M. 205 Erstes Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 2. September 1956 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« poftschecktonto: $ran!furt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-vuch- und Steindruckerei R. Lange In Sieben. Schristleitung und SeschSstsftelle: Schulstrahe 1 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Npf.,Plahvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/g mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Stalin bereitet den neuen Säuberungsprozeß vor. EmEeSerantworlmg. der Mit wachsendem Entsetzen verfolgt die europäische Kulturwelt die spanischen Wirren. Ueber ihre möglichen Wirkungen auf die gesamteuropäische Lage, vor allem auf das Verhältnis zwischen den Großmächten gehen die Meinungen zwar weit auseinander, aber nicht zu bestreiten ist die gefährliche Spannung und Unruhe, die sich aus Europa gelegt hat, noch verschärft durch die auf breitester Front vorgetragene AngriffswelledesWeltbolschewismus und die enormen Anstrengungen der sowjetrussischen Militär- und Rüstungspolitik. Selten selbst in der ohnehin friedlosen Nachkriegszeit schienen die Staaten von jedem Gemeinschaftsgefühl, von Willen und Fähigkeit zu friedlichem Gemeinschaftsleben so weit, entfernt wie gegenwärtig, wo über aller sonstigen Gegensätzlichkeit noch die Gefahr weltanschaulicher Aufspaltung droht. In diesem Augenblick nach dem Verbindenden und Gemeinsamen, nach den Kräften des Ausgleichs und der Annäherung Ausschau zu halten, erscheint als hoffnungslose, wenn nicht gar unzeitgemäße Fragestellung. Und doch ist es die dringlichste und zugleich 'schicksalhafteste; und wenn die „Times" gerade die Vertiefung der Gegensätze in Europa als „Aufruf für eine konstruktive Bemühung" deutet, so stößt dieser Appell des angesehenen Blattes an seine Regierung nirgends auf größeres Verständnis, als bei der von gesamteuropäischer Verantwortung geleiteten deutschen Politik. st Ische Agenten aus der Tschechoslowakei nach Steiermark gekommen waren, um Arbeitslose für die rote Miliz in Spanien anzuwerben. Die Leute sind mit Fahrkarten und Geldmitteln ausgerüstet über die Schweiz und Frankreich nach Spanien geschickt worden. Die kommunistischen Agenten glaubten die Arbeitslosen besonders dadurch verlocken zu können, daß sie ihnen erklärten, sie könnten sich an den spanischen Priestern und an den spanischen Kirchen für den 12. Februar 1 934 rächen. Die Behörden vermuten, daß auch in anderen steierischen Orten ähnliche marxistische Menschentransporte eingesetzt worden sind und haben umfangreiche Erhebungen eingeleitet. Jugendverbänden _ werde, über 34 000 Franken eingegangen. Wien, 1. Sept. (DBB.) Wie wir von vertrauenswürdiger Seite erfahren, sind die steierischen Behörden einem umfangreichenkommunl- st i s ch e n M e n s ch e n s ch m u g g e l aus die Spur gekommen. Wahrscheinlich sind schon h u n d e r t e von steierischen Arbeitslosen, hauptsächlich Bergbau- und Hochofenarbeiter, zum Eintritt in die rote Miliz nach Spanien gelockt worden. . Vergangene Woche siel es in den Arbe.lslo en- ämlern in Zeltweg und Fohnsdorf — dem Mittelpunkt des steierischen Bergbaues und Hüttenbetriebes — auf, daß 80 im Genuß der Arbeitslosenunterstützung stehnde Arbeiter ihre Unterstützungen nicht mehr abgeholt haben. Die Nachforschungen ergaben, daß komm uni- Mlaga vor der Lebergabe. Die Nationalisten melden weitere Erfolge. Lissabon, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) General Queipo de Llano teilte u. a. mit, daß sich die Streitkräfte der Militärgruppe in der Provinz Toledo weiter der Stadt Escorial genähert hätten. Die Einnahme dieses strategisch wichtigen Punktes sei nur noch eine Frage von Tagen. Als einzige größere Kampfhandlung am Dienstag sei ein neuerlicher Angriff der roten Miliz auf Malorka zu melden. Den Marxisten sei es zunächst gelungen, die Landung ihrer Streitkräfte durchzuführen und etwa 300 Kilometer in das Innere der Insel einzudringen. Nach schweren Kämpfen seien sie jedoch schließlich zurückgeschlagen und vollkommen ausgerieben worden. Reuter meldet aus Gibraltar, es sei damit zu Wohl aus ähnlichen Erwägungen heraus beglückwünschte dieser Tage der „Temps" die europäische Welt zu dem Fortschritt in den Nichteinmischungs- bemühungen. Nicht nur die Gefahr eines Ueber- greifens des spanischen Brandherdes sei damit für's erste gebannt; es zeichne sich vielmehr auch noch eine erste gesamteuropäische An st re n- gung am politischen Horizont ab, die ein erfreulicher Auftakt für die kommenden Verhandlungen um Westpakt und andere drängende Fragen des europäischen Lebens sei. Zu dem auffälligen Widerspruch, in dem sich das Sprachrohr des Quai d'Orsay gegenüber dem ungehemmten „antifaschistischen" Fanatismus der französischen Volksftont befindet, soll hier nicht weiter Stellung genommen werden. Er bedrückt Herrn Delbos ebenso wie den französischen Ministerpräsidenten selbst und wird den geplanten Kontrollausschuß der Machte ohnehin noch erheblich beschäftigen. Dagegen zwingt eine im gleichen Zusammenhang aufgestellte Behauptung des offiziösen Blattes zur Stellungnahme. Sei auch die Gefahr europäischer Berwick- lungen, so meint der „Temps", zunächst gebannt, so drohe Europa doch weiter Gefahr aus dem unüberbrückbaren GegensatzzwischenBolsche- wismus und Nationalsozialismus, den beiden Mythen, die sich über Gesamteuropa ausbreiten wollen". Solle nicht die Verwandlung Europas in ein spanisches Schlachtfeld die Folge sein, so müßten sich Frankreich und die übrigen Staaten vor allem gegen die Gefahr dieses Zusammenpralls wenden. Nun ist gewiß jede Bemühung zu begrüßen, die sich gegen die Aufspaltung Europas in weltanschauliche Fronten richtet. Aber sowohl mit der Deutung der deutschen Politik als auch mit der Rolle, die der „Temps" für Frankreich in Anspruch nehmen will, wie überhaupt mit der Schilderung der wahrhaft europäischen Aus- gäbe, geht das Organ des französischen Außen- Ministeriums in die Irre. Was die deutsche Politik anbetrifft, so straft schon die — machtpolitische und weltanschauliche — Selbstbeschränkung des Nationalsozialismus jede Unterstellung einer geheimen Aggressivität ebenso Lügen, wie es erstaunlich ist, daß der „Temps" Bolschewismus und Nationalsozialismus in ihrer möglichen Wirkung auf die Umwelt gar auf eine Ebene zu stellen versucht. Wenn der „Temps" die Gefahren für Europa suchen will, dann sollte er sie dort sehen, wo sie allerdings offen genug zu Tage liegen. Von jener Ausgleichsstellung zwischen den „Fronten", die das Blatt für Frankreich in Anspruch nimmt, um den wahrhaft europäischen Verantwortungswillen der französischen Polittk darzutun, kann im übrigen schon wegen der eindeutigen Option für die Moskauer Politik und für die immer stärkere Ausgestaltung der Bündnisse und Blocks nicht die Rede seim Damit ist der Kern aller „europäischen Gespräche' und aller Bemühungen um eine gesicherte Zukunft Europas berührt, aber auch der Quell aller Mißverständnisse und Erschwerungen, die die Lage so wenig aussichtsreich erscheinen lassen. Die deutsche Politik, seit sie 1933 als selbständiger Machtfaktor und nicht wie vorher als bloßes Objekt in Erscheinung trat, ist nie engstirnig oder für die anderen bedrohlich gewesen. Indern sie durch Verwirklichung der Gleichberechtigung einem unnatürlichen Zustand ein Ende machte, diente sie dem europäischen Frieden, ja schuf sie erst die Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben gleichberechtigter, freier Nationen. Die Tragik Europas bestand seitdem letzlich in dem Widerstand der franz ösischenPolitik gegen diesen naturnotwendigen Ausgleichs- und Normalisierungsprozeß. Wer gewohnt ist, den Maßstab der eigenen Vorherrschaft an die Erscheinungen des > europäischen Lebens anzulegen, mag geneigt fein, die Wiederaufrichtung Deutschlands zu seiner natürlichen Größe als unbequem zu empfinden. Das aber ändert nichts daran, daß diese Neigung, im Lichte der politischen Vernunft und der geschickt- lichen Entwicklung gesehen, einen Irrtum und zugleich eine Schuld darstellt, die jeden Ausgleich und jede Beruhigung in Europa heute so furchtbar erschwert. Denn ‘ein Blick auf die Entwicklung her europäischen Rüstungsverhältnisse zeigt, wie man wobei sie von der Annahme ausgegangen sei, daß Sowjetrußland sobald als möglich dem Zustand der Revolution und der Diktatur ein Ende machen und die Grundsätze der Freiheit, Kameradschaft und Gleichheit verwirklichen würde. Jetzt zeige sich, daß diese Erwartungen unberechtigt und die Versprechungen einer neuen Verfassung lediglich leere Vorspiegelungen gewesen seien. Die sog. Säuberungsaktion, die zur Zeit im Gange sei, sei weiter nichts als eine Warnung an ganz Sowjetrußland, daß eine Opposition gegen Stalin das schlimmste Verbrechen sei. Diese Entwicklung sei äußerst enttäuschend und beunruhigend für die wärmsten Verteidiger des Sowjetregimes. Ihre Hoffnungen feien zerstört worden. gramm dieser Organisation siehe die L o s l ö s u n g von der Sowjetunion. 3 n der Krim sei ebenfalls eine Bewegung aufgedeckt worden, die sich gegen die Regierung in Most' au richte. Auch in der Heimat Stalins, in Georgien, sei eine Verschwörung aufgedeckt worden. Wan habe dort die Ermordung des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei und früheren Tschekisten B e r i a vorbereitet und eine selbständige Regierung bilden wollen. Unter den vier verhafteten Verschwörern befinde sich ein Verwandter Stalins namens Reo Djuga- schwili. Die ganze Lage beunruhige Stalin außerordentlich. Gin Bericht des „Batin". Paris, 1. Sept. (DRV.) Der „Watin" besaßt sich mit der Lage in Sowjetrußland und berichtet, daß vor allem in den beiden zentratasiatischen Sowjetrepubliken Turkmenistan und Usbekistan, die schon immer wegen ihrer Entlegenheit als „neuralgische Punkte" des Sowjetreiches betrachtet worden seien, das Fieber der Erregung nach dem Woskauer Prozeß zum Durchbruch gekommen sei. 3n den beiden Sowjetrepubliken Ka- sakstan und Aserbeidschan sei von den dortigen Kommunisten eine große geheime Organisation gegründet worden. 3n dem Pro- Separatistische Bewegung gegen Moskau. In den zentralasiatischen Sowjetrepubliken und in Georgien, der Heimat Stalins, Verschwörungen gegen den Sowjetdiktator aufgedeckt. „Verhöre dritten Grades" in der Sowjelvoischast. London, 2. Sept. (DNB.) Die konservative „Eoening News" bringt weitere Enthüllungen über die sogenante „Säuberungsaktion" der Sowjetregierung. Dabei schildert sie ausführlich die Bemühungen der zur Zeit in London tätigen sowjetrussischen Geheimagenten, Beweismaterial gegen den früheren Sowjetbotschafter Sokol- n i k ö w sowie gegen den Militärattache der Londoner Botschaft, General Put na, zu sammeln. R o i s e n m a n n, der in der OGUP eine besondere Rolle spielt, soll in London eingetroffen sein. Nachdem die Verhöre „dritten Grades", die in den letzten Tagen in der Londoner Sowjetbotschaft durchgeführt wurden, nicht allzuviel ergeben hätten, habe der Chef der OGUP, Jagoda, seinen Agenten Befehl gegeben, London nicht eher zu verlassen, als bis das gewünschte Be- weismaterial vorliege. O z e r s ki, der Leiter der sowjetrussischen Handelsabteilung in Großbritannien, wird zurückkehren, um das zwischen England und Sowjetrußland abgeschlossene Handelsabkommen zu regeln. Nach Erledigung dieser Aufgabe wird Ozerski nach Moskau zurückgebracht werden, wo man ihn als Zeugen in dem neuen Hochverratsprozeß benötigt. A l s Geisel für eine gute Führung Ozerskis in London sind in Moskau zwei nahe Verwandte Ozerskis verhaftet worden. Das von den sowjetrussischen Beamten und Angestellten in London erpreßte Beweismaterial füllt die Gefängnisse in ganz Rußland. Um auch auf die Zeugen einen besseren Druck ausüben zu können, seien deren Verwandte in Rußland festge- Oie GPU. erpreßt in London brauchbare Zeugenaussagen. — Ozerski kehrt nach London zurück.—Verwandte als Geiseln verhaftet. angeblicher Geständnisse und Verdächtigungen ergeben. Diese armen Opfer des OGUP-Terrors seien in einen Zu st and der Hysterie versetzt worden, in dem sie sich bereit erklärt hätten, jede ihnen vorgelegte Aussage zu unterzeichnen. Die Labour-parlei enttäuscht. London, 2. Sept. (DNB. Funkspruch) Das Arbeiterblatt „Daily herald" gibt erneut feiner bitteren Enttäuschung über die Entwicklung m Sowjetrußland Ausdruck. Die englische Arbeiterbewegung habe sich stets, so heißt es, für die Herstellung besserer Beziehungen zwischen England und Sowjetrußland eingesetzt, gerade in der Möglichkeit bestehen, zu sehen, ob die Regierung des Herrn Blum an erster Stelle ein Abkommen einhalten werde, zu dem sie s e l b st nach den Forderungen des internationalen Rechts wie auch des moralischen Gewissens die Initiative ergriffen habe. Heue französische Waffenlieferungen. Paris, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie das „Echo de Paris" mitteilt, nimmt die Zufuhr von Waffen und Munition aus Frankreich an die spanischen Marxisten ihren Fortgang. Am Dienstag seien wiederum drei große Last- f raftro agen mit Maschinengewehren und Munition in hendaye angekommen. Man habe ihnen jedoch behördlicherseits die Weiterfahrt verboten. Daraufhin seien die Lastwagen nach B e h o b i a gefahren, wo es ihnen durch größeres Entgegenkommen der französischen Grenzwächter möglich gewesen sei, ohne weiteres nach Spa- Weshalb Frankreich die Waffenausfuhr nicht unterbindet Vermutungen der italienischen presse. — Militärische Stützpunkte in Spanien? nommen worden. Besonders die Vernehmung weiblichen Angestellten habe eine ganze Reihe Rom, 1. September. (DNB) Unter der Ueber- schrift „Wer hat den spanischen Kommunisten die Waffen geliefert?" veröffentlicht „Messaggero" Einzelheiten über die auf Initiative der spanischen Regierung zurückgehenden Verhandlungen mit der französischen Regierung über die Lieferung von Waffen, die —‘wiederum auf Antrag der spanischen Regierung — direkt aus den Rüstungsdepots des französischen Heeres entnommen werden sollten. Nach den Feststellungen des „Messaggero" hat sich der spanische Ministerpräsident Quiroga am 18. Juli telegraphisch an den französischen Ministerpräsidenten Blum gewandt und ihn um Mithilfe Frankreichs bei der Niederwerfung der Nationalisten gebeten. Ministerpräsident Blum habe darauf den spanischen Botschafter Cardenas zu sich kommen lassen und ihn unter dem geschickten Vorwand, keine direkte Verbindung mit dem französischen Botschafter in Madrid zu haben, gebeten, der spanischen Regierung mitzuteilen, daß Die französische Regierung bereit sei, die für die Niederwerfung notwendige Hilfe zu gewähren. Das Blatt schildert vom 18. bis zum 27. Juli Tag für Tag die tatsächlichen, wenn auch nicht immer mengenmäßig genau feststellbaren Lieferungen sowie ihre Bezahlung, für die neben der Eröffnung eines Kredits von 6 Millionen Franken bei der Banque de Paris et des Pays-Bas Go l d - transporte von 1 288 000 Pfund Sterling nach Paris durchgeführt worden seien. Wan müsse sich fragen, welche Ziele Paris mit dieser wiederholten Begünstigung Madrids verfolge. Die Antwort erscheine nicht zweifelhaft, da man nicht erst seit heute wisse, daß Frankreich einen militärischen Stützpunkt in Spanien suche. Wan brauche sich nur an herriots Reise nach Watz r i d aus dem Jahre 1932 zu erinnern, herriot habe damals, wenn auch vergebens, mit Hilfe eines überaus günstigen Handelsvertrages ein Kompromiß über das Durchzugsrecht französischer Kolonial trupp en durch spanischesGebietim Kriegsfälle erreichen wollen. Diesem Handelsvertrag fei übrigens ein vertrauliches militärpolitisches Schriftstück beigefügt, auf Grund dessen Spanien in einem Jahre für 20 Millionen Franken französisches Kriegsmaterial kau- f e n und außerdem Fabriken für die Herstellung von Flugzeugen und Geschützen na a> französischen Patenten einrichten sollte, die im Kriegsfall das französische Heer zu beliefern hatten. Dies Tatsache, so schließt das Blatt, Zeige wie peinlich der Volksfront-Regierung die gewissenhafte^ Einhaltung des von den Großmächten beschlossenen Waffenausfuhrverbotes sein müsse, das in so offenem Widerspruch mit diesen Dingen fei. Der große Moralisch« Wert des Wassenaussuhrverbots werd- Kommunistischer Mnschenschmuggel für Den Bürgerkrieg. Oesterreichische Arbeitslose werden für die rote Miliz angeworben. nien hinüber zu gelangen. Die kommunistische „humanite" teilt mit, daß die Geldsammlung für die Unterstützung der spanischen Marxisten bereits drei Millionen Franken erreicht haben. Außerdem seien für das Flugzeug, das von dem „jungen Frankreich" den roten f r A x “ rechnen, daß Malaga, das zur Zeit noch in den Händen der Marxisten ist, sich in den nächsten Tagen den Nationalisten ergeben werde. Flüchtlinge, die mit dem britischen Zerstörer „Worcester" in Gibraltar eingetrofsen seien, hätten erzählt, daß die Nationalisten nur noch fünf Kilometer von der Stadt entfernt seien. Flugzeuge der Militärgruppe hätten die UUä uun ut..i I stabt schwer bombardiert und den Flug- roien spanich en platz sowie viele andere Gebäude in Brand gesetzt, zum Geschenk gemacht Die Bevölkerung sei von einer großen Panik er- ' griffen und versuche, im Hafen Zuflucht zu finden. öus diesem Vormachtstreben heraus die Verantwortung für jeden Rüstungswettlauf auf sich lud, der heute die größte Gefahr darstellt. Immer seit Wiederherstellung der Wehrhoheit versuchte Deutschland in maßvoller, lediglich feiner Sicherheit dienender Weife sich den Rüstungsverhältnissen der Umwelt anzupassen. Immer aber suchte sich die Gegenseite einen Vorsprung zu sichern; er mußte in Deutschland um so mehr als Gefahr empfunden werden, als die Führung bei jenen Mächten lag, die, unter sich durch militärische Bündnisse verbunden, eine Machtzusammenballung darstellen, die die deutsche Wehrkraft bei weitem übersteigt. Die Behauptung, Deutschland Hobe durch die zweijährige Dienstzeit das „Gleichgewicht in Europa" verschoben, es strebe nur über Gleichberechtigung hinaus sogar eine bedrohliche Vorherrschaft an, — diese seltsamen Verdrehungen spiegelten nur die innere Unwahrhastigkeit jener Kreise wider, die Europa nicht zur Ruhe kommen lassen wollen. Wenn die „Neue Züricher Zeitung" in einem bösen Artikel darüber höhnt, daß Deutschland die Festigung seiner Wehrkraft stets mit Beteuerungen seiner Rüstungsbegrenzungsbereitschaft verbrämt habe, so ist zu fragen, ob es etwa unsere Schuld ist, daß man uns nicht beim Wort genommen hat. Und wenn andere Schweizer Blätter — und nicht nur sie allein — den deutschen Hinweis auf die eine Bedrohung darstellenden Rüstungen Moskaus als neue Ausflucht bezeichnen, da ja die Sowjetunion gar nicht an das Reich angrenze, so zeigt auch das nur, wie sehr gerade Blätter der vielgepriesenen demokratischen Staaten der Unsachlichkeit und Voreingenommenheit verfallen. Denn auch sie sollten ehrlicherweise zugeben, daß die Sowjetunion, militärisch gesehen, durch die Paktpolitik zum direkten Nachbarn Deutschlands geworden ist und dies jederzeit, aus dem Weg über den Pakt mit Prag und Paris, unter Beweis stellen kann; daß sie aber umgekehrt, für den praktisch ausgeschlossenen Fall eines deutschen Vorgehens, sich der sicheren Entfernung und Trennung durch die dazwischenliegenden Staaten erfreuen würde. Indem die französische Politik bewußt diese gefährliche Entwicklung herbeigeführt hat, indem sie die Verhältnisse nicht nur im europäischen Osten gefährdete, sondern zugleich auch im Westen von Grund auf störte und aus dem Gleichgewicht brachte, hat sie gewiß nicht jene ausgleichende Rolle in Europa gespielt, von der der „Temps" sprechen zu können meint. Die Belastung, die die gesamteuropäische Lage durch diese Bündnis- und Blockpolitik erfahren hat, wird auf der geplanten Ws st Paktkonferenz zu spüren fein. Deutschland hat keinen Zweifel gelassen, daß es zu gesunden Abmachungen im Westen bereit ist; daß es froh wäre, wenn die Konferenz der Fünf zum Ansatz- und Ausgangspunkt für die Herstellung vernünftiger Verhältnisse, sicherheits- und rüstungspolitisch, werden könnte. Aber das wird nur möglich sein, wenn vor allem in Frankreich dem Rüstungswahnsinn Einhalt geboten und auf jene unheilvolle Jnterventionspolitik verzichtet wird, die in dem Paktsystem mit Moskau ihren gefährlichen Ausdruck gefunden hat. Das Echo, das der Besuch Dr. Schachts in Paris gefunden hat, ist kennzeichnend für den trotz aller Hemmnisse wachen und bereiten Verständigungswillen hüben und drüben. Er sollte der amtlichen französischen Politik ein Fingerzeig sein, in welcher Richtung ihre europäische Aufgabe liegt. Von dem französischen Ministerpräsidenten möchte man bis zum Beweis des Gegenteils annehmen, daß er genügend Verantwortungssinn besitzt, um sich durch die falschen Parolen seiner radikalen Anhängerschaft nicht beirren zu lassen. Und es soll auch festgehalten werden, daß sein Blatt, der „Po- pulaire", die Frage aufwarf, ob jetzt nicht der — vielleicht letzte — Augenblick für eine Bemühung um internationale Rüstungsbeschränkungen gekommen sei. All diese Ansätze zu wirklich europäischem Denken soll man verzeichnen und pfleglich behandeln, freilich auch nicht überschätzen. Sie liegen vorerst noch im Stimmungsmäßigen, und viel muß noch geschehen, um Deutschland im diplomatischpolitischen Bereich jene Gerechtigkeit und jenes Verständnis in der Beurteilung seiner Ansichten und Auffassungen zu Teil werden zu lassen, das die Voraussetzung einer Verständigung und Annäherung bildet. Schließlich sollte man sich in Frankreich aber doch der Einsicht nicht verschließen, daß eine Verständigung mit dem Nachbarn jenseits des Rheins eine ungleich solidere Sicherheitsgarantie bedeutet als der Pakt mit jener Macht, die eben jetzt wieder durch ihre Vorschläge zur Völkerbunds reform ihren Geist der Zersetzung unter Beweis gestellt hat. Zielen doch diese Vorschläge mit dem Versuch der Aufrichtung des Mehrheitsprinzips und des Einbaus der B ü n ö n i f f e in die Satzung nur auf die weitere Auflösung der Genfer Einrichtung ab, die danach praktisch zum Werkzeug der Weltrevolutionäre gemacht würde. Im engen politischen und militärischen Bunde mit Moskau wird Frankreich nie zu einer Politik gelangen, die wirklich Europa dienlich sein kann. Wiederum war es das Blatt des Quai d'Orsay, das sich darüber Rechenschaft ablegte, daß Frankreich bei einem sozialen Umsturz in Europa, wie ihn der Kommunismus auf feine Fahnen geschrieben hat, nichts gewinnen könne. Wann wird die amtliche französische Politik aus dieser Erkenntnis die richtigen Folgerungen ziehen und begreifen, daß europäische Verantwortung ihr nicht den Platz „zwischen Bolschewismus und Natio- nalfoüalismus" — den sie mit ihrer Moskau- Politik bisher übrigens in keiner Weife eingenommen hat — zuweist, sondern ihren Einsatz auf der Seite der Ordnungs- und Kulturmächte verlangt? Wir glauben, daß Frankreich, schon aus Gründen der Selbsterhaltunq, auf die Dauer nicht um die bisher aufgeschobene Wahl zwischen Ordnung und Chaos herumkommt. So notwendig diese Wahl ist, so wenig hat sie mit einer Aufspaltung Europas in zwei feindliche Lager zu tun. Denn nicht etwa die Frage der Staatsformen ist das Scheidewasser, sondern oberhalb der Vielfalt der staatlichen Lebensformen müssen sich alle Kräfte, ob autoratio oder parlamentarisch-demokratisch zusammenfinden, um im Zeichen der Ordnung die wahre europäische Gemeinschaft zu bilden und zu verteidigen. Olympischen Vi erhielt als beste, Preis und der 3 Vlusikfilm den s daillen wurden Maria" und und Lehrfilme „ Uleet versin mit“ 'WXV'fot sen tot 'M Beweis geW Organismus steckten Ziele dem Erfolge stehen kann. : die verschieden sich der deutsch N) bewährt, leistungen Herr erkannt werden Den Preis h der Regisseur ? ieklugen wurde Anna "^on abend «PI preisgelr Nun, IN dem Lochum ;edr •8‘i: n- die tßg, Mr« ’»■ Abo* "w Auf. [•«orpi ^.Hessen. ,/'"gesetzt. der Ws die °nk dieser ^Parteitag " und sich : schließt ^efechtg, ^suhrunaen er Luft, dabei zur »Ms dem Ullerie "uftwaffe terregi. motorisierte Feld. Dann Men einer des Pan. n. Artil. a. Darnach Schluß der appen zur tirer. Dann ht. hierauf Aufstellung bersten Je- r lag der Zapfen, i Hof aus. w rs. eutsche Ar- 5 Machen ng des bet na- jemein- mag bet djen Mr- ) seiner e ott- JUVto- i\T oet- Mch mich vs Tot- tont $ die Dauer it erfolgen. „ wenn die nicht mehl ichnung er- >5 beul* Aushändl' des Bettie- Gründe jebenb sind, tionalsosia- 1 berechligf. Irbeils- m Hansen i Kraft. Hiller. udenkn. DUIBS®1* t ins ?5‘ auWE in einem alaüem-- rfN« 6 ibungen m (u&tage 6« los L°ü-^ jinten."®1 an»!*»' ,n Land«" ei b( oft I-d' "ä f'Ä L'S minit" !''-S pflicht enthält für Jugendliche zwischen dem 18. und 21. Lebensjahr. Das Programm siebt ferner Gesetze zur Hebung der Landwirtschaft und für die soziale Fürsorge vor. Meine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat an Generalfeldmarschall von Blomberg folgenden Glückwunsch gerichtet: Mein lieber Generalfeldmarschall! Zu Ihrem heutigen Geburtstage sende ich Ihnen meine herzlichsten Grüße. Ich verbinde sie mit dem Wunsche, daß Sie auch im kommenden Jahre Ihre ganze Kraft in voller Gesundheit dem Wiederaufbau der deutschen Wehrmacht widmen können. * gez. Aodls Hitler. Der Führer und Reichskanzler hat dem Generalleutnant a. D. Freiherrn von Watte r zu seinem 75. Geburtstage nachstehendes Telegramm zugehen lassen: In dankbarer Anerkennung der Verdienste, die Sie im Frieden, im Krieg und in der Nachkriegszeit dem deutschen Volke geleistet haben, übersende ich Ihnen zu Ihrem heutigen 75. Geburtstag meine herzlichsten Glückwünsche und Grüße. * Adolf Hitler. Am 1. September wurde in Kiel die 2. Unter- seebootsflottille, die auf Befehl des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht den Namen „Unterseebootsflottille Saltzwedel" trägt, in D ie nst ge ste llt. Flottillenchef ist Fregattenkapitän Scheer. * Der Reichsverweser Admiral von Horthy empfing im Schloß Gödöllö den Ministerpräsidenten G ö m b ö s zu einer anderthalbstündigen Aussprache. Der Reichsoerweser hat dem Ministerpräsidenten einen sechswöchigen Urlaub be- willigt und den Ackerbauminister D a r a n y i mit der stellvertretenden Leitung des Ministeriums beauftragt. Eine französische Nachrichtenagentur meldet, daß sich die beiden Sekretäre Trotzkis, Frankel und Wolf, auf der Reise nach Frankreich be- I finden. Acne Verlängerung der Dienstzeit in Frankreich? Paris, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) Kriegs- minister D al ad i er empfing am Dienstag die Vorsitzenden der Heeresausschüsse der Kammer und des Senats und unterhielt sich mit ihnen über die Lage der nationalen Verteidigung. Er machte sie mit den Fragen vertraut, die augenblicklich die Regierung hinsichtlich der nationalen Verteidigung prüfe. „Figaro" glaubt mitteilen zu können, daß sich die französische Regierung zur Zeit mit dem Plan einer Verlängerung der Militärdienstzeit trage. Heber diese Notwendigkeit seien sich auch politische Kreise einig. Man wisse aber nur noch nicht, a u f welche Zeitdauer man d-e Dienstzeit festsetzen solle. Nach Meinung des. Vorsitzenden des Heeresausschusses des Senats, dessen Ansicht auch von einer sehr hohen Persönlichkeit vertreten werde, zu der sogar noch die lieber» zeugung des Kriegsministers käme, sei eine Dienstzeitverlängerung a u f 2Vs Jahre nötig. Der Vorsitzende des Kammerausschusses, der, wie man sagt, von extremen Linkskreisen gestützt werde, gehe sogar noch weiter. Nach dem Blatt sei schon beschlossen, den nächsten Ministerrat mit der Frage der Dienstzeitverlängerung zu befassen. Triumphaler Erfolg deutscher Filmkunst. Auf der Internationalen Filmschau in Venedig erhalten deutsche Filme den Mussolini-Pokal, zwei weitere preise und fünf Medaillen. Venedig, 2. Sepl. (DJtB.) Die vierte 3n- ternaf ionale Filmkun st schau Venedig endete mit einem triumphalen Erfolg für die deutsche Filmkunst. Der Preisrichter- ausschuß, der am letzten Tage der Filmvorführungen zusammentrat, erkannte den höchsten der zu verleihenden Preise, den Mussolini-Pokal, dem deutschen Luls-Trenker-Film „Der Kaiser von Kalifornien" zu. Darüber hinaus wurde das deutsche Filmschaffen noch durch die Verleihung von zwei weiteren Preisen und von fünf Medaillen ausgezeichnet. Der Film über die Olympischen Winterspiele „Jugend der Welt" erhielt als bester dokumentarischer Film den Duce- preis und der Film „Schluhakkord" als bester Musikfilm den Preis des Thealerinstituts. Mit Medaillen wurden ausgezeichnet die Spielfilme „Ave Maria" und „Verräter" sowie die Kultur- und Lehrfilme „Metall des Himmels", „Ein Meer versinkt" und „Die Kamera fährt mit“ Damit hat Deutschland die größte Fahl von Preisen auf der Filmkunstschau erhalten und klar unter Beweis gestellt, daß seine Filmkunst ein lebendiger Organismus ist, der sich in Richtung auf die gesteckten Ziele tatkräftig durchsetzt und mit glänzen- dem Erfolge im internationalen Wettbewerb be- stehen kann. Die Vielzahl der Auszeichnungen für die verschiedensten filmischen Leistungen zeigt, daß sich der deutsche Film nicht nur in einem einzigen Fach bewährt, sondern auf allen Gebieten Höchstleistungen hervorbringt, die als solche auch anerkannt werden. Den Preis für die beste Regisseurleistung erhielt der Regisseur F e y d e r für den französischen Fllm „D i e k l u g e n F r a u e n". Als beste Schauspielerin wurde Ann adel la in dem französischen Fllm „Von abends bis morgens" („Veille d’ar- mes“) preisgekrönt. Als bester Schauspieler erhielt Muni in dem Film der amerikanischen Warner Brothers Filmgesellschaft „Das Leben von Louis Pasteur" den Preis. Als beste photo- graphi^e Leistung wurde der britische Film „T u - d o r Rose“ ausgezeichnet. Den Preis für den besten politisch-sozialen Film erhielt der italienische Abessinienfilm „Marsch der Heide n". Als wissenschaftliches Filmwerk wurde der Duce-Film „Ein Blick auf den Meeresgrund" preisgekrönt. Die Preisverteilung auf der Internationalen Filmkunstschau in Venedig bedeutet in der Tat einen neuen und außerordentlichen Erfolg unseres Landes auf kulturellem Gebiet. Daß die deutsche Filmproduktion künstlerisch und technisch Hervorragendes leistet, davon waren wir in Deutschland seit langem überzeugt. Aber es ist für uns, unser Ansehen und unsere kulturelle Propaganda im Auslande sehr wesentlich, daß ein solches Werturteil vor einem internationalen Forum, gleichsam vor den Augen der gesamten Kulturwelt bestätigt und anerkannt wird. Das ist soeben — für uns hocherfreulich und ehrenvoll — in Venedig geschehen. Und zwar stellt dabei sowohl die Anzahl der Preise an sich als auch die Verschiedenartigkeit der preisgekrönten Werke der deutschen Filmproduktion ganz allgemein ein vorzügliches Urteil aus, auf das wir stolz sein dürfen. Keine der beteiligten Nationen hat auch nur annähernd eine gleich hohe Zahl ehrenvoller Auszeichnungen daoongetragen wie Deutschland, und es scheint besonders bemerkenswert, daß diese Preise sich auf die verschiedenen Kategorien der Produktion erstrecken, auf rein- künstlerische Filme, auf Spielfilme, dokumentarische Filme, Kultur- und Lehrfilme. Den großartigen Bericht über die Olympischen Winterspiele, „Jugend der Welt", haben wir in Gießen bereits zu sehen bekommen: der mit dem Mussolini-Pokal ausgezeichnete Trenker-Film ' „Der Kaiser von Kalifornien" wird in den nächsten Tagen auch bei uns anlaufen. Ebenso dürften die übrigen preisgekrönten Werke voraussichtlich in der nächsten Zeit bei uns zu sehen sein. e 28 Tote auf Zeche Vereinigte Präsident. 17 Verletzte—Or. Ley an der Llnglücksstätte. Bochum, 1. Sept. (DBB.) Die Schlagwetterexplosion auf der Zeche Vereinigte Präsident in Bochum hat nach den neuesten Feststellungen 2 S T o t e und 17 V e r l e h t e gefordert. Bergassessor Bruch, Vorsitzender der Bergbau- AG. Lothringen, besuchte die Verletzten am Dienstagvormittag im Krankenhaus. Von der Direktion der Vevgbau-AG. Lothringen wurden den Hinterbliebenen der tödlich verunglückten Knappen zur Linderung der ersten Bot sofort 150 BW. zur Verfügung gestellt. Am Dienstag stattete Reichsorganisationsleller Dr. Ley der Zeche einen Besuch ab. Er unterhielt sich mit einigen Bergknappen und entbot dann in der Maschinenhalle den Toten seinen letzten Gruß. Im Anschluß daran begab sich Dr. Ley in das Krankenhaus Vergmannsheil, wo er die 17 Verletzten besuchte und ihnen baldige Wiederherstellung wünschte. pg. Dr. Ley hatte ferner eine eingehende Unterredung mit der Betriebsführung sowie mit dem Velriebswalter der DAF., vor allen Dingen über die Frage, ob dieses furchtbare Unglück durch irgendein Versehen oder Verschulden herbeigeführt worden sei. Dr. Ley ließ keinen Zweifel darüber, daß er gewillt sei, jeden Weg zu gehen, um die eigentliche Ursache feslzuftellen und für die Zukunft ähnliche Unglücke zu verhüten. Die trotz aller Sicherheitsmaßnahmen immer wieder einlretenden schweren Bergwerksunglücke, so erklärte Dr. Ley, könnten niemals damit hingenommen werden, daß es sich dabei wohl um bedauerliche aber keinesfalls immer zu vermeldende Unglücke handele. Irgendeine Ursache müsse nach seiner Meinung in jedem Falle vorliegen, und wenn diese Ursache durch das Versehen oder Ver- schulden von Personen entstanden sei, würde er nunmehr mit den schärssten Mitteln durchgreisen. Das Beileid des Führers. Der Führer und Reichskanzler hat an den Betriebsführer der Zeche „Vereinigte Präsident" Bochum folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „In tiefer Trauer über die Nachricht von dem schweren Grubenunglück bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der Toten meine herzlichste Anteilnahme und den Verletzten meine aufrichtigen Wünsche für ihre baldige Wiederherstellung zu übermitteln. Als erste Hilfe für die Opfer dieser Katastrophe stelle ich den Betrag von 20 000 RM zur Verfügung. Adolf Hitler. ♦ Für die bedauernswerten Opfer haben die zuständigen Träger der Reichsversicherung die 3ur Linderung der er Ren N o t erforderlichen Maßnahmen sofort durchgeführt. Insbesondere sind die Sterbegelder bereits bezahlt. Die beschleunigte Zahlung der Hinterbliebenenrente ist sichergestellt. — Die „Stiftung für Opfer der Arbeit", die vom Führer und Reichskanzler ins Leben gerufen wurde, hat sofort einen vorläufigen Unterstützungsbetrag in Höhe von 10 000 RM. für die Hinterbliebenen der tödlich verunglückten Bergleute und für die Schwerverletzten bereitgefteüt. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter; Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitats-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., fämtlid) m Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 P. mehr. Änzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zelt ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. clsh. NtädhuMQ »R6« reine CbAXAjdfcJ; Mi Di ERNTEN 31 BIS 33 + MUSTERCIGARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMER R 6 O/M ’stei H. F.APH.F. REEMTS MA +■ CIGARETTEN FABRIKEN* ALTONA-BAHRENFELD Die Cigaretten sim methoden. die zugl DerTabakmischermuß immerJahre vorausdenken,um die Gleichmäßigkeit einerTabakmischung sicherzustellen. Seine Hauptsorge gilt nicht dem Heute oder Morgen, sondern der weiteren Zukunft, und deshalb ist es von besonderem Interesse, daß auch die neuen Ernten für die Zeit nach ihrer zweiten Fermentation eine absolut gleichbleibende Mischung erwarten lassen. die NebenktÄten^r Hl denkbar geringste Maß h KE 4 PH. E REEMTSMA+Al ERNTEN 31 BIS 33 + MUSTERCIGARETTEN MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M •uer Fabrikation*- r Hutiellu^g auf Diese Cigaretten werden In den Fabrikat betriebes in Altona-Bahrenfeld nac^n 2 Ä 00 SU % ^0 $ 2 Der ungewöhnlcnZ dieser Mischung b< liehe Tabake rkein Die Hauptprover^ isawagen unseres technischen Muster- tezK völlig neuen Methoden hergestellt Der ungewöhnlich zarte und reine ChafSTer dieser Mischung beruht darauf, daß sämtliche Tabake zweimamrpptMdp^fcÄngje wird ausschheßhch ohne Mundstück hergestellt D^^^l^eJzCT^Oiffftaus folgenden Distrikten. aja/fyr°>|5JCavWl r. WOirgffwemlh. SMMrn. SORTE Reichstagung des Gustav Adolf-Vereins Auf der Reichstagung der Guftav-Adolf-Stiftung in Kassel überbrachte Generalsuperintendent D. Fuchs im Namen des Gustav-Adolf-Vereins von Kurhessen-Waldeck eine Festgabe von 2 8 000 Mark, die durch Sammlungen der Konfirmanden und Kindergottesdienste aufgebracht worden sind. Die Gustav-Adolf-Frauenvereine, tue in diesem Jahre auf ein fünfzigjähriges Bestehen zurückblicken, Übergaben 15 000 RM., die dazu helfen sollen, in den deutschen evangelischen Gemeinden Brasiliens ein bodenständiges Diakonissenwerk zu bauen. Die „Große Liebesgabe", die alljährlich auf den Reichstaaungen vergeben wird, wurde einer deutschen evangelischen Gemeinde in Oe st erreich zugesprochen. Eine deutsche evangelische Gemeinde in Belgien und eine kleine Diasporagemeinde in der Tschechoslowakei erhielten kleinere Gaben von je 7000 RM. Generalsekretär D. Geißler legte den Jahresbericht vor. Es wurden im Jahre 1935 insgesamt 1300 000 RM. für die Unterstützung evangelischer Diasporagemeinden aufgebracht. Von den 1311 Gemeinden, denen der Gustao-Adolf-Berein seine Hilfe gewährt hat, liegen 141 in Oesterreich, 135 in der Tschechoslowakei, 81 in Polen, 87 in den baltischen Ländern, 11 in Ungarn, 78 in Jugoslawien, 102 in Rumänien, 28 in Südamerika. In einer öffentlichen Versammlung hielt Konsi- storialrat Hasenkamp (Düsseldorf) einen Vortrag über den Dienst der Heimatkirche und des Gustav-Adolf-Vereins an den Volksgenossen i n den Kolonien. Der Redner, der selbst lange Jahre als Pfarrer von Swakopmund wirkte, wandte sich auch der Zukunft der deutschen Kolonialfrage und den daraus entspringenden Aufgaben für Heimatkirchen und Gustav-Adolf-Verein zu. Der Deutsche in der Diaspora des Auslandes bleibe nur Deutscher, wenn er Christ bleibe. Die Volksgemeinde, die Kinder und Kindeskinder immer neu in der deutschen Muttersprache beten lehre, die das in der Lutherbibel verdeutschte Evangelium lese und deutsche Glaubenslieder singe, die bleibe deutsch, und sei sie dem Vaterlande Tausende von Meilen fern. Den feierlichen Ausklang der Gustav-Adolf-Tagung bildete ein Festgottes- dienst in der Kasseler Martinskirche, bei dem der Leiter des deutschen evangelischen Kirchenwesens in Estland, Propst zur Mühlen (Reval), die Predigt hielt. Als Ort der nächsten Reichstagung wurde Speyer in Aussicht genommen. Aus aller Welt Oie Giftmörderin Frieda Vogler rechtskräftig zum Tode verurteilt. Der Erste Strafsenat des Reichsgerichts hat die von der 42 Jahre alten Angeklagten Frieda Dogger, geb. Zorn, gegen das Urteil des Schwurgerichts Mainz vom 9. Juli 1936 eingelegte R e - Vision als unbegründet verworfen. Damit ist die Aengeklagte wegen zweier Verbrechen des Mordes zweimal zum Tode und wegen zweier Verbrechen des versuchten Mordes zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Außerdem wurden der Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt. — Die Angeklagte hatte, wie erinnerlich, im Jahre 1930 ihren 17 Jahre älteren Ehemann ermordet, indem sie ihm nach und nach Thalliumgift unter die Speisen mischte. Der Friseur Ludwig Seitz, der nach Annahme des Schwurgerichts von dem Verbrechen der Angeklagten gewußt hat, wurde ebenfalls von der Vogler durch Tallium vergiftet. Ein lästiger Liebhaber der Vogler, Andreas Keim, und der Stiefsohn Georg Vogler entgingen wie durch ein Wunder dem gleichen Schicksal. Infolge dieser beiden Giftmordversuche sind jedoch beide Männer nahezu erblindet. Oie Attveteranen am Tliederwald-Oenkmal. Die 250 in Bad Ems zum Reichstreffen der Altveteranen des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuser) versammelten alten Krieger veranstalteten am Vortag des Jahrestages von Sedan, eine gemeinschaftliche Fuhrt zum Niederwald- Denkmal. Auf der Fahrt dorthin fand am Blücher- denkmal in Kaub eine kurze Erinnerungsfeier statt, bei der Major a. D. B r o i s ch e r einen Vortrag über Blüchers Rheinübergang in der Silvesternacht 1813 hielt. Am Niederwald-Denkmal waren die Kameradschaften des Deutschen Reichskriegerbundes aus der näheren und weiteren Umgebung angetreten. Zahlreiche Ehrengäste waren erschienen, die die Feierstunde der Altveteranen miterleben wollten. Der Landesführer Kurpfalz, Generalleutnant a. D. von Oidtmann (Darmstadt) begrüßte den Bundesführer, die Attveteranen und die Ehrengäste und feierte das Vorbild der Pflichtauffassung und Treue, das die Altveteranen ihren Nachfahren bieten. Bundesführer Oberst a. D. Reinhardt gedachte der Tapferen unseres Volkes, die damals auf den blutigen Schlachtfeldern, vornehmlich in Sedan, ihr Leben gaben und derer, die ihr Leben im Weltkriege für Deutschlands Freiheit und die Freiheit des deutschen Rheinstromes opferten. Wenn wir uns heute hier oben zusammengefunden haben, so sagte Oberst a. D. Reinhardt weiter, richten wir unseren Blick auf die Gegenwart und die Zukunft und gedenken des Mannes, dem wir es verdanken, daß wir wieder am freien Rhein stehen dürfen, der uns nach Jahren der Schmach die Ehre und das Ansehen in der Welt wiedergab. Der Bundesführer schloß seine mit großer Begeisterung aufgenommene Rede mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied und ein Vorbeimarsch der Ehrenformationen vor den alten Soldaten bildeten den Abschluß der erhebenden Feierstunde. Ungarn gewinnt die Goldmedaille im Münchener Schach-Olympia. Die Hängepartten der 21. und letzten Runde im Schach-Olympia München 1 936 hatten folgendes Ergebnis: Finnland — Estland 4:4, Ungarn — Norwegen Italien — Bulgarien 5^:2>2, Rumänien — Schweden 1^:6^, Tschechoslowakei — Jugoslawien 5:3, Schweiz — Frankreich 5:3, Polen — Holland 6:2, Deutschland — Oesterreich 5%:2H, Lettland — Dänemark 5:3, Island — Litauen Damit ergibt sich folgendes Endergebnis: Ungarn 110)4 Punkte, damit an erster Stelle und Gewinner der Goldmedaille; 2. Polen 108 Punkte; 3. Deutschland 106>4, 4. Jugoslawien 104)4; 5. Tschechoslowakei 104; 6. Lettland 96)4; 7. Oesterreich 95; 8. Schweden 94; 9. Dänemark 91)4; 10. Estland 90; 11. Litauen 77)4; 12. Finnland 75; 13. Holland 71)4; 14. Rumänien 68; 15. Norwegen 64)4; 16. Brasilien 63; 17. Schweiz 61)4; 18. Italien 59; 19. Island 57)4; 20. Frankreich 43)4; 21. Bulgarien 38)4 Punkte. Die Siegerehrung fand ihren Höhepunkt mit der Verleihung der Medaillen und Ehrenpreise durch den Leiter des Großdeutschen Schachbundes, Regierungsdirektor Zander. Jedem der zehn Spieler der ungarischen Siegermannschaft überreichte er die Goldmedaille, ihrem Führer Großmeister Maroczy außerdem einen Ehrenpreis des Staatsministers a.D. Hermann Esser in Form eines goldenen Pokals für die ungarische Mannschaft. Die zweiten Sieger der polnischen Mannschaft bekamen die silberne Medaille, die deutschen Kämpfer, die den dritten Platz belegten, je eine broncene Medaille. Bundesleiter Zander zollte auch den übrigen 18 Nationen und ihren Mannschaften, die je eine silberne Erinnerungsplakette und große Terrakotta-Springer-Figuren erhielten, volle Anerkennung und gedachte des vorbildlichen kameradschaftlichen Geistes, der zwischen allen teilnehmenden Nationen gewaltet habe. Bei dem Problem- und Studien- t u r n i e r konnte Deutschland mit 56 Punkten die goldene Medaille für sich erringen. Zweiter wurde Ungarn mit 19 und dritter Sieger Lettland mit 18 Punkten. Drei Bergsteiger im Jungfrau-Gebiet verschollen. Ueber das Schicksal dreier junger Leute, die am Sonntag zu einer Besteigung des Ostgrates der Jungfrau aufgebrochen sind, und von denen man seither nichts mehr gehört hat, ist man in Bern in großer Sorge. Es wird befürchtet, daß sie in einen Gletscherbruch gestürzt sind. Paddler im Rhein ertrunken. Zwei Burschen aus Achern, die mit ihrem Paddelboot auf dem Rhein aus Richtung Speyer kamen, wollten beim städtischen Flußbad in Mannheim-Neckarau an Land gehen. Dabei geriet das Boot an ein Drahtseil und kenterte. Die beiden Insassen fielen in den Rhein. Der des Schwimmens unkundige 16 Jahre alte Gerhard Busch fand dabei den Tod. Seine Leiche konnte bisher noch nicht geländet werden. Trauriges Ende einer Gefälligkeitsfahrt. Infolge Uebermüdung des Fahrers rannte nachts ein mit Braugerste beladener Lastzug aus Kreuztal bei Schameder (Wests.) in den tiefen Straßengraben. Im Augenblick des Unglücks schlief ein junges Mädchen, das der Fahrer aus Gefälligkeit aus Erfurt mitgenommen hatte, in dem engen Raum hinter dem Führersitz. Dadurch, daß der Hinterteil des Lastwagens herumgerissen wurde, wurde das Mädchen eingeklemmt und war sofort tot. Der Beifahrer, der ebenfalls geschlafen hatte, sowie der Fahrer blieben unverletzt. Da das Mädchen keinerlei Papiere bei sich hatte, konnte man seine Personalien noch nicht feststellen. Der Fahrer wurde festgenommen. 3m Gardasee ertrunken. In Sirmione am Gardasee geriet ein Bankbeamter aus Mantua, namens F u n a r o , beim Baden in Ertrinkungsgefahr. Zwei seiner Freunde, Dr. Viktor Ferrari und Dr. Caesar Galli, wollten ihm zu Hilfe eilen und stüzten sich in den See. Leider ist die Rettung nicht gelungen. Der junge Mann und seine Freunde, Beamte der Präfektur von Mantua, fanden den Tod. Reue englische Briefmarken mit dem Bilde König Eduards VIII. In allen englischen Postanstalten gelangten dieser Tage zum ersten Male die neuen Postwertzeichen mit dem Kopf König Eduards VIII. zum Verkauf. Schon in den frühen Morgenstunden war der Andrang außergewöhnlich groß. Die Postbehörden rechnen für den ersten Tag mit einem Gesamtverkauf von rund 3 0 Millionen Stück. Gleichzeitig setzte auch in den Dominions der Verkauf der neuen Briefmarken ein. In Australien wurde eine sogenannte Krönungsausgabe verkauft, die den Kopf Eduards VIII. im Gegensatz zu den im Heimatland ausgegebenen Marken nicht von der Seite zeigt, sondern von vorn. Diese Marke ist nach einer von König Eduard persönlich ausgesucht ten Photographie hergestellt. Die alten Freimarken mit dem Kopf Georgs V. werden bis zur Erschöpfung der Vorräte weiter ausgegeben. Erwähnt sei noch, daß von den neuen Postwertzeichen bisher nur die )4, 1)4 und 2V--Pence-Marken zur Ausgabe gelangen. Eine hübsche 3dee für die Weinwerbewoche. Mit anerkennenswerter Tatkraft nimmt sich d i e Stadt Augsburg des kommenden „Festes der deutschen Traube und des Weines" an. Die Stadt hat nicht nur doppelt so viel Patenwein wie im Vorjahr bestellt (40 000 Liter), sondern hat auch eine neue Art und Weise gefunden für die Ausgestaltung der Weinwerbewoche. Auf dem alten Fischmarkt im Schatten des Rathauses so! ein Brunnen aufgebaut werden, aus dessen vier Röhren einer der drei Augsburger Patenweine fließen soll, und zwar an jedem Nachmittag, am Sonntag auch vormittags. Als Heben werden am Wein- brunnen junge Mädel in Pfälzer Tracht ihres Amtes walten. Der Patenwein wird in eigenen „P a t e n w e i n g l ä f e r n" mit dem Wahrzeichen der Stadt ausgeschenkt, die als Andenken mitgenommen werden können. Und damit sich die nötige Stimmung gleich anfangs einstellt, werden durch eine Lautsprecher-Anlage Rhein- und Weinlieder übertragen werden. 3. Internationaler Kongreß für Lichlforfchung. Der 3. Internationale Lichtforscher- Kongreß, zu dem 29 Staaten ihre Vertreter entsandt haben, ist in Wiesbaden eröffnet worden. Präsident Professor Dr Friedrich (Berlin) begrüßte die Ehrengäste und Teilnehmer des Kongresses. Der Dank des Präsidenten galt in erster Linie dem Führer und Reichskanzler für die hochherzigen Spenden zur Durchführung des Kongresses. Dank sagte Professor Friedrich weiter dem Schirmherrn des Kongresses, Reichsminister Dr. F r i ck , für seine tatkräftige Förderung. Ministerialdirektor Dr. Gütt erklärte daraus den Kongreß für eröffnet. Oberbürgermeister Schulte entbot den Willkommensgruß aller örtlichen Kreise. Nach den Ansprachen verschiedner ausländischer Delegierter hielt Professor Dr. Rudolf Herzog (Gießen) einen beifällig aufgenommenen Festvortrag über das Thema: „Das Licht in Glauben und Brauch der Völker". Mit dem Kongreß ist eine Ausstellung verbunden, die den Teilnehmern einen Ueberblick über den Stand und die Fortschritte der medizinischen Technik gibt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Während im Norden und Osten Deutschlands noch immer der Einfluß des im.Ostseegebiet liegenden Sturmwirbels sich bemerkbar'macht, konnte sich am Montag bei uns Witterungsbesserung durchsetzen. Ueber England ist jedoch ein neuer Wirbel in Entwicklung, der seinen Einfluß schon nach Nordwestdeutschland vorgetragen und Regenfälle verursacht hat. Auch bei uns wird sich etwas unbeständiges Wetter durchsetzen, doch wird die Niederschlagstätigkeit sich vereinzelt auf gewittrige Niederschläge beschränken. Aussichten für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig, sonst meist wolkig und auch vereinzelt teilweise gewittrige Niederschläge, bei südlichen Winden ziemlich warm und schwül. Aussichten für Freitag: Leicht unbeständig, aber ziemlich warm und nicht durchweg unfreundliche Witterung. Lufttemperaturen am 1. September: mittags 21,3 Grad Celsius, abends 14,4 Grad; am 2. September: morgens 12,4 Grad. Maximum 21,8 Grad, Minimum heute nacht 10,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. September: abends 19,5 Grad; am 2. September: morgens 16,5 Grad. « 5408 D empfiehlt 5412A Ein neues O Fahrrad £ Treis a. d. Lda., Daubringen, Wiesbaden, Frankfurt, Wetzlar, Lollar und Ober-Ursel. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. Sept 1936, nachmittags 4 Uhr, statt Möbelverkauf Wir verkaufen im Auftrag: [ 40:D 1 kompl. Schlafzimmer (pol.) 1 kompl. 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Der einfache Hosenrock (in der Mitte) hat einen seitlich geknöpften Sattel, während bei den beiden anderen Modellen je ein Reißverschluß eingearbeitet ist. An der Form links bilden die vorderen Bahnen oben zwei schräggestellte Taschen; am rechten Modell betont eine vorn wie hinten aufgesteppte Bahn mehr den Rockcharakter. Die Hemdbluse in der Mitte mit dem eingesetzten Westchen und den kurzen Puffärmeln fanffott, )lands noch t liegenden nie sich an durchsetzen, bei in Ent- Nordwest- verursacht ibeslänöiges ederschlags» Niederschläge : Morgens ) auch oen e, bei süd- ml. unbeftän* tjioeg un> dgs 213 ptember: Ä, Bv ipexatuxen V),5 (Stab; hat breite Steppnähte und wird durch drei Perlmutterknöpfe geschlossen. Passe, Vorderteil und Aermel der Bluse links sind in einem Stück geschnitten, Hals und Aermel werden durch schmale Bündchen abgeschlossen. Kleine, runde Glasknöpfe bilden den Verschluß. In Pulloverform mit Rollkragen und Rollaufschlägen ist die Bluse rechts gearbeitet. Raglannähte, Täschchen, Ausschläge und Kragen sind durch Steppnähte markiert. H. Handlung des Fiebers nicht nötig, wenn der Arzt die vorhandene Krankheit sachgemäß behandelt. Wenn sich bei dem Kind ein quälendes Durstgefühl einstellt, so gebe man Zitronenwasser — nicht sehr süß —, lauwarme Milch und Fruchtsäfte. Bei hohem Fieber keine feste Nahrung, das Kind wird auch meistens gar keinen Appetit haben, und es schadet gar nichts, wenn es mal ein oder zwei Tage gar nichts ißt und nur Milch und Fruchtsäfte zu sich nimmt. Haferschleim ist gestattet, nur nichts, was den Magen beschwert. Wenn Kinder in den ersten Lebensjahren, besonders gegen Abend, leicht fiebern, so ist das kein Zeichen' einer besonders schweren Krankheit. Oft handelt es sich hier nur um besonders reizbare Und nervöse Kinder. Viel Ruhe, Baldrian vor dem Schlafengehen, keine aufregende Lektüre usw., und bald wird sich auch das Ansteigen der-Temperatur geben. Dr. W. Für die dunklen Borkenkrepp-, Woll- und knitterfreien Jerseykleider sind bischosslila Garnituren und Paspel oder geschmackvolle Westen aus Seiden- organza modisch und beliebt. Die Gewebe sind durchweg leicht und anschmiegsam durch die Weichheit der Wolle. Angora eignet sich sowohl für das sportliche als auch für das festliche Kleid. Für den Tag sind Einfassungen der Taschen, des Gürtels und Kragen in Leder zweckmäßig und praktisch, die sich auch bei den Mischgeweben bewahrt haben. Steppereien und Blenden sind andere Möglichkeiten der Verzierung. , Eine neue Form, die das Material Cloquö geschaffen hat, ist die Kombination von Bluse und Rock für den Abend. Zusammenstellungen von schwarz-weiß, gelb-flieder, rosa-schwarz lassen uns genug Svielraum, für jeden Teint und jede Haarfarbe etwas zu finden. Ist die kurztailliae Bluse drapiert, mit großen Puffärmeln, so ist der Nock streng gehalten. Betont wird immer nur das eine ober andere, um den Stil dieses Blusenkleides zu wahren. Taft Cloquö-Cirs und glänzende Streumuster auf stumpfem Grund sind ideale Stoffe für die Stilkleider. Pastell- und starkfarbige Blumenbuketts und Ranken, die es beleben, find die letzten Grüße des scheidenden Sommers an die Frau, die sie auch während des Winters an die schönen Tage erinnern sollen. „r , Die deutsche Modeindustrie ist wohlgerustet und hat mit großer Vielseitigkeit vorgesorgt, so daß wir mit dem Herbst zusammen seinen Einzug feiern können. Schü- mag. Wenn auch das Sticken nie in dem Maß fo vernachlässigt worden ist wie jahrzehntelang die alte nordische Volkskunst des Webens, so hat doch auch dieser Zweig der Handarbeit lange Zeit nicht die ihm gebührende Geltung genossen. Die Maschine und ihre Erzeugnisse übertrumpften alle bescheidenen kleinen Künste, und die Frauen suchten andere Beschäftigungsarten, die sie durchaus nicht immer befriedigten. Nun, auch dieses Blättchen hat sich qe- wendet, und wir sehen selbst ungeübte Hände sich liebevoll mit Stickereien, Häkeleien und Stricksachen abgeben. „Hebung macht den Meister", heißt es nicht umsonst, und so erkennen wir an vorbildlich ausgeführten Arbeiten auch die Meisterin, die durch eine strenge Schule gegangen ist. Die Erfordernisse der Mode usw. verlangen ein immerwährendes Hinzulernen und ein gesteigertes Anpassungsver- mögen. Auch ist es gar nicht so leicht, Uniformen, Fahnen und Abzeichen zu besticken. Der hierzu nötige Umgang mit dem spiralförmig gewickelten Draht aus Gold, Silber und Aluminium will gepflegt sein, denn so wenig wir Laien vielleicht im Sträßenbild darauf achten, eine Unregelmäßigkeit und Unsauberkeit in der Ausführung würde uns doch sofort auffallen. Aber nie werden wir einen Fehler bemerken, weil eine berufstätige deutsche Frau nun einmal ihren Ehrgeiz darein setzt, ihr Am Webstuhl und Stickrahmen. Von Hilde Ines. V.A. Frauenhände ruhen nicht gern, besonders dann nicht, wenn sie auf irgendeine Weise eigenen Gedanken Ausdruck zu geben vermögen. So kneten und formen sie allerlei Figuren oder nützliche Gebrauchsgeräte, schaffen praktische wie elegante Kleidungsstücke, und nicht zuletzt verwandeln sie den einfachen Leinen-, Seiden- oder Wollfaden zu einem Gewebe, aus dem oft wahre Wunderwerke am kleinen und großen, den Alltag verschönenden Dingen entstehen. In unermüdlichem Fleiß führen sie neue Muster am We bst uhl und mit d er Nadel aus, nicht ruhend, bis das Ergebnis den wirklichen Bedürfnissen entspricht. Und da das Stilgefühl und der künstlerische Formensinn in steter Entwicklung begriffen sind, wird es ja auch nicht schwer fallen, einen sicheren Einfluß auf die weitesten Bevölkerungskreise zu gewinnen. Darum ist es so wichtig, daß erprobte Fachkräfte ihre Erfahrungen, ihre Talente und ihre Kenntnisse in steigendem Maße nutzbringend anwenden können. Sieht man eine solche Frau an ihrem Hoch- oder Flachwebstuhl sitzen, will man es gar nicht fassen, mit welcher Geschwindigkeit ihr die schwierigste Arbeit von der Hand geht. Das Bäumen der Kette und das Einführen von Schuß- oder Einschlagfäden geschieht im Nu und doch braucht die Vollendung eines Kleiderstoffes sowohl wie einer Decke und eines Teppichs eine nicht zu knapp bemessene Zeit. Besonders das T e p p i ch k n ü p f e n, wie es jetzt mehr und mehr den Fischerfrauen in Pommern und in Ostpreußen nachgeahmt wird, bedarf großer Geduld und Sorgfalt, denn je dichter die Knüpfung ausfällt, einen umso höheren Wert erhält das fertige Stück. Findet ihr Werk dann Anerkennung, fühlen sich die fleißigen Arbeiterinnen auch be- lohnt, und mit Eifer gehen sie an die Erledigung eines neuen Auftrags. Auch die vielen Frauen, die ihr Heim schmücken wollen und die nicht über die Mittel verfügen, eine fertige Handweberei zu erwerben, können sich ohne weiteres die nötigen Kenntnisse für die Selbstherstellung zunächst eines kleinen Deckchens, eines Besatzes oder eines Kragens aneignen. Wer kennt nicht die Bandwebebrettchen, die Plättchen, den einfachen Webrahmen und den Tischwebstuhl? Hat man erst einmal die Grundlagen der Technik erfaßt, will man weiter Schritt für Schritt. Alle Flicken werden noch sorgsamer als bisher gesammelt, denn es soll nicht mehr lange dauern, bis der erste bunte Flickenteppich das Auge erfreuen wird. Und wer weiß, was sich aus einem so verheißungsvollen Anfang noch entwickeln K iut L •Sh, 'M uft « R-hrm "* Ilie. Qm Sonn. °?Wein. rhIrQd)t rö 'n eige. landen. Uno damit £ s'nstellt, Mn- und 'stchung. orscher. Vertreter worden. Berlin) be> des Kon. t 'n erster für die des Kon. weiter dem 'Nister Dr. Ninisterial. n Kongreß ['e entbot reise. Nach r Delegier, ließen) rtrag über nd Brauch Ausstellung Ueberblii r mebiyni. Handel verteilten Lebensmittel. Es kommt nicht allein darauf an, die Lebensmittel dem Aussehen und dem Geruch nach unverdorben zu verwerten, sondern die Nährwerte müssen auch erhalten bleiben. Wenn man bedenkt, daß nach einem Riesenaufwand neuzeitlicher Transportmittel, Kühlhausanlagen und dergl. die Lebensmittel oft durch falsche Behandlung im Kühlhaus im Nährwert auf einen Bruchteil herabgesetzt werden, dann find dieses Unachtsamkeiten der Hausfrauen, die vermieden werden müssen. Wasser laugt z. B, Fleisch, Gemüse, Salat und Obst aus. Vor allem werden aber durch zu dickes Schälen, zu starkes Ausputzen und durch stundenlanges Kochen ungeheuer viel pflanzliche Nährstoffe verschwendet oder zerstört. Es gibt immer noch genug Hausfrauen, die das Gemüse gänzlich zerkochen, dann das Wasser mit den Nährstoffen wegschülten und das übriggebliebene wertlose Gewebe mit Salz und Mehl wieder schmackhaft zu machen versuchen. Große Unglücksfälle oder Katastrophen im Einzelfall werden eingehend in der Oeffentlichkeit behandelt. Ab^r daran, daß durch Unachtsamkeit im Kleinen, die vielleicht nur wenige Pfennige ausmacht, der Volkswirtschaft Millionen oder gar Milliarden verlorengehen, weil diese Unachtsamkeiten überall geschehen, ist bisher viel zu wenig gedacht worden. Man rechnet heute damit, daß in jedem Haushalt täglich etwa 20 Pfennige durch unsachgemäße Verwendung von Derbrauchsgütern verlorengehen. Dieser Verlust von l3/4 Milliarden jährlich an wertvollem Volksvermögen muß unter allen Umständen vermindert werden. Durch zweckmäßige Aufbewahrung und durch eine gesunde häusliche Vorrats- wirtschaft können viele Verluste vermieden werden. Kauft die Hausfrau darüber hinaus noch richtig ein, d. h. jeweils die jahreszeitlich anfallende Ware, bann hilft sie, die wegen mangelnder Nachfrage nicht abgesetzten Vorräte beim Kaufmann vor dem Verderben zu schützen. Sorgt die Hausfrau dafür, daß in den einzelnen Jahreszeiten Der Uederschuß von Nahrungsmitteln verarbeitet und haltbar gemacht wirb, bann wirkt sie absatzfördernd unb sammelt Vorräte in erzeugungsreichen Monaten für die entearmen Monate, in denen frische Ware knapp ist. Dabei soll sie jedoch niemals mehr Ware eintaufen, als sie zweckmäßigerweife aufbewahren kann, damit ihre häuslichen Vorräte nicht verderben. Außerdem kann die Hausfrau durch sparsame Zubereitung unnötige Abfälle vermeiden und durch zweckmäßige Verwertung von Resten auch kleine Menaen von Nahrunasgutern dem Verzehr zuführen. Wir sehen also, daß es bet der Werterhaltung als Gegenstück zur Erzeugung^ schlacht auf uns alle ankommt. Kemer kann sich Wenn wir bedenken, daß die deutsche Lebensmitteleinfuhr nur rund 1 Milliarde jährlich betragt, der Verlust durch Verderb jedoch, wie bereits gesagt, V/4 Milliarde, so sind das nicht allem 250 Millionen mehr als die Einfuhr betragt, sondern es ist ein Vermögen, welches der Volkswirtschaft verloren geht. Die Lebensmittel muffen jedoch unter Aufwendung kospieliger Devisen aus dem Auslande ersetzt werden. Unter der Schirmherrschaft des Reichs- und Preußischen Ministers für Ernährung unb Landwirtschaft, ^'^^auerm sichrer R. Walther Darre, finbet m Köln aus diesem Grunde eine Ausstellung statt, für welche der Name „Kampf um IV2 Milliarden bestimmt wurde. man ihn anrichtet. Tomatensalat. Möglichst schnittfeste Tomaten werden in nicht zu dünne Scheiben geschnitten. Eine große Zwiebel fein hacken und hinzufügen, ebenso etwas Pfeffer und Selleriesalz. Dann mit Essig und Del übergießen unb mit reichlich fein gehackten Kräutern überstreuen. — Auf andere Art: Einige fchnittfeste Tomaten in Scheiben schneiden, desgleichen einige saure Gurken und harte Eier. Alles vorsichtig mit Mayonnaise verrühren. Krautsalat. Ein W 'ß- oder Wirsingkohlkopf wird fein gehobelt unb unter Hinzufügung von einigen Kümmelkörnern nicht zu weich gekocht. Eins große fein gehackte Zwiebel dazutun, mit Essig und Del übergießen unb gehackte Petersilie ober Schnittlauch barangeben. Salatvongemtschtem Gemüse. Gemischtes Gemüse wird nicht zu weich gekocht. Etwas geriebene Zwiebel hinzufügen, ebenso einige Tropfen Essig; über das Ganze Mayonnaise gießen. Kampf um 1,5 »arten. Von der Verantwortung der Hausfrau für unser Ilahrungsgut V.A. Zwei Jahre Erzeugungsschlacht haben gezeigt, daß die deutsche Landwirtschaft nichts unverfucht läßt, um die einheimische Grundlage für unsere Versorgung mit Nahrungsmitteln unb lanbwirtschaftlichen Rohstoffen zu vergrößern. Schon von Anfang an würbe jedoch darauf hin- gewiesen, daß die Erzeugungsschlacht nicht die Landwirtschaft allein angeht, sondern Sache des ganzen Volkes ist, Unsere Versorgung mit lebenswichtigen Gütern ist ja nicht nur abhängig von deren Erzeugung, sondern auch davon, daß die vorhandenen Lebensrnittel und sonstigen Verbrauchsgüter auch wirklich nutzbringend unb ohne 23 e r l u ft verarbei - t e t werben. Mit ber Mehrerzeugung ist es also allein nicht getan. Für die restlose Ausnutzung und gründliche Verwertung des deutschen Nahrungsgutes trägt vielmehr die Hausfrau die Hauptverantwortung; denn durch ihre Hände gehen letzten Endes alle vom Bauern erzeugten und vom Sie ■h? r streckt uni ; und Stiefel ! nach dem amsten Vefr 5 -1,20 M nnuog s Gieben W 1 ZpiiltiW ■ntrM ^NufW zevt. 1936» ' versteigere 1 «teile n 'Serfte««1 «28 Mittet); yaraM*6118, tle, 1 Staub' i WS' zChaifelon 9 $rant‘ > ti 1 w ÄL-ri'B JSr 1 Gleich' Äs | Sw kKK! Ä? ss' eziindt^ jL Ä rren u*y jorit Heue Herbststoffe und ihre Verarbeitung. Was die Mode bringt. Von den neuen Stoffen, die für Herbst- und Win- terkleidung erdacht sind, haben einige einen derben, sehr sportlichen Eharakter. In der Verarbeitung jedoch zeigt es sich, daß sie weich sind und einen schonen Fall besitzen. Karos sind sehr beliebt, besonders für sportliche Mäntel, die man lang oder dreiviertellang trägt. Noppeneffekte gehören in das neue Modebild; die Gewebe sind in neuen braunen, burgunderfarbenen und blauen Tonen gedacht, jedoch erhält der blaue Stoff stets einen rötlichen oder lilafarbenen Klang. Grün ist wieder sehr modern, in der Zusammenstellung mit braun ergibt es eine neue Wirkung. Vielfältigkeit in Farben- zusammenstellung und gebart des Materials geben uns wiederum neue und interessante Ideen siir die Verarbeitung. Vor allem fallen uns Die durch Jahrzehnte geübten, jetzt vervollkommneten und zu Ehren gekommenen, handgewebte n S t 0 f f e auf. Individuell im Muster passen sie sich ledern Typ an und wirken schon durch ihre Eigenheit, die jeden komplizierten Schnitt überflüssig macht. Die gradlinige Silhouette, durch eine Geh- oder Facherfalte unterbrochen, zeigt Einfassungen aus abweichend getöntem Filz an Kragen, Man chetten und Gürtel. Zwei oder vielfarbig gemusterte schottische Karos und Diagonalstreifen sind mit einfarbigen Stoffen vorherrschend. Die Verbindung von beiden im G 0 m p l e t hat ihren Platz behauptet. sofort die Temperatur gemessen werden, ein bloßes Auflegen der Hand genügt nicht. Messungen bei Kindern müssen immer im Darm oorgenommen werden, denn in der Achselhöhle verschiebt sich das Thermometer bei unruhigen Kindern zu leicht, und die Messungen sind nicht korrekt. Fieber ist der Abwehrkampf des Körpers gegen die eingedrungenen Giftstoffe, unb fo paradox es klingt, eigentlich ein Heilmittel. Manchmal erzeugt der Arzt sogar das Fieber künstlich, bei besonders schweren Erkrankungen, um so den Abwehrkampf des Körpers anzuregen. Das fiebernde Kinb sollte man immer gleich von seinen Geschwistern absondern, denn man weiß ja nicht, ob nicht eine ansteckende Krankheit ausbricht. Laue, feuchte Packungen, ein kalter Umschlag auf Stirn und Herz drucken die Temperatur um ein paar Grad herab. Ist aber das Fieber nicht so hoch, so ist eine besondere Be- Mein Kind fiebert fo leicht... Was sagt der Arzt dazu? Immer wieder kommen die Mütter in die Sprechstunde des Kinderarztes und sagen besorgt: „Mem Kind fiebert so leicht! Was soll ich da tun? Man kann als Arzt da oft beruhigend sagen daß Kim der leichter fiebern als Erwachsene, und daß hohes Fieber beim Kind noch lange nicht immer eine schwere Krankheit bedeutet. Doch immer muh man bei fiebernden Kindern besonders aufmerksam sein Die N o r m a 11 e m p e r a t u r des Kindes betrag^ etwa 37,1 Grad, im Darm gemessen. Bis zu ö« Grad handelt es sich um em leichtes Fieber, erst Temperaturen von über 39 Grad bis 41«Grad s n schwere Fiebererscheinungen. Sehr ast haben Neugeborene in den ersten Lebenslagen erhöhte Temperaturen, manchmal sogar bis. beinahe 40 Gra^ Die Mütter sind dann immer äußerst beforgater das Fieber klingt immer ganz von selbst wieDer ab, die Aerzte wissen bis jetzt ""ch mcht in allen Fällen genau, wie diese Fiebererscheinungen zu- standekommen; sie sind 'ungefährlich.uni■ bie junge Mutter braucht sich nicht zu ängstigen- Bei kleinen Kindern tritt auch manchmal sogenanntes „Dürft fieber" auf, dann hat das Kind zu wenig Flast'g' feit bekommen, auch das läßt sich leicht beheben. DHip Infektionskrankheiten sind beglei» M oon Sieber. Die typischen Kinderkrankheiten w e Masern, Scharlach, Röteln, Lungenentzündung und Angina melden sich immer mit hohem Fieber an Oft kommt das Kind mit heißem Kopf aus Der Schule, fühlt sjch unbehaglich und ist ausgesprochen schlechter Stimmung. Nochsrndkeine Krankheits- symptome zu sehen, aber Die Mutter fühlt schon, daß irgend etwas in dem Kind steckt. Dann muß große I Nicht jeder Mann ist ein Liebhaber von Gemüsen. Da unser Körper aber dringend Gemüse unb Dbft braucht, um gesund zu bleiben, sollten wir Hausfrauen öfters einmal einen Gemüsesalat auf den Tisch bringen, Denn Gemüsesalate sind ob ihrer Herzhaftigkeit auch bei unseren Männern beliebt. Man kann eigentlich jedes Gemüse auch als Salat anrichten. Im Winter kann man auch gute Konserven zu Den Salaten verwenden. Hier einige erprobte Rezepte: Lauch-Salat. Ein Pfund in kleine Stücke ge- schnittener, weich gekochter Lauch (Porree) wird mit der gleichen Menge in Würfel geschnittener gekochter Kartoffeln gemischt. Ein bis zwei ebenfalls in feine Würfel geschnittene Aepfel werden hinzugefügt, ebenso eine mittelgroße, ganz fein gehackte Zwiebel. Das Ganze mit einer Marinade aus Essig, Del, einer Prise Zucker, Salz nach Geschmack übergießen und gut durchziehen lassen. Bohnensalat. Grüne Bohnen werden geschnitzelt und weich gesetzt. Eine große Zwiebel fein hacken und hinzufügen, ebenso etwas Salz, einige Tropfen Maggi, eine Prise Zucker, Essig, Del. Mit recht vielen gehackten Küchenkräutern überstreuen. BohnensalatmitgrünerGurke. In den nach vorstehendem Rezept hergestellten Bohnensalat schneidet man eine große grüne Gurke in ganz feine Scheiben. Einige Stunden gut durchziehen lassen, ehe Der Kampf um den Tatarenpaß. Erinnerungen aus der Septemberschlacht in den Karpathen. Dor 20 Jahren, vom 1. bis 30. September 1916. kämpften deutsche und ungarische Truppen gemeinsam auf den Höhen der Kar- pachen. Trotz aller Angriffe auf den Tatarenoder Jablonika-Paß mißlang der beabsichtigte Einbruch der Russen in Ungarn völlig. Noch dröhnte das zermalmende Trommelfeuer der Somme-Schlacht in unseren Ohren, noch glaubten wir das Rattern der nächtlichen Munitionskolonnen zu hören, noch stand gespensterhaft das Bild des zerschossenien, in sich zusammensinkenden Bapaume vor unseren Augen, als wir uns bereits auf der Fahrt nach dem Osten befanden und die friedliche, vom Kriege unberührte Heimat durchfuhren. Unvergeßlich jener helle Frühmorgen, als die sonnenumglänzten Kuppeln und die barocken Türme der sächsischen Hauptstadt Dresden zu uns herüber- arühten. Unvergeßlich jener Augenblick, als wir bei Oderberg in das österreichische Land fuhren, und überwältigend, weil von schier überirdischer Schönheit, der Anblick der Hohen Tatra, deren Schneegipfel in den blauen Himmel ragten, während das weite grüne Land der Ebene sich in sommerlicher Reife üppig und reich vor unseren fast trunkenen Sinnen ausbreitete. An Kaschau geht's vorüber, durch den Nordzipfel der Niederungarischen Tiefebene, vorbei an Mara- maros Szigeth, bis der lange Zug, immer höher und höher kletternd, dann plötzlich prustend und fauchend in Körösmezö Halt macht. Etwas ungelenk entsteigen wir den Wagen, die für viele Tage und Nächte unser Quartier waren, und sehen jenen hohen Berg, den vor kurzem deutsche Truppen erstürmten und den Russen nach langem Besitz entrissen hatten. Staunend hatten es die Einwohner erlebt: deutsche Soldaten, die monatelang in den Schützengräben und Sappen Frankreichs gehockt hatten, bezwangen diesen Berg, als wären sie auf ihm geboren, als hätten sie eine lange, lange Erfahrung im Gebirgskampf hinter sich. Jenseits der Stadt Körösmezö, die in einem lieblichen Tal der schwarzen Theiß gelegen ist, winkt der Jablonika-Rücken, über den der Tatarenpaß führt. Hier setzte der Russe an, um durch diese Gebirgsstocklücke in das blühende Ungarland einzubrechen. Diesem Einbruch galt es zu trotzen. So erfuhren wir bald, daß es mit dem erhofften Vormarsch wieder einmal nichts war, und daß sich der Krieg auch hier in einem Stellungskampf festgerannt hatte. Dennoch erleben wir einen Kampf, der mit der mörderischen Materialschlacht des Westens nichts gemein hat. Nachdem wir uns etwas verwundert auf den befremdlichen Generalstabskarten zurechtgefunden und gelernt hatten, Höhen und Pässe, Kämme und Schluchten auseinander zu halten, marschieren wir, von dem Plätschern munterer Bergbäche begleitet, in die Höhe. Und jetzt begreifen wir auch: Hier geht es nicht um die Eroberung von Städten, von Eisenbahnknotenpunkten, nicht um die Erstürmung betonbewehrter Festungswerke, sondern darum, Pässe abzuriegeln, Höhenzüge zu besetzen, Schluchten zu verteidigen. Vorerst aber lassen wir das Land, das kein Feindesland ist und dessen Bewohner uns freundlich zuwinken, auf uns wirken. Wir freuen uns an den unversehrten Dörfern, deren weißgekalkte Kirchen Zwiebeltürme tragen, und deren Häuser Blockhütten sind, gefügt aus den mächtigen Stämmen der Karpathenwälder. Aber indem wir weiter hinaufsteigen, lassen wir auch diese Wälder hinter uns. Es wird einsamer, steiniger, unwirtlicher. Uns begegnen die Maultiertrupps, die Tag für Tag auf schmalen Schlänge!- und Zickzackwegen die Verpflegung in die Höhenstellungen bringen, und kommen endlich oben auf dem Kamm an, wo wir die in das harte Gestein eingehauenen Schützengräben und Postenlöcher bewundern. Das Vorland und die feindwärtsgelegenen Abhänge sind mit weiten Stacheldrahtverhauen gesichert. Maschinengewehrnester und Minenwerfer sind eingebaut und harren dem Ansturm der russischen Dampfwalze. Die Artillerie steht hinter uns in den Tälern und muß über die Höhen hinwegschießen. Wir lernen zum ersten Male Waffenbrüderschaft kennen. Meiner Kompagnie ist ein ungarischer Zug unterstellt, während ich unter dem Kommando eines ungarischen Bataillonskommandeurs stehe. So wechselt bis nach oben hin das Kommando zwischen deutschen und ungarischen Befehlsstellen ab. Soldatenblut wird wach. Endlich kann man wieder auf Streife gehen, im Dunkel der Nacht feindliche Feldstellungen erspähen und ausheben; und man hat wieder das Gefühl der ersten Feldzugswochen: Im Felde, da ist der Mann noch was wert, Da wird das Herz noch gewogen, Da tritt kein anderer für ihn ein. Auf sich selber steht er da ganz allein. Das gilt von jedem einzelnen Kämpfer, der hier oben in über 1000 Meter Höhe auf P o - st e n steht. Unsere Linien sind dünn; oft auch nur von deutschem Landsturm besetzt, der sich aber just so tapfer, beherzt und heldenmütig schlägt wie unser aktives Regiment aus Schlesien, das allerdings auch schon viel, viel Ersatz in seinen Reihen hat. Liegen doch schon zwei harte, schwere, blutige Kriegsjahre hinter uns, die unzählige Opfer heischten. * Es ist auch nicht so, daß hier nun — im Gegensatz zur Sommeschlacht etwa — der von ahnungslosen Heimatdichtern viel besungene „frisch-fröhliche" Krieg zum Kinderspiel wird. Zwar: In den niederen Höhen wohnt es sich in den Blockhäusern der Waldstellungen weit besser als im Kreideschlamm der Champagne, und so manches flackernde Lagerfeuer am rauschenden Wildbach, unter dem sternenklaren Karpathenhimmel, dessen leuchtende Ewigkeit kein Flieger zerreißt, zaubert uns so etwas wie mittelalterliche Landsknechtromantik vor — aber auch hier zerfetzen Granaten die Soldatenleiber, bersten schwere Minen und lichtet tackendes MG.- Feuer die Reihen totbereiter Kämpfer genau so unerbittlich wie anderorts im Felde. Und die Scharfschützen der Russen treffen bewundernwert gut jeden, den sie aufs Korn genommen haben, sei es auch der harmlose Wasser- holer, der den Nachmittagskaffee bereiten wollte. Holzkreuze vor und in der Stellung mahnen an die Helden, die dem Angriffswillen der Russen widerstanden. Und um die kleinen Kapellen im Tal, um die buntbemalten Kruzifixe scharen sich auch hier endlose Kriegerfriedhöfe. Zweite und dritte Stellungen gibt es hier oben nicht. Und so ist die Truppe, gestern noch in fester Stellung, heute schon wieder eine „fliegende" Kompanie, die mit Lastkraftwagen und nach beschwerlichen Eilmärschen, die hinauf und hinter und wieder hinauf führen, auf einer Höhe zum Sturm angesetzt wird. Die dem Feinde in die Hände fiel. Aber der Russe darf nicht durchbrechen! Zuviel steht auf dem Spiel. Hart auf hart geht es zu bei dem verzweifelten Ringen um Höhen und Engpässe. Oft weiß der Heeresbericht von Heldentaten zu erzählen, deren Tragweite wir an der Front kaum ahnen. Der Vormittag war der physiologischen Chemie gewidmet. Prof. Schenck (Leipzig) vermittelte neuere Ansichten zur Wirkungsweise der Salpetersäure bei Oxydationen. Prof, je ul gen (Gießen) gab eine Uebersicht über die Ergebnisse seines besonderen Arbeitsgebietes: er konnte aus seinen Versuchen nachweisen, daß bestimmte Nukleinsäuren als charakteristijcher Bestandteil der Zellkerne nicht nur der Tiere, sondern auch der Pflanzen angesehen werden müssen. Auf die einzelnen Vorträge folgten stets angeregte Aussprachen. Dr. Jost (Frankfurt) gab Erklärungen zur Frage der Milchsäurebildung in der atmenden Zelle ab. Eine Aussprache mit zahlreichen Herren schloß sich an den Vortrag von Dr. Heinsen (Gießen) über die Bildung von Aminen in tierischen Geweben. Am Nachmittag fand der am Vortag unterbrochene Gegenstand „Bewegungen" seine Fortsetzung. Prof. Haberland (Köln) führte einen Film vor, der die ausgezeichnete Funktion einer künstlichen Speiseröhre zeigte, die an einem Kranken vor dem Brustbein, unter der Haut verlaufend, angelegt worden war. Dr. Kramer (Bad Oeynhausen-Hamburg) brachte Versuchsergebnisse über die Durchblutung des Muskels, aus denen, im Gegensatz zu älteren Ansichten, hervorging, daß wäh- So vergeht der September 1916 in heißer Abwehr und stürmendem Vorstoß. Es gelingt, alle Angriffe auf den Tatarenpaß abau- schlagen; es gelingt, den Versuch der Russen, in Ungarn einzufallen, zu vereiteln. Als der letzte Tag des Monats gekommen ist, ist die „September- Schlacht in den Karpathen" geschlagen. Aber wir selbst wissen es nicht, daß ein bedeutungsvoller Abschnitt erreicht ist. Ein klarer Herbst, ein harter Winter folgt, immer noch angefüllt mit Kämpfen, Entbehrungen, unerhörten Leistungen an Mut, Ausdauer und Heldentod. Bis im Frühjahr 1917 die ersten Russen waffen- los in unfern Stellungen zu Plauderstündchen erscheinen. Drüben und Revolution. Der Koloß Rußland ist geborsten. So liegt der Jablonika-Rücken bald wieder in einsamer Bergesstille, während wir Deutsche, endlich vom Stellungskampf befreit, zum Vormarsch, zu weiteren Kämpfen für Volk und Vaterland antreten... F- B- rend dauernder Kontraktion die Durchblutung keineswegs abnimmt; es wäre ja auch wenig zweckmäßig von der Natur, würde sie gerade einen schwer arbeitenden Muskel schlechter mit Blut und damit mit Nahrung versorgen. Praktische Bedeutung für das Lernen und Lehren des Blasinstrumentenspiels hatten die von Dr. Frucht (Leipzig) berichteten Untersuchungen: während ein Ansänger nur mit äußerster Kraftanstrengung Töne und außerdem nur Fortissimo-Töne hervorzubringen vermag, verbraucht der Geübte für dasselbe Fortissimo ungleich weniger Kraftaufwand, ferner kann er, und zwar einfach durch Herabsetzen Der Blaskraft, auch feinste Pianissimo-Töne erzeugen, die der Anfänger überhaupt nicht fertigbringt. Dr. F i- scher (Stuttgart) erläuterte ^eine Ansichten über den Einfluß des Ganges des Menschen auf seine Haltung und den Bau des Fußgewölbes. Der Gegenstand „Zentralnervensystem^ fand ebenfalls starke Vortragsbeteiligung. Mit großem Beifall aufgenommene Filme über die Tätigkeitsströme von Nerven führten Prof. L u l l i e s (Köln) und Dr. Schäfer (Bonn) vor. Dr. S ch r i e v e r (Berlin) legte die aus seinen Versuchen abgeleiteten Ansichten über den Mechanismus der Bahnung im Zentralnervensystem dar. In Pausen zwischen den Vorträgen des Nachmittages fanden wieder zahlreiche Vorweisungen von Apparaten und neuen Methoden statt. Dr. Mon - j 6 (Leipzig) führte die Prickelempfindung und ihre Abhängigkeit von der Frequenz der auslösenden Reize vor. Dr. Schindler (Leipzig) wies die Möglichkeit des Fühlens von Schall im Ohr und an der Haut nach. Eine Anordnung zur Messung winzigster Wärmemengen zeigte Dr. Trurnit (Kiel); die Empfindlichkeit seines neuartigen Gerätes ist so groß, daß es wahrscheinlich auch für die Astronomen wertvoll sein wird zur genauen Bestimmung der von einzelnen Sternen zu uns gelangenden Strahlungsenergien. Verblüffend waren auch zwei Tauben, die Dr. T h a u e r (Frankfurt) mitgebracht hatte: den Tieren war vor einigen Wochen das Großhirn herausaenommen worden; nachdem man sie dann durch künstliche Fütterung und sorgsame Pflege über die erste Zeit der entstandenen schweren Ausfallserscheinungen hinweg- gebracht hatte, gewannen sie allmählich immer mehr ihr früheres gesundes Verhalten zurück und boten jetzt kaum noch merkbare Unterschiede in ihrem Verhalten gegenüber normalen Tieren. Daraus ergibt sich, daß anscheinend die, nach unseren heutigen Ansichten, beherrschende Rolle des Gehirns stark überschätzt wird. Die Damen hatten den Vormittag zu einem Ausflug nach Wetzlar benützt. Am Spätnachmittag besuchten Die Teilnehmer der Tagung das Liebig- museum, unter liebenswürdiger, kundiger Führung von Geheimrat Prof. Sommer. Nach dem gemeinsamen Abendessen im Studentenhaus zeigte Oberstudiendirektor Philipps aus Friedberg mit feiner Spielschar alte, volkstümliche Tänze, wie sie heute noch bei uns getanzt werden; Heimatlieder wurden gesungen und ein heiteres Volksstück aufgeführt. Großseuer auf dem Laude. * , ' •v < . < ■ . *•, ''' »,* .... ' Z Bei einem Großfeuer wurden in Dem mecklenburgischen Dorf War - low bei LuDwigslust 21 GebäuDe vernichte t. Auch Die gesamte Ernte ging in Flammen auf. (Scherl-BilDerDienst-M.) Me Mennlniffe der physiologischen Wiffenschast Oer zweite Tag der Tagung der Deutschen physiologischen Gesellschaft. „Eskapade." Gloria-Palast. Der Gloria-Palast hat zur Eröffnung seiner Spielzeit 1936/37 Den Tobis-Rota-Film „Eskapade" ausgewählt und damit, wie uns scheint, keinen schlechten Griff getan; dies ist ein rechter Spielfilm: spannend, lebenbia, voller Tempo und Handlung, geschickt und gepflegt in Szene gesetzt, sauber und mit richtiger Rollenbesetzung gespielt, so daß Der Besucher keinen Augenblick unbeschäftigt, sondern bis zum letzten Bild interessiert und höchst gefesselt bei der Sache bleibt. Es handelt fiQ überdies um einen ernsthaften, jedenfalls ernstgemeinten Stoff, der filmische Möglichkeiten enthält, und über den man reden kann; dem es sogar nichts schadet, daß er mit kornischen Episoden durchsetzt ist: im Gegenteil, dergleichen ist hier, wohl dosiert, nur geeignet, ein paar Atempausen einzulegen und die Spannung ein wenig aufzulockern. Der Titel „Eskapade" ist nicht schlecht, obwohl als Stichwort für diese Fabel ein wenig farblos. Der Untertitel „Seine offizielle Frau" scheint uns auch nicht restlos befriedigend, weil er in eine bestimmte Lustspiel- und Operetten-Sphäre weist, die in diesem Zusammenhang völlig ausscheidet; immerhin Deutet er ein wesentliches Motiv im Handlungsablauf an. Das Ganze stellt übrigens die freie Filmbearbeitung eines Romans von Richard Henry Savage dar; das Drehbuch schrieben Rolf Meyer und C. und T. E ch t e r m e i e r , die Bearbeitung dieses Drehbuches stammt von Der im Film bekannteren Frau Thea o. H a r b o u. (Für Den Außenstehenden ist es natürlich unmöglich, die Kompetenzen reinlich zu scheiden und den jeweiligen Anteil der drei Textverfasser am Gesamtwert heraus- xulöfen; doch mag dies, von vielem andern zu schweigen, als ein Beispiel für die überaus verwickelte und vielschichtige Gliederung künstlerischer Gemeinschaftsarbeit in der Filmproduktion zum Nachdenken anregen.) Die Geschichte spielt im Jahre 1910 und — zum wievielten Male erleben wir Das! — zum größten Teil auf dem für den Film schon fast klassisch zu nennenden Boden des Zarenreiches. Die Eskapade der Hauptgestalt, Madame H6lene, ist keineswegs ein galantes Abenteuer, wie man denken könnte, sondern eine bitterernste und hochpatriotische Angelegenheit, bei der es um Tod und Leben geht — im günstigstem Falle um einen langwierigen Zwangsaufenthalt in Sibirien. Madame H6lene ist eine begeisterte Polin, die es unternimmt, Drei in der Peter-Pauls-Festung gefangene und zum Tode verurteilte Landsleute zu befreien und den Händen Der Ochrana zu entreißen. Die Mittel, Deren sie sich Dabei bedient, sind bewußt und deutlich in Gegensatz gestellt zu den robusteren Gewaltmethoden der mit Dynamit und Revolver arbeitenden Nihilisten. Madames Methoden sind viel feiner, eleganter und vikanter (der Film hat sich natürlich hier eine nayeliegende Chance nicht entgehen lassen) — sie „arbeitet", wenn der Aus- Walter F r a n cf als Rakowsky. druck gestattet ist, im Hotel, im Salon, bet einer Modenschau, bei einem Ballfest, zu Dem Die beste Petersburger Gesellschaft erscheint — zuletzt allerdings auch in der Peter-Pauls-Festung selbst, wo sie den Gefangenen Zigaretten verteilt... und in den Zigaretten sind winzige, dünne, aber sehr solide Feilen versteckt. Sicher ist vieles möglich, auch möglich gewesen, manches wird uns ein wenig unwahrscheinlich Vorkommen, aber immerhin: wir befinden uns im Film, und wenn wir offen sein wollen, müssen wir sagen, daß wir uns sehr gut unterhalten haben. Der Regisseur Erich Wasch- n e cf hat als alter Filmhase Erfahrung genug; er weiß, wie man so etwas anfängt und aufzieht, wie das eingefädelt werden und ineinandergreifen muß. Damit jene unheimliche, erregende Atmosphäre von höchster Aktivität, von überall lauernder Gefahr, Kampfbereitschaft, blitzendem Spiel mit Minen und Gegenminen entsteht und sich auf Den Beschauer überträgt... eines Mienenspiels auch, hier in besonderem Sinne, das vor allem die weibliche Hauptrolle zu einer lockenden Aufgabe macht. Renate Müller, von Waschneck schon in dessen letztem Film „Liebesleute" mit schönem Erfolg her-- ausgestellt, hat sich auch der neuen Rolle mit fühlbarer, innerer Beteiligung und beherrschtem Temperament angenommen: wenn auch jener andere Film gefühlsmäßig ihr mehr Möglichkeiten gab, mehr vom Herzen her gespielt werden konnte und mußte — diese kultiviert-komödiantische Eskapade mußte sie reizen, weil sie neben dem Gefühl gleicherweise auch den Intellekt beansprucht, weil hier wirklich und mit allen weiblichen Künsten eine gefährliche, schwere, aufregende Rolle zu spielen war. Das macht sie untadelig; eine Freude, ihr zuzusehen. Ausgezeichneter Gegenspieler: Walter Franck, dem die Rolle des brutalen und geschmeidigen, zähen und verschlagenen Polizeichefs Rakowsky sozusagen auf Den Leib geschrieben ist; wer diesen Schauspieler auf der Bühne sah (etwa in Strind- bergs „Totentanz"), kann sich schon vorstellen, mit welch unheimlicher Realität er die Gestalt erfüllt. Sehr lebendig stehen auch Alexander und Paulsen im Ensemble, jeder genau da, wo er sich charakteristisch ausgeben kann. Bemerkenswert ferner in kleineren Aufgaben: Paul Otto, Harry Hardt, Grete Weiser. Die Gießener wird es interessieren, in einer kleinen Szene Jochen Hauer wiederzusehen. — * Im Beiprogramm fesselt der Bildbericht vom Ausklang der Olympischen Spiele; außerdem ein hübscher, ebenso heiterer wie lehrreicher Kurztonfilm „Zeugen gesucht!". —r— Umzug von Schiff zu Schiff. Einen einzigartigen Umzug hat vor kurzem ein Engländer gemacht. Er zog nicht von einem Haus zum andern, auch nicht von einer Stadt zur andern, sondern seine Möbel wurden von einem Schiff zu einem andern übergeführt. Der merkwürdige Mann hatte während des ganzen Jahres seine Wohnung auf einem Postdampfer einer regelmäßigen Linie, die zwischen England und Australien verkehrt. Dabei ist er nicht einmal ein Seemann im Ruhestände, Der sich von seiner alten Liebe, Der See, nicht trennen kann, sondern ein Major eines berühmten englischen Reiterregiments. Er hat sieh als Dauerpassagier auf dem Dampfer „Barravool" eingemietet und sich dort eine Wohnung mit all seinen Möbeln und Gemälden einrichten lassen. Nun ist ihm das Mißgeschick widerfahren, daß der Dampfer „Barra- bool" außer Dienst gestellt worden ist. Er mußte also eine neue schwimmende Wohnung suchen und er fand sie auf dem Dampfer „Mongolia". Dort hat er sein „normales" Leben wieder ausgenommen. „Ich hoffe nur", erklärte er, „daß ich nicht noch einmal umziehen muß." Oie Wunderquelle, die Wein gibt. In dem Dorf Bukovac in Der Nähe von Agram spielte Dieser Tage eine kleine Szene, bei Der Den Teilnehmern zunächst die Erinnerung an die Hochzeit zu Kana kam. Das Land, das schön eingebettet liegt in prachtvolle Wälder, hatte viel Anziehungspunkte, aber es fehlte in dem Dorf die Wasserleitung. Nach großen Anstrengungen und nachdem eine lange Reihe von Instanzen durchlaufen war, war endlich die Wasserleitung gebaut, und zur Einweihung waren von den stolzen Bewohnern des Ortes auch zahlreiche offizielle Persönlichkeiten eingeladen, unter ihnen auch der Bürgermeister von Agram. Als der feierliche Augenblick da war, wurden im Hause des Baumeisters Stefan, der einer der eifrigsten Förderer des Unternehmens gewesen war,.die Wasserhähne geöffnet. Wie groß aber war die Ueberraschung der Versammelten, als sie bemerkten, daß aus Den Hähnen kein Wasser floß, sondern sehr guter Wein! Als man sich von dem Erstaunen erholt hatte, Drang man auf Den Bürgermeister mit Fragen ein, und dieser bequemte sich zu dem Geständnis, daß er das große Ereignis dadurch habe feiern wollen, daß er durch eine besondere Einrichtung den Wein an Stelle des Wassers zum Fließen brachte. Die Anwesenden wollten in diesem Augenblick jedoch lieber sehen, wie die Wasserleitung arbeitete, und der arme Baumeister mußte seine schone Erfindung selbst beseitigen und das Wasser zum Fließen bringen. Noch mehr, der Bürgermeister zwang ihn sogar, ein Glas von diesem Wasser zu trinken. „Dieses Glas Wasser mußt du trinken, selbst wenn DU davon Frösche in den Magen bekommen solltest", sagte der Bürgermeister — es heißt, daß es das erstemal gewesen ist, daß der Baumeister Stefan Wasser statt Wein getrunken hat. Ui* jfc ° Ito n°* feiblt Kinflrt it9,'* e Hat S Ä' I -'»"Y ! «sinin feÄ fahrend e t cr s»’?4 il|id)tige" ist d°° ^inöuftne 19» kite unb nur Le. Nur die Erze ge würbe schon feinen Hauswirt, Üdie Borurtele sdaDeinöuftrieJang feilte bürfen wir et Wverwertungs Db\t Mb Mr) z E» aerobe in Der » Ignb beftanben uni Eib Fehlschlägen i llpgen hat. "Die Tatsache, dc febeinbuftiien sich tuen, unb baß s -gen alle Dorurte, #n konnten, ist Der mb Marmelade el hiege nahm bie 2 b. 1925 würben ko stotaufslrichmittel a ilgenben Jahren IRenge noch beacht! itt/bas Nahrungs mal sie für einen garen bekommen k pen Fette drohten ultig zum Erliegen stund technischer £ wrmelabe aus bei id)t burchsehen, w Wschastskrise bie aß bie deutsche ha chen Margarine bi ir bie Qualitätsmc ich in den letzten I ui Grund der belai möglicht wurde, MiMMchMeln RÜfa, E inuj bm MW' Mwaltiqen s Seit dem Tiech stie Erzeugung d naßen: 1931: : 1932: ] 1933: 1 1934: 1 1935: 2 Mengenmäßig h »rotaufftridjmittelr genannten Gesc 'm bo( Ml« Montan vc 1934: Marmel Pflaume Gelee Ino, Kraut 1935: Marmell Pflaume Gelee Kraut f tui'' an Ä •«er» SK» lot. Wie L’«» t( 6in 6i„ nun i >rn’° zin 9fr und s Se*.* |i ? Erd, V"1'" s«9 15 Liebig- Führung dem 9e' us zeigte >dberg nut ;e, wie sie jeder wur> aufgeführt- ^ng fe|. 1*9 Zweck. L /inen vlut und e Aedeu. lasinstru. KUig> rlnsanger one und Ihringen lbe For. Her kann »er Blas, ugen, die ■ Dr. Fi. )ten über auf feine M 'Oft. unten eng- lauerpafia* lingemietet n Möbeln ihm das r „Barra- Er mußte uchen und ilia*. Dort aufgenom' h ich nicht Hl. 3UN, 'ft ?;>* SMamPftn, ln Aut. ^ffen. ^en er- [o& H Aer in M enb. ormarfti lonb an, F.ß. i gibt- M W«® ei d-r de" die ^och' ?ön ’ °iel An Dorf die ngen und i durchlau' n -ahnen 2 in! Als .%? dav 6 Ss ließen -y ang nfe^öil >aß r. 205 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 2. September (036 Das Werk eines heimischen Künstlers. Das von der Gefolgschaft Joh. Balch. Noll der Firma gewidmete Wandbild hat'der hiesige Kunstbildhauer Karl Bour- c a r d e entworfen und aus Holz geschnitzt. Es stellt eine Zigarrenmacherin an ihrem Arbeitstisch dar und ist ein wahres Kunstwerk. Das Bild ist in den nächsten Tagen im Schaufenster der Firma Wilh. Möser ausgestellt. (Aufnahme: Bourcarde.) Rückblick auf die Erntewochen. Lob den freiwilligen Helfern. Aus der Provinzialhaupistadt. Brotaufstrich aus Obst spart Devisen. VA. Weite Kreise der deutschen Bevölkerung stehen tyn gesunden Brotaufstrichmitteln aus Obst immer stoch recht skeptisch gegenüber. Das Wort Marme- jgde erweckt in ihnen, wenn es ausgesprochen wird, heute noch Bilder aus der Kriegs- und Nachkriegs- Jit, in denen selbst Menschen, die sich gegen Süßig- fiiten jeglicher Art grundsätzlich abgeneigt zeigen, Sie sogenannte Marmelade essen mußten, wenn sie ihr Brot nicht „trocken" verzehren wollten. Die Vorurteile gegen diese gestreckten Erzeugnisse der ergangenen Zeit, die wirklich, wie die heutige Obstoerwertungsindustrie auch zugibt, eher alles Ödere darstellten als Marmeladen, haben heute keine Berechtigung mehr. Man muß sich hüten, die damaligen sogenannten Marmeladen mit dm Erzeugnissen der modernen Obstverwertungs- industrien zu vergleichen. Wenn in Deutschland «ährend des Krieges jährlich nur rund 7 bis 8 Millionen Zentner Brotaufstrichmittel hergestellt «erben mußten, dann lassen sich ja leicht bei den damals in nur geringen Mengen zur Verfügung ftkheuden Rohstoffen Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der damaligen Erzeugnisse ziehen. Zu berücksichtigen ist dabei außerdem, daß die Marme- ladeindustrie 1914 noch in den Kinderschuhen steckte und nur über geringe Erfahrungen verfügte. Nur die Erzeugung von Obstkraut und Obstgelee wurde schon vor dieser Zeit innerhalb der einzelnen Hauswirtschaften betrieben. So waren an sch die Vorurteile gegen die Erzeugnisse der Mar- Mladeindustrie lange Jahre hindurch gerechtfertigt. Heute dürfen wir aber nicht mehr übersehen, daß ber Obstverwertungsindustrie hinreichende Rohstoffe fvbst und Zucker) zur Verfügung stehen, und daß st gerade in der Kriegszeit ihre Feuerprobe glänzend bestanden und aus den vielen Mißerfolgen und Fehlschlägen ungeheuer wichtige Lehren gezogen hat. Die Tatsache, daß die Erzeugnisse der Marme- lcdeindustrien sich heute steigender Beliebtheit erfreuen, und daß sie durch sich selbst den Kampf gegen alle Vorurteile mit beachtlichem Erfolge führen konnten, ist der beste Beweis, daß Marmelade unb Marmelabe eben zweierlei ist. Nach bem Kriege nahm bie Marmelabeprobuktion wesentlich ab. 1925 würben kaum noch 2 Millionen Zentner Brotaufstrichmittel aus Obst hergestellt, unb in ben folgenben Jahren verminberte sich auch biese Menge noch beachtlich. Die Menschen hatten es satt, bas Nahrungsmittel ber Notzeit zu kaufen, zumal sie für einen geringen Mehrpreis fetthaltige Waren bekommen konnten. Die ausländischen billigen Fette brohten bie Marmelabeinbustrie enb- gültig zum Erliegen zu bringen. Selbst als auf @runb technischer Fortschritte bie beste Qualitäts- marmelabe auf den Markt kam, konnte sie sich nicht durchsetzen, weil inzwischen die beginnende Wirtschaftskrise die Kaufkraft so geschwächt hatte, daß die deutsche Hausfrau sich mit der butterähn- s lichen Margarine begnügen mußte, da die Preise für die Qualitätsmarmelade oft viel höher lagen. Erst in den letzten Jahren, als es der Bevölkerung uif Grund der bekannten Marmeladeverbilligungen «möglicht wurde, sich in der Versorgung mit Lrotaufstrichmitteln weitgehend auf Marmeladen ivnzustellen, erlebte die' Obstverwertungsindustrie Mf dem Gebiete der Marmeladeherstellung einen gewaltigen Aufschwung. Seit dem Tiefstand im Jahre 1931 entwickelte sich bie Erzeugung von Brotaufstrichmitteln folgendermaßen: 1931: 1,065 Millionen Zentner 1932: 1,096 1933: 1,242 1934: 1,361 1935: 2,010 Mengenmäßig hatten die einzelnen Sorten von Lrotaufstrichmitteln aus Obst folgenden Anteil an den genannten Gesamtzahlen: 960 000 Zentner 196 000 93 000 112 000 1 500 000 180 000 250 000 Kraut 80 000 „ Es war ein herzerfreuender Anblick, als ich vor zehn bis vierzehn Tagen durch die Felder ging und die unendlichen Fruchthaufen in zahlloser Fülle auf den Aeckern stehen sah. Das stolze Bewußtsein schwellte mir die Brust: Der Herr hat alles wohlgemacht, gebt unserm Gott die Ehre! Schien es auch manchmal so, als sei die reiche Ernte durch das anhaltend ungünstige Wetter bedroht, so dürfen wir mit Dankbarkeit anerkennen, daß unsere fleißigen Bauersleute wohl vermehrte Arbeit hatten, weil viel Getreide nicht wie in trockenen Jahren mit der Maschine hingelegt, sondern mit Sichel und Sense geschnitten werden mußte, trotzdem aber nichts von dem Erntesegen verdorben oder gar umgekommen ist. Und nun sind die Fluren leer. Das ist nicht minder erfreulich: Es ist ein Zeichen, daß all die reichen Erträge wohlgeborgen in der Scheune, zum Teil gar schon auf dem Speicher ruhen. Großen Anteil an der Bergung der Ernteschätze haben die freiwilligen Helfer, die sich in den Dienst der Landwirtschaft und damit des ganzen deutschen Volkes gestellt haben. Ihnen allen sei Dank dafür gesagt. Besonders rühmend werden die jungen Kameraden des Reichsarbeitsdienstes erwähnt, die in zahlreichen Gruppen zu 15 bis 20 Mann aufs Land hinauszogen und dort ihre volle Schuldigkeit taten. Das ist die Meinung des arbeitsgewohnten und sachverständigen Bauern, der solche Mithilfe zu würdigen weiß. Nicht weniger anzuerkennen ist aber auch die Tätigkeit der unbezahlten Helfer: der Schulju- Der Wert der Marmeladenerzeugnisse betrug tm Jahre 1934 bereits 43,8 Millionen Reichsmark und stieg im Jahre 1935 auf rund 75 Millionen Reichsmark. 581 Firmen beschäftigten sich im Jahre 1934 mit der Herstellung von Marmelade und 753 Firmen mit der Erzeugung von Obstkraut und Gelee. Diese Zahlen vermögen ein anschauliches Bild von der volkswirtschaftlichen Bedeutung der industriellen Herstellung von Brotaufstrichmitteln zu geben. Ein Gesichtspunkt darf hier nicht außerachtgelassen werden. Gerade heute, wo Deutschland auf Grund seiner devisenwirtschaftlichen Lage alles tun muß, um die Einfuhr an entbehrlichen Nahrungsmitteln möglichst niedrig zu halten, damit mit den für unsere Ausfuhr erzielten Devisen die Kosten für die unbedingt notwendigen industriellen Rohstoffe gedeckt werden können, weil nur so der Tätigkeitsgrad unserer Industrien gehalten und gesteigert werden kann, sind die Brotaufstrichmittel aus Obst zu einem wichtigen sozialen Ernährungsmittel geworden, das überhaupt nicht mehr wegzudenken ist. Da wir unsere eigene Fettwirtschaft nicht von heute auf morgen in aend unter Führung ihrer Lehrer und der Jungmädchen (BDM.), der NS. Bewegung, die den schulfreien Staatsjugendtag benutzen, um mit Körben unb Säcken ausgerüstet noch viel von bem zu sammeln, was bei ber eiligen Labe- unb Heimfuhrtätigkeit ber Landleute auf dem Acker liegenblieb, damit auch diese Körner noch für die Gesamtheit des Volkes nutzbar werden. Allenthalben brummt schon die Dreschmaschine: im Freien, wie in der Scheune. Und dort wie hier die gleiche Feststellung: Der Körnerertrag ist gut, soweit sich die Frucht nicht infolge der zahlreichen und starken Regengüsse in der Wachstumszeit zu sehr gelagert hatte, nur das Stroh hat etwas an Farbe und Güte eingebüßt, aber das läßt sich ertragen und schadet nichts. Hat der häufige Regen die Getreideernte etwas verzögert und erschwert, so ist er für das Wachstum des Grundgrafes von größter Bedeutung gewesen. Eine Grummeternte wie in diesem Jahr haben wir lange nicht gehabt, so daß man sich wohl mit dem "Bauersmann freuen darf, der da erklärte: Wir müssen noch Kühe anschaffen, damit mit all das Futter unterbringen. Ein Teil des Grummets ist schon geborgen und das jetzt beständigere Wetter läßt die Hoffnung zu, daß alles unter Dach und Fach kommt, wenn auch einzelne Nachzügler wie immer rückständig bleiben. Die Erzeugungsschlacht ist erfolgreich begonnen und wird siegreich zu Ende gebracht werden. Sch. beliebigem Maße ausbauen können, ist leicht zu errechnen, wieviel Devisen wir zur Zeit für ausländische Fette auswerfen müßten, wenn der deutsche Vvlksaenosse völlig auf den Genuß von Marmelade verzichten würde. Anderseits aber muß es heute auch jedem Deutschen klar sein, daß durch einen gesteigerten Konsum an Brotaufstrichmitteln aus Obst eine entsprechende Entlastung der Versorgungslage auf dem Gebiet der Fettwirtschaft eintritt, die volkswirtschaftlich nur erwünscht ist, da wir heute noch immer gezwungen sind, die deutschen Fette durch ausländische zu ergänzen, um dem Verbrauch gerecht werden zu können. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. NS.-Lehrerbund, Kreis Gießen, Arbeitsgemeinschaft Musik: 15.30 Uhr Orchesterprobe im Sing- faal des Lyzeums. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Eskapade, feine offizielle Frau". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Königswalzer". — Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Mille. Belr. Pfundfammlung. Am Mittwoch, 2. September, werden die Spenden durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarte bereitzuhalten. Da im Monat August die Pfundsammlung ausgefallen ist, bitten wir dieses Mal etwas reichlicher zu spenden. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Der NS. - Lehrerbund Gießen-Land veranstaltet am kommenden Samstag, 5. Septembe^, 15 Uhr beginnend, in der Bergschenke eine Familienfeier, zu der neben den Mitgliedern auch Gäste willkommen find. NSO.-Aerztebund,Gau Heffen-Naffau in Nürnberg. NSG. Am Freitag, 11. September, 14.30 Uhr, findet in Nürnberg, Herkulessaal, Treustraße 10, die Sondertagung des Hauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP, statt. Mitglieder und Anwärter des Aerztebundes, die an der Tagung teilnehmen wollen, haben sich bis Samstag, 5. September, auf der Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Hindenburgplatz 10, zu melden, da eine gewisse Anzahl von Karten ausgegeben werden können. Wieder viele Opfer des Verkehrs. DRV. Der Reichs- unb preußische Verkehrsminister gibt bekannt: 13 4 Tote, 42 20 Berichte find die Opfer des Straßenverkehrs im Deutschen Reiche während der vergangenen Woche. Gastspiel Henny Porten im Stadttheater. Aus dem Stadtcheaterbüro wird uns geschrieben: Im Satdttheater Gießen findet am Freitag, 4. September, ein nochmaliges Gastspiel der bekannten Filmkünstlerin Henny Porten statt. Frau Porten wird unter der Spielleitung von Carl Heinz K l u b e r t a n z mit ihrem Ensemble das Schauspiel „Maria Garland" von Zdenko von Kraft zur Aufführung bringen und die Rolle der Maria Garland spielen. In dieser Rolle lernen wir Henny Porten auch auf der Sprechbühne als emv- findungsvolle Frau und gewandte Dame kennen; als Frau beginnt und endet sie das Spiel, als Dame führt sie es durch. Die gleichwertige Besetzung aller Rollen wird wohltuend in die Erscheinung treten und den Besuch dieses Gastspiels zu einem Theatererlebnis von nachhaltender Dauer machen. Dauer der Vorstellung von 20 bis 22 Uhr. Kriegsgräberfürsorge-Tagung in Gießen. Auf Veranlassung des Oberrheingaues des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge findet am Sonntag, 13. September, in Gießen eine Arbeitstagung des Gebietsabschnittes Oberhessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge statt. Die zu der Tagung eingeladenen Kreis- und Ortsgruppenführer des VDK. in Oberhessen, sowie die Mitglieder der Kreis- bzw. Ortsgruppenräte werden sich mit Fragen der Organisation, dann aber insbesondere mit dem bedeutsamen Punkt der Tagesordnung „Patenfriedhof Oberhessen in P a w e l c e (Pole n)" beschäftigen. Vorsicht im Ariefverkehr mit Spanien! DNB. Nach einer Meldung des Konsulats in Cartagena wird dort dem Briefverkehr aus Deutschland gegenüber strenge Zensur ausgeübt. Auch das Generalkonsulat in Barcelona berichtet ähnlich und Sinö Sie gestern abend ausgegangen? Wenn Sie mehr als sonst geraucht und getrunken haben, schnell diq Zähne mit Nivea-Zahnpasta pul^ zen! Die ganze Mundhöhle nimmt das frische, angenehm wirkende! Aroma der Nivea-Zahnpasta auf. und Ihr Atem wird wieder rein und natürlich. Das erfrischt ungemein, 1934: Marmelade Pflaumenmus Gelee Kraut 1935: Marmelade Pflaumenmus Unbekannte Fracht. Roman von Zranl $. Braun. 30. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Die vielen Zeugen wußten nachher alle nicht zu lagen, wie es möglich gewesen war. Der Omnibus ruckte an. Der Rollwagen begann zu knat- tern. Das Prioatauto fuhr dazwischen. Drei Wagen setzten sich genau gleichzeitig geräuschvoll in Bewegung. Das rechte Vorderrad des Omnibusses ging Fred Lorenzen über die Brust, über leine Füße fuhr noch das linke Rad des Privat- vogens. Als die Fahrzeuge wieder bremsten, war Fred Lorenzen schon tot. Es entfernte sich eilig auf der andern Straßenseite die junge Dame in Grün. Bie hielt ihren kleinen Schotten im Arm. Sie tauchte unter. Das Schicksal benötigte ihre weitere Mitwirkung nun nicht mehr. Ein Sipo war zur Stelle. Er notierte Wagen- nummern und die Anschriften einiger Zeugen. Ein Arzt stellte sich zur Verfügung. Für Fred Lorenzen kam jede Hilfe zu spät. Sie trugen ihn zunächst in einen Hausflur und legten ihn aus bie Erde. Der Schutzmann telephonierte um einen Wagen. Antje stand versteinert gegen die Hausmauer gelehnt. Ihr Gesicht war kreideweiß. Sie konnte bie Füße nicht rühren. Gleich werde ich umsallen, dachte sie, gleich werde ich ohnmächtig. Sie wartete sehnsüchtig darauf. Dies war ja nicht mit anzusehen. Fred Lorenzen tot! Er, der eben noch neben ihr gegangen war, dessen Armdruck sie noch Ipürte, dessen körperliche Wärme sie noch suhlte! Ein Spuk alles, ein Irresein! Sie tastete sich an der Mauer entlang. „Hier ist bas Fräulein, das mit dem Ueb erfahrenen latn", sagte ein Mann und machte sich dem so- tben vom Telephonautomaten ^urucffommenöen Wachtmeister gegenüber wichtig Der Beamte Ml Antje an. Er flriff zu und stutz ° sie. sanft märe sie wohl jetzt doch noch hingefallen. ,Sind tie mit dem Toten verwandt gewesen, Fräulein, ober sind Sie seine Frau gewesen?" Wie schrecklich, diese Frage in der Vergangen- heitsform zu hören! Antje schluckte. „Ich bin —", es ging doch nicht. Die Kehle war zu. „Beruhigen Sie sich", sagte der Polizist. „Setzen Sie sich hierher auf die Treppenstufe. So herum. Da brauchen Sie die Leiche nicht anzusehen." „Aber ich will ihn ansehen", stieß Antje heraus, es war ein Anlauf zum Heroismus, „er war — mein Verlobter." „Ihr Verlobter? Oh, das ist traurig. Mein Beileid, Fräulein." Draußen auf der Straße fuhr ein Wagen vor. Männer nahmen eine Bahre heraus, kamen in den Hausflur und hoben den toten Fred Lorenzen auf. Dann trugen sie ihn wortlos hinaus und schoben die Bahre wieder in den Wagen. „Es ist vielleicht am besten, Sie fahren gleich mit, Fräulein. Sie könnten vorn beim Fahrer sitzen." „Nein, bitte nicht." Ihr war so übel zumute. Diese Fahrt, und dann wurde der Tote wieder ausgeladen... Sie fürchtete sich jetzt doch vor Fred Lorenzens grauem Gesicht. Sie wollte ihn nicht noch einmal ansehen müssen. „Bitte nicht", stammelte sie abermals. „Wie Sie wollen. Geben Sie mir dann bitte ihren Namen und Ihre Adresse." Er notierte sich alles: dann klappte er das Buch zu und sagte: „Kann ich noch etwas für Sie tun?" „Danke, nein", hauchte Antje. Neben ihm trat sie aus dem Hausflur ins Freie. Er grüßte ernst. Wie endlos war diese Straße. Sehen mich noch immer die Leute an? Ich kann unmöglich zu Fuß nach Hause gehen. Aber da ist ja schon der Bahnhof. Aschinger, hier stand er vorhin und wartete auf mich. Ich habe ihn geliebt, wahrhaftig. Nur —. Still, ich habe ihn geliebt! Wie grau sein Gesicht war; und soviel Blut. Die Wagenreiien zogen eine dunkle Spur auf dem Asphalt. Tot, was ist das? Weiß jemand, was das ist: tot fein? Still doch! Ich muß über die Brücke. Das Wasser ist ganz schwarz. Wenn man sich fallen ließe, das Geländer ist an dieser Stelle nicht hoch. Hier müßte man es tun. Später ist da ein Drahtgitter gezogen. Jemand nahm den Hut ab. „Ist Ihnen nicht gut, meine Dame?" „Sehr gut, mein Herr." „Sie taumeln. Haben Sie ein bißchen gefeiert?" „Ein bißchen gefeiert? Natürlich. Er hatte einen Brief an die Graphischen Werke geschrieben." „Bitte?" „Machen Sie, daß Sie fortkommen! Ich bin wahnsinnig!" Weiter den Weg. Schiffbauerdamm. Halt! Autos! Ach! Fred... Es war nur ein kleiner schwarzer Hund. Wozu... Das Bett war hoch und weiß. Es leuchtete wie ein Eisberg. Sie wühlte sich eine Höhle tief hinein, daß niemand hören sollte, wie sie wie ein Tier heulte. Am andern Morgen erwachte sie aus einem Tiefschlaf und brauchte mehrere Sekunden, um sich zu erinnern, ob Fred Lorenzens Tod nicht vielleicht ein Traum gewesen war, der jetzt mit dem Morgenlicht verflog. Aber dann begriff sie das Unabänderliche. Sie blieb ruhig. Ihre Tränen waren versiegt. Sie trat an den Waschtisch und machte sich zurecht. Im Spiegel schaute ein blasses Gesicht sie an, es trug den Ausdruck völliger Gedankenleere. Sie wischte über das Glas, sie mochte sich selber nicht sehen. Aber dann kamen doch die Gedanken sacht zurück. Sie überlegte: was hatte sie zu tun? Fred war tot. Die Polizei, Papiere, Beerdigungsunternehmer, Friedhof... Nein, nichts hatte sie zu tun. Sie war die Verlobte. So hatte sie dem Wachtmeister gesagt. Auch das war, genau genommen, noch eine Uebertreibung gewesen. Verlobte aber, das ist vor dem Gesetz gar nichts. Man würde sie überall wieder wegschicken. Und dann: Fred war ja tot. Ihm tat sie keinen Dienst mehr. Sie machte sich auf den Weg in die Graphischen Werke. Herr Birkmaier empfing sie. „Was lese ich da in der Zeitung", rief er ganz rücksichtslos, ob sie das denn schon wisse oder besser schonend erfahre, „Fred Lorenzen ist tot, er wurde in der Friedrichstraße von einem Kraftwagen überfahren!" „Ja", sagte Antje. Sonst nichts. Herr Birkmaier schüttelte den Kopf. „Wie kann ein erwachsener Mensch überfahren werden", meinte er mißbilligend. „Ich verstehe so etwas einfach nicht." Das war sozusagen sein Nachruf für Fred Lorenzen. Antje ging an ihrs Arbeit. Von der Polizei oder einer anderen Behörde hörte sie nichts. Am Abend fuhr sie zu Frau Lorenz, Freds Wirtin, hinaus. Sie mußte durch die Kameruner Straße. Da war die Nummer 105a; Nickels Schild prangte noch über dem Kellereingang. Sie lief rasch vorbei; aber sie sah doch, unten im Keller räumte das Nickelsche Ehepaar selber auf. Frau Lorenz kannte Antje. Sie empfing sie und drückte ihr Taschentuch an den Mund. „Der arme Herr Lorenzen. Wie konnte es nur geschehen, Fräulein helfens? Erzählen Sie mir doch bitte alles." Antje saß auf dem Plüschsofa im guten Zimmer. Dante und Goethe sahen ihr zu, als sie berichtete. Frau Lorenz unterbrach kein einziges Mal. Als Antje geendet hatte, schnäuzte sich die alte Dame. „Ich hatte ihn gern", sagte sie. „Er war wie ein großer Junge. Wirklich. Er hatte so etwas Junges, Sieghaftes. Ich bin überzeugt, er hätte sich noch durchgesetzt." Ihr schien etwas einzufallen. „Die Bilder und was da noch sonst von ihm herumsteht, gehören nun wohl Ihnen, Fräulein Geltens? Sie können sie mitnehmen, ich will nichts behalten." „Ich roetbe bestimmt nicht die gesetzliche Erbin sein, Frau Lorenz." Antje schüttelte den Kopf. Und dann meinte sie: „Bitte, behalten Sie doch die Sachen. Stellen Sie alles auf den Boden, bis der Bruder in China von dem Sie ja auch wissen werden, sich meldet." „Richtig. Gerade gestern abend ist noch Post aus China für Herrn Lorenzen gekommen." Sie schien entschlossen und ging vorweg in das andere Zimmer, das Fred Lorenzen bewohnt hatte. „Wollen Sie den Brief offnen, Fräulein Oelkens?" „Dürfen wir das?" „Ich würde es tun. Wir müssen eine Adresse erfahren. Hier steht auf dem Umschlag kein Absender. Sie werden keine sonderlichen Geheimnisse erfahren; was haben sich Brüder schon zu schreiben." „Machen Sie ihn auf, Frau Lorenz, ich wage es nicht." Die Wirtin war entschlossener. Sie schnitt den Brief auf. Als erstes fiel eine seidenpapierdünne, gefaltete Banknote heraus. Fortsetzung folgt. Oberheffen Fünfziger-Wiedersehn in Lich. wird. — Der U m - erklm ersuchten I 1 fll. en der M Gute Möbel bei Koos i liessen Schulstr^^^^ idrrkehrendes 2i iijen. Ihrem Wl DM Erfüllung irb zum 4. Male durchgefül tieferen Sinn des schönen Brauchs der Alterskameradschaftstreffen zu begründen. Dann wurde vom Redner die Erinnerung an die Schul- und Jugend- Lehrer in Verehrung und Dankbarkeit gedacht. In einem selbstverfaßten Gedicht zeigte der Vortragende, wie über und in allem Erinnern der wundervolle . , , . I ÜPlRDUOVri UCll \yULUU3 ,^U uiuujm 1886er verweilte, die der Tod bereits abberufen br(,.fte Füchslein totzuschlagen. ' hatte. Den Abschluß der wohlgelungenen Wieder- Alsfeld sehensfeier bildeten einige frohe Kaffeestunden ml Rrc*9 der Gastwirtschaft von Alterskamerad Jakob Eise. um etwa auftretende Mängel zu beheben und um überall beratend einzugreifen. Viele, die eine der- M 14 _____ artige Hebung zum erstenmal miterlebt haben, mag sammlung einstimmig gewählt. Die der Anblick des „iutcu . lyUyivllU4S, , vorgekommen sein. Auf alle Fälle hat alles tadellos schlagen des neuen Hauptbrandmeisters. .. geklappt, so daß sicher auch die nach der Hebung Vertreter des Wehrführers wurde Stadtbaume^n stattgefundene Kritik c ,r.....------c~"~ 1 ~ -----------flfw,*Tn6 hu,ron rounrt* endet. Die Dreschmaschine hat nun begonnen, im Dorfe von Haus zu Haus zu fahren. Die Körnererträge sind zufriedenstellend, das Stroh ist besonders reichlich. — Untere Schulkinder sammelten in den letzten Tagen unter Aufsicht unseres Lehrers R e u h l mehrmals aus dem Felde Weizenähren. Diese wurden von der hiesigen Genossenschaftsdreschmaschine ausgedroschen und der K*rler genieße '■Wtaw Iur Ä H Dann begaben sich alle 50er auf den Friedhof, wo man m stillem Gedenken an den Gräbern der p ft Zebruar n dir )ie H Gedanken ein ü ein Lolkswe! ........ „...izulegen und ** Oeffentlicbe B ü Hm 1 Ertrag der NSV. zugestellt. 4= Aus der mittleren Wetterau, 31. Aug. Die Grummeternte geht ihrem Ende zu. Es wurde eine an Menge und Güte reiche Grummeternte eingebracht. Da die Heuböden den Segen nicht alle zu fassen vermögen, wird in der Scheune Platz dafür gemacht und das Stroh auf Haufen ins Freie gesetzt. Bereits ist der Landmann dabei, den Mist auszufahren und die noch liegenden Stoppeln zu stürzen. Auch diese Arbeit ist eilig, well der Boden anfängt auszutrocknen, wodurch das Pflügen erschwert oder gar unmöglich gemacht wird. Die Feldkulturen zeigen nach wie vor einen prächtigen Stand. Besonders gut ist der Stoppelklee gewachsen, der teilweise schon die Knövfe hat und bis auf einzelne Placken (Flächen), wo die Haufen saßen, einen dichten Stand aufweist. Gut haben sich auch die in diesem Jahre stark angebauten Stoppelerbsen und -wicken entwickelt, die selbst auf den nachgesäten Haufenstücken schon über handhoch sind und im Herbste eine vorzügliche Gründüngung abgeben werden, da sie kaum zur Fütterung verwendet zu werden brauchen. Dem vermehrt angelegen Torigejegier -- str-chen-Berkehrsordnung wurde bu;St- Gießen durch Strafbefehl zu 20 1L evtl 4 Tagen Haft verurteilt. Die hiergegen Einspruch ein, leugnete in der anberaumten Hauptverhandlung, wurde aber ten Nwelfl yss. L? beglückwünscht- L Nad-Weltmeister Sonntag die Entsc Imateuren fieg e L Frankreich) u in Berufsfahrern jirens Weltmeist- V kam hinter 0« kitten Platz Die ! Lorenz schieden ' ignb bei den Ben m Biertelfinale o Begriff Heimat stehe. Das Sieg-Heil des Redners galt der lieben, alten Vater- und Heimatstadt Lich, Heimat und Vaterland, Volk und Führer. Wahrend und lange noch nach dem gemeinsamen Abendessen wurden frohe Erinnerungen aus lange zurückliegenden Zeiten ausgetauscht. Frohgestimmte Musik und Volkslieder, daran wir ja so unendlich reich sind, kamen zu ihrem Recht. Es war lange nach Mitternacht, fast tagte es schon, als die Jubl- lare durch die taufrische Nacht ihre Schritte heimwärts lenkten. Der gemeinsame Kirchgang am Sonntaqvorrnittag erhielt eine besondere Weihe tung gegeben. . Die Brunft des Rehwildes ging zu Ende, und im September pflegt der Bock wieder feinen Wechsel zu halten „wie einst im Mai". Wo also der Abschuß noch nicht erfüllt ist, kann es nun noch geschehen. Mitte des Monats beginnt auch die Schußzeit für weibliches Rehwild und Kitze, die dann 3V2 Monate dauert. Im vorigen Jahre ist das Verlangen der Jagdbehörden, den Rickenabschuß wirklich zu erfüllen, zunächst von vielen Jägern nicht ernst genommen worden, und sie haben geglaubt, sie könnten ihren Abschuß im November und Dezember noch spielend erfüllen. Als aber die Schußzeit zu Ende ging, da griff man dann zu Jagdarten, die durchaus abzulehnen sind. Man kann auf Treibjagden keinen Wahlabschuß durchführen. Der Gesetzgeber hat deswegen die Schußzeit gegen früher fast verdoppelt, damit der Abschuß überlegt und wirklich durchgeführt werden Fann. bauten Körnermais ist die Sonnenwitterung fefr günstig. Die zahlreich angesetzten Puppen beginnen sich schon gelblich zu färben und sind dicht mit Äon nern besetzt. Die ersten Herbstaussaaten wurden vorgenommen, der Raps wurde bestellt. gn der Hauptsache sind es die Guter, die diese öl- Unb eiweißreiche Pflanze anbauen. Kreis Friedberg. # Butzbach, 30. Aug. In den letzten Tagen haben mehrfach Segelflieger, die von her Wasserkuppe kamen, unsere Stadt überquert. Te. stern nachmittag zog wieder ein Segelflugzeug fein, Kreise und versuchte nach Westen wetterzufliLg^ Da aber die Auftriebsbedingungen nicht mehr gegeben waren, mußte der Segelflieger in unmittel, barer Nähe der Stadt, nach Nieder-Weisel zu, lan, den. Es handelte sich um den bekannten Rhonflieg^ Peter Riedel. Die Mitglieder des hiesigen Segel, fliegerhorstes leisteten ihm bei der Abmontierung eines „Condors 2" Hilfe. Riedel verblieb nod), einige Stunden bei den Fliegerkameraden. - Qe„ stern abend fand die Vereidigung der Mij-, glieder der Freiwilligen Feuerwehr vor dem Gerätehaus statt, zu der die Kameraden gelang es nun, uem luyun lu-yt “ Möerae Dem 7 Spitzbuben den Garaus zu^ machen und das aDJjii 'IMerobsfopf u H dem Qautur XP Alsfeld, 31. Aug. In der au^erortti; • D-Nauheim dm rnnAPrp.« (ßiPhrn I lichen Mitgliederversammlung der Fr e lwi°.' )le Borarbeitei Landkreis GieNen ligen Feuerwehr Alsfeld wurde gemz H gehaltene „Ei A Allendorf (Lahn), 1. Sept. Gestern abenb ^er üom Reichsinnenminister angeorbneten In Sjoljerobstopf fand in unserem Orte die erste vom Reichsluftschutz- ganisation des Feuerlöschwesens auch für die d damals 67 t bund durchgeführte Verdunkelungsübung ^der Wehr die Neubestellung des Echt turnerische statt. Punkt 9.40 Hhr war kein Licht mehr im gan- rerrats vorgenommen. Auf Vorschlag des .rle / zen Ort zu sehen und überall herrschte große Ruhe. Polizeiverwalters, Bürgermeister Dr V o l s lM, 8n höchstgeleaen Nur die Blockwarte vom RLB. waren eifrig tätig, wurde als neuer Hauptbrandmeister der Widjem ffiettfcm 1 " gen Feuerwehr Alsfeld (EtouerinfPehor 6irin( -Hartmann (Alsfeld) von der Mttqlieberv..r ^reunb|., . i v11if1111im muciLKui yuui», »*«9 sammlung einstimmig gewählt. Die -IM 0 m-,„^'^inlicheg ßbr .toten" Dorfes etwas eigenartig Führerrats erfolgte anschließend nach den m r ijebu P 9fnf nU» hnf alles tadellos I h»« neuen fiaiintbranbrneifters. Als SM Gauturnwai entsprechend ausgefallen Jein I M al'Uus gewählt/ Im Anfchluh hieran wMdi Stak bzw. Ausbau des G e - der seitherige Kommandant der Alsfelder Ihismä^ia es ist jetzt beendet, und der ligen Feuerwehr, Heinrich KnieriM M., hlre mfange wieder ausgenommen erkennung seiner besonderen Verdienste um 'Adunaen mn hei- Mpmeinheverwaltuna I Alsfelder Freiwillige Feuerwehr zum Ehrend sA. 8N ein; brandmeister der Stabt, Alsfeld,°°n d-r nehmer sahen sich seit dem Konfirmattonstage, also nach 36 Jahren, zum ersten Male wieder und kannten sich kaum noch. Aber alle Schranken etwaiger Scheu bei der Begrüßung eines lange nicht gesehenen Jugendgenossen fielen gar bald bei dem allumschlingenden Band des altgewohnten „Du". Der Austausch alter Jugenderinnerungen schaffte । schnell eine Stimmung und eine Volksverbundenheit im edelsten Sinne des Geistes unserer Zeit, die dann auch bis zur letzten Stunde der Wiebersehens- es zu spät. Ende des Monats setzt der Rückzug der Waldschnepfen ein, die dann auch abends und morgens streichen und geschossen werden dürfen. Schließlich sei noch d e s D a ch s e s gedacht. Wenn die Zwetschen reifen, ist Grimbart feist. Es muh etwas gegen die starke Zunahme der Dächse im Interesse der Niederjagd geschehen. Noch verspricht der Abschuß am Bau Erfolg. Sonst muß später zum Spaten gegriffen werden. Drum keine Gelegenheit zum Schuß auslassen! Sie bietet sich doch bei der heimlichen Lebensweise Schmalzmanns nicht oft. ' Hubertus. am Rande des Dan-s rooonenoe ^ausoqmer i VitewÄe betrübliche Beobachtung machen, daß ihr Bet«» an Federvieh mit jedem Tage bzw. mit .je»«,". "««turn Nacht bedenklich ab nahm. Allerhand AnzeichM^ deuteten darauf hin, daß Meister Reineckri den Hühnerställen nächtliche Besuche abftattete wi ,3 durch diese Beutezüge seinen Hunger und den . Nachwuchses zu stillen. In der vergangenen Nach j( gelang es nun, dem schon lange auf getanen in m 1936 ein. Der 51 Jahre alte O. B. aus Hlfa hatte im Herbst 1935 an einer Person unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen. Er wurde deshalb unter Zubilligung mildernder Umftänbe zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr kilt "ser Mngetlatie hatte gegen diests Urteil Be- mit Kranzniederlegung am Tejallenen-Ehrenrnah rüjung einSgt die er “or Gintritt in die Haupt-auf den ffirtobM. wo verhattdlung zurücknahm. feier anhielt. Alterskamerad Karl Trechfler, der sich in besonderer Weise um das Zustandekommen und die schöne Ausgestaltung der Wiehersehensfeier verdient gemacht hatte, eröffnete am Samstagabend im ... zwei Mo-1 „Holländischen Hof" die Feier mit Worten herz- Außerdem licher Begrüßung und mit tiefempfundenem Ge- 11 c 1,3 denken an die verstorbenen und fürs Vaterland ge- . beide aus fallenen Alterskameraden. Ein Alterskamerad dankte 16 000 Mark über. r , l Ulfa, 28. Aug. Schon seit Wochen mußl'iN am Rande des Dorfes wohnende Hausbesitzer £:e vollzählig angetreten waren. LPD Bad Vilbel, 1. Sevt. Beim 23ilbeltr Markt kam es, wie bereits berichtet, zu einer Au,, einanderfetzung zwischen Standinhabern. Ein jungte Mann wollte die Streitenden trennen und gab dem 62 Jahre alten Schausteller Theesaus Fran! furt a. M. einen Stoß, durch den dieser zu Fall kam und vier Rippen brach, die in die Lunge einbrangen. Thees ist nunmehr feinen Verletzungen ei« legen. Wegen Verbrechens nach § 171 StGB. (Doppelehe) würbe der 56jährige Dietrich Zinn aus Nie- der-Erlenbach zu einer Zuchthausstrafe vo n einem Jahr, unter Anrechnung von zwei Mo^ nuten Hnterfuchunashaft, verurteilt. Außerdem wurde er mit den Kosten des Verfahrens belastet. Rcmftad?^^erhietten ^unf) “urteil' bes ^Schöffern! in seiner Ansprache den Licher Altersgenossen für gerichts Gießen vom 24. Juni 1936 je sechs Wochen | bie schone Gestaltung der^ Fe^r, ^m^bann^ben Gefängnis auferlegt. Die Angeklagte A. G. wegen des Gebrauchsnachweises einer Falschurkunde, der Anaeklaate W. G. wegen schwerer Hrkundenfalschung. I Neoner me Erinnerung an Die oajui» unu x)uticnu- Jn der auf ihre Berufung hin ftattgefunöenen Haupt- kameradschaft wachgerufen und der ehemaligen D^anbUng Vrgab fid), ba6 ben bttben 2IngctlSg. | ™ -------- "-dockt. Sn ten in noch weiterem Maße mildernde Hmstände zugebilligt werden konnten und eine Strafe von nicht mehr als einem Monat Gefängnis verwirkt gewesen wäre. Die Große Strafkammer stellte da- her das Verfahren gegen beide Angeklagten auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 23. Apnl ^Der^Damhirsch, dessen Brunft in den Oktober fällt, steht noch in der Feiste und verlangt in freier Wildbahn einen ganzen Jäger. Das Schwarzwild macht in einzelnen Teilen Oberhessens leider mehr von sich reden als man es früher gewöhnt war. Wo es regelmäßig zu stecken pflegt, und zu Schaden geht, wird es möglich sein, ihm auch jetzt beim Ansitz oder Pirschgang Abbruch zu tun. Dagegen haben Treibjagden ohne vorheriges Bestätigen wenig Sinn. Spüren und Kreisen sind aber nur bei Schnee möglich, und da wird es Aufgabe der Jäger sein, alles zu tun, um der Ausbreitung des Schwarzwaldes entgegenzuwirken. Da ja der Jäger den geschädigten Grundbesitzer auch finanziell für den entstandenen Schaden entschädigen muß, wird er ohnehin schon versuchen, weiterem Schaden vorzubeugen. Zuvawn aber wird ein Erfolg bei den derzeitigen Verhältnissen immer fraglich bleiben müssen. In dem letzten wirklich schneereichen Winter 1928/29 konnten in Oberhessen über 70 Stück Schwarzwild gestreckt werden. Leider haben dann die schneearmen Winter den Weidmann im Stiche gelassen und damit dem Schwarzwild die Möglichkeit der Verbrei- Septemberjagd! Wolkenloser blauer Himmel l trahlender Sonnenschein. Der Altweibersommer treibt über die Stoppeln. Kuhle und tauige Nachte. Das ist der September, wie der Weidmann ihn liebt. Denn zu Aegide (I.^September) tritt nach alter Jägerregel der Hirsch in bte Jörunft. !Das soll zwar nicht heißen, daß die Brunft wirklich bereits beginne. Aber der Hirsch, der seither als Feisthirsch allein oder mit seinesgleichen Zusammen stand, tritt nun zum Kahlwilb und das Nudel wechselt in die Nähe der gewohnten Brunftplatze, wo dann in der zweiten Hälfte des Monats die Brunft einzusetzen pflegt. Der Schrei des edlen Hirsches nach kalter Herbstnacht ist das Schönste, was das deutsche Weidwerk dem Jaaer zu bieten vermag. Für den Abschuß des Rotwildes gelten m noch stärkerem Maße als beim Rehwild die Forderungen, die auf eine Verminderung des weiblichen und eine Hebung des männlichen Wildes abzielen. Deswegen gibt das Gesetz von der Monatsmitte an auch bereits den Abschuß von weiblichem Wild und Kal- Die Jagd im September. 'S. hineingelegt werden. Schießt nian jetzt zunächst d ab, was man an Schmalrehen und uicht führenden Ricken schießen will, so ist es verhältnismäßig leicht, weil das Wild auf Kleeackern, Wlesen ulw bei guter Beleuchtung zu schieben, ist und auch Jäger, die gesundheitlich vorsichtig fein Aussen, jtz den Abschuß eher durchfuhren können alsim !Winter. Dazu dürfen wir Jäger auch den wirtschaftlichen Gesichtspunkt nicht aus dem ^"ge verlieren. Die Wildstände sollen mithelfen, das Volk 3» ernähren. Die Nachfrage nach Wild ist immer vorhanden, sie kann bekanntlich gar nicht voll aus unseren Be- ständen gedeckt werden. Ermnert sei dabei an bte Einfuhr von Felbhühnern, Hasen, Manen u. a. aus bem Auslanbe. Wir müssen daher im Nah men der uns gegebenen Möglichkeiten dafür sor- aem daß der Abschuß vollständig und regelmäßig eriolat Fiingewiesen sei dabei noch darauf, daß im Gegensatz zum Vorjahre es nicht mehr statthaft istz anstatt eines nicht geschossenen Bockes em Stuck weibliches Wild zu strecken. Es dürfen also nur so viel Stücke geschossen werden wie der Abschußplan weist auf den Fall des Pastors Gründler hin, m dem unvorsichtige Bemerkungen in Briefen zu dessen Verhaftung geführt haben. Da allgemein anzunehmen ist, daß unüberlegte Aeußerungen m Briesen deutscher Absender die Empfänger tn Spanien leicht in erhebliche versönliche Hngelegenhetten, wenn nicht gar in Gefahr bringen können, mutz in den Mitteilungen größte Zurückhaltung bewahrt werden. Lleberholte Testamente. Bei den Amtsgerichten liegen noch zahlreiche Testamente, die vor dem 1. Januar 1924 errichtet worden sind. Erfahrungsgemäß ist ein großer Te" dieser Testamente durch den Krieg oder die Geldentwertung gegenstandslos geworden und entspricht nicht mehr dem Willen des Erblassers. Diese überholten Testamente haben nicht selten Erbstreitigkeiten zur Folge. Es ist deshalb erforderlich, daß jeder, der vor dem 1. Januar 1924 ein Testament beim Amtsgericht hinterlegt hat, prüft, ob das Testament noch feinem Willen entspricht oder ob es überholt ist. Im letzteren Fall wird jedem Erblasser empfohlen, sofort sich das Testament vom Amtsgericht zurückgeben zu lassen. Hierbei wird besonders daraus aufmerksam gemacht, daß auf Grund einer Anordnung des Reichsministers der Justiz für die Rücknahme von Testamenten aus der amtlichen Verwahrung keine Gebühr berechnet wird, wenn sie vor dem 30. September 1936 erfolgt. *♦ Evangel.-kirchliche Person alie. In den Ruhestand versetzt wurde auf eigenen Antrag der Pfarrer August Prätorius zu Hom- berg a. d. Ohm, Dekanat Grünberg, mit Wirkung vom 1. Oktober 1936. ** Treue Mieter. Am 1. September d. I. waren es 35 Jahre, daß die Familie K. Z u I a u f Sparkassenrechners Plock entstanden. In der Vogels- bergstrahe wird voraussichtlich eine SiedlungskoloM errichtet werden, Verhandlungen darüber sind im Gange. Geeignetes städtisches Gelände wird zu.7 Verfügung gestellt. Das frühere Lehrerheim ist Mi U fast drei Iah den Eheleuten Albert Adam käuflich erworben roor. ^geisterte Mäm den, die das Haus gänzlich umgebaut unb p oberhessis weitert haben. Das frühere Treppenhaus und H j mi( bem Ziele, I Turm finb niedergelegt und em neuer Anbau t ^Hebung j erbaut worden. Das Haus führt den Namen viel älterer Haus Vogelsberg. — Bei einer ■ freiwilligen Bsr fteiaerung ging das Wohnhaus der Eheleute mann Schlörb in der Adolf-Hitler-Straße auf Valentin ©lebe, Autooermietung, zum Preis ^Der' Rickenabschuß ist an sich eigentlich schwerer wie der Bockabschuß, weil der Bock einem in seinem Gehörn immer einen gewissen Anhalt über einen Wert oder Unroert für den Bestand gibt. Bei der Ricke fehlt ein solches Merkmal. Man sollte daher in einem Revierteil, in dem ein wirklich guter Bock gebrunftet hat, mit dem Rickenabschuß Kreis Bübingen, sehr vorsichtig sein. Denn es ist anzunehmen, daß Stockheim, 28. Aug. Während bin ein Teil der Ricken dort seine Erbanlage auf ihre Bleiche, ein Nebenflüßchen der Nidder, seithri Kitze überträgt. Verfährt man nicht so, dann f)at I n0£b trej roar DOn Wasserpest (Elodea canade»: auch der Wahlabschuß der Böcke wenig Sinn. sis\ bie au5 den Flüssen Nordamerikas sich Steht der September im Hochwildrevier im 3ei= 1847 über England durch Deutschland verbreite!! chen der Hirschbrunst, so kennzeichnet ihn im Nie- unb Erst in Oberhessen die Horloff von Reichels derwildrevier die Jagd auf das Feldhuhn. Die heim (Wetterau) bis Inheiden (Kreis Gießen) Der Ketten find schußreif, auch der Besatz scheint er- feuchte, hat sich diese S ch m a r o tz e r p flanzii träglich zu sein. Kommen nun noch em guter Hund nun aud) in unserem Heimatflüßchen stark verbreii- und eine saubere Flinte hinzu, dann sind die Dor- tet unb zieht sich bis vor den Nachbarort Bleiche!!- bebingungen für ein Weidwerk gegeben, bas man- bad). chem Jäger als das schönste im Jahre gut (9e= kreis Schotten nießt aber der Weidmann die Freuden der Hühner- Schotten, 31. Aug. Die B autätigkei! jagd, so soll er dabei nicht vergessen, daß für ihreL ynjerer Stadt ist in letzter Zeit etwas regn: Erhaltung ober Erhöhung eine Hege des Huhnes I morden. In der Karl-Weder-Strahe entstehm Voraussetzung ist. Sie muß sich im Abschuß außerm « ß. Wohnhäuser, von H. Enders und Hch. Jägr.- bei dem keine Kette starker als auf 6 bis 7 otutf erbaut, ein drittes wird demnächst begonnen. abgeschossen werden soll. Sie schlagen sich dann . Gederner Straße ist ein neues Wohnhaus d« leichter durch den Winter, in dem aber auch man-1 « rr —j.-----«m-* n« h«^ ches Huhn der Not und seinen Feinden zum Opfer fällt. So bleibt dann der Besatz, der unbedingt notwendig ist. Sie muß sich aber auch in der Vorsorge für den Winter äußern. Jetzt, wenn die Dreschmaschine noch läuft, ist am leichtesten bas für Fütterungen notwendige Material zu bekommen. Sucht man danach erst, wenn die Not da ist, dann ist innenminister in einem Erlaß an alle Polizeibehörden die Unterrichtung über den weiblichen Arbeitsdienst erleichtert hat. Der Erlaß teilt mit, daß in den nächsten Tagen den Landraten (auße^ halb Preußens den entsprechenden Behörden) durch den Reichsarbeitsführer Merkblätter und Anttaas- formulare auf Zulassung zum Arbeitsdienst für die weibliche Jugend zugehen werden, die an alle polizeilichen Meldebehörden zu verteilen sind. Die Merkblätter und Formulare find in den Dienst- räumen auszulegen und auf Antrag auszugeben. } Lich, 1. Sept. Am vergangenen Samstag ** Oeffentliche Bücyerhalle. Im August und Sonntag hatten sich die Kameraden unb Kame- murben 1818 Bänbe ausgeliehen. Davon kamen r ab innen, bie im Jahre 1886 in Lich geboren, auf- Zeitschriften 6, Gedichte und Dramen 11, er- bie gleichen Schuljahre unter gemeinsamen Lehrern »ähienbe Literatur 1197, Jugendschriften 324, Län- verbracht, gleiche Jugenderinnerungen durchlebt und der- und Völkerkunde 96, Kulturgeschichte 1, Ge- im Jahre 1900 gemeinsam zur Konsirmatton m der schichte und Biographien 117, Kunstgeschichte 7, Marienstistskirche gelangt waren, in ihrer Vater- Naturwissenschaft und Technologie 23, Heer- und stadt zu einer W i e d e r s e b e n s f e i e r zusammen- Seewesen 12, Religion und Philosophie 14, Staats- gefunden. Im Kreise der Alterskameraden wellten Wissenschaft 3, Sprachwissenschaft 5, Fremdsprach- auch ehemalige Zöglinge des Frankfurter Waisen- liches 2 Bände. Nach auswärts tarnen 21 Bände. Hauses, die mit den Lichern gemeinsam die Schule *♦ Sterbefälle in Gießen. In der Zeit besuchten und konfirmiert wurden. Für sie war Lich, vom 15. bis 31. August verstorben in Gießen: damals eine der größten Stationen des Frankfurter 17 Heinrich Peter Heister, Geschäftsführer, 50 Jahre, Waisenhauses, zur Kinder- und Jugendheimat ge- Lahnstraße 21; 17. Johannes Herzberger, Oberbrief- worden. Mit berechtigter Hoffnung auf einige traute träger i. 3t, 89 Jahre, Krofdorfer Straße 21; 17. Stunden im Freundeskreis waren in der Fremde Friedrich Knaur, Architekt, 53 Jahre, Schanzen- lebende Licher aus allen Teilen der näheren und straße 1; 18. Margarete Hof, geb. Kaiser, 73 Jahre, weiteren Heimat herbeigeeilt, und zusammen 70 Wilsonst'raße 10; 21.8. Agnes Brühl, 19 Jahre, Lie- Alterskameraden begingen eine schöne und würdige bigstraße 71- 21. Georg Erhard, Bäckermeister, 52 50-Jahrfeier des Jahrganges 1886. Viele Festteil- Jahre, Marburger Straße 34; 22. Wilhelm Franz, nffn Reichsbahnlokomotivführer, 60 Jahre, Wilhelm- fttaße 43; 24. Marie Geitz, geb. Möbus, 69 Jahre, Liebigstraße 77; 23. Susanne Sauer, geb. Seulmg,! 39 Jahre, Löbershof 4; 25. Wilhelm Appel, Kaufmann, 70 Jahre, Moltkestraße 2; 26. Katharina Keil, geb. Arras, 72 Jahre, Alicenstraße 37; 27. Margarete Reul, geb. Musch, 60 Jahre, Wolkengasse 23, 30. Karl Himmler, Volksschullehrer i.R., 73 Jahre, Wartweg 50. Große Strafkammer Gießen. der R e i djs'a iH o b afjn Landwirtschaft ein gewisser Arbeitsmangel b s l^jieriiinen Amtsgericht Gießen. .. W-g-n fort3e|e6ter__Ueb=rtretu^ der » J,, -n 3. $ g meindebackhauses qi vwvuv.., , ngnu Betrieb in vollem Umfange wieder ausgenommen erkennung seiner besonderen Verdlenpe um worden. Was hier von der Gemeindeverwaltung Alsfelder Freiwillige Feuerwehr zum geleistet wurde, ist hoch anzuerkennen. Denn es branunieifUi ba Stadt Alsfcld wird wohl wenige Dörfer geben, die über ähnliche, derversammlung ernannt. Die neue den neuzeitlichsten Ansprüchen gerecht werdende mit einigen geringen Ergänzungen °näenom - , Allg°m°ingüt°r verfügen - Der V e r k a u s d ° s G r ° ß - F ° l d ° , 31 Ang. Di-1 h-estg..Dr, » i)M). Frühobstes in unserer Gemeinde ist in diesen genossenschaft betreibt außerdem noch den V . iM^^hoh Tagen vorgenommen worden. Die dabei erzielten h r u ch. Während der Druschperiode lag d kam dc Preise sind als ansprechend zu bezeichnen. bruch seither still da man «ur J i n L :>r n cxd Eberstadt, 31. Aug. Die Grummet- maschine besaß. Da größere Aufträge für D ernte nähert sich hier ihrem Ende. Begünstigt lieferungen vorlagen, die nicht bmausgescho' durch das sonnige Wetter der letzten Tage gingen ben konnten, mußte eine zwei t e Lo k om . . WJung , die Arbeiten rasch vonstatten. Die Grummetertrage angeschafft werden. Die ^Auftrage sinc»bei u J M die sind außergewöhnlich gut. Auch das Einfahren üon tn zwei Schichten, je ocht Mann beschas g -fi• Äatnr,f nn bega betreibe ist bis auf einige Haferschläge be-1 können. Eine große Zahl von Erdarbeitern im Haus Moltkestraße 28 wohnt. ** Die Lieferung von Lebensmitteln für die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen wird im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zur Vergebung ausgeschrieben. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Die Reichspost stellt Anwärter für den gehobenen mittleren Postfach- bienft em. Bei der Deutschen Reichspost soll wieder eine Anzahl von Anwärtern für den gehobenen mittleren Postfachdienst eingestellt werden. Die Bewerber, die das 23. Lebensjahr nicht überschritten haben sollen (Ausnahme: gedienter Jahrgang 1913), müssen die Reifeprüfung (Abitur) abgelegt haben und der HI., der SA., der SS., dem NSKK. ober ber NSDAP, angehören unb dort die weltanschauliche Schulung der NSDAP, mit Erfolg durchlaufen haben. Bevorzugt werden diejenigen Bewerber — sonstige Eignung voraus- gesetzt —, die sich vor dem 30. Januar 1933 für die nationalsozialistische Volkserhebung außergewöhnlich betätigt haben und solche, die ihrer aktiven Dienstpflicht bei der Wehrmacht in Ehren ac- nügt haben. Auf sportliche Durchbilduna wird besonderer Wert gelegt. Einstellungsgesuche sind an die Reichspostdirektion zu richten, in deren Bezirk der Bewerber seinen Wohnsitz hat. Sie können nur in Betracht gezogen werden, wenn sie bis zum 30. September 1936 vorliegen. , ** Merkblätter für den weiblichen — -..... Arbeitsdienst. Da jetzt wieder die Möglichkeit Aufgabe des Jägers muß es dann fein, bie Zett der Anmeldung zum Arbeitsdienst der weiblichen auch auszunutzen, d. h. wirklich auch mit dem Ad- Jugend bestcht, ist von Interesse, daß der Reichs- schuß rechtzeitig zu beginnen. Es ist klar, daß man • 9 • • rr-t-c. — «ff« m। im September keine führende Ricke schießen kann und daß es auch nicht zu verantworten märe, wirtschaftlich noch unterwertige Kitze zu schießen. Aber wandsrei durch Die vernommem-ir o««»» , Dos Gericht erhöhte daher bie im Strafbeseai feiprodjene Strafe auf 40 RM W™'’ ® y Hast, unb legte ber Angeklagten die Kost zur Zeit in Hntersuchungshaft, war beschulbig^ einem Laden in der frankfurter Str ß ßen gebettelt und bei dieser Gelegenhei zu haben, einer Kundin die Handtasche z um bie Frau zu bestehlen. Wegen versuchten.- falldiebstabls unb Bettelns erkannte ha- auf eine Gefängnisstr afe von natenundlWocheHa f^Wegen des Angeklagten sah das Gericht nochmals Verhängung einer Zuchthausstrafe ab^__ 9.Jl.-'SpoTt 12 Rationen bei der Motorrad-Sechstagefahrt. «>it ^adweltmeisterfchosten in Zürich. Zürich sicherte fünften Male '6 der Flieger (Berufsfahrer). Er bewies damit 13. 20. 27. 1.11. 8.11. it worden: Stabhochsprung, Freiweitsprung, 15.11. Es lohnt sofortigen Ölwechsel! In Deutschlands modernster Raffinerie wird nach umwälzend neuem Verfahren aus deutschem Erd- oel jetzt ein Auto-Oel hergestellt, wie es in der ganzen Welt nicht besser geliefert werden kann! k Echt turnerische Begeisterung spricht aus je- !Ätile des Aufrufs: „Kein Prunkfest soll uns Hm höchstgelegenen Gipfel des Hessenlandes Jte Rad-Weltmeisterschaften in Zürich brachten l Tonntag die Entscheidungen der Flieger. Bei h Amateuren siegte der Holländer van Vliet vor ibrget (Frankreich) und Collard (Belgien) und 8 den Berufsfahrern wurde erneut der Belgier Ferens Weltmeister. Albert Richter (Deutsch- luu)) kam hinter Gerardin (Frankreich) nur auf ieB dritten Platz Die deutschen Amateure Jhbe Lorenz schieden in den Zwischenläufen aus, Mrend bei den Berufsfahrern Engel und Mer- lew im Viertelfinale ausgeschaltet wurden. Gpielansehungen der Borrunde. 9. Lollar — 1900 (Schmidt, Dillenburg). Sinn — Wetzlar (Post, Wieseck). Naunheim — Dillenburg (Rüspeler, Gleiberg). Frohnhausen — Burg (Küster, Berghausen). 9. Dillenburg — VfB.-R. (Niersbach, Wetzlar). Wetzlar — Lollar (Kleemann, Bissenberg). Bissenberg — Frohnhausen (Gerhard, Steinbach). 9. Lollar — Dillenburg; DfB.-R. — Burg; Naunheim — Bissenberg; Frohnhausen gegen 1900. Wetzlar — Burg, Bissenberg — Dillenburg; Sinn — Frohnhausen Sinn — Lollar; DfB.-R. — Bissenberg; Burg — 1900; Dillenburg — Wetzlar. 1900 — Dillenburg; Lollar — Burg: Bissenberg — Wetzlar; Naunheim — VfB.-R. 1900 — Bissenberg; Frohnhausen — Wetzlar; Naunheim — Sinn. D den Radweltmeisterschaften in W der Belgier Scherens zum Turnerschaft betreuten Bergturnen auf dem Düns- berg und Gleiberg kamen in den folgenden Jahren zur Durchführung, und erst im Jahre 1913 gab es dann wieder ein gauoffenes Bergturnen auf dem Hoherodskopf. Die Vorbereitungen für das 2. Hoherods- kopf-Turnfest am 31. August 1913 übernahm wieder ein besonderer Ausschuß. Als Wettkampfübungen waren vom Gau bestimmt worden: Freiweitsprung, Freihochsprung, Stemmen, Hangeln, Freiübung. Das Fest war von der Witterung nicht so begünstigt wie das 1. Turnen, nahm aber trotzdem einen erfolgreichen Verlauf. Von den 207 gemeldeten Wetturnern traten 188 zu den Wettkämpfen an. Dor den allgemeinen Freiübunaen entbot Lehrer Link namens des Vogelsberger Höhenclubs mit einer inhaltvollen Ansprache Gruß und Willkomm. Gauvertreter Metzler (Marburg) gedachte der Zeit von 1813. Gauturnwart Will, der das Wetturnen umsichtig geleitet hatte, dankte dem Turn- und Gesangverein Schotten für die gute Ausrüstung des Festes. Nach dem Weltkriege stellten Schottener Turner beim Gauturntag wiederholt den Antrag auf Wiedereinführung des Hoherodskopffestes. Aber erst nach der Neuordnung von Turnen und Sport im Dritten Reiche konnte der Gedanke, das Fest auf dem heimatlichen Berge alljährlich durchzuführen, verwirklicht werden. In dem neu erstandenen Gau XII Hessen war es der Turnkreis 11 Wetterau-Dogelsberg, der zum 3. Hoherodskopf-Turnfest am 1. September 1935 aufrief. Die Schottener Turner Grandhomme, Neumann, Straub, Zefchky, Haas u. a. hatten umsichtig die örtlichen, Kreisfachamtsleiter Dr. Siegert-Stockheim und Kreis- volksturnwart A. Langsdorf-Bad-Nauheim die organisatorischen Vorbereitungen getroffen, lieber 700 Wettkämpfer, viele Festbesucher waren an dem herrlichen Septembersonntag auf den Berg gekommen, vornehmlich aus den Kreisen 8 (Lahn-Dill) und 11 (Wetterau-Vogelsberg). Auf breitester volksgemeinschaftlicher Grundlage kamen die Wettkämpfe zur Durchführung. Neben den Turnern und Sport- fprn rangen auch die Kameraden aus der SS. und SA. um den schlichten Siegespreis. Regen Anteil nahm der Vogelsberger ^Höhenklub. Das Bergturnen auf dem Hoherodskopf ist heute gauoffen für alle dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen angeschloffenen Vereine Die Tatsache, daß zum 4. Hoherodskopfturnfest am 6. September 1936 die Zahl der Meldungen die des Vorjahres noch wesentlich übersteigt, spricht für die Beliebtheit des Berg- und Heimatfestes. Wenn in der Folge nun alljährlich der Gau Hessen fein Hoherodskopfturnfest veranstalten kann, so ist damit einem lang gehegten Wunsche aller Turn- und Heimatfreunde Erfüllung geworden. Dankbar gedenken wir alle der Männer, die sich immer wieder für das Bergfest eingesetzt haben. Wir nennen u. a. von den Schottener Turnern in erster Linie den viel zu früh verstorbenen Karl Wendeberg, ferner Hrch. Grandhomme, W. Straub, W. Zeschky und Heinr. Neumann, sodann Ehrengauoberturnwart W. Will-Gießen, C. Th. H e l f e n b e i n-Lauterbach, Dr. S i e g e r t- Stockheim, A. Langsdor s-Bad Nauheim. 29.11. Wetzlar — 1900; Frohnhausen — Naunheim; Sinn — VfB.-R. 6.12. B'ffenberg — Lollar; Sinn — Dillenburg; DfB.-R. — Frohnhausen; Burg — Naunheim. 13.12. Burg — Sinn. Fachamt 2 Fußball im 0"Rf£. Jugendgruppe Gießen. Für die Spielsaison 1936/37 sind folgende Grup- fen zusammengestellt worden: Gruppe I: VfB.-Reichsbahn Gießen, Spielvereinigung 1900 Gießen, FC. 1926 Leihgestern, FC. Teutonia Watzenborn-Steinberg, Turnverein Klein- Linden, Turnverein Großen-Linden. Gruppe II: VfB.-Reichsbahn Gießen 2. Igd., Spielvereinigung 1900 Gießen 2. Igd., Turnverein Großen-Linden 2. Igd., Sportverein 1928 Garbenteich, VfR. Lich, Fußballsportverein Steinbach, Turnverein Allendorf. Gruppe III: Turnverein Wißmar, Turn- u. Sportgemeinde Rodheim, Sportverein 1920 Heuchelheim, VfB. Krofdorf. Gruppe IV: Alten-Buseck, Fußballklub 1936 Ettingshausen, Fußballklub 1926 Großen-Buseck, '0 Die Iußball-Vezirksklaffe Gießen-Dill Leistungsstand vor den BerbandSspielen 1936/37. Zum 4. Male Hoherodskops-Tmnsest Vom Werden unseres heimischen Bergfestes. -rgan^tri m ge auigtliL IIR jM . ! bll Sa mtetS 8mn^ ■n M 4bmoj verbliA rQben. 1 19 bet ^uet ' le ^eim 1 eint[ rn. Ein UNd M e s au5k 9? einbtfc Öungtf leritas ?nb oetSj i von. 'S Qie&fij brpiM n stark G oarorl Auch in der kommenden Spielsaison umfaßt die Gruppe zehn Mannschaften. Ausgeschieden sind die Mannschaften von Watzenborn-Steinberg und Niedergirmes. An ihre Stelle treten der Spv. 1920 Lollar und der Sportklub Burg, die sich den Aufstieg erkämpft haben. Bei fast allen Mannschaften sind in der Spielstärke durch den Abgang von Spielern Aenderungen eingetreten. Es wird daher bei den Spielen in erster Linie darauf ankommen, welchem Verein es vergönnt ist, die entstandenen Lücken am zweckmäßigsten auszufüllen. Der vorjährige Meister Naunheim verfügt auch dieses Jahr über eine respektable Spielstärke. Sehr gut ist auch die Mannschaft des SV. 05 Wetzlar in Form. Bissenberg steht beiden Mannschaften nicht nach. Die beiden Gießener Mannschaften werden, wenn sie in den Verbandsspielen in ihren stärksten Aufstellungen herauskommen, ebenfalls ein Wort bei der Meisterschaft mitreden. Sinn hat sich im vergangenen Jahr als eine Heimmannschaft entpuppt, die auf ihrem Platze den Vereinen das Siegen schwer macht, lieber die derzeitige Spielstärke der Frohnhäuser kann man sich noch kein klares Bild machen. Die Dillenburger Mannschaft ist nach den Resultaten ebenfalls in der Sperre nicht müßig gewesen und hat ihre Mannschaft auf ein gutes Leistungsniveau gebracht. Die beiden Neulinge in der Bezirksklasse, Lollar und Burg werden den Beweis noch erbringen müssen, daß sie auch in der Bezirksklasse sich behaupten können. ilch für MH iq besi'l Wag M 1fr. WM—... ...... ~.r,....../*n---------- et her rMchem Wettkampf zusammenführen, sondern änsM 1 $'9 von btt 1 - »'N Die Ä, noch d-" ode ir -i«^ e 2o,!1.l nits«1* Vor 8000 Zuschauern wurden dann am Dienstagabend auf der Züricher Radrennbahn Oerlikon die beiden Vorläufe zur diesjährigen Steher-Welt- meifterfchafl ausgefahren. In beiden Läufen qualifizierten sich die Favoriten für den Entscheidungslauf, der am Donnerstag gefahren wird. Erfreulicherweise konnten sich unsere beiden deutschen Vertreter erfolgreich durchsetzen. Unser Meister Erich Metze fuhr im zweiten Vorlauf als Sieger allein vier Bahnrekorde und gewann überlegen und Walter Lohmann belegte im ersten Dorlauf hinter dem französischen Weltmeister Lacquehay mit nur 8 Meter Rückstand den zweiten Platz. Neben Metze und Lohmann stehen die beiden Franzosen Lacquehay und Raynaud, der Belgier Ronsse und der Italiener Severgnini im Endlauf Ein neuer Marathon-Rekordläufer? Ein in Mittelberbach (Saarpfalz) ansässiger SA.° Mann Johann Annweiler hat am Sonntag unter Kontrolle der örtlichen SA.-Organe eine Leistung erzielt, die auch über den Kreis der Beteilig, ten hinaus Interesse verdient. Von Kaiserslautern nach Mittelbexbach lief Annweiler die 42,196 Kilometer lange Strecke in der ausgezeichneten Zeit von 2:37,5 Stunden. Annweiler will demnächst unter offizieller Kontrolle des Fachamts Leichtathletik den deutschen Rekord im Marathonlauf unterbieten. Sechs Millionen KdF.-Gportler. Wahrhaft großartig sind die Erfolge, auf die das Reichssportamt der NSG. „Kraft durch Freude" seit seinem Bestehen zurückblicken rann. Im ersten Gründungsjahr wurde rund 40 000 Uedungsstunden mit einer Teilnehmerzahl von 632 772 durchgeführt. 3m zweiten Jahre, 1935, stiegen die Uebungsstun- den aus 180 000 bei einer Besucherzahl von 3 349 817. Rund 3 Millionen Teilnehmer haben bereits im ersten Halbjahr 1936 die Stunden besucht und es ist daher mit Berechtigung zu hoffen, daß mit Ende des Jahres eine Besucherzahl von 6 Millionen erreicht und vielleicht noch überschritten wird. In Hessen-Nassau beteiligten sich in diesem Zeitraum allein 106 606 Volksgenossen. Der Nennungsschluß für die Internationale Motorradsechstagefahrt, deren Schauplatz in der Zeit vom 17. bis 22. September Schwarzwald und Oberbayern find, ist ganz hervorragend ausgefallen. Don 12 Ländern wurden 255 Einzel- und 79 Mannschaftsmeldungen abgegeben, ein Ergebnis, das seinesgleichen sucht. Es ist gleichzeitig ein Beweis dafür, welche Bedeutung die Motorrad-Sechs- tagefahrt hat. Das größte Aufgebot stellt der deutsche Kraft- fahrsport mit 141 Einzelfahrern und 28 Mannschaften. Sehr stark hat sich wieder England ins Zeug gelegt mit 51 Einzelfahrern und 19 Mannschaften. Die entsprechenden Ziffern für die übrigen beteiligten Länder sind: Holland 14/8, Italien 11/6, Tschechoslowakei 9/6, Oesterreich 9/4, Frankreich 6/3, Irland 2/2, Ungarn 6/1, Belgien 3/1, Schweiz 2/1 und Schweden 1/0. Besonders umfangreich ist wiederum die Wertungsgruppe II besetzt, in der die Solomaschinen nicht über 350, 500, 750 und 1000 ccm starten. Diese Liste weist 149 Bewerber auf, darunter 74 aus Deutschland, 38 aus England, 11 aus Holland, 8 aus Italien, 5 aus Frankreich, 4 aus Ungarn, je 2 aus der Tschechoslowakei, Oesterreich und Irland, je eine aus Belgien, der Schweiz und Schwe- den. Für die Wertungsgruppe I (Solomaschinen nicht über 175 und 250 ccm) liegen 57 Meldungen vor, u. a. 40 deutsche, je 6 tschechische und österreichische und 3 englische, wobei zu erwähnen ist. M'bßen und Stemmen (75 Pfd. zweiarmig), ^linismäßig zahlreich für die damalige Zeit um • .Jom nur geringen Verkehrsmöglichkeiten lie- MiO Meldungen ein; über die Hälfte der Gau- cimM war daran beteiligt. Insgesamt wurden Setturner gemeldet. «Schottener Turner hatten unter Leitung turnroarts Hrch. Grandhomme den Turn- Mmf der Bergeshöhe tadellos hergerichtet. Am “‘tipuft 1907 kam das 1. Hoherodskopf-Turnfest MMrckfübruna. Es war ein von bestem Wetter gMgter Sonntag. Mit den Turnern kamen an «Jv weitere Festteilnehmer auf den Berg. Nach A^mpfrichtersitzung wurden unter Leitung von glutnroart Will die allgemeinen Freiübungen [Jp und dann begann um die Mittagsstunde "Mttkampf, zu dem 154 Turner antraten. Neu JJ* Men Besuchern ein Schauturnen, das Schot- Turnerinnen mit Stabübungen und einem BHienben Keulenschwingen unter lebhaftem 2N bestritten. Der 1. Sieg wurde gemeinsam Mn von I. Wagner, To. Wetzlar, und Wlfrfe, Tgm. Usingen, mit 38'/- Punkten, qe- Wton Hermann Arkularius, Sdjotten. 1. Hoherodskopsturnen war in jeder Hinsicht INer Erfolg für die schöne Turnsache und für Manstalter. Trotzdem ließ sich die Gauführung k^Mau bewegen, das Bergfest zu einer dauern- .l^richtung zu erklären. Die von der Gießener daß sich insgesamt sechs der kleinsten Maschinen im Wettbewerb befinden. In der Wertungsgruppe III (Seitenwagen der Klassen 600 und 1000 ccm und Dreiradwagen 1100 ccm) stehen 49 Maschinen auf der Liste. Davon stellen Deutschland 27, England 10, Italien 3, Belgien und Holland je 2, die Tschechoslowakei, Frankreich, Ungarn, die Schweiz und Oesterreich je eine. Die Dreiradwagen sind dabei nur in drei Exemplaren vertreten. In den von Deutschland zu verteidigenden Länderwettbewerb um die Internationale Trophäe gehen die Nationalmannschaften von Frankreich, England, Oesterreich, Italien, Tschechoslowakei und Deutschland. Um die Internationale Silber- v a s e bewerben sich 16 Ländermannschaften, je zwei aus Holland, England, Italien, der Tschechoslowakei und Deutschland, je eine aus der Schweiz, Belgien, Oesterreich, Irland, Ungarn und Frankreich. Für den Wettbewerb um die Große Goldmedaille der F I C M. für Fabrikmannschaften wurden 25 Teams angemeldet, davon 11 deutsche, 6 englische, je drei holländische und italienische, je -eine österreichische und tschechoslowakische. Sehr stark umstritten ist der Wettbewerb um den Preis des Führers des deutschen Kraftfahrsports für Klubmannschaften mit 32 Mannschaften. Diese verteilen sich auf 14 aus Deutschland, 10 aus England, 3 aus Holland, 2 aus der Tschechoslowakei, je eine aus Irland, Oesterreich und Frankreich. 11.10. Lollar — VfB-R.; 1900 — Sinn; Wetzlar gegen Naunheim; Bissenberg — Burg; Dillenburg — Frohnhausen. 18.10. DfB.-R. — Wetzlar; Naunheim — 1900; Sinn — Bissenberg; Frohnhausen — Lollar; Burg — Dillenburg. 25.10. Lollar — Naunheim; 1 9 0 0 — VfB- R.; Sportverein 1936 Saasen, Sportverein 1921 Dau- bringen, Sportverein 1920 Lollar Gruppe V: Sportverein 1920 Lollar 2. Igd., Spielvereinigung 1900 Gießen 3. Igd., DfB.-Reichs- bahn Gießen 3. Igd., VfB.-Reichsbahn Gießen 4. Igd., Turnverein Wieseck, Turnverein Staufenberg. Gruppe VI: Rüddingshausen, Geilshausen, Flensungen, Nieder-Ohmen, Grünberg, Londorf. Die Vorrundenspiele beginnen am 6. September. Da die einzelnen Gruppen so zusammengestellt sind, daß immer fast gleichwertige Mannschaften zusammen spielen, kann man keiner Mannschaft einen Vorteil versprechen. Begegnungen am 6. September. VfB.-Reichsbahn Gießen — Teutonia Watzenborn-Steinberg; Turnverein Klein-Linden — Spielvereinigung 1900 Gießen; VfB.-Reichsbahn 2. Igd. — Garbenteich 1. Igd.; 1900 Gießen 2. Igd. — Allendorf 1 Igd.; VfR. Lich — Steinbach; Rod- Heim — Wißmar; Krofdorf — Heuchelheim; Saasen — Ettingshausen; Saubringen — Großen-Bu- seck; Lollar 2. Igd. — VfB.-Reichsbahn Gießen 3. Igd.; Lollar — Alten-Buseck; 1900 Gießen 3. 3gd. — VfB.-Reichsbahn 4. Igd.; Wieseck — Staufenberg; Rüddingshausen — Flensungen; Grün- berg — Nieder-Ohmen; Londorf — Geilshausen. Begegnungen am 13. September. Großen-Linden — Leihgestern; Großen-Linden 2. Jad. — Garbenteich. Alle erstgenannten Vereine sind Platzverein. Für die obigen Spiele müssen die Vereine den Schiedsrichter selbst anfordern. Vor den Kämpfen der Gauliga. Der Gau XII hat im Meisterschaftswettbewerb der Saison 1936/37 folgende Vereine verzeichnet: 1. FC. Hanau 93 (Meister), Borussia Fulda, Hessen Hersfeld, SC. Kassel 03, Kurhessen Marburg, Germania Fulda, VfB. Friedberg. Spielverein Kassel, Kewa Wachenbuchen und Spvgg. Niederzwehren. Mit vollen Segeln gehen die Hessen-Fußballer in den neuen Punktekampf. Alle zehn Mannschaf- ten treten an. Dabei müssen die beiden „ewigen Favoriten" Hanau 93 und Borussia Fulda ihr können auf fremden Plätzen zeigen. Der Meister Hanau 93 trifft in Kassel auf die Mannschaft des Spielvereins, und Borussia Fulda muß zum VfB. Friedberg. Hanau wird in Kassel wohl gewinnen, dagegen ist es fraglich, ob sich die Fuldaer Borussen in Friedberg durchsetzen können. Die Neulinge können zu Hause spielen. Niederzweh- ren hat Hessen Bad Hersfeld zu Gast, und Kewa Wachenbuchen empfängt die Marburger Kurhessen. Punktgewinne der Neulinge sind dabei durchaus möglich. Germania Fulda und Kassel 03 stehen sich in Fulda gegenüber. Hier kann es ein Unent- schieden oder einen knappen Sieg der Germania geben. Gpielvereinigung 1926 Leihgestern. BfB. Friedberg Bef. — Spogg. Leihgestern I 4:3 (3:2) Am vorigen Sonntag gastierte die 1. Mannschaft in Friedberg bei den DfBern, um bas rückständige Gesellschaftsspiel auszutragen. Die Friedberger traten in etwas veränderter Aufstellung an. Unter anderem roar_ Winkler (früher Eintracht Frank- furt) als Torhüter zur Stelle, und Schnierle stürmte auf Halbrechts. Die Leihgesterner traten zu dem Spiel mit folgender Mannschaft an: Reitz; Gilbert, K. Laux; Grernrn, Brunotte, Textor; Sauber, Däth, Funk, G. Laux, Seel. Die Leihgesterner fanden sich überraschend schnell und konnten auch bald durcy energisches Nachsetzen von Funk den Führungstreffer erzielen. Die Freude dauerte aber nicht lange, denn Schnierle war es vorbehalten, durch zwei Bombenschüsse sogar die Führung zu erzielen. Kurz vor Halbzeit schoß dann Funk abermals den Ausgleich. Postwendend konnte aber Margraf die Friedberger wieder in Führung bringen. Nach der Halbzeit war zunächst Friedberg tonangebend. Die Ueberlegenheit wurde erst gebrochen, als Schnierle durch einen scharfen Schuß bas 4:2 Meinander die Weltmeisterschaft in der Entfchei- tJlihha, ““"fl der Wiener (Berusqsribi-erl firr homtoa hnmit lodea' e große Klasse. Hier wird der glückstrahlende eger beglückwünscht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) autätifi 'twarii trafje kv und begönne! Wohnh^ In der L-, UedlunM! irüber inbe wih eraorbr fast brei Jahrzehnte her, baß turn- unb bouf Wmaidegeisterte Männer das Hoherodskopfturnen haus un'lP oberhessische B e r g f e st begründet icr Mnbä Pa^n mit öem Ä^le, auf der bekanntesten und Nampn i besten Erhebung des Vogelsbergs nach dem williaen r^Piü des viel älteren Feldbergfestes ein alljähr- Meutc W ui eberkehrendes Turn- und Heimatfest ^LKaf>oPu^schstfen. Ihrem Wunsche ist erst im neuen wN-re''it,clanö Erfüllung geworden. Nächsten Sonn- |lafr u rb zum 4. Male bas Bergturnen auf dem Iota; ihvM dskopf durchgeführt. fiflushHfwr i $'r 9eben nachstehend einen Rückblick auf das Wirdii unseres oberhessischen Bergturnfestes.. J.V sku! dem 75. Gauturntag des alten Gaues Hessen, !?■ Februar 1907 in Gießen stattfand, 1 b*e Schottener Turner den Antrag ein, « Hoherodskopf ein Bergturnen durchzufüh- 1". tt»He Lauterbacher Turnfreunde setzten sich auch riben Gedanken ein, und so genehmigte der Gau- ein Dolkswetturnen auf dem oberhessischen 3* u «Mtberae. Dem Turn- und Gesangverein Schot- n uw11 • •bnsmr die Ausrichtung des 1. Bergturnens auf rj kioherodskopf übertragen worden. ™ dem Gauturnfest, das im Sommer 1907 btt außti^kn 8i -Nauheim durchgeführt wurde, nahm man ;er Fr- : Wart die Vorarbeiten für bas Bergfest auf. Die d würbe «ich gehaltene „Einlabung zum 1. Bergturnfest ebneten Hoherobskopf" ging hinaus in ben Hefsen- dcr damals 67 Vereine mit 7942 Mitgliedern herstellte. Von liefern Zeitpunkt ob drehten die Leihgesterner aus, und auf eine Flanke von Lauber konnte Seel durch Kopfstoß auf 4:3 verkürzen. Die Leihgesterner waren in diesem Spiel bei weitem besser als am vorigen Sonntag. Bei Friedberg waren Winkler, Sauer,Volp und vor allem Schierle, der drei Tore erzielte, die Besten. Den Leihgesterner gebührt ein Gesamtlob. Der rechte Verteidiger, der zum ersten Male in der 1. Mannschaft spielte, fügte sich gut ein. Der Torhüter war an den Erfolgen des Gegners schuldlos. Die Läuferreihe tat ihre Pflicht. Im Sturm haperte es manchmal am entschlossenen Schuß. Staufenberg I — Lollar II 3:3. Die 1. Mannschaft von Staufenberg weilte am Sonntag in Lollar als Gast bei der 2. Mannschaft des Lollarer Sportvereins. Sie schlug sich tapfer und beendete das Treffen bei beiderseits gleichwertigen Leistungen mit einem Unentschieden von 3:3. Die erste Halbzeit stand im Zeichen von Lollar (1:0 für Lollar), während die zweite Halbzeit Staufenberg das Spiel vollkommen für sich entschied. Wafferballturmer während der Gau- jugendmeisterschasten der Schwimmer. Im Rahmen der Gaujugendmeisterschaften im Schwimmen findet am kommenden Sonntag in der Müllerschen Badeanstalt auch ein Wasserballturnier der Iugendmannschaften des Gaues Rord- hessen statt. Gleichzeitig wird, ebenfalls in der Müllerschen Badeanstalt, ein Lehrgang und eine Prüfung für Wasserball-Schiedsrichter stattfinden und ein Wasserballturnier der Aktiven. Das Wasserballspiel wurde seither in unserem neu- gebildeten Gau Nordhessen sehr stiefmütterlich behandelt. Schuld daran sind in erster Linie die großen Entfernungen, die die Mannschaften unseres Gaues zurücklegen müssen, um einmal Wasserball spielen zu können. (Z. B. Kassel, Hanau, Gießen usw., um nur die Hauptplätze zu nennen.) Man hat daher Veranlassung genommen, während der Gaujugendmeisterschaften Wasserballspiele auszutragen, um auch den aktiven Wasserballmannschaften Gelegenheit zu geben, ihre Spielstärke zu messen. Kurze Sportnotizen. Auch die Olympia - Turnerinnen werden bei dem großen Sportfest anläßlich des Reichsparteitages am 12. September in Nürnberg ihr Können zeigen. Unsere Olympiasiegerinnen wer- Kamps dem Verderb V.A. Es ist errechnet worden, daß jährlich rund 250 Millionen Eier in Deutschland verderben. Wenn man sich überlegt, daß in den letzten beiden Jahren rund 400 Millionen Eier in die Kühlhäuser gelegt wurden, um damit die Bevölkerung während der eierarmen Zeit zu versorgen, so kann man erst ermessen, was ein jährlicher Verlust von 250 Millionen Stück tatsächlich bedeutet. Mehr als die hälfte der für die Gefamt- verforgung der Bevölkerung im Winter benötigten Eiermenge fallt jährlich dem Verderb anheim und muß durch Einfuhr aus dem Ausland erseht werden, wofür ein beträchtlicher Teil unserer Devisen, die anderweitig viel notwendiger wären, verbraucht wird. Nun wäre es allerdings falsch, anzunehmen, daß die erwähnten vielen Millionen von Eiern ausschließlich beim Erzeuger verderben. Ganz im den ihre Kürübungen an der Schwebekante vor- sikhren. Indiens Hockeyspieler trugen vor 5000 Zuschauern in Hamburg ein Spiel gegen eine Auswahl des Gaues Nordmark aus und gewannen mit 3:1 (2:0). Schwer bestraft wurden die Spieler der Weltmeisterschaften des RB. Wanderlust Frankfurt. Blersch, Schreiber, Möser, Braun, Kruppa und Paulus, die sich bei den Deutschen Radball- Meisterschaften in Bonn unsportlich benommen hatten, wurden mit längeren Sperren belegt. Schreiber als Mannschaftsführer mußte sogar bis 1. September pausieren. in der Gerwirtschast. Gegenteil! Auf dem Weg über den Verteiler zum Verbraucher verderben wohl die meisten Eier. Trotzdem pflegt der Eierhandel vor der Einführung der Marktordnung einen Ausfall bis zu 4 v. H. jeder Sendung als handelsüblich zu bezeichnen! Don je 100 Eiern durften 4 faul oder zerbrochen sein, ohne daß der Käufer berechtigt war, zu reklamieren. Dank der Marktordnung und der Kennzeichnung ist dieser Hundertsatz ganz wesentlich heruntergedrückt worden, nämlich auf 0,3 v. H. Das gilt aber nur für die zur Kennzeichnung gelangenden Eier, d. h. für etwa Vs der Gesamterzeuguna im Reich. Die übrigen * * 4/s gehen immer noch direkt vom Erzeuger zum Verbraucher. Darum ist es auch von großer Bedeutung, daß schon der Hühnerhaller alle nur denkbare Sorgfalt verwendet, um nur gute und keine minderwertigen Eier zu erzeugen. Er muß darauf achten, daß die Legenester h genügender Anzahl (für je 5 Hennen ein Nest, vorhanden sind und sich hinten im Stall befinden, damit die Hühner bet Schmutzwetter zunächst durch die Stattstreu laufen müssen, wobei sie sich unbe. wußt die „Füße putzen". Die Nest-Streu muß läufig erneuert werden, und vor den Nestern sollten Anflugbretter sein, die ebenfalls dem „Füße-Putzen* dienen. Gibt es trotzdem vereinzelte Schmutzeier, sv verwende man sie im eigenen Haushalt. Nur nicht waschen! Man zerstört dadurch die feine äußere Schutzhaut des Eier und öffnet damit allen Fäul- niserregern Tor und Tür! Die angefammelten Eier gehören in den Keller, der kühl und trocken sein muß. Wärme oder gar direkter Sonnenschein fördern den Verderb. Bringt man die Eier zum Markt oder zur Kundschaft in die Stadt, so pol. stere man die Kisten gut, indem man unter jede Kiste einen Sack voll Holzwolle legt, selbst dann, wenn das Fahrzeug gefedert ist, was übrigens immer der Fall fein sollte. Bei Beachtung aller dieser Punkte ist das Schlecht, werden der Eier in großem Umfang zu vermeiden und ein großer Schritt vorwärts in der deutschen Eierversorgung wäre getan. Denn darüber müssen wir uns klar fein: Kampf dem Verderb ist ein Frontabschnitt in der Erzeugungsschlacht! Mehr Eier erzeugt durch Erhöhung der Legeleistung, erzielt durch Verjüngung der vorhandenen Hühnerbestände, und Kampf dem Verderb auch auf dem Gebiete der Eierwirtschaft erfolgreich durchgeführt, sichert uns in Deutschland völlige Eigenversorgung! 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Sie sind nebst den Angebotsformularen daselbst gegen Zahlung einer Gebühr von 50 Rpf. erhältlich. Angebote und Warenproben sind getrennt, verschlossen und mit der Aufschrift „Angebot zu der am 31.8.36 ausgeschriebenen Lieferung" zu versehen und bis Dienstag, den 15.9.36, vormittags 10 Uhr, nur durch die Post an die Verwaltung der hiesigen Anstalt einzureichen. In den Angeboten sind auch die Lieferungsbedingungen anzuerkennen, andernfalls das Angebot keine Berücksichtigung finden kann. Bieter sind nach der Verdingungsordnung bei der Oeffnnng der Angebote nicht zugelassen. Wenn Bewerber bis zum 25.9.36 nicht benachrichtigt worden sind, mußten die Angebote unberücksichtigt bleiben. Weiter bleibt eine etwaige Teilung der Mengen in Lose und Vergebung der Lose an verschiedene Bieter vorbehalten. 5398D Gießen, den 31. August 1936. Direktion der Landes-Heil- und pstegeanstalt Gießen. Erquickender Schlaf ist das beste Kräftigungsmittel. — Darum ”rubalo“ Schlaf-Tee Paket 0.85 und 1.50. - Dr. Beyers Baldrawein Fl. 2.50 i. Fachgeschäft Kräuterhaus Jung, Crießen in der Mäusburg. etoeD Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Gießener Anzeiger Eewinnauszug 5. Klasse 47. Preußisch-Süddeutsche (273. Preuß.) Klassen-Lotlerie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 21. Ziehungstag 1. September 1936 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 8 Gewinne zu 5000 RM. 61478 240266 291619 387667 2 Gewinne zu 3000 RM. 240177 16 Gewinne zu 2000 RM. 1201 44189 86562 148118 183073 204621 284399 313245 52 Gewinne zu 1000 RM. 575 3153 17452 19656 40784 44452 50057 55342 56984 71553 77400 79929 93317 110845 127083 131612 161488 180329 218648 277339 385866 323537 332012 340560 347101 356055 88 Gewinne zu 500 RM. 844 13623 28416 40542 84995 88975 94298 94949 100170 136691 146295 152934 153036 153328 153839 164632 165804 175916 183971 196291 219084 221787 228704 229950 231075 239467 247906 249827 251452 257025 258821 277795 280598 281938 292448 322633 323793 324936 335723 347238 359796 365152 370424 374519 360 Gewinne zu 300 RM. 652 849 3876 5143 8502 9328 10192 16705 17730 17828 22270 24290 25051 36294 40207 50331 52393 52698 53192 54615 5735» 59987 60378 67787 68365 69204 70165 70901 72192 77275 79082 82392 83457 86953 89344 89948 91627 93109 96315 98708 99900 101957 108813 108961 109174 116006 118190 118988 119762 121217 126679 129363 132414 132942 135669 136245 136450 139402 139761 143009 147337 148112 151087 154867 156054 160082 160928 163165 164763 167611 169541 172151 172556 174410 174690 175353 175619 175753 176326 179097 179921 182216 182552 185086 187986 189330 189457 190912 196637 200224 201257 202756 205846 207797 210273 211009 213611 216046 218573 220610 232378 235103 236839 237654 238562 239924 241349 246462 247989 251847 251968 253181 254236 254676 255101 255180 256700 262871 265996 267544 271193 272149 274546 278016 283064 289528 290840 292412 292907 293386 297232 298530 299171 302170 303780 304202 306246 308398 309523 311680 317031 320344 321626 323958 332662 334819 336868 345320 346673 348198 356861 356974 358921 360154 361439 361503 361772 363171 363437 365187 365231 365589 365654 366440 369010 370643 379804 381783 381926 384443 385051 387054 387628 389323 389829 390931 391615 391825 395638 399290 Schlachtautos kaust lausend oaeee gleichzeitig empfehle ich mein reichhaltiges Lager in gebr. Ersatzteilen Autoverweriung Gießen Karl Dörr, Marburger Straße 51 IflnneiP abzugeb. Bestell, erb. wir v Postk. Dampfsägewerk Lollar B. Nuhn A.G.,Lollar Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 4 Gewinne zu 10000 RM. 198808 336041 18 Gewinne zu 2000 RM. 23450 67806 94410 196550 219861 238209 263072 340828 356412 42 Gewinne zu 1000 RM. 30701 35634 57865 62870 72128 126007 128265 129313 182255 185317 265284 273427 293812 301055 301266 328834 341755 371443 374190 378980 399989 52 Gewinne zu 500 RM. 31350 37091 43470 44629 64432 79569 103692 116925 191337 207426 212138 213451 232846 241820 257214 266265 293017 294821 316116 324378 342031 349604 354485 360194 384140 398210 274 Gewinne zu 300 RM. 5725 8683 8748 9406 9642 10215 12022 13628 14947 16087 16443 18396 18505 20488 21692 30061 30283 31040 34788 35147 40214 40547 43803 47690 50378 66093 66665 67442 71502 72269 73158 73646 84511 84877 93360 93755 96801 97262 101423 104574 109842 111486 116605 116607 119510 119913 124007 127721 130962 135621 138866 139262 140809 143278 144372 147498 149080 151444 151851 153047 157177 157692 161268 161377 164783 174665 177170 182347 182614 190323 201113 201514 201547 203286 203990 205902 206671 209579 210232 210393 216995 224623 226024 228142 228241 229076 233405 234954 237645 240029 245964 249924 250536 257775 262250 267487 269454 272242 277072 279699 283158 283557 284663 285835 291410 291829 299180 303618 303667 306095 306237 312433 312937 315690 317819 318397 319342 322861 324296 330792 331958 332788 337410 338548 342013 346047 349817 350593 352635 357019 357353 362212 366115 389518 390477 393323 398378 Berichtigung. In der Nachmittagsziehung vom 20. Tag ist 11988 mit 2000 RM. statt 11985 gezogen. Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu fe 1000000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 2 zu je 30000, 6 zu fe 20000, 38 zu je 10000, 46 zu je 6000, 104 zu je 3000, 244 zu je 2000, 806 zu je 1000, 1448 zu je 500, 5400 zu fe 300 RM. HH Sonntag kommt ALLES zu M Wichtig für botanische Vereine! MWtzMMWNNiM nach der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RGBl. I Sette 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus» sührlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Pros, der Rechte und Referent im Re chs- und Preußischen Ministcruni >ür Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnaturschutzgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das TUetDen der neuen Naturschuhverordnung die nun für das ganze Reich gut, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen w gönzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen' wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführl ch erläutert und geben damit jedem eine gründliche AM Klärung, der mit dem Naturschutz.mil der NatüV über Haupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Na turfreund in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stell n, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende,, Stet» und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und R^chtsa" wSlte müssen über die fragen des Ncturschuhes unterrichtet K n, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- und -er barien-Handlungen und Lehrmittelgeschaf^, Prap': ratoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmumr-' sig-Derkaufer, Kranzbindereien und die mtt Der uoe roachung der Mär. te beauftragten Beamten, I>II">>"'E Deutsche im Ausland. ^"^sonders am Herzen liegt uns das Schicksal der außerhalb der Reichsgrenzen lebenden Deutschen, die durch Sprache, Kultur und Sitte mit uns verbunden sind und um diese Güter schwer kämpfen. Die nationale Regierung ist entschlossen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln für die den deutschen Minderheiten international garantierten Rechte einzutreten." Adolf Hitler am 23. März 1933 in Berlin. ^Welche Aufgaben und Ziele sind unseren deutschen Volksgenossen im Ausland gesteckt, wie sind ihre Lebensverhältnisse in den einzelnen Ländern, was wird getan, um die Verbundenheit dieser Ausländsdeutschen mit ihrer angestammten Heimat aufrechtzuerhalten und zu fördern? Hätte man diese Frage noch vor wenigen Jahren an irgendeinen beliebigen Deutschen gerichtet, so hätte man in den seltensten Fällen eine ausführliche und umfassende Antwort erhalten. Es wäre jedoch verkehrt gewesen, lediglich diesem Unkundigen und Unwissenden daraus einen Vorwurf zu machen, denn die Schuld an dieser oft geradezu erschreckenden Unkenntnis traf einzig und allein ein Regierungssystem, dessen Vertreter es nicht verstanden, diesen für das Volks- aanze so ungeheuer wichtigen Fragen ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Deutsche im Ausland, das war ein heißes Eisen, das man am besten nicht anrührte, um keine „internationalen Verwicklungen" hervorzurufen. Diese „Gründe" konnte man zu jener Zeit in den verschiedensten Variationen hören, und die sie vorbrachten, zeigten damit zur Genüge, wie sie in ihrer ganzen volksfremden Einstellung all diesen Fragen ratlos und ohne Verständnis gegenüberstanden. Gehen wir zur Gegenwart über und stellen wir einen Vergleich an, der so recht den Unterschied Zwischen der Zeit vor 1933 und dem Heute zeigt! Was hätte wohl vor vier, fünf Jahren eine Regierung getan, wenn in Spanien ein so furchtbarer Bürgerkrieg, wie wir ihn jetzt mit Schaudern erleben, getobt hätte und das Leben vieler Tausende deutscher Volksgenossen in Gefahr gewesen wäre? Die Antwort auf diese Frage ist nicht schwer! Eine papierene Erwiderung in vorsichtig protestierender Form wäre abgegangen, und es ist überflüssig zu betonen, daß sie nicht den geringsten Erfolg gehabt hätte. Die Regierung Adolf Hitlers schickt — und sie weiß, daß sie damit das ganze deutsche Volk hinter sich hat — Panzerkreuzer und Torpedoboote diesen bedrohten Deutschen zu Hilfe, setzt weiterhin Passagierdampfer zum Abtransport der deutschen Flüchtlinge ssin, und wir konnten nicht einmal, sondern in Hunderten von Fällen die für uns so erfreuliche, aber doch wieder in gewisser Beziehung erschütternde Feststellung machen, daß zahlreiche dieser Deutschen, die fern ihrer Heimat sich noch kein richtiges Bild von dem Umschwung in Deutschland seit 1933 machen konnten, in tiefster Seele gepackt und ergriffen waren, als sie nun am eigenen Leibe erfuhren, wie ihnen die Heimat hilfreich zur Seite steht und ihnen jeden Schutz angedeihen läßt. Und der herzliche Empfang, den diese Deutschen dann in dem Reiche Adolf Hitlers fanden, hat ihnen mit aller Deutlichkeit und Klarheit gezeigt, daß ihnen nicht nur die deutsche Regierung, sondern bas ganze deutsche Volk zu Hilfe gekommen ist. Das war für diese auslandsdeutschen Volksgenossen das stärkste Erlebnis in ihrer Heimat und hat ihnen die Volksgemeinschaft richtig vor Augen geführt. — In diesen Tagen werden anläßlich der Tagung des Deutschen Auslandsinstituts in Stuttgart — bekanntlich hat der Führer und Reichskanzler der schwäbischen Landeshauptstadt die Berechtigung gegeben, für alle Zukunft den Namen „Stadt der Ausländsdeutschen" zu führen und der in den ersten Septembertagen in Erlangen stattfindenden großen TagungderAuslands- organifation der NSDAP., unsere Blicke sich wieder auf die vielen Millionen deutscher Volks-1 genossen richten, die in allen Ländern der Welt^ ihrer friedlichen Arbeit nachgehen und die jetzt roie- der stolch aus ihr Deutschtum geworden sind, weil ße wißen, daß sie nicht mehr auf verlorenem Posten stehen, denn über 60 Millionen Deutsche im Mut- terland stehen jetzt in geschlossener Front hinter ihnen. Der Weg, der zu dieser Entwicklung geführt yat, ist hart und steinig gewesen, und es' bedurfte oes ganzen Einsatzes bester Deutscher, National- sozialisten, die von ihrer hohen Aufgabe durchdrungen waren, um den Zusammenschluß der Deutschen im Ausland zu erzielen. Gewiß, es gab schon ^^der Zeit, da die Auslandsorganisation der NSDAP, ihre Arbeit aufnahm, deutsche Verbände und Vereine, die auch viel Gutes getan haben, es fehlte eben jener Zusammenhalt, der allein die Gewähr für geschlossenen und erfolgreichen Einsatz gibt. Leider nahmen auch viele Jahre lang in zahlreichen Ländern die Juden deutscher Staatsangehörigkeit eine besonders einflußreiche Stellung sowohl in politischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein, und es ist kein Wunder, wenn nach ihrem Verhalten, das mehr als einmal Anstoß erregte — galten sie doch damals in falscher Einstellung als Deutsche —, oft der Stab über das gesamte Deutschtum des betreffenden Landes gebrochen wurde. So wird man es verstehen, daß der 30. Januar 1933 auch für die Deutschen im Ausland von entscheidender Bedeutung wurde. Mit neuer Hoffnung und Zuversicht wurden sie erfüllt, und die Arbeit der Auslandsorganisation der NSDAP., die am 1. Mai 1931 in Hamburg von Ausländsdeutschen gegründet worden war, nahm unter der zielbewußten Leitung ihres Gauleiters Bohle einen besonders erfolgreichen Verlauf. Wenn die verschiedensten deutschen Vereine, die gar oft ein Sonderleben geführt hatten, sich zusammenschlossen, wenn es möglich wurde, daß zu den Feiern des 1. Mai Tausende, ja Zehntausende (in Sao Paulo in Brasilien sogar 28 000) von Deutschen zusammenströmten, so zeigen diese Angaben wohl zur Genüge, welche Wandlung das Deutschtum im Ausland durchqe- macht hat. Groß ist die Freude immer, wenn führende Persönlichkeiten des neuen Staates an den großen Feiertagen der Nation ins Ausland fahren und hier zu unseren Volksgenossen sprechen, so jene Verbundenheit zum Ausdruck bringend, deren Pflege sich das Dritte Reich stets ganz besonders angelegen sein läßt. Welches Endziel die Auslands- organifation verfolgt, hat einmal Gauleiter Bohle treffend mit folgenden Worten umriffen: „Unser Ziel ist erst dann erreicht, wenn jeder einzelne Deutsche draußen derartig von der nationalsozialistischen Weltanschauung innerlich gefangengehalten ist, daß er niemals sein Deutschtum vergessen kann." Von manchen böswilligen Kreisen des Auslandes wird die lügnerische Ansicht verbreitet, daß — wir entsinnen uns dieser Hetze noch genau anläßlich der Ermordung des Landesgruppenleiters Schweiz der NSDAP., Wilhelm Gustloff — die Auslandsorganisation sich in die Politik der einzelnen Länder e i n m i s ch e, ja auf sie Einfluß zu nehmen versuche und daß dabei die Parteigenossen mit allen Mitteln bestrebt sein müßten, auf jede Art und Weise dieses Ziel zu erreichen. Es ist überflüssig, daß diese Behauptung eben nichts als Lüge rtnb Verleumdung ist, denn das erste der zehn Gebote, die die Auslandsorganisation für die Ausländsdeutschen aufgestellt hat, lautet: „Befolge die Gesetze des Landes, dessen Gast du bist!" und das zweite lautet: „Die Politik deines Gastlandes lasse dessen Bewohner machen' Dich gebt die innere Politik eines fremden Landes nichts an! Mische dich nicht in diese, auch nicht gesprächsweise!" ^n diesen Punkten heißt es dann weiter: „Bekenne dich stets und überall als Parteigenosse, mache dem neuen Deutschland Ehre, sieh in jedem Deutschen draußen deinen Volksgenossen und Hill ihm, sei nicht nur Mitglied, sondern auch Mitkämpfer, schließe dich deinen Parteigenossen an!" Diese Programmpunkte umreißen wohl zur Genüge die im Sinn und im Geist des Friedens geleistete nationalsozialistische Arbeit für das Auslandsdeutschtum. Angesehen und geachtet steht jetzt wieder das Auslandsdeutschtum in der Welt da, es erfüllt auf vorgeschobenem Posten seine friedlichen Aufgaben dient mit allen Kräften dem neuen Deutschland, dem allein es seine jetzige Stellung wieder verdankt. Und wie hoch neben den übrigen Leistungen des Auslandsdeutschtums auch gerade seine kulturelle Arbeit eingeschätzt wird, geht zur Genüge auch daraus hervor, daß, vor allem in einigen Staaten Südamerikas, Eltern des betreffenden Landes ihre Kinder in deutsche Schulen schicken, weil sie wissen, daß ihren Kindern hier eine in jeder Hinsicht vorbildliche Erziehung und Ausbildung zuteil wird. 4 0 0 0 Deutsche aus aller Welt werden vom 2. bis 7. September in Erlangen zur 4. Tagung des Auslandsdeutschtums zusammenkommen und anschließend am Reichsparteitag teilnehmen. Diese Tage in Erlangen werden angefüllt fein mit ernster und verantwortungsvoller Arbeit. Zahlreiche führende Persönlichkeiten des Auslandsdeutschtums werden zu den verschiedenen Fragen das Wort ergreifen und über die Fortschritte, die allenthalben zu verzeichnen sind, berichten. Alle diese Deutschen, die mit dem Luftschiff, der Eisenbahn und zu Schiff den Weg nach Erlangen führt, fühlen sich verbunden durch das gemeinsame Erleben des Kampfes, durch die Schicksalsgemeinschaft des Auslandsdeutschtums. Und sie wissen, daß sie jetzt, im Dritten Reich Adolf Hitlers nicht mehr allein stehen, sondern daß das ganze deutsche Volk in der Heimat an ihrer Arbeit den stärksten Anteil nimmt, denn jetzt hat jeder Deutsche daheim begriffen, wie wichtig und verantwortungsvoll die Arbeit der deutschen Brüder draußen in der Welt ist. Und wenn diese 4000 nach dem Abschluß des Reichsparteitages wieder Deutschland verlassen und an ihren Aufgabenkreis zurückkehren, dann wissen sie das eine: Wir Deutsche draußen im Ausland und Deutschen in der Heimat, wir gehören für immer zusammen! Neue Mitglieder des Gießener Gtadttheaters stellen sich vor Irmgard Zenner: 1913 in Potsdam geboren. Neben dem Lyzeum Besuch der Tanzschule des Deutschen Opernhauses, Berlin, von 1920 bis 1928. Von dort als Tänzerin an das Landestheater Schneidemühl. Dann eigene KM v-- 'M Schule in Polsüam, Darauf Engagement als Solotänzerin am Oberschlesischen Landestheater Beuthen. Dann Ballettmeisterin in Neisse i. Schl, und zuletzt am Neuen Schauspielhaus 'in Wilhelmshaven. In meiner freien Zeit Studium des klassischen und modernen Tanzes an bekannten Berliner Tanzschulen. Für die kommende Spielzeit freue ich mich auf die schöne und verantwortungsvolle Aufbauarbeit der Tanzgruppe in Gießen. Hildegard Zachnow Ich bin wohl erblich belastet, denn schon mein Großvater sana und anscheinend nicht schlecht, da er den Titel „Herzoglicher Kammersänger" bekam. Mein Irpum, Gesang zu studieren, wurde eine manchmal harte Wirklichkeit, ich siedelte nach dem schönen Zürich über und war auch schon während meines Studiums am Züricher Stadttheater tätig, engagiert damals von Direktor Paul Trede; ich fang zunächst kleinere, durfte später aber ■ auch anspruchsvollere Partien fingen. Gießen ist nun die erste Etappe nach meinem Studium, wo ich als Altistin zeigen darf, ob sich alles auch gelohnt hat. Ich freue mich sehr auf meinen neuen Wirkungskreis und hoffe recht oft fingen zu dürfen zu meiner und auch zur Freude meiner Zuhörer. Alfons Forstner: Nach mehrjährigem Studium bei erften Sängern bin ich erstmalig in meiner Heimat München gestartet. Mein weiterer Weg als Fachsänger, seriöser Baß, ging die Kreuz und die Quer. Meran, Bozen, Altenburg, Luzern, Rostock. Und nun, lieber Gießener, eile ich zu Dir, mich in Dein Herz zu fingen. Leicht haben wir's nicht, wir Bässe mit unseren Dollbartrollen. Aber ich hoffe stetig, daß Vollbärte wieder Mode werden (bei den Witzen hat's schon begonnen!) und der Baß als einzige echt männliche Stimme anerkannt wird. Wenn beim tiefen K sämtliche Frauenherzen in Unruhe geraten und die Männer einen brunnentiefen Schluck nehmen. Dann find Tenöre einfach Luft für uns. Mein Kollege Greif und ich werden Heuer diese Aera heraufbeschwören. Paulus Kuen: Ich heiße tatsächlich so, Paulus Kuen. Es ist kein Bühnenname, sondern mein richtiger Name, übernommen von meinem Herrn Vater, Oberlehrer und Bundesmusikdirektor usw., aus Sulzberg bei Kempten. Ich bin ein tapferer Schwabe. Ein singender Schwabe, der schon seit feiner Kindheit singt und musiziert. Konzertsänger Ebner aus Augsburg, dessen Flügel ich richten sollte, sagte: Sie sind Tenor, und schon ging die Singerei los. Ein Jahr später bei Kammersänger Knote-Mün- chen. Don dort wurde ich nach Konstanz verpflichtet und mußte eine gründliche Lehre durchmachen, denn der „tapfere Schwabe" hatte wenig Ahnung von dem Theater. In Bamberg und ganz besonders m St. Gallen hatte ich großes Glück. Jetzt gehts als Svieltenor nach Gießen, trotzdem ich an ein aroßes Theater in Oesterreich hätte abfchließen können, aber mein geliebtes Deutschland habe ich durch meine Tätigkeit im Auslande besonders lieb gewonnen. Günther Winkel: Es war nicht ganz einfach, meinen Lieblings- wunfch, zur Bühne zu gehen, Wirklichkeit werden 3ii lassen. Ich wurde Buchhändler mit der festen Absicht, daß ich das hier Erlernte einmal künstlerisch verwerten wollte. Als ich 21 Jahre alt war — türmte ich. In Berlin rutschte ich in die Film- Branche hinein und war Aufnahmeleiter bei Trick- unb ReklameFilmen. Aber diese Arbeit befriedigte mich nicht. Da hatte ich das Glück, als Regiefchüler von Detlef Sierck an das Alte Theater-Leipzig zu kommen. Gleichzeitig arbeitet ich in der Drama- Das rechst VerhMms zur liatur. Von Hans Brandenburg. chwlftem, aver er ujui nun«. ~ Qphens e nen Bergen, die jeden Tag seines früheren ^eoen o fern unb nah vor ihm gf^den hatten^und von denen er doch nicht einmal mpmußtfein ein Der Bauer braucht also nicht nnt B V Freund der Natur zu fein, um ni- zu ihr zu haben denn r er ift doch etwas anderes: Er ist em Menschen selbst nach Natur. Fast °U- ubn^n müssen erft zu ihr Suruckstndem un kürzesten glücklich zu nennen, denen das aus Mädchen, und sichersten Weae geling^ Eine Scy^.^ _ eine Schweizer Schulklasse L I unb hing be= bette durch da- Mrner Oberland und^Y geistert mit lachenden 2Iug ™ Ein Lehrer, der ausgelassen mit h ^geschlagenen Tourist kam an ihnen vorube, 'ungehaltene Baedeker in der Hand. und Fe roeIt= Miene, weil Lehrer und Schutermn be, berühmten Naturschonheiten rmg jedoch, wel- achten schienen. Em Schweiz ; Don solcher cher ebenfalls des Weges zog - Reisenden, Begegnung berichtete, ^1 der, erhaben über jene froyu^ ö beneidete die glaubte einheimsen zu 2'rinnerung sich das glückliche Schar, in deren mjt dem unbeschwärmerische Erlebnis fur lmm ^^ Landschaft wußt eingesogenen Bilde der yer^^.^^ verbinden würde. Em ande @rüncn Heinrich Gottfried Keller, laßt stmen ber Um, von den Waffenübungen sein b ba,u bemerken: gebung non Zürich .-rz°hst ,^dfch°stlicher Schan- „Dbgleuf) mir noch nichts 00 ,jelleicht in ihrem h-it zu lagen muhten und -mts- Bor dem Krieg« lernte ich im bayerischen Alpen- vorlande einen jungen Bauern kennen Er stand vor der Tür seines Hases, der, "erschauender Anhohe, Berge und Täler beherrschte. „Echan ist es heroben!" sprach ich ihn an, um nur I" Nicht in städtischem Ueberschwang zu Diel ju schon diese trockene Fe tstellung brachte ihn zum Lachen- Er wisse wirklicki nicht, was da oiel Schönes sei - ja, Arbeit genug, Sach genug Tag^ werk genug und zwanzig Stuck Vieh. Der Zusau walltet, daß ich ihn im Felde wteberir« . (Er war der Tapsersten einer, und den Tod furzte er chwistern, aber-er »ar tranl t vt £ebe* Leben nie dazu tarnen, fühlten wir alle doch ganz die Natur, und das um so mehr, als wir mit unserem Freudenzuge eine würdige Staffage der Landschaft bildeten, selbst handelnd darin auftraten und daher der empfindsamen Sehnsucht untätiger Naturbewunderer enthoben waren. Denn ich habe erst später erfahren und eingefehen, daß das müßige und einsame Genießen der gewaltigen Natur das Gemüt verweichlicht und verzehrt, ohne dasselbe zu sättigen, während ihre Kraft und Schönheit es stärkt und nährt, wenn wir selbst auch in unserem Erscheinen etwas sind und bedeuten, ihr gegenüber." Allein dies, was Keller meint, sind und bedeuten wir nicht, indem wir durch die Natur dahinrasen oder wann wir in ihr gröhlen und schwitzen und trinken ober wenn wir über unserem Handeln in der Natur vergessen, die Augen für sie offen zu halten. Andererseits läßt sich die Natur erjagen, und wer in feiner nächsten Nähe keine Wunder entdeckt, der entdeckt auch in der fernsten Fremde keine. Wir kennen die buntzusammengewürfelten Reifegesellschaften, die in der Natur sogenannte Sehenswürdigkeiten suchen und sie nach einem vorbestimmten Plane „abfloppen", denen immer etwas „geboten" werden mußte, so daß sich ihnen nichts mehr von selber anbietet und entgegenkommt. Welcher Teilnehmer wenigstens noch der Ehrlichkeit fähig ift, muß am Ende gestehen, daß er zwar alles gesehen, aber im Grunde nichts gesehen hat. Denn wir können eine uns noch unbekannte Landschaft nicht in wenigen Stunden zusammenraffen wie eine Handvoll Geld, und jene hätten besser daran getan, ihre kurzen Urlaubstage etwa an ein und demselben See wandernd, rudernd, schwimmend und in der Sonne brütend zu verbringen. Ich lebte schon über fünfundzwanzig Jahre in München und seiner Umgebung, als mich der Auftrag einer Zeitung, Schilderungen der bayerischen Landschaft zu schreiben, in große Derleg-n- heit fetzte, denn ich traute mir nicht zu, dies zu können' Aber gerade weil ich die Natur nicht mit der Feder in der Hand erlebt, sondern den Schatz meiner Eindrücke Jahrzehnte keusch gehütet hatte, entstanden mir nun Bilder, die tausenden die Augen für die Heimat öffneten und für die mir ein berühmter Musiker mit den Worten dankte, diese Bilder gäben dem Gefühl wahrhaft einen Körper. Mit dem beliebten Ausruf der Dichter und Nichtdichter: „O Welt, wie bist du schön!" ist es freilich nicht getan. Ich mußte, tätig ausnehmend, hunderte von Pflanzen und Tieren jetzt erft näher kennen lernen, aber meine zehnjährige Tochter half mir dabei und so wurde dies Lernen eine Lust. Doch gern verrate ich, daß ich als weitbekannter Darsteller der bayerischen Landschaft zwar auf vielen Berggipfeln, aber bis heute noch nie auf der Zugspitze gewesen bin. Vielleicht habe ich es noch vor mir, und man muß immer noch etwas vor sich haben, vielleicht soll es mir nicht beschieden sein, bann schadet es auch nichts. Gerade in der Natur kommt es tausendmal mehr daraus an, auf eigenen Wegen zu gehen und zu suchen, als die Allerweltsstraßen zu ziehen. Das, was wir Naturgefühl nennen, ist eine späte Erscheinung. Die römischen .Kaiser ließen sich in ihren Sänften mit verbundenen Augen über die Alpenpässe tragen, um das „schreckliche Engadin" nicht sehen zu müssen, und noch Goethe spricht von den „formlosen Gebirgen". Die Landschaftsmalerei entstand in Europa erft lange nach Beginn der Neuzeit, und die charakteristische Naturschilderung der Dichter ist noch weit jünger: erft der junge Goethe hat in seinen „Briefen aus der Schweiz" das genaue Bildnis einer Landschaft gegeben, und die Dichter ließen jeden Bach nur einfach rauschen, bis etwa Liliencron einen jeden besonders sah, entweder z. B. „Ein Bächlein kullert kindlich über Kiesel" ober „Ein Wasser schwatzt sich selig burchs Gelänbe". Dabei ift bas Naturgefühl einem steten Wechsel unb Wanbel unterworfen Vor hunbert Jahren meißelte man in eine Steinbank bes Münchener Englischen Gartens bas Wort: „Hier, wo ihr nun wallet, ba war sonst Walb nur unb Sumpf." Freilich wissen auch wir noch eine schöne Park- lanbschaft zu schätzen, allein wir sinb bennoch geneigt, solche Stätten aufzusuchen unb vorzuziehen, wo wir jenes Sprüchlein umkehren können, glücklich, enblich einmal nicht mehr „wallen" zu brauchen, weil es hier gottlob noch Walb gibt unb Sumpf. Naturschutz ist notroenbig geworben, aber notroenbig ist es auch geworben, bie Einheit von Natur- unb Menschenwerk neu zu erobern, also nicht jebes technische Werk innerhalb ber Lanb- schaft wehleibig zu bejammern, sonbern bas Men- schengebilbe roieber in bie Natur mit einzubeziehen, baß es sie nicht nur zerstört, sonbern sich ihr mit- unb umgeftaltenb ein- unb unterorbnet. — Man soll bie Natur nicht begaffen, aber man soll sie betrachten. Die rechte Naturbetrachtung ist An- bacht unb, wie jebe Anbacht, auch eine Tätigkeit, nämlich Ernährung unb Aufbau ber Seele. Gewiß muß man es begrüßen, baß viele Stäbter roieber Gärtner unb Siebter werben, aber nicht allen kann bas beschieben fein, unb auch biejenigen, benen es gelingt, gewinnen baburch keineswegs im Schoße ber Natur bie erste Unfchulb bes Bauern roieber unb sollen es auch nicht, sonbern müssen eine zweite Unschuld gewinnen. Ein so energisches, technisches unb politisches Volk wie bie Japaner hält doch an seiner alten Naturfrömmigkeit fest unb stellt an eigenen Feiertagen blühenbe Kirschzroeige auf, um in ihrem Anschauen ftunbenlang zu versinken. Unb auch uns Deutschen ist Naturliebe ein religiöses Bebürfnis. Unsere norbischen Vorfahren sahen bas Walten ber Elemente als Gottheiten unb versammelten sich zu Beratung, Gericht unb frohem Fest unter Bäumen, benn ben Baum hielten sie heilig. Die frommen Denker unseres Mittelalters suchten Gott in ben Dingen unb meinten mit ben Dingen nicht tote Sachen, sonbern bas Ursprüngliche unb Urbilbliche, bas Leben, bas Wesen. Wir sprechen von ber Natur als ber Schöpfung, weil wir in ihr ben Schöpfer fühlen, anschauen, berounbern, verehren, ja, wir nennen sie gerabe bie Gvttesroelt. Alles, was unsere Volkslieber, was unsere Dichter unb Maler von ber Natur verkünbigen, ist uns geblieben, wenn es ber Kraft unseres Herzens gelingt, bie verloren gegangene Einheit mit ber großen Mutter auf bem beglückenben Umweg bes bewußten Gefühls, ber frommen Hingabe unb Anschauung roieberzufinben. Eine tätige Frau unb Mutter schreibt mir zu meinem Thema: „Die Naturbetrachtung barf keine Betrachtung bleiben, sonbern muß ein in ihr Cingeschlossensein werben, ein Mitatmen, Mitwachsen, Mitreifen, ein Mit- überguetten unb -überlaufen mit ihr, ein Zerzaustwerben, ein Glühen unb roieber in sich Verschließen, wie es bas Jahr burch alle Tierkreiszeichen burch» macht unb wie man es selbst im Leben so oft burch» machen muß, bis man Eins mit ber Schöpfung ist." Unb Goethe, als er in einer Reformationskantate ben beutschen Glauben auszubrücken versuchte, schrieb in seinem Entwurf bie Verse: «LVenn wir in bas Freie schreiten, auf ben Höhen, ba ist Gott!" Kanadas höchster Berg ist bezwungen. Zum erften Male ist soeben Kanabas „Mount Everest", ber Mount Wabington in ben Eascabe-Mountains, ber bisher als unbefteigbar galt, von ben beiben amerikanischen Alpinisten Fritz Meißner aus Neuyork unb William House aus Pittsburg bezwungen worben. Der Gipfel, ber eine Höhe von 13 260 Fuß (ber Fuß gleich 0,305 Meter) erreicht, hat in ben letzten Menschenaltern schon sechzehn gutvorbereiteten Versuchen, ihn zu besteigen, getrotzt. Gleichzeitig teilt bie „National Geographie Socrety" mit, baß es einer besonderen Expedition zunx ersten Male gelungen ist, Pboto- unb Filmaufnahmen von Norbcnnerikas höchstem Gipfel, bem Mount Mac Kinley in Alaska, vom Flugzeug aus zu machen. / turgie und nahm Schauspielunterricht bei Lina Carstens. Bald darauf durfte ich auch zum ersten- mal als Schauspieler in einer kleinen Rolle auf der Bühne stehen. Dor kurzer Zeit habe ich am Alten Theater meine erste Regie geführt. Herrn Intendanten Schultze-Griesheim bin ich sehr dankbar für das Vertrauen, das er in mich gesetzt hat, als er mich (als Chargenspieler) nach Gießen enga- aierte. Und ich denke, ihn und das Gießener Publikum nicht zu enttäuschen. Preußen. Kreis Wetzlar. (D Wißmar, 1. Sept. Die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Schmidt, ist am Samstag im Alter von 91 Jahren gestorben. — Der hiesige Kirchenchor hat in diesem Jahre von einem Ausflug mit weitem Fahrtziel Abstand ge- nonmmen und dafür am Sonntagnachmittag gemeinsam mit zahlreichen Familien ein herrliches Plätzchen in unserem heimischen Wald ausgesucht, um hier einige frohgestimmte Stunden der Dorfgemeinschaft zu verleben. Rach einem Wanderlied des Chores wies Pfarrer Cappel in einer Ansprache auf die wundervollen Schönheiten unserer engeren Heimat hin. Bei Gesang und Spiel der Kinder, sowie bei weiteren geselligen Darbietungen verbrachte man dann einige schöne Stunden. — Bei dem günstigen Wetter der letzten Woche konnten unsere Landwirte die Fruchternte vollständig einbringen, so daß nun die Dreschmaschinen in den einzelnen Gehöften flott bei der Drescharbeit sind. — Die Grummetente bringt einen guten Ertrag, der auf vielen Wiesen dem Ergebnis der Heuernte gleichwertig ist. * Krofdorf, 2. Sept. Beim Futterholen in der Scheune stürzte am gestrigen Dienstagnachmittag die Karoline Abel von hier von der Leiter herab und fiel so unglücklich, daß sie einen schweren Schädelbruch erlitt. Die Gießener Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verbrachte das bedauernswerte Mädchen nach der Chirurgischen Klinik in Gießen, wo es in lebensgefährlichem Zustande daniederliegt. ^Kinzenbach, 1. Sept. Einer der ältesten Einwohner unseres Ortes, Herr Adam Alt, feierte gestern in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag. Der Gesangverein „Fortuna", dessen Mitbegründer der Jubilar ist, brachte ihm ein Ständchen dar. Der alte Herr erfreut sich bei der gesamten Einwohnerschaft größter Beliebtheit. Er lieft schon seit 40 Jahren den Gießener Anzeiger. [Q Dutenhofen, 1. Sept. Der Felddrusch der Getreideernte ist bei der günstigen Witterung der vorigen Woche gut vorangekommen, so daß nunme-hr der Ausdrusch in den Gehöften des Dorfes begonnen werden konnte. Der größte Teil der Fruchternte ist eingebracht. Mit dem Körnerertrag sind unsere Bauern und Landwirte im allgemeinen zufrieden. Die Grummeternte ist flott im Gange, mit der Qualität wie auch der Quantität des Grummets ist man sehr zufrieden. Der Ertrag an Kernobst läßt in unserer Gemarkung zu wünschen übrig, dagegen ist der Ertrag der Zwet- schenbäume überaus reichlich. Die Kartoffelernte verspricht einen guten Ertrag. 0 Klein-Rechtenbach, 1. Sept. In der Nacht zum Montag stürzte ein hiesiges Mädchen auf der abschüssigen Straße bei der Schule mit dem Fahrrad. Mit schweren Kopfv e r- letzungen wurde die Verunglückte von der Gießener Sanitätskolonne nach der Klinik zu Gießen gebracht. )( Aus dem Kleebachtal, 31. Aug. Das trockene Wetter der letzten Woche begünstigte die Einbringung der Fruchternte sehr. Noch stehen unzählige Getreidehausten im Felde; sie sollen völlig austrocknen. Inzwischen wird rastlos eingefahren und der Felddrusch erledigt, der besonders von den kleinen Landwirten durchgeführt wird, denen es an Raum mangelt. Der Körner- und Strohertrag ist recht gut. Die sommerlich warme Witterung wird ausgenutzt, um das Grummet unter Dach und Fach zu bringen. Der Ertrag sowohl, als auch die Qualität ist mehr als befriedigend. In diesem Erntejahr werden buchstäblich Scheunen und Böden voll. Die Kartoffeln haben stark ins Kraut getrieben, das infolge der kühlen Nächte bereits im Absterben begriffen ist. Die Dickwurz haben sich sehr gut entwickelt. Einen reichen Erntesegen bringen die Zwetschen- bäume, die über und über behangen sind. Das K e r n o b st, Aepfel und Birnen, bringt eine knappe Mittelernte. I Frankenbach, 1. Sept. Die hiesige N S. - F r a u e n s ch a f t hat in den letzten Tagen für das Hilfswerk der NSV. 63 Dosen grüne Bohnen eingekocht und ah die zuständige Dienststelle der NSV. abgeliefert. — Nachdem in einem nahegelegenen Waldstück in den letzten Wochen ein schöner Schi eß stand geschaffen wurde, ist in nächster Zeit mit der Gründung eines Schützenvereins in unserem Orte zu rechnen. Wirtschaft. Die Deutsche Reichsbahn im Juli. Fwd. Die Betriebseinnahmen der Deutschen Reichsbahn werden für Juli mit 369,08 (Vormonat 331,52) Mill. RM. angegeben. Hiervon erbrachte der Personen- und Gepäckverkehr 118,77 (96,75) Millionen RM. Gegenüber dem Vorjahrsmonat ist eine Mehreinnahme von rund 10 Mill. RM. festzustellen. Die Einnahmen aus dem Güterverkehr betrugen 228,12 (214,07) Mill. RM. Hier betrug die Einnahmesteigerung gegenüber dem Vorjahrsmonat rd. 31 Mill. RM. Die sonstigen Einnahmen erhöhen sich auf 22,19 (20,71) Mill. RM. Demgegenüber belaufen sich die Gesamtausgaben der Detriebsrechnung auf 305,06 (301,27) Mill. RM., zu denen die üblichen sonstigen monatlichen Ausgabeverpflichtungen treten. Der Personalstand betrug im Juli 664 884 Köpfe gegen 662186 im Vormonat. Itinhermorff in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 624 Stück Großvieh, 226 Fresser und 217 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 480 bis 630, 2. Qualität 320 bis 450, 3. Qualität 200 bis 310; Rinder */-- bis "/«jährig 120 bis 200, "/«- bis zweijährig 130 bis 250, tragend 340 bis 540; Kälber bis zu 2 Wochen 35 bis 50, bis zu 4 Wochen 70 bis 80, bis zu 6 Wochen 100 bis 110 Mark. Marktverlauf: gedrückt, kleiner Ueberstand. Nächster Markt: 15. September. * Konkurse und Vergleichsverfahren im August. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im August durch den Reichsanzeiger 193 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 43 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 218 bzw. 58. Hhein-Mainische Börse. Mittagsbörse gut behauptet. Frankfurt a. M., 1. Sept. Die Börse eröffnete mangels Anregungen besonderer Art in stiller, aber auf dem erhöhten Stand von gestern abend voll behaupteter Haltung. Publikumsaufträge kmen nur wenig vor, so daß auch der berufsmäßige Börsenhandel keine Unternehmungslust zeigte. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklun^ anfangs etwas ungleichmäßig, später ergaben sich infolge der starken Geschäftsschrumpfung vorwiegend leichte Rückgänge. Der Montanmarkt setzte mit voll gehaltenen Kursen ein, Klöcknerwerke lagen noch 1,25 v. H. höher. Chemische Werte lagen uneinheitlich, IG. Farben bröckelten 0,40 v. H., Scheideanstalt 0,50 v. H. ab, während Rütgerswerke und Goldschmidt mäßig- höher lagen. Am Elektromarkt ermäßigten sich AEG. bei einigem Angebot auf 36,25 (37), auch Siemens bröckelten 0,75 v. H. ab, während Licht und Kraft und RWE. je 1 v. H. gewannen. Weiter fest lagen Gebr. Junghans mit 98,90 (97). Sonst kamen noch Reichsbank 1 v. H., Rheinmetall 0,25 v. H. niedriger, Holzmann 0,50 d. H., Zellstoffaktien 0,50 bis 1 v. H. höher, Westdeutsche Kaufhof und Muag unverändert zur Notiz. Am deutschen Rentenmarkt bewegte sich das Geschäft in engen Grenzen, Altbesitz bröckelten um 10 Pf. auf 114,15 ab, dagegen stiegen Städte-Alt- besitz auf 114,75 bis 115 (114,25). Fest lagen ferner zertif. Dollar-Bonds, 6 v. H. Preußen und Spargiro 68,25 bis 68,50 (67,75), 6V2 v. H. Frankfurter 67,50 bis 68 (67). Der Auslandsrentenmarkt lag überwiegend fest bei lebhafteren Umsätzen. 4 v. H. Ungarn Gold 9,05 bis 9.15 (8,95), 5 v. H. Silber- Mexikaner 6,13 (6), 5 v. H. Gold-Mexikaner 13,90 (13,65), 4Vs 0. H. Oefterr. Silber-Rente 3,40 (3,25) und im Freiverkehr 3proz. Steg-Prior, von 1895 5,10 bis 5,25 (4,95). Im Verlaufe blieb die Geschäftstätigkeit auf dem Aktienmarkt sehr klein, und nennenswerte Kursveränderungen ergaben sich kaum. IG. Farben gaben auf 159 nach 159,50 nach, notierten aber später wieder 159,75. Im übrigen bewegten sich die Kurse etwa auf dem Anfangsstand. Fest lagen auf Amsterdam Kunstseide AKU. mit 62 bis 63,25 (61), auch Bemberg 3,50 v. H. höher mit 86. Ferner stiegen Mansfelder auf 151 (146,50). Daimler lagen mit 120 1 v. H. niedriger, Südd. Zucker mit 209 1 v. H. höher. Am variablen Rentenmarkt blieben die Kurse gegen Anfang unverändert. Goldpfandbriefe blieben behauptet, ebenso Kommunal-Obligationen. Liquidationspfandbriefe wichen nach beiden Seiten um etwa 0,13 bis 0,25 v. H. ab, desgleichen Stadtanleihen. Auslandsrenten lagen später ruhig, aber behauptet. Im Freiverkehr galten Adlerwerke 111,50, Wayß 8c Freytag 118, Kali Wintershall 119, Auto- Union 121. Tagesgeld wurde auf 2,75 (3) v. H. herabgesetzt. Abendbörse gut behauptet. Die Abendbörse log am Aktienmarkt zwar still, aber gut behauptet. Etwas beachtet und lebhafter waren Verein. Stahl mit 105,50 bis 105,75 (104,75), sowie Muag auf die Ausführungen in der Hauptversammlung mit 119 (118,50). Größeres Geschäft hatten außerdem Kunstseide Aku mit 63,25 bis 63,65 (63). Im übrigen wichen die Kurse gegen den Berliner Schluß kaum mehr als 0,13 bis 0,25 v. H. ab, nur Bekula lagen 1 v. H. niedriger mit 151. Deutsche Renten lagen still. Von Aus - landrenten waren die im Freiverkehr gehandelten 3proz. Steg-Prior, von 1895 mit 5,05 zunächst angeboten, später erreichten sie aber bei lebhaften Umsätzen wieder den höchsten Tageskurs von 5,25. Quoten zu den österreichischen Eisenbahnanleihen blieben gefragt, desgleichen lagen zertifizierte Dollar-Bonds etwa 0,13 bis 0,25 v. H. über den Mittagskursen. Kronen - Bosnier zogen auf 7,90 (7,80) an. Im Freiverkehr blieben amerikanische Kunstseiden-Shares fest; 7proz. Vvrz. Amerik. Bemberg Pref. 66, Bemberg Commons Doll. 8,50 bis 8,75. 11. a. notierten: 4,5 (7) Frankfurt von 1926 94,50, 4,5proz. Mainz von 1928 94,25, 4proz. Steg von 1883 11,75, Ungarn Gold 9,13, 5proz. äußere Gold- Mexikaner 14, Commerzbank 99,75, Buderus 109.25, Harpener 129, Hoefch 106,25, Klöckner 110,50, Vereinigte Stahl 105,50 bis 105,75, Aku 63,25 bis 63,65, Bekula 151, Daimler 120, Deag 125, Licht 8- Kraft 145,50, JG.-Farben 159,50, Gesfurel 132, Holzmann 123,50, Junghans 98,75, Lahmeyer 139,50, Muag 119, Metattgesellschaft 130,50, Moenus 93, Schuckert 148,50, Westdeutsche Kaufhof E 53,13, Reichsbahn» DA. 122,90. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 1. Sept. Zufuhr von allen Gemüse arten wie bisher reichlich. Kopfsalat knapp. Nachfrage bei gedrückten Preisen sehr schleppend, nur Tomaten besser gefragt. Aus dem Ausland kein Angebot. U. a. notierten: Blumenkohl 8—30, Bohnen: Busch 3—6, Stangen 9—12, Wachs 10—12. Eskariol 3—7, Gewürzei gr. Bdl. 20—30, Salat-Gurken 5—12, Einmach-Gurken: Essig 0,60—0,90, Salz .1,00—1,30 je 100 Stück, Karotten 4—5, Kartoffeln 3,00—3,20, dto, Juli- Nieren 6,00, Kohlrabi 3—5, Kopfsalat 5—10, Pfifferlinge 28—35, Rettich Bdl. 8—10, Römischkohl 4—5, Rote Rüben 4—5, Rotkraut 2V2—4, Spinat 9—10, Sellerie je nach Größe 8—25, Tomaten 5—7, Weißkraut 2—3, Wirsing 3—4. Zwiebeln: Gärtner 5,00, Pfälzer und Sachsen 4,80—5,00. Qbst und Südfrüchte: Angebot von Aepfeln, Birnen und Zwetschen gut, Nachfrage hierfür lebhaft, sonst schleppend. Preise kaum verändert. Ausl. Trauben reichlich, Pfirsiche knapp angeboten. Geschäft bei befriedigenden Preisen gut U. a. notierten: Aepfel: 14—22, Alexander 12—18, Lebel 12—18, Goldparmänen 26—32 ital., Koch- Aepfel 8—12, Fall-Aepfel 3—5, Bananen, 12V-- Kilogramm-Kiste netto 5,50—7,00, Birnen: I 20 bis 25, II 12—18, Klapps I 20—24, II 15—18, William I 20—25, II 14—18, Kochbirnen 6—10, Brombeeren 23—25, Pfirsiche I 30—35, II 20—28, ital. 35—40, Preiselbeeren 20—24, 28—30 schwed., Trauben 23—28 ital., Zwetschen 10—12. Die neue Festsetzung her Kartoffelpreise. Fwd. Nach der Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft, die am 1. September in Kraft trat, wird der Erzeugerpreis für Speise fartoffeln, der weder unter-, noch überschritten werden darf, als Festpreis in RM. je 50 kg, frachtfrei Empfangsstation für die einzelnen Gebiete, festgesetzt. Er beträgt in den Gebieten der Kartoffelwirtschaftsverbände Baden, Bayern, Hessen-Nassau, Thüringen, Kurhessen und Württemberg im September 1936 für weiße, rote und blaue Sorten RM. 2.35, für gelbe Sorten RM. 2.45, für die Gebiete der Kartoffelwirtschaftsverbände Rheinland, Westfalen und Saar-Pfalz RM. 2.40 bzw. 2.70. Der Erzeugerpreis für Futter fartoffeln wird in RM. je 50 kg, frachtfrei Empfangsstation wie folgt festgesetzt: in den Gebieten der Kartosfel- wirtschaftsverbände Baden, Bayern, Hessen- Nassau, Kurhessen, Thüringen und Württemberg im Monat September 1936 für mindestens RM. 1.85, jedoch nicht mehr als RM. 2.00, in den Gebieten Rheinland, Westfalen und Saar-Pfalz NM. 1.90 bzw. 2.05. Für Speisekartoffeln, die unter der Bezeichnung „Königsberger Blaublanke" in den Verkehr gebracht werden, können die für weiße, rote und blaue Speisekartoffeln festgesetzten Erzeugerfestpreise fracht- frei Empfangsstation je 50 kg bis zu RM. 1.00 höher liegen. Für die Sorte „Nieren" und für Speisekartoffeln, die unter den Bezeichnungen „Königsberger Geld- blanke" und „Kuppinger" in den Verkehr gebracht werden, können die für gelbe Speisekartoffeln festgesetzten Erzeugerpreise frachtfrei Empfangsstation je 50 kg bis zu RM. 1.00 höher liegen. Für die Sorte „Frühe Hörnchen" und „Tannenzapfen" (Rote Mäuse), sowie für Speisekartoffeln, die unter der Bezeichnung „Eifeler Platte" in den Verkehr gebracht werden, können die für gelbe Speisekartoffeln festgesetzten Erzeugerfestpreise frachtfrei Empfangsstation je 50 kg bis zu RM. 2.00 höher liegen. Als fiiefermonat gilt der Monat, in dessen Verlauf die Lieferung vereinbarungsgemäß zu erfolgen hat. Kommt der Käufer aus einem Grunde, den der Verkäufer nicht zu vertreten hat, mit der Warenabnahme in Verzug, so hat der Verkäufer Anspruch auf den Preis, der für den Monat festgesetzt ist, in dem die Warenabnahme tatsächlich erfolgt. Dieser Anspruch des Verkäufers tritt bei Stellung einer Nachfrist laut Kartoffelgeschäftsbedingungen des Reichsnährstandes, Abschnitt IV, erst nach Ablauf der Nachfrist ein. Als Empfangsstation gilt bei Eisenbahnladungen die Dollbahnstation des Empfängers, bei Kahnlieferungen die Entladestelle des Kahnes, bei Lieferung durch sonstige Transportmittel der Entladeort. Der Erzeuger erhält für die von ihm gelieferten Kartoffeln den frachtfrei Empfangsstation festgesetzten Preis abzüglich der tatsächlich entstandenen Fracht, bei Selbstabbolung durch den Käufer abzüglich höchstens 15 Pfennig je 50 Kilogramm. Als Liefermonat gilt bei Futter fartoffeln der Monat, in dessen Verlauf die Lieferung vereinbarungsgemäß zu erfolgen hat. Kommt der Verkäufer aus einem Grunde, den der Erzeuger nicht zu vertreten hat, mit der Warenabnahme in Verzug, so hat der Erzeuger Anspruch auf den Preis, der für den Monat festgesetzt ist, in dem die Warenabnahme tatsächlich erfolgt. Dieser Anspruch des Verkäufers tritt bei Stellung einer Nachfrist laut Kartoffelgeschäftsbedingungen des Reichsnährstandes, Abschnitt IV, erst nach Ablauf der Nachfrist ein. Als Empfangsstation gilt bei Eisenbahnladungen die Vollbahnstation des Empfängers, bei Kahnlieferungen die Entladestelle des Kahnes, bei Lieferung durch sonstige Transportmittel der Entladeort. Der Erzeuger erhält für die von ihm gelieferten Kartoffeln den frachtfrei Empfangsstation festgesetzten Preis abzüglich der tatsächlich entstandenen Fracht, bei Selbstabholung durch den Käufer abzüglich höchstens 15 Pfennig je 50 Kilogramm. Der Verteilerhöchstzuschlag darf je 50 Kilogramm betragen für: a) Dersandverteiler einschließlich Beitrag an den Kartoffelwirtschaftsoerband bis zu 12 Pfennig, b) Empangsverteiler bis zu 13 Pfennig. Die Kartoffelwirtschaftsverbände werden ermächtigt, im Einvernehmen mit der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft im Bedarfsfälle Kleinmengenzuschläge festzusetzen. Die Derteilerzuschläge dürfen jeweils nur dem tatsächlich gezahlten Preis (Einkaufspreis) zugerechnet werden. Für F a b ri t fartoffeln wird ein Erzeuger-Festpreis für den Monat September 1936 von 17 Pf. je Kilogramm Stärke, frachtfrei Empfangsstation, einschließlich einer Höchstfracht von 14 Pfennig je 50 Kilogramm Kartoffel-Bruttogewicht festgesetzt. Kauft der Verarbeiter Fabrikkartoffeln aus den Gebieten, die bei der Lieferung eine höhere Fracht als 14 Pfennig je 50 Kilogramm Kartoffel-Bruttogewicht entstehen lassen, so hat der Verarbeiter die über 14 Pfennig je 50 Kilogramm hinausgehende Mehrfracht zu tragen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 715: Abkommen über den Reiseverkehr aus dem Deutschen Reich nach Oesterreich (Reiseverkehrsabkvmmen). — 716: Gebührenordnung der Ueberwachunqsstelle für Papier. — 717: Preisbekanntmachung Nr. 4 der Ueberwachungs- ftelle für Lederwirtschaft. — 718: Devisen im Reiseverkehr nach Oesterreich. — 719: In der Schweiz Anmeldepflicht für Verbindlichkeiten aus Verträgen und Abkommen gegenüber Deutschland. — 720: Neuauflage des Verzeichnisses der deutschen diplomatischen und konsularischen Vertretungen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H„ Lombardzinsfuß 5 v. H. Dalum 6% Deutsche Reichsanleihe o. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5Yi% Doung-Anlethe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mli Auslos.-Rechten ............ *Vi% Deutsche Reichsposischatzan Weisungen von 1934, I....... 4Vi% ehem. 8% Hessischer Bolls float 1929 srückzahlb 102%) ... <¥i% ehern. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12... &/t% ehem. 4N% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4]/i% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr R.b Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4'/r% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehern. 4%% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbrtefe...... 5%% ehern. 4'/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 4%% ehem. 8% Pr. Landespfant» bnefanstalt, Pfandbriefe R. 19 *¥»% ehern. 7% Pr.Landespsand briefanst., Gold Komm. Obl. 20 Steuerguttch.BerrechnungSk. 34-38 4% Österreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungariscl)e Staatsrente v. 1910 *Yi% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Aaleihe Serie I..................... Frankfurt a. M. «Berlin Schluß» kurs Schlußk. Abend- börie Schluß« furd Schlußk. Mittag« börie 31.8 1.9. 31-8 L9. 101,25 101,25 101,25 101,25 98 98 98 98 102,65 102,75 — 102 114,25 114 114,25 114 100 100 100 99,9 98,75 98,75 — — 97 97 97 97 101 101 — — 93,4 93,4 — — 126 126,25 126 — 120 119,5 119,75 119,75 97 97 — — 100,75 100,75 — — 100,75 101 100,9 101 97,5 97,5 97,5 97,5 95 95 95 95 109,6 109,6 109,65 109,65 29,5 29,5 — 30 3,25 3,4 3,1 3,3 8,95 9,13 8.9 9,13 8,13 8,4 8,25 8,6 8,4 8,5 — —— 13,65 14 13,75 13,9 — — — — Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußt. Abend- börf- Schluß« kurü «chlutzk. Miltag« börie Datum 31 8- 19- 31 -8 1-9- 4% oeegt. Serie I, ............ — _ — 9 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 6,4 6,4 6,5 6,55 4^r°/nRumän.vereinh.Rentev.l91ö 9,75 9,8 9,9 9,6 4% Rumänische vercinh. Rente . 5,4 5,4 5,5 2*4% Anatolier............. 43,5 43,75 43,25 44,75 Hamburg-Amerika-Patet .....o 13,75 13,75 13,9 13,9 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 39,5 39 Norddeutscher Lloyd .........o 14,25 14,25 14,13 14 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o 114 114 113,9 114,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 123,25 122,25 Commerz- und Privat-Bank... 4 Deutsche Bank und 29sconto- 99,25 99,75 99,25 99,5 Gesellschaft................ 4 98,5 99 98,25 99 Dresdner Bank.............. 4 98,5 99 98,25 99 Reichsbank ................ 12 182 181 181 183 A.E.G......................o Bekula.....................8 Elektr. Lieferungsgesellschaft ... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 ÄeseUsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 Lahmeyer LEo.............. 7 Buderus ................... < Deutsche Erdöl .............. 4 Harvener................. 2% Voesch Eisen—Köln-Neuesten .. ö Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Rlödnerroerte ...............8 Mannesmann-Ro hreu........8 37 36,25 36,75 36,4 151 151 151,5 152 124 126,5 125 126,25 144 145,5 143,4 145 127,75 127,5 127 127,75 132,5 132 132 132 125,25 125,25 125 125,5 130 131 131 131 149,25 148,5 148,5 148,25 183 182,25 183 182,25 138,25 139,5 139 139,5 109,5 109,5 109 109,5 125 125 124,5 125 129,25 129 128 129,25 106,5 106,25 105,75 106,5 — — 162 165 133 133,25 133,5 132,75 109,75 110,5 110 110,5 105 105,65 103,9 105,75 Frankfurt a. M. 2)erlm Schluß« kurs Schlupk. Abend- börf- Schluß« iurü Schlußk. Mittag- börie Datum 31.8 1.9. 31.8 1.9. Mansseider Bergbau....... 6N 146,5 151 146,5 150,5 Kokswerke ................ .. 6 — — 126,75 127,75 Rheinische Braunkohlen .... . 12 224 — 224 222 Rheinstahl................ .. 4 133,5 133,25 132,5 133,75 vereinigte Stahlwerke...... 8'/, 105 105,75 104 104,75 Otavt Minen ............. .. 0 31 31,9 31,9 31,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 117,25 118 117,5 118 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 116 117 116,5 116,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7y, 174 175 174,75 3. G. Farben-Jndustrte..... .. ? 159,9 159,5 271,5 158,9 159,4 Scheideanstalt............. .. 9 272 Goldschmidt .............. .. 5 112 112,5 112 112,75 Rütgerswerke ............. .. 6 127,75 128,75 128,5 128,25 Metallgesellschaft........... .. 5 130,25 130,5 131 130,5 Philipp Holz mann......... .. 4 123,5 123,5 122,75 123,25 Zementwerk Heidelberg .... ? 141,75 142,75 - Eementweri Karlstadt....... .. 6 156 156 - Schultheis Payenhofer ..... .. 4 — 104 104 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 61 63,65 60,65 63 Bemberg................. .. 5 82,5 86 83,4 86,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 143 144 143 143 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 117 118 115,75 118,65 Dessauer Gas ............. — — 105,9 106 Daimler Motoren.......... .. 0 121 120 119,5 120,13 Deutsche Linoleum......... .. 8 166,5 167,5 166,13 168,25 Lrenstein & Koppel ........ .. 0 83 83,9 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 53 53,13 52,75 53,13 Chade .................... .. 9 386 — Accumulatoren-Fabrü...... . 12 _ _ 200 Conti »Gummi............ . 11 170,75 171 170,75 171 Gritzner.................. - 0 34 34 33,75 Mainkrastwerke Höchst a.M.« .. 4 93 93 _ Süddeutscher Zucker....... . 10 208 209 209,5 208,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL Banknoten. 31 -August 1 .September Am llche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brie .>ueno» Etil, 0,697 0,701 0,698 0,702 Brüssel ... 42,03 42,11 42,01 42,09 Rio de Jan. 0,147 0,149 0,147 0,149 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,88 56,00 55,90 56,02 Danzig .... 46,80 46.90 46,80 46,90 llondon.... 12,515 12,545 12,52 12,55 HelitngsorS. 5,519 5,531 5,524 5,536 Baris ..... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland ... 168,95 169,29 168,96 169,30 Italien .... 19,57 19,61 19,57 19,61 ^avan ..... 0,732 0,734 0,732 0,734 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,90 63,02 62,92 63,04 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 üistabon... 11,37 11,39 11,375 11,395 Stockholm.. 64,53 64,65 64,55 64,67 Lchweiz ... 81,10 81,26 81,08 81,24 Lpanien... 30,72 30,78 30,37 30,43 Prag...... 10,26 10,28 10,26 10,28 Budapest .. —— — Reuyork .. 2,488 2,492 2.488 2,492 Berlin, 1 .September <5775 Ärlef Amenkannche Roten.............. 2,44 2,46 Belgische Noten.................. 41,88 42,04 Dänische Noten ................. 55,70 55.92 Englische Noten ................. 12,475 12,535 Französische Noten............... 16,33 16,39 Holländische Noten............... 168.54 169,22 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 62,70 62,96 Deutsch Oesterreich, L 1OO Schilling Rumänische Noten.............. — Schwedische Noten............... 64,33 64,59 Schweizer Noten................. 80,90 81,22 Spanische Noten................. Ungarische Note» ................ 30,04 3046