschaft gewertet werden. Die begeisterten Berichte, die die österreichischen Teilnehmer an diesem Treffen, wie etwa Bruno Brehm und Karl Springenschmid, in österreichischen Zeitungen veröffentlichen und in denen sie von dem tiefen und starken Erlebnis dieser Deutschlandfahrt berichteten, sind wertvolle Belege hierfür. Zu den Auswirkungen des Abkommens auf geistig kulturellem und auf künstlerischem Gebiet gehören dann vor allem die Wiederzplassung einer Reihe deutscher Tageszeitungen in Oesterreich, die Wiederaufnahme des Rundfunkaustausches und die kürzlich mit Erfolg vom Direktor der Wiener Staatsoper, Hofrat Dr. Kerber, in Berlin abgeschlossenen Verhandlungen über ein umfangreiches Gastspielprogramm von Mitgliedern der Berliner Staatsoper in Wien. Die wichtigsten und bedeutendsten Folgen des Abkommens vom 11. Juli zeigten sich aber bisher auf wirtschaftlichem Gebiet. Hier entstanden ja besonders in Oesterreich, wo man das Ausbleiben des Reiseverkehres aus dem Deutschen Reiche seit drei Jahren so schmerzlich vermißt hat, große Hoffnungen. Die Aufhebung der Tausend-Mark-Sperre hat sie nicht nur als durchaus begründet erscheinen lassen, sondern noch weiter verstärkt. Obwohl nun der Fremdenverkehr hinsichtlich der Devisenzuteilung für Reisende stark von der Entwicklung der Einfuhr reichsdeutscher Waren nach Oesterreich abhängig ist, und sich diese in Anbetracht noch be- Montag, 2. November 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) stehender vertraglichen Bindungen Oesterreichs nach anderen Richtungen hin bisher nicht im wünschenswertem Maße entwickeln konnte, hat doch auch der Reiseverkehr nach Oesterreich eine gewisse Steigerung erfahren. So meldet Innsbruck, daß es im vergangenen September 21800 übernachtende Fremde gegenüber 16 855 im September des Vorjahres gezählt hat und daß dabei der reichsdeutsche Anteil von 623 auf 3972 gestiegen ist. Da aber die überwiegende Mehrzahl der reichsdeutschen Besucher nur zu eintägigem Besuch kam und daher nicht übernachtete, ist die Anzahl der Gäste aus dem Reiche mit einem Vielfachen der gemeldeten Zahl anzunehmen. Allerdings bleiben diese Ziffern immer noch weit hinter denen des reichsdeutschen Fremdenverkehres der Jahre vor 1933 zurück. Es ist nun Sache der österreichischen Regierung — die übrigens gerade in der jüngsten Zeit entsprechende Maßnahmen hierfür ergriffen hat —, den österreichischen Markt für die Aufnahme reichsdeutscher Erzeugnisse fähiger zu gestalten und auf diese Weise eine erhöhte Devisenzuteilung für den Reiseverkehr möglich zu machen. Die Spanne, die dabei überbrückt werden muß, ist allerdings außerordentlich groß: denn während noch im Jahre 1932 als Ueberschuß aus dem Handelsverkehr etwa 84 Millionen Mark für den Reiseverkehr zur Verfügung standen, bleiben jetzt für diesen Zweck nur noch 27 Millionen Mark übrig. Die österreichische Bevölkerung hofft, daß es der Regierung in Wien gelingen wird, die Wareneinfuhr aus dem Reiche in der nächsten Zeit so zu verstärken, daß diese Spanne möglichst rasch und möglichst weitgehend abgebaut werden kann. Die stärksten und erfreulichsten wirtschaftlichen Auswirkungen des Abkommens vom 11. Juli ergaben sich bisher für die , österreichische Landwirtschaft, deren Erzeugnisse nunmehr zu einem wesentlichen Teile in das Deutsche Reich geliefert werden. Wie rasch sich hier der Umschwung nach dem Abschluß einstellte, geht daraus hervor, daß der Wert der österreichischen Ausfuhr nach dem Reiche, der im August des Vorjahres 10 539 000 Schilling betrug, im diesjährigen August, also einen halben Monat nach dem 11. Juli, schon um beinahe anderthalb Millionen Schilling auf 11927000 Schilling stieg. Die Ausfuhr von Nutz- und Schlachtvieh ist im August gegenüber dem Vorjahre allein fast auf das Siebenfache gestiegen, während sich die Ausfuhr an anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf das Zweieinhalbfache erhöht hat. Alle diese Tatsachen können aber erst als Anfänge einer neuen Entwicklung betrachtet werden: denn solange der Reiseverkehr aus dem Reiche nach Oesterreich nicht in stärkerem Maße einsetzt, wird der einstige Normalzustand des österreichisch-deutschen Wirtschaftsverkehrs nicht hergestellt werden können. An den maßgebenden Stellen in Wien und Berlin ist man sich dieser Tatsache auch bewußt und der Behebung der hier auftauchenden Probleme gelten die Bemühungen, die im Gange sind und Die dazu dienen, die Wirtschaftsbeziehungen schon in absehbarer Zeit so zu gestalten, daß sie den Bedürfnissen beider Länder und damit des Gesamtdeutschtums Rechnung tragen. Die Wissenschaft vom Fisch. Nach dem Jubiläum der Hochseefischerei in Weser- münde findet der R e i ch s f i s ch e r e i t a g für die Binnenfischerei, Fischzucht und See- und Küstenfischerei in R o st o ck statt. Die Vereinheitlichung aller Gruppen des Fischereigewerbes kommt auf ihm zum Ausdruck. Die Tagesordnung beweist, daß das Abfischen der geschuppten Bewohner unserer Binnengewässer und der Hochsee heute ebenso wohl eine Wissenschaft geworden ist wie die Technisierung des gesamten Fischereibetriebes. Wir haben z. B. fürdie Binnenfischerei ein wissenschaftliches Forschungs - Institut, u. a. bei Friedrichshagen, das feit 1893 den Schutz der Fischereibelange, die Frage der Abwässerschäden, der Fischkrankheiten usw. studiert und für die Heranbildung eines fischereiverständigen Nachwuchses sorgt. Die Fischkost spielt im Haushalt der Deutschen leider noch eine verhältnismäßig geringe Rolle. Von der englischen Bevölkerung werden pro Kopf im Jahre 25 Kilogramm Fisch verzehrt, der Deutsche dagegen führt sich nur 11,5 Kilogramm See- und Flußfische zu Gemüte, aber 54,4 Kilogramm Fleisch. Das mag darauf beruhen, daß vordem die Fische nur an Ort und Stelle gegessen wurden, weil die Transportmöglichkeiten nicht gegeben waren, aber heute bringen infolge der Einführung der Kälteverfahren bei den Transportmöglichkeiten die Fischfirmen ihre Fänge sehr schnell ins Binnenland, auch in die küstenfernsten Neichsteile, und zwar werden vielfach Nachtzüge mit Kühleinrichtungen benutzt, um die Ergebnisse unserer Hochseefischerei auch nach Mittel- und Süddeutschland zu bringen. Daher kauft man in Süddeutschland im Kleinhandel Nordseefische, die in Eis verpackt sind, 36 bis 48 Stunden nach ihrer Ausladung im Hafen, so daß also die Fische bei dem Stande unserer Kältetechnik „lebend frisch" sind. Das Gleiche gilt für die Erzeugnisse unserer Binnenfischerei, die zum Teil noch schneller auf den Markt gelangen. Die Sage aus Großmutters Zeiten, daß die Fische nur an Ort und Stelle ihres Fanges gegessen werden könnten, ist also völlig verstaubt. Die deutsche Hausfrau weiß nun aus eigener Erfahrung, wie sich der Ehemann gegen die Einführung von Fischgerichten sträubt. Er will etwas „Gediegenes" für den Magen haben, sagt er. Aber abgesehen von der Tatsache, daß überholte Vorstellungen hierbei eine Rolle spielen, liegt die hier und da verbreitete Abneigung gegen Fischgerichte auch an der deutschen Haussrau/die immer wieder Bratheringe oder Schellfisch mit Senf- ober Buttertunke auf den Tisch bringt, statt die vielen Koch- und Bratvorschriften auszuprobieren, die den Fisch gerade in fischreichen Gegenden zu einem Lieblingsgericht auch der Männer machten. Eine Bresche in dieses Vorurteil wird durch die V e r a n st a l t u n g von Fischkochkursen gelegt, ferner durch die Vervollkommnung der Kunst, die deutsche Fischproduktion zu räuchern oder zu marinieren. Gerade diese beiden Arten der Fischzubereitung haben in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen und zur Belebung des Fischoerbrauches beigetragen. Aber immer noch bestehen durchaus irrige Vorstellungen über den Nährwert des Fischfleisches. Die Wissenschaft hat die chemische Zusammensetzung des Fischfleisches genau untersucht und ist zu folgendem Ergebnis gekommen: Aal enthält 28 v. H. Fett, Lachs 11 v. H., der Hering 7—8 v. H., der Schellfisch ist der fettärmste mit 0,3 v. H. Mageres Rindfleisch enthält 4 v. H., Kalbfleisch 3 v. H., Schweinefleisch 7 v. H., während fettes Fleisch beim Kalb 11 v. H., Rind 25 v. H. und Schwein 34 v. H. aufweist. Die Eiweißkörper des Fischfleisches sind mit 15 bis 18 v. H. durchweg die gleichen wie bei Rind und Kalb, der Kohlenstoffgehalt liegt bei Fischen um 1 v. H. höher. Das Fischfleisch ist an und für sich lockerer als das Fleisch von Haustieren, man muß also etwa 30 v. H. mehr Fisch essen als mageres Rindfleisch, aber nur bann, wenn man bie sogenannten mageren ober fettarmen Fische verzehrt. Der S ä t t i g u n g*s ro e r t ber Fische hängt natürlich von ihrer Zubereitung ab. Wenn ber Fisch gebraten ist, sättigt er — Nährwert unb Sättigungsgrab fallen ja nicht zusammen — mehr, als wenn er gekocht ist, bie englischen Fischbratstuben haben sich biese Erfahrung zunutze gemacht unb verabreichen ben Fisch durchweg gebraten, unb zwar in allen möglichen Arten unb mit allerlei Gemüsen usw. Die Leichtverdaulichkeit ber Fische, ber Jobgehalt ber Seefische, sinb bekannt unb wirb überall geschätzt. Die Tagung des Reichsverbanbes ber Fischerei in Rostock wirb nicht zuletzt auch bie Bedeutung ber Fischnahrung im Rahmen ber Volksernährung behanbeln, ein Problem, bas ge- rabe jetzt eine Tagesfrage ist, ba es barauf ankommt, uns nach Möglichkeit mit ben Nahrungsmitteln zu ernähren, bie wir selbst haben. Unb dazu gehört ber See- wie ber Flußfisch. Ein Mariin-Lucher-Denkmal in Baltimore. Baltimore, 31. Oft. (DNB.) Samstag nachmittag würbe hier ein Martin-Luther-Denkmal feierlich enthüllt. Das Bronzestanbbilb würbe von Arthur W a l l e n h o r ft, einem langjährigen Mitglied ber Lutherischen Gemeinbe, gestiftet. Wallen- horft, ber 1850 in Quakenbrück im Hannoverschen geboren würbe, ließ sich in Baltimore als Uhrmacher unb Golbschmieb nieber. In seinem Testament hinterließ er 50 000 Dollar zur Errichtung bes Denkmals, bas von Hans Schuler, bem beutschstämmigen Direktor ber staatlichen Kunstschule von Maryland, geschaffen würbe. Luther wirb als „Herolb einer neuen Zeit" bargefteUt. Die Bronzefigur mißt 7 Meter von ber Sohle bis zur Spitze ber erhobenen rechten Hanb. Der granitne Sockel ist 4 Meter hoch. Der Steinvorbau mit Treppen unb Aufgangsfläche im gleichen Granit ist 22 Meter breit unb 10 Meter tief. Ein langer Querstem vorn am Vorbau trägt bie Inschrift: „A Mighty Fortress is our God" (Ein feste Burg ist unser Gott). Die Enthüllung ber Lutherfigur würbe von Eva Marie Luther vollzogen. Ihr Vater, Botschafter Dr. Hans Luther, sprach ein kurzes Grußwort. Die Festrebe hielt ber Präsident des Lutherischen Theologischen Seminars in Philadelphia, Professor Dr. Charles M. Jacobs, einer der bedeutendsten ßutberfenner der Gegenwart. Er hat, aus alter amerikanischer Familie stammend, in Leipzig studiert und ist seit 30 Jahren mit der Übertragung von Luthers sämtlichen Werken ins Englische beschäftigt. Sodann hielt der Baltimorer Pastor, Fritz Evers, eine Ansprache in Deutsch. Umrahmt wurde die Feier durch einen Festzug aller lutherischen Sonntagsschulen von Baltimore unb durch Chorgesänge in deutscher und englischer Sprache. Der Entgegennahme des Denkmals durch Bürgermeister Jackson folgte der gemeinsame Schlußgesang: „Ein feste Burg ist unser Gott". Kunst und Wissenschaft Eine der wertvollsten IN'neralfammlungen der Delk. Das Mineralogische Institut der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg betreut seit langen Jahren eine der bedeutendsten privaten Mineralsammlungen der Welt, ein Vermächtnis des Bergrates Dr. T a m n a u an den preußischen Staat. Diese Sammlung, die auf einen Wert von mindestens einer Million Mark geschätzt wird, ist oeson- ders nach den Gesichtspunkten der Rohstoffgewinnung geordnet und dadurch heute von besonderem Interesse. Die Technische Hochschule Berlin leidet zur Zeit an Raummangel, außerdem besitzt sie eine gleichwertige große Sammlung, die von der alten Bergakademie herstammt. Man hat daher beschlossen, damit bie Sammlung nicht ungenützt bleibt, diese einer anderen Hochschule zu überweisen, unb hat vor allem ben zunächst in Betracht fommenben Universitäten Hamburg unb Köln sowie ber Technischen Hochschule in D a r m st a b t ein Angebot gemacht. Die endgültige Entscheibung wirb rom Reichserziehungsministerium getroffen werben. Am 6. November beginnen wir in den Kamillen- blättern mit dem Abdruck einer neuen Erzählung: nach der „Halsbandgeschichte" von Wilhelm Schäfer wird der bedeutende norwegische Dichter und Nobelpreisträger Knut Hamsun mit seiner Erzählung „Viktoria" bei uns zu Wort kommen. Diese „Geschichte einer Liebe", der großen, verzehrenden Leidenschaft junger Menschen, hat vielleicht von allen Büchem Hamsuns den Buhm des Dichters in der Welt am tiefsten und dauerndsten begründet. Abenteuerliche Ballonfahrt. Bericht aus Minnesota. Freiballonfahrten haben ihren eigenen Reiz unb ihre eigenen Gefahren. Die Fahrt, bie ber amerikanische Finanzmann van Williams mit seiner Frau unb seiner Tochter unter Leitung bes kanadischen Piloten John L e b g e r vor einigen Jahren eines Morgens von Duluth im norbamerikanischen Staate Minnesota aus unternahm, hätte tragisch ausqehen können, wenn nicht ber Helbenmut eines Kinbes vier Menschenleben gerettet hätte. Anfangs verlief alles nach Wunsch. Der Ballon trieb sanft füboftroärts, vollstänbig bem Plan bes Piloten ent- fprechend ber vorhatte, am frühen Nachmittag zu lanben, wo, bas kam nicht so sehr barauf an, vorausgesetzt, baß man schönes flaches Gelanbe fanb unb nicht allzuweit von ber nächsten größeren Stabt entfernt war, vielleicht irgenbwo am Michigansee. Man überflog die dunkle Masse von Straßen, die Superior City bildeten. Aus d-r hohe von fast 1000 Metern schrumpften auch die höchsten Wolkenkratzer au flachen Gebilden zusammen. Ledger blickte über die weite blaugrüne Flache des Oberen Sees unb — runzelte ein wenig bie Brauen, als er sah, welche Richtung der Ballon nahm. Sie sollten dem langen Landstreifen, der sich wie em gekrümmter Finger in den See hineinschob Das bedeutete, daß der Wind gedreht hatte und sie nordwärts trug. Es bedeutete außerdem, daß sie sich m kürzester Zeit über den Wassern de- Oberen Sees behüben würden. Die Sage war mißlich. Zwar hatte Ledger keine wirkliche Sorge um ^e Sicherheit des Ballons, aber er hatte doch N'-Ht den Wunsch vom ßanbe abgetrieben zu werben. Hastig setzte er Williams bie Lage auseinander aber maprenb er noch sprach, frischte der Wmd aus. Mit philo ophi- schem Lächeln blickte er abwärts. -Nun sagte er, „diese kleine Brise hat uns schon die Entscheidung äbgenommen. Wollten wir setzt landen, wurden wir bereits auf den See geraten. So trieb man also nordwärts über das Wasser bald in rascher Fahrt, wenn eine Boe kam bald beinah regungslos, wenn sie wieder abflaute. Stunde um Stunde verrann^ Royal Island, em dunkler, grauer Schatten lm Rordosten, schien Nicht näher zu kommen. Ledger starrte auf das Wasser Nieder, bann roieber aufwärts, zu ber riesigen Ballonkugel über ihnen. Seine Stirn mar gefurcht. „Komi ch", murmelte er endlich. „Wir verlieren Höhe." Er kletterte auf den Rand des Korbes unb beugte sich, an bie Seile geklammert, weit hinaus. Als er roieber in ben Korb zurückglitt, roar fein Gesicht weiß. „Oben muß irgenbwo ein Riß fein", bas war alles, was er sagte. „Unb nun?" Williams schleuberte ihm bie Frage entgegen. „Nun, wenn es nicht ausgebessert wirb, werben wir halb genug unten sein, unb wir sinb bestenfalls 70 Kilometer vom Lanb entfernt." Ruhig setzte er bie Lage aus- einanber. Er hatte Faden, er hatte eine Nabel. Nach seiner Meinung mußte ber Riß an ber äußersten Spitze sein, unb wer ihn ausbessern wollte, mußte am Netzwerk zu ihm emporklettern. * Er selbst war zu schwer, ebenso Williams. Das Netzwerk würbe sie nicht halten. „Wollen Sie etwa sagen, daß ich hinausklettern soll?" fragte Frau Williams. Er schüttelte den Kopf. „Ich fürchte auch für Sie, gnädige Frau." Es entstand eine Pause, unb bann rief Williams leise: „Elise". Das breizehnjährige Mädchen roar ganz versunken gewesen in ben Anblick unter ihr unb hatte nichts gehört. „Was ist, Papa?" Er erklärte es ihr. Einen Augenblick zauberte sie, bann sagte sie fröhlich: „Nun, ich werbe klettern. Mit Vergnügen." Ledger banb ihr ein Seil fest um ben Leib unb gab ihr bie einge- fäbelte Nabel. * Sie zog ihre Schuhe aus und kletterte auf den Rand des Korbes. Dann ergriff sie bas Netzwerk unb zog sich an ihren jungen starken Armen baran empor. Langsam kletterte sie, nach einem Halt für ihre Füße taftenb, unb wenn sie einen gefunden hatte, sich roieber ein Stück höher ziehenb. Das Netz schnitt wie ein Messer burch bie bünnen Strümpfe, aber sie kehrte sich nicht baran. Zweimal rastete sie, um Atem zu schöpfen. Nieberschauenb kam sie sich verloren vor im unenblichen Raum ringsum sie unb mit bem weiten Wasser tief unter ihr. Grauen erfaßte sie, aber sie kletterte weiter. Als sie roieber nieberblirfte, roar ber Korb burch bie Krümung bes Ballons vollkommen ihren Blicken entzogen. Der Riß roar ganz oben an der Ballonkugel, und sie sah, wie er langsam weiterriß. Sie schob einen Arm durch bas Netz unb machte sich fieberhaft ans Nähen. Sie roar noch ein Kinb, aber sie begriff, baß ihr Leben unb bas ber brei älteren Menschen an bem hing, was sie tat. Ihre Füße schmerzten entsetzlich, unb plötzlich hatte sie bie Vorstellung, ber Faben mürbe nicht reichen, sie mürbe noch einmal herunterklettern müssen unb roieber hinauf ... Erblich würbe sie boch fertig, nur einen halben Meter Faben hatte sie übrig. „Papa, ich hab's geschafft!" schrie sie, boch es kam keine Antwort. Der Abstieg war entsetzlich. Mehrmals mußte sie innehalten, kaum fühlte sie noch ihre Füße vor Schmerz. Enblich berührten ihre Zehen ben Ranb bes Korbes, sie spürte ihres Vaters Arme um sich, bie sie herunterhoben. Das roar bas Letzte, was sie für lange Zeit von sich wußte, benn sie fiel in eine tiefe Ohnmacht. Spät am Abenb biefes Tages lanbete ber Ballon ein paar Kilometer süblich von Nipigon in ber kanabischen Provinz Ontario. Unb einige Wochen später ftanb, wie Phil Dunbar in „Everybobys" diesem Bericht hinzufügt, Elise Williams, an diesem Tage die stolzeste junge Dame in Amerika im Weißen Haus, um eine kleine Goldmedaille und die Glückwünsche bes Präsibenten ber Vereinigten Staaten entgegenzunehmen. ßin Rembrandt-Stück im Frankfurter Schauspielhaus. Felix Kügeles „Rernbranbt unb T i - t u s" würbe im Frankfurter Schauspielhaus ur= ausgeführt. Der Autor hegt — wir folgern es aus einigen Bemerkungen zu feinem Stück im Programmheft — von seiner Jugenb an eine tiefe Liebe zu Rernbranbt unb feiner Kunst. Aus ben brei bekannten Silbern Rembranbts, bie feinen Sohn Titus barstellen ober aus einem, an biefen gebunbenen künstlerischen Erlebnis entstauben sinb, schöpft Kügele bei ber spärlichen schriftlichen Ueber- lieferung Gestalten unb Geschehen feines „drama- tischen ©emälbes". Es wäre zu wenig gesagt, wollte man bas Werk einfach unter bie Variationen bes ewigen Themas vom verlorenen ünb beim- finbenben Sohn einreihen: bavon ist Kügeles Schöpfung geschieben burch bie Verlagerung aller Entscheidungen unb auch alles Geschehens in die Sphäre des Seelischen und burch bie Fülle ber Motive, bie neben bem Thema vom verlorenen Sohn anklingen, obschon biefes am Enbe als bas Wesentliche bes Stückes erscheint. Die Gestalt Rembranbts veranlaßt ben Autor zu klugen Worten über bas Verhältnis bes Genies zur Umwelt, zur Frau, zu ben materiellen Bedürfnissen bes Lebens, über feine Verstrickung in Schulb unb Sühne, feine Zweifel an ber göttlichen Berufung: ber junge Titus inbes quält sich mit bem Los des Sohnes eines berühmten Vaters, in dessen Umgebung bie Menschen an ber „Auszehrung" mgrnnbe gehen. Dargeboten in einer sprachlich vollenbeten Form unb dichterisch geschauten Bildern macht dieser Reichtum der Gedanken den Wert und den Reiz des Stückes aus. Kügele nennt fein Werk „ein dramatisches Gemälde". Mit dieser Bezeichnung sind bereits die Schwierigkeiten angedeutet, mit denen' die Darstellung auf der Bühne sich auseinandersetzen muß. Wir sehen bezaubernde Genrebilder altniederländer Lebens, in ihrer Wirkung unterstrichen durch das stilechte Bühnenbild von Ludwig Sievert — indes schreitet die eigentliche Handlung allzu langsam fort und bedarf starker dramatischer Akzente, leidenschaftlicher Gefühlsausbrüche durch die Darsteller. Das Geschick der Regie (Richard Salzman n) in der Führung des Spieles verdient ebenso wie die glückliche Besetzung hervorgehoben zu werden. Der eindringlichen und ergreifenden Gestaltung vor allem des alternden Rembrandt durch Walter K i e s l e r gebührt der Hauptanteil am Erfolg dieser ersten Uraufführung des Thegter- rointers. Neben ihm stehen Werner Kreith (Titus), Maria Wimmer (Titus' Braut Magdalena van Loo), Lotte B r a ck e b u f ch (Rembrandts zweite Frau Hendrikje Stoffels) und Bum Krüger mit einer herzerfrischenden Verkörperung des Dieners Philips. Die Darsteller und der Autor sonnten den reichen Beifall des Publikums entgegennehmen. Dr. W. Der Onkel aus Addis Abeba. In Saloniki lebt in den ärmlichsten Verhältnissen ein alter Arbeiter namens Nicola Nunas, dem plötzlich ein großes Glück zuteil geworden ist. Ein Händler in Leder und Fellen, Demetrio Kalli- nikos, ist in Addis Abeba vor etwa zwei Monaten gestorben und hat sein ganzes Vermögen, das etwa acht Millionen beträgt, seinem Neffen, dem Arbeiter in Saloniki, hinterlassen. Es handelte sich dabei nicht etwa um den Beweis einer besonderen Zuneigung des verstorbenen reichen Kaufmanns gegen den armen Arbeiter, sondern Kallinikos hat fein Testament hinterlassen, und sein nächster Verwandter ist der jetzt so beglückte Nunas, der Sohn eines seiner Vettern, der schon vor einigen Jahren gestorben ist. Dem Erben ist aber sein Glück nicht zu Kopf gestiegen. Er will seine Lebenshaltung nicht im geringsten ändern, bevor er wirklich in den Besitz der Millionen seines Onkels gelangt ist. Er arbeitet ruhig weiter und weist alle Angebote von Darlehen, die ihm natürlich von allen Seiten gemacht werden, zurück. Er versichert auch, daß er die Millionen seines Onkels, sobald sie ihm zugeflossen sein werden, zu einem großen Teil an andere arme Leute verteilen wird. Die Bekleidungsindustrie sorgt für den Winter. In Deutschland werden zur Wärmeversorgung des Haushaltes und zur Beheizung von Gebäuden aller Art über 25 v. Sy des gesamten Brennstoffverbrauches benötig, und die Aufwendungen hierfür betragen jährlich mehr als 1,5 Milliarden Mark. Es hat daher ein besonderes Interesse, wenn Dr.-Jng. Wilhelm R a i ß in den „Forschungen und Fortschritten" den Stand der Wärmeversorgung des Hauses auf Grund der neuesten Prüfungen und Erfahrungen darstellt. Durch die Brennstoffknappheit der Kriegs- und Nachkriegsjahre wurde die Aufmerksamkeit des Ingenieurs stärker auf die Millionen häuslicher Feuerstellen gelenkt, und es zeigte sich, wie gering die Brennstoffausnutzung hier zum Teil noch war. Die neueren Erkenntnisse über die Vorgänge bei der Verbrennung und bei der Wärmeübertragung wurden daher auch auf die Verhältnisse in den kleinen Feuerungen planmäßig übernommen, und so wurden in den letzten fünfzehn Jahren unsere häuslichen Feuerungen vielfach grundlegend geändert. Bei der Heizung steht immer noch die Feuerung für feste Brennstoffe weitaus an erster Stelle, und dem Einzelofen kommt eine besondere Bedeutung zu. Man hat Prüfungen von Kachelöfen in der Versuchsanstalt für Heiz- und Lüftungswesen der Technischen Hochschule Berlin vorgenommen, während eiserne Oefen in den wärmetechnischen Instituten in Aachen und Darmstadt geprüft wurden. Das Ergebnis solcher Untersuchungen ist, daß es heute für alle Brennstoffe Ofenbauarten gibt, die bei richtiger Bedienung und Instandhaltung 70—85 v. H. der eingebrachten Brennstoffwärme freimachen. Ein richtig bemessener Rost, ein dichtes Feuer- oeschränk, ein hoher Feuerraum und genügend lange Heizgaswege sind die Voraussetzungen einer guten Ausnutzung. Eine glatte, niedrige Form des Ofens gewährleistet ferner eine bessere Erwärmung der untere Raumzone und damit eine gleichmäßigere Temperaturverteilung im geheizten Raum. Bei der Zentralheizung hat sich die Feuerung mit unterem Abbrand stärker durchgesetzt. Bei geeigneter Stückgröße des Kokses und einwandfreier Feuerführung können Verluste durch Abziehen der unverbrannlen Gase weitgehend vermieden werden, und es sind bei den reichlichen Heizflächen solcher Kessel Wirkungsgrade von 70 bis 80 v. H. zu erzielen. Den zentralen Heizanlagen schenkt man erst in den letzten Jahren erhöhte Beachtung, und es wurden auch die für den Heizbetrieb maßgebenden meteorologischen Einflüsse genauer untersucht. In den letzten Jahren wurden für feinkörnige Magerkohle Gliederkessel entwickelt, die es ermöglichen, diese im Preis günstigen Kohlensorten ähnlich wie Koks im Dauer brand zu verfeuern. Für die Oelfeuerung, die sich im Ausland großer Beliebtheit erfreut, fehlt bei uns zur Zeit die Voraussetzung, billiges heimisches Heizöl, und auch die Gasheizung hat sich wegen der vielfach hohen Gaspreise für die Zentralheizung nur vereinzelt eingeführt, während sie als Ofenheizung stärker verwendet wird. Bei der Warmwasserbereitung werden in Anbetracht der Vorteile — Sauberkeit, stete Betriebsbereitschaft, Wegfall der Bedienung — etwaige Energiemehrkosten in Kauf genommen. Die Wärmeausnutzung ist im praktischen Betrieb, wie Untersuchungen im wärmetechnischen Institut m Darmstadt gezeigt haben, für gas- und strombeheizte Geräte ungefähr gleich; sie schwankt zwischen 60 und 80 v. H. Beim Kochen zeigt der übliche Kohlenherd die ungünstigste Wärmeausnutzung, besonders, wenn er lediglich zum Kochen benutzt wird. Nur 7 bis 10 v. H. der Brennstoffwärme werden dabei ausgenutzt, berücksichtigt man Warmwassererzeugung und Raumerwärmung dabei, 30 bis 40 v. H. In neuester Zeit wurden jedoch Herde entwickelt, die durch bessere Ausgestaltung der Feuerung, Dichtheit des Herdes, gute Wärmeabdämmung und leichte Regelfähigkeit Wirkungsgrade ergeben, wie wir sie von gas- und strombeheizten Herden kennen. Dem Stadtgas, das lange Jahre dem Haushalt als einziger hochwertiger Energieträger für Wärmezwecke zur Verfügung stand, ist ein ernsthafter Wettbewerber in der Elektrowärme entstanden, zumal die Elektrizitätswerke für das elektrische Kochen günstige Sondertarife gewähren. Um festzustellen, wieviel Kilowattstunden im praktischen Haushaltbetrieb einem Kubikmeter Stadtgas gleichwertig sind, hat die „Hauptstelle für Wärmewirtschaft beim Verein Deutscher Ingenieure" Beobachtungen an über 3000 Neubauwohnungen durchgeführt, die teils mit Gas-, teils mit Elektroherden versehen waren. Es zeigte sich, daß beim Kochen 2,3 bis 2,7 Kilowattstunden 1 Kubikmeter Stadtgas ersetzen. Der Wärmeaufwand ist also beim elektrischen Kochen wesentlich geringer als beim Kochen mit Gas; denn der Heizwert von 1 Kubikmeter Stadtgas ist über viermal größer als der einer Kilowattstunde. Die Gesamtentwicklung der häuslichen Wärmeversorgung zeigt sehr deutlich den immer stärkeren Uebergang von natürlichen zu hochwertigen und veredelten Energieträgern, die sich vor allem durchsetzen, wenn der Wärmebedarf verhältnismäßig niedrig ist und der Betrieb schnell bereit, leicht zu regeln und zu bedienen sein soll. Die Deckung des deutschen Treibstoffbedarfs aus heimischen Energiequellen kann zu einschneidenden Aenderungen in der häuslichen Wärmeversorgung führen, da die Nebenerzeugnisse der Treibstoffgewinnung, zum Beispiel der Schwelkoks, gegebenenfalls im Hausbrand untergebracht werden müssen. C. K. Wirtschaft. Nhein-mainischer Getreidemarkt. Da die Landwirtschaft vielfach noch mit Bestellungsarbeiten und der Zuckerrübenernte beschäftigt ist, andererseits aber den kommenden Monats- auffchlag von zwei Mark per Tonne ausnützen will, ist zur Zeit die Verladung von Brotgetreide unbedeutend. Auch in Kurhessen und den Nachbarbezirken liegt wenig Angebot an Weizen vor, wie auch die nord- und mitteldeutschen Offerten ausgeblieben sind. Die Mühlen haben sich zwar in den letzten Wochen für den laufenden Bedarf eindecken können, bleiben aber gerne aufnahmebereit, um so mehr als sie ihre Mehlverkäufe bereits bis zum Ende des Jahres erstreckt haben. In Roggen sind die großen Mühlen am Rhein gut versorgt, da ihnen für das kleine Kontingent genügend norddeutsche Ware zur Verfügung steht, während auf dem Lande die Verhältnisse für die mittleren und kleinen Mühlen uneinheitlich sind. Im allgemeinen sind trotz der kleinen Anlieferungen die Mittelmühlen ziemlich gedeckt, während die Betriebe in den toten Winkeln dringendere Nachfrage zeigen. Die erhöhte Handelsspanne wird bei Roggen nur noch selten angelegt. In Braugerste waren während der letzten Wochen der Weinlese die Umsätze noch sehr klein, da die Erzeuger den Drusch und die Herrichtung der Braugerste, nicht vornehmen können. Die Verarbeiter kaufen laufend ein und zeigen sich auch vielfach hinsichtlich der Qualität entgegenkommend. Jndustriegerste ist sehr wenig angeboten, so daß der Bedarf hier nicht genügend gedeckt werden kann. Norddeutsche Jndustriegerste stellt sich auf etwa 21 RM. je 100 kg frei oberrheinischen Stationen. In Futtergerste stehen die aus der Pflichtanlieferung einkommenden Mengen zur Verfügung, die aber die Nachfrage bei weitem nicht befriedigen. Futterweizen und Futterroggen ist nur aus den kleinen Freigaben unbrauchbarer Partien erhältlich. Das Haferangebot ist noch nicht besser geworden, weder quantitativ noch qualitativ. Der Bezug von bayerischem Hafer gestaltet sich nach wie vor schwierig. Man sorgt jetzt bereits für die Beschaffung des nötigen Frühjahrssaatgutes. In Weizenmehl war das Geschäft lebhaft, besonders der Handel suchte weitere Abschlüsse für die kommenden Monate zu tätigen. Der Bezug durch den Bäcker wickelt sich ohne Stockung ab, wie auch Roggenmehl durchaus genügend aus den Lagerbeständen und laufenden Eingängen der hiesigen wie der norddeutschen Mühlen angeboten wurde. Die Belieferung der süddeutschen Derbraucherbezirke gestaltet sich stetig. Futtermittel waren für den Herbst- und Winterbedarf allgemein begeyrt. Weizenkleie wird im kommenden Monat wieder zugeteilt, während über die Lieferung von Roggenkleie die Entscheidung noch aussteht. Weizenfuttermehl war für die Schweinemast lebhaft gefragt. Schnitzel stehen in den beiden Sorten genügend zur Verfügung. In Oelkuchen kamen die zweiten Zuteilungen heraus. Biertreber handelt man zum Höchstpreis. In Rauh futter hat sich das Geschäft etwas gebessert. Nhein-mainische Schlachtviehmärkte. Die Belieferung mit Schlachtvieh war auch in der letzten Oktoberwoche zufriedenstellend, nicht nur zahlenmäßig, sondern auch die Qualitäten standen auf hoher Stufe. Die Nachfrage der Verbraucher konnte befriedigt werden. Am Großoiehmarkt wurden insgesamt 1572 (1563) Tiere aufgetrieben, davon entfielen auf Frankfurt 1221 (1194), auf Mainz 285 (265), Vorsicht bei der Anwendung von Giftgetreide. Von Ernst Holzel, Siabsjcigermeister und Kreiöbeaufiragier für Naturschutz. Das starke Auftreten von Mäusen macht einen verstärkten Kamps gegen diese schädlichen Nager im Interesse der Volksernährung notwendig. Zu den gebräuchlichsten Kampfmitteln gehört das Giftgetreide in Form von Strychninhafer oder Phosphor- weizen. Bei ihrer Anwendung wird leider vielfach mit einer Sorglosigkeit verfahren, die davon Zeugnis ablegt, daß sich der Täter offenbar seiner Verantwortung in keiner Weise bewußt ist. Das Reichsjagdgesetz schreibt in §35 Auss. Best. Abs. 4d wörtlich vor: „Zum Vergiften von Mäusen und Ratten dürfen Giftgetreide, Phosphorlatwerge und damit behandelte Köder ausgelegt werden. Das Giftgetreide muß durch auffällige rote und dauerhafte Färbung kenntlich gemacht werden. Es ist entweder in die Baue (Erdlöcher) der Tiere selbst einzubringen (z. B. mittels Legeflinte) oder so verdeckt (z. B. in Röhren) auszulegen, daß andere Tiere nicht daran gelangen können. Phosphorlatwerge und damit behandelte Köder dürfen nur in die Erdlöcher selbst eingebracht werden. Die Stellen, an denen Gift ausgelegt ist, sind mindestens jeden zweiten Tag nachzusehen. Außerhalb der Baue (Erdlöcher) herumliegendes Gift ist sofort zu beseitigen. Leider gehört es zu den gewöhnlichen Erscheinungen, daß man Giftgetreide frei vor ober in den Eingängen zu den Gängen der Mäuse liegen sieht, also so, daß es jedem Körnerfresser zugänglich ist. Die Folge davon ist die Aufnahme durch Fasanen, Rebhühner und Wildtauben sowie Körnerfresser aus der Singvogelwelt, die dann dem Gift zum Opfer fallen. Die Verluste an solchen Tieren sind dann außerordentlich hoch und nicht zu verantworten. Soweit sie jagdbar sind, haben sie genau so einen Platz im Rahmen der Volksernährung wie irgendein Ackererzeugnis. Die Singvögel kommen aber ebenso als Fresser von Unkrautsamen und anderen Schädlingen in Frage wie sie hier das Getreide aufnehmen. Hinzu kommt ferner, daß bei oberflächlicher Anwendung auch die vergifteten Mäuse viel a u f dem Erdboden gefunden werden und hier von Mäusefressern wie Fuchs, Bussard, Turmfalke usw. ausgenommen werden und dann oft zu Vergiftung dieser Tiere führen, die doch eigentlich den Bauer in feinem Kampfe gegen die Mäuse unterstützen sollen. In diese Falle verliert also der Kampf gegen die Mäuse feinen Sinn, wenn ihm die Bundesgenossen des Menschen in diesem Kampfe selbst zum Opfer fallen. Es erscheint daher dringend notwendig, daß überall, wo durch die Gemeinden oder Einzelpersonen Mäuse vergiftet werden sollen, den Vorschriften des Gesetzes genau Rechnung getragen wird. Jedes andere Handeln stellt einen Verstoß gegen das Reichsjagdgesetz dar, der strafbar ist. Hinzu kommt, daß unter Umständen der Jagdpächter Schadensersatzansprüche gegenüber dem Grundbesitzer geltend machen kann. Alle diese Dinge sind vermeidbar, wenn die nötige Einsicht vorliegt und entsprechend verfahren wird. Zur praktischen Durchführung empfiehlt ein Bauer und Jäger mit reicher Erfahrung folgenden Weg: Man lege auf Aeckern, die von Mäusen stark befallen sind, vor allem auf junger Saat und Klee, Drainageröhren aus, in die das Giftgetreide gelegt wird und die dann mit kleinen Strohbündeln oder Kartoffelkraut zugedeckt werden. In diesen Hausen suchen die Mäuse vor allem bei schlechtem Wetter Zuflucht, das Gift, das nicht mit dem nassen Boden in Berührung kommt, bleibt länger wirksam, und Wild kann nicht an Giftkörner, die die Mäuse aus der Röhre herauswirtschaften. Es wäre erwünscht, wenn diese auch im Walde angewendete Methode möglichste Verbreitung fände, da sie neben gutem Dergiftungserfolg Schäden verhindert, die vermeidbar sind. Der „Kampf dem Verderb"-darf in diesem Falle nicht dazu führen, daß Lebewesen „verderben", die in der Natur oder in unserer Ernährung eine Rolle zu fpielen berufen sind. auf Wiesbaden 66 (104) Stück. Außerdem wurden dem Markt in Mainz noch 100 Husumer Weiderinder zugeführt, desgleichen dem Markt in Wiesbaden 100 Rinder, weiterhin erhielt der Wiesbadener Markt an Umleitungstieren von anderen Märkten 50 Rinder. Während an den Märkten Frankfurt und Mainz die Anlieferungen weiter zugenommen haben, verzeichnete Wiesbaden einen leichten Rückgang, der aber durch die Husumer Tiere und das Umleitungsvieh ausgeglichen wurde. Die Qualitäten waren mittel bis gut. Das Großvieh wurde den Metzgern zugeteilt, am Frankfurter Markt verblieb am Donnerstag in Kühen etwas Ueberftanb. Am Schweinemarkt hat sich die Beschickung weiter gehoben auf 4871 (4378) Stück. Für den Frankfurter Markt standen 2592 (2316) lebende und als Ergänzung von der Reichsstelle noch 500 (200) geschlachtete Schweine zur Verfügung. Aus Mainz entfielen 944 (865), auf Wiesbaden 886 (741) und auf Darmstadt 449 (456) Stück. Die Qualitäten waren zumeist mittel, in Wiesbaden gut. Es erfolgte weiterhin Zuteilung. Die Kälberauftriebe sind leicht angestiegen, die Zufuhren lagen in dieser Woche bei insgesamt 1328 (1281) Stück. Die Erhöhung fiel auf Frankfurt mit 814 (779) und auf Mainz mit 191 (155) Stück, dagegen ging der Auftrieb in Wiesbaden auf 225 (243)) und in Darmstadt auf 98 (104) Stück zurück. Die Qualitäten war mittel bis gut. In Frankfurt erfolgte an die Metzger feit dieser Woche Zuteilung. Die Preise bewegen sich gemäß der Anordnung zwischen 40 bis 65 Mark pro 50 Kilogramm Lebendgewicht. Auf den Schafmärkten konnte sich noch keine stärkere Belebung durchsetzen, so daß die insgesamt zugeführten 431 (376) Tiere trotz leicht nachgebender Preise nicht immer glatt untergebracht werden konnten. Auf Frankfurt kamen 368 (293), auf Wiesbaden 42 (—) und auf Darmstadt 21 (22) Stück. In Frankfurt verblieb angesichts der verhältnismäßig starken Beschickung etwas Ueberftanb. Rhein-Mainische Börse. Jeff, später nachgebend. Frankfurt a. M., 31. Okt. Die Samitagbörfe eröffnete am Aktienmarkt bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen in fester Haltung. Später würbe bas Geschäft ruhiger, unb bie höchsten Kurse konnten sich nicht immer voll behaupten. Anfangs in kleinem Umfange vorliegenbes Angebot mürbe ausgenommen. Beachtung fanben die erhöhten Steuereinnahmen bes Reiches, auch bie feste Haltung ber Auslanbbörsen wirkte rein stimmungsmäßig anregend. Im Durchschnitt lagen die Kurse 1 bis 1,50 v. Sy über denen von gestern abend. Von Montan- werten wurden besonders Klöckner gefragt mit 130 bis 131 (128,50), die übrigen Werte tagen 0,50 bis 1,50 v. H. höher. Metallwerte fetzten ihre Befestigungen fort, Mansfelder Kupfer 163,65 (161), Metallgesellschaft 162,50 (160,50), Deutscher Eisenhan- del 146,50 )145), Rheinmetall 145,75 (145), Otavi blieben zu 45,90 unverändert. Von chemischen Werten gewannen JG.-Farben 0,65, Scheibeanstalt und Deutsche Erböl je 1,50 v. H. Von Maschinenaktien Muag plus 2, Daimler plus 1 v. H. Junghans auf Divibenbenerwartungen auf 111 (108,75) gesteigert. Don Bauwerten Berger 147 (145), Holzmann 140,75 (139,75), Cement Heibelberg 163,50 (163). Kunstseibeaktien blieben voll behauptet. Am Elektromarkt holten Siemens ihren gestrigen Verlust mieber auf (plus 3,25), Schuckert 1 v. H. hoher, bagegen Lah- meyer etwas angeboten unb 1,75 v. Sy schwächer. Don Einzelwerten stiegen Aschaffenburger Zellstoff auf 148,25 (146,50), Deutsche Linoleum um 2,13 v. H. auf 172, auch AEG. für Verkehr weiter erhöht mit 126,75 (126,25). Reichsbank lagen mit 192,50 (193) nur knapp behauptet. Da keine weiteren Aufträge mehr vorlagen, würbe bas Geschäft am Aktienmarkt im Verlaufe sehr ruhig, unb auf kleine Entlastungsverkäufe der Kulisse bröckelten die Kurse überwiegend um etwa 0,50 bis 1 v. H. ab. Metallgesellschaft 161 bis 161,75 bis 161 nach 162,50, Hoesch 121,50 bis 122,50 nach 120,75, JG.-Farben 179 bis 178 nach 179,50, Verein. Stahl 127,50 nach 127,40. Gold- schmidt kamen nach Strichnotiz mit 133,50 (137,25) zum Kurs. Die erst später angeschriebenen Kurse lagen überwiegend fester, Ilse Genuß 155 (153), Südd. Zucker 208,25 (207), Eßlinger Maschinen 105 (104,75). Am Rentenmarkt traten keine größeren Veränderungen ein. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M. 2. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1316 Rinder (313 Ochsen, 126 Bullen, 555 Kühe, 322 Färsen), 405 Kälber, 237 Schafe, 2806 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 35 bis 43, Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 50 bis 65, Hümmel 45 bis 50, Schafe 30 bis 40, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverlauf: Rinder, Kälber unb Schweine zugeteilt, Hümmel und Schafe langsam. Schweinemarkt in Alsfeld. * A l s f e l d , 2. Nov. Auf dem heutigen Ferkel- markt waren 303 Schweine aufgetrieben, darunter 111 Händlerfchweine. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Tiere 12 bis 16 Mark, acht bis zehn Wochen alte Tiere 16 bis 22 Mark. Der Handel war schleppend, es verblieb ein Ueberftanb von etwa 100 Stück. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Datum 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Neichsanl. von 1934 bZ4% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4Vi% Deutsche Reichspostschatzan weisurfgen von 1934, I....... 4V>% ehern. 8% Hessischer Volks, ftaat 1929 (rückzahlb. 102%) ... *ya% ehern. 8% Hessische Lande» bank Darmstadt Gold R. 12.... by2% ehern. 4y,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. d%% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *y2% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4y2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese....... 5 y2% ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse 4*/i% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y2% ehem. 7% Pr. Landespfand- brlefanst., Gold Komm. Obl. 20 Steuergutsch.Verrechnungsk. 84-38 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrenle 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y,% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdavbahn-Anleihe Serie 1..................... Frankfurt a. M. Derlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse 30.10. 31 10. 30-10 31-10. 101,5 101,5 101,5 101,5 97,9 98 98 98,25 103,65 103,5 103,25 102,65 119,4 119,5 119,4 119,6 99,9 99,9 100,25 100,25 — 98,75 98,75 98,75 97 97 97 — 100,5 100,5 — — 93 93,13 — — 130,5 — — — 122,75 122,5 122,75 122,5 97 97 — — 100,4 100,5 — — 100,75 100,9 101 101 97,5 97,5 97,5 97,5 95 95 95 95 109,8 109,8 109,9 109,9 _ _ 32,75 _ 3,1 3,1 3,25 3,15 13 13 13,1 12,7 10,13 10,5 10,65 10,7 10,65 10,5 10,65 10,5 15,13 — 15,5 15,65 — — — — Datum 4% oesgl. Serie il ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^%RumSn.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente . 2^% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank unb Dis conto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank 4 Reichsbank ................ iz A.E.G 0 Bekula g Elektr. Lieferungsgesellschast ... 6 Licht und Kraft .............7 Felten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr. 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske 8 Lahmeyer L Co ........ 7 BuderuS .............. < Deutsche Erdöl 4 Harpener................. 2y2 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse 6 Klücknerwrrke ............... 3 Mannesmann-Rohren 8 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse 30.10. 31.10 30.10 31.10- — — — — 7,9 8 7,95 7,65 11,75 12,25 11,75 12,13 7,2 7,2 7,15 7 40 39,7 39,75 39,5 16 15,65 16 15,75 —— —— 38,13 39 16,25 16 16,13 16 126,25 126,75 126,5 126 126,25 —— 126,75 127 108,5 108,75 108,25 108,75 110,5 111 111 111 108,75 108,75 108,75 108,75 193 192,5 191,75 191,5 40,5 40,5 40,5 40,4 166,25 166,25 167 166,9 135,5 136 135,25 135,75 161,5 — 161,75 160,9 143,25 143 142,5 143 144,5 144,5 144,5 143'25 — —— 136 135,5 140,5 141 140,65 141,13 164 165 164,5 165 203,75 207 207 208,5 155 153,25 154 153,25 127,5 128,25 128,25 128,5 149 150,25 149,25' 148,75 158,5 159,5 158 158 119,5 120,5 120,65 121,25 — —— 205,75 205,5 153 155 155 154 128,5 130,25 129,25 130,75 120,75 121 121 120,65 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 30.10. 31 10- 30.10- 31.10. ManSselder Bergbau .. .....ey, 161 163,65 162 163 Kokswerke........... .......6 — —— 142,75 142,65 Rheinische Braunkohlen .....12 237 237 238,5 236,25 Rheinstahl ........... ....... 4 156,65 157,5 156,5 156,5 Bereinigte Stahlwerke. .....sy, 126,9 126,4 127,25 126,25 Otavi Minen ........ .......0 45,9 45,9 45,9 45,4 Kaliwerke Aschersleben. .......6 146 147 145,75 147 Kaliwerke Westeregeln. .......5 141,5 — 141 140,75 Kaliwerke Salzdetfurth .....7K 198 197 197 196 I. G. Farben-Jndustrie 7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt 5 Rütgerswerke ........ 6 Metallgesellschast 5 178,9 280 178 281,5 179,5 178,13 137,25 133,5 133 133,5 141,5 141,5 141,4 140,5 160,5 161 159,75 161 Philipp Hol,mann 41 139,75 I 140,75 I 140,25 I 139,5 Zementwerk Heidelberg 71 163 163,5 1 —- — Eementwerk Karlstadt.........6| —| —| —| — Schultheis Patzenhofer 4 Atu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................5 Zellstoff Waldhof 6 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 8 Orenstein & koppel 0 Westdeutsche Kaufhof 0 Cbade...................... 9 Accumulatoren-FabrÜ 12 Eonti-Gummi.............. 11 — — 102,9 102,25 93,75 92,5 93,75 92,13 121 120 120,5 117 171,5 172 171,75 171,13 146,5 148,25 147 147,75 — — 111,25 111,5 127,25 127,75 127,65 126,25 169,9 171 169,5 170,75 — — 95,25 96,25 63,65 63,5 63,4 63 426 430 428 428 —— — 210 212 174,75 174 174,5 174,5 Gritzner O| 30,75 I Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 100 Süddeutscher Zucker ........ 1O| 207 I 30 100 208 I I 209 30 208,5 Lombarbzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.BL 30.Oktober 31 .Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Sritf Geld Brief Buenos flirt 0,692 0,696 0,691 0,695 Brüssel .... 42,10 42,18 42,04 42,12 Rio de Ian. 0,144 0,146 0,144 0,146 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kovenhagen. 54,32 54,42 54,30 54,40 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,165 12,195 12,16 12,19 HelsingforS.. 5,37 5,38 5,37 5,38 Paris ...... 11,57 11,59 11,565 11,585 Holland .... 134,72 134,98 134,70 134,96 Italien..... 13,09 13,11 13,09 13,11 Iavan ...... 0,709 0,711 0,709 0,711 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,13 61,25 61,11 61,23 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,05 11,07 11,045 11,065 Stockholm... 62,72 62,84 62,70 62,82 Schweiz .... 57,16 57,28 57,15 57,27 Spanien.... 22,73 22,77 22,73 22,77 Prag....... 8,771 8,789 8,771 Budapest ... — Renyork... 2,489 2,493 2,488 2,492 Banknoten. Äerlin,31.Oktober Geld Brief Amerikanische Noren.............. 2,45 2,47 Belgische Noten.................. 41,92 42,08 Dänische Noten ................. 54,14 54,36 Englische Noten ................. 12,135 12,175 Französische Noten............... Holländische Noten............... 11,515 11,555 134,36 134,90 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, h 1OO Schilling 60,95 61,19 Rumänische Noten............... «—• Schwedische Noten............... 62,53 62,79 Schweizer Noten................. 57,00 57,22 Spanische Noten................. Ungarische Noten................ Nr. 257 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 2. November 1936 WH , - ... - E g- H HJ.-Funk. 19.30: Kampf dem Verderb. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Musik von W. A. Mozart. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Nachrichten der DAF. 22.30: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Aus der Provinzialhauptstadt. Unsere Rekruten. Die Rekruten haben die ersten Wochen ihrer zweijährigen Dienstzeit hinter sich. Noch wird von ihnen die Zahl der Wochen nicht gezählt, noch gilt es, sich in die neuen Verhältnisse hineinzufinden, sich innen wie außen umzukrempeln und zu vergessen, daß man bis vor kurzem noch in einem anderen Aufgabenkreis steckte. Aber diese Umstellung geht stets schneller vor sich, als man zunächst ahnt. Je rascher die neuen Kameraden zueinander finden, desto schneller lebt sich der einzelne ein. Da heißt es natürlich, das eigene Ich zugunsten der feldgrauen Gemeinschaft zurückzustellen, was um so leichter ist, als in den zwei Jahren des Waffendienstes materielle Sorgen an den Waffenträger der Nation nicht herantreten. Er braucht sich um nichts anderes als um die Erfüllung seiner militärischen Pflichten zu kümmern, er braucht nicht an das zu denken, was ihm der kommende Tag im zivilen Leben bringen könnte, er ist so restlos aus dem Kampf um das bürgerliche Dasein herausgelöst, daß der Wehrdienst für jeden zu einer weitgehenden Beruhigung seiner sonst so stark gespannten Nerven wird. Wehrhafte Ertüchtigung, körperliche Betätigung in Gottes freier Natur füllen von nun an die nächsten zwei Jahre seines jungen Lebens aus. Wie einst die Väter, so werden die jetzt dienstpflichtig gewordenen Söhne unseres Volkes zweimal zwölf Monate hindurch nur die eine Sorge haben, gute Soldaten zu sein, die ihre Waffe kennen und mit ihr umzugehen verstehen. Das aber ist eine Sorge, die niemand bedrückt. Denn in den Adern jedes Deutschen rollt soviel soldatisches Blut, daß er von jeher im Waffendienst eine seiner Lebensaufgaben sah. Und dieser Dienst hat nun für die jungen Männer begonnen, die vor kurzem von ihren Familienangehörigen und ihren Freunden Abschied nahmen, um den zivilen Rock mit dem feldgrauen Kleid zu vertauschen. Ein Ehrenkleid tragen sie von nun ab, und zu ehrenvollem Dienst sind sie berufen. Das Vaterland sieht auf sie, denn sie tragen die wieder zum Schutze von Volk und Heimat geschmiedeten Waffen. Wer selbst einmal in Reih und Glied stand, der kennt das erhebende Gefühl, einer Gemeinschaft anzugehören, die durch den rückhaltlosen Einsatz eines jeden unüberwindlich und hart wie Stahl ist. Stets werden die Jahre des Waffendienstes für den, der berufen wurde, ihn auszuüben, unauslöschlich in der Erinnerung bleiben. Denn erst der Wehrdienst gibt dem Leben des deutschen Mannes die Weihe, deren er bedarf, um zu jeder Stunde für sein Volk eintreten zu können. Zu Kriegern werden die Söhne unserer Nation erzogen, die jetzt in die Anfangsgründe militärischer Weisheit eingeführt werden, zu Kriegern, die das Reich zu schützen wissen, deren Tapferkeit und Kriegskunst Gewähr für die Erhaltung unseres Friedens sind. Denn nur dort muß eine Nation um ihren Frieden und ihre Sicherheit bangen, wo ihre Söhne nicht, oder nur mangelhaft im Waffengebrauch geübt find. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria - Palast, Seltersweg: „Schabernack". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Jana". Goethe-Bund und kaufmännischer Verein teilen uns mit: Arn kommenden Donnerstag wird Kapitänleutnant Freiherr von Buttlar-Brande n f e l s einen Lichtbilderoortrag halten. „Vier Jahre im Zeppelin gegen den Feind. Meine 26 Angriffsfahrten im Weltkriege". Kapitänleutnant von Buttlar-Brandenfels, ein Wikinger der Lüfte, war Kommandant der Kriegszeppeline L 6, L 11, L 25, L 30, L 54 und L 72 und wurde für feine Tapferkeit mit dem Orden „Pour le merite" ausgezeichnet. Der Vortrag wird durch zahlreiche Original-Lichtbilder ergänzt. (Siehe heutige Anzeige.) 7ISDAV. - Amt für BolkSwohlfahrt. Ortsgruppe Giehen-Ost. Befr.: Lebensmillel-Opferring. Die Sammlung wird Dienstag, 3., und Mittwoch, 4. November, von der NS.-Frauenfchaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Da die Sammlung dem Winterhilfswerk zugute kommt, wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern. Befr.: Kohlenversorgung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine der Serie A bis zum 5. November in der Zeit von 15 bis 19 Uhr auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, gegen eine Wertguittung umzutauschen. Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. Der Kohlenhändler hat die Ausgabe und die Kohlensorte auf der Rückseite des Gutscheines mit eigenhändiger Unterschrift zu bestätigen. Ortsgruppe Sießen-Aord. Winferhilfwerk 1936/37. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutschein (Serie A) bis spätestens am Mittwoch. 4. Nov., abends 20 Uhr auf unserer Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr angenommen werden." Ortsgruppe Giekeu-Mitte. Befr.: pfunbfammhing. Am Mittwoch, 4. Nov.., werden die Spenden (Pfundsammlung), durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebete; den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Einzeichnung bereitzuhalten. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. wieder auf alle Volksgenossen. Blick auf die Bühne während der Ausführung. — (Aufnahme: Pfaff, Gießen.) „Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert." bruch immer wirksamer werden, der uns alle bisher schon stark und glücklich gemacht hat. Nach dieser geistigen Einstimmung auf die Grundlinie der Feierstunde folgte in packender Weise die Aufführung des Hörspiels „Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert". Das Manuskript stammt von H. A. W e b e r, den musikalischen Teil betreute Bruno Hellberger auf seinem Heller- tion, Mitwirkende waren Politische Leiter, NSBO.- Bereitschast, SA., SS., HI., BDM., Werkscharen, Arbeitsdank, Jungvolk, eine Trachtengruppe unseres Heimatdichters Georg Heß und eine Gruppe Soldaten der Gießener Garnison. Die künstlerische Leitung der Aufführung lag in Händen von Pg. R ü f f e r. Der Dichter des Hörspiels lenkt die Gedanken der Besucher zunächst zurück in die für das deutsche Vaterland so dunkle Zeit des überwundenen politischen Systems. Dann sieht man im Geiste das Morgenrot der neuen Zeit heraufsteigen, um schließlich den strahlenden Durchbruch der Sonne und damit unseres neuen Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers als beglückenden Besitz unseres Volkes zu .erleben. Diesem Grundgedanken entsprechend hatte der Leiter der Aufführung feine künstlerische Hand glücklich walten lassen. In nahezu völligem Dunkel lag die Bühne, auf der ein Teil der Mitwirkenden in schöner Gruppierung aufgestellt war, während andere mitwirkende Kräfte, entsprechend ihren Rollen, auf verschiedene Stellen des Saales verteilt waren. Feierlich klang die Musik des Hellertion durch den Raum, Fanfarentöne folgten, dann tönte kräftig die Stimme eines Sprechers, und bald fetzte der Dialog ein, gefolgt und unterbrochen von Chorgesängen, von einzelnen Sprechern, von Marschliedern, einer kurzen grundlegenden Rede, um schließlich in dem gemeinsamen Bekenntnis zum blinden Glauben und Vertrauen, in der hingebenden Gemeinschaft aller deutschen Menschen als marschierende „Gefolgschaft des Glaubens" den Höhepunkt und Abschluß zu erreichen. Neben den mitwirkenden Einzelpersonen — von denen wir Albert B ö tz als Sprecher und Ruser, Heinz Horn als Sprecher und Redner, Georg Heß als Bauer hier erwähnen möchten — wirkten in der Gemeinschaftsleistung der Sturm 16/R 116 in einem Massenchor (Fohnenlied der SA.) unter der Leitung seines Sturmführers Kurt Richter, ferner ein großer Massenchor, bestehend aus Männern der PL., der NSBO.. HI. und BDM. hervorragend mit. Als besonders eindrucksvoll sei auch der feierliche Einmarsch der Fahnengruppen und der ebenso feierliche Ausmarsch der Fahnen, beides unter den Klängen des vom Sturm 16 R 116 gesungenen Fahnenliedes der SA., erwähnt. Das von feinem künstlerischen Empfinden geleitete Spiel des Hellertion durch Bruno Hellberger sei als musikalisches Meisterstück ebenfalls mit besonderer Anerkennung verzeichnet. Der künstlerische Leiter Pg. Rüffer sorgte in anerkennenswerter Weise für den exakten und feingestalteten Ablauf der Darstellung, wobei er in der verständnisvollen und begeisterten Hingabe aller Mitwirkenden eine starke Stütze für das Gelingen der ganzen Aufgabe hatte. Der Erfolg dieser gemeinschaftlichen künstlerischen Leistung war nach jeder Richtung hin ein starker und voller. Die Zuhörer hatten dadurch eine Feierstunde, die als schöne Sonntagsgabe die Herzen erhob. Die Stunde fand ihren Äusklang in dem Gruß und dem Treugelöbnis an den Führer. RunOfuntyroaramm. Dienstag, 3. November. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 11: Nachrichten. 11.30: Landfunk. Zwiegespräch über die Milcherzeugungskosten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. — Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: „Wünsch dir was!" 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: 1, ..Am Tor von Afghanistan ..." Reiseerlebnis der deutschen Hindukusch-Expedition. Von Dr. Albert Herrlich. 2. „Sie zogen damals aus der Eifel ..." Skizze von Paul Breuer. 18: Unterhaltungskonzert. 19: Es war eine erhebende Feierstunde, die von der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in Verbindung mit dem Landschaftsbund „Volkstum und Heimat" am gestrigen Sonntagvormittag im Gloria-Palast, dem nahezu vollbesetzten Hause und darüber hinaus — da die Aufführung über den Reichssender Frankfurt durch den Rundfunk übertragen wurde und in Stadt und Land am Radio zu hören war — vielen Tausenden von Volksgenossen in Stadt und Land mit der Aufführung des Werks „Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert" bereitete. Man kann sagen, daß diese Darbietung ein würdiges Teilstück des gestrigen Opfertages für das Winterhilfswerk war, denn in beiden Erscheinungen dieses Tages trat eindrucksvoll das zutage, was die Gemeinschaft der deutschen Menschen eint und immer wieder zu neuen, freudigen Kraftanstrengun- gen begeistert: der Glaube und der Dank an den Führer Adolf Hitler und fein Werk zum Segen unseres Volkes! Wer diese Feierstunde im Gloria- Palast miterlebt hat und dabei in wunderbarer Weise den starken inneren Schwung der Herzen selbst empfinden konnte, der wird diese Morgenfeier so bald nicht vergessen und jederzeit gerne bestätigen, daß die NS.-G. „Kraft durch Freude" in Gemeinschaft mit allen Helfern mit dieser Aufführung eine besonders verdienstvolle Leistung vollbracht hat. Nach einer kurzen instrumentalen Darbietung des Musikzugs der Marine-SA. sprach der Gaureferent für das Deutsche Volksbildungswerk, Fritz Handwerk, in kurzen, grundsätzlichen Darlegungen über die Arbeit und die Zielsetzung der NSG Kraft durch Freude". Er verwies dabei einleitend auf die vielfachen Niedergangs- und Verfallserscheinungen in den Jahren vor der Machtübernahme des Führers er innerte daran, daß damals viele Volksgenossen ihre Erholung und Entspannung von der Arbeit leider nicht in guter geistiger Kost fanden, sondern auf Rummelbetrieb angewiesen waren, mit dem art- und landfremde Elemente das deutsche Volk abspeisten, um desto besser ihre eigennützigen Zwecke und Ziele verfolgen zu können, bei benen der Vorteil jener Elemente auf Kosten ber gemeinschaft der einzige leitende Gesichtspunkt war. Es ist nicht verwunderlich, baß in jener Zeck ber deutsche Mensch ein wirklich kiefes seelyches Erleben und eine innere Erhebung nicht finden konnte. Demgegenüber legte ber Rebner eindrucksvoll bar, daß der Nationalsozialismus auch in der kulturellen Bedeutung der deutschen Volksgenossen insbesondere auch auf dem Gebiete ber gehaltvollen Feier- nbenbgeftaltung, grunbsätzlich neue und bessere Wege eingeschlagen hat, auf benen für unser Volk reicher Segen zutage tritt unb in immer größerem Ausmaß erwartet werben kann. Diese kulturelle Arbeit hat in erfreulicher Weise weitgehenb zur Bilbung unb Vertiefung ber beutschen Volksgemeinschaft bel- getragen, sie hat ben Arbeiter, ben ^Er unb den Soldaten in dem Bewußtsein ^^ber zusammenge- führt, baß sie nun allesamt die beutsche Heimat wie- bergefunben haben und herrlich $as bei sollen die wertvollen Euter aus der Vergan- aenbeit in keiner Weise vernachlässigt werden sie sollen auch auf der neuen Grundlage der Kulturarbeit ihre sorgsame Pflege finden und mit dazu beitragen, daß die Volkstumsarbeit in der schonen Feierabendgestaltung als Stärkung des Glaubens und des Bekenntnisses zu der großen politischen Idee des Nationalsozialismus eine weitere feste Stütze ist. Damit wird sich auch das große neue Wunder im seelischen Leben unseres Volkes vollziehen und im Nationalsozialismus der große Auf- Auch die Kleinsten werden von der Oma und vom SA.-Mann für das Winterhilfswerk interessiert. SA. und Wehrmacht gemeinsam beim Hilfswerk. (Aufnahmen [2]: Pfaff, Gießen.) nicht dem Gedanken, daß es zweifellos viele andere Volksgenossen gibt, deren Lebensschicksal noch schwerer ist als das eigene, und aus dieser Ueberlegung heraus gaben sie gerne ihren Beitrag für das segensreiche Werk des WHW. Mit Befriedigung kann ferner darauf hingewiesen werden, daß es in sehr vielen Fällen nicht beim Kauf eines Abzeichens blieb, sondern daß diese Volksgenossen zwei und drei, ja noch mehr Abzeichen erwarben, und damit den Umfang ihrer O^fergabe steigerten. Andere wieder bezahlten ein Abzeichen, zur Freude der Sammler, mit einem Fünfzigpfennigstück, ober auch mit einer Mark, eine Beisteuer, die von den Sammlern mit besonderer Freude entgegengenommen wurde, weil ja der Ehrgeiz des Sammlers darin besteht, einen möglichst großen Betrag bei der Abrechnungsstelle abliefern zu können, wozu natürlich 50-Pfennig- und Markstücke erheblich beitragen. Der Verkauf der Abzeichen wickelte sich außer- ordentlich flott ab; die Edelstein-Abzeichen fanden reißenden Absatz, so daß der Vorrat in verhältnismäßig kurzer Zeit ausverkauft war. Dann mußten Ersatz-Abzeichen zu Hilfe genommen werden, wobei vor allem auf die früheren Eifenplaketten mit dem Bildnis Friedrichs des Großen zurückgegriffen wurde. Viele Sammler hatten schon nach ein bis zwei Stunden ihren Abzeichenvorrat verkauft und konnten dann zum Standartengebäude der SA. pilgern, um dort die plombierte Sammelbüchse mit dem Erlös abzuliefern. Eine große Schar SA.-Kameraden war als Geldzähler im Saale des Standartengebäudes ununterbrochen eifrig an der Arbeit, um die abgelieferten Sammelbüchsen zu leeren und die Beträge zu zählen, die Kontroll-Listen zu führen und auch wieder neue Abzeichen und neue plombierte Sammelbüchsen zum weiteren Verkauf auszugeben. So herrschte also nicht nur auf den Straßen, sondern auch an der Verrechnungsstelle bis spät in den Samstagabend hinein Großbetrieb, und ebenso unermüdlich wurde am gestrigen Sonntagvormittag und -nachmittag geschafft, um aus dieser Gemeinschaftsleistung der Spender und der Sammler der SA., SS. und des NSKK. ein Ergebnis für das Winterhilfswerk zu schaffen, mit dem alle Teile zufrieden sein können. Der Musikzug der Standarte 116 und der Musikzug der Marine-SA. trugen am Samstagnachmittag und am gestrigen Sonntag durch Platzkonzerte zum vollen Gelingen der Sammelaktion bei und bereiteten vielen Zuhörern mit ihren guten instrumentalen Darbietungen eine Freude. ZRunö 4000 Mark in (Hießen Wie wir auf Anfrage bei der SA.-Standarte 116 Horen, hat die Sammlung den Betrag von etwas über 4000 Mark ergeben. Mit diesem Ergebnis kann unsere Stadt sich sehen lassen. Die zweite Reichsstraßensammlung für das Winterhilfswerk zeigte vom Samstagnachmittag bis zum geftriaen Sonntagabend die braunen und schwarzen politischen Soldaten des Führers, die SA., die SS. und die Männer des NSKK. in der Front. Es war erfreulich, zu sehen, mit welcher begeisterten Hingabe die Sammler an die Erfüllung ihrer Aufgabe gingen, nicht minder erfreulich war auch die allenthalben zutage tretende Bereitwilligkeit der Spender, mit ihrem Kauf des Sammelabzeichens beizutragen zum erfolgreichen Kampf gegen Hunger und Kälte. In allen Gegenden der Stadt konnte man die Männer in der braunen ober in der schwarzen Uniform mit den Sammelbüchsen und mit den Abzeichen-Kästchen in der Hand bemerken. Die Straßenpassanten wurden in verbindlicher Weise auf die Sammlung aufmerksam gemacht, in zahlreichen Fällen bedurfte es aber dieses Hinweises überhaupt nicht, denn die Männer und Frauen, die Buschen und Mädchen kamen oft von selbst auf die Sammler zu, um sich das Abzeichen zu erwerben und damit sichtbar zu dokumentieren, daß auch sie zu der großen Kampfgemeinschaft gegen die Not gehören. Mit Genugtuung darf hier auch die Tatsache vermerkt werden, daß viele Volksgenossen, bei denen offensichtlich zutage lag, daß sie selbst einen harten Daseinskampf führen und jeder Groschen für den eigenen Lebensunterhalt für sie von Bedeutung ist, freudig ihre Spende gaben. Sie verschlossen sich SA., SG. und NSKK. im Dienste des WHW. Das Ergebnis in -er Gia-i Gießen rund 4000 Mark. Einstellung von Freiwilligen in die Lustwaffe im Frühjahr und im Herbst 1937. DNB. Das Reichsluftfahrtministerium gibt bekannt: 1. Die Annahme von Freiwilligen für die Einstellung im Frühjahr 1937 wird Ende November 1936 geschlossen. Verspäte! eingehende Gesuche können für die Frühjahrseinstellung 1937 nicht mehr berücksichtigt werden. Den Freiwilligen, die im Frühjahr 1937 eintreten wollen, wird deshalb angeraten, sich sofort bei einem Truppenteil der Fliegertruppe oder Luftnachrichtentruppe zu melden. 2. Für die Herbsteinstellung 1937 sollen sich die Freiwilligen ebenfalls sobald wie möglich melden, und zwar bei jedem Truppenteil der Luftwaffe (Fliegertruppe, Flakartillerie, Luftnachrichtentruppe, Regiment General Göring). 3. Das „Merkblatt für den Eintritt als Freiwilliger in die Luftwaffe" wird an die Bewerber auf Verlangen abgegeben von den Wehrbezirkskommandos, Wehrmeldeämtern und von allen Truppenteilen der Luftwaffe. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Bett.: Theaterbesuch der Hitlerjugend. Mit der Intendanz des Stadttheaters ist eine Vereinbarung getroffen worden, von der die Hitlerjugend schon reichlich Gebrauch macht. Danach können Mitglieder der HI. am Mittwochabend die für die HI. freigegebenen Vorstellungen besuchen, Schauspiele für 50 Rpf., Opern und Operetten für 1,— RM. Um der Kasse des Theaters über die zu erwartende Zahl der Besucher einen Ueberblick geben zu können, müssen die Gefolgschaftsführer und Führer der Sondereinheiten jeweils am Montag vor einer Mittwochvorstellung an die Kulturstelle des Bannes die Besucherzahl melden. Die Karten werden dann eine halbe Stunde vor Beginn einer Vor- tellung gegen Bezahlung an der Theaterkasse ab- ;eholt, und zwar so, daß immer ein dazu vom Ge- olgschaftsführer Beauftragter die Karten geschlossen abholt. Nur eine beschränkte Anzahl von Karten kann abends gegen Vorzeigen des Ausweises noch ausgegeben werden. Als Vorstellungen sind für die nächste Zeit freigegeben: Mittwoch, 4. Noo., Oper „Figaros Hochzeit" 1RM., Mittwoch, 11. Noo. 1. Symphoniekonzert 50 Pf. Morgen Hubertusreitjagd. Am morgigen Dienstag, 3. November, findet als Abschluß der diesjährigen Herbstreitjagden des Standortes die Hubertusreitjagd statt. Das Jagdfeld reitet um 13 Uhr unter Vorantritt des berittenen Trompetenkorps des Artl.-Rgts. 45 Fulda von der Artillerie-Kaserne über Kaiserallee, Ludwigs- platz, Neuenweg, Seltersweg, Horst-Wessel-Wall, Lahnbrücke nach dem Stelldichein 800 Meter westlich des Schlachthofes in den Lahnwiesen, wo etwa um 14.15 Uhr die Jagd mit Auslauf und Fuchsschwanzgreifen beginnt; dort auch Halali. Für Zuschauer ist Gelegenheit, die Jagd sich vom Lahnufer zwischen Schlachthof und der Lahnbrücke sublick Heuchelheim anzusehen. Führung der Zuschauer ao Schlachthof am Stelldichein. Für Zuschauer mit Kraftfahrzeug Wagenhalteplatz an Lahnbrücke, südlich Heuchelheim. Oie Straßenbahn-Fahrpreise. Die Direktion der städtischen Betriebe gibt in unserem heutigen Blatte eine Neuordnung der Fahrpreise auf der städtischen Straßenbahn bekannt. Es werden vier Preisgruppen gebildet, die mit Wirkung vom 1. Dezember ab in Kraft treten. Die bisher eingeführten Arbeiter- und Schülerwochenkarten, sowie alle Monatskarten werden im neuen Tarif beibehalten. Weitere Einzelheiten sind aus der Bekanntmachung ersichtlich. Oer Lichterbaum in der Weihnachtswerbung. LPD. Die Richtlinien der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel über die Weihnachtswerbung sind nach erneuter Ueberprüfung des Sachverhaltes in einem wesentlichen Punkt abgeändert worden. Es ist nicht beabsichtigt, den Wechnachtsbaum mit brennenden Kerzen aus der Weihnachtswerbung der Einzelhandelsgeschäfte auszuschalten. Zwecks Vermeidung von Mißverständnissen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Lichterbaum in geschmackvoller Weise, die den Grundsätzen des Werberates der deutschen Wirtschaft entspricht, bei der Weihnachtsausschmückung der Geschäfte Verwendung finden kann. Im übrigen weist die Wirtschaftsgruppe gegenüber möglichen Mißverständnissen darauf hin, daß die Verwendung sakraler und völkischer Symbole des Weihnachtsfestes, wie z. B. Christkind, Engel, Krippe, Knecht Rupprecht, Weihnachtsstern, Weihnachtsbaum, Adventskranz, durch ihre Richtlinien keineswegs etwa für die Werbung untersagt ist, vielmehr werden die Kaufleute aufgefordert, bei solchen Werbemotiven besonders auf Geschmack zu achten. Lebhafte und wirkungsvolle Weihnachtswerbung ist auch in diesem Jahre besonders erwünscht. Sie kann durchaus erreicht werden, wenn die Kaufleute wachsam und kritisch ihre Schaufenstergestaltung betrachten, um sie vor geschmacklosen Entgleisungen zu bewahren. Daß dies ohne jede Einschränkung der Werbekraft möglich ist, hat die Weihnachtsausschmückung des Einzelhandels schon im Zusammenhang mit den Richtlinien der Wirtschaftsgruppe im vergangenen Jahr bewiesen, die in der Oeffentlichkeit uhb auch tft der Presse weitgehende Anerkennung und Aufmerksamkeit fand. 7!GLB. Bezirk Giehen-Land. Am Samstag hielt der Bezirksverein Gießen- Land vom NSLB. eine Versammlung im Cafö Ebel ab. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen des Vorsitzenden, Rektor Siegfried, Grohen- Linden, hielt Lehrer Groß, Leihgestern, einen Vortrag über das Thema „Freimaurer machen Geschichte". Nach einer kurzen Darstellung und einer klaren Uebersicht über den Aufbau und die Zusammensetzung der Freimaurerlogen, sowie über ihre Verbreitung in der ganzen Welt, gab der Redner anhand von geschichtlichen Dokumenten ein erschütterndes Bild über die stille Wühlarbeit der Logen. Er begann mit der französischen Revolution und zeigte die Spuren dieser Tätigkeit bis in die Jetztzeit. Besonders eingehend wurde der Weltkrieg (Spionage, Verrat usw.) behandelt. Zum Schluß Betonte der Vortragende, daß es ein Verdienst der nationalistischen Partei sei, die große Gefahr erkannt $u haben, die uns vom Weltjudentum — denn dieses sei die Trägerin der Freimaurerlogen — drohten. Das deutsche Volk soll zu einem großen, starken Block aus Stahl zusammengeschmiedet Kaust MV. Ein Aufruf des Reichsnährstandes. DNB. Der Reichsnährstand erläßt an die Hausfrauen folgenden Aufruf: „Denn daran, daß Ihr in erster Linie immer die Speisen aus Euren Speisezettel seht, die jahreszeitlich bedingt sind, die die deutsche eigene nationale Produktion im Augenblick hervorbringt." Diese Worte aus dem eindringlichen Appell Hermann Görings in seiner mitreißenden Sportpalast-Rede wenden sich an die deutschen haussrauen, denen bei der Ueberbrückung von Bersorgungs- schwierigkeiten die bedeutendste Aufgabe zusällt. Wenn jede Hausfrau mit- Hilst, das zu verwenden, was der Tag bringt, werden wir auch über kleine Einschränkungen Hinwegkommen. In diesen Wochen hat uns der deutsche Boden in reicher Fülle den kohl beschert, der schon in dem Speisezettel unserer Mütter eine vorherrschende Stellung eivnahm, und der auch heute wieder geeignet ist, unsere Ernährung vielgestaltig zu machen und unsere Versorgung sicherzustellen. Zeht ist es Zeit, sich von dieser reichlich angebotenen Feldfrucht Vorräte hinzulegen, die in den gemüsearmen Winlermonaten den Küchenzettel abwechslungsreich gestalten. Im Herbst und Winter ist der kohl eine der wichtigsten, wertvollsten und billigsten Vitaminquellen, die der deutsche Boden uns schenkt. Ruht diesen Erntesegen aus, solange noch reichliche Vorräte vorhanden sind und deckt Euch ein mit dem, was der deutsche Bauer und Landwirt für Euch geerntet hat. Gchulungs- und Kameradschastsabend der Gießener Polizeibeamten. Am Samstagabend hielt die Ortsgruppe Gießen im Kameradfcha,ftsbund Deutscher Polizeibeamter im „Burghof" einen S ch u - lungs- und Kameradschastsabend ab, zu dem sich alle dienstfreien Beamten der Polizei und Gendarmerie eingefunden hatten. Ein Orchester, das aus Polizeibeamten bestand, stellte fick uneigennützig zur Verfügung und leitete den Abend mit flotten Märschen ein. Ortsgruppenfachschastsleiter Lösch gedachte zu Beginn der Versammlung der 15 tapferen Seeleute, die beim Untergang des Feuerschiffes „Elbe I" ihr Leben für Deutschland lassen mußten, ferner gedachte er des verstorbenen Kameraden Georg Hartmann. Gemeinsam wurde das Lied vom guten Kameraden gesungen. Der Ortsgruppen« fachschaftsleiter hieß sodann die Vertreter der Partei und die Kameraden willkommen. Er wies darauf hin, daß der Abend dem Zweck der Festigung der Kameradschaft und der Volksverbundenheit dienen solle. Anschließend hielt Schulungsleiter Burgeleit einen Vortrag, dem folgendes entnommen fei: Ganz Deutschland, so führte er u. a. aus, stehe in den letzten Wochen im Zeichen einer Versammlungs- und Schulungswelle, in der man sich mit dem Weltfeind Nr. 1, dem Bolschewismus, befassen müsse. Der Führer wolle, wenn er gegen den Bolschewismus und dessen Streiter auftrete, damit nicht nur uns, sondern auch die ganze Welt aufklären, und darauf aufmerksam machen, welche Gefahr der Bolschewismus für die Welt bedeute. Die eindringliche Warnung an die Welt vor dem Bolschewismus sei nötig. In feinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner vergleichsweise mit den Verhältnissen in Rußland und in Deutschland. Er kennzeichnete die tatsächlichen Verhältnisse im jüdisch - bolschewistischen Rußland und betonte die Notwendigkeit, die Volksgenossen immer wieder auf die russische Lage hinzuweisen. Er erinnerte daran, wie Reichsminister Dr. Goebbels den Bolschewismus in Rußland als einen „Meister der Lüge" kennzeichnete, eine Tatsache, die schon darin zum Ausdruck komme, daß die bolschewistische Führung in Rußland dem Volke alles versprochen habe, demgegenüber aber Hunger und Not das Ergebnis fei. Seien doch in den Jahren 1932/33 nicht weniger denn sechs Millionen Menschen verhungert. Nach dem von den Juden ausgearbeiteten Fünfjahresplan sei es in Rußland nun soweit gekommen, daß der russische Bauer seit 1932 Zwangsarbeit ausführen müsse; seit dem Jahre 1933 müsse jeder Landbewohner, Mann und Frau, sechs Tage des Jahres beim Wegebau mithelfen, und außerdem dafür das Vieh zur Verfügung stellen. All dem gegenüber müsse immer wieder darauf hingewiesen werden, daß der deutsche Bauer nach einer Zeit schweren Niederganges jetzt wieder durch den Nationalsozialismus zu dem gemacht wurde, was er wirklich fein soll: Kraftquelle des deutschen Volkes! Der Bauer, durch den Reichsnährstand gefördert, habe durch eine neue Marktordnung, durch Eier- und Milchgesetz fein sicheres Einkommen gewährleistet erhalten. Wie ganz anders sei das Schicksal des russischen Bauern, der glattweg erschossen werde, wenn er sich nicht füge, dem Hab und Gut genommen werde und der dann Zwangsarbeit leisten müsse. Der russische Arbeiter könne leisten soviel sein Körper hergebe, ein Anspruch auf gerechten Lohn habe er niemals; die Wohnverhältnisse des russischen Arbeiters spotteten jeglicher Beschreibung. Das alles werde in Verkennung der Tatsachen von den Kommunisten in aller Welt immer wieder als das „sowjetrussische Paradies" angepriefen. In feinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit den moralischen Verhältnissen in Rußland, mit dem Zerfall von Ehe und Familie und betonte, daß in Rußland von Dolksgesundung und Ausbau keine Rede sein könne. Demgegenüber müsse man dem Führer immer wieder dankbar sein, daß er uns das Schreckensregiment des Bolschewismus ersparte, daß er dem Arbeiter eine menschenwürdige Existenz schuf, daß er die Arbeitsfront die NSV., die NSG. „Kraft durch Freude" ins Leben rief, die dem Arbeiter mancherlei Erleichterungen im Kampf um die Existenz verschafften. Für den deutschen Arbeiter seien Wohnsiedlungen gebaut worden und im Bau, damit er herauskomme aus Mietskasernen; feine Lebensbedingungen feien ganz unverhältnismäßig viel günstiger als jemals die eines russischen Arbeiters. Kaum daß hier ein Vergleich möglich feil Der Redner wies dann noch auf Deutschlands Erfindergeist hin, auf deutsche geistige Leistung, die mit 41 an Deutschland gefallenen Nobelpreisen klaren Ausdruck finde. Das nationalsozialistische Deutschland könne, so schloß der Redner, stolz sein auf das, was es bisher geleistet habe. Ortsgruppen-Fachschaftsleiter Lösch dankte dem Redner für seinen Vortrag mit herzlichen Worten. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen folgte der kameradschaftliche Teil des Abends. Die musizierenden Kameraden warteten mit guter Musik auf, Sturmführer Kurt Richter trug mit Liedern und Erzählungen zur Bereicherung der Veranstaltung bei. Im Laufe des Aends kam immer wieder die Tatsache zur Sprache, daß der Polizeibeamte innerhalb und außerhalb des Dienstes stets inmitten der Volksgemeinschaft stehe. UeberaÜ werde der Polizeibeamte freundlich gegrüßt, ja manches Scherzwort werde gewechselt. Auch in den kleinen Städten und auf dem Lande fei der Polizeibeamte eng mit der Bevölkerung verbunden. Mit stolzem und freudigem Herzen könne man sagen, daß wir eine wahrhafte Volkspolizei haben. Die Polizei sei kein Fremdkörper im Volke mehr, zu dem sie einmal von den Systemregierungen gemacht worden war. Selbstbewußt und pflichttreu erfüllte der Po« lizeibeamte seinen Dienst. Er wisse, daß auch seine Arbeit Dienst am Volk und Vaterland sei, oaß er mitschaffe am Werke des Führers. Aus verbitterten und mit sich selbst zerfallenen Männern der Systemzeit seien einsatzbereite Kämpfer für das Dritte Reich Adolf Hitlers, feien Diener der Gemeinschaft geworden. werden, an dem alle Versuche der hinterlistigen Feinde scheitern müßten. Diese Arbeit hätte der Nationalsozialismus begonnen, und es sei unsere Ausgabe, in diesem Sinne weiterzukämpfen. Den beinahe zweistündigen Ausführungen folgte starker Beifall. Nach einigen Ergänzungen von Mitgliedern über ihre Erlebnisse im Weltkrieg dankte Obmann Siegfried dem Redner für feinen Vortrag und ermahnte die Mitglieder, im Kampfe gegen das Weltjudentum nicht zu erlahmen, denn unser deutsches Volk könne nur in fester Geschlossenheit und ziel- bewußter Führung sein Volkstum und seine Kultur in reiner Form erhalten. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und mit bem Gesang der Nationallieder fand die Versammlung ihr Ende. »Kirche undBolkStum inGiebenbürgen- Vortragsabend des Evangelischen Bundes. Der Evangelische Bund in Gießen hielt gestern abend im Johannessaal eine gutbesuchte Vortrags« oeranstaltung ab. Pfarrer Trapp begrüßte die zahlreichen Teilnehmer, besonders auch den Kirchenchor der Petrusgemeinde, der den Abend mit einem mehrstimmigen Chorvortrag verschönte. Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag von Pfarrer Germer (Großen-Linden) über das Thema „Kirche und Volkstum in Siebenbürgen". Er stellte seinem Vortrag ein Wort eines sieben- bürgischen Kämpfers voraus: „Meinem Glauben und meinem Volke will ich treu bleiben’", ein Wort, unter dem das fiebenbürgifche Volk allezeit lebte und kämpfte. Das Wort, so sagte der Redner, deute Vergangenheit und Gegenwart. Ein Zeugnis dafür, wie das Volk lebte und kämpfte, feien die Kirchenburgen. „Beten und sich wehren" fei ein Grundsatz Der Siebenbürger Sachsen. Religion sei ihnen zur Heldenhaftigkeit des Daseins geworden. Siebenbürgrsche Geschichte fei das Hohelied des Mutes. Die Städte tragen, fo erklärte der Redner dann im einzelnen, durchweg deutsches Gepräge. Die Dörfer sehen aus wie jene in der Wetterau oder im Vogelsberg. Die Kirchen find Mittelpunkt, find großartig ausgebaute Ringburgen. Die Menschen sprechen eine harte deutsche Sprache, deren Mundart allen zu eigen ist. Siebenbürgen zählt 230 000 Deutsche, die ihr Deutschtum, dort an der Grenze des Abendlandes und des Orients, durch acht Jahrhunderte verteidigten. Ihre Urheimat ist Rheinfranken. Vor 800 Jahren waren sie in das Land gerufen worden, zogen im Völkerstrom nach Osten, getrieben von Freiheitsdrang und Landhunger. Im menschenleeren Siedenbürgener Land erhielten sie „Königsboden", unterstanden unmittelbar der ungarischen Krone, mußten aber zu aller Zeit kämpfen um ihre Rechte, um Volkstum, und nach der Revolution auch um ihren Glauben. Darüber hinaus gab es immer Kampf gegen die Türken, ein Kampf, der über drei Jahrhunderte führte. Die Quelle der Kraft für diesen Kampf war immer die Kirche. Die Gegenreformation ging nicht spurlos an den Siebenbürger Sachsen vorüber, aber das evangelische Christentum blieb in aller Glaubenskraft erhalten. Das gemeinsame Leid hat die Deutschen im Süb- often Europas zusammengeschweißt. Das Land ist ihnen zwar zur Heimat geworden. Aber sie können es nicht Vaterland nennen. Mit ganzem Herzen hängen sie am Reich — mit überschwenglichen Hoffnungen gerade in der Gegenwart. Starken Rückhalt hatten sie immer in dem Bewußtsein, auf vorgeschobenem Posten Vertreter eines kulturell hochstehenden Volkes zu sein und als solche auch in ihrer anders« völkischen Umgebung geachtet zu werden. Eng ist der Zusammenhang mit der Urheimat. Ueberraschend schnell folgen sie den jeweiligen geistigen Strömungen im Reich. Weitere Wurzeln der Straft des sie- benbürgischen Volkes sind die Zünfte und Gilden, ist die fast gleichgeartete soziale Lage, die Schicksalsverbundenheiten der näheren Nachbarschaften, schließlich aber auch die straffe Zucht der Kirche. Das völkische Leben steht fast ausschließlich unter dem Kraft- ftrom der Kirche. Die Schule ist ein Stück der Kirche. Die Kirche trägt die Veraiüwortung für die Volks, gemeinschaft. In Notzeiten half dem Volk immer wieder die Anspruchslosigkeit der Lebenshaltung. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner noch mit dem patriarchalischen Verhältnis, das Pfarrer und Gemeinde in Siebenbürgen verbindet, er sprach von der Belebung des Volkstums durch den Nationalsozialismus und betonte abschließend die Notwendigkeit der bleibenden Schick- salsverbundenheit von Kirche und Volkstum in Sie- benbürgen. Der Redner beendete mit dem Wunsche, daß Evangelium und Volkstum den Siebenbürger Sachsen erhalten bleiben möge, seinen daykbar angenommenen Vortrag. * ** Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Landstraßenstrecke Ortsdurchfahrt Wölfersheim wird ab 2. November aufgehoben. ** Vorverlegung einer Vorlesung. Die Philosophische Fakultät der Universität teilt uns mit: Die von Herrn Prof. Dr. R. Stadel- m a n n für Dienstag 18 bis 19 Uhr angekündigre Vorlesung: „Politische Geschichte des Weltkrieges" ist eine Stunde voroerlegt worden. Sie findet also Dienstags von 17 bis 18 Uhr statt. Hörsaal 33. ** E i n schwerer Verkehrsunfall en eignete sich am gestrigen Sonntagmittag in bei Moltkestraße. Dort geriet ein Personenauto, das mit zwei Männern besetzt war, auf der regennassen, schlüpfrigen Straße an einer Kurve ins Schleudern, so daß der Kraftwagen gegen eine Gartenmauer anprallte. Von den beiden Insassen kam leider einer so schwer zu Schaden, daß er in sehr ernstem Zustand in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden mußte. Der andere Mitfahrer kam im wesentlichen mit einem Nervenschock davon. ** Schwerer Unfall. Gestern ereignete sich in einem Garten ein schwerer Unfall. Der Schornsteinfeger Heinrich R e n t h , Alicenftraße 37, der mit dem Ausputzen von Bäumen beschäftigt war, stürzte bei dieser Arbeit ab und erlitt schwere innere Verletzungen. Der bedauernswerte Mann mußte durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Er liegt schwer danieder. ♦* Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 25. Oktober bis 30. Oktober. Gießen: am 25. Oktober Henriette Karoline Vogt, geborene Bergen, 64 Jahre alt, Steinstraße 58, am 26. Oktober Heinrich Deibel, Schlossergeselle, 75 Jahre alt, Bruchstraße 24. Auswärtige: Wilhelm Stange, Fabrikarbeiter, 38 Jahre alt, aus Odenhausen Krs. Gießen. Heinrich Niemeyer, Reichsbahn-Oberlademeister i. R., 68 Jahre alt, aus Vad Salzhausen. Philipp Bender, Polizeidiener i. R., 66 Jahre alt, aus Grü- ningen. Ludwig Deibel, Uhrmachergeselle, 37 Jahre alt, aus Lollar. OaS »Backspiel'' mit Würfel und Zahl Dörfliche Sitte am Backhaus. * Groß-Felda (Kreis Alsfeld), 1. Nov. Ein schönes Beispiel dörflicher Gemeinschaft findet sich bet der Benutzung der Backhäuser, von denen wir hier 4 haben. Diese Backhäuser sind nicht wie anderswo Eigentum der Gemeinde, sondern gehören der Rotte d. h. einem bestimmten Bezirk. Ein zu- gezogener Ortsbürger muß sich erst einkaufen. Jede Rotte hat einen Rottenführer, der die Geschäfte führt. Er sorgt für Reinigung, die nach einer bestimmten Reihenfolge der übernehmen muß, der am Montag als erster backt, er ist für die bauliche Unterhaltung verantwortlich, hat die Arbeiten zu vergeben und muß am Jahresende der Rotte einen Rechenschaftsbericht geben. Auch ein Neubau eines Backhauses ist Sache der Rotte. Nach dem Ergebnis des Rechenschaftsberichtes muß eine Umlage erhoben werden. Beim Rottenführer findet allabendlich das „Backspiel" statt, d. h. die Auslosuna der Reihenfolge, nach der am kommenden Tag gebacken wird. Wenn es „Zu Nacht" läutet, trifft man sich und wählt aus einem Kasten Würfel, deren Zahl bann die Reihenfolge angibt. Der erste braucht natürlich wesentlich mehr an Holz, um zu Heizen. Bei all diesen Dingen gibt es eine Unzahl von Wörtern und Redensarten, die wohl in keinem Wörterbuch bet deutschen Sprache verzeichnet find und darum des volkskundlichen Studiums wert sind. Selbst Nachbardörfer haben für vieles gänzlich andere Wörter und Redensarten. Dieser Tage weilten nun Backofenbauer hier, um bie Oefen auszubessern. Sie kommen aus ber Trierer Gegend und üben einen ausfterbenben Beruf aus. Sie kriechen inben Backofen hinein unb muffen nun barin mit Mörtel aus einer gewissen Porzellanerbe, bie in 3ber Eifel gewonnen wirb, arbeiten. In biefer Lage kann man höchstens eine Viertelstunbe arbeiten 'unb ber Maurer wirb dann schweißüberströmt aus dem mehrere Meter tiefen Backofen herausgezogen und gleich in Stroh gesteckt, um gesundheitliche Schädigungen zu vermeiden. So wird nun bei gegenseitiger Ablösung in mühevoller Arbeit ber Ofen aus» gebessert. Oer Ueberfatt in Mainz. Die Frau sollte beraubt werden. Mainz, 1. Nov. (LPD.) Zu dem Ueberfall in ber Goethestraße in Mainz, wo eine Frau im Hausflur von einem 33jährigen Mann aus Wies- haben burch einen Kopfschutz verletzt würbe, teilt bie Polizei ergänzenb mit, baß ber Täter bei feiner Vernehmung vor ber Kriminalpolizei anfänglich oerschiebene Motive zur Tat anführte, bie höchst unglaubwürdig erschienen. Erst nach längerem hartnäckigen Leugnen bequemte er sich zu dem Geständnis, den Schuß deshalb auf bie Frau abgegeben zu haben, um biefe ihrer Barschaft z u berauben. Der Täter würbe in Untersuchungshaft genommen. Theaterfreiplätze fürkinderreicheMÜtter LPD. Mainz, 30. Oktober. Die Intendanz der Mainzer Stabttheaters gewährt kinderreichen Müttern unter folgenden Voraussetzungen f r e i en Eintritt zu den Vorstellungen des Stabttheaters: Berechtigt sind Mütter von minbestens vier lebenben Kinbern, bie am 1. November bas Alter von 24 Jahren noch nicht erreicht haben und ben Haushalt der Mutter teilen. Ferner ist Voraussetzung, daß das Gesamteinkommen 400 Mark nicht übersteigt. Die Mütter erhalten Ausweiskarten, bie Abschnitte für fünf Vorstellungen enthalten. S.Jl.-ifport Rugby: Deutsch'and-Kankreich 3:6. In der prächtigen Hindenburg-Kampfbahn zu Hannover wurde am Sonntag der 12. Rugby- Länderkampf zwischen Deutschland und Frankreich ausaetragen. Das mit großer Spannung erwartete Treffen wurde von den Franzosen auch diesmal wieder gewonnen, aber die deutsche Mannschaft lieferte dem großen Gegner einen hervorragenden Kampf und unterlag nur knapp mit 6:3 Punkten, nachdem es bei der Pause noch 3:3 gestanden hatte. Der Sieg der Franzosen wurde zwar erst in den letzten Minuten errungen, muß aber dennoch als verdient bezeichnet werden. Wie beim letzten Turnier in Berlin, zeigte sich auch in Hannover die deutsche Fünfzehn von einer sehr guten Seite und gab sich erst nach tapferer Gegenwehr knapp geschlagen. Trotz dem Wind und dem Regen, der den ganzen Vormittag über andauerte und den Rasenboden schlüpfrig machte, hatte der Länderkampf mit 12 000 Zuschauern einen großen Zuspruch gefunden. Große Erfolge deutscher Radfahrer. Koeping/Blersch Radball-Wellmeister. Mit einem großen Erfolg des deutschen Saal- Radsports endete die am Sonntag in Zürich durchgeführte Weltmeisterschaft im Zweier-Radball. Die neue deutsche Nationalvertretung K o e p i n g / B l e r s ch erwies sich allen Gegnern klar überlegen und siegte im entscheidenden Schlußkampf gegen die Schweizer Osterwalder/Gabler klar mit 7:3 (4:2) abgebrochen. Auch die Europameisterschaft im Einer-Kunstfahren, die im Rahmen der gleichen Veranstaltung durchgeführt wurde, sah einen Deutschen als Sieger. Meister Compes- M.-Gladbach übertraf seine sämtlichen Gegner. Die „Sechstagenacht" in Hamburg holten Bulla/Slaats mit zwei Runden Vorsprung vor Walthour/Croß- ley und Kolvenbach/Kleinegraefe. Einen deutschen Radballsieg gab es noch in Seifhennersdorf, wo die Tschechoslowakei glatt besiegt wurde. Erich Metze belegte beim Stundenrennen in Amsterdam hinter dem siegreichen belgischen Meister Ronsse und dem Franzosen A. Wambst den dritten Platz. Beim 100-Kilometer-Mannschaftsrennen in Paris wurden die einzigen Deutschen Zims/Küster ebenfalls Dritte hinter Llerts/Danneels und Dayen/Falk Hansen. Deutscher Schütze gewinnt Muffolini-pokal. Dor Beginn der Weltmeisterschaft im Wurftaubenschießen in Rom wurde ein Wettbewerb um den Mussolini-Pokal ausgetragen. Von insgesamt 100 Teilnehmern blieben noch 25 Schützen für den Schlußkampf übrig. Unter ihnen befanden sich auch die beiden deutschen Vertreter G o e l d e l und Goldschmidt, die beide in der Entscheidung ausgezeichnet abschnitten. Der beste Schütze war der Deutsche Goldschmidt, der mit 31 Treffern den Mussolini-Pokal gewann. Goeldel belegte einen guten siebten Platz. Dem Sieger wurde der Pokal von einem Sohn Mussolinis feierlich überreicht. Um den Hockey-Eilberschild. Auf breitester Front nahmen am Sonntag die Spiele um den Hockey-Silberschild, an denen sich die Gaue bzw. Gaugruppen beteiligen, ihren Anfang. Die vier Vorrundenspiele — Südwest/Hessen und Nordmark waren spielfrei — wickelten sich im allgemeinen so ab, wie man es erwartet hatte. Eine Ausnahme machte lediglich der Ulmer Kampf zwischen Baden/Württemberg und Bayern. In ihrem Spiel waren zwar die Bayern überlegen, verloren aber gegen die weit glücklicheren Baden/Württemberger doch mit 1:2 (0:2). Der Silberlchild-Dertei- diger Brandenburg/Pommern überfuyr in der Reichshaupt Ostpreußen sehr sicher mit 5:1 (2:0). In Leipzig errang Sachsen/Schlesien gegen Mitte mit 4:3 (3:2) einen zwar knappen, aber nicht unverdienten Erfolg. Westfalen/Niederlachsen schlug in Dortmund das Rheinland mit dem gleichen Ergebnis (Halbzeit 2:1). Ozeanrekordflug in 13 Stunden. Nach Tagen vergeblichen Wartens startete in den Abendstunden des 30. Oktober der englische Flieger Jimmy Molli so n zu seinem längst geplanten Atlantik-Flug. Don Harbor Grace auf Neufundland bi zum Londoner Flugplatz Eroydon benötigte er eine Flugzeit von genau 13 Stunden 16 Minuten und schlug damit sämtliche „Ozeanrekorde". Mit seinen Flügen England—Kanada, Irland—USA. und Neufundland-England ist Mollison unbestrittener „König des Atlantik". Trotz des schlechten Wetters wagte der Engländer mit seiner „Bellanca", die mit einem 720-pS- Wright-Cyclon-Motor ausgerüstet ist, ohne Funk- ausrüstung an Bord und ohne jegliche Hilfe den Start in den Nebel. „Es war sehr kalt und ich fror furchtbar", erzählte der Flieger bei seiner Ankunft in Croydon, von wo er nach einer kurzen Ruhepause möglichst nach Kapstadt weiterfliegen will. Die Maschine Mollisons, deren Motor 400 Stundenkilometer hergibt, ist übrigens schon ein zwei Jahre altes Modell, das Bonner-Fritzmaurice im Rennen London—Melbourne flogen. Kurze Sportnotizen. Die Stuttgarter Polizeiboxer, verstärkt durch zwei westdeutsche Boxer, trugen am Mittwoch vor 5000 Zuschauern in Nottingham den Rückkampf gegen die englischen Polneiboxer aus und wurden in dem aus neun Kämpfen bestehenden Treffen mit 14:4 Punkten geschlagen. Nur Leitner und Held konnten im Welter- bzw. Mittelgewicht Siege erringen. Mike Jacobs, der amerikanische Boxveranstalter, befindet sich auf der Ueberfahrt nach Europa und wird in Berlin mit Max Schmeling Zusammentreffen, mit dem er alle Einzelheiten des Weltmeisterschaftskampfes Schmeling-Braddock besprechen wird. Drei neue Motorrad-Weltrekorde stellte der Engländer James Gutherie auf einer Halbliter-Norton auf der Autorennbahn in Linas- Montlhery auf. Er überbot die bisherige Höchstleistungen, die er selbst über 50 und 100 Kilometer und 100 Meilen hielt. Kurt K r ö tz s ch, der jetzt wieder begnadigte frühere Gerätemeister und Turnfestsieger, befindet sich noch in sehr guter Form. So holte er sich jetzt überlegen die Vereinsmeisterschaft des TSV. Leuna im Geräteturnen. Der Mainzer Ruder-Verein beschließt mit 716 Siegen als erfolgreichster deutscher Ruder- verein die Regattazeit 1936. Trotz eines Trainerwechsels haben die Mainzer 24 Wander-, Ehren- und Herausforderungspreise gewonnen. Die deutsche Wasserballmeisterschaft, deren Durchführung gefährdet erschien, wird nun doch stattfinden. In Stuttgart, Leipzig, Berlin und Hannover werden zunächst Gruppenturniere stattfinden und die vier Gruppensieger werden am 6. Dezember in Berlin um den Titel kämpfen. Glenn Harbin, der Olympiasieger im 110- Meter-Hürdenlaufen, hat einen Vertrag mit einer Filmgesellschaft abgeschlossen und geht, da er dort sein sportliches Können verwerten will, seiner Amateureigenschaft verlustig. Otto Schmidt steht im Kampf um die Meisterschaft der Flachvennreiter zur Zeit mit 48 Siegen aus 200 Ritten klar an der Spitze vor dem disqualifizierten Willi Printen mit 43 und dem Westdeutschen Max Schmidt mit 40 Erfolgen. In der Liste der erfolgreichen Hindernisjockeys nimmt I. Unterholzner mit 24 Siegen den ersten Platz vor dem vorjährigen Champignon Hans Weber mit 23 Siegen ein. Süddeutsche Hudokämpfer aus Frankfurt a. M. und Wiesbaden werden in der Zeit vom 27. November bis 4. Dezember in London, Oxford, Birmingham und Cambridge kämpfen. Beteiligt sind die Wiesbadener Hohler und Groß und die Frankfurter Brunner, Winkler und Lehmann. Oesterreichs Tennisspieler haben aü- aelehnt, sich an dem für das nächste Jahr vorgesehenen Wettbewerb um den Tennis-Mitropapokal zu beteiligen. Länder ohne Schnee, und zwar England und Holland, müssen ihre Skimeisterschasten in alpinen Ländern austragen. In Grindelwald sucht England seine Meister im Abfahrts- und Torlauf am 9. und 10. Januar und Arosa ist am 30. und 31. Januar Schauplatz der holländischen Titelkämpfe. Deutsche Schwimmer und Wasserballer gingen am Samstag in Amsterdam an den Start. Gisela Ahrendt belegte im 100-Meter-Kraulschwim- men hinter den Holländerinnen Mastenbroek und Wagner nur den dritten Platz und im Wasserball wurde eine westdeutsche Sieben von der holländischen Nationalmannschaft mit 4:0 geschlagen. A m ersten Tage des sich über drei Tage erstreckenden Ringerturniers in Göteborg kamen die Deutschen zu schönen Siegen. Hornfischer (Nürnberg), Schwergewicht, Schäfer (Schifferstadt), Welter, und Schweikert (Berlin), Halbschwergewicht, waren über ihre Gegner einwandfrei siegreich. Schweikert unterlag in seinem zweiten Kampf dem Scyweden Johannsson nach Punkten. Kurt Rappsilber, der frühere deutsche Bantamgewichtsmeister, stand dem derzeitigen Meister Stasch (Kassel) am Wochenende zweimal gegenüber. In Kassel siegte Staach verdient nach Punkten und mit dem gleichen Ergebnis gewann Rapp- filher am Samstagabend in Darmstadt Der Sachsen-Preis im Werte von 1 10 0 0 Mark, der am Samstag im Mittelpunkt der Dresdener Galopprennen stand, endete mit dem Siege des Erlenhofers Glaukos vor dem einzigen Dreijährigen des Feldes Reichsfürst und Elanus. Fußball der heimischen Mannschaften. HersfeldS glückliches Unentschieden. Weisterschaflsfußball in Hessen. Bei den Fußball-Meisterschaftskämpfen in Hessen hätte es am Sonntag beinahe eine Ueberraschung gegeben. Kewa Wachenbuchen bestritt sein Spiel gegen den Tabellenersten und bisher unbesiegten Verein Hessen Bad Hersfeld mit einem unbeugsamen Siegeswillen und erst in der allerletzten Minute schafften die Hersfelder den 2:2-Ausgleich. Der zweite Kampf führte Kurhessen Marbura und den VfB. Friedberg zusammen. Die Friedberger warteten mit einer unerwartet guten Leistung auf und errangen einen hohen 6:2-(4:1-)Sieg, an dem es nie etwas zu deuteln gab. Ein halbes Dutzend Tore schoß auch der SC. 03 Kassel in seinem Treffen gegen den zweiten Neuling Niederzwehren. 6:1 (2:0) für die Rothosen war am Schluß das Ergebnis. Das Gesicht der Tabelle ist durch die Ergebnisse dieses Sonntags nicht beeinflußt worden. Einzig die Friedberger haben sich etwas verbessern können. Aus anderen Gauen. Gau Südwest: Kickers Offenbach — FSV. Frankfurt 2:2; Union Niederrad — Eintracht Frankfurt 1:2; Spfr. Saarbrücken — Wormatia Worms 2:5; Borussia Neunkirchen — SV. Wiesbaden 3:1; FK. Pirmasens — FV. Saarbrücken 4:1. Gau Bayern: Wacker München — FC. 05 Schweinfurt 1:0; VfB. Ingolstadt — Ringsee-VfB. Coburg 2:1; BC. Augsburg — 1. FC. Nürnberg 4:0; SpDgg. Fürth — Bayern München 2:1. Fußball Ergebnisse der Dezirksklasse. BfB.-R. Gießen — Frohnhausen 1:1, Dillenburg — 1900 Gießen 2:2, SB. Wetzlar — Bissenberg 2:1, Sinn — Raunheim 4:6. Erst in der letzten Svielminnte gelang es den Frohnhäusern, ein Unentschieden zu erzielen. — Die 1900er hatten in Dillenburg einen schweren Stand, konnten jedoch einen Punkt nach Gießen mitbringen. — Ebenfalls siegten die Wetzlarer erst in den letzten Minuten über die sehr gut spielenden Bissenberger. — Ein sehr torreiches Treffen lieferten sich Sinn und Naunheim. Die größere Schußkraft des Naunheimer Sturmes entschied das Spiel. DfB.-Reichsbahn Gießen. BfB.-R. I — Frohnhausen I 1:1. Auf Grund der seither erzielten Resultate war man auf das Auftreten der Frohnhäuser gespannt. Die Frohnhäuser spielten denselben Kampffußball, den wir schon immer bei ihnen gesehen haben. Dor einer soliden Hintermannschaft stand eine unermüdlich kämpfende Läuferreihe. Der Frohnhäuser Sturm setzte sich durch die körperliche Verfassung ihrer Spieler restlos ein. Diesem Gegner gegenüber zeigten die VfB er besonders in der ersten Halbzeit ein Spiel, wie man es lange von ihnen nicht gesehen hatte. Tragisch war es für die Gießener, daß sie eine halbe Minute vor Schluß einen Punkt einbüßten. Dem einwandfrei leitenden Schiedsrichter G u t h m a n n stellten sich die VfBer mit: Balser; Schwarz, Fehling; Hauptfeld, Knauß, Michel; K. Schmidt, Feuster, Heß, Szponick, Mattern. Von Spielbeginn an waren die VfBer im Feldspiel leicht überlegen. Immer wieder konnten sie bis in den Strafraum des Gegners vordringen, allerdings fehlte hier der Mann, der auszunutzen verstand. Auffallend war, daß die Frohnhäuser immer wieder durch den Einsatz ihrer Flügel gefährliche Angriffe einleiten konnten. Zwei Flanken von Mattern schufen gefährliche Momente im Strafraum der Frohnhäuser. Ein Schrägschuß von Heß ging zentimeterbreit an der Latte vorbei. Zwei Freistöße gegen die Frohnhäuser konnte die verstärkte Hintermannschaft nur mit Mühe klären. Auch in der Folgezeit behaupteten die VfBer weiterhin ihre Überlegenheit. Aber torlos ging es in die Pause? Durch eine Umstellung des Sturmes — Szponick ging auf Linksaußen — wurde der Gießener Sturm durchschlagskräftiger. Szponicks Flankenläufe schufen immer wieder Torgelegenheiten. Eine von ihm erzwungene Ecke, gut hereingegeben, köpfte Feuster hoch zu Knauß und der Ball ging unhaltbar in die rechte obere Ecke. Das war in der 14. Spielminute. Vielleicht war es jetzt verkehrt, daß die Gießener auf Halten spielten. Hierdurch hatte die Hintermannschaft der Gäste immer wieder Gelegenheit, hohe Bälle in den Strafraum zu schlagen, die dann öfter nur mit Mühe abgewehrt werden konnten. Bei einem plötzlichen Vorstoß der Gießener schoß Heß am herausgelaufenen Tormann vorbei ins Aus. Auch ein Alleingang Matterns führte zu keinem Erfolg. Noch wenige Minuten waren zu spielen, als der Halblinke der Gäste vom Feld mußte. Da, als die Gießener zwei Punkte schon so gut wie sicher hatten, spielte der Mittelläufer der Frohnhäuser zum Rechtsaußen, der linke Läufer der Gießener verfehlte den Ball, Fehling berührte den Schuß des Rechtsaußen und unter dem sich werfenden Balser überschritt der Ball die Torlinie. BfB.-R. II — Frohnhausen II 5:1. Die Gießener fingen nur mit acht Mann an und mußten durch einen Schuß des Rechtsaußen der Frohnhäuser die Führung den Gästen überlassen. Als kurze Zeit später alle Spieler zur Stelle waren. Nachdruck verboten? 39. Fortsetzung. 19. Kapitel. „Ich zieh aus. Ich halte die Keiferei nicht mehr aus, damit war ich m Berlin genug gesegnet. Los, geh mit, Leonhardt. Du kannst besser mit den Bäuerinnen reden." „Warum nimmst du dir nicht eins von den kleinen Häusern vom Werk, die sind doch urgemütlich, und da keift auch niemand, es fei denn, du selber." „Haus? Ist nun was für Verheiratete, und ne Stube voll Kinder. Und Jo weit bin ich noch nicht." „Also gehen wir los." „Wenn ich viel Geld hatte, eine Frau und so weiter, kaufte ich mir die Pension „Waldeck". Ich bin ganz verliebt in das Haus." „Dann zieh doch hin, mein Sohn." „Das geht eben nicht, der Besitzer verkauft. Verkauft sogar sehr billig." Sie wandern durch die kleine Ortschaft Unter* waching, in der es ein schönes Kino gibt zwei Hotels und mehrere Gasthöfe Sie fühlen sich fowei ganz wohl, vor allem Leonhardt. Die Arbeit wächst unter ihren Händen, sie haben Erfolg und finden volle Aberkennung. Sie vertragen sich«wunderbar mit Dr. Mittelftädt und beziehen ein^Gehalt, das jede Sorge von ihnen genommen hat. eie spa- ren all- beide und leben dach mcht schlecht. Sie sprechen manchmal van ihren taten Muttern und wünschen, daß sie es nach, miterlebt hatten, sie hallen zusammen und sind in der Freizeit unzertrennlich. Sie lausen Sonntags Sk, und steigen auf di- Berge, fie trennen sich nur wenn Leonhardt nach Greiding fährt, und das tut er so alle zehn Tage einmal. „Wie geht- denn eigentlich Frowin Brandes? Ich begreife nicht, daß sie immer noch dort sitz, Hat st- überhaupt mal di- Absicht, nach Berlin zu sah- ren?", bohrt Herdegen wieder einmal an. Es wurmt ihn, daß der Freund darüber so wen.g sagt. „Es ist ein Unglück, Ludwig. Ich weiß nicht wie ich ihr das klarmachen soll. Jetzt sitzt sie seit drei Monaten in diesem Nest!" -Kannst du sie wenigstens nach Unterwaching lotsen? Hier ist doch ein bißchen mehr Leben und Betrieb “ Leonhardt seufzt. Er hat schon selber ost daran gedacht, aber immer, wenn er das Thema vorstch- tig bei Hanna angeschnitten hat, war chre Ant- MMeivSklW? Vornan von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 wort dieselbe: „Ob ich nun in Greiding oder in Unterwaching Ski laufe, ist doch ganz gleichgültig. Ich habe weder Sehnsucht nach einem Hotel, noch nach Kino und Tanztee, Herr im Wolde. Mich könnte nur eins reizen: Arbeit. Die finde ich dort auch nicht. Vielleicht schaffe ich es noch bis zur Ski-Lehrerin, Skilaufen, das kann ich jetzt." Arbeit! Nicht, weil man dafür das Geld zum Leben verdienen muß, sondern Arbeit, um dem Kreislauf der Gedanken zu entgehen, die eine Belastung der Seele bedeuten! „Ob wir mal reingehen können? Was meinst du?", sagt da Herdegen und hat den Fuß schon auf der Treppenstufe. Es ist wirklich ein sehr hübscher Besitz, nicht sehr groß, vielleicht sechs Fremdenzimmer im Giebel und unten drei bis vier Tages- räume. „Warum nicht, es hat nur gar keinen Sinn, Ludwig. Kaufen kannst du es doch nicht." Es ist innen noch hübscher, als man von außen denkt, und so wie es liegt und steht, will der Besitzer es verkaufen. Wenn es sein muß, auch vermieten; seine Frau ist gestorben, und nun macht ihm das Sehen hier keine Freude mehr. Er will nach München zurück. Die Herren können sich gern einmal alles näher anfehen — aber bitte sehr!" „So, vermieten würden Sie auch?", fragt da Leonhardt rm Wolde langsam. „Ich könnte mich auch dazu entschließen, verkaufen kann ich immer noch." Der alte Herr wird immer zugänglicher, zum Schluß haben die Beiden das Haus vom Boden bis zum Keller besehen. Sie verabschieden sich mit Dank und Entschuldigung, und als sie draußen sind, fragt Herdegen: „Was hast du denn?" „Eine Idee." „Bring sie zu Papier." Er hat keine leise Ahnung, was Leonhardt eingefallen fein könnte. Ideen heften für ihn nur noch Wert, toenn sie etwas mit Motoren zu tun haben. Sie bummeln durch den sinkenden Abend, und als Herdegen nun endlich wissen will, wie und wo er zu einem Zimmer kommen soll, sagt Leonhardt abwesend: „Wart mal noch zwei Tage." Am nächsten Tag, es ist ein Sonntag, steht fein Wagen schon sehr zeitig in Greiding vor dem Haus des Gemeindevorstehers. Hanna schläft noch, aber sie steht sehr schnell auf, als die Sternbäuerin anklopft und ihr den Besuch meldet. Ganz nett, daß er gerade heute kommt, das Wetter ist schlecht, man kann nur schlafen, essen und eine Stunde spazieren laufen ... „Guten Morgen, Fräulein Hanna! Ich wollte Sie abholen. Fahrt ins Blaue. Kommen Sie mit?", ruft er ihr im Treppenflur entgegen. „Wenn es sein muß! Ich kann mich ja einmal überraschen lassen." Sie trinkt schnell ihren Kaffee, zieht sich den dicken Flauschmantel über und setzt sich in den Wagen. Leonhardt sagt nichts von dem, was er tor- hat — er fährt zwei Stunden lang auf geraden und krummen, auf guten und schlechten Straßen, dann sagt er: „Wir sind in Unterwaching, Fräulein Hanna. Steigen Sie aus." Er führt sie in die kleine, behaglich erwärmte Halle des „Berghotels", nur sehr wenige Tische sind besetzt, es spielt auch keine Kapelle; die kommt nur zu besonderen Gelegenheiten aus der Nachbarschaft. Die Möbel sind schlicht, die Bezüge kornblumenblau, vor den hohen, sehr breiten Fenstern hängen glatte Tüllgardinen. Als der Kellner kommt, bestellt Leonhardt Fleischbrühe und Ragoutfin in Muscheln, er fragt Hanna gar nicht, er will, daß sie das ißt, was in den drei Monaten in Greiding bestimmt nicht auf den Tisch gekommen ist. Er wartet mit dem, was er auf dem Herzen hat, bis die Mahlzeit vor ihnen steht. „Ich habe etwas für Sie, Fräulein Hanna." „Das dachte ich mir, Sie sind von einer Energie, die man von Ihrem Gesicht ablesen kann. Das Fleisch ist übrigens ausgezeichnet. War eine gute Idee. Hoffentlich ist das, was Sie mir jetzt sagen wollen, ähnlich," scherzt das Mädchen. „Ich habe Arbeit für Sie. Es kostet erst eine Kleinigkeit, aber das holen Sie bei einiger Geschicklichkeit wieder heraus. Es wird Ihnen auch Freude machen." „Sie machen mich neugierig, Herr im Wolde." Es klingt gar nicht neugierig, sondern ganz ruhig. „Wenn wir jetzt gegessen haben, fahre ich Sie zu einem ganz entzückenden Haus. Das kann sofort gemietet werden, mit allem Drum und Dran. Es fehlen dann nur ein paar Gäste, die sich bei Ihnen wohlfühlen sollen. Aber die schaffen wir auch noch." „Bitte sagen Sie das noch einmal." Hanna Brandes legt die Gabel aus der Hand und sieht nun, wirklich neugierig geworden, zu dem Mann hinüber. So plötzlich yat ihr noch nie jemand einen Vorschlag gemacht, auch nicht so bestimmt und zuversichtlich. Leonhardt im Wolde sagt seine Sätze wortgetreu noch einmal, wie sie es wünscht. „Aber wie stellen Sie sich denn das vor?", wehrt sie ab. „Ick kann doch nicht einfach eine Pension aufmadjenr „Natürlich können Sie. Sehen Sie, das ist doch ganz einfach. Nach Berlin zieht es Sie nicht, Bayern gefällt Ihnen und feine Leute auch. Es geht mir übrigens genau so. — Arbeit wünschen Sie sich brennender, als Sie es zugeben und sich selber eingestehen, das wäre ja auch jammervoll, nicht wahr? Zuviel bekannten Gesichtern wollen Sie auch nicht begegnen — bitte haben Sie vor mir keine Angst, ich habe jetzt soviel au tun, daß ich kaum die Füße vors Werk setze — ich falle also schon aus — wunderbar allein können Sie also auch sein, denn das Häusl liegt oben am Wald, die Gäste brauchen Sie ja nicht zu stören, dafür sorgt schon die Köchin, die Sie haben müssen, und öle wird bald gefunden sein. Die Leute wollen ja auch weiter nichts, als ein gutes Bett, reichlich und gut zu futtern und viel Sonne, dann find sie doch nur zu den Mahlzeiten zu ertragen —" Jetzt macht Leonhardt eine Pause, denn seine Brühe wird kalt. „Dazu haben Sie mich also hierher gelotst?" „Ja, Fräulein Hanna. Ich kann das nicht mehr mit ansehen, wie Sie da in Greiding umkommen. Sie müssen jetzt eine vernünftige Arbeit in die Hand nehmen, Menschen ohne Arbeit sind keine. Verzeihen Sie, wenn ich jetzt ein bißchen hart werde, ich will Ihnen nicht wehe tun. Erinnern Sie sich an das Buch, das ich Ihnen einmal gab? Sie hatten es so gut verstanden, vieles steht darin, woran Sie heute denken könnten. Niemand verlangt, daß Sie einen Strich unter Dinge machen sollen, die nur Sie allein angehen, es ist Ihre Sache. Es hat heute keiner mehr das Recht, eine Arbeit auszuschlagen, wenn Sie angeboten wird, auch Sie nicht, Fräulein Hanna. Arbeit ist mehr als Medizin für schlimme Stunden, mehr als Mittel zum Zweck, Arbeit ist die Säule, die unser Leben trägt, es ist keinen Schuß Pulver wert, wenn diese Säule fehlt. Das habe ich Ihnen einmal sagen wollen und müssen, Fräulein Hanna. Ich habe mich bemüht, Ihr Leben — gestern und heute — zu verstehen, cs gelingt wir nicht. Denken Sie an Liefe! Gottschalk, sie hat selbst tapfer zugegriffen, wo sie gar keine Lust dazu hatte. Denken Sie an Ihren Vater — verstehen wir uns, Fräulein Hanna?" Seine Stimme ist drängend, er beugt sich über den Tisch, schiebt die Teller weg und ist versucht, nach der Hand des Mädchens zu greifen. Hanna fitzt aufrecht vor ihm, ihre hellen Augen sind groß auf ihn gerichtet. „Sie waren zu deutlich, um mißverstanden zu werden, Herr im Wolde. Es ist mehr als eine Herausforderung, die ich nur damit beantworten kann: Zeigen Sie mir das Haus!" Leonhardt im Wolde ist sofort bereit, der Druck um die Brust, die Spannung seiner Nerven legen sich, aber noch ist nichts gewonnen, Hanna Brandes muß überzeugt fein, sonst ist wieder alles umsonst, und dann vielleicht für immer. Er zahlt die kleine Zeche, und dann fahren fie durch Unter« waching, an den Werken vorbei, die in sonntäglicher Stille daliegen. Nach wenigen Minuten sind sie da. Hanna bleibt sitzen und sieht sich das Haus, von dem erzählt worden ist, genau an. Weiß getüncht bis zum Giebel, grüne Fensterläden, große Holzveranda, in der Hausecke eine geschnitzte Madonna. (Fortsetzung folgt.) ■■V über M i Für Kinder Strickkleidung Matrosen-Anzug a* qa schwere Qualität.. I LuU G/ESSEM*/WUMUR GIG Strick-Anzug sehr preiswert. Kittel-Anzug solide Qualität Sie ist praktisch im Tragen - sieht gut aus - läßt sich leicht waschen und ist im Verhältnis zu diesen Vorzügen sehr billigt Die richtige Auswahl darin bietet Ihnen wie immer... B ETTE Kittel-Anzug 0 nn Marke „EKNIT“... Ö.9U Bekanntmachung. Betr.: Straßenbahn-Fahrpreise. Ab 1. Dezember 1936 werden Fahrscheine zu 10, 15, 20 und 25 Pf. verausgabt, die 10 bisherige Fahrtausweise ersetzen. 6963A Die Fahrscheine zu 10 Pf. mit durchschnittlich 1,9 km Fahrtlänge, gelten: Bahnhof—Ludwigsplatz Bahnhof—Wernerwall Marktplatz—Artilleriekaserne Marktplatz—Neuer Friedhof Marktplatz—Feuerbachstraße Feuerbachstraße—Wieseck (Endhaltestelle) Wernerwall—Wieseck (Grabenstraße). Die Fahrscheine zu 15 Pf. mit durchschnittlich 3,1 km Fahrtlänge gelten: Bahnhof—Artilleriekaserne Bahnhof—Neuer Friedhof Bahnhof—Feuerbachstraße Marktplatz—Wieseck (Endhaltestelle) Hindenburgwall—Wieseck (Grabenstraße) Horst-Wessel-Wall—Wieseck (Grabenstraße) Ludwigsplatz—Wieseck (Grabenstraße). Die Fahrscheine zu 20 Pf. mit durchschnittlich 3,9 km Fahrtlänge gelten: Bahnhof—Wieseck (Grabenstraße) Hindenburgwall—Wieseck (Endhaltestelle) Horst-Wessel-Wall—Wieseck (Endhaltestelle) Ludwigsplatz—Wieseck (Endhaltestelle) Artilleriekaserne—Feuerbachstraße Die Fahrscheine zu 25 Pf. mit durchschnittlich 5 km Fahrtlänge gelten: Bahnhof—Wieseck (Endhaltestelle) Artilleriekaserne—Wieseck (Endhaltestelle). Die bisher eingeführten Arbeiter- und Schüler- Wochenkarten und alle Monatskarten werden im neuen Tarif beibehalten, dagegen verlieren die seither im Gebrauch befindlichen Knipskarten mit dem 30. Jiooember 1936 ihre Gültigkeit. Gießen, den 30. Oktober 1936. Städtische Betriebe Gießen. Direktion. Oberheffen. Landkreis Gießen. Av alle Verbände und Vereine des Kreises Gießen. Der erste, dritte und fünfte Sonntag eines jeden Monats steht nach den Vereinbarungen des Reichs- jzigendführers Baldur von Schirach mit dem Reichssportfiihrer von Tschammer und Osten dem HJ.-Dienst zur Verfügung. 3m Interesse eines reibungslosen Dienstbetriebes beider Teile bitten wir diese Zeitaufteilung genauestens beachten zu wollen. Heil Hitler! Die Bannführung 116. wurde das Spiel eine einseitige Angelegenheit der Epielvereinigung 1900 Gießen. Dillenburg — 1900 2:2. Die wenigen Anhänger der Blauweißen, die gestern die Reise nach Dillenburg mitmachten, wären noch freudiger gewesen, wenn die Leistung der Mannschaft mit einem Siege geendet hätte. Trotzdem waren sie auch so zufrieden, denn die Elf zeigte ihnen ein Spiel, wie man es von ihr lange Nicht gesehen hat. Dillenburgs Anstoß fing Mank ab, er gab zu Heilmann, dieser leitete weiter zu Heuser und dessen Schuß strich knapp am Pfosten vorbei. Das war die Einleitung! Dillenburg mußte dann stark ver- iteidigen. Doch die Erfolge blieben aus. Anstatt einmal einen Schuß zu riskieren, wurde der Ball hin und hergeschoben, bis er von einem Gegner weggeschnappt wurde. In der 20. Minute kam Dillenburg überraschend zur Führung. Der von der Latte abspringende Ball kam vor die Füße des Halblinken, der aus nächster Nähe einschießen konnte. Lange dauerte dies aber nicht, da hatte Heuser den Ausgleich erzielt. Damit ging es in die Pause. Nach Wiederanstoß dasselbe Bild: streckenweise war es so, daß überhaupt kein Dillenburger an den Ball kam. In der 65. Minute kam Dillenburg aber doch wieder zur Führung. Ein Strafstoß von Meixner ging hoch ins Toreck. Im Gegenangriff fiel der Ausgleich. Heilmann, der allein durchging, wird Unfair gelegt und den fälligen Elfmeter schießt Lippert wuchtig ein. Die Blauweißen schöpften neuen Mut. Die Ueberlegenheit wurde nun ziemlich stark. Ecke folgt auf Ecke, als die Dillenburger einen letzten verzweifelten Vorstoß unternehmen und um ein Haar wäre es ihnen bald geglückt. Abermals prallte der Ball von der Latte ab, der Mittelstürmer setzte schon zum Schuß an, doch konnte Lippert noch rettend eingreifen. Als die Blauweißen wieder zum Angriff einsetzten, war das Spiel zu Ende. Bei Dillenburg war der ungeheure Eifer lobenswert. Ihr bester Mann der rechte Läufer Meixner, der überall zu finden war. 1900 zeigte ein Spiel, dem der letzte Erfolg, die Tore, versagt blieben. Rahn im Tor zeigte einige gute Paraden. In der Verteidigung war diesmal Zeiler nicht so sicher, Lippert mußte da manchmal aushelfen. Die Läuferreihe Ehrhard, Mank, Lehrmund zeigte die beste Leistung. Der Sturm mit Schneider, Schell- Ifjaas, Heilmann, Gorth, Heuser zeigte sich im Feld- I spiel ebenfalls von der besten Seite, nur vor dem Tore wurde manchmal etwas zu zögernd gehandelt Schiedsrichter Schmidt-Dillenburg war dem Spiel ein gerechter Leiter. Dillenburg II — 1900 II 10:5. Die Reserve der Blauweisen leistete sich den Scherz, mit diesem Resultat zu unterliegen. Den Spielern wäre au empfehlen, bei den kommenden Spielen von Anfang an mit dem nötigen Ernst bei der Sache zu sein, damit solch unerfreuliche Resultate in Zukunft nicht mehr vorkommen. Gauliga-Handball-Ergebnisse Im Gau Hessen kamen am Sonntag vier Meisterschaftsspiele zum Austrag. Der Gaumeister Kurhessen Kassel, der bisher noch wenig Spiele aus- ttug, gestaltete auch sein drittes Treffen erfolgreich und setzte sich mit 6:0 Punkten an die Spitze. Die Kasseler hatten ihren Namensvetter aus Marburg zu Gast und gewannen überlegen mit 19:5 (8:3). Angesichts des bisherigen guten Abschneidens der Marburger beweist dieser Sieg, daß der Gau- meister wieder in guter Form ist. Sehr knapp kam der To. Kirchbauna zu einem zweiten Siege, der Leidtragende war der bisherige Tabellendritte Bettenhausen, der in Kirchbauna mit 9:8 (6:6) geschlagen wurde. Diesmal war Tuspo beim Gau- Altmeister Kasseler Turngemeinde zu Gast und wurde von den Turnern mit 7:3 (3:2) geschlagen. Der Neuling Jahn Gensungen unterlag dem To. Wetzlar knapp mit 7:8. Bei der Pause lag Wetzlar noch mit 4:0 in Front. Tabellenerster ist jetzt der Gaumeister Kurhessen Kassel mit 6:0 Punkten. Handball-LokalkampfMtv.—19004:4 Der Handball-Lokalkampf, der gestern nachmittag auf dem MTV.-Platz am Schiffenberger Weg aus- getragen wurde, endete mit einem gerechten Un- entschieden von 4:4 Toren, das dem Spielverlauf entsprach. Ueber den Spielverlauf berichten wir noch. Eportamt „Kraft durch Freude". Boxen: Die „KdF.-Boxkurse" führen in die Kunst des Faustkampfes ein. Neben dem „Training" an den Geräten — Sand sack, Doppelendball, Punktball, Springseil — steht der Kampf Mann gegen Mann. Handschuhe usw. werden selbstverständlich zur Verfügung gestellt. Dauer der Kurse 6 Wochen (wöchentlich eine Stunde). (Eintritt nur zu Beginn eines Kursus möglich. Zur Teilnahme an den Boxkursen ist schriftliche Voranmeldung an das Sportamt der NSG. „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, Bedingung. Ski-Trockenkurse: Skitrockenkurse dienen der Hebung der grundlegenden Bewegung und Fertigkeiten des Skilaufes in der Halle. Sie erleichtern dem, der das erstemal draußen im Schnee auf den Brettern steht, das Lernen ganz wesentlich. Die Schneeschuhe werden gestellt. Dauer der Kurse fünf Wochen (wöchentlich eine Stunde). Eintritt nur zu Beginn eines Kursus möglich. Zur Teilnahme an den Ski-Trockenkursen ist schriftliche Voranmeldung an das Sportamt der NSG. „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, Bedingung. T Lollar, 30.Oft. Am vergangenen Sonntag sand in der Kirche zu Kirchberg die Vorstellung der diesjährigen Konfirmanden durch Pfarrassistent Metzler statt. Die Gesamtzahl der Konfirmanden aus den Dörfern des Kirchspiels — Lollar, Daubringen, Mainzlar, Staufenberg und Ruttershausen — beträgt 94, davon aus unserem Orte 21 Knaben und 20 Mädchen. — Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, die erste Reihe der „K o l o n i e" und die dazugehörige Straße, die etwa 3 Meter höher als die Hauptstraße liegt und mit dieser durch einen von Unkraut überwucherten Rain verbunden ist, durch eine starke Mauer gegen die Hauptstraße abzuschließen. Diese Maßnahme ist vor allem aus Gründen'der Verkehrssicherheit und nicht zuletzt der Verschönerung des Straßenbildes sehr zu begrüßen. 0 Beuern, 30. Oft. In unserem Orte fand unter Leitung von Fräulein Harter von der Bäuerlichen Werkschule in Gießen ein Süßmost- kursus statt, der von 45 Frauen und Mädchen besucht war. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Kursusteilnehmerinnen die Darlegungen und praktischen Ratschläge, die die Rednerin zu geben wußte. — Die vom Jungvolk in unserem Orte durchgeführte Brotsammlung ergab insgesamt 80 Laibe. — Die Feldarbeiten haben in unserer Gemarkung guten Fortgang genommen. Die meisten Landwirte sind mit der Aussaat fertig. Die junge Saat ist gut aufgelaufen. Nun wird bereits die Saatfurche für die Frühjahrssaat gezogen. Leider haben die Feldmäuse sehr überhand genommen. Die Gemeinde hat Mäusegift beschafft, das demnächst ausgelegt werden soll. Die Bekämpfung der Feldmäuse soll in der ganzen Gemarkung einheitlich durchgeführt werden. J) Lich, 1. Nov. In diesem Monat wird in unserer Stadt eine Mütterberatungsstelle eingerichtet, die allen Müttern unserer Stadt zur kostenlosen Beratung in allen Fragen der Ernährung und Pflege ihrer Kinder offenfteht. Die Beratungsstunden werden an jedem ersten Mittwoch im Monat von 15 Uhr ab durch Prof. Dr. Frick, Oberarzt der Universitäts-Kinderklinik Gießen, im früheren Rathaus, abgehalten. Die erste Beratungsstunde findet am kommenden Mittwoch, 4. November, 15 Uhr, statt. 3 Ä : 1 E tu « 4 n * >0 c.l Mis? j. :q E ® c B. X.-*. 3 Freizeit.. • | Bodenpflege mit den guten | Hartwachsquahtaten Ii OBA-Wachs u.-Beixe M L mit dem Raben ■ co einfach ist. Man ragt sie B ■ nUr hauchdünn auf, k°nn*[‘ ■ fort nachpolieren und erhalt W 793 werden • ohne fnsch ernz 6956 A Geschäfts-Drucksachen ^lcehf;luäntt°eern Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 Oeechattokarten fflonnl November Zieles Zeichen an üer Tür ein Zeichen Leiner Lereitschast MEINE ERWEITERTEN GESCHÄFTSRÄUME SIND ERÖFFNET OTTO TÄUBERT TAPETEN TEPPICHE LINOLEUM GARDINEN ________________________________________________________________________________________________________________6976 D